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4SC AG — Annual Report 2014
Jun 1, 2015
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Annual Report
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Publication

4 SC AG
Planegg
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2014 bis zum 31.12.2014
Jahresfinanzbericht 2014 4SC AG
6. Wiedergabe des Bestätigungsvermerks
Wir haben dem Jahresabschluss und dem zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2014 bis 31. Dezember 2014 der 4SC AG, Planegg-Martinsried, Landkreis München, in der diesem Bericht als Anlage 1 bis 3 (Jahresabschluss) und Anlage 4 (zusammengefasster Lagebericht) beigefügten Fassung den unter dem Datum vom 13. März 2015 in München unterzeichneten uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt, der hier wiedergegeben wird:
"Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers
Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den zusammengefassten Lagebericht der 4SC AG, Planegg-Martinsried, Landkreis München, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2014 bis 31. Dezember 2014 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und zusammengefasstem Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den zusammengefassten Lagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den zusammengefassten Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und zusammengefasstem Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der zusammengefasste Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Ohne diese Beurteilung einzuschränken, weisen wir auf die Ausführungen des Vorstands im Abschnitt 8.2.7 "Gesamtbeurteilung der Risikosituation" des zusammengefassten Lageberichts hin. Dort ist ausgeführt, dass der Fortbestand der Gesellschaft gefährdet ist, wenn sich die Annahmen hinsichtlich Liquiditätszuflüssen aus Kooperationen und Partnerschaften sowie aus potenziellen Finanzierungsmaßnahmen nicht ausreichend realisieren lassen und keine zusätzlichen finanzielle Mittel in Form von Eigen- oder Fremdkapital eingeworben werden können."
Für Veröffentlichung oder die Weitergabe des Jahresabschlusses und/oder des Lageberichts in einer von der testierten Fassung abweichenden Form sowie für den Fall der Übersetzung in andere Sprachen bedarf es zuvor unserer erneuten Stellungnahme, falls dabei der von uns erteilte Bestätigungsvermerk zitiert wird oder ein Hinweis auf unsere Jahresabschlussprüfung erfolgt; wir weisen hierzu auf die Bestimmungen des § 328 HGB hin.
München, den 13. März 2015
**Baker Tilly Roelfs AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Wirtschaftsprüfer
Stahl
Hund
Jahresabschluss und Lagebericht zum 31. Dezember 2014
Bilanz zum 31. Dezember 2014
AKTIVA
| 31.12.2014 | 31.12.2013 | ||
|---|---|---|---|
| TEUR | TEUR | TEUR | |
| --- | --- | --- | --- |
| A. ANLAGEVERMÖGEN | |||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||
| entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 7.842 | 8.582 | |
| II. Sachanlagen | |||
| andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 92 | 142 | |
| III. Finanzanlagen | |||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 9.972 | 9.972 | |
| 2. Beteiligungen | 12 | 12 | |
| 9.984 | 9.984 | ||
| B. UMLAUFVERMÖGEN | 17.918 | 18.708 | |
| I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | |||
| 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 0 | 2 | |
| 2. sonstige Vermögensgegenstände | 362 | 702 | |
| II. Wertpapiere | 362 | 704 | |
| sonstige Wertpapiere | 115 | 2.000 | |
| III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten | 2.688 | 2.224 | |
| C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN | 142 | 106 | |
| 21.225 | 23.742 | ||
| Passiva | |||
| 31.12.2014 | 31.12.2013 | ||
| TEUR | TEUR | TEUR | |
| A. EIGENKAPITAL | |||
| I. Gezeichnetes Kapital | 50.849 | 50.372 | |
| II. Kapitalrücklage | 81.713 | 81.668 | |
| III. Bilanzverlust | -126.144 | -115.717 | |
| 6.418 | 16.323 | ||
| B. RÜCKSTELLUNGEN | |||
| sonstige Rückstellungen | 1.382 | 955 | |
| C. VERBINDLICHKEITEN | |||
| 1. Anleihen | 450 | 0 | |
| 2. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 295 | 12 | |
| 3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 871 | 505 | |
| 4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 2.564 | 2.085 | |
| 5. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter | 6.131 | 0 | |
| 6. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 6 | 28 | |
| 7. sonstige Verbindlichkeiten | 3.108 | 3.834 | |
| davon aus Steuern: TEUR 63 (Vj. TEUR 105) | |||
| 13.425 | 6.464 | ||
| 21.225 | 23.742 |
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2014
| 2014 | 2013 | ||
|---|---|---|---|
| TEUR | TEUR | ||
| --- | --- | --- | --- |
| 1. Umsatzerlöse | 3.778 | 1.601 | |
| 2. sonstige betriebliche Erträge | 1.119 | 1.541 | |
| 4.897 | 3.142 | ||
| 3. Materialaufwand | |||
| a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren | -6 | 0 | |
| b) Aufwendungen für bezogene Leistungen | -1.897 | -870 | |
| -1.903 | -870 | ||
| 4. Personalaufwand | |||
| a) Löhne und Gehälter | -2.831 | -3.629 | |
| b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung | -501 | -643 | |
| davon für Altersversorgung: TEUR 124 (Vj. TEUR 158) | |||
| -3.332 | -4.272 | ||
| 5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | -822 | -1.618 | |
| 6. sonstige betriebliche Aufwendungen | -7.585 | -5.785 | |
| 7. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 6 | 53 | |
| davon aus verbundenen Unternehmen: TEUR 0 (Vj. TEUR 0) | |||
| 8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -143 | -1 | |
| 9. Aufwendungen aus Verlustübernahme | -1.475 | -1.959 | |
| 10. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | -10.357 | -11.311 | |
| 11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -70 | 0 | |
| 12. Jahresfehlbetrag | -10.427 | -11.311 | |
| 13. Verlustvortrag | -115.717 | -104.406 | |
| 14. Bilanzverlust | -126.144 | -115.717 |
Anhang für das Geschäftsjahr 2014
1. ALLGEMEINE HINWEISE
Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des AktG aufgestellt. Die Aktien der 4SC AG werden seit dem 15. Dezember 2005 im Regulierten Markt der Deutschen Börse (Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse) gehandelt. Entsprechend § 267 Abs. 3 HGB gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.
Die Gliederung der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung entspricht den §§ 266 und 275 HGB, wobei die Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt ist. Der Grundsatz der Darstellungsstetigkeit gemäß § 265 Abs. 1 HGB wird mit Ausnahme hinsichtlich bezogener Leistungen, die in direktem Zusammenhang mit den Umsatzerlösen stehen, beachtet. Im Geschäftsjahr erfolgte ein separater Ausweis sowie die Anpassung der dazugehörigen Vorjahreswerte. Der Abschluss wurde aufgrund der im zusammengefassten Lagebericht unter 8.2.7 erläuterten Faktoren unter der Prämisse der positiven Unternehmensfortführung erstellt. Durch die angewendete kaufmännische Rundung können sich Differenzen zu den exakten Zahlen ergeben.
2. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN
Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.
Für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wurde das Aktivierungswahlrecht gemäß § 248 Abs. 2 HGB nicht in Anspruch genommen. Unverändert zu den Vorjahren werden die Entwicklungskosten in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen.
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bilanziert und wurden entsprechend ihrer Nutzungsdauer zwischen ein und 20 Jahren um planmäßige lineare und außerplanmäßige Abschreibungen vermindert. Der Geschäfts- oder Firmenwert, der aus der Verschmelzung der 4SC GmbH auf die 4SC AG im Geschäftsjahr 2000 resultiert, wurde bis einschließlich 2009 entsprechend § 255 Abs. 4 HGB (a.F.), über einen Zeitraum von zehn Jahren abgeschrieben und beträgt seit dem 31. Dezember 2009 1,00 €.
Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungskosten angesetzt und wird um planmäßige lineare Abschreibungen entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer zwischen zwei und 13 Jahren vermindert.
Für Anlagegüter, deren Anschaffungskosten zwischen 150,00 € und 1.000,00 € liegen, wurden zwischen 1. Januar 2008 und 31. Dezember 2009 in Anlehnung an § 6 Abs. 2a EStG Sammelposten gebildet. Diese Sammelposten wurden bzw. werden in den Wirtschaftsjahren ihrer Bildung und in den folgenden vier Wirtschaftsjahren aufwandswirksam aufgelöst. Seit 1. Januar 2010 werden Anlagegüter bis zu einem Anschaffungswert von 410,00 € im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben, ihr sofortiger Abgang wird unterstellt.
Die Abschreibungen auf Zugänge der immaterielle Vermögensgegenstände und des Sachanlagevermögens erfolgen grundsätzlich zeitanteilig. Die Entwicklung des Anlagevermögens ist im Anlagenspiegel dargestellt.
Die Zugangsbewertung von Finanzanlagen erfolgt zu Anschaffungskosten. Bei einer vorübergehenden Wertminderung wird vom Abwertungswahlrecht Gebrauch gemacht, d.h. die 4SC AG nimmt in diesen Fällen keine Abwertungen vor. Bei einer voraussichtlich dauerhaften Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 3 HGB vorgenommen.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Das strenge Niederstwertprinzip gemäß § 253 Abs. 4 HGB findet Anwendung. Auf fremde Währung lautende Forderungen werden gemäß § 256a HGB zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet, wobei bei Fremdwährungsforderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr die historischen Einbuchungskurse nicht überschritten werden dürfen. Bei Forderungen, deren Einbringbarkeit mit erkennbaren Risiken behaftet ist, werden angemessene Wertabschläge vorgenommen; uneinbringliche Forderungen werden abgeschrieben.
Die Wertpapiere werden nach § 253 Abs. 1 HGB mit ihren Anschaffungskosten oder ihrem niedrigeren Kurswert bilanziert. Das strenge Niederstwertprinzip gemäß § 253 Abs. 4 HGB wurde beachtet.
Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten sind mit ihrem Nennwert angesetzt.
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten beinhalten Vorauszahlungen für Dienstleister, Lizenzen und Disagio's.
Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Langfristige Rückstellungen sind mit einem laufzeitkongruenten Zinssatz abgezinst.
Verbindlichkeiten sind zu ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Auf fremde Währung lautende kurz- und langfristige Verbindlichkeiten werden gemäß § 256a HGB zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet, wobei bei Fremdwährungsverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr die historischen Einbuchungskurse nicht unterschritten werden dürfen.
3. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ
3.1 Anlagevermögen
Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt.
3.2 Finanzanlagen
Anfang Januar 2004 erfolgte die Ausgründung mehrerer ehemaliger 4SC Mitarbeiter in eine eigenständige Gesellschaft, die quattro research GmbH, Am Klopferspitz 19, 82152 Planegg-Martinsried, an der die 4SC AG einen Gesellschaftsanteil von 48,8% hält.
Die entsprechenden Kennzahlen der quattro research GmbH stellen sich zum 31. Dezember 2014 sowie zum Vorjahr wie folgt dar:
| in Tausend Euro | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 1.348 | 1.252 |
| Jahresergebnis | 79 | 56 |
| Bilanzsumme | 1.094 | 801 |
| Eigenkapital | 581 | 502 |
| Verbindlichkeiten | 513 | 299 |
Seit Dezember 2011 hält die 4SC AG 100% der Anteile des Stammkapitals über 25 T € an der 4SC Discovery GmbH mit Sitz in Planegg-Martinsried. Um mit der 4SC Discovery GmbH Anfang 2012 operativ tätig werden zu können, wurden zum 1. Januar 2012 wichtige materielle und immaterielle Vermögensgegenstände, insbesondere aus dem Bereich Forschung, von der 4SC AG per Sacheinlage in die 4SC Discovery GmbH eingebracht. Dabei wurden diese Vermögenswerte bei der 4SC Discovery GmbH aktiviert und entsprechend stille Reserven bei der 4SC AG in Höhe von 9.064 T € aufgedeckt. In dem Zusammenhang wurde das Stammkapital um 75 T € auf 100 T € erhöht.
Die 4SC Discovery GmbH nahm ihren operativen Geschäftsbetrieb in 2012 auf. Seit 2012 besteht ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zwischen der 4SC AG und der 4SC Discovery GmbH. Die Muttergesellschaft überprüft ("Impairment Test") mindestens einmal jährlich den Buchwert des Tochterunternehmens. Der Impairment Test ergab keine Notwendigkeit, den Wertansatz zum 31. Dezember 2014 zu korrigieren.
Die entsprechenden Kennzahlen der 4SC Discovery GmbH stellen sich zum 31. Dezember 2014 nach HGB wie folgt dar:
| in Tausend Euro | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 3.277 | 3.303 |
| Jahresergebnis vor Ergebnisabführungsvertrag | 1.475 | 1.959 |
| Bilanzsumme | 10.642 | 10.954 |
| Eigenkapital | 9.825 | 9.825 |
| Verbindlichkeiten | 817 | 1.135 |
3.3 Vorratsvermögen
In Folge des Betriebsübergangs des Teilbereichs "Forschung" wurde das Vorratsvermögen vollständig auf die 4SC Discovery GmbH zu Bestandskosten übertragen. Die 4SC AG hat somit im Geschäftsjahr und im Vorjahr kein Vorratsvermögen gehalten.
3.4 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
| in Tausend Euro | 31.12.2014 | 31.12.2013 |
|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 0 | 2 |
| davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 0 | 0 |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 0 | 0 |
| davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 0 | 0 |
| Sonstige Vermögensgegenstände | 362 | 702 |
| davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 157 | 157 |
| Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | 362 | 704 |
| davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 157 | 157 |
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen (4SC Discovery GmbH) wurden zum Bilanzstichtag mit Verbindlichkeiten gegen verbundene Unternehmen saldiert und weisen einen Saldo von 0 T € aus (2013: 0 T €).
Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Umsatzsteuer- und Kapitalertragsteuerrückforderungen (70 T €), geleistete Anzahlungen für wissenschaftliche Fremdleistungen und Materialien (10 T €), die Mietkaution (157 T €) und Fördergelder der EU (124 T €). Im Vorjahr waren in dieser Position im Wesentlichen Umsatzsteuer- und Kapitalertragsteuerrückforderungen (285 T €), geleistete Anzahlungen (22 T €), die Mietkautionen (160 T €) und Fördergelder der Bundeskasse (41 T €) sowie der EU (189 T €) enthalten.
3.5 Wertpapiere
| Bestand 31.12.2014 Stück | Buchwert 31.12.2014 T € |
Bestand 31.12.2013 Stück | Buchwert 31.12.2013 T € |
|
|---|---|---|---|---|
| DWS Euro-Liquidity | 1.500 | 115 | 13.025 | 1.000 |
| DB Bank of China Schuldscheindarlehen | 0 | 0 | 4 | 1.000 |
Die Wertpapiere wurden mit den Anschaffungskosten aktiviert und zum Bilanzstichtag gemäß dem strengen Niederstwertprinzip bzw. sofern es sich um kurzlaufende, nicht börsennotierte Schuldverschreibungen handelt zum Nennwert bewertet.
3.6 Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten
| in Tausend Euro | 31.12.2014 | 31.12.2013 |
|---|---|---|
| Guthaben bei Kreditinstituten | 2.686 | 2.223 |
| Kassenbestand | 2 | 1 |
| Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten | 2.688 | 2.224 |
3.7 Rechnungsabgrenzungsposten
Die Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 142 T € (2013: 106 T €) sind zum rechnerisch ermittelten Wert der Vorauszahlung bilanziert. Sie bestehen im Wesentlichen aus vorausbezahlten Rechnungen für Wartungsverträge, Lizenzen, Online-Recherchen und Disagio's.
3.8 Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital
Das Grundkapital der 4SC AG zum 31. Dezember 2014 beträgt 50.849.206,00 €. Es ist eingeteilt in 50.849.206 auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien). Jede Aktie verbrieft einen anteiligen Betrag am Grundkapital der 4SC AG in Höhe von 1,00 € und gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme. Das derzeitige Grundkapital ist voll eingezahlt.
Die Aktien der 4SC AG sind in Globalurkunden ohne Gewinnanteilscheine verbrieft, die bei der Clearstream Banking AG, Frankfurt am Main, als Wertpapiersammelbank hinterlegt worden sind. Der Anspruch des Aktionärs auf Verbriefung seines Anteils oder auf Einzelverbriefung von Aktien ist nach § 6 Absatz 3 der Satzung ausgeschlossen.
Bedingte Kapitalia
Die Hauptversammlungen der Gesellschaft haben beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft wie folgt bedingt zu erhöhen:
| Bedingtes Kapital | Höhe (T €) | Beschluss der HV am | Zweck |
|---|---|---|---|
| II | 114 | 28.06.2006/21.06.2010 | Gewährung von Optionsrechten an Mitglieder des Vorstands und Arbeitnehmer der Gesellschaft mit einer Laufzeit von bis zu zehn Jahren ("ERSATZ-ESOP 2001") |
| III | 88 | 28.07.2004/21.06.2010 | Erfüllung von Optionsrechten von Mitgliedern des Vorstands und Arbeitnehmern der Gesellschaft aus dem Aktienoptionsprogramm "ESOP 2004" |
| IV | 305 | 28.06.2006/21.06.2010 | Gewährung von Optionsrechten an Mitglieder des Vorstands und Arbeitnehmer der Gesellschaft sowie an Arbeitnehmer etwaiger verbundener Unternehmen mit einer Laufzeit von bis zu zehn Jahren ("ESOP 2006") |
| V | 7.023 | 06.08.2012 | Gewährung von Aktien an die Inhaber bzw. Gläubiger von noch zu begebenden Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, Gewinnschuldverschreibungen und/oder Genussrechten (bzw. Kombination dieser Instrumente) |
| VI | 1.000 | 15.06.2009 | Gewährung von Optionsrechten an Mitglieder des Vorstands und Arbeitnehmer der Gesellschaft und ihrer in- und ausländischen verbundenen Unternehmen mit einer Laufzeit von bis zu zehn Jahren ("ESOP 2009") |
| VII | 7.500 | 09.05.2014 | Gewährung von Aktien an die Inhaber bzw. Gläubiger von noch zu begebenden Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten und/oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombination dieser Instrumente) |
Genehmigtes Kapital
In der Hauptversammlung vom 2. Mai 2013 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 1. Mai 2018 einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu 25.185.907,00 € gegen Bareinlagen und/oder Sacheinlagen durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe von insgesamt bis zu 25.185.907 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2013/I).
Kapitalrücklage
Die Kapitalrücklage entwickelte sich im Berichtsjahr wie folgt:
| in Tausend Euro | |
|---|---|
| Kapitalrücklage per 01.01.2014 | 81.668 |
| Veränderungen im Geschäftsjahr 2014 | 45 |
| Kapitalrücklage per 31.12.2014 | 81.713 |
Ergebnisverwendung
| in Tausend Euro | |
|---|---|
| Bilanzverlust per 01.01.2014 | -115.717 |
| Jahresfehlbetrag 2014 | -10.427 |
| Bilanzverlust per 31.12.2014 | -126.144 |
3.9 Sonstige Rückstellungen
| in Tausend Euro | 31.12.2014 | 31.12.2013 |
|---|---|---|
| Übrige Rückstellungen | 1.327 | 903 |
| Rückstellungen für Abschlussprüfungskosten | 55 | 52 |
| Sonstige Rückstellungen | 1.382 | 955 |
Die übrigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für ausstehende Rechnungen (2014: 1.101 T €, 2013: 656 T €), Sondervergütungen (2014: 123 T €, 2013: 122 T €), Urlaubsansprüche (2014: 54 T €, 2013: 79 T €), Mieterrückbauten (2014: 42 T €, 2013: 40 T €) sowie für Berufsgenossenschaftsbeiträge (2014: 7 T €, 2013: 6 T €) gebildet.
3.10 Verbindlichkeiten
Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten sind im Verbindlichkeitenspiegel im Einzelnen dargestellt. Die Verbindlichkeiten sind, mit Ausnahme des Gesellschafterdarlehens, nicht besichert.
Verbindlichkeitenspiegel
| in Tausend Euro | 31.12.2014 | 31.12.2013 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Restlaufzeit in Jahren | Restlaufzeit in Jahren | |||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Art der Verbindlichkeit | bis 1 | 1 bis 5 | über 5 | gesamt | bis 1 | 1 bis 5 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| 1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 295 | 0 | 0 | 295 | 12 | 0 |
| 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 871 | 0 | 0 | 871 | 505 | 0 |
| 3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 2.564 | 0 | 0 | 2.564 | 2.085 | 0 |
| 4. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 6 | 0 | 0 | 6 | 28 | 0 |
| 5. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern | 0 | 6.131 | 0 | 6.131 | 0 | 0 |
| 6. Wandelschuldverschreibung | 450 | 0 | 0 | 450 | 0 | 0 |
| 7. Sonstige Verbindlichkeiten | 1.320 | 1.788 | 0 | 3.108 | 1.153 | 2.681 |
| davon aus Steuern | 63 | 0 | 0 | 63 | 105 | 0 |
| Verbindlichkeiten | 5.506 | 7.919 | 0 | 13.425 | 3.783 | 2.681 |
| in Tausend Euro | 31.12.2013 | |
|---|---|---|
| Restlaufzeit in Jahren | ||
| --- | --- | --- |
| Art der Verbindlichkeit | über 5 | gesamt |
| --- | --- | --- |
| 1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 0 | 12 |
| 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 0 | 505 |
| 3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 0 | 2.085 |
| 4. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 0 | 28 |
| 5. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern | 0 | 0 |
| 6. Wandelschuldverschreibung | 0 | 0 |
| 7. Sonstige Verbindlichkeiten | 0 | 3.834 |
| davon aus Steuern | 0 | 105 |
| Verbindlichkeiten | 0 | 6.464 |
Bei den erhaltenen Anzahlungen handelt es sich um Vorauszahlungen für zukünftige Ansprüche gegenüber einem Kooperationspartner, die nach entsprechendem Projektfortschritt ergebniswirksam aufgelöst werden.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen resultieren vor allem aus wissenschaftlichen Fremdleistungen und Patentdienstleistungen, aber auch aus zum Jahresende abgerechneten Rechts- und Beratungsleistungen.
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen gegenüber der 4SC Discovery GmbH. Aufgrund eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages besteht gegenüber der 4SC Discovery GmbH die Verpflichtung, entstehende Verluste zu übernehmen. Die Aufwendungen aus Verlustübernahme der 4SC Discovery GmbH betragen zum Stichtag 1.475 T € (2013: 1.959 T €). Weitere 1.089 T € (2013: 126 T €) Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten Organschaftsabrechnungen sowie den laufenden Verrechnungsverkehr.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, bestehen zum Bilanzstichtag gegenüber der quattro research GmbH. Mit ihr besteht ein Vertrag über die Entwicklung, Pflege und Wartung einer Software. Ausgewiesen wird die Schuld aus der Dezember-Abrechnung in Höhe von 6 T € (31. Dezember 2013: 28 T €).
Alle Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, wurden im Wesentlichen fristgerecht im Januar 2015 beglichen.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern resultieren aus dem im Juni 2014 mit der Santo Holding (Deutschland) GmbH abgeschlossenen Gesellschafterdarlehen. Das Darlehen läuft bis Ende 2016 (Endfälligkeit) und kann in Tranchen bis zum 31. Dezember 2015 abgerufen werden. Sowohl eine vorzeitige Rückzahlung als auch eine Reduzierung der verfügbaren Darlehensbeträge sind unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Falls bis zum Laufzeitende keine Rückzahlung der in Anspruch genommenen Beträge erfolgen sollte, hat 4SC der Santo Holding (Deutschland) GmbH Optionen auf den Erwerb der 4SC Discovery GmbH oder bestimmter Vermögenswerte dieser Tochtergesellschaft eingeräumt. Ebenfalls besteht die Möglichkeit, dass unter bestimmten Bedingungen eine Darlehensrückzahlung durch die Ausgabe neuer Aktien im Rahmen einer möglichen Kapitalerhöhung erfolgen kann. Aus dieser Finanzierungsvereinbarung flossen der 4SC im Geschäftsjahr 2014 6 Mio. € (2013: 0 Mio. €) zu.
Die Verbindlichkeiten aus gegebenen Wandelschuldverschreibungen entstanden aufgrund der in 2014 ausgegebenen Tranche an Yorkville über 500 T €, aus welcher zum Stichtag 31. Dezember 2014, 50 T € durch Yorkville in Aktien gewandelt wurden und weitere Bezugsrechte im Wert von 450 T € bestehen.
Die sonstigen Verbindlichkeiten resultieren im Wesentlichen aus der Abgrenzung der Vorabzahlung aus 2011 von Yakult Honsha Co., Ltd., Japan (6.000 T €) abzüglich der Auflösungen aus Abgrenzungen für die Jahre 2011 bis 2014 (3.318 T €).
3.11 Sonstige finanzielle Verpflichtungen nach § 285 Nr. 3 HGB
In dieser Position sind für die Folgejahre nach dem Bilanzstichtag bestehende finanzielle Verpflichtungen aus dem Mietvertrag für die Betriebs- und Geschäftsräume der 4SC AG enthalten. Dieser Vertrag wurde am 2. November 2011 um weitere fünf Jahre verlängert und ist bis zum 31. Dezember 2016 befristet. Kaufoptionen bestehen nicht. In dem Mietvertrag sind Preisanpassungsklauseln vorhanden: Der monatliche Mietzins für die Büro- und Laborflächen einschließlich Gemeinschafts- und Funktionsflächen minderte sich für 2012 um 0,30 €/m2 und erhöht sich in den folgenden Jahren um jeweils 0,50 €/m2 .
Die aus den genannten Verträgen künftig zu leistenden Zahlungen stellen sich wie folgt dar:
| in Tausend Euro | |
|---|---|
| 2015 | 875 |
| 2016 | 896 |
| ab 2017 | 0 |
| Summe | 1.771 |
Der in der Gewinn- und Verlustrechnung des Berichtsjahres enthaltene Aufwand aus den Mietverträgen beläuft sich auf 838 T € (2013: 827 T €). Die 4SC AG hatte im Jahr 2014 keinen Aufwand aus Leasingverträgen (2013: 51 T €).
Über die Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen hinaus bestehende finanzielle Verpflichtungen resultieren im Wesentlichen aus wissenschaftlichen Serviceverträgen, einschließlich externer Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Durchführung der klinischen und präklinischen Studien. Die Verpflichtungen hieraus betragen bis zu 1.172 T € (2013: bis zu 1.423 T €), die Fälligkeit ist vor allem abhängig von den entsprechenden Studienfortschritten.
4. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
4.1 Umsatzerlöse
Die Umsätze der 4SC AG in Höhe von 3.778 T € (2013: 1.601 T €) setzten sich aus der ratierlichen Auflösung des Umsatzabgrenzungsposten für die in 2011 geschlossene Partnerschaft mit Yakult Honsha Co., Ltd., Japan, für Resminostat mit 894 T € (2013: 894 T €), einer vertraglich vereinbarten Meilensteinzahlung und aus Weiterberechnungen von Kosten zur Herstellung des Resminostat-Wirkstoffs an Yakult Honsha Co., Ltd. in Höhe von insgesamt 2.884 T € (2013: 707 T €) zusammen.
Informationen über Produkte und Dienstleistungen
| in Tausend Euro | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Umsatzabgrenzung | 894 | 894 |
| Meilensteinzahlung und Weiterbelastungen an Kooperationspartner | 2.884 | 707 |
| Umsatzerlöse | 3.778 | 1.601 |
Informationen über geographische Gebiete
| in Tausend Euro | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Deutschland | 0 | 0 |
| Europa | 0 | 0 |
| Asien | 3.778 | 1.601 |
| Umsatzerlöse | 3.778 | 1.601 |
4.2 Sonstige betriebliche Erträge
| in Tausend Euro | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Weiterberechnungen an verbundene Unternehmen | 1.033 | 1.202 |
| Investitionszuschüsse | 12 | 302 |
| Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 19 | 19 |
| Versicherungsentschädigungen | 0 | 7 |
| Erträge aus der Währungsumrechnung | 1 | 2 |
| Erträge aus Untervermietung | 54 | 0 |
| Übrige Erträge | 0 | 9 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 1.119 | 1.541 |
Die Erträge aus Weiterberechnungen an verbundene Unternehmen in Höhe von 1.033 T € resultieren aus dem laufenden Verrechnungsverkehr, z.B. in Form von weiterbelasteten Personal- und Projektkosten. Die Erträge aus Untervermietung beziehen sich ausschließlich auf den Vertrag mit der CRELUX GmbH, Planegg-Martinsried. Die Investitionszuschüsse umfassen Zuwendungen der öffentlichen Hand für Förderprojekte seitens der EU.
4.3 Materialaufwand
| in Tausend Euro | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 6 | 0 |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen | 1.897 | 870 |
| Materialaufwand | 1.903 | 870 |
Der Anstieg des Materialaufwands ist im Wesentlichen auf die Herstellung des Resminostat-Wirkstoffs für Yakult Honsha Co., Ltd. zurückzuführen.
4.4 Personalaufwand
| in Tausend Euro | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 2.831 | 3.629 |
| Soziale Abgaben | 359 | 463 |
| Aufwendungen für Altersversorgung | 124 | 158 |
| Sonstiges | 18 | 22 |
| Personalaufwand | 3.332 | 4.272 |
Der Rückgang des Personalaufwands ist im Wesentlichen auf die Personalstrukturanpassung im zweiten Quartal 2013 zurückzuführen.
In die Gehälter für das Berichtsjahr sind rückgestellte langfristige Sondervergütungen sowie beitragsorientierte Versorgungspläne für Vorstände (64 T €) eingeflossen. Der sonstige Personalaufwand umfasst im Wesentlichen Aufwendungen für die Berufsgenossenschaft (13 T €).
4.5 Abschreibungen
Die Abschreibungen enthalten keine außerplanmäßigen Abschreibungen.
4.6 Sonstige betriebliche Aufwendungen
| in Tausend Euro | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Raumkosten | 991 | 955 |
| Reparaturen/Instandhaltung | 53 | 26 |
| Lizenzgebühren | 244 | 216 |
| Fremdarbeiten | 3.057 | 2.097 |
| Weiterberechnungen von verbundenen Unternehmen | 90 | 54 |
| PR & IR-Kosten sowie Reisekosten | 690 | 650 |
| Rechts- und sonstige Beratungskosten | 1.823 | 1.189 |
| Verkaufsprovisionen | 140 | 0 |
| Versicherungen/Gebühren | 87 | 97 |
| Betriebsmaterial | 86 | 59 |
| Aufsichtsrat | 182 | 161 |
| Aufwendungen aus der Währungsumrechnung | 3 | 7 |
| Mietleasing | 0 | 51 |
| Anlagenabgänge | 0 | 3 |
| Sonstiges | 139 | 220 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 7.585 | 5.785 |
Die Aufwendungen aus Weiterberechnungen von verbundenen Unternehmen in Höhe von 90 T € resultieren aus dem laufenden Verrechnungsverkehr, z.B. in Form von weiterbelasteten Personal- und Projektkosten.
Die Rechts- und sonstigen Beratungskosten für das Geschäftsjahr enthalten im Wesentlichen Patentkosten (2014: 292 T €, 2013: 558 T €), Beratungsleistungen (2014: 1.451 T €, 2013: 554 T €) sowie Prüfungs- und Abschlusskosten (2014: 80 T €, 2013: 78 T €).
4.7 Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
Die Zinserträge resultieren im Wesentlichen aus Erträgen im Zusammenhang mit Festgeldern und aus Wertpapieren in Höhe von zusammen 6 T € (2013: 53 T €).
4.8 Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere
Im Berichtsjahr wurden keine Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere vorgenommen.
4.9 Zinsen und ähnliche Aufwendungen
Die Zinsaufwendungen in Höhe von 143 T € (2013: 1 T €) resultieren im Wesentlichen aus der Verzinsung des Gesellschafterdarlehens.
4.10 Aufwendungen aus Verlustübernahme
Aufgrund des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages übernahm die 4SC AG die Verluste der 4SC Discovery GmbH in Höhe von 1.475 T € (2013: 1.959 T €).
4.11 Steuern
Im Berichtszeitraum wies die Gesellschaft einen Ertragsteueraufwand in Höhe von 70 T € (2013: 0 T €) aus. Dieser resultiert aus einer nicht anrechenbaren japanischen Quellensteuer.
5. LATENTE STEUERN
Zum 31. Dezember 2014 werden aktive Steuerlatenzen in Höhe der sich ergebenden latenten Steuerschulden angesetzt und in der Bilanz saldiert ausgewiesen, da sie derselben Steuerbehörde zuzurechnen sind. Diese passiven Steuerlatenzen entstehen aufgrund von unterschiedlichen Bewertungen in den immateriellen Vermögensgegenständen und werden, den sich ergebenden aktiven Steuerlatenzen aus den vorhandenen Verlustvorträgen gegengerechnet. Die 4SC AG verfügt gemäß dem letzten vorliegenden Bescheid, der unter dem Vorbehalt der Nachprüfung veranlagt wurde, über körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 139.368 T €. Seit dem Zeitraum nach dem 31. Dezember 2013, der bislang noch nicht steuerlich veranlagt ist, sind erhebliche weitere Verluste entstanden, so dass sich die körperschaftsteuerlichen Verlustvorträge voraussichtlich auf ca. 149.086 T € zum 31. Dezember 2014 erhöhen werden.
Der Berechnung liegt die Annahme zugrunde, dass die ab dem 1. Januar 2014 geltenden Steuersätze (26,33 %) bei Realisierung des Werts der steuerlichen Verlustvorträge in Zukunft Gültigkeit haben werden und dass die Verlustvorträge der 4SC AG weiterhin vollständig angerechnet werden können.
6. ANGABEN ZU VORSTAND UND AUFSICHTSRAT
6.1 Vorstand
Mitglieder des Vorstands
Als alleinvertretungsberechtigte Vorstände waren im Berichtsjahr bestellt:
Herr Enno Spillner, Vorstandsvorsitzender, Neuried
Herr Dr. Daniel Vitt, Mitglied des Vorstands, Germering
Gemeinschaftlich vertretungsberechtigter Vorstand mit einem anderen Vorstandsmitglied:
Herr. Dr. Bernd Hentsch, Mitglied des Vorstands, München (Ausgeschieden zum 31. März 2014)
Entlastung des Vorstands
Dem Vorstand wurde in der Hauptversammlung vom 9. Mai 2014 für das Geschäftsjahr 2013 Entlastung erteilt.
Aktuelle Mitgliedschaften in anderen Kontrollgremien und Aufsichtsräten
Die Mitglieder des Vorstands hatten zum Bilanzstichtag die folgenden Mitgliedschaften in anderen Kontrollgremien und Aufsichtsräten:
Dr. Daniel Vitt
| ― | Mitglied des Beirats der quattro research GmbH, Planegg-Martinsried (seit Januar 2004) |
| ― | Mitglied des Beirats der Nexigen GmbH, Bonn (seit Juli 2008) |
Enno Spillner
| ― | Aufsichtsratsmitglied und Audit-Committee-Vorsitzender der Nanobiotix S.A., Paris, Frankreich (seit Juni 2014) |
| ― | Mitglied des Beirats des Faculty Club G2B, Planegg-Martinsried (seit November 2014) |
Vergütung des Vorstands
Die Bezüge des Vorstands betrugen im Berichtsjahr 601 T € (2013: 924 T €). Darin enthalten sind rückgestellte langfristige Sondervergütungen in Höhe von 14 T € (2013: 22 T €) sowie beitragsorientierte Versorgungspläne in Höhe von 50 T € (2013: 45 T €). Zudem halten die Vorstände insgesamt 365.800 Optionen (2013: 661.120 Optionen), denen im Geschäftsjahr ein rechnerischer Wert in Höhe von 475 T € (2013: 816 T €) gegenübersteht. Die Berechnung erfolgt anhand des Black-Scholes-Modells. Im Geschäftsjahr wurden keine Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands ausgegeben.
Für die Vorstandsmitglieder Enno Spillner und Dr. Daniel Vitt wurde im Rahmen der Neuregelung der Vorstandsverträge im Jahr 2010 eine Vereinbarung getroffen, dass im Falle eines Kontrollerwerbs durch einen Dritten und einer in diesem Zusammenhang stehenden Ablösung für die Restlaufzeit des Vertrags die Bezüge (Fixgehalt plus Bonus I & II) vollständig ausbezahlt werden, mindestens aber für eine rechnerische Restlaufzeit von 15 Monaten. Des Weiteren sind im Falle des Kontrollerwerbs die Regelungen zum Verfall von Aktienoptionen für die Vorstandsmitglieder aufgehoben, d.h. alle an die Vorstandsmitglieder bis zum Trennungszeitpunkt ausgegebenen Aktienoptionen verbleiben den Vorstandsmitgliedern unabhängig von der Beendigung des Dienstverhältnisses. Darüber hinaus bestehen keine Leistungen an die Vorstandsmitglieder nach Beendigung des Vertragsverhältnisses oder aus Anlass der Beendigung des Vertragsverhältnisses.
Individualisiert nach einzelnen Vorstandsmitgliedern setzt sich die Gesamtvergütung im Berichtsjahr wie folgt zusammen:
Vergütung
| in Tausend Euro | Fix | Variabel | Personalaufwand aus Optionen1 | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2014 | 2013 | 2014 | 2013 | 2014 | 2013 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Enno Spillner | 301 | 270 | 18 | 8 | 0 | 6 |
| Dr. Daniel Vitt | 201 | 190 | 18 | 8 | 0 | 7 |
| Dr. Bernd Hentsch | 63 | 218 | 0 | 16 | 0 | 7 |
| Vorstandsvergütung | 565 | 678 | 36 | 32 | 0 | 20 |
| in Tausend Euro | Gesamt | |
|---|---|---|
| 2014 | 2013 | |
| --- | --- | --- |
| Enno Spillner | 319 | 284 |
| Dr. Daniel Vitt | 219 | 205 |
| Dr. Bernd Hentsch | 63 | 241 |
| Vorstandsvergütung | 601 | 730 |
1 : Dabei handelt es sich um den nach IFRS 2 ermittelten Personalaufwand im Berichtsjahr, der nach HGB nicht ergebniswirksam ist.
Anteilsbesitz der Vorstandsmitglieder
Die Bezugsrechte des Vorstands in ihrer Anzahl und den beizulegenden Zeitwert ihrer Gewährung sind in folgender Tabelle dargestellt:
| Optionsprogramm Einheit | Tranche | Ausgabe | Bezugspreis € |
Bezugsverhältnis | ausstehend 31.12.2014 Tsd. | Zeitwert € |
|---|---|---|---|---|---|---|
| ESOP 2001 | 2001/1 | 31.03.01 | 9,60 | 2:1 | 0 | n/a |
| ESOP 2001 | 2001/2 | 10.10.01 | 9,60 | 2:1 | 0 | n/a |
| ESOP 2001 | 2002 | 30.06.02 | 12,00 | 2:1 | 0 | n/a |
| ESOP 2001 | 2003 | 30.09.03 | 5,08 | 2:1 | 0 | 0,74 |
| ESOP 2004 | 2004 | 30.09.04 | 4,24 | 2:1 | 0 | 0,72 |
| ESOP 2004 | 2005 | 30.09.05 | 4,24 | 2:1 | 0 | 0,71 |
| ESOP 2004 | 2006/1 | 30.05.06 | 4,53 | 2:1 | 0 | 0,74 |
| ESOP 2006 | 2006/2 | 25.08.06 | 3,80 | 1:1 | 132 | 1,71 |
| ERSATZ-ESOP 2001 | 2006/3 | 25.08.06 | 3,80 | 1:1 | 11 | 1,54 |
| ESOP 2006 | 2007 | 26.11.07 | 3,65 | 1:1 | 0 | 1,49 |
| ESOP 2006 | 2008 | 22.08.08 | 3,45 | 1:1 | 0 | 1,50 |
| ESOP 2009 | 2009 | 26.11.09 | 3,29 | 1:1 | 223 | 1,04 |
| ESOP 2009 | 2010 | 26.11.10 | 3,09 | 1:1 | 0 | 0,77 |
| ESOP 2009 | 2011 | 30.11.11 | 1,44 | 1:1 | 0 | 0,65 |
| Summe | 366 |
| Optionsprogramm Einheit | Rechnerischer Wert der Optionen gesamt € |
|---|---|
| ESOP 2001 | 0 |
| ESOP 2001 | 0 |
| ESOP 2001 | 0 |
| ESOP 2001 | 0 |
| ESOP 2004 | 0 |
| ESOP 2004 | 0 |
| ESOP 2004 | 0 |
| ESOP 2006 | 226 |
| ERSATZ-ESOP 2001 | 17 |
| ESOP 2006 | 0 |
| ESOP 2006 | 0 |
| ESOP 2009 | 232 |
| ESOP 2009 | 0 |
| ESOP 2009 | 0 |
| Summe | 475 |
Der Anteilsbesitz der Vorstandsmitglieder setzt sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:
Aktien
| in Stück | Aktien 01.01.2014 | Kauf | Verkauf | Aktien 31.12.2014 |
|---|---|---|---|---|
| Dr. Daniel Vitt | 416.803 | 0 | 0 | 416.803 |
| Enno Spillner | 73.800 | 0 | 0 | 73.800 |
| Anteilsbesitz | 490.603 | 0 | 0 | 490.603 |
Aktienoptionen
| in Stück | Optionen 01.01.2014 | Zugänge | Verfall | Ausübung | Optionen 31.12.2014 | Aktien maximal beziehbar |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Dr. Daniel Vitt | 142.600 | 0 | 0 | 0 | 142.600 | 142.600 |
| Enno Spillner | 223.200 | 0 | 0 | 0 | 223.200 | 223.200 |
| Anteilsbesitz | 365.800 | 0 | 0 | 0 | 365.800 | 365.800 |
6.2 Aufsichtsrat
Mitglieder des Aufsichtsrats und Vergütung
Als Aufsichtsrat der Gesellschaft waren im Geschäftsjahr 2014 die in der folgenden Tabelle aufgeführten Personen bestellt. Die Gesamtvergütung des Aufsichtsrats beläuft sich im Berichtsjahr auf 134 T € (2013: 154 T €). Individualisiert nach einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern setzt sich die Vergütung im Berichtsjahr wie folgt zusammen:
| in Tausend Euro | Beruf | Vergütung 2014 | Vergütung 2013 |
|---|---|---|---|
| Dr. Thomas Werner (Vorsitzender bis 18.09.2014) | Privatier | 29 | 40 |
| Klaus Kühn (stellv. Vorsitzender bis 18.09.2014) | Privatier | 20 | 29 |
| Dr. Irina Antonijevic | Direktorin Klinische Forschung bei Genzyme (Sanofi-Konzern), Cambridge, MA, USA | 16 | 18 |
| Dr. Clemens Doppler (Vorsitzender seit 19.09.2014) | Partner & Geschäftsführer bei HeidelbergCapital Asset Management GmbH, Heidelberg Geschäftsführer der Heidelberg Capital General Partner GmbH, Heidelberg | 24 | 23 |
| Helmut Jeggle | COO/Geschäftsführer der Athos Service GmbH, München; Geschäftsführer der AT Impf GmbH, München; Geschäftsführer der AT Newtec GmbH, München; CFO/Geschäftsführer der Apceth GmbH & Co. KG, München; Geschäftsführer der Neuraxpharm Holding GmbH, München; Geschäftsführer der Santo Venture Capital GmbH, Holzkirchen; Geschäftsführer der Salvia GmbH, Holzkirchen; CFO/Geschäftsführer der NX Biotech GmbH, Holzkirchen; Geschäftsführer der Santo International Holding GmbH, Holzkirchen; Prokurist der Santo Holding (Deutschland) GmbH, Holzkirchen; | 20 | 22 |
| Dr. Manfred Rüdiger (stellv. Vorsitzender seit 19.09.2014) | Venture Partner der LSP Life Sciences Partners, München; CEO der Kiadis Pharma B.V., Amsterdam, Niederlande; Managing Director der Kiadis Pharma Canada, Inc., Saint-Laurent, Quebec, Kanada; Geschäftsführer der Kiadis Pharma Deutschland GmbH, München; | 22 | 22 |
| Joerg von Petrikowsky (seit 28.10.2014) | Wirtschaftsprüfer und Steuerberater | 3 | 0 |
| Aufsichtsratsvergütung | 134 | 154 |
Entlastung des Aufsichtsrats
Dem Aufsichtsrat wurde in der Hauptversammlung vom 9. Mai 2014 für das Geschäftsjahr 2013 Entlastung erteilt.
Aktuelle Mitgliedschaften in anderen Kontrollgremien und Aufsichtsräten
Die Mitglieder des Aufsichtsrats hatten zum Bilanzstichtag die folgenden Mitgliedschaften in anderen Kontrollgremien und Aufsichtsräten:
Dr. Clemens Doppler
| ― | Accovion GmbH, Eschborn, Vorsitzender des Beirats |
| ― | Merlion Pharmaceuticals Inc., Singapur, Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | Nanogate AG, Quierschied-Göttelborn, Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | Vasopharm GmbH, Würzburg, Mitglied des Beirats |
Helmut Jeggle
| ― | AFFiRiS AG, Wien, Österreich, Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | APK ALUMINIUM UND KUNSTSTOFFE AG, Merseburg, Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | BioNTech AG, Mainz, Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | Ganymed Pharmaceuticals AG, Mainz, Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | Sidroga AG, Zoffingen, Schweiz, Präsident des Verwaltungsrats |
| ― | VANGUARD AG, Berlin, Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | Glycotope GmbH, Berlin, Mitglied des Beirats |
Dr. Irina Antonijevic, Dr. Manfred Rüdiger und Joerg von Petrikowsky übten zum Bilanzstichtag keine Funktionen in anderen Kontrollgremien und Aufsichtsräten aus.
Anteilsbesitz der Mitglieder des Aufsichtsrats
Der Anteilsbesitz der Mitglieder des Aufsichtsrats setzt sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:
Anteilsbesitz
| in Stück | Aktien 01.01.2014 | Kauf | Verkauf | Aktien 31.12.2014 |
|---|---|---|---|---|
| Dr. Manfred Rüdiger | 5.000 | 2.500 | 0 | 7.500 |
| Dr. Clemens Doppler | 18.593 | 0 | 0 | 18.593 |
| Anteilsbesitz | 23.593 | 2.500 | 0 | 26.093 |
7. ZUSÄTZLICHE ANGABEN
7.1 Durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer gemäß § 285 Nr. 7 HGB
Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer (Angestellte) beträgt im Jahr 2014 ohne Vorstand 37 (2013: 52).
Von den 37 Angestellten (ohne Vorstand) sind 22 in der Entwicklung, 13 im Vertrieb und in der Verwaltung sowie zwei Mitarbeiter im Bereich Informationstechnologie tätig. Im Vorjahr waren von den 52 Angestellten (ohne Vorstand und Auszubildende) 33 in der Entwicklung, 16 im Vertrieb und in der Verwaltung sowie drei Mitarbeiter im Bereich Informationstechnologie tätig.
Darüber hinaus waren 2014 durchschnittlich zwei Vorstände (2013: 3 Vorstände) bei der 4SC AG beschäftigt sowie im Vorjahr ein Auszubildender, sodass die durchschnittliche Gesamtbeschäftigtenzahl in 2014 bei 39 und in 2013 bei 55 lag.
7.2 Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen und Personen
Im Zeitraum 1. Januar 2014 bis 31. Dezember 2014 hat die 4SC AG die nachfolgend dargestellten wesentlichen Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen und Personen getätigt:
quattro research GmbH, Planegg-Martinsried (assoziiertes Unternehmen)
Die 4SC AG unterhält Rechtsbeziehungen zur quattro research GmbH, an der sie seit deren Gründung Anfang 2004 eine Beteiligung in Höhe von 48,8% des Stammkapitals hält. Der bestehende Software-Service-Vertrag zwischen den Gesellschaften, aufgrund dessen die quattro research GmbH Leistungen zur Verbesserung, Weiterentwicklung, Benutzerunterstützung, Weiterbildung und Datenbankpflege bezüglich einer von 4SC erstellten Software zur Unterstützung der Forschungsaktivitäten erbringt, wurde per Ende 2011 aufgehoben. Ein neuer Vertrag mit günstigeren Konditionen für die 4SC wurde im Januar 2012 abgeschlossen. Dieser Vertrag hatte im Geschäftsjahr 2014 ein Volumen von netto 151 T € (2013: 143 T €). Zum Bilanzstichtag bestanden Schulden gegenüber der quattro research GmbH von 6 T € (31. Dezember 2013: 28 T €), die im Januar 2015 getilgt wurden.
Donner & Reuschel Bank, Hamburg (DRB) (sonstige nahestehende Unternehmen)
Die DRB hat 4SC zwischen Oktober 2008 und 31. März 2012 im Zusammenhang mit der Optimierung der Beziehung zu privaten und institutionellen Investoren beraten. Vom 1. April 2012 bis zum 30. September 2014 war DRB als Designated Sponsor für die 4SC aktiv. Im Berichtsjahr entstanden der 4SC hierdurch Aufwendungen in Höhe von 15 T € (2013: 20 T €). Zum 31. Dezember 2014 bestanden keine Schulden gegenüber der DRB.
Einer der Vorstände der DRB, Marcus Vitt, ist ein Bruder des Vorstandsmitglieds der 4SC AG, Dr. Daniel Vitt.
Santo Holding (Deutschland) GmbH, Holzkirchen (sonstige nahestehende Unternehmen)
Die 4SC AG unterhält eine Rechtsbeziehung zur Santo Holding (Deutschland) GmbH, Holzkirchen. Mit ihrer Hauptaktionärin, der Santo Holding (Deutschland) GmbH, schloss die 4SC AG im Juni 2014 einen Darlehensvertrag über bis zu 10 Mio. € ab. Diese Mittel sollen zum einen zur Finanzierung der Kosten eingesetzt werden, die im Rahmen der Vorbereitung der geplanten klinischen Weiterentwicklung von Resminostat anfallen. Zum anderen sollen sie einen Teil der laufenden administrativen Kosten des Unternehmens abdecken. Das Darlehen, das mit 8% jährlich verzinst ist, läuft bis Ende 2016 (Endfälligkeit) und kann in Tranchen bis zum 31. Dezember 2015 abgerufen werden. Aus dieser Finanzierungsvereinbarung flossen der 4SC im Geschäftsjahr 2014 6 Mio. € zu. Zum Bilanzstichtag bestanden Verbindlichkeiten gegenüber der Santo Holding (Deutschland) GmbH in Höhe von 6.131 T € (2013: 0 T €). Gemäß dem Kreditvertrag kann eine teilweise vorzeitige Tilgung des Darlehens erforderlich werden, wenn die 4SC AG im Rahmen neu abgeschlossener Lizenzverträge Finanzmittel vereinnahmen kann, dadurch könnte sich der insgesamt mögliche abrufbare Gesamtbetrag aus dem Darlehen verringern.
4SC Discovery GmbH, Planegg-Martinsried (verbundenes Unternehmen)
Mit der 100% igen Beteiligung 4SC Discovery GmbH unterhält die 4SC AG Rechtsbeziehungen. Der bestehende Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zwischen den Gesellschaften führte im Geschäftsjahr zu Aufwendungen über T € 1.475 (2013: T € 1.959). Der abgeschlossene Untermietvertrag, läuft noch bis 31. Dezember 2016 und hatte ein Nettovolumen in 2014 von T € 343 (2013: T € 271). Aufgrund des Dienstleistungsvertrag ergaben sich Erträge von T € 690 (2013: T € 931), entstanden 4SC aber auch Aufwendungen in Höhe von T € 90 (2013: T € 54). Zum Bilanzstichtag bestanden Schulden gegenüber der 4SC Discovery GmbH von T € 2.564 (31. Dezember 2013: T € 2.085).
Sonstige Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen
Darüber hinaus bestehen sonstige Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen, die im Berichtsjahr einzeln jedoch nicht mehr als 10 T € betragen haben und deren Gesamtvolumen pro Jahr voraussichtlich 10 T € nicht übersteigen wird. Zum 31. Dezember 2014 bestanden hieraus keine Schulden.
7.3 Honorare des Abschlussprüfers gemäß § 285 Nr. 17 HGB
Die ordentliche Hauptversammlung vom 9. Mai 2014 hat die Baker Tilly Roelfs AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (ehemals: RölfsPartner AG), Nymphenburger Straße 3b, 80335 München, zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2014 bestellt.
| in Tausend Euro | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Abschlussprüfungsleistungen | 64 | 60 |
| andere Bestätigungsleistungen | 10 | 16 |
| Sonstige Leistungen | 33 | 3 |
| Vom Abschlussprüfer berechnetes Gesamthonorar | 107 | 79 |
Für Abschlussprüfungsleistungen wurden im Geschäftsjahr 2014 64 T € erfasst (2013: 60 T €). Die anderen Bestätigungsleistungen über 10 T € im Berichtsjahr, fielen für die prüferische Durchsicht der Zwischenabschlüsse an (2013: 10 T €). Sonstige Leistungen durch Baker Tilly Roelfs bestanden im Berichtsjahr aufgrund von mündlichen und schriftlichen Stellungnahmen im Kontext mit unterschiedlichen Finanzierungsthemen oder internen Reportings in Höhe von 33 T € (2013: 3 T €).
7.4 Mitteilungspflichtige Beteiligung gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG
Die nachfolgende Tabelle zeigt die wesentlichen Aktionäre der 4SC AG, die - auf der Basis der von der Gesellschaft gemäß § 21 ff. WpHG erhaltenen Mitteilungen - mehr als 3% der Anteile an der Gesellschaft halten. Dabei beziehen sich die genannten Zahlen immer auf die letzte publizierte Meldung. Der tatsächliche Stand zum 31. Dezember 2014 kann von diesen Werten jedoch abweichen.
| Anzeigende Gesellschaft | Bekanntmachungsdatum | Stimmrechtsanteil |
|---|---|---|
| HeidelbergCapital Private Equity Fund I GmbH & Co. KG, HeidelbergCapital Asset Management GmbH, Dr. Clemens Doppler & Prof. Dr. Martin Weiblen, München | 26.11.2009 | 7,66%1 |
| Roland Oetker, Deutschland | 16.02.2012 | 3,01%1 |
| First Capital Partner GmbH, Gräfelfing, WE Vermögensverwaltungs GmbH & Co. KG, Gräfelfing, WE Verwaltung GmbH, Gräfelfing, Wolfgang Egger, Deutschland | 05.07.2012 | 9,91% |
| Santo Holding (Deutschland) GmbH, Holzkirchen | 09.07.2012 | 41,48%1 |
1 : Gemäß Schätzung des Managements betragen die Anteile zum 31. Dezember 2014 wie folgt:
| ● | HeidelbergCapital Private Equity Fund I GmbH & Co. KG, München | 5,8% |
| ● | Roland Oetker, Deutschland | 4,2% |
| ● | First Capital Partner GmbH, Gräfelfing | 9,7% |
| ● | Santo Holding (Deutschland) GmbH, Holzkirchen | 49,2% |
7.5 Corporate Governance Kodex gemäß § 285 Nr. 16 HGB
Am 24. Februar 2014 und am 23. Februar 2015 erklärten Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft gemäß § 161 AktG, den vom Bundesministerium der Justiz bekannt gemachten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in seiner Vollständigkeit mit einigen Ausnahmen nahezu zu entsprechen. Die Entsprechenserklärungen wurden jeweils am gleichen Tag auf der Website www.4sc.de dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht.
Planegg-Martinsried, 12. März 2015
Der Vorstand
Enno Spillner, Vorstandsvorsitzender
Dr. Daniel Vitt, Mitglied des Vorstands
Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2014
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | ||||
|---|---|---|---|---|
| 1.1.2014 TEUR |
Zugänge TEUR |
Abgänge TEUR |
31.12.2014 TEUR |
|
| --- | --- | --- | --- | --- |
| A. ANLAGEVERMÖGEN | ||||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||
| 1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 13.210 | 1 | 0 | 13.211 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 3.572 | 0 | 0 | 3.572 |
| 16.782 | 1 | 0 | 16.783 | |
| II. Sachanlagen | ||||
| 1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 1.116 | 9 | 28 | 1.097 |
| 2. Geringwertige Wirtschaftsgüter | 0 | 21 | 0 | 21 |
| 1.116 | 30 | 28 | 1.118 | |
| III. Finanzanlagen | ||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 9.972 | 0 | 0 | 9.972 |
| 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 3. Beteiligungen | 277 | 0 | 0 | 277 |
| 10.249 | 0 | 0 | 10.249 | |
| 28.147 | 31 | 28 | 28.150 |
| Aufgelaufene Abschreibungen | ||||
|---|---|---|---|---|
| 1.1.2014 TEUR |
Zugänge TEUR |
Abgänge TEUR |
31.12.2014 TEUR |
|
| --- | --- | --- | --- | --- |
| A. ANLAGEVERMÖGEN | ||||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||
| 1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 4.628 | 741 | 0 | 5.369 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 3.572 | 0 | 0 | 3.572 |
| 8.200 | 741 | 0 | 8.941 | |
| II. Sachanlagen | ||||
| 1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 974 | 60 | 29 | 1.005 |
| 2. Geringwertige Wirtschaftsgüter | 0 | 21 | 0 | 21 |
| 974 | 81 | 29 | 1.026 | |
| III. Finanzanlagen | ||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 3. Beteiligungen | 265 | 0 | 0 | 265 |
| 265 | 0 | 0 | 265 | |
| 9.439 | 822 | 29 | 10.232 |
| Buchwerte | ||
|---|---|---|
| 31.12.2014 TEUR |
31.12.2013 TEUR |
|
| --- | --- | --- |
| A. ANLAGEVERMÖGEN | ||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| 1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 7.842 | 8.582 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 0 | 0 |
| 7.842 | 8.582 | |
| II. Sachanlagen | ||
| 1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 92 | 142 |
| 2. Geringwertige Wirtschaftsgüter | 0 | 0 |
| 92 | 142 | |
| III. Finanzanlagen | ||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 9.972 | 9.972 |
| 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 0 | 0 |
| 3. Beteiligungen | 12 | 12 |
| 9.984 | 9.984 | |
| 17.918 | 18.708 |
Zusammengefasster Lagebericht für das Geschäftsjahr 2014
1. GESCHÄFT und RAHMENBEDINGUNGEN
1.1 Konzernstruktur und Geschäftstätigkeit
Rechtliche Konzernstruktur
Der 4SC-Konzern - im Folgenden als "4SC", "das Unternehmen" oder "der Konzern" bezeichnet - umfasst die Konzernmuttergesellschaft 4SC AG sowie ihre Tochtergesellschaft 4SC Discovery GmbH, an der die 4SC AG zu 100% beteiligt ist.
Die 4SC AG - eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht - ist eine Nachfolgegesellschaft der 1997 gegründeten 4SC GmbH und wurde am 30. August 2000 in das Handelsregister eingetragen. Geschäftssitz des Unternehmens ist Planegg-Martinsried im Landkreis München. Die Aktien der 4SC AG sind seit dem 15. Dezember 2005 im Prime Standard der Deutschen Börse gelistet.
Die ebenfalls in Planegg-Martinsried ansässige 4SC Discovery GmbH wurde Ende 2011 gegründet und nahm am 1. Januar 2012 ihre operative Geschäftstätigkeit auf.
Sofern in diesem Bericht Aussagen gemacht werden, die sich nicht auf den Konzern beziehen, sondern auf die Einzelgesellschaften, werden diese explizit als "4SC AG" oder "4SC Discovery GmbH" bezeichnet.
Geschäftstätigkeit und Organisation
4SC ist ein Biotechnologieunternehmen, das zielgerichtet wirkende, niedermolekulare Medikamente zur Behandlung von Krebs- und Autoimmunerkrankungen erforscht und entwickelt. Im Fokus stehen dabei Indikationen mit hohem medizinischem Bedarf. Die 4SC-Wirkstoffe sollen neue Behandlungsmethoden mit besserer Wirksamkeit und Verträglichkeit im Vergleich zu den bisherigen Therapien ermöglichen. Für die betroffenen Patienten soll das einen höheren Behandlungsnutzen und eine Verbesserung ihrer Lebensqualität bringen.
Die Produktpipeline des Konzerns ist durch ein umfangreiches Patentportfolio geschützt und umfasst mehrere Medikamentenprogramme, die sich in verschiedenen Phasen der klinischen Entwicklung sowie in der Frühphasenforschung befinden. 4SC konzentriert sich dabei auf attraktive Forschungsfelder, wie beispielsweise Epigenetik, Krebsstammzellen, Krebsimmuntherapie und andere wichtige molekulare Signalmuster, die zur Entstehung und Verbreitung von Krebs- und Autoimmunkrankheiten beitragen. Detaillierte Informationen zu den einzelnen Produkten und ihren Entwicklungsfortschritten im Geschäftsjahr 2014 finden sich in den Kapiteln 1.4 (Forschungs- und Entwicklungsprozess) und 2.2 (Wesentliche Ereignisse in den Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Unternehmens) dieses zusammengefassten Lageberichts.
Darüber hinaus besitzt 4SC eine eigene Technologieplattform (4SCan®), um neue Wirkstoffe durch computergestützte virtuelle Screening-Methoden zu identifizieren und zu optimieren. Auf diese Weise können neue Medikamentenkandidaten effizienter aufgefunden werden. Außerdem kann 4SC mit dieser Technologieplattform als Kooperationspartner für andere Unternehmen fungieren und sie bei ihren Aktivitäten in der Wirkstoffforschung unterstützen.
Operativ agiert der Konzern in den beiden sich ergänzenden Segmenten "Development" sowie "Discovery & Collaborative Business". Im Segment "Discovery & Collaborative Business", das durch die 4SC Discovery GmbH repräsentiert wird, sind alle Aktivitäten in den frühen Phasen der Medikamentenforschung (Wirkstoffentdeckung und -optimierung) sowie deren Kommerzialisierung gebündelt. Das Leistungsspektrum des Segments "Development", das in der 4SC AG zusammengefasst ist, umfasst die späteren Phasen des pharmazeutischen Entwicklungsprozesses, d.h. die präklinische und klinische Weiterentwicklung der 4SC-Medikamentenkandidaten bis hin zur Marktzulassung.
1.2 Unternehmensstrategie und Ziele
Ziel der 4SC AG ist es, die Forschung und Entwicklung ihrer Wirkstoffprogramme voranzutreiben, um Produktwerte zu schaffen und dadurch den Wert des Unternehmens insgesamt zu erhöhen. Die Einnahmen aus Partnerschaften im Bereich der Medikamentenforschung und -entwicklung sollen kontinuierlich gesteigert werden, um das operative Geschäft mittel- bis langfristig zu finanzieren und die 4SC nachhaltig profitabel zu machen.
Im Segment "Development" werden Entwicklungs- und Vermarktungskooperationen mit Partnern aus der Pharma- und Biotechnologieindustrie angestrebt, um die einzelnen klinischen Programme auf dem Weg zur Marktreife gezielt weiter zu entwickeln und Mittelzuflüsse für den Konzern zu generieren. Dadurch soll einerseits die Entwicklungsarbeit gestärkt und andererseits das Entwicklungsrisiko gesenkt werden. Durch Vorab- und Meilensteinzahlungen der Kooperationspartner, Erlöse aus Lizenzgebühren sowie Umsatzbeteiligungen sollen nachhaltige Cashflows realisiert werden, die einen substanziellen Beitrag zur Finanzierung und zum Wachstum des Unternehmens leisten.
Das Segment "Discovery & Collaborative Business" ist darauf ausgerichtet, im Bereich der Wirkstoffentdeckung kontinuierliche Umsatz-, Ergebnis- und Finanzierungsbeiträge aus Dienstleistungen für bzw. Forschungskooperationen mit Unternehmen der Pharma- und der Biotechnologiebranche zu erzielen. Zusätzlich sollen die 4SC-eigenen Programme, die sich in frühen Forschungsphasen befinden, in Partnerschaften mit Pharma- und Biotechnologieunternehmen eingebracht werden, um die Weiterentwicklung dieser Programme zu beschleunigen und zusätzliche Mittelzuflüsse und langfristige Wertsteigerungspotenziale für 4SC zu generieren.
1.3 Steuerungssystem
Mit Blick auf ein nachhaltiges Unternehmenswachstum setzt 4SC ein konzernweit einheitliches Berichts- und Planungssystem ein und leitet daraus finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren ab, die kontinuierlich überwacht werden. Wesentliche finanzielle Steuerungsgrößen des Konzerns sind die Umsatzerlöse und die betrieblichen Aufwendungen, wobei insbesondere die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung der einzelnen Projekte ein wichtiger Indikator sind. Deshalb werden sie besonders sorgfältig überprüft und mit den Planwerten abgeglichen.
Darüber hinaus wird der Geschäftsverlauf von Faktoren wie verfügbarer Liquidität, Meilensteinzahlungen und Betriebskapital (Working Capital) beeinflusst, wobei ein konsequentes Cash-Management im Mittelpunkt steht. Eine wesentliche Finanzkennzahl ist in diesem Zusammenhang der durchschnittliche monatliche Barmittelverbrauch. Das Verhältnis von Finanzmittelbestand und geplantem durchschnittlichem Barmittelverbrauch pro Monat ermöglicht eine Einschätzung, für welchen Zeitraum der Finanzmittelbestand voraussichtlich ausreichen wird.
Zur Steuerung des Unternehmens werden außerdem weitere Leistungsindikatoren im Bereich der Forschung und Entwicklung herangezogen. So sind beispielsweise die klinischen Ergebnisse hinsichtlich Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit der in Entwicklung befindlichen Arzneimittelkandidaten in patientenbezogenen Indikatoren zusammengefasst. Die Effizienz und den Erfolg dieser Prozesse misst 4SC unter anderem anhand der Parameter "Einhaltung von Zeit- und Kostenplänen" sowie "Erfolge bei den klinischen Studien". Weitere Erläuterungen zu den nicht-finanziellen Leistungsindikatoren finden sich im Kapitel 5.2.
1.4 Forschungs- und Entwicklungsprozess
Frühphasenforschung und präklinische Entwicklung
Der pharmazeutische Forschungs- und Entwicklungsprozess beginnt bei 4SC typischerweise mit der Suche nach neuen Zielmolekülen und entsprechenden Wirkstoffen. Sobald das Zielmolekül gefunden ist, dem eine verursachende Rolle beim Auftreten einer Erkrankung zugeschrieben wird, kommt die unternehmenseigene, IT-basierte Screening-Technologie zum Einsatz. Sie ermöglicht eine effiziente Recherche in Datenbanken und Substanz-Bibliotheken, um geeignete Wirkstoffmoleküle zu finden, die die Aktivität oder die Funktionen des Zielmoleküls beeinflussen können.
Nach der Identifizierung und mehrstufigen chemischen, biologischen und pharmakologischen Optimierung eines passenden Wirkstoffs ist die sogenannte Frühphasenforschung abgeschlossen. In präklinischen Tests - sowohl in Zellkulturmodellen (in vitro) als auch in regulatorisch vorgeschriebenen Tierversuchen (in vivo) - wird der zukünftige Medikamentenkandidat anschließend auf Wirksamkeit und Unbedenklichkeit hin untersucht. Erst wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, kann die klinische Entwicklung beginnen, in der der Wirkstoff am Menschen erprobt wird.
Klinische Entwicklung
In Phase I der klinischen Entwicklung wird der Wirkstoff erstmals bei wenigen -üblicherweise gesunden - Testpersonen angewendet. Im Gegensatz dazu werden die ersten Studien im Bereich Krebserkrankungen meist schon mit Patienten durchgeführt. Am Ende von Phase I steht eine erste Bewertung, wie der menschliche Körper auf das neue Medikament reagiert. Diese Bewertung beinhaltet eine Einschätzung zur Sicherheit und Verträglichkeit sowie zur Pharmakokinetik (Gesamtheit aller Prozesse, denen ein Wirkstoff im Körper unterliegt). Dazu zählen die Aufnahme des Wirkstoffs, seine Verteilung im Körper, sein biochemischer Um- und Abbau sowie seine Ausscheidung.
In der darauf folgenden Phase II wird der Wirkstoff an einer noch relativ kleinen Auswahl von Patienten getestet. Diese Phase soll einerseits einen ersten Nachweis der medizinischen Wirksamkeit des Präparats liefern und es andererseits ermöglichen, eine sichere und potenziell wirksame Behandlungsdosis anhand der Dosis-Wirkungs-Beziehung zu bestimmen.
In der klinischen Phase III wird die Wirkung des Medikaments an einer größeren, statistisch relevanten Zahl von Patienten getestet. Die Phase III soll die entscheidenden Daten für die Wirksamkeit des Medikaments liefern und damit die Basis für einen Marktzulassungsantrag schaffen. Gleichzeitig werden in dieser Phase die Risiko-Nutzen-Abwägung, die Medikamentensicherheit sowie eventuelle Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln genau analysiert.
Erst nach dem erfolgreichen Abschluss aller drei Phasen kann ein Antrag auf Marktzulassung des Medikaments gestellt werden. Nach der Zulassung kann möglicherweise noch ein weiterer Test (Phase IV) stattfinden. In diesem Prüfabschnitt werden dann z.B. seltene Neben- oder Wechselwirkungen eines Medikaments untersucht, die erst in großen Patientengruppen erkennbar werden.
Der gesamte Forschungs- und Entwicklungsprozess - von der Identifizierung der Zielmoleküle bis zur Marktzulassung des Medikaments - dauert in der Regel deutlich länger als zehn Jahre. Im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsprozesses strebt 4SC Partnerschaften mit Pharma- und Biotechnologieunternehmen an, um die Erforschung und Entwicklung der Medikamentenkandidaten auf dem Weg zur Marktzulassung voranzutreiben und ihren wirtschaftlichen Erfolg zu sichern.
Produktpipeline
Die aktuelle Produktpipeline von 4SC umfasst insgesamt vier niedermolekulare Wirkstoffe in der klinischen Entwicklung (Phase I und Phase II). Alle Programme dienen der Behandlung von Krebs- und Autoimmunerkrankungen - Indikationen mit hohem therapeutischen Bedarf und großem wirtschaftlichen Potenzial.
Resminostat - ein oral verabreichter epigenetischer Wirkstoff aus der Klasse der HDAC-Inhibitoren - ist der am weitesten fortgeschrittene Medikamentenkandidat des Konzerns. 4SC beabsichtigt, Resminostat unter anderem als Erstlinientherapie in der Indikation Leberkrebs (Hepatozelluläres Karzinom, HCC) weiterzuentwickeln, nachdem das Unternehmen in dieser Indikation bereits eine Phase-IIa-Studie in der Zweitlinientherapie erfolgreich abgeschlossen hat. In dieser Indikation werden sowohl der therapeutische Bedarf als auch das Marktpotenzial besonders hoch eingeschätzt. Darüber hinaus hat 4SC klinische Studien mit Resminostat in den Indikationen Hodgkin Lymphom (Phase IIa) und Darmkrebs (Phase I) bereits erfolgreich abgeschlossen. Der japanische Entwicklungspartner von 4SC, Yakult Honsha Co., Ltd., erprobt den Wirkstoff aktuell in zwei klinischen Phase-I/II-Studien in den Indikationen Leberkrebs (HCC) sowie nichtkleinzelliger Lungenkrebs (NSCLC) in Asien. Im Rahmen der 2011 mit Yakult Honsha Co., Ltd. exklusiv für Japan vereinbarten Lizenzpartnerschaft hat 4SC eine Vorabzahlung in Höhe von 6 Mio. € erhalten und ist zum Erhalt weiterer erfolgsabhängiger Meilensteinzahlungen von bis zu 127 Mio. € sowie von Umsatzbeteiligungen im zweistelligen Prozentbereich berechtigt.
Neben Resminostat verfügt 4SC über zwei weitere oral verabreichte Krebswirkstoffe in der klinischen Entwicklung. Beide Wirkstoffe lieferten 2014 erste positive Studienergebnisse in klinischen Phase-I-Studien. Der epigenetische Wirkstoff 4SC-202 wurde auf Sicherheit bei der Behandlung hämatologischer Tumore erprobt, der Wirkstoff 4SC-205 - ein Eg5-Inhibitor - bei der Behandlung solider Tumore.
Auf dem Gebiet der Autoimmunerkrankungen hat das Unternehmen mit Vidofludimus einen Wirkstoff, der bereits eine Phase-IIa-Studie zur Behandlung von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (IBD) abgeschlossen hat. Aufgrund der Fokussierung der Entwicklungsstrategie wird 4SC zurzeit keine weiteren wesentlichen Ressourcen in die Weiterentwicklung von Vidofludimus investieren und das Projekt nur in Zusammenarbeit mit externen Projekt- bzw. Finanzierungspartnern weitertreiben.
In der Frühphasenforschung verfolgt 4SC mit seiner Tochtergesellschaft 4SC Discovery GmbH eine Reihe von Wirkstoffprogrammen. Dabei konzentriert sich das Unternehmen auf die Forschungsdisziplinen Epigenetik, Krebsstammzellen, Krebsimmuntherapie sowie zelluläre Signalwege, die zur Entstehung von Krebs bzw. chronischen Entzündungserkrankungen beitragen. Drei dieser Programme wurden bereits in Partnerschaften mit anderen Pharma- bzw. Biotechnologieunternehmen überführt. Das Programm neuartiger TLR-Agonisten für die Krebsimmuntherapie wurde an die Mainzer BioNTech AG lizenziert. Gemeinsam mit der dänischen LEO Pharma A/S wird ein von 4SC entdeckter entzündungshemmender Wirkstoff zur Modulation von Zytokinen (Botenstoffen) für die Behandlung von Psoriasis (Schuppenflechte) erforscht. Ein weiterer, von 4SC identifizierter anti-inflammatorischer Wirkstoff wurde für die weitere Erforschung und Entwicklung im Bereich entzündlicher Augenkrankheiten wie zum Beispiel Uveitis an die österreichische Panoptes Pharma Ges.m.b.H. lizenziert.
2. ÜBERBLICK ÜBER DEN GESCHÄFTSVERLAUF
2.1 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung und Entwicklungen in der Pharma- und Biotechnologiebranche
Gesamtwirtschaftliche Entwicklung
Im Laufe des Jahres 2014 hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Prognose zur Entwicklung der Weltwirtschaft mehrmals nach unten korrigiert. Ursächlich hierfür waren geopolitische Spannungen und zunehmende konjunkturelle Risiken, die auch der im zweiten Halbjahr stark gefallene Ölpreis nicht ausgleichen konnte. Die globale Wachstumsdynamik blieb gegenüber dem Vorjahr mit 3,3% insgesamt unverändert, wobei die einzelnen Länder und Regionen große Unterschiede in ihrer Entwicklung aufweisen. In den entwickelten Volkswirtschaften steigerte sich das Wachstum von 1,3% auf 1,8%, vornehmlich aufgrund einer stabilen Situation in Nordamerika und sich erholender Volkswirtschaften in Europa. Die Schwellen- und Entwicklungsländer verloren insgesamt leicht an Wachstumstempo und legten nur noch um 4,4% zu (2013: 4,7%), wobei in Asien ein annähernd stabiles Plus von 6,5% erzielt wurde (2013: 6,6%). Der Euroraum ist - nach der leicht rückläufigen Entwicklung von minus 0,5% im Jahr 2013 - im Berichtsjahr wieder um 0,8% gewachsen. Deutschland konnte seine Wirtschaftsleistung trotz erster Beeinträchtigungen durch die Russland-Ukraine-Krise auf 1,5% steigern (2013: 0,2%). In den USA lag das Wirtschaftswachstum mit 2,4% etwas höher als im Vorjahr (2013: 2,2%).
Entwicklungen in der Pharma- und Biotechnologiebranche
Das Kapitalmarkt- und Finanzierungsumfeld für Biotechnologiewerte hat sich in 2014 weiter erfreulich entwickelt. Besonders positiv verlief die Entwicklung erneut in Nordamerika. Dort konnten die wichtigsten Indices das dritte Jahr in Folge starke Kursgewinne verbuchen. Nach einer zwischenzeitlichen Korrektur der Bewertungen von Biotechnologieunternehmen im März 2014 erholte sich das Kapitalmarktumfeld wieder und der NASDAQ Biotechnology Index legte im Jahresverlauf um 34% zu. Der deutsche DAXsubsector Biotechnology Index schloss das Jahr 2014 mit einem Plus von 22,7% ab.
Nach Angaben des Brancheninformationsdienstes BioCentury erreichte die Zahl der Börsengänge im Berichtsjahr mit 112 einen neuen Rekord (2013: 60 Börsengänge). Insgesamt betrugen die Emissionserlöse dabei 9 Mrd. US-$ (2013: 3,9 Mrd. US-$). Im Rahmen von 150 Kapitalerhöhungen (Follow-on-Finanzierungen) wurden zusätzlich 11 Mrd. US-$ eingenommen. Auch dies ist gegenüber dem Vorjahr mit 139 Follow-on-Finanzierungen und einem Erlös von 10 Mrd. US-$ ein neuer Spitzenwert.
In Deutschland hat sich das Finanzierungsumfeld im Jahr 2014 weiter verbessert, wenn auch auf signifikant niedrigerem Niveau als in Nordamerika. Die positive Entwicklung zeigt sich unter anderem in den erfolgreichen Kapitalerhöhungen des Aachener Biotechnologieunternehmens Paion AG im Juli 2014 mit einem Emissionsvolumen von 46 Mio. €. Die Medigene AG hat ebenfalls im Juli 2014 eine Kapitalerhöhung über neue Aktien und Wandelschuldverschreibungen durchgeführt und dabei einen Brutto-Emissionserlös von 15,9 Mio. € erzielt. Das im August 2014 aus dem Zusammenschluss des dänischen Epigenetik-Unternehmens Topotarget und der Leberkrebsfirma BioAlliance entstandene Unternehmen Onxeo hat im Dezember 2014 eine Kapitalerhöhung aus Bezugsrechten in Höhe von 40,7 Mio. € platziert. Diese positiven Entwicklungen in Europa dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der US-amerikanische Kapitalmarkt sich hinsichtlich Dynamik, Volumen und Bewertung in gänzlich anderen Sphären bewegt. Dies ist auch ein Grund, warum europäische Biotechnologiefirmen zunehmend Finanzierung und Listing primär in den USA suchen. Das günstigere Finanzierungsumfeld in Nordamerika nutzte beispielsweise das Heidelberger Biotechnologieunternehmen Affimed, das nach Börsenzulassung in den USA im September 2014 insgesamt 56 Mio. US-$ über den Börsengang an der NASDAQ einwarb.
Im Branchen- und Wettbewerbsumfeld von 4SC gab es im Geschäftsjahr 2014 unter anderem folgende relevante Neuigkeiten:
Der Pharmakonzern Bayer erlitt bei der Weiterentwicklung seines Wirkstoffs Sorafenib gegen Leberkrebs im Rahmen eines Phase-III-Studienprogramms im ersten Quartal 2014 einen Rückschlag. Durch die Studie konnte nicht bestätigt werden, dass das Medikament in der adjuvanten Behandlungssituation die Wiederkehr von Leberkrebs wie angenommen verzögert.
Im Juli 2014 erhielt der HDAC-Inhibitor Belinostat von der FDA die Marktzulassung in den USA in der hämatologischen Tumorindikation des peripheren T-Zell-Lymphoms. Belinostat wurde ursprünglich von der dänischen Firma Topotarget (heute Onxeo) entwickelt und an die US-Firma Spectrum Pharmaceuticals lizenziert. Im November hat Novartis für seinen HDAC-Inhibitor Panobinostat insbesondere aufgrund des ungünstigen Sicherheitsprofils des Wirkstoffs ein negatives Votum des zuständigen FDA-Panels erhalten. Novartis hatte im Juni 2014 für Panobinostat in der hämatologischen Indikation Multiples Myelom nach guten Phase-III-Wirksamkeitsdaten die Marktzulassung in den USA beantragt. Das FDA-Gremium sieht jedoch das Sicherheits-Verträglichkeitsprofil des Wirkstoffs insgesamt als nicht vorteilhaft an. Im Dezember 2014 hat das US-amerikanische Unternehmen MEI Pharma einen Meilenstein in einer Phase-II-Studie erreicht, in der der HDAC-Inhibitor Pracinostat in der hämatologischen Tumorindikation Akute Myeloische Leukämie (AML) in Kombinationstherapie mit einem klassischen Krebsmedikament erprobt wurde. Im Rahmen der Studie konnte die klinische Wirksamkeit von Pracinostat gezeigt werden. 4SC hat mit Resminostat und 4SC-202 ebenfalls zwei Wirkstoffe im Portfolio, die unter anderem bestimmte HDAC-Moleküle inhibieren.
2.2 Wesentliche Ereignisse in den Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Unternehmens
Die Kernkompetenz von 4SC ist die Erforschung und Entwicklung neuer Medikamente in den Hauptindikationsgebieten Krebs- und Autoimmunerkrankungen. Relevante Fortschritte bei den Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der eigenen Wirkstoffe sind von zentraler Bedeutung für den Unternehmenserfolg. Das Unternehmen verfolgt hierbei eine auf die Hauptwerttreiber fokussierte Entwicklungsstrategie. Das Augenmerk liegt aktuell auf der geplanten klinischen Weiterentwicklung des Krebswirkstoffs Resminostat. Aber auch die in der 4SC-Pipeline nachfolgenden Krebswirkstoffe 4SC-202 und 4SC-205 lieferten im Berichtsjahr vielversprechende klinische Studienergebnisse.
4SC hat im Berichtsjahr seine Entwicklungsstrategie fortgesetzt und in den beiden Konzernsegmenten "Development" und "Discovery & Collaborative Business" die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten weiter vorangetrieben.
2.2.1 Segment Development
Das Segment "Development" beinhaltet die in der Konzernmuttergesellschaft 4SC AG angesiedelte klinische und präklinische Entwicklung der Medikamentenkandidaten von 4SC. Ende des Berichtsjahres umfasste es die Wirkstoffkandidaten Resminostat, 4SC-202, 4SC-205 und Vidofludimus.
Resminostat
Der HDAC-Inhibitor Resminostat ist die Leitsubstanz des Unternehmens im Bereich der Krebsmedizin. Der in Tablettenform verabreichte Wirkstoff besitzt einen innovativen, epigenetischen Wirkmechanismus, der das Tumorwachstum stoppen und eine Rückbildung von Tumoren bewirken soll. Aufgrund seines epigenetischen Wirkmechanismus wird erwartet, dass Resminostat nicht nur in Monotherapie, sondern vor allem in Kombinationsanwendung mit anderen Krebsmedikamenten sein therapeutisches Potenzial optimal entfalten kann. Resminostat wurde bzw. wird von 4SC in Europa bzw. seinem japanischen Entwicklungspartner Yakult Honsha Co., Ltd. in Asien bislang in einem breiten Phase-I/II-Entwicklungsprogramm in den Indikationen Leberkrebs (Hepatozelluläres Karzinom, HCC), Darmkrebs (Kolorektales Karzinom, CRC), Hodgkin Lymphom (HL) und nichtkleinzelliger Lungenkrebs (NSCLC) erprobt. Dabei kam bzw. kommt Resminostat in Kombinationstherapien mit den Krebsmedikamenten Sorafenib (bei HCC), FOLFIRI (bei CRC) und Docetaxel (bei NSCLC) sowie als Monotherapie (bei HL) zum Einsatz.
Klinische Phase-II-Studie in Vorbereitung
Resminostat hat in der bereits abgeschlossenen offenen Phase-IIa-SHELTER-Studie in Kombination mit dem Krebsmedikament Sorafenib in der Zweitlinientherapie von Patienten mit fortgeschrittenem Leberkrebs (HCC) positive Ergebnisse geliefert. Zudem zeigten Patienten mit bei Studieneintritt erhöhten Blutwerten des Biomarkers ZFP64 in der ex-post vorgenommenen Biomarkeranalyse eine deutlich höhere Überlebensdauer als Patienten mit niedrigeren ZFP64-Spiegeln unter der Behandlung mit Resminostat.
Auf Basis dieser vielversprechenden Ergebnisse plant 4SC, Resminostat in Kombination mit Sorafenib als HCC-Erstlinientherapie in Richtung Marktzulassung weiterzuentwickeln.
Einen wichtigen Beitrag liefert bereits die vom 4SC-Partner Yakult Honsha Co., Ltd. derzeit durchgeführte Phase-II-Studie in der Erstlinientherapie von HCC. Diese Studie wird randomisiert in zwei Armen durchgeführt. Dabei wird die Wirkung von Resminostat in der Kombination mit Sorafenib mit einem reinen Sorafenib-Arm verglichen. In Europa und den USA soll von 4SC im nächsten Schritt eine ähnliche, aber doppelt-verblindete, randomisiert-kontrollierte Phase-II-Studie durchgeführt werden. Im Rahmen dieser Studie soll auch hier Resminostat in Kombination mit Sorafenib als Erstlinientherapie bei HCC-Patienten untersucht und mit der aktuellen Standardtherapie - der alleinigen Verabreichung von Sorafenib - verglichen werden. Ziel der Studie ist es, die Überlegenheit der Resminostat-Sorafenib-Kombinationsbehandlung unter randomisierten Studienbedingungen nachzuweisen. Darüber hinaus soll der potenziell prädiktive Biomarker ZFP64 weiter qualifiziert werden. Die in der Studie generierten Daten sollen die Grundlage zur Durchführung einer anschließenden Phase-III-Zulassungsstudie in dieser Indikation bilden.
Zur Vorbereitung der geplanten Phase-II-Studie wurde im Berichtsjahr zunächst ein Studienprotokoll entworfen, das anschließend sowohl intern als auch mit externen Experten abgestimmt und optimiert wurde. Im Hinblick auf die Finanzierung des Vorhabens, die derzeit noch nicht gesichert ist, wurden Gespräche mit potenziellen Partnern und Investoren geführt.
Optimierungen des Produktionsprozesses und Herstellung von Resminostat-Wirkstoff für klinische Studien von Yakult Honsha in Asien
Im Rahmen der Vorbereitungen auf die geplante Phase-II-Studie wurde der Herstellungsprozess von Resminostat weiter verbessert. Zudem wird auf Basis des optimierten Herstellungsprozesses Resminostat-Wirkstoff im Auftrag des japanischen Entwicklungspartners Yakult Honsha Co., Ltd. produziert.
Yakult Honsha schließt klinische Phase-I-Studie in Japan ab
Der 4SC-Entwicklungspartner Yakult Honsha Co., Ltd. hat im Mai 2014 eine klinische Phase-I-Studie mit Resminostat bei japanischen Patienten mit soliden Tumoren erfolgreich abgeschlossen. Mit dieser Studie konnte nachgewiesen werden, dass Resminostat in allen getesteten Dosierungen sicher und gut verträglich ist - eine zentrale Voraussetzung für die weitere klinische Entwicklung von Resminostat in Japan. Mit diesem erfolgreichen Studienabschluss war eine vertraglich vereinbarte Meilensteinzahlung von Yakult Honsha Co., Ltd. an 4SC verbunden.
Yakult Honsha startet die Phase-II-Teile von zwei klinischen Phase-I/II-Studien in Asien
Im September 2014 wurde bekannt gegeben, dass Yakult Honsha Co., Ltd. den Phase-I-Teil einer im Mai 2013 gestarteten Phase-I/II-Studie mit Resminostat erfolgreich abgeschlossen hat. Die Studie untersucht die Sicherheit und Wirksamkeit von Resminostat in Kombination mit Sorafenib in der Erstlinientherapie bei asiatischen Patienten mit fortgeschrittenem Leberkrebs (HCC). Nachdem sich die Resminostat-Sorafenib-Kombinationsbehandlung im Phase-I-Teil (Dosisfindungsteil) als sicher und gut verträglich erwiesen hatte, startete Yakult Honsha Co., Ltd. im Anschluss den randomisierten Phase-II-Teil, der bis zu 140 asiatische Patienten umfassen wird. In dieser Phase wird die Wirksamkeit der Resminostat-Sorafenib-Kombination im Vergleich zur Monotherapie mit Sorafenib untersucht.
Positive Ergebnisse konnten auch aus einer klinischen Phase-I/II-Studie gemeldet werden, die Yakult Honsha Co., Ltd. in der Indikation nichtkleinzelliger Lungenkrebs (NSCLC) durchführt. Dabei wird die Sicherheit und Wirksamkeit von Resminostat in Kombination mit dem Krebsmedikament Docetaxel als mögliche neue Zweit- bzw. Drittlinientherapie bei asiatischen Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC getestet. Im Phase-I-Teil der Studie, der im Oktober 2014 erfolgreich abgeschlossen wurde, zeigte sich diese Kombinationsbehandlung in allen untersuchten Dosierungen als sicher und gut verträglich. Der bereits angelaufene randomisierte Phase-II-Teil vergleicht bei bis zu 100 asiatischen Patienten die Wirksamkeit der Resminostat-Docetaxel-Kombination mit dem aktuellen Behandlungsstandard, der Docetaxel-Monotherapie.
Patentschutz weiter gestärkt
Im Oktober meldete die 4SC AG, dass es vom US-Patentamt das Patent für das Herstellungsverfahren von Resminostat erhalten hat. Das Patent schützt den chemischen Prozess, der bei der Herstellung des Wirkstoffs verwendet wird, und hat eine Laufzeit bis ins Jahr 2029. Nachdem 4SC bereits seit 2013 das Stoffpatent für seine Leitsubstanz in allen wichtigen Pharmamärkten der Welt besitzt, konnte nun auch der Herstellungsprozess in nahezu allen wichtigen Märkten - darunter die USA, Europa, Japan, China, Russland, Hongkong, Singapur und Australien - geschützt werden.
4SC-202
4SC-202 ist der zweite epigenetische Krebswirkstoff von 4SC in der klinischen Entwicklung. Dieser Medikamentenkandidat ist ein oral verabreichter selektiver Hemmstoff der epigenetischen Zielmoleküle LSD 1 sowie HDAC 1, 2 und 3. Über epigenetische Veränderungen beeinflusst der Wirkstoff zwei wichtige Signalübertragungswege von Zellen: den Hedgehog- und den WNT-Signalweg. Beide spielen eine zentrale Rolle bei der Entstehung, dem Wachstum und der Ausbreitung von Krebszellen und sind zudem in Krebsstammzellen aktiv. Da sich 4SC-202 aufgrund seiner Wirkweise sowie seiner chemischen Struktur deutlich von Resminostat und dessen möglichen therapeutischen Einsatzgebieten unterscheidet, ist der Wirkstoff eine ideale Ergänzung und Erweiterung der klinischen Produktpipeline von 4SC.
Positive Topline-Daten bei hämatologischen Tumoren
Anfang Juni 2014 hat 4SC auf dem ASCO-Krebskongress in Chicago positive Topline-Ergebnisse aus einer klinischen Phase-I-Studie (TOPAS-Studie) mit 4SC-202 bei Patienten mit fortgeschrittenen hämatologischen Tumoren veröffentlicht. Nach Abschluss der Hauptphase dieser Studie konnte nachgewiesen werden, dass 4SC-202 einerseits sicher und gut verträglich ist und andererseits vielversprechende Hinweise auf Anti-Tumor-Wirksamkeit zeigte - sowohl im Hinblick auf eine langfristige Stabilisierung der Erkrankung, als auch auf die Schrumpfung der Tumore.
Im Rahmen der TOPAS-Studie wurde die Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit von 4SC-202 an 24 stark vorbehandelten Patienten untersucht, wobei verschiedene Dosierungen und Dosierungsschemata getestet wurden. Die Behandlung führte bei einem Patienten zu einer vollständigen Rückbildung (Complete Remisson, CR) der Tumorläsionen. Bei einem weiteren konnte ein partielles Ansprechen (Partial Remission, PR) festgestellt werden. Insgesamt 83% der Patienten profitierten von der Behandlung und 75% von ihnen wurden auch nach der Hauptbehandlungszeit von sechs Wochen weiter behandelt. Bei der Hälfte der Studienteilnehmer konnte die Erkrankung über einen Zeitraum von mehr als 100 Tagen stabilisiert werden; 13% erreichten eine Stabilisierung von mehr als einem Jahr. Zwei der Patienten konnten für mehr als zwei Jahre therapiert werden, wobei bei einem von ihnen eine langfristige Stabilisierung der Krebserkrankung und bei dem anderen eine vollständige Rückbildung der Tumorläsionen erreicht wurde. Dieser Patient wird weiterhin mit 4SC-202 behandelt.
Auf der Basis dieser positiven Studienresultate hat 4SC in der zweiten Jahreshälfte 2014 erste Gespräche mit potenziellen Partnern aufgenommen, um Optionen für die klinische Weiterentwicklung des Wirkstoffs zu prüfen.
4SC-205
4SC-205 ist der dritte Krebswirkstoff in der klinischen Entwicklung des Unternehmens. Bei 4SC-205 handelt es sich um einen oral verabreichten Wirkstoff, der das sogenannte Human-Kinesin-Spindel-Protein Eg5 hemmt. Dieses Protein spielt eine wesentliche Rolle bei der Zellteilung und damit auch beim Tumorwachstum. Zellteilungshemmer wie beispielsweise Taxol werden bereits seit längerer Zeit sehr erfolgreich in der Krebstherapie eingesetzt. Allerdings haben sie den Nachteil starker Nebenwirkungen, die aufgrund eines speziellen Wirkprinzips bei 4SC-205 nicht auftreten. Nach Kenntnis des Unternehmens ist 4SC-205 der weltweit einzige oral verabreichte Eg5-Inhibitor in der klinischen Entwicklung.
Zweiter Teil der AEGIS-Studie erfolgreich abgeschlossen
Anfang Dezember 2014 hat 4SC positive Topline-Ergebnisse der Phase-I-Studie (AEGIS-Studie) mit 4SC-205 bei Patienten mit fortgeschrittenen soliden Tumoren gemeldet.
Die offene Dosisfindungsstudie untersuchte 4SC-205 erstmals an 59 Patienten mit fortgeschrittenen soliden Tumoren ("first-in-man"-Studie). Dabei wurden zwei verschiedene Dosierungsschemata erprobt. Wie bereits Ende 2012 gemeldet worden war, waren im ersten Studienteil 46 Tumorpatienten im konventionellen Dosierungsschema behandelt worden, d.h. mit höheren Einzeldosierungen, aber längeren Behandlungspausen. Darin hatten sich vielversprechende erste Ergebnisse zu Pharmakokinetik, Verträglichkeitsprofil und Biomarkern gezeigt.
Im Berichtsjahr wurde der zweite Studienteil abgeschlossen. In dieser Studienerweiterung ("Study Amendment") wurde 4SC-205 an 13 Patienten mit fortgeschrittenen soliden Tumoren in einem kontinuierlichen Dosisschema untersucht. Dabei wurde der Wirkstoff in kleineren täglichen Einzeldosierungen ohne Behandlungspausen verabreicht. Dieses Schema hat zum Ziel, bei tolerierbaren Nebenwirkungen permanent therapeutisch wirksame Wirkstoffspiegel im Patienten zu erreichen. Nach Kenntnis des Unternehmens ist 4SC-205 der weltweit erste Eg5-Inhibitor, der in diesem Dosisschema klinisch an Patienten untersucht wurde.
Alle primären Ziele der Studienerweiterung wurden erreicht. Neben einer sehr guten dosislinearen Pharmakokinetik wurde ein umfassendes Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil von 4SC-205 etabliert. Die kontinuierliche tägliche Dosierung von 20 mg des Wirkstoffs zeigte erste vielversprechende Hinweise auf Wirksamkeit und wird als Dosierung für eine mögliche Phase-II-Entwicklung des Wirkstoffs vorgeschlagen. Aktuell setzt noch eine Patientin die Studienbehandlung fort, deren zuvor stark ausgeprägte und rasch fortschreitende Tumorerkrankung unter der Gabe von 4SC-205 bereits seit sechs Monaten stabilisiert werden kann. 4SC wird nun die Studienergebnisse mit externen klinischen Meinungsführern und potenziellen Partnern diskutieren, um eine mögliche Weiterentwicklung von 4SC-205 beispielsweise in einer klinischen Phase-II-Studie zu prüfen.
Vidofludimus
Vidofludimus ist der 4SC-Leitwirkstoff im Bereich der Autoimmunerkrankungen. Der oral verabreichte, niedermolekulare Medikamentenkandidat hat in einer ersten klinischen Phase-IIa-Studie vielversprechende Ergebnisse im Bereich der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (IBD) geliefert. Im Rahmen seiner Fokussierungsstrategie investiert 4SC derzeit keine nennenswerten eigenen Ressourcen mehr in die weitere Entwicklung dieses Wirkstoffs. Das Unternehmen strebt jedoch an, eine klinische Weiterentwicklung des Wirkstoffs, zum Beispiel in der Indikation Morbus Crohn, in Zusammenarbeit mit externen Partnern und Investoren zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang hat 4SC im Berichtsjahr den Vidofludimus-Wirkstoff auf eine spezifische Salzform umgestellt, die nach Einschätzung des Unternehmens im Vergleich zur vorhergehenden Form des Wirkstoffs deutliche pharmakologische Vorteile sowie eine Stärkung der Patentsituation unter anderem durch neue und länger laufende Patente erwarten lässt.
2.2.2 Segment Discovery & Collaborative Business
Das Segment "Discovery & Collaborative Business", das die Aktivitäten der Wirkstoffentdeckung und Frühphasenforschung sowie deren Kommerzialisierung durch die 4SC Discovery GmbH umfasst, hat im Jahr 2014 seinen erfolgreichen Kurs fortgesetzt. Aufgrund der Einnahmen aus Forschungskooperationen und Partnerschaften mit Biotechnologie- und Pharmafirmen konnte die 4SC Discovery GmbH im Jahr 2014 einen nahezu ausgeglichenen durchschnittlichen monatlichen operativen Cashflow erreichen.
Die bestehenden Forschungszusammenarbeiten und Partnerschaften entwickelten sich im Berichtsjahr positiv weiter. 4SC Discovery GmbH unterhält unter anderem Kooperationen mit der Mainzer BioNTech AG, dem dänischen Pharmaunternehmen LEO Pharma A/S und der AiCuris GmbH, Wuppertal. Zudem verfügt 4SC Discovery GmbH über eine strategische Technologie- und Vertriebspartnerschaft mit der CRELUX GmbH, die im Berichtsjahr weiter intensiviert wurde.
Neue Forschungskooperationen
Im März 2014 wurde eine Kooperation der 4SC Discovery GmbH mit dem Universitätsklinikum Heidelberg bekannt gegeben. Ziel der auf zwei Jahre angelegten Kooperation ist die Erforschung und präklinische Entwicklung eines Wirkstoffs gegen resistente Malariastämme. Diese Forschungsarbeiten - ein Projekt des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung - werden mit öffentlichen Mitteln in Höhe von 1,3 Mio. € gefördert. Da Malaria nicht zu den Kernindikationsgebieten von 4SC zählt, soll der Wirkstoff nach dem erfolgreichen Abschluss des Projekts an einen Industrie- und Entwicklungspartner auslizenziert werden.
Im April 2014 wurde bekannt gegeben, dass die 4SC Discovery GmbH von der EU Fördermittel in Höhe von 450 T € erhält, die zur Erforschung und Identifizierung neuer epigenetischer Wirkstoffe gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie beispielsweise Schlaganfall eingesetzt werden sollen. Das Projekt, bei dem die 4SC Discovery GmbH eng mit dem Universitätsklinikum München sowie weiteren Unternehmen und akademischen Partnern zusammenarbeitet, soll über rund drei Jahre laufen. Die 4SC-Tochtergesellschaft erhält die Rechte an den gefundenen Substanzen. Mit Hilfe dieser Projektförderung kann 4SC seine epigenetische Forschungsexpertise, die bislang insbesondere auf den Bereich der Krebsmedizin ausgerichtet war, erstmals auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Erkrankungen einsetzen.
Fördermittel zur Erforschung neuer epigenetischer Krebsmedikamente
Im Rahmen des Münchner Biotech-Spitzenclusters m4 erhielten die 4SC Discovery GmbH und ihr strategischer Kooperationspartner CRELUX im Juli 2014 Fördermittel für ein Forschungsprojekt, das zunächst auf elf Monate angelegt ist. Dieses Projekt dient der Erforschung neuer epigenetischer Krebswirkstoffe. Auf Basis der gemeinsamen Forschungsplattform i2c werden die CRELUX GmbH und die 4SC Discovery GmbH sogenannte Bromodomänen-Inhibitoren identifizieren und ihren späteren möglichen Einsatz in der personalisierten Medizin erforschen. Bromodomänen-Proteine gelten als vielversprechende Angriffspunkte für neue Arzneistoffe. Durch ihre gezielte Blockierung sollen Tumorzellen so beeinflusst werden, dass sie entweder vom Immunsystem erkannt und beseitigt oder in den programmierten Zelltod (Apoptose) getrieben werden.
2.3 Wesentliche Ereignisse auf Konzernebene
Auf der Konzernebene erfolgten im Berichtsjahr sowohl personell als auch in finanzieller Hinsicht wichtige Weichenstellungen.
Neue Finanzierungsquellen erschlossen
Im Februar 2014 hat 4SC eine Vereinbarung mit dem US-Investor YA Global Masters SPV Ltd. (Yorkville) unterzeichnet, die der kurz- und mittelfristigen Finanzierung des Unternehmens insbesondere im Hinblick auf die Vorbereitung der geplanten klinischen Weiterentwicklung von Resminostat dienen soll. Gemäß dieser Vereinbarung, die bis zum 31. Dezember 2016 läuft, verpflichtet sich Yorkville zur Zeichnung von Wandelschuldverschreibungen in Höhe von insgesamt bis zu 15 Mio. €, wobei der Ausgabepreis bei 95% des Nominalbetrags liegt. 4SC kann diese Wandelschuldverschreibungen, die nicht verzinst sind und eine Laufzeit von bis zu neun Monaten haben, nach eigenem Ermessen in Tranchen von 500 T€ (brutto) begeben. Die ersten beiden Tranchen wurden im März und September 2014 begeben. Hierdurch flossen dem Unternehmen unter Berücksichtigung eines 5%igen Abschlags netto insgesamt 0,95 Mio. € von Yorkville zu.
Mit ihrer Hauptaktionärin, der Santo Holding (Deutschland) GmbH, hat die 4SC AG im Juni 2014 einen Darlehensvertrag über bis zu 10 Mio. € abgeschlossen. Diese Mittel sollen zum einen zur Finanzierung der Kosten eingesetzt werden, die im Rahmen der Vorbereitung der geplanten klinischen Studie mit Resminostat in der Indikation Leberkrebs anfallen. Zum anderen sollen sie einen Teil der laufenden administrativen Kosten des Unternehmens abdecken. Das Darlehen, das mit 8% jährlich verzinst wird, läuft bis Ende 2016 (Endfälligkeit) und kann in Tranchen bis zum 31. Dezember 2015 abgerufen werden. Sowohl eine vorzeitige Rückzahlung als auch eine Reduzierung der verfügbaren Darlehensbeträge sind unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Falls bis zum Laufzeitende keine Rückzahlung der in Anspruch genommenen Beträge erfolgen sollte, wird 4SC der Santo Holding (Deutschland) GmbH Optionen auf den Erwerb der 4SC Discovery GmbH oder bestimmter Vermögenswerte dieser Tochtergesellschaft einräumen. Aus dieser Finanzierungsvereinbarung flossen 4SC im Geschäftsjahr 2014 6 Mio. € zu.
Veränderung auf der Vorstandsebene
Mit Wirkung zum 31. März 2014 ist der für das Ressort Entwicklung verantwortliche Vorstand Dr. Bernd Hentsch, dessen Vertrag zu diesem Zeitpunkt auslief, aus dem Unternehmen ausgeschieden. Herr Dr. Hentsch stand 4SC im Berichtsjahr im Bedarfsfall als Berater zur Verfügung. Sein Vorstandsressort Entwicklung wird seither von Dr. Daniel Vitt, bis dahin im Vorstand für Forschung und Technologie zuständig, in Personalunion geleitet.
Erfahrene Pharmamanager verstärken das 4SC-Team
Im Juni 2014 übernahm der Pharmamanager und Onkologieexperte Dr. Erich Enghofer bei 4SC die neu geschaffene Position des Executive Vice President Oncology and Haematology. In dieser Funktion ist Herr Dr. Enghofer insbesondere im Aufbau des strategischen Marketings von Resminostat aktiv und unterstützt den Vorstand des Unternehmens bei der Erweiterung des Partnernetzwerks, unter anderem zu potenziellen Pharmapartnern, strategischen und klinischen Meinungsführern sowie Investoren. Herr Dr. Enghofer verfügt über eine mehr als 30-jährige Management-Erfahrung in der pharmazeutischen Industrie mit Schwerpunkt Onkologie. So leitete er beispielsweise bis Mai 2014 die Geschäftseinheit Hämatologie-Onkologie bei Bayer HealthCare in Leverkusen und war dabei unter anderem maßgeblich an der erfolgreichen Marktzulassung und Markteinführung des Leberkrebsmedikaments Sorafenib in Deutschland beteiligt.
Zur Unterstützung der strategischen und operativen Leitung der klinischen Entwicklungsprogramme hat 4SC im Berichtsjahr vorübergehend mit dem externen Pharmamanager und Onkologen Dr. med. Samson Fung zusammengearbeitet. Er hat 4SC mit seiner Expertise im Bereich der klinischen Entwicklung von Krebsmedikamenten bei der Überarbeitung der Entwicklungsstrategie für die geplante klinische Weiterentwicklung von Resminostat unterstützt.
Höherer Streubesitz nach Aktienumplatzierung
Anfang Juli 2014 hat die 4SC AG den erfolgreichen Abschluss der Umplatzierung eines größeren Aktienpakets an verschiedene institutionelle Investoren bekannt gegeben. Diese Aktien wurden zuvor von der VCG Venture Capital Gesellschaft mbH & Co. Fonds III KG i.L. gehalten, die sich zu diesem Zeitpunkt in Liquidation befand und deshalb ihr langjähriges Engagement bei der 4SC AG beenden musste. Der Streubesitz der 4SC-Aktie stieg infolge dieser Transaktion von 30,3% auf rund 35,0%.
Wechsel im Aufsichtsrat
Zum Ablauf des 18. September 2014 haben sowohl der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Thomas Werner als auch der stellvertretende Vorsitzende Klaus Kühn ihre Aufsichtsratsmandate aus persönlichen Gründen niedergelegt. Der zwischenzeitlich aus vier Personen bestehende Aufsichtsrat mit dem neuen Vorsitzenden Dr. Clemens Doppler und dem neuen stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Manfred Rüdiger war zu jeder Zeit voll beschluss- und handlungsfähig. Neues Mitglied des 4SC-Aufsichtsrats ist seit Ende Oktober 2014 der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Joerg von Petrikowsky, der auf Antrag der Gesellschaft durch Beschluss des zuständigen Registergerichts bestellt wurde. Herr von Petrikowsky war mehr als 30 Jahre als Wirtschaftsprüfer tätig, wobei sein Schwerpunkt auf der Prüfung und Beratung multinationaler Life Science- und Pharmaunternehmen lag. Im Aufsichtsrat der 4SC AG übernimmt er den Vorsitz des Prüfungsausschusses sowie die Rolle des unabhängigen Finanzexperten. Das Mandat läuft zunächst bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung des Aufsichtsrats der 4SC AG für das Geschäftsjahr 2014 beschließt.
2.4 Aktie
Trotz Erfolgen in den Forschungs- und Entwicklungsprogrammen und einer Stärkung der kurz- und mittelfristigen Finanzierung des Unternehmens hat die 4SC-Aktie im Berichtsjahr einen negativen Kursverlauf gezeigt. Das Handelsvolumen entwickelte sich hingegen positiv. 4SC verfügt weiterhin über eine solide Aktionärsbasis mit starken Ankerinvestoren.
Kapitalmärkte insgesamt volatil, Biotechnologiebranche im Aufwind
Die internationalen Kapitalmärkte haben das Jahr 2014 nach einem volatilen Verlauf leicht positiv abgeschlossen. Treibende Kräfte waren erneut die durch die expansive Geldpolitik der führenden Notenbanken verursachte hohe Liquidität sowie der Mangel an Anlagealternativen. Der deutsche Leitindex DAX schloss 2014 mit einem leichten Kursgewinn von 3% ab. Im Vergleich dazu entwickelten sich die Aktien der Biotechnologiebranche aufgrund guter Fundamentaldaten in Verbindung mit einem zunehmend positiven Sentiment für den Sektor deutlich besser: Der deutsche Branchenindex DAXsubsector Biotechnology (WKN 723801) stieg im Berichtsjahr um 24%. Der amerikanische NASDAQ Biotechnology Index (WKN 617026) verbesserte sich sogar um 34%.
4SC-Aktie kann von positivem Markttrend nicht profitieren
Die 4SC-Aktie hat sich 2014 in einem insgesamt volatilen Verlauf gegen den Trend im Biotechnologiesektor um 49% verbilligt. Positive Unternehmensmeldungen wie etwa gute Phase-I-Studiendaten mit 4SC-Wirkstoffen oder eine Patenterteilung für das Herstellungsverfahren von Resminostat führten zwar kurzfristig immer wieder zu steigenden Notierungen, blieben aber ohne nachhaltigen Effekt auf die Kursentwicklung von 4SC. Vor allem das Ausbleiben einer von Teilen des Kapitalmarkts erwarteten Pharmapartnerschaft und die weiterhin ungeklärte Frage der Finanzierung der geplanten klinischen Weiterentwicklung von Resminostat waren nach Einschätzung des Vorstands entscheidende Ursachen der insgesamt negativen Kursentwicklung.
Nach einem Eröffnungskurs von 1,60 € am 2. Januar 2014 erreichte die 4SC-Aktie mit 1,79 € Mitte Januar 2014 ihr Jahreshoch, rutschte jedoch bis zum Ende des ersten Quartals auf 1,36 € ab. Im zweiten Quartal sorgte insbesondere ein großes Aktienpaket des bisherigen Investors VCG Venture Capital Gesellschaft mbH & Co. Fonds III KG i.L. (VCG Fonds III), der sich 2014 in Liquidation befand und deshalb sein Investment in 4SC aufgeben musste, für einen starken Angebotsüberhang an den Börsen. Die 4SC-Aktie rutschte entsprechend bis zur Jahresmitte trotz positiver Unternehmensnachrichten auf 0,97 € ab. Die erfolgreiche Umplatzierung des verbliebenen VCG-Aktienpakets bei bestehenden und neuen institutionellen Investoren sowie positive Unternehmensmeldungen und Medienberichte verhalfen der Aktie im Juli 2014 zu einem deutlichen Kursanstieg auf bis zu 1,45 €. Mehrere Ausbruchsversuche über diese Marke scheiterten jedoch und die höheren Kurse wurden teilweise zum Ausstieg genutzt. Der Kursverfall wurde zudem von dem im August angekündigten Rücktritt zweier Aufsichtsratsmitglieder der 4SC AG sowie einer Korrektur an den weltweiten Aktienmärkten im Herbst 2014 verstärkt. Bei einem Kurs von 0,80 € erreichte die 4SC-Aktie im Oktober 2014 ihr Jahrestief. Im vierten Quartal konnte sich der Aktienkurs der 4SC auf niedrigem Niveau in einem Korridor zwischen 0,80 € und 1,00 € stabilisieren. Bei einem Schlusskurs von 0,82 € lag die Marktkapitalisierung der 4SC zum Jahresende bei 41,7 Mio. €.
Starke Ankerinvestoren; Aktienzahl und Handelsvolumen gestiegen
Das Handelsvolumen der 4SC-Aktie entwickelte sich im Jahresverlauf positiv. Das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen summierte sich über alle Handelsplätze inklusive Tradegate im Jahr 2014 auf 83.604 Aktien im Vergleich zu 37.115 Aktien im Vorjahr. 4SC verfügt weiterhin über eine solide Aktionärsbasis mit starken Ankerinvestoren. Neben dem Hauptaktionär Santo Holding mit einer Beteiligung von ca. 49,2% waren zum Ende des Berichtsjahres weiterhin First Capital Partners (FCP), Heidelberg Capital sowie Roland Oetker mit mehr als 3% bei 4SC investiert. Vorstand und Aufsichtsrat hielten zum Jahresende 1,02% an 4SC. Nach Kenntnis des 4SC-Managements haben sich die Beteiligungen von Santo und FCP im Laufe des Berichtsjahres sogar leicht erhöht. Im Zuge der zur Jahresmitte erfolgten vollständigen Umplatzierung des VCG-Aktienpakets bei neuen und alten institutionellen Investoren erhöhte sich der Streubesitz der 4SC-Aktie nach der Definition der Deutschen Börse auf ca. 35%. Die Gesamtaktienanzahl erhöhte sich im Laufe des Berichtsjahres und lag bei 50.849.206 Stück am 31. Dezember 2014 (31. Dezember 2013: 50.371.814). Ursache waren Wandlungen des US-Investors Yorkville im Zusammenhang mit der im Februar 2014 getroffenen Rahmenvereinbarung zur Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen von insgesamt bis zu 15 Mio. € zur Stärkung der kurz- und mittelfristigen Finanzierung von 4SC. Im Berichtsjahr hat Yorkville Schuldverschreibungen in insgesamt 477.392 4SC-Aktien gewandelt. Zum Ende des Geschäftsjahres 2014 waren noch ungewandelte Schuldverschreibungen in Höhe von insgesamt 450 T € vorhanden.
Aktive Investor-Relations-Arbeit fortgesetzt
4SC hat im Geschäftsjahr 2014 seine aktiven Investor-Relations-Tätigkeiten fortgesetzt, um Investoren, Finanzanalysten und Wirtschaftsmedien über die Entwicklungen des Unternehmens zu informieren. Das Management von 4SC nahm an zahlreichen Kapitalmarktkonferenzen und Roadshows an wichtigen europäischen und US-Finanzplätzen teil und warb bei institutionellen Investoren für die Kapitalmarktstory des Unternehmens. Zudem gab es einen sehr regelmäßigen Austausch des Unternehmens mit Kleinanlegern, Finanzanalysten sowie Finanz- und Fachmedien.
4SC präsentierte sich Investoren und Analysten im Jahr 2014 unter anderem im Rahmen der folgenden Investoren- und Kapitalmarktkonferenzen:
JP Morgan Healthcare Conference, San Francisco, USA
BioCapital Europe, Amsterdam, Niederlande
Kempen & Co Annual Healthcare Conference, Amsterdam, Niederlande
Baader Investment Conference, München
BioEurope, Frankfurt/Main
Cleveland Clinic's Medical Innovation Summit, Cleveland, USA
Deutsches Eigenkapitalforum, Frankfurt/Main
Die Aktie der 4SC AG wurde im Jahr 2014 von Analysten folgender Banken und Broker beobachtet und analysiert: Edison Research, London, Großbritannien; equinet, Frankfurt/Main; Kempen, Amsterdam, Niederlande; Warburg Research, Hamburg.
Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung im ersten Quartal 2015
Am 23. Januar 2015 gab die 4SC AG per Ad-hoc-Mitteilung die Entscheidung am 11. März 2015 eine außerordentliche Hauptversammlung abzuhalten wird, um eine Herabsetzung des Grundkapitals auf 10.169.841,00 € durch Zusammenlegung der ausgegebenen Stückaktien im Verhältnis 5:1 auf 10.169.841 zu beschließen. Durch diese Maßnahmen soll der Börsenpreis der Aktien der Gesellschaft nachhaltig über den anteiligen Betrag des Grundkapitals je Stückaktie von 1,00 € je Aktie steigen und die 4SC AG dadurch für mögliche künftige Kapitalmaßnahmen flexibler werden (siehe Kap. 6 Nachtragsbericht). Die Eigenkapitalstruktur der Gesellschaft bleibt dadurch unverändert.
KENNZAHLEN DER 4SC-AKTIE ZUM 31.12.2014
| WKN | 575381 |
| ISIN | DE0005753818 |
| Börsenkürzel | VSC |
| Gattung der Aktien | Inhaberaktien |
| Anzahl der Aktien | 50.849.206 |
| Marktsegment | Prime Standard |
| Handelsplatz | XETRA und alle deutschen Börsen |
| Designated Sponsors | Close Brothers Seydler Bank AG, Donner & Reuschel Aktiengesellschaft* |
| Erster Handelstag | 15. Dezember 2005 |
| Ergebnis je Aktie (unverwässert und verwässert) (in €) | -0,19 |
| Anzahl ausgegebener Aktien (Jahresdurchschnitt) | 50.642.249 |
| Free Float** | 35% |
| Jahreshoch (XETRA) (in €) | 1,79 |
| Jahrestief (XETRA) (in €) | 0,80 |
| Schlusskurs zum Bilanzstichtag (XETRA) (in €) | 0,82 |
| Täglicher Aktienumsatz (alle Handelsplätze, Jahresdurchschnitt) | 83.604 |
* bis zum 30. September 2014
** nach Definition der Deutschen Börse
AKTIONÄRSSTRUKTUR
Gemäß der Schätzung des Managements der 4SC zum 31.12.14
| in Prozent | |
|---|---|
| Santo Holding | 49,2 |
| FCP | 9,7 |
| HeidelbergCapital | 5,8 |
| Roland Oetker (ROI) | 4,2 |
| Gründer & Management | 1,2 |
| Sonstige | 29,9 |
| Gesamt | 100,0 |
3. ERTRAGS-, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE
Der 4SC-Konzern, bestehend aus der 4SC AG und ihrer 100%igen Tochtergesellschaft 4SC Discovery GmbH, berichtet für das Geschäftsjahr 2014, wie auch für die Vergleichszahlen des Geschäftsjahres 2013, konsolidierte Zahlen. Der 4SC-Konzern berichtet seit Beginn 2012 in den beiden Geschäftssegmenten "Development" und "Discovery & Collaborative Business". Das Segment "Development" umfasst die klinischen Entwicklungsprogramme Resminostat, 4SC-202, 4SC-205 und Vidofludimus. Das Segment "Discovery & Collaborative Business" beinhaltet die Aktivitäten der Wirkstoffentdeckung und Frühphasenforschung sowie deren Kommerzialisierung, insbesondere in Form des Servicegeschäfts und von Forschungskooperationen im Bereich Wirkstoffentdeckung und -optimierung.
3.1 Ertragslage
Umsatzerlöse
Die Konzernumsatzerlöse erhöhten sich im Geschäftsjahr 2014 auf 7.055 T € und konnten damit gegenüber dem Vorjahr (2013: 4.904 T €) um 44% gesteigert werden.
Im Segment "Development" wurden Umsätze in Höhe von 3.778 T € (2013: 1.601 T €) erzielt; dies entspricht 54% des Konzernumsatzes. Diese Segmentumsätze bestanden zum einen aus der ratierlichen Auflösung des Umsatzabgrenzungspostens für die 2011 geschlossene Entwicklungspartnerschaft für Resminostat mit Yakult Honsha Co., Ltd. in Höhe von 894 T € (2013: 894 T €), zum anderem aus einer vertraglich vereinbarten Meilensteinzahlung sowie aus Weiterberechnungen von Kosten zur Herstellung des Resminostat-Wirkstoffs an Yakult Honsha Co., Ltd. in Höhe von insgesamt 2.884 T € (2013: 707 T €).
Das Segment "Discovery & Collaborative Business" steuerte im Berichtsjahr 46% zum Konzernumsatz bei. Der Segmentumsatz lag bei 3.277 T € und lag damit nahezu auf dem Niveau des Vorjahres (2013: 3.303 T €). Aus der Forschungskooperation mit der Mainzer BioNTech AG und Ihrem Tochterunternehmen wurden im Berichtsjahr 1.108 T € (2013: 1.279 T €) als Umsätze realisiert. Weitere 1.624 T € (2013: 1.772 T €) der Segmentumsätze 2014 stammten aus der im ersten Quartal 2013 geschlossenen Lizenzvereinbarung sowie der Forschungskooperation mit der dänischen LEO Pharma A/S. Hiervon stammen 431 T € (2013: 569 T €) aus der ratierlichen Auflösung des Umsatzabgrenzungspostens, der für die Vorabzahlung von 1 Mio. € gebildet worden war. Bereinigt um diesen im Zusammenhang mit einer Einmalzahlung gebildeten Betrag erwirtschaftete das Segment "Discovery & Collaborative Business" im Geschäftsjahr 2014 Umsätze aus Forschungskooperationen in Höhe von 2.846 T €; dies entspricht einem Plus von 4% im Vergleich zum Vorjahr (2013: 2.734 T €).
Betriebliche Aufwendungen
Die betrieblichen Aufwendungen setzten sich aus Umsatz-, Vertriebs-, Forschungs- und Entwicklungskosten sowie Verwaltungskosten zusammen. Sie lagen im Geschäftsjahr 2014 bei 16.550 T €; dies entspricht einer Zunahme um 7% gegenüber dem Vorjahr (2013: 15.530 T €). Dabei sind 13.420 T € (2013: 12.278 T €) dem Segment "Development" und 4.338 T € (2013: 4.549 T €) dem Segment "Discovery & Collaborative Business" zuzurechnen.
Die Hauptursache für die Zunahme der betrieblichen Aufwendungen ist die deutliche Steigerung der Umsatzkosten. Diese erhöhten sich im Berichtsjahr um 177% auf 4.080 T € (2013: 1.474 T €). Der wesentliche Grund für die Steigerung sind Kosten, die 2014 im Rahmen der Herstellung des Resminostat-Wirkstoffs für klinische Studien in Japan angefallen sind. Diese Kosten wurden weitestgehend an den Partner Yakult Honsha Co., Ltd. weitergereicht. Weitere Bestandteile der Umsatzkosten fielen im Segment "Discovery & Collaborative Business" im Rahmen der laufenden Forschungskooperationen mit den Unternehmen BioNTech AG und LEO Pharma A/S, Dänemark, an.
Die Forschungs- und Entwicklungskosten gingen 2014 um 17% auf 8.504 T € im Vergleich zum Vorjahr (2013: 10.243 T €) zurück. Sie stellen mit 51% (2013: 66%) nach wie vor den wesentlichen Anteil an den betrieblichen Aufwendungen dar. Ausschlaggebend für den Rückgang der Forschungs- und Entwicklungskosten ist die im Vergleich zum Vorjahr reduzierte Anzahl an noch laufenden klinischen Studien, was bei einzelnen Projekten zu deutlich reduzierten Fremdleistungen führte.
Die Verwaltungskosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2014 auf 3.120 T € und konnten damit im Vergleich zum Vorjahr (2013: 3.310 T €) leicht um 6% gesenkt werden. Wesentlicher Grund für diesen Rückgang sind Kostensparmaßnahmen und die Mitte 2013 beschlossenen Strukturanpassungen.
Die Vertriebskosten, die sich aus Aufwendungen für Business Development und Strategic Planning & Marketing zusammensetzten, stiegen 2014 um 68%. Sie beliefen sich auf 846 T € (2013: 503 T €).
Ursächlich hierfür ist die Ausweitung der Aktivitäten im Bereich Business Development.
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit
Bedingt durch die starke Zunahme der Umsatzerlöse bei deutlich unterproportional gestiegenen operativen Kosten hat sich 2014 das operative Konzernergebnis von 4SC um 11% auf -9.437 T € (2013: -10.592 T €) verbessert. Das Segment "Development" wies dabei einen operativen Verlust von 8.554 T € (2013: -9.457 T €) aus, das Segment "Discovery & Collaborative Business" einen operativen Verlust in Höhe von 883 T € (2013: -1.135 T €).
Finanzergebnis
Das Finanzergebnis ging 2014 im Vergleich zum Vorjahr deutlich auf -189 T € zurück (2013: 67 T €). Die wesentliche Ursache hierfür waren die im Berichtszeitraum auf 234 T € gestiegenen Zinsaufwendungen (2013: 10 T €). Diese entstanden überwiegend im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme der ersten Tranchen des Darlehens der Santo Holding (Deutschland) GmbH sowie der Wandelschuldverschreibung mit Yorkville. Weitere Faktoren für die Entwicklung des Finanzergebnisses waren das rückläufige Zinsniveau am Kapitalmarkt sowie die geringeren zur Verfügung stehenden Finanzmittel, die zu gesunkenen Finanzerträgen in Höhe von 6 T € (2013: 58 T €) führten. Der Ergebnisanteil der assoziierten Unternehmen hat sich mit 39 T € gegenüber dem Vorjahr (2013: 27 T €) um 44% verbessert.
Steuern
Dem 4SC-Konzern entstand im Berichtszeitraum ein Aufwand aus laufenden Ertragsteuern in Form einer nicht anrechenbaren, sondern lediglich abzugsfähigen japanischen Quellensteuer in Höhe von 70 T € (2013: 0 T €).
Konzernergebnis
Der Konzernjahresfehlbetrag verringerte sich 2014 aufgrund der beschriebenen Entwicklungen - insbesondere der deutlich gestiegenen Umsatzerlöse - um 8% auf 9.696 T € (2013: Verlust in Höhe von 10.525 T €).
Ergebnis je Aktie
Die durchschnittliche Aktienzahl erhöhte sich im Geschäftsjahr auf 50.642.249 Aktien (2013: 50.371.814 Aktien) aufgrund der Wandlung von im März und September 2014 an Yorkville begebenen Wandelschuldverschreibungen. Bei einem gleichzeitig verbesserten Konzernergebnis reduzierte sich der Verlust je Aktie damit auf 0,19 € (2013: Verlust in Höhe von 0,21 €).
3.2 Vermögenslage
Langfristige Vermögenswerte
Die langfristigen Vermögenswerte haben sich zum 31. Dezember 2014 auf 10.639 T € verringert (31. Dezember 2013: 11.591 T €). Wesentlicher Grund hierfür waren planmäßige ratierliche Abschreibungen der immateriellen und materiellen Vermögenswerte. Mit 9.836 T € waren die immateriellen Vermögenswerte weiterhin der größte Bilanzposten innerhalb der langfristigen Vermögenswerte (31. Dezember 2013: 10.651 T €), gefolgt von den Sachanlagen mit 425 T € (31. Dezember 2013: 602 T €). Die Erhöhung der Finanzanlagen von 181 T € zum 31. Dezember 2013 auf 220 T € zum 31. Dezember 2014 resultierte aus einer Zuschreibung auf die at equity bilanzierte Beteiligung an der quattro research GmbH, die im Berichtsjahr einen positiven Ergebnisanteil erzielen konnte.
Kurzfristige Vermögenswerte
Der Rückgang der kurzfristigen Vermögenswerte auf 4.295 T € zum 31. Dezember 2014 (31. Dezember 2013: 6.114 T €) war im Wesentlichen bedingt durch die Minderung des Finanzmittelbestandes auf 3.202 T € (31. Dezember 2013: 4.899 T €). Dies ist auf den Mittelabfluss infolge des operativen Verlusts von 4SC zurückzuführen. Der deutliche Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf 652 T € (31. Dezember 2013: 346 T €) resultierte aus den Kooperationen mit BioNTech AG, LEO Pharma A/S.
Eigenkapital
Der deutliche Rückgang des Eigenkapitals auf 2.050 T € zum 31. Dezember 2014 (31. Dezember 2013: 11.282 T €) ist vor allem auf das mit 9.696 T € (31. Dezember 2013: 10.525 T €) negative Konzernergebnis zurückzuführen. Der Bilanzverlust erhöhte sich dadurch auf 128.956 T € (31. Dezember 2013: 119.260 T €). Durch die von Yorkville in Aktien gewandelten Schuldverschreibungen erhöhte sich das Grundkapital im Berichtsjahr um 477 T € auf 50.849 T € zum Bilanzstichtag (31. Dezember 2013: 50.372 T €). Das Agio ging im gleichen Zeitraum aufgrund höherer Aufwendungen bei der Wandlung und geringen Wandlungskursen um 16 T € zurück, nachdem es sich im Vorjahr bereits um 59 T € verringert hatte.
Die Eigenkapitalquote reduzierte sich im Wesentlichen aufgrund der 2014 durchgeführten Fremdkapitalerhöhung in Form des Gesellschafterdarlehens der Santo Holding (Deutschland) GmbH sowie des erzielten Verlusts um insgesamt 50,0 Prozentpunkte auf 13,7% am Bilanzstichtag (31. Dezember 2013: 63,7%).
Lang- und kurzfristige Schulden
Die langfristigen Schulden erhöhten sich zum 31. Dezember 2014 um 184% auf 8.042 T € im Vergleich zum Bilanzstichtag 2013 (31. Dezember 2013: 2.836 T €). Der größte Anteil entfällt auf die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern in Höhe von 6.131 T € (31. Dezember 2013: 0 T €). Dieser Betrag spiegelt die drei bisher abgerufenen Tranchen in Höhe von jeweils 2.000 T € aus dem im Juni 2014 vereinbarten Gesellschafterdarlehen der Santo Holding (Deutschland) GmbH in Höhe von bis zu 10 Mio. € wider. Die sonstigen langfristigen Schulden bestehen überwiegend aus einem Umsatzabgrenzungsposten im Zusammenhang mit der Partnerschaft mit Yakult Honsha Co., Ltd. in Höhe von 1.788 T € zum 31. Dezember 2014 (31. Dezember 2013: 2.682 T €).
Die kurzfristigen Schulden erhöhten sich um 35% auf 4.842 T € (31. Dezember 2013: 3.587 T €). Sie bestehen im Wesentlichen aus den sonstigen Schulden und Umsatzabgrenzungen in Höhe von 3.526 T € (31. Dezember 2013: 2.884 T €). Die erhaltenen Anzahlungen auf Fördermittel des Bundes und der EU steigerten sich um 284 T € auf 458 T € (31. Dezember 2013: 174 T €). Die kurzfristigen Schulden enthalten des Weiteren Schulden aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 993 T € (31. Dezember 2013: 675 T €) vor allem aus der Herstellung des Resminostat-Wirkstoffs für Yakult Honsha Co., Ltd. Außerdem beinhalten sie zum Stichtag Verbindlichkeiten für begebene Wandelschuldverschreibungen an Yorkville in Höhe von 317 T € (31. Dezember 2013: 0 T €).
Bilanzsumme
Die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2014 betrug 14.934 T € und war um 16% niedriger als zum 31. Dezember 2013 (17.705 T €). Im Wesentlichen wirkten zwei gegenläufige Faktoren auf die Veränderung der Bilanzsumme: zum einen die Reduktion des Eigenkapitals infolge des erzielten Verlusts, zum anderen der Anstieg der Fremdkapitalia insbesondere durch das Gesellschafterdarlehen.
3.3 Finanzlage
Cashflows aus der betrieblichen Tätigkeit
Der Mittelabfluss aus der betrieblichen Tätigkeit lag im Geschäftsjahr 2014 bei 8.372 T €. Die Differenz im Vergleich zu dem negativen Vorsteuerergebnis in Höhe von 9.696 T € resultiert insbesondere aus nicht liquiditätswirksamen Aufwandsposten wie linearen Abschreibungen sowie aus zahlungswirksamen Posten wie dem Anstieg bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Dem entgegen wirken - in jedoch erheblich geringerem Ausmaß - Cashflow-negative Veränderungen von Passiv-Bilanzposten, insbesondere die Reduktion des Umsatzabgrenzungspostens und der sonstigen Schulden. Im Vergleichszeitraum 2013 betrugen die Cashflows aus der betrieblichen Tätigkeit -6.987 T €, bei einem negativen Ergebnis vor Steuern von 10.525 T €.
Cashflows aus der Investitionstätigkeit
Die Mittelzuflüsse aus der Investitionstätigkeit betrugen im Geschäftsjahr 2014 in Summe 897 T € (2013: 4.868 T €). Aus dem Verkauf von Finanzinstrumenten resultiert ein Mittelzufluss von 1.000 T € (2013: 4.988 T €). Hingegen wurden 3 T € (2013: 21 T €) in immaterielle Vermögenswerte und 100 T € (2013: 99 T €) in Sachanlagen investiert.
Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit
Durch die Inanspruchnahme von 6.000 T € aus dem bereitgestellten Darlehen der Santo Holding (Deutschland) GmbH, die Wandlung von ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen in Höhe von 461 T € und den noch nicht in Aktien gewandelten Wandelschuldverschreibungen über 317 T €, betrug der Mittelzufluss im Geschäftsjahr 2014 6.778 T €.
Finanzmittelbestand
Zum 31. Dezember 2014 verfügte die Gesellschaft über einen Zahlungsmittelbestand in Höhe von insgesamt 3.202 T € (31. Dezember 2013: 3.899 T €). Weitere Finanzmittel in Höhe von 1.000 T € waren im Vorjahr in kurzfristigen festverzinslichen Wertpapieren angelegt.
3.4 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage
Insbesondere aufgrund der Kosten zur Herstellung des Resminostat-Wirkstoffs für die klinischen Studien von Yakult Honsha Co., Ltd. in Asien stiegen die operativen Aufwendungen im Geschäftsjahr 2014 im Vergleich zum Vorjahr an. Zusätzliche Entwicklungskosten entstanden infolge der gegenüber den ursprünglichen Annahmen längeren Laufzeiten bei den klinischen Studien mit den Wirkstoffkandidaten 4SC-202 und 4SC-205 sowie der im Rahmen der Vorbereitung der geplanten Phase-II-Studie vorgenommenen Optimierung des Herstellungsprozesses für Resminostat. Gleichzeitig konnten die Umsatzerlöse insbesondere durch die Weiterbelastung der Herstellungskosten an Yakult Honsha Co., Ltd. deutlich gesteigert werden, wobei das Geschäft mit Forschungskooperationen der 4SC Discovery GmbH planmäßig verlief. Entsprechend konnte der Jahresfehlbetrag 2014 im Vergleich zum Vorjahr insgesamt um 8% reduziert werden. Die Liquiditätsausstattung war innerhalb des Geschäftsjahres 2014 jederzeit hinreichend sichergestellt. Die Finanzierung der aktiv laufenden Programme war zu keiner Zeit gefährdet. Hierfür sorgten insbesondere die Mittelzuflüsse aus den im Kalenderjahr abgeschlossenen Vereinbarungen mit Yorkville über Wandelschuldverschreibungen in Höhe von bis zu 15 Mio. € sowie einem Gesellschafterdarlehen mit der Santo Holding (Deutschland) GmbH über bis zu 10 Mio. €.
Die wirtschaftliche Entwicklung des Konzerns verlief bis zur Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts auch im Geschäftsjahr 2015 planmäßig.
4. MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER
Zum Ende des Berichtsjahres waren im 4SC-Konzern (inkl. Vorstand der 4SC AG und Geschäftsführung der 4SC Discovery GmbH) insgesamt 66 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt (31. Dezember 2013: 73), wobei der Anteil des weiblichen Personals bei 55% (31. Dezember 2013: 53%) lag. Im Segment "Development" arbeiteten zum Jahresende 40 (31. Dezember 2013: 47) und im Segment "Discovery & Collaborative Business" 26 (31. Dezember 2013: 26) Personen. Die Zahl der durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer lag auf Konzernebene im Jahr 2014 bei 65 - damit ergibt sich ein Rückgang um 20% im Vergleich zum Vorjahr (2013: 81).
Die Personalpolitik von 4SC ist auf Ausgewogenheit ausgerichtet, wobei die einzelnen Positionen mit den jeweils qualifiziertesten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern besetzt werden. Darüber hinaus bietet das Unternehmen flexible Arbeitszeitmodelle an, die es vor allem Angestellten mit Kindern ermöglichen sollen, eine Balance zwischen ihrer beruflichen Tätigkeit und der Familie zu finden. Zum Stichtag 31. Dezember 2014 arbeiteten 29% (31. Dezember 2013: 26%) der 4SC-Arbeitnehmer in Teilzeit. Unter Berücksichtigung der Teilzeitbeschäftigten sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Elternzeit ergab sich zum Jahresende 2014 eine Anzahl von 57 Vollzeitangestellten (Full Time Equivalents; FTEs), nach 56 FTEs zum 31. Dezember 2013. Von diesen FTEs waren 71% (31. Dezember 2013: 72%) in der Forschung und Entwicklung sowie 29% (31. Dezember 2013: 28%) in den Bereichen Vertrieb, Administration und Verwaltung tätig.
Bis Februar 2014 hat 4SC darüber hinaus einen Chemielaboranten ausgebildet, der nach seiner erfolgreichen Abschlussprüfung einen festen Anstellungsvertrag erhalten hat. Aktuell bildet das Unternehmen keinen Chemielaboranten aus.
Die Personalkosten summierten sich im Berichtsjahr auf 4.882 T € - ein Minus von 16% im Vergleich zum Vorjahr (5.826 T €). Dieser Rückgang ist in erster Linie auf die geminderte Arbeitnehmeranzahl in Folge der Restrukturierung in 2013 zurückzuführen. In den Personalkosten enthalten ist ein Betrag in Höhe von 3 T € (2013: 52 T €), der aus nicht zahlungswirksamen Aufwendungen für Aktienoptionsprogramme resultiert.
5. FINANZIELLE UND NICHT-FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN
5.1 Finanzielle Leistungsindikatoren
Vorrangiges Ziel des 4SC-Konzerns ist es, den Forschungs- und Entwicklungsprozess seiner Wirkstoffprogramme voranzutreiben, um Produktwerte zu schaffen und dadurch den Wert des Unternehmens insgesamt zu erhöhen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden zur Planung, Steuerung und Kontrolle der Geschäftsentwicklung verschiedene Leistungsindikatoren ermittelt. Die maßgeblichen und branchenüblichen Steuerungsgrößen im operativen Bereich sind die Umsatzerlöse und die betrieblichen Aufwendungen. Sie werden für beide Segmente auf monatlicher Basis ermittelt und mit den Planwerten verglichen. Eingehend analysiert und sorgfältig überwacht werden dabei insbesondere die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung der einzelnen Projekte.
Im Hinblick auf die finanzielle Planung und Steuerung des Konzerns steht insbesondere der durchschnittliche monatliche Barmittelverbrauch im Fokus. Das Verhältnis dieser Kennzahl zum vorhandenen Finanzmittelbestand und erwarteten Meilensteinzahlungen ermöglicht eine Einschätzung, für welchen Zeitraum der Finanzmittelbestand voraussichtlich ausreichen wird bzw. wann spätestens neue liquide Mittel akquiriert werden müssen. Weitere Erläuterungen zu den finanziellen Leistungsindikatoren finden sich im Kapitel 1.4.
5.2 Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren
5.2.1 Gewerbliche Schutzrechte
Für ein forschendes Biotechnologieunternehmen wie 4SC ist ein solides Portfolio an Schutzrechten von entscheidender Bedeutung. Einerseits stärkt es die Wettbewerbsposition der eigenen Entwicklungsprogramme auf dem Weg zur Marktreife, andererseits stützt es den möglichen zukünftigen Markterfolg. 4SC hat ein leistungsfähiges Patentmanagement aufgebaut, das das bestehende Schutzrechtsportfolio im Berichtsjahr weiter gestärkt und strategisch optimiert hat.
Insgesamt blieb im Jahr 2014 die Gesamtzahl der weltweit erteilten Patente stabil bei 357 (31. Dezember 2013: 355). Die Anzahl der anhängigen Patentanmeldungen sank 2014 hingegen auf 173 (31. Dezember 2013: 205) und auch die Anzahl der Patentfamilien wurde im Vergleich zum Vorjahr von 28 (31. Dezember 2013) aus Effizienzgründen auf 26 reduziert.
Segment "Development"
Im Segment "Development" verfügte der Konzern zum Jahresende 2014 über 300 erteilte Patente und 70 anhängige Patentanmeldungen in insgesamt 15 Patentfamilien. Im Vergleich zum Vorjahr blieb die Gesamtzahl der erteilten Patente in diesem Segment nahezu unverändert. Die Anzahl der anhängigen Patentanmeldung ging um 35% zurück. Die Abnahme stammt aus einer effizienzorientierten Bereinigung des Patentportfolios insbesondere bei nicht weiter verfolgten Neben- und Backup-Projekten im Zuge der strategischen Fokussierung des Unternehmens.
Für Resminostat, die 4SC-Leitsubstanz im Bereich Krebs, besitzt das Unternehmen insgesamt 152 Patente, darunter insgesamt 59 Stoffpatente. Der Wirkstoff Resminostat ist in allen wichtigen Pharmamärkten der Welt geschützt, unter anderem in den USA, Europa, Japan, China, Südkorea, Indien und Russland. Im Berichtsjahr weitete 4SC diesen Patentschutz weiter aus. So erhielt das Unternehmen in den USA und in Japan das Patent für das Herstellungsverfahren von Resminostat das den bei der Herstellung des Wirkstoffs verwendeten chemischen Prozess schützt. Der Herstellungsprozess von Resminostat ist mittlerweile in fast allen wichtigen Märkten weltweit bis ins Jahr 2029 geschützt, darunter Europa, China, Russland, Hongkong, Singapur und Australien.
Auch für die jüngeren klinischen Krebswirkstoffe des Unternehmens, 4SC-202 und 4SC-205, wurde im Berichtsjahr der Patentschutz gestärkt. Für 4SC-202 - neben Resminostat der zweite epigenetische Krebswirkstoff von 4SC - sowie den oralen Zellteilungshemmer 4SC-205 besteht in wichtigen Märkten wie den USA, Japan, Europa, Indien, Russland und Südkorea entweder bereits Patentschutz oder die Erteilung des Patents in diesen Märkten wurde von den zuständigen Patentämtern bereits in Aussicht gestellt.
Für Vidofludimus, den Leitwirkstoff im Anwendungsgebiet der Autoimmunerkrankungen, wurden bis zum Jahresende 2014 insgesamt 50 Patente erteilt, einschließlich den USA, Europa, China, Südkorea, Indien und Russland. Unter anderem wurde in den USA 2014 ein neues Patent auf das Calciumsalz von Vidofludimus erteilt, in Europa steht die Erteilung eines Patents hierauf unmittelbar bevor. Mit Hilfe dieser neuen Patente lässt sich der Patentschutz für Vidofludimus deutlich verlängern und somit insgesamt stärken.
Segment "Discovery & Collaborative Business"
Im Segment "Discovery & Collaborative Business" lagen zum Berichtsjahresende 57 erteilte Patente und 103 anhängige Patentanmeldungen in zehn Patentfamilien vor. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Gesamtzahl der erteilten Patente in diesem Segment damit um 5% erhöht und die Anzahl der anhängigen Patentanmeldung ist um 4% gestiegen.
Weitere Neuanmeldungen zum Schutz erfolgversprechender Projekte in frühen Forschungsphasen des Segments "Discovery & Collaborative Business" wurden eingereicht bzw. befinden sich weiterhin in der Prüfungsphase vor der internationalen Patentbehörde (WIPO). Für ein seit Ende 2012 an die BioNTech AG lizenziertes Programm im Bereich der Krebsimmuntherapie wurde vom japanischen Patentamt die Erteilung eines Patents in Aussicht gestellt. Im Rahmen eines Forschungsprogramms im Bereich der Krebsstammzellen wurden internationale Patentanmeldungen (nach dem internationalen Patentübereinkommen PCT) zu neuen Wirkstoffen eingereicht.
4SC bereitet derzeit sowohl im Segment "Discovery & Collaborative Business" als auch zur weiteren Stärkung der klinischen Anwendung von Resminostat und 4SC-202 im Segment "Development" die Einreichung neuer Patentanmeldungen vor. Neben den Patenten besitzt 4SC diverse Rechte an strategisch wichtigen Wort- und Wort-/Bildmarken. Insgesamt veranschaulicht das umfassende Schutzrechtsportfolio von 4SC die Forschungs- und Innovationsstärke des Unternehmens, die durch eine vorausschauende Patentstrategie für die Entwicklung und spätere Kommerzialisierung zukünftiger Medikamente gestärkt wird.
5.2.2 Unternehmensverantwortung und Nachhaltigkeit
Mitarbeitersicherheit und Umweltschutz
Unternehmerische Verantwortung ist bei 4SC ein wichtiges Thema. Dabei legt das Unternehmen hohen Wert auf die größtmögliche Sicherheit seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie auf den Schutz der Umwelt. Um diese Ziele zu erreichen, werden in allen Prozessen kontinuierlich entsprechende Maßnahmen umgesetzt, überprüft und optimiert.
Als zentrales Instrument zur Erfüllung dieser Aufgaben fungiert der Arbeitssicherheitsausschuss, der aus zwei Sicherheitsbeauftragten, der Beauftragten für biologische Sicherheit, dem Betriebsarzt und der Sicherheitsfachkraft besteht. Die Positionen des Betriebsarztes und der Sicherheitsfachkraft werden von externen Fachkräften ausgeübt, die 4SC darüber hinaus professionell beraten. Der Arbeitssicherheitsausschuss unterstützt das 4SC-Management in allen Belangen der Arbeitssicherheit, der arbeitsmedizinischen Vorsorge, des sicheren Umgangs mit Gefahr- und Biostoffen sowie der Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben.
Die Gefährdungsbeurteilung, die laut Arbeitsschutzgesetz durchzuführen ist, wird regelmäßig von einer darauf spezialisierten Firma erstellt. Gemäß der geltenden Gefahrstoffverordnung werden darüber hinaus alle im Labor tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jährlich im Umgang mit Gefahrstoffen unterwiesen. Zudem erhalten alle neuen Mitarbeiter eine Sicherheitsunterweisung, die je nach Einsatzort - Labor oder Büro - entsprechend angepasst ist.
Neben den personellen und organisatorischen Maßnahmen werden auch die technischen und baulichen Voraussetzungen für den Umgang, die Lagerung und den Transport von Gefahr- und Biostoffen gewissenhaft erfüllt. Dazu zählen persönliche Schutzausrüstungen, optimale Brandschutzvorrichtungen, biologische Sicherheitsbereiche und sicherheitstechnische Laboreinrichtungen wie beispielsweise eine Wägekabine, bei der abführende Luftströme nicht als Störfaktor die Genauigkeit beeinflussen. Alle relevanten Einrichtungen und Apparaturen besitzen die vorgeschriebenen behördlichen Genehmigungen und werden regelmäßig überprüft und gewartet. Zum Schutz der Umwelt trägt nicht zuletzt auch das 4SC-Abfallkonzept bei, wobei die fach- und umweltgerechte Entsorgung von Gefahrstoffabfällen durch ein darauf spezialisiertes Unternehmen erfolgt.
Die 4SC Discovery GmbH ist vollständig in die Arbeitssicherheitsorganisation des 4SC-Konzerns integriert. Aufgrund einer konsequenten Implementierung und Einhaltung der Arbeitsschutzmaßnahmen ereignete sich im Berichtsjahr kein meldepflichtiger Arbeitsunfall.
Ethische Verantwortung
Bei der Erforschung und Entwicklung neuer Medikamente ist 4SC auch auf die Erhebung tierexperimenteller Daten angewiesen, um einerseits die wissenschaftlich notwendigen Ziele zu erreichen und andererseits den gesetzlichen Verpflichtungen nachzukommen. Dabei ist das Unternehmen bestrebt, Tierversuche auf ein notwendiges Mindestmaß zu reduzieren und - soweit möglich - durch Alternativen zu ersetzen. Dazu zählen beispielsweise Versuche in Zellkulturen. Alle tierexperimentellen Arbeiten, die im Berichtsjahr von 4SC durchgeführt wurden, haben ausschließlich mit behördlicher Genehmigung stattgefunden und standen unter permanenter Überwachung durch einen externen Tierschutzbeauftragten.
Zur Durchführung einiger Tierstudien und klinischer Prüfungen am Menschen wurden Auftragsforschungsorganisationen beauftragt, die einer sorgfältigen Auswahl unterliegen. Auf die Einhaltung behördlicher Vorschriften sowie ethischer und wissenschaftlicher Qualitätsstandards legt 4SC hierbei größten Wert.
5.2.3 Beschaffung
Die Beschaffungs- und Logistikprozesse sowie die Lagerhaltung von 4SC werden durch einen zentralen Einkauf organisiert und abgewickelt. Diese Prozesse sind fest definiert und etabliert. Eine enge Abstimmung des Einkaufs sowohl mit der Buchhaltung als auch mit den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen gewährleistet dabei einen reibungslosen und kosteneffizienten Ablauf vom Einholen der Angebote bis zur Bezahlung der Rechnungen.
Um nicht von einzelnen Lieferanten abhängig zu werden, verfügt der Konzern über ein breites Netz von Lieferanten. Die Bezugsquellen werden grundsätzlich nach den Kriterien Qualität, Preis und Verfügbarkeit der gewünschten Güter ausgewählt. Durch intensive Verhandlungen konnten die Lieferkonditionen und Preise einzelner Lieferanten bei gleichbleibendem Einkaufsvolumen auch im Berichtsjahr verbessert werden. Das Unternehmen engagierte sich auch weiterhin im regionalen Einkaufsverbund der Biotech-Region München.
Im Bereich Forschung und Entwicklung arbeitet 4SC mit verschiedenen Dienstleistungsunternehmen zusammen, beispielsweise auf den Gebieten Pharmakologie, Toxikologie, Metabolismus, Analytik, Herstellung, klinische Entwicklung, Pharmakovigilanz und Statistik. Die Auswahl eines Partners hängt dabei von den spezifischen Anforderungen des jeweiligen Projekts ab. Wesentliche Auswahlkriterien neben Qualität, Termintreue und Preis sind Erfahrungen und Referenzen auf dem entsprechenden Gebiet sowie die zwingend erforderlichen regulatorischen Voraussetzungen.
5.2.4 Qualitätssicherung
Die Erforschung und klinische Entwicklung neuer Arzneimittel setzt die Einhaltung höchster Sicherheits- und Qualitätsstandards voraus. Dadurch sollen die Sicherheitsrisiken für Mensch, Tier und Umwelt verringert und Risiken für die wirtschaftliche Lage des Unternehmens minimiert werden.
Deshalb hat 4SC ein Qualitätsmanagementsystem nach den sogenannten GxP-Grundsätzen implementiert. Unter dem Begriff GxP werden definierte Qualitätsstandards wie gute Laborarbeit (Good Laboratory Practice, GLP), gute klinische Praxis (Good Clinical Practice, GCP) und gute Herstellungspraxis (Good Manufacturing Practice, GMP) zusammengefasst. Dieses System stellt sicher, dass interne Prozesse, Verfahrensabläufe sowie Richtlinien entsprechend dem nationalen und internationalen Recht, den Leitlinien, Entscheidungen, Richtlinien und Verordnungen formuliert und kontrolliert werden können.
Im Rahmen der Qualitätssicherung erstellt 4SC jährlich ein Jahresauditprogramm. Darin wird risikobasiert geplant, welche der zahlreichen extern beauftragten Unternehmen und Dienstleister von 4SC, darunter beispielsweise Auftragsforschungsinstitute für die Durchführung klinischer Studien oder Lohnhersteller zur Produktion der Wirkstoffe und Prüfpräparate, auf die Einhaltung der notwendigen Qualitätsstandards im Rahmen der laufenden klinischen Studien überprüft werden.
Die Leitung der Abteilung "Quality Unit" berichtet an den Vorstandsvorsitzenden und koordiniert alle Maßnahmen in enger Abstimmung mit ihm. Auf diese Weise können Risiken minimiert und ein hoher Qualitätsstandard erreicht werden. Dieser gewährleistet die Qualität der Prüfpräparate und garantiert unter anderem eine zuverlässige und korrekte Datenerhebung und -auswertung, um die größtmögliche Sicherheit für Patient und Proband zu erreichen.
Weitere Erläuterungen zu den nicht-finanziellen Leistungsindikatoren finden sich im Kapitel 1.3.
6. NACHTRAGSBERICHT
Anfang Januar 2015 wurde Prof. Dr. Helga Rübsamen-Schaeff zum neuen Mitglied des Aufsichtsrats bestellt. Die Bestellung erfolgte auf Antrag der Gesellschaft durch das zuständige Registergericht. Das Mandat läuft zunächst bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung des Aufsichtsrats der 4SC AG für das Geschäftsjahr 2014 beschließt. Damit ist der sechsköpfige Aufsichtsrat der Gesellschaft wieder vollzählig. Frau Prof. Dr. Rübsamen-Schaeff war von 2006 bis 1. März 2015 Geschäftsführerin und CEO und ist seit 1. März 2015 Vorsitzende des Beirats des von ihr gegründeten Biopharma-Unternehmens AiCuris GmbH, Wuppertal. Von 1994 bis 2006 war sie in verschiedenen leitenden Positionen in der Virus- und Infektionsforschung bei der Bayer AG tätig. Nach Aufenthalten als Gastwissenschaftlerin unter anderem an den US-Universitäten Harvard und Cornell leitete die Chemikerin sechs Jahre das Chemotherapeutische Forschungsinstitut Georg-Speyer-Haus - das heutige Institut für Tumorbiologie - in Frankfurt und ist seit 1988 Professorin für Biochemie und Virologie an der Universität Frankfurt. Ferner ist sie Mitglied des Gesellschafterrats und des Aufsichtsrats des deutschen Pharma- und Chemiekonzerns Merck KGaA, Darmstadt sowie Vorsitzende des Forschungsrats der Merck KGaA.
Mitte Januar 2015 meldete die 4SC AG, dass die BEYOND RESEARCH-Initiative ihrer Forschungstochter 4SC Discovery GmbH zusammen mit dem Partner CRELUX GmbH einen ersten Meilenstein in einem Wirkstoffforschungsprojekt für das Helmholtz Zentrum München erreicht hat. Die erste Phase der Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe "ROScue Therapeutics" zur Erforschung neuer Wirkstoffe gegen degenerative Erkrankungen wurde erfolgreich abgeschlossen. Die zweite Projektphase wurde gestartet. Innerhalb der Initiative setzen die Unternehmen ihre gemeinsame Technologieplattform i2c ("idea-to-candidate") ein, um aus mehreren Wirkstoffen einen pharmazeutischen Entwicklungskandidaten zu generieren, der in der Folge zu einer wirksamen Behandlung degenerativer Erkrankungen weiterentwickelt werden kann. Die Arbeiten werden vom Bayerischen Wirtschaftsministerium sowie vom Helmholtz Zentrum München finanziell unterstützt.
Am 23. Januar 2015 gab die 4SC AG per Ad-hoc-Mitteilung die Entscheidung bekannt am 11. März 2015 eine außerordentliche Hauptversammlung abzuhalten wird. Die Einladung zu der außerordentlichen Hauptversammlung wurde am 29. Januar 2015 im Bundesanzeiger veröffentlicht. Gegenstand der außerordentlichen Hauptversammlung ist insbesondere die Beschlussfassung einer Kapitalherabsetzung durch Zusammenlegung von Aktien nach §§ 222 ff. AktG. Die Kapitalherabsetzung soll derart erfolgen, dass das Grundkapital von 50.849.205,00 € um 40.679.364,00 € auf 10.169.841,00 € durch Zusammenlegung der ausgegebenen Stückaktien im Verhältnis 5 zu 1 von 50.849.205 auf 10.169.841 reduziert wird. Die Eigenkapitalstruktur und der Wert der Gesellschaft werden dadurch nicht verändert. Es erfolgt keine Ausschüttung an Aktionäre. Durch die Kapitalherabsetzung soll der Börsenpreis der Aktien der Gesellschaft nachhaltig über den anteiligen Betrag des Grundkapitals je Stückaktie von 1,00 € je Aktie angehoben und damit die Flexibilität der 4SC AG für etwaige künftige Kapitalmaßnahmen erhöht werden. Dem Beschluss über die Kapitalherabsetzung soll ein Beschluss über die Einziehung von einer Aktie der Gesellschaft, die ihr von einem Aktionär unentgeltlich zur Verfügung gestellt wird, vorgeschaltet werden. Dies ist Voraussetzung, um die Kapitalherabsetzung durch Zusammenlegung von Aktien in einem glatten Zusammenlegungsverhältnis durchführen zu können.
Auf der außerordentlichen Hauptversammlung der 4SC AG am 11. März 2015 haben die Aktionäre allen Tagesordnungspunkten mit der erfolgreichen Mehrheit zugestimmt und eine Herabsetzung des Grundkapitals auf 10.169.841,00 € durch Zusammenlegung der ausgegebenen Stückaktien im Verhältnis 5 zu 1 beschlossen.
Im Februar 2015 hat das 4SC-Beteiligungsunternehmen Panoptes Pharma Ges.m.b.H., Wien, Österreich, eine Lizenzvereinbarung mit der französischen Mediolanum Laboratoires Leurquin S.A., einem Tochterunternehmen der italienischen Mediolanum Farmaceutici S.p.A. abgeschlossen (Mediolanum). Mediolanum erwirbt im Rahmen dieser Vereinbarung Vermarktungsrechte an dem niedermolekularen Panoptes-Wirkstoff PP-001 in zwei bedeutenden europäischen Ländern. Panoptes hat eine Vorabzahlung erhalten sowie Ansprüche auf spätere Entwicklungs- und Umsatzmeilensteinzahlungen sowie Umsatzbeteiligungen im Zusammenhang mit dem Wirkstoff. PP-001 befindet sich derzeit in der präklinischen Entwicklung als mögliche neue Behandlung schwerer entzündlicher Augenerkrankungen wie nicht-infektiöser Uveitis. Der Wirkstoff PP-001 wurde ursprünglich von 4SC entdeckt. Im Jahr 2013 übertrug 4SC Discovery GmbH die Patente an PP-001 an Panoptes Pharma Ges.m.b.H und erhielt eine Beteiligung in Höhe von 24,9% an Panoptes Pharma Ges.m.b.H sowie Ansprüche an Panoptes Pharma Ges.m.b.H auf spätere erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen und Umsatzbeteiligungen im Zusammenhang mit PP-001.
7. PROGNOSEBERICHT
Die folgenden Absätze enthalten Prognosen und Erwartungen über zukünftige Entwicklungen. Die tatsächlichen Ergebnisse können wesentlich von den Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen, wenn Unsicherheiten eintreten oder wenn sich die Annahmen, die den zukunftsbezogenen Aussagen zugrunde liegen, als unzutreffend erweisen sollten.
7.1 Entwicklung des Umfelds
In der Prognose vom Januar 2015 erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF) für 2015 ein weltweites Wirtschaftswachstum von 3,5% und damit einen leichten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr (2014: 3,3%). Ein deutlich positiver Impuls geht dabei von den niedrigen Ölpreisen aus. Diesem Effekt wirken jedoch auch negative Einflussfaktoren entgegen, im Speziellen die Verlangsamung der Wachstumsdynamik in China, Unsicherheiten auf den internationalen Finanzmärkten sowie anhaltende geopolitische Spannungen. Im Euroraum rechnet der IWF mit einem Wachstum von 1,2%. Hierbei soll sich die Erholung der Krisenländer Spanien und Italien positiv auswirken, wobei für Deutschland mit plus 1,3% Prozent ein etwas geringeres Wachstum erwartet wird als in 2014. Positiv sind die Experten für die US-Volkswirtschaft gestimmt, wo eine Steigerung der Wirtschaftsleistung von 3,6% erwartete wird. Asiens Wirtschaft soll mit 6,4% wachsen, wobei für die größte Volkswirtschaft China ein Rückgang der Wachstumsdynamik auf 6,8% prognostiziert wird.
Im Sektor der auf die Medikamentenentwicklung fokussierten Biotechnologie wird es - nach dem Rekordjahr 2014, in dem insgesamt 41 neue Medikamente zugelassen wurden - nach Einschätzung der Experten des Brancheninformationsdienstes BioCentury im Jahr 2015 zu einer leichten Verlangsamung dieser Entwicklung kommen. Das Jahr wird vor allem von den Ergebnissen zahlreicher derzeit noch laufender klinischer Studien geprägt sein. Die Krebsimmuntherapie wird dabei einer der am meisten beachteten Forschungsbereiche bleiben. Laut BioCentury stehen - gemäß dem Stand Anfang 2015 - für das laufende Geschäftsjahr Entscheidungen über Marktzulassungen von 30 Medikamenten an.
Was die Entwicklung der Biotechnologieunternehmen am Kapitalmarkt angeht, rechnen die von BioCentury befragten Experten mit einer weiterhin positiven, aber unter dem Vorjahr liegenden Entwicklung für den Primär- und Sekundärmarkt. Anfang 2015 haben 31 Unternehmen Pläne für einen Börsengang angekündigt. 25 von diesen wollen sich an der US-Technologiebörse NASDAQ notieren lassen.
Nach Einschätzung des Branchenverbands BIO Deutschland zeigt sich weiterhin ein großer Unterschied im Finanzierungsumfeld von deutschen Biotechnologiefirmen gegenüber in den USA ansässigen. Das Analystenhaus Independent Research konstatiert ein anhaltend schwieriges Finanzierungsumfeld für die deutsche Biotech-Industrie, weshalb immer mehr heimische Branchenunternehmen Finanzierungsmöglichkeiten im Ausland suchen würden.
7.2 Unternehmensausblick
Weitere operative und strategische Entwicklung
Der 4SC-Konzern setzt nach wie vor auf seine fokussierte Forschungs- und Entwicklungsstrategie. Hierbei sollen insbesondere diejenigen Projekte klinisch weiterentwickelt werden, die das größte Wertsteigerungspotenzial für den Konzern versprechen. Hierfür hatte 4SC im Jahr 2013 die eigene Entwicklungspipeline gestrafft und beschlossen, zurzeit keine eigenen Mittel mehr in die klinische Weiterentwicklung des entzündungshemmenden Wirkstoffs Vidofludimus zu investieren.
Der Fokus von 4SC liegt weiterhin auf der Entwicklung des Krebswirkstoffs Resminostat. Dabei steht die Indikation des fortgeschrittenen Leberkrebs (HCC) aktuell im Vordergrund. Des Weiteren sieht das Unternehmen auch in anderen Indikationen, insbesondere in bestimmten hämatologischen Nischenindikationen, für die Zukunft zusätzliche attraktive Entwicklungsmöglichkeiten für Resminostat. Zudem ergeben sich nach Einschätzung des Vorstands aus den vielversprechenden, im Jahr 2014 generierten Phase-I-Studiendaten der beiden Krebswirkstoffe 4SC-202 und 4SC-205 mögliche zusätzliche Entwicklungsoptionen für die Zukunft.
Für Resminostat prüft 4SC als nächsten potenziellen Schritt auf dem Weg zur anvisierten Marktzulassung die Durchführung einer doppelt verblindeten, randomisiert-kontrollierten Phase-II-Studie in der Indikation Leberkrebs (HCC). In dieser Studie soll Resminostat in Kombination mit dem Krebsmedikament Sorafenib im Vergleich zur aktuellen HCC-Standardtherapie - der alleinigen Verabreichung von Sorafenib - als Erstlinientherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem Leberkrebs getestet und der potenziell prädiktive Biomarker ZFP64 weiter qualifiziert werden. ZFP64 könnte möglicherweise zur gezielteren Vorauswahl der Patientenpopulationen für eine nachfolgende Phase-III-Studie eingesetzt werden, um so die Aussagekraft der Daten im Sinne einer biomarkerbasierten Patientenstratifizierung zusätzlich zu erhöhen. Ist diese geplante Phase-II-Studie erfolgreich, könnte danach eine Lizenzierung an ein Pharmaunternehmen erfolgen sowie eine Phase-III-Zulassungsstudie in der Indikation HCC durchgeführt werden.
Das Unternehmen wird die Vorbereitungen der Studie weiter fortsetzen. Dies beinhaltet unter anderem die Finalisierung des Studienprotokolls, den Abschluss der Optimierungsarbeiten am Herstellungsprozess für die Resminostat-Studienmedikation sowie die Erstellung der regulatorischen Einreichungsdokumente zur Beantragung des Studienstarts bei den Arzneimittelbehörden in Europa und im Rahmen eines IND (Investigational New Drug Application) in den USA. 4SC wird die Studie jedoch erst dann starten, wenn deren nachhaltige Finanzierung gesichert ist. Derzeit befindet sich das Unternehmen in Gesprächen mit potenziellen Partnern sowie Investoren und Finanzmarktvertretern, um Möglichkeiten der Finanzierung zu prüfen.
Das an dieser Stelle vor einem Jahr kommunizierte Ziel, nach Sicherstellung der Finanzierung noch 2014 den Start des Phase-II-Teils eines Phase-II/III-Studienprogramms in der HCC-Erstlinienbehandlung bei den zuständigen Gesundheitsbehörden beantragen zu wollen, wurde nicht erreicht. Dies liegt zum einen an der zwischenzeitlich modifizierten Weiterentwicklungsstrategie für Resminostat in der Indikation HCC. Nach Beratungen mit Zulassungsbehörden, potenziellen Pharmapartnern und klinischen Meinungsführern entschied der Vorstand im zweiten Quartal 2014, zunächst eine eigenständige Phase-II-Studie in dieser Indikation anzustreben. Im Vergleich zu der vormals favorisierten kombinierten Phase-II/III-Studie mit adaptivem Studiendesign ermöglicht dieses Vorgehen -im Falle positiver Phase-II-Ergebnisse - das Erreichen eines signifikanten und klar definierten Wertsteigerungspunkts bei einem deutlich reduzierten Investitionsbedarf. Zum anderen ist der für 2014 angestrebte Start der Phase-II-Studie aufgrund einer noch nicht sichergestellten Finanzierung bislang nicht erfolgt. 4SC geht weiterhin davon aus, dass die Studie zeitnah gestartet werden kann, sobald die Finanzierung gesichert ist.
Des Weiteren prüft 4SC laufend weitere zukünftige Entwicklungsoptionen für Resminostat in anderen Indikationen. Insbesondere hämatologische Nischenindikationen, in denen Wirkstoffe der Klasse der HDAC-Inhibitoren bereits Wirksamkeit nachgewiesen haben, erscheinen angesichts der guten bisher gezeigten klinischen Sicherheits- und Wirksamkeitsprofils von Resminostat eine attraktive Option, um mit vergleichsweise geringen Investitionsvolumina einer beschleunigten Marktzulassung nahe zu kommen.
Zudem erwartet 4SC, dass sein japanischer Entwicklungspartner Yakult Honsha Co., Ltd. die beiden laufenden asiatischen Phase-II-Studien mit Resminostat in den Indikationen fortgeschrittener Leberkrebs (HCC) und nicht-kleinzelliger Lungenkrebs (NSCLC) mit großem Engagement vorantreiben wird. In diesen Studien wird die Sicherheit und Wirksamkeit von Resminostat jeweils in Kombinationsanwendung mit den etablierten Krebsmedikamenten Sorafenib (in HCC) bzw. Docetaxel (in NSCLC) im Vergleich zur jeweiligen Monotherapie mit Sorafenib bzw. Docetaxel erprobt.
Nachdem 4SC mit seinem zweiten epigenetischen Krebswirkstoff 4SC-202 wie angekündigt im zweiten Quartal 2014 positive Topline-Ergebnisse aus der Phase-I-TOPAS-Studie bei Patienten mit hämatologischen Tumoren veröffentlicht hat, erfolgt derzeit die Aufbereitung der Daten für den finalen Studienbericht. Dieser wird voraussichtlich Mitte 2015 erscheinen. Ein Patient aus der Studie mit einer vollständigen Remission wird nach wie vor behandelt. Er spricht seit inzwischen mehr als zwei Jahren auf die Therapie an. 4SC prüft derzeit verschiedene Optionen für die weitere klinische Entwicklung von 4SC-202 und hat hierfür auch Gespräche mit potenziellen Partnern aufgenommen.
Zu 4SC-205, dem dritten Krebswirkstoff des Unternehmens, hat 4SC im Dezember 2014 positive Topline-Ergebnisse der Phase-I-AEGIS-Studie berichtet. Ursprünglich war die Publikation dieser Ergebnisse für das dritte Quartal 2014 angekündigt worden. Eine Patientin, deren Tumorerkrankung unter der Behandlung mit 4SC-205 stabilisiert werden konnte, setzt die Behandlung im Rahmen der Studie aktuell weiter fort. Sie befindet sich seit mehr als sechs Monaten in der Studie. Nach Abschluss des Studienreports wird das Unternehmen die finalen Studiendaten unter Einschluss der Ergebnisse der Biomarkeranalyse 2015 auf einer wissenschaftlichen Konferenz veröffentlichen. 4SC wird nun die Studienergebnisse mit externen klinischen Meinungsführern und potenziellen Partnern diskutieren, um eine mögliche Weiterentwicklung von 4SC-205 zu erörtern.
In Bezug auf Vidofludimus, dem klinischen Wirkstoff im Bereich Autoimmunerkrankungen, sucht 4SC nach wie vor Gespräche mit Investoren und Industriepartnern, um die externe Weiterentwicklung dieses Medikamentenkandidaten zu ermöglichen. Um die Entwicklungsaussichten von Vidofludimus zu stärken, hat 4SC im Berichtsjahr den Wirkstoff auf eine spezifische Salzform umgestellt, die nach Einschätzung des Unternehmens im Vergleich zur vorhergehenden Form des Wirkstoffs deutliche pharmakologische Vorteile sowie eine Stärkung der Patentsituation - unter anderem durch neue und länger laufende Patente - erwarten lässt. Im Einklang mit seiner Fokussierungsstrategie wird 4SC derzeit jedoch keine nennenswerten eigenen Mittel mehr in die klinische Weiterentwicklung von Vidofludimus investieren.
Insgesamt strebt 4SC weitere Lizenzpartnerschaften mit Unternehmen aus der Pharma- und Biotechnologiebranche an, um die klinische Entwicklung der Produkte sicherzustellen und zusätzliche Unternehmenswerte zu generieren. Dadurch sollen sowohl kurzfristige Mittelzuflüsse erzielt als auch das langfristige Wertpotenzial dieser Entwicklungsprogramme optimal ausgeschöpft werden.
Im Segment "Discovery & Collaborative Business" will die 4SC Discovery GmbH die bestehenden Partnerschaften weiter ausbauen und neue Forschungskooperationen mit Pharma- und Biotechnologieunternehmen oder akademischen Partnern eingehen, um Einnahmen aus dem Dienstleistungsgeschäft zu generieren und die eigenen Kapazitäten auszulasten. Ebenso strebt 4SC Discovery GmbH den Abschluss von Lizenzpartnerschaften für die eigenen Forschungsprogramme (Early-Stage-Partnering-Deals) mit Pharma- und Biotechnologieunternehmen an. Neben der kurzfristigen Erzielung von Einnahmen aus Vorabzahlungen sollen dabei über mögliche erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen und Umsatzbeteiligungen auch langfristige Wertpotenziale für 4SC geschaffen werden, die zur Nachhaltigkeit des Unternehmens beitragen.
Finanzprognose
4SC verfügte zum Ende des Geschäftsjahres über Finanzmittel in Höhe von 3.202 T €. Unter Einhaltung der kurz- und mittelfristigen Einnahmen- und Ausgabenplanung sowie Nutzung der bestehenden Wandelschuldverschreibungsvereinbarung mit Yorkville und der weiteren Abrufbarkeit von Tranchen aus dem Darlehensvertrag mit der Santo Holding (Deutschland) GmbH geht 4SC davon aus, dass diese Mittel zur Finanzierung des Unternehmens voraussichtlich bis über das 1. Quartal 2016 hinaus ausreichen.
Der vor einem Jahr an dieser Stelle für das Gesamtjahr 2014 erwartete durchschnittliche monatliche operative Barmittelverbrauch hat sich im Vergleich zur ursprünglichen Planung von 400 T € spürbar erhöht und lag bei 706 T €. Ursachen hierfür waren auf der Ausgabenseite die gegenüber den ursprünglichen Annahmen längeren Laufzeiten der beiden klinischen Studien mit den Wirkstoffkandidaten 4SC-202 und 4SC-205 sowie im Rahmen der Vorbereitung der geplanten klinischen Weiterentwicklung von Resminostat zusätzlich angefallene Entwicklungskosten im Rahmen des Herstellungsprozesses von Resminostat. Zudem haben sich auf der Einnahmeseite ursprünglich für 2014 angenommene Zahlungsströme voraussichtlich in das Jahr 2015 verschoben. 4SC geht deshalb für 2015 von einem im Vergleich zu 2014 deutlich geringeren durchschnittlichen monatlichen operativen Barmittelverbrauch von weniger als 200 T € aus. Der Start neuer klinischer Studien ist in dieser Prognose nicht enthalten.
Für 2015 erwartet der Vorstand im Vergleich zu 2014 einen weiteren Rückgang der Forschungs- und Entwicklungskosten sowie eine weitere Verbesserung des operativen Konzernjahresergebnisses gegenüber 2014 infolge weiter sinkender operativer Ausgaben und gleichzeitig steigender Ergebnisbeiträge aus den Aktivitäten der 4SC Discovery GmbH.
Voraussetzung ist jedoch, dass die Forschungs- und Entwicklungsprogramme sowie Partnerschaften des Unternehmens weiter bestehen und planmäßig verlaufen.
Im Falle einer erfolgreichen Finanzierung und dem Start weiterer klinischer Studien, beispielsweise einer Phase-II-Leberkrebsstudie mit Resminostat, wird sich die Kostenstruktur erheblich ändern und die Entwicklungsaufwendungen sowie der Barmittelverbrauch werden deutlich steigen. Kurz- und mittelfristig rechnet 4SC insgesamt weiterhin mit negativen Jahresergebnissen.
Die 4SC Discovery GmbH erzielte im Geschäftsjahr 2014 einen nahezu ausgeglichenen durchschnittlichen monatlichen operativen Cashflow und verfehlte damit die ausgegebene Prognose eines mindestens ausgeglichenen operativen Cashflows nur knapp. Für das Jahr 2015 erwartet der Vorstand einen positiven operativen Cashflow für die 4SC-Forschungstochter.
4SC hat sich für das Jahr 2015 und darüber hinaus gut positioniert. Diese Einschätzung basiert zum einen auf den vorhandenen attraktiven Entwicklungsprogrammen des Unternehmens - insbesondere dem Wirkstoff Resminostat als auch den weiteren Krebswirkstoffen 4SC-202 und 4SC-205, die 2014 positive klinische Ergebnisse berichtet hatten. Zudem erwartet 4SC auch aus den laufenden klinischen Studien des japanischen Partners Yakult Honsha Co., Ltd. mit Resminostat positive Impulse. Schließlich sieht sich das Unternehmen mit seiner Tochtergesellschaft 4SC Discovery GmbH und ihren Kooperationen auch im Bereich der pharmazeutischen Frühphasenforschung gut aufgestellt. Auf kurz- und mittelfristige Sicht weiterhin herausfordernd bleibt die Sicherstellung einer ausreichenden Finanzierung, um die zügige und konsequente Weiterentwicklung der Programme, insbesondere von Resminostat, sowie den Bestand des 4SC-Konzerns insgesamt zu gewährleisten.
8. CHANCEN- UND RISIKOBERICHT
8.1 Risikomanagementsystem
Risikomanagement und internes Kontrollsystem von 4SC
Der 4SC-Konzern verfügt über ein aktives, systematisches Risikomanagement, mit dem Risiken minimiert und durch geeignete Maßnahmen eliminiert werden sollen. Die Geschäftsrisiken von 4SC liegen insbesondere in der Erforschung und Entwicklung von Wirkstoffen, in dem Schutz des geistigen Eigentums, in der Kooperation mit Partnern, in der Eigenkapitalerhaltung sowie in der mittel- und langfristigen ausreichenden Finanzierung des Konzerns. Diese Risiken müssen kontinuierlich geprüft und ggf. kontrolliert eingegangen werden, um die Chancen des Unternehmens bestmöglich zu nutzen.
4SC hat bereits im Jahr 2002 in Übereinstimmung mit dem KonTraG (Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich) ein umfassendes, computergestütztes Risikomanagementsystem eingeführt. Dieses System ist zentraler Bestandteil der Unternehmenssteuerung und -überwachung.
Nach einem definierten Prozess werden die Risiken durch die Risikoverantwortlichen der verschiedenen Unternehmensbereiche hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit, ihrer möglichen Schadenshöhe, des Zeitbezugs sowie der bestehenden und geplanten Gegensteuerungsmaßnahmen identifiziert, analysiert und bewertet. Die Risikoverantwortlichen informieren regelmäßig den Risikomanagementbeauftragten von 4SC, der dann wiederum das Management über den Status der Risiken in Kenntnis setzt. Auf dieser Basis entscheiden Vorstand und Aufsichtsrat, wie das Unternehmen mit den identifizierten Risiken umgeht.
Ergänzend zum Risikomanagementsystem ist im 4SC-Konzern ein internes Kontrollsystem (IKS) etabliert, das durch verschiedene Vorschriften wie Unterschriftenregelungen, gelenkte Vorgabe- und Nachweisdokumente wie Richtlinien (Policies), Standardarbeitsanweisungen (Standard Operating Procedures), Arbeitsanweisungen (Work Instructions), dem Vier-Augen-Prinzip, Stichprobenkontrollen, Selbstinspektionen, Mitarbeitertrainings und Notfallplanungen die Steuerung der Unternehmensaktivitäten sicherstellt.
Die Anwendung dieser Vorschriften ist für alle Unternehmensbereiche verpflichtend. Im Rahmen des 4SC-Qualitätsmanagements wird mit Vorgabedokumenten gearbeitet. Diese enthalten Forderungen an das Angebotsprodukt oder Anweisungen hinsichtlich auszuführender Tätigkeiten (z.B. das Erstellen von Stellen- und Funktionsbeschreibungen). Zudem werden Nachweisdokumente genutzt. Dabei handelt es sich um Aufzeichnungen bzw. Dokumente, die die erreichten Ergebnisse dokumentieren oder einen objektiven Nachweis ausgeführter Tätigkeiten bereitstellen, z.B. in Form eines Auditberichts.
Die konzernweite Unterschriftenregelung legt fest, wer für Bestellungen und Rechnungen zeichnungsberechtigt ist. Unterschieden wird hierbei nach der Höhe der Bestellung oder Rechnung, ob der Betrag budgetiert wurde und ob es sich bei dem Unterzeichnenden um einen Projektmitarbeiter oder Projektleiter, den Vorstand oder die Geschäftsführung handelt.
Die Forschungs- und Entwicklungsprogramme werden in regelmäßigen Treffen wie dem Projektleitermeeting detailliert besprochen. Diese stellen eine enge Abstimmung der Forschung und Entwicklung untereinander sowie mit dem Vorstand sicher. Das Projektleitermeeting findet in der Regel einmal pro Woche statt und umfasst die Vorstellung und Diskussion der Fortschritte der klinischen Entwicklungsprogramme des Unternehmens. Die Teilnehmer dieses Treffens sind der für Forschung und Entwicklung verantwortliche Vorstand, die Projektleiter der klinischen Entwicklungsprogramme Resminostat, 4SC-202, 4SC-205 und Vidofludimus sowie der die Resminostat-Partnerschaft mit Yakult Honsha Co., Ltd. betreuende Alliance Manager.
Risikomanagement und internes Kontrollsystem im Rechnungslegungsprozess
Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem stellt im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess sicher, dass die Rechnungslegung einheitlich ist und in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorgaben und Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung sowie den International Financial Reporting Standards (IFRS) erfolgt. Es beinhaltet Arbeitsanweisungen, die Einhaltung des Vier-Augen-Prinzips, Stichprobenkontrollen und Notfallplanungen. Durch kontinuierliche Weiterbildung stellt das Finanzteam sicher, dass alle gesetzlichen Anforderungen, die den Konzern betreffen, im Unternehmen sicher und vollumfänglich umgesetzt werden.
Die Kontrollen zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit und der Verlässlichkeit der Konzernrechnungslegung erfolgen vor allem durch automatisierte Prüfungen, wie z.B. Plausibilitätsprüfungen des Zahlenwerks und Systemzugangskontrollen auf Basis eines Berechtigungskonzepts sowie durch manuelle Checks, wie z.B. Abweichungs- und Trendanalysen auf Grundlage definierter Kennzahlen und Vergleiche mit Budgetzahlen. Regelmäßig werden Besprechungen und Analysen der wesentlichen Finanzkennzahlen in Zusammenarbeit mit den operativen Einheiten durchgeführt.
Das Controlling-System des Konzerns stützt sich auf die drei Komponenten Planung, Überwachung und Berichterstattung. Unter Berücksichtigung der strategischen Geschäftsplanung erstellt 4SC Dreijahresbudgets für interne Steuerungs- und Kontrollzwecke sowohl für den Konzern als auch für die Einzelfirmen 4SC AG und 4SC Discovery GmbH. Auf Basis dieser Pläne sowie der aktuellen Ist-Zahlen erhält der Vorstand monatlich die notwendigen Steuerungs- und Kontrollinformationen. Zusätzlich wird quartalsweise über die Geschäftsentwicklung, die Fortschritte in den Forschungs- und Entwicklungsprogrammen, die Aktivitäten in den Bereichen Personal, Public Relations & Investor Relations, Business Development sowie über Patente als nichtfinanzielle Leistungsindikatoren berichtet. Mit Hilfe dieser Steuerungsinstrumente sind der Vorstand und das Controlling in der Lage, Chancen und Risiken adäquat zu identifizieren, zu bewerten und zu adressieren.
Die Erstellung des IFRS-Abschlusses folgt einheitlichen Regeln. Die überschaubare Größe des Buchhaltungsteams stellt die einheitliche Darstellung gleicher Sachverhalte sicher. Im Enterprise-Resource-Planning-System (ERP) sind konkret ausgestaltete Zugriffsregelungen definiert. Änderungen dieser Rechte bedürfen der Zustimmung der dafür zuständigen Vorstandsmitglieder. Dies stellt die Sicherheit der Buchungen und die entsprechenden Funktionstrennungen innerhalb des Systems sicher.
8.2 Risiken von 4SC
4SC ist verschiedenen Einzelrisiken ausgesetzt, die teilweise in Zusammenhang stehen und sich gegenseitig positiv oder negativ beeinflussen können. Das Eintreten dieser Risiken kann, einzeln oder zusammen, mit dem Eintritt anderer Risiken bzw. anderer Umstände die Geschäftstätigkeit, das Erreichen wesentlicher Unternehmensziele und/oder die Refinanzierbarkeit der 4SC wesentlich beeinträchtigen oder verhindern sowie erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Unternehmens haben. Dies könnte im schlechtesten Fall dazu führen, dass das Unternehmen gezwungen ist, in Liquidation zu gehen oder Insolvenz anzumelden.
8.2.1 Branchenbezogene Risiken
Wettbewerb
Die Biotechnologiebranche ist durch kurze Technologiezyklen, lange Entwicklungszyklen sowie einen großen Investitionsbedarf für die klinische Forschung und Entwicklung bis zur Marktreife eines Produktes gekennzeichnet. 4SC ist dem Risiko ausgesetzt, dass neue Technologien auf den Markt kommen könnten, mit denen es gelingt, neue Produkte in den vom Unternehmen adressierten Indikationen kostengünstiger oder schneller zu entwickeln und somit gegebenenfalls früher auf den Markt einzuführen oder die Zulassung der 4SC-Produkte ganz oder in Teilen zu verhindern.
Die Pharmaindustrie hat einen großen Bedarf, die eigenen Forschungs- und Entwicklungspipelines durch Einlizenzierung oder Erwerb innovativer Projekte von Biotechnologieunternehmen aufzufüllen. 4SC steht hier mit anderen Unternehmen in Konkurrenz, die sich mit der Medikamentenforschung und -entwicklung in gleichen oder ähnlichen Indikationen befassen. Die Konkurrenzsituation wird insbesondere durch die angestrebten Indikationsbereiche einerseits und die adressierten therapeutischen Zielstrukturen bzw. ausgewählten Wirkmechanismen andererseits bestimmt. 4SC geht davon aus, dass sich der Wettbewerb in der Biotechnologiebranche insgesamt weiter verschärfen wird, zumal in jüngster Zeit viele junge und innovative Unternehmen - insbesondere in den USA - sehr gut finanziert wurden.
Es besteht das Risiko, dass Zulassungsbehörden Produkte von Wettbewerbern in gleichen Indikationen bevorzugt zulassen - sei es aufgrund ihrer möglicherweise besseren Wirksamkeit oder Verträglichkeit. Mögliche Folgen für die von 4SC entwickelten und zu lizenzierenden Produkte sind, dass sie gar nicht oder nur eingeschränkt zugelassen werden oder sich nicht ausreichend stark und lange am Markt etablieren können. Dies könnte dazu führen, dass 4SC keine Partnerschaften zur Lizenzierung der eigenen Wirkstoffe abschließen kann, oder dass es einem Kooperations- oder Lizenzpartner nicht gelingt, diese weiterzuentwickeln oder wirtschaftlich sinnvoll zu vermarkten. In einem solchen Fall erhielte 4SC künftig keine Meilensteinzahlungen, Lizenzgebühren oder Umsatzbeteiligungen aus den bestehenden und geplanten Lizenzverträgen mit Pharma- und Biotechnologieunternehmen.
Ferner unterliegt 4SC bei eingegangenen oder einzugehenden Lizenzpartnerschaften sowohl den deutschen steuerlichen Gesetzen als auch den jeweiligen Gesetzen des Ansässigkeitsstaates des Lizenzpartners. Dies kann zur Folge haben, dass 4SC im Ausland Steuern zahlt, die in Deutschland z.B. aufgrund der Verlustsituation des Unternehmens nicht oder nur teilweise anrechenbar sind (z.B. Quellensteuer). Dies kann nachteilige Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Gesellschaft haben.
Produktentwicklung (allgemein)
Der Erfolg von 4SC ist von den verschiedenen Forschungs- und Entwicklungsprogrammen abhängig. Als produktorientiertes Biotechnologieunternehmen unterliegt 4SC den Risiken der Medikamentenentwicklung. Diese sind aufgrund der langen Entwicklungszeit eines Wirkstoffs besonders ausgeprägt.
Typische Risiken sind:
| ― | Einzelne Produkte sind unwirksam, haben nicht oder nur schwer verträgliche Nebenwirkungen oder lassen sich nicht formulieren bzw. produzieren, sodass sie nicht erfolgreich weiterentwickelt werden können. |
| ― | Fremddienstleister werden insolvent, was eine Verzögerung der Entwicklung und/oder eine Nicht-Verwertbarkeit der relevanten Daten nach sich ziehen könnte. |
| ― | Die zuständigen Behörden erteilen die erforderlichen Zulassungsgenehmigungen nicht, nur mit Einschränkungen oder nur mit Verzögerung. |
Zurzeit verfügt 4SC über mehrere Wirkstoffe, die sich in frühen Forschungsphasen bzw. in klinischen Entwicklungsphasen befinden. Aufgrund einer diversifizierten Produktpipeline können die Risiken bzw. die Abhängigkeit von einem einzelnen Wirkstoff reduziert werden, wobei nicht alle Produkte hinsichtlich ihrer Werthaltigkeit als gleichgewichtet betrachtet werden können. Bisher vorliegende Studienergebnisse legen nahe, dass die Wirkstoffe, die sich derzeit in der klinischen Entwicklungspipeline befinden, sicher anwendbar und gut verträglich sind. Dennoch kann 4SC nicht ausschließen, dass in laufenden oder anstehenden klinischen Studien möglicherweise keine ausreichende Wirksamkeit am Patienten nachgewiesen wird, oder dass Nebenwirkungen auftreten, die als sicherheitsrelevant einzustufen sind. Dies gilt auch für Ergebnisse aus laufenden klinischen Studien von Lizenzpartnern, wie z.B. Yakult Honsha Co., Ltd. in Asien. Etwaige negative oder unklare Ergebnisse aus deren klinischen Studien könnten für 4SC einen vergleichbaren Effekt haben wie Ergebnisse 4SC-eigener klinischer Studien. Solche Befunde können zu einer Verzögerung oder zum Abbruch der Entwicklung eines Wirkstoffes führen, was einen negativen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage und die Börsenbewertung von 4SC haben könnte.
Entwicklungen in der Gesundheitspolitik
Die Pharma- und Biotechnologiebranche ist mittel- und langfristig zu einem gewissen Grad abhängig von den Entwicklungen nationaler und internationaler Gesundheitssysteme. Die Gesundheitspolitik zielt weiterhin darauf ab, die Gesundheitskosten zu senken. So könnten sich zunehmend restriktivere Zulassungs- und Erstattungskonditionen nachteilig auf erzielbare Medikamentenpreise und damit auf Umsätze aus Medikamentenverkäufen bzw. auf Umsatzbeteiligungen auswirken. Hinzu kommt, dass die Gesundheitspolitik aufgrund der schwierigen ökonomischen Voraussetzungen in vielen Gesundheitssystemen zunehmend Einfluss auf die Zulassung und Vergütung neuer Medikamente nimmt, was sich nachteilig auf die Branche auswirken könnte. Krankenversicherungen und staatliche Institutionen erhöhen den Druck, die Medikamentenpreise zu senken. Mit komplexen Regelungen wird der Nutzen von Medikamenten gemessen, was zu einem höheren bürokratischen Aufwand und zu einer erschwerten Zulassung führt. Mit solchen Maßnahmen erhofft sich beispielsweise die deutsche Bundesregierung weiterhin erhebliche Einsparungen und/oder qualitative Verbesserungen im Gesundheitswesen. Für die pharmazeutischen Unternehmen bedeutet dies u.a., dass sie ihre Preise für Arzneimittel z.B. auf dem deutschen Markt nicht mehr nach eigenem Ermessen festlegen können. Dies kann sich nachteilig auf die Vergütungsstruktur und die Wirtschaftlichkeit einzelner Wirkstoffe auswirken. Folglich könnte es für pharmazeutische Unternehmen wirtschaftlich nicht mehr attraktiv sein, Produkte in einzelnen Märkten zur Zulassung zu bringen. Eine andere Konsequenz könnte sein, dass Produkte aufgrund der sich verschärfenden Zulassungsbedingungen gar nicht mehr zur Vermarktung zugelassen werden.
Verwaltungsverfahren
Die Geschäftstätigkeit von 4SC ist umfangreichen rechtlichen Regelungen und Kontrollen unterworfen. Die Entwicklung und Vermarktung neuer Produkte kann durch Verwaltungsverfahren beeinträchtigt werden, auf welche das Unternehmen nur begrenzten Einfluss hat. So ist 4SC beispielsweise von behördlichen Genehmigungen für die Durchführung klinischer Studien und für den Betrieb eigener Einrichtungen zur Durchführung von Forschungsarbeiten abhängig. Der Verlust, das Erlöschen oder der Entzug dieser Genehmigungen kann zu zeitlichen Verzögerungen bei der Weiterentwicklung der Forschungs- und Entwicklungsprojekte von 4SC führen.
8.2.2 Risiken aus der Geschäftstätigkeit
Entwicklungs- und Lizenzpartnerschaften
Der 4SC-Konzern hat sich auf die Forschung und Entwicklung von niedermolekularen Medikamenten für die Behandlung von Krebs- und Autoimmunerkrankungen spezialisiert. Zur Gewinnerzielung und eigenständigen Finanzierung muss das Unternehmen Umsatzerlöse erzielen - beispielsweise aus Vorabzahlungen, Meilensteinzahlungen oder Umsatzbeteiligungen aus Lizenzverträgen mit Pharma- und Biotechnologieunternehmen sowie aus Forschungs- und Kooperationsverträgen. Die bisher erzielten Umsätze sind hierfür noch nicht ausreichend. Vor diesem Hintergrund und unter Berücksichtigung auch künftig notwendiger hoher Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen wird das Unternehmen zunächst weiterhin ein negatives Betriebsergebnis ausweisen. Um mittelfristig profitabel zu werden, ist 4SC auf den Abschluss entsprechender Vereinbarungen mit der Pharmaindustrie oder anderen Biotechnologieunternehmen angewiesen. Falls es 4SC nicht oder nur zu wirtschaftlich ungünstigen Konditionen gelingt, solche Partner zu gewinnen, kann dies die Entwicklung der jeweiligen Produkte verzögern und/oder zu geringeren Erlösen führen und somit die Werthaltigkeit des Projekts reduzieren. Auch eine Verzögerung bei Verhandlungen zu Entwicklungs- und Lizenzpartnerschaften in Bezug auf die eigenen Medikamentenprogramme stellt ein Risiko dar. Sollte 4SC für die klinische Weiterentwicklung eines Produkts auf eine Partnerschaft oder Finanzierung angewiesen sein, könnte sich die klinische Entwicklung dadurch verzögern. Auch der Erhalt möglicher Vorabzahlungen, die am Beginn einer solchen Partnerschaft angestrebt werden, könnte sich dadurch verzögern. Dies hätte entsprechend negative Auswirkungen auf die Finanz- und Liquiditätsplanung des Unternehmens zur Folge. Sollte es außerdem einem Kooperations- oder Lizenzpartner nicht gelingen, einen der Wirkstoffe weiterzuentwickeln, zuzulassen oder zu vermarkten, würde 4SC zukünftig möglicherweise keine Meilensteinzahlungen oder weitere Lizenzgebühren aus dieser Partnerschaft erhalten. Das könnte das Erreichen der mittelfristigen Profitabilität weiter hinauszögern oder gänzlich verhindern.
Risiken der Vermarktung
Die 4SC hat bisher nur vereinzelt Produkte vermarktet und verfügt über keine Vertriebs- oder Vermarktungsstruktur. Um die Arzneimittel- und Produktkandidaten vermarkten zu können, ist die Gesellschaft auf die Kooperation mit anderen Unternehmen angewiesen. Die Umsätze der 4SC werden daher auch von der Leistungsfähigkeit ihrer Kooperationspartner abhängen. Die Gesellschaft kann zudem nur bedingt Einfluss auf diese Unternehmen ausüben. In der Regel wird die 4SC an den Umsätzen, die mit ihren Produkten erzielt werden, in Form von Lizenzgebühren und bedingten Zahlungen für das Erreichen von vorab definierten Zielvereinbarungen (Meilensteinzahlungen) teilhaben. Sollte es der Gesellschaft nicht gelingen, die erforderlichen Vertriebs- und Vermarktungskooperationen zu angemessenen Bedingungen zu vereinbaren bzw. sollten diese Kooperationen nicht den erwarteten Erfolg haben, oder bestehende Kooperationen beendet oder Bedingungen dieser Verträge geändert werden, so kann dies erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben. Sollte sich 4SC entscheiden, in bestimmten Regionen eine eigene Vertriebs- und Vermarktungsorganisation aufzubauen, kann dies mit erheblichen Kosten, Investitionen und Zeitaufwand verbunden sein. Zudem kann ein solcher Aufbau auf unvorhergesehene Schwierigkeiten stoßen oder ganz fehlschlagen. Dies könnte die Markteinführung der Produkte der Gesellschaft in diesen Regionen verzögern. Dadurch könnte die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns ebenfalls erheblich beeinträchtigt werden.
Kooperationspartner
4SC erzielt derzeit einen Großteil der Umsätze aus Verträgen mit nur wenigen Kooperationspartnern, wobei LEO Pharma A/S, Dänemark, BioNTech AG, Mainz, und Yakult Honsha Co., Ltd., Japan, in 2014 über 90% der rechnerischen Umsätze darstellen. Sollten eine oder mehrere dieser wichtigen Partnerschaften gekündigt werden, Zahlungen aus diesen ausbleiben oder der angestrebte Abschluss neuer Partnerschaften ausbleiben, so hätte dies einen negativen Effekt auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung. Seit Anfang 2012 betreibt 4SC wieder verstärkt das Geschäft, Umsätze aus den Aktivitäten in den früheren Phasen der Wirkstoffforschung zu generieren. Dies geschieht insbesondere durch Forschungskooperationen und Lizenzpartnerschaften der Tochtergesellschaft 4SC Discovery GmbH mit Pharma- und Biotechnologiefirmen in den Bereichen der Wirkstoffentdeckung und -optimierung. Gelingt es nicht, bestehende Kooperationen fortzuführen oder neue Kooperationspartner zu finden, würde dies die angestrebte Umsatzentwicklung und damit auch die künftige Ertrags- und Finanzlage der Firma negativ beeinträchtigen.
Geschäftstätigkeit der 4SC Discovery GmbH
Die seit Beginn des Geschäftsjahres 2012 operativ tätige Forschungstochter 4SC Discovery GmbH konnte im Geschäftsjahr 2013 erstmals einen positiven operativen Cashflow erzielen und damit auch einen Beitrag zur Konzernfinanzierung leisten. 2014 fiel der durchschnittliche monatliche operative Cashflow leicht negativ aus. Ziel der 4SC Discovery GmbH ist es, sich in den kommenden Jahren sukzessive zu einem Cashflow positiven Unternehmen zu entwickeln und mittelfristig ein eigenständiges, wachsendes Geschäft aufzubauen, das sich positiv auf das Konzernergebnis auswirkt. Sollte es nicht gelingen, ausreichend Erlöse aus bestehenden Kooperationen und Neugeschäft zu generieren, wäre die 4SC Discovery GmbH auf die Unterstützung durch die 4SC AG angewiesen. Das wiederum würde die 4SC AG vor erhebliche Herausforderungen stellen und könnte damit die wirtschaftliche Lage des gesamten Konzerns gefährden.
Patente und Markenschutz
Eigene Technologien und Entwicklungen schützt 4SC bzw. die jeweiligen juristischen Einheiten durch Schutzrechte sowie durch umfassende Patent- und Lizenzstrategien. Es ist nicht auszuschließen, dass Dritte bereits im Stadium der Erteilung Einwände gegen Patentanmeldungen von 4SC erheben oder aber die Wirksamkeit der Patente anfechten. Es ist ebenfalls nicht auszuschließen, dass 4SC mit Dritten in Patentstreitigkeiten gerät. Jedes juristische Urteil gegen 4SC-Patente - meist vorab verbunden mit langwierigen und kostenintensiven Verfahren - kann die weitere Entwicklung des Unternehmens beeinträchtigen. Allein ein drohender oder tatsächlicher Prozess kann bereits deutlich negative Auswirkungen auf die wirtschaftliche Lage sowie die Marktkapitalisierung des Unternehmens haben. Aktuell sind solche Einwände nicht gegeben bzw. 4SC nicht bekannt.
8.2.3 Risiken der Produktentwicklung
Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern im Forschungs- und Entwicklungsbereich
4SC besitzt und betreibt derzeit keine Herstellungseinrichtungen zur Produktion pharmazeutischer Produkte, da sie über keine entsprechende behördliche Erlaubnis verfügt. Die Gesellschaft ist von Lohnherstellern (Contract Manufacturing Organisations, CMOs) abhängig. Diese liefern den pharmazeutischen Wirkstoff für die Produkte von 4SC, stellen sie in klinischen und kommerziellen Mengen her, formulieren und optimieren die Produktzubereitung und produzieren schließlich die Arzneimittel. Diese Abhängigkeit von externen Lieferanten und Herstellern birgt für 4SC Risiken. Dies betrifft vor allem die fristgerechte Lieferung in ausreichender Menge und Qualität sowie die Einhaltung behördlicher Vorschriften und Qualitätssicherungsnormen. Ein Eintreten dieses Risikos könnte zu Verzögerungen oder zum Abbruch laufender klinischer Studien oder zur Verzögerung bzw. Verhinderung des Starts geplanter klinischer Studien mit entsprechenden Konsequenzen für die Entwicklung des jeweiligen Medikaments führen. Die Folge wären Umsatzeinbußen. Außerdem ist 4SC bei der präklinischen und klinischen Entwicklung von Auftragsforschungsorganisationen (Contract Research Organisations, CROs) abhängig. Sofern ein Kooperationspartner nicht mit der gebotenen Sorgfalt arbeitet, kann dies der Wirkstoffentwicklung von 4SC schaden oder gar zum Abbruch der Studie führen. Zudem müssen auch die CROs behördliche Vorschriften und Qualitätssicherungsnormen einhalten, auf welche 4SC - trotz eines sorgfältigen Auswahlprozesses der CROs - im Rahmen der Umsetzung nur begrenzt Einfluss hat.
Risiken im Zusammenhang mit der Herstellung der Wirkstoffe für klinische Studien
Für die Durchführung klinischer Studien wird eine ausreichend große Menge des jeweils benötigten Wirkstoffs zur Verabreichung an die Probanden bzw. Patienten in ausreichender Qualität benötigt. Ab dem Zeitpunkt der zulassungsrelevanten klinischen Prüfungsphase sollte daher ein Produktionsprozess etabliert sein, der es erlaubt, den Wirkstoff für die klinischen Tests und die spätere mögliche Markteinführung in konstanter Qualität reproduzierbar herstellen zu können. Sollte es nicht oder nur mit zeitlicher Verzögerung gelingen, einen solchen Prozess zu etablieren, kann der Start einer klinischen Studie verzögert oder verhindert werden. Dies könnte entsprechend negative Auswirkungen auf den weiteren Entwicklungsprozess auf dem Weg zur gewünschten Markteinführung und folglich auf die Ertragskraft eines Medikamentenprogramms bzw. seine Kommerzialisierung haben.
Patientenrekrutierung
Ein weiteres Risiko der Medikamentenentwicklung ist die Notwendigkeit, für klinische Studien eine ausreichende Anzahl von geeigneten Probanden bzw. Patienten zu gewinnen. Aufgrund der komplexen medizinischen Gegebenheiten (z.B. Attraktivität der Studie, Studiendesign, Wettbewerbssituation, Patientenpopulation, Standorte) im Umfeld klinischer Studien kann es hierbei zu zeitlichen Verzögerungen kommen. Zudem könnten klinische Studienzentren -beispielsweise aufgrund anderer laufender klinischer Studien oder auch aufgrund anhaltender Qualitätsmängel in ihrem internen Organisationsablauf - nicht in der Lage sein, eine genügend hohe Anzahl an Patienten fristgerecht in die klinische Studie aufzunehmen. Dies kann die zeitliche Planung sowie die Durchführung der Studien gefährden und zu Verzögerungen führen. Um den Studienverlauf voranzutreiben, kann 4SC daher gezwungen sein, zusätzliche klinische Zentren in die laufenden Studien einzuschließen, was zu einer erheblichen Kostensteigerung führen würde.
8.2.4 Kapitalmarktrisiken
Weitere Finanzierung
Zur Realisierung seiner Unternehmens- und Entwicklungsziele hat das Unternehmen mittel- bis langfristig einen anhaltend hohen Kapitalbedarf. Um diesen zu decken, müssen genügend Einnahmen aus Lizenzvergaben oder Kooperationen generiert werden. Wenn jedoch wie zurzeit die Kosten der Produktentwicklung diese Erträge übersteigen und die eigenen Reserven nicht mehr ausreichen, ist die zusätzliche Aufnahme von Eigen- oder Fremdkapital notwendig. Es ist nicht gewährleistet, dass 4SC die Finanzierung jeweils zeitgerecht, im erforderlichen Umfang, zu wirtschaftlich sinnvollen Konditionen oder überhaupt realisieren kann. Dies könnte dazu führen, dass 4SC in ihrer weiteren Entwicklung behindert wird und wichtige Investitionen, beispielsweise im Bereich der Forschung und Produktentwicklung, nicht tätigen kann bzw. gezwungen wird, die Entwicklung von einem oder mehreren Produkten einzustellen und somit die Produktpipeline zu verschmälern. So könnte das Unternehmen in der Wettbewerbsposition negativ beeinträchtigt werden sowie nachteiligen Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage bis hin zu einer Insolvenz ausgesetzt sein.
Auf Basis des derzeitigen Finanzmittelbestands in Verbindung mit der aktuell prognostizierten weiteren Ausgaben- und Einnahmeplanung ist das Unternehmen in der Lage, den Fortbestand der Geschäftstätigkeit über das 1. Quartal 2016 hinaus sichern zu können. Sollten jedoch keine ausreichenden Mittelzuflüsse durch Auslizenzierungen, Kooperationen oder Partnerschaften generiert werden können, wird das Unternehmen weiterhin auf die Kapitalmärkte angewiesen sein, um bei Bedarf Eigen- und/oder Fremdkapital aufzunehmen. Dabei könnten angestrebte Kapitalmaßnahmen ganz oder teilweise scheitern, beispielsweise wegen eines schwierigen Marktumfelds. Sollte das Unternehmen keinen weiteren Zugang zu Finanzierungen erhalten, könnte dies die Fortführung der Unternehmung behindern oder vollständig verhindern und zur Insolvenz der 4SC AG und/oder der 4SC Discovery GmbH führen. Für den Fall, dass die Gesellschaft zusätzliches Kapital durch die Ausgabe neuer Aktien aufnimmt, kann dies zu einer möglicherweise signifikanten Verwässerung des Aktienbestands der Altaktionäre führen.
Zusätzlich weist die Gesellschaft darauf hin, dass ein sinkender 4SC-Aktienkurs weitere Kapitalmaßnahmen wie z.B. eine Kapitalerhöhung und die Wandlung von Wandelschuldverschreibungen, die an Yorkville ausgegeben wurden, ausschließen könnte, wenn der Kurs auf 1,00 € oder darunter fällt (wie im Geschäftsjahr 2014 vorübergehend und im ersten Quartal 2015 überwiegend der Fall), da 1,00 € die gesetzliche Untergrenze für den Nominalwert bei der Ausgabe neuer Aktien darstellt. Auch ein Kurs nur leicht über einem Euro könnte eine Kapitalmaßnahme signifikant erschweren, da ggf. den zeichnenden Aktionären kein marktüblicher Abschlag auf den Tageskurs angeboten werden kann. In diesem Fall müsste vor einer entsprechenden Kapitalmaßnahme erst eine Zusammenlegung von Aktien erfolgen, um einen ausreichend hohen Aktienkurs darzustellen. Um dieses Risiko zu reduzieren, beschloss die Gesellschaft Ende Januar 2015 am 11. März 2015 eine außerordentliche Hauptversammlung abzuhalten, um auf dieser eine Herabsetzung des Grundkapitals auf 10.169.841,00 € durch Zusammenlegung der ausgegebenen Stückaktien im Verhältnis von 5 zu 1 zu beschließen.
Gesellschafterdarlehen der Santo Holding (Deutschland ) GmbH
Zur Realisierung ihrer kurz- und mittelfristigen Unternehmens- und Entwicklungsziele hat die 4SC AG einen anhaltend hohen Kapitalbedarf. Zur Finanzierung der operativen Vorbereitungen der geplanten klinischen Weiterentwicklung von Resminostat und zur Deckung der laufenden Kosten des Unternehmens hat die 4SC AG mit der Santo Holding (Deutschland) GmbH im Juni 2014 eine Kreditvereinbarung über bis zu 10 Mio. € abgeschlossen. Die 4SC AG kann die Kreditlinien im Rahmen ihrer entsprechenden Finanzplanungen in Tranchen bis zum 31. Dezember 2015 abrufen. Das Darlehen ist mit 8% p.a. verzinst (Endfälligkeit) und hat eine Laufzeit bis Ende 2016. Gemäß dem Vertrag kann eine teilweise vorzeitige Tilgung des Darlehens erforderlich werden, wenn 4SC im Rahmen neu abgeschlossener Lizenzverträge Finanzmittel vereinnahmen kann, dadurch könnte sich der insgesamt mögliche abrufbare Gesamtbetrag aus dem Darlehen verringern. Die 4SC AG hat sich dazu verpflichtet, die zugrunde gelegten Finanzplanungen regelmäßig mit dem Kreditgeber abzustimmen. Bei bestimmten Abweichungen kann es zu Verzögerungen oder einem Einfrieren der Darlehensauszahlungen und daher einer potenziell bestandsgefährdenden Finanzierungslücke im Unternehmen kommen. Dadurch könnte die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns ebenfalls erheblich beeinträchtigt werden.
Der Darlehensvertrag enthält typische außerordentliche Kündigungsrechte der Santo sowie bestimmte Verpflichtungen, die die Aufnahme von zusätzlichen Fremdverbindlichkeiten durch 4SC (mit Ausnahme von u.a. üblichen Lieferantenkrediten) begrenzen und größere Investitionen einem Zustimmungsvorbehalt unterwerfen. Diese Limitierung kann die Entwicklung gefährden und somit zu einer potentiell bestandsgefährdenden Finanzierungslücke führen.
Das Darlehen wird durch die Sicherungsabtretung der Erlöse aus der Verwertung von bestimmten immateriellen Vermögenswerten von 4SC besichert, wobei die Entscheidung über Nutzung und Verwertung dieser Vermögenswerte während der Laufzeit bis einen Monat nach vertragsgemäßer Fälligkeit der Darlehensforderungen weiterhin bei der 4SC AG liegen. Sollte bis zum Laufzeitende keine Darlehensrückführung erfolgen, wird die 4SC AG Santo Optionen zu marktüblichen Werten auf den Erwerb der 4SC Discovery GmbH oder anderer Assets des Unternehmens zum Marktwert einräumen. Der Verkaufserlös würde zur Rückführung des Darlehens verwendet.
Einfluss weniger Hauptaktionäre
Bis zum Aufstellungszeitpunkt des Konzernlageberichts sind der 4SC AG - basierend auf § 21 WpHG in Verbindung mit § 25 WpHG - vier Hauptaktionäre gemeldet, die die meldepflichtigen Grenzen überschritten haben. Diese Aktionäre halten zusammen knapp unter 70% des Grundkapitals und der Stimmrechte. Durch die Kumulation bestimmter Hauptaktionäre könnte bei gleichzeitiger geringer Anwesenheit von anderen Aktionären ein beherrschender Einfluss auf Hauptversammlungsbeschlüsse und damit unabhängig vom Abstimmungsverhalten der übrigen Aktionäre ein bedeutender Einfluss auf wesentliche Entscheidungen der 4SC AG genommen werden. Dies könnte die zukünftigen Geschäfte von 4SC betreffen sowie auf die zukünftige Zusammensetzung des Aufsichtsrats und damit auch mittelbar des Vorstands. Künftige Aktienverkäufe der Hauptaktionäre im größeren Umfang über die Börse, beispielsweise falls sich ein Hauptaktionär ganz oder teilweise von seinem 4SC-Anteilen trennen möchte, können sich zudem angesichts der vergleichsweise geringen Liquidität der an der Börse gehandelten 4SC-Aktien erheblich nachteilig auf den Börsenkurs der 4SC-Aktien und damit die Marktkapitalisierung des Unternehmens auswirken.
8.2.5 Finanzrisiken und bilanzielle Risiken
Anlage liquider Mittel
Das Unternehmen legt etwaige freie liquide Mittel möglichst verzinslich an. Dabei investiert die Gesellschaft ausschließlich in sichere Anlageformen (Investment Grade) wie Tages- und Festgelder, die nur geringen Liquiditäts- und Ausfallrisiken unterliegen. Geschäfte mit internationalen Partnern, bei denen vertragliche Zahlungsvereinbarungen auf eine andere Währung als den Euro lauten, bergen ein Währungsrisiko. Dieses Risiko umfasst den relativen Kursverfall oder Kursanstieg des Euros gegenüber diesen Währungen innerhalb des Zeitraums bis zur Tilgung der Schuld bzw. bis zur Erfüllung der Forderung. 4SC betreibt hierfür keine Sicherungsgeschäfte, sondern versucht auch eigene Verpflichtungen in Fremdwährungen zu begleichen, vornehmlich in US-Dollar, Britischem Pfund und Schweizer Franken. So wird das Risiko von Währungsschwankungen verringert.
Überschuldung
Der über die Zeit kumulierte Verlustvortrag wird gegen das bestehende Eigenkapital gerechnet, welches, sollten die Verlustvorträge nicht abgebaut oder neues Eigenkapital zugeführt werden, nach und nach weiter aufgezehrt werden könnte. Die kumulierten Verluste könnten das bestehende Eigenkapital vollständig auf null reduzieren bzw. negativ werden lassen, was faktisch zur bilanziellen Überschuldung des Unternehmens und somit zu einem zwingenden Insolvenzantrag führen könnte, falls keine positive Fortführungsprognose für die 4SC vorliegt.
Anerkennung von steuerlichen Verlustvorträgen
Die 4SC AG verfügt gemäß dem letzten vorliegenden Bescheid hinsichtlich der gesonderten Feststellung von verbleibenden Verlustvorträgen zum 31. Dezember 2012 über körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 129.783 T € sowie über gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 128.954 T €. Seit dem Zeitraum nach dem 31. Dezember 2012, der bislang noch nicht steuerlich veranlagt ist, sind erhebliche weitere Verluste entstanden, so dass sich die körperschaftsteuerlichen Verlustvorträge voraussichtlich auf ca. 149.086 T € sowie die gewerbesteuerlichen Verlustvorträge voraussichtlich auf ca. 148.044 T € zum 31. Dezember 2014 erhöhen werden.
Zum 1. Januar 2008 wurde im Rahmen des Unternehmenssteuerreformgesetzes die in Bezug auf den Erhalt von kumulierten Verlustvorträgen für die Branche problematische Anwendung des § 8c KStG neu eingeführt. Die Übertragung von 25 bis 50% des Gezeichneten Kapitals kann innerhalb eines Fünfjahreszeitraums zu einem quotalen Wegfall, die Übertragung von mehr als 50% des Gezeichneten Kapitals zu einem vollständigen Wegfall steuerlicher Verlustvorträge führen. Im Rahmen des Bürgerentlastungsgesetzes vom Sommer 2009 sowie des Wachstumsbeschleunigungsgesetzes mit Wirkung ab dem 1. Januar 2010 hat der Gesetzgeber Maßnahmen ergriffen, um Erleichterungen bei der Verlustabzugsbeschränkung zu ermöglichen. Diese entschärfen die beschriebene Problematik zwar partiell, eliminieren sie jedoch nicht vollständig. Hinzu kommt, dass durch laufende und anhängige Rechtsprechung sowie anhängige gesetzgeberische Verfahren auf nationaler und europäischer Ebene die Rechtslage hier nach wie vor unsicher ist.
In den letzten Jahren ist es bei der 4SC AG zu teilweisen Wechseln bei den Anteilseignern, Kapitalerhöhungen und zur Beteiligung neuer Aktionäre gekommen. Dies ist auch in Zukunft möglich. Zugleich wurde neues Betriebsvermögen in signifikantem Umfang zugeführt. Der § 8c KStG könnte negative Auswirkungen auf das künftige Nachsteuerergebnis und das Eigenkapital von 4SC haben. Darum hält es 4SC für möglich, dass Finanzbehörden den Standpunkt einnehmen könnten, die jetzt bestehenden Verlustvorträge ganz oder teilweise nicht mehr mit künftigen Gewinnen verrechnen zu dürfen. Dies würde beim Erreichen der Profitabilitätsgrenze das Nachsteuerergebnis der Gesellschaft erheblich negativ verändern und auch die Liquiditätsentwicklung negativ beeinflussen.
Risiken in Verbindung mit Sonderabschreibungen auf aktivierte Vermögenswerte im Falle der Nicht-Fortführung bestimmter Entwicklungsprogramme
In der 4SC-Bilanz sind im Anlagevermögen aktivierte Vermögenswerte enthalten, beispielsweise in Form immaterieller Vermögensgegenstände und Patente von akquirierten oder übertragenen Entwicklungsprogrammen bzw. Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill), die einem inhärenten Werthaltigkeitsrisiko unterliegen. Wenn bei der regelmäßigen Überprüfung objektive Anzeichen einer mangelnden Werthaltigkeit vorliegen, die auf mögliche Ereignisse nach der Erstbewertung zurückzuführen sind oder wenn die Einstellung von Programmen beschlossen wird oder die Weiterentwicklung der Programme aufgrund mangelnder Finanzierung nicht mehr realistisch erscheint, ist der Vermögenswert abzuwerten. Dies hätte negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von 4SC, weil derartige Abschreibungen ergebniswirksam auszuweisen sind.
8.2.6 Administrative und sonstige Risiken
Der Erfolg von 4SC hängt stark von den Führungskräften sowie qualifiziertem wissenschaftlichem und technischem Fachpersonal in Schlüsselpositionen ab. Viele dieser Mitarbeiter verfügen über langjährige Erfahrung und sind schwer zu ersetzen. Der Wettbewerb um Fachkräfte ist in der Biotechnologie- und Pharmabranche sehr intensiv. 4SC ist es bisher in der Regel gelungen, die wichtigsten Positionen mit geeigneten Mitarbeitern zu angemessenen Konditionen zu besetzen. Sollte das Unternehmen jedoch Führungskräfte oder wissenschaftliches und technisches Fachpersonal in Schlüsselpositionen verlieren und nicht adäquat oder nur mit erheblicher Verzögerung oder mit erheblichen Such- und Akquisitionskosten ersetzen können, könnte sich dies nachteilig auf seine Wettbewerbsfähigkeit und/oder Ertragssituation auswirken.
Rechtliche Risiken
Das Unternehmen ist im Rahmen seiner Tätigkeit vielfältigen Risiken in den Bereichen Gesellschafts-, Kapitalmarkts-, Aktien-, Arbeits- und Steuerrecht, Patentrecht und sonstigem Recht ausgesetzt. Um diese auf ein Minimum zu reduzieren und um rechtlichen Fehlentscheidungen zusätzlich vorzubeugen, fällt das Management von 4SC viele seiner Entscheidungen nach Rücksprache mit externen und internen Experten, wie z.B. Fachanwälten.
Andere Risiken
Andere Risiken, die den Umweltschutz, die IT-Sicherheit, die Beschaffung sowie generelle Sicherheitsbestimmungen betreffen, werden als nicht signifikant eingeschätzt. 4SC hat hier organisatorische Vorkehrungen getroffen, um den entsprechenden Vorschriften nachzukommen und die internen Prozesse zu steuern.
8.2.7 Gesamtbeurteilung der Risikosituation
Unter Abwägung aller genannten Risiken sind aus heutiger Sicht wenige Faktoren erkennbar, welche den kurzfristigen Fortbestand von 4SC im Geschäftsjahr 2015 gefährden könnten. Die Unternehmensführung ist davon überzeugt, dass trotz der identifizierten Risiken, die insbesondere mit der Wirkstoffentwicklung und deren Finanzierung verbunden sind, die Chancen überwiegen. Dank der diversifizierten und attraktiven Pipeline, seiner Fachkompetenz und bestehenden Partnerschaften im Bereich der Frühphasenforschung ist 4SC gut aufgestellt. Der Finanzmittelbestand zum 31. Dezember 2014 in Verbindung mit der aktuell prognostizierten weiteren Ausgaben- und Einnahmeplanung sowie den abgeschlossenen Finanzierungsvereinbarungen über Wandelschuldanleihen sowie das Gesellschafterdarlehen sichern die weitere Finanzierung der Geschäftstätigkeit über das 1. Quartal 2016 hinaus. Das Management geht davon aus, durch Partnerschaften weitere Liquiditätszuflüsse generieren zu können. Sollten sich die Annahmen hinsichtlich Liquiditätszuflüssen aus Kooperationen und Partnerschaften sowie aus potenziellen Finanzierungsmaßnahmen im Laufe der nächsten Monate nicht materialisieren bzw. umsetzen lassen, besteht vor dem Hintergrund der aktuellen Liquiditätsreichweite das Risiko einer potenziell nicht ausreichenden Finanzierung des Unternehmens. Somit wäre der Fortbestand des Unternehmens gefährdet, wenn nicht zusätzliches Eigen- oder Fremdkapital eingeworben werden könnte.
8.3 Chancen von 4SC
Wertsteigerung durch Projektfortschritt
Kurz- bis mittelfristig können verschiedene Produkte von 4SC wichtige Meilensteine in der Forschung und Entwicklung erreichen. Dies wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach positiv auswirken, sowohl auf die Bewertung der einzelnen Programme als auch auf den Gesamtwert der Gesellschaft. Dies gilt vor allem, wenn mit Wirkstoffen neue klinische Studien gestartet werden oder diese eine Studienphase erfolgreich abschließen.
Mehrere Programme aus einem Kandidaten
Forschungs- und Entwicklungsprogramme von 4SC haben in der Vergangenheit mehrfach gezeigt, dass ein einzelner Wirkstoff für die Anwendung in verschiedenen Indikationen geeignet sein kann. Hierdurch kann die Produktpipeline vergrößert und der Wert des jeweiligen Projektes gesteigert werden, was bei 4SC zu einer Risikodiversifizierung führt. Ein Beispiel dafür ist der onkologische Wirkstoff Resminostat, der von 4SC und seinem Partner Yakult Honsha Co., Ltd. bislang insgesamt in vier verschiedenen Indikationen - Leberkrebs (HCC), Hodgkin Lymphom (HL), Darmkrebs (CRC) sowie nichtkleinzelliger Lungenkrebs (NSCLC) - im Rahmen klinischer Studien untersucht wurde bzw. wird.
Wertsteigerung durch externe Partnerschaften und Lizenzierungen
4SC befindet sich in regelmäßigem und intensivem Austausch mit potenziellen Pharmapartnern. Pharmaunternehmen schließen Kooperationen und Lizenzpartnerschaften für neue Produkte heute in immer früheren Entwicklungsstadien ab. Mehrere Gründe tragen zu dieser Entwicklung bei: Einerseits laufen viele Patente zum Schutz bestehender Produkte aus, andererseits gab es bei Projektentwicklungen von Pharmafirmen diverse Fehlschläge. Partnerschaften zwischen Pharma- und Biotechnologieunternehmen werden darum zunehmend zugunsten der Biotechnologiebranche gestaltet. Von diesem Trend konnte 4SC bei der Lizenzvereinbarung mit Yakult Honsha Co., Ltd. für Resminostat profitieren. 4SC verfügt über Programme in den für Pharmaunternehmen interessanten Entwicklungsphasen. Derartige Partnerschaften können die Programme von 4SC zusätzlich validieren und -beispielsweise in Form von Lizenzeinnahmen, erhaltenen Vorab- und Meilensteinzahlungen sowie Umsatzbeteiligungen - das Geschäftsmodell des Unternehmens bestätigen sowie die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Unternehmens stärken.
Wertsteigerung durch zusätzliche Vermarktung der Forschung
Mit Etablierung der 4SC Discovery GmbH Ende 2011 als 100%ige Tochter der 4SC AG wurde beabsichtigt, den Forschungsbereich zusätzlich für Forschungsdienstleistungen, Forschungskooperationen sowie Partnerschaften mit Produkten in der Forschungsphase gegenüber externen Partnern besser zu positionieren. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten 46% des Konzernumsatzes durch diese Tochtergesellschaft erwirtschaftet werden. Lassen sich einer oder mehrere dieser kommerziellen Aspekte weiterhin realisieren, kann dies die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage gegebenenfalls weiter spürbar stärken.
Übernahme
Neben der Einlizenzierung von Wirkstoffen haben Pharma- und Biotechnologieunternehmen zunehmend auch Interesse, ganze Unternehmen zu übernehmen, um so Zugang zu vielversprechenden Wirkstoffen und interessanten Technologien zu bekommen. Dies zeigt sich an einer sehr regen M&A-Tätigkeit in dieser Branche in den vergangenen Jahren. Die gezahlten Prämien gegenüber dem aktuellen Marktpreis sind meist signifikant. Davon könnten die Aktionäre der 4SC AG profitieren.
Lizenzeinnahmen durch Patente
Das sehr umfassende und gut positionierte Patentportfolio von 4SC kann zu zusätzlichen Lizenzeinnahmen führen, wenn Dritte im Rahmen ihrer eigenen Entwicklungen auf die Nutzung solcher Patentrechte angewiesen sind. Gewährt 4SC die Nutzung dieser Patentrechte, erhält das Unternehmen hierfür Lizenzgebühren und verbessert so die Finanz-, Ertrags- und Vermögenslage der Gesellschaft.
9. CORPORATE GOVERNANCE BERICHT
Corporate Governance umfasst das gesamte System der verantwortungsvollen, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichteten Führung und Kontrolle eines Unternehmens. 4SC misst einer guten und transparenten Corporate Governance einen hohen Stellenwert bei und fühlt sich in seinen Zielen, Werten und Prozessen dem Deutschen Corporate Governance Kodex verpflichtet. In der Vorbereitungsphase des Konzernabschlusses 2014 haben sich Vorstand und Aufsichtsrat erneut mit den Vorgaben des Kodex in seiner aktuellen Fassung vom 24. Juni 2014 befasst.
4SC entspricht den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der überwiegenden Zahl der Empfehlungen und Anregungen. Nur in einzelnen Punkten hat sich das Unternehmen nach sorgfältiger Überlegung dazu entschieden, dem Kodex nicht zu folgen. Diese Ausnahmen beziehen sich weitestgehend auf Empfehlungen, die an Großkonzerne adressiert sind. Die einzelnen Abweichungspunkte werden in der nachfolgenden Entsprechenserklärung von Vorstand und Aufsichtsrat explizit genannt und begründet.
Der Bericht zur Corporate Governance beschreibt die Grundsätze der Führungs- und Kontrollstruktur, der Unternehmensführung sowie die Rechte der Aktionäre der 4SC AG. Er berücksichtigt die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex und enthält sämtliche Angaben und Erläuterungen, die nach § 315 Abs. 4 und § 289a des Handelsgesetzbuchs (HGB) erforderlich sind, sowie die Entsprechenserklärung gemäß § 161 Aktiengesetz (AktG).
9.1 Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB
Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB ist auch auf der Unternehmenswebsite www.4sc.de unter Investoren -> Corporate Governance veröffentlicht.
"Entsprechenserklärung von Vorstand & Aufsichtsrat nach § 161 AktG
Vorstand und Aufsichtsrat haben zuletzt am 24. Februar 2014 eine Erklärung gemäß § 161 AktG abgegeben. Dieser Erklärung lag die Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 13. Mai 2013 zu Grunde. Die nunmehr geltende Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex datiert auf den 24. Juni 2014.
Vorstand und Aufsichtsrat der 4SC AG erklären gemäß § 161 AktG, dass die 4SC AG den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 24. Juni 2014 mit den nachfolgend genannten Ausnahmen entspricht und weiterhin entsprechen wird.
1) D&O-Versicherung für die Aufsichtsratsmitglieder (Ziff. 3.8 Abs. 3 des Kodex):
Die aktuelle D&O-Versicherung der Gesellschaft für die Vorstände enthält den gesetzlich vorgesehenen Selbstbehalt. Ein Selbstbehalt der versicherten Aufsichtsräte wurde nicht vereinbart, da Vorstand und Aufsichtsrat der Ansicht sind, dass verantwortungsvolles Handeln für alle Organmitglieder selbstverständliche Pflicht ist.
Nach § 76 Abs. 1 AktG leitet der Vorstand die Aktiengesellschaft in eigener Verantwortung. Die Aufgabe des Aufsichtsrats besteht in der Mitwirkung an der strategischen Ausrichtung des Unternehmens sowie in der Beratung und Überwachung des Vorstands. Der Einfluss auf das operative Geschäft ist daher eher begrenzt. Dies gilt auch für Maßnahmen zur Abwendung von Schäden für das Unternehmen. Daher ist auch in Zukunft nicht beabsichtigt, für die Mitglieder des Aufsichtsrats einen signifikanten Selbstbehalt in deren D&O-Versicherung zu vereinbaren.
2) Betragsmäßige Höchstgrenzen der Vorstandsvergütung und relevante Vergleichsparameter (Ziff. 4.2.3 Abs. 2 S. 6 und 7 des Kodex):
Die Vorstandsverträge enthalten betragsmäßige Höchstgrenzen sowohl insgesamt für die in den Vorstandsverträgen vorgesehene Vorstandsvergütung als auch hinsichtlich der einzelnen Bonusregelungen.
Auf der Grundlage der auf verbindlichen Hauptversammlungsbeschlüssen beruhenden Optionsprogramme sind allerdings in der Vergangenheit Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands gewährt worden. Die Möglichkeit zur Ausübung dieser Optionen setzt einen klar definierten Anstieg des Aktienkurses voraus; soweit eine Ausübungsmöglichkeit besteht, profitieren die Berechtigten der Aktienoptionsprogramme aber vom theoretisch unbegrenzten Kurssteigerungspotenzial der Aktien. Nach Überzeugung der 4SC AG sind diese Mitarbeiterbeteiligungsprogramme ideal auf das Unternehmen zugeschnitten. Die Gesellschaft verzichtet daher im Rahmen der bestehenden Aktienoptionsprogramme bewusst auf die vom Kodex empfohlene Begrenzung sowie darauf, die Aktienoptionen auf Vergleichsparameter (zum Beispiel Aktienindizes) zu beziehen.
3) Nominierungsausschuss im Aufsichtsrat (Ziff. 5.3.3 des Kodex):
Der Aufsichtsrat hat sich gegen die Etablierung eines Nominierungsausschusses entschieden. Nach Auffassung des Aufsichtsrats der 4SC AG bietet die zusätzliche Einsetzung eines solchen Nominierungsausschusses keine zusätzliche Steigerung der Effizienz der Aufsichtsratsarbeit, zumal in den zurückliegenden Jahren die Zahl der Vorstände auf zwei reduziert wurde, die in der Regel über Drei-Jahres-Verträge verfügen. Der Aufsichtsrat belässt diese Funktion daher im Gesamtaufsichtsrat.
4) Vergütung in den Aufsichtsratsausschüssen (Ziff. 5.4.6 Abs. 1 des Kodex):
Eine Unterscheidung der Vergütung in den Aufsichtsratsausschüssen nach Mitgliedschaft und Vorsitz wird derzeit nicht vorgenommen. Die Praxis hat gezeigt, dass die Ausschussmitglieder Arbeit und Organisation zu etwa gleichen Teilen übernehmen.
Seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung vom 24. Februar 2014 hat die 4SC AG den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der alten Fassung vom 13. Mai 2013 mit Ausnahme der Ziffern 3.8 Abs. 3 (D&O-Versicherung für die Aufsichtsratsmitglieder), 4.2.3 Abs. 3 Sätze 6 und 7 (Aktienoptionsprogramm für den Vorstand), 5.5.3 (Nominierungsausschuss im Aufsichtsrat) und 5.4.6 Abs. 1 (Vergütung in den Aufsichtsratsausschüssen) entsprochen. Die Gründe für die Ausnahmen ergeben sich aus den obigen Ausführungen. Nach dem Ausscheiden von zwei der sechs Mitglieder des Aufsichtsrates im September 2014 ruhte die Arbeit in den Ausschüssen, da mit einer Weiterführung keine Effizienzsteigerung verbunden gewesen wäre. Die entsprechenden Aufgaben wurden vorübergehend bis zur Bestellung von Nachfolgern (Oktober 2014 bzw. Januar 2015) vom Plenum übernommen. Rein vorsorglich wird diesbezüglich eine Abweichung von Ziffer 5.3.1 und 5.3.2 des Kodex erklärt.
Planegg-Martinsried, 23. Februar 2015
Enno Spillner, für den Vorstand
Dr. Clemens Doppler, für den Aufsichtsrat"
Angaben zu Unternehmensführungspraktiken
Das Handeln der 4SC-Unternehmensführung ist bestimmt von einem fairen und respektvollen Umgang untereinander. In Anbetracht der überschaubaren Unternehmensgröße, die einen persönlichen Umgang mit den Mitarbeitern und Partnern ermöglicht, sowie flacher Hierarchien und der Tatsache, dass es nur einen Unternehmensstandort gibt, reichen diese Maßstäbe für ein verantwortungsvolles Miteinander aus.
Führung und Überwachung des Unternehmens erfolgen in Übereinstimmung mit den deutschen Gesetzen, den gesellschaftlichen Normen und weitestgehend den Richtlinien des Deutschen Corporate Governance Kodex.
Arbeitsweisen von Vorstand und Aufsichtsrat
Wie vom Aktiengesetz gefordert, wird die 4SC AG dual von Vorstand und Aufsichtsrat geführt. Beide Organe arbeiten eng und konstruktiv zusammen, um den Wert des Unternehmens nachhaltig zu steigern. So stimmt der Vorstand die strategische Ausrichtung des Unternehmens mit dem Aufsichtsrat ab und erörtert mit ihm auch deren Umsetzung. Zu diesem Zweck informiert der Vorstand den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle unternehmensrelevanten Fragen der Planung, der Strategie, der Geschäftsentwicklung, der Finanzen, der Risikolage, des Risikomanagements sowie des internen Kontrollsystems. Falls erforderlich, informiert der Vorstand den Aufsichtsrat auch zwischen den Sitzungen über wesentliche Ereignisse. Kurzfristig notwendige Entscheidungen werden bei Bedarf auch im Rahmen einer Telefonkonferenz getroffen und eventuelle Beschlüsse im Umlaufverfahren gefasst.
Für maßgebliche Geschäftsvorfälle sind in der Geschäftsordnung des Vorstands Zustimmungsvorbehalte des Aufsichtsrats festgelegt. In einzelnen Fällen kann der Aufsichtsrat einen Geschäftsvorfall auch einem Zustimmungsvorbehalt unterstellen.
Vorstand
Der Vorstand der 4SC AG, dem aktuell Enno Spillner (Vorstandsvorsitzender; Chief Executive Officer/CEO und Chief Financial Officer/CFO) und Dr. Daniel Vitt (Chief Scientific Officer/CSO und Chief Development Officer/CDO) angehören, führt die Geschäfte eigenverantwortlich. Oberste Zielsetzung der Vorstandsarbeit ist dabei eine stabile Geschäftsentwicklung und eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts. Die beiden Vorstandsmitglieder ergänzen sich in ihren Fähigkeiten und Erfahrungen und arbeiten im Vorstand des Unternehmens bereits langjährig zusammen. Die nähere Ausgestaltung der Arbeit im Vorstand wird durch eine Geschäftsordnung bestimmt. Die Verteilung der Ressorts ergibt sich aus dem Geschäftsverteilungsplan, der Bestandteil der Geschäftsordnung ist.
Enno Spillner wurde 2005 erstmals als Mitglied des Vorstands in der Funktion des Chief Financial Officer (CFO) der 4SC AG bestellt. Mit Wirkung zum 1. April 2013 wurde Herr Spillner zusätzlich zum Vorstandsvorsitzenden (und Chief Executive Officer/CEO) ernannt. Seine aktuelle Bestellung läuft bis zum 31. März 2016. Sein Geschäftsbereich umfasst die Bereiche Strategie & Business Development, Finanzen & Controlling, Recht, Qualitätssicherung, Personal, Einkauf, Investor Relations & Public Relations, Interne Serviceleistungen, IT sowie die Vertretung des Vorstands gegenüber dem Aufsichtsrat.
Dr. Daniel Vitt ist Gründungsmitglied von 4SC und wurde erstmals im Jahr 2000 als Mitglied des Vorstands (Chief Scientific Officer/CSO) der Gesellschaft bestellt. Nach dem Ausscheiden des ehemaligen Vorstandsmitglieds und Chief Development Officer (CDO) Dr. Bernd Hentsch aus dem Unternehmen mit Wirkung zum 31. März 2014 hat Herr Dr. Vitt ab dem 1. April 2014 im Vorstand auch die Funktion des Chief Development Officer (CDO) mit übernommen. Seit 2012 ist er gleichzeitig auch Geschäftsführer der 4SC Discovery GmbH. Seine aktuelle Bestellung läuft bis zum 30. September 2016. Sein Geschäftsbereich umfasst die Bereiche Forschung, Translationale Pharmakologie, Gewerbliche Schutzrechte sowie Produktentwicklung, Regulatory Affairs und Wirkstoffherstellung (CMC & GMP).
Dr. Bernd Hentsch hat das Unternehmen mit Auslaufen seiner Vorstandsbestellung zum 31. März 2014 verlassen. Er stand dem Unternehmen im Jahr 2014 im Bedarfsfall als Berater zur Verfügung.
Die Vorstandsmitglieder stimmen sich untereinander ab, beispielsweise in den Vorstandssitzungen, die in der Regel wöchentlich stattfinden. Entscheidungen des Gesamtvorstands werden mit der einfachen Mehrheit getroffen.
Aufsichtsrat
Der Aufsichtsrat bestand zum 31. Dezember 2014 aus fünf Mitgliedern: Dr. Clemens Doppler (Vorsitzender seit 19. September 2014), Dr. Manfred Rüdiger (stellvertretender Vorsitzender seit 19. September 2014), Dr. Irina Antonijevic, Helmut Jeggle und Joerg von Petrikowsky. Anfang Januar 2015 wurde Prof. Dr. Helga Rübsamen-Schaeff zum sechsten Mitglied des Aufsichtsrats bestellt. Frau Dr. Antonijevic, Herr Dr. Doppler, Herr Jeggle und Herr Dr. Rüdiger wurden von der Hauptversammlung 2013 als Mitglieder bestätigt; Frau Prof. Dr. Rübsamen-Schaeff (im Januar 2015) und Herr von Petrikowsky (im Oktober 2014) wurden auf Vorschlag der Gesellschaft vom zuständigen Registergericht in den Aufsichtsrat bestellt, nachdem Dr. Thomas Werner und Klaus Kühn ihre Mandate als Mitglieder des Aufsichtsrats zum 18. September 2014 jeweils aus persönlichen Gründen niedergelegt hatten.
Ausschüsse
Um die Effizienz der Aufsichtsratsarbeit zu erhöhen, gab es im Berichtszeitraum vier Ausschüsse: einen Prüfungsausschuss (Audit Committee), einen Personalausschuss (Human Resources Committee), einen Business-Development-Ausschuss (BD Committee) und einen Forschungs- und Entwicklungsausschuss (R&D Committee). Alle Ausschüsse haben dem Plenum regelmäßig über ihre Aktivitäten berichtet. Weitere Informationen dazu finden sich im Bericht des Aufsichtsrats im 4SC-Geschäftsbericht 2014.
Weitere Angaben zur Corporate Governance
Ziele des Aufsichtsrats bezüglich seiner Zusammensetzung
Der Aufsichtsrat hat zuletzt im Februar 2013 konkrete Ziele für seine zukünftige Zusammensetzung beschlossen:
Bei Wahlvorschlägen ist darauf zu achten, dass eine möglichst breite Palette an Expertise und relevanter Erfahrung im Aufsichtsrat der 4SC AG vertreten ist. In diesem Zusammenhang soll der Anteil weiblicher Mitglieder im Rahmen der kommenden Neuwahlen möglichst beibehalten bzw. gesteigert werden. Darüber hinaus soll der Fokus auf Erfahrung im internationalen Biotechnologie- und Pharmageschäft aufrecht erhalten werden. Die gegenwärtigen Aufsichtsräte sind bzw. waren in der Vergangenheit international in der Biotechnologie- und Pharmabranche tätig, verfügen über entsprechende Netzwerke und kennen aus eigener Erfahrung sehr gut die Bedürfnisse dieses Sektors. Mit Frau Dr. Antonijevic (seit August 2012) und Frau Prof. Dr. Rübsamen-Schaeff (seit Januar 2015) konnten zwei erfahrene Wissenschaftlerinnen für die Mitarbeit im 4SC-Aufsichtsrat gewonnen werden. Des Weiteren wurde mit Herrn von Petrikowsky, einem langjährigen für die Pharma- und Biotechnologiebranche tätigen Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, ein ausgewiesener und unabhängiger Finanzexperte in den Aufsichtsrat bestellt.
Der Aufsichtsrat der 4SC AG legt zudem Wert auf die Mischung verschiedener Qualifikationen im gesamten Gremium. Diese reichen von Kenntnissen im naturwissenschaftlichen und im Medikamentenentwicklungsbereich über Erfahrung in der internationalen Geschäftsanbahnung sowie Lizenzierung von Wirkstoffen bis hin zur Expertise in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollsystemen.
Den Anforderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex an unabhängige Aufsichtsratsmitglieder sowie der Vermeidung von Interessenkonflikten ist zukünftig weiter Rechnung zu tragen. Dazu ist der Aufsichtsrat dauerhaft mit mindestens drei unabhängigen Mitgliedern zu besetzen. Dieses Ziel ist ebenfalls bereits erreicht.
Die in der Geschäftsordnung festgesetzte Altersgrenze von 75 Jahren bei Wahl wurde beachtet. Die Vorschläge des Aufsichtsrats zur Wahl seiner Mitglieder orientieren sich am Interesse des Unternehmens.
Der Aufsichtsrat sieht seine selbst gesetzten Ziele gegenwärtig als umgesetzt an.
9.2 Directors' Dealings, Aktionariat, Offenlegung und Kommunikation
Directors' Dealings (meldepflichtige Wertpapiergeschäfte gemäß WpHG)
Die Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder sind nach den Vorschriften des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) dazu verpflichtet, Geschäfte mit 4SC-Aktien zu veröffentlichen. Für das Geschäftsjahr 2014 wurden 4SC keine meldepflichtigen Wertpapiergeschäfte mitgeteilt.
Hauptversammlung und Aktionäre
Die Hauptversammlung ist eines der zentralen Organe des Unternehmens. Sie fasst Beschlüsse zu maßgeblichen Angelegenheiten. Insbesondere obliegt ihr die Wahl des Abschlussprüfers, die Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats, die Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern sowie Beschlüsse über Satzungsänderungen oder Kapital verändernde Maßnahmen. Darüber hinaus legt der Vorstand der Hauptversammlung den Konzernabschluss vor.
Alle 4SC-Aktionäre haben auf der Hauptversammlung die Möglichkeit, mit den Vorständen über die neuesten Entwicklungen und Entscheidungen zu diskutieren, ihr Stimmrecht auszuüben und sich über das Unternehmen generell zu informieren. Für 4SC ist es eine Selbstverständlichkeit, allen Aktionären die persönliche Wahrnehmung ihrer Rechte so einfach wie möglich zu machen. Deshalb wird das Unternehmen bei Hauptversammlungen seinen Aktionären Vertreter für die weisungsgebundene Ausübung des Stimmrechts zur Verfügung stellen, die auch während der Hauptversammlung erreichbar sind.
Beteiligungen (Drittunternehmen)
Angaben zu Beteiligungen, die für das Unternehmen nicht von untergeordneter Bedeutung sind, befinden sich in den Kapiteln 7.3 und 7.4 des IFRS-Konzernanhangs 2014.
Rechnungslegung und Abschlussprüfung
Der Konzernabschluss der 4SC wird vom Vorstand nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie von der EU übernommen wurden, aufgestellt. Anschließend wird er vom Abschlussprüfer geprüft, vom Aufsichtsrat gebilligt und der Öffentlichkeit innerhalb einer Frist von 90 Tagen nach dem Geschäftsjahresende zugänglich gemacht.
Auch im Berichtsjahr 2014 wurden der Einzelabschluss der 4SC AG nach HGB und der IFRS-Konzernabschluss von 4SC vor ihrer Veröffentlichung vom Aufsichtsrat geprüft und festgestellt bzw. gebilligt. Darüber hinaus erörterte der Prüfungsausschuss im Berichtszeitraum auch die Zwischen- und Halbjahresfinanzberichte vor ihrer Veröffentlichung. Somit folgte 4SC auch hier den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (Ziff. 7.1.2).
Der leitende Abschlussprüfer im Geschäftsjahr 2014 war Herr Siegfried Hund von der Baker Tilly Roelfs AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (vormals Rölfs RP AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft), 80335 München.
Kommunikation mit der Öffentlichkeit
Um ihre Aktionäre möglichst schnell, gleichzeitig und umfassend zu informieren, veröffentlicht die 4SC AG alle relevanten Informationen auf der eigenen Internetseite www.4sc.de. Alle Berichte erscheinen auf Deutsch und auf Englisch innerhalb der vom Deutschen Corporate Governance Kodex und der Börsenordnung empfohlenen Fristen. Darüber hinaus stellt das Unternehmen auf seiner Internetseite unter den Navigationspunkten "News & Media" bzw. "Investoren" alle Presse- bzw. Ad-hoc-Mitteilungen nach § 15 WpHG, den aktuellen Finanzkalender, Informationen rund um die Hauptversammlung sowie sonstige meldepflichtige Bekanntmachungen zur Verfügung.
9.3 Vergütungsbericht der 4SC AG
Der Vergütungsbericht, der die Grundzüge, die Struktur und die Höhe der Vergütung für den Vorstand und den Aufsichtsrat der Gesellschaft erläutert, ist Bestandteil des Konzernlageberichts sowie des Berichts zur Corporate Governance. Die Vergütungssysteme des Unternehmens berücksichtigen die gesetzlichen Vorschriften und größtenteils die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex.
Vergütung des Vorstands
Ziel der Vorstandsvergütung ist es, die persönliche Leistung - unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens - angemessen zu entlohnen und eine Motivation für eine erfolgreiche Unternehmensführung zu schaffen. Dabei orientiert sich die Vergütung an branchen- und landesüblichen Standards.
Festlegung der Vorstandsvergütung
Der Vorschlag für die Vorstandsvergütung wird vom Personalausschuss erarbeitet, dem Plenum des Aufsichtsrats vorgestellt und von diesem beschlossen. Die Vergütung wird jährlich durch den Aufsichtsrat überprüft.
Im Übrigen ist der Aufsichtsrat dazu berechtigt, die Bezüge des Vorstands insgesamt um einen angemessenen Betrag herabzusetzen, falls sich die Lage des Unternehmens so verschlechtern sollte, dass eine Weitergewährung dieser Vergütung nicht tragbar wäre.
Höhe und Struktur
Die jährliche Vergütung der Vorstandsmitglieder besteht aus drei Komponenten:
1. einer erfolgsunabhängigen Vergütung (Festvergütung),
2. einer erfolgsabhängigen Bonusregelung aus vier Bestandteilen sowie
3. Aktienoptionen.
Die Höhe der Vergütung wurde zuletzt im Rahmen der neuen Dienstverträge im Jahr 2013 angepasst. Die Vorstandsverträge mit den Mitgliedern des Vorstands der 4SC AG sind am 24. Januar 2014 dahingehend abgeändert worden, dass sie nun auch betragsmäßige Höchstgrenzen sowohl insgesamt für die in den Vorstandsverträgen vorgesehene Vorstandsvergütung als auch hinsichtlich der einzelnen Bonusregelungen enthalten.
Das gegenwärtig bestehende Vergütungssystem wurde von der Hauptversammlung am 9. Mai 2014 gebilligt.
Erfolgsunabhängige Vergütung
Die Höhe der Festvergütung ist abhängig von der übertragenen Funktion und Verantwortung sowie von branchen- und marktüblichen Rahmenbedingungen, die sich vor allem an anderen börsennotierten Small- und Mid-Cap-Unternehmen aus der Biotechnologiebranche und aus verwandten Branchen (zum Beispiel MedTech) orientieren. Die Festvergütung wird in monatlichen Raten ausgezahlt.
Erfolgsabhängige Vergütung
Die erfolgsabhängige Vergütung setzt sich aus einem auf ein Jahr bemessenen Bonus I sowie einem langfristigen, auf drei Jahre bemessenen Bonus II zusammen. Im ersten Quartal 2013 hat der Aufsichtsrat zwei zusätzliche Bonusoptionen beschlossen, die an die Erreichung besonderer strategischer Unternehmensziele geknüpft sind.
Der erfolgsabhängige Bonus I wird vom Aufsichtsrat nach einer entsprechenden jährlichen Leistungsbeurteilung und nach pflichtgemäßem Ermessen festgelegt. Maßstab für den Bonus I sind die Geschäftsentwicklung der 4SC und der Erreichungsgrad vorab definierter individueller sowie allgemeiner Unternehmensziele. Diese Ziele betreffen unterschiedliche strategische Themen aus den Bereichen klinische Entwicklung, Business Development, Strategie, Investor Relations und allgemeines Management, die nach Prioritäten für die weitere Geschäftsentwicklung gewichtet werden.
Der Aufsichtsrat beschließt in seiner ersten Sitzung des folgenden Kalenderjahres über die Erfüllung der Ziele. Der Bonus I ist zahlbar unmittelbar nach der Beschlussfassung des Aufsichtsrats über die Zielerreichung. Er ist hinsichtlich seiner Höhe betragsmäßig gedeckelt.
Zusätzlich zur Grundvergütung und zum kurzfristigen Bonus I erhält jedes Vorstandsmitglied einen auf drei Jahre bemessenen langfristigen Gehaltsbestandteil (Bonus II), der eine nachhaltige Unternehmensentwicklung fördern soll. Der Bonus II basiert auf persönlichen und unternehmensspezifischen Zielen, die zu Beginn jedes Geschäftsjahres von Vorstand und Aufsichtsrat gemeinsam festgelegt werden. Der Anspruch auf Zahlung des Bonus II hängt davon ab, dass diese Ziele im Rahmen einer auf drei Jahre festgelegten Periode erreicht werden. Er ist hinsichtlich seiner Höhe betragsmäßig gedeckelt.
Der Aufsichtsrat entscheidet in seiner ersten Sitzung nach Ende der jeweiligen Zielerreichungsperiode über die Erfüllung der Ziele. Der Bonus II ist zahlbar unmittelbar nach Beschlussfassung des Aufsichtsrats über die Zielerreichung der dreijährigen Zielerreichungsperiode.
Als weiteren variablen Bestandteil erhält der Vorstand einen Bonus III für den Fall, dass die Gesellschaft ihren Geschäftsbetrieb veräußert. Die Bonuszahlungen sind in diesem Falle prozentual an den jeweiligen Veräußerungserlös geknüpft, jedoch in der Maximalsumme auf 2,5 Mio. € gedeckelt.
Bei einer unvorhersehbaren Veränderung der Sachlage kann der Aufsichtsrat den Bonus III angemessen begrenzen.
Einen Bonus IV erhält der Vorstand dann, wenn es zu einer Lizenzvereinbarung des Hauptmedikamentenkandidaten Resminostat kommt. Die Bemessungsgrundlage für die Zahlungen stellen dabei die jeweiligen an die Gesellschaft zu leistenden Zahlungsflüsse bis zu einer möglichen Zulassung von Resminostat dar.
Der Bonus IV ist für jedes Vorstandsmitglied auf einen Betrag entsprechend dem vierfachen der Grundvergütung gedeckelt.
Eventuelle Ansprüche aus Bonus III und IV werden zahlbar zwei Monate nach dem Datum, an dem Bonus auslösende Zahlungen an die Gesellschaft geflossen sind.
Der Aufsichtsrat überprüft und entscheidet über die grundsätzliche Fortführung bzw. Änderung der Boni III und IV in einem Turnus von drei Jahren.
Aktienoptionen
Als weitere Vergütungskomponente mit langfristiger Anreizwirkung nutzt das Unternehmen Mitarbeiterbeteiligungsprogramme, sogenannte ESOP (Employee Stock Option Programme), an denen sowohl der Vorstand als auch alle Mitarbeiter partizipieren. Im Rahmen dieser Programme wurden an die Vorstände zuletzt im Jahr 2009 Aktienoptionen ausgegeben, die zum Bezug von 4SC-Aktien berechtigen. Detaillierte Informationen über den aktuellen Optionsbesitz sind im IFRS-Konzernanhang 2014 im Kapitel 10.1 aufgeführt.
Im Hinblick auf die Einhaltung der Kodexempfehlungen zur Managementvergütung wird auf die Anmerkungen im Kapitel Entsprechenserklärung nach § 161 AktG, das sich innerhalb der Erklärung zur Unternehmensführung dieses zusammengefassten Lageberichts (Kapitel 9.1) befindet, verwiesen.
Vorstandsvergütung für das Jahr 2014
Insgesamt erhielt der Vorstand der 4SC AG im Berichtszeitraum Vergütungen in Höhe von 601 T €, wovon 95% auf fixe und 5% auf variable Bezüge entfielen. Eine detaillierte Aufstellung der individuellen Gehälter der Vorstandsmitglieder ist im IFRS-Konzernanhang 2014 im Kapitel 10.1 des 4SC-Geschäftsberichts zu finden.
Gewährte Zuwendungen
| in Tausend Euro | Enno Spillner Vorstandsvorsitzender (CEO/CFO) | Dr. Daniel Vitt Mitglied des Vorstands (CSO) | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2013 | 2014 | 2014 (Min) | 2014 (Max) | 2013 | 2014 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 234 | 260 | 260 | 260 | 185 | 196 |
| Nebenleistungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe | 234 | 260 | 260 | 260 | 185 | 196 |
| Einjährige variable Vergütung | 9 | 13 | 0 | 25 | 9 | 13 |
| Mehrjährige variable Vergütung: | ||||||
| Aktienoptionsplan 2009 (Laufzeit 3 Jahre) | 7 | 0 | 0 | 0 | 7 | 0 |
| Langfristige Boni 2013 (Laufzeit 3 Jahre) | 30 | 0 | 0 | 0 | 30 | 0 |
| Langfristige Boni 2014 (Laufzeit 3 Jahre) | 0 | 8 | 0 | 37 | 0 | 8 |
| Summe | 280 | 281 | 260 | 322 | 231 | 216 |
| Versorgungsaufwand | 36 | 41 | 41 | 41 | 5 | 5 |
| Gesamtvergütung | 316 | 322 | 301 | 363 | 236 | 221 |
| in Tausend Euro | Dr. Daniel Vitt Mitglied des Vorstands (CSO) | Dr. Bernd Hentsch Mitglied des Vorstands (CDO) Austritt zum 31.03.2014 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2014 (Min) | 2014 (Max) | 2013 | 2014 | 2014 (Min) | 2014 (Max) | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 196 | 196 | 215 | 60 | 60 | 60 |
| Nebenleistungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe | 196 | 196 | 215 | 60 | 60 | 60 |
| Einjährige variable Vergütung | 0 | 25 | 9 | 0 | 0 | 6 |
| Mehrjährige variable Vergütung: | ||||||
| Aktienoptionsplan 2009 (Laufzeit 3 Jahre) | 0 | 0 | 7 | 0 | 0 | 0 |
| Langfristige Boni 2013 (Laufzeit 3 Jahre) | 0 | 0 | 30 | 0 | 0 | 0 |
| Langfristige Boni 2014 (Laufzeit 3 Jahre) | 0 | 37 | 0 | 0 | 0 | 3 |
| Summe | 196 | 258 | 261 | 60 | 60 | 69 |
| Versorgungsaufwand | 5 | 5 | 3 | 3 | 3 | 1 |
| Gesamtvergütung | 201 | 263 | 264 | 63 | 63 | 70 |
Zufluss für das Geschäftsjahr
| in Tausend Euro | Enno Spillner Vorstandsvorsitzender (CEO/CFO) | Dr. Daniel Vitt Mitglied des Vorstands (CSO) | Dr. Bernd Hentsch Mitglied des Vorstands (CDO) Austritt zum 31.03.2014 | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2013 | 2014 | 2013 | 2014 | 2013 | 2014 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 234 | 260 | 185 | 196 | 215 | 60 |
| Nebenleistungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe | 234 | 260 | 185 | 196 | 215 | 60 |
| Einjährige variable Vergütung | 6 | 3 | 7 | 3 | 7 | 3 |
| Mehrjährige variable Vergütung: | ||||||
| Aktienoptionsplan 2009 (Laufzeit 3 Jahre) | 7 | 0 | 7 | 0 | 7 | 0 |
| Langfristige Boni 2013 (Laufzeit 3 Jahre) | 17 | 6 | 27 | 6 | 28 | 6 |
| Langfristige Boni 2014 (Laufzeit 3 Jahre) | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe | 264 | 269 | 226 | 205 | 257 | 69 |
| Versorgungsaufwand | 36 | 41 | 5 | 5 | 3 | 3 |
| Gesamtvergütung | 300 | 310 | 231 | 210 | 260 | 72 |
Haftungsversicherung (D&O)
Die aktuelle D&O-Versicherung der Gesellschaft für die Vorstände enthält seit dem 1. Juli 2010 den gesetzlich vorgesehenen Selbstbehalt. Hinsichtlich der Einhaltung der Kodexempfehlungen zur D&O-Versicherung für Aufsichtsräte wird auf die Anmerkungen im Kapitel Entsprechenserklärung § 161 AktG verwiesen, das sich innerhalb der Erklärung zur Unternehmensführung (Kapitel 9.1) dieses zusammenfassten Lageberichts befindet.
Aktienbesitz der Vorstandsmitglieder
Die Vorstandsmitglieder der 4SC AG hielten zum 31. Dezember 2014 insgesamt 365.800 Aktienoptionen, die zum Bezug von 661.120 Aktien berechtigen. Zudem hielten sie 490.603 Aktien, also 0,96% aller Unternehmensanteile.
Vergütung des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat erhält eine Festvergütung, da dies aus Sicht der Gesellschaft dazu führt, dass das Interesse des Aufsichtsrats auf eine nachhaltige und langfristig erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens ausgerichtet ist.
Festlegung der Aufsichtsratsvergütung
Die Vergütung des Aufsichtsrats beruht auf dem Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 5. Juni 2008.
Höhe und Struktur
Die jährliche Grundvergütung für jedes Aufsichtsratsmitglied beträgt 13 T €, wobei der Vorsitzende des Aufsichtsrats die doppelte Vergütung erhält, sein Stellvertreter die 1,5-fache. Die Mitgliedschaft in Ausschüssen honoriert das Unternehmen mit 5 T € pro Ausschussmitgliedschaft, wobei - abweichend von den Empfehlungen des Kodex - nicht zwischen Vorsitz und Mitgliedschaft unterschieden wird, da die Ausschussarbeit in etwa zu gleichen Teilen auf alle Aufsichtsratsmitglieder verteilt ist.
Aufsichtsratsvergütung für das Jahr 2014
Im Geschäftsjahr 2014 betrug die Gesamtvergütung des Aufsichtsrats 134 T €. Die Aufstellung über die individuelle Vergütung der einzelnen Aufsichtsratsmitglieder ist im Kapitel 10.2 des IFRS-Konzernanhangs 2014 des 4SC-Geschäftsberichts zu finden.
Aktienbesitz der Aufsichtsratsmitglieder
Die Aufsichtsratsmitglieder der 4SC AG hielten zum 31. Dezember 2014 insgesamt 26.093 Aktien und damit einen Anteil in Höhe von 0,05% des Unternehmens.
9.4 Angaben nach §§ 289 Abs. 4 und 315 Abs. 4 HGB sowie erläuternder Bericht
Zusammensetzung des Gezeichneten Kapitals
Das Grundkapital der Gesellschaft setzte sich zum 31. Dezember 2014 aus 50.849.206 auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) zusammen, die über keine weiteren Rechte oder Vorzüge verfügen.
Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen
Es bestehen keine Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen.
Beteiligungen am Kapital, die 10% der Stimmrechte überschreiten
Wesentlicher Aktionär mit einem Stimmanteil von über 10% ist nach aktuellem Kenntnisstand der Gesellschaft nur die Santo Holding (Deutschland) GmbH, Holzkirchen, mit circa 49,2% (gemäß Schätzung des Managements).
Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnis verleihen
Es bestehen keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnis verleihen.
Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben
Arbeitnehmer, die sich über einen direkten Aktienerwerb oder Mitarbeiterbeteiligungsprogramme am Unternehmen beteiligen, unterliegen keinerlei Stimmrechtsbindung.
Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und die Änderung der Satzung
Die Bestellung und die Abberufung von Mitgliedern des Vorstands sind in §§ 84 und 85 AktG geregelt.
Gemäß § 7 Abs. 2 der Satzung der 4SC AG in der Fassung vom 28. Januar 2015 besteht der 4SC-Vorstand aus mindestens einer Person, wobei der Aufsichtsrat die genaue Zahl der Mitglieder nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen festlegt und ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden ernennen kann. Der Aufsichtsrat bestellt nach § 7 Abs. 1 der Satzung die Vorstandsmitglieder auf höchstens fünf Jahre. Eine mehrmalige Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, ist zulässig. Sie bedarf eines erneuten Aufsichtsratsbeschlusses, der frühestens ein Jahr vor Ablauf der bisherigen Amtszeit gefasst werden kann. Nur bei einer Bestellung auf weniger als fünf Jahre kann eine Verlängerung der Amtszeit ohne neuen Aufsichtsratsbeschluss erfolgen, wenn dadurch die gesamte Amtszeit nicht mehr als fünf Jahre beträgt. Gemäß § 7 Abs. 3 der Satzung erfolgen Abschluss, Abänderung oder Kündigung eines Anstellungsvertrags mit dem jeweiligen Vorstandsmitglied sowie ein Widerruf der Bestellung eines Vorstandsmitglieds durch den Aufsichtsrat.
Grundsätzlich ist für eine Änderung der Satzung nach § 179 AktG ein Beschluss der Hauptversammlung erforderlich. Gemäß § 13 der Satzung der 4SC AG ist der Aufsichtsrat jedoch dazu ermächtigt, Änderungen und Ergänzungen der Satzung, die nur die Fassung betreffen, zu beschließen.
Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen
Der Vorstand kann neue Aktien nur auf der Grundlage von Beschlüssen der Hauptversammlung ausgeben.
Genehmigtes Kapital 2013/I
Der Vorstand ist gemäß § 5 Abs. 7 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 1. Mai 2018 einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu 25.185.907,00 € gegen Bareinlagen und/oder Sacheinlagen durch Ausgabe von bis zu 25.185.907 neuen Aktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2013/I). Das Bezugsrecht der Aktionäre kann hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats in bestimmten, in § 5 Abs. 7 der Satzung näher beschriebenen, Fällen ausgeschlossen werden.
Bedingtes Kapital V
Der Vorstand ist durch den Hauptversammlungsbeschluss vom 6. August 2012 ermächtigt, bis zum 5. August 2017 einmalig oder mehrmalig Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechte oder Gewinnschuldverschreibungen beziehungsweise Kombinationen dieser Instrumente (zusammen "Schuldverschreibungen") im Gesamtnennbetrag von bis zu 60 Mio. € mit oder ohne Laufzeitbeschränkung gegen Baroder Sacheinlage näherer Maßgabe der genannten Ermächtigung zu begeben und für solche, von nachgeordneten Konzernunternehmen der Gesellschaft gegebenen Schuldverschreibungen mit Zustimmung der Gesellschaft die Garantie zu übernehmen. Der Vorstand ist ferner ermächtigt, den Inhabern beziehungsweise Gläubigern von aufgrund der vorgenannten Ermächtigung ausgegebenen Schuldverschreibungen Wandlungs- bzw. Optionsrechte auf bis zu 7.022.608 Aktien zu gewähren nach näherer Maßgabe der Bedingungen der Schuldverschreibungen. Die Schuldverschreibungen können auch eine Wandlungspflicht vorsehen. Hierzu ist das Grundkapital um bis zu 7.022.608,00 € bedingt erhöht worden (Bedingtes Kapital V, § 5 Abs. 6 der Satzung). Das Bezugsrecht der Aktionäre auf die neuen Schuldverschreibungen kann hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats in bestimmten Fällen nach näherer Maßgabe der Hauptversammlungsermächtigung ausgeschlossen werden.
Bedingtes Kapital VII
Der Vorstand ist durch den Hauptversammlungsbeschluss vom 9. Mai 2014 ermächtigt, bis zum 8. Mai 2019 einmalig oder mehrmalig Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechte oder Gewinnschuldverschreibungen beziehungsweise Kombinationen dieser Instrumente (zusammen "Schuldverschreibungen") im Gesamtnennbetrag von bis zu 60 Mio. € mit oder ohne Laufzeitbeschränkung gegen Baroder Sacheinlage näherer Maßgabe der genannten Ermächtigung zu begeben und für solche, von nachgeordneten Konzernunternehmen der Gesellschaft gegebenen Schuldverschreibungen mit Zustimmung der Gesellschaft die Garantie zu übernehmen. Der Vorstand ist ferner ermächtigt, den Inhabern beziehungsweise Gläubigern von aufgrund der vorgenannten Ermächtigung ausgegebenen Schuldverschreibungen Wandlungs- bzw. Optionsrechte auf bis zu 7,5 Mio. Aktien zu gewähren nach näherer Maßgabe der Bedingungen der Schuldverschreibungen. Die Schuldverschreibungen können auch eine Wandlungspflicht vorsehen. Hierzu ist das Grundkapital um bis zu 7,5 Mio. € bedingt erhöht worden (Bedingtes Kapital VII, § 5 Abs. 8 der Satzung). Das Bezugsrecht der Aktionäre auf die neuen Schuldverschreibungen kann hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats in bestimmten Fällen nach näherer Maßgabe der Hauptversammlungsermächtigung ausgeschlossen werden.
Weitere Bedingte Kapitalia im Zusammenhang mit Aktienoptionsprogrammen
Bedingtes Kapital II
Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 114.000,00 € durch Ausgabe von bis zu 114.000 neuen Aktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital II, § 5 Abs. 2a der Satzung). Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Erfüllung von Optionsrechten, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 28. Juni 2006 erteilten Ermächtigung zur Gewährung von Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands und Arbeitnehmer der Gesellschaft nach Maßgabe dieser Ermächtigung ausgegeben wurden.
Bedingtes Kapital III
Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 88.314,00 € durch Ausgabe von bis zu 88.314 neuen Aktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital III, § 5 Abs. 3 der Satzung). Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Erfüllung von Optionsrechten, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 28. Juli 2004 erteilten Ermächtigung zur Gewährung von Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands und Arbeitnehmer der Gesellschaft nach Maßgabe dieser Ermächtigung ausgegeben wurden.
Bedingtes Kapital IV
Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 305.133,00 € durch Ausgabe von bis zu 305.133 neuen Aktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital IV, § 5 Abs. 3a der Satzung). Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Erfüllung von Optionsrechten, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 28. Juni 2006 erteilten Ermächtigung zur Gewährung von Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands und Arbeitnehmer der Gesellschaft sowie an Arbeitnehmer etwaiger verbundener Unternehmen der Gesellschaft nach Maßgabe dieser Ermächtigung ausgegeben wurden.
Bedingtes Kapital VI
Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 1 Mio. € durch Ausgabe von bis zu 1 Mio. neuen Aktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital VI, § 5 Abs. 5 der Satzung). Das Bedingte Kapital VI dient ausschließlich der Erfüllung von Optionsrechten, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 15. Juni 2009 erteilten Ermächtigung zur Gewährung von Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft sowie an Arbeitnehmer der Gesellschaft und ihrer in- und ausländischen verbundenen Unternehmen nach Maßgabe dieser Ermächtigung ausgegeben wurden.
Es bestehen keine Ermächtigungen zum Erwerb eigener Aktien und die Gesellschaft verfügt über keine eigenen Aktien.
Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen
Entschädigungsvereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen, bestehen nicht.
Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit Vorstandsmitgliedern oder Arbeitnehmern getroffen sind
Seit dem Neuabschluss der Vorstandsverträge in 2013 gelten folgende Regelungen:
Im Fall eines Kontrollerwerbs im Sinne eines Anteilserwerbs von mehr als 50% durch einen Aktionär, Dritten oder gemeinsam handelnde Personen oder zu einer wirtschaftlich vergleichbaren Transaktion und will sich die Gesellschaft in diesem Zusammenhang von dem Vorstand durch vorzeitige Vertragsauflösung trennen, ohne hierfür einen wichtigen Grund im Sinn des § 626 BGB zu haben, so erhält das Vorstandsmitglied eine Abfindung. Die Höhe der Abfindung entspricht der Summe der Gesamtvergütung (Grundvergütung, Bonus I und II sowie Nebenleistungen), die der Vorstand bis zum Ablauf der vereinbarten Vertragslaufzeit erhalten hätte, mindestens aber für eine rechnerische Restlaufzeit von 15 Monaten.
Darüber hinaus wird dem Vorstandsmitglied für den Fall des Kontrollerwerbs ein außerordentliches Sonderkündigungsrecht eingeräumt.
Des Weiteren sind die Regelungen zum Verfall von Aktienoptionen für die Vorstandsmitglieder aufgehoben. Das heißt, dass alle Aktienoptionen, die bis zum Trennungszeitpunkt an die Vorstandsmitglieder ausgegeben wurden, bei ihnen verbleiben, unabhängig von der Beendigung des Dienstverhältnisses.
10. GESCHÄFTSVERLAUF DER 4SC AG (zum Einzelabschluss nach HGB)
Der Lagebericht der Konzernmuttergesellschaft 4SC AG und der Konzernlagebericht von 4SC für das Geschäftsjahr 2014 sind nach § 315 Abs. 3 HGB in Verbindung mit § 298 Abs. 3 HGB zusammengefasst. Ergänzend zur Berichterstattung über den 4SC-Konzern erläutern wir die Entwicklung der 4SC AG. Der zusammengefasste Lagebericht umfasst damit grundsätzlich auch alle gesetzlich verpflichtenden Bestandteile für die 4SC AG.
Die 4SC AG ist das Mutterunternehmen des 4SC-Konzerns und hat ihren Sitz in Planegg-Martinsried. Sie arbeitet operativ im Bereich der klinischen Entwicklung von neuen Wirkstoffen und erzielte 2014 in diesem Geschäftsbereich 54% des Konzernumsatzes. Wesentliche Leitungsfunktionen des Gesamtkonzerns liegen in der Verantwortung des Vorstands der 4SC AG. Er legt unter anderem die Konzernstrategie fest, verteilt Ressourcen wie beispielsweise Investitionsmittel und verantwortet das Führungskräfte- und das Finanzmanagement. Der Vorstand der 4SC AG bestimmt auch die Kommunikation mit wichtigen Zielgruppen des Unternehmens, insbesondere mit dem Kapitalmarkt und den Aktionären. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der 4SC AG entsprechen im Wesentlichen denen des Konzerns und werden im Kapitel 2 des zusammengefassten Lageberichts angegeben. Zum 31. Dezember 2014 beschäftigte die 4SC AG insgesamt 40 Mitarbeiter inklusive zwei Vorstandsmitglieder. Der Jahresabschluss der 4SC AG ist nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt.
10.1 Ertragslage der 4SC AG nach HGB
Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse der 4SC AG betrugen im Geschäftsjahr 2014 3.778 T € und konnten damit gegenüber dem Vorjahr um 136% gesteigert werden (2013: 1.601 T €).
Die Umsätze setzten sich aus der ratierlichen Auflösung des Umsatzabgrenzungspostens für die im Jahr 2011 für Resminostat geschlossene Partnerschaft mit Yakult Honsha Co., Ltd., in Höhe von 894 T € (2013: 894 T €) sowie einer vertraglich vereinbarten Meilensteinzahlung und Weiterberechnungen von Kosten zur Herstellung des Resminostat-Wirkstoffs an Yakult Honsha Co., Ltd. in Höhe von insgesamt 2.884 T € (2013: 707 T €) zusammen.
Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge der 4SC AG verringerten sich um 27% auf 1.119 T € (2013: 1.541 T €). In dieser Position sind im Wesentlichen die Erträge aus Weiterberechnungen an verbundene Unternehmen - resultierend aus dem laufenden Verrechnungsverkehr an die 4SC Discovery GmbH, z.B. in Form von weiterbelasteten Personal- und Projektkosten - enthalten, ebenso wie Erträge aus Untervermietung an die CRELUX GmbH seit Juni 2014, Investitionszuschüsse sowie Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen.
Materialaufwand
Der Materialaufwand steigerte sich um 119% auf 1.903 T € (2013: 870 T €) und steht im Zusammenhang mit der Herstellung des Resminostat-Wirkstoffs für Yakult Honsha Co., Ltd.
Er enthält im Wesentlichen Aufwendungen für bezogenen Leistungen über 1.897 T € (2013: 870 T €).
Personalaufwand
Der Personalaufwand der 4SC AG liegt mit 3.332 T € um 22% unter Vorjahresniveau (2013: 4.272 T €). Grund hierfür ist die Anpassung der Personalstruktur im Vorjahr wie auch die Verkleinerung des Vorstands.
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen
Bereinigt um die Sonderabschreibung in Höhe von 718 T € aus dem Vorjahr reduzierten sich die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und der Sachanlagen um 9% auf 822 T € (2013: 1.618 T €).
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen der 4SC AG erhöhten sich um 31% auf 7.585 T € (2013: 5.785 T €). Die wesentlichen Posten hierfür sind Fremdarbeiten von externen und verbundenen Unternehmen, Rechts- und Beratungskosten, Raumkosten sowie Kosten für Investor Relations.
Finanzergebnis
Das Finanzergebnis der 4SC AG minderte sich auf -137 T € (2013: 52 T €). Dies resultiert zum einen aus geringeren Zinserträgen und zum anderen aus Zinsaufwendungen für das 2014 erhaltene Gesellschafterdarlehen der Santo Holding (Deutschland) GmbH und die nicht gewandelten Bestandteile einer ausgegebenen Tranche der Wandelschuldverschreibung an Yorkville.
Aufwendungen aus Verlustübernahme
Aus dem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag, aufgrund dessen die 4SC AG seit 2012 das Ergebnis der 4SC Discovery GmbH übernimmt, war 2014 ein Verlust in Höhe von 1.475 T € zu verzeichnen (2013: Verlust in Höhe von 1.959 T €).
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit wurde auf -10.357 T € reduziert. Dies entspricht einer Verbesserung von 8% gegenüber dem Vorjahr (2013: -11.311 T €).
Jahresergebnis
Aufgrund der beschriebenen Entwicklungen reduzierte sich der Jahresfehlbetrag der 4SC AG um 884 T € auf 10.427 T € (2013: -11.311 T €). Zusammen mit dem Verlustvortrag aus dem Vorjahr in Höhe von 115.717 T € beträgt der Bilanzverlust entsprechend 126.144 T €.
10.2 Vermögenslage der 4SC AG nach HGB
Anlagevermögen
Das Anlagevermögen der 4SC AG verringerte sich zum Bilanzstichtag gegenüber dem Vorjahr auf 17.918 T € (31. Dezember 2013: 18.708 T €). Diese Verringerung resultiert im Wesentlichen aus den ratierlichen Abschreibungen des Anlagevermögens bei gleichzeitig geringen Neuinvestitionen.
Umlaufvermögen
Der Rückgang des Umlaufvermögens auf 3.165 T € zum Berichtsjahresende 2014 war im Wesentlichen bedingt durch die Reduzierung des Finanzmittelbestands (31. Dezember 2013: 4.928 T €). Dieser umfasst die Positionen Wertpapiere sowie Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten. In Summe war in diesen beiden Posten - aufgrund des Verlustes aus dem operativen Geschäft der 4SC AG bei gleichzeitiger Zuführung von Fremdkapital im Wesentlichem durch das Gesellschafterdarlehen - ein Rückgang auf 2.803 T € zu verzeichnen (31. Dezember 2013: 4.224 T €).
Eigenkapital
Die Minderung des Eigenkapitals auf 6.418 T € zum 31. Dezember 2014 (31. Dezember 2013: 16.322 T €) resultierte aus dem negativen Jahresergebnis in Höhe von 10.427 T €. Der Bilanzverlust erhöhte sich entsprechend auf 126.144 T € (31. Dezember 2013: -115.717 T €).
Die Eigenkapitalquote reduzierte sich um 38,5 Prozentpunkte auf 30,2% (31. Dezember 2013: 68,7%) zum Bilanzstichtag. Ursachen sind der Jahresfehlbetrag sowie die Erhöhung des Fremdkapitals im Zuge des 2014 erhaltenen Gesellschafterdarlehens.
Sonstige Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen erhöhten sich um 45% auf 1.382 T € (31. Dezember 2013: 955 T €). Dies lag vor allem an den gestiegenen Beratungsleistungen und der vermehrten Inanspruchnahme von wissenschaftlichen Fremdleistungen.
Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten erhöhten sich signifikant auf 13.425 T € zum 31. Dezember 2014 (31. Dezember 2013: 6.464 T €). Den größten Anteil an den Verbindlichkeiten hat das Gesellschafterdarlehen der Santo Holding (Deutschland) GmbH in Höhe von 6.131 T €. Aufgrund des am 6. August 2012 rückwirkend zum 1. Januar 2012 abgeschlossenen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags mit der 4SC Discovery GmbH wurde der Verlust der 4SC Discovery GmbH in Höhe von 1.475 T € (31. Dezember 2013: -1.959 T €) übernommen; hinzu kommen 1.089 T € (31. Dezember 2013: 126 T €), die aus dem laufenden Verrechnungsverkehr mit dieser Tochterfirma resultieren. Des Weiteren sind Verbindlichkeiten aus dem Umsatzabgrenzungsposten resultierend aus der 2011 gezahlten Vorabvergütung von Yakult Honsha Co., Ltd. in Höhe von 2.682 T € (31. Dezember 2013: 3.575 T €) sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 871 T € (31. Dezember 2013: 505 T €) enthalten.
Bilanzsumme
Die Bilanzsumme der 4SC AG betrug zum 31. Dezember 2014 21.225 T € und war somit um 11% niedriger als zum Ende des vorangegangenen Geschäftsjahres (31. Dezember 2013: 23.742 T €). Im Wesentlichen wirkten zwei gegenläufige Faktoren auf die Veränderung der Bilanzsumme: zum einen die Reduktion des Eigenkapitals infolge des eingetretenen Verlusts, zum anderen der Anstieg des Fremdkapitals insbesondere durch das Gesellschafterdarlehen.
10.3 Finanzlage der 4SC AG nach HGB
Cashflows aus der laufenden Tätigkeit
Der Mittelabfluss aus der laufenden Tätigkeit der 4SC AG lag im Berichtszeitraum 2014 bei 8.361 T € (2013: -10.497 T €). Der Unterschied im Vergleich zu dem mit 10.357 T € (2013: -11.311 T €) negativen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit resultiert im Geschäftsjahr 2014 im Wesentlichen aus zwei Sachverhalten: zum einem aus liquiditätsneutralen linearen Abschreibungen in Höhe von 822 T € und zum anderen aus der Veränderung des Working Capitals in Höhe von 1.135 T €.
Cashflows aus der Investitionstätigkeit
Die Mittelzuflüsse aus der Investitionstätigkeit betrugen im Berichtsjahr 968 T € (2013: -2.788 T €).
Der Verkauf von Finanzmittelanlagen generierte Mittelzuflüsse in Höhe von 1.000 T € (2013: 2.825 T €).
Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit
Die Mittelzuflüsse aus der Finanzierungstätigkeit betrugen im Berichtsjahr 6.973 T € (2013: 0 T €). Sie bestanden zum einen aus dem Gesellschafterdarlehen über 6 Mio. € sowie aus den sowohl gewandelten als auch begebenen Wandelschuldverschreibungen in Höhe von 950 T €.
Finanzmittelbestand
Der Bestand des Finanzmittelfonds zum Bilanzstichtag betrug 2.688 T €. Weitere Gelder in Höhe von 115 T € waren in Wertpapieren angelegt. Daraus ergab sich zum 31. Dezember 2014 ein Finanzmittelbestand bei der 4SC AG in Höhe von 2.803 T € (31. Dezember 2013: 3.224 T €). Im Vorjahr waren weitere 1.000 T € in kurzfristigen festverzinslichen Wertpapieren angelegt.
10.4 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage
Wesentlicher Grund für den Anstieg der Materialaufwendungen sind die Herstellungskosten des Wirkstoffs Resminostat für den Kooperationspartner Yakult Honsha Co., Ltd. Durch die Fokussierung in der klinischen Entwicklung aber auch die Anpassung der Personalstrukturen konnten im Vergleich zum Vorjahr jedoch Aufwendungsrückgänge erzielt werden. Positiv wirkten sich ebenfalls der von Yakult Honsha Co., Ltd. gezahlte Meilenstein, die Weiterberechnungen der Herstellungsaufwendungen an Yakult Honsha Co., Ltd. sowie die sonstigen Erträge aus. Aufgrund der Verlustübernahme in Höhe von 1.475 T € (2013: 1.959 T €) aus dem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der 4SC Discovery GmbH ergaben sich jedoch zusätzliche Aufwendungen. Die Liquiditätsausstattung war innerhalb des Geschäftsjahres 2014 jederzeit hinreichend sichergestellt. Die Finanzierung der Programme war zu keiner Zeit gefährdet. Hierfür sorgten insbesondere die Mittelzuflüsse aus den im Berichtsjahr abgeschlossenen Vereinbarungen mit Yorkville über Wandelschuldverschreibungen von bis zu 15 Mio. € sowie einem Gesellschafterdarlehen mit der Santo Holding (Deutschland) GmbH über bis zu 10 Mio. €. Die wirtschaftliche Entwicklung der 4SC AG in 2014 und bis zur Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts im Geschäftsjahr 2015 verlief planmäßig.
10.5 Ereignisse nach Ablauf des Geschäftsjahres
Die Ereignisse nach Ablauf des Geschäftsjahres sind in Kapitel 6 des zusammengefassten Lageberichts des 4SC-Konzerns beschrieben.
10.6 Risiken und Chancen
Die Geschäftsentwicklung der 4SC AG unterliegt im Wesentlichen den gleichen Risiken und Chancen wie die des 4SC-Konzerns. An den Risiken der Beteiligungen und Tochterunternehmen partizipiert die 4SC AG grundsätzlich entsprechend ihrer jeweiligen Beteiligungsquote. Aus den Beziehungen zu den Beteiligungen und Tochtergesellschaften können zusätzlich aus gesetzlichen oder vertraglichen Haftungsverhältnissen Belastungen resultieren. Die 4SC AG als Mutterunternehmen des 4SC-Konzerns ist eingebunden in das konzernweite Risikomanagementsystem. Weitere Informationen hierzu finden sich im Kapitel 8.1 des zusammengefassten Lageberichts. Die nach § 289 Abs. 5 HGB erforderliche Beschreibung des internen Kontrollsystems für die 4SC AG erfolgt ebenfalls im Kapitel 8.1.
Zusätzlich ergeben sich bei der 4SC AG noch die beiden folgenden Risiken:
Risiken aus der Aufdeckung stiller Reserven bei der Einbringung verschiedener Vermögenswerte von der 4SC AG in die 4SC Discovery GmbH
Um mit der 4SC Discovery GmbH Anfang 2012 operativ tätig werden zu können, wurden wichtige materielle und immaterielle Vermögensgegenstände, insbesondere aus dem Bereich Forschung, von der 4SC AG per Sacheinlage in die 4SC Discovery GmbH eingebracht. Dabei wurden diese Vermögensgegenstände bei der 4SC Discovery GmbH bewertet, aktiviert und entsprechend stille Reserven bei der 4SC AG in Höhe von 9.064 T € aufgedeckt. Zum Stichtag wurden diese noch mit 5.188 T € angesetzt.
Sollte es absehbar nicht gelingen, ausreichend Liquidität für die Weiterentwicklung dieser Produkte darzustellen und/oder die Vermarktbarkeit der Produkte nachzuweisen, sollte die Weiterentwicklung dieser Produkte aus wissenschaftlichen oder technischen Gründen nicht umsetzbar sein, wären die aktivierten Posten auf ihre Werthaltigkeit hin erneut zu überprüfen und ggf. im Wert ganz oder teilweise zu korrigieren. Diese Tatsache könnte erheblichen negativen Einfluss auf die Ertrags- und Vermögenslage der 4SC AG gemäß HGB haben.
Risiken aus einem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zwischen der 4SC AG und der 4SC Discovery GmbH
Der zwischen der 4SC AG und der 4SC Discovery GmbH rückwirkend zum Beginn des Geschäftsjahres 2012 abgeschlossene Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag (BGAV) könnte durch bestimmte Ereignisse, z.B. wenn die Gesellschafterstruktur der 4SC Discovery GmbH durch Hinzunahme neuer externer Gesellschafter verändert würde, vorzeitig beendet werden. Ein neuer BGAV könnte erst mit der nächsten Hauptversammlung steuerwirksam beschlossen werden, und es könnte sein, dass eine erneute Zustimmung durch die Hauptversammlung der 4SC AG nicht erfolgt. Dies könnte bedeuten, dass beide Gesellschaften auf Steuerebene nicht mehr konsolidiert werden dürfen, was sich wiederum negativ auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Gesellschaften auswirken könnte. Gleiches gilt auch für den Fall, dass z.B. ein neuer Gesellschafter der 4SC Discovery GmbH einen neuen BGAV nicht akzeptiert.
10.7 Prognosebericht (Ausblick)
Die Erwartung für die weitere Geschäftsentwicklung der 4SC AG für die kommenden beiden Jahre ist im Wesentlichen identisch mit dem Ausblick des 4SC-Konzerns, der im Prognosebericht des Konzerns, Kapitel 7.2, ausführlich beschrieben wird. Die 4SC AG beabsichtigt, durch den Abschluss von Partnerschaften in Form von Entwicklungskooperationen sowie Lizenzvereinbarungen für ihre klinischen Entwicklungsprogramme Liquiditätszuflüsse und steigende Umsätze zu generieren. Die Forschungs- und Entwicklungskosten der 4SC AG werden aufgrund der Beendigung aller laufenden klinischen Studien nach derzeitigem Planungsstand für 2015 und 2016 - ohne Berücksichtigung weiterer klinischer Studien - unter dem Niveau des Berichtsjahres liegen. In Folge dessen erwartet die Gesellschaft, dass sich das operative Jahresergebnis für 2015 und 2016 gegenüber dem Vorjahreswert weiter verbessert. Ab dem Start weiterer klinischer Studien, beispielsweise einer Phase-II-Studie mit Resminostat in der Indikation Leberkrebs, ist von einem deutlichen Anstieg der Entwicklungskosten auszugehen, der dann auch den Barmittelverbrauch sowie den operativen Verlust wieder ansteigen ließe. Insgesamt rechnet die 4SC AG nach wie vor kurz- und mittelfristig mit einem negativen Jahresergebnis, welches bei der 4SC AG für 2015 und 2016 etwas besser als im Geschäftsjahr 2014 sein kann.
Zum Ende des Geschäftsjahres 2014 verfügte die 4SC AG über einen Finanzmittelbestand von 2.803 T €. Unter der Berücksichtigung der Aussagen im Konzernprognosebericht, Kapitel 7, und des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags mit der 100%igen Tochtergesellschaft 4SC Discovery GmbH ist auch die Finanzierung der Muttergesellschaft 4SC AG über das 1. Quartal 2016 hinaus sichergestellt. Der Vorstand der 4SC AG weist vorsorglich darauf hin, dass für den Fall, dass durch die geplanten operativen Einnahmen von 4SC AG oder 4SC Discovery GmbH, insbesondere in Form von Kooperationen oder Partnerschaften, keine ausreichenden zusätzlichen Liquiditätszuflüsse generiert werden können, der darüber hinausgehende Kapitalbedarf durch die Aufnahme von weiterem Eigen- und/oder Fremdkapital zu decken wäre, um den mittel- und langfristigen Fortbestand der Gesellschaft zu sichern.
Als Muttergesellschaft des 4SC-Konzerns erwartet die 4SC AG, von der angenommenen positiven Entwicklung des 4SC-Konzerns im Jahr 2015 und darüber hinaus profitieren zu können.
10.8 Veröffentlichung
Der nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und Aktiengesetzes erstellte Jahresabschluss der 4SC AG und der zusammengefasste Lagebericht werden im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.
Planegg-Martinsried, 12. März 2015
Der Vorstand
Enno Spillner, Vorstandsvorsitzender
Dr. Daniel Vitt, Mitglied des Vorstands