AI Terminal

MODULE: AI_ANALYST
Interactive Q&A, Risk Assessment, Summarization
MODULE: DATA_EXTRACT
Excel Export, XBRL Parsing, Table Digitization
MODULE: PEER_COMP
Sector Benchmarking, Sentiment Analysis
SYSTEM ACCESS LOCKED
Authenticate / Register Log In

United Internet AG

Annual Report Apr 17, 2013

449_rns_2013-04-17_72825f67-c2fd-478b-bb3f-d26c88d97ee2.html

Annual Report

Open in Viewer

Opens in native device viewer

United Internet AG

Montabaur

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2012 bis zum 31.12.2012

Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns Konzernabschluss nach IFRS

Hinweis: Aus rechentechnischen Gründen können in Tabellen und bei Verweisen Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch exakt ergebenden Werten (Geldeinheiten, Prozentangaben usw.) auftreten.

1 Konzernstruktur und Geschäftstätigkeit

Konzernstruktur

Die United Internet AG ist die Konzernobergesellschaft der United Internet Gruppe. Als Konzernholding konzentriert sich die United Internet AG im Wesentlichen auf zentrale Funktionen wie Konzerncontrolling und Konzernrechnungslegung, Presse, Investor Relations, Beteiligungsmanagement, Risikomanagement und Interne Revision sowie das Personalmanagement.

Im operativen Geschäft ist die United Internet AG primär über die 1&1 Internet AG, inklusive deren wesentlicher Tochterunternehmen im In- und Ausland wie die 1&1 Mail & Media GmbH, 1&1 Telecom GmbH, United Internet Media AG, Fasthosts Internet Ltd., InterNetX GmbH und united-domains AG, sowie über die Sedo Holding AG, inklusive deren wesentlicher Tochterunternehmen wie die Sedo GmbH und die affilinet GmbH und deren Auslandsgesellschaften, tätig.

Vereinfachte Darstellung der Konzernstruktur inkl. wesentlicher operativ tätiger Tochterunternehmen sowie wesentlicher Beteiligungen:

Neben den operativ tätigen und vollkonsolidierten Tochterunternehmen hält United Internet weitere direkte und indirekte Beteiligungen. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um die Beteiligungen an den börsennotierten Online-Marketing-Unternehmen Goldbach Group AG, Schweiz (14,96 %) und Hi-media S.A., Frankreich (10,65 %), die Beteiligung an der Versatel GmbH (25,10 % über die Versatel-Obergesellschaft VictorianFibre Holding & Co. S.C.A.) sowie die Beteiligungen an der fun communications GmbH (49 %), der virtual minds AG (48,65 %) und der ProfitBricks GmbH (30,02 %) sowie um eine Reihe weiterer Internet-Beteiligungen (insgesamt 41 Investments) über die gemeinsam mit den Samwer-Brüdern betriebenen Fondsgesellschaften EFF Nr. 1 (66,67 %), EFF Nr. 2 (90 %) und EFF Nr. 3 (80 %).

Geschäftstätigkeit

Die operative Geschäftstätigkeit der United Internet AG gliedert sich in die beiden Segmente / Geschäftsbereiche "Access" und "Applications".

Im Segment "Access" sind die kostenpflichtigen Festnetz- und Mobile-Access-Produkte der Gesellschaft inklusive der damit verbundenen Anwendungen (wie Heimvernetzung, Online-Storage, Telefonie oder Entertainment) zusammengefasst. In diesem Bereich ist United Internet ausschließlich in Deutschland aktiv und zählt zu den führenden Anbietern. Die Gesellschaft agiert dabei netzunabhängig und kauft von verschiedenen Vorleistungsanbietern standardisierte Netzleistungen ein. Diese werden mit Endgeräten, selbstentwickelten Applikationen und Services aus der eigenen "Internet-Fabrik" veredelt, um sich so vom Wettbewerb zu differenzieren. Vermarktet werden die Access-Produkte über die bekannten Marken GMX, WEB.DE und 1&1, mit denen der Massenmarkt umfassend und zielgruppenspezifisch adressiert werden kann.

Das Segment "Applications" umfasst das Applikations-Geschäft von United Internet -werbefinanziert oder im kostenpflichtigen Abonnement. Zu diesen Applikationen gehören z. B. Domains, Homepages, Webhosting und E-Shops, Anwendungen für Personal Information Management (E-Mail, Aufgaben, Termine, Adressen), Groupwork, Online-Storage und Office-Applikationen, die in der eigenen "Internet-Fabrik" oder in Kooperation mit Partnerfirmen entwickelt und in den Rechenzentren der Gesellschaft betrieben werden. Im Segment "Applications" ist United Internet international aufgestellt und gehört in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada, Österreich, Polen, Schweiz, Spanien und den USA zu den führenden Unternehmen. Im Mai 2012 ist United Internet in Italien und im Januar 2013 in Mexiko gestartet. Die zielgruppenspezifische Vermarktung der Applikationen erfolgt über die unterschiedlich positionierten Marken GMX, WEB.DE, 1&1, united-domains, Fasthosts und InterNetX. Darüber hinaus bietet United Internet ihren Kunden über Sedo und affilinet erfolgsbasierte Werbe- und Vertriebs-Plattformen im Internet an.

2 Wirtschaftliches Umfeld

Weitere Abschwächung der Weltwirtschaft

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat 2012 seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft mehrfach nach unten korrigiert. Im Rahmen des letzten Updates seines World Economic Outlook vom 23. Januar 2013 hat der IWF letztendlich ein Wachstum der Weltwirtschaft im Jahr 2012 von 3,2 % (nach 3,9 % im Vorjahr) errechnet. Das sind 0,3 Prozentpunkte weniger als der IWF noch in seiner Prognose vom April 2012 vorausgesagt hatte.

Zurückzuführen ist die schwächer als erwartet ausgefallene globale Wirtschaftsentwicklung insbesondere auf die Schuldenkrise in Europa und die schwächelnde Konjunktur in den USA sowie den damit verbundenen Unsicherheiten.

Das weltweite Wachstum 2012 wurde primär von den Schwellen- und Entwicklungsländern getragen, die um 5,1 % (nach 6,3 % im Vorjahr) zulegen konnten. Deutlich schwächer fiel das Wachstum in den entwickelten Volkswirtschaften Europas, Nordamerikas und Japans aus, die nur ein Wachstum von 1,3 % (nach 1,6 % im Vorjahr) verzeichnen konnten.

Für die Euro-Zone hat der IWF 2012 eine Rezession mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,4 % festgestellt und damit um 0,1 Prozentpunkte mehr als noch in der Aprilprognose 2012 erwartet. Zu dieser negativen Entwicklung haben insbesondere die Euro-Zonen-Schwergewichte Spanien und Italien beigetragen, die laut IWF 2012 eine starke Rezession ausweisen mussten.

Für Deutschland hat der IWF 2012 ein Wirtschaftswachstum von 0,9 % errechnet. Dies sind zwar 0,3 Prozentpunkte mehr, als der IWF in seiner Prognose vom April 2012 vorausgesagt hatte, gleichzeitig jedoch 2,2 Prozentpunkte weniger, als die deutsche Wirtschaft 2011 erreichen konnte. Ursächlich hierfür sehen Wirtschaftsfachleute insbesondere die weltweite wirtschaftliche Abschwächung und deren negativer Einfluss auf den traditionell starken deutschen Export.

Insgesamt erwies sich die deutsche Wirtschaft damit zwar wesentlich robuster als die Wirtschaft vieler anderer europäischer Zielländer von United Internet wie Frankreich (+0,2 %), Großbritannien (-0,2 %), Spanien (-1,4 %) oder Italien (2,1 %), gleichzeitig blieb sie aber deutlich hinter den nordamerikanischen Zielländern wie den USA (+2,3 %) und Kanada (+2,0 %) zurück.

ITK-Märkte wieder gewachsen

Der deutsche ITK-Markt konnte nach Angaben des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) -nach einem Wachstum um 1,4 % in 2011 -im Jahr 2012 um 2,2 % auf 151,2 Mrd. € zulegen. Dabei entwickelten sich die 3 ITK-Märkte recht unterschiedlich:

Während der Markt der Informationstechnik um 2,7 % auf 73,4 Mrd. € und der Markt für Telekommunikation um 1,9 % auf 65,4 Mrd. € zulegen konnte, stagnierte der Markt für Consumer Electronics (digitale Unterhaltungselektronik) bei 12,4 Mrd. €.

Positive Entwicklung der Wachstumsmärkte von United Internet

Die aus Sicht des Geschäftsmodells von United Internet wichtigsten ITK-Märkte sind die Teilmärkte "Breitband-Anschlüsse im Festnetz" und "Mobile Internet" (im rein abonnement-finanzierten Segment Access) sowie "Cloud Computing" und "Online-Werbung" (im abonnement- bzw. werbefinanzierten Segment "Applications").

Breitbandanschlüsse im Festnetz

Die Nachfrage nach neuen festnetzbasierten Breitbandanschlüssen in Deutschland hat sich seit 2008 -auch infolge des starken Trends zur mobilen Internet-Nutzung -verlangsamt. Mit einem erwarteten Plus von 0,8 Mio. neuen Anschlüssen in 2012 auf 28,1 Mio. hat sich die Anzahl der Neuschaltungen -nach 1,0 Mio. in 2011, 1,3 Mio. in 2010 und 2,3 Mio. in 2009 -weiter reduziert und blieb deutlich hinter den Rekordjahren zurück, wie der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) und Dialog Consult in ihrer gemeinsamen TK-Marktanalyse Deutschland 2012 vom 18. Oktober 2012 errechnet haben.

Bei den mit festnetzbasierten Breitbandanschlüssen erzielten Umsätzen erwartet PricewaterhouseCoopers für 2012 -laut der Studie "German Entertainment and Media Outlook 2012-2016" vom Oktober 2012 -einen Anstieg um 4,2 % auf 7,0 Mrd. €.

Weitaus stärker als die Anzahl der neu geschalteten Anschlüsse sowie der mit Breitbandanschlüssen realisierten Umsätze hat sich das durchschnittlich verbrauchte Datenvolumen - als Indikator für die weiter steigende Nutzung -mit einem Anstieg um 10,6 % auf 12,5 GB (pro Anschluss und Monat) entwickelt.

Markt-Kennzahlen: Breitband-Access (Festnetz) in Deutschland

scroll

2012 2011 Veränderung
Breitband-Anschlüsse (in Mio.) 28,1 27,3 + 2,9 %
Breitband-Umsätze (in Mrd. €) 7,00 6,72 + 4,2 %
Datenvolumen (in GB) 12,5 11,3 + 10,6 %

Quelle: Dialog Consult / VATM

(Breitband-Anschlüsse und Datenvolumen 2012: Hochrechnungen von Dialog Consult / VATM)

Mobile Internet

Überaus dynamisch hat sich der deutsche Mobile Internet Markt im Jahr 2012 entwickelt. So stiegen die Umsätze mit mobilen Daten-Diensten nach BITKOM-Angaben in 2012 um 14,5 % auf 8,6 Mrd. €.

Gleichzeitig nahm - als Zeichen für die zunehmende Nutzung mobiler Daten-Dienste -das durchschnittlich verbrauchte Datenvolumen (pro Anschluss und Monat) um über 33,3 % auf 196 MB zu.

Ein wesentlicher Grund für dieses Wachstum ist der Boom bei Smartphones, deren Absatz laut BITKOM in 2012 um über 36,5 % auf 21,7 Mio. zulegen konnte.

Markt-Kennzahlen: Mobile-Internet-Zugänge in Deutschland

scroll

2012 2011 Veränderung
Absatz Smartphones (in Stück) 21,7 15,9 + 36,5 %
Mobile-Internet-Umsätze (in Mrd. €) 8,6 7,5 + 14,7 %
Datenvolumen (pro Anschluss und Monat in MB) 196 147 + 33,3 %

Quelle: BITKOM; Dialog Consult / VATM

Online-Werbung

Der Online-Werbemarkt in Deutschland hat 2012 die 6-Milliarden-Euro-Grenze durchbrochen und ist auf 6,47 Mrd. € gewachsen. Ein Plus von 12,7 % im Vergleich zum Vorjahr (5,74 Mrd. €). Dies geht aus der Erhebung der Brutto-Werbeinvestitionen durch den Online-Vermarkterkreis (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. hervor.

Dabei konnte das Brutto-Werbevolumen für die klassische Online-Werbung im Vergleich zum Vorjahr um 14,9 % auf 3,78 Mrd. €, die Suchwortvermarktung um 9,6 % auf 2,28 Mrd. € und die Affiliate-Netzwerke um 9,9 % auf 411 Mio. € zulegen.

Der Online-Anteil am Mediamix ist damit weiter angewachsen und beträgt mit 21,8 % über ein Fünftel des Gesamtwerbemarkts. Damit bleibt die Online-Werbung weiterhin das zweitstärkste Werbemedium nach TV.

Markt-Kennzahlen: Online-Werbung in Deutschland

scroll

(in Mrd. €) 2012 2011 Veränderung
Brutto-Werbeinvestitionen 6,47 5,74 + 12,7 %
Davon klassische Online-Werbung 3,78 3,29 + 14,9 %
Davon Suchwortvermarktung 2,28 2,08 + 9,6 %
Davon Affiliate-Netzwerke (in Mio. €) 411 374 + 9,9 %

Quelle: OVK

Cloud Computing

In der Studie "Forecast Overview: Public Cloud Services, Worldwide" vom August 2012 erwartet Gartner für 2012 ein weltweites Wachstum für Public Cloud Services von 91,4 Mrd. $ um 19,6 % auf 109,3 Mrd. $.

Auch in Deutschland war Cloud Computing im Jahr 2012 erneut ein zentrales Thema. Bei der jährlichen Trendumfrage des BITKOM landete Cloud Computing erneut auf Platz eins. 59 % der befragten ITK-Unternehmen halten es für besonders wichtig.

Diese Technologie ist kein kurzfristiger Trend, sondern bedeutet einen tief greifenden Wandel bei der Bereitstellung und Nutzung von IT-Leistungen. In 2012 wuchs der Umsatz mit Cloud-Anwendungen in Deutschland -laut Experton Group -allein im B-to-B-Bereich um 57,9 % auf 3,0 Mrd. €. Die Zahlen zeigen, welche Dynamik in diesem Markt steckt. Die Anwender von IT erhalten mit Cloud Computing bessere Leistungen für weniger Geld. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen bekommen dadurch Zugang zu IT-Anwendungen, die sich bislang nur große Konzerne leisten konnten.

Markt-Kennzahlen: Cloud Computing weltweit und in Deutschland (B-to-B)

scroll

2012 2011 Veränderung
Umsatz weltweit (in Mrd. $) 109,3 91,4 + 19,6 %
Umsatz in Deutschland (in Mrd. €) 3,0 1,9 + 57,9 %

Quelle: Gartner, BITKOM / Experton Group

3 Geschäftsentwicklung im Konzern

Das Geschäftsjahr 2012 ist für United Internet erfolgreich verlaufen. Der Umsatz (+14,4 % auf 2,397 Mrd. €) sowie die Zahl der Kundenverträge (+1,18 Mio. auf 11,85 Mio.) konnten auf neue Bestmarken gesteigert und die Ergebniskennzahlen in den etablierten Geschäftsbereichen - ohne Berücksichtigung von Sonderfaktoren -deutlich verbessert werden.

Gleichzeitig wurde die hohe Cash-Generierung in den etablierten Geschäftsfeldern dazu genutzt, um -wie geplant -hohe Investitionen in Entwicklung und Aufbau der neuen Geschäftsfelder zu tätigen und so Wachstumspotenziale für die Zukunft zu erschließen.

Bei den Bezeichnungen "etablierte Geschäftsfelder" bzw. "neue Geschäftsfelder" handelt es sich um die Abgrenzung zwischen den etablierten Produktlinien (Domains, Homepages, Webhosting und E-Shops u.s.w) und den neuen Produktlinien (1&1 Do-it-Yourself Homepage und De-Mail) innerhalb des Segments "Applications" sowie auf Konzernebene.

Basis der positiven Geschäftsentwicklung im Konzern ist die Geschäftsentwicklung in den operativen Segmenten "Access" und "Applications".

Entwicklung der Segmente

Segment "Access"

Im Segment "Access" sind die kostenpflichtigen Festnetz- und Mobile-Access-Produkte der Gesellschaft inklusive der damit verbundenen Anwendungen (wie Heimvernetzung, Online-Storage, Telefonie oder Entertainment) zusammengefasst. In diesem Bereich ist United Internet ausschließlich in Deutschland aktiv und zählt zu den führenden Anbietern. Die Gesellschaft agiert dabei netzunabhängig und kauft von verschiedenen Vorleistungsanbietern standardisierte Netzleistungen ein. Diese werden mit Endgeräten, selbstentwickelten Applikationen und Services aus der eigenen "Internet-Fabrik" veredelt, um sich so vom Wettbewerb zu differenzieren. Vermarktet werden die Access-Produkte über die bekannten Marken GMX, WEB.DE und 1&1, mit denen der Massenmarkt umfassend und zielgruppenspezifisch adressiert werden kann.

Im Zuge der dynamischen Kundenentwicklung stieg der Segment-Umsatz im Geschäftsjahr 2013 deutlich um 15,9 % von 1.368,0 Mio. € auf 1.586,1 Mio. €. Der Umsatzanteil des Segments am Gesamtumsatz im Konzern betrug damit 66,2 %.

Segment-EBITDA und -EBIT lagen -trotz höherer Investitionen in das Kundenwachstum (+670.000 Verträge in 2012 im Vergleich zu +450.000 im Vorjahr) sowie der vollständig ergebniswirksamen Verbuchung der Smartphone-Subventionen aus dem stark wachsenden Mobile-Internet-Geschäft (+560.000 Verträge in 2012 im Vergleich zu +520.000 im Vorjahr) -mit 191,8 Mio. € (Vorjahr: 152,3 Mio. €) und 164,3 Mio. € (Vorjahr: 122,2 Mio. €) deutlich um 25,9 % bzw. 34,5 % über den Vorjahreswerten. Alle Kundengewinnungskosten sind ebenso wie die Konvertierungskosten von Resale-DSL-Anschlüssen auf Komplettpakete (ULL) unverändert direkt als Aufwand verbucht worden.

Die Zahl der Mitarbeiter in diesem Segment stieg um 7,5 % auf 1.928 (Vorjahr 1.794).

Entwicklung der Finanz-Kennzahlen im Segment "Access" in Mio. €

scroll

2012 2011 Veränderung
Umsatz 1.586,1 1.368,0 + 15,9 %
EBITDA 191,8 152,3 + 25,9 %
EBIT 164,3 122,2 + 34,5 %

Quartalsentwicklung der Finanz-Kennzahlen im Segment "Access" in Mio. €

scroll

Q1 2012 Q2 2012 Q3 2012 Q4 2012 Q4 2011
Umsatz 375,6 388,4 405,0 417,1 359,8
EBITDA 41,3 47,1 57,1 46,3 43,2
EBIT 34,8 40,2 50,2 39,1 35,0

Die Zahl der kostenpflichtigen Access-Verträge stieg im Geschäftsjahr 2012 um 670.000 Verträge auf 4,75 Mio. zum 31. Dezember 2012. Mit diesem Vertragswachstum konnte -nach einem Plus von 130.000 bzw. 450.000 in den Geschäftsjahren 2010 und 2011 -das Wachstum noch einmal deutlich an Dynamik gewinnen.

Aus Sicht der einzelnen Produktlinien konnten im Mobile Internet Geschäft 560.000 neue Kundenverträge hinzugewonnen und damit die Kundenzahl auf 1,35 Mio. gesteigert werden. Auch die wichtigen DSL-Komplettverträge konnten um 280.000 Kunden auf insgesamt 2,79 Mio. zulegen. Im Bereich der auslaufenden Geschäftsmodelle Schmalband, T-DSL und R-DSL hingegen war die Zahl der Kundenverträge auch in 2012 erwartungsgemäß weiter rückläufig (-170.000 Kundenverhältnisse). Gleichwohl konnten damit die festnetzbasierten Zugänge insgesamt um 110.000 Verträge zulegen.

Entwicklung der Kundenverträge im Segment "Access" im Geschäftsjahr 2012

scroll

31.12.2012 31.12.2011 Veränderung
Access, gesamt 4,75 Mio. 4,08 Mio. + 670.000
Davon Mobile Internet 1,35 Mio. 0,79 Mio. + 560.000
Davon DSL-Komplettpakete (ULL) 2,79 Mio. 2,51 Mio. + 280.000
Davon Schmalband, T-DSL, R-DSL 0,61 Mio. 0,78 Mio. - 170.000

Entwicklung der Kundenverträge im Segment "Access" im 4. Quartal 2012

scroll

31.12.2012 30.09.2012 Veränderung
Access, gesamt 4,75 Mio. 4,54 Mio. + 210.000
Davon Mobile Internet 1,35 Mio. 1,18 Mio. + 170.000
Davon DSL-Komplettpakete (ULL) 2,79 Mio. 2,71 Mio. + 80.000
Davon Schmalband, T-DSL, R-DSL 0,61 Mio. 0,65 Mio. - 40.000

Produkt-Highlights 2012

Im operativen Geschäft standen im Geschäftsjahr 2012 die Umsetzung des Ende 2011 gestarteten 1&1 Prinzips (als umfangreiche Weiterentwicklung der DSL-Qualitätsoffensive) sowie die Einführung der "1&1 Tablet-Flat" und der Ausbau der Produktpalette im Mobile-Internet-Geschäft im Vordergrund:

1&1 Prinzip: Das 1&1 Prinzip ist die konsequente Weiterentwicklung der bereits 2009 gestarteten Qualitätsoffensive in Deutschland. Mit dem 1&1 Prinzip erhalten die Kunden klare Leistungsversprechen. Wesentlichste Neuerungen dabei sind die Auslieferung von Hardware am nächsten Tag (Overnight Delivery), eine einmonatige Testphase für alle Produkte und der Vor-Ort-Austausch defekter Geräte am nächsten Tag. Damit hebt sich die United Internet Marke 1&1 deutlich vom Wettbewerb ab, verstärkt die Vorteile des Online-Geschäfts gegenüber stationären Ladengeschäften und setzt neue Maßstäbe für Servicequalität und Kundenzufriedenheit. Für die Umsetzung des 1&1 Prinzips wurden eine Reihe interner Prozesse optimiert, Investitionen im Customer-Care-Bereich getätigt und verbesserte Abläufe geschaffen.
1&1 Tablet-Flat: Tablet-PCs liegen im Trend. Laut Branchenverband BITKOM wurden allein in Deutschland 2011 ca. 2,1 Mio. Stück verkauft -eine Absatzsteigerung von 162 % im Vergleich zum Vorjahr. Um die Tablets auch unterwegs optimal nutzen zu können, hat 1&1 die "1&1 Tablet-Flat" im D-Netz auf den Markt gebracht. Die "1&1 Tablet-Flat" bietet unbegrenztes mobiles Surfen bei einer Bandbreite von bis zu 14.400 kBit/s und dazu ein neues Tablet-Gerät ab 0 €.
Neue All-Net-Flats: Die United Internet Marke 1&1 hat im August 2012 ihre Produktauswahl im Mobile Internet Geschäft deutlich ausgebaut. So können Kunden nun unter drei neuen 1&1 All-Net-Flats in D-Netz-Qualität wählen. Die "1&1 All-Net-Flat Basic" bietet eine Telefonflatrate in alle deutschen Mobilfunk- und Festnetze sowie eine Surfflatrate mit HSDPA-Geschwindigkeit von bis zu 7.200 kBit/s (Highspeed-Volumen 300 MB). Die "1&1 All-Net-Flat Plus" enthält neben einer Telefonflatrate in alle deutschen Mobilfunknetze und ins Festnetz sowie einer Surfflatrate mit HSDPA-Geschwindigkeit von bis zu 7.200 kBit/s (Highspeed-Volumen 500 MB) zusätzlich eine vierte Flat für SMS. Und der Highend-Tarif "1&1 All-Net-Flat Pro" umfasst neben den Telefonflats ins Festnetz und in alle deutschen Mobilfunknetze sowie der SMS-Flat eine noch schnellere Surfflatrate mit einer HSDPA-Geschwindigkeit von bis zu 14.400 kBit/s und einem Highspeed-Volumen von 1 Gigabyte. Zudem enthält das Paket jeden Monat eine Auslands-Daten-Nutzung von 100 MB in 36 Ländern.

Ausblick 2013

Im Access-Geschäft sieht United Internet angesichts der auf Transparenz und Flexibilität basierenden Produktpolitik, der innovativen Produkte, des guten Preis-Leistungs-Verhältnisses sowie vielfältiger zubuchbarer Applikationen gute Chancen bei der Kundenbindung und der weiteren Erhöhung des durchschnittlichen Umsatzes je Vertrag. Das Vertragswachstum in diesem Segment wird insbesondere aus der fortschreitenden und für die Kundenbindung wichtigen Migration der Kunden auf DSL-Komplettpakete (ULL = Unbundled Local Loop) sowie aus der Vermarktung der Mobile Internet Produkte erwartet.

Segment "Applications"

Das Segment "Applications" umfasst das Applikations-Geschäft von United Internet -werbefinanziert oder im kostenpflichtigen Abonnement. Zu diesen Applikationen gehören z. B. Domains, Homepages, Webhosting und E-Shops, Anwendungen für Personal Information Management (E-Mail, Aufgaben, Termine, Adressen), Groupwork, Online-Storage und Office-Applikationen, die in der eigenen "Internet-Fabrik" oder in Kooperation mit Partnerfirmen entwickelt und in den Rechenzentren der Gesellschaft betrieben werden. Im Segment "Applications" ist United Internet international aufgestellt und gehört in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien, Österreich, der Schweiz und den USA zu den führenden Unternehmen. Zudem ist United Internet Ende 2010 in Polen, Anfang 2011 in Kanada, im Mai 2012 in Italien und im Januar 2013 in Mexiko gestartet. Die zielgruppenspezifische Vermarktung der Applikationen erfolgt über die unterschiedlich positionierten Marken GMX, WEB.DE, 1&1, united-domains, Fasthosts und InterNetX. Darüber hinaus bietet die United Internet AG ihren Kunden über Sedo und affilinet erfolgsbasierte Werbe- und Vertriebs-Plattformen im Internet an.

Durch das stabile Kundenwachstum stieg der Segment-Umsatz im Geschäftsjahr 2012 um 11,6 % von 725,8 Mio. € auf 810,2 Mio. €. Dabei legte der Umsatz in den etablierten Geschäftsfeldern um 8,0 % auf 769,4 Mio. € zu. Hinzu kam ein Umsatz in den neuen Geschäftsfeldern von 40,8 Mio. € (Vorjahr: 13,7 Mio. €). Der Umsatzanteil des Segments steht damit für rund 33,8 % des Gesamtumsatzes im Konzern.

Das Auslandsgeschäft wuchs um 21,8 % und steuerte insgesamt 266,9 Mio. € (Vorjahr: 219,2 Mio. €) zum Segmentumsatz bei.

In den etablierten Geschäftsfeldern stiegen -ohne Berücksichtigung der nicht cashwirksamen außerordentlichen Wertminderungen auf Firmenwerte der Sedo Holding AG in Höhe von 46,3 Mio. € -das EBITDA von 226,1 Mio. € im Vorjahr um 13,3 % auf 256,2 Mio. € und das EBIT von 168,7 Mio. € im Vorjahr um 14,5 % auf 193,1 Mio. €.

Die starke Ertragskraft des etablierten Geschäfts hat es United Internet erlaubt, plangemäß in neue Geschäftsfelder (insbesondere in die internationale Vermarktungskampagne für die 1&1 Do-It-Yourself Homepage sowie die Entwicklung von De-Mail-Anwendungen) zu investieren und dabei EBITDA-wirksame Anlaufverluste in Höhe von 124,1 Mio. € (Vorjahr: 42,7 Mio. €) bzw. EBIT-wirksame Anlaufverluste in Höhe von 126,5 Mio. € (Vorjahr: 43,7 Mio. €) zu tragen.

Durch diese Anlaufverluste blieben das Segment-EBITDA vor Sonderfaktoren mit insgesamt 132,1 Mio. € (Vorjahr: 183,4 Mio. €) und das Segment-EBIT vor Sonderfaktoren mit insgesamt 66,6 Mio. € (Vorjahr: 125,0 Mio. €) erwartungsgemäß hinter den Vorjahreswerten zurück.

Inklusive der nicht cashwirksamen außerordentlichen Wertminderungen auf Firmenwerte der Sedo Holding AG in Höhe von 46,3 Mio. € reduzierte sich das Segment-EBIT auf 20,3 Mio. €. Auch in diesem Segment werden die Kundengewinnungskosten unverändert direkt als Aufwand verbucht.

Die Zahl der Mitarbeiter in diesem Segment stieg um 13,8 % auf 4.292 (Vorjahr: 3.771).

Entwicklung der Finanz-Kennzahlen im Segment "Applications" in Mio. €; ohne Sonderfaktoren*

scroll

2012 2011 Veränderung
Etablierte Geschäftsfelder
Umsatz 769,4 712,1 + 8,0 %
EBITDA 256,2 226,1 + 13,3 %
EBIT 193,1 168,7 + 14,5 %
Neue Geschäftsfelder
Umsatz 40,8 13,7 + 197,8
EBITDA -124,1 -42,7
EBIT -126,5 -43,7
Insgesamt
Umsatz 810,2 725,8 + 11,6 %
EBITDA 132,1 183,4 - 28,0 %
EBIT 66,6 125,0 - 46,7 %

Quartalsentwicklung der Finanz-Kennzahlen im Segment "Applications" in Mio. €; Kennzahlen inklusive neuer Geschäftsfelder; ohne Sonderfaktoren*

scroll

Q1 2012 Q2 2012 Q3 2012 Q4 2012 Q4 2011
Umsatz 201,2 198,1 198,1 212,8 197,1
EBITDA 30,7 27,9 33,5 40,0 30,4
EBIT 14,9 12,3 16,8 22,6 12,3

* Negative Sonderfaktoren aus Q2 / 2012 (Sedo-Wertminderungen): EBIT-Effekt: 46,3 Mio. €

Die Zahl der kostenpflichtigen Applications-Verträge stieg weltweit um 510.000 auf 7,10 Mio. (davon +320.000 Verträge im Ausland auf 3,05 Mio.). Zu diesem Vertragswachstum trugen Business-Applikationen mit einem Plus von 390.000 Verträgen auf 5,06 Mio. (davon +220.000 Verträge für die 1&1 Do-It-Yourself Homepage auf 410.000) und Consumer-Applikationen mit einem Plus von 120.000 Verträgen auf 2,04 Mio. bei. Die Zahl der werbefinanzierten Accounts stieg trotz saisonal bedingter unterjähriger Schwankungen von 30,8 Mio. im Dezember 2011 auf 31,8 Mio. im Dezember 2012.

Neben der erfolgreichen Kundengewinnung wurde mit dem Launch in Italien im Mai 2012 und dem Start in Mexiko im Januar 2013 auch die Internationalisierung weiter vorangetrieben.

Entwicklung der Kundenverträge im Segment "Applications" im Geschäftsjahr 2012

scroll

31.12.2012 31.12.2011 Veränderung
Kostenpflichtige Verträge, gesamt 7,10 Mio. 6,59 Mio. + 510.000
Davon "Inland" 4,05 Mio. 3,86 Mio. + 190.000
Davon "Ausland" 3,05 Mio. 2,73 Mio. + 320.000
Werbefinanzierte Accounts 31,8 Mio. 30,8 Mio. + 1.000.000

Entwicklung der Kundenverträge im Segment "Applications" im 4. Quartal 2012

scroll

31.12.2012 30.09.2012 Veränderung
Kostenpflichtige Verträge, gesamt 7,10 Mio. 6,99 Mio. + 110.000
Davon "Inland" 4,05 Mio. 4,03 Mio. + 20.000
Davon "Ausland" 3,05 Mio. 2,96 Mio. +90.000
Werbefinanzierte Accounts 31,8 Mio. 30,6 Mio. + 1.200.000

Produkt-Highlights 2012

Im operativen Geschäft standen im Geschäftsjahr 2012 -bei Consumer-Applikationen -der Umzug von rund 15 Mio. aktiven Anwendern auf neue WEB.DE-Postfächer sowie -bei Business-Applikationen -die Einführung der neuen Dynamic Cloud Server sowie der Ausbau der Funktionalitäten der 1&1 Do-It-Yourself Homepage im Vordergrund:

Neue WEB.DE-Postfächer: Im Januar 2012 hat WEB.DE einen der größten Umzüge der deutschen Internet-Geschichte durchgeführt. Rund 15 Mio. Nutzer erhielten ein neues Zuhause für ihre E-Mails: Das neue WEB.DE Postfach. Es verfügt über ein übersichtliches Design, eine einfache Navigation und bietet mit dem WEB.DE Online-Speicher einen sicheren Platz in der Cloud für persönliche Daten. Darin können wichtige Dokumente, Bilder oder andere Dateien sicher gespeichert werden. Anschließend sind sie mit jedem internetfähigen PC und per App auch mobil verfügbar. Der WEB.DE MailCheck, eine Browsererweiterung für Internet Explorer und Mozilla Firefox, bietet seinen Nutzern zudem einen Schnell-Login ins Postfach sowie eine sichere Verschlüsselung und informiert sofort über neue E-Mails. Durch den integrierten Phishing-Filter sorgt der MailCheck auch außerhalb des Postfachs für mehr Sicherheit beim Surfen.
1&1 Dynamic Cloud Server: 1&1 hat die Ausstattung ihres Dynamic Cloud Servers im März 2012 deutlich flexibler gestaltet. So lassen sich alle relevanten Ausstattungsmerkmale wie CPU (Hauptprozessor) oder RAM (Arbeitsspeicher) stundengenau anpassen und erweitern. Für kleine und mittelständische Unternehmen bedeutet die Neuerung, dass sie ihren IT-Bedarf noch effizienter verwalten können. Das senkt die Kosten - und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit. Der 1&1 Dynamic Cloud Server bietet Anwendern eine virtuelle Server-Umgebung mit vollem Root-Zugriff. Dabei können die Grundeinstellungen beliebig an die Erfordernisse des Nutzers angepasst werden. Möglich ist dabei auch ein Wechsel zwischen den Betriebssystemen Linux und Windows.
1&1 startet De-Mail für Geschäftskunden: Seit Ende April können Geschäftskunden bei 1&1 ihren Wunschnamen für die Nutzung von De-Mail registrieren. Dabei haben sie die Möglichkeit, sich eine De-Mail Adresse basierend auf ihrer jetzigen .de-Domain zu sichern. So wird aus "MeineFirma.de" analog zusätzlich "MeineFirma.de-mail.de". Mit De-Mail können Privatpersonen und Unternehmen Nachrichten und Dokumente sicher, vertraulich und nachweisbar versenden und empfangen. Einfach und bequem durch die Integration von De-Mail in die bestehende E-Mail-Umgebung.
WEB.DE bietet deutschen Datenschutz und Einsteiger-Tarife für Online-Speicher: Skydrive von Microsoft, iCloud von Apple, Google Drive oder Neueinsteiger Dropbox -viele so genannte Cloud-Angebote, die für das Speichern von Daten im Internet werben, stammen aus den USA. Dabei haben mehr als 68 % aller deutschen Internet-Nutzer Bedenken, private Daten bei amerikanischen Unternehmen zu speichern. Das belegt eine Studie der Convios Consulting GmbH. Seit Juni 2012 bietet WEB.DE diesen Nutzern verschiedene Tarif-Alternativen, die dem strengen deutschen Datenschutz unterliegen.
Funktionalität der 1&1 Do-It-Yourself Homepage deutlich erweitert: Für Geschäftskunden stehen seit Oktober 2012 kostenlos bis zu 100 nützliche Apps zur Verfügung, die der Kunde einfach in seine Webseiten integrieren kann. Diese Business Apps bieten zahlreiche branchenspezifische Funktionen für E-Commerce, Kommunikation, Social Media und alltägliche Geschäftsprozesse. Die Web Apps lassen sich einfach in den Online-Auftritt einbinden, indem die gewünschte Anwendung per "Drag & Drop" auf einen beliebigen Ort innerhalb der Webseite gezogen und dort platziert wird. Besucher müssen somit nicht mehr auf externe Webseiten geleitet werden.

Ausblick 2013

Mit den starken und spezialisierten Marken, dem ständig wachsenden Portfolio an Cloud-Applikationen sowie den bestehenden Geschäftsbeziehungen zu Millionen kleiner Firmen, Freiberuflern und Privatanwendern sieht sich United Internet gut aufgestellt, um die sich ergebenden Chancen im Cloud-Computing-Markt zu nutzen. 2013 sollen insbesondere die Chancen bei der Erschließung neuer Auslandsmärkte mit Business-Applikationen (insbesondere mit dem weiteren internationalen Rollout der Do-It-Yourself Homepage) genutzt werden sowie -bei Consumer-Applikationen -die rechtssichere E-Mail-Kommunikation mit DeMail gestartet werden.

Beteiligungen im Konzern

Neben ihren (vollkonsolidierten) operativen Kernmarken im Access- und Applications-Segment hält United Internet eine Reihe weiterer Beteiligungen.

Beteiligungen an börsennotierten Unternehmen

Seit dem Jahr 2007 hält United Internet eine Beteiligung an der Goldbach Group AG, Küsnacht-Zürich / Schweiz. Zum 31. Dezember 2012 betrug der Stimmrechtsanteil unverändert 14,96 %. Die Goldbach Group hat das Geschäftsjahr 2012 mit einem Umsatz in Höhe von 445,5 Mio. CHF bzw. 368,9 Mio. € (Vorjahr: 366,4 Mio. €) sowie einem positiven Konzernergebnis von 23,2 Mio. CHF bzw. 19,2 Mio. € (Vorjahr: 15,4 Mio. €) abgeschlossen. Die Marktkapitalisierung von Goldbach Media betrug rund 89 Mio. € zum 31. Dezember 2012.

Im Zuge der Einbringung des Display-Marketing-Geschäfts "AdLINK Media" in Hi-media hält United Internet seit Mitte 2009 10,65 % der Aktien der Hi-media S. A., Paris / Frankreich. Hi-Media hat das Geschäftsjahr 2012 mit einem Umsatz in Höhe von 194,7 Mio. € (Vorjahr: 229,9 Mio. €) sowie einem positiven Konzernergebnis von 5,9 Mio. € (Vorjahr: 11,3 Mio. €) abgeschlossen. Die Marktkapitalisierung der Gesellschaft betrug rund 94 Mio. € zum 31. Dezember 2012.

Beteiligungsfonds mit den Samwer-Brüdern

Gemeinsam mit den Samwer-Brüdern hat United Internet seit Mitte 2007 in Fonds mit unterschiedlichen Investitionsschwerpunkten investiert. An der European Founders Fund GmbH & Co. Beteiligungs KG Nr. 1 (EFF Nr. 1), einem Fonds für Frühphasenfinanzierungen, ist United Internet seit Mitte 2007 beteiligt. In einem weiteren gemeinsamen Fonds, der Ende 2007 aufgelegten European Founders Fund GmbH & Co. Beteiligungs KG Nr. 2 (EFF Nr. 2), wird seit 2008 in "Later-Stage-Investments" investiert. Mit Vertrag vom 5. März 2008 hat sich United Internet auch an der European Founders Fund GmbH & Co. Beteiligungs KG Nr. 3 (EFF Nr. 3) beteiligt. Über letztgenannten Fonds werden insbesondere prozentual kleine Investments in "Later-Stage-Firmen" gezeichnet.

Im Geschäftsjahr 2012 wurden keine Investments im Rahmen der Fonds getätigt. Aus dem Verkauf von Anteilen an Portfolio-Unternehmen flossen 2012 insgesamt 16,7 Mio. € zurück. Zum 31. Dezember 2012 wurden über die 3 Fonds noch insgesamt 41 Beteiligungen an Internet-Unternehmen gehalten.

Weitere wesentliche Beteiligungen zum 31. Dezember 2012

Bereits seit mehreren Jahren hält United Internet wesentliche Anteile an der fun communications GmbH (49,00 %) sowie der virtual minds AG (48,65 %). Beide Gesellschaften haben im Geschäftsjahr 2012 ein positives Ergebnis erzielt.

Anfang November 2010 hat sich United Internet an der ProfitBricks GmbH, einem StartUp im Bereich Cloud Hosting, mit 30,02 % beteiligt. Nach Abschluss der Produktentwicklung hat ProfitBricks inzwischen die Vermarktung in Deutschland und den USA gestartet.

United Internet hat am 12. Dezember 2012 ihr Optionsrecht zum Erwerb von 25,1 % der Anteile an der Obergesellschaft der Versatel GmbH, der VictorianFibre Holding & Co. S.C.A., einer Gesellschaft im Besitz von durch Kohlberg Kravis Roberts & Co. L.P. ("KKR") beratenen Fonds, ausgeübt. Diese Option wurde United Internet im Rahmen des Verkaufs ihrer Versatel-Anteile an KKR im Mai 2011 eingeräumt. Mit dem damaligen Verkauf hatte United Internet den Weg für ein Delisting der Gesellschaft frei gemacht. Nach dem erfolgten Delisting sowie den durchgeführten Restrukturierungsmaßnahmen haben sich die Ergebniskennzahlen sowie der Free Cashflow von Versatel verbessert. KKR und United Internet haben diese positive Entwicklung bereits in der Vergangenheit eng begleitet. Durch die Ausübung der Option hat sich United Internet eine wesentliche Beteiligung an einem der führenden Infrastruktur-Anbieter mit dem zweitgrößten Glasfasernetz in Deutschland gesichert.

4 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage im Konzern

Ertragslage im Konzern

Der in der United Internet AG konsolidierte Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2012 um 14,4 % von 2.094,1 Mio. € im Vorjahr auf 2.396,6 Mio. €. Dabei verbesserte sich der Umsatz im Segment "Access" von 1.368,0 Mio. € im Vorjahr um 15,9 % auf 1.586,1 Mio. € und der Umsatz im Segment "Applications" von 725,8 Mio. € um 11,6 % auf 810,2 Mio. €. Der Umsatz im Ausland erhöhte sich von 219,2 Mio. € im Vorjahr um 21,8 % auf 266,9 Mio. €.

Im Geschäftsjahr 2012 hat United Internet stark in Aufbau, Entwicklung und Vermarktung der neuen Geschäftsfelder, die Internationalisierung sowie in das Kundenwachstum investiert. Dabei konnte das jährliche Vertragswachstum -nach 610.000 Verträgen (2010) sowie 910.000 (2011) -nochmals deutlich um 29,7 % auf 1,18 Mio. gesteigert werden. Die Zahl der kostenpflichtigen Kundenverträge stieg auf insgesamt 11,85 Mio. zum 31. Dezember 2012.

Die Bruttomarge im Konzern blieb -trotz des im Access-Geschäft höheren Vorleistungseinkauf infolge des starken Kundenwachstums (+670.000 Verträge im Berichtszeitraum im Vergleich zu +450.000 im Vorjahr), der vollständig ergebniswirksamen Verbuchung der Smartphone-Subventionen aus dem stark wachsenden Mobile Internet Geschäft sowie dem dadurch insgesamt veränderten Produktmix -mit 34,3 % stabil auf Vorjahresniveau.

Im Zuge des weiteren Aufbaus der Marke "1&1" (insbesondere in den Auslandmärkten) sowie der weiter forcierten Neukundenansprache und -gewinnung in den neuen und den etablierten Geschäftsfeldern stiegen die Vertriebskosten deutlich von 356,8 Mio. € (17,0 % vom Umsatz) im Vorjahr auf 461,7 Mio. € (19,3 % vom Umsatz) im Berichtszeitraum.

Die Verwaltungskosten haben sich unterproportional von 102,8 Mio. € (4,9 % vom Umsatz) auf 112,1 Mio. € (4,7 % vom Umsatz) erhöht.

Die Ergebniskennzahlen des Geschäftsjahres 2011 sowie des Geschäftsjahres 2012 wurden von unterschiedlichen Sonderfaktoren beeinflusst. In 2011 wurde auf Ebene des Konzerns ein positiver Ergebniseffekt aus dem Verkauf der Versatel-Anteile im 2. Quartal 2011 in Höhe von 23,0 Mio. € (EBITDA- und EBIT-Effekt), 18,7 Mio. € (EBT-Effekt) bzw. 0,07 € je Aktie (EPS-Effekt) verbucht. In 2012 musste ein negativer Ergebniseffekt aus Wertminderungen aufgenommen werden, da die United Internet Tochter Sedo Holding AG im 2. Quartal 2012 -auf der Basis außerplanmäßiger Werthaltigkeitsprüfungen infolge der gesunkenen Ergebniserwartungen - Wertminderungen auf Firmenwerte erfasst hat. United Internet hat diese Wertminderungen auf Ebene des Segments "Applications" in den Konzernabschluss einbezogen. Konkret handelte es sich um nicht cashwirksame außerordentliche Wertminderungen in Höhe von 46,3 Mio. € (EBIT- und EBT-Effekt) bzw. 0,24 € je Aktie (EPS-Effekt). Gegenläufig wurde in 2012 auf Ebene des Konzerns ein (bereits eingeplanter) positiver Ergebniseffekt aus dem Verkauf der freenet-Anteile im 4. Quartal 2012 in Höhe von 17,9 Mio. € (EBITDA-, EBIT- und EBT-Effekt) bzw. 0,09 € (EPS-Effekt) verbucht.

In den etablierten Geschäftsfeldern konnte United Internet im Geschäftsjahr 2012 die Ergebniskennzahlen deutlich verbessern. So stiegen -ohne Berücksichtigung der vorgenannten Sonderfaktoren -das EBITDA von 384,5 Mio. € im Vorjahr um 17,0 % auf 450,0 Mio. € und das EBIT von 296,7 Mio. € um 21,1 % auf 359,2 Mio. €.

Diese positive Ergebnisentwicklung in den etablierten Geschäftsfeldern wurde -wie im Rahmen der Prognosen der United Internet AG angekündigt -für kraftvolle Investitionen in den Aufbau neuer Geschäftsfelder genutzt. Im Vordergrund standen dabei die internationale Vermarktungskampagne für die 1&1 Do-It-Yourself Homepage sowie die Entwicklung von De-Mail-Anwendungen. Entsprechend ihrer Planungen hat die United Internet AG hierfür im Geschäftsjahr 2012 EBITDA-wirksame Anlaufverluste in Höhe von 124,1 Mio. € (Vorjahr: 42,7 Mio. €) bzw. EBIT-wirksame Anlaufverluste in Höhe von 126,5 Mio. € (Vorjahr: 43,7 Mio. €) verbucht.

Infolge der deutlich gestiegenen Anlaufverluste in den neuen Geschäftsfeldern blieben die Ergebniskennzahlen (um Sonderfaktoren bereinigt) hinter den Vorjahreswerten zurück. So erreichte das EBITDA 325,9 Mio. € (Vorjahr: 341,8 Mio. €) und das EBIT 232,7 Mio. € (Vorjahr: 253,0 Mio. €).

Inklusive der genannten positiven Sonderfaktoren in 2011 (Verkauf der Versatel-Anteile) bzw. der im Saldo negativen Sonderfaktoren in 2012 (aus Sedo-Wertminderungen und Verkauf der freenet-Anteile) lagen das EBITDA bei 343,8 Mio. € (Vorjahr: 364,8 Mio. €), das EBIT bei 204,3 Mio. € (Vorjahr: 276,0 Mio. €) und das EBT bei 193,0 Mio. € (Vorjahr: 250,6 Mio. €). Das EPS reduzierte sich auf 0,56 € (Vorjahr: 0,79 €).

Entwicklung der Finanz-Kennzahlen im Konzern in Mio. €; ohne Sonderfaktoren*

scroll

2012 2011 Veränderung
Etablierte Geschäftsfelder
Umsatz 2.355,8 2.080,4 + 13,2 %
EBITDA 450,0 384,5 + 17,0 %
EBIT 359,2 296,7 + 21,1 %
Neue Geschäftsfelder
Umsatz 40,8 13,7 + 197,8
EBITDA -124,1 -42,7
EBIT -126,5 -43,7
Insgesamt
Umsatz 2.396,6 2.094,1 + 14,4 %
EBITDA 325,9 341,8 - 4,7 %
EBIT 232,7 253,0 - 8,0 %

Quartalsentwicklung der Finanz-Kennzahlen im Konzern in Mio. €; Kennzahlen inklusive neuer Geschäftsfelder; ohne Sonderfaktoren*

scroll

Q1 2012 Q2 2012 Q3 2012 Q4 2012 Q4 2011
Umsatz 576,9 586,6 603,1 630,0 557,0
EBITDA 70,5 78,1 89,1 88,2 78,9
EBIT 48,3 55,5 65,4 63,5 52,4

* Positive Sonderfaktoren aus Q2 / 2011 (Versatel): EBITDA- und EBIT-Effekt: 23,0 Mio. € Negative Sonderfaktoren aus Q2 / 2012 (Sedo-Wertminderungen): EBIT-Effekt: 46,3 Mio. € Positive Sonderfaktoren aus Q4 / 2012 (freenet): EBITDA- und EBIT-Effekt: 17,9 Mio. €

Cashflow, Investitionen und Finanzierungen

Trotz der hohen Anlaufverluste in den neuen Geschäftsfeldern (126,5 Mio. € im Vergleich zu 43,7 Mio. € im Vorjahr) lag der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit mit 214,1 Mio. € leicht über dem Vorjahresniveau (211,9 Mio. €).

Die Nettoeinzahlungen der betrieblichen Tätigkeit stiegen trotz des starken Umsatzwachstums (+14,4 %) sowie der ergebniswirksamen Verbuchung der Anlaufverluste in den neuen Geschäftsfeldern sogar von 194,8 Mio. € im Vorjahr auf 260,5 Mio. € im Berichtszeitraum.

Der Cashflow aus dem Investitionsbereich weist im Berichtszeitraum Nettoeinzahlungen in Höhe von 1,9 Mio. € (Vorjahr: 2,0 Mio. €) aus. Diese resultieren im Wesentlichen aus Auszahlungen in Höhe von 63,6 Mio. € für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, Auszahlungen in Höhe von 60,2 Mio. € für den Erwerb von Anteilen an assoziierten Unternehmen (insbesondere für den Anteilserwerb an der Versatel-Obergesellschaft, der VictorianFibre Holding & Co. S.C.A.) sowie Auszahlungen in Höhe von 10,0 Mio. € aus gewährten Darlehen. Diesen Auszahlungen standen im Wesentlichen Einzahlungen in Höhe von 11,4 Mio. € aus der Veräußerung von assoziierten Unternehmen (Beteiligungsverkäufe der EFF-Fonds) sowie Einzahlungen in Höhe von 49,3 Mio. € aus der Veräußerung von finanziellen Vermögenswerten (insbesondere aus dem Verkauf der freenet-Anteile) sowie Einzahlungen in Höhe von 59,8 Mio. € aus der Rückzahlung eines Verkäuferdarlehens durch KKR (gegenüber.

Im Vorjahr beliefen sich die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen auf 54,4 Mio. €. Diesen Auszahlungen standen im Wesentlichen Einzahlungen in Höhe von 41,2 Mio. € aus der Veräußerung von finanziellen Vermögenswerten (resultierend aus Beteiligungsverkäufen der EFF-Fonds und dem Verkauf von freenet-Anteilen) sowie in Höhe von 12,2 Mio. € aus der Veräußerung von Unternehmen (Rückzahlung des Vendor Loans durch Hi-media) gegenüber.

Der Free Cashflow, definiert als der Saldo aus den Nettoeinzahlungen der betrieblichen Tätigkeit und den Nettoauszahlungen bzw. -einzahlungen aus dem Investitionsbereich, stieg -trotz der hohen Anlaufverluste in den neuen Geschäftsfeldern -von 196,8 Mio. € im Vorjahr auf 262,4 Mio. €. Darin zeigt sich die unverändert hohe Cash-Generierung der Unternehmensgruppe auch bei einem gleichzeitig starken und qualitativen Wachstum.

Bestimmend im Cashflow aus dem Finanzierungsbereich waren im Geschäftsjahr 2012 der Mittelabfluss für die Rückzahlung von Krediten in Höhe von netto 224,3 Mio. € sowie die Dividendenzahlung in Höhe von 58,1 Mio. €. Im Vorjahr war der Cashflow aus dem Finanzierungsbereich durch einen Mittelabfluss in Höhe von 340,3 Mio. € für den Erwerb eigener Aktien und in Höhe von 42,0 Mio. € für die Dividendenzahlung sowie -gegenläufig -durch einen Mittelzufluss aus der Aufnahme von Krediten in Höhe von netto 155,2 Mio. € geprägt.

Vermögen und Eigenkapital

Die Bilanzsumme im Konzern sank von 1.187,0 Mio. € zum 31. Dezember 2011 auf 1.107,7 Mio. € zum 31. Dezember 2012.

Die langfristigen Vermögenswerte reduzierten sich von 868,7 Mio. € zum 31. Dezember 2011 auf 821,3 Mio. €. Innerhalb der Position Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte standen Zugänge in Höhe von 63,6 Mio. € Abschreibungen in Höhe von 93,2 Mio. € gegenüber. Die Firmenwerte sanken von 401,3 Mio. € auf 356,2 Mio. €. Ursächlich hierfür waren die außerordentlichen Wertminderungen auf Firmenwerte bei der Sedo Holding AG, die im Konzernabschluss 2012 der United Internet AG mit 46,3 Mio. € ausgewiesen wurden. Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte reduzierten sich insbesondere durch den Verkauf der freenet-Anteile von 102,6 Mio. € auf 70,1 Mio. €. Die Erhöhung der Anteile an assoziierten Unternehmen von 33,6 Mio. € auf 90,9 Mio. € resultierte im Wesentlichen aus der Beteiligung an der Obergesellschaft der Versatel GmbH (der VictorianFibre Holding & Co. S.C.A.).

Bei den kurzfristigen Vermögenswerten sank der Bestand an liquiden Mitteln infolge der Rückzahlung von Krediten von 64,9 Mio. € zum 31. Dezember 2011 auf 42,8 Mio. €. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen infolge der Geschäftsausweitung von 106,7 Mio. € auf 148,8 Mio. €. Der Rückgang der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte von 83,3 Mio. € auf 19,5 Mio. € resultiert im Wesentlichen aus der Rückzahlung des im Mai 2011 ausgegebenen zinslosen Verkäuferdarlehens (Vendor Loan) an die VictorianFibre Holding GmbH.

Nähere Angaben zu den im Konzern verwendeten Finanzinstrumenten finden sich im Konzernanhang unter Punkt 40.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten konnten im Berichtszeitraum um 224,3 Mio. € von 524,6 Mio. € auf 300,3 Mio. € reduziert werden. Die Netto-Bankverbindlichkeiten (Saldo aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und liquiden Mittel) reduzierten sich im gleichen Zeitraum von 459,7 Mio. € auf 257,5 Mio. €.

Der Bestand an eigenen Aktien der United Internet AG belief sich zum 31. Dezember 2012 auf 20.662.202 Stück (Vorjahr: 21.225.158).

Die Eigenkapitalquote im Konzern betrug zum 31. Dezember 2012 nach Abzug der eigenen Aktien 17,9 % (nach 13,0 % zum 31. Dezember 2011).

Weitere Angaben zu Zielsetzung und Methoden des Finanzrisikomanagements im Konzern finden sich auch im Konzernanhang unter Punkt 42.

5 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage im Einzelabschluss der Gesellschaft

Ertragslage der United Internet AG

Der Umsatz der United Internet AG betrug im Berichtsjahr 3,2 Mio. € (Vorjahr: 2,7 Mio. €) und umfasste überwiegend die für Konzerngesellschaften erbrachten Dienstleistungen sowie an diese weiterberechnete Mieten.

Die sonstigen betrieblichen Erträge beliefen sich auf 15,9 Mio. € (Vorjahr: 18,6 Mio. €) und resultierten im Wesentlichen aus einem Ertrag aus einem Zinssicherungsgeschäft (4,1 Mio. €) sowie dem Verkauf der Anteile an der freenet AG (11,3 Mio. €). Die sonstigen betrieblichen Erträge des Vorjahres setzten sich im Wesentlichen aus einem Ertrag aus einem Zinssicherungsgeschäft (1,7 Mio. €), dem Verkauf der Anteile an der Versatel AG (3,7 Mio. €), dem Teilverkauf von Anteilen an der freenet AG (4,6 Mio. €) sowie aus Zuschreibungen (6,6 Mio. €) auf die zum Bilanzstichtag gehaltenen Anteile an der freenet AG zusammen.

Die Erträge aus dem Gewinnabführungsvertrag mit der 1&1 Internet AG betrugen 159,8 Mio. € (Vorjahr: 253,7 Mio. €) im Berichtszeitraum. Der Rückgang erklärt sich aus den hohen Investitionen des Teilkonzerns 1&1 in neue Geschäftsfelder sowie aus der Umstellung der Verrechnungspreismodalitäten für bestimmte Tochtergesellschaften im Teilkonzern 1&1 (a. o. Aufwendungen in Höhe von 121,6 Mio. €).

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit im Einzelabschluss belief sich aus den gleichen Gründen auf 153,7 Mio. €, nach 256,0 Mio. € im Vorjahr.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betreffen mit 70,0 Mio. € laufende Steuern für Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag sowie die Gewerbesteuer. Aufgrund von Prüfungsfeststellungen der im Berichtsjahr abgeschlossenen steuerlichen Betriebsprüfung für die Jahre 2006 bis 2008 und deren Folgeeffekte ergaben sich zudem periodenfremde Steueraufwendungen für Ertragssteuern in Höhe von 13,3 Mio. €.

Der Jahresüberschuss wird im Einzelabschluss mit 71,5 Mio. € -nach 179,2 Mio. im Vorjahr -ausgewiesen. Der Vorstand der United Internet AG hat nach Maßgabe von § 58 Abs. 2 Satz 1 AktG einen Teilbetrag (30 Mio. €) des Jahresüberschusses in andere Gewinnrücklagen eingestellt.

Vermögens- und Finanzlage der United Internet AG

Die Bilanz der Einzelgesellschaft ist im Wesentlichen geprägt durch die Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von 1.105,6 Mio. € (Vorjahr: 1.105,0 Mio. €) sowie Beteiligungen in Höhe von 59,6 Mio. € (Vorjahr: 36,7 Mio. €).

Die Zugänge bei den Beteiligungen resultieren aus dem Erwerb von Anteilen an der Obergesellschaft der Versatel GmbH, der VictorianFibre Holding & Co. S.C.A. (59,6 Mio. €), sowie -gegenläufig -dem Verkauf der Anteile an der freenet AG (-36,7 Mio. €).

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten der United Internet AG konnten im Geschäftsjahr 2012 um 215,0 Mio. € auf 287,0 Mio. € (Vorjahr: 502,0 Mio. €) reduziert werden. Die Bankverbindlichkeiten resultieren im Wesentlichen aus einem Konsortialkredit, der am Bilanzstichtag mit 215,0 Mio. € (Vorjahr: 430,0 Mio. €) in Anspruch genommen war, sowie einem 2008 aufgenommenen Schuldscheindarlehen von 72 Mio. € (Vorjahr: 72 Mio. €).

Die Eigenkapitalquote stieg von 57,5 % im Vorjahr auf 65,6 % zum 31. Dezember 2012.

Der Cashflow im Einzelabschluss der Gesellschaft ist geprägt durch Zahlungsmittelzuflüsse aus dem Gewinnabführungsvertrag mit der operativ tätigen 1&1 Internet AG sowie gegenläufig durch die Rückführung von Finanzverbindlichkeiten. Zudem stehen ungenutzte Kreditlinien zur Verfügung. Weitere Angaben dazu finden sich im Anhang.

Aktie und Dividende

Die Hauptversammlung der United Internet AG hat am 31. Mai 2012 dem gemeinsamen Beschlussvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat über die Zahlung einer Dividende in Höhe von 0,30 € je Aktie für das Geschäftsjahr 2011 zugestimmt. Die Dividendenzahlung in einer Gesamthöhe von 58,1 Mio. € erfolgte am 1. Juni 2012.

Für das Geschäftsjahr 2012 schlägt der Vorstand dem Aufsichtsrat eine Dividende in Höhe von ebenfalls 0,30 € je Aktie vor. Über diesen Dividendenvorschlag beraten Vorstand und Aufsichtsrat in der Aufsichtsratssitzung am 20. März 2013 (und somit nach Redaktionsschluss dieses Lageberichts). Über den gemeinsamen Beschlussvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat entscheidet die Hauptversammlung am 23. Mai 2013.

Die Aktie der United Internet AG konnte im Geschäftsjahr 2012 deutlich zulegen und lag mit einem Schlusskurs von 16,31 € zum 31. Dezember 2012 um 18,2 % über dem Schlusskurs des Vorjahres (13,80 €).

6 Nachtragsbericht

Die überwiegend positiven Rahmenbedingungen in den für United Internet relevanten Zielmärkten bleiben nach Einschätzung führender Marktanalysten auch 2013 weiterhin bestehen.

Es fanden keine Ereignisse nach Schluss des Berichtsjahres statt, die die Unternehmenssituation von United Internet wesentlich verändert bzw. Auswirkungen auf Rechnungslegung und Berichterstattung haben.

Auf der Basis der Ermächtigung der Hauptversammlung der United Internet AG vom 31. Mai 2012 über den Erwerb und die Verwendung eigener Aktien hat der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrates am 7. Januar 2013 beschlossen, insgesamt 15.000.000 Aktien aus dem Bestand eigener Aktien, die im Rahmen von Aktienrückkaufprogrammen erworben wurden, einzuziehen und das Grundkapital der United Internet AG von 215.000.000 € um 15.000.000 € auf 200.000.000 € herabzusetzen. Die Anzahl der ausgegebenen Aktien reduzierte sich entsprechend von 215.000.000 Aktien um 15.000.000 auf 200.000.000 Aktien. Der rechnerische Anteil der ausgegebenen Aktien am Grundkapital blieb unverändert bei 1 € je Aktie.

Die Herabsetzung erfolgte zur Optimierung der Bilanz- und Kapitalstruktur.

United Internet hielt nach Einzug dieser 15.000.000 Aktien noch 5.662.202 eigene Aktien.

Mit gleichem Datum hat der Vorstand der United Internet AG beschlossen, ein neues Aktienrückkaufprogramm aufzulegen. Im Rahmen dieses neuen Aktienrückkaufprogramms sollen bis zu 5.000.000 Aktien der Gesellschaft (das entsprach zum Zeitpunkt der Beschlussfassung 2,50 % des herabgesetzten Grundkapitals von 200 Mio. €) über die Börse zurückgekauft werden. Der Rückkauf erfolgt im Rahmen der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 31. Mai 2012 zum Rückkauf eigener Aktien im Umfang von bis zu 10 % des Grundkapitals, die bis zum 30. November 2013 erteilt wurde.

Der Vorstand der United Internet AG hat am 1. Februar 2013 bekannt gegeben, dass im Rahmen dieses Aktienrückkaufprogrammes 337.798 eigene Aktien zurückgekauft wurden. Zusammen mit 5.662.202 eigenen Aktien aus früheren Aktienrückkaufprogrammen hielt United Internet damit zum 1. Februar 2013 insgesamt 6.000.000 eigene Aktien (das entsprach 3,00 % des damaligen Grundkapitals von 200.000.000 Aktien).

Mit gleichem Datum hat der Vorstand der United Internet AG mit Zustimmung des Aufsichtsrates -auf der Basis der Ermächtigung der Hauptversammlung der United Internet AG vom 31. Mai 2012 über den Erwerb und die Verwendung eigener Aktien -beschlossen, diese 6.000.000 eigenen Aktien einzuziehen und das Grundkapital der United Internet AG von 200.000.000 € um 6.000.000 € auf 194.000.000 € herabzusetzen. Die Anzahl der ausgegebenen Aktien reduzierte sich entsprechend von 200.000.000 Aktien um 6.000.000 auf 194.000.000 Aktien. Der rechnerische Anteil der ausgegebenen Aktien am Grundkapital blieb unverändert bei 1 € je Aktie.

Auch diese Herabsetzung erfolgte zur Optimierung der Bilanz- und Kapitalstruktur.

United Internet hielt nach dem Einzug dieser 6.000.000 Aktien keine eigenen Aktien mehr.

Das am 7. Januar 2013 beschlossene Aktienrückkaufprogramm bleibt weiterhin in Kraft und es können (Stand 1. Februar 2013) daraus noch bis zu 4.662.202 Aktien der Gesellschaft über die Börse zurückgekauft werden.

7 Vergütungsbericht

Grundzüge des Vergütungssystems des Vorstands

Für die Festlegung der Vorstandsvergütung ist der Aufsichtsrat zuständig. Die Vergütung der Vorstandsmitglieder der United Internet AG ist leistungsorientiert und besteht aus einem festen und einem variablen Bestandteil.

Die feste Vergütung wird monatlich als Gehalt ausgezahlt. Die Höhe der variablen Vergütung ist von der Erreichung bestimmter und zu Beginn des Geschäftsjahres fixierter finanzieller Ziele abhängig, die sich im Wesentlichen an Umsatz- und Ergebnis-Kennzahlen orientieren. Für die Zielerreichung gilt in der Regel eine Bandbreite von 90 % bis 120 %. Werden die Ziele zu weniger als 90 % erreicht, entfällt die Zahlung des variablen Vergütungsbestandteils ganz. Werden die Ziele zu mehr als 120 % erfüllt, endet die Zahlung des variablen Vergütungsbestandteils bei 120 %. Eine nachträgliche Änderung der Erfolgsziele ist nicht vorgesehen. Eine Mindestzahlung des variablen Vergütungsbestandteils wird nicht garantiert. Als Vergütungsbestandteil mit langfristiger Anreizwirkung existiert bei einem Vorstandsmitglied ein auf virtuellen Aktienoptionen basierendes Beteiligungsprogramm (SAR). Die Ausübungshürde des Programms liegt bei 120 % des Ausübungspreises. Die Zahlung des Wertzuwachses ist auf 100 % des ermittelten Börsenpreises bei der Einräumung der virtuellen Optionen begrenzt.

Versorgungszusagen der Gesellschaft gegenüber den Vorständen bestehen nicht. Die Höhe der Vergütungsbestandteile wird regelmäßig überprüft.

Weitere Angaben zur Vorstandsvergütung finden sich auch im Konzernanhang unter Punkt 41.

Grundzüge des Vergütungssystems des Aufsichtsrats

Die 3 Mitglieder des Aufsichtsrats der United Internet AG bilden gleichzeitig auch den Aufsichtsrat der wichtigsten United Internet Tochtergesellschaft, der 1&1 Internet AG. Die Aufsichtsräte erhalten im Rahmen ihrer Tätigkeit für beide Unternehmen jeweils auch eine getrennte Vergütung. Die Vergütung besteht aus einem festen und einem am wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens ausgerichteten variablen Teil.

Seitens United Internet beträgt die feste Vergütung für ein einfaches Mitglied des Aufsichtsrats 10.000 € pro volles Geschäftsjahr. Der Aufsichtsratsvorsitzende erhält das Doppelte des auf ein einfaches Mitglied entfallenden Betrages. Die erfolgsabhängige, variable Vergütung für jedes Mitglied des Aufsichtsrats einschließlich des Aufsichtsratsvorsitzenden beträgt pro volles Geschäftsjahr 1.000 € für jeden Cent, um den der nach IFRS ermittelte Konzerngewinn pro Aktie (EPS) der United Internet AG den Betrag von 0,60 € überschreitet. Als langfristiger variabler Vergütungsbestandteil ist ab dem Geschäftsjahr 2013 für jedes Mitglied des Aufsichtsrats einschließlich des Aufsichtsratsvorsitzenden pro volles Geschäftsjahr eine zusätzliche Zahlung in Höhe von 500 € pro angefangenen Prozentpunkt vorgesehen, um den sich das EPS der United Internet AG im abgelaufenen Geschäftsjahr gegenüber dem EPS des 3 Jahre zuvor abgelaufenen Geschäftsjahres erhöht hat. Die langfristige variable Vergütung ist dabei auf max. 10.000 € je Mitglied begrenzt. Aktienoptionsprogramme für die Mitglieder des Aufsichtsrats existieren nicht.

Im Rahmen der Tätigkeit für die 1&1 Internet AG beträgt die feste Vergütung für ein einfaches Mitglied des Aufsichtsrats 20.000 € pro volles Geschäftsjahr. Der Aufsichtsratsvorsitzende erhält 30.000 €. Die erfolgsabhängige, variable Vergütung für jedes Mitglied des Aufsichtsrats einschließlich des Aufsichtsratsvorsitzenden orientiert sich an Ergebnis-Kennzahlen der 1&1 Internet AG. Die variable Vergütung beträgt dabei mindestens 30.000 € und maximal 70.000 € je Mitglied.

Weitere Angaben zur Aufsichtsratsvergütung finden sich auch im Konzernanhang unter Punkt 41.

Aktienoptionsprogramme

Bei der United Internet AG besteht ein aktienbasiertes Mitarbeiterbeteiligungsprogramm, mit dem Führungskräfte am Unternehmenserfolg beteiligt und damit langfristig an das Unternehmen gebunden werden sollen. Dieser Plan ist als virtuelles Aktienoptionsprogramm ausgestaltet.

Als virtuelle Aktienoption (sog. Stock Appreciation Right oder SAR) wird die Zusage der United Internet AG bezeichnet, den Berechtigten eine Zahlung zu leisten, deren Höhe der Differenz zwischen dem Börsenkurs bei Einräumung der Option und dem Börsenkurs bei Ausübung der Option entspricht. Die Ausübungshürde beträgt 120 % des Börsenpreises, der als der Mittelwert der Schlusskurse im Xetra-Handel für die Aktie der Gesellschaft an der Frankfurter Wertpapierbörse während der letzten zehn Börsentage vor der Ausgabe der Option berechnet wird. Die Zahlung des Wertzuwachses für den Berechtigten ist gleichzeitig auf 100 % des ermittelten Börsenpreises bei der Einräumung der virtuellen Optionen begrenzt.

Ein SAR entspricht einem virtuellen Bezugsrecht auf eine Aktie der United Internet AG, ist aber kein Anteilsrecht und somit keine (echte) Option auf den Erwerb von Aktien der United Internet AG. Die United Internet AG behält sich das Recht vor, ihre Verpflichtung zur Barauszahlung der SAR nach freiem Ermessen auch durch die Übertragung von United Internet Aktien aus dem Bestand eigener Aktien an die Berechtigten zu erfüllen. Nach Ablauf von gewissen Mindestwartezeiten kann der Mitarbeiter das Optionsrecht ausüben. In Höhe des Wertzuwachses entsteht ein vom Mitarbeiter zu versteuernder Gewinn. Die SAR haben eine Laufzeit von maximal 6 Jahren.

Das Optionsrecht kann wie folgt ausgeübt werden: Hinsichtlich eines Teilbetrags von bis zu 25 % frühestens nach Ablauf von 24 Monaten seit dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option, hinsichtlich eines Teilbetrags von insgesamt bis zu 50 % frühestens 36 Monate nach dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option, hinsichtlich eines Teilbetrags von insgesamt bis zu 75 % frühestens 48 Monate nach dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option und hinsichtlich des Gesamtbetrags frühestens nach Ablauf von 60 Monaten nach dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option.

Weitere Einzelheiten zum Mitarbeiterbeteiligungsprogramm finden sich auch im Konzernanhang unter Punkt 36.

8 Personalbericht

Der sich schnell entwickelnde Internet-Markt stellt hohe Anforderungen an die Mitarbeiter und damit gleichzeitig auch an die Personalpolitik von United Internet. Dieser Herausforderung stellt sich die Gesellschaft insbesondere durch eine aktive Nachwuchsförderung, eine gezielte Entwicklung von Führungskräften sowie durch eine Vielzahl an Personalentwicklungsaktivitäten.

Diversity

Ohne die individuellen Stärken der Mitarbeiter/innen wäre United Internet nicht das, was es heute ist: ein international erfolgreiches, innovatives Unternehmen auf Wachstumskurs. Die konstruktive Nutzung des Diversity-Managements, der Umgang mit der sozialen Vielfalt aller Mitarbeiter, hat für United Internet eine herausragende Bedeutung.

United Internet steht für eine wertschätzende Unternehmenskultur, bei der die individuelle Verschiedenheit hinsichtlich Kultur, Nationalität, Geschlecht, Altersgruppe und Religion gewünscht wird, also alles, was die einzelnen Mitarbeiter/innen innerhalb des Unternehmens einzigartig und unverwechselbar macht.

Eine Belegschaft, die sich aus verschiedensten Persönlichkeiten zusammensetzt, bietet optimale Rahmenbedingungen für Kreativität und Produktivität. Das daraus resultierende Ideen- und Innovationspotenzial stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Gesellschaft und steigert die Chancen in Zukunftsmärkten. Diesem Gedanken folgend, soll für jeden Mitarbeiter die Einsatzmöglichkeit gefunden werden, in der er seine individuellen Potenziale und Talente bestmöglich ausschöpfen kann. Neben der Produktivität wird mit Diversity auch die Mitarbeiterzufriedenheit im Allgemeinen gefördert. Dies sind wichtige Entscheidungskriterien für viele Bewerber/innen bei der Auswahl ihres Arbeitgebers. Aber auch die Kunden von United Internet mit ihren vielfältigen Bedürfnissen schätzen einen Geschäftspartner, der ihrer eigenen Diversity gerecht wird.

Die Förderung von Vielfältigkeit kann jedoch keiner Einheitslösung folgen. Mitarbeiter und Bewerber werden aufgrund objektiver Faktoren wie Qualifikation, Eignung und Kompetenz eingestellt, beschäftigt und gefördert. In Unternehmensbereichen, in denen Frauen strukturell unterrepräsentiert sind, strebt United Internet bei gleicher Qualifikation, Kompetenz und sonstiger Eignung grundsätzlich eine höhere Berücksichtigung von Frauen an, entscheidet aber stets von Fall zu Fall.

Gezielte Förderung und Weiterentwicklung

Um allen Mitarbeitern an allen Standorten und in allen Bereichen dieselben Chancen zu geben, wurden für die Mitarbeiterentwicklung einheitliche Programme und Entwicklungsmaßnahmen definiert. Dabei können sich die Mitarbeiter innerhalb einer Funktion durch sukzessive Verantwortungsübernahme und Kompetenzerweiterung weiterentwickeln. Hat der Mitarbeiter das für seine Funktion jeweils höchste Kompetenzprofil, den sogenannten "Senior-Status", erreicht, werden zwei alternative Laufbahnmodelle angeboten: Zum einen die "Führungslaufbahn" und zum anderen die "Expertenlaufbahn". Während die Mitarbeiter in der "Führungslaufbahn" schrittweise Personalverantwortung übernehmen, verfügen die Experten über hohes Fachwissen und sind wichtige Leistungs- und Know-how-Träger in ihrem speziellen Fachgebiet -haben aber keine disziplinarische Personalverantwortung. Sowohl die Führungs- als auch die Expertenlaufbahn ist "durchlässig", d. h. auch hier ist eine horizontale Entwicklung möglich und ein Experte kann sich zur Führungskraft entwickeln und umgekehrt. Neben der Entwicklung innerhalb einer Stufe und dem nächsten, vertikalen Schritt gibt es somit konzernweit auch horizontale Entwicklungsmöglichkeiten, um in eine neue Rolle hineinzuwachsen -im eigenen Bereich oder auch bereichsübergreifend. Alle Modelle werden sowohl mit programmatischen als auch mit individuellen Personalentwicklungsmaßnahmen begleitet.

Darüber hinaus stellt United Internet allen Mitarbeitern umfangreiche Weiterbildungsmöglichkeiten zur Verfügung. Neben Seminaren und Trainings für allgemeine, häufig im Soft-Skill-Bereich liegende Themen, werden Mitarbeiter auch fachlich gezielt durch bereichsspezifische Qualifikationen oder berufsspezifische Zertifizierungen gefördert. Für besonders leistungsstarke Mitarbeiter und Potenzialträger aus allen Bereichen des Unternehmens werden weitere Förderprogramme angeboten. Darin werden diese Mitarbeiter strukturiert durch individuelle Entwicklungs- und Trainingspläne begleitet, um sie für ihre künftigen persönlichen Herausforderungen und die des Unternehmens vorzubereiten. Mittels Nachwuchsförderprogrammen, wie 1&1 Graduate oder Master+, fördert United Internet frühzeitig junge Talente, die gerade ihr Studium abgeschlossen haben. Als Hauptziel wird dabei die nachhaltige Rekrutierung und Ausbildung von zukünftigen Führungs- und Fachkräften aus den eigenen Reihen angestrebt.

Ausbildung mit hohem Stellenwert

Auch der Bereich Ausbildung hat innerhalb der United Internet Gruppe einen hohen Stellenwert. United Internet bildet Nachwuchskräfte selbst aus und ermöglicht jungen Menschen einen erfolgreichen Start ins Berufsleben. Zurzeit werden in den kaufmännischen und technischen Berufen Fachinformatiker (Anwendungsentwicklung / Systemintegration), IT-Systemkaufleute, Kaufleute für Dialogmarketing, Kaufleute für Marketingkommunikation, Bürokaufleute sowie Mediengestalter ausgebildet. Alle Teilnehmer durchlaufen während ihrer etwa dreijährigen Ausbildung ein breites Spektrum unterschiedlicher Fachabteilungen im Unternehmen und nehmen an Veranstaltungen und Workshops teil. Als besonders erfolgreich erweisen sich die Lehrwerkstätten an den Standorten in Karlsruhe und Montabaur. Hier verbringen vor allem die Auszubildenden in den technischen Berufen einen Teil ihrer Ausbildungszeit, um sich die für ihren späteren Einsatz nötigen fachlichen Grundlagen zu erarbeiten. Darüber hinaus bietet United Internet in Zusammenarbeit mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) an den Hochschulstandorten Karlsruhe und Mannheim Studiengänge in den Bereichen Angewandte Informatik, Wirtschaftsinformatik, BWL / Accounting & Controlling und BWL / Dienstleistungsmarketing an.

Zum Jahresende 2012 befanden sich konzernweit rund 120 junge Menschen in Ausbildung. United Internet ist bestrebt, möglichst viele der Ausgebildeten nach bestandener Prüfung zu übernehmen und jedem Absolventen ein attraktives Angebot zu machen.

Mitarbeiterentwicklung 2012

Die Zahl der Mitarbeiter hat sich im Zuge der Geschäftsausweitung auch im Jahr 2012 weiter erhöht. Zum 31. Dezember 2012 waren bei United Internet insgesamt 6.254 Mitarbeiter beschäftigt. Damit stieg die Mitarbeiterzahl im Vergleich zum Vorjahr (5.593 Mitarbeiter) um 11,8 %.

Dabei arbeiteten 1.928 Mitarbeiter im Segment "Access", 4.292 im Segment "Applications" und 34 Mitarbeiter im Bereich "Zentrale".

In den ausländischen Gesellschaften stieg die Anzahl der Beschäftigten von 1.218 im Vorjahr auf 1.350.

Der Personalaufwand stieg von 230,1 Mio. € im Vorjahr um 19,6 % auf 275,1 Mio. €.

Entwicklung der Mitarbeiter

scroll

31.12.2012 31.12.2011 Veränderung
Segment Access 1.928 1.794 + 7,5 %
Segment Applications 4.292 3.771 + 13,8 %
Zentrale 34 28 + 21,4 %
Konzern insgesamt 6.254 5.593 + 11,8 %

9 Forschung und Entwicklung im Konzern

Die United Internet Marken stehen für Internet-Access-Lösungen sowie für innovative, webbasierte Produkte und Applikationen, die zumeist im eigenen Haus entwickelt werden. Die Fähigkeit, innovative Produkte und Dienste zu entwickeln, zu kombinieren, anzupassen und in große Märkte einzuführen, bildet die Basis für den Erfolg von United Internet.

Dank eigener Entwicklungsteams kann United Internet dabei schnell und flexibel auf neue Ideen und Trends reagieren und etablierte Produkte weiterentwickeln und wechselnden Bedürfnissen anpassen -ein wichtiges Erfolgsmerkmal im überaus dynamischen Internet-Markt. Durch die Kompetenz bei Produktentwicklung, -weiterentwicklung und -rollout ist die Gesellschaft in vielen Bereichen unabhängig von Entwicklungen und Zulieferungen Dritter und kann damit wichtige Wettbewerbs- und Geschwindigkeitsvorteile nutzen.

Die Entwicklungszentren in Karlsruhe und Bukarest mit insgesamt rund 1.750 Entwicklern, Produktmanagern und technischen Administratoren arbeiten überwiegend mit dem Open-Source-Code Linux und im Rahmen fest definierter und modellierter Entwicklungsumgebungen. Ergänzend werden Programmierleistungen Dritter in Anspruch genommen, um bestimmte Projekte rasch und effizient umzusetzen. So können die Basisanwendungen der Produkte innerhalb kürzester Zeit weiterentwickelt und zeitnah neuen Kundenbedürfnissen angepasst werden. Darüber hinaus bezieht United Internet auch Lösungen von Partnern, die anschließend modifiziert und in die eigenen Systeme integriert werden. Mittels der eigenentwickelten sowie der integrierten Anwendungen verfügt United Internet über eine Art Baukastensystem, dessen Module sich zu ganz verschiedenen leistungsfähigen und integrierten Anwendungen kombinieren und mit einer produkt- und länderspezifischen Benutzeroberfläche versehen lassen -ein großer Vorteil bei der Ansprache unterschiedlicher Zielgruppen sowie dem internationalen Produkt-Rollout.

Aufgrund der stetig wachsenden Kundenzahl werden auch die Anforderungen an Zuverlässigkeit, Benutzerfreundlichkeit und Verfügbarkeit der Angebote immer höher. Neben der Weiterentwicklung der Produkte und ständigen Optimierungen im Backend-Bereich (z. B. bei den kundenseitig zur Verfügung stehenden Administrations- und Konfigurations-Tools) gilt es dabei auch, vorhandene Prozesse ständig zu verbessern, um die Zuverlässigkeit und Kundenzufriedenheit weiter zu erhöhen. So arbeitet United Internet auch permanent an der Verbesserung der Schnittstellen zu den verschiedenen Vorleistungsanbietern.

Schwerpunkte 2012

Erster Prototyp für Container-Rechenzentrum

Bereits seit mehreren Jahren beschäftigen sich die Entwicklungsabteilungen von United Internet mit der technologischen Weiterentwicklung in Richtung mobiler Rechenzentren. Durch sogenannte Container-Einheiten können Rechenzentren abhängig vom Bedarf flexibel skaliert oder auch nur temporär betrieben werden. Mit Hilfe modularer Einheiten können die Rechenzentren optional auch lokal und damit nah am Kunden betrieben werden. Durch kurze Wege können Netzwerk-Latenzen (Verzögerungen) bei Cloud-Applikationen somit minimiert und die zur Verfügung stehenden Ressourcen durch den Einsatz kleiner Grundeinheiten optimal verteilt werden. Mittels einer intelligenten Kühlung über Außenluft kann United Internet die Einheiten unter geringerem Energieeinsatz betreiben, bei gleichzeitiger Einhaltung von höchsten Sicherheitsstandards. Im Geschäftsjahr 2012 wurde ein erster Prototyp in Betrieb genommen und für die Serienproduktion für das Rechenzentrum in Frankreich optimiert. Parallel dazu arbeiten die Entwicklungsabteilungen an der "Übersetzung" des europäischen Technik-Designs in die landesspezifischen Anforderungen in den USA.

Entwicklung des 1&1 Marktkonzeptes zur Wachstums- und Internationalisierungsstrategie

Im Rahmen der Wachstums- und Internationalisierungsstrategie wurde im Geschäftsjahr 2012 ein Marktkonzept entwickelt, das United Internet in die Lage versetzt, neue Märkte in den Dimensionen "Marke", "Sprache", "Währung" sowie "Produktlinie" schnell und flexibel zu adressieren. Die dadurch gewonnene Variabilität beruht auf der Trennung der länderspezifischen Spezifikationen von den technischen Systemen. Dank des neuen Konzepts konnten die neuen Zielländer Italien und Mexiko in Rekordzeit angegangen werden.

Weiterentwicklung der 1&1 Logistik

Im Rahmen des "1&1-Prinzips" wurde im Geschäftsjahr 2012 die Vorwärtslogistik überarbeitet, um die Übernachtauslieferung von neuen Geräten bzw. den Austausch von defekten Geräten am nächsten Tag realisieren zu können. In einem zweiten Entwicklungsschritt wurden der Rückwärtslogistikprozess und die dahinterstehenden IT-Systeme überarbeitet. Dazu wurden SAP-Standardmodule auf die internen Bedürfnisse angepasst und erweitert sowie die Logistiksysteme enger mit dem zentralen Geschäftssystem verknüpft. Durch die Weiterentwicklung der Logistiksysteme und die weitere Automatisierung der Datenverarbeitung konnte die Belieferung der Kunden, der "Vorortaustausch" von Geräte sowie das Retouren-Management nochmals deutlich verbessert werden.

Einführung von IPv6

Zur Jahresmitte 2012 wurden grundlegende Dienste im Bereich der Infrastruktur, Netzwerke und Domains angepasst oder neu entwickelt, um diese in die Lage zu versetzen, zukünftig auch das Internet Protocol Version 6 (IPv6) zu verarbeiten. Die Webpräsenzen der Kunden, die sich für ein Dual Hosting-Paket entschieden haben, werden seitdem automatisch zusätzlich mit IPv6 konfiguriert, so dass diese über das IPv4-Protokoll und das IPv6-Protokoll erreichbar sind. Darüber hinaus sind weitere dem Kunden zur Verfügung stehende Applikationen sowie das Control Center zusätzlich über IPv6 erreichbar. Die Kunden können damit beispielweise für jede Domain einzeln die Verwendung von IPv6 ein- und ausschalten.

MARS - Entwicklung einer Langstrecken-Replikationslösung

Bisher kommt für die Spiegelung von Datenbeständen zwischen Rechenzentren eine Open-Source-Lösung zum Einsatz, die sich ideal für Kurzstrecken eignet. Um weite Strecken, sogar über Kontinente hinweg, zuverlässig realisieren zu können, wurde im Geschäftsjahr 2012 mit "MARS" (Multiversion Asynchronous Replicated Storage), zusätzlich die Neuentwicklung einer 1&1-Langstrecken-Replikationslösung als Open-Source-Lösung begonnen. Der inzwischen fertiggestellte Prototyp ermöglicht es erstmals, Langstrecken-Replikation von Datenbeständen zwischen Rechenzentren mittels neuartiger patentrelevanter Technik auch transkontinental zu realisieren. Netzwerk-Störungen werden dabei von der Anwendung weitestgehend entkoppelt. Für das Geschäftsjahr 2013 ist das Erreichen der Anwendungsreife für den Masseneinsatz in Rechenzentren geplant. Das Haupteinsatzgebiet der Replikationslösung wird im Bereich der Shared-Hosting-Produkte liegen.

Weiterentwicklung der Virtualisierungsplattform zu einem globalen Self-Service-System

Im Rahmen der Umsetzung der internen Cloud-Strategie konnten 2012 weitreichende Verbesserungen beim Thema Bereitstellungsgeschwindigkeit von IT-Ressourcen und Kosteneinsparung erzielt werden. Mit dem Aufbau einer Virtualisierungs-Plattform und der Entwicklung eines integrierten Self-Service-Portals für interne Anforderungen, wurde eine dedizierte Umgebung geschaffen, die eine zeit- und prozessoptimierte Bereitstellung von Systemen in wenigen Minuten ermöglicht (vorher Tage bis Wochen). Damit können Projektanforderungen schnell und effizient bedient werden. Gleichzeitig wurden weitere Kosteneinsparungen bei Hardware- und Rechenzentrumskosten erzielt sowie -durch Prozessoptimierung -eine hohe Bedienungs- und Benutzerfreundlichkeit erreicht. Der erfolgreiche Einsatz konnte bereits in mehreren Projekten, wie beispielsweise dem Aufbau einer Umgebung zur Qualitätssicherung bei De-Mail-Produkten, unter Beweis gestellt werden. Durch den massiven Ausbau der internen Cloud-Infrastruktur wird auch eine weitere Reduzierung der Energiekosten erreicht und der Gedanke des Umwelt- und ressourcenschonenden Handelns konsequent fortgeführt. Für das Geschäftsjahr 2013 ist eine weitere Steigerung der Virtualisierungsquote in den Rechenzentren der Gesellschaft geplant.

10 Risiko- und Chancenbericht

Risiko- und Chancenmanagement

Die Risikopolitik des United Internet Konzerns orientiert sich an dem Ziel, den Wert des Unternehmens zu erhalten und nachhaltig zu steigern, indem Chancen wahrgenommen und Risiken frühzeitig erkannt und gesteuert werden.

Das Risiko- und Chancenmanagement regelt den verantwortungsvollen Umgang mit Unsicherheiten, die mit unternehmerischem Handeln immer verbunden sind.

Konzeption, Organisation und Aufgabe des Risikomanagements werden von Vorstand und Aufsichtsrat vorgegeben und im Rahmen eines konzernweit verfügbaren und gültigen Risikohandbuchs dokumentiert. Diese Vorgaben werden laufend an die sich ändernden gesetzlichen Rahmenbedingungen angepasst und kontinuierlich weiterentwickelt. Die interne Revision prüft in regelmäßigen Abständen die Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems. Der Abschlussprüfer prüft im Rahmen des gesetzlichen Prüfungsauftrags für den Jahresabschluss und den Konzernabschluss, ob das Risikofrüherkennungssystem grundsätzlich geeignet ist, unternehmensgefährdende Risiken und Entwicklungen frühzeitig zu erkennen. Das System entspricht den gesetzlichen Anforderungen an ein Risikofrüherkennungssystem und steht im Einklang mit dem Deutschen Corporate Governance Kodex. Der Aufsichtsrat überprüft gemäß den Vorschriften des § 107 Abs. 3 AktG die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems.

Das Risikomanagementsystem umfasst die Maßnahmen, die es der United Internet AG erlauben, mögliche Risiken, die die Erreichung der Unternehmensziele gefährden könnten, frühzeitig zu erkennen, zu bewerten, zu steuern und zu überwachen. Der Risikostatus wird viermal im Jahr in Berichtsform an Vorstand und Aufsichtsrat kommuniziert. Bei unvermittelt eintretenden wesentlichen Risiken oder bei einer erheblichen Risikoveränderung wird eine Ad-hoc-Berichtspflicht ausgelöst. Das Risiko wird dann unverzüglich an den Finanzvorstand der United Internet AG gemeldet und von diesem gegebenenfalls auch an den Aufsichtsrat berichtet. Damit können wesentliche Risiken schnellstmöglich adressiert werden. Zur Unterstützung des zentralen Risikomanagements sind zusätzlich dezentrale Risikomanager mit einer monatlichen Berichtsfrequenz im Bereich Technik und Entwicklung installiert. Für den konzernweiten Austausch und den Abgleich von Risikoinformationen finden regelmäßige Risk-Manager-Meetings zwischen dem zentralen Risikomanagement und den dezentralen Risikomanagern statt.

Das Chancenmanagement hat seine Grundlage in der strategischen Planung und den daraus abgeleiteten Maßnahmen für die Entwicklung von Produkten und deren Positionierung in den unterschiedlichen Zielgruppen, Märkten und Ländern während des Produkt-Lebenszyklus. Die direkte Verantwortung für das frühzeitige und kontinuierliche Identifizieren, Bewerten und Steuern von Chancen obliegt dem Konzernvorstand sowie der operativen Führungsebene in den jeweiligen Geschäftssegmenten in Form der Bereichsvorstände und Geschäftsführer. Das Management der United Internet AG beschäftigt sich intensiv mit detaillierten Auswertungen, Modellen und Szenarien zu aktuellen und künftigen Branchen- und Technologietrends, Produkten, Märkten / Marktpotenzialen und Wettbewerbern im Umfeld der Gesellschaft. Die bei diesen strategischen Analysen identifizierten Chancenpotenziale werden anschließend unter Betrachtung der kritischen Erfolgsfaktoren sowie der bestehenden Rahmenbedingungen und Möglichkeiten der United Internet AG analysiert, in den Planungsgesprächen zwischen Vorstand, Aufsichtsrat und den operativ verantwortlichen Führungskräften diskutiert und in konkrete Maßnahmen, Ziele und Meilensteine umgesetzt. Fortschritt und Erfolg der Maßnahmen werden fortlaufend von den operativ Verantwortlichen sowie von den Geschäftsführern und Vorständen der Gesellschaften überwacht.

Risiken für United Internet

Aus der Gesamtheit der für den Konzern identifizierten Risiken erläutern die folgenden Abschnitte die aus Sicht der Gesellschaft wesentlichen Risikofelder und Einzelrisiken.

Leistungserstellung

Bedrohungspotenziale im Internet

Die United Internet AG realisiert ihren Unternehmenserfolg im Wesentlichen im Umfeld des Internet. Zur Leistungserbringung werden im Rahmen der Geschäftsprozesse Informations- und Telekommunikationstechnologien (Rechenzentren, Übertragungssysteme, Vermittlungsknoten u. a.) eingesetzt, die stark mit dem Internet vernetzt sind und deren Verfügbarkeit durch Bedrohungen aus dem Internet gefährdet werden können. So könnten beispielsweise DDos-Attacken (DDos = Distributed Denial of Service) zu einer Überlastung der technischen Systeme bzw. zu Serverausfällen führen. Um solchen Risiken zunehmend schneller begegnen zu können, wird das bestehende Überwachungs- und Alarmierungssystem inklusive der nötigen Prozesse und Dokumentationen kontinuierlich optimiert.

Es besteht auch das Risiko eines Hackerangriffs mit dem Ziel, Kundendaten auszuspionieren, zu löschen oder Leistungen missbräuchlich in Anspruch zu nehmen. United Internet begegnet diesem Risiko mit dem Einsatz von Virenscannern, Firewalling-Konzepten, eigens initiierten Tests und diversen technischen Kontrollmechanismen.

In den vergangenen Jahren ist eine stetige Zunahme an Spam-E-Mails im Internet zu verzeichnen. Hier besteht das Risiko, dass Spammer die E-Mail-Systeme der Gesellschaft missbrauchen und diese dann von anderen E-Mail-Providern blockiert werden. Um diesem Risiko zu begegnen wurden verschiedene Vorkehrungen getroffen, das Spam-Aufkommen möglichst gering zu halten. Durch die aktive Teilnahme an länderübergreifenden Arbeitsgruppen wirkt United Internet darüber hinaus unter anderem auch bei der Weiterentwicklung der MailSecurity-Standards mit.

Einsatz von Hard- und Software

Die Produkte von United Internet sowie die dazu benötigten Geschäftsprozesse basieren auf einer komplexen technischen Infrastruktur und einer Vielzahl erfolgskritischer Softwaresysteme (Server, Kundenverwaltungsdatenbanken, Statistiksysteme etc.). Die ständige Anpassung an sich verändernde Kundenbedürfnisse führt zu einer zunehmenden Komplexität dieser technischen Infrastruktur, an der regelmäßig Änderungen vorgenommen werden müssen. In der Folge, aber auch durch größere Umstellungen wie beispielsweise Migrationen von Datenbeständen, kann es zu vielfältigen Störungen oder Ausfällen kommen. Sollten davon z. B. die Geschäftssysteme oder deren Datenbanken betroffen sein, könnte die Gesellschaft ihre täglichen Bankeinzüge nicht mehr oder nur verzögert durchführen. Sollten z. B. Leistungssysteme betroffen sein, könnte United Internet gegenüber ihren Kunden die zugesicherte Leistung nicht oder vorübergehend nicht mehr erbringen. Diesen Risiken begegnet die Gesellschaft durch gezielte Architekturanpassungen, Qualitätssicherheitsmaßnahmen und eine räumlich getrennte (georedundante) Auslegung der Kernfunktionalitäten.

Für den Betrieb der Systeme besteht auch das Risiko gezielter Angriffe von innen und außen, z. B. durch Hacker oder durch Manipulation seitens zugriffsberechtigter Mitarbeiter, die Ausfälle oder Verschlechterungen der Services nach sich ziehen könnten. Um diesem Risiko zu begegnen werden verschiedene soft- und hardwarebasierte Sicherheitsvorkehrungen eingesetzt, die Infrastruktur und Verfügbarkeit schützen. Durch die Teilung von Aufgaben werden risikobehaftete Handlungen oder Geschäftsvorfälle nicht von einem Mitarbeiter allein, sondern nach dem "Vier-Augen-Prinzip" ausgeführt. Manuelle und technische Zugriffsbeschränkungen stellen darüber hinaus sicher, dass Mitarbeiter nur in ihren Verantwortungsbereichen tätig sind. Als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme gegen Datenverlust werden die vorhandenen Datenbestände einer regelmäßigen Datensicherung unterzogen und in georedundanten Rechenzentren gespeichert.

Recht & Politik

Regulierung

Im Segment "Access" haben die Entscheidungen der Bundesnetzagentur und des Bundeskartellamts Einfluss auf die Gestaltung der Breitband-Internetzugangstarife. Preiserhöhungen der Leitungsbetreiber, von denen United Internet Vorleistungen für die eigenen Kunden bezieht, könnten sich negativ auf die Profitabilität der Tarife auswirken. Gleichermaßen besteht die Möglichkeit, dass eine fehlende Regulierung das Marktumfeld für United Internet verschlechtert. United Internet versucht dem steigenden Regulierungsrisiko durch eine Zusammenarbeit mit verschiedenen Vorleistungspartnern und einer aktiven Verbandsarbeit, etwa im Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), zu begegnen.

Weiterhin besteht das Risiko, dass es durch neue Datenschutzbestimmungen auf EU- und Bundesebene zu Einschränkungen in der Auswertung von so genannten Browser-Cookies kommt. Browser-Cookies ermöglichen das clientseitige Speichern von Information, die bei weiteren Aufrufen an den Server übertragen werden. Die Auswertung bzw. Informationsgewinnung über solche Browser-Cookies ist ein wesentlicher Bestandteil der Online-Werbung. Eine Nutzungseinschränkung könnte zur Folge haben, dass eigens entwickelte technische Lösungen nur noch bedingt eingesetzt werden könnten und würde das Geschäft in Teilen des Segments "Applications" stark behindern.

Mindestlohn

Die United Internet AG arbeiten in bestimmten Bereichen ihres Kundenservices mit externen Callcenter-Dienstleistern zusammen. Sollten diese Dienstleister von der politisch diskutierten Einführung eines Mindestlohns betroffen sein, kann dies -je nach Ausgestaltung -zu erhöhten Kosten bei United Internet führen.

Geschützte Rechte / Lizenzen

Wie andere Internet- und Softwareanbieter auch ist die United Internet AG mit einer wachsenden Anzahl von behaupteten Patentverletzungen konfrontiert. Der Ursprung dieser Streitfälle liegt dabei überwiegend in den USA. Zudem besteht das Risiko, dass United Internet geschützte Rechte oder Lizenzen ohne Erlaubnis oder nicht entsprechend den Nutzungsbedingungen einsetzt. United Internet begegnet diesem Risiko durch den Ausbau des Lizenzmanagements und verteidigt die eigenen Interessen und Ansprüche entschieden in jedem Verfahren.

Datenschutz

United Internet speichert die Daten von mehreren Millionen Kunden auf den Servern der firmeneigenen Rechenzentren. Der Umgang mit diesen Daten unterliegt verschiedenen gesetzlichen Vorgaben. Die Gesellschaft ist sich dieser großen Verantwortung bewusst und räumt dem Datenschutz einen hohen Stellenwert und besondere Beachtung ein. Gleichwohl kann nie ausgeschlossen werden, dass Datenschutzbestimmungen beispielsweise durch menschliches Fehlverhalten oder technische Schwachstellen verletzt werden. Durch den Einsatz neuester Technologien und die ständige Überprüfung der datenschutzrechtlichen und sonstigen gesetzlichen Vorgaben versucht die Gesellschaft, einen hohen Sicherheitsstandard zu gewährleisten.

Markt

Wettbewerb

Die Wettbewerbsintensität ist sowohl im Access- als auch im Applications-Segment hoch und könnte, beispielsweise durch den Markteintritt von neuen großen Wettbewerbern, weiter zunehmen. In der Folge könnten das Wachstum und / oder die erzielbaren Margen negativ beeinflusst werden.

Mit ihren Mobile-Internet-Produkten hat United Internet das Produkt-Portfolio erweitert und ist im Access-Segment in einen neuen, zusätzlichen Wachstumsmarkt mit großen Wettbewerbern eingestiegen. Mit einer solchen unternehmerischen Entscheidung für ein neues Geschäftsfeld oder ein neues Produkt sind in der Regel neue Risiken verbunden, die beispielsweise aus der Tarifierung der Produkte oder einer missbräuchlichen Nutzung (Fraud) resultieren. So könnte beispielsweise die Veränderung von Terminierungsentgelten mittelbar zu erhöhtem Wettbewerb und stark veränderten Preisen führen. United Internet versucht, mit einer detaillierten Planung auf Basis interner Erfahrungswerte und externer Marktstudien, durch die Nutzung verschiedener Zulieferern sowie durch ständig verbesserte Anti-Fraud-Maßnahmen diese Risiken zu minimieren.

Produktentwicklung

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für United Internet ist es, neue Produkte und Services zu entwickeln, um die Anzahl der Kundenverträge weiter zu steigern und die Kundenbindung zu stärken. Dabei besteht das Risiko, dass Neuentwicklungen zu spät auf den Markt kommen oder seitens der Zielgruppe nicht angenommen werden. Diesen Risiken begegnet United Internet durch eine intensive Markt- und Wettbewerbsbeobachtung sowie eine ständig auf das Feedback der Kunden reagierende Produktentwicklung.

Fraud

Um dem dynamischen Kundenwachstum sowie einer möglichst schnellen Leistungsbereitstellung im Sinne des Kunden Rechnung zu tragen, sind die Bestell- und Bereitstellungsprozesse der United Internet AG -wie bei vielen großen Unternehmen im Massenmarktgeschäft -weitgehend automatisiert. Diese automatisierten Prozesse bieten naturgemäß Angriffsmöglichkeiten für Internet-Betrüger. So könnten der United Internet AG beispielsweise hohe Schäden durch automatisierte Hosting- oder Domainbestellungen entstehen, die unter einer falschen Identität bestellt und nicht bezahlt werden.

Auch durch missbräuchliche SIM-Kartennutzungen infolge von z.B. massenhaften Anrufweiterleitungen oder Roaming-Calls können hohe Schäden entstehen.

United Internet versucht durch den permanenten Ausbau des Fraud-Managements, durch eine enge Zusammenarbeit mit den Vorleistungsdienstleistern sowie durch entsprechende Produktgestaltung solche Fraud-Angriffe zu vermeiden oder zumindest sehr frühzeitig zu erkennen und zu beenden.

Zusätzliche Angaben zu Risiken, Finanzinstrumenten und Finanzrisikomanagement der Einzelgesellschaft United Internet AG

Die im Wesentlichen bei der Einzelgesellschaft im Zuge der Finanzierung ihrer Geschäftstätigkeit entstandenen finanziellen Verbindlichkeiten umfassen Bank- und Schuldscheindarlehen, Kontokorrentkredite sowie sonstige finanzielle Verbindlichkeiten.

Die United Internet AG verfügt über verschiedene finanzielle Vermögenswerte, die unmittelbar aus ihrer Geschäftstätigkeit resultieren. Diese umfassen im Wesentlichen Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen sowie Forderungen gegen verbundene Unternehmen. Die Gesellschaft verfügte zum Bilanzstichtag im Wesentlichen über originäre Finanzinstrumente sowie derivative Finanzinstrumente aus Zinssicherungsvereinbarungen.

Ziel des Finanzrisikomanagements ist es, Risiken durch die laufenden operativen und finanzorientierten Aktivitäten zu begrenzen. Dabei unterliegt die Gesellschaft hinsichtlich ihrer Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und geplanten Transaktionen insbesondere Liquiditätsrisiken sowie Marktrisiken, die im Folgenden dargestellt werden.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko von United Internet besteht grundsätzlich darin, dass die Gesellschaft möglicherweise ihren finanziellen Verpflichtungen -beispielsweise der Tilgung von Finanzschulden -nicht nachkommen kann. Ziel der Gesellschaft ist die kontinuierliche Deckung des Finanzmittelbedarfs und die Sicherstellung der Flexibilität auch durch die Nutzung von Kontokorrentkrediten und Darlehen.

Im Cash-Management werden konzernweit der Bedarf und Überschuss an Zahlungsmitteln zentral ermittelt. Durch das konzerninterne Saldieren (Netting) von Bedarf und Überschuss wird die Anzahl externer Bankgeschäfte auf ein Mindestmaß reduziert. Das Netting erfolgt durch Cash-Pooling-Verfahren. Die Gesellschaft hat zur Steuerung ihrer Bankkonten und der internen Verrechnungskonten sowie zur Durchführung automatisierter Zahlungsvorgänge standardisierte Prozesse und Systeme etabliert.

Neben der operativen Liquidität unterhält United Internet auch weitere Liquiditätsreserven, die kurzfristig verfügbar sind. Bestandteile dieser Liquiditätsreserven sind zugesagte syndizierte Kreditlinien mit unterschiedlichen Laufzeiten.

Bei der Gesellschaft besteht derzeit keine wesentliche Liquiditätsrisiko-Konzentration.

Risiken aus Financial Covenants

Die bestehenden Kreditlinien der Gesellschaft sind an sogenannte Financial Covenants (Kreditauflagen) gebunden. Eine Verletzung dieser Auflagen könnte dazu führen, dass der Kreditgeber die Finanzierungen kündigen und die jeweiligen Valutierungen sofort fällig stellen kann. Die in den Kreditverträgen von United Internet enthaltenen Covenants umfassen die Einhaltung einer bestimmten Nettofinanzschulden-zu-EBITDA-Relation sowie die Einhaltung einer bestimmten EBITDA-zu-Zinsen-Relation. Mit diesen Relationen wird die relative Belastung der Gesellschaft durch die Finanzverbindlichkeiten (z. B. durch Zinszahlungen) berechnet. Angesichts der derzeit weit besseren Relationen von United Internet wird die Eintrittswahrscheinlichkeit als gering eingeschätzt. Die Einhaltung der Kreditauflagen wird vom Vorstand der Gesellschaft fortlaufend überwacht.

Marktrisiko

Die Aktivitäten der United Internet AG sind insbesondere finanziellen Risiken aus der Änderung von Zinssätzen, von Wechselkursen sowie von Börsenkursen ausgesetzt.

Zinsrisiko

Die Gesellschaft ist grundsätzlich Zinsrisiken ausgesetzt, da Finanzmittel im Wesentlichen zu variablen Zinssätzen mit unterschiedlichen Laufzeiten aufgenommen wurden. Zur Absicherung der Zinsrisiken wurden in den letzten Jahren Zinssicherungsvereinbarungen abgeschlossen.

Die Gesellschaft prüft auf der Grundlage der Liquiditätsplanung ständig die verschiedenen Anlagemöglichkeiten der liquiden Mittel und die Konditionen der Finanzschulden. Ein entstehender Finanzierungsbedarf wird mittels geeigneter Instrumente zur Liquiditätssteuerung gedeckt. Liquiditätsüberschüsse werden bestmöglich im Geldmarkt angelegt. Aufgrund der Entwicklung auf den weltweiten Finanzmärkten blieb das Zinsrisiko weitgehend unverändert.

Marktzinsänderungen könnten sich auf das Zinsergebnis auswirken und gehen in die Berechnung der ergebnisbezogenen Sensitivitäten ein. Zur Darstellung von Marktrisiken verwendet United Internet eine Sensitivitätsanalyse, die Auswirkungen hypothetischer Änderungen von relevanten Risikovariablen auf das Ergebnis vor Steuern zeigt. Die periodischen Auswirkungen werden bestimmt, indem die hypothetischen Änderungen der Risikovariablen auf den Bestand der Finanzinstrumente zum Bilanzstichtag bezogen werden.

Währungsrisiko

Das Währungsrisiko von United Internet resultiert im Wesentlichen aus der operativen Geschäftstätigkeit (wenn Umsatzerlöse und / oder Aufwendungen auf eine von der funktionalen Währung des Konzerns abweichende Währung lauten) und den Nettoinvestitionen in ausländischen Tochterunternehmen. Im Berichtszeitraum lagen keine die Cashflows wesentlich beeinflussenden Währungsrisiken vor.

Börsenkursrisiko (Bewertungsrisiko)

Ein Börsenkursrisiko resultiert im Wesentlichen aus Beteiligungen an börsennotierten Gesellschaften. Diese Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Sofern der (anteilige) Börsenwert einer Beteiligung dauerhaft unter dessen Anschaffungskosten liegt, erfasst die Gesellschaft die Wertminderung des Finanzinstruments im Periodenergebnis.

Kapitalsteuerung

Die Gesellschaft unterliegt über die aktienrechtlichen Bestimmungen hinaus keinen weitergehenden satzungsmäßigen oder vertraglichen Verpflichtungen zum Kapitalerhalt. Die im Rahmen der Unternehmenssteuerung von der Gesellschaft herangezogenen Finanzkennzahlen (Umsatz, EBITDA, EBIT) sind überwiegend erfolgsorientiert. Ziele, Methoden und Prozesse des Kapitalmanagements sind den erfolgsorientierten Finanzkennzahlen untergeordnet.

Zur Aufrechterhaltung oder Anpassung der Kapitalstruktur kann die Gesellschaft Anpassungen der Dividendenzahlungen an die Anteilseigner oder eine Kapitalrückzahlung an die Anteilseigner vornehmen, eigene Anteile erwerben und bei Bedarf wieder platzieren oder auch neue Anteile ausgeben. Zum 31. Dezember 2012 bzw. 31. Dezember 2011 wurden keine Änderungen der Ziele, Richtlinien und Verfahren vorgenommen.

Steuerliche Risiken aus der Umstellung des internen Verrechnungssystems

Der Teilkonzern 1&1 hat im Geschäftsjahr 2012 Umstellungen bei den internen Verrechnungspreismodalitäten für bestimmte Tochterunternehmen vorgenommen. Für die United Internet AG als Einzelgesellschaft bestehen in Bezug auf bereits auf Ebene eines Tochterunternehmens in Großbritannien versteuerter Gewinne Risiken hinsichtlich einer Nachversteuerung dieser Einkünfte in Deutschland. Je nach Ausgang des zu erwartenden Verständigungsverfahrens könnte dies zu einer zusätzlichen Steuerbelastung auf Ebene der United Internet AG (als Einzelgesellschaft) führen. Sollte dieser Fall eintreten, würden den zusätzlichen Steueraufwendungen auf Ebene der United Internet AG (Einzelgesellschaft) kompensatorische Effekte aus Steuerrückerstattungen auf Ebene der britischen Tochtergesellschaft gegenüber stehen.

Beurteilung des Gesamtrisikos

Die Einschätzung der Gesamtrisikosituation ist das Ergebnis der konsolidierten Betrachtung aller wesentlichen Risikofelder bzw. Einzelrisiken. Die Gesamtrisikosituation hat sich 2012 gegenüber dem Vorjahr nicht grundlegend geändert. Die wesentlichen Herausforderungen umfassen aus heutiger Sicht insbesondere Bedrohungspotenziale im Internet, Einsatz von Hard- und Software sowie Risiken aus den Bereichen Recht & Politik, Markt sowie Fraud. Durch den weiteren Ausbau des Risikomanagements begegnet United Internet diesen Risiken und begrenzt sie, soweit sinnvoll, mit der Umsetzung konkreter Maßnahmen auf ein Minimum. Bestandsgefährdende Risiken für den United Internet Konzern waren im Geschäftsjahr 2012 weder aus Einzelrisikopositionen noch aus der Gesamtrisikosituation erkennbar.

Chancen für United Internet

Angesichts der dynamischen Marktentwicklung in den Kernmärkten von United Internet liegen die Wachstumschancen der Gesellschaft auf der Hand: Überall und ständig verfügbare, immer leistungsfähigere Breitbandanschlüsse ermöglichen neue, aufwändigere Cloud-Applikationen. Diese internetbasierten Anwendungen für Privatanwender, Freiberufler und kleine Unternehmen sind aus heutiger Sicht die Wachstumstreiber der nächsten Jahren -sowohl als eigenständige Produkte im Segment "Applications" wie auch in Kombination mit den festnetz- und mobilfunkbasierten Zugangsprodukten im Segment "Access".

Das überwiegend auf elektronischen Abonnements -mit festen monatlichen Beträgen sowie vertraglich festgelegten Laufzeiten -basierende Geschäftsmodell sichert stabile und planbare Umsätze und Cashflows, bietet Schutz gegen konjunkturelle Einflüsse und eröffnet finanzielle Spielräume, um Chancen in neuen Geschäftsfelder und neuen Märkte zu nutzen. Organisch oder durch Übernahmen.

Ausbau der Marktpositionen

Die United Internet AG gehört heute in vielen Unternehmensbereichen zu den marktführenden Unternehmen. Aufbauend auf dem vorhandenen technologischen Know-how, der hohen Produkt- und Servicequalität, der Bekanntheit der Konzernmarken wie 1&1, GMX, WEB.DE, united-domains, InterNetX oder Fasthosts, der Geschäftsbeziehungen zu Millionen Privat- und Geschäftskunden sowie der hohen Kundenbindung sieht United Internet gute Chancen, die heutigen Marktanteile weiter auszubauen.

Partizipation am Marktwachstum

Trotz der unsicheren volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen erwartet United Internet wie auch viele der führenden Branchenanalysten eine positive Entwicklung in den für die Gesellschaft wesentlichen Teilmärkten. United Internet gehört in diesen Märkten zu den führenden Marktteilnehmern. National und international. Mit den sehr wettbewerbsfähigen Access-Produkten, dem wachsenden Portfolio an Cloud-Applikationen, den starken und spezialisierten Marken, der hohen Vertriebskraft sowie den bereits bestehenden Geschäftsbeziehungen zu Millionen Privat- und Geschäftskunden (Cross- und Up-Selling-Potenzial) ist United Internet gut aufgestellt, um in beiden Geschäftssegmenten auch am erwarteten Marktwachstum zu partizipieren.

Einstieg in neue Geschäftsfelder

Zu den Kernkompetenzen von United Internet gehört es auch, Kundenwünsche, Trends und somit neue Märkte frühzeitig zu erkennen. Die breit angelegte Wertschöpfungskette (von Produktentwicklung und Rechenzentrumsbetrieb, über effektives Marketing und einen schlagkräftigen Vertrieb bis hin zur aktiven Kundenbetreuung) ermöglicht es United Internet dabei, oft schneller als andere mit Innovationen am Markt zu sein und diese -dank der hohen Cash-Generierung in den bestehenden Geschäftsfelder -kraftvoll zu vermarkten.

Bei sich abzeichnenden neuen Chancen, wie z. B. De-Mail, ist United Internet bereit und durch die starke Cash-Generierung in den etablierten Geschäftsfelder auch in der Lage, einen mehrjährigen kostenintensiven Vorlauf zu tragen. Denn dank eines Marktanteils von ca. 50 % bei deutschen E-Mail-Nutzern kann sich die Gesellschaft gute Chancen ausrechnen, stark am Geschäft rund um den digitalen, rechtssicheren Briefweg (insbesondere bei Umsätzen aus "Porto" und "Werbesendungen") zu partizipieren.

Internationalisierung

Cloud-Applikationen sind weltweit einsetzbar und funktionieren in Frankfurt am Main nach den gleichen Regeln wie in London, Rom oder New York. So hat United Internet bereits in der Vergangenheit zunächst für Deutschland entwickelte Cloud-Produkte wie die 1&1 Do-It-Yourself-Homepage auf Sprache und länderspezifische Unterschiede angepasst und diese sukzessive in andere Ländern ausgerollt.

Dank der guten Exportierbarkeit dieser Produkte ist United Internet im Geschäftsfeld "Applications" schon heute in zahlreichen europäischen Ländern (Deutschland, Österreich, Schweiz, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien und Polen), aber auch in Übersee (USA, Kanada und inzwischen auch Mexiko) tätig.

Weitere Länder und Produkt-Rollouts werden sukzessive folgen.

11 Übernahmerechtliche Angaben

Die nachfolgenden Angaben nach §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 HGB geben die Verhältnisse zum Bilanzstichtag wieder. Die Angaben werden -wie in § 176 Abs. 1 Satz 1 AktG vorgesehen -in den einzelnen Abschnitten erläutert.

Zusammensetzung des Kapitals

Das gezeichnete Kapital der United Internet AG beträgt zum 31. Dezember 2012 215.000.000 € und ist in 215.000.000 nennwertlose, auf den Namen lautende Stammaktien eingeteilt. Jede Aktie gewährt eine Stimme, weitere Aktiengattungen existieren nicht. Bei einer Erhöhung des Grundkapitals kann der Beginn der Gewinnberechtigung der neuen Aktien abweichend von dem Zeitpunkt der Leistung der Einlagen festgelegt werden.

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, bestehen nach Kenntnis des Vorstands nicht.

Direkte und indirekte Beteiligungen am Kapital, Sonderrechte

Der Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft, Herr Ralph Dommermuth, Montabaur, Deutschland, hält per 31. Dezember 2012 88.000.000 Aktien bzw. 40,93 % der Anteile am Grundkapital von 215.000.000 Aktien der United Internet AG. Herrn Dommermuth steht das persönliche Recht zu, ein Mitglied in den Aufsichtsrat zu entsenden. Das Entsendungsrecht wird ausgeübt durch Benennung der Person des Aufsichtsratsmitglieds gegenüber dem Vorstand der Gesellschaft. Die Benennung wird wirksam durch Erklärung der Annahme des Aufsichtsratsmandats durch die benannte Person gegenüber dem Vorstand. Das vorstehende Benennungsrecht setzt voraus, dass Herr Ralph Dommermuth selbst oder durch mit ihm gemäß §§ 15 ff. AktG verbundene Unternehmen bei Ausübung des Benennungsrechts Aktien halten, die mindestens 25 % des stimmberechtigten Grundkapitals der Gesellschaft repräsentieren und dies dem Vorstand bei der Benennung des Aufsichtsratsmitglieds durch Depotauszüge oder ähnliche Unterlagen nachweisen. Herr Dommermuth hat bisher von seinem Entsendungsrecht keinen Gebrauch gemacht. Weitere Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten, oder Aktien mit Sonderrechten bestehen nach Kenntnis des Vorstands nicht.

Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder, Satzungsänderungen

Die Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands richtet sich nach den §§ 84, 85 AktG in Verbindung mit Ziffer 1 der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat. Gemäß § 6 Abs. 1 der Satzung besteht der Vorstand mindestens aus einer Person. Der Aufsichtsrat bestellt und entlässt die Mitglieder des Vorstands, bestimmt ihre Zahl und kann ein Mitglied des Vorstands zum Vorsitzenden ernennen. Jede Satzungsänderung bedarf eines Hauptversammlungsbeschlusses mit einer Mehrheit von mindestens drei Viertel des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals. Zu Änderungen der Satzung, die lediglich die Fassung betreffen, ist der Aufsichtsrat nach § 22 der Satzung in Verbindung mit § 179 Abs. 1 Satz 2 AktG ermächtigt (Änderungen bei Grundkapital und Aktienzahl).

Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe von Aktien

Der Vorstand hat die Möglichkeit, unter folgenden Umständen neue Aktien auszugeben:

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 25. Mai 2016 einmal oder mehrfach um insgesamt bis zu 112.500.000,00 € durch Ausgabe von neuen Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2011). Der Vorstand ist zudem ermächtigt, in bestimmten in § 5 Ziffer 4 der Satzung genannten Fällen das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen. Dies betrifft insbesondere den Ausgleich von Spitzenbeträgen und die Einräumung von Bezugsrechten auf neue Aktien an die Inhaber von Optionsscheinen, Wandelschuldverschreibungen oder Optionsanleihen. Des Weiteren ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht einzuschränken, unter der Voraussetzung, dass der Ausgabepreis der neuen Aktien den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet und die ausgegebenen Aktien insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht überschreiten.

Mit Zustimmung des Aufsichtsrats kann der Vorstand das Bezugsrecht bei Kapitalerhöhung gegen Sachanlagen ausschließen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Erwerb von Unternehmen und Beteiligungen oder Wirtschaftsgütern.

Das Grundkapital ist um bis zu 80.000.000,00 € eingeteilt in bis zu 80.000.000 Stammaktien ohne Nennwert, bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2010). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandelschuldverschreibungen, die gemäß der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 2. Juni 2010 bis zum 1. Juni 2015 von der Gesellschaft oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen begeben werden, soweit die Ausgabe gegen bar erfolgt ist und die Options- oder Wandlungsrechte nicht aus dem Bestand eigener Aktien oder aus genehmigtem Kapital bedient werden.

Befugnisse des Vorstands zum Rückkauf von Aktien

Die von der Hauptversammlung am 26. Mai 2011 beschlossene und ursprünglich bis zum 26. November 2012 laufende Ermächtigung zum Erwerb, der Veräußerung oder Einziehung eigener Aktien wurde seitens der Hauptversammlung vom 31. Mai 2012 zum Ablauf des 31. Mai 2012 mit Wirkung für die Zukunft aufgehoben.

Gleichzeitig hat die Hauptversammlung den Vorstand gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG am 31. Mai 2012 ermächtigt, im Anschluss an die auslaufende Ermächtigung und bis zum 30. November 2013 eigene Aktien im Umfang von bis zu zehn vom Hundert des Grundkapitals zu erwerben, zu veräußern oder einzuziehen.

Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, für einen oder mehrere Zwecke von der Gesellschaft ausgeübt werden; sie kann aber auch von abhängigen oder im Mehrheitsbesitz der Gesellschaft stehenden Unternehmen oder für ihre oder deren Rechnung von Dritten ausgeübt werden.

Die Ermächtigung darf nicht zum Zwecke des Handels mit eigenen Aktien genutzt werden.

Der Erwerb der United Internet Aktien kann auf alle gesetzlich zulässigen Weisen erfolgen, insbesondere durch Rückkauf über die Börse und/oder mittels einer öffentlichen Kaufofferte. Bei einem Erwerb über die Börse darf der Gegenwert für den Erwerb der United Internet Aktien (ohne Erwerbsnebenkosten) zehn vom Hundert des Börsenkurses nicht unterschreiten und den Börsenkurs nicht um mehr als zehn vom Hundert überschreiten.

Die Gegenleistung für den Erwerb der United Internet Aktien im Rahmen von Kaufofferten kann in einer Barzahlung bestehen oder durch Übertragung von Aktien eines im Sinne von § 3 Abs. 2 AktG börsennotierten Unternehmens ("Tauschaktien") geleistet werden.

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die so erworbenen Aktien und bereits früher erworbene Aktien zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken zu verwenden, insbesondere eine Veräußerung der eigenen Aktien in anderer Weise als über die Börse oder durch Angebot an alle Aktionäre oder gegen eine Sachleistung vorzunehmen. Die Ermächtigung zur Veräußerung gegen eine Barleistung verringert sich um den Anteil am Grundkapital, der auf Aktien entfällt, für die das Bezugsrecht in unmittelbarer oder entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgeschlossen wurde.

Ferner ist der Vorstand ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats zur Gewährung von Aktien an Mitglieder des Vorstands und an sonstige Mitarbeiter sowie an Mitglieder der Geschäftsführungen und Mitarbeiter von mit der Gesellschaft im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen zu verwenden, zu deren Bezug diese Personen aufgrund von Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen berechtigt sind. Soweit eigene Aktien an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft übertragen werden sollen, obliegt die Entscheidung hierüber dem Aufsichtsrat der Gesellschaft.

Der Vorstand ist zudem ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats zur Erfüllung von Wandel- oder Optionsrechten bzw. Wandlungspflichten zu verwenden.

Der Vorstand ist weiter ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats ganz oder teilweise ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen.

Das Bezugsrecht der Aktionäre auf eigene Aktien wird insoweit ausgeschlossen, wie diese Aktien gemäß den vorstehend beschriebenen Ermächtigungen verwendet werden.

12 Erklärung zur Unternehmensführung

Die Unternehmensführung der United Internet AG als börsennotierte deutsche Aktiengesellschaft wird in erster Linie durch das Aktiengesetz und durch die Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex in seiner jeweils aktuellen Fassung bestimmt.

Der Begriff Corporate Governance steht für eine verantwortungsbewusste und auf langfristige Wertschöpfung ausgerichtete Führung und Kontrolle von Unternehmen. Effiziente Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat, Achtung der Aktionärsinteressen sowie Offenheit und Transparenz der Unternehmenskommunikation sind wesentliche Aspekte guter Corporate Governance.

Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG sehen sich in der Verpflichtung, durch eine verantwortungsbewusste und langfristig ausgerichtete Unternehmensführung für den Bestand des Unternehmens und eine nachhaltige Wertschöpfung zu sorgen.

Der nachfolgende Bericht enthält die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289a HGB sowie den Corporate Governance Bericht gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex von Vorstand und Aufsichtsrat.

Führungs- und Unternehmensstruktur

Entsprechend ihrer Rechtsform verfügt United Internet mit ihren Organen Vorstand und Aufsichtsrat über eine zweigeteilte Leitungs- und Überwachungsstruktur. Das 3. Organ bildet die Hauptversammlung. Alle 3 Organe sind dem Wohl des Unternehmens verpflichtet.

Der von der Hauptversammlung gewählte Aufsichtsrat bestand im Geschäftsjahr 2012 aus 3 Mitgliedern. Die Amtsperiode des Aufsichtsrats beträgt in der Regel 5 Jahre. Aufsichtsratsmitglieder sollen im Regelfall nicht älter als 70 Jahre sein. Der Aufsichtsrat hält mit dem Vorstand regelmäßig Kontakt und überwacht und berät -gemäß Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung -den Vorstand bei der Führung der Geschäfte und dem Risiko- und Chancenmanagement des Unternehmens. In regelmäßigen Abständen erörtert der Aufsichtsrat mit dem Vorstand alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Strategie und deren Umsetzung, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements sowie der Compliance. Er diskutiert mit dem Vorstand die Quartals- und Halbjahresberichte vor ihrer Veröffentlichung und verabschiedet die Jahresplanung sowie den Einzel- und Konzernabschluss. Dabei berücksichtigt er die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers. In den Aufgabenbereich des Aufsichtsrats fallen auch die Bestellung der Vorstandsmitglieder sowie die Festlegung der Vorstandsvergütung und deren regelmäßige Überprüfung. Zur Selbstbeurteilung führt der Aufsichtsrat regelmäßig eine Effizienzprüfung durch. Die Mitglieder des Aufsichtsrats nehmen die für ihre Aufgaben erforderlichen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen eigenverantwortlich wahr und werden dabei von der Gesellschaft angemessen unterstützt.

Der Vorstand ist das Leitungsorgan des Konzerns und bestand im Geschäftsjahr 2012 aus 2 Personen. Der Vorstand führt die Geschäfte nach Gesetz und Satzung sowie der vom Aufsichtsrat genehmigten Geschäftsordnung. Er ist zuständig für die Aufstellung der Quartals- und Jahresabschlüsse sowie für die Besetzung von personellen Schlüsselpositionen im Unternehmen. Beschlüsse werden grundsätzlich mit einfacher Stimmenmehrheit gefasst. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des Vorstandsvorsitzenden den Ausschlag. Entscheidungen von grundlegender Bedeutung bedürfen der Zustimmung durch den Aufsichtsrat. Der Vorstand tauscht sich regelmäßig mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden aus. Für die Mitglieder des Vorstands gilt ebenfalls eine Altersgrenze von 70 Jahren.

Die jährliche ordentliche Hauptversammlung ist das Organ der Willensbildung der Aktionäre der United Internet AG. Auf der Hauptversammlung wird den Anteilseignern der Jahresabschluss vorgelegt. Die Aktionäre entscheiden über die Verwendung des Bilanzgewinns und stimmen zu weiteren durch Gesetz und Satzung festgelegten Themen ab. Jede Aktie besitzt eine Stimme. Zur Teilnahme an der Hauptversammlung sind diejenigen Aktionäre berechtigt, die sich rechtzeitig anmelden und die am Tag der Hauptversammlung im Aktienregister eingetragen sind. Die Aktionäre können ihre Stimmrechte auf der Hauptversammlung auch durch einen von der Gesellschaft gestellten Stimmrechtsvertreter ausüben lassen.

Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat

Der Vorstand der United Internet AG bestand im Geschäftsjahr 2012 aus den Herren Ralph Dommermuth (Vorstandsvorsitzender) und Norbert Lang (Finanzvorstand). Der Aufsichtsrat hat am 18. Dezember 2012 Herrn Robert Hoffmann als zusätzliches Mitglied in den Vorstand der Gesellschaft berufen. Herr Hoffmann unterstützt in dieser neuen Funktion seit dem 1. Januar 2013 den Vorstandsvorsitzenden, Herrn Dommermuth, bei der strategischen Weiterentwicklung der Gesellschaft und vertritt ihn bei Bedarf.

Der Aufsichtsrat achtet bei Neubesetzungen des Vorstands auch auf Vielfalt (Diversity) im Sinne des Deutschen Corporate Governance Kodex. Dabei wird auch eine angemessene Berücksichtigung von Frauen angestrebt.

Der von der Hauptversammlung gewählte Aufsichtsrat besteht derzeit aus den Herren Kurt Dobitsch (Aufsichtsratsvorsitzender), Kai-Uwe Ricke und Michael Scheeren.

Der Aufsichtsrat der United Internet AG ist so zusammengesetzt, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung seiner Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Darüber hinaus verfügen die Mitglieder des Aufsichtsrats über internationale Erfahrung.

Dem Aufsichtsrat gehört eine ausreichende Anzahl unabhängiger Mitglieder an, die in keiner geschäftlichen oder persönlichen Beziehung zur Gesellschaft oder zu deren Vorstand stehen. Ferner üben die Mitglieder des Aufsichtsrats keine Organfunktion oder Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern aus.

Der Deutsche Corporate Governance Kodex empfiehlt, dass der Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung konkrete Ziele benennen soll, die bei Vorschlägen des Aufsichtsrats an die zuständigen Wahlgremien berücksichtigt werden sollen. Der Aufsichtsrat hat in diesem Zusammenhang keine konkreten Ziele formuliert. Die derzeit amtierenden Mitglieder des Aufsichtsrats sind bestellt bis zum Ablauf der Hauptversammlung, die über die Entlastung der Aufsichtsratsmitglieder für das Geschäftsjahr 2014 beschließen wird. Da neue Wahlvorschläge des Aufsichtsrats erst mittelfristig zur turnusmäßigen Neuwahl von Aufsichtsratsmitgliedern an die Hauptversammlung im Jahr 2015 erfolgen müssen, erscheint es nicht sachgerecht, ohne Kenntnis der bis dahin möglicherweise eintretenden Änderungen im regulatorischen Umfeld und den Marktbedingungen des Unternehmens schon heute konkrete Ziele dafür zu formulieren. Der Aufsichtsrat wird die Entwicklungen genau beobachten und rechtzeitig vor der turnusgemäßen Neubesetzung des Aufsichtsrats zu den Empfehlungen des Kodex hinsichtlich der konkreten Ziele und deren Umsetzung im Rahmen von Vorschlägen des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung sowie der Berichterstattung entscheiden.

Steuerungssysteme

Die internen Steuerungssysteme unterstützen das Management bei der Überwachung und Steuerung des Konzerns und der Segmente. Die Systeme bestehen aus Planungs-, Ist- und Vorschaurechnungen und basieren auf der jährlich überarbeiteten strategischen Planung des Konzerns. Dabei werden insbesondere Marktentwicklungen, technologische Entwicklungen und Trends, deren Einfluss auf die eigenen Produkte und Services sowie die finanziellen Möglichkeiten des Konzerns berücksichtigt. Die Unternehmenssteuerung hat das Ziel, United Internet und deren Tochterunternehmen kontinuierlich und nachhaltig zu entwickeln.

Das Konzern-Berichtswesen umfasst monatliche Ergebnisrechnungen sowie quartalsweise erstellte IFRS-Reportings aller konsolidierten Tochtergesellschaften und stellt die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns sowie der Unternehmensbereiche dar. Die Finanzberichterstattung wird durch weitere Detailinformationen ergänzt, die für die Beurteilung und Steuerung des operativen Geschäfts notwendig sind.

Ein weiterer Bestandteil der Steuerungssysteme sind vierteljährlich erstellte Berichte zu den wesentlichen Risiken des Unternehmens.

Die genannten Berichte werden in den Vorstands- und Aufsichtsratssitzungen diskutiert und stellen wesentliche Beurteilungs- und Entscheidungsgrundlagen dar.

Das operative Geschäft der Gesellschaft wird im Wesentlichen über die Messgrößen Umsatz, EBITDA und EBIT sowie über eine Reihe weiterer wesentlicher, nicht-finanzieller Kennzahlen wie Kundenverträge, Free-Accounts, Reichweite / aktive Nutzer bei der Eigenvermarktung sowie vermarktbare Domains und Websites bei der Drittvermarktung überwacht und gesteuert.

Rechnungslegungsbezogenes internes Kontroll- und Risikomanagementsystem

Gemäß § 289 Abs. 5 und § 315 Abs. 2 Nr. 5 HGB ist die United Internet AG verpflichtet, im Lagebericht die wesentlichen Merkmale ihres rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems zu beschreiben.

Die United Internet AG versteht das Risikomanagement als Teil des internen Kontrollsystems (IKS), das in Anlehnung an das international anerkannte Rahmenwerk für interne Kontrollsysteme des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO Internal Control - Integrated Framework) aufgebaut ist.

Der Aufsichtsrat der United Internet AG überwacht die Wirksamkeit des IKS. Der Umfang und die Ausgestaltung unter Berücksichtigung der spezifischen Anforderungen der United Internet AG liegen im Ermessen und in der Verantwortung des Vorstands. Die Interne Revision ist verantwortlich für die unabhängige Überprüfung der Angemessenheit, der Wirksamkeit und der Funktionsfähigkeit des internen Kontrollsystems im United Internet Konzern. Zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben verfügt die Interne Revision über umfassende Informations-, Prüf- und Eintrittsrechte. Die Prüfungshandlungen der Internen Revision basieren auf einem risikoorientierten Prüfungsplan, der auch regelmäßige Prüfungen bei Tochtergesellschaften im In- und Ausland vorsehen kann. Darüber hinaus prüft die Interne Revision grundsätzlich die Ordnungsmäßigkeit wesentlicher Vorrats- und Anlageinventuren. Zusätzlich werden die für die Finanzberichterstattung relevanten Teiles des IKS vom Abschlussprüfer im Rahmen seines risikoorientierten Prüfungsansatzes auf Wirksamkeit geprüft.

Das rechnungslegungsbezogene IKS umfasst Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sowie zur Sicherung der Einhaltung der maßgeblichen rechtlichen Vorschriften und wird kontinuierlich weiterentwickelt.

Grundsätzlich gilt für jedes IKS, dass es, unabhängig davon, wie es konkret ausgestaltet ist, keine absolute Sicherheit bieten kann. Ursache dafür könnten beispielsweise fehlerhafte Ermessensentscheidungen, unzureichende Kontrollen oder kriminelle Handlungen sein. Bezogen auf das rechnungslegungsbezogene IKS kann es somit nur eine relative, nie aber eine absolute Sicherheit geben, dass wesentliche Fehlaussagen in der Rechnungslegung vermieden oder aufgedeckt werden.

Die folgenden Aussagen beziehen sich nur auf die im Konzernabschluss der United Internet AG vollkonsolidierten und nicht-börsennotierten Tochterunternehmen, bei denen die United Internet AG mittelbar oder unmittelbar über die Möglichkeit verfügt, deren Finanz- und Geldpolitik zu bestimmen, um aus der Tätigkeit dieser Unternehmen Nutzen zu ziehen.

Die United Internet AG sieht das Risikomanagement als die Gesamtheit der Maßnahmen, um Risiken zu erkennen, zu bewerten, auf ein vertretbares Maß abzumildern und um die erkannten Risiken zu überwachen. Ein Risikomanagement verlangt organisiertes Handeln, um mit Unsicherheit und Bedrohung angemessen umgehen zu können und hält Mitarbeiter dazu an, Vorschriften und Instrumente einzusetzen, um die Einhaltung der Grundsätze für das Risikomanagement zu gewährleisten. Es umfasst neben dem operativen Risikomanagement auch die systematische Risikofrüherkennung, -steuerung und -überwachung. Das rechnungslegungsbezogene Risikomanagement ist dabei auf das Risiko einer Falschaussage in der Buchführung sowie in der externen Berichterstattung ausgerichtet.

Spezifische rechnungslegungsbezogene Risiken können z. B. aus dem Abschluss ungewöhnlicher oder komplexer Geschäfte auftreten. Weiterhin sind Geschäftsvorfälle, die nicht routinemäßig verarbeitet werden, mit einem latenten Risiko behaftet. Einem begrenzten Personenkreis sind notwendigerweise Ermessensspielräume bei Ansatz und Bewertung von Vermögensgegenständen und Schulden eingeräumt, woraus weitere rechnungslegungsbezogene Risiken resultieren können.

In den Rechnungslegungsprozess sind anhand von Risikoaspekten definierte interne Kontrollen eingebettet. Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem umfasst dabei organisatorische, präventive und detektivische Kontrollen, zu denen IT-gestützte und manuelle Abstimmungen, Bestell-, und Zahlungsrichtlinien, standardisierte Meldeformate, die Funktionstrennung von Verwaltungs-, Ausführungs- und Genehmigungsprozessen, das Vier-Augen-Prinzip, allgemeine IT-Kontrollen, wie z. B. Zugriffberechtigungen in IT-Systemen oder Change-Management, sowie deren Überwachung gehören. Um die hohe Qualität dieses rechnungslegungsbezogenen IKS zu sichern, ist die interne Revision über alle Stufen des Verfahrens hinweg eng mit einbezogen.

Das interne Kontrollsystem ermöglicht durch die festgelegten Organisations-, Kontroll- und Überwachungsstrukturen die Erfassung, Aufbereitung und Würdigung von unternehmensbezogenen Sachverhalten sowie deren sachgerechte Darstellung in der Konzernrechnungslegung. Die Steuerung der Prozesse zur Rechnungslegung erfolgt durch den Bereich Konzernrechnungslegung. Gesetze, Rechnungslegungsstandards und andere Verlautbarungen werden fortlaufend bezüglich der Relevanz und Auswirkungen auf den Jahresabschluss analysiert. Die in den Konzernrechnungslegungsprozess involvierten Mitarbeiter werden regelmäßig geschult. Die Konzerngesellschaften sind für die Einhaltung des ordnungsgemäßen und zeitgerechten Ablaufs ihrer rechnungslegungsbezogenen Prozesse und Systeme verantwortlich und werden dabei vom Bereich Konzernrechnungslegung unterstützt.

Compliance

Compliance ist ein integraler Bestandteil der Unternehmens- und Führungskultur des United Internet Konzerns. Für die United Internet AG bedeutet Compliance die Übereinstimmung der Aktivitäten mit allen für die Geschäftstätigkeit maßgeblichen Gesetzen sowie mit den eigenen Grundsätzen und Regeln.

Dazu zählen auch der offene und faire Umgang mit Mitarbeitern, Geschäftspartnern, Aktionären und der Öffentlichkeit sowie ein entsprechendes Verhalten. Als Dienstleistungskonzern mit mehreren Millionen Kunden und Geschäftspartner ist United Internet darauf angewiesen, durch untadeliges Verhalten das Vertrauen dieser Kunden und Geschäftspartner zu gewinnen und zu erhalten.

Um ein einheitliches vorbildliches Handeln und Verhalten im Einklang mit den maßgeblichen Gesetze sowie den firmeneigenen Grundsätzen und Regeln zu gewährleisten, wurden vom Vorstand verschiedene Leit- und Richtlinien entwickelt, die für den überwiegenden Teil des Konzerns als unmittelbarer Verhaltenskodex gelten.

Der Verhaltenskodex enthält neben den gesetzlichen Vorgaben auch die Führungsleitlinien der Gesellschaft und soll eigenverantwortliches Handeln eines jeden einzelnen Mitarbeiters fördern und ihm dafür Orientierung geben. Damit schafft er einen sicheren Handlungsrahmen für richtige Entscheidungen bei schwierigen Fragen im Geschäftsalltag. Darüber hinaus konkretisiert er das Selbstverständnis und die Werte der Gesellschaft und gilt für Vorstand, Geschäftsführung, Führungskräfte und alle Mitarbeiter gleichermaßen als Leitbild.

Verstößen gegen die Compliance wird im Interesse aller Mitarbeiter und des Unternehmens nachgegangen und die jeweiligen Ursachen werden im Rahmen der Möglichkeiten beseitigt. Dazu gehört auch die konsequente Verfolgung von Fehlverhalten im Rahmen der jeweils geltenden internen Richtlinien, der jeweiligen gesetzlichen Regelungen und sonstiger Vorschriften. Zu diesem Zweck hat der Vorstand der Gesellschaft entsprechende Verfahren etabliert, die die Einhaltung der Compliance einschließlich der oben genannten Werte sicherstellen und sie nachhaltig in der Organisation verankern.

Finanzpublizität / Transparenz

Es ist das erklärte Ziel von United Internet, institutionelle Investoren, Privataktionäre, Finanzanalysten, Mitarbeiter sowie die interessierte Öffentlichkeit durch regelmäßige, offene und aktuelle Kommunikation gleichzeitig und gleichberechtigt über die Lage des Unternehmens zu informieren.

Dazu werden alle wesentlichen Informationen, wie z. B. Presse- und Ad-hoc-Mitteilungen und andere Pflichtmitteilungen (wie z. B. Directors' Dealings oder Stimmrechtsmitteilungen) sowie sämtliche Finanzberichte entsprechend den gesetzlichen Vorgaben veröffentlicht. Darüber hinaus informiert United Internet auch umfangreich über die Internetseite der Gesellschaft (www.united-internet.de). Dort finden sich auch Dokumente und Informationen zu den Hauptversammlungen der Gesellschaft sowie weitere wirtschaftlich relevante Informationen.

United Internet berichtet Aktionären, Analysten und Pressevertretern nach einem festen Finanzkalender viermal im Geschäftsjahr über die Geschäftsentwicklung sowie über die Finanz- und Ertragslage. Der Finanzkalender wird auf der Internetseite der Gesellschaft und gemäß den Vorgaben des Gesetzgebers veröffentlicht und regelmäßig aktualisiert.

Darüber hinaus informiert der Vorstand durch Ad-hoc-Meldungen umgehend über nicht öffentlich bekannte Umstände, die dazu geeignet sind den Aktienkurs erheblich zu beeinflussen.

Im Rahmen der Investor Relations trifft sich das Management regelmäßig mit Analysten und institutionellen Anlegern. Zudem finden zur Vorstellung der Halbjahres- und Jahreszahlen Analystenkonferenzen statt, zu denen Investoren und Analysten auch telefonisch Zugang erhalten.

Rechnungslegung und Abschlussprüfung

Die Rechnungslegung des Konzerns erfolgt nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS). Der für Ausschüttungs- und Steuerbelange relevante Einzelabschluss wird dagegen nach den Regeln des Deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) erstellt. Einzel- und Konzernabschluss werden durch unabhängige Abschlussprüfer geprüft. Die Wahl des Abschlussprüfers erfolgt durch die Hauptversammlung. Für das Geschäftsjahr 2012 wurde die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zum Abschlussprüfer bestellt. Der Aufsichtsrat erteilt den Prüfungsauftrag, legt die Prüfungsschwerpunkte und das Prüfungshonorar fest und überprüft die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers.

Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat

Die Grundzüge des Vergütungssystems von Vorstand und Aufsichtsrat werden im Vergütungsbericht unter Punkt 7 dieses Lageberichts dargestellt. Die Offenlegung der Gesamtvergütung für die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat sowie deren Aufteilung nach fixen und variablen Vergütungsteilen findet sich im Konzernanhang unter Punkt 41.

Aktienoptionsprogramme

Die Grundzüge des Mitarbeiterbeteiligungsprorammes der United Internet AG werden im Vergütungsbericht unter Punkt 7 dieses Lageberichts beschrieben. Weitere Einzelheiten dazu enthält der Konzernanhang unter Punkt 37.

Aktienbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat - Directors' Dealings

Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der United Internet AG sind nach § 15a WpHG gesetzlich verpflichtet, den Erwerb und die Veräußerung von Aktien der United Internet AG oder sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten offenzulegen, wenn der Wert der Geschäfte, die ein Organmitglied und ihm nahestehende Personen innerhalb eines Kalenderjahres getätigt haben, die Summe von 5.000 € erreicht oder übersteigt.

Herr Norbert Lang hat am 14. Juni 2012 200.000 Bezugsrechte ausgeübt und erhielt im Gegenzug 81.355 Aktien der United Internet AG. Das Gesamtvolumen belief sich auf 1.104 T€. Herr Ralph Dommermuth hat am 28. September 2012 über die Ralph Dommermuth Beteiligungen GmbH 2.000.000 Aktien zu einem Preis von 16,10 € je Aktie veräußert. Das Gesamtvolumen belief sich auf 32.200 T€. Herr Michael Scheeren hat am 30. November 2012 100.000 Aktien zu einem Preis von 17,33 € verkauft. Das Gesamtvolumen belief sich auf 1.733 T€.

Darüber hinaus wurden der Gesellschaft keine veröffentlichungspflichtigen Wertpapiergeschäfte gemeldet.

Weitere Angaben zum Aktienbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat finden sich auch im Konzernanhang unter Punkt 41.

Erklärung nach § 161 AktG zur Beachtung der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex

Die Corporate Governance bei United Internet orientiert sich am Deutschen Corporate Governance Kodex, den die von der Bundesministerin für Justiz im September 2001 eingesetzte Regierungskommission erstmals am 26. Februar 2002 veröffentlicht hat. Am 15. Mai 2012 wurde die zehnte und aktuell geltende Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex fertig gestellt und am 15. Juni 2012 durch das Bundesministerium der Justiz im Bundesanzeiger (http://www.bundesanzeiger.de/) veröffentlicht.

Der Kodex enthält drei Arten von Standards:

Vorschriften, die geltende deutsche Gesetzesnormen beschreiben,
Empfehlungen,
Anregungen.

Die Vorschriften sind von deutschen Unternehmen zwingend anzuwenden.

Zu den Empfehlungen müssen börsennotierte Unternehmen gemäß § 161 des deutschen Aktiengesetzes (AktG) jährlich eine Erklärung über deren Beachtung veröffentlichen.

Von Anregungen können die Unternehmen ohne Offenlegungspflicht abweichen.

Am 5. März 2013 haben Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG die aktuelle jährliche Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und im Anschluss auf der Internet-Seite der Gesellschaft (www.united-internet.de) sowie im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG erklären gemäß § 161 Aktiengesetz:

Die United Internet AG hat den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der geltenden Fassung vom 15. Mai 2012 ("Kodex") seit deren Wirksamwerden am 15. Juni 2012 entsprochen und plant, diesen Empfehlungen auch weiterhin zu entsprechen, jeweils bis auf folgende Ausnahmen:

Selbstbehalt bei D&O-Versicherungen (Kodex-Ziffer 3.8)

Das Aktiengesetz (AktG) schreibt vor, dass in D&O-Versicherungen für Vorstände ein obligatorischer Selbstbehalt in Höhe von mindestens 10 % des Schadens bis mindestens zur 1,5-fachen Höhe des Jahresfestgehalts zu vereinbaren ist (§93 AktG). Der Kodex empfiehlt über die Vorschriften des AktG hinaus, auch in einer D&O-Versicherung für den Aufsichtsrat einen entsprechenden Selbstbehalt zu vereinbaren.

Die United Internet AG hat die Vorgaben des Gesetzgebers mit der Änderung der bestehenden D&O-Versicherungsverträge seit dem 1. Januar 2010 umgesetzt und einen Selbstbehalt für Vorstandsmitglieder vereinbart. Auf einen Selbstbehalt für die Aufsichtsratsmitglieder wurde verzichtet. United Internet ist grundsätzlich nicht der Ansicht, dass sich Motivation und Verantwortung, mit der die Mitglieder des United-Internet-Aufsichtsrats ihre Aufgaben wahrnehmen, durch einen solchen Selbstbehalt ändern.

Ausschüsse (Kodex-Ziffer 5.3)

Der Kodex empfiehlt, dass der Aufsichtsrat einen Prüfungsausschuss (Audit Committee) einrichten soll, der sich insbesondere mit Fragen der Rechnungslegung, des Risikomanagements und der Compliance, der erforderlichen Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, der Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer, der Bestimmung von Prüfungsschwerpunkten und der Honorarvereinbarung befasst. Der Kodex empfiehlt darüber hinaus, dass der Aufsichtsrat einen Nominierungsausschuss bildet, der ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt ist und dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten vorschlägt.

Der Aufsichtsrat der United Internet AG besteht derzeit aus drei Mitgliedern. Die Mitglieder befassen sich in ihrer Gesamtheit -neben ihren sonstigen Pflichten -auch mit den genannten Themen. Die Geschäftsordnung des Aufsichtsrats sieht vor, Ausschüsse erst bei mehr als drei Aufsichtsratsmitgliedern einzurichten.

Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats (Kodex-Ziffer 5.4.1)

Der Kodex empfiehlt, dass der Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung konkrete Ziele benennen soll, die unter Beachtung der unternehmensspezifischen Situation die internationale Tätigkeit des Unternehmens, potentielle Interessenskonflikte, eine festzulegende Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder und Vielfalt (Diversity) berücksichtigen, und seit dem 15. Juni 2012 auch die Anzahl der unabhängigen Aufsichtsratsmitglieder im Sinn von Kodex-Ziffer 5.4.2. Diese konkreten Ziele sollen insbesondere eine angemessene Beteiligung von Frauen vorsehen. Vorschläge des Aufsichtsrats an die zuständigen Wahlgremien sollen diese Ziele berücksichtigen. Die Zielsetzung des Aufsichtsrats und der Stand der Umsetzung sollen im Corporate Governance Bericht veröffentlicht werden.

Die derzeit amtierenden Mitglieder des Aufsichtsrats sind bestellt bis zum Ablauf der Hauptversammlung, die über die Entlastung der Aufsichtsratsmitglieder für das Geschäftsjahr 2014 beschließen wird. Da konkrete neue Wahlvorschläge des Aufsichtsrats erst mittelfristig zur turnusmäßigen Neuwahl von Aufsichtsratsmitgliedern an die Hauptversammlung im Jahr 2015 erfolgen müssen, erscheint es nicht sachgerecht, ohne Kenntnis der bis dahin möglicherweise eintretenden Änderungen im regulatorischen Umfeld und den Marktbedingungen des Unternehmens, schon heute konkrete Ziele dafür zu formulieren. Der Aufsichtsrat wird die Entwicklungen genau beobachten und rechtzeitig vor der turnusgemäßen Neubesetzung des Aufsichtsrats zu den Empfehlungen des Kodex hinsichtlich der konkreten Ziele und deren Umsetzung im Rahmen von Vorschlägen des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung sowie der Berichterstattung entscheiden.

Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder (Kodex-Ziffer 5.4.6)

Der Kodex empfiehlt, dass bei der Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder der Vorsitz und der stellvertretende Vorsitz im Aufsichtsrat, sowie der Vorsitz und die Mitgliedschaft in den Ausschüssen berücksichtigt werden.

Solange der Aufsichtsrat alle Themen in seiner Gesamtheit behandelt und keine Ausschüsse gebildet werden, berücksichtigt United Internet nur den Vorsitz des Aufsichtsrats gesondert.

Der Kodex empfiehlt seit dem 15. Juni 2012, dass eine erfolgsorientierte Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet sein soll. Hier weicht die United Internet seit dieser Änderung des Kodex ab.

Die Aufsichtsräte der United Internet AG erhielten, wie vom Kodex bis zum 15. Juni 2012 empfohlen, für das Geschäftsjahr 2012 eine feste sowie eine erfolgsabhängige Vergütung. Die erfolgsabhängige Vergütung knüpft - bis zum 15. Juni 2012 kodexkonform -an die Überschreitung einer Schwelle beim Konzernergebnis pro Aktie im Geschäftsjahr. Für das Geschäftsjahr 2013 und folgende Geschäftsjahre bemisst sich ein Teil der variablen Vergütung an der prozentualen Abweichung von dem Konzernergebnis pro Aktie im Geschäftsjahr gegenüber dem Stand vor drei Jahren. Diese Komponente hat die Gesellschaft in Umsetzung einer Anregung des Kodex in der Fassung vom 26. Mai 2010 eingeführt.

Die United Internet AG hält einen erfolgsbezogenen Vergütungsbestandteil für angemessen, wenn er wie hier am tatsächlich ausgewiesenen Ergebnis pro Aktie im betreffenden Geschäftsjahr orientiert ist. Für das laufende Geschäftsjahr und die Zukunft ist die Summe der variablen Vergütungsbestandteile in diesem Vergütungssystem auch an die nachhaltige Unternehmensentwicklung geknüpft. Die Organe sehen daher keinen unmittelbaren Handlungsbedarf für das gerade erst in Befolgung des - bis zum 15. Juni 2012 geltenden - Kodex umgesetzte Vergütungssystem. Sie werden die Entwicklungen der Vergütungssystematik für Aufsichtsratsvergütungen beobachten und analysieren und gegebenenfalls im Anschluss der Hauptversammlung ein neues Vergütungssystem vorschlagen.

Veröffentlichung der Berichte (Kodex-Ziffer 7.1.2)

Der Kodex empfiehlt, dass die Zwischenberichte binnen 45 Tage nach Ende des Berichtszeitraums öffentlich zugänglich sein sollen.

United Internet hat den Bericht zu den ersten 9 Monaten 2012 aus organisatorischen, innerbetrieblichen Gründen am 22. November 2012 veröffentlicht. United Internet wird - wie im Finanzkalender 2013 bereits angekündigt -den Bericht zum 1. Quartal 2013 am 21. Mai 2013 veröffentlichen.

Vorstand und Aufsichtsrat erklären weiter, dass die United Internet AG den Empfehlungen des Kodex in der Fassung vom 26. Mai 2010 seit der letzten Entsprechenserklärung vom 5. März 2012 mit den dort genannten Ausnahmen bis zum 14. Juni 2012 entsprochen hat.

13 Abhängigkeitsbericht

Der Vorstand erklärt gemäß § 312 AktG, dass die Gesellschaft bei den im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften und Maßnahmen nach den Umständen, die der Gesellschaft zu dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem das Rechtsgeschäft vorgenommen oder die Maßnahme getroffen oder unterlassen wurde, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten hat oder dadurch, dass die Maßnahme getroffen oder unterlassen wurde, nicht benachteiligt worden ist.

14 Prognosebericht

Konjunkturerwartungen

IWF senkt Prognosen

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat in seinem aktualisierten Weltwirtschaftsausblick vom Januar 2013 die Prognosen für die Weltwirtschaft leicht nach unten korrigiert. Insbesondere infolge der langsamer als erwartet verlaufenden Erholung der Euro-Zone geht der IWF inzwischen nur noch von einem globalen Zuwachs um 3,5 % für 2013 und 4,1 % für 2014 aus. Das sind jeweils 0,1 Prozentpunkte weniger als noch im Rahmen der Oktoberprognose des Fonds erwartet.

Für die Euro-Zone selbst geht der IWF inzwischen von einer Rezession bis Anfang 2014 aus. Dabei soll die Wirtschaftsleistung, die bereits 2012 um 0,4 % zurückging, 2013 nochmals um 0,2 % schrumpfen -nachdem der Fonds bisher noch ein minimales Wachstum um 0,1 % prognostiziert hatte. Erst für 2014 wird für die Euro-Zone wieder ein Wachstum (1,0 %) erwartet. Der IWF erklärte die zögerliche Erholung in der Euro-Zone mit der andauernden Unsicherheit bei Unternehmen und Konsumenten, ob die inzwischen ergriffenen politischen Maßnahmen tatsächlich ausreichen, um die Schuldenkrise in den Griff zu bekommen.

Auch für Deutschland revidierte der IWF seine Wachstumsprognose vom Oktober 2012 und reduzierte die Voraussage für 2013 von 0,9 % auf 0,6 %. Für 2014 rechnet der Fonds mit einem Wirtschaftswachstum um 1,4 %.

Für die wichtigsten Zielländer von United Internet stellen sich die Prognosen des IWF für 2013 wie folgt dar: Während für Frankreich (+0,3 %) Deutschland (+0,6 %), Großbritannien (+1,0 %), Kanada (+1,8 %), die USA (+2,0 %) und Mexiko (+3,5 %) ein Wachstum der nationalen Volkswirtschaften erwartet wird, prognostiziert der IWF für Italien (-1,0 %) und Spanien (-1,5 %) einen weiteren Rückgang der Wirtschaftsleistung.

Markt- / Branchenerwartungen

Weiteres Wachstum für ITK-Branche erwartet

Sowohl international wie auch national soll es für die IT- und Telekommunikationsanbieter 2012 weiter aufwärts gehen: Laut Branchenverband BITKOM soll der weltweite ITK-Markt 2013 um voraussichtlich 5,1 % auf 2,7 Billionen € wachsen.

Für den ITK-Markt in der EU erwartet der BITKOM 2013 ein Wachstum von 0,9 %.

Der Gesamtmarkt für IT, Telekommunikation und digitale Unterhaltungselektronik in Deutschland soll 2013 um 1,4 % auf 153,3 Mrd. € zulegen. Innerhalb des Gesamtmarkts liegt der IT-Sektor mit einem erwarteten Plus von 2,2 % auf 75,0 Mrd. € vorn. Aber auch die Telekommunikation soll um 1,4 % auf 66,3 Mrd. € zulegen. Der Markt für Unterhaltungselektronik hingegen soll nach BITKOM-Berechnungen um 3,2 % auf 12,0 Mrd. € zurückgehen.

Von besonderer Bedeutung für United Internet sind insbesondere der deutsche Breitband- und Mobile-Internet-Markt im abonnementfinanzierten Segment "Access" sowie der Cloud-Computing-Markt und der Online-Werbemarkt im abonnement- und werbefinanzierten Segment "Applications".

Primär qualitatives Wachstum im deutschen Breitband-Markt

Für den deutschen (festnetzbasierten) Breitbandmarkt erwarten die Experten angesichts einer bereits vergleichsweise hohen Haushaltsabdeckung von über 80 % - sowie des Trends zur mobilen Internet-Nutzung -weiterhin ein nur moderates Wachstum.

Bei den mit festnetzbasierten Breitbandanschlüssen erzielten Umsätzen erwartet PricewaterhouseCoopers für 2013 -laut der Studie "German Entertainment and Media Outlook 2012-2016" vom Oktober 2012 -einen Anstieg um 4,0 % auf 7,28 Mrd. €.

Markt-Prognose: Breitband-Access (im Festnetz) in Deutschland

scroll

in Mrd.€ 2013e 2012 Veränderung
Umsatz 7,28 7,00 + 4,0 %

Quelle: BITKOM

Dynamisches Wachstum im deutschen Mobile-Internet-Markt

Dem Mobile Internet Markt hingegen sagen alle Experten ein weiterhin dynamisches Wachstum voraus. Nach einem Marktwachstum um 14,5 % auf 8,6 Mrd. € in 2012 erwartet der BITKOM auch in 2013 ein Wachstum um 7,0 % auf 9,2 Mrd. €.

Getragen wird dieses Wachstum vor allem durch günstige und somit für den Verbraucher attraktive Preise sowie vom Boom bei Smartphones und Tablet-PCs und den damit verbundenen Anwendungen (Apps). So rechnet der Branchenverband BITKOM für 2013 mit einer Absatzsteigerung um 29,0 % auf insgesamt 28,0 Mio. verkaufte Smartphones (nach 21,7 Mio. in 2012).

Markt-Prognose: Mobile-Internet-Zugänge in Deutschland

scroll

in Mrd.€ 2013e 2012 Veränderung
Umsatz 9,2 8,6 + 7,0 %

Quelle: BITKOM

Weiteres Wachstum im deutschen Online-Werbemarkt

In 2012 waren die Aktivitäten der Werbungtreibenden im Online-Sektor unverändert durch eine große Investitionsbereitschaft bestimmt. Das Internet konnte dadurch seine Position als zweitstärkstes Werbemedium im Mediamix um 2,2 Prozentpunkte ausbauen. Für 2013 erwartet der Online-Vermarkterkreis (OVK) erneut eine positive Entwicklung des Online-Werbemarktes und prognostiziert ein Wachstum der Brutto-Werbeinvestitionen um bis zu 11 % auf 7,18 Mrd. €.

Markt-Prognose: Online-Werbung in Deutschland

scroll

in Mrd.€ 2013e 2012 Veränderung
Brutto-Werbeinvestitionen 7,18 6,47 + 11,0 %

Quelle: BVDW / OVK

Cloud Computing als Megatrend

In der Studie "Forecast Overview: Public Cloud Services, Worldwide" vom August 2012 erwartet Gartner für 2013 ein weltweites Wachstum für Public Cloud Services von 109,3 Mrd. $ um 18,8 % auf 129,9 Mrd. $.

Für Deutschland erwarten der Branchenverband BITKOM auf Basis einer Studie der Experton Group, dass der Cloud-Umsatz im Geschäftskundenbereich 2013 um 53,3 % auf 4,6 Mrd. € steigen wird. Bis 2016 soll der Cloud-Markt auf 13,7 Mrd. € zulegen.

Markt-Prognose: Cloud Computing weltweit und in Deutschland (B-to-B)

scroll

in Mrd.€ 2013e 2012 Veränderung
Umsatz weltweit (in Mrd. $) 129,9 109,3 + 18,8 %
Umsatz in Deutschland (in Mrd. €) 4,6 3,0 + 53,3 %

Quelle: Gartner, BITKOM / Experton Group

Unternehmenserwartungen

Prognose für 2013 und 2014

Die United Internet AG wird ihre auf nachhaltiges Wachstum ausgerichtete Geschäftspolitik auch künftig fortsetzen.

Konkret erwartet United Internet für 2013, dass die Zahl der kostenpflichtigen Kundenverträge um ca. 1 Mio. auf ca. 12,85 Mio. Verträge steigt.

Der Umsatz soll um ca. 10 % zulegen.

Das EBITDA aus etablierten Geschäftsfeldern soll auf ca. 500 Mio. € steigen. Davon sollen ca. 20 % (ca. 100 Mio. €) zur Finanzierung der Anlaufverluste aus dem weiteren Aufbau der neuen Geschäftsfelder (1&1 Do-It-Yourself Homepage und De-Mail) eingesetzt werden.

Der Free Cashflow (nach Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen) soll im Geschäftsjahr 2013 bei über 200 Mio. € liegen.

Für das EPS wird ein Anstieg von 0,56 € auf 1,00 € - 1,10 € erwartet.

Für 2014 rechnet United Internet -nach heutiger Markteinschätzung und basierend auf dem geplanten starken Kundenwachstum 2013 -mit einem weiteren Umsatz- und Ergebniswachstum.

Das Ergebnis der United Internet AG auf Ebene des Einzelabschlusses ist aufgrund ihrer Rolle als Holding-Gesellschaft im Wesentlichen durch das Beteiligungsergebnis beeinflusst. Zentraler Treiber ist hier die Ergebnisabführung seitens der Tochtergesellschaft 1&1 Internet AG. Insofern gelten die obigen Aussagen zum Ergebnis des Konzerns qualitativ auch für die United Internet AG selbst.

Zukunftsgerichtete Aussagen und Prognosen

Der vorliegende Lagebericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Erwartungen, Annahmen und Prognosen des Vorstands der United Internet AG sowie den ihm derzeit verfügbaren Informationen basieren. Die zukunftsgerichteten Aussagen sind verschiedenen Risiken und Unwägbarkeiten unterworfen und beruhen auf Erwartungen, Annahmen und Prognosen, die sich künftig möglicherweise als nicht zutreffend erweisen könnten. United Internet garantiert nicht, dass sich die zukunftsgerichteten Aussagen als richtig erweisen, und übernimmt keine Verpflichtung und hat auch nicht die Absicht, die in diesem Bericht gemachten zukunftsgerichteten Aussagen anzupassen bzw. zu aktualisieren.

Montabaur, den 15. März 2013

Der Vorstand

Ralph Dommermuth

Robert Hoffmann

Norbert Lang

Konzernabschluss nach IFRS zum 31. Dezember 2012

Konsolidierte Bilanz nach IFRS zum 31. Dezember 2012 in T€

United Internet AG

scroll

Anmerkung 31. Dezember 2012 31. Dezember 2011
VERMÖGENSWERTE
Kurzfristige Vermögenswerte
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 19 42.828 64.867
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 20 148.766 106.702
Vorräte 21 25.678 16.720
Abgegrenzte Aufwendungen 22 45.177 43.094
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 23 19.531 83.287
Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte 23 4.473 3.632
286.453 318.302
Langfristige Vermögenswerte
Anteile an assoziierten Unternehmen 24 90.881 33.559
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 25 70.133 102.594
Sachanlagen 26 109.187 110.922
Immaterielle Vermögenswerte 27 151.827 187.377
Firmenwerte 28 356.248 401.295
Latente Steueransprüche 16 42.979 32.962
821.255 868.709
Summe Vermögenswerte 1.107.708 1.187.011
Schulden
Kurzfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 30 268.668 228.981
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 31 87.113 125.152
Erhaltene Anzahlungen 10.943 9.077
Steuerrückstellungen 32 49.312 21.914
Abgegrenzte Erlöse 33 166.030 138.789
Sonstige Rückstellungen 34 2.145 1.874
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 35 51.464 51.748
Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 35 29.944 19.843
665.619 597.378
Langfristige Schulden
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 31 213.163 399.441
Latente Steuerschulden 16, 37 7.569 9.262
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 35 23.214 26.177
243.946 434.880
Summe Schulden 909.565 1.032.258
Eigenkapital
Grundkapital 38 215.000 215.000
Kapitalrücklage 39 25.468 21.199
Kumuliertes Konzernergebnis 39 227.012 185.065
Eigene Anteile 38 -263.570 -270.751
Neubewertungsrücklage 39 9.621 18.276
Cashflow Hedge Rücklage 39 -7.942 -4.380
Währungsumrechnungsdifferenz 39 -17.301 -19.287
Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital 188.288 145.122
Nicht beherrschende Anteile 9.855 9.631
Summe Eigenkapital 198.143 154.753
Summe Schulden und Eigenkapital 1.107.708 1.187.011

Konsolidierte Gesamtergebnisrechnung nach IFRS vom 1. Januar 2012 bis 31. Dezember 2012 in T€

United Internet AG

scroll

Anmerkung 2012 Januar - Dezember 2011 Januar - Dezember
Umsatzerlöse 4 2.396.639 2.094.066
Umsatzkosten 5 , 9 , 11 -1.574.662 -1.375.669
Bruttoergebnis vom Umsatz 821.977 718.397
Vertriebskosten 6 , 9 , 11 -461.659 -356.845
Verwaltungskosten 7, 9 , 11 -112.066 -102.759
Sonstige betriebliche Aufwendungen 8 -41.752 -32.923
Sonstige betriebliche Erträge 8 58.467 68.221
Abschreibungen auf im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte immaterielle Vermögenswerte 9 -14.397 -14.575
Firmenwertabschreibungen 10 -46.268 -3.500
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 204.302 276.016
Finanzierungsaufwendungen 12 -24.317 -25.278
Finanzerträge 13 14.546 12.765
Abschreibungen auf Beteiligungen 14 0 -6.298
Ergebnis aus at-equity bilanzierten Unternehmen 15 -1.576 -6.629
Ergebnis vor Steuern 192.955 250.576
Steueraufwendungen 16 -84.669 -88.243
Konzernergebnis 108.286 162.333
davon entfallen auf
nicht beherrschende Anteile 481 5
Anteilseigner der United Internet AG 107.805 162.328
Ergebnis je Aktie der Anteilseigner der United Internet AG (in €)
-unverwässert 17 0,56 0,79
-verwässert 17 0,55 0,78
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien (in Mio. Stück)
-unverwässert 17 193,91 206,42
-verwässert 17 195,36 208,08
Überleitung zum gesamten Konzernergebnis
Konzernergebnis 108.286 162.333
Im Eigenkapital erfasste Ergebnisse
Veränderung der Währungsdifferenzen 1.968 757
Marktwertveränderung von als zur Veräußerung gehaltenen Finanzinstrumenten nach Steuern -8.655 -7.058
Veränderung der Cashflow Hedge Rücklage nach Steuern -3.562 -4.380
Erfolgsneutrale Veränderung von at-equity bilanzierten Unternehmen nach Steuern 0 -108
-10.249 -10.789
Gesamtes Konzernergebnis 98.037 151.544
davon entfallen auf
nicht beherrschende Anteile 463 11
Anteilseigner der United Internet AG 97.574 151.533

Eigenkapitalveränderungsrechnung in der Konzernbilanz nach IFRS vom 1. Januar 2012 bis 31. Dezember 2012

United Internet AG

scroll

Grundkapital Kapitalrücklage Kumuliertes Konzernergebnis Eigene Anteile
Stückelung T€ T€ T€ Stückelung T€
--- --- --- --- --- --- ---
Stand am 1. Januar 2011 240.000.000 240.000 41.649 326.663 20.563.522 -240.977
Konzernergebnis 162.328
Sonstiges Konzernergebnis
Gesamtergebnis 162.328
Ausgabe von eigenen Anteilen -7.198 -574.842 7.198
Einziehung von eigenen Anteilen -25.000.000 -25.000 -23.565 -254.728 -25.000.000 303.293
Erwerb von eigenen Anteilen 26.236.478 -340.265
Mitarbeiterbeteiligungs- programm Sedo Holding -236
Mitarbeiterbeteiligungs- programm United Internet 3.351
Dividendenzahlungen -42.000
Stand am 31. Dezember 2011 215.000.000 215.000 21.199 185.065 21.225.158 -270.751
Stand am 1. Januar 2012 215.000.000 215.000 21.199 185.065 21.225.158 -270.751
Konzernergebnis 107.805
Sonstiges Konzernergebnis
Gesamtergebnis 107.805
Ausgabe von eigenen Anteilen -7.181 -562.956 7.181
Mitarbeiterbeteiligungsprogramm Sedo Holding 2
Mitarbeiterbeteiligungsprogramm United Internet 4.267
Dividendenzahlungen -58.132
Gewinnausschüttungen
Veränderung Beteiligungsquoten -545
Stand am 31. Dezember 2012 215.000.000 215.000 25.468 227.012 20.662.202 -263.570

scroll

Neubewertungs-

rücklage

T€
Cashflow Hedge Rücklage

T€
Währungs-

umrechnungs-

differenz

T€
Auf die Anteilseigner der United Internet AG entfallendes Eigenkapital

T€
Nicht beherrschende Anteile

T€
Summe Eigenkapital

T€
Stand am 1. Januar 2011 25.442 0 -20.038 372.739 9.684 382.423
Konzernergebnis 162.328 5 162.333
Sonstiges Konzernergebnis -7.166 -4.380 751 -10.795 6 -10.789
Gesamtergebnis -7.166 -4.380 751 151.533 11 151.544
Ausgabe von eigenen Anteilen 0 0
Einziehung von eigenen Anteilen 0 0
Erwerb von eigenen Anteilen -340.265 -340.265
Mitarbeiterbeteiligungsprogramm Sedo Holding -236 -64 -300
Mitarbeiterbeteiligungsprogramm United Internet 3.351 3.351
Dividendenzahlungen -42.000 -42.000
Stand am 31. Dezember 2011 18.276 -4.380 -19.287 145.122 9.631 154.753
Stand am 1. Januar 2012 18.276 -4.380 -19.287 145.122 9.631 154.753
Konzernergebnis 107.805 481 108.286
Sonstiges Konzernergebnis -8.655 -3.562 1.986 -10.231 -18 -10.249
Gesamtergebnis -8.655 -3.562 1.986 97.574 463 98.037
Ausgabe von eigenen Anteilen 0 0
Mitarbeiterbeteiligungsprogramm Sedo Holding 2 1 3
Mitarbeiterbeteiligungsprogramm United Internet 4.267 4.267
Dividendenzahlungen -58.132 -58.132
Gewinnausschüttungen 0 -177 -177
Veränderung Beteiligungsquoten -545 -63 -608
Stand am 31. Dezember 2012 9.621 -7.942 -17.301 188.288 9.855 198.143

Konsolidierte Kapitalflussrechnung nach IFRS vom 1. Januar 2012 bis 31. Dezember 2012 in T€

United Internet AG

scroll

Anmerkung 2012 Januar -Dezember 2011 Januar -Dezember
Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit
Konzernergebnis 108.286 162.333
Berichtigungen zur Überleitung des Konzernergebnisses zu den Ein- und Auszahlungen
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 9 78.799 70.662
Abschreibungen auf im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte immaterielle Vermögenswerte 9 14.397 14.575
Abschreibungen auf sonstige finanzielle Vermögenswerte 14 0 6.298
Firmenwertabschreibungen 10 46.268 3.500
Personalaufwand aus Mitarbeiterbeteiligungen 36 4.269 3.051
Ergebnis aus at-equity bilanzierten Unternehmen 15, 24 1.576 6.629
Ausgeschüttete Gewinne assoziierter Unternehmen 24 0 730
Ertrag aus der Veräußerung von sonstigen finanziellen Vermögenswerten 8, 25 -18.892 -10.855
Ertrag aus der Veräußerung von assoziierten Unternehmen 8, 24 -4.875 -22.994
Veränderungen der Ausgleichsposten für latente Steueransprüche 16 -10.858 -17.021
Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen / Erträge 45 -4.883 -5.058
Cashflow der betrieblichen Tätigkeit 214.087 211.850
Veränderungen der Vermögenswerte und Schulden
Veränderung der Forderungen und sonstiger Vermögenswerte -45.831 -12.007
Veränderung der Vorräte -8.958 192
Veränderung der abgegrenzten Aufwendungen -2.083 -6.559
Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 39.693 15.472
Veränderung der erhaltenen Anzahlungen 1.652 1.931
Veränderung der sonstigen Rückstellungen 270 -3.962
Veränderung der Steuerrückstellungen 27.397 -21.156
Veränderung der sonstigen Verbindlichkeiten 7.203 9.468
Veränderung der abgegrenzten Erlöse 27.098 -380
Veränderungen der Vermögenswerte und Schulden, gesamt 46.441 -17.001
Nettoeinzahlungen der betrieblichen Tätigkeit 260.528 194.849
Cashflow aus dem Investitionsbereich
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen -63.601 -54.405
Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 7.759 1.902
Erwerb von Anteilen an verbundenen Unternehmen abzüglich erhaltener Zahlungsmittel 3 -154 0
Einzahlungen aus nachträglicher Kaufpreiserstattung 3 0 193
Erwerb von Anteilen an assoziierten Unternehmen 24 -60.153 -2.260
Einzahlungen aus der Veräußerung von assoziierten Unternehmen 24 11.400 3.385
Rückzahlungen von Anteilen an assoziierten Unternehmen 24 5.202 2.475
Investitionen in sonstige finanzielle Vermögenswerte 25 -409 -1.234
Auszahlungen aus der Ausgabe von Darlehen 41 -9.964 -2.000
Einzahlungen aus der Veräußerung von finanziellen Vermögenswerten 25 49.321 41.207
Rückzahlungen aus sonstigen finanziellen Vermögenswerten 2.628 501
Einzahlungen aus der Rückführung von Verkäuferdarlehen 24 59.821 12.195
Nettoeinzahlungen im Investitionsbereich 1.850 1.959
Cashflow aus dem Finanzierungsbereich
Erwerb eigener Aktien 38 0 -340.265
Aufnahme von Krediten 31 15.722 443.193
Rückzahlung von Krediten 31 -240.039 -288.000
Dividendenzahlungen 18 -58.132 -42.000
Ausschüttungen an Fremdaktionäre -1.316 -907
Erwerb weiterer Anteile an verbundenen Unternehmen -606 0
Nettoauszahlungen im Finanzierungsbereich -284.371 -227.979
Nettorückgang der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -21.993 -31.171
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu Beginn des Geschäftsjahres 64.867 96.091
Wechselkursbedingte Änderungen der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -46 -53
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Ende der Berichtsperiode 42.828 64.867

KONZERNANHANG ZUM 31. DEZEMBER 2012

1. Informationen zum Unternehmen

Geschäftstätigkeit

Die Geschäftstätigkeit der United Internet AG (im Folgenden "United Internet AG", "United Internet Gruppe" oder "Gesellschaft") umfasst laut Satzung die Erbringung von Marketing-, Vertriebs- oder sonstigen Dienstleistungen, insbesondere auf den Gebieten der Telekommunikation, der Informationstechnologie einschließlich des Internet sowie der Datenverarbeitung oder verwandter Bereiche. Zum Gegenstand des Unternehmens gehören auch der Erwerb, das Halten und die Verwaltung von Beteiligungen an anderen Unternehmen, insbesondere an solchen, die in den vorgenannten Geschäftsbereichen tätig sind. Die Gesellschaft ist berechtigt, Unternehmen, an denen sie beteiligt ist, unter ihrer einheitlichen Leitung zusammenzufassen und sich auf die Leitung oder Verwaltung der Beteiligungen zu beschränken.

Die Gesellschaft ist befugt, Unternehmen aller Art im In- und Ausland zu erwerben oder sich daran zu beteiligen und alle Geschäfte zu tätigen, die dem Gegenstand des Unternehmens förderlich sind. Die Gesellschaft ist berechtigt, ihre Geschäftstätigkeit auch durch Tochter-, Beteiligungs- und Gemeinschaftsunternehmen auszuüben. Sie kann ihren Betrieb ganz oder teilweise in verbundene Unternehmen ausgliedern oder verbundenen Unternehmen überlassen.

Die United Internet AG hat sich in ihrer Tätigkeit in den letzten Jahren zu einer operativen Management-Holding für Beteiligungen in verschiedenen Zielsegmenten des Internets und im Bereich Internet Service Providing entwickelt.

Die Gesellschaft hat ihren Sitz in 56410 Montabaur, Elgendorfer Straße 57, Bundesrepublik Deutschland, mit Niederlassungen oder Tochtergesellschaften in Düsseldorf, Hannover, Karlsruhe, Köln, München, Regensburg, Starnberg, Zweibrücken, Boston, Buenos Aires, Bukarest, Cambridge (USA), Cebu City, Chesterbrook, Groningen, Gloucester, Haarlem, Las Vegas, Saint-Denis, London, Madrid, Mailand, Saargemünd, Sao Paulo, Slough, Straßburg, Vancouver, Warschau, Wien und Zug. Die Bürogebäude der Gesellschaft sind sämtlich gemietet mit Ausnahme der Gebäude am Standort Zweibrücken.

Die berichtende Gesellschaft

Die Obergesellschaft des Konzerns, die United Internet AG, wurde am 29. Januar 1998 als 1&1 Aktiengesellschaft & Co. KGaA gegründet. Sie übernahm als Holding-Gesellschaft die Aufgaben der mit Wirkung zum 1. Januar 1998 auf sie verschmolzenen 1&1 Holding GmbH. Sie firmierte bis zur Hauptversammlung am 22. Februar 2000 unter 1&1 Aktiengesellschaft & Co. KGaA. Auf dieser Hauptversammlung wurde zunächst die Umfirmierung in United Internet Aktiengesellschaft & Co. KGaA und anschließend die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft unter der Firma United Internet AG beschlossen. Die United Internet AG ist beim Amtsgericht Montabaur unter HR B 5762 eingetragen.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

2.1 Grundlagen der Abschlusserstellung

Der Konzernabschluss der United Internet AG wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie vom International Accounting Standards Board (IASB) veröffentlicht wurden, aufgestellt. Die Gesellschaft hat bei der Aufstellung des Konzernabschlusses ergänzend dazu die Vorschriften des § 315a Abs. 1 HGB beachtet und auch angewendet. Es wurden alle am Bilanzstichtag gültigen IFRS beachtet, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind.

Die Berichtswährung ist Euro (€). Die Angaben im Anhang erfolgen entsprechend der jeweiligen Angabe in Euro (€), Tausend Euro (T€) oder Millionen Euro (Mio. €). Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips. Hiervon ausgenommen sind derivative Finanzinstrumente und zur Veräußerung verfügbare Finanzinvestitionen, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden.

Der Bilanzstichtag ist der 31. Dezember 2012.

Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am 28. März 2012 den Konzernabschluss 2011 gebilligt. Der Konzernabschluss wurde am 24. April 2012 im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Der Konzernabschluss 2012 wurde vom Vorstand der Gesellschaft am 15. März 2013 aufgestellt und im Anschluss an den Aufsichtsrat weitergeleitet. Der Konzernabschluss wird am 20. März 2013 dem Aufsichtsrat zur Billigung vorgelegt. Bis zur Billigung des Konzernabschlusses und Freigabe zur Veröffentlichung durch den Aufsichtsrat könnten sich theoretisch noch Änderungen ergeben. Der Vorstand geht jedoch von einer Billigung des Konzernabschlusses in der vorliegenden Fassung aus.

2.2 Konsolidierungsgrundsätze

In den Konzernabschluss sind die United Internet AG sowie alle von ihr beherrschten inländischen und ausländischen Tochtergesellschaften (Mehrheitsbeteiligungen) einbezogen. Eine Beherrschung liegt vor, wenn die Gesellschaft die Möglichkeit hat, die Finanz- und Geschäftspolitik zu bestimmen, und daraus wirtschaftlichen Nutzen ziehen kann. Die Abschlüsse der Tochterunternehmen werden unter Anwendung einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zum gleichen Bilanzstichtag aufgestellt wie der Abschluss des Mutterunternehmens.

Alle konzerninternen Salden, Transaktionen, Erträge, Aufwendungen sowie Gewinne und Verluste aus konzerninternen Transaktionen, die im Buchwert von Vermögenswerten enthalten sind, werden in voller Höhe eliminiert.

Tochterunternehmen werden ab dem Erwerbszeitpunkt, d. h. ab dem Zeitpunkt, zu dem der Konzern die Beherrschung erlangt, voll konsolidiert. Die Einbeziehung in den Konzernabschluss endet, sobald die Beherrschung durch das Mutterunternehmen nicht mehr besteht.

Nicht beherrschende Anteile stellen den Anteil des Ergebnisses und des Nettovermögens dar, der nicht dem Konzern zuzurechnen ist. Nicht beherrschende Anteile werden in der Konzernbilanz separat ausgewiesen. Der Ausweis in der Konzernbilanz erfolgt innerhalb des Eigenkapitals, getrennt von dem auf die Anteilseigner der United Internet AG entfallenden Eigenkapital. Bis zum 31. Dezember 2009 wurde der Erwerb von Anteilen ohne beherrschenden Einfluss nach der sog. Parent-Entity-Extension-Methode bilanziert. Dabei wurde die Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem Buchwert des anteilig erworbenen Nettovermögens als Firmenwert erfasst. Seit dem 1. Januar 2010 werden bei Erwerben von Anteilen ohne beherrschenden Einfluss (Minderheitsanteile) oder Veräußerungen von Anteilen mit beherrschendem Einfluss, ohne dass der beherrschende Einfluss verloren geht, die Buchwerte der Anteile mit und ohne beherrschenden Einfluss angepasst, um die Änderung der jeweiligen Beteiligungsquote widerzuspiegeln. Der Betrag, um den die für die Änderung der Beteiligungsquote zu zahlende oder zu erhaltende Gegenleistung den Buchwert des betreffenden Anteils ohne beherrschenden Einfluss übersteigt, ist als Transaktion mit den Gesellschaftern direkt im Eigenkapital zu erfassen.

Der Konzern umfasst zum 31. Dezember 2012 folgende Gesellschaften, an denen die United Internet AG unmittelbar oder mittelbar mehrheitlich (entsprechend den in Klammern angegebenen Anteilen am Kapital) beteiligt ist. Der Anteil am Kapital entspricht, soweit nicht anders lautend beschrieben, dem Anteil der Stimmrechte:

1&1 Internet:

1&1 Internet AG, Montabaur (100,0 %)

1&1 Internet Applications GmbH, Montabaur (100,0 %)

1&1 Internet Development SRL, Bukarest / Rumänien (99,0 %)

1&1 Internet Inc., Chesterbrook / USA (100,0 %)

A1 Media LLC, Chesterbrook / USA (100,0 %)

1&1 Internet Ltd., Slough / Großbritannien (100,0 %)

1&1 Internet S.A.R.L., Saargemünd / Frankreich (100,0 %)

1&1 Internet España S.L.U., Madrid / Spanien (100,0 %)

1&1 Internet Service GmbH, Montabaur (100,0 %)

1&1 Internet Service GmbH Zweibrücken, Zweibrücken (100,0 %)

1&1 Internet (Philippines) Inc., Cebu City, Phillippinen (100,0 %)

1&1 Internet Sp.z o.o, Warschau I Polen (l00,0 %)

1&1 Mail & Media Holding GmbH, Montabaur (100,0 %)

1&1 Mail & Media GmbH, Montabaur (100,0 %)

1&1 Mail & Media Beteiligungen GmbH, Montabaur (100,0 %)
1&1 De-Mail GmbH, Montabaur (100,0 %)

1&1 Mail & Media Inc., Chesterbrook I USA (100,0 %)

1&1 Telecom Holding GmbH, Montabaur (100,0 %)

1&1 Telecom GmbH, Montabaur (100,0 %)

1&1 Breitband GmbH, Montabaur (l00,0 %)

1&1 UK Holdings Ltd., Slough I Großbritannien (100,0 %)

Fasthosts Internet Ltd., Gloucester I Großbritannien (100,0 %)

Dollamore Ltd, Gloucester I Großbritannien (100,0 %)
Fasthosts Internet Inc., Chesterbrook I USA (100,0 %)

A1 Marketing Kommunikation und neue Medien GmbH, Montabaur (100,0 %)

Immobilienverwaltung AB GmbH, Montabaur (100,0 %)

Immobilienverwaltung NMH GmbH, Montabaur (l00,0 %)

InterNetX GmbH, Regensburg (95,56 %)

InterNetX LAC S.A., Buenos Aires I Argentinien (100,0 %)
Schlund Technologies GmbH, Regensburg (100,0 %)
PSI-USA, Inc., Las Vegas I USA (100,0 %)
Domain Robot Enterprises Inc., Vancouver / Kanada (100,0 %)
Domain Robot Servicos de Hospedagem na Internet Ltda., Sao Paulo / Brasilien (100,0 %)
mySARL GmbH, Regensburg (100,0 %)
myLLC GmbH, Regensburg (100,0 %)
myLLP GmbH, Regensburg (100,0 %)
myLTD GmbH, Regensburg (100,0 %)
mySRL GmbH, Regensburg (100,0 %)
InterNetX Corp., Miami I USA (100 %)

united-domains AG, Starnberg (85,0 %)

united-domains Reselling GmbH, Starnberg (100,0 %)
United Domains, Inc., Cambridge I USA (100,0 %)

United Internet Media AG, Montabaur (100,0 %)

United Internet Dialog GmbH, Montabaur (100,0 %)

UIM United Internet Media Austria GmbH, Wien I Österreich (100,0%)

1&1 Datacenter SAS, Straßburg I Frankreich (100,0 %)

United Internet Beteiligungen:

United Internet Beteiligungen GmbH, Montabaur (100,0 %)

Sedo Holding:

Sedo Holding AG, Köln (79,45 %)

Response Republic Beteiligungsgesellschaft Deutschland GmbH, Montabaur (100,0 %)

Sedo GmbH, Köln (100,0 %)

Sedo.com LLC, Cambridge (Boston) / USA (100,0 %)
Sedo London Ltd., London / Großbritannien (100,0 %)
DomCollect Worldwide Intellectual Property AG, Zug / Schweiz (100%)
Intellectual Property Management Company Inc.,Dover / USA (49,0 %)

affilinet GmbH, München (100,0 %)

affilinet Ltd., London / Großbritannien (100,0 %)
affilinet España S.L.U. Madrid / Spanien (100,0 %)
affilinet France SAS, Saint-Denis, Frankreich (100,0 %)
affilinet Nederland B.V., Haarlem / Niederlande (100,0 %)
Cleafs B.V. Groningen, Niederlande (100,0 %)

Sonstige:

MIP Multimedia Internet Park GmbH, Zweibrücken (100,0 %)
1&1 Access Holding GmbH, Montabaur (100,0 %)
1&1 Internet Service Holding GmbH, Montabaur (100,0 %)
1&1 Corporate Services GmbH, Montabaur (100,0 %)
European Founders Fund Nr. 2 Verwaltungs GmbH, München (90,0 %)
European Founders Fund Nr. 2 Geschäftsführungs GmbH, München (90,0 %)
European Founders Fund GmbH & Co. Beteiligungs KG Nr. 2, München (90,0 %)
European Founders Fund Nr. 3 Verwaltungs GmbH, München (80,0 %)
European Founders Fund Nr. 3 Management GmbH, München (80,0 %)
European Founders Fund GmbH & Co. Beteiligungs KG Nr. 3, München (80,0 %)
European Founders Fund Nr. 3 Beteiligungs GmbH, München (100,0 %)

Aufgrund der gesellschaftsvertraglich vereinbarten Einstimmigkeit bei sämtlichen Gesellschafterbeschlüssen kann der Konzern aus der Stimmrechtsmehrheit allein keinen beherrschenden Einfluss auf die EFF Nr. 2- und EFF Nr. 3-Gesellschaften ausüben. Da der Konzern jedoch nach den in SIC 12 Konsolidierung - Zweckgesellschaften genannten Indikatoren die Kontrolle hat, erfolgt eine Konsolidierung dieser Gesellschaften.

Assoziierte Unternehmen

Beteiligungen, auf deren Finanz- und Geschäftspolitik die Gesellschaft einen maßgeblichen Einfluss ausüben kann, werden als assoziierte Unternehmen gemäß IAS 28 nach der Equity-Methode bilanziert und bestehen aus folgenden wesentlichen Gesellschaften:

European Founders Fund Verwaltungs GmbH, München (66,67 %)
European Founders Fund Management GmbH, München (66,67 %)
European Founders Fund GmbH & Co. Beteiligungs KG Nr. 1, München (66,67 %)
TLDDOT GmbH, Berlin (53,50 %)
fun communications GmbH, Karlsruhe (49,00 %)
DomainsBot Srl, Rom / Italien (49,00 %)
Virtual Minds AG, Freiburg (48,65 %)
European Founders Fund Investment GmbH, München (33,33 %)
ProfitBricks GmbH, Berlin (30,02 %)
VictorianFibre Holding & Co. S.C.A., Luxemburg / Luxemburg (25,10 %)
PunktBayern GmbH & Co. KG, München (25,00 %)
Travel-Trex GmbH, Köln (25,00 %)
getAbstract AG, Luzern / Schweiz (22,00 %)

Aufgrund der gesellschaftsvertraglich vereinbarten Einstimmigkeit bei sämtlichen Gesellschafterbeschlüssen kann der Konzern bei den EFF Nr. 1 Gesellschaften (European Founders Fund Verwaltungs GmbH, European Founders Fund Management GmbH sowie European Founders Fund GmbH & Co. Beteiligungs KG Nr. 1) keinen beherrschenden Einfluss, sondern nur einen maßgeblichen Einfluss ausüben. Abweichend von dem Anteil am Kapital in Höhe von 66,67 % partizipiert der Konzern in Abhängigkeit der internen Verzinsung des Fonds zwischen 33,33 % und 66,67 % an den Jahresergebnissen der EFF Nr. 1.

Sonstige Beteiligungen

Beteiligungen, auf deren Finanz- und Geschäftspolitik die Gesellschaft keinen maßgeblichen Einfluss ausüben kann (< 20 % der Stimmrechte), fallen als Finanzinstrumente grundsätzlich unter den Anwendungsbereich von IAS 39 und werden als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte eingestuft:

Goldbach Group AG, Küsnacht-Zürich / Schweiz (14,96 %)
MMC Investments Holding Company Ltd., Port Louis / Mauritius (11,36 %)
Hi-media S.A., Paris / Frankreich (10,38 %)
Afilias Ltd, Dublin / Irland (9,82 %)
Silverpop Systems Inc., Atlanta / USA (5,91 %)
Become Inc., Sunnyvale / USA (5,06 %)

Änderungen in der berichtenden Unternehmenseinheit

Die United Internet Gruppe hat im Geschäftsjahr 2012 100,0 % der Anteile an der vollkonsolidierten Cleafs B.V. Groningen, Niederlande erworben sowie ihr Optionsrecht zum Erwerb von 25,1 % der Anteile an der Obergesellschaft der Versatel GmbH (vormals Versatel AG) VictorianFibre Holding & Co. S.C.A. ausgeübt. Die VictorianFibre Holding & Co S.C.A. wird als assoziiertes Unternehmen eingestuft. Ferner wurden 53,5 % der Anteile an der TLDDOT GmbH erworben, welche at-equity einbezogen wird.

Folgende Unternehmen wurden im Geschäftsjahr 2012 durch die Gesellschaft bzw. die Tochtergesellschaften gegründet:

1&1 Access Holding GmbH, Montabaur (100,0 %)
1&1 Internet Service Holding GmbH, Montabaur (100,0 %)
1&1 Corporate Services GmbH, Montabaur (100,0 %)
1&1 Datacenter SAS, Straßburg / Frankreich (100,0 %)
1&1 De-Mail GmbH, Montabaur (100,0 %)
1&1 Telecom Holding GmbH, Montabaur (100,0 %)
mySARL GmbH, Regensburg (100,0 %)
myLLC GmbH, Regensburg (100,0 %)
myLLP GmbH, Regensburg (100,0 %)
myLTD GmbH, Regensburg (100,0 %)
mySRL GmbH, Regensburg (100,0 %)
InterNetX Corp., Miami / USA (100 %)

Im Geschäftsjahr 2012 ist die United Internet Beteiligungen GmbH aus dem Gesellschafterkreis des assoziierten Unternehmens internetstores AG, Esslingen (20,00 %) aufgrund der Veräußerung ausgetreten.

2.3 Änderungen der Rechnungslegungsmethoden

Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen den im Vorjahr angewandten Methoden mit Ausnahmen der erstmals angewendeten weiter unten aufgelisteten neuen und überarbeiteten IFRS-Standards und -Interpretationen. Aus der Anwendung dieser neuen oder überarbeiteten IFRS-Standards und -Interpretationen ergaben sich keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

Aus Gründen der Klarheit wurden folgende Anpassungen vorgenommen:

In der Bilanz sowie in der Eigenkapitalveränderungsrechnung wurde die im Vorjahr ausgewiesene Hedging-Rücklage in Cashflow Hedge Rücklage umbenannt. Korrespondierend wurde in der Gesamtergebnisrechnung die Position Marktbewertung von Hedging-Instrumenten nach Steuern in Veränderung der Cashflow Hedge Rücklage nach Steuern umbenannt.
In der Kapitalflussrechnung wurde die Position Einzahlungen aus Anlagenabgängen in Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen umbenannt.
Ebenfalls in der Kapitalflussrechnung wurde die Position Einzahlungen aus der Veräußerung von Unternehmen in Einzahlungen aus der Rückführung von Verkäuferdarlehen umbenannt.

Aus Gründen der Übersichtlichkeit wurde in der Kapitalflussrechnung der Vorjahresausweis angepasst: Im Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit wurde die im Vorjahr ausgewiesene Position sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen / Erträge aus Steueranpassungen (17.363 T€) gelöscht. Entsprechend erhöhten sich die Veränderung der Steuerrückstellungen um 8.860 T€ sowie die Veränderung der sonstigen Verbindlichkeiten um 8.503 T€.

Auswirkungen neuer bzw. geänderter IFRS

In 2012 umgesetzte Rechnungslegungsstandards

Änderung von IFRS 7 - Finanzinstrumente: Anhangsangaben

Im Oktober 2010 hat das IASB einen Standard mit Änderungen an IFRS 7 bezüglich der Angabepflichten bei Ausbuchungen veröffentlicht. Mithilfe der neuen Änderungen sollen die Finanzberichte künftig übersichtlicher werden und damit Anwendern bei Transaktionen hinsichtlich der Übertragung von Vermögenswerten, bspw. Verbriefungen, mehr Einsicht gewähren. Zusätzlich wird eine wesentliche Vereinheitlichung der Angabepflichten nach IFRS und US-GAAP erreicht. Die Änderungen sind für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2011 beginnen, anzuwenden. Der geänderte Standard hatte mangels Anwendungsbereich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Gesellschaft.

Änderungen zu IAS 12 - Ertragsteuern

Im Dezember 2010 veröffentlichte das IASB Änderungen zum Standard IAS 12, die aus Vorschlägen resultieren, die in einem Standardentwurf im September 2010 zur öffentlichen Kommentierung herausgegeben worden waren. Nach IAS 12 hängt die Bewertung latenter Steuern davon ab, ob der Buchwert eines Vermögenswertes durch Nutzung oder durch Veräußerung realisiert wird. Die Änderung bietet eine praktische Lösung für dieses Problem durch die Einführung einer widerlegbaren Vermutung, dass die Realisierung des Buchwerts im Normalfall durch Veräußerung erfolgt. In diesem Zusammenhang wurde SIC 21 "Realisierung von neubewerteten, nicht planmäßig abzuschreibenden Vermögenswerten" zurückgezogen. Der geänderte Standard ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2012 beginnen, anzuwenden. Diese Änderung hatte mangels Anwendungsbereich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Gesellschaft.

Bereits veröffentlichte, aber noch nicht anzuwendende Rechnungslegungsstandards

Neben den vorgenannten, verpflichtend anzuwendenden IFRS wurden vom IASB noch weitere IFRS und IFRIC veröffentlicht, die das Endorsement der EU bereits teilweise durchlaufen haben, aber erst zu einem späteren Zeitpunkt verpflichtend anzuwenden sind. Eine freiwillige vorzeitige Anwendung wird von diesen Standards ausdrücklich zugelassen bzw. empfohlen. Die United Internet AG macht von diesem Wahlrecht keinen Gebrauch. Diese Standards werden zum Zeitpunkt der verpflichtenden Anwendung im Konzernabschluss umgesetzt.

EU-Endorsement liegt bereits vor

Änderungen zu IAS 1 - Darstellung des Abschlusses

Im Juni 2011 veröffentlichte das IASB Änderungen zum Standard IAS 1, die im Wesentlichen die Darstellung des sonstigen Ergebnisses betreffen. Der geänderte Standard ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2012 beginnen, anzuwenden. Die Anwendung des geänderten Standards wird keinen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss der Gesellschaft haben.

IFRS 10 - Konzernabschlüsse

Im Mai 2011 veröffentlichte das IASB als Teil eines "Pakets" von 5 neuen und überarbeiteten Standards den neuen Standard IFRS 10. IFRS 10 ersetzt die in IAS 27 "Konzern- und Einzelabschlüsse" und SIC-12 "Konsolidierung-Zweckgesellschaften" enthaltenen Leitlinien über Beherrschung und Konsolidierung. IAS 27 wird in "Einzelabschlüsse" umbenannt; der Standard behandelt zukünftig nur noch Regelungen zu Einzelabschlüssen. IFRS 10 ändert die Definition von "Beherrschung" dahin gehend, dass zur Ermittlung eines Beherrschungsverhältnisses auf alle Unternehmen die gleichen Kriterien angewandt werden. Diese Definition wird durch umfassende Anwendungsleitlinien gestützt, die verschiedene Arten aufzeigen, wie ein berichtendes Unternehmen (Investor) ein anderes Unternehmen (Beteiligungsunternehmen) beherrschen kann. Der neue Standard ist auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen. Eine frühere Anwendung ist zulässig, wenn das gesamte "Standard-Paket" zeitgleich angewendet wird. Die Gesellschaft prüft derzeit noch, inwieweit sich aus diesen Änderungen Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben können.

IFRS 11 - Gemeinschaftliche Vereinbarungen

Im Mai 2011 veröffentlichte das IASB als Teil eines "Pakets" von 5 neuen und überarbeiteten Standards den neuen Standard IFRS 11. Durch die geänderten Definitionen gibt es nunmehr 2 "Arten" gemeinschaftlicher Vereinbarungen: gemeinschaftliche Tätigkeiten und Gemeinschaftsunternehmen. Das bisherige Wahlrecht der Quotenkonsolidierung bei gemeinschaftlich geführten Unternehmen wurde abgeschafft. Partnerunternehmen eines Gemeinschaftsunternehmens haben verpflichtend die Equity-Bilanzierung anzuwenden. Unternehmen, die an gemeinschaftlichen Tätigkeiten beteiligt sind, werden zukünftig Regelungen anwenden müssen, die mit den derzeit geltenden Bilanzierungsvorschriften für gemeinschaftliche Vermögenswerte oder gemeinschaftliche Tätigkeiten vergleichbar sind. Der neue Standard tritt für Rechnungslegungsperioden in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen. Eine frühere Anwendung ist zulässig, wenn das gesamte "Standard-Paket" zeitgleich angewendet wird. Die Anwendung des neuen Standards wird aus heutiger Sicht voraussichtlich keinen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss der Gesellschaft haben.

IFRS 12 - Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen

Im Mai 2011 veröffentlichte das IASB als Teil eines "Pakets" von 5 neuen und überarbeiteten Standards den neuen Standard IFRS 12. IFRS 12 legt die erforderlichen Angaben für Unternehmen fest, die in Übereinstimmung mit den beiden neuen Standards IFRS 10 "Konzernabschlüsse" und IFRS 11 "Gemeinschaftliche Vereinbarungen" bilanzieren; der Standard ersetzt die derzeit in IAS 28 "Anteile an assoziierten Unternehmen" enthaltenen Angabepflichten. Gemäß dem neuen Standard IFRS 12 müssen Unternehmen Angaben machen, die es dem Abschlussadressaten ermöglichen, die Art, Risiken und finanziellen Auswirkungen zu beurteilen, die mit dem Engagement des Unternehmens bei Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen, gemeinschaftlichen Vereinbarungen und nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen (Zweckgesellschaften) verbunden sind. Der neue Standard tritt für Rechnungslegungsperioden in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen. Eine frühere Anwendung -auch teilweise -ist zulässig, ohne dass dies zu einer verpflichtenden Anwendung von IFRS 10, IFRS 11 oder der geänderten IAS 27 und IAS 28 führt. Die Anwendung des neuen Standards wird aus heutiger Sicht voraussichtlich keinen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss der Gesellschaft haben.

IFRS 13 - Bewertung zum beizulegenden Zeitwert

Im Mai 2011 veröffentlichte das IASB den neuen Standard IFRS 13. IFRS 13 beschreibt, wie der beizulegende Zeitwert zu bestimmen ist und erweitert die Angaben zum beizulegenden Zeitwert; der Standard enthält keine Vorgaben, in welchen Fällen der beizulegende Zeitwert zu verwenden ist. IFRS 13 gilt für Berichtsperioden, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Der Standard wird prospektiv zu Beginn der Berichtsperiode angewandt, für die die erstmalige Anwendung erfolgt. Die Anwendung des neuen Standards wird aus heutiger Sicht voraussichtlich keinen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss der Gesellschaft haben.

IAS 27 - Einzelabschlüsse (überarbeitet 2011)

Im Mai 2011 veröffentlichte das IASB als Teil eines "Pakets" von 5 neuen und überarbeiteten Standards den überarbeitenden Standard IAS 27. Nach Veröffentlichung des IFRS 10 enthält IAS 27 (überarbeitet 2011) nur noch Regelungen zu Einzelabschlüssen. Der überarbeitete Standard tritt für Rechnungslegungsperioden in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen. Eine frühere Anwendung ist zulässig, wenn das gesamte "Standard-Paket" zeitgleich angewendet wird. Der überarbeitete Standard wird mangels Anwendungsbereich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Gesellschaft haben.

IAS 28 - Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures (überarbeitet 2011)

Im Mai 2011 veröffentlichte das IASB als Teil eines "Pakets" von 5 neuen und überarbeiteten Standards den überarbeitenden Standard IAS 28. Dieser wird um die Punkte geändert, die sich als Folge der Veröffentlichung der neuen Standards IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12 ergeben. Der überarbeitete Standard tritt für Rechnungslegungsperioden in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen. Eine frühere Anwendung ist zulässig, wenn das gesamte "Standard-Paket" zeitgleich angewendet wird. Die Anwendung des neuen Standards wird aus heutiger Sicht voraussichtlich keinen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss der Gesellschaft haben.

Änderungen zu IAS 19 - Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Im Juni 2011 veröffentlichte das IASB Änderungen zum Standard IAS 19 mit dem Ziel, die bilanzielle Darstellung von Pensionsverpflichtungen transparenter zu machen. Zu den wesentlichen Neuerungen zählt die Streichung des Wahlrechts zur erfolgswirksamen Erfassung von versicherungsmathematischen Gewinnen oder Verlusten. Der geänderte Standard ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen, anzuwenden. Diese Änderung wird mangels Anwendungsbereich voraussichtlich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Gesellschaft haben.

Änderungen zu IFRS 7 / IAS 32 - Anpassungen zur Saldierung von Finanzaktiva und -passiva (Offsetting)

Im Dezember 2011 hat das IASB Ergänzungen zu IAS 32 und IFRS 7 veröffentlicht. Darin stellt das IASB einige Details in Bezug auf die Saldierung von Finanzaktiva mit -passiva klar und fordert diesbezüglich ergänzende Zusatzangaben. Diese Ergänzungen sind für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 (Zusatzangaben) bzw. 2014 (Klarstellungen) beginnen, verpflichtend und rückwirkend anzuwenden. Die Anwendung des neuen Standards wird aus heutiger Sicht voraussichtlich keinen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss der Gesellschaft haben.

EU-Endorsement liegt noch nicht vor

Das IASB und das IFRIC haben nachfolgend aufgelistete Standards und Interpretationen veröffentlicht, die von der EU bislang noch nicht anerkannt wurden. Die Standards und Interpretationen sind im Geschäftsjahr 2012 noch nicht verpflichtend anzuwenden und werden vom Konzern nicht angewendet.

IFRS 9 - Finanzinstrumente

Im November 2009 veröffentlichte das IASB den neuen Standard IFRS 9 zur Kategorisierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten. Die Veröffentlichung von IFRS 9 schließt Phase 1 des dreiteiligen IASB-Projekts zur vollständigen Überarbeitung der Bilanzierung von Finanzinstrumenten und somit von IAS 39 ab. Gemäß IFRS 9 regelt ein neuer, weniger komplexer Ansatz die Kategorisierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten. Demnach gibt es nunmehr nur noch 2 anstatt 4 Bewertungskategorien für aktivische Finanzinstrumente. Im Oktober 2010 wurde IFRS 9 um Bestimmungen zur Bilanzierung von finanziellen Verbindlichkeiten ergänzt; im Dezember 2011 erfolgte eine Verschiebung des verpflichtenden Datums der Erstanwendung. Diese ist nun ab 1. Januar 2015 verpflichtend vorzunehmen. In Einklang mit den Forderungen der G20 ist allerdings eine freiwillige vorzeitige Anwendung bereits für Geschäftsjahre, die 2009 oder später enden, zulässig. Die Anwendung des neuen Standards wird aus heutiger Sicht voraussichtlich keinen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss der Gesellschaft haben.

IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12 - Änderungen an den Übergangsvorschriften zu den Konsolidierungsstandards

Im Juni 2012 hat das IASB Änderungen an den Übergangsvorschriften von IFRS 10 Konzernabschlüsse, IFRS 11 Gemeinsame Vereinbarungen und IFRS 12 Angaben zu Beteiligungen an anderen Unternehmen veröffentlicht. Ziel der Änderung ist eine Klarstellung der Übergangsvorschriften in IFRS 10. Die Änderungen beinhalten daneben zusätzliche Erleichterungen beim Übergang auf IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12. So werden angepasste Vergleichsinformationen lediglich für die vorhergehende Vergleichsperiode verlangt. Darüber hinaus entfällt, im Zusammenhang mit Anhangsangaben zu nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen (structured entities), die Pflicht zur Angabe von Vergleichsinformationen für Perioden, die vor der Erstanwendung von IFRS 12 liegen. Die Änderungen treten für Berichtsjahre in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen. Allerdings wird für EU-IFRS-Anwender eine verpflichtende Anwendung von IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12 erst für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen, erforderlich sein. Die Anwendung der geänderten Standards wird aus heutiger Sicht voraussichtlich keinen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss der Gesellschaft haben.

Investmentgesellschaften (Änderungen an IFRS 10, IFRS 12 und IAS 27)

Am 31. Oktober 2012 hat der IASB den Standard Investmentgesellschaften (Änderungen an IFRS 10, IFRS 12 und IAS 27) veröffentlicht. Bereits mit dem Exposure Draft (August 2011) wurde vorgeschlagen, Investmentgesellschaften (investment entities) als eine eigenständige Form von Unternehmen zu definieren, die von den Konsolidierungsvorschriften in IFRS 10 Konzernabschlüsse ausgenommen sind. Durch die stattdessen vorzunehmende Bilanzierung zum Fair Value soll der Informationsnutzen der Finanzberichterstattung erhöht werden.

Der finale Standard behält die wesentlichen Züge des Exposure Drafts bei. Grundlegende Änderungen ergeben sich jedoch hinsichtlich der geänderten Definition einer Investmentgesellschaft. So erfolgt die Abkehr von der Definition mittels sechs strikt einzuhaltender Kriterien, stattdessen wird eine weniger restriktive Definition (einzuhaltende Kriterien) mit zusätzlich zu berücksichtigenden Faktoren gekoppelt.

Die Änderungen treten für Geschäftsjahre in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen. Eine freiwillige vorzeitige Anwendung ist gestattet. Somit besteht ein Gleichlauf zwischen dem Erstanwendungszeitpunkt des Investmentgesellschaften-Standards und dem von EFRAG vorgeschlagenen Erstanwendungszeitpunkt für die Konsolidierungsstandards IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12.

Jährliches Änderungsverfahren- Verbesserungen der IFRS 2011

Im Mai 2012 hat das IASB die "Verbesserungen an den IFRS 2009-2011" (Annual Improvements) veröffentlicht, wodurch 5 International Financial Reporting Standards (IFRSs) geändert werden.

Die Änderungen betreffen im Einzelnen:

IFRS 1 "Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards": Klarstellungen zur wiederholten Anwendung von IFRS 1 sowie zu Fremdkapitalkosten eines qualifizierten Vermögenswerts für den der Beginn der Aktivierung von Fremdkapitalkosten vor dem Zeitpunkt des Übergangs auf IFRS liegt.
IAS 1 "Darstellung des Abschlusses": Angabe von Vorjahresvergleichsinformationen
IAS 16 "Sachanlagen": Bilanzierung von Wartungsgeräten
IAS 32 "Finanzinstrumente": Darstellung - Bilanzierung von Steuereffekten bei Ausschüttungen an Eigenkapitalgeber und bei Transaktionskosten einer Eigenkapitaltransaktion
IAS 34 "Zwischenberichterstattung": Segmentangaben für das Gesamtvermögen und Schulden in der Zwischenberichterstattung

Die Änderungen treten für Berichtsjahre in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen

2.4 Wesentliche Ermessensentscheidungen und Schätzungen

Bei der Erstellung des Konzernabschlusses werden Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen vom Management gemacht, die sich auf die Höhe der zum Stichtag ausgewiesenen Erträge, Aufwendungen, Vermögenswerte und Schulden sowie den Ausweis von Eventualschulden auswirken. Durch die mit diesen Annahmen und Schätzungen verbundene Unsicherheit könnten jedoch Ergebnisse entstehen, die in der Zukunft zu erheblichen Anpassungen des Buchwerts der betroffenen Vermögenswerte oder Schulden führen.

Ermessensentscheidungen

Bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden hat die Unternehmensleitung folgende Ermessensentscheidungen, die die Beträge im Abschluss wesentlich beeinflussen, getroffen.

Zweckgesellschaften

Der Konzern hat Anteile an den Zweckgesellschaften European Founders Fund Nr. 1 bis Nr. 3 erworben. Dabei wurde anhand einer Analyse der Vertragsbedingungen in den Gesellschaftsverträgen unter Berücksichtigung von SIC-12 Konsolidierung - Zweckgesellschaften festgestellt, dass

die United Internet AG den European Founders Fund Nr. 1 nicht beherrscht, aber
die United Internet AG den European Founders Fund Nr. 2 beherrscht und
die United Internet AG den European Founders Fund Nr. 3 beherrscht.

Entsprechend wurden die European Founders Fund Nr. 2 und Nr. 3 als Tochterunternehmen in den Konzernabschluss einbezogen und der European Founders Fund Nr. 1 aufgrund des maßgeblichen Einflusses, den die United Internet AG ausüben kann, als assoziiertes Unternehmen behandelt.

Schätzungen und Annahmen

Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie sonstige am Stichtag bestehende wesentliche Quellen von Schätzungsunsicherheiten, aufgrund derer ein beträchtliches Risiko besteht, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden erforderlich sein wird, werden nachstehend erläutert.

Wertminderung von nicht-finanziellen Vermögenswerten

Die Gesellschaft ermittelt an jedem Bilanzstichtag, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung nicht-finanzieller Vermögenswerte vorliegen. Der Firmenwert und andere immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden mindestens einmal jährlich sowie bei Vorliegen entsprechender Anhaltspunkte auf Wertminderung überprüft. Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte werden auf Werthaltigkeit untersucht, wenn Hinweise vorliegen, dass der Buchwert den erzielbaren Betrag übersteigt.

Zur Schätzung des Nutzungswerts muss das Management die voraussichtlichen künftigen Cashflows des Vermögenswerts oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit schätzen und einen angemessenen Abzinsungssatz wählen, um den Barwert dieser Cashflows zu ermitteln. Für weitere Einzelheiten, einschließlich einer Sensitivitätsanalyse der wesentlichen Annahmen, wird auf die Anhangsangabe zur "Wertminderungen des Geschäfts- oder Firmenwerts und der immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer" verwiesen.

Zu den wesentlichen Annahmen des Managements im Hinblick auf die Bestimmung des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten gehören Annahmen bezüglich der Umsatzentwicklung, Margenentwicklung und des Diskontierungszinssatzes.

Beizulegender Zeitwert finanzieller Vermögenswerte und Wertminderung von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinvestitionen

Sofern der beizulegende Zeitwert von in der Bilanz erfassten finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten nicht mithilfe von Daten eines aktiven Marktes bestimmt werden kann, wird er unter Verwendung von Bewertungsverfahren einschließlich der Discounted-Cashflow-Methode ermittelt. Die in das Modell eingehenden Input-Parameter stützen sich soweit möglich auf beobachtbare Marktdaten. Ist dies nicht möglich, beinhaltet die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte in gewissem Maße Schätzungen insbesondere hinsichtlich der Input-Parameter Liquiditätsrisiko, Ausfallrisiko und Volatilität. Änderungen der Annahmen bezüglich dieser Faktoren könnten sich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert der Finanzinstrumente auswirken.

Die Gesellschaft stuft bestimmte Vermögenswerte als zur Veräußerung verfügbar ein und erfasst Änderungen in ihrem beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral im Eigenkapital. Verringert sich der beizulegende Zeitwert, so werden vom Management Annahmen über den Wertverlust getroffen, um zu bestimmen, ob es sich um eine Wertminderung handelt, die erfolgswirksam im Periodenergebnis zu erfassen ist. Eine signifikante oder länger anhaltende Abnahme des beizulegenden Zeitwerts eines gehaltenen Eigenkapitalinstruments unter dessen Anschaffungskosten kann ein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung sein. Der Buchwert der zur Veräußerung verfügbaren Finanzinvestitionen betrug zum 31. Dezember 2012 42.927 T€ (Vorjahr: 82.705 T€).

Ermittlung des Ergebnisanteils von assoziierten Unternehmen

Die Anteile an assoziierten Unternehmen werden mittels der Equitymethode im Konzernabschluss fortgeschrieben. Aufgrund von zum Teil zum Bilanzstichtag nicht vollständig vorliegenden Finanzinformationen von assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen berücksichtigt die anteilige Ergebnisübernahme teilweise Schätzungen der Unternehmensleitung der United Internet Gruppe. Die Schätzungen betreffen beispielsweise Anpassungen an einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften (IAS 28.26), Effekte aus den durchzuführenden Kaufpreisallokationen (IAS 28.23) sowie die zugrunde zu legenden Periodenergebnisse. Im Rahmen der Schätzungen ergeben sich Ermessensspielräume und Unsicherheiten.

Für die Schätzung des Ergebnisanteils von assoziierten Unternehmen werden zum Teil Ergebnisprognosen zugrunde gelegt. Diese werden bei Vorliegen konkreterer Finanzinformationen im Folgejahr im Falle von wesentlichen Abweichungen angepasst. Der Buchwert der Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen belief sich zum 31. Dezember 2012 auf 90.881 T€ (Vorjahr: 33.559 T€). Das Ergebnis aus assoziierten Unternehmen im Geschäftsjahr 2012 beläuft sich auf -1.576 T€ (Vorjahr: -6.629).

Werthaltigkeitsprüfung von Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen

Der United Internet Konzern hält zum Bilanzstichtag Anteile an verschiedenen assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen. Zum Bilanzstichtag überprüft die Gesellschaft gemäß IAS 28.31, ob hinsichtlich der Nettoinvestition des United Internet Konzerns in das jeweilige assoziierte Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen die Berücksichtigung eines zusätzlichen Wertminderungsaufwands erforderlich ist.

Die erzielbaren Beträge nicht börsennotierter Unternehmen orientieren sich neben den für das jeweilige Unternehmen vorliegenden Vergangenheitserfahrungen auch an den Erwartungen über die voraussichtliche zukünftige Entwicklung. Diesen Erwartungen liegen zahlreiche Annahmen zugrunde, so dass die Ermittlung der erzielbaren Beträge ermessensabhängig ist. Der Buchwert der Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen belief sich zum 31. Dezember 2012 auf 90.881 T€ (Vorjahr: 33.559 T€).

Aktienbasierte Vergütung

Der Aufwand aus der Gewährung von Eigenkapitalinstrumenten an Mitarbeiter wird im Konzern mit dem beizulegenden Zeitwert dieser Eigenkapitalinstrumente zum Zeitpunkt ihrer Gewährung bewertet. Zur Schätzung des beizulegenden Zeitwerts muss für die Gewährung von Eigenkapitalinstrumenten ein geeignetes Bewertungsverfahren bestimmt werden; dieses ist abhängig von den Vertragsbedingungen. Es ist weiterhin die Bestimmung geeigneter in dieses Bewertungsverfahren einfließender Daten, darunter insbesondere die voraussichtliche Optionslaufzeit, Volatilität und Dividendenrendite, sowie entsprechende Annahmen erforderlich.

Bei Plänen mit Erfüllungswahlrecht beim Unternehmen sind zu jedem Stichtag Schätzungen hinsichtlich des Vorliegens einer "present obligation to settle in cash" gemäß IFRS 2 notwendig. Aus diesen Annahmen ergeben sich Auswirkungen auf die Bilanzierung solcher Pläne.

Die gleiche Vorgehensweise findet Anwendung auf aktienbasierte Vergütungsformen an Dritte (z. B. Dienstleister, Lieferanten etc.). Hier kommt es neben oben genannten Faktoren vor allem in den Bereichen Ermittelbarkeit des Zeitwerts der empfangenen Dienstleistungen, Festlegung des Gewährungszeitpunkts sowie Festlegung der Dienstperiode zu Schätzungen und Annahmen.

Steuern

Unsicherheiten bestehen hinsichtlich der Auslegung komplexer steuerrechtlicher Vorschriften sowie der Höhe und des Entstehungszeitpunkts künftig zu versteuernder Ergebnisse. Dem folgend sowie angesichts der Komplexität bestehender vertraglicher Vereinbarungen ist es möglich, dass Abweichungen zwischen den tatsächlichen Ergebnissen und den getroffenen Annahmen bzw. künftige Änderungen solcher Annahmen in Zukunft Anpassungen des bereits erfassten Steuerertrags und Steueraufwands erfordern. Der Konzern bildet, basierend auf vernünftigen Schätzungen, Rückstellungen für mögliche Auswirkungen steuerlicher Außenprüfungen in den Ländern, in denen er tätig ist.

Die Höhe solcher Rückstellungen basiert auf verschiedenen Faktoren, wie beispielsweise der Erfahrung aus früheren steuerlichen Außenprüfungen und unterschiedlichen Auslegungen der steuerrechtlichen Vorschriften durch das steuerpflichtige Unternehmen und die zuständige Steuerbehörde. Solche unterschiedlichen Auslegungen können sich aus einer Vielzahl verschiedener Sachverhalte ergeben, abhängig von den Bedingungen, die im Sitzland des jeweiligen Konzernunternehmens vorherrschen.

Aktive latente Steuern

Aktive latente Steuern werden für alle nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass hierfür zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, so dass die Verlustvorträge tatsächlich genutzt werden können. Für die Ermittlung der Höhe der aktiven latenten Steuern ist eine wesentliche Ermessensausübung der Unternehmensleitung auf der Grundlage des erwarteten Eintrittszeitpunkts und der Höhe des künftig zu versteuernden Einkommens sowie der zukünftigen Steuerplanungsstrategien erforderlich. Zum 31. Dezember 2012 belief sich der Buchwert der aktiven latenten Steuern auf berücksichtigte steuerliche Verlustvorträge auf 9.251 T€ (Vorjahr: 14.440 T€). Weitere Einzelheiten sind in der Anhangsangabe 16 dargestellt.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden in der Bilanz abzüglich der vorgenommenen Wertberichtigungen ausgewiesen. Die Wertberichtigung von zweifelhaften Forderungen erfolgt auf der Grundlage von regelmäßigen Überprüfungen sowie Bewertungen im Rahmen der Kreditüberwachung. Die hierzu getroffenen Annahmen über das Zahlungsverhalten und die Bonität der Kunden unterliegen wesentlichen Unsicherheiten. Der Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrug zum 31. Dezember 2012 148.766 T€ (Vorjahr: 106.702 T€).

Vorräte

Vorräte sind mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte Verkaufserlös abzüglich der erwarteten notwendigen Kosten bis zum Veräußerungszeitpunkt. Die Bewertung fußt dabei unter anderem auf zeitabhängigen Gängigkeitsabschlägen. Auch im Falle von Domains nimmt der Konzern mit zunehmender Haltedauer (> 12 Monate) Gängigkeitsabschläge vor, die im Zeitablauf ansteigen. Sowohl die Höhe, als auch die zeitliche Verteilung der Abschläge stellen eine bestmögliche Schätzung des Nettoveräußerungswerts dar und sind daher mit Schätzungsunsicherheiten behaftet. Die Buchwerte der Vorräte zum Bilanzstichtag betrugen 25.678 T€ (Vorjahr: 16.720 T€). Zu weiteren Informationen wird auf Anhangsangabe 21 verwiesen.

Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte

Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte werden beim erstmaligen Ansatz zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden dann linear über die angenommene wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die angenommenen Nutzungsdauern basieren auf Erfahrungswerten und sind mit wesentlichen Unsicherheiten, insbesondere bezüglich unvorhergesehener technologischer Entwicklung, behaftet. Der Buchwert der Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer betrug zum 31. Dezember 2012 214.718 T€ (Vorjahr: 251.680 T€).

Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen

Geschäfts- oder Firmenwerte aus einem Unternehmenszusammenschluss werden bei erstmaligem Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet, die sich als Überschuss der Anschaffungskosten des Unternehmenserwerbs über die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden bemessen.

Die Bestimmung der zum Erwerbsstichtag jeweils beizulegenden Zeitwerte dieser Vermögenswerte und Verbindlichkeiten unterliegt dabei wesentlichen Schätzungsunsicherheiten. Bei Identifizierung von immateriellen Vermögenswerten wird in Abhängigkeit von der Art des immateriellen Vermögenswerts und der Komplexität der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts entweder auf das unabhängige Gutachten eines externen Bewertungsgutachters zurückgegriffen oder der beizulegende Zeitwert wird intern unter Verwendung einer angemessenen Bewertungstechnik ermittelt, deren Basis üblicherweise die Prognose der insgesamt erwarteten künftigen generierten Zahlungsmittel ist. Diese Bewertungen sind eng verbunden mit den Annahmen, die das Management bezüglich der künftigen Entwicklung der jeweiligen Vermögenswerte getroffen hat sowie des anzuwendenden Diskontierungszinssatzes.

Die Buchwerte der Geschäfts- oder Firmenwerte betrugen zum Bilanzstichtag 356.248 T€ (Vorjahr: 401.295 T€). Die Buchwerte der aus Unternehmenszusammenschlüssen resultierenden bilanzierten immateriellen Vermögenswerte (ohne Geschäfts- oder Firmenwerte) beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 63.775 T€ (Vorjahr: 77.905 T€).

Rückstellungen

Eine Rückstellung wird dann gebildet, wenn der Konzern eine rechtliche oder faktische Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses hat, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung der Verpflichtung wahrscheinlich und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Solche Schätzungen unterliegen wesentlichen Unsicherheiten. Der Buchwert der Rückstellungen betrug zum 31. Dezember 2012 2.145 T€ (Vorjahr: 1.874 T€).

2.5 Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Umsatzrealisierung

Bei der Umsatzrealisierung ist zwischen unterschiedlichen Geschäftsbereichen des Konzerns zu unterscheiden (siehe Anhangsangabe 4).

Erträge werden erfasst, wenn es wahrscheinlich ist, dass der wirtschaftliche Nutzen dem Konzern zufließen wird und die Höhe der Erträge verlässlich bestimmt werden kann. Erträge werden zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen Gegenleistung bewertet. Umsatzsteuer oder andere Abgaben bleiben unberücksichtigt. Darüber hinaus setzt die Ertragsrealisierung die Erfüllung nachfolgend aufgelisteter Ansatzkriterien voraus.

Im Einzelnen werden die Umsätze der Segmente nach den folgenden Gesichtspunkten realisiert:

Segment "Access"

Das Segment "Access" umfasst im Wesentlichen die Produktlinien Schmalband-Internet-Zugänge, Breitband- / DSL-Internet-Zugänge (inkl. Internet-Telefonie und Video-on-Demand) sowie Mobile Internet.

In diesen Produktlinien erzielt die Gesellschaft Umsätze aus der Bereitstellung der genannten Zugangsprodukte sowie aus etwaigen zusätzlichen Leistungen wie Internet- und Mobilfunktelefonie oder Video-on-Demand. Die Umsätze bestehen dabei aus festen monatlichen Grundgebühren sowie variablen, zusätzlichen Nutzungsentgelten für bestimmte Leistungen (z. B. für Auslands- und Mobilfunkverbindungen, die nicht mit einer Flatrate abgedeckt sind, oder auch für den Einzelabruf von Videos), sowie aus Erlösen aus dem Verkauf von dazugehöriger Hardware und Software.

Die Umsätze werden entsprechend der Erbringung der Dienstleistung, die in der Regel der Vereinnahmung der von den Kunden gezahlten monatlichen Beträge (Nutzungsentgelte und Grundgebühren) entspricht, realisiert. Die Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Hardware werden bei Gefahrenübergang realisiert. Vorauszahlungen der Kunden werden als abgegrenzte Erlöse bilanziert. Die Umsatzrealisierung erfolgt anteilig über den Zeitraum der Leistungserbringung. Die Entgelte werden überwiegend im Wege des Lastschriftverfahrens eingezogen.

Segment "Applications"

Das Segment "Applications" umfasst das Applikations-Geschäft von United Internet -werbefinanziert oder im kostenpflichtigen Abonnement. Zu diesen Applikationen gehören z. B. Domains, Homepages und E-Shops, Anwendungen für Personal Information Management (E-Mail, Aufgaben, Termine, Adressen), Groupwork, Online-Storage oder Office-Applikationen. Darüber hinaus bietet die Gesellschaft ihren Kunden über Sedo und affilinet erfolgsbasierte Werbe- und Vertriebsmöglichkeiten an.

Im Bereich der kostenpflichtigen Abonnements werden primär feste monatliche Erträge für die Nutzung, Verwaltung und Speicherung der genannten Applikationen sowie Erlöse aus der Vermittlung und Verwaltung von Domains erzielt. Neben den festen monatlichen Gebühren werden auch Einmalerlöse wie Einrichtungsgebühren, SMS-Gebühren oder Erlöse aus dem Verkauf von Software-Produkten (z. B. Virenschutz-Software) erzielt.

Die Kunden zahlen dabei in der Regel im Voraus für einen vertraglich fixierten Zeitraum für die von der Gesellschaft zu erbringenden Leistungen. Vorauszahlungen der Kunden werden als abgegrenzte Erlöse bilanziert. Die Umsatzrealisierung erfolgt anteilig über den Zeitraum der Inanspruchnahme der Dienstleistung. Die Entgelte werden in der Regel im Wege des Lastschriftverfahrens eingezogen.

Im Bereich der werbefinanzierten Applikationen (in der Regel kostenfreie EMail-Lösungen von GMX und WEB.DE) generiert die Gesellschaft - über die Portale WEB.DE, 1&1, GMX und smartshopping - Werbeeinnahmen und eCommerce-Provisionen. Basis dieses Geschäfts ist die häufige Inanspruchnahme der kostenfreien Applikationen und die damit verbundene hohe Frequentierung der Portale. Dabei werden bei der Online-Werbung Werbeflächen auf den Websites der Portale angeboten. Die Umsatzerlöse werden in Abhängigkeit von der Platzierung der Werbung sowie der Anzahl der Einblendungen bzw. Clickraten realisiert. Im eCommerce-Geschäft erhält die Gesellschaft Provisionen für den Verkauf von Produkten oder die Vermittlung von Kunden.

Die Umsatzerlöse werden entsprechend der Leistungserbringung realisiert. Vorauszahlungen der Kunden werden als abgegrenzte Erlöse bilanziert.

Umsatzerlöse aus dem Tausch von Werbeleistungen werden gemäß SIC 31 nur realisiert, wenn art- und wertmäßig unterschiedliche Werbedienstleistungen getauscht werden. Umsatzerlöse werden zum Marktwert des hingegebenen Vermögenswerts oder der erbrachten Dienstleistung bewertet und eventuell um eine zusätzliche Barzahlung angepasst. United Internet vermarktet Werbeflächen auf ihren Portalen nur in geringem Umfang im Tausch gegen Werbezeiten in anderen Werbemedien.

Neben den Applikations-Umsätzen werden in diesem Segment auch die Umsätze aus den erfolgsabhängigen Werbeformen Domain-Marketing und Affiliate-Marketing abgebildet.

Im Domain-Marketing betreibt United Internet (über die Sedo GmbH) eine Handelsplattform für den Domain-Sekundärmarkt (Domain-Handel). Gleichzeitig bietet die Gesellschaft den Domain-Inhabern an, nicht genutzte Domains an Werbetreibende zu vermarkten (Domain-Parking). Neben diesen Kunden-Domains hält die Gesellschaft auch ein eigenes Portfolio an verkauf- bzw. vermarktbaren Domains. Im Domain-Handel erhält die Gesellschaft Provisionen bei erfolgtem Verkauf einer Domain über die Plattform und erzielt darüber hinaus Umsatzerlöse aus Dienstleistungen rund um den Themenbereich Domain-Bewertung und -Transfer. Die Verkaufsprovisionen und Dienstleistungen bemessen sich dabei in der Regel prozentual vom erzielten Verkaufspreis, während es sich bei den sonstigen Dienstleistungen um Festpreise handelt. Beim Domain-Parking erfolgt die Vermarktung (primär über Kooperationen mit Suchmaschinen) hauptsächlich über Textlinks, d. h. über Verweise auf den geparkten Domains auf die Angebote der Werbetreibenden. Die Gesellschaft erhält dabei durch den Kooperationspartner monatlich eine erfolgsabhängige Vergütung auf Basis der generierten Klicks, die durch den Kooperationspartner ermittelt werden.

Die Gesellschaft erfasst Verkaufsprovisionen bei Rechnungsstellung in den Umsatzerlösen. Die Realisierung des Umsatzes erfolgt daher nach Abschluss der Transaktion bzw. nach der Erbringung der Dienstleistung. In den Umsatzerlösen des Domain-Parkings wird monatlich die von den Kooperationspartnern gutgeschriebene Vergütung erfasst.

Über die affilinet GmbH betreibt United Internet eine Internet-Plattform für Affiliate-Marketing. Ein Affiliate-Programm (Partnerprogramm) ist eine internetbasierte Vertriebslösung, bei der ein kommerzieller Anbieter (der sogenannte Advertiser) seinen Vertriebspartner (den sogenannten Affiliate) erfolgsorientiert über eine Provision vergütet. Der Advertiser stellt hierbei seine Werbemittel über die Plattform zur Verfügung, die der Affiliate wiederum auf seinen Seiten zur Bewerbung der Angebote des Advertisers verwenden kann.

Dabei gewinnt, steuert und vergütet der Anbieter seine Vertriebspartner über die gemeinsame Plattform. affilinet als Betreiber der Plattform erhält von den Advertisern für die Nutzung der auf der Plattform zu Verfügung stehenden Admin- und Management-Tools, die Auswertung der Transaktionen und die Erstellung der monatlichen Abrechnung gegenüber den Vertriebspartnern eine Vergütung. Basis der Berechnung dieser Vergütung ist dabei die an den Affiliate zu zahlende Provision. Bei dieser kann es sich um eine Berechnung auf Basis eines Klicks (Cost per Click), auf Basis einer bestimmten Aktion des Internet-Nutzers (Cost per Action), auf Basis getätigter Käufe oder Bestellungen (Cost per Sale) oder um eine Mischform handeln.

Die Rechnungsstellung erfolgt im Voraus oder auf monatlicher Basis nach Leistungserbringung. Die Erfassung in den Umsatzerlösen erfolgt mit der Leistungserbringung. Vorab in Rechnung gestellte Beträge werden abzüglich der erbrachten Leistungen als erhaltene Anzahlungen erfasst. In den Fällen, in denen Leistungen nicht monatlich abgerechnet werden, werden die erbrachten Leistungen ermittelt und zu den mit den Kunden vereinbarten Preisen als Umsatzerlöse erfasst.

Ausweis von Veräußerungsgewinnen und -verlusten aus der Veräußerung von Beteiligungsunternehmen

Die reguläre Wertfortschreibung und Bewertung insbesondere von Anteilen an assoziierten Unternehmen sowie von zur Veräußerung gehaltenen Anteilen wird -soweit sie ergebniswirksame Effekte betrifft -im Finanzergebnis ausgewiesen (siehe auch Erläuterungen zum Finanzergebnis).

Gewinne aus der Veräußerung von solchen Anteilen werden grundsätzlich unter den sonstigen betrieblichen Erträgen, Veräußerungsverluste unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

Fremdwährungsumrechnung

Der Konzernabschluss wird in Euro, der funktionalen und der Darstellungswährung der Gesellschaft, aufgestellt. Jedes Unternehmen innerhalb des Konzerns legt seine eigene funktionale Währung fest. Die im Abschluss des jeweiligen Unternehmens enthaltenen Posten werden unter Verwendung dieser funktionalen Währung bewertet. Fremdwährungstransaktionen werden zunächst zu dem am Tag des Geschäftsvorfalls gültigen Kassakurs in die funktionale Währung umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Schulden in einer Fremdwährung werden zu jedem Stichtag unter Verwendung des Stichtagskurses in die funktionale Währung umgerechnet. Alle Währungsdifferenzen werden erfolgswirksam erfasst. Hiervon ausgenommen sind Währungsdifferenzen aus Fremdwährungskrediten, soweit sie zur Sicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb eingesetzt werden. Diese werden bis zur Veräußerung der Nettoinvestition direkt im Eigenkapital und erst bei deren Abgang im Periodenergebnis erfasst. Aus diesen Währungsdifferenzen entstehende latente Steuern werden ebenfalls direkt im Eigenkapital erfasst. Nicht-monetäre Posten, die zu historischen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten in einer Fremdwährung bewertet wurden, werden mit dem Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls umgerechnet. Nicht-monetäre Posten, die mit ihrem beizulegenden Zeitwert in einer Fremdwährung bewertet werden, werden mit dem Kurs umgerechnet, der zum Zeitpunkt der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts gültig war. Jegliche im Zusammenhang mit dem Erwerb eines ausländischen Geschäftsbetriebs entstehenden Geschäfts- oder Firmenwerte und jegliche am beizulegenden Zeitwert ausgerichtete Anpassungen der Buchwerte der Vermögenswerte und Schulden, die aus dem Erwerb dieses ausländischen Geschäftsbetriebs resultieren, werden als Vermögenswerte und Schulden des ausländischen Geschäftsbetriebs bilanziert und zum Stichtagskurs umgerechnet.

Die Vermögenswerte und Schulden der ausländischen Geschäftsbetriebe werden zum Stichtagskurs in Euro umgerechnet. Die Umrechnung von Erträgen und Aufwendungen erfolgt zum Wechselkurs am Tag des Geschäftsvorfalls (aus praktischen Erwägungen wird zur Umrechnung bei nicht stark schwankenden Wechselkursen ein gewichteter Durchschnittskurs gewählt). Die hieraus resultierenden Umrechnungsdifferenzen werden als separater Bestandteil des Eigenkapitals erfasst. Der im Eigenkapital für einen ausländischen Geschäftsbetrieb erfasste kumulative Betrag wird bei der Veräußerung dieses ausländischen Geschäftsbetriebs erfolgswirksam aufgelöst.

Die Wechselkurse der wesentlichen Währungen entwickelten sich wie folgt:

scroll

(im Verhältnis zu 1 Euro) Stichtagskurs Durchschnittskurse
31.12.2012 31.12.2011 2012 2011
--- --- --- --- ---
US-Dollar 1,319 1,294 1,286 1,392
Britisches Pfund 0,817 0,835 0,811 0,868

Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Bei Durchführung einer größeren Wartung werden die Kosten im Buchwert der Sachanlagen als Ersatz erfasst, sofern die Ansatzkriterien erfüllt sind.

Grundstücke und Gebäude werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen auf Gebäude und Wertminderungen bewertet.

Eine Sachanlage wird entweder bei Abgang ausgebucht oder dann, wenn aus der weiteren Nutzung oder Veräußerung des Vermögenswerts kein wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird. Die aus dem Abgang des Vermögenswerts resultierenden Gewinne oder Verluste werden als Differenz aus Nettoveräußerungserlösen und Buchwert des Vermögenswerts ermittelt und in der Periode, in der der Vermögenswert ausgebucht wird, erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Die Restwerte, Nutzungsdauern und Abschreibungsmethoden werden am Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Vermögenswerte des Sachanlagevermögens werden über deren voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Bei der Betriebs- und Geschäftsausstattung werden Server, die im Rahmen des Webhosting eingesetzt werden, über eine Nutzungsdauer von 3 Jahren abgeschrieben. Die restlichen von der Gesellschaft verwendeten Server werden aufgrund der vergleichsweise geringeren Beanspruchung über eine Nutzungsdauer von 5 Jahren abgeschrieben.

Die angesetzten Nutzungsdauern ergeben sich aus der folgenden Übersicht:

scroll

Nutzungsdauer in Jahren
Mietereinbauten Bis zu 10 (abhängig von der Mietdauer)
Gebäude 10 bzw. 50
Kraftfahrzeuge 5 bis 6
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 10
Büroeinrichtung 5 bis 13

Fremdkapitalkosten

Fremdkapitalkosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie angefallen sind, es sei denn, sie stehen im Zusammenhang mit der Herstellung oder dem Erwerb eines "Qualifying Assets". In der Berichtsperiode waren keine Fremdkapitalkosten zu aktivieren.

Unternehmenszusammenschlüsse und Firmenwert

Unternehmenszusammenschlüsse werden unter Anwendung der Erwerbsmethode bilanziert. Dies beinhaltet die Erfassung aller identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden des erworbenen Geschäftsbetriebs zum beizulegenden Zeitwert.

Firmenwerte aus einem Unternehmenszusammenschluss werden bei erstmaligem Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet, die sich als Überschuss der Anschaffungskosten des Unternehmenserwerbs über die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden bemessen. Nach dem erstmaligen Ansatz wird der Firmenwert zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Firmenwerte werden mindestens einmal jährlich oder dann auf Wertminderung geprüft, wenn Sachverhalte oder Änderungen der Umstände darauf hindeuten, dass der Buchwert gemindert sein könnte.

Zum Zweck der Überprüfung, ob eine Wertminderung vorliegt, muss der Firmenwert, der bei einem Unternehmenszusammenschluss erworben wurde, vom Übernahmetag an jeder der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns, die aus den Synergien des Zusammenschlusses Nutzen ziehen sollen, zugeordnet werden. Dieses gilt unabhängig davon, ob andere Vermögenswerte oder Schulden des Konzerns diesen Einheiten bereits zugewiesen worden sind.

Der Wertminderungsbedarf wird durch den Vergleich von erzielbarem Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, auf die sich der Firmenwert bezieht, mit deren Buchwert ermittelt. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts bzw. einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Übersteigt der Buchwert eines Vermögenswerts bzw. einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit den erzielbaren Betrag, wird der Vermögenswert bzw. die zahlungsmittelgenerierende Einheit als wertgemindert betrachtet und auf den erzielbaren Betrag abgeschrieben.

Immaterielle Vermögenswerte

Einzeln erworbene immaterielle Vermögenswerte werden bei der erstmaligen Erfassung zu Anschaffungskosten bewertet. Die Anschaffungskosten von im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses erworbenen immateriellen Vermögenswerten entsprechen ihrem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt. Die immateriellen Vermögenswerte werden in den Folgeperioden mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Kosten für selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte werden mit Ausnahme von aktivierungsfähigen Entwicklungskosten erfolgswirksam in der Periode erfasst, in der sie anfallen.

Es wird zwischen immateriellen Vermögenswerten mit begrenzter und solchen mit unbestimmter Nutzungsdauer differenziert.

Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden über die wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben und auf eine mögliche Wertminderung überprüft, sofern ein Anhaltspunkt dafür vorliegt, dass der immaterielle Vermögenswert wertgemindert sein könnte. Die Nutzungsdauer und die Abschreibungsmethode werden im Fall von immateriellen Vermögenswerten mit einer begrenzten Nutzungsdauer mindestens zum Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft. Die erforderlichen Änderungen der Abschreibungsmethode und der Nutzungsdauer werden als Änderungen von Schätzungen behandelt. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter der Aufwandskategorie erfasst, die der Funktion des immateriellen Vermögenswerts im Unternehmen entspricht.

Bei immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer wird mindestens einmal jährlich für den einzelnen Vermögenswert oder auf der Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit eine Überprüfung auf Werthaltigkeit durchgeführt. Diese immateriellen Vermögenswerte werden nicht planmäßig abgeschrieben. Die Nutzungsdauer eines immateriellen Vermögenswerts mit unbestimmter Nutzungsdauer wird einmal jährlich dahingehend überprüft, ob die Einschätzung einer unbestimmten Nutzungsdauer weiterhin gerechtfertigt ist. Ist dies nicht der Fall, wird die Änderung der Einschätzung von einer unbestimmten Nutzungsdauer zur begrenzten Nutzungsdauer auf prospektiver Basis vorgenommen.

Die angesetzten Nutzungsdauern ergeben sich aus der folgenden Übersicht:

scroll

Nutzungsdauer in Jahren
Markenrechte Unbegrenzt
Portal 8
Kundenstamm 5 bis 13
Lizenzen und sonstige Rechte 3 bis 6
Software 3

Anteile an assoziierten Unternehmen

Anteile an assoziierten Unternehmen sind nach der Equity-Methode bewertet. Ein assoziiertes Unternehmen ist ein Unternehmen, bei dem die Gesellschaft über maßgeblichen Einfluss verfügt und das weder ein Tochterunternehmen noch ein Joint Venture ist.

Nach der Equity-Methode werden die Anteile an einem assoziierten Unternehmen in der Bilanz zu Anschaffungskosten zuzüglich nach dem Erwerb eingetretener Änderungen des Anteils der Gesellschaft am Reinvermögen des assoziierten Unternehmens erfasst. Der mit einem assoziierten Unternehmen verbundene Firmenwert ist im Buchwert des Anteils enthalten und wird nicht planmäßig abgeschrieben. Die Gewinn- und Verlustrechnung enthält den Anteil der Gesellschaft am Erfolg des assoziierten Unternehmens. Unmittelbar im Eigenkapital des assoziierten Unternehmens ausgewiesene Änderungen werden von der Gesellschaft in Höhe ihres Anteils erfasst und -sofern zutreffend -in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt. Gewinne und Verluste aus Transaktionen zwischen der Gesellschaft und dem assoziierten Unternehmen werden entsprechend dem Anteil am assoziierten Unternehmen eliminiert.

Die Abschlüsse des assoziierten Unternehmens werden in der Regel zum gleichen Bilanzstichtag aufgestellt wie der Abschluss des Mutterunternehmens. Soweit erforderlich, werden Anpassungen an konzerneinheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden vorgenommen.

Wertminderung von nicht-finanziellen Vermögenswerten

Die Gesellschaft beurteilt an jedem Bilanzstichtag, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein Vermögenswert wertgemindert sein könnte. Liegen solche Anhaltspunkte vor oder ist eine jährliche Überprüfung eines Vermögenswerts auf Werthaltigkeit erforderlich, nimmt die Gesellschaft eine Schätzung des erzielbaren Betrags des jeweiligen Vermögenswerts vor. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Der erzielbare Betrag ist für jeden einzelnen Vermögenswert zu bestimmen, es sei denn, ein Vermögenswert erzeugt keine Cashflows, die weitestgehend unabhängig von denen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind; in letzterem Fall wird der erzielbare Betrag für die zahlungsmittelgenerierende Einheit ermittelt, zu welcher der Vermögenswert gehört. Übersteigt der Buchwert eines Vermögenswerts seinen erzielbaren Betrag, wird der Vermögenswert als wertgemindert betrachtet und auf seinen erzielbaren Betrag abgeschrieben. Zur Ermittlung des Nutzungswerts werden die erwarteten künftigen Cashflows unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes vor Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst. Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Verkaufskosten wird ein angemessenes Bewertungsmodell angewandt. Dieses stützt sich auf DCF-Modelle, Bewertungsmultiplikatoren, Börsenkurse von börsengehandelten Tochterunternehmen oder andere zur Verfügung stehende Indikatoren für den beizulegenden Zeitwert.

Wertminderungsaufwendungen der fortzuführenden Geschäftsbereiche werden in den Aufwandskategorien erfasst, die der Funktion des wertgeminderten Vermögenswerts im Unternehmen entsprechen.

Für Vermögenswerte, mit Ausnahme des Firmenwerts, wird zu jedem Bilanzstichtag eine Überprüfung vorgenommen, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand nicht mehr länger besteht oder sich verringert hat. Wenn ein solcher Anhaltspunkt vorliegt, nimmt die Gesellschaft eine Schätzung des erzielbaren Betrags vor. Ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand wird nur dann rückgängig gemacht, wenn sich seit der Erfassung des letzten Wertminderungsaufwands eine Änderung in den Schätzungen ergeben hat, die bei der Bestimmung des erzielbaren Betrags herangezogen wurden. Ist dies der Fall, so wird der Buchwert des Vermögenswerts auf seinen erzielbaren Betrag erhöht. Dieser Betrag darf jedoch nicht den Buchwert übersteigen, der sich nach Berücksichtigung der Abschreibungen ergeben würde, wenn in den früheren Jahren kein Wertminderungsaufwand für den Vermögenswert erfasst worden wäre.

Für bestimmte Vermögenswerte sind zusätzlich folgende Kriterien zu berücksichtigen:

Firmenwert

Die Gesellschaft ermittelt an jedem Bilanzstichtag, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung des Firmenwerts vorliegen. Die Werthaltigkeit der Firmenwerte wird mindestens einmal jährlich überprüft. Eine Überprüfung findet ebenfalls dann statt, wenn wesentliche Ereignisse oder Umstände darauf hindeuten, dass der Wert gemindert sein könnte. Die Wertminderung wird durch die Ermittlung des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheit bestimmt, der der Firmenwert zugeordnet wurde. Sofern der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit den Buchwert dieser Einheit unterschreitet, wird ein Wertminderungsaufwand erfasst. Ein für den Firmenwert erfasster Wertminderungsaufwand darf in den nachfolgenden Berichtsperioden nicht aufgeholt werden. Der Konzern nimmt die jährliche Überprüfung der Firmenwerte auf Werthaltigkeit zum Bilanzstichtag vor.

Immaterielle Vermögenswerte

Die Überprüfung von immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer auf Werthaltigkeit erfolgt mindestens einmal jährlich zum Bilanzstichtag. Die Überprüfung wird in Abhängigkeit des Einzelfalls für den einzelnen Vermögenswert oder auf der Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit durchgeführt.

Assoziierte Unternehmen

Nach Anwendung der Equity-Methode ermittelt die Gesellschaft, ob es erforderlich ist, einen zusätzlichen Wertminderungsaufwand für die Anteile der Gesellschaft an assoziierten Unternehmen zu erfassen. Die Gesellschaft ermittelt an jedem Bilanzstichtag, inwiefern objektive Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein Anteil an einem assoziierten Unternehmen wertgemindert ist. Ist dies der Fall, so wird die Differenz zwischen dem beizulegenden Zeitwert des assoziierten Unternehmens und den Anschaffungskosten als Wertminderungsaufwand erfolgswirksam erfasst.

Finanzinvestitionen und andere finanzielle Vermögenswerte

Finanzinvestitionen und andere finanzielle Vermögenswerte im Sinne von IAS 39 werden folgendermaßen klassifiziert:

erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte,
bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen,
Kredite und Forderungen sowie
zur Veräußerung verfügbare Finanzinvestitionen.

Die finanziellen Vermögenswerte des Konzerns umfassen Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen aus ausgereichten Darlehen und sonstige Forderungen, notierte und nicht notierte Finanzinstrumente sowie derivative Finanzinstrumente.

Die finanziellen Vermögenswerte werden bei der erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Im Falle von anderen Finanzinvestitionen als solchen, die als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet klassifiziert sind, werden darüber hinaus Transaktionskosten berücksichtigt, die direkt dem Erwerb des Vermögenswerts zuzurechnen sind.

Die Klassifizierung der finanziellen Vermögenswerte in die Bewertungskategorien erfolgt zum Zeitpunkt ihres erstmaligen Ansatzes. Umwidmungen werden, sofern diese zulässig sind und erforderlich erscheinen, zum Ende jedes Geschäftsjahres vorgenommen.

Alle marktüblichen Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden am Handelstag, d. h. am Tag, an dem das Unternehmen die Verpflichtung zum Kauf des Vermögenswerts eingegangen ist, bilanziell erfasst. Marktübliche Käufe und Verkäufe sind Käufe oder Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten, die die Lieferung der Vermögenswerte innerhalb eines durch Marktvorschriften oder -konventionen festgelegten Zeitraums vorschreiben.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

Die Gruppe der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte enthält die zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerte und finanzielle Vermögenswerte, die beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet eingestuft werden. Finanzielle Vermögenswerte werden als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert, wenn sie für Zwecke der Veräußerung in der nahen Zukunft erworben werden. Diese Kategorie umfasst vom Konzern abgeschlossene derivative Finanzinstrumente, die die Bilanzierungskriterien für Sicherungsgeschäfte gemäß IAS 39 nicht erfüllen. Derivate, einschließlich getrennt erfasster eingebetteter Derivate, werden ebenfalls als zu Handelszwecken gehalten eingestuft, mit Ausnahme von Derivaten, die als Sicherungsinstrument designiert wurden und als solche effektiv sind.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte werden in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert erfasst, wobei Gewinne und Verluste erfolgswirksam erfasst werden. Der Konzern hat nur derivative Finanzinstrumente als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet eingestuft.

Kredite und Forderungen

Kredite und Forderungen sind nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen, die nicht in einem aktiven Markt notiert sind. Nach der erstmaligen Erfassung werden die Kredite und Forderungen zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich Wertberichtigung für Wertminderungen bewertet. Gewinne und Verluste werden im Periodenergebnis erfasst, wenn die Kredite und Forderungen ausgebucht oder wertgemindert sind sowie im Rahmen von Amortisationen.

Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte sind nichtderivative finanzielle Vermögenswerte, die als zur Veräußerung verfügbar klassifiziert und nicht in eine der 3 vorstehend genannten Kategorien eingestuft sind. Nach der erstmaligen Erfassung werden zur Veräußerung gehaltene finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert bewertet, sofern nicht hinsichtlich der Wertermittlung wesentliche Schätzunsicherheiten bestehen. Die nicht realisierten Gewinne oder Verluste werden direkt im Eigenkapital in der Neubewertungsrücklage erfasst. Bei Abgang von Finanzinvestitionen wird der zuvor im Eigenkapital erfasste kumulierte Gewinn oder Verlust erfolgswirksam in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht.

Beizulegender Zeitwert

Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumente, die auf organisierten Märkten gehandelt werden, wird durch den am Bilanzstichtag notierten Marktpreis (Geldkurs) bestimmt. Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten, für die kein aktiver Markt besteht, wird unter Anwendung von Bewertungsmethoden ermittelt. Zu den Bewertungsmethoden gehören die Verwendung der jüngsten Geschäftsvorfälle zwischen sachverständigen, vertragswilligen und unabhängigen Geschäftspartnern, der Vergleich mit dem aktuellen beizulegenden Zeitwert eines anderen, im Wesentlichen identischen Finanzinstruments, die Analyse von diskontierten Cashflows sowie die Verwendung anderer Bewertungsmodelle.

Fortgeführte Anschaffungskosten

Lässt sich der beizulegende Zeitwert von als zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte nicht zuverlässig ermitteln, so werden diese zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Sofern sie zuvor als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle Vermögenswerte klassifiziert waren, werden sie bei Eintritt wesentlicher Schätzunsicherheiten entprechend reklassifiziert. Der beizulegende Zeitwert zu diesem Zeitpunkt stellt die Anschaffungskosten unter der neuen Bewertungskategorie dar.

Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinstrumenten sowie Kredite und Forderungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Diese werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich etwaiger Wertberichtigungen und unter Berücksichtigung von Disagien und Agien beim Erwerb ermittelt und beinhalten Transaktionskosten und Gebühren, die ein integraler Teil des Effektivzinssatzes sind.

Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten

Die Gesellschaft ermittelt an jedem Bilanzstichtag, ob eine Wertminderung eines finanziellen Vermögenswerts oder einer Gruppe von finanziellen Vermögenswerten vorliegt.

Finanzielle Vermögenswerte, die mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden

Besteht ein objektiver Hinweis, dass eine Wertminderung bei mit fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten als zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten, Krediten und Forderungen eingetreten ist, ergibt sich die Höhe des Verlusts als Differenz zwischen dem Buchwert des Vermögenswerts und dem Barwert der erwarteten künftigen Cashflows (mit Ausnahme erwarteter künftiger, noch nicht eingetretener Kreditausfälle), abgezinst mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz des finanziellen Vermögenswerts (d. h. dem bei erstmaligem Ansatz ermittelten Effektivzinssatz). Der Buchwert des Vermögenswerts wird unter Verwendung eines Wertberichtigungskontos reduziert. Der Wertminderungsverlust wird ergebniswirksam erfasst.

Verringert sich die Höhe der Wertberichtigung in einer der folgenden Berichtsperioden und kann diese Verringerung objektiv auf einen nach der Erfassung der Wertminderung aufgetretenen Sachverhalt zurückgeführt werden, wird die früher erfasste Wertberichtigung rückgängig gemacht. Die Wertaufholung ist der Höhe nach auf die fortgeführten Anschaffungskosten zum Zeitpunkt der Wertaufholung beschränkt. Die Wertaufholung wird ergebniswirksam erfasst.

Liegen bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen objektive Hinweise (wie z. B. die Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz oder signifikante finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners) dafür vor, dass nicht alle fälligen Beträge gemäß den ursprünglich vereinbarten Rechnungskonditionen eingehen werden, wird eine Wertminderung unter Verwendung eines Wertberichtigungskontos vorgenommen. Wertminderungsbeträge werden ausgebucht, wenn sie als uneinbringlich eingestuft werden. Wertberichtigungen werden auf Basis von Erfahrungswerten durch Klassifizierung der Forderungen nach dem Alter und auf Basis von sonstigen Informationen hinsichtlich der Werthaltigkeit von kundenspezifischen Forderungen gebildet.

Zur Veräußerung verfügbare Finanzinvestitionen

Ist ein zur Veräußerung verfügbarer Vermögenswert in seinem Wert gemindert, wird ein im Eigenkapital erfasster Betrag in Höhe der Differenz zwischen den Anschaffungskosten (abzüglich etwaiger Tilgungen und Amortisationen) und dem aktuellen beizulegenden Zeitwert, abzüglich etwaiger bereits früher ergebniswirksam erfasster Wertberichtigungen dieses finanziellen Vermögenswerts, in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht. Wertaufholungen bei Eigenkapitalinstrumenten, die als zur Veräußerung verfügbar eingestuft sind, werden nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Um zu bestimmen, ob eine Wertminderung vorliegt, die ergebniswirksam zu erfassen ist, werden Informationen über nachteilige Änderungen des technologischen, marktbezogenen, wirtschaftlichen oder rechtlichen Umfelds berücksichtigt. Eine signifikante oder länger anhaltende Abnahme des beizulegenden Zeitwerts eines gehaltenen Eigenkapitalinstruments unter dessen Anschaffungskosten ist ebenfalls ein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung.

Wertaufholungen bei Schuldinstrumenten, die als zur Veräußerung verfügbar eingestuft sind, werden ergebniswirksam erfasst, wenn der Anstieg des beizulegenden Zeitwerts des Instruments objektiv aus einem Ereignis, das nach der ergebniswirksamen Erfassung der Wertminderung aufgetreten ist, resultiert.

Vorräte

Vorräte sind mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte Verkaufserlös abzüglich der geschätzten notwendigen Vertriebskosten. Zur Berücksichtigung von Bestandsrisiken werden angemessene Wertberichtigungen für Überbestände vorgenommen.

Bei der Ermittlung der Nettoveräußerungswerte der zur Weiterveräußerung gehaltenen Domains werden Gängigkeitsabschläge verwendet. Eine zunehmende Haltedauer wird als Indikation für eine geringere Attraktivität / Gängigkeit angesehen. Die geringere Gängigkeit der Domain wird dabei als sinkende Verkaufswahrscheinlichkeit interpretiert, wodurch der erzielbare Nettoveräußerungserlös infolge der höheren Kosten bis zum Veräußerungszeitpunkt in Verbindung mit einer geringeren Verkaufspreiserwartung sinkt. Die Abschläge werden erstmalig zum Ende des dem Erwerbs folgenden Geschäftsjahres vorgenommen. Nach einer Haltedauer von 7 Jahren wird die Verkaufswahrscheinlichkeit seitens der Gesellschaft vereinfachend mit null angenommen. Über die Gängigkeitsabschläge hinaus testet die Gesellschaft den Domainbestand zum jeweiligen Bilanzstichtag auf das Vorliegen von Anzeichen, die ein stärkeres Absinken des Nettoveräußerungswerts als mit den unterstellten Gängigkeitsabschlägen anzeigt.

Eigene Anteile

Eigene Anteile werden vom Eigenkapital abgezogen. Der Kauf, der Verkauf, die Ausgabe oder die Einziehung von eigenen Anteilen wird nicht erfolgswirksam erfasst.

Die Einziehung eigener Anteile bewirkt eine anteilige Auflösung der im Eigenkapital ausgewiesenen Position "Eigene Anteile" zu Lasten des übrigen Eigenkapitals. Hierzu nutzt der Konzern die folgende Verwendungsreihenfolge:

In Höhe des Nennbetrags erfolgt die Erfassung der Einziehung immer zu Lasten des Grundkapitals.
Der den Nennbetrag übersteigende Betrag wird zunächst bis in Höhe des Wertbeitrags aus Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen (SAR und Wandelschuldverschreibungen) gegen die Kapitalrücklage ausgebucht.
Ein den Wertbeitrag aus Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen übersteigender Betrag wird gegen das kumulierte Konzernergebnis ausgebucht.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente bestehen aus Bankguthaben, sonstigen Geldanlagen, Schecks und Kassenbeständen, die allesamt einen hohen Liquiditätsgrad und eine -gerechnet vom Erwerbszeitpunkt - Restlaufzeit von unter 3 Monaten aufweisen.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Darlehen werden bei der erstmaligen Erfassung mit dem beizulegenden Zeitwert der erhaltenen Gegenleistung abzüglich der mit der Kreditaufnahme verbundenen Transaktionskosten bewertet. Nach der erstmaligen Erfassung werden die verzinslichen Darlehen unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn die Schulden ausgebucht werden sowie im Rahmen von Amortisationen.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten umfassen die zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Verbindlichkeiten sowie andere finanzielle Verbindlichkeiten, die bei ihrem erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten klassifiziert werden.

Finanzielle Verbindlichkeiten werden als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert, wenn sie mit der Absicht erworben wurden, sie in naher Zukunft zu veräußern. Derivate, einschließlich getrennt erfasster eingebetteter Derivate, werden ebenfalls als zu Handelszwecken gehalten eingestuft, mit Ausnahme von Derivaten, die als Sicherungsinstrument designiert wurden und als solche effektiv sind. Gewinne oder Verluste aus finanziellen Verbindlichkeiten, die zu Handelszwecken gehalten werden, werden erfolgswirksam erfasst.

Ausbuchungen finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten

Finanzielle Vermögenswerte

Ein finanzieller Vermögenswert (bzw. ein Teil eines finanziellen Vermögenswerts oder ein Teil einer Gruppe ähnlicher finanzieller Vermögenswerte) wird ausgebucht, wenn eine der drei folgenden Voraussetzungen erfüllt ist:

Die vertraglichen Rechte auf den Bezug von Cashflows aus einem finanziellen Vermögenswert sind erloschen.
Die Gesellschaft behält zwar die Rechte auf den Bezug von Cashflows aus finanziellen Vermögenswerten zurück, übernimmt jedoch eine vertragliche Verpflichtung zur sofortigen Zahlung der Cashflows an eine dritte Partei im Rahmen einer Vereinbarung, die die Bedingungen von IAS 39.19 erfüllt (pass through arrangement).
Die Gesellschaft hat ihre vertraglichen Rechte auf den Bezug von Cashflows aus einem finanziellen Vermögenswert übertragen und dabei entweder (a) im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum am finanziellen Vermögenswert verbunden sind, übertragen oder (b) zwar im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum am finanziellen Vermögenswert verbunden sind, weder übertragen noch zurückbehalten, jedoch die Verfügungsmacht über den Vermögenswert übertragen.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Eine finanzielle Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn die dieser Verbindlichkeit zugrunde liegende Verpflichtung erfüllt oder gekündigt oder erloschen ist.

Wird eine bestehende finanzielle Verbindlichkeit durch eine andere finanzielle Verbindlichkeit desselben Kreditgebers mit substanziell verschiedenen Vertragsbedingungen ausgetauscht oder werden die Bedingungen einer bestehenden Verbindlichkeit wesentlich geändert, wird ein solcher Austausch oder eine solche Änderung als Ausbuchung der ursprünglichen Verbindlichkeit und Ansatz einer neuen Verbindlichkeit behandelt. Die Differenz zwischen den jeweiligen Buchwerten wird erfolgswirksam erfasst.

Rückstellungen

Eine Rückstellung wird dann angesetzt, wenn die Gesellschaft eine rechtliche oder faktische Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses besitzt, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung der Verpflichtung wahrscheinlich und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Sofern der Konzern für eine passivierte Rückstellung zumindest teilweise eine Rückerstattung erwartet, wird die Erstattung als gesonderter Vermögenswert nur dann erfasst, wenn der Zufluss der Erstattung so gut wie sicher ist. Der Aufwand zur Bildung der Rückstellung wird nach Abzug der Erstattung erfolgswirksam erfasst. Ist der aus der Diskontierung resultierende Zinseffekt wesentlich, werden Rückstellungen zu einem Zinssatz vor Steuern abgezinst, der -sofern im Einzelfall erforderlich -die für die Schuld spezifischen Risiken widerspiegelt. Im Falle einer Abzinsung wird die durch Zeitablauf bedingte Erhöhung der Rückstellungen als Finanzaufwendungen erfasst.

Aktienbasierte Vergütung

Als Entlohnung für die geleistete Arbeit erhalten Mitarbeiter des Konzerns eine aktienbasierte Vergütung in Form von Eigenkapitalinstrumenten und in Form der Gewährung von Wertsteigerungsrechten, die nach Wahl der Gesellschaft in bar oder durch Eigenkapitalinstrumente ausgeglichen werden können.

Transaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente

Die Kosten aus der Gewährung der Eigenkapitalinstrumente werden mit dem beizulegenden Zeitwert dieser Eigenkapitalinstrumente zum Zeitpunkt ihrer Gewährung bemessen. Der beizulegende Zeitwert wird unter Anwendung eines geeigneten Optionspreismodells ermittelt. Mit dem zugehörigen Bewertungsverfahren wird die Wertkomponente im Zusagezeitpunkt auch für die Folgebewertung bis zum Ende der Laufzeit festgelegt. Umgekehrt ist zu jedem Bewertungsstichtag eine Neueinschätzung des zu erwartenden Ausübungsvolumens vorzunehmen mit der Folge einer entsprechenden Anpassung des Zuführungsbetrags unter Berücksichtigung der bislang schon erfolgten Zuführung. Notwendige Anpassungsbuchungen sind jeweils in der Periode vorzunehmen, in der neue Informationen über das Ausübungsvolumen bekannt werden.

Die Erfassung von aus der Gewährung der Eigenkapitalinstrumente resultierenden Aufwendungen und die korrespondierende Erhöhung des Eigenkapitals erfolgt über den Zeitraum, in dem die Ausübungs- bzw. Leistungsbedingungen erfüllt werden müssen (sog. Erdienungszeitraum). Dieser Zeitraum endet am Tag der ersten Ausübungsmöglichkeit, d. h. dem Zeitpunkt, an dem der betreffende Mitarbeiter unwiderruflich bezugsberechtigt wird. Die an jedem Bilanzstichtag bis zum Zeitpunkt der ersten Ausübungsmöglichkeit ausgewiesenen kumulierten Aufwendungen aus der Gewährung der Eigenkapitalinstrumente reflektieren den bereits abgelaufenen Teil des Erdienungszeitraums sowie die Anzahl der Eigenkapitalinstrumente, die nach bestmöglicher Schätzung des Konzerns mit Ablauf des Erdienungszeitraums tatsächlich ausübbar werden. Der im Periodenergebnis erfasste Ertrag oder Aufwand entspricht der Entwicklung der zu Beginn und am Ende des Berichtszeitraums erfassten kumulierten Aufwendungen. Für Vergütungsrechte, die nicht ausübbar werden, wird kein Aufwand erfasst.

Transaktionen mit Ausgleich in bar oder durch Eigenkapitalinstrumente nach Wahl der Gesellschaft

Bei aktienbasierten Vergütungstransaktionen, die der Gesellschaft das vertragliche Wahlrecht einräumen, ob der Ausgleich in bar oder durch die Ausgabe von Eigenkapitalinstrumenten erfolgen soll, hat die Gesellschaft zu bestimmen, ob eine gegenwärtige Verpflichtung zum Barausgleich besteht, und die aktienbasierte Vergütungstransaktion entsprechend abzubilden. Eine gegenwärtige Verpflichtung zum Barausgleich liegt dann vor, wenn die Möglichkeit eines Ausgleichs durch Eigenkapitalinstrumente keinen wirtschaftlichen Gehalt hat (z. B. weil der Gesellschaft die Ausgabe von Aktien gesetzlich verboten ist) oder der Barausgleich eine vergangene betriebliche Praxis oder erklärte Richtlinie der Gesellschaft war oder die Gesellschaft im Allgemeinen einen Barausgleich vornimmt, wenn die Berechtigten diese Form des Ausgleichs wünschen. Diese Transaktion wird gemäß den Vorschriften für aktienbasierte Vergütungstransaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente bilanziert.

Der verwässernde Effekt der ausstehenden Transaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente sowie der Transaktionen mit Barausgleich oder durch Eigenkapitalinstrumente wird bei der Berechnung der Ergebnisse je Aktie als zusätzliche Verwässerung berücksichtigt.

Ergebnis je Aktie

Das "unverwässerte" Ergebnis je Aktie (basic earnings per share) wird berechnet, indem das den Inhabern von Namensaktien zuzurechnende Ergebnis durch den für den Zeitraum gewogenen Durchschnitt der ausgegebenen Aktien geteilt wird.

Das "verwässerte" Ergebnis je Aktie (diluted earnings per share) wird ähnlich dem Ergebnis je Aktie ermittelt, mit der Ausnahme, dass die durchschnittliche Anzahl der ausgegebenen Aktien um den Anteil erhöht wird, der sich ergeben hätte, wenn die aus dem ausgegebenen Mitarbeiterbeteiligungsprogramm resultierenden ausübbaren Bezugsrechte ausgeübt worden wären. Zusätzlich wird das Periodenergebnis um Zinsaufwendungen nach Steuern korrigiert, die auf die potenziell umzutauschenden Bezugsrechte entfielen.

Pensionen und andere Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Zahlungen für beitragsorientierte Versorgungspläne werden mit Gehaltszahlung an den Arbeitnehmer als Aufwand erfasst. Leistungsorientierte Pläne existieren nicht.

Leasingverhältnisse

Die Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält, wird auf Basis des wirtschaftlichen Gehalts der Vereinbarung zum Zeitpunkt des Abschlusses dieser Vereinbarung getroffen und erfordert eine Einschätzung, ob die Erfüllung der vertraglichen Vereinbarung von der Nutzung eines bestimmten Vermögenswerts oder bestimmter Vermögenswerte abhängig ist und ob die Vereinbarung ein Recht auf die Nutzung des Vermögenswerts einräumt.

Finanzierungs-Leasingverhältnisse, bei denen im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken am Leasinggegenstand auf den Konzern übertragen werden, führen zur Aktivierung des Leasinggegenstands zum Zeitpunkt des Beginns der Laufzeit des Leasingverhältnisses. Der Leasinggegenstand wird mit seinem beizulegenden Zeitwert oder mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen, sofern dieser Wert niedriger ist, angesetzt. Leasingzahlungen werden derart in Finanzaufwendungen und den Tilgungsanteil der Restschuld aufgeteilt, dass über die Laufzeit des Leasingverhältnisses ein konstanter Zinssatz auf die verbliebene Leasingschuld entsteht. Finanzaufwendungen werden erfolgswirksam erfasst.

Ist der Eigentumsübergang auf den Konzern am Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses nicht hinreichend sicher, so werden die aktivierten Leasingobjekte über den kürzeren der beiden Zeiträume aus erwarteter Nutzungsdauer und Laufzeit des Leasingverhältnisses vollständig abgeschrieben.

Leasingzahlungen für Operating-Leasingverhältnisse werden linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Die Gesellschaft qualifiziert derzeit sämtliche Leasingverträge der Gesellschaft als Operating-Leasingverhältnisse, wobei die Gesellschaft ausschließlich als Leasingnehmer auftritt.

Finanzerträge

Zinserträge werden erfasst, wenn die Zinsen entstanden sind (unter Verwendung des Effektivzinssatzes, d. h. des Kalkulationszinssatzes, mit dem geschätzte künftige Zahlungsmittelzuflüsse über die erwartete Laufzeit des Finanzinstruments auf den Nettobuchwert des finanziellen Vermögenswerts abgezinst werden). Dividendenerträge werden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung erfasst.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden erfasst, wenn eine hinreichende Sicherheit dafür besteht, dass die Zuwendungen gewährt werden und das Unternehmen die damit verbundenen Bedingungen erfüllt. Aufwandsbezogene Zuwendungen werden planmäßig als Ertrag über den Zeitraum erfasst, der erforderlich ist, um sie mit den entsprechenden Aufwendungen, die sie kompensieren sollen, zu verrechnen. Zuwendungen für einen Vermögenswert kürzen den Buchwert des Vermögenswertes.

Steuern

Tatsächliche Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden

Die tatsächlichen Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden für die laufende und die früheren Perioden werden mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Erstattung von der Steuerbehörde bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörde erwartet wird. Der Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gelten.

Tatsächliche Steuern, die sich auf Posten beziehen, die direkt im Eigenkapital erfasst werden, werden nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung, sondern im Eigenkapital erfasst.

Latente Steuern

Die Bildung latenter Steuern erfolgt unter Anwendung der Verbindlichkeitsmethode auf zum Bilanzstichtag bestehende temporäre Differenzen zwischen dem Wertansatz eines Vermögenswerts bzw. einer Schuld in der Bilanz und dem steuerlichen Wertansatz.

Latente Steuerschulden werden für alle zu versteuernden temporären Differenzen erfasst, mit Ausnahme der

latenten Steuerschuld aus dem erstmaligen Ansatz eines Firmenwerts oder eines Vermögenswerts oder einer Schuld bei einem Geschäftsvorfall, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und der zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das Periodenergebnis nach IFRS noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst, und der
latenten Steuerschuld aus zu versteuernden temporären Differenzen, die im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Anteilen an Joint Ventures stehen, wenn der zeitliche Verlauf der Umkehrung der temporären Differenzen gesteuert werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Unterschiede in absehbarer Zeit nicht umkehren werden.

Latente Steueransprüche werden für alle abzugsfähigen temporären Unterschiede, noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und nicht genutzten Steuergutschriften in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähigen temporären Differenzen und die noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und Steuergutschriften verwendet werden können, mit Ausnahme von

latenten Steueransprüchen aus abzugsfähigen temporären Differenzen, die aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Schuld bei einem Geschäftsvorfall entstehen, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und der zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das handelsrechtliche Periodenergebnis noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst, und
latenten Steueransprüchen aus zu versteuernden temporären Differenzen, die im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Anteilen an Joint Ventures stehen, wenn es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Unterschiede in absehbarer Zeit nicht umkehren werden und kein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das die temporären Differenzen verwendet werden können.

Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann. Nicht angesetzte latente Steueransprüche werden an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein künftig zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung des latenten Steueranspruchs ermöglicht.

Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, deren Gültigkeit für die Periode, in der ein Vermögenswert realisiert wird oder eine Schuld erfüllt wird, erwartet wird. Dabei werden die Steuersätze (und Steuergesetze) zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gelten. Zukünftige Steuersatzänderungen sind am Bilanzstichtag zu berücksichtigen, sofern materielle Wirksamkeitsvoraussetzungen im Rahmen eines Gesetzgebungsverfahrens erfüllt sind.

Latente Steuern, die sich auf Posten beziehen, die direkt im Eigenkapital erfasst werden, werden nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung, sondern im Eigenkapital erfasst.

Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden miteinander verrechnet, wenn die Gesellschaft einen einklagbaren Anspruch zur Aufrechnung der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden hat und diese sich auf Ertragsteuern des gleichen Steuersubjekts beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden.

Umsatzsteuer

Umsatzerlöse, Aufwendungen und Vermögenswerte werden nach Abzug der Umsatzsteuer erfasst, mit Ausnahme folgender Fälle:

Wenn die beim Kauf von Vermögenswerten oder Dienstleistungen angefallene Umsatzsteuer nicht von der Steuerbehörde eingefordert werden kann, wird die Umsatzsteuer als Teil der Herstellungskosten des Vermögenswerts bzw. als Teil der Aufwendungen erfasst.
Forderungen und Schulden werden mitsamt dem darin enthaltenen Umsatzsteuerbetrag angesetzt.

Der Umsatzsteuerbetrag, der von der Steuerbehörde erstattet oder an diese abgeführt wird, wird in der Konzernbilanz unter "Sonstige kurzfristige Vermögenswerte" bzw. "Sonstige Verbindlichkeiten" erfasst.

Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsbeziehungen

Der Konzern verwendet derivative Finanzinstrumente in Form von Zinsswaps, um sich gegen Zinsrisiken abzusichern. Derivative Finanzinstrumente werden zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in den Folgeperioden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Derivative Finanzinstrumente werden als Vermögenswerte angesetzt, wenn ihr beizulegender Zeitwert positiv ist, und als Schulden, wenn ihr beizulegender Zeitwert negativ ist.

Gewinne oder Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von derivativen Finanzinstrumenten, die nicht die Kriterien für die Bilanzierung als Sicherungsbeziehungen erfüllen, werden sofort erfolgswirksam erfasst.

Der beizulegende Zeitwert von Zinsderivaten wird auf Basis von Barwertmodellen unter Einbeziehung von Marktinformationen (Zinsstrukturkurven) ermittelt.

Sicherungsbeziehungen

Bei Eingehen von Sicherungsgeschäften zur Absicherung des Risikos von Schwankungen der Cashflows werden bestimmte Derivate bestimmten Grundgeschäften zugeordnet, welche einem bestimmten mit einem erfassten Vermögenswert oder einer Schuld verbundenen Risiko oder dem mit einer vorgesehenen Transaktion verbundenen Risiko zugeordnet werden können (Cashflow-Hedge). Im Rahmen eines Sicherungszusammenhangs (Hedge) werden die Sicherungsinstrumente ebenfalls zu Marktwerten bilanziert. Allerdings erfolgt die Erfassung der Wertänderungen bezogen auf den effektiven Teil erfolgsneutral in der Cashflow-Hedge-Rücklage, die einen separaten Posten innerhalb des Eigenkapitals darstellt. Ineffektivitäten werden ergebniswirksam erfasst. Die zugrunde liegende Effektivitätsmessung wird zu jedem Stichtag, zu dem Abschlüsse veröffentlicht werden, auf der Basis der "Hypothetischen Derivate-Methode" vorgenommen.

Die im Eigenkapital erfassten Beträge werden in der Periode in die Gesamtergebnisrechnung umgebucht, in der die abgesicherte Transaktion das Periodenergebnis beeinflusst, z. B. dann, wenn abgesicherte Finanzerträge oder -aufwendungen erfasst werden oder wenn ein erwarteter Verkauf durchgeführt wird.

3. Unternehmenszusammenschlüsse und -beteiligungen

3.1. Unternehmenszusammenschlüsse des Geschäftsjahres 2012

Zum 3. Juli 2012 wurde das im Affiliate-Marketing tätige Unternehmen Cleafs B.V., Groningen, Niederlande, übernommen. Das 2007 gegründete Unternehmen betreibt Affiliate-Programme in den Niederlanden, hauptsächlich auf den Gebieten Reisen, Ticketing und Einzelhandel. Durch den Kauf von Cleafs B.V. stärkt und erweitert affilinet zum einen sein Portfolio in diesen Bereichen und erwartet Synergieeffekte durch die Erweiterung des Netzwerks an Advertisern und Publishern, zum anderen wurde das Expertenteam und -Know-How von Cleafs B.V. im Einzelhandel und Ticketing übernommen. Erworben wurden 100 % der Aktien der Cleafs B.V.

Die Erstkonsolidierung der Cleafs B.V. erfolgte gemäß IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" unter Anwendung der Erwerbsmethode. Die Ergebnisse der erworbenen Gesellschaft wurden beginnend mit dem Erwerbszeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen.

Der Marktwert der erbrachten Gegenleistung (Kaufpreis) betrug 550 T€, wovon 425 T€ in Zahlungsmitteln beglichen wurden. Eine bedingte Gegenleistung in Höhe von 125 T€ wurde als finanzielle Verbindlichkeit passiviert. Die bedingte Gegenleistung ist an die Erreichung vereinbarter operativer Ziele gekoppelt. Die Anschaffungsnebenkosten betrugen 97 T€. Davon wurden 77 T€ im Geschäftsjahr 2012 und 20 T€ im Geschäftsjahr 2011 als Aufwand erfasst.

Die beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden der Cleafs B.V. stellen sich wie folgt dar:

Angaben in T€

scroll

Vermögenswerte
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 271
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 200
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 21
Immaterielle Vermögenswerte 495
Sachanlagen 4
991
Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 314
Erhaltene Anzahlungen 215
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 88
Latente Steuerschulden 124
741
Summe des identifizierbaren Nettovermögens zum beizulegenden Zeitwert 250
Geschäfts- oder Firmenwert aus dem Unternehmenserwerb 300
Übertragene Gegenleistung 550

Der Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 300 T€ spiegelt vor allem Synergieeffekte und die entsprechenden Ertragsaussichten wider, die durch eine höhere Reichweite des Netzwerks an Advertisern und Publishern beider Unternehmen erzielt werden sollen. Der Geschäfts- oder Firmenwert wurde der zahlungsmittelgenerierenden Einheit "affilinet Netherlands" im Segment Affiliate-Marketing zugeordnet und ist steuerlich nicht absetzbar.

Die erworbenen immateriellen Vermögenswerte wurden mittels einkommensorientierter Ansätze bewertet. Die beizulegenden Zeitwerte der übernommenen Technologie wurden anhand des Verfahrens der Lizenzpreisanalogie, der Zeitwert des Kundenstamms wurde nach der Multiperiod-Excess-Earnings-Methode ermittelt. Die Nutzungsdauern der erworbenen immateriellen Vermögenswerte stellen sich wie folgt dar:

scroll

Beizulegender Zeitwert

(in T€)
Nutzungsdauer (in Jahren)
Kundenstamm 432 5
Technologie 63 1
495

Der Ergebnisbeitrag der Cleafs B.V. vom Erstkonsolidierungszeitpunkt bis zum 31. Dezember 2012 betrug 71 T€, die dabei erzielten Umsatzerlöse beliefen sich auf 1.164 T€. Unter der Annahme, dass der Unternehmenserwerb bereits zu Beginn des Geschäftsjahres 2012 stattgefunden hätte, hätten sich die Umsatzerlöse des Konzerns um 1.145 T€ und das Konzernergebnis um 24 T€ erhöht.

3.2. Unternehmensbeteiligungen des Geschäftsjahres 2012

Die United Internet AG kündigte am 14. November 2012 an, ihr Optionsrecht zum Kauf von 25,1 % der Anteile an der Obergesellschaft der Versatel GmbH, der VictorianFibre Holding & Co. S.C.A., Luxemburg, einer Gesellschaft im Besitz von Kohlberg Kravis Roberts & Co. L.P. (gemeinsam mit verbundenen Unternehmen "KKR") beratenen Fonds, auszuüben. Diese Call-Option wurde der United Internet AG im Rahmen des Verkaufs ihrer Versatel-Anteile an KKR im Mai 2011 eingeräumt. Der Anteilserwerb der Versatel Obergesellschaft erfolgte am 12. Dezember 2012.

Die Anschaffungskosten setzen sich aus der dem in bar geleisteten Ausübungspreis in Höhe von 59.608 T€ sowie dem Wert der Call-Option zum Ausübungszeitpunkt in Höhe von 8.710 T€ zusammen und belaufen sich auf insgesamt 68.318 T€. Die Anteile werden unter den "Anteilen an assoziierten Unternehmen" ausgewiesen.

Zum gleichen Zeitpunkt wurde der im Rahmen des Verkaufs der Versatel Anteile im Mai 2011, gewährte Vendor Loan in Höhe von 59.821 T€ in bar zurückgezahlt.

3.3. Unternehmenstransaktionen des Vorjahres

Die united-domains AG und die InterNetX GmbH haben sich in Summe mit 25,00 % an der PunktBayern GmbH & Co. KG, München, beteiligt. Die Anschaffungskosten beliefen sich auf 75 T€.

Erläuterungen zur Gesamtergebnisrechnung

4. Umsatzerlöse / Segmentberichterstattung

Nach IFRS 8 basiert die Identifikation von berichtspflichtigen operativen Segmenten auf dem sogenannten Managementansatz. Danach erfolgt die externe Berichterstattung auf Basis der konzerninternen Organisations- und Managementstruktur sowie der internen Finanzberichterstattung an das oberste Führungsgremium (Chief Operating Decision Maker). In der United Internet Gruppe ist der Vorstand der United Internet AG verantwortlich für die Bewertung und Steuerung des Geschäftserfolgs der Segmente.

Die Unternehmenssteuerung und Konzernberichterstattung erfolgt über die Segmente "Access" und "Applications". Eine Beschreibung der Produkte und Dienstleistungen findet sich in Abschnitt 2.5 unter den Ausführungen zur Umsatzrealisierung. Unter das Segment "Zentrale / Beteiligungen" sind im Wesentlichen Holdingfunktionen zu subsumieren.

Die Steuerung durch den Vorstand der United Internet AG erfolgt überwiegend auf Basis von Ergebniskennzahlen. Dabei misst der Vorstand der United Internet AG den Erfolg der Segmente primär anhand der Umsatzerlöse, des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) und des Ergebnisses der betrieblichen Tätigkeit (EBIT). Transaktionen zwischen den Segmenten werden zu Marktpreisen berechnet. Die Informationen zu den Umsatzerlösen sind dem Land, in dem das Unternehmen seinen Sitz hat, zugeordnet. Bei der Überleitung werden die Ergebnisse der Segmente auf die Gesamtsumme der United Internet Gruppe übergeleitet.

Die Segmentberichterstattung der United Internet AG stellt sich für das Geschäftsjahr 2012 wie folgt dar:

2012

scroll

Segment Access

T€
Segment Applications

T€
Zentrale / Beteiligungen

T€
Überleitung

T€
United Internet-Gruppe

T€
Gesamtumsatz 1.587.112 819.824 4.154 --- ---
-davon konzernintern 1.015 9.629 3.807 --- ---
Außenumsatz 1.586.097 810.195 347 --- 2.396.639
-davon Inland 1.586.097 543.303 347 --- 2.129.747
-davon Ausland 0 266.892 0 --- 266.892
EBITDA 191.766 132.163 19.837 0 343.766
EBIT 164.253 20.351 19.698 0 204.302
Finanzergebnis -7.807 -1.964 -9.771
Ergebnis aus at-equity bilanzierten Unternehmen -1.629 53 -1.576
EBT 10.262 182.693 192.955
Steueraufwendungen -84.669 -84.669
Konzernergebnis 108.286
Vermögenswerte (langfristig) 0 385.531 131.731 --- 517.262
-davon Inland 0 305.692 27.547 --- 333.239
-davon Anteile an assoziierten Unternehmen 0 0 19.599 --- 19.599
-davon sonstige finanzielle Vermögenswerte 0 16.639 7.948 --- 24.587
-davon Firmenwerte 0 289.053 0 --- 289.053
-davon Ausland 0 79.839 104.184 --- 184.023
-davon Anteile an assoziierten Unternehmen 0 1.052 69.977 --- 71.029
-davon sonstige finanzielle Vermögenswerte 0 11.592 34.207 --- 45.799
-davon Firmenwerte 0 67.195 0 --- 67.195
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 4.829 58.566 206 --- 63.601
Abschreibungen 27.513 111.812 139 --- 139.464
-davon immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 27.513 51.147 139 --- 78.799
-davon im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte immaterielle Vermögenswerte 0 14.397 0 --- 14.397
-davon Firmenwertabschreibungen 0 46.268 0 --- 46.268
Anzahl der Mitarbeiter 1.928 4.292 34 --- 6.254
-davon Inland 1.845 3.025 34 --- 4.904
-davon Ausland 83 1.267 0 --- 1.350

Die langfristigen Vermögenswerte der Segmente umfassen die Anteile an assoziierten Unternehmen / Gemeinschaftsunternehmen, die sonstigen finanziellen Vermögenswerte und die Firmenwerte. Aus der Kundenstruktur hat sich in den Berichtsjahren keine wesentliche Konzentration auf einzelne Kunden ergeben. In der United Internet Gruppe wurden mit keinem Kunden mehr als 10 % der gesamten externen Umsatzerlöse generiert. Die Auslandsumsätze betrugen 11,1 % (Vorjahr: 10,5 %) des Konzernumsatzes.

Das oberste Führungsgremium überwacht lediglich die Anteile an assoziierten Unternehmen, an zur Veräußerung gehaltenen Beteiligungen sowie die Firmenwerte. Auf das Segment "Access" entfallen keine solchen Vermögenswerte, weshalb ein Segmentvermögen von null ausgewiesen wird. Die in diesem Segment dargestellten Abschreibungen beziehen sich auf übrige, nicht überwachte immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Die Darstellung erfolgt, da die Abschreibungen eine Überleitungsgröße zur Kapitalflussrechnung darstellen.

Die Überleitungsgröße hinsichtlich des Ergebnisses vor Steuern stellt den entsprechenden EBT-Beitrag der Segmente "Access" sowie "Applications" dar.

Die Segmentberichterstattung der United Internet AG stellt sich für das Geschäftsjahr 2011 wie folgt dar:

2011

scroll

Segment Access

T€
Segment Applications

T€
Zentrale / Beteiligungen

T€
Überleitung

T€
United Internet-Gruppe

T€
Gesamtumsatz 1.368.944 733.601 3.647 --- ---
-davon konzernintern 960 7.801 3.365 --- ---
Außenumsatz 1.367.984 725.800 282 --- 2.094.066
-davon Inland 1.367.984 506.633 282 --- 1.874.899
-davon Ausland 0 219.167 0 --- 219.167
EBITDA 152.301 183.409 29.043 0 364.753
EBIT 122.176 124.954 28.886 0 276.016
Finanzergebnis -2.656 -9.857 -12.513
Abschreibungen auf Beteiligungen -6.298 0 -6.298
Ergebnis aus at-equity bilanzierten Unternehmen -6.706 77 -6.629
EBT 13.226 237.350 250.576
Steueraufwendungen -83.860 -88.243
Konzernergebnis 162.333
Vermögenswerte (langfristig) 0 427.822 109.626 --- 537.448
-davon Inland 0 350.450 71.331 --- 421.781
-davon Anteile an assoziierten Unternehmen 0 0 30.891 --- 30.891
-davon sonstige finanzielle Vermögenswerte 0 17.589 40.440 --- 58.029
-davon Firmenwerte 0 332.861 0 --- 332.861
-davon Ausland 0 77.372 38.295 --- 115.667
-davon Anteile an assoziierten Unternehmen 0 999 1.669 --- 2.668
-davon sonstige finanzielle Vermögenswerte 0 7.939 36.626 --- 44.565
-davon Firmenwerte 0 68.434 0 --- 68.434
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 5.180 49.187 38 --- 54.405
Abschreibungen 30.125 58.455 157 --- 88.737
-davon immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 30.125 40.380 157 --- 70.662
-davon im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte immaterielle Vermögenswerte 0 14.575 0 --- 14.575
-davon Firmenwertabschreibungen 0 3.500 0 --- 3.500
Anzahl der Mitarbeiter 1.794 3.771 28 --- 5.593
-davon Inland 1.718 2.629 28 --- 4.375
-davon Ausland 76 1.142 0 --- 1.218

5. Umsatzkosten

scroll

2012

T€
2011

T€
Aufwand für bezogene Leistungen 1.204.730 1.061.848
Aufwand für bezogene Waren 167.074 140.787
Personalaufwendungen 90.543 76.076
Abschreibungen 46.272 38.789
Sonstiges 66.043 58.169
Gesamt 1.574.662 1.375.669

Die Umsatzkosten blieben im Verhältnis zu den Umsatzerlösen konstant gegenüber dem Vorjahr bei 65,7 % was zu einer ebenfalls konstanten Bruttomarge von 34,3 % führte.

Die Abschreibungen auf im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte immaterielle Vermögenswerte werden separat ausgewiesen und sind nicht in den Umsatzkosten enthalten. Es wird auf die Anhangsangabe 9 verwiesen.

6. Vertriebskosten

Die Vertriebskosten stiegen im Vergleich zum Vorjahr von 356.845 T€ (17,0 % vom Umsatz) auf 461.659 T€ (19,3 % vom Umsatz). Der Anstieg ist Folge des weiteren Aufbaus der Marke 1&1 sowie der weiter forcierten Neukundenansprache und -gewinnung.

Die Abschreibungen auf im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte immaterielle Vermögenswerte werden separat ausgewiesen und sind nicht in den Vertriebskosten enthalten. Es wird auf die Anhangsangabe 9 verwiesen.

7. Verwaltungskosten

Die Verwaltungskosten haben sich wie schon im Vorjahr unterproportional von 102.759 T€ (4,9 % vom Umsatz) auf 112.066 T€ (4,7 % vom Umsatz) erhöht.

Die Abschreibungen auf im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte immaterielle Vermögenswerte werden separat ausgewiesen und sind nicht in den Verwaltungskosten enthalten. Es wird auf die Anhangsangabe 9 verwiesen.

8. Sonstige betriebliche Erträge / Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Erträge des Geschäftsjahres 2012 beliefen sich auf 58.467 T€. In Höhe von 17.928 T€ resultierten die Erträge aus dem Verkauf der gesamten 3.814.371 Stück Aktien an der freenet AG im Oktober 2012. Der Verkaufserlös betrug 48.061 T€.

Aus den Prüfungsfeststellungen der abgeschlossen steuerlichen Betriebsprüfung für die Veranlagungszeiträume 2006 bis 2008 resultierten Erträge in Höhe von 1.007 T€, es wird auf Anhangsangabe 16 verwiesen.

Weitere sonstige betriebliche Erträge in Höhe von 4.875 T€ resultieren aus Verkäufen von Anteilen an assoziierten Unternehmen des EFF Nr. 2.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrugen im Geschäftsjahr 2012 41.752 T€ (Vorjahr: 32.923 T€). Sie bestanden im Wesentlichen aus den Forderungsverlusten in Höhe von 31.420 T€ (Vorjahr: 22.889 T€), diesen stehen Erträge aus Mahn- und Rücklastschriftgebühren in Höhe von 21.216 T€ (Vorjahr: 17.808 T€) gegenüber.

Die Währungsverluste (netto) des Geschäftsjahres 2012 beliefen sich auf 200 T€ (Vorjahr: Währungsgewinne 479 T€).

Die sonstigen betrieblichen Erträge des Geschäftsjahres 2011 waren mit 16.964 T€ (Veräußerungsgewinn ohne Call-Option) bzw. 6.030 T€ (Zeitwert eingeräumter Call-Option) wesentlich durch den Verkauf der Anteile an der Versatel AG geprägt. Es wird auf die Anhangsangaben 23 und 24 verwiesen. Darüber hinaus resultierte aus dem Verkauf von Anteilen bei EFF Nr. 3 ein sonstiger betrieblicher Ertrag in Höhe von 6.382 T€. Am 5. Dezember 2011 wurden 2.561.220 Stück Aktien an der freenet AG verkauft. Der Verkaufserlös betrug 24.972 T€. Der sonstige betriebliche Ertrag aus dieser Transaktion belief sich auf 4.613 T€.

9. Abschreibungen

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen setzen sich wie folgt zusammen:

scroll

2012

T€
2011

T€
Umsatzkosten 46.272 38.789
Vertriebskosten 25.178 24.691
Verwaltungskosten 7.349 7.182
Gesamt 78.799 70.662

Die Abschreibungen auf im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte immaterielle Vermögenswerte verteilen sich auf die Vermögenswerte wie folgt:

scroll

2012

T€
2011

T€
Portal 9.031 9.031
Kundenstamm | Auftragsbestand 4.961 5.139
Software 405 405
Gesamt 14.397 14.575

Die Abschreibungen auf im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte immaterielle Vermögenswerte entfallen auf das Segment "Applications" und verteilen sich auf die Unternehmenszusammenschlüsse wie folgt:

scroll

2012

T€
2011

T€
Portalgeschäft WEB.DE 9.282 9.282
united-domains 2.828 2.828
Fasthosts 1.823 1.743
Dollamore 268 601
RevenueDirect 121 121
Cleafs 75 0
Gesamt 14.397 14.575

Da eine zuverlässige Allokation der Abschreibungen auf im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte immaterielle Vermögenswerte auf die einzelnen Funktionsbereiche nicht möglich ist, erfolgt ein separater Ausweis in der Gewinn- und Verlustrechnung.

10. Firmenwertabschreibungen

Im 1. Halbjahr und insbesondere im 2. Quartal 2012 hat sich der Trend eines schwächeren Geschäfts im Domain-Parking entgegen den ursprünglichen Erwartungen nochmals verstärkt. Als Folge wurde die Ergebnisprognose für den Sedo-Teilkonzern für das Geschäftsjahr 2012 korrigiert. In diesem Zusammenhang wurde zum 30. Juni 2012 eine außerplanmäßige Überprüfung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit "Domain-Marketing" vorgenommen. Im Rahmen dieser Werthaltigkeitsprüfung waren Wertminderungen auf den Firmenwert in Höhe von 43.114 T€ (Vorjahr: 0 T€) vorzunehmen.

Darüber hinaus hat sich im Sedo-Teilkonzern für affilinet Frankreich ein Wertminderungsbedarf in Höhe von 3.154 T€ (Vorjahr: 3.500 T€) ergeben. Hauptursache der Wertminderung war eine weitere Verschlechterung der Ertragslage der zahlungsmittelgenerierenden Einheit "Affiliate-Marketing".

Die gesamten Firmenwertabschreibungen des Berichtszeitraums 2012 summierten sich auf 46.268 T€ (Vorjahr: 3.500 T€). Es wird auf die Anhangsangabe 29 verwiesen.

11. Personalaufwendungen

Die Personalaufwendungen verteilen sich auf die Funktionsbereiche wie folgt:

scroll

2012

T€
2011

T€
Umsatzkosten 90.543 76.076
Vertriebskosten 136.352 115.809
Verwaltungskosten 48.192 38.234
Gesamt 275.087 230.119

Die Anzahl der Mitarbeiter stieg gegenüber dem Vorjahr von 5.593 Mitarbeitern um 11,8 % auf6.254 Mitarbeiter zum Jahresende 2012 an:

scroll

2012 2011
Inland 4.904 4.375
Ausland 1.350 1.218
Gesamt 6.254 5.593

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter im Geschäftsjahr 2012 belief sich auf 6.028 (Vorjahr: 5.334), davon im Inland 4.707 (Vorjahr: 4.205) und im Ausland 1.321 (Vorjahr: 1.129).

Für die betriebliche Altersversorgung bestehen im Konzern ausschließlich beitragsorientierte Zusagen. Bei den beitragsorientierten Zusagen (Defined Contribution Plans) zahlt das Unternehmen aufgrund gesetzlicher Bestimmungen Beiträge an staatliche Rentenversicherungsträger. Mit Zahlung der Beiträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen. Die laufenden Beitragszahlungen sind als Aufwand des jeweiligen Jahres ausgewiesen. Sie beliefen sich im Geschäftsjahr 2012 auf insgesamt 16.097 T€ (Vorjahr: 12.572 T€) und betrafen überwiegend in Deutschland für die gesetzliche Rentenversicherung geleistete Beiträge.

Hiervon entfielen aufgrund von Beitragsbefreiungen 0 T€ (Vorjahr: 0 T€) auf Beitragszahlungen für nahe stehende Personen.

12. Finanzierungsaufwendungen

scroll

2012

T€
2011

T€
Darlehen und Kontokorrentkredite 8.610 11.988
Zinsaufwand aus Zinsswaps 8.617 5.328
Zinsaufwand aus steuerlicher Betriebsprüfung 6.159 7.323
Zinseffekt Put-Option united-domains AG 931 639
Summe Finanzierungsaufwendungen 24.317 25.278

Der Zinsaufwand aus steuerlicher Betriebsprüfung resultierte aus der Verzinsung von Steuerschulden. Es wird auf Anhangsangabe 16 verwiesen.

Hinsichtlich der Zinseffekte aus der Put-Option united-domains AG wird auf die Ausführungen in Anhangsangabe 35.3 verwiesen.

13. Finanzerträge

scroll

2012

T€
2011

T€
Erträge aus Finanzinvestitionen 5.438 5.621
Erträge aus Zinssicherungsgeschäften 3.424 1.989
Erträge aus Kaufpreisstundung aus dem Verkauf von Anteile an assoziierten Unternehmen / Gemeinschaftsunternehmen 2.598 1.296
Erträge aus Folgebewertungen von Optionen 0 2.680
Zinserträge aus steuerlicher Betriebsprüfung 1.706 0
Zinserträge aus Guthaben bei Kreditinstituten 1.152 1.160
Erträge aus Ausleihungen an assoziierte Unternehmen / Gemeinschaftsunternehmen 228 19
Summe Finanzerträge 14.546 12.765

Die Erträge aus Finanzinvestitionen resultierten im Wesentlichen aus der Dividendenvereinnahmung aus der Beteiligung an der freenet AG.

Die Erträge aus Zinssicherungsgeschäften stehen im Zusammenhang mit der Marktwertänderung dieser Geschäfte. Es wird auf die Anhangsangaben 12 und 40 verwiesen.

Die Erträge aus Kaufpreisstundung ergaben sich im Wesentlichen aus der Aufzinsung des im Rahmen des Verkaufs der Versatel-Anteile zinslosen Vendor-Loans. Die Aufzinsung betrug bis zur Ausübung der Call-Option und der damit verbundenen Rückzahlung des Verkäuferdarlehens 2.301 T€. Es wird auf Anhangsangabe 3.2 verwiesen.

Hinsichtlich der Erträge aus der Folgebewertung der Optionen wird auf die Anhangsangabe 3.2 verwiesen.

Hinsichtlich der Erträge aus steuerlicher Betriebsprüfung wird auf Anhangsangabe 16 verwiesen.

14. Abschreibungen auf Beteiligungen

Die Abschreibungen auf Beteiligungen beliefen sich auf 0 T€ (Vorjahr: 6.298 T€). Weitere Angaben werden in der Anhangsangabe 25 gemacht.

15. Ergebnis aus at-equity-bilanzierten Unternehmen

scroll

2012

T€
2011

T€
Ergebnis aus at-equity bilanzierten Unternehmen -1.576 -6.629
-1.576 -6.629

Im Vorjahr war das Ergebnis aus at-equity-bilanzierten Unternehmen wesentlich durch die anteilige Ergebnisübernahme der Versatel GmbH (vormals Versatel AG) begründet, die im Mai 2011 veräußert wurde. Es wird auf Anhangsangabe 24 verwiesen.

16. Steueraufwendungen

Die Steueraufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

scroll

2012

T€
2011

T€
Laufende Ertragsteuern
- Deutschland 89.761 99.565
- Ausland 5.642 5.699
Gesamt (laufende Periode) 95.403 105.264
Latente Steuern
-aufgrund steuerlicher Verlustvorträge 5.189 -14.087
-steuerliche Wirkung auf temporäre Unterschiede -15.923 -2.934
Gesamte latente Steuern -10.734 -17.021
Gesamter Steueraufwand 84.669 88.243

Nach dem deutschen Steuerrecht setzen sich die Ertragsteuern aus Körperschaftsteuer- und Gewerbesteuer sowie Solidaritätszuschlag zusammen.

Die Gewerbeertragsteuer in Deutschland wird auf das zu versteuernde Einkommen der Gesellschaft erhoben, korrigiert durch Kürzungen bestimmter Erträge, die nicht gewerbeertragsteuerpflichtig sind und durch Hinzurechnung bestimmter Aufwendungen, die für Gewerbeertragsteuerzwecke nicht abzugsfähig sind. Der effektive Gewerbesteuersatz hängt davon ab, in welcher Gemeinde die Gesellschaft tätig ist. Der durchschnittliche Gewerbesteuersatz im Geschäftsjahr 2012 beträgt ca. 14,2 % (Vorjahr: 14,2 %).

Unabhängig davon, ob das Ergebnis thesauriert oder ausgeschüttet wird, betrug der Körperschaftsteuersatz in Deutschland unverändert zum Vorjahr 15 %. Zusätzlich wird ein Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 % auf die festgesetzte Körperschaftsteuer erhoben.

Die Ertragsteueraufwendungen enthalten ferner neben den Steuern auf das laufende Ergebnis periodenfremde Effekte wie folgt:

Aufgrund von Prüfungsfeststellungen der abgeschlossen steuerlichen Betriebsprüfung für die Veranlagungszeiträume 2006 bis 2008 ergeben sich periodenfremde Steueraufwendungen in Höhe von 13.354 T€ (Vorjahr: 8.860 T€). Ferner fielen in diesem Zusammenhang periodenfremde Erträge für Umsatzsteuer von 1.007 T€ (Vorjahr: Aufwendungen 1.180 T€) und Zinserträge in Höhe von 1.706 T€ (Vorjahr: 0 T€) sowie Zinsaufwendungen in Höhe von 6.159 T€ (Vorjahr: 7.323 T€) an. Diese sind unter den sonstigen betrieblichen Erträgen beziehungsweise im Finanzergebnis ausgewiesen.

Darüber hinaus fielen im Vorjahr periodenfremde Steuererträge in Höhe von 2.056 T€ an.

Der im Geschäftsjahr 2012 erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Steuerertrag belief sich zum Stichtag auf 976 T€ (Vorjahr: 1.968 T€).

Aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge sowie temporäre Differenzen werden angesetzt, sofern es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähige temporäre Differenz verwendet werden kann.

Die aktiven latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge verteilen sich auf die Länder wie folgt:

scroll

2012

T€
2011

T€
USA 7.723 10.791
Frankreich 1.528 3.649
9.251 14.440

Im Geschäftsjahr 2012 wurden aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge für US-amerikanische und französische Tochtergesellschaften in Höhe von 5.189 T€ verbraucht. Dies resultiert im Wesentlichen aus der Umstellung der Verrechnungspreismodalitäten für bestimmte Konzerngesellschaften. In diesem Zusammenhang wurden die Verluste der Vorjahre ausgeglichen und bestehende Verlustvorträge genutzt. In diesem Kontext ist der Rückgang der steuerlichen Verlustvorträge in Spanien und Polen zu sehen (siehe nachfolgende Tabelle). Die entsprechenden aktiven latenten Steuern wurden im Vorjahr gebildet.

Die steuerlichen Verlustvorträge, auf die keine latenten Steuern gebildet wurden, betreffen folgende Länder:

scroll

2012

T€
2011

T€
Deutschland 7.676 7.724
Großbritannien 5.587 4.310
Frankreich 2.210 1.862
Polen 2.702 4.110
Spanien 0 17.383
18.175 35.389

Entsprechend IAS 12 werden aktive latente Steuern auf die zukünftigen Vorteile, die mit steuerlichen Verlustvorträgen verbunden sind, gebildet. Die Frist für den Nettoverlustvortrag in den einzelnen Ländern ist wie folgt:

scroll

■ Spanien: 15 Jahre
■ Deutschland: zeitlich unbeschränkt, jedoch Mindestbesteuerung
■ Polen: 5 Jahre
■ Frankreich: zeitlich unbeschränkt, jedoch Mindestbesteuerung
■ USA: zeitlich unbeschränkt
■ Großbritannien: zeitlich unbeschränkt

Die Verlustvorträge in Deutschland können auf unbefristete Zeit geltend gemacht werden; dabei handelt es sich wie im Vorjahr mit einem Teilbetrag von 3.600 T€ um Verlustvorträge der Response Republic Beteiligungsgesellschaft Deutschland GmbH, die aufgrund eines bestehenden Gewinnabführungsvertrages nicht geltend gemacht werden können.

Die latenten Steuern haben sich aus den folgenden Positionen abgeleitet:

scroll

2012 2011
Aktive latente Steuern Passive latente Steuern Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
--- --- --- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 584 1.262 841 0
Vorräte 76 0 388 0
Sonstige finanzielle Vermögenswerte -kurzfristig 904 89 0 0
Sonstige finanzielle Vermögenswerte -langfristig 12 181 0 0
Sonstige Vermögenswerte 38.297 0 26.384 101
Sachanlagen 2.427 6.457 262 5.180
Immaterielle Vermögenswerte 7.549 23.263 6.909 22.596
Sonstige Rückstellungen 951 531 795 625
Sonstige Verbindlichkeiten 5.063 546 4.744 3.318
Abgegrenzte Erlöse 2.274 0 2.180 0
Bruttowert 58.137 32.329 42.503 31.820
Steuerliche Verlustvorträge 9.251 0 14.440 0
Konsolidierungsanpassungen 117 0 43 1.942
Sonstige Sachverhalte 308 74 476 0
Saldierung -24.834 -24.834 -24.500 -24.500
Konzernbilanz 42.979 7.569 32.962 9.262

Der Aktiv-Überhang der latenten Steuern hat sich von 23.700 T€ im Vorjahr auf 35.410 T€ erhöht. Somit belief sich der Gesamtbetrag der Veränderung des Saldos latenter Steuern auf 11.710 T€ (Vorjahr: 18.989 T€). Ursächlich für diese Veränderung sind im Wesentlichen folgende Faktoren:

Erhöhung der aktiven latenten Steuern auf Kundenakquisitionskosten in Höhe von 12.599 T€,
Verringerung der passiven latenten Steuern aus der im Zuge der Veräußerung der Anteile an der Versatel GmbH erhaltenen Call-Option in Höhe von 2.614 T€,
gegenläufig wirkte sich der Verbrauch aktiver latenter Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von 5.189 T€ aus.

Die Veränderung des Saldos latenter Steuern im Vorjahresvergleich lässt sich wie folgt überleiten:

scroll

Latenter Steuerertrag 10.734
Erfolgsneutral erfasster latenter Steueraufwand 976
Veränderung des Saldos latenter Steuern 11.710

Die passiven latenten Steuern in Höhe von 22.359 T€ (Vorjahr: 22.596 T€) resultieren im Wesentlichen aus der unterschiedlichen Behandlung von im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierten immateriellen Vermögenswerten im Konzernabschluss und der Steuerbilanz.

Daneben beinhalten die latenten Steuern ergebnisneutral gebildete aktive latente Steuern in Höhe von 731 T€ (Vorjahr: 1.707 T€).

Zum 31. Dezember 2012 waren wie im Vorjahr keine passiven latenten Steuern aufgrund der unterschiedlichen Bilanzansätze der Beteiligung an der 1&1 Mail & Media GmbH in der IFRS- und in der Steuerbilanz erfasst, da es wahrscheinlich ist, dass sich diese Differenz in absehbarer Zeit nicht umkehren wird.

Die Überleitung vom Gesamtsteuersatz auf den effektiven Steuersatz der fortgeführten Aktivitäten stellt sich wie folgt dar:

scroll

2012

%
2011

%
Erwarteter Steuersatz 30,1 30,0
- Tatsächliche und latente Steuern für Vorjahre Steuerlich nicht abzugsfähige 11,0 2,7
- Firmenwertabschreibungen 7,2 0,4
- Steuerlich nicht abzugsfähige Abschreibungen auf Beteiligungen 0,0 0,8
- Steuerlich nicht abzugsfähige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 3,0 2,3
- Steuervergünstigte Veräußerungsgewinne sowie Beteiligungserträge -3,7 -3,3
- Unterschiede zu ausländischen Steuersätzen -0,7 0,4
- Mitarbeiterbeteiligungsprogramm -1,2 0,0
- Steuerlicher Verluste der Vorjahre, für die keine latenten Steuern angesetzt worden sind 0,5 1,5
- Erstmalige Aktivierung von in Vorjahren nicht angesetzten steuerlichen Verlusten 0,0 -1,2
- Wertberichtigungen auf latente Steuern 0,2 0,0
- Konsolidierungseffekte -2,3 0,0
- Nicht steuerbare at-equity Ergebnisse 0,2 0,8
- Saldo von sonstigen steuerfreien Erträgen und nicht abzugsfähigen Aufwendungen -0,7 0,8
Effektiver Steuersatz 43,6 35,2

Hinsichtlich der periodenfremden Steuereffekte verweisen wir auf unsere Angaben weiter oben.

Die steuerlich nicht abzugsfähigen Firmenwertabschreibungen betreffen die im Geschäftsjahr vorgenommenen Wertminderungen im Sedo Teilkonzern. Es wird auf Anhangsangabe 10 verwiesen.

Die steuerlich nicht abzugsfähigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte resultieren aus im Ersteinbuchungszeitpunkt erfolgsneutral entstandenen Vermögensunterschieden, für die folglich gemäß IAS 12 keine latenten Steuern gebildet worden sind.

Bezüglich der steuervergünstigten Veräußerungsgewinne wird auf Anhangsangabe 8 verwiesen.

Unter den Konsolidierungseffekten ist die Auflösung von im Vorjahr aus dem Ansatz der Call-Option bzgl. der Anteile an der VictorianFibre Holding & Co. S.C.A., Luxemburg, gebildeten passiven latenten Steuern enthalten. Ferner ist hier die Auflösung von passiven latenten Steuern aus Konsolidierungsvorgängen enthalten, da die Grundlage für den Ansatz entfallen ist.

Der erwartete Steuersatz entspricht dem Steuersatz des Mutterunternehmens, der United Internet AG.

17. Ergebnis je Aktie

Zum 31. Dezember 2012 ist das Grundkapital eingeteilt in 215.000.000 Stück auf den Namen lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 1,00 €. United Internet hielt zum 31. Dezember 2012 20.662.202 eigene Aktien (Vorjahr: 21.225.158 eigene Aktien). Aus eigenen Aktien stehen der Gesellschaft keine Rechte und damit auch keine anteilige Ausschüttung zu, so dass die zurückgekauften Aktien eigenkapitalmindernd erfasst werden. Der gewogene Durchschnitt der für die Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie zugrunde gelegten Anzahl an Aktien beläuft sich für das Geschäftsjahr 2012 auf 193.906.687 Stück (Vorjahr: 206.416.123 Stück).

Ein Verwässerungseffekt ist im Hinblick auf die sich aus dem Mitarbeiterbeteiligungsprogramm der United Internet AG ergebenden Optionsrechte zu berücksichtigen, die sich per 31. Dezember 2012 im Geld befanden. Dabei wurden sämtliche zum 31. Dezember 2012 bestehenden Optionsrechte nach Maßgabe der Treasury-Stock Methode bei der Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie berücksichtigt, soweit sich die Optionsrechte im Geld befanden und unabhängig davon, ob die Optionsrechte zum Bilanzstichtag tatsächlich ausübbar waren. Die Berechnung des Verwässerungseffekts aus dem Umtausch erfolgt, indem zunächst die Summe der potenziellen Aktien festgestellt wird. Anschließend wird auf der Basis des durchschnittlich beizulegenden Zeitwerts die Aktienanzahl ermittelt, die aus der Gesamthöhe der Zahlungen (Nennwert der Rechte zuzüglich Zuzahlung) erworben werden könnte. Ist die aus beiden Werten ermittelte Differenz null, entspricht die gesamte Zahlung genau dem beizulegenden Zeitwert der potenziellen Aktien, so dass keine verwässernde Wirkung zu berücksichtigen ist. Ist der Differenzbetrag positiv, wird davon ausgegangen, dass diese Aktien unentgeltlich ausgegeben werden.

Die Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie ging von 4.448.375 Stück (Vorjahr: 3.977.250 Stück) potentiellen Aktien (aus der fingierten Nutzung der Rechte) aus. Basierend auf einem durchschnittlichen Marktpreis von 14,79 € (Vorjahr: 13,10 €) würde sich eine unentgeltliche Ausgabe von 1.451.240 (Vorjahr: 1.663.082) Aktien ergeben.

Nachfolgende Tabelle enthält die der Berechnung des unverwässerten und des verwässerten Ergebnis zugrunde gelegten Beträge:

scroll

2012

T€
2011

T€
Ergebnisse, die den Anteilseignern der United Internet AG zuzurechnen sind 107.805 162.328
Ergebnis je Aktie (in €)
-unverwässert 0,56 0,79
-verwässert 0,55 0,78
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien (in Mio. Stück)
-unverwässert 193,91 206,42
-verwässert 195,36 208,08

Der Berechnung des verwässerten und des unverwässerten Ergebnisses je Aktie für den eingestellten Geschäftsbereich wurde oben genannte gewichtete durchschnittliche Anzahl der Aktien zugrunde gelegt.

18. Dividende je Aktie

Die Hauptversammlung der United Internet AG hat am 31. Mai 2012 dem Beschlussvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat über die Zahlung einer Dividende in Höhe von 0,30 € je Aktie zugestimmt. Die Dividendenzahlung in einer Gesamthöhe von 58,1 Mio. € erfolgte am 1. Juni 2012.

Über die Verwendung eines Bilanzgewinns beschließt nach § 21 der Satzung der United Internet AG die Hauptversammlung. Über den Dividendenvorschlag für das Geschäftsjahr 2012 beraten Vorstand und Aufsichtsrat in der Aufsichtsratssitzung am 20. März 2013.

Aus eigenen Aktien stehen der Gesellschaft gemäß § 71b AktG keine Rechte und damit auch keine anteilige Ausschüttung zu. Zum Datum der Unterzeichnung des Jahresabschlusses hält die United Internet AG keine (Vorjahr: 21.225.158 Stück) eigene Aktien. Es wird auf Anhangsangabe 47 verwiesen.

Erläuterungen zur Bilanz

19. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente bestehen aus Bankguthaben, kurzfristigen Anlagen, Schecks und Kassenbeständen. Guthaben bei Kreditinstituten werden mit variablen Zinssätzen für täglich kündbare Guthaben verzinst. Kurzfristige Einlagen erfolgen für unterschiedliche Zeiträume, die in Abhängigkeit vom jeweiligen Zahlungsmittelbedarf des Konzerns zwischen einem Tag und 3 Monaten betragen.

Die Entwicklung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ist der Konzern-Kapitalflussrechnung zu entnehmen.

20. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

scroll

2012

T€
2011

T€
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 167.873 123.757
Abzüglich
Wertberichtigungen -19.107 -17.055
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, netto 148.766 106.702

Zum 31. Dezember 2012 waren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 19.107 T€ (Vorjahr: 17.055 T€) wertgemindert. Die Entwicklung des Wertberichtigungskontos stellt sich wie folgt dar:

scroll

2012

T€
2011

T€
Stand 1. Januar 17.055 15.019
Inanspruchnahme -12.757 -11.433
Aufwandswirksame Zuführungen 17.942 14.795
Auflösung -3.023 -1.502
Währungsdifferenzen -110 176
Stand 31. Dezember 19.107 17.055

Die aufwandswirksamen Zuführungen des Geschäftsjahres umfassen jeweils nicht die unterjährig begründeten und vor dem Bilanzstichtag ausgebuchten Forderungen.

Zum Bilanzstichtag sind keine Anzeichen erkennbar, dass den Zahlungsverpflichtungen für die nicht wertberichtigten Forderungen nicht nachgekommen wird.

Das maximale Ausfallrisiko zum Bilanzstichtag entspricht dem Nettobuchwert der oben genannten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden grundsätzlich mit ihrem Nominalwert angesetzt, da sie sofort fällig sind. Überfällige Forderungen werden auf ihren Wertberichtigungsbedarf geprüft. Die Ermittlung der Einzelwertberichtigungen erfolgt dabei im Wesentlichen in Abhängigkeit von der Altersstruktur der Forderungen. Es wird auf Anhangsangabe 42 verwiesen.

Sämtliche überfälligen Forderungen, die nicht einzeln wertberichtigt wurden, unterliegen einer pauschalierten Einzelwertberichtigung.

Zum 31. Dezember stellt sich die Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Berücksichtigung der vorgenannten Wertberichtigungen wie folgt dar:

scroll

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, netto 2012

T€
2011

T€
< 30 Tage 141.460 98.278
30 - 60 Tage 3.158 3.891
60 - 90 Tage 1.993 2.365
90 - 120 Tage 1.295 1.239
> 120 Tage 860 929
148.766 106.702

21. Vorräte

Das Vorratsvermögen bestand aus folgenden Posten:

scroll

2012

T€
2011

T€
Handelswaren
Mobilfunk I Mobile Internet 17.377 6.443
DSL-Hardware 5.189 4.784
SIM-Karten 1.140 1.644
Video-on-Demand-Hardware 90 604
Webhosting-Hardware 261 936
Sonstige 1.001 1.238
Zur Weiterveräußerung gehaltener Domainbestand
Domainbestand 2.122 2.463
27.180 18.112
Abzüglich
Wertberichtigungen -1.502 -1.392
Vorräte, netto 25.678 16.720

Die Wertminderung von Vorräten, die im Berichtsjahr als Aufwand erfasst wurde, belief sich auf 110 T€ (Vorjahr: 637 T€). Dieser Aufwand wird unter den Umsatzkosten ausgewiesen.

22. Abgegrenzte Aufwendungen

Die abgegrenzten Aufwendungen in Höhe von 45.177 T€ (Vorjahr: 43.094 T€) beinhalten im Wesentlichen Vorauszahlungen für Domaingebühren, die auf Basis des zugrunde liegenden Vertragszeitraums der Kunden abgegrenzt und periodengerecht als Aufwand erfasst werden.

23. Sonstige kurzfristige Vermögenswerte

23.1 Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte

scroll

2012

T€
2011

T€
Debitorische Kreditoren 11.492 8.060
Geleistete Anzahlungen 2.862 2.862
KKR (Vendor Loan) 0 57.520
KKR (Optionen) 0 8.710
Sonstige 5.177 6.135
Sonstige finanzielle Vermögenswerte, netto 19.531 83.287

Der Rückgang der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte resultiert im Wesentlichen aus der Rückzahlung des im Mai 2011 ausgegebenen zinslosen Verkäuferdarlehens (Vendor Loan) an die Holdinggesellschaft VictorianFibre Holding GmbH, das im Rahmen des Verkaufs der Versatel-Anteile ausgegeben wurde. Es wird auf die Anhangsangabe 3.2 verwiesen.

23.2 Sonstige kurzfristige nicht-finanzielle Vermögenswerte

scroll

2012

T€
2011

T€
Forderungen Finanzamt 4.473 3.632
Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte, netto 4.473 3.632

24. Anteile an assoziierten Unternehmen

scroll

2012

T€
2011

T€
Buchwert zum Beginn des Geschäftsjahres 33.559 84.079
Zugänge 68.863 2.260
Korrekturen
- Ausschüttungen 0 -730
- Wertminderungen -3.924 0
- Ergebnisanteile 2.348 -6.629
- Sonstiges 2.166 55
Abgänge -12.131 -45.476
90.881 33.559

Der Zugang der Anteile an assoziierten Unternehmen resultiert im Wesentlichen aus der Beteiligung an der Obergesellschaft der Versatel GmbH, der VictorianFibre Holding & Co. S.C.A., Luxemburg. United Internet hält an der Obergesellschaft 25,1 % der Anteile. Aufgrund der Nähe zum Abschlussstichtag wurde zunächst auf eine vorläufige Kaufpreisallokation abgestellt. Es wird auf Anhangsangabe 3.2 verwiesen.

Bei den Wertminderungen in Höhe von -3.924 T€ handelt es sich im Wesentlichen um die von der EFF Nr. 2 gehaltenen Anteile an assoziierten Unternehmen.

Die sonstigen Korrekturen in Höhe von 2.166 T€ betreffen Ergebnisanteile an assoziierten Unternehmen mit einem Beteiligungsbuchwert von 0 T€. Die negativen Erfolgsbeiträge von assoziierten Unternehmen mit einem Beteiligungsbuchwert von 0 T€ wurden nur dann berücksichtigt, sofern den assoziierten Unternehmen langfristige Darlehen zur Verfügung gestellt wurden oder Kredit-/ Haftungszusagen bestanden.

Die Abgänge betreffen den Verkauf der Anteile an der internetstores AG sowie Kapitalrückzahlungen der Beteiligung EFF Nr. 1. Aufgrund der gesellschaftsvertraglich vereinbarten Einstimmigkeit bei sämtlichen Gesellschafterbeschlüssen kann der Konzern bei den EFF Nr. 1 Gesellschaften keinen beherrschenden Einfluss, sondern nur einen maßgeblichen Einfluss ausüben. Abweichend von dem Anteil am Kapital in Höhe von 66,67 % partizipiert der Konzern in Abhängigkeit der internen Verzinsung des Fonds zwischen 33,33 % und 66,67 % an den Jahresergebnissen der EFF Nr. 1.

Nachfolgende Tabelle enthält zusammengefasste Finanzinformationen der übrigen wesentlichen zum Bilanzstichtag gehaltenen assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen:

scroll

2012

T€
2011

T€
Kurzfristige Vermögenswerte 151.880 17.434
Langfristige Vermögenswerte 584.927 23.086
Kurzfristige Schulden 495.408 7.115
Langfristige Schulden 159.427 2.052
Eigenkapital 81.972 31.353
Umsatzerlöse 643.181 23.112
Periodenergebnisse 12.808 1.987

Die zusammengefassten Finanzinformationen der nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen basieren jeweils auf 100%igen Zahlen dieser Unternehmen.

25. Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte

Die Entwicklung dieser Anteile ergibt sich aus der folgenden Übersicht:

scroll

Erfolgsneutrale Fortschreibung der Neubewertungsrücklage
01.01.2012

T€
Zugang

T€
Recycling

T€
Zuführung

T€
Wertminderung

T€
Umbuchung

T€
Abgang

T€
31.12.2012

T€
--- --- --- --- --- --- --- --- ---
Anteile Goldbach 14.957 -657 -530 13.770
Anteile Hi-media 10.464 -710 9.754
Anteile Afilias 7.936 784 8.720
Anteile freenet 38.143 -8.010 -30.133 0
Portfolio-Unternehmen der EFF Nr. 3 11.205 161 -392 -291 10.683
Kaufpreisforderung 9.519 297 9.816
Übrige 10.370 11.288 -2.166 -2.102 17.390
102.594 11.746 -8.402 -583 0 -2.166 -33.056 70.133

scroll

Erfolgsneutrale Fortschreibung der Neubewertungsrücklage
01.01.2011

T€
Zugang

T€
Recycling

T€
Zuführung

T€
Wertminderung

T€
Umbuchung

T€
Abgang

T€
31.12.2011

T€
--- --- --- --- --- --- --- --- ---
Anteile Goldbach 28.120 -12.662 -501 14.957
Anteile Hi-media 16.762 -6.298 10.464
Anteile Afilias 6.755 1.181 7.936
Anteile freenet 50.367 8.010 -20.234 38.143
Portfolio Unternehmen der EFF Nr. 3 26.630 446 -3.521 -12.350 11.205
Kaufpreisforderung 9.163 356 9.519
Übrige 7.477 3.072 -164 -15 10.370
145.274 3.874 -16.183 9.191 -6.298 -164 -33.100 102.594

Der Abgang bei den Anteilen an freenet resultiert aus dem Verkauf der gesamten Anteile. Es wird auf Anhangsangabe 8 verwiesen.

Die ausstehende Kaufpreisforderung resultiert aus dem Verkauf der Anteile an der maxdome GmbH & Co. KG. Im Rahmen der Kooperation mit der ProSiebenSat.1 Media AG war die 1&1 Internet AG bis zum 31. Dezember 2010 an dem Joint Venture maxdome GmbH & Co. KG beteiligt, welches das Video On Demand Portal maxdome betreibt. Mit Vertrag vom 20. Dezember 2010 wurde das Joint Venture maxdome GmbH & Co. KG zum 31. Dezember 2010 verkauft. Von dem Kaufpreis in Höhe von 16.515 T€ sind im Geschäftsjahr 2010 6.000 T€ in bar geleistet worden. Der restliche Kaufpreis in Höhe von 10.515 T€ wurde bis zum 30. Dezember 2014 gestundet. Inklusive dem Effekt aus der Abzinsung dieser Forderung in Höhe von 297 T€ beläuft sich die Kaufpreisforderung zum Bilanzstichtag auf 9.816 T€ (Vorjahr: 9.519 T€).

Der Zugang bei den übrigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten beinhaltet im Wesentlichen Erhöhung der Ausleihung an die ProfitBricks GmbH, zum Bilanzstichtag beträgt die Forderung inklusive Zinsen 8.722 T€ (Vorjahr: 2.019 T€). Es wird auf Anhangsangabe 41 verwiesen.

26. Sachanlagen

scroll

2012

T€
2011

T€
Anschaffungskosten
- Grundstücke und Bauten 8.229 8.229
- Betriebsausstattung 336.719 292.730
- Geleistete Anzahlungen 7.068 13.282
352.016 314.241
Abzüglich
aufgelaufene Abschreibungen -242.829 -203.319
Sachanlagen, netto 109.187 110.922

Eine alternative Darstellung der Entwicklung der Sachanlagen in den Geschäftsjahren 2012 und 2011 wird in der Anlage zum Konzernanhang gezeigt (Konzernanlagenspiegel).

27. Immaterielle Vermögenswerte (ohne Firmenwerte)

scroll

2012

T€
2011

T€
Anschaffungskosten
- Lizenzen 30.021 29.833
- Auftragsbestand 2.398 2.403
- Software 83.741 73.196
- Marke 47.191 47.495
- Kundenstamm 190.243 189.334
- Portal 72.303 72.240
425.897 414.501
Abzüglich
aufgelaufene Abschreibungen -274.070 -227.124
Immaterielle Vermögenswerte, netto 151.827 187.377

Eine alternative Darstellung der Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte in den Geschäftsjahren 2012 und 2011 wird in der Anlage zum Konzernanhang gezeigt (Konzernanlagenspiegel).

Der Ansatz der Kundenbeziehungen resultiert in Höhe von 130.158 T€ im Wesentlichen aus dem im Geschäftsjahr 2009 und 2010 erfolgten Erwerb von Breitband-Kunden von der freenet AG. Diese von Dritten erworbenen Kundenbeziehungen werden planmäßig über 6 Jahre abgeschrieben. Die Abschreibungen betrugen im Geschäftsjahr 2012 21.694 T€ (Vorjahr: 21.694 T€), der Restbuchwert 63.270 T€.

Die immateriellen Vermögenswerte, die einer unbestimmten Nutzungsdauer unterliegen (Markenrechte), sind dem Segment "Applications" zugeordnet. Die Buchwerte betrugen 46.296 T€. Die Werthaltigkeitsüberprüfung der immateriellen Vermögenswerte, die einer unbestimmten Nutzungsdauer unterliegen, wurde zum Bilanzstichtag auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten vorgenommen. Daraus ergab sich im Geschäftsjahr keine Wertminderung (Vorjahr: 46 T€).

Die folgende Darstellung gibt einen Überblick über die Markenrechte:

scroll

2012

T€
2011

T€
Mail.com 20.686 21.112
WEB.DE 17.173 17.173
Fasthosts / Dollamore 4.239 4.136
united-domains 4.198 4.198
46.296 46.619

28. Firmenwerte

scroll

2012

T€
2011

T€
brutto netto brutto netto
--- --- --- --- ---
Segment "Applications" 420.270 356.248 419.049 401.295

Eine alternative Darstellung der Entwicklung der Firmenwerte in den Geschäftsjahren 2012 und 2011 wird in der Anlage zum Konzernanhang gezeigt (Konzernanlagenspiegel).

29. Wertminderungen des Geschäfts- oder Firmenwerts und der immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer

Die vorhandenen Firmenwerte und immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden mindestens einmal jährlich einem Impairment-Test unterzogen. In Anlehnung an den unternehmensinternen Budgetierungsprozess hat die Gesellschaft das letzte Quartal ihres Geschäftsjahres für die Durchführung des jährlich geforderten Impairment-Tests festgelegt.

Die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen Firmenwerte wurden für Zwecke der Werthaltigkeitsprüfung zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet, die sich ausschließlich auf das Segment "Applications" verteilen.

Entgegen der ursprünglichen Erwartungen hatte sich im ersten und insbesondere im zweiten Quartal 2012 der Trend eines schwächeren Geschäfts im Domain-Parking nochmals verstärkt. Als Folge wurde die Ergebnisprognose für den Sedo-Teilkonzern für das Geschäftsjahr 2012 korrigiert. In diesem Zusammenhang wurde zum 30. Juni 2012 eine außerplanmäßige Überprüfung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit "Domain-Marketing" vorgenommen. Im Rahmen dieser Werthaltigkeitsprüfung waren Wertminderungen auf den Firmenwert in Höhe von 43.114 T€ (Vorjahr: 0 T€) vorzunehmen.

Darüber hinaus führte die weitere Verschlechterung der Ertragslage der zahlungsmittelgenerierenden Einheit "Affiliate-Marketing" im Sedo-Teilkonzern für affilinet Frankreich zu einem weiteren Wertminderungsbedarf in Höhe von 3.154 T€ (Vorjahr: 3.500 T€).

Die gesamten Firmenwertabschreibungen des Berichtszeitraums 2012 summierten sich auf 46.268 T€ (Vorjahr: 3.500 T€). Der Wertminderungsaufwand wurde in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie im Konzernanlagespiegel gesondert ausgewiesen. Es wird auf die Anhangsangabe 11 verwiesen.

Bezüglich der Sensitivitäten wird auf die Ausführungen weiter unten verwiesen. Der Wertminderungsaufwand wurde in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie im Konzernanlagespiegel gesondert ausgewiesen.

Die Firmenwerte zum 31. Dezember im Segment "Applications":

scroll

2012

T€
2011

T€
1&1 Mail & Media 228.501 228.501
Fasthosts 57.830 56.419
united-domains 27.970 28.668
InterNetX 5.032 5.032
Dollamore 8.781 8.568
Mail.com 285 291
Domain-Marketing 0 43.114
Nicht beherrschende Anteile 24.649 24.649
Affiliate-Marketing 3.200 6.054
356.248 401.296

Außerplanmäßiger Werthaltigkeitstest zum 30. Juni 2012 im Teilkonzern Sedo

Im 1. Halbjahr und insbesondere im 2. Quartal 2012 hat sich der Trend eines schwächeren Geschäfts im Domain-Parking entgegen den ursprünglichen Erwartungen nochmals verstärkt. In diesem Zusammenhang wurde zum 30. Juni 2012 ein außerplanmäßiger Werthaltigkeitstest der auf den Sedo-Teilkonzern entfallenden Firmenwerte durchgeführt.

Zum Zwecke der Überprüfung der Werthaltigkeit der Firmenwerte wurden die erzielbaren Beträge der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten auf Basis der Berechnung von Nutzungswerten unter Verwendung von Cashflow-Prognosen ermittelt. Die Ermittlung der Nutzungswerte basierte auf der für die jeweilige zahlungsmittelgenerierende Einheit vorliegenden, von der Gesellschaft genehmigten und zum Ende des 1. Halbjahres 2012 überarbeiteten Dreijahresplanung für die Geschäftsjahre 2012 bis 2014 sowie einer Management-Einschätzung für das Jahr 2015. Cashflows, die nach dem Planungszeitraum anfallen, wurden in der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Affiliate-Marketing unter Verwendung einer Wachstumsrate von 1,0 % (Bilanzstichtag 31. Dezember 2011: 1,0 %) extrapoliert, in der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Domain-Marketing wurde eine Wachstumsrate von 0 % (Bilanzstichtag 31. Dezember 2011: 1,0 %) verwendet. Das den Planungsrechnungen zugrunde liegende Umsatzwachstum für den Zeitraum 2012 bis 2015 lag in einer Bandbreite von -9 % bis 20 % (Bilanzstichtag 31. Dezember 2011: 6 % bis 20 %). Die Ermittlung des Nutzungswertes erfolgte anhand einer Discounted-Cashflow-Bewertung. Die verwendeten Abzinsungssätze vor Steuern betrugen 10 % bis 14 % (Bilanzstichtag 31. Dezember 2011: 10 % bis 12 %). Die Berechnung des Abzinsungssatzes berücksichtigt die spezifischen Umstände des Konzerns und basiert auf seinen durchschnittlich gewichteten Kapitalkosten (WACC). Die durchschnittlich gewichteten Kapitalkosten berücksichtigen sowohl das Fremd- als auch das Eigenkapital. Das unternehmensspezifische Risiko wird durch die Anwendung marktbeobachtbarer Betafaktoren einbezogen, welche jährlich auf Grundlage öffentlich zugänglicher Marktdaten ermittelt werden.

Domain-Marketing

Im Teilkonzern Sedo waren weiterhin rückläufige Umsätze und Margen im Domain-Parking-Geschäft zu verzeichnen. Eine Beschleunigung dieser Entwicklung im 2. Quartal 2012 führte dazu, dass die Sedo Holding AG die Entwicklung des Parking-Geschäfts grundlegend neu einschätzte und wesentlich pessimistischer beurteilte. Die Gesellschaft sieht auch zukünftig keine Trendwende und beabsichtigt, das Geschäft durch Anpassung der Strukturen profitabel fortzuführen und die verbleibenden Opportunitäten zu nutzen. Diese Entwicklung berücksichtigend wurden auch die Planzahlen für die Folgejahre entsprechend nach unten korrigiert. Der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit überstieg damit den erzielbaren Betrag, was einen Wertminderungsaufwand von 43.114 T€ zur Folge hatte.

Affiliate-Marketing

Entgegen der ursprünglichen Planung konnte bei affilinet Frankreich der Turnaround im 1. Halbjahr 2012 nicht erreicht werden. Die erzielten Ergebnisse lagen unter den Plan- und auch unter den Vorjahreswerten. Dabei waren die Umsatzerlöse rückläufig und zusätzlich verringerte sich die Bruttomarge. Die Ergebnisse des 1. Halbjahres 2012 und die unklare Marktsituation aufgrund der schwieriger gewordenen wirtschaftlichen Lage in Frankreich führten dazu, dass die Planungen für die Folgejahre entsprechend überarbeitet werden mussten. Der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit affilinet Frankreich überstieg damit den erzielbaren Betrag, was einen Wertminderungsaufwand in Höhe von 3.154 T€ zur Folge hatte. Beim Firmenwert von affilinet Deutschland ergab sich wie auch zum 31. Dezember 2011 kein Wertminderungsbedarf.

Firmenwerte aus dem Erwerb nicht beherrschende Anteile

Aus dem Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen an dem Sedo Teilkonzern resultierte ein zusätzlicher Firmenwert auf Ebene der United Internet AG. Dieser Firmenwert wurde auf Teilkonzernebene auf Werthaltigkeit geprüft. Nach den vorgenommenen Wertminderungen übersteigt der erzielbare Betrag der Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten "nicht beherrschende Anteile" den Buchwert, so dass kein weiterer Wertminderungsbedarf festgestellt worden ist.

Ausgehend von dem im 1. Halbjahr 2012 durchgeführten Impairment-Test hatte sich ein Wertminderungsaufwand in Höhe von 46.268 T€ ergeben. Dieser wird in der Gesamtergebnisrechnung sowie im Konzernanlagespiegel gesondert ausgewiesen.

Planmäßiger Werthaltigkeitstest zum 31. Dezember 2012

Die erzielbaren Beträge der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten werden auf Basis der Berechnung von Nutzungswerten unter Verwendung von Cashflow-Prognosen ermittelt. Die Cashflow-Prognosen basieren auf Budgets der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2013. Diese Budgets wurden vom Management auf Basis von externen Marktstudien sowie internen Annahmen für einen Zeitraum von 5 Jahren extrapoliert. Nach diesem Zeitraum -unverändert zum Vorjahr -unterstellt das Management einen jährlichen Anstieg der Cashflows zwischen 1,0 % und 2,0 %, der der langfristigen durchschnittlichen Wachstumsrate des Sektors entspricht, in dem die jeweilige zahlungsmittelgenerierende Einheit tätig ist. Die im Geschäftsjahr für die Cashflow-Prognose verwendeten Abzinsungssätze vor Steuern bewegen sich in einer Bandbreite von 11 % bis 13 % (Vorjahr: 8 % bis 12 %).

Die wichtigsten Parameter je zahlungsmittelgenerierender Einheit ergeben sich aus der nachfolgenden Tabelle:

scroll

CGU Parameter Anteil Firmenwerte gesamt 2013 2014 2015
Vorjahr 2012 2013 2014 2015
--- --- --- --- --- --- ---
1&1 Mail & Media Umsatzwachstum 64% 3% 14% 13%
Vorjahr 14% 13% 12% 10%
Abzinsungssätze 11% 11% 11%
Vorjahr 9% 9% 9% 9%
Fasthosts Umsatzwachstum 16% 5% 15% 14%
Vorjahr 9% 10% 10% 11%
Abzinsungssätze 11% 11% 11%
Vorjahr 9% 9% 9% 9%
united-domains Umsatzwachstum 8% 4% 15% 14%
Vorjahr 9% 10% 10% 11%
Abzinsungssätze 11% 11% 11%
Vorjahr 9% 9% 9% 9%
InterNetX Umsatzwachstum 1% 12% 15% 14%
Vorjahr 9% 10% 10% 11%
Abzinsungssätze 11% 11% 11%
Vorjahr 8% 8% 8% 8%
Dollamore* Umsatzwachstum 2% -10% 48% -17%
Vorjahr 9% 10% 10% 11%
Abzinsungssätze 11% 11% 11%
Vorjahr 9% 9% 9% 9%
Sedo Holding CGU Umsatzwachstum 8% 5%-46,7%
Vorjahr 6%-20%
Abzinsungssätze 12%-13%
Vorjahr 12% 12% 12% 12%

scroll

CGU 2016> 2016 > 2017
1&1 Mail & Media Umsatzwachstum 12% 1,5%
Vorjahr 1,5%
Abzinsungssätze 11% 9,2%
Vorjahr 7,9%
Fasthosts Umsatzwachstum 14% 2,0%
Vorjahr 2,0%
Abzinsungssätze 11% 9,0%
Vorjahr 7,0%
united-domains Umsatzwachstum 14% 1,0%
Vorjahr 1,0%
Abzinsungssätze 11% 10,3%
Vorjahr 7,7%
InterNetX Umsatzwachstum 14% 2,0%
Vorjahr 2,0%
Abzinsungssätze 11% 8,8%
Vorjahr 6,3%
Dollamore* Umsatzwachstum -21% -17,8%
Vorjahr 2,0%
Abzinsungssätze 11% 9,4%
Vorjahr 7,0%
Sedo Holding CGU Umsatzwachstum 5%-46,7% 1,0%
Vorjahr 1,5%
Abzinsungssätze 12%-13% 10,6%
Vorjahr 1 0,5%

* Reallokation des Business Models auf 1&1 Internet Ltd.- Detailplanungszeitraum bis 2018 (-7,8%),>2019 (2,0%)

Im Segment "Applications" sind Markenrechte in Höhe von 46.296 T€ bilanziert (Vorjahr: 46.619 T€; siehe Anhangsangabe 27). Die Markenrechte wurden im Rahmen der Unternehmenszusammenschlüsse zu ihrem beizulegenden Zeitwert unter Anwendung geeigneter Bewertungsverfahren (in der Regel Lizenzpreisanalogiemethode, in der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Mail.com unter Anwendung der Residualwertmethode) bewertet und zum Bilanzstichtag auf ihre Werthaltigkeit überprüft. Hierbei wurden die marktrelevanten Cashflows mit den markenrelevanten Lizenzsätzen multipliziert. Diese liegen bei 2,0 % (Vorjahr: 2,0 %). Bei der Prognose der markenrelevanten Cashflows wurden dieselben Annahmen bezüglich der Marktentwicklung und der Abzinsungssätze zugrunde gelegt, die bereits in die Ermittlung der Ermittlung des Nutzungswertes der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten eingeflossen sind. Die Überprüfung ergab keine Wertminderung (Vorjahr: 46 T€).

Grundannahmen für die Berechnung der Nutzungswerte

Bei den folgenden der Berechnung der Nutzungswerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugrunde gelegten Annahmen bestehen Schätzungsunsicherheiten:

Umsatzerlöse

Die Geschäftsführung der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit erwartet im Planungshorizont unterschiedliche Entwicklungen der Umsatzerlöse. Für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wird für die Geschäftsjahre 2013 bis 2016 mit einer Veränderung zwischen -21 % und 48 % gerechnet (Vorjahr: zwischen 6 % und 20 %).
Wachstumsraten

Den Wachstumsraten liegen veröffentlichte branchenbezogene Marktschätzungen zugrunde. Sofern diese nicht verfügbar sind, werden interne Annahmen getroffen
Bruttomarge

Die geplanten Bruttomargen basieren auf den Markteinschätzungen der Geschäftsführung der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Die Geschäftsführung stellt ausgehend von Marktanalysen Schätzungen hinsichtlich der Entwicklung der Bruttomargen an.
Abzinsungssätze

Die Abzinsungssätze spiegeln die Schätzung der Unternehmensleitung hinsichtlich der den einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zuzuordnenden spezifischen Risiken wider. Die Ermittlung der angemessenen Abzinsungssätze basiert im Wesentlichen auf einem quasi risikolosen Zins, der jeweils um einen spezifischen Risikozuschlag erhöht wird.

Sensitivität der getroffenen Annahmen

Die Sensitivität der getroffenen Angaben in Bezug auf eine Wertminderung der Firmenwerte bzw. der Markenwerte ist abhängig von den jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten.

Die unten folgenden Aussagen zu Sensitivitätsanalysen erfolgen aufgrund unterschiedlicher Risikogewichtung getrennt nach Teilkonzernen.

Teilkonzern 1&1

Der 1&1-Teilkonzern umfasst die folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten bzw. Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten:

1&1 Mail & Media
Fasthosts
united-domains
InterNetX
Dollamore
Mail.com

Die Unternehmensleitung ist der Auffassung, dass keine nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich mögliche Änderung einer der zur Bestimmung des Nutzungswerts einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit getroffenen Grundannahmen dazu führen könnte, dass der Buchwert ihren erzielbaren Wert wesentlich übersteigt.

Die Auswirkungen von Änderungen der Grundannahmen werden nachfolgend erläutert:

Abzinsungssätze

Eine Änderung des quasi risikolosen Zinses oder des spezifischen Risikozuschlags verändert auch die den Impairment-Tests zugrunde gelegten Abzinsungssätze. Aus der Änderung der verwendeten Abzinsungssätze um 2 Prozentpunkte (Vorjahr: 1 Prozentpunkt) würden sich keine Auswirkungen auf den Impairment-Test ergeben. Die Geschäftsleitung stuft das Risiko aus Zinsvariationen derzeit als gering ein.
Wachstumsraten

Die Geschäftsführung erkennt, dass das Wachstum im Segment "Applications", und damit auch das Wachstum der in diesem Segment tätigen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, stark von der Entwicklung der Nutzung des Internets und damit von der Akzeptanz des Internets als Medium zur Nutzung im privaten und geschäftlichen Bereich abhängt. Aus dem Eintritt neuer Wettbewerber sowie der prognostizierten Marktkonsolidierung werden keine negativen Auswirkungen auf die im Budget berücksichtigten Prognosen erwartet. Eine Änderung könnte jedoch zu grundsätzlich möglichen Wachstumsraten führen, die nach vernünftigem Ermessen von jenen abweichen, die der Planung der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugrunde liegen. Ein Rückgang der Wachstumsraten innerhalb einer nach vernünftigem Ermessen möglichen Bandbreite würde jedoch nicht zu einer Reduktion der Nutzungswerte unter die Buchwerte führen.

Teilkonzern Sedo

Der Sedo-Teilkonzern umfasst zum Bilanzstichtag die folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten bzw. Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten:

Affiliate-Marketing
Domain-Marketing
Nicht beherrschende Anteile

Affiliate-Marketing

Das Management des Teilkonzerns Sedo ist der Auffassung, dass nach vernünftigem Ermessen derzeit keine Änderung einer der zur Bestimmung des Nutzungswerts der zahlungsmittelgenerierenden Einheit "affilinet Germany" getroffenen Grundannahmen absehbar ist, die dazu führen könnte, dass der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ihren erzielbaren Betrag übersteigt.

Domain-Marketing

Im außerplanmäßigen Werthaltigkeitstest am 30. Juni 2012 unterschritt der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit "Domain-Marketing" den Buchwert, so dass eine Wertminderung in voller Höhe des Buchwerts durchgeführt wurde.

Nicht beherrschende Anteile

Der Firmenwert aus dem Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen werden auf Ebene der United Internet AG überwacht. Die Unternehmensleitung der United Internet AG ist der Auffassung, dass nach vernünftigem Ermessen derzeit keine Änderung einer der zur Bestimmung des Nutzungswerts der zahlungsmittelgenerierenden Einheit "nicht beherrschende Anteile" getroffenen Grundannahmen absehbar ist, die dazu führen könnte, dass der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ihren erzielbaren Betrag übersteigt.

30. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 268.668 T€ (Vorjahr: 228.981 T€) bestehen gegenüber unabhängigen Dritten und haben eine Laufzeit von unter einem Jahr.

31. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

a) Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

scroll

2012

T€
2011

T€
Darlehen von Kreditinstituten 300.276 524.593
Abzüglich
Kurzfristiger Teil der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -87.113 -125.152
Langfristiger Teil der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 213.163 399.441
Kurzfristige Darlehen / Kontokorrentkredite 87.113 125.152
Kurzfristiger Teil der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 87.113 125.152
Gesamt 300.276 524.593

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten zum 31. Dezember 2012 resultieren im Wesentlichen aus einem syndizierten Konsortialkredit (II).

Der syndizierte Konsortialvertrag II wurde am 7. Juni 2011 abgeschlossen. Der Kreditrahmen II beinhaltet eine Tranche A in Höhe von 120 Mio. € und eine Tranche B in Höhe von 360 Mio. €. Tranche A ist als endfälliger Kredit mit einer Laufzeit von 5 Jahren ausgestaltet. Bei der Tranche B handelt es sich um einen revolvierenden Konsortialkredit, der unter anderem zur Rückzahlung der Tranche B des Konsortialvertrags I vom 14. September 2007 verwendet worden ist. Der Konsortialkredit II läuft bis zum 7. Juni 2016. Zum 31. Dezember 2012 sind von der Tranche A 120 Mio. € und von der Tranche B 95 Mio. € in Anspruch genommen.

Der Konsortialkredit (I) vom 14. September 2007 hatte eine Laufzeit von 5 Jahren und lief am 13. September 2012 aus. Dieser war in eine Tranche A in Höhe von 300 Mio. € und eine Tranche B in Höhe von ursprünglich 200 Mio. € aufgeteilt. Der zum 31. Dezember 2011 ausstehende Betrag in Höhe von 100 Mio. € wurde im Geschäftsjahr vollumfänglich zurückgeführt.

Die Darlehen sind variabel verzinslich. Der Einstandszinssatz für die Zinsperioden von 1, 2, 3, 6 oder 12 Monaten ist an den EURIBOR zuzüglich einer Marge p. a. gebunden. Die Marge ist abhängig von Finanzkennzahlen der United Internet Gruppe. Die Darlehenszinssätze inkl. Marge am Bilanzstichtag liegen zwischen 1,01 % und 1,09 % (Vorjahr: 2,02 % und 2,36 %). Eine Besicherung dieser syndizierten Konsortialkredite erfolgte nicht.

Weitere Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten resultieren mit 72,0 Mio. € aus einem Schuldscheindarlehen. Das Schuldscheindarlehen wurde am 23. Juli 2008 mit 150,0 Mio. € platziert. Das Schuldscheindarlehen ist endfällig ausgestaltet und teilt sich auf in eine Tranche A mit 78,0 Mio. € und einer Laufzeit bis zum 23. Juli 2011 sowie eine Tranche B mit 72,0 Mio. € und einer Laufzeit bis zum 23. Juli 2013. Tranche A wurde plangemäß im 3. Quartal 2011 zurückgeführt. Die Darlehen sind variabel verzinslich. Der Einstandszinssatz für die Zinsperiode von 3 Monaten ist an den EURIBOR zuzüglich einer Marge p. a. gebunden. Der Darlehenszinssatz inkl. Marge der am Bilanzstichtag gültigen Zinsperiode liegt bei 1,32 % (Vorjahr: 2,64 %). Eine besondere Besicherung dieses Schuldscheindarlehens erfolgte nicht.

Die beizulegenden Zeitwerte dieser Verbindlichkeiten entsprechen im Wesentlichen den Buchwerten.

Seit Juli 2012 besteht zwischen der United Internet AG, bestimmten Tochterunternehmen und der Commerzbank AG, Frankfurt, eine Vereinbarung über die Durchführung eines Cash-Poolings (Disposervice). Danach werden banktäglich die Guthaben- und Debetsalden konzernintern verrechnet und zusammengefasst.

b) Kreditlinien

Die United Internet AG hat bei 3 Banken die nachfolgenden Kreditlinien für Kontokorrentkredite und sonstige kurzfristige Kredite:

scroll

2012

Mio. €
2011

Mio. €
Kreditlinie 75,0 55,0
Inanspruchnahme Kreditlinie 15,0 0,0
Verfügbare Kreditlinie 60,0 55,0
Inanspruchnahme Avale 12,3 10,4
Durchschnittlicher Zinssatz (%) 0,83 n.a.
Nicht in Anspruch genommene Kreditlinien 47,7 44,6

Die Kreditlinien wurden von den Banken befristet zur Verfügung gestellt. Laufzeiten von 20 Mio. € enden im November 2013, Laufzeiten von 55 Mio. € stehen bis auf Weiteres zur Verfügung.

Darüber hinaus stehen aus dem noch nicht abgerufenen Teil des syndizierten Konsortialkredits II Mittel in Höhe von 265,0 Mio. € bis zum 7. Juni 2016 zur Verfügung.

Im Hinblick auf den Gesellschaften der United Internet Gruppe von einer Bank gewährten Kreditrahmen besteht unverändert zum Vorjahr gesamtschuldnerische Mithaftung der United Internet AG. Der angegebene durchschnittliche Zinssatz zum Bilanzstichtag bezieht auf die Inanspruchnahme der Kreditlinie.

32. Steuerrückstellungen

Die Steuerrückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

scroll

2012

T€
2011

T€
Deutschland 45.441 20.155
Grossbritannien 2.000 1.732
Frankreich 1.855 0
Spanien 12 8
USA 4 19
49.312 21.914

33. Abgegrenzte Erlöse

Die Kunden leisten für bestimmte Verträge Vorauszahlungen über einen Zeitraum von maximal 24 Monaten. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Webhosting- und Internet-Zugangsleistungen. Die Vorauszahlungen an Gebühren werden über den zugrunde liegenden Vertragszeitraum abgegrenzt und periodengerecht als Umsatz vereinnahmt.

34. Sonstige Rückstellungen

Die Entwicklung der Rückstellungen im Geschäftsjahr 2012 stellt sich wie folgt dar:

scroll

Prozessrisiken

T€
Übrige

T€
Gesamt

T€
1. Januar 2012 1.063 811 1.874
Verbrauch 718 385 1.103
Auflösung 200 0 200
Zuführung 927 647 1.574
31. Dezember 2012 1.072 1.073 2.145

Die Prozessrisiken setzen sich aus diversen Rechtsstreitigkeiten bei 1&1 Internet und Sedo zusammen.

Bei den übrigen Rückstellungen handelt es sich im Wesentlichen um Drohverlustrückstellungen.

35. Sonstige Verbindlichkeiten

35.1 Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten

scroll

2012

T€
2011

T€
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten
- Verbindlichkeiten aus Gehalt 17.544 13.472
- Marketing- und Vertriebskosten / Vertriebsprovisionen 14.618 17.330
- Verbindlichkeit aus Zinssicherungsgeschäften 10.903 7.243
- Wartung / Instandhaltung / Rückbauverpflichtungen 2.035 2.139
- Rechts- und Beratungskosten, Abschlusskosten 1.903 1.948
- Marketingaktionen 917 957
- Öffentlichkeitsarbeit 354 550
- Kreditorische Debitoren 0 2.318
- Transaktionskosten für Verkauf von Anteilen 0 200
- Sonstiges 3.190 5.591
Gesamt 51.464 51.748

Die Verbindlichkeiten aus Zinssicherungsgeschäften betreffen negative Marktwerte zum Bilanzstichtag. Bezüglich einer Beschreibung dieser Zinssicherungsgeschäfte wird auf Anhangsangabe 40 verwiesen.

35.2 Sonstige kurzfristige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten

Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten

scroll

2012

T€
2011

T€
- Verbindlichkeiten Finanzamt 17.256 11.358
- Verbindlichkeiten aus Betriebsprüfung 12.607 8.485
- Sonstige 81 0
Gesamt 29.944 19.843

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt handelt es sich im Wesentlichen um Umsatzsteuerschulden. Hinsichtlich der Verbindlichkeiten aus Betriebsprüfung wird auf Anhangsangabe 16 verwiesen.

35.3 Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten

Die langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten in Höhe von 23.214 T€ (Vorjahr: 26.177 T€) resultieren im Wesentlichen mit 4.074 T€ (Vorjahr: 5.430 T€) aus den nicht beherrschenden Anteilen der Personengesellschaften EFF Nr. 2 und EFF Nr. 3 und mit 7.784 T€ (Vorjahr: 9.623 T€) aus negativen Marktwerten von Zinssicherungsgeschäften zum Bilanzstichtag. Die Kaufpreisverbindlichkeit im Zusammenhang mit dem Erwerb der Anteile der united-domains AG beträgt 11.356 T€ (Vorjahr: 11.124 T€).

Die United Internet Beteiligungen GmbH hat mit Vertrag vom 12. Dezember 2008 die Anteile an der united-domains AG erworben. Nach der Freigabe der Kartellbehörden am 30. Januar 2009 wurde die Übernahme am 27. Februar 2009 vollzogen. Die united-domains AG wird auch weiterhin von den Gründern geleitet, die sich nach Abschluss der Übernahme mit insgesamt 15 % an der united-domains AG beteiligt haben. Der Kaufpreis für diese Anteile wurde gestundet. Gleichzeitig wurde im Rahmen des Erwerbs dieser Anteile den Gründern eine Put-Option auf ihre Anteile eingeräumt, die erstmals 2014 ausübbar ist. Die Höhe des Kaufpreises hängt im Wesentlichen von der Ergebnisentwicklung der Gesellschaft ab. Die Put-Option wird als "contingent consideration" bilanziert, d. h. Anpassungen auf den beizulegenden Zeitwert der Verpflichtung aus dieser Put-Option werden erfolgsneutral als Kaufpreisanpassung bilanziert und beeinflussen somit in der Folge die Höhe des Firmenwerts. Der Effekt aus der Aufzinsung wird im Finanzergebnis als Zinsaufwand verbucht. Zum 31. Dezember 2012 betrug der Effekt aus der Firmenwert-Anpassung -698 T€ (Vorjahr: 685 T€), der Aufzinsungseffekt belief sich auf 931 T€ (Vorjahr: 639 T€).

36. Aktienbasierte Vergütung

36.1 Mitarbeiterbeteiligungsmodelle

Das aktuelle Mitarbeiterbeteiligungsmodell der United Internet Gruppe zur Beteiligung von Führungskräften bzw. leitenden Mitarbeitern am langfristigen Unternehmenserfolg basiert auf virtuellen Aktienoptionen. Sämtliche Pläne werden als aktienbasierte Vergütungstransaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente behandelt.

United Internet AG

Virtuelle Aktienoptionen

Das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm 2006 - 2012 erfolgt über virtuelle Aktienoptionen (sog. Stock Appreciation Rights). Als Stock Appreciation Right (SAR) wird die Zusage der United Internet AG (oder Tochtergesellschaft) bezeichnet, den Berechtigten eine Zahlung zu leisten, deren Höhe der Differenz zwischen dem Börsenkurs bei Einräumung (Ausübungspreis) und dem Börsenkurs bei Ausübung der Option entspricht. Die Ausübungshürde beträgt 120 % des Börsenpreises, der als der Mittelwert der Schlusskurse im Xetra-Handel für die Aktie der Gesellschaft an der Frankfurter Wertpapierbörse während der letzten 10 Börsentage vor dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option berechnet wird. Die Zahlung des Wertzuwachses für den Berechtigten ist gleichzeitig bei 100 % des ermittelten Börsenpreises begrenzt.

Ein SAR entspricht einem virtuellen Bezugsrecht auf eine Aktie der United Internet AG, ist aber kein Anteilsrecht und somit keine (echte) Option auf den Erwerb von Aktien der United Internet AG. Die United Internet AG behält sich jedoch das Recht vor, ihrer Verpflichtung (bzw. der Verpflichtung der Tochtergesellschaft) zur Auszahlung des SAR in bar stattdessen nach freiem Ermessen auch durch die Übertragung von United Internet AG Aktien aus dem Bestand eigener Aktien an die Berechtigten zu erfüllen.

Bei aktienbasierten Vergütungstransaktionen, die der Gesellschaft das vertragliche Wahlrecht einräumen, ob der Ausgleich in bar oder durch die Ausgabe von Eigenkapitalinstrumenten erfolgen soll, hat die Gesellschaft zu bestimmen, ob eine gegenwärtige Verpflichtung zum Barausgleich besteht, und die aktienbasierte Vergütungstransaktion entsprechend abzubilden. Eine gegenwärtige Verpflichtung zum Barausgleich liegt dann vor, wenn die Möglichkeit eines Ausgleichs durch Eigenkapitalinstrumente keinen wirtschaftlichen Gehalt hat (z. B. weil der Gesellschaft die Ausgabe von Aktien gesetzlich verboten ist) oder der Barausgleich eine vergangene betriebliche Praxis oder erklärte Richtlinie der Gesellschaft war oder die Gesellschaft im Allgemeinen einen Barausgleich vornimmt, wenn die Berechtigten diese Form des Ausgleichs wünschen.

Diese Transaktion wird gemäß den Vorschriften für aktienbasierte Vergütungstransaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente bilanziert.

Das Optionsrecht kann hinsichtlich eines Teilbetrags von bis zu 25 % frühestens nach Ablauf von 24 Monaten seit dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option, hinsichtlich eines Teilbetrags von insgesamt bis zu 50 % frühestens 36 Monate nach dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option, hinsichtlich eines Teilbetrags von insgesamt bis zu 75 % frühestens 48 Monate nach dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option und hinsichtlich des Gesamtbetrags frühestens nach Ablauf von 60 Monaten nach dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option ausgeübt werden.

Unter Verwendung eines Optionspreismodells in Übereinstimmung mit IFRS 2 belief sich der Personalaufwand für die ausgegebenen Optionen auf 2.674 T€ (Vorjahr: 3.351 T€).

Unter Verwendung eines Optionspreismodells auf Basis eines Binomialmodells in Übereinstimmung mit IFRS 2 wurde der Zeitwert der ausgegebenen Optionen wie folgt ermittelt:

scroll

Bewertungsparameter
Ausgabestichtag 14.08.2006 14.03.2007 12.11.2007 29.01.2008
--- --- --- --- ---
Zeitwert 1.790 T€ 1.200 T€ 1.394 T€ 596 T€
Durchschnittlicher Marktwert je Option 2,24 € 3,00 € 3,49 € 2,98 €
Dividendenrendite 1,0 % 1,4 % 1,6 % 1,5 %
Volatilität der Aktie 39 % 44 % 46 % 46 %
Erwartete Dauer (Jahre) 5 5 5 5
Risikofreier Zins 3,8 % 3,8 % 3,9 % 3,6 %
Ausgabestichtag 30.05.2008 20.11.2008 31.03.2009 17.08.2009
Zeitwert 1.309 T€ 1.424 T€ 3.414 T€ 2.173 T€
Durchschnittlicher Marktwert je Option 3,27 € 0,95 € 1,38 € 2,17 €
Dividendenrendite 1,4 % 0,0 % 3,8 % 2,5 %
Volatilität der Aktie 46 % 55 % 57 % 58 %
Erwartete Dauer (Jahre) 5 5 5 5
Risikofreier Zins 4,3 % 2,6 % 2,2 % 2,5 %
Ausgabestichtag 29.03.2010 21.06.2010 12.07.2010 20.10.2010
Zeitwert 47 T€ 813 T€ 758 T€ 107 T€
Durchschnittlicher Marktwert je Option 2,37 € 2,03 € 1,90 € 2,67 €
Dividendenrendite 1,8 % 2,0 % 2,2 % 1,6 %
Volatilität der Aktie 57 % 57 % 56 % 55 %
Erwartete Dauer (Jahre) 5 5 5 5
Risikofreier Zins 2,2 % 1,6 % 1,5 % 1,6 %
Ausgabestichtag 14.01.2011 30.03.2011 01.06.2011 28.03.2012
Zeitwert 224 T€ 1.403 T€ 1.203 T€ 27 T€
Durchschnittlicher Marktwert je Option 2,80 € 2,81 € 3,01 € 2,72 €
Dividendenrendite 1,6 % 2,7 % 2,3 % 2,2 %
Volatilität der Aktie 47 % 43 % 37 % 34 %
Erwartete Dauer (Jahre) 5 5 5 5
Risikofreier Zins 1,9 % 2,6 % 2,3 % 0,8 %
Ausgabestichtag 12.04.2012 02.07.2012 01.10.2012 18.12.2012
Zeitwert 399 T€ 158 T€ 992 T€ 788 T€
Durchschnittlicher Marktwert je Option 2,66 € 2,64 € 3,31 € 2,63 €
Dividendenrendite 2,2 % 2,2 % 1,9 % 1,8 %
Volatilität der Aktie 34 % 32 % 27 % 24 %
Erwartete Dauer (Jahre) 5 5 5 5
Risikofreier Zins 0,8 % 0,6 % 0,4 % 0,5 %

Der Gesamtaufwand aus dem Mitarbeiterbeteiligungsprogramm belief sich auf 22.481 T€ (Vorjahr: 20.118 T€). Der kumulierte Aufwand zum 31. Dezember 2012 betrug 18.155 T€ (Vorjahr: 15.480 T€). Auf künftige Jahre entfallen somit Aufwendungen in Höhe von 4.326 T€ (Vorjahr: 4.638 T€).

Darüber hinaus wurde im Geschäftsjahr 2012 eine Einzelzusage auf Übertragung von 100.000 Aktien der United Internet AG gewährt. Der Gesamtwert der Zusage belief sich im Zeitpunkt der Zusage auf 1.593 T€. Die gewährten Aktien sind nicht an Ausübungsbedingungen gekoppelt, jedoch erfolgt die Übertragung der Aktien nach Ablauf einer Sperrfrist am 31. Dezember 2015.

Sedo Holding AG

Virtuelle Aktienoptionen

Das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm 2007 bis 2011 erfolgt über virtuelle Aktienoptionen (sog. Stock Appreciation Rights). Als Stock Appreciation Right (SAR) wird die Zusage der AdLINK Internet Media AG (oder Tochtergesellschaft) bezeichnet, den Berechtigten eine Zahlung zu leisten, deren Höhe der Differenz zwischen dem Ausgabepreis bei Einräumung und dem Mittelwert der Schlusskurse im Xetra-Handel für die Aktie der Gesellschaft an der Frankfurter Wertpapierbörse der letzten 10 Handelstage vor Ausübung der Option entspricht. Der Ausgabepreis ist der Mittelwert der Schlusskurse im Xetra-Handel für die Aktie der Gesellschaft an der Frankfurter Wertpapierbörse der letzten 10 Handelstage vor Einräumung der Option, zuzüglich eines Aufschlags von 20 %. Die Zahlung des Wertzuwachses für den Berechtigten ist gleichzeitig bei 100 % des Ausgabepreises begrenzt.

Diese Transaktion wird gemäß den Vorschriften für aktienbasierte Vergütungstransaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente bilanziert.

Das Optionsrecht kann hinsichtlich eines Teilbetrags von bis zu 25 % frühestens nach Ablauf von 24 Monaten seit dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option, hinsichtlich eines Teilbetrags von insgesamt bis zu 50 % frühestens 36 Monate nach dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option, hinsichtlich eines Teilbetrags von insgesamt bis zu 75 % frühestens 48 Monate nach dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option und hinsichtlich des Gesamtbetrags frühestens nach Ablauf von 60 Monaten nach dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option ausgeübt werden.

Unter Verwendung eines Optionspreismodells in Übereinstimmung mit IFRS 2 belief sich der Personalaufwand für die ausgegebenen Optionen auf 3 T€ bei einem Personalertrag im Vorjahr von 300 T€.

Unter Verwendung eines Optionspreismodells auf Basis eines Binomialmodells in Übereinstimmung mit IFRS 2 wurde der Zeitwert der ausgegebenen Optionen wie folgt ermittelt:

scroll

Bewertungsparameter
Ausgabestichtag 03.09.2007 28.11.2007 22.02.2008 06.03.2008 30.10.2008 25.03.2009 30.03.2009
--- --- --- --- --- --- --- ---
Zeitwert 863 T€ 723 T€ 231 T€ 870 T€ 12 T€ 1 8 T€ 62 T€
Durchschnittlicher Marktwert je Option 3,75 € 3,61 € 3,86 € 4,35 € 1,65 € 0,62 € 0,62 €
Dividendenrendite 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Volatilität der Aktie 52,0 % 55,0 % 40,0 % 39,0 % 53,0 % 73,0 % 73,0 %
Erwartete Dauer (Jahre) 5 5 5 5 5 5 5
Risikofreier Zins 4,0 % 3,9 % 3,6 % 3,5 % 3,2 % 2,6 % 2,5 %

scroll

Bewertungsparameter
Ausgabestichtag 25.05.2009 22.03.2010
--- --- ---
Zeitwert 54 T€ 26 T€
Durchschnittlicher Marktwert je Option 0,77 € 0,65 €
Dividendenrendite 0,0 % 0,0 %
Volatilität der Aktie 78,0 % 41,0 %
Erwartete Dauer (Jahre) 5 5
Risikofreier Zins 2,8 % 1,7 %

Die Veränderungen in den ausgegebenen bzw. ausstehenden virtuellen Aktienoptionen ergeben sich aus der folgenden Tabelle:

scroll

United Internet AG Sedo Holding AG
Durchschnittl. Ausübungspreis

in €
Durchschnittl. Ausübungspreis

in €
--- --- --- --- ---
Ausstehend zum 31. Dezember 2010 8.420.000 8,93 490.000 11,48
ausgegeben 80.000 12,12 --- ---
ausgegeben 500.000 12,03 --- ---
ausgegeben 400.000 13,43 --- ---
verfallen / verwirkt -199.500 5,52 -200.000 17,41
verfallen / verwirkt -200.000 13,89 -30.000 18,15
verfallen / verwirkt -300.000 11,30 -30.000 3,72
verfallen / verwirkt -9.750 6,07 -100.000 3,72
verfallen / verwirkt --- --- -40.000 4,32
ausgeübt -500.000 9,89 --- ---
ausgeübt -590.750 5,52 --- ---
ausgeübt -250.000 8,96 --- ---
ausgeübt -352.750 6,07 --- ---
Ausstehend zum 31. Dezember 2011 6.997.250 9,77 90.000 10,49
ausgegeben 10.000 13,65 --- ---
ausgegeben 150.000 13,96 --- ---
ausgegeben 60.000 13,30 --- ---
ausgegeben 300.000 16,24 --- ---
ausgegeben 300.000 16,06 --- ---
verfallen / verwirkt -21.250 6,07 -10.000 15,51
verfallen / verwirkt -15.950 5,52 --- ---
ausgeübt -150.000 12,82 --- ---
ausgeübt -346.625 6,07 --- ---
ausgeübt -550.050 5,52 --- ---
ausgeübt -250.000 8,96 --- ---
ausgeübt -5.000 11,33 --- ---
ausgeübt -100.000 9,73 --- ---
ausgeübt -100.000 8,96 --- ---
ausgeübt -10.000 11,73 --- ---
Ausstehend zum 31. Dezember 2012 6.268.375 10,84 80.000 9,86
Ausübbar zum 31. Dezember 2012 600.000 12,85 0
Ausübbar zum 31. Dezember 2011 7.500 5,52 0
Gewogene durchschnittliche Restlaufzeit zum 31. Dezember 2012 (in Monaten) 24 23
Gewogene durchschnittliche Restlaufzeit zum 31. Dezember 2011 (in Monaten) 31 34

Sedo Holding AG

Wandelschuldverschreibung

Aus der Vergangenheit bestand noch ein weiteres Mitarbeiterbeteiligungsmodell auf Basis der Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen, welches auf dem bei der Sedo Holding AG bestehenden bedingten Kapital 2004 beruht. Die letzte Ausgabe aus diesem Programm erfolgte im Geschäftsjahr 2005.

Die zum 31. Dezember 2010 ausstehenden 5.630 Stück Wandelschuldverschreibungen der Sedo Holding AG zu einem durchschnittlichen Ausübungspreis von 3,60 € sind im Geschäftsjahr 2011 verfallen. Zum Vorjahresbilanzstichtag 31. Dezember 2011 waren somit keine Wandelschuldverschreibungen mehr ausstehend. Im Geschäftsjahr 2011 fiel wie in 2010 aus der Bilanzierung der ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen kein Aufwand an.

Verwendete Annahmen bei der Optionsbewertung

Die antizipierten Laufzeiten der Wandlungsrechte aus den Wandelschuldverschreibungen und den virtuellen Aktienoptionen basieren auf historischen Daten und entsprechen nicht zwingend dem tatsächlich eintretenden Ausübungsverhalten der Berechtigten. Der berücksichtigten erwarteten Volatilität liegt die Annahme zugrunde, dass von historischer Volatilität auf künftige Trends geschlossen werden kann, so dass die tatsächlich eintretende Volatilität von den getroffenen Annahmen abweichen kann.

36.2 Aktienbasierte Vergütung an Dritte

Mit Vereinbarung vom 26. Mai 2009 schlossen die 1&1 Internet AG und die freenet AG eine Vertriebsvereinbarung mit einer Laufzeit bis zum Jahr 2014 bezüglich der Vermittlung von DSL-Verträgen. Im Zuge dieser Vereinbarung wird ein aktienbasierter Mengenbonus bei Erreichung bestimmter Vermittlungsvolumina pro Jahr in 4 Tranchen für die Jahre 2011 bis 2014 gewährt. Dieser Vertrag wurde zum 31. Juli 2009 wirksam.

Im Rahmen dieser Vertriebsvereinbarung gewährt die 1&1 Internet AG der freenet AG zusätzlich zu ihren marktüblichen DSL-Provisionen eine Prämie von bis zu insgesamt 6.551.000 United Internet Aktien. Die erfolgsabhängige Prämie wird in 4 Tranchen fällig, abhängig von der Erreichung definierter Jahresvertriebsziele. 1&1 hat das Wahlrecht, diese Prämie alternativ auch in bar zu begleichen.

Diese Bonusvereinbarung stellt eine Vereinbarung dar, bei der 1&1 Vertriebsleistungen erhält und die Wahl hat, ob der Ausgleich in bar oder durch Ausgabe von Aktien erfolgen soll.

Bei aktienbasierten Vergütungstransaktionen, die der Gesellschaft das vertragliche Wahlrecht einräumen, ob der Ausgleich in bar oder durch die Ausgabe von Eigenkapitalinstrumenten erfolgen soll, hat die Gesellschaft zu bestimmen, ob eine gegenwärtige Verpflichtung zum Barausgleich besteht, und die aktienbasierte Vergütungstransaktion entsprechend abzubilden. Eine gegenwärtige Verpflichtung zum Barausgleich liegt dann vor, wenn die Möglichkeit eines Ausgleichs durch Eigenkapitalinstrumente keinen wirtschaftlichen Gehalt hat (z. B. weil der Gesellschaft die Ausgabe von Aktien gesetzlich verboten ist) oder der Barausgleich eine vergangene betriebliche Praxis oder erklärte Richtlinie der Gesellschaft war oder die Gesellschaft im Allgemeinen einen Barausgleich vornimmt, wenn die Berechtigten diese Form des Ausgleichs wünschen. Diese Voraussetzungen liegen nicht vor.

Die Transaktion wird daher gemäß den Vorschriften für aktienbasierte Vergütungstransaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente bilanziert.

Gemäß IFRS 2.10 wird nicht auf den Zeitwert der empfangenen Dienstleistungen abgestellt, sondern auf den Zeitwert der zugesagten Eigenkapitalinstrumente; der Zeitwert der empfangenen Dienstleistungen konnte aufgrund der Erfolgsabhängigkeit der Vergütung nicht verlässlich geschätzt werden. Insofern entspricht der Gewährungszeitpunkt für alle Tranchen dem Tag des Wirksamwerdens der Vereinbarung zum 31. Juli 2009. Zu diesem Datum ist der Zeitwert der Vergütungskomponente einmalig zu bestimmen. Die Zeitwerte je Aktie und Tranche sowie die wesentlichen Bewertungsparameter lassen sich der folgenden Tabelle entnehmen:

scroll

Bewertungsparameter
Tranche 2 (2012) 3 (2013) 4 (2014)
--- --- --- ---
Börsenkurs bei Ausgabe je Aktie 8,95 € 8,95 € 8,95 €
Ausübungspreis je Aktie 0,00 € 0,00 € 0,00 €
Durchschnittlicher Marktwert je Option 8,05 € 7,81 € 7,57 €
Dividendenrendite 3,2 % 3,2 % 3,2 %
Volatilität der Aktie 58 % 58 % 58 %
Erwartete Dauer (Jahre) 3,4 4,4 5,4
Risikofreier Zins 2,1 % 2,4 % 2,6 %

Die Ermittlung des Zeitwerts erfolgte unter Zugrundelegung des Börsenkurses im Gewährungszeitpunkt abzüglich des Barwerts der Dividendenrendite.

Die Aufwandsverteilung erfolgt nach Maßgabe der bereits erbrachten Vermittlungsleistung zur Sollleistung. Die Preiskomponente (Marktwert der eingeräumten Optionen) bleibt dabei fixiert, hinsichtlich der Mengenkomponente sind zu jedem Stichtag Schätzungen hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit der Zielerreichung vorzunehmen.

Zum Bilanzstichtag ist wie im Vorjahr keine Aufwandserfassung für die Tranchen 2 bis 4 erfolgt, da die vereinbarte Vermittlungsleistung noch nicht erbracht worden ist.

37. Latente Steuerschulden

Bezüglich der latenten Steuerschulden wird auf Anhangsangabe 16 verwiesen.

38. Grundkapital

Das voll eingezahlte Grundkapital zum Bilanzstichtag betrug 215.000.000 € (Vorjahr: 215.000.000 €), eingeteilt in 215.000.000 (Vorjahr: 215.000.000) auf den Namen lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 1 €.

United Internet hielt zum 31. Dezember 2012 insgesamt 20.662.202 Stück (Vorjahr: 21.225.158) eigene Aktien bzw. 9,56 % (Vorjahr: 9,87 %) des Grundkapitals.

Aufgrund der bestehenden Mitarbeiterbeteiligungsprogramme wurden in 2 Tranchen 562.956 Stück (Vorjahr: 574.842) eigene Aktien im Geschäftsjahr 2012 an Mitarbeiter ausgegeben.

Eigene Anteile kürzen das Eigenkapital und sind nicht dividendenberechtigt.

Genehmigtes Kapital

Der Vorstand ist ermächtigt, mit der Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital bis zum 25. Mai 2016 einmal oder mehrfach um insgesamt bis zu 112.500.000,00 € durch Ausgabe von neuen Stammaktien ohne Nennwert gegen Bar- und / oder Sacheinlage zu erhöhen.

Bei einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen ist den Aktionären ein Bezugsrecht einzuräumen. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats Spitzenbeträge vom Bezugsrecht der Aktionäre auszunehmen und das Bezugsrecht auch insoweit auszuschließen, als dies erforderlich ist, um den Inhabern von Optionsscheinen, Wandelschuldverschreibungen oder Optionsanleihen, die von der Gesellschaft oder ihr nachgeordneten Konzernunternehmen ausgegeben wurden, ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang einräumen zu können, wie es ihnen nach Ausübung ihres Wandlungs- oder Optionsrechts bzw. nach Erfüllung der Wandlungspflicht zustünde. Der Vorstand ist außerdem ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabebetrags den Börsenpreis von Aktien der Gesellschaft mit gleicher Ausstattung nicht wesentlich unterschreitet und die gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegebenen Aktien insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht überschreiten. Auf diese Begrenzung sind Aktien anzurechnen, die aufgrund anderer Ermächtigungen in unmittelbarer oder entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Bezugsrechtsausschluss veräußert oder ausgegeben wurden.

Darüber hinaus ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlage auszuschließen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Erwerb von Unternehmen oder Beteiligungen oder Wirtschaftsgütern.

Die Gesellschaft ist gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt, bis zum 30. November 2013 eigene Aktien im Umfang von bis zu zehn vom Hundert des Grundkapitals zu erwerben. Der Gegenwert für den Erwerb der Aktien darf zehn vom Hundert des Börsenkurses nicht unterschreiten und den Börsenkurs nicht um mehr als zehn vom Hundert überschreiten. Die eigenen Anteile können zu allen in der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 31. Mai 2012 genannten Zwecken verwendet werden.

Bedingtes Kapital

Es bestehen folgende bedingte Kapitalien:

Das Grundkapital ist um bis zu 80.000.000,00 €, eingeteilt in bis zu 80.000.000 auf den Namen lautende Stückaktien, bedingt erhöht. Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandelschuldverschreibungen, die gemäß der Hauptversammlung vom 2. Juni 2010 bis zum 1. Juni 2015 von der Gesellschaft oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen begeben werden, soweit die Ausgabe gegen bar erfolgt ist und die Options- oder Wandlungsrechte nicht aus dem Bestand eigener Aktien oder aus genehmigten Kapital bedient werden.

39. Rücklagen

Die Kapitalrücklage betrug zum 31. Dezember 2012 25.468 T€ (Vorjahr: 21.199 T€). Der Anstieg in Höhe von 2.676 T€ resultiert aus der Zuführung im Rahmen von Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen.

Das kumulierte Konzernergebnis enthält die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, soweit sie nicht ausgeschüttet werden.

Die Neubewertungsrücklage zum Bilanzstichtag setzt sich wie folgt zusammen:

scroll

2012

T€
2011

T€
- Anteile Afilias 8.175 7.398
- Anteile Goldbach 1.625 2.271
- EFF Nr. 3 521 717
- Anteile freenet 0 7.890
- Anteile HiMedia -700 0
9.621 18.276

Gewinne und Verluste aus der Folgebewertung auf den beizulegenden Zeitwert werden direkt im Eigenkapital netto -d. h. abzüglich von latenten Steuern - und nach nicht beherrschenden Anteilen erfasst.

In der Cashflow Hedge Rücklage werden Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der im Rahmen von Cashflow-Sicherungsbeziehungen abgeschlossenen Zinsswaps sowie die auf diese Zeitwertveränderungen entfallenden gegenläufigen latenten Steuern erfasst. Zu beachten ist, dass nur der effektive Teil der Wertänderung im Eigenkapital berücksichtigt ist. Der ineffektive Teil der Änderung wird im Finanzergebnis ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2012 wie auch im Vorjahr war für die Sicherungsbeziehungen aufgrund des Effektivitätsgrades kein ineffektiver Teil ergebniswirksam zu erfassen.

Unter der Währungsumrechnungsdifferenz werden die Differenzen aus der erfolgsneutralen Umrechnung von Abschlüssen ausländischer Tochtergesellschaften erfasst.

Eine Übersicht zur Zusammensetzung und Veränderung der oben beschriebenen Rücklagen in den Geschäftsjahren 2012 und 2011 ist in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt.

40. Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten

Die folgende Tabelle weist die Buchwerte jeder Kategorie von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten für das Geschäftsjahr 2012 aus:

scroll

Wertansatz nach IAS 39
in T€ Bewertungskategorie nach IAS 39 Buchwert per 31.12.2012 Fortgeführte Anschaffungskosten Fair Value erfolgsneutral Fair Value erfolgswirksam Fair Value per 31.12.2012
--- --- --- --- --- --- ---
Finanzielle Vermögenswerte
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente lar 42.828 42.828 42.828
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen lar 148.766 148.766 148.766
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte lar 19.531 19.531 19.531
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte lar/afs
Kaufpreisforderung lar 9.816 9.816 9.816
Beteiligungen afs 42.927 19.403 23.524 42.927
Übrige lar 17.390 17.390 17.390
Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen flac 268.668 268.668 268.668
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten flac 300.276 300.276 300.276
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten flac/hft
Zinsswaps -kein Hedge-Accounting hft 7.100 0 0 7.100 7.100
Zinsswaps - Hedge-Accounting hd 11.356 0 11.356 0 11.356
Übrige flac 56.222 56.222 56.222
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien:
Loans and receivables (lar) lar 238.331 238.331 0 0 238.331
Available-for-sale (afs) afs 42.927 19.403 23.524 0 42.927
Financial liabilities measured at amortised cost (flac) flac 625.166 625.166 0 0 625.166
Held-for-trading (hft) hft -7.100 0 0 -7.100 -7.100
Hedging derivatives (hd) (negativer Marktwert) hd 11.356 0 11.356 0 11.356

Von den als zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten wurden aufgrund von Schätzunsicherheiten im Geschäftsjahr Beteiligungen in Höhe von 19.403 T€ aus der Kategorie "Fair Value erfolgsneutral" in die Kategorie "fortgeführte Anschaffungskosten" umgegliedert.

Für die einzelnen Kategorien von Finanzinstrumenten nach IAS 39 wurden im Geschäftsjahr 2012 folgende Nettoergebnisse ausgewiesen:

Nettoergebnis nach Bewertungskategorien 2012 (in T€)

scroll

aus Zinsen und Dividenden Nettogewinne und -verluste aus der Folgebewertung
Bewertungskategorie nach IAS 39 zum Fair Value Währungsumrechnung Wertberichtigung Nettoergebnis
--- --- --- --- --- --- ---
Loans and receivables (lar) lar 1.380 -- -140 -31.420 -30.180
Available for sale (afs) afs -- -- -- --
-erfolgsneutral -- -583 -- -- -583
-erfolgswirksam 5.438 0 -- -- 5.438
Financial liabilities measured at amortised cost (flac) flac -9.541 -- -60 -- -9.601
Held for trading (hft) -erfolgswirksam hft -5.946 3.424 -- -- -2.522
Hedgingderivatives (hd) -erfolgsneutral hd -2.671 -5.014 -- -- -7.685
-11.340 -2.173 -200 -31.420 -45.133

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Abschlussstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben regelmäßig kurze Restlaufzeiten; die bilanzierten Werte stellen näherungsweise die beizulegenden Zeitwerte dar.

Bei den erfolgswirksam at fair value bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten handelt es sich um Zinssicherungsgeschäfte.

Die folgende Tabelle weist die Buchwerte jeder Kategorie von Finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten für das Geschäftsjahr 2011 aus:

scroll

Wertansatz nach IAS 39
in T€ Bewertungskategorie nach IAS 39 Buchwert per 31.12.2011 fortgeführte Anschaffungskosten Fair Value erfolgsneutral Fair Value erfolgswirksam Fair Value per 31.12.2011
--- --- --- --- --- --- ---
Finanzielle Vermögenswerte
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente lar 64.867 64.867 64.867
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen lar 106.702 106.702 106.702
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte hft/lar
Call-Optionen hft 8.710 8.710 8.710
Übrige lar 74.577 74.577 74.577
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte lar/afs
Kaufpreisforderung lar 9.519 9.519 9.519
Beteiligungen afs 82.705 82.705 82.705
Übrige lar 10.370 10.370 10.370
Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlicheren aus Lieferungen und Leistungen flac 228.981 228.981 228.981
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten flac 524.593 524.593 524.593
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten flac/hft
Zinsswaps -kein Hedge-Accounting hft 10.524 10.524 10.524
Zinsswaps - Hedge-Accounting hd 6.342 6.342 6.342
Übrige flac 61.059 61.059 61.059
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien:
Loans and receivables (lar) lar 266.035 266.035 0 0 266.035
Available-for-sale (afs) afs 82.705 0 82.705 0 82.705
Financial liabilities measured at amortised cost (flac) flac 814.633 814.633 0 0 814.633
Held-for-trading (hft) hft -1.814 0 0 -1.814 -1.814
Hedging derivatives (hd) (negativer Marktwert) hd 6.342 0 6.342 0 6.342

Für die einzelnen Kategorien von Finanzinstrumenten nach IAS 39 wurden im Geschäftsjahr 2011 folgende Nettoergebnisse ausgewiesen:

Nettoergebnis nach Bewertungskategorien 2011 (in T€)

scroll

aus Zinsen und Dividenden Nettogewinne und -verluste aus der Folgebewertung
Bewertungskategorie nach IAS 39 zum Fair Value Währungsumrechnung Wertberichtigung Nettoergebnis
--- --- --- --- --- --- ---
Loans and receivables (lar) lar 2.475 -- 335 -23.435 -20.625
Available for sale (afs) afs -- -- -- --
-erfolgsneutral -- 9.191 -- -- 9.191
-erfolgswirksam 5.621 -6.298 -- -- -677
Financial liabilities measured at amortised cost (flac) flac -12.627 -- 144 -- -12.483
Held for trading (hft) -erfolgswirksam hft -4.765 4.669 -- -- -96
Hedgingderivatives (hd) -erfolgsneutral hd -563 -6.342 -- -- -6.905
-9.859 1.220 479 -23.435 -31.595

Der beizulegende Zeitwert der finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten ist mit dem Betrag angegeben, zu dem das betreffende Instrument in einer gegenwärtigen Transaktion (ausgenommen erzwungene Veräußerung oder Liquidation) zwischen vertragswilligen Geschäftspartnern getauscht werden könnte.

Die zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte angewandten Methoden und Annahmen stellen sich wie folgt dar:

Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten kommen hauptsächlich aufgrund der kurzen Laufzeiten dieser Instrumente ihrem Buchwert sehr nahe.
Langfristige festverzinsliche und variabel verzinsliche Forderungen / Darlehen werden vom Konzern basierend auf Parametern wie Zinssätzen, bestimmten länderspezifischen Risikofaktoren, Kreditwürdigkeit der einzelnen Kunden und den Risikocharakteristiken des finanzierten Projekts bewertet. Basierend auf dieser Bewertung werden Wertberichtigungen vorgenommen, um erwarteten Ausfällen dieser Forderungen Rechnung zu tragen. Zum 31. Dezember 2012 wie auch im Vorjahr unterschieden sich die Buchwerte dieser Forderungen, abzüglich der Wertberichtigungen, nicht wesentlich von ihren berechneten beizulegenden Zeitwerten.
Der beizulegende Zeitwert von nicht notierten Instrumenten, Bankdarlehen und sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten sowie sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten wird durch Diskontierung der künftigen Cashflows unter Verwendung von derzeit für Fremdkapital zu vergleichbaren Konditionen, Kreditrisiken und Restlaufzeiten verfügbaren Zinssätzen geschätzt. Zum 31. Dezember 2012 wie auch im Vorjahr unterschieden sich die Buchwerte dieser Verbindlichkeiten nicht wesentlich von ihren berechneten beizulegenden Zeitwerten.
Der beizulegende Zeitwert der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte wird, sofern verfügbar, auf der Grundlage von Börsenpreisen auf aktiven Märkten ermittelt.
Der beizulegende Zeitwert der nicht notierten zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte wird unter Anwendung geeigneter Bewertungsverfahren geschätzt.
Der Konzern schließt derivative Finanzinstrumente insbesondere mit Finanzinstituten mit guter Bonität (Investment Grade) ab. Unter Anwendung eines Bewertungsverfahrens mit am Markt beobachtbaren Input-Parametern bewertete Derivate sind hauptsächlich Zinsswaps. Zu den am häufigsten angewandten Bewertungsverfahren gehören Swap-Modelle unter Verwendung von Barwertberechnungen. Diese Modelle beziehen vor allem Zinsstrukturkurven als Bewertungsparameter ein.
Hinsichtlich der im Vorjahr im Rahmen der Versatel-Transaktion erhaltenen Call-Option (Anhangsangabe 3.2) fußt die Bewertung ebenfalls auf am Markt beobachtbaren Input-Parametern auf Basis eines Black-Scholes-Modells. Dieses Modell bezieht vor allem die Laufzeit, den Wert des Underlyings, die Volatilität sowie den risikofreien Zinssatz als Bewertungsparameter ein.

Hierarchie beizulegender Zeitwerte

Der Konzern verwendet folgende Hierarchie zur Bestimmung und zum Ausweis beizulegender Zeitwerte von Finanzinstrumenten je Bewertungsverfahren:

Stufe 1: Notierte (unangepasste) Preise auf aktiven Märkten für gleichartige Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten

Stufe 2: Verfahren, bei denen sämtliche Input-Parameter, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert auswirken, entweder direkt oder indirekt beobachtbar sind

Stufe 3: Verfahren, die Input-Parameter verwenden, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert auswirken und nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren.

Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden

scroll

Zum 31.12.2012

T€
Stufe 1

T€
Stufe 2

T€
Stufe 3

T€
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte
Börsennotierte Aktien 23.524 23.524
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
Zinsswap 7.100 7.100
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
Zinsswap 11.356 11.356

Während der Berichtsperiode zum 31. Dezember 2012 gab es keine Umbuchungen zwischen Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert der Stufe 1 und Stufe 2. Von den als zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten wurden aufgrund von Schätzunsicherheiten im Geschäftsjahr Beteiligungen in Höhe von 19.403 T€ aus der Kategorie "Fair Value erfolgsneutral" in die Kategorie "fortgeführte Anschaffungskosten" umgegliedert. Insofern erfolgte eine Ausbuchung aus Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert der Stufe 3.

scroll

Zum 31.12.2011

T€
Stufe 1

T€
Stufe 2

T€
Stufe 3

T€
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte
Börsennotierte Aktien 63.564 63.564
Anteile an nicht börsennotierten Unternehmen 19.141 19.141
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vemögenswerte
Call-Option 8.710 8.710
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
Zinsswap 10.524 10.524
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete
finanzielle Verbindlichkeiten
Zinsswap 6.342 6.342

Die Bewertung der Anteile an nicht börsennotierten Unternehmen basiert im Wesentlichen auf Barwertmodellen, in die Planungsrechnungen sowie marktbeobachtbare Zinssätze einfließen. Die sich hieraus ergebenden Zeitwerte werden mit Erkenntnissen aus Markttransaktionen für vergleichbare Unternehmenstitel abgeglichen.

Derivative Finanzinstrumente

Der United Internet Konzern verfügt über folgende derivative Finanzinstrumente:

Im Geschäftsjahr 2011 wurde der United Internet Gruppe im Zusammenhang mit der Versatel-Transaktion (vgl. Anhangsangaben 3.2) eine Call-Option auf Gesellschaftsanteile eingeräumt. Der positive beizulegende Zeitwert zum Bilanzstichtag belief sich zum 31. Dezember 2011 auf 8.710 T€ und wurde unter den sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen. Im Dezember 2012 wurde die Option ausgeübt.

Im Geschäftsjahr 2008 hat die United Internet AG 2 Zinsswaps abgeschlossen. Das Nominalvolumen beträgt jeweils 100.000 T€ bei einer Laufzeit bis zum 9. Oktober 2013. Die Zinssicherungsgeschäfte wurden zur Absicherung des Zinsrisikos geschlossen, erfüllen jedoch nicht die Voraussetzungen des IAS 39 zum Hedge Accounting und wurden erfolgswirksam zum beizulegenden Wert erfasst. Der negative beizulegende Zeitwert betrug zum Bilanzstichtag 7.100 T€ (Vorjahr: 10.524 T€) und wird unter den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Im Geschäftsjahr 2011 hatte die United Internet AG 4 Zinsswaps abgeschlossen. Das Nominalvolumen beträgt in Summe 180.000 T€ bei einer Laufzeit bis zum 7. Juni 2016. Die Zinssicherungsgeschäfte wurden zur Absicherung des Zinsrisikos geschlossen, erfüllen die Voraussetzungen des IAS 39 zum Hedge Accounting und wurden soweit effektiv erfolgsneutral zum beizulegenden Wert erfasst. Der negative beizulegende Zeitwert betrug zum Bilanzstichtag 11.587 T€ (Vorjahr: 6.342 T€) und wird unter den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

41. Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

Als nahe stehende Personen im Sinne von IAS 24 gelten Personen und Unternehmen, wenn eine der Parteien über die Möglichkeit verfügt, die andere Partei zu beherrschen oder einen maßgeblichen Einfluss auszuüben. Einen maßgeblichen Einfluss auf die United Internet AG können Herr Ralph Dommermuth als wesentlicher Aktionär sowie die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG ausüben.

Die Geschäftsräume von United Internet in Montabaur sind von Herrn Ralph Dommermuth, dem Vorstandsvorsitzenden und einem wesentlichen Aktionär der Gesellschaft, gemietet. Die entsprechenden Mietverträge haben Laufzeiten bis April 2015 sowie April bzw. Dezember 2016, Juni 2019 und September 2021. Die daraus entstehenden Mietaufwendungen liegen auf ortsüblichem Niveau und beliefen sich im Geschäftsjahr 2012 auf 2.902 T€ (Vorjahr: 2.407 T€).

In der Hauptversammlung vom 2. Juni 2010 wurden die Herren Kurt Dobitsch (Vorsitzender), Michael Scheeren und Kai-Uwe Ricke erneut von den Aktionären in den Aufsichtsrat der Gesellschaft gewählt. Der Aufsichtsrat wurde für eine Amtszeit bis zur Beendigung der Hauptversammlung gewählt, die über die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2014 beschließt.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats waren im Geschäftsjahr 2012 außerdem in den Aufsichtsräten oder vergleichbaren Gremien folgender Unternehmen vertreten:

Kurt Dobitsch

1&1 Internet AG, Montabaur
Nemetschek AG, München (Vorsitz)
Bechtle AG, Gaildorf
docuware AG, München
Graphisoft S.E, Budapest / Ungarn
Singhammer IT Consulting AG, München

Kai-Uwe Ricke

1&1 Internet AG, Montabaur
Exigen Capital Europa AG, Zürich / Schweiz (Austritt zum 30. Oktober 2012)
SUSI Partner AG, Zürich / Schweiz (seit 22. Februar 2012)
euNetworks Group Ltd., Singapur / Singapur
Delta Partners, Dubai / Emirat Dubai

Michael Scheeren

1&1 Internet AG, Montabaur (Vorsitz)
Sedo Holding AG, Montabaur (Vorsitz)
United Internet Media AG, Montabaur (stellvertretender Vorsitz)
Goldbach Group AG, Küsnacht-Zürich / Schweiz

Die Mitglieder des Aufsichtsrats der United Internet AG erhalten eine Vergütung, die aus einem festen und einem am wirtschaftlichen Erfolg der United Internet Gruppe ausgerichteten variablen Teil besteht. Die feste Vergütung beträgt für ein einfaches Mitglied des Aufsichtrats 10 T€ pro volles Geschäftsjahr. Der Aufsichtsratsvorsitzende erhält das Doppelte. Die erfolgsabhängige Vergütung für jedes Mitglied des Aufsichtsrats einschließlich des Aufsichtsratsvorsitzenden beträgt pro volles Geschäftsjahr 1 T€ für jeden Cent, um den der nach IFRS ermittelte Konzerngewinn pro Aktie (EPS) der United Internet AG den Betrag von 0,60 € überschreitet.

Darüber hinaus erhält jedes Mitglied des Aufsichtsrats der United Internet AG für das Geschäftsjahr 2013 und für die folgenden Geschäftsjahre jeweils eine Vergütung in Höhe von 500 € für jeden angefangenen Prozentpunkt, um den das EPS sich in dem abgelaufenen Geschäftsjahr gegenüber dem EPS in dem 3 Jahre zuvor abgelaufenen Geschäftsjahr erhöht hat, jedoch maximal 10 T€ pro Geschäftsjahr.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats der United Internet AG sind gleichzeitig auch die Mitglieder des Aufsichtsrats der 1&1 Internet AG. Seit dem Geschäftsjahr 2010 erhalten sie von der 1&1 Internet AG eine Vergütung, die aus einem festen und einem variablen Teil besteht. Die feste Vergütung beträgt für ein einfaches Mitglied des Aufsichtsrats 20 T€ pro vollem Geschäftsjahr. Der Aufsichtsratsvorsitzende erhält 30 T€ pro vollem Geschäftsjahr. Die erfolgsabhängige Vergütung für jedes Mitglied des Aufsichtsrats einschließlich des Aufsichtsratsvorsitzenden orientiert sich an Ergebniszahlen der 1&1 Internet AG. Sie beträgt mindestens 30 T€ und maximal 70 T€ pro volles Geschäftsjahr.

Über die Bezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats der United Internet AG und der 1&1 Internet AG gibt die folgende Aufstellung Aufschluss:

2012

scroll

United Internet AG 1&1 Internet AG Gesamt
Fix

T€
Variabel

T€
Gesamt

T€
Fix

T€
Variabel

T€
Gesamt

T€
Fix

T€
Variabel

T€
Gesamt

T€
--- --- --- --- --- --- --- --- --- ---
Kurt Dobitsch 20 0 20 20 47 67 40 47 87
Kai-Uwe Ricke 10 0 10 20 47 67 30 47 77
Michael Scheeren 10 0 10 30 47 77 40 47 87
40 0 40 70 141 211 110 141 251

2011

scroll

United Internet AG 1&1 Internet AG Gesamt
Fix

T€
Variabel

T€
Gesamt

T€
Fix

T€
Variabel

T€
Gesamt

T€
Fix

T€
Variabel

T€
Gesamt

T€
--- --- --- --- --- --- --- --- --- ---
Kurt Dobitsch 20 20 40 20 47 67 40 67 107
Kai-Uwe Ricke 10 20 30 20 47 67 30 67 97
Michael Scheeren 10 20 30 30 47 77 40 67 107
40 60 100 70 141 211 110 201 311

Darüber hinaus erhält Herr Michael Scheeren eine Vergütung als Mitglied des Aufsichtsrats der Sedo Holding AG. Die Mitglieder des Aufsichtsrats der Sedo Holding AG erhalten entsprechend des gültigen Hauptversammlungsbeschlusses vom 26. Mai 2008 eine Vergütung, die aus einem festen und einem am wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens ausgerichteten variablen Teil besteht. Die feste Vergütung beträgt für ein einfaches Mitglied des Aufsichtsrats 15 T€ pro volles Geschäftsjahr. Der Aufsichtsratsvorsitzende erhält das Doppelte. Die erfolgsabhängige Vergütung für jedes Mitglied des Aufsichtsrats einschließlich des Aufsichtsratsvorsitzenden beträgt pro volles Geschäftsjahr 250 € für jeden Cent, um den der nach IFRS ermittelte Konzerngewinn pro Aktie der Sedo Holding AG den Mindestbetrag von 0,30 € überschreitet.

Als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Sedo Holding AG erhielt Herr Michael Scheeren für das Geschäftsjahr 2012 eine Vergütung in Höhe von 30 T€ (Vorjahr: 30 T€).

Am 15. Dezember 2010 schloss die affilinet GmbH einen Beratervertrag mit Herrn Scheeren. Herr Scheeren unterstützte die affilinet GmbH dabei, die aus einem abgeschlossenen Strategieberatungsprojekt resultierenden Ergebnisse praktisch umzusetzen und in die operativen Geschäftsabläufe zu implementieren. Davon ausgenommen waren solche Tätigkeiten, die in den Aufgabenbereich von Herrn Scheeren als Aufsichtsratsmitglied der Sedo Holding AG fallen. Im Geschäftsjahr 2011 wurden Beratungsleistungen in Höhe von 60 T€ in Anspruch genommen. Der Beratervertrag wurde nach erfolgreichem Abschluss zum 31. Juli 2011 beendet.

Bezugsrechte und sonstige aktienbasierte Vergütungen für die Mitglieder des Aufsichtsrats existieren nicht.

Für die Festlegung der Vorstandsvergütung ist der Aufsichtsrat zuständig. Die Vergütung der Vorstandsmitglieder ist leistungsorientiert. Sie enthält einen festen und einen variablen Bestandteil (Tantieme / Bonus). Für die feste Vergütung und die Tantieme wird ein Zieleinkommen festgelegt, das regelmäßig überprüft wird. Die letzte Überprüfung fand im Geschäftsjahr 2011 statt. Die feste Vergütung wird monatlich als Gehalt ausgezahlt. Die Höhe der Tantieme ist von der Erreichung bestimmter, zu Beginn des Geschäftsjahres fixierter finanzieller Ziele abhängig, die sich im Wesentlichen an Umsatz- und Ergebniszahlen orientieren. Für die Zielerreichung gilt in der Regel eine Bandbreite von 90 % bis 120 %. Unter 90 % Zielerreichung entfällt die Zahlung und bei 120 % Zielerreichung endet die Tantiemenzahlung. Eine nachträgliche Änderung der Erfolgsziele ist ausgeschlossen. Eine Mindesttantieme wird nicht garantiert. Die Auszahlung erfolgt nach der Feststellung des Jahresabschlusses durch den Aufsichtsrat. Für das Geschäftsjahr 2012 wurde eine Vergütung des Vorstands von insgesamt 872 T€ (Vorjahr: 1.046 T€) zugrunde gelegt. Von diesem Gesamtbetrag entfielen 600 T€ bzw. 69 % auf das Fixum und 272 T€ bzw. 31 % auf den variablen Bestandteil.

Versorgungszusagen der Gesellschaft gegenüber den Vorständen bestehen nicht.

In den Geschäftsjahren 2008 und 2009 erfolgte an Herrn Norbert Lang die Ausgabe von je 800.000 virtuellen Aktienoptionen (sog. Stock Appreciation Rights; Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung) zu einem Ausübungspreis von 12,85 € bzw. 5,52 €. Zum Zeitpunkt der Ausgabe dieser virtuellen Aktienoptionen betrugen die beizulegende Werte 2.384 T€ bzw. 1.104 T€. Herr Norbert Lang übte im Geschäftsjahr 2012 200.000 Bezugsrechte zu einem Ausübungspreis von je 5,52 € aus.

Über die Bezüge der Mitglieder des Vorstands gibt die folgende Aufstellung Aufschluss:

2012

scroll

Fix

T€
Variabel

T€
Gesamt

T€
Ralph Dommermuth 300 152 452
Norbert Lang 300 120 420
600 272 872

2011

scroll

Fix

T€
Variabel

T€
Gesamt

T€
Ralph Dommermuth 300 249 549
Norbert Lang 300 197 497
600 446 1.046

Die Anzahl der Aktien an der United Internet AG, die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats halten, ist in der folgenden Tabelle dargestellt:

Anteilseigentum

scroll

1. Januar 2012 31. Dezember 2012
Vorstand Direkt Indirekt Gesamt Direkt Indirekt Gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Ralph Dommermuth 17.600.000 72.400.000 90.000.000 0 88.000.000 88.000.000
Norbert Lang 40.449 402.428 442.877 121.804 402.428 524.232
17.640.449 72.802.428 90.442.877 121.804 88.402.428 88.524.232
Aufsichtsrat Direkt Indirekt Gesamt Direkt Indirekt Gesamt
Kurt Dobitsch --- --- --- --- --- ---
Kai-Uwe Ricke --- --- --- --- --- ---
Michael Scheeren 700.000 --- 700.000 600.000 --- 600.000
700.000 --- 700.000 600.000 --- 600.000

Darüber hinaus kann die United Internet Gruppe einen maßgeblichen Einfluss auf ihre assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen ausüben.

Konditionen der Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Verkäufe an und Käufe von nahe stehende(n) Unternehmen und Personen erfolgen zu marktüblichen Konditionen. Die zum Geschäftsjahresende bestehenden offenen Salden sind unbesichert, unverzinslich und werden durch Barzahlung beglichen. Für Forderungen gegen oder Verbindlichkeiten gegenüber nahe stehende(n) Unternehmen und Personen bestehen keine Garantien. Forderungen gegen nahe stehende Unternehmen und Personen wurden im Geschäftsjahr 2012 und im Vorjahr nicht wertberichtigt. Ein Werthaltigkeitstest wird jährlich durchgeführt. Dieser beinhaltet eine Beurteilung der Finanzlage des nahe stehenden Unternehmens oder der nahe stehenden Person sowie die Entwicklung des Markts, in dem diese(s) tätig ist.

Mit dem assoziierten Unternehmen ProfitBricks GmbH bestehen insgesamt 3 Darlehensverträge mit einem Gesamtvolumen von 12,7 Mio. €. Das Gesamtvolumen kann in Einzeltranchen abgerufen werden. Die Zinsen aus den Darlehen sind bis zum 31. März 2016 bzw. 31. März 2020 gestundet. In den Verträgen sind Sondertilgungsmöglichkeiten vorgesehen. Zum Bilanzstichtag beläuft sich die Forderung inklusive Zinsen auf 8.722 T€ (Vorjahr: 2.019 T€).

Mit der TLDDOT GmbH, Berlin, besteht zum 31. Dezember 2012 ein Darlehensvertrag mit einem Volumen von 510 T€. Die Auszahlung des Darlehens erfolgt in drei Tranchen, die jeweils an gewisse Voraussetzungen gebunden sind. Das Darlehen ist mit 1,75% p.a. verzinst, die Zinsen werden am Ende eines jeden Jahres fällig. Die Laufzeit des Darlehens ist bis zum 31. Dezember 2023 befristet. Der Darlehensvertrag sieht einen Tilgungsplan sowie Sondertilgungsmöglichkeiten vor. Zum Bilanzstichtag beläuft sich die Forderung auf 30 T€.

In der folgenden Tabelle werden die ausstehenden Salden sowie die Gesamthöhe der Transaktionen mit assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen im jeweiligen Geschäftsjahr dargestellt:

scroll

Käufe/ Dienstleistungen von nahestehenden Unternehmen Verkäufe/ Dienstleistungen an nahe stehende Unternehmen Verbindlichkeiten gegenüber nahe stehende Unternehmen Forderungen gegen nahe stehende Unternehmen
2012

T€
2011

T€
2012

T€
2011

T€
2012

T€
2011

T€
2012

T€
2011

T€
--- --- --- --- --- --- --- ---
885 424 124 30 601 718 8.883 1.855

Die Forderungen gegen sonstige nahe stehende Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus den Zinsforderungen Ausleihungen gegen die ProfitBricks GmbH. In diesem Zusammenhang entstanden Zinserträge von 228 T€.

scroll

Zinserträge Zinsaufwendungen
2012

T€
2011

T€
2012

T€
2011

T€
--- --- --- ---
228 19 13 11

42. Zielsetzung und Methoden des Finanzrisikomanagements

Grundsätze des Risikomanagements

Die Systematik des in der United Internet Gruppe eingeführten Risikomanagementsystems orientiert sich am COSO-ERM-Framework und wird im Lagebericht ausführlich beschrieben.

Die Grundzüge der Finanzpolitik werden vom Vorstand festgelegt und vom Aufsichtsrat überwacht. Bestimmte Transaktionen bedürfen der vorherigen Zustimmung durch den Aufsichtsrat.

Die wesentlichen durch den Konzern verwendeten finanziellen Verbindlichkeiten umfassen Bankdarlehen und Kontokorrentkredite, Wandelschuldverschreibungen, Schulden aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Verbindlichkeiten.

Der Konzern verfügt über verschiedene finanzielle Vermögenswerte, die unmittelbar aus seiner Geschäftstätigkeit resultieren. Sie umfassen im Wesentlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, zur Veräußerung verfügbare Finanzinvestitionen sowie kurzfristige Einlagen.

Der Konzern verfügt zum Bilanzstichtag im Wesentlichen über originäre Finanzinstrumente. Darüber hinaus bestehen derivative Finanzinstrumente, die im Wesentlichen Zinsswaps betreffen.

Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, diese Risiken durch die laufenden operativen und finanzorientierten Aktivitäten zu begrenzen. Dabei unterliegt die Gesellschaft hinsichtlich ihrer Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und geplanten Transaktionen insbesondere Liquiditätsrisiken sowie Marktrisiken, die im Folgenden dargestellt werden.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko von United Internet besteht grundsätzlich und damit auch unverändert zum Vorjahr darin, dass die Gesellschaft möglicherweise ihren finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen kann, bspw. der Tilgung von Finanzschulden. Ziel der Gesellschaft ist die kontinuierliche Deckung des Finanzmittelbedarfs und die Sicherstellung der Flexibilität durch die Nutzung von Kontokorrentkrediten und Darlehen.

Im Cash-Management werden weltweit alle Zahlungsmittelbedarfe und -Überschüsse zentral ermittelt. Durch das konzerninterne Saldieren (Netting) der Zahlungsmittelbedarfe und -Überschüsse wird die Anzahl externer Bankgeschäfte auf ein Mindestmaß reduziert. Das Netting erfolgt durch Cash-Pooling-Verfahren. Die Gesellschaft hat zur Steuerung ihrer Bankkonten und der internen Verrechnungskonten sowie zur Durchführung automatisierter Zahlungsvorgänge standardisierte Prozesse und Systeme etabliert.

Neben der operativen Liquidität unterhält United Internet auch weitere Liquiditätsreserven, die kurzfristig verfügbar sind. Bestandteile dieser Liquiditätsreserven sind zugesagte syndizierte Kreditlinien unterschiedlicher Fristigkeit.

Die folgende Tabelle zeigt alle zum 31. Dezember 2012 und 2011 vertraglich fixierten Zahlungen für Tilgungen, Rückzahlungen und Zinsen aus bilanzierten finanziellen Verbindlichkeiten:

scroll

31.12.2012

T€
2013

T€
2014

T€
2015

T€
2016

T€
> 2017

T€
Gesamt

T€
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 300.276 88.344 2.587 3.046 216.885 0 310.862
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 268.668 268.668 0 0 0 0 268.668
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 74.678 51.813 14.642 3.152 1.283 4.074 74.964

scroll

31.12.2011

T€
2012

T€
2013

T€
2014

T€
2015

T€
> 2016

T€
Gesamt

T€
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 524.593 133.294 79.361 7.283 9.053 335.587 564.578
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 228.981 228.981 0 0 0 0 228.981
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 77.925 51.747 7.563 12.676 607 5.332 77.925

Zu den Zins- und Tilgungszahlungen bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wird auf Anhangsangabe 31 verwiesen. Bei dem revolvierenden Konsortialkredit liegt dabei die Annahme zugrunde, dass dieser zum Ende der Laufzeit 2016 zurückgeführt wird. Die unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesenen Verpflichtungen gegenüber Minderheitsgesellschaftern der von der Gesellschaft aufgelegten Investment Fonds der EFF Nr. 2 und EFF Nr. 3 sind nur bei Verkauf der zugrunde liegenden Portfolio-Unternehmen fällig.

Bei der Gesellschaft besteht keine wesentliche Liquiditätsrisikokonzentration.

Marktrisiko

Die Aktivitäten von United Internet sind in erster Linie finanziellen Risiken aus der Änderung von Zinssätzen, der Wechselkurse, der Börsenkurse sowie dem Kredit- und Ausfallrisiko ausgesetzt.

Zinsrisiko

Der Konzern ist Zinsrisiken ausgesetzt, da zum Bilanzstichtag Finanzmittel im Wesentlichen zu variablen Zinssätzen mit unterschiedlichen Laufzeiten aufgenommen worden sind. Gleichzeitig werden auf der Grundlage der Liquiditätsplanung laufend die verschiedenen Anlagemöglichkeiten der liquiden Mittel und die Struktur der Finanzschulden überprüft. Die entstehenden Finanzierungsbedarfe werden mittels geeigneter Instrumente zur Liquiditätssteuerung gedeckt; Liquiditätsüberschüsse werden renditeoptimal im Geldmarkt angelegt.

In den Geschäftsjahren 2008 und 2011 hat die Gesellschaft zur Reduzierung des Zinsrisikos insgesamt 6 Zinsswaps über einen Nominalbetrag von insgesamt 380.000 T€ (Vorjahr: 380.000 T€) abgeschlossen. Damit sind zum Bilanzstichtag die gesamten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (Vorjahr: 524.593 T€ rd. 72 %) abgesichert. Die Vereinbarungen weisen Laufzeiten bis zum 9. Oktober 2013 bzw. bis zum 7. Juni 2016 aus. Es wird auf Anhangsangabe 40 verwiesen.

Marktzinsänderungen könnten sich auf das Zinsergebnis auswirken und gehen in die Berechnung der ergebnisbezogenen Sensitivitäten ein. Zur Darstellung von Marktrisiken verwendet United Internet eine Sensitivitätsanalyse, die Auswirkungen hypothetischer Änderungen von relevanten Risikovariablen auf das Ergebnis vor Steuern zeigt. Die periodischen Auswirkungen werden bestimmt, indem die hypothetischen Änderungen der Risikovariablen auf den Bestand der Finanzinstrumente zum Bilanzstichtag bezogen werden.

Die Änderung des Marktzinsniveaus hat Auswirkungen auf die erfolgswirksam zum beizulegenden Wert bilanzierten Zinsswaps. Bei einer Parallelverschiebung der Zinsstrukturkurve um + / - 100 Basispunkte hätte das Ergebnis vor Steuern vergleichsweise um 1.521 T€ (Vorjahr: 3.530 T€) höher bzw. 1.545 T€ (Vorjahr: 3.579 T€) geringer ausfallen können.

Die Änderung des Marktzinsniveaus hat ferner Auswirkungen auf die im Geschäftsjahr 2012 abgeschlossenen erfolgsneutral zum beizulegenden Wert bilanzierten Zinsswaps. Bei einer Parallelverschiebung der Zinsstrukturkurve um + / - 100 Basispunkte hätte das sonstige Ergebnis vor Steuern vergleichsweise um 5.898 T€ höher bzw. 6.115 T€ geringer ausfallen können.

Für die übrigen verzinslichen Schulden kann das Zinsänderungsrisiko vernachlässigt werden.

Währungsrisiko

Währungsrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cashflows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Wechselkurse schwanken. Der Konzern ist vor allem aus seiner Geschäftstätigkeit (wenn Umsatzerlöse und / oder Aufwendungen auf eine von der funktionalen Währung des Konzerns abweichende Währung lauten) und den Nettoinvestitionen in ausländischen Tochterunternehmen Wechselkursrisiken ausgesetzt. Das Währungsrisiko von United Internet resultiert aus Investitionen, Finanzierungsmaßnahmen und operativen Tätigkeiten. Fremdwährungsrisiken, die die Cashflows der Gesellschaft nicht beeinflussen (d. h. die Risiken, die aus der Umrechnung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten ausländischer Unternehmenseinheiten in die Konzern-Berichterstattungswährung resultieren), bleiben grundsätzlich ungesichert. Im Berichtszeitraum lagen keine die Cashflows wesentlich beeinflussenden Währungsrisiken vor.

Im operativen Bereich wickeln die einzelnen Konzernunternehmen ihre Aktivitäten überwiegend in ihrer jeweiligen funktionalen Währung ab. Deshalb wird das Währungskursrisiko der Gesellschaft aus der laufenden operativen Tätigkeit wie bereits im Vorjahr als gering eingeschätzt. Einige Konzernunternehmen sind jedoch Fremdwährungsrisiken im Zusammenhang mit geplanten Zahlungen außerhalb ihrer funktionalen Währung ausgesetzt.

Währungsrisiken entstehen durch Finanzinstrumente, welche in einer von der funktionalen Währung abweichenden Währung denominiert und monetärer Art sind; wechselkursbedingte Differenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen in die Konzernwährung bleiben unberücksichtigt. Als relevante Risikovariablen gelten grundsätzlich alle nicht funktionalen Währungen, in denen die Gesellschaft Finanzinstrumente eingeht.

Die Gesellschaft hat die Fremdwährungsrisiken bewertet. Aus dieser Analyse ergaben sich keine Anhaltspunkte für wesentliche berichtspflichtige Währungsrisiken.

Börsenkursrisiko (Bewertungsrisiko)

Die Gesellschaft stuft bestimmte (börsennotierte) Vermögenswerte als zur Veräußerung verfügbar ein und erfasst Änderungen in ihrem beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral im Eigenkapital. Sofern ein signifikanter oder länger anhaltender Rückgang des beizulegenden Zeitwerts eines gehaltenen Eigenkapitalinstruments unter dessen Anschaffungskosten liegt, erfasst die Gesellschaft die Wertminderung des Finanzinstruments hingegen erfolgswirksam im Periodenergebnis. Der beizulegende Zeitwert dieser börsennotierten Vermögenswerte lag zum Bilanzstichtag bei 23.524 T€ (Vorjahr: 63.564 T€).

Abhängig von der Kursentwicklung von börsennotierten Beteiligungen kann es zu Wertminderungen kommen.

Bei der Gesellschaft bestehen keine wesentlichen Marktrisikokonzentrationen.

Kredit- und Ausfallrisiko

Die Gesellschaft ist aus ihrem operativen Geschäft einem Ausfallrisiko ausgesetzt. Daher werden die Außenstände bereichsbezogen, also dezentral, fortlaufend überwacht. Ausfallrisiken wird mittels Einzelwertberichtigungen und pauschalierten Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Gegenüber dem Vorjahr sieht der Konzern keinen wesentlichen Anstieg des Ausfallrisikos.

Hinsichtlich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen besteht das maximale Kreditrisiko im Bruttobetrag der bilanzierten Forderung vor Wertberichtigungen, aber nach Saldierung. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen die zum Bilanzstichtag nicht wertgemindert sind, werden in der Anhangsangabe 20 nach Zeitbändern, in der sie überfällig sind, gegliedert.

Internes Ratingsystem

Im 1&1-Teilkonzern wird ein vorvertraglicher Fraud-Check durchgeführt sowie das Forderungsmanagement unter Inanspruchnahme von Inkassobüros abgewickelt. Darüber hinaus wird im Sedo-Teilkonzern für das Media-Sales-Geschäft eine vorvertragliche Überprüfung der Bonität des Vertragspartners durchgeführt sowie das Forderungsmanagement unter Inanspruchnahme von Inkassobüros abgewickelt.

Die Einzelwertberichtigung überfälliger Forderungen erfolgt im 1&1-Teilkonzern im Wesentlichen in Abhängigkeit der Altersstruktur der Forderungen mit unterschiedlichen Bewertungsabschlägen, die im Wesentlichen aus den Erfolgsquoten der mit dem Einzug überfälliger Forderungen beauftragten Inkassobüros abgeleitet werden. Alle Forderungen, die mehr als 365 Tage überfällig sind, werden zu 100 % einzelwertberichtigt. Im Sedo-Teilkonzern erfolgt die Wertberichtigung individuell für jeden Kunden anhand verschiedener Kriterien (z. B. Mahnstufe, Insolvenz, Betrugsfälle etc.).

Bei der Gesellschaft bestehen keine wesentlichen Kreditrisikokonzentrationen.

Risiken aus Financial Covenants

Die bestehenden Kreditlinien der United Internet AG sind an sogenannte Financial Covenants (Kreditauflagen) gebunden. Eine Verletzung dieser Auflagen könnte dazu führen, dass der Kreditgeber die Finanzierungen kündigen und die jeweiligen Valutierungen sofort fällig stellen kann. Die in den Kreditverträgen von United Internet enthaltenen Covenants umfassen die Einhaltung einer bestimmten Nettoschulden-zu-EBITDA-Relation sowie die Einhaltung einer bestimmten EBITDA-zu-Zinsen-Relation. Mit diesen Relationen wird die relative Belastung der Gesellschaft durch die Finanzverbindlichkeiten bzw. durch die Zinszahlungen berechnet. Angesicht der derzeit weit besseren Relationen von United Internet wird die Eintrittswahrscheinlichkeit als gering eingeschätzt. Die Einhaltung der Kreditauflagen wird vom Vorstand der Gesellschaft fortlaufend überwacht.

Kapitalsteuerung

Die Gesellschaft unterliegt über die aktienrechtlichen Bestimmungen hinaus keinen weitergehenden satzungsmäßigen oder vertraglichen Verpflichtungen zum Kapitalerhalt. Die im Rahmen der Unternehmenssteuerung von der Gesellschaft herangezogenen Finanzkennzahlen sind überwiegend erfolgsorientiert. Ziele, Methoden und Prozesse des Kapitalmanagements sind den erfolgsorientierten Finanzkennzahlen untergeordnet.

Zur Aufrechterhaltung oder Anpassung der Kapitalstruktur kann die Gesellschaft Anpassungen der Dividendenzahlungen an die Anteilseigner oder eine Kapitalrückzahlung an die Anteilseigner vornehmen, eigene Anteile erwerben und bei Bedarf wieder platzieren oder auch neue Anteile ausgeben. Zum 31. Dezember 2012 bzw. 31. Dezember 2011 wurden keine Änderungen der Ziele, Richtlinien und Verfahren vorgenommen.

43. Erfolgsunsicherheiten und andere Verpflichtungen

Rechtsstreitigkeiten

Bei den Rechtsstreitigkeiten handelt es sich im Wesentlichen um diverse Rechtsstreitigkeiten bei 1&1 und Sedo Holding.

Für etwaige Verpflichtungen aus diesen Rechtsstreitigkeiten wurde eine Rückstellung für Prozessrisiken gebildet (siehe Anhangsangabe 34).

Garantien

Die Gesellschaft hat zum Bilanzstichtag keine Garantien abgegeben.

44. Sonstige finanzielle Verpflichtungen, Haftungsverhältnisse und Eventualschulden

Operating Leasing-Verpflichtungen

Zum Ende des Geschäftsjahres bestanden im Wesentlichen unkündbare Verpflichtungen aus der Anmietung von Gebäuden und Geschäftsräumen sowie Mobilien.

Hinsichtlich der Mehrzahl der Mietverträge bestehen Optionen auf Verlängerung der Vertragsverhältnisse. Die Konditionen dieser Verlängerungsoptionen sind frei verhandelbar oder identisch mit den derzeit geltenden Konditionen.

Zum 31. Dezember bestanden folgende künftige Mindestleasingzahlungsverpflichtungen:

scroll

2012

T€
2011

T€
Bis 1 Jahr 20.095 17.554
2 bis 5 Jahre 50.614 45.217
Über 5 Jahre 22.237 19.018
92.946 81.789

In der Berichtsperiode sind Aufwendungen aus Operating-Leasing in Höhe von 17.637 T€ (Vorjahr: 16.067 T€) enthalten.

Haftungsverhältnisse und sonstige Verpflichtungen

Im Hinblick auf den Gesellschaften der United Internet Gruppe von einer Bank gewährten Kreditrahmen besteht gesamtschuldnerische Mithaftung der Gesellschaft. Zum Bilanzstichtag wurde der Kreditrahmen nur durch Avale in Anspruch genommen.

Darüber hinaus sind dem Vorstand keine Tatsachen bekannt, die eine materielle nachteilige Auswirkung auf die Geschäftstätigkeit, auf die finanziellen Umstände oder auf das Geschäftsergebnis der Gesellschaft haben könnten.

45. Kapitalflussrechnung

In den Nettoeinnahmen der betrieblichen Tätigkeit sind im Geschäftsjahr 2012 Zinszahlungen in Höhe von 16.096 T€ (Vorjahr: 24.236 T€) und Zinseinnahmen in Höhe von 520 T€ (Vorjahr: 3.550 T€) enthalten. Die Auszahlungen des Geschäftsjahres 2012 für Steuern vom Einkommen und Ertrag beliefen sich auf 68.748 T€ (Vorjahr: 141.905 T€) und die Einzahlungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag auf 4.569 T€ (Vorjahr: 16.768 T€). Aus Einzahlungen aus ausgeschütteten Gewinnen von sonstigen Beteiligungen wurden im Geschäftsjahr 2012 5.438 T€ (Vorjahr: 5.621 T€) vereinnahmt.

Für den Erwerb von Anteilen an assoziierten Unternehmen wurden im Geschäftsjahr 2012 insgesamt 60.153 T€ (Vorjahr: 2.260 T€) in bar aufgewendet, aus der Rückführung eines Verkäuferdarlehens wurden 59.821 T€ in bar vereinnahmt. Die Einzahlungen aus ausgeschütteten Gewinnen assoziierter Unternehmen beliefen sich auf 0 T€ (Vorjahr: 730 T€). Es wird auf Anhangsangabe 24 verwiesen.

Im Rahmen des Verkaufs von Anteilen an assoziierten Unternehmen bzw. Beteiligungen wurden im Geschäftsjahr 2012 insgesamt 59.461 T€ (Vorjahr: 44.592 T€) in bar vereinnahmt.

Die sonstigen nicht zahlungswirksamen Aufwendungen bzw. Erträge beinhalten im Wesentlichen die ergebniswirksam erfassten Erträge aus der Aufzinsung gestundeter Ausleihungen sowie ergebniswirksam erfasste Erträge aus der Marktwertänderung von Zinsswaps.

46. Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB

Die folgenden Gesellschaften der United Internet AG nehmen Befreiungen gemäß § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch:

1&1 Internet AG, Montabaur
1&1 Internet Applications GmbH, Montabaur
1&1 Internet Service GmbH, Montabaur
1&1 Internet Service GmbH Zweibrücken, Zweibrücken
1&1 Mail & Media Holding GmbH, Montabaur
1&1 Mail & Media GmbH, Montabaur
1&1 De-Mail GmbH, Montabaur
1&1 Telecom GmbH, Montabaur
A1 Marketing, Kommunikation und neue Medien GmbH, Montabaur
United Internet Beteiligungen GmbH, Montabaur
United Internet Media AG, Montabaur
United Internet Dialog GmbH, Montabaur
1&1 Access Holding GmbH, Montabaur
1&1 Internet Service Holding GmbH, Montabaur
1&1 Corporate Services GmbH, Montabaur

47. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Am 7. Januar 2013 beschloss der Vorstand auf der Basis der Ermächtigung der Hauptversammlung der United Internet AG vom 31. Mai 2012 über den Erwerb und die Verwendung eigener Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrates, insgesamt 15.000.000 Aktien aus dem Bestand eigener Aktien, die im Rahmen von Aktienrückkaufprogrammen erworben wurden, einzuziehen und das Grundkapital der United Internet AG von 215.000.000 € um 15.000.000 € auf 200.000.000 € herabzusetzen. Die Anzahl der ausgegebenen Aktien reduzierte sich entsprechend von 215.000.000 Aktien auf 200.000.000 Aktien. Der rechnerische Anteil der ausgegebenen Aktien am Grundkapital blieb unverändert bei 1 € je Aktie.

Am 1. Februar 2013 beschloss der Vorstand auf der Basis der Ermächtigung der Hauptversammlung der United Internet AG vom 31. Mai 2012 über den Erwerb und die Verwendung eigener Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrates, insgesamt 6.000.000 Aktien aus dem Bestand eigener Aktien, die im Rahmen von Aktienrückkaufprogrammen erworben wurden, einzuziehen und das Grundkapital der United Internet AG von 200.000.000 € um 6.000.000 € auf 194.000.000 € herabzusetzen. Die Anzahl der ausgegebenen Aktien reduzierte sich entsprechend von 200.000.000 Aktien auf 194.000.000 Aktien. Der rechnerische Anteil der ausgegebenen Aktien am Grundkapital blieb unverändert bei 1 € je Aktie.

48. Honorare des Abschlussprüfers

Im Geschäftsjahr 2012 wurden im Konzernabschluss Honorare des Abschlussprüfers in Höhe von insgesamt 2.798 T€ (Vorjahr: 2.315 T€) als Aufwand erfasst. Diese beziehen sich mit 1.064 T€ (Vorjahr: 1.068 T€) auf die Abschlussprüfungen, mit 1.474 T€ (Vorjahr: 946 T€) auf Steuerberatungsleistungen sowie mit 260 T€ (Vorjahr: 301 T€) auf sonstige Leistungen.

49. Corporate Governance Kodex

Die Erklärung nach § 161 AktG zur Beachtung des Deutschen Corporate Governance Kodex wurde durch den Vorstand und den Aufsichtsrat abgegeben und ist den Aktionären im Internet-Portal der United Internet AG (www.united-internet.de) bzw. der Sedo Holding AG (www.sedoholding.com) zugänglich.

Montabaur, den 15. März 2013

Der Vorstand

Ralph Dommermuth

Robert Hoffmann

Norbert Lang

Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen nach IFRS im Geschäftsjahr 2012 und 2011 (T€)

United Internet AG

2012

scroll

ANSCHAFFUNGS- UND HERSTELLUNGSKOSTEN
01.01.2012 Veränderung Konsolidierungskreis Zugänge Abgänge Umbuchungen Währungsdifferenzen 31.12.2012
--- --- --- --- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte
Lizenzen 29.833 0 291 53 0 -50 30.021
Auftragsbestand 2.403 0 0 0 0 -5 2.398
Software 73.196 0 11.121 608 0 32 83.741
Marke 47.495 0 0 0 0 -304 47.191
Kundenstamm 189.334 432 0 0 0 477 190.243
Portal 72.240 63 0 0 0 0 72.303
Firmenwerte 419.049 300 0 698 0 1.619 420.270
Summe (I) 833.550 795 11.412 1.359 0 1.769 846.167
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten 8.229 0 0 0 0 8.229
Betriebs- und Geschäftsausstattung 292.730 4 47.706 13.663 10.710 -768 336.719
Geleistete Anzahlungen 13.282 4.483 -10.710 13 7.068
Summe (II) 314.241 4 52.189 13.663 0 -755 352.016
Summe total 1.147.791 799 63.601 15.022 0 1.014 1.198.183

scroll

AUFGELAUFENE ABSCHREIBUNGEN
01.01.2012 Zugänge Wertminderungen Abgänge Währungsdifferenzen 31.12.2012
--- --- --- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte
Lizenzen 27.915 367 0 34 -18 28.230
Auftragsbestand 2.403 0 0 0 -5 2.398
Software 49.205 11.107 0 608 8 59.712
Marke 876 0 0 0 19 895
Kundenstamm 91.040 26.756 0 0 292 118.088
Portal 55.685 9.062 0 0 0 64.747
Firmenwerte 17.754 0 46.268 0 0 64.022
Summe (I) 244.878 47.292 46.268 642 296 338.092
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten 5.318 92 0 0 0 5.410
Betriebs- und Geschäftsausstattung 198.001 45.812 0 5.925 -469 237.419
Geleistete Anzahlungen 0 0 0 0 0 0
Summe (II) 203.319 45.904 0 5.925 -469 242.829
Summe total 448.197 93.196 46.268 6.567 -173 580.921

scroll

NETTOBUCHWERTE
31.12.2011 31.12.2012
--- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte
Lizenzen 1.918 1.791
Auftragsbestand 0 0
Software 23.991 24.029
Marke 46.619 46.296
Kundenstamm 98.294 72.155
Portal 16.555 7.556
Firmenwerte 401.295 356.248
Summe (I) 588.672 508.075
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten 2.911 2.819
Betriebs- und Geschäftsausstattung 94.729 99.300
Geleistete Anzahlungen 13.282 7.068
Summe (II) 110.922 109.187
Summe total 699.594 617.262

2011

scroll

ANSCHAFFUNGS- UND HERSTELLUNGSKOSTEN
01.01.2011 Veränderung Konsolidierungskreis Zugänge Abgänge Umbuchungen Währungsdifferenzen 31.12.2011
--- --- --- --- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte
Lizenzen 28.804 0 982 0 0 47 29.833
Auftragsbestand 2.397 0 0 0 0 6 2.403
Software 63.282 0 9.977 88 0 25 73.196
Marke 46.902 0 2 0 0 591 47.495
Kundenstamm 188.888 0 0 0 0 446 189.334
Portal 72.240 0 0 0 0 0 72.240
Firmenwerte 417.122 0 685 193 0 1.435 419.049
Summe (I) 819.635 0 11.646 281 0 2.550 833.550
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten 8.050 179 0 0 0 8.229
Betriebs- und Geschäftsausstattung 256.822 34.350 7.840 7.715 1.683 292.730
Geleistete Anzahlungen 13.241 8.915 1.149 -7.715 -10 13.282
Summe (II) 278.113 0 43.444 8.989 0 1.673 314.241
Summe total 1.097.748 0 55.090 9.270 0 4.223 1.147.791

scroll

AUFGELAUFENE ABSCHREIBUNGEN
01.01.2011 Zugänge Wertminderungen Abgänge Währungsdifferenzen 31.12.2011
--- --- --- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte
Lizenzen 27.194 660 0 0 61 27.915
Auftragsbestand 2.312 81 0 0 10 2.403
Software 40.401 8.861 0 88 31 49.205
Marke 774 0 46 0 56 876
Kundenstamm 63.762 27.001 0 0 277 91.040
Portal 46.655 9.030 0 0 0 55.685
Firmenwerte 14.254 0 3.500 0 0 17.754
Summe (I) 195.352 45.633 3.546 88 435 244.878
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten 4.216 1.102 0 0 0 5.318
Betriebs- und Geschäftsausstattung 165.222 38.456 0 7.087 1.410 198.001
Geleistete Anzahlungen 0 0 0 0 0 0
Summe (II) 169.438 39.558 0 7.087 1.410 203.319
Summe total 364.790 85.191 3.546 7.175 1.845 448.197

scroll

NETTOBUCHWERTE
31.12.2010 31.12.2011
--- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte
Lizenzen 1.610 1.918
Auftragsbestand 85 0
Software 22.881 23.991
Marke 46.128 46.619
Kundenstamm 125.126 98.294
Portal 25.585 16.555
Firmenwerte 402.868 401.295
Summe (I) 624.283 588.672
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten 3.834 2.911
Betriebs- und Geschäftsausstattung 91.600 94.729
Geleistete Anzahlungen 13.241 13.282
Summe (II) 108.675 110.922
Summe total 732.958 699.594

Bestätigungsvermerk

Zu dem Konzernabschluss und dem Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns haben wir folgenden Bestätigungsvermerk erteilt:

"Wir haben den von der United Internet AG, Montabaur, aufgestellten Konzernabschluss -bestehend aus Bilanz, Gesamtergebnisrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang - sowie den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2012 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315 a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar."

Eschborn/Frankfurt am Main, 18. März 2013

**Ernst & Young GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Grote, Wirtschaftsprüfer

Kemmerich, Wirtschaftsprüfer

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Montabaur, 15. März 2013

Der Vorstand

Ralph Dommermuth

Robert Hoffmann

Norbert Lang

Talk to a Data Expert

Have a question? We'll get back to you promptly.