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4SC AG — Audit Report / Information 2012
Aug 6, 2013
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Audit Report / Information
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Publication

4SC AG
Planegg
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2012 bis zum 31.12.2012
Bilanz zum 31. Dezember 2012
Aktiva
| 31.12.2012 | 31.12.2011 | |||
|---|---|---|---|---|
| TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| A. Anlagevermögen | ||||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||
| 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 10.094 | 11.377 | ||
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 0 | 10.094 | 0 | 11.377 |
| II. Sachanlagen | ||||
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 212 | 1.065 | ||
| III. Finanzanlagen | ||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 9.972 | 34 | ||
| 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 2.826 | 0 | ||
| 3. Beteiligungen | 12 | 12.810 | 155 | 189 |
| 23.116 | 12.631 | |||
| B. Umlaufvermögen | ||||
| I. Vorräte | ||||
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 0 | 25 | ||
| II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | ||||
| 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 0 | 116 | ||
| 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 1.580 | 0 | ||
| 3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 0 | 1 | ||
| 4. Sonstige Vermögensgegenstände | 664 | 2.244 | 861 | 978 |
| III. Wertpapiere | ||||
| Sonstige Wertpapiere | 6.000 | 6.987 | ||
| IV. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten | 5.932 | 8.782 | ||
| 14.176 | 16.772 | |||
| C. Rechnungsabgrenzungsposten | 209 | 187 | ||
| 37.501 | 29.590 | |||
| Passiva | ||||
| 31.12.2012 TEUR |
31.12.2011 TEUR |
|||
| A. Eigenkapital | ||||
| I. Gezeichnetes Kapital | 50.372 | 41.968 | ||
| Bedingtes Kapital TEUR 9.007 (i. Vj. TEUR 9.038) | ||||
| II. Kapitalrücklage | 81.668 | 77.466 | ||
| III. Bilanzverlust | -104.406 | -98.186 | ||
| 27.634 | 21.248 | |||
| B. Rückstellungen | ||||
| Sonstige Rückstellungen | 1.170 | 1.881 | ||
| C. Verbindlichkeiten | ||||
| 1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 114 | 75 | ||
| 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 419 | 705 | ||
| 3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 2.873 | 0 | ||
| 4. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 10 | 29 | ||
| 5. Sonstige Verbindlichkeiten | 5.269 | 5.652 | ||
| --davon aus Steuern TEUR 459 (i. Vj. TEUR 112)- | ||||
| --davon im Rahmen der sozialen Sicherheit TEUR 83 (i. Vj. TEUR 0)-- | ||||
| 8.685 | 6.461 | |||
| D. Rechnungsabgrenzungsposten | 12 | 0 | ||
| 37.501 | 29.590 |
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2012
| 2012 | 2011 | |||
|---|---|---|---|---|
| TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| 1. Umsatzerlöse | 1.396 | 780 | ||
| 2. Sonstige betriebliche Erträge | 2.003 | 1.063 | ||
| 3.399 | 1.843 | |||
| 3. Personalaufwand | ||||
| a) Löhne und Gehälter | -3.822 | -5.456 | ||
| b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung | -647 | -4.469 | -911 | -6.367 |
| --davon für Altersversorgung TEUR 103 (i. Vj. TEUR 94)-- | ||||
| 4. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | -1.473 | -1.343 | ||
| 5. Sonstige betriebliche Aufwendungen | -10.249 | -13.662 | ||
| -16.191 | -21.372 | |||
| 6. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 231 | 283 | ||
| --davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 75 (i. Vj. TEUR 0)-- | ||||
| 7. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens | 0 | -4 | ||
| 8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -1 | -1 | ||
| 9. Aufwendungen aus Verlustübernahme | -2.712 | 0 | ||
| 10. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | -15.274 | -19.251 | ||
| 11. Außerordentliche Erträge | 9.064 | 0 | ||
| 12. Außerordentliches Ergebnis | 9.064 | 0 | ||
| 13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -10 | -600 | ||
| 14. Jahresfehlbetrag | -6.220 | -19.851 | ||
| 15. Verlustvortrag | -98.186 | -78.335 | ||
| 16. Bilanzverlust | -104.406 | -98.186 |
Anhang zum Jahresabschluss zum 31. Dezember 2012
1. ALLGEMEINE HINWEISE
Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des AktG aufgestellt. Die Aktien der 4SC AG werden seit dem 15. Dezember 2005 im Regulierten Markt der Deutschen Börse (Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse) gehandelt. Entsprechend § 267 Abs. 3 HGB gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.
Die Gliederung der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung entspricht den §§ 266 und 275 HGB, wobei die Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt ist. Der Grundsatz der Darstellungsstetigkeit gemäß § 265 Abs. 1 HGB wird beachtet. Der Abschluss wurde unter der Prämisse der Unternehmensfortführung erstellt. Durch die angewendete kaufmännische Rundung können sich Differenzen zu den exakten Zahlen ergeben.
2. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN
Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.
Für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wurde das Aktivierungswahlrecht gemäß § 248 Abs. 2 HGB nicht in Anspruch genommen. Unverändert zu den Vorjahren werden die Entwicklungskosten in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen.
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bilanziert und wurden entsprechend ihrer Nutzungsdauer zwischen 2 und 20 Jahren um planmäßige lineare und außerplanmäßige Abschreibungen vermindert. Der Geschäfts- oder Firmenwert, der aus der Verschmelzung der 4SC GmbH auf die 4SC AG im Geschäftsjahr 2000 resultiert, wurde bis einschließlich 2009 entsprechend § 255 Abs. 4 HGB (a.F.), über einen Zeitraum von 10 Jahren abgeschrieben und beträgt seit dem 31. Dezember 2009 1,00 €.
Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungskosten angesetzt und wird um planmäßige lineare Abschreibungen entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer zwischen 3 und 14 Jahren vermindert. Als Orientierung dienen die von der Finanzverwaltung veröffentlichten Abschreibungstabellen.
Für Anlagegüter, deren Anschaffungskosten zwischen 150,00 € und 1.000,00 € liegen, wurden zwischen 1. Januar 2008 und 31. Dezember 2009 in Anlehnung an § 6 Abs. 2a EStG Sammelposten gebildet. Diese Sammelposten wurden bzw. werden in den Wirtschaftsjahren ihrer Bildung und in den folgenden vier Wirtschaftsjahren aufwandswirksam aufgelöst. Seit 1. Januar 2010 werden Anlagegüter bis zu einem Anschaffungswert von 410,00 € gemäß § 6 Abs. 2 EStG im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben, ihr sofortiger Abgang wird unterstellt.
Die Abschreibungen auf Zugänge der immaterielle Vermögensgegenstände und des Sachanlagevermögens erfolgen grundsätzlich zeitanteilig. Die Entwicklung des Anlagevermögens ist im Anlagenspiegel dargestellt.
Die Zugangsbewertung von Finanzanlagen erfolgt zu Anschaffungskosten. Bei einer vorübergehenden Wertminderung wird vom Abwertungswahlrecht Gebrauch gemacht, d.h. die 4SC AG nimmt in diesen Fällen keine Abwertungen vor. Bei einer voraussichtlich dauerhaften Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 3 HGB vorgenommen.
Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind zu durchschnittlichen Einstandspreisen oder zu niedrigeren Tagespreisen am Bilanzstichtag aktiviert.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Das strenge Niederstwertprinzip gemäß § 253 Abs. 4 HGB findet Anwendung. Auf fremde Währung lautende Forderungen werden gemäß § 256a HGB zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet, wobei bei Fremdwährungsforderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr die historischen Einbuchungskurse nicht überschritten werden dürfen. Bei Forderungen, deren Einbringbarkeit mit erkennbaren Risiken behaftet ist, werden angemessene Wertabschläge vorgenommen; uneinbringliche Forderungen werden abgeschrieben.
Die Wertpapiere werden nach § 253 Abs. 1 HGB mit ihren Anschaffungskosten oder ihrem niedrigeren Kurswert bilanziert. Das strenge Niederstwertprinzip gemäß § 253 Abs. 4 HGB wurde beachtet.
Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten sind mit ihrem Nennwert angesetzt.
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten beinhalten Vorauszahlungen für Dienstleister und Lizenzen.
Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Langfristige Rückstellungen sind mit einem laufzeitkongruenten Zinssatz abgezinst.
Verbindlichkeiten sind zu ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Auf fremde Währung lautende kurz- und langfristige Verbindlichkeiten werden gemäß § 256a HGB zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet, wobei bei Fremdwährungsverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr die historischen Einbuchungskurse nicht unterschritten werden dürfen.
Passive Rechnungsabgrenzungsposten resultieren aus den im Geschäftsjahr erworbenen Inhaberschuldverschreibungen. Hierbei handelt es sich um kurzlaufende nicht börsennotierte Schuldverschreibungen, die zum Nennwert bilanziert werden. Die Zinsen werden über die Laufzeit abgezinst und über die passiven Rechnungsabgrenzungsposten erfasst.
3. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ
3.1 Anlagevermögen
Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt.
3.2 Finanzanlagen
Anfang Januar 2004 erfolgte eine Ausgründung in eine eigenständige Gesellschaft, der quattro research GmbH, Am Klopferspitz 19, 82152 Planegg-Martinsried, an der die 4SC AG einen Gesellschaftsanteil von 48,8% hält.
Die entsprechenden Kennzahlen der quattro research GmbH stellen sich zum 31. Dezember 2012 sowie zum Vorjahr wie folgt dar:
| in T€ | 2012 | 2011 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 1.254 | 1.090 |
| Jahresergebnis | 68 | 63 |
| Bilanzsumme | 669 | 671 |
| Eigenkapital | 446 | 378 |
| Verbindlichkeiten | 223 | 294 |
Ende Dezember 2006 hat die 4SC AG die weltweiten Exklusivrechte an ihren QSB-Substanzen an die Quiescence Technologies LLC. (vormals QuoNova LLC.), Melbourne, Florida, USA, veräußert. Neben dem Verkaufserlös erhielt die 4SC AG eine Direktbeteiligung in Höhe von 10,0%.
Die seit Mai 2008 gehaltene Beteiligung an der in Bonn ansässigen Nexigen GmbH in Höhe von 1,76% wurde im Oktober 2012 vollständig veräußert.
Seit Dezember 2011 hält die 4SC AG 100% der Anteile des Stammkapitals über 25 T € an der 4SC Discovery GmbH mit Sitz in Planegg-Martinsried. Um mit der 4SC Discovery GmbH Anfang 2012 operativ tätig werden zu können, wurden zum 1. Januar 2012 wichtige materielle und immaterielle Vermögensgegenstände, insbesondere aus dem Bereich Forschung, von der 4SC AG per Sacheinlage in die 4SC Discovery GmbH eingebracht. Dabei wurden diese Vermögenswerte bei der 4SC Discovery GmbH aktiviert und entsprechend stille Reserven bei der 4SC AG in Höhe von 9.064 T € aufgedeckt. In dem Zusammenhang wurde das Stammkapital um 75 T € auf 100 T € erhöht.
Des Weiteren wurden die bereits im Vorjahr aktivierten Anschaffungsnebenkosten über 9 T € um 138 T € erhöht. Die Gesellschaft nahm ihren operativen Geschäftsbetrieb in 2012 auf.
Die entsprechenden Kennzahlen der 4SC Discovery GmbH stellen sich zum 31. Dezember 2012 nach HGB wie folgt dar:
| in T€ | 2012 | 2011 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 2.957 | 0 |
| Jahresergebnis | 0 | 0 |
| Bilanzsumme | 14.711 | 25 |
| Eigenkapital | 9.825 | 25 |
| Verbindlichkeiten | 4.886 | 0 |
Die 4SC AG hat der 4SC Discovery GmbH eine laufende Kreditlinie eingeräumt, die am Stichtag 2.825 T € beträgt.
3.3 Vorratsvermögen
| in T€ | 31.12.2012 | 31.12.2011 |
|---|---|---|
| Verbrauchsmaterialien | 0 | 21 |
| Lösungsmittel | 0 | 3 |
| Chemikalien | 0 | 1 |
| Vorratsvermögen | 0 | 25 |
In Folge des Betriebsübergangs des Teilbereichs "Forschung" wurde das Vorratsvermögen vollständig auf die 4SC Discovery GmbH zu den Bestandskosten übergeben.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
| in T€ | 31.12.2012 | 31.12.2011 |
|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 0 | 115 |
| davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 0 | 0 |
| Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 0 | 2 |
| davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 0 | 0 |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 1.580 | 0 |
| davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 0 | 0 |
| Sonstige Vermögensgegenstände | 664 | 861 |
| davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 160 | 160 |
| Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | 2.244 | 978 |
| davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 160 | 160 |
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen (4SC Discovery GmbH) bestehen zum Bilanzstichtag über 1.580 T €. Sie waren zum Bilanzstichtag nicht fällig. Innerhalb des Betrages resultieren 1.303 T € aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.
Aufgrund der gegebenen Unsicherheit hinsichtlich der Liquiditätslage der Quiescence Technologies LLC., die sich im Lauf des Geschäftsjahres 2008 ergab, entschied sich der Vorstand der 4SC AG mit Ablauf des 3. Quartals 2008, alle noch offenen lang- und kurzfristigen Forderungen gegenüber der Quiescence Technologies LLC., resultierend aus dem Kaufpreis für die QSB-Substanzen und aus dem Kooperationsvertrag in Höhe von insgesamt 1.000 T $, einer Wertberichtigung zu unterziehen. Im Laufe des Geschäftsjahres 2012 gab es keine Änderung der Situation, sodass zum 31. Dezember 2012 unverändert eine Forderung über 1.000 T $ besteht, die in voller Höhe wertberichtigt ist.
Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Umsatzsteuer- und Kapitalertragsteuerrückforderungen (313 T €), Zinsen für Festgelder und Schuldverschreibungen (17 T €), geleistete Anzahlungen für wissenschaftliche Fremdleistungen und Materialien (95 T €), die Mietkautionen (160 T €) und Fördergelder der Bundeskasse (48 T €) sowie der EU (31 T €). Im Vorjahr waren in dieser Position im Wesentlichen Umsatzsteuer- und Kapitalertragsteuerrückforderungen (334 T €), geleistete Anzahlungen (68 T €) und die Mietkautionen (160 T €) enthalten.
3.4 Wertpapiere
| Bestand 31.12.2012 Stück | Buchwert 31.12.2012 T€ |
Bestand 31.12.2011 Stück | Buchwert 31.12.2011 T€ |
|
|---|---|---|---|---|
| DWS Money Plus | 0 | 0 | 287 | 3.987 |
| HVB Schuldscheindarlehen | 0 | 3.000 | 0 | 3.000 |
| HVB Arabella CP | 0 | 3.000 | 0 | 0 |
Die Wertpapiere wurden mit den Anschaffungskosten aktiviert und zum Bilanzstichtag gemäß strengem Niederstwertprinzip bzw. sofern es sich um kurzlaufende nicht börsennotierte Schuldverschreibungen handelt zum Nennwert bewertet.
3.5 Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten
| in T€ | 31.12.2012 | 31.12.2011 |
|---|---|---|
| Guthaben bei Kreditinstituten | 5.931 | 8.781 |
| Kassenbestand | 1 | 1 |
| Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten | 5.932 | 8.782 |
3.6 Rechnungsabgrenzungsposten
Die Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 209 T € (2011: 187 T €) sind zum rechnerisch ermittelten Wert der Vorauszahlung bilanziert. Sie bestehen im Wesentlichen aus vorausbezahlten Rechnungen für Wartungsverträge, Lizenzen und Online-Recherchen.
3.7 Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital
Das Grundkapital der 4SC AG zum 31. Dezember 2012 beträgt 50.371.814,00 €. Es ist eingeteilt in 50.371.814 auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien). Jede Aktie verbrieft einen anteiligen Betrag am Grundkapital der 4SC AG in Höhe von 1,00 € und gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme. Das derzeitige Grundkapital ist voll eingezahlt.
Am 3. Juli 2012 hat die 4SC AG eine Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht und ohne öffentliches Angebot abgeschlossen. Dabei wurden 8.403.510 neue Aktien bei Altaktionären, die ihr Bezugsrecht ausgeübt haben, und bei institutionellen Investoren zu 1,50 € pro Aktie platziert.
Die Anzahl der auf den Inhaber lautenden nennwertlosen Stückaktien erhöhte sich von 41.968.304 Aktien auf 50.371.814 Aktien.
Die Aktien der 4SC AG sind in Globalurkunden ohne Gewinnanteilscheine verbrieft, die bei der Clearstream Banking AG, Frankfurt am Main, als Wertpapiersammelbank hinterlegt worden sind. Der Anspruch des Aktionärs auf Verbriefung seines Anteils oder auf Einzelverbriefung von Aktien ist nach § 6 Absatz 3 der Satzung ausgeschlossen.
Bedingte Kapitalia
Die Hauptversammlungen der Gesellschaft haben beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft wie folgt bedingt zu erhöhen:
Bedingtes Kapital
| Höhe (T €) | Beschluss der HV am | Zweck | |
|---|---|---|---|
| I | - | 06.08.2012 | aufgehoben |
| II | 114 | 28.06.2006/ 21.06.2010 | Gewährung von Optionsrechten an Mitglieder des Vorstandes und Arbeitnehmer der Gesellschaft mit einer Laufzeit von bis zu zehn Jahren ("ERSATZ-ESOP 2001") |
| III | 88 | 28.07.2004/ 21.06.2010 | Erfüllung von Optionsrechten von Mitgliedern des Vorstandes und Arbeitnehmern der Gesellschaft aus dem Aktienoptionsprogramm "ESOP 2004" |
| IV | 305 | 28.06.2006/ 21.06.2010 | Gewährung von Optionsrechten an Mitglieder des Vorstandes und Arbeitnehmer der Gesellschaft sowie an Arbeitnehmer etwaiger verbundener Unternehmen mit einer Laufzeit von bis zu zehn Jahren ("ESOP 2006") |
| V | 7.500 | 06.08.2012 | Gewährung von Aktien an die Inhaber bzw. Gläubiger von noch zu begebenden Wandel- und / oder Optionsschuldverschreibungen, Gewinnschuldverschreibungen und/oder Genussrechten (bzw. Kombination dieser Instrumente) |
| VI | 1.000 | 15.06.2009 | Gewährung von Optionsrechten an Mitglieder des Vorstandes und Arbeitnehmer der Gesellschaft und ihrer in- und ausländischen verbundenen Unternehmen mit einer Laufzeit von bis zu zehn Jahren ("ESOP 2009") |
Genehmigtes Kapital
In der Hauptversammlung vom 6. August 2012 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 5. August 2017 einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu 20.984.152,00 € gegen Bareinlagen und/oder Sacheinlagen durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe von insgesamt bis zu 20.984.152 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2012/I).
Kapitalrücklage
Die Kapitalrücklage entwickelte sich im Berichtsjahr wie folgt:
| in T€ | |
|---|---|
| Kapitalrücklage per 01.01.2012 | 77.466 |
| Veränderungen im Geschäftsjahr 2012 | |
| Einzahlung in die Kapitalrücklage aufgrund der Kapitalerhöhung vom 03.07.2012 | 4.202 |
| Kapitalrücklage per 31.12.2012 | 81.668 |
Ergebnisverwendung
| in T€ | |
|---|---|
| Bilanzverlust per 01.01.2012 | - 98.186 |
| Jahresfehlbetrag 2012 | - 6.220 |
| Bilanzverlust per 31.12.2012 | - 104.406 |
3.8 Sonstige Rückstellungen
| in T€ | 31.12.2012 | 31.12.2011 |
|---|---|---|
| Übrige Rückstellungen | 1.071 | 1.776 |
| Rückstellungen für Abschlussprüfungskosten | 99 | 105 |
| Sonstige Rückstellungen | 1.170 | 1.881 |
Die übrigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für ausstehende Rechnungen (2012: 829 T €, 2011: 1.443 T €), Sondervergütungen (2012: 122 T €, 2011: 141 T €), Urlaubsansprüche (2012: 69 T €, 2011: 129 T €), Mieterrückbauten (2012: 38 T €, 2011: 37 T €) sowie für Berufsgenossenschaftsbeiträge (2012: 13 T €, 2011: 26 T €) gebildet.
3.9 Verbindlichkeiten
Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten sind im Verbindlichkeitenspiegel im Einzelnen dargestellt. Die Verbindlichkeiten sind nicht besichert.
Verbindlichkeitenspiegel
| in T€ | 31.12.2012 | |||
|---|---|---|---|---|
| Restlaufzeit in Jahren | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Art der Verbindlichkeit | bis 1 | 1 bis 5 | über 5 | gesamt |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| 1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 114 | 0 | 0 | 114 |
| 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 419 | 0 | 0 | 419 |
| 3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 2.873 | 0 | 0 | 2.873 |
| 4. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 10 | 0 | 0 | 10 |
| 5. Sonstige Verbindlichkeiten | 1.694 | 3.575 | 0 | 5.269 |
| davon aus Steuern | 542 | 0 | 0 | 542 |
| davon im Rahmen der sozialen Sicherheit | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten | 5.110 | 3.575 | 0 | 8.685 |
| in T€ | 31.12.2011 | 31.12.2011 | ||
|---|---|---|---|---|
| Restlaufzeit in Jahren | Restlaufzeit in Jahren | |||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Art der Verbindlichkeit | bis 1 | 1 bis 5 | über 5 | gesamt |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| 1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 75 | 0 | 0 | 75 |
| 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 705 | 0 | 0 | 705 |
| 3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 4. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 29 | 0 | 0 | 29 |
| 5. Sonstige Verbindlichkeiten | 1.183 | 4.469 | 0 | 5.652 |
| davon aus Steuern | 112 | 0 | 0 | 112 |
| davon im Rahmen der sozialen Sicherheit | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten | 1.992 | 4.469 | 0 | 6.461 |
Bei den erhaltenen Anzahlungen handelt es sich um Vorauszahlungen für wissenschaftliche Auftragsforschungsleistungen, die entsprechend dem Projektfortschritt ergebniswirksam aufgelöst werden.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen resultieren vor allem aus wissenschaftlichen Fremdleistungen und Patentdienstleistungen, aber auch aus zum Jahresende abgerechneten Rechts- und Beratungsleistungen.
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen gegenüber der 4SC Discovery GmbH. Aufgrund eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages besteht gegenüber der 4SC Discovery GmbH die Verpflichtung, entstehende Verluste zu übernehmen. Die Aufwendungen aus Verlustübernahme der 4SC Discovery GmbH betragen zum Stichtag 2.712 T €. Weitere 161 T € Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen aus Lieferungen und Leistungen und beinhalten Organschaftsabrechnungen sowie den laufenden Verrechnungsverkehr.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, bestehen zum Bilanzstichtag gegenüber der quattro research GmbH. Mit ihr besteht ein Vertrag über die Entwicklung, Pflege und Wartung einer Software. Ausgewiesen wird die Schuld aus der Dezember-Abrechnung in Höhe von 10 T € (31. Dezember 2011: 29 T €).
Alle Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber der 4SC Discovery GmbH sowie gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, wurden fristgerecht im Januar und Februar 2013 beglichen.
Die sonstigen Verbindlichkeiten resultieren aus der Abgrenzung der Vorabzahlung aus 2011 von Yakult Honsha, Japan (6.000 T €) abzüglich der Auflösungen aus Abgrenzungen für 2011 und 2012.
3.10 Sonstige finanzielle Verpflichtungen nach § 285 Nr. 3 HGB
Für die Folgejahre nach dem Bilanzstichtag bestehen finanzielle Verpflichtungen aus dem Mietvertrag für die Betriebs- und Geschäftsräume der 4SC AG. Dieser Vertrag wurde am 2. November 2011 um weitere fünf Jahre verlängert und ist bis zum 31. Dezember 2016 befristet. Kaufoptionen bestehen nicht. In dem Mietvertrag sind Preisanpassungsklauseln vorhanden: Der monatliche Mietzins für die Büro- und Laborflächen einschließlich Gemeinschafts- und Funktionsflächen minderte sich für 2012 um 0,30 €/m2 und erhöht sich in den folgenden Jahren um jeweils 0,50 €/m2 . Für den ab Januar 2009 angemieteten Standort Überlingen-Bonndorf wurde ein Mietvertrag mit einer Laufzeit bis Ende 2013 abgeschlossen, aus dem Mietzahlungen in Höhe von jährlich 22 T € resultieren. Preisanpassungsklauseln und Kaufoptionen bestehen nicht. Sofern der Mietvertrag nicht sechs Monate vor Vertragsende gekündigt wird, verlängert er sich um weitere fünf Jahre.
Finanzielle Verpflichtungen aus Leasingverträgen bestehen zum Bilanzstichtag aus einem Operating-Leasing-Vertrag für ein Massenspektrometer. Der Vertrag, welcher im September 2010 begann, hat eine Laufzeit von 36 Monaten und verpflichtet die 4SC AG, eine jährliche Leasingrate in Höhe von 76 T € zu entrichten. Die Zahlung erfolgte monatlich per Vorschuss. Verlängerungs- oder Kaufoptionen sowie Preisanpassungsklauseln bestehen nicht.
Die aus den genannten Verträgen künftig zu leistenden Zahlungen stellen sich wie folgt dar:
| in T€ | |
|---|---|
| 2013 | 908 |
| 2014 | 855 |
| 2015 | 875 |
| 2016 | 896 |
| ab 2017 | 0 |
| Summe | 3.534 |
Der in der Gewinn- und Verlustrechnung des Berichtsjahres enthaltene Aufwand aus den Mietverträgen beläuft sich auf 857 T € (2011: 810 T €). Der Aufwand aus Leasingverträgen im Jahr 2012 beträgt 76 T € (2011: 76 T €).
Über die Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen hinaus bestehende finanzielle Verpflichtungen resultieren im Wesentlichen aus wissenschaftlichen Serviceverträgen, einschließlich externer Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Durchführung der klinischen und präklinischen Studien. Die Verpflichtungen hieraus betragen bis zu 2.587 T € (2011: bis zu 3.812 T €), die Fälligkeit ist vor allem abhängig von den entsprechenden Studienfortschritten.
4. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
4.1 Umsatzerlöse
Die Umsätze der 4SC AG in Höhe von 1.396 T € (2011: 780 T €) setzten sich aus der ratierlichen Auflösung des Umsatzabgrenzungsposten für die in 2011 geschlossene Partnerschaft mit Yakult Honsha, Japan, für Resminostat mit 894 T € (2011: 637 T €) und aus Weiterberechnungen von Entwicklungskosten und Wirkstofflieferungen ebenfalls an Yakult Honsha über 502 T € (2011: 98 T €) zusammen.
Informationen über Produkte und Dienstleistungen
| in T€ | 2012 | 2011 |
|---|---|---|
| Forschungskooperationen | 0 | 45 |
| Umsatzabgrenzung | 894 | 637 |
| Weiterbelastungen an Kooperationspartner | 502 | 98 |
| Umsatzerlöse | 1.396 | 780 |
Informationen über geographische Gebiete
| in T€ | 2012 | 2011 |
|---|---|---|
| Deutschland | 0 | 45 |
| Europa | 0 | 0 |
| Asien | 1.396 | 735 |
| Umsatzerlöse | 1.396 | 780 |
4.2 Sonstige betriebliche Erträge
| in T€ | 2012 | 2011 |
|---|---|---|
| Weiterberechnungen an verbundene Unternehmen | 1.303 | 0 |
| Erträge quattro research GmbH | 0 | 2 |
| Investitionszuschüsse | 428 | 802 |
| Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 96 | 239 |
| Versicherungsentschädigungen | 5 | 0 |
| Erträge aus der Währungsumrechnung | 5 | 10 |
| Übrige Erträge | 165 | 10 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 2.002 | 1.063 |
Die Erträge aus Weiterberechnungen an verbundene Unternehmen in Höhe von 1.303 T € resultieren aus dem laufenden Verrechnungsverkehr, z.B. in Form von weiterbelasteten Personal- und Projektkosten. Die Investitionszuschüsse umfassen Zuwendungen der öffentlichen Hand für Förderprojekte seitens der EU, des BMBF und des BMWi.
Innerhalb des Ertrages aus der Auflösung von Rückstellungen resultieren 69 T € aus nachfolgendem Sachverhalt: Im Rahmen der Überleitung des Patentportfolios zwischen zwei Patentanwaltskanzleien wurden von der bisherigen Kanzlei in laufenden Patentakten Schlussabrechnungen erstellt, die aus Sicht von der 4SC AG zu einem erheblichen Anteil ungerechtfertigte Positionen aufwiesen. Die 4SC AG hatte sowohl Rückstellungen für Patentkosten als auch für Rechtsanwaltskosten für die erwarteten Streitigkeiten gebildet. Im Geschäftsjahr 2012 konnte hinsichtlich der Streitigkeiten eine Einigung in Form eines außergerichtlichen Vergleichs erzielt werden. Insgesamt wurden 3 T € für Rechtsanwaltskosten gegen die Rückstellungen verrechnet, somit weitere 69 T € aufgelöst. Zum 31. Dezember 2012 bestehen somit keine Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten.
4.3 Personalaufwand
| in T€ | 2012 | 2011 |
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 3.822 | 5.456 |
| Soziale Abgaben | 517 | 779 |
| Aufwendungen für Altersversorgung | 103 | 94 |
| Sonstiges | 27 | 38 |
| Personalaufwand | 4.469 | 6.367 |
Der Rückgang des Personalaufwands ist im Wesentlichen der Ausgliederung des Bereichs "Forschung" in eine eigene Unternehmung geschuldet.
In die Gehälter für das Berichtsjahr sind rückgestellte langfristige Sondervergütungen sowie beitragsorientierte Versorgungspläne für Vorstände (98 T €) eingeflossen. Der sonstige Personalaufwand umfasst im Wesentlichen Aufwendungen für die Berufsgenossenschaft (19 T €).
4.4 Abschreibungen
Die Abschreibungen enthalten außerplanmäßige Abschreibungen von 496 T €.
4.5 Sonstige betriebliche Aufwendungen
| in T€ | 2012 | 2011 |
|---|---|---|
| Raumkosten | 981 | 932 |
| Reparaturen/Instandhaltung | 111 | 192 |
| Lizenzgebühren | 224 | 193 |
| Fremdarbeiten | 4.657 | 7.325 |
| Weiterberechnungen von verbundenen Unternehmen | 51 | 0 |
| PR & IR - Kosten sowie Reisekosten | 925 | 862 |
| Rechts- und sonstige Beratungskosten | 2.393 | 2.468 |
| Verkaufsprovisionen | 49 | 460 |
| Versicherungen /Gebühren | 96 | 124 |
| Betriebsmaterial | 142 | 562 |
| Aufsichtsrat | 164 | 143 |
| Aufwendungen aus der Währungsumrechnung | 8 | 27 |
| Mietleasing | 76 | 76 |
| Anlagenabgänge | 159 | 0 |
| Sonstiges | 212 | 298 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 10.248 | 13.662 |
Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Aufwendungen resultiert aus zwei sich ergänzenden Faktoren: Aufgrund der Ausgliederung der 4SC Discovery GmbH fielen im Berichtsjahr sämtliche Kosten, die im Zusammenhang mit der Forschung standen, nicht mehr in der 4SC AG an. Zusätzlich zieht die Fokussierung auf die Werttreiber bei den klinischen Studien bei jedoch gleichzeitig gestiegenen Vorbereitungsaufwendungen für die geplanten Phase-II- und Phase-III-Studien mit den am weitesten fortgeschrittenen Entwicklungskandidaten von der 4SC AG gesunkene Fremdleistungen nach sich.
Die Aufwendungen aus Weiterberechnungen von verbundenen Unternehmen in Höhe von 51 T € resultieren aus dem laufenden Verrechnungsverkehr, z.B. in Form von weiterbelasteten Personal- und Projektkosten.
Die Rechts- und sonstigen Beratungskosten für das Geschäftsjahr enthalten im Wesentlichen Patentkosten (2012: 539 T €, 2011: 1.046 T €), Beratungsleistungen (2012: 825 T €, 2011: 1.229 T €) sowie Prüfungs- und Abschlusskosten (2012: 156 T €, 2011: 121 T €).
4.6 Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
Die Zinserträge resultieren im Wesentlichen aus Erträgen im Zusammenhang mit Festgeldern, aus Wertpapieren und Ausleihungen an die 4SC Discovery GmbH in Höhe von zusammen 231 T € (2011: 283 T €).
4.7 Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere
Im Berichtsjahr wurden keine Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere vorgenommen.
4.7 Zinsen und ähnliche Aufwendungen
Die Zinsaufwendungen in Höhe von 1 T € (2011: 1 T €) resultieren aus einer Avalprovision.
4.8 Aufwendungen aus Verlustübernahme
Aufgrund des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages übernahm die 4SC AG die Verluste der 4SC Discovery GmbH in Höhe von 2.712 T €.
4.9 Außerordentliche Erträge
Im Zusammenhang mit der Einbringung des Teilbetriebes "Forschung" konnten stille Reserven in Höhe von 9.064 T € realisiert werden.
4.10 Steuern
Im Berichtszeitraum wies die Gesellschaft einen Ertragsteueraufwand in Höhe von 10 T € (2011: 600 T €) aus. Dieser resultiert aus einer nicht anrechenbaren japanischen Quellensteuer.
5. LATENTE STEUERN
Latente Steuern entstehen, sofern sich zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen Differenzen ergeben, die sich in den späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen (temporäre Differenzen). Aktive latente Steuern resultieren aus voraussichtlichen Ertragsteuerentlastungen in künftigen Geschäftsjahren, die sich aus abzugsfähigen temporären Differenzen, aus künftig nutzbaren steuerlichen Verlustvorträgen und Steuergutschriften sowie Zinsvorträgen ergeben. Passive latente Steuern resultieren dabei aus voraussichtlichen Ertragsteuerbelastungen in künftigen Geschäftsjahren.
Wie zum 31. Dezember 2011 werden zum 31. Dezember 2012 aktive Steuerlatenzen in Höhe der sich ergebenden latenten Steuerschulden angesetzt und in der Bilanz saldiert ausgewiesen, da sie derselben Steuerbehörde zuzurechnen sind. Infolgedessen steht dem latenten Steueraufwand von 2.103 T € aus der Veränderung der zu versteuernden temporären Differenzen ein latenter Steuerertrag in gleicher Höhe gegenüber.
Der Wert der steuerlichen Verluste, für die in der Bilanz kein latenter Steueranspruch ausgewiesen wird, der aber anzugeben ist, stellt sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar:
| 2012 | |
|---|---|
| Steuerlicher Verlustvortrag (in T €) | 128.871 |
| Minderung für passive latente Steuern (in T €) | - 7.987 |
| Effektiver Steuersatz (in %) | 26,33 |
| Wert der steuerlichen Verlustvorträge (in T €) | 31.829 |
Der Ermittlung des effektiven Steuersatzes zur Berechnung der latenten Steuern lagen dabei folgende Annahmen zugrunde: Steuern vom Einkommen und vom Ertrag setzen sich in Deutschland aus der Körperschaftsteuer, dem Solidaritätszuschlag und der Gewerbesteuer zusammen. Der Körperschaftsteuersatz in Deutschland beträgt aufgrund des Unternehmenssteuerreformgesetzes 2008 seit dem 1. Januar 2008 15%. Für die Berechnung der latenten Steuern wurde ein effektiver Steuersatz von 15,83% bei der Körperschaftsteuer (einschließlich Solidaritätszuschlag) und von 10,5% bei der Gewerbesteuer angewendet. Der Gesamtsteuersatz ab dem 1. Januar 2013 beträgt somit wie im Vorjahr 26,33%. Der oben angeführten Berechnung liegt die Annahme zugrunde, dass diese geltenden Steuersätze bei Realisierung des Werts der steuerlichen Verlustvorträge in Zukunft Gültigkeit haben werden und dass die Verlustvorträge der 4SC AG weiterhin vollständig angerechnet werden können.
Generell können Verlustvorträge unbegrenzt vorgetragen und zur Verrechnung mit künftigen Gewinnen genutzt werden, wobei die Beschränkungen für die Nutzung von Verlustvorträgen in Bezug auf die §§ 8 Abs. 4 KStG und 8c KStG zu beachten sind. Bei der 4SC AG ist es innerhalb der letzten Jahre zu verschiedenen Anteilseignerwechseln, Kapitalerhöhungen und zum Zugang neuer Aktionäre gekommen, zugleich wurde neues Betriebsvermögen in signifikantem Umfang zugeführt. Aufgrund herrschender Rechtsunsicherheit, die mit der Auslegung der Tatbestandsmerkmale in diesem Zusammenhang besteht, und der Haltung, welche die zuständigen Finanzbehörden einnehmen könnten, hält die 4SC AG es für möglich, dass die jetzt bestehenden Verlustvorträge teilweise künftig nicht mehr zu einer Verrechnung mit Gewinnen herangezogen werden dürfen. Die 4SC AG wird sich jedoch auch weiterhin für die Anrechenbarkeit ihrer Verlustvorträge einsetzen.
Die Überleitung der erwarteten Ertragsteuer auf den effektiven Steueraufwand bzw. -ertrag stellt sich wie folgt dar:
| in T€ | 2012 |
|---|---|
| Ergebnis vor Steuern | - 6.220 |
| Erwarteter Ertrag aus Steuern zum Steuersatz von 26,33% | 1.638 |
| In der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesener Ertrag (+)/Aufwand (-) | - 10 |
| Zu erklärende Differenz | 1.648 |
| Nichtansatz steuerlicher Verlustvorträge | 1.593 |
| Nicht-abzugsfähige Aufwendungen | 20 |
| Nicht anrechenbare ausländische Quellensteuer | 7 |
| Sonstige Differenzen | 27 |
| Summe Überleitungen | 1.648 |
6. ANGABEN ZU VORSTAND UND AUFSICHTSRAT
6.1 Vorstand
Mitglieder des Vorstands
Als alleinvertretungsberechtigte Vorstände waren im Berichtsjahr bestellt:
Herr Dr. Ulrich Dauer, CEO, Eberfing
Herr Dr. Daniel Vitt, CSO, Germering
Herr Dipl.-Kfm. Enno Spillner, CFO, Neuried
Gemeinschaftlich vertretungsberechtigter Vorstand mit einem anderen Vorstandsmitglied:
Herr Dr. Bernd Hentsch, CDO, München
Entlastung des Vorstands
Dem Vorstand wurde in der Hauptversammlung vom 6. August 2012 für das Geschäftsjahr 2011 Entlastung erteilt.
Aktuelle Mitgliedschaften in anderen Kontrollgremien und Aufsichtsräten
Die Mitglieder des Vorstands hatten zum Bilanzstichtag die folgenden Mitgliedschaften in anderen Kontrollgremien und Aufsichtsräten:
Dr. Daniel Vitt
| ― | Mitglied des Beirats der quattro research GmbH, Planegg-Martinsried (seit Januar 2004) |
| ― | Mitglied des Beirats der Nexigen GmbH, Bonn (seit Juli 2008) |
Dr. Ulrich Dauer, Dr. Bernd Hentsch und Enno Spillner übten zum Bilanzstichtag keine Funktionen in anderen Kontrollgremien und Aufsichtsräten aus.
Vergütung des Vorstands
Die Bezüge des Vorstands betrugen im Berichtsjahr 849 T € (2011: 908 T €). Darin enthalten sind rückgestellte langfristige Sondervergütungen in Höhe von 79 T € (2011: 165 T €) sowie beitragsorientierte Versorgungspläne in Höhe von 19 T € (Vorjahr: 16 T €). Zudem halten die Vorstände insgesamt 687.120 Optionen (2011: 697.120 Optionen), denen im Geschäftsjahr ein rechnerischer Wert in Höhe von 835 T € (2011: 842 T €) gegenübersteht. Die Berechnung erfolgt anhand des Black and Scholes Modells. Im Geschäftsjahr wurden keine Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands ausgegeben.
Für die Vorstandsmitglieder Dr. Ulrich Dauer, Dr. Daniel Vitt, Enno Spillner und Dr. Bernd Hentsch wurde im Rahmen der Neuregelung der Vorstandsverträge im Jahr 2010 eine Vereinbarung getroffen, dass im Falle eines Kontrollerwerbs durch einen Dritten und einer in diesem Zusammenhang stehenden Ablösung für die Restlaufzeit des Vertrags die Bezüge vollständig ausbezahlt werden, mindestens aber für eine rechnerische Restlaufzeit von 15 Monaten. Desweiteren sind im Falle des Kontrollerwerbs die Regelungen zum Verfall von Aktienoptionen für die Vorstandsmitglieder aufgehoben, d.h. alle an die Vorstandsmitglieder bis zum Trennungszeitpunkt ausgegebenen Aktienoptionen verbleiben den Vorstandsmitgliedern unabhängig von der Beendigung des Dienstverhältnisses. Darüber hinaus bestehen keine Leistungen an die Vorstandsmitglieder nach Beendigung des Vertragsverhältnisses oder aus Anlass der Beendigung des Vertragsverhältnisses.
Individualisiert nach einzelnen Vorstandsmitgliedern setzt sich die Gesamtvergütung im Berichtsjahr wie folgt zusammen:
Vergütung in T €
| Fix | Variabel | Personalaufwand aus Optionen1 | Gesamt | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2012 | 2011 | 2012 | 2011 | 2012 | 2011 | 2012 | 2011 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Dr. Ulrich Dauer | 196 | 196 | 14 | 43 | 19 | 45 | 229 | 284 |
| Dr. Daniel Vitt | 186 | 186 | 34 | 43 | 19 | 45 | 239 | 274 |
| Dr. Bernd Hentsch | 194 | 186 | 28 | 43 | 22 | 56 | 244 | 285 |
| Dipl.-Kfm. Enno Spillner | 175 | 175 | 22 | 35 | 19 | 42 | 216 | 252 |
| Vorstandsvergütung | 751 | 743 | 98 | 164 | 79 | 188 | 928 | 1.095 |
1: Dabei handelt es sich um den nach IFRS 2 ermittelten Personalaufwand im Berichtsjahr, der nach HGB nicht ergebniswirksam ist.
Anteilsbesitz der Vorstandsmitglieder
Die Bezugsrechte des Vorstands in ihrer Anzahl und den beizulegenden Zeitwert ihrer Gewährung sind in folgender Tabelle dargestellt:
| Optionsprogramm Einheit | Tranche | Ausgabe | Bezugspreis € |
Bezugsverhältnis | ausstehend 31.12.2012 Tsd. |
Zeitwert € |
Rechnerischer Wert der Optionen gesamt € |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| ESOP 2001 | 2001/1 | 31.03.01 | 9,60 | 2:1 | 0 | n/a | 0 |
| ESOP 2001 | 2001/2 | 10.10.01 | 9,60 | 2:1 | 0 | n/a | 0 |
| ESOP 2001 | 2002 | 30.06.02 | 12,00 | 2:1 | 0 | n/a | 0 |
| ESOP 2001 | 2003 | 30.09.03 | 5,08 | 2:1 | 0 | 0,74 | 0 |
| ESOP 2004 | 2004 | 30.09.04 | 4,24 | 2:1 | 0 | 0,72 | 0 |
| ESOP 2004 | 2005 | 30.09.05 | 4,24 | 2:1 | 0 | 0,71 | 0 |
| ESOP 2004 | 2006/1 | 30.05.06 | 4,53 | 2:1 | 26 | 0,74 | 19 |
| ESOP 2006 | 2006/2 | 25.08.06 | 3,80 | 1:1 | 151 | 1,71 | 258 |
| ERSATZ-ESOP 2001 | 2006/3 | 25.08.06 | 3,80 | 1:1 | 23 | 1,54 | 35 |
| ESOP 2006 | 2007 | 26.11.07 | 3,65 | 1:1 | 0 | 1,49 | 0 |
| ESOP 2006 | 2008 | 22.08.08 | 3,45 | 1:1 | 36 | 1,50 | 54 |
| ESOP 2009 | 2009 | 26.11.09 | 3,29 | 1:1 | 451 | 1,04 | 469 |
| ESOP 2009 | 2010 | 26.11.10 | 3,09 | 1:1 | 0 | 0,77 | 0 |
| ESOP 2009 | 2011 | 30.11.11 | 1,44 | 1:1 | 0 | 0,65 | 0 |
| Summe | 687 | 835 |
Der Anteilsbesitz der Vorstandsmitglieder setzt sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:
Aktien in Stück
| Aktien 01.01.2012 | Kauf | Verkauf | Aktien 31.12.2012 | |
|---|---|---|---|---|
| Dr. Ulrich Dauer | 437.439 | 0 | 0 | 437.439 |
| Dr. Daniel Vitt | 416.803 | 0 | 0 | 416.803 |
| Dr. Bernd Hentsch | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Dipl.-Kfm. Enno Spillner | 70.000 | 0 | 0 | 70.000 |
| Anteilsbesitz | 924.242 | 0 | 0 | 924.242 |
Aktienoptionen in Stück
| Optionen 01.01.2012 | Zugänge | Verfall | Ausübung | Optionen 31.12.2012 | Aktien maximal beziehbar | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Dr. Ulrich Dauer | 147.400 | 0 | 4.800 | 0 | 142.600 | 142.600 |
| Dr. Daniel Vitt | 147.400 | 0 | 4.800 | 0 | 142.600 | 142.600 |
| Dr. Bernd Hentsch | 152.720 | 0 | 0 | 0 | 152.720 | 152.720 |
| Dipl.-Kfm. Enno Spillner | 249.600 | 0 | 400 | 0 | 249.200 | 236.200 |
| Anteilsbesitz | 697.120 | 0 | 10.000 | 0 | 687.120 | 674.120 |
6.2 Aufsichtsrat
Mitglieder des Aufsichtsrats und Vergütung
Als Aufsichtsrat der Gesellschaft sind die in der folgenden Tabelle aufgeführten Personen bestellt. Die Gesamtvergütung des Aufsichtsrats beläuft sich im Berichtsjahr auf 141 T € (2011: 139 T €). Individualisiert nach einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern setzt sich die Vergütung im Berichtsjahr wie folgt zusammen:
| in T€ | Beruf | Vergütung 2012 | Vergütung 2011 |
|---|---|---|---|
| Dr. Jörg Neermann (Vorsitzender bis 31.05.2012) | Partner bei LSP Life Sciences Partners, München / | 12 | 32 |
| Dr. Thomas Werner (stellv. Vorsitzender bis 13.06.2012, Vorsitzender seit 13.06.2012) | Unternehmensberater, Utting am Ammersee | 34 | 21 |
| Klaus Kühn (seit 06.08.2012 stellv. Vorsitzender) | ehem. Finanzvorstand der Bayer AG | 12 | 0 |
| Dr. Irina Antonijevic (seit 06.08.2012) | Director Clinical Research MS and Neurology bei Genzyme (Sanofi-Konzern), Cambridge, MA, USA | 7 | 0 |
| Günter Frankenne (bis 06.08.2012) | Geschäftsführender Inhaber der Firma STRATCON Strategy Consultants, Berg bei Neumarkt/ | 10 | 21 |
| Helmut Jeggle | Head of Business Planning & Analyzing der Athos Service GmbH, München | 23 | 20 |
| Dr. Manfred Rüdiger (stellv. Vorsitzender vom 13.06.2012 bis 06.08.2012) | Venture Partner der LSP Life Sciences Partners, München | 20 | 20 |
| Dr. Clemens Doppler | Partner & Geschäftsführer bei HeidelbergCapital Asset Management GmbH, Heidelberg | 23 | 25 |
| Aufsichtsratsvergütung | 141 | 139 |
Die Amtszeit endet mit Abschluss der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das zweite Geschäftsjahr nach dem Beginn der Amtszeit beschließt, wobei das Geschäftsjahr, in dem die Aufsichtsratsmitglieder gewählt werden, nicht mitgerechnet wird. Somit endet die Amtszeit mit Abschluss jener Hauptversammlung, die über die Entlastung für das am 31. Dezember 2012 endende Geschäftsjahr beschließt.
Entlastung des Aufsichtsrats
Dem Aufsichtsrat wurde in der Hauptversammlung vom 6. August 2012 für das Geschäftsjahr 2011 Entlastung erteilt.
Aktuelle Mitgliedschaften in anderen Kontrollgremien und Aufsichtsräten
Die Mitglieder des Aufsichtsrats hatten zum Bilanzstichtag die folgenden Mitgliedschaften in anderen Kontrollgremien und Aufsichtsräten:
Dr. Thomas Werner:
| ― | Basilea Pharmaceutica Ltd., Basel, Schweiz, Mitglied des Verwaltungsrats |
| ― | Blackfield AG, Köln, Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | BSN medical GmbH, Hamburg, Mitglied des Beirats |
| ― | Medigene AG, Planegg-Martinsried, Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | SkyePharma PLC, London, Großbritannien, Non-Executive Director |
| ― | SuppreMol GmbH, München, stellvertretender Beiratsvorsitzender |
Klaus Kühn:
| ― | Flossbach von Storch AG, Köln, Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | Hella KGaA, Lippstadt, Mitglied des Gesellschafterausschusses |
| ― | Medigene AG, Planegg-Martinsried, Mitglied des Aufsichtsrats |
Dr. Clemens Doppler
| ― | Accovion GmbH, Eschborn, Vorsitzender des Beirats |
| ― | Merlion Pharmaceuticals Inc., Singapur, Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | Nanogate AG, Quierschied-Göttelborn, Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | Vasopharm GmbH, Würzburg, Mitglied des Beirats |
Helmut Jeggle
| ― | AFFiRiS AG, Wien, Österreich, Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | APK ALUMINIUM UND KUNSTSTOFFE AG, Merseburg, Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | BioNTech AG, Mainz, Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | Ganymed Pharmaceuticals AG, Mainz, Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | Sidroga AG, Zoffingen, Schweiz, Präsident des Verwaltungsrats |
| ― | VANGUARD AG, Berlin, Mitglied des Aufsichtsrats |
Dr. Irina Antonijevic und Dr. Manfred Rüdiger übten zum Bilanzstichtag keine Funktionen in anderen Kontrollgremien und Aufsichtsräten aus.
Anteilsbesitz der Mitglieder des Aufsichtsrats
Der Anteilsbesitz der Mitglieder des Aufsichtsrats setzt sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:
| Anteilsbesitz in Stück | Aktien 01.01.2012 | Kauf | Verkauf | Aktien 31.12.2012 |
|---|---|---|---|---|
| Dr. Manfred Rüdiger | 20.000 | 0 | 0 | 20.000 |
| Dr. Clemens Doppler | 14.875 | 3.718 | 0 | 18.593 |
| Dr. Thomas Werner | 5.000 | 0 | 0 | 5.000 |
| Anteilsbesitz | 39.875 | 3.718 | 0 | 43.593 |
7 ZUSÄTZLICHE ANGABEN
7.1 Durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer gemäß § 285 Nr. 7 HGB
Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer (Angestellte) beträgt im Jahr 2012 ohne Vorstand 58 (2011: 91). Der Rückgang ist im Wesentlichen der Ausgliederung der Forschungsaktivitäten geschuldet - zum 1. Januar 2012 wechselten 28 Mitarbeiter von der 4SC AG in die 4SC Discovery GmbH.
Von den 58 Angestellten (ohne Vorstand) sind 36 in der Entwicklung, 19 im Vertrieb und in der Verwaltung sowie drei Mitarbeiter im Bereich Informationstechnologie tätig. Im Vorjahr waren von den 91 Angestellten (ohne Vorstand und Auszubildende) 67 in der Forschung und Entwicklung, 21 im Vertrieb und in der Verwaltung sowie drei Mitarbeiter im Bereich Informationstechnologie tätig.
Darüber hinaus waren 2012 - wie im Vorjahr - durchschnittlich 4 Vorstände bei der 4SC AG beschäftigt sowie im Vorjahr 1 Auszubildender, sodass die durchschnittliche Gesamtbeschäftigtenzahl in 2012 bei 62 und in 2011 bei 96 lag.
7.2 Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen und Personen
Im Zeitraum 1. Januar 2012 bis 31. Dezember 2012 hat die 4SC AG die nachfolgend dargestellten wesentlichen Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen und Personen getätigt:
quattro research GmbH, Planegg-Martinsried
Die 4SC AG unterhält Rechtsbeziehungen zur quattro research GmbH, an der sie seit deren Gründung Anfang 2004 eine Beteiligung in Höhe von 48,8% des Stammkapitals hält. Der bestehende Software-Service-Vertrag zwischen den Gesellschaften, aufgrund dessen die quattro research GmbH Leistungen zur Verbesserung, Weiterentwicklung, Benutzerunterstützung, Weiterbildung und Datenbankpflege bezüglich einer von der 4SC AG erstellten Software zur Unterstützung der Forschungsaktivitäten erbringt, wurde per Ende 2011 aufgehoben. Ein neuer Vertrag mit günstigeren Konditionen für die 4SC AG wurde im Januar 2012 abgeschlossen. Dieser Vertrag hatte im Geschäftsjahr 2012 ein Volumen von netto 196 T € (2011: 267 T €). Zum Bilanzstichtag bestanden Schulden gegenüber der quattro research GmbH aus dem genannten Vertrag in Höhe von 10 T € (31. Dezember 2011: 29 T €), die im Rahmen der vereinbarten Zahlungsfristen im Januar 2013 getilgt wurden, sowie Rückstellungen für ausstehende Rechnungen über 4 T €.
Donner & Reuschel Bank, Hamburg (DRB)
Die DRB berät die 4SC AG seit Oktober 2008 im Zusammenhang mit der Optimierung der Beziehung zu privaten und institutionellen Investoren. Im Berichtsjahr entstanden der 4SC AG hierdurch Aufwendungen in Höhe von 22 T € (2011: 28 T €). Mit Vertrag vom Dezember 2005 hat die DRB die Funktion als Zahlungs- und Hinterlegungsstelle für die 4SC AG übernommen, wodurch ein jährlicher Aufwand von 3 T € entsteht. Zum 31. Dezember 2012 bestanden keine Schulden gegenüber der DRB.
Einer der Vorstände der DRB, Marcus Vitt, ist ein Bruder des Vorstands für Forschung & Technologie der 4SC AG, Dr. Daniel Vitt.
Sonstige Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen
Darüber hinaus bestehen sonstige Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen, die im Berichtsjahr einzeln jedoch nicht mehr als 10 T € betragen haben und deren Gesamtvolumen pro Jahr voraussichtlich 10 T € nicht übersteigen wird. Zum 31. Dezember 2012 bestanden hieraus keine Schulden.
7.3 Honorare des Abschlussprüfers gemäß § 285 Nr. 17 HGB
Die ordentliche Hauptversammlung vom 6. August 2012 hat die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Ganghoferstraße 29, 80339 München, zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2012 bestellt.
| in T€ | 2012 | 2011 |
|---|---|---|
| Abschlussprüfungsleistungen | 106 | 102 |
| andere Bestätigungsleistungen | 51 | 16 |
| Sonstige Leistungen | 9 | 42 |
| Vom Abschlussprüfer berechnetes Gesamthonorar | 166 | 160 |
Für Abschlussprüfungsleistungen wurden im Geschäftsjahr 2012 106 T € erfasst (2011: 102 T €).
Für andere Bestätigungsleistungen fielen im Berichtsjahr 11 T € im Rahmen zweier Analytical Reviews sowie einer prüferischen Durchsicht für die Quartalsabschlüsse an (2011: 10 T €). Des Weiteren wurden 40 T € für die Erstellung des Comfort Letters im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung gebucht (2011: 0 T €). Im Vorjahr fielen darüber hinaus 6 T € für die Mittelprüfung im Zusammenhang mit dem EU-Förderprojekt "Antimal" und die Erstellung des entsprechenden "Audit Certificates" an.
Sonstige Leistungen durch die KPMG bestanden im Berichtsjahr in der Beratung und Unterstützung im Sondierungsprozess zum Thema "neue Modelle zur Mitarbeiterbeteiligung" mit einem Aufwand von 9 T €. Im Vorjahr wurden in dieser Position die Durchführung einer IT-Sicherheitsbestandsaufnahme mit 35 T € und eine schriftliche Stellungnahme im Kontext mit der Vorabzahlung von Yakult Honsha mit 7 T € erfasst.
7.4 Mitteilungspflichtige Beteiligung gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG
Die nachfolgende Tabelle zeigt die wesentlichen Aktionäre der 4SC AG, die - auf der Basis der von der Gesellschaft gemäß § 21ff. WpHG erhaltenen Mitteilungen - mehr als 3% der Anteile an der Gesellschaft halten. Dabei beziehen sich die genannten Zahlen immer auf die letzte publizierte Meldung. Der tatsächliche Stand zum 31. Dezember 2012 kann von diesen Werten jedoch abweichen.
| Anzeigende Gesellschaft | Bekanntmachungsdatum | Stimmrechtsanteil |
|---|---|---|
| HeidelbergCapital Private Equity Fund I GmbH & Co. KG, HeidelbergCapital Asset Management GmbH, Dr. Clemens Doppler & Prof. Dr. Martin Weiblen, München | 26.11.2009 | 7,66%1 |
| Deutsche Bank AG, Frankfurt / Main Nordwestdeutscher Wohnungsbauträger GmbH, Frankfurt / Main DBG Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH, Frankfurt / Main VCG Venture Capital Gesellschaft mbH, München | 04.12.2009 | 8,55%1 |
| Roland Oetker, Deutschland | 16.02.2012 | 3,01%1 |
| First Capital Partner GmbH, Gräfelfing, WE Vermögensverwaltungs GmbH & Co. KG, Gräfelfing, WE Verwaltung GmbH, Gräfelfing, Wolfgang Egger, Deutschland | 05.07.2012 | 9,91% |
| Santo Holding (Deutschland) GmbH, Holzkirchen | 09.07.2012 | 41,48%1 |
1 Gemäß Schätzung des Managements betragen die Anteile zum 31. Dezember 2012 wie folgt:
- HeidelbergCapital Private Equity Fund I GmbH & Co. KG, München 5,86%
- Deutsche Bank Aktiengesellschaft (DVCG/VCG), Frankfurt am Main 6,13%
- Roland Oetker, Deutschland 3,34%
- Santo Holding (Deutschland) GmbH, Holzkirchen 48,10%
7.5 Corporate Governance Kodex gemäß § 285 Nr. 16 HGB
Am 24. Februar 2012 und am 25. Februar 2013 erklärten Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft gemäß § 161 AktG, den vom Bundesministerium der Justiz bekannt gemachten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in seiner Vollständigkeit mit einigen Ausnahmen nahezu zu entsprechen. Die Entsprechenserklärungen wurden jeweils am gleichen Tag auf der Website www.4sc.de dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht.
Planegg-Martinsried, 12. März 2013
Der Vorstand
Dr. Ulrich Dauer, Vorstandsvorsitzender
Dr. Bernd Hentsch, Vorstand für Entwicklung
Dipl.-Kfm. Enno Spillner, Vorstand für Finanzen
Dr. Daniel Vitt, Vorstand für Forschung & Technologie
Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2012
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | ||||
|---|---|---|---|---|
| 01.01.2012 TEUR |
Zugänge TEUR |
Abgänge TEUR |
31.12.2012 TEUR |
|
| --- | --- | --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||
| 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 14.763 | 51 | 606 | 14.208 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 3.572 | 0 | 0 | 3.572 |
| 18.335 | 51 | 606 | 17.780 | |
| II. Sachanlagen | ||||
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 4.638 | 13 | 3.472 | 1.179 |
| Geringwertige Wirtschaftsgüter | 0 | 26 | 26 | 0 |
| 4.638 | 39 | 3.498 | 1.179 | |
| III. Finanzanlagen | ||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 34 | 9.938 | 0 | 9.972 |
| 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 0 | 2.826 | 0 | 2.826 |
| 3. Beteiligungen | 420 | 0 | 143 | 277 |
| 454 | 12.764 | 143 | 13.075 | |
| 23.427 | 12.854 | 4.247 | 32.034 |
| Kumulierte Abschreibungen | ||||
|---|---|---|---|---|
| 01.01.2012 TEUR |
Abschreibungen des Geschäftsjahres Zugänge TEUR |
Abgänge TEUR |
31.12.2012 TEUR |
|
| --- | --- | --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||
| 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 3.386 | 1.334 | 606 | 4.114 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 3.572 | 0 | 0 | 3.572 |
| 6.958 | 1.334 | 606 | 7.686 | |
| II. Sachanlagen | ||||
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3.573 | 113 | 2.719 | 967 |
| Geringwertige Wirtschaftsgüter | 0 | 26 | 26 | 0 |
| 3.573 | 139 | 2.745 | 967 | |
| III. Finanzanlagen | ||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 3. Beteiligungen | 265 | 0 | 0 | 265 |
| 265 | 0 | 0 | 265 | |
| 10.796 | 1.473 | 3.351 | 8.918 |
| Buchwerte | ||
|---|---|---|
| 31.12.2012 TEUR |
31.12.2011 TEUR |
|
| --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 10.094 | 11.377 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 0 | 0 |
| 10.094 | 11.377 | |
| II. Sachanlagen | ||
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 212 | 1.065 |
| Geringwertige Wirtschaftsgüter | 0 | 0 |
| 212 | 1.065 | |
| III. Finanzanlagen | ||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 9.972 | 34 |
| 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 2.826 | 0 |
| 3. Beteiligungen | 12 | 155 |
| 12.810 | 189 | |
| 23.116 | 12.631 |
Zusammengefasster Lagebericht
1. Geschäft, Rahmenbedingungen und Corporate Governance
1.1 Konzernstruktur und Geschäftstätigkeit
Rechtliche Konzernstruktur
Der 4SC-Konzern - im Folgenden als "4SC", "das Unternehmen" oder "der Konzern" bezeichnet - umfasst die 4SC AG als Konzernmuttergesellschaft sowie die 4SC Discovery GmbH als ihre 100%ige Tochtergesellschaft.
Die 4SC AG ist eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht mit Sitz in Planegg-Martinsried im Landkreis München. Sie wurde am 30. August 2000 als Nachfolgegesellschaft der 1997 gegründeten 4SC GmbH in das Handelsregister eingetragen. Die Aktien der 4SC AG werden seit dem 15. Dezember 2005 im Prime Standard der Deutschen Börse gehandelt.
Die 4SC Discovery GmbH, ebenfalls mit Sitz in Planegg-Martinsried, wurde Ende 2011 gegründet und nahm am 1. Januar 2012 ihre operative Geschäftstätigkeit auf.
Beziehen sich im vorliegenden Bericht einzelne Angaben auf die Einzelgesellschaften 4SC AG oder 4SC Discovery GmbH, so werden diese explizit als "4SC AG" oder "4SC Discovery GmbH" bezeichnet.
Geschäftstätigkeit und Organisation
Gegenstand von 4SC ist die Erforschung und Entwicklung neuartiger, gezielter niedermolekularer Medikamente für die Behandlung von Krebs- und Autoimmunerkrankungen. Damit sollen den betroffenen Patienten innovative Therapien mit besserer Verträglichkeit und Wirksamkeit im Vergleich zu bestehenden Behandlungsmethoden für eine höhere Lebensqualität geboten werden.
Das Produktportfolio des Konzerns umfasst eine Reihe vielversprechender innovativer Programme in verschiedenen klinischen und präklinischen Phasen der Medikamentenentwicklung sowie in frühen Forschungsphasen. Alle therapeutischen Programme sollen in Entwicklungsstadien geführt werden, die für den Konzern eine attraktive Basis für Lizenzpartnerschaften mit der pharmazeutischen und biotechnologischen Industrie bilden. Weitere Informationen zu den einzelnen Produkten und ihren Entwicklungsfortschritten im Geschäftsjahr 2012 finden Sie in den Kapiteln Forschungs- und Entwicklungsprozess (Kapitel 1.3) sowie Wesentliche Ereignisse in den Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Unternehmens (Kapitel 2.2) dieses zusammengefassten Lageberichts.
Darüber hinaus verfügt 4SC über eine eigene Technologieplattform (4SCan®), die es ermöglicht, neue Medikamentenkandidaten durch IT-gestützte, virtuelle Screening-Methoden zu identifizieren und optimieren. Damit werden frühe Teile der Medikamentenentwicklung vom Labor auf den Computer übertragen, was zu einer deutlichen Beschleunigung und Kostenreduzierung bei der Suche nach neuen Medikamentenkandidaten führt.
Dieses Verfahren ist - zusammen mit den modernen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen von 4SC - in einen integrierten Medikamentenforschungs- und -entwicklungsprozess eingebunden, der die Wertschöpfungskette - von der Identifizierung neuer Wirksubstanzen bis hin zur klinischen Erprobung - weitestgehend abdeckt.
Operativ agiert der Konzern in den beiden sich ergänzenden Segmenten "Discovery & Collaborative Business" und "Development". Im Segment "Discovery & Collaborative Business", das durch die 4SC Discovery GmbH repräsentiert wird, sind alle Aktivitäten der frühen Phasen der Medikamentenforschung (Wirkstoffentdeckung und -optimierung) sowie deren Kommerzialisierung gebündelt. Das Leistungsspektrum des Segments "Development", das in der 4SC AG gebündelt ist, umfasst die späteren Phasen des pharmazeutischen Entwicklungsprozesses, d.h. die präklinische und klinische Weiterentwicklung der 4SC-Medikamentenkandidaten auf dem Weg zur Marktreife.
1.2 Bericht zur Corporate Governance
Corporate Governance umfasst das gesamte System der verantwortungsvollen, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichteten Führung und Kontrolle eines Unternehmens. Der 4SC-Konzern misst einer guten und transparenten Corporate Governance einen hohen Stellenwert bei und fühlt sich in seinen Zielen, Werten und Prozessen dem Deutschen Corporate Governance Kodex verpflichtet. In der Vorbereitungsphase des Konzernabschlusses 2012 haben sich Vorstand und Aufsichtsrat des Unternehmens erneut mit den Vorgaben des Kodex in seiner aktuellen Fassung vom 15. Mai 2012 befasst.
4SC entspricht den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der überwiegenden Zahl der Empfehlungen und Anregungen. Nur in einzelnen Punkten hat sich das Unternehmen nach sorgfältiger Überlegung dazu entschieden, dem Kodex nicht zu folgen. Diese Ausnahmen beziehen sich weitestgehend auf Empfehlungen, die an Großkonzerne adressiert sind. Die einzelnen Abweichungspunkte werden in der nachfolgenden Entsprechenserklärung von Vorstand und Aufsichtsrat explizit genannt und begründet.
Der Bericht zur Corporate Governance beschreibt die Grundsätze der Führungs- und Kontrollstruktur, der Unternehmensführung sowie die Rechte der Aktionäre der 4SC AG. Er berücksichtigt die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex und enthält sämtliche Angaben und Erläuterungen, die nach den Paragraphen 315 Absatz 4 und 289a des Handelsgesetzbuchs (HGB) erforderlich sind, sowie die Entsprechenserklärung gemäß § 161 Aktiengesetz (AktG).
1.2.1 Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB
Entsprechenserklärung nach § 161 AktG
Vorstand und Aufsichtsrat haben zuletzt am 24. Februar 2012 eine Erklärung gemäß § 161 AktG abgegeben. Dieser Erklärung lag die Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 26. Mai 2010 zu Grunde. Im Jahr 2011 wurde der Deutsche Corporate Governance Kodex nicht überarbeitet. Die nunmehr geltende Fassung datiert auf den 15. Mai 2012.
Vorstand und Aufsichtsrat der 4SC AG erklären gemäß § 161 AktG, dass die 4SC AG den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 15. Mai 2012 mit den nachfolgend genannten Ausnahmen entspricht und weiterhin entsprechen wird:
1) D&O-Versicherung für die Aufsichtsratsmitglieder (Ziff. 3.8 Abs. 3 des Kodex):
Die aktuelle D&O-Versicherung der Gesellschaft für die Vorstände enthält den gesetzlich vorgesehenen Selbstbehalt. Die derzeit geltende D&O-Versicherung für die Aufsichtsratsmitglieder sieht einen Selbstbehalt in Höhe von maximal 50 T US-$ pro Schadensfall vor. Dieser bezieht sich aber lediglich auf Schadensfälle in den USA. Ein spezifischer Selbstbehalt der versicherten Aufsichtsräte wurde nicht vereinbart, da Vorstand und Aufsichtsrat der Ansicht sind, dass verantwortungsvolles Handeln für alle Organmitglieder selbstverständliche Pflicht ist. Eines Selbstbehaltes bedarf es deshalb nicht, zumal im Aufsichtsrat wesentliche Anteilseigner vertreten sind.
Nach § 76 Absatz 1 AktG leitet der Vorstand die Aktiengesellschaft in eigener Verantwortung. Die Aufgabe des Aufsichtsrats besteht in der Mitwirkung an der strategischen Ausrichtung des Unternehmens sowie in der Beratung und Überwachung des Vorstands. Der Einfluss auf das operative Geschäft ist daher eher begrenzt. Dies gilt auch für Maßnahmen zur Abwendung von Schäden für das Unternehmen. Daher ist auch in Zukunft nicht beabsichtigt, für die Mitglieder des Aufsichtsrats einen signifikanten Selbstbehalt in deren D&O-Versicherung zu vereinbaren.
2) Aktienoptionsprogramm für den Vorstand (Ziff. 4.2.3 Abs. 2 und 3 des Kodex):
Die gegenwärtigen variablen Vergütungsbestandteile für den Vorstand bestehen aus einem auf ein Jahr bemessenen erfolgsabhängigen Bonus I sowie einer langfristigen erfolgsabhängigen Vergütung in Form eines auf drei Jahre bemessenen Bonus II und in Form von Aktienoptionen. Über diese Vergütungsbestandteile hinaus hat der Aufsichtsrat im eigenen Ermessen einen Sonderbonus festgesetzt, der an die Erreichung besonderer strategischer Unternehmensziele geknüpft ist. Die gegenwärtigen Aktienoptionsprogramme für Vorstand und Mitarbeiter basieren auf verbindlichen Hauptversammlungsbeschlüssen. Die Möglichkeit zur Ausübung dieser Optionen setzt einen klar definierten Anstieg des Aktienkurses voraus. Nach Überzeugung der 4SC AG sind diese Mitarbeiterbeteiligungsprogramme ideal auf das Unternehmen zugeschnitten. Die Gesellschaft verzichtet daher im Rahmen des Aktienoptionsprogramms bewusst auf die vom Kodex empfohlene Begrenzung (Cap) für außerordentliche, nicht vorhergesehene Entwicklungen sowie darauf, die Aktienoptionen auf Vergleichsparameter (zum Beispiel Aktienindizes) zu beziehen.
3) Nominierungsausschuss im Aufsichtsrat (Ziff. 5.3.3 des Kodex):
Der Aufsichtsrat hat sich gegen die Etablierung eines Nominierungsausschusses entschieden. Nach Auffassung des Aufsichtsrats der 4SC AG bietet die zusätzliche Einsetzung eines solchen Nominierungsausschusses keine zusätzliche Steigerung der Effizienz der Aufsichtsratsarbeit. Der Aufsichtsrat belässt diese Funktion daher im Gesamtaufsichtsrat.
4) Transparenz bei Wahlvorschlägen für den Aufsichtsrat (Ziff. 5.4.1 Abs. 4 bis 6 des Kodex):
Derzeit bestehen bei der Empfehlung in Ziffer 5.4.1 Abs. 4 bis 6 des Kodex in der Fassung vom 15. Mai 2012 bezüglich der Offenlegung bestimmter Umstände im Rahmen von Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung noch einige Rechtsunsicherheiten, v.a. im Bezug auf den Detaillierungsgrad und den Ort der Veröffentlichung. Aus diesem Grunde wird höchstvorsorglich eine Abweichung vom Kodex erklärt. Nichtsdestotrotz wird sich der Aufsichtsrat bemühen, den Anforderungen der Nummer 5.4.1 Abs. 4 bis 6 gerecht zu werden.
5) Vergütung in den Aufsichtsratsausschüssen (Ziff. 5.4.6 Abs. 1 des Kodex):
Eine Unterscheidung der Vergütung in den Aufsichtsratsausschüssen nach Mitgliedschaft und Vorsitz wird derzeit nicht vorgenommen. Die Praxis hat gezeigt, dass die Ausschussmitglieder Arbeit und Organisation zu etwa gleichen Teilen übernehmen.
Seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung vom 24. Februar 2012 hat die 4SC AG den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der alten Fassung vom 26. Mai 2010 mit Ausnahme der oben genannten Ziffern 3.8 Abs. 3 (D&O-Versicherung für die Aufsichtsratsmitglieder), 4.2.3 Abs. 2 und 3 (Aktienoptionsprogramm für den Vorstand), 5.5.3 (Nominierungsausschuss im Aufsichtsrat), 5.4.6 Abs. 1 (Vergütung in den Aufsichtsratsausschüssen) und 5.4.6 Abs. 2 (Erfolgsorientierte Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder) entsprochen. Die Gründe für die Ausnahmen ergeben sich aus den obigen Ausführungen.
Die Empfehlung einer erfolgsorientierten Aufsichtsratsvergütung (5.4.6 Abs. 2) wurde für die 4SC AG als nicht sachgerecht und überproportional aufwendig in der Verwaltung abgelehnt. Die Abweichung von der Empfehlung einer erfolgsorientierten Aufsichtsratsvergütung ist entfallen, da diese Empfehlung in der Neufassung des Kodex nicht mehr enthalten ist.
In der Neufassung des Kodex im Mai 2012 wurden die Anforderungen an die Benennung der Ziele für den Aufsichtsrat über seine Zusammensetzung (Ziffer 5.4.1 Abs. 2) dahingehend erweitert, dass künftig auch die Anzahl der unabhängigen Aufsichtsratsmitglieder festgelegt werden soll. Diese Festlegung bestätigte der Aufsichtsrat nach vorangegangener interner Abstimmung abschließend in seiner Sitzung vom 1. Februar 2013 und entspricht seit diesem Zeitpunkt der Empfehlung.
Planegg-Martinsried, 25. Februar 2013
für den Vorstand
Dr. Ulrich Dauer
für den Aufsichtsrat
Dr. Thomas Werner
Angaben zu Unternehmensführungspraktiken
Das Handeln der 4SC-Unternehmensführung ist bestimmt von einem fairen und respektvollen Umgang untereinander. In Anbetracht der überschaubaren Unternehmensgröße, die einen persönlichen Umgang mit den Mitarbeitern und Partnern ermöglicht, sowie flacher Hierarchien und der Tatsache, dass es im Wesentlichen nur einen Unternehmensstandort gibt, reichen diese Maßstäbe für ein verantwortungsvolles Miteinander aus.
Führung und Überwachung des Unternehmens erfolgen in Übereinstimmung mit den deutschen Gesetzen, den gesellschaftlichen Normen und weitestgehend den Richtlinien des Deutschen Corporate Governance Kodex.
Arbeitsweisen von Vorstand und Aufsichtsrat
Wie vom Aktiengesetz gefordert, wird die 4SC AG dual von Vorstand und Aufsichtsrat geführt. Beide Organe arbeiten eng und konstruktiv zusammen, um den Wert des Unternehmens nachhaltig zu steigern. So stimmt der Vorstand die strategische Ausrichtung des Unternehmens mit dem Aufsichtsrat ab und erörtert mit ihm auch deren Umsetzung. Zu diesem Zweck informiert der Vorstand den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle unternehmensrelevanten Fragen der Planung, der Strategie, der Geschäftsentwicklung, der Finanzen, der Risikolage, des Risikomanagements sowie des internen Kontrollsystems. Falls erforderlich, informiert der Vorstand den Aufsichtsrat auch zwischen den Sitzungen über wesentliche Ereignisse. Kurzfristig notwendige Entscheidungen werden bei Bedarf auch im Rahmen einer Telefonkonferenz getroffen und eventuelle Beschlüsse im Umlaufverfahren gefasst.
Für maßgebliche Geschäftsvorfälle sind in der Geschäftsordnung des Vorstands Zustimmungsvorbehalte des Aufsichtsrats festgelegt. In einzelnen Fällen kann der Aufsichtsrat einen Geschäftsvorfall auch einem Zustimmungsvorbehalt unterstellen.
Vorstand
Der Vorstand der 4SC AG, dem Dr. Ulrich Dauer (Vorstandsvorsitzender), Dr. Bernd Hentsch, Enno Spillner sowie Dr. Daniel Vitt angehören, führt die Geschäfte eigenverantwortlich. Oberste Zielsetzung ist dabei eine stabile Geschäftsentwicklung und eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes. Die Vorstandsmitglieder ergänzen sich in ihren Fähigkeiten und Erfahrungen und führen das Unternehmen bereits langjährig als eingespieltes Team. Die nähere Ausgestaltung der Arbeit im Vorstand wird durch eine Geschäftsordnung bestimmt. Die Verteilung der Ressorts auf die einzelnen Personen ergibt sich aus dem Geschäftsverteilungsplan, der Bestandteil der Geschäftsordnung ist. Alle Vorstandsbereiche stimmen sich untereinander ab, beispielsweise in den Vorstandssitzungen, die in der Regel wöchentlich stattfinden. Entscheidungen des Gesamtvorstands werden mit der einfachen Mehrheit derjenigen Mitglieder getroffen, die an der Beschlussfassung teilnehmen. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des Vorstandsvorsitzenden den Ausschlag.
Aufsichtsrat
Der Aufsichtsrat bestand zum 31. Dezember 2012 aus sechs Mitgliedern, die von der Hauptversammlung gewählt wurden. Vorsitzender ist Dr. Thomas Werner, stellvertretender Vorsitzender Klaus Kühn. Die weiteren Mitglieder sind Dr. Irina Antonijevic, Dr. Clemens Doppler, Helmut Jeggle und Dr. Manfred Rüdiger.
In einer Nachwahl wurden von der ordentlichen Hauptversammlung am 6. August 2012 Dr. Irina Antonijevic und Klaus Kühn neu in den Aufsichtsrat gewählt, nachdem Dr. Jörg Neermann zum 31. Mai 2012 und Günter Frankenne zum Ende der ordentlichen Hauptversammlung am 6. August 2012 aus dem Gremium ausgeschieden waren.
Ausschüsse
Um die Effizienz der Aufsichtsratsarbeit zu erhöhen, wurden vier Ausschüsse gebildet: der Prüfungsausschuss (Audit Committee), der Personalausschuss (Human Resources Committee), der Business-Development-Ausschuss und neu seit August 2012 der Forschungs- und Entwicklungsausschuss (R&D Committee). Alle Ausschüsse berichten dem Plenum regelmäßig über ihre Aktivitäten. Weitere Informationen dazu finden sich im Bericht des Aufsichtsrats im 4SC-Geschäftsbericht 2012.
Effizienzprüfung des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat kam übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass die Zusammenarbeit effizient verläuft. Die Verabschiedung dieses Ergebnisses erfolgte in der außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am 1. Februar 2013.
Weitere Angaben zur Corporate Governance
Ziele des Aufsichtsrats bezüglich seiner Zusammensetzung
Zum Jahresende 2010 hat der Aufsichtsrat erstmals beschlossen, konkrete Ziele für seine zukünftige Zusammensetzung festzulegen. In der Sitzung vom 6. Dezember 2012 wurden diese Ziele aufgrund der Kodexanpassung vom Mai 2012 erneut diskutiert und in der Sitzung am 1. Februar 2013 verabschiedet:
Bei künftigen Wahlvorschlägen wird weiterhin darauf geachtet, eine möglichst breite Palette an Expertise und relevanter Erfahrung im Aufsichtsrat der 4SC AG zu gewährleisten. In diesem Zusammenhang beabsichtigt der Aufsichtsrat, den Anteil weiblicher Mitglieder im Rahmen der kommenden Neuwahlen beizubehalten bzw. zu steigern. Aufrechterhalten werden soll darüber hinaus der Fokus auf Erfahrung im internationalen Biotechnologie- und Pharmageschäft. Die gegenwärtigen Aufsichtsräte sind bzw. waren in der Vergangenheit international in der Biotechnologie- und Pharmabranche tätig, verfügen über entsprechende Netzwerke und kennen aus eigener Erfahrung sehr gut die Bedürfnisse dieses Sektors. Im Rahmen der Nachwahl von Aufsichtsratsmitgliedern im August 2012 ist es gelungen, mit Dr. Irina Antonijevic erstmals eine Frau für die Mitarbeit im 4SC-Aufsichtsrat zu gewinnen. Des Weiteren wurde mit Klaus Kühn, dem ehemaligen Finanzvorstand der Bayer AG, ein ausgewiesener Finanzexperte in den Aufsichtsrat gewählt.
Der Aufsichtsrat der 4SC AG legt weiterhin Wert auf die Mischung verschiedener Qualifikationen im gesamten Gremium, die von Kenntnissen im naturwissenschaftlichen und im Entwicklungsbereich über Erfahrung in der internationalen Geschäftsanbahnung sowie Lizenzierung bis hin zur Expertise in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollsystemen reichen.
Den Anforderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex an unabhängige Aufsichtsratsmitglieder sowie der Vermeidung von Interessenkonflikten soll auch zukünftig weiter Rechnung getragen werden. Um dies zu gewährleisten, beabsichtigt der Aufsichtsrat, das Gremium dauerhaft mit mindestens drei unabhängigen Mitgliedern zu besetzen. Dieses Ziel ist derzeit bereits erreicht. In der außerordentlichen Aufsichtsratssitzung vom 1. Februar 2013 ist der Aufsichtsrat abschließend zu der Erkenntnis gekommen, dass derzeit fünf Mitglieder die Unabhängigkeitsdefinition des Kodex erfüllen.
Die auch in der Geschäftsordnung festgesetzte Altersgrenze bei Wahl von 75 Jahren wird weiterhin beachtet. Die Vorschläge des Aufsichtsrats zur Wahl seiner Mitglieder werden sich nach wie vor am Interesse des Unternehmens orientieren.
1.2.2 Directors' Dealings, Aktionariat, Offenlegung und Kommunikation
Directors' Dealings (meldepflichtige Wertpapiergeschäfte gemäß WpHG)
Die Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder sind nach den Vorschriften des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) dazu verpflichtet, Geschäfte mit 4SC-Aktien zu veröffentlichen. Im Geschäftsjahr 2012 hat 4SC folgende Meldungen erhalten:
| Datum | Name | Funktion | Geschäftsart | Ort | Preis in € |
Stückzahl | Geschäftsvolumen in € |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 28.06.12 | Dr. Clemens Doppler | Aufsichtsrat | Kauf | Außerbörslich | 1,50 | 3.718 | 5.577,00 |
Hauptversammlung und Aktionäre
Die Hauptversammlung ist eines der zentralen Organe des Unternehmens. Sie fasst Beschlüsse zu maßgeblichen Angelegenheiten. Insbesondere obliegt ihr die Wahl des Abschlussprüfers, die Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats, die Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern sowie Beschlüsse über Satzungsänderungen oder kapitalverändernde Maßnahmen. Darüber hinaus legt der Vorstand der Hauptversammlung den Konzernabschluss vor.
Alle 4SC-Aktionäre haben auf der Hauptversammlung die Möglichkeit, mit den Vorständen über die neuesten Entwicklungen und Entscheidungen zu diskutieren, ihr Stimmrecht auszuüben und sich über das Unternehmen generell zu informieren. Für 4SC ist es eine Selbstverständlichkeit, allen Aktionären die persönliche Wahrnehmung ihrer Rechte so einfach wie möglich zu machen. Bei der ordentlichen Hauptversammlung am 2. Mai 2013 wird das Unternehmen seinen Aktionären daher Vertreter für die weisungsgebundene Ausübung des Stimmrechts zur Verfügung stellen, die auch während der Hauptversammlung erreichbar sind.
Beteiligungen (Drittunternehmen)
Angaben zu Beteiligungen, die für das Unternehmen nicht von untergeordneter Bedeutung sind, befinden sich in den Kapiteln 7.3 und 7.4 des IFRS-Konzernanhangs 2012.
Rechnungslegung und Abschlussprüfung
Der Konzernabschluss von 4SC wird vom Vorstand nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie von der EU übernommen wurden, aufgestellt. Anschließend wird er vom Abschlussprüfer geprüft, vom Aufsichtsrat gebilligt und der Öffentlichkeit innerhalb einer Frist von 90 Tagen nach dem Geschäftsjahresende zugänglich gemacht.
Auch im Berichtsjahr 2012 wurden der Einzelabschluss der 4SC AG nach HGB und der IFRS-Konzernabschluss von 4SC vor ihrer Veröffentlichung vom Aufsichtsrat geprüft und festgestellt bzw. gebilligt. Darüber hinaus erörterte der Prüfungsausschuss im Berichtszeitraum auch die Zwischen- und Halbjahresfinanzberichte vor ihrer Veröffentlichung. Somit folgte 4SC auch hier den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (Ziff. 7.1.2).
Kommunikation mit der Öffentlichkeit
Um ihre Aktionäre möglichst schnell, gleichzeitig und umfassend zu informieren, veröffentlicht die 4SC AG alle relevanten Informationen auf der eigenen Internetseite www.4sc.de. Alle Berichte erscheinen auf Deutsch und auf Englisch innerhalb der vom Deutschen Corporate Governance Kodex und der Börsenordnung empfohlenen Fristen. Darüber hinaus stellt das Unternehmen auf seiner Internetseite unter den Navigationspunkten "News & Media" bzw. "Investoren" alle Presse- bzw. Ad-hoc-Mitteilungen nach § 15 WpHG, den aktuellen Finanzkalender, Informationen rund um die Hauptversammlung sowie sonstige meldepflichtige Bekanntmachungen zur Verfügung.
1.2.3 Vergütungsbericht der 4SC AG
Der Vergütungsbericht, der die Grundzüge der Vergütungssysteme für den Vorstand und den Aufsichtsrat der Gesellschaft erläutert, ist Bestandteil des Konzernlageberichts sowie des Berichts zur Corporate Governance. Die Vergütungssysteme des Unternehmens berücksichtigen die gesetzlichen Vorschriften und größtenteils die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex.
Vergütung des Vorstands
Ziel der Vorstandsvergütung ist es, die persönliche Leistung - unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens - angemessen zu entlohnen und eine Motivation für eine erfolgreiche Unternehmensführung zu schaffen. Darüber hinaus orientiert sich die Vergütung an branchen- und landesüblichen Standards.
Festlegung der Vorstandsvergütung
Der Vorschlag für die Vorstandsvergütung wird vom Personalausschuss erarbeitet, dem Plenum des Aufsichtsrats vorgestellt und von diesem beschlossen. Die Vergütung wird jährlich durch den Aufsichtsrat überprüft.
Im Übrigen ist der Aufsichtsrat dazu berechtigt, die Bezüge des Vorstands insgesamt um einen angemessenen Betrag herabzusetzen, falls sich die Lage des Unternehmens so verschlechtern sollte, dass eine Weitergewährung dieser Vergütung nicht tragbar wäre.
Höhe und Struktur
Die jährliche Vergütung der Vorstandsmitglieder besteht aus drei Komponenten:
1. einer erfolgsunabhängigen Vergütung (Festvergütung),
2. zwei erfolgsabhängigen Boni sowie
3. Aktienoptionen.
Erfolgsunabhängige Vergütung
Die Höhe der Festvergütung ist abhängig von der übertragenen Funktion und Verantwortung sowie von branchen- und marktüblichen Rahmenbedingungen, die sich vor allem an anderen börsennotierten Small- und Mid-Cap-Unternehmen aus der Biotechnologiebranche und aus verwandten Branchen (zum Beispiel MedTech) orientieren. Die Festvergütung wird in monatlichen Raten ausgezahlt.
Erfolgsabhängige Vergütung
Die erfolgsabhängige Vergütung setzt sich aus einem auf ein Jahr bemessenen Bonus I sowie einem langfristigen, auf drei Jahre bemessenen Bonus II zusammen. Über die gegenwärtigen Vergütungsbestandteile hinaus hat der Aufsichtsrat im eigenen Ermessen einen Sonderbonus festgesetzt, der an die Erreichung besonderer strategischer Unternehmensziele geknüpft ist.
Der erfolgsabhängige Bonus I wird vom Aufsichtsrat nach einer entsprechenden jährlichen Leistungsbeurteilung und nach pflichtgemäßem Ermessen festgelegt. Maßstab für den Bonus I sind die Geschäftsentwicklung der 4SC und der Erreichungsgrad vorab definierter individueller sowie allgemeiner Unternehmensziele. Diese Ziele betreffen unterschiedliche strategische Themen aus den Bereichen klinische Entwicklung, Business Development, Investor Relations und allgemeines Management, die nach Prioritäten für die weitere Geschäftsentwicklung gewichtet werden.
Zusätzlich zur Grundvergütung und zum kurzfristigen Bonus I erhält jedes Vorstandsmitglied einen auf drei Jahre bemessenen langfristigen Gehaltsbestandteil (Bonus II), der eine nachhaltige Unternehmensentwicklung fördern soll. Der Bonus II basiert auf persönlichen und unternehmensspezifischen Zielen, die zu Beginn jedes Geschäftsjahres von Vorstand und Aufsichtsrat gemeinsam festgelegt werden. Der Anspruch auf Zahlung des Bonus II hängt davon ab, dass diese Ziele im Rahmen einer auf drei Jahre festgelegten Periode erreicht werden. Die erste Zielerreichungsperiode umfasst die Jahre 2010 bis 2012, die zweite die Jahre 2011 bis 2013 usw. Der Aufsichtsrat entscheidet unmittelbar nach Ende der jeweiligen Zielerreichungsperiode über die Erfüllung der Ziele, i.d.R. im Umlaufverfahren und auf Vorschlag des Personalausschusses.
Aktienoptionen
Als weitere Vergütungskomponente mit langfristiger Anreizwirkung nutzt das Unternehmen Mitarbeiterbeteiligungsprogramme, sogenannte ESOP (Employee Stock Option Programme), an denen sowohl der Vorstand als auch alle Mitarbeiter partizipieren. Im Rahmen dieser Programme werden Aktienoptionen ausgegeben, die zum Bezug von 4SC-Aktien berechtigen. Detaillierte Informationen über den aktuellen Optionsbesitz sind im IFRS-Konzernanhang 2012 im Kapitel 10.1 aufgeführt.
Im Hinblick auf die Einhaltung der Kodexempfehlungen zur Managementvergütung wird auf die Anmerkungen im Kapitel Entsprechenserklärung nach § 161 AktG, das sich innerhalb der Erklärung zur Unternehmensführung dieses zusammengefassten Lageberichts (Kapitel 1.2.1) befindet, verwiesen.
Vorstandsvergütung für das Jahr 2012
Insgesamt erhielt der Vorstand der 4SC AG im Berichtszeitraum Vergütungen in Höhe von 928 T €, wovon 81% auf fixe und 19% auf variable Bezüge entfielen. Eine detaillierte Aufstellung der individuellen Gehälter der Vorstandsmitglieder ist im IFRS-Konzernanhang 2012 im Kapitel 10.1 des 4SC-Geschäftsberichts zu finden.
Haftungsversicherung (D&O)
Die aktuelle D&O-Versicherung der Gesellschaft für die Vorstände enthält seit dem 1. Juli 2010 den gesetzlich vorgesehenen Selbstbehalt. Hinsichtlich der Einhaltung der Kodexempfehlungen zur D&O-Versicherung für Aufsichtsräte wird auf die Anmerkungen im Kapitel Entsprechenserklärung § 161 AktG verwiesen, das sich innerhalb der Erklärung zur Unternehmensführung (Kapitel 1.2.1) dieses zusammenfassten Lageberichts befindet.
Aktienbesitz der Vorstandsmitglieder
Die gegenwärtigen Vorstandsmitglieder der 4SC AG hielten zum 31. Dezember 2012 insgesamt 687.120 Aktienoptionen, die zum Bezug von 674.120 Aktien berechtigen. Zudem hielten sie 924.242 Aktien, also 1,83% aller Unternehmensanteile.
Vergütung des Aufsichtsrats
Aus Sicht der Gesellschaft sollte insbesondere das Interesse des Aufsichtsrats auf eine nachhaltige und langfristig erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens ausgerichtet sein. Deshalb hält 4SC eine Festvergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats für zielführend.
Festlegung der Aufsichtsratsvergütung
Die Vergütung des Aufsichtsrats beruht auf dem Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 5. Juni 2008.
Höhe und Struktur
Die jährliche Grundvergütung für jedes Aufsichtsratsmitglied beträgt 13 T €, wobei der Vorsitzende des Aufsichtsrats die doppelte Vergütung erhält, sein Stellvertreter die 1,5-fache. Die Mitgliedschaft in Ausschüssen honoriert das Unternehmen mit 5 T € pro Ausschussmitgliedschaft, wobei - im Gegensatz zu den Empfehlungen des Kodex - nicht zwischen Vorsitz und Mitgliedschaft unterschieden wird, da die Ausschussarbeit in etwa zu gleichen Teilen auf alle Aufsichtsratsmitglieder verteilt ist.
Aufsichtsratsvergütung für das Jahr 2012
Im Geschäftsjahr 2012 betrug die Gesamtvergütung des Aufsichtsrats 141 T €. Die Aufstellung über die individuelle Vergütung der einzelnen Aufsichtsratsmitglieder ist im Kapitel 10.2 des IFRS-Konzernanhangs 2012 des 4SC-Geschäftsberichts zu finden.
Aktienbesitz der Aufsichtsratsmitglieder
Die Aufsichtsratsmitglieder der 4SC AG hielten zum 31. Dezember 2012 insgesamt 43.593 Aktien und damit einen Anteil in Höhe von 0,09% des Unternehmens.
1.2.4 Übernahmerelevante Angaben nach §§ 289 Abs. 4 und 315 Abs. 4 HGB zum 31. Dezember 2012
Zusammensetzung des Gezeichneten Kapitals
Das Grundkapital der Gesellschaft setzte sich zum 31. Dezember 2012 aus 50.371.814 auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) zusammen, die über keine weiteren Rechte oder Vorzüge verfügen.
Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen
Es bestehen keine Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen.
Beteiligungen am Kapital, die 10% der Stimmrechte überschreiten
Wesentlicher Aktionär mit einem Stimmanteil von über 10% ist nach aktuellem Kenntnisstand der Gesellschaft nur die Santo Holding (Deutschland) GmbH, Holzkirchen, mit circa 48,1% (gemäß Schätzung des Managements).
Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnis verleihen
Es bestehen keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnis verleihen.
Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben
Arbeitnehmer, die sich über einen direkten Aktienerwerb oder Mitarbeiterbeteiligungsprogramme am Unternehmen beteiligen, unterliegen keinerlei Stimmrechtsbindung.
Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und die Änderung der Satzung
Die Bestellung und die Abberufung von Mitgliedern des Vorstands sind in §§ 84 und 85 AktG geregelt.
Gemäß § 7 Abs. 2 der Satzung der 4SC AG in der Fassung vom 6. August 2012 besteht der 4SC-Vorstand aus mindestens einer Person, wobei der Aufsichtsrat die genaue Zahl der Mitglieder nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen festlegt und ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden ernennen kann. Der Aufsichtsrat bestellt nach § 7 Abs. 1 der Satzung die Vorstandsmitglieder auf höchstens fünf Jahre. Eine mehrmalige Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, ist zulässig. Sie bedarf eines erneuten Aufsichtsratsbeschlusses, der frühestens ein Jahr vor Ablauf der bisherigen Amtszeit gefasst werden kann. Nur bei einer Bestellung auf weniger als fünf Jahre kann eine Verlängerung der Amtszeit ohne neuen Aufsichtsratsbeschluss erfolgen, wenn dadurch die gesamte Amtszeit nicht mehr als fünf Jahre beträgt. Gemäß § 7 Abs. 3 der Satzung erfolgen Abschluss, Abänderung oder Kündigung eines Anstellungsvertrags mit dem jeweiligen Vorstandsmitglied sowie ein Widerruf der Bestellung eines Vorstandsmitglieds durch den Aufsichtsrat.
Grundsätzlich ist für eine Änderung der Satzung nach § 179 AktG ein Beschluss der Hauptversammlung erforderlich. Gemäß § 13 der Satzung der 4SC AG ist der Aufsichtsrat jedoch dazu ermächtigt, Änderungen und Ergänzungen der Satzung, die nur die Fassung betreffen, zu beschließen.
Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen
Der Vorstand kann neue Aktien nur auf der Grundlage von Beschlüssen der Hauptversammlung ausgeben.
Genehmigtes Kapital 2012/I
Der Vorstand ist gemäß § 5 Abs. 7 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 5. August 2017 einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu 20.984.152,00 € gegen Bareinlagen und/oder Sacheinlagen durch Ausgabe von bis zu 20.984.152 neuen Aktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2012/I). Das Bezugsrecht der Aktionäre kann hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats in bestimmten, in § 5 Abs. 7 der Satzung näher beschriebenen, Fällen ausgeschlossen werden.
WSV 2012 - Bedingtes Kapital V
Der Vorstand ist durch den Hauptversammlungsbeschluss vom 6. August 2012 ermächtigt, bis zum 5. August 2017 einmalig oder mehrmalig Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechte oder Gewinnschuldverschreibungen beziehungsweise Kombinationen dieser Instrumente (zusammen "Schuldverschreibungen") im Gesamtnennbetrag von bis zu 60 Mio. € mit oder ohne Laufzeitbeschränkung gegen Baroder Sacheinlage näherer Maßgabe der genannten Ermächtigung zu begeben und für solche, von nachgeordneten Konzernunternehmen der Gesellschaft gegebenen Schuldverschreibungen mit Zustimmung der Gesellschaft die Garantie zu übernehmen. Der Vorstand ist ferner ermächtigt, den Inhabern beziehungsweise Gläubigern von aufgrund der vorgenannten Ermächtigung ausgegebenen Schuldverschreibungen Wandlungs- bzw. Optionsrechte auf bis zu 7,5 Mio. Aktien zu gewähren nach näherer Maßgabe der Bedingungen der Schuldverschreibungen. Die Schuldverschreibungen können auch eine Wandlungspflicht vorsehen. Hierzu ist das Grundkapital um bis zu 7,5 Mio. € bedingt erhöht worden (Bedingtes Kapital V, § 5 Abs. 6 der Satzung). Das Bezugsrecht der Aktionäre auf die neuen Schuldverschreibungen kann hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats in bestimmten Fällen nach näherer Maßgabe der Hauptversammlungsermächtigung ausgeschlossen werden.
Weitere Bedingte Kapitalia im Zusammenhang mit Aktienoptionsprogrammen
Bedingtes Kapital II
Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 114.000,00 € durch Ausgabe von bis zu 114.000 neuen Aktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital II, § 5 Abs. 2a der Satzung). Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Erfüllung von Optionsrechten, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 28. Juni 2006 erteilten Ermächtigung zur Gewährung von Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands und Arbeitnehmer der Gesellschaft nach Maßgabe dieser Ermächtigung ausgegeben wurden.
Bedingtes Kapital III
Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 88.314,00 € durch Ausgabe von bis zu 88.314 neuen Aktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital III, § 5 Abs. 3 der Satzung). Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Erfüllung von Optionsrechten, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 28. Juli 2004 erteilten Ermächtigung zur Gewährung von Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands und Arbeitnehmer der Gesellschaft nach Maßgabe dieser Ermächtigung ausgegeben wurden.
Bedingtes Kapital IV
Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 305.133,00 € durch Ausgabe von bis zu 305.133 neuen Aktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital IV, § 5 Abs. 3a der Satzung). Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Erfüllung von Optionsrechten, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 28. Juni 2006 erteilten Ermächtigung zur Gewährung von Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands und Arbeitnehmer der Gesellschaft sowie an Arbeitnehmer etwaiger verbundener Unternehmen der Gesellschaft nach Maßgabe dieser Ermächtigung ausgegeben wurden.
Bedingtes Kapital VI
Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 1 Mio. € durch Ausgabe von bis zu 1 Mio. neuen Aktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital VI, § 5 Abs. 5 der Satzung). Das Bedingte Kapital VI dient ausschließlich der Erfüllung von Optionsrechten, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 15. Juni 2009 erteilten Ermächtigung zur Gewährung von Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft sowie an Arbeitnehmer der Gesellschaft und ihrer in- und ausländischen verbundenen Unternehmen nach Maßgabe dieser Ermächtigung ausgegeben wurden.
Es bestehen keine Ermächtigungen zum Erwerb eigener Aktien und die Gesellschaft verfügt über keine eigenen Aktien.
Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen
Entschädigungsvereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen, bestehen nicht.
Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit Vorstandsmitgliedern oder Arbeitnehmern getroffen sind
Für die Vorstandsmitglieder Dr. Ulrich Dauer, Dr. Daniel Vitt, Enno Spillner und Dr. Bernd Hentsch wurde im Jahr 2010 folgende Vereinbarung getroffen: Im Fall eines Kontrollerwerbs durch einen Dritten und einer in diesem Zusammenhang stehenden Ablösung für die Restlaufzeit des jeweiligen Vertrags werden ihre Bezüge vollständig ausbezahlt, mindestens aber für eine rechnerische Restlaufzeit von 15 Monaten. Darüber hinaus sind im Fall des Kontrollerwerbs die Regelungen zum Verfall von Aktienoptionen für die Vorstandsmitglieder aufgehoben. Das heißt, dass alle Aktienoptionen, die bis zum Trennungszeitpunkt an die Vorstandsmitglieder ausgegeben wurden, bei ihnen verbleiben, unabhängig von der Beendigung des Dienstverhältnisses.
1.3 Forschungs- und Entwicklungsprozess
Der pharmazeutische Forschungs- und Entwicklungsprozess bei 4SC beschreibt den Weg vom Identifizieren eines neuen Wirkstoffs über präklinische Tests bis zu den verschiedenen Phasen der klinischen Prüfung am Menschen, mit dem Ziel - idealerweise gemeinsam mit pharmazeutischen Entwicklungs- und Vermarktungspartnern - die Marktzulassung zu erreichen.
Frühphasenforschung und präklinische Entwicklung
Typischerweise beginnt dieser Prozess mit der Suche nach einem neuen Wirkstoff und den entsprechenden Zielmolekülen. Sobald das Zielmolekül, dem eine ursächliche Rolle bei der Entstehung einer Erkrankung zugeschrieben wird, gefunden ist, werden die entsprechenden Datenbanken und Molekül-Bibliotheken mit Hilfe der IT-basierten Screening-Technologie von 4SC auf passende Wirkstoffmoleküle hin effizient und zielorientiert durchsucht. Ist ein neuer Wirkstoff identifiziert und weiter optimiert, ist die Phase der sog. Frühphasenforschung abgeschlossen. Anschließend wird der Medikamentenkandidat in der präklinischen Entwicklung in Zellkulturmodellen (in vitro) sowie in regulatorisch vorgeschriebenen Tiermodellen (in vivo) auf Wirksamkeit und Unbedenklichkeit hin untersucht. Erst wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, kann die klinische Entwicklung gestartet werden, in der der Wirkstoff am Menschen erprobt wird.
Klinische Entwicklung
In der Phase I der klinischen Entwicklung wird der Wirkstoff erstmals an wenigen, üblicherweise gesunden Testpersonen (Probanden) angewendet. Im Bereich der Onkologie werden dagegen auch Phase-I-Studien bereits meist mit Patienten durchgeführt. Im Vordergrund der Phase I steht eine erste Bewertung der Reaktionen des Körpers auf das neue Medikament. Diese Bewertung beinhaltet Angaben zur Sicherheit und Verträglichkeit sowie zur sogenannten Pharmakokinetik, die die Aufnahme des Arzneistoffs, seine Verteilung im Körper, den biochemischen Um- und Abbau sowie seine Ausscheidung misst.
In der Phase II wird der Wirkstoff dann an einer ausgesuchten, noch relativ kleinen Anzahl von Patienten getestet. Ziel dieser Phase ist ein erster Nachweis der medizinischen Wirksamkeit sowie die Bestimmung der sicheren und pharmakodynamisch effektiven - d.h. potenziell wirksamen - Behandlungsdosis.
In der darauf folgenden Phase III wird die Wirkung des Medikaments an einer größeren, statistisch relevanten Zahl von Patienten getestet. Diese Phase soll die entscheidenden Daten für einen Wirksamkeitsnachweis und den Antrag auf Marktzulassung liefern. Eine weitere wichtige Rolle spielen darüber hinaus die Risiko-Nutzen-Abwägung, die Medikamentensicherheit sowie eventuelle Wechselwirkungen mit anderen Arzneien.
Erst wenn alle drei Phasen erfolgreich beendet sind, kann ein Antrag auf Marktzulassung des Medikaments gestellt werden. Ein möglicher weiterer Prüfabschnitt (Phase IV), der gegebenenfalls jedoch erst nach der Zulassung eines neuen Medikaments stattfinden würde, dient z.B. der Suche nach seltenen Neben- oder Wechselwirkungen, die erst in einer großen Gruppe von Patienten erkennbar werden.
Der gesamte Forschungs- und Entwicklungsprozess - von der Identifizierung der Zielmoleküle bis zur Marktzulassung des Medikaments - erfordert in der Regel einen Zeitraum von deutlich über zehn Jahren.
Der Prozess kann ggf. durch Partnerschaften oder Transaktionen mit anderen Unternehmen beschleunigt werden. So hat 4SC seine onkologische Leitsubstanz Resminostat von einem pharmazeutischen Unternehmen erworben, als sich Resminostat bereits in Phase I der klinischen Tests befand. Zudem strebt 4SC in fortgeschrittenen Phasen des Prozesses Lizenzpartnerschaften mit anderen Unternehmen an, um die Entwicklung seiner Produktkandidaten zur Marktreife gemeinsam voranzutreiben und auf diese Weise auch das eigene Risiko sowie die eigene finanzielle Belastung zu senken.
Produktpipeline von 4SC
Die aktuelle Produktpipeline von 4SC beinhaltet insgesamt fünf Wirkstoffe in der klinischen Entwicklung (Phase I und Phase II) sowie mehrere Medikamentenprogramme in präklinischen und frühen Forschungsphasen. Alle Programme dienen der Behandlung von Autoimmun- und Krebserkrankungen - Indikationen mit hohem therapeutischen Bedarf und großem wirtschaftlichen Potenzial.
Der Fokus der klinischen Entwicklung liegt bei 4SC derzeit auf den Wirkstoffen Resminostat (Phase II), Vidofludimus (Phase II), 4SC-202 (Phase I) und 4SC-205 (Phase I). Damit setzt 4SC gezielt auf diejenigen Werttreiber, von denen sich das Unternehmen das größte Wertsteigerungspotenzial für den gesamten Konzern verspricht - beispielsweise über Entwicklungs- und Vermarktungspartnerschaften oder substanzielle Fortschritte bei der klinischen Entwicklung.
1.4 Unternehmensstrategie und Ziele
Ziel von 4SC ist es, die eigenen Forschungs- und Entwicklungsprogramme durch Einnahmen aus dem operativen Geschäft zu finanzieren und sich zu einem nachhaltig profitablen Unternehmen zu entwickeln. Im Segment "Development" werden dabei Entwicklungs- und Vermarktungskooperationen mit starken Partnern aus der Pharma- und Biotechnologieindustrie angestrebt, um die einzelnen klinischen und präklinischen Programme auf dem Weg zur Marktreife gezielt weiterzuentwickeln. Dieses Vorgehen soll die Entwicklungsarbeit stärken und gleichzeitig das Entwicklungsrisiko senken. Durch Vorab- und Meilensteinzahlungen der Kooperationspartner, Erlöse aus Lizenzgebühren und Umsatzbeteiligungen sollen nachhaltige Cashflows generiert werden, die einen substanziellen Beitrag zur Finanzierung und zum Wachstum des Unternehmens leisten.
Das Segment "Discovery & Collaborative Business" soll darüber hinaus Umsätze aus Forschungsdienstleistungen für bzw. Forschungskooperationen mit Pharma- und Biotechnologieunternehmen erzielen. Außerdem sollen die 4SC-eigenen Programme in frühen Forschungsphasen durch dieses Segment über Entwicklungs- und Vermarktungspartnerschaften sowie Lizenzgewährungen mit Pharma- und Biotechnologieunternehmen vorangetrieben und dadurch positive Cashflows generiert werden.
Die Konzentration auf zwei Indikationsgebiete mit einem hohen medizinischen Bedarf, gezielte Forschungsaktivitäten und interdisziplinäre Projektteams ermöglichen es 4SC, mit einer vergleichsweise schlanken Struktur und geringem Ressourceneinsatz mehrere Projekte gleichzeitig durchzuführen und damit die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells sicherzustellen.
Wesentliche Steuerungsgrößen des Konzerns sind Umsatzerlöse sowie betriebliche Aufwendungen, die regelmäßig überprüft werden. Dabei sind insbesondere die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung der jeweiligen Projekte ein wichtiger Indikator. Der durchschnittliche monatliche Barmittelverbrauch ist eine weitere wesentliche finanzielle Kennzahl. Das Verhältnis von Finanzmittelbestand und geplantem durchschnittlichen monatlichen Barmittelverbrauch gibt an, für welchen Zeitraum der Finanzmittelbestand voraussichtlich mindestens ausreicht.
Zusätzlich erfolgt die Steuerung des Unternehmens über weitere Leistungsindikatoren im Bereich Forschung und Entwicklung. Die klinischen Ergebnisse hinsichtlich Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit der sich in der Entwicklung befindlichen Arzneimittelkandidaten sind in patientenbezogenen Indikatoren zusammengefasst. Die Effizienz und den Erfolg dieser Prozesse misst 4SC unter anderem durch die Einhaltung von Zeit- und Kostenplänen sowie durch die Erfolge bei den klinischen Studien.
2 Überblick über den Geschäftsverlauf
2.1 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung und Entwicklungen in der Pharma- und Biotechnologiebranche
Gesamtwirtschaftliche Entwicklung
Unter dem Einfluss der Staatsschuldenkrise in Europa hat sich die Weltwirtschaft seit der Jahresmitte 2012 zunehmend abgeschwächt. Im Zuge dieser Entwicklung, die zu entsprechend hohen Unsicherheiten in den Märkten führte, mussten die Prognosen der Konjunkturexperten im Jahresverlauf mehrfach nach unten korrigiert werden. So rechnete beispielsweise der Internationale Währungsfonds (IWF) in seinem im Oktober 2012 veröffentlichten Konjunkturausblick nur noch mit einem globalen Wachstum von 3,3%, nachdem im Vorjahr noch ein Wert von 3,8% ermittelt wurde.
Getragen wurde der Anstieg erneut von den Schwellenländern, für die der IWF ein Plus von 5,3% (2011: +6,2%) prognostizierte, wobei China mit einem Wachstum von 7,8% (2011: +9,2%) einmal mehr die Vorreiterrolle übernahm. Allerdings konnte die Expansion in den Schwellenländern aufgrund der Unsicherheiten in Europa und Konjunkturschwächen in anderen Industrienationen nicht an die hohe Dynamik der vergangenen Jahre anknüpfen. Auch die Wirtschaft in den industrialisierten Ländern entwickelte sich mit einem Plus von durchschnittlich 1,3% (2011: +1,6%) auf einem deutlich niedrigeren Niveau. Mit einer um 2,2% höheren Wirtschaftsleistung schnitten die Volkswirtschaften in den USA (2011: +1,8%) und Japan (2011: - 0,8%) dabei noch vergleichsweise gut ab.
Für die Eurozone ermittelte der IWF einen Konjunkturrückgang um 0,4% (2011: +1,4%), wobei vor allem die von der Schuldenkrise betroffenen Staaten tief in die Rezession rutschten. So wird beispielsweise für Spanien ein Minus von 1,5% (2011: +0,4%) und für Italien sogar eine Abnahme um 2,3% (2011: +0,4%) erwartet. Deutlich besser entwickelte sich die deutsche Wirtschaft, die nach den Mitte Januar veröffentlichten, vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamts (Destatis) um 0,7% (2011: 3,0%) gewachsen ist. Allerdings hat sich auch die deutsche Konjunktur im zweiten Halbjahr 2012 merklich abgekühlt. Als sehr robust erwies sich einmal mehr der Exportsektor, der - trotz eines schwierigen außenwirtschaftlichen Umfelds - ein Plus von 4,1% (2011: +7,8%) erzielte. Die Ausrüstungsinvestitionen verzeichneten dagegen einen Rückgang um 4,4% (2011: +7,0%).
Entwicklungen in der Pharma- und Biotechnologiebranche
Das Jahr 2012 war aus Sicht der Biotechnologiebranche sehr erfolgreich. Die positive Branchenentwicklung spiegelt sich bei Medikamentenzulassungen und klinischen Erfolgen ebenso wider wie in der guten Performance der Branche an den Kapitalmärkten. So erteilte die US-Gesundheitsbehörde FDA 2012 insgesamt 41 Marktzulassungen (2011: 30 Marktzulassungen) für neue Medikamente, mehr als jemals in einem Jahr zuvor. Nach guten Ergebnissen in der klinischen Spätphasenentwicklung in 2012 stehen für 2013 bereits zahlreiche weitere Zulassungsanträge und -entscheidungen an. An den Kapitalmärkten zeigten die Biotech-Indices eine überdurchschnittliche Entwicklung und übertrafen den Gesamtmarkt. Weltweit konnten Branchenunternehmen 2012 am Kapitalmarkt 6,3 Mrd. US-$ an neuen Finanzmitteln einwerben - und damit rund 50% mehr als im Jahr zuvor (2011: 4,2 Mrd. US-$).
Insbesondere bei den großen Unternehmen der Pharmabranche setzte sich 2012 der bereits im Vorjahr zu beobachtende Trend zu Kosteneinsparungen im Bereich Forschung und Entwicklung fort. So gab beispielsweise Merck Serono im April 2012 die beabsichtigte Schließung des Standorts Genf mit 1.250 Mitarbeitern bekannt und im Juni kündigte Roche an, den Standort Nutley/USA mit 1.000 F&E-Mitarbeitern zu schließen. Der Vorstand der 4SC AG ist davon überzeugt, dass die Lücken, die durch diese Maßnahmen in den Forschungs- und Entwicklungspipelines der großen Pharmafirmen entstehen werden, gute Geschäftschancen für spezialisierte und forschungsstarke Biotechnologieunternehmen wie 4SC bieten.
Darüber hinaus war festzustellen, dass die Pharmakonzerne bei der Übernahme von Biotechfirmen inzwischen bereit sind, rekordverdächtige Prämien zu zahlen, um sich einen Produktnachschub zu sichern. Denn in den kommenden drei Jahren wird eine große Anzahl von - teilweise sehr umsatzstarken - Medikamenten den Patentschutz verlieren. Schätzungen zufolge summieren sich die jährlichen Umsätze dieser Produkte auf rund 200 Mrd. US-$. Entsprechend bezahlte beispielsweise Bristol-Myers-Squibb 2,5 Mrd. US-$ für die Biotechfirma Inhibitex, was einem Kursaufschlag von 160% entspricht, und GlaxoSmithKline akquirierte Human Genome Sciences für 3,6 Mrd. US-$, wobei die Prämie bei 99% lag.
Die deutsche Biotechnologiebranche konnte - trotz schwieriger Kapitalmarktbedingungen -wieder etwas aufatmen, da sich der einschneidende Rückgang der eingeworbenen Mittel (Kapitalerhöhungen und Wagniskapital), der im Vorjahr verkraftet werden musste, nicht fortsetzte. Mit insgesamt rund 300 Mio. € konnten die Biotechnologiefirmen 2012 mehr als doppelt so viele finanzielle Mittel akquirieren als im Jahr 2011. Gemäß einer Anfang 2013 veröffentlichten Umfrage des Branchenverbands BIO Deutschland beurteilen die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage auch deutlich positiver als noch im Vorjahr. Ihre Investitionsbereitschaft stieg sogar auf den höchsten Wert seit Beginn der Befragung im Jahr 2006.
Bei den klinischen Entwicklungen im 4SC-Branchenumfeld waren im Berichtsjahr sowohl Fortschritte als auch Rückschläge festzustellen. Speziell im Segment für epigenetische Wirkstoffe, in dem 4SC mit den Wirkstoffen Resminostat und 4SC-202 aktiv ist, gab die dänische Topotarget A/S im September ein sehr positives Ergebnis bekannt: Der HDAC-Inhibitor Belinostat des Unternehmens hatte bei der Behandlung von peripheren T-Zellen-Lymphomen - einer Tumorerkrankung des lymphatischen Systems - in einer Phase-III-Studie den primären Endpunkt erreicht. Untermauert wurde die positive Stimmung für diese neue epigenetische Wirkstoffklasse durch den Erwerb des HDAC-Inhibitors Pracinostat, der von dem US-amerikanischen Biotechnologie-Unternehmen S*BIO entwickelt wurde, durch MEI Pharma.
Zahlreiche Rückschläge mussten Unternehmen in der klinischen Entwicklung von Wirkstoffen gegen Leberkrebs hinnehmen. So verfehlte unter anderem der Wirkstoff Brivanib des US-Pharmakonzerns Bristol-Myers-Squibb in einer Phase-III-Studie als Erstlinientherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem Leberkrebs den primären Endpunkt. Der Wirkstoff hatte bereits Ende 2011 in der Zweitlinienbehandlung nicht den gewünschten Erfolg gezeigt. Eine weitere Phase-III-Studie, bei der Astellas Pharma sein Präparat Tarceva in Kombination mit dem Bayer-Krebsmittel Sorafenib testete, erreichte ebenfalls nicht das gewünschte Ziel in dieser Indikation, da bei den Patienten keine Verbesserungen im Vergleich zur Standardtherapie eintraten.
2.2 Wesentliche Ereignisse in den Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Unternehmens
Kerntätigkeit von 4SC ist die Erforschung und Entwicklung neuer Medikamente in den Hauptindikationsgebieten Krebs- und Autoimmunerkrankungen. Deshalb sind die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von zentraler Bedeutung für den Unternehmenserfolg. Im Geschäftsjahr 2012 hat der Konzern seine Entwicklung in diesem Bereich sehr erfolgreich fortgesetzt; beide Konzernsegmente erreichten wichtige Meilensteine.
2.2.1 Segment Development
Das Segment Development (Unternehmensbereich Entwicklung), das die klinische und präklinische Entwicklung der Medikamentenkandidaten aus der Produktpipeline (Resminostat, Vidofludimus, 4SC-202, 4SC-205, 4SC-203 und 4SC-207) durch die Konzernmuttergesellschaft 4SC AG umfasst, brachte seine Hauptprodukte im Berichtsjahr entscheidend voran.
Onkologie
Resminostat
Resminostat (4SC-201) ist der Leitwirkstoff des Unternehmens im Bereich der Krebsmedizin. Resminostat besitzt einen innovativen, epigenetischen Wirkmechanismus, der die Substanz als neue zielgerichtete Tumortherapie insbesondere in der Kombinationsbehandlung mit anderen Krebsmedikamenten für ein breites Indikationsfeld potenziell einsetzbar macht: die sog. Sensitivierung von Tumorzellen. Dadurch sollen bestimmte Toleranz- und Resistenzmechanismen, die Tumorzellen häufig gegen andere Krebsmedikamente im Zuge der Behandlung entwickeln, unterdrückt bzw. umgekehrt werden. Durch die zusätzliche Behandlung mit Resminostat soll also die Wirksamkeit einer bereits zuvor verabreichten Krebstherapie, die keine ausreichende Wirkung mehr zeigte, wiederhergestellt oder durch gemeinsame Gabe direkt bei Therapiestart deutlich verbessert werden.
Resminostat wurde bislang in einem breiten Phase-II-Entwicklungsprogramm sowohl in der Monotherapie, als auch in Kombination mit anderen Medikamenten, klinisch erprobt. 4SC erzielte im Berichtsjahr signifikante Meilensteine mit Resminostat und brachte den Medikamentenkandidaten auf dem Weg zur Marktreife nachhaltig voran.
Behandlung von Leberkrebs: Hervorragende Phase-II-Ergebnisse, Phase-III-Zulassungsstudie in Vorbereitung
Mitte Januar 2012 veröffentlichte 4SC auf der Fachkonferenz für gastrointestinale Krebserkrankungen der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in San Francisco hervorragende Wirksamkeitsdaten aus der klinischen Phase-II-SHELTER-Studie mit Resminostat. Darin wurde der Wirkstoff als Zweitlinientherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem Leberkrebs (HCC) eingesetzt. Bei Studieneinschluss zeigten alle Patienten einen radiologisch belegten Fortschritt der Erkrankung unter der Erstlinienbehandlung mit Sorafenib, dem einzigen derzeit am Markt zugelassenen HCC-Medikament. In dieser schwer behandelbaren Patientengruppe untersuchte die Studie Wirksamkeit und Sicherheit von Resminostat - sowohl in Monotherapie als auch in Kombination mit Sorafenib. Mit beiden Therapieansätzen wurde der primäre Studienendpunkt - die Unterbindung eines Fortschreitens der Erkrankung für mindestens zwölf Wochen bei mindestens 20% der untersuchten Patienten - vorzeitig erreicht.
Weitere viel beachtete Ergebnisse der Studie präsentierte 4SC auf krebsmedizinischen Fachkongressen der ASCO in Chicago und der European Society for Medical Oncology (ESMO) in Barcelona, die beide im Juni 2012 stattfanden: Die Auswertungen wiesen darauf hin, dass Resminostat denjenigen Leberkrebspatienten, die auf die Erstlinientherapie mit Sorafenib nicht mehr ansprachen, einen deutlichen Überlebensvorteil bieten kann. Eine Kombinationstherapie der beiden Wirkstoffe bewirkte beim mittleren progressionsfreien Überleben einen im Vergleich mit anderen Therapien, die in dieser Indikation in vergleichbaren klinischen Studien und Patientenpopulationen untersucht worden sind, hervorragenden Wert.
Die weitere Auswertung der Studie, die im September 2012 auf der Fachkonferenz der International Liver Cancer Association (ILCA) in Berlin vorgestellt wurde, zeigte für die Kombinationstherapie von Resminostat mit Sorafenib überzeugende Ergebnisse auch hinsichtlich der verbesserten Lebenserwartung der Patienten und bestätigte damit die bereits zuvor erzielten sehr guten Wirksamkeitsdaten. Mit einem mittleren (medianen) Gesamtüberleben von acht Monaten zeigte sich nach Kenntnis von 4SC der höchste Wert, der bislang in Zweitlinientherapie-Studien bei vergleichbaren HCC-Patienten erzielt wurde. Zum Vergleich: Die Lebenserwartung von Leberkrebspatienten, die eine Tumorprogression unter Sorafenib-Behandlung gezeigt haben, wurde in der für Sorafenib relevanten Zulassungsstudie (SHARP-Studie) mit nur 5,2 Monaten abgeleitet.
Aufgrund dieser vielversprechenden Resultate und des hohen medizinischen Bedarfs zur Entwicklung neuer Therapien bei der Behandlung von HCC strebt 4SC eine zügige Zulassung in dieser Indikation an. In diesem Zusammenhang bereitet das Unternehmen derzeit eine Phase-III-Studie vor. Diese Studie soll - in Zusammenarbeit mit einem noch zu identifizierenden Partner - im zweiten Halbjahr 2013 gestartet werden mit dem Ziel, die Marktzulassung für Resminostat in Kombination mit Sorafenib in der Zweitlinientherapie von HCC zu erreichen. Das Design der Studie wurde im Rahmen von Beratungsgesprächen mit Behörden in Europa und den USA bereits erfolgreich abgestimmt. Der hohe medizinische Bedarf in der Zweitlinientherapie von HCC wird u.a. dadurch verdeutlicht, dass Patienten im Mittel bereits nach rund 5,5 Monaten (SHARP-Studie) eine Tumorprogression unter der Behandlung mit Sorafenib zeigen, worauf ihnen keine weitere Behandlungsoption mehr zur Verfügung steht. Darüber hinaus beabsichtigt 4SC, durch weitere klinische Studien auch eine Zulassung in der Erstlinienbehandlung von Leberkrebs in der Kombinationsbehandlung mit Sorafenib zu erreichen und damit die Marktchancen von Resminostat in dieser Indikation weiter zu erhöhen.
Behandlung von Lymphdrüsenkrebs: Biomarker-Daten veröffentlicht
Auf der Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Hämatologie (EHA), die im Juni 2012 in Amsterdam stattfand, präsentierte 4SC Biomarker-Daten aus der Phase-II-SAPHIRE-Studie für eine mögliche Verwendung bei der Risikoeinschätzung von Hodgkin-Lymphom (HL)-Patienten im Sinne der personalisierten Medizin. Durch die Analyse dieser Biomarker können neue Genmuster ermittelt werden, die zur Identifizierung von HL-Patienten dienen sollen, die möglicherweise in besonderem Maße von einer Therapie mit Resminostat profitieren.
Behandlung von Darmkrebs: Zwischenziel der Phase-I/II-Studie erreicht
Mitte Dezember 2012 konnten sehr positive Zwischenergebnisse aus der klinischen Phase-I/II-SHORE-Studie mit Resminostat in Kombinationsbehandlung mit der FOLFIRI-Chemotherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem Darmkrebs bekannt gegeben werden. Ziel des Phase-I-Studienteils war es, die Sicherheit, Verträglichkeit und Pharmakokinetik dieser Kombinationstherapie nachzuweisen. Dieses Ziel wurde erreicht und damit die Grundlage für die Eröffnung der sich anschließenden zweiten Studienphase geschaffen, die die klinische Wirksamkeit der Resminostat-FOLFIRI-Kombination bei Darmkrebspatienten im fortgeschrittenen Stadium untersuchen wird. Darüber hinaus wurden in dem Phase-I-Teil der Studie bereits erste Hinweise auf den klinischen Nutzen dieses neuen Therapieansatzes gefunden: Die Kombinationsbehandlung konnte bei einigen Patienten über einen vergleichsweise langen Zeitraum hinweg - maximal bis zu 33 Wochen - die Tumorerkrankung stabilisieren.
Die SHORE-Studie untersucht Resminostat an Patienten mit sog. K-RAS-mutiertem Darmkrebs. Diese Patientengruppe, die rund 40% aller Darmkrebspatienten umfasst, hat einen erhöhten Bedarf an zusätzlichen Therapieoptionen. Denn sie sprechen aufgrund dieser Mutation nicht auf eine sog. anti-EGFR-Therapie an, die bei Darmkrebspatienten ansonsten in der Zweitlinie gemeinsam mit einer Chemotherapie verabreicht werden kann. Es ist das Ziel von 4SC zu untersuchen, ob für diese Patientengruppe Resminostat in Kombination mit einer Chemotherapie wie FOLFIRI einen zusätzlichen klinischen Nutzen erbringen kann und somit als neue Behandlungsoption für diese Patienten etabliert werden könnte.
Start der klinischen Entwicklung in Japan
Yakult Honsha Co. Ltd., der japanische Entwicklungspartner von 4SC, startete im Mai 2012 eine Phase-I-Studie mit Resminostat, die die Sicherheit und Verträglichkeit des Wirkstoffs bei japanischen Krebspatienten untersucht. Für die Entwicklungsstrategie von 4SC ist dieser klinische Entwicklungsstart mit Resminostat in Japan von großer strategischer Bedeutung, da Leberkrebs dort besonders häufig auftritt, wodurch ein besonders hoher medizinischer Bedarf an neuen Therapieoptionen besteht.
Patentschutz in asiatischen Wachstumsmärkten gestärkt
Nachdem Ende 2011 bereits das Substanzschutzpatent für Resminostat in Japan erteilt worden war, wurde dieses Schlüsselpatent im März 2012 auch in Taiwan erteilt und seine Erteilung in drei weiteren Ländern (Südkorea, Indien und den Philippinen) in Aussicht gestellt. In Südkorea und den Philippinen wurde das Patent mittlerweile ebenfalls erteilt. Zudem erhielt 4SC für Resminostat im Oktober 2012 das Stoffpatent in China. Wegen der hohen Zahl von Leberkrebserkrankungen in Asien ist die Erteilung dieser Patente für Resminostat für die weitere Entwicklung des Wirkstoffs in diesen Märkten strategisch bedeutend.
4SC-202
Fortführung der Phase-I-Studie
Die Phase-I-Dosisfindungsstudie ("TOPAS"-Studie) mit 4SC-202 bei Patienten mit fortgeschrittenen hämatologischen Tumoren, die ursprünglich im Berichtsjahr abgeschlossen werden sollte, wird im Jahr 2013 fortgeführt. Die sehr gute Verträglichkeit des Wirkstoffs ermöglicht es, weitere Dosierungsalternativen zu prüfen und dadurch das bestmögliche Behandlungsschema zu ermitteln. 4SC-202 ist neben Resminostat der zweite vielversprechende epigenetische Wirkstoff von 4SC. Die Substanz hemmt den für Tumorentstehung und -wachstum wichtigen WNT-Signalübertragungsweg in Krebszellen und richtet sich gegen Krebsstammzellen. Aufgrund dieses eigenständigen Wirkmechanismus stellt 4SC-202 eine ideale Ergänzung der klinischen Entwicklungspipeline der 4SC dar.
Patentschutz in Japan und anderen asiatischen Märkten
Mitte November 2012 konnte der Patentschutz für 4SC-202 in den attraktiven asiatischen Wachstumsmärkten erweitert werden. Von den japanischen und südkoreanischen Patentbehörden erhielt 4SC den Erteilungsbeschluss, womit die Erteilung der Stoffpatente für den Wirkstoff unmittelbar bevorsteht. In Indien wurde das Patent für 4SC-202 bereits erteilt.
4SC-205
Phase-I-Studie bringt positive Resultate
Anfang Dezember 2012 gab 4SC überaus positive Ergebnisse einer klinischen Phase-I-Studie ("AEGIS-Studie") bei Tumorpatienten bekannt. Im Rahmen dieser Studie wurde der Krebswirkstoff 4SC-205 erstmals bei 46 Patienten mit Tumoren im fortgeschrittenen Stadium eingesetzt. Untersucht wurden Sicherheit, Verträglichkeit, Pharmakokinetik und die pharmakodynamische Wirkung von 4SC-205, wobei alle primären Studienziele erreicht wurden. Aus diesem Grund hat 4SC beschlossen, die Studie zu erweitern, um ein zusätzliches, innovatives Dosierungsschema zu erproben. 4SC-205 besitzt einen interessanten therapeutischen Wirkmechanismus: Er hemmt spezifisch das Eg5-Protein, welches eine wichtige Rolle bei Zellteilung und Tumorwachstum spielt. 4SC-205 ist der weltweit einzige orale Wirkstoff seiner Art, der sich in der klinischen Entwicklung befindet.
4SC-203 und 4SC-207
Die beiden Krebswirkstoffe 4SC-203 und 4SC-207 runden die Entwicklungspipeline von 4SC ab. 4SC-203 hat 2011 eine klinische Phase-I-Studie an gesunden Probanden abgeschlossen, 4SC-207 befindet sich im Stadium der präklinischen Entwicklung. Da sich 4SC aber - wie bereits Ende 2011 angekündigt - im Berichtsjahr auf die Weiterentwicklung seiner aktuellen Hauptwerttreiber konzentriert hat, erfolgten im Berichtsjahr mit den Wirkstoffen 4SC-203 und 4SC-207 keine Entwicklungsaktivitäten.
Autoimmunerkrankungen
Vidofludimus
Vidofludimus ist der Leitwirkstoff von 4SC im Bereich Autoimmunerkrankungen. Aufgrund seiner innovativen entzündungshemmenden Wirkweise und seiner guten klinischen Verträglichkeit besitzt er ein breites Potenzial in diesem Einsatzgebiet. In der klinischen Entwicklung von Vidofludimus konzentriert sich 4SC zunächst auf chronisch-entzündliche Darmerkrankungen.
Neue präklinische Studienergebnisse
Im Februar 2012 präsentierte 4SC auf der ECCO-IBD-Konferenz der European Crohn's and Colitis Organisation in Barcelona neue präklinische Daten zum Wirkprinzip von Vidofludimus in chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (IBD = Inflammatory Bowel Disease), einer Indikation mit weltweit steigendem Marktpotenzial. Die Ergebnisse bestätigten das einzigartige entzündungshemmende Wirkprinzip von Vidofludimus.
Mitte Juni 2012 veröffentlichte das Unternehmen überzeugende präklinische Daten mit Vidofludimus in einem Nierentransplantationsmodell, die das Profil des Wirkstoffs weiter geschärft haben. Die Daten zeigten, dass Vidofludimus die Überlebensrate von Versuchstieren nach einer Nierentransplantation deutlich verlängert und darüber hinaus die Anzeichen einer akuten Transplantatabstoßung verbessert.
Veröffentlichung klinischer Phase-IIa-Daten im Journal of Crohn's and Colitis
Das renommierte Wissenschafts-Fachmagazin Journal of Crohn's and Colitis veröffentlichte im November 2012 die Ergebnisse der im Jahr 2011 abgeschlossenen klinischen Phase-IIa-ENTRANCE-Studie. Darin war Vidofludimus an steroid-abhängigen Patienten mit Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa erprobt worden. Der Wirkstoff zeigte dabei eine sehr gute Wirksamkeit und Verträglichkeit: Bei 88,5% der Patienten konnte die Abhängigkeit von Kortison-haltigen Medikamenten sehr häufig ganz oder zumindest deutlich reduziert werden.
Vorbereitung einer Phase-IIb-Studie
Im Zuge der weiteren klinischen Entwicklung von Vidofludimus wurde im Berichtszeitraum eine Phase-IIb-Studie mit Morbus-Crohn-Patienten vorbereitet. Diese Studie, die in Zusammenarbeit mit einem noch zu identifizierenden Partner durchgeführt werden soll, besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil sollen unterschiedliche Dosierungen eine Verbesserung des Erkrankungszustands bewirken und ein Fortschreiten der Erkrankung stoppen. Im zweiten Teil ist geplant, die erreichte Stabilisierung zu erhalten und die optimalen Dosierungen hierfür auszutesten.
2.2.2 Segment Discovery & Collaborative Business
Auch das Segment Discovery & Collaborative Business (Unternehmensbereich Forschung), das die Aktivitäten der Wirkstoffentdeckung und Frühphasenforschung sowie deren Kommerzialisierung durch die 4SC Discovery GmbH beinhaltet, entwickelte sich nach seinem operativen Start am 1. Januar 2012 sehr erfolgreich.
Meilensteinzahlung von Sanwa Kagaku Kenkyusho Co., Ltd. (SKK), Japan
Im Rahmen einer bereits abgeschlossenen Forschungskooperation mit dem japanischen Pharmaunternehmen SKK erhielt der Konzern im März 2012 eine Meilensteinzahlung, die der 4SC Discovery GmbH zugeflossen ist. Diese Zahlung basiert auf der Tatsache, dass ein Wirkstoffkandidat, der von 4SC identifiziert wurde, einen vereinbarten Entwicklungsmeilenstein bei SKK erreicht hatte.
Marketing- und Vertriebspartnerschaft mit CRELUX GmbH
Im April 2012 startete die 4SC Discovery GmbH eine strategische Marketing- und Vertriebspartnerschaft mit dem Biotechnologieunternehmen CRELUX GmbH, Planegg-Martinsried, das auf die Proteinherstellung und -kristallisation spezialisiert ist. Beide Partner haben ihre Kernkompetenzen in der gemeinsamen Forschungsplattform i2c (idea to candidate) gebündelt. Im Rahmen der i2c-Plattform werden Dienstleistungen für Pharma- und Biotechnologieunternehmen angeboten, die die gesamte Wertschöpfungskette der pharmazeutischen Frühphasenforschung - von der Projektidee bis zum präklinischen Entwicklungskandidaten - abdecken.
Neue Forschungspartnerschaften
Anfang April 2012 vereinbarte die 4SC Discovery GmbH eine neue Forschungskooperation mit dem Konsumgüterkonzern Henkel AG & Co. KGaA, Düsseldorf. Das Ziel der Zusammenarbeit ist die Identifizierung neuer Waschmittelinhaltsstoffe mit Hilfe des Wirkstoff-Screenings von 4SC. Zu diesem Zweck setzt die 4SC Discovery GmbH ihr computergestütztes Screening-Verfahren, das bereits seit Jahren erfolgreich zur Identifizierung neuer Arzneimittel im Pharmabereich genutzt wird, erstmals in diesem Bereich ein.
Im Zuge der Marketing- und Vertriebspartnerschaft mit der CRELUX GmbH konnte im Juli 2012 der Start einer Forschungskooperation auf dem Gebiet des Wirkstoff-Screenings mit der Ribological GmbH, Mainz, gemeldet werden mit dem Ziel, neue und wirkungsvollere Wirkstoffe für die Krebsmedizin zu finden und zu optimieren.
Im Dezember 2012 unterzeichnete die 4SC Discovery GmbH eine Vereinbarung über eine umfassende Forschungszusammenarbeit im Bereich der Krebsmedizin mit der BioNTech AG, Mainz. In der auf drei Jahre angelegten Dienstleistungspartnerschaft, die zu Jahresbeginn 2013 gestartet wurde, wird die 4SC Discovery GmbH für das Mainzer Biopharmaunternehmen neue niedermolekulare Krebswirkstoffe für definierte therapeutische Zielmoleküle identifizieren und weiter optimieren. Die BioNTech AG wird diese dann in die weitere Entwicklung bringen. Die 4SC Discovery GmbH erhält dabei ein aufwandsabhängiges Dienstleistungsentgelt und erfolgsabhängige Zahlungen bei der Erreichung bestimmter Meilensteine sowie Beteiligungen am späteren Nettoumsatz der Produkte.
Symposium "Wirkstoff-Forschung im Zeitalter der Epigenetik" veranstaltet
Im September 2012 veranstaltete die 4SC Discovery GmbH ein medizinisch-wissenschaftliches Symposium zum Thema "Wirkstoff-Forschung im Zeitalter der Epigenetik" in Planegg-Martinsried bei München. Auf der Konferenz diskutierten renommierte Wissenschaftler aus Forschungseinrichtungen und Unternehmen neue Entwicklungen und Erkenntnisse zur Frage, welche Rolle die Epigenetik in der Entstehung von Krebserkrankungen spielt und welche Strategien zur Bekämpfung der Erkrankung daraus abzuleiten sind.
Forschungsförderung zur Entwicklung personalisierter Krebsmedikamente
Im Oktober 2012 erhielt die 4SC Discovery GmbH vom Münchner Biotech-Spitzencluster m4 eine Forschungsförderung in Höhe von 600 T € zur Entwicklung personalisierter Krebsmedikamente. Mit den bereitgestellten Mitteln soll eine Forschungskooperation mit der Abteilung für Klinische Pharmakologie des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Universität München zur präklinischen Entwicklung von neuen Wirkstoffen für die Krebsimmuntherapie unterstützt werden.
Exklusive Lizenzgewährung für die BioNTech AG
Mitte Dezember 2012 konnte die 4SC Discovery GmbH eine exklusive und weltweite Lizenzvereinbarung mit dem Mainzer Biopharmaunternehmen BioNTech AG in der Krebsimmuntherapie abschließen. Im Rahmen der Vereinbarung erhält die BioNTech AG eine exklusive Lizenz für die weltweite Kommerzialisierung der Toll-Like-Rezeptor (TLR)-Agonisten der 4SC-Tochtergesellschaft. Die 4SC Discovery GmbH erhält dabei von der BioNTech AG eine Vorabzahlung in Höhe von 2,5 Mio. € und hat unter anderem Anspruch auf Zahlungen bei der Erreichung bestimmter Absatzmeilensteine, Beteiligungen am Nettoumsatz des Produkts (Royalties) und einen Anteil an den Erlösen der BioNTech AG aus möglichen Weiterlizenzierungen.
2.3 Wesentliche Ereignisse auf Konzernebene
Auf der Konzernebene erfolgten im Berichtsjahr wichtige Weichenstellungen, sowohl auf strategisch-finanzieller Ebene als auch im administrativen Bereich.
Veränderungen im Aufsichtsrat
Auf der ordentlichen Hauptversammlung am 6. August 2012 wurden zwei erfahrene Pharmamanager in einer Nachwahl neu in den Aufsichtsrat der 4SC AG gewählt: Dr. Irina Antonijevic, Direktorin für klinische Forschung bei Genzyme (Sanofi-Konzern) in den USA, und Klaus Kühn, ehemaliger Finanzvorstand der Bayer AG. Sie ersetzen Dr. Jörg Neermann, der sein Mandat als Mitglied und Vorsitzender des Aufsichtsrats mit Wirkung zum 31. Mai 2012 aus persönlichen Gründen niedergelegt hatte, und Günter Frankenne, der zum Ablauf der Hauptversammlung am 6. August 2012 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden ist.
In seiner Sitzung im Anschluss an die ordentliche Hauptversammlung wählte der Aufsichtsrat Klaus Kühn zu seinem neuen stellvertretenden Vorsitzenden. Bereits am 13. Juni 2012 hatten die Aufsichtsratsmitglieder Dr. Thomas Werner zu ihrem neuen Vorsitzenden und Dr. Manfred Rüdiger zu seinem - vorübergehenden - Stellvertreter gewählt.
Kapitalerhöhung abgeschlossen
In einem schwierigen Kapitalmarktumfeld hat der Konzern im Juli 2012 eine Kapitalerhöhung erfolgreich abgeschlossen und damit seine Finanz- und Eigenkapitalbasis gestärkt. Sowohl bei bestehenden Aktionären als auch bei neuen institutionellen Investoren platzierte das Unternehmen 8.403.510 neue Inhaberaktien zu einem Preis von 1,50 €. Durch diese Transaktion erzielte 4SC einen Bruttoemissionserlös von 12,6 Mio. €. Das Grundkapital der Gesellschaft erhöhte sich damit von 41.968.304 € auf 50.371.814 €.
3 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
Der 4SC-Konzern, bestehend aus der 4SC AG und ihrer 100%igen Tochtergesellschaft 4SC Discovery GmbH, berichtet für das Geschäftsjahr 2012 konsolidierte Zahlen. Die Vergleichszahlen des Geschäftsjahres 2011 beziehen sich auf den Einzelabschluss der 4SC AG. Die Zahlen von 2012 und 2011 sind jedoch miteinander vergleichbar, da zum 1. Januar 2012 lediglich eine Ausgliederung der Forschungsaktivitäten in die 4SC Discovery GmbH erfolgte, welche im Jahr 2011 noch zur 4SC AG gehörten.
Der 4SC-Konzern berichtet seit Beginn 2012 in den beiden Geschäftssegmenten "Development" und "Discovery & Collaborative Business". Das Segment "Development" umfasst dabei die Entwicklungsprogramme Vidofludimus, Resminostat, 4SC-202, 4SC-203, 4SC-205 und 4SC-207. Das Segment "Discovery & Collaborative Business" beinhaltet die Aktivitäten der Wirkstoffentdeckung und Frühphasenforschung sowie deren Kommerzialisierung, insbesondere in Form des Servicegeschäfts und Forschungskooperationen im Bereich Wirkstoffentdeckung und -optimierung.
3.1 Ertragslage
Umsatzerlöse
Die Konzernumsatzerlöse im abgelaufenen Geschäftsjahr stiegen auf 4.353 T € und konnten damit gegenüber dem Vorjahr (2011: 780 T €) mehr als verfünffacht werden. Im Segment "Development" setzten sich die Umsätze aus der ratierlichen Auflösung des Umsatzabgrenzungspostens für die im Jahr 2011 für Resminostat geschlossene Partnerschaft mit Yakult Honsha Co. Ltd., Japan, in Höhe von 894 T € (2011: 637 T €) zusammen sowie aus Weiterbelastungen an Kooperationspartner von 4SC in Höhe von 502 T € (2011: 98 T €).
Das Segment "Discovery & Collaborative Business" steuerte 2012 bereits in seinem ersten operativen Geschäftsjahr 68%, d.h. 2.957 T €, zum Konzernumsatz bei. Aus der im vierten Quartal 2012 mit der Mainzer BioNTech AG abgeschlossenen Lizenzvereinbarung konnte eine Vorauszahlung in Höhe von 2.500 T € als Umsatz realisiert werden. Weitere 456 T € der Segmentumsätze 2012 stammten aus Forschungskooperationen unter anderem mit Sanwa Kagaku Kenkyusho Co., Ltd. (SKK), Japan, Henkel AG & Co. KGaA, Ribological GmbH und ViroLogik GmbH.
Betriebliche Aufwendungen
Die betrieblichen Aufwendungen setzten sich aus Umsatz-, Vertriebs-, Forschungs- und Entwicklungskosten sowie Verwaltungskosten zusammen. Sie lagen im Jahr 2012 bei 17.749 T € - dies entspricht einem Rückgang von 9% gegenüber dem Vorjahr (2011: 19.584 T €). Dabei sind 13.539 T € dem Segment "Development" sowie 4.210 T € dem Segment "Discovery & Collaborative Business" zuzurechnen.
Die Forschungs- und Entwicklungskosten konnten 2012 um 14% auf 12.909 T € im Vergleich zum Vorjahr (2011: 15.012 T €) reduziert werden; sie stellen mit 73% (2011: 77%) nach wie vor den wesentlichen Anteil an den betrieblichen Aufwendungen dar. Ausschlaggebend für den Rückgang der Forschungs- und Entwicklungskosten ist die im Vergleich zum Vorjahr geringere Zahl laufender klinischer Studien. Gegenläufig haben sich jedoch die gestiegenen Vorbereitungsaufwendungen für die geplanten Phase-II- und Phase-III-Studien mit den am weitesten fortgeschrittenen Entwicklungskandidaten von 4SC ausgewirkt.
Die Verwaltungskosten beliefen sich im Berichtsjahr auf 3.916 T € und konnten damit im Vergleich zum Vorjahr (2011: 3.962 T €) leicht um 1% gesenkt werden.
Die Vertriebskosten, die sich aus Aufwendungen für Business Development und Strategic Planning & Marketing zusammensetzten, nahmen 2012 aufgrund von erweiterten Beratungsaktivitäten im Zusammenhang mit Auslizensierungsvorhaben auf 597 T € (2011: 487 T €) zu.
Ebenfalls eine Kostensteigerung - um 166% auf 327 T € (2011: 123 T €) - verzeichneten die Umsatzkosten. Hauptursache für den Zuwachs ist die Wiederaufnahme des im Segment "Discovery & Collaborative Business" gebündelten Kooperationsgeschäfts. Ebenfalls in den Umsatzkosten sind die im Zusammenhang mit der Ertragsabgrenzung der Vorabzahlung von Yakult Honsha anfallenden, ratierlich aufzulösenden Vermittlungsprovisionen enthalten.
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit
Bedingt durch die Zunahme der Umsatzerlöse bei in Summe gesunkenen Kosten verbesserte sich 2012 das operative Konzernergebnis von 4SC um 29% auf - 13.366 T € (2011: - 18.793 T €). Das Segment "Development" wies dabei einen operativen Verlust von 10.933 T € aus, dem Segment "Discovery & Collaborative Business" wurde im ersten operativen Jahr der 4SC Discovery GmbH ein operativer Verlust in Höhe von 2.433 T € zugewiesen.
Finanzergebnis
Das Finanzergebnis sank um 49% auf 159 T € (2011: 309 T €). Wesentlichste Faktoren hierfür waren das weiterhin rückläufige Zinsniveau am Kapitalmarkt sowie die geringeren zur Verfügung stehenden Finanzmittel, die im Vorjahresvergleich zu niedrigeren Finanzerträgen in Höhe von 137 T € (2011: 310 T €) geführt haben. Der Ergebnisanteil von assoziierten Unternehmen blieb mit 33 T € gegenüber dem Vorjahr (2011: 31 T €) nahezu unverändert. Kursdifferenzen konnten im Vorjahresvergleich um 66% gemindert werden und belasteten das Finanzergebnis folglich nur mehr mit 11 T € (2011: 32 T €).
Steuern
Dem 4SC-Konzern entstand im Berichtszeitraum ein Aufwand aus laufenden Ertragsteuern in Form einer nicht anzurechnenden, sondern lediglich abzugsfähigen japanischen Quellensteuer in Höhe von 10 T € (2011: 587 T €).
Konzernergebnis
Der Konzernjahresfehlbetrag verringerte sich 2012 aufgrund der beschriebenen Entwicklungen - insbesondere in Form deutlich gestiegener Umsatzerlöse sowie reduzierter betrieblicher Aufwendungen - um 31% auf 13.217 T € (2011: 19.071 T €).
Ergebnis je Aktie
Die durchschnittliche Aktienzahl im Berichtsjahr erhöhte sich auf 46.170.059 Aktien (2011: 41.455.379 Aktien) aufgrund der Mitte 2012 erfolgreich durchgeführten Kapitalerhöhung. Bei einem gleichzeitig verbesserten Konzernergebnis reduzierte sich der Verlust je Aktie auf 0,29 € (2011: Verlust von 0,46 €).
3.2 Vermögenslage
Langfristige Vermögenswerte
Die langfristigen Vermögenswerte reduzierten sich im Wesentlichen aufgrund von ratierlichen Abschreibungen der immateriellen und materiellen Vermögenswerte auf 13.326 T € zum 31. Dezember 2012 (31. Dezember 2011: 15.086 T €). Mit 12.223 T € waren dabei die immateriellen Vermögenswerte weiterhin der bedeutendste Bilanzposten innerhalb der langfristigen Vermögenswerte (31. Dezember 2011: 13.574 T €), gefolgt von den Sachanlagen mit 787 T € (31. Dezember 2011: 1.065 T €). Die Reduktion der Finanzanlagen von 264 T € zum 31. Dezember 2011 auf 154 T € zum Bilanzstichtag resultierte im Wesentlichen aus dem vollständigen Verkauf der Beteiligung an der Nexigen GmbH.
Kurzfristige Vermögenswerte
Der erwartungsgemäße Rückgang der kurzfristigen Vermögenswerte auf 15.741 T € zum 31. Dezember 2012 (31. Dezember 2011: 16.752 T €) war im Wesentlichen bedingt durch die Minderung des Finanzmittelbestandes (bestehend aus den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie den Sonstigen finanziellen Vermögenswerten) auf 12.064 T € (31. Dezember 2011: 15.820 T €). Dies begründete sich aus dem Mittelabfluss infolge des operativen Verlusts von 4SC bei einer gleichzeitig erfolgreich durchgeführten Kapitalerhöhung der 4SC AG, die im Juli 2012 abgeschlossen wurde. Die deutliche Zunahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf 3.084 T € (31. Dezember 2011: 115 T €) resultierte überwiegend aus der abgeschlossenen Lizenzvereinbarung mit der Mainzer BioNTech AG, deren Zahlung zum Bilanzstichtag noch nicht fällig war.
Eigenkapital
Der Rückgang des Eigenkapitals auf 21.813 T € zum 31. Dezember 2012 (31. Dezember 2011: 23.533 T €) wurde durch gegenläufige Faktoren beeinflusst. Positiv wirkte sich im Wesentlichen die durchgeführte Kapitalerhöhung aus. Das Grundkapital erhöhte sich von 41.968 T € um 8.404 T € auf 50.372 T €. Gleichermaßen konnte das Agio um 2.963 T € verbessert werden, von 75.451 T € auf 78.414 T €. Entsprechend stieg die Anzahl der Aktien um 8.403.510, von 41.968.304 auf 50.371.814 Stück. Einen gegenläufigen Effekt verursachte das mit 13.217 T € (31. Dezember 2011: 19.071 T €) negative Konzernergebnis, auf Grund dessen sich der Bilanzverlust auf 108.735 T € erhöhte (31. Dezember 2011: 95.518 T €).
Die Eigenkapitalquote nahm um 1,1 Prozentpunkte auf 75,0% zu (31. Dezember 2011: 73,9%).
Lang- und kurzfristige Schulden
Die langfristigen Schulden, die wie im Jahr 2011 mehrheitlich aus der Umsatzabgrenzung im Zusammenhang mit der Partnerschaft mit Yakult Honsha bestehen, verringerten sich um 21% auf 3.755 T € zum Jahresende 2012 (31. Dezember 2011: 4.782 T €). Die kurzfristigen Schulden hingegen reduzierten sich leicht um 1% auf 3.499 T € am Ende des Berichtszeitraums (31. Dezember 2011: 3.523 T €). Sie bestehen im Wesentlichen aus den Sonstigen Schulden und Umsatzabgrenzungsposten in Höhe von insgesamt 2.905 T € (31. Dezember 2011: 2.744 T €) und umfassen mehrheitlich nicht abgerechnete externe Dienstleistungen sowie den kurzfristigen Anteil an der Umsatzabgrenzung in Höhe von 894 T €, die ebenfalls im Zusammenhang mit der Partnerschaft mit Yakult Honsha steht. Die Schulden aus Lieferungen und Leistungen verzeichneten einen Rückgang auf 584 T € (31. Dezember 2011: 705 T €).
Bilanzsumme
Die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2012 betrug 29.067 T € und war somit aufgrund der beschriebenen Sachverhalte um 9% niedriger als zum 31. Dezember 2011 mit 31.838 T €.
3.3 Finanzlage
Cashflows aus der betrieblichen Tätigkeit
Der Mittelabfluss aus der betrieblichen Tätigkeit lag im Berichtszeitraum 2012 bei 15.174 T €. Die Veränderung im Vergleich zu dem mit 13.207 T € negativen Vorsteuerergebnis resultiert einerseits aus Anpassungen für nicht zahlungswirksame Posten der Gesamtergebnisrechnung vor allem aufgrund von linearen Abschreibungen, einer Abwertung eines erworbenen Patents im Rahmen des Vermögensübertrags auf die 4SC Discovery GmbH und aufgrund von Aktienoptionen. Dem entgegen wirken cashflow-negative Veränderungen von Bilanzposten, insbesondere der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die Reduktion des Umsatzabgrenzungspostens. Im Vergleichszeitraum 2011 betrugen die Cashflows aus der betrieblichen Tätigkeit - 12.229 T €, bei einem negativen Ergebnis vor Steuern von 18.484 T €, wobei sich hier der in 2011 gebildete Umsatzabgrenzungsposten im Zusammenhang mit der Vorabzahlung von Yakult Honsha stark positiv ausgewirkt hat.
Cashflows aus der Investitionstätigkeit
Die Mittelzuflüsse aus der Investitionstätigkeit betrugen im Jahr 2012 in Summe 3.063 T € (2011: 3.013 T €). Dabei wurden 51 T € (2011: 465 T €) in immaterielle Vermögenswerte und 50 T € (2011: 168 T €) in Sachanlagen investiert bei gleichzeitigen Mittelzuflüssen über 152 T € (2011: 0 T €) aus dem Verkauf von Finanz- und Sachanlagen. Aus dem Erwerb von Finanzinstrumenten in Höhe von 5.988 T € (2011: 17.500 T €) bei gleichzeitigem Mittelzufluss aus dem Verkauf von Finanzinstrumenten über 9.000 T € (2011: 21.146 T €) resultierten saldiert weitere Mittelzuflüsse über 3.012 T € (2011: 3.646 T €).
Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit
Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit im Berichtszeitraum 2012 in Höhe von netto 11.367 T € resultierte aus der am 3. Juli 2012 erfolgreich abgeschlossenen Kapitalerhöhung. Im Vorjahr wurde im Februar eine Kapitalerhöhung über 11.034 T € sowie im Mai die Ausgabe von Mitarbeiteraktien über 46 T € durchgeführt.
Finanzmittelbestand
Der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten zum Ende des Berichtszeitraums belief sich auf 6.076 T € (31. Dezember 2011: 6.820 T €). Weitere Finanzmittel in Höhe von 5.988 T € (31. Dezember 2011: 9.000 T €) waren Ende 2012 in kurzfristigen festverzinslichen Wertpapieren angelegt. Zum 31. Dezember 2012 verfügte die Gesellschaft somit über liquide Mittel und Wertpapiere in Höhe von insgesamt 12.064 T € (31. Dezember 2011: 15.820 T €).
3.4 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage
Insbesondere aufgrund der Tatsache, dass sich 4SC im Berichtszeitraum auf die Werttreiber in den klinischen Studien fokussierte, gingen die Aufwendungen 2012 im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurück. Die Umsatzerlöse dagegen wurden deutlich gesteigert. Dies steht im direkten Zusammenhang mit der Wiederaufnahme des Kooperationsgeschäfts sowie dem Start von Lizenzpartnerschaften im Bereich der Frühphasenforschung des Konzerns durch das neu gebildete Segment "Discovery & Collaborative Business". Entsprechend konnte der Jahresfehlbetrag 2012 im Vorjahresvergleich um 31% reduziert werden. Obwohl Bilanzsumme, Eigenkapitalausstattung und Finanzmittelbestand zum 31. Dezember 2012 unter den Vergleichswerten zum Vorjahresstichtag lagen, war innerhalb des Geschäftsjahres 2012 die Liquiditätsausstattung jederzeit hinreichend sichergestellt. Die Finanzierung der Programme war zu keiner Zeit gefährdet. Hierfür sorgten insbesondere die Mittelzuflüsse aus der im Juli 2012 abgeschlossenen Kapitalerhöhung.
Wie in 2012 verlief die wirtschaftliche Entwicklung des Konzerns bis zur Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts auch im Geschäftsjahr 2013 planmäßig.
4 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Zum Ende des Berichtsjahres lag die Anzahl der Beschäftigten (inkl. Vorstand der 4SC AG und Geschäftsführung der 4SC Discovery GmbH) im 4SC-Konzern bei 86 (31. Dezember 2011: 96); 56% der Beschäftigten waren weiblich. Im Segment "Development" waren zum Jahresende 60 Personen beschäftigt, im Segment "Discovery & Collaborative Business" 26 Personen. Die Zahl der durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer lag im Jahr 2012 bei 90 - ein Minus von sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Vergleich zum Vorjahr (96).
Insgesamt achtet das Unternehmen auf eine ausgewogene Personalpolitik und besetzt die jeweiligen Positionen mit den qualifiziertesten Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeitern. Zudem bietet 4SC flexible Arbeitszeitmodelle an, die es vor allem Angestellten mit Kindern ermöglichen sollen, eine Balance zwischen ihrer beruflichen Tätigkeit und ihrer Familie zu finden. Zum 31. Dezember 2012 arbeiteten 22% (31. Dezember 2011: 19%) der Belegschaft in Teilzeit. Umgerechnet auf die insgesamt 86 beschäftigten Arbeitnehmer (inkl. Vorstand und Geschäftsführung) ergab sich durch die Teilzeitbeschäftigten und die Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter in Elternzeit zum Jahresende 2012 eine Anzahl von 74 Vollzeitangestellten (Full Time Equivalents; FTEs), nach 80 FTEs zum 31. Dezember 2011. Zum Jahresende 2012 waren 69% (31. Dezember 2011: 73%) der FTEs im Bereich Forschung und Entwicklung beschäftigt sowie 31% (31. Dezember 2011: 27%) in den Bereichen Vertrieb, Administration und Verwaltung.
4SC ist seit 2008 als Ausbildungsbetrieb tätig und bildet aktuell einen Chemielaboranten aus. Das Unternehmen unterstützt die Entwicklung seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch in- und externe Weiterbildungsmöglichkeiten. Als Anreiz für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bietet 4SC ein Gehaltsmodell, das auf den Faktoren Qualifikation, Berufserfahrung, ausgeübte Funktion und Leistung basiert. Die jeweiligen Grundgehälter werden regelmäßig von dem jeweiligen Vorgesetzten, dem Vertreter des Bereichs Human Resources sowie dem Vorstand überprüft, um budget- und leistungskonforme Gehaltsentwicklungen zu realisieren.
Die Personalkosten des Unternehmens sind 2012 im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 8% auf 6.118 T € gesunken (2011: 6.640 T €). Dies ist zum einen darauf zurückzuführen, dass es im Jahr 2012 nur vereinzelte geringe Gehaltssteigerungen gab, zum anderen begründet sich diese Entwicklung mit dem Rückgang der Belegschaft im Jahresverlauf insgesamt. In zahlreichen Fällen wurden im Zuge von gezielten Kosteneinsparmaßnahmen Stellen nach dem Ausscheiden von Beschäftigten nicht oder über interne Neupositionierungen besetzt. Innerhalb des Personalaufwands resultieren 130 T € (2011: 313 T €) aus nicht zahlungswirksamen Aufwendungen für Aktienoptionsprogramme.
5 Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren
5.1 Gewerbliche Schutzrechte
Für ein forschendes Biotechnologie-Unternehmen wie 4SC ist ein breites Portfolio an Schutzrechten von entscheidender Bedeutung. Es stärkt die Wettbewerbsposition der eigenen Entwicklungsprogramme auf dem Weg zur Marktreife und untermauert damit den möglichen zukünftigen Markterfolg. 4SC besitzt ein leistungsfähiges Patentmanagement. Dieses hat das bestehende Patentportfolio im Berichtsjahr gezielt weiter gestärkt. Weltweit verfügte der Konzern zum Jahresende 2012 über ein umfangreiches Portfolio an gewerblichen Schutzrechten. Dieses umfasste 224 erteilte Patente und 143 anhängige Patentanmeldungen in insgesamt 21 Patentfamilien im Segment "Development", sowie 40 erteilte Patente und 92 anhängige Patentanmeldungen in insgesamt 13 Patentfamilien im Segment "Discovery & Collaborative Business". Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Gesamtzahl der erteilten Patente somit um 30% erhöht (2011: 202 erteilte Patente und 398 anhängige Patentanmeldungen in insgesamt 43 Patentfamilien).
Für Resminostat, den Leitwirkstoff im Bereich Krebs, weitete 4SC den Patentschutz im Berichtsjahr erheblich aus. So wurden die wichtigen Stoffpatente in Taiwan, Südkorea und den Philippinen 2012 erteilt; in China, Indien und Europa wurde im Berichtsjahr die Patenterteilung von den jeweiligen Behörden in Aussicht gestellt, sodass hier der Erhalt der Patente nunmehr unmittelbar bevorsteht. Aktuell besitzt das Unternehmen insgesamt 17 Patente für Resminostat, darunter die ebenfalls bereits erteilten Substanzschutzpatente in den USA, Japan und Russland. Für Vidofludimus, den Leitwirkstoff im Bereich der Autoimmunerkrankungen, wurden bis zum Jahresende 2012 insgesamt 44 Patente erteilt, darunter 35 in den Vertrags- und Erstreckungsstaaten des Europäischen Patentübereinkommens, sowie die wichtigen Substanzschutzpatente in den USA, China, Südkorea, Indien und Russland.
Auch für die jüngeren klinischen Krebswirkstoffe des Unternehmens, 4SC-202 und 4SC-205, wurde der Patentschutz im Berichtsjahr in wichtigen Märkten gestärkt. Für 4SC-202, neben Resminostat der zweite epigenetische Wirkstoff von 4SC, steht in China und Japan nach dem Erhalt einer Notice of Allowance die Patenterteilung jeweils unmittelbar bevor; in Indien und Südkorea wurde 2012 das Stoffpatent für 4SC-202 erteilt, sodass hier zu den bereits erteilten Patenten in Europa und den USA das Patentportfolio weiter ausgebaut wurde. Für den oralen Zellteilungshemmer 4SC-205 erhielt 4SC Ende 2012 sowohl vom Europäischen Patentamt als auch von der chinesischen Patentbehörde eine Notice of Allowance; die Patenterteilung in den Vertrags- und Erstreckungsstaaten des Europäischen Patentübereinkommens und China ist damit abgesichert.
Um die Positionierung der Wirkstoffe weiter zu stärken, strebt 4SC für seine wichtigsten Wirkstoffprogramme, unter anderem Resminostat, Vidofludimus, 4SC-202 und 4SC-205, auch den Patentschutz auf bestimmte Darreichungsformen der Wirkstoffe an. Ein Beispiel hierfür ist das Mesylatsalz von Resminostat, das bereits in den klinischen Studien mit Resminostat eingesetzt wurde, und für das derzeit insgesamt 49 Patente vorliegen, darunter 39 in den Vertrags- und Erstreckungsstaaten des Europäischen Patentübereinkommens sowie in den USA, China und Russland. Auf diese Weise kann der effektive Patentschutz für die Wirkstoffe weiter gestärkt werden.
Die Zahl der anhängigen Patentanmeldungen ist im Vergleich zum Vorjahr insgesamt nahezu auf gleichem Niveau geblieben. Im Zuge einer nutzenorientierten Effizienzprüfung des Bestands an Patentanmeldungen wurde erneut eine Reihe bestehender Anmeldungen bewusst zurückgezogen. Im Gegenzug wurden verstärkt neue Anmeldungen zum Schutz vielversprechender Projekte in frühen Forschungsphasen des Segments "Discovery & Collaborative Business" auf weltweiter Ebene eingereicht bzw. stehen kurz vor der Einreichung. Hier wurden bereits erste Erfolge erzielt: Für das Forschungsprojekt zur Modulation von Zytokinen (Botenstoffen) im Bereich Autoimmunerkrankungen, für das im ersten Quartal 2013 eine Entwicklungs- und Vermarktungspartnerschaft mit LEO Pharma A/S gestartet wurde, steht im weltweit wichtigsten Pharmamarkt USA nach dem Erhalt einer Notice of Allowance die Erteilung des Stoffpatents unmittelbar bevor. Für das seit Ende 2012 mit der BioNTech AG verpartnerte Krebsimmuntherapie-Projekt, das die Erforschung und Entwicklung von sog. TLR-Agonisten beinhaltet, wurde 2012 ein erstes Patent in Neuseeland erteilt und kurz nach Ende der Berichtsperiode vom Europäischen Patentamt eine Notice of Allowance erlassen, sodass die Patenterteilung in Europa kurz bevorsteht.
Insgesamt dokumentiert dies die Forschungs- und Innovationsstärke von 4SC, die durch eine vorausschauende Patentstrategie für die Entwicklung zukünftiger Medikamente geschützt wird. Neben ihren Patenten besitzt 4SC darüber hinaus verschiedene Rechte an strategisch wichtigen Wort- und Wort-/Bildmarken.
5.2 Unternehmensverantwortung/Nachhaltigkeit
Mitarbeitersicherheit und Umweltschutz
Das Thema unternehmerische Verantwortung ist bei 4SC eine der zentralen Aufgaben. Das Unternehmen legt dabei hohen Wert auf die größtmögliche Sicherheit der Mitarbeiter sowie den Schutz der Umwelt. Um diese Ziele zu erreichen, werden kontinuierlich entsprechende Maßnahmen in allen Prozessen umgesetzt, überprüft und optimiert.
Als zentrales Instrument zur Erfüllung dieser Aufgaben dient der Arbeitssicherheitsausschuss, der sich aus zwei Sicherheitsbeauftragten, der Beauftragten für biologische Sicherheit sowie dem Betriebsarzt und der Sicherheitsfachkraft zusammensetzt. Die beiden letztgenannten Funktionen sind mit externen Fachleuten besetzt, durch die eine professionelle Beratung und Begutachtung des Unternehmens erfolgt. Der Arbeitssicherheitsausschuss unterstützt das Management von 4SC in allen Fragestellungen zur Arbeitssicherheit, der arbeitsmedizinischen Vorsorge, dem sicheren Umgang mit Gefahr- und Biostoffen, sowie der Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben.
Eine nach dem Arbeitsschutzgesetz zu erstellende Gefährdungsbeurteilung wird von einer spezialisierten Firma regelmäßig durchgeführt. Nach geltender Gefahrstoffverordnung werden alle im Labor tätigen Mitarbeiter jährlich im Umgang mit Gefahrstoffen unterwiesen.
Neben den personellen und organisatorischen Maßnahmen werden auch die technischen und baulichen Voraussetzungen für den Umgang, die Lagerung und den Transport von Gefahr- und Biostoffen erfüllt. Dazu gehören z.B. sicherheitstechnische Laboreinrichtungen, persönliche Schutzausrüstungen, ausreichende Brandschutzvorrichtungen, biologische Sicherheitsbereiche und ein Radionuklidlabor. Alle relevanten Einrichtungen und Apparaturen werden regelmäßig geprüft, gewartet und verfügen über die notwendigen behördlichen Genehmigungen. Zum Schutz der Umwelt trägt nicht zuletzt auch das 4SC-Abfallkonzept bei. Die fach- und umweltgerechte Entsorgung von Gefahrstoffabfällen erfolgt durch ein spezialisiertes Unternehmen.
Die 4SC Discovery GmbH ist in die Arbeitssicherheitsorganisation des 4SC-Konzerns vollständig integriert.
Die konsequente Ausarbeitung und Umsetzung der organisatorischen und technischen Maßnahmen führte dazu, dass 2012 die bereits niedrige Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle weiter reduziert werden konnte. Unfälle, die direkt aus der Arbeitstätigkeit resultierten, traten im Berichtsjahr nicht auf. Auch bei den Begehungen durch die Berufsgenossenschaft und die Behörden sind keine signifikanten Beanstandungen aufgetreten. Einhergehend mit der Reduzierung der Risiken für die Mitarbeiter konnten damit auch die durch Unfälle verursachten Kosten weiter minimiert werden.
Ethische Verantwortung
Bei der Erforschung und Entwicklung neuer Medikamente ist 4SC auf die Erhebung tierexperimenteller Daten angewiesen, einerseits um die wissenschaftlich notwendigen Ziele zu erreichen und andererseits um den gesetzlichen Verpflichtungen nachzukommen. Dabei ist das Unternehmen bestrebt, Tierversuche auf das notwendige Mindestmaß zu reduzieren und - soweit möglich - durch Alternativen, wie beispielsweise Versuche in Zellkulturen, zu ersetzen. Die 2012 durchgeführten tierexperimentellen Arbeiten haben ausschließlich im Rahmen behördlich genehmigter Versuchsvorhaben stattgefunden und stehen unter permanenter Überwachung durch einen externen Tierschutzbeauftragten.
Zur Durchführung einiger Tierstudien und klinischer Prüfungen am Menschen werden Auftragsforschungsorganisationen beauftragt, die einer sorgfältigen Auswahl unterliegen. Die Einhaltung behördlicher Vorschriften sowie ethischer und wissenschaftlicher Qualitätsstandards ist für 4SC hierbei von besonderer Bedeutung.
5.3 Beschaffung
Die Beschaffungs- und Logistikprozesse sowie die Lagerhaltung von 4SC werden durch einen zentralen Einkauf organisiert und abgewickelt. Diese Prozesse sind fest definiert und etabliert. Eine enge Abstimmung des Einkaufs - sowohl mit der Buchhaltung als auch mit den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen - gewährleistet dabei einen reibungslosen und kosteneffizienten Ablauf vom Einholen des Angebotes bis zur Bezahlung der Rechnungen.
Um nicht von einzelnen Lieferanten abhängig zu werden, verfügt der Konzern über ein breites Netz von Lieferanten. Die Bezugsquellen werden grundsätzlich nach den Kriterien Qualität, Preis und Verfügbarkeit der gewünschten Güter ausgewählt. Durch intensive Verhandlungen konnten die Lieferkonditionen - trotz vermindertem Einkaufsvolumen - auch im Berichtsjahr 2012 weiter verbessert werden. Darüber hinaus engagierte sich das Unternehmen weiterhin im regionalen Einkaufsverbund der Biotech-Region München, um günstige Lieferkonditionen zu erhalten.
In der Forschung und Entwicklung arbeitet 4SC mit verschiedenen Dienstleistungsunternehmen zusammen, unter anderem auf den Gebieten Pharmakologie, Toxikologie, Metabolismus, Analytik, Herstellung, klinische Entwicklung, Pharmakovigilanz und Statistik. Die Auswahl des jeweiligen Partners hängt von den Anforderungen des individuellen Projekts ab. Wesentliche Auswahlkriterien sind - neben Preis, Qualität und Termintreue - insbesondere Erfahrungen auf dem entsprechenden Gebiet sowie die erforderlichen regulatorischen Voraussetzungen.
6 Chancen- und Risikobericht
6.1 Risikomanagementsystem
Risikomanagement und internes Kontrollsystem von 4SC
Mit seinem aktiven Risikomanagement will 4SC bewusst Risiken minimieren und durch geeignete Maßnahmen eliminieren. Wie jedes Unternehmen ist auch der Konzern gewissen Geschäftsrisiken ausgesetzt. Die Risiken liegen insbesondere in der Forschung und Entwicklung von Wirkstoffen, in dem Schutz des geistigen Eigentums, in der Kooperation mit Partnern, der Eigenkapitalerhaltung sowie in der mittel- und langfristigen Finanzierung des Konzerns. Diese Risiken gilt es abzuschätzen und ggf. kontrolliert einzugehen, um die Chancen des Unternehmens bestmöglich zu nutzen.
Bereits im Jahr 2002 führte 4SC in Übereinstimmung mit dem KonTraG (Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich) ein umfassendes, computergestütztes Risikomanagementsystem ein. Dieses System ist Bestandteil der Unternehmenssteuerung und -überwachung. Nach einem definierten Prozess werden Risiken durch die Risikoverantwortlichen der verschiedenen Unternehmensbereiche hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit, ihrer möglichen Schadenshöhe, des Zeitbezugs sowie der bestehenden und geplanten Gegensteuerungsmaßnahmen identifiziert, analysiert und bewertet. Die Risikoverantwortlichen informieren regelmäßig den Risikomanagementbeauftragten von 4SC, der dann wiederum das Management über den Status der Risiken in Kenntnis setzt. Auf dieser Basis entscheiden Vorstand und Aufsichtsrat, wie das Unternehmen mit den identifizierten Risiken umgeht.
Ergänzend zum Risikomanagementsystem arbeitet das interne Kontrollsystem (IKS) auch mit Bausteinen wie Unterschriftenregelungen, gelenkten Vorgabe- und Nachweisdokumenten wie Richtlinien (Policies), Standardarbeitsanweisungen (Standard Operating Procedures), Arbeitsanweisungen (Work Instructions), dem Vier-Augen-Prinzip, Stichprobenkontrollen, Selbstinspektionen, Mitarbeitertrainings und Notfallplanungen. Diese Elemente sind für alle Unternehmensbereiche verpflichtend.
Vorgabedokumente als Teil des 4SC-Qualitätsmanagements sind Dokumente, die Forderungen an das Angebotsprodukt oder Anweisungen an auszuführende Tätigkeiten enthalten, wie z.B. das Erstellen von Stellen- und Funktionsbeschreibungen. Nachweisdokumente sind Aufzeichnungen bzw. Dokumente, die die erreichten Ergebnisse angeben oder einen objektiven Nachweis ausgeführter Tätigkeiten bereitstellen, z.B. in Form eines Auditberichts. Durch die Unterschriftenregelung ist definiert, für welche Bestellungen und Rechnungen welche Mitarbeiter zeichnungsberechtigt sind. Maßgeblich dabei ist die Höhe der Bestellung bzw. der Rechnung, ob der Betrag budgetiert wurde und ob es sich bei dem Unterzeichnenden um einen Projektmitarbeiter, Projektleiter oder Vorstand bzw. die Geschäftsführung handelt.
Für die wissenschaftlichen Projekte gibt es regelmäßige Projektmeetings, um diese detailliert zu besprechen. Das so genannte Joint Project Coordination Meeting (jPCM) stellt einerseits eine enge Abstimmung der Forschung und Entwicklung untereinander sowie andererseits mit dem Vorstand sicher. Das jPCM findet 14-tägig statt und umfasst die Vorstellung und Diskussion von jeweils einem Projekt aus dem Segment Discovery & Collaborative Business und einem Projekt aus dem Segment Development. Die Teilnehmer des jPCM sind der Vorstand, die Projektleiter beider Segmente, Vertreter der Bereiche Business Development und Strategic Planning and Marketing sowie die Verantwortlichen der Teilprojekte.
Risikomanagement und internes Kontrollsystem im Rechnungslegungsprozess
Die genannten Bestandteile des internen Kontrollsystems - wie Unterschriftenregelungen, Arbeitsanweisungen, Vier-Augen-Prinzip, Stichprobenkontrollen und Notfallplanungen -gelten insbesondere auch für den Rechnungslegungsprozess. Das Finanzteam bildet sich kontinuierlich weiter, um alle sich ändernden gesetzlichen Anforderungen, die den Konzern betreffen, im Unternehmen sicher und vollumfänglich umsetzen zu können.
Die Kontrollen zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit und der Verlässlichkeit der Konzernrechnungslegung umfassen im Wesentlichen automatisierte Kontrollen, wie z. B. Plausibilitätsprüfungen des Zahlenwerks und Systemzugangskontrollen auf Basis eines Berechtigungskonzepts sowie manuelle Kontrollen, wie z. B. Abweichungs- und Trendanalysen auf Grundlage definierter Kennzahlen und Vergleiche mit Budgetzahlen. Die Verlässlichkeit der Rechnungslegung wird außerdem durch monatliche Besprechungen der wesentlichen Finanzkennzahlen mit den operativen Einheiten unterstützt.
Das Controlling-System des Konzerns stützt sich auf die drei Komponenten Planung, Überwachung und Berichterstattung. Unter Berücksichtigung der strategischen Geschäftsplanung erstellt 4SC Dreijahresbudgets für interne Steuerungs- und Kontrollzwecke - sowohl für den Konzern als auch für die Einzelfirmen der 4SC AG und der 4SC Discovery GmbH. Auf Basis dieser Pläne sowie der aktuellen Ist-Zahlen erhält der Vorstand monatlich alle notwendigen Steuerungs- und Kontrollinformationen. Quartalsweise wird zudem über die Geschäftsentwicklung, die Fortschritte in den Forschungs- und Entwicklungsprogrammen, die Aktivitäten in den Bereichen Personal, Public Relations & Investor Relations berichtet sowie über Patente als nichtfinanzielle Leistungsindikatoren. Mit Hilfe dieser Steuerungsinstrumente sind der Vorstand und das Controlling in der Lage, Chancen und Risiken frühzeitig zu identifizieren, zu bewerten und zu adressieren.
Die enge Abstimmung der Buchhaltung mit den Fachabteilungen sowie fest definierte und etablierte Prozesse garantieren einen reibungslosen Rechnungsdurchlauf von der Bestellanforderung bis zur Zahlung der Rechnung. Richtlinien zur Vorratsbewertung, klare Prozesse zur Rechnungsstellung an Kunden sowie zur Erfassung noch nicht abgerechneter Lieferantenleistungen garantieren darüber hinaus die korrekte Erfassung auch von Geschäftsvorfällen, die inhaltlich durch die Fachabteilungen betreut werden. Auch die Erstellung des IFRS-Abschlusses folgt einheitlichen Regeln. Die überschaubare Größe des Buchhaltungsteams stellt die einheitliche Darstellung gleicher Sachverhalte sicher.
Innerhalb des Enterprise-Resource-Planning-Systems gelten konkret ausgestaltete Zugriffsregelungen. Änderungen dieser Rechte bedürfen der Zustimmung der dafür zuständigen Vorstandsmitglieder. Dies stellt die Sicherheit der Buchungen und die entsprechenden Funktionstrennungen innerhalb des Systems sicher.
6.2 Risiken von 4SC
Die nachfolgend aufgeführten Einzelrisiken stehen teilweise in Zusammenhang und können sich gegenseitig positiv oder negativ beeinflussen. Das Eintreten dieser Risiken kann, einzeln oder zusammen mit dem Eintritt anderer Risiken bzw. anderer Umstände, die Geschäftstätigkeit, das Erreichen wesentlicher Unternehmensziele und/oder die Refinanzierbarkeit der 4SC wesentlich beeinträchtigen sowie erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Unternehmens haben. Dies könnte im negativsten Fall soweit führen, dass die 4SC gezwungen ist, in Liquidation zu gehen oder Insolvenz anzumelden.
6.2.1 Branchenbezogene Risiken
Wettbewerb
Kurze Technologiezyklen, lange Entwicklungszyklen und erhebliche Investitionen für ein marktreifes Produkt sowie hohe Innovationskraft kennzeichnen die Biotechnologiebranche. Das Risiko für 4SC besteht darin, dass andere Technologien auf den Markt kommen, mit denen neue Produkte in den von 4SC adressierten Indikationen kostengünstiger oder schneller entwickelt werden können und so gegebenenfalls eine schnellere Markteinführung erreicht werden kann. Insbesondere angesichts des akuten Bedarfs der Pharmaindustrie, die eigenen Forschungs- und Entwicklungspipelines durch Einlizenzierung innovativer Projekte von Biotechnologieunternehmen aufzufüllen, konkurriert 4SC mit anderen Unternehmen, die sich mit der Medikamentenforschung und -entwicklung befassen und mit Hilfe einer eigenen Technologieplattform attraktive Medikamentenkandidaten in den gleichen Indikationsgebieten entwickeln und anbieten können. Die Konkurrenzsituation wird insbesondere durch die angestrebten Indikationsbereiche einerseits und die adressierten therapeutischen Zielstrukturen bzw. ausgewählten Wirkmechanismen andererseits bestimmt. Darüber hinaus werden die Wettbewerber aus den "Emerging Markets" (Brasilien, China, Indien, Mexiko und Südafrika) aufgrund ihrer wachsenden Erfahrung für die Kunden weltweit interessanter. 4SC geht davon aus, dass sich der Wettbewerb in der Biotechnologiebranche dadurch weiter verschärfen wird.
Dadurch, dass auch Wettbewerber Produkte in Indikationsgebieten entwickeln, die auch 4SC adressiert, könnten die Zulassungsbehörden diese konkurrierenden Wirkstoffe bevorzugt zulassen - sei es aufgrund ihrer möglicherweise besseren Wirksamkeit, Verträglichkeit oder ihres Nebenwirkungsprofils. Mögliche Folgen für die von 4SC entwickelten und zu lizenzierenden Produkte sind, dass sie gar nicht oder nur eingeschränkt zugelassen werden oder sich nicht ausreichend stark und lange am Markt etablieren können. Dies führt gegebenenfalls dazu, dass 4SC keine Partnerschaften zur Lizenzierung der eigenen Produkte abschließen kann, oder dass es einem Kooperations- oder Lizenzpartner nicht gelingt, einen der Wirkstoffe von 4SC weiterzuentwickeln oder zu vermarkten. In einem solchen Fall erhielte 4SC künftig keine Meilensteinzahlungen, Lizenzgebühren oder Umsatzbeteiligungen aus den bestehenden und geplanten Lizenzverträgen mit Pharma- und Biotechnologieunternehmen. Daher besteht das Risiko, dass sich getätigte Investitionen in Forschung und Entwicklung nicht amortisieren.
Ferner unterliegt 4SC bei eingegangenen oder einzugehenden Lizenzpartnerschaften sowohl den deutschen steuerlichen Gesetzen als auch den jeweiligen Gesetzen des Ansässigkeitsstaates des Lizenzpartners. Dies kann zur Folge haben, dass 4SC bspw. im Ausland Steuern zahlt, die in Deutschland z.B. aufgrund Ihrer Verlustsituation nicht oder nur teilweise anrechenbar sind (z.B. Quellensteuer). Dies kann nachteilige Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Gesellschaft haben.
Produktentwicklung (allgemein)
Der Erfolg von 4SC steht und fällt mit ihren Forschungs- und Entwicklungsprogrammen. Als produktorientiertes Biotechnologieunternehmen unterliegt das Unternehmen den Risiken der Medikamentenentwicklung. Diese sind in der Biotechnologiebranche aufgrund der langen Entwicklungszeit eines Wirkstoffs besonders ausgeprägt. Typische Risiken sind:
| ― | Einzelne Produkte sind unwirksam, haben nicht oder nur schwer verträgliche Nebenwirkungen oder lassen sich nicht formulieren bzw. produzieren, so dass sie nicht erfolgreich weiterentwickelt werden können. |
| ― | Fremddienstleister werden insolvent. |
| ― | Die zuständigen Behörden erteilen die erforderlichen Zulassungsgenehmigungen nicht, nur mit Einschränkungen oder nur mit Verzögerung. |
Zurzeit verfügt 4SC über mehrere Wirkstoffe, die sich in präklinischen und klinischen Entwicklungsphasen befinden. Aufgrund einer breiten Produktpipeline können die Risiken bzw. die Abhängigkeit von einem einzelnen Wirkstoff reduziert werden. Bisher vorliegende Studienergebnisse legen nahe, dass die Wirkstoffe, die sich derzeit in der klinischen Entwicklung befinden, sicher anwendbar und gut verträglich sind. Dennoch kann 4SC nicht ausschließen, dass in anstehenden Studien möglicherweise keine ausreichende Wirksamkeit am Patienten nachgewiesen wird, oder dass Nebenwirkungen auftreten, die als sicherheitsrelevant einzustufen sind. Solche Befunde können zu einer Verzögerung oder zum Abbruch der Entwicklung eines Wirkstoffes führen, was einen negativen Einfluss auf den Aktienkurs sowie auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage von 4SC haben könnte.
Entwicklungen in der Gesundheitspolitik
Die Branche ist weiterhin mittel- und langfristig zu einem gewissen Grad abhängig von den Entwicklungen nationaler und internationaler Gesundheitssysteme und der Gesundheitspolitik, die aktuell darin besteht, die Gesundheitskosten zu reduzieren. So könnten sich bspw. zunehmend restriktivere Zulassungs- und Erstattungskonditionen nachteilig auf erzielbare Medikamentenpreise und damit auf Umsätze aus Medikamentenverkäufen auswirken. Hinzu kommt, dass die Gesundheitspolitik aufgrund der schwierigen ökonomischen Voraussetzungen in vielen Gesundheitssystemen zunehmend Einfluss auf die Zulassung und Vergütung neuer Medikamente nimmt, was sich mittel- und langfristig nachteilig auf die Branche auswirken könnte. Krankenversicherungen und staatliche Institutionen erhöhen den Druck, die Medikamentenpreise zu senken. Mit komplexen Regelungen wird bereits der Nutzen von Medikamenten gemessen, was zu einem höheren bürokratischen Aufwand und zu einer erschwerten Zulassung führt. Mit den Reformen erhofft sich bspw. die deutsche Bundesregierung erhebliche Einsparungen und/oder qualitative Verbesserungen im Gesundheitswesen. Für die pharmazeutischen Unternehmen bedeutet dies u.a., dass sie ihre Preise für Arzneimittel z.B. in Deutschland künftig nicht mehr nach eigenem Ermessen festlegen können. Dies kann sich nachteilig auf die Vergütungsstruktur und die Wirtschaftlichkeit einzelner Wirkstoffe auswirken. Folglich könnte es für pharmazeutische Unternehmen wirtschaftlich nicht mehr attraktiv sein, Produkte in einzelnen Märkten zur Zulassung zu bringen. Eine andere Konsequenz könnte es sein, dass Produkte aufgrund der sich verschärfenden Zulassungsbedingungen gar nicht mehr zur Vermarktung zugelassen werden.
Verwaltungsverfahren
Die Geschäftstätigkeit von 4SC ist umfangreichen rechtlichen Regelungen und Kontrollen unterworfen. Die Entwicklung und Vermarktung neuer Produkte kann durch Verwaltungsverfahren beeinträchtigt werden, auf welche die Gesellschaft nur begrenzten Einfluss hat. So ist 4SC beispielsweise von behördlichen Genehmigungen für die Durchführung klinischer Studien und für den Betrieb eigener Einrichtungen zur Durchführung von Forschungsarbeiten abhängig. Der Verlust, das Erlöschen oder der Entzug dieser Genehmigungen kann zu zeitlichen Verzögerungen bei der Weiterentwicklung der Forschungs- und Entwicklungsprojekte von 4SC führen.
6.2.2 Risiken aus der Geschäftstätigkeit
Entwicklungs- und Lizenzpartnerschaften
Der Konzern hat sich auf die Forschung und Entwicklung von niedermolekularen Wirkstoffen spezialisiert. Zum Erreichen der Gewinnzone muss 4SC substanzielle Umsatzerlöse - bspw. aus Vorabzahlungen, Meilensteinzahlungen oder Umsatzbeteiligungen aus Lizenzverträgen mit Pharma- und Biotechnologieunternehmen sowie aus Forschungs- und Kooperationsverträgen - erwirtschaften. Bislang hat das Unternehmen Umsätze in einer Höhe erzielt, die noch nicht zur Selbstfinanzierung und Profitabilität ausreichen. Vor diesem Hintergrund und unter Berücksichtigung auch künftig notwendiger hoher Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen wird die Gesellschaft zunächst weiterhin ein negatives Betriebsergebnis ausweisen. Um mittelfristig profitabel zu werden, ist 4SC auf langfristige Verträge mit der Pharmaindustrie oder großen Biotechnologieunternehmen angewiesen. Falls es 4SC nicht oder nur zu wirtschaftlich ungünstigen Konditionen gelingt, solche Partner zu gewinnen, kann dies die Entwicklung der jeweiligen Produkte verzögern und/oder zu geringeren Erlösen führen. Auch eine mögliche Verzögerung bei Verhandlungen zu Entwicklungs- und Lizenzpartnerschaften in Bezug auf die eigenen Medikamentenprogramme stellt ein potenzielles Risiko dar. Für den Fall, dass die angestrebte Partnerschaft die notwendige Voraussetzung für eine klinische Weiterentwicklung der Produkte ist (z.B. bei sehr aufwändigen Phase-III-Studien), könnte sich die klinische Entwicklung verzögern. Dies würde ebenfalls eine Verzögerung des Erhalts der bei Abschluss eines Partnerschaftsvertrags angestrebten finanziellen Mittel (z.B. mögliche Vorab- und/oder Meilensteinzahlungen) nach sich ziehen, mit entsprechend negativen Auswirkungen auf die Finanz- und Liquiditätsplanung des Unternehmens. Sollte es außerdem einem Kooperations- oder Lizenzpartner nicht gelingen, einen der Wirkstoffe weiterzuentwickeln, zuzulassen oder zu vermarkten, erhielte 4SC künftig möglicherweise keine Meilensteinzahlungen oder Lizenzgebühren, was das Erreichen der mittelfristigen Profitabilität weiter hinauszögern oder gänzlich verhindern könnte.
Kooperationspartner
4SC erzielt derzeit einen Großteil ihrer Umsätze aus Verträgen mit nur wenigen Kooperationspartnern, wobei BioNTech, Mainz, und Yakult Honsha, Japan, in 2012 über 90% der rechnerischen Umsätze darstellen. Sollte solch ein wichtiger Partner den Kooperationsvertrag kündigen oder keine Zahlung mehr leisten, hätte dies einen negativen Effekt auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung. Es ist geplant, kurz- und mittelfristig verstärkt auch Umsätze aus den Aktivitäten in den früheren Phasen der Wirkstoffforschung zu generieren. Dies soll insbesondere durch Forschungskooperationen mit Pharmafirmen in den Bereichen der Wirkstoffentdeckung und -optimierung geschehen. Gelingt es nicht, solche Kooperationspartner zu finden, würde dies die angestrebte Umsatzentwicklung und damit auch die künftige Ertrags- und Finanzlage der Firma negativ beinträchtigen.
Geschäftstätigkeit der 4SC Discovery GmbH
Die Konzerntochtergesellschaft 4SC Discovery GmbH, die Anfang 2012 ihr operatives Geschäft aufgenommen hat, ist aktuell noch nicht profitabel, und es ist noch nicht gesichert, dass sie mittelfristig ausreichend Neukunden akquirieren kann, um ein eigenständiges, tragfähiges Geschäft aufzubauen, das positiv zum Konzernergebnis beiträgt.
Patente und Markenschutz
Eigene Technologien und Entwicklungen schützt 4SC durch die Generierung von Schutzrechten sowie durch umfassende Patent- und Lizenzierungsstrategien. Es ist nicht auszuschließen, dass Dritte bereits im Stadium der Erteilung Einwände gegen Patentanmeldungen von 4SC erheben oder aber die Wirksamkeit der Patente anfechten. Es ist ebenfalls nicht auszuschließen, dass 4SC mit Dritten in Patentstreitigkeiten gerät. Jedes juristische Urteil gegen 4SC-Patente - meist vorab verbunden mit langwierigen, kostenintensiven Verfahren - kann die weitere Entwicklung des Unternehmens beeinträchtigen. Aktuell sind solche Einwände nicht gegeben bzw. 4SC nicht bekannt.
6.2.3 Risiken der Produktentwicklung
Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern im Forschungs- und Entwicklungsbereich
4SC besitzt und betreibt derzeit keine Herstellungseinrichtungen zur Produktion pharmazeutischer Produkte, da sie über keine entsprechende behördliche Erlaubnis verfügt. Daher ist die Gesellschaft von Lohnherstellern (Contract Manufacturing Organisations, kurz CMOs) abhängig. Diese liefern den pharmazeutischen Wirkstoff für die Produkte von 4SC, stellen sie in klinischen und kommerziellen Mengen her und formulieren und produzieren die Arzneimittelzubereitung. Risiken für 4SC resultieren aus der Abhängigkeit von den externen Lieferanten und Herstellern. Dies betrifft vor allem die fristgerechte Lieferung in ausreichender Menge und Qualität sowie die Einhaltung behördlicher Vorschriften und Qualitätssicherungsnormen. Ein Eintreten dieses Risikos könnte zu Verzögerungen oder zum Abbruch einzelner klinischer Studien mit entsprechenden Konsequenzen für die Entwicklung bzw. zu Umsatzeinbußen führen.
Außerdem ist 4SC bei der präklinischen und klinischen Entwicklung von Auftragsforschungsorganisationen (Contract Research Organisations, kurz CROs) abhängig. Sofern der Kooperationspartner nicht mit der gebotenen Sorgfalt arbeitet, kann dies der Wirkstoffentwicklung von 4SC schaden - oder gar zum Abbruch der Studie führen. Zudem müssen auch die CROs behördliche Vorschriften und Qualitätssicherungsnormen einhalten, auf welche 4SC - trotz eines sorgfältigen Auswahlprozesses der CROs - im Rahmen der Umsetzung nur begrenzt Einfluss hat.
Risiken im Zusammenhang mit der Herstellung der Wirkstoffe für klinische Studien
Für die Durchführung klinischer Studien wird eine ausreichend große Menge des jeweils benötigten Wirkstoffs zur Verabreichung an die Probanden bzw. Patienten in ausreichender Qualität des Wirkstoffs benötigt. Insbesondere ab dem Zeitpunkt der Phase-III-Prüfung muss ein Produktionsprozess etabliert sein, um den Wirkstoff für die klinischen Tests und die spätere mögliche Markteinführung in konstanter Qualität reproduzierbar herstellen zu können. Dadurch soll eine stabile Versorgung der Patienten im Falle einer späteren Zulassung gewährleistet werden. Sollte es nicht oder nur mit zeitlicher Verzögerung gelingen, einen solchen Prozess zu etablieren, kann der Start einer klinischen Studie verhindert oder verzögert werden. Dies könnte entsprechend negative Auswirkungen auf den weiteren Entwicklungsprozess auf dem Weg zur gewünschten Markteinführung und folglich auf die Ertragskraft eines Medikamentenprogramms bzw. seine Kommerzialisierung haben.
Patientenrekrutierung
Neben den bereits beschriebenen branchentypischen allgemeinen Risiken der Produktentwicklung, wie z.B. die Abhängigkeit von Behördengenehmigungen für die klinische Entwicklung oder die Möglichkeit des Auftretens von unerwarteten Ereignissen innerhalb laufender Studien, birgt die Medikamentenentwicklung ein weiteres Risiko: Für klinische Studien muss eine ausreichende Zahl von geeigneten Probanden bzw. Patienten gewonnen werden. Aufgrund der komplexen medizinischen Gegebenheiten (z.B. Attraktivität der Studie, Studiendesign, Wettbewerbssituation, Patientenpopulation, Standorte) im Umfeld klinischer Studien kann dies schleppend verlaufen und sich verzögern. Zudem könnten klinische Studienzentren - bspw. aufgrund anderer laufender klinischer Studien - nicht in der Lage sein, eine genügend hohe Zahl an Patienten fristgerecht in die klinische Studie aufzunehmen. Dies kann die zeitliche Planung sowie die Durchführung der Studien gefährden und zu Verzögerungen führen. Um den Studienverlauf voranzutreiben, kann 4SC gezwungen sein, zusätzliche klinische Zentren in die laufenden Studien einzuschließen, was zu einer erheblichen Kostensteigerung führen würde.
6.2.4 Kapitalmarktrisiken
Weitere Finanzierung
Zur Realisierung seiner Unternehmens- und Entwicklungsziele hat das Unternehmen mittel- bis langfristig einen anhaltend hohen Kapitalbedarf. Um diesen zu decken, muss es gelingen, genügend Einnahmen aus Lizenzvergaben oder Kooperationen zu generieren. Wenn jedoch die Kosten der Produktentwicklung diese Erträge übersteigen, ist die zusätzliche Aufnahme von Eigen- oder Fremdkapital notwendig, falls die eigenen Reserven nicht mehr ausreichend sind. Es ist nicht gewährleistet, dass 4SC die Finanzierung jeweils zeitgerecht, im erforderlichen Umfang, zu wirtschaftlich sinnvollen Konditionen oder überhaupt realisieren kann. Dies könnte dazu führen, dass 4SC in ihrer weiteren Entwicklung behindert wird und wichtige Investitionen, bspw. im Bereich der Forschung und Produktentwicklung, nicht tätigen kann bzw. gezwungen wird, die Entwicklung von einem oder mehreren Produkten einzustellen. So könnte das Unternehmen in der Wettbewerbsposition negativ beeinträchtigt werden sowie nachteiligen Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage ausgesetzt sein.
Auf Basis des derzeitigen Finanzmittelbestands in Verbindung mit der aktuell prognostizierten weiteren Ausgaben- und Einnahmeplanung ist die Finanzierung von 4SC bis ins dritte Quartal 2014 sichergestellt. Jedoch besteht das Risiko, dass der Fortbestand des Unternehmens mittel- bis langfristig insgesamt gefährdet sein könnte, wenn keine weiteren Mittelzuflüsse durch Auslizenzierungen, Kooperationen oder Partnerschaften bzw. durch Kapitalerhöhungen generiert werden können. Dabei könnten angestrebte Kapitalmaßnahmen auch ganz oder teilweise scheitern z.B. wegen eines schwierigen Marktumfelds. Sollte das Unternehmen keinen weiteren Zugang zu Finanzierungen erhalten, könnte dies die Fortführung der Unternehmung behindern oder vollständig verhindern und zur Liquidation oder Insolvenz von 4SC führen.
Für den Fall, dass die Gesellschaft zusätzliches Kapital durch die Ausgabe neuer Aktien aufnimmt, kann dies zu einer Verwässerung des Aktienbestands der Altaktionäre führen.
Einflussnahme weniger Hauptaktionäre
Bis zum Aufstellungszeitpunkt des Konzernlageberichts sind der 4SC AG - basierend auf § 21 WpHG in Verbindung mit § 25 WpHG - fünf Hauptaktionäre gemeldet, die die meldepflichtigen Grenzen überschritten haben. Diese Aktionäre halten zusammen über 73% des Grundkapitals und der Stimmrechte. Sie sind somit theoretisch in der Lage, beherrschenden Einfluss auf Hauptversammlungsbeschlüsse zu nehmen und unabhängig vom Abstimmungsverhalten der übrigen Aktionäre bedeutenden Einfluss auf alle wesentlichen Entscheidungen der 4SC AG, welche die zukünftigen Geschäfte von 4SC betreffen, sowie auf die zukünftige Zusammensetzung des Aufsichtsrats und damit auch mittelbar des Vorstands, zu nehmen.
6.2.5 Finanzrisiken und bilanzielle Risiken
Anlage liquider Mittel
Verfügbare liquide Mittel, die 4SC akut nicht benötigt, werden verzinst angelegt. Dabei investiert die Gesellschaft ausschließlich in sichere Anlageformen (Investment Grade) wie Tages- und Festgelder, Schuldscheindarlehen und Inhaberschuldverschreibungen, die nur geringen Liquiditäts- und Ausfallrisiken unterliegen.
Geschäfte mit internationalen Partnern, bei denen vertragliche Zahlungsvereinbarungen auf eine andere Währung als den Euro lauten, bergen ein Währungsrisiko. Dieses Risiko umfasst den relativen Kursverfall oder Kursanstieg des Euros gegenüber diesen Währungen innerhalb des Zeitraums bis zur Tilgung der Schuld bzw. bis zur Erfüllung der Forderung. 4SC betreibt keine Sicherungsgeschäfte, sondern versucht, auch eigene Verpflichtungen in Fremdwährungen zu begleichen, vornehmlich in US-Dollar, Britisches Pfund und Schweizer Franken. So wird das Risiko von Währungsschwankungen verringert.
Verlustanzeige gemäß § 92 Abs. 1 AktG aufgrund steigender kumulierter Verlustvorträge
Die 4SC AG ist noch nicht profitabel und erwirtschaftete in den zurückliegenden Geschäftsjahren jeweils ein negatives Betriebsergebnis. Aufgrund ausgeprägter Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen kumulieren sich diese Verluste über die Zeit zu einem hohen Verlustvortrag. Dieser wird gegen das bestehende Eigenkapital gerechnet und hat trotz des Agios der ausgegebenen Aktien zu einem Verlust in Höhe der Hälfte des Grundkapitals nach handelsrechtlichen Grundsätzen geführt. In diesem Fall verlangt § 92 Abs. 1 AktG die unverzügliche Einberufung einer Hauptversammlung. Die entsprechende Verlustanzeige per Ad-hoc-Mitteilung sowie die Durchführung der Hauptversammlung würden für die 4SC AG organisatorische und finanzielle Aufwendungen mit sich bringen und kann - insbesondere aufgrund der Verlustanzeige - negative Folgen für den Aktienkurs haben.
Anerkennung von steuerlichen Verlustvorträgen
Die 4SC AG verfügt gemäß dem letzten vorliegenden Bescheid hinsichtlich der gesonderten Feststellung von verbleibenden Verlustvorträgen zum 31. Dezember 2011 über körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 115.215 T € sowie über gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 114.449 T €. Seit dem Zeitraum nach dem 31. Dezember 2011, der bislang noch nicht steuerlich veranlagt ist, sind erhebliche weitere Verluste entstanden.
Die in Bezug auf den Erhalt von kumulierten Verlustvorträgen für die Branche ohnehin problematische Anwendung des § 8 Abs. 4 KStG wurde durch den im Rahmen des Unternehmenssteuerreformgesetzes zum 1. Januar 2008 eingeführten § 8c KStG erheblich verschärft. Die Übertragung von 25% bis zu 50% des Gezeichneten Kapitals kann innerhalb eines Fünfjahreszeitraums zu einem quotalen Wegfall, die Übertragung von mehr als 50% des Gezeichneten Kapitals zu einem vollständigen Wegfall steuerlicher Verlustvorträge führen. Im Rahmen des Bürgerentlastungsgesetzes vom Sommer 2009 sowie des Wachstumsbeschleunigungsgesetzes mit Wirkung ab dem 1. Januar 2010 hat der Gesetzgeber Maßnahmen ergriffen, um Erleichterungen bei der Verlustabzugsbeschränkung zu ermöglichen. Diese entschärfen die beschriebene Problematik zwar partiell, eliminieren sie jedoch nicht vollständig. Hinzu kommt, dass durch laufende und anhängige Rechtsprechung sowie anhängige gesetzgeberische Verfahren auf nationaler und europäischer Ebene derzeit ein erheblicher Unsicherheitsfaktor hinsichtlich der geltenden Rechtslage besteht.
In den letzten Jahren ist es bei der 4SC AG zu teilweisen Wechseln bei den Anteilseignern, Kapitalerhöhungen und zur Beteiligung neuer Aktionäre gekommen. Dies ist auch in Zukunft möglich. Zugleich wurde neues Betriebsvermögen in signifikantem Umfang zugeführt. Die beiden Paragraphen § 8 Abs. 4 KStG und § 8c KStG könnten jeweils einzeln oder zusammen negative Auswirkungen auf das künftige Nachsteuerergebnis und das Eigenkapital der 4SC AG haben. Darum hält es die 4SC AG für möglich, dass Finanzbehörden den Standpunkt einnehmen könnten, die jetzt bestehenden Verlustvorträge ganz oder teilweise künftig nicht mehr mit Gewinnen verrechnen zu dürfen. Dies würde beim Erreichen der Profitabilitätsgrenze das Nachsteuerergebnis der Gesellschaft erheblich negativ verändern und auch die Liquiditätsentwicklung negativ beeinflussen.
Risiken aus der Aufdeckung stiller Reserven bei der Einbringung verschiedener Vermögenswerte von der 4SC AG in die 4SC Discovery GmbH
Um mit der 4SC Discovery GmbH Anfang 2012 operativ tätig werden zu können, wurden wichtige materielle und immaterielle Vermögensgegenstände, insbesondere aus dem Bereich Forschung, von der 4SC AG per Sacheinlage in die 4SC Discovery GmbH eingebracht. Dabei wurden diese Vermögensgegenstände bei der 4SC Discovery GmbH aktiviert und entsprechend stille Reserven bei der 4SC AG in Höhe von 9.064 T € aufgedeckt. Sollte es absehbar nicht gelingen, ausreichend Liquidität für die Weiterentwicklung dieser Produkte darzustellen und/oder die Vermarktbarkeit der Produkte nachzuweisen bzw. sollte die Weiterentwicklung dieser Produkte aus wissenschaftlichen oder technischen Gründen nicht umsetzbar sein, wären die aktivierten Posten auf ihre Werthaltigkeit hin erneut zu überprüfen und ggf. im Wert zu korrigieren. Diese Tatsache könnte erheblichen negativen Einfluss auf die Ertrags- und Vermögenslage der 4SC AG gemäß HGB haben.
6.2.6 Administrative und sonstige Risiken
Schlüsselpersonal und Know-how-Träger
Der Erfolg von 4SC hängt stark von den Führungskräften sowie dem wissenschaftlichen und technischen Fachpersonal in Schlüsselpositionen ab. Viele dieser Mitarbeiter verfügen über einen großen Erfahrungsschatz und sind schwer zu ersetzen. Der Wettbewerb um Fachkräfte ist in der Biotechnologie- und Pharmabranche sehr intensiv. 4SC ist es bisher immer gelungen, die wichtigsten Positionen mit geeigneten Mitarbeitern zu angemessenen Konditionen zu besetzen. Sollte das Unternehmen jedoch Führungskräfte oder wissenschaftliches und technisches Fachpersonal in Schlüsselpositionen verlieren, könnte sich dies nachteilig auf seine Wettbewerbsfähigkeit auswirken.
Rechtliche Risiken
Um die vielfältigen Risiken in den Bereichen Gesellschafts-, Arbeits- und Steuerrecht, Patentrecht und sonstiges Recht auf ein Minimum zu reduzieren, fällt das Management von 4SC viele seiner Entscheidungen nach Rücksprache mit externen und internen Experten.
Risiken aus einem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zwischen der 4SC AG und der 4SC Discovery GmbH
Der zwischen der 4SC AG und der 4SC Discovery GmbH rückwirkend zum Beginn des Geschäftsjahres 2012 abgeschlossene Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag (BGAV) könnte durch bestimmte Ereignisse, z.B. wenn die Gesellschafterstruktur der 4SC Discovery GmbH durch Hinzunahme neuer externer Gesellschafter verändert würde, vorzeitig beendet werden. Ein neuer BGAV könnte erst mit der nächsten Hauptversammlung steuerwirksam beschlossen werden, und es könnte sein, dass eine erneute Zustimmung durch die Hauptversammlung der 4SC AG nicht erfolgt. Dies könnte bedeuten, dass beide Gesellschaften auf Steuerebene nicht mehr konsolidiert werden dürfen, was sich wiederum negativ auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Gesellschaften auswirken könnte. Gleiches gilt auch für den Fall, dass z.B. ein neuer Gesellschafter der 4SC Discovery GmbH einen neuen BGAV nicht akzeptiert.
Andere Risiken
Andere Risiken, die den Umweltschutz, die IT-Sicherheit, die Beschaffung sowie generelle Sicherheitsbestimmungen betreffen, werden als nicht signifikant eingeschätzt. 4SC hat organisatorische Vorkehrungen getroffen, um den entsprechenden Vorschriften nachzukommen und die internen Prozesse zu steuern.
6.2.7 Gesamtbeurteilung der Risikosituation
Trotz aller genannten Risiken sind aus heutiger Sicht keine Faktoren erkennbar, welche den kurzfristigen Fortbestand von 4SC im Geschäftsjahr 2013 gefährden könnten. Das Unternehmen ist davon überzeugt, dass trotz der identifizierten Risiken, die insbesondere mit der Wirkstoffentwicklung verbunden sind, die Chancen überwiegen. Dank der breiten und ausbalancierten Pipeline ist 4SC gut aufgestellt. Der Finanzmittelbestand zum 31. Dezember 2012 in Verbindung mit der aktuell prognostizierten weiteren Ausgaben- und Einnahmeplanung sichern die weitere Entwicklung der im Hauptfokus stehenden Programme und die Finanzierung des Unternehmens über die nächsten zwölf Monate hinaus. Bis dahin geht das Management davon aus, durch Partnerschaften weitere Liquiditätszuflüsse generieren zu können. Sollte dies nicht im erforderlichen Umfang gelingen, wäre der Fortbestand des Unternehmens mittelfristig gefährdet, wenn nicht zusätzliches Eigen- oder Fremdkapital eingeworben werden könnte.
6.3 Chancen von 4SC
Wertsteigerung durch Projektfortschritt
Kurz- bis mittelfristig können verschiedene Produkte von 4SC wichtige Meilensteine in der Entwicklung erreichen. Dies wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach positiv auswirken, sowohl auf die Bewertung der einzelnen Programme als auch auf den Gesamtwert der Gesellschaft. Dies gilt vor allem, wenn Wirkstoffe in die klinische Entwicklung eintreten oder eine Studienphase erfolgreich abschließen.
Mehrere Programme aus einem Kandidaten
Forschungs- und Entwicklungsprogramme von 4SC haben in der Vergangenheit mehrfach gezeigt, dass ein einzelner Wirkstoff wie eine ganze Plattform wirken kann. Daraus können verschiedene Programme mit diversen Produkten für unterschiedliche Indikationsgebiete entstehen. Dies kann zu einer jeweils kurzfristigen Erweiterung der Produktpipeline und somit zu einer weiteren Risikodiversifizierung sowie zu einer Potenzial- und Wertsteigerung führen. Ein Beispiel dafür ist der onkologische Wirkstoff Resminostat, der von 4SC in drei Indikationen - Leberkrebs (Hepatozelluläres Karzinom, HCC), Lymphdrüsenkrebs (Hodgkin Lymphom, HL) und Darmkrebs (Kolorektales Karzinom, CRC) - in klinischen Studien untersucht wird.
Wertsteigerung durch externe Partnerschaften und Lizenzierungen
4SC befindet sich in regelmäßigem und intensivem Austausch mit potenziellen Pharmapartnern. Pharmaunternehmen schließen Kooperationen und Lizenzpartnerschaften für neue Produkte heute in immer früheren Entwicklungsstadien ab. Mehrere Gründe tragen zu dieser Entwicklung bei. Einerseits laufen viele Patente zum Schutz bestehender Produkte aus, andererseits gab es bei Projektentwicklungen von Pharmafirmen diverse Fehlschläge. Partnerschaften zwischen Pharma- und Biotechnologieunternehmen werden darum zunehmend zugunsten der Biotechnologiebranche gestaltet. Von diesem Trend konnte 4SC bei der Lizenzvereinbarung mit Yakult Honsha für Resminostat profitieren. 4SC verfügt inzwischen vermehrt über Programme in den für Pharmaunternehmen interessanten Entwicklungsphasen. Derartige Partnerschaften können die Programme von 4SC zusätzlich validieren und - bspw. in Form von Lizenzeinnahmen, erhaltenen Vorab- und Meilensteinzahlungen sowie Umsatzbeteiligungen - das Geschäftsmodell des Unternehmens bestätigen und die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Unternehmens stärken.
Wertsteigerung durch zusätzliche Vermarktung der Forschung
Mit Etablierung der 4SC Discovery GmbH Ende 2011 als 100%ige Tochter der 4SC AG wurde beabsichtigt, den Forschungsbereich zusätzlich für Forschungsdienstleistungen, Forschungskooperationen sowie Partnerschaften mit Produkten in der Forschungsphase gegenüber externen Partnern besser zu positionieren. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten 68% des Konzernumsatzes durch diese Tochtergesellschaft erwirtschaftet werden. Lassen sich einer oder mehrere dieser kommerziellen Aspekte weiterhin realisieren, kann dies die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage gegebenenfalls weiter spürbar stärken.
Übernahme
Große Pharmafirmen und Biotechnologieunternehmen haben nicht nur Interesse an der Einlizenzierung von Wirkstoffen in frühen oder fortgeschrittenen Entwicklungsphasen. In den vergangenen Jahren sind sie wiederholt dazu übergegangen, Unternehmen mit attraktiven Technologien oder Produkten direkt zu akquirieren. Die gezahlten Prämien gegenüber dem aktuellen Marktpreis sind meist signifikant. Davon könnten die Aktionäre der 4SC AG profitieren.
Lizenzeinnahmen durch Patente
Das sehr umfassende und gut positionierte Patentportfolio von 4SC kann zu zusätzlichen Lizenzeinnahmen führen, wenn Dritte im Rahmen ihrer eigenen Entwicklungen auf die Nutzung solcher Patentrechte angewiesen sind. Gewährt 4SC die Nutzung dieser Patentrechte, bringt das Lizenzgebühren ein und verbessert so die Finanz-, Ertrags- und Vermögenslage der Gesellschaft.
7. Nachtragsbericht
Im Jahr 2013 hat das Unternehmen an die Entwicklung des Geschäftsjahres 2012 angeknüpft. Im Segment Development wurde der Patentschutz für die onkologische Leitsubstanz Resminostat weiter gestärkt; das Segment Discovery & Collaborative Business konnte mit zwei Forschungspartnerschaften seinen positiven Kurs fortsetzen.
4SC erhält Schlüsselpatent für Krebswirkstoff Resminostat in Europa
Im Januar 2013 meldete das Unternehmen, dass es vom Europäischen Patentamt eine sogenannte "Intention to Grant"-Mitteilung zum Stoffpatent für den Krebswirkstoff Resminostat erhalten hat. Die Erteilung dieses wichtigen Patents für den gesamten europäischen Markt steht folglich unmittelbar bevor. Damit ist der weltweite Patentschutz für Resminostat in allen großen und wichtigen Märkten komplett: In China, Europa, Indien, Japan, Russland, Südkorea und den USA ist das Stoffpatent entweder bereits in Kraft bzw. steht dort die Erteilung unmittelbar bevor.
4SC Discovery GmbH und BioNTech AG starten langfristige Forschungspartnerschaft in der Krebstherapie
Die 100%ige Forschungstochter von 4SC hat im Februar 2013 mitgeteilt, dass sie mit der BioNTech AG, Mainz, zu Jahresbeginn eine umfassende Forschungszusammenarbeit im Bereich der Krebsmedizin gestartet hat. Der entsprechende Vertrag wurde bereits im Dezember 2012 unterzeichnet. In der auf drei Jahre angelegten Dienstleistungspartnerschaft wird die 4SC Discovery GmbH für das Mainzer Biopharmaunternehmen neue niedermolekulare Krebswirkstoffe für definierte therapeutische Zielmoleküle identifizieren und weiter optimieren. Die BioNTech AG wird diese dann in die weitere Entwicklung bringen. Die 4SC Discovery GmbH erhält dabei ein aufwandsabhängiges Dienstleistungsentgelt und erfolgsabhängige Zahlungen bei der Erreichung bestimmter Meilensteine sowie Beteiligungen am späteren Nettoumsatz der Produkte. Dies ist bereits die zweite strategische Partnerschaft der beiden Unternehmen.
4SC Discovery GmbH und LEO Pharma schließen Forschungs- und Lizenzvereinbarung
Im Februar 2013 hat die 4SC Discovery GmbH mit der LEO Pharma A/S, Ballerup, Dänemark, eine umfassende Forschungs- und Lizenzvereinbarung im Bereich der Therapie von chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen geschlossen. Ziel der Vereinbarung ist die Erforschung, Entwicklung und Kommerzialisierung eines neuen, oral verabreichten Wirkstoffs zur Behandlung von Psoriasis (Schuppenflechte). Im Rahmen der Kooperation erhält die 4SC Discovery GmbH eine Vorabzahlung in Höhe von 1 Mio. € und zusätzliche Mittel für die weiteren Forschungs- und Entwicklungsarbeiten. LEO Pharma A/S bekommt eine exklusive Option auf die Einlizenzierung der weltweiten Rechte zur Vermarktung und Kommerzialisierung des Wirkstoffs. Macht LEO Pharma von dieser Option Gebrauch, so hat 4SC Discovery GmbH Anspruch auf eine Meilensteinzahlung von bis zu 3 Mio. € und auf weitere Zahlungen von bis zu 92 Mio. € beim Erreichen bestimmter Entwicklungsmeilensteine sowie auf Beteiligungen an den späteren Verkaufserlösen im bis zu zweistelligen Prozentbereich.
Vorstandsvorsitzender Dr. Ulrich Dauer legt Mandat zum 31. März 2013 nieder; Finanzvorstand Enno Spillner tritt die Nachfolge an
Am 6. März 2013 gab das Unternehmen bekannt, dass Dr. Ulrich Dauer sein Mandat als Mitglied des Vorstands und Vorstandsvorsitzender der 4SC AG aus persönlichen Gründen zum 31. März 2013 niederlegen wird. Nachfolger wird Enno Spillner, der bereits seit dem Jahr 2005 Finanzvorstand der 4SC AG ist und in Zukunft beide Positionen ausüben wird. Enno Spillner wurde vom Aufsichtsrat mit Wirkung zum 1. April 2013 für drei Jahre zum Vorstandsvorsitzenden und Finanzvorstand bestellt.
Verlustanzeige nach § 92 Abs. 1 AktG bei der 4SC AG
Am 12. März 2013 teilte die 4SC AG mit, dass nach HGB-Rechnungslegungsgrundsätzen bei der 4SC AG ein Verlust in Höhe der Hälfte des Grundkapitals im Monat März eingetreten ist. Ursächlich hierfür sind die im Rahmen des Geschäfts der 4SC AG in der Medikamentenentwicklung aufgelaufenen planmäßigen operativen Verluste. Ein Verlust in Höhe der Hälfte des Grundkapitals löst nach § 92 Abs. 1 AktG eine gesetzliche Pflicht zur Einladung der Aktionäre zu einer Hauptversammlung aus, in welcher dieser Sachverhalt angezeigt wird. Der Vorstand der 4SC AG beabsichtigt, in der für den 2. Mai 2013 geplanten ordentlichen Hauptversammlung dies anzuzeigen und die Lage der Gesellschaft zu erörtern.
8 Prognosebericht
Die nachfolgenden Absätze enthalten Prognosen und Erwartungen über zukünftige Entwicklungen. Die tatsächlichen Ergebnisse können wesentlich von den Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen, wenn eine der genannten oder andere Unsicherheiten eintreten oder sich die den Aussagen zugrunde liegenden Annahmen als unzutreffend erweisen.
8.1 Entwicklung des Umfelds
Für 2013 erwarten die Wirtschaftsforscher ein moderates globales Wachstum. Die Weltwirtschaft wird im laufenden Jahr laut der Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) um 3,6% zulegen und damit das Wachstum von 2012 (+3,3%) leicht übertreffen. Die Einschätzungen des IWF beinhalten die Annahme einer sich sukzessive entspannenden europäischen Staatsschuldenkrise. Wachstumsmotor werden wiederum die Schwellenländer sein. Für diese rechnet der IWF mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 5,6%. Insbesondere für China wird für 2013 dank Konjunkturmaßnahmen der Regierung wieder ein stärkeres Wachstum (8,2% nach 7,8% in 2012) erwartet. Größte Herausforderung für die Weltwirtschaft bleibt die Staatschuldenkrise in der Eurozone, für die weiterhin nachhaltige Lösungsansätze fehlen. Allerdings gehen die Wirtschaftsforscher davon aus, dass sich die Lage in den Euro-Peripherieländern wie Italien und Spanien, die sich derzeit noch in der Rezession befinden, in der zweiten Jahreshälfte aufgrund einer möglichen Lockerung der Sparvorgaben verbessern könnte. Deutschland erreicht nach Prognosen der Bundesregierung 2013 ein Wachstum von 0,4%. Besser als in Europa wird sich voraussichtlich die Wirtschaft in den USA entwickeln. Hier könnte das Wachstum in 2013 laut IWF bei 2,1% liegen. Insgesamt wird das Wachstum der Industriestaaten mit voraussichtlich 1,5% relativ niedrig bleiben.
Die Erwartungen an die Entwicklung der Biotechnologie-Branche für das Jahr 2013 sind grundsätzlich positiv. Marktteilnehmer sehen gute Chancen, dass sich die positive Branchen-Entwicklung aus 2012 bei Marktzulassungen, klinischen Erfolgen und der guten Kapitalmarkt-Performance fortsetzen könnte. Dieser Optimismus fußt auf einer Vielzahl anstehender Zulassungsentscheidungen sowie erwarteter klinischer Ergebnisse. So stand laut dem Branchendienst BioCentury bereits zu Jahresbeginn fest, dass die US-amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde FDA (Food and Drug Administration) im Jahresverlauf mindestens 30 Entscheidungen über Marktzulassungen treffen wird. Zudem dokumentiert BioCentury für 2013 insgesamt 98 anstehende zulassungsrelevante Meilensteine bzw. Phase-III-Studienergebnisse in der Branche. Investoren erwarten im Jahr 2013 wieder einen stärkeren Trend zu Investments in Biotech-Unternehmen mit niedrigerer Marktkapitalisierung, nachdem 2012 vor allem große Biotechfirmen mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 5 Mrd. US-$ bei Aktienkäufern gefragt waren. Dieser Trend hat bereits im Januar 2013 spürbar eingesetzt. In einer Umfrage favorisieren Investoren zudem vor allem Unternehmen der Sektoren Onkologie, Antibiotika und Seltene Krankheiten (Orphan Diseases).
Auch in Deutschland blickt die Biotechnologie-Industrie relativ optimistisch in die Zukunft. Gemäß einer zu Jahresbeginn 2013 veröffentlichten Umfrage des Branchenverbands BIO Deutschland beurteilen die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage deutlich positiver als im Vorjahr. Ihre Investitionsbereitschaft stieg sogar auf den höchsten Wert seit Beginn der Befragung im Jahr 2006.
8.2 Unternehmensausblick
Für das Jahr 2013 erwartet 4SC Daten aus mehreren klinischen Studien der Phasen I und II. Ferner laufen Vorbereitungen für fortgeschrittene klinische Studien, um insbesondere die beiden am weitesten fortgeschrittenen klinischen Produkte Resminostat und Vidofludimus -gemeinsam mit Partnern - auf dem Weg zur Marktreife weiter voranzubringen.
Für den Krebswirkstoff Resminostat ist nach den im September 2012 veröffentlichten hervorragenden Ergebnissen zum Gesamtüberleben bei fortgeschrittenem Leberkrebs (HCC) das Datenpaket der Phase-II-SHELTER-Studie weitestgehend komplett. Nach dem Ende 2012 erfolgten Datenbankschluss steht für 2013 noch die Veröffentlichung der weiterführend ausgewerteten Studienergebnisse inklusive der Analyse von Patientensubgruppen und der Biomarkerstudien aus; beides soll auf wissenschaftlichen Konferenzen im Jahresverlauf erfolgen. Aufgrund der hervorragenden bisherigen Studienergebnisse bei fortgeschrittenem Leberkrebs strebt 4SC - gemeinsam mit dem exklusiv für Japan zuständigen Partner Yakult Honsha und einem noch zu identifizierenden internationalen Partner - eine zügige Zulassung in dieser Indikation an. Ein Kernelement unserer Entwicklungsstrategie wird es sein, die Marktzulassung für Resminostat in einer Kombinationsbehandlung mit Sorafenib in der Zweitlinientherapie von fortgeschrittenem Leberkrebs durch eine internationale Phase-III-Studie zu erreichen. Das geplante Design der Studie wurde im Rahmen von Beratungsgesprächen mit Behörden in Europa und den USA bereits erfolgreich abgestimmt. Gleichzeitig beabsichtigt 4SC, durch weitere klinische Studien auch eine Zulassung in der Erstlinienbehandlung von Leberkrebs in der Kombinationsbehandlung mit Sorafenib zu erreichen und damit die Marktchancen von Resminostat in dieser Indikation weiter deutlich zu erhöhen. Nach der bereits 2011 mit Yakult Honsha eingegangenen Lizenzvereinbarung zur Entwicklung und Vermarktung von Resminostat in Japan befindet sich 4SC derzeit in Gesprächen mit möglichen internationalen Partnern für weitere Lizenz- und Entwicklungspartnerschaften für Resminostat. Des Weiteren arbeitet das Unternehmen aktuell an der Etablierung des Herstellungsprozesses in einem größeren Maßstab, um die benötigte Studienmedikation für Resminostat für die geplante Phase-III-Studie zu produzieren. Zudem müssen die Zulassungsbehörden vor dem offiziellen Start dieser Studie ihre formale Zustimmung erteilen. Nach Einschätzung des Vorstands der 4SC AG könnte der geplante Studienstart in der zweiten Jahreshälfte 2013 erfolgen. Voraussetzung hierfür ist, dass vorher ein Partner gefunden wird und die weiteren Studienvorbereitungen erfolgreich abgeschlossen werden.
In der laufenden Phase-I/II-SHORE-Studie, in der Resminostat in Kombination mit der FOLFIRI Chemotherapie in der Indikation Darmkrebs untersucht wird, erwartet 4SC in den kommenden 12-18 Monaten die Daten zur klinischen Wirksamkeit. Erste Zwischenergebnisse zur Wirksamkeit liegen möglicherweise bereits Ende 2013 vor. Im Phase-II-Teil der SHORE-Studie, der nach Einschätzung des 4SC-Vorstands noch im ersten Halbjahr 2013 starten kann, wird die Wirksamkeit der Resminostat-FOLFIRI-Kombination untersucht. Zum Verlauf des Phase-I-Teils der Studie konnten Ende 2012 positive Zwischenergebnisse zur Sicherheit, Verträglichkeit und Pharmakokinetik der Wirkstoffkombination vermeldet werden.
Für Vidofludimus, den Hauptwirkstoff des Unternehmens im Bereich Autoimmunerkrankungen, strebt 4SC aufbauend auf den guten Ergebnissen einer Phase-IIa-Studie in chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen den Start einer klinischen Phase-IIb-Studie in der Indikation Morbus Crohn an. Das Design der geplanten Studie wurde bereits fertiggestellt und mit den internationalen Zulassungsbehörden erfolgreich abgestimmt. Derzeit konzentrieren sich die Aktivitäten auf die Suche nach einem geeigneten Partner, mit dessen Unterstützung die Studie durchgeführt werden soll.
Mit 4SC-202 und 4SC-205 erprobt das Unternehmen aktuell zwei weitere vielversprechende Krebswirkstoffe in laufenden klinischen Phase-I-Tests. Die Phase-I-Dosisfindungsstudie "TOPAS" mit dem epigenetischen Wirkstoff 4SC-202 bei Patienten mit fortgeschrittenen hämatologischen Tumoren ist bereits weit vorangeschritten. Aufgrund der sehr guten Verträglichkeit des Wirkstoffs werden gegenwärtig zusätzliche Dosierungen geprüft. Das Unternehmen geht aktuell davon aus, in der zweiten Jahreshälfte 2013 - nach Ermittlung der bestmöglichen Behandlungsdosierung - die Ergebnisse zu veröffentlichen.
Auch die laufende Phase-I-AEGIS-Studie mit dem Wirkstoff 4SC-205 - dem nach Kenntnis von 4SC einzigen oralen Eg5-Kinesin-Inibitor in klinischen Studien weltweit - bei Patienten mit soliden Tumoren sieht das Unternehmen auf einem guten Weg. Nachdem im Dezember 2012 vielversprechende Ergebnisse zu Sicherheit, Verträglichkeit, Pharmakokinetik und Biomarkern vermeldet werden konnten, wurde eine Studienerweiterung ("Study Amendment") gestartet, um die Substanz in einem neuen, innovativen Dosierungsschema zu testen. Ergebnisse des erweiterten Studienprotokolls der AEGIS-Studie werden gegen Mitte 2013 erwartet.
4SC strebt Lizenzpartnerschaften mit Unternehmen aus der Pharma- und Biotechnologie-Industrie an, um die klinischen Entwicklungsprogramme, insbesondere die Leitwirkstoffe Resminostat und Vidofludimus gezielt bis zur Marktreife weiterzuentwickeln. Dadurch sollen - beispielsweise über Vorab-, Meilensteinzahlungen und Umsatzbeteiligungen -Mittelzuflüsse erzielt werden und 4SC auch am weiteren Entwicklungserfolg der Substanzen beteiligt werden. Angesichts der vielversprechenden bisherigen Studienergebnisse mit beiden Wirkstoffen sieht das Unternehmen dem Fortgang der Gespräche mit potenziellen Partnern weiter optimistisch entgegen.
Die Konzerntochter 4SC Discovery GmbH strebt den Abschluss weiterer Dienstleistungsvereinbarungen und Forschungskooperationen mit Pharma- und Biotechnologie-Unternehmen an. Zudem beabsichtigt die 4SC Discovery GmbH weitere Lizenzpartnerschaften im Frühphasenstadium (sog. Early-Stage Partnering Deals) zur Entwicklung und Kommerzialisierung ihrer eigenen Forschungsprogramme voranzutreiben. Neben unmittelbaren Mittelzuflüssen beabsichtigt die 4SC Discovery GmbH dabei, auch am weiteren Entwicklungserfolg ihrer Projekte - beispielsweise durch Meilensteinzahlungen und Umsatzbeteiligungen - zu partizipieren.
Zum Ende des Geschäftsjahres 2012 verfügte der 4SC-Konzern über einen Finanzmittelbestand von 12.064 T €. Diese bestehenden finanziellen Mittel sichern in Verbindung mit der aktuell vorgesehenen weiteren Ausgaben- und Einnahmenplanung die Finanzierung des Unternehmens bis ins dritte Quartal 2014. Diese Prognose beruht auf den Annahmen, dass der operative Barmittelverbrauch im Jahr 2013 in etwa bei 0,6 Mio. € pro Monat liegen wird und dass die Forschungs- und Entwicklungsprogramme des Unternehmens planmäßig verlaufen. Unabhängig von der Annahme weiterhin steigender Umsätze für das folgende Jahr 2013, rechnet 4SC kurz- und mittelfristig zwar mit einem negativen Ergebnis, allerdings werden die Forschungs- und Entwicklungskosten 2013 nach derzeitigem Planungsstand niedriger als 2012 liegen. Der Grund hierfür ist unter anderem die reduzierte Zahl an laufenden klinischen Studien. Zudem sollte sich das operative Ergebnis des Konzerns aufgrund der zurückgehenden Kosten und der erwarteten steigenden Ergebnisbeiträge aus den Kooperationsaktivitäten der 4SC Discovery GmbH (Segment Discovery & Collaborative Business) gegenüber 2012 weiter verbessern.
Aufgrund der guten operativen Entwicklung der 4SC Discovery GmbH in 2012, die sich auch im bisherigen Jahresverlauf 2013 fortgesetzt hat, erwartet der Vorstand der 4SC AG, dass die 100%ige Tochtergesellschaft 4SC Discovery GmbH - im Falle einer weiterhin positiven Entwicklung von Aufträgen und noch abzuschließenden Partnerschaften - bereits 2013 einen ausgeglichenen operativen Cashflow erzielen kann. Auf mittlere Sicht besteht für die 4SC Discovery GmbH das Ziel, die operative Forschung aus dem laufenden Geschäft selbst zu finanzieren, die Profitabilität zu erreichen und somit zur Finanzierung des gesamten Konzerns beizutragen.
Im Falle von erfolgreichen Forschungs- und Entwicklungskooperationen geht der Vorstand davon aus, dass im Konzern die Umsatzerlöse und sonstigen Erträge im Geschäftsjahr 2014 im Vergleich zu 2013 steigen werden. Das Ergebnis könnte sich somit im Geschäftsjahr 2014 weiter verbessern, wobei die Aufwendungen die Erträge voraussichtlich weiterhin übersteigen werden.
Für den Fall, dass durch die geplanten operativen Einnahmen, insbesondere in Form von Kooperationen oder Partnerschaften, keine ausreichenden zusätzlichen Liquiditätszuflüsse generiert werden können, wäre der darüber hinausgehende Kapitalbedarf durch die Aufnahme von weiterem Eigen- und/oder Fremdkapital zu decken, um den mittel- und langfristigen Fortbestand der Gesellschaft zu sichern.
Insgesamt sieht sich 4SC aufgrund der vielversprechenden klinischen Entwicklungsprogramme und der in der 4SC Discovery GmbH gebündelten Stärke im Bereich der Frühphasenforschung sehr gut für das Jahr 2013 und darüber hinaus positioniert.
9 Geschäftsverlauf der 4SC AG
Der Lagebericht der 4SC AG und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2012 sind nach § 315 Abs. 3 HGB in Verbindung mit § 298 Abs. 3 HGB zusammengefasst. Ergänzend zur Berichterstattung über den 4SC-Konzern erläutern wir die Entwicklung der 4SC AG. Der zusammengefasste Lagebericht umfasst grundsätzlich auch alle gesetzlich verpflichtenden Bestandteile für die 4SC AG.
Die 4SC AG ist das Mutterunternehmen des 4SC-Konzerns und hat ihren Sitz in Planegg-Martinsried. Sie arbeitet operativ im Bereich der klinischen Entwicklung von neuen Wirkstoffen und erzielte 2012 in diesem Geschäftsbereich etwas mehr als 30% des Konzernumsatzes. Wesentliche Leitungsfunktionen des Gesamtkonzerns liegen in der Verantwortung des Vorstands der 4SC AG. Er legt unter anderem die Konzernstrategie fest, verteilt Ressourcen wie beispielsweise Investitionsmittel und verantwortet das Führungskräfte- und das Finanzmanagement. Der Vorstand der 4SC AG bestimmt auch die Kommunikation mit wichtigen Zielgruppen des Unternehmens, insbesondere mit dem Kapitalmarkt und den Aktionären. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der 4SC AG entsprechen im Wesentlichen denen des Konzerns und werden im Kapitel 2 des zusammengefassten Lageberichts angegeben. Zum 31. Dezember 2012 beschäftigte die 4SC AG insgesamt 62 Mitarbeiter inklusive vier Vorstandsmitgliedern. Der Jahresabschluss der 4SC AG ist nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt.
9.1 Ertragslage der 4SC AG nach HGB
Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse der 4SC AG betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr 1.396 T € und konnten damit gegenüber dem Vorjahr (2011: 780 T €) um knapp 80% gesteigert werden.
Die Umsätze setzten sich aus der ratierlichen Auflösung des Umsatzabgrenzungspostens für die im Jahr 2011 für Resminostat geschlossene Partnerschaft mit Yakult Honsha Co. Ltd., Japan, in Höhe von 894 T € (2011: 637 T €) und aus Weiterbelastungen an Kooperationspartner der 4SC AG in Höhe von 502 T € (2011: 98 T €) zusammen.
Sonstige betriebliche Erträge
Auch die sonstigen betrieblichen Erträge der 4SC AG erhöhten sich deutlich um 88% auf 2.002 T € (2011: 1.063 T €). Dieser Anstieg ist im Wesentlichen auf die Erträge aus Weiterberechnungen an verbundene Unternehmen - resultierend aus dem laufenden Verrechnungsverkehr an die 4SC Discovery GmbH, z.B. in Form von weiterbelasteten Personal- und Projektkosten - zurückzuführen. Ein gegenläufiger Effekt resultierte aus verminderten Investitionszuschüssen sowie geringeren Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen.
Personalaufwand
Der 30%ige Rückgang des Personalaufwands der 4SC AG auf 4.469 T € (2011: 6.367 T €) ist im Wesentlichen auf die Ausgliederung des Betriebsteils "Forschung" in die eigene Unternehmung 4SC Discovery GmbH zum 1. Januar 2012 zurückzuführen.
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen
Die Zunahmen der Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen auf 1.473 T € (2011: 1.343 T €) wurde durch zwei gegenläufige Faktoren in Folge des Vermögensübertrags auf die 4SC Discovery GmbH beeinflusst. Einerseits wurden durch die teilweise Übertragung von Anlagevermögen in die 4SC Discovery GmbH die Abschreibungen in der 4SC AG gemindert. Andererseits erfolgte im Zuge der Übertragung die außerplanmäßige Abwertung eines erworbenen Patents im Anlagevermögen der 4SC AG.
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen der 4SC AG, deren wesentliche Posten Fremdarbeiten von externen und von verbundenen Unternehmen, Rechts- und Beratungskosten, Raumkosten sowie Kosten für Investor Relations sind, konnten um 25% reduziert werden auf 10.248 T € (2011: 13.662 T €). Dieser Rückgang resultiert maßgeblich aus zwei sich ergänzenden Faktoren: Zum einen fielen im Berichtsjahr aufgrund der Ausgliederung der 4SC Discovery GmbH sämtliche Kosten, die im Zusammenhang mit der Frühphasenforschung standen, nicht mehr in der 4SC AG an.
Zum anderen sind im Berichtsjahr die bezogenen Fremdleistungen gesunken. Dies begründet sich maßgeblich durch die im Vergleich zum Vorjahr geringere Zahl laufender klinischer Studien und dem entsprechend gesunkenen Aufwand in diesem Zusammenhang; dieser Kostenrückgang konnte die im Berichtsjahr gestiegenen Vorbereitungsaufwendungen für die geplanten Phase-II- und Phase-III-Studien mit den am weitesten fortgeschrittenen klinischen Entwicklungskandidaten überkompensieren.
Finanzergebnis
Das Finanzergebnis der 4SC AG minderte sich auf 230 T € (2011: 278 T €) und resultiert aus geringeren Zinserträgen.
Aufwendungen aus Verlustübernahme
Aus dem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag, aufgrund dessen die 4SC AG seit diesem Berichtsjahr das Ergebnis der 4SC Discovery GmbH übernimmt, war ein Verlust über 2.712 T € zu verzeichnen.
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit wurde auf - 15.274 T € reduziert - einen Verbesserung um 21% gegenüber dem Vorjahr (2011: - 19.251 T €).
Außerordentliches Ergebnis
Das im Berichtsjahr erzielte außerordentliches Ergebnis in Höhe von 9.064 T € (2011: 0 T €) resultiert aus der Aufdeckung der stillen Reserven im Zusammenhang mit der Sacheinlage in die 4SC Discovery GmbH.
Jahresergebnis
Aufgrund der beschriebenen Entwicklungen wurde der Jahresfehlbetrag der 4SC AG um 13.631 T € auf 6.220 T € (2011: 19.851 T €) gemindert. Ergänzt um den Verlustvortrag aus dem Vorjahr in Höhe von 98.186 T € beträgt der Bilanzverlust 104.406 T €.
9.2 Vermögenslage der 4SC AG nach HGB
Anlagevermögen
Trotz planmäßiger Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen bei gleichzeitig geringen Neuinvestitionen erhöhte sich das Anlagevermögen der 4SC AG zum Bilanzstichtag gegenüber dem Vorjahr auf 23.116 T € (2011: 12.631 T €). Dieser Anstieg resultiert im Wesentlichen aus zwei gegenläufigen Faktoren, die im Zusammenhang mit der 4SC Discovery GmbH stehen: Im Rahmen des Vermögensübertrags auf die 4SC Discovery GmbH wurde das Sachanlagevermögen in der 4SC AG reduziert und ein erworbenes Patent abgewertet. Die Stärkung der Finanzanlagen erfolgt aufgrund der Einbringung des Teilbetriebs "Forschung" in die 4SC Discovery GmbH und der damit verbundenen Aufdeckung von stillen Reserven in Höhe von 9.064 T € und aus Ausleihungen an die Tochtergesellschaft.
Umlaufvermögen
Der erwartungsgemäße Rückgang des Umlaufvermögens auf 14.176 T € zum Berichtsjahresende (31. Dezember 2011: 16.772 T €) war im Wesentlichen bedingt durch den Rückgang des Finanzmittelbestands. Dieser umfasst die Positionen Wertpapiere sowie Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten. In Summe war in diesen beiden Posten -aufgrund des Verlustes aus dem operativen Geschäft der 4SC AG - ein Rückgang auf 11.932 T € (31. Dezember 2011: 15.769 T €) zu verzeichnen.
Eigenkapital
Der Anstieg des Eigenkapitals auf 27.634 T € zum 31. Dezember 2012 (31. Dezember 2011: 21.248 T €) wurde von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Positiv wirkte die im Juli 2012 abgeschlossene Kapitalmaßnahme, aufgrund derer sich das Grundkapital um 8.404 T € auf 50.372 T € (31. Dezember 2011: 41.968 T €) und das Agio um 4.202 T € auf 81.668 T € (31. Dezember 2011: 77.466 T €) verbesserte. Gleichzeitig stieg die Anzahl der Aktien um 8.403.510 von 41.968.304 auf 50.371.814 Stück. Einen teilweise gegenläufigen Effekt hatte das mit 6.220 T € negative Jahresergebnis, welches den Bilanzverlust auf 104.406 T € (31. Dezember 2011: - 98.186 T €) erhöhte.
Die Eigenkapitalquote erhöhte sich um 1,9 Prozentpunkte auf 73,7% (31. Dezember 2011: 71,8%) zum Bilanzstichtag.
Sonstige Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen reduzierten sich um 38% auf 1.171 T € (2011: 1.881 T €). Dies lag vor allem an der geminderten Inanspruchnahme von wissenschaftlichen Fremdleistungen.
Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten erhöhten sich auf 8.685 T € zum 31. Dezember 2012 (31. Dezember 2011: 6.461 T €). Aufgrund des am 6. August 2012 rückwirkend zum 1. Januar 2012 abgeschlossenen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags mit der 4SC Discovery GmbH wurde der Verlust der 4SC Discovery GmbH in Höhe von 2.712 T € (31. Dezember 2011: 0 T €) übernommen, hinzu kommen 161 T €, die aus dem laufenden Verrechnungsverkehr mit der Tochterfirma resultieren.
Bilanzsumme
Die Bilanzsumme der 4SC AG betrug zum 31. Dezember 2012 37.501 T € und war somit aufgrund der beschriebenen Sachverhalte um 27% höher als zum Ende des vorangegangenen Geschäftsjahres (31. Dezember 2011: 29.590 T €).
9.3 Finanzlage der 4SC AG nach HGB
Cashflows aus der laufenden Tätigkeit
Der Mittelabfluss aus der laufenden Tätigkeit der 4SC AG lag im Berichtszeitraum 2012 bei 13.616 T € (2011: - 13.407 T €). Die Veränderung im Vergleich zu dem mit 15.274 T € (2011: - 19.251 T €) negativen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit resultiert im Geschäftsjahr wesentlich aus der Verlustübernahme gegenüber dem verbundenen Unternehmen 4SC Discovery GmbH.
Cashflows aus der Investitionstätigkeit
Die Mittelabflüsse aus der Investitionstätigkeit betrugen im Berichtsjahr 2.826 T € (2011: 3.438 T €). Im Berichtszeitraum wurde im Wesentlichen in die Finanzanlagen in Form der 4SC Discovery GmbH und in Darlehen für die 4SC Discovery GmbH investiert. Der Kauf und Verkauf von Finanzmittelanlagen generierte Mittelzuflüsse in Höhe von 3.012 T € (2011: 3.646 T €).
Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit
Die Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit im Berichtszeitraum in Höhe von brutto 12.605 T € (2011: 11.787 T €) resultierten aus der im Juli 2012 abgeschlossenen Kapitalerhöhung.
Finanzmittelbestand
Der Bestand des Finanzmittelfonds zum Bilanzstichtag betrug 5.932 T €. Weitere Gelder in Höhe von 6.000 T € waren in Wertpapieren angelegt. Daraus ergab sich zum 31. Dezember 2012 ein Finanzmittelbestand bei der 4SC AG in Höhe von 11.932 T € (31. Dezember 2011: 15.769 T €).
9.4 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage
Der wesentlichste wirtschaftliche Faktor für die 4SC AG, der sowohl die Senkung der Personalkosten als auch der sonstigen betrieblichen Aufwendungen positiv beeinflusst hat, ist in der Ausgliederung des Teilbereichs "Forschung" in die 4SC Discovery GmbH zu finden, die zum 1. Januar 2012 erfolgte. Ebenso konnten durch die in der klinischen Entwicklung erfolgte Konzentration auf die Werttreiber der 4SC AG im Jahr 2012 im Vergleich zum Vorjahr zusätzliche Aufwendungsrückgänge erzielt werden. Positiv wirkten sich ebenfalls die gestiegenen Erträge aus Entwicklungspartnerschaften sowie die sonstigen Erträgen aus. Aufgrund der Verlustübernahme in Höhe von 2.712 T € aus dem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages mit der 4SC Discovery GmbH ergaben sich jedoch zusätzliche Aufwendungen. Dem Entgegen wirken die außerordentlichen Erträge aus der Aufdeckung stiller Reserven über 9.064 T €, sodass der Verlust 2012 im Vorjahresvergleich deutlich vermindert wurde. Obwohl Bilanzsumme, Eigenkapitalausstattung und Finanzmittelbestand zum 31. Dezember 2012 unter den Vergleichswerten zum Vorjahresstichtag lagen, war innerhalb des Geschäftsjahres 2012 die Liquiditätsausstattung jederzeit hinreichend sichergestellt und die Finanzierung der Programme zu keiner Zeit gefährdet. Hierfür sorgten insbesondere die Mittelzuflüsse aus der im Juli 2012 abgeschlossenen Kapitalerhöhung. Die wirtschaftliche Entwicklung der 4SC AG in 2012 und bis zur Aufstellung des Lageberichts im Geschäftsjahr 2013 verlief planmäßig.
9.5 Ereignisse nach Ablauf des Geschäftsjahres
Die Ereignisse nach Ablauf des Geschäftsjahres finden sich in Kapitel 7 des zusammengefassten Lageberichts des 4SC-Konzerns.
9.6 Risiken und Chancen
Die Geschäftsentwicklung der 4SC AG unterliegt im Wesentlichen den gleichen Risiken und Chancen wie die des 4SC-Konzerns. An den Risiken der Beteiligungen und Tochterunternehmen partizipiert die 4SC AG grundsätzlich entsprechend ihrer jeweiligen Beteiligungsquote. Aus den Beziehungen zu den Beteiligungen und Tochtergesellschaften können zusätzlich aus gesetzlichen oder vertraglichen Haftungsverhältnissen (insbesondere Finanzierungen und Verlustübernahme gemäß dem geschlossenen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zwischen der 4SC AG und der 4SC Discovery GmbH) Belastungen resultieren. Die 4SC AG als Mutterunternehmen des 4SC-Konzerns ist eingebunden in das konzernweite Risikomanagementsystem. Weitere Informationen hierzu finden sich im Kapitel 6.1 des zusammengefassten Lageberichts. Die nach § 289 Abs. 5 HGB erforderliche Beschreibung des internen Kontrollsystems für die 4SC AG erfolgt ebenfalls im Kapitel 6.1.
9.7 Prognosebericht (Ausblick)
Die Erwartung für die weitere Geschäftsentwicklung der 4SC AG für die kommenden beiden Jahre ist im Wesentlichen identisch mit dem Ausblick des 4SC-Konzerns, der im Prognosebericht des Konzerns, Kapitel 6.8 ausführlich beschrieben wird. Die 4SC AG beabsichtigt, durch den Abschluss von Partnerschaften in Form von Entwicklungskooperationen sowie Lizenzvereinbarungen für ihre klinischen Entwicklungsprogramme Liquiditätszuflüsse und steigende Umsätze zu generieren. Die Forschungs- und Entwicklungskosten der 4SC AG werden nach derzeitigem Planungsstand für 2013 und 2014 unter dem Niveau des Berichtsjahres liegen, was unter anderem mit der weiter sinkenden Zahl an laufenden klinischen Studien korreliert, jedoch im Wesentlichen durch die Übertragung der frühen Forschungsaktivitäten auf die 4SC Discovery GmbH im Zusammenhang steht. Insgesamt rechnet auch die 4SC AG nach wie vor kurz- und mittelfristig mit einem negativen Jahresergebnis, welches bei der 4SC AG für 2013 und 2014 etwas schlechter als im Berichtszeitraum sein kann.
Zum Ende des Geschäftsjahres 2012 verfügte die 4SC AG über einen Finanzmittelbestand von 11.932 T €. Unter der Berücksichtigung der Aussagen im Konzernprognosebericht, Kapitel 8, und des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags mit der alleinigen 100%igen Tochtergesellschaft 4SC Discovery GmbH ist auch die Finanzierung der Muttergesellschaft 4SC AG bis ins dritte Quartal 2014 sichergestellt. Der Vorstand der 4SC AG weist vorsorglich darauf hin, dass für den Fall, dass durch die geplanten operativen Einnahmen durch die 4SC AG oder die 4SC Discovery GmbH, insbesondere in Form von Kooperationen oder Partnerschaften, keine ausreichenden zusätzlichen Liquiditätszuflüsse generiert werden können, der darüber hinausgehende Kapitalbedarf durch die Aufnahme von weiterem Eigen- und/oder Fremdkapital zu decken wäre, um den mittel- und langfristigen Fortbestand der Gesellschaft zu sichern.
Als Muttergesellschaft des 4SC-Konzerns erwartet die 4SC AG, von der erwarteten positiven Entwicklung des 4SC-Konzerns im Jahr 2013 und darüber hinaus profitieren zu können.
9.8 Veröffentlichung
Der nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und Aktiengesetzes erstellte Jahresabschluss der 4SC AG und der zusammengefasste Lagebericht werden im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.
7 Bestätigungsvermerk
Den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk haben wir wie folgt erteilt:
"Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers
Wir haben den Jahresabschluss --bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang-- unter Einbeziehung der Buchführung und den zusammengefassten Lagebericht der 4SC AG, Planegg, Landkreis München, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2012 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und zusammengefasstem Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den zusammengefassten Lagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und zusammengefasstem Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der zusammengefasste Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Ohne diese Beurteilung einzuschränken, weisen wir auf die Ausführungen des Vorstands im Abschnitt 6.2.4 des zusammengefassten Lageberichts hin. Dort ist ausgeführt, dass der Fortbestand der Gesellschaft von der Zuführung finanzieller Mittel in Form von Eigen- oder Fremdkapital abhängig ist, falls durch Kooperationen und Partnerschaften keine ausreichenden Liquiditätszuflüsse generiert werden können."
München, den 14. März 2013
**KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Pastor, Wirtschaftsprüferin
Rahn, Wirtschaftsprüfer