Annual Report • Feb 1, 2024
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Download Source File529900C1AQEJPOAZ9I12-2023-09-30-de A K T I V A P A S S I V A 30.09.2023 30.09.2022 30.09.2023 30.09.2022 Euro Euro Euro Euro A. Anlagevermögen A. Eigenkapital I. Immaterielle Vermögensgegenstände I. Gezeichnetes Kapital 6.062.930,00 6.062.930,00 1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte Rechnischer Wert eigene Anteile -1.076,00 -1.076,00 und ähnliche Rechte und Werte soie Lizenzen an solchen Rechten 6.061.854,00 6.061.854,00 und Werten 242.507,52 339.211,10 2. Geleistete Anzahlungen 84.799,00 7.544,00 II. Kapitalrücklage 44.409.827,33 44.409.827,33 327.306,52 346.755,10 III. Gewinnrücklagen II. Sachanlagen 1. Gesetzliche Rücklage 48.871,56 48.871,56 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 2. Andere Gewinnrücklagen 2.524.484,51 2.524.484,51 einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 36.820.842,75 36.625.939,00 2.573.356,07 2.573.356,07 2. technische Anlagen und Maschinen 1.111.187,06 1.192.586,81 3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.663.573,74 2.833.471,53 IV. Bilanzverlust -24.244.776,21 -17.314.881,95 40.595.603,55 40.651.997,34 28.800.261,19 35.730.155,45 III. Finanzanlagen B. Rückstellungen 1. Anteile an verbundenen Unternehmen 27.432.758,03 35.201.898,55 2. Beteiligungen 208.750,00 208.750,00 1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 4.383.468,83 6.466.427,92 3. Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen 410.880,00 2.134.878,00 2. Steuerrückstellungen 693.311,43 0,00 28.052.388,03 37.545.526,55 3. sonstige Rückstellungen 3.995.125,36 3.706.664,05 9.071.905,62 10.173.091,97 B. Umlaufvermögen C. Verbindlichkeiten I. Vorräte 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 38.039.242,33 38.777.366,61 1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 15.326.039,10 22.338.693,73 2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 840.931,88 1.753.869,85 2. Unfertige Erzeugnisse 1.756.944,98 385.972,42 3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.681.491,28 2.969.855,31 3. Fertige Erzeugnisse und Waren 4.583.605,31 8.466.676,03 4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 32.277.801,13 35.053.283,43 4. Geleistete Anzahlungen 51.740,00 7.735,38 5. Verbindlichkieten gegenüber Unternehmen, mit denen ein 21.718.329,39 31.199.077,56 Beteiligungsverhältnis besteht 0,00 800,00 6. sonstige Verbindlichkeiten 716.220,57 681.228,29 II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 74.555.687,19 79.236.403,49 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7.166.821,87 3.781.859,16 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 4.846.058,61 4.142.247,26 D. Rechnungsabgrenzungsposten 45.481,90 55.192,21 3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 108.824,81 102.972,67 4. sonstige Vermögensgegenstände 1.813.515,86 2.804.058,24 13.935.221,15 10.831.137,33 III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 1.031.651,54 230.391,31 C. Rechnungsabgrenzungsposten 344.986,22 316.841,22 D. Aktive latente Steuern 6.467.849,50 4.073.116,71 112.473.335,90 125.194.843,12 112.473.335,90 125.194.843,12 Bilanz zum 30.09.2023 Dr. Hönle Aktiengesellschaft, Gilching 01.10.2022-30.09.2023 01.10.2021-30.09.2022 Euro Euro 1. Umsatzerlöse 51.290.836,87 49.334.823,72 2. Erhöhung oder Verminderung (-) des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 1.318.848,04 8.141.611,17 3. Andere aktivierte Eigenleistung 52.605,77 375.677,57 4. sonstige betriebliche Erträge 6.431.179,28 7.264.026,14 5. Materialaufwand a) Aufwand für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren -25.870.556,87 -33.641.581,32 b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -324.415,57 -647.534,95 -26.194.972,44 -34.289.116,27 6. Personalaufwand a) Löhne und Gehälter -15.063.142,44 -12.753.513,07 b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Alters- versorgung und Unterstützung -3.082.102,81 -3.194.608,97 -18.145.245,25 -15.948.122,04 7. Abschreibungen: a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlage- vermögens und Sachanlagen -2.757.295,16 -1.970.394,88 b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten -11.051.835,26 -27.236.527,45 -13.809.130,42 -29.206.922,33 8. sonstige betriebliche Aufwendungen -9.692.120,23 -8.601.465,66 9. Erträge aus Beteiligungen 1.066.701,98 875.637,00 10. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 2.666,66 15.999,96 11. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 246.025,82 476.607,32 12. Abschreibungen auf Finanzanlagen -55.000,00 -443.749,55 13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.288.996,09 -1.312.058,75 14. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.869.031,23 1.969.116,51 15. Ergebnis nach Steuern -6.907.568,78 -21.347.935,21 16. sonstige Steuern -22.325,48 -16.359,14 17. Jahresfehlbetrag -6.929.894,26 -21.364.294,35 18. Verlustvortrag aus dem Vorjahr (Vj.: Gewinnvortrag) -17.314.881,95 4.049.412,40 19. Bilanzverlust -24.244.776,21 -17.314.881,95 Gewinn- und Verlustrechnung 2022/2023 Dr. Hönle Aktiengesellschaft, Gilching A N H A N G der Dr. Hönle Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis 30. September 2023 A. ALLGEMEINE ANGABEN 1. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss Der Jahresabschluss der Dr. Hönle Aktiengesellschaft (im Folgenden Dr. Hönle AG) mit Sitz in Gilching (Amtsgericht München, Handelsregisternummer: HRB 127507) wird nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) und des deutschen Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Mit Verschmelzungsvertrag vom 08.03.2023 (Urkundenrolle URNr.: 1395/2023) wurde folgende Verschmelzung beschlossen: Die Eltosch Grafix GmbH, Pinneberg – übertragende Gesellschaft – überträgt ihr Vermögen als Ganzes mit allen Rechten und Pflichten unter Ausschluss der Abwicklung auf die übernehmende Gesellschaft – die Dr. Hönle AG, Gilching, und zwar im Wege der Verschmelzung zu Buchwerten durch Aufnahme. Die Verschmelzung erfolgt nach § 54 Abs. 1 S. 3 UmwG ohne Kapitalerhöhung bei der übernehmenden Gesellschaft. Verschmelzungsstichtag war der 1. Oktober 2022. Die Eintragung in das Handelsregister erfolgte am 13.04.2023. Die Vorjahreszahlen sind aufgrund der Verschmelzung nur eingeschränkt vergleichbar. Wäre die Verschmelzung bereits zum Beginn des Vorjahres erfolgt, würden sich die Vorjahreswerte wie folgt darstellen: Dr. Hönle AG Eltosch Grafix Gesamt GmbH Aktiva 30.09.2022 30.09.2022 30.09.2022 T€ T€ T€ Immaterielle Vermögensgegenstände 347 44 391 Sachanlagen 40.652 1.293 41.945 Finanzanlagen 34.828 4 34.832 Vorräte 31.199 1.084 32.283 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.782 2.699 6.481 Forderungen gegen verbundene Unternehmen 2.773 2.501 5.274 Forderungen Beteiligungsunternehmen 103 9 112 sonstige Vermögensgegenstände 2.804 218 3.022 Kassenbestand, Bankguthaben 230 1.289 1.519 Rechnungsabgrenzungsposten 317 19 336 Aktive latente Steuern 4.073 0 4.073 121.108 9.160 130.268 Dr. Hönle AG Eltosch Grafix Gesamt GmbH Passiva 30.09.2022 30.09.2022 30.09.2022 T€ T€ T€ Eigenkapital 35.730 5.224 40.954 Pensionsrückstellungen 6.466 0 6.466 Steuerrückstellungen 0 120 120 Sonstige Rückstellungen 3.707 630 4.337 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 38.777 0 38.777 Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 1.754 118 1.872 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.970 199 3.169 Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 33.115 629 33.744 Verbindlichkeiten Beteiligungsunternehmen 1 0 1 sonstige Verbindlichkeiten 682 87 769 Passive Rechnungsabgrenzung 55 4 59 123.257 7.011 130.268 Dr. Hönle AG Eltosch Grafix Gesamt GmbH Gewinn- und Verlustrechnung 2021/2022 2021/2022 2021/2022 T€ T€ T€ Umsatzerlöse 37.835 18.501 56.336 Bestandsveränderung 8.142 68 8.210 Andere aktivierte Eigenleistungen 376 0 376 Sonstige betriebliche Erträge 7.264 217 7.481 Materialaufwand -33.971 -1.626 -35.597 Personalaufwand -15.948 -2.703 -18.651 Abschreibung -29.207 -246 -29.453 sonstige betriebliche Aufwendungen -8.601 -1.486 -10.087 Finanzergebnis -388 0 -388 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.969 -466 1.503 Sonstige Steuern -17 -16 -33 Jahresfehlbetrag -32.546 12.243 -20.303 Die Differenz aus dem mit der Verschmelzung übernommenen Nettovermögens und dem Beteiligungsbuchwert der Eltosch Grafix GmbH innerhalb der Dr. Hönle AG wurde als laufendes Ergebnis innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge als Verschmelzungsgewinn in Höhe von 5.223 T€ bilanziert. Die weiteren im Anhang genannten Vorjahreswerte beziehen sich auf den Jahresabschluss der Dr. Hönle AG zum 30.09.2022. B. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE Für die Aufstellung des Jahresabschlusses sind – sofern nachfolgend nicht gesondert aufgeführt – im Wesentlichen unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze maßgebend: 1. Bilanzierungsgrundsätze Als Umsatzerlöse werden Erlöse aus dem Verkauf und der Vermietung oder Verpachtung von Produkten, sowie aus der Erbringung von Dienstleistungen ausgewiesen. Die Erfassung erfolgt entsprechend dem Realisationsprinzip bei Gefahrenübergang beziehungsweise bei Erbringung der Leistung. Erlösschmälerungen werden von den Umsatzerlösen abgezogen. Im Jahresabschluss sind sämtliche Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten, Aufwendungen und Erträge enthalten, soweit gesetzlich nichts anderes bestimmt ist. Die Posten der Aktivseite sind nicht mit den Posten der Passivseite, Aufwendungen nicht mit Erträgen verrechnet worden. Davon ausgenommen ist die gesetzlich vorgeschriebene Saldierung von Vermögensgegenständen, die im Zusammenhang mit der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen stehen und durch Verpfändung an die Pensionsberechtigten dem Zugriff der übrigen Gläubiger entzogen sind (Planvermögen), mit den Pensionsrückstellungen gem. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB. Das Anlagevermögen weist Gegenstände aus, die dazu bestimmt sind, dem Geschäftsbetrieb dauernd zu dienen. Rückstellungen werden nur im Rahmen des § 249 HGB und Rechnungsabgrenzungsposten nur nach den Vorschriften des § 250 HGB gebildet. Vorhersehbare Risiken und Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind, sind alle berücksichtigt worden, selbst wenn diese erst zwischen Abschlussstichtag und der Aufstellung des Jahresabschlusses bekannt geworden sind. 2. Bewertungsgrundsätze Einzelne Posten wurden wie folgt bewertet: Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände werden mit den Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig linear auf die voraussichtliche Nutzungsdauer von 1 bis 15 Jahren abgeschrieben. Von dem Aktivierungswahlrecht, selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens als Aktivposten in die Bilanz aufzunehmen, wird kein Gebrauch gemacht. Die Bewertung des Sachanlagevermögens erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen. Betriebsgebäude werden linear mit 3 %, die Wohnteile mit 2 % abgeschrieben. Die beweglichen Gegenstände des Anlagevermögens werden linear entsprechend den voraussichtlichen Nutzungsdauern (3 bis 23 Jahre) abgeschrieben. Die Einbauten in das Fremdgebäude wurden über die Laufzeit des Mietvertrags (10 Jahre) abgeschrieben. Für die Zugänge bei den geringwertigen Vermögensgegenständen (steuerlich: geringwertige Wirtschaftsgüter) werden die steuerlichen Vorschriften zur Bildung eines Sammelpostens und zur Abschreibung auf fünf Jahre auch in der Handelsbilanz angewendet, da diese der tatsächlichen Nutzungsdauer nicht entgegenstehen. Außerplanmäßige Abschreibungen erfolgen bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung. Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten oder mit ihrem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Der in den Finanzanlagen ausgewiesene Aktivwert der Rückdeckungsversicherung für die Pensionsverpflichtungen wird mit dem Deckungskapital angesetzt. Gem. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB wurden Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen teilweise mit den Pensionsrückstellungen saldiert, soweit sog. Planvermögen vorliegt. Im Berichtsjahr wurden erstmalig die Anforderungen des IDW RH FAB 1.021 hinsichtlich der Bewertung von rückgedeckten Pensionszusagen in der Handelsbilanz angewendet. Hiernach wurde die Bewertung für korrespondierende Teile der Versorgungszusage und der Rückdeckungsversicherung korrespondierend vorgenommen. Für die Bewertung der korrespondierenden Anteile wurde das Deckungskapitalverfahren angewandt. Dabei werden die nach dem neuen Verfahren identifizierten Zusagen nach § 253 (2) HGB ermittelten Erfüllungsbeträge in einen als „Aktivwert der Pensionszusage“ bezeichneten Wert umgeschätzt, um eine Vergleichbarkeit mit dem Aktivwert der Rückdeckungsversicherungen herzustellen. Die Dr. Hönle AG hat das Wahlrecht ausgeübt, das sogenannte Passivprimat hinsichtlich der Saldierung anzuwenden. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Waren werden mit den Anschaffungskosten bewertet. Posten mit verminderter Marktgängigkeit werden auf den niedrigeren beizulegenden Wert abgeschrieben. Bestandsrisiken, z.B. aus geminderter Verwertbarkeit, fanden durch Reichweitenabschreibungen angemessene Berücksichtigung. Negative Preisveränderungsrisiken im Vergleich zu den Anschaffungskosten werden durch den Niederstwerttest berücksichtigt. Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse werden bis zum Gewinnrealisationszeitpunkt zu Herstellungskosten bilanziert. Die Herstellungskosten enthalten neben den Fertigungs-, Materialeinzelkosten und Sonderkosten der Fertigung auch angemessene Teile der Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Kosten des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist. In den Herstellungskosten enthalten sind anteilige Kosten der allgemeinen Verwaltung und der Aufwendungen für freiwillige soziale Leistungen, soweit diese auf den Zeitraum der Herstellung entfallen. In der Bewertung der Herstellungskosten sind keine Fremdkapitalzinsen enthalten. Soweit die Herstellungskosten bei fertigen Erzeugnissen durch die voraussichtlich erzielbaren Verkaufserlöse nicht gedeckt sind, werden besondere Abschläge zur verlustfreien Bewertung vorgenommen. Fertigerzeugnisse mit verminderter Marktgängigkeit werden auf den niedrigeren beizulegenden Wert abgeschrieben. Bestandsrisiken, z.B. aus geminderter Verwertbarkeit, fanden durch Reichweitenabschreibungen angemessene Berücksichtigung. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden grundsätzlich mit dem Nennbetrag angesetzt. Zweifelhafte Forderungen werden anhand von Einzelwertberichtigungen mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden wegen des allgemeinen Kreditrisikos (Delkredere, Zinsen, Skontierungen) Pauschalwertberichtigungen vorgenommen. Der Ansatz der liquiden Mittel erfolgt zum Nennbetrag. Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten betreffen Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tage darstellen. Die Auflösung der Posten erfolgt linear entsprechend dem Zeitablauf. Latente Steuern auf Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten sowie unter Einbeziehung von berücksichtigungsfähigen Verlust- und Zinsvorträgen werden im Falle eines Überhanges an passiven latenten Steuern angesetzt, wenn insgesamt von einer Steuerbelastung in künftigen Geschäftsjahren auszugehen ist. Latente Steuern werden in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 HGB auch im Falle eines Aktivüberhangs angesetzt. Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt mit einem Ertragsteuersatz von 28,03% (Vj. 27,73%). Das gezeichnete Kapital ist zum Nennwert angesetzt, der rechnerische Wert der eigenen Anteile wurde offen vom gezeichneten Kapital abgesetzt. Die Pensionsrückstellungen werden unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten mit dem anhand des Anwartschaftsbarwertverfahrens (Projected-Unit-Credit-Method) ermittelten Erfüllungsbetrag bewertet. Für die Abzinsung wurde gemäß § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB der durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen 10 Geschäftsjahre unter Annahme einer pauschalen durchschnittlichen Restlaufzeit von 15 Jahren verwendet. Zukünftig erwartete Gehalts- und Rentensteigerungen werden bei der Ermittlung des Barwerts der erdienten Anwartschaft berücksichtigt. Bei der Bewertung kamen die „Richttafeln 2018 G“ von Prof. Dr. Klaus Heubeck zur Anwendung. Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten auf der Grundlage einer vorsichtigen kaufmännischen Beurteilung. Sie werden mit dem notwendigen Erfüllungsbetrag bewertet, d. h. künftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt. Rückstellungsbeträge mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst. Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Zur Absicherung von Zinsrisiken werden derivative Finanzinstrumente in Form von Termin- / Optionsgeschäften oder Swaps eingesetzt. Soweit die Bildung von Bewertungseinheiten möglich ist und die Voraussetzungen erfüllt sind, werden diese nach § 254 HGB bilanziert. 3. Grundlagen der Währungsumrechnung Vermögensgegenstände und Schulden werden zum Zeitpunkt der Zugangsbewertung mit dem jeweiligen Devisenkassabrief- bzw. -geldkurs umgerechnet. Die Folgebewertung der Vermögensgegenstände und Schulden in fremder Währung mit einer Restlaufzeit kleiner ein Jahr erfolgt zum Abschlussstichtag mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag. Das Imparitätsprinzip wird in diesen Fällen gem. § 256a HGB nicht beachtet. Die Folgebewertung der Vermögensgegenstände und Schulden in fremder Währung mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr erfolgt unter Beachtung des Imparitätsprinzips, so dass zum Abschlussstichtag bestehende Kursverluste aufwandswirksam berücksichtigt werden, Kursgewinne aber nicht. C. ANGABEN UND ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ 1. Anlagevermögen Die Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr ist im Anlagenspiegel, (Anlage zum Anhang) dargestellt. Unter den Finanzanlagen werden folgende Anteile an verbundenen Unternehmen bzw. Beteiligungen ausgewiesen: Ergebnis des Höhe des Geschäftsjahres Eigen- Anteile vom 01.10.2022 - kapitals Eigenkapital 30.09.2023 Gehalten in T€ % in T€ über Nr. Direkte Beteiligungen: (1) Solitec, Gesellschaft für technischen Produktvertrieb GmbH, Gilching 5 1 100,00 - 1 (2) Honle UV France SARL, Bron/Lyon, Frankreich 438 100,00 345 (3) PrintConcept UV - Systeme GmbH, Kohlberg 1. 569 100,00 267 ( 4) AGITA Holding AG, Regensdorf/Zürich, Schweiz 695 100,00 534 ( 5 ) UV - Technik Speziallampen GmbH, Ilmenau 12.233 100,00 1. 087 ( 6 ) Hoenle UV Technology (Shanghai) Trading Company Ltd., Shanghai, China 629 100,00 362 ( 7 ) Raesch Quarz (Malta) Ltd., Mosta, Malta 766 100,00 403 ( 8 ) TECINVENT GmbH, Schömberg - 15 35,00 - 19 ( 9 ) Honle US Real Estate LLC, Torrington, USA 1. 869 100,00 56 (1 0 ) Hönle Electronics GmbH, Dornbirn Österreich 461 51,00 268 (1 1 ) GEPA Coating Solutions GmbH, Frickingen - 346 51,00 - 115 (1 2 ) STERIXENE SAS, Les Angles, Frankreich 105 24,24 12 (1 3 ) STERILSYSTEMS GmbH, Mauterndorf, Österreich 2.078 95,00 192 (1 4 ) Technigraf GmbH, Gräfenwiesbach - Hundstadt 166 55,00 - 56 (1 5 ) UMEX GmbH, Kirchheim b. Arnstadt 265 60,26 96 (16) Eltosch Grafix America Inc., Batavia/Chicago, USA 1.302 100,00 17 Indirekte Beteiligungen: (1 7 ) Panacol AG, Regensdorf/Zürich, Schweiz 1.486 100,00 573 ( 4 ) (1 8 ) Panacol - Elosol GmbH, Steinbach/Ts. 46.408 100,00 999 ( 17 ) ( 19 ) Eleco Produits EFD, SAS, Paris, Frankreich 2.410 99,96 863 (1 7 ) (2 0 ) Panacol-Korea Co., Ltd, Seongnam, Südkorea - 131 100,00 - 82 (1 8 ) (2 1 ) Panacol-USA Inc., Torrington, USA - 78 71,36 - 238 ( 17 ) (2 2 ) Metamorphic Materials Inc. Winsted, USA 254 30,00 179 (1 7 ) (2 3 ) uv - technik international ltd. Luton, UK 369 100,00 75 ( 5 ) Die Eigenkapitalbeträge in Fremdwährung werden mit dem amtlichen Mittelkurs, die Jahresergebnisse in Fremdwährung werden mit dem Devisenkassamittelkurs umgerechnet. In der Berichtsperiode kam es zu folgenden Änderungen bei den Beteiligungen: Die Dr. Hönle AG hat am 02.11.2022 mitgeteilt, Restrukturierungsmaßnahmen in der Tochtergesellschaft Raesch Quarz (Germany) GmbH, Ilmenau, einzuleiten und hierzu die Gesellschaft zu schließen und die Vermögensgegenstände zu veräußern. Am 12.12.2022 konnte kurzfristig eine Einigung über den Verkauf der gesamten Anteile an der Gesellschaft an einen neuen Eigentümer erzielt werden. Der Verkauf ist rückwirkend zum 01.12.2022 erfolgt. Die durch diese Transaktion resultierenden Auswirkungen auf die Wertansätze im Finanzanlage- und Umlaufvermögen wurden bereits im Jahresabschluss des Vorjahres berücksichtigt. Der Kaufpreis wurde vollständig im Geschäftsjahr 2022/2023 gezahlt und der entsprechende Beteiligungsansatz innerhalb des Finanzanlagevermögens mit dem Wegfall der Beherrschung ausgebucht. Aufgrund der Verschmelzung der Eltosch Grafix GmbH auf die Dr. Hönle AG zum 01.10.2022, entfällt der im Vorjahr ausgewiesene Beteiligungsansatz von 2.718 T€ im laufenden Geschäftsjahr. 2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Forderungsspiegel zum 30.09.2023 Restlaufzeit Restlaufzeit von Gesamtbetrag bis zu einem mehr als Jahr einem Jahr in T€ in T€ in T€ 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7.167 0 7.167 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 4.371 475 4.846 - davon aus Lieferungen und Leistungen: 2.675 T€ 3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen 59 50 109 ein Beteiligungsverhältnis besteht 4. Sonstige Vermögensgegenstände 1.785 29 1.814 Gesamtsumme 13.382 554 13.936 Forderungsspiegel zum 30.09.2022 Restlaufzeit Restlaufzeit von Gesamtbetrag bis zu einem mehr als Jahr einem Jahr in T€ in T€ in T€ 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.782 0 3.782 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 3.763 379 4.142 - davon aus Lieferungen und Leistungen: 2.042 T€ 3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen 53 50 103 ein Beteiligungsverhältnis besteht 4. Sonstige Vermögensgegenstände 2.244 560 2.804 Gesamtsumme 9.842 989 10.831 3. Aktive latente Steuern Infolge von Bewertungsunterschieden zwischen Handels- und Steuerbilanz in den Bereichen immaterielle Vermögensgegenstände, Anteile an verbundenen Unternehmen, Pensionsrückstellungen, sonstige Rückstellungen, die als temporäre Differenzen einzuordnen sind sowie auf steuerliche Verlustvorträge ergeben sich aktive latenten Steuern in Höhe von 6.468 T€ (Vj. 4.073 T€). Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt mit einem Ertragsteuersatz von 28,03% (Vj. 27,73%). 4. Eigenkapital a) Gezeichnetes Kapital Das gezeichnete Kapital stellt sich wie folgt dar (unverändert zum VJ): Gezeichnetes Kapital gesamt € 6.062.930,00 Rechnerischer Wert der eigenen Anteile € -1.076,00 Ausgegebenes Gezeichnetes Kapital € 6.061.854,00 Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) ist in 6.062.930 nennwertlose Stückaktien (Stammaktien) eingeteilt. Die Stückaktien lauten auf den Inhaber. Infolge der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften des HGB ist der rechnerische Wert (1 € je Aktie) der eigenen Aktien offen vom gezeichneten Kapital abgesetzt worden. Der den rechnerischen Wert der eigenen Aktien übersteigende Teil der Anschaffungskosten wurde mit den frei verfügbaren Rücklagen verrechnet. Der Vorstand wurde mit Beschluss der Hauptversammlung vom 23. März 2021 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates bis zum 22. März 2026 das Grundkapital durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender nennwertloser Stückaktien (Stammaktien) gegen Bareinlagen und / oder Sacheinlagen um bis zu 600 T€ zu erhöhen (genehmigtes Kapital 2021). Der Vorstand ist mit Zustimmung des Aufsichtsrats ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen ganz oder teilweise auszuschließen. b) Kapitalrücklage Der Gesamtwert der Kapitalrücklage ist mit 44.409.827,33 € unverändert zum Vorjahr und betrifft geleistete Aufgelder aus Kapitalerhöhungen gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB. c) Gewinnrücklagen gesetzliche Rücklage Stand zum 30.09.2023 (unverändert zum Vj.) € 48.871,56 Die gesetzliche Rücklage übersteigt zusammen mit den Kapitalrücklagen nach § 272 Abs. 2 Nr. 1 bis 3 HGB den zehnten Teil des Grundkapitals. Andere Gewinnrücklagen Stand zum 30.09.2023 (unverändert zum Vj.) € 2.524.484,51 d) Bilanzverlust Der Bilanzverlust entwickelte sich im Geschäftsjahr 2022/2023 wie folgt: Stand zum 01.10.2022 € -17.314.881,95 Jahresfehlbetrag 2022/2023 € -6.929.894,26 Stand zum 30.09.2023 € -24.244.776,21 e) Eigene Anteile Der Bestand der eigenen Aktien hat sich im Geschäftsjahr 2022/20223 gegenüber dem Vorjahr nicht geändert. Zum 30.09.2023 befanden sich 1.076 Stück eigene Aktien im Bestand der Dr. Hönle AG (0,02 % des gezeichneten Kapitals). Die Anschaffungskosten betrugen insgesamt 8 T€, der durchschnittliche Stückpreis lag bei 7,77 €. Der Erwerb der eigenen Anteile erfolgte im Wesentlichen zum Zweck der Schaffung einer Akquisitionswährung im Hinblick auf geplante Unternehmenserwerbe. Zudem besteht die Möglichkeit, die Aktien einzuziehen. Gemäß § 71b AktG stehen der Dr. Hönle AG aus den eigenen Aktien keine Rechte zu. Insbesondere sind diese Aktien nicht stimm- und dividendenberechtigt. Mit Wirkung zum 23. März 2023 hat die Hauptversammlung beschlossen, Vorstand und Aufsichtsrat der Dr. Hönle AG gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG zu ermächtigen, bis zum 22. März 2025 eigene Aktien bis zu insgesamt 10 % des Grundkapitals zu erwerben. f) Ausschüttungsgesperrte Beträge Im Eigenkapital ist ein Betrag von 6.959 T€ (Vj. 4.986 T€) zur Ausschüttung gesperrt. Dieser Betrag resultiert in Höhe von 491 T€ (Vj. 913 T€) aus dem Unterschiedsbetrag zwischen den Ansätzen der Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen, abgezinst mit dem Marktzinssatz aus den letzten 10 Geschäftsjahren und abgezinst mit dem Marktzinssatz aus den letzten 7 Geschäftsjahren (§ 253 Abs. 6 Satz 2 HGB), und in Höhe von 6.468 T€ (Vj. 4.073 T€) aus der Aktivierung latenter Steuern (§ 268 Abs. 8 HGB). 5. Rückstellungen Die Dr. Hönle AG gewährt ihren Mitarbeitern nach der Erfüllung der Anspruchsvoraussetzungen betriebliche Altersversorgung in Form von Direktzusagen. Für die Bewertung der Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen wurde das Anwartschaftsbarwertverfahren (PUC-Methode) verwendet. Es wurden folgende Annahmen und Parameter zugrunde gelegt: 30.09.2023 30.09.2022 Zinssatz (10-Jahres-Durchschnitt): 1,81% 1,78% Zinssatz (7-Jahres- Durchschnitt): 1,66% 1,40% Rentendynamik: 1,60% 1,60% Gehaltstrend: 0,00% 0,00% Der Zuführungsbetrag 2022/2023 in Höhe von 346 T€ (Vj. 1.334 T€) setzt sich aus der Zinskomponente von 164 T€ (Vj. 415 T€), einem Ertrag aus Rückdeckungsversicherung von 103 T€ (Vj. 56 T€), die in den Zinsaufwendungen und -erträgen ausgewiesen werden, und aus dem Dienstzeitaufwand von 182 T€ (Vj. 918 T€), ausgewiesen im Personalaufwand, zusammen. Der sich im Geschäftsjahr 2010/2011 aus der Umstellung durch das BilMoG insgesamt ergebende Erhöhungsbetrag der Pensionsverpflichtungen beträgt 257 T€ und wurde wiederum im laufenden Geschäftsjahr mit 1/15 bzw. 18 T€ als Aufwand erfasst und unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Der zum 30.09.2023 nicht passivierte Rückstellungsbetrag beträgt somit 23 T€ (Vj. 41 T€). Gem. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB wurden Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen, die im Zusammenhang mit der Erfüllung von Altersversorgungsverpflichtungen stehen und an die Pensionsberechtigten verpfändet wurden und somit dem Zugriff der übrigen Gläubiger der Gesellschaft entzogen sind (Planvermögen), in Höhe ihres beizulegenden Zeitwertes von 5.014 T€ (Vj. 4.475 T€) mit den betreffenden Pensionsrückstellungen saldiert. Nach den in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden erläuterten Änderungen der Saldierung (Passivprimat), wurde im Berichtsjahr das korrespondierende Deckungsvermögen aus den Rückdeckungsversicherungen in Höhe von 6.922 T€ (Vj. 4.475 T€) mit dem Erfüllungsbetrag der Versorgungszusagen saldiert. Die sonstigen Rückstellungen betreffen in Höhe von 2.276 T€ (Vj. 2.590 T€) Verpflichtungen aus dem Personalbereich. Hierzu gehören im Wesentlichen abgegrenzte Urlaubs-, Gleitzeit- und Weihnachtsgeldansprüche sowie Tantiemen- und Provisionsansprüche von Vorstand und Mitarbeitern. Die Verpflichtungen im Kreditorenbereich in Höhe von 1.461 T€ (Vj. 870 T€) setzen sich im Wesentlichen aus ausstehenden Eingangsrechnungen, Aufwendungen im Zusammenhang mit Verpflichtungen aus bestehenden Mietverhältnissen, Kosten für den Jahresabschluss und die Steuererklärungen sowie Aufwendungen, die im Zusammenhang mit unseren Investor-Relation-Aktivitäten stehen, zusammen. In Höhe von 258 T€ (Vj. 246 T€) wurden Rückstellungen für Gewährleistungen und Gutschriften gebildet. 6. Verbindlichkeiten Verbindlichkeitenspiegel zum 30.09.2023 Restlauf- zeit bis zu einem Jahr Restlauf- zeit zwischen einem und fünf Jahren Restlauf- zeit von mehr als fünf Jahren Gesamt- betrag davon durch Pfand- rechte und ähnliche Rechte gesichert Art und Form der Sicherheit in T€ in T€ in T€ in T€ in T€ 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 10.893 10.082 17.064 38.039 25 .789 Grund - schulden 2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 841 0 0 841 0 keine 3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.681 0 0 2.681 0 keine 4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 26.928 4.400 950 32.278 0 keine - davon aus Lieferungen und Leistungen: 1. 272 T € (Vj. 375 T €) - davon erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen: 7 T € (Vj. 28 T €) 5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0 0 0 0 0 keine 6. Sonstige Verbindlichkeiten 716 0 0 716 0 keine - davon aus Steuern: 306 T € (Vj. 163 T €) - davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: 23 T€ (Vj. 19T€) Gesamtsumme 42.059 14.482 18.014 74.556 25.789 Verbindlichkeitenspiegel zum 30.09.2022 Restlaufzeit bis zu einem Jahr Restlauf- zeit zwischen einem und fünf Jahren Restlauf -zeit von mehr als fünf Jahren Gesamt- betrag davon durch Pfand- rechte und ähnliche Rechte gesichert Art und Form der Sicherheit in T€ in T€ in T€ in T€ in T€ 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 12.328 7.640 18.809 38.777 27.607 Grund - schulden 2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 1.754 0 0 1.754 0 keine 3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.970 0 0 2.970 0 keine 4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 29.283 4.400 1.370 35.053 0 keine 5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1 0 0 1 0 keine 6. Sonstige Verbindlichkeiten 681 0 0 681 0 keine Gesamtsumme 47.017 12.040 20.179 79.236 27.607 7. Derivative Finanzinstrumente - Bewertungseinheiten Derivative Finanzinstrumente und die entsprechenden Grundgeschäfte können als Bewertungseinheit betrachtet werden, wenn ein eindeutiger Sicherungszusammenhang nachgewiesen wird. In diesen Fällen wird das Grundgeschäft zu dem vertraglich vereinbarten Sicherungskurs bilanziert, ein separater Ausweis des derivativen Finanzinstrumentes erfolgt jedoch nicht. Die Dr. Hönle AG hat derivative Finanzinstrumente in Form von micro hedges abgeschlossen, die in einem eindeutigen Sicherungszusammenhang stehen. Für die Dr. Hönle AG besteht daher kein bilanzierungspflichtiges Risiko, da im Falle von negativen beizulegenden Zeitwerten des derivativen Finanzinstrumentes positive Entwicklungen des dazugehörenden Grundgeschäftes gegenüberstehen. Die zum Stichtag abzusichernden Grundgeschäfte sind Bankdarlehen für die Finanzierung der getätigten Grundstückskäufe in Gilching sowie der ausgeführten Neubauten eines Büro- und eines Lagergebäudes in Gilching in Höhe von 25.370 T€ (ursprünglich 30.100 T€) mit einer Laufzeit vom 31.12.2020 bis 30. Juni 2038. Das gesicherte Risiko ist die Veränderung des 3-Monats-EURIBOR-Zins. Die in diesem Zusammenhang abgeschlossenen PAYER-Zinsswaps dienen als Sicherungsinstrumente. Für die prospektive Beurteilung der Effektivität wird die Methode des „critical terms match“ herangezogen. Bei Grund- und Sicherungsgeschäften stimmen alle bewertungsrelevanten Parameter überein, daher liegt eine perfekte Sicherungsbeziehung vor. Bei der retrospektiven Bewertung der Effektivität des Sicherungsinstrumentes kommt die finanzmathematische Methode „hypothetical derivative method“ zur Anwendung, es ergibt sich eine Effektivität von 100%. Die Bewertungseinheit wird bilanziell nach der „Einfrierungsmethode“ abgebildet. Danach werden die sich ausgleichenden Wertänderungen aus dem abgesicherten Risiko nicht bilanziert. Zinsswap Darlehen Grundstückskauf / Neubau Gebäude (Gilching): Buchwert zum 30.09.2023: 0 T€ Beizulegender Zeitwert: 3.054 T€ (Vj. 2.984 T€) D. ANGABEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG 1. Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse setzen sich hauptsächlich aus Anlageverkäufen – unterteilt nach geographischen Gesichtspunkten – wie folgt zusammen: 2022/2023 2021/2022 in T€ in T€ Inland 27.224 30.390 Europäische Union 11.133 11.135 Übriges Ausland 12.934 7.810 Gesamt 51.291 49.335 2. Sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge In der Position sonstige betriebliche Erträge sind 625 T€ (Vj. 63 T€) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (periodenfremd), die im Wesentlichen den Personalbereich betreffen. Ebenso sind in den betrieblichen Erträgen auch Erträge aus durch Fremdwährungsumrechnung entstandenen Kursdifferenzen in Höhe von 11 T€ (Vj. 33 T€) enthalten. Darüber hinaus sind periodenfremde Erträge in Höhe von 49 T€ (Vj. 9 T€) im Wesentlichen aus Versicherungsleistungen enthalten. In diesem Jahr ist in der Position sonstige betriebliche Aufwendungen ein periodenfremder Aufwand im Wesentlichen aus Mietverhältnissen und Versicherungsleistungen in Höhe von 70 T€ (Vj. 135 T€) erfasst, sowie weitere Aufwendungen in Höhe von 18 T€ (Vj. 18 T€). Die weiteren Aufwendungen resultieren aus dem sich im Rahmen der Umstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nach BilMoG bei den Pensionsrückstellungen ergebenden anteiligen (1/15) Erhöhungsbetrag. Des Weiteren sind in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen aus der Fremdwährungsumrechnung entstandene Kursdifferenzen in Höhe von 160 T€ (Vj. 37 T€) enthalten. 3. Personalaufwand Die sozialen Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung enthalten Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von 303 T€ (Vj. 975 T€). Die Aufwendungen für Löhne und Gehälter enthalten Aufwendungen in Höhe von 828 T€ aus der Aufhebung der Vorstandsverträge von Herrn Norbert Haimerl und Herrn Rainer Pumpe. 4. Abschreibungen Die Abschreibungen im Berichtsjahr enthalten Wertberichtigungen des Umlaufvermögens i.H.v. 11.052 T€ (Vj. 6.357 T€) aus der Einstellung der Produktlinie der mobilen Luftentkeimungsgeräten SteriWhite Air. Im Geschäftsjahr wurden weiterhin aktivierte immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 700 T€ (Vj. 0 T€) abgeschrieben, deren zukünftiger wirtschaftlicher Nutzen nicht mehr gegeben war. Bezüglich der Abschreibungen im Zusammenhang mit dem Verkauf der Raesch Quarz (Germany) GmbH waren im Vorjahr folgende Abschreibungen enthalten: Abschreibungen auf Darlehens- und Zinsforderungen: 6.267 T€ Abschreibungen auf sonstige Forderungen: 14.612 T€ Abschreibungen auf Ausleihungen: 444 T€ 5. Erträge aus Beteiligungen Die Erträge aus Beteiligungen enthalten Dividendenausschüttungen aus verbundenen Unternehmen in Höhe von 1.067 T€ (Vj. 876 T€). 6. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge enthalten Zinsen aus verbundenen Unternehmen in Höhe von 12 T€ (Vj. 395 T€). 7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen Im Gesamtbetrag sind unter anderem die aus der Abzinsung von Rückstellungen entstandenen Aufwendungen in Höhe von 164 T€ (Vj. 415 T€) enthalten. Zinsaufwendungen an verbundenen Unternehmen betragen 25 T€ (Vj. 22 T€). 8. Erträge und Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung Berichtsjahr: Der im Rahmen der Folgebewertung fehlende künftige Nutzen eines Projektes innerhalb der immateriellen Vermögenswerte führte im Berichtsjahr zu einer außerplanmäßigen Abschreibung in Höhe von 700 T€ (Vj. 0 T€) Aufgrund der Einstellung aller Aktivitäten hinsichtlich der mobilen Luftentkeimungsgeräte (SteriWhite Air) wurden im Berichtsjahr weitere 11.052 T€ an Fertigerzeugnissen und Komponenten außerordentlich wertberichtigt. Im Vorjahr führte bereits die nachlassende Nachfrage in diesem Zusammenhang zu einer entsprechenden Abwertung in Höhe von 6.357 T€. Aus dem Verschmelzungsvorgang der Eltosch Grafix GmbH auf die Dr. Hönle AG zum 01.10.2022 entstand ein buchmäßiger Verschmelzungsgewinn von 5.224 T€, welcher in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst wurde. Umstrukturierungsmaßnahmen innerhalb des Vorstandes führten im Geschäftsjahr zu weiteren Sonderaufwendungen in Höhe von 828 T€ (Vj. 1.400 T€) im Personalaufwand. Im Vorjahr ergaben sich zudem Erträge aus der Veräußerung der Gewerbeimmobilie der ehemaligen Aladin GmbH in Rott am Inn, in Höhe von 1.904 T€ (sonstige betriebliche Erträge). Raesch Quarz (Germany) GmbH: Angesichts der Veräußerung aller Anteile an der Raesch Quarz (Germany) GmbH mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Dezember 2022 sowie der Veräußerung aller Forderungen gegen die Raesch Quarz (Germany) GmbH mit Wirkung zum 12. Dezember 2022 wurde das Beteiligungsengagement der Dr. Hönle AG sowie die Wertansätze von Vermögenswerten im Vorjahr wertberichtigt. Die Abschreibungen in Höhe von insgesamt 21.323 T€ betrafen den Wert der Ausleihungen sowie Forderungen gegen die Raesch Quarz (Germany) GmbH. E. SONSTIGE ANGABEN 1. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen Nach § 251 und § 268 Abs. 7 HGB waren folgende Haftungsverhältnisse zu vermerken: Verbindlichkeiten aus Bürgschaften, Wechsel- und Scheckbürgschaften 16.047 T€ (Vj. 17.128 T€) davon gegenüber verbundenen Unternehmen: 0 T€ (Vj. 0 T€) davon zugunsten verbundener Unternehmen: 16.047 T€ (Vj. 17.128 T€) Die Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme aus den ausgewiesenen Verbindlichkeiten aus Bürgschaften, Wechsel- und Scheckbürgschaften schätzen wir aufgrund der gegenwärtigen Bonität und des bisherigen Zahlungsverhaltens der begünstigten Gesellschaft als gering ein. Erkennbare Anhaltspunkte, die eine andere Beurteilung erforderlich machen würden, liegen uns nicht vor. Die mit den Kreditinstituten auf IFRS Konzernebene vereinbarten Covenants wurden im Geschäftsjahr 2022/2023 nach Berücksichtigung von Sondereinflüssen, welche durch das entsprechende Kreditinstitut genehmigt wurden, eingehalten. An sonstigen finanziellen Verpflichtungen sind zum 30.09.2023 zu nennen: Verpflichtungen aus: im Folgejahr gesamt in T€ in T€ Leasingverträgen 335 754 - davon gegenüber verbundenen Unternehmen 0 0 Mietverträgen Betriebs- und Geschäftsausstattung 54 138 - davon gegenüber verbundenen Unternehmen 0 0 Gebäudemietverträgen 326 763 - davon gegenüber verbundenen Unternehmen 0 0 Rahmenverträgen 3.458 5.366 - davon gegenüber verbundenen Unternehmen 212 241 Gesamtbetrag 4.173 7.021 (Vorjahr 8.036 8.811) Des Weiteren bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen für den Kauf von Anlagevermögen in Höhe von 5 T€ (Vj. 15 T€). 2. Honorare der Abschlussprüfer Gem. § 285 Nr. 17 HGB wird auf die Angabe des Abschlussprüferhonorars verzichtet. Die Angabe hinsichtlich des Gesamthonorars des Abschlussprüfers erfolgt im Konzernabschluss der Dr. Hönle AG. 3. Entsprechenserklärung nach § 161 AktG Corporate Governance Im Januar 2023 haben der Vorstand und Aufsichtsrat der Dr. Hönle AG eine aktualisierte Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG abgegeben und den Aktionären auf der Internetseite des Unternehmens (www.hoenle.de) dauerhaft zugänglich gemacht. 4. Wesentliche Beteiligungen nach § 33 WpHG / § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG Gemäß § 33 Abs. 1 WpHG müssen Aktionäre wesentliche Beteiligungen an börsennotierten Unternehmen melden. Folgende Stimmrechtsmitteilungen wurden der Dr. Hönle AG als veröffentlichungspflichtigen Emittenten zum Stichtag 30.09.2023 übermittelt: Gerlin Participaties Coöperatief U.A., Maarsbergen, Niederlande, teilte mit, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Dr. Hönle AG am 16.06.2023 6,31 % (382.769 Stimmrechte) betrug. Kai Möhrle teilte mit, dass der Stimmrechtsanteil der Zweiunddreißigste PMB Management GmbH an der Dr. Hönle AG am 05.06.2023 die Schwelle von 20 % überschritten hat und an diesem Tag 20,06 % (1.216.300 Stimmrechte) betrug. Davon wurden ihm 20,06 % (1.216.300 Stimmrechte) nach § 34 WpHG zugerechnet. Allianz Global Investors GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland, teilte mit, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Dr. Hönle AG am 08.12.2022 die Schwelle von 3 % unterschritten hat und an diesem Tag 2,91 % (176.675 Stimmrechte) betrug. Davon wurden ihr 2,91 % (176.675 Stimmrechte) nach § 34 WpHG zugerechnet. Lazard Frères Gestion S.A.S., Paris, Frankreich, teilte mit, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Dr. Hönle AG am 21.02.2022 die Schwelle von 3 % überschritten hat und an diesem Tag 3,11 % (188.733 Stimmrechte) betrug. Davon wurden ihr 3,11 % (188.733 Stimmrechte) nach § 34 WpHG zugerechnet. Hans-Joachim Vits teilte mit, dass sein Stimmrechtsanteil an der Dr. Hönle AG am 25.04.2016 die Schwelle von 5 % unterschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 4,63 % (255.301 Stimmrechten) betrug. 5. Vorstand und Aufsichtsrat Vorstand Dr. Franz Richter, Dr.-Ing. Physik – seit 01.05.2023 Vorstand für die Bereiche Vertrieb und Marketing, sowie für die kaufmännischen Funktionsbereiche, Investor Relations, Logistik, Qualitätsmanagement, Entwicklung Norbert Haimerl, Diplom-Betriebswirt (FH) – Vorsitzender – bis 30.04.2023 Vorstand für die Bereiche Vertrieb und Marketing, sowie für die kaufmännischen Funktionsbereiche, Investor Relations, Logistik, Qualitätsmanagement Rainer Pumpe, Diplom-Ingenieur – bis 30.09.2023 Vorstand für Produktion Die Gesamtbezüge der Vorstände beliefen sich im Geschäftsjahr 2022/2023 auf 1.735 T€ (Vj. 3.111 T€). Im Gesamtbetrag der Bezüge für die Vorstände sind in Höhe von 770 T€ Aufwendungen aus der Aufhebung des Vorstandsvertrages von Herrn Haimerl enthalten. Herr Dr. Richter ist daneben als Präsident des Verwaltungsrats der Meyer Burger Technology AG, Gwatt/Schweiz, sowie als Vorsitzender des Kuratoriums des Fraunhofer-Instituts IZM, Berlin, tätig. Zusätzlich zu dem oben genannten Betrag wurden für ehemalige Vorstände bzw. deren Hinterbliebene Versorgungszahlungen in Höhe von 47 T€ (Vj. 4 T€) geleistet. Die Rückstellung hierzu beträgt 6.551 T€ (Vj. 6.311 T€). Die Versorgungsansprüche sind zum Bilanzstichtag mit einem Betrag von 5.014 T€ (Vj. 4.475 T€) durch Rückdeckungsversicherungen gedeckt. Mitglieder des Aufsichtsrats Prof. Dr. Karl Hönle, Dachau – Vorsitzender – bis 23.03.2023 Diplom-Physiker, Professor für Optik und Lasertechnik sowie Ehrensenator an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München (emeritiert), Gesellschafter der Dr. Hönle Medizintechnik GmbH, Gilching, Mitglied im Senat der Wirtschaft - Dr. Franz Richter, Eichenau – Vorsitzender (23.03.2023 – 30.04.2023) Dr.-Ing. Physik, Präsident des Verwaltungsrats der Meyer Burger Technology AG, Gwatt/Schweiz, Vorsitzender des Kuratoriums des Fraunhofer-Instituts IZM, Berlin Günther Henrich, Schäftlarn – stellvertretender Vorsitzender Wirtschaftsjurist, selbstständig Dr. Bernhard Gimple, München Rechtsanwalt, selbstständig Prof. Dr. Imke Libon, München Professorin sowie Dekanin der Fakultät für angewandte Naturwissenschaften und Mechatronik an der Hochschule München; stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrats des Studentenwerks München, Anstalt öffentlichen Rechts Niklas Friedrichsen, Hamburg (Vorsitzender seit 01.05.2023) Diplom-Kaufmann, Steuerberater, Sprecher der Geschäftsführung der PMF Vermögensverwaltung GmbH & Co. KG, Hamburg. Die Mitglieder des Aufsichtsrats sind in keinem Kontrollorgan anderer Unternehmen vertreten. Die Bezüge des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2022/2023 belaufen sich auf 183 T€ (Vj. 183 T€). Im Geschäftsjahr 2022/2023 wurde Herr Dr. Richter mit Wirkung zum 01.05.2023 für maximal ein Jahr in den Vorstand entsandt. Dieser wird spätestens mit Ablauf der Jahresfrist wieder den Aufsichtsratsvorsitz der Dr. Hönle AG von Herrn Niklas Friedrichsen übernehmen. Die Forderung gegen die Dr. Hönle Medizintechnik GmbH, die unter maßgeblichem Einfluss eines Aufsichtsratsmitglieds stand (bis zum 23.3.2023), besteht aus einem Darlehen in Höhe von 150 T€ (Vj. 289 T€), welches insgesamt über einen Zeitraum von 65 Monaten bis 31.12.2025 läuft und mit 3 % p.a. verzinst wird. Es handelt sich um ein Annuitätendarlehen mit einer monatlichen Rate in Höhe von 7 T€. Darüber hinaus besteht ein weiteres Darlehen in Höhe von 308 T€ (Vj. 324 T€), welches insgesamt über einen Zeitraum von 50 Monaten bis 31.12.2025 läuft und mit 3,5 % p.a. verzinst wird. Es handelt sich um ein Annuitätendarlehen mit einer monatlichen Rate in Höhe von 9 T€. Es bestehen außerdem Forderungen aus Darlehenszinsen in Höhe von 11 T€ aus den genannten Darlehen. Zum 2. Oktober 2023 erfolgte eine außerordentliche Rückzahlung über 400 T€. Die Forderung gegen den ehemaligen Vorsitzenden des Aufsichtsrats bestand im Vorjahr aus Darlehensforderungen in Höhe 145 T€, welche im Berichtsjahr vollständig getilgt wurden. Entwicklung dieser Forderungen: Stand 01.10.2022 Zugang Rückzahlungen Stand 30.09.2023 in T€ in T€ in T€ in T€ Darlehen Dr. Hönle Medizintechnik 613 0 155 458 Zinsen aus Darlehen 10 1 0 11 Darlehen Prof. Dr. Hönle 145 0 145 0 Zinsen aus Darlehen 3 0 3 0 771 1 303 469 6. Arbeitnehmer Im Jahresdurchschnitt waren bei der Gesellschaft 235 Mitarbeiter (Vj. 208) (ohne Vorstand) beschäftigt, die in folgenden Funktionsbereichen tätig waren: Vertrieb 39 (Vj. 25) Forschung und Entwicklung 36 (Vj. 29) Produktion, Service 93 (Vj. 85) Logistik 39 (Vj. 40) Verwaltung 28 (Vj. 29) Gesamt 235 (Vj. 208) F. NACHTRAGSBERICHT Ereignisse nach dem Bilanzstichtag, von denen ein wesentlicher Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Dr. Hönle AG ausgeht, sind nicht eingetreten. G. VORSCHLAG ZUR VERWENDUNG DES BILANZVERLUSTES Der Vorstand schlägt vor, den Bilanzverlust in Höhe von 24.245 T€ auf neue Rechnung vorzutragen. Gilching, 24. Januar 2024 Dr. Franz Richter Vorstand Anlage zum Anhang Dr. Hönle Aktiengesellschaft, Gilching Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr vom 01. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 01.10.2022 Zugang Zugänge Abgänge Umbuchungen 30.09.2023 01.10.2022 Zugang Zugänge Abgänge 30.09.2023 30.09.2023 30.09.2022 Verschmelzung Verschmelzung EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutz- rechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3.659.312,95 641.330,32 82.325,05 0,00 0,00 4.382.968,32 3.320.101,85 641.291,32 179.067,63 0,00 4.140.460,80 242.507,52 339.211,10 2. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 1.774.063,62 0,00 0,00 0,00 1.774.063,62 0,00 1.729.711,87 44.351,75 0,00 1.774.063,62 0,00 0,00 3. Geleistete Anzahlungen 7.544,00 0,00 784.799,00 7.544,00 0,00 784.799,00 0,00 0,00 700.000,00 0,00 700.000,00 84.799,00 7.544,00 3.666.856,95 2.415.393,94 867.124,05 7.544,00 0,00 6.941.830,94 3.320.101,85 2.371.003,19 923.419,38 0,00 6.614.524,42 327.306,52 346.755,10 II. Sachanlagen 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 37.848.745,43 1.597.175,62 21.454,00 0,00 0,00 39.467.375,05 1.222.806,43 387.692,96 1.036.032,91 0,00 2.646.532,30 36.820.842,75 36.625.939,00 2. Technische Anlagen und Maschinen 3.803.758,53 213.395,57 143.110,67 0,00 0,00 4.160.264,77 2.611.171,72 205.277,86 232.628,13 0,00 3.049.077,71 1.111.187,06 1.192.586,81 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 6.423.335,31 1.226.636,57 335.869,80 74.730,03 0,00 7.911.111,65 3.589.863,78 1.151.345,32 565.214,74 58.885,93 5.247.537,91 2.663.573,74 2.833.471,53 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 48.075.839,27 3.037.207,76 500.434,47 74.730,03 0,00 51.538.751,47 7.423.841,93 1.744.316,14 1.833.875,78 58.885,93 10.943.147,92 40.595.603,55 40.651.997,34 III. Finanzanlagen 1. Anteile an verbundenen Unternehmen 38.955.077,84 3.879,46 0,00 7.718.019,98 0,00 31.240.937,32 3.753.179,29 0,00 55.000,00 0,00 3.808.179,29 27.432.758,03 35.201.898,55 2 Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1.443.749,55 0,00 0,00 0,00 0,00 1.443.749,55 1.443.749,55 0,00 0,00 0,00 1.443.749,55 0,00 0,00 3. Beteiligungen 213.750,00 0,00 0,00 0,00 0,00 213.750,00 5.000,00 0,00 0,00 0,00 5.000,00 208.750,00 208.750,00 4. Geleistete Anzahlungen auf Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 5. Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen 2.134.878,00 0,00 287.162,43 2.011.160,43 0,00 410.880,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 410.880,00 2.134.878,00 42.747.455,39 3.879,46 287.162,43 9.729.180,41 0,00 33.309.316,87 5.201.928,84 0,00 55.000,00 0,00 5.256.928,84 28.052.388,03 37.545.526,55 94.490.151,61 5.456.481,16 1.654.720,95 9.811.454,44 0,00 91.789.899,28 15.945.872,62 4.115.319,33 2.812.295,16 58.885,93 22.814.601,18 68.975.298,10 78.544.278,99 Anschaffungs- und Herstellungskosten Kumulierte Abschreibungen Buchwerte Zusammengefasster Lagebericht/ Konzernlagebericht der Dr. Hönle Aktiengesellschaft, Gilching für das Geschäftsjahr 2022/2023 Geschäft und Rahmenbedingungen Gegenstand und Struktur des Konzerns Die Dr. Hönle AG ist ein börsennotiertes Technologieunternehmen mit Sitz in Gilching. Die Hönle Gruppe gliedert sich in die drei Geschäftsfelder Klebstoffe, Geräte & Anlagen sowie Glas & Strahler. Das Segment Klebstoffe beinhaltet Industrieklebstoffe für ein breites Anwendungsfeld, unter anderem in der Elektronik, Medizintechnik, Optik und im Bereich Automotive. Die Geräte und Anlagen werden in der Farb- und Lacktrocknung, in der Kleb- und Kunststoffhärtung, in der Entkeimung von Wasser, Oberflächen und Luft sowie in der Sonnenlichtsimulation eingesetzt. Das Segment Glas & Strahler umfasst Quarzglasprodukte für die Halbleiter-, Glasfaser- und Lampenindustrie. Die Strahler finden Verwendung in Entkeimungsprozessen und bei der Trocknung von Beschichtungen und Klebstoffen. Die Dr. Hönle AG war zum 30.09.2023 an folgenden Gesellschaften direkt oder indirekt beteiligt: Name (jeweils in alphabetischer Reihenfolge) Sitz Segment Klebstoffe Agita Holding AG Regensdorf/Zürich, Schweiz Eleco Panacol - EFD, SAS Gennevilliers/Paris, Frankreich Hoenle UV Technology (Shanghai) Trading Ltd. Shanghai, China Metamorphic Materials Inc. 1, 3 Winsted/Connecticut, USA Panacol AG Regensdorf/Zürich, Schweiz PANACOL-ELOSOL GmbH Steinbach/Taunus, Deutschland Panacol-USA, Inc. Torrington/Connecticut, USA Panacol-Korea Co., Ltd. Suwon-si, Südkorea Segment Geräte & Anlagen Eltosch Grafix America Inc. Batavia/Chicago, USA GEPA Coating Solutions GmbH Frickingen, Deutschland Hönle Electronics GmbH Dornbirn, Österreich Honle US Real Estate LLC Torrington/Connecticut, USA Honle UV France S.à.r.l. Lyon, Frankreich PrintConcept UV-Systeme GmbH Kohlberg, Deutschland SOLITEC GmbH 2 Gilching, Deutschland STERIXENE SAS 1, 3 Les Angels, Frankreich STERILSYSTEMS GmbH Mauterndorf, Österreich Technigraf GmbH Grävenwiesbach-Hundstadt, Deutschland TECINVENT GmbH 1, 3 Schömberg, Deutschland UMEX GmbH Kirchheim b. Arnstadt, Deutschland Segment Glas & Strahler Raesch Quarz (Malta) Ltd. Mosta, Malta uv-technik international Ltd. Luton, Großbritannien uv-technik Speziallampen GmbH Ilmenau, Deutschland 1) Minderheitsbeteiligung; 2) nicht konsolidiert; 3) at equity Die weltweiten Standorte Hönle ist eine international tätige Unternehmensgruppe mit über 20 Tochtergesellschaften. Im Ausland hat Hönle eigene Standorte in jenen Ländern, die für das operative Geschäft eine Schlüsselposition einnehmen. Darüber hinaus verfügt die Unternehmensgruppe über ein internationales Netz an Vertriebs- und Servicepartnern. Hönle hat eigene Produktionsstandorte in Deutschland, Malta, Österreich und den USA. Nichtfinanzielle Erklärung (ungeprüft) Für die nichtfinanzielle Erklärung nach den Vorgaben des § 289b in Verbindung mit § 315b HGB wird auf den gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht verwiesen. Dieser wird im Internet auf der Webseite der Dr. Hönle AG unter https://www.hoenle.de/unternehmen/corporate-governance veröffentlicht. Managementsystem Ziel des unternehmerischen Handelns ist es, auf ein nachhaltiges Wachstum des Unternehmenswertes hinzuwirken. Dabei möchte die Hönle Gruppe neben ihrer Verantwortung gegenüber Investoren auch ihrer Verantwortung gegenüber der Umwelt sowie gegenüber ihren Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten und sonstigen Geschäftspartnern gerecht werden. Hönle strebt die Festigung und den Ausbau ihrer Marktposition in ihren Kerngeschäftsfeldern an und setzt dabei insbesondere auf kundenspezifische Systemlösungen. Die Hönle Gruppe sieht sich als Partner ihrer Kunden. Auf der Beschaffungsseite verfügt Hönle über langjährige Geschäftsbeziehungen zu den meisten Lieferanten. Die Geschäftspartner sind überwiegend kleine und mittelständische Unternehmen mit regionalem Bezug. Hönle bezieht vor allem mechanische, elektrische und elektronische Komponenten. Chemische Rohstoffe und technische Gase werden überwiegend von Großkonzernen bezogen, zum Teil jedoch auch selbst hergestellt. Zur Sicherstellung eines hohen Qualitätsniveaus, werden regelmäßig Lieferantenbewertungen durchgeführt. Das unternehmensinterne Managementsystem besteht im Wesentlichen aus regelmäßigen Vorstandsbesprechungen, einer monatlichen Analyse der Geschäftsentwicklung, der strategischen Unternehmensplanung, dem Qualitäts- und Umweltmanagement, der Investitions-, Liquiditäts-, Personal- und Akquisitionsplanung sowie dem Risiko- und Chancenmanagement. Der Vorstand berichtet regelmäßig an den Aufsichtsrat und tauscht sich, wann immer dies erforderlich ist, auch außerplanmäßig mit ihm aus. Operatives Ziel des Hönle Managements ist es, die Umsätze, Ergebnisse und den Cashflow unter Berücksichtigung ökologischer und sozialer Aspekte nachhaltig zu steigern. Wichtige Finanzkennzahlen sind in diesem Zusammenhang die operativen Margen, insbesondere die EBIT-Marge. Hönle überwacht daher ständig die Entwicklung der Umsätze und der Aufwandsquoten und vergleicht diese mit der internen Planung. Großer Wert wird auch auf die Steigerung des operativen Cashflows der Hönle Gruppe gelegt. Dieser Lagebericht geht insbesondere in den Kapiteln Geschäftsverlauf, Ertrags- und Finanzlage sowie Ausblick näher auf die einzelnen Steuerungsgrößen ein und erläutert Maßnahmen zur geplanten Entwicklung dieser Kennzahlen. Die Nichtfinanzielle Erklärung berichtet über soziale und ökonomische Belange. Die wichtigsten finanziellen Steuerungsgrößen und Key Performance Indicators (KPIs) des letzten Geschäftsjahres und ihre Veränderung gegenüber dem Vorjahr werden im Folgenden dargestellt: Steuerungsgrößen in T€ 2022/2023 2021/2022 +/- % Umsatzerlöse 106.342 116.093 -8,4 EBIT -9.418 5.837 -261,4 weitere KPIs EBIT-Marge in % -9,0 4,9 -283,7 Konzernjahresergebnis -10.928 -13.198 17,2 operativer Cashflow 7.389 -485 1.623,5 Hauptversammlung Die ordentliche Hauptversammlung der Dr. Hönle AG war am 23. März 2023. Sie fand als virtuelle Hauptversammlung ohne physische Präsenz der Aktionäre statt. Über 220 Aktionäre übten ihre Stimmrechte aus. Sie repräsentierten 45 % der Grundkapitals und der Stimmrechte der Dr. Hönle AG. Sämtliche Beschlussvorschläge der Tagesordnung wurden mit der erforderlichen Mehrheit angenommen. Hierzu gehörte die Wahl von Herrn Dr. Franz Richter in den Aufsichtsrat. Er übernahm den Vorsitz in dem Gremium, nachdem der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende, Herr Prof. Dr. Karl Hönle, sein Amt mit Wirkung zum Ablauf der Hauptversammlung niedergelegt hatte. Die Gesellschaft wurde ferner ermächtigt, bis zum 22. März 2025 eigene Aktien in Höhe von bis zu 10 % des Grundkapitals zu erwerben. Auch die Ermächtigung, Hauptversammlungen, die bis 31. März 2025 stattfinden, virtuell abhalten zu können, wurde mit der erforderlichen Mehrheit beschlossen. Anschließend wurde der Vergütungsbericht gebilligt und beschlossen, dass Aufsichtsratsmitgliedern in bestimmten Fällen die Teilnahme an Hauptversammlungen im Wege der Bild- und Tonübertragung gestattet ist. Wirtschaftsbericht Marktentwicklung Die Weltwirtschaft ging geschwächt in das Jahr 2023. Der Russland-Ukraine-Krieg sowie ein Mix aus hohen Inflationsraten und stark steigenden Zinsen haben zu einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geführt. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich merklich eingetrübt, der ifo- Geschäftsklimaindex verharrte im Jahr 2023 auf einem niedrigen Niveau. Die ifo-Erwartungen, die wichtig für die Investitionsbereitschaft deutscher Unternehmen sind, fielen noch pessimistischer aus. Die aktuelle Schwäche der Industrie brachte die deutsche Konjunktur in schwieriges Fahrwasser. Der Arbeitsmarkt in den USA blieb hingegen in einer robusten Verfassung; hinzu kamen Entspannungssignale vom Immobilienmarkt und dem Bankensektor. In China bremste nach dem Auslaufen der Corona-Beschränkungen die Immobilienkrise eine stärkere Wachstumserholung. Die weltweite Industrieproduktion verharrte trotz der wirtschaftlichen Öffnung in China in der Stagnation. Der Inflationsdruck lässt zwar nach, bleibt aber weiterhin auf einem hohen Niveau. Nach 3,5 % im Jahr 2022 erwartet der Internationale Währungsfonds in 2023 insgesamt eine Abschwächung des weltweiten Wirtschaftswachstums auf 3,0 %. Für Deutschland rechnet er nach 1,8 % Wachstum im Jahr 2022 in 2023 mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 0,5 % und somit einer Rezession. Geschäftsverlauf Die Investitionszurückhaltung vieler Unternehmen wirkte sich auch auf die Geschäftsentwicklung der Hönle Gruppe aus. Zudem führte das Ende der pandemischen Lage zu einem deutlichen Umsatzrückgang im Bereich Luftentkeimung. Insgesamt lagen die Umsätze im Geschäftsjahr 2022/2023 mit 106.342 T€ daher um 8,4 % unter denen der Vorjahresperiode. Das bereinigte Betriebsergebnis (EBIT bereinigt) beläuft sich auf 7,1 Mio. €. Im Vorjahr erwirtschaftete das Unternehmen ein bereinigtes EBIT von 8,9 Mio. € bzw. von 12,2 Mio. € aus fortgeführten Aktivitäten, also ohne die Effekte der Raesch Quarz (Germany) GmbH, die verkauft wurde. Die Ergebnisentwicklung war im Berichtsjahr von mehreren Sondereffekten geprägt, die sich zusammen auf insgesamt 16,5 Mio. € belaufen. Der Vorstand der Dr. Hönle AG hat sich nach dem Wechsel des Vorstandsvorsitzenden intensiv mit allen Segmenten und Geschäftsfeldern der Hönle Gruppe auseinandergesetzt. Im Zuge dessen hat er unter anderem entschieden, die Produktlinie der mobilen SteriWhite-Air-Luftentkeimungssysteme nach dem Abklingen der Corona-Pandemie aufgrund fehlender Erfolgs- und Absatzaussichten nicht weiter fortzuführen. Dies führte dazu, dass der Restbestand an Fertigerzeugnissen im Berichtsjahr nach Teilabwertung im Vorjahr nun vollständig in Höhe von 3.836 T€ (Vj. 6.357 T€) abgewertet wurde, was in der Position der Bestandsveränderung abgebildet ist (entsprechend im Vorjahr umgegliedert). Im Materialaufwand sind in diesem Zusammenhang weitere Abwertungen von Komponenten dieser Produktlinie in Höhe von 7.216 T€ (Vj. 0 T€) enthalten. Ferner erfolgten Wertberichtigungen auf Firmenwerte und immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von 3,8 Mio. €. Darüber hinaus sind im Berichtsjahr Abfindungen an ein ehemaliges Vorstandsmitglied in Höhe 0,8 Mio. € sowie Einmalaufwendungen aus Neustrukturierungen in Höhe von 0,9 Mio. € angefallen. Unter Berücksichtigung negativer Einmaleffekte, ergibt sich im Geschäftsjahr 2022/2023 ein Betriebsergebnis (EBIT) von -9,4 Mio. €. Das Betriebsergebnis des Vorjahres belief sich auf -10,1 Mio. € bzw. auf plus 5,8 Mio. € aus fortgeführten Aktivitäten. Neuausrichtung der Hönle Gruppe Dr. Franz Richter übernahm am 01.05.2023 interimistisch das Amt des Vorstandsvorsitzenden bei der Dr. Hönle AG. Die Strategie des Vorstands zielt nun auf eine nachhaltig starke Geschäftsentwicklung und die Rückkehr zu einer hohen Ertragsstärke der Hönle Gruppe ab. Die letzten Monate waren daher von einer Bestandsaufnahme und Analyse der Geschäftstätigkeit in den einzelnen Segmenten geprägt. Im Rahmen der strategischen Unternehmensführung erfolgten Strategiemeetings in allen wesentlichen Geschäftseinheiten der Unternehmensgruppe. Die Geschäftstätigkeit wird zukünftig auf der Basis einer neuen Konzernstruktur stärker auf eine Wachstumsstrategie und die Erschließung zukunftsfähiger Anwendungsfelder und Märkte ausgerichtet. Dazu wird ein aktives Produktmanagement aufgebaut. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Nutzung von Synergien zwischen den einzelnen Segmenten und Geschäftsfeldern der Hönle Gruppe. Ziel ist es, durch die Neustrukturierung und die Erschließung von Synergien neue Umsatzpotenziale zu generieren und gleichzeitig Kostenvorteile zu nutzen. Segment Klebstoffe Die Umsätze im Segment Klebstoffe lagen im Geschäftsjahr 2022/2023 mit 28.829 T€ leicht über denen des Vorjahres von 28.282 T€. Während die Umsätze der deutschen Gesellschaft unter dem Niveau des Vorjahres lagen, konnten sowohl die französische als auch die US-amerikanische Vertriebsgesellschaft die Umsätze in ihren Absatzmärkten steigern. Das Segmentbetriebsergebnis ging von 3.860 T€ im Vorjahr auf 3.087 T€ im aktuellen Geschäftsjahr zurück. Ausschlaggebend für das niedrigere Periodenergebnis war vor allem ein höherer Personalaufwand, der im Zusammenhang mit dem Personalaufbau steht. Im Zuge des geplanten Umsatzwachstums wurde die Personalstärke in den Bereichen Entwicklung und Vertrieb weiter ausgebaut. Darüber hinaus minderten ein veränderter Produktmix sowie Wechselkursdifferenzen das Betriebsergebnis. Die Investitionen in die Betriebs- und Geschäftsausstattung lagen im Berichtsjahr auf einem niedrigen Niveau. Segment Geräte & Anlagen Im Segment Geräte & Anlagen machte sich der Umsatzrückgang mit Luftentkeimungssystemen infolge des Abklingens der Corona-Pandemie bemerkbar. Die Segmentumsätze sanken von 67.495 T€ im Vorjahr auf 59.712 T€ im Berichtsjahr. Bereinigt um das Geschäftsfeld der mobilen Luftentkeimungsgeräte lagen die Segmentumsätze nahezu auf Vorjahresniveau. Erfreulich entwickelten sich die Umsätze mit UV-Systemen für die Trocknung von Industrieklebstoffen. Die Systeme werden unter anderem bei automatisierten Produktionsprozessen in der Medizintechnik wie der Verklebung von Nadeln in Spritzen eingesetzt. Das Segmentbetriebsergebnis lag bei -14.567 T€. Dabei beliefen sich die bereits erläuterten negativen Einmaleffekte auf insgesamt 16,5 Mio. €. Das um Einmaleffekte bereinigte Segmentbetriebsergebnis lag im Geschäftsjahr 2022/2023 bei 1.962 T€ (Vj. -1.770 T€). Die Investitionen im Segment Geräte & Anlagen lagen im Berichtsjahr über denen des Vorjahres und erfolgten im Wesentlichen in die Betriebs- und Geschäftsausstattung. Segment Glas & Strahler Die Umsatzerlöse im Segment Glas & Strahler beliefen sich auf 17.801 T€. Sie lagen damit unter dem Vorjahreswert von 20.316 T€. Wie im Segment Geräte & Anlagen machte sich das Ende der Corona-Pandemie auch im Segment Glas & Strahler bemerkbar. Die Umsätze mit UV-Strahlern im Bereich Luftentkeimung gingen deutlich zurück. Insbesondere bei der uv-technik Speziallampen GmbH lagen die Umsatzerlöse daher unter denen des Vorjahres. Das Betriebsergebnis des Segments Glas & Strahler belief sich im aktuellen Geschäftsjahr auf 2.061 T€. Im Vorjahr lag das Betriebsergebnis bei 3.747 T€ und das Betriebsergebnis aus fortgeführten und nicht fortgeführten Aktivitäten, das die Geschäftsaktivitäten der Raesch Quarz (Germany) beinhaltete, bei -12.213 T€. Dies unterstreicht die Richtigkeit der Entscheidung, dass dieses Unternehmen verkauft wurde. Die Investitionen in die Betriebs- und Geschäftsausstattung lagen im Berichtsjahr auf einem niedrigen Niveau. Geschäftsentwicklung nach Regionen Die Investitionszurückhaltung vieler Unternehmen führte zusammen mit einem deutlichen Nachfragerückgang im Bereich Luftentkeimung nach dem Ende der pandemischen Lage zu einer Verringerung der Umsätze im Inland um 14,9 % auf 39.425 T€ und im europäischen Ausland um 8,2 % auf 33.677 T€. In Asien lagen die Umsätze mit 18.275 T€ um 5,0 % unter den Vorjahreswerten. In Nordamerika erhöhten sich die Umsatzerlöse um 2,9 % auf 8.616 T€ und im übrigen Ausland um 16,7 % auf 6.349 T€. Der Umsatzanstieg im übrigen Ausland ist vor allem auf die gute Geschäftsentwicklung in der Schweiz zurückzuführen. 28.282 67.495 20.316 28.829 59.712 17.801 0 10.000 20.000 30.000 40.000 50.000 60.000 70.000 80.000 Klebstoffe Geräte & Anlagen Glas & Strahler Umsatz nach Segmenten (in T€) 2021/2022 2022/2023 Ertragslage der Hönle Gruppe Die Umsatzerlöse der Hönle Gruppe lagen bei 106.342 T€ und damit unter dem Vorjahreswert von 116.093 T€. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf den geringeren Absatz von Luftentkeimungssystemen infolge des Abklingens der Corona-Pandemie sowie einer allgemeinen Investitionszurückhaltung vieler Unternehmen zurückzuführen. Sowohl im Vorjahr als auch im Berichtsjahr sind hinsichtlich dieser Produktlinie Sondereffekte aus der Abwertung von Geräten (innerhalb der Bestandsveränderung) sowie von Komponenten (innerhalb des Materialaufwandes) enthalten. Die Materialaufwandsquote stieg daher zusammen mit Produktmixeffekten gegenüber dem Vorjahr von 46,4 % auf 48,9 % im Berichtsjahr. Das Rohergebnis inklusive der sonstigen betrieblichen Erträge sank um 10.367 T€ auf 56.670 T€. Auch der Personalaufwand war von Sondereffekten geprägt. Dieser enthält Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Ausscheiden eines Vorstandsmitglieds in Höhe von 771 T€ (Vj. 1.400 T€). Insgesamt ging der Personalaufwand in der Hönle Gruppe von 39.706 T€ im Vorjahr auf 39.542 T€ im Berichtsjahr leicht zurück, was allerdings im Zusammenspiel mit den gesunkenen Umsatzerlösen einer Personalaufwandsquote von 33,6 % im Vorjahr bzw. 37,9 T€ % im Berichtsjahr entspricht. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im aktuellen Geschäftsjahr von 15.209 T€ auf 16.730 T€ angestiegen. Marketingaufwendungen im Zusammenhang mit der Vermarktung der SteriWhite Air Produktlinie (622 T€), erhöhte Reisekosten durch geringere Restriktionen nach der Corona-Pandemie, sowie Einmalaufwendungen aus der Neuausrichtung des USA-Geschäfts ließen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen im Geschäftsjahr auf das erhöhte Niveau steigen. Das Betriebsergebnis (EBIT) belief sich im Berichtsjahr auf -9.418 T€ (Vj. 5.837 T€). Das Vorsteuerergebnis (EBT) lag bei -10.981 T€ (Vj. 4.422 T€). Nach Ertragsteuern ergab sich ein Konzernergebnis von -10.928 T€ (Vj. -13.198 T€), was einem Ergebnis je Aktie von -1,82 T€ (Vj. -2,20 T€) entspricht. 3.860 -1.770 3.747 3.087 1.962 2.061 -3.000 -2.000 -1.000 0 1.000 2.000 3.000 4.000 5.000 Klebstoffe Geräte & Anlagen Glas & Strahler Betriebsergebnis (bereinigt) nach Segmenten (in T€) 2021/2022 2022/2023 46.343 36.703 19.233 8.373 5.441 39.425 33.677 18.275 8.616 6.349 0 5.000 10.000 15.000 20.000 25.000 30.000 35.000 40.000 45.000 50.000 Deutschland EU Asien Nordamerika ROW Umsatz nach Regionen (in T€) 2021/2022 2022/2023 Bei den Vorjahreswerten ist zu berücksichtigen, dass einzelne Positionen um Effekte aus der Raesch Quarz (Germany) GmbH bereinigt und in der Position „Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten nach Steuern“ in Höhe von -16.033 T€ zusammengefasst wurden. Ertragsentwicklung der Hönle Gruppe in T€ 2022/2023 2021/2022 +/- % Umsatzerlöse 106.342 116.093 -8,4 Rohergebnis 56.670 67.037 -15,5 Betriebsergebnis/EBIT -9.418 5.837 -261,4 EBIT-Marge in % -9,0 4,9 -283,7 Vorsteuerergebnis/EBT -10.981 4.422 -348,3 Konzernjahresergebnis -10.928 -13.198 -17,2 Ergebnis je Aktie in € -1,82 -2,20 -17,3 Finanzlage der Hönle Gruppe Die Hönle Gruppe hat im Geschäftsjahr 2022/2023 einen operativen Cashflow von 7.389 T€ (Vj. -485 T€) erwirtschaftet. Während die Bestandserhöhung für mobile Luftentkeimungsgeräte im Vorjahr noch zu Mittelabflüssen von 11.568 T€ führte, gingen die Mittelabflüsse im Berichtsjahr deutlich auf 1.807 T€ zurück. Dies wirkte sich entsprechend positiv auf den operativen Cashflow aus. Nach Zahlung von Zinsen und Ertragsteuern ergab sich ein Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit von 3.143 T€ (Vj. -7.406 T€). Der Cashflow aus Investitionstätigkeit ist geprägt von Einzahlungen aus dem Abgang der Geschäftseinheit Raesch Quarz (Germany) GmbH (4.977 T€) sowie Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagevermögen (-2.934 T€). Der Cashflow aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten und nicht fortgeführten Aktivitäten war hierdurch mit 2.651 T€ insgesamt positiv (Vj. -1.694 T€). Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit belief sich auf -3.417 T€ (Vj. 3.731 T€). Er ist im Wesentlichen auf die Rückzahlung von Bankverbindlichkeiten sowie die Zahlung von Leasingverbindlichkeiten zurückzuführen. Insgesamt erhöhten sich die liquiden Mittel im Berichtsjahr um 2.186 T€ (Vj. -4.942 T€). Liquiditätsentwicklung in T€ 2022/2023 2021/2022 +/- % Aus laufender Geschäftstätigkeit erwirtschaftete Zahlungsmittel 7.389 -485 1.623,5 Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 3.143 -7.406 142,4 Cashflow aus Investitionstätigkeit 2.651 -1.694 256,5 Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -3.417 3.731 -191,6 Veränderung liquider Mittel 2.186 -4.942 144,2 Vermögenslage der Hönle Gruppe Die Wertberichtigung von Firmenwerten im Segment Geräte & Anlagen in Höhe von 2.584 T€ führte im Geschäftsjahr 2022/2023 zu einen Rückgang der Geschäfts- oder Firmenwerte von 21.119 T€ auf 18.400 T€. Die Raesch Quarz (Germany) GmbH wurde zum 01.12.2022 verkauft. Die Entkonsolidierung dieser Gesellschaft trug wesentlich dazu bei, dass auf der Aktivseite der Bilanz das Sachanlagevermögen um 4.440 T€ auf 75.127 T€ zurückging. Die Abwertung des Lagerbestands an Luftentkeimungsgeräten und Komponenten für diese Geräte trug maßgeblich zu einem Rückgang der Vorräte um 11.324 T€ auf 35.046 T€ bei. Die liquiden Mittel lagen zum 30.09.2023 bei 9.317 T€ (Vj. 7.131 T€). Die gesamten Vermögenswerte der Technigraf GmbH und der UMEX GmbH wurden aufgrund der Veräußerungspläne in die Position der zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte (1.510 T€) umgegliedert. Auf der Passivseite der Bilanz werden kurzfristige Bankverbindlichkeiten wieder als langfristige Bankverbindlichkeiten ausgewiesen, da die entsprechenden Kreditbedingungen eingehalten werden. Im Vorjahr wurden 13,5 Mio. € Bankdarlehen als kurzfristig klassifiziert. Insgesamt reduzierten sich die langfristigen Bankverbindlichkeiten (41.783 T€) und die kurzfristigen Bankverbindlichkeiten (12.416 T€) im Berichtsjahr um 2.036 T€. Die Gewinnrücklagen gingen um 11.061 T€ auf 47.787 T€ zurück. Mit einer Eigenkapitalquote von 54,6 % und ausreichend liquiden Mitteln und Kreditlinien ist die Hönle Gruppe weiterhin solide finanziert. Die Bilanzsumme ging von 195.462 T€ zum 30. September 2022 auf 176.156 T€ zum 30. September 2023 zurück. Bilanz in T€ 30.09.2023 30.09.2022 +/- % Langfristige Vermögenswerte 108.718 114.810 -5,3 Kurzfristige Vermögenswerte 67.438 80.652 -16,4 Eigenkapital 96.133 107.239 -10,4 Langfristige Schulden 47.775 37.202 28,4 Kurzfristige Schulden 32.248 51.021 -36,8 Bilanzsumme 176.156 195.462 -9,9 Erläuterungen zur Dr. Hönle AG (HGB-Jahresabschluss) Der Jahresabschluss der Dr. Hönle AG ist nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches und des Aktiengesetzes aufgestellt. Der Lagebericht der Dr. Hönle AG und der Konzernlagebericht werden nach den Vorschriften des § 298 Abs. 2 HGB in Verbindung mit § 315 Abs. 5 HGB zusammengefasst. Die Dr. Hönle AG ist ein börsennotiertes Technologieunternehmen mit Sitz in Gilching. Hönle entwickelt, produziert und vertreibt UV- und Infrarot-Geräte und -Anlagen. Die Systeme werden in der Farb- und Lacktrocknung, in der Kleb- und Kunststoffhärtung sowie in der Entkeimung von Luft und Oberflächen eingesetzt. Darüber hinaus umfasst das Produktspektrum Sonnensimulations- und Beleuchtungsanlagen für industrielle Einsatzbereiche. Der Vertrieb erfolgt über eigene Mitarbeiter in der Dr. Hönle AG, Tochtergesellschaften sowie über selbstständige Partnerunternehmen. Die Dr. Hönle AG erbringt als Muttergesellschaft Dienstleistungen für Tochterunternehmen in den Bereichen Entwicklung, Produktion, IT und Verwaltung. Die Anzahl der durchschnittlich beschäftigten Mitarbeiter lag bei 235 (Vj. 208). Im Lagebericht über das Geschäftsjahr 2021/2022 hatte der Vorstand berichtet, dass er für die Dr. Hönle AG im Geschäftsjahr 2022/2023 einen Umsatz erwartet, der in etwa auf dem Niveau des Vorjahres (49,3 Mio. €) und ein Betriebsergebnis von etwa 2,0 Mio. € erwartet. Tatsächlich lag der Umsatz im Geschäftsjahr 2022/2023 aufgrund der Verschmelzung mit der ELTOSCH GRAFIX GmbH bei 51.291 T€. Das Betriebsergebnis ging infolge mehrerer Sondereffekte jedoch auf -8.748 T€ zurück, weshalb das Berichtsjahr nicht zufriedenstellend war. Der Vorstand ist jedoch vor allem aufgrund der erwarteten positiven Geschäftsentwicklung und der erwarteten nachhaltigen Verbesserung des Free Cashflows mit der Lage der Gesellschaft insgesamt zufrieden. Die Eltosch Grafix GmbH wurde zum 01.10.2022 auf die Dr. Hönle AG verschmolzen. Die Gesellschaft erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2021/2022 mit ihren 30 Mitarbeitern einen Umsatz von 18.589 T€ und ein Betriebsergebnis von 1.527 T€. Die Umsatzerlöse der Dr. Hönle AG, die im Geschäftsjahr 2022/2023 um 4,0 % auf 51.291 T€ stiegen, waren von mehreren Effekten geprägt. Die Umsätze im Geschäftsfeld Luftentkeimung gingen nach dem Ende der Corona- Pandemie stark zurück und kamen nahezu vollständig zum Erliegen. Dagegen konnte mit Trocknungsgeräten für Klebstoffe eine gute Geschäftsentwicklung realisiert werden. Die Systeme kommen vorranging in der Elektronikindustrie und der Medizintechnik zum Einsatz. Im Zuge der Verschmelzung der ELTOSCH GRAFIX GmbH, die vor allem Trocknungssysteme für Druckmaschinen vertreibt, nahmen die Umsätze im Geschäftsjahr 2022/2023 dort zu. Der Aufbau des Vorratsbestands um 1.319 T€ trug zu einer Erhöhung der Gesamtleistung im Berichtsjahr bei. Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Wesentlichen den Verschmelzungsgewinn in Höhe von 5.224 T€. Die Verschmelzung der ELTOSCH GRAFIX GmbH auf die Dr. Hönle AG trug maßgeblich zu einer Verbesserung der Materialaufwandsquote bei. Ihr Wert sank von 59,7 % im Vorjahr auf 49,8 % im Berichtsjahr. Der Personalaufwand der Dr. Hönle AG erhöhte sich infolge der Verschmelzung um 2.197 T€ auf 18.145 T€. Er enthält zudem Abfindungen an ehemalige Vorstandsmitglieder in Höhe von 828 T€ (Vj. 1.300 T€). Die Personalaufwandsquote lag im Geschäftsjahr 2022/2023 bei 34,5 % (Vj. 27,7 %). Bereinigt um den Verschmelzungseffekt bewegten sich die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 9.692 T€ auf Vorjahresniveau. Im Geschäftsjahr 2022/2023 erfolgten Abschreibungen in Höhe von 13.809 T€ (Vj. 29.207 T€). Die Abschreibungen erfolgten vor allem bei mobilen Luftentkeimungssystemen, da diese Produktlinie nach dem Ende der Corona- Pandemie eingestellt wird. Damit ergab sich ein Betriebsergebnis von -8.748 T€ (Vj. -22.929 T€). Die Dr. Hönle AG erzielte ein Finanzergebnis von -29 T€ (Vj. -388 T€). Nach Steuern ergab sich ein Jahresfehlbetrag von -6.930 T€ (Vj. - 21.364 T€). Aufgrund des Verkaufs der Tochtergesellschaft Raesch Quarz (Germany) GmbH im Geschäftsjahr sowie des Wegfalls des Beteiligungsansatzes der ELTOSCH GRAFIX GmbH im Zuge der Verschmelzung gingen die Finanzanlagen von 37.546 T€ zum 30.09.2022 auf 28.052 T€ zum 30.09.2023 zurück. Die Abschreibung im Bereich Luftentkeimung war die wesentliche Ursache für den Rückgang des Vorratsvermögens von 31.199 T€ auf 21.718 T€. Die liquiden Mittel erhöhten sich zum Ende des Geschäftsjahres auf 1.032 T€ (Vj. 230 T€). Der Anstieg der latenten Steuern resultiert im Wesentlichen aus dem negativen Jahresergebnis und den gebildeten latenten Steuern auf Verlustvorträge. Das Eigenkapital der Dr. Hönle AG ging aufgrund des Jahresfehlbetrages auf 28.800 T€ zurück (Vj. 35.730 T€). Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sanken um 738 T€ auf 38.039 T€. Auch die Verbindlichkeiten gegenüber den verbundenen Unternehmen gingen von 35.053 T€ im Vorjahr auf 32.278 T€ im Berichtsjahr zurück. Die durchschnittliche Zahl der in der F&E-Abteilung beschäftigten Mitarbeiter kletterte nach der Verschmelzung mit der ELTOSCH GRAFIX GmbH von 29 auf 36. Damit arbeiteten 15,3 % der Mitarbeiter in der Entwicklung. Die Aufwendungen für die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Dr. Hönle AG stiegen von 2.429 T€ im Vorjahr auf 4.089 T€ im Berichtsjahr. Der IWF geht für das Jahr 2024 von einem globalen Wirtschaftswachstum von 3,0 % aus, ein im historischen Vergleich geringer Zuwachs. Die restriktive Geldpolitik der Notenbanken mit hohen Zinsen belastet die Wirtschaft. Positiv wirken sich die wieder gesunkenen Energiepreise und die Abnahme der Lieferengpässe aus. Der Vorstand geht davon aus, dass sich die Investitionszurückhaltung erst im Laufe des Jahres weiter auflösen wird. Für die Dr. Hönle AG erwartet er für das Geschäftsjahr 2023/2024 einen Umsatz von 52 Mio. € bis 57 Mio. € und ein Betriebsergebnis von 1,0 Mio. € bis 1,5 Mio. €. Verkürzte Gewinn- und Verlustrechnung der Dr. Hönle AG (HGB-Jahresabschluss) in T€ 2022/2023 2021/2022 +/- % Umsatzerlöse 51.291 49.335 4,0 Bestandsveränderung 1.319 8.142 -83,8 Sonstige betriebliche Erträge 6.431 7.264 -11,5 Materialaufwand 26.195 34.289 -23,6 Rohergebnis 32.899 30.827 6,7 Personalaufwand 18.145 15.948 13,8 Abschreibungen 13.809 29.207 -52,7 Sonstige betriebliche Aufwendungen 9.692 8.601 12,7 Betriebsergebnis/EBIT -8.748 -22.929 -61,8 Finanzergebnis -29 -388 -92,6 Steuern 1.847 1.953 -5,4 Jahresfehlbetrag -6.930 -21.364 -67,6 Ergebnis je Aktie in € -1,14 -3,52 -67,6 Verkürzte Bilanz der Dr. Hönle AG (HGB-Jahresabschluss) in T€ 30.09.2023 30.09.2022 +/- % Immaterielle Vermögensgegenstände 327 347 -5,6 Sachanlagen 40.596 40.652 -0,1 Finanzanlagen 28.052 37.546 -25,3 Anlagevermögen 68.975 78.544 -12,2 Vorräte 21.718 31.199 -30,4 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 13.936 10.831 28,7 Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 1.032 230 347,8 Umlaufvermögen 36.686 42.261 -13,2 Rechnungsabgrenzungsposten 345 317 8,9 Aktive latente Steuern 6.468 4.073 58,8 Ausgegebenes Kapital 6.062 6.062 0,0 Kapitalrücklage 44.410 44.410 0,0 Gewinnrücklage 2.573 2.573 0,0 Bilanzgewinn -24.245 -17.315 40,0 Eigenkapital 28.800 35.730 -19,4 Rückstellungen 9.072 10.173 -10,8 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 38.039 38.777 -1,9 Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 841 1.754 -52,1 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.681 2.970 -9,7 Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 32.278 35.053 -7,9 Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis 0 1 -100,0 Sonstige Verbindlichkeiten inkl. PRAP 762 736 3,5 Verbindlichkeiten inkl. PRAP 74.602 79.292 -5,9 Bilanzsumme 112.474 125.195 -10,2 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage der Hönle Gruppe Geopolitische Spannungen sowie ein Mix aus hohen Inflationsraten und steigenden Zinsen führten zu einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die Weltwirtschaft war geschwächt und die Stimmung in der deutschen Wirtschaft eingetrübt. Im Lagebericht über das Geschäftsjahr 2021/2022 hatte der Vorstand berichtet, dass er für die Hönle Gruppe im Geschäftsjahr 2022/2023 einen Konzernumsatz erwartet, der geringfügig unter dem Umsatz des Geschäftsjahres 2021/2022 liegt sowie ein Konzernbetriebsergebnis, das deutlich über dem bereinigten Betriebsergebnis des Geschäftsjahres 2021/2022 von 8,9 Mio. € liegt. Tatsächlich ging der Umsatz insbesondere aufgrund des Umsatzeinbruchs im Bereich Luftentkeimung sowie der Investitionszurückhaltung der Kunden um 8,4 % auf 106.342 T€ zurück. Ferner erzielte die Hönle Gruppe im Geschäftsjahr 2022/2023 ein bereinigtes Betriebsergebnis von 7,1 Mio. €. Mehrere Sondereffekte führten darüber hinaus zu einem Betriebsergebnis (EBIT) von -9,4 Mio. €. Die negativen Einmaleffekte resultierten insbesondere aus der Wertberichtigung von Vorräten im Bereich Luftentkeimung, der Wertberichtigung von Firmenwerten sowie der Abfindung eines ehemaligen Vorstandsmitglieds. Auch wenn sich die Engpässe an den Beschaffungsmärkten im Verlauf des Geschäftsjahres reduziert haben, trugen sie im Berichtsjahr noch zu einem erhöhten Materialaufwand bei. Der Verkauf der Raesch Quarz (Germany) GmbH zum 01.12.2022, die mit ihrer Quarzglasschmelze zu den energieintensiven Unternehmen gehört, macht die Hönle Gruppe zukünftig deutlich unabhängiger von schwankenden Strom- und Gaspreisen. Die Hönle Gruppe ist mit 9,3 Mio. € liquiden Mitteln und zusätzlich bestehenden freien Kreditlinien solide finanziert. In den Jahren 2018 bis 2022 wurden neue Firmengebäude für die Dr. Hönle AG, die PANACOL-ELOSOL GmbH und die uv- technik Speziallampen GmbH erstellt. Die Gesamtinvestitionen hierfür beliefen sich auf etwa 60 Mio. €. Die Investitionen wurden zu einem großen Teil über langfristige Immobiliendarlehen finanziert, deren Durchschnittszins bei 2,2 % liegt und deren durchschnittliche Laufzeit bis Ende 2037 geht. Die variabel verzinslichen Darlehen werden durch entsprechende Zinsswaps gegen Zinsschwankungen abgesichert. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten beliefen sich zum Ende des Berichtsjahres auf 54,2 Mio. €. Auch für die kommenden Jahre sind die Voraussetzungen gut, das Umsatz- und Ergebnisniveau der Hönle Gruppe in den bestehenden Segmenten deutlich auszubauen. Die oben erläuterten Sondereffekte belasteten das Ergebnis der Hönle Gruppe im Geschäftsjahr 2022/2023 deutlich, weshalb das Berichtsjahr insgesamt nicht zufriedenstellend war. Der Vorstand ist jedoch vor allem aufgrund der im Ausblick beschriebenen Wachstumsaussichten und der erwarteten nachhaltigen Verbesserung der Ertragsstärke und des Free Cashflows mit der Lage des Konzerns zufrieden. Forschung & Entwicklung Die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen der Hönle Gruppe lagen nach 7.154 T€ im Vorjahr bei 7.539 T€ im Berichtsjahr. Die Zahl der in den F&E-Abteilungen durchschnittlich beschäftigten Mitarbeiter ging von 97 auf 91 zurück (ohne Raesch Quarz (Germany) GmbH). Insgesamt arbeiteten damit 15,6 % (Vj. 14,8 %) der Mitarbeiter in Forschung & Entwicklung. Nachfolgend wird eine Auswahl der Aktivitäten im Bereich F&E im letzten Geschäftsjahr dargestellt: Segment Klebstoffe Die PANACOL-ELOSOL GmbH ist seit dem Berichtsjahr Mitglied im ACOP (Aachen Center for Optics Production). Das ACOP ist eine Initiative des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnologie (IPT) mit dem Ziel, die Zusammenarbeit der Forschenden mit der Industrie im Bereich der Optik zu fördern. Panacol kann mit ihrer Expertise im Bereich Industrieklebstoffe dazu beitragen, nachhaltige Lösungen zu erarbeiten. Die Lösungsansätze umfassen die Konzeptionierung, den Formenbau, die Metrologie und alle Entwicklungsschritte von der Erzeugung erster Prototypen bis hin zur Serienfertigung und der damit verbundenen Dokumentation. Besonders im Bereich der Freiformoptiken mit flüssigen Polymeren sieht Panacol interessante Anwendungsfelder. Immer kleinere Bauformen und eine präzisere Signalaufnahme tragen dort zu einem gesteigerten Leistungspotenzial bei. Gemeinsam mit weiteren ACOP- Mitgliedern plant Panacol in den kommenden Jahren, Vorschläge einzubringen, um neue Polymeroptiken massenfertigungstauglich am Markt etablieren zu können. Segment Geräte & Anlagen Im Segment Geräte & Anlagen präsentierte die Dr. Hönle AG auf der European Coatings Show 2023 eine breite Palette an ultravioletten Trocknungssystemen für Farben, Lacke, Klebstoffe und Silikone. Der UV-Spezialist bietet zudem Förderbänder für Laboranwendungen sowie UV-Messgeräte zur Sicherstellung gleichbleibender Bedingungen an. Das Förderbandsystem lässt sich mit unterschiedlichen Technologien ausstatten: Je nach Anwendung können UV- Einheiten mit Entladungslampe, UV-LEDs oder Infrarotstrahlern integriert werden. Darüber hinaus wurde der Hochleistungstrockner jetCURE ausgestellt. Die hohe Leistung des UV-Trockners ermöglicht selbst bei hohen Produktionsgeschwindigkeiten eine effektive und sichere Trocknung der bearbeiteten Oberfläche. Segment Glas & Strahler Im Segment Glas & Strahler wurden Forschungsprojekte für photokatalytische Prozesse gestartet. In der Photokatalyse werden chemische Reaktionen durch Licht oder ultraviolette Strahlung ausgelöst. Durch eine zielgerichtete Veränderung der Strahler-Dotierung etwa mittels der Zugabe von Metallen lässt sich das Emissionsspektrum der Strahler modifizieren. Die spektrale Anpassung induziert eine Photokatalyse als exergonische Reaktion. Die Anwendungsbereiche photokatalytischer Prozesse sind sehr weit und reichen von pharmazeutischen Einsatzfeldern bis hin zur Behandlung von Wasser, Luft und Oberflächen. Auswahl von Mitgliedschaften Der kontinuierliche Erfahrungsaustausch mit Kunden und Interessenten ist für den Erfolg der Hönle Gruppe von zentraler Bedeutung. Ferner arbeitet Hönle bei der Entwicklung neuer Verfahren und Produkte eng mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen zusammen. Darüber hinaus ist die Hönle Gruppe Mitglied in mehreren Berufsverbänden und Organisationen, um dort ihre Interessen zu vertreten (Auszug alphabetisch): ACOP – Aachen Center for Optics Production DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V. DFTA Flexodruck Fachverband e.V. DVS Deutscher Verband für Schweißen und verwandte Verfahren e.V. FOGRA Forschungsgesellschaft Druck e.V. Hong Kong Printers Association Industrieverband Klebstoffe e.V. POLYGRAPH Leipzig e.V., Sächsisches Institut für die Druckindustrie VCI Verband der Chemischen Industrie e.V. Umweltaspekte Umweltpolitik Um die Umwelt zu schützen, den gesellschaftlichen sowie gesetzlichen Verpflichtungen nachzukommen und eine nachhaltige Zukunft aktiv mitzugestalten, hat die Dr. Hönle AG folgende Leitsätze festgelegt: - Die Schaffung des Bewusstseins zum Schutz der Umwelt und der schonende Umgang mit Ressourcen werden in unsere Abläufe integriert, um nicht nur punktuell, sondern entlang unserer Wertschöpfung und bei der täglichen Arbeit ihre Wirkung voll entfalten zu können. - In unserer Produktentwicklung ziehen wir es vor, wiederverwendbare Materialien für unserer Geräte sowie Anlagen zu verwenden. Dadurch wollen wir eine umweltfreundliche Entsorgung bzw. Demontage unserer Produkte sowie eine Wiederverwendung durch Recycling nach einer langen Lebensdauer ermöglichen. - Wir bevorzugen es, die Umweltbelastung im Ansatz zu reduzieren und die Entstehung von Abfällen, wo wir können, zu vermeiden, statt sie nachträglich zu entsorgen. Um dies umzusetzen, arbeiten wir eng mit unseren Partnern wie Kunden, Lieferanten, Logistik- und Entsorgungsunternehmen zusammen. - So wie der technologische Wandel voranschreitet, ist auch unser Unternehmen einem fortlaufenden Wandel unterzogen, weshalb wir unsere Verfahren und Abläufe stetig weiterentwickeln. Unsere Mitarbeiter sind wichtig für die Weiterentwicklung und Förderung unserer Methoden für einen aktiven Umweltschutz. Damit sie sich hier einbringen und unsere Vorgehensweise im Bereich Umweltschutz aktiv mitgestalten können, pflegen wir ein offenes Vorschlagswesen. Jeder Mitarbeiter soll auf Fehler, Risiken für den Umweltschutz und Möglichkeiten für die Einsparung von Ressourcen hinweisen. - Der Schutz und das Wohlbefinden unserer Mitarbeiter sind uns wichtig, was wir unter anderem in der Gestaltung der Arbeitsplatzumgebung berücksichtigen. Wir schulen unsere Belegschaft, um Unfälle zu vermeiden bzw. zu reduzieren und sich in Notfallsituationen richtig zu verhalten. Schutz von Ressourcen Die Zunahme der Weltbevölkerung und der steigende Wohlstand tragen zu einem steigenden Ressourcenbedarf bei. Es ist daher eine zentrale Aufgabe von Unternehmen und Verbrauchern, sorgsam und verantwortungsvoll mit Ressourcen und Natur umzugehen. Mit einem Umweltmanagementsystem verstärkt Hönle ihre Bemühungen um einen effektiven und nachhaltigen Umweltschutz. Die Dr. Hönle AG hat seit 2018 ein Umweltmanagementsystem, welches nach DIN EN ISO 14001 zertifiziert ist. Mit der Installation einer Photovoltaikanlage am Standort in Malta leistet Raesch einen Beitrag zum Umweltschutz. Die Anlage hat eine Leistung von 197 kWp und erzeugt aus Sonnenlicht Strom, welcher selbst genutzt oder in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden kann. Der Ausstoß von Treibhausgasen und anderen Luftschadstoffen wird im Vergleich zur Stromerzeugung aus fossilen Energieträgern erheblich gemindert. Hönle reduziert mit dieser Anlage den Ausstoß von Treibhausgasen pro Jahr um 228 Tonnen 1 . Am Standort Gilching bei München wurde die neue Konzernzentrale der Hönle Gruppe errichtet. Der Immobilienkomplex besteht aus einem Logistik- sowie einem Büro- und Produktionsgebäude. Die Objekte wurden 2020 bzw. 2021 bezogen. Bei dem Neubau wurde auf eine nachhaltige Bauweise geachtet. So wird die neue Zentrale mit Fernwärme beheizt und mit Grundwasser gekühlt. Ein spezielles Lüftungskonzept wird zur Klimatisierung des Produktionsbereichs eingesetzt. Auf dem Dach des Logistikgebäudes ging im Jahr 2022 eine Photovoltaikanlage in Betrieb. Diese verfügt über eine Leistung von 200 kWp und ermöglicht es, zukünftig jedes Jahr 150 Tonnen 1 Treibhausgase einzusparen. 1) Quelle: eigene Berechnungen, BaFa Infoblatt CO 2 -Faktoren, www.meteoblue.com Technologie und Produkte Die UV-Technik gehört zur Kernkompetenz der Hönle Gruppe. Hönle UV-Trockner werden in unterschiedlichsten Druck- und Beschichtungsanwendungen eingesetzt. Im Vergleich zu konventionellen thermischen Trocknungsverfahren zeichnen sich UV-Verfahren meist durch eine deutlich bessere Umweltverträglichkeit aus. Für den Einsatz moderner UV-Trockner spricht eine gegenüber herkömmlichen Infrarot- und Heißlufttrocknern günstigere Energiebilanz. Darüber hinaus reduzieren die hohe Qualität und Kratzfestigkeit der Endprodukte Reparaturarbeiten aufgrund mechanischer Belastungen. Der Einsatz der UV-Technologie ermöglicht es zudem, erhebliche Mengen an umweltschädlichen Lösungsmitteln einzusparen. Die Bundes-Immissionsschutzverordnung begrenzt die Emission flüchtiger organischer Verbindungen (Volatile Organic Compounds = VOC). Die Verwendung von UV-Farben und -Lacken ist eine Möglichkeit, den Vorgaben dieser Richtlinie zu entsprechen. Der Prozess zur weiteren Begrenzung von Emissionen, beispielsweise in Form der VOC- und der NEC-Richtlinie (der Richtlinie über nationale Emissionshöchstmengen), geht länderübergreifend weiter. Daher ergeben sich auch zukünftig gute Chancen für die weitere Verbreitung der UV-Technologie in den Bereichen Druck, Lackierung und Beschichtung. Neben UV-Entladungslampen bietet Hönle ein immer größer werdendes Sortiment an UV-LED-Systemen an. Durch den Einsatz der LED-Technik lässt sich die ohnehin schon gute Energiebilanz der UV-Technologie nochmals steigern. Im Vergleich zu herkömmlichen Entladungslampen haben LED-Lampen einen geringeren Stromverbrauch und zugleich eine deutlich höhere Lebensdauer. Mit ihren kompakten Abmessungen und der flexiblen Anordnung lassen sie sich an jede Anwendung ideal anpassen. Aus diesen Gründen investiert die Hönle Gruppe sowohl in Fertigungsanlagen als auch in Entwicklungs- und Produktionsmitarbeiter für innovative UV-LED-Systeme. Ein weiterer Geschäftsbereich der Hönle Gruppe ist die Trinkwasser- und Abwasserentkeimung sowie die Behandlung von Ballastwasser auf Schiffen. Die ultravioletten Strahlen stellen sehr hohe Keimabtötungsraten sicher. Der Einsatz von Chemie wird minimiert oder kann vollkommen unterbleiben. So werden beispielsweise am Abfluss von Kläranlagen Mikroorganismen ohne Chemikalien umweltverträglich abgetötet. Mithilfe der UV-Technik werden Gewässer geschützt und deren Selbstreinigungskräfte erhalten oder wiederhergestellt. Im Jahr 2017 trat das internationale Ballastwasser-Übereinkommen in Kraft. Damit soll der weltweiten Verschleppung von gebietsfremden Arten durch die Aufnahme und die Abgabe von Ballastwasser in der Schifffahrt Einhalt geboten werden. Ergänzend zur Ballastwasserkonvention wurden inzwischen weitere Richtlinien verabschiedet, die Tests und Zulassung von Ballastwasserbehandlungsanlagen konkretisieren. Der Ausschuss für den Schutz der Meeresumwelt (MEPC) der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) hat Übergangsregeln für das Inkrafttreten der Ballastwasserkonvention beschlossen. Demnach müssen alle betroffenen Schiffe bis zum 08.09.2024 mit Ballastwasserbehandlungsanlagen ausgestattet sein, die nachweislich die im Übereinkommen festgeschriebene Qualitätsnorm erfüllen. Die uv-technik Speziallampen GmbH bietet geeignete UV-Systeme für die Wasserentkeimung auf Schiffen an. Diese stellen eine umweltfreundliche Alternative zur chemischen Behandlung von Ballastwasser dar. Auch im Bereich der Oberflächendesinfektion wird die UV-Entkeimung seit Jahrzehnten weltweit erfolgreich eingesetzt, beispielsweise in der Lebensmittelindustrie. Sie besitzt zahlreiche Vorteile gegenüber chemischen Desinfektionsmethoden. So werden der Transport und die Lagerung, vor allem aber auch die Entsorgung von Chemikalien überflüssig. Die Bildung gesundheitlich bedenklicher Desinfektionsnebenprodukte unterbleibt. Und schließlich werden auch essenzielle Merkmale, wie der Geschmack, der Geruch oder die Farbe der Lebensmittel, nicht beeinträchtigt. Das Produktprogramm umfasst auch energiesparende Luftentkeimungssysteme für die Lebensmittelindustrie. Die in der Luft enthaltenen Viren und andere Krankheitserreger können mittels UVC-Strahlung einfach, sicher und effektiv inaktiviert werden. Die Entkeimung mit UV-Licht ist ein besonders umweltfreundliches Verfahren, da keine Chemikalien verwendet werden und der Energiebedarf für den Betrieb der Geräte, verglichen mit herkömmlichen Filtersystemen, gering ist. Im Bereich Industrieklebstoffe trägt die Hönle Gruppe ebenfalls zum Umweltschutz bei. Neben herkömmlichen Klebstoffen umfasst das Produktspektrum auch UV- und lichthärtende Klebstoffe, bei denen die Trocknung ohne Emission von Lösungsmitteln erfolgt. Die Klebstoffe reagieren auf die Bestrahlung, die Moleküle vernetzen sich und härten in Sekunden aus – der Einsatz von Lösungsmitteln entfällt. UV- und lichthärtende Klebstoffe zeichnen sich daher durch eine gute Umweltverträglichkeit aus. Erklärung zur Unternehmensführung (ungeprüft) Die nach § 289f und § 315d HGB abzugebende Erklärung zur Unternehmensführung ist im Corporate-Governance- Bericht enthalten. Sie steht auch im Internet unter https://www.hoenle.de/unternehmen/corporate-governance zur Verfügung. Übernahmerechtliche Angaben und erläuternder Bericht des Vorstands Angaben gemäß §§ 289a und 315a HGB Nr. 1: Das Grundkapital der Dr. Hönle AG beträgt 6.062.930 € und ist aufgeteilt in 6.062.930 nennwertlose Inhaberaktien. Jede Aktie verfügt über ein Stimmrecht, Aktien mit Sonderrechten bestehen nicht. Weitere Einzelheiten zum Grundkapital werden im Anhang im Kapitel Eigenkapital erläutert. Nr. 3: Gemäß § 33 Abs. 1 WpHG müssen Aktionäre wesentliche Beteiligungen an börsennotierten Unternehmen melden. Kai Möhrle teilte mit, dass der Stimmrechtsanteil der Zweiunddreißigste PMB Management GmbH an der Dr. Hönle AG am 05.06.2023 die Schwelle von 20 % überschritten hat und an diesem Tag 20,06 % (1.216.300 Stimmrechte) betrug. Davon wurden ihm 20,06 % (1.216.300 Stimmrechte) nach § 34 WpHG zugerechnet. Nr. 6: Der Aufsichtsrat bestellt den Vorstand der Dr. Hönle AG für eine Amtszeit von jeweils höchstens fünf Jahren. Jede Satzungsänderung der Gesellschaft bedarf eines Beschlusses der Hauptversammlung. Nr. 7: Vorstand und Aufsichtsrat sollen auch künftig in der Lage sein, genehmigtes Kapital insbesondere zum Erwerb von Unternehmen und Unternehmensbeteiligungen und sonstigen Wirtschaftsgütern sowie zur Stärkung der Eigenmittel der Gesellschaft einzusetzen. Daher hat die Hauptversammlung vom 23.03.2021 den Vorstand bis zum 22.03.2026 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender nennwertloser Stückaktien um bis zu 600.000 € zu erhöhen. Ferner hat die Hauptversammlung vom 23.03.2023 die Gesellschaft ermächtigt, bis zum 22.03.2025 eigene Aktien in Höhe von bis zu 10 % des Grundkapitals von 6.062.930,00 € zu erwerben. Es wird diesbezüglich auch auf die Angaben zu eigenen Aktien im Kapitel Eigenkapital des Konzernanhangs verwiesen. Nr. 8: Für den Fall eines Eigentümerwechsels bei der Dr. Hönle AG hatten die Vorstände Haimerl und Runge das Recht zu kündigen und ihr Amt niederzulegen. Nr. 9: Für den Fall eines Eigentümerwechsels bei der Dr. Hönle AG hatten die Vorstände Haimerl und Runge das Recht auf Erhalt einer Abfindung. Weitere Einzelheiten zu § 315a Nr. 8 und 9 HGB sind im Vergütungsbericht erläutert. Personal Die Hönle Gruppe beschäftigte am 30. September 2023 594 Mitarbeiter (Vj. 648). Davon arbeiteten 51 Mitarbeiter in Teilzeit, was einer Quote von 8,6 % der Beschäftigten entspricht. Der Personalaufwand lag mit 39.542 T€ annähernd auf dem Vorjahresniveau von 39.706 T€. Der Rückgang der Vorstandsvergütung und die Erhöhung der Löhne und Gehälter glichen sich annähernd aus. Personalentwicklung Zur Gewährleistung eines hohen Qualifikationsniveaus investiert Hönle kontinuierlich in die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Hierfür wird sowohl auf interne Experten aus den jeweiligen Fachbereichen als auch auf externe Dienstleister zurückgegriffen. Im Geschäftsjahr 2022/2023 lagen die Aufwendungen für Personalaus- und - weiterbildung bei 658 T€ (Vj. 654 T€). Hönle investiert in die Berufsausbildung, um den künftigen Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften decken zu können: 27 junge Menschen absolvierten zum 30. September 2023 eine Ausbildung in der Unternehmensgruppe (Vj. 26). Die Hönle Gruppe bildet unter anderem Elektriker, Fachinformatiker, Fachkräfte für Lagerlogistik, Industriekaufleute, Industriemechaniker und Verfahrensmechaniker aus. Der neue Vorstand misst der Zufriedenheit und Motivation der Mitarbeiter eine hohe Bedeutung bei. Die Fluktuationsquote ging von 12,9 % im Vorjahr auf 9,9 % im Berichtsjahr zurück. Seit die Hönle Gruppe unter neuer Leitung ist, also seit 01.05.2023, ging die Fluktuationsquote noch deutlicher auf 7,8 % zurück. Sie liegt damit klar unter ihrem historischen Mittelwert der letzten zehn Jahre von 12,3 %. 12,7 8,3 9,9 12,9 9,9 0 5 10 15 20 2018/2019 2019/2020 2020/2021 2021/2022 2022/2023 Fluktuation (Austritte von Mitarbeitern in % der Mitarbeiteranzahl) Mitarbeiter nach Segmenten 30.09.2023 30.09.2022 +/- % Klebstoffe 148 139 6,5 Geräte & Anlagen 301 298 1,0 Glas & Strahler 145 211 -31,3 594 648 -8,3 Personalaufwand in T€ 2022/2023 2021/2022 +/- % Löhne und Gehälter 32.804 32.567 0,7 Soziale Abgaben und Aufwendungen für die Altersversorgung 6.738 7.139 -5,6 39.542 39.706 -0,4 Mitarbeiter nach Funktionsbereichen Mitarbeiter nach Altersgruppen 18,0% 16,0% 42,0% 11,0% 13,0% Vertrieb Forschung & Entwicklung Produktion & Service Logistik Verwaltung 1,0% 13,0% 24,0% 25,0% 27,0% 10,0% bis 20 Jahre 21-30 Jahre 31-40 Jahre 41-50 Jahre 51-60 Jahre über 60 Jahre Chancen- und Risikobericht für die Dr. Hönle AG und die Hönle Gruppe Risikomanagementziel Als ein führendes Technologieunternehmen ist die Hönle Gruppe zahlreichen regulatorischen, technologischen und markttechnischen Veränderungen ausgesetzt. Die Erkennung und Nutzung der sich aus den Veränderungen ergebenden Chancen ist wesentlich für den unternehmerischen Erfolg von Hönle. Die Risikopolitik der Dr. Hönle AG orientiert sich an den unternehmerischen Zielen eines nachhaltigen Wachstums und der Steigerung der Unternehmensergebnisse, um damit zu einer Erhöhung des Unternehmenswertes beizutragen. Unternehmerischen Chancen stehen meist auch Risiken gegenüber, die es gilt, frühestmöglich zu erkennen und zu bewerten. Durch die Einleitung geeigneter Maßnahmen sollen mögliche negative Auswirkungen begrenzt werden, um somit eine Bestandsgefährdung des Unternehmens zu verhindern. Risikomanagementstruktur Die Dr. Hönle AG verfügt über ein formalisiertes Risikomanagementsystem zur Überwachung der Risiken. Die in einem Handbuch dokumentierten Grundsätze definieren, wie mit Risiken umzugehen ist. In Abwägung der potenziellen Schadenshöhe, der Wahrscheinlichkeit des Eintretens eines Schadensfalls, aber auch der dabei bestehenden Chancen für das Unternehmen wird festgelegt, ob das Risiko vermieden, reduziert, übertragen oder akzeptiert werden soll. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erfolgten bei gegebenem Anlass Risikomeldungen an den Risikomanager (Risikoidentifikation). Im Rahmen einer vorgegebenen Skala zur Bewertung der potenziellen Schadenshöhe und der Eintrittswahrscheinlichkeit wurden sämtliche Risiken beurteilt (Risikobewertung). Maßnahmen wurden, wann immer dies nötig war, festgelegt und eingeleitet (Risikosteuerung). Ferner wurden im Abstand von drei Monaten Risikobesprechungen mit den zuständigen Risikoverantwortlichen durchgeführt, die Risikosituation analysiert und Maßnahmen überwacht (Monitoring). Der Vorstand der Dr. Hönle AG wird in regelmäßigen Abständen über die aktuelle Risikosituation der Unternehmensgruppe informiert und zusätzlich bei Erreichen definierter Risikoschwellen über Einzelrisiken umgehend in Kenntnis gesetzt. Sämtliche Zuständigkeiten, Grundsätze und Vorgehensweisen wurden in einem Risikomanagementhandbuch dokumentiert und alle Risikomeldungen auf standardisierten Formularen erfasst (Risikodokumentation). Standardisierte Risikobewertungsmatrix Eintrittswahrscheinlichkeit sehr gering 0 % 10 % gering 11 % 20 % mittel 21 % 30 % hoch 31 % 50 % sehr hoch 51 % 100 % Auswirkung Schadenhöhe in T€ vertretbar ≤ 100 niedrig ≤ 250 moderat ≤ 500 wesentlich ≤ 1.000 kritisch > 1.000 Risikotragfähigkeit Das Risikomanagementsystem der Dr. Hönle AG beinhaltet ein Konzept zur Überprüfung der Risikotragfähigkeit. In diesem werden die aggregierten Risiken dem Risikodeckungspotenzial gegenübergestellt. Es sind ausreichend liquide Mittel zur Deckung der bestehenden Risiken vorhanden. Einzelrisiken und -chancen Nachfolgend werden Risiken beschrieben, die mittlere oder hohe nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage der Hönle Gruppe haben könnten. Die Reihenfolge der dargestellten Risiken innerhalb der nachfolgenden Kategorien spiegelt die gegenwärtige Einschätzung des relativen Risikomaßes in abnehmender Reihenfolge wider. Sie bietet somit einen Anhaltspunkt für die Bedeutung dieser Risiken für die Hönle Gruppe, soweit dies in jedem Einzelfall möglich ist. Zusätzliche Risiken, die derzeit nicht bekannt sind, oder Risiken, die derzeit als unwesentlich einzuschätzen sind, könnten die Geschäftsaktivitäten ebenfalls negativ beeinflussen. Sofern nicht anders angegeben, beziehen sich die folgenden Risiken auf alle Segmente. Aus heutiger Sicht bestehen folgende interne und externe Chancen und Risiken für die Hönle Gruppe: Markt- und Rahmenbedingungen Hohe Inflationsraten und stark steigende Zinsen führten zu einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die stockende Expansion der Weltwirtschaft, geopolitische Risiken und eine restriktive Geldpolitik sorgen für einen anhaltenden Gegenwind. Die Inflation ist schwerer zu senken als zunächst erhofft und die globalen Finanzbedingungen mit steigenden Zinsen könnten in den Schwellen- und Entwicklungsländern zu Schuldenproblemen führen. Die wirtschaftliche Dynamik in China blieb zuletzt hinter den Erwartungen zurück. Die Schwellen- und Entwicklungsländer in Asien sind jedoch weiterhin der Wachstumsmotor der Weltwirtschaft. Ein wirtschaftlicher Abschwung würde sich voraussichtlich negativ auf die Finanz- und Ertragslage der Hönle Gruppe auswirken. Sollte sich die Wirtschaft robuster zeigen als erwartet, würde dies die Ergebnisentwicklung der Hönle Gruppe hingegen positiv beeinflussen. Es ist davon auszugehen, dass die Lieferengpässe weiter zurückgehen werden und der dadurch entstandene Margendruck abnehmen wird. Auch die Marktrisiken, die von sich verändernden Energie- und Rohstoffpreisen ausgehen, werden im Geschäftsjahr 2023/2024 voraussichtlich abnehmen. Steigende Energiepreise beeinträchtigten die Ergebnissituation der Raesch Quarz (Germany) GmbH im Vorjahr erheblich. Der Verkauf dieses energieintensiven Unternehmens zum 01.12.2022 macht die Hönle Gruppe deutlich unabhängiger von schwankenden Strom- und Gaspreisen. Risiken gehen von sich verändernden internationalen Vorschriften und Gesetzen aus, insbesondere in Deutschland und der EU, beispielsweise bei der Verwendung von Rohstoffen oder Inhaltsstoffen. Die Errichtung von Handelsbarrieren und zunehmende geopolitische Spannungen könnten sich negativ auswirken. Handelskonflikte zwischen den USA, China und der EU könnten zu steigenden Zöllen und zu einer Erhöhung der Preise für bezogene Waren führen und darüber hinaus auch die globale Wachstumsdynamik negativ beeinflussen. Gleichzeitig ergeben sich Chancen aus veränderten Rahmenbedingungen – etwa infolge der Vereinbarung von internationalen Handelsabkommen oder aufgrund des Ballastwasser-Übereinkommens, welches ab dem 08.09.2024 auf allen betreffenden Schiffen Anwendung findet und sich voraussichtlich positiv auf die Nachfrage nach Produkten der Hönle Gruppe und damit auf die wirtschaftliche Entwicklung von Hönle auswirken wird. Operative Entwicklung Der Verlust von Großkunden könnte zu einem Umsatzrückgang führen. Hönle begegnet diesem Risiko, indem die Gesellschaft Großkunden intensiv beobachtet und dabei auch ihre finanzielle Leistungsstärke überprüft. Die Zufriedenheit der Key Accounts wird ständig überwacht. Ferner führt der Ausbau des Kundenstamms in wirtschaftlich voneinander entkoppelten Zielbranchen zu einer besseren Risikostruktur. Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Großkunden stellt demgegenüber eine gute Basis dar, um die Geschäftsaktivitäten auszuweiten und auch zukünftig mit starken Partnern weiter zu wachsen. Die enge Zusammenarbeit mit strategischen Partnern stellt eine wichtige Basis für die Wachstumsstrategie der Hönle Gruppe dar. Die Einführung neuer Produkte oder Technologien könnte dazu führen, dass bestehende Produkte nicht mehr marktfähig sind. Der Erfolg der Hönle Gruppe hängt daher davon ab, Marktentwicklungen rechtzeitig zu erkennen und fortlaufend neue Produkte zu entwickeln und anzubieten. Gleichzeitig birgt ein technologischer Wandel die Chance, mit innovativen Produkten neue Absatzmärkte zu erschließen. Um Marktchancen frühzeitig zu erkennen und zu nutzen, wird das Produktmanagement in den Geschäftssegmenten weiter ausgebaut. Zudem wir die Konzernstruktur stärker auf Anwendungsfelder ausgerichtet und so Kompetenzen besser gebündelt. Wie andere Unternehmen unterliegt auch die Hönle Gruppe informationstechnischen Risiken. Die IT-Systeme bilden die Basis für nahezu alle betrieblichen Vorgänge. Um die Geschäftsprozesse vor IT-Risiken zu schützen, wurden Strukturen geschaffen, die mögliche Schäden verhindern und eine hohe Prozesssicherheit gewährleisten sollen. Hierbei ist die redundante Auslegung der IT-Systeme von großer Bedeutung. Die betrieblichen Lösungen in der Zugangskontrolle, den umfangreichen Schutzsystemen, in der Datensicherung und im Störungsmanagement gewährleisten eine hohe Verfügbarkeit der informationstechnischen Infrastruktur. Regelmäßige Analysen und Kontrollen der IT-Systeme, die Schulung der Mitarbeiter sowie ein konsequentes Sicherheitsmanagement gewährleisten ein angemessenes Sicherheitsniveau. Die Nutzung von Digitalisierungspotenzialen ist von hoher Bedeutung, um zukünftig in einem Marktumfeld bestehen zu können, das von hohen Kundenerwartungen geprägt ist. Der gezielte Einsatz von IT-Systemen etwa in der Kundenansprache oder der Warenwirtschaft bietet Chancen in der Realisierung von Umsatzsteigerungen, Kosteneinsparungen und Effizienzgewinnen. Es ist nicht auszuschließen, dass einzelne Kunden ihren Zahlungsverpflichtungen in Zukunft nicht oder nicht termingerecht nachkommen können. Ein konjunktureller Abschwung oder der Wegfall von Großkunden könnte die Liquiditätssituation wichtiger Geschäftspartner verschlechtern, was zu einem erhöhten Ausfallrisiko führen könnte. Die Kunden der Hönle Gruppe zeichnen sich bisher jedoch durch ein gutes Zahlungsverhalten aus. Hönle passt die Zahlungskonditionen den Bonitäten bedarfsgerecht an. Hönle steht im Wettbewerb um Fach- und Führungskräfte. Insbesondere der Markt für Facharbeiter und Ingenieure ist umkämpft. Die Verfügbarkeit des benötigten Personals ist entscheidend für die Erreichung der geplanten Umsatz- und Ergebnisziele. Die Attraktivität des Arbeitgebers ist von großer Bedeutung bei der Entscheidungsfindung der Bewerber. Hönle legt daher Wert auf ein gutes Betriebsklima, gezielte Weiterbildungsmaßnahmen und bietet vielversprechende berufliche Perspektiven. Die gezielte Förderung von Mitarbeitern und die Erreichung einer hohen Motivation bieten Chancen für die zukünftige erfolgreiche Geschäftsentwicklung. Ferner arbeitet Hönle eng mit ausgewählten Hochschulen zusammen und bietet Bachelor- und Masterarbeiten sowie Praktika an. Auch über die eigene Berufsausbildung wirkt Hönle dem Fachkräftemangel entgegen. Die Ausbildungsangebote im gewerblichen Bereich wurden in den letzten Jahren zudem deutlich ausgebaut. Ein weiteres Risiko stellt der Ausfall von Schlüsselpersonen im Unternehmen dar, von deren Wissen der Erfolg des Unternehmens zumindest teilweise abhängt. Hönle versucht daher, ihre Mitarbeiter durch umfangreiche Maßnahmen langfristig an das Unternehmen zu binden. Zudem bestehen insbesondere in sensiblen Bereichen entsprechende Vertretungsregelungen, sodass die Auswirkungen durch den unerwarteten Ausfall von Mitarbeitern minimiert werden. Finanzrisiken Akquisitionen sind ein wichtiger Bestandteil der strategischen Weiterentwicklung der Hönle Konzernstruktur. Im Zusammenhang mit dem Kauf von Unternehmen ergeben sich sowohl Chancen als auch Risiken. Akquisitionen bieten die Möglichkeit, neue Geschäftsfelder oder Märkte zu erschließen und nachhaltig zu einer positiven Geschäftsentwicklung der Hönle Gruppe beizutragen. Es besteht die Chance, dass die Umsatz- und Ergebnisentwicklung deutlich besser als geplant verläuft. Wertminderungsrisiken entstehen, wenn die erworbene Gesellschaft nicht entsprechend dem ursprünglich vorgesehenen Zeitplan integriert werden kann oder sich die Gesellschaft nicht wie erwartet entwickelt. Die Wahrscheinlichkeit einer ungünstigen Geschäftsentwicklung erhöht sich in Zeiten schwieriger oder unsicherer makroökonomischer Rahmenbedingungen. Es ist nicht auszuschließen, dass im Zuge einer außerplanmäßig schlechteren Geschäftsentwicklung bei Gesellschaften der Hönle Gruppe ein Wertberichtigungsbedarf bei bilanzierten Geschäfts- und Firmenwerten (Konzernabschluss) und weiteren Aktiva bzw. Beteiligungsengagements (Jahresabschluss) entstehen kann oder bereits berücksichtigte Wertminderungen sich erhöhen. Liquiditätsengpässe infolge einer schlechten Geschäftsentwicklung sind nicht gänzlich auszuschließen. Zudem bestehen Liquiditätsrisiken, die sich aus der Nichteinhaltung von Vertragsbedingungen bei Kreditverträgen (Covenants) ergeben. Die Liquiditätsversorgung der Dr. Hönle AG und ihrer Tochtergesellschaften erfolgt auf der Basis einer langfristigen Finanz- und Liquiditätsplanung. Der Vorstand wird regelmäßig über die aktuelle Liquiditätslage informiert. Mit derzeit 9,3 Mio. € liquiden Mitteln und zusätzlich bestehenden Kreditlinien ist die Hönle Gruppe solide finanziert. Ein Cash-Pooling optimiert zudem die Liquiditätsversorgung der einzelnen Gesellschaften der Hönle Gruppe und minimiert deren Liquiditätsrisiken. Andererseits bietet die Finanzierung über Fremdkapital Wachstumschancen. Der Verkauf der kapitalintensiven Raesch Quarz (Germany) GmbH zum 01.12.2022 trug zudem zu einer Verbesserung der Liquiditätssituation der Hönle Gruppe bei. Finanzrisiken beinhalten Risiken, die mit finanziellen Verlusten aufgrund schwankender Rahmendaten etwa bei Wechselkursen und Zinsen einhergehen. Diese Risiken können negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Es ist davon auszugehen, dass steigende Kurswerte des Euro sich negativ auf die Exportgeschäfte von Hönle auswirken könnten. Da die Umsätze überwiegend in Euro fakturiert werden, verzichtet Hönle jedoch auf Währungssicherungsgeschäfte. Wechselkursschwankungen, die sich auf regionale Preisstrukturen auswirken, begegnet Hönle mit einer kontinuierlichen Marktbeobachtung und gegebenenfalls mit Produkt- oder Preisanpassungen. Ein schwächerer Euro birgt das Risiko höherer Materialaufwendungen. Auf der anderen Seite bietet ein sinkender Eurokurs der Hönle Gruppe die Chance auf Wettbewerbsvorteile außerhalb der Eurozone mit positiven Effekten auf die Ertragslage. Einsparungen beim Materialaufwand ergeben sich bei einem steigenden Eurokurs. Sich verändernde Zinssätze bergen Finanzierungsrisiken. Die bisher historisch niedrigen Zinssätze steigen seit dem Jahr 2022 wieder deutlich an, auch um der hohen Inflationsrate entgegenzuwirken. Zur Finanzierung von Gewerbeimmobilien und Unternehmensanteilen hat die Hönle Gruppe unter anderem Darlehen mit variablen Zinssätzen aufgenommen. Zur Absicherung von Zinsrisiken wurden in diesem Zusammenhang derivative Finanzinstrumente in Form von Zinsswaps eingesetzt. Insgesamt ist das Zinsrisiko für die Hönle Gruppe derzeit von untergeordneter Relevanz. Dennoch erschwert das höhere Zinsniveau grundsätzlich eine günstige Finanzierung. Chancen ergeben sich aus fallenden Zinsen. Sie erleichtern die Finanzierung von Unternehmenskäufen oder Gewerbeimmobilien. Wesentliche Risiken Hönle Gruppe Eintrittswahr- Auswirkung Veränderung scheinlichkeit Markt und Rahmenbedingungen Wirtschaftliche Rahmenbedingungen mittel kritisch → Materialverfügbarkeit mittel kritisch ↘ Energie- und Rohstoffpreise mittel kritisch ↘ Regulatorik gering kritisch → Operative Entwicklung Abhängigkeit von Großkunden mittel kritisch → Technologie mittel kritisch → IT-Systeme gering kritisch → Zahlungsverhalten sehr gering kritisch → Personalverfügbarkeit mittel wesentlich ↘ Finanzen Firmenwerte mittel kritisch ↘ Liquidität mittel kritisch → Finanzmarkt mittel wesentlich → Angemessenheit und Wirksamkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems (ungeprüft) Umfang und Ausgestaltung des internen Kontrollsystems (IKS) und des Risikomanagementsystems (RMS) liegen im Ermessen und in der Verantwortung des Vorstands. Das interne Kontrollsystem umfasst die Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Einhaltung der maßgeblichen rechtlichen Vorschriften. Die Dr. Hönle AG verfügt aus diesem Grund auch über ein an der Risikolage des Unternehmens ausgerichtetes Compliance Management System (CMS). Die strategische Unternehmensplanung, das interne Berichtswesen und das interne Kontrollwesen fließen in das Risikomanagementsystem der Dr. Hönle AG ein. Ziel der strategischen Unternehmensplanung ist die Erkennung und Nutzung zukünftiger Chancen unter Abwägung der sich daraus ergebenden Risiken. Das interne Berichtswesen fungiert als Informationssystem, welches Auskunft über aktuelle Entwicklungen und bestehende Risiken erteilt. Das interne Kontrollwesen ist fortlaufend damit beschäftigt, Risiken zu erkennen, entsprechende Maßnahmen einzuleiten und deren Umsetzung und Wirkung zu überwachen. Es erfolgt eine regelmäßige und zeitnahe Berichterstattung an den Vorstand. Die Berichterstattung beinhaltet relevante Finanzkennzahlen und umfasst einen detaillierten Vergleich der Ist-Zahlen mit der Planung. Zudem werden in regelmäßig stattfindenden Treffen sämtlicher Abteilungen der Dr. Hönle AG im Rahmen des Risikomanagements Risiken überwacht und einzuleitende Maßnahmen besprochen. Auch hier erfolgt eine zeitnahe Berichterstattung an den Vorstand. Zur sachgemäßen Umsetzung der internen Risikomanagementrichtlinien greift Hönle auch auf die Verwendung eines eigens konzipierten Handbuchs zurück. Die Inhalte des Handbuchs umfassen Verhaltensregeln zur Erkennung, Analyse, Bewertung, Behandlung, Überwachung und Dokumentation von Risiken. Zu den wesentlichen Voraussetzungen für ein ordnungsgemäßes internes Kontrollsystem zählen neben einem adäquaten Warenwirtschaftssystem die eingehende Schulung der Mitarbeiter, die Festlegung der Verantwortlichkeiten und die Funktionentrennung sowie der kontrollierte Zugang auf IT-Systemebene. Um eine eventuelle Gefährdung von Daten weitestgehend ausschließen zu können, ist Hönle ständig bestrebt, Präventivmaßnahmen im IT-Bereich zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Dabei sind regelmäßige Aktualisierungen und gegebenenfalls Erweiterungen des Systems genauso selbstverständlich wie die Einhaltung der internen Sicherheitsrichtlinien durch die Mitarbeiter. Der Schutz vor unberechtigtem Zugriff, Missbrauch und Zerstörung wird unter anderem durch den Einsatz von mehrstufigen Firewall-Systemen und Virenschutzprogrammen durch Zugriffskontrollen auf Betriebssystem- und Anwendungsebene sowie durch eine mehrfache Datensicherung gewährleistet. Die Mitarbeiter werden regelmäßig im Bereich IT-Sicherheit/Cybersecurity geschult. Die Gestaltung des IT-Systems trägt zu einer zeitnahen und ordnungsgemäßen Erfassung aller relevanten Informationen bei und gewährleistet konzernweit ein größtmögliches Maß an Sicherheit. Die Dr. Hönle AG führt einmal jährlich eine Analyse des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems durch und überprüft dabei auch die Angemessenheit und Wirksamkeit dieser Systeme. Das interne Kontrollsystem und das Risikomanagementsystem der Dr. Hönle AG sind angemessen und wirksam. Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess Angaben gemäß §§ 289 Abs. 4 und 315 Abs. 4 HGB Eine wesentliche Zielsetzung des IKS ist es, einen gesetzeskonformen (Konzern-)Abschluss zu gewährleisten. Das IKS beinhaltet die Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen, um die Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sicherzustellen. Es ist derart gestaltet, dass der Jahresabschluss nach den einschlägigen Vorschriften des HGB und des AktG aufgestellt wird. Der Konzernabschluss wird nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind und den nach § 315e Abs. 1 HGB ergänzend zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Das Risikomanagementsystem sowie das interne Kontrollsystem befassen sich unter anderem mit der Überwachung der Rechnungslegungsprozesse. Neben der Identifizierung und Bewertung von Risiken, die in Bezug auf einen regelkonformen Abschluss hinderlich sind, ist das Ergreifen geeigneter Maßnahmen zur Abwendung derartiger Gefahren obligatorisch. Das interne Kontrollwesen und das Risikomanagementsystem fließen in die Abschlusserstellung der Dr. Hönle AG ein. Das interne Berichtswesen fungiert als Informationssystem, welches Auskunft über aktuelle Entwicklungen und bestehende Risiken erteilt. Das interne Kontrollwesen ist fortlaufend damit beschäftigt, Risiken zu erkennen, entsprechende Maßnahmen einzuleiten und deren Umsetzung und Wirkung zu überwachen. Es umfasst unter anderem den Rechnungslegungsprozess der Dr. Hönle AG. Das Controlling ist für die Analyse des Rechnungslegungsprozesses verantwortlich. Es erfolgt eine regelmäßige und zeitnahe Berichterstattung über die Rechnungslegung an den Vorstand. Die Berichterstattung beinhaltet relevante Finanzkennzahlen und umfasst einen detaillierten Vergleich der Ist-Zahlen mit der Planung. Zu den wichtigsten Voraussetzungen für eine ordnungsgemäße Rechnungslegung zählen neben einem adäquaten Warenwirtschaftssystem die eingehende Schulung der Mitarbeiter, die Festlegung der Verantwortlichkeiten und die Funktionentrennung im Rechnungswesen sowie der kontrollierte Zugang auf IT-Systemebene. Die Dr. Hönle AG verfügt über ein ERP (Enterprise-Resource-Planning)- und Buchhaltungssystem, welches eine ordnungsgemäße Buchhaltung ermöglicht. Darüber hinaus besitzt die Hönle Gruppe ein konzernweit einheitliches ERP-System und ein zertifiziertes Konsolidierungsprogramm, um eine zuverlässige und zeitnahe Rechnungslegung zu gewährleisten. Neu gegründete oder akquirierte Gesellschaften werden in der Regel in das bestehende ERP-System integriert. Dabei wickelt die Dr. Hönle AG die Buchhaltung auch als Dienstleister zentral für andere Gesellschaften der Hönle Gruppe ab. Der Rechnungslegungsprozess erfolgt nach dem „Vier-Augen-Prinzip“. Abschlussinformationen und die Abschlusserstellung durchlaufen definierte Freigabeprozesse. Bei der Erstellung der Abschlüsse werden die Zahlen analysiert und Veränderungen überprüft. Risikomanagement in Bezug auf Finanzinstrumente Angaben gemäß §§ 289 Abs. 2 Nr. 1 und 315 Abs. 2 Nr. 1 HGB Im Rahmen ihrer Position als Konzernführungsgesellschaft überwacht, koordiniert und lenkt die Dr. Hönle AG die finanzwirtschaftlichen Aktivitäten der Hönle Gruppe. Die Gewährleistung ausreichender Liquidität ist hierbei von oberster Priorität. Darüber hinaus wird auf eine Optimierung der Rentabilität bei gleichzeitiger Minimierung der Risiken Wert gelegt. Liquiditätsrisiko Das Liquiditätsrisiko könnte von Bedeutung für die Hönle Gruppe werden, wenn aktuelle oder zukünftige Zahlungen aufgrund unzureichender Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln nicht getätigt werden können. Mit einer langfristigen Finanzplanung, die sich über mehrere Jahre hinweg erstreckt, sowie einer regelmäßigen Liquiditätsplanung wird eine stetige Zahlungsfähigkeit sichergestellt. Da mit Finanzinstituten teilweise Financial Covenants vereinbart wurden, könnte sich das Liquiditätsrisiko erhöhen, wenn die Kreditbedingungen nicht eingehalten werden und das Kreditinstitut von der Möglichkeit Gebrauch macht, langfristige Schulden kurzfristig fällig zu stellen. Ein regelmäßiges Monitoring der Kreditbedingungen soll diesem Risiko entgegenwirken. Ausfallrisiko Eine potenzielle finanzielle Gefährdung stellt bei Geschäftsabwicklungen grundsätzlich immer das Ausfallrisiko dar, welches mit dem Zahlungsrückstand des Vertragspartners einhergeht. Hönle überprüft die Bonität ihrer Geschäftspartner, wobei Großkunden ein besonderes Augenmerk gilt. Die kontinuierliche Überwachung der Geschäftsvorgänge gewährleistet ein niedriges Ausfallrisiko. Das Erreichen der Planziele der von Hönle gehaltenen Beteiligungen ist im Hinblick auf die bestehende Risikoexposition der Dr. Hönle AG von Bedeutung. Hiervon betroffen sind die Buchwerte der Beteiligungen sowie Ausleihungen und Forderungen gegenüber den Beteiligungsgesellschaften. Sollten die Planziele der Beteiligungen nicht erreicht werden oder als Reaktion auf die weitere Entwicklung notwendige Maßnahmen nicht rechtzeitig umgesetzt werden können, sind die bestehenden Wertansätze auf deren Abschreibungsbedarf hin zu überprüfen. Marktrisiko Das Marktrisiko beinhaltet dasjenige Risiko, das mit finanziellen Verlusten aufgrund schwankender Marktpreise einhergeht, etwa bei Rohstoffen, Wechselkursen, Zinsen oder Wertpapieren. Für die Hönle Gruppe relevant sind vor allem das Warenpreis-, das Währungs- sowie das Zinsrisiko. Diese Risiken können negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Nach sorgfältiger Abwägung hat sich die Hönle Gruppe basierend auf einer Kosten-Nutzen-Analyse weitgehend gegen spezielle Sicherheitsmaßnahmen in den Bereichen Währungs- und Warenpreisrisiken entschieden. In Abhängigkeit von der sich verändernden Marktsituation kann es bei den Einkaufspreisen für die benötigten Rohstoffe beziehungsweise für Energie zu deutlichen Preisschwankungen kommen. Von den bestehenden und zu erwartenden Marktrisiken geht aus heutiger Sicht keine Bestandsgefährdung für die Hönle Gruppe aus. Der Verkauf der energieintensiven Raesch Quarz (Germany) GmbH macht die Hönle Gruppe zudem deutlich unabhängiger von schwankenden Strom- und Gaspreisen. Eine günstige Preisentwicklung bei Energie und Rohstoffen könnte sich andererseits positiv auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Hönle Gruppe auswirken. Das Währungsrisiko umfasst die aus Wechselkursschwankungen entstehenden Gefahren, die Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit der Produkte sowie auf die Einkaufspreise der Hönle Gruppe haben können. Da die Hönle Gruppe den Großteil ihrer Einkaufs- und Verkaufsgeschäfte in Euro abwickelt, sind die Wechselkursrisiken aus der Verrechnung von Lieferungen oder Leistungen von Lieferanten bzw. an Kunden begrenzt. Hönle prüft im Einzelfall den Einsatz von Sicherungsinstrumenten. Das Zinsrisiko ergibt sich aus den sich verändernden Zinssätzen. Zur Absicherung von Zinsrisiken wurden derivative Finanzinstrumente in Form von Zinsswaps eingesetzt. Für die Dr. Hönle AG besteht aufgrund der Effektivität der Sicherungsinstrumente kein bilanzierungspflichtiges Ertragsrisiko, da im Falle von negativen beizulegenden Zeitwerten des Finanzinstrumentes positive Entwicklungen des dazugehörenden Grundgeschäftes gegenüberstehen. Zu weiteren Angaben wird auf die Erläuterungen im Konzernanhang verwiesen. Gesamtaussage zur Chancen- und Risikosituation Die Hönle Gruppe ist mit leistungsstarken Produkten in unterschiedlichen Branchen und Anwendungsbereichen breit aufgestellt und verfügt über eine solide finanzielle Basis. Die Lieferengpässe, die bisher ein wesentliches Risiko für die Hönle Gruppe darstellten, sind zurückgegangen. Zudem macht der Verkauf der Raesch Quarz (Germany) GmbH zum 01.12.2022 Hönle weit weniger anfällig für Preisschwankungen bei den Energiepreisen. Und schließlich tragen auch die im Geschäftsjahr 2022/2023 durchgeführten Wertberichtigungen auf Vorräte und Firmenwerte dazu bei, dass die Risiken für die Hönle Gruppe insgesamt zurückgegangen sind. Wirtschaftliche Chancen ergeben sich durch die Erschließung neuer Märkte und Anwendungsfelder für die Hönle Gruppe. Der Aufbau eines aktiven Produktmanagements soll zum einen helfen, wettbewerbsfähige Produkte auf den Markt zu bringen und zum anderen die Kundenbindung insbesondere zu strategischen Partnern zu stärken. Derzeit sind keine Risiken erkennbar, die bestandsgefährdend sind oder zukünftig sein könnten. Prognosebericht Marktausblick Die Weltwirtschaft befindet sich weiterhin in einer Schwächephase. Der Internationale Währungsfonds geht für das Jahr 2024 von einem globalen Wirtschaftswachstum von 3,0 % aus, einem im historischen Vergleich geringen Zuwachs. Das Konjunkturbild bleibt nach wie vor eingetrübt: Hohe Inflationsraten und die restriktive Geldpolitik der Notenbanken führen zu einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Darüber hinaus trüben geopolitische Krisen den Ausblick ein. Zwar sollten die direkten wirtschaftlichen Effekte durch den Nahostkonflikt für den Westen aufgrund geringer Handelsvolumina überschaubar bleiben, jedoch spielen die indirekten Effekte über steigende Ölpreise eine bedeutende Rolle. Positiv wirken sich die wieder gesunkenen Energiepreise und die Abnahme der Lieferengpässe aus. Für die deutsche Wirtschaft erwartet der Internationale Währungsfonds eine Wachstumsrate von lediglich 0,9 %. In den USA sind die Wirtschaftsdaten hingegen bislang robust, sodass die Wahrscheinlichkeit einer weichen Konjunkturlandung ohne eine Rezession zuletzt zugenommen hat. Wachstumsimpulse kommen von den Schwellen- und Entwicklungsländern. Der Inflationsdruck lässt weiter nach, vor allem Energie- und Nahrungsmittelpreise geben im Vorjahresvergleich nach. Ausblick für die Hönle Gruppe Die Geschäftsentwicklung der Hönle Gruppe hängt maßgeblich von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Entwicklung der Weltkonjunktur ab. Grundlage für den Ausblick stellen detaillierte Planungen für die einzelnen Gesellschaften innerhalb der drei Geschäftssegmente dar. Segment Klebstoffe Hönle hat ein breites Produktspektrum an Spezialklebstoffen für den Bereich Electronic Packaging. Dieses Marktsegment wird zukünftig stark wachsen. Die Datenmengen, die in den nächsten Jahren weltweit generiert und verarbeitet werden, nehmen deutlich zu. Hierfür werden meist kundenspezifische Klebstoffe benötigt, was für die Hönle Gruppe als Klebstoffspezialisten ein ideales Betätigungsfeld darstellt. Einsatzbereiche hierfür sind beispielsweise Smartphones, Wearables oder Datenverarbeitungssysteme für autonomes Fahren. Ein weiteres Wachstumsfeld sind medizintechnische Klebstoffe. Ein bedeutendes Anwendungsfeld dort ist die Verklebung von Nadeln in Spritzen, eine Anwendung, in welcher die Hönle Gruppe eine ausgewiesene Expertise bei den hierfür benötigten Klebstoffsystemen hat. Unter regionalen Gesichtspunkten wird die weitere Erschließung des US-amerikanischen Marktes im Fokus stehen. Nordamerika hat einen großen Bedarf an kundenspezifischen Industrieklebstoffen. Hönle ist bisher dort unterrepräsentiert. Es ist geplant, diesen Absatzmarkt über eine intensive Zusammenarbeit mit Key-Account-Kunden weiter zu erschließen. Der Vorstand geht davon aus, dass die Umsätze mit Klebstoffen und Klebstoffsystemen, also mit UV-reaktiven Klebstoffen und den dazugehörigen UV-Härtungsgeräten, in den nächsten Jahren stark steigen werden. Die Erträge werden im Zuge des Umsatzwachstums voraussichtlich überproportional zunehmen. Segment Geräte & Anlagen Die ELTOSCH-GRAFIX GmbH wurde zu Beginn des Berichtsjahres auf die Dr. Hönle AG verschmolzen. Durch die Verschmelzung werden mehrere Effekte erzielt: Die Zusammenlegung der beiden Gesellschaften legt die Basis für ein leistungsstarkes Service- und Vertriebsnetz. Darüber hinaus wird hierdurch die Verschlankung der Konzernstruktur vorangetrieben. Zur gezielten Erschließung zukunftsfähiger Anwendungen wird zudem das Produktmanagement ausgebaut. Ein aktives Produktmanagement wird in allen für Hönle relevanten Einsatzbereichen für UV-Trocknungssysteme aufgebaut. Zu diesen gehören neben Druckmaschinen auch technische Folien, beschichtete Komponenten im Automobilbau und Bodenbeschichtungen. Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit erfolgen zielgerichtete Produktneuentwicklungen. Dabei steht der Kunde im Zentrum der Entwicklungsarbeit anwendungsfreundlicher Systeme. Dies stellt die Basis für die Steigerung des Umsatzvolumens in den nächsten Jahren dar. Die Ertragsstärke soll über eine Neustrukturierung des Produktsortiments und die Hebung von Einsparpotenzialen auf der Beschaffungsseite verbessert werden. Segment Glas & Strahler Aus dem erfolgten Verkauf der energie- und anlagenintensiven Tochtergesellschaft Raesch Quarz (Germany) GmbH im Berichtsjahr resultiert künftig eine geringere Abhängigkeit von schwankenden Energiepreisen. Gleichzeitig ist mit reduzierten Zahlungsmittelabflüssen für Investitionen zu rechnen. Auch die Ertragsstärke hat sich durch den Verkauf der Gesellschaft verbessert. Erstmals seit mehreren Jahren konnte ein positives Segmentbetriebsergebnis erwirtschaftet werden. Hönle ist im Segment Glas & Strahler gut positioniert. Die Produkte werden bei der Entkeimung von Wasser mittels ultravioletter Strahlung eingesetzt. Das umweltfreundliche Verfahren findet seinen Einsatz immer häufiger bei der Behandlung von Trink-, Prozess-, Reinst- und Ballastwasser. Die Hönle Gruppe beliefert in diesen Anwendungsfeldern führende Hersteller von Wasseraufbereitungssystemen mit Strahlern und Komponenten. Weitere Wachstumsmärkte liegen in den Bereichen Pharmazie und Elektromobilität. Die punktuelle Erweiterung des Produktmanagements ermöglicht die zielgerichtete Erschließung neuer potenzialstarker Anwendungsfelder. Insgesamt erwartet der Vorstand im Segment Glas & Strahler in den nächsten Jahren steigende Umsätze und Ergebnisse. Gesamtaussage zur künftigen Geschäftsentwicklung Der neue Vorstand hat sich intensiv mit allen Segmenten und Geschäftsfeldern der Hönle Gruppe auseinandergesetzt. Die zweite Hälfte des Geschäftsjahres war daher von einer Bestandsaufnahme und Analyse der Geschäftstätigkeit geprägt. Im Rahmen der strategischen Unternehmensführung erfolgten Strategiemeetings in allen wesentlichen Geschäftseinheiten der Unternehmensgruppe. Die Strategie des Vorstands zielt auf eine nachhaltig starke Geschäftsentwicklung und die Rückkehr zu einer hohen Ertragsstärke der Hönle Gruppe ab. Zur gezielten Erschließung zukunftsfähiger Anwendungsfelder wird das Produktmanagement in den relevanten Geschäftsfeldern auf- bzw. ausgebaut. Die geplante Neustrukturierung der Geschäftseinheiten wird weit stärker als die bisherige Segmentierung auf die Anforderungen der Kunden ausgerichtet. Sie stellt die Basis für die Steigerung der Umsätze in den Business Units und eine Verbesserung der EBIT-Margen in diesen Geschäftseinheiten dar. Voraussichtlich zum 31.03.2024 wird erstmals auf Basis der neuen Business Units berichtet. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau des Informationsaustauschs auf Leitungs- und Expertenebene und der Nutzung von Synergien zwischen den einzelnen Geschäftseinheiten der Hönle Gruppe. Insgesamt erwartet der Vorstand für die Hönle Gruppe im Geschäftsjahr 2023/2024 einen Umsatz zwischen 105 Mio. € und 115 Mio. € und ein Betriebsergebnis zwischen 6 Mio. € und 9 Mio. €. Alle Geschäftssegmente der Hönle Gruppe werden voraussichtlich ein positives Betriebsergebnis und in Summe einen positiven operativen Cashflow erzielen. Gilching, den 24. Januar 2024 Dr. Franz Richter Vorstand Versicherung der gesetzlichen Vertreter Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind. Gilching, den 24. Januar 2024 Dr. Hönle AG Der Vorstand
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