Management Reports • Apr 30, 2020
Management Reports
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INDUS ist eine Finanzholding mit einem Portfolio von 47 Beteiligungsunternehmen aus dem deutschsprachigen Mittelstand. Als Spezialist für nachhaltige Unternehmensbeteiligung und -entwicklung erwirbt die Gesellschaft überwiegend inhabergeführte Unternehmen und begleitet sie mit langfristiger Ausrichtung in ihrer unternehmerischen Entwicklung. Über gezielte Zukäufe neuer Hidden Champions in Wachstumsmärkten soll das Portfolio in den kommenden Jahren weiter wachsen.
Die INDUS Holding AG (im Folgenden: INDUS) zählt zu den führenden Spezialisten für die Übernahme und langfristige Begleitung mittelständischer Produktionsunternehmen im deutschsprachigen Europa. Als langfristige Investorin richtet sie ihren Investitionsschwerpunkt auf den erfolgreichen Mittelstand.
Seit Gründung des Unternehmens im Jahr 1989 ist die Zahl der Beteiligungen sukzessive gewachsen. Zum Bilanzstichtag umfasste das Portfolio 47 Beteiligungen (Vorjahr 45). Insgesamt gehören zur INDUS-Gruppe 200 vollkonsolidierte Unternehmen (Vorjahr 189).
Alle direkten INDUS-Beteiligungen haben ihren Sitz in Deutschland (43) bzw. der Schweiz (4). Über Enkelgesellschaften, Niederlassungen, Beteiligungen und Repräsentanzen ist die INDUS-Gruppe weltweit in 32 Ländern auf 5 Kontinenten präsent. Sämtliche Auslandsgesellschaften werden von den Beteiligungen direkt geführt.
INDUS ist seit 1995 börsennotiert. Die Aktie wird an den Börsenplätzen Frankfurt und Düsseldorf im regulierten Markt gehandelt. In Berlin, Hamburg, Hannover, München und Stuttgart wird das Wertpapier im Freiverkehr gehandelt. Die INDUS-Aktie wird im Börsenindex SDAX geführt. In der Berichterstattung folgt INDUS den Transparenzanforderungen des Prime Standard.
Im Wettbewerbsumfeld positioniert sich INDUS als langfristig orientierter Investor ohne Exit-Strategie. Damit grenzt sich das Unternehmen insbesondere von den Buy-and-Sell- sowie Turn-Around-Investoren ab, die ihr wirtschaftliches Engagement in der Regel auf kurze Zeiträume begrenzen. Unter den börsennotierten wie auch nichtbörsennotierten deutschen Beteiligungsgesellschaften sieht sich INDUS als eines der führenden Unternehmen.
Unternehmenssitz von INDUS ist Bergisch Gladbach in Nordrhein-Westfalen. Die Holding wird von einem Vorstand aus vier Personen geführt. Der Vorstand besteht aus Dr. Johannes Schmidt (Vorsitzender), Dr. Jörn Großmann, Axel Meyer und Rudolf Weicher! Die Zahl der Mitarbeiter exklusive Vorstand betrug zum Stichtag 33 (Vorjahr 31). Die Mitarbeiter berichten unmittelbar an den Vorstand. Alle Mitarbeiter sind bei der INDUS Holding AG angestellt und am Sitz des Unternehmens beschäftigt.
INDUS geht direkt ausschließlich mehrheitliche Beteiligungen ein. Die Unternehmen - Neuzugänge sowie Bestandsunternehmen - kommen ausschließlich aus dem Produktionssektor des deutschen und schweizerischen Mittelstands, sind bereits zum Zeitpunkt des Erwerbs überdurchschnittlich profitabel und verfügen über gute langfristige Entwicklungsperspektiven. INDUS erwirbt überwiegend inhabergeführte Gesellschaften. Mit dem Eigentumsübergang werden die Kontinuität und die mittelständische Identität der Unternehmen gesichert. Im Idealfall bleiben die bisherigen Inhaber für eine Übergangsphase dem Unternehmen noch als Geschäftsführer und Mitgesellschafter erhalten. Die kontinuierliche Portfolio-Erweiterung verbessert die Entwicklungsperspektiven der Gruppe und stellt über die Unternehmenszukäufe sicher, dass das Portfolio im Zeitverlauf jeweils einen aktuellen Querschnitt zukunftsträchtiger Industrien abbildet.
Das Geschäftsmodell von INDUS gibt vor, dass die Unternehmen in unterschiedlichen Geschäfts- und Technologiefeldern, Absatzmärkten und Branchenzyklen aktiv sind. Daraus ergibt sich für das Portfolio der Gruppe ein hoher Diversifizierungsgrad. Mit ihrer jeweiligen Kernkompetenz besetzen die Unternehmen in der Regel eine für ihre Industrie interessante Marktnische, in der sie eine führende Position einnehmen. Im Idealfall erfüllt eine INDUS-Beteiligung alle Kriterien eines "Hidden Champions".
Als Mehrheitsgesellschafterin und Finanzholding unterstützt INDUS ihre Beteiligungen auf zwei Wegen: als "Förderbank" und als "Beraterin". Als Förderbank stellt INDUS den Beteiligungen Kapital zur Verfügung - für Sachinvestitionen und für Entwicklungsvorhaben, die starkes künftiges Wachstum bei den Tochtergesellschaften ermöglichen. Dazu fördert INDUS insbesondere Investitionen in Innovation, Internationalisierung und Unternehmenszukäufe auf Enkel-Ebene. Weitere Unterstützungsschwerpunkte liegen auf Projekten zur Steigerung der operativen Exzellenz. Der Vorstand berät die Geschäftsführungen in den Beteiligungen über ein strategisches Sparring und fördert einen Wissenstransfer durch Vernetzungen innerhalb der Gruppe sowie mit externen Partnern. Bei der Entwicklung des Gesamtportfolios agiert der Vorstand so letztlich wie ein Fondsmanager.
Zusammengefasst lässt sich das Geschäftsmodell von INDUS mit den Begriffen "Kaufen, halten & entwickeln" beschreiben. Dies impliziert ein langfristiges Halteversprechen an die Unternehmen bei gleichzeitiger Weiterentwicklung der Beteiligungen.
Die Beteiligungsunternehmen können sich so an der Seite der finanzstarken INDUS in einem schnell wandelnden Marktumfeld langfristig und unter Wahrung ihrer gewachsenen mittelständischen Eigenidentität entwickeln. Die Aktionäre von INDUS können sich mit ihrer Aktienanlage in einem gemanagten Beteiligungsportfolio an der ansonsten wenig zugänglichen Assetklasse "Mittelstand" werthaltig beteiligen und profitieren von einer regelmäßigen Dividendenausschüttung
Als überwiegend klassische Industrieunternehmen bewegen sich die Beteiligungen der INDUS-Gruppe unter dem Einfluss der allgemeinen Konjunktur - in Deutschland, in Europa und auch auf den Weltmärkten. Dabei unterliegen die Einzelgesellschaften bewusst gesteuert individuellen Branchenzyklen. Über die gesamte Gruppe gesehen ergibt sich über die diversifizierte Aufstellung eine konjunkturelle Risikostreuung, die das Portfolio als Ganzes ausbalanciert. Im Vergleich zu nicht diversifiziert aufgestellten Beteiligungsgesellschaften ist dies über längere Zeiträume ein Wettbewerbsvorteil.
Wichtig für den Erfolg der Beteiligungen sind auch die Kostenfaktoren. Im Zuge der Globalisierung stehen die mittelständischen Unternehmen zunehmend in einem unmittelbaren Preiswettbewerb zu ausländischen Wettbewerbern, die teilweise unter wirtschaftlich günstigeren Bedingungen produzieren können. Besonders relevante Kosteneinflussgrößen sind Material, Energie und Personal. Umso wichtiger ist in einem solchen Umfeld die klare Differenzierung durch Technologie- und Innovationsführerschaft, für die INDUS wichtige Unterstützungsleistungen für die Beteiligungen bereitstellt.
Vor dem Hintergrund eines wachsenden Fachkräftemangels gewinnt die Personalgewinnung bei zugleich steigenden Lohnkosten an Bedeutung. INDUS stellt sich auf den globalen Wettbewerb und steigenden Kostendruck ein, indem sie die Beteiligungen dabei unterstützt, sich auch organisatorisch international optimiert aufzustellen.
Ein weiterer relevanter Einflussfaktor für den Erfolg ist das Meistern des allgemeinen technologischen Wandels. Die digitale Transformation induziert in den Produktionsunternehmen gegenwärtig einen zusätzlichen intensiven Entwicklungsprozess. Dieser erfordert Geschäftsmodellanpassungen und in Verbindung damit einen spürbar erhöhten Investitionsbedarf. Aufgrund der hohen Bedeutung dieses externen Faktors stützt INDUS Investitionen in Innovationen über die INDUS-Förderbank.
Wichtig für den Unternehmenserfolg von INDUS ist daneben die Entwicklung auf den Kapitalmärkten: Die Situation an den Börsen und die allgemeine Zinsentwicklung bestimmen darüber, zu welchen Konditionen INDUS Eigen- und Fremdkapital beschaffen kann. Aufgrund der Größe, einem breiten Kapitalmarktzugang sowie der sehr soliden Bonität (Investment Grade) ist die Gesellschaft auf Schwankungen auf den Kapitalmärkten gut vorbereitet.
Die aktuellen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen führen zu einer fragilen Gesamtsituation mit zusätzlichen Risiken für das makroökonomische Umfeld. Die Gruppenunternehmen versuchen, diese Risiken zu reduzieren, indem sie ihre unternehmerischen Entscheidungen unter besonderer Berücksichtigung der gegebenenfalls betroffenen Märkte treffen.
Der wesentlichste externe Einflussfaktor seit Beginn des Jahres 2020 mit zunehmender Bedeutung ist die Coronavirus-Pandemie. Die Folgen der weltweiten Ausbreitung des Coronoavirus und die daraus resultierenden Eindämmungsmaßnahmen wirken sich massiv auf die weltweite Konjunktur aus. Zahlreiche Einschränkungen im Reiseverkehr und in der Verfügbarkeit von Zulieferungen wirken sich negativ auf die Erbringung der Leistungen für Kunden aus. Durch die zunehmende Anzahl an Infektionen kommt es vermehrt zu personellen Ausfällen, die kompensiert werden müssen. Aufgrund von Ausfällen und Verzögerungen bei der Leistungserstellung können sich rechtliche Risiken und finanzielle Konsequenzen ergeben. Darüberhinaus hat die Corona-Pandemie zu einer erheblichen Belastung der Kapitalmärkte geführt.
Das Portfolio der Gruppe umfasste zum Bilanzstichtag 47 Beteiligungen. Diese werden fünf Segmenten zugeordnet: Bau/Infrastruktur, Fahrzeugtechnik, Maschinen- und Anlagenbau, Medizin- und Gesundheitstechnik sowie Metalltechnik. Diese Unternehmensbereiche entsprachen im Geschäftsjahr 2019 unverändert den berichtspflichtigen Segmenten nach IFRS.
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| Bau/Infrastruktur | Fahrzeugtechnik | Maschinen- und Anlagenbau | Medizin- und Gesundheitstechnik | Metalltechnik | |
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz | 388,9 | 350,3 | 434,6 | 159,7 | 409,2 |
| Ergebnis (EBIT) | 63,0 | -35,8 | 54,6 | 18,6 | 25,8 |
| Unternehmen | 11 | 9 | 12 | 5 | 10 |
| Mitarbeiter | 1.874 | 3.360 | 2.180 | 1.718 | 1.687 |
Rund drei Viertel der Beteiligungen gehören der INDUS-Gruppe länger als 10 Jahre an. Fünf Beteiligungen sind zwischen fünf und zehn Jahren im INDUS-Portfolio und sieben der 47 Beteiligungen wurden in den vergangenen fünf Jahren erworben.

Die jährliche Umsatzgröße der Beteiligungen liegt in einer Bandbreite von knapp unter 10 Mio. EUR bis über 100 Mio. EUR. Rund 55 % der Beteiligungen erzielen einen Jahresumsatz von mindestens 25 Mio. EUR. Weniger als ein Fünftel erreicht einen Jahresumsatz unter 15 Mio. EUR.

Regional gesehen konzentrieren sich alle Portfoliounternehmen auf Absatzgebiete mit politisch und wirtschaftlich stabilem Hintergrund. Größter Absatz- und damit Umsatzmarkt der Beteiligungen ist Deutschland mit 51 %. In der EU ohne Deutschland setzen die Unternehmen weitere 22 % um und im übrigen Ausland werden 27 % der Umsatzerlöse erwirtschaftet. Gemäß der INDUS-Strategie soll der Auslandumsatzanteil in den kommenden Jahren weiter steigen.

Im vergangenen Geschäftsjahr konnte INDUS zwei Beteiligungen auf erster Ebene erwerben. Darüber hinaus konnte die Minderheitsbeteiligung an der TKI Automotive GmbH gewinnbringend an den Mehrheitsgesellschafter veräußert werden.
Im Mai erwarb INDUS 89,9 % der Geschäftsanteile an der MESUTRONIC Gerätebau GmbH in Kirchberg (Bayern). Die Gesellschaft gehört zu den Technologieführern für die Metall- und Fremdkörperdetektion in der Produktion. Die Anlagen von MESUTRONIC dienen dem Schutz von Produktionsanlagen vor Metallteilen und anderen Fremdkörpern. INDUS konnte mit dem Erwerb der MESUTRONIC einen weiteren Portfoliozugang in der Zukunftsbranche Mess- und Regeltechnik realisieren.
Im September übernahm INDUS alle Geschäftsanteile an der Dessauer Schaltschrank & Gehäusetechnik GmbH (DSG). Die DSG ist ein mittelständischer Spezialist für die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von qualitativ hochwertigen Metall- und Blechteilen, Komponenten, Schaltschränken, Maschinenverkleidungen und ähnlichen Produkten, die hohen Industrie- und Sicherheitsanforderungen unterliegen. Als Spezialist in der Zukunftsbranche Infrastruktur und Logistik stärkt DSG die Aktivitäten von INDUS im Bereich anspruchsvoller Blechverarbeitung zusammen mit den Schweizer Portfoliounternehmen BACHER und HAKAMA.
Die IPETRONIK Eichstätt GmbH, ein Beteiligungsunternehmen der INDUS Holding AG, veräußerte am 12. September 2019 ihre Minderheitsbeteiligung an der TKI Automotive GmbH an den Mehrheitsgesellschafter. Die TKI Automotive GmbH hat sich auf Thermomanagement, Komfortelektronik und Innenraumklimatisierung für konventionell oder elektrisch angetriebene Fahrzeuge spezialisiert. Durch den Verkauf konnte im Konzern ein sonstiger betrieblicher Ertrag von 16,8 Mio. EUR realisiert werden. Mit dem Verkauf ist dem INDUS-Konzern Liquidität in Höhe von 27,5 Mio. EUR zugeflossen.
Ihrem mehrstufigen Transaktionsmodell entsprechend erwarb INDUS im Geschäftsjahr 2019 die Restanteile an der D.M.S GmbH Design Modell-Studien (30 %) und an der Helmut Rübsamen GmbH & Co. KG (10 %).
Unternehmensabgaben oder Geschäftsaufgaben fanden im Geschäftsjahr nicht statt.
Die INDUS-Gruppe soll organisch aus dem operativen Erfolg ihrer Beteiligungsunternehmen heraus wachsen. Ziel ist es, mittelfristig eine EBIT-Marge von "10 % + X" zu erreichen. Ein erheblicher Teil der erwirtschafteten Erträge steht den Beteiligungen für weiteres Wachstum zur Verfügung.
Mit der Entwicklung der einzelnen Beteiligung soll sich auch deren Wert erhöhen, was in Summe zu einer Werterhöhung des gesamten Portfolios führt. Dafür stellt INDUS ihren Beteiligungsunternehmen gezielt Kapital zur Verfügung, das diese für ihre Weiterentwicklung nutzen können. INDUS berät die operativ eigenständigen Portfoliounternehmen aktiv bei strategischen Entscheidungen, vermittelt Methodenwissen und fördert Netzwerke nach innen und außen.
Anorganisch soll die INDUS-Gruppe insbesondere durch direkte Akquisitionen in definierten Zukunftsbranchen wachsen. Dazu prüft INDUS laufend Kaufoptionen für weitere profitable mittelständische Industrieunternehmen. Für das Portfolio interessant sind Unternehmen, die in zukunftsorientierten industriellen Nischenmärkten aktiv und innerhalb ihrer Märkte führend sind. Über den Fokus auf Unternehmen, die in Zukunftsbranchen positioniert sind, will INDUS sicherstellen, dass das Beteiligungsportfolio auch in Zukunft eine ausgewogene - und damit stabile - Struktur aufweist.
Diese ausgewogene Struktur des Beteiligungsportfolios ist insbesondere dann hilfreich, wenn ein Teil der Unternehmen mit einer strukturellen oder konjunkturellen Krise konfrontiert ist und gerade nicht die langfristig angestrebten Ziele erreichen kann. Aktuell sind die Beteiligungen des INDUS-Segmentes Fahrzeugtechnik mit der Strukturkrise innerhalb der Automobiltechnik und dem Wandel der Branche hin zu zukunftsträchtigen Antriebstechnologien konfrontiert. Hier profitiert das Gesamtportfolio der INDUS-Gruppe von den automobilfremden Unternehmen in ihren Nischenmärkten.
Bei dem Erwerb von Unternehmen auf erster Ebene legt INDUS feste Investment-Kriterien an: Im Fokus liegen erfolgreiche Produktionsunternehmen im deutschsprachigen Mittelstand, die über ein stabiles Geschäftsmodell mit wachstumsstarken Produkten verfügen. Die Unternehmen erzielen einen Jahresumsatz zwischen 20 und 100 Mio. EUR und erwirtschaften eine nachhaltige Umsatzrendite (EBIT-Marge) von 10 % und mehr. Sie bewegen sich in einem attraktiven Nischenmarkt mit Entwicklungspotenzial national und international. Sie sind frei von wirtschaftlichen Altlasten und auch unter Nachhaltigkeitsaspekten vorbildlich aufgestellt.
Bei den Zukäufen schaut INDUS vor allem auf Nachfolgeregelungen in Unternehmerfamilien. In Einzelfällen sind auch Ausgliederungen aus einem Konzern für INDUS interessant - sofern diese sich später als selbstständige und nach mittelständischen Prinzipien agierende Unternehmen am Markt etablieren können.
Bei den Akquisitionen ist für INDUS die Mehrheitsübernahme der Anteile im ersten Schritt wesentlicher Faktor. Dabei legt INDUS Wert auf eine enge Bindung der geschäftsführenden Unternehmer sowie der Führungskräfte an das jeweilige Unternehmen über den Kaufzeitpunkt hinaus. Die Kaufverträge werden dabei so gestaltet, dass INDUS nach dem Ausscheiden des Unternehmers aus der Geschäftsführung den Zugriff auf die bis dahin beim Unternehmer verbliebenen Geschäftsanteile zu vorab klar definierten Konditionen erhält.
Den direkten Erwerb von Restrukturierungsfällen schließt INDUS aus. Ausgeschlossen sind zudem Engagements in subventionierten Branchen sowie Investitionen in kriegstechnologische und waffenproduzierende Bereiche.
Neben Wachstumsakquisitionen auf erster Ebene strebt INDUS Ergänzungsakquisitionen durch einzelne Beteiligungsunternehmen zu deren Stärkung an. Bei strategischen Ergänzungen auf Enkeltochterebene sind die Investitionsentscheidungen an die individuellen Investmentstrategien der Beteiligungen gekoppelt, wobei INDUS verstärkt innovationsorientierte und auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Käufe fördert. Gegebenenfalls erwirbt INDUS auf Enkeltochterebene auch Unternehmen in frühen Wachstumsphasen, sofern sie aufgrund ihrer Innovations- bzw. Technologiekompetenz das Beteiligungsunternehmen besonders unterstützen können und die Tragfähigkeit ihres Geschäftsmodells bereits bewiesen haben.
Exit-Strategien spielen zum Zeitpunkt der Kaufentscheidungen von INDUS keine Rolle, da das Prinzip "Halten" zentraler Bestandteil der Unternehmensphilosophie ist. Um die stabile Performance zu sichern und die angestrebten Einzel- und Gruppenwachstumsziele zu erreichen, ist im Ausnahmefall allerdings auch eine Trennung möglich - etwa, wenn sich die ursprünglichen Rahmen- und Marktbedingungen für ein Portfoliounternehmen gravierend ändern und eine wirtschaftliche Fortführung in einer anderen Konstellation für das Unternehmen und dessen Mitarbeiter sinnvoller erscheint.

Die Aktionäre als Eigentümer sollen über berechenbare Ausschüttungen am Erfolg ihres Unternehmens teilhaben. Dazu sieht INDUS die regelmäßige Auszahlung einer Dividende vor. Der durchschnittliche Zielwert des Dividendenvorschlags von Vorstand und Aufsichtsrat liegt zwischen 40 % und 50 % des Bilanzgewinns. Mindestens 50 % des Bilanzgewinns werden in der Gruppe zur Sicherung weiteren profitablen Wachstums thesauriert.
Wegen der Coronavirus-Pandemie und deren weitreichenden zu diesem Zeitpunkt nicht abschätzbaren Auswirkungen, hat der Vorstand der INDUS Holding AG beschlossen, der Hauptversammlung eine Dividende von 0,80 EUR je Stückaktie vorzuschlagen. Dies entspricht rund 25 % des Bilanzgewinns der INDUS Holding AG. Unter den derzeitigen außergewöhnlichen Rahmenbedingungen ist es geboten einen höheren Anteil des Bilanzgewinns zur Risikovorsorge zu thesaurieren. Der Dividendenvorschlag berücksichtigt die Prognose für 2020, die eine deutliche Verschlechterung der Ertragslage im Vergleich zum Vorjahr enthält. Die grundsätzliche Dividendenpolitik der INDUS bleibt für die Folgejahre unberührt.

* Dividendenzahlungen für das jeweilige Geschäftsjahr
** Vorbehaltlich der Zustimmung der Hauptversammlung
2019 stellte INDUS das Strategieprogramm PARKOUR mit sportlichem Anspruch und einer Ausrichtung auf die zukünftigen Herausforderungen für die INDUS-Gruppe vor. PARKOUR greift die veränderten Rahmenbedingungen auf und richtet den Blick auf die weitere Entwicklung der INDUS-Gruppe bis zum Jahr 2025.
Die Kernaufgabe von INDUS als Portfoliomanager liegt auch in der Zukunft auf der zielgerichteten Weiterentwicklung eines diversifizierten Gesamtportfolios.
Vor dem Hintergrund zunehmend komplexerer globaler Rahmenbedingungen, einem weltweit wachsenden Wettbewerb und der Herausforderung der digitalen Transformation wird INDUS ihre Beteiligungen verstärkt mit Know-how und Kapital bei der Sicherung ihrer Wettbewerbsfähigkeit unterstützen. Um die INDUS-Beteiligungen fit für den aktuellen und zukünftigen Aufgaben-PARKOUR zu machen, legt INDUS den Fokus noch stärker auf die Förderung von Innovationskraft und operativer Exzellenz. Die Begleitung der zunehmenden Internationalisierung der Gesellschaften bleibt außerdem zentraler Bestandteil der INDUS-Strategie. Dazu setzt INDUS anspruchsvolle Ziele, fördert die Zusammenarbeit und vermittelt die richtigen Methoden. Auch die weitere Verbesserung der Nachhaltigkeitsleistung der Unternehmen ist ein wichtiges Ziel für INDUS, dessen Umsetzung aktiv unterstützt wird. Die Strategie setzt im Wesentlichen an drei Hebeln an:
1. Portfoliostruktur stärken
2. Innovation treiben
3. Leistung steigern
PARKOUR sieht vor, dass INDUS jährlich zwei bis drei Unternehmenszukäufe auf erster Ebene tätigt. Dabei rücken auch größere Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 50 bis 80 Mio. Euro stärker in den Akquisitionsfokus. Zur zukunftsorientierten Fortentwicklung des Portfolios hat der Vorstand sechs Zukunftsbranchen definiert, die bei Zukäufen im Fokus stehen:

Alle sechs Branchen verfügen gemäß einschlägigen Experteneinschätzungen über überdurchschnittliche bis sehr gute Entwicklungsaussichten. Ziel ist es, mit dem INDUS-Portfolio einen Querschnitt der für die Gruppe relevanten Zukunftsindustrien abzubilden. Damit INDUS auch zukünftig ihre angestrebten Rentabilitätsziele erreichen kann, strebt der Vorstand den passenden Zukunftsmix für das Portfolio an.
Angesichts des strukturellen Umbruchs in der Fahrzeugbranche, der mit einem hohen Margendruck einhergeht, werden die Serienzulieferunternehmen des Segments Fahrzeugtechnik die Margen-Ziele von INDUS auf absehbare Zeit nicht erreichen können. Das Ziel besteht derzeit darin, diese Unternehmen neu auszurichten. Hierzu sind umfangreiche Repositionierungen im Gang, die die Serienzulieferer auf die Anforderungen zukunftsträchtiger Technologien ausrichten. Generell soll die Fahrzeugtechnik in einer neuen Ausrichtung weiter zu INDUS gehören. Trotzdem wird im Einzelfall zu prüfen sein, ob gerade in diesem Bereich ein anderer Eigentümer einzelnen Unternehmen und seinen Mitarbeitern langfristig bessere Entwicklungsmöglichkeiten bieten kann. Gemäß der INDUS-Strategie bleibt die Trennung von einem Unternehmen aber weiterhin eine Ausnahme und wird nicht Teil des Geschäftsmodells. Die grundsätzliche Unternehmensstrategie "Kaufen, halten & entwickeln" besteht unverändert weiter.
Die Investmentstrategien der Beteiligungen bezüglich des Zukaufs von strategischen Ergänzungen auf Enkeltochterebene sind individuell gekoppelt an die jeweilige Beteiligungsgesellschaft. Das gilt insbesondere für innovative Unternehmen aus Zukunftsfeldern. PARKOUR sieht den Erwerb von jährlich zwei bis vier strategischen Ergänzungen auf Beteiligungsebene vor.
Der rasante Technologiewandel und die digitale Transformation sind gerade für mittelständische Unternehmen zentrale Herausforderungen der heutigen Zeit. Als Spezialisten und Marktführer in ihren Nischen sind die INDUS-Unternehmen aufgefordert, ihre Geschäftsmodelle zu überdenken, damit sie die Chancen aus dem Wandel frühzeitig ergreifen, ihre Marktposition behaupten und neue Märkte erschließen können.
INDUS unterstützt ihre Beteiligungen dabei, die Schwelle in die digitale Industrie erfolgreich zu überschreiten und die neuen Möglichkeiten für sich zu nutzen. Dieser Innovationskurs zeigt bereits erfolgreiche Ergebnisse.
Da sich der Wandel in den Märkten gegenwärtig weiter beschleunigt, fördert INDUS Innovationen in den kommenden Jahren auf verschiedenen Ebenen noch stärker:
Förderbank: INDUS unterstützt aussichtsreiche Innovationsprojekte, die neue Technologien und / oder neue Märkte erschließen sollen, finanziell. Die Fördermittel umfassen 50-80 % des jeweiligen Projektvolumens. Dafür hat die Holding das jährliche Budget auf bis zu 3 % des Konzern-EBIT in 2019 verdoppelt. Neben Produktinnovationen nimmt INDUS auch Dienstleistungen und Geschäftsprozesse verstärkt in den Blick.
Innovation Toolbox: Durch die Vermittlung von Methodenwissen unterstützt INDUS die Beteiligungen gezielt bei der Entwicklung ihrer Innovationsstrategien bzw. der systematischen Erschließung von Zukunftsfeldern. Das Beratungs- und Schulungsangebot zielt darauf ab, das Innovationsmanagement der Beteiligungen weiter zu professionalisieren. Gleichzeitig stellt die Holding Methodenwissen bereit, um die Beteiligungen auf Herausforderungen wie die digitale Transformation von Geschäftsmodellen vorzubereiten.
Know-how-Transfer und Vernetzung: INDUS stellt den Unternehmen Erfahrungen, Trendeinschätzungen und Wissen zur Verfügung. Darüber stellt sie für die Beteiligungen Verbindungen zu anderen Gruppenunternehmen sowie externen Institutionen und Einrichtungen her, die ihnen bei Fragen der grundsätzlichen Erschließung von Innovationsfeldern oder im Rahmen von Kooperationen bei konkreten Innovationsprojekten weiterhelfen.
Erwerb innovativer Unternehmen: Derzeit wachsen in unmittelbarer Nachbarschaft zu unseren Märkten und mit attraktiven Schnittstellen zu INDUS-Beteiligungen innovative Unternehmen in Zukunftsbranchen heran. Solche Unternehmen mit neuen, jüngeren Geschäftsmodellen nimmt INDUS in ihr Akquisitionsprofil für Enkeltochterunternehmen mit auf.
Dem wachsenden globalen Wettbewerb und steigendem Margendruck begegnen die INDUS-Unternehmen mit dem Ausbau ihrer operativen Exzellenz, das heißt der kontinuierlichen Verbesserung aller Geschäftsprozesse. INDUS begleitet ihre Beteiligungen gezielt bei der Optimierung der wertschöpfenden Kernprozesse von der Auftragsentstehung bis zur Auftragsabwicklung. Dabei stehen die Ansätze des Lean Managements im Zentrum der Aktivitäten - bei allen Tätigkeiten gilt es, Verschwendung zu vermeiden und sich auf die eigentliche Wertschöpfung zu konzentrieren.
Auftragsentstehung: INDUS berät zu den Themen Business Development, strategisches Marketing und Vertrieb und begleitet dabei die Prozesse von der strategischen Marktbearbeitung bis zur Gewinnung von Kundenaufträgen. Das Unterstützungsangebot umfasst u. a. methodische Kompetenz bspw. zu Markt- / Potenzial- und Wettbewerbsanalysen oder die Optimierung der Preisgestaltung von Produkten und Dienstleistungen. Ein weiteres wesentliches Arbeitsfeld ist die Beratung bei der Auswahl von Vertriebskanälen und der Gestaltung von Vertriebsorganisationen sowie die Durchführung von speziellen Vertriebstrainings.
Auftragsabwicklung: INDUS begleitet die Portfoliogesellschaften dabei, Produktivitätspotenziale in den Bereichen Beschaffung, Produktion sowie Logistik zu heben. Ein wesentliches Element hierbei ist die Unterstützung der Beteiligungen bei der Implementierung von Lean Management, um so verschwendungsfreie, schlanke Unternehmensprozesse zu erreichen. Das Unterstützungsangebot umfasst ein übergreifendes Schulungsprogramm zum Thema Lean Management sowie individuelle Workshops mit den Beteiligungen zur Vermittlung von spezifischem Methodenwissen. Konkrete Optimierungsprojekte werden direkt durch INDUS oder durch externe, von der Holding vermittelte Partner begleitet.
PARKOUR wird den erfolgreichen Weg der Internationalisierung fortsetzen. Zentrale Stoßrichtungen bleiben insbesondere Asien und Nordamerika, ergänzend zu Europa. Die Internationalisierung der Beteiligungen unterstützt INDUS insbesondere über folgende Wege:
| ― | Zur Verfügung stellen von Kapital für den Erwerb strategischer Ergänzungen auf zweiter Ebene durch die Beteiligungen, um weltweit neue Märkte zu erschließen. |
| ― | Bereitstellen von Finanzmitteln für den Auf- und Ausbau internationaler Produktions- und Vertriebsstätten. |
| ― | Begleitung bei der Internationalisierung über die Klärung und Abwicklung rechtlicher Themen, den Aufbau von Netzwerken sowie die Etablierung lokaler Organisationsstrukturen. |
Ausgehend von der INDUS-Strategie PARKOUR planen die Portfoliounternehmen ihre individuellen Geschäftsentwicklungen und legen ihre Strategie für die nächsten Geschäftsjahre fest. Sie planen auf dieser strategischen Grundlage die Investitionen sowie die Entwicklung der Vermögens- und Ertragslage für in der Regel drei Planjahre.
Im Rahmen der Planungsrunde führen der Gesamtvorstand und die jeweiligen Geschäftsführungen ein formelles Gespräch. Über den Informationsfluss und aus dem Austausch mit den Geschäftsführern macht sich der INDUS-Vorstand ein Gesamtbild der zu erwartenden Geschäftsentwicklung. Daraus leitet er die Planung der erforderlichen Finanzierungsmittel ab und kommuniziert die konsolidierte Planung bzw. Erwartungen an die Eigen- wie Fremdkapitalgeber von INDUS. Ausgangspunkt für die unternehmerischen Zielsetzungen der INDUS Holding AG sind somit im Wesentlichen die jährlichen Planungen der Beteiligungen.
Die in der Holding zur Bewertung der Situation herangezogenen wirtschaftlichen Kenngrößen entsprechen den für Produktionsunternehmen üblichen wirtschaftlich-operativen Kennzahlen. Sie werden ergänzt um wirtschaftlich-strategische Kennzahlen für die direkten Investitionsentscheidungen.

Der Soll-Ist-Abgleich, den INDUS im Rahmen der regelmäßigen Finanzberichterstattung für das vergangene Geschäftsjahr vornimmt, findet sich im Wirtschaftsbericht.
INDUS wird von den Beteiligungen laufend über die wirtschaftliche Entwicklung in den Unternehmen informiert. Dazu übermitteln die Unternehmen der Holding monatlich Berichte über ihre wirtschaftliche Situation. Darüber hinaus erhält INDUS gezielte Informationen zu spezifischen Themen. Auf dieser Grundlage erhält das Management der Holding einen Einblick über die Situation der Beteiligungen und damit einen Überblick über die Gesamtsituation der Gruppe.
Auf Grundlage der Monatszahlen verfolgt INDUS die Entwicklung der Unternehmen im Abgleich mit dem jeweiligen Budget. Das Controlling-System liefert frühzeitig Hinweise auf Planabweichungen. Die Tochtergesellschaften nutzen individuelle Steuerungsmechanismen und aufgrund der Individualität auch eigene Kennzahlen. Die Geschäftsführer der Beteiligungen beobachten und analysieren ihre jeweiligen Märkte und ihr spezifisches Wettbewerbsumfeld und berichten INDUS über wesentliche Veränderungen.
Parallel zu den obligatorischen Informationsflüssen für die Konsolidierung tauschen sich der Vorstand und die jeweiligen Geschäftsführungen auch informell regelmäßig über die Entwicklung in den Beteiligungen aus. Die INDUS verfolgt ihre Interessen als Eigentümerin aktiv durch Beratung und Begleitung bei der Weiterentwicklung in den Unternehmen.
Zum Ende des Geschäftsjahrs 2019 beschäftigte die Holding ohne die Mitglieder des Vorstands 33 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vorjahr 31). Es liegt im Interesse von INDUS, die Leistungskraft der Mitarbeiter zu bewahren und sie langfristig an das Unternehmen zu binden. Dazu bietet INDUS ihren Mitarbeitern in den Bereichen Gesundheit, Weiterbildung und Einkommen die Rahmenbedingungen eines modernen, attraktiven Arbeitgebers.

In der INDUS-Gruppe waren im Jahresdurchschnitt 10.856 Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr 10.714). Die Führung der Mitarbeiter in den Gruppenunternehmen liegt allein in der Verantwortung der Geschäftsleitungen der Beteiligungen. Dementsprechend steuern die Beteiligungsunternehmen ihre Personalarbeit quantitativ wie auch qualitativ eigenständig. Mittelständische Unternehmen nehmen eine starke Verantwortung im Bereich der Ausbildung wahr; dies gilt besonders für die Unternehmen der INDUS-Gruppe. 2019 waren in der gesamten Gruppe 448 Auszubildende beschäftigt (Vorjahr: 433); das entspricht einer Ausbildungsquote von 4,1 % (Vorjahr: 4,0 %).

Als reiner Finanzinvestor betreibt INDUS keine Forschungs- und Entwicklungsarbeit im klassischen Sinne. Alle Aktivitäten und die Verantwortung dafür, dass die Beteiligungen mit ihren Produkten technologisch am Puls der Zeit und strategisch gut in ihren Märkten positioniert sind, liegen in den Händen der Tochterunternehmen.
Zugleich hat INDUS ein hohes Interesse am langfristigen wirtschaftlichen Erfolg der Beteiligungen. In diesem Zusammenhang betrachtet der INDUS-Vorstand das Thema Innovation als einen der zentralen Schlüssel für eine gesunde Weiterentwicklung der Unternehmen. Deshalb hat der Vorstand in den vergangenen Jahren verstärkt Angebote initiiert, auf welche die Beteiligungen zurückgreifen können. Diese sind:
Finanzmittel für Innovationen in Zukunftsfeldern: INDUS hält im Rahmen der internen Innovations-Förderbank für ihre Beteiligungen 3 % des jährlichen Konzern-EBIT bereit, welche diese für das Vorantreiben neuer Ideen nutzen können. Dabei fördert INDUS insbesondere Aktivitäten und Projekte mit signifikanter Innovationshöhe in sechs definierten Zukunftsfeldern, welche langfristig herausragende Entwicklungsperspektiven bieten. Diese Innovationen dienen der Erschließung neuer Geschäftsfelder und Technologien und versprechen überdurchschnittlich hohe Ertragschancen.
Wissensplattform & Methodenunterstützung: Ein großer Teil der INDUS-Beteiligungen fokussiert die Entwicklungsressourcen auf die inkrementelle Verbesserung des bestehenden Produktportfolios. Mithilfe einer Wissensplattform zum Innovations- und Technologiemanagement unterstützt die INDUS ihre Beteiligungen in diesem Bereich weiterzudenken und so die Effektivität der Entwicklungsarbeit zu erhöhen. Als Teil dieser Unterstützung bietet INDUS ihren Beteiligungen eine sogenannte "Innovation-Toolbox" an. Dahinter steht das Konzept einer methodischen Begleitung bei der Identifikation von Innovationspotentialen, der Ideengenerierung und -auswahl sowie dem Projektmanagement im Innovationsprozess inklusive der Markteinführung.
Sensibilisierung & Vernetzung: Das Management der Holding beobachtet die Trends und Entwicklungen der Märkte branchenübergreifend und trägt das Wissen im Rahmen eines aktiven Dialogs mit den jeweiligen Geschäftsführungen in die Gruppenunternehmen. Dabei fördert INDUS auch den Austausch zwischen den Beteiligungen, um das Entstehen von Innovationen durch Perspektivenwechsel zu erleichtern. INDUS stellt zudem für ihre Beteiligungen Verbindungen zu externen Partnern und Institutionen her und sucht selbst laufend die Zusammenarbeit mit Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft.
In den Zahlen bilden sich die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der INDUS-Gruppe wie folgt ab: Die ausgewiesenen Aufwendungen im Konzernabschluss der INDUS-Gruppe für F&E-Aktivitäten lagen 2019 bei 20,3 Mio. EUR (Vorjahr: 17,3 Mio. EUR). Damit steigt der Mitteleinsatz für dieses Feld kontinuierlich, was sich auch in den kommenden Jahren so fortsetzen soll.
Dies ist deshalb besonders wichtig, weil ein zunehmender Anteil der Beteiligungsgesellschaften sich als Systemlieferanten und Entwicklungspartner am Markt positioniert. Dies bedingt neben einer größeren Wertschöpfungstiefe auch ein wachsendes Maß an eigener, individueller F&E-Kompetenz und Innovationseffektivität. Dabei ist der Kundenbezug in der Entwicklungsarbeit von hoher Priorität: Es bestehen sowohl kunden- wie auch lieferantenseitig erfolgreiche Entwicklungspartnerschaften.
In Verbindung mit den Entwicklungsaktivitäten bei den Gesellschaften wird die Kooperation mit Forschungseinrichtungen und Hochschulen weiter ausgebaut. Schon heute arbeitet ein Teil der Gesellschaften intensiv mit namhaften Einrichtungen zusammen, zum Beispiel im Rahmen von Produktinnovationen oder innovationsbezogenen Marktanalysen. Die Formen der Zusammenarbeit erstrecken sich von klassischen Kunden-Lieferanten-Beziehungen über die Auftragsforschung bis hin zur Mitarbeit einzelner Gesellschaften in öffentlich geförderten Forschungsvorhaben. Eine besondere Bedeutung hat die Zusammenarbeit mit externen Partnern über die durch die INDUS-Förderbank unterstützten Innovationsprojekte gewonnen.
Beim Thema Nachhaltigkeit teilen die Holding und die Beteiligungen die Überzeugung, dass nachhaltiges Wirtschaften sowohl direkt als auch indirekt den Grundstein für den langfristigen Unternehmenserfolg legt. Die Eckpunkte der INDUS-Überzeugung lassen sich wie folgt formulieren:
| ― | Ökonomisch nachhaltiges Verhalten sichert den zukünftigen Erfolg. |
| ― | Soziale Fairness ist die Grundlage des mittelständischen Unternehmertums und fördert die Kooperation. |
| ― | Das Berücksichtigen von Umweltfaktoren vermeidet Folgekosten und steigert die Prozesseffizienz. |
| ― | Das Einhalten von Vereinbarungen und Regeln stärkt das Vertrauen. |
Wirtschaftlich orientiert sich INDUS an klassischen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen und damit an stabilitätsorientierten Maßstäben. Ziel ist es, den Unternehmenserfolg im Sinne der Gruppe, der Aktionäre sowie der übrigen Stakeholder dauerhaft zu sichern. Dazu sorgt die Holding für eine stabile Bilanz, ein adäquates Liquiditätspolster und eine flexible Finanzierungsbasis. Die Beteiligungsgesellschaften werden finanziell bei Investitionen und im Innovationsprozess unterstützt, um langfristig vorteilhafte Marktpositionen einnehmen zu können und so nachhaltig Gewinne zu erwirtschaften. Sozial orientieren sich alle Mitglieder der INDUS-Gruppe an den Maßstäben des klassischen Mittelstands. Im Zentrum steht das Prinzip "Verantwortung" - für den Unternehmensbestand, aber vor allem auch für die Menschen, mit denen dieser gesichert wird. Dies findet Ausdruck in unternehmensspezifischen Verhaltenskodizes sowie in der Wahrnehmung der gesellschaftlichen Verantwortung, insbesondere im lokalen Umfeld der Beteiligungen. Ökologisch baut INDUS seit einigen Jahren Schritt für Schritt die Transparenz der wirtschaftlichen Aktivitäten aus und unterstützt die Beteiligungen bei ihrem Engagement zum Schutz von Ressourcen. Dies geschieht beispielsweise durch die Bereitstellung von Investitionsmitteln für Effizienzmaßnahmen und die Förderung von nachhaltigen Produktinnovationen im Zukunftsfeld "GreenTech". Hinsichtlich der Themen Governance und Compliance fühlen sich Vorstand und Aufsichtsrat seit jeher einer verantwortungsvollen, transparenten und nachhaltigen Wertschöpfung verpflichtet. So erkennen sie seit Einführung des Deutschen Corporate Governance Kodex die Empfehlungen und Anregungen des Kodex nahezu vollständig an und folgen damit den Regeln einer guten Unternehmensführung und -überwachung. Die Bedeutung von Nachhaltigkeit für das Thema Governance wird auch durch die Integration in das Vergütungssystem des Vorstands deutlich.
INDUS gibt zum 31. Dezember 2019 erneut einen nichtfinanziellen Bericht für die INDUS-Gruppe ab. Dieser wird im Rahmen des Nachhaltigkeitsberichtes (siehe Bestandteil des Geschäftsberichtes) veröffentlicht.
Vorstand und Aufsichtsrat von INDUS bekennen sich umfassend zu den Prinzipien einer guten Corporate Governance. Dazu geben das Leitungs- und das Kontrollgremium jährlich eine entsprechende "Erklärung zur Unternehmensführung" ab. Die aktuelle Erklärung ist im vollständigen Wortlaut auf der INDUS-Website unter der Rubrik ÜberlNDUS/Corporate Governance einsehbar.
Teil der Erklärung zur Unternehmensführung ist die jährlich abzugebende Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG. Diese haben Vorstand und Aufsichtsrat am 18. September 2019 abgegeben. Darin stellen sie fest, dass die INDUS Holding AG bis auf zwei Ausnahmen sämtlichen Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex entspricht. Die Ausnahmen beziehen sich auf die Möglichkeit des Whistleblowings mit Hinweisgeberschutz sowie die geforderte Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer der Aufsichtsräte. Die Entsprechenserklärung ist im vollständigen Wortlaut abrufbar auf der INDUS-Website unter der Rubrik ÜberlNDUS/Corporate Governance.
Im Geschäftsjahr 2019 ist der Umsatz in der INDUS-Gruppe von 1,71 Mrd. EUR auf 1,74 Mrd. EUR gestiegen. Starken Umsatzzuwächsen in den Segmenten Bau/Infrastruktur sowie Maschinen- und Anlagenbau stand ein Umsatzeinbruch im Segment Fahrzeugtechnik gegenüber. Das operative Ergebnis (EBIT) vor Wertminderungen betrug 135,2 Mio. EUR nach 150,5 Mio. EUR im Vorjahr. Ursächlich für das geringere Ergebnis ist das Segment Fahrzeugtechnik. Die schwierige Marktlage, Restrukturierungen und Einmaleffekte haben zu starken Belastungen geführt. Darüberhinaus wurden im Segment Fahrzeugtechnik aufgrund gesunkener Zukunftsaussichten Wertminderungen im Wesentlichen auf Geschäfts- und Firmenwerte in Höhe von 17,3 Mio. EUR vorgenommen. Das daraus resultierende operative Ergebnis der INDUS-Gruppe betrug 117,9 Mio. EUR nach 134,4 Mio. EUR im Vorjahr. Die EBIT-Marge betrug 6,8 % und 7,9 % ohne Berücksichtigung der Wertminderungen. Bei den Segmenten ist insbesondere die weiterhin sehr gute Performance in den Segmenten Bau/Infrastruktur sowie Maschinen- und Anlagenbau erfreulich. Der operative Cash Flow hat sich von 96,0 Mio. EUR im Vorjahr auf 167,7 Mio. EUR im Berichtszeitraum deutlich erhöht. Dies liegt an der aktiven Reduzierung des Working Capital-Anstiegs und der geänderten Leasingbilanzierung gem. IFRS 16.
2019 gab das Wachstum der Weltwirtschaft weiter nach. Die Wachstumsrate erreichte 3,0 % und lag um 0,7 Prozentpunkte unter dem Vorjahr. Dieser Rückgang ist im Wesentlichen auf die nachlassende Dynamik der USA, China und Europa zurückzuführen. Auch in der Industrieproduktion und im globalen Handel war diese Entwicklung deutlich sichtbar. Während der Anstieg der Industrieproduktion im Verlauf des Jahres 2019 zum Stillstand kam, gab auch der Welthandel nach. 1
Für die negative wirtschaftliche Entwicklung in 2019 spielten vor allem übergeordnete politische Themen eine sehr große Rolle. Der sich vor dem Abschluss des ersten Teils eines Handelsabkommens im Januar 2020 weiter intensivierende Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie die andauernden Brexit Verhandlungen waren die wesentlichen Belastungsfaktoren für die Weltkonjunktur. Weiterhin verstärkten sich die handelspolitischen Spannungen zwischen den USA und der Europäischen Union im Verlauf des Jahres spürbar. 2
Während sich in 2018 noch ein beträchtliches Konjunkturgefälle zwischen Europa und den weltweiten Handelspartnern aufgetan hatte, fiel dieser im Jahresverlauf 2019 deutlich geringer aus. Im Jahre 2018 stand der Produktionsanstieg in den USA noch einer abgeschwächten Expansion im Euroraum gegenüber. Im Zuge auslaufender fiskalischer Impulse verlor auch die Wirtschaft in den USA in 2019 an Dynamik, während der Euroraum stabil blieb. In Großbritannien zog die Produktion zuletzt sogar an. 3
1 IfW: Kieler Konjunkturberichte Nr. 61 (2019/Q4), S. 2 f.
2 IfW: Kieler Konjunkturberichte Nr.61 (2019/Q4), S. 8.
3 IfW: Kieler Konjunkturberichte Nr. 61 (2019/Q4), S. 4.
Die deutsche Wirtschaft stand im Jahre 2019 deutlich im Zeichen des Abschwunges. Nach einem schwachen Sommerhalbjahr erholte sich das Wachstum zum Jahresende nur unwesentlich, sodass die Expansion im Jahresvergleich um einen Prozentpunkt auf 0,5 % sank. Die erhöhte globale wirtschaftspolitische Unsicherheit belastete die auf die Produktion von Investitionsgütern spezialisierte deutsche Wirtschaft in besonderem Maße 4 und wirkte sich somit entsprechend auf das Investitionsklima aus. Die konsumnahen Wirtschaftsbereiche und die Bauwirtschaft blieben dagegen auf Expansionskurs. Die Bauwirtschaft profitierte von den weiterhin extrem günstigen Finanzierungsbedingungen und die konsumnahen Bereiche von einer immer noch robusten Arbeitsmarktentwicklung. Die Arbeitslosenquote sank gegenüber dem Vorjahr um weitere 0,2 Prozentpunkte auf 5,0 %. Dabei nahm die Zahl der inländischen Erwerbstätigen um 399.000 zu. Die Verbraucherpreise stiegen jahresdurchschnittlich um 1,4 % (Vorjahr: 1,7 %). 5
Die Exporte zogen trotz der anhaltenden Schwäche der weltweiten Industrieproduktion zuletzt zwar wieder an, der Zuwachs aber konnte das schwache Frühjahr nicht kompensieren. Insgesamt stiegen die Exporte 2019 um 1,3 % (Vorjahr: 2,1 %). Die Importe erhöhten sich mit einer Rate von 2,4 % ebenfalls geringer als im Vorjahr (3,6 %). 6
4 IfW: Kieler Konjunkturberichte Nr. 62 (2019/Q4), S. 2, 3.
5 IfW: Kieler Konjunkturberichte Nr. 62 (2019/Q4), S. 2, 3.
6 IfW: Kieler Konjunkturberichte Nr. 62 (2019/Q4), S. 5,22

Quelle: Institut für Weltwirischaft, Kiel; Angaben für Deutschland Kalender- und saisonbereinigt
Die Entwicklung der internationalen Finanzmärkte wurden im Jahre 2019 stark durch den Einfluss wechselnder Einschätzungen politischer Risiken und geldpolitischer Beschlüsse der Zentralbanken bestimmt. In den USA senkte die Federal Reserve im Verlauf des Jahres den Zinskorridor in drei Schritten um insgesamt 0,75 Prozentpunkte. Und auch die Europäische Zentralbank beschloss im Herbst noch einmal eine Senkung des Leitzinses um zehn Basispunkte auf -0,50 % sowie die Wiederaufnahme der Anleihekäufe.
An den Devisenmärkten wertete der Euro gegenüber den Währungen wesentlicher Handelspartner im gewichteten Durchschnitt leicht ab. Dabei wirkte eine Aufwertung gegenüber einigen europäischen Währungen überdurchschnittlichen Kursverlusten gegenüber dem US-Dollar und dem Pfund Sterling entgegen. Gegenüber dem US-Dollar gab der Euro im Jahresverlauf von 1,16 US-Dollar auf 1,09 US-Dollar nach und landete zum Jahresende bei 1,12 US-Dollar. 7
Die deutsche Industrie befindet sich nach mehrjährigem Wachstum in einer Rezession. Nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) mit Stand September ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe (ohne Bau) im Gesamtjahr 2019 um 4,5 % gesunken (- 4,3 % zum Vorjahr). Im Verarbeitenden Gewerbe war der Rückgang in den ersten neun Monaten mit - 4 % nur wenig geringer. Entsprechend sank die Kapazitätsauslastung im Jahr 2019 um mehr als 2 %. Laut BDI sind die deutschen Exporte damit lediglich um 0,5 % gewachsen (+ 2,1 % im Vorjahr). 8 Der Auftragseingang des Verarbeitenden Gewerbes schrumpfte bis zum dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 5,6 % und setzte im Ausland mit Verzug ein. Die Nachfrage nach Investitionsgütern gab im Jahresvergleich ebenfalls um 3,4 % nach. 9
Die Hochkonjunktur im Baugewerbe hielt auch 2019 an. Nach Einschätzung des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie (HDB) stiegen die Umsätze im Bauhauptgewerbe 2019 real um gut 3 % (nominal 8,5 %) auf 137,2 Mrd. Euro. Die letzten Prognosen des Ifo mit Stand September 2019 gehen von einem Bauinvestitionswachstum von 3,9 % in 2019 aus. Der Auftragsbestand von rund 4,0 - 4,2 Monaten im Bauhauptgewerbe in 2019 bleibt hoch. Das Baugewerbe hat nach sieben Jahren realen Umsatzsteigerungen inzwischen ein hohes Niveau erreicht. Dennoch sind die Geschäftserwartungen der Bauunternehmen in 2019 laut Ifo-Konjunkturumfrage nicht mehr ganz so optimistisch. Trotz Investitionshochlauf zeichnet sich eine sehr schwache Entwicklung im Straßenbau ab. Die Gründe hierfür sind mangelnde Personalkapazitäten in den Planungs- und Genehmigungsbehörden, Umstellungsprozesse bei der Auftragsverwaltung der Länder zum Bund sowie die Zurückhaltung der öffentlichen Auftraggeber aufgrund der gestiegenen Preise. Die Zahl der Beschäftigten stieg im Jahresdurchschnitt weiter um 25.000 auf rund 857.000. 10
7 https://www.bundesbank.de/resource/blob/649624/90af043865615f69be7719e76a930739/mL/stat-euref-data.pdf, S. 38 ff.8 BDI Research, Politik Dossier, November 2019, S.1, 13., S.19, https://www.ifo.de/publikationen/2020/zeitschrift-einzelheft/ifo-konjunkturperspektiven-022020
8 BDI Research, Politik Dossier, November 2019, S.1, 13., S.19, https://www.ifo.de/publikationen/2020/zeitschrift-einzelheft/ifo-konjunkturperspektiven-022020
9 BDI Research, Quartalsbericht Deutschland QIV-2019, S. 7 f.;
10 BDI Research, Industriebericht November 2019, S. 22; https://www.zdb.de/zdb-cms.nsf/id/bauwirtschaft-blickt-auf-ein-solides-jahr-2020-umsatzwachstum-um-55-erwartet-de?open&ccm=040010 https://www.bauindustrie.de/zahlen-fakten/statistik-anschaulich/baukonjunktur/prognosen/ https://www.ifo.de/publikationen/2020/zeit-schrift-einzelheft/ifo-konjunkturperspektiven-022020
Die Fahrzeugindustrie befindet sich weiter in der Phase einer grundlegenden Neuausrichtung. Parallel zum steigenden Bedürfnis nach individueller Mobilität wächst auch die Nachfrage nach emissionsarmen Antriebsformen wie E-Mobilität und alternativen Antrieben und Mobilitätskonzepten. Der Umbruch der Branche spiegelte sich in 2019 auch deutlich in den Produktionszahlen wider: Auf das Gesamtjahr gesehen verzeichnete die deutsche Automobilindustrie bei der PKW-Inlandsfertigung einen deutlichen Produktionsrückgang um 9 %. In den Neuzulassungen in Deutschland zeigt sich dieser Einbruch jedoch noch nicht. Die Neuzulassungen legten gegenüber dem Vorjahr um 5 % auf 3,6 Mio. Fahrzeuge zu. Als ein Grund dafür lassen sich Nachholeffekte aus den WLTP (Worldwide Light-Duty Vehicles Test Procedure)-Engpässen in 2018 anführen. Ein weiterer Grund ist die hohe Zahl der Eigenzulassungen der Hersteller und des Handels aus dem Jahr 2019. 11 Stärker schon sieht man die Folgen bei den Exporten: Der deutsche PKW-Export brach um 13 % auf 3,5 Mio. PKW ein. 12 Während der europäische PKW-Markt (EU28+EFTA mit Deutschland als großem Markt) sein Vorjahresniveau leicht um 1,2 % auf 15,5 Mio. Fahrzeuge ausbauen konnte, ging der Absatz in den USA um 1,4 % auf 17,0 Mio. Fahrzeuge zurück. Der chinesische PKW-Markt entwickelte sich ebenfalls schwach und lag mit 9,5 % (21,0 Mio. Fahrzeuge) deutlich unter Vorjahresniveau. 13
Für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau gestaltete sich das Geschäftsumfeld 2019 zunehmend schwierig. Die Unruhe auf den internationalen Märkten und der Strukturwandel in der Automobilindustrie ließen die Werte für Produktion und Auftragseingänge ins Minus rutschen: Die Produktion ging in 2019 gegenüber dem Vorjahr real um 3,2 % zurück. Auch die Kapazitätsauslastung verzeichnete einen Rückgang und liegt seit der zweiten Jahreshälfte unter dem langjährigen Durchschnitt von 86,2 %. Die Auftragseingänge sanken im Vergleich zum Vorjahr um 9 %. Die Bestellungen aus dem Inland sanken real um 9 %, ebenso wie die Auslandsnachfrage. Vor dem wirtschaftlichen Hintergrund waren viele Kunden verunsichert und verschoben bzw. stoppten ihre Investitionen. Somit sanken die Umsätze im Gesamtjahr nominal um 3,5 % von 232,5 auf 229,9 Mrd. Euro (real - 2,4 %). Die Beschäftigungslage blieb dabei weitgehend stabil bei über 1,06 Mio. Mitarbeitern. 14
Nach Angaben des BVMed - Bundesverband Medizintechnologie baute die deutsche Medizintechnikbranche ihren Umsatz 2019 von 30,3 Mrd. EUR auf 32 Mrd. EUR aus. Im inländischen Markt entwickelte sich das Umsatzplus leicht rückläufig: Es sank um 0,9 Prozentpunkte auf 3,3 % (Vorjahr: + 4,2 %). Als zentralen Grund für die Verlangsamung des Wachstums des deutschen Marktes sieht die Branche die zusätzlichen Anforderungen durch die EU-Medizinprodukte-Verordnung (MDR). Diese führe zu Ressourcendefiziten bei den benannten Stellen, längeren Bewertungsverfahren und steigenden Preisen - mit entsprechender Beeinträchtigung der Wettbewerbsfähigkeit. Unabhängig davon blieben die deutschen Unternehmen auf dem Weltmarkt auch 2019 weiter sehr erfolgreich. Der Exportanteil lag bei 65 %. Das weltweite Umsatzwachstum wird für 2019 auf 5,8 % geschätzt (- 0,1 % im Vergleich zum Vorjahr) und bleibt damit auf hohem Niveau. Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit setzte die Mehrheit der Unternehmen ihre Investitionen in den Standort Deutschland fort bzw. erhöhten sie. Gleiches galt für die Forschungsausgaben. 15
11 https://www.kfzgewerbe.de/mitglieder/unternehmensfuehrung/branchendaten-prognosen.html
12 https://www.vda.de/de/presse/Pressemeldungen/200106-Deutscher-Pkw-Markt-2019-im-Plus.html https://www.vda.de/de/services/zahlen-und-daten/monatszah-len.html
13 https://www.vda.de/de/presse/Pressemeldungen/200116-Europ-Pkw-markt-2019-leicht-im-plus.html
14 VDMA Konjunkturbulletin des deutschen Maschinenbaus März 2019 https://www.der-maschinenbau.de/allgemein/produktionswert-im-deutschen-maschinenbau/ / https://www.der-maschinenbau.de/zahlenfutter/produktionswert-im-deutschen-maschinenbau /https://www.lebensmittelverarbeitung-online.de/branchennews/produk-tion-im-maschinenbau-sinkt-um-18-prozent-in-den-ersten-zehn-monaten-2019; https://www.maschinenmarkt.vogel.de/talfahrt-im-maschinenbau-verstaerkt-sich-wieder-a-888867/https://www.lebensmittelverarbeitung-online.de/branchennews/produktion-im-maschinenbau-sinkt-um-18-prozent-in-den-ersten-zehn-monaten-2019
15 https://www.bvmed.de/de/bvmed/presse/pressemeldungen/bvmed-zur-medica-2019-exportumsatz-der-deutschen-medizintechnik-branche-waechst-um-5-8-prozent https://www.bvmed.de/de/bvmed/presse/medienseminare/medienseminar2019/stimmung-in-der-medtech-branche-eingetruebt, MedTech-Marktpräsentation vom 04.12.2019, Medienseminar 2019-präsentation bvmd, 8.10.2019
Die Situation in der Metallerzeugenden und -bearbeitenden Industrie entwickelte sich 2019 signifikant schlechter als zu Jahresbeginn erwartet und befindet sich in einer Rezession. Die schwache Entwicklung spiegelt sich in deutlichen Rückgängen bei Produktion und Auftragseingang. Über das Gesamtjahr gesehen sank die Produktion in der Metall- und Elektro-Produktion um 5,1 %. Der kräftige Rückgang ist vor allem der Automobilindustrie geschuldet, aber dem Abwärtstrend folgten auch die Branchen Elektroindustrie, Metallerzeugnisse und Maschinenbau. Die Auftragseingänge gingen im Gesamtjahr mit - 6,1 % noch stärker zurück als die Produktion. Inland und Ausland lagen dabei mit - 6,4 % bzw. - 5,8 % nur unwesentlich auseinander. 16 Die schwierige Lage zeigte sich auch immer deutlicher auf dem Arbeitsmarkt, etwa durch steigende Zahlen zur Kurzarbeit: Sie stieg im November auf fast 80.000 Personen. Gleichzeitig erhöhte sich auch die Anzeige von Kurzarbeit. 17 Die Kapazitätsauslastung ist laut Ifo-Geschäftsklimaindex kontinuierlich im Jahresverlauf um 7,7 % gesunken und bleibt weiter unter dem langjährigen Durchschnittswert. 18
16 https://www.gesamtmetall.de/aktuell/pressemitteilungen/bilanz-2019-me-industrie-noch-tiefer-der-rezession https://www.gesamtmetall.de/branche/me-zahlen/grafi-ken?page=1
17 https://www.gesamtmetall.de/branche/me-zahlen/wirtschaftliche-lage-der-me-industrie
18 https://www.ifo.de/publikationen/2020/zeitschrift-einzelheft/ifo-konjunkturperspektiven-022020
Im Geschäftsjahr 2019 hat die INDUS-Gruppe ihre Umsatzziele erreicht. Der Umsatz stieg um 1,9 % auf 1,74 Mrd. EUR und lag damit innerhalb des Prognosekorridors von 1,72 - 1,77 Mrd. EUR. Das organische Umsatzwachstum lag bei 0,6 %. Hier steht ein hohes organisches Umsatzwachstum in den Segmenten Bau/Infrastruktur und Maschinen- und Anlagenbau dem Umsatzrückgang im Segment Fahrzeugtechnik gegenüber.
Hinter den Erwartungen zurück blieb das operative Ergebnis (EBIT). Es lag mit 117,9 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert von 134,4 Mio. EUR. Hauptursache für die Abweichung zur EBIT-Prognose aus 2018 in der Bandbreite von 156 - 162 Mio. EUR sind die schwierigen Rahmenbedingungen im Segment Fahrzeugtechnik, die damit verbundenen Restrukturierungen bei zwei Serienzulieferern und der Absatzrückgang in Höhe von 20 % im 2. Halbjahr. Dies konnte auch nicht durch den Ertrag aus der Veräußerung einer Minderheitsbeteiligung kompensiert werden. Darüber hinaus haben sich nichtzahlungswirksame Wertminderungen aus dem innerjährlichen Planungsprozess ergeben. Hierin spiegeln sich die gesunkenen Zukunftserwartungen bei zwei INDUS-Beteiligungen aus dem Segment Fahrzeugtechnik wider. Insgesamt haben diese zahlreichen Effekte im Zusammenhang mit der Fahrzeugtechnik das Ergebnis belastet und sind ursächlich für den Ergebnisrückgang. Die EBIT-Marge für die INDUS-Gruppe beträgt 6,8 % (Vorjahr: 7,9 %) und liegt damit deutlich unter dem Zielwert von "10 % + X". Sehr positiv hat sich der operative Cash Flow in 2019 entwickelt. Nach 96,0 Mio. EUR im Vorjahresvergleichszeitraum konnte der operative Cash Flow um 71,7 Mio. EUR auf 167,7 Mio. EUR gesteigert werden. Dies liegt insbesondere an einer sehr erfreulichen Reduzierung des Working Capital-Anstiegs und zu einem deutlich geringeren Anteil an der ab 1. Januar 2019 geänderten Leasingbilanzierung gem. IFRS 16.
In der Segmentbetrachtung weisen die Segmente Bau/Infrastruktur, Maschinen- und Anlagenbau sowie Medizin- und Gesundheitstechnik Ergebnissteigerungen aus. Diese Segmente konnten ihre Zielmargen erreichen. Das Segment Bau/Infrastruktur übertraf mit einer Marge von 16,2 % sowohl den bereits sehr guten Vorjahreswert von 13,9 % als auch den Zielkorridor. Im Segment Fahrzeugtechnik sind die Auftragseingänge und die Ergebnisse eingebrochen. Dies drückte die operative Marge auf - 5,3 % vor Wertminderungen. Die oben beschriebenen Wertminderungen (Impairments) betreffen in Höhe von 17,3 Mio. EUR ausschließlich das Segment Fahrzeugtechnik (Vorjahr 16,1 Mio. EUR, davon 9,5 Mio. EUR Fahrzeugtechnik und 6,6 Mio. EUR Metalltechnik). Darüber hinaus ist in der Fahrzeugtechnik der Restrukturierungsprozess bei zwei Beteiligungen nachdrücklich zu spüren. Im Segment Metalltechnik werden die Aktivitäten im Bereich Kunststoffgalvanik in 2020 eingestellt. Hierfür wurden bereits im abgelaufenen Jahr Einmalaufwendungen berücksichtigt, die das operative Ergebnis (EBIT) belastet haben.
2019 konnte INDUS zwei neue Beteiligungen erwerben. Zunächst wurde im Mai die MESUTRONIC Gerätebau GmbH akquiriert. MESUTRONIC ist einer der Technologieführer im Bereich Metall- und Fremdkörperdetektion in der Produktion. Im September wurde die Dessauer Schaltschrank & Gehäusetechnik GmbH (DSG) gekauft. DSG ist ein Spezialist für die Entwicklung und die Herstellung von hochwertigen Metall- und Blechteilen. Für INDUS ist dieser Erwerb strategisch bedeutsam, da die anspruchsvolle Blechverarbeitung, zusätzlich zu den bestehenden Schweizer Beteiligungen BACHER und HAKAMA, nun gestärkt werden konnte.
Im September wurde die Minderheitsbeteiligung an der TKI Automotive GmbH an den Mehrheitsgesellschafter veräußert. Durch diese Transaktion konnten wir im INDUS-Konzernabschluss einen sonstigen betrieblichen Ertrag von 16,8 Mio. EUR und einen Liquiditätszufluss von 27,5 Mio. EUR realisieren.
Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte betrugen 78,3 Mio. EUR. Für die oben erwähnten Beteiligungserwerbe sind 29,2 Mio. EUR abgeflossen.
Die wirtschaftliche Aufstellung der Gruppe blieb auch 2019 sehr stabil. Die Eigenkapitalquote im Konzern liegt mit 40,2 % (Vorjahr 41,3 %) über der Zielquote von 40 %. Die traditionell gute Liquidität lieferte INDUS zu jeder Zeit ausreichend wirtschaftliche Kraft, den durchgeführten bzw. intendierten Kapitaleinsatz vorzunehmen. Zu diesem Zweck hält die Gesellschaft Liquiditätspuffer und Vorsorgekreditlinien vor. Die Entschuldungsdauer (Nettoverschuldung/EBITDA) betrug 2,4 Jahre (Vorjahr: 2,2 Jahre) und lag innerhalb des vorgegebenen Zielbereichs von 2 bis 2,5 Jahren.
Die Entwicklungen im Segment Fahrzeugtechnik hatten einen negativen Einfluss auf das Ergebnis der INDUS-Gruppe. Trotzdem gibt es zahlreiche gut laufende Beteiligungen, die 2019 hervorragende Ergebnisse erwirtschaftet haben und sich zum Teil sogar deutlich vom jeweiligen Branchentrend abheben. Hier zeigt sich wiederum, wie wichtig die breite Streuung des Portfolios ist. Für die Zukunft wird der Vorstand von INDUS weiter an der Stärkung des Portfolios mittels neuer Akquisitionen in den definierten Zukunftsfeldern festhalten. Parallel dazu wird sich der Vorstand im Jahr 2020 auf die Steigerung der operativen Exzellenz in den Beteiligungsunternehmen und die Unterstützung bei der Entwicklung von Innovationen konzentrieren. Das Strategieprogramm PARKOUR bündelt diese Maßnahmen und wird in den kommenden Jahren verstärkt umgesetzt werden.
PARKOUR stellt die nicht-finanziellen Leistungsindikatoren stärker in den Fokus und wird diese zukünftig beobachten, um sie in den Folgejahren als Steuerungsgrößen zu verwenden. Konkret dienen Indikatoren gem. EFFAS aus dem Umweltschutz, Sozial- und Arbeitnehmerbelange, Menschenrechte und Compliance zur Information über die Nachhaltigkeitsbelange. Hierzu verweisen wir auf unseren Nachhaltigkeitsbericht inklusive des nicht-finanziellen Berichts.
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| KONZERN Steuerungsgrößen | IST 2018 | PLAN 2019 |
|---|---|---|
| Zukäufe | 2 Ergänzungsakquisitionen auf Enkeltochterebene | 2 Wachstumsakquisitionen |
| Umsatz | 1,71Mrd. EUR (+4,3%, davon 3,2 % organisch) | 1,72-1,77 Mrd. |
| EBIT | 134,7 Mio. EUR (ohne Wertminderungen 150,8 Mio. EUR) | 156-162 Mio. EUR |
| EBIT-Marge (in%) | 7,9% | 9 - 10 % |
| Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | 90,9 Mio. EUR | 89 Mio. EUR |
| ergänzende Steuerungsgrößen | ||
| Eigenkapitalquote (in %) | 41,3% | > 40% |
| Nettoverschuldung/EBITDA | 2,2 Jahre | zwischen 2,0 und 2,5 Jahren |
| Working Capital | 472,1 | gleichbleibendes Niveau |
| SEGMENTE | ||
| Bau/Infrastruktur | ||
| Umsatz | 358,7 Mio. EUR | leichter Umsatzanstieg |
| EBIT | 50,0 Mio. EUR | proportionaler Ergebnisanstieg |
| EBIT-Marge (in%) | 13,9% | 13-15% |
| Fahrzeugtechnik | ||
| Umsatz | 391,0 Mio. EUR | leichter Umsatzanstieg |
| EBIT | -4,5 Mio. EUR (ohne Wertminderungen 5,0 Mio. EUR) | spürbarer Ergebnisanstieg |
| EBIT-Marge (in%) | -1,2% (ohne Wertminderungen +1,3%) | 3-5% |
| Maschinen- und Anlagenbau | ||
| Umsatz | 387,0 Mio. EUR | gleichbleibend |
| EBIT | 52,0 Mio. EUR | gleichbleibend |
| EBIT-Marge (in%) | 13,4% | 12-14% |
| Medizin- und Gesundheitstechnik | ||
| Umsatz | 154,3 Mio. EUR | leichter Umsatzanstieg |
| EBIT | 17,3 Mio. EUR | proportionaler Ergebnisanstieg |
| EBIT-Marge (in%) | 11,2% | 11-13% |
| Metalltechnik | ||
| Umsatz | 420,0 Mio. EUR | leichter Umsatzanstieg |
| EBIT | 28,3 Mio. EUR (vor Wertminderung 34,9 Mio. EUR) | prportionaler Ergebnisanstieg |
| EBIT-Marge (in%) | 6,7 % (vor Wertminderung 8,3%) | 8-10% |
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| KONZERN Steuerungsgrößen | IST 2019 | ERREICHUNGSGRAD |
|---|---|---|
| Zukäufe | 2 Wachstumsakquisitionen | erreicht |
| Umsatz | 1,74 Mrd. | erreicht |
| EBIT | 117,9 Mio EUR | nicht erreicht |
| EBIT-Marge (in%) | 6,8 % | nicht erreicht |
| Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | 78,3 | nicht erreicht |
| ergänzende Steuerungsgrößen | ||
| Eigenkapitalquote (in %) | 40,2% | erreicht |
| Nettoverschuldung/EBITDA | 2,4 Jahre | erreicht |
| Working Capital | 478,3 | erreicht |
| SEGMENTE | ||
| Bau/Infrastruktur | ||
| Umsatz | 388,9 Mio. EUR | besser als erwartet |
| EBIT | 63,0 Mio. EUR | besser als erwartet |
| EBIT-Marge (in%) | 16,2% | besser als erwartet |
| Fahrzeugtechnik | ||
| Umsatz | 350,3 Mio. EUR | nicht erreicht |
| EBIT | -35,8 Mio. EUR (inkl. 17,3 Mio. EUR Wertminderungen) | nicht erreicht |
| EBIT-Marge (in%) | -10,2% (ohne Wertminderungen -5,3%) | nicht erreicht |
| Maschinen- und Anlagenbau | ||
| Umsatz | 434,6 Mio. EUR | besser als erwartet |
| EBIT | 54,6 Mio. EUR | voll erreicht |
| EBIT-Marge (in%) | 12,6% | erreicht |
| Medizin- und Gesundheitstechnik | ||
| Umsatz | 159,7 Mio. EUR | erreicht |
| EBIT | 18,6 Mio. EUR | voll erreicht |
| EBIT-Marge (in%) | 11,6% | erreicht |
| Metalltechnik | ||
| Umsatz | 409,2 Mio. EUR | nicht erreicht |
| EBIT | 25,8 Mio. EUR | nicht erreicht |
| EBIT-Marge (in%) | 6,3% | nicht erreicht |
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| DIFFERENZ 2019 zu 2018 | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| 2019 | 2018 | 2017 | ABSOLUT | IN % | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Umsatz | 1.742,8 | 1.710,8 | 1.640,6 | 32,0 | 1,87 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 34,4 | 20,6 | 16,5 | 13,8 | 67,0 |
| Aktivierte Eigenleistungen | 7,6 | 7,8 | 5,1 | -0,2 | -2,6 |
| Bestandsveränderung | -22,9 | 35,1 | 5,2 | -58,0 | >100 |
| Gesamtleistung | 1.761,9 | 1.774,3 | 1.667,4 | -12,4 | -0,7 |
| Materialaufwand | -782,4 | -811,9 | -745,9 | 29,5 | 3,6 |
| Personalaufwand | -527,5 | -506,6 | -479,6 | -20,9 | -4,1 |
| Sonstiger betrieblicher Aufwand | -226,3 | -237,7 | -228,0 | 11,4 | 4,8 |
| EBITDA | 225,7 | 218,1 | 213,9 | 7,6 | 3,5 |
| Abschreibungen | -107,8 | -83,7 | -62,4 | -24,1 | -28,8 |
| Operatives Ergebnis (EBIT) | 117,9 | 134,4 | 151,5 | -16,5 | -12,3 |
| Finanzergebnis | -18,9 | -19,7 | -22,3 | 0,8 | 4,1 |
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | 99,0 | 114,7 | 129,2 | -15,7 | -13,7 |
| Steuern | -38,9 | -43,5 | -46,1 | 4,6 | 10,6 |
| Ergebnis nach Steuern | 60,1 | 71,2 | 83,1 | -11,1 | -15,6 |
| davon Anteile nicht beherrschender Gesellschafter | 0,6 | 0,3 | 0,7 | 0,3 | 100,0 |
| davon Anteile der INDUS-Aktionäre | 59,5 | 70,9 | 82,4 | -11,4 | -16,1 |
Der Umsatz der INDUS-Gruppe stieg im Geschäftsjahr um 1,9 % auf 1.742,8 Mio. EUR. Getragen wurde das Umsatzwachstum von mehr als der Hälfte der INDUS-Beteiligungen. Gegenläufig konnten die Unternehmen der Fahrzeugtechnik (Serienzulieferer und Beteiligungen vor und nach der Serie) das hohe Umsatzniveau aus den vergangenen Jahren nicht erreichen. Das Wachstum betrug organisch 0,6 % und anorganisch 1,3 %. Das organische Umsatzwachstum wurde im Wesentlichen durch die Unternehmen in den Segmenten Bau/Infrastruktur sowie Maschinen- und Anlagenbau erwirtschaftet. Das anorganische Wachstum setzte sich aus den Umsätzen zweier Neuerwerbe auf Beteiligungsebene (MESUTRONIC und DSG) und aus dem anorganischen Umsatzanteil eines Neuerwerbes auf Enkeltochterebene aus 2018 zusammen.
Die sonstigen betrieblichen Erträge betrugen 34,4 Mio. EUR nach 20,6 Mio. EUR im Vorjahresvergleichszeitraum. Hierin ist insbesondere der Ertrag aus der Veräußerung der Minderheitsbeteiligung an der TKI Automotive GmbH in Höhe von 16,8 Mio. EUR enthalten.
Die Bestandsveränderung ist von 35,1 Mio. EUR um 58,0 Mio. EUR auf -22,9 Mio. EUR gesunken. Auch der Materialaufwand sank gegenüber dem Vorjahr um -3,6 % auf 782,4 Mio. EUR (Vorjahr: 811,9 Mio. EUR). Ursache dafür sind die Verbesserungen im Bereich des Working Capital Managements. Im Rahmen des Programms zur Steigerung der operativen Exzellenz bei den Beteiligungen wurde ein Fokus auf die Reduzierung des Working Capital gelegt. Die Materialaufwandsquote sank um 2,6 Prozentpunkte auf 44,9 % (Vorjahr: 47,5 %). Unter Berücksichtigung der Bestandsveränderungen hätte sich keine Verbesserung der Materialaufwandsquote ergeben.
Der Personalaufwand entwickelte sich leicht überproportional zum Umsatz um 4,1 % auf 527,5 Mio. EUR. Dementsprechend erhöhte sich die Personalaufwandsquote um 0,7 Prozentpunkte auf 30,3 % (Vorjahr: 29,6 %). Ursache hierfür sind die Auftragseinbrüche im Segment Fahrzeugtechnik. Diese konnten nicht durch parallel gesunkene Personalkosten ausgeglichen werden.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sanken um -4,8 %- 4,8 % auf 226,3 Mio. EUR. Insbesondere sanken hier die Mietaufwendungen aufgrund der neuen Bilanzierung gem. IFRS 16 um 18,7 Mio. EUR. Es ergibt sich ein operatives Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) von 225,7 Mio. EUR (+ 7,6 Mio. EUR).
Die Abschreibungen lagen mit 107,8 Mio. EUR um 24,1 Mio. EUR (28,8 %) über dem Vorjahr. Darin enthalten sind die planmäßigen Abschreibungen in Höhe von 90,5 Mio. EUR (Vorjahr: 67,5 Mio. EUR) und Wertminderungen in Höhe von 17,3 Mio. EUR (Vorjahr: 16,1 Mio. EUR). Der Anstieg der planmäßigen Abschreibungen ist im Wesentlichen auf die neue Leasingbilanzierung (IFRS 16) sowie zu einem geringeren Teil auf die gestiegenen Sachinvestitionen der vergangenen Jahre zurückzuführen. Analog zu den gestiegenen Abschreibungen für erstmals aktivierte Nutzungsrechte aus Leasingverträgen in Höhe von 16,3 Mio. EUR sanken die sonstigen betrieblichen Aufwendungen aufgrund der neuen Leasingbilanzierung um 18,7 Mio. EUR. Neben der planmäßigen Abschreibung wurden Wertminderungen auf Geschäfts- und Firmenwerte und in geringfügigem Maße Sachanlagen in Höhe von insgesamt 17,3 Mio. EUR (Vorjahr: 16,1 Mio. EUR) gebucht. Diese entfallen auf das Segment Fahrzeugtechnik (Vorjahr: Fahrzeugtechnik und Metalltechnik) und sind das Resultat gedämpfter Zukunftserwartungen.
Daraus ergibt sich für 2019 ein operatives Ergebnis bzw. EBIT von 117,9 Mio. EUR. Das EBIT liegt damit um 12,3 % bzw. 16,5 Mio. EUR unter dem Vorjahr (134,4 Mio. EUR). Dies entspricht einer EBIT-Marge von 6,8 % im Vergleich zu 7,9 % im Vorjahr. Ohne Berücksichtigung der Wertminderungen erzielte die INDUS-Gruppe ein Ergebnis von 135,2 Mio. EUR (Vorjahr: 150,5 Mio. EUR). Die EBIT-Marge vor Wertminderungen beträgt 7,8 % nach 8,8 % im Vorjahr.
Das Finanzergebnis verbesserte sich um 0,8 Mio. EUR von -19,7 Mio. EUR auf -18,9 Mio. EUR. Das Finanzergebnis enthält das Zinsergebnis, das Ergebnis aus at-Equity-bewerteten Anteilen und das übrige Finanzergebnis. Das Zinsergebnis hat sich von -13,6 Mio. EUR auf -15,5 Mio. EUR verändert. Innerhalb des übrigen Finanzergebnisses sind insbesondere die Bewertungen der Minderheitsanteile ausgewiesen. Hier konnten um 2,3 Mio. EUR gesunkene Aufwendungen erreicht werden. Ursache für den gesunkenen Aufwand sind der planmäßige Erwerb von Minderheitsanteilen und gesunkene Erträge bei den Gesellschaften.
Das Ergebnis vor Steuern bzw. EBT sank auf 99,0 Mio. EUR (Vorjahr: 114,7 Mio. EUR). Der Steueraufwand verringerte sich um 4,6 Mio. EUR auf 38,9 Mio. EUR und die Steuerquote stieg von 37,9 % auf 39,3 % an - im Wesentlichen bedingt durch die fehlende Steuerentlastung aufgrund der Wertminderungen auf Geschäfts- und Firmenwerte sowie fehlende Verlustverrechnung innerhalb der Gruppe. INDUS bildet aufgrund ihres Geschäftsmodells keine steuerlichen Organschaften.
Das Ergebnis nach Steuern erreichte 60,1 Mio. EUR (Vorjahr: 71,2 Mio. EUR). Dies entspricht einer Verminderung um 15,6 % gegenüber dem Vorjahr. Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter betrugen 0,6 Mio. EUR (Vorjahr: 0,3 Mio. EUR). Das Ergebnis nach Steuern der INDUS-Aktionäre beträgt 59,5 Mio. EUR. Hieraus errechnet sich ein Ergebnis je Aktie von 2,43 EUR im Vergleich zu 2,90 EUR im Vorjahr.
Die Umsatz- und Ergebnisanteile der einzelnen Segmente haben sich in ihren Relationen weiter verändert. Gewachsen ist der Umsatzbeitrag der Segmente Bau/Infrastruktur mit 22,3 % (Vorjahr: 21,0 %), Maschinen- und Anlagenbau mit 24,9 % (Vorjahr: 22,6 %) sowie Medizin- und Gesundheitstechnik mit 9,2 % (Vorjahr: 9,0 %). Damit ist das Segment Maschinen- und Anlagenbau nun das umsatzstärkste Segment und löst das Segment Metalltechnik ab, welches im Berichtsjahr einen Anteil von 23,5 % (Vorjahr: 24,5 %) erwirtschaftete. Das Segment Fahrzeugtechnik weist mit 20,1 % (Vorjahr: 22,9 %) nur noch den vierthöchsten Umsatzanteil aus. Dessen Anteil hat sich entsprechend der wirtschaftlichen Lage in den letzten Jahren kontinuierlich reduziert.

Wie im Vorjahr erwirtschafteten die Segmente Bau/Infrastruktur sowie Maschinen- und Anlagenbau herausragende Ergebnisse. Das Segment Bau/Infrastruktur konnte seinen hohen operativen Ergebnisbeitrag (EBIT) des Vorjahres (34,9 %) um 15,0 Prozentpunkte auf 49,9 % des INDUS-Ergebnisses steigern. Das Segment Maschinen- und Anlagenbau erhöhte seinen Anteil auf 43,3 % (Vorjahr: 36,3 %). Das Segment Medizin- und Gesundheitstechnik konnte einen Ergebnisbeitrag von 14,7 % (Vorjahr: 12,1 %) realisieren. Der Ergebnisbeitrag der Metalltechnik ist mit 20,4 % leicht gestiegen (Vorjahr: 19,8 %). Die angespannte Situation im Segment Fahrzeugtechnik führte zu einem Ergebnisbeitrag von -28,4 % nach - 3,1 % im Vorjahr.

Aufgrund der IFRS 16-Bilanzierung wurde das operative Ergebnis der INDUS-Gruppe um 2,4 Mio. EUR entlastet. In den einzelnen Segmenten ist das operative Ergebnis wie folgt entlastet worden: Bau/Infrastruktur 0,6 Mio. EUR, Fahrzeugtechnik 0,6 Mio. EUR, Maschinen- und Anlagenbau 0,8 Mio. EUR, Medizin- und Gesundheitstechnik 0,1 Mio. EUR und Metalltechnik 0,3 Mio. EUR.
Die Umsatzzuwächse der INDUS-Gruppe verteilen sich nahezu gleichmäßig auf das In- und Ausland. Relativ betrachtet verringerte sich der Inlandsanteil gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,3 Prozentpunkte auf 51,1 % (Vorjahr: 51,4 %).
Insgesamt stieg der Inlandsumsatz gegenüber dem Vorjahr um 1,3 % auf 890,2 Mio. EUR. Der Auslandsumsatz nahm um 2,5 % auf 852,6 Mio. EUR zu.

Die 11 Beteiligungsunternehmen des Segmentes Bau/Infrastruktur sind in verschiedenen Bereichen der Bauwirtschaft aktiv. Das Leistungsspektrum reicht von Bewehrung für Stahlbeton über Baustoffe, Klima- und Wärmetechnik sowie Verlegung von Netz- und Kabelleitungsbau bis hin zu Zubehör für den privaten Wohnungsbau. Klassische Bauunternehmen des Hoch- oder Tiefbaus befinden sich nicht im INDUS-Portfolio.
Das Segment ist nach wie vor überdurchschnittlich profitabel und zukunftsstark aufgestellt. Strategisch zielt INDUS deshalb hier auf die Stärkung des Segments über den weiteren Zukauf von Unternehmen.
Die anhaltend gute Konjunktur im Baugewerbe in 2019 spiegelt sich auch im Segment Bau/Infrastruktur wider. Mit Wachstumsraten, die deutlich höher als der Branchentrend sind, konnte in 2019 ein Rekordergebnis mit einer Marge von 16,2 % erwirtschaftet werden. Die EBIT-Zielmarke von 13-15 % wurde mit einer Marge von 16,2 % deutlich übertroffen.
Die INDUS-Beteiligungen verzeichneten einen Segmentumsatz von 388,9 Mio. EUR (Vorjahr: 358,7 Mio. EUR). Damit konnten die Umsatzerlöse um 30,2 Mio. EUR, das entspricht 8,4 %, gesteigert werden. Das Wachstum wurde von nahezu allen Segmentunternehmen getragen. Den höchsten Zuwachs verzeichnete der Bereich Klimageräte. Zusätzlich haben die guten Wetterbedingungen dazu geführt, dass die Unternehmen auch im Winter durchgehend arbeiten konnten und somit Umsatz erwirtschafteten.
Das operative Ergebnis (EBIT) konnte um überproportionale 26,0 % von 50,0 Mio. EUR im Vergleichszeitraum auf 63,0 Mio. EUR in 2019 gesteigert werden. Alle Beteiligungen des Segmentes konnten positive Ergebnisbeiträge erwirtschaften. Der hohe Ergebnisanstieg ist insbesondere dem Bereich Klimageräte inklusive dem Zukauf einer Ergänzungsbeteiligung im Vorjahr zuzurechnen. Das Großprojekt aus dem Bereich der digitalen Infrastruktur konnte erfolgreich fortgesetzt werden und ist zum Jahresende weitestgehend abgeschlossen. Die EBIT-Marge des Segments liegt mit 16,2 % sowohl über dem guten Vorjahreswert von 13,9 % als auch oberhalb des INDUS-Zielkorridors von 13 -15 %.
Die Investitionen des Berichtsjahrs lagen mit 18,8 Mio. EUR um 6,7 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert. Im Vorjahr ist in den Investitionen der Erwerb des Anbieters der Raumklimageräte enthalten. Die Sachinvestitionen des aktuellen Jahres liegen um 3,2 Mio. EUR über den Vorjahressachinvestitionen. Die Mittel flossen unter anderem in einen Neubau bei einer Beteiligung im Bereich Infrastruktur.
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| DIFFERENZ 2019 zu 2018 | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| 2019 | 2018 | 2017 | ABSOLUT | IN % | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Umsatzerlöse mit externen Dritten | 388,9 | 358,7 | 330,4 | 30,2 | 8,4 |
| EBITDA | 77,0 | 60,1 | 57,6 | 16,9 | 28,1 |
| Abschreibungen | -14,0 | -10,1 | -8,8 | -3,9 | -38,6 |
| EBIT | 63,0 | 50,0 | 48,8 | 13,0 | 26,0 |
| EBIT-Marge in % | 16,2 | 13,9 | 14,8 | 2,3 pp | - |
| Investitionen | 18,8 | 25,5 | 13,4 | -6,7 | -26,3 |
| Mitarbeiter | 1.874 | 1.839 | 1.714 | 35 | 1,9 |
Das Segment Fahrzeugtechnik umfasst neun Einheiten (Vorjahr: neun). Die Unternehmen bilden mit ihren Lösungen die gesamte Wertschöpfungskette in der Automobilindustrie ab: Das Leistungsspektrum erstreckt sich vom Design, der Entwicklung sowie dem Modell- und Prototypenbau über die Vor- und Kleinserienfertigung, das Angebot von Test- und Messlösungen bis hin zu Lösungen für Spezialfahrzeuge und die Serienfertigung von Bauteilen für große Fahrzeughersteller von Automobilen, Nutz- und Sonderfahrzeugen.
Die Segmentunternehmen bewegen sich in einem ausgesprochen wettbewerbsintensiven Umfeld, das sensibel auf die Entwicklungen auf dem Fahrzeugmarkt reagiert. Vor dem Hintergrund der schwierigen Ausgangslage für die Serienzulieferer prüft INDUS zurzeit, inwieweit sich im Einzelfall unter einem anderen Eigentümer bessere Perspektiven für Unternehmen und Mitarbeiter bieten.
Im Segment Fahrzeugtechnik waren die Rahmenbedingungen erneut schwierig. Durch den Technologiewandel in Richtung Elektromobilität und den Konsequenzen des Abgasskandals hat sich der Druck insbesondere auf die Serienzulieferer immer weiter verstärkt. Zusätzlich zu den Umsatzeinbrüchen als Folge der Änderungen der Rahmenbedingungen haben die laufenden Restrukturierungen die INDUS-Beteiligungen des Segmentes Fahrzeugtechnik beeinträchtigt.
Der Umsatz im Segment Fahrzeugtechnik sank im Berichtszeitraum um 40,7 Mio. EUR bzw. 10,4 % auf 350,3 Mio. EUR. Dieser Rückgang betrifft nahezu alle der Segmentunternehmen. Die bereits im Vorjahr schwächelnden Serienzulieferer haben im abgelaufenen Geschäftsjahr deutliche Rückgänge bei den Abrufzahlen hinnehmen müssen. Seit der zweiten Jahreshälfte sind hier die Umsätze um rund 20 % gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Bei den Unternehmen "vor und nach der Serie" machte sich ebenfalls eine rückläufige Nachfrage bemerkbar.
Das operative Ergebnis (EBIT) vor Wertminderungen lag mit -18,5 Mio. EUR um 23,5 Mio. EUR unter dem Vorjahresvergleichswert. Daraus resultiert eine EBIT-Marge vor Wertminderung in Höhe von -5,3 % (Vorjahr 1,3 %). Für den deutlichen Rückgang des Segmentergebnisses ist neben der oben beschriebenen schwierigen Marktlage auch der Umsatzrückgang im zweiten Halbjahr einschlägig. Hinzu kommt der anhaltende Preis- und Kostendruck auf die Serienzulieferer, der sich im Geschäftsjahr 2019 auch stärker bei den Segmentunternehmen vor und nach der Serie bemerkbar macht. Bei zwei Serienzulieferern laufen umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen. Diese Serienzulieferer konnten in den vergangenen beiden Jahren wichtige neue Serienaufträge - auch im Zusammenhang mit neue Elektromodellen - erringen. Diese Aufträge werden sich aber erst beginnend in 2021 spürbar positiv auswirken. Im Bereich der Klimatechnik für Busse mussten im abgelaufenen Jahr Sonderbelastungen - Insolvenz und Marktaustritt zweier Kunden - getragen werden. Insgesamt sind im Segmentergebnis Fahrzeugtechnik hohe Einmalaufwendungen enthalten, die sich so in 2020 nicht wiederholen werden.
Gegenläufig konnte im zweiten Halbjahr ein sonstiger betrieblicher Ertrag in Höhe von 16,8 Mio. EUR aus dem Verkauf der Minderheitsbeteiligung an der TKI Automotive realisiert werden.
Aufgrund der oben beschriebenen negativen Effekte auf das operative Ergebnis (EBIT) und gesunkenen Ertragsaussichten für die Zukunft wurden Wertminderungen (Impairment) auf Geschäfts- und Firmenwerte und in geringem Maße Sachanlagevermögen in Höhe von 17,3 Mio. EUR (Vorjahr: 9,5 Mio. EUR) vorgenommen. Das operative Ergebnis betrug -35,8 Mio. EUR (Vorjahr: -4,5 Mio. EUR). Dies entspricht einer EBIT-Marge von -10,2 % (Vorjahr: - 1,2 %).
Die Investitionen betrugen 22,8 Mio. EUR (Vorjahr: 29,5 Mio. EUR). Sie beinhalteten im Vorjahr neben Sachinvestitionen auch den Erwerb des Elektronikspezialisten ELECTRONIC EQUIPMENT durch die INDUS-Tochter AURORA. Die Sachinvestitionen des aktuellen Berichtsjahres sind von hohen Investitionen in Maschinen bei den Serienzulieferern geprägt. Hier wurde insbesondere in Maschinen für Serienneuanläufe und zur Bewältigung der zukünftigen Serien in Verbindung mit der Elektromobilität investiert.
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| DIFFERENZ 2019 zu 2018 | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| 2019 | 2018 | 2017 | ABSOLUT | IN % | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Umsatzerlöse mit externen Dritten | 350,3 | 391,0 | 394,1 | -40,7 | -10,4 |
| EBITDA | 9,0 | 28,4 | 36,0 | -19,4 | -68,3 |
| planmäßige Abschreibungen | -27,5 | -23,4 | -21,8 | -4,1 | -17,5 |
| EBIT vor Wertminderungen | -18,5 | 5,0 | 14,2 | -23,5 | >100 |
| EBIT-Marge vor Wertminderungen in % | -5,3 | 1,3 | 3,6 | -6,6 pp | - |
| Wertminderungen auf Geschäfts- und Firmenwerte | -17,3 | -9,5 | 0,0 | -7,8 | -82,1 |
| EBIT nach Wertminderungen | -35,8 | -4,5 | 14,2 | -31,3 | <-100 |
| EBIT-Marge nach Wertminderungen in % | -10,2 | -1,2 | 3,6 | -9,0 pp | - |
| Investitionen | 22,8 | 29,5 | 30,3 | -6,7 | -22,7 |
| Mitarbeiter | 3.360 | 3.524 | 3.557 | -164 | -4,7 |
Das Segment Maschinen- und Anlagenbau umfasst zwölf Einheiten (Vorjahr: elf Einheiten). Die Unternehmen des Segments entwickeln komplette Förderanlagen und Robotergreifsysteme, produzieren Ventiltechnik, Automatisierungskomponenten für die Fahrzeugendmontage sowie Anlagen für Inertgassysteme oder konzeptionieren elektrische Begleitheizungssysteme.
Die hohe technische Kompetenz und die Qualität von "Engineered and Made in Germany" versprechen aus Sicht von INDUS auch künftiges Wachstum, insbesondere in den Teilfeldern Automatisierungs-, Mess- und Regeltechnik. Hier will INDUS weiter zukaufen. Das Segment stellt eine der Säulen der deutschen mittelständischen Industrie mit guten Perspektiven dar.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte MESUTRONIC neu erworben werden. MESUTRONIC gehört zu den Marktführern in der Metall- und Fremdkörperdetektion.
Der Segmentumsatz im Maschinen- und Anlagenbau stieg um 47,6 Mio. EUR (+12,3 %) auf 434,6 Mio. EUR (Vorjahr: 387,0 Mio. EUR). Der Anstieg ist auf organisches Wachstum von nahezu allen Segmentunternehmen - insbesondere in den Bereichen Logistik, Reinraumsysteme und Automatisierung für die Fahrzeugendmontage - zurückzuführen. Darüberhinaus ist der Umsatz der seit Juni neu einbezogenen MESUTRONIC für weiteres Umsatzwachstum verantwortlich. Generell ist im Maschinen- und Anlagenbau eine konjunkturelle Beruhigung zu verzeichnen. Die Entwicklung bei den meisten INDUS-Beteiligungen verlief im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich besser als im Branchentrend.
Das operative Ergebnis (EBIT) stieg um 2,6 Mio. EUR bzw. 5,0 % auf 54,6 Mio. EUR (Vorjahr: 52,0 Mio. EUR). Sämtliche Beteiligungen des Segmentes erwirtschafteten einen positiven Ergebnisbeitrag (EBIT). Eine weiterhin hohe Nachfrage nach Anlagen für Transportlogistik trug zu dem hohen Segmentergebnis bei. Die EBIT-Marge lag bei 12,6 % (Vorjahr: 13,4 %) und damit abermals innerhalb des Zielkorridors von 12-14 %.
Der Neuerwerb des Jahres - MESUTRONIC - fügt sich gut in das Segment Maschinen- und Anlagenbau ein und konnte bereits einen positiven Beitrag zum Segmentergebnis erwirtschaften.
Die Segmentinvestitionen lagen mit 30,9 Mio. EUR deutlich über dem Vorjahr. Im aktuellen Jahr ist der Erwerb der neuen INDUS-Beteiligung MESUTRONIC in den Investitionen enthalten. Die Sachinvestitionen sind gegenüber dem Vorjahr rückläufig.
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| DIFFERENZ 2019 zu 2018 | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| 2019 | 2018 | 2017 | ABSOLUT | IN % | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Umsatzerlöse mit externen Dritten | 434,6 | 387,0 | 375,1 | 47,6 | 12,3 |
| EBITDA | 73,0 | 64,2 | 64,0 | 8,8 | 13,7 |
| Abschreibungen | -18,4 | -12,2 | -10,7 | -6,2 | -50,8 |
| EBIT | 54,6 | 52,0 | 53,3 | 2,6 | 5,0 |
| EBIT-Marge in % | 12,6 | 13,4 | 14,2 | -0,8 pp | - |
| Investitionen | 30,9 | 12,0 | 43,4 | 18,9 | >100 |
| Mitarbeiter | 2.180 | 2.027 | 1.830 | 153 | 7,5 |
Das Segment Medizin- und Gesundheitstechnik umfasst wie im Vorjahr fünf Einheiten. Die Unternehmen fertigen Orthesen und medizinische Kompressionsstrümpfe, entwickeln optische Linsen und ganze Optiken, produzieren Operationszubehör, Rehabilitationstechnik sowie Hygieneprodukte für medizinische Anwendungen und den Haushalt.
Das Segment repräsentiert eine der sechs Zukunftsbranchen, in denen sich der Vorstand auch in Zukunft Wachstumschancen verspricht. Trotz eines erhöhten Kostendrucks in der Gesundheitsbranche und hoher regulatorischer Anforderungen bietet das Segment Medizin- und Gesundheitstechnik weiterhin gute Zukunftsaussichten und hohe Margen.
Der Segment Medizin- und Gesundheitstechnik erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2019 159,7 Mio. EUR (Vorjahr: 154,3 Mio. EUR) und konnte damit ein Wachstum von 3,5 % (5,4 Mio. EUR) erzielen. Das Umsatzwachstum ist insbesondere auf den Bereich der medizinischen Kompressionsstrümpfe sowie Rehabilitationstechnik zurückzuführen. Der sehr wettbewerbsintensive Bereich der Vliesstoffe musste in 2019 Umsatzeinbußen hinnehmen.
Das operative Ergebnis (EBIT) lag mit 18,6 Mio. EUR um 7,5 % (1,3 Mio. EUR) über dem Vorjahr (17,3 Mio. EUR). Die EBIT-Marge des Segments verbesserte sich von 11,2 % im Vergleichszeitraum auf 11,6 % im abgelaufenen Jahr und liegt damit abermals im Zielkorridor von 11-13 %. Dabei ist der Bereich der Vliesstoffe und OP-Sets zur Zeit mehreren negativen externen Einflüssen wie starke Konkurrenz, ein hoher Kostendruck - insbesondere im Personalbereich -- und die Anforderungen durch die neue Medizinprodukteverordnung ausgesetzt und liegt hinter den Ergebnissen der Vorjahre zurück. Erfreulicherweise konnte der Bereich der optischen Linsen und Optiken seinen Ergebnisbeitrag gegenüber dem Vergleichszeitraum deutlich steigern. Den höchsten Ergebnisanteil erwirtschaftete der Bereich der medizinischen Kompressionsstrümpfe. Die Rehabilitationstechnik konnte das hohe Ertragsniveau des Vorjahres leicht steigern.
Die Investitionen betrafen ausschließlich Sachinvestitionen und lagen in 2019 mit 4,9 Mio. EUR unter dem Vorjahr (8,4 Mio. EUR).
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| DIFFERENZ 2019 zu 2018 | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| 2019 | 2018 | 2017 | ABSOLUT | IN % | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Umsatzerlöse mit externen Dritten | 159,7 | 154,3 | 155,2 | 5,4 | 3,5 |
| EBITDA | 27,9 | 24,7 | 27,6 | 3,2 | 13,0 |
| Abschreibungen | -9,3 | -7,4 | -6,8 | -1,9 | -25,7 |
| EBIT | 18,6 | 17,3 | 20,8 | 1,3 | 7,5 |
| EBIT-Marge in % | 11,6 | 11,2 | 13,4 | 0,4 pp | - |
| Investitionen | 4,9 | 8,4 | 7,4 | -3,5 | -41,7 |
| Mitarbeiter | 1.718 | 1.687 | 1.540 | 31 | 1,8 |
Das Segment umfasst zehn (Vorjahr: neun) Einheiten und bedient insbesondere Spezialkunden. Die Bandbreite der Lösungen ist groß und beinhaltet die Zulieferung für Bahntechnik, die Fertigung von Hartmetallwerkzeugen für Straßen- und Bergbau, den Gehäusebau für die Labordiagnostik, die Herstellung von rostfreien metallischen Strahlmitteln oder auch die Bolzenschweißtechnik beispielsweise für Brückenbauwerkeverbindungen.
Neu hinzugekommen ist die Dessauer Schaltschrank und Gehäusetechnik GmbH (DSG) seit Ende September 2019. Die DSG ist ein Spezialist für die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von hochwertigen Metall- und Blechteilen, die hohen Industrie- und Sicherheitsanforderungen unterliegen.
Das Segment ist insgesamt sehr breit aufgestellt. In der kommenden Zeit steht für INDUS hier die weitere Optimierung im Fokus.
Das Segment Metalltechnik verzeichnet gegenüber dem Vorjahr eine Umsatzreduktion. Der Umsatz sank von 420,0 Mio. EUR auf 409,2 Mio. EUR im Berichtsjahr. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf den Bereich Hartmetallwerkzeuge zurückzuführen. Das Segment Metalltechnik ist sehr exportorientiert. Wegen der nachlassenden Weltwirtschaft mit spürbaren Nachfragerückgängen hat hierunter insbesondere auch das Chinageschäft der INDUS-Beteiligungen in diesem Segment gelitten.
Das operative Ergebnis (EBIT) lag mit 25,8 Mio. EUR unterhalb des Vorjahreswertes von 28,3 Mio. EUR. Im Vorjahr waren hierin Wertminderungen auf Geschäfts- und Firmenwerte in Höhe von 6,6 Mio. EUR enthalten. Ursächlich für den Ergebnisrückgang ist zum einen der oben beschriebene Effekt aus dem Rückgang des China-Geschäftes in einem exportorientierten Umfeld. Andererseits führte das planmäßige Abschmelzen der Aktivitäten im Bereich der Kunststoffgalvanik im Jahr 2020 bereits zu einmaligen Belastungen im abgelaufenen Geschäftsjahr.
Der Erwerb der Dessauer Schaltschrank und Gehäusetechnik GmbH (DSG) zum 30. September 2019 soll die Aktivitäten im Bereich anspruchsvoller Blechverarbeitung zusammen mit den Schweizer Portfoliounternehmen BACHER und HAKAMA stärken.
Die Investitionen betrafen im Berichtsjahr den Erwerb der DSG und Sachinvestitionen. Insgesamt sind die Investitionen im Segment Metalltechnik um 1,2 Mio. EUR zurückgegangen.
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| DIFFERENZ 2019 zu 2018 | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| 2019 | 2018 | 2017 | ABSOLUT | IN % | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Umsatzerlöse mit externen Dritten | 409,2 | 420,0 | 385,6 | -10,8 | -2,6 |
| EBITDA | 46,1 | 48,5 | 37,7 | -2,4 | -4,9 |
| planmäßige Abschreibungen | -20,3 | -13,6 | -13,5 | -6,7 | -49,3 |
| EBIT vor Wertminderung | 25,8 | 34,9 | 24,2 | -9,1 | -26,1 |
| EBIT-Marge vor Wertminderung in % | 6,3 | 8,3 | 6,3 | -2,0 pp | - |
| Wertminderungen auf Geschäfts- und Firmenwerte | 0,0 | -6,6 | 0,0 | 6,6 | - |
| EBIT nach Wertminderungen | 25,8 | 28,3 | 24,2 | -2,5 | -8,8 |
| EBIT-Marge nach Wertminderungen in % | 6,3 | 6,7 | 6,3 | -0,4 pp | - |
| Investitionen | 25,1 | 26,3 | 14,5 | -1,2 | -4,6 |
| Mitarbeiter | 1.687 | 1.602 | 1.538 | 85 | 5,3 |
Das Finanzmanagement der INDUS Holding AG konzentriert sich auf die Beschaffung von Eigen- und Fremdkapital sowie das Management von Zins- und Währungsrisiken. Als vermögensverwaltende Finanzholding betreibt INDUS eine Liquiditätssteuerung ohne zentrales Cash-Pooling. Im Rahmen des Finanzmanagements setzt INDUS im Wesentlichen auf langlaufende Bankkredite und Schuldscheindarlehen.
Jede einzelne Beteiligung verfügt über ihr individuelles Finanz- und Liquiditätsmanagement, wobei INDUS hier beratend zur Verfügung steht.
Auf Basis ihrer komfortablen Liquiditätsausstattung im Zusammenspiel mit Finanzierungszusagen der Banken kann INDUS jederzeit flexibel investieren. Zur Finanzierung nutzt INDUS langjährige, partnerschaftliche Verbindungen zu einer Reihe deutscher Finanzinstitute. Stabilisierende Faktoren bei der langfristigen Finanzierung sind eine breite Verteilung des Kreditvolumens sowie eine ausgewogene Tilgungsstruktur bei gleichzeitiger Nutzung alternativer Finanzierungsinstrumente. Zur Steuerung der Finanzrisiken setzt die Gruppe Zins- und Währungsderivate ein. Diese dienen ausschließlich der Risikosicherung.
Das Finanz- und Liquiditätsmanagement verfolgt drei Ziele: Sicherung ausreichender Liquiditätsreserven, Risikobegrenzung und eine Ertrags- und Kostenoptimierung. Die Liquiditätssicherung besitzt dabei einen besonders hohen Stellenwert, da die Liquidität nicht nur die Voraussetzung dafür ist, dass INDUS jederzeit ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann, sondern auch dafür, dass INDUS in der Lage bleibt, Akquisitionschancen bankenunabhängig zu nutzen.
Die Aktivitäten zur Risikobegrenzung konzentrieren sich vor allem auf die Absicherung der finanzwirtschaftlichen Risiken, die den Bestand von INDUS gefährden könnten. Die wichtigste Finanzierungsquelle ist der Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit (operativer Cashflow). Der Bereich Treasury überwacht die Verwendung der Mittel gegenüber den Beteiligungsgesellschaften sowie die Anlage der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sorgfältig.
Unter Ertrags- und Kostenoptimierung ist insbesondere das Management des Nettoumlaufvermögens (Working Capital) zu verstehen. Dadurch werden flüssige Mittel freigesetzt, die Verschuldung gering gehalten und die Kennzahlen zur Bilanzstruktur (z. B. Eigenkapitalquote) und Kapitalrentabilität optimiert. INDUS unterstützt die Gesellschaften hinsichtlich ihres jeweiligen Working-Capital-Managements. Die Verantwortung für das Working Capital bleibt dabei aber vollständig bei den Unternehmen.
INDUS verzichtet auf eine Beurteilung ihrer Bonität durch Ratingagenturen, da die Vorlage solcher Ratings für die Kreditgeber bisher nicht relevant ist. Zudem entfallen durch den Verzicht erhebliche Kosten und zeitlicher Aufwand. Die von den Hausbanken der INDUS vorgenommenen Beurteilungen lauten "Investment Grade".
INDUS deckte ihren Kapitalbedarf auch 2019 aus dem operativen Cashflow und der Aufnahme von langfristigen Finanzierungsmitteln. Die wesentlichen Bestandteile waren nach wie vor lang laufende unbesicherte Kreditverträge, Schuldscheindarlehen sowie in geringerem Umfang Leasing. Diese Instrumente stehen bei INDUS in einem angemessenen Verhältnis zum Geschäftsvolumen.
Durch die neue Leasingbilanzierung seit dem 1. Januar 2019 finden sich vormals außerbilanziell erfasste Leasingverpflichtungen nun innerhalb der Bilanz wieder. Die Verpflichtungen aus operativem Leasing betrugen zum 31. Dezember 2018 84,3 Mio. EUR. Der Großteil dieser Verpflichtungen wurde zum 1. Januar 2019 bilanziert. Zum 31. Dezember 2019 sind Nutzungsrechte aus Leasing/Miete in Höhe von 75,7 Mio. EUR in der Bilanz erfasst. Demgegenüber stehen Finanzschulden aus Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 74,5 Mio. EUR.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten belaufen sich zum Bilanzstichtag auf 361,7 Mio. EUR (Vorjahr: 358,8 Mio. EUR); überwiegend (zu 99%) sind sie in Euro abgeschlossen. Das Volumen an Krediten in Fremdwährungen ist gering und besteht aus Schweizer Franken in Höhe von 0,3 Mio. EUR (Vorjahr: 0,6 Mio. EUR) und Südafrikanischem Rand in Höhe von 1,3 Mio. EUR (Vorjahr: 0,8 Mio. EUR). Es bestehen Schuldscheindarlehen über insgesamt 245,2 Mio. EUR (Vorjahr: 228,3 Mio. EUR). Darüber hinaus existieren nicht ausgenutzte Kreditlinien in Höhe von 79,4 Mio. EUR (Vorjahr: 29,8 Mio. EUR).
Im Rahmen von Kreditverträgen ist INDUS Verpflichtungen zur Einhaltung einer Mindest-Eigenkapitalquote in der AG eingegangen; die geforderte Quote wurde auch im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich übertroffen. Die Kreditgeber besitzen ein Sonderkündigungsrecht im Falle eines Kontrollwechsels. Für zwei Schuldscheindarlehen sind bestimmte Kennzahlen definiert, die erreicht wurden.
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| 2019 | 2018 | 2017 | |
|---|---|---|---|
| Operativer Cashflow | 167,7 | 96,0 | 145,0 |
| Zinsen | -20,4 | -21,3 | -21,0 |
| Cashflow aus Geschäftstätigkeit | 147,3 | 74,7 | 124,0 |
| Auszahlungen für Investitionen und Akquisitionen | -108,3 | -103,8 | -113,9 |
| Einzahlungen aus Abgängen von Vermögenswerten | 32,1 | 5,5 | 3,9 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | -76,2 | -98,3 | -110,0 |
| Auszahlungen Dividende | -36,7 | -36,7 | -33,0 |
| Auszahlungen Minderheitsgesellschafter | -1,4 | -0,5 | -0,7 |
| Auszahlungen aus der Tilgung von bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten | -2,4 | -23,0 | -0,8 |
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten | 141,5 | 155,8 | 151,0 |
| Auszahlung aus der Tilgung von Krediten | -125,4 | -97,0 | -119,1 |
| Auszahlung aus der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten | -21,7 | -1,4 | -1,3 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | -46,1 | -2,8 | -3,9 |
| Zahlungswirksame Veränderung der liquiden Mittel | 25,0 | -26,4 | 10,1 |
| Wechselkursbedingte Änderung der liquiden Mittel | 0,5 | 0,1 | -1,4 |
| Liquide Mittel am Anfang der Periode | 109,6 | 135,9 | 127,2 |
| Liquide Mittel am Ende der Periode | 135,1 | 109,6 | 135,9 |
Die Basis des operativen Cashflow, das Ergebnis nach Steuern 2019, sank um -11,1 Mio. EUR auf 60,1 Mio. EUR (Vorjahr: 71,2 Mio. EUR). Gegenläufig erhöhten sich die Abschreibungen unter anderem wegen der geänderten Bilanzierung von Leasingverhältnissen nach IFRS 16 um 24,1 Mio. EUR auf 107,8 Mio. EUR (Vorjahr: 83,7 Mio. EUR). Die geänderte Bilanzierung der Leasingverhältnisse trägt mit 17,9 Mio. EUR ebenfalls zur Verbesserung des operativen Cashflow bei, da bisher im operativen Cashflow enthaltene Leasingauszahlungen nun teilweise als Auszahlungen für die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen werden.
Im Bereich des kurzfristig gebundenen operativen Vermögens konnte durch ein verbessertes Working Capital Management ein Zahlungsmittelzufluss durch den Abbau von Vorräten (- 34,2 Mio. EUR) und von Forderungen aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr (- 4,4 Mio. EUR) erzielt werden. Hier wirkt mittlerweile das von der Holding im Rahmen der Förderung der operativen Exzellenz initiierte Programm zur Reduzierung des Working Capital bei den Beteiligungen. Daher erhöhte sich der operative Cashflow mit 167,7 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr deutlich um 71,7 Mio. EUR (Vorjahr: 96,0 Mio. EUR).
Die gezahlten Zinsen (einschließlich der variablen Verzinsung der Kaufpreisverpflichtungen gegenüber Minderheitsgesellschaftern) liegen mit -20,9 Mio. EUR etwas unter dem Vorjahreswert in Höhe von -21,6 Mio. EUR. Darin spiegelt sich der weiterhin sinkende Zinsaufwand für Finanzschulden durch die rollierende Tilgung von langfristigen, höher verzinsten Finanzschulden und Neuaufnahme zu besseren Konditionen wider.
Der Mittelzufluss aus Geschäftstätigkeit (Cashflow aus Geschäftstätigkeit) erreichte demzufolge 147,3 Mio. EUR und hat sich im Wesentlichen aufgrund des verringerten Working Capital-Anstiegs und der geänderten Leasingbilanzierung um 72,6 Mio. EUR erhöht.
Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit (Cashflow aus Investitionstätigkeit) betrug zum Ende des Geschäftsjahrs -76,2 - 76,2 Mio. EUR (Vorjahr: -98,3 Mio. EUR); in dieser Position sind die Zukäufe MESUTRONIC und DSG in Höhe von 29,2 Mio. EUR (Vorjahr: 11,5 Mio. EUR durch zwei Erwerbe von Enkelgesellschaften) enthalten. Die Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte sowie in Sachanlagen liegen mit 78,3 Mio. EUR weiterhin auf einem hohen Niveau, haben sich jedoch gegenüber dem Vorjahr um 12,6 Mio. EUR reduziert. Die Einzahlungen aus Abgängen von Vermögenswerten haben sich um 26,6 Mio. EUR auf 32,1 Mio. EUR erhöht. Der hohe Zahlungsmittelzufluss ist insbesondere durch den Verkauf der Minderheitsbeteiligung an der TKI Automotive GmbH erzielt worden. Insgesamt hat sich der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit dadurch um 22,1 Mio. EUR auf 76,2 Mio. EUR reduziert. Unter Berücksichtigung des ungewöhnlich hohen Zahlungseinganges durch den TKI-Verkauf lag der Cashflow auf Vorjahresniveau.
Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit (Cashflow aus Finanzierungstätigkeit) erhöhte sich von -2,8 Mio. EUR auf -46,1 Mio. EUR. Ursächlich ist die deutlich geringere Nettokreditaufnahme, die im Vorjahr auch durch den Aufbau des Nettoumlaufvermögens (Working Capital) bedingt war. Die Auszahlungen aus der Tilgung von bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten verringerten sich um 20,6 Mio. EUR. Die Zahlungszeitpunkte der bedingten Restkaufverbindlichkeiten sind abhängig von der Ausübung der jeweils vertraglich festgelegten Call-/Put-Optionsbedingungen. Zudem wird durch die erstmalige Anwendung des IFRS 16 "Leasingverhältnisse" und den damit einhergehenden Bilanzierungsänderungen seit diesem Geschäftsjahr die Auszahlung aus der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen. Diese Auszahlungen betrugen 21,7 Mio. EUR (Vorjahr: 1,3 Mio. EUR).
Innerhalb der Gesamtfinanzierung verfügte INDUS zum Jahresende 2019 über eine angemessen hohe Liquidität. Der Bestand an liquiden Mitteln zum Bilanzstichtag betrug 135,1 Mio. EUR (Vorjahr: 109,6 Mio. EUR). Die ausführliche Cashflow-Rechnung findet sich im Konzernabschluss.
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| Differenz 2019 zu 2018 | ||||
|---|---|---|---|---|
| 31.12.2019 | 31.12.2018 | ABSOLUT | in % | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| AKTIVA | ||||
| Langfristige Vermögenswerte | 1.058,2 | 968,5 | 89,7 | 9,3 |
| Anlagevermögen | 1.039,2 | 955,2 | 84,0 | 8,8 |
| Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 19,0 | 13,3 | 5,7 | 42,9 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 750,0 | 751,5 | -1,5 | -0,2 |
| Vorräte | 381,4 | 408,7 | -27,3 | -6,7 |
| Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 233,5 | 233,2 | 0,3 | 0,1 |
| Liquide Mittel | 135,1 | 109,6 | 25,5 | 23,3 |
| Bilanzsumme | 1.808,2 | 1.720,0 | 88,2 | 5,1 |
| PASSIVA | ||||
| Langfristige Finanzierungsmittel | 1.389,4 | 1.290,0 | 99,4 | 7,7 |
| Eigenkapital | 727,7 | 709,8 | 17,9 | 2,5 |
| Fremdkapital | 661,7 | 580,2 | 81,5 | 14,0 |
| davon Rückstellungen | 54,4 | 45,4 | 9,0 | 19,8 |
| davon Verbindlichkeiten und latente Steuern | 607,3 | 534,8 | 72,5 | 13,6 |
| Kurzfristige Finanzierungsmittel | 418,8 | 430,0 | -11,2 | -2,6 |
| davon Rückstellungen | 74,6 | 73,6 | 1,0 | 1,4 |
| davon Verbindlichkeiten | 344,2 | 356,4 | -12,2 | -3,4 |
| Bilanzsumme | 1.808,2 | 1.720,0 | 88,2 | 5,1 |
Die Bilanzsumme der INDUS-Gruppe betrug zum Stichtag 1.808,2 Mio. Euro und erhöhte sich damit gegenüber dem Vorjahresstichtag um 5,1 %. Der Anstieg ist fast ausschließlich auf die zum 1. Januar 2019 verpflichtende Anwendung von IFRS 16 "Leasingverhältnisse" sowie auf die erstmalige Einbeziehung der neu erworbenen Beteiligungen MESUTRONIC und DSG zurückzuführen. Zum 31. Dezember 2019 werden Nutzungsrechte aus Leasing in Höhe von 75,7 Mio. EUR (Vorjahr: 0 Mio. EUR) ausgewiesen. Das Working Capital ist nur leicht - in Höhe des Wachstums der Gruppe - angestiegen.
Die langfristigen Vermögenswerte stiegen im Stichtagsvergleich um 89,7 Mio. EUR bzw. 9,3 %, auf 1.058,2 Mio. EUR. Das Sachanlagevermögen ist insbesondere auf die zum 1. Januar 2019 erstmalige verpflichtende Anwendung des IFRS 16 "Leasingverhältnisse" zurückzuführen. Hinzu kommt die erstmalige Konsolidierung der neuen Beteiligungen MESUTRONIC und DSG. Gegenläufig wirken die Wertminderungen auf die Geschäfts- und Firmenwerte und auf die Sachanlagen sowie der Abgang der Minderheitsbeteiligung an der TKI Automotive GmbH.
Die kurzfristigen Vermögenswerte nahmen im Stichtagsvergleich um 1,5 Mio. EUR auf 750,0 Mio. EUR ab. Dabei sanken erfreulicherweise die Vorräte um 6,7 % oder 27,3 Mio. EUR aufgrund der Optimierung der Vorratsbestände bei den Beteiligungen trotz der Neuerwerbe des Jahres. Die liquiden Mittel sind demgegenüber um 25,5 Mio. EUR angestiegen.
Das Eigenkapital erhöhte sich unter anderem aufgrund des Jahresergebnisses um 17,9 Mio. EUR auf 727,7 Mio. EUR. Der Abfluss der Dividende wurde damit durch die laufenden Ergebnisse überkompensiert. Die Eigenkapitalquote sank im Stichtagsvergleich von 41,3 % auf 40,2 %. Damit bleibt die Eigenkapitalquote weiter über der als Zielgröße festgelegten Untergrenze von 40 %. Für den Rückgang der Quote ist insbesondere die erstmalige bilanzielle Erfassung der operativen Leasingverbindlichkeiten ursächlich.
Die langfristigen Schulden lagen mit 661,7 Mio. EUR rund 81,5 Mio. EUR oder 14,0 % über dem Vorjahreswert. Der Anstieg ist nahezu ausschließlich auf die Erhöhung der langfristigen Finanzschulden - insbesondere wegen der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 - zurückzuführen.
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| DIFFERENZ 2019 zu 2018 | ||||
|---|---|---|---|---|
| 31.12.2019 | 31.12.2018 | ABSOLUT | IN % | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Vorräte | 381,4 | 408,7 | -27,3 | -6,7 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 202,5 | 202,5 | 0,0 | 0,0 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -55,9 | -65,7 | 9,8 | -14,9 |
| Erhaltene Anzahlungen | -18,9 | -37,3 | 18,4 | -49,3 |
| Vertragsverpflichtungen 1) | -30,8 | -36,1 | 5,3 | -14,7 |
| Working Capital | 478,3 | 472,1 | 6,2 | 1,3 |
Das Working Capital ermittelt INDUS aus den Vorräten zuzüglich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der erhaltenen Anzahlungen und der Vertragsverpflichtungen. Zum 31. Dezember 2019 lag das Working Capital bei 478,3 Mio. EUR. Es erhöhte sich damit in Relation zum Vorjahresstichtag nur um 1,3 % trotz Ausweitung der Geschäftstätigkeit und der erstmaligen Einbeziehung von MESUTRONIC und DSG. Dieser Erfolg ist auf das Programm zur Reduzierung des Working Capital im Rahmen der operativen Exzellenz zurückzuführen.
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| 31.12.2019 | 31.12.2018 | ABSOLUT | DIFFERENZ 2019 zu 2018 IN % |
|
|---|---|---|---|---|
| Langfristige Finanzschulden | 546,3 | 465,9 | 80,4 | 17,3 |
| Kurzfristige Finanzschulden | 135,0 | 126,5 | 8,5 | 6,7 |
| Liquide Mittel | -135,1 | -109,6 | -25,5 | 23,3 |
| Nettofinanzverbindlichkeiten | 546,2 | 482,8 | 63,4 | 13,1 |
Die Nettoverschuldung berechnet INDUS als Summe aus lang- und kurzfristigen Finanzschulden abzüglich der liquiden Mittel. Zum 31. Dezember 2019 betrug sie 546,2 Mio. EUR, was gegenüber dem Bilanzstichtag des Vorjahrs einem Anstieg von 13,1 % entspricht. Der Anstieg ist ausschließlich auf die erstmalige Anwendung von IFRS 16 "Leasingverhältnisse" und der damit einhergehenden Einbuchung von Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 77,8 Mio. EUR zurückzuführen. Das Verhältnis von Nettoverschuldung zum Eigenkapital (Gearing) beträgt 75 % (Vorjahr 68 %). Das Verhältnis Nettoverschuldung/EBITDA beträgt 2,4 (Vorjahr: 2,2). Damit liegt die Entschuldungsdauer innerhalb des Zielkorridors von 2,0 bis 2,5 Jahren.
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| DIFFERENZ 2019 zu 2018 | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| 2019 | 2018 | 2017 | ABSOLUT | IN % | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Investitionen | 107,5 | 102,4 | 111,4 | 5,1 | 5,0 |
| davon in: | |||||
| Unternehmenserwerbe | 29,2 | 11,5 | 32,4 | 17,7 | >100 |
| Immaterielle Vermögenswerte | 11,0 | 12,0 | 7,7 | -1,0 | -8,3 |
| Sachanlagen | 67,3 | 78,9 | 71,3 | -11,6 | -14,7 |
| davon in: | |||||
| Grundstücke und Gebäude | 7,1 | 4,3 | 7,2 | 2,8 | 65,1 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 27,5 | 26,6 | 20,5 | 0,9 | 3,4 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 16,6 | 19,9 | 18,7 | -3,3 | -16,6 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 16,1 | 28,1 | 24,9 | -12,0 | -42,7 |
| Abschreibungen (ohne Nutzungsrechte/Leasing) * | -91,5 | -83,7 | -62,4 | -7,8 | 9,3 |
* Abschreibungen auf Nutzungsrechte/Leasing in Höhe von 16,3 Mio. EUR (Vorjahr: 0 Mio. EUR) hier nicht enthalten
Die Investitionen lagen im Berichtsjahr um 5,0 % über dem Vorjahr und erreichten 107,5 Mio. EUR. Dabei entfielen 29,2 Mio. EUR auf Unternehmenserwerbe, 67,3 Mio. EUR auf Investitionen in Sachanlagen (- 14,7 %) sowie 11,0 Mio. EUR auf Investitionen in immaterielles Anlagevermögen (-8,3 %). Die Investitionen in Unternehmenserwerbe stiegen um 17,7 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr, da INDUS in 2019 zwei direkte Beteiligungen erworben hat. Im Vorjahr wurden dagegen nur zwei kleinere Wachstumsbeteiligungen erworben.
Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte verzeichneten mit 11,0 Mio. EUR eine Reduktion um 1,0 Mio. EUR. Wesentliche Bereiche sind die Einführung von ERP-Systemen und die Aktivierung von Entwicklungskosten.
Den Schwerpunkt der Investitionen bildeten weiterhin Investitionen in Sachanlagen. Diese befinden sich trotz einer Reduktion um 11,6 Mio. EUR auf einem weiterhin hohen Niveau. Die durch die Beteiligungsunternehmen eingesetzten Mittel sollen Wertschöpfungsprozesse verbessern und damit die Wettbewerbsposition der Unternehmen zu stärken. In den Investitionsprojekten sind verschiedenste Einzelmaßnahmen enthalten.
Im Bereich der Investitionen in Grundstücke und Gebäude ist unter anderem ein neues Produktionsgebäude bei der HAUFF-Technik GmbH & Co. KG enthalten.
Größere einzelne Investitionen in technische Anlagen wurden 2019 insbesondere bei den Serienzulieferern aus dem Segment Fahrzeugtechnik für Maschinen im Zusammenhang mit neuen Serienanläufen getätigt.
Die geleisteten Anzahlungen reduzierten sich deutlich um 11,7 Mio. EUR auf 16,4 Mio. EUR.
Die Abschreibungen sind insbesondere aufgrund der neuen Leasingbilanzierung gem. IFRS 16 mit einem Effekt in Höhe von 16,3 Mio. EUR um 24,1 Mio. EUR angestiegen. Auch die Wertminderungen auf Geschäfts- und Firmenwerte und im geringen Umfang aufgrund der Wertminderungen auf Sachanlagen (in Summe 17,3 Mio. EUR) sind in den Abschreibungen enthalten.
Der Jahresabschluss der INDUS Holding AG wird nach HGB aufgestellt und ist als Kurzform in den nachfolgenden Tabellen dargestellt. Der vollständige Jahresabschluss liegt separat vor.
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| DIFFERENZ 2019 zu 2018 | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| 2019 | 2018 | 2017 | ABSOLUT | IN % | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Umsatz | 5,9 | 5,8 | 5,6 | 0,1 | 1,7 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 19,4 | 4,8 | 2,2 | 14,6 | >100 |
| Personalaufwand | -6,6 | -6,7 | -6,0 | 0,1 | 1,5 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -8,0 | -9,1 | -12,7 | 1,1 | 12,1 |
| Erträge aus Beteiligungen | 85,6 | 77,5 | 74,5 | 8,1 | 10,5 |
| Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | 58,7 | 51,5 | 49,8 | 7,2 | 14,0 |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 9,8 | 8,5 | 6,6 | 1,3 | 15,3 |
| Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | -0,6 | -0,6 | -0,5 | 0,0 | 0,0 |
| Abschreibungen auf Finanzanlagen | -55,2 | -27,7 | -12,7 | -27,5 | -99,3 |
| Aufwendungen aus Verlustübernahme | -11,7 | -6,7 | -5,8 | -5,0 | -74,6 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -10,7 | -10,7 | -11,9 | 0,0 | 0,0 |
| Ergebnis vor Steuern | 86,6 | 86,6 | 89,1 | 0,0 | 0,0 |
| Steuern | -8,7 | -12,1 | -7,3 | 3,4 | 28,1 |
| Jahresüberschuss | 77,9 | 74,5 | 81,8 | 3,4 | 4,6 |
| Gewinnvortrag | 1,7 | 1,8 | 1,7 | -0,1 | -5,6 |
| Bilanzgewinn | 79,6 | 76,3 | 83,5 | 3,3 | 4,3 |
Das Ergebnis der INDUS Holding AG ist im Wesentlichen durch Erträge aus Beteiligungen und Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens bestimmt.
Die Umsatzerlöse umfassten von der Gesellschaft in ihrer Aufgabe als vermögensverwaltende Holding erbrachte Dienstleistungen für die Beteiligungsgesellschaften. Diese lagen mit 5,9 Mio. EUR um 0,1 Mio. EUR über dem Vorjahreswert.
Die sonstigen betrieblichen Erträge sind aufgrund höherer Erträge aus der Zuschreibung von Finanzanlagen von 4,8 Mio. EUR auf 19,4 Mio. EUR angestiegen. Die Zuschreibungen betreffen Wertaufholungen aus in Vorjahren vorgenommenen Abschreibungen des Finanzanlagevermögens. Der Personalaufwand sank im Berichtsjahr leicht von 6,7 Mio. EUR im Jahr 2018 auf 6,6 Mio. EUR. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sanken um 1,1 Mio. EUR auf 8,0 Mio. EUR. Die Erträge aus Beteiligungen stiegen abermals an. Im Vorjahr betrugen diese 77,5 Mio. EUR. Im Berichtsjahr konnten von den Beteiligungen Erträge in Höhe von 85,6 Mio. EUR vereinnahmt werden. Die Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens stiegen um 7,2 Mio. EUR an und erreichten 58,7 Mio. EUR. Die Zinserträge lagen mit 9,8 Mio. EUR um 1,3 Mio. EUR über dem Vorjahr.
Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen sind mit 0,6 Mio. EUR unverändert zum Vorjahr (0,6 Mio. EUR). Die Abschreibungen auf Finanzanlagen betreffen Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von 55,2 Mio. EUR, die sich infolge einer Überprüfung der Werthaltigkeit der Beteiligungsbuchwerte ergaben. Die Abschreibungen betreffen im Wesentlichen das Segment Fahrzeugtechnik sowie im geringen Umfang das Segment Medizin- und Gesundheitstechnik. Die Aufwendungen aus Verlustübernahme betrugen 11,7 Mio. EUR und betrafen im Wesentlichen Verluste im Segment Metalltechnik. Die Zinsaufwendungen in Höhe von 10,7 Mio. EUR waren unverändert zum Vorjahr.
Insgesamt lag damit das Ergebnis vor Steuern wie im Vorjahr bei 86,6 Mio. EUR. Die Steuern des Geschäftsjahres betrugen 8,7 Mio. EUR und lagen um 3,4 Mio. EUR unter dem Vorjahr. Der Jahresüberschuss betrug 77,9 Mio. EUR und lag damit um 3,4 Mio. EUR über dem Vorjahr.
AKTIVA
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| 31.12.2019 | 31.12.2018 | |
|---|---|---|
| Immaterielle Vermögensgegenstände | 0,3 | 0,1 |
| Sachanlagen | 9,4 | 6,0 |
| Finanzanlagen | 1.153,3 | 1.138,4 |
| Anlagevermögen | 1.163,0 | 1.144,5 |
| Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | 415,4 | 394,0 |
| Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten | 14,0 | 12,4 |
| Umlaufvermögen | 429,4 | 406,4 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 0,6 | 0,4 |
| Bilanzsumme | 1.593,0 | 1.551,3 |
| PASSIVA | ||
| Eigenkapital | 934,7 | 893,5 |
| Rückstellungen | 2,9 | 3,1 |
| Verbindlichkeiten | 608,7 | 609,0 |
| Passive latente Steuern | 46,7 | 45,7 |
| Bilanzsumme | 1.593,0 | 1.551,3 |
Die Bilanz der Holding ist auf der Aktivseite geprägt durch die Buchwerte der Beteiligungen sowie lang- und kurzfristige Ausleihungen an die Beteiligungen. Die Bilanzsumme der INDUS Holding AG hat sich im Geschäftsjahr um 41,7 Mio. EUR erhöht und beträgt zum 31. Dezember 2019 1.593,0 Mio. EUR. Der Anstieg ergibt sich insbesondere aus den Anteilen an verbundenen Unternehmen, die im aktuellen Geschäftsjahr aus Unternehmenszukäufen von MESUTRONIC und DSG resultieren. Weiterhin wurden Beteiligungsbuchwerte zugeschrieben, denen Abschreibungen anderer Beteiligungen gegenüberstanden. Das Umlaufvermögen stieg um 23,0 Mio. EUR auf 429,4 Mio. EUR an. Dies ist auf erhöhte Forderungen gegen verbundene Unternehmen zurückzuführen. Die liquiden Mittel stiegen um 1,6 Mio. EUR auf 14,0 Mio. EUR.
Das Eigenkapital der INDUS Holding AG konnte im Berichtszeitraum um 41,2 Mio. EUR auf 934,7 Mio. EUR gesteigert werden. Die Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2019 beträgt 58,7 % und liegt etwas oberhalb der Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2018 (57,6 %). Die Verbindlichkeiten sind mit 608,7 Mio. EUR zum 31. Dezember 2019 nahezu unverändert zum Vorjahresende (Vorjahr: 609,0 TEUR).
INDUS beschäftigte zum 31. Dezember 2019 insgesamt 33 Mitarbeiter ohne Vorstand (Vorjahr: 31 Mitarbeiter).
Die Ausbreitung des Coronavirus und die damit verbundenen Maßnahmen haben zu einer erheblichen Belastung der Weltwirtschaft geführt und werden das wirtschaftliche Umfeld nachhaltig verändern.
Zahlreiche Unternehmen passten bereits ihre Prognosen für die kommenden Monate an. Die Börsen befinden sich auf Talfahrt. Derzeit kann nicht zuverlässig vorhergesagt werden, wie lange die Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland und Europa weiter ansteigen wird. Aufgrund der Erfahrungen in China ist von massiven Störungen der Wirtschaft auszugehen. Der Grad der Auswirkungen auf die Konjunktur wird davon abhängen, wie gut und wie schnell sich die Situation wieder normalisieren kann.
Die Corona-Pandemie stellt den Vorstand und die Geschäftsführungen der Beteiligungsunternehmen vor ungekannte operative Herausforderungen. Basierend auf den Erfahrungen aus China geht der Vorstand aktuell von einem Zeitraum von vier bis sechs Wochen massiver Störungen in den Wirtschaftskreisläufen aus. Im Anschluss daran erwarten wir eine relativ schnelle Erholung der Wirtschaftslage. In unseren für diese Prognose unterstellten Szenarien haben wir eine Stabilisierung der wirtschaftlichen Situation nach sechs bis acht Wochen - also Mitte bis Ende Mai - unterstellt. Sollte es zu einem deutlich abweichenden Szenario kommen, sind die gesamtwirtschaftlichen Belastungen und deren Auswirkungen auf die Beteiligungsunternehmen von INDUS zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschätzbar. Für die Gruppe wird ein deutlicher Umsatzrückgang von 1,74 Mrd. EUR in 2019 auf 1,5 - 1,65 Mrd. EUR in 2020 und ein Rückgang des operativen Ergebnisses (EBIT) um rund 23-33 Mio. EUR gegenüber 2019 erwartet. Sollten die massiven Störungen des Wirtschaftskreislaufs länger als angenommen dauern, sind höhere Belastungen nicht auszuschließen.
Im Chancen- und Risikobericht hat INDUS die Auswirkungen der Corona-Pandemie für die Gruppe beschrieben. Im Prognosebericht sind die aktuellen Entwicklungen und Annahmen auf das Geschäftsjahr 2020 berücksichtigt. Die Prognose bildet die Einschätzungen des Vorstandes zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahres- und Konzernabschlusses der INDUS Holding AG ab. Weitere Effekte sind zum heutigen Zeitpunkt nicht abschätzbar.
INDUS überprüft laufend die Entwicklungen und die Auswirkungen der Coronakrise auf die Geschäfte der Beteiligungen. Entsprechende Maßnahmen zur Unterstützung der Beteiligungen werden kurzfristig analysiert und umgesetzt.
Darüber hinaus gibt es keine weiteren Ereignisse nach dem Bilanzstichtag, die eine besondere Bedeutung für die INDUS-Gruppe haben.
Der Vergütungsbericht beschreibt die Grundsätze des Vergütungssystems für die Mitglieder des Vorstands der INDUS Holding AG und erläutert die Struktur sowie die Höhe der individuellen Vorstandseinkommen. Ferner enthält der Vergütungsbericht Angaben zu den Grundsätzen und der Höhe der Vergütung für die Mitglieder des Aufsichtsrats.
Der Vergütungsbericht berücksichtigt in seiner Berichterstattung die geltenden Regelungen des Handelsgesetzbuches (HGB), der deutschen Rechnungslegungsstandards (DRS 17), der Gesetze über die Offenlegung und Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG, VorstOG) sowie die Grundsätze des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) in der Fassung vom 07. Februar 2017.
Das Vergütungssystem für den Vorstand wurde 2009 überprüft und auf der Hauptversammlung 2010 vorgestellt. Das Vergütungssystem besteht gesetzeskonform aus drei Elementen: Festgehalt, Short Term Incentive und Long Term Incentive. Die variablen Anteile machen bei vollständiger Zielerfüllung zusammen grundsätzlich mehr als 40 % der Bezüge aus; Komponenten mit mehrjähriger Bemessungsgrundlage und kurzfristig variable Elemente sind angemessen gewichtet. Für das Geschäftsjahr 2016 wurde erstmals eine Nachhaltigkeitskomponente eingeführt.
Der Short Term Incentive bemisst sich am Ergebnis vor Steuern und Zinsen des Konzerns (Konzern-EBIT vor Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte). Die Zielmarke wird jährlich im Rahmen der Unternehmensplanung mit dem Aufsichtsrat festgelegt. Bei einer 100 %igen Zielerreichung entspricht der Bonusfaktor ebenfalls 100 %. Liegt die Zielerreichung unter 50%, ergibt sich für den Bonusfaktor ein Wert von 0. Bei einer Zielerreichung zwischen 50 % und 125 % beträgt der Bonusfaktor das Zweifache der über 50 % hinausgehenden Zielerreichung. Ab einer Zielerreichung von 125 % besteht ein Cap (maximale Obergrenze).
Der Long Term Incentive besteht aus sogenannten virtuellen Aktienoptionen (SAR, Stock Appreciation Rights). Dazu wird zum Ausgabezeitpunkt ein Basispreis der Wertsteigerungsrechte festgestellt. Auf Basis des vertraglich vereinbarten Zielwertes ergibt sich die Anzahl der virtuellen Aktienoptionen. Eine Auszahlung kann nur erfolgen, wenn der Aktienkurs im Ausübungszeitraum über diesem Basispreis liegt und definierte Erfolgshürden erreicht wurden (Mindestkurssteigerung von 12% während der Sperrfrist). Der frühestmögliche Zeitpunkt der Auszahlung wird von einer Sperrfrist (4 Jahre) abhängig gemacht; es besteht eine Obergrenze (Cap) bei Erreichen von 200 % des Zielbonus. Dem Vorstand werden in jährlichen Tranchen virtuelle Aktienoptionen gewährt, deren Stückzahl durch den Optionspreis im Ausgabezeitpunkt und den vertraglich bestimmten Zielwert bestimmt wird. Die Optionen sind ab ihrer Gewährung unverfallbar.
Im Geschäftsjahr 2019 wurden 69.060 SAR (Vorjahr: 61.286) ausgegeben. Zum Zeitpunkt ihrer Gewährung betrug der beizulegende Zeitwert der SAR insgesamt 350 TEUR (Vorjahr: 385 TEUR). Der ermittelte beizulegende Zeitwert der bisher insgesamt gewährten SAR betrug zum Bilanzstichtag 636 TEUR (Vorjahr: 471 TEUR). In dieser Höhe wurde im Jahresabschluss eine Rückstellung gebildet. Die Zuführung des Geschäftsjahres vor Abzinsung ist mit 676 TEUR im Personalaufwand enthalten. Eine Auflösung in Höhe von 17 TEUR ist in den sonstigen betrieblichen Erträgen (Vorjahr: Im sonstigen betrieblichen Ertrag mit 1.026 TEUR und im Personalaufwand mit 72 TEUR) enthalten. Im Geschäftsjahr sind Zahlungen aus den Aktienoptionen in Höhe 494 TEUR (Vorjahr: 560 TEUR) abgeflossen.
Die Zeitwertermittlung erfolgte mit dem Optionspreismodell von Black/Scholes und einer angemessenen Volatilität für INDUS sowie einem risikolosen Zinssatz unter Berücksichtigung der Deckelung der Auszahlungsansprüche. Der Ausweis der Vergütung des Vorstands in individualisierter Form erfolgt für die Geschäftsjahre 2018 und 2019 auf Grundlage der im Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 07. Februar 2017 empfohlenen einheitlichen Mustertabellen.
Die Nebenleistungen beinhalten die steuerpflichtigen geldwerten Vorteile, im Wesentlichen die Gewährung von Dienstwagen. Durch Gehaltsumwandlung wurden von einem ehemaligen Vorstandsmitglied Altersversorgungsansprüche erworben; sie sind durch wertkongruente Rückdeckungsversicherungen gedeckt.
Gemäß der Empfehlung in Ziff. 4.2.3 Abs. 2 des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 07. Februar 2017 soll die Vergütung des Vorstands insgesamt und hinsichtlich ihrer variablen Vergütungsteile betragsmäßige Höchstgrenzen aufweisen. Die maximale Vergütung für den Vorstand kann der Tabelle "Gewährte Zuwendungen" entnommen werden.
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| JÜRGEN ABROMEIT VORSTANDSVORSITZENDER (bis 30.06.2018) | ||||
|---|---|---|---|---|
| 2018 | 2019 | 2019 MIN. | 2019 MAX. | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 700 | 0 | 0 | 0 |
| Nebenleistungen | 20 | 0 | 0 | 0 |
| Summe | 720 | 0 | 0 | 0 |
| Einjährige variable Vergütung | 350 | 0 | 0 | 0 |
| Mehrjährige variable Vergütung | ||||
| Tranche 2018 1) | 140 | 0 | 0 | 0 |
| Tranche 2019 2) | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe | 490 | 0 | 0 | 0 |
| Versorgungsaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Gesamtvergütung | 1.210 | 0 | 0 | 0 |
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| DR. JOHANNES SCHMIDT VORSTANDSVORSITZENDER (SEIT 01.07.2018, VORSTAND SEIT 2006) | ||||
|---|---|---|---|---|
| 2018 | 2019 | 2019 MIN. | 2019 MAX. | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 490 | 540 | 540 | 540 |
| Nebenleistungen | 19 | 25 | 25 | 25 |
| Summe | 509 | 565 | 565 | 565 |
| Einjährige variable Vergütung | 200 | 230 | 0 | 345 |
| Mehrjährige variable Vergütung | ||||
| Tranche 2018 1) | 105 | 0 | 0 | 0 |
| Tranche 2019 2) | 0 | 140 | 0 | 280 |
| Summe | 305 | 370 | 0 | 625 |
| Versorgungsaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Gesamtvergütung | 814 | 935 | 565 | 1.190 |
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| DR. JÖRN GROSSMANN VORSTAND (SEIT 2019) | ||||
|---|---|---|---|---|
| 2018 | 2019 | 2019 MIN. | 2019 MAX. | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 0 | 340 | 340 | 340 |
| Nebenleistungen | 0 | 20 | 20 | 20 |
| Summe | 0 | 360 | 360 | 360 |
| Einjährige variable Vergütung | 0 | 170 | 0 | 255 |
| Mehrjährige variable Vergütung | ||||
| Tranche 2018 1) | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Tranche 2019 2) | 0 | 70 | 0 | 140 |
| Summe | 0 | 240 | 0 | 395 |
| Versorgungsaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Gesamtvergütung | 0 | 600 | 360 | 755 |
1 Tranche 2018: Virtuelle Aktienoptionen (1.1.2018-31.12.2023)
2 Tranche 2019: Virtuelle Aktienoptionen (1.1.2019-31.12.2024)
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| AXEL MEYER VORSTAND (SEIT 2017) | ||||
|---|---|---|---|---|
| 2018 | 2019 | 2019 MIN. | 2019 MAX. | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 340 | 340 | 340 | 340 |
| Nebenleistungen | 16 | 18 | 18 | 18 |
| Summe | 356 | 358 | 358 | 358 |
| Einjährige variable Vergütung | 170 | 170 | 0 | 255 |
| Mehrjährige variable Vergütung | ||||
| Tranche 2018 1) | 70 | 0 | 0 | 0 |
| Tranche 2019 2) | 0 | 70 | 0 | 140 |
| Summe | 240 | 240 | 0 | 395 |
| Versorgungsaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Gesamtvergütung | 596 | 598 | 358 | 753 |
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| RUDOLF WEICHERT VORSTAND (SEIT 2012) | ||||
|---|---|---|---|---|
| 2018 | 2019 | 2019 MIN. | 2019 MAX. | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 365 | 390 | 390 | 390 |
| Nebenleistungen | 30 | 32 | 32 | 32 |
| Summe | 395 | 422 | 422 | 422 |
| Einjährige variable Vergütung | 170 | 170 | 0 | 255 |
| Mehrjährige variable Vergütung | ||||
| Tranche 2018 1) | 0 | 70 | 0 | 0 |
| Tranche 2019 2) | 70 | 0 | 0 | 140 |
| Summe | 240 | 240 | 0 | 395 |
| Versorgungsaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Gesamtvergütung | 635 | 662 | 422 | 817 |
1 Tranche 2018: Virtuelle Aktienoptionen (1.1.2018-31.12.2023)
2 Tranche 2019: Virtuelle Aktienoptionen (1.1.2019-31.12.2024)
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| JÜRGEN ABROMEIT VORSTANDSVORSITZENDER (2012-30.06.2018; 2008-30.06.2018 VORSTAND) | DR. JOHANNES SCHMIDT VORSTANDSVORSITZENDER (SEIT 1.7.2018, VORSTAND SEIT 2006) | Dr. Jörn Grossmann VORSTAND (SEIT 2019) | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2018 | 2019 | 2018 | 2019 | 2018 | 2019 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 700 | 0 | 490 | 540 | 0 | 340 |
| Nebenleistungen | 20 | 0 | 19 | 25 | 0 | 20 |
| Summe | 720 | 0 | 509 | 565 | 0 | 360 |
| Einjährige variable Vergütung | 512 | 0 | 282 | 155 | 0 | 68 |
| Mehrjährige variable Vergütung | ||||||
| Tranche 2014 3) | 280 | 0 | 140 | 0 | 0 | 0 |
| Tranche 2015 4) | 0 | 269 | 0 | 118 | 0 | 0 |
| Summe | 792 | 269 | 422 | 273 | 0 | 68 |
| Versorgungsaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Gesamtvergütung | 1.512 | 269 | 931 | 838 | 0 | 428 |
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| AXEL MEYER VORSTAND (SEIT 2017) | RUDOLF WEICHERT VORSTAND (SEIT 2012) | |||
|---|---|---|---|---|
| 2018 | 2019 | 2018 | 2019 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 340 | 340 | 365 | 390 |
| Nebenleistungen | 16 | 18 | 30 | 32 |
| Summe | 356 | 358 | 395 | 422 |
| Einjährige variable Vergütung | 179 | 120 | 255 | 120 |
| Mehrjährige variable Vergütung | ||||
| Tranche 2014 3) | 0 | 0 | 140 | 0 |
| Tranche 2015 4) | 0 | 0 | 0 | 107 |
| Summe | 179 | 120 | 395 | 227 |
| Versorgungsaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Gesamtvergütung | 535 | 478 | 790 | 649 |
3 Tranche 2014: Virtuelle Aktienoptionen (1.1.2014-31.12.2019)
4 Tranche 2015: Virtuelle Aktienoptionen (1.1.2015-31.12.2020)
Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 16, Abs. 1 und 2 der Satzung geregelt. In der außerordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft am 29. November 2018 wurde die Satzung neu gefasst. Jedes Aufsichtsratsmitglied erhält eine Grundvergütung für die Mitgliedschaft im Aufsichtsrat in Höhe von 30 TEUR, ein Sitzungsgeld in Höhe von 3 TEUR pro Sitzung, eine feste Vergütung für die Mitgliedschaft in Ausschüssen des Aufsichtsrates (außer Vermittlungsausschuss) in Höhe von 5 TEUR und den Ersatz seiner Auslagen. Entsprechendes gilt für Telefon- oder Videokonferenzen. Der Vorsitzende erhält das Doppelte der beiden vorgenannten Beträge, der Stellvertreter das Eineinhalbfache. Der Ausschussvorsitzende erhält das Doppelte der Ausschussgrundvergütung. Aufsichtsratsmitglieder, die nur einen Teil des Geschäftsjahrs dem Aufsichtsrat angehören, erhalten eine im Verhältnis geringere Vergütung. Entsprechend gilt dies auch für die zeitanteilige Mitgliedschaft in den Ausschüssen. Den Aufsichtsratsmitgliedern wurden wie in den Vorjahren weder Kredite noch Vorschüsse gewährt, noch wurden zu ihren Gunsten Haftungsverhältnisse eingegangen.
Für den Aufsichtsrat bestehen keine Aktienoptionsprogramme und ähnliche wertpapierorientierte Anreizsysteme. Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder belief sich im Geschäftsjahr 2019 insgesamt auf 667 TEUR (Vorjahr: 454 TEUR). Vergütungen für persönlich erbrachte Beratungsleistungen an Konzerngesellschaften erhielt kein Aufsichtsratsmitglied (Vorjahr: 0 TEUR). Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten bzw. vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen, die von den Vorstands- und den Aufsichtsratsmitgliedern wahrgenommen werden, können im Konzernanhang unter [37] entnommen werden. Die Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen sind im Anhang des Konzernabschlusses dargestellt.
Die Aufsichtsratsmitglieder erhielten im Berichtsjahr folgende Vergütungen:
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| FIXE VERGÜTUNG | SITZUNGSGELD | GESAMT | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2018 | 2019 | 2018 | 2019 | 2018 | 2019 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Jürgen Abromeit | 7 | 80 | 6 | 30 | 13 | 110 |
| Dr. Jürgen Allerkamp | 44 | 35 | 41 | 12 | 85 | 47 |
| Dr. Ralf Bartsch | 27 | 0 | 21 | 0 | 48 | 0 |
| Dr. Dorothee Becker | 30 | 35 | 27 | 15 | 57 | 50 |
| Dorothee Diehm | 3 | 35 | 3 | 15 | 6 | 50 |
| Pia Fischinger | 3 | 30 | 3 | 16 | 6 | 46 |
| Cornelia Holzberger | 0 | 28 | 0 | 14 | 0 | 42 |
| Prof. Dr. Kammerlander | 27 | 0 | 21 | 0 | 48 | 0 |
| Gerold Klausmann | 3 | 35 | 3 | 15 | 6 | 50 |
| Wolfgang Lemb | 4 | 50 | 0 | 20 | 4 | 70 |
| Isabella Pfaller | 4 | 45 | 3 | 16 | 7 | 61 |
| Sergej Schönhals | 3 | 2 | 3 | 0 | 6 | 2 |
| Helmut Späth | 57 | 30 | 54 | 16 | 111 | 46 |
| Uwe Trinogga | 3 | 30 | 3 | 16 | 6 | 46 |
| Carl Martin Welcker | 30 | 35 | 21 | 12 | 51 | 47 |
| Gesamt | 245 | 470 | 209 | 197 | 454 | 667 |
Das Grundkapital der INDUS Holding AG betrug zum 31. Dezember 2019 insgesamt 63.571.323,62 EUR. Es ist eingeteilt in 24.450.509 nennwertlose Inhaber-Stammaktien. Dabei gewährt jede Stückaktie eine Stimme. Es bestehen keine unterschiedlichen Aktiengattungen. Mit allen Aktien sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden. Die mit den Aktien verbundenen Rechte und Pflichten ergeben sich aus den gesetzlichen Vorschriften.
Nach aktuellen Informationen von INDUS hält die Versicherungskammer Bayern, Versicherungskammer des öffentlichen Rechts, München, zum Stichtag 19,4 % der Aktien.
Es existieren keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen. Eine Stimmrechtskontrolle für den Fall, dass Arbeitnehmer am Kapital der INDUS Holding AG beteiligt sind und diese ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben, ist dem Vorstand nicht bekannt.
Die Mitglieder des Vorstands werden nach den gesetzlichen Vorschriften, geregelt in den §§ 84, 85 AktG, bestellt und abberufen. Die Satzung enthält hierzu keine Sonderregelungen. Der Aufsichtsrat bestellt die Vorstandsmitglieder für höchstens fünf Jahre, wobei eine wiederholte Bestellung durch den Aufsichtsrat zulässig ist. Nach § 8.1. der Satzung besteht der Vorstand aus mindestens zwei Personen. Der Aufsichtsrat kann nach § 8.2. der Satzung ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden oder Sprecher des Vorstands und ein weiteres Mitglied zum stellvertretenden Vorsitzenden bestellen.
Für den Fall, dass sich die Zusammensetzung des Aufsichtsrats und das unternehmerische Konzept der Gesellschaft wesentlich verändern (Change of Control), sind die Vorstandsmitglieder innerhalb eines Jahres zur außerordentlichen Kündigung des Anstellungsvertrags berechtigt. Im Fall der außerordentlichen Kündigung oder bei Abberufung des Vorstands innerhalb eines Jahres nach dem Change of Control, ohne dass ein wichtiger Grund im Sinne des § 626 BGB vorliegt, zahlt die Gesellschaft dem Vorstandsmitglied eine Abfindung. Diese bemisst sich nach der Gesamtvergütung, einschließlich aller festen und variablen Vergütungsbestandteile und geldwerten Vorteile. Die Abfindung wird für den Zeitraum bis zum vorgesehenen Beendigungszeitpunkt - im Fall einer Kündigung aber für höchstens zwei Jahre und im Fall der Abberufung für mindestens zwei Jahre gezahlt, jedoch maximal bis zur Höhe von 150% der Gesamtvergütung von zwei Vertragsjahren - gezahlt.
Satzungsänderungen erfolgen gemäß § 179 AktG durch Beschluss der Hauptversammlung. Grundsätzlich ist für eine Satzungsänderung die Zustimmung von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals notwendig. Der Aufsichtsrat ist gemäß § 17 der Satzung dazu ermächtigt, Änderungen der Satzung, die lediglich die Fassung betreffen, vorzunehmen sowie gemäß § 6.4. der Satzung den Wortlaut der Satzung entsprechend der jeweiligen Ausnutzung des genehmigten Kapitals zu ändern.
Die Gesamtzahl der unter Ausschluss des Bezugsrechts aufgrund einer dieser Ermächtigungen auszugebender und ausgegebenen Aktien darf 10 % des Grundkapitals zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung nicht überschreiten; dabei sind Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung aufgrund anderer Ermächtigungen unter Bezugsrechtsausschluss veräußert oder abgegeben bzw. auszugeben sind.
Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 11.700.000,04 EUR, eingeteilt in 4.500.000 auf den Inhaber lautende neue Stückaktien, bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2018).
Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie
| ― | die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandelschuldverschreibungen oder von Optionsscheinen aus Optionsschuldverschreibungen (oder einer Kombination dieser Instrumente), die von der Gesellschaft oder deren Konzerngesellschaften aufgrund der Ermächtigung des Vorstandes durch die ordentliche Hauptversammlung vom 24. Mai 2018 bis zum 23. Mai 2023 ausgegeben bzw. garantiert werden, von ihren Wandlungs- bzw. Optionsrechten Gebrauch machen oder |
| ― | die Verpflichteten aus Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, die von der Gesellschaft aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch die ordentliche Hauptversammlung vom 24. Mai 2018 bis zum 23. Mai 2023 ausgegebenen werden, ihre Wandlungs- bzw. Optionspflicht erfüllen und |
| ― | das Bedingte Kapital nach Maßgabe der Bedingungen der Wandel- bzw. Optionsschuldverschreibungen benötigt wird. |
Der Vorstand ist gemäß § 6.1. der Satzung ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 28. Mai 2024 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmalig um bis zu insgesamt 31.785.660,51 EUR gegen Bar- und/oder Sacheinlagen (einschließlich sogenannter gemischter Sacheinlagen) durch Ausgabe von bis zu 12.225.254 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2019) und dabei einen vom Gesetz abweichenden Beginn der Gewinnbeteiligung, auch rückwirkend auf ein bereits abgelaufenes Geschäftsjahr, soweit über den Gewinn dieses Geschäftsjahres noch kein Beschluss gefasst wurde, zu bestimmen. Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Die neuen Aktien können auch von einem oder mehreren durch den Vorstand bestimmten Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären anzubieten (mittelbares Bezugsrecht). Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre in folgenden Fällen auszuschließen:
| ― | zur Vermeidung von Spitzenbeträgen; |
| ― | bei einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen; |
| ― | wenn der Ausgabebetrag der unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegebenen neuen Aktien den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet und die unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegebenen neuen Aktien insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht überschreiten, und zwar weder zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch zum Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung. Auf diese Begrenzung sind Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung aufgrund anderer Ermächtigungen in unmittelbarer oder entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Bezugsrechtsausschluss veräußert oder ausgegeben wurden bzw. auszugeben sind; |
| ― | bei einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen, insbesondere zum Zweck des Erwerbs eines Unternehmens, von Unternehmensteilen, einer Beteiligung an einem Unternehmen oder sonstigen wesentlichen Betriebsmitteln; sowie |
| ― | um den Inhabern von Wandlungs- oder Optionsrechten auf Aktien der Gesellschaft bzw. entsprechender Wandlungs- oder Optionspflichten zum Ausgleich von Verwässerungen ein Bezugsrecht in dem Umfang einzuräumen, wie es ihnen nach Ausübung dieser Rechte bzw. Erfüllung dieser Pflichten als Aktionär zustehen würde. |
Die Gesamtzahl der unter Ausschluss des Bezugsrechts aufgrund einer dieser Ermächtigungen auszugebender und ausgegebenen Aktien darf 10 % des Grundkapitals zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung nicht überschreiten; dabei sind Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung aufgrund anderer Ermächtigungen unter Bezugsrechtsausschluss veräußert oder abgegeben bzw. auszugeben sind.
Des Weiteren hat die Hauptversammlung vom 3. Juni 2015 den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien der Gesellschaft bis zu 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben. Die Ermächtigung wurde mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung am 3. Juni 2015 wirksam und gilt bis zum 2. Juni 2020. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen sowie einmal oder mehrmals ausgeübt werden.
Auf die erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien, die sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr nach den §§ 71a ff. AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft entfallen. Die Gesellschaft darf die Ermächtigung nicht zum Zwecke des Handels in eigenen Aktien ausnutzen.
Der Erwerb darf nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots erfolgen:
| ― | Erfolgt der Erwerb der eigenen Aktien über die Börse, so darf der von der Gesellschaft gezahlte Gegenwert je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den Mittelwert der Aktienkurse (Schlussauktionspreise im "Xetra"-Handel der Deutschen Börse AG in Frankfurt am Main bzw. in einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an drei Tagen vor dem Erwerb oder der Verpflichtung zum Erwerb um nicht mehr als 10 % über- oder unterschreiten. |
| ― | Erfolgt der Erwerb über ein öffentliches Kaufangebot an alle Aktionäre der Gesellschaft, dürfen der gebotene Kaufpreis oder die Grenzwerte der gebotenen Kaufpreisspanne je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den Mittelwert der Aktienkurse (Schlussauktionspreise im "Xetra"-Handel der Deutschen Börse AG in Frankfurt am Main bzw. in einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an drei Tagen vor dem Tag der Veröffentlichung des Angebots um nicht mehr als 10 % über- oder unterschreiten. Das Volumen des Angebots kann begrenzt werden. Sofern die gesamte Zeichnung des Angebots dieses Volumen überschreitet, muss die Annahme im Verhältnis der jeweils angebotenen Aktien erfolgen. Eine bevorrechtigte Annahme geringerer Stückzahlen bis zu 50 Stück zum Erwerb angebotener Aktien der Gesellschaft je Aktionär sowie eine Rundung nach kaufmännischen Grundsätzen zur Vermeidung rechnerischer Bruchteile von Aktien kann vorgesehen werden. Ein etwaiges weitergehendes Andienungsrecht der Aktionäre ist ausgeschlossen. |
Der Vorstand wird ermächtigt, die aufgrund der vorliegenden oder aufgrund einer früher erteilten Ermächtigung erworbenen Aktien der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, aufgrund einzelner oder mehrerer Ermächtigungen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre wie folgt zu verwenden:
| ― | zur Veräußerung der erworbenen Aktien in anderer Weise als über die Börse oder durch Angebot an alle Aktionäre, soweit dies gegen Sachleistung und zu dem Zweck erfolgt, Unternehmen, Unternehmensteile oder Beteiligungen an Unternehmen (einschließlich der Erhöhung bestehender Beteiligungen) zu erwerben oder Unternehmenszusammenschlüsse durchzuführen; |
| ― | zur Veräußerung der erworbenen Aktien in anderer Weise als über die Börse oder durch Angebot an alle Aktionäre gegen Barzahlung, wenn der Kaufpreis den Börsenpreis der Aktien zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet. Diese Ermächtigung beschränkt sich auf insgesamt höchstens 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung über diese Ermächtigung oder - falls dieser Wert geringer ist -auf 10 % des Grundkapitals zum Zeitpunkt der Veräußerung der Aktien. Das Ermächtigungsvolumen verringert sich um den anteiligen Betrag am Grundkapital der Gesellschaft, der auf Aktien entfällt oder auf den sich Wandlungs- und/oder Optionsrechte bzw. -pflichten aus Schuldverschreibungen beziehen, die seit Erteilung dieser Ermächtigung unter Bezugsrechtsausschluss in unmittelbarer, entsprechender oder sinngemäßer Anwendung von § 186 Absatz 3 Satz 4 AktG ausgegeben oder veräußert worden sind. Der Preis, zu dem Aktien gemäß dieser Ermächtigung an Dritte abgegeben werden, darf den Mittelwert der Aktienkurse (Schlussauktionspreise im "Xetra"-Handel der Deutschen Börse AG in Frankfurt am Main bzw. in einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an den letzten drei Tagen vor Begründung der Verpflichtung zur Veräußerung bzw. dem Tag der Börseneinführung nicht um mehr als 5 % unterschreiten; |
| ― | zur Ausgabe von Aktien an Arbeitnehmer und Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft und an Arbeitnehmer und Mitglieder der Geschäftsführungen der mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen, soweit sie zur Bedienung von Arbeitnehmern und Mitgliedern des Vorstands der Gesellschaft oder Arbeitnehmern und Mitgliedern der Geschäftsführung der mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen eingeräumten Options- bzw. Erwerbsrechten oder Erwerbspflichten auf Aktien der Gesellschaft verwendet werden sollen; |
| ― | zur Erfüllung der Verpflichtungen aus Wertpapierdarlehen/Wertpapierleihen, die zum Zweck der Ausgabe von Aktien an Arbeitnehmer und Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft und an Arbeitnehmer und Mitglieder der Geschäftsführungen der mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen entsprechend vorstehendem Absatz aufgenommen wurden; |
| ― | zur Erfüllung von Umtauschrechten oder -pflichten aus von der Gesellschaft oder von mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen begebenen Wandel-, Options- und/oder Gewinnschuldverschreibungen oder Zertifikaten; und/oder zur Gewährung eines Bezugsrechts auf eigene Aktien für Inhaber oder Gläubiger der von der Gesellschaft oder ihren Konzerngesellschaften ausgegebenen Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen in dem Umfang, wie es ihnen nach Ausübung der ihnen eingeräumten Options- oder Wandlungsrechte als Aktionär zustehen würde und nach näherer Maßgabe der Anleihe- bzw. Optionsbedingungen zum Zwecke des Verwässerungsschutzes angeboten werden kann; |
| ― | für Spitzenbeträge im Fall der Veräußerung eigener Aktien im Rahmen eines Verkaufsangebots an alle Aktionäre. |
Der Vorstand wird ferner ermächtigt, alle oder einen Teil der eigenen Aktien der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats einzuziehen, ohne dass die Einziehung oder ihre Durchführung eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf. Von der Ermächtigung zur Einziehung kann mehrfach Gebrauch gemacht werden. Die eigenen Aktien können auch nach § 237 Absatz 3 Nr. 3 AktG im vereinfachten Verfahren ohne Kapitalherabsetzung durch Anpassung des auf eine Aktie entfallenden anteiligen Betrags des Grundkapitals eingezogen werden. Der Vorstand ist in diesem Fall zur Anpassung der Zahl der Stückaktien in der Satzung ermächtigt.
INDUS betreibt ein professionelles Chancen- und Risikomanagement. Es unterstützt die Führung von INDUS dabei, die Unternehmensziele zu erreichen. Zentrale Aufgabe des Systems ist es, Chancen frühzeitig zu erkennen und nach angemessener Chancen-Risiko-Abwägung nutzen zu können. Gleichzeitig soll es sicherstellen, dass das Unternehmen bei Eintritt ungeplanter Ereignisse angemessen und sicher reagieren kann.
INDUS fördert und unterstützt die unternehmerischen Potenziale in der Gruppe. Dazu nutzt der Vorstand unter anderem das Instrument des "Strategischen Dialogs" mit den Geschäftsführungen. Im Rahmen der Begleitung der Beteiligungen erörtert der Vorstand mindestens einmal pro Jahr gemeinsam mit den jeweiligen Geschäftsführungen die Markt- und Techniktrends. Dabei diskutieren die Beteiligten "auf Augenhöhe" insbesondere über die Chancen, die sich für die jeweilige Beteiligung daraus ergeben.
Auch beteiligungsunabhängig setzt sich der Vorstand laufend mit den Möglichkeiten der strategischen Weiterentwicklung der Gruppe auseinander. Dazu beschäftigt er sich im Besonderen mit den globalen Wachstumstreibern wie Digitalisierung, Mobilität, Infrastruktur, Gesundheit und Sicherheit. Der Vorstand geht davon aus, dass sich auf diesen Feldern für die Gruppenunternehmen besondere Entwicklungschancen und für die Holding attraktive Zukaufchancen ergeben werden. Dabei spielen auch die Chancen, die sich aus nahhaltigem Handeln ergeben, eine immer wichtigere Rolle.
Unabhängig vom strategischen Austausch des Vorstands mit den Geschäftsführungen erfassen alle Unternehmen in ihrer operativen Planung und im monatlichen Informationsaustausch Chancen und Risiken, um die aktuelle Ergebnis- und Liquiditätssituation der einzelnen Geschäfte noch besser einschätzen und beurteilen zu können.
Die Holding unterstützt die Beteiligungen bei der Erschließung der Chancen durch Beratung und das Bereitstellen von Finanzmitteln, zum Beispiel für strategische Ergänzungen auf Gesellschaftsebene (Enkelgesellschaften). Die Chancen aus den potenziellen Zukäufen werden durch die jeweils verantwortliche Geschäftsführung im Dialog mit den Vorstandsmitgliedern beurteilt.
Auf operativer Ebene werden die Chancen von den Geschäftsführern vor Ort analysiert und erschlossen. Grundlage hierfür sind Analysen der relevanten Märkte und Wettbewerber sowie unterschiedliche Entwicklungsszenarien zu entscheidenden Kostentreibern und Erfolgsfaktoren.
Chancen ergeben sich für die Gruppenunternehmen insbesondere durch die regelmäßige Entwicklung neuer Produkte. Innovationen helfen den Unternehmen, ihre Marktstellung in ihren Nischenmärkten zu behaupten und auszubauen. Die Beteiligungen analysieren im Dialog mit ihren Kunden und Lieferanten, welche neuen Einsatzmöglichkeiten sich kurz-, mittel- und langfristig für ihre Technologien eröffnen. Wichtiger Ansatzpunkt für die Weiterentwicklung ihres Geschäfts sind dabei die Produktinnovationen der Kunden selbst. Häufig erfordern neue Produkte auch innovative Produktionsprozesse, bei denen die Beteiligungen ihr Wissen einbringen können.
Unterstützt durch INDUS setzen sich die Beteiligungsunternehmen mit den Chancen, die sich aus einem systematischen Nachhaltigkeitsmanagement ergeben, auseinander. Eine detaillierte Darstellung dieser Ansätze findet sich im Nachhaltigkeitsbericht, der Teil dieses Geschäftsberichts ist.
INDUS unterstützt und berät das Chancenmanagement der Beteiligungsunternehmen und bietet Lösungsmöglichkeiten an, auf die die Beteiligungsgesellschaften individuell zugreifen können. Eine detaillierte Darstellung dieser Fördermaßnahmen findet sich im Kapitel Entwicklung und Innovation.
Die Geschäftspolitik von INDUS ist darauf ausgerichtet, den Wert des Portfolios zu steigern. Die wesentlichen strategischen Chancen ergeben sich daher aus dem Erwerb, dem Halten und der Finanzierung von Entwicklungsmöglichkeiten der Beteiligungen. Damit kommt den M&A-Aktivitäten von INDUS eine zentrale Bedeutung zu. Um Akquisitionschancen systematisch zu nutzen, hat INDUS Zielmärkte definiert, in denen durch aktive Suche potenzielle neue Beteiligungen gefunden werden sollen. Das Investitionsteam der INDUS Holding AG identifiziert dazu permanent potenzielle Zielunternehmen und analysiert sie sorgfältig. Zusätzlich zu ihren fünf etablierten Segmentmärkten untersucht INDUS verstärkt die Bereiche Technik für Infrastruktur und Logistik, Energie- und Umwelttechnik, Automatisierungs-, Mess- und Regeltechnik sowie den Bereich Sicherheitstechnik, um weitere interessante Akquisitionsmöglichkeiten zu finden.
Zur Wahrnehmung dieser Chancen setzt INDUS sowohl auf einen kontinuierlichen Ausbau ihres Netzwerks als auch verstärkt auf externe Branchenexperten, da der Markt für mittelständische Unternehmen in der Umsatzgrößenklasse <100 Mio. EUR Jahresumsatz sehr diversifiziert ist; diese Berater arbeiten exklusiv für INDUS und identifizieren passende Portfolioergänzungen nach einem klaren Anforderungsprofil.
INDUS sieht sich aufgrund ihrer Positionierung als langjährige Käuferin von mittelständischen Hidden Champions in einer besonderen Marktposition. Da INDUS Unternehmen erwirbt, um sie langfristig zu erhalten und in ihrer unternehmerischen Weiterentwicklung zu unterstützen, und nicht, um sie zu veräußern, verfügt die Gesellschaft nach unserer Auffassung über einen ausgezeichneten Ruf in der mittelständischen Industrie. Potenzielle Verkäufer wenden sich deshalb teilweise exklusiv an INDUS, um ihr Unternehmen in eine zukunftsfeste Nachfolge zu überführen.
Aufgrund der langjährig gewachsenen Erfolgsgeschichte, des stetigen Geschäftsverlaufs und der soliden Finanzierungspolitik verfügt INDUS jederzeit bankenunabhängig über die erforderlichen Finanzierungsmittel zum Kauf neuer Unternehmen. Dies zusammen mit einem bewährten und zügigen Akquisitionsablauf versetzt die Gruppe in die Lage, sich im Akquisitionsmarkt bietende Chancen effektiv zu nutzen und Verkaufsverhandlungen ohne die Beteiligung Dritter in wenigen Wochen abzuschließen.
Die Unternehmen im INDUS-Portfolio profitieren in erster Linie von einer positiven Entwicklung der Gesamtkonjunktur in der produzierenden Industrie. Aufgrund der Coronavirus-Krise rechnet der Vorstand allerdings im aktuellen Jahr mit einem massiven Einbruch der Konjunktur in Deutschland. Gleichwohl bieten sich auch unter diesem Szenario weitere Chancen für die Beteiligungen. Es zeigt sich, dass insbesondere die Bereiche Infrastruktur für Paketlogistik, Bauinfrastruktur im Bereich des Glasfaserausbaus, fortschreitende Digitalisierung und Fabrikautomation neue Chancen bieten. Die globale Präsenz der Unternehmen im INDUS-Portfolio bzw. deren Verstärkung tragen zur Nutzung dieser Chancen in den relevanten Märkten bei.
Die sogenannten Hidden Champions in der INDUS-Gruppe verfügen nach unserer Einschätzung über eine hohe Entwicklungskompetenz. Die Zukunftsthemen Umweltschutz und Energieeffizienz sind in allen industriellen Branchen relevant. Energiepreise und Umweltstandards werden langfristig weiter steigen. Daher erwartet INDUS verstärkte Investitionen in nachhaltige und energiesparende Produktionsprozesse. Hier sieht INDUS mittelfristig insbesondere für die Unternehmen aus den Segmenten Fahrzeugtechnik, Maschinen- und Anlagenbau und Metalltechnik nutzbare Chancen.
Das Segment Bau/Infrastruktur wird weiterhin von der starken inländischen Baunachfrage profitieren, ausgelöst durch Inflationsängste, die vermehrte Investitionsneigung in Immobilieneigentum und verstärkter öffentlicher Investitionen in Infrastruktur.
Für das Segment Medizin- und Gesundheitstechnik sieht INDUS mittel- und langfristig kontinuierlich gute Wachstumschancen aufgrund der demografischen Entwicklung und des anhaltend hohen Bedarfs an Medizin- und Gesundheitstechnik und deren Anwendungen.
Die INDUS Holding AG und ihre Beteiligungsgesellschaften sind im Rahmen ihrer internationalen Aktivitäten einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Der Eintritt von Risiken könnte nachteilige Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit sowie auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Die INDUS Holding AG hat daher in Übereinstimmung mit branchenüblichen Standards und gesetzlichen Bestimmungen ein Risikomanagementsystem eingerichtet, um potenzielle Risiken zu erkennen und über alle Funktionen hinweg beobachten und beurteilen zu können. Dieses Risikomanagementsystem setzt auf die individuellen und eigenständigen Risikomanagementsysteme der Beteiligungen in enger Abstimmung mit dem Gesellschafter INDUS auf.
Das Risikomanagementsystem ist als integraler Bestandteil der Geschäfts-, Planungs-, Rechnungslegungs- und Kontrollprozesse in das Informations- und Kommunikationssystem der INDUS Holding AG eingebunden. Die Verantwortung für die Gestaltung des Risikomanagementsystems liegt beim Vorstand, der ein aktives Management der Risiken sicherstellt. Das Risikomanagementsystem der INDUS Holding AG ist im Risikomanagement-Handbuch der Gesellschaft dokumentiert.
Ziel des Risikomanagementsystems ist es, Risiken systematisch zu identifizieren, zu inventarisieren, zu analysieren, zu bewerten, zu steuern und zu überwachen. Der Vorstand überprüft und überarbeitet dazu im regelmäßigen Turnus sowie anlassbezogen das Risikokataster der Gesellschaft. Auf dieser Basis werden die erforderlichen Maßnahmen zur Risikosteuerung definiert, dokumentiert und deren Wirksamkeit ebenfalls mit dem Risikokataster überwacht. Der Aufsichtsrat wird regelmäßig über die Risikolage der Gesellschaft informiert.
Die Struktur und die Funktionsweise des Risikomanagementsystems werden in regelmäßigen Abständen sowie anlassbezogen vom Vorstand überprüft. Die Ergebnisse dieser Prüfung ebenso wie die Anmerkungen des Abschlussprüfers im Rahmen der Jahresabschlussprüfung fließen dann in die systematische Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems ein. Die unterjährige Überwachung der Risikolage, die Überprüfung der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems sowie eingeleitete Maßnahmen zu seiner Verbesserung werden einmal jährlich im Risikomanagement-Jahresbericht der Gesellschaft dokumentiert.
Umfang und Ausgestaltung des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems (IKS) der INDUS Holding AG liegen im Ermessen und in der Verantwortung des Vorstands. Der Aufsichtsrat überwacht den Rechnungslegungsprozess und die Wirksamkeit des IKS. Die Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des IKS bei den Beteiligungsgesellschaften wird zudem durch die Abschlussprüfer der Konzerngesellschaften geprüft. Für die INDUS Holding AG selbst obliegt die Prüfung der Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des IKS direkt dem Vorstand.
Das IKS beinhaltet die Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen, um die Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sicherzustellen, und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Das IKS ist so gestaltet, dass der Konzernabschluss der INDUS Holding AG nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, und den nach § 315e Abs. 1 HGB ergänzend zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt wird. Die Aufstellung des Jahresabschlusses erfolgt nach den handelsrechtlichen Vorschriften des HGB. Die Struktur des IKS bietet eine möglichst hohe Sicherheit. Unabhängig von seiner Ausgestaltung kann das IKS dennoch keine absolute Sicherheit dahingehend liefern, dass Fehlaussagen in der Rechnungslegung vermieden oder aufgedeckt werden.
Die Prozesse zur Konzernrechnungslegung (im Folgenden verkürzt "Rechnungslegung") und Lageberichterstellung werden von den zuständigen Mitarbeitern im Konzernrechnungswesen und im Controlling der INDUS Holding AG gesteuert. Änderungen der Gesetze, Rechnungslegungsstandards und andere Verlautbarungen werden hinsichtlich ihrer Relevanz und Auswirkungen für die Rechnungslegung geprüft. Die sich daraus ergebenden Änderungen der Rechnungslegungsprozesse werden in zentral verfügbaren Verfahrensanweisungen und in den bei der Rechnungslegung verwendeten Systemen abgebildet. Die jeweils aktuelle Konzernbilanzierungsrichtlinie wird an alle mit der Rechnungslegung befassten Mitarbeiter der INDUS Holding AG und der Beteiligungsgesellschaften kommuniziert. Zusammen mit dem konzernweit gültigen Abschlusskalender bilden diese Elemente die Basis für den Abschlusserstellungsprozess.
Die Beteiligungsgesellschaften erstellen ihre Abschlüsse für Konsolidierungszwecke ("Reporting Packages") gemäß den Vorgaben der Konzernbilanzierungsrichtlinie. Die Reporting- und Konsolidierungsprozesse erfolgen für alle Beteiligungsgesellschaften über ein einheitliches IT-System, das zentral von der INDUS Holding AG zur Verfügung gestellt wird. Verfahrensanweisungen und standardisierte Meldeformate unterstützen dabei den Prozess der einheitlichen und ordnungsgemäßen Konzernrechnungslegung. Teilweise werden zusätzlich externe Dienstleister, z.B. für die Bewertung von Pensionsverpflichtungen, beauftragt.
Zur Vermeidung von Risiken im Rechnungslegungsprozess umfasst das IKS präventive und aufdeckende interne Kontrollen. Dazu gehören insbesondere IT-gestützte und manuelle Abstimmungen, die Funktionstrennung und das Vier-Augen-Prinzip. Diese Kontrollen und Instrumente werden fortlaufend weiterentwickelt, um auch künftige Risiken ausschließen zu können, wenn Schwachstellen identifiziert wurden.
Das Controlling und das Konzernrechnungswesen der INDUS Holding AG stellt über entsprechende Prozesse sicher, dass die Vorgaben der Konzern-Bilanzierungsrichtlinie eingehalten werden. Die in den Rechnungslegungsprozess einbezogenen Mitarbeiter werden regelmäßig geschult. Im gesamten Rechnungslegungsprozess werden die Beteiligungsgesellschaften durch zentrale Ansprechpartner unterstützt.
Der Vorstand der INDUS Holding AG und die Geschäftsführer der Beteiligungsgesellschaften sind dafür verantwortlich, dass die gültigen Richtlinien und Verfahren zum Rechnungslegungsprozess eingehalten werden. Weiterhin stellen sie den ordnungsgemäßen und zeitgerechten Ablauf ihrer rechnungslegungsbezogenen Prozesse und Systeme sicher.
Die Beteiligungsgesellschaften und die INDUS Holding AG identifizieren und bewerten Risiken zunächst im Rahmen eines Bottom-up Ansatzes dezentral. Dieser Prozess wird durch den Risikobeauftragten der INDUS Holding AG unterstützt. Die Risiken werden anhand der möglichen Auswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet. Die Eintrittswahrscheinlichkeit bezieht sich auf den Prognosezeitraum von einem Jahr. Die Gesamtbeurteilung der Risikolage des Konzerns umfasst die Aggregation der Einzelrisiken je Risikokategorie. Zur Darstellung der möglichen Auswirkung aus Konzernsicht wurde auf die Summe der Erwartungswerte der Bruttorisiken, d.h. zunächst ohne Berücksichtigung implementierter risikominimierender Maßnahmen, abgestellt.
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| UNTERNEHMENSRISIKEN (NACH EINSCHÄTZUNG DES VORSTANDS) | MÖGLICHE FINANZIELLE AUSWIRKUNG (Erwartungswert der Bruttorisiken) | RISIKOLAGE FÜR 2020 IM VERGLEICH ZUM VORJAHR |
|---|---|---|
| COVID-19-Pandemie | kritisch | neu aufgenommen |
| Umfeld- und Branchenrisiken | bedeutsam | gleich |
| Unternehmensstrategische Risiken | bedeutsam | gleich |
| Leistungswirtschaftliche Risiken | bedeutsam | gleich |
| Personalrisiken | gering | gleich |
| Informationstechnische Risiken | gering | gleich |
| Finanzwirtschaftliche Risiken | bedeutsam | leicht angestiegen |
| Rechtliche Risiken | bedeutsam | gleich |
| Sonstige Risiken | gering | gleich |
Ausprägung der möglichen finanziellen Auswirkung auf das Konzernergebnis oder Konzern-EBIT: gering (<5 Mio. EUR), bedeutsam (von 5 bis 20 Mio. EUR), kritisch (>20 Mio. EUR)
Neu aufgenommen als eigenständige Risikokategorie wurde die aktuelle Corona-Pandemie. Während auch in früheren Jahren Epidemien aufgetreten sind, wie zum Beispiel SARS, MERS, EBOLA oder A/H1N1, blieb deren Auswirkung begrenzt und hatte keinesfalls die weltweiten Folgen der aktuellen Pandemie. Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Risikos wurde bisher als gering eingeschätzt und muss nun revidiert werden. Aufgrund der Corona-Pandemie ergeben sich Risiken, die nachfolgend anhand der bekannten Risikoklassifizierung erläutert werden:
Durch die drastischen Maßnahmen zur Reduzierung der Ausbreitungsgeschwindigkeit des Coronavirus kommt es zunehmend zu Störungen des weltweiten Wirtschaftsablaufes. Hinzu kommt die hohe Verunsicherung von Konsumenten und Investoren und deren Auswirkungen auf Konsum und Investitionstätigkeit. 19 Exemplarisch seien auch die Werksschließungen der großen Automobilhersteller genannt, die eine Leistungserbringung der Unternehmen der Gruppe teilweise nicht mehr ermöglichen werden. Die hohe räumliche und sachliche Diversifikation der Beteiligungen der INDUS-Gruppe stellt aber einen klar risikominimierenden Vorteil dar. INDUS geht davon aus, das bedeutende Teile der wertschöpfenden Produktion aufrechterhalten werden können.
Durch die weltweit verfügten Einschränkungen der Reisefreiheit sind Auslandseinsätze (z.B. Montagen) nicht mehr möglich. Die Leistung kann nicht vollständig erbracht und abgerechnet werden; dies betrifft besonders das Segment Maschinen- und Anlagenbau. Die Schließung ausländischer und gegebenenfalls inländischer Produktionsstätten hemmt die Versorgung mit Vormaterial oder Fertigprodukten. Notwendige Ersatzteile sind nicht zu beschaffen. Es treten massive Störungen in der Lieferkette auf. Auch hier stellt die räumliche und sachliche Diversifikation und mittelständische Struktur der Beteiligungen der INDUS-Gruppe einen risikominimierenden Vorteil dar. INDUS geht aktuell davon aus, das bedeutende Teile der wertschöpfenden Produktion aufrechterhalten werden können. Die Beteiligungen arbeiten intensiv an alternativen Bezugsquellen (z.B. Ersatz Norditalien als Bezugsregion) zur Versorgungssicherheit und Aufstockung notwendiger Vorräte und Maschinenersatzteile.
Risiken im Personalbereich ergeben sich durch den Ausfall von Schlüsselpersonen oder auch von ganzen Abteilungen oder Bereichen. Es kann zu Infektionsfällen innerhalb oder außerhalb der betrieblichen Bereiche der Mitarbeiter kommen. Mit der Folge, dass wesentliche interne Prozesse nicht aufrechterhalten werden können.
Der Schutz der Mitarbeiter vor Ansteckungen ist oberstes Ziel aller Beteiligungen. Dies wird erreicht durch die Befolgung der Verhaltensregeln der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und des Robert-Koch Institutes zum Infektionsschutz. Alle Beteiligungen haben Maßnahmen ergriffen, um den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten. Dies sind die räumliche Trennung von einzelnen Mitarbeitern, von Mitarbeitergruppen quer durch die Abteilungen, die starke Nutzung von HomeOffice soweit möglich, zeitversetztes Arbeiten von Mitarbeitergruppen, Web Meetings, das Vermeiden von Kundenbesuchen vor Ort oder bei den Beteiligungen und vieles mehr. Zahlreiche Kommunen haben bereits zum Schutz der Bürger vor Infektionen weitreichende Maßnahmen wie Ausgangssperren, Versammlungsverbote u.ä. ergriffen. INDUS geht davon aus, dass diese konsequenten Maßnahmen Wirkung zeigen und die Ausbreitung wirksam bekämpft werden kann.
Die Aufrechterhaltung der betrieblichen Funktionen bedingt eine entsprechende Digitalisierung der vitalen Prozesse. Uneingeschränkte Kommunikationsmöglichkeiten und entsprechende IT-Ausstattung sind zur Risikominimierung notwendig. Nach heutigem Kenntnisstand sind die Unternehmen der INDUS-Gruppe gut aufgestellt, bislang vermeldet keine wesentliche Beteiligung IT- oder Kommunikationsstörungen wesentlicher Art. Die INDUS Holding AG kann den Betrieb aufgrund ihrer IT-Umgebung mit vollständig virtuellen Desktops und ausreichenden Bandbreiten der Internetzugänge sowie digitaler Finanzprozesse nach heutigem Kenntnisstand auch für längere Zeit vollumfänglich aufrechterhalten.
Einhergehend mit dem wirtschaftlichen Einbruch ergeben sich vielfältige finanzwirtschaftliche Risiken. Das Risiko fehlender Leistungserbringung bedingt fehlende Zahlungseingänge. Durch mögliche Insolvenzen von Kunden könnten erwartete Einzahlungen dauerhaft ausfallen. Kunden verlängern einseitig Zahlungsziele oder verlangen eine Preisreduktion bei Auf rechterhaltung von Kapazitäten. Die Auszahlungen sind teilweise fix und können nicht ohne Schadensersatzpflicht gestoppt werden. Es besteht in dieser Situation grundsätzlich ein Liquiditätsrisiko. Mit einer soliden Eigenkapitalausstattung und einem Kreis etablierter und verlässlicher Partner aus dem Bankensektor sieht sich INDUS hier gut aufgestellt. Ebenfalls von Vorteil ist der Risikoausgleich durch die breite Aufstellung der Gruppe. INDUS hat vorsorglich die freie Liquidität zur potentiellen Vermeidung von Engpässen deutlich erhöht. Gleichzeitig haben wir das Monitoring des Zahlungsmittelbestands in der Gruppe deutlich intensiviert. Darüber hinaus bestehen weitere nicht ausgenutzte Kreditlinien, die zusätzlich gezogen werden können. Vorsorglich wurden Investitionen weitgehend gestoppt und potentielle Unternehmenszukäufe verschoben. Durch diese Maßnahmen haben wir schnell reagiert.. Zudem hat die Bundesregierung entsprechende Hilfen für Unternehmen durch Haftungsfreistellung für Kreditinstitute für Unternehmenskredite, über Kurzarbeitergeld und Steuerstundung verkündet. Der Bund übernimmt aktuell weiterhin Exportkreditgarantien (sogenannte Hermesdeckungen) für Exporte nach China beziehungsweise in Coronavirus-Risikogebiete.
19 IfW: Kieler Konjunkturberichte Nr. 63 (2020/Q1), S. 3
Im Zusammenhang mit der COVID-19 Pandemie und den Störungen in den Leistungsbeziehungen ergeben sich signifikante Rechtsfragen und -risiken. Diese bestehen beispielsweise in Bezug auf Force Majeure-Klauseln und Regelungen zu Lieferausfällen, in Bezug auf Rügepflichten nach den Verträgen und geltendem Recht zur Wahrung der eigenen Rechte für den Fall einer streitigen Auseinandersetzung sowie in Bezug auf die Dokumentation relevanter Ereignisse zur Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen.
Maxime bei COVID-19 Störungen in der Leistungskette in der INDUS-Gruppe ist die gute und unmittelbare Kommunikation mit dem jeweiligen Vertragspartner, um in der aktuellen Lage Streitigkeiten zu vermeiden und eine partnerschaftliche Lösung in der weltweiten Krise zu finden. Soweit dies nicht möglich ist, unterstützt INDUS die Beteiligungen durch qualifizierte Rechtsexperten. Aktuell bestehen in der Gruppe keine wesentlichen rechtsanhängigen Streitigkeiten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie.
Die Corona-Pandemie ist in diesem Zusammenhang ein wertbegründendes Ereignis des laufenden Geschäftsjahres. Aktuell ist unklar, ob die Zukunftserfolgswerte der Beteiligungen wesentlich beeinträchtigt sind. Dies wird von der Dauer der Krise, Hochlaufkurve nach der Krise, Nachholeffekten ausgefallener Produktion und der nachhaltigen Auswirkung der Pandemie auf die wirtschaftliche Entwicklung abhängen.
Unabhängig von den vorstehend gesondert dargestellten Risiken aus der COVID 19-Pandemie unterliegt die Geschäftstätigkeit der INDUS unverändert den nachfolgenden Risiken:
Die Geschäftstätigkeit der Beteiligungen bedingt vom Grundsatz her einen engen Zusammenhang zwischen der Geschäftsentwicklung und der Entwicklung des gesamtwirtschaftlichen Umfelds. Neben den konjunkturellen Risiken stellen Erhöhungen der Energie- und Rohstoffpreise Risiken für die Entwicklung der einzelnen Gesellschaften und der Gruppe dar. Mit einem ausgewogenen Beteiligungsportfolio, bestehend aus fünf Segmenten, vermeidet INDUS eine überproportionale Abhängigkeit von einzelnen Branchen. Durch eine hohe Spezialisierung und eine starke Position innerhalb einer attraktiven Marktnische werden sowohl das Branchenrisiko als auch das allgemeine konjunkturelle Risiko für die Beteiligungsunternehmen gemindert. Ein grundsätzliches konjunkturelles oder und branchenspezifisches Risiko ist von Natur aus aber nicht zu vermeiden.
INDUS konzentriert sich auf den Erwerb von mittelständischen Produktionsunternehmen in Deutschland und im deutschsprachigen Ausland. Derzeit werden 51,1 % der Gesamtumsätze im Inland erzielt (Vorjahr: 51,4 %). Somit ist die Entwicklung des Konzerns noch stark durch die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland beeinflusst. Eine regionale Diversifikation des operativen Geschäfts streut das Geschäftsrisiko für INDUS. Im Zuge der weiteren Internationalisierung wird die Fokussierung auf das Inland sukzessive abnehmen.
Unternehmensstrategische Risiken bestehen hauptsächlich in der Fehleinschätzung der künftigen Markt- bzw. Geschäftsentwicklung der akquirierten Beteiligungsgesellschaften. Der langfristige Erfolg von INDUS hängt im Wesentlichen von der sorgfältigen Analyse potenzieller neuer Portfoliounternehmen und der Entwicklung des Beteiligungsportfolios ab. Um Risiken auf dem Feld "unternehmensstrategische Risiken" zu minimieren, setzt die Führungsgesellschaft auf eine umfangreiche Marktanalyse der jeweiligen Branche sowie eigene Analysen. Diese eigenen Analysen werden zudem einer externen, unabhängigen Begutachtung unterzogen. Die Entscheidung für eine Neuakquisition wird nach intensiver Prüfung und durch einstimmigen Beschluss des Vorstands getroffen.
Den möglichen Risiken aus Fehleinschätzungen in der strategischen Positionierung der Beteiligungsunternehmen begegnet INDUS durch eigene intensive Markt- und Wettbewerbsbeobachtungen und regelmäßige Informationsgespräche mit den Geschäftsführern der Beteiligungsgesellschaften. Sämtliche Beteiligungsunternehmen stellen monatlich Daten über ihre aktuelle Geschäftsentwicklung und die individuelle Risikolage zur Verfügung. Ihre kurz- und mittelfristigen Planungen werden auf Ebene der Führungsgesellschaft aggregiert. Dies gewährleistet, dass INDUS als Eigentümerin stets einen umfassenden Überblick über die Risikolage des einzelnen Unternehmens und des Konzerns hat.
Neben den unternehmensstrategischen Risiken bestehen für INDUS und die Beteiligungsunternehmen leistungswirtschaftliche Risiken. Dazu zählen insbesondere Beschaffungsrisiken, Produktionsrisiken und Absatzrisiken.
Die Beteiligungsunternehmen benötigen für die Herstellung ihrer Produkte Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, die von unterschiedlichen Lieferanten bezogen werden. Aufgrund der breiten Diversifikation innerhalb des Gesamtportfolios von INDUS sind Beschaffungsrisiken im Hinblick auf die Auswirkungen auf den Konzern als Ganzes von untergeordneter Bedeutung. Grundsätzlich sind die Unternehmen bestrebt, die Lieferung von wichtigen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen durch langfristige Kontrakte abzusichern. Die Einkaufspreise für Rohstoffe und Energieträger können stark schwanken. Abhängig von der jeweiligen Marktsituation ist es den Beteiligungsgesellschaften daher nicht immer möglich, die daraus entstehenden Belastungen an die Kunden zeitnah und vollumfänglich weiterzugeben. Die operativ Verantwortlichen stehen im kontinuierlichen Kontakt mit Lieferanten und Kunden. So können sie frühzeitig auf eventuell auftretende Preis- und Mengenrisiken reagieren. Zusätzlich begrenzen die Beteiligungsunternehmen, wo notwendig, mit dem Abschluss von Rohstoffsicherungen das Risiko. Produktions- und Absatzrisiken sind aufgrund der breiten Diversifikation innerhalb des Gesamtportfolios von INDUS im Hinblick auf die Auswirkungen auf den Konzern von untergeordneter Bedeutung. INDUS analysiert dazu regelmäßig die Kundenstruktur in der Gruppe; es existieren weder einzelne Produkt- oder Dienstleistungsgruppen noch einzelne Kunden, die einen Anteil von mehr als 10 % am Umsatz erreichen.
Auch aufgrund von Tarifabschlüssen ergeben sich weitere leistungswirtschaftliche Risiken, da die Belastungen oft nicht vollumfänglich an die Kunden weitergegeben werden können, sondern durch Produktivitätserhöhungen kompensiert werden müssen.
Der langfristige Erfolg der INDUS Holding AG hängt maßgeblich vom Wissen und von der Einsatzbereitschaft ihrer Mitarbeiter ab. Mögliche Risiken ergeben sich im Wesentlichen bei der Personalbeschaffung und Personalentwicklung sowie durch die Fluktuation von Mitarbeitern in Schlüsselpositionen. Die INDUS Holding AG begrenzt diese Risiken durch zielgerichtete Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie eine leistungsgerechte Vergütung. Die Mitarbeiter schätzen die positive Unternehmenskultur. Ausdruck dieser Wertschätzung ist eine geringe Fluktuation. Die Gesamtheit aller Maßnahmen macht die Gesellschaft zu einem attraktiven Arbeitgeber, so dass den Risiken aus Fluktuation, demografischer Entwicklung und Kompetenzverlust aktiv begegnet wird.
Die Unternehmen der INDUS-Gruppe betreiben ihre Personalarbeit eigenständig; sie sind in vielen Branchen und Regionen angesiedelt, sodass die Risiken der Personalbeschaffung und Personalentwicklung breit gestreut sind. Im Rahmen ihrer Berichte an INDUS erfassen sie monatlich ihre personellen Kapazitäten und planen Reserven, um Flexibilität in den Produktions- und Personalkosten nutzen zu können. Qualifizierte Beschäftigte sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die jeweilige Beteiligung. Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung und der aktuellen sehr guten Beschäftigungslage ist das Risiko des Fachkräftemangels angestiegen. Die Beteiligungen begegnen diesem Risiko durch Anstrengungen im Bereich Aus- und Weiterbildung sowie Maßnahmen zum "Employer-Branding".
Grundlage einer modernen Arbeitsumgebung ist eine sichere und effektive informationstechnische Infrastruktur. Die wachsende Vernetzung der Informationssysteme und die Notwendigkeit der permanenten Verfügbarkeit stellen hohe Anforderungen an die eingesetzte Informationstechnologie. Möglichen Risiken aus dem Ausfall von Rechnersystemen und Netzwerken, unberechtigten Datenzugriffen oder Datenmissbrauch begegnet die Gesellschaft mit regelmäßigen Investitionen in Hard- und Software, dem Einsatz von Virenscannern und Firewall-Systemen sowie effektiven Zugangs- und Zugriffskontrollen. Eine permanente Kontrolle dieser Maßnahmen erfolgt durch interne und externe Experten.
Die Unternehmen der Gruppe sind in zunehmendem Maße von der Funktionalität und Stabilität der verschiedenen individuellen IT-Systeme abhängig. Störungen oder Ausfälle würden unmittelbar zu finanziellen Belastungen führen. Weitere Risiken bestehen im Verlust von Daten bzw. Know-how und Datenmanipulationen. Die Unternehmen der Gruppe setzen je nach individueller Risikolage verschiedene Instrumente zur Risikosteuerung ein. Dies reicht von Notfall- und Datensicherungsprozessen, Einsatz moderner Antiviren und Firewall Soft- und Hardware, Zugriffs- und Zutrittskontrollen und weitere präventive Schutzmaßnahmen wie Sensibilisierung der Mitarbeiter und Schulungen. Maßnahmen zur Prävention, Aufdeckung und Behandlung von Cyber-Angriffen bleiben hoch relevant.
Zu den finanzwirtschaftlichen Risiken zählen vor allem das Liquiditätsrisiko, das Zinsrisiko und das Währungsrisiko sowie das Ausfallrisiko. Grundsätzlich finanzieren sich die einzelnen Beteiligungsgesellschaften selbst aus ihren operativen Ergebnissen. Je nach Liquiditätssituation unterstützt INDUS die Beteiligungsgesellschaften bei der Finanzierung und stellt bei Bedarf Finanzmittel zur Verfügung. Um die jederzeitige Handlungsfähigkeit der Führungsgesellschaft sowie eine ausreichende Finanzierung der Beteiligungsgesellschaften sicherzustellen, verfügt die Führungsgesellschaft über entsprechende Liquiditätsreserven.
Eine breit diversifizierte Finanzierungsstruktur, verteilt auf acht (Vorjahr: acht) Kernbanken, verhindert eine Abhängigkeit von einzelnen Kreditgebern, sodass aus heutiger Sicht bankenseitige Ausfallrisiken begrenzt sind. Das größte Einzelobligo liegt bei rund 8 % (Vorjahr: rund 10 %) des Gesamtobligos. Die Finanzierung des langfristig ausgerichteten Beteiligungsportfolios erfolgt durch eine revolvierende, langfristige Mittelaufnahme der Führungsgesellschaft. Kreditbesicherungen bestehen vereinzelt auf Tochterebene. Die vereinbarten Covenants stellen aus heutiger Sicht kein wirtschaftliches Risiko dar. Bei der Finanzierung setzt INDUS auf einen Mix aus festverzinslichen und variablen Darlehen; letztere sind durch Zinsswaps gesichert. Eine Veränderung des Zinsniveaus hätte durch die vollständig abgesicherten Zinsänderungsrisiken während der Laufzeit der jeweiligen Darlehen keine Auswirkungen auf die Ertragslage. Das Nominalvolumen der Zinsabsicherungen betrug zum 31. Dezember 2019 insgesamt 236,4 Mio. EUR (Vorjahr: 270,1 Mio. EUR).
Das debitorenseitige Ausfallrisiko ist durch das diversifizierte Portfolio und die Eigenständigkeit der Beteiligungsunternehmen, die ihre Aktivitäten auf verschiedene Märkte und mit unterschiedlichen Produkten konzentrieren, deutlich begrenzt. Zudem unterhalten die Beteiligungen selbst wirksame Systeme zur Überwachung der Debitorenrisiken, schließen nach eigenem Ermessen Warenkreditversicherungen ab und berichten der Führungsgesellschaft monatlich über etwaige Risiken.
Aufgrund der internationalen Aktivitäten der Beteiligungsgesellschaften bestehen Währungsrisiken. Diesen begegnet INDUS mit der Absicherung der Geschäftsvorfälle durch Devisentermingeschäfte und geeignete Optionsgeschäfte. Das Nominalvolumen der Währungsabsicherungen betrug zum 31. Dezember 2019 insgesamt 2,3 Mio. EUR (Vorjahr: 12,4 Mio. EUR); es lag im Wesentlichen bei den Beteiligungen. Weitere Erläuterungen zur Finanzierung finden sich im Konzernanhang unter den Informationen zur Bedeutung von Finanzinstrumenten.
Die finanzwirtschaftlichen Risiken sind aufgrund einer höheren Bewertung des Risikos von zukünftigen Forderungsausfällen in der Risikoeinschätzung gegenüber dem Vorjahr angestiegen.
Die INDUS Holding AG und ihre Beteiligungsunternehmen sind einer Vielzahl von rechtlichen Risiken ausgesetzt. Diese Risiken ergeben sich insbesondere in den Bereichen Wettbewerbs- und Kartellrecht, Außenwirtschafts- und Zollrecht sowie Steuerrecht. Aus dem operativen Geschäft der einzelnen Beteiligungsgesellschaften resultieren darüber hinaus Risiken aus Gewährleistungs- und Produkthaftungsansprüchen aufgrund von Kundenreklamationen. Ein effizientes Vertrags- und Qualitätsmanagement minimiert dieses Risiko zwar, kann aber keinen grundsätzlichen Ausschluss garantieren. Vonseiten der Führungsgesellschaft werden die Unternehmen im Segment Fahrzeugtechnik durch ein entsprechendes Beratungsangebot zum Vertragsmanagement unterstützt.
Rechtliche Risiken können sich aus Ansprüchen und Klagen gegen Beteiligungsunternehmen sowie behördlichen Verfahren ergeben. Geltend gemachte Ansprüche Dritter prüfen INDUS bzw. die Beteiligung eigenständig und sorgfältig auf ihre Begründetheit. Gerichtliche und außergerichtliche Rechtsstreitigkeiten werden bei Bedarf von externen Anwälten begleitet. Die in diesem Bereich identifizierten Einzelrisiken sind gering oder mittel ausgeprägt. INDUS bildet Rückstellungen, sofern Zahlungsverpflichtungen als wahrscheinlich angesehen werden und die jeweilige Höhe zuverlässig geschätzt werden kann.
Unter den sonstigen Risiken sind im Wesentlichen Risiken für Elementarschäden erfasst. Das Nettorisiko aus diesen Risiken ist gering, da für diese Schäden in der Regel ausreichender Versicherungsschutz besteht.
Im Rahmen des nichtfinanziellen Berichts der INDUS-Gruppe berichtet INDUS über Risiken, die mit der Geschäftstätigkeit, den Geschäftsbeziehungen, den Produkten und Dienstleistungen des Konzerns verknüpft sind und sehr wahrscheinlich schwerwiegende negative Auswirkungen auf die berichtspflichtigen Aspekte (Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelange, Achtung der Menschenrechte, Bekämpfung von Korruption und Bestechung) haben werden. Im Geschäftsjahr sind keine berichtspflichtigen Einzelrisiken im Zusammenhang mit Nachhaltigkeitsaspekten identifiziert worden.
Der Konzern hat aufgrund seiner Unternehmensstrategie, die Diversifikation durch einen kontinuierlichen Ausbau des Beteiligungsportfolios voranzutreiben, Geschäfts- und Firmenwerte in Höhe von 415,2 Mio. EUR bilanziert (Vorjahr: 418,6 Mio. EUR). Diese müssen gemäß IAS 36 mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen werden. Liegt der erzielbare Betrag unterhalb des Buchwertes werden die entsprechenden Geschäfts- und Firmenwerte wertgemindert. Im Berichtsjahr wurden Wertminderungen im Wesentlichen auf Geschäfts- und Firmenwerte in Höhe von insgesamt 17,3 Mio. EUR vorgenommen (Vorjahr: 16,1 Mio. EUR). INDUS hat damit das Risiko aus den Geschäfts- und Firmenwerten bilanziell durch Wertminderungen erfasst soweit diese im Rahmen des Werthaltigkeitstests identifiziert wurden.
Im Geschäftsjahr 2019 konnte INDUS zwei Beteiligungsunternehmen neu erwerben und damit einen wesentlichen Schwerpunkt ihrer langfristig ausgerichteten Unternehmensstrategie - das Wachsen durch Akquisitionen - fortsetzen. Für 2020 strebt INDUS weiteres Wachstum durch Zukäufe an; Schwerpunkt sollen die Bautechnik sowie die Bereiche Mess- und Regeltechnik, Automatisierung, Energie- und Umwelttechnik, Gesundheit und Sicherheitstechnik bilden. Der Vorstand sieht in möglichen Zukäufen sowohl auf Portfolioebene als auch auf Ebene der Beteiligungsunternehmen (Enkelgesellschaften) gute Wachstumschancen für 2020. Zur Liquiditätssicherung steht dieses Ziel zunächst aber unter dem Vorbehalt einer Normalisierung der Lage infolge der Coronavirus-Krise in der zweiten Jahreshälfte.
Durch ursprünglich geplante Investitionen (sowohl in Sachanlagen als auch Unternehmenskäufe) von insgesamt rund 123 Mio. EUR sollten die Chancen im Portfolio genutzt werden. Aufgrund der Coronavirus-Krise wurden aktuell nicht dringend notwendige Investitionen eingestellt, so dass sich zugunsten der Liquiditätssicherung die Wahrnehmung dieser Chancen in die zweite Jahreshälfte verschiebt. Außerdem werden aufgrund bestehender Verträge Geschäftsanteile von Minderheitsgesellschaftern zum Gesamtpreis von ca. 22 Mio. EUR erworben Durch die stärkere Förderung des Innovationsmanagements in den Beteiligungen werden die Chancen durch Produktinnovationen deutlich erhöht.
Risiken für die Entwicklung in 2020 ergeben sich insbesondere aus der konjunkturellen Entwicklung, geprägt durch die großen geopolitischen Konflikte und die instabile Lage in vielen Ländern. Auch die Entwicklung in Europa ist durch zahlreiche Unsicherheiten, insbesondere den anstehenden Brexit, gekennzeichnet. Nach Einschätzung des Vorstandes haben sich die Risiken für INDUS im Geschäftsjahr 2020 - mit Ausnahme der oben dagestellten Risiken infolge der Coronavirus-Krise - im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert.
Soweit die Belastungen aus der Coronavirus-Krise auf die Beteiligungen abschätzbar sind, haben wir diese im Prognosebericht verarbeitet. Dabei haben wir ein Szenario unterstellt, welches davon ausgeht, dass sich die Lage in 6-8 Wochen wieder stabilisiert. Sollte es zu einem deutlich abweichenden Szenario kommen, sind die gesamtwirtschaftlichen Belastungen und deren Auswirkungen auf die Beteiligungsunternehmen von INDUS zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschätzbar.
Die Gesamtrisikosituation der INDUS setzt sich aus den aggregierten Einzelrisiken aller Risikokategorien zusammen. Aufgrund des diversifizierten und breit aufgestellten Portfolios findet ein teilweiser Risikoausgleich innerhalb der Gruppe statt.
Der Vorstand hat die Gesamtrisikolage beurteilt und im Rahmen der Erläuterungen zu den Einzelrisiken dargestellt. Für den Konzern waren im abgelaufenen Geschäftsjahr aus Sicht des Vorstands keine Risiken erkennbar, die einzeln oder in Kombination mit anderen Risiken einen wesentlichen Einfluss auf den Fortbestand des Unternehmens haben könnten. Diese drohen - auch unter Berücksichtigung des zugrunde gelegten Coronavirus-Krisenszenarios - aus heutiger Sicht auch in absehbarer Zukunft nicht.
Die Coronavirus-Krise dominiert derzeit Deutschland, Europa und die Welt. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung wird von dem weiteren Verlauf der Corona-Pandemie und dem Zeitraum bis zur Normalisierung des Geschehens abhängen. Dieser Prognosebericht berücksichtigt die Verhältnisse zum Zeitpunkt der Aufstellung des Abschlusses Ende März 2020. Für die INDUS-Gruppe wird in 2020 ein Umsatz von 1,5 - 1,65 Mrd. EUR erwartet und mit einem operativen Ergebnis (EBIT) in Höhe von 85 - 95 Mio. EUR gerechnet.
Zum Jahresbeginn entwickelte sich die Situation um den Coronavirus zu einem relevanten Einflussfaktor auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Der Ausbruch in der chinesischen Provinz Wuhan machte deutlich, welche Bedeutung China zurzeit als Werkbank der globalen Industrie besitzt. Durch die drastischen Maßnahmen zur Reduzierung der Ausbreitungsgeschwindigkeit des Coronavirus kommt es zunehmend zu Störungen des Wirtschaftsablaufes in Deutschland, Europa und der Welt. Zahlreiche Unternehmen passten bereits ihre Prognosen für die kommenden Monate an. Die Börsen befinden sich auf Talfahrt. Derzeit kann nicht zuverlässig vorhergesagt werden, wie lange die Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland und Europa weiter ansteigen wird. Aufgrund der Erfahrungen in China ist von massiven Störungen der Wirtschaft auszugehen. Der Grad der Auswirkungen auf die Konjunktur wird davon abhängen, wie gut und wie schnell sich die Situation wieder normalisieren kann. 20
Die nachfolgenden Abschnitte zur Weltwirtschaft, der deutschen Wirtschaft und den Prognosen für die Segmente beruhen auf unserem Kenntnisstand bis zur Aufstellung dieses Berichts.
Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) geht in seiner Prognose davon aus, dass das Wachstum 2020 um 1 % Prozent auf 2,0 % sinken wird. Im gleichen Maße wird mit einem Rückgang des Produktionswachstums von 3 % in 2019 auf 2 % in 2020 gerechnet. Dies entspricht dem niedrigsten Zuwachs seit der letzten globalen Rezession 2008/2009. Neben der spürbaren Verlangsamung des Wachstums in China, verlor auch die bisher robuste US-Konjunktur an Schwung. Das erste Quartal in China fiel aufgrund der Quarantäne zur Eindämmung des Coronavirus schwach aus, es wird im Laufe des Jahres jedoch mit einer Erholung der wirtschaftlichen Aktivität gerechnet. Nach dem chinesischen Neujahr stand die Produktion; Ende Februar wurden bei 80 % der Unternehmen die Aktivitäten wieder aufgenommen. Die Prognosen für die Weltwirtschaft, den Euroraum, China und Deutschland wurden erheblich im März 2020 abgesenkt. 21
20 HSBC Präsentation zur Auswirkungen dies Coronavirus auf die deutsche Wirtschaft vom 20.03.
21 IfW: Kieler Konjunkturberichte Nr. 61 (2019/Q4), S. 8., IfW: Kieler Konjunkturberichte Nr. 63 (2020/Q1), S. 3, 15f, S.20f
Risiken ergeben sich weiterhin aus den Handelskonflikten zwischen USA und China, der Umsetzung des Brexit sowie aus den politischen Brandherden, die sich über kurzfristig initiierte Maßnahmen der US-Regierung entfachen können. Hinzu kommen auch in Europa politische Risiken wie der aktuell schwelende Haushaltsstreit in der EU nach dem Austritt der Briten. 22 Hinzu kommen die aus der Coronavirus-Krise resultierenden Risiken: Produktionsausfälle durch gestörte Lieferketten, hohe Einbußen von Rohstofflieferanten sowie die hohe Verunsicherung von Konsumenten und Investoren und deren Auswirkungen auf Konsum und Investitionstätigkeit. 23
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| 2019 (Prognose Vj) | 2019 (vorl. Berechnung) | 2020 (PROGNOSE) | |
|---|---|---|---|
| Wirtschaftsräume | |||
| Weltwirtschaft | 3,4 | 3,0 | 2,0 |
| Euroraum | 1,7 | 1,2 | -1,0 |
| Ausgewählte Länder | |||
| USA | 2,5 | 2,3 | 1,5 |
| China | 6,1 | 6,2 | 3,8 |
| Deutschland | 1,8 | 0,6 | -4,5 bis -8,7 |
Quelle: Institut für Weltwirtschaft, Kiel, Werte für Deutschland kalender- und saisonbereinigt 24
Für Deutschland erwarten die Ökonomen des IfW und des Ifo-Instituts 2020 einen Konjunktureinbruch aufgrund der drastischen Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Krise: Nach dem schwachen Vorjahreswachstum von 0,5 % wird die Wachstumsrate 2020 im Falle eines "Lockdowns" bis Ende April voraussichtlich bei - 4,5 % liegen. Maßgeblich dafür wird die Erholung in der Industrie und im privaten Konsum nach dem "Lockdown" sein. Mit nennenswerten Nachholeffekten im Jahresverlauf ist aufgrund der weltweiten Konjunktureintrübung aber nicht zu rechnen. 25
Die Exporte dürften 2020 um 1,0 % schrumpfen (2019: 0,9 %). China hat als drittgrößter Exportmarkt (7 %) einen erheblichen Anteil am Rückgang. Auch die Warenausfuhren in das Vereinigte Königreich werden kontinuierlich sinken. Gleiches gilt für die Importe: Sie stehen weiter unter dem Einfluss der schwachen Dynamik bei den Investitionen und werden daher im laufenden Jahr voraussichtlich auf 1,2 % fallen (2019: 1,9 %). Erschwerend kommen die Auswirkungen der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus hinzu. Deutschland importiert zu einem wesentlichen Teil (10 %) aus China. Desweiteren geht der IfW davon aus, dass es neben Problemen in den Lieferketten auch zu einer Verzögerung von Investitionen kommt. 26 27
Am Arbeitsmarkt wird sich der Beschäftigungsaufbau mit steigenden Löhnen aufgrund der von der Coronavirus-Krise betroffenen Wirtschaftsbereiche nicht mehr fortsetzen. Die Arbeitslosenquote wird 2020 laut Ifo jahresdurchschnittlich von 5,0 % in 2019 auf 5,3 % ansteigen. Der Preisauftrieb des Vorjahres (+ 1,4 %) wird sich nach Einschätzung der Konjunkturexperten des IfW 2020 leicht absenken, so dass die Inflation 1,3 % betragen wird. Je nach Länge des "Lockdowns" ist hier mit fallender Tendenz der Inflation zu rechnen. 28
22 IfW: Kieler Konjunkturberichte Nr. 61 (2019/Q4), S. 12, 11.
23 IfW: Kieler Konjunkturberichte Nr. 63 (2020/Q1), S. 3
24 https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/medieninformationen/2020/update-konjunkturbericht-deutsches-bip-duerfte-2020-zwischen-45-und-9-prozent-einbrechen/, https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/medieninformationen/2020/ifw-konjunkturprognose-bip-duerfte-2020-schrumpfen/ IfW: Kieler Konjunkturberichte Nr. 63 (2020/Q1), S. 26., S.16
25 https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/medieninformationen/2020/update-konjunkturbericht-deutsches-bip-duerfte-2020-zwischen-45-und-9-prozent-einbrechen/ IfW: Kieler Konjunkturberichte Nr. 65 (2020/Q1), S. 3f, https://www.ifo.de/ifo-economic-forecast/202003
26 https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/medieninformationen/2020/update-konjunkturbericht-deutsches-bip-duerfte-2020-zwischen-45-und-9-prozent-einbrechen/
27 IfW: Kieler Konjunkturberichte Nr. 62 (2019/Q4), S. 5, 6, 22. IfW: Kieler Konjunkturberichte Nr. 65 (2020/Q1), S. 4.
28 IfW: Kieler Konjunkturberichte Nr. 62 (2019/Q4), S. 3, 9. https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/medieninformationen/2020/ifw-konjunkturprognose-bip-duerfte-2020-schrumpfen/, https://www.ifo.de/ifo-economic-forecast/202003
Durch den "Lockdown" zur Eindämmung des Coronavirus wird es zu Produktionsstillständen und Insolvenzen kommen. Daher erwartet das Ifo-Institut für die deutsche Industrieproduktion eine rückläufige Konjunkturentwicklung in 2020 (0,5 % unter 2019). Neben den anhaltenden Handelskonflikten tragen dazu die Krise in der Automobilindustrie, ein schwacher Güterhandel sowie die Zurückhaltung bei Investitionen in Maschinen und Anlagen bei. Grundsätzlich bekommt die deutsche Industrie mit ihrem Fokus auf den Export von Investitionsgütern die Schwäche des Welthandels besonders stark zu spüren. Die Erwartungen über die zukünftige Geschäftsentwicklung in den nächsten sechs Monaten sind nicht einheitlich und weisen auf eine erhöhte Unsicherheit der Unternehmen hin. Zu dieser Unsicherheit kommen nun Werksschließungen zur Vermeidung von Infektion der Mitarbeiter, fehlende Lieferfähigkeit vor allem aus China und Italien sowie Umsatzeinbußen durch Verschiebung oder Stornierung von Aufträgen. Letzte Prognosen des Ifo-Instituts (vor "Lockdown") rechnen mit Rückgängen im Verarbeitenden Gewerbe von - 1,7 % im ersten Quartal 2020 und - 2,8 % im zweiten Quartal vor einer Erholung in der zweiten Jahreshälfte. Jedoch hält das Ifo-Institut eine präzise Vorhersage der wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Krise aufgrund fehlender Erfahrungswerte aktuell für unmöglich. 29
Um die Konjunktur weiter zu stützen, hat die Europäische Zentralbank (EZB) im zweiten Halbjahr 2019 bereits zahlreiche expansiv wirkende Maßnahmen beschlossen, darunter eine Wiederaufnahme der Anleihekäufe, langfristige Finanzierungsgeschäfte mit einer Dauer von drei Jahren sowie die weitere Reduzierung des Einlagezinssatzes. Ebenso hat die US-Zentralbank die Leitzinsen bereits in 2019 in drei Schritten deutlich gesenkt. 30 Aufgrund der wirtschaftlichen Risiken, die durch die Ausbreitung des Coronavirus absehbar sind, wurde im März der US Leitzins im ersten Schritt um 0,5 Prozentpunkte auf 1 - 1,25 % und im zweiten Schritt noch stärker auf das Niveau des EZB Leitzinses von 0 - 0,25 % gesenkt. Die EZB bestätigt einen stabilen Leitzins von 0 % und wird auf Zinserhöhungen solange verzichten, bis das mittelfristige Inflationsziel von knapp unter 2 % erreicht werden kann. Im Rahmen der einbrechenden Konjunkturerwartungen durch den Lockdown von mehreren europäischen Ländern ist davon auszugehen, dass die Inflation in 2020 deutlich unter diesem Ziel bleibt.
Durch die Auswirkung des Coronavirus in Europa steigt die Sorge der Finanzmärkte vor Liquiditätsengpässen. Zur Beruhigung der Märkte hat die EZB im März 2020 ein Rückkaufprogramm für Unternehmens- und Staatsanleihen in einem Gesamtvolumen von 750 Mrd. EUR für das Jahr 2020 angekündigt. Zudem soll die Liquidität im Markt durch längerfristige Banken-Refinanzierung und niedrigere Zinssätze für die Kreditvergabe an kleine und mittlere Unternehmen gestärkt werden. 31 Die deutsche Bundesregierung reagierte ebenfalls mit Sofort-Maßnahmen zum Schutz von Unternehmen und Beschäftigten und will hierfür eine "unbegrenzte Liquiditätsversorgung" bereit stellen. Neben der Stundung von Steuerzahlungen sollen hier auch Kreditgarantien für KMUs Liquiditätsengpässe abmildern. 32 Die eingeleiteten Maßnahmen sollen in den kommenden Monaten die Liquiditätsversorgung der Wirtschaft und die Kreditversorgung der Unternehmen sicher stellen.
29 https://www.ifo.de/sites/default/files/2019-12/ku-2019-12-pm-geschaeftsklima-DT_1.pdf, https://www.ifo.de/ifo-economic-forecast/202003 IfW: Kieler Konjunkturberichte Nr. 65 (2020/Q1), S. 21
30 IfW: Kieler Konjunkturberichte Nr.61 (2019/Q4), S. 7, IfW: Kieler Konjunkturberichte Nr.62 (2019/Q4), S. 21.
31 https://www.ecb.europa.eu/press/pr/date/2020/html/ecb.pr200318_1~3949d6f266.en.html, https://www.bundesbank.de/rLeerzeichen prüfene-source/blob/828074/6aa66441a124baa00f552fcc15990228/mL/2020-03-12-pressekonferenz-download.pdf, https://www.federalreserve.gov/monetarypolicy/openmar-ket.htm
32 https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Dossier/coronavirus. html
Die nachfolgenden Einschätzungen der für INDUS relevanten Branchen basieren zum Aufstellungszeitpunkt des Abschlusses auf aktuellen verfügbaren Informationen und Quellen. Die Einschätzungen zu den Branchen sind bis auf wenige Ausnahmen ohne Berücksichtigungen der Coronavirus-Pandemie und ihren wirtschaftlichen Folgen.
Die Unternehmen der deutschen Bauwirtschaft gehen erneut mit positiven Erwartungen in das laufende Geschäftsjahr. Dabei geht der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) allerdings von einer leichten Abschwächung des Wachstums auf real 1 % aus (nominal ca. 5,5 %). Der Umsatz erreicht damit voraussichtlich ein Niveau von 145 Mrd. Euro. Die Entwicklung der Bauinvestitionen wird sich verlangsamen und konstant innerhalb einer Bandbreite von 1,5 % bis 3,3 % prognostiziertem Wachstum pro Jahr steigen. Die letzten Prognosen des IfW gehen von einem Bauinvestitionswachstum von 3,4 % im laufenden und 2,8 % im kommenden Jahr aus. 33 Sehr gut wird sich weiter der Wohnungsbau entwickeln: Zwischen Januar und Oktober 2019 wurden für insgesamt fast 290.000 Wohnungen Baugenehmigungen erteilt, sodass für 2020 mit der Fertigstellung von ca. 310.000 Wohnungen und einem nominalen Wachstum von 7 % gerechnet werden kann. Beim Wirtschaftsbau gehen die Erwartungen in unterschiedlichen Richtungen. Die (Hoch-) Baugenehmigungen bei Fabrik- und Werkstattgebäuden gingen zum Jahresende hin zurück. Anders die Baugenehmigungen für Lager- und Handelsgebäude sowie Büro- und Verwaltungsgebäude: Hier zeichnet sich eine aufsteigende Tendenz ab. Vor diesem Hintergrund wird der Wirtschaftsbau voraussichtlich nominal um 5,5 % zunehmen. Der Öffentliche Bau steht weiter im Zeichen der Investitionsoffensive des Bundes. Vorausgesetzt der Übergang von der Auftragsverwaltung der Länder zurück zum Bund wird reibungslos gestaltet, ist hier mit einem nominalen Wachstum von 4 % zu rechnen. Der Fachkräftebedarf der Bauunternehmen bleibt hoch. Deshalb rechnet der HDB mit einem weiter wachsenden Personalbestand von 870.000 Beschäftigten (+ 1,5 %). 34 35
Der Transformationsprozess auf dem internationalen Fahrzeugmarkt setzt sich mit unverminderter Dynamik fort. Die Branche richtet sich immer stärker auf die Elektromobilität, andere Emissionsformen und Digitalisierung aus. Für den inländischen Markt wird dabei zurzeit deutlich, dass die deutsche Automobilindustrie durch den Strukturwandel und die späte Investition in den Bereich der Elektromobilität vor großen Problemen steht. Dies wird durch den Wegfall von oft gut bezahlten Arbeitsstellen langfristig auch andere Branchen bedrohen. 36 Nachdem die weltweiten PKW-Neuzulassungen im Vorjahr um 5 % zurückgingen, erwartet der Verband der Automobilindustrie (VDA) für 2020 einen weiteren Rückgang um 1 % auf 78,9 Mio. Dieser Wert liegt nur knapp über dem Niveau von 2015 (78,2 Mio.). In Deutschland werden die Neuzulassungen nach vielen Jahren des Wachstums voraussichtlich um bis zu 9 % auf 3,2 -3,4 Mio. zurückgehen. Der Jahresauftakt mit einem Rückgang der Neuzulassungen und der Produktion bis Februar 2020 von 9 % respektive 10 % bestätigt die erwartete negative Entwicklung. 37 Der bedeutende Markt EU brach ebenso wie der deutsche Markt bis Februar 2020 um 7,3 % ein, die USA verzeichnen hingegen ein Wachstum (+4,5 %). Der chinesische Markt, in dem die Wirtschaft zur Eindämmung von Corona zurückging, brach in den ersten beiden Monaten des Jahres dramatisch ein (- 43,8 % im Vergleich zum Vorjahr). Die deutschen PKW-Hersteller exportierten zum Jahresbeginn rund 15 % weniger als im Vorjahr. Der VDA rechnet auch außerhalb von China mit starken Absatzeinbrüchen aufgrund des Coronavirus. 38 Der IfW rechnet mit zwischenzeitlichen Produktionsrückgängen im Fahrzeugbau von bis zu 70 %. 39
33 https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/medieninformationen/2020/ifw-konjunkturprognose-bip-duerfte-2020-schrumpfen/
34 https://www.zdb.de/zdb-cms.nsf/id/bauwirtschaft-blickt-auf-ein-solides-jahr-2020-umsatzwachstum-um-55-er^artet-de?open&ccm=040010
35 https://www.bauindustrie.de/zahlen-fakten/statistik-anschaulich/baukonjunktur/prognosen/
36 https://www.bundespresseportal.de/deutsche-autoindustrie-2020.html
37 https://www.vda.de/de/presse/Pressemeldungen/20200304-deutscher-pkw-markt-auch-im-februar-schwach.html
38 https://www.vda.de/de/presse/Pressemeldungen/20200304-deutscher-pkw-markt-auch-im-februar-schwach.html, https://www.vda.de/de/presse/Pressemeldun-gen/200318-Internationale-Automobilm-rkte--Absatz-geht-im-Februar-erneut-zur-ck.html
39 https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/medieninformationen/2020/update-konjunkturbericht-deutsches-bip-duerfte-2020-zwischen-45-und-9-prozent-einbrechen/
Die Aussichten für die Medizin- und Gesundheitstechnik bleiben weiter gut, auch wenn die EU-Medizinprodukte-Verordnung MDR die Unternehmen in der kommenden Zeit vor erhöhte Herausforderungen stellt: Die Mehrheit der Unternehmen fordert eine Verlängerung der MDR-Übergangsfristen über den 26. Mai 2020 hinaus und eine "Großvaterregelung" für eine vereinfachte Neuzertifizierung von Bestandsprodukten. Ebenso wird eine Verkürzung der Bewertungsverfahren gefordert. Die mit der MDR verbundenen regulatorischen und für Dokumentation anfallenden Kosten haben sich vervielfacht. Die Unternehmen befürchten, dass bestimmte Produkte aus ökonomischen Gründen vom Markt verschwinden oder gar nicht auf den Markt gebracht werden. Der Druck wird dabei insbesondere auf kleine und mittelständische Unternehmen steigen, so dass in den kommenden Jahren einige Unternehmen vom Markt gehen werden. Der Standort Deutschland bleibt attraktiv, vor allem aufgrund gut ausgebildeter Fachkräfte sowie einer guten Infrastruktur. 40
Im deutschen Maschinen- und Anlagenbau wird sich die rückläufige Tendenz voraussichtlich zunächst fortsetzen: Für 2020 rechnen die VDMA-Volkswirte mit einem weiteren Produktionsrückgang von real 2 %. Aufgrund der hohen Exportquote ist die wirtschaftliche Entwicklung der großen Exportmärkte, wie den USA und China wesentlich für die Entwicklung. Angesichts der normalen Zyklik sieht der Verband die Branche allerdings nicht in einer grundlegenden Krise. Die erwartete Erholung der Auftragslage verschiebt sich aufgrund technisch bedingter Durchlaufzeiten. Erst im zweiten Halbjahr 2020 ist hier mit Produktionswachstum zu rechnen. Auf dem Arbeitsmarkt schlägt sich die niedrige Kapazitätsauslastung in einem leichten Personalabbau sowie einem Anstieg bei der Kurzarbeit nieder. 41
In der Metallerzeugenden- und bearbeitenden Industrie trübte sich die Stimmung in den Unternehmen zum Jahresende hin weiter ein - und damit auch die Erwartungen für 2020. Die Auftragsbestände schätzen rund 48 % der Unternehmen als schlecht ein. Infolge der schwachen Konjunktur sind Kapazitätsauslastung und Auftragsbestände spürbar zurückgegangen. Und auch die Kapazitätsauslastung befindet sich inzwischen unter ihrem langjährigen Durchschnittswert und liegt im Januar 2020 lediglich bei 76,5 %. 42 Zum Jahresende betrug die Zahl der angezeigten Kurzarbeit 34.000 Beschäftigte; das sind fünfmal mehr als im Januar des Vorjahres. 43 Die Branche ist stark exportorientiert und infolgedessen von den sinkenden erwarteten Exporten betroffen. Zum Jahresbeginn 2020 gibt es laut Ifo Geschäftsklimaindex erste positive Zeichen einer möglichen Erholung in 2020. 44
40 BVMed Herbstumfrage 2019
41 https://www.lebensmittelverarbeitung-online.de/branchennews/produktion-im-maschinenbau-sinkt-um-18-prozent-in-den-ersten-zehn-monaten-2019; https://www.welt.de/wirtschaft/article204206752/Deutscher-Maschinenbau-steckt-in-der-Rezession.html; BDI Research November 2019, S. 28
42 https://www.ifo.de/publikationen/2020/zeitschrift-einzelheft/ifo-konjunkturperspektiven-022020
43 https://www.gesamtmetall.de/aktuell/pressemitteilungen/anzeigen-zur-kurzarbeit-haben-sich-verfuenffacht
44 https://www.ifo.de/publikationen/2020/zeitschrift-einzelheft/ifo-konjunkturperspektiven-022020
Der INDUS-Vorstand hat in 2018 das Strategieprogramm PARKOUR formuliert, welches seit 2019 umgesetzt wird. Dabei stehen die Ziele Wachstum, Wertsteigerung und Sicherung einer ausgewogenen Portfoliostruktur im Mittelpunkt.
Als neuen Schwerpunkt setzt PARKOUR auf die Erhöhung der unternehmerischen Fitness: Die einzelnen Beteiligungen sowie die Gruppe als Ganze sollen sich operativ weiter verbessern und sich schneller entwickeln. Gerade bei der erfolgreichen Bewältigung der Folgen der Coronavirus-Krise wird eine erhöhte unternehmerische Fitness der Beteiligungen eine entscheidende Rolle spielen.
Konkret setzt PARKOUR auf drei Punkte: Die gezielte Stärkung der Portfoliostruktur, das Treiben von Innovation und die Steigerung der Leistung durch operative Exzellenz in den Beteiligungen:
Bei Wachstumsakquisitionen zur Ergänzung des Portfolios fokussiert sich INDUS auf die Suche nach Unternehmen aus technologiestarken Zukunftsbranchen: Zur Sicherung des passenden Zukunfts-Mix sollen Zukäufe in von INDUS definierten sechs Zukunftsbranchen forciert werden: Automatisierungs-, Mess- und Regeltechnik, Bautechnik, Sicherheitstechnik, Medizin- und Gesundheitstechnik, Technik für Infrastruktur und Logistik sowie Energie- und Umwelttechnik.
Derzeit stellt sich INDUS dem Umbruch in der Fahrzeugindustrie. Es sind umfangreiche Repositionierungen im Gang, um die Serienzulieferer für zukunftsträchtige Technologien in der Automobiltechnik aufzustellen. Darüber hinaus will INDUS prüfen, ob bei einzelnen Serienzulieferern ein anderer Eigentümer dem Unternehmen und seinen Mitarbeitern langfristig bessere Entwicklungsmöglichkeiten bieten kann. In Einzelfällen kann es auch zu einer Schließung von Unternehmenseinheiten kommen. Die grundsätzliche Unternehmensstrategie "Kaufen, halten und entwickeln" wird aber weiter bestehen bleiben.
Zur Steigerung der Innovationskraft des bestehenden Portfolios unterstützt INDUS auch Zukäufe jüngerer Unternehmen auf zweiter Ebene (Enkelgesellschaften). Dies gilt insbesondere für innovative Unternehmen aus den Zukunftsfeldern Industrie 4.0/Digitalisierung, Innovative Bautechnik, Öffentliche und private Sicherheit, Medizintechnik für die alternde Gesellschaft, Intelligente Logistik-Infrastruktur sowie GreenTech.
Die bereits erfolgreich etablierte Strategie zur Förderung der Innovationskraft der Beteiligungen wird von INDUS fortgesetzt und ausgebaut. Neben Produktinnovationen unterstützt INDUS in den Beteiligungen auch neue Dienstleistungen, Geschäftsprozesse und Geschäftsmodelle. Für die Förderung aussichtsreicher Innovationsprojekte stehen jährlich bis zu 3 % des Konzern-EBIT zur Verfügung.
Dem Ansatz folgend, dass Innovationen maßgeblich im Austausch mit anderen entstehen, wird das bestehende Netzwerk nach innen und außen über Kooperationen mit externen Partnern und innerhalb der Gruppe weiter gefördert. Ergänzendes Ziel ist es, über Zukäufe innovativer, jüngerer Unternehmen dem Bestandsportfolio gezielt Know-how zuzuführen.
Zur Steigerung der Leistung der Beteiligungsunternehmen fördert INDUS gezielt deren operative Exzellenz. Die Steigerung der Leistung wird durch die zwei strategischen Initiativen "Operative Exzellenz Business Development/Strategisches Marketing/Vertrieb" und "Operative Exzellenz Produktion" adressiert. Im Bereich Business Development/Strategisches Marketing/Vertrieb werden auf der Absatzseite angesiedelte Unterstützungsangebote für die Beteiligungen angeboten. Dies beispielsweise bei Marktentwicklung, Wettbewerbsanalyse, Vertriebsoptimierung und Preisgestaltung. Im Bereich Produktion begleitet die Holding die Beteiligungen bei der Verbesserung ihrer wertschöpfenden Kernprozesse von der Produktionsstrategie über die Produktionsplanung und -steuerung hin zu Prozesseffektivität und -effizienz. Das Programm zur Förderung der operativen Exzellenz beinhaltet zum einen das Angebot der Wissensvermittlung über ein umfangreiches Schulungs- und Weiterbildungsangebot im Bereich Lean Management. Zum anderen initiiert und begleitet INDUS konkret und vor Ort in den Beteiligungen entsprechende Optimierungsprojekte.
Im Geschäftsjahr 2020 wird INDUS die Aktivitäten zur Förderung nachhaltigen Wirtschaftens in der Holding und den Beteiligungsunternehmen weiter intensivieren. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei die Einleitung konkreter Maßnahmen zur Erreichung des aus dem Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung abgeleiteten Sektorziels für die Industrie zur Reduzierung der CO2-Emissionen um mindestens 35 % bis 2030 (bezogen auf das Basisjahr 2018) genießen.
Der nachfolgende Prognosebericht berücksichtigt die zum Zeitpunkt der Aufstellung vorliegenden Kenntnisse, die Einfluss auf den Geschäftsverlauf der INDUS haben könnten. Die Aussagen zur prognostizierten Entwicklung der Wirtschaftslage enthalten Aussagen führender Organisationen wie Wirtschaftsforschungsinstitute und Banken.
Die bei Aufstellung dieses Berichts überherrschende Ungewissheit hinsichtlich der beschleunigten weltweiten Ausbreitung des Coronavirus seit Anfang März 2020 und deren Folgen erschwert eine genaue Prognose der Geschäftsentwicklung. Es kann derzeit nicht zuverlässig vorhergesagt werden, wie lange die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Deutschland und Europa weiter ansteigen wird. Basierend auf den Erfahrungen aus China geht der Vorstand aktuell von einem Zeitraum von vier bis sechs Wochen massiver Störungen in den Wirtschaftskreisläufen aus. Im Anschluss daran erwarten wir eine relativ schnelle Erholung der Wirtschaftslage. In unseren für diese Prognose unterstellten Szenarien haben wir eine Stabilisierung der wirtschaftlichen Situation nach sechs bis acht Wochen - also Mitte bis Ende Mai - unterstellt. Sollte es zu einem deutlich abweichenden Szenario kommen, sind die gesamtwirtschaftlichen Belastungen und deren Auswirkungen auf die Beteiligungsunternehmen von INDUS zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschätzbar.
Aufgrund der Einschätzung des IfW und des Ifo-Instituts vom 18./ 19. März 2020 rechnet der Vorstand mit einem massiven Einbruch der Konjunktur in Deutschland wegen der Coronavirus-Krise, die zu einem Rückgang der deutschen Wirtschaftsleistung von 4 bis 5 % führen könnte. Es spricht allerdings einiges dafür, dass das beherzte Handeln der Politik zu einem eher V-förmige Verlauf der Konjunktur mit einer schnellen Erholung nach dem absehbaren "Lockdown" führen könnte. Stabilisierend sollte sich das am Abend des 18. März 2020 von der EZB beschlossene Rückkaufprogramm für Unternehmens- und Staatsanleihen mit einem Gesamtvolumen von 750 Mrd. EUR im Jahr 2020 auswirken. Die deutsche Bundesregierung erklärte bereits am 13. März 2020, dass "zum Schutz der Unternehmen und der Beschäftigten im Volumen unbegrenzte Maßnahmen zur Liquiditätsausstattung" zur Verfügung stünden. Damit sollte zumindest in den kommenden Monaten die Liquiditätsversorgung des Wirtschaftskreislaufes sichergestellt sein. Durch die am 13. März 2020 beschlossenen Regelungen zum Kurzarbeitergeld, wird es darüber hinaus zu einer deutlichen Entlastung der Unternehmen bei den Personalkosten kommen, da faktisch erhebliche Teile der Personalkosten während der akuten Krise bei Planungsrechnungen als variabel betrachtet werden können.
Aktuell geht der Vorstand für die INDUS-Gruppe von einem erneut deutlich sinkenden Umsatz im Segment Fahrzeugtechnik und deutlich reduzierten Konjunkturaussichten im Segment Maschinen- und Anlagenbau gegenüber 2019 aus. Im Segment Bau/Infrastruktur erwartet der Vorstand trotz temporärer Folgen der Coronavirus-Krise eine Konsolidierung auf solidem Niveau - allerdings unter den Rekordwerten des Jahres 2019. Insgesamt sehen die Planungen für 2020 einen rückläufigen Umsatz auf 1,50 bis 1,65 Mrd. EUR vor. Das operative Ergebnis (EBIT) wird voraussichtlich in einem Band von 85 bis 95 Mio. EUR ebenfalls deutlich unter dem Niveau von 2019 liegen. Bei diesen Zielgrößen unberücksichtigt sind die angestrebten Neuerwerbe auf erster und zweiter Ebene. Die EBIT-Marge wird voraussichtlich zwischen 5 und 6,5 % liegen. Diese Prognosen sind vor dem Hintergrund der oben beschriebenen Annahmen - unter anderem eine Stabilisierung der wirtschaftlichen Situation nach sechs bis acht Wochen - getroffen worden.
Die Coronavirus-Krise ist ein wertbegründendes Ereignis des Geschäftsjahres 2020. Aktuell ist unklar, ob die Zukunftserfolgswerte der Beteiligungen und damit die bilanzierten Geschäfts- und Firmenwerte wesentlich beeinträchtigt sind. Dies wird von der Dauer der Krise, Hochlaufkurve nach der Krise, Nachholeffekten ausgefallener Produktion und der nachhaltigen Auswirkung der Pandemie auf die wirtschaftliche Entwicklung abhängen. In der Prognose des operativen Ergebnisses (EBIT) sind keine Wertminderungen auf Geschäfts- und Firmenwerte enthalten.
Die konkreten Auswirkungen der Coronavirus-Krise auf den M&A-Markt lassen sich aktuell nicht absehen. In einem unsicheren gesamtwirtschaftlichen Umfeld mit höherer Liquiditätspräferenz könnte es allerdings auf Verkäuferseite durchaus zu mehr Realitätssinn bei den Preiserwartungen kommen.
Das im Dezember 2019 beschlossene Investitionsbudget der INDUS-Gruppe für das kommende Jahr lag bei 83 Mio. EUR (exklusive Zukäufe). Aufgrund der Folgen der Coronavirus-Krise hat der Vorstand mittlerweile einen Investitionsstopp bei allen Beteiligungsunternehmen erlassen. Wenn die weiteren Folgen der Coronavirus-Krise besser absehbar werden, wird ein reduziertes Investitionsbudget für 2020 festgelegt werden. Für Unternehmenszukäufe sah die Planung zum Jahresende 2019 eine Summe von 40 Mio. EUR für das Jahr 2020 vor; hier wird der Vorstand im Einzelfall und in Abhängigkeit von den weiteren Entwicklungen infolge der Coronavirus-Krise über einzelne Akquisitionsprojekte entscheiden. Zusätzlich werden im laufenden Jahr die Restanteile bei den Beteiligungsunternehmen m+p, MBN und PEISELER von den Alteigentümern erworben. Hierfür sind in Summe knapp 22 Mio. EUR eingeplant, die aufgrund bestehender vertraglicher Verpflichtungen zur Auszahlung kommen werden.
Der Erhalt der wirtschaftlichen Stabilität und die langfristige Sicherung der Liquidität der INDUS-Gruppe stehen aktuell im Fokus des Vorstandshandelns. Dazu hat der Vorstand ein Maßnahmenpaket zur Reduzierung der Cash-Abflüsse in der Holding und bei den Beteiligungen implementiert. Sachinvestitionen in gegenüber dem Vorjahr reduziertem Umfang und die Dividendenzahlung sollen weiterhin aus dem laufenden Cashflow beziehungsweise aus der bereitstehenden Liquidität finanziert werden. Die Eigenkapitalquote der INDUS-Gruppe soll weiterhin 40 % nicht unterschreiten. Im Rahmen der geplanten revolvierenden Finanzierung wird INDUS auch 2020 Fremdkapital in Form von Krediten und Schuldscheindarlehen aufnehmen. INDUS kann bei der Finanzierung auf die langjährigen Partner im Bankenbereich zurückgreifen, mit denen wir in ständigem Austausch stehen. Die Entschuldungsdauer auf EBITDA-Basis soll weiter in einem Korridor von 2,0 bis 2,5 Jahren liegen, könnte aber aufgrund des erwarteten Rückgangs des EBITDA in 2020 temporär auf bis zu 3,0 ansteigen.
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| KONZERN | IST 2019 | PLAN 2020 |
|---|---|---|
| Steuerungsgrößen | ||
| Zukäufe | 2 Wachstumsakquisitionen | abhängig von Gesamtentwicklung |
| Umsatz | 1,74 Mrd. EUR | 1,50 - 1,65 Mrd. EUR |
| EBIT | 117,9 Mio. EUR | 85 bis 95 Mio. EUR |
| EBIT-Marge (in%) | 6,8% | 5 bis 6,5 % |
| Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | 78,3 Mio. EUR | unter Vorjahr |
| ergänzende Steuerungsgrößen | ||
| Eigenkapitalquote (in %) | 40,2% | > 40% |
| Nettoverschuldung/EBITDA | 2,4 Jahre | ≤ 3,0 Jahre |
| Working Capital | 478,3 | unter Vorjahr |
| SEGMENTE | ||
| Bau/Infrastruktur | ||
| Umsatz | 388,9 Mio. EUR | sinkender Umsatz |
| EBIT | 63,0 Mio. EUR | sinkendes Ergebnis |
| EBIT-Marge (in%) | 16,2% | 13 bis 15% |
| Fahrzeugtechnik | ||
| Umsatz | 350,3 Mio. EUR | sinkender Umsatz |
| EBIT | -35,8 Mio. EUR | steigendes Ergebnis |
| EBIT-Marge (in%) | -10,2 % | -9 bis -7% |
| Maschinen- und Anlagenbau | ||
| Umsatz | 434,6 Mio. EUR | sinkender Umsatz |
| EBIT | 54,6 Mio. EUR | sinkendes Ergebnis |
| EBIT-Marge (in%) | 12,6% | 9 bis 11% |
| Medizin- und Gesundheitstechnik | ||
| Umsatz | 159,7 Mio. EUR | leicht sinkender Umsatz |
| EBIT | 18,6 Mio. EUR | sinkendes Ergebnis |
| EBIT-Marge (in%) | 11,7% | 9 bis 11% |
| Metalltechnik | ||
| Umsatz | 409,2 Mio. EUR | sinkender Umsatz |
| EBIT | 25,8 Mio. EUR | sinkendes Ergebnis |
| EBIT-Marge (in%) | 6,3% | 5 bis 7% |
Die strukturellen konjunkturellen Rahmenbedingungen für das Segment Bau/Infrastruktur bleiben weiterhin gut. Die Kapazitätsauslastung befindet sich auf Rekordniveau, deshalb bleiben die personellen Kapazitäten am deutschen Bauarbeitsmarkt weiter angespannt. Den Fachkräftemangel bezeichnen inzwischen vier von fünf Baufirmen als Entwicklungsrisiko. Insgesamt wird der Umsatz des Segments Bau/Infrastruktur 2020 leicht sinken, aber weiter eine zuverlässige Stütze des INDUS-Portfolios bleiben. Im Geschäftsjahr 2019 konnten einige Sondereffekte bei den INDUS-Beteiligungen des Segmentes realisiert werden und ließen das Ergebnis auf Rekordniveau ansteigen. Aktuell arbeiten die Unternehmen trotz der Coronavirus-Krise noch weitgehend ungestört. Selbst wenn es zu temporären Störungen durch stillgelegte Baustellen, fehlende Mitarbeiter oder fehlendes Material kommen sollte, geht der Vorstand davon aus, dass derartige Leistungsminderungen über das Gesamtjahr 2020 gesehen aufgrund der guten Auftragslage in der deutschen Bauindustrie und dem daraus resultierenden hohen Druck in der Branche ausgeglichen werden. Durch den Wegfall der positiven Sondereffekte im Jahr 2019 wird das operative Ergebnis (EBIT) sinken. Die EBIT-Marge wird voraussichtlich weiter im Zielkorridor von 13 bis 15 % verbleiben.
Die für das Jahr 2020 absehbare strukturelle Entwicklung im Segment Fahrzeugtechnik war schon vor der Coronavirus-Krise sehr herausfordernd. Die Automobilindustrie muss die anspruchsvollen CO2-Ziele der EU bis 2030 erreichen, den Wandel zu emissionsarmen Antriebsformen treiben. Das INDUS-Segment ist neben diesem Wandel der gesamten Branche mit laufenden Repositionierungen bei zwei Serienzulieferern sowie einem Zulieferer vor der Serie belastet. Infolge der Coronavirus-Krise werden die meisten Werke der deutschen Automotive OEMs teilweise oder vollständig bereits beginnend ab 17. März 2020 für zunächst zwei bis vier Wochen geschlossen. Der Vorstand geht aktuell davon aus, dass die Schließungen insgesamt vier Wochen dauern werden. Ausgehend von einer ungestörten Gesamtproduktionskapazität von 50 Wochen, entspricht das einem Produktionsrückgang von 8 % bezogen auf das Gesamtjahr 2020. Dies entspricht ebenfalls dem Niveau des Rückgangs der Neuzulassungen in der EU zum Jahresbeginn (- 7,3 %). Auf dieser Basis wurde die Prognose für das Segment Fahrzeugtechnik entsprechend revidiert. Diese Annahmen führen in Summe zu einem weiteren Jahr mit deutlich negativem EBIT in diesem Segment. Der Vorstand rechnet für das Segment mit einer EBIT-Marge von -9 bis - 7 %.
Das Segment Maschinen- und Anlagenbau ist bei INDUS aufgrund der Zusammensetzung der Segmentunternehmen nicht repräsentativ für die Branche im Allgemeinen. Deshalb wird sich das Segment abweichend von der allgemeinen Marktentwicklung auch in 2020 strukturell als solide Stütze des INDUS-Portfolios zeigen. Allerdings erwartet die Unternehmen der klassischen Automatisierungstechnik und der Werkzeugmaschinenzulieferung ein schwieriges Jahr. Positiv entwickeln bzw. auf hohem Niveau verbleiben die Anlagenbauer des Bereiches Logistik und Fahrzeugendmontage. Nach Einschätzung des Vorstandes ist davon auszugehen, dass es infolge der Coronavirus-Krise durchaus zu Störungen der Abläufe bei den Segmentunternehmen kommen kann. Der Vorstand rechnet für das Segment mit einem sinkenden Umsatz gegenüber dem Vorjahr. Die EBIT-Marge wird zwischen 9 und 11 % liegen.
Für das Segment Medizin- und Gesundheitstechnik bleibt das Branchenumfeld strukturell positiv, auch wenn die Umsetzung der EU-Medizinprodukteverordnung (MDR) und die damit verbundenen regulatorischen Anforderungen sowohl äußerst kosten- als auch zeitintensiv sind. Bei den Kunden ist eine starke Zurückhaltung bei der Realisierung von Neuprodukten spürbar, da diese ebenfalls mit der Zertifizierung der Bestandsprodukte nach der MDR befasst sind. Die Unternehmen im Bereich Vliesstoffverarbeitung durchlaufen weiter einen Veränderungsprozess, der die Entwicklung des Segments belastet. In den Monaten März und April 2020 wird es infolge der Coronavirus-Krise absehbar zu Störungen der normalen Abläufe kommen. Positive Effekte können sich darüber hinaus aus einer erhöhten Nachfrage nach Vliesstoff- und Desinfektionsprodukten ergeben. Für das Geschäftsjahr 2020 erwartet der Vorstand im Segment Medizin- und Gesundheitstechnik in Summe einen leichten Umsatzrückgang und ein sinkendes operatives Ergebnis. Der Korridor für die EBIT-Marge liegt zwischen 9 und 11 %.
Die Unternehmen des Segments Metalltechnik erwarten in Summe strukturell im Wesentlichen eine Seitwärtsentwicklung im kommenden Jahr. Einige der maschinenbaunahen Unternehmen werden sich dabei der konjunkturellen Abkühlung nicht entziehen können. Positiv werden sich angestoßene strukturelle Veränderungen bei den Blechverarbeitern und das Abschmelzen der Aktivitäten im Bereich Kunststoffgalvanik auswirken. Nach Einschätzung des Vorstandes ist davon auszugehen, dass es infolge der Coronavirus-Krise durchaus zu Störungen der Abläufe bei den Segmentunternehmen kommen kann. Positiv zu berücksichtigen ist die im bisherigen Jahresverlauf gute Entwicklung bei den Unternehmen im Bereich Hartmetallwerkzeuge, die per Ende Februar 2020 bereits deutlich über dem Budget vom Jahresende 2020 lagen; sehr erfreulich ist hier auch der Wiederanlauf der Produktion in China seit Anfang März 2020. Insgesamt werden für das Segment Metalltechnik ein sinkender Umsatz und ein sinkendes Ergebnis erwartet. Die EBIT-Marge wird zwischen 5 und 7 % liegen.
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| 2019 EUR |
2018 EUR |
|
|---|---|---|
| 1. Umsatzerlöse | 5.934.988,87 | 5.810.537,60 |
| 2. Sonstige betriebliche Erträge | 19.426.985,97 | 4.809.844,89 |
| - davon aus der Währungumrechnung: EUR 1.531.792,32 (Vorjahr: EUR 2.506.683,84) | ||
| 3. Personalaufwand | ||
| a) Löhne und Gehälter | -6.073.335,28 | -6.277.873,50 |
| b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung | -496.483,82 | -440.738,92 |
| - davon für Altersversorung: EUR 70.405,50 (Vorjahr: EUR 30.206,32) | ||
| -6.569.819,10 | -6.718.612,42 | |
| 4. Abschreibungen | ||
| a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | -610.592,78 | -612.515,36 |
| -610.592,78 | -612.515,36 | |
| 5. Sonstige betriebliche Aufwendungen | -7.971.739,56 | -9.117.746,89 |
| - davon aus der Währungsumrechnung: EUR 44.698,19 (Vorjahr: EUR 434.759,12) | ||
| 6. Erträge aus Beteiligungen | 85.597.960,05 | 77.484.132,16 |
| - davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 85.597.960,05 (Vorjahr: EUR 77.484.132,16) | ||
| 7. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | 58.729.683,16 | 51.554.914,71 |
| - davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 58.729.683,16 (Vorjahr: EUR 51.554.293,30) | ||
| 8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 9.821.266,91 | 8.485.854,87 |
| - davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 9.711.900,41 (Vorjahr: EUR 8.410.750,44) | ||
| 9. Abschreibungen auf Finanzanlagen | -55.250.000,00 | -27.710.852,78 |
| 10. Aufwendungen aus Verlustübernahme | -11.746.076,15 | -6.668.361,35 |
| 11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -10.742.867,07 | -10.706.420,72 |
| - davon an verbundene Unternehmen: EUR 275.897,00 (Vorjahr: EUR 338.332,27) | ||
| - davon aus der Aufzinsung von Rückstellungen: EUR 2.000 (Vorjahr: EUR 6.970,00) | ||
| 12. Ergebnis vor Steuern | 86.619.790,30 | 86.610.774,71 |
| 13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -8.670.000,79 | -12.074.986,84 |
| - davon aus latenten Steuern: EUR -1.005.000,00 (Vorjahr: EUR -2.099.000,00) | ||
| 14. Ergebnis nach Steuern | 77.949.789,51 | 74.535.787,87 |
| 15. Sonstige Steuern | -44.000,00 | -2.500,00 |
| 16. Jahresüberschuss | 77.905.789,51 | 74.533.287,87 |
| 17. Gewinnvortrag | 1.669.836,57 | 1.812.312,20 |
| 18. Bilanzgewinn | 79.575.626,08 | 76.345.600,07 |
Aktiva
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| 31.12.2019 EUR |
31.12.2018 EUR |
|
|---|---|---|
| A. ANLAGEVERMÖGEN | ||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 257.148,00 | 63.126,00 |
| 257.148,00 | 63.126,00 | |
| II. Sachanlagen | ||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 8.711.074,00 | 5.135.896,00 |
| 2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 724.272,00 | 888.401,00 |
| 9.435.346,00 | 6.024.297,00 | |
| III. Finanzanlagen | ||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 849.183.958,76 | 819.792.607,49 |
| 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 304.091.458,68 | 318.484.152,58 |
| 3. Sonstige Ausleihungen | 0,00 | 90.145,36 |
| 1.153.275.417,44 | 1.138.366.905,43 | |
| 1.162.967.911,44 | 1.144.454.328,43 | |
| B. UMLAUFVERMÖGEN | ||
| I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | ||
| 1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 406.707.480,07 | 386.803.967,88 |
| 2. Sonstige Vermögensgegenstände | 8.694.635,38 | 7.145.676,02 |
| - davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: 1.500 EUR (Vorjahr: EUR 1.500,00) | ||
| 415.402.115,45 | 393.949.643,90 | |
| II. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten | 14.028.531,16 | 12.449.704,10 |
| 429.430.646,61 | 406.399.348,00 | |
| C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN | 571.009,00 | 454.522,00 |
| 1.592.969.567,05 | 1.551.308.198,43 | |
| PASSIVA | ||
| 31.12.2019 EUR |
31.12.2018 EUR |
|
| A. EIGENKAPITAL | ||
| I. Gezeichnetes Kapital | 63.571.323,62 | 63.571.323,62 |
| II. Kapitalrücklage | 240.054.751,60 | 240.054.751,60 |
| III. Gewinnrücklagen | ||
| 1. Gesetzliche Rücklage | 1.022.583,76 | 1.022.583,76 |
| 2. Andere Gewinnrücklagen | 550.500.000,00 | 512.500.000,00 |
| 551.522.583,76 | 513.522.583,76 | |
| IV. Bilanzgewinn | ||
| 1. Gewinnvortrag | 1.669.836,57 | 1.812.312,20 |
| 2. Jahresüberschuss | 77.905.789,51 | 74.533.287,87 |
| 79.575.628,08 | 76.345.600,07 | |
| 934.724.285,06 | 893.494.259,05 | |
| B. RÜCKSTELLUNGEN | ||
| 1. Steuerrückstellungen | 509.000,00 | 328.000,00 |
| 2. Sonstige Rückstellungen | 2.378.000,00 | 2.798.000,00 |
| 2.887.000,00 | 3.126.000,00 | |
| C. VERBINDLICHKEITEN | ||
| 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 506.018.467,72 | 544.869.491,93 |
| 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 287.360,88 | 292.008,17 |
| 3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 23.966.887,53 | 35.996.948,72 |
| 4. Sonstige Verbindlichkeiten | 78.401.565,86 | 27.850.490,56 |
| - davon aus Steuern: EUR 177.440,66 (Vorjahr: EUR 367.593,64) | ||
| - davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 10.934,03 (Vorjahr: EUR 10.973,73) | ||
| 608.674.281,99 | 609.008.939,38 | |
| D. PASSIVE LATENTE STEUERN | 46.684.000.00 | 45.679.000,00 |
| 1.592.969.567,05 | 1.551.308.198,43 |
Die INDUS Holding Aktiengesellschaft hat ihren Sitz in der Kölner Straße 32 in 51429 Bergisch Gladbach, Deutschland. Im Handelsregister Köln ist die Gesellschaft unter HRB 46360 eingetragen.
Der Jahresabschluss entspricht den Rechnungslegungsvorschriften der §§ 242 bis 256a HGB sowie der §§ 264 bis 288 HGB in Anwendung der Vorschriften für große Kapitalgesellschaften sowie den rechtsform-spezifischen Rechnungslegungsvorschriften des Aktiengesetzes (§ 150 ff. AktG).
Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sind gegenüber dem Vorjahr unverändert angewendet worden.
Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen bewertet. Soweit erforderlich erfolgt eine Abschreibung auf den am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert. Fremdkapitalzinsen werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen.
Die immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden planmäßig ausschließlich linear abgeschrieben. Bei der Bemessung der Nutzungsdauer stellen wir auf die betrieblichen Erfahrungen ab.
Für abnutzbare bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die einer selbstständigen Nutzung fähig sind und deren Anschaffungs- und Herstellungskosten mindestens EUR 250,00 betragen aber nicht EUR 1.000,00 übersteigen, ist im Jahre des Zugangs ein Sammelposten gebildet worden. Der Sammelposten wird im Geschäftsjahr der Bildung und in den folgenden vier Geschäftsjahren mit jeweils einem Fünftel gewinnmindernd aufgelöst.
Die Finanzanlagen werden mit Anschaffungskosten einschließlich der angefallenen Anschaffungsnebenkosten aktiviert. Abschreibungen erfolgen nach § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB, soweit am Abschlussstichtag eine voraussichtliche dauernde Wertminderung vorliegt. Zuschreibungen aufgrund des Wertaufholungsgebots werden bis zu den Anschaffungskosten vorgenommen, wenn die Gründe für eine dauernde Wertminderung entfallen sind.
Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren Werten am Bilanzstichtag angesetzt.
Die Verpflichtungen aus Altersversorgungsverträgen werden gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB im Rahmen einer Bewertungseinheit mit Vermögensgegenständen, die ausschließlich der Erfüllung der Verpflichtungen dienen, verrechnet.
Die Steuerbelastungen und -entlastungen aus temporären Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen von Vermögenswerten, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten werden verrechnet. Verlustvorträge, soweit vorhanden, werden bei den aktiven latenten Steuern in Höhe der in den nächsten fünf Jahren zu erwartenden Verlustverrechnung berücksichtigt. Das Wahlrecht des § 274 Abs.1 Satz 2 HGB zur Aktivierung einer sich im Saldo ergebenden Steuerentlastung wird grundsätzlich ausgeübt. Die im Saldo bestehende Steuerbelastung oder -entlastung wird gemäß § 274 Abs.1 HGB als passive oder aktive latente Steuer ausgewiesen.
Rückstellungen werden mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlichen Erfüllungsbetrag angesetzt. Insgesamt sind die Rückstellungen so bemessen, dass sie allen erkennbaren Risiken Rechnung tragen. Von dem Abzinsungswahlrecht für kurzfristige Rückstellungen wird kein Gebrauch gemacht.
Alle Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag bilanziert. Kurzfristige Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung werden zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag bewertet. Ausgereichte Darlehen in fremder Währung werden zum historischen Kurs oder zum niedrigeren Stichtagskurs umgerechnet.
Die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung im Jahresabschluss erfolgt nach dem Gesamtkostenverfahren im Sinne des § 275 Abs. 2 HGB.
Das Unternehmen hat aufgrund bestehender und zukünftiger Grundgeschäfte Risiken aus der Änderung von Zinssätzen. Diese Risiken werden für die gesamte Laufzeit der bestehenden und für einen Teil der zukünftigen Grundgeschäfte durch derivative Finanzgeschäfte abgesichert (Zinsswaps), die mit den jeweiligen Grundgeschäften zu Bewertungseinheiten zusammengefasst sind. Die Grund- und Sicherungsgeschäfte stimmen jeweils in allen relevanten Parametern überein. Die Sicherungsbeziehungen sind in vollem Umfang wirksam und werden nach der Einfrierungsmethode abgebildet. Zum 31. Dezember 2019 wiesen die zinsbezogenen Sicherungsgeschäfte mit einem Nominalvolumen von EUR 236,4 Mio. (im Vorjahr EUR 269,6 Mio.) insgesamt einen negativen Marktwert von EUR 6,1 Mio. (im Vorjahr negativer Marktwert von EUR 4,9 Mio.) aus. Davon sind Zinssicherungen mit einem Nominalvolumen von EUR 75,0 Mio (im Vorjahr: EUR 150,0 Mio.) Sicherungen auf zukünftige hochwahrscheinliche Darlehensgeschäfte mit Zinsänderungsrisiko. Die Zeitwerte der derivativen Finanzgeschäfte wurden anhand der Discounted-Cashflow-Methode ermittelt und mit vorhandenen Marktinformationen verprobt.
Die Entwicklung des Anlagevermögens ist im Einzelnen im Anlagespiegel dargestellt, der diesem Anhang als Anlage 1 beigefügt ist.
Bei den Zugängen der Anteile an verbundenen Unternehmen handelt es sich um die Anschaffungskosten der hinzuerworbenen Anteile an bereits bestehenden Beteiligungen und um nachträgliche Anschaffungskosten durch Kapitalmaßnahmen bei bereits bestehenden Beteiligungen. Zu den Abschreibungen bzw. Zuschreibungen wird auf die Anmerkungen zur Gewinn- und Verlustrechnung verwiesen. Die Angaben gemäß § 285 Nr. 11 HGB enthält die Anteilsbesitzliste, die dem Anhang als Anlage 2 beigefügt ist.
Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen beinhalten langfristige Darlehen sowie partiarische Darlehen an Beteiligungsgesellschaften.
Es handelt sich um laufende Verrechnungskonten, denen die Bewegungen aus dem Finanzverkehr gutgeschrieben und belastet werden. Die Gutschriften der Gewinnansprüche aus dem Anteilsbesitz erfolgen ebenfalls über diese Konten.
Die sonstigen Vermögensgegenstände im Jahresabschluss enthalten antizipative Beträge in Höhe von EUR 32.458,29 (Vorjahr EUR: 50.007,19).
Das Grundkapital der INDUS Holding Aktiengesellschaft beträgt zum Bilanzstichtag EUR 63.571.323,62 (Vorjahr: EUR 63.571.323,62).
Die Zusammensetzung der Kapitalrücklage stellt sich wie folgt dar:
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| Beträge i. S. d. § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB: | EUR | 222.159.535,76 |
| Beträge i. S. d. § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB: | EUR | 17.895.215,84 |
| Zusammen: | EUR | 240.054.751,60 |
Die anderen Gewinnrücklagen entwickelten sich im Geschäftsjahr wie folgt:
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| Stand am 1. Januar 2019: | EUR | 512.500.000,00 |
| Einstellung aus dem Bilanzgewinn gemäß dem Beschluss der Hauptversammlung vom 29. Mai 2019 | EUR | 38.000.000,00 |
| Stand am 31. Dezember 2019: | EUR | 550.500.000,00 |
Die Ansprüche des Berechtigten sind an den Wert der Rückdeckungsversicherung vertraglich gekoppelt. Für die saldierte Rückstellung ergibt sich daher stets ein Betrag von EUR 0,00. Für die Ansprüche aus den Rückdeckungsversicherungen wurde auf der Basis der von der Versicherung mitgeteilten Aktivwerte ein beizulegender Zeitwert von EUR 85.930,00 (Vorjahr: EUR 88.978,00) ermittelt.
Der Rückstellungsbedarf für die Altersversorgungsverpflichtungen wurde unter Berücksichtigung der leistungskongruenten Rückdeckungsversicherungen mit einem Betrag von EUR 85.930,00 (Vorjahr: EUR 88.978,00) berechnet. Durch die insolvenzfeste Abtretung der Ansprüche aus den Rückdeckungsversicherungen liegen die Voraussetzungen des § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB vor, so dass die Bilanzposten und Posten der Gewinn- und Verlustrechnung nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB jeweils miteinander zu verrechnen waren.
Die Steuerrückstellungen enthalten eine Rückstellung für Körperschaftsteuer für die periodengleich vereinnahmten Gewinnausschüttungen der Tochtergesellschaften in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft sowie eine Rückstellung für Gewerbesteuer.
Die sonstigen Rückstellungen enthalten wesentliche Beträge für die Erstellung und Prüfung des Jahresabschlusses, für Bonusverpflichtungen, für die Kosten der Hauptversammlung und Veröffentlichung sowie für Urlaub.
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| davon mit einer Restlaufzeit | ||||
|---|---|---|---|---|
| 31.12.2019 EUR |
bis zu einem Jahr EUR |
zwischen einem und fünf Jahren EUR |
von mehr als fünf Jahren EUR |
|
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 506.018.467,72 | 106.584.197,72 | 369.091.113,00 | 30.343.157,00 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 287.360,88 | 287.360,88 | 0,00 | 0,00 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 23.966.887,53 | 23.966.887,53 | 0,00 | 0,00 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 78.401.565,86 | 4.526.565,86 | 16.875.000,00 | 57.000.000,00 |
| 608.674.281,99 | 135.365.011,99 | 385.966.113,00 | 87.343.157,00 |
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| davon mit einer Restlaufzeit | ||||
|---|---|---|---|---|
| 31.12.2018 EUR |
bis zu einem Jahr EUR |
zwischen einem und fünf Jahren EUR |
von mehr als fünf Jahren EUR |
|
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 544.869.491,93 | 116.968.346,93 | 351.595.451,00 | 76.305.694,00 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 292.008,17 | 292.008,17 | 0,00 | 0,00 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 35.996.948,72 | 35.996.948,72 | 0,00 | 0,00 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 27.850.490,56 | 4.750.490,56 | 16.900.000,00 | 6.200.000,00 |
| 609.008.939,38 | 158.007.794,38 | 368.495.451,00 | 82.505.694,00 |
In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen in Höhe von EUR 78.100.000,00 (Vorjahr: EUR 27.325.000,00) enthalten.
Sämtliche Verbindlichkeiten sind nicht durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert.
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| 01.01.2019 EUR |
Ertrag EUR |
Aufwand EUR |
31.12.2019 EUR |
|
|---|---|---|---|---|
| Aktive latente Steuern | ||||
| Ansatz Rückstellungen bei Personengesellschaften | 938.000,00 | 203.000,00 | 0,00 | 1.141.000,00 |
| Abschreibungen auf Ausleihungen bei einer Personengesellschaft | 0,00 | 640.000,00 | 0,00 | 640.000,00 |
| Pensionsrückstellung INDUS Holding Aktiengesellschaft | 6.000,00 | 0,00 | 0,00 | 6.000,00 |
| 944.000,00 | 843.000,00 | 0,00 | 1.787.000,00 | |
| Passive latente Steuern | ||||
| Anteile verbundene Unternehmen | 46.623.000,00 | 0,00 | 1.848.000,00 | 48.471.000,00 |
| Überhang passive latente Steuern | 45.679.000,00 | -843.000,00 | 1.848.000,00 | 46.684.000,00 |
Den latenten Steuern liegt ein Steuersatz von 15,825 % zugrunde. Der Saldo der Steuerbelastungen und -entlastungen wurde nach § 274 Abs. 1 HGB als passive latente Steuern ausgewiesen.
Die Umsatzerlöse der INDUS Holding Aktiengesellschaft beinhalten Honorare für die erbrachten Beratungsleistungen gegenüber den Tochterunternehmen.
Die sonstigen betrieblichen Erträge, die sich im Berichtsjahr auf TEUR 19.427 (Vorjahr: TEUR 4.810) belaufen, betreffen im Wesentlichen Erträge aus Zuschreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von TEUR 17.400 (Vorjahr: TEUR 0) sowie stichtagsbezogene Erträge aus Währungsumrechnungen in Höhe von TEUR 1.528 (Vorjahr: TEUR 2.236).
Hier werden die der INDUS Holding Aktiengesellschaft direkt zufließenden Erträge aus den Personengesellschaften und die Dividendenansprüche gegenüber den Kapitalgesellschaften einschließlich der darauf entfallenden anrechenbaren Steuerbeträge ausgewiesen.
In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen, die sich im Berichtsjahr auf TEUR 7.972 (Vorjahr: TEUR 9.118) belaufen, sind Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 45 (Vorjahr: TEUR 435) enthalten. Hiervon entfallen TEUR 4 (Vorjahr: TEUR 365) auf stichtagsbezogene Umrechnung von Ausleihungen an verbundene Unternehmen, die in fremder Währung ausgegeben worden sind.
Die Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens enthalten ergebnisabhängige Zinserträge aus partiarischen Darlehen in Höhe von TEUR 51.364 (Vorjahr: TEUR 43.389).
Die Abschreibungen der Finanzanlagen auf den niedrigeren beizulegenden Wert wegen voraussichtlich dauernder Wertminderung betragen TEUR 55.250 (Vorjahr: TEUR 27.711).
Es handelt sich im Wesentlichen um Zinsaufwendungen für mittel- und langfristige Bankverbindlichkeiten sowie Schuldscheindarlehen.
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthalten aperiodische Aufwendungen in Höhe von TEUR 260 (Vorjahr: aperiodische Erträge in Höhe von TEUR 421).
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| 2019 | 2018 | |
|---|---|---|
| Vorstand | 4 | 4 |
| Angestellte | 32 | 30 |
| Zusammen: | 36 | 34 |
Die INDUS Holding Aktiengesellschaft haftet im Zusammenhang mit einer Avalkreditzusage an verbundene Unternehmen für Anzahlungs-, Vertragserfüllungs- und Mängelgewährleistungsbürgschaften gegenüber einem Kreditversicherer als Gesamtschuldnerin. Zum Bilanzstichtag ergeben sich hieraus Haftungsverhältnisse in Höhe von EUR 13.876.547,69 (Vorjahr: EUR 11.096.644,36).
Die INDUS Holding Aktiengesellschaft hat eine Garantie für eine Kaufpreisverpflichtung aus dem zukünftigen Erwerb von Gesellschaftsanteilen für ein verbundenes Unternehmen übernommen. Zum Bilanzstichtag ergeben sich hieraus Haftungsverhältnisse in Höhe von EUR 12.566.399,24 (Vorjahr: EUR 12.229.344,95).
Des Weiteren hat die INDUS Holding Aktiengesellschaft gegenüber der Deutsche Leasing für Sparkassen und Mittelstand GmbH die Mit-Leasing-Nehmerschaften für verbundene Unternehmen übernommen. Zum Bilanzstichtag ergeben sich hieraus Haftungsverhältnisse in Höhe von EUR 2.650.821,50 (Vorjahr: EUR 2.399.935,94).
Weiterhin hat die INDUS Holding Aktiengesellschaft gegenüber der Landesbank Baden-Württemberg eine Bürgschaft zur Absicherung der Mietansprüche für ein verbundenes Unternehmen übernommen. Zum Bilanzstichtag ergeben sich hieraus Haftungsverhältnisse in Höhe von EUR 200.000 (Vorjahr: EUR 200.000,00).
Die verbundenen Unternehmen können die eingegangenen Verbindlichkeiten aus heutiger Sicht erfüllen. Mit einer Inanspruchnahme der INDUS Holding Aktiengesellschaft ist daher nicht zu rechnen.
Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen bei der INDUS Holding Aktiengesellschaft aus Leasingverpflichtungen in Höhe von insgesamt EUR 192.907,81.
Die INDUS Holding Aktiengesellschaft hat die vertragliche Verpflichtung übernommen, auf Verlangen der Verkäufer restliche Anteile von bestehenden Tochtergesellschaften zu erwerben. Der Gesamtbetrag der hieraus resultierenden sonstigen finanziellen Verpflichtung beträgt zum Bilanzstichtag EUR 23.877.035.30 (Vorjahr: EUR 27.263.331,75).
Die Zusammenstellung des gesamten Beteiligungsbesitzes zeigt die als Anlage dem Anhang beigefügte Aufstellung des Anteilsbesitzes. Die Aufstellung ist Bestandteil des Anhangs.
In der Anteilsbesitzliste sind ebenfalls diejenigen Beteiligungsgesellschaften aufgeführt, die von der Befreiung zur Aufstellung eines Konzernabschlusses gemäß § 291 Abs. 1 bzw. zur Offenlegung eines Jahresabschlusses gemäß § 264 Abs. 3 bzw. § 264 b HGB Gebrauch machen.
Vorsitzender des Vorstandes der A-XELLENCE AG, Osnabrück
Geschäftsführendes Vorstandsmitglied IG Metall, Frankfurt am Main
Volljurist, Vorsitzender des Vorstands Investitionsbank Berlin, Berlin Weitere Mandate im Sinne des § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG:
| ― | BPWT Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH, Berlin, Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | IBB Beteiligungsgesellschaft mbH, Berlin 1) |
1) Dieses Mandat ist eine Konzerngesellschaft der Investitionsbank Berlin
Diplom-Ökonomin, Sprecherin der Geschäftsführung der Unternehmensgruppe Gebrüder Becker, Wuppertal
1. Bevollmächtigte der IG Metall - Geschäftsstelle Freudenstadt, Freudenstadt
Stellvertretende Betriebsratsvorsitzende der Karl Simon GmbH & Co. KG, Aichhalden
Wirtschaftsjuristin, M. Braun Inertgas-Systeme GmbH, Garching-Hochbrück
Leiter Finanzen/Controlling bei der Karl Simon GmbH & Co. KG, Aichhalden
Diplom-Mathematikerin, Mitglied des Vorstandes der Versicherungskammer Bayern, München, verantwortlich für die Bereiche Finanzen und Rechnungswesen
Weitere Mandate im Sinne des § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG:
| ― | Bayerische Beamtenkasse AG, München, Vorsitzende des Aufsichtsrats |
| ― | Consal Beteiligungsgesellschaft AG, München 2) |
| ― | Union Krankenversicherung AG, Saarbrücken 2) |
2) Diese Mandate sind Konzerngesellschaften der Versicherungskammer Bayern.
Schichtleiter bei der S.M.A. Metalltechnik GmbH & Co. KG, Backnang
Kaufmann (Dipl.Kfm.)
Weitere Mandate im Sinne des § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG:
| ― | ifb SE, Grünwald, Vorsitzender des Aufsichtsrats |
Leiter der Qualitätssicherung bei der Selzer Fertigungstechnik GmbH & Co. KG, Driedorf
Ingenieur (Dipl.Ing), geschäftsführender Gesellschafter der Alfred H. Schütte GmbH & Co. KG, Köln
* Arbeitnehmervertreter/-in
Weiteres Mandat in Beratungsgremien:
| ― | Richard Bergner Holding GmbH & Co. KG |
Dr. rer nat., MBA
Dipl.-Wirtschafts-Ing., LL.M.
Diplom-Kaufmann
Weiteres Mandat in Beratungsgremien:
| ― | Börsenrat Börse Düsseldorf |
Die gewährten Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstandes der INDUS Holding Aktiengesellschaft setzen sich für das Geschäftsjahr 2019 aus dem festen Grundgehalt (einschließlich steuerpflichtiger geldwerter Vorteile), der ergebnisabhängigen variablen Vergütung (Short-Term-Incentive-Programm) und der aktienorientierten Vergütung in Form von virtuellen Aktienoptionen (Long-Term-Incentive-Programm) zusammen.
Insgesamt sind TEUR 2.908 (Vorjahr: TEUR 3.582) an die Vorstände gewährt worden. Auf das Geschäftsjahr entfallen insgesamt TEUR 2.795 TEUR (Vorjahr: TEUR 3.255), davon TEUR 1.705 auf die feste Vergütung (Vorjahr: TEUR 1.980), TEUR 740 auf die variable Vergütung (Vorjahr: TEUR 890) und TEUR 350 auf die virtuellen Aktienoptionen (Vorjahr: TEUR 385). Auf das Vorjahr entfallen TEUR 113 (Vorjahr: TEUR 327) variable Vergütung. Zu den individualisierten Vorstandsvergütungen verweisen wir auf die Ausführungen zum Vergütungsbericht innerhalb des Lageberichtes.
Die Anwartschaftsbarwerte der durch Gehaltsumwandlung von ehemaligen Vorständen bis zum Bilanzstichtag erworbenen Altersversorgungsansprüche sowie die Inanspruchnahmen im Geschäftsjahr betrugen:
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| Anwartschaftsbarwert | Inanspruchnahme | Zuführung | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| TEUR | TEUR | TEUR | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| 2019 | 2018 | 2019 | 2018 | 2019 | 2018 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| H. Ruwisch | 86 | 89 | 6 | 150 | 3 | 9 |
Die Altersversorgungsansprüche sind durch wertkongruente Rückdeckungsversicherungen gedeckt. Infolge der insolvenzfesten Abtretung an den Anspruchsberechtigten waren die Aktiv- und Passivpositionen im Jahresabschluss als Bewertungseinheit zu verrechnen.
Seit dem 1. Januar 2010 besteht das Long-Term-Incentive-Programm als langfristige Anreizwirkung in Form von virtuellen Aktienoptionen (Stock Appreciation Rights). Als Stock Appreciation Right (SAR) wird die Zusage der INDUS Holding Aktiengesellschaft bezeichnet, den Berechtigten eine Zahlung zu leisten, deren Höhe sich nach der Differenz zwischen dem Basispreis und dem aktuellen Börsenkurs bei Ausübung der Option bemisst. Der Basispreis der SAR entspricht dem Mittelwert der Schlusskurse im Xetra-Handel für die Aktie der Gesellschaft während der letzten zwanzig Handelstage vor dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option. Nach den Optionsbedingungen ist die Zahlung des Wertzuwachses für den Berechtigten nach oben begrenzt (Deckelung). Die SAR können nur ausgeübt werden, wenn der Aktienkurs zum Zeitpunkt der Ausübung, gemessen am Basispreis der Option, um einen bestimmten Prozentsatz gestiegen ist (Erfolgshürde). Wird die Erfolgshürde nicht überschritten, kommt es zu keiner Auszahlung an die Vorstandsmitglieder. Die SAR unterliegen einer Sperrfrist von vier Jahren ab dem Tag der Zuteilung der Tranche. Innerhalb der Sperrfrist ist eine Ausübung nicht möglich.
Dem Vorstand werden in jährlichen Tranchen virtuelle Aktienoptionen gewährt, deren Stückzahl durch den Optionspreis im Ausgabezeitpunkt und den vertraglich bestimmten Zielwert bestimmt wird. Im Geschäftsjahr 2019 wurden 69.060 SAR (Vorjahr 61.286) ausgegeben. Zum Zeitpunkt ihrer Gewährung betrug der beizulegende Zeitwert der SAR insgesamt TEUR 350 (Vorjahr TEUR 385). Der Bestand der bis zum 31. Dezember 2019 insgesamt gewährten SAR beträgt 216.756 Stück (Vorjahr: 221.614). Der ermittelte beizulegende Zeitwert der insgesamt gewährten SAR betrug zum Bilanzstichtag TEUR 636 (Vorjahr: TEUR 471). In dieser Höhe wurde im Jahresabschluss eine Rückstellung gebildet. Die Zuführung des Geschäftsjahres vor Abzinsung ist mit 676 TEUR im Personalaufwand enthalten. Eine Auflösung in Höhe von TEUR 17 ist in den sonstigen betrieblichen Erträgen (Vorjahr: Im sonstigen betrieblichen Ertrag mit TEUR 1.026 und im Personalaufwand mit TEUR 72) enthalten. Im Geschäftsjahr sind Zahlungen aus den Aktienoptionen in Höhe von TEUR 494 (Vorjahr: TEUR 560) abgeflossen. Die Zeitwertermittlung erfolgte mit dem Optionspreismodell von Black/Scholes und einer angemessenen Volatilität für INDUS sowie einem risikolosen Zinssatz unter Berücksichtigung der Deckelung der Auszahlungsansprüche. Die Optionen besitzen eine Sperrfrist von vier Jahren und eine Ausübungszeit von zwei Jahren.
Für den Fall, dass sich die Zusammensetzung des Aufsichtsrats wesentlich verändert (Change of Control) sind die Vorstandsmitglieder innerhalb eines Jahres zur außerordentlichen Kündigung des Anstellungsvertrags berechtigt. Im Falle der außerordentlichen Kündigung oder bei Abberufung des Vorstands innerhalb eines Jahres nach dem Change of Control, ohne dass ein wichtiger Grund im Sinne des § 626 BGB vorliegt, zahlt die Gesellschaft dem Vorstandsmitglied eine Abfindung. Diese bemisst sich nach der Gesamtvergütung einschließlich aller festen und variablen Vergütungsbestandteile und geldwerten Vorteile. Die Abfindung wird maximal für den Zeitraum bis zum vorgesehenen Beendigungszeitpunkt oder einer Laufzeit von zwei Jahren gezahlt, soweit der reguläre Beendigungszeitraum davon abweicht.
Die Gesamtvergütungen des Aufsichtsrates der INDUS Holding Aktiengesellschaft betrugen für das Geschäftsjahr 2019 TEUR 667 (Vorjahr: TEUR 454).
Das Grundkapital der INDUS Holding Aktiengesellschaft beträgt am Bilanzstichtag EUR 63.571.323,62. Es ist eingeteilt in 24.450.509 auf den Inhaber lautende Stückaktien.
Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 28. Mai 2024 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe von bis zu 12.225.254 neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt EUR 31.785.660,51 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2019) und dabei einen vom Gesetz abweichenden Beginn der Gewinnbeteiligung, auch rückwirkend auf ein bereits abgelaufenes Geschäftsjahr, soweit über den Gewinn dieses Geschäftsjahres noch kein Beschluss gefasst wurde, zu bestimmen. Den Aktionären ist bei der Kapitalerhöhung ein Bezugsrecht einzuräumen. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats in folgenden Fällen das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen:
| ― | zur Vermeidung von Spitzenbeträgen; |
| ― | bei einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen wenn der Ausgabebetrag der unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegebenen neuen Aktien den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet und die unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegebenen neuen Aktien insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht überschreiten und zwar weder zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch zum Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung. Auf diese Begrenzung sind Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung aufgrund anderer Ermächtigungen in unmittelbarer oder entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Bezugsrechtsausschluss veräußert oder ausgegeben wurden bzw. auszugeben sind; |
| ― | bei einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen, insbesondere zum Zweck des Erwerbs eines Unternehmens, von Unternehmensteilen, einer Beteiligung an einem Unternehmen oder sonstigen wesentlichen Betriebsmitteln; sowie |
| ― | um den Inhabern von Wandlungs- oder Optionsrechten auf Aktien der Gesellschaft bzw. entsprechender Wandlungs- oder Optionspflichten zum Ausgleich von Verwässerungen ein Bezugsrecht in dem Umfang einzuräumen, wie es ihnen nach Ausübung dieser Rechte bzw. Erfüllung dieser Pflichten als Aktionär zustehen würde. |
Die Gesamtzahl der unter Ausschluss des Bezugsrechts aufgrund einer dieser Ermächtigungen auszugebender und ausgegebenen Aktien darf 10 % des Grundkapitals zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung nicht überschreiten; dabei sind Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung aufgrund anderer Ermächtigungen unter Bezugsrechtsausschluss veräußert oder abgegeben bzw. auszugeben sind. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung, insbesondere den Inhalt der Aktienrechte, die Bedingungen der Aktienausgabe einschließlich des Ausgabebetrages, festzulegen.
Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu EUR 11.700.000,04, eingeteilt in 4.500.000 auf den Inhaber lautende neue Stückaktien, bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2018).
Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie
| ― | die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandelschuldverschreibungen oder von Optionsscheinen aus Optionsschuldverschreibungen (oder einer Kombination dieser Instrumente), die von der Gesellschaft oder deren Konzerngesellschaften aufgrund der Ermächtigung des Vorstandes durch die ordentliche Hauptversammlung vom 24. Mai 2018 bis zum 23. Mai 2023 ausgegeben bzw. garantiert werden, von ihren Wandlungs- bzw. Optionsrechten Gebrauch machen oder |
| ― | die Verpflichteten aus Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, die von der Gesellschaft aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch die ordentliche Hauptversammlung vom 24. Mai 2018 bis zum 23. Mai 2023 ausgegebenen werden, ihre Wandlungs- bzw. Optionspflicht erfüllen und |
| ― | das Bedingte Kapital nach Maßgabe der Bedingungen der Wandel- bzw. Optionsschuldverschreibungen benötigt wird. |
Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahrs, in dem sie durch Ausübung von Options- oder Wandlungsrechten oder durch Erfüllung von Options- bzw. Wandlungspflichten entstehen, am Gewinn teil. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, den Wortlaut der Satzung entsprechend der jeweiligen Inanspruchnahme des Bedingten Kapitals und nach Ablauf sämtlicher Options- bzw. Wandlungsfristen zu ändern.
Das im Geschäftsjahr 2019 als Aufwand erfasste Honorar für den Abschlussprüfer setzt sich wie folgt zusammen:
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| a) für die Abschlussprüfung: | |
| Jahresabschluss und Konzernabschluss: | EUR 237.288,00 |
| (davon für Vorjahre: EUR 3.288,00) | |
| b) andere Bestätigungsleistungen | EUR 32.530,07 |
| (davon für Vorjahre: EUR 2.530,07) | |
| c) Steuerberatungsleistungen | EUR 0,00 |
| d) sonstige Leistungen: | EUR 0,00 |
Die Bestätigungsleistungen betreffen die prüferische Durchsicht des nichtfinanziellen Berichts der INDUS-Gruppe und eine Bestätigung für Kreditgeber.
Der Vorstand und der Aufsichtsrat haben im September 2019 gemäß § 161 AktG eine Erklärung zum Corporate Governance Kodex abgegeben und diese den Aktionären auf der Webseite der INDUS Holding Aktiengesellschaft (http://www.indus.de) zugänglich gemacht.
Die Dimensional Holdings Inc., Austin, Texas, Vereinigte Staaten von Amerika, hat uns gemäß § 40 Abs. 1 WpHG am 25.10.2019 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der INDUS Holding AG, Bergisch Gladbach, Deutschland, am 21.10.2019 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 2,96 % (das entspricht 723.946 Stimmrechten) betragen hat.
Die Epina GmbH & Co. KG, Gütersloh, Deutschland, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 14.11.2017 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der INDUS Holding Aktiengesellschaft, Bergisch Gladbach, Deutschland, am 10.11.2017 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,005 % (das entspricht 734.815 Stimmrechten) betragen hat.
Herr Hans Joachim Selzer, Deutschland, hat uns nach § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der INDUS Holding Aktiengesellschaft, Bergisch Gladbach (ISIN: DE0006200108, WKN: 620010), am 28. Februar 2011 die Schwelle von 3 % und 5 % überschritten hat und zu diesem Tag 8,53 % (das entspricht 1.723.808 Stimmrechten) beträgt. Davon sind ihm 8,53 % (das entspricht 1.723.808 Stimmrechten) gemäß § 22 Abs. 1 Nr. 6 WpHG zuzurechnen. Von diesen Stimmrechten sind ihm zudem 1,83 % (das entspricht 370.033 Stimmrechten) ebenfalls nach § 22 Abs. 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen.
Die Versicherungskammer Bayern Versicherungsanstalt des öffentlichen Rechts, München, Deutschland, hat gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 21. November 2011 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der INDUS Holding Aktiengesellschaft, Bergisch Gladbach, Deutschland, am 11. November 2011 die Schwelle von 10 % und 15 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 17,36 % (das entspricht 3.857.704 Stimmrechten) betragen hat.
Von diesen Stimmrechten waren gemäß der Mitteilung der Bayerischer Versicherungsverband Versicherungsaktiengesellschaft, München, Deutschland, vom 30. November 2011 am 25. November 2011 2,34 % der Stimmrechte (das entspricht 520.702 Stimmrechten) dem Bayerischen Versicherungsverband zuzurechnen.
Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2019 in Höhe von EUR 79.575,626,08 wie folgt zu verwenden:
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| Zahlung einer Dividende von EUR 0,80 je Stückaktie (24.450.509) | ||
| auf das Grundkapital von EUR 63.571.323,62 | EUR | 19.560.407,20 |
| Einstellung in andere Gewinnrücklagen | EUR | 59.000.000,00 |
| Gewinnvortrag | EUR | 1.015.218,88 |
| Bilanzgewinn | EUR | 79.575.626,08 |
Die Ausbreitung des Coronavirus und die damit verbundenen Maßnahmen haben zu einer erheblichen Belastung der Weltwirtschaft geführt und werden das wirtschaftliche Umfeld nachhaltig verändern. Zahlreiche Unternehmen passten bereits ihre Prognosen für die kommenden Monate an. Die Börsen befinden sich auf Talfahrt. Derzeit kann nicht zuverlässig vorhergesagt werden, wie lange die Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland und Europa weiter ansteigen wird. Aufgrund der Erfahrungen in China ist von massiven Störungen der Wirtschaft auszugehen. Der Grad der Auswirkungen auf die Konjunktur wird davon abhängen, wie gut und wie schnell sich die Situation wieder normalisieren kann.
Die Corona-Pandemie stellt den Vorstand und die Geschäftsführungen der Beteiligungsunternehmen vor ungekannte operative Herausforderungen. Basierend auf den Erfahrungen aus China geht der Vorstand aktuell von einem Zeitraum von vier bis sechs Wochen massiver Störungen in den Wirtschaftskreisläufen aus. Im Anschluss daran erwarten wir eine relativ schnelle Erholung der Wirtschaftslage. In unseren für diese Prognose unterstellten Szenarien haben wir eine Stabilisierung der wirtschaftlichen Situation nach sechs bis acht Wochen - also Mitte bis Ende Mai - unterstellt. Sollte es zu einem deutlich abweichenden Szenario kommen, sind die gesamtwirtschaftlichen Belastungen und deren Auswirkungen auf die Beteiligungsunternehmen von INDUS zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschätzbar. Für die Gruppe wird ein deutlicher Umsatzrückgang von 1,74 Mrd. EUR in 2019 auf 1,5 - 1,65 Mrd. EUR in 2020 und ein Rückgang des operativen Ergebnisses (EBIT) um rund 23-33 Mio. EUR gegenüber 2019 erwartet. Sollten die massiven Störungen des Wirtschaftskreislaufs länger als angenommen dauern, sind höhere Belastungen nicht auszuschließen.
Im Chancen- und Risikobericht hat INDUS die Auswirkungen der Corona-Pandemie für die Gruppe beschrieben. Im Prognosebericht sind die aktuellen Entwicklungen und Annahmen auf das Geschäftsjahr 2020 berücksichtigt. Die Prognose bildet die Einschätzungen des Vorstandes zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahres- und Konzernabschlusses der INDUS Holding AG ab. Weitere Effekte sind zum heutigen Zeitpunkt nicht abschätzbar.
INDUS überprüft laufend die Entwicklungen und die Auswirkungen der Coronakrise auf die Geschäfte der Beteiligungen. Entsprechende Maßnahmen zur Unterstützung der Beteiligungen werden kurzfristig analysiert und umgesetzt.
Darüber hinaus gibt es keine weiteren Ereignisse nach dem Bilanzstichtag, die eine besondere Bedeutung für die INDUS-Gruppe haben.
Bergisch Gladbach, den 26. März 2020
Der Vorstand
Dr.-Ing. Johannes Schmidt
Dr. Jörn Großmann
Axel Meyer
Rudolf Weichert
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| Firma | Sitz | Konzernanteile am Kapital | Eigenkapital (T€) | Jahresergebnis (T€) |
|---|---|---|---|---|
| A. Verbundene Unternehmen (im Konzernabschluss nach IFRS 10 konsolidiert) | ||||
| A.V.E.C. American Veneer Edgebanding Company, Inc. | Heath/Vereinigte Staaten | 100,00% | 2.064,4 | 277,4 |
| AFK GmbH | Oettingen in Bayern | 80,00% | 0,0 | 21,3 |
| Akor Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs KG | Mainz | 94,00% | 6,4 | 25,1 |
| Ancotech AG | Dielsdorf/Schweiz | 100,00% | 15.843,8 | 6.651,7 |
| Ancotech GmbH | Köln | 100,00% | 95,6 | 27,7 |
| ancotech Holding GmbH & Co. KG | Bergisch Gladbach | 100,00% | 6.117,2 | 6.013,8 |
| ancotech Verwaltungs GmbH | Bergisch Gladbach | 100,00% | 32,7 | 2,5 |
| Anneliese Köster GmbH & Co. KG | Ennepetal | 100,00% | 7.410,7 | 127,3 |
| Anneliese Köster Verwaltungs GmbH | Ennepetal | 100,00% | 34,9 | 2,4 |
| ASS End of Arm Tooling, Inc. | Plymouth/Vereinigte Staaten | 90,00% | 1.122,1 | 1.038,1 |
| ASS Maschinenbau GmbH | Overath | 100,00% | 7.703,5 | 1.344,6 |
| AURORA Advanced HVAC Solutions (Kunshan) Co. Ltd. | Kunshan/China | 100,00% | -89,4 | -60,7 |
| AURORA İsı Araçları San. ve Tic. Ltd. Şti. | Istanbul/Türkei | 99,00% | 203,3 | -476,6 |
| Aurora Konrad G. Schulz GmbH & Co. KG | Mudau | 100,00% | 9.494,5 | 145,4 |
| AURORA North America Holding Inc. | New York/Vereinigte Staaten | 100,00% | 226,0 | 198,4 |
| AURORA North America LLC | Grand Rapids/Vereinigte Staaten | 76,00% | 44,5 | 319,3 |
| AURORA Verwaltungs-GmbH | Mudau | 100,00% | 29,2 | 0,3 |
| Bacher AG | Reinach/Schweiz | 100,00% | -14.134,3 | -4.730,3 |
| Bacher Berlin GmbH | Bergisch Gladbach | 100,00% | 8,3 | -15,4 |
| Betek GmbH & Co. KG | Aichhalden | 100,00% | 1.547,3 | 5.064,6 |
| Betek Tools Taicang Co., Ltd. | Taicang/China | 100,00% | 10.028,6 | 2.107,1 |
| Betek Tools, Inc. | Charlotte/Vereinigte Staaten | 100,00% | 1.029,4 | 162,2 |
| Betek Verwaltungs-GmbH | Aichhalden | 100,00% | 32,0 | 1,6 |
| BETOMAX Komplementär GmbH | Neuss | 100,00% | 30,2 | 0,9 |
| BETOMAX systems GmbH & Co. KG | Neuss | 100,00% | 5.493,0 | 2.201,6 |
| Bilstein & Siekermann GmbH + Co. KG | Hillesheim | 100,00% | 3.885,0 | 348,3 |
| Bilstein & Siekermann International GmbH | Hillesheim | 100,00% | 370,5 | -892,7 |
| Bilstein & Siekermann Verwaltungsgesellschaft mbH | Hillesheim | 100,00% | 36,7 | 2,2 |
| Bilstein Siekermann Cold Forming Technology (Taicang)Co., Ltd | Taicang/China | 100,00% | -685,8 | -961,8 |
| Budde Fördertechnik GmbH | Bielefeld | 75,00% | 15.653,9 | 15.548,9 |
| Budde Fördertechnik GmbH | Schmalkalden | 75,00% | 338,6 | 312,6 |
| Buschjost Magnetventile GmbH & Co. KG | Vlotho | 90,00% | 5,2 | 477,8 |
| Buschjost Magnetventile Verwaltungsgesellschaft mit beschränkter Haftung | Vlotho | 90,00% | 26,6 | -0,1 |
| COMPUTEC GmbH | Murrhardt | 100,00% | 190,0 | 165,0 |
| COMSORT GmbH | Bielefeld | 100,00% | 1.572,1 | 40,3 |
| CreaPhys GmbH | Dresden | 70,00% | 147,9 | -316,4 |
| D.M.S. GmbH Design Modell-Studien | München | 100,00% | 191,0 | 97,1 |
| Dessauer Schaltschrank- und Gehäusetechnik GmbH | Dessau-Roßlau | 100,00% | 2.459,8 | 338,9 |
| Electronic Equipment B.V. | Weert/Niederlande | 100,00% | 35,4 | -447,6 |
| eltherm (Shanghai) Co., Ltd. | Shanghai/China | 100,00% | 865,7 | 217,3 |
| eltherm Asia-Pacific Pte. Ltd. | Singapore/Singapur | 100,00% | 1.081,5 | 334,8 |
| eltherm Canada Inc. | Burlington/Kanada | 100,00% | 144,4 | 80,6 |
| Eltherm Chile SPA | Santiago de Chile/Chile | 100,00% | 49,4 | 42,9 |
| eltherm GmbH | Burbach | 100,00% | 4.294,2 | 435,1 |
| eltherm Italy S.R.L. | Milano/Italien | 100,00% | 320,2 | 171,7 |
| Eltherm Kazakhstan TOO | Nur-Sultan/Kasachstan | 75,10% | -61,7 | -71,2 |
| eltherm North Africa SARL AU | Casablanca/Marokko | 100,00% | 295,9 | 139,6 |
| eltherm production GmbH | Burbach | 100,00% | 10.693,5 | 1.228,1 |
| eltherm South Africa (Pty) Ltd. | Sandton/Südafrika | 70,00% | 0,9 | -534,6 |
| eltherm Spain S.L.U. | Barcelona/Spanien | 100,00% | 496,7 | 292,1 |
| eltherm UK Ltd. | Newbury/Vereinigtes Königreich | 75,00% | -77,2 | -202,0 |
| Emil Fichthorn Verwaltungs GmbH | Schwelm | 100,00% | 31,4 | 1,4 |
| Eumatic GmbH Kunststoffverarbeitung | Sittensen | 100,00% | 3.895,0 | 375,3 |
| EVT Dichtstoffe GmbH | Stuttgart | 85,25% | 276,3 | 174,0 |
| FARLOS Beteiligungs GmbH & Co. Vermietungs-KG | Pullach | 94,00% | 0,0 | 139,3 |
| Fichthorn GmbH & Co. KG | Schwelm | 100,00% | 623,0 | -1.849,6 |
| Frohmasco Spotka Z Orgranizon^ Odpowiedzialnosci^ | Chociwel/Polen | 100,00% | 2.182,2 | -113,6 |
| FS-BF GmbH & Co. KG | Reichshof-Hahn | 100,00% | 1.854,7 | 2.681,1 |
| FS-BF Verwaltungs GmbH | Reichshof-Hahn | 100,00% | 28,4 | 0,6 |
| GSR Ventiltechnik GmbH & Co. KG | Vlotho | 100,00% | 618,3 | 2.438,4 |
| GSR Ventiltechnik Verwaltungs-GmbH | Vlotho | 100,00% | 28,1 | 0,0 |
| GVV Grevener Vermietungs- und Verpachtungs-GmbH & Co. KG | Bergisch Gladbach | 100,00% | 563,2 | 5,8 |
| GVV Immo AG | Reinach/Schweiz | 100,00% | 3.934,5 | 195,2 |
| GVV Verwaltungs-GmbH | Bergisch Gladbach | 100,00% | 32,4 | 0,1 |
| H. Heitz Furnierkantenwerk GmbH & Co. KG | Melle | 100,00% | 8.030,2 | 1.816,1 |
| H. Heitz, Furnierkantenwerk Beteiligungsgesellschaft mbH | Melle | 100,00% | 182,4 | 3,4 |
| HAKAMA AG | Bättwil/Schweiz | 100,00% | -5.852,4 | -1.745,1 |
| Hauff - Technik Middle East - F.Z.E | Ajman/Vereinigte Arabische Emirate | 100,00% | 46,3 | 26,8 |
| Hauff Verwaltungs GmbH | Hermaringen | 100,00% | 30,0 | 0,1 |
| HAUFF-TECHNIK GmbH & Co. KG | Hermaringen | 100,00% | 3.300,0 | 4.093,4 |
| Hauff-Technik Swiss AG | Oensingen/Schweiz | 100,00% | -676,6 | -20,5 |
| Heavac B.V. | Nuenen/Niederlande | 100,00% | 2.641,0 | -2.923,3 |
| Heitz Elfurner Müvek Kft. | Pusztaszabolcs/Ungarn | 100,00% | 3.850,2 | -249,4 |
| Heitz International Beteiligungs GmbH | Melle | 100,00% | 2.998,8 | 11,1 |
| Heitz Properties and Rentals Inc. | Heath/Vereinigte Staaten | 100,00% | 1.035,5 | 22,1 |
| Helmut Rübsamen GmbH & Co. KG, Metalldrückerei-Umformtechnik | Bad Marienberg | 100,00% | 750,8 | 2.765,0 |
| Helmut Rübsamen Verwaltungs GmbH | Bad Marienberg | 100,00% | 29,8 | 0,4 |
| Horn 2. Verwaltungs GmbH | Flensburg | 100,00% | 26,9 | 0,1 |
| HORN GmbH & Co. KG | Flensburg | 100,00% | 3.290,6 | -740,0 |
| Horn Group Manufacturing Shanghai Co., Ltd. | Shanghai/China | 100,00% | 425,1 | 79,8 |
| Horn Group Trading Shanghai Co., Ltd. | Shanghai/China | 100,00% | -13,8 | -66,8 |
| Horn Verwaltungs GmbH | Flensburg | 100,00% | 29,9 | 0,3 |
| HORNGROUP Holding GmbH & Co. KG | Flensburg | 100,00% | 7.024,0 | 404,0 |
| IEF - Werner GmbH | Furtwangen im Schwarzwald | 100,00% | 7.970,4 | 1.766,3 |
| IMAKON Sp Z.o.o. | Luban/Polen | 100,00% | 779,2 | 36,4 |
| imeco Besitz- und Verwaltungsgesellschaft mbH | Hösbach | 100,00% | 33,9 | 1,1 |
| imeco GmbH & Co. KG | Hösbach | 100,00% | 982,6 | -478,4 |
| INDUS Epsilon GmbH & Co. KG | Bergisch Gladbach | 100,00% | 1.000,0 | 3.557,8 |
| INDUS Epsilon Verwaltungs GmbH | Bergisch Gladbach | 100,00% | 21,8 | -0,4 |
| in-situ GmbH | Sauerlach | 90,00% | 337,2 | 5,0 |
| IPETRONIK Eichstätt GmbH | Eichstätt | 100,00% | 19.969,1 | 18.564,7 |
| IPETRONIK GmbH & Co. KG | Baden-Baden | 100,00% | 5.820,8 | 7.187,3 |
| Ipetronik Inc. | Farmington Hills/Vereinigte Staaten | 100,00% | 0,0 | -433,8 |
| Ipetronik India Ltd. | Bangalore | 100,00% | 298,2 | 189,2 |
| IPETRONIK Verwaltungs GmbH | Baden-Baden | 100,00% | 30,0 | 0,0 |
| ISC IT Service & Consulting GmbH | Bergisch Gladbach | 100,00% | 0,0 | 104,3 |
| Karl Simon GmbH & Co. KG | Aichhalden | 100,00% | 6.163,1 | -4.881,8 |
| Keramos Žacléř s.r.o. | Zacler/Tschechien | 100,00% | 154,4 | 28,6 |
| Kieback GmbH & Co. KG | Osnabrück | 100,00% | 2.588,4 | -8.229,6 |
| Kieback Verwaltungsgesellschaft mbH | Osnabrück | 100,00% | 32,9 | 0,7 |
| KNUR Maschinenbau GmbH | Wörth | 100,00% | 0,0 | -534,8 |
| Köster & Co. GmbH | Ennepetal | 100,00% | 2.412,0 | 30,4 |
| Köster CZ s.r.o. | Zacler/Tschechien | 100,00% | 583,8 | 54,1 |
| Krone Kälte+Klima Vertriebs-GmbH | Bielefeld | 100,00% | 4.176,1 | 2.232,1 |
| KSG Asia Limited | Hong Kong/China | 100,00% | 0,0 | 0,0 |
| KSG Automotive Engineering (Kunshan) Co., Ltd. | Kunshan/China | 100,00% | 0,0 | 184,9 |
| KSG Holding GmbH | Osnabrück | 100,00% | 3.865,6 | 194,9 |
| KSG North America INC. | Wilmington/Vereinigte Staaten | 100,00% | -1,2 | -6,1 |
| KSG Service, Vertriebs-und Verwaltungs-GmbH | Osnabrück | 100,00% | -7,6 | -8,8 |
| M B N - Maschinenbaubetriebe Neugersdorf GmbH | Ebersbach-Neugersdorf | 75,00% | 10.323,0 | 3.153,7 |
| M. Braun France S.A.S. | Mérignac/Frankreich | 100,00% | 152,5 | 100,9 |
| M. Braun Inc. | Stratham/Vereinigte Staaten | 100,00% | 3.412,5 | 1.589,7 |
| M. Braun Inertgas-Systeme GmbH | Garching | 100,00% | 7.852,8 | 1.450,6 |
| M. Braun Inertgas-Systems (Shanghai) Co., Ltd | Shanghai/China | 100,00% | 702,2 | 1.324,7 |
| M. Braun Inertgas-Sytems Korea Ltd. | Seoul/Südkorea | 100,00% | 126,4 | 317,1 |
| M. Braun UK Ltd. | Mansfield/Vereinigtes Königreich | 100,00% | 82,4 | 327,5 |
| m+p international (UK) Ltd | Farnham/Vereinigtes Königreich | 100,00% | 416,4 | 65,2 |
| m+p international Incorporated | Verona/Vereinigte Staaten | 100,00% | 1.089,2 | 184,9 |
| m+p International Mess-und Rechnertechnik GmbH | Hannover | 76,56% | 5.564,8 | 1.488,7 |
| m+p international Sarl | Montesson/Frankreich | 100,00% | 298,4 | 61,8 |
| MBN Mechanical Manufacturing Co. Ltd. | Changchun/China | 100,00% | 941,3 | 122,8 |
| MESUTRONIC FRANCE | Colmar/Frankreich | 100,00% | 184,6 | 59,5 |
| Mesutronic Gerätebau GmbH | Kirchberg im Wald | 89,90% | 14.331,8 | 1.697,6 |
| MEWESTA Hydraulik GmbH & Co.KG | Münsingen | 100,00% | 540,0 | 48,5 |
| MEWESTA Hydraulik Verwaltungs GmbH | Münsingen | 100,00% | 28,0 | 0,7 |
| MID-TRONIC Wiesauplast GmbH | Wiesau | 100,00% | 0,0 | 220,1 |
| MIGUA Fugensysteme GmbH | Wülfrath | 100,00% | 5.497,6 | 938,5 |
| MIGUA MIDDLE EAST FZE | Dubai/Vereinigte Arabische Emirate | 100,00% | -426,5 | -116,0 |
| MIGUA Verwaltungsgesellschaft mbH | Wülfrath | 100,00% | 21,8 | -0,5 |
| Mikrop AG | Wittenbach/Schweiz | 100,00% | 7.350,7 | 1.939,7 |
| Mikrotec Optika d.o.o. | Kac/Serbien | 100,00% | 3.561,3 | 742,3 |
| NEA International B.V. | Maastricht-Airport/Niederlande | 100,00% | 4.307,1 | 2.321,5 |
| Nisterhammer Maschinenbau GmbH & Co. KG | Bergisch Gladbach | 100,00% | 774,0 | -15,6 |
| Nisterhammer Maschinenbau Verwaltungs GmbH | Bergisch Gladbach | 100,00% | 32,0 | 0,4 |
| OBUK Beteiligungsgesellschaft mbH | Oelde | 100,00% | 28,1 | 0,4 |
| OBUK Haustürfüllungen GmbH & Co. KG | Oelde | 100,00% | 4.258,6 | 241,1 |
| OBUK Slovakia s.r.o | Malacky/Slowakei | 100,00% | 174,4 | -1,3 |
| Ofa Bamberg GmbH | Bamberg | 100,00% | 18.986,0 | 3.967,1 |
| Peiseler Asia co., Ltd. | New Taipei City/Taiwan | 85,00% | -63,8 | -75,2 |
| Peiseler GmbH & Co. KG | Remscheid | 100,00% | 4.070,3 | 2.293,2 |
| Peiseler Holding GmbH | Remscheid | 80,00% | 9.497,0 | 2.188,3 |
| Peiseler LLC | Grand Rapids/Vereinigte Staaten | 100,00% | 567,1 | 209,3 |
| Peiseler Verwaltungsgesellschaft mbH | Remscheid | 100,00% | 46,1 | 0,9 |
| planetroll GmbH & Co. KG | Munderkingen | 100,00% | 515,0 | 335,4 |
| planetroll Verwaltungs GmbH | Munderkingen | 100,00% | 30,4 | 0,4 |
| Pneumatic Components Limited | Sheffield/Vereinigtes Königreich | 100,00% | 5.747,1 | 2.096,1 |
| PROVIS Steuerungstechnik GmbH | Delmenhorst | 100,00% | 343,4 | 317,8 |
| Raguse Gesellschaft für medizinische Produkte mbH | Ascheberg-Herbern | 100,00% | 1.482,7 | 45,0 |
| Raguse Medizinische Produkte Maroc S.A.R.L. | Sidi Bibi/Marokko | 100,00% | 1.004,6 | 18,2 |
| Raguse Medizinische Produkte Romania SRL | Cisnadie/Rumänien | 100,00% | 1.095,6 | -11,9 |
| REMKO GmbH & Co. KG Klima- und Wärmetechnik | Lage | 100,00% | 4.558,0 | 10.125,7 |
| REMKO Verwaltungsgesellschaft mit beschränkter Haftung | Lage | 100,00% | 31,9 | 0,4 |
| RI MAC Maschinen & Anlagen GmbH | Bergisch Gladbach | 100,00% | 0,0 | 0,2 |
| Rolko Kohlgrüber GmbH | Borgholzhausen | 100,00% | 9.363,5 | 4.447,2 |
| Rolko Nederland bv | Houten/Niederlande | 55,00% | 1.811,2 | 516,4 |
| Rolko Scandinavia ApS | Silkeborg/Dänemark | 100,00% | 1.182,2 | 148,0 |
| Rolko Xiamen Wheels & Components Ltd. | Xiamen/China | 70,00% | 2.174,7 | 829,7 |
| S.M.A. Automotive parts (Shenyang) Co., Ltd. | Shenyang/China | 100,00% | 748,2 | -654,3 |
| S.M.A. Metalltechnik GmbH & Co. KG | Backnang | 100,00% | 7.239,0 | -12.604,3 |
| S.M.A. Metalltechnikverwaltungs GmbH | Backnang | 100,00% | 30,0 | 1,9 |
| Savvy Telematic Systems AG | Schaffhausen/Schweiz | 74,29% | -4.334,9 | -845,5 |
| Schäfer GmbH & Co. KG | Osnabrück | 100,00% | 1.100,0 | -4.892,8 |
| Schäfer Modell- und Formenbau Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH Osnabrück | 100,00% | 39,4 | 2,8 | |
| Schuster Klima Lüftung GmbH & Co. KG | Friedberg | 100,00% | 1.158,0 | 438,6 |
| Schuster Verwaltungs GmbH | Friedberg | 100,00% | 29,9 | 0,5 |
| SDI Service Design Innovation GmbH | Backnang | 100,00% | 75,4 | 62,0 |
| Selzer Automotiva do Brasil Ltda. | Vinhedo/Brasilien | 100,00% | 0,0 | -861,6 |
| Selzer Automotive RO S.R.L. | Oradea/Rumänien | 100,00% | -51,6 | 52,0 |
| SELZER Automotive Systems (Kunshan) Co. Ltd. | Kunshan/China | 100,00% | 165,4 | -959,9 |
| Selzer Fertigungstechnik GmbH & Co. KG | Driedorf | 85,00% | 0,0 | -11.439,0 |
| Selzer Holding GmbH | Bergisch Gladbach | 100,00% | 31.253,7 | -21.403,4 |
| Selzer International GmbH | Driedorf | 100,00% | 0,0 | -52,7 |
| Selzer Systemtechnik GmbH | Driedorf | 100,00% | 241,3 | 0,0 |
| Selzer Verwaltungsgesellschaft mbH | Driedorf | 100,00% | 60,0 | 4,6 |
| Semet Maschinenbau GmbH & Co. KG | Bergisch Gladbach | 100,00% | 774,0 | -16,2 |
| Semet Maschinenbau Verwaltungs-GmbH | Bergisch Gladbach | 100,00% | 29,1 | 0,3 |
| Siku GmbH | Rickenbach/Schweiz | 100,00% | 0,0 | -1.958,2 |
| Simon Beteiligungsgesellschaft mbH | Aichhalden | 100,00% | 140,0 | 10,0 |
| Simon Sinterlutions Beteiligungsgsellschaft mbH | Aichhalden | 100,00% | 25,6 | 0,6 |
| Simon Sinterlutions GmbH & Co. KG | Aichhalden | 100,00% | 2.000,0 | 0,0 |
| Simon Systems Beteiligungsgesellschaft mbH | Aichhalden | 100,00% | 25,6 | 0,6 |
| Simon Systems GmbH & Co. KG | Aichhalden | 100,00% | 1,9 | -8,1 |
| Sitek-Spikes Beteiligungs-GmbH | Aichhalden | 100,00% | 31,8 | 1,7 |
| Sitek-Spikes GmbH & Co.KG | Aichhalden | 100,00% | 5.691,4 | 50,4 |
| SMA Engineering South Africa (PTY) Ltd. | East London/Südafrika | 100,00% | 6.071,9 | 690,0 |
| SMA Metalltechnik RO S.R.L. | Oradea/Rumänien | 100,00% | -882,1 | -899,1 |
| Turmbau Steffens & Nölle GmbH | Berlin | 100,00% | 3.736,2 | 651,9 |
| Vulkan Harex Steelfiber (North America) Inc. | Brantford/Kanada | 100,00% | 578,7 | 181,0 |
| VULKAN INOX GmbH | Hattingen | 100,00% | 13.654,6 | 4.174,1 |
| Weigand Bau GmbH | Bad Königshofen | 80,00% | 5.547,7 | 2.511,6 |
| Weinisch GmbH & Co. KG | Oberviechtach | 100,00% | 500,0 | 628,5 |
| Weinisch Verwaltungsgesellschaft mbH | Oberviechtach | 100,00% | 30,0 | 0,0 |
| Wiesauplast de México S. de R. L. de C.V. | San José Iturbide/Mexiko | 100,00% | 5.295,0 | -267,1 |
| Wiesauplast Deutschland GmbH & Co. KG | Wiesau | 100,00% | 6.783,6 | 0,0 |
| Wiesauplast Deutschland Verwaltungs GmbH | Wiesau | 100,00% | 35,5 | 1,8 |
| Wiesauplast GmbH & Co. KG | Wiesau | 100,00% | 4.200,2 | -1.135,6 |
| Wiesauplast Sales de México de. R.L. | San José Iturbide/Mexiko | 100,00% | 804,6 | 111,5 |
| Wiesauplast Servicios S. de R. L. de C.V. | San José Iturbide/Mexiko | 100,00% | 193,9 | 53,0 |
| Wiesauplast USA, LLC | Novi/Vereinigte Staaten | 100,00% | 46,8 | 11,5 |
| Wiesauplast Verwaltungs GmbH | Wiesau | 100,00% | 33,1 | 1,7 |
| B. Assoziierte Unternehmen (im Konzernabschluss nach IAS 28 bilanziert) | ||||
| Tecalemit Inc. | Humble/Vereinigte Staaten | 50,00% | 5.583,6 | 1.035,9 |
| ZweiCom-Hauff GmbH | Rosenberg | 50,00% | 2.813,1 | 471,5 |
| C. Sonstige Beteiligungen (im Konzernabschluss nach IAS 39 bilanziert) | ||||
| Betomax Austria GmbH | Linz/Österreich | 100,00% | 6,7 | -2,7 |
| FORBUILD S.A. | Kónskie/Polen | 27,00% | 10.047,6 | 1.124,7 |
| KSG Automotive (Shanghai) Co., Ltd. | Shanghai/China | 51,00% | 0,0 | 0,0 |
| MBN Automotive INC | Montgomery/Vereinigte Staaten | 100,00% | 0,8 | 0,0 |
| OOO Köster RUS | Moskau/Russische Föderation | 100,00% | 51,2 | -10,3 |
| PCL-SUMO Air Technology Pvt Ltd | Mumbai/Indien | 50,00% | 128,2 | -77,5 |
| Polartherm Group Oy | Luvia/Finnland | 18,00% | 3.124,2 | 1,6 |
| TRIBO Hartstoff GmbH | Barchfeld-Immelborn | 13,00% | 9.214,2 | 518,3 |
scroll
| Firma | Letzer Jahresabschluss | Anm. |
|---|---|---|
| A. Verbundene Unternehmen (im Konzernabschluss nach IFRS 10 konsolidiert) | ||
| A.V.E.C. American Veneer Edgebanding Company, Inc. | 31.12.2019 | (2) |
| AFK GmbH | 31.12.2019 | |
| Akor Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs KG | 31.12.2019 | |
| Ancotech AG | 31.12.2019 | (2) |
| Ancotech GmbH | 31.12.2019 | |
| ancotech Holding GmbH & Co. KG | 31.12.2019 | (1) |
| ancotech Verwaltungs GmbH | 31.12.2019 | |
| Anneliese Köster GmbH & Co. KG | 31.12.2019 | (1) |
| Anneliese Köster Verwaltungs GmbH | 31.12.2019 | |
| ASS End of Arm Tooling, Inc. | 31.12.2019 | (2) |
| ASS Maschinenbau GmbH | 31.12.2019 | (1) |
| AURORA Advanced HVAC Solutions (Kunshan) Co. Ltd. | 31.12.2019 | (2) |
| AURORA İsı Araçları San. ve Tic. Ltd. Şti. | 31.12.2019 | (2) |
| Aurora Konrad G. Schulz GmbH & Co. KG | 31.12.2019 | (1) |
| AURORA North America Holding Inc. | 31.12.2019 | (2) |
| AURORA North America LLC | 31.12.2019 | (2) |
| AURORA Verwaltungs-GmbH | 31.12.2019 | |
| Bacher AG | 31.12.2019 | (2) |
| Bacher Berlin GmbH | 31.12.2019 | |
| Betek GmbH & Co. KG | 31.12.2019 | (1) |
| Betek Tools Taicang Co., Ltd. | 31.12.2019 | (2) |
| Betek Tools, Inc. | 31.12.2019 | (2) |
| Betek Verwaltungs-GmbH | 31.12.2019 | |
| BETOMAX Komplementär GmbH | 31.12.2019 | |
| BETOMAX systems GmbH & Co. KG | 31.12.2019 | (1) |
| Bilstein & Siekermann GmbH + Co. KG | 31.12.2019 | (1) |
| Bilstein & Siekermann International GmbH | 31.12.2019 | |
| Bilstein & Siekermann Verwaltungsgesellschaft mbH | 31.12.2019 | |
| Bilstein Siekermann Cold Forming Technology (Taicang)Co., Ltd | 31.12.2019 | (2) |
| Budde Fördertechnik GmbH | 31.12.2019 | (1) |
| Budde Fördertechnik GmbH | 31.12.2019 | (1) |
| Buschjost Magnetventile GmbH & Co. KG | 31.12.2019 | (1) |
| Buschjost Magnetventile Verwaltungsgesellschaft mit beschränkter Haftung | 31.12.2019 | |
| COMPUTEC GmbH | 31.12.2019 | |
| COMSORT GmbH | 31.12.2019 | |
| CreaPhys GmbH | 31.12.2019 | |
| D.M.S. GmbH Design Modell-Studien | 31.12.2019 | |
| Dessauer Schaltschrank- und Gehäusetechnik GmbH | 31.12.2019 | (1) |
| Electronic Equipment B.V. | 31.12.2019 | |
| eltherm (Shanghai) Co., Ltd. | 31.12.2019 | (2) |
| eltherm Asia-Pacific Pte. Ltd. | 31.12.2019 | (2) |
| eltherm Canada Inc. | 31.12.2019 | (2) |
| Eltherm Chile SPA | 31.12.2019 | (2) |
| eltherm GmbH | 31.12.2019 | (1) |
| eltherm Italy S.R.L. | 31.12.2019 | |
| Eltherm Kazakhstan TOO | 31.12.2019 | (2) |
| eltherm North Africa SARL AU | 31.12.2019 | (2) |
| eltherm production GmbH | 31.12.2019 | (1) |
| eltherm South Africa (Pty) Ltd. | 31.12.2019 | (2) |
| eltherm Spain S.L.U. | 31.12.2019 | |
| eltherm UK Ltd. | 31.12.2019 | (2) |
| Emil Fichthorn Verwaltungs GmbH | 31.12.2019 | |
| Eumatic GmbH Kunststoffverarbeitung | 31.12.2019 | (1) |
| EVT Dichtstoffe GmbH | 31.12.2019 | |
| FARLOS Beteiligungs GmbH & Co. Vermietungs-KG | 31.12.2019 | (1) |
| Fichthorn GmbH & Co. KG | 31.12.2019 | (1) |
| Frohmasco Spotka Z Orgranizon^ Odpowiedzialnosci^ | 31.12.2019 | (2) |
| FS-BF GmbH & Co. KG | 31.12.2019 | (1) |
| FS-BF Verwaltungs GmbH | 31.12.2019 | |
| GSR Ventiltechnik GmbH & Co. KG | 31.12.2019 | (1) |
| GSR Ventiltechnik Verwaltungs-GmbH | 31.12.2019 | |
| GVV Grevener Vermietungs- und Verpachtungs-GmbH & Co. KG | 31.12.2019 | (1) |
| GVV Immo AG | 31.12.2019 | (2) |
| GVV Verwaltungs-GmbH | 31.12.2019 | |
| H. Heitz Furnierkantenwerk GmbH & Co. KG | 31.12.2019 | (1) |
| H. Heitz, Furnierkantenwerk Beteiligungsgesellschaft mbH | 31.12.2019 | |
| HAKAMA AG | 31.12.2019 | (2) |
| Hauff - Technik Middle East - F.Z.E | 31.12.2019 | (2) |
| Hauff Verwaltungs GmbH | 31.12.2019 | |
| HAUFF-TECHNIK GmbH & Co. KG | 31.12.2019 | (1) |
| Hauff-Technik Swiss AG | 31.12.2019 | (2) |
| Heavac B.V. | 31.12.2019 | |
| Heitz Elfurner Müvek Kft. | 31.12.2019 | (2) |
| Heitz International Beteiligungs GmbH | 31.12.2019 | |
| Heitz Properties and Rentals Inc. | 31.12.2019 | (2) |
| Helmut Rübsamen GmbH & Co. KG, Metalldrückerei-Umformtechnik | 31.12.2019 | (1) |
| Helmut Rübsamen Verwaltungs GmbH | 31.12.2019 | |
| Horn 2. Verwaltungs GmbH | 31.12.2019 | |
| HORN GmbH & Co. KG | 31.12.2019 | (1) |
| Horn Group Manufacturing Shanghai Co., Ltd. | 31.12.2019 | (2) |
| Horn Group Trading Shanghai Co., Ltd. | 31.12.2019 | (2) |
| Horn Verwaltungs GmbH | 31.12.2019 | |
| HORNGROUP Holding GmbH & Co. KG | 31.12.2019 | (1) |
| IEF - Werner GmbH | 31.12.2019 | (1) |
| IMAKON Sp Z.o.o. | 31.12.2019 | (2) |
| imeco Besitz- und Verwaltungsgesellschaft mbH | 31.12.2019 | |
| imeco GmbH & Co. KG | 31.12.2019 | (1) |
| INDUS Epsilon GmbH & Co. KG | 31.12.2019 | (1) |
| INDUS Epsilon Verwaltungs GmbH | 31.12.2019 | |
| in-situ GmbH | 31.12.2019 | |
| IPETRONIK Eichstätt GmbH | 31.12.2019 | |
| IPETRONIK GmbH & Co. KG | 31.12.2019 | (1) |
| Ipetronik Inc. | 31.12.2019 | (2) |
| Ipetronik India Ltd. | 31.12.2019 | (2) |
| IPETRONIK Verwaltungs GmbH | 31.12.2019 | |
| ISC IT Service & Consulting GmbH | 31.12.2019 | |
| Karl Simon GmbH & Co. KG | 31.12.2019 | (1) |
| Keramos Žacléř s.r.o. | 31.12.2019 | (2) |
| Kieback GmbH & Co. KG | 31.12.2019 | (1) |
| Kieback Verwaltungsgesellschaft mbH | 31.12.2019 | |
| KNUR Maschinenbau GmbH | 31.12.2019 | |
| Köster & Co. GmbH | 31.12.2019 | (1) |
| Köster CZ s.r.o. | 31.12.2019 | (2) |
| Krone Kälte+Klima Vertriebs-GmbH | 31.12.2019 | (1) |
| KSG Asia Limited | 31.12.2019 | (3) |
| KSG Automotive Engineering (Kunshan) Co., Ltd. | 31.12.2019 | (2) |
| KSG Holding GmbH | 31.12.2019 | |
| KSG North America INC. | 31.12.2019 | (2) |
| KSG Service, Vertriebs-und Verwaltungs-GmbH | 31.12.2019 | |
| M B N - Maschinenbaubetriebe Neugersdorf GmbH | 31.12.2019 | (1) |
| M. Braun France S.A.S. | 31.12.2019 | |
| M. Braun Inc. | 31.12.2019 | (2) |
| M. Braun Inertgas-Systeme GmbH | 31.12.2019 | (1) |
| M. Braun Inertgas-Systems (Shanghai) Co., Ltd | 31.12.2019 | (2) |
| M. Braun Inertgas-Sytems Korea Ltd. | 31.12.2019 | (2) |
| M. Braun UK Ltd. | 31.12.2019 | (2) |
| m+p international (UK) Ltd | 31.12.2019 | (2) |
| m+p international Incorporated | 31.12.2019 | (2) |
| m+p International Mess-und Rechnertechnik GmbH | 31.12.2019 | |
| m+p international Sarl | 31.12.2019 | |
| MBN Mechanical Manufacturing Co. Ltd. | 31.12.2019 | (2) |
| MESUTRONIC FRANCE | 31.12.2019 | |
| Mesutronic Gerätebau GmbH | 31.12.2019 | (1) |
| MEWESTA Hydraulik GmbH & Co.KG | 31.12.2019 | (1) |
| MEWESTA Hydraulik Verwaltungs GmbH | 31.12.2019 | |
| MID-TRONIC Wiesauplast GmbH | 31.12.2019 | |
| MIGUA Fugensysteme GmbH | 31.12.2019 | (1) |
| MIGUA MIDDLE EAST FZE | 31.12.2019 | (2) |
| MIGUA Verwaltungsgesellschaft mbH | 31.12.2019 | |
| Mikrop AG | 31.12.2019 | (2) |
| Mikrotec Optika d.o.o. | 31.12.2019 | (2) |
| NEA International B.V. | 31.12.2019 | |
| Nisterhammer Maschinenbau GmbH & Co. KG | 31.12.2019 | (1) |
| Nisterhammer Maschinenbau Verwaltungs GmbH | 31.12.2019 | |
| OBUK Beteiligungsgesellschaft mbH | 31.12.2019 | |
| OBUK Haustürfüllungen GmbH & Co. KG | 31.12.2019 | (1) |
| OBUK Slovakia s.r.o | 31.12.2019 | |
| Ofa Bamberg GmbH | 31.12.2019 | (1) |
| Peiseler Asia co., Ltd. | 31.12.2019 | (2) |
| Peiseler GmbH & Co. KG | 31.12.2019 | (1) |
| Peiseler Holding GmbH | 31.12.2019 | (1) |
| Peiseler LLC | 31.12.2019 | (2) |
| Peiseler Verwaltungsgesellschaft mbH | 31.12.2019 | |
| planetroll GmbH & Co. KG | 31.12.2019 | (1) |
| planetroll Verwaltungs GmbH | 31.12.2019 | |
| Pneumatic Components Limited | 31.12.2019 | (2) |
| PROVIS Steuerungstechnik GmbH | 31.12.2019 | |
| Raguse Gesellschaft für medizinische Produkte mbH | 31.12.2019 | (1) |
| Raguse Medizinische Produkte Maroc S.A.R.L. | 31.12.2019 | (2) |
| Raguse Medizinische Produkte Romania SRL | 31.12.2019 | (2) |
| REMKO GmbH & Co. KG Klima- und Wärmetechnik | 31.12.2019 | (1) |
| REMKO Verwaltungsgesellschaft mit beschränkter Haftung | 31.12.2019 | |
| RI MAC Maschinen & Anlagen GmbH | 31.12.2019 | |
| Rolko Kohlgrüber GmbH | 31.12.2019 | (1) |
| Rolko Nederland bv | 31.12.2019 | |
| Rolko Scandinavia ApS | 31.12.2019 | (2) |
| Rolko Xiamen Wheels & Components Ltd. | 31.12.2019 | (2) |
| S.M.A. Automotive parts (Shenyang) Co., Ltd. | 31.12.2019 | (2) |
| S.M.A. Metalltechnik GmbH & Co. KG | 31.12.2019 | (1) |
| S.M.A. Metalltechnikverwaltungs GmbH | 31.12.2019 | |
| Savvy Telematic Systems AG | 31.12.2019 | (2) |
| Schäfer GmbH & Co. KG | 31.12.2019 | (1) |
| Schäfer Modell- und Formenbau Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH Osnabrück | 31.12.2019 | |
| Schuster Klima Lüftung GmbH & Co. KG | 31.12.2019 | (1) |
| Schuster Verwaltungs GmbH | 31.12.2019 | |
| SDI Service Design Innovation GmbH | 31.12.2019 | |
| Selzer Automotiva do Brasil Ltda. | 31.12.2019 | (2) |
| Selzer Automotive RO S.R.L. | 31.12.2019 | (2) |
| SELZER Automotive Systems (Kunshan) Co. Ltd. | 31.12.2019 | (2) |
| Selzer Fertigungstechnik GmbH & Co. KG | 31.12.2019 | (1) |
| Selzer Holding GmbH | 31.12.2019 | |
| Selzer International GmbH | 31.12.2019 | |
| Selzer Systemtechnik GmbH | 31.12.2019 | |
| Selzer Verwaltungsgesellschaft mbH | 31.12.2019 | |
| Semet Maschinenbau GmbH & Co. KG | 31.12.2019 | (1) |
| Semet Maschinenbau Verwaltungs-GmbH | 31.12.2019 | |
| Siku GmbH | 31.12.2019 | (2) |
| Simon Beteiligungsgesellschaft mbH | 31.12.2019 | |
| Simon Sinterlutions Beteiligungsgsellschaft mbH | 31.12.2019 | |
| Simon Sinterlutions GmbH & Co. KG | 31.12.2019 | (1) |
| Simon Systems Beteiligungsgesellschaft mbH | 31.12.2019 | |
| Simon Systems GmbH & Co. KG | 31.12.2019 | (1) |
| Sitek-Spikes Beteiligungs-GmbH | 31.12.2019 | |
| Sitek-Spikes GmbH & Co.KG | 31.12.2019 | (1) |
| SMA Engineering South Africa (PTY) Ltd. | 31.12.2019 | (2) |
| SMA Metalltechnik RO S.R.L. | 31.12.2019 | (2) |
| Turmbau Steffens & Nölle GmbH | 31.12.2019 | (1) |
| Vulkan Harex Steelfiber (North America) Inc. | 31.12.2019 | (2) |
| VULKAN INOX GmbH | 31.12.2019 | (1) |
| Weigand Bau GmbH | 31.12.2019 | (1) |
| Weinisch GmbH & Co. KG | 31.12.2019 | (1) |
| Weinisch Verwaltungsgesellschaft mbH | 31.12.2019 | |
| Wiesauplast de México S. de R. L. de C.V. | 31.12.2019 | (2) |
| Wiesauplast Deutschland GmbH & Co. KG | 31.12.2019 | (1) |
| Wiesauplast Deutschland Verwaltungs GmbH | 31.12.2019 | |
| Wiesauplast GmbH & Co. KG | 31.12.2019 | (1) |
| Wiesauplast Sales de México de. R.L. | 31.12.2019 | (2) |
| Wiesauplast Servicios S. de R. L. de C.V. | 31.12.2019 | (2) |
| Wiesauplast USA, LLC | 31.12.2019 | (2) |
| Wiesauplast Verwaltungs GmbH | 31.12.2019 | |
| B. Assoziierte Unternehmen (im Konzernabschluss nach IAS 28 bilanziert) | ||
| Tecalemit Inc. | 31.12.2019 | (2) |
| ZweiCom-Hauff GmbH | 31.12.2019 | |
| C. Sonstige Beteiligungen (im Konzernabschluss nach IAS 39 bilanziert) | ||
| Betomax Austria GmbH | 31.12.2019 | |
| FORBUILD S.A. | 31.12.2018 | (2) |
| KSG Automotive (Shanghai) Co., Ltd. | (3) | |
| MBN Automotive INC | 31.12.2014 | (2) |
| OOO Köster RUS | 31.12.2018 | (2) |
| PCL-SUMO Air Technology Pvt Ltd | 31.12.2019 | (2) |
| Polartherm Group Oy | 30.04.2017 | (2) |
| TRIBO Hartstoff GmbH | 31.03.2019 |
(1) Inanspruchnahme der Erleichterungen nach § 264 Abs. 3 bzw. § 264b HGB
(2) Landeswährung umgerechnet zum Stichtagskurs des letzen Jahresabschlusses bzw. Periodendurchschnittskurs beim Jahresergebnis
(3) Es ist kein Jahresabschluss verfügbar
An die INDUS Holding Aktiengesellschaft, Bergisch Gladbach
Wir haben den Jahresabschluss der INDUS Holding Aktiengesellschaft, Bergisch Gladbach, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2019 und der Gewinn und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den zusammengefassten Lagebericht der INDUS Holding Aktiengesellschaft, Bergisch Gladbach, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft. Den gesonderten Nachhaltigkeitsbericht inkl. des nichtfinanziellen Berichts und die auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlichte Erklärung bzw. Konzernerklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f bzw. § 315d HGB, auf die sich die Querverweise in den Abschnitten "Nicht-Finanzielle Leistungsindikatoren", "Corporate Governance", "Chancenmanagement", "Risikomanagement" und "Entwicklung der INDUS-Gruppe" des zusammengefassten Lageberichts beziehen, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| ― | entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2019 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 und |
| ― | vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum zusammengefassten Lagebericht erstreckt sich nicht auf die oben genannten nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Nachfolgend stellen wir den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:
| ― | Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen |
Zum Abschlussstichtag werden in der Bilanz der INDUS Holding Aktiengesellschaft, Bergisch Gladbach, Anteile an verbundenen Unternehmen mit einem Buchwert von EUR 849,2 Mio. (53 % der Bilanzsumme) ausgewiesen. Gemäß § 253 Abs. 3 HGB sind Vermögensgegenstände außerplanmäßig abzuschreiben, sofern diesen ein niedrigerer Wert am Abschlussstichtag beizulegen ist.
Als Ergebnis der jährlichen Überprüfung der Buchwerte im Hinblick auf niedrigere beizulegende Werte am Bilanzstichtag wurden außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von EUR 55,3 Mio. erfasst sowie Wertaufholungen in Höhe von EUR 17,4 Mio. vorgenommen. Die Angaben der Gesellschaft zu den Anteilen an verbundenen Unternehmen sind in den Abschnitten I. und II. 1. des Anhangs enthalten.
Die INDUS Holding Aktiengesellschaft hat zum Abschlussstichtag die Werthaltigkeit ihrer Beteiligungsansätze überprüft. Für alle wesentlichen Beteiligungen wurden durch die INDUS Holding Aktiengesellschaft eigene Unternehmens- und Eigenkapitalbewertungen zur Ermittlung der beizulegenden Werte durchgeführt. Die beizulegenden Werte der Anteile an verbundenen Unternehmen wurden jeweils als Barwerte der erwarteten künftigen Zahlungsströme mittels Discounted-Cashflow-Modellen ermittelt, wobei die von den gesetzlichen Vertretern erstellten Planungsrechnungen zugrunde gelegt wurden. Das Ergebnis dieser Bewertungen unterliegt maßgeblich dem Einfluss geschätzter Werte und ist daher mit erheblicher Unsicherheit behaftet. Vor diesem Hintergrund und angesichts der wesentlichen Bedeutung für die Vermögens und Ertragslage der INDUS Holding Aktiengesellschaft war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.
Im Rahmen unserer Prüfung haben wir uns zunächst mit dem Prozess zu Durchführung der Prüfung der Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen und den in diesen Prozess implementierten rechnungslegungsrelevanten Kontrollen auseinandergesetzt.
Bei unseren weiteren Prüfungshandlungen haben wir besonderen Augenmerk auf solche wesentlichen Beteiligungen gelegt, für die Anhaltspunkte für einen geminderten beizulegenden Wert vorliegen oder bei denen der beizulegende Wert nahe oder unter deren Buchwert liegt.
Wir haben die Planungen, die den Bewertungsmodellen zugrunde liegen, durch eine Analyse der uns vorgelegten Planungsprämissen und -unterlagen sowie durch Erörterung mit dem für die jeweiligen Beteiligungen verantwortlichen Mitarbeiter der Gesellschaft und der lokalen Geschäftsführung beurteilt. Dabei haben wir diese auch auf eine möglicherweise einseitige Ermessensausübung hin untersucht.
Darüber hinaus haben wir die Planungstreue durch Vergleich der Planung des Vorjahres mit den realisierten Ist-Werten beurteilt.
Weiterhin haben wir die verwendeten Berechnungsverfahren auf ihre methodisch korrekte Anwendung unter Beachtung der relevanten Bewertungsstandards, die Herleitung der Diskontierungszinsen sowie in Stichproben die rechnerische Richtigkeit geprüft.
Die Berechnungsergebnisse der Gesellschaft haben wir anhand ergänzender Analysen, zu denen auch Sensitivitätsanalysen gehören, validiert.
Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und annahmen sind sachgerecht abgeleitet und liegen innerhalb vertretbarer Bandbreiten.
Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:
| ― | die im Abschnitt "Prüfungsurteile" genannten, nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts, |
| ― | den Bericht des Aufsichtsrats, |
| ― | den Corporate Governance Bericht gemäß dem Deutschen Corporate Governance Kodex, |
| ― | die Versicherung nach § 264 Abs. 2 Satz 3 HGB zum Jahresabschluss und die Versicherung nach § 289 Abs. 1 Satz 5 HGB zum zusammengefassten Lagebericht. |
Der Aufsichtsrat ist für den Bericht des Aufsichtsrats verantwortlich. Für die Erklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex, die Bestandteil der in Abschnitt "Corporate Governance" des zusammengefassten Lageberichts enthaltenen Konzernerklärung zur Unternehmensführung ist, sind die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat verantwortlich. Im Übrigen sind die gesetzlichen Vertreter für die sonstigen Informationen verantwortlich.
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
| ― | wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, den inhaltlich geprüften Angaben des zusammengefassten Lageberichts oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder |
| ― | -anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. |
Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens, Finanz und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| ― | identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
| ― | gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. |
| ― | beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
| ― | ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
| ― | beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens, Finanz und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. |
| ― | beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft. |
| ― | führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.
Wir wurden von der Hauptversammlung am 29. Mai 2019 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 29. November 2019 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2013 als Abschlussprüfer der INDUS Holding Aktiengesellschaft, Bergisch Gladbach, tätig.
Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.
Köln, 26. März 2020
**Ebner Stolz GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft**
Nikolaus Krenzel, Wirtschaftsprüfer
Marcus Lauten, Wirtschaftsprüfer
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019 ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der INDUS Holding Aktiengesellschaft vermittelt und im Lagebericht für das Geschäftsjahr 2019 der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie wesentliche Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.
Bergisch Gladbach, den 26. März 2020
Der Vorstand
Dr. Johannes Schmidt
Dr. Jörn Großmann
Axel Meyer
Rudolf Weichert
im Folgenden möchte ich Sie über die Arbeit des Aufsichtsrats im vergangenen Geschäftsjahr informieren.
Im Berichtsjahr hat der Aufsichtsrat seine Aufgaben vollumfänglich wahrgenommen, die ihm nach Gesetz und Satzung obliegen. Er hat den Vorstand kontinuierlich beraten, diesen bei der Leitung des Unternehmens überwacht und sich dabei stets von deren Recht-, Zweck- und Ordnungsmäßigkeit überzeugt. Der Vorstand ist seinen Informationspflichten jederzeit nachgekommen und hat den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend in schriftlicher und mündlicher Form über alle für die Gesellschaft und die INDUS-Gruppe relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, der Risikoentwicklung und der Compliance unterrichtet. Dies beinhaltete auch Informationen über Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung von früher berichteten Zielen sowie Abweichungen des tatsächlichen Geschäftsverlaufs von der ursprünglichen und kommunizierten Planung sowie sonstige Informationen zu außergewöhnlichen Ereignissen von Bedeutung.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats hatten stets ausreichend Gelegenheit, sich in den Sitzungen des Gesamtaufsichtsrates und der Ausschüsse mit den vorgelegten Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands kritisch auseinanderzusetzen und eigene Anregungen einzubringen. Auf diese Weise erhielten sie zu jeder Zeit Einblick in die jeweils aktuelle Geschäfts- und Vermögensentwicklung. Neben der Unternehmens-, Finanz- und Investitionsplanung galt die Aufmerksamkeit des Aufsichtsrats der Risikolage und dem Risikomanagement. Soweit dies nach Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung erforderlich war, erteilte der Aufsichtsrat in Einzelfällen seine Zustimmung zu genehmigungspflichtigen Geschäftsvorgängen. Der Aufsichtsratsvorsitzende stand darüber hinaus auch zwischen den Gremiensitzungen in einem intensiven Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstand und hat sich regelmäßig über wesentliche Entwicklungen der Gesellschaft aktuell und zeitnah informiert.
Am 30. Januar 2019 wurde das Wahlverfahren für die Wahl der Aufsichtsratsmitglieder der Arbeitnehmer mit der Durchführung der Delegiertenversammlung abgeschlossen. Mit Wirkung zum Ablauf der außerordentlichen Hauptversammlung am 29. November 2018 bis zum 30. Januar 2019 waren die Arbeitnehmervertreter auf Antrag der Gesellschaft vom Amtsgericht Köln bestellt. Im Vergleich zur gerichtlichen Bestellung, die sich an den im Wahlverfahren der Arbeitnehmer bereits ermittelten Wahlvorschlägen orientierte, hat sich durch die Wahlen lediglich eine Änderung ergeben. Frau Holzberger hat als neues Mitglied der Arbeitnehmer Herrn Schönhals abgelöst, der seitdem nicht mehr Mitglied des Aufsichtsrats ist. Die Besetzung der Ausschüsse hat sich hierdurch nicht verändert. Details zur Zusammensetzung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse finden Sie auf S. 6 und 7 des Geschäftsberichts im Abschnitt "Organe".
Im Geschäftsjahr 2019 fanden fünf ordentliche Sitzungen des Aufsichtsrats als Präsenzsitzungen statt. Darüber hinaus wurde eine außerordentliche Sitzung im Wege einer Telefonkonferenz sowie eine Beschlussfassung im Umlaufverfahren durchgeführt. Überdies erfolgte eine telefonische Information des Aufsichtsrats am 3. September 2019 über den tragischen Arbeitsunfall auf einer Baustelle einer INDUS-Beteiligung. Die Aufsichtsratssitzungen fanden alle im Beisein des Vorstands statt, wobei der Aufsichtsrat auch regelmäßig Tagesordnungspunkte ohne Anwesenheit des Vorstands diskutiert hat.
Der Aufsichtsrat sieht es als Bestandteil einer guten Corporate Governance an, die Teilnahme an Sitzungen des Aufsichtsratsplenums sowie der Aufsichtsratsausschüsse individualisiert offenzulegen.
Die Vorsitzende des Prüfungsausschusses, insbesondere aber der Aufsichtsratsvorsitzende, standen auch zwischen den Gremiensitzungen in einem intensiven Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstand, sodass der Aufsichtsrat als Kontrollgremium stets in grundlegende Entscheidungen eingebunden war. Anhaltspunkte für Interessenkonflikte von Aufsichtsrats- und Vorstandsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen sind und über die die Hauptversammlung informiert werden soll, gab es nicht.
Im Rahmen der Fortbildung haben Frau Diehm, Frau Fischinger und Frau Holzberger sowie die Herren Lemb, Klausmann und Trinogga im Februar 2020 an einem 3-tägigen Seminar des IG Metall Bildungszentrums teilgenommen.
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| TEILNAHME | IN % | |
|---|---|---|
| Aufsichtsrat | ||
| Jürgen Abromeit (Vorsitzender) | 5/6 | 83 |
| Wolfgang Lemb (stv. Vorsitzender) | 5/6 | 83 |
| Dr. Jürgen Allerkamp | 4/6 | 67 |
| Dr. Dorothee Becker | 5/6 | 83 |
| Dorothee Diehm | 5/6 | 83 |
| Pia Fischinger | 6/6 | 100 |
| Cornelia Holzberger | 5/6 | 83 |
| Gerold Klausmann | 6/6 | 100 |
| Isabella Pfaller | 6/6 | 100 |
| Helmut Späth | 6/6 | 100 |
| Uwe Trinogga | 6/6 | 100 |
| Carl Martin Welcker | 4/6 | 67 |
| Personalausschuss | ||
| Jürgen Abromeit (Vorsitzender) | 3/3 | 100 |
| Dr. Dorothee Becker | 3/3 | 100 |
| Dorothee Diehm | 3/3 | 100 |
| Wolfgang Lemb | 2/3 | 67 |
| Prüfungsausschuss | ||
| Isabella Pfaller (Vorsitzende) | 2/2 | 100 |
| Dr. Jürgen Allerkamp | 2/2 | 100 |
| Gerold Klausmann | 2/2 | 100 |
In der ersten ordentlichen Sitzung am 14. Februar 2019 hat der Aufsichtsrat zum ersten Mal in der neuen Zusammensetzung getagt. Ein Schwerpunkt der Sitzung war die Verabschiedung einer neuen Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat. Zudem wurde der Vorstandsvorsitzende Dr. Johannes Schmidt zum Arbeitsdirektor der Gesellschaft bestellt. Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat über den aktuellen Arbeitsstand der vorläufigen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr per 31. Dezember 2018, die aktuelle Entwicklung der Repositionierungen in den Segmenten Fahrzeug- und Metalltechnik sowie die Planung für das laufende Geschäftsjahr 2019.
Wesentliche Themen der zweiten ordentlichen Sitzung am 22. März 2019 bildeten die Vorlage und Erläuterung des Jahresabschlusses 2018 der INDUS Holding AG und des Konzerns sowie die Beschlussfassung hierzu. Die Vorsitzende des Prüfungsausschusses erläuterte dem Aufsichtsrat insbesondere die bedeutenden Aspekte der Rechnungslegung für den Konzernabschluss. Nach intensivem Austausch mit dem Abschlussprüfer Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Köln, und auf Empfehlung des Prüfungsausschusses billigte der Aufsichtsrat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss sowie den gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht für das Geschäftsjahr 2018. Auf Basis des gebilligten Konzernabschlusses 2018 und der Empfehlungen des Personalausschusses erfolgten auch die entsprechenden Festlegungen der kurzfristigen variablen Vergütungsbestandteile der Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2018, der Rechenparameter für die langfristige variable Vergütung sowie der Nachhaltigkeitsziele für das Geschäftsjahr 2019.
Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat über die Investitionsschwerpunkte im abgelaufenen Jahr sowie über die wirtschaftliche Lage der INDUS-Gruppe per Februar 2019 inklusive der Sonderberichte zu den laufenden Repositionierungen. Zudem erläuterte er die geplante Akquisition der MESUTRONIC Gerätebau GmbH, die der Aufsichtsrat nach erfolgter Diskussion genehmigte.
Weitere Gegenstände der Beratungen waren die Jahresberichte 2018 zum Risikomanagement und zur Compliance sowie die Vorbereitung der ordentlichen Hauptversammlung am 29. Mai 2019. Der Aufsichtsrat schloss sich dem Dividendenvorschlag des Vorstands sowie dem Vorschlag des Vorstands für die Tagesordnung an. Gestützt auf den Vorschlag des Prüfungsausschusses beschloss der Aufsichtsrat der Hauptversammlung vorzuschlagen, die Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Steuerberatungsgesellschaft, Köln, zum Abschlussprüfer für die Gesellschaft und den Konzern für das Geschäftsjahr 2019 zu wählen.
Am Tag vor der Hauptversammlung, am 28. Mai 2019, kam der Aufsichtsrat zu seiner dritten ordentlichen Sitzung zusammen. Darin befasste sich der Aufsichtsrat ausführlich mit dem Bericht des Vorstands über den Geschäftsverlauf der Monate Januar bis April 2019. Der Vorstand informierte auch über die Entwicklung der Repositionierungsprojekte aus den Segmenten Fahrzeug- und Metalltechnik und stellte den auf Basis der Ergebnisse per März 2019 vorbereiteten Forecast I zum Jahresende 2019 vor. Zudem erläuterte der Vorstand das unter dem Namen PARKOUR gestartete Strategieprogramm, das eine Weiterentwicklung der bisher erfolgreich umgesetzten Strategie KOMPASS 2020 darstellt. Weiterhin berichtete der Vorstand über das erfolgte Signing des Kaufvertrags zum Erwerb der MESUTRONIC Gerätebau GmbH.
Am 23. Juli 2019 hat der Aufsichtsrat im Umlaufverfahren dem Verkauf des 49-%-Anteils der IPETRONIK Eichstätt GmbH an der TKI Automotive GmbH an den Mehrheitsgesellschafter Audi Electronics Venture GmbH zugestimmt.
In der vierten ordentlichen Sitzung am 18. September 2019 informierte der Vorstand den Aufsichtsrat über das am 12. September 2019 erfolgte Signing der Verträge zum Verkauf des 49-%-Anteils an der TKI Automotive GmbH. Zudem erläuterte der Vorstand die geplante Akquisition der Dessauer Schaltschrank- und Gehäusetechnik GmbH.
Der Aufsichtsrat befasste sich intensiv mit den wesentlichen Änderungen der Rahmenbedingungen für die Vorstandsvergütung gemäß den Entwürfen des Gesetzes zur Umsetzung der zweiten EU-Aktionärsrechterichtlinie (ARUG II) und des Deutschen Corporate Governance Kodex. Zudem gaben Vorstand und Aufsichtsrat eine aktualisierte Entsprechenserklärung nach § 161 AktG ab, die auf der Internetseite der Gesellschaft zur Verfügung steht.
Weiterer Gegenstand der Beratungen war die wirtschaftliche Entwicklung. Neben den Monatszahlen per 31. August 2019 erläuterte der Vorstand den auf Basis der Ist-Zahlen per 30. Juni 2019 erstellten Forecast II zum Jahresende 2019. Im Rahmen der Sonderberichte wurde intensiv die mittelfristige Perspektive der laufenden Repositionierungen diskutiert.
Unmittelbar nach der Veröffentlichung der Ad-hoc-Mitteilung der Gesellschaft am 14. Oktober 2019 erläuterte der Vorstand dem Aufsichtsrat in der gleichtägigen außerordentlichen Telefonkonferenz die Hintergründe der Zurücknahme der Ergebnisprognose für das Konzern-EBIT per 31. Dezember 2019 von bisher 152 bis 158 Mio. EUR auf nunmehr 129 bis 135 Mio. EUR. Wesentliche Gründe waren die deutlichen Umsatzrückgänge im Segment Fahrzeugtechnik, erhöhte Restrukturierungsaufwände und einmalige Sondereffekte wie die Insolvenz eines nordirischen Kunden und der Marktaustritt eines türkischen Kunden im Segment Fahrzeugtechnik.
In der fünften ordentlichen Sitzung am 11. Dezember 2019 informierte zunächst der Vorsitzende des Personalausschusses über den aktuellen Stand der Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie in deutsches Recht. Zudem erläuterte er die mit der Neufassung des Deutschen Corporate Governance Kodex nach dem aktuellen Entwurfsstand zu erwartenden wesentlichen Neuregelungen sowie die daraus resultierenden Handlungsbedarfe. Auf Empfehlung des Personalausschusses hat der Aufsichtsrat die Verlängerung der Bestellung von Herrn Axel Meyer zum Vorstandsmitglied der Gesellschaft sowie die Verlängerung des Vorstandsanstellungsvertrags von Herrn Meyer beschlossen.
Der Vorstand berichtete dem Aufsichtsrat über die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung per 31. Oktober 2019, den aktuellen Stand der Restrukturierungen im Segment Fahrzeugtechnik sowie den aktuellen Ausblick für das restliche Geschäftsjahr 2019. Anschließend erläuterte der Vorstand die Geschäftsplanung für das Geschäftsjahr 2020. In der darauffolgenden Diskussion erörterte der Vorstand Details des Planungsprozesses. Der Aufsichtsrat verabschiedete die Jahresplanung wie vorgestellt.
Die Ausschüsse des Aufsichtsrats haben primär die Aufgabe, Entscheidungen und Themen für die Sitzungen des gesamten Gremiums vorzubereiten. Dabei können Entscheidungsbefugnisse auf die Ausschüsse übertragen werden, sofern dies gesetzlich zulässig ist. Die Vorsitzenden der Ausschüsse berichteten dem Aufsichtsrat regelmäßig und ausführlich über die Ausschussarbeit. Im abgelaufenen Jahr haben der Personalausschuss sowie der Prüfungsausschuss getagt. Für die Einberufung des Vermittlungsausschusses nach § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz sowie des Nominierungsausschusses bestand im abgelaufenen Jahr kein Bedarf. Die personelle Zusammensetzung der Ausschüsse ist unter der Rubrik "Organe" im Geschäftsbericht dargestellt.
Der Personalausschuss bereitete im Geschäftsjahr 2019 in drei Sitzungen am 22. März 2019, 18. September 2019 und am 11. Dezember 2019 Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vor. Soweit erforderlich, wurden Beschlüsse gefasst oder dem Aufsichtsrat Empfehlungen zur Beschlussfassung gegeben. Der Ausschuss befasste sich mit Vertragsangelegenheiten der Vorstände - insbesondere mit der Verlängerung des Vorstandsanstellungsvertrags von Herrn Meyer - sowie mit dem Thema Vorstandsvergütung. Neben den Empfehlungen an den Aufsichtsrat zur Festlegung des Short Term Incentive für das abgelaufene Geschäftsjahr 2018, der Rechenparameter für den Long Term Incentive sowie der Nachhaltigkeitsziele für das Geschäftsjahr 2019 waren die neuen Rahmenbedingungen zur Vorstandsvergütung infolge der Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie in deutsches Recht und der Neufassung des Deutschen Corporate Governance Kodex wesentlicher Gegenstand der Beratungen. Einzelheiten zur Gremienvergütung können dem Vergütungsbericht entnommen werden.
Der Prüfungsausschuss kam im Geschäftsjahr 2019 zu zwei Sitzungen am 22. März 2019 und 11. Dezember 2019 zusammen. Neben Mitgliedern des Vorstands nahmen auch Vertreter von Ebner Stolz & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Köln, an den Sitzungen teil. Der Prüfungsausschuss hat die erforderliche Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers eingeholt, dessen Qualifikation überprüft und die Honorarvereinbarung abgeschlossen sowie die Prüfungsschwerpunkte festgelegt. Der Abschlussprüfer hat gegenüber dem Prüfungsausschuss erklärt, dass keine Umstände vorliegen, die Anlass geben, seine Befangenheit anzunehmen. Hauptthemen der Beratungen waren der Jahresabschluss 2018, die Überprüfung des Risikomanagements- und Compliance-Berichts 2018 sowie die Weiterentwicklung des Risiko- und Compliancemanagements.
Die durch Beschluss der Hauptversammlung vom 29. Mai 2019 zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer bestellte Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Köln, hat gemäß Auftrag des Aufsichtsrats den Jahresabschluss, den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht der INDUS Holding AG und des Konzerns geprüft. Der Konzernabschluss wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt. Der Abschlussprüfer hat den Jahresabschluss mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Darüber hinaus hat er festgestellt, dass das Risikomanagementsystem den gesetzlichen Vorschriften entspricht und bestandsgefährdende Risiken nicht erkennbar sind. Eine prüferische Durchsicht von Zwischenfinanzberichten wurde planmäßig nicht durchgeführt.
Jahresabschluss, Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers wurden allen Mitgliedern des Aufsichtsrats ebenso wie der gesonderte nichtfinanzielle Konzernbericht rechtzeitig vorgelegt. Sie wurden in der bilanzfeststellenden Aufsichtsratssitzung am 26. März 2020 detailliert erörtert. An dieser Sitzung nahm auch der Abschlussprüfer Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Köln, teil und berichtete über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung. Zudem stand er für zusätzliche Fragen zur Verfügung. Der Aufsichtsrat erörterte sämtliche Vorlagen und Prüfungsberichte eingehend.
Nach der abschließenden Prüfung der vorgelegten Unterlagen und der Empfehlung des Prüfungsausschusses erhob der Aufsichtsrat gegen den Jahresabschluss, den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht keine Einwände und schloss sich den Ergebnissen des Abschlussprüfers an. Der Aufsichtsrat hat deshalb den Jahresabschluss 2019 und den Konzernabschluss 2019 gebilligt. Damit ist der Jahresabschluss 2019 gemäß § 172 Satz 1 AktG festgestellt. Dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands schloss sich der Aufsichtsrat nach vorheriger Prüfung an. Der Aufsichtsrat hat auch den gesonderten nichtfinanziellen Bericht der INDUS-Gruppe geprüft. Er stützte sich dabei auf die prüferische Durchsicht des Abschlussprüfers Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Köln. Einwände seitens des Aufsichtsrats gegen den gesonderten nichtfinanziellen Bericht der INDUS - Gruppe wurden nicht erhoben.
Alle Mitarbeiter der INDUS-Gruppe und deren Familien sind durch die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf vielfältige Weise im beruflichen und privaten Umfeld belastet. Auch das Management der Beteiligungen und der Vorstand von INDUS sind stark gefordert, um die Auswirkungen der Krise auf die Beschäftigten und die Unternehmen so gering wie möglich zu halten. Aufsichtsrat und Vorstand arbeiten extrem eng verzahnt und stimmen sich zeitnah und situationsgerecht ab. Der Aufsichtsratsvorsitzende und der Vorstandsvorsitzende stehen stellvertretend für beide Gremien fast täglich in Kontakt, um sicherzustellen, dass der Aufsichtsrat aktuell über kritische Entwicklungen in der INDUS-Gruppe informiert wird. So wurde die kurzfristige Anpassung der Prognose für das Geschäftsjahr 2020 im zusammengefassten Lagebericht 2019 vom Vorstand in enger Abstimmung mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden vorgenommen.
Der Aufsichtsrat dankt den Geschäftsführern und Mitarbeitern aller Beteiligungsunternehmen sowie den Mitarbeitern und dem Vorstand der INDUS Holding AG für ihr außerordentliches Engagement im vergangenen Geschäftsjahr. Unsere Gedanken sind bei ihnen und ihren Familien in dieser schwierigen Zeit.
Bergisch Gladbach, den 26. März 2020
Für den Aufsichtsrat
Jürgen Abromeit, Vorsitzender
Vorstand und Aufsichtsrat erklären, dass die INDUS Holding AG seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung im November 2018 den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex ("Kodex") in der Fassung vom 7. Februar 2017 - bekannt gemacht im Bundesanzeiger am 24. April 2017 und berichtigt am 19. Mai 2017 - mit folgenden Ausnahmen entsprochen hat und entsprechen wird:
Die INDUS Holding AG hat kein Whistleblowing-System eingerichtet, mit dessen Hilfe die Beschäftigten geschützt Hinweise auf Rechtsverstöße im Unternehmen geben können. Unabhängig davon, dass bisher nicht abschließend geklärt ist, welche Anforderungen an ein Whistleblowing-System im Sinne von Ziffer 4.1.3 Satz 3 Halbsatz 1 des Kodex zu stellen sind, besteht aus Sicht der INDUS Holding AG vor dem Hintergrund der offenen Kommunikationskultur im Unternehmen für die Einrichtung eines solchen Systems kein Anlass. In diesem Zusammenhang hat die Gesellschaft auch berücksichtigt, dass gegen die Einrichtung eines geschützten Hinweisgebersystems Vorbehalte, wie etwa Missbrauchsrisiken und die Schaffung einer Atmosphäre des Misstrauens, vorgebracht werden.
Der Aufsichtsrat der INDUS Holding AG sieht davon ab, eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat festzulegen, da eine pauschale Regelgrenze individuelle Faktoren, die eine längere Zugehörigkeit einzelner Aufsichtsratsmitglieder rechtfertigen können, nicht berücksichtigt. Eine solche Regelgrenze würde insbesondere außer Acht lassen, dass die Bewahrung langjähriger Expertise von Aufsichtsratsmitgliedern für die Gesellschaft von besonderer Bedeutung sein kann. Die (teilweise) Abweichung von Ziffer 5.4.1 Abs. 4 Satz 1 und 2, wonach u.a. die Regelgrenze bei Wahlvorschlägen berücksichtigt und ihr Umsetzungsstand veröffentlicht werden soll, ist Folge der fehlenden Festlegung einer Regelgrenze.
Bergisch Gladbach, den 18. September 2019
Für den, Vorstand
Dr. Johannes Schmidt
Rudolf Weichert
Für den Aufsichtsrat
Jürgen Abromeit
Nachhaltiges Wirtschaften begründet die Zukunftsperspektive für Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft. Die ressourceneffiziente Produktion und Entwicklung nachhaltiger Produkte werden getrieben durch hohe Innovationskraft und operative Exzellenz - und stehen damit im Zentrum des Strategieprogramms PARKOUR.
Die Unternehmensstrategie PARKOUR der INDUS Holding AG (im Folgenden: INDUS) legt den Fokus auf das langfristige Investment gemäß dem Konzept "Kaufen, halten & entwickeln". Es gehört zum Selbstverständnis der INDUS-Gruppe, dass der Unternehmenserfolg über ein nachhaltiges Zielbild realisiert wird: Gewinne werden wirtschaftlich, sozial und ökologisch nachhaltig erzielt.
Dieser Anspruch eint die Beteiligungsgesellschaften der INDUS-Gruppe und bestimmt wesentlich den eigenverantwortlichen Planungsprozess. INDUS unterstützt ihre Beteiligungen dabei aktiv in mehrfacher Hinsicht: Im partnerschaftlichen strategischen Sparring werden nachhaltigkeitsbezogene Daten aktiv in die Unternehmensplanung einbezogen. Dabei wird der nachhaltige Ansatz in der Unternehmensausrichtung zusätzlich durch die Initiativen "Leistung steigern" und "Innovation treiben" verankert, in welchen personelle und finanzielle Kapazitäten zur Unterstützung der Beteiligungsgesellschaften bereitgestellt werden. Wesentlicher Faktor des Hebels "Leistung steigern" ist die Optimierung der Effizienz in der Wertschöpfung der Beteiligungsgesellschaften. Im Rahmen der Innovationsstrategie von INDUS hat sich das INDUS Förderbankmodell zur finanziellen Unterstützung ausgewählter Innovationsaktivitäten der Beteiligungsgesellschaften bewährt. Bedeutendes Auswahlkriterium für die projektbezogene Förderung ist hierbei die Ausrichtung des Innovationsvorhabens auf ein strategisches Zukunftsfeld - insbesondere auch im Bereich nachhaltiger Technologien im Feld "Green Tech". Dieses Zukunftsfeld dient zudem als eine der Zielvorgaben für die Akquise innovativer Unternehmen, durch welche die Portfoliostruktur gezielt gestärkt wird. Folglich bestehen die Hauptaufgaben von INDUS insgesamt in der Begleitung ihrer Beteiligungsgesellschaften und im Management des Portfolios für ihre Investoren.
Bei der Akquise von Portfoliounternehmen wird der INDUS-eigene Grundgedanke der nachhaltigen Wertschöpfung im Rahmen eines Due-Diligence-Prozesses (DD) hinterfragt und fließt als Bewertungskriterium in die Angebotsabgabe ein. Jede Beteiligung hat bei ihrem Weg in die INDUS-Gruppe diesen Prozess durchlaufen, welcher die Prüfung relevanter Nachhaltigkeitsrisiken beinhaltet inklusive der Betrachtung der Wertschöpfungstiefe, der Entwicklungsstrategien hinsichtlich innovativer, nachhaltiger Produkte, der Arbeitsbedingungen, der Achtung gesetzlicher und regulatorischer Vorgaben an allen Standorten und der Auswirkungen von Produktion und Vertrieb auf betroffene Märkte.
Insgesamt wird sichergestellt, dass alle heutigen und zukünftigen Beteiligungen in ihren Handlungen den Ansprüchen des Verhaltenskodexes von INDUS gerecht werden, welcher zur Wahrnehmung der individuellen Verantwortung jedes Mitarbeiters und der Gruppe im Ganzen gegenüber Gesetz, Richtlinien, Gesellschaft und Umwelt verpflichtet. Durch die dezentrale operative Struktur der INDUS -Gruppe bedeutet dies, dass die nachhaltige Wirtschaftspraxis sowie regionale und lokale Initiativen primär durch die Beteiligungsgesellschaften initiiert und wahrgenommen werden. INDUS tritt dabei als Unterstützer auf, indem die Erfassung nachhaltigkeitsbezogener Daten zentral erfolgt und sowohl in individueller wie konsolidierter Form in die Gruppe zurückgespielt werden, um gemeinsam die strategische Zielsetzung zu schärfen. Zusätzlich bietet INDUS den Beteiligungsgesellschaften die Möglichkeit, auf nachhaltigkeitsbezogene Unterstützungsangebote wie zum Beispiel Energieaudits zurückzugreifen.
Die Durchdringung der Nachhaltigkeitsstrategie von INDUS in der gesamten Gruppe spiegelt sich in der positiven Resonanz im Geschäfts- und Kapitalmarktfeld wider: Beim CDP Climate Scoring erreichte INDUS wie in den Jahren 2016-2018 nun zum vierten Mal die Spitzen-Note "A". Ebenso hielt INDUS 2019 unverändert den "Prime"-Status im Rating von ISS-oekom (ehemals oekom research AG). Diese Auszeichnungen für die INDUS-Gruppe bestätigen die Erfolge der aktiven Maßnahmen der Nachhaltigkeitsstrategie, welche in den nachfolgenden Kapiteln vorgestellt werden.
Der langfristige Erfolg im Gruppenverbund steht im Vordergrund des kontinuierlichen Strategieprozesses von INDUS und ihrer Beteiligungsgesellschaften. Zur Strategiefortschreibung und Unternehmensplanung ist es unerlässlich, sich mit relevanten Einflüssen bezüglich der wirtschaftlichen Praxis wie der Energiewende auseinanderzusetzen. Aufgrund der Bedeutung für den unternehmerischen Erfolg ist der Dialog mit den wesentlichen Stakeholdern und die Analyse ihres Einflusses auf die INDUS-Gruppe entlang der Wertschöpfungskette essentieller Teil des Strategieprozesses. Die für die Nachhaltigkeitsstrategie wesentlichen Stakeholder-Gruppen wurden dabei im Geschäftsjahr 2016 vom Vorstand von INDUS in einem strategischen Workshop erarbeitet.
In einer Wesentlichkeitsanalyse wurden im Geschäftsjahr 2016 die sieben Kernthemen mit höchster Relevanz für den nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg der INDUS-Gruppe identifiziert und in ihrer Wesentlichkeit im Stake-holder-Dialog mit ausgewählten Beteiligungsgesellschaften bestätigt. Zur Bestimmung der Wesentlichkeit der definierten Kernthemen wurden diese hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit, den Geschäftsverlauf und das Geschäftsergebnis der INDUS-Gruppe analysiert (Outside-in-Analyse). Korrespondierend dazu wurden die Geschäftstätigkeiten der INDUS bezüglich ihrer Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsaspekte bewertet (Inside-out-Analyse). In diesem Zuge wurden für jedes Kernthema spezifische Handlungsfelder definiert, in welchen die Aktivitäten der INDUS-Gruppe bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie reflektiert werden. Um diese interne Analyse mit den weiteren relevanten Stakeholder-Gruppen abzugleichen und so die Relevanz der Nachhaltigkeitsstrategie zu sichern, wird die Wesentlichkeit der Kernthemen seitdem fortlaufend im Stakeholder-Dialog hinterfragt und diskutiert. Dabei kam es seit der ursprünglichen Erarbeitung der Kernthemen stets zur übereinstimmenden Einschätzung zwischen INDUS und den Stakeholdern. 2017 wurden dazu institutionelle Investoren und interessierte Familienunternehmer (extern) in strukturierten Interviews bezüglich ihrer Wahrnehmung der Nachhaltigkeitsstrategie von INDUS befragt. Im Geschäftsjahr 2018 stand zur Aktualisierung der Wesentlichkeitsanalyse die Sichtweise der Beteiligungsgesellschaften (intern) im Fokus. Die Geschäftsführungen der Beteiligungsgesellschaften bestätigten die Einschätzungen der Vorjahre.
Im Geschäftsjahr 2019 wurden in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Internationale Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung der Technischen Universität Dortmund strukturierte Interviews mit Kunden der Beteiligungsgesellschaften durchgeführt. Die sieben Kernthemen wurden auch in diesem Jahr in ihrer Wesentlichkeit bestätigt:
1. Investitionen: Sowohl bei der Erweiterung des Beteiligungsportfolios als auch bei der internen Entwicklung der INDUS-Gruppe kommen Investitionen eine hohe Bedeutung zu.
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| RELEVANTE STAKEHOLDER-GRUPPE | ERLÄUTERUNG | |
|---|---|---|
| Investoren | extern | Investoren erwarten von INDUS die Realisierung der im Strategieprogramm PARKOUR gesetzten Ziele und die stabile und zuverlässige Wertentwicklung der INDUS-Gruppe, wofür sie der Holding die Möglichkeit zur Aufnahme von Kapital bieten. |
| Interessierte Familienunternehmer | extern | Die Wahrung und Fortführung des eigenen Lebenswerks stehen gleichermaßen im Mittelpunkt des beidseitigen Interesses von Familienunternehmern und von INDUS als starkem Partner des deutschsprachigen Mittelstands. |
| Beteiligungsgesellschaften | intern | Die Unterstützung durch INDUS bei größtmöglicher operativer Eigenständigkeit bietet den Beteiligungsgesellschaften die erforderlichen unternehmerischen Freiheiten zur Entwicklung des eigenen Geschäfts. |
| Kunden der Beteiligungsgesellschaften | extern | Den Kunden der Beteiligungsgesellschaften steht mit INDUS ein Partner bereit, welcher die Sicherheit nachhaltiger Geschäftsbeziehungen bietet - heute und morgen durch hochwertige und innovative Leistungen. |
| Mitarbeiter | intern | Die Mitarbeiter der INDUS-Gruppe bilden mit ihrem Know-how und ihrem Einsatz das Fundament des nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolgs. Im Gegenzug steht die INDUS-Gruppe für ein attraktives Arbeitsumfeld, in dem die Personalentwicklung gezielt gefördert wird. |
2. Innovation: Die Erhöhung der Effizienz durch Prozessinnovationen und die Entwicklung neuer, nachhaltiger Produkte sind grundlegend im Strategieprogramm PARKOUR verankert.
3. Internationalisierung: Bei der Entwicklung der Beteiligungsgesellschaften in internationalen Märkten ist die Überprüfung der Nachhaltigkeit der Wertschöpfungskette ein richtungsweisender Entscheidungsfaktor.
4. Gesellschafterrolle von INDUS: Die Kernprozesse der Beteiligungsgesellschaften erfahren in der Begleitung durch die Holding Unterstützung. Die Nachhaltigkeitsstrategie der Holding wirkt sich somit auf die operativen Handlungsfelder der INDUS-Gruppe aus.
5. Personal: Die Unternehmensentwicklung in der Holding und in den Beteiligungsgesellschaften wird durch die Förderung der Mitarbeiter sichergestellt - auch durch die Sensibilisierung für die Nachhaltigkeitsstrategie.
6. Soziales Engagement: Die Wahrnehmung der gesellschaftlichen Verantwortung der gesamten INDUS-Gruppe ist zentral im Verhaltenskodex von INDUS verankert.
7. Ressourceneffizienz: Bei der operativen Tätigkeit der Beteiligungsgesellschaften nimmt sowohl aus ökologischen wie aus wirtschaftlichen Gründen die Vermeidung von Verschwendung einen hohen Stellenwert ein.
Im Strategieprogramm PARKOUR sind die Kernthemen Investitionen, Innovation und Internationalisierung strategische Säulen des Wachstums und der Wertentwicklung der Beteiligungen sowie Bausteine zur Wahrung einer diversifizierten Portfoliostruktur. Dabei ergeben sich zahlreiche Querverbindungen zu den weiteren vier Kernthemen der Nachhaltigkeitsstrategie. So wird zum Beispiel die Ressourceneffizienz explizit bei Investitionsentscheidungen und Prozessinnovationen in die zugrundeliegende Wirtschaftlichkeitsbetrachtung einbezogen. Des Weiteren ist die Förderung des Personals der Holding und der Beteiligungsgesellschaften in den Strategieschwerpunkten "Leistung steigern" und "Innovation treiben" verankert. Die Stärkung der Position der INDUS-Gruppe in den sieben Kernthemen erfolgt kontinuierlich und wird fortlaufend durch ein Kennzahlensystem nachverfolgt.
Um den Überblick über die Entwicklung der wahrgenommenen Bedeutung der Kernthemen von INDUS auf Seiten der Kunden der Beteiligungsgesellschaften widerzuspiegeln, wurden die durchgeführten strukturierten Interviews durch die TU Dortmund als neutrale Instanz ausgewertet und zur Aktualisierung der im Nachhaltigkeitsbericht von INDUS etablierten Wesentlichkeitsmatrix verwendet. Aufgrund der Komplexität und des Umfangs der einzelnen Kernthemen wurden in den Interviews spezifische Handlungsfelder repräsentativ für die Kernthemen angesprochen. Durch die konsolidierte Visualisierung der Ergebnisse in der Wesentlichkeitsmatrix lässt sich eine Einschätzung erlangen, inwiefern sich die wahrgenommene Bedeutung der Kernthemen von internen und externen Stakeholdern deckt. INDUS analysiert die Verschiebungen in der Wesentlichkeitsmatrix und entscheidet auf Basis der Analyse, ob und inwiefern eine Anpassung der Nachhaltigkeitsstrategie erforderlich ist.
Die Aktualisierung der Wesentlichkeitsmatrix 2019 ergab dabei, dass sich die Einschätzung der Kunden der Beteiligungsgesellschaften mit den Einschätzungen der 2017 befragten institutionellen Investoren und interessierten Familienunternehmern (externe Stakeholder) zu großen Teilen deckt. Unterschiede zu 2017 traten im Wesentlichen in der Bewertung der Bedeutung des Kernthemas "Personal" hervor, in welchem die Handlungsfelder "Nachwuchsförderung", "Mitarbeiterentwicklung" und "Pflegen des Mitarbeiterdialogs" mit einer höheren Bedeutung eingestuft wurden. Die Bewertung der externen Stakeholder nähert sich somit der für die internen Stakeholder sehr hohen Bedeutung dieser Handlungsfelder an. Zur Verdeutlichung der Bedeutung in der INDUS-Gruppe wird daher das Kernthema "Personal" bei dem Bericht der Fortschritte 2019 im Nachhaltigkeitsbericht schwerpunktmäßig und stellvertretend für alle Kernthemen ausführlicher mit Projektbeispielen betrachtet.
Das thematisch verwandte Handlungsfeld "Sensibilisieren der Führungskräfte" im Kernthema "Gesellschafterrolle" wurde ebenfalls leicht höher bewertet als 2017 und ist nun auf einem vergleichbaren Niveau für interne und externe Stakeholder. Das Handlungsfeld "Definieren der Verantwortung in der Wertschöpfungskette" hat sich in seiner Bedeutung für externe Stakeholder signifikant gesteigert, was im Rahmen der sich global zuspitzenden Handelskonflikte auch mit einer verstärkten Beobachtung des Kernthemas "Internationalisierung" zu erklären sein könnte. Weitere Änderungen in der Wesentlichkeitsmatrix sind für das Geschäftsjahr nicht zu verzeichnen, insbesondere hat kein Handlungsfeld an Bedeutung für externe Stakeholder verloren, was die zunehmende Notwendigkeit einer nachhaltigen Unternehmenspraxis für den wirtschaftlichen Erfolg verdeutlicht. Dies zeigt sich auch daran, dass nunmehr der Großteil an Handlungsfeldern in der Wesentlichkeitsmatrix im Quadranten mit der höchsten Bewertung für interne und externe Stakeholder angesiedelt ist und somit verdeutlicht, dass den Kernthemen der Nachhaltigkeitsstrategie von INDUS sowohl von internen wie von externen Stakeholdern hohe Relevanz und Bedeutung bescheinigt wird.
Insgesamt zeigt sich die gesteigerte öffentliche Wahrnehmung und zunehmende Bedeutung des Themenkomplexes "Nachhaltigkeit" für den wirtschaftlichen Erfolg darin, dass nunmehr dem Großteil der Handlungsfelder der Nachhaltigkeitsstrategie von INDUS eine sehr hohe Bedeutung beigemessen wird, sowohl von internen wie von externen Stakeholdern. INDUS teilt diese Einschätzung und sieht sich gesamtgesellschaftlich und wirtschaftlich in der Verantwortung, ihren Beitrag zu leisten. Um diese Verantwortung als Holding und als Gruppe wahrnehmen zu können, ist es für die zukünftige Ausrichtung der Nachhaltigkeitsstrategie von INDUS unerlässlich, Verbesserungspotenziale in allen relevanten Handlungsfeldern zu identifizieren. Dies gilt sowohl konsolidiert mit Blick auf die INDUS-Gruppe als auch individuell in der Holding und bei den Beteiligungsgesellschaften. Zur effizienten und gezielten Weiterentwicklung der erfolgreichen Nachhaltigkeitsstrategie stellt sich INDUS im Geschäftsjahr 2020 daher der Aufgabe, ihre Nachhaltigkeitsstrategie gemeinsam mit ihren Beteiligungsgesellschaften voranzutreiben, worauf im nachfolgenden nichtfinanziellen Bericht näher eingegangen wird.

[1] INVESTITIONEN
[2] INNOVATION
[3] INTERNATIONALISIERUNG
[4] GESELLSCHAFTERROLLE
[5] PERSONAL
[6] RESSOURCENEFFIZIENZ
[7] SOZIALES ENGAGEMENT
Im Rahmen des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes (CSR-RLUG) berichtet INDUS seit dem Geschäftsjahr 2017 im Lagebericht des Geschäftsberichts zum allgemeinen Geschäftsmodell sowie dediziert zu den vorgegebenen thematischen Nachhaltigkeitsaspekten im Nachhaltigkeitsbericht. Aufgrund der Bedeutung der Kernthemen der Nachhaltigkeitsstrategie ist der nichtfinanzielle Bericht der INDUS-Gruppe ebenfalls entlang der sieben Kernthemen strukturiert. Der Aspekt "Umweltbelange" wird im Kernthema "Ressourceneffizienz" aufgegriffen, die "Arbeitnehmerbelange" werden ebenso wie die "Achtung der Menschenrechte" durch das Kernthema "Personal" abgedeckt. Der Aspekt "Sozialbelange" ist im Kernthema "soziales Engagement" integriert, die "Bekämpfung von Korruption und Bestechung" findet Berücksichtigung im Kernthema "Gesellschafterrolle von INDUS".
Im Geschäftsjahr 2019 ist die Nachhaltigkeitsstrategie als Bestandteil der Initiativen "Innovation treiben" und "Leistung steigern" im Strategieprogramm PARKOUR eingebettet worden. Aufgrund der strategischen Bedeutung sind die Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie sowie die Sicherstellung des Erreichens der gesetzten Ziele direkt im Verantwortungsbereich des Vorstandsvorsitzenden der Holding angesiedelt. Die strategische Ausrichtung und regulatorische sowie gesetzliche Themen aus dem CSR-Themenkomplex werden zudem in der Gesamtheit der Geschäftsführer und des Vorstands auf der jährlichen Unternehmertagung diskutiert. Entsprechend ist das Thema in den regelmäßigen Sitzungen des Vorstands der Holding verankert. Die Nachhaltigkeitsstrategie fließt über die Unternehmensstrategie in das operative Tagesgeschäft der Beteiligungsgesellschaften. Sie ist somit Gegenstand des Dialogs zwischen Vorstand der Holding und den Geschäftsführern der Beteiligungsgesellschaften. Um zusätzlich zur strategischen Perspektive einen monetären Anreiz für Fortschritte im Bereich "Nachhaltigkeit" zu etablieren, wurde 2016 eine entsprechende Prämie im Vergütungssystem des Vorstands als Teil des Short Term Incentive (STI) integriert. Die Prämie wird vollständig vom Vorstand an ausgewählte, lokale, gemeinnützige Einrichtungen gespendet.
Die Bewertung von Nachhaltigkeitsrisiken ist als separate Kategorie ins Risikomanagement-Reporting-Tool integriert, welches bei der jährlichen Fortschreibung der Unternehmensplanung durch die Geschäftsführungen der Beteiligungsgesellschaften zur Anwendung kommt. Dabei werden Chancen und Risiken von Nachhaltigkeitsaspekten unter Beurteilung der Eintrittswahrscheinlichkeiten und möglicher finanzieller Auswirkungen bis auf Anlagen-/Betriebsebene dokumentiert und analysiert. Entsprechende Gegenmaßnahmen werden bei Bedarf auf Holdingebene und bei den Beteiligungsgesellschaften eingeleitet. Im Sinne von § 289c III Nr. 3+4 HGB werden wesentliche Risiken aus Geschäftsbeziehungen, Produkten und Dienstleistungen sowie aus eigener Geschäftstätigkeit im Teil "Chancen- und Risikobericht" des Lageberichts im Geschäftsbericht von INDUS explizit dargestellt. Für das Geschäftsjahr 2019 liegen keine Einzelrisiken vor, welche die Wesentlichkeitsschwelle überschreiten.
Um der gestiegenen Bedeutung eines ganzheitlichen nachhaltigen Strategieansatzes zukünftig gerecht zu werden, wird das Geschäftsjahr 2020 ein wichtiges Jahr für die Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie von INDUS. Nachhaltiges Handeln soll noch stärker als bisher als eigenständiger Strategieaspekt mit zentraler Bedeutung etabliert werden. Dabei werden sowohl strategische und inhaltliche als auch methodische Anpassungen vorgenommen, welche ineinandergreifen.
Inhaltlich wird die Strategieweiterentwicklung im Geschäftsjahr 2020 insbesondere vor dem Hintergrund der Festlegung fester Emissionsreduktionsziele erfolgen, welche sich an den sektorspezifischen Zielen des 2019 in Kraft getretenen Klimaschutzgesetzes orientieren sollen. Da die Beteiligungsgesellschaften von INDUS aus verschiedenen Segmenten mit unterschiedlichen Produktions- und Geschäftsfeldrealitäten stammen, wird die konkrete Zielsetzung gemeinsam mit den Beteiligungsgesellschaften erarbeitet. Dabei sollen beteiligungsspezifische Emissionsreduktionsziele entwickelt werden, die in der Aggregation zu einer Umsetzung gruppenübergreifender Emissionsreduktionsziele führen. Die gemeinsame Erarbeitung dieser Emissionsreduktionsziele entspricht dabei der Partnerschaft auf Augenhöhe zwischen Holding und Beteiligungsgesellschaften. Die intensiven Akquisitionsaktivitäten werden zu weiterem anorganischen Wachstum der Gruppe und damit zum Anstieg der absoluten Emissionen führen. Deshalb wird für INDUS zusätzlich auch die Formulierung von Emissionsintensitätszielen sinnvoll sein.
Methodisch wird bei der Strategiefortschreibung insbesondere Wert auf die Weiterentwicklung der Robustheit der Erfassung der nichtfinanziellen Leistungsindikatoren gelegt. Dies ist dahingehend von besonderer Bedeutung, als dass die Identifikation von Emissionsquellen und Möglichkeiten zur Senkung von Emissionen die notwendigen Voraussetzungen sind, um Einsparpotenziale unternehmensspezifisch und gruppenübergreifend identifizieren und realisieren zu können. Zur Berechnung der Treibhausgasemissionen (THG-E) der INDUS-Gruppe werden neben CO2 auch Lachgas (N2O), Methan (CH4) und teilfluorierte Kohlenwasserstoffe (HFCs) einbezogen und zur einheitlichen Darstellung in CO2-Äquivalente (CO2eq) umgerechnet. Emissionen von Perfluorcarbonen (PFCs) und Schwefelhexafluorid (SF6) werden nicht individuell erfasst, da diese Treibhausgase nicht in relevanter Höhe in den Produktionsprozessen der INDUS-Gruppe anfallen. Zur Steigerung der Robustheit der Datenerfassung liegen dabei primär drei Hebel vor, in welchen kontinuierliche Verbesserungen angestrebt werden. Erstens wird die physische Erfassung von Verbräuchen (Aktivitätsdaten) vorangetrieben werden, speziell auch bei der Erfassung und Datenauswertung von Einzelverbrauchsposten wie spezieller Maschinen und Anlagentechnik. Der Grundstein dafür wurde bereits im Rahmen von im Geschäftsjahr 2019 durchgeführten Energieaudits gelegt, worauf in der nachfolgenden Erklärung zum Thema "Umweltbelange" eingegangen wird. Zweitens werden die Aktualität und Relevanz der zur Berechnung der THG-E der INDUS-Gruppe verwendeten Emissionskoeffizienten kontinuierlich geprüft, um die Genauigkeit der Datenauswertung zu gewährleisten und falls möglich zu verbessern. Drittens wird die Systematik der Kategorisierung der Emissionsarten in direkte und indirekte THG-E gemäß des Greenhouse Gas (GHG) Protocol Standards erstmals bereits in diesem Nachhaltigkeitsbericht für das Geschäftsjahr 2019 überarbeitet. Insbesondere ändert INDUS bei der Bilanzierung den Ansatz zur Festlegung der Organisationsgrenzen zum Ansatz "Financial Control". Dies bedeutet inhaltlich, dass INDUS zur Bilanzierung und Kategorisierung der THG-E ihre Beteiligungsgesellschaften mit der Holding gleichstellt. Der neue Ansatz bietet der INDUS-Gruppe die Möglichkeit, ihre direkten und insbesondere auch indirekten Emissionen genauer zu kategorisieren, zum Beispiel im Bereich der mobilen Verbrennung der Fahrzeugflotte oder in den vor- und nachgelagerten Lieferketten, um so Verbesserungspotenziale klarer aufzeigen und heben zu können. Für den Nachhaltigkeitsbericht 2019 wird dieser neue Ansatz bereits auch deshalb gewählt, um im Prozess der Strategiefortschreibung einen einheitlichen Ansatz für das Basisjahr bei der Formulierung kurz-, mittel- sowie langfristiger Ziele sicherzustellen. Daher erfolgt ebenfalls die aufgrund der geänderten Bilanzierung notwendige Anpassung der Kennzahlen des Nachhaltigkeitsberichts 2018 in der abschließenden Tabelle.
Die Nachhaltigkeitsberichterstattung von INDUS erfolgt gemäß den Kriterien des Deutschen Nachhaltigkeitskodexes (DNK) und beruht entsprechend auf den Grundsätzen der Berücksichtigung von Transparenz und Wesentlichkeit. Auf dieser Basis werden von den 16 Leistungsindikatoren der EFFAS (European Federation of Financial Analyst Societies) vier Kennzahlen nicht berichtet. Alle berichteten Kennzahlen werden ebenfalls im Due-Diligence-Prozess bei Neuakquisitionen berücksichtigt. Im Rahmen der Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie im Geschäftsjahr 2020 wird die methodische Robustheit der Datenerfassung und Datenauswertung auch dahingehend optimiert, dass perspektivisch die Ermittlung weiterer Kennzahlen möglich wird.
Die Erfassung der Gesamtinvestitionen in Forschung für ESG-relevante Bereiche des Geschäftsmodells (EFFAS V04-12) ist für die INDUS-Gruppe nicht aussagekräftig, da die FuE-Aktivitäten der Beteiligungsgesellschaften in der Regel Entwicklungsaktivitäten sind, welche als Aufwand und nicht als Investitionen in Anlagenvermögen verbucht werden. Zusätzlich ist eine einheitliche Definition zur Bestimmung der ESG-Relevanz von FuE-Aufwänden durch die Breite des Portfolios der INDUS-Gruppe zurzeit nicht sinnvoll möglich. Dadurch ergibt sich aus einer Erfassung und Nachverfolgung dieser Kennzahl kein Mehrwert im Sinne eines Leistungsindikators, da die Kennzahl für die INDUS-Gruppe nicht mit einem nachhaltigen Innovations- oder Investitionserfolg korreliert werden kann. Die Innovationsförderbank der INDUS Holding fördert jedoch Innovationsprojekte zur Entwicklung nachhaltiger Produkte sowie ressourceneffizienter Produktionsprozesse und berichtet darüber im Fortschrittsbericht des Kernthemas "Innovation".
Die Kennzahl zur Verbesserung der Energieeffizienz der eigenen Produkte im Vergleich zum Vorjahr (EFFAS E13-01) wird aus zwei Gründen nicht berichtet: Zum einen ist die Produktlandschaft und der jeweilige Energieverbrauch im Produktlebenszyklus aufgrund des diversifizierten Beteiligungsportfolios von INDUS extrem inhomogen. Zum Teil haben die Produkte keinen eigenen Energieverbrauch oder werden weiterverarbeitet. Die Kennzahl wäre folglich in aggregierter Form nicht aussagekräftig, da deren Veränderung auch von der Entwicklung des Beteiligungsportfolios abhinge und folglich keinen Rückschluss auf die Energieeffizienz beziehungsweise deren Verbesserung für einzelne Produkte zuließe. Zum anderen würde die Erhebung der Kennzahl vor dem Hintergrund der vorher dargestellten fehlenden Wesentlichkeit derzeit einen unverhältnismäßigen Mehraufwand darstellen.
Die Kennzahlen zum Anteil aller Lieferanten und Partner innerhalb der Lieferkette, die auf die Einhaltung von ESG-Kriterien bewertet wurden (EFFAS S06-01), und zum Anteil aller Lieferanten und Partner innerhalb der Lieferkette, die auf die Einhaltung von ESG-Kriterien auditiert wurden (EFFAS S06-02), werden nicht erhoben. Die Definition konkreter ESG-Kriterien wäre aufgrund unterschiedlicher Produktionsprozesse stark unternehmensabhängig und INDUS könnte derzeit daher keine aussagekräftigen, gruppenübergreifenden ESG-Kriterien, die über die Grundsätze des Verhaltenskodexes der INDUS-Gruppe hinausgehen, definieren. Im Rahmen der Strategiefortschreibung 2020 sollen im Anschluss an die Definition von beteiligungsspezifischen Emissionsreduktionszielen auch beteiligungsspezifische ESG-Kriterien für Lieferketten diskutiert werden.
Die zwölf erhobenen EFFAS-Leistungsindikatoren beziehen sich auf das Geschäftsjahr 2019 und ziehen zum Vergleich das Geschäftsjahr 2018 heran. Zur Datenerfassung wurde das bestehende Finanzdaten-Reporting-System von INDUS genutzt, welches zum Zwecke der spezifischen Abfrage der Kennzahlen erweitert wurde. Erfasst werden die Leistungsindikatoren aller wesentlichen Produktionsstätten und größerer Büro- und Vertriebseinheiten. Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2018 wurde der Konsolidierungskreis um zehn ausländische Produktionsstätten und größere Vertriebsbüros auf Enkelebene sowie drei deutsche Enkelgesellschaften erweitert. Kleinstemittenten (insbesondere lokale Vertriebsbüros) werden nicht erfasst, da die dort anfallenden THG-E als vernachlässigbar gering einzuschätzen sind. Insgesamt umfasst der Konsolidierungskreis der Nachhaltigkeitserhebung im Geschäftsjahr 2019 97,3 % der Bruttowertschöpfung der gesamten INDUS - Gruppe vor Akquisitionen des abgelaufenen Geschäftsjahres. Obgleich diese Akquisitionen nicht Teil des Konsolidierungskreises der Nachhaltigkeitserhebung sind, werden Due-Diligence-Prozesse im Ablauf einer Akquisition vollständig in der Datenerfassung berücksichtigt, da der Erwerb von mittelständischen Unternehmen wesentlicher Geschäftsbestandteil der INDUS Holding AG ist.
Die nichtfinanzielle Erklärung der INDUS-Gruppe und die berichteten EFFAS-Leistungsindikatoren, welche in der Übersicht aller Kennzahlen am Ende des Kapitels markiert sind, wurden einer prüferischen Durchsicht durch den Abschlussprüfer Ebner Stolz unterzogen.
Keine der Beteiligungsgesellschaften von INDUS ist in einem energieintensiven Sektor tätig, in welchem Unternehmen zur Teilnahme am Emissionshandel der Europäischen Union verpflichtet sind. Der überwiegende Teil der Beteiligungsgesellschaften ist im verarbeitenden Gewerbe mit mechanischen Bearbeitungsprozessen tätig. Alle Beteiligungsgesellschaften haben ihren Hauptstandort in Deutschland oder der Schweiz und befolgen die geltenden hohen Standards bezüglich des Schutzes der Mitarbeiter und der Umwelt. Bei vereinzelten Produktionsstandorten kommt es zum Einsatz potentiell belastender Fertigungsschritte wie Galvanik- oder Lackierprozessen, welche jedoch konform mit den entsprechenden gesetzlichen Regelungen und Überwachungsprozessen betrieben werden. Durch das Tätigkeitsprofil von INDUS als Begleiter und Unterstützer der Portfoliobeteiligungen und als Erwerber neuer Unternehmen sind direkte Umweltauswirkungen durch die Holding im Verhältnis vernachlässigbar.
Teil des Strategieprogramms PARKOUR von INDUS ist das angestrebte Wachstum der INDUS-Gruppe auf 55 bis 60 Portfoliobeteiligungsgesellschaften im Jahr 2025. Damit einhergehend sind signifikante Erhöhungen des Gesamtenergieverbrauchs zu erwarten, welche entsprechend in erhöhten absoluten Emissionen resultieren, die zum Beispiel im Leistungsindikator EFFAS E02-01 erfasst werden. Dies bezieht sich einerseits auf die INDUS-Gruppe, deren Gesamtenergieverbrauch entsprechend durch neue Akquisitionen wachsen wird. Durch das angestrebte organische und anorganische Wachstum werden folglich der Gesamtenergieverbrauch und die THG-E der INDUS-Gruppe und der Holding signifikant beeinflusst. Zur Erfolgsüberprüfung der Nachhaltigkeitsstrategie ist daher insbesondere auch die Emissionsintensität der INDUS-Gruppe bezüglich der Bruttowertschöpfung relevant. Davon unberührt sind die Bestrebungen, den Gesamtenergieverbrauch und die THG-E jeder Beteiligungsgesellschaft im Einklang mit der Nachhaltigkeitsstrategie zu optimieren.
Die Reduzierung des Energieverbrauchs und der THG-Emissionen ist eine Aufgabe, welcher sich sowohl die Holding als auch die Beteiligungsgesellschaften gemeinsam stellen. Entsprechend werden bereits heute im turnusmäßigen Strategiedialog zwischen den Geschäftsführungen der Beteiligungsgesellschaften und dem Vorstand der INDUS Holding beteiligungsspezifische Maßnahmen, klimabedingte Chancen und Risiken sowie die nachhaltigkeitsbezogene Strategiefortschreibung diskutiert und in der Budgetplanung verankert. Zusätzlich werden energieeffiziente Technologien in der Investitionsplanung der Beteiligungsgesellschaften bevorzugt. Entsprechend der individuellen Bedürfnisse und Randbedingungen der Beteiligungsgesellschaften arbeiten die Beteiligungsgesellschaften intern mit einem Genehmigungsmanagement sowie definierten und dokumentierten Prozessen und Vorschriften. Bei den Beteiligungsgesellschaften von INDUS mit einem hohen Stromverbrauch sind zudem zum Teil zertifizierte Managementsysteme etabliert, um behördlichen Auflagen Folge zu leisten, aber auch um Umweltbelange und den Arbeitsschutz positiv im Betrieb zu verankern.
Als Teil der strategischen Unternehmensplanung der Beteiligungsgesellschaften und der Holding werden sowohl in der Budgetplanung als auch im DD-Prozess klimarelevante Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit berücksichtigt. Entsprechende Versicherungen in den Bereichen Elementarschäden, Betriebsunterbrechungen, Haftpflicht, Produkthaftung und Transportschäden werden von der Holding für alle Beteiligungsgesellschaften abgeschlossen. Wie alle Beteiligungsgesellschaften von INDUS müssen zudem auch Neuakquisitionen kompatibel mit dem INDUS Verhaltenskodex sein, diesen im operativen Tagesgeschäft übernehmen und einhalten. Der DD-Prozess wird durch den Vorstand von INDUS begleitet, sodass strategische Nachhaltigkeitsaspekte wie die Ausrichtung der Unternehmensstrategie im Zukunftsfeld "GreenTech" ebenfalls aktiv berücksichtigt werden. Durch die intensive Aktivität von INDUS im Bereich der Akquise neuer Beteiligungsgesellschaften kommt dabei einem möglichst standardisierten Due-Diligence-Prozess hohe Bedeutung zu. Allgemein ist zudem die zielgerichtete Suche nach Neuakquisitionen fokussiert auf die definierten Zukunftsfelder, wodurch ein entsprechendes Akquisitionsprofil existiert. Folgerichtig werden keine Unternehmen in der Rüstungsindustrie oder in energie- oder emissionsintensiven Segmenten akquiriert. Während dieses DD-Prozesses ist einer der notwendigen Punkte die Sicherstellung, dass die gesetzlichen Umweltanforderungen eingehalten werden und im Rahmen des Risikomanagements entsprechende Vorkehrungen zur Vermeidung umweltrelevanter Ereignisse bereitstehen.
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| ZIEL | EFFAS-KPI | MASSNAHMEN | ZEITHORIZONT |
|---|---|---|---|
| Reduzierung von Energieverbrauch und Abfallaufkommen | Gesamter Energieverbrauch (EFFAS E01-01); Gesamtgewicht des Abfalls (EFFAS E04-01); Anteil des gesamten Abfalls, der recycelt wird (EFFAS E05-01) | Beteiligungsspezifische Definition von Zielen und Maßnahmen; Bereitstellung, Analyse und Anwendung der individuellen und gruppenweiten Datenerfassung im Strategieprozess auf Holding- und Beteiligungsebene sowie im Strategiedialog | fortlaufend |
| Berücksichtigung von Umweltschutzaspekten bei Neuakquisitionen | - | Keine Akquisition von Unternehmen in energieintensiven Segmenten; Verankerung der Prüfung in der Due Diligence aller potenzieller Neuakquisitionen | fortlaufend |
| Reduktion Scope 1 & 2-Emissionen um 12 % (2020) und 42,5 % (2040), jeweils bezogen auf Basisjahr 2014 | Scope 1 & 2-Treibhausgasemissionen (EFFAS E02-01) | Einkauf von emissionslos erzeugtem Strom ("Öko-Strom"); Reduktionsmaßnahmen in den Bereichen Gebäudeinfrastruktur und Fuhrpark | 2020 und 2040 |
INDUS berichtet den Gesamtenergieverbrauch der INDUS-Gruppe gemäß dem Leistungsindikator EFFAS E01-01, die THG-Emissionen für die INDUS-Gruppe (Scope 1 und 2 gemäß dem Financial-Control-Ansatz des GHG Protocol, EFFAS E02-01) sowie das Gesamtgewicht und den Anteil des recycelten Abfalls in der INDUS-Gruppe (EFFAS E04-01 und EFFAS E05-01) - jeweils sowohl in Absolutwerten als auch relativ zur Bruttowertschöpfung. Die Scope-2-THG-Emissionen werden gemäß dem GHG Protocol sowohl nach der standort- als auch nach der marktbasierten Methode ausgewiesen. Sofern die Methode im Folgenden nicht explizit benannt wird, beziehen sich die angegebenen Werte stets auf die marktbasierte Methode.
Für die Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie und infolge des Umstiegs auf den Financial-Control-Ansatz bei der Bilanzierung der THG-E wird im Geschäftsjahr 2020 eine Überarbeitung der Zielwerte erfolgen.
Die Holding gleicht ihre jährlichen CO2-Emissionen aus und bietet ihren Beteiligungsgesellschaften beim Ausgleich ihrer THG-Emissionen Unterstützung an, welche 2019 zum Beispiel von der eltherm GmbH & eltherm production GmbH für den Ausgleich der Emissionen der Fahrzeugflotte wahrgenommen wurde. Für das Geschäftsjahr 2019 wurden so insgesamt 1.769 t CO2eq durch eine Investition in das Jari/ Para REDD+ Project, ein Waldschutzprojekt zur Bewahrung des Regenwalds in Brasilien, ausgeglichen.
Im Geschäftsjahr 2019 wurde ein großer Teil der Produktionsstandorte im Rahmen des "Gesetz über Energiedienstleistungen und andere Energieeffizienzmaßnahmen" durch die externe Energieberatung "FutureCamp" auditiert, welche auch bereits 2015 die Audits durchgeführt hatte. Viele der im Geschäftsjahr 2015 erarbeiteten Vorschläge zur Verbesserung der Energieeffizienz wurden in den vergangenen Jahren umgesetzt, wodurch zum Teil signifikante Energieeinsparungen realisiert werden konnten. Bei der FS-BF GmbH & Co. KG in Reichshof-Hahn konnte beispielsweise durch den Austausch von Leuchtstoffröhren durch LED-Leuchten und den Austausch einzelner Abfüllmaschinen in der Produktion der jährliche Energiebedarf im Zeitraum 2014-2018 um etwa 300.000 kWh gesenkt werden. Bei den Energieaudits 2019 wurden ebenfalls investitionsrelevante Verbesserungsvorschläge erarbeitet, welche in zukünftigen Investitionsplanungen der Beteiligungsgesellschaften berücksichtigt werden. Im Geschäftsjahr 2019 wurden den Beteiligungsgesellschaften OFA, Kieback, Selzer und mewesta zudem Fördermittel im Rahmen der "De-Minimis"-Verordnung bewilligt, wodurch zusätzliche Investitionen in energieeffiziente Anlagentechnik im Bereich der Druckluftversorgung ermöglicht wurden.
Im Geschäftsjahr 2019 ist der Gesamtenergieverbrauch der Gruppe um etwa 1,8 % auf 223.452 MWh gesunken trotz Erweiterung des Konsolidierungskreises um insgesamt 13 Gesellschaften auf der Enkelebene. Die Scope 1 & 2-THG-E (marktbasierte Methode gemäß GHG Protocol) der INDUS-Gruppe sanken parallel dazu ebenfalls um 1,7 % auf 78.261,5 t CO2eq. Überproportional hohe Reduktionen der THG-E konnten dabei sowohl im Bereich der stationären wie auch mobilen Verbrennung erreicht werden mit 2,4 % und 2,0 %.
Die Recyclingquote der Abfälle hat sich deutlich um 3,3 % auf 62,2 % verbessert. Gleichzeitig hat sich jedoch die Abfallmenge auf 17.880,4 t erhöht und lag damit wieder auf dem Niveau von 2017, wobei die Erhöhung im Geschäftsjahr 2019 zum Teil durch die Erweiterung des Konsolidierungskreises zu erklären ist. Entsprechend der absoluten Erhöhung des Abfallgewichts erhöhte sich auch die Abfallintensität von 22,7 auf 24,8 t/Mio. EUR Bruttowertschöpfung (BWS).
Bei dem Erwerb der Dessauer Schaltschrank- und Gehäusetechnik GmbH (DSG) mit Sitz in Dessau-Roßlau sowie bei dem Erwerb der Mehrheitsanteile an der MESUTRONIC Gerätebau GmbH aus Kirchberg wurde auf den etablierten und standardisierten DD-Prozess der INDUS Holding zurückgegriffen. Beide Unternehmen sind weder als Unternehmen der Rüstungsindustrie noch als energie- und emissionsintensive Gesellschaften einzuordnen und folgen in ihrer Geschäftstätigkeit den gesetzlichen Anforderungen und den Anforderungen der INDUS hinsichtlich der Umweltbelange.
Die Definition des Zukunftsfeldes "GreenTech" im PARKOUR-Strategieprogramm resultiert zusätzlich in einer Fokussierung der INDUS-Innovationsförderbank auf die Entwicklung von Technologien und Produkten, die zu einer energieeffizienteren Produktion beitragen oder ein energieeffizientes Nutzungsprofil aufweisen. Im Geschäftsjahr 2019 wurden so Innovationsprojekte mit einem Projektvolumen von 3,8 Mio. EUR finanziell unterstützt. Ein Beispiel für ein solches Innovationsprojekt ist die Entwicklung eines Magnetventils für den Einsatz bei sehr niedrigen Temperaturen und hohen Drücken für Anwendungen im Bereich der Wasserstoff-Betankung bei der Beteiligungsgesellschaft GSR Ventiltechnik GmbH & Co. KG.
Für die Beteiligungsgesellschaften von INDUS gilt, dass das Fundament des organischen Wachstums die Förderung und Forderung der eigenen Mitarbeiter ist und daher ein besonderer Stellenwert dem Gewinn qualifizierter und hochmotivierter Fachkräfte zukommt. Zur Wahrung und Sicherstellung dieser personellen Kompetenz verpflichtet der Verhaltenskodex von INDUS entsprechend zu einem vorbildlichen Umgang mit Mitarbeitern generell und im Speziellen hinsichtlich Entlohnung, Arbeitszeitflexibilität, Vereinigungsfreiheit und Gleichberechtigung. Diese Grundsätze werden bei der Auswahl der Lieferanten berücksichtigt. Die relevanten Leistungsindikatoren gemäß DNK sind die durchschnittlichen Weiterbildungsausgaben je Mitarbeiter (EFFAS S02-02), die Altersstruktur (EFFAS S03-01), die Anzahl nach SA 8000 zertifizierter Standorte (EFFAS S07-02 II), der Anteil weiblicher Mitarbeiter (EFFAS S10-01) und der Anteil weiblicher Führungskräfte (EFFAS S10-02).
Durch die operativen Freiheiten der Beteiligungsgesellschaften werden individuelle Strategien und Maßnahmenpläne zur Erhöhung der Arbeitgeberattraktivität verfolgt, stets unter Wahrung der im Verhaltenskodex verankerten Mindestanforderungen. Dadurch ist sichergestellt, dass das Mitarbeiterwohlergehen über die gesetzlichen Grundlagen hinaus als Erfolgsfaktor wahrgenommen wird. Entsprechend werden in kontinuierlichen Verbesserungsprozessen hohe Arbeitsstandards eingefordert. Zur Sicherung der Arbeitgeberattraktivität gehört auch das Einhalten marktgerechter Lohnniveaus, die Fachkräfteaus- und -weiterbildung über den Eigenbedarf hinaus und die Förderung der Mitarbeiteridentifikation. Dazu werden beispielsweise die Mitarbeiter in das betriebliche Vorschlagwesen einbezogen und bei erfolgreicher Umsetzung von Vorschlägen monetär vergütet. Zusätzlich bieten viele Beteiligungsgesellschaften Möglichkeiten für Schülerpraktika oder Werksstudententätigkeiten. INDUS fördert die Mitarbeiterfortbildung in der Holding und in den Beteiligungen durch Seminar- und Fortbildungsangebote.
Bei Neuakquisitionen prüft die Holding im Due-Diligence-Prozess den gesetzeskonformen Umgang mit den Arbeitnehmern ebenso wie die Einhaltung angemessener Arbeitsstandards. So werden zum Beispiel Informationen über die Fortbildungsausgaben pro Mitarbeiter und das intern verwendete Evaluationssystem erhoben. Dabei fordert die Holding, dass sowohl in der Vergangenheit, wie auch in Gegenwart und Zukunft die im Verhaltenskodex von INDUS formulierten Anforderungen geachtet und eingehalten werden. Da jede Beteiligung und jeder DD-Prozess während der Neuakquisition direkt durch mindestens einen Vorstand von INDUS betreut wird, ist die strategische Begleitung und Sicherstellung dieser Aspekte der Arbeitnehmerbelange auf oberster Ebene der Holding angesiedelt. Zur Weiterentwicklung der Handlungsfelder bezüglich der Arbeitnehmerbelange werden die erhobenen, konsolidierten Informationen aus der Gruppe zur Steuerung der Aktivitäten in den Beteiligungen verwendet.
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| ZIEL | EFFAS-KPI | MASSNAHMEN | ZEITHORIZONT |
|---|---|---|---|
| Erhöhung der Arbeitgeberattraktivität | Weiterbildungsausgaben je Mitarbeiter (EFFAS S02-02); Altersstruktur (EFFAS S03-01); Anteil weiblicher Mitarbeiter (EFFAS S10-01); Anteil weiblicher Führungskräfte (EFFAS S10-02) | Beteiligungen definieren und entwickeln eigenverantwortlich Ziele und Maßnahmen; Sensibilisierung und Erhöhung der Transparenz durch gruppenweite Erfassung und Kommunikation von Weiterbildungsausgaben, Altersstruktur sowie Anteil weiblicher Mitarbeiter und Führungskräfte | fortlaufend |
| Selbstverpflichtung zu gesetzeskonformem und verantwortungsvollem Handeln | - | Formulierung und Verpflichtung über unternehmensspezifische Verhaltenskodizes | fortlaufend |
| Berücksichtigung von Arbeitnehmer- und Menschenrechtsbelangen bei Neuakquisitionen | - | Prüfung arbeitsschutz- und arbeitsrechtlicher Aspekte sowie die Einhaltung von Menschenrechten in der Due Diligence von Neuakquisitionen | fortlaufend |
Die Weiterbildungsausgaben pro Mitarbeiter (in Vollzeitäquivalenten (FTE)) stiegen deutlich um 16,6 % im Vergleich zum Vorjahr und lagen bei 283,07 EUR/FTE. Die Altersstruktur der INDUS-Gruppe veränderte sich nur unwesentlich. Der Anteil weiblicher Mitarbeiter und weiblicher Führungskräfte stieg jeweils leicht um 1,6 % auf 31,5 % beziehungsweise um 1,1 % auf 16,5 %. Wie auch in den Vorjahren gilt, dass die SA 8000 Zertifizierung als internationaler Standard in den Geschäftsfeldern der Beteiligungsgesellschaften der INDUS-Gruppe unüblich ist, weswegen keine der Beteiligungen nach SA 8000, aber einige Beteiligungen nach OSHAS 18001 zertifiziert sind. OSHAS 18001 stellt einen internationalen Standard für Arbeitsschutzmanagementsysteme dar.
Der Erfolg der Mitarbeiterförderung und Weiterbildung zeigt sich in zahlreichen Ehrungen und Auszeichnungen für die Beteiligungsgesellschaften. So wurde zum Beispiel die Bilstein & Siekermann GmbH & Co. KG in Hillesheim erneut als einer der besten Ausbildungsbetriebe Deutschlands vom Wirtschaftsmagazin "Kapital" geehrt für die Kategorien "Ausbildung" und "Duales Studium". Auch die HAUFF-TECHNIK GmbH & Co. KG in Hermaringen zählt in der gleichen Umfrage in beiden Bereichen zu den besten Ausbildungsbetrieben in Deutschland. INDUS fördert die Weiterentwicklung der Mitarbeiter der Beteiligungsgesellschaften direkt durch das Angebot von Kursangeboten zu den Themen "Strategie & Innovation" sowie "Lean Management".
Die Achtung der Menschenrechte ist für INDUS selbstverständlich und im Verhaltenskodex fest verankert -sowohl bezüglich ihrer Mitarbeiter als auch für Lieferanten, Geschäftspartner und übrige Stakeholder. Da die Beteiligungsgesellschaften zum Großteil im europäischen Markt tätig sind und dort qualifizierte Fachkräfte beschäftigen, gelten höchste Standards zum Schutz der Menschenrechte, welche nicht als Bürde angesehen werden, sondern als natürlicher Teil des Unternehmertums.
Die geltenden Standards zur Achtung der Menschenrechte, welche im Verhaltenskodex verbindlich fixiert sind, werden fortlaufend eingehalten. Die Prüfung dieser Standards ist ebenso im DD-Prozess fixiert und stellt bei Nicht-Bestehen ein Ausschlusskriterium dar. Durch die Besuche bei Beteiligungsgesellschaften und Betriebsbegehungen durch die betreuenden Vorstände ist sichergestellt, dass die Arbeitsbedingungen in der gesamten INDUS-Gruppe gemäß sozialer, rechtlicher und ethischer Grundlagen gesichert sind.
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| ZIEL | EFFAS-KPI | MASSNAHMEN | ZEITHORIZONT |
|---|---|---|---|
| Selbstverpflichtung zum gesetzeskonformen und verantwortungsvollen Handeln | - | Formulierung und Verpflichtung über unternehmensspezifische Verhaltenskodizes | fortlaufend |
| Berücksichtigung von Arbeitnehmer- und Menschenrechtsbelangen bei Neuakquisitionen | - | Prüfung arbeitsschutz- und arbeitsrechtlicher Aspekte sowie die Einhaltung von Menschenrechten in der Due Diligence von Neuakquisitionen | fortlaufend |
Die Beteiligungsgesellschaften von INDUS sind in der überwiegenden Mehrheit im europäischen Raum tätig und folgen den hohen Standards hinsichtlich der Anforderungen an die Achtung der Menschenrechte. Im Geschäftsjahr 2019 ist kein Konflikt bei der Achtung von Menschenrechten aufgetreten. Dieses Ergebnis ist auch das fortlaufende Ziel für die kommenden Jahre. Während des DD-Prozesses zum Erwerb der DSG und der MESUTRONIC wurden die vorliegenden Standards zur Achtung der Menschenrechte ebenfalls geprüft.
Durch die lokale Verankerung der Beteiligungsgesellschaften wird die Vermeidung von Beeinträchtigungen des direkten Umfeldes aufgrund der Produktion intensiv verfolgt. Aufgrund der hohen Produktionsstandards und der Einhaltung gesetzlicher Auflagen treten Beeinträchtigungen der lokalen Umwelt nur geringfügig auf. Entsprechend gering ist das Risiko potenzieller Beschwerden. Die Bedeutung des lokalen Umfeldes für die Beteiligungsgesellschaften wird auch darin deutlich, dass diese sich insbesondere mit der Produktverantwortung während der Produktion und der Produktnutzung auseinandersetzen, jedoch auch den Rest des Produktlebenszyklus inklusive Produktentwicklung und Entsorgung berücksichtigen.
Die Beteiligungsgesellschaften der INDUS-Gruppe und die Holding sehen sich als aktiven und bedeutenden sozialen Bestandteil der Gesellschaft. Daher steht die Förderung kultureller, wissenschaftlicher und sozialer Projekte im direkten Umfeld im Fokus. Generell ruft der Verhaltenskodex von INDUS zu solch verantwortungsbewusstem Umgang mit dem sozialen Umfeld auf, zum Beispiel in Form von Spenden an soziale Einrichtungen oder durch Sponsoring von Sportvereinen oder Veranstaltungen.
In jeder Beteiligungsgesellschaft ist ein Beschwerdemanagement mit einem den rechtlichen Rahmenbedingungen angemessenen Formalisierungsgrad etabliert. Beschwerden werden erfasst und bewertet und dienen so als Grundlage der Ableitung von geeigneten Maßnahmen - sowohl zur Behandlung der Beschwerden als auch im Rahmen eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses zur zukünftigen Vermeidung der zugrundeliegenden Probleme. Die gesammelten, berechtigten Beschwerden werden zentral überwacht und zur Dokumentation an die Holding übermittelt, ebenso wie eventuell notwendige Rückstellungen. Die Holding unterstützt ihre Beteiligungen zudem bei der Umsetzung geeigneter Maßnahmen.
Die Spendenaktivitäten und das lokale gesellschaftliche Engagement der Holding und der Beteiligungsgesellschaften spiegeln die Unternehmenswerte von INDUS wider. Entsprechend werden bei Neuakquisitionen im Due-Diligence-Prozess diese Faktoren berücksichtigt.
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| ZIEL | EFFAS-KPI | MASSNAHMEN | ZEITHORIZONT |
|---|---|---|---|
| Kontinuierliches Engagement der Beteiligungen im regionalen und überregionalen Umfeld | - | Unterstützung des Austauschs von Best Practices; Sensibilisierung und Erhöhung der Transparenz durch gruppenweite Erfassung und Kommunikation von Spendenvolumen und Monitoring von Beschwerden aus dem lokalen Umfeld | fortlaufend |
Die Förderung sozialer Einrichtungen im lokalen Umfeld wird von der INDUS-Gruppe intensiv wahrgenommen. Ein Beispiel ist die finanzielle Unterstützung von INDUS für den Verein "Frauen helfen Frauen" des Frauenhauses in Bergisch Gladbach Bensberg, welcher sich für die Unterstützung von aus Krisengebieten geflüchteten Frauen im Alltag einsetzt. Ein weiteres Beispiel ist die Spende der imeco GmbH & Co. KG in Hösbach an eine evangelische Kirchengemeinde in Königswalde, welche zur Veranstaltung eines Jugendfestes unter dem Motto "freedom - no longer slaves" genutzt wurde. Tage der offenen Tür, Schülerpraktika, Werksstudententätigkeiten und Werksführungen gehören ebenfalls zum Selbstverständnis der INDUS-Gruppe und sind zahlreich vorzufinden. Das Spendenvolumen sank 2019 auf lokaler Ebene um 22 % auf 218.926,38 EUR und überregional um 10 % auf 180.152,29 EUR. Der Anteil an Beteiligungen, die mit Förderwerkstätten oder Justizvollzugsanstalten zusammenarbeiteten, stieg auf 27 %. Im Berichtsjahr gab es eine berechtigte Beschwerde aus dem lokalen Umfeld, welche durch eine entsprechende Lärmschutzmaßnahme umgehend adäquat adressiert wurde, um die Ursache der Lärmbelastung zu vermeiden.
Die INDUS-Gruppe ist mit ihren Produktionsstandorten zum Großteil innerhalb Europas vertreten. Durch verstärkte Aktivitäten im Rahmen der strategischen Initiative "Internationalisierung" ist jedoch zu erwarten, dass der Umsatz in Ländern mit erhöhtem Korruptionsrisiko steigt und insofern steigt theoretisch auch das Risiko, dass Compliance-Verstöße auftreten. Für die Erhebung des Leistungsindikators für den Umsatz in Ländern mit erhöhtem Korruptionsrisiko (EFFAS V02-01) wird wie in den Vorjahren ein Grenzwert von weniger als 60 Punkten im Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International angesetzt, bezogen auf das Rating im Jahr 2019. Zusätzlich werden zur Nachverfolgung der Entwicklung des Erfolges der Vermeidung von Compliance-Verstößen auch die Ausgaben und Strafen nach Klagen und Prozessen wegen wettbewerbswidrigem Verhalten, Kartell- und Monopolverstößen (EFFAS V01-01) erhoben. Außerdem dokumentiert INDUS zentral die geleisteten Zahlungen an politische Parteien (EFFAS G01-01).
Im Verhaltenskodex von INDUS ist die Selbstverpflichtung der Beteiligungsgesellschaften und der Holding zum Vermeiden von Zahlungen an politische Parteien festgeschrieben. Dort ist auch das Grundverständnis des korrekten Verhaltens im Geschäftsverkehr fixiert, sowohl innerhalb der jeweiligen Organisation als auch gegenüber Externen. Die geschilderten Selbstverpflichtungen und Anforderungen an die INDUS-Gruppe werden auch im standardisierten Verfahren durch den Vorstand in die Due-Diligence bei Akquisitionsprozessen eingebracht. Aufgrund der operativen Freiheiten der Beteiligungsgesellschaften obliegt die Verantwortung für gesetzeskonformes Verhalten letztlich der jeweiligen Geschäftsführung. Entsprechende Verstöße werden im Rahmen des Compliance Reporting von INDUS erfasst. Der Vorstand begleitet und überwacht die jeweils eingeleiteten Gegenmaßnahmen. Compliance-Themen stehen zudem standardisiert auf der Agenda der jährlichen Unternehmertagung, bei welcher der Vorstand aktuelle Entwicklungen wie die Umsatzverteilung im Ländervergleich aufgreift und zur Diskussion stellt.
Die Holding veranstaltet außerdem regelmäßig Informationsveranstaltungen mit Compliance-Bezug für die Führungskräfte der Beteiligungsgesellschaften. Im Geschäftsjahr 2019 wurde zum Beispiel auf dem jährlichen Kaufmannstag das Thema "Cyber Security" thematisiert und der korrekte Umgang mit der sicheren und gesetzesmäßigen Datenverarbeitung und Datenspeicherung diskutiert. Die Datensicherheit in den Netzwerken und IT-Systemen von Holding und Beteiligungsunternehmen werden fortlaufend durch Penetrationstests eines externen Spezialisten überprüft. Weitere Compliance-Schulungen sind auch für 2020 geplant.
Die INDUS Holding und ihre Beteiligungsgesellschaften nehmen keinerlei Einfluss auf Gesetzgebungsverfahren über Zahlungen an politische Parteien. INDUS und einige Beteiligungsgesellschaften sind seit 2018 Mitglied im Verband der Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA), nehmen jedoch auch über die Mitgliedschaft in diesem Industrieverband oder in anderen Industrieverbänden oder Organisationen keinerlei direkten oder indirekten Einfluss auf Gesetzgebungsverfahren.
Im Geschäftsjahr 2019 stieg der Umsatzanteil in Ländern mit erhöhtem Korruptionsrisiko um 1,6 % auf 19,1%. Beteiligungsgesellschaften der INDUS zahlten insgesamt 29,7 TEUR an monetär signifikanten Bußgeldern, nichtmonetäre Strafen gegen Beteiligungen oder die INDUS Holding wurden nicht ausgesprochen. Die Selbstverpflichtung der Beteiligungsgesellschaften und der Holding zum Vermeiden von Zahlungen an politische Parteien gemäß Verhaltenskodex resultierte im Geschäftsjahr 2019 wie auch 2018 in einem Anteil politischer Zahlungen am Gesamtumsatz von 0,0 %.
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| ZIEL | EFFAS-KPI | MASSNAHMEN | ZEITHORIZONT |
|---|---|---|---|
| Keine Zahlungen an politische Parteien | Zahlungen an politische Parteien (EFFAS G01-01) | Selbstverpflichtung der Beteiligungen (dokumentiert im Verhaltenskodex) | fortlaufend |
| Vermeidung von Compliance-Verstößen | Ausgaben und Strafen nach Klagen und Prozessen wg. wettbewerbswidrigen Verhaltens, Kartell- und Monopolverstößen (EFFAS V01-01); Umsatz in Ländern mit erhöhtem Korruptionsrisiko (EFFAS V02-01) | Sensibilisierung und Erhöhung der Transparenz durch gruppenweite Erfassung und Kommunikation von Umsätzen in Risikoländern sowie Ausgaben für Strafen und Prozesse | fortlaufend |
| Berücksichtigung von Compliance-Anforderungen bei Neuakquisitionen | - | Prüfung der Einhaltung von Compliance-Anforderungen in der Due Diligence von Neuakquisitionen | fortlaufend |
Investitionen treiben auf der Beteiligungsebene das organische Wachstum und bilden so den Grundstein des Gruppenwachstums. Für die anorganische Stärkung des Beteiligungsportfolios sucht INDUS in einem strukturierten Akquisitionsprozess gezielt nach wirtschaftlich erfolgreichen mittelständischen Unternehmen, die langfristig einen positiven Beitrag zum Gruppenerfolg liefern.
Durch die diversifizierte Aufstellung des Beteiligungsportfolios repräsentiert die INDUS-Gruppe einen Querschnitt des deutschsprachigen produzierenden Mittelstands. Zur Sicherung des weiteren Wachstums des Portfolios werden weiter insbesondere Unternehmen gesucht, welche eine vorteilhafte Marktposition in Zukunftsbranchen einnehmen. Die Auswahl dieser sechs Zukunftsbranchen erfolgte bei der Strategieerarbeitung des Strategieprogramms PARKOUR gemäß den prognostizierten überdurchschnittlich positiven Entwicklungsaussichten dieser Branchen. In diese Erfolgsprognose floss dabei neben einer wirtschaftlichen Rahmenbetrachtung insbesondere die Berücksichtigung von Umweltfaktoren und verbundenen technologischen Herausforderungen ein. Das Risikomanagement wird somit in den strategischen Prozess einbezogen, setzt sich entsprechend im operativen Bereich bei der Due-Diligence während des Akquisitionsprozesses fort und wird dort um weitere Themen mit Nachhaltigkeitsbezug wie Arbeitnehmerbelange und Compliance ergänzt.
INDUS war im Geschäftsjahr 2019 bei der gezielten Akquise von Beteiligungsgesellschaften auf der Tochterebene erfolgreich. In der Zukunftsbranche "Automatisierungs-, Mess- und Regelungstechnik" konnte das Beteiligungsportfolio zum 27. Mai 2019 mit einer Mehrheitsbeteiligung an der MESUTRONIC Gerätebau GmbH aus Kirchberg im Bayerischen Wald verstärkt werden, welche zu den Technologieführern für die Metall- und Fremdkörperdetektion im Produktionsprozess gehört und somit einen wichtigen Teil zur Sicherheit von Produktionsprozessen beiträgt. Zum 8. Oktober 2019 wurde mit der Dessauer Schaltschrank- und Gehäusetechnik GmbH (DSG) mit Sitz in Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt ein Spezialist für die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von qualitativ hochwertigen Metall- und Blechteilen in die INDUS-Gruppe aufgenommen, welcher durch seine Expertise im Bereich der Bahntechnik einen wertvollen Beitrag für INDUS in der Zukunftsbranche "Technik für Infrastruktur und Logistik" leistet. Insgesamt wurden 29,2 Mio. EUR in den Erwerb neuer Portfoliounternehmen auf erster und zweiter Ebene investiert.
INDUS unterstützt ihre Beteiligungsgesellschaften bei Investitionen, um Kapazitäten für die zukünftige Entwicklung zu schaffen und so organisches Wachstum zu ermöglichen. Dabei kommt der Berücksichtigung der Umweltauswirkungen eine hohe Bedeutung zu, sodass die investitionsrelevanten Verbesserungsvorschläge aus den Energieaudits im Geschäftsjahr 2019 in der Investitionsplanung berücksichtigt werden. Zusätzlich ermutigt die Holding zum Zugang zu öffentlichen Fördermitteln und bietet Hilfestellung bei der formellen Abwicklung. So konnten zum Beispiel im Rahmen der "De-Minimis"-Verordnung im Geschäftsjahr 2019 vier Beteiligungsgesellschaften beim Erwerb energieeffizienter Kompressortechnik unterstützt werden. Auch im Bereich der Großinvestitionen gab es zahlreiche positive Nachrichten, beispielsweise die Einweihung einer neuen Produktionshalle bei der BETEK GmbH & Co. KG. Auf dem Dach der neuen 6.500 m 2 großen Produktionshalle wurde zudem eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 500 kW installiert und in ein effizientes Energiekonzept integriert. In Summe wurden in der INDUS-Gruppe im Geschäftsjahr 2019 78,3 Mio. EUR in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte investiert.
Die Akquisitionstätigkeit von INDUS soll mit hoher Geschwindigkeit im Geschäftsjahr 2020 fortgesetzt werden. Der Fokus soll dabei weiterhin auf profitablen Unternehmen in den sechs definierten Zukunftsbranchen liegen. Dazu steht 2020 ein Investitionsbudget von mindestens 40 Mio. EUR bereit. Der hohe Stellenwert nachhaltiger und effizienter Technologien beim Investment in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte soll beibehalten werden.

Die Beteiligungsgesellschaften werden durch INDUS methodisch und finanziell bei der erfolgreichen Implementation von Innovationsstrategien, Innovationsstrukturen und der Umsetzung von Innovationsprojekten unterstützt. Die Innovationsförderbank verstärkt die finanzielle Unterstützung für nachhaltige Prozess- und Produktinnovationen.
Durch ihren hohen Spezialisierungsgrad besetzen die INDUS-Beteiligungsgesellschaften technologie- und wissenskritische Marktpositionen, in welchen die kontinuierliche und progressive Produkt- und Prozessentwicklung von essentieller Bedeutung für nachhaltigen Erfolg sind. Innovationen ermöglichen zudem die Erschließung neuer Märkte und das Besetzen von strategisch vorteilhaften Positionen in Zukunftsfeldern. Voraussetzung ist ein effizienter und effektiver Innovationsprozess bei den Beteiligungsgesellschaften sowie finanzielles Engagement. Um Innovation als Umsatztreiber in der Gruppe zu etablieren, wurden im Geschäftsjahr 2019 insgesamt 22 Innovationsprojekte mit einem Gesamtvolumen von mehr als 9,2 Mio. EUR durch die Förderbank von INDUS finanziell unterstützt. Davon entfiel ein Projektvolumen von 3,8 Mio. EUR auf Förderbankprojekte mit dem Ziel der Entwicklung nachhaltiger Produkte oder ressourceneffizienter Prozesse. Infolge laufender und 2019 abgeschlossener Projekte in der Förderbank konnte bis Ende 2019 ein Umsatzbeitrag von mehr als 8,0 Mio. EUR generiert werden.
Der positive Effekt der finanziellen und methodischen Unterstützungsangebote auf die Innovationsaktivitäten der INDUS-Gruppe drückt sich auch im Erfolg bei der Teilnahme an bundesweiten Innovationswettbewerben aus. So wurden die BETEK GmbH & Co. KG, die MIGUA Fugensysteme GmbH und die GSR Ventiltechnik GmbH & Co. KG als Top-Innovatoren im "TOP 100"-Wettbewerb ausgezeichnet. MIGUA erhielt zudem den German Innovation Award 2019. Die intensivierte Innovationstätigkeit zeigt sich auch in der Entwicklung der FuE-Aufwendungen der INDUS-Gruppe. Seit dem Geschäftsjahr 2014 sind die FuE-Aufwendungen um 109 % auf 20,3 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2019 gestiegen. Im Rahmen des Strategieprogramms PARKOUR sollen in der Zukunft verstärkt auch Projekte mit größerer Innovationshöhe angegangen werden, welche einen großen technologischen Fortschritt oder eine positive Geschäftsfeldentwicklung ermöglichen -speziell im Bereich der Zukunftsfelder. Dazu wird das Engagement in externen Forschungsnetzwerken gesucht und durch die Holding unterstützt, um den Beteiligungsgesellschaften einen besseren Zugang zu Hochschulnetzwerken und Forschungsvereinigungen zu ermöglichen. Im Geschäftsjahr 2019 hat sich INDUS stellvertretend für ihre Beteiligungsgesellschaften als Business-Mitglied des Aachen Center for Additive Manufacturing (ACAM) engagiert und bietet so Zugang zu Wissen und Infrastruktur im Bereich der Produktionstechnik der RWTH Aachen University in einem Netzwerk aus mehr als 30 Industriemitgliedern.
Diese externen Kooperationen werden zudem aktiv in die Innovationsprojekte der INDUS - Gruppe integriert. Neben mehreren Workshops und Schulungen durch das ACAM wurde in Kooperation mit der European Business School (EBS) in Oestrich-Winkel eine Feldstudie zur Erarbeitung einer Markteintrittsstrategie eines innovativen Produktes einer Beteiligungsgesellschaft durchgeführt.
Im Jahr 2020 werden die methodischen und finanziellen Unterstützungsangebote der Holding weitergeführt. In der Förderbank stehen dabei weiter 3,0 % des jährlichen Konzern-EBIT an Fördermitteln zur Verfügung. Das Unterstützungsangebot der Beteiligungsgesellschaften wird zudem auch weiter in Richtung externer Kooperationen geöffnet, beispielsweise durch die Kooperationen mit der EBS oder dem ACAM zum Zwecke weiterer Technologiescreenings. Die interne Kooperation soll weiter intensiviert werden, zum Beispiel durch zukunftsfeldspezifische Arbeitskreise. Zudem ist ein Innovation Day geplant, bei welchem Best-Practice-Beispiele der Gruppe in Kooperation mit externen Fachleuten aus Wissenschaft und Industrie diskutiert und ausgetauscht werden sollen.

Organisches Wachstum bedeutet für INDUS auch das Erschließen neuer Wachstumsmärkte unter Berücksichtigung der Verantwortung in der Wertschöpfungskette. Zur organischen und anorganischen Marktentwicklung stehen Finanzmittel bereit.
Auslandsmärkte bieten Wachstumschancen bei der Erschließung neuer Märkte und der Begleitung von Kunden in diesen. Um eine strategisch vorteilhafte Position einnehmen zu können, unterstützt INDUS bei der Planung ausländischer Expansionsaktivitäten - sowohl bei Investitionen wie auch im strategischen Sparring, um Fehleinschätzungen und Fehlinvestitionen zu vermeiden.
Im Geschäftsjahr 2019 lag der Umsatzanteil der INDUS-Gruppe außerhalb der EU (inklusive CH) mit 27,4 % etwa 1,2 % über dem Vorjahreswert. Innerhalb der EU (inklusive CH) sank der Umsatzanteil im außerdeutschen Markt um 0,9 % auf 21,5 %. Einige Beteiligungsgesellschaften haben die Aktivitäten an ausländischen Produktionsstandorten intensiviert und ihre Vertriebskompetenz vor Ort entsprechend erweitert. Als Beispiele lassen sich die Betriebsaufnahme der indischen Tochter der IPETRONIK GmbH & Co. KG in Bengaluru nennen oder der Ausbau der rumänischen Produktionsstätte der SMA Metalltechnik GmbH & Co. KG. Durch die lokale Verankerung werden bestehende Kunden effektiv bei der Expansion unterstützt und lokale Wertschöpfungspotenziale genutzt. Der Umsatzanteil in Ländern mit erhöhtem Korruptionsrisiko (Corruption Perception Index < 60) gemäß Definition von Transparency International (EFFAS V01-01) stieg im Konsolidierungskreis der Nachhaltigkeitsdatenerfassung um 1,6 % auf 19,1 %. Im Geschäftsjahr 2019 kam es zu Strafzahlungen in China infolge von wettbewerbswidrigem Verhalten, Kartell- und Monopolverstößen in Höhe von 29.739,52 EUR (EFFAS V01-01).
INDUS wird auch in Zukunft beratend, finanzierend und begleitend bei der Akquise und Gründung von Unternehmen im Ausland auf Enkel-Ebene aktiv sein. Zusätzlich fördert die Holding weiter den Erfahrungsaustausch und die Netzwerkbildung innerhalb der Portfoliobeteiligungen sowie den Eintritt in geeignete externe Netzwerke.

INDUS steht mit ihrem diversifizierten und auf langfristig nachhaltigen Erfolg ausgelegten Beteiligungsportfolio bei der wirtschaftlichen Konsolidierung mit Kapital und Beratung ihren Beteiligungsgesellschaften zur Seite. Der Erfolg ihrer Unternehmensstrategie wird dokumentiert und über attraktive Dividenden den Investoren zugänglich gemacht.
Wesentlicher Erfolgsfaktor für INDUS ist der Stellenwert mittelständischer Prinzipien im unmittelbaren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umfeld der Beteiligungsgesellschaften. Das hohe Ansehen im lokalen Umfeld erhöht die Wahrnehmung der Arbeitgeberattraktivität. Die Holding ist dabei verlässlicher Partner für die langfristige Unternehmensstrategie ohne Exit-Vorhaben. Der gute Ruf erhöht zudem die Attraktivität von INDUS als Käufer für familiengeführte Unternehmen des Mittelstandes, bei denen eine Unternehmensnachfolge nicht unmittelbar geregelt ist. Durch ihre verlässlichen Geschäftsbeziehungen ist INDUS zudem ein attraktiver Partner bei der Finanzierung. Entsprechend bedeutend ist die gute Reputation, sodass Compliance-Verstöße, Bußgelder oder unfaires Marktverhalten konsequent entgegengewirkt wird.
Die Überwachung der Einhaltung dieser Ziele liegt aufgrund der strategischen Bedeutung bei der Holding und wird im Rahmen eines kontinuierlichen und standardisierten Risikomanagementprozesses durch den Vorstand gewährleistet. Durch die operative Eigenständigkeit der Beteiligungsgesellschaften führt die jeweilige Geschäftsführung diesen Prozess individuell durch, um segment- und unternehmensspezifisch optimal zu agieren. Im strategischen Dialog werden deren Einschätzungen im Kontext der Nachhaltigkeitsstrategie mit dem Vorstand diskutiert und in den gesamtwirtschaftlichen Kontext eingeordnet. INDUS führt diesen Prozess fortlaufend im Rahmen ihres strategischen Portfoliomanagements durch und setzt dabei zudem einen besonderen Schwerpunkt bei der Konsolidierung der Themen Governance, Risk & Compliance (GRC).
Ihrer Verantwortung gegenüber ihren Investoren kommt INDUS dementsprechend auch im Sinne der Nachhaltigkeitsstrategie nach. Durch die strategische Ausrichtung auf langfristige Investitionen mit Dividenden in der Höhe von bis zu 50 % des Bilanzgewinns und einem diversifizierten Portfolio konzentriert sie sich auf die nachhaltige Unternehmensentwicklung - im Sinne von "Kaufen, halten & entwickeln". Um diese Entwicklung langfristig zu gewährleisten, werden mindestens 50 % des jährlichen Bilanzgewinns von INDUS zur Sicherung des profitablen Wachstums der INDUS - Gruppe thesauriert.
Den Ansatz der Risikostreuung im Portfolio überträgt die Holding dabei auch auf den eigenen Finanzierungszugang, bei welchem sie mit einer Auswahl solider Geschäftsbanken kooperiert und gleichzeitig kapitalmarktorientierte Finanzierungsinstrumente zur Wahrung langfristiger Tilgungsstrukturen in Anspruch nimmt. Dieser Ansatz wird widergespiegelt in der angestrebten Eigenkapitalquote von über 40 % und einem Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA zwischen 2,0 und 2,5. Dieser Zielkorridor wurde auch im Geschäftsjahr 2019 wieder eingehalten.
Das Strategieprogramm PARKOUR liefert den Rahmen für die langfristige Strategieausrichtung bis 2025. Entsprechend hält INDUS an ihrer übergeordneten Strategie "Kaufen, halten & entwickeln" im Rahmen der dezentralen Führungsstruktur fest und unterstützt ihre Beteiligungsgesellschaften finanziell, strategisch und methodisch. Die Verankerung des Risikomanagementsystems im Strategieplanungsprozess der Beteiligungsgesellschaften wird fortgesetzt und zentral koordiniert. Zur Wahrung der Investoreninteressen plant INDUS mit einer Dividendenausschüttung von 40-50 % des Bilanzgewinns der INDUS Holding AG des Geschäftsjahres 2020 bei gleichzeitiger Zielsetzung hinsichtlich Eigenkapitalquote von über 40 % und einem Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA von höchstes 3,0 Jahren.

Die lokale Bindung der Beteiligungsgesellschaften bleibt die Grundlage der Achtung der Arbeitnehmerbelange sowie der Aus- und Fortbildung des Personals, der Entwicklung von Nachwuchsführungskräften und dem Gewinn von Fachkräften. "Local for local" ist national wie international das Motto der gesellschaftlichen und sozialen Verantwortung der INDUS-Gruppe.
Aufgrund der besonderen Struktur der INDUS-Gruppe und der gewährten operativen Freiheit der Beteiligungsgesellschaften setzt sich das Personal aus hochspezialisierten Fachkräften zusammen, sowohl in der Holding als auch in den Beteiligungsgesellschaften. Bedeutende Merkmale der dezentralen mittelständischen Unternehmenskultur sind die kurzen Entscheidungswege, ein enger Teamverbund und flache Hierarchien. Die Kommunikationsstärke des Personals und der respektvolle Umgang miteinander zeichnen INDUS aus. Der Vorstand steht dabei im regelmäßigen Kontakt mit allen Mitarbeitern der Holding sowie mit den oberen Führungsebenen der Beteiligungsgesellschaften. Der Umgang miteinander ist im Verhaltenskodex festgeschrieben und basiert auf dem mittelständischen Leitbild der Verantwortung für sich selber und für die Umwelt. Die Geschäftsleitungen der Beteiligungsgesellschaften haben auf Grundlage des Verhaltenskodexes von INDUS eigene unternehmensspezifische Verhaltenskodizes formuliert. Die Bedeutung des Kernthemas "Personal" für interne und externe Stakeholder zeigt sich auch in der Aktualisierung der Wesentlichkeitsmatrix von INDUS im Geschäftsjahr 2019.
Der respektvolle Umgang miteinander, die Achtung der Umwelt sowie die Förderung und Forderung der Mitarbeiter stehen im Zentrum der Bemühungen, die Arbeitgeberattraktivität zu erhöhen. INDUS hat dabei erkannt, dass aufgrund der starken lokalen Verankerung der Beteiligungsgesellschaften die Weiterentwicklung des Personals und insbesondere die Fortbildung der Nachwuchsführungskräfte einen besonderen Stellenwert einnehmen. Daher unterstützt die Holding ihre Beteiligungsgesellschaften in diesen Punkten durch die Organisation von Fortbildungen und Seminaren im internen Netzwerkverbund. Im Geschäftsjahr 2019 wurden verschiedene mehrtägige Fortbildungen für Nachwuchsführungskräfte angeboten, zum Beispiel in Form von mehrstufigen Schulungen zum Thema "Lean Management" oder für verschiedene Teilnehmergruppen im Rahmen des Themenkomplexes "Strategie, Führung & Innovation". Zusätzlich fand im November 2019 ein "Best Practice Day - Digitalisierung der Produktionstechnik" statt, bei welchem Anwendungsbeispiele aus der INDUS -Gruppe diskutiert wurden und die Zukunftsperspektive der Digitalisierung im Mittelstand in den Fokus gerückt wurde.
Neben den internen Schulungsangeboten bietet die Holding auch Unterstützung beim Knüpfen von Netzwerken und dem damit verbundenen Besuch von Schulungen und Fortbildungen. Im Rahmen der Mitgliedschaft im ACAM-Netzwerk wurden im Geschäftsjahr 2019 diverse Angebote zur Weiterbildung und zum Wissensaustausch von Anwendern additiver Fertigungstechnologien wahrgenommen, zum Beispiel im Rahmen der "formnext", der Weltleitmesse für Additive Manufacturing und intelligente Produktionstechnik. Neben der Fortbildung von Mitarbeitern steht auch die Mitarbeitergewinnung für einen Aspekt der nachhaltigen Unternehmensführung im Mittelstand. Seit mehreren Jahren bieten verschiedene Beteiligungsgesellschaften neben einem strukturierten Ausbildungsprogramm auch die Möglichkeit zur Aufnahme eines dualen Studiums, wobei sowohl technische wie betriebswirtschaftliche Ausbildungen und Studiengänge wahrgenommen werden können. Im Konsolidierungskreis des Nachhaltigkeitsberichts lag die Anzahl Auszubildender 2019 bei 409, die Teilnehmeranzahl an einem dualen Studiengang bei 76.
Die etablierten und erfolgreichen Schulungsangebote von INDUS für die Mitarbeiter der Holding und der Beteiligungsgesellschaften werden im Geschäftsjahr 2020 fortgeführt. So sind Fortsetzungen der Fortbildungsmaßnahmen in den beiden Themenkomplexen "Lean Management" und "Strategie, Führung & Innovation" geplant. Der "Best Practice Day" soll nach der erfolgreichen Erstveranstaltung ebenfalls weitergeführt und durch einen "Innovation Day" ergänzt werden, bei welchem Innovationsprojekte, Innovationsmanagementsysteme und Arbeitskreise zu Zukunftsfeldern gruppenintern diskutiert und initiiert werden sollen. Die externen Kooperationen mit ACAM und der EBS sollen ebenfalls fortgeführt und die resultierenden Fortbildungsmöglichkeiten von weiteren Beteiligungsgesellschaften wahrgenommen werden.
Das nachhaltige organische Wachstum der INDUS - Gruppe wird durch qualifizierte Mitarbeiter ermöglicht und getragen. Die Beteiligungsgesellschaften bieten eine erstklassige Ausbildung, einen Zugang zum dualen Studium und haben zum Teil eigene Nachwuchsförderungsprogramme etabliert. Zur Stärkung der Gruppenstruktur und Förderung der Mitarbeiterweiterentwicklung unterstützt die Holding ihre Beteiligungsgesellschaften durch spezifische Schulungsangebote, welche im Verbund mit einer Unternehmenspräsentation und einem Betriebsrundgang zum Einblick ins Tagesgeschäft bevorzugt in den Schulungsräumen einer Beteiligungsgesellschaft stattfinden.
Im September 2019 fand unter Leitung von Prof. Christoph Müller von der Henri B. Meier Unternehmerschule der Universität St. Gallen ein Weiterbildungsprogramm zum Thema "Strategieentwicklung und Wachstumsstrategien" statt. Während der Fortbildung wurde anhand eines Fallbeispiels der Strategieentwicklungsprozess in verschiedenen Gruppen beleuchtet und eine Unternehmensstrategie abgeleitet. Die Fortbildung konnte in den Schulungsräumen der HAUFF-TECHNIK GmbH & Co. KG in Hermaringen durchgeführt werden und bot einen interessanten Einblick ins Tagesgeschäft der Produktion. Das abendliche Kochevent in der hauseigenen "Kostbar" wurde durch Dr. J. Großmann, einem der Vorstände von INDUS, begleitet.
Seit September 2018 bietet INDUS ein dreistufiges Lean-Management-Schulungsangebot an. Im Februar und März 2019 wurde dabei die zweite Stufe (Lean-Experten-Ausbildung) bei zwei Beteiligungen (SMA Metalltechnik GmbH & Co. KG und HAUFF-TECHNIK GmbH & Co. KG) und im Oktober 2019 die dritte Stufe (Lean-Trainer-Ausbildung) beim Schulungspartner Staufen AG in Köln durchgeführt. Der Schwerpunkt der Schulungen lag auf dem Erlernen, der Vermittlung und der praktischen Anwendung der Lean-Prinzipien, sei es durch die Bearbeitung von Fallbeispielen oder durch den Besuch eines weiteren Unternehmens, das bereits umfangreiche Erfahrungen bei der Umsetzung von Lean Management gesammelt hat. Zwischen den beiden Stufen haben die Teilnehmer jeweils eigene Lean-Projekte in ihren Unternehmen durchgeführt, um das Erlernte auf das eigene Unternehmen zu übertragen. Das aufgebaute Netzwerk der Teilnehmer soll in einem nächsten Schritt durch den Aufbau eines Arbeitskreises zum Thema Lean Management vertieft werden.
Die Beteiligungsgesellschaften von INDUS werden gezielt bei operativen Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz hinsichtlich des Rohstoffeinsatzes und des Energieeinsatzes sowie bei der Entwicklung nachhaltiger Produkte und Prozesse durch die Holding sensibilisiert und unterstützt.
Aufgrund der Nischenspezialisierung der Beteiligungsgesellschaften von INDUS ist an den Produktionsstandorten eines Großteils der INDUS-Gruppe eine hohe Fertigungstiefe vorhanden. Der Ressourceneinsatz für die Produktion beeinflusst signifikant die Produktionskosten. Gleichzeitig würden aus einem ineffizienter Produktionsprozess vermeidbare Abfallprodukte anfallen, welche wiederum kostenintensiv entsorgt werden müssten. Somit ist die ressourceneffiziente Produktion sowohl auf der Seite des Inputs wie auch auf Seiten des Outputs entscheidender Treiber und nachhaltiger Erfolgsfaktor für die Portfoliounternehmen der INDUS-Gruppe. Die Holding unterstützt ihre Beteiligungsgesellschaften bei der Hebung von Optimierungspotenzial im Produktionsprozess, indem sie methodische und finanzielle Unterstützung bietet. Der Ansatzpunkt des Programms "Innovation treiben" hinsichtlich der Ressourceneffizienz ist die (Weiter-)Entwicklung ressourceneffizienter Prozesse und Produkte im Zukunftsfeld "GreenTech". Die Emissionsintensität (bezogen auf die Scope 1 & 2-Emissionen) der INDUS-Gruppe ist auch bedingt durch den verstärkten Fokus auf Ressourcen- und Energieeffizienz im Geschäftsjahr 2019 um 3,4 % gesunken. Der Gesamtenergieverbrauch der INDUS-Gruppe konnte um 1,8 % auf 223.452 MWh reduziert werden. Eine ähnlich positive Entwicklung ist auch bei der Recyclingquote des Abfalls und der Gesamtwasserentnahmeintensität zu verzeichnen, welche auf 62,2 % und 837,3 m 3 /Mio. EUR BWS verbessert werden konnten. Demgegenüber steht jedoch ein Anstieg des Gesamtgewichts des angefallenen Abfalls auf 17.880 t, womit diese Kennzahl wieder auf dem Niveau von 2017 liegt. Positiv ist dabei jedoch hervorzuheben, dass das Gesamtgewicht der gemäß EU-Verordnung über die Verbringung von Abfällen (EG Nr. 1013/2006) als gefährlich einzustufenden Abfälle um über 200 t gesenkt werden konnte bei gleichzeitiger Erhöhung der Recyclingquote von 17,8 % auf 34,4 %.
Ein großer Hebel bei der effizienten Nutzung von Ressourcen ist die Verbesserung der Energieeffizienz im gesamten Betrieb. Im Geschäftsjahr 2019 wurde im Rahmen von Erstaudits und Gruppenaudits gemäß des "Gesetz über Energiedienstleistungen und andere Energieeffizienzmaßnahmen" erneut nach 2015 ein großer Teil der deutschen Produktionsstandorte hinsichtlich des effizienten Energieeinsatzes durch die externe Energieberatung "FutureCamp" auditiert. Diese Audits wurden zentral durch die Holding koordiniert. Im Vergleich zu den letztmalig durchgeführten Energieaudits wurde festgestellt werden, dass die Umsetzung der vorgeschlagenen Verbesserungsmaßnahmen zu teils deutlichen Energieeinsparungen führte, wodurch die Energiekosten in beträchtlicher Höhe reduziert werden konnten. Vier Beteiligungsgesellschaften wurden im Geschäftsjahr 2019 zudem im Rahmen der "De-Minimis"-Verordnung bei der Anschaffung energieeffizienter Anlagentechnik im Bereich der Druckluftversorgung unterstützt. Außerdem bietet die Holding ihren Beteiligungsgesellschaften Unterstützung bei der Kompensation ihrer CO2-Emissionen durch die Investition ins Waldschutzprojekt Jari/Para REDD+ in Brasilien, welche beispielsweise von der eltherm GmbH & eltherm production GmbH für den Ausgleich der Emissionen der Fahrzeugflotte genutzt wurde.
Aufgrund der sich verschärfenden regulatorischen und klimatischen Rahmenbedingungen gewinnt die Durchführung einer klimabezogenen Szenarioanalyse für den produzierenden deutschen Mittelstand zunehmend an Bedeutung. Gemäß den Empfehlungen der Task Force on Climaterelated Financial Disclosure (TCFD) hatte INDUS im Geschäftsjahr 2018 die qualitativen Auswirkungen klimabezogener Effekte auf die INDUS-Gruppe analysiert und insbesondere im Segment "Fahrzeugtechnik" große Änderungen identifiziert, zum Beispiel die technologische Entwicklung zur E-Mobilität und das veränderte Nutzerverhalten in Form von Car-Sharing oder die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs. Diese Annahmen haben sich im Geschäftsjahr 2019 bestätigt und verstärkt. Dennoch zeigen die bestehenden Diskussionen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft hinsichtlich CO2-neutraler Kraftstoffe, dass zum aktuellen Zeitpunkt keine endgültige Aussage über die weitere Entwicklung der Antriebstechnologien getroffen werden kann.
INDUS berät ihre Beteiligungsgesellschaften entsprechend der aktuellen Entwicklungen und spezifisch hinsichtlich der verfügbaren Produktionstechnologien, um bei der Weiterentwicklung des Technologie- und Produktportfolios den relevanten Beteiligungsgesellschaften Hilfestellung zu bieten. Dabei ist insbesondere auch die Frage der Nachhaltigkeit des Produktportfolios und der eingesetzten Produktionstechnologien entscheidend. Ein Beispiel für eine entsprechende Konsequenz aus den regulatorischen Entwicklungen ist das aktive Abschmelzen der Aktivitäten der Karl SIMON GmbH & Co. KG im Bereich der galvanischen Verfahren für die Beschichtung von Kunststoffteilen. Aufgrund des in naher Zukunft anstehenden Verbotes von Chrom(VI)-oxid und der damit verbundenen hohen Investitionen in eine Erneuerung der Anlagentechnik wurde entschieden, dass gemäß der klimabedingten Szenarioanalyse eine Rentabilität der Anlageninvestition nicht gegeben wäre.
Für das Geschäftsjahr 2020 soll die klimabezogene Szenarioanalyse insbesondere im Segment "Fahrzeugtechnik" erweitert werden. Die aktuellen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen sollen dabei als Grundlage für die Identifikation weiterer Chancen genutzt werden. Gleichzeitig soll die Szenarioanalyse zur Schärfung der Weiterentwicklung des Produktportfolios in den Beteiligungsgesellschaften eingesetzt werden, um Chancen im Bereich der Entwicklung nachhaltiger Produkte und Produktionstechnologien wahrzunehmen sowie die Ressourceneffizienz in der Produktion zu optimieren. Die Entwicklung der gesetzlichen Rahmenbedingungen soll dabei weiter zentral durch INDUS antizipiert werden und im strategischen Dialog in die Beteiligungsgesellschaften gelangen. Die CO2-Kompensation wird auch weiterhin durch die Holding unterstützt und vorangetrieben.

Als Hidden Champions fühlen sich die Beteiligungsgesellschaften von INDUS ihrem unmittelbaren sozialen und gesellschaftlichen Umfeld in besonderem Maße verpflichtet. Die Reputation der INDUS-Gruppe wird durch das freiwillige Engagement gefördert.
Die Beteiligungsgesellschaften von INDUS sind auf ihre gute Reputation als verlässlicher und attraktiver Arbeitgeber im unmittelbaren sozialen Umfeld angewiesen. Die Produktion in den Beteiligungsgesellschaften ist dabei von der lokalen und regionalen Infrastruktur abhängig. Für die INDUS -Gruppe ist es daher bedeutend, dass im Umfeld der Beteiligungsgesellschaften ein intaktes Gemeinwesen besteht und die Beteiligungsgesellschaften als attraktive Arbeitgeber und wertvolle Mitglieder der Gesellschaft wahrgenommen werden. Gefördert wird dieses durch das finanzielle Engagement bei lokalen gemeinnützigen Einrichtungen. Durch die lokale Verankerung steigt die Mitarbeiteridentifikation mit den Beteiligungsgesellschaften, was sich positiv auf die Unternehmenskultur auswirkt. Entsprechend verpflichtet sich die gesamte INDUS-Gruppe neben der Achtung allgemein gültiger gesetzlicher und regulatorischer Vorschriften insbesondere zum Schutz der lokalen Umwelt. Infolge der hohen selbst gesetzten Standards kam es im Geschäftsjahr 2019 lediglich zu einer berechtigten Beschwerde aus dem lokalen Umfeld, welche durch die Umsetzung einer Maßnahme zur Reduzierung der Lärmbelastung umgehend adressiert wurde.
Aufgrund der lokalen Verankerung steht für die INDUS -Gruppe auch das lokale Engagement im Vordergrund. Dennoch unterstützt und würdigt INDUS auch überregionales Engagement. Im Geschäftsjahr 2019 wurden soziale Einrichtungen und Vereine mit 218.926,38 EUR lokal und mit 180.152,29 EUR überregional unterstützt. Im Vergleich zum Vorjahr sank die finanzielle Unterstützung. Das Spektrum des Engagements umfasst dabei eine Vielzahl an Projekten und Einrichtungen, zum Beispiel im Bereich von Bildungseinrichtungen, Kunst und Kultur oder Sportvereinen. Auch die Holding kommt ihrer lokalen Verantwortung durch finanzielle Zuwendungen an soziale Einrichtungen nach. Im Rahmen der kurzfristigen erfolgsabhängigen Vergütung des Vorstands (STI) existiert eine Komponente, welcher eine Incentivierung für die Erreichung der gesetzten Ziele in der Nachhaltigkeitsstrategie vorsieht. Dieser Betrag wird vom Vorstand von INDUS vollständig an soziale Einrichtungen gespendet.
INDUS bleibt mit ihren Beteiligungsgesellschaften der sozialen Verantwortung verpflichtet. Aufgrund der dezentralen Organisationsstruktur soll die Verantwortung für das Engagement auch in Zukunft in den Beteiligungsgesellschaften bleiben, um die Wahrnehmung des Engagements entsprechend lokal zu erhalten. Einen zentralen Rahmen für Ausrichtung und Umfang des gesellschaftlichen Engagements strebt die Holding daher ausdrücklich nicht an.
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| KERNTHEMEN | KENNZAHLEN | EINHEIT | 2019 | 20181 | PRÜFER. DURCHS.2 |
|---|---|---|---|---|---|
| Investionen | Direkte Akquisitionen * | Anzahl | 2 | 0 | |
| Ergänzungsakquisitionen (auf Enkelebene) * | Anzahl | 0 | 3 | ||
| Investitionen in Unternehmenskäufe * | Mio. EUR | 29,2 | 11,5 | ||
| Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte * | Mio. EUR | 78,3 | 90,9 | ||
| Anteil anorganisches Umsatzwachstum * | % | 1,3 | 1,1 | ||
| Innovation | Aufwand für Forschung und Entwicklung * | Mio. EUR | 20,3 | 17,3 | |
| Bewilligte interne Fördermittel für Innovationsprojekte * | Mio. EUR | 3,2 | 3,0 | ||
| Laufende Kooperationen mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen | Anzahl | 34 | 49 | ||
| Erhaltene öffentliche Fördermittel für Forschungsprojekte | TEUR | 516,8 | 624,8 | ||
| Im Berichtsjahr angemeldete gewerbliche Schutzrechte | Anzahl | 170 | 233 | ||
| Internationalisierung | Anteil des Außenumsatzes in der EU (mit Schweiz, ohne Deutschland) * | % | 21,5 | 22,4 | |
| Anteil des Außenumsatzes im Rest der Welt * | % | 27,4 | 26,2 | ||
| Anteil Mitarbeiter in Europa (ohne Deutschland) | % | 14,5 | 13,7 | ||
| Anteil Mitarbeiter außerhalb Europas | % | 12,1 | 11,2 | ||
| Gesellschafterrolle | Eigenkapitalquote * | % | 40,2 | 41,3 | |
| EBIT-Marge * | % | 6,8 | 7,9 | ||
| Anteil organisches Umsatzwachstum * | % | 0,6 | 3,2 | ||
| Direkte Beteiligungen * | Anzahl | 47 | 45 | ||
| Durchschnittliche Zugehörigkeit der Beteiligungen zur INDUS-Gruppe | Jahre | 16,5 | 15,5 | ||
| Gesamtgeldwert monetär signifikanter Bußgelder (> 10.000 EUR) | TEUR | 29,7 | 0 | ||
| Ausgaben für Klagen/Prozesse wegen wettbewerbswidrigen Verhaltens, Kartell- und Monopolverstößen (EFFAS V01-01) | TEUR | 0 | 1,4 | √ | |
| Nicht monetäre Strafen wegen Nichteinhaltung von Gesetzen und Vorschriften | Anzahl | 0 | 0 | ||
| Anteil vom Umsatz in Regionen mit einem Transparency International Korruption Index < 60 (EFFAS V02-01) | % | 19,1 | 17,6 | √ | |
| Anteil aller Beteiligungen, die nach SA 8000 zertifiziert sind (EFFAS S07-02 II) 3 | % | 0 | 0 | √ | |
| Personal | Anteil weiblicher Führungskräfte (erste und zweite Führungsebene) (EFFAS S10.02) 4,5 | % der FTE | 16,5 | 15,4 | √ |
| Anteil weiblicher Mitarbeiter an der eigenen Belegschaft (EFFAS S10-01) 4,5 | % der eigenen FTE | 31,5 | 29,9 | √ | |
| Anteil Leiharbeitnehmer an der Gesamtbelegschaft 4,5 | % der FTE | 2,8 | 4,0 | ||
| Auszubildende 5 | Anzahl | 409 | 429 | ||
| Teilnehmer Duale Studiengänge 5 | Anzahl | 76 | 82 | ||
| Meldepflichtige Arbeitsunfälle (ohne Wegeunfälle) | Anzahl | 292 | 339 | ||
| Tödliche Arbeitsunfälle (ohne Wegeunfälle) | Anzahl | 2 | 0 | ||
| Anteil Mitarbeiter der INDUS-Gruppe, die den Code of Conduct erhalten haben | % | 99,7 | 100 | ||
| Altersstruktur und -verteilung (Anzahl FTE nach Altersgruppen) (EFFAS S03-01) 5,6 | Anzahl | 198/1743/2421/ 2418/2645/798 | 238/1788/2365/ 2434/2622/752 | √ | |
| Durchschnittliche Ausgaben für Weiterbildung pro FTE pro Jahr (EFFA S02-02) 5 | EUR | 283,07 | 242,82 | √ | |
| Soziales | Berechtigte Beschwerden aus lokalem Umfeld | Anzahl | 1 | 0 | |
| Engagement | Anteil Gesellschaften, die mit sozialen Einrichtungen (Behindertenwerkstätten etc.) kooperieren | % | 27,0 | 24,7 | |
| Spenden und Sponsoring lokal (Kultur, Bildung, Sport, Soziales) | TEUR | 218,9 | 280,9 | ||
| Spenden und Sponsoring nicht lokal (Kultur, Bildung, Sport, Soziales) | TEUR | 180,2 | 201,1 | ||
| Zahlungen an politische Parteien in % des Gesamtumsatzes (EFFAS G01-01) | % | 0,00 | 0,00 | √ | |
| Ressourceneffizienz | Scope 1-Emissionen der INDUS-Gruppe (EFFAS E02-01) 7 | Tsd. t CO2eq | 20,8 | 21,3 | √ |
| Scope 2-Emissionen der INDUS-Gruppe (market-based, GHG Protocol Scope 2) (EFFAS E02-01) 7 | Tsd. t CO2eq | 57,4 | 58,3 | √ | |
| Scope 2-Emissionen der INDUS-Gruppe (location-based, GHG Protocol Scope 2) (EFFAS E02-01) 7 | Tsd. t CO2eq | 58,5 | 59,3 | √ | |
| Scope 1-3-Emissionen der INDUS-Gruppe 7 | Tsd. t CO2eq | 3.436,2 | 3.311,6 | ||
| Emissionsintensität der INDUS-Gruppe (Scope 1) 7 | t CO2eq /Mio. EUR Bruttowertschöpfung | 28,9 | 30,1 | ||
| Emissionsintensität der INDUS-Gruppe (Scope 1 & 2) 7 | t CO2eq /Mio. EUR Bruttowertschöpfung | 108,4 | 112,2 | ||
| Abfallintensität | t/Mio. EUR Bruttowertschöpfung | 24,8 | 22,7 | ||
| Gesamtgewicht des Abfalls (EFFAS E04-01) | t | 17.880,4 | 16.050,7 | √ | |
| Anteil des gesamten Abfalls, der recycelt wird (EFFAS E05-01) | % | 62,2 | 58,9 | √ | |
| Gesamtwasserentnahmeintensität | m 3 /Mio. EUR Bruttowertschöpfung | 837,3 | 932,9 | ||
| Gesamter Energieverbrauch (EFFAS E01-01) | MWh | 223.452 | 227.459 | √ |
1) Werte aus 2018 umgerechnet auf Basis der Änderung zum Financial-Control-Ansatz
2) PD: prüferische Durchsicht durch Ebner Stolz
3) Bei SA 8000 handelt es sich um einen internationalen Standard, der zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Arbeitnehmern führen soll und definiert Mindestanforderungen an Sozial- und Arbeitsstandards.
4) Die Anzahl der Mitarbeiter wird in Vollzeitäquivalenten dargestellt, Teilzeitbeschäftigte werden dabei gemäß ihrer vertraglichen Arbeitszeit proportional berücksichtigt.
5) Personalzahlen sind Stichtagswerte zum 31.12.2019 bzw. 31.12.2018.
6) Einteilung anhand des Alters in Jahren zum Stichtag: < 20 / 20-29 / 30-39 40-49 / 50-59 / > 60
7) In die Berechnung werden neben CO2 auch Lachgas (N2O), Methan (CH4) und teilfluorierte Kohlenwasserstoffe (HFCs) einbezogen. Perfluorcarbone (PFCs) und Schwefelhexafluorid (SF6) werden nicht explizit einbezogen, da diese Treibhausgase nicht in relevanter Höhe in den Produktionsprozessen der INDUS-Gruppe anfallen.
* Angabe bezieht sich auf die gesamte INDUS-Gruppe.
An die INDUS Holding Aktiengesellschaft, Bergisch Gladbach
Wir haben den für die INDUS Holding Aktiengesellschaft, Bergisch Gladbach, und den Konzern (im Folgenden "INDUS AG") zusammengefassten gesonderten Nichtfinanziellen Bericht sowie die durch Verweisung als Bestandteil qualifizierten Abschnitte im Konzernlagebericht "Aufstellung und Geschäftsmodell", "Chancenmanagement" und "Risikomanagement" (im Folgenden "nichtfinanzieller Bericht") nach §§ 315b und 315c i. V. m. 289c bis 289e HGB der INDUS AG für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 einer Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit unterzogen.
Die gesetzlichen Vertreter der INDUS AG sind verantwortlich für die Aufstellung des nichtfinanziellen Berichts in Übereinstimmung mit den §§ 315b und 315c i. V. m. 289c bis 289e HGB.
Diese Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft umfasst die Auswahl und Anwendung angemessener Methoden zur Aufstellung des nichtfinanziellen Berichts sowie das Treffen von Annahmen und die Vornahme von Schätzungen zu einzelnen Angaben, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung des nichtfinanziellen Berichts zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Angaben ist.
Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.
Unsere Prüfungsgesellschaft wendet die nationalen gesetzlichen Regelungen und berufsständischen Verlautbarungen zur Qualitätssicherung an, insbesondere die Berufssatzung für Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer sowie den IDW Qualitätssicherungsstandard: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1)
Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung ein Prüfungsurteil mit begrenzter Sicherheit über den nichtfinanziellen Bericht abzugeben.
Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung des International Standard on Assurance Engagements (ISAE) 3000 (Revised): "Assurance Engagements other than Audits or Reviews of Historical Financial Information", herausgegeben vom IAASB, durchgeführt. Danach haben wir die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass wir mit einer begrenzter Sicherheit beurteilen können, dass uns keine Sachverhalte bekannt geworden sind, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass der nichtfinanzielle Bericht der Gesellschaft in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den §§ 315b und 315c i. V. m. 289b bis 289e HGB aufgestellt worden ist. Dies bedeutet nicht, dass zu jeder Angabe jeweils ein separates Prüfungsurteil abgegeben wird. Bei einer Prüfung zur Erlangung einer begrenzten Sicherheit sind die durchgeführten Prüfungshandlungen im Vergleich zu einer Prüfung zur Erlangung einer hinreichenden Sicherheit weniger umfangreich, sodass dementsprechend eine erheblich geringere Prüfungssicherheit erlangt wird. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Wirtschaftsprüfers.
Im Rahmen unseres Auftrags haben wir unter anderem folgende Prüfungshandlungen und sonstige Tätigkeiten durchgeführt:
| ― | Erlangung eines Verständnisses über die Struktur der Nachhaltigkeitsorganisation und über die Einbindung der relevanten Stakeholder |
| ― | Befragungen zur Wesentlichkeitsanalyse, um ein Verständnis über die Vorgehensweise zur Identifizierung wesentlicher Nachhaltigkeitsthemen und entsprechender Berichtseinheiten zu erhalten |
| ― | Risikoeinschätzung zu relevanten Informationen über die Nachhaltigkeitsleistung in der Berichtsperiode |
| ― | Befragungen und Einschätzung der Konzeption und der Implementierung von Systemen und Prozessen für die Ermittlung, Verarbeitung und Überwachung der Angaben und Ergebnisse im Prüfungsumfang einschließlich Konsolidierung der Daten |
| ― | Befragungen der Personen, die für die Ermittlung der Angaben zu Konzepten, Due Diligence Prozessen, Ergebnissen und Risiken sowie die Durchführung von internen Kontrollhandlungen und die Konsolidierung der im Prüfungsumfang enthaltenen Angaben verantwortlich sind |
| ― | Einsichtnahme in ausgewählte interne und externe Dokumente |
| ― | Analytische Beurteilung ausgewählter Daten und Trends der quantitativen Angaben, welche zur Konsolidierung auf Konzernebene von den berichterstattenden Einheiten gemeldet wurden |
| ― | Einschätzung der lokalen Datenerhebungs-, Validierungs- und Berichterstattungsprozesse sowie Verlässlichkeit der gemeldeten Daten anhand von Interviews durch eine Stichprobenerhebung an ausgewählten Bericht erstattenden Einheiten |
| ― | Befragungen zu Maßnahmen, die bei Sitzungen des Vorstands, des Aufsichtsrats oder von Ausschüssen und in anderen Sitzungen beschlossen worden sind und die sich auf den Gegenstand des Nachhaltigkeitsberichts auswirken können, sowie Einsichtnahme in die entsprechenden Sitzungsprotokolle |
| ― | Abgleich mit den Erkenntnissen aus der Konzern- und Jahresabschlussprüfung |
| ― | Einschätzung der Gesamtdarstellung der Angaben |
Auf der Grundlage der durchgeführten Prüfungshandlungen und der erlangten Prüfungsnachweise sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass der nichtfinanzielle Bericht der INDUS AG für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den §§ 315b und 315c i. V. m. 289b bis 289e HGB aufgestellt worden ist.
Wir erteilen diesen Vermerk auf der Grundlage der mit der INDUS AG geschlossenen Auftragsvereinbarung. Die Prüfung wurde für Zwecke der INDUS AG durchgeführt und der Vermerk ist nur zur Information der INDUS AG über das Ergebnis der Prüfung bestimmt.
Der Vermerk ist nicht dazu bestimmt, dass Dritte hierauf gestützt (Vermögens-) Entscheidungen treffen. Unsere Verantwortung besteht allein der INDUS AG gegenüber und ist auch nach Maßgabe der mit der INDUS AG getroffenen Auftragsvereinbarung vom 2. Dezember 2019 sowie den "Allgemeinen Auftragsbedingungen für Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften" vom 1. Januar 2017 des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V. beschränkt. Dritten gegenüber übernehmen wir dagegen keine Verantwortung, Haftung oder anderweitige Pflichten.
Köln, 26. März 2020
**Ebner Stolz GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft**
Marcus Lauten, Wirtschaftsprüfer
Nikolaus Krenzel, Wirtschaftsprüfer
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