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RWE AG

Interim / Quarterly Report Aug 13, 2020

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Interim / Quarterly Report

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RWE Aktiengesellschaft

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Zwischenbericht über das erste Halbjahr 2020

RWE bekräftigt Ergebnisprognose für 2020 // Bislang nur geringe Auswirkungen der Corona-Krise auf das operative Geschäft // Bereinigtes EBITDA im ersten Halbjahr auf 1,8 Mrd. € gestiegen // Tausch geschäft mit E.ON nach mehr als zwei Jahren erfolgreich abgeschlossen

Auf einen Blick

Eckdaten des RWE-Konzerns

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Jan - Jun 2020 Jan - Jun 2019 +/- Jan - Dez 2019
Stromerzeugung Mrd. kWh 64,5 73,7 - 9,2 153,2
Außenumsatz (ohne Erdgas-/Stromsteuer) Mio.€ 6.475 6.4411 34 13.125
Bereinigtes EBITDA Mio.€ 1.807 1.130 677 2.489
Bereinigtes EBIT Mio.€ 1.088 617 471 1.267
Ergebnis fortgeführter Aktivitäten vor Steuern Mio. € 1.446 - 67 1.513 - 752
Nettoergebnis Mio. € 1.010 830 180 8.498
Bereinigtes Nettoergebnis Mio. € 795 - - -
Ergebnis je Aktie 1,64 1,35 0,29 13,82
Bereinigtes Nettoergebnis je Aktie 1,29 - - -
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit fortgeführter Aktivitäten Mio. € 1.171 - 1.136 2.307 - 977
Investitionen2 Mio. € 1.040 560 480 1.771
in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte Mio. € 988 547 441 1.767
in Finanzanlagen Mio. € 52 13 39 4
Free Cash Flow Mio. € 248 - 1.647 1.895 - 2.053
30.06.2020 31.12.2019
Nettoschulden fortgeführter Aktivitäten3 Mio. € 7.785 6.927 858
Mitarbeiter4 19.710 19.792 - 82

1 Angepasster Wert; zum Hintergrund siehe Geschäftsbericht 2019, Seite 116

2 Ausschließlich zahlungswirksame Investitionen; die Vorjahreswerte sind entsprechend angepasst worden.

3 Geänderte Definition und angepasster Vorjahreswert; siehe Erläuterung auf Seite 20

4 Umgerechnet in Vollzeitstellen

RWE am Kapitalmarkt

RWE-Aktie erreicht trotz schwierigem Marktumfeld Halbjahresrendite von 17%

Performance der RWE-Aktie sowie der Indizes DAX und STOXX Europe 600 Utilities

Corona-Krise schickt Aktienmärkte auf Talfahrt - Kurserholung im zweiten Quartal

Ein turbulentes erstes Halbjahr hat die Corona-Pandemie den Anlegern an den Aktienmärkten beschert. Lag der DAX Mitte Februar noch auf einem Allzeithoch von fast 13.800 Punkten, hatte er vier Wochen später mehr als ein Drittel seines Wertes eingebüßt. Ausschlaggebend dafür waren die Zuspitzung der Corona-Krise und die von zahlreichen Regierungen ergriffenen Lockdown-Maßnahmen, durch die Teile der Wirtschaft vorübergehend zum Erliegen kamen. Nach Durchschreiten der Talsohle Mitte März konnte der DAX aber wieder deutlich zulegen. Lockerungen der Lockdown-Maßnahmen im zweiten Quartal und die Ankündigung staatlicher Konjunkturprogramme sorgten dabei für wichtige Impulse. Auch die rasch einsetzende Erholung der chinesischen Wirtschaft schlug sich positiv nieder. Zum Ende des ersten Halbjahres lag der DAX bei 12.311 Punkten und damit nur 7% unter dem Schlusskurs des Vorjahres. Im Juli überschritt der deutsche Leitindex sogar zeitweise wieder die Marke von 13.000 Punkten.

RWE-Aktie einer der besten Werte im DAX

Die RWE-Aktie konnte sich in dem schwierigen Marktumfeld behaupten und bis Ende Juni sogar auf 31,11€ zulegen. Inklusive der Dividendenzahlung von 0,80€ entspricht dies einer Halbjahresrendite von 17%. Damit übertraf unsere Aktie nicht nur den DAX, sondern auch den Branchenindex STOXX Europe 600 Utilities, dessen Performance -0,5% betrug. Durch unsere Transformation zu einem führenden Erneuerbare-Energien-Unternehmen kommen wir auf einen hohen Anteil regulierter Erträge, die uns in Krisenzeiten Stabilität verleihen. Außerdem sichern wir einen Großteil unserer Erzeugung mit einem Vorlauf von bis zu drei Jahren am Terminmarkt ab. Der von der Corona-Krise ausgelöste Preis- und Mengenrückgang im Stromgroßhandel hat daher keinen nennenswerten Einfluss auf unsere aktuelle Ertragslage. Ein wichtiger Impulsgeber für den Aktienkurs ist unsere Wachstumsstrategie auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien, die am Kapitalmarkt breite Zustimmung findet. Positiv aufgenommen wurde auch, dass sich Politik und Wirtschaft auf die Rahmenbedingungen des deutschen Kohleausstiegs verständigen konnten und dass die getroffenen Regelungen noch vor der Sommerpause gesetzlich verankert wurden (siehe dazu auch Seite 7f. in diesem Bericht).

Lagebericht

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Negatives Wirtschaftswachstum in allen RWE-Kernmärkten

Nach vorläufigen Schätzungen war die globale Wirtschaftsleistung im ersten Halbjahr 2020 um 6% niedriger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Wegen der Corona-Pandemie und der dadurch veranlassten Infektionsschutzmaßnahmen hat es in den großen Industrienationen massive Einbußen beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegeben. Konjunkturexperten veranschlagen für die Eurozone einen BIP-Rückgang um etwa 9%. In Deutschland, der größten Volkswirtschaft des Währungsraums, lassen vorliegende Daten auf ein Minus von etwa 7% schließen. Die niederländische Wirtschaft dürfte um ca. 6% geschrumpft sein. In Großbritannien und den USA hat sich das BIP um schätzungsweise 8% bzw. 5% verringert.

Deutscher Stromverbrauch nach Schätzungen um 5% unter Vorjahr

Mit der Wirtschaftsleistung hat sich auch der Energiebedarf verringert. Nach ersten Daten des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) war der deutsche Stromverbrauch in der ersten Jahreshälfte um etwa 5% niedriger als 2019. Expertenschätzungen für die Niederlande (-5%), Großbritannien (-7%) und die USA (-4%) kommen auf Rückgänge in ähnlicher Größenordnung. Coronabedingte Einschränkungen der Industrieproduktion waren ausschlaggebend für diese Entwicklung. In geringem Umfang machte sich auch die milde Witterung bemerkbar, da weniger Strom zum Heizen benötigt wurde.

Bessere Windverhältnisse in Nord- und Mitteleuropa

Auslastung und Profitabilität von Erneuerbare-Energien-Anlagen unterliegen in hohem Maße Wettereinflüssen. Eine zentrale Rolle spielt für uns das Windaufkommen. Dieses war an unseren Produktionsstandorten in Nord- und Mitteleuropa i.d.R. höher als im langjährigen Durchschnitt, an den meisten Standorten in Südeuropa und den USA dagegen niedriger oder gleich hoch. Im Vergleich zum Vorjahr wurden in Großbritannien und Schweden teilweise deutlich höhere Windgeschwindigkeiten gemessen. Auch unsere Anlagen in Mitteleuropa und im Nordwesten der USA profitierten von günstigeren Wetterverhältnissen, während in Südeuropa und im Osten der USA ein insgesamt niedrigeres Windaufkommen zu beobachten war. Bei Laufwasserkraftwerken hängt die Auslastung in starkem Maße von den Niederschlags- und Schmelzwassermengen ab. In Deutschland, der Hauptregion unserer Stromerzeugung aus Wasserkraft, blieben diese Mengen im Berichtszeitraum deutlich hinter dem langjährigen Durchschnitt zurück. Auch im Vergleich zur ersten Jahreshälfte 2019 fielen sie geringer aus.

Weiterhin extrem niedrige Gaspreise

Bei konventionellen Kraftwerken hängen Einsatzzeiten und Margen stark davon ab, wie sich die Kosten für Brennstoffe und Emissionsrechte entwickeln. Erdgas, unser wichtigster frei handelbarer Energieträger, zeichnet sich zurzeit durch ein extrem niedriges Preisniveau aus. Am niederländischen Handelspunkt TTF (Title Transfer Facility), dem kontinentaleuropäischen Leitmarkt, lagen die Spotnotierungen bei durchschnittlich 8 €/MWh. Das ist halb so viel wie ein Jahr zuvor. Eine wesentliche Rolle spielte dabei der niedrige Heizwärmebedarf infolge des milden Winterwetters. Außerdem wurde wegen der Corona-Krise weniger Gas für die Industrieproduktion benötigt. Auch im Terminhandel haben die Notierungen nachgegeben. Der TTF-Forward 2021 kostete im Berichtszeitraum durchschnittlich 13€/MWh und damit 6€ weniger als der TTF-Forward 2020 im ersten Halbjahr 2019.

Rückläufige Nachfrage dämpft Steinkohlepreise

Auch Kraftwerkssteinkohle (Kesselkohle) hat sich deutlich verbilligt: Lieferungen zu den ARA-Häfen (ARA = Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen) wurden im Berichtszeitraum am Spotmarkt inklusive Fracht und Versicherung mit durchschnittlich 46 US$/Tonne (42 €) abgerechnet, gegenüber 65 US$/Tonne in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Der Rückgang ist vor allem nachfrageseitig zu erklären: Kohlekraftwerke waren in Europa zuletzt nur sehr schwach ausgelastet. Dabei machte sich u.a. das extrem niedrige Gaspreisniveau bemerkbar, weil es die Wettbewerbsfähigkeit des Energieträgers Gas gegenüber Kohle verbesserte. Auch der coronabedingte Rückgang des Energiebedarfs minderte die Steinkohlenachfrage. Viele Marktteilnehmer gehen davon aus, dass das Marktumfeld für Kohlekraftwerke schwierig bleiben wird, nicht zuletzt wegen der releativ hohen CO2-Emissionen dieser Anlagen und der damit verbundenen Kostennachteile. Die negative Stimmung spiegelte sich in der Entwicklung der Steinkohle-Terminpreise wider: In der ersten Jahreshälfte notierte der Forward 2021 (Index API 2) mit durchschnittlich 57 US$/Tonne (51 €). Das sind 17 US$ weniger, als im Vorjahr für den Forward 2020 bezahlt worden ist.

CO2-Emissionshandel: Nur vorübergehender Preiseinbruch durch Corona

Ein wichtiger Kostenfaktor für fossil befeuerte Kraftwerke ist die Beschaffung von CO2-Emissionsrechten. Eine European Union Allowance (EUA), die zum Ausstoß einer Tonne CO2 berechtigt, wurde in den ersten sechs Monaten 2020 mit durchschnittlich 22€ gehandelt. Der Vergleichswert für 2019 betrug 24€. Diese Angaben beziehen sich auf Terminkontrakte, die im Dezember des jeweiligen Folgejahres fällig werden. Anfang 2020 waren EUAs zunächst mit 25€ gehandelt worden. Die Corona-Krise hatte zur Folge, dass der Zertifikatpreis bis März auf unter 16€ absackte, denn mit dem Einbruch der Industrieproduktion verringerte sich auch der CO2-Ausstoß und damit der Bedarf an Emissionsrechten. Im zweiten Quartal tendierten die Notierungen wieder stark nach oben und erreichten Ende Juni wieder das Niveau vom Jahresbeginn. Neben der sich abzeichnenden wirtschaftlichen Erholung haben auch politische Initiativen zur Stärkung des Klimaschutzes dazu beigetragen, allen voran der "European Green Deal". Dieses Maßnahmenpaket, dessen Umsetzung die EU entschlossen vorantreibt, sieht u.a. eine deutliche Verschärfung der für 2030 avisierten Treibhausgas-Minderungsziele vor. Für eine Umsetzung dieses Vorhabens müssen die Regeln des europäischen Emissionshandels überarbeitet und die künftig in den Markt gegebenen Zertifikatmengen nach unten angepasst werden. Viele Teilnehmer am Emissionshandel gehen deshalb davon aus, dass sich die für Versorger und Industrie verfügbaren EUAs auf längere Sicht deutlich verknappen werden.

Ein-Jahres-Terminpreise für Grundlaststrom am Großhandelsmarkt

Deutlicher Preisrückgang an den Stromterminmärkten

Der Preisverfall bei den Brennstoffen Steinkohle und Erdgas prägte die Entwicklung an den Stromgroßhandelsmärkten. Daneben machte sich der negative Nachfrageeinfluss der Corona-Krise bemerkbar. Im ersten Halbjahr 2020 wurde Grundlaststrom am deutschen Spotmarkt mit durchschnittlich 23€/MWh gehandelt. Der Vergleichswert für 2019 hatte bei 38€/MWh gelegen. In Großbritannien sind die Notierungen von 47 £ auf 28£/MWh (33€) und in den Niederlanden von 44€ auf 26€/MWh gesunken. An den Terminmärkten waren die Strompreise wesentlich höher als im Spothandel. Gegenüber 2019 war aber auch hier ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. Der deutsche Grundlast-Forward 2021 kostete durchschnittlich 39€/MWh. Zum Vergleich: Für den Forward 2020 waren im Vorjahreszeitraum 48€ gezahlt worden. In Großbritannien verbilligte sich der Ein-Jahres-Forward von 53 £ auf 41£/MWh (47 €) und in den Niederlanden von 51€ auf 39€/MWh.

Stromterminverkäufe für 2020: Leichte Margenverbesserungen gegenüber Vorjahr

Um kurzfristige Absatz- und Preisrisiken zu begrenzen, verkaufen wir die Erzeugung unserer Kraftwerke größtenteils auf Termin und sichern die benötigten Brennstoffe und Emissionsrechte preislich ab. Unsere Stromerlöse im Berichtszeitraum sind somit von den Konditionen bestimmt, zu denen wir Terminkontrakte für 2020 in vorangegangenen Jahren abgeschlossen haben. Für unsere Braunkohle- und Kernkraftwerke, die überwiegend die Grundlast abdecken, haben wir bereits relativ früh damit begonnen, die Stromproduktion von 2020 zu kontrahieren. Dabei konnten wir im Durchschnitt höhere Preise und Margen erzielen als für die Erzeugung im Vorjahr. Den Strom aus Steinkohle und Gas haben wir mit geringerem zeitlichen Vorlauf verkauft. Die realisierten Preise sind auch hier gestiegen; allerdings gab es größere gegenläufige Effekte dadurch, dass sich CO2-Emissionsrechte vor 2020 stark verteuert haben. Während die am Terminmarkt realisierten Deckungsbeiträge unserer Gaskraftwerke aufs Ganze gesehen höher waren als 2019, verharrten die unserer Steinkohlekraftwerke auf niedrigem Niveau.

Wesentliche Ereignisse

Im Berichtszeitraum

Tauschgeschäft mit E.ON finalisiert: RWE wird Eigentümer des Erneuerbare-Energien-Geschäfts von innogy

Ende Juni haben wir unser Tauschgeschäft mit E.ON und damit eine der größten Transaktionen der deutschen Industriegeschichte erfolgreich abgeschlossen. Der Tausch ist Anfang 2018 vereinbart und nach Erfüllung aller rechtlichen Anforderungen in zwei Schritten vollzogen worden. Zunächst trennten wir uns von unserem 76,8%-Anteil an innogy und erhielten dafür das Erneuerbare-Energien-Geschäft von E.ON, eine 16,7%-Beteiligung an E.ON und die Minderheitsanteile der E.ON-Tochter PreussenElektra an unseren Kernkraftwerken Gundremmingen (25%) und Emsland (12,5%). Diese Transfers fanden kurz nach der Freigabe des Tauschgeschäfts durch die EU-Kommission im September 2019 statt. Im zweiten Schritt, der mit Ablauf des 30. Juni 2020 wirksam wurde, gab uns E.ON Teile des innogy-Portfolios zurück: Dabei handelt es sich um das Erneuerbare-Energien-Geschäft, die deutschen und tschechischen Gasspeicher sowie eine 37,9%-Beteiligung am österreichischen Energieversorger Kelag. Diese Aktivitäten hatten wir schon vor dem Rücktransfer in unseren Konzernzahlen erfasst, da sie uns aufgrund der Tauschvereinbarung wirtschaftlich zuzurechnen waren. Nun gehören sie auch rechtlich zu RWE.

Windpark Peyton Creek in Texas nimmt kommerziellen Betrieb auf

Im März 2020 hat unser neuer Onshore-Windpark "Peyton Creek" im US-Bundesstaat Texas den kommerziellen Betrieb aufgenommen. Er besteht aus 48 Windturbinen mit einer Leistung von insgesamt 151 MW. Obwohl die Bauarbeiten durch den Tropensturm Imelda beeinträchtigt waren, konnte Peyton Creek ohne Zeitverzug ans Netz gehen. In Texas errichten wir derzeit noch zwei weitere große Onshore-Windparks: "Cranell" mit einer Kapazität von 220 MW und "Big Raymond" mit 440 MW. Bei beiden Windparks wird sich die Fertigstellung wegen der Corona-Krise verspäten. Aktuell gehen wir davon aus, Cranell und den Ostteil von Big Raymond (200 MW) noch im laufenden Jahr fertigstellen zu können, während dies beim Westteil von Big Raymond (240 MW) wohl erst Anfang 2021 der Fall sein wird.

Startschuss für Bau des Nordsee-Windparks Kaskasi

Ebenfalls im März haben wir die finale Investitionsentscheidung für den Bau des deutschen Nordsee-Windparks Kaskasi getroffen. Kaskasi wird 35 Kilometer nördlich der Insel Helgoland entstehen. Seine 38 Turbinen werden gemeinsam über eine Leistung von 342 MW verfügen und damit rechnerisch ca. 400.000 Haushalte mit Strom versorgen können. Die Baumaßnahmen auf See sollen 2021 beginnen. Nach aktueller Planung könnte Kaskasi bereits 2022 mit seiner vollen Kapazität in Betrieb sein. Bei der Installation der Fundamente in 18 bis 25 Meter Wassertiefe wird ein neuartiges Vibrationsverfahren zur Anwendung kommen, das die Geräuschbelastung für die Meeresfauna verringert und eine Verkürzung der Konstruktionszeit ermöglicht. Vorteile bietet auch die günstige Lage von Kaskasi nahe den bestehenden Windparks Nordsee Ost und Amrumbank. Dadurch lassen sich Synergien beim Betrieb und der Instandhaltung nutzen.

RWE erwirbt hochmodernes Gaskraftwerk im Osten Englands

In Großbritannien haben wir unsere Position als einer der führenden Gasverstromer ausgebaut. Mitte Februar 2020 erwarben wir vom britischen Energieversorger Centrica für 101 Mio.£ das Gaskraftwerk King's Lynn in Norfolk (Ostengland). Die Anlage verfügt über eine Nettoleistung von 382 MW und zeichnet sich durch einen hohen Wirkungsgrad von 57% aus. Ihre Fahrweise kann flexibel an den Strombedarf angepasst werden. Ein Kapazitätsmarkt-Vertrag sichert King's Lynn fixe Prämienzahlungen für den Zeitraum von Oktober 2020 bis September 2035. Erst vor Kurzem ist das Kraftwerk umfassend modernisiert und dabei mit einer neuen Gasturbine ausgestattet worden.

Letztes britisches Steinkohlekraftwerk von RWE stellt offiziell Betrieb ein

Am 31. März 2020 ist mit Aberthaw B in Wales unser letztes britisches Steinkohlekraftwerk offiziell stillgelegt worden. Die Anlage war bereits seit Dezember 2019 vom Netz. Sie bestand aus drei Blöcken mit einer Nettoleistung von insgesamt 1.560 MW. Ihre noch bis Ende September 2021 bestehenden Verpflichtungen im Rahmen des britischen Kapazitätsmarktes wurden auf Anlagen Dritter oder auf andere Einheiten der RWE-Kraftwerksflotte übertragen. Aberthaw B war 1971 in Betrieb genommen worden und hat somit fast ein halbes Jahrhundert zur sicheren Energieversorgung in Großbritannien beigetragen.

RWE bei Kapazitätsmarkt-Auktionen in Großbritannien erfolgreich

Die britische Regierung hat im ersten Quartal 2020 drei Kapazitätsmarkt-Auktionen durchführen lassen. Das erste Bieterverfahren Ende Januar bezog sich auf den Zeitraum vom 1. Oktober 2022 bis 30. September 2023. Mit Ausnahme einiger Kleinanlagen kamen alle bei der Auktion vertretenen RWE-Kraftwerke zum Zuge. Die Anlagen haben eine gesicherte Leistung von insgesamt 6,5 GW. Sie werden eine Vergütung dafür erhalten, dass sie im oben genannten Zeitraum am Netz sind und damit zur Stromversorgung beitragen. Die im Bieterverfahren ermittelte Kapazitätsprämie war mit 6,44 £/kW (vor Inflationsanpassung) allerdings niedriger, als die meisten Marktbeobachter erwartet hatten.

Anfang Februar wurde eine zweite Auktion abgehalten, die den Zeitraum 1. Oktober 2020 bis 30. September 2021 betraf. Für diese Periode hatte es bereits im Dezember 2016 ein Bieterverfahren gegeben, bei dem sich RWE-Anlagen mit insgesamt 8,0 GW (inkl. Aberthaw) für eine Prämie von 22,50£/kW qualifizieren konnten. Die neuerliche Auktion diente dazu, verbliebene Kapazitätslücken zu schließen. Dabei wurde zusätzliche Erzeugungsleistung in Höhe von 1,0 GW für eine Prämie von 1,00£/kW ersteigert. RWE hatte sich mit einer Kleinanlage an dem Verfahren beteiligt, die aber nicht zum Zuge kam.

Bei der dritten Auktion Anfang März konnten wir uns erneut eine Prämienzahlung für 6,5 GW sichern. Die betreffenden Kraftwerke werden im Zeitraum vom 1. Oktober 2023 bis 30. September 2024 eine Kapazitätsvergütung von 15,97 £/kW (vor Inflationsanpassung) erhalten.

Seit 2014 werden in Großbritannien Kapazitätsauktionen durchgeführt. Damit will die Regierung sicherstellen, dass dem nationalen Strommarkt genügend Erzeugungsleistung zur Verfügung steht. Im November 2018 war der britische Kapazitätsmarkt für etwa ein Jahr ausgesetzt worden, weil das Gericht der Europäischen Union die von der EU-Kommission erteilte Genehmigung für unwirksam erklärt hatte. Nach der erneuten beihilferechtlichen Freigabe aus Brüssel im Oktober 2019 konnten die Kapazitätsvergütungen wieder aufgenommen und verschobene Auktionen nachgeholt werden. Im Januar 2020 sind uns zurückbehaltene Prämien von rund 50 Mio.€ für 2018 und rund 180 Mio.€ für 2019 nachträglich ausbezahlt worden. Ergebniswirksam erfasst haben wir diese Mittelzuflüsse bereits im Geschäftsjahr 2019.

Biomassenutzung im Kraftwerk Eemshaven wegen Brandschaden unterbrochen

Mitte Mai ist an unserem niederländischen Kraftwerk Eemshaven eine der Biomasseversorgung dienende Anlage durch einen Brand beschädigt worden. Personen kamen nicht zu Schaden. Wegen des Vorfalls können wir die beiden Kraftwerksblöcke voraussichtlich bis Ende November 2020 nur mit Steinkohle betreiben. Da die Mitverbrennung von Biomasse in dieser Zeit nicht möglich ist, werden wir vorläufig auch keine Fördermittel dafür erhalten. Außerdem rechnen wir mit finanziellen Belastungen aus der Lagerung von Biomassebeständen, die wir frühzeitig auf Termin beschafft haben. Soweit wir bereits absehen können, bewegen sich unsere Ergebniseinbußen im niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionenbereich. Sie werden größtenteils in der zweiten Jahreshälfte anfallen.

RWE schüttet 0,80€ je Aktie für das Geschäftsjahr 2019 aus

Die Hauptversammlung der RWE AG vom 26. Juni 2020 hat dem Dividendenvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2019 zugestimmt. Dementsprechend haben wir am 1. Juli 0,80€ je Aktie ausgeschüttet. Für das Geschäftsjahr 2020 strebt der Vorstand eine Dividende von 0,85€ an. Wegen der coronabedingten Kontaktbeschränkungen haben wir unsere Hauptversammlung erstmals als reine Online-Veranstaltung abgehalten. Die Aktionärspräsenz lag bei 63,37% des stimmberechtigten Grundkapitals (Vorjahr: 61,29%).

Nach Ablauf des Berichtszeitraums

Bundestag und Bundesrat beschließen Rechtsrahmen für deutschen Kohleausstieg

Am 3. Juli haben der Deutsche Bundestag und der Bundesrat das "Gesetz zur Reduzierung und zur Beendigung der Kohleverstromung und zur Änderung weiterer Gesetze" (Kohleausstiegsgesetz) verabschiedet. Das Gesetz basiert auf den Empfehlungen der Regierungskommission "Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung" vom Januar 2019. Es sieht vor, dass der Einsatz von Kohle zur Stromerzeugung in Deutschland bis 2038 schrittweise auf null reduziert wird. Außerdem enthält es Regelungen zur kontinuierlichen Überprüfung der Versorgungssicherheit, zur Löschung frei werdender CO2-Zertifikate und zur Einführung eines Anpassungsgeldes für ältere Beschäftigte im Kohlesektor sowie eine Ermächtigung zur Kompensation der Stromverbraucher im Falle eines kohleausstiegsbedingten Strompreisanstiegs. Durch das Gesetz erhöht sich das deutsche Ausbauziel für erneuerbare Energien auf 65 % im Jahr 2030. Zugleich wird die Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung verlängert und weiterentwickelt, um die Umrüstung von Kohlekraftwerken auf eine klimafreundlichere Stromversorgung voranzutreiben.

Für Braunkohlekraftwerke gibt es nun einen anlagenscharfen Abschaltfahrplan, auf den sich der Bund mit den betroffenen Ländern und Energieunternehmen verständigt hat. Die anfänglichen Kapazitätsreduktionen sind hier größtenteils von RWE zu erbringen. Bereits Ende 2020 werden wir im Rheinischen Braunkohlerevier den ersten 300-MW-Block stilllegen. Im folgenden Jahr gehen dort drei weitere 300-MW-Anlagen vom Netz, 2022 dann noch ein 300-MW-Block und zwei 600-MW-Blöcke. Betroffen sind vor allem die Kraftwerke Neurath und Niederaußem sowie in geringem Maße Weisweiler. Danach werden zunächst die verbliebenen Kapazitäten des Kraftwerks Weisweiler vom Netz gehen: ein Block mit 300 MW (2025) und zwei Blöcke mit jeweils 600 MW (2028 bzw. 2029). Der Tagebau Inden, dessen Kohle ausschließlich in Weisweiler eingesetzt wird, läuft dann aus. Unsere beiden letzten 600-MW-Anlagen werden wir Ende 2029 schließen. Eine davon wird zum 1. Januar 2030 in eine vierjährige Sicherheitsbereitschaft überführt. Ab 2030 sind dann nur noch unsere drei modernsten Braunkohleblöcke der 1.000-MW-Klasse am Markt.

Die Stilllegungen haben erhebliche Konsequenzen für die Tagebaue. Mehr als die Hälfte der Braunkohlevorräte, deren Abbau uns genehmigt wurde, werden wir nicht mehr fördern. Der Hambacher Forst bleibt erhalten. Von unseren drei Tagebauen im Rheinischen Revier - Inden, Hambach und Garzweiler - steht uns ab 2030 nur noch der letztgenannte zur Verfügung, um die verbleibenden Erzeugungsanlagen mit Braunkohle zu versorgen. Dementsprechend wurde in das Gesetz eine Klausel aufgenommen, welche die energiewirtschaftliche Notwendigkeit des Tagebaus Garzweiler II feststellt.

Der Braunkohleausstieg ist für uns mit hohen finanziellen Belastungen verbunden. Nach dem Gesetz erhalten wir dafür eine Entschädigung von 2,6 Mrd.€, die uns über 15 Jahre in gleichen Teilbeträgen geleistet wird. Unser tatsächlicher Schaden ist aber deutlich höher. Der Ausgleichsanspruch gegenüber dem Bund und der Großteil unserer erwarteten Belastungen sind bereits im Konzernabschluss 2019 berücksichtigt worden (siehe Geschäftsbericht 2019, Seite 43). Neben RWE sollen auch die betroffenen Beschäftigten staatliche Kompensationen erhalten. Nach aktueller Planung werden bereits kurzfristig mehr als 3.000 von insgesamt rund 10.000 Stellen in unserem Braunkohlegeschäft wegfallen; bis 2030 dürften es etwa 6.000 sein. Das Kohleausstiegsgesetz sieht u.a. Regelungen für ein Anpassungsgeld und den Ausgleich entstehender Nachteile bei der gesetzlichen Rente vor. Diese Leistungen werden vom Bund übernommen.

Flankiert wird der Braunkohleausstieg von einem öffentlich-rechtlichen Vertrag, den die Bundesregierung mit den Betreibern erarbeitet hat. Das Vertragswerk enthält eine Vielzahl von Regelungen, die insbesondere die Umsetzung der Stilllegungen und die Entschädigungen betreffen. Damit soll den betroffenen Stromerzeugern Vertrauensschutz gewährt werden. Im Gegenzug verpflichten sich die Unternehmen u.a. dazu, keine weiteren Forderungen geltend zu machen und auf entsprechende Klagen zu verzichten. Der Vertrag liegt dem Bundestag zur Zustimmung vor. Ebenso wie das Gesetz bedarf er der beihilferechtlichen Genehmigung durch die EU.

Auch zum Ausstieg aus der Steinkohle enthält das Gesetz detaillierte Bestimmungen. Per Auktionsverfahren soll darüber entschieden werden, welche Steinkohlekapazitäten vom Netz gehen und wie hoch die Kompensationen für ihre Betreiber sind. Der Gesetzentwurf sieht jährliche Ausschreibungen im Zeitraum von 2020 bis 2027 vor. Die Gebote der Betreiber müssen allerdings bestimmte Obergrenzen einhalten, die über die Jahre von 165 Tsd.€ auf 89 Tsd.€ pro MW gesenkt werden sollen. Für die Zeit danach sieht der Gesetzentwurf ordnungsrechtliche Abschaltungen ohne Entschädigungen vor. Sofern die Ausschreibungen nicht im gewünschten Umfang zu Kraftwerksschließungen führen, sollen die Kraftwerksbetreiber bereits ab 2024 angewiesen werden können, Anlagen abzuschalten, ohne dass ihnen dafür Kompensationen gewährt werden.

Bund will Kohleregionen mit bis zu 40 Mrd.€ unterstützen

Ebenfalls am 3. Juli haben der Deutsche Bundestag und der Bundesrat das "Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen" beschlossen. Danach wird der Bund den Braunkohlerevieren bis 2038 Finanzhilfen von bis zu 14 Mrd.€ für besonders bedeutsame Investitionen gewähren. Das Rheinische Revier, in dem wir tätig sind, soll davon 37% erhalten; 43% sind für das Lausitzer und 20% für das Mitteldeutsche Revier bestimmt. Die Mittel können von den Ländern beispielsweise für Investitionen in wirtschaftsnahe Infrastruktur oder den öffentlichen Nahverkehr verwendet werden. Ergänzend will der Bund die Regionen durch eigene Maßnahmen unterstützen. Dafür sind 26 Mrd.€ eingeplant, die u.a. für den Ausbau des Schienen- und Straßenverkehrs sowie die Ansiedlung von Forschungseinrichtungen eingesetzt werden sollen.

RWE stellt Weichen für Erwerb von Onshore-Windkraft- und Solarprojekten mit Gesamtvolumen von 2,7 GW

Ende Juli haben wir eine Vereinbarung mit Nordex getroffen, die uns zum exklusiven Bieter für das europäische Entwicklungsgeschäft des Windkraftanlagen-Herstellers macht. Der bei einem Erwerb zu zahlende Preis beträgt 402,5 Mio.€. Das zum Verkauf stehende Geschäft umfasst eine Pipeline von Onshore-Windkraft- und Solarprojekten mit einer Gesamtkapazität von 2,7 GW. Mit 1,9 GW entfällt der Großteil davon auf Frankreich. Darüber hinaus umfasst die Pipeline Vorhaben in Spanien, Schweden und Polen. Etwa 15 % der Pipeline stehen kurz vor der finalen Investitionsentscheidung oder befinden sich in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium. Für 230 MW Erzeugungskapazität konnte bereits eine staatliche Förderung gesichert werden. Vor dem Kauf der Pipeline bedarf es einer staatlichen Genehmigung für ausländische Investitionen in Frankreich. Außerdem muss der in dem Land übliche Prozess zur Einbindung der Beschäftigten durchlaufen werden. Das zum Erwerb stehende Projektvolumen ergänzt unsere bestehende Entwicklungspipeline von 22 GW. Zum europäischen Entwicklungsgeschäft von Nordex gehört ein Team von mehr als 70 Beschäftigten. Die überwiegend in Frankreich ansässigen Mitarbeiter sollen nach Abschluss der Transaktion in die Tochtergesellschaft RWE Renewables integriert werden, um dort weitere Projekte zu entwickeln.

Holzpelletproduzent Georgia Biomass an Enviva Partners verkauft

Ende Juli haben wir die Georgia Biomass Holding an das US-Unternehmen Enviva Partners veräußert. Als Preis sind 175 Mio. US$ vereinbart worden. Georgia Biomass betreibt in Waycross im US-Bundesstaat Georgia eine Großanlage zur Herstellung von Holzpellets für die industrielle Nutzung. Im vergangenen Jahr wurde ein Produktionsvolumen von mehr als 800.000 Tonnen erreicht. Dass wir uns von Georgia Biomass getrennt haben, ergab sich aus einer strategischen Neuausrichtung: Die Produktion von Holzpellets zählt nicht mehr zu unseren zentralen Geschäftsaktivitäten. Der Erwerber, Enviva Partners mit Sitz in Bethesda (Maryland), ist auf diesem Gebiet eines der weltweit führenden Unternehmen.

Aufsichtsrat trifft Nachfolgeregelung: Markus Krebber wird Mitte 2021 Vorstandsvorsitzender der RWE AG

Der Aufsichtsrat der RWEAG hat Dr. Markus Krebber (47) mit Wirkung ab 1. Juli 2021 zum neuen Vorstandsvorsitzenden ernannt. Der Beschluss ist Ende Juli 2020 im Umlaufverfahren getroffen worden. Dabei wurde auch entschieden, dass Markus Krebber eine weitere Amtszeit als Vorstandsmitglied erhält, die bis zum 30. Juni 2026 reicht. Den Vorstandsvorsitz wird er von Dr. Rolf Martin Schmitz (63) übernehmen, der dieses Amt seit 2016 innehat. Der Vertrag von Schmitz läuft Mitte 2021 aus. Mit der Nachfolgeregelung will der Aufsichtsrat sicherstellen, dass der eingeschlagene strategische Kurs von RWE fortgesetzt wird. Markus Krebber war nach seinem Studium der Wirtschaftswissenschaften zunächst in der Unternehmensberatung und im Finanzdienstleistungssektor tätig. Im Jahr 2012 kam er zum RWE-Konzern, wo er zunächst der Geschäftsführung von RWE Supply&Trading angehörte. Seit 2016 ist er Finanzvorstand der RWE AG. Gemeinsam mit Rolf Martin Schmitz hat er das Tauschgeschäft mit E.ON vorangetrieben, durch das RWE zu einem führenden Erneuerbare-Energien- Unternehmen aufgestiegen ist.

Anmerkungen zur Berichtsweise

Neuaufstellung des RWE-Konzerns durch Tauschgeschäft mit E.ON

In unserer diesjährigen Finanzberichterstattung stellen wir den Konzern in einer neuen Struktur dar. Die im Geschäftsbericht 2019 gezeigten provisorischen Segmente "Fortgeführte innogy-Aktivitäten" und "Übernommene E.ON-Aktivitäten" haben wir aufgelöst und die Erzeugungsaktivitäten nach Maßgabe des verwendeten Energieträgers untergliedert. Dies spiegelt die Integration der Geschäftsteile wider, die wir durch die Transaktion mit E.ON erhalten haben. Wir unterscheiden nun die folgenden fünf Segmente: (1) Offshore Wind, (2) Onshore Wind/Solar, (3) Wasser/Biomasse/Gas, (4) Energiehandel und (5) Kohle/Kernenergie. Die Segmente (1) bis (4) bilden unser Kerngeschäft. Hier wollen wir wachsen. Unter (5) fassen wir unsere deutsche Stromerzeugung aus Braunkohle, Steinkohle und Kernenergie zusammen, die aufgrund staatlich vorgegebener Ausstiegspfade an Bedeutung verlieren wird. Zum Zweck der Vergleichbarkeit haben wir die Vorjahreszahlen rückwirkend in die neue Segmentstruktur überführt.

Die einzelnen Segmente setzen sich wie folgt zusammen:

Offshore Wind: Hier ist das Geschäft mit Windkraftanlagen an Meeresstandorten erfasst. Es unterliegt der Verantwortung unserer Konzerngesellschaft RWE Renewables.
Onshore Wind/Solar: In diesem Segment bündeln wir unsere Aktivitäten auf dem Gebiet der Windkraft an Land, der Solarenergie und der Batteriespeicher. Die operative Zuständigkeit ist auch hier bei RWE Renewables angesiedelt.
Wasser/Biomasse/Gas: Das Segment umfasst unsere Laufwasser-, Pumpspeicher-, Biomasse- und Gaskraftwerke. Außerdem enthält es die niederländischen Steinkohlekraftwerke Amer 9 und Eemshaven, in denen wir zunehmend Biomasse mitverbrennen, sowie die auf Projektmanagement und Ingenieurdienstleistungen spezialisierte RWE Technology International. Die genannten Aktivitäten werden von RWE Generation verantwortet. Die vormals von innogy gehaltene 37,9%-Beteiligung am österreichischen Energieversorger Kelag weisen wir ebenfalls unter Wasser/Biomasse/Gas aus.
Energiehandel: Hier stellen wir den Eigenhandel mit energienahen Commodities dar. Verantwortet wird er von RWE Supply&Trading, die außerdem als Zwischenhändler von Gas fungiert, Großkunden mit Energie beliefert und eine Reihe weiterer handelsnaher Tätigkeiten ausübt. Zum Segment "Energiehandel" gehören auch die deutschen und tschechischen Gasspeicher, die wir von innogy übernommen haben.
Kohle/Kernenergie: In diesem Segment erfassen wir unsere deutsche Stromerzeugung aus den Energieträgern Braunkohle, Steinkohle und Kernkraft sowie unsere Braunkohleförderung im Rheinischen Revier westlich von Köln. Das Segment enthält ferner unsere Anteile am niederländischen Kernkraftwerksbetreiber EPZ (30%) und an URANIT (50%), die mit 33% an der auf Uran-Anreicherung spezialisierten Urenco beteiligt ist. Die genannten Aktivitäten und Beteiligungen sind unseren Konzerngesellschaften RWE Power (Braunkohle, Kernenergie) und RWE Generation (Steinkohle) zugeordnet.

Konzerngesellschaften mit segmentübergreifenden Aufgaben wie die Holding RWE AG weisen wir im Kerngeschäft unter "Sonstige, Konsolidierung" aus. Die Position enthält auch unseren 25,1%-Anteil am deutschen Übertragungsnetzbetreiber Amprion. Außerdem sind Konsolidierungseffekte darin erfasst.

Zukunftsbezogene Aussagen

Der vorliegende Zwischenbericht enthält Aussagen, die sich auf die künftige Entwicklung des RWE-Konzerns und seiner Gesellschaften sowie der wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen beziehen. Diese Aussagen stellen Einschätzungen dar. Wir haben sie auf Basis aller Informationen getroffen, die uns zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Dokuments zur Verfügung standen. Sollten die zugrunde gelegten Annahmen nicht zutreffen oder unvorhergesehene Risiken eintreten, können die tatsächlichen von den erwarteten Entwicklungen abweichen. Für die Aussagen können wir daher keine Gewähr übernehmen.

Geschäftsentwicklung

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Stromerzeugung Januar - Juni Erneuerbare Energien Pumpspeicher, Batterien Gas
in Mrd. kWh 2020 2019 2020 2019 2020 2019
--- --- --- --- --- --- ---
Offshore Wind 3,7 1,4 - - - -
Onshore Wind/Solar 8,9 2,5 - - - -
Wasser / Biomasse / Gas 2,8 2,0 1,0 0,9 21,1 24,7
Davon:
Deutschland2 1,0 1,2 1,0 0,9 4,3 3,0
Großbritannien 0,3 0,2 - - 9,7 18,0
Niederlande 1,5 0,6 - - 5,4 2,9
Türkei - - - - 1,7 0,8
Kohle/Kernenergie2 - - - - 0,2 -
RWE-Konzern 15,4 5,9 1,0 0,9 21,3 24,7

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Stromerzeugung Januar - Juni Braunkohle Steinkohle Kernenergie
in Mrd. kWh 2020 2019 2020 2019 2020 2019
--- --- --- --- --- --- ---
Offshore Wind - - - - - -
Onshore Wind/Solar - - - - - -
Wasser / Biomasse / Gas - - 1,5 5,7 - -
Davon:
Deutschland2 - - - - - -
Großbritannien - - - 0,4 - -
Niederlande - - 1,5 5,3 - -
Türkei - - - - - -
Kohle/Kernenergie2 14,3 24,7 1,0 2,5 10,0 9,2
RWE-Konzern 14,3 24,7 2,5 8,2 10,0 9,2

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Stromerzeugung Januar - Juni Gesamt1
in Mrd. kWh 2020 2019
--- --- ---
Offshore Wind 3,7 1,4
Onshore Wind/Solar 8,9 2,5
Wasser / Biomasse / Gas 26,5 33,3
Davon:
Deutschland2 6,4 5,1
Großbritannien 10,0 18,6
Niederlande 8,4 8,8
Türkei 1,7 0,8
Kohle/Kernenergie2 25,4 36,5
RWE-Konzern 64,5 73,7

1 Inklusive Produktionsmengen, die nicht den genannten Energieträgern zuzuordnen sind (z.B. Strom aus Ölkraftwerken)

2 Inklusive Strombezüge aus Erzeugungsanlagen, die sich nicht in RWE-Eigentum befinden, über die wir aber aufgrund langfristiger Nutzungsverträge verfügen können; im Segment Wasser/Biomasse/Gas sind 1,1 Mrd. kWh bezogen worden (Vorjahr: 0,9 Mrd. kWh) und im Segment Kohle/Kernenergie 0,3 Mrd. kWh (Vorjahr: 0,9 Mrd. kWh).

Deutlich gesunkene Stromproduktion aus Kohlekraftwerken

Im ersten Halbjahr 2020 hat der RWE-Konzern 64,5 Mrd. kWh Strom erzeugt, 12% weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Rückgang ist hauptsächlich den Energieträgern Braun- und Steinkohle zuzuordnen, deren Marktbedingungen sich weiter verschlechtert haben. Eine Rolle spielte dabei die preisbedingt stark verbesserte Wettbewerbsfähigkeit des Energieträgers Gas. Außerdem minderten die Corona-Krise und hohe Windstromeinspeisungen den Bedarf an konventionell erzeugtem Strom. Aufgrund der letztgenannten Faktoren waren auch unsere britischen Gaskraftwerke weniger im Einsatz als 2019. In Deutschland haben wir dagegen mehr Gas verstromt, vor allem wegen der stark gesunkenen Kosten dieses Energieträges. Letzteres gilt auch für die Niederlande, wo wir überdies von der Wiederinbetriebnahme des Gaskraftwerks Claus C profitierten, das mehrere Jahre aus Wirtschaftlichkeitsgründen vom Netz war. Stark erhöht hat sich der Beitrag der erneuerbaren Energien zu unserer Stromproduktion. Im ersten Halbjahr stammte bereits ein knappes Viertel unseres Stroms aus regenerativen Quellen. Ausschlaggebend dafür war die erstmalige Berücksichtigung der Aktivitäten, die wir im September 2019 von E.ON übernommen haben. Außerdem profitierten wir von günstigen Windverhältnissen. Positiv wirkte auch, dass wir neue Windparks in Betrieb genommen haben (z.B. Peyton Creek in Texas, über den wir auf Seite 5 berichten) und dass in unseren niederländischen Steinkohlekraftwerken Amer 9 und Eemshaven verstärkt Biomasse mitverbrannt worden ist.

Strom produzieren wir nicht nur selbst, sondern beziehen ihn auch von konzernexternen Anbietern. Im Berichtszeitraum lagen diese Bezüge bei 26,0 Mrd. kWh (Vorjahr: 23,0 Mrd. kWh). Eigenerzeugung und Fremdstrombezug summierten sich zu einem Stromaufkommen von 90,5 Mrd. kWh (Vorjahr: 96,7 Mrd. kWh).

Strom- und Gasabsatz um 6 bzw. 55% unter Vorjahr

Der Stromabsatz des RWE-Konzerns belief sich im Berichtszeitraum auf 87,0 Mrd. kWh und der Gasabsatz auf 18,1 Mrd. kWh. Die Mengen sind größtenteils dem Segment Energiehandel zuzuordnen. Bei unserem Hauptprodukt Strom verzeichneten wir einen Rückgang um 6%, der größtenteils darauf beruht, dass die Erzeugung unserer Kraftwerke gesunken ist und RWE Supply&Trading deshalb weniger RWE-Strom am Großhandelsmarkt abgesetzt hat. Die Gaslieferungen von RWE sind um 55% zurückgegangen. Hintergrund ist, dass wir Gasverkäufe von RWE Supply&Trading in Tschechien seit 1. Juli 2019 als reine Handelstransaktionen erfassen und dementsprechend weder im Absatz noch im Umsatz berücksichtigen.

Außenumsatz¹

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in Mio.€ Jan - Jun 2020 Jan - Jun 2019 +/- Jan - Dez 2019
Offshore Wind 175 - 175 85
Onshore Wind/Solar 986 567 419 1.265
Wasser / Biomasse / Gas 511 443 68 1.200
Energiehandel 4.375 4.917 - 542 9.554
Sonstige, Konsolidierung 6 5 1 6
Kerngeschäft 6.053 5.932 121 12.110
Kohle/Kernenergie 422 509 - 87 1.015
RWE-Konzern (ohne Erdgas-/Stromsteuer) 6.475 6.441 34 13.125
Erdgas-/Stromsteuer 104 75 29 152
RWE-Konzern 6.579 6.516 63 13.277

1 Angepasste Vorjahreswerte wegen geänderter Anwendung von IFRS; zum Hintergrund siehe Geschäftsbericht 2019, Seite 116

Außenumsatz nach Produkten¹

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in Mio.€ Jan - Jun 2020 Jan - Jun 2019 +/- Jan - Dez 2019
Stromerlöse 5.706 4.993 713 10.272
Davon:
Offshore Wind 175 - 175 107
Onshore Wind/Solar 943 484 459 943
Wasser / Biomasse / Gas 365 295 70 671
Energiehandel 4.103 4.063 40 8.259
Sonstige, Konsolidierung - - - 1
Kerngeschäft 5.586 4.842 744 9.981
Kohle/Kernenergie 120 151 -31 291
Gaserlöse 231 832 -601 1.156
Davon:
Wasser / Biomasse / Gas 3 15 -12 22
Energiehandel 228 817 -589 1.134
Kerngeschäft 231 832 -601 1.156
Sonstige Erlöse 538 616 -78 1.697
RWE-Konzern (ohne Erdgas-/Stromsteuer) 6.475 6.441 34 13.125

1 Angepasste Vorjahreswerte wegen geänderter Anwendung von IFRS; zum Hintergrund siehe Geschäftsbericht 2019, Seite 116

Höhere Stromerlöse - stark verringerter Gasumsatz

Der konzernexterne Umsatz belief sich auf 6.475 Mio.€ (ohne Erdgas- und Stromsteuer). Er lag damit geringfügig über dem Vorjahreswert (6.441 Mio.€). Unsere Stromerlöse sind trotz der verringerten Erzeugungsmengen um 14% auf 5.706 Mio.€ gestiegen. Hier kamen zwei Effekte zum Tragen: Zum einen konnten wir für die Stromproduktion unserer konventionellen Kraftwerke höhere Marktpreise erzielen als 2019. Zum anderen profitierten wir von der Verlagerung unserer Erzeugung auf regenerativ gewonnenen Strom, für den wir zumeist eine über dem Marktniveau liegende Vergütung erhalten. Unsere Gaserlöse sind dagegen um 72% auf 231 Mio.€ gesunken. Neben dem erläuterten Absatzrückgang hat auch das stark verringerte Gaspreisniveau dazu beigetragen.

Eine Kennzahl, die bei nachhaltigkeitsorientierten Investoren immer mehr Beachtung findet, ist der Prozentsatz, den die Erlöse aus Kohlestrom und sonstigen Kohleprodukten am Konzernumsatz ausmachen. Im ersten Halbjahr 2020 lag der Anteil bei 22% und damit unter dem Vergleichswert für 2019 (25%).

Innenumsatz

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in Mio.€ Jan - Jun 2020 Jan - Jun 2019 +/- Jan - Dez 2019
Offshore Wind 497 263 234 682
Onshore Wind/Solar 112 38 74 271
Wasser / Biomasse / Gas 1.473 1.719 -246 3.409
Energiehandel 1.523 2.032 -509 3.266
Sonstige, Konsolidierung -3.335 -3.412 77 -6.900
Kerngeschäft 270 640 -370 728
Kohle/Kernenergie 1.339 1.156 183 2.385
Konsolidierung -1.609 -1.796 187 -3.113

Bereinigtes EBITDA

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in Mio.€ Jan - Jun 2020 Jan - Jun 2019 +/- Jan - Dez 2019
Offshore Wind 585 236 349 614
Onshore Wind/Solar 273 121 152 295
Wasser / Biomasse / Gas 324 221 103 672
Energiehandel 322 461 -139 731
Sonstige, Konsolidierung -7 -37 30 -129
Kerngeschäft 1.497 1.002 495 2.183
Kohle / Kernenergie 310 128 182 306
RWE-Konzern 1.807 1.130 677 2.489

Bereinigtes EBITDA 60% über Vorjahr

Im Berichtszeitraum erzielten wir ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes EBITDA) von 1.807 Mio.€. Davon entfielen 1.497 Mio.€ auf unser Kerngeschäft und die restlichen 310 Mio.€ auf das Segment Kohle/Kernenergie. Gegenüber 2019 hat sich das bereinigte EBITDA um 677 Mio.€ bzw. 60% erhöht, vor allem wegen der erstmaligen Berücksichtigung des Erneuerbare-Energien-Geschäfts, das wir von E.ON übernommen haben. Auch die verbesserte Auslastung unserer Windkraftanlagen und die Wiedereinsetzung des britischen Kapazitätsmarktes trugen zum Ergebnisanstieg bei. Dagegen konnten wir im Handelsgeschäft trotz starker Performance nicht an die außergewöhnlich gute Ertragslage von 2019 anknüpfen.

In den einzelnen Segmenten zeigte sich folgende Ergebnisentwicklung:

Offshore Wind: Hier erwirtschafteten wir ein bereinigtes EBITDA von 585 Mio.€. Gegenüber dem Vorjahreswert (236 Mio.€), in dem das übernommene E.ON-Geschäft noch nicht enthalten war, ist das ein deutliches Plus. Wesentlichen Einfluss hatten dabei auch die günstigen Windverhältnisse in Nord- und Mitteleuropa.
Onshore Wind/Solar: Das bereinigte EBITDA dieses Segments stieg um 152 Mio.€ auf 273 Mio.€. Dabei machten sich die gleichen Faktoren bemerkbar wie im Bereich Offshore Wind. Außerdem trug die Inbetriebnahme neuer Erzeugungskapazitäten zum Ergebnisanstieg bei.
Wasser/Biomasse/Gas: Das bereinigte EBITDA ist hier um 103 Mio.€ auf 324 Mio.€ gestiegen. Hauptursache dafür war die Wiedereinführung des britischen Kapazitätsmarktes. Für das erste Halbjahr 2020 wurden uns Kapazitätsprämien von umgerechnet 74 Mio.€ gewährt, während die Zahlungen im Vorjahreszeitraum noch ausgesetzt waren. Daneben hatten wir etwas niedrigere Betriebskosten, u.a. wegen verschobener Instandhaltungsmaßnahmen bei Kraftwerken.
Energiehandel: Trotz des abrupten Preisverfalls an den Commodity-Märkten infolge der Corona-Krise verlief unser Handelsgeschäft sehr zufriedenstellend. Die außergewöhnlich starke Performance von 2019 konnten wir allerdings nicht wiederholen. Dementsprechend war das bereinigte Segment-EBITDA mit 322 Mio. € relativ hoch und dennoch deutlich niedriger als im Vorjahr (461 Mio.€).
Kohle/Kernenergie: Das bereinigte EBITDA hat sich hier um 182 Mio.€ auf 310 Mio.€ verbessert. Ein Grund dafür war, dass wir mit unseren Braunkohle- und Kernkraftwerken höhere Margen erzielten als 2019. Die Erzeugung dieser Anlagen hatten wir bereits in Vorjahren nahezu vollständig auf Termin verkauft. Ein weiterer positiver Effekt ergab sich dadurch, dass wir im September 2019 die Minderheitsanteile von E.ON an den Kernkraftwerken Gundremmingen und Emsland übernommen haben.

Bereinigtes EBIT

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in Mio.€ Jan - Jun 2020 Jan - Jun 2019 +/- Jan - Dez 2019
Offshore Wind 401 154 247 377
Onshore Wind/Solar 85 40 45 59
Wasser / Biomasse / Gas 155 62 93 342
Energiehandel 300 441 -141 691
Sonstige, Konsolidierung -8 -37 29 -128
Kerngeschäft 933 660 273 1.341
Kohle / Kernenergie 155 -43 198 -74
RWE-Konzern 1.088 617 471 1.267

Unser bereinigtes EBIT belief sich im ersten Halbjahr 2020 auf 1.088 Mio.€. Damit lag es um 471 Mio.€ bzw. 76% über dem Vergleichswert für 2019. Vom bereinigten EBITDA unterscheidet es sich durch die betrieblichen Abschreibungen, die im Berichtszeitraum 719 Mio.€ betrugen (Vorjahr: 513 Mio.€).

Neutrales Ergebnis

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in Mio.€ Jan - Jun 2020 Jan - Jun 2019 +/- Jan - Dez 2019
Veräußerungsergebnis - 21 - 21 48
Ergebniseffekte aus der Bewertung von Derivaten und Vorräten 739 - 431 1.170 81
Sonstige - 77 - 42 - 35 - 1.210
Neutrales Ergebnis 662 -452 1.114 -1.081

Das neutrale Ergebnis, in dem wir bestimmte nicht operative oder aperiodische Sachverhalte erfassen, lag bei 662 Mio.€ und damit deutlich über dem Vorjahreswert (- 452 Mio.€). Zuzuordnen ist das im Wesentlichen der Position "Ergebniseffekte aus der Bewertung von Derivaten und Vorräten". Hier erfassen wir vorläufige Gewinne oder Verluste, die dadurch entstehen, dass Finanzinstrumente zur Absicherung von Preisrisiken gemäß IFRS mit ihren Marktwerten am jeweiligen Stichtag zu bilanzieren sind, während die abgesicherten Grundgeschäfte erst bei ihrer Realisierung erfolgswirksam erfasst werden dürfen. Diese Asymmetrie führte im ersten Halbjahr 2020 zu einem hohen positiven, im Vorjahreszeitraum dagegen zu einem hohen negativen Ergebnisbeitrag.

Finanzergebnis

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in Mio.€ Jan - Jun 2020 Jan - Jun 2019 +/- Jan - Dez 2019
Zinserträge 248 91 157 185
Davon: E.ON-Dividende 182 - 182 -
Zinsaufwendungen -168 -119 -49 -258
Zinsergebnis 80 -28 108 -73
Zinsanteile an Zuführungen zu langfristigen Rückstellungen -151 -213 62 -881
Davon: Zinsanteile an Zuführungen zu Bergbaurückstellungen -122 -56 -66 -581
Übriges Finanzergebnis -233 9 -242 16
Finanzergebnis -304 -232 -72 - 938

Unser Finanzergebnis betrug -304 Mio.€. Gegenüber 2019 hat es sich um 72 Mio.€ verschlechtert. Im Einzelnen ergaben sich folgende Veränderungen:

Das Zinsergebnis verbesserte sich um 108 Mio.€ auf 80 Mio.€. Hauptgrund dafür war, dass wir für unsere Beteiligung an E.ON, die wir 2019 übernommen haben und die aktuell bei 15% liegt, erstmals eine Dividende vereinnahmt haben. Gegenläufig wirkte ein Anstieg der Zinsbelastungen. Dazu beigetragen hat die Übernahme des Erneuerbare-Energien-Geschäfts von E.ON, denn dadurch weisen wir erstmals Zinsaufwendungen aus, die bei der Finanzierung von Onshore-Windparks in den USA anfallen.
Die Zinsanteile an Zuführungen zu langfristigen Rückstellungen minderten das Ergebnis um 151 Mio.€ (Vorjahr: 213 Mio.€). Im Berichtszeitraum ergab sich eine Einmalbelastung aus einer Absenkung des zur Berechnung der Bergbaurückstellungen verwendeten Diskontierungszinssatzes: Der durch die Zinsanpassung verursachte Anstieg der Verpflichtungsbarwerte ist zum Teil als Aufwand in den Zinsanteilen berücksichtigt worden. Im Vorjahr hatte ein vergleichbarer Effekt bei den Kernenergierückstellungen das Ergebnis noch stärker gemindert.
Das "Übrige Finanzergebnis" verschlechterte sich um 242 Mio.€ auf -233 Mio.€. Durch die coronabedingten Turbulenzen an den Kapitalmärkten haben wir mit unserem Wertpapierportfolio Verluste erlitten, nachdem wir im Vorjahreszeitraum noch Kursgewinne erzielt hatten. Außerdem führten ungünstige Entwicklungen von Zinsen und Wechselkursen zu Ergebnisbelastungen aus Finanzgeschäften.

Aufgrund der genannten Entwicklungen weisen wir für unsere fortgeführten Aktivitäten ein Ergebnis vor Steuern von 1.446 Mio.€ aus (Vorjahr: -67 Mio.€). Die Ertragsteuern beliefen sich auf 449 Mio.€, was einer Steuerquote von 31% entspricht. Dieser relativ hohe Wert ergibt sich dadurch, dass wir im Organkreis der RWE AG zurzeit keine latenten Steuern aktivieren können, soweit ihnen nicht latente Steuerverbindlichkeiten gegenüberstehen. Aktive latente Steuern sind ein Anspruch auf künftige Steuerermäßigungen, der aus Unterschieden im Ansatz und/oder in der Bewertung von Vermögensgegenständen und Schulden zwischen der Steuerbilanz und der IFRS-Bilanz resultiert. Die Aktivierung latenter Steuern setzt voraus, dass in späteren Geschäftsjahren steuerliche Gewinne anfallen, die eine Nutzung der Steuerermäßigungen erlauben. Für den Organkreis der RWE AG lässt sich das zum heutigen Zeitpunkt nicht mit hinreichender Sicherheit sagen. Nach Steuern erzielten wir mit unseren fortgeführten Aktivitäten ein Ergebnis von 997 Mio.€ (Vorjahr: 84 Mio.€).

Das Ergebnis der nicht fortgeführten Aktivitäten betrug 50 Mio.€. Es stammt aus unserer Beteiligung am slowakischen Energieversorger VSE, die wir 2019 von innogy übernommen haben und möglichst bald an E.ON weitergeben wollen (siehe Geschäftsbericht 2019, Seite 45). Der Vorjahreswert (1.311 Mio.€) enthielt noch den Ergebnisbeitrag der gesamten nicht fortgeführten innogy-Aktivitäten, die - von VSE abgesehen - im September 2019 veräußert worden sind.

Die Ergebnisanteile anderer Gesellschafter haben sich um 513 Mio.€ auf 37 Mio.€ verringert. Hintergrund ist, dass wir uns im September 2019 von unserer 76,8%-Beteiligung an innogy getrennt haben.

Seit dem Frühjahr 2019 steht keine Hybridanleihe von RWE mehr aus, die gemäß IFRS als Eigenkapital zu klassifizieren wäre. Dementsprechend beliefen sich die Ergebnisanteile von Hybridkapitalgebern auf null. Im Vorjahr hatten wir dagegen noch Anteile von 15 Mio.€ ausgewiesen. Sie entfielen auf eine Hybridanleihe in Höhe von 750 Mio.£, die wir zum 20. März 2019 abgelöst haben.

Das Nettoergebnis des RWE-Konzerns betrug 1.010 Mio.€ (Vorjahr: 830 Mio.€). Bei 614,7 Mio. ausstehenden RWE-Aktien entspricht das einem Ergebnis je Aktie von 1,64€ (Vorjahr: 1,35€).

Das bereinigte Nettoergebnis belief sich auf 795 Mio.€. Vom IFRS-Nettoergebnis unterscheidet es sich dadurch, dass das von Sondersachverhalten geprägte neutrale Ergebnis und weitere wesentliche Sondereinflüsse herausgerechnet werden. Für 2019 haben wir kein bereinigtes Nettoergebnis ermittelt, da es wegen der erheblichen Einmaleffekte aus dem Tauschgeschäft mit E.ON nur begrenzt aussagefähig gewesen wäre.

Überleitung zum Nettoergebnis

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in Mio.€ Jan - Jun 2020 Jan - Jun 2019 +/- Jan - Dez 2019
Bereinigtes EBITDA 1.807 1.130 677 2.489
Betriebliche Abschreibungen -719 -513 -206 -1.222
Bereinigtes EBIT 1.088 617 471 1.267
Neutrales Ergebnis 662 -452 1.114 -1.081
Finanzergebnis -304 -232 -72 -938
Ergebnis fortgeführter Aktivitäten vor Steuern 1.446 -67 1.513 -752
Ertragsteuern -449 151 -600 92
Ergebnis fortgeführter Aktivitäten 997 84 913 -660
Ergebnis nicht fortgeführter Aktivitäten 50 1.311 -1.261 9.816
Ergebnis 1.047 1.395 -348 9.156
Davon:
Ergebnisanteile anderer Gesellschafter 37 550 -513 643
Ergebnisanteile der Hybridkapitalgeber der RWE AG - 15 -15 15
Nettoergebnis/Ergebnisanteile der Aktionäre der RWE AG 1.010 830 180 8.498
Bereinigtes Nettoergebnis 795 - - -

Überleitung zum bereinigten Nettoergebnis Januar - Juni 2020

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in Mio.€ Ursprüngliche Werte Bereinigung Bereinigte Werte
Bereinigtes EBIT 1.088 - 1.088
Neutrales Ergebnis 662 -662 -
Finanzergebnis -304 164 -140
Ergebnis fortgeführter Aktivitäten vor Steuern 1.446 -498 948
Ertragsteuern -449 307 -142
Ergebnis fortgeführter Aktivitäten 997 -191 806
Ergebnis nicht fortgeführter Aktivitäten 50 -50 -
Ergebnis 1.047 -241 806
Davon:
Ergebnisanteile anderer Gesellschafter 37 -26 11
Nettoergebnis/Ergebnisanteile der Aktionäre der RWE AG 1.010 -215 795

Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte¹

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in Mio.€ Jan - Jun 2020 Jan - Jun 2019 +/- Jan - Dez 2019
Offshore Wind 314 161 153 492
Onshore Wind/Solar 521 170 351 752
Wasser / Biomasse / Gas 61 89 -28 212
Energiehandel 16 8 8 29
Sonstige, Konsolidierung -1 -1 - -3
Kerngeschäft 911 427 484 1.482
Kohle/Kernenergie 77 120 -43 281
RWE-Konzern 988 547 441 1.7672

1 In der Tabelle sind ausschließlich zahlungswirksame Investitionen erfasst. Die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst.

2 Inklusive Konsolidierungseffekt von 4 Mio.€ zwischen dem Kerngeschäft und dem Segment Kohle/Kernenergie

Investitionen in Finanzanlagen¹

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in Mio.€ Jan - Jun 2020 Jan - Jun 2019 +/- Jan - Dez 2019
Offshore Wind 2 - 2 -
Onshore Wind/Solar 19 11 8 46
Wasser / Biomasse / Gas 117 2 115 2
Energiehandel 6 - 6 68
Sonstige, Konsolidierung -92 - -92 -112
Kerngeschäft 52 13 39 4
Kohle/Kernenergie - - - -
RWE-Konzern 52 13 39 4

1 In der Tabelle sind ausschließlich zahlungswirksame Investitionen erfasst. Die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst.

Investitionen um 86% höher als 2019

Im ersten Halbjahr 2020 haben wir 1.040 Mio.€ investiert (Vorjahr: 560 Mio.€). Anders als in der Vergangenheit stellen wir in unserer Finanzberichterstattung nur noch auf die zahlungswirksamen Investitionen ab. Für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte haben wir 988 Mio.€ eingesetzt und damit wesentlich mehr als 2019 (547 Mio.€). Dazu beigetragen hat die erstmalige Einbeziehung der Investitionen im Erneuerbare-Energien-Geschäft, das wir von E.ON erhalten haben. Aber auch ohne diesen Effekt kommen wir auf ein deutliches Plus, weil wir zurzeit die großen Offshore-Windparks Triton Knoll vor der Küste Englands und Kaskasi nahe Helgoland bauen. Unsere Finanzanlageinvestitionen beliefen sich auf 52 Mio.€ (Vorjahr: 13 Mio.€). Wichtigste Transaktion war der Erwerb des britischen Gaskraftwerks King's Lynn, über den wir auf Seite 5 berichten. Der negative Wert (-92 Mio.€) unter "Sonstige, Konsolidierung" ist auf nachträgliche Anpassungen bei der Erstkonsolidierung des 2019 übernommenen Erneuerbare-Energien-Geschäfts von E.ON zurückzuführen.

Kapitalflussrechnung¹

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in Mio.€ Jan - Jun 2020 Jan - Jun 2019 +/- Jan - Dez 2019
Funds from Operations 1.002 -268 1.270 1.809
Veränderung des Nettoumlaufvermögens 169 -868 1.037 -2.786
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit fortgeführter Aktivitäten 1.171 -1.136 2.307 -977
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit fortgeführter Aktivitäten -95 1.558 -1.653 474
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit fortgeführter Aktivitäten -807 -615 -192 189
Einfluss von Wechselkurs- und sonstigen Wertänderungen auf die flüssigen Mittel -80 8 -88 13
Veränderung der flüssigen Mittel 189 -185 374 -301
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit fortgeführter Aktivitäten 1.171 -1.136 2.307 -977
Abzüglich Investitionen -1.040 -560 -480 -1.771
Zuzüglich Desinvestitionen/Anlagenabgänge 117 49 68 695
Free Cash Flow 248 -1.647 1.895 -2.053

1 Sämtliche Positionen beziehen sich ausschließlich auf die fortgeführten Aktivitäten.

Operativer Cash Flow spiegelt gute operative Ertragslage wider

Aus der laufenden Geschäftstätigkeit unserer fortgeführten Aktivitäten resultierte ein Cash Flow von 1.171 Mio.€ (Vorjahr: -1.136 Mio.€). Die deutliche Verbesserung gegenüber 2019 ist zum einen auf die gute operative Ertragslage zurückzuführen. Zum anderen war der Vorjahreswert durch Mittelabflüsse aus der Realisierung von Commodity-Termingeschäften belastet, die wir im Bericht über das erste Halbjahr 2019 auf Seite 19 erläutert haben.

Durch die Investitionstätigkeit fortgeführter Aktivitäten sind 95 Mio.€ abgeflossen. Ausschlaggebend dafür war unser Mitteleinsatz für Sach- und Finanzanlagen, während Einnahmen aus Wertpapierverkäufen gegenläufig wirkten. Letztere waren im Vorjahrszeitraum noch wesentlich höher ausgefallen und hatten maßgeblich dazu beigetragen, dass wir einen positiven Cash Flow aus der Investitionstätigkeit von 1.558 Mio.€ erzielten.

Die Finanzierungstätigkeit fortgeführter Aktivitäten führte zu einem Mittelabfluss von 807 Mio.€ (Vorjahr: 615 Mio.€). Im Berichtszeitraum haben wir mehr Finanzschulden getilgt als neu aufgenommen. Unsere Ausschüttungen an Miteigentümer vollkonsolidierter RWE-Gesellschaften fielen mit 19 Mio.€ kaum ins Gewicht. Die Dividendenzahlung an unsere Aktionäre hatte noch keine Auswirkungen auf die Kapitalflussrechnung, da sie zum 1. Juli erfolgte.

Aufgrund der dargestellten Zahlungsströme aus der Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit ist unser Liquiditätsbestand um 189 Mio.€ gestiegen.

Der Free Cash Flow spiegelte den stark erhöhten operativen Mittelzufluss wider. Mit 248 Mio.€ lag er deutlich über dem Vorjahreswert (-1.647 Mio.€).

Nettoschulden¹

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in Mio.€ 30.06.2020 31.12.2019 +/-
Flüssige Mittel 3.381 3.192 189
Wertpapiere 2.579 3.523 -944
Sonstiges Finanzvermögen 2.798 2.383 415
Finanzvermögen 8.758 9.098 -340
Anleihen, Schuldscheindarlehen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Commercial Paper 2.458 2.466 -8
Währungskurssicherung von Anleihen 6 7 -1
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 3.893 3.147 746
Finanzverbindlichkeiten 6.357 5.620 737
Abzüglich 50% des als Fremdkapital ausgewiesenen Hybridkapitals -560 -562 2
Nettofinanzvermögen (inklusive Korrektur Hybridkapital) 2.961 4.040 -1.079
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 3.509 3.446 63
Aktivisch ausgewiesenes Nettovermögen bei fondsgedeckten Pensionsverpflichtungen -406 -153 -253
Rückstellungen für Entsorgung im Kernenergiebereich 6.600 6.723 -123
Rückstellungen für den Rückbau von Windparks 1.043 951 92
Nettoschulden fortgeführter Aktivitäten 7.785 6.927 858
Nettoschulden nicht fortgeführter Aktivitäten 247 232 15
Nettoschulden 8.032 7.159 873

1 Neue Definition der Nettoschulden (siehe Erläuterung im Text); darüber hinaus geänderte Vorjahreszahlen aufgrund nachträglicher Anpassungen bei der Erstkonsolidierung des 2019 übernommenen Erneuerbare-Energien-Geschäfts von E.ON

Nettoschulden auf 8,0 Mrd.€ gestiegen

Unsere Nettoschulden beliefen sich zum 30. Juni 2020 auf 8.032 Mio.€. Davon entfallen 7.785 Mio.€ auf unsere fortgeführten Aktivitäten und 247 Mio.€ auf die zum Verkauf stehende Beteiligung am slowakischen Energieversorger VSE. In der Finanzberichterstattung über das laufende Geschäftsjahr grenzen wir die Nettoschulden neu ab. Unsere Bergbaurückstellungen, die hauptsächlich die Verpflichtungen zur Rekultivierung von Tagebauflächen abbilden, sind darin nicht mehr erfasst. Ebenso bleiben sämtliche Aktiva unberücksichtigt, mit denen wir die Bergbaurückstellungen decken, z. B. unser Anspruch auf staatliche Entschädigung für den Braunkohleausstieg in Höhe von 2,6 Mrd.€. Die Vorjahreszahlen haben wir entsprechend angepasst. Trotz hoher operativer Mittelzuflüsse sind unsere Nettoschulden gegenüber dem 31. Dezember 2019 um 873 Mio.€ gestiegen. Eine Rolle spielte dabei die verstärkte Investitionstätigkeit. Auch der Dividendenbeschluss der Hauptversammlung vom 26. Juni 2020 schlug sich schuldenerhöhend nieder: Die Ausschüttungen in Höhe von 492 Mio.€ erfolgten zwar erst zum 1. Juli 2020, wurden im Halbjahresabschluss aber bereits als Finanzverbindlichkeit erfasst.

Konzernbilanzstruktur¹

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30.06.2020 31.12.2019
in Mio.€ in% in Mio.€ in%
--- --- --- --- ---
Aktiva
Langfristiges Vermögen 35.723 57,4 35.776 55,9
Davon:
Immaterielle Vermögenswerte 4.633 7,4 4.862 7,6
Sachanlagen 19.087 30,7 18.964 29,6
Kurzfristiges Vermögen 26.476 42,6 28.241 44,1
Davon:
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.366 3,8 3.621 5,7
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 15.794 25,4 15.311 23,9
Wertpapiere 2.305 3,7 3.258 5,1
Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte 1.469 2,4 1.274 2,0
Gesamt 62.199 100,0 64.017 100,0
Passiva
Eigenkapital 16.521 26,6 17.474 27,3
Langfristige Schulden 27.205 43,7 26.937 42,1
Davon:
Rückstellungen 18.898 30,4 18.937 29,6
Finanzverbindlichkeiten 4.151 6,7 3.924 6,1
Kurzfristige Schulden 18.473 29,7 19.606 30,6
Davon:
Rückstellungen 2.219 3,6 2.638 4,1
Finanzverbindlichkeiten 2.200 3,5 1.689 2,6
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.103 3,4 2.987 4,7
Übrige Verbindlichkeiten 11.414 18,4 11.782 18,4
Zur Veräußerung bestimmte Schulden 537 0,9 510 0,8
Gesamt 62.199 100,0 64.017 100,0

1 Geänderte Vorjahreszahlen infolge nachträglicher Anpassungen bei der Erstkonsolidierung des 2019 übernommenen Erneuerbare-Energien-Geschäfts von E.ON

Halbjahresbilanz: Eigenkapitalquote von 26,6%

Im Halbjahresabschluss weisen wir für den RWE-Konzern eine Bilanzsumme von 62,2 Mrd.€ aus. Dieser Wert ist um 1,8 Mrd.€ niedriger als zum Vorjahresende. Rückgänge verzeichnen wir insbesondere bei unserem Wertpapierbestand (-1,0 Mrd.€) sowie den Forderungen (-1,3 Mrd.€) und Verbindlichkeiten (-0,9 Mrd.€) aus Lieferungen und Leistungen. Verringert hat sich auch das Eigenkapital, und zwar um 1,0 Mrd.€ auf 16,5 Mrd.€. Sein Anteil an der Bilanzsumme (Eigenkapitalquote) beträgt 26,6 % und ist damit etwas niedriger als 2019 (27,3 %). Unsere Beteiligung am slowakischen Energieversorger VSE und der inzwischen verkaufte Holzpellet-Produzent Georgia Biomass Holding sind unter den Bilanzposten "Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte" (1,5 Mrd.€) und "Zur Veräußerung bestimmte Schulden" (0,5 Mrd.€) gesondert erfasst.

Mitarbeiter¹

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30.06.2020 31.12.2019 +/-
Offshore Wind 1.076 1.016 60
Onshore Wind/Solar 2.456 2.462 - 6
Wasser / Biomasse / Gas 2.811 2.893 - 82
Energiehandel 1.696 1.633 63
Sonstige2 357 314 43
Kerngeschäft 8.396 8.318 78
Kohle / Kernenergie 11.314 11.474 - 160
RWE-Konzern 19.710 19.792 -82

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1 Umgerechnet in Vollzeitstellen
2 Die Position umfasst zurzeit ausschließlich die Beschäftigten der Holdinggesellschaft RWE AG.

Personalbestand geringfügig unter Vorjahr

Zum 30. Juni 2020 beschäftigte der RWE-Konzern mit seinen fortgeführten Aktivitäten 19.710 Mitarbeiter, davon 14.878 an deutschen und 4.832 an ausländischen Standorten. Bei der Ermittlung dieser Zahlen wurden Teilzeitstellen anteilig berücksichtigt. Gegenüber Ende 2019 hat sich der Personalbestand um 82 Mitarbeiter verringert. Den größten Rückgang verzeichneten wir im Segment Kohle/Kernenergie: Dort haben 160 Beschäftigte den Konzern verlassen, u.a. im Rahmen von Altersteilzeitprogrammen. In unserem Kerngeschäft sind dagegen 78 Stellen hinzugekommen. Großprojekte wie der Bau des britischen Nordsee-Windparks Triton Knoll trugen maßgeblich dazu bei. Außerdem benötigen wir zusätzliche Mitarbeiter für die Weiterentwicklung der IT-Infrastruktur des Konzerns. Dies führte vor allem im Segment Energiehandel zu Neueinstellungen.

Prognose 2020

IWF erwartet Rückgang der globalen Wirtschaftsleistung um 5 %

Angesichts der Corona-Krise haben Konjunkturexperten ihre Wachstumserwartungen für 2020 deutlich nach unten angepasst. Da ungewiss ist, wie erfolgreich das Virus bekämpft werden kann und wie lange das öffentliche Leben eingeschränkt bleibt, weisen die aktuellen Schätzungen eine große Schwankungsbreite auf. Bei der globalen Wirtschaftsleistung reichen sie von -2% bis -6%. Die aktuelle Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) beträgt -5%. Für Deutschland veranschlagen die Konjunkturforscher des IWF einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 8%. Ihre derzeitigen Schätzungen für die Niederlande (-7%), Großbritannien (-10%) und die USA (-8%) liegen in ähnlicher Größenordnung.

Stromverbrauch wesentlich niedriger als 2019

Mit der Wirtschaftsleistung wird auch der Stromverbrauch weit hinter dem Niveau von 2019 zurückbleiben. Auf Basis der Konjunkturprognose des IWF rechnen wir für die oben genannten RWE-Kernmärkte aktuell mit Rückgängen von 4% bis 7%. Wie bereits erläutert, hat die Corona-Krise auch die Notierungen im Stromgroßhandel unter Druck gebracht. Im zweiten Quartal haben sich die Preise an den Terminmärkten allerdings wieder etwas erholt.

Nur geringe Auswirkungen der Corona-Krise auf die diesjährige Ertragslage

Auf unsere diesjährige Ertragslage hat die beschriebene Entwicklung nur sehr begrenzten Einfluss, denn wir haben unsere Stromproduktion für 2020 bereits nahezu vollständig zu fixen Konditionen auf Termin verkauft. Diese Transaktionen sind mit bis zu dreijährigem Vorlauf getätigt worden. Leichte Ergebniseinbußen erwarten wir durch Lockdown-Maßnahmen in den USA, die dazu führen, dass einige neue Windparks erst später in Betrieb gehen und 2020 deshalb niedrigere Ergebnisbeiträge liefern. Angesichts der im ersten Quartal erlittenen Verluste in unserem Wertpapierportfolio dürften sich auch im Finanzergebnis Folgen der Corona-Krise zeigen.

Ausblick

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in Mio.€ Ist 2019 Prognose 2020
Bereinigtes EBITDA 2.489 2.700-3.000
Davon:
Kerngeschäft 2.183 2.150-2.450
Davon:
Offshore Wind 614 900 - 1.100
Onshore Wind/Solar 295 500-600
Wasser / Biomasse / Gas 672 550-650
Energiehandel 731 150-350
Kohle / Kernenergie 306 500-600
Bereinigtes EBIT 1.267 1.200 - 1.500
Bereinigtes Nettoergebnis - 850 - 1.150

RWE-Konzern bekräftigt Ergebnisprognose für 2020

Trotz der coronabedingten Belastungen bestätigen wir unsere im März veröffentlichte Ergebnisprognose für 2020 (siehe Geschäftsbericht 2019, Seite 94f.). Für den Konzern erwarten wir unverändert ein bereinigtes EBITDA von 2.700 bis 3.000 Mio.€ (davon Kerngeschäft: 2.150 bis 2.450 Mio.€) und ein bereinigtes EBIT von 1.200 bis 1.500 Mio.€. In Anbetracht der starken Handelsperformance im ersten Halbjahr rechnen wir sogar damit, im oberen Bereich der genannten Bandbreiten abzuschließen. Das um Sondereinflüsse bereinigte Nettoergebnis veranschlagen wir weiterhin auf 850 bis 1.150 Mio.€. Neben der positiven operativen Entwicklung kommen hier die erwähnten negativen Einflüsse der Corona-Krise auf das Finanzergebnis zum Tragen. Ebenfalls Bestand haben unsere EBITDA-Prognosen für die einzelnen Segmente.

Sachinvestitionen deutlich über Vorjahr

Bekräftigen können wir auch den Ausblick zu den Investitionen. Unsere Ausgaben für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte werden wesentlich höher sein als 2019 (1.767 Mio.€), u.a. weil wir das von E.ON erhaltene Erneuerbare -Energien-Geschäft erstmals mit vollen zwölf Monaten in den Konzernzahlen berücksichtigen. Aber auch ohne diesen Effekt dürften die Sachinvestitionen in unserem Kerngeschäft steigen, vor allem wegen der Offshore-Windkraft-Projekte Triton Knoll und Kaskasi. Außerhalb des Kerngeschäfts im Segment Kohle/Kernenergie planen wir Sachinvestitionen von 200 bis 300 Mio.€, die im Wesentlichen der Instandhaltung unserer Kraftwerke und Tagebaue dienen.

Leverage Factor: Obergrenze von 3,0 wird voraussichtlich eingehalten

Eine wichtige Steuerungsgröße für uns ist das Verhältnis der Nettoschulden zum bereinigten EBITDA des Kerngeschäfts (Leverage Factor). Bei der Ermittlung dieser Kennzahl verwenden wir eine neue Definition der Nettoschulden, die wir auf Seite 20 erläutern. Wir haben für den Leverage Factor eine langfristige Obergrenze von 3,0 festgelegt und sind zuversichtlich, diese Grenze im laufenden Geschäftsjahr einhalten zu können. Bei einer ungünstigen Entwicklung von Marktparametern, z. B. Commodity-Preisen oder Zinsen, lässt sich allerdings nicht ausschließen, dass wir vorübergehend einen etwas höheren Wert als 3,0 ausweisen.

Aktuelle Einschätzung der Risikolage

Erhöhte Risiken bei Fortdauer der Corona-Krise - größere Planungssicherheit durch Kohleausstiegsgesetz

Über den Aufbau und die Prozesse unseres Risikomanagements, die zuständigen Organisationseinheiten, die wesentlichen Risiken und Chancen sowie unsere Maßnahmen zur Steuerung und Überwachung von Risiken informieren wir im Geschäftsbericht 2019 auf Seite 84ff. Diese Darstellung gibt unseren Kenntnisstand vom Februar 2020 wieder. Neue Erkenntnisse und Risikoeinschätzungen haben sich in erster Linie durch die Corona-Krise und die Verabschiedung des deutschen Kohleausstiegsgesetzes ergeben.

Wie auf Seite 23 dargelegt, wird die Corona-Pandemie wohl nur geringe Auswirkungen auf die diesjährige Ertragslage haben. Größere Risiken drohen, falls es weitere Infektionswellen gibt und sich die Erholung der Wirtschaft verzögert. Dies könnte sich in unterschiedlicher Weise auf RWE auswirken. Ein auf längere Sicht geringer Energieverbrauch in Verbindung mit niedrigen Strommarktpreisen würde die Ertragskraft unseres Erzeugungsportfolios mindern. Lockdown-Maßnahmen und krankheitsbedingte Ausfälle können betriebliche Abläufe beeinträchtigen und die Fertigstellung neuer Windkraft- und Solaranlagen verzögern. Daneben besteht die Gefahr weiterer Krisen an den Finanzmärkten mit der Folge von Kursverlusten in unserem Beteiligungsportfolio, Einbußen beim Pensionsvermögen und einem stark erschwerten Zugang zu frischem Kapital. Bei einer höheren Volatilität an den Finanz- und Commodity-Märkten müssten wir zudem in größerem Umfang Sicherheiten stellen, wenn wir Terminkontrakte schließen. Außerdem dürften sich die Kreditrisiken erhöhen, denen wir durch unsere Geschäftsbeziehungen mit Großkunden, Lieferanten, Handelspartnern und Finanzinstituten ausgesetzt sind.



Trotz dieser Risiken ist der RWE-Konzern krisenfest aufgestellt. Durch frühzeitige Stromterminverkäufe begrenzen wir Preis- und Mengenrisiken für unser Erzeugungsportfolio. Stabilisierend wirkt auch der hohe Anteil regulierter Erträge im Erneuerbare-Energien-Geschäft. Selbst bei erneuten Turbulenzen an den Finanzmärkten und Schwierigkeiten bei der Aufnahme von Fremdkapital gehen wir davon aus, dass wir stets über ausreichend Liquidität zur Deckung unseres Finanzbedarfs verfügen werden. Zur letzten Absicherung dient uns eine syndizierte Kreditlinie über 5 Mrd.€, die wir bislang nicht in Anspruch nehmen mussten. Die Aufrechterhaltung der betrieblichen Abläufe gewährleisten wir durch Präventivmaßnahmen und Notfallpläne, die sich bereits bei der ersten Corona-Welle bewährt haben.



Wie im Geschäftsbericht 2019 auf Seite 86ff. dargestellt, teilen wir unsere Risiken nach ihren Ursachen in sieben Klassen ein. Für jede dieser Klassen nehmen wir eine Risikoeinstufung vor, bei der wir uns am höchsten Einzelrisiko orientieren. Wir unterscheiden dabei nach den Kategorien "gering", "mittel" und "hoch". Die Gefahren einer Fortdauer der Corona-Krise betreffen vor allem die "Marktrisiken", die "finanzwirtschaftlichen Risiken" und die "operativen Risiken". Dennoch ordnen wir die drei Risikoklassen weiterhin der Kategorie "mittel" zu.
Anfang 2020 hat sich die Bundesregierung mit den betroffenen Ländern und Unternehmen über den Fahrplan des deutschen Braunkohleausstiegs und über die Höhe der Kompensationen geeinigt. Die getroffenen Vereinbarungen sind in das vom Deutschen Bundestag und Bundesrat Anfang Juli verabschiedete Kohleausstiegsgesetz eingeflossen (siehe Seite 7 f.). Ein korrespondierender öffentlich- rechtlicher Vertrag, der den Unternehmen Vertrauensschutz gewähren soll, ist endverhandelt und liegt dem Bundestag zur Zustimmung vor. Das Inkrafttreten des Gesamtpakets steht allerdings noch unter dem Vorbehalt der beihilferechtlichen Genehmigung durch die EU-Kommission. Obwohl die zugesagten staatlichen Kompensationen deutlich unter unserem tatsächlichen Schaden liegen, begrüßen wir das Kohleausstiegsgesetz, denn es schafft klare Rahmenbedingungen für den Kohleausstieg. Unsere regulatorischen und politischen Risiken haben sich dadurch insgesamt verringert. Wir stufen sie nun nicht mehr als "hoch", sondern als "mittel" ein. Unsicherheiten bestehen noch hinsichtlich der beihilferechtlichen Überprüfung der Entschädigung. Zudem lässt sich trotz der Absicherung durch den öffentlich-rechtlichen Vertrag nicht ausschließen, dass der Ausstiegsfahrplan und die Kompensationsregelungen von einer späteren Regierung zu unseren Lasten verändert werden. Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Szenarios halten wir allerdings für gering.

Risikokennzahlen im ersten Halbjahr 2020

Risiken aus kurzfristigen Schwankungen der Commodity-Preise und finanzwirtschaftliche Risiken steuern und überwachen wir u.a. anhand von Kennzahlen wie dem Value at Risk (VaR). Der VaR gibt an, welchen Wert der mögliche Verlust aus einer Risikoposition mit einer gegebenen Wahrscheinlichkeit in einem gegebenen Zeithorizont nicht überschreitet. Den VaR-Werten im RWE-Konzern liegt grundsätzlich ein Konfidenzniveau von 95% zugrunde; für die Positionen wird eine Haltedauer von einem Tag unterstellt. Das bedeutet, dass der Tagesverlust den VaR mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% nicht überschreitet.

Im Handelsgeschäft von RWE Supply&Trading ist der VaR für Commodity-Positionen auf 40 Mio.€ begrenzt. Von Januar bis Juni 2020 belief er sich auf durchschnittlich 16 Mio.€ und war damit gleich hoch wie im Vorjahreszeitraum. Der höchste Tageswert betrug 21 Mio.€ (Vorjahr: 22 Mio.€).

Das Management unseres Gasportfolios und das LNG-Geschäft sind bei der RWE Supply&Trading in einer gesonderten Organisationseinheit gebündelt. Die VaR-Obergrenze für diese Aktivitäten beträgt 14 Mio.€. Im ersten Halbjahr 2020 kamen wir auf einen Durchschnittswert von 7 Mio.€ (Vorjahr: 6 Mio.€).

Ein bedeutender Risikofaktor im Finanzbereich ist die Entwicklung der Marktzinsen. Falls sie steigen, können bei Wertpapieren aus unserem Bestand Kursverluste eintreten. Dies gilt in erster Linie für festverzinsliche Anleihen. Der durchschnittliche VaR für das zinsbedingte Kursrisiko von Kapitalanlagen lag - wie im Vorjahr - bei 4 Mio.€. Mit den Zinsen erhöhen sich auch unsere Finanzierungskosten. Dieses Risiko messen wir mit dem Cash Flow at Risk (CFaR). Dabei legen wir ein Konfidenz niveau von 95% und eine Haltedauer von einem Jahr zugrunde. Unser CFaR fiel mit 29 Mio.€ vergleichsweise hoch aus (Vorjahr: 8 Mio.€). Ausschlaggebend dafür war eine stark gestiegene Volatilität der kurzfristigen Zinsen.

Zu den Wertpapieren in unserem Bestand zählen auch Aktien. Der VaR für das Kursrisiko bei diesen Papieren betrug 8 Mio.€ (Vorjahr: 5 Mio.€); nicht berücksichtigt ist hier der 15%-Anteil an E.ON.

RWE ist darüber hinaus Risiken aus Wechselkursschwankungen ausgesetzt. Gesellschaften, die operativ von der RWE AG geführt werden, lassen von ihr auch die Risiken aus Fremdwährungs-Cash Flows absichern. Der mittlere VaR für die aggregierte Fremdwährungsposition der RWE AG lag mit 2 Mio. € auf dem Niveau des Vorjahres.

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Halbjahresfinanzberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

Essen, 10. August 2020

Der Vorstand

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Schmitz Krebber

Konzernzwischenabschluss (verkürzt)

Gewinn- und Verlustrechnung

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in Mio.€ Apr - Jun 2020 Apr - Jun 20191 Jan - Jun 2020 Jan - Jun 20191
Umsatzerlöse (inklusive Erdgas-/Stromsteuer) 2.721 2.761 6.579 6.516
Erdgas-/Stromsteuer -49 -36 -104 -75
Umsatzerlöse2 2.672 2.725 6.475 6.441
Materialaufwand -1.583 -2.499 -3.647 -5.165
Personalaufwand -559 -517 -1.130 -1.040
Abschreibungen -377 -259 -735 -513
Sonstiges betriebliches Ergebnis 138 87 598 275
Ergebnis aus at-Equity-bilanzierten Beteiligungen 69 103 178 165
Übriges Beteiligungsergebnis 10 -27 11 2
Finanzerträge 523 205 962 405
Finanzaufwendungen -460 -338 -1.266 -637
Ergebnis fortgeführter Aktivitäten vor Steuern 433 -520 1.446 -67
Ertragsteuern -159 229 -449 151
Ergebnis fortgeführter Aktivitäten 274 -291 997 84
Ergebnis nicht fortgeführter Aktivitäten 20 298 50 1.311
Ergebnis 294 7 1.047 1.395
Davon: Ergebnisanteile anderer Gesellschafter 12 138 37 550
Davon: Ergebnisanteile der Hybridkapitalgeber der RWE AG 15
Davon: Nettoergebnis/Ergebnisanteile der Aktionäre der RWE AG 282 -131 1.010 830
Unverwässertes und verwässertes Ergebnis je Aktie in€ 0,46 -0,21 1,64 1,35
Davon: aus fortgeführten Aktivitäten in€ 0,45 -0,49 1,60 0,03
Davon: aus nicht fortgeführten Aktivitäten in€ 0,01 0,28 0,04 1,32

1 Angepasste Werte: Durch die Umsetzung der IFRS-IC-Agenda-Entscheidung "Failed-own-Use" wurden die Umsatzerlöse und die Materialaufwendungen des ersten Halbjahres 2019 um 524 Mio.€ bzw. 354 Mio.€ verringert; zum Hintergrund siehe Geschäftsbericht 2019, Seite 116.

2 Eine Darstellung der Umsatzerlöse nach Produkten und Segmenten findet sich auf Seite 12 im Lagebericht.

Gesamtergebnisrechnung

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Beträge nach Steuern in Mio.€ Apr - Jun 2020 Apr - Jun 2019 Jan - Jun 2020 Jan - Jun 2019
Ergebnis 294 7 1.047 1.395
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste leistungsorientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen -338 -524 103 -606
Anteilig erfasste Erträge und Aufwendungen at-Equity-bilanzierter Beteiligungen -26 -1 -26 -1
Marktbewertung von Eigenkapitalinstrumenten 277 1 112 105
Im Eigenkapital direkt erfasste Erträge und Aufwendungen, die nicht erfolgswirksam umzugliedern sind -87 -524 189 -502
Unterschied aus der Währungsumrechnung -150 -63 -535 42
Marktbewertung von Fremdkapitalinstrumenten 32 30 -3 64
Marktbewertung von Finanzinstrumenten in Sicherungsbeziehung 161 948 278 -396
Anteilig erfasste Erträge und Aufwendungen at-Equity-bilanzierter Beteiligungen -2
Im Eigenkapital direkt erfasste Erträge und Aufwendungen, die zukünftig erfolgswirksam umzugliedern sind 43 915 -262 -290
Im Eigenkapital direkt erfasste Erträge und Aufwendungen (Other Comprehensive Income) -44 391 -73 -792
Summe der erfassten Erträge und Aufwendungen (Total Comprehensive Income) 250 398 974 603
Davon: auf Aktionäre der RWE AG entfallend 262 364 973 206
Davon: auf Hybridkapitalgeber der RWE AG entfallend 15
Davon: auf andere Gesellschafter entfallend -12 34 1 382

Bilanz

Aktiva

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in Mio.€ 30.06.2020 31.12.20191
Langfristiges Vermögen
Immaterielle Vermögenswerte 4.633 4.862
Sachanlagen 19.087 18.964
At-Equity-bilanzierte Beteiligungen 3.104 3.221
Übrige Finanzanlagen 4.545 4.354
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 3.965 3.669
Latente Steuern 389 706
35.723 35.776
Kurzfristiges Vermögen
Vorräte 1.161 1.585
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.366 3.621
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 15.794 15.311
Wertpapiere 2.305 3.258
Flüssige Mittel 3.381 3.192
Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte 1.469 1.274
26.476 28.241
62.199 64.017

Passiva

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in Mio.€ 30.06.2020 31.12.20191
Eigenkapital
Anteile der Aktionäre der RWE AG 16.073 16.971
Anteile anderer Gesellschafter 448 503
16.521 17.474
Langfristige Schulden
Rückstellungen 18.898 18.937
Finanzverbindlichkeiten 4.151 3.924
Übrige Verbindlichkeiten 2.133 1.912
Latente Steuern 2.023 2.164
27.205 26.937
Kurzfristige Schulden
Rückstellungen 2.219 2.638
Finanzverbindlichkeiten 2.200 1.689
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.103 2.987
Übrige Verbindlichkeiten 11.414 11.782
Zur Veräußerung bestimmte Schulden 537 510
18.473 19.606
62.199 64.017

1 Angepasste Vorjahreswerte aufgrund rückwirkender Anpassung bei der Erstkonsolidierung der übernommenen E.ON-Aktivitäten; siehe dazu Seite 35 im Anhang.

Kapitalflussrechnung

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in Mio.€ Jan - Jun 2020 Jan - Jun 2019
Ergebnis fortgeführter Aktivitäten 997 84
Abschreibungen/Zuschreibungen 681 512
Veränderung der Rückstellungen -541 -607
Latente Steuern/zahlungsunwirksame Erträge und Aufwendungen/Ergebnis aus dem Abgang von Anlagegegenständen und Wertpapieren -135 -257
Veränderung des Nettoumlaufvermögens 169 -868
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit fortgeführter Aktivitäten 1.171 -1.136
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit nicht fortgeführter Aktivitäten 14 -568
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit 1.185 -1.704
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit fortgeführter Aktivitäten1 -95 1.558
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit nicht fortgeführter Aktivitäten -21 -260
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit -116 1.298
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit fortgeführter Aktivitäten -807 -615
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit nicht fortgeführter Aktivitäten -7 -243
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit -814 -858
Zahlungswirksame Veränderung der flüssigen Mittel 255 -1.264
Einfluss von Wechselkurs- und sonstigen Wertänderungen auf die flüssigen Mittel -80 8
Veränderung der flüssigen Mittel 175 -1.256
Flüssige Mittel zum Anfang des Berichtszeitraums 3.212 5.225
Davon: als zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte ausgewiesen 20 1.702
Flüssige Mittel zum Anfang des Berichtszeitraums laut Konzernbilanz 3.192 3.523
Flüssige Mittel zum Ende des Berichtszeitraums 3.387 3.969
Davon: als zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte ausgewiesen 6 704
Flüssige Mittel zum Ende des Berichtszeitraums laut Konzernbilanz 3.381 3.265

1 Nach Erst-/Nachdotierung von Planvermögen in Höhe von 98 Mio.€ (Vorjahr: 42 Mio.€)

Veränderung des Eigenkapitals

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in Mio.€ Gezeichnetes Kapital und Kapital rücklage der RWE AG Gewinnrücklage und Bilanz gewinn Accumula-ted Other Comprehensive Income Anteile der Aktionäre der RWE AG Anteile der Hybridkapitalgeber der RWEAG Anteile anderer Gesellschafter
Stand: 01.01.2019 3.959 1.139 3.638 8.736 940 4.581
Kapitalauszahlung -869 -1
Dividendenzahlungen - 430 -430 -61 -445
Ergebnis 830 830 15 550
Other Comprehensive Income -351 -273 -624 - 168
Total Comprehensive Income 479 -273 206 15 382
Übrige Veränderungen -44 -874 -918 -25 34
Stand: 30.06.2019 3.959 1.144 2.491 7.594 4.551
Stand: 01.01.20201 3.959 8.908 4.104 16.971 503
Kapitalauszahlung - 2
Dividendenzahlungen -492 - 492 - 53
Ergebnis 1.010 1.010 37
Other Comprehensive Income 189 -226 - 37 - 36
Total Comprehensive Income 1.199 - 226 973 1
Übrige Veränderungen -507 - 872 - 1.379 -1
Stand: 30.06.2020 3.959 9.108 3.006 16.073 448

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in Mio.€ Gesamt
Stand: 01.01.2019 14.257
Kapitalauszahlung - 870
Dividendenzahlungen - 936
Ergebnis 1.395
Other Comprehensive Income - 792
Total Comprehensive Income 603
Übrige Veränderungen - 909
Stand: 30.06.2019 12.145
Stand: 01.01.20201 17.474
Kapitalauszahlung - 2
Dividendenzahlungen - 545
Ergebnis 1.047
Other Comprehensive Income - 73
Total Comprehensive Income 974
Übrige Veränderungen - 1.380
Stand: 30.06.2020 16.521

1 Angepasste Vorjahreswerte aufgrund rückwirkender Anpassung bei der Erstkonsolidierung der übernommenen E.ON-Aktivitäten; siehe dazu Seite 35 im Anhang.

Anhang

Rechnungslegungsmethoden

Die RWE AG mit Sitz in Essen, Deutschland, ist Mutterunternehmen des RWE-Konzerns ("RWE" oder "Konzern").

Der Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2020 einschließlich weiterer Angaben im Konzernzwischenlagebericht wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, aufgestellt. Er ist am 10. August 2020 zur Veröffentlichung freigegeben worden.

Im Einklang mit IAS 34 wurde für die Darstellung des Konzernzwischenabschlusses zum 30. Juni 2020 ein gegenüber dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 verkürzter Berichtsumfang gewählt. Im Konzernzwischenabschluss werden - mit Ausnahme der nachfolgend beschriebenen Änderungen und Neuregelungen - die gleichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewendet wie im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019. Für weitere Informationen verweisen wir auf den Konzerngeschäftsbericht 2019, der die Basis für den vorliegenden Halbjahresfinanzbericht darstellt.

Für Entsorgungsrückstellungen auf dem Gebiet der Kernenergie wird ein Abzinsungsfaktor von 0,0% (31.12.2019: 0,0%) und für bergbaubedingte Rückstellungen von 1,92% (31.12.2019: 1,99%) zugrunde gelegt. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden in Deutschland mit 1,3% und im Ausland mit 1,6% abgezinst (31.12.2019: 1,20% bzw. 2,00%).

Zum 30. Juni 2020 bestand aufgrund der jeweiligen Geschäftsmodelle kein Anlass, Werthaltigkeitstests infolge der Auswirkungen der Corona-Pandemie vorzunehmen.

Änderungen der Rechnungslegungsvorschriften

Der International Accounting Standards Board (IASB) hat Änderungen bei bestehenden IFRS verabschiedet, die für den RWE-Konzern ab dem Geschäftsjahr 2020 verpflichtend anzuwenden sind:

Änderungen der Verweise auf das Rahmenkonzept in IFRS-Standards (2018),
Änderungen an IFRS 3 "Definition von Geschäftsbetrieb" (2018),
Änderungen an IAS 1 und IAS 8 "Definition von wesentlich" (2018),
Änderungen an IFRS 9, IAS 39 und IFRS 7 "Reform der Referenzzinssätze" (2019).

Diese neuen Regelungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf den RWE-Konzernabschluss.

Neue Rechnungslegungsvorschriften

Der IASB hat weitere Standards und Änderungen an Standards verabschiedet, die in der EU im Geschäftsjahr 2020 noch nicht verpflichtend anzuwenden sind. Diese nachfolgend aufgeführten Standards und Änderungen an Standards werden voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf den RWE-Konzernabschluss haben:

IFRS 17 "Insurance Contracts" (2017),
Amendments to IAS 1 "Presentation of Financial Statements: Classification of Liabilities as Current or Non-current" (2020),
Amendments to IFRS 3 "Business Combinations: Reference to the Conceptual Framework" (2020),
Amendments to IAS 16 "Property, Plant and Equipment: Proceeds before Intended Use" (2020),
Amendments to IAS 37 "Provisions, Contingent Liabilities and Contingent Assets: Onerous Contracts - Cost of Fulfilling a Contract" (2020),
Annual Improvements to IFRS Standards 2018-2020 (2020),
Amendment to IFRS 16 "Leases: Covid 19-Related Rent Concessions" (2020),
Amendments to IFRS 4 "Insurance Contracts - deferral of IFRS 19" (2020).

Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss einbezogen sind neben der RWE AG alle wesentlichen in- und ausländischen Tochterunternehmen, die die RWE AG unmittelbar oder mittelbar beherrscht. Wesentliche assoziierte Unternehmen werden nach der Equity-Methode und wesentliche gemeinsame Vereinbarungen nach der Equity-Methode oder als gemeinschaftliche Tätigkeit bilanziert.

Im Folgenden wird dargestellt, welche Veränderungen sich bei der Anzahl der vollkonsolidierten Unternehmen und der mittels der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und Gemeinschaftsunternehmen ergeben haben:

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Anzahl vollkonsolidierter Unternehmen Inland Ausland Gesamt
Stand: 01.01.2020 58 201 259
Erstkonsolidierungen 2 8 10
Entkonsolidierungen -1 -2 -3
Verschmelzungen -1 -1
Stand: 30.06.2020 58 207 265

Unverändert gegenüber dem 31.12.2019 beträgt die Anzahl at-Equity-bilanzierter Beteiligungen und Gemeinschaftsunternehmen 31, davon elf im Inland und 20 im Ausland. Zudem werden zwei (31.12.2019: zwei) Gesellschaften als gemeinschaftliche Tätigkeiten abgebildet.

Unternehmenserwerbe

Übernommene E.ON-Aktivitäten

Am 18. September 2019 hat RWE im Rahmen des am 12. März 2018 mit der E.ON SE vertraglich vereinbarten weitreichenden Tauschs von Geschäftsteilen und Beteiligungen die Beherrschung über wesentliche Teile des vormaligen Erneuerbare-Energien-Geschäfts von E.ON erlangt. Die übernommenen Aktivitäten sind in Europa und den USA in den Geschäftsfeldern Onshore Wind und Offshore Wind sowie Photovoltaik tätig.

Eine im Bewertungszeitraum durchgeführte Aktualisierung der bei Erstkonsolidierung erfassten Werte führte zu folgenden Anpassungen: Aufgrund besserer Erkenntnisse bezüglich des Fair Values im Wesentlichen von Operating Rights und Sachanlagen wurde das bei der Erstkonsolidierung zum beizulegenden Zeitwert angesetzte Nettovermögen in Höhe von 2.939 Mio.€ um 339 Mio.€ auf 2.600 Mio.€ vermindert. Unter Berücksichtigung einer Kaufpreisanpassung infolge vertraglich vorgesehener Abrechnungen resultierte im Ergebnis eine Erhöhung des zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung erfassten Geschäfts- oder Firmenwertes um 219 Mio.€ auf 872 Mio.€.

Die erstmalige Bilanzierung des Unternehmenszusammenschlusses ist aufgrund der komplexen Struktur und Größe der Transaktion noch nicht abschließend festgestellt, insbesondere da der wesentliche Informationsaustausch erst nach Entfallen der Wettbewerbsbeschränkungen stattfinden konnte.

Erwerb des Kraftwerks King's Lynn

Am 12. Februar 2020 wurde die Übernahme von 100% der Anteile an Centrica KL Limited (CKLL), Windsor, Großbritannien, die mit der britischen Energiegesellschaft GB Gas Holdings Limited, einer Tochtergesellschaft von Centrica plc, Windsor, Großbritannien, Ende Dezember 2019 vereinbart wurde, abgeschlossen.

Die Anlage ist ein Gas-und-Dampf-Kombinationskraftwerk (GuD) in King's Lynn in Norfolk, Großbritannien. Das Kraftwerk hat eine Kapazität von 382 MW und wird bis zum Jahr 2035 sichere und stabile Kapazitätsprämien auf der Basis eines 15-jährigen Vertrages mit einer Laufzeit ab Oktober 2020 im britischen Kapazitätsmarkt erhalten.

Die erstmalige Bilanzierung des Unternehmenszusammenschlusses ist in der folgenden Tabelle zusammen mit den übernommenen Vermögenswerten und Schulden dargestellt:

Bilanzposten

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Bilanzposten in Mio.€ IFRS-Buchwerte (beizulegender Zeitwert) bei Erstkonsolidierung
Langfristige Vermögenswerte 125
Kurzfristige Vermögenswerte 5
Langfristige Schulden 9
Kurzfristige Schulden 88
Nettovermögen 33
Kaufpreis 33
Geschäfts- oder Firmenwert

Der beizulegende Zeitwert der in den langfristigen und kurzfristigen Vermögenswerten enthaltenen Forderungen belief sich auf 0,1 Mio.€ und entsprach dem Bruttobetrag der Forderungen, die voll einbringlich sind.

Seit der erstmaligen Konsolidierung hat die Gesellschaft 12 Mio.€ zum Umsatz beigetragen. Nennenswerte Ergebnisbeiträge lagen im ersten Halbjahr noch nicht vor.

Ohne Berücksichtigung abgelöster Gesellschafterdarlehen in Höhe von 80 Mio.€ betrug der Kaufpreis 33 Mio.€ und wurde ausschließlich in flüssigen Mitteln entrichtet.

Veräußerungen

Verkauf Installationsschiff Seabreeze II

Im April 2020 wurde das Offshore-Installationsschiff "Seabreeze II" samt dazugehörigem Equipment an die SPIC Ronghe International Financial Leasing Co. Ltd. verkauft und übergeben. Das Schiff war dem Segment "Offshore Wind" zugeordnet.

Veräußerungsgruppen (Disposal Group)

Georgia Biomass

Im zweiten Quartal 2020 hat das Management die Veräußerung der Gesellschaft Georgia Biomass, die das Biomasse-Geschäft in den USA verantwortet, beschlossen. Diese ist dem Segment "Wasserkraft / Biomasse/Gas"zugeordnet. Ein Verkaufsvertrag wurde am 18. Juni 2020 unterzeichnet. Der Abschluss der Verkaufstransaktion erfolgte am 31. Juli 2020.

Zum 30. Juni 2020 wurden die Vermögenswerte und Schulden von Georgia Biomass als zur Veräußerung bestimmt in der Bilanz ausgewiesen. Nachfolgend sind die Hauptgruppen der Vermögenswerte und Schulden der Veräußerungsgruppe dargestellt:

Eckdaten der Veräußerungsgruppe

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in Mio.€ 30.06.2020
Langfristige Vermögenswerte
Sachanlagen 116
Sonstigelangfristige Vermögenswerte 4
120
Kurzfristige Vermögenswerte 75
Langfristige Schulden
Finanzverbindlichkeiten 7
Sonstigelangfristige Verbindlichkeiten 7
14
Kurzfristige Schulden 6

Die kumulativ im Eigenkapital direkt erfassten Erträge und Aufwendungen (Accumulated Other Comprehensive Income) der Veräußerungsgruppe betragen 3 Mio.€.

Nicht fortgeführte Aktivitäten (Discontinued Operations)

Nicht fortgeführte innogy-Aktivitäten

Am 18. September 2019 hat RWE im Rahmen des am 12. März 2018 mit der E.ON SE vertraglich vereinbarten weitreichenden Tauschs von Geschäftsteilen und Beteiligungen die seit dem 30. Juni 2018 als nicht fortgeführte innogy-Aktivitäten ausgewiesenen Teile von innogy an die E.ON SE veräußert. Im Wesentlichen betraf dies den Großteil des Netz- und Vertriebsgeschäfts.

RWE hat Ende August 2019 von innogy die Anteile an der vollkonsolidierten und ebenfalls als Teil der nicht fortgeführten innogy-Aktivitäten ausgewiesenen Beteiligung am slowakischen Strom- und Gasversorger Vychodoslovenská energetika Holding a.s. (VSEH) erworben. Die Anteile an der VSEH wurden am 18. September 2019 noch nicht an E.ON übertragen. Da die vorgesehene Veräußerung der VSE-Gruppe aber Teil des Gesamtplans zur Veräußerung des Netz- und Vertriebsgeschäfts ist, wird die VSE-Gruppe weiterhin als nicht fortgeführte Aktivität ausgewiesen. Zum 30. Juni 2020 umfassten die nicht fortgeführten Aktivitäten damit nur noch die VSE-Gruppe.

Bei den bisher konzerninternen Lieferungen und Leistungen, die nach der Entkonsolidierung der nicht fortgeführten Aktivitäten entweder mit diesen oder mit Dritten fortgeführt werden, wurden die Eliminierungsbuchungen im Rahmen der Aufwands- und Ertragskonsolidierung vollständig den nicht fortgeführten Aktivitäten zugeordnet.

In den folgenden Tabellen sind wichtige Eckdaten der nicht fortgeführten Aktivitäten dargestellt:

Eckdaten der nicht fortgeführten Aktivitäten

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in Mio.€ 30.06.2020 31.12.2019
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 407 405
Sachanlagen 755 734
Sonstige langfristige Vermögenswerte 8 8
1.170 1.147
Kurzfristige Vermögenswerte 104 127
Langfristige Schulden
Rückstellungen 9 9
Finanzverbindlichkeiten 225 225
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 135 131
369 365
Kurzfristige Schulden 148 145

Eckdaten der nicht fortgeführten Aktivitäten

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in Mio.€ Jan - Jun 2020 Jan - Jun 2019
Umsatzerlöse1 400 17.658
Sonstige Erträge2 12 1.339
Aufwendungen3 -348 -17.143
Ergebnis der nicht fortgeführten Aktivitäten vor Steuern 64 1.854
Ertragsteuern -14 -543
Ergebnis der nicht fortgeführten Aktivitäten 50 1.311

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1 Im Vorjahr inklusive Erträgen mit fortgeführten Aktivitäten in Höhe von 1.247 Mio.€
2 Im Vorjahr inklusive Erträgen mit fortgeführten Aktivitäten in Höhe von 93 Mio.€
3 Inklusive Aufwendungen mit fortgeführten Aktivitäten in Höhe von 79 Mio.€ (Vorjahr: 7.663 Mio.€)

Vom Anteil der Aktionäre der RWE AG an der Summe der erfassten Erträge und Aufwendungen (Total Comprehensive Income) entfallen 948 Mio.€ (Vorjahr: -495 Mio.€) auf fortgeführte Aktivitäten und 25 Mio.€ (Vorjahr: 701 Mio.€) auf nicht fortgeführte Aktivitäten.

Aktienkursbasierte Vergütungen

Im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 wurde über aktienkursbasierte Vergütungssysteme für Führungskräfte der RWE AG und nachgeordneter verbundener Unternehmen berichtet. Im Rahmen des Long-Term-Incentive-Plans für Führungskräfte mit der Bezeichnung "Strategic Performance Plan" (SPP) hat die RWE AG für das Geschäftsjahr 2020 eine weitere Tranche begeben.

Wertberichtigungen

Im Berichtszeitraum wurden aufgrund von gesunkenen Marktpreisen Wertminderungen auf Kohlevorräte in Höhe von 9 Mio.€ (Vorjahr: 25 Mio.€) vorgenommen.

Gewinnausschüttung

Die Hauptversammlung der RWE AG hat am 26. Juni 2020 beschlossen, eine Dividende für das Geschäftsjahr 2019 in Höhe von 0,80€ je dividendenberechtigter RWE-Aktie auszuschütten. Die Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2019 erfolgte am 1. Juli 2020 und betrug insgesamt 492 Mio.€ (Vorjahr: 430 Mio.€). Am Bilanzstichtag war dieser Betrag als Finanzverbindlichkeit erfasst.

Finanzierungsmaßnahmen

Im ersten Halbjahr 2020 hat RWE das Commercial-Paper-Programm in Anspruch genommen, das Finanzierungen am Geldmarkt von bis zu 5 Mrd. US$ Gegenwert zulässt. Die Finanzierungen wurden bis zu einem Maximalwert von 1,2 Mrd.€ getätigt. Zum Bilanzstichtag betrug das in Anspruch genommene Volumen 0,2 Mrd.€.

Infolge der Corona-Pandemie hat RWE zusätzliche bilaterale Kreditlinien mit Banken mit einem Volumen von insgesamt rund 1,7 Mrd.€ vereinbart, von denen am 30. Juni 2020 noch 1,2 Mrd.€ bestanden. Die neuen Linien wurden im Berichtszeitraum bis zu 0,2 Mrd.€ in Anspruch genommen und zum Stichtag 30. Juni 2020 nicht mehr. 0,9 Mrd.€ der zum 30. Juni 2020 noch bestehenden bilateralen Kreditlinien wurden von den Banken bis auf Weiteres zur Verfügung gestellt; für das verbleibende Volumen gelten unterschiedliche Laufzeiten bis maximal April 2021.

Ergebnis je Aktie

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Jan - Jun 2020 Jan - Jun 2019
Nettoergebnis/Ergebnisanteile der Aktionäre der RWE AG Mio.€ 1.010 830
Davon: aus fortgeführten Aktivitäten 986 18
Davon: aus nicht fortgeführten Aktivitäten 24 812
Zahl der im Umlauf befindlichen Aktien Tsd. Stück 614.745 614.745
Unverwässertes und verwässertes Ergebnis je Aktie 1,64 1,35
Davon: aus fortgeführten Aktivitäten 1,60 0,03
Davon: aus nicht fortgeführten Aktivitäten 0,04 1,32

Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen gelten im RWE-Konzern als nahestehende Unternehmen. Die mit wesentlichen nahestehenden Unternehmen getätigten Geschäfte führten im ersten Halbjahr 2020 zu Erträgen in Höhe von 300 Mio.€ (Vorjahreszeitraum: 288 Mio.€).Zudem führten die mit wesentlichen nahestehenden Unternehmen getätigten Geschäfte zu Aufwendungen in Höhe von 103 Mio.€ (Vorjahreszeitraum: 1.574 Mio.€). Zum 30. Juni 2020 betrugen die Forderungen 182 Mio.€ (31.12.2019: 147 Mio.€) und die Verbindlichkeiten 157 Mio.€ (31.12.2019: 130 Mio.€). Alle Geschäfte sind zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen worden und unterscheiden sich grundsätzlich nicht von den Liefer- und Leistungsbeziehungen mit anderen Unternehmen. Die sonstigen Verpflichtungen aus schwebenden Geschäften betrugen 130 Mio.€ (31.12.2019: 99 Mio.€).

Darüber hinaus hat der RWE-Konzern keine wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen oder Personen getätigt.

Berichterstattung zu Finanzinstrumenten

Finanzinstrumente lassen sich danach unterscheiden, ob sie originär oder derivativ sind. Die originären Finanzinstrumente umfassen auf der Aktivseite im Wesentlichen die übrigen Finanzanlagen, die Forderungen, die kurzfristigen Wertpapiere und die flüssigen Mittel. Die Finanzinstrumente sind abhängig von ihrer Klassifizierung mit den fortgeführten Anschaffungskosten oder dem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Finanzinstrumente werden für Zwecke der Bilanzierung den nachfolgenden Kategorien zugeordnet:

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Fremdkapitalinstrumente: Die vertraglichen Geldflüsse bestehen ausschließlich aus Zins und Tilgung auf den ausstehenden Kapitalbetrag und für das Finanzinstrument besteht eine Halteabsicht bis zur Endfälligkeit.
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Fremdkapitalinstrumente: Die vertraglichen Geldflüsse bestehen ausschließlich aus Zins und Tilgung auf den ausstehenden Kapitalbetrag und für das Finanzinstrument besteht sowohl eine Halte- als auch eine Veräußerungsabsicht.
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Eigenkapitalinstrumente: Von der Option, Änderungen des beizulegenden Zeitwertes direkt im Eigenkapital auszuweisen, wird Gebrauch gemacht.
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte finanzielle Vermögenswerte: Die vertraglichen Geldflüsse aus Fremdkapitalinstrumenten bestehen nicht ausschließlich aus Zins und Tilgung auf den ausstehenden Kapitalbetrag, oder die Option zum Ausweis von Änderungen des beizulegenden Zeitwertes von Eigenkapitalinstrumenten direkt im Eigenkapital wird nicht angewendet.

Auf der Passivseite bestehen die originären Finanzinstrumente im Wesentlichen aus mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Verbindlichkeiten.

Die Bewertung von zum beizulegenden Zeitwert angesetzten Finanzinstrumenten erfolgt anhand des veröffentlichten Börsenkurses, sofern die Finanzinstrumente an einem aktiven Markt gehandelt werden. Der beizulegende Zeitwert nicht notierter Fremd-und Eigenkapitaltitel wird grundsätzlich auf Basis diskontierter erwarteter Zahlungsströme unter Berücksichtigung makroökonomischer Entwicklungen und Unternehmensplandaten ermittelt. Zur Diskontierung werden aktuelle restlaufzeitkongruente Marktzinssätze herangezogen.

Derivative Finanzinstrumente werden - sofern sie in den Anwendungsbereich von IFRS 9 fallen - grundsätzlich mit ihren beizulegenden Zeitwerten am Bilanzstichtag bilanziert. Börsengehandelte Produkte werden mit den veröffentlichten Schlusskursen der jeweiligen Börsen bewertet. Nicht börsengehandelte Produkte werden anhand öffentlich zugänglicher Broker-Quotierungen bewertet oder - falls nicht vorhanden - anhand allgemein anerkannter Bewertungsmodelle. Dabei orientieren wir uns - soweit möglich -an Notierungen auf aktiven Märkten. Sollten auch diese Notierungen nicht vorliegen, fließen unternehmensspezifische Planannahmen in die Bewertung ein. Diese umfassen sämtliche Marktfaktoren, die auch andere Marktteilnehmer für die Preisfestsetzung berücksichtigen würden. Energiewirtschaftliche und volkswirtschaftliche Annahmen werden in einem umfangreichen Prozess und unter Einbeziehung interner und externer Experten ermittelt.

Die Bemessung des beizulegenden Zeitwertes einer Gruppe finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten wird auf Basis der Nettorisikoposition pro Geschäftspartner vorgenommen.

Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten im Anwendungsbereich von IFRS 7 stimmen grundsätzlich mit ihren beizulegenden Zeitwerten überein. Abweichungen gibt es lediglich bei den Finanzverbindlichkeiten. Deren Buchwert beträgt 5.189 Mio.€ (31.12.2019: 4.511 Mio.€), der beizulegende Zeitwert 5.550 Mio.€ (31.12.2019: 4.798 Mio.€).

Die folgende Übersicht stellt die Einordnung aller zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente in die durch IFRS 13 vorgegebene Fair-Value-Hierarchie dar. Die einzelnen Stufen der Fair-Value-Hierarchie sind gemäß IFRS 13 wie folgt definiert:

Stufe 1: Bewertung mit (unverändert übernommenen) Preisen von identischen Finanzinstrumenten, die sich auf aktiven Märkten gebildet haben,
Stufe 2: Bewertung auf Basis von Inputfaktoren, bei denen es sich nicht um Preise der Stufe 1 handelt, die sich aber für das Finanzinstrument entweder direkt (d.h. als Preis) oder indirekt (d. h. in Ableitung von Preisen) beobachten lassen,
Stufe 3: Bewertung mithilfe von Faktoren, die sich nicht auf beobachtbare Marktdaten stützen.

Fair-Value-Hierarchie

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in Mio.€ Summe 30.06.2020 Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Summe 31.12.2019 Stufe 1
Übrige Finanzanlagen1 4.545 4.020 195 330 4.354 3.853
Derivate (aktiv) 12.206 11.662 544 12.108
Davon: in Sicherungsbeziehungen 2.398 2.398 2.961
Wertpapiere 2.305 1.224 1.081 3.258 1.829
Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte 10 1 9 9
Derivate (passiv) 10.267 9.833 434 10.479
Davon: in Sicherungsbeziehungen 1.076 1.076 1.513
Zur Veräußerung bestimmte Schulden 5 5 4

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in Mio.€ Stufe 2 Stufe 3
Übrige Finanzanlagen1 188 313
Derivate (aktiv) 11.443 665
Davon: in Sicherungsbeziehungen 2.961
Wertpapiere 1.429
Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte 1 8
Derivate (passiv) 9.902 577
Davon: in Sicherungsbeziehungen 1.513
Zur Veräußerung bestimmte Schulden 4

1 Angepasste Vorjahreswerte aufgrund rückwirkender Anpassung bei der Erstkonsolidierung der übernommenen E.ON-Aktivitäten; siehe dazu Seite 35 im Anhang.

Aufgrund der erhöhten Anzahl von Preisquotierungen an aktiven Märkten wurden Wertpapiere mit einem beizulegenden Zeitwert von 55 Mio.€ (31.12.2019: 24 Mio.€) von Stufe 2 nach Stufe 1 umgegliedert. Gegenläufig wurden wegen einer verminderten Anzahl von Preisquotierungen finanzielle Vermögenswerte mit einem beizulegenden Zeitwert von 9 Mio.€ (31.12.2019: 25 Mio.€) von Stufe 1 nach Stufe 2 umgegliedert.

Die folgende Darstellung zeigt die Entwicklung der nach Stufe 3 zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumente:

Finanzinstrumente der Stufe 3: Entwicklung im Jahr 2020

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Stand: 01.01.2020 Änderungen Konsolidierungskreis, Währungsanpassungen, Sonstiges Veränderungen Stand: 30.06.2020
in Mio.€ Erfolgswirksam Erfolgsneutral (OCI) Zahlungswirksam
--- --- --- --- --- --- ---
Übrige Finanzanlagen1 313 3 -5 19 330
Derivate (aktiv) 665 2 6 -129 544
Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte 8 1 9
Derivate (passiv) 577 1 44 -188 434
Zur Veräußerung bestimmte Schulden 4 1 5

1 Angepasster Anfangsbestandswert aufgrund rückwirkender Anpassung bei der Erstkonsolidierung der übernommenen E.ON-Aktivitäten; siehe dazu Seite 35 im Anhang.

Finanzinstrumente der Stufe 3: Entwicklung im Jahr 2019

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Stand: 01.01.2019 Änderungen Konsolidierungskreis, Währungsanpassungen, Sonstiges Veränderungen Stand: 30.06.2019
in Mio.€ Erfolgswirksam Erfolgsneutral (OCI) Zahlungswirksam
--- --- --- --- --- --- ---
Übrige Finanzanlagen 148 1 -3 -2 3 147
Derivate (aktiv) 156 -1 27 -23 159
Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte 804 -14 -15 38 813
Derivate (passiv) 35 -1 8 -11 31

Die erfolgswirksam erfassten Gewinne und Verluste von Finanzinstrumenten der Stufe 3 entfallen auf folgende Posten der Gewinn- und Verlustrechnung:

Finanzinstrumente der Stufe 3: Erfolgswirksam erfasste Gewinne und Verluste

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in Mio.€ Gesamt Jan - Jun 2020 Davon: auf Finanzinstrumente entfallend, die am Bilanzstichtag noch gehalten wurden Gesamt Jan - Jun 2019 Davon: auf Finanzinstrumente entfallend, die am Bilanzstichtag noch gehalten wurden
Umsatzerlöse -3 -3 3 3
Materialaufwand -31 -31 -13 -13
Sonstige betriebliche Erträge/Aufwendungen -4 -4 29 29
Beteiligungsergebnis -5 -5 -3 -3
Ergebnis nicht fortgeführter Aktivitäten -15 14
-43 -43 1 30

Derivative Finanzinstrumente der Stufe 3 umfassen im Wesentlichen Energiebezugs- und Rohstoffverträge, die Handelsperioden betreffen, für die es noch keine aktiven Märkte gibt. Ihre Bewertung ist insbesondere von der Entwicklung der Strom-, Öl- und Gaspreise abhängig. Bei steigenden Marktpreisen erhöht sich bei sonst gleichen Bedingungen der beizulegende Zeitwert, bei sinkenden Marktpreisen verringert er sich. Eine Veränderung der Preisverhältnisse um +/- 10% würde zu einem Anstieg des Marktwertes um 63 Mio.€ (Vorjahr: 47 Mio.€) bzw. zu einem Rückgang um 63 Mio.€ (Vorjahr: 47 Mio.€) führen.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Ausführungen zu Ereignissen nach dem Bilanzstichtag enthält der Konzernzwischenlagebericht.

Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht

An die RWE Aktiengesellschaft, Essen

Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss - bestehend aus verkürzter Gewinn- und Verlustrechnung, verkürzter Gesamtergebnisrechnung, verkürzter Bilanz, verkürzter Kapitalflussrechnung, verkürzter Eigenkapitalveränderungsrechnung sowie ausgewählten erläuternden Anhangangaben - und den Konzernzwischenlagebericht der RWE Aktiengesellschaft, Essen, für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2020, die Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts nach §115 WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.

Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen unter ergänzender Beachtung des International Standard on Review Engagements "Review of Interim Financial Information Performed by the Independent Auditor of the Entity" (ISRE 2410) vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenbericht erstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.

Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind.

Essen, den 10. August 2020

PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

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Markus Dittmann Ralph Welter
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Finanzkalender 2020/2021

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12. November 2020 Zwischenmitteilung über die ersten drei Quartale 2020
16. März 2021 Bericht über das Geschäftsjahr 2020
28. April 2021 Hauptversammlung
29. April 2021 Ex-Dividende-Tag
3. Mai 2021 Dividendenzahlung
12. Mai 2021 Zwischenmitteilung über das erste Quartal 2021
12. August 2021 Zwischenbericht über das erste Halbjahr 2021
11. November 2021 Zwischenmitteilung über die ersten drei Quartale 2021

Der vorliegende Zwischenbericht ist am 13. August 2020 veröffentlicht worden.

RWE Aktiengesellschaft

RWE Platz 1 45141 Essen

www.rwe.com

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