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Wild Bunch AG

Interim / Quarterly Report Aug 31, 2015

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Interim / Quarterly Report

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Wild Bunch AG

Berlin

Halbjahresbericht 2015

GRUNDLAGEN DES KONZERNS

Die Charakteristika der Gesellschaft haben sich in Bezug auf die Geschäftstätigkeit, die Struktur und Gliederung der Gesellschaft, die im letzten eigenständigen Jahresbericht von Senator für das Geschäftsjahr 2014 am 30. April 2015 dargelegt wurden, nach der Fusion der Senator Entertainment AG und der Wild Bunch S.A., Paris, zur Wild Bunch AG grundlegend geändert. Die wesentlichen Änderungen der Struktur und der Segmente der Gruppe werden auf den folgenden Seiten detailliert beschrieben.

1.1 STRUKTUR DER GRUPPE UND IHRE OPERATIVEN SEGMENTE

Die ehemalige Senator hat die von der außerordentlichen Hauptversammlung am 12. September 2014 beschlossene Sachkapitalerhöhung im Umfang von 55.872.788 jungen Aktien gegen Einbringung sämtlicher Anteile an der Wild Bunch S.A. erfolgreich durchgeführt. Die Eintragung der Sachkapitalerhöhung im Handelsregister erfolgte am 5. Februar 2015. Die jungen Aktien wurden am 6. Februar 2015 in den Handel aufgenommen, wodurch der Zusammenschluss von Wild Bunch und Senator erfolgreich abgeschlossen wurde.

Wild Bunch ist vor allem in den drei Hauptgeschäftsfeldern "Verleih", "Weltvertrieb" und "Sonstige" tätig. Als Dachgesellschaft agiert die Wild Bunch AG als Holdinggesellschaft, die für Management, Finanzierung, Konzernrecht, Kommunikation und Informationstechnik (IT) zuständig ist.

1.2 AUFSICHTSRAT UND VORSTAND

Nach dem Zusammenschluss sind wichtige Änderungen auf der Ebene von Aufsichtsrat und Vorstand vorgenommen worden.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Herr Dr. Andreas Pres ist am 15. Juni 2015 von seinem Amt zurückgetreten. Er hat den Aufsichtsrat von Senator seit August 2011 geleitet. Seine Stelle als Vorsitzender des Aufsichtsrates hat Herr Wolf-Dieter Gramatke übernommen, der seit April 2006 Mitglied des Aufsichtsrates und seit Juli 2007 Stellvertretender Vorsitzender war. Außerdem endete das Mandat von Herrn Norbert Kopp mit der Beendigung der Jahreshauptversammlung am 30. Juni 2015.

Der Aufsichtsrat hat der Hauptversammlung am 30. Juni 2015 die Ernennung von drei neuen Aufsichtsratsmitgliedern vorgeschlagen:

Hans Mahr, Vorsitzender bei MahrMedia und früheres Mitglied von Premiere AG und RTL Group Management
Pierre Tattevin, Partner bei Lazard Frères
Benjamin Waisbren, Partner in der Rechtanwaltskanzlei Winston & Strawn und President von LSC Film

Alle drei neuen Mitglieder wurden von der Jahreshauptversammlung bestätigt. Der Aufsichtsrat hat insgesamt sechs Mitglieder, darunter auch Frau Prof. Dr. Katja Nettesheim und Herr Tarek Malak.

Drei der Gründer / Direktoren von Wild Bunch sind zu Vorstandsmitgliedern der neuen Einheit ernannt worden:

Herr Vincent Grimond als CEO (Chief Executive Officer)
Herr Brahim Chioua als COO (Chief Operating Officer)
Herr Vincent Maraval als CCO (Chief Content Officer)

Herr Max Sturm verblieb im Vorstand als CFO (Chief Financial Officer).

1.3 MITARBEITER

Während der ersten Jahreshälfte 2015 hat die Wild Bunch AG durchschnittlich 178 Mitarbeiter (H1 2014: 126) beschäftigt.

1.4 HAUPTVERSAMMLUNG

Die Jahreshauptversammlung der Senator Entertainment AG hat die Änderung des Namens der Gesellschaft in Wild Bunch AG gebilligt. Der Name Senator wird als Marke für die Produktion erhalten bleiben. Auf der Jahreshauptversammlung wurde ferner entschieden, durch Schaffung genehmigten Kapitals das Grundkapital gegen Bar- und/oder Sacheinlagen um bis zu € 37.165.007 zu erhöhen sowie das Grundkapital durch die Ausgabe von bis zu 19.750.097 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien unter Ausschluss des Bezugsrechts bedingt zu erhöhen. Ferner hat die Hauptversammlung die Nominierung von drei neuen Aufsichtsratsmitgliedern verabschiedet - wie im Kapitel 1.2 erwähnt.

1.5 AKTIE

Die Aktien der Wild Bunch AG (früher Senator Entertainment AG) sind seit dem 25. Februar 2008 im Regulierten Markt ("General Standard") der Frankfurter Börse gelistet. Im ersten Halbjahr 2015 verzeichnete die Aktie der Wild Bunch AG Höhen und Tiefen, blieb aber meist auf einem höheren Niveau als zu Beginn des Jahres 2015. Zum Jahresanfang 2015 startete die Aktie mit € 2,03, der höchste Börsenschlusskurs wurde am 2. März 2015 mit € 2,70 erreicht. Der niedrigste Stand wurde am 5. Februar 2015 mit € 1,84 registriert. Am 30. Juni 2015, dem letzten Handelstag des Berichtszeitraums, belief sich der Aktienkurs auf € 2,13, was einer Marktkapitalisierung von € 158,3 Mio. entsprach.

WICHTIGE ECKDATEN

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Wertpapierkennnummer A13SXB
ISIN DE000A13SXB0
Börsenkürzel WBAG
Handelssegment Regulierter Markt (General Standard)
Aktiengattung auf den Inhaber lautende Stamm-bzw. Stückaktien
Grundkapital

(seit 5. Februar 2015)
74.330.015 Euro
Erstnotiz 25. Februar 2008
Marktkapitalisierung

(30. Juni 2015)
158,3 Mio. Euro

WIRTSCHAFTSBERICHT

2.1. GESAMTWIRTSCHAFTLICHE UND BRANCHENSPEZIFISCHE RAHMENBEDINGUNGEN

2.1.1. GESCHÄFTSUMFELD

Die geschäftlichen Aktivitäten der Wild Bunch AG konzentrieren sich größtenteils auf Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien. Daher sind wirtschaftliche Trends in diesen Ländern für die Gruppe wichtig. Die Gruppe ist ferner über ihre internationale Distribution oder über Filmverkäufe in ausländischen Märkten, wie etwa in den USA, auf internationalen Märkten tätig.

In der globalen Wirtschaft sind teilweise Zeichen der Erholung zu beobachten. Gemäß der Einschätzung der Europäischen Kommission profitiert das wirtschaftliche Wachstum in der Eurozone vom positiven wirtschaftlichen Rückenwind. Die Ölpreise sind weiterhin relativ niedrig, das globale Wachstum ist stabil und der Euro wertete weiter ab. Folglich erwartet die Europäische Kommission, dass das BIP (Bruttoinlandsprodukt) 2015 in der EU um 1,8 % und in der Eurozone um 1,5 % ansteigt. Für 2016 wird vorausgesagt, dass das Wachstum in der EU um 2,1 % und in der Eurozone um 1,9 % ansteigt.

Die Europäische Zentralbank und ihre Niedrigzinspolitik hat die Entwicklung der europäischen Wirtschaft ebenfalls unterstützt. Es wird erwartet, dass die Zinssätze auf einem sehr niedrigen Niveau verharren.

Frankreich, die zweitgrößte Wirtschaftszone in der Eurozone, wuchs im ersten Vierteljahr 2015 um 0,6 %, hinkt aber beim Wachstum weiter hinterher. Das Statistikamt Insee erwartet, dass die französische Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte weiter wachsen und wahrscheinlich zu einem Rückgang der Arbeitslosenquote führen wird. Nachdem die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal 2015 um 0,3 % zulegen konnte, erwartet die Deutsche Bundesbank im zweiten Quartal hauptsächlich wegen des starken Konsums ein beschleunigtes Wachstum. Die gute Situation auf dem Arbeitsmarkt und die Einkommenszuwächse sorgten dafür, dass die Konsumenten in Kauflaune blieben. Dennoch wirkt sich die Griechenlandkrise negativ auf die wirtschaftlichen Erwartungen in Deutschland aus. Der Konsumklimaindex, der von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ermittelt wird, ist im ersten Halbjahr 2015 angestiegen und es wird erwartet, dass er auf dem soliden Niveau von 10,1 Punkten im Juli 2015 verbleibt - nach 10,2 Punkten im Vormonat. Trotz dieses leichten Rückgangs bleibt der private Konsum in Deutschland eine wesentliche Säule der wirtschaftlichen Entwicklung.

In Spanien und Italien haben die politischen Reformen zu positiven Ergebnissen geführt: Die spanische Wirtschaft hat im Frühjahr schneller expandiert als zu irgendeinem Zeitpunkt seit 2007, wobei das BIP im zweiten Quartal 2015 um 1,0 % wuchs. Die italienische Wirtschaft scheint sich zu erholen, da das BIP im ersten Quartal 2015 um 0,3 % anstieg.

Laut dem ifo-Institut- / Center of Economy Studies (CES) wird sich die wirtschaftliche Erholung der Eurozone im laufenden Geschäftsjahr weiter leicht beschleunigen. Angetrieben von der Inlandsnachfrage wird die Wirtschaftsleistung voraussichtlich im dritten und im vierten Quartal um 0,5 % zulegen, nachdem sie im ersten und zweiten Quartal 2015 um 0,4 % gestiegen ist. Alles in allem erwartet das ifo-Institut für 2015 eine jährliche Wachstumsrate von 1,4 %, gegenüber 0,9 % im letzten Jahr. Die Inflation erhöht sich wahrscheinlich leicht auf 0,2 % im zweiten Quartal 2015 und 0,9 % gegen Jahresende, weitere Stabilität in der Eurozone vorausgesetzt.

1 European Commission, Spring 2015 Economic Forecast: Tailwinds support the recovery

2 Reuters, Bundesbank - Deutsche Wirtschaft hat Wachstum wohl beschleunigt, 20. Juli 2015

3 Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), Pressemitteilung, "Grexit-Gefahr dämpft Konjunkturerwartung'', 25. Juni 2015

Gemäß dem Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) hat sich die Weltwirtschaft 2015 in den ersten Monaten abgeschwächt. Dennoch wird sich der wirtschaftliche Schwung im laufenden Jahr wahrscheinlich verstärken und auch 2016 fortsetzen. Daher erwarten die Experten ein Wachstum der Weltwirtschaft von 3,4 % für 2015, gefolgt von einem moderaten Wachstum von 3,8 % im kommenden Jahr. Nachdem der Welthandel Ende 2014 an Dynamik gewann, sind die weltweiten Wachstumsraten insbesondere wegen eines signifikanten Einbruchs in den Schwellenländern merklich zurückgegangen.

Der Wert des US-Dollars ist gegenüber dem Euro erheblich gestiegen. Während der Wechselkurs im Januar 2015 noch bei € / $ 1,2098 lag, verlor der Euro im ersten Halbjahr 2015 gegenüber dem US-Dollar an Wert. Ende Juni stand der Wechselkurs bei 1,1143.

Die Europäische Zentralbank (EZB) ließ den Zinssatz im ersten Halbjahr 2015 unverändert und hielt ihn auf dem Allzeittief von 0,05 %. Mitte Juli 2015 bestätigte die EZB diesen Rekord-Niedrigzins, um weitere wirtschaftliche Erholung in der Eurozone zu stimulieren. Die US Federal Reserve bestätigte Ende Juli erneut ihren niedrigen Zinssatz zwischen 0 % und 0,25 %. Dennoch erwarten Marktexperten die erste Zinserhöhung im zweiten Halbjahr dieses Jahres aufgrund einer Erholung der US-Wirtschaft nach einem langen Zeitraum mit extrem niedrigen Zinssätzen.

2.1.2. BRANCHENSPEZIFISCHE RAHMENBEDINGUNGEN

Die gesamte wirtschaftliche Entwicklung in Europa und weltweit hat auch einen deutlichen Einfluss auf die europäische Medien- und Unterhaltungsindustrie. Die branchenspezifischen Entwicklungen in den einzelnen Segmenten der Wild Bunch AG werden im Folgenden weiter aufgeführt.

VERLEIH

KINO

FRANKREICH

Laut dem Centre National du Cinéma et de l'Image Animée, Paris, wurden im ersten Halbjahr 2015 100,8 Millionen verkaufte Eintrittskarten registriert, etwa 5,5 % weniger als im selben Zeitraum 2014. Nach einem dreimonatigen Rückgang stiegen die Besucherzahlen jedoch im Juni wieder an. Demnach haben 11,99 Millionen Zuschauer die Kinos des Landes im Juni besucht, 5,6 % mehr als im Vergleich zum Vorjahresmonat. Französische Filme machten 36,5 % der verkauften Eintrittskarten im ersten Halbjahr 2015 aus, verglichen mit 48,4 % im entsprechenden Vorjahreszeitraum, während 48,4 % auf US-Produktionen und 15,1 % auf Filme aus anderen Ländern entfielen. Im Geschäfsjahr 2014 beliefen sich die Einnahmen an den Kinokassen auf € 1,3 Mrd.

4 ifo Institut, Center for Economic Studies (CES), Die Erholung des Eurogebietes beschleunigt sich

5 Institut für Weltwirtschaft (IfW), Weltkonjunktur im Sommer 2015

DEUTSCHLAND

Im ersten Halbjahr 2015 entwickelten sich die deutschen Kinos positiv. Zum ersten Mal überhaupt wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres Einnahmen von mehr als einer halben Milliarde Euro an deutschen Kinokassen registriert. Das entspricht einem signifikanten Anstieg von 21,1 % im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum, da sich die Einnahmen auf € 545,0 Mio. erhöhten (HY 2014: € 449,9 Mio.).

An den deutschen Kinokassen wurden zwischen dem 1.Januar und dem 30.Juni 2015 insgesamt 66,8 Millionen Eintrittskarten verkauft, was im Halbjahresvergleich einem Anstieg von 18,8 % entspricht. Der meistbesuchte Film im ersten Halbjahr 2015 war die Komödie HONIG IM KOPF von Til Schweiger mit 6,9 Millionen Besuchern bis zum 30. Juni 2015. Gleichzeitig wurde mit einem Marktanteil von 26,8 % bis Ende Juni 2015 das wachsende Interesse an deutschen Produktionen bestätigt. Trotz dieses Wachstums bleibt der Trend von Kinokasseneinnahmen hin zu digitalen Video-Services wie SVoD, TVoD und EST weiter bestehen. Gleichzeitig unterstreicht die GfK eine allmähliche Verschiebung des Kinomarktes hin zu einem älteren Publikum.

ITALIEN

Das italienische Kino zeigt im ersten Halbjahr 2015 eine positive Entwicklung. Zwischen Januar und Juni stiegen die verkauften Eintrittskarten um 5 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf über 51 Millionen. Die Einnahmen an den italienischen Kinokassen beliefen sich auf € 330 Mio., verglichen mit € 302 Mio. im Vorjahr. Das entspricht einem signifikanten Anstieg um 9,4 % laut den Angaben von ANICA während der fünften "Ciné" in Riccione. Die Zahlen vom Juni 2015, mit fast 5 Millionen verkauften Eintrittskarten, einem Anstieg von rund 1 Million gegenüber dem Vorjahr (23,7 %) und einem Umsatzanstieg um 35 % auf € 32 Mio. an den Kinokassen, deuten auf eine weiterhin positive Entwicklung im zweiten Halbjahr 2015 hin.

SPANIEN

Im ersten Halbjahr 2015 haben US-Filme wie Fifty Shades of Grey, The Fast and The Furious und The Avengers die Zuschauerzahlen ansteigen lassen. Sie haben zu einem Umsatzanstieg von 4,4 % an den spanischen Kinokassen im ersten Halbjahr 2015 gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf insgesamt € 250 Mio. bei etwa 40 Millionen verkauften Tickets geführt. Spanische Filme haben an Schwung verloren mit einem Rückgang um 60 % von € 73 Mio. im ersten Halbjahr 2014 auf nunmehr € 28Mio. Von starken Filmen wie dem zweiten Teil von A SPANISH AFFAIR - geplanter Kinostart Ende November 2015 - wird wieder eine Verbesserung der Zahlen erwartet. Zum 30. Juni beliefen sich die Einnahmen aus spanischen Filmen auf etwa 11 %, verglichen mit den Rekordergebnissen von 24,05 % im selben Zeitraum des letzten Jahres. Der Film SPANISH AFFAIR hatte mit Einnahmen von mehr als € 44,5 Mio. sämtliche Kinokassenrekorde in Spanien gebrochen, augenblicklich ist er der erfolgreichste spanische Film aller Zeiten. Es wird erwartet, dass das spanische Kino 2015 € 600 Mio. aus verkauften Eintrittskarten und damit mehr als die € 518 Mio. des letzten Jahres einspielen wird, ungeachtet nachlassender Zuschauerzahlen bei spanischen Filmen gegenüber den Rekordzahlen vom letzten Jahr.

Home Entertainment

Mit Blick auf die größeren Märkte von Wild Bunch Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien hat sich der Video-Markt im ersten Halbjahr 2015 unterschiedlich entwickelt. Insgesamt gibt es eine Tendenz, dass die Nachfrage nach physischen Videos abnimmt, während VoD-Services zunehmend zu den Gesamteinnahmen im Video-Markt beitragen. In Deutschland allein schauen 22 % bzw. zwölf Millionen Internet-Nutzer ab 14 Jahren Shows oder Filme mittels VoD-Services an, die üblicherweise mit Gebühren verbunden sind, wie der Bundesverband Bitkom ermittelt hat. Zu den etablierten VoD-Plattformen gehören Amazon Prime Instant Video, HBO Now (nur in den USA), Maxdome, Netflix, Watchever, der Video-Service von Apple (iTunes) oder Sky's Snap, die beide in Deutschland online zugänglich sind, sowie Canalplay in Frankreich. Diese Gesellschaften bilden eine starke, neue Kundenbasis für Wild Bunch. SVoD fördert den Konsum von Premium-Online-Videos in vielen Märkten. Während einige Märkte weiterhin von politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit geprägt sind, kann man laut Futursource Consulting von dem Video-Unterhaltungsbereich erwarten, dass er 2015 kontinuierlich zunehmen wird.

Einer der am schnellsten wachsenden Streaming-Services ist Netflix. Das Unternehmen wurde 1997 als Online-Video-Bibliothek gegründet und gibt jährlich US$ 3 Mrd. für Inhalte anderer Provider aus. Das schnell wachsende Unternehmen ist aktuell in 50 Ländern aktiv, darunter Frankreich und Deutschland seit September 2014. Bis Ende 2015 wird der Streaming-Service in allen Wild-Bunch-Gebieten zugänglich sein: Frankreich, Deutschland, Spanien und Italien. Im zweiten Quartal 2015 wuchs Netflix weiter und akquirierte 3,3 Millionen neue Abonnenten. Weltweit hat das Unternehmen etwa 65,6 Millionen Kunden.

Der Hauptkonkurrent von Netflix ist augenblicklich Amazon mit seinem Streaming-Service Amazon Prime Instant Video, der in Großbritannien und in Deutschland zugänglich ist. Mit der Registrierung für einen Amazon-Prime-Zugang können Videos entweder über eine jährliche Gebühr oder anhand einer jeweiligen Einzelgebühr (pay-per-view) betrachtet werden. Der Inhalt der Instant-Videos ist über Streaming zugänglich und kann offline auch auf Kindle Fire-Tablets von Amazon angesehen werden.

FRANKREICH

In Frankreich ändert sich der Video-Markt sogar noch schneller als auf anderen europäischen Märkten. 79 % der Haushalte mit Fernseher nutzen VoD. Damit ist Frankreich auf diesem Gebiet in Europa führend. Im ersten Halbjahr 2015 beliefen sich die Einnahmen aus DVD und Blu-ray auf € 305 Mio., was - verglichen mit dem Vorjahr - einem Rückgang von 17,2 % entspricht.

Die DVD-Einnahmen gingen um 16,5 % zurück auf € 231,2 Mio. während die Einnahmen aus Blu-rays sogar um 19,3 % auf € 74,1 Mio. sanken. Damit wurde in Frankreich bei Videos ein Rückgang um 9,9 % im Vergleich zum ersten Halbjahr des letzten Jahres registriert. Insgesamt wurden 36,2 Millionen Videos verkauft -30,6 Millionen DVDs und 5,6 Millionen Blu-rays. Der französische VoD-Markt erzielte 2014 dagegen einen Umsatz in Höhe von € 248,9 Mio., was einem Wachstum von 3,8 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Gemäß den Schätzungen des französischen Centre National du Cinéma erwartet man, dass das VoD-Segment schnell auf ein Umsatzvolumen von mindestens € 312 Mio. im Jahr 2015 anwächst, bedingt durch günstige EST-Preise, neue Streaming-Services und exklusive Fernsehserien auf Abruf. Besonders das SVoD-Segment bietet weiteres Wachstumspotenzial, z.B. aufgrund intensiverer Aktivitäten von Streaming-Services. Der französische SVoD-Service Canal Play hat angekündigt, dass über seinen Service im laufenden Jahr sieben Original-Web-Serien gestartet werden sollen, offensichtlich als Antwort auf den Eintritt von Netflix in den französischen Markt. Gleichzeitig hat MARSEILLE als erste original französische Produktion von Netflix die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. MARSEILLE wird die erste Serie mit acht Folgen sein, die der Streaming-Service selbst in Europa realisieren will. Laut einer Studie von Ernst & Young können bis 2020 im VOD-Segment mit französischen Filmen potenzielle Einnahmen zwischen € 45 Mio. und € 75 Mio. generiert werden.

DEUTSCHLAND

Im ersten Halbjahr 2015 nahmen die Einnahmen der deutschen Sell-through Video-Industrie laut Informationen von GfK Panel Services Germany leicht um 4 % auf € 576 Mio ab. Während die Nachfrage nach physischen Videos abnimmt, wächst der digitale Sektor weiterhin und ist verantwortlich für 13 % des gesamten Umsatzes. Elektronisch verkaufte Video-Inhalte (Electronic-Sell-Through/EST) erzielten Einnahmen von € 41 Mio. im ersten Halbjahr 2015, was einem signifikanten Wachstum von 41 % gegenüber dem Vorjahrszeitraum entspricht. Die Tatsache, dass Video-Streaming heute eine unverzichtbare Form des Medienkonsums ist, geht auch aus einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des deutschen Branchenverbandes Bitkom hervor. In Deutschland nutzen 76 % der Internet-Nutzer Streaming, das sind zwei Millionen Nutzer mehr als vor einem Jahr. Dank der immer schnelleren Breitbandverbindungen lädt inzwischen jeder vierte Internet-Nutzer Videos herunter, um Shows und Filme anzusehen.

Demgegenüber geht die Nachfrage nach physischen Video-Medien weiter zurück. Während die DVD-Einnahmen um 9 % von € 385 Mio. auf € 350 Mio. sanken, sind die Einnahmen aus Blu-rays leicht um 1 % auf € 186 Mio. gestiegen. Der Umsatz im DVD-Verleih ist weiter um 11 % auf € 55 Mio. zurückgegangen, verglichen mit € 61 Mio. im Jahr 2014. Einnahmen aus dem Verleih von Blu-rays gingen um 8 % auf € 23 Mio. zurück. Demgegenüber stiegen die Einnahmen im TVoD-Segment (Transactional VoD) um 12 % auf € 47 Mio., was den Trend eines wachsenden Umsatzanteils aus VoD auf dem deutschen Video-Markt unterstreicht. Die wachsende Bedeutung digitaler Inhalte wird offensichtlich, wenn man die unterschiedlichen Vertriebskanäle vergleicht. Nur 52 % der Einnahmen aus dem Video-Verleih (€ 64 Mio.), also etwas mehr als die Hälfte der Gesamteinnahmen von rund € 125 Mio., werden auf dem klassischen Weg in Videotheken generiert. Insgesamt 13 % des Gesamtumsatzes im Video-Markt in Höhe von € 700 Mio. wurden durch digitale Video-Services erreicht - per Kauf oder Verleih. Alles in allem bleibt der Video-Markt in Deutschland einer der stärksten in Europa.

ITALIEN

Laut dem Univideo Report 2015 belaufen sich die gesamten Einnahmen aus dem italienischen Heimvideo-Markt 2014 auf € 350 Mio., was verglichen mit 2013 einem Rückgang von 2,8 % entspricht. Die Anzahl der verkauften DVDs und Blu-rays blieb 2014 verglichen mit dem Vorjahr mit 19 Millionen verkauften Einheiten stabil. Der italienische Heimvideo-Markt wird mehr und mehr von digitalen Videoangeboten dominiert. Der digitale Markt (VOD/EST) wies verglichen mit 2013 ein Wachstum von 38,9 % auf. 2014 verzeichnete VOD/EST einen Umsatz von etwa € 25 Mio., verglichen mit € 18 Mio. 2013. Viele Plattformen sind jedoch laut "European Video Yearbook 2014" mit dem Einstieg in den italienischen Markt aufgrund des hohen Maßes an Online-Piraterie, der niedrigen Breitband-Durchdringung und hohen Anzahl von Filmen im Pay TV und im Free TV noch zurückhaltend. Die Einnahmen aus Online-Services reichen nicht aus, um den Verlust des physischen Home-Entertainment-Marktes auszugleichen. Laut des Univideo Report belaufen sich die geschätzten Einnahmen aus dem VoD-Segment (EST und VoD) auf etwa 7 % der gesamten Einnahmen. Der Streaming-Service Netflix plant, seine Tätigkeit in Italien im Oktober 2015 aufzunehmen.

SPANIEN

Der spanische Video-Markt ist negativ beeinflusst von Piraterie und der schwierigen wirtschaftlichen Situation. Folglich hat die spanische Regierung legislative Reformen zur Reduzierung der Online-Piraterie eingeleitet.

Die GfK schätzt, dass 2014 der Anteil der Konsumenten, die illegal auf Inhalte zugreifen, auf 58 % gestiegen ist, verglichen mit 51 % im Vorjahr. Der spanische Video-Markt (DVD und Blu-ray) ging 2014 um 14 % auf € 94,6 Mio. zurück, verglichen mit dem Vorjahr. 2014 brach der DVD-Markt um 17 % auf € 64,2 Mio. ein. Gleichzeitig sind die Einnahmen aus Blu-rays gegenüber dem Vorjahr signifikant um 22 % gestiegen. Wie der spanische Videoverband UVE mitteilt, hat der Verleih von Blu-rays ein starkes Wachstum in Höhe von 26 % erfahren. Nachdem er lange Zeit vergleichsweise gering war, ist der digitale Videovertrieb in Spanien im letzten Jahr in Schwung gekommen. 2014 stieg der digitale Video-Markt gemäß GfK um 42 % an. Insgesamt sank der spanische Verleihmarkt um 41 %, verglichen mit 2013, während der Verkaufsmarkt leicht um 3 % anstieg.

TV

Trotz eines starken Wettbewerbs beruht die Attraktivität des TV-Marktes auf dem insgesamt hohen Verbreitungsgrad des Fernsehens. Es gibt viele Fernsehsender mit Angeboten von Programmen aller Art - ob kostenlos oder gegen Gebühr, ob über Kabel oder Satellit, oder als IP TV über das Internet - die Möglichkeiten, Filmproduktionen zu vertreiben, wachsen folglich weiter. Dennoch ist dies in den letzten Jahren von einem beträchtlichen Preisverfall begleitet worden. Bei größeren Abnehmern von Feature-Film-Produktionen sind die besten Zeitabschnitte zwischen 20 und 22 Uhr seit einigen Jahren von Reality TV-Shows, Serien und Eigenproduktionen besetzt. Besonders TV-Serien haben zu einem stärkeren Wettbewerb bei Feature-Film-Produktionen geführt. Ein anderer Faktor ist, dass Spitzenproduktionen nicht für alle Formate von Fernsehsendern geeignet sind. Das Marktumfeld im Fernsehbereich muss daher als eine Herausforderung betrachtet werden.

Der europäische Markt des Bezahl-Fernsehens sieht sich zunehmend neuen Wettbewerbern ausgesetzt, die SVOD-Service anbieten. Dennoch bleiben Anbieter von Bezahl-Fernsehen starke Marktakteure und Schlüsselkunden in allen Märkten von Wild Bunch. Gemäß dem "Digital TV Western Europe Forecasts" Bericht ist zu erwarten, dass die Verbreitung von Bezahlfernsehen von 56,7 % gegen Ende 2014 auf 60,4 % in 2020 anwächst und die Anzahl von Abonnenten um 2,57 Millionen auf 99,0 Millionen in den nächsten fünf Jahren steigt. Entsprechend setzt das Bezahlfernsehen seine Expansion in Deutschland fort, wobei etwa 90 pay-TV Programme verfügbar sind. Auf der Grundlage der Übersicht "Bezahlfernsehen in Deutschland 2015", erstellt vom "Verband Privater Rundfunk- und Telemedien" (VPRT) in Deutschland, wuchsen die Einnahmen aus Bezahlfernsehen und Bezahlvideo auf Abruf (pay video on demand) um etwa 8 % auf € 2,22 Mrd. in 2014 (2013: 2,05 Mrd.). In den ersten sechs Monaten des Jahres 2015 erhöhte sich die durchschnittliche monatliche Reichweite von Bezahl-Fernsehkanälen auf 11,6 Millionen Zuschauer, verglichen mit 10 Millionen im Vorjahr. Gemäß dem Verband VPRT wird erwartet, dass das Bezahlfernsehen zum ersten Mal in diesem Jahr einen von fünf Haushalten erreichen wird.

Im französischen Markt für Bezahlfernsehen kann eine ähnliche Entwicklung beobachtet werden. Laut dem "Conseil Supérieur de L'Audiovisuel" (CSA), haben 18,29 Millionen private Haushalte im Jahr 2014 Bezahlfernsehen abonniert, was 68 % aller Fernsehbesitzer in Frankreich entspricht. Demgemäß erfasst das Bezahlfernsehen 14,1 % des gesamten Publikums in Frankreich, wobei man unter 141 Bezahlfernseh-Kanälen auswählen kann. Die führende Bezahlfernseh-Gesellschaft in Frankreich ist die Canal Plus Group, die weltweit gegenwärtig rund 14,7 Millionen Abonnenten hat. Die Attraktivität des Fernseh-Marktes hat auch eine positive Wirkung auf die Fernsehwerbung. Laut France Pub erhöhten sich die Werbeeinnahmen im französischen Fernsehmarkt um 4 % auf € 3,85 Mrd. In Deutschland erhöhten sich die Werbeeinnahmen aus dem Fernsehmarkt ebenfalls um 4 % auf € 4,29 Mrd. in 2014, wobei das Fernsehen die wichtigste Werbeplattform bleibt; das geht aus der Werbestatistik der ZAW (Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft) hervor. Außerdem hat im Streaming-Video die Werbung gemäß der VPRT zu Werbeeinnahmen in Höhe von € 250 Mio. geführt.

MASSNAHMEN GEGEN PIRATERIE UND NEUE BESTIMMUNGEN

Insgesamt zeigt sich, dass Urheberrechtsverletzungen inzwischen als ernsthafte Bedrohung der wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung des Unterhaltungssektors angesehen werden. Daher werden weltweit zunehmend verschärfte Maßnahmen gegen Piraterie ergriffen, wobei Europa im Mittelpunkt der Aktivitäten stand und Fortschritte im Kampf gegen Online-Piraterie gemacht hat. Das Jahr 2015 war gekennzeichnet durch weitreichende Gerichtsentscheidungen und Regierungsinitiativen zur Reduzierung der Piraterie:

Im März 2015 verkündete Fleur Pellerin, die französische Kulturministerin, einen Aktionsplan, demzufolge der Kampf gegen illegales Streaming und illegale Downloads von Filmen verstärkt werden solle und sich gleichermaßen gegen Nutzer und Piraten-Webseiten richtet. Parallel dazu wird Hadopi, das Amt gegen Piraterie, seine Strategie weiter verfolgen, dass das Bildungssystem die Internet-Nutzer an ihre gesetzliche Verantwortung erinnern wird.
In Deutschland legte die Gesellschaft GEMA beim Bundesgerichtshof Berufung gegen die Deutsche Telekom ein, damit sie Webseiten mit rechtsverletzendem Inhalt blockiert, obwohl die Deutsche Telekom nicht der Host ist, sondern nur den Zugang zur Verfügung stellt. In der Gerichtsverhandlung vom 30. Juli 2015 zitierten die Bundesrichter den Europäischen Gerichtshof und EU-Direktiven und wiesen darauf hin, dass das Blockieren von Webseiten als letztes Hilfsmittel möglich sein muss, wenn ein direktes Vorgehen gegen Rechtsverletzer nicht erzwungen werden kann. Ein Urteil wird im November 2015 erwartet.
Ebenfalls im Juli meldete die spanische Regierung einen Erfolg im Kampf gegen Internet-Piraterie. Seit 2012 hat Spanien eine Reihe von Änderungen und Anpassungen des spanischen Urheberrechts durchgeführt. Am 1. Januar 2015 trat als sehr bemerkenswerte Entwicklung ein stringentes neues Gesetz in Kraft, das darauf gerichtet ist, Piraterie-Webseiten schnell abzuschalten.
Im Juli verkündete die britische Regierung, dass sie Pläne erörtert, die Höchststrafe für gewerbsmäßige Online-Urheberrechtsverletzungen von zwei auf zehn Jahre Gefängnis zu erhöhen. Außerdem hat die britische Regierung das Programm "Creative Content UK"gestartet, das darauf abzielt, Urheberrechtsverletzer zu verwarnen und zu erziehen. Die Regierung hofft, dass dadurch Piraterie im Laufe der Zeit sukzessive eingedämmt werden kann.

SONSTIGE

Das Umfeld für US-Vertriebsgesellschaften, die sowohl Kunden für internationale Verkäufe der Gesellschaft als auch Anbieter von Direktvertrieb sind, ist ebenfalls von hoher Bedeutung für die Entwicklung von Wild Bunch. Bei Vertriebsgesellschaften gab es größere Veränderungen auf dem US-Markt. Ein neues Fernseh- und Filmstudio mit dem Namen STX Entertainment wurde gegründet, dass schnell expandieren will. Das voll integrierte Fernseh- und Filmstudio spezialisiert sich auf Produktion, Marketing und Vertrieb von talentbestimmten Filmen und Fernsehprogrammen. STX Entertainment wird geleitet von Robert Simonds und gemeinsam mit TPG-Kapital gegründet. Mit extrem starker finanzieller Unterstützung von TPG und der chinesischen Private Equity Gesellschaft Hony Capital sowie einer Vereinbarung zur Mitfinanzierung mit der führenden chinesischen Vertriebgesellschaft Huayi Bros hat STX das Potential, ein Schlüsselanbieter im Bereich unabhängiger Produktion und Vertrieb zu werden. Zwei Filme sind schon für das laufende Jahr angekündigt worden: Am 31. Juli 2015 will das Studio den Film THE GIFT herausbringen, ein zeitgenössischer Psycho-Thriller von Jason Blum's Blumhouse, mit Joel Edgerton als Regisseur. SECRET IN THEIR EYES startet am 23. Oktober 2015.

2.2 GESCHÄFTSVERLAUF

2.2.1. FINANZIELLE UND NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

Das vorrangige Ziel der Wild Bunch AG ist es, den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Umsatzgrößen und das bereinigte EBIT sind die maßgeblichen Steuerungsgrößen innerhalb der Gruppe. Des Weiteren werden zur Kontrolle und Steuerung der Segmente regelmäßig die Kennziffern Betriebsergebnis (EBIT) und die Nettoverschuldung (liquide Mittel abzüglich Finanzverbindlichkeiten) ermittelt.

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H1 2015 H1 2014 H1 2014
Kennzahlen in T€ Wild Bunch AG Wild Bunch S.A. Senator Entertainment AG
--- --- --- ---
Umsatz 67.964 69.370 9.478
Bruttoergebnis 11.110 8.182 -699
Bereinigtes EBIT 993 815 -1.719
Operatives Ergebnis (EBIT) 445 790 -3.260
Ergebnisanteil Anteilseigner -2.130 -664 -3.802
Nettoverschuldung 84.022 68.003 18.094

1 Das bereinigte EBIT ist das operative Ergebnis vor Einmaleffekten, außerordentlichen Posten. Die einmaligen Anpassungen umfassen beispielsweise erhebliche Restrukturierungskosten, Kosten die im Zusammenhang mit dem Zusammenschluss anfielen und Auswirkungen aus dem Verkauf, Abgang oder der Wertminderung einer Investition in eine Beteiligung oder einen Vermögenswert.

NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

Über die finanziellen Steuerungsgrößen hinaus sind nichtfinanzielle Leistungsindikatoren bzw. Erfolgsfaktoren von zentraler Bedeutung für die Performance des Unternehmens. Diese ergeben sich aus den spezifischen Anforderungen des jeweiligen Geschäftsmodells.

BESUCHERZAHLEN

Im Segment "Verleih" ist das Kinokassen-Geschäft, das von einem Film generiert wird, ein extrem wichtiger Erfolgsfaktor, da der Kinoerfolg in der Regel auch die nachfolgenden Verwertungsstufen beeinflusst. Trotz intensiver vorheriger Marktbeobachtung kann der Geschmack des Kino-Publikums nur bis zu einem gewissen Ausmaß abgeschätzt werden. Außerdem stehen von der Gruppe herausgebrachte Kinofilme immer im Wettbewerb mit Konkurrenzfilmen anderer Verleiher, so dass auch eine auf den jeweiligen Film abgestimmte Marketingkampagne sich nicht immer in den erwarteten Besucherzahlen niederschlägt.

ZUGANG ZU RECHTEN

Die Gruppe ist einem starken Wettbewerb ausgesetzt, wenn sie Rechte an literarischen Werken und Drehbüchern erwerben oder Verträge mit erfolgreichen Regisseuren, Schauspielern und Filmstudios abschließen will. Aus diesem Grund hat die Gruppe enge Arbeitsbeziehungen zu bekannten und erfahrenen Drehbuchschreibern, Regisseuren und Produzenten aufgebaut, die ein umfassendes Know-how in der Produktion von Kinofilmen und Fernsehformaten haben.

FACHKENNTNIS UND KONTAKTNETZWERK

Sowohl technische als auch inhaltliche Fachkenntnisse sind wichtig, nicht nur im Hinblick auf die zunehmende digitale und konvergente Mediennutzung und den Trend zur Nutzung von plattformübergreifenden Angeboten. Die Rekrutierung, Förderung und Bindung von gut ausgebildeten, fachkundigen, engagierten und kreativen Mitarbeitern ist ebenso wichtig. Ein umfangreiches und etabliertes Netzwerk mit Kontakten sowie eine enge und vertrauensvolle Beziehung zu Geschäftspartnern sind ebenfalls Faktoren für den Erfolg der Gruppe.

2.2.2. GESCHÄFTSENTWICKLUNG 1. HALBJAHR 2015

VERLEIH

KINOSTARTS

Insgesamt hat die Gruppe 30 Filme in Kinos in Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien vertrieben.

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Titel: Regisseur Herkunft Vertriebsgesellschaft Filmstart
MR TURNER Mike Leigh Großbritannien BIM 29.01.2015
PHOENIX Christian Petzold Deutschland BIM 19.02.2015
FOXCATCHER Bennet Miller USA BIM 12.03.2015
VERSTEHEN SIE DIE BELLIERS Eric Lartigau Frankreich BIM 26.03.2015
THE CUT Fatih Akin Deutschland, Frankreich BIM 09.04.2015
DER KLEINE NICK MACHT FERIEN Laurent Tirard Frankreich BIM 16.04.2015
I BAMBINI SANNO Walter Veltroni Italien BIM 23.04.2015
THE SECOND MOTHER Anna Muylaert Brasilien BIM 04.06.2015
KILL THE MESSENGER Michael Cuesta USA BIM 18.06.2015
71 Yann Demange Großbritannien Vertigo 23.01.2015
FOXCATCHER Bennet Miller USA Vertigo 06.02.2015
MAPS TO THE STARS David Cronenberg Kanada, USA, Frankreich, Deutschland Vertigo 06.03.2015
A MOST VIOLENT YEAR J.C. Chandor USA Vertigo 19.03.2015
WOLF TOTEM Jean-Jacques Annaud Frankreich, China Vertigo 10.04.2015
VERSTEHEN SIE DIE BELLIERS Eric Lartigau Frankreich Vertigo 24.04.2015
DISCOUNT Louis-Julien Petit Frankreich Wild Bunch Distribution 21.01.2015
LES CHEVALIERS DU ZODIAQUE Keiichi Sato Japan Wild Bunch Distribution 25.02.2015
A TROIS ON Y VA Jérôme Bonnell Frankreich Wild Bunch Distribution 25.03.2015
PROFANATION Mikel Norgaard Dänemark Wild Bunch Distribution 08.04.2015
LA TETE HAUTE Emmanuelle Bercot Frankreich Wild Bunch Distribution 13.05.2015
QUI C'EST LES PLUS FORTS Charlotte de Turkheim Frankreich Wild Bunch Distribution 03.06.2015
THE BEST OF ME Michel Hoffman USA Wild Bunch Germany / Senator 08.01.2015
BROS BEFORE HOS Steffen Haars, Flip Van der Kuil Niederlande Wild Bunch Germany / Senator 15.01.2015
DOKTOR PROKTORS PUPSPULVER Aril Fröhlich Norwegen, Deutschland Wild Bunch Germany / Senator 15.01.2015
3 TÜRKEN & EIN BABY Sinan Akkus Deutschland Wild Bunch Germany / Senator 22.01.2015
SEHNSUCHT NACH PARIS Marc Fitoussi Frankreich Wild Bunch Germany / Senator 12.02.2015
SAMBA Eric Toledano, Olivier Nakache Frankreich Wild Bunch Germany / Senator 26.02.2015
LEVIATHAN Andrey Zviaguintsev Russland Wild Bunch Germany / Senator 12.03.2015
3 HERZEN Benoit Jacquot Frankreich Wild Bunch Germany / Senator 19.03.2015
DESSAU DANCERS Jan Martin Scharf Deutschland Wild Bunch Germany / Senator 16.04.2015
VICTORIA Sebastian Schipper Deutschland Wild Bunch Germany / Senator 11.06.2015

Italien und Spanien erwarben gemeinsam die Rechte für den französischen Filmhit LA FAMILLE BELIER. Der Film wurde für beide Tochtergesellschaften zum besten Kinofilmstart und profitierte deutlich von gemeinsamen Marketing- und Werbeaktivitäten.

In Italien wurden neun Filme gestartet, von denen zwei schlechte Ergebnisse aufwiesen: THE CUT von Fatih Akin und FOXCATCHER von Bennet Miller.

In Frankreich wurden sieben Filme in den Kinos herausgebracht. Der Film UNE HEURE DE TRANQUILLITÉ lief 2015 sehr zufriedenstellend und erreichte mehr als eine Million Besucher. Ein weiterer Erfolg war LA TETE HAUTE, der Eröffnungsfilm des Film-Festivals in Cannes, während die ambitionierte Komödie QUI C'EST LES PLUS FORTS deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb.

Mit beliebten Filmen wie SAMBA und DREI TÜRKEN wurden insgesamt zehn Filme von Wild Bunch Germany herausgebracht. Am 11. Juni 2015 startete VICTORIA in den deutschen Kinos und erfuhr viel Aufmerksamkeit von Filmkritikern und Kinopublikum. Der Film von Regisseur Sebastian Schipper gewann beim Deutschen Filmpreis sechs Lolas: je eine goldene Lola für den besten Film, den besten Regisseur, die beste Schauspielerin mit Laia Costa, den besten Schauspieler mit Frederick Lau, die beste Kameraführung/den besten Schnitt und die beste Musik.

BEENDIGUNG DES OUTPUTVERTRAGS MIT RELATIVITY

Am 5. Januar 2015 übte die Eurofilm & Media Ltd. ("Eurofilm") mit Sitz in Irland ihr vertragliches Recht aus, den Outputvertrag vorzeitig zu beenden, der seit 2011 mit dem US-Produzenten RML-Distribution International LLC ("Relativity") bestand. Durch die Ausübung des Kündigungsrechts entfällt für Eurofilm ab dem 1. Februar 2015 das exklusive Recht und die Verpflichtung, zukünftig Filmproduktionen von Relativity über Wild Bunch im deutschsprachigen Europa zu vertreiben und die damit verbundenen Garantiezahlungen zu leisten.

START E-CINEMA

Im März 2015 startete Wild Bunch einen neuen Vertriebskanal mit der Bezeichnung e-Cinema. Mit dem deutlichen Zuwachs und der stetigen Vereinfachung der Nutzung von VoD-Angeboten und mit Blick auf das dichte Programm in den Kinos, plant das Unternehmen, zukünftig bestimmte Filme alternativ als echtes VoD-Event herauszubringen. Damit soll den Filmen das größtmögliche Publikum geboten werden. Geplant ist, einen Film pro Monat anzubieten. Der erste Film über e-Cinema wurde in Frankreich mit DEPARTMENT Q: THE KEEPER OF THE LOST CAUSES gestartet. ONE CHANCE folgte in Frankreich im Juli.

WELTVERTRIEB

Sofern der Weltvertrieb eingebunden war, hat die Wild Bunch Gruppe 16 neue Filme vertrieben, darunter WOLF TOTEM von Jean-Jacques Annaud, LA TETE HAUTE von Emmanuelle Bercot, DIARY OF A CHAMBER MAID von Benoît Jacquot oder THE ASSASSIN von Hou Hsiao-Hsien.

VIER PREISE BEIM CANNES FILM FESTIVAL 2015

Das Cannes Film Festival im Mai 2015 war in diesem Jahr ein großer Erfolg für Wild Bunch. Zusätzlich zu dem Eröffnungsfilm LA TETE HAUTE und dem Abschlussfilm THE ICE AND THE SKY erhielt Wild Bunch beim Cannes Film Festival 2015 insgeamt vier Preise. Darüber hinaus gewann Jacques Audiard (Wild Bunch International Sales - BIM - Vertigo) die begehrte Goldene Palme für seinen Film DHEEPAN. Rooney Mara wurde als beste Schauspielerin Ex-aequo in CAROL von Regisseur Todd Haynes (Vertigo) ausgezeichnet. Außerdem erhielt Hou Hsiao-Hsien (Wild Bunch International Sales) die Auszeichnung als bester Regisseur für THE ASSASSIN und Michel Franco (Wild Bunch International Sales - Wild Bunch Distribution) die Auszeichnung für das beste Drehbuch für CHRONIC.

GRÜNDUNG VON "INSIDERS" ALS NEUE INTERNATIONALE VERTRIEBSGESELLSCHAFT

Im Mai 2015 gründete Wild Bunch mit Insiders eine neue internationale Vertriebsgesellschaft mit Sitz in Los Angeles, die sich auschließlich auf den Handel mit unabhängigen Filmen mit einem Budget größer US$ 15 Mio. konzentrieren soll. Insiders wird für Third-Party-Kapitalgeber/ Produzenten agieren, die so die Möglichkeit haben, neben Wild Bunch Anteilseigner des Unternehmens zu werden. Das Unternehmen wird als deren unabhängiger Vertriebssagent handeln und ihre Filme an alle internationalen Verleiher, ausgenommen die USA, weltweit vermarkten.

Die Gruppe verfolgt damit ihre Strategie der Expansion und Diversifikation weiter, um neue Quellen für profitables Wachstum zu erschließen.

SONSTIGE

FILMO TV ERWEITERT REICHWEITE

FILMO TV ist nun auf der Bouygues-Plattform verfügbar. Damit ist FILMO TV auf allen französischen Plattformen (außer SFR), auf OTT oder auf vernetzten Fernsehgeräten verfügbar und erreicht damit etwa 80 % der französischen Haushalte.

ERWERB DER SENATOR FILM BABELSBERG GMBH

Mit Wirkung zum 20. Januar 2015 hat die Senator Film Produktion GmbH ihren Anteil an dem assoziierten Unternehmen Senator Film Babelsberg GmbH von 50 % auf 100 % erhöht und firmierte die Gesellschaft in Senator Reykjavik GmbH um. Der Kaufpreis belief sich auf € 12.500.

2.3. ERTRAGS-, VERMÖGENS- UND FINANZLAGE DES KONZERNS

Das Finanzmanagement der Wild Bunch AG ist zentral auf Konzernebene organisiert. Der Konzern verfolgt wertorientierte Finanzierungsgrundsätze, um die Liquidität zu jedem Zeitpunkt zu gewährleisten und finanzwirtschaftliche Risiken zu minimieren. Darüber hinaus wird ein ausgewogenes Fälligkeitsprofil angestrebt.

In der nachfolgenden Darstellung der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage werden zum ersten Mal die Konzernzahlen der neuformierten Wild Bunch AG erläutert. Zur vollständigen Information werden nachfolgend auch die Zahlen des ersten Halbjahres 2014 der ehemaligen Senator Entertainment AG (nachfolgend auch "Senator") sowie der Wild Bunch S.A. in der Ertragslage genannt. Aufgrund der unterschiedlichen Datenbasis wird dabei im Folgenden zwischen den beiden Berichtszeiträumen kein Vergleich gezogen.

2.3.1. ERTRAGSLAGE DES KONZERNS

Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2015 erwirtschaftete die Wild Bunch AG gemäß des IFRS-Konzernabschlusses Umsatzerlöse in Höhe von T€ 67.964. Im Vorjahreszeitraum verbuchte die ehemalige Senator Entertainment AG einen Umsatz von T€ 9.478, die Wild Bunch S.A. verzeichnete einen Umsatz in Höhe von T€ 69.370. Die Umsatzerlöse der Wild Bunch AG verteilten sich wie folgt auf die einzelnen Segmente: Im Segment Verleih erzielte die Wild Bunch AG im ersten Halbjahr 2015 Umsatzerlöse in Höhe von T€ 54.785. Daneben erwirtschaftete das Unternehmen im Segment Weltvertrieb einen Umsatz von T€ 13.335. Im Segment Sonstige konnte der Konzern einen Umsatz von T€ 223 verbuchen.

Die Aufwendungen für bezogene Leistungen beliefen sich im ersten Halbjahr 2015 auf T€ 56.855 (Wild Bunch S.A. H1 2014: T€ 61.188 / Senator H1 2014: T€10.177) Diese umfassen insbesondere Kosten im Zusammenhang mit dem Vertrieb von Filmen, Kosten für die Vermarktung und Herstellung von DVD/Blu-ray sowie Aufwendungen an Lizenzgeber. Infolge betrug das Bruttoergebnis für die ersten sechs Monate 2015 T€ 11.110 (Wild Bunch S.A. H1 2014: T€ 8.182 / Senator H1 2014: T€ - 699). Hieraus resultierte eine Bruttoergebnismarge von 16,3 % (Wild Bunch S.A. H1 2014: 11,8 % / Senator H1 2014: - 7,4 %). Für das Gesamtjahr 2015 erwartet das Management eine Bruttoergebnismarge auf vergleichbarem Niveau. Die sonstigen betrieblichen Erträge beliefen sich im ersten Halbjahr 2015 auf T€ 599 (Wild Bunch S.A. H1 2014: T€ 222 / Senator H1 2014: T€ 2.016). Der Verwaltungsaufwand in Höhe von T€ 10.759 (Wild Bunch S.A. H1 2014: T€ 7.485 / Senator H1 2014: T€ 2.498) ist im Wesentlichen durch Personalkosten geprägt. Die Verwaltungsaufwandsquote liegt dabei, gemessen am Umsatz, mit 15,8 % im Rahmen der mittelfristigen Erwartungen des Managements für das Gesamtjahr 2015. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich im ersten Halbjahr 2015 auf T€ 505 (Wild Bunch S.A. H1 2014: T€ 130 / Senator H1 2014: T€ 2.079).

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich im ersten Halbjahr 2015 auf T€ 445 (Wild Bunch S.A. H1 2014: T€ 790 / Senator H1 2014: T€ -3.260). Der Finanzaufwand betrug T€ 2.858, während die ehemalige Senator Entertainment AG im ersten Halbjahr 2014 einen Finanzaufwand von T€ 656 bzw. Wild Bunch S.A. von T€ 1.615 verbuchte.

Im ersten Halbjahr 2015 belief sich das Konzernergebnis auf T€ - 2.062; die Senator Entertainment AG hatte im ersten Halbjahr 2014 ein Konzernergebnis von T€ - 3.802 und die Wild Bunch S.A. T€ -526 verbucht. Bei insgesamt 74.330.015 ausstehenden Aktien der Wild Bunch AG zum 30. Juni 2015 entspricht dies einem Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) von € - 0,03 (Wild Bunch S.A. H1 2014: € - 0,01 / Senator H1 2014: € -0,13).

WESENTLICHE KONZERNKENNZAHLEN IM ÜBERBLICK

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H1 2015 H1 2014 H1 2014
in T€ Wild Bunch AG Wild Bunch S.A. Senator Entertainment AG
--- --- --- ---
Umsatz 67.964 69.370 9.478
Operatives Ergebnis (EBIT) 445 790 -3.260
Konzernergebnis -2.062 -526 -3.802
EPS (€) -0,03 -0,01 -0,13
Nettoverschuldung 84.022 68.003 18.094

2.3.2. VERMÖGENSLAGE DES KONZERNS

Die Bilanzsumme der Wild Bunch AG belief sich zum Stichtag 30. Juni 2015 auf T€ 329.782. Auf der Aktivseite betrug das langfristige Vermögen zum 30. Juni 2015 T€ 243.892. Dieses umfasst insbesondere sonstige immaterielle Vermögenswerte in Höhe von T€ 107.114, wobei T€ 9.093 in Zusammenhang mit dem Zusammenschluss zur Wild Bunch AG stehen. Diese sonstigen immateriellen Vermögenswerte enthalten im Wesentlichen Filmverwertungsrechte, die voraussichtlich in den kommenden Monaten und Jahren verwertet und damit zu den Umsatzerlösen beitragen werden. Weiterhin umfassen die langfristigen Vermögenswerte einen Goodwill in Höhe von T€ 106.264, wobei T€ 63.356 aus dem Zusammenschluss zur Wild Bunch AG resultieren. Zum Stichtag 30. Juni 2015 summierten sich die Sachanlagen auf T€ 1.695. Die finanziellen Vermögenswerte setzen sich insbesondere aus Beteiligungen an assoziierten Gesellschaften in Höhe von T€ 1.301 sowie Anteilen an Beteiligungsunternehmen in Höhe von T€ 7.190 zusammen. Die sonstigen Finanzanlagen beliefen sich auf T€ 1.038, während die aktiven latenten Steuern zum 30. Juni 2015 T€ 19.290 betrugen.

Die kurzfristigen Vermögenswerte beliefen sich zum Bilanzstichtag 2015 auf T€ 85.890. Wesentlich trugen hierzu die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen in Höhe von T€ 75.716 bei. Darin enthalten sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von T€ 43.436, die im Wesentlichen Forderungen gegenüber TV-Sendern und Kinobetreibern enthalten oder im Zusammenhang mit dem Vertrieb von DVDs und Blu-rays stehen. Daneben bestehen sonstige finanzielle Forderungen in Höhe von T€ 5.293. Forderungen aus anderen Vermögenswerten von rund T€ 25.391 resultieren aus Umsatzsteuerforderungen sowie Forderungen gegenüber Förderanstalten. Die liquiden Mittel beliefen sich zum Bilanzstichtag 2015 auf T€ 8.033.

Im Zuge des Zusammenschlusses der Senator Entertainment AG und Wild Bunch S.A. verfügt der neue Konzern Wild Bunch AG über eine solide Eigenkapitalausstattung: Zum 30. Juni 2015 belief sich das bilanzielle Eigenkapital auf T€ 80.076. Dies entspricht einer Eigenkapitalquote von 24,3 %.

Zum 30. Juni 2015 standen insgesamt T€ 249.539 an Verbindlichkeiten zu Buche. Die Summe der langfristigen Verbindlichkeiten belief sich zum 30. Juni 2015 auf T€ 73.543. Darin enthalten sind langfristige Finanzverbindlichkeiten in Höhe von T€ 51.100, passive latente Steuern in Höhe von T€ 7.915 sowie sonstige Rückstellungen für Lizenzgeberabführungen in Höhe von T€ 14.527. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten zum 30. Juni 2015 betrugen T€ 175.996. Diese sind vor allem auf sonstige Rückstellungen, im Wesentlichen im Zusammenhang mit Verbindlichkeiten gegenüber Lizenzgebern von T€ 22.411, sowie auf kurzfristige Finanzverbindlichkeiten in Höhe von T€ 40.955 zurückzuführen. Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten enthalten dabei unter anderem eine Anleihe der vormals Senator Entertainment AG in Höhe von T€ 15.000. Daneben betrugen die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen T€ 73.947; diese stehen im Wesentlichen in Zusammenhang mit dem Einkauf von Filmverwertungsrechten, der DVD-Herausbringung sowie Kino-Marketingkosten. Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von T€ 29.483 umfassen Verbindlichkeiten aus der Lohnsteuer sowie gegenüber Filmförderanstalten.

2.3.3. FINANZLAGE DES KONZERNS

Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2015 erwirtschaftete die Wild Bunch AG einen positiven operativen Cashflow von T€ 11.076.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich im ersten Halbjahr 2015 auf T€ - 8.525. Hierbei investierte das Unternehmen vor allem in Filmverwertungsrechte, die voraussichtlich in den kommenden Monaten und Jahren über die einzelnen Wertschöpfungsketten verwertet werden.

Negativ zeigte sich der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit mit einem Mittelabfluss in Höhe von T€ -1.012. Dies ist vor allem auf Einzahlungen aus der Aufnahme von Darlehen in Höhe von T€ 31.849 bei einer Rückführung von Darlehen in Höhe von T€ 32.150 zurückzuführen.

Insgesamt beliefen sich somit die liquiden Mittel des Konzerns zum 30. Juni 2015 auf T€ 8.033

2.4. GESAMTAUSSAGE ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE DER WILD BUNCH AG

ENTWICKLUNG ZU EINEM FÜHRENDEN PANEUROPÄISCHEN FILMUNTERNEHMEN

Das erste Halbjahr 2015 der Wild Bunch AG war von weitreichenden Veränderungen in der Gruppe geprägt. Nach dem erfolgreichen Zusammenschluss der Senator Entertainment AG und Wild Bunch S.A., hat sich das Unternehmen zu einem führenden, europaweit tätigen Filmunternehmen mit einer einzigartigen Präsenz und einem breiten Portfolio an Aktivitäten entwickelt, die vom Weltvertrieb bis zum direkten digitalen Vertrieb reichen. Wild Bunch ist in fast allen bedeutenden europäischen Filmmärkten wie zum Beispiel Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien vertreten und bietet eine Bibliothek von mehr als 2.200 Filmen über alle Kanäle in den verschiedenen Märkten an. Das Unternehmen konnte die operativen Tätigkeiten, wie geplant, weiter voranbringen, beispielsweise die Produktion und den Vertrieb von Filmen in den Bereichen Kino, TV und Home Entertainment. Wild Bunch ist sehr gut positioniert, um weitere Synergien zu erzielen und die Vorteile zu nutzen, die sich aus dem hohen Wachstumspotential des internationalen Filmmarktes ergeben.

ZUSAMMENSCHLUSS VON SENATOR ENTERTAINMENT AG UND WILD BUNCH S.A.

Das erste Halbjahr 2015 war gekennzeichnet durch die finanzielle und strategische Restrukturierung der heutigen Wild Bunch AG. Eine Reihe von Kapitalmaßnahmen wurde dabei von Senator durchgeführt, um die Voraussetzungen für den Zusammenschluss mit der Wild Bunch S.A. zu schaffen, der im Februar 2015 realisiert worden ist. Der Zusammenschluss ist ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem paneuropäischen Unternehmen. Inzwischen wurde das Unternehmen in Wild Bunch AG umbenannt.

Nichtsdestotrotz wird der Name Senator weiter als Marke in der Produktion Bestand haben. Grundsätzlich ist geplant, pro Jahr etwa vier Eigen- oder Co-Produktionen zu produzieren.

REFINANZIERUNG DER KURZFRISTIGEN ANLEIHE 2014

Die Wild Bunch AG hat am 24. März 2015, die im Rahmen einer Privatplatzierung angebotene Anleihe, erfolgreich platziert. Institutionelle Investoren zeichneten Anleihen mit einer Laufzeit von 12 Monaten im Gesamtnennbetrag von etwa € 11,8 Mio. Die Platzierung der restlichen Teilschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von € 3,2Mio. auf insgesamt € 15 Mio. wurde am 25. Juni 2015 erfolgreich vollendet. Die Erlöse dienen der Sicherung der Liquidität, der Rückzahlung bestehender Verbindlichkeiten und der Finanzierung des operativen Geschäfts.

RÜCKZAHLUNG DER 8 % SCHULDVERSCHREIBUNG 2011/2016

Am 27. März 2015 veröffentlichte Wild Bunch die Bekanntmachung der Kündigung und Rückzahlung sämtlicher noch ausstehender 8 % Schuldverschreibungen 201 1/2016 zum Zinszahlungstag 29. April 2015. Darüber hinaus führt das Unternehmen Gespräche mit seinen wichtigsten Finanzpartnern, um die am besten geeignete Finanzstruktur zusammenzustellen, die den Zielen des Unternehmens gerecht wird. Das Management bestätigt, dass die Ergebnisse im ersten Halbjahr 2015 vollkommen im Einklang mit den Unternehmenszielen stehen und sich im bereinigten EBIT widerspiegeln. Die Wild Bunch AG ist auf dem richtigen Weg, um ihre Ziele für das Gesamtjahr 2015 zu erreichen.

NACHTRAGSBERICHT

Angabe und Auswirkungen von Vorgängen von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag

UMFIRMIERUNG IN WILD BUNCH AG

Die jährliche Hauptversammlung der ehemaligen Senator Entertainment AG hat den Wechsel des Firmennamens in Wild Bunch AG beschlossen. Die Umfirmierung wurde zum 8. Juli 2015 wirksam.

VERLÄNGERUNG DER KREDIT-VEREINBARUNG MIT DER BANK LEUMI

Nach dem Bilanzstichtag verlängerte Wild Bunch den Kreditrahmenvertrag mit der britischen Niederlassung der israelischen Bank Leumi (UK) plc, London. Die ursprüngliche Vereinbarung wurde verlängert und das bestehende Limit von € 10 Mio. bestätigt. Der Kreditvertrag eröffnet für Wild Bunch die Möglichkeit, Forderungen aus Verwertungsverträgen über bis zu zwei Jahre zwischen zu finanzieren und so den Zeitraum der Bindung eigenen Kapitals zu minimieren.

INSOLVENZ VON RELATIVITY MEDIA

Die Filmvertriebsfirma Relativity Media, einer der größten US-Produzenten und Distributoren von Serien und berühmten Filmen in den vergangenen Jahren, hat Ende Juli 2015 Insolvenz angemeldet und wird ihre Film- und Fernsehaktivitäten zur Versteigerung anbieten. Wild Bunch ist aktuell dabei, die Auswirkungen auf die letzten beiden Filme festzustellen, die gemäß des Output-Vertrags mit Relativity Media noch zu liefern sind. Den Vertrag hatte Wild Bunch bereits im Januar 2015 gekündigt.

PROGNOSE-, CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

4.1. PROGNOSEBERICHT

4.1.1. ENTWICKLUNG DES MARKTUMFELDS

Die Gruppe verfolgt das Ziel, deutlich stärker von den Wachstumstrends auf internationalen Märkten zu profitieren. Auch PwC sieht hier großes Potenzial: Laut der aktuellen Studie wird der Gesamtumsatz auf dem globalen Filmmarkt voraussichtlich um 4,1 % CAGR bis 2019 wachsen und US$ 104,6 Mrd. betragen. Sowohl in den entwickelten Regionen wie den USA, Europa und Japan als auch in aufstrebenden Märkten wie China und Lateinamerika wird ein Wachstum auf hohem Niveau erwartet.

Ungeachtet des anhaltenden Umsatzwachstums an der Kinokasse, die laut Prognosen bis 2019 nach wie vor die Haupteinnahmequelle bleiben wird, ist insbesondere der deutliche Anstieg des elektronischen Konsums über Video-on-Demand Angebote hervorzuheben, der sich nach Angaben des aktuellen PwC Media Outlook bis 2019 verdoppeln soll. Demzufolge wird sich der Umsatz im globalen Electronic Home Video Markt in der genannten Periode von US$ 15,28 Mrd. auf US$ 30,29 Mrd. vergrößern. Vor allem digitale Video-Dienste können ein weiteres Umsatzwachstum verzeichnen, da Online-Video- und Streamingdienste auf dem Weg sind, sich ein bedeutendes Standbein in vielen Märkten aufzubauen. Diese Entwicklung kann ebenso in den wesentlichen Märkten von Wild Bunch beobachtet werden - jedoch von unterschiedlicher Intensität.

Nach Schätzungen von PwC ist zu erwarten, dass dieser Bereich den Verkauf und Verleih physischer Filme (DVDs und Blu-rays) als zweitgrößten Umsatzträger in den kommenden Jahren ersetzen wird. Der erwartete Umsatz, der weltweit durch Streamingdienste erwirtschaftet werden wird, beläuft sich auf $ 30 Mrd., was einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von rund 19 % entspricht.

Auch auf dem TV-Markt haben digitale Angebote eine zunehmende Bedeutung erlangt. In der PwC-Studie wird darauf verwiesen, dass das Wachstum von Over-the-Top (OTT) Video-Diensten die Form der Werbung langsam verändert.

Da sich das Fernsehen von traditionellen Netzwerken hin zu digitalen Alternativen verschiebt, werden auch Werbetreibende darüber nachdenken, wo sie mit ihrem Budget die gewünschten demographischen Zielgruppen erreichen können. Nach Angaben der PwC-Studie wird für jeden Markt in Westeuropa eine jährliche Wachstumsrate von knapp 5 % prognostiziert. Insgesamt wird erwartet, dass die TV-Werbung weltweit jährlich um 4,1 % auf US$ 204,1 Mrd. in 2019 steigen wird, während die terrestrischen und Mehr-Kanal-Werbeeinnahmen voraussichtlich jährlich um 2,8 % bzw. 5,1 % zulegen werden, obgleich für die weltweit online-generierten TV-Werbeeinnahmen ein jährliches Wachstum von 19,8 % prognostiziert wird.

4.1.2. AUSRICHTUNG DES KONZERNS IM GESCHÄFTSJAHR 2015

Die Gruppe richtet ihre Aktivitäten auf die wichtigsten Filmmärkte in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien sowie auf ihre signifikante Präsenz im Bereich des weltweiten Verleihs aus. Mittelfristig plant die Gruppe, sich als eines der führenden, unabhängigen europäischen Unternehmen im Filmverleih zu etablieren.

Basierend auf der neuen Konzernstruktur mit noch effizienteren Strukturen und einem starken internationalen Netzwerk, verfolgt Wild Bunch das Ziel, in den kommenden Jahren ein profitables Wachstum zu erzielen. Um dieses Ziel zu erreichen, hat das Unternehmen im Geschäftsjahr 2015 drei wesentliche Herausforderungen zu bewältigen. Zum einen ist die Integration der Unternehmenseinheiten voranzutreiben, um weitere Synergien zu schaffen. Darüber hinaus ist geplant, die finanziellen Mittel neu zu ordnen und die Kapitalstruktur der Gruppe zu optimieren. Dabei ist Wild Bunch bestrebt, seine operative Ertragskraft zu stärken.

Neben einer zunehmenden Durchdringung der bestehenden Märkte, ist die Entwicklung neuer Marktsegmente ein weiterer Bestandteil der Wachstumsstrategie des Konzerns. Insbesondere sollen die Aktivitäten der Gruppe in den Kernmärkten ausgebaut werden, indem die Wettbewerbsposition gestärkt und die Vermarktung von Inhalten über digitale Kanäle forciert wird. Die Plattform FilmoTV VoD/SVoD wird derzeit ausschließlich in Frankreich genutzt. Aber diese Form des Filmverleihs soll mittelfristig auch in anderen Ländern möglich gemacht werden. Auf diese Weise zählt Wild Bunch hinsichtlich der Digitalisierung, des mobilen Konsums von Inhalten und dem Wechsel von traditionell, linearem Fernsehkonsum hin zu On-Demand TV zu den Vorreitern.

Das Geschäftsmodell, das in den Kernmärkten der Gruppe erfolgreich etabliert worden ist, wird mittelfristig auf andere europäische Märkte ausgebaut werden. Dies könnte auch die Nutzung von Partnerschaften sowie weitere Akquisitionen umfassen.

4.1.3. ERWARTETE ENTWICKLUNG DER WILD BUNCH AG

Das zweite Halbjahr des Jahres 2015 wird durch einen bedeutenden Umfang an Kinoveröffentlichungen durch die Gruppe hinweg geprägt sein -mit einigen Filmen von starker Performance. Insgesamt werden 39 Filme in den Kinos in Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien veröffentlicht werden. Einige Filme werden in mehreren Territorien durch das Vertriebsnetz von Wild Bunch veröffentlicht, wie beispielsweise der Genrefilm SINISTER 2 von Claran Foy, der in Frankreich und Deutschland veröffentlicht wird. DHEEPAN von Jacques Audiard, der mit der Goldenen Palme auf dem Cannes Film Festival ausgezeichnet worden ist, oder LIFE von Anton Corbijn, die Biographie von James Dean als Drama, werden in Italien und Spanien herausgebracht.

Die Kinoveröffentlichungen nach Ländern:

FRANKREICH:

Wild Bunch plant, zehn Filme in den französischen Kinos zu veröffentlichen, darunter LA DERNIÈRE LECON von Pascale Pouzadoux und die Komödie LE GRAND PARTAGE von Alexandra Leclère.

DEUTSCHLAND:

Wild Bunch Germany plant neun Kinoveröffentlichungen, darunter WOLF TOTEM von Jean-Jacques Annaud und LE GRAND JOUR von Pascal Plisson.

ITALIEN:

BIM plant zehn Kinoveröffentlichungen in Italien, darunter LA PRIMA LUCE von Vicenzo Marra oder SPOTLIGHT von Thomas McCarthy.

SPANIEN:

Vertigo plant 13 Kinoveröffentlichungen in Spanien, darunter AMY von Asif Kapadia oder LA TETE HAUTE von Emmanuelle Bercot, den Eröffnungsfilm auf dem Cannes Film Festival, der in Frankreich erfolgreich von Wild Bunch Distribution veröffentlicht worden ist.

Die zweite Jahreshälfte ist für den Weltvertrieb von zentraler Bedeutung. Auf der einen Seite finden die meisten Filmauslieferungen während dieses Semesters statt, so dass der Großteil des Umsatzes im Weltvertrieb in diesem Zeitraum generiert wird. Andererseits finden zwei der vier größten Filmmärkte im zweiten Halbjahr des Jahres statt: der American Film Market (AFM) in Los Angeles und das Toronto International Film Festival (TIFF) in Toronto. 23 Filme werden für den Weltvertrieb in der zweiten Jahreshälfte 2015 relevant, darunter DHEEPAN oder THE LITTLE PRINCE von Mark Osborne - der überhaupt erste Antimationsfilm des legendären Meisterwerks von Antoine de Saint-Exupéry.

Nach dem erfolgreich abgewickelten Zusammenschluss, ist der Konzern nun in der Lage, eine deutlich höhere Anzahl an Filmen und Serien in den größten europäischen Märkten anzubieten. Infolgedessen erwartet das Management einen höheren Umsatz und Ergebnis. Eine noch höhere Priorität hat zudem, dass das Unternehmen danach strebt, eine einzigartige Marktposition in Europa zu erreichen - nicht nur in Bezug auf die Größe und die geographische Reichweite, sondern auch im Hinblick auf das daraus resultierende Filmrepertoire.

Im Geschäftsjahr 2015 sollen die Umsatzerlöse um den Faktor sechs bis sieben höher ausfallen als der von der Senator Entertainment Gruppe veröffentlichte Umsatz für das Jahr 2014. Um diese Umsatzsteigerung zu erzielen, wird auch das Investitionsvolumen deutlich ansteigen. Herausforderung in 2015 wird die Zusammenlegung der beiden Unternehmensgruppen und die damit verbundene Realisierung von Synergieeffekten sein.

Zudem werden einmalige Integrations- und Mergerkosten durch den Zusammenführungsprozess entstehen. Trotz dieser Effekte erwartet der Vorstand einen erheblichen Anstieg des operativen Ergebnisses im Vergleich zum Senator-Konzern im Jahr 2014. Dieses soll im Geschäftsjahr 2015 im positiven Bereich liegen.

4.1.4. GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDS ZUR ENTWICKLUNG DES KONZERNS

Wild Bunch ist aufgrund der erfolgreich implementierten neuen Konzernstruktur merklich gewachsen. Aufbauend auf dieser erheblich verbreiterten Basis, sieht der Vorstand gute Chancen, die Gruppe als nachhaltig profitables Unternehmen am Filmmarkt zu positionieren.

4.2. BERICHT ÜBER CHANCEN UND RISIKEN

Es haben sich keine wesentlichen Änderungen im Vergleich zu den im Jahresbericht 2014 der ehemaligen Senator Entertainment AG dargestellten Chancen und Risiken ergeben.

VERKÜRZTER KONZERNZWISCHENABSCHLUSS

IFRS GESAMTERGEBNISRECHNUNG

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01.01.-30.06.2015 01.01.-30.06.2014
in T€ Wild Bunch AG Wild Bunch S.A.
--- --- ---
Umsatzerlöse und sonstige Erlöse aus dem Filmgeschäft 67.964 69.370
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen -56.855 -61.188
Bruttogewinn 11.110 8.182
Sonstige betriebliche Erträge 599 222
Verwaltungsaufwendungen -10.759 -7.485
Sonstige betriebliche Aufwendungen -505 -130
Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern 445 790
Finanzerträge 107 3
Finanzaufwendungen -2.858 -1.615
Anteil am Ergebnis assoziierter Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen -9 0
Ergebnis vor Ertragsteuern -2.315 -822
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 253 296
Konzernergebnis -2.062 -526
Ergebnisanteil entfallend auf:
Nicht beherrschende Gesellschafter 68 138
Gesellschafter des Mutterunternehmens -2.130 -664
Gewichtete durchschnittliche Anzahl von Aktien (Stück) 71.251.798 55.872.788
Potenziell verwässernde Anzahl Aktien (Stück) 0 0
Gewichteter Durchschnitt aller Aktien (Stück) 71.251.798 55.872.788
Ergebnis je Aktie
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (€ pro Aktie) -0,03 -0,01
Verwässertes Ergebnis je Aktie (€ pro Aktie) -0,03 -0,01
Posten, die anschließend möglicherweise in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden
Konzernergebnis -2.062 -526
Absicherung von Zahlungsströmen 314 -102
davon auf Ertragsteuern entfallend: 0 0
Sonstiges Ergebnis (nach Steuern) 314 -102
Gesamtergebnis -1.748 -628
Ergebnisanteil entfallend auf:
Gesellschafter des Mutterunternehmens -1.816 -742
Nicht beherrschende Gesellschafter 68 114

KONZERNBILANZ (IFRS)

AKTIVA

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30.06.2015 31.12.2014
in T€ Wild Bunch AG Wild Bunch S.A.
--- --- ---
Langfristiges Vermögen
Geschäfts- oder Firmenwert 106.264 42.908
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 107.114 109.078
Sachanlagen 1.695 1.402
Finanzanlagen
Anteile an assoziierten Unternehmen 1.301 4.401
Anteile an Beteiligungen 7.190 7.047
Sonstige Finanzanlagen 1.038 530
Latente Steuern 19.290 20.216
Summe langfristige Vermögenswerte 243.892 185.582
Kurzfristiges Vermögen
Vorräte 2.141 1.457
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen und Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 43.436 41.059
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 5.293 2.967
Forderungen aus Steuern vom Einkommen und Ertrag 327 0
Geleistete Anzahlungen 1.268 4.796
Übrige Vermögenswerte 25.391 18.747
Liquide Mittel 8.033 6.495
Summe kurzfriste Vermögenswerte 85.890 75.522
Bilanzsumme 329.782 261.104

PASSIVA

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30.06.2015 31.12.2014
in T€ Wild Bunch AG Wild Bunch S.A.
--- --- ---
Kapital und Rücklagen
Gezeichnetes Kapital 74.328 55.873
Bedingtes Kapital 9.981.909 (2008/I)
Bedingtes Kapital 4.990.803 (2012/I)
Kapitalrücklage -4.351 -18.826
Gewinnrücklagen 9.786 11.916
Sonstiges Eigenkapital 314 0
Summe Eigenkapital der Gesellschafter des Mutterunternehmens 80.076 48.963
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 167 99
Summe Eigenkapital 80.243 49.062
Langfristige Verbindlichkeiten
Finanzverbindlichkeiten 51.100 45.715
Sonstige Rückstellungen 14.527 15.206
Latente Steuern 7.915 9.105
Summe langfristige Verbindlichkeiten 73.543 70.026
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Steuerrückstellungen 1 0
Sonstige Rückstellungen 22.411 4.082
Finanzverbindlichkeiten 40.955 28.783
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 73.947 73.595
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 9.198 1.083
Übrige Verbindlichkeiten 29.483 34.473
Summe kurzfristige Verbindlichkeiten 175.996 142.016
Bilanzsumme 329.782 261.104

ENTWICKLUNG DES KONZERNEIGENKAPITALS (IFRS)

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Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklage Sonstiges Eigenkapital Gesellschafter des Mutterunternehmens
Stück T€ T€ T€ T€ T€
--- --- --- --- --- --- ---
Stand 1. Januar 2014 55.872.788 55.873 -18.080 14.431 78 52.302
Halbjahresergebnis 0 0 -664 0 -664
Sonstiges Ergebnis 0 0 0 -78 -78
Veränderung im Konsolidierungskreis 0 0 -153 0 -153
Stand 30. Juni 2014 55.872.788 55.873 -18.080 13.614 0 51.407
Stand 1. Januar 2015 55.872.788 55.873 -18.826 11.916 0 48.963
Halbjahresergebnis 0 0 -2.130 0 - 2.130
Sonstiges Ergebnis 0 0 0 314 314
Veränderung im Konsolidierungskreis 18.454.812 18.455 14.765 0 0 32.929
Stand 30. Juni 2015 74.327.600 74.328 -4.351 9.786 314 80.076

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Nicht beherrschende Gesellschafter Konzerneigenkapital
T€ T€
--- --- ---
Stand 1. Januar 2014 2.813 55.115
Halbjahresergebnis 138 -526
Sonstiges Ergebnis -24 -102
Veränderung im Konsolidierungskreis 153 0
Stand 30. Juni 2014 3.080 54.487
Stand 1. Januar 2015 99 49.062
Halbjahresergebnis 68 -2.062
Sonstiges Ergebnis 0 314
Veränderung im Konsolidierungskreis 0 32.929
Stand 30. Juni 2015 167 80.243

KONZERNKAPITALFLUSSRECHNUNG (IFRS)

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01.01.-30.06.2015 01.01.-30.06.2014
in T€ Wild Bunch AG Wild Bunch S.A.
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Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
Konzernergebnis -2.062 -526
Abschreibungen auf Vermögenswerte des Anlagevermögens sowie Wertpapiere des Umlaufvermögens 26.490 25.465
Zunahme/Abnahme der Rückstellungen -1.613 -3.976
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge -168 0
Ergebnis aus der Equity-Bewertung 9 0
Abnahme / Zunahme der Vorräte aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 1.866 -2.524
Abnahme / Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -13.447 5.557
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 11.076 23.997
Cashflow aus Investitionstätigkeit
Auszahlungen für Investitionen in Filmverwertungsrechte und andere immaterielle Vermögenswerte -14.794 -30.115
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagevermögen -6 0
Auszahlungen aus dem Zugang von sonstigen Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlaufvermögens -611 - 49
Einzahlungen aus Übernahme von Tochterunternehmen 6.885 0
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -8.525 -30.163
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
Auszahlungen im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung -712 0
Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten 31.849 6.293
Auszahlungen für die Tilgung von Finanzverbindlichkeiten -32.150 -7.176
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -1.012 - 883
Finanzmittelfonds am Ende der Periode
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds 1.538 -7.049
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 6.495 12.035
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 8.033 4.986
Zusammensetzung des Finanzmittelfonds
Liquide Mittel 8.033 4.986
Liquide Mittel = Finanzmittelfonds am Ende der Periode 8.033 4.986
Gezahlte Ertragsteuern 0 0
Erhaltene Ertragsteuern 0 0
Gezahlte Zinsen 2.613 1.655
Erhaltene Zinsen 8 0

ANHANG

WILD BUNCH AG - ANHANG ZUM VERKÜRZTEN KONZERNZWISCHENABSCHLUSS FÜR DEN ZEITRAUM VOM 1. JANUAR BIS ZUM 30. JUNI 2015

1. ALLGEMEINES

Die Wild Bunch Gruppe (nachfolgend "Wild Bunch") ist entstanden aus dem Zusammenschluss zwischen dem deutschen Medienkonzern Senator Entertainment AG, Berlin und der europäischen Filmverleihgesellschaft Wild Bunch S.A., Paris, unter dem Dach der Wild Bunch AG (vormals: Senator Entertainment AG), Berlin (nachfolgend "Gesellschaft"), deren Aktien im General Standard Segment der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet sind.

Die in Berlin und Paris etablierte neue Gruppe ist ein führendes, unabhängiges, europäisches Filmverleih- und Produktionsunternehmen, das sich aktiv im Bereich Akquisition, Koproduktion, Filmvertrieb sowie Weltvertrieb betätigt und derzeit eine Filmbibliothek mit mehr als 2.200 Filmtiteln verwaltet.

Auf der Hauptversammlung am 30. Juni 2015 wurde beschlossen, dass die Senator Entertainment AG, Berlin künftig unter dem Namen Wild Bunch AG firmiert. Die Umfirmierung wurde am 7. Juli 2015 ins Handelsregister eingetragen.

Der verkürzte Konzernzwischenabschluss für den Zeitraum vom 1.Januarbis 30. Juni 2015 ist durch Beschluss des Vorstands zur Veröffentlichung am 31. August 2015 freigegeben.

Der Konzernhalbjahresfinanzbericht zum 30. Juni 2015 der Wild Bunch erfüllt die Anforderungen des Wertpapierhandelsgesetzes. Die Aufstellung des Konzernzwischenabschlusses erfolgt in Übereinstimmung mit den Vorschriften des IAS 34 in verkürzter Form und in Anwendung von § 315a HGB nach den am Abschlussstichtag für Zwischenberichte gültigen und von der Europäischen Union (EU) anerkannten International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) sowie den vom IASB gebilligten Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC).

Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2015 haben sich für die Wild Bunch AG keine wesentlichen Änderungen aus erstmalig anzuwendenden IFRS-Standards oder IFRIC Interpretationen ergeben.

Der Halbjahresfinanzbericht wurde weder einer prüferischen Durchsicht unterzogen noch entsprechend §317 HGB geprüft.

Die für den verkürzten Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2015 angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie die angewandten Schätzungsmethoden entsprechen grundsätzlich denen des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2014. Eine detaillierte Beschreibung dieser Methoden ist im Anhang des Konzernabschlusses der Wild Bunch S.A., Paris, Frankreich zum 31. Dezember2014 veröffentlicht.

Der verkürzte Konzernzwischenabschluss wird in Euro aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde im vorliegenden Konzernzwischenabschluss aufgrund der weiteren Internationalisierung der Gruppe vom Gesamtkostenverfahren auf das Umsatzkostenverfahren umgestellt. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst.

2. KONSOLIDIERUNGSKREIS

ÄNDERUNGEN IM KONSOLIDIERUNGSKREIS

Auf der außerordentlichen Hauptversammlung vom 12. September 2014 wurde die Erhöhung des Grundkapitals der Wild Bunch AG, Berlin (ehemals Senator Entertainment AG) um € 55.872.788 durch Ausgabe von 55.872.788 neuen Aktien gegen Sacheinlagen im Zusammenhang mit der Einbringung von Anteilen an der Wild Bunch S.A., Paris, Frankreich beschlossen. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgte am 5. Februar 2015.

Die Transaktion ist als ein umgekehrter Unternehmenserwerb, eine sog. Reverse Acquisition, im Rahmen des IFRS 3 zu bewerten, sodass für Zwecke der Rechnungslegung nach IFRS die Wild Bunch AG, Berlin (ehemals Senator Entertainment AG) als erworbenes Unternehmen und die Wild Bunch S.A., Paris, Frankreich als Erwerber darzustellen sind.

Aus diesem Grund stellt der vorliegende verkürzte Konzernzwischenabschluss eine Fortführung des Konzernabschlusses der Wild Bunch S.A., Paris, Frankreich dar, wobei rückwirkend das formal-rechtliche Eigenkapital des bilanziellen Erwerbers bereinigt wurde, um das formal-rechtliche Eigenkapital des bilanziell erworbenen Unternehmens abzubilden. Die in diesem Konzernzwischenabschluss dargestellten Vergleichsinformationen sind die der Wild Bunch S.A., Paris, Frankreich die ebenfalls rückwirkend angepasst wurden, um das formal-rechtliche Eigenkapital der Wild Bunch AG, Berlin, widerzuspiegeln. Folglich sind in der Gesamtergebnisrechnung ab dem 1.Januar2015 bis zum Erwerbszeitpunkt am 5. Februar 2015 lediglich die Zahlen der Wild Bunch S.A., Paris, Frankreich und deren Tochterunternehmen dargestellt. Ab dem 5. Februar 2015 wurden dann die Wild Bunch AG, Berlin, und deren derzeitigen Tochterunternehmen in den Konsolidierungskreis aufgenommen.

Im Rahmen der Aufnahme der Wild Bunch AG, Berlin, und deren Tochterunternehmen in den Konsolidierungskreis wurde eine Kaufpreisallokation durchgeführt, die in der Anhangsangabe 3 dargestellt wird.

Die Wild Bunch S.A., Paris, Frankreich und die Wild Bunch AG, Berlin, halten je 50 % der Anteile an der Central Film Verleih GmbH, Berlin. Durch die zuvor beschriebene Einbringung der Anteile an der Wild Bunch S.A., Paris, Frankreich in die Wild Bunch AG, Berlin, hält die Wild Bunch Gruppe 100 % der Anteile der Central Film Verleih GmbH. Ab dem 5. Februar 2015 wird der Abschluss der Central Film Verleih GmbH im Konzernabschluss vollkonsolidiert. Im Vorjahr und bis zum Erwerbszeitpunkt in 2015 erfolgte die Konsolidierung dieser Gesellschaft at equity.

ZUSAMMENSETZUNG DES KONSOLIDIERUNGSKREISES

Die Zusammensetzung des Konsoldierungskreises des Wild Bunch-Konzerns ergibt sich aus folgender Darstellung:

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30.06.2015 31.12.2014
Vollkonsolidierte Gesellschaften
Inland 12 1
Ausland 17 15
Nach der Equity Methode einbezogene Unternehmen
Inland 2 1
31 17

Folgende Unternehmen wurden im Konzernhalbjahresfinanzbericht erfasst:

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Lfd. Nr. Vollkonsolidierte Gesellschaften Sitz Hauptgeschäftstätigkeit Anteil in % Gehalten über
30.06.2015 31.12.2014
--- --- --- --- --- --- ---
Inland
1 Wild Bunch AG Berlin Holding - - -
2 Wild Bunch Germany GmbH München Vertrieb 88,0 88,0 13
3 Senator Film Produktion GmbH Berlin Produktion 100,0 - 1
4 Senator Film Verleih GmbH Berlin Vertrieb 100,0 - 1
5 Senator Home Entertainment GmbH Berlin Vertrieb 100,0 - 1
6 Senator Finanzierungs- und Beteiligungs GmbH Berlin Holding 100,0 - 1
7 Senator Film Köln GmbH Köln Produktion 100,0 - 1
8 Senator Movlnvest GmbH Berlin Finanzierung 100,0 - 1
9 Senator Film München GmbH München Produktion 100,0 - 1
10 Senator Reykjavik GmbH Berlin Produktion 100,0 - 3
11 Central Film Verleih GmbH* Berlin Vertrieb 100,0 50,0 1, 13
12 Deutschfilm GmbH Berlin Produktion / Vertrieb 50 - 1
Ausland
13 Wild Bunch S.A. Paris, Frankreich Holding und Weltvertrieb 100,0 - 1
14 BIM Distribuzione s.r.l. Rom, Italien Vertrieb 100,0 100,0 13
15 Bunch of Talents SAS Paris, Frankreich Sonstiges 80,0 80,0 13
16 Contiental Films SAS Paris, Frankreich Finanzierung 100,0 100,0 13
17 Elle Driver SAS Paris, Frankreich Weltvertrieb 95,0 95,0 13
18 Eurofilm & Media Ltd. Killaloe, Irland Vertrieb 100,0 100,0 1
19 EWB2 SAS Paris, Frankreich Finanzierung 100,0 100,0 13
20 EWB3 SAS Paris, Frankreich Finanzierung 100,0 100,0 13
21 Filmoline SAS Paris, Frankreich SVOD und VOD Vertrieb 90,0 90,0 13
22 Filmo TV Paris, Frankreich Vertrieb 90,0 90,0 21
23 Senator Film Austria GmbH Wien, Österreich Vertrieb 100,0 100,0 4
24 Versatile SAS Paris, Frankreich Weltvertrieb 95,0 95,0 13
25 Vertigo Films Madrid, Spanien Vertrieb 80,0 80,0 13
26 Virtual Films Ltd. Dublin, Irland Finanzierung 100,0 100,0 13
27 Wild Bunch Distribution SAS Paris, Frankreich Vertrieb 100,0 100,0 13
28 Wild Side Film SAS Paris, Frankreich Vertrieb 100,0 100,0 13
29 Wild Side Video SAS Paris, Frankreich Vertrieb 100,0 100,0 13
Inland
30 Bavaria Pictures GmbH München Produktion 50,0 - 9
31 X Verleih AG Berlin Vertrieb 31,4 - 1

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Lfd. Nr. Vollkonsolidierte Gesellschaften weitere Angaben
--- --- ---
Inland
1 Wild Bunch AG -
2 Wild Bunch Germany GmbH -
3 Senator Film Produktion GmbH 1, 2
4 Senator Film Verleih GmbH 1, 2
5 Senator Home Entertainment GmbH 1, 2
6 Senator Finanzierungs- und Beteiligungs GmbH -
7 Senator Film Köln GmbH 1, 2
8 Senator Movlnvest GmbH 1, 2
9 Senator Film München GmbH 1, 2
10 Senator Reykjavik GmbH -
11 Central Film Verleih GmbH* 4
12 Deutschfilm GmbH -
Ausland
13 Wild Bunch S.A. -
14 BIM Distribuzione s.r.l. -
15 Bunch of Talents SAS -
16 Contiental Films SAS -
17 Elle Driver SAS -
18 Eurofilm & Media Ltd. -
19 EWB2 SAS -
20 EWB3 SAS -
21 Filmoline SAS -
22 Filmo TV -
23 Senator Film Austria GmbH -
24 Versatile SAS -
25 Vertigo Films -
26 Virtual Films Ltd. -
27 Wild Bunch Distribution SAS -
28 Wild Side Film SAS -
29 Wild Side Video SAS -
Inland
30 Bavaria Pictures GmbH 3
31 X Verleih AG 3

* Ansatz at-equity bis zum 5. Februar 2015

1 Ergebnisabführungsvertrag mit der Muttergesellschaft

2 § 264 Abs. 3 HGB wurde angewandt

3 Ansatz at equity

4 Ansatz at equity bis zum 5. Februar 2015

3. ERWERB WILD BUNCH AG, BERLIN

Der rechtliche Erwerb von 100 % der Anteile der Wild Bunch S.A., Paris, Frankreich, durch die Wild Bunch AG, Berlin (ehemals Senator Entertainment AG, Berlin) stellt einen umgekehrten Unternehmenserwerb gemäß IFRS 3 dar. Dies ergibt sich daraus, dass durch die Sacheinlage in Form der Anteile an der Wild Bunch S.A., Paris, Frankreich, die vormaligen Aktionäre der Wild Bunch S.A., Paris, Frankreich die Mehrheit der Stimmrechte an der Wild Bunch AG, Berlin erhalten haben und die Altaktionäre der Gesellschaft lediglich 24,8 % der Stimmen behalten haben. Dies hat zur Folge, dass ab dem Erwerbszeitpunkt die Wild Bunch S.A., Paris, Frankreich als bilanzieller Erwerber und die Wild Bunch AG, Berlin als erworbene Gesellschaft darzustellen sind.

Gemäß IFRS 3 ist der Erwerbszeitpunkt der Tag, an dem die Beherrschung des erworbenen Unternehmens auf den Erwerber übergeht. Aufgrund der Klassifizierung der Transaktion als "Reverse Acquisition" ist die Wild Bunch S.A., Paris, Frankreich bzw. deren Aktionäre als Erwerber zu klassifizieren. Für die Bestimmung des Erwerbszeitpunktes ist daher entscheidend, zu welchem Zeitpunkt die entsprechenden Rechte, die den Aktionären der Wild Bunch S.A., Paris, Frankreich durch die ausgegebenen Wild Bunch AG-Aktien gewährt werden, entstehen.

Das Stimmrecht entsteht gem. § 134 Abs. 2 AktG mit der vollständigen Leistung der Einlage. Dies setzt jedoch voraus, dass die mit dem Stimmrecht zugrunde liegenden Aktien wirksam entstanden sind. Nach § 189 AktG wurde die Kapitalerhöhung zum Zeitpunkt der Eintragung in das Handelsregister am 5. Februar 2015 wirksam, sodass dann die das Stimmrecht gewährenden Wild Bunch AG-Aktien für die Aktionäre der Wild Bunch S.A., Paris, Frankreich, entstanden sind.

Der Zeitwert bestimmt sich nach dem Kurs der Wild Bunch AG, Berlin am 5. Februar 2015 in Höhe von € 1,84 je Aktie, demnach € 33.961.267,68.

Entsprechend IFRS 3.IE5 ist der Zeitwert der übertragenen Gegenleistung nach der "most reliable measure" zu bestimmen. Der Zeitwert hat dabei gem. IFRS 13.24 dem Wert zu entsprechen, der am Hauptmarkt oder vorteilhaftesten Markt in einer üblichen Transaktion bei der Veräußerung der Vermögenswerte zu erzielen wäre. Die Aktien der Wild Bunch S.A., Paris, Frankreich werden aber nicht an einem Markt gehandelt, sodass man sich primär nach dem Zeitwert der Wild Bunch AG Aktie zu richten hat.

KAUFPREISALLOKATION ZUM 5. FEBRUAR 2015

Gemäß IFRS 3 ist nach Bestimmung des Erstkonsolidierungszeitpunkts sowie der Anschaffungskosten des erworbenen Geschäfts (Wild Bunch AG, Berlin) das erworbene (anteilige) Reinvermögen festzustellen und eine Aufteilung des Kaufpreises auf die erworbenen Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten vorzunehmen. Ein verbleibender Unterschiedsbetrag ist als Goodwill anzusetzen oder als negativer Unterschiedsbetrag ertragswirksam zu vereinnahmen.

Kriterien für den Ansatz von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die kumulativ erfüllt sein müssen, sind:

Verlässliche Messbarkeit des Zeitwertes
Wahrscheinlicher Nutzenzufluss bzw. wahrscheinlicher Ressourcenabfluss
Identifizierbarkeit der Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten.

Die vorläufigen beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden der Gruppe stellen sich zum Erwerbszeitpunkt wie folgt dar:

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T€
Langfristiges Vermögen
Immaterielle Vermögenswerte 9.094
Sachanlagen 227
Finanzanlagen 1.310
Kurzfristiges Vermögen
Vorräte 999
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.922
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 2.308
Forderungen aus Steuern vom Einkommen und Ertrag 336
Übrige Vermögenswerte 2.762
Liquide Mittel 6.758
Summe Vermögenswerte 27.716
Langfristige Verbindlichkeiten
Finanzverbindlichkeiten 900
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Sonstige Rückstellungen 19.266
Finanzverbindlichkeiten 17.159
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 7.206
Sonstige Verbindlichkeiten 7.614
Übrige Verbindlichkeiten 561
Summe Rückstellungen und Verbindlichkeiten 52.705
Summe des identifizierten Nettovermögens zum beizulegenden Zeitwert - 24.989
Zeitwert der übertragenen Gegenleistung 33.961
Beizulegender Zeitwert des gehaltenen Eigenkapitals an der Central Film Verleih GmbH 4.406
Geschäfts- oder Firmenwert 63.356

Die Kaufpreisallokation ist vorläufig, da insbesondere die Bewertung der immateriellen Vermögenswerte und des beizulegenden Zeitwertes der Anteile an der Central Film Verleih GmbH noch nicht vollständig abgeschlossen ist.

Es wurden keine immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer erworben.

Der Bruttobetrag der erworbenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrug T€ 6.423. Darauf waren Wertberichtigungen in Höhe von T€ 2.501 erfasst. Auf die erworbenen sonstigen finanziellen Vermögenswerte und übrigen Vermögenswerte entfallen keine Wertberichtigungen.

Der Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von T€ 63.356 reflektiert unter anderem den Wert für eine stärkere Marktposition und damit verbundene steigende Umsätze aus bestehenden und neuen Erlösquellen, beispielweise durch die Entwicklung neuer Formate im TV-Bereich. Des Weiteren spiegelt der Geschäfts- oder Firmenwert Potential aus möglichen Synergieeffekten wider. Es wird davon ausgegangen, dass der erfasste Geschäfts- oder Firmenwert steuerlich nicht abzugsfähig ist.

Im Rahmen des umgekehrten Unternehmenserwerbs erwarb die Wild Bunch S.A., Paris, mittelbar die verbleibenden 50 % Anteile der Central Film Verleih GmbH, die von der Wild Bunch AG, Berlin gehalten werden. Der vorläufig ermittelte beizulegende Zeitwert der von der Wild Bunch S.A., Paris, gehaltenen Anteile betrug zum Erwerbszeitpunkt T€ 4.406.

Die am 5. Februar 2015 erworbene Wild Bunch AG (ehemals Senator Entertainment AG) und deren derzeitigen Tochtergesellschaften erzielten seit dem Zeitpunkt der Erstkonsolidierung bis zum 30. Juni 2015 Umsatzerlöse von T€ 7.394 und ein Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern (EBIT) von T€ - 293. In den ersten sechs Monaten 2015 erzielte diese Umsatzerlöse von T€ 9.769 und ein EBIT von T€ - 1.460.

4. SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

Die Segmentberichterstattung wird gemäß IFRS 8 unter Anwendung des "Management-Ansatzes" vorgenommen, d.h. die Segmentberichterstattung basiert auf der aktuellen für die interne Berichterstattung verwendeten Segmentierung. Intersegmentäre Transaktionen: Segmenterträge, Segmentaufwendungen und Segmentergebnis beinhalten Transaktionen zwischen den Geschäftsfeldern. Derartige Transaktionen werden zu Marktpreisen abgerechnet, die nicht verbundenen Parteien für ähnliche Leistungen berechnet werden. Diese Transaktionen werden für Zwecke der Konsolidierung eliminiert.

Das Segmentergebnis der Geschäftseinheiten wird vom Management getrennt überwacht, um Entscheidungen über die Verteilung der Ressourcen zu fällen und die Ertragskraft der Einheiten zu bestimmen. Die Ertragskraft der Segmente wird anhand des Segmentergebnisses beurteilt.

Das Segment Verleih beinhaltet die Auswertung von Filmen in Kinos in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Österreich sowie die Auswertung von Kinofilmen im Fernsehen und auf Video und DVD. Unter dem Segment Weltvertrieb wird die internationale Vermarktung von Filmverwertungsrechten an Kino- und Fernsehprogrammen erfasst. Im Segment sonstige werden Verkäufe von sonstigen Rechten, die beim Erwerb von Filmlizenzen dem Konzern übertragen wurden, sowie die Musik-Aktivitäten und die Produktion von Kinofilmen sowie die Entwicklung und die Produktion von TV-Formaten zusammengefasst.

01.01.-30.06.2015

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in T€ Verleih Weltvertrieb Sonstige Gesamt
Außenumsätze 54.785 13.335 223 68.193
Konzerninnenumsätze 181 0 48 229
Umsatzerlöse gesamt 54.604 13.335 175 67.964
Abschreibungen - 18.960 - 6.715 - 94 - 25.769
Verwertungs- und Produktionsaufwand -25.815 -5.113 - 114 -31.084
Personalaufwand - 3.950 - 1.185 - 168 - 5.303
Segmentaufwendungen -48.726 - 13.013 - 376 - 62.157
Segmentergebnis 5.878 322 - 201 5.807
Nicht zugeordnete Erträge und Aufwendungen
Sonstige betriebliche Erträge 599
Übriger Verwaltungsaufwand - 5.456
Sonstige betriebliche Aufwendungen - 505
Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragssteuern 445
Finanzerträge 107
Finanzaufwendungen - 2.858
Ergebnis aus Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures - 9
Ergebnis vor Ertragsteuern - 2.315

01.01.-30.06.2014

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in T€ Verleih Weltvertrieb Sonstige Gesamt
Außenumsätze 58.130 11.240 0 69.370
Konzerninnenumsätze 0 0 0 0
Umsatzerlöse gesamt 58.130 11.240 0 69.370
Abschreibungen - 18.345 - 5.985 0 - 24.329
Verwertungs- und Produktionsaufwand -33.180 - 3.679 0 - 36.859
Personalaufwand - 3.485 - 967 0 - 4.452
Segmentaufwendungen - 55.010 - 10.631 0 - 65.640
Segmentergebnis 3.120 610 0 3.731
Nicht zugeordnete Erträge und Aufwendungen
Sonstige betriebliche Erträge 222
Übriger Verwaltungsaufwand - 3.033
Sonstige betriebliche Aufwendungen - 130
Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragssteuern 790
Finanzerträge 3
Finanzaufwendungen - 1.615
Ergebnis aus Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures 0
Ergebnis vor Ertragsteuern - 822

5. WESENTLICHE GESCHÄFTE MIT NAHE STEHENDEN PERSONEN

Als nahe stehende Unternehmen oder Personen im Sinne des IAS 24 gelten Unternehmen oder Personen, die die Wild Bunch Gruppe beherrschen bzw. einen maßgeblichen Einfluss haben oder von ihr beherrscht werden, soweit sie nicht bereits als konsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen werden.

Als nahe stehende Personen gelten die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der Wild Bunch AG sowie deren Familienangehörigen. Des Weiteren gelten die SWB Entertainment Investment B.V., Schiphol, Niederlande als größter Anteilseigner der Wild Bunch AG sowie die diesem nahe stehenden Unternehmen und Personen als nahe stehende Unternehmen oder Personen.

Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2015 fanden mit Ausnahme von Gehaltszahlungen an Vorstände und von satzungsmäßigen Vergütungen an Aufsichtsräte keine Transaktionen mit nahestehenden Personen statt.

Allen Geschäften mit nahe stehenden Personen und Unternehmen wurden marktübliche Konditionen zugrunde gelegt.

6. MITARBEITER

Die Wild Bunch Gruppe beschäftigte im ersten Halbjahr 2015 durchschnittlich 178 Mitarbeiter (1. Halbjahr 2014: 126).

7. FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE UND VERBINDLICHKEITEN

Die Bewertung finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten erfolgt mit den im Folgenden beschriebenen Ausnahmen zu fortgeführten Anschaffungskosten, die in etwa den beizulegenden Zeitwerten entsprechen. Lediglich in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten werden Derivate zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken mit einem beizulegenden Zeitwert von T€ 314 ausgewiesen. Diese Derivate sind der Hierarchiestufe 3 zuzuordnen.

8. SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN

Zum 30. Juni 2015 hatte der Konzern folgende sonstigen finanziellen Verpflichtungen:

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30.06.2015 31.12.2014
Gesamt Restlaufzeit bis zu 1 Jahr Restlaufzeit zwischen 1 und 5 Jahren Restlaufzeit über 5 Jahre Gesamt Restlaufzeit bis zu 1 Jahr
--- --- --- --- --- --- ---
T€ T€ T€ T€ T€ T€
--- --- --- --- --- --- ---
Miete und Leasing 9.326 1.405 5.716 3.520 922 530
Minimumgarantien und Koproduktionen 59.880 24.829 35.051 0 46.512 17.392
69.117 26.234 40.767 3.520 47.434 17.392

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31.12.2014
Restlaufzeit zwischen 1 und 5 Jahren Restlaufzeit über 5 Jahre
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T€ T€
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Miete und Leasing 392 0
Minimumgarantien und Koproduktionen 29.120 0
29.513 0

Darüber hinaus bestehen Eventualverbindlichkeiten aus erfolgsbedingt rückzahlbaren Fördermitteldarlehen im Zusammenhang mit der Produktions- (T€ 8.832; 31. Dezember 2014: T€ 8.954) und Verleihförderung (T€ 4.365; 31. Dezember 2014: T€ 4.120). Diese Fördermitteldarlehen sind jedoch nur aus anteiligen zukünftigen Erlösen, die die Kosten übersteigen, zurückzuführen.

9. SONSTIGE ANGABEN

PERSONELLE ÄNDERUNGEN IM VORSTAND

Die bisherigen Mitglieder der Geschäftsleitung der Wild Bunch S.A. wurden am 5. Februar 2015 zu Vorständen der Wild Bunch AG (vormals: Senator Entertainment AG) bestellt, wobei im neu formierten Vorstand Vincent Grimond als CEO (Chief Executive Officer), Vincent Maraval als CCO (Chief Content Officer) und Brahim Chioua als COO (Chief Operating Officer) fungieren.

Zum 15. Juni 2015 hat Herr Dr. Andreas Pres sein Aufsichtsratsmandat niedergelegt. Darüber hinaus endete das Aufsichtsratsmandat von Norbert Kopp mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung am 30. Juni 2015.

Herr Benjamin Waisbren, wohnhaft in Chicago (USA) und Milwaukee (USA), Partner bei der internationalen Rechtsanwaltskanzlei Winston and Strawn, Chicago sowie President der LSC Film Corp. (film coproduction fund), wurde auf der Hauptversammlung am 30. Juni 2015 mit Wirkung ab Beendigung der Hauptversammlung für den Rest der Amtszeit des ausgeschiedenen Mitglieds Dr. Andreas Pres, d.h. bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2015 beschließt, in den Aufsichtsrat gewählt.

Herr Hans Mahr, wohnhaft in Köln, Journalist und Inhaber von mahrmedia, wurde auf der Hauptversammlung am 30. Juni 2015 mit Wirkung ab Beendigung der Hauptversammlung in den Aufsichtsrat gewählt.

Herr Pierre Tattevin, wohnhaft in Paris, Partner und Managing Director Investment Banking bei Lazard Frères, Paris, Frankreich wurde auf der Hauptversammlung am 30. Juni 2015 mit Wirkung ab Beendigung der Hauptversammlung für den Rest der Amtszeit des ausgeschiedenen Mitglieds Dr. Thomas Middelhoff, d.h. bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2016 beschließt, in den Aufsichtsrat gewählt.

REFINANZIERUNG DER KURZFRISTIGEN ANLEIHE 2014

Die Senator Entertainment AG hat die im Rahmen einer Privatplatzierung angebotene Anleihe am 25. März 2015 erfolgreich platziert. Institutionelle Investoren zeichneten im März Anleihen mit einer Laufzeit von 12 Monaten im Gesamtnennbetrag von etwa € 11,8 Mio. Am 25. Juni 2015 konnte die Platzierung der restlichen Teilschuldverschreibung aus der im März 2015 begebenen und auf insgesamt € 15 Mio. ausgelegten Anleihe abgeschlossen werden. Die noch ausstehenden Teilschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von € 3,2 Mio. wurden von institutionellen Investoren gezeichnet. Die Erlöse dienen der Sicherung der Liquidität, der Rückführung der € 10 Mio. Anleihe, die im März 2015 fällig wurde, dem Rückerwerb der noch ausstehenden Schuldverschreibungen aus 2011 in Höhe von € 0,4 Mio. und der Finanzierung des laufenden Geschäfts bis zur Umsetzung einer umfassenderen Neuaufstellung der Refinanzierungsstruktur.

10. EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Auf der ordentlichen Hauptversammlung der ehemaligen Senator Entertainment AG am 30. Juni 2015 wurde beschlossen, die Gesellschaft in Wild Bunch AG umzufirmieren. Die Umfirmierung wurde am 8. Juli 2015 rechtswirksam.

Nach dem Berichtsstichtag hat die Wild Bunch beschlossen, die existierende Kreditvereinbarung mit der in Großbritannien ansässigen Niederlassung der israelischen Bank Leumi (UK) plc, London, zu erneuern. Der bestehende Vertrag wurde verlängert, die Kreditlinie im Umfang von € 10 Mio. blieb unverändert. Der Kreditvertrag ermöglicht Wild Bunch die Zwischenfinanzierungen von Forderungen aus der Auswertung von Verträgen über eine Periode von bis zu zwei Jahren und minimiert die Zeit der Eigenkapitalbindung.

Das Filmvertriebsunternehmen Relativity Media, einer der größten US Produzenten und Verleiher von einer Reihe von bekannten Filmen in den letzten Jahren hat Ende Juli Insolvenz angemeldet und wird seine Film- und TV-Aktivitäten in einem Bieterverfahren veräußern. Die Zukunft einiger Relativity Projekte ist vor diesem Hintergrund gegenwärtig unsicher. Wild Bunch evaluiert zurzeit den Status der letzten zwei Filme (MASTERMINDS und DISAPPOINTMENTS ROOM), die Relativity Media gemäß dem Output Agreement, welches bereits imJanuar2015 von Wild Bunch gekündigt wurde, noch zu liefern hat.

Weitere Ereignisse, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Wild Bunch-Konzerns haben, sind nach Abschluss des Bilanzstichtags nicht eingetreten.

VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der vorausichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Berlin, den 31. August 2015

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Vincent Grimond Markus Maximilian Sturm
Vorstandsvorsitzender (CEO) (CFO)
Brahim Chioua Vincent Maraval
(COO) (CCO)

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