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4SC AG Annual Report 2012

May 17, 2013

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Annual Report

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Publication

4SC AG

Planegg

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2012 bis zum 31.12.2012

AN UNSERE AKTIONÄRE

Bericht des Aufsichtsrats

> Dr. Thomas Werner Aufsichtsratsvorsitzender

Unternehmensberater, Utting am Ammersee

Weitere Mandate:

Basilea Pharmaceutica Ltd., Basel, Schweiz

(Mitglied des Verwaltungsrats)
Blackfield AG, Köln

(Mitglied des Aufsichtsrats)
BSN medical GmbH, Hamburg

(Mitglied des Beirats)
Medigene AG, Planegg-Martinsried

(Mitglied des Aufsichtsrats)
SkyePharma PLC, London, Großbritannien

(Non-Executive Director)
SuppreMol GmbH, München

(Stellv. Beiratsvorsitzender)

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, Sehr geehrte Damen und Herren,

2012 war für 4SC ein ereignisreiches und erfolgreiches Jahr. Das Unternehmen hat wichtige operative Meilensteine erreicht und seine Forschungs- und Entwicklungsprogramme weiter vorangebracht. Mit Resminostat, der Leitsubstanz in der Onkologie, wurden in einer klinischen Phase-II-Studie sehr gute Wirksamkeitsdaten in der Behandlung von fortgeschrittenem Leberkrebs gezeigt. Auf dieser Basis arbeitet das Unternehmen derzeit an der Vorbereitung einer Phase-III-Studie, um vorzugsweise gemeinsam mit einem Pharmapartner in dieser Indikation die Marktzulassung zu erreichen. Auch die 4SC Discovery GmbH, die Ende 2011 gegründete Konzerntochter zur Kommerzialisierung der Frühphasenforschung, blickt auf ein erfolgreiches erstes Jahr zurück.

Wir als Aufsichtsrat sehen in diesen erreichten Meilensteinen, dass sich 4SC weiterhin auf dem richtigen Weg befindet und die Unternehmensstrategie konsequent verfolgt.

Wir sind der Auffassung, dass eine konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Vorstand essentieller Bestandteil einer guten Unternehmensführung ist.

Als Aufsichtsrat haben wir - wie es nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung unsere Aufgabe ist - den Vorstand bei seinen Führungsaufgaben im vergangenen Jahr regelmäßig beraten und überwacht sowie die Entwicklung des Unternehmens eng begleitet. Auch im Jahr 2012 gestaltete sich die Zusammenarbeit mit dem Vorstand offen und konstruktiv. Alle relevanten Themen und anstehenden grundlegenden Entscheidungen wurden stets intensiv erörtert und miteinander abgestimmt.

Wechsel in der Zusammensetzung des Aufsichtsrats

Zum Jahresende 2012 gehörten dem Aufsichtsrat neben mir - Dr. Thomas Werner - als seinem Vorsitzenden und dem stellvertretenden Vorsitzenden Klaus Kühn die weiteren Mitglieder Dr. Irina Antonijevic, Dr. Clemens Doppler, Helmut Jeggle und Dr. Manfred Rüdiger an.

Im Verlauf des Jahres 2012 gab es im Aufsichtsratsplenum und in den Ausschüssen einige personelle Veränderungen: Nach mehr als zehnjähriger Tätigkeit im Aufsichtsratsgremium der 4SC AG hat Dr. Jörg Neermann sein Mandat als Mitglied und Vorsitzender des Aufsichtsrats zum 31. Mai 2012 niedergelegt.

Weiterhin hat Günter Frankenne sein Mandat als Mitglied des Aufsichtsrats mit Wirkung zum Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung am 6. August 2012 niedergelegt. Im Namen des Aufsichtsrats danke ich Dr. Jörg Neermann und Günter Frankenne für ihre engagierte und erfolgreiche Tätigkeit für das Unternehmen.

Als Nachfolger und für die restliche Amtszeit der beiden ausgeschiedenen Mitglieder hat die ordentliche Hauptversammlung am 6. August 2012 Dr. Irina Antonijevic (Director Clinical Research bei der Genzyme Corporation (Sanofi-Konzern)) und Klaus Kühn (ehemaliges Vorstandsmitglied der Bayer AG) in den Aufsichtsrat gewählt.

Durch diese personellen Veränderungen kam es auch zu Anpassungen in der Zusammensetzung der Ausschüsse. Hierzu verweisen wir auf die Tabelle zu diesem Bericht.

Intensive Zusammenarbeit mit dem Vorstand

Der Vorstand informierte uns kontinuierlich, zeitnah und umfassend über wesentliche Entwicklungen und Veränderungen. Der Aufsichtsrat war somit stets und frühzeitig in alle maßgeblichen und unternehmensrelevanten Entscheidungen eingebunden.

In den Aufsichtsratssitzungen berichtete der Vorstand über die laufende Geschäftsentwicklung und erläuterte etwaige Abweichungen von Plänen und Zielen. Sämtliche uns vorgelegten Themen wurden von uns eingehend geprüft und hinterfragt sowie in der gebotenen Ausführlichkeit mit dem Vorstand diskutiert. Strategische Projekte und Geschäftsvorgänge sowie andere grundlegende Themenschwerpunkte haben wir mit dem Vorstand intensiv erörtert. Zustimmungspflichtige Rechtsgeschäfte wurden stets mit uns besprochen und uns sowohl innerhalb als auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen zur Zustimmung vorgelegt.

Für darüber hinausgehende Prüfungsmaßnahmen - wie etwa die Einsichtnahme in die Unterlagen der Gesellschaft oder die Beauftragung von Sachverständigen - gab es aus Sicht des Aufsichtsrats auch im Geschäftsjahr 2012 keinen Anlass.

In der Zeit zwischen den Aufsichtsratssitzungen informierte uns der Vorstand kontinuierlich, zum Beispiel durch außerordentliche Strategiemeetings, monatliche schriftliche Finanzberichte, Telefonate und E-Mails. Beschlüsse wurden, falls notwendig, auch im Umlaufverfahren - also ohne Zusammenkunft, sondern auf schriftlichem Wege - getroffen.

Sitzungen des Aufsichtsrats im Jahr 2012

Der Aufsichtsrat kam im Jahr 2012 zu vier turnusmäßigen Sitzungen, einer außerordentlichen Sitzung und zwei Strategiemeetings zusammen. Darüber hinaus fanden fünf Telefonkonferenzen statt. An diesen Zusammenkünften nahmen - mit einzelnen Ausnahmen - alle Mitglieder des Aufsichtsrats teil. Kein Mitglied hat mehr als die Hälfte der Sitzungen versäumt.

In unseren Sitzungen beschäftigten wir uns im Jahr 2012 schwerpunktmäßig mit den Ergebnissen der klinischen Studien zu Resminostat sowie mit möglichen und konkreten Partnering-Vereinbarungen zu einzelnen Medikamentenprogrammen. Weitere Themen waren die Finanzierung und strategische Ausrichtung des Unternehmens. Insbesondere die vielversprechenden Daten aus der Phase-II-Studie für Resminostat in der Indikation Leberkrebs stimmen uns sehr positiv. In diesem Zusammenhang freut es uns als Aufsichtsrat, dass es der Gesellschaft gelungen ist, trotz des schwierigen Kapitalmarktumfelds im Juni 2012 eine Kapitalerhöhung erfolgreich durchzuführen.

Den Schwerpunkt der ersten Aufsichtsratssitzung am 14. März 2012 bildeten die Feststellung des Jahresabschlusses 2011 der Gesellschaft und die Billigung des Konzernabschlusses, der operative Start der Tochtergesellschaft 4SC Discovery GmbH, der Status der Forschungskooperationen und der klinischen Programme, strategische Überlegungen sowie die weitere Finanzierung der Gesellschaft.

Im Rahmen der zweiten Sitzung, am 6. August 2012 im Anschluss an die ordentliche Hauptversammlung, konstituierte sich der Aufsichtsrat neu. Neben der Neubesetzung der bestehenden Aufsichtsratsausschüsse wurde auch ein neuer Ausschuss für Forschung und Entwicklung etabliert, um diesen für die Gesellschaft zentralen Bereich von Seiten des Aufsichtsrats künftig noch besser beratend und überwachend begleiten zu können. Darüber hinaus beschäftigten wir uns vorrangig mit der nachbereitenden Analyse der Kapitalerhöhung 2012 sowie der weiteren kostenorientierten Fokussierung auf die wesentlichen Werttreiber des Unternehmens. Einen weiteren Themenschwerpunkt bildete die Diskussion weiterer Partnering-Möglichkeiten für Vidofludimus und Resminostat aber auch für frühe Partnerschaften im Kontext der 4SC Discovery GmbH.

Im Zentrum der dritten Sitzung am 8. und 9. Oktober 2012 stand die mittel- bis langfristige strategische Ausrichtung der Gesellschaft. Dazu wurde diese Sitzung um einen Strategieteil ergänzt, an dem Experten zu den verschiedenen Indikationsgebieten der 4SC-Medikamentenkandidaten referierten. In der eigentlichen Sitzung beschäftigten wir uns mit der zukünftigen unternehmerischen und strategischen Ausrichtung des Unternehmens, den aktuellen Entwicklungen beim Thema Corporate Governance sowie dem Stand der Partnering-Aktivitäten des Konzerns und der Forschungskooperationen der 4SC Discovery GmbH.

In einer außerordentlichen Sitzung am 22. November 2012 beschäftigten wir uns ausschließlich mit der weiteren Partnering-Strategie für die einzelnen Medikamentenkandidaten.

In der letzten turnusmäßigen Sitzung am 6. Dezember 2012 lag der Themenschwerpunkt auf den Lizenzierungsaktivitäten zu Resminostat und Vidofludimus. Zudem diskutierten und verabschiedeten wir die Budgets für die Jahre 2013 bis 2015 und erörterten, inwieweit die selbst gesteckten Ziele für 2012 erreicht wurden. Anschließend wurden unter anderem Fragen zur Corporate Governance besprochen.

Vier Ausschüsse für mehr Effizienz im Aufsichtsrat

Um die Effizienz unserer Arbeit weiter zu erhöhen, haben wir innerhalb des Aufsichtsrats der 4SC AG vier Ausschüsse gebildet: einen Prüfungsausschuss (Audit Committee), einen Personalausschuss (Human Resources Committee), einen Business-Development-Ausschuss (Business Development Committee) und seit August 2012 einen Forschungs- und Entwicklungsausschuss (Research & Development Committee).

Der vom Deutschen Corporate Governance Kodex empfohlene Nominierungsausschuss führt nach unserer Ansicht zu keiner weiteren Effizienzsteigerung, weshalb wir uns gegen seine Einführung entschieden haben und diese Funktion weiter im Gesamtaufsichtsrat wahrnehmen. Über Themen, die nur in den Ausschüssen behandelt wurden, berichteten die Ausschussvorsitzenden regelmäßig in den Aufsichtsratssitzungen.

Der Prüfungsausschuss tagte im Rahmen von fünf Telefonkonferenzen, zum Teil im Beisein des zuständigen Wirtschaftsprüfers KPMG AG. Auf diesem Wege erörterten die Ausschussmitglieder im Berichtsjahr z.B. die jeweiligen Konzern-Zwischenberichte. In einer Präsenzsitzung des Prüfungsausschusses am 22. November 2012 besprachen die Mitglieder ausführlich das Budget für die Jahre 2013 bis 2015. Von den Mitgliedern des Prüfungsausschusses ist insbesondere sein Vorsitzender, Klaus Kühn, als unabhängiger Finanzexperte im Sinne von §§ 100 Abs. 5 und 107 Abs. 4 AktG zu qualifizieren, da er aufgrund seiner langjährigen beruflichen Erfahrung als Finanzvorstand der Bayer AG über die entsprechende Sachkenntnis verfügt.

Der Business-Development-Ausschuss tagte im Jahr 2012 ein Mal im Rahmen einer Telefonkonferenz. Dabei ging es im Wesentlichen um den Stand der Lizenz- und Kooperationsprojekte, die strategische Ausrichtung der Geschäftsaktivitäten sowie die Anbahnung und Prüfung weiterer Lizenzpartnerschaften zu den Entwicklungsprogrammen des Unternehmens.

Der Personalausschuss tagte im Berichtsjahr zwei Mal, und zwar im Rahmen einer Videokonferenz anlässlich der Vorstellung von Dr. Antonijevic als Aufsichtsrats-Kandidatin sowie im Rahmen einer Telefonkonferenz zu Corporate Governance- und Vorstandsvergütungsthemen.

Der Forschungs- und Entwicklungsausschuss tagte im Jahr 2012 ein Mal im Rahmen einer Telefonkonferenz. Hierin wurden die klinischen und wissenschaftlichen Daten zu Resminostat und Vidofludimus diskutiert und die künftige Interaktion zwischen Vorstand und Aufsichtsrat in den wissenschaftlichen Themenbereichen besprochen.

Gebilligter Jahresabschluss 2012

Die ordentliche Hauptversammlung am 6. August 2012 wählte die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Ganghoferstraße 29, 80339 München, zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2012. Die KPMG AG prüfte den Einzelabschluss der 4SC AG sowie den Konzernabschluss 2012 des von der 4SC AG geführten Konzerns nach deutschen (HGB) bzw. internationalen (IFRS) Rechnungslegungsstandards sowie den zusammengefassten Lagebericht und erteilte einen Bestätigungsvermerk in uneingeschränkter Form. Die Abschlüsse und den zusammengefassten Lagebericht sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers legte uns der Vorstand rechtzeitig vor unserer Sitzung am 12. März 2013 vor. Der Prüfungsausschuss erörterte die Informationen zum laufenden Einzelabschluss und zum Konzernabschluss vorab in einer Sitzung sowie einer Telefonkonferenz mit dem Abschlussprüfer und dem Vorstand der 4SC AG und berichtete dem Aufsichtsrat im Rahmen der Sitzung am 12. März 2013 darüber. In dieser Sitzung diskutierte und prüfte der Aufsichtsrat die Abschlüsse und den zusammengefassten Lagebericht. Die vom Vorstand im zusammengefassten Lagebericht getroffenen Einschätzungen stimmten mit den bisherigen Berichten des Vorstands an den Aufsichtsrat überein und entsprachen auch unserer eigenen Einschätzung. Der Abschlussprüfer berichtete dem Prüfungsausschuss und dem gesamten Aufsichtsrat über die wesentlichen Prüfungsergebnisse und stand zu weiteren Fragen Rede und Antwort.

Nach dieser eingehenden Prüfung und der Empfehlung des Prüfungsausschusses folgend erhob der Aufsichtsrat keine Einwände gegen die Abschlüsse und Lageberichte. Die Berichte entsprachen unserer Einschätzung nach auch den gesetzlichen Bestimmungen. Da in dieser Aufsichtsratssitzung auch der hälftige Verlust des Grundkapitals festgestellt wurde, entschlossen sich der Vorstand und der Aufsichtsrat, den Nachtragsbericht sowie den Risikobericht entsprechend anzupassen und durch den Wirtschaftsprüfer erneut prüfen zu lassen. Im Nachgang dazu schlossen wir uns dem Ergebnis der Jahresabschlussprüfung durch den Abschlussprüfer an und billigten die vom Vorstand aufgestellten Abschlüsse am 15. März 2013.

Der Jahresabschluss der 4SC AG wurde damit festgestellt und der 4SC-Konzernab-schluss gebilligt.

Hoher Stellenwert der Corporate Governance

Abschließend möchten wir als Aufsichtsrat auf den Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) eingehen: Die 4SC AG nimmt die Empfehlungen des Kodex sehr ernst und folgt ihnen mit wenigen Ausnahmen. Folglich erklärten Vorstand und Aufsichtsrat in der jüngsten Entsprechenserklärung vom 25. Februar 2013, den Empfehlungen des DCGK entsprochen zu haben, aktuell zu entsprechen und auch in Zukunft entsprechen zu wollen - und zwar in der Fassung vom 15. Mai 2012 unter Berücksichtigung der in der Erklärung angegebenen Ausnahmen.

Da der Kodex im Jahr 2012 schwerpunktmäßig Anpassungen zum Themenbereich der Unabhängigkeit von Aufsichtsräten vorsah, beschäftigte sich der Aufsichtsrat in seiner Sitzung vom 6. Dezember 2012 intensiv mit diesem Themenkomplex und passte in diesem Zusammenhang im Nachgang zu dieser Sitzung seine Ziele für die Zusammensetzung und die Geschäftsordnung des Aufsichtsrats an.

Aufsichtsrat Prüfungsausschuss Personalausschuss Business- Development- Ausschuss Forschungs- & Entwicklungs- Ausschuss (neu ab 06.08.2012)
Dr. Thomas Werner V (ab 13.06.2012, zuvor SV) V (ab 13.06.2012, zuvor M) V M
Klaus Kühn SV (ab 06.08.2012) V (ab 06.08.2012) M (ab 06.08.2012)
Dr. Irina Antonijevic M (ab 06.08.2012) V
Dr. Clemens Doppler M M M (ab 06.08.2012, zuvor V) M (bis 06.08.2012)
Helmut Jeggle M M (ab 06.08.2012, zuvor V) M
Dr. Manfred Rüdiger M (SV vom 13.06.- 06.08.2012) M M
Dr. Jörg Neermann M + V (bis 31.05.2012) V (bis 31.05.2012)
Günter Frankenne M (bis 06.08.2012) M (bis 06.08.2012)

V = Vorsitzender, SV stellvertretender Vorsitzender, M = Mitglied

Für ein Unternehmen mit unserer Aktionärsstruktur sehen wir eine Anzahl von mindestens drei unabhängigen Mitgliedern als eine im Sinne des Corporate Governance Kodex angemessene Anzahl an. Wir kamen weiterhin zu dem Ergebnis, dass dieses Ziel gegenwärtig erfüllt ist, da auch unter Berücksichtigung der neuen Unabhängigkeitsdefinition des Kodex zumindest fünf der sechs Aufsichtsratsmitglieder als unabhängig im Sinne des Kodex zu qualifizieren sind. Sämtliche Mitglieder des Aufsichtsrats sind zudem aufgrund eigener Prüfung zu dem Ergebnis gekommen, dass bei keinem von ihnen Interessenkonflikte bestehen. Helmut Jeggle kam vor dem Hintergrund, dass er gleichzeitig auch Angestellter des Großaktionärs der 4SC AG ist, jedoch zum Ergebnis, dass potenzielle Interessenkonflikte nicht per se ausgeschlossen werden können.

Interessenkonflikte und deren Behandlung

Helmut Jeggle hat an den Beratungen und Beschlussfassungen des Aufsichtsrats im Zusammenhang mit der am 17. Dezember 2012 bekannt gegebenen Forschungs- und Lizenzvereinbarung zwischen der 4SC-Tochter 4SC Discovery GmbH und der BioNTech AG nicht teilgenommen, da er neben seinem 4SC-Aufsichtsratsmandat zugleich auch bei der BioNTech AG Vorsitzender des Aufsichtsrats ist.

Für weitere Informationen wird auf den Bericht zur Corporate Governance im Kapitel 1.2 des zusammengefassten Lageberichts der Gesellschaft für 2012 verwiesen. Dort kann auch die Entsprechenserklärung eingesehen werden.

Die vom DCGK empfohlene Effizienzprüfung der Aufsichtsratstätigkeit erfolgte auf der Grundlage eines eigens entwickelten Fragebogens, den die Aufsichtsratsmitglieder auszufüllen hatten. Die Ergebnisse wurden in der außerordentlichen Aufsichtsratssitzung vom 1. Februar 2013 diskutiert und die Effizienzprüfung für das Jahr 2012 final verabschiedet.

Am 6. März 2013 hat Dr. Ulrich Dauer sein Mandat als Vorstandsvorsitzender und als Mitglied des Vorstands der 4SC AG aus persönlichen Gründen zum 31. März 2013 niedergelegt. Im Namen des Aufsichtsrats danke ich Dr. Ulrich Dauer für seine langjährige erfolgreiche Arbeit und sein großes Engagement für das Unternehmen.

Gleichzeitig hat der Aufsichtsrat Enno Spillner, seit 2005 bereits Finanzvorstand des Unternehmens, mit Wirkung zum 1. April 2013 auch zum Vorstandsvorsitzenden der 4SC AG berufen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 konnten wir wichtige strategische Meilensteine in den Forschungs- und Entwicklungsprogrammen des Unternehmens erreichen. Auf dieser Basis sind wir in ein für die Gesellschaft spannendes Jahr 2013 gestartet. Der Aufsichtsrat dankt den Vorstandsmitgliedern sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die sehr gute Arbeit und ihr hohes Engagement.

Planegg-Martinsried, im März 2013

Dr. Thomas Werner Vorsitzender des Aufsichtsrats

ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT 2012

1. Geschäft, Rahmenbedingungen und Corporate Governance

1.1 Konzernstruktur und Geschäftstätigkeit

Rechtliche Konzernstruktur

Der 4SC-Konzern - im Folgenden als "4SC", "das Unternehmen" oder "der Konzern" bezeichnet - umfasst die 4SC AG als Konzernmuttergesellschaft sowie die 4SC Discovery GmbH als ihre 100%ige Tochtergesellschaft.

Die 4SC AG ist eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht mit Sitz in Planegg-Martinsried im Landkreis München. Sie wurde am 30. August 2000 als Nachfolgegesellschaft der 1997 gegründeten 4SC GmbH in das Handelsregister eingetragen. Die Aktien der 4SC AG werden seit dem 15. Dezember 2005 im Prime Standard der Deutschen Börse gehandelt.

Die 4SC Discovery GmbH, ebenfalls mit Sitz in Planegg-Martinsried, wurde Ende 2011 gegründet und nahm am 1. Januar 2012 ihre operative Geschäftstätigkeit auf.

Beziehen sich im vorliegenden Bericht einzelne Angaben auf die Einzelgesellschaften 4SC AG oder 4SC Discovery GmbH, so werden diese explizit als "4SC AG" oder "4SC Discovery GmbH" bezeichnet.

Geschäftstätigkeit und Organisation

Gegenstand von 4SC ist die Erforschung und Entwicklung neuartiger, gezielter niedermolekularer Medikamente für die Behandlung von Krebs- und Autoimmunerkrankungen. Damit sollen den betroffenen Patienten innovative Therapien mit besserer Verträglichkeit und Wirksamkeit im Vergleich zu bestehenden Behandlungsmethoden für eine höhere Lebensqualität geboten werden.

Das Produktportfolio des Konzerns umfasst eine Reihe vielversprechender innovativer Programme in verschiedenen klinischen und präklinischen Phasen der Medikamentenentwicklung sowie in frühen Forschungsphasen. Alle therapeutischen Programme sollen in Entwicklungsstadien geführt werden, die für den Konzern eine attraktive Basis für Lizenzpartnerschaften mit der pharmazeutischen und biotechnologischen Industrie bilden. Weitere Informationen zu den einzelnen Produkten und ihren Entwicklungsfortschritten im Geschäftsjahr 2012 finden Sie in den Kapiteln Forschungs- und Entwicklungsprozess (Kapitel 1.3) sowie Wesentliche Ereignisse in den Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Unternehmens (Kapitel 2.2) dieses zusammengefassten Lageberichts.

Darüber hinaus verfügt 4SC über eine eigene Technologieplattform (4SCan®), die es ermöglicht, neue Medikamentenkandidaten durch IT-gestützte, virtuelle Screening-Methoden zu identifizieren und optimieren. Damit werden frühe Teile der Medikamentenentwicklung vom Labor auf den Computer übertragen, was zu einer deutlichen Beschleunigung und Kostenreduzierung bei der Suche nach neuen Medikamentenkandidaten führt.

Dieses Verfahren ist - zusammen mit den modernen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen von 4SC - in einen integrierten Medikamentenforschungs- und -entwicklungsprozess eingebunden, der die Wertschöpfungskette - von der Identifizierung neuer Wirksubstanzen bis hin zur klinischen Erprobung - weitestgehend abdeckt.

Operativ agiert der Konzern in den beiden sich ergänzenden Segmenten "Discovery & Collaborative Business" und "Development". Im Segment "Discovery & Collaborative Business", das durch die 4SC Discovery GmbH repräsentiert wird, sind alle Aktivitäten der frühen Phasen der Medikamentenforschung (Wirkstoffentdeckung und -optimierung) sowie deren Kommerzialisierung gebündelt. Das Leistungsspektrum des Segments "Development", das in der 4SC AG gebündelt ist, umfasst die späteren Phasen des pharmazeutischen Entwicklungsprozesses, d.h. die präklinische und klinische Weiterentwicklung der 4SC-Medikamentenkandidaten auf dem Weg zur Marktreife.

1.2 Bericht zur Corporate Governance

Corporate Governance umfasst das gesamte System der verantwortungsvollen, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichteten Führung und Kontrolle eines Unternehmens. Der 4SC-Konzern misst einer guten und transparenten Corporate Governance einen hohen Stellenwert bei und fühlt sich in seinen Zielen, Werten und Prozessen dem Deutschen Corporate Governance Kodex verpflichtet. In der Vorbereitungsphase des Konzernabschlusses 2012 haben sich Vorstand und Aufsichtsrat des Unternehmens erneut mit den Vorgaben des Kodex in seiner aktuellen Fassung vom 15. Mai 2012 befasst.

4SC entspricht den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der überwiegenden Zahl der Empfehlungen und Anregungen. Nur in einzelnen Punkten hat sich das Unternehmen nach sorgfältiger Überlegung dazu entschieden, dem Kodex nicht zu folgen. Diese Ausnahmen beziehen sich weitestgehend auf Empfehlungen, die an Großkonzerne adressiert sind. Die einzelnen Abweichungspunkte werden in der nachfolgenden Entsprechenserklärung von Vorstand und Aufsichtsrat explizit genannt und begründet.

Der Bericht zur Corporate Governance beschreibt die Grundsätze der Führungs- und Kontrollstruktur, der Unternehmensführung sowie die Rechte der Aktionäre der 4SC AG. Er berücksichtigt die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex und enthält sämtliche Angaben und Erläuterungen, die nach den Paragraphen 315 Absatz 4 und 289a des Handelsgesetzbuchs (HGB) erforderlich sind, sowie die Entsprechenserklärung gemäß § 161 Aktiengesetz (AktG).

1.2.1 Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB

Entsprechenserklärung nach § 161 AktG

Vorstand und Aufsichtsrat haben zuletzt am 24. Februar 2012 eine Erklärung gemäß § 161 AktG abgegeben. Dieser Erklärung lag die Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 26. Mai 2010 zu Grunde. Im Jahr 2011 wurde der Deutsche Corporate Governance Kodex nicht überarbeitet. Die nunmehr geltende Fassung datiert auf den 15. Mai 2012.

Vorstand und Aufsichtsrat der 4SC AG erklären gemäß § 161 AktG, dass die 4SC AG den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 15. Mai 2012 mit den nachfolgend genannten Ausnahmen entspricht und weiterhin entsprechen wird:

1) D&O-Versicherung für die Aufsichtsratsmitglieder (Ziff. 3.8 Abs. 3 des Kodex):

Die aktuelle D&O-Versicherung der Gesellschaft für die Vorstände enthält den gesetzlich vorgesehenen Selbstbehalt. Die derzeit geltende D&O-Versicherung für die Aufsichtsratsmitglieder sieht einen Selbstbehalt in Höhe von maximal 50 T US-$ pro Schadensfall vor. Dieser bezieht sich aber lediglich auf Schadensfälle in den USA. Ein spezifischer Selbstbehalt der versicherten Aufsichtsräte wurde nicht vereinbart, da Vorstand und Aufsichtsrat der Ansicht sind, dass verantwortungsvolles Handeln für alle Organmitglieder selbstverständliche Pflicht ist. Eines Selbstbehaltes bedarf es deshalb nicht, zumal im Aufsichtsrat wesentliche Anteilseigner vertreten sind.

Nach § 76 Absatz 1 AktG leitet der Vorstand die Aktiengesellschaft in eigener Verantwortung. Die Aufgabe des Aufsichtsrats besteht in der Mitwirkung an der strategischen Ausrichtung des Unternehmens sowie in der Beratung und Überwachung des Vorstands. Der Einfluss auf das operative Geschäft ist daher eher begrenzt. Dies gilt auch für Maßnahmen zur Abwendung von Schäden für das Unternehmen. Daher ist auch in Zukunft nicht beabsichtigt, für die Mitglieder des Aufsichtsrats einen signifikanten Selbstbehalt in deren D&O-Versicherung zu vereinbaren.

2) Aktienoptionsprogramm für den Vorstand (Ziff. 4.2.3 Abs. 2 und 3 des Kodex):

Die gegenwärtigen variablen Vergütungsbestandteile für den Vorstand bestehen aus einem auf ein Jahr bemessenen erfolgsabhängigen Bonus I sowie einer langfristigen erfolgsabhängigen Vergütung in Form eines auf drei Jahre bemessenen Bonus II und in Form von Aktienoptionen. Über diese Vergütungsbestandteile hinaus hat der Aufsichtsrat im eigenen Ermessen einen Sonderbonus festgesetzt, der an die Erreichung besonderer strategischer Unternehmensziele geknüpft ist. Die gegenwärtigen Aktienoptionsprogramme für Vorstand und Mitarbeiter basieren auf verbindlichen Hauptversammlungsbeschlüssen. Die Möglichkeit zur Ausübung dieser Optionen setzt einen klar definierten Anstieg des Aktienkurses voraus. Nach Überzeugung der 4SC AG sind diese Mitarbeiterbeteiligungsprogramme ideal auf das Unternehmen zugeschnitten. Die Gesellschaft verzichtet daher im Rahmen des Aktienoptionsprogramms bewusst auf die vom Kodex empfohlene Begrenzung (Cap) für außerordentliche, nicht vorhergesehene Entwicklungen sowie darauf, die Aktienoptionen auf Vergleichsparameter (zum Beispiel Aktienindizes) zu beziehen.

3) Nominierungsausschuss im Aufsichtsrat (Ziff. 5.3.3 des Kodex):

Der Aufsichtsrat hat sich gegen die Etablierung eines Nominierungsausschusses entschieden. Nach Auffassung des Aufsichtsrats der 4SC AG bietet die zusätzliche Einsetzung eines solchen Nominierungsausschusses keine zusätzliche Steigerung der Effizienz der Aufsichtsratsarbeit. Der Aufsichtsrat belässt diese Funktion daher im Gesamtaufsichtsrat.

4) Transparenz bei Wahlvorschlägen für den Aufsichtsrat (Ziff. 5.4.1 Abs. 4 bis 6 des Kodex):

Derzeit bestehen bei der Empfehlung in Ziffer 5.4.1 Abs. 4 bis 6 des Kodex in der Fassung vom 15. Mai 2012 bezüglich der Offenlegung bestimmter Umstände im Rahmen von Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung noch einige Rechtsunsicherheiten, v.a. im Bezug auf den Detaillierungsgrad und den Ort der Veröffentlichung. Aus diesem Grunde wird höchstvorsorglich eine Abweichung vom Kodex erklärt. Nichtsdestotrotz wird sich der Aufsichtsrat bemühen, den Anforderungen der Nummer 5.4.1 Abs. 4 bis 6 gerecht zu werden.

5) Vergütung in den Aufsichtsratsausschüssen (Ziff. 5.4.6 Abs. 1 des Kodex):

Eine Unterscheidung der Vergütung in den Aufsichtsratsausschüssen nach Mitgliedschaft und Vorsitz wird derzeit nicht vorgenommen. Die Praxis hat gezeigt, dass die Ausschussmitglieder Arbeit und Organisation zu etwa gleichen Teilen übernehmen.

Seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung vom 24. Februar 2012 hat die 4SC AG den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der alten Fassung vom 26. Mai 2010 mit Ausnahme der oben genannten Ziffern 3.8 Abs. 3 (D&O-Versicherung für die Aufsichtsratsmitglieder), 4.2.3 Abs. 2 und 3 (Aktienoptionsprogramm für den Vorstand), 5.5.3 (Nominierungsausschuss im Aufsichtsrat), 5.4.6 Abs. 1 (Vergütung in den Aufsichtsratsausschüssen) und 5.4.6 Abs. 2 (Erfolgsorientierte Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder) entsprochen. Die Gründe für die Ausnahmen ergeben sich aus den obigen Ausführungen.

Die Empfehlung einer erfolgsorientierten Aufsichtsratsvergütung (5.4.6 Abs. 2) wurde für die 4SC AG als nicht sachgerecht und überproportional aufwendig in der Verwaltung abgelehnt. Die Abweichung von der Empfehlung einer erfolgsorientierten Aufsichtsratsvergütung ist entfallen, da diese Empfehlung in der Neufassung des Kodex nicht mehr enthalten ist.

In der Neufassung des Kodex im Mai 2012 wurden die Anforderungen an die Benennung der Ziele für den Aufsichtsrat über seine Zusammensetzung (Ziffer 5.4.1 Abs. 2) dahingehend erweitert, dass künftig auch die Anzahl der unabhängigen Aufsichtsratsmitglieder festgelegt werden soll. Diese Festlegung bestätigte der Aufsichtsrat nach vorangegangener interner Abstimmung abschließend in seiner Sitzung vom 1. Februar 2013 und entspricht seit diesem Zeitpunkt der Empfehlung.

Planegg-Martinsried, 25. Februar 2013

Dr. Ulrich Dauer, für den Vorstand

Dr. Thomas Werner, für den Aufsichtsrat

Angaben zu Unternehmensführungspraktiken

Das Handeln der 4SC-Unternehmensführung ist bestimmt von einem fairen und respektvollen Umgang untereinander. In Anbetracht der überschaubaren Unternehmensgröße, die einen persönlichen Umgang mit den Mitarbeitern und Partnern ermöglicht, sowie flacher Hierarchien und der Tatsache, dass es im Wesentlichen nur einen Unternehmensstandort gibt, reichen diese Maßstäbe für ein verantwortungsvolles Miteinander aus.

Führung und Überwachung des Unternehmens erfolgen in Übereinstimmung mit den deutschen Gesetzen, den gesellschaftlichen Normen und weitestgehend den Richtlinien des Deutschen Corporate Governance Kodex.

Arbeitsweisen von Vorstand und Aufsichtsrat

Wie vom Aktiengesetz gefordert, wird die 4SC AG dual von Vorstand und Aufsichtsrat geführt. Beide Organe arbeiten eng und konstruktiv zusammen, um den Wert des Unternehmens nachhaltig zu steigern. So stimmt der Vorstand die strategische Ausrichtung des Unternehmens mit dem Aufsichtsrat ab und erörtert mit ihm auch deren Umsetzung. Zu diesem Zweck informiert der Vorstand den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle unternehmensrelevanten Fragen der Planung, der Strategie, der Geschäftsentwicklung, der Finanzen, der Risikolage, des Risikomanagements sowie des internen Kontrollsystems. Falls erforderlich, informiert der Vorstand den Aufsichtsrat auch zwischen den Sitzungen über wesentliche Ereignisse. Kurzfristig notwendige Entscheidungen werden bei Bedarf auch im Rahmen einer Telefonkonferenz getroffen und eventuelle Beschlüsse im Umlaufverfahren gefasst.

Für maßgebliche Geschäftsvorfälle sind in der Geschäftsordnung des Vorstands Zustimmungsvorbehalte des Aufsichtsrats festgelegt. In einzelnen Fällen kann der Aufsichtsrat einen Geschäftsvorfall auch einem Zustimmungsvorbehalt unterstellen.

Vorstand

Der Vorstand der 4SC AG, dem Dr. Ulrich Dauer (Vorstandsvorsitzender), Dr. Bernd Hentsch, Enno Spillner sowie Dr. Daniel Vitt angehören, führt die Geschäfte eigenverantwortlich. Oberste Zielsetzung ist dabei eine stabile Geschäftsentwicklung und eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes. Die Vorstandsmitglieder ergänzen sich in ihren Fähigkeiten und Erfahrungen und führen das Unternehmen bereits langjährig als eingespieltes Team. Die nähere Ausgestaltung der Arbeit im Vorstand wird durch eine Geschäftsordnung bestimmt. Die Verteilung der Ressorts auf die einzelnen Personen ergibt sich aus dem Geschäftsverteilungsplan, der Bestandteil der Geschäftsordnung ist. Alle Vorstandsbereiche stimmen sich untereinander ab, beispielsweise in den Vorstandssitzungen, die in der Regel wöchentlich stattfinden. Entscheidungen des Gesamtvorstands werden mit der einfachen Mehrheit derjenigen Mitglieder getroffen, die an der Beschlussfassung teilnehmen. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des Vorstandsvorsitzenden den Ausschlag.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat bestand zum 31. Dezember 2012 aus sechs Mitgliedern, die von der Hauptversammlung gewählt wurden. Vorsitzender ist Dr. Thomas Werner, stellvertretender Vorsitzender Klaus Kühn. Die weiteren Mitglieder sind Dr. Irina Antonijevic, Dr. Clemens Doppler, Helmut Jeggle und Dr. Manfred Rüdiger.

In einer Nachwahl wurden von der ordentlichen Hauptversammlung am 6. August 2012 Dr. Irina Antonijevic und Klaus Kühn neu in den Aufsichtsrat gewählt, nachdem Dr. Jörg Neermann zum 31. Mai 2012 und Günter Frankenne zum Ende der ordentlichen Hauptversammlung am 6. August 2012 aus dem Gremium ausgeschieden waren.

Ausschüsse

Um die Effizienz der Aufsichtsratsarbeit zu erhöhen, wurden vier Ausschüsse gebildet: der Prüfungsausschuss (Audit Committee), der Personalausschuss (Human Resources Committee), der Business-Development-Ausschuss und neu seit August 2012 der Forschungs- und Entwicklungsausschuss (R&D Committee). Alle Ausschüsse berichten dem Plenum regelmäßig über ihre Aktivitäten. Weitere Informationen dazu finden sich im Bericht des Aufsichtsrats im 4SC-Geschäftsbericht 2012.

Effizienzprüfung des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat kam übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass die Zusammenarbeit effizient verläuft. Die Verabschiedung dieses Ergebnisses erfolgte in der außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am 1. Februar 2013.

Weitere Angaben zur Corporate Governance

Ziele des Aufsichtsrats bezüglich seiner Zusammensetzung

Zum Jahresende 2010 hat der Aufsichtsrat erstmals beschlossen, konkrete Ziele für seine zukünftige Zusammensetzung festzulegen. In der Sitzung vom 6. Dezember 2012 wurden diese Ziele aufgrund der Kodexanpassung vom Mai 2012 erneut diskutiert und in der Sitzung am 1. Februar 2013 verabschiedet:

Bei künftigen Wahlvorschlägen wird weiterhin darauf geachtet, eine möglichst breite Palette an Expertise und relevanter Erfahrung im Aufsichtsrat der 4SC AG zu gewährleisten. In diesem Zusammenhang beabsichtigt der Aufsichtsrat, den Anteil weiblicher Mitglieder im Rahmen der kommenden Neuwahlen beizubehalten bzw. zu steigern. Aufrechterhalten werden soll darüber hinaus der Fokus auf Erfahrung im internationalen Biotechnologie- und Pharmageschäft. Die gegenwärtigen Aufsichtsräte sind bzw. waren in der Vergangenheit international in der Biotechnologie- und Pharmabranche tätig, verfügen über entsprechende Netzwerke und kennen aus eigener Erfahrung sehr gut die Bedürfnisse dieses Sektors. Im Rahmen der Nachwahl von Aufsichtsratsmitgliedern im August 2012 ist es gelungen, mit Dr. Irina Antonijevic erstmals eine Frau für die Mitarbeit im 4SC-Aufsichtsrat zu gewinnen. Des Weiteren wurde mit Klaus Kühn, dem ehemaligen Finanzvorstand der Bayer AG, ein ausgewiesener Finanzexperte in den Aufsichtsrat gewählt.

Der Aufsichtsrat der 4SC AG legt weiterhin Wert auf die Mischung verschiedener Qualifikationen im gesamten Gremium, die von Kenntnissen im naturwissenschaftlichen und im Entwicklungsbereich über Erfahrung in der internationalen Geschäftsanbahnung sowie Lizenzierung bis hin zur Expertise in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollsystemen reichen.

Den Anforderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex an unabhängige Aufsichtsratsmitglieder sowie der Vermeidung von Interessenkonflikten soll auch zukünftig weiter Rechnung getragen werden. Um dies zu gewährleisten, beabsichtigt der Aufsichtsrat, das Gremium dauerhaft mit mindestens drei unabhängigen Mitgliedern zu besetzen. Dieses Ziel ist derzeit bereits erreicht. In der außerordentlichen Aufsichtsratssitzung vom 1. Februar 2013 ist der Aufsichtsrat abschließend zu der Erkenntnis gekommen, dass derzeit fünf Mitglieder die Unabhängigkeitsdefinition des Kodex erfüllen.

Die auch in der Geschäftsordnung festgesetzte Altersgrenze bei Wahl von 75 Jahren wird weiterhin beachtet. Die Vorschläge des Aufsichtsrats zur Wahl seiner Mitglieder werden sich nach wie vor am Interesse des Unternehmens orientieren.

1.2.2 Directors' Dealings, Aktionariat, Offenlegung und Kommunikation

Directors' Dealings (meldepflichtige Wertpapiergeschäfte gemäß WpHG)

Die Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder sind nach den Vorschriften des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) dazu verpflichtet, Geschäfte mit 4SC-Aktien zu veröffentlichen. Im Geschäftsjahr 2012 hat 4SC folgende Meldungen erhalten:

Datum Name Funktion Geschäftsart Ort Preis

in €
Stückzahl
28.06.12 Dr. Clemens Doppler Aufsichtsrat Kauf Außerbörslich 1,50 3.718
Datum Name Geschäftsvolumen

in €
28.06.12 Dr. Clemens Doppler 5.577,00

Hauptversammlung und Aktionäre

Die Hauptversammlung ist eines der zentralen Organe des Unternehmens. Sie fasst Beschlüsse zu maßgeblichen Angelegenheiten. Insbesondere obliegt ihr die Wahl des Abschlussprüfers, die Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats, die Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern sowie Beschlüsse über Satzungsänderungen oder kapitalverändernde Maßnahmen. Darüber hinaus legt der Vorstand der Hauptversammlung den Konzernabschluss vor.

Alle 4SC-Aktionäre haben auf der Hauptversammlung die Möglichkeit, mit den Vorständen über die neuesten Entwicklungen und Entscheidungen zu diskutieren, ihr Stimmrecht auszuüben und sich über das Unternehmen generell zu informieren. Für 4SC ist es eine Selbstverständlichkeit, allen Aktionären die persönliche Wahrnehmung ihrer Rechte so einfach wie möglich zu machen. Bei der ordentlichen Hauptversammlung am 2. Mai 2013 wird das Unternehmen seinen Aktionären daher Vertreter für die weisungsgebundene Ausübung des Stimmrechts zur Verfügung stellen, die auch während der Hauptversammlung erreichbar sind.

Beteiligungen (Drittunternehmen)

Angaben zu Beteiligungen, die für das Unternehmen nicht von untergeordneter Bedeutung sind, befinden sich in den Kapiteln 7.3 und 7.4 des IFRS-Konzernanhangs 2012.

Rechnungslegung und Abschlussprüfung

Der Konzernabschluss von 4SC wird vom Vorstand nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie von der EU übernommen wurden, aufgestellt. Anschließend wird er vom Abschlussprüfer geprüft, vom Aufsichtsrat gebilligt und der Öffentlichkeit innerhalb einer Frist von 90 Tagen nach dem Geschäftsjahresende zugänglich gemacht.

Auch im Berichtsjahr 2012 wurden der Einzelabschluss der 4SC AG nach HGB und der IFRS-Konzernabschluss von 4SC vor ihrer Veröffentlichung vom Aufsichtsrat geprüft und festgestellt bzw. gebilligt. Darüber hinaus erörterte der Prüfungsausschuss im Berichtszeitraum auch die Zwischen- und Halbjahresfinanzberichte vor ihrer Veröffentlichung. Somit folgte 4SC auch hier den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (Ziff. 7.1.2).

Kommunikation mit der Öffentlichkeit

Um ihre Aktionäre möglichst schnell, gleichzeitig und umfassend zu informieren, veröffentlicht die 4SC AG alle relevanten Informationen auf der eigenen Internetseite www.4sc.de. Alle Berichte erscheinen auf Deutsch und auf Englisch innerhalb der vom Deutschen Corporate Governance Kodex und der Börsenordnung empfohlenen Fristen. Darüber hinaus stellt das Unternehmen auf seiner Internetseite unter den Navigationspunkten "News & Media" bzw. "Investoren" alle Presse- bzw. Ad-hoc-Mitteilungen nach § 15 WpHG, den aktuellen Finanzkalender, Informationen rund um die Hauptversammlung sowie sonstige meldepflichtige Bekanntmachungen zur Verfügung.

1.2.3 Vergütungsbericht der 4SC AG

Der Vergütungsbericht, der die Grundzüge der Vergütungssysteme für den Vorstand und den Aufsichtsrat der Gesellschaft erläutert, ist Bestandteil des Konzernlageberichts sowie des Berichts zur Corporate Governance. Die Vergütungssysteme des Unternehmens berücksichtigen die gesetzlichen Vorschriften und größtenteils die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex.

Vergütung des Vorstands

Ziel der Vorstandsvergütung ist es, die persönliche Leistung - unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens - angemessen zu entlohnen und eine Motivation für eine erfolgreiche Unternehmensführung zu schaffen. Darüber hinaus orientiert sich die Vergütung an branchen- und landesüblichen Standards.

Festlegung der Vorstandsvergütung

Der Vorschlag für die Vorstandsvergütung wird vom Personalausschuss erarbeitet, dem Plenum des Aufsichtsrats vorgestellt und von diesem beschlossen. Die Vergütung wird jährlich durch den Aufsichtsrat überprüft.

Im Übrigen ist der Aufsichtsrat dazu berechtigt, die Bezüge des Vorstands insgesamt um einen angemessenen Betrag herabzusetzen, falls sich die Lage des Unternehmens so verschlechtern sollte, dass eine Weitergewährung dieser Vergütung nicht tragbar wäre.

Höhe und Struktur

Die jährliche Vergütung der Vorstandsmitglieder besteht aus drei Komponenten:

1. einer erfolgsunabhängigen Vergütung (Festvergütung),

2. zwei erfolgsabhängigen Boni sowie

3. Aktienoptionen.

Erfolgsunabhängige Vergütung

Die Höhe der Festvergütung ist abhängig von der übertragenen Funktion und Verantwortung sowie von branchen- und marktüblichen Rahmenbedingungen, die sich vor allem an anderen börsennotierten Small- und Mid-Cap-Unternehmen aus der Biotechnologiebranche und aus verwandten Branchen (zum Beispiel MedTech) orientieren. Die Festvergütung wird in monatlichen Raten ausgezahlt.

Erfolgsabhängige Vergütung

Die erfolgsabhängige Vergütung setzt sich aus einem auf ein Jahr bemessenen Bonus I sowie einem langfristigen, auf drei Jahre bemessenen Bonus II zusammen. Über die gegenwärtigen Vergütungsbestandteile hinaus hat der Aufsichtsrat im eigenen Ermessen einen Sonderbonus festgesetzt, der an die Erreichung besonderer strategischer Unternehmensziele geknüpft ist.

Der erfolgsabhängige Bonus I wird vom Aufsichtsrat nach einer entsprechenden jährlichen Leistungsbeurteilung und nach pflichtgemäßem Ermessen festgelegt. Maßstab für den Bonus I sind die Geschäftsentwicklung der 4SC und der Erreichungsgrad vorab definierter individueller sowie allgemeiner Unternehmensziele. Diese Ziele betreffen unterschiedliche strategische Themen aus den Bereichen klinische Entwicklung, Business Development, Investor Relations und allgemeines Management, die nach Prioritäten für die weitere Geschäftsentwicklung gewichtet werden.

Zusätzlich zur Grundvergütung und zum kurzfristigen Bonus I erhält jedes Vorstandsmitglied einen auf drei Jahre bemessenen langfristigen Gehaltsbestandteil (Bonus II), der eine nachhaltige Unternehmensentwicklung fördern soll. Der Bonus II basiert auf persönlichen und unternehmensspezifischen Zielen, die zu Beginn jedes Geschäftsjahres von Vorstand und Aufsichtsrat gemeinsam festgelegt werden. Der Anspruch auf Zahlung des Bonus II hängt davon ab, dass diese Ziele im Rahmen einer auf drei Jahre festgelegten Periode erreicht werden. Die erste Zielerreichungsperiode umfasst die Jahre 2010 bis 2012, die zweite die Jahre 2011 bis 2013 usw. Der Aufsichtsrat entscheidet unmittelbar nach Ende der jeweiligen Zielerreichungsperiode über die Erfüllung der Ziele, i.d.R. im Umlaufverfahren und auf Vorschlag des Personalausschusses.

Aktienoptionen

Als weitere Vergütungskomponente mit langfristiger Anreizwirkung nutzt das Unternehmen Mitarbeiterbeteiligungsprogramme, sogenannte ESOP (Employee Stock Option Programme), an denen sowohl der Vorstand als auch alle Mitarbeiter partizipieren. Im Rahmen dieser Programme werden Aktienoptionen ausgegeben, die zum Bezug von 4SC-Aktien berechtigen. Detaillierte Informationen über den aktuellen Optionsbesitz sind im IFRS-Konzernanhang 2012 im Kapitel 10.1 aufgeführt.

Im Hinblick auf die Einhaltung der Kodexempfehlungen zur Managementvergütung wird auf die Anmerkungen im Kapitel Entsprechenserklärung nach § 161 AktG, das sich innerhalb der Erklärung zur Unternehmensführung dieses zusammengefassten Lageberichts (Kapitel 1.2.1) befindet, verwiesen.

Vorstandsvergütung für das Jahr 2012

Insgesamt erhielt der Vorstand der 4SC AG im Berichtszeitraum Vergütungen in Höhe von 928 T €, wovon 81% auf fixe und 19% auf variable Bezüge entfielen. Eine detaillierte Aufstellung der individuellen Gehälter der Vorstandsmitglieder ist im IFRS-Konzernanhang 2012 im Kapitel 10.1 des 4SC-Geschäftsberichts zu finden.

Haftungsversicherung (D&O)

Die aktuelle D&O-Versicherung der Gesellschaft für die Vorstände enthält seit dem 1. Juli 2010 den gesetzlich vorgesehenen Selbstbehalt. Hinsichtlich der Einhaltung der Kodexempfehlungen zur D&O-Versicherung für Aufsichtsräte wird auf die Anmerkungen im Kapitel Entsprechenserklärung § 161 AktG verwiesen, das sich innerhalb der Erklärung zur Unternehmensführung (Kapitel 1.2.1) dieses zusammenfassten Lageberichts befindet.

Aktienbesitz der Vorstandsmitglieder

Die gegenwärtigen Vorstandsmitglieder der 4SC AG hielten zum 31. Dezember 2012 insgesamt 687.120 Aktienoptionen, die zum Bezug von 674.120 Aktien berechtigen. Zudem hielten sie 924.242 Aktien, also 1,83% aller Unternehmensanteile.

Vergütung des Aufsichtsrats

Aus Sicht der Gesellschaft sollte insbesondere das Interesse des Aufsichtsrats auf eine nachhaltige und langfristig erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens ausgerichtet sein. Deshalb hält 4SC eine Festvergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats für zielführend.

Festlegung der Aufsichtsratsvergütung

Die Vergütung des Aufsichtsrats beruht auf dem Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 5. Juni 2008.

Höhe und Struktur

Die jährliche Grundvergütung für jedes Aufsichtsratsmitglied beträgt 13 T €, wobei der Vorsitzende des Aufsichtsrats die doppelte Vergütung erhält, sein Stellvertreter die 1,5-fache. Die Mitgliedschaft in Ausschüssen honoriert das Unternehmen mit 5 T € pro Ausschussmitgliedschaft, wobei - im Gegensatz zu den Empfehlungen des Kodex - nicht zwischen Vorsitz und Mitgliedschaft unterschieden wird, da die Ausschussarbeit in etwa zu gleichen Teilen auf alle Aufsichtsratsmitglieder verteilt ist.

Aufsichtsratsvergütung für das Jahr 2012

Im Geschäftsjahr 2012 betrug die Gesamtvergütung des Aufsichtsrats 141 T €. Die Aufstellung über die individuelle Vergütung der einzelnen Aufsichtsratsmitglieder ist im Kapitel 10.2 des IFRS-Konzernanhangs 2012 des 4SC-Geschäftsberichts zu finden.

Aktienbesitz der Aufsichtsratsmitglieder

Die Aufsichtsratsmitglieder der 4SC AG hielten zum 31. Dezember 2012 insgesamt 43.593 Aktien und damit einen Anteil in Höhe von 0,09% des Unternehmens.

1.2.4 Übernahmerelevante Angaben nach §§ 289 Abs. 4 und 315 Abs. 4 HGB zum 31. Dezember 2012

Zusammensetzung des Gezeichneten Kapitals

Das Grundkapital der Gesellschaft setzte sich zum 31. Dezember 2012 aus 50.371.814 auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) zusammen, die über keine weiteren Rechte oder Vorzüge verfügen.

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen

Es bestehen keine Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen.

Beteiligungen am Kapital, die 10% der Stimmrechte überschreiten

Wesentlicher Aktionär mit einem Stimmanteil von über 10% ist nach aktuellem Kenntnisstand der Gesellschaft nur die Santo Holding (Deutschland) GmbH, Holzkirchen, mit circa 48,1% (gemäß Schätzung des Managements).

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnis verleihen

Es bestehen keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnis verleihen.

Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben

Arbeitnehmer, die sich über einen direkten Aktienerwerb oder Mitarbeiterbeteiligungsprogramme am Unternehmen beteiligen, unterliegen keinerlei Stimmrechtsbindung.

Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und die Änderung der Satzung

Die Bestellung und die Abberufung von Mitgliedern des Vorstands sind in §§ 84 und 85 AktG geregelt.

Gemäß § 7 Abs. 2 der Satzung der 4SC AG in der Fassung vom 6. August 2012 besteht der 4SC-Vorstand aus mindestens einer Person, wobei der Aufsichtsrat die genaue Zahl der Mitglieder nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen festlegt und ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden ernennen kann. Der Aufsichtsrat bestellt nach § 7 Abs. 1 der Satzung die Vorstandsmitglieder auf höchstens fünf Jahre. Eine mehrmalige Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, ist zulässig. Sie bedarf eines erneuten Aufsichtsratsbeschlusses, der frühestens ein Jahr vor Ablauf der bisherigen Amtszeit gefasst werden kann. Nur bei einer Bestellung auf weniger als fünf Jahre kann eine Verlängerung der Amtszeit ohne neuen Aufsichtsratsbeschluss erfolgen, wenn dadurch die gesamte Amtszeit nicht mehr als fünf Jahre beträgt. Gemäß § 7 Abs. 3 der Satzung erfolgen Abschluss, Abänderung oder Kündigung eines Anstellungsvertrags mit dem jeweiligen Vorstandsmitglied sowie ein Widerruf der Bestellung eines Vorstandsmitglieds durch den Aufsichtsrat.

Grundsätzlich ist für eine Änderung der Satzung nach § 179 AktG ein Beschluss der Hauptversammlung erforderlich. Gemäß § 13 der Satzung der 4SC AG ist der Aufsichtsrat jedoch dazu ermächtigt, Änderungen und Ergänzungen der Satzung, die nur die Fassung betreffen, zu beschließen.

Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen

Der Vorstand kann neue Aktien nur auf der Grundlage von Beschlüssen der Hauptversammlung ausgeben.

Genehmigtes Kapital 2012/I

Der Vorstand ist gemäß § 5 Abs. 7 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 5. August 2017 einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu 20.984.152,00 € gegen Bareinlagen und/oder Sacheinlagen durch Ausgabe von bis zu 20.984.152 neuen Aktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2012/I). Das Bezugsrecht der Aktionäre kann hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats in bestimmten, in § 5 Abs. 7 der Satzung näher beschriebenen, Fällen ausgeschlossen werden.

WSV 2012 - Bedingtes Kapital V

Der Vorstand ist durch den Hauptversammlungsbeschluss vom 6. August 2012 ermächtigt, bis zum 5. August 2017 einmalig oder mehrmalig Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechte oder Gewinnschuldverschreibungen beziehungsweise Kombinationen dieser Instrumente (zusammen "Schuldverschreibungen") im Gesamtnennbetrag von bis zu 60 Mio. € mit oder ohne Laufzeitbeschränkung gegen Bar- oder Sacheinlage näherer Maßgabe der genannten Ermächtigung zu begeben und für solche, von nachgeordneten Konzernunternehmen der Gesellschaft gegebenen Schuldverschreibungen mit Zustimmung der Gesellschaft die Garantie zu übernehmen. Der Vorstand ist ferner ermächtigt, den Inhabern beziehungsweise Gläubigern von aufgrund der vorgenannten Ermächtigung ausgegebenen Schuldverschreibungen Wandlungs- bzw. Optionsrechte auf bis zu 7,5 Mio. Aktien zu gewähren nach näherer Maßgabe der Bedingungen der Schuldverschreibungen. Die Schuldverschreibungen können auch eine Wandlungspflicht vorsehen. Hierzu ist das Grundkapital um bis zu 7,5 Mio. € bedingt erhöht worden (Bedingtes Kapital V, § 5 Abs. 6 der Satzung). Das Bezugsrecht der Aktionäre auf die neuen Schuldverschreibungen kann hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats in bestimmten Fällen nach näherer Maßgabe der Hauptversammlungsermächtigung ausgeschlossen werden.

Weitere Bedingte Kapitalia im Zusammenhang mit Aktienoptionsprogrammen

Bedingtes Kapital II

Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 114.000,00 € durch Ausgabe von bis zu 114.000 neuen Aktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital II, § 5 Abs. 2a der Satzung). Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Erfüllung von Optionsrechten, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 28. Juni 2006 erteilten Ermächtigung zur Gewährung von Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands und Arbeitnehmer der Gesellschaft nach Maßgabe dieser Ermächtigung ausgegeben wurden.

Bedingtes Kapital III

Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 88.314,00 € durch Ausgabe von bis zu 88.314 neuen Aktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital III, § 5 Abs. 3 der Satzung). Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Erfüllung von Optionsrechten, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 28. Juli 2004 erteilten Ermächtigung zur Gewährung von Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands und Arbeitnehmer der Gesellschaft nach Maßgabe dieser Ermächtigung ausgegeben wurden.

Bedingtes Kapital IV

Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 305.133,00 € durch Ausgabe von bis zu 305.133 neuen Aktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital IV, § 5 Abs. 3a der Satzung). Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Erfüllung von Optionsrechten, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 28. Juni 2006 erteilten Ermächtigung zur Gewährung von Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands und Arbeitnehmer der Gesellschaft sowie an Arbeitnehmer etwaiger verbundener Unternehmen der Gesellschaft nach Maßgabe dieser Ermächtigung ausgegeben wurden.

Bedingtes Kapital VI

Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 1 Mio. € durch Ausgabe von bis zu 1 Mio. neuen Aktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital VI, § 5 Abs. 5 der Satzung). Das Bedingte Kapital VI dient ausschließlich der Erfüllung von Optionsrechten, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 15. Juni 2009 erteilten Ermächtigung zur Gewährung von Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft sowie an Arbeitnehmer der Gesellschaft und ihrer in- und ausländischen verbundenen Unternehmen nach Maßgabe dieser Ermächtigung ausgegeben wurden.

Es bestehen keine Ermächtigungen zum Erwerb eigener Aktien und die Gesellschaft verfügt über keine eigenen Aktien.

Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen

Entschädigungsvereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen, bestehen nicht.

Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit Vorstandsmitgliedern oder Arbeitnehmern getroffen sind

Für die Vorstandsmitglieder Dr. Ulrich Dauer, Dr. Daniel Vitt, Enno Spillner und Dr. Bernd Hentsch wurde im Jahr 2010 folgende Vereinbarung getroffen: Im Fall eines Kontrollerwerbs durch einen Dritten und einer in diesem Zusammenhang stehenden Ablösung für die Restlaufzeit des jeweiligen Vertrags werden ihre Bezüge vollständig ausbezahlt, mindestens aber für eine rechnerische Restlaufzeit von 15 Monaten. Darüber hinaus sind im Fall des Kontrollerwerbs die Regelungen zum Verfall von Aktienoptionen für die Vorstandsmitglieder aufgehoben. Das heißt, dass alle Aktienoptionen, die bis zum Trennungszeitpunkt an die Vorstandsmitglieder ausgegeben wurden, bei ihnen verbleiben, unabhängig von der Beendigung des Dienstverhältnisses.

1.3 Forschungs- und Entwicklungsprozess

Der pharmazeutische Forschungs- und Entwicklungsprozess bei 4SC beschreibt den Weg vom Identifizieren eines neuen Wirkstoffs über präklinische Tests bis zu den verschiedenen Phasen der klinischen Prüfung am Menschen, mit dem Ziel - idealerweise gemeinsam mit pharmazeutischen Entwicklungs- und Vermarktungspartnern - die Marktzulassung zu erreichen.

Frühphasenforschung und präklinische Entwicklung

Typischerweise beginnt dieser Prozess mit der Suche nach einem neuen Wirkstoff und den entsprechenden Zielmolekülen. Sobald das Zielmolekül, dem eine ursächliche Rolle bei der Entstehung einer Erkrankung zugeschrieben wird, gefunden ist, werden die entsprechenden Datenbanken und Molekül-Bibliotheken mit Hilfe der IT-basierten Screening-Technologie von 4SC auf passende Wirkstoffmoleküle hin effizient und zielorientiert durchsucht. Ist ein neuer Wirkstoff identifiziert und weiter optimiert, ist die Phase der sog. Frühphasenforschung abgeschlossen. Anschließend wird der Medikamentenkandidat in der präklinischen Entwicklung in Zellkulturmodellen (in vitro) sowie in regulatorisch vorgeschriebenen Tiermodellen (in vivo) auf Wirksamkeit und Unbedenklichkeit hin untersucht. Erst wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, kann die klinische Entwicklung gestartet werden, in der der Wirkstoff am Menschen erprobt wird.

Klinische Entwicklung

In der Phase I der klinischen Entwicklung wird der Wirkstoff erstmals an wenigen, üblicherweise gesunden Testpersonen (Probanden) angewendet. Im Bereich der Onkologie werden dagegen auch Phase-I-Studien bereits meist mit Patienten durchgeführt. Im Vordergrund der Phase I steht eine erste Bewertung der Reaktionen des Körpers auf das neue Medikament. Diese Bewertung beinhaltet Angaben zur Sicherheit und Verträglichkeit sowie zur sogenannten Pharmakokinetik, die die Aufnahme des Arzneistoffs, seine Verteilung im Körper, den biochemischen Um- und Abbau sowie seine Ausscheidung misst.

In der Phase II wird der Wirkstoff dann an einer ausgesuchten, noch relativ kleinen Anzahl von Patienten getestet. Ziel dieser Phase ist ein erster Nachweis der medizinischen Wirksamkeit sowie die Bestimmung der sicheren und pharmakodynamisch effektiven - d.h. potenziell wirksamen - Behandlungsdosis.

In der darauf folgenden Phase III wird die Wirkung des Medikaments an einer größeren, statistisch relevanten Zahl von Patienten getestet. Diese Phase soll die entscheidenden Daten für einen Wirksamkeitsnachweis und den Antrag auf Marktzulassung liefern. Eine weitere wichtige Rolle spielen darüber hinaus die Risiko-Nutzen-Abwägung, die Medikamentensicherheit sowie eventuelle Wechselwirkungen mit anderen Arzneien.

Erst wenn alle drei Phasen erfolgreich beendet sind, kann ein Antrag auf Marktzulassung des Medikaments gestellt werden. Ein möglicher weiterer Prüfabschnitt (Phase IV), der gegebenenfalls jedoch erst nach der Zulassung eines neuen Medikaments stattfinden würde, dient z.B. der Suche nach seltenen Neben- oder Wechselwirkungen, die erst in einer großen Gruppe von Patienten erkennbar werden.

Der gesamte Forschungs- und Entwicklungsprozess - von der Identifizierung der Zielmoleküle bis zur Marktzulassung des Medikaments - erfordert in der Regel einen Zeitraum von deutlich über zehn Jahren.

Der Prozess kann ggf. durch Partnerschaften oder Transaktionen mit anderen Unternehmen beschleunigt werden. So hat 4SC seine onkologische Leitsubstanz Resminostat von einem pharmazeutischen Unternehmen erworben, als sich Resminostat bereits in Phase I der klinischen Tests befand. Zudem strebt 4SC in fortgeschrittenen Phasen des Prozesses Lizenzpartnerschaften mit anderen Unternehmen an, um die Entwicklung seiner Produktkandidaten zur Marktreife gemeinsam voranzutreiben und auf diese Weise auch das eigene Risiko sowie die eigene finanzielle Belastung zu senken.

Produktpipeline von 4SC

Die aktuelle Produktpipeline von 4SC beinhaltet insgesamt fünf Wirkstoffe in der klinischen Entwicklung (Phase I und Phase II) sowie mehrere Medikamentenprogramme in präklinischen und frühen Forschungsphasen. Alle Programme dienen der Behandlung von Autoimmun- und Krebserkrankungen - Indikationen mit hohem therapeutischen Bedarf und großem wirtschaftlichen Potenzial.

Der Fokus der klinischen Entwicklung liegt bei 4SC derzeit auf den Wirkstoffen Resminostat (Phase II), Vidofludimus (Phase II), 4SC-202 (Phase I) und 4SC-205 (Phase I). Damit setzt 4SC gezielt auf diejenigen Werttreiber, von denen sich das Unternehmen das größte Wertsteigerungspotenzial für den gesamten Konzern verspricht - beispielsweise über Entwicklungs- und Vermarktungspartnerschaften oder substanzielle Fortschritte bei der klinischen Entwicklung.

1.4 Unternehmensstrategie und Ziele

Ziel von 4SC ist es, die eigenen Forschungs- und Entwicklungsprogramme durch Einnahmen aus dem operativen Geschäft zu finanzieren und sich zu einem nachhaltig profitablen Unternehmen zu entwickeln. Im Segment "Development" werden dabei Entwicklungs- und Vermarktungskooperationen mit starken Partnern aus der Pharma- und Biotechnologieindustrie angestrebt, um die einzelnen klinischen und präklinischen Programme auf dem Weg zur Marktreife gezielt weiterzuentwickeln. Dieses Vorgehen soll die Entwicklungsarbeit stärken und gleichzeitig das Entwicklungsrisiko senken. Durch Vorab- und Meilensteinzahlungen der Kooperationspartner, Erlöse aus Lizenzgebühren und Umsatzbeteiligungen sollen nachhaltige Cashflows generiert werden, die einen substanziellen Beitrag zur Finanzierung und zum Wachstum des Unternehmens leisten.

Das Segment "Discovery & Collaborative Business" soll darüber hinaus Umsätze aus Forschungsdienstleistungen für bzw. Forschungskooperationen mit Pharma- und Biotechnologieunternehmen erzielen. Außerdem sollen die 4SC-eigenen Programme in frühen Forschungsphasen durch dieses Segment über Entwicklungs- und Vermarktungspartnerschaften sowie Lizenzgewährungen mit Pharma- und Biotechnologieunternehmen vorangetrieben und dadurch positive Cashflows generiert werden.

Die Konzentration auf zwei Indikationsgebiete mit einem hohen medizinischen Bedarf, gezielte Forschungsaktivitäten und interdisziplinäre Projektteams ermöglichen es 4SC, mit einer vergleichsweise schlanken Struktur und geringem Ressourceneinsatz mehrere Projekte gleichzeitig durchzuführen und damit die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells sicherzustellen.

Wesentliche Steuerungsgrößen des Konzerns sind Umsatzerlöse sowie betriebliche Aufwendungen, die regelmäßig überprüft werden. Dabei sind insbesondere die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung der jeweiligen Projekte ein wichtiger Indikator. Der durchschnittliche monatliche Barmittelverbrauch ist eine weitere wesentliche finanzielle Kennzahl. Das Verhältnis von Finanzmittelbestand und geplantem durchschnittlichen monatlichen Barmittelverbrauch gibt an, für welchen Zeitraum der Finanzmittelbestand voraussichtlich mindestens ausreicht.

Zusätzlich erfolgt die Steuerung des Unternehmens über weitere Leistungsindikatoren im Bereich Forschung und Entwicklung. Die klinischen Ergebnisse hinsichtlich Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit der sich in der Entwicklung befindlichen Arzneimittelkandidaten sind in patientenbezogenen Indikatoren zusammengefasst. Die Effizienz und den Erfolg dieser Prozesse misst 4SC unter anderem durch die Einhaltung von Zeit- und Kostenplänen sowie durch die Erfolge bei den klinischen Studien.

2 Überblick über den Geschäftsverlauf

2.1 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung und Entwicklungen in der Pharma- und Biotechnologiebranche

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Unter dem Einfluss der Staatsschuldenkrise in Europa hat sich die Weltwirtschaft seit der Jahresmitte 2012 zunehmend abgeschwächt. Im Zuge dieser Entwicklung, die zu entsprechend hohen Unsicherheiten in den Märkten führte, mussten die Prognosen der Konjunkturexperten im Jahresverlauf mehrfach nach unten korrigiert werden. So rechnete beispielsweise der Internationale Währungsfonds (IWF) in seinem im Oktober 2012 veröffentlichten Konjunkturausblick nur noch mit einem globalen Wachstum von 3,3%, nachdem im Vorjahr noch ein Wert von 3,8% ermittelt wurde.

Getragen wurde der Anstieg erneut von den Schwellenländern, für die der IWF ein Plus von 5,3% (2011: +6,2%) prognostizierte, wobei China mit einem Wachstum von 7,8% (2011: +9,2%) einmal mehr die Vorreiterrolle übernahm. Allerdings konnte die Expansion in den Schwellenländern aufgrund der Unsicherheiten in Europa und Konjunkturschwächen in anderen Industrienationen nicht an die hohe Dynamik der vergangenen Jahre anknüpfen. Auch die Wirtschaft in den industrialisierten Ländern entwickelte sich mit einem Plus von durchschnittlich 1,3% (2011: +1,6%) auf einem deutlich niedrigeren Niveau. Mit einer um 2,2% höheren Wirtschaftsleistung schnitten die Volkswirtschaften in den USA (2011: +1,8%) und Japan (2011: - 0,8%) dabei noch vergleichsweise gut ab.

Für die Eurozone ermittelte der IWF einen Konjunkturrückgang um 0,4% (2011: +1,4%), wobei vor allem die von der Schuldenkrise betroffenen Staaten tief in die Rezession rutschten. So wird beispielsweise für Spanien ein Minus von 1,5% (2011: +0,4%) und für Italien sogar eine Abnahme um 2,3% (2011: +0,4%) erwartet. Deutlich besser entwickelte sich die deutsche Wirtschaft, die nach den Mitte Januar veröffentlichten, vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamts (Destatis) um 0,7% (2011: 3,0%) gewachsen ist. Allerdings hat sich auch die deutsche Konjunktur im zweiten Halbjahr 2012 merklich abgekühlt. Als sehr robust erwies sich einmal mehr der Exportsektor, der - trotz eines schwierigen außenwirtschaftlichen Umfelds - ein Plus von 4,1% (2011: +7,8%) erzielte. Die Ausrüstungsinvestitionen verzeichneten dagegen einen Rückgang um 4,4% (2011: +7,0%).

Entwicklungen in der Pharma- und Biotechnologiebranche

Das Jahr 2012 war aus Sicht der Biotechnologiebranche sehr erfolgreich. Die positive Branchenentwicklung spiegelt sich bei Medikamentenzulassungen und klinischen Erfolgen ebenso wider wie in der guten Performance der Branche an den Kapitalmärkten. So erteilte die US-Gesundheitsbehörde FDA 2012 insgesamt 41 Marktzulassungen (2011: 30 Marktzulassungen) für neue Medikamente, mehr als jemals in einem Jahr zuvor. Nach guten Ergebnissen in der klinischen Spätphasenentwicklung in 2012 stehen für 2013 bereits zahlreiche weitere Zulassungsanträge und -entscheidungen an. An den Kapitalmärkten zeigten die Biotech-Indices eine überdurchschnittliche Entwicklung und übertrafen den Gesamtmarkt. Weltweit konnten Branchenunternehmen 2012 am Kapitalmarkt 6,3 Mrd. US-$ an neuen Finanzmitteln einwerben - und damit rund 50% mehr als im Jahr zuvor (2011: 4,2 Mrd. US-$).

Insbesondere bei den großen Unternehmen der Pharmabranche setzte sich 2012 der bereits im Vorjahr zu beobachtende Trend zu Kosteneinsparungen im Bereich Forschung und Entwicklung fort. So gab beispielsweise Merck Serono im April 2012 die beabsichtigte Schließung des Standorts Genf mit 1.250 Mitarbeitern bekannt und im Juni kündigte Roche an, den Standort Nutley/USA mit 1.000 F&E-Mitarbeitern zu schließen. Der Vorstand der 4SC AG ist davon überzeugt, dass die Lücken, die durch diese Maßnahmen in den Forschungs- und Entwicklungspipelines der großen Pharmafirmen entstehen werden, gute Geschäftschancen für spezialisierte und forschungsstarke Biotechnologieunternehmen wie 4SC bieten.

Darüber hinaus war festzustellen, dass die Pharmakonzerne bei der Übernahme von Biotechfirmen inzwischen bereit sind, rekordverdächtige Prämien zu zahlen, um sich einen Produktnachschub zu sichern. Denn in den kommenden drei Jahren wird eine große Anzahl von - teilweise sehr umsatzstarken - Medikamenten den Patentschutz verlieren. Schätzungen zufolge summieren sich die jährlichen Umsätze dieser Produkte auf rund 200 Mrd. US-$. Entsprechend bezahlte beispielsweise Bristol-Myers-Squibb 2,5 Mrd. US-$ für die Biotechfirma Inhibitex, was einem Kursaufschlag von 160% entspricht, und GlaxoSmithKline akquirierte Human Genome Sciences für 3,6 Mrd. US-$, wobei die Prämie bei 99% lag.

Die deutsche Biotechnologiebranche konnte - trotz schwieriger Kapitalmarktbedingungen - wieder etwas aufatmen, da sich der einschneidende Rückgang der eingeworbenen Mittel (Kapitalerhöhungen und Wagniskapital), der im Vorjahr verkraftet werden musste, nicht fortsetzte. Mit insgesamt rund 300 Mio. € konnten die Biotechnologiefirmen 2012 mehr als doppelt so viele finanzielle Mittel akquirieren als im Jahr 2011. Gemäß einer Anfang 2013 veröffentlichten Umfrage des Branchenverbands BIO Deutschland beurteilen die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage auch deutlich positiver als noch im Vorjahr. Ihre Investitionsbereitschaft stieg sogar auf den höchsten Wert seit Beginn der Befragung im Jahr 2006.

Bei den klinischen Entwicklungen im 4SC-Branchenumfeld waren im Berichtsjahr sowohl Fortschritte als auch Rückschläge festzustellen. Speziell im Segment für epigenetische Wirkstoffe, in dem 4SC mit den Wirkstoffen Resminostat und 4SC-202 aktiv ist, gab die dänische Topotarget A/S im September ein sehr positives Ergebnis bekannt: Der HDAC-Inhibitor Belinostat des Unternehmens hatte bei der Behandlung von peripheren T-Zellen-Lymphomen - einer Tumorerkrankung des lymphatischen Systems - in einer Phase-III-Studie den primären Endpunkt erreicht. Untermauert wurde die positive Stimmung für diese neue epigenetische Wirkstoffklasse durch den Erwerb des HDAC-Inhibitors Pracinostat, der von dem US-amerikanischen Biotechnologie-Unternehmen S*BIO entwickelt wurde, durch MEI Pharma.

Zahlreiche Rückschläge mussten Unternehmen in der klinischen Entwicklung von Wirkstoffen gegen Leberkrebs hinnehmen. So verfehlte unter anderem der Wirkstoff Brivanib des US-Pharmakonzerns Bristol-Myers-Squibb in einer Phase-III-Studie als Erstlinientherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem Leberkrebs den primären Endpunkt. Der Wirkstoff hatte bereits Ende 2011 in der Zweitlinienbehandlung nicht den gewünschten Erfolg gezeigt. Eine weitere Phase-III-Studie, bei der Astellas Pharma sein Präparat Tarceva in Kombination mit dem Bayer-Krebsmittel Sorafenib testete, erreichte ebenfalls nicht das gewünschte Ziel in dieser Indikation, da bei den Patienten keine Verbesserungen im Vergleich zur Standardtherapie eintraten.

2.2 Wesentliche Ereignisse in den Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Unternehmens

Kerntätigkeit von 4SC ist die Erforschung und Entwicklung neuer Medikamente in den Hauptindikationsgebieten Krebs- und Autoimmunerkrankungen. Deshalb sind die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von zentraler Bedeutung für den Unternehmenserfolg. Im Geschäftsjahr 2012 hat der Konzern seine Entwicklung in diesem Bereich sehr erfolgreich fortgesetzt; beide Konzernsegmente erreichten wichtige Meilensteine.

2.2.1 Segment Development

Das Segment Development (Unternehmensbereich Entwicklung), das die klinische und präklinische Entwicklung der Medikamentenkandidaten aus der Produktpipeline (Resminostat, Vidofludimus, 4SC-202, 4SC-205, 4SC-203 und 4SC-207) durch die Konzernmuttergesellschaft 4SC AG umfasst, brachte seine Hauptprodukte im Berichtsjahr entscheidend voran.

Onkologie

Resminostat

Resminostat (4SC-201) ist der Leitwirkstoff des Unternehmens im Bereich der Krebsmedizin. Resminostat besitzt einen innovativen, epigenetischen Wirkmechanismus, der die Substanz als neue zielgerichtete Tumortherapie insbesondere in der Kombinationsbehandlung mit anderen Krebsmedikamenten für ein breites Indikationsfeld potenziell einsetzbar macht: die sog. Sensitivierung von Tumorzellen. Dadurch sollen bestimmte Toleranz- und Resistenzmechanismen, die Tumorzellen häufig gegen andere Krebsmedikamente im Zuge der Behandlung entwickeln, unterdrückt bzw. umgekehrt werden. Durch die zusätzliche Behandlung mit Resminostat soll also die Wirksamkeit einer bereits zuvor verabreichten Krebstherapie, die keine ausreichende Wirkung mehr zeigte, wiederhergestellt oder durch gemeinsame Gabe direkt bei Therapiestart deutlich verbessert werden.

Resminostat wurde bislang in einem breiten Phase-II-Entwicklungsprogramm sowohl in der Monotherapie, als auch in Kombination mit anderen Medikamenten, klinisch erprobt. 4SC erzielte im Berichtsjahr signifikante Meilensteine mit Resminostat und brachte den Medikamentenkandidaten auf dem Weg zur Marktreife nachhaltig voran.

Behandlung von Leberkrebs: Hervorragende Phase-II-Ergebnisse, Phase-III-Zulassungsstudie in Vorbereitung

Mitte Januar 2012 veröffentlichte 4SC auf der Fachkonferenz für gastrointestinale Krebserkrankungen der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in San Francisco hervorragende Wirksamkeitsdaten aus der klinischen Phase-II-SHELTER-Studie mit Resminostat. Darin wurde der Wirkstoff als Zweitlinientherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem Leberkrebs (HCC) eingesetzt. Bei Studieneinschluss zeigten alle Patienten einen radiologisch belegten Fortschritt der Erkrankung unter der Erstlinienbehandlung mit Sorafenib, dem einzigen derzeit am Markt zugelassenen HCC-Medikament. In dieser schwer behandelbaren Patientengruppe untersuchte die Studie Wirksamkeit und Sicherheit von Resminostat - sowohl in Monotherapie als auch in Kombination mit Sorafenib. Mit beiden Therapieansätzen wurde der primäre Studienendpunkt - die Unterbindung eines Fortschreitens der Erkrankung für mindestens zwölf Wochen bei mindestens 20% der untersuchten Patienten - vorzeitig erreicht.

Weitere viel beachtete Ergebnisse der Studie präsentierte 4SC auf krebsmedizinischen Fachkongressen der ASCO in Chicago und der European Society for Medical Oncology (ESMO) in Barcelona, die beide im Juni 2012 stattfanden: Die Auswertungen wiesen darauf hin, dass Resminostat denjenigen Leberkrebspatienten, die auf die Erstlinientherapie mit Sorafenib nicht mehr ansprachen, einen deutlichen Überlebensvorteil bieten kann. Eine Kombinationstherapie der beiden Wirkstoffe bewirkte beim mittleren progressionsfreien Überleben einen im Vergleich mit anderen Therapien, die in dieser Indikation in vergleichbaren klinischen Studien und Patientenpopulationen untersucht worden sind, hervorragenden Wert.

Die weitere Auswertung der Studie, die im September 2012 auf der Fachkonferenz der International Liver Cancer Association (ILCA) in Berlin vorgestellt wurde, zeigte für die Kombinationstherapie von Resminostat mit Sorafenib überzeugende Ergebnisse auch hinsichtlich der verbesserten Lebenserwartung der Patienten und bestätigte damit die bereits zuvor erzielten sehr guten Wirksamkeitsdaten. Mit einem mittleren (medianen) Gesamtüberleben von acht Monaten zeigte sich nach Kenntnis von 4SC der höchste Wert, der bislang in Zweitlinientherapie-Studien bei vergleichbaren HCC-Patienten erzielt wurde. Zum Vergleich: Die Lebenserwartung von Leberkrebspatienten, die eine Tumorprogression unter Sorafenib-Behandlung gezeigt haben, wurde in der für Sorafenib relevanten Zulassungsstudie (SHARP-Studie) mit nur 5,2 Monaten abgeleitet.

Aufgrund dieser vielversprechenden Resultate und des hohen medizinischen Bedarfs zur Entwicklung neuer Therapien bei der Behandlung von HCC strebt 4SC eine zügige Zulassung in dieser Indikation an. In diesem Zusammenhang bereitet das Unternehmen derzeit eine Phase-III-Studie vor. Diese Studie soll - in Zusammenarbeit mit einem noch zu identifizierenden Partner - im zweiten Halbjahr 2013 gestartet werden mit dem Ziel, die Marktzulassung für Resminostat in Kombination mit Sorafenib in der Zweitlinientherapie von HCC zu erreichen. Das Design der Studie wurde im Rahmen von Beratungsgesprächen mit Behörden in Europa und den USA bereits erfolgreich abgestimmt. Der hohe medizinische Bedarf in der Zweitlinientherapie von HCC wird u.a. dadurch verdeutlicht, dass Patienten im Mittel bereits nach rund 5,5 Monaten (SHARP-Studie) eine Tumorprogression unter der Behandlung mit Sorafenib zeigen, worauf ihnen keine weitere Behandlungsoption mehr zur Verfügung steht. Darüber hinaus beabsichtigt 4SC, durch weitere klinische Studien auch eine Zulassung in der Erstlinienbehandlung von Leberkrebs in der Kombinationsbehandlung mit Sorafenib zu erreichen und damit die Marktchancen von Resminostat in dieser Indikation weiter zu erhöhen.

Behandlung von Lymphdrüsenkrebs: Biomarker-Daten veröffentlicht

Auf der Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Hämatologie (EHA), die im Juni 2012 in Amsterdam stattfand, präsentierte 4SC Biomarker-Daten aus der Phase-II-SAPHIRE-Studie für eine mögliche Verwendung bei der Risikoeinschätzung von Hodgkin-Lymphom (HL)-Patienten im Sinne der personalisierten Medizin. Durch die Analyse dieser Biomarker können neue Genmuster ermittelt werden, die zur Identifizierung von HL-Patienten dienen sollen, die möglicherweise in besonderem Maße von einer Therapie mit Resminostat profitieren.

Behandlung von Darmkrebs: Zwischenziel der Phase-I/II-Studie erreicht

Mitte Dezember 2012 konnten sehr positive Zwischenergebnisse aus der klinischen Phase-I/II-SHORE-Studie mit Resminostat in Kombinationsbehandlung mit der FOLFIRI-Chemotherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem Darmkrebs bekannt gegeben werden. Ziel des Phase-I-Studienteils war es, die Sicherheit, Verträglichkeit und Pharmakokinetik dieser Kombinationstherapie nachzuweisen. Dieses Ziel wurde erreicht und damit die Grundlage für die Eröffnung der sich anschließenden zweiten Studienphase geschaffen, die die klinische Wirksamkeit der Resminostat-FOLFIRI-Kombination bei Darmkrebspatienten im fortgeschrittenen Stadium untersuchen wird. Darüber hinaus wurden in dem Phase-I-Teil der Studie bereits erste Hinweise auf den klinischen Nutzen dieses neuen Therapieansatzes gefunden: Die Kombinationsbehandlung konnte bei einigen Patienten über einen vergleichsweise langen Zeitraum hinweg - maximal bis zu 33 Wochen - die Tumorerkrankung stabilisieren.

Die SHORE-Studie untersucht Resminostat an Patienten mit sog. K-RAS-mutiertem Darmkrebs. Diese Patientengruppe, die rund 40% aller Darmkrebspatienten umfasst, hat einen erhöhten Bedarf an zusätzlichen Therapieoptionen. Denn sie sprechen aufgrund dieser Mutation nicht auf eine sog. anti-EGFR-Therapie an, die bei Darmkrebspatienten ansonsten in der Zweitlinie gemeinsam mit einer Chemotherapie verabreicht werden kann. Es ist das Ziel von 4SC zu untersuchen, ob für diese Patientengruppe Resminostat in Kombination mit einer Chemotherapie wie FOLFIRI einen zusätzlichen klinischen Nutzen erbringen kann und somit als neue Behandlungsoption für diese Patienten etabliert werden könnte.

Start der klinischen Entwicklung in Japan

Yakult Honsha Co. Ltd., der japanische Entwicklungspartner von 4SC, startete im Mai 2012 eine Phase-I-Studie mit Resminostat, die die Sicherheit und Verträglichkeit des Wirkstoffs bei japanischen Krebspatienten untersucht. Für die Entwicklungsstrategie von 4SC ist dieser klinische Entwicklungsstart mit Resminostat in Japan von großer strategischer Bedeutung, da Leberkrebs dort besonders häufig auftritt, wodurch ein besonders hoher medizinischer Bedarf an neuen Therapieoptionen besteht.

Patentschutz in asiatischen Wachstumsmärkten gestärkt

Nachdem Ende 2011 bereits das Substanzschutzpatent für Resminostat in Japan erteilt worden war, wurde dieses Schlüsselpatent im März 2012 auch in Taiwan erteilt und seine Erteilung in drei weiteren Ländern (Südkorea, Indien und den Philippinen) in Aussicht gestellt. In Südkorea und den Philippinen wurde das Patent mittlerweile ebenfalls erteilt. Zudem erhielt 4SC für Resminostat im Oktober 2012 das Stoffpatent in China. Wegen der hohen Zahl von Leberkrebserkrankungen in Asien ist die Erteilung dieser Patente für Resminostat für die weitere Entwicklung des Wirkstoffs in diesen Märkten strategisch bedeutend.

4SC-202

Fortführung der Phase-I-Studie

Die Phase-I-Dosisfindungsstudie ("TOPAS"-Studie) mit 4SC-202 bei Patienten mit fortgeschrittenen hämatologischen Tumoren, die ursprünglich im Berichtsjahr abgeschlossen werden sollte, wird im Jahr 2013 fortgeführt. Die sehr gute Verträglichkeit des Wirkstoffs ermöglicht es, weitere Dosierungsalternativen zu prüfen und dadurch das bestmögliche Behandlungsschema zu ermitteln. 4SC-202 ist neben Resminostat der zweite vielversprechende epigenetische Wirkstoff von 4SC. Die Substanz hemmt den für Tumorentstehung und -wachstum wichtigen WNT-Signalübertragungsweg in Krebszellen und richtet sich gegen Krebsstammzellen. Aufgrund dieses eigenständigen Wirkmechanismus stellt 4SC-202 eine ideale Ergänzung der klinischen Entwicklungspipeline der 4SC dar.

Patentschutz in Japan und anderen asiatischen Märkten

Mitte November 2012 konnte der Patentschutz für 4SC-202 in den attraktiven asiatischen Wachstumsmärkten erweitert werden. Von den japanischen und südkoreanischen Patentbehörden erhielt 4SC den Erteilungsbeschluss, womit die Erteilung der Stoffpatente für den Wirkstoff unmittelbar bevorsteht. In Indien wurde das Patent für 4SC-202 bereits erteilt.

4SC-205

Phase-I-Studie bringt positive Resultate

Anfang Dezember 2012 gab 4SC überaus positive Ergebnisse einer klinischen Phase-I-Studie ("AEGIS-Studie") bei Tumorpatienten bekannt. Im Rahmen dieser Studie wurde der Krebswirkstoff 4SC-205 erstmals bei 46 Patienten mit Tumoren im fortgeschrittenen Stadium eingesetzt. Untersucht wurden Sicherheit, Verträglichkeit, Pharmakokinetik und die pharmakodynamische Wirkung von 4SC-205, wobei alle primären Studienziele erreicht wurden. Aus diesem Grund hat 4SC beschlossen, die Studie zu erweitern, um ein zusätzliches, innovatives Dosierungsschema zu erproben. 4SC-205 besitzt einen interessanten therapeutischen Wirkmechanismus: Er hemmt spezifisch das Eg5-Protein, welches eine wichtige Rolle bei Zellteilung und Tumorwachstum spielt. 4SC-205 ist der weltweit einzige orale Wirkstoff seiner Art, der sich in der klinischen Entwicklung befindet.

4SC-203 und 4SC-207

Die beiden Krebswirkstoffe 4SC-203 und 4SC-207 runden die Entwicklungspipeline von 4SC ab. 4SC-203 hat 2011 eine klinische Phase-I-Studie an gesunden Probanden abgeschlossen, 4SC-207 befindet sich im Stadium der präklinischen Entwicklung. Da sich 4SC aber - wie bereits Ende 2011 angekündigt - im Berichtsjahr auf die Weiterentwicklung seiner aktuellen Hauptwerttreiber konzentriert hat, erfolgten im Berichtsjahr mit den Wirkstoffen 4SC-203 und 4SC-207 keine Entwicklungsaktivitäten.

Autoimmunerkrankungen

Vidofludimus

Vidofludimus ist der Leitwirkstoff von 4SC im Bereich Autoimmunerkrankungen. Aufgrund seiner innovativen entzündungshemmenden Wirkweise und seiner guten klinischen Verträglichkeit besitzt er ein breites Potenzial in diesem Einsatzgebiet. In der klinischen Entwicklung von Vidofludimus konzentriert sich 4SC zunächst auf chronisch-entzündliche Darmerkrankungen.

Neue präklinische Studienergebnisse

Im Februar 2012 präsentierte 4SC auf der ECCO-IBD-Konferenz der European Crohn's and Colitis Organisation in Barcelona neue präklinische Daten zum Wirkprinzip von Vidofludimus in chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (IBD = Inflammatory Bowel Disease), einer Indikation mit weltweit steigendem Marktpotenzial. Die Ergebnisse bestätigten das einzigartige entzündungshemmende Wirkprinzip von Vidofludimus.

Mitte Juni 2012 veröffentlichte das Unternehmen überzeugende präklinische Daten mit Vidofludimus in einem Nierentransplantationsmodell, die das Profil des Wirkstoffs weiter geschärft haben. Die Daten zeigten, dass Vidofludimus die Überlebensrate von Versuchstieren nach einer Nierentransplantation deutlich verlängert und darüber hinaus die Anzeichen einer akuten Transplantatabstoßung verbessert.

Veröffentlichung klinischer Phase-IIa-Daten im Journal of Crohn's and Colitis

Das renommierte Wissenschafts-Fachmagazin Journal of Crohn's and Colitis veröffentlichte im November 2012 die Ergebnisse der im Jahr 2011 abgeschlossenen klinischen Phase-IIa-ENTRANCE-Studie. Darin war Vidofludimus an steroid-abhängigen Patienten mit Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa erprobt worden. Der Wirkstoff zeigte dabei eine sehr gute Wirksamkeit und Verträglichkeit: Bei 88,5% der Patienten konnte die Abhängigkeit von Kortison-haltigen Medikamenten sehr häufig ganz oder zumindest deutlich reduziert werden.

Vorbereitung einer Phase-IIb-Studie

Im Zuge der weiteren klinischen Entwicklung von Vidofludimus wurde im Berichtszeitraum eine Phase-IIb-Studie mit Morbus-Crohn-Patienten vorbereitet. Diese Studie, die in Zusammenarbeit mit einem noch zu identifizierenden Partner durchgeführt werden soll, besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil sollen unterschiedliche Dosierungen eine Verbesserung des Erkrankungszustands bewirken und ein Fortschreiten der Erkrankung stoppen. Im zweiten Teil ist geplant, die erreichte Stabilisierung zu erhalten und die optimalen Dosierungen hierfür auszutesten.

2.2.2 Segment Discovery & Collaborative Business

Auch das Segment Discovery & Collaborative Business (Unternehmensbereich Forschung), das die Aktivitäten der Wirkstoffentdeckung und Frühphasenforschung sowie deren Kommerzialisierung durch die 4SC Discovery GmbH beinhaltet, entwickelte sich nach seinem operativen Start am 1. Januar 2012 sehr erfolgreich.

Meilensteinzahlung von Sanwa Kagaku Kenkyusho Co., Ltd. (SKK), Japan

Im Rahmen einer bereits abgeschlossenen Forschungskooperation mit dem japanischen Pharmaunternehmen SKK erhielt der Konzern im März 2012 eine Meilensteinzahlung, die der 4SC Discovery GmbH zugeflossen ist. Diese Zahlung basiert auf der Tatsache, dass ein Wirkstoffkandidat, der von 4SC identifiziert wurde, einen vereinbarten Entwicklungsmeilenstein bei SKK erreicht hatte.

Marketing- und Vertriebspartnerschaft mit CRELUX GmbH

Im April 2012 startete die 4SC Discovery GmbH eine strategische Marketing- und Vertriebspartnerschaft mit dem Biotechnologieunternehmen CRELUX GmbH, Planegg-Martinsried, das auf die Proteinherstellung und -kristallisation spezialisiert ist. Beide Partner haben ihre Kernkompetenzen in der gemeinsamen Forschungsplattform i2c (idea to candidate) gebündelt. Im Rahmen der i2c-Plattform werden Dienstleistungen für Pharma- und Biotechnologieunternehmen angeboten, die die gesamte Wertschöpfungskette der pharmazeutischen Frühphasenforschung - von der Projektidee bis zum präklinischen Entwicklungskandidaten - abdecken.

Neue Forschungspartnerschaften

Anfang April 2012 vereinbarte die 4SC Discovery GmbH eine neue Forschungskooperation mit dem Konsumgüterkonzern Henkel AG & Co. KGaA, Düsseldorf. Das Ziel der Zusammenarbeit ist die Identifizierung neuer Waschmittelinhaltsstoffe mit Hilfe des Wirkstoff-Screenings von 4SC. Zu diesem Zweck setzt die 4SC Discovery GmbH ihr computergestütztes Screening-Verfahren, das bereits seit Jahren erfolgreich zur Identifizierung neuer Arzneimittel im Pharmabereich genutzt wird, erstmals in diesem Bereich ein.

Im Zuge der Marketing- und Vertriebspartnerschaft mit der CRELUX GmbH konnte im Juli 2012 der Start einer Forschungskooperation auf dem Gebiet des Wirkstoff-Screenings mit der Ribological GmbH, Mainz, gemeldet werden mit dem Ziel, neue und wirkungsvollere Wirkstoffe für die Krebsmedizin zu finden und zu optimieren.

Im Dezember 2012 unterzeichnete die 4SC Discovery GmbH eine Vereinbarung über eine umfassende Forschungszusammenarbeit im Bereich der Krebsmedizin mit der BioNTech AG, Mainz. In der auf drei Jahre angelegten Dienstleistungspartnerschaft, die zu Jahresbeginn 2013 gestartet wurde, wird die 4SC Discovery GmbH für das Mainzer Biopharmaunternehmen neue niedermolekulare Krebswirkstoffe für definierte therapeutische Zielmoleküle identifizieren und weiter optimieren. Die BioNTech AG wird diese dann in die weitere Entwicklung bringen. Die 4SC Discovery GmbH erhält dabei ein aufwandsabhängiges Dienstleistungsentgelt und erfolgsabhängige Zahlungen bei der Erreichung bestimmter Meilensteine sowie Beteiligungen am späteren Nettoumsatz der Produkte.

Symposium " Wirkstoff-Forschung im Zeitalter der Epigenetik" veranstaltet

Im September 2012 veranstaltete die 4SC Discovery GmbH ein medizinischwissenschaftliches Symposium zum Thema "Wirkstoff-Forschung im Zeitalter der Epigenetik" in Planegg-Martinsried bei München. Auf der Konferenz diskutierten renommierte Wissenschaftler aus Forschungseinrichtungen und Unternehmen neue Entwicklungen und Erkenntnisse zur Frage, welche Rolle die Epigenetik in der Entstehung von Krebserkrankungen spielt und welche Strategien zur Bekämpfung der Erkrankung daraus abzuleiten sind.

Forschungsförderung zur Entwicklung personalisierter Krebsmedikamente

Im Oktober 2012 erhielt die 4SC Discovery GmbH vom Münchner Biotech-Spitzencluster m4 eine Forschungsförderung in Höhe von 600 T € zur Entwicklung personalisierter Krebsmedikamente. Mit den bereitgestellten Mitteln soll eine Forschungskooperation mit der Abteilung für Klinische Pharmakologie des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Universität München zur präklinischen Entwicklung von neuen Wirkstoffen für die Krebsimmuntherapie unterstützt werden.

Exklusive Lizenzgewährung für die BioNTech AG

Mitte Dezember 2012 konnte die 4SC Discovery GmbH eine exklusive und weltweite Lizenzvereinbarung mit dem Mainzer Biopharmaunternehmen BioNTech AG in der Krebsimmuntherapie abschließen. Im Rahmen der Vereinbarung erhält die BioNTech AG eine exklusive Lizenz für die weltweite Kommerzialisierung der Toll-Like-Rezeptor (TLR)-Agonisten der 4SC-Tochtergesellschaft. Die 4SC Discovery GmbH erhält dabei von der BioNTech AG eine Vorabzahlung in Höhe von 2,5 Mio. € und hat unter anderem Anspruch auf Zahlungen bei der Erreichung bestimmter Absatzmeilensteine, Beteiligungen am Nettoumsatz des Produkts (Royalties) und einen Anteil an den Erlösen der BioNTech AG aus möglichen Weiterlizenzierungen.

2.3 Wesentliche Ereignisse auf Konzernebene

Auf der Konzernebene erfolgten im Berichtsjahr wichtige Weichenstellungen, sowohl auf strategisch-finanzieller Ebene als auch im administrativen Bereich.

Veränderungen im Aufsichtsrat

Auf der ordentlichen Hauptversammlung am 6. August 2012 wurden zwei erfahrene Pharmamanager in einer Nachwahl neu in den Aufsichtsrat der 4SC AG gewählt: Dr. Irina Antonijevic, Direktorin für klinische Forschung bei Genzyme (Sanofi-Konzern) in den USA, und Klaus Kühn, ehemaliger Finanzvorstand der Bayer AG. Sie ersetzen Dr. Jörg Neermann, der sein Mandat als Mitglied und Vorsitzender des Aufsichtsrats mit Wirkung zum 31. Mai 2012 aus persönlichen Gründen niedergelegt hatte, und Günter Frankenne, der zum Ablauf der Hauptversammlung am 6. August 2012 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden ist.

In seiner Sitzung im Anschluss an die ordentliche Hauptversammlung wählte der Aufsichtsrat Klaus Kühn zu seinem neuen stellvertretenden Vorsitzenden. Bereits am 13. Juni 2012 hatten die Aufsichtsratsmitglieder Dr. Thomas Werner zu ihrem neuen Vorsitzenden und Dr. Manfred Rüdiger zu seinem - vorübergehenden - Stellvertreter gewählt.

Kapitalerhöhung abgeschlossen

In einem schwierigen Kapitalmarktumfeld hat der Konzern im Juli 2012 eine Kapitalerhöhung erfolgreich abgeschlossen und damit seine Finanz- und Eigenkapitalbasis gestärkt. Sowohl bei bestehenden Aktionären als auch bei neuen institutionellen Investoren platzierte das Unternehmen 8.403.510 neue Inhaberaktien zu einem Preis von 1,50 €. Durch diese Transaktion erzielte 4SC einen Bruttoemissionserlös von 12,6 Mio. €. Das Grundkapital der Gesellschaft erhöhte sich damit von 41.968.304 € auf 50.371.814 €.

3 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Der 4SC-Konzern, bestehend aus der 4SC AG und ihrer 100%igen Tochtergesellschaft 4SC Discovery GmbH, berichtet für das Geschäftsjahr 2012 konsolidierte Zahlen. Die Vergleichszahlen des Geschäftsjahres 2011 beziehen sich auf den Einzelabschluss der 4SC AG. Die Zahlen von 2012 und 2011 sind jedoch miteinander vergleichbar, da zum 1. Januar 2012 lediglich eine Ausgliederung der Forschungsaktivitäten in die 4SC Discovery GmbH erfolgte, welche im Jahr 2011 noch zur 4SC AG gehörten.

Der 4SC-Konzern berichtet seit Beginn 2012 in den beiden Geschäftssegmenten "Development" und "Discovery & Collaborative Business". Das Segment "Development" umfasst dabei die Entwicklungsprogramme Vidofludimus, Resminostat, 4SC-202, 4SC-203, 4SC-205 und 4SC-207. Das Segment "Discovery & Collaborative Business" beinhaltet die Aktivitäten der Wirkstoffentdeckung und Frühphasenforschung sowie deren Kommerzialisierung, insbesondere in Form des Servicegeschäfts und Forschungskooperationen im Bereich Wirkstoffentdeckung und -optimierung.

3.1 Ertragslage

Umsatzerlöse

Die Konzernumsatzerlöse im abgelaufenen Geschäftsjahr stiegen auf 4.353 T € und konnten damit gegenüber dem Vorjahr (2011: 780 T €) mehr als verfünffacht werden. Im Segment "Development" setzten sich die Umsätze aus der ratierlichen Auflösung des Umsatzabgrenzungspostens für die im Jahr 2011 für Resminostat geschlossene Partnerschaft mit Yakult Honsha Co. Ltd., Japan, in Höhe von 894 T € (2011: 637 T €) zusammen sowie aus Weiterbelastungen an Kooperationspartner von 4SC in Höhe von 502 T € (2011: 98 T €).

Das Segment "Discovery & Collaborative Business" steuerte 2012 bereits in seinem ersten operativen Geschäftsjahr 68%, d.h. 2.957 T €, zum Konzernumsatz bei. Aus der im vierten Quartal 2012 mit der Mainzer BioNTech AG abgeschlossenen Lizenzvereinbarung konnte eine Vorauszahlung in Höhe von 2.500 T € als Umsatz realisiert werden. Weitere 456 T € der Segmentumsätze 2012 stammten aus Forschungskooperationen unter anderem mit Sanwa Kagaku Kenkyusho Co., Ltd. (SKK), Japan, Henkel AG & Co. KGaA, Ribological GmbH und ViroLogik GmbH.

Betriebliche Aufwendungen

Die betrieblichen Aufwendungen setzten sich aus Umsatz-, Vertriebs-, Forschungs- und Entwicklungskosten sowie Verwaltungskosten zusammen. Sie lagen im Jahr 2012 bei 17.749 T € - dies entspricht einem Rückgang von 9% gegenüber dem Vorjahr (2011: 19.584 T €). Dabei sind 13.539 T € dem Segment "Development" sowie 4.210 T € dem Segment "Discovery & Collaborative Business" zuzurechnen.

Die Forschungs- und Entwicklungskosten konnten 2012 um 14% auf 12.909 T € im Vergleich zum Vorjahr (2011: 15.012 T €) reduziert werden; sie stellen mit 73% (2011: 77%) nach wie vor den wesentlichen Anteil an den betrieblichen Aufwendungen dar. Ausschlaggebend für den Rückgang der Forschungs- und Entwicklungskosten ist die im Vergleich zum Vorjahr geringere Zahl laufender klinischer Studien. Gegenläufig haben sich jedoch die gestiegenen Vorbereitungsaufwendungen für die geplanten Phase-II- und Phase-III-Studien mit den am weitesten fortgeschrittenen Entwicklungskandidaten von 4SC ausgewirkt.

Die Verwaltungskosten beliefen sich im Berichtsjahr auf 3.916 T € und konnten damit im Vergleich zum Vorjahr (2011: 3.962 T €) leicht um 1% gesenkt werden.

Die Vertriebskosten, die sich aus Aufwendungen für Business Development und Strategic Planning & Marketing zusammensetzten, nahmen 2012 aufgrund von erweiterten Beratungsaktivitäten im Zusammenhang mit Auslizensierungsvorhaben auf 597 T € (2011: 487 T €) zu.

Ebenfalls eine Kostensteigerung - um 166% auf 327 T € (2011: 123 T €) - verzeichneten die Umsatzkosten. Hauptursache für den Zuwachs ist die Wiederaufnahme des im Segment "Discovery & Collaborative Business" gebündelten Kooperationsgeschäfts. Ebenfalls in den Umsatzkosten sind die im Zusammenhang mit der Ertragsabgrenzung der Vorabzahlung von Yakult Honsha anfallenden, ratierlich aufzulösenden Vermittlungsprovisionen enthalten.

Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit

Bedingt durch die Zunahme der Umsatzerlöse bei in Summe gesunkenen Kosten verbesserte sich 2012 das operative Konzernergebnis von 4SC um 29% auf - 13.366 T € (2011: - 18.793 T €). Das Segment "Development" wies dabei einen operativen Verlust von 10.933 T € aus, dem Segment "Discovery & Collaborative Business" wurde im ersten operativen Jahr der 4SC Discovery GmbH ein operativer Verlust in Höhe von 2.433 T € zugewiesen.

Finanzergebnis

Das Finanzergebnis sank um 49% auf 159 T € (2011: 309 T €). Wesentlichste Faktoren hierfür waren das weiterhin rückläufige Zinsniveau am Kapitalmarkt sowie die geringeren zur Verfügung stehenden Finanzmittel, die im Vorjahresvergleich zu niedrigeren Finanzerträgen in Höhe von 137 T € (2011: 310 T €) geführt haben. Der Ergebnisanteil von assoziierten Unternehmen blieb mit 33 T € gegenüber dem Vorjahr (2011: 31 T €) nahezu unverändert. Kursdifferenzen konnten im Vorjahresvergleich um 66% gemindert werden und belasteten das Finanzergebnis folglich nur mehr mit 11 T € (2011: 32 T €).

Steuern

Dem 4SC-Konzern entstand im Berichtszeitraum ein Aufwand aus laufenden Ertragsteuern in Form einer nicht anzurechnenden, sondern lediglich abzugsfähigen japanischen Quellensteuer in Höhe von 10 T € (2011: 587 T €).

Konzernergebnis

Der Konzernjahresfehlbetrag verringerte sich 2012 aufgrund der beschriebenen Entwicklungen - insbesondere in Form deutlich gestiegener Umsatzerlöse sowie reduzierter betrieblicher Aufwendungen - um 31% auf 13.217 T € (2011: 19.071 T €).

Ergebnis je Aktie

Die durchschnittliche Aktienzahl im Berichtsjahr erhöhte sich auf 46.170.059 Aktien (2011: 41.455.379 Aktien) aufgrund der Mitte 2012 erfolgreich durchgeführten Kapitalerhöhung. Bei einem gleichzeitig verbesserten Konzernergebnis reduzierte sich der Verlust je Aktie auf 0,29 € (2011: Verlust von 0,46 €).

3.2 Vermögenslage

Langfristige Vermögenswerte

Die langfristigen Vermögenswerte reduzierten sich im Wesentlichen aufgrund von ratierlichen Abschreibungen der immateriellen und materiellen Vermögenswerte auf 13.326 T € zum 31. Dezember 2012 (31. Dezember 2011: 15.086 T €). Mit 12.223 T € waren dabei die immateriellen Vermögenswerte weiterhin der bedeutendste Bilanzposten innerhalb der langfristigen Vermögenswerte (31. Dezember 2011: 13.574 T €), gefolgt von den Sachanlagen mit 787 T € (31. Dezember 2011: 1.065 T €). Die Reduktion der Finanzanlagen von 264 T € zum 31. Dezember 2011 auf 154 T € zum Bilanzstichtag resultierte im Wesentlichen aus dem vollständigen Verkauf der Beteiligung an der Nexigen GmbH.

Kurzfristige Vermögenswerte

Der erwartungsgemäße Rückgang der kurzfristigen Vermögenswerte auf 15.741 T € zum 31. Dezember 2012 (31. Dezember 2011: 16.752 T €) war im Wesentlichen bedingt durch die Minderung des Finanzmittelbestandes (bestehend aus den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie den Sonstigen finanziellen Vermögenswerten) auf 12.064 T € (31. Dezember 2011: 15.820 T €). Dies begründete sich aus dem Mittelabfluss infolge des operativen Verlusts von 4SC bei einer gleichzeitig erfolgreich durchgeführten Kapitalerhöhung der 4SC AG, die im Juli 2012 abgeschlossen wurde. Die deutliche Zunahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf 3.084 T € (31. Dezember 2011: 115 T €) resultierte überwiegend aus der abgeschlossenen Lizenzvereinbarung mit der Mainzer BioNTech AG, deren Zahlung zum Bilanzstichtag noch nicht fällig war.

Eigenkapital

Der Rückgang des Eigenkapitals auf 21.813 T € zum 31. Dezember 2012 (31. Dezember 2011: 23.533 T €) wurde durch gegenläufige Faktoren beeinflusst. Positiv wirkte sich im Wesentlichen die durchgeführte Kapitalerhöhung aus. Das Grundkapital erhöhte sich von 41.968 T € um 8.404 T € auf 50.372 T €. Gleichermaßen konnte das Agio um 2.963 T € verbessert werden, von 75.451 T € auf 78.414 T €. Entsprechend stieg die Anzahl der Aktien um 8.403.510, von 41.968.304 auf 50.371.814 Stück. Einen gegenläufigen Effekt verursachte das mit 13.217 T € (31. Dezember 2011: 19.071 T €) negative Konzernergebnis, auf Grund dessen sich der Bilanzverlust auf 108.735 T € erhöhte (31. Dezember 2011: 95.518 T €).

Die Eigenkapitalquote nahm um 1,1 Prozentpunkte auf 75,0% zu (31. Dezember 2011: 73,9%).

Lang- und kurzfristige Schulden

Die langfristigen Schulden, die wie im Jahr 2011 mehrheitlich aus der Umsatzabgrenzung im Zusammenhang mit der Partnerschaft mit Yakult Honsha bestehen, verringerten sich um 21% auf 3.755 T € zum Jahresende 2012 (31. Dezember 2011: 4.782 T €). Die kurzfristigen Schulden hingegen reduzierten sich leicht um 1% auf 3.499 T € am Ende des Berichtszeitraums (31. Dezember 2011: 3.523 T €). Sie bestehen im Wesentlichen aus den Sonstigen Schulden und Umsatzabgrenzungsposten in Höhe von insgesamt 2.905 T € (31. Dezember 2011: 2.744 T €) und umfassen mehrheitlich nicht abgerechnete externe Dienstleistungen sowie den kurzfristigen Anteil an der Umsatzabgrenzung in Höhe von 894 T €, die ebenfalls im Zusammenhang mit der Partnerschaft mit Yakult Honsha steht. Die Schulden aus Lieferungen und Leistungen verzeichneten einen Rückgang auf 584 T € (31. Dezember 2011: 705 T €).

Bilanzsumme

Die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2012 betrug 29.067 T € und war somit aufgrund der beschriebenen Sachverhalte um 9% niedriger als zum 31. Dezember 2011 mit 31.838 T €.

3.3 Finanzlage

Cashflows aus der betrieblichen Tätigkeit

Der Mittelabfluss aus der betrieblichen Tätigkeit lag im Berichtszeitraum 2012 bei 15.174 T €. Die Veränderung im Vergleich zu dem mit 13.207 T € negativen Vorsteuerergebnis resultiert einerseits aus Anpassungen für nicht zahlungswirksame Posten der Gesamtergebnisrechnung vor allem aufgrund von linearen Abschreibungen, einer Abwertung eines erworbenen Patents im Rahmen des Vermögensübertrags auf die 4SC Discovery GmbH und aufgrund von Aktienoptionen. Dem entgegen wirken cashflow-negative Veränderungen von Bilanzposten, insbesondere der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die Reduktion des Umsatzabgrenzungspostens. Im Vergleichszeitraum 2011 betrugen die Cashflows aus der betrieblichen Tätigkeit - 12.229 T €, bei einem negativen Ergebnis vor Steuern von 18.484 T €, wobei sich hier der in 2011 gebildete Umsatzabgrenzungsposten im Zusammenhang mit der Vorabzahlung von Yakult Honsha stark positiv ausgewirkt hat.

Cashflows aus der Investitionstätigkeit

Die Mittelzuflüsse aus der Investitionstätigkeit betrugen im Jahr 2012 in Summe 3.063 T € (2011: 3.013 T €). Dabei wurden 51 T € (2011: 465 T €) in immaterielle Vermögenswerte und 50 T € (2011: 168 T €) in Sachanlagen investiert bei gleichzeitigen Mittelzuflüssen über 152 T € (2011: 0 T €) aus dem Verkauf von Finanz- und Sachanlagen. Aus dem Erwerb von Finanzinstrumenten in Höhe von 5.988 T € (2011: 17.500 T €) bei gleichzeitigem Mittelzufluss aus dem Verkauf von Finanzinstrumenten über 9.000 T € (2011: 21.146 T €) resultierten saldiert weitere Mittelzuflüsse über 3.012 T € (2011: 3.646 T €).

Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit im Berichtszeitraum 2012 in Höhe von netto 11.367 T € resultierte aus der am 3. Juli 2012 erfolgreich abgeschlossenen Kapitalerhöhung. Im Vorjahr wurde im Februar eine Kapitalerhöhung über 11.034 T € sowie im Mai die Ausgabe von Mitarbeiteraktien über 46 T € durchgeführt.

Finanzmittelbestand

Der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten zum Ende des Berichtszeitraums belief sich auf 6.076 T € (31. Dezember 2011: 6.820 T €). Weitere Finanzmittel in Höhe von 5.988 T € (31. Dezember 2011: 9.000 T €) waren Ende 2012 in kurzfristigen festverzinslichen Wertpapieren angelegt. Zum 31. Dezember 2012 verfügte die Gesellschaft somit über liquide Mittel und Wertpapiere in Höhe von insgesamt 12.064 T € (31. Dezember 2011: 15.820 T €).

3.4 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Insbesondere aufgrund der Tatsache, dass sich 4SC im Berichtszeitraum auf die Werttreiber in den klinischen Studien fokussierte, gingen die Aufwendungen 2012 im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurück. Die Umsatzerlöse dagegen wurden deutlich gesteigert. Dies steht im direkten Zusammenhang mit der Wiederaufnahme des Kooperationsgeschäfts sowie dem Start von Lizenzpartnerschaften im Bereich der Frühphasenforschung des Konzerns durch das neu gebildete Segment "Discovery & Collaborative Business". Entsprechend konnte der Jahresfehlbetrag 2012 im Vorjahresvergleich um 31% reduziert werden. Obwohl Bilanzsumme, Eigenkapitalausstattung und Finanzmittelbestand zum 31. Dezember 2012 unter den Vergleichswerten zum Vorjahresstichtag lagen, war innerhalb des Geschäftsjahres 2012 die Liquiditätsausstattung jederzeit hinreichend sichergestellt. Die Finanzierung der Programme war zu keiner Zeit gefährdet. Hierfür sorgten insbesondere die Mittelzuflüsse aus der im Juli 2012 abgeschlossenen Kapitalerhöhung.

Wie in 2012 verlief die wirtschaftliche Entwicklung des Konzerns bis zur Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts auch im Geschäftsjahr 2013 planmäßig.

4 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Zum Ende des Berichtsjahres lag die Anzahl der Beschäftigten (inkl. Vorstand der 4SC AG und Geschäftsführung der 4SC Discovery GmbH) im 4SC-Konzern bei 86 (31. Dezember 2011: 96); 56% der Beschäftigten waren weiblich. Im Segment "Development" waren zum Jahresende 60 Personen beschäftigt, im Segment "Discovery & Collaborative Business" 26 Personen. Die Zahl der durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer lag im Jahr 2012 bei 90 - ein Minus von sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Vergleich zum Vorjahr (96).

Insgesamt achtet das Unternehmen auf eine ausgewogene Personalpolitik und besetzt die jeweiligen Positionen mit den qualifiziertesten Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeitern. Zudem bietet 4SC flexible Arbeitszeitmodelle an, die es vor allem Angestellten mit Kindern ermöglichen sollen, eine Balance zwischen ihrer beruflichen Tätigkeit und ihrer Familie zu finden. Zum 31. Dezember 2012 arbeiteten 22% (31. Dezember 2011: 19%) der Belegschaft in Teilzeit. Umgerechnet auf die insgesamt 86 beschäftigten Arbeitnehmer (inkl. Vorstand und Geschäftsführung) ergab sich durch die Teilzeitbeschäftigten und die Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter in Elternzeit zum Jahresende 2012 eine Anzahl von 74 Vollzeitangestellten (Full Time Equivalents; FTEs), nach 80 FTEs zum 31. Dezember 2011. Zum Jahresende 2012 waren 69% (31. Dezember 2011: 73%) der FTEs im Bereich Forschung und Entwicklung beschäftigt sowie 31% (31. Dezember 2011: 27%) in den Bereichen Vertrieb, Administration und Verwaltung.

4SC ist seit 2008 als Ausbildungsbetrieb tätig und bildet aktuell einen Chemielaboranten aus. Das Unternehmen unterstützt die Entwicklung seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch in- und externe Weiterbildungsmöglichkeiten. Als Anreiz für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bietet 4SC ein Gehaltsmodell, das auf den Faktoren Qualifikation, Berufserfahrung, ausgeübte Funktion und Leistung basiert. Die jeweiligen Grundgehälter werden regelmäßig von dem jeweiligen Vorgesetzten, dem Vertreter des Bereichs Human Resources sowie dem Vorstand überprüft, um budget- und leistungskonforme Gehaltsentwicklungen zu realisieren.

Die Personalkosten des Unternehmens sind 2012 im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 8% auf 6.118 T € gesunken (2011: 6.640 T €). Dies ist zum einen darauf zurückzuführen, dass es im Jahr 2012 nur vereinzelte geringe Gehaltssteigerungen gab, zum anderen begründet sich diese Entwicklung mit dem Rückgang der Belegschaft im Jahresverlauf insgesamt. In zahlreichen Fällen wurden im Zuge von gezielten Kosteneinsparmaßnahmen Stellen nach dem Ausscheiden von Beschäftigten nicht oder über interne Neupositionierungen besetzt. Innerhalb des Personalaufwands resultieren 130 T € (2011: 313 T €) aus nicht zahlungswirksamen Aufwendungen für Aktienoptionsprogramme.

5 Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren

5.1 Gewerbliche Schutzrechte

Für ein forschendes Biotechnologie-Unternehmen wie 4SC ist ein breites Portfolio an Schutzrechten von entscheidender Bedeutung. Es stärkt die Wettbewerbsposition der eigenen Entwicklungsprogramme auf dem Weg zur Marktreife und untermauert damit den möglichen zukünftigen Markterfolg. 4SC besitzt ein leistungsfähiges Patentmanagement. Dieses hat das bestehende Patentportfolio im Berichtsjahr gezielt weiter gestärkt. Weltweit verfügte der Konzern zum Jahresende 2012 über ein umfangreiches Portfolio an gewerblichen Schutzrechten. Dieses umfasste 224 erteilte Patente und 143 anhängige Patentanmeldungen in insgesamt 21 Patentfamilien im Segment "Development", sowie 40 erteilte Patente und 92 anhängige Patentanmeldungen in insgesamt 13 Patentfamilien im Segment "Discovery & Collaborative Business". Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Gesamtzahl der erteilten Patente somit um 30% erhöht (2011: 202 erteilte Patente und 398 anhängige Patentanmeldungen in insgesamt 43 Patentfamilien).

Für Resminostat, den Leitwirkstoff im Bereich Krebs, weitete 4SC den Patentschutz im Berichtsjahr erheblich aus. So wurden die wichtigen Stoffpatente in Taiwan, Südkorea und den Philippinen 2012 erteilt; in China, Indien und Europa wurde im Berichtsjahr die Patenterteilung von den jeweiligen Behörden in Aussicht gestellt, sodass hier der Erhalt der Patente nunmehr unmittelbar bevorsteht. Aktuell besitzt das Unternehmen insgesamt 17 Patente für Resminostat, darunter die ebenfalls bereits erteilten Substanzschutzpatente in den USA, Japan und Russland. Für Vidofludimus, den Leitwirkstoff im Bereich der Autoimmunerkrankungen, wurden bis zum Jahresende 2012 insgesamt 44 Patente erteilt, darunter 35 in den Vertrags- und Erstreckungsstaaten des Europäischen Patentübereinkommens, sowie die wichtigen Substanzschutzpatente in den USA, China, Südkorea, Indien und Russland.

Auch für die jüngeren klinischen Krebswirkstoffe des Unternehmens, 4SC-202 und 4SC-205, wurde der Patentschutz im Berichtsjahr in wichtigen Märkten gestärkt. Für 4SC-202, neben Resminostat der zweite epigenetische Wirkstoff von 4SC, steht in China und Japan nach dem Erhalt einer Notice of Allowance die Patenterteilung jeweils unmittelbar bevor; in Indien und Südkorea wurde 2012 das Stoffpatent für 4SC-202 erteilt, sodass hier zu den bereits erteilten Patenten in Europa und den USA das Patentportfolio weiter ausgebaut wurde. Für den oralen Zellteilungshemmer 4SC-205 erhielt 4SC Ende 2012 sowohl vom Europäischen Patentamt als auch von der chinesischen Patentbehörde eine Notice of Allowance; die Patenterteilung in den Vertrags- und Erstreckungsstaaten des Europäischen Patentübereinkommens und China ist damit abgesichert.

Um die Positionierung der Wirkstoffe weiter zu stärken, strebt 4SC für seine wichtigsten Wirkstoffprogramme, unter anderem Resminostat, Vidofludimus, 4SC-202 und 4SC-205, auch den Patentschutz auf bestimmte Darreichungsformen der Wirkstoffe an. Ein Beispiel hierfür ist das Mesylatsalz von Resminostat, das bereits in den klinischen Studien mit Resminostat eingesetzt wurde, und für das derzeit insgesamt 49 Patente vorliegen, darunter 39 in den Vertrags- und Erstreckungsstaaten des Europäischen Patentübereinkommens sowie in den USA, China und Russland. Auf diese Weise kann der effektive Patentschutz für die Wirkstoffe weiter gestärkt werden.

Die Zahl der anhängigen Patentanmeldungen ist im Vergleich zum Vorjahr insgesamt nahezu auf gleichem Niveau geblieben. Im Zuge einer nutzenorientierten Effizienzprüfung des Bestands an Patentanmeldungen wurde erneut eine Reihe bestehender Anmeldungen bewusst zurückgezogen. Im Gegenzug wurden verstärkt neue Anmeldungen zum Schutz vielversprechender Projekte in frühen Forschungsphasen des Segments "Discovery & Collaborative Business" auf weltweiter Ebene eingereicht bzw. stehen kurz vor der Einreichung. Hier wurden bereits erste Erfolge erzielt: Für das Forschungsprojekt zur Modulation von Zytokinen (Botenstoffen) im Bereich Autoimmunerkrankungen, für das im ersten Quartal 2013 eine Entwicklungs- und Vermarktungspartnerschaft mit LEO Pharma A/S gestartet wurde, steht im weltweit wichtigsten Pharmamarkt USA nach dem Erhalt einer Notice of Allowance die Erteilung des Stoffpatents unmittelbar bevor. Für das seit Ende 2012 mit der BioNTech AG verpartnerte Krebsimmuntherapie-Projekt, das die Erforschung und Entwicklung von sog. TLR-Agonisten beinhaltet, wurde 2012 ein erstes Patent in Neuseeland erteilt und kurz nach Ende der Berichtsperiode vom Europäischen Patentamt eine Notice of Allowance erlassen, sodass die Patenterteilung in Europa kurz bevorsteht.

Insgesamt dokumentiert dies die Forschungs- und Innovationsstärke von 4SC, die durch eine vorausschauende Patentstrategie für die Entwicklung zukünftiger Medikamente geschützt wird. Neben ihren Patenten besitzt 4SC darüber hinaus verschiedene Rechte an strategisch wichtigen Wort- und Wort-/Bildmarken.

5.2 Unternehmensverantwortung/Nachhaltigkeit

Mitarbeitersicherheit und Umweltschutz

Das Thema unternehmerische Verantwortung ist bei 4SC eine der zentralen Aufgaben. Das Unternehmen legt dabei hohen Wert auf die größtmögliche Sicherheit der Mitarbeiter sowie den Schutz der Umwelt. Um diese Ziele zu erreichen, werden kontinuierlich entsprechende Maßnahmen in allen Prozessen umgesetzt, überprüft und optimiert.

Als zentrales Instrument zur Erfüllung dieser Aufgaben dient der Arbeitssicherheitsausschuss, der sich aus zwei Sicherheitsbeauftragten, der Beauftragten für biologische Sicherheit sowie dem Betriebsarzt und der Sicherheitsfachkraft zusammensetzt. Die beiden letztgenannten Funktionen sind mit externen Fachleuten besetzt, durch die eine professionelle Beratung und Begutachtung des Unternehmens erfolgt. Der Arbeitssicherheitsausschuss unterstützt das Management von 4SC in allen Fragestellungen zur Arbeitssicherheit, der arbeitsmedizinischen Vorsorge, dem sicheren Umgang mit Gefahr- und Biostoffen, sowie der Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben.

Eine nach dem Arbeitsschutzgesetz zu erstellende Gefährdungsbeurteilung wird von einer spezialisierten Firma regelmäßig durchgeführt. Nach geltender Gefahrstoffverordnung werden alle im Labor tätigen Mitarbeiter jährlich im Umgang mit Gefahrstoffen unterwiesen.

Neben den personellen und organisatorischen Maßnahmen werden auch die technischen und baulichen Voraussetzungen für den Umgang, die Lagerung und den Transport von Gefahr- und Biostoffen erfüllt. Dazu gehören z.B. sicherheitstechnische Laboreinrichtungen, persönliche Schutzausrüstungen, ausreichende Brandschutzvorrichtungen, biologische Sicherheitsbereiche und ein Radionuklidlabor. Alle relevanten Einrichtungen und Apparaturen werden regelmäßig geprüft, gewartet und verfügen über die notwendigen behördlichen Genehmigungen. Zum Schutz der Umwelt trägt nicht zuletzt auch das 4SC-Abfallkonzept bei. Die fach- und umweltgerechte Entsorgung von Gefahrstoffabfällen erfolgt durch ein spezialisiertes Unternehmen.

Die 4SC Discovery GmbH ist in die Arbeitssicherheitsorganisation des 4SC-Konzerns vollständig integriert.

Die konsequente Ausarbeitung und Umsetzung der organisatorischen und technischen Maßnahmen führte dazu, dass 2012 die bereits niedrige Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle weiter reduziert werden konnte. Unfälle, die direkt aus der Arbeitstätigkeit resultierten, traten im Berichtsjahr nicht auf. Auch bei den Begehungen durch die Berufsgenossenschaft und die Behörden sind keine signifikanten Beanstandungen aufgetreten. Einhergehend mit der Reduzierung der Risiken für die Mitarbeiter konnten damit auch die durch Unfälle verursachten Kosten weiter minimiert werden.

Ethische Verantwortung

Bei der Erforschung und Entwicklung neuer Medikamente ist 4SC auf die Erhebung tierexperimenteller Daten angewiesen, einerseits um die wissenschaftlich notwendigen Ziele zu erreichen und andererseits um den gesetzlichen Verpflichtungen nachzukommen. Dabei ist das Unternehmen bestrebt, Tierversuche auf das notwendige Mindestmaß zu reduzieren und - soweit möglich - durch Alternativen, wie beispielsweise Versuche in Zellkulturen, zu ersetzen. Die 2012 durchgeführten tierexperimentellen Arbeiten haben ausschließlich im Rahmen behördlich genehmigter Versuchsvorhaben stattgefunden und stehen unter permanenter Überwachung durch einen externen Tierschutzbeauftragten.

Zur Durchführung einiger Tierstudien und klinischer Prüfungen am Menschen werden Auftragsforschungsorganisationen beauftragt, die einer sorgfältigen Auswahl unterliegen. Die Einhaltung behördlicher Vorschriften sowie ethischer und wissenschaftlicher Qualitätsstandards ist für 4SC hierbei von besonderer Bedeutung.

5.3 Beschaffung

Die Beschaffungs- und Logistikprozesse sowie die Lagerhaltung von 4SC werden durch einen zentralen Einkauf organisiert und abgewickelt. Diese Prozesse sind fest definiert und etabliert. Eine enge Abstimmung des Einkaufs - sowohl mit der Buchhaltung als auch mit den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen - gewährleistet dabei einen reibungslosen und kosteneffizienten Ablauf vom Einholen des Angebotes bis zur Bezahlung der Rechnungen.

Um nicht von einzelnen Lieferanten abhängig zu werden, verfügt der Konzern über ein breites Netz von Lieferanten. Die Bezugsquellen werden grundsätzlich nach den Kriterien Qualität, Preis und Verfügbarkeit der gewünschten Güter ausgewählt. Durch intensive Verhandlungen konnten die Lieferkonditionen - trotz vermindertem Einkaufsvolumen - auch im Berichtsjahr 2012 weiter verbessert werden. Darüber hinaus engagierte sich das Unternehmen weiterhin im regionalen Einkaufsverbund der Biotech-Region München, um günstige Lieferkonditionen zu erhalten.

In der Forschung und Entwicklung arbeitet 4SC mit verschiedenen Dienstleistungsunternehmen zusammen, unter anderem auf den Gebieten Pharmakologie, Toxikologie, Metabolismus, Analytik, Herstellung, klinische Entwicklung, Pharmakovigilanz und Statistik. Die Auswahl des jeweiligen Partners hängt von den Anforderungen des individuellen Projekts ab. Wesentliche Auswahlkriterien sind - neben Preis, Qualität und Termintreue - insbesondere Erfahrungen auf dem entsprechenden Gebiet sowie die erforderlichen regulatorischen Voraussetzungen.

6 Chancen- und Risikobericht

6.1 Risikomanagementsystem

Risikomanagement und internes Kontrollsystem von 4SC

Mit seinem aktiven Risikomanagement will 4SC bewusst Risiken minimieren und durch geeignete Maßnahmen eliminieren. Wie jedes Unternehmen ist auch der Konzern gewissen Geschäftsrisiken ausgesetzt. Die Risiken liegen insbesondere in der Forschung und Entwicklung von Wirkstoffen, in dem Schutz des geistigen Eigentums, in der Kooperation mit Partnern, der Eigenkapitalerhaltung sowie in der mittel- und langfristigen Finanzierung des Konzerns. Diese Risiken gilt es abzuschätzen und ggf. kontrolliert einzugehen, um die Chancen des Unternehmens bestmöglich zu nutzen.

Bereits im Jahr 2002 führte 4SC in Übereinstimmung mit dem KonTraG (Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich) ein umfassendes, computergestütztes Risikomanagementsystem ein. Dieses System ist Bestandteil der Unternehmenssteuerung und -überwachung. Nach einem definierten Prozess werden Risiken durch die Risikoverantwortlichen der verschiedenen Unternehmensbereiche hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit, ihrer möglichen Schadenshöhe, des Zeitbezugs sowie der bestehenden und geplanten Gegensteuerungsmaßnahmen identifiziert, analysiert und bewertet. Die Risikoverantwortlichen informieren regelmäßig den Risikomanagementbeauftragten von 4SC, der dann wiederum das Management über den Status der Risiken in Kenntnis setzt. Auf dieser Basis entscheiden Vorstand und Aufsichtsrat, wie das Unternehmen mit den identifizierten Risiken umgeht.

Ergänzend zum Risikomanagementsystem arbeitet das interne Kontrollsystem (IKS) auch mit Bausteinen wie Unterschriftenregelungen, gelenkten Vorgabe- und Nachweisdokumenten wie Richtlinien (Policies), Standardarbeitsanweisungen (Standard Operating Procedures), Arbeitsanweisungen (Work Instructions), dem Vier-Augen-Prinzip, Stichprobenkontrollen, Selbstinspektionen, Mitarbeitertrainings und Notfallplanungen. Diese Elemente sind für alle Unternehmensbereiche verpflichtend.

Vorgabedokumente als Teil des 4SC-Qualitätsmanagements sind Dokumente, die Forderungen an das Angebotsprodukt oder Anweisungen an auszuführende Tätigkeiten enthalten, wie z.B. das Erstellen von Stellen- und Funktionsbeschreibungen. Nachweisdokumente sind Aufzeichnungen bzw. Dokumente, die die erreichten Ergebnisse angeben oder einen objektiven Nachweis ausgeführter Tätigkeiten bereitstellen, z.B. in Form eines Auditberichts. Durch die Unterschriftenregelung ist definiert, für welche Bestellungen und Rechnungen welche Mitarbeiter zeichnungsberechtigt sind. Maßgeblich dabei ist die Höhe der Bestellung bzw. der Rechnung, ob der Betrag budgetiert wurde und ob es sich bei dem Unterzeichnenden um einen Projektmitarbeiter, Projektleiter oder Vorstand bzw. die Geschäftsführung handelt.

Für die wissenschaftlichen Projekte gibt es regelmäßige Projektmeetings, um diese detailliert zu besprechen. Das so genannte Joint Project Coordination Meeting (jPCM) stellt einerseits eine enge Abstimmung der Forschung und Entwicklung untereinander sowie andererseits mit dem Vorstand sicher. Das jPCM findet 14-tägig statt und umfasst die Vorstellung und Diskussion von jeweils einem Projekt aus dem Segment Discovery & Collaborative Business und einem Projekt aus dem Segment Development. Die Teilnehmer des jPCM sind der Vorstand, die Projektleiter beider Segmente, Vertreter der Bereiche Business Development und Strategic Planning and Marketing sowie die Verantwortlichen der Teilprojekte.

Risikomanagement und internes Kontrollsystem im Rechnungslegungsprozess

Die genannten Bestandteile des internen Kontrollsystems - wie Unterschriftenregelungen, Arbeitsanweisungen, Vier-Augen-Prinzip, Stichprobenkontrollen und Notfallplanungen -gelten insbesondere auch für den Rechnungslegungsprozess. Das Finanzteam bildet sich kontinuierlich weiter, um alle sich ändernden gesetzlichen Anforderungen, die den Konzern betreffen, im Unternehmen sicher und vollumfänglich umsetzen zu können.

Die Kontrollen zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit und der Verlässlichkeit der Konzernrechnungslegung umfassen im Wesentlichen automatisierte Kontrollen, wie z. B. Plausibilitätsprüfungen des Zahlenwerks und Systemzugangskontrollen auf Basis eines Berechtigungskonzepts sowie manuelle Kontrollen, wie z. B. Abweichungs- und Trendanalysen auf Grundlage definierter Kennzahlen und Vergleiche mit Budgetzahlen. Die Verlässlichkeit der Rechnungslegung wird außerdem durch monatliche Besprechungen der wesentlichen Finanzkennzahlen mit den operativen Einheiten unterstützt.

Das Controlling-System des Konzerns stützt sich auf die drei Komponenten Planung, Überwachung und Berichterstattung. Unter Berücksichtigung der strategischen Geschäftsplanung erstellt 4SC Dreijahresbudgets für interne Steuerungs- und Kontrollzwecke - sowohl für den Konzern als auch für die Einzelfirmen der 4SC AG und der 4SC Discovery GmbH. Auf Basis dieser Pläne sowie der aktuellen Ist-Zahlen erhält der Vorstand monatlich alle notwendigen Steuerungs- und Kontrollinformationen. Quartalsweise wird zudem über die Geschäftsentwicklung, die Fortschritte in den Forschungs- und Entwicklungsprogrammen, die Aktivitäten in den Bereichen Personal, Public Relations & Investor Relations berichtet sowie über Patente als nichtfinanzielle Leistungsindikatoren. Mit Hilfe dieser Steuerungsinstrumente sind der Vorstand und das Controlling in der Lage, Chancen und Risiken frühzeitig zu identifizieren, zu bewerten und zu adressieren.

Die enge Abstimmung der Buchhaltung mit den Fachabteilungen sowie fest definierte und etablierte Prozesse garantieren einen reibungslosen Rechnungsdurchlauf von der Bestellanforderung bis zur Zahlung der Rechnung. Richtlinien zur Vorratsbewertung, klare Prozesse zur Rechnungsstellung an Kunden sowie zur Erfassung noch nicht abgerechneter Lieferantenleistungen garantieren darüber hinaus die korrekte Erfassung auch von Geschäftsvorfällen, die inhaltlich durch die Fachabteilungen betreut werden. Auch die Erstellung des IFRS-Abschlusses folgt einheitlichen Regeln. Die überschaubare Größe des Buchhaltungsteams stellt die einheitliche Darstellung gleicher Sachverhalte sicher.

Innerhalb des Enterprise-Resource-Planning-Systems gelten konkret ausgestaltete Zugriffsregelungen. Änderungen dieser Rechte bedürfen der Zustimmung der dafür zuständigen Vorstandsmitglieder. Dies stellt die Sicherheit der Buchungen und die entsprechenden Funktionstrennungen innerhalb des Systems sicher.

6.2 Risiken von 4SC

Die nachfolgend aufgeführten Einzelrisiken stehen teilweise in Zusammenhang und können sich gegenseitig positiv oder negativ beeinflussen. Das Eintreten dieser Risiken kann, einzeln oder zusammen mit dem Eintritt anderer Risiken bzw. anderer Umstände, die Geschäftstätigkeit, das Erreichen wesentlicher Unternehmensziele und/oder die Refinanzierbarkeit der 4SC wesentlich beeinträchtigen sowie erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Unternehmens haben. Dies könnte im negativsten Fall soweit führen, dass die 4SC gezwungen ist, in Liquidation zu gehen oder Insolvenz anzumelden.

6.2.1 Branchenbezogene Risiken

Wettbewerb

Kurze Technologiezyklen, lange Entwicklungszyklen und erhebliche Investitionen für ein marktreifes Produkt sowie hohe Innovationskraft kennzeichnen die Biotechnologiebranche. Das Risiko für 4SC besteht darin, dass andere Technologien auf den Markt kommen, mit denen neue Produkte in den von 4SC adressierten Indikationen kostengünstiger oder schneller entwickelt werden können und so gegebenenfalls eine schnellere Markteinführung erreicht werden kann. Insbesondere angesichts des akuten Bedarfs der Pharmaindustrie, die eigenen Forschungs- und Entwicklungspipelines durch Einlizenzierung innovativer Projekte von Biotechnologieunternehmen aufzufüllen, konkurriert 4SC mit anderen Unternehmen, die sich mit der Medikamentenforschung und -entwicklung befassen und mit Hilfe einer eigenen Technologieplattform attraktive Medikamentenkandidaten in den gleichen Indikationsgebieten entwickeln und anbieten können. Die Konkurrenzsituation wird insbesondere durch die angestrebten Indikationsbereiche einerseits und die adressierten therapeutischen Zielstrukturen bzw. ausgewählten Wirkmechanismen andererseits bestimmt. Darüber hinaus werden die Wettbewerber aus den "Emerging Markets" (Brasilien, China, Indien, Mexiko und Südafrika) aufgrund ihrer wachsenden Erfahrung für die Kunden weltweit interessanter. 4SC geht davon aus, dass sich der Wettbewerb in der Biotechnologiebranche dadurch weiter verschärfen wird.

Dadurch, dass auch Wettbewerber Produkte in Indikationsgebieten entwickeln, die auch 4SC adressiert, könnten die Zulassungsbehörden diese konkurrierenden Wirkstoffe bevorzugt zulassen - sei es aufgrund ihrer möglicherweise besseren Wirksamkeit, Verträglichkeit oder ihres Nebenwirkungsprofils. Mögliche Folgen für die von 4SC entwickelten und zu lizenzierenden Produkte sind, dass sie gar nicht oder nur eingeschränkt zugelassen werden oder sich nicht ausreichend stark und lange am Markt etablieren können. Dies führt gegebenenfalls dazu, dass 4SC keine Partnerschaften zur Lizenzierung der eigenen Produkte abschließen kann, oder dass es einem Kooperations- oder Lizenzpartner nicht gelingt, einen der Wirkstoffe von 4SC weiterzuentwickeln oder zu vermarkten. In einem solchen Fall erhielte 4SC künftig keine Meilensteinzahlungen, Lizenzgebühren oder Umsatzbeteiligungen aus den bestehenden und geplanten Lizenzverträgen mit Pharma- und Biotechnologieunternehmen. Daher besteht das Risiko, dass sich getätigte Investitionen in Forschung und Entwicklung nicht amortisieren.

Ferner unterliegt 4SC bei eingegangenen oder einzugehenden Lizenzpartnerschaften sowohl den deutschen steuerlichen Gesetzen als auch den jeweiligen Gesetzen des Ansässigkeitsstaates des Lizenzpartners. Dies kann zur Folge haben, dass 4SC bspw. im Ausland Steuern zahlt, die in Deutschland z.B. aufgrund Ihrer Verlustsituation nicht oder nur teilweise anrechenbar sind (z.B. Quellensteuer). Dies kann nachteilige Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Gesellschaft haben.

Produktentwicklung (allgemein)

Der Erfolg von 4SC steht und fällt mit ihren Forschungs- und Entwicklungsprogrammen. Als produktorientiertes Biotechnologieunternehmen unterliegt das Unternehmen den Risiken der Medikamentenentwicklung. Diese sind in der Biotechnologiebranche aufgrund der langen Entwicklungszeit eines Wirkstoffs besonders ausgeprägt. Typische Risiken sind:

Einzelne Produkte sind unwirksam, haben nicht oder nur schwer verträgliche Nebenwirkungen oder lassen sich nicht formulieren bzw. produzieren, so dass sie nicht erfolgreich weiterentwickelt werden können.
Fremddienstleister werden insolvent.
Die zuständigen Behörden erteilen die erforderlichen Zulassungsgenehmigungen nicht, nur mit Einschränkungen oder nur mit Verzögerung.

Zurzeit verfügt 4SC über mehrere Wirkstoffe, die sich in präklinischen und klinischen Entwicklungsphasen befinden. Aufgrund einer breiten Produktpipeline können die Risiken bzw. die Abhängigkeit von einem einzelnen Wirkstoff reduziert werden. Bisher vorliegende Studienergebnisse legen nahe, dass die Wirkstoffe, die sich derzeit in der klinischen Entwicklung befinden, sicher anwendbar und gut verträglich sind. Dennoch kann 4SC nicht ausschließen, dass in anstehenden Studien möglicherweise keine ausreichende Wirksamkeit am Patienten nachgewiesen wird, oder dass Nebenwirkungen auftreten, die als sicherheitsrelevant einzustufen sind. Solche Befunde können zu einer Verzögerung oder zum Abbruch der Entwicklung eines Wirkstoffes führen, was einen negativen Einfluss auf den Aktienkurs sowie auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage von 4SC haben könnte.

Entwicklungen in der Gesundheitspolitik

Die Branche ist weiterhin mittel- und langfristig zu einem gewissen Grad abhängig von den Entwicklungen nationaler und internationaler Gesundheitssysteme und der Gesundheitspolitik, die aktuell darin besteht, die Gesundheitskosten zu reduzieren. So könnten sich bspw. zunehmend restriktivere Zulassungs- und Erstattungskonditionen nachteilig auf erzielbare Medikamentenpreise und damit auf Umsätze aus Medikamentenverkäufen auswirken. Hinzu kommt, dass die Gesundheitspolitik aufgrund der schwierigen ökonomischen Voraussetzungen in vielen Gesundheitssystemen zunehmend Einfluss auf die Zulassung und Vergütung neuer Medikamente nimmt, was sich mittel- und langfristig nachteilig auf die Branche auswirken könnte. Krankenversicherungen und staatliche Institutionen erhöhen den Druck, die Medikamentenpreise zu senken. Mit komplexen Regelungen wird bereits der Nutzen von Medikamenten gemessen, was zu einem höheren bürokratischen Aufwand und zu einer erschwerten Zulassung führt. Mit den Reformen erhofft sich bspw. die deutsche Bundesregierung erhebliche Einsparungen und/oder qualitative Verbesserungen im Gesundheitswesen. Für die pharmazeutischen Unternehmen bedeutet dies u.a., dass sie ihre Preise für Arzneimittel z.B. in Deutschland künftig nicht mehr nach eigenem Ermessen festlegen können. Dies kann sich nachteilig auf die Vergütungsstruktur und die Wirtschaftlichkeit einzelner Wirkstoffe auswirken. Folglich könnte es für pharmazeutische Unternehmen wirtschaftlich nicht mehr attraktiv sein, Produkte in einzelnen Märkten zur Zulassung zu bringen. Eine andere Konsequenz könnte es sein, dass Produkte aufgrund der sich verschärfenden Zulassungsbedingungen gar nicht mehr zur Vermarktung zugelassen werden.

Verwaltungsverfahren

Die Geschäftstätigkeit von 4SC ist umfangreichen rechtlichen Regelungen und Kontrollen unterworfen. Die Entwicklung und Vermarktung neuer Produkte kann durch Verwaltungsverfahren beeinträchtigt werden, auf welche die Gesellschaft nur begrenzten Einfluss hat. So ist 4SC beispielsweise von behördlichen Genehmigungen für die Durchführung klinischer Studien und für den Betrieb eigener Einrichtungen zur Durchführung von Forschungsarbeiten abhängig. Der Verlust, das Erlöschen oder der Entzug dieser Genehmigungen kann zu zeitlichen Verzögerungen bei der Weiterentwicklung der Forschungs- und Entwicklungsprojekte von 4SC führen.

6.2.2 Risiken aus der Geschäftstätigkeit

Entwicklungs- und Lizenzpartnerschaften

Der Konzern hat sich auf die Forschung und Entwicklung von niedermolekularen Wirkstoffen spezialisiert. Zum Erreichen der Gewinnzone muss 4SC substanzielle Umsatzerlöse - bspw. aus Vorabzahlungen, Meilensteinzahlungen oder Umsatzbeteiligungen aus Lizenzverträgen mit Pharma- und Biotechnologieunternehmen sowie aus Forschungs- und Kooperationsverträgen - erwirtschaften. Bislang hat das Unternehmen Umsätze in einer Höhe erzielt, die noch nicht zur Selbstfinanzierung und Profitabilität ausreichen. Vor diesem Hintergrund und unter Berücksichtigung auch künftig notwendiger hoher Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen wird die Gesellschaft zunächst weiterhin ein negatives Betriebsergebnis ausweisen. Um mittelfristig profitabel zu werden, ist 4SC auf langfristige Verträge mit der Pharmaindustrie oder großen Biotechnologieunternehmen angewiesen. Falls es 4SC nicht oder nur zu wirtschaftlich ungünstigen Konditionen gelingt, solche Partner zu gewinnen, kann dies die Entwicklung der jeweiligen Produkte verzögern und/oder zu geringeren Erlösen führen. Auch eine mögliche Verzögerung bei Verhandlungen zu Entwicklungs- und Lizenzpartnerschaften in Bezug auf die eigenen Medikamentenprogramme stellt ein potenzielles Risiko dar. Für den Fall, dass die angestrebte Partnerschaft die notwendige Voraussetzung für eine klinische Weiterentwicklung der Produkte ist (z.B. bei sehr aufwändigen Phase-III-Studien), könnte sich die klinische Entwicklung verzögern. Dies würde ebenfalls eine Verzögerung des Erhalts der bei Abschluss eines Partnerschaftsvertrags angestrebten finanziellen Mittel (z.B. mögliche Vorab- und/oder Meilensteinzahlungen) nach sich ziehen, mit entsprechend negativen Auswirkungen auf die Finanz- und Liquiditätsplanung des Unternehmens. Sollte es außerdem einem Kooperations- oder Lizenzpartner nicht gelingen, einen der Wirkstoffe weiterzuentwickeln, zuzulassen oder zu vermarkten, erhielte 4SC künftig möglicherweise keine Meilensteinzahlungen oder Lizenzgebühren, was das Erreichen der mittelfristigen Profitabilität weiter hinauszögern oder gänzlich verhindern könnte.

Kooperationspartner

4SC erzielt derzeit einen Großteil ihrer Umsätze aus Verträgen mit nur wenigen Kooperationspartnern, wobei BioNTech, Mainz, und Yakult Honsha, Japan, in 2012 über 90% der rechnerischen Umsätze darstellen. Sollte solch ein wichtiger Partner den Kooperationsvertrag kündigen oder keine Zahlung mehr leisten, hätte dies einen negativen Effekt auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung. Es ist geplant, kurz- und mittelfristig verstärkt auch Umsätze aus den Aktivitäten in den früheren Phasen der Wirkstoffforschung zu generieren. Dies soll insbesondere durch Forschungskooperationen mit Pharmafirmen in den Bereichen der Wirkstoffentdeckung und -optimierung geschehen. Gelingt es nicht, solche Kooperationspartner zu finden, würde dies die angestrebte Umsatzentwicklung und damit auch die künftige Ertrags- und Finanzlage der Firma negativ beinträchtigen.

Geschäftstätigkeit der 4SC Discovery GmbH

Die Konzerntochtergesellschaft 4SC Discovery GmbH, die Anfang 2012 ihr operatives Geschäft aufgenommen hat, ist aktuell noch nicht profitabel, und es ist noch nicht gesichert, dass sie mittelfristig ausreichend Neukunden akquirieren kann, um ein eigenständiges, tragfähiges Geschäft aufzubauen, das positiv zum Konzernergebnis beiträgt.

Patente und Markenschutz

Eigene Technologien und Entwicklungen schützt 4SC durch die Generierung von Schutzrechten sowie durch umfassende Patent- und Lizenzierungsstrategien. Es ist nicht auszuschließen, dass Dritte bereits im Stadium der Erteilung Einwände gegen Patentanmeldungen von 4SC erheben oder aber die Wirksamkeit der Patente anfechten. Es ist ebenfalls nicht auszuschließen, dass 4SC mit Dritten in Patentstreitigkeiten gerät. Jedes juristische Urteil gegen 4SC-Patente - meist vorab verbunden mit langwierigen, kostenintensiven Verfahren - kann die weitere Entwicklung des Unternehmens beeinträchtigen. Aktuell sind solche Einwände nicht gegeben bzw. 4SC nicht bekannt.

6.2.3 Risiken der Produktentwicklung

Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern im Forschungs- und Entwicklungsbereich

4SC besitzt und betreibt derzeit keine Herstellungseinrichtungen zur Produktion pharmazeutischer Produkte, da sie über keine entsprechende behördliche Erlaubnis verfügt. Daher ist die Gesellschaft von Lohnherstellern (Contract Manufacturing Organisations, kurz CMOs) abhängig. Diese liefern den pharmazeutischen Wirkstoff für die Produkte von 4SC, stellen sie in klinischen und kommerziellen Mengen her und formulieren und produzieren die Arzneimittelzubereitung. Risiken für 4SC resultieren aus der Abhängigkeit von den externen Lieferanten und Herstellern. Dies betrifft vor allem die fristgerechte Lieferung in ausreichender Menge und Qualität sowie die Einhaltung behördlicher Vorschriften und Qualitätssicherungsnormen. Ein Eintreten dieses Risikos könnte zu Verzögerungen oder zum Abbruch einzelner klinischer Studien mit entsprechenden Konsequenzen für die Entwicklung bzw. zu Umsatzeinbußen führen.

Außerdem ist 4SC bei der präklinischen und klinischen Entwicklung von Auftragsforschungsorganisationen (Contract Research Organisations, kurz CROs) abhängig. Sofern der Kooperationspartner nicht mit der gebotenen Sorgfalt arbeitet, kann dies der Wirkstoffentwicklung von 4SC schaden - oder gar zum Abbruch der Studie führen. Zudem müssen auch die CROs behördliche Vorschriften und Qualitätssicherungsnormen einhalten, auf welche 4SC - trotz eines sorgfältigen Auswahlprozesses der CROs - im Rahmen der Umsetzung nur begrenzt Einfluss hat.

Risiken im Zusammenhang mit der Herstellung der Wirkstoffe für klinische Studien

Für die Durchführung klinischer Studien wird eine ausreichend große Menge des jeweils benötigten Wirkstoffs zur Verabreichung an die Probanden bzw. Patienten in ausreichender Qualität des Wirkstoffs benötigt. Insbesondere ab dem Zeitpunkt der Phase-III-Prüfung muss ein Produktionsprozess etabliert sein, um den Wirkstoff für die klinischen Tests und die spätere mögliche Markteinführung in konstanter Qualität reproduzierbar herstellen zu können. Dadurch soll eine stabile Versorgung der Patienten im Falle einer späteren Zulassung gewährleistet werden. Sollte es nicht oder nur mit zeitlicher Verzögerung gelingen, einen solchen Prozess zu etablieren, kann der Start einer klinischen Studie verhindert oder verzögert werden. Dies könnte entsprechend negative Auswirkungen auf den weiteren Entwicklungsprozess auf dem Weg zur gewünschten Markteinführung und folglich auf die Ertragskraft eines Medikamentenprogramms bzw. seine Kommerzialisierung haben.

Patientenrekrutierung

Neben den bereits beschriebenen branchentypischen allgemeinen Risiken der Produktentwicklung, wie z.B. die Abhängigkeit von Behördengenehmigungen für die klinische Entwicklung oder die Möglichkeit des Auftretens von unerwarteten Ereignissen innerhalb laufender Studien, birgt die Medikamentenentwicklung ein weiteres Risiko: Für klinische Studien muss eine ausreichende Zahl von geeigneten Probanden bzw. Patienten gewonnen werden. Aufgrund der komplexen medizinischen Gegebenheiten (z.B. Attraktivität der Studie, Studiendesign, Wettbewerbssituation, Patientenpopulation, Standorte) im Umfeld klinischer Studien kann dies schleppend verlaufen und sich verzögern. Zudem könnten klinische Studienzentren - bspw. aufgrund anderer laufender klinischer Studien - nicht in der Lage sein, eine genügend hohe Zahl an Patienten fristgerecht in die klinische Studie aufzunehmen. Dies kann die zeitliche Planung sowie die Durchführung der Studien gefährden und zu Verzögerungen führen. Um den Studienverlauf voranzutreiben, kann 4SC gezwungen sein, zusätzliche klinische Zentren in die laufenden Studien einzuschließen, was zu einer erheblichen Kostensteigerung führen würde.

6.2.4 Kapitalmarktrisiken

Weitere Finanzierung

Zur Realisierung seiner Unternehmens- und Entwicklungsziele hat das Unternehmen mittel- bis langfristig einen anhaltend hohen Kapitalbedarf. Um diesen zu decken, muss es gelingen, genügend Einnahmen aus Lizenzvergaben oder Kooperationen zu generieren. Wenn jedoch die Kosten der Produktentwicklung diese Erträge übersteigen, ist die zusätzliche Aufnahme von Eigen- oder Fremdkapital notwendig, falls die eigenen Reserven nicht mehr ausreichend sind. Es ist nicht gewährleistet, dass 4SC die Finanzierung jeweils zeitgerecht, im erforderlichen Umfang, zu wirtschaftlich sinnvollen Konditionen oder überhaupt realisieren kann. Dies könnte dazu führen, dass 4SC in ihrer weiteren Entwicklung behindert wird und wichtige Investitionen, bspw. im Bereich der Forschung und Produktentwicklung, nicht tätigen kann bzw. gezwungen wird, die Entwicklung von einem oder mehreren Produkten einzustellen. So könnte das Unternehmen in der Wettbewerbsposition negativ beeinträchtigt werden sowie nachteiligen Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage ausgesetzt sein.

Auf Basis des derzeitigen Finanzmittelbestands in Verbindung mit der aktuell prognostizierten weiteren Ausgaben- und Einnahmeplanung ist die Finanzierung von 4SC bis ins dritte Quartal 2014 sichergestellt. Jedoch besteht das Risiko, dass der Fortbestand des Unternehmens mittel- bis langfristig insgesamt gefährdet sein könnte, wenn keine weiteren Mittelzuflüsse durch Auslizenzierungen, Kooperationen oder Partnerschaften bzw. durch Kapitalerhöhungen generiert werden können. Dabei könnten angestrebte Kapitalmaßnahmen auch ganz oder teilweise scheitern z.B. wegen eines schwierigen Marktumfelds. Sollte das Unternehmen keinen weiteren Zugang zu Finanzierungen erhalten, könnte dies die Fortführung der Unternehmung behindern oder vollständig verhindern und zur Liquidation oder Insolvenz von 4SC führen.

Für den Fall, dass die Gesellschaft zusätzliches Kapital durch die Ausgabe neuer Aktien aufnimmt, kann dies zu einer Verwässerung des Aktienbestands der Altaktionäre führen.

Einflussnahme weniger Hauptaktionäre

Bis zum Aufstellungszeitpunkt des Konzernlageberichts sind der 4SC AG - basierend auf § 21 WpHG in Verbindung mit § 25 WpHG - fünf Hauptaktionäre gemeldet, die die meldepflichtigen Grenzen überschritten haben. Diese Aktionäre halten zusammen über 73% des Grundkapitals und der Stimmrechte. Sie sind somit theoretisch in der Lage, beherrschenden Einfluss auf Hauptversammlungsbeschlüsse zu nehmen und unabhängig vom Abstimmungsverhalten der übrigen Aktionäre bedeutenden Einfluss auf alle wesentlichen Entscheidungen der 4SC AG, welche die zukünftigen Geschäfte von 4SC betreffen, sowie auf die zukünftige Zusammensetzung des Aufsichtsrats und damit auch mittelbar des Vorstands, zu nehmen.

6.2.5 Finanzrisiken und bilanzielle Risiken

Anlage liquider Mittel

Verfügbare liquide Mittel, die 4SC akut nicht benötigt, werden verzinst angelegt. Dabei investiert die Gesellschaft ausschließlich in sichere Anlageformen (Investment Grade) wie Tages- und Festgelder, Schuldscheindarlehen und Inhaberschuldverschreibungen, die nur geringen Liquiditäts- und Ausfallrisiken unterliegen.

Geschäfte mit internationalen Partnern, bei denen vertragliche Zahlungsvereinbarungen auf eine andere Währung als den Euro lauten, bergen ein Währungsrisiko. Dieses Risiko umfasst den relativen Kursverfall oder Kursanstieg des Euros gegenüber diesen Währungen innerhalb des Zeitraums bis zur Tilgung der Schuld bzw. bis zur Erfüllung der Forderung. 4SC betreibt keine Sicherungsgeschäfte, sondern versucht, auch eigene Verpflichtungen in Fremdwährungen zu begleichen, vornehmlich in US-Dollar, Britisches Pfund und Schweizer Franken. So wird das Risiko von Währungsschwankungen verringert.

Verlustanzeige gemäß § 92 Abs. 1 AktG aufgrund steigender kumulierter Verlustvorträge

Die 4SC AG ist noch nicht profitabel und erwirtschaftete in den zurückliegenden Geschäftsjahren jeweils ein negatives Betriebsergebnis. Aufgrund ausgeprägter Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen kumulieren sich diese Verluste über die Zeit zu einem hohen Verlustvortrag. Dieser wird gegen das bestehende Eigenkapital gerechnet und hat trotz des Agios der ausgegebenen Aktien zu einem Verlust in Höhe der Hälfte des Grundkapitals nach handelsrechtlichen Grundsätzen geführt. In diesem Fall verlangt § 92 Abs. 1 AktG die unverzügliche Einberufung einer Hauptversammlung. Die entsprechende Verlustanzeige per Ad-hoc-Mitteilung sowie die Durchführung der Hauptversammlung würden für die 4SC AG organisatorische und finanzielle Aufwendungen mit sich bringen und kann - insbesondere aufgrund der Verlustanzeige - negative Folgen für den Aktienkurs haben.

Anerkennung von steuerlichen Verlustvorträgen

Die 4SC AG verfügt gemäß dem letzten vorliegenden Bescheid hinsichtlich der gesonderten Feststellung von verbleibenden Verlustvorträgen zum 31. Dezember 2011 über körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 115.215 T € sowie über gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 114.449 T €. Seit dem Zeitraum nach dem 31. Dezember 2011, der bislang noch nicht steuerlich veranlagt ist, sind erhebliche weitere Verluste entstanden.

Die in Bezug auf den Erhalt von kumulierten Verlustvorträgen für die Branche ohnehin problematische Anwendung des § 8 Abs. 4 KStG wurde durch den im Rahmen des Unternehmenssteuerreformgesetzes zum 1. Januar 2008 eingeführten § 8c KStG erheblich verschärft. Die Übertragung von 25% bis zu 50% des Gezeichneten Kapitals kann innerhalb eines Fünfjahreszeitraums zu einem quotalen Wegfall, die Übertragung von mehr als 50% des Gezeichneten Kapitals zu einem vollständigen Wegfall steuerlicher Verlustvorträge führen. Im Rahmen des Bürgerentlastungsgesetzes vom Sommer 2009 sowie des Wachstumsbeschleunigungsgesetzes mit Wirkung ab dem 1. Januar 2010 hat der Gesetzgeber Maßnahmen ergriffen, um Erleichterungen bei der Verlustabzugsbeschränkung zu ermöglichen. Diese entschärfen die beschriebene Problematik zwar partiell, eliminieren sie jedoch nicht vollständig. Hinzu kommt, dass durch laufende und anhängige Rechtsprechung sowie anhängige gesetzgeberische Verfahren auf nationaler und europäischer Ebene derzeit ein erheblicher Unsicherheitsfaktor hinsichtlich der geltenden Rechtslage besteht.

In den letzten Jahren ist es bei der 4SC AG zu teilweisen Wechseln bei den Anteilseignern, Kapitalerhöhungen und zur Beteiligung neuer Aktionäre gekommen. Dies ist auch in Zukunft möglich. Zugleich wurde neues Betriebsvermögen in signifikantem Umfang zugeführt. Die beiden Paragraphen § 8 Abs. 4 KStG und § 8c KStG könnten jeweils einzeln oder zusammen negative Auswirkungen auf das künftige Nachsteuerergebnis und das Eigenkapital der 4SC AG haben. Darum hält es die 4SC AG für möglich, dass Finanzbehörden den Standpunkt einnehmen könnten, die jetzt bestehenden Verlustvorträge ganz oder teilweise künftig nicht mehr mit Gewinnen verrechnen zu dürfen. Dies würde beim Erreichen der Profitabilitätsgrenze das Nachsteuerergebnis der Gesellschaft erheblich negativ verändern und auch die Liquiditätsentwicklung negativ beeinflussen.

Risiken aus der Aufdeckung stiller Reserven bei der Einbringung verschiedener Vermögenswerte von der 4SC AG in die 4SC Discovery GmbH

Um mit der 4SC Discovery GmbH Anfang 2012 operativ tätig werden zu können, wurden wichtige materielle und immaterielle Vermögensgegenstände, insbesondere aus dem Bereich Forschung, von der 4SC AG per Sacheinlage in die 4SC Discovery GmbH eingebracht. Dabei wurden diese Vermögensgegenstände bei der 4SC Discovery GmbH aktiviert und entsprechend stille Reserven bei der 4SC AG in Höhe von 9.064 T € aufgedeckt. Sollte es absehbar nicht gelingen, ausreichend Liquidität für die Weiterentwicklung dieser Produkte darzustellen und/oder die Vermarktbarkeit der Produkte nachzuweisen bzw. sollte die Weiterentwicklung dieser Produkte aus wissenschaftlichen oder technischen Gründen nicht umsetzbar sein, wären die aktivierten Posten auf ihre Werthaltigkeit hin erneut zu überprüfen und ggf. im Wert zu korrigieren. Diese Tatsache könnte erheblichen negativen Einfluss auf die Ertrags- und Vermögenslage der 4SC AG gemäß HGB haben.

6.2.6 Administrative und sonstige Risiken

Schlüsselpersonal und Know-how-Träger

Der Erfolg von 4SC hängt stark von den Führungskräften sowie dem wissenschaftlichen und technischen Fachpersonal in Schlüsselpositionen ab. Viele dieser Mitarbeiter verfügen über einen großen Erfahrungsschatz und sind schwer zu ersetzen. Der Wettbewerb um Fachkräfte ist in der Biotechnologie- und Pharmabranche sehr intensiv. 4SC ist es bisher immer gelungen, die wichtigsten Positionen mit geeigneten Mitarbeitern zu angemessenen Konditionen zu besetzen. Sollte das Unternehmen jedoch Führungskräfte oder wissenschaftliches und technisches Fachpersonal in Schlüsselpositionen verlieren, könnte sich dies nachteilig auf seine Wettbewerbsfähigkeit auswirken.

Rechtliche Risiken

Um die vielfältigen Risiken in den Bereichen Gesellschafts-, Arbeits- und Steuerrecht, Patentrecht und sonstiges Recht auf ein Minimum zu reduzieren, fällt das Management von 4SC viele seiner Entscheidungen nach Rücksprache mit externen und internen Experten.

Risiken aus einem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zwischen der 4SC AG und der 4SC Discovery GmbH

Der zwischen der 4SC AG und der 4SC Discovery GmbH rückwirkend zum Beginn des Geschäftsjahres 2012 abgeschlossene Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag (BGAV) könnte durch bestimmte Ereignisse, z.B. wenn die Gesellschafterstruktur der 4SC Discovery GmbH durch Hinzunahme neuer externer Gesellschafter verändert würde, vorzeitig beendet werden. Ein neuer BGAV könnte erst mit der nächsten Hauptversammlung steuerwirksam beschlossen werden, und es könnte sein, dass eine erneute Zustimmung durch die Hauptversammlung der 4SC AG nicht erfolgt. Dies könnte bedeuten, dass beide Gesellschaften auf Steuerebene nicht mehr konsolidiert werden dürfen, was sich wiederum negativ auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Gesellschaften auswirken könnte. Gleiches gilt auch für den Fall, dass z.B. ein neuer Gesellschafter der 4SC Discovery GmbH einen neuen BGAV nicht akzeptiert.

Andere Risiken

Andere Risiken, die den Umweltschutz, die IT-Sicherheit, die Beschaffung sowie generelle Sicherheitsbestimmungen betreffen, werden als nicht signifikant eingeschätzt. 4SC hat organisatorische Vorkehrungen getroffen, um den entsprechenden Vorschriften nachzukommen und die internen Prozesse zu steuern.

6.2.7 Gesamtbeurteilung der Risikosituation

Trotz aller genannten Risiken sind aus heutiger Sicht keine Faktoren erkennbar, welche den kurzfristigen Fortbestand von 4SC im Geschäftsjahr 2013 gefährden könnten. Das Unternehmen ist davon überzeugt, dass trotz der identifizierten Risiken, die insbesondere mit der Wirkstoffentwicklung verbunden sind, die Chancen überwiegen. Dank der breiten und ausbalancierten Pipeline ist 4SC gut aufgestellt. Der Finanzmittelbestand zum 31. Dezember 2012 in Verbindung mit der aktuell prognostizierten weiteren Ausgaben- und Einnahmeplanung sichern die weitere Entwicklung der im Hauptfokus stehenden Programme und die Finanzierung des Unternehmens über die nächsten zwölf Monate hinaus. Bis dahin geht das Management davon aus, durch Partnerschaften weitere Liquiditätszuflüsse generieren zu können. Sollte dies nicht im erforderlichen Umfang gelingen, wäre der Fortbestand des Unternehmens mittelfristig gefährdet, wenn nicht zusätzliches Eigen- oder Fremdkapital eingeworben werden könnte.

6.3 Chancen von 4SC

Wertsteigerung durch Projektfortschritt

Kurz- bis mittelfristig können verschiedene Produkte von 4SC wichtige Meilensteine in der Entwicklung erreichen. Dies wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach positiv auswirken, sowohl auf die Bewertung der einzelnen Programme als auch auf den Gesamtwert der Gesellschaft. Dies gilt vor allem, wenn Wirkstoffe in die klinische Entwicklung eintreten oder eine Studienphase erfolgreich abschließen.

Mehrere Programme aus einem Kandidaten

Forschungs- und Entwicklungsprogramme von 4SC haben in der Vergangenheit mehrfach gezeigt, dass ein einzelner Wirkstoff wie eine ganze Plattform wirken kann. Daraus können verschiedene Programme mit diversen Produkten für unterschiedliche Indikationsgebiete entstehen. Dies kann zu einer jeweils kurzfristigen Erweiterung der Produktpipeline und somit zu einer weiteren Risikodiversifizierung sowie zu einer Potenzial- und Wertsteigerung führen. Ein Beispiel dafür ist der onkologische Wirkstoff Resminostat, der von 4SC in drei Indikationen - Leberkrebs (Hepatozelluläres Karzinom, HCC), Lymphdrüsenkrebs (Hodgkin Lymphom, HL) und Darmkrebs (Kolorektales Karzinom, CRC) - in klinischen Studien untersucht wird.

Wertsteigerung durch externe Partnerschaften und Lizenzierungen

4SC befindet sich in regelmäßigem und intensivem Austausch mit potenziellen Pharmapartnern. Pharmaunternehmen schließen Kooperationen und Lizenzpartnerschaften für neue Produkte heute in immer früheren Entwicklungsstadien ab. Mehrere Gründe tragen zu dieser Entwicklung bei. Einerseits laufen viele Patente zum Schutz bestehender Produkte aus, andererseits gab es bei Projektentwicklungen von Pharmafirmen diverse Fehlschläge. Partnerschaften zwischen Pharma- und Biotechnologieunternehmen werden darum zunehmend zugunsten der Biotechnologiebranche gestaltet. Von diesem Trend konnte 4SC bei der Lizenzvereinbarung mit Yakult Honsha für Resminostat profitieren. 4SC verfügt inzwischen vermehrt über Programme in den für Pharmaunternehmen interessanten Entwicklungsphasen. Derartige Partnerschaften können die Programme von 4SC zusätzlich validieren und - bspw. in Form von Lizenzeinnahmen, erhaltenen Vorab- und Meilensteinzahlungen sowie Umsatzbeteiligungen - das Geschäftsmodell des Unternehmens bestätigen und die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Unternehmens stärken.

Wertsteigerung durch zusätzliche Vermarktung der Forschung

Mit Etablierung der 4SC Discovery GmbH Ende 2011 als 100%ige Tochter der 4SC AG wurde beabsichtigt, den Forschungsbereich zusätzlich für Forschungsdienstleistungen, Forschungskooperationen sowie Partnerschaften mit Produkten in der Forschungsphase gegenüber externen Partnern besser zu positionieren. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten 68% des Konzernumsatzes durch diese Tochtergesellschaft erwirtschaftet werden. Lassen sich einer oder mehrere dieser kommerziellen Aspekte weiterhin realisieren, kann dies die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage gegebenenfalls weiter spürbar stärken.

Übernahme

Große Pharmafirmen und Biotechnologieunternehmen haben nicht nur Interesse an der Einlizenzierung von Wirkstoffen in frühen oder fortgeschrittenen Entwicklungsphasen. In den vergangenen Jahren sind sie wiederholt dazu übergegangen, Unternehmen mit attraktiven Technologien oder Produkten direkt zu akquirieren. Die gezahlten Prämien gegenüber dem aktuellen Marktpreis sind meist signifikant. Davon könnten die Aktionäre der 4SC AG profitieren.

Lizenzeinnahmen durch Patente

Das sehr umfassende und gut positionierte Patentportfolio von 4SC kann zu zusätzlichen Lizenzeinnahmen führen, wenn Dritte im Rahmen ihrer eigenen Entwicklungen auf die Nutzung solcher Patentrechte angewiesen sind. Gewährt 4SC die Nutzung dieser Patentrechte, bringt das Lizenzgebühren ein und verbessert so die Finanz-, Ertrags- und Vermögenslage der Gesellschaft.

7. Nachtragsbericht

Im Jahr 2013 hat das Unternehmen an die Entwicklung des Geschäftsjahres 2012 angeknüpft. Im Segment Development wurde der Patentschutz für die onkologische Leitsubstanz Resminostat weiter gestärkt; das Segment Discovery & Collaborative Business konnte mit zwei Forschungspartnerschaften seinen positiven Kurs fortsetzen.

4SC erhält Schlüsselpatent für Krebswirkstoff Resminostat in Europa

Im Januar 2013 meldete das Unternehmen, dass es vom Europäischen Patentamt eine sogenannte "Intention to Grant"-Mitteilung zum Stoffpatent für den Krebswirkstoff Resminostat erhalten hat. Die Erteilung dieses wichtigen Patents für den gesamten europäischen Markt steht folglich unmittelbar bevor. Damit ist der weltweite Patentschutz für Resminostat in allen großen und wichtigen Märkten komplett: In China, Europa, Indien, Japan, Russland, Südkorea und den USA ist das Stoffpatent entweder bereits in Kraft bzw. steht dort die Erteilung unmittelbar bevor.

4SC Discovery GmbH und BioNTech AG starten langfristige Forschungspartnerschaft in der Krebstherapie

Die 100%ige Forschungstochter von 4SC hat im Februar 2013 mitgeteilt, dass sie mit der BioNTech AG, Mainz, zu Jahresbeginn eine umfassende Forschungszusammenarbeit im Bereich der Krebsmedizin gestartet hat. Der entsprechende Vertrag wurde bereits im Dezember 2012 unterzeichnet. In der auf drei Jahre angelegten Dienstleistungspartnerschaft wird die 4SC Discovery GmbH für das Mainzer Biopharmaunternehmen neue niedermolekulare Krebswirkstoffe für definierte therapeutische Zielmoleküle identifizieren und weiter optimieren. Die BioNTech AG wird diese dann in die weitere Entwicklung bringen. Die 4SC Discovery GmbH erhält dabei ein aufwandsabhängiges Dienstleistungsentgelt und erfolgsabhängige Zahlungen bei der Erreichung bestimmter Meilensteine sowie Beteiligungen am späteren Nettoumsatz der Produkte. Dies ist bereits die zweite strategische Partnerschaft der beiden Unternehmen.

4SC Discovery GmbH und LEO Pharma schließen Forschungs- und Lizenzvereinbarung

Im Februar 2013 hat die 4SC Discovery GmbH mit der LEO Pharma A/S, Ballerup, Dänemark, eine umfassende Forschungs- und Lizenzvereinbarung im Bereich der Therapie von chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen geschlossen. Ziel der Vereinbarung ist die Erforschung, Entwicklung und Kommerzialisierung eines neuen, oral verabreichten Wirkstoffs zur Behandlung von Psoriasis (Schuppenflechte). Im Rahmen der Kooperation erhält die 4SC Discovery GmbH eine Vorabzahlung in Höhe von 1 Mio. € und zusätzliche Mittel für die weiteren Forschungs- und Entwicklungsarbeiten. LEO Pharma A/S bekommt eine exklusive Option auf die Einlizenzierung der weltweiten Rechte zur Vermarktung und Kommerzialisierung des Wirkstoffs. Macht LEO Pharma von dieser Option Gebrauch, so hat 4SC Discovery GmbH Anspruch auf eine Meilensteinzahlung von bis zu 3 Mio. € und auf weitere Zahlungen von bis zu 92 Mio. € beim Erreichen bestimmter Entwicklungsmeilensteine sowie auf Beteiligungen an den späteren Verkaufserlösen im bis zu zweistelligen Prozentbereich.

Vorstandsvorsitzender Dr. Ulrich Dauer legt Mandat zum 31. März 2013 nieder; Finanzvorstand Enno Spillner tritt die Nachfolge an

Am 6. März 2013 gab das Unternehmen bekannt, dass Dr. Ulrich Dauer sein Mandat als Mitglied des Vorstands und Vorstandsvorsitzender der 4SC AG aus persönlichen Gründen zum 31. März 2013 niederlegen wird. Nachfolger wird Enno Spillner, der bereits seit dem Jahr 2005 Finanzvorstand der 4SC AG ist und in Zukunft beide Positionen ausüben wird. Enno Spillner wurde vom Aufsichtsrat mit Wirkung zum 1. April 2013 für drei Jahre zum Vorstandsvorsitzenden und Finanzvorstand bestellt.

Verlustanzeige nach § 92 Abs. 1 AktG bei der 4SC AG

Am 12. März 2013 teilte die 4SC AG mit, dass nach HGB-Rechnungslegungsgrundsätzen bei der 4SC AG ein Verlust in Höhe der Hälfte des Grundkapitals im Monat März eingetreten ist. Ursächlich hierfür sind die im Rahmen des Geschäfts der 4SC AG in der Medikamentenentwicklung aufgelaufenen planmäßigen operativen Verluste. Ein Verlust in Höhe der Hälfte des Grundkapitals löst nach § 92 Abs. 1 AktG eine gesetzliche Pflicht zur Einladung der Aktionäre zu einer Hauptversammlung aus, in welcher dieser Sachverhalt angezeigt wird. Der Vorstand der 4SC AG beabsichtigt, in der für den 2. Mai 2013 geplanten ordentlichen Hauptversammlung dies anzuzeigen und die Lage der Gesellschaft zu erörtern.

8 Prognosebericht

Die nachfolgenden Absätze enthalten Prognosen und Erwartungen über zukünftige Entwicklungen. Die tatsächlichen Ergebnisse können wesentlich von den Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen, wenn eine der genannten oder andere Unsicherheiten eintreten oder sich die den Aussagen zugrunde liegenden Annahmen als unzutreffend erweisen.

8.1 Entwicklung des Umfelds

Für 2013 erwarten die Wirtschaftsforscher ein moderates globales Wachstum. Die Weltwirtschaft wird im laufenden Jahr laut der Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) um 3,6% zulegen und damit das Wachstum von 2012 (+3,3%) leicht übertreffen. Die Einschätzungen des IWF beinhalten die Annahme einer sich sukzessive entspannenden europäischen Staatsschuldenkrise. Wachstumsmotor werden wiederum die Schwellenländer sein. Für diese rechnet der IWF mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 5,6%. Insbesondere für China wird für 2013 dank Konjunkturmaßnahmen der Regierung wieder ein stärkeres Wachstum (8,2% nach 7,8% in 2012) erwartet. Größte Herausforderung für die Weltwirtschaft bleibt die Staatschuldenkrise in der Eurozone, für die weiterhin nachhaltige Lösungsansätze fehlen. Allerdings gehen die Wirtschaftsforscher davon aus, dass sich die Lage in den Euro-Peripherieländern wie Italien und Spanien, die sich derzeit noch in der Rezession befinden, in der zweiten Jahreshälfte aufgrund einer möglichen Lockerung der Sparvorgaben verbessern könnte. Deutschland erreicht nach Prognosen der Bundesregierung 2013 ein Wachstum von 0,4%. Besser als in Europa wird sich voraussichtlich die Wirtschaft in den USA entwickeln. Hier könnte das Wachstum in 2013 laut IWF bei 2,1% liegen. Insgesamt wird das Wachstum der Industriestaaten mit voraussichtlich 1,5% relativ niedrig bleiben.

Die Erwartungen an die Entwicklung der Biotechnologie-Branche für das Jahr 2013 sind grundsätzlich positiv. Marktteilnehmer sehen gute Chancen, dass sich die positive Branchen-Entwicklung aus 2012 bei Marktzulassungen, klinischen Erfolgen und der guten Kapitalmarkt-Performance fortsetzen könnte. Dieser Optimismus fußt auf einer Vielzahl anstehender Zulassungsentscheidungen sowie erwarteter klinischer Ergebnisse. So stand laut dem Branchendienst BioCentury bereits zu Jahresbeginn fest, dass die US-amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde FDA (Food and Drug Administration) im Jahresverlauf mindestens 30 Entscheidungen über Marktzulassungen treffen wird. Zudem dokumentiert BioCentury für 2013 insgesamt 98 anstehende zulassungsrelevante Meilensteine bzw. Phase-III-Studienergebnisse in der Branche. Investoren erwarten im Jahr 2013 wieder einen stärkeren Trend zu Investments in Biotech-Unternehmen mit niedrigerer Marktkapitalisierung, nachdem 2012 vor allem große Biotechfirmen mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 5 Mrd. US-$ bei Aktienkäufern gefragt waren. Dieser Trend hat bereits im Januar 2013 spürbar eingesetzt. In einer Umfrage favorisieren Investoren zudem vor allem Unternehmen der Sektoren Onkologie, Antibiotika und Seltene Krankheiten (Orphan Diseases).

Auch in Deutschland blickt die Biotechnologie-Industrie relativ optimistisch in die Zukunft. Gemäß einer zu Jahresbeginn 2013 veröffentlichten Umfrage des Branchenverbands BIO Deutschland beurteilen die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage deutlich positiver als im Vorjahr. Ihre Investitionsbereitschaft stieg sogar auf den höchsten Wert seit Beginn der Befragung im Jahr 2006.

8.2 Unternehmensausblick

Für das Jahr 2013 erwartet 4SC Daten aus mehreren klinischen Studien der Phasen I und II. Ferner laufen Vorbereitungen für fortgeschrittene klinische Studien, um insbesondere die beiden am weitesten fortgeschrittenen klinischen Produkte Resminostat und Vidofludimus -gemeinsam mit Partnern - auf dem Weg zur Marktreife weiter voranzubringen.

Für den Krebswirkstoff Resminostat ist nach den im September 2012 veröffentlichten hervorragenden Ergebnissen zum Gesamtüberleben bei fortgeschrittenem Leberkrebs (HCC) das Datenpaket der Phase-II-SHELTER-Studie weitestgehend komplett. Nach dem Ende 2012 erfolgten Datenbankschluss steht für 2013 noch die Veröffentlichung der weiterführend ausgewerteten Studienergebnisse inklusive der Analyse von Patientensubgruppen und der Biomarkerstudien aus; beides soll auf wissenschaftlichen Konferenzen im Jahresverlauf erfolgen. Aufgrund der hervorragenden bisherigen Studienergebnisse bei fortgeschrittenem Leberkrebs strebt 4SC - gemeinsam mit dem exklusiv für Japan zuständigen Partner Yakult Honsha und einem noch zu identifizierenden internationalen Partner - eine zügige Zulassung in dieser Indikation an. Ein Kernelement unserer Entwicklungsstrategie wird es sein, die Marktzulassung für Resminostat in einer Kombinationsbehandlung mit Sorafenib in der Zweitlinientherapie von fortgeschrittenem Leberkrebs durch eine internationale Phase-III-Studie zu erreichen. Das geplante Design der Studie wurde im Rahmen von Beratungsgesprächen mit Behörden in Europa und den USA bereits erfolgreich abgestimmt. Gleichzeitig beabsichtigt 4SC, durch weitere klinische Studien auch eine Zulassung in der Erstlinienbehandlung von Leberkrebs in der Kombinationsbehandlung mit Sorafenib zu erreichen und damit die Marktchancen von Resminostat in dieser Indikation weiter deutlich zu erhöhen. Nach der bereits 2011 mit Yakult Honsha eingegangenen Lizenzvereinbarung zur Entwicklung und Vermarktung von Resminostat in Japan befindet sich 4SC derzeit in Gesprächen mit möglichen internationalen Partnern für weitere Lizenz- und Entwicklungspartnerschaften für Resminostat. Des Weiteren arbeitet das Unternehmen aktuell an der Etablierung des Herstellungsprozesses in einem größeren Maßstab, um die benötigte Studienmedikation für Resminostat für die geplante Phase-III-Studie zu produzieren. Zudem müssen die Zulassungsbehörden vor dem offiziellen Start dieser Studie ihre formale Zustimmung erteilen. Nach Einschätzung des Vorstands der 4SC AG könnte der geplante Studienstart in der zweiten Jahreshälfte 2013 erfolgen. Voraussetzung hierfür ist, dass vorher ein Partner gefunden wird und die weiteren Studienvorbereitungen erfolgreich abgeschlossen werden.

In der laufenden Phase-I/II-SHORE-Studie, in der Resminostat in Kombination mit der FOLFIRI Chemotherapie in der Indikation Darmkrebs untersucht wird, erwartet 4SC in den kommenden 12-18 Monaten die Daten zur klinischen Wirksamkeit. Erste Zwischenergebnisse zur Wirksamkeit liegen möglicherweise bereits Ende 2013 vor. Im Phase-II-Teil der SHORE-Studie, der nach Einschätzung des 4SC-Vorstands noch im ersten Halbjahr 2013 starten kann, wird die Wirksamkeit der Resminostat-FOLFIRI-Kombination untersucht. Zum Verlauf des Phase-I-Teils der Studie konnten Ende 2012 positive Zwischenergebnisse zur Sicherheit, Verträglichkeit und Pharmakokinetik der Wirkstoffkombination vermeldet werden.

Für Vidofludimus, den Hauptwirkstoff des Unternehmens im Bereich Autoimmunerkrankungen, strebt 4SC aufbauend auf den guten Ergebnissen einer Phase-IIa-Studie in chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen den Start einer klinischen Phase-IIb-Studie in der Indikation Morbus Crohn an. Das Design der geplanten Studie wurde bereits fertiggestellt und mit den internationalen Zulassungsbehörden erfolgreich abgestimmt. Derzeit konzentrieren sich die Aktivitäten auf die Suche nach einem geeigneten Partner, mit dessen Unterstützung die Studie durchgeführt werden soll.

Mit 4SC-202 und 4SC-205 erprobt das Unternehmen aktuell zwei weitere vielversprechende Krebswirkstoffe in laufenden klinischen Phase-I-Tests. Die Phase-I-Dosisfindungsstudie "TOPAS" mit dem epigenetischen Wirkstoff 4SC-202 bei Patienten mit fortgeschrittenen hämatologischen Tumoren ist bereits weit vorangeschritten. Aufgrund der sehr guten Verträglichkeit des Wirkstoffs werden gegenwärtig zusätzliche Dosierungen geprüft. Das Unternehmen geht aktuell davon aus, in der zweiten Jahreshälfte 2013 - nach Ermittlung der bestmöglichen Behandlungsdosierung - die Ergebnisse zu veröffentlichen.

Auch die laufende Phase-I-AEGIS-Studie mit dem Wirkstoff 4SC-205 - dem nach Kenntnis von 4SC einzigen oralen Eg5-Kinesin-Inibitor in klinischen Studien weltweit - bei Patienten mit soliden Tumoren sieht das Unternehmen auf einem guten Weg. Nachdem im Dezember 2012 vielversprechende Ergebnisse zu Sicherheit, Verträglichkeit, Pharmakokinetik und Biomarkern vermeldet werden konnten, wurde eine Studienerweiterung ("Study Amendment") gestartet, um die Substanz in einem neuen, innovativen Dosierungsschema zu testen. Ergebnisse des erweiterten Studienprotokolls der AEGIS-Studie werden gegen Mitte 2013 erwartet.

4SC strebt Lizenzpartnerschaften mit Unternehmen aus der Pharma- und Biotechnologie-Industrie an, um die klinischen Entwicklungsprogramme, insbesondere die Leitwirkstoffe Resminostat und Vidofludimus gezielt bis zur Marktreife weiterzuentwickeln. Dadurch sollen - beispielsweise über Vorab-, Meilensteinzahlungen und Umsatzbeteiligungen -Mittelzuflüsse erzielt werden und 4SC auch am weiteren Entwicklungserfolg der Substanzen beteiligt werden. Angesichts der vielversprechenden bisherigen Studienergebnisse mit beiden Wirkstoffen sieht das Unternehmen dem Fortgang der Gespräche mit potenziellen Partnern weiter optimistisch entgegen.

Die Konzerntochter 4SC Discovery GmbH strebt den Abschluss weiterer Dienstleistungsvereinbarungen und Forschungskooperationen mit Pharma- und Biotechnologie-Unternehmen an. Zudem beabsichtigt die 4SC Discovery GmbH weitere Lizenzpartnerschaften im Frühphasenstadium (sog. Early-Stage Partnering Deals) zur Entwicklung und Kommerzialisierung ihrer eigenen Forschungsprogramme voranzutreiben. Neben unmittelbaren Mittelzuflüssen beabsichtigt die 4SC Discovery GmbH dabei, auch am weiteren Entwicklungserfolg ihrer Projekte - beispielsweise durch Meilensteinzahlungen und Umsatzbeteiligungen - zu partizipieren.

Zum Ende des Geschäftsjahres 2012 verfügte der 4SC-Konzern über einen Finanzmittelbestand von 12.064 T €. Diese bestehenden finanziellen Mittel sichern in Verbindung mit der aktuell vorgesehenen weiteren Ausgaben- und Einnahmenplanung die Finanzierung des Unternehmens bis ins dritte Quartal 2014. Diese Prognose beruht auf den Annahmen, dass der operative Barmittelverbrauch im Jahr 2013 in etwa bei 0,6 Mio. € pro Monat liegen wird und dass die Forschungs- und Entwicklungsprogramme des Unternehmens planmäßig verlaufen. Unabhängig von der Annahme weiterhin steigender Umsätze für das folgende Jahr 2013, rechnet 4SC kurz- und mittelfristig zwar mit einem negativen Ergebnis, allerdings werden die Forschungs- und Entwicklungskosten 2013 nach derzeitigem Planungsstand niedriger als 2012 liegen. Der Grund hierfür ist unter anderem die reduzierte Zahl an laufenden klinischen Studien. Zudem sollte sich das operative Ergebnis des Konzerns aufgrund der zurückgehenden Kosten und der erwarteten steigenden Ergebnisbeiträge aus den Kooperationsaktivitäten der 4SC Discovery GmbH (Segment Discovery & Collaborative Business) gegenüber 2012 weiter verbessern.

Aufgrund der guten operativen Entwicklung der 4SC Discovery GmbH in 2012, die sich auch im bisherigen Jahresverlauf 2013 fortgesetzt hat, erwartet der Vorstand der 4SC AG, dass die 100%ige Tochtergesellschaft 4SC Discovery GmbH - im Falle einer weiterhin positiven Entwicklung von Aufträgen und noch abzuschließenden Partnerschaften - bereits 2013 einen ausgeglichenen operativen Cashflow erzielen kann. Auf mittlere Sicht besteht für die 4SC Discovery GmbH das Ziel, die operative Forschung aus dem laufenden Geschäft selbst zu finanzieren, die Profitabilität zu erreichen und somit zur Finanzierung des gesamten Konzerns beizutragen.

Im Falle von erfolgreichen Forschungs- und Entwicklungskooperationen geht der Vorstand davon aus, dass im Konzern die Umsatzerlöse und sonstigen Erträge im Geschäftsjahr 2014 im Vergleich zu 2013 steigen werden. Das Ergebnis könnte sich somit im Geschäftsjahr 2014 weiter verbessern, wobei die Aufwendungen die Erträge voraussichtlich weiterhin übersteigen werden.

Für den Fall, dass durch die geplanten operativen Einnahmen, insbesondere in Form von Kooperationen oder Partnerschaften, keine ausreichenden zusätzlichen Liquiditätszuflüsse generiert werden können, wäre der darüber hinausgehende Kapitalbedarf durch die Aufnahme von weiterem Eigen- und/oder Fremdkapital zu decken, um den mittel- und langfristigen Fortbestand der Gesellschaft zu sichern.

Insgesamt sieht sich 4SC aufgrund der vielversprechenden klinischen Entwicklungsprogramme und der in der 4SC Discovery GmbH gebündelten Stärke im Bereich der Frühphasenforschung sehr gut für das Jahr 2013 und darüber hinaus positioniert.

9 Geschäftsverlauf der 4SC AG

Der Lagebericht der 4SC AG und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2012 sind nach § 315 Abs. 3 HGB in Verbindung mit § 298 Abs. 3 HGB zusammengefasst. Ergänzend zur Berichterstattung über den 4SC-Konzern erläutern wir die Entwicklung der 4SC AG. Der zusammengefasste Lagebericht umfasst grundsätzlich auch alle gesetzlich verpflichtenden Bestandteile für die 4SC AG.

Die 4SC AG ist das Mutterunternehmen des 4SC-Konzerns und hat ihren Sitz in Planegg-Martinsried. Sie arbeitet operativ im Bereich der klinischen Entwicklung von neuen Wirkstoffen und erzielte 2012 in diesem Geschäftsbereich etwas mehr als 30% des Konzernumsatzes. Wesentliche Leitungsfunktionen des Gesamtkonzerns liegen in der Verantwortung des Vorstands der 4SC AG. Er legt unter anderem die Konzernstrategie fest, verteilt Ressourcen wie beispielsweise Investitionsmittel und verantwortet das Führungskräfte- und das Finanzmanagement. Der Vorstand der 4SC AG bestimmt auch die Kommunikation mit wichtigen Zielgruppen des Unternehmens, insbesondere mit dem Kapitalmarkt und den Aktionären. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der 4SC AG entsprechen im Wesentlichen denen des Konzerns und werden im Kapitel 2 des zusammengefassten Lageberichts angegeben. Zum 31. Dezember 2012 beschäftigte die 4SC AG insgesamt 62 Mitarbeiter inklusive vier Vorstandsmitgliedern. Der Jahresabschluss der 4SC AG ist nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt.

9.1 Ertragslage der 4SC AG nach HGB

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse der 4SC AG betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr 1.396 T € und konnten damit gegenüber dem Vorjahr (2011: 780 T €) um knapp 80% gesteigert werden.

Die Umsätze setzten sich aus der ratierlichen Auflösung des Umsatzabgrenzungspostens für die im Jahr 2011 für Resminostat geschlossene Partnerschaft mit Yakult Honsha Co. Ltd., Japan, in Höhe von 894 T € (2011: 637 T €) und aus Weiterbelastungen an Kooperationspartner der 4SC AG in Höhe von 502 T € (2011: 98 T €) zusammen.

Sonstige betriebliche Erträge

Auch die sonstigen betrieblichen Erträge der 4SC AG erhöhten sich deutlich um 88% auf 2.002 T € (2011: 1.063 T €). Dieser Anstieg ist im Wesentlichen auf die Erträge aus Weiterberechnungen an verbundene Unternehmen - resultierend aus dem laufenden Verrechnungsverkehr an die 4SC Discovery GmbH, z.B. in Form von weiterbelasteten Personal- und Projektkosten - zurückzuführen. Ein gegenläufiger Effekt resultierte aus verminderten Investitionszuschüssen sowie geringeren Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen.

Personalaufwand

Der 30%ige Rückgang des Personalaufwands der 4SC AG auf 4.469 T € (2011: 6.367 T €) ist im Wesentlichen auf die Ausgliederung des Betriebsteils "Forschung" in die eigene Unternehmung 4SC Discovery GmbH zum 1. Januar 2012 zurückzuführen.

Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen

Die Zunahmen der Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen auf 1.473 T € (2011: 1.343 T €) wurde durch zwei gegenläufige Faktoren in Folge des Vermögensübertrags auf die 4SC Discovery GmbH beeinflusst. Einerseits wurden durch die teilweise Übertragung von Anlagevermögen in die 4SC Discovery GmbH die Abschreibungen in der 4SC AG gemindert. Andererseits erfolgte im Zuge der Übertragung die außerplanmäßige Abwertung eines erworbenen Patents im Anlagevermögen der 4SC AG.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen der 4SC AG, deren wesentliche Posten Fremdarbeiten von externen und von verbundenen Unternehmen, Rechts- und Beratungskosten, Raumkosten sowie Kosten für Investor Relations sind, konnten um 25% reduziert werden auf 10.248 T € (2011: 13.662 T €). Dieser Rückgang resultiert maßgeblich aus zwei sich ergänzenden Faktoren: Zum einen fielen im Berichtsjahr aufgrund der Ausgliederung der 4SC Discovery GmbH sämtliche Kosten, die im Zusammenhang mit der Frühphasenforschung standen, nicht mehr in der 4SC AG an.

Zum anderen sind im Berichtsjahr die bezogenen Fremdleistungen gesunken. Dies begründet sich maßgeblich durch die im Vergleich zum Vorjahr geringere Zahl laufender klinischer Studien und dem entsprechend gesunkenen Aufwand in diesem Zusammenhang; dieser Kostenrückgang konnte die im Berichtsjahr gestiegenen Vorbereitungsaufwendungen für die geplanten Phase-II- und Phase-III-Studien mit den am weitesten fortgeschrittenen klinischen Entwicklungskandidaten überkompensieren.

Finanzergebnis

Das Finanzergebnis der 4SC AG minderte sich auf 230 T € (2011: 278 T €) und resultiert aus geringeren Zinserträgen.

Aufwendungen aus Verlustübernahme

Aus dem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag, aufgrund dessen die 4SC AG seit diesem Berichtsjahr das Ergebnis der 4SC Discovery GmbH übernimmt, war ein Verlust über 2.712 T € zu verzeichnen.

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit wurde auf - 15.274 T € reduziert - einen Verbesserung um 21% gegenüber dem Vorjahr (2011: - 19.251 T €)

Außerordentliches Ergebnis

Das im Berichtsjahr erzielte außerordentliches Ergebnis in Höhe von 9.064 T € (2011: 0 T €) resultiert aus der Aufdeckung der stillen Reserven im Zusammenhang mit der Sacheinlage in die 4SC Discovery GmbH

Jahresergebnis

Aufgrund der beschriebenen Entwicklungen wurde der Jahresfehlbetrag der 4SC AG um 13.631 T € auf 6.220 T € (2011: 19.851 T €) gemindert. Ergänzt um den Verlustvortrag aus dem Vorjahr in Höhe von 98.186 T € beträgt der Bilanzverlust 104.406 T €.

9.2 Vermögenslage der 4SC AG nach HGB

Anlagevermögen

Trotz planmäßiger Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen bei gleichzeitig geringen Neuinvestitionen erhöhte sich das Anlagevermögen der 4SC AG zum Bilanzstichtag gegenüber dem Vorjahr auf 23.116 T € (2011: 12.631 T €). Dieser Anstieg resultiert im Wesentlichen aus zwei gegenläufigen Faktoren, die im Zusammenhang mit der 4SC Discovery GmbH stehen: Im Rahmen des Vermögensübertrags auf die 4SC Discovery GmbH wurde das Sachanlagevermögen in der 4SC AG reduziert und ein erworbenes Patent abgewertet. Die Stärkung der Finanzanlagen erfolgt aufgrund der Einbringung des Teilbetriebs "Forschung" in die 4SC Discovery GmbH und der damit verbundenen Aufdeckung von stillen Reserven in Höhe von 9.064 T € und aus Ausleihungen an die Tochtergesellschaft.

Umlaufvermögen

Der erwartungsgemäße Rückgang des Umlaufvermögens auf 14.176 T € zum Berichtsjahresende (31. Dezember 2011: 16.772 T €) war im Wesentlichen bedingt durch den Rückgang des Finanzmittelbestands. Dieser umfasst die Positionen Wertpapiere sowie Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten. In Summe war in diesen beiden Posten - aufgrund des Verlustes aus dem operativen Geschäft der 4SC AG - ein Rückgang auf 11.932 T € (31. Dezember 2011: 15.769 T €) zu verzeichnen.

Eigenkapital

Der Anstieg des Eigenkapitals auf 27.634 T € zum 31. Dezember 2012 (31. Dezember 2011: 21.248 T €) wurde von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Positiv wirkte die im Juli 2012 abgeschlossene Kapitalmaßnahme, aufgrund derer sich das Grundkapital um 8.404 T € auf 50.372 T € (31. Dezember 2011: 41.968 T €) und das Agio um 4.202 T € auf 81.668 T € (31. Dezember 2011: 77.466 T €) verbesserte. Gleichzeitig stieg die Anzahl der Aktien um 8.403.510 von 41.968.304 auf 50.371.814 Stück. Einen teilweise gegenläufigen Effekt hatte das mit 6.220 T € negative Jahresergebnis, welches den Bilanzverlust auf 104.406 T € (31. Dezember 2011: - 98.186 T €) erhöhte.

Die Eigenkapitalquote erhöhte sich um 1,9 Prozentpunkte auf 73,7% (31. Dezember 2011: 71,8%) zum Bilanzstichtag.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen reduzierten sich um 38% auf 1.171 T € (2011: 1.881 T €). Dies lag vor allem an der geminderten Inanspruchnahme von wissenschaftlichen Fremdleistungen.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten erhöhten sich auf 8.685 T € zum 31. Dezember 2012 (31. Dezember 2011: 6.461 T €). Aufgrund des am 6. August 2012 rückwirkend zum 1. Januar 2012 abgeschlossenen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags mit der 4SC Discovery GmbH wurde der Verlust der 4SC Discovery GmbH in Höhe von 2.712 T € (31. Dezember 2011: 0 T €) übernommen, hinzu kommen 161 T €, die aus dem laufenden Verrechnungsverkehr mit der Tochterfirma resultieren.

Bilanzsumme

Die Bilanzsumme der 4SC AG betrug zum 31. Dezember 2012 37.501 T € und war somit aufgrund der beschriebenen Sachverhalte um 27% höher als zum Ende des vorangegangenen Geschäftsjahres (31. Dezember 2011: 29.590 T €).

9.3 Finanzlage der 4SC AG nach HGB

Cashflows aus der laufenden Tätigkeit

Der Mittelabfluss aus der laufenden Tätigkeit der 4SC AG lag im Berichtszeitraum 2012 bei 13.616 T € (2011: - 13.407 T €). Die Veränderung im Vergleich zu dem mit 15.274 T € (2011: - 19.251 T €) negativen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit resultiert im Geschäftsjahr wesentlich aus der Verlustübernahme gegenüber dem verbundenen Unternehmen 4SC Discovery GmbH.

Cashflows aus der Investitionstätigkeit

Die Mittelabflüsse aus der Investitionstätigkeit betrugen im Berichtsjahr 2.826 T € (2011: 3.438 T €). Im Berichtszeitraum wurde im Wesentlichen in die Finanzanlagen in Form der 4SC Discovery GmbH und in Darlehen für die 4SC Discovery GmbH investiert. Der Kauf und Verkauf von Finanzmittelanlagen generierte Mittelzuflüsse in Höhe von 3.012 T € (2011: 3.646 T €).

Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit

Die Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit im Berichtszeitraum in Höhe von brutto 12.605 T € (2011: 11.787 T €) resultierten aus der im Juli 2012 abgeschlossenen Kapitalerhöhung.

Finanzmittelbestand

Der Bestand des Finanzmittelfonds zum Bilanzstichtag betrug 5.932 T €. Weitere Gelder in Höhe von 6.000 T € waren in Wertpapieren angelegt. Daraus ergab sich zum 31. Dezember 2012 ein Finanzmittelbestand bei der 4SC AG in Höhe von 11.932 T € (31. Dezember 2011: 15.769 T €).

9.4 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Der wesentlichste wirtschaftliche Faktor für die 4SC AG, der sowohl die Senkung der Personalkosten als auch der sonstigen betrieblichen Aufwendungen positiv beeinflusst hat, ist in der Ausgliederung des Teilbereichs "Forschung" in die 4SC Discovery GmbH zu finden, die zum 1. Januar 2012 erfolgte. Ebenso konnten durch die in der klinischen Entwicklung erfolgte Konzentration auf die Werttreiber der 4SC AG im Jahr 2012 im Vergleich zum Vorjahr zusätzliche Aufwendungsrückgänge erzielt werden. Positiv wirkten sich ebenfalls die gestiegenen Erträge aus Entwicklungspartnerschaften sowie die sonstigen Erträgen aus. Aufgrund der Verlustübernahme in Höhe von 2.712 T € aus dem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages mit der 4SC Discovery GmbH ergaben sich jedoch zusätzliche Aufwendungen. Dem Entgegen wirken die außerordentlichen Erträge aus der Aufdeckung stiller Reserven über 9.064 T €, sodass der Verlust 2012 im Vorjahresvergleich deutlich vermindert wurde. Obwohl Bilanzsumme, Eigenkapitalausstattung und Finanzmittelbestand zum 31. Dezember 2012 unter den Vergleichswerten zum Vorjahresstichtag lagen, war innerhalb des Geschäftsjahres 2012 die Liquiditätsausstattung jederzeit hinreichend sichergestellt und die Finanzierung der Programme zu keiner Zeit gefährdet. Hierfür sorgten insbesondere die Mittelzuflüsse aus der im Juli 2012 abgeschlossenen Kapitalerhöhung. Die wirtschaftliche Entwicklung der 4SC AG in 2012 und bis zur Aufstellung des Lageberichts im Geschäftsjahr 2013 verlief planmäßig.

9.5 Ereignisse nach Ablauf des Geschäftsjahres

Die Ereignisse nach Ablauf des Geschäftsjahres finden sich in Kapitel 7 des zusammengefassten Lageberichts des 4SC-Konzerns.

9.6 Risiken und Chancen

Die Geschäftsentwicklung der 4SC AG unterliegt im Wesentlichen den gleichen Risiken und Chancen wie die des 4SC-Konzerns. An den Risiken der Beteiligungen und Tochterunternehmen partizipiert die 4SC AG grundsätzlich entsprechend ihrer jeweiligen Beteiligungsquote. Aus den Beziehungen zu den Beteiligungen und Tochtergesellschaften können zusätzlich aus gesetzlichen oder vertraglichen Haftungsverhältnissen (insbesondere Finanzierungen und Verlustübernahme gemäß dem geschlossenen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zwischen der 4SC AG und der 4SC Discovery GmbH) Belastungen resultieren. Die 4SC AG als Mutterunternehmen des 4SC-Konzerns ist eingebunden in das konzernweite Risikomanagementsystem. Weitere Informationen hierzu finden sich im Kapitel 6.1 des zusammengefassten Lageberichts. Die nach § 289 Abs. 5 HGB erforderliche Beschreibung des internen Kontrollsystems für die 4SC AG erfolgt ebenfalls im Kapitel 6.1.

9.7 Prognosebericht (Ausblick)

Die Erwartung für die weitere Geschäftsentwicklung der 4SC AG für die kommenden beiden Jahre ist im Wesentlichen identisch mit dem Ausblick des 4SC-Konzerns, der im Prognosebericht des Konzerns, Kapitel 6.8 ausführlich beschrieben wird. Die 4SC AG beabsichtigt, durch den Abschluss von Partnerschaften in Form von Entwicklungskooperationen sowie Lizenzvereinbarungen für ihre klinischen Entwicklungsprogramme Liquiditätszuflüsse und steigende Umsätze zu generieren. Die Forschungs- und Entwicklungskosten der 4SC AG werden nach derzeitigem Planungsstand für 2013 und 2014 unter dem Niveau des Berichtsjahres liegen, was unter anderem mit der weiter sinkenden Zahl an laufenden klinischen Studien korreliert, jedoch im Wesentlichen durch die Übertragung der frühen Forschungsaktivitäten auf die 4SC Discovery GmbH im Zusammenhang steht. Insgesamt rechnet auch die 4SC AG nach wie vor kurz- und mittelfristig mit einem negativen Jahresergebnis, welches bei der 4SC AG für 2013 und 2014 etwas schlechter als im Berichtszeitraum sein kann.

Zum Ende des Geschäftsjahres 2012 verfügte die 4SC AG über einen Finanzmittelbestand von 11.932 T €. Unter der Berücksichtigung der Aussagen im Konzernprognosebericht, Kapitel 8, und des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags mit der alleinigen 100%igen Tochtergesellschaft 4SC Discovery GmbH ist auch die Finanzierung der Muttergesellschaft 4SC AG bis ins dritte Quartal 2014 sichergestellt. Der Vorstand der 4SC AG weist vorsorglich darauf hin, dass für den Fall, dass durch die geplanten operativen Einnahmen durch die 4SC AG oder die 4SC Discovery GmbH, insbesondere in Form von Kooperationen oder Partnerschaften, keine ausreichenden zusätzlichen Liquiditätszuflüsse generiert werden können, der darüber hinausgehende Kapitalbedarf durch die Aufnahme von weiterem Eigen- und/oder Fremdkapital zu decken wäre, um den mittel- und langfristigen Fortbestand der Gesellschaft zu sichern.

Als Muttergesellschaft des 4SC-Konzerns erwartet die 4SC AG, von der erwarteten positiven Entwicklung des 4SC-Konzerns im Jahr 2013 und darüber hinaus profitieren zu können.

9.8 Veröffentlichung

Der nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und Aktiengesetzes erstellte Jahresabschluss der 4SC AG und der zusammengefasste Lagebericht werden im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

Konzern-Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2012

in T€ Anhang 2012 2011
Umsatzerlöse 4.1 4.353 780
Umsatzkosten 4.3 - 327 - 123
Bruttoergebnis vom Umsatz 4.026 657
Vertriebskosten 4.4 - 597 - 487
Forschungs- und Entwicklungskosten 4.5 - 12.909 - 15.012
Verwaltungskosten 4.6 - 3.916 - 3.962
Sonstige Erträge 4.7 30 11
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit - 13.366 - 18.793
Finanzergebnis
Ergebnisanteile an Beteiligungen nach der Equity-Methode 4.9 33 31
Finanzerträge 4.9 137 310
Finanzaufwendungen 4.9 - 11 - 32
Finanzergebnis 159 309
Ergebnis vor Steuern - 13.207 - 18.484
Aufwand aus Ertragsteuern 5. - 10 - 587
Jahresergebnis = Konzerngesamtergebnis - 13.217 - 19.071
Ergebnis je Aktie (unverwässert und verwässert; in €) 6. - 0,29 - 0,46

Siehe beigefügten Konzernanhang

Konzernbilanz - AKTIVA für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2012

in T€ Anhang 31.12.2012 31.12.2011
AKTIVA
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 7.1 12.223 13.574
Sachanlagen 7.2 787 1.065
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen 7.3 154 121
Sonstige Finanzanlagen 7.4 0 143
Sonstige Vermögenswerte 7.11 162 183
Langfristige Vermögenswerte 13.326 15.086
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorratsvermögen 7.5 22 25
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7.6 3.084 115
Forderungen gegen Beteiligungen 7.7 0 2
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 7.8 5.988 9.000
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 7.9 6.076 6.820
Steuererstattungsansprüche aus Ertragsteuern 7.10 127 69
Sonstige Vermögenswerte 7.11 444 721
Kurzfristige Vermögenswerte 15.741 16.752
Bilanzsumme 29.067 31.838

Konzernbilanz - PASSIVA für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2012

in T€ Anhang 31.12.2012 31.12.2011
Passiva
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 50.372 41.968
Agio 78.414 75.451
Rücklagen 1.762 1.632
Bilanzverlust - 108.735 - 95.518
Eigenkapital 7.12 21.813 23.533
Langfristige Schulden
Sonstige Schulden 7.16 180 313
Umsatzabgrenzungsposten 7.16 3.575 4.469
Langfristige Schulden 3.755 4.782
Kurzfristige Schulden
Schulden aus Lieferungen und Leistungen 7.13 584 705
Schulden gegenüber assoziierten Unternehmen 7.14 10 29
Rückstellungen 7.15 0 45
Sonstige Schulden 7.16 2.011 1.850
Umsatzabgrenzungsposten 7.16 894 894
Kurzfristige Schulden 3.499 3.523
Bilanzsumme 29.067 31.838

Siehe beigefügten Konzernanhang

Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2012

in T€ Anhang 2012 2011
Cashflows aus der betrieblichen Tätigkeit
Ergebnis vor Steuern - 13.207 - 18.484
Anpassungen für Posten der Gesamtergebnisrechnung
Abschreibungen 1.714 1.392
Finanzergebnis - 158 - 309
Aktienoptionen 130 313
Sonstige nicht zahlungswirksame Positionen - 31 25
Veränderungen der Bilanzposten
Vorratsvermögen 3 - 4
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - 2.969 166
Forderungen gegenüber Beteiligungen 2 - 2
Steuererstattungsansprüche aus Ertragsteuern - 58 180
Sonstige Vermögenswerte 298 38
Schulden aus Lieferungen und Leistungen - 121 - 263
Schulden gegenüber assoziierten Unternehmen - 19 0
Rückstellungen - 45 0
Sonstige Schulden 28 - 303
Umsatzabgrenzungsposten - 894 5.363
Erhaltene Zinsen 174 260
Gezahlte Zinsen - 11 - 1
Gezahlte Ertragsteuern - 10 - 600
Cashflows aus der betrieblichen Tätigkeit 8. - 15.174 - 12.229
Cashflows aus Investitionstätigkeit
Erwerb von Immateriellen Vermögenswerten - 51 - 465
Erwerb von Sachanlagen - 50 - 168
Verkauf von Sachanlagen 10 0
Verkauf von Beteiligungen 142 0
Erwerb von Finanzinvestitionen - 5.988 - 17.500
Verkauf von Finanzinvestitionen 9.000 21.146
Cashflows aus Investitionstätigkeit 8. 3.063 3.013
Cashflows aus Finanzierungstätigkeit
Einzahlungen aus der Erhöhung des Gezeichneten Kapitals 8.404 3.465
Einzahlungen in das Agio 2.963 7.615
Cashflows aus Finanzierungstätigkeit 8. 11.367 11.080
Nettoveränderung der Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente - 744 1.864
+ Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu Beginn der Periode 6.820 4.956
\= Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Periode 6.076 6.820

Die Kapitalflussrechnung wurde nach den Vorschriften des IAS 7 aufgestellt.

Siehe beigefügten Konzernanhang

Konzern-Eigenkapitalentwicklung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2012

in T€ Rücklagen
Konzern-

anhang
Gezeichnetes

Kapital
Agio Rücklage

Aktienoptionen
Gewinn-

rücklage
Bilanzverlust Gesamt
--- --- --- --- --- --- --- ---
Saldo zum 01.01.2011 38.503 67.836 1.251 67 - 76.447 31.210
Ausgegebene Optionen (ESOP 2004/2006/1) 1 1
Ausgegebene Optionen (ESOP 2006/2007) 1 1
Ausgegebene Optionen (ESOP 2006/2008) 8 8
Ausgegebene Optionen (ESOP 2009/2009) 299 299
Ausgegebene Optionen (ESOP 2009/2010) 5 5
Kapitalerhöhung 24.02.2011 3.452 7.580 11.032
Mitarbeiteraktien 12.05.2011 13 35 48
Konzern-Gesamtergebnis 2011 - 19.071 - 19.071
Konzern-Jahresergebnis 2011 - 19.071 - 19.071
Saldo zum 31.12.2011 41.968 75.451 1.565 67 - 95.518 23.533
Saldo zum 01.01.2012 41.968 75.451 1.565 67 - 95.518 23.533
Ausgegebene Optionen (ESOP 2006/2008) 2 2
Ausgegebene Optionen (ESOP 2009/2009) 119 119
Ausgegebene Optionen (ESOP 2009/2010) 5 5
Ausgegebene Optionen (ESOP 2009/2011) 4 4
Kapitalerhöhung 03.07.2012 7.12 8.404 2.963 11.367
Konzern-Gesamtergebnis 2012 - 13.217 - 13.217
Konzern-Jahresergebnis 2012 - 13.217 - 13.217
Saldo zum 31.12.2012 50.372 78.414 1.695 67 - 108.735 21.813

Weitere Erläuterungen zu Bestandteilen und Entwicklung des Eigenkapitals finden sich im Konzernanhang unter Punkt "7.12 Eigenkapital".

Siehe beigefügten Konzernanhang

Konzernanhang zum 31. Dezember 2012

1. ALLGEMEINE ANGABEN

1.1 Mutterunternehmen

Der Konzernabschluss von 4SC umfasst die 4SC AG als Mutterunternehmen mit Sitz in 82152 Planegg-Martinsried, Am Klopferspitz 19a, die im Handelsregister des Amtsgerichts München unter HRB Nr. 132917 eingetragen ist, und die im Wege der Vollkonsolidierung einbezogene 100%ige Tochtergesellschaft:

4SC Discovery GmbH, Planegg-Martinsried, Deutschland

Ein Handelsregisterauszug vom 8. Januar 2013 mit der letzten Eintragung vom 3. September 2012 lag vor. Es gilt die Satzung in der Fassung vom 6. August 2012.

Die Aktien der 4SC AG sind unter dem Börsenkürzel VSC, der Wertpapierkennnummer 575381 und der ISIN DE0005753818 im Prime Standard-Segment des regulierten Marktes der Frankfurter Wertpapierbörse notiert.

Gegenstand der 4SC AG ist die Identifizierung, Erforschung und Optimierung von Wirkstoffen sowie die Entwicklung, Anwendung und Vermarktung von Chemie-, Biotechnologie- und Computerverfahren.

Die 4SC AG ist berechtigt, alle Geschäfte vorzunehmen, die für die Erreichung des Gesellschaftszwecks dienlich sind und diesen fördern. Sie darf zu diesem Zweck auch andere Unternehmen im In- und Ausland gründen, erwerben oder sich an diesen beteiligen und deren Geschäftsführung übernehmen, Unternehmen oder Betriebe pachten, Unternehmensverträge, insbesondere Gewinnabführungs- und Beherrschungsverträge, abschließen sowie Zweigniederlassungen und Filialen im In- und Ausland errichten.

1.2 Konsolidierungskreis / einbezogene Unternehmen

Die 4SC AG konsolidiert die 4SC Discovery GmbH (zusammen der Konzern bzw. 4SC) als verbundenes Unternehmen gemäß IAS 27.

Die 4SC Discovery GmbH wurde am 14. Dezember 2011 im Handelsregister München eingetragen und hat am 1. Januar 2012 ihre Geschäftstätigkeit aufgenommen. Geschäftszweck dieser Gesellschaft ist die Identifizierung, Erforschung und Optimierung neuer Wirkstoffe und Therapeutika sowohl in Form von Forschungsdienstleistungen als auch von eigenentwickelten Wirkstoffen sowie die Entwicklung und Vermarktung innovativer Chemie-, Biotechnologie- und Computersimulationsverfahren für die Wirkstoffentwicklung. Die Gesellschaft ist in den Räumen der 4SC AG untergebracht. In Form einer Sachkapitalerhöhung wurden die materiellen und immateriellen Vermögenswerte der Forschungsaktivitäten der 4SC AG in die Tochtergesellschaft eingebracht. Dazu zählen unter anderem die Projekte und Produkte inklusive der zugehörigen Patentrechte, für die noch kein formeller Entwicklungskandidat (Early Development Candidate, EDC) benannt wurde sowie die 4SC-eigenen Modelling-, Screening- und Discovery-Technologien zur Wirkstoffentdeckung und -optimierung. Insgesamt wechselten zum 1. Januar 2012 28 Mitarbeiter von der 4SC AG in die 4SC Discovery GmbH.

Darüber hinaus werden im vorliegenden Abschluss die folgenden Unternehmen berücksichtigt:

Unternehmen / Sitz Bewertet als Bewertet gem.
quattro research GmbH, Planegg-Martinsried assoziiertes Unternehmen IAS 28
Quiescence Technologies LLC, Melbourne, Florida, USA Beteiligung IAS 39

1.3 Änderungen des Konsolidierungskreises

Zum 8. Oktober 2012 wurde die Beteiligung an der Nexigen GmbH, Köln, in Höhe von 1,76% vollständig veräußert. Diese Beteiligung wurde seit Mai 2008 gemäß IAS 39 als Finanzanlage "Available-for-sale" ausgewiesen. Die Bewertung erfolgte bis zur Veräußerung gemäß IAS 39.43 zum beizulegenden Zeitwert.

1.4 Freigabe des Abschlusses

Der Konzernabschluss wurde durch den Vorstand am 4. März 2013 zur Veröffentlichung freigegeben. Der Aufsichtsrat ist berechtigt, den Konzernabschluss nach erfolgter Freigabe durch den Vorstand zu ändern.

2. ZUSAMMENFASSUNG DER WESENTLICHEN BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

2.1 Grundlagen für die Aufstellung des Konzernabschlusses

Der vorliegende Konzernabschluss wurde gemäß § 315a Handelsgesetzbuch (HGB) in Übereinstimmung mit den Rechnungslegungsvorschriften der International Financial Reporting Standards (IFRS) - wie sie von der EU übernommen wurden - nach den Vorgaben des International Accounting Standards Boards (IASB) erstellt. Die Empfehlungen des Standing Interpretations Committees (SIC) und des International Financial Reporting Interpretations Committees (IFRIC) wurden berücksichtigt. Dabei wurden alle von der Europäischen Kommission verabschiedeten IFRS und IFRIC berücksichtigt, noch nicht verabschiedete IFRS und IFRIC wurden dagegen noch nicht berücksichtigt. Vom IASB verabschiedete und von der EU übernommene neue Standards werden grundsätzlich ab dem Geschäftsjahr angewendet, ab dem die Anwendung verpflichtend ist.

Der Abschluss wurde unter der Prämisse der Unternehmensfortführung erstellt.

Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Der Präzisionsgrad, der bei der Darstellung verwendet wird, ist Tausend Euro (T €). Durch die angewendete kaufmännische Rundung können sich Differenzen zu den exakten Zahlen ergeben.

Die Konzernbilanz ist nach Fristigkeiten gegliedert, die Konzern-Gesamtergebnisrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt. Soweit zur Verbesserung der Darstellung Posten der Konzernbilanz und der Konzern-Gesamtergebnisrechnung zusammengefasst sind, werden sie im Konzernanhang erläutert.

4SC stuft Vermögenswerte und Schulden als kurzfristig ein, wenn deren Realisation bzw. Tilgung innerhalb der nächsten zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag erwartet wird, wenn diese in erster Linie zu Handelszwecken gehalten werden oder wenn es sich um Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente handelt.

2.2 Konsolidierungsgrundsätze

Alle konzerninternen Geschäftsvorfälle werden eliminiert, Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Schulden zwischen den Konzerngesellschaften gegeneinander aufgerechnet.

2.3 Auswirkungen der Anwendung neuer Standards

Erstmalige verpflichtende Anwendung

Folgende Standards, Änderungen zu Standards und Interpretationen sind für Geschäftsjahre, die am 1. Januar 2012 begonnen haben, erstmals anzuwenden.

Standard Titel Veröffentlichung durch die EU Auswirkungen auf den vorliegenden Konzernabschluss
Änderungen an IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben - Übertragung finanzieller Vermögenswerte 23.11.2011 keine

Nicht vorzeitig angewandte Rechnungslegungsvorschriften

Darüber hinaus bestehen die folgenden, von der EU übernommenen Standards, Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards. Da deren Anwendung für den vorliegenden Konzernabschluss noch nicht verpflichtend ist, hat 4SC auf eine vorzeitige freiwillige Anwendung verzichtet.

Standard Titel Inkrafttreten1 Veröffentlichung durch die EU Voraussichtliche Auswirkungen auf zukünftige Konzernabschlüsse
Änderungen an IAS 1 Darstellung des Abschlusses - Darstellung von Posten des sonstigen Ergebnisses 01.07.2012 06.06.2012 keine
Änderungen an IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer 01.01.2013 06.06.2012 keine
Änderungen an IFRS 1 / Änderungen an IAS 12 / Änderungen an IFRS 13 / IFRIC 20 IFRS 1: Erstmalige Anwendung - Ausgeprägte Hochinflation und Beseitigung der festen Zeitpunkte für Erstanwender / IAS 12: Ertragsteuern - Latente Steuern: Realisierung zugrunde liegender Vermögenswerte / IFRS 13: Bemessung des beizulegenden Zeitwerts / IFRIC 20: Abraumkosten in der Produktionsphase eines Tagebaubergwerks 01.01.2013 29.12.2012 keine
Änderungen an IFRS 7 / Änderungen an IAS 32 IFRS 7: Finanzinstrumente: Angaben - Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten / IAS 32: Finanzinstrumente: Darstellung - Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten / 01.01.20132 29.12.2012 keine
IFRS 10 / IFRS 11 / IFRS 12 / Änderungen an IAS 27 / Änderungen an IAS 28 IFRS 10: Konzernabschlüsse / IFRS 11: Gemeinsame Vereinbarungen / IFRS 12: Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen / IAS 27: Einzelabschlüsse / IAS 28: Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 01.01.2014 29.12.2012 Nicht verlässlich abzuschätzen

1: für Geschäftsjahre, die am oder nach dem Datum beginnen

2: Die erstmalige Anwendung der Änderungen ist nach Artikel 2 der Verordnung für einen Teil der Änderungen (insbesondere Änderungen an IFRS 7) spätestens für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen, vorgeschrieben. Die übrigen Änderungen (insbesondere Änderungen an IAS 32) sind spätestens für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen, anzuwenden.

Zusätzlich bestehen die folgenden Standards, Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards, die vom IASB beschlossen sind, von der EU aber noch nicht übernommen wurden.

Standard Titel Inkrafttreten Veröffentlichung durch die EU Voraussichtliche Auswirkungen auf zukünftige Konzernabschlüsse
Änderungen an IFRS 1 Erstmalige Anwendung - Darlehen der öffentlichen Hand ab Geschäftsjahr 2013 geplant für Q1.2013 keine
diverse Verbesserungen der IFRS (Mai 2012) ab Geschäftsjahr 2013 geplant für Q1.2013 keine
Änderungen an IFRS 10 / Änderungen an IFRS 11 / Änderungen an IFRS 12 IFRS 10: Konzernabschlüsse / IFRS 11: Gemeinsame Vereinbarungen / IFRS 12: Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen - Übergangsregelungen ab Geschäftsjahr 2013 geplant für Q1.2013 Nicht verlässlich abzuschätzen
Änderungen an IFRS 10 / Änderungen an IFRS 12 / Änderungen an IAS 27 IFRS 10: Konzernabschlüsse / IFRS 12: Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen - Übergangsregelungen / IAS 27: Einzelabschlüsse -Investmentgesellschaften ab Geschäftsjahr 2014 geplant für Q3.2013 Nicht verlässlich abzuschätzen
IFRS 9 / Änderungen an IFRS 9 und IFRS 7 IFRS 9: Finanzinstrumente IFRS 7: Finanzinstrumente: Angaben - Verpflichtender Anwendungszeitpunkt bei Übergang ab Geschäftsjahr 2015 Entscheidung verschoben Nicht verlässlich abzuschätzen

2.4 Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Konzernabschlusses waren im Wesentlichen die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend. 4SC hat die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden für ähnliche Geschäftsvorfälle, sonstige Ereignisse und Bedingungen stetig angewendet.

Fremdwährungspositionen

Alle Posten einer Fremdwährungstransaktion werden bei ihrem erstmaligen Ansatz mit dem am jeweiligen Tag des Geschäftsvorfalls gültigen Kassakurs der Fremdwährung umgerechnet (IAS 21.21). Zu jedem Bilanzstichtag werden monetäre Posten in einer Fremdwährung entsprechend IAS 21.23 unter Verwendung des Stichtagskurses umgerechnet. Nicht monetäre Posten dagegen, die zu historischen Anschaffungskosten in einer Fremdwährung bewertet wurden, werden mit dem Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls umgerechnet.

Umrechnungsdifferenzen, die sich aus dem Umstand ergeben, dass monetäre Positionen zu einem anderen Kurs abgewickelt werden als dem, zu dem sie bei der erstmaligen Erfassung umgerechnet wurden, werden gemäß IAS 21.28 im Ergebnis der Berichtsperiode erfasst. Der Ausweis erfolgt im Finanzergebnis.

Immaterielle Vermögenswerte

Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden gemäß IAS 38 bilanziert. Sie werden, sofern die Aktivierungsvoraussetzungen nach IAS 38.18 erfüllt sind, beim erstmaligen Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet. Nach erstmaligem Ansatz werden immaterielle Vermögenswerte mit ihren Anschaffungskosten angesetzt, abzüglich der kumulierten linearen Abschreibung bzw. Wertminderungen.

Forschungskosten werden nach IAS 38.54 als Aufwand in der Periode erfasst, in der sie angefallen sind. Entwicklungskosten werden aktiviert, sofern die Voraussetzungen nach IAS 38.57 erfüllt sind. Aufgrund der bis zur Kommerzialisierung bestehenden Risiken sind bei 4SC die Voraussetzungen zur Aktivierung von selbst geschaffenen immateriellen Vermögenswerten nach IAS 38.57 jedoch nicht vollständig erfüllt. Daher werden auch die Entwicklungskosten in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen. Nutzungsdauer und Abschreibungsmethoden der immateriellen Vermögenswerte werden am Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Geschäfts- oder Firmenwert

Der in der Konzernbilanz unter den immateriellen Vermögenswerten ausgewiesene Geschäfts- oder Firmenwert resultiert aus der Verschmelzung der originären 4SC GmbH auf die 4SC AG im Jahr 2000. Der Geschäfts- oder Firmenwert wurde zu Anschaffungskosten aktiviert und bis einschließlich des Geschäftsjahres 2004 linear basierend auf einer Nutzungsdauer von zehn Jahren abgeschrieben. Für die Geschäftsjahre seit dem 1. Januar 2005 werden die Regelungen des IFRS 3 angewendet. Danach wird seit dem Geschäftsjahr 2005 die Abschreibung des Geschäfts- oder Firmenwerts eingestellt und stattdessen der Geschäfts- oder Firmenwert mindestens einmal jährlich auf Wertminderung gemäß IAS 36 überprüft ("Impairment Test"). Ein Wertminderungsaufwand auf den Geschäfts- oder Firmenwert wird erfasst, wenn der erzielbare Betrag geringer ist als der Buchwert des Vermögenswertes. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswertes ist der höhere Betrag aus Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Da der Geschäfts- oder Firmenwert keine unabhängigen Cashflows generiert, wird der erzielbare Betrag für jene zahlungsmittelgenerierende Einheit ermittelt, zu der der Geschäfts- oder Firmenwert gehört oder der er sich am ehesten zuordnen lässt.

Die 4SC AG ordnet für diesen Impairment Test den Geschäfts- oder Firmenwert dem Projekt Vidofludimus als kleinste zahlungsmittelgenerierende Einheit zu. Für den Impairment Test wird der Nutzungswert des Projekts mit dem Buchwert des Geschäfts- oder Firmenwerts verglichen. Zur Bestimmung des Nutzungswerts wird eine risikoadjustierte Cashflow-Prognose erstellt. Die ermittelten Cashflows werden mit einem risikoadjustierten und marktüblichen Zinssatz abgezinst. Wesentliche Einflussgrößen bei der Bestimmung der Erstellung der Cashflow-Prognose und damit Werttreiber für den Nutzungswert sind der Abzinsungsfaktor, die Markteintrittswahrscheinlichkeit und der potenzielle Marktanteil.

Die Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte ist gemäß IAS 38.118 im Anlagespiegel unter Punkt "7.1 Immaterielle Vermögenswerte" dargestellt.

Sachanlagen

Die Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten angesetzt und um die kumulierten, linearen, planmäßigen Abschreibungen vermindert. Die Buchwerte der Sachanlagen werden auf Wertminderung überprüft, sobald Indikatoren dafür vorliegen, dass der Buchwert eines Vermögenswertes seinen erzielbaren Betrag übersteigt. IAS 36.6 definiert den erzielbaren Betrag als den höheren der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich der Verkaufskosten und Nutzungswert des Vermögenswertes. Nutzungsdauer und Abschreibungsmethoden der Sachanlagen werden am Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Instandhaltungen und Reparaturen werden aufwandswirksam erfasst, während Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen, welche die Ansatzkriterien für Vermögenswerte erfüllen, aktiviert werden. Gewinne aus Anlagenabgängen werden unter den sonstigen Erträgen, Verluste aus Anlagenabgängen innerhalb der jeweiligen Funktionsbereiche erfasst.

Die Entwicklung der Sachanlagen ist gemäß IAS 16.73 im Anlagespiegel unter Punkt "7.2 Sachanlagen" dargestellt.

Beteiligungen

Zum Bilanzstichtag ist 4SC über die 4SC AG an zwei Unternehmen beteiligt, die jeweils abhängig vom Grad des Einflusses der 4SC AG auf diese Beteiligung als assoziiertes Unternehmen gemäß IAS 28 oder als Finanzanlage gemäß IAS 39 ausgewiesen werden.

Anfang Januar 2004 erfolgte eine Ausgründung in eine eigenständige Gesellschaft, der quattro research GmbH, Planegg-Martinsried, an der die 4SC AG einen Gesellschaftsanteil von 48,8% hält. Die 4SC AG hat maßgeblichen, jedoch keinen beherrschenden Einfluss auf die Geschäftspolitik der Gesellschaft, da sie nur eines von drei Beiratsmitgliedern stellt. Deshalb wird der Anteil an der Gesellschaft als assoziiertes Unternehmen nach den Vorschriften des IAS 28 unter Anwendung der Equity-Methode bilanziert. Der Bilanzstichtag und die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden für ähnliche Geschäftsvorfälle und Ereignisse des assoziierten Unternehmens und der 4SC AG stimmen überein.

Ende Dezember 2006 hat die 4SC AG die weltweiten Exklusivrechte an ihren QSB-Substanzen an die Quiescence Technologies LLC (vormals QuoNova LLC), Melbourne, Florida, USA, veräußert. Neben dem Verkaufserlös erhielt die 4SC AG eine Direktbeteiligung in Höhe von 10,0%. Die 4SC AG übt keinen maßgeblichen Einfluss auf das Beteiligungsunternehmen aus: einerseits unterschreitet der Anteil an dem Beteiligungsunternehmen die 20%-Grenze deutlich, andererseits verfügt die Gesellschaft über keine Geschäftsvorfälle mit der Quiescence Technologies LLC und gehört nicht zum Geschäftsführungsgremium. Bei der Beteiligung handelt es sich somit um Wertpapiere, die nach IAS 39 als "Available-for-sale" zu kategorisieren sind. Die Bewertung erfolgt gemäß IAS 39.46 zum beizulegenden Zeitwert.

Vorräte

Die Vorräte an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungserlös gemäß IAS 2.9 bewertet. Die FIFO-Methode gemäß IAS 2.27 findet als Zuordnungsverfahren grundsätzlich Anwendung.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden mit dem ursprünglichen Rechnungsbetrag abzüglich einer Wertberichtigung für zweifelhafte Forderungen angesetzt.

Diese Wertberichtigungen für zweifelhafte Forderungen beruhen auf der Einschätzung des Managements zur Einbringbarkeit bestimmter Kundenforderungen und werden vorgenommen, sofern objektive Hinweise dafür vorliegen, dass nicht alle fälligen Beträge gemäß den ursprünglich vereinbarten Rechnungskonditionen eingehen werden.

Forderungen gegen assoziierte Unternehmen

Forderungen gegen assoziierte Unternehmen werden zu Anschaffungskosten abzüglich einer Wertberichtigung für zweifelhafte Forderungen angesetzt. Die Anschaffungskosten entsprechen dabei dem Stichtagswert der gegebenen Gegenleistung bzw. werden mit dem Betrag bewertet, in dessen Höhe eine Erstattung erwartet wird.

Wertberichtigungen für zweifelhafte Forderungen beruhen auf der Einschätzung des Managements über die Einbringbarkeit bestimmter Forderungen und werden vorgenommen, sofern objektive Hinweise dafür vorliegen, dass nicht alle fälligen Beträge gemäß den ursprünglich vereinbarten Konditionen eingehen werden.

Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Bei den sonstigen finanziellen Vermögenswerten handelt es sich um Finanzinstrumente im Sinne des IAS 39. Diese werden in Abhängigkeit des Einzelfalls wie folgt klassifiziert:

als finanzielle Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden ("At fair value through profit or loss")
als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte ("Available-for-sale")
als bis zur Endfälligkeit gehaltene finanzielle Vermögenswerte ("Held-to-maturity")

Die Klassifizierung der finanziellen Vermögenswerte in Bewertungskategorien erfolgt bei ihrem erstmaligen Ansatz.

Finanzinstrumente, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden, beinhalten Wertpapiere, die der Kategorie "zu Handelszwecken gehalten" zugeordnet werden. Gewinne und Verluste aus der Folgebewertung werden nach IAS 39.55a erfolgswirksam erfasst.

Finanzinstrumente, die der Kategorie "zur Veräußerung verfügbar" ("Available-for-sale") zuzuordnen sind, sind zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert in der Folge resultierenden Gewinne und Verluste - mit Ausnahme von Wertberichtigungen nach IAS 39.67 ff. - werden nach IAS 39.55b solange erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst (Position Neubewertungsrücklage), bis der finanzielle Vermögenswert ausgebucht wird. Zu diesem Zeitpunkt wird der zuvor im Eigenkapital erfasste kumulierte Gewinn oder Verlust im Ergebnis abgebildet. Die mittels der Effektivzinsmethode berechneten Zinsen werden dagegen direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Diese Bewertung gilt auch im Falle der Beteiligungen an der Quiescence Technologies LLC sowie im Vorjahr an der Nexigen GmbH, die nach IAS 39 als "zur Veräußerung verfügbar" zu kategorisieren sind.

Finanzinstrumente, die der Kategorie "bis zur Endfälligkeit gehalten" zuzuordnen sind, werden beim erstmaligen Ansatz gemäß IAS 39.43 zum beizulegenden Zeitwert unter Einbeziehung von Transaktionskosten, die direkt dem Erwerb der Finanzinstrumente zuzuordnen sind, bewertet. Die Folgebewertung erfolgt gemäß IAS 39.46b unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten.

Regelmäßig, mindestens jedoch zu jedem Bilanzstichtag werden die Buchwerte dieser finanziellen Vermögenswerte daraufhin überprüft, ob ein aktiver Markt vorhanden ist und ob objektive Hinweise auf eine Wertminderung hindeuten. Für gehaltene Eigenkapitalinstrumente ist eine signifikante oder länger anhaltende Abnahme des beizulegenden Zeitwerts ein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung. Dieser Aufwand wird sofort ergebniswirksam erfasst.

Die Finanzinstrumente werden nach IAS 1.60 abhängig von der Restlaufzeit zum Bilanzstichtag in lang- und kurzfristige Vermögenswerte gegliedert. Finanzinstrumente mit einer Restlaufzeit zum Bilanzstichtag von mehr als einem Jahr werden als sonstige Finanzanlagen innerhalb der langfristigen Vermögenswerte ausgewiesen. Finanzinstrumente mit einer Restlaufzeit zum Bilanzstichtag von weniger als einem Jahr werden, sofern sie nicht die Ansatzkriterien nach IAS 7.7 erfüllen, als sonstige finanzielle Vermögenswerte innerhalb der kurzfristigen Vermögenswerte ausgewiesen. Analog zu den Finanzinstrumenten im Sinne des IAS 39 werden Festgeldanlagen, die - gerechnet vom Erwerbszeitpunkt - eine Restlaufzeit von mehr als drei Monaten haben, in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen. Sofern die finanziellen Vermögenswerte die Ansatzkriterien nach IAS 7.7 erfüllen, werden sie als Zahlungsmitteläquivalente ausgewiesen.

Sonstige Vermögenswerte

Die sonstigen Vermögenswerte umfassen alle die Forderungen, die nicht in einem eigenen Bilanzposten ausgewiesen werden. Sie werden mit dem Betrag bewertet, in dessen Höhe eine Erstattung erwartet wird.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel umfassen Kassenbestand, Bankguthaben und kurzfristig angelegte Termingelder. Die Zahlungsmitteläquivalente umfassen andere kurzfristige, äußerst liquide Finanzinvestitionen mit einer - gerechnet zum Erwerbszeitpunkt - Restlaufzeit von nicht mehr als drei Monaten, die gleichzeitig nur unwesentlichen Wertschwankungen unterliegen. Sie sind zum Nennwert angesetzt.

Aktienoptionen

Die Bilanzierung von gewährten Aktienoptionen an Mitarbeiter und Vorstand erfolgt entsprechend den Vorschriften des IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung". IFRS 2 verpflichtet die Gesellschaft, die geschätzten beizulegenden Zeitwerte von Aktienoptionen und anderen Vergünstigungen zum Bewertungsstichtag als Vergütungsaufwand über die Periode zu verteilen, in der die Mitarbeiter die mit der Gewährung in Zusammenhang stehenden Leistungen erbringen.

Schulden aus Lieferungen und Leistungen / Schulden gegenüber assoziierten Unternehmen

Die Schulden aus Lieferungen und Leistungen sowie Schulden gegenüber assoziierten Unternehmen sind gemäß IAS 1.60 kurzfristige Schulden und werden demnach mit dem Rückzahlungsbetrag angesetzt. Sie werden ausgebucht, wenn die dieser Schuld zugrunde liegende Verpflichtung erfüllt oder erloschen ist.

Rückstellungen und abgegrenzte Schulden

Rückstellungen und abgegrenzte Schulden werden gemäß IAS 37.14 gebildet, wenn aus einem Ereignis aus der Vergangenheit eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung besteht, der Abfluss von Ressourcen wahrscheinlich und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist.

Nach IAS 37.11 können Rückstellungen dadurch von den abgegrenzten Schulden unterschieden werden, dass bei ihnen Unsicherheiten hinsichtlich des Zeitpunkts oder der Höhe der künftig erforderlichen Ausgaben bestehen. Abgegrenzte Schulden werden als Teil der sonstigen Schulden ausgewiesen, wohingegen der Ausweis der Rückstellungen separat erfolgt.

Existiert bei einer Rückstellung eine Bandbreite möglicher Ereignisse, innerhalb derer die Wahrscheinlichkeit der einzelnen Punkte gleich groß ist, wird gemäß IAS 37.39 der Mittelpunkt der Bandbreite verwendet.

Sonstige Schulden

Die sonstigen Schulden umfassen neben den abgegrenzten Schulden alle Zahlungsverpflichtungen der Gesellschaft, die nicht in einem eigenen Bilanzposten ausgewiesen werden. Sie werden mit ihrem Rückzahlungsbetrag angesetzt.

Umsatzabgrenzungsposten

Im Rahmen von abgeschlossenen Auslizenzierungsverträgen erhaltene und nicht rückzahlbare Vorabzahlungen werden, sofern nicht alle Kriterien der Umsatzrealisierung erfüllt sind, als Umsatzabgrenzungsposten ausgewiesen und entsprechend der voraussichtlichen Entwicklungsdauer der Produkte ertragswirksam vereinnahmt.

Ertragsteuern

Die tatsächlichen Steuerschulden aus Ertragsteuern für die laufende und für frühere Perioden sind nach IAS 12.12 in dem Umfang, in dem sie noch nicht bezahlt sind, als Schuld anzusetzen. Falls der auf die laufende oder frühere Periode entfallende und bereits bezahlte Betrag den für diese Periode geschuldeten Betrag übersteigt, so ist der Unterschiedsbetrag als Vermögenswert anzusetzen. Dabei werden die Erstattungsansprüche oder Schulden mit dem Betrag bewertet, in dessen Höhe eine Erstattung von den Steuerbehörden bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörden erwartet wird. Der Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze zu Grunde gelegt, die am Bilanzstichtag gelten.

Latente Steuern werden entsprechend IAS 12 bilanziert. Sie werden auf Basis temporärer Unterschiede zwischen den IFRS- und Steuerbilanzansätzen der Vermögenswerte und Schulden gebildet. Dabei werden die Steuersätze, die am Bilanzstichtag gelten oder bereits angekündigte Steuersätze verwendet. Aktive latente Steuern auf noch nicht genutzte steuerliche Verluste werden gemäß IAS 12.34 in Höhe der sich ergebenden latenten Steuerschuld bilanziert, sofern es wahrscheinlich ist, dass ein zukünftiges zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, um den Anspruch zu realisieren. Gemäß IAS 1.56 dürfen latente Steueransprüche und -schulden nicht als kurzfristige Vermögenswerte und Schulden ausgewiesen werden.

Die von Sanwa Kagaku Kenkyusho Co., Ltd, Japan, im Berichtszeitraum erhaltene Meilensteinzahlung unterliegt der in Japan erhobenen Quellensteuer. Die japanische Quellensteuer ist zum Zeitpunkt der Verursachung als laufender Steueraufwand zu erfassen. Eine Anrechnung der Quellensteuer auf die deutsche Körperschaftsteuer scheidet aus, da 4SC aufgrund der derzeitigen Verlustsituation keine Körperschaftsteuer zahlt.

Umsatzrealisierung

Das Geschäftsmodell von 4SC zielt darauf ab, Umsätze aus Lizenzverträgen (je nach vertraglicher Ausgestaltung, in Form von Vorabzahlungen, Meilensteinzahlungen, Kostenerstattungen im Rahmen einer Entwicklungskooperation und Umsatzbeteiligungen) zu generieren. Weitere Umsätze erschließt sich 4SC, indem die Technologieplattform und das Know-how im Rahmen von Kooperationsvereinbarungen Partnern und Kunden aus der Pharma- und Biotechnologiebranche als Dienstleistungspaket über das Tochterunternehmen, die 4SC Discovery GmbH, zur Verfügung gestellt werden.

Vorabzahlungen (Upfront payments) fallen zu Beginn einer Kooperation als Vorauszahlung an. Die Umsatzrealisierung erfordert eine Untersuchung der Gesamtumstände und ist somit abhängig von der Ausgestaltung des jeweiligen Vertrages. Sind alle Kriterien gemäß IAS 18.14 ff. erfüllt, wird der Umsatz dann erfasst, wenn die Leistung erbracht sowie die wesentlichen Risiken des Eigentums an den Kunden übertragen wurden. Sofern einzelne Kriterien nicht erfüllt sind, werden die Vorabzahlungen als Umsatzabgrenzungsposten passiviert. Die Umsätze werden dann ratierlich über die Vertragslaufzeit oder den geschätzten Entwicklungszeitraum ertragswirksam erfasst.

Meilensteinzahlungen richten sich nach dem Erreichen von im Vorfeld vertraglich definierten Zielen. Deren Erreichen hängt von wesentlichen Voraussetzungen ab, sodass die daraus resultierenden Umsätze erst als solche gebucht werden, nachdem der Meilenstein vollständig erreicht und - sofern vereinbart - das Erreichen der vertraglichen Inhalte vom Geschäftspartner bestätigt wurde.

Umsatzbeteiligungen (Royalties) sind Erlöse, die aus dem Verkauf von Produkten bzw. Produktkandidaten resultieren, die aus Forschungsarbeiten im Rahmen von Kooperationsvereinbarungen hervorgehen. Sie werden zu dem Zeitpunkt als Umsatzerlöse realisiert, zu dem der Kooperationspartner Außenumsätze erwirtschaftet, die zur Entstehung von Umsatzbeteiligungen führen. Werden Lizenzen für eine vertraglich definierte, zeitlich begrenzte Periode vergeben, werden die Einnahmen als Lizenzgebühren entsprechend abgegrenzt und ratierlich als Umsatzerlöse gebucht.

Werden Lizenzen unwiderruflich veräußert, werden die Einnahmen zum Zeitpunkt der Übertragung der Nutzungsrechte in voller Höhe als Umsatzerlöse gebucht, falls 4SC keine weiteren Verpflichtungen mehr hat.

Umsätze aus Kooperationsvereinbarungen werden für Forschungsleistungen abgerechnet, die im Rahmen der jeweiligen Kooperationsverträge erbracht werden. Diese Beträge werden im Allgemeinen entsprechend ihrem Dienstleistungscharakter auf Basis von Pauschalbeträgen pro abgerechnetem Wissenschaftler ("FTE") berechnet. Abrechnungen, die nach Erbringung der Dienstleistungen erfolgen, werden bis zur Bezahlung durch den Kunden als Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bilanziert. Vor Leistungserbringung eingehende Beträge werden als erhaltene Anzahlungen passiviert und zu jedem Periodenstichtag gemäß dem sich aus dem Projekt-Controlling ergebenden, aktuellen Leistungsfortschritt ertragswirksam aufgelöst.

Umsatzkosten

Als Umsatzkosten werden die den Umsatzerlösen direkt zurechenbaren Personal-, Material- und sonstigen Kosten ausgewiesen.

Vertriebs-, Forschungs- und Entwicklungs- sowie Verwaltungskosten

Folgende Kosten der jeweiligen funktionalen Bereiche werden als Vertriebskosten, Forschungs- und Entwicklungskosten sowie Verwaltungskosten erfasst:

Direkte Personal- und Materialkosten
Abschreibungen
Sonstige direkte Kosten
Anteilige Gemeinkosten

Forschungskosten sind Kosten, die im Zusammenhang mit der planmäßigen Suche nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen anfallen. Sie sind nach IAS 38.54 in der Periode als Aufwand zu erfassen, in der sie anfallen.

Entwicklungskosten umfassen Aufwendungen, die dazu dienen, die Forschungsergebnisse technisch und kommerziell umzusetzen. Sie werden aktiviert, wenn die Voraussetzungen nach IAS 38.57 erfüllt sind. Bei 4SC sind die Voraussetzungen zur Aktivierung als immaterielle Vermögenswerte nach IAS 38 aufgrund der bis zur Kommerzialisierung bestehenden Risiken nicht vollständig erfüllt. Daher werden auch die Entwicklungskosten in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden gemäß IAS 20.12 planmäßig in der Periode als Ertrag erfasst, in der die Aufwendungen, die durch die Zuwendung kompensiert werden sollen, angefallen sind. Da es sich bei den Zuwendungen um Erstattungen für Forschungsaufwendungen handelt, werden diese mit den Forschungs- und Entwicklungskosten der betreffenden Periode saldiert und im Anhang separat erläutert.

Sonstige Erträge

Zu den sonstigen Erträgen gehören alle Erträge aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, soweit sie nicht in den Finanzerträgen ausgewiesen werden oder soweit es sich nicht um Erstattungen für Forschungsaufwendungen handelt. 4SC generiert Erträge im Wesentlichen durch Kostenerstattungen. Diese erfolgen - abhängig vom Einzelfall - entweder in Höhe der tatsächlichen Kosten oder zuzüglich einer Verwaltungspauschale.

2.5 Verwendung von Schätzwerten

Bei der Erstellung dieses Konzernabschlusses musste der Vorstand einige Schätzungen und Ermessensentscheidungen treffen, die den ausgewiesenen Wert der Vermögenswerte und Schulden, die ausgewiesenen Werte von ungewissen Vermögenswerten und Eventualschulden zum Bilanzstichtag sowie die Aufwendungen und Erträge innerhalb der Berichtsperiode beeinflussen. Schätzungen und Ermessensentscheidungen werden kontinuierlich beurteilt und beruhen auf Erfahrungen der Vergangenheit sowie weiteren Faktoren, einschließlich Erwartungen zukünftiger Ereignisse, die unter den Umständen als angemessen gelten. Die Schätzungen und Annahmen von 4SC beziehen sich auf die Zukunft, die tatsächlichen Ergebnisse können wesentlich von den Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen.

Am Bilanzstichtag hat der Vorstand im Wesentlichen folgende zukunftsbezogenen Annahmen getroffen und folgende erhebliche Quellen an Schätzungsunsicherheiten identifiziert:

Wertminderungen

Die Überprüfung der Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts erforderte die Schätzung des Nutzungswerts auf Basis der voraussichtlichen künftigen Cashflows der zahlungsmittelgenerierenden Einheit und des angemessenen Abzinsungssatzes. Faktoren wie geringer als erwartete Umsätze und daraus resultierende niedrigere Nettozahlungsströme, aber auch Änderungen der Abzinsungsprozentsätze könnten auf die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts sowie letztendlich auf die Höhe der Wertminderungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert wesentliche Auswirkungen haben.

Bei der Überprüfung der Werthaltigkeit von Forderungen musste der Vorstand die Einbringbarkeit auf Basis der Bonität des Kunden einschätzen. Sich ändernde Bonitäten könnten zu einer Wertberichtigung der Forderung führen.

Bewertung von Beteiligungen

Der Vorstand musste abschätzen, ob die 4SC AG beherrschenden Einfluss auf die Gesellschaft quattro research GmbH ausübt und somit eine Konsolidierungspflicht entsprechend IAS 27 gegeben wäre. Der Vorstand ist zu der Entscheidung gelangt, dass die Voraussetzungen für eine Beherrschung der quattro research GmbH nicht vorliegen. Auch die Voraussetzungen für eine Konsolidierung der Gesellschaft als Zweckgesellschaft entsprechend SIC-12 sind nach Einschätzung des Vorstands nicht gegeben.

Auch in Bezug auf die Beteiligung an der Quiescence Technologies LLC musste der Grad der Einflussnahme der 4SC AG abgeschätzt werden. Hier ist der Vorstand zu der Entscheidung gelangt, dass zum 31. Dezember 2012 wie im Vorjahr weder ein beherrschender, noch ein maßgeblicher Einfluss vorliegt und somit weder eine Konsolidierung noch eine Bewertung als "Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlage" in Frage kommen.

Rücklage ESOP/ Aufwand aus Aktienoptionen

Die Bilanzierung von gewährten Aktienoptionen an Mitarbeiter und Vorstand erfolgt entsprechend den Vorschriften des IFRS 2. Der Vorstand musste dabei Schätzungen über die Anzahl der erwarteten ausübbaren Eigenkapitalinstrumente vornehmen. Abweichungen von diesen Schätzungen beeinflussen den im Eigenkapital ausgewiesenen Wert der Rücklage aus Aktienoptionen sowie den im Geschäftsjahr gebuchten Aufwand.

3. SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

Die Segmentberichterstattung ist nach den Grundsätzen des IFRS 8 aufgestellt. Ein Geschäftssegment ist eine Teilaktivität der wirtschaftlichen Einheit (Konzern), die geschäftliche Aktivitäten betreibt, Umsätze und Erträge erwirtschaftet sowie Aufwendungen generiert. Der betriebliche Erfolg wird regelmäßig durch den Hauptentscheidungsträger des Unternehmens, in Person des Gesamtvorstandes der 4SC, überwacht. Definitionsgemäß sind für jedes Geschäftssegment eigenständige Finanzinformationen verfügbar.

Die Grundlage für die Segmentierung bilden die Managementstruktur des Konzerns und der Aufbau seiner internen Berichterstattung. Die Segmentergebnisse und das Segmentvermögen enthalten Bestandteile, die einem einzelnen Segment entweder direkt zugeordnet oder auf einer sachlogischen Basis auf die Segmente verteilt werden können.

Den Segmentinformationen liegen grundsätzlich die gleichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wie dem Konzernabschluss zugrunde.

4SC grenzt seit dem 1. Januar 2012 das Segmentberichtsformat in Übereinstimmung mit seiner internen Steuerung (Management Approach) nach den beiden Geschäftssegmenten "Development" und "Discovery & Collaborative Business" ab. Im Folgenden werden die einzelnen Geschäftssegmente erläutert sowie deren Kerngeschäft bzw. Kernprojekte abgegrenzt.

Development

Das Unternehmenssegment "Development" umfasst die klinische und präklinische Entwicklung der Medikamentenkandidaten aus der Produktpipeline des Konzerns, durch die Konzernmuttergesellschaft 4SC AG. Es umfasst derzeit die Entwicklungsprogramme Vidofludimus, Resminostat, 4SC-202, 4SC-203, 4SC-205 und 4SC-207.

Discovery & Collaborative Business

Das Unternehmenssegment "Discovery & Collaborative Business" umfasst die in der 4SC Discovery GmbH gebündelten Aktivitäten der Wirkstoffentdeckung und Frühphasenforschung sowie deren Kommerzialisierung, insbesondere in Form des Servicegeschäfts und Forschungskooperationen im Bereich Wirkstoffentdeckung und -optimierung.

Es wurden jeweils keine intersegmentären Umsatzerlöse erzielt. Die Segmentergebnisse stellen sich in der Übersicht wie folgt dar, wobei auf die Vorjahreswerte gemäß IFRS 8.29 und IFRS 8.30 verzichtet wurde:

Segmentergebnisse 2012

in T€ Development Discovery & Collaborative Business Nicht zugeordnet Konsolidierung Konzern
Umsatzerlöse (gesamt) 1.396 2.957 0 0 4.353
Umsatzerlöse extern 1.396 2.957 0 0 4.353
Umsatzerlöse intersegmentär 0 0 0 0 0
Sonstige Erträge 1.331 164 0 -1.465 30
Betriebliche Aufwendungen 13.660 5.554 0 -1.465 17.749
davon Forschungs- und Entwicklungskosten 9.290 4.618 0 - 999 12.909
davon Umsatz-, Vertriebs- und Verwaltungskosten 4.370 936 0 - 466 4.840
Segmentergebnis -10.933 - 2.433 0 0 -13.366
Finanzierungserträge 5 1 164 0 170
Finanzierungsaufwendungen 8 2 1 0 11
Ergebnis vor Steuern -10.936 - 2.434 163 0 -13.207
Aufwand aus Ertragsteuern 0 10 0 0 10
Jahresergebnis -10.936 - 2.444 163 0 -13.217
Kurzfristige Vermögenswerte 303 3.219 12.219 0 15.741
Langfristige Vermögenswerte 12.437 575 314 0 13.326
Segmentaktiva Gesamt 12.740 3.794 12.533 0 29.067
Kurzfristige Verbindlichkeiten 3.025 474 0 0 3.499
Langfristige Verbindlichkeiten 3.748 7 0 0 3.755
Eigenkapital 0 0 21.813 0 21.813
Segmentpassiva Gesamt 6.773 481 21.813 0 29.067
Investitionen 88 13 0 0 101
Abschreibungen 1.542 172 0 0 1.714

Die externen Umsatzerlöse wurden mehrheitlich im Segment "Discovery & Collaborative Business" erwirtschaftet, wovon wiederum 85% mit der BioNTech AG im Rahmen einer abgeschlossenen Lizenzvereinbarung in Deutschland erzielt wurden.

In dem Posten "nicht zugeordnete kurzfristige Vermögenswerte" sind im Berichtsjahr hauptsächlich liquide Mittel über 12.064 T € enthalten.

Der externe Umsatz in Höhe von 1.396 T € im Segment "Development" ist vollständig Yakult Honsha für Auslizensierungs- und Kooperationsvereinbarungen im Zusammenhang mit Resminostat zuzuordnen und wurde in Asien erzielt. Durch das Lizenzgewährungsgeschäft ist die deutsche BioNTech mit 2.500 T € zum umsatzstärksten Einzelkunden des Segments "Discovery & Collaborative Business" geworden. Am 31. Dezember 2012 entfielen insgesamt 2.975 T € des Buchwerts der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf diesen. Weitere 456 T € Umsatz entfallen auf Forschungskooperationen, wobei 35 T € in europäischen Märkten und 100 T € in Asien erwirtschaftet wurden.

Geografischer Standort der gesamten langfristigen Vermögenswerte ist in Deutschland.

4. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG

4.1 Umsatzerlöse

Die Konzernumsatzerlöse konnten gegenüber dem Vorjahr deutlich auf 4.353 T € (2011: 780 T €) gesteigert werden. Dabei steuerte das Segment "Discovery & Collaborative Business") bereits im ersten operativen Geschäftsjahr 68% des Konzernumsatzes, d.h. 2.957 T €, bei (2011: 0 T €): Aus der im vierten Quartal 2012 abgeschlossenen Lizenzvereinbarung mit der Mainzer BioNTech AG konnte der Anspruch auf eine Vorauszahlung über 2.500 T € als Umsatz realisiert werden, aus verschiedenen Forschungskooperationen unter anderem mit Henkel AG & Co. KGaA, Ribological GmbH und ViroLogik GmbH stammten weitere 457 T €.

Die Umsätze im Segment "Development" in Höhe von 1.396 T € (2011: 780 T €) setzten sich aus der ratierlichen Auflösung des Umsatzabgrenzungspostens für die im Jahr 2011 für Resminostat geschlossene Partnerschaft mit Yakult Honsha, Japan, mit 894 T € (2011: 637 T €) sowie aus Weiterberechnungen von Entwicklungskosten und Wirkstofflieferungen ebenfalls an Yakult Honsha über 502 T € (2011: 98 T €) zusammen.

Die Aufteilung der Umsatzerlöse nach Segmenten, nach Produkten und Dienstleistungen sowie nach geografischen Regionen kann der Segmentberichterstattung unter Kapitel 3 des Konzernanhangs entnommen werden.

4.2 Personalkosten

in T€ 2012 2011 Veränderung

in %
Gehälter 5.093 5.425 - 6
Soziale Abgaben 895 902 - 1
Aktienoptionen 130 313 - 58
Personalkosten 6.118 6.640 - 8
Mitarbeiter und Vorstand (Jahresdurchschnitt) 90 96 - 6

Die Personalkosten des Unternehmens sanken 2012 um 8% auf 6.118 T € (2011: 6.640 T €). Hintergrund ist im Wesentlichen ein Rückgang der Belegschaft im Jahresverlauf insgesamt von 96 im Jahresdurchschnitt 2011 auf durchschnittlich 90 in 2012. In zahlreichen Fällen wurden im Zuge von Kosteneinsparmaßnahmen Stellen nach dem Ausscheiden von Beschäftigten nicht oder über interne Neupositionierungen besetzt. Hinzu kamen nur vereinzelte, geringe Gehaltssteigerungen im Berichtsjahr.

Im Berichtsjahr wurden durch Gehaltsverzicht Beiträge zu Direktversicherungen von Mitarbeitern und Vorstand abgeführt. Diese Beiträge sind als beitragsorientierte Pläne zu klassifizieren und werden entsprechend IAS 19.44 erfasst und bewertet. Der Gesamtbetrag der Aufwendungen zu beitragsorientierten Plänen beträgt im Berichtsjahr 128 T € (2011: 94 T €). Von dieser Gesamtsumme entfallen 18 T € (2011: 16 T €) auf Mitglieder des Vorstands. Zusätzlich wurden Beiträge an staatliche Sozialversicherungsträger in Höhe von 727 T € (2011: 767 T €) gezahlt.

Die an die Mitarbeiter und den Vorstand ausgegebenen Aktienoptionen wurden entsprechend den Vorschriften des IFRS 2 als Personalkosten ausgewiesen. Der Gesamtbetrag der Personalkosten, der sich im Geschäftsjahr 2012 aus den Optionen ergab, beläuft sich auf 130 T € (2011: 313 T €), wovon 79 T € (2011: 188 T €) auf Mitglieder des Vorstands entfielen.

Der Ausweis der Personalkosten in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt entsprechend ihrer funktionalen Zugehörigkeit unter den Positionen Umsatzkosten, Vertriebskosten, Forschungs- und Entwicklungskosten und Verwaltungskosten.

4.3 Umsatzkosten

in T€ 2012 2011 Veränderung

in %
Externe Dienstleistungen 88 0 n/a
Personal 82 17 382
Abschreibungen 69 49 41
Provision 49 0 n/a
Material 37 2 1.750
Sonstiges 2 55 - 96
Umsatzkosten 327 123 166

Die Zunahme der Umsatzkosten von 123 T € in 2011 auf 327 T € im Berichtsjahr resultiert aus der Wiederaufnahme des im Segment "Discovery & Collaborative Business" gebündelten Kooperationsgeschäfts. Dies spiegelt sich in den Positionen Externe Dienstleistungen, Abschreibungen, Personal und Material wider.

Ebenfalls in den Umsatzkosten enthalten sind Provisionen über 49 T €, die im Zusammenhang mit dem abgeschlossenen Lizenzvertrag mit der Mainzer BioNTech AG sowie mit einer Meilensteinzahlung stehen.

4.4 Vertriebskosten

in T€ 2012 2011 Veränderung

in %
Rechtsberatung und sonstige Beratung 262 206 27
Personal 168 203 - 17
Reisen und Tagungen 94 67 40
Sonstiges 73 11 564
Vertriebskosten 597 487 23

Vor dem Hintergrund erweiterter Beratungsaktivitäten im Zusammenhang mit Auslizensierungsvorhaben nahmen die Vertriebskosten, die sich aus den Bereichen Business Development und Strategic Planning & Marketing zusammensetzen, im Vergleich zum Vorjahr um 23% - von 487 T € auf 597 T € - zu.

4.5 Forschungs- und Entwicklungskosten

in T€ 2012 2011 Veränderung

in %
Externe Dienstleistungen 5.107 7.085 - 28
Personal 4.001 4.409 - 9
Abschreibungen 1.503 1.191 26
Patente 839 1.047 - 20
Miete und Mietnebenkosten 740 739 0
Material 382 536 - 29
Softwarelizenzen 202 129 57
Reisen und Tagungen 182 174 5
Sonstiges 389 504 - 23
Fördermittel (EU und BMBF) - 436 - 802 - 46
Forschungs- und Entwicklungskosten 12.909 15.012 - 14

Eine Minderung von 15.012 T € in 2011 um 14% auf 12.909 T € in 2012 war bei den Forschungs- und Entwicklungskosten zu verzeichnen. Hintergrund der Reduzierung im Vergleich zum Vorjahr war im Wesentlichen die im Vergleich zum Vorjahr geringere Zahl laufender klinischer Studien bei jedoch gleichzeitig gestiegenen Vorbereitungsaufwendungen für die geplanten Phase-II- und Phase-III-Studien mit den am weitesten fortgeschrittenen Entwicklungskandidaten von 4SC. Hinzu kommen Wertminderungen in Höhe von 496 T €, die aus einer Patentabwertung im Rahmen des Vermögensübertrages auf die 4SC Discovery GmbH resultierten.

Aufgrund ausgelaufener Förderverträge, die erst zum Jahresende 2012 durch neue Verträge kompensiert werden konnten, reduzierten sich die Erträge aus Fördermitteln deutlich um 46% und lagen bei 436 T € nach 802 T € im Vorjahr. Weiterhin ist 4SC bestrebt, neue Fördermittel zu akquirieren, um zusätzliche Einnahmen generieren zu können.

4.6 Verwaltungskosten

in T€ 2012 2011 Veränderung

in %
Personal 1.869 2.011 - 7
Investor Relations 513 517 - 1
Rechtsberatung und sonstige Beratung 459 537 - 15
Miete und Mietnebenkosten 214 124 73
Abschreibungen 142 151 - 6
Aufsichtsrat 141 139 1
Reisen und Tagungen 128 90 42
Versicherungen, Gebühren, Beiträge 125 121 3
Externe Dienstleistungen 114 47 143
Sonstiges 211 225 - 6
Verwaltungskosten 3.916 3.962 - 1

Die Verwaltungskosten beliefen sich im Berichtsjahr auf 3.916 T € - eine leichte Reduktion um 1% im Vergleich zum Vorjahr (2011: 3.962 T €). Gestiegene Miet- und Mietnebenkosten aufgrund einer Neuordnung der Fläche, gestiegene Reisekosten sowie eine Zunahme externer Dienstleistungen konnten durch eine Reduktion der Personalkosten um 7% und Kosten der Rechts- und sonstigen Beratung mehr als kompensiert werden.

4.7 Sonstige Erträge

in T€ 2012 2011 Veränderung

in %
Ertrag aus Anlageverkäufen 10 0 n/a
Versicherungsentschädigungen 5 0 n/a
Sonstige Weiterberechnungen 5 4 25
Weiterberechnungen aus Forschungskooperation 3 5 - 40
Untervermietung quattro research GmbH 0 2 - 100
Sonstiges 7 0 n/a
Sonstige Erträge 30 11 173

Bei den sonstigen Erträgen war in 2012 im Vergleich zu 2011 eine deutliche Steigerung um 173% auf 30 T € zu verzeichnen.

4.8 Abschreibungen

in T€ 2012 2011 Veränderung

in %
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 1.403 903 55
Abschreibungen auf Sachanlagen 311 489 - 36
Abschreibungen 1.714 1.392 23

Die Abschreibungen erhöhten sich um 23% von 1.392 T € in 2011 auf 1.714 T € in 2012. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte - die im Wesentlichen aus der Aktivierung der von Nycomed erworbenen Rechte und der Bildung eines Vermögenswertes zur Kundenbindung i.S.v. IAS 38 und der entsprechenden planmäßigen Abschreibungen resultierten - wurden durch eine Wertminderung im Zusammenhang mit dem Vermögensübertrag auf die 4SC Discovery GmbH über 496 T € zusätzlich belastet. Die Abschreibungen auf Sachanlagen reduzierten sich aufgrund nur geringer Neuinvestitionen.

Der Ausweis der Abschreibungen in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt unter den Positionen Umsatzkosten, Forschungs- und Entwicklungskosten und Verwaltungskosten.

4.9 Finanzergebnis

Das Finanzergebnis beinhaltet das Ergebnis aus der Bilanzierung der Anteile an assoziierten Unternehmen unter Anwendung der Equity-Methode. Hierbei handelt es sich um die Bewertung der Beteiligung an der quattro research GmbH. Nähere Erläuterungen dazu finden sich unter Punkt "6.3 Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen".

in T€ 2012 2011 Veränderung

in %
Anteil am Ergebnis der quattro research GmbH Ergebnis aus nach der Equity-Methode 33 31 6
bilanzierten Finanzanlagen 33 31 6

Die im Finanzergebnis ausgewiesenen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:

in T€ 2012 2011 Veränderung

in %
Verzinste Anlage der liquiden Mittel 129 275 - 53
Erträge aus Kursdifferenzen 6 10 - 40
Erfolgswirksame Bewertung der Wertpapiere 2 25 - 92
Finanzerträge 137 310 - 56

Wesentlichste Faktoren für den Rückgang der Finanzerträge auf 137 T € in 2012 (2011: 310 T €) waren das weiterhin rückläufige Zinsniveau am Kapitalmarkt sowie die geringeren zur Verfügung stehenden Finanzmittel.

Die im Finanzergebnis ausgewiesenen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

in T€ 2012 2011 Veränderung

in %
Aufwendungen aus Kursdifferenzen 10 27 - 63
Abschreibung auf Finanzanlagen 0 4 - 100
Sonstige Zinsaufwendungen 1 1 0
Finanzaufwendungen 11 32 - 66

5. ERTRAGSTEUER, LATENTE STEUERN UND QUELLENSTEUER

4SC entstand im Berichtszeitraum ein Aufwand aus laufenden Ertragsteuern in Form einer nicht anzurechnenden, sondern lediglich abzugsfähigen ausländischen Quellensteuer. Die Gesellschaft hat seit Aufnahme der Geschäfte Verluste erwirtschaftet. Das Unternehmen erwartet, dass es in den kommenden Jahren aufgrund seiner Tätigkeit weitere Verluste und erst mittelfristig Gewinne erzielen wird.

Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Ertragsteuern setzen sich wie folgt zusammen:

in T€ 2012 2011 Veränderung

in %
Laufender Steueraufwand - 10 - 600 98
Latenter Steuerertrag 0 13 - 100
Ertragsteueraufwand (-) / -ertrag (+) - 10 - 587 98

Der Ermittlung des effektiven Steuersatzes zur Berechnung der latenten Steuern lagen dabei folgende Annahmen zugrunde: Steuern vom Einkommen und vom Ertrag setzen sich in Deutschland aus der Körperschaftsteuer, dem Solidaritätszuschlag und der Gewerbesteuer zusammen. Der Körperschaftsteuersatz in Deutschland beträgt aufgrund des Unternehmenssteuerreformgesetzes 2008 seit dem 1. Januar 2008 15%. Für die Berechnung der latenten Steuern wurde ein effektiver Steuersatz von 15,83% bei der Körperschaftsteuer (einschließlich Solidaritätszuschlag) und von 10,5% bei der Gewerbesteuer angewendet. Der Gesamtsteuersatz ab dem 1. Januar 2013 beträgt somit wie im Vorjahr 26,33%.

Wie zum 31. Dezember 2011 werden zum 31. Dezember 2012 aktive Steuerlatenzen in Höhe der sich ergebenden latenten Steuerschulden angesetzt und in der Bilanz saldiert ausgewiesen, da sie derselben Steuerbehörde zuzurechnen sind. Infolgedessen stehen den passiven latenten Steuern von 102 T € aus zu versteuernden temporären Differenzen aktive latente Steuern in gleicher Höhe gegenüber.

Der Bestand an aktiven und passiven latenten Steuern ist zum 31. Dezember 2012 und zum 31. Dezember 2011 folgenden Bilanzposten zugeordnet:

in T€ 2012 2011 Veränderung

in %
Aktive und passive latente Steuern
Immaterielle Vermögenswerte 90 108 - 17
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen 2 1 100
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 0 7 - 100
Sonstige Schulden 10 10 0
Aktive latente Steuern - 102 - 126 - 19
Summe der aktiven und passiven latenten Steuern 0 0 0

Die passiven latenten Steuern bei den Immateriellen Vermögenswerten entstehen aufgrund unterschiedlicher Ansatzkriterien für einen nach IFRS zu bildenden Vermögenswert aus Kundenbindung. Bei den Finanzanlagen resultieren sie aus der unterschiedlichen Bewertung der Beteiligung an der quattro research GmbH nach IFRS im Vergleich zu Steuerrecht. Bei den sonstigen Schulden entstehen sie aufgrund einzelner unterschiedlicher Ansatzkriterien für abgegrenzte Schulden nach IFRS und Steuerrecht.

Der Wert der steuerlichen Verluste, für die in der Bilanz kein latenter Steueranspruch ausgewiesen wird, der aber gemäß IAS 12.81 (e) anzugeben ist, stellt sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar:

2012 2011
Steuerlicher Verlustvortrag (in T €) 128.870 114.816
Minderung für passive latente Steuern (in T €) - 387 - 479
Effektiver Steuersatz (in %) 26,33 26,33
Wert der steuerlichen Verlustvorträge (in T €) 33.830 30.105

Der Berechnung liegt die Annahme zugrunde, dass die ab dem 1. Januar 2013 geltenden Steuersätze bei Realisierung des Werts der steuerlichen Verlustvorträge in Zukunft Gültigkeit haben werden und dass die Verlustvorträge von 4SC weiterhin vollständig angerechnet werden können.

Generell können Verlustvorträge unbegrenzt vorgetragen und zur Verrechnung mit künftigen Gewinnen genutzt werden, wobei die Beschränkungen für die Nutzung von Verlustvorträgen in Bezug auf die §§ 8 Abs. 4 KStG und 8c KStG zu beachten sind. Die dort aufgeführten Kriterien - verschiedene Wechseln bei den Anteilseignern, Kapitalerhöhungen, Zugänge neuer Aktionäre, und Zuführung von neuen Betriebsvermögen in signifikantem Umfang - die zu einem anteiligen Wegfall der steuerlichen Verlustvorträge führen können, gab es innerhalb der letzten Jahre bei 4SC. Aufgrund herrschender Rechtsunsicherheit, die mit der Auslegung der Tatbestandsmerkmale in diesem Zusammenhang besteht, und der Haltung, welche die zuständigen Finanzbehörden einnehmen könnten, hält 4SC es für möglich, dass die jetzt bestehenden Verlustvorträge künftig nicht mehr zu einer Verrechnung mit Gewinnen herangezogen werden dürfen. 4SC wird sich jedoch auch weiterhin für die Anrechenbarkeit ihrer Verlustvorträge einsetzen.

Die Überleitung der erwarteten Ertragsteuer auf den effektiven Steueraufwand bzw. -ertrag stellt sich wie folgt dar:

in T€ 2012 2011
Ergebnis vor Steuern - 13.207 - 18.484
Erwarteter Ertrag aus Steuern zum Steuersatz von 26,33% (2011: 26,33%) 3.477 4.867
In der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesener Ertrag (+)/Aufwand (-) - 10 - 587
Zu erklärende Differenz 3.487 5.454
Nichtansatz steuerlicher Verlustvorträge 3.696 5.212
Nicht-abzugsfähige Aufwendungen 20 20
Nicht anrechenbare ausländische Quellensteuer 7 442
Sonstige Differenzen - 236 - 220
Summe Überleitungen 3.487 5.454

Die von Sanwa Kagaku Kenkyusho im Berichtszeitraum erhaltene Meilensteinzahlung unterliegt der in Japan erhobenen Quellensteuer. Die japanische Quellensteuer ist zum Zeitpunkt der Verursachung als laufender Steueraufwand zu erfassen. Eine Anrechnung der Quellensteuer auf die deutsche Körperschaftsteuer scheidet aus, da 4SC aufgrund der derzeitigen Verlustsituation keine Körperschaftsteuer zahlt.

6. ERGEBNIS JE AKTIE

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie errechnet sich nach IAS 33.9 ff. aus der Division des den Aktionären zustehenden Periodenergebnisses (Zähler) durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der in der Berichtsperiode im Umlauf gewesenen Aktien (Nenner).

2012 2011
Zugrunde liegendes Jahresergebnis (in T €) - 13.217 - 19.071
Zugrunde liegende durchschnittliche Aktienzahl (in Tsd.) 46.170 41.455
Ergebnis je Aktie (unverwässert und verwässert, in €) - 0,29 - 0,46

Aufgrund der Verlustsituation der 4SC AG und der Gegebenheit, dass der Aktienkurs der 4SC AG derzeit den Ausübungspreis der Aktienoptionen unterschreitet, d.h., die Aktienoptionen "aus dem Geld" sind, wirken die begebenen Optionen nicht verwässernd. Damit entspricht das verwässerte dem unverwässerten Ergebnis je Aktie.

Potenzielle Eigenkapitalinstrumente:

Die Hauptversammlungen der Gesellschaft am 1. März 2001, am 28. Juli 2004, am 28. Juni 2006, am 29. Juni 2007, am 5. Juni 2008, am 15. Juni 2009, am 21. Juni 2010 und am 6. August 2012 haben beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft bedingt zu erhöhen. Durch die damit verbundene mögliche Gewährung von Optionsrechten an Mitglieder des Vorstands und Arbeitnehmer der Gesellschaft oder die Gewährung von Aktien an die Inhaber bzw. Gläubiger von noch zu begebenden Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten und/oder Gewinnschuldverschreibungen könnte das unverwässerte Ergebnis je Aktie in Zukunft potenziell verwässert werden. Details zu den Bedingten Kapitalia finden sich unter den Punkten "7.12 Eigenkapital" und "9. Aktienoptionsprogramm".

7. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

7.1 Immaterielle Vermögenswerte

Die Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte gemäß IAS 38.118 ist im Anlagespiegel dargestellt.

In T € Anschaffungskosten Abschreibungen
Nutzungsdauer

von ...bis Jahre
Stand am

01.01.2012
Zugänge

2012
Abgänge

2012
Stand am

31.12.2012
Stand am

01.01.2012
--- --- --- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte
Software und Patente 2 - 20 14.764 51 606 14.209 3.387
Kundenbindung 6,75 460 0 0 460 49
Geschäfts- oder Firmenwert n/a 1.786 0 0 1.786 0
Immaterielle Vermögenswerte 17.010 51 606 16.455 3.436
In T € Abschreibungen Buchwerte
Zugänge

2012
Abgänge 2012 Stand am 31.12.2012 Stand am 31.12.2012 Stand am 31.12.2011
--- --- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte
Software und Patente 1334 606 4.115 10.094 11.377
Kundenbindung 68 0 117 343 411
Geschäfts- oder Firmenwert 0 0 0 1.786 1.786
Immaterielle Vermögenswerte 906 110 4.232 12.223 13.574

Im Vorjahr stellte sich die Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte wie folgt dar:

In T € Anschaffungskosten Abschreibungen
Nutzungsdauer

von ...bis Jahre
Stand am

01.01.2011
Zugänge

2011
Abgänge

2011
Stand am

31.12.2011
Stand am

01.01.2011
--- --- --- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte
Software und Patente 2 - 20 14.759 5 0 14.764 2.533
Kundenbindung 6,75 0 460 0 460 0
Geschäfts- oder Firmenwert n/a 1.786 0 0 1.786 0
Immaterielle Vermögenswerte 16.545 465 0 17.010 2.533
In T € Abschreibungen Buchwerte
Zugänge

2011
Abgänge 2011 Stand am 31.12.2011 Stand am 31.12.2011 Stand am 31.12.2010
--- --- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte
Software und Patente 854 0 3.387 11.377 12.226
Kundenbindung 49 0 49 411 0
Geschäfts- oder Firmenwert 0 0 0 1.786 1.786
Immaterielle Vermögenswerte 903 0 3.436 13.574 14.012

Mit Ausnahme des in der Bilanz erfassten Geschäfts- oder Firmenwerts existieren keine immateriellen Vermögenswerte, deren Nutzungsdauer als unbegrenzt eingeschätzt wurde. Selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte existieren nicht.

In dem Betrag der Software und Patente sind drei wesentliche Patente mit Buchwerten zwischen 1.191 T € und 6.200 T € enthalten (Vorjahr: 1.280 T € bis 6.706 T €). Deren restliche Abschreibungsdauer liegt zwischen 12,25 Jahren und 14,17 Jahren (Vorjahr: 13,25 bis 15,17 Jahre).

Bei den Zugängen im Berichtsjahr handelt es sich im Wesentlichen um Erweiterungen in das ERP-System sowie in die Datenbank "quattro". Bei dem Abgang handelt es sich um ein erworbenes Patent, welches im Rahmen des Vermögensübertrags auf die 4SC Discovery GmbH abgewertet wurde.

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte werden in der Gesamtergebnisrechnung unter den Positionen Umsatzkosten, Forschungs- und Entwicklungskosten und Verwaltungskosten ausgewiesen.

in T€ 2012 2011 Veränderung

in %
Umsatzkosten 69 49 41
Forschungs- und Entwicklungskosten 1.293 829 56
Verwaltungskosten 41 25 64
Abschreibung auf immaterielle Vermögenswerte 1.403 903 55

Geschäfts- oder Firmenwert

in T€ 31.12.2012 31.12.2011 Veränderung

in %
Geschäfts- oder Firmenwert 1.786 1.786 0

Gemäß IAS 36.80 ff. wird keine Abschreibung der Geschäfts- oder Firmenwerte, sondern mindestens eine jährliche Werthaltigkeitsprüfung ("Impairment Test") für aktivierte Geschäfts- oder Firmenwerte vorgenommen.

Der am Ende des Berichtsjahres durchgeführte Impairment Test ergab keine Notwendigkeit, den Wertansatz zum 31. Dezember 2012 zu korrigieren. Bei diesem Impairment Test wurde der Nutzungswert des Programmes Vidofludimus mit dem Buchwert des Geschäfts- oder Firmenwerts verglichen. Der Nutzungswert wird im Wesentlichen durch die folgenden Einflussgrößen determiniert: Der Abzinsungsfaktor beträgt 14% (Vorjahr: 14%) und bestimmt, mit welchem Zinssatz künftige Cashflows diskontiert werden. Die Markteintrittswahrscheinlichkeit, die mit 35,12% (Vorjahr: 35,11%) angenommen wurde, hängt davon ab, in welcher Entwicklungsphase sich das Projekt befindet. Die maximal zu erwartenden Umsätze beruhen auf einer Abschätzung von 4SC und werden hauptsächlich von den zu erwartenden Marktanteilen, den künftigen Patientenzahlen und den zu erwartenden Umsätzen pro Patient beeinflusst. Die zu erwartenden Cashflows wurden für einen Zeitraum bis 2038 kalkuliert, basierend auf entsprechend langen Patentlaufzeiten sowie der Berücksichtigung einer Vermarktungsphase nach Ablauf des Patentschutzes.

Ein Wertberichtigungsbedarf auf den Geschäfts- oder Firmenwert der 4SC AG hat sich nicht ergeben.

7.2 Sachanlagen

Die Entwicklung der Sachanlagen gemäß IAS 16.73 ist im Anlagespiegel dargestellt.

Zu den Sachanlagen zählen die Büro-, die Labor-, die sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung, die IT-Ausstattung (Hardware) sowie Mietereinbauten.

in T€ Anschaffungskosten Abschreibungen
Nutzungsdauer

von ...bis Jahre
Stand am

01.01.2012
Zugänge

2012
Abgänge

2012
Stand am

31.12.2012
Stand am

01.01.2012
--- --- --- --- --- --- ---
Sachanlagen
Büroausstattung 8-14 163 4 0 167 110
Laborausstattung 3-14 3.083 9 6 3.086 2.617
Einbauten in fremde Grundstücke 3,5-14 1.039 0 65 974 720
Sonstige BGA 3-13 215 9 34 190 158
IT-Ausstattung 3-13 706 1 167 540 582
Sonstiges 0-5 153 27 27 153 107
Sachanlagen 5.359 50 299 5.110 4.294
in T€ Abschreibungen Buchwerte
Zugänge

2012
Abgänge 2012 Stand am 31.12.2012 Stand am 31.12.2012 Stand am 31.12.2011
--- --- --- --- --- ---
Sachanlagen
Büroausstattung 11 0 121 46 53
Laborausstattung 112 6 2.724 363 466
Einbauten in fremde Grundstücke 63 65 718 256 319
Sonstige BGA 16 18 156 34 57
IT-Ausstattung 52 167 467 73 124
Sonstiges 57 27 137 16 46
Sachanlagen 311 283 4.323 787 1.065

Im Vorjahr stellte sich die Entwicklung der Sachanlagen wie folgt dar:

in T€ Anschaffungskosten Abschreibungen
Nutzungsdauer

von ...bis Jahre
Stand am

01.01.2011
Zugänge

2011
Abgänge

2011
Stand am

31.12.2011
Stand am

01.01.2011
--- --- --- --- --- --- ---
Sachanlagen
Büroausstattung 8-14 153 10 0 163 100
Laborausstattung 3-14 3.134 71 122 3.083 2.527
Einbauten in fremde Grundstücke 3,5-14 1.039 0 0 1.039 635
Sonstige BGA 3-13 207 8 0 215 138
IT-Ausstattung 3-13 1.464 37 795 706 1.290
Sonstiges 0-5 153 44 44 153 77
Sachanlagen 6.150 170 961 5.359 4.767
in T€ Abschreibungen Buchwerte
Zugänge

2011
Abgänge 2011 Stand am 31.12.2011 Stand am 31.12.2011 Stand am 31.12.2010
--- --- --- --- --- ---
Sachanlagen
Büroausstattung 10 0 110 53 53
Laborausstattung 211 121 2.617 466 607
Einbauten in fremde Grundstücke 85 0 720 319 404
Sonstige BGA 20 0 158 57 69
IT-Ausstattung 89 797 582 124 174
Sonstiges 74 44 107 46 76
Sachanlagen 489 962 4.294 1.065 1.383

Bei den Zugängen im Berichtsjahr handelt es sich im Wesentlichen um Ersatz- bzw. Erweiterungsinvestitionen in den verschiedenen Bereichen. Verpflichtungen zum Erwerb von Sachanlagen bestehen nicht.

Die Abschreibungen auf Sachanlagen werden in der Gesamtergebnisrechnung ausschließlich unter den Positionen Forschungs- und Entwicklungskosten und Verwaltungskosten ausgewiesen.

in T€ 2012 2011 Veränderung

in %
Forschungs- und Entwicklungskosten 210 362 - 42
Verwaltungskosten 101 127 - 20
Abschreibung auf Sachanlagen 311 489 - 36

7.3 Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen

Als nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlage werden die Anteile an der quattro research GmbH klassifiziert. Die entsprechenden Kennzahlen der quattro research GmbH stellen sich zum 31. Dezember 2012 wie folgt dar:

in T€ 2012 2011 Veränderung

in %
Umsatzerlöse 1.254 1.090 15
Jahresergebnis 68 63 8
Bilanzsumme 669 671 0
Eigenkapital 446 378 18
Schulden 223 294 - 24

Durch das positive Ergebnis der quattro research GmbH wird der Buchwert der Anteile der 4SC AG entsprechend erhöht und beträgt zum Bilanzstichtag 154 T € (31. Dezember 2011: 121 T €).

7.4 Sonstige Finanzanlagen

Unter diesem Bilanzposten werden die Finanzinstrumente im Sinne des IAS 39 ausgewiesen, die zum Bilanzstichtag eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben. Darunter fällt die Beteiligung an der Quiescence Technologies LLC, sowie zum 31. Dezember 2011 ebenfalls die Beteiligung an der Nexigen GmbH.

in T€ 31.12.2012 31.12.2011 Veränderung

in %
Beteiligung Nexigen GmbH 0 143 - 100
Beteiligung Quiescence Technologies LLC 0 0 n/a
Sonstige Finanzanlagen 0 143 - 100

Zum 8. Oktober 2012 wurde die Beteiligung an der Kölner Nexigen GmbH in Höhe von 1,76% vollständig veräußert. Diese Beteiligung wurde seit Mai 2008 gemäß IAS 39 als Finanzanlage "Available-for-sale" ausgewiesen. Die Bewertung erfolgte bis zum Verkaufszeitpunkt gemäß IAS 39.46 zum beizulegenden Zeitwert. Über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Die Beteiligung an der Quiescence Technologies LLC in Höhe von 10% wurde im Dezember 2006 eingegangen. Aufgrund der unklaren wirtschaftlichen Situation der Quiescence Technologies LLC beträgt der Bilanzansatz jedoch unverändert 0 T €.

7.5 Vorratsvermögen

in T€ 31.12.2012 31.12.2011 Veränderung

in %
Verbrauchsmaterialien 20 21 - 5
Lösungsmittel 2 3 - 33
Chemikalien 0 1 - 100
Vorratsvermögen 22 25 - 12

Das Vorratsvermögen reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um 3 T €.

Im Berichtsjahr wurden Materialkosten über 424 T € (2011: 542 T €) als Aufwand erfasst. Diese wurden unterjährig zum Teil im Vorratsvermögen ausgewiesen, teilweise jedoch auch direkt auf den jeweiligen Projekten verbraucht und daher direkt im Aufwand erfasst.

7.6 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

in T€ 31.12.2012 31.12.2011 Veränderung

in %
Inland 3.029 115 2.534
EU 55 0 n/a
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.084 115 2.582

Zum 31. Dezember 2012 bestanden wie zum Bilanzstichtag des Vorjahres keine Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gemäß IAS 39.63 f.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen aus Forschungskooperationen mit verschiedenen Partnern sowie aus der abgeschlossenen Lizenzvereinbarung mit der BioNTech AG. Alle Forderungen waren zum Bilanzstichtag noch nicht fällig und wurden vertragsgemäß im Januar bzw. Februar 2013 beglichen.

7.7 Forderungen gegen Beteiligungen

Unter diesem Bilanzposten werden Forderungen gegen die Quiescence Technologies LLC ausgewiesen, die jedoch in voller Höhe wertberichtigt waren. Aufgrund der gegebenen Unsicherheit hinsichtlich der Liquiditätslage der Quiescence Technologies LLC, die sich im Laufe des Geschäftsjahres 2008 ergab, entschied sich der Vorstand der 4SC AG mit Ablauf des 3. Quartals 2008 alle noch offenen lang- und kurzfristigen Forderungen gegen die Quiescence Technologies LLC, resultierend aus dem Kaufpreis für die QSB-Substanzen und aus dem Kooperationsvertrag in Höhe von insgesamt 1.000 T US-$, einer Wertberichtigung zu unterziehen. Im Laufe des Geschäftsjahres 2012 gab es keine Änderung der Situation, sodass zum 31. Dezember 2012 unverändert eine Forderung über 1.000 T US-$ bestand, die in voller Höhe wertberichtigt wurde.

Daneben wurden im Vorjahr in diesem Bilanzposten Forderungen über 2 T € gegen die quattro research GmbH ausgewiesen, die aus der Nachberechnung von Nebenkosten aus einem Mietvertrag für die Jahre 2009 und 2010 stammen.

7.8 Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Unter diesem Bilanzposten werden Finanzinstrumente im Sinne des IAS 39 und Festgeldanlagen ausgewiesen, die zum Bilanzstichtag eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr haben, jedoch nicht den Zahlungsmitteläquivalenten zugewiesen werden.

in T€ 31.12.2012 31.12.2011 Veränderung

in %
Finanzinstrumente mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr 5.988 3. 000 100
Festgeldanlagen mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr 0 6.000 - 100
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 5.988 9.000 - 33

Die Abnahme der sonstigen finanziellen Vermögenswerte ergibt sich aufgrund von Verkäufen.

Die Konditionen der finanziellen Vermögenswerte zum 31. Dezember 2012 sind wie folgt:

Buchwert Gesamtlaufzeit in Monaten Zinssatz

in %
Finanzinstrumente mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr
UniCreditGroup, Schuldscheindarlehen 3.000 9 - 13 1,10 - 1,50
UniCreditGroup, Inhaberschuldverschreibung 2.988 8 - 12 0,93 - 1,12

7.9 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Unter diesem Bilanzposten werden Kassenbestand und Bankguthaben ausgewiesen. Darüber hinaus enthält die Position im Vorjahr Finanzinstrumente im Sinne des IAS 39 und Festgeldanlagen, die dazu dienen, kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können. Sie haben eine ursprüngliche Laufzeit von nicht mehr als drei Monaten und unterliegen nur unwesentlichen Wertschwankungen.

in T€ 31.12.2012 31.12.2011 Veränderung

in %
Finanzinstrumente - gerechnet vom Erwerbszeitpunkt - mit einer Restlaufzeit von weniger als drei Monaten 0 4.012 - 100
Bankguthaben 6.075 2.807 116
Kassenbestand 1 1 0
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 6.076 6.820 - 11

7.10 Steuererstattungsansprüche aus Ertragsteuern

4SC fließen Zinsen aus Festgeldern, Geldmarktfonds und Wertpapieren zu. Die Finanzinstitute sind verpflichtet, auf diese Zinserträge Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag einzubehalten. Da die Gesellschaft in den Geschäftsjahren 2012 und 2011 ein negatives Jahresergebnis verbuchte, besteht in Bezug auf die einbehaltenen Steuern ein Erstattungsanspruch.

in T€ 31.12.2012 31.12.2011 Veränderung

in %
Steuererstattungsansprüche aus Ertragsteuern 127 69 84

Die Steuererstattungsansprüche aus Ertragsteuern zum 31. Dezember 2012 resultieren aus seitens des Finanzamts noch nicht erstatteten Kapitalertragsteuerforderungen für die Geschäftsjahre 2011 und 2012. Im Vorjahreswert waren Erstattungsansprüche für 2011 enthalten. Die Steuererstattungsansprüche aus 2011 über 69 T € wurden im Januar 2013 erstattet.

7.11 Sonstige Vermögenswerte

in T€ 31.12.2012 31.12.2011 Veränderung

in %
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 235 187 26
Steuererstattungsansprüche 0 265 - 100
Mietkaution IZB West 157 157 0
Geleistete Anzahlungen auf Fremdleistungen 95 68 40
Zuschüsse EU, BMBF, BMWi 87 149 - 42
Antizipative Zinsen 17 69 - 75
Übrige 15 9 67
Sonstige Vermögenswerte 606 904 - 33

Die sonstigen Vermögenswerte werden nach IAS 1.60 als getrennte Gliederungsgruppen in der Bilanz dargestellt.

in T€ Gesamtforderung davon langfristig davon kurzfristig
31.12.2012 31.12.2011 31.12.2012 31.12.2011 31.12.2012 31.12.2011
--- --- --- --- --- --- ---
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 235 187 2 24 233 163
Steuererstattungsansprüche 0 265 0 0 0 265
Mietkaution IZB West 157 157 157 157 0 0
Geleistete Anzahlungen auf Fremdleistungen 95 68 0 0 95 68
Zuschüsse EU, BMBF, BMWi 87 149 0 0 87 149
Antizipative Zinsen 17 69 0 0 17 69
Übrige 15 9 3 2 12 7
Sonstige Vermögenswerte 606 904 162 183 444 721

Nach derzeitiger Kenntnislage bestehen keine Anhaltspunkte für Unsicherheiten über den Erhalt der Zuschüsse. Das Mietkautionskonto dient als Sicherheit zur Wahrung der Ansprüche des Vermieters.

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten bestehen im Wesentlichen aus vorausbezahlten Rechnungen für Wartungsverträge, Online-Recherchen und Lizenzen. Die geleisteten Anzahlungen für Fremdleistungen bestehen aus Zahlungen für externe Dienstleistungen, die gemäß Vertrag vor der entsprechenden Leistungserbringung getätigt wurden.

7.12 Eigenkapital

Grundkapital und Aktien

Das Grundkapital der 4SC AG zum 31. Dezember 2012 beträgt 50.371.814,00 €. Es ist eingeteilt in 50.371.814 auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien). Jede Aktie verbrieft einen anteiligen Betrag am Grundkapital der 4SC AG in Höhe von 1,00 € und gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme. Das derzeitige Grundkapital ist voll eingezahlt.

Die Aktien der 4SC AG sind in Globalurkunden ohne Gewinnanteilscheine verbrieft, die bei der Clearstream Banking AG, Frankfurt am Main, als Wertpapiersammelbank hinterlegt worden sind. Der Anspruch des Aktionärs auf Verbriefung seines Anteils oder auf Einzelverbriefung von Aktien ist nach § 6 Absatz 3 der Satzung der 4SC AG ausgeschlossen.

Am 3. Juli 2012 hat die 4SC AG eine Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht und ohne öffentliches Angebot abgeschlossen. Dabei wurden 8.403.510 neue Aktien bei Altaktionären, die ihr Bezugsrecht ausgeübt haben, und bei institutionellen Investoren zu 1,50 € pro Aktie platziert. Die Anzahl der auf den Inhaber lautenden nennwertlosen Stückaktien erhöhte sich von 41.968.304 Aktien auf 50.371.814 Aktien.

Bedingte Kapitalia

Die Hauptversammlungen der Gesellschaft haben beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft wie folgt bedingt zu erhöhen:

Bedingtes Kapital Höhe (T €) Beschluss der HV am Zweck
I --- 06.08.2012 aufgehoben
II 114 28.06.2006/ 21.06.2010 Gewährung von Optionsrechten an Mitglieder des Vorstandes und Arbeitnehmer der Gesellschaft mit einer Laufzeit von bis zu zehn Jahren ("ERSATZ-ESOP 2001")
III 88 28.07.2004/ 21.06.2010 Erfüllung von Optionsrechten von Mitgliedern des Vorstandes und Arbeitnehmern der Gesellschaft aus dem Aktienoptionsprogramm "ESOP 2004"
IV 305 28.06.2006/ 21.06.2010 Gewährung von Optionsrechten an Mitglieder des Vorstands und Arbeitnehmer der Gesellschaft sowie an Arbeitnehmer etwaiger verbundener Unternehmen mit einer Laufzeit von bis zu zehn Jahren ("ESOP 2006")
V 7.500 06.08.2012 Gewährung von Aktien an die Inhaber bzw. Gläubiger von noch zu begebenden Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten und/oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombination dieser Instrumente)
VI 1.000 15.06.2009 Gewährung von Optionsrechten an Mitglieder des Vorstands und Arbeitnehmer der Gesellschaft und ihrer in- und ausländischen verbundenen Unternehmen mit einer Laufzeit von bis zu zehn Jahren ("ESOP 2009")

Genehmigtes Kapital

In der Hauptversammlung vom 6. August 2012 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 5. August 2017 einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu 20.984.152,00 € gegen Bareinlagen und/oder Sacheinlagen durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe von insgesamt bis zu 20.984.152 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2012/I).

Agio

Das Agio besteht aus Aufgeldern, die von Aktionären bei der Durchführung von Kapitalerhöhungen im Rahmen von Finanzierungsrunden einbezahlt wurden. Transaktionskosten aus einer Eigenkapitaltransaktion sind nach IAS 32.35 gemindert um alle damit verbundenen Ertragsteuervorteile als Abzug vom Eigenkapital zu bilanzieren. Bei den Kapitalmaßnahmen betrugen die Transaktionskosten 1.239 T € (Vorjahr: 706 T €). Diese Kosten wurden mit dem Agio verrechnet.

Rücklagen

Der Bilanzposten Rücklagen setzt sich aus den folgenden Einzelpositionen zusammen:

Die Rücklage ESOP in Höhe von 1.695 T € (Vorjahr 1.565 T €) entspricht dem Betrag der im Berichtsjahr und in Vorjahren ausgegebenen Aktienoptionen an Mitarbeiter und Vorstand, die entsprechend den Vorschriften des IFRS 2 bewertet werden. Die Ermittlung ist unter Punkt "9. Aktienoptionsprogramm" erläutert.

Die Gewinnrücklage blieb zum 31. Dezember 2012 mit 67 T € gegenüber dem Wert zum 31. Dezember 2011 unverändert.

Ergebnisverwendung

Der Bilanzverlust in Höhe von 108.735 T € (Vorjahr: 95.518 T €) wird auf neue Rechnung vorgetragen.

Angaben zum Kapitalmanagement

Da die Gesellschaft ein negatives Jahresergebnis erwirtschaftet, liegen die primären Ziele des Kapitalmanagements im Vorhalten ausreichend hoher liquider Reserven, um die zügige Weiterentwicklung der Produktpipeline und der Technologie ohne wesentliche Einschränkungen ermöglichen zu können, sowie im Erhalt bzw. der Stärkung des Eigenkapitals, um bilanzielle Herausforderungen, wie z.B. eine Verlustanzeige gemäß § 92 Abs. 1 AktG (Grundkapitalhalbierung) vermeiden zu können. Folglich muss ein Ansteigen des Bilanzverlusts und somit ein Abschmelzen des Eigenkapitals so gering wie möglich gehalten werden, ohne den Fortschritt der Programme einzuschränken. Das Management überwacht regelmäßig die Eigenkapitalquote und die Summe der unter dem Eigenkapital bilanzierten Posten. Um diese Ziele zu erreichen, ist ein sehr restriktiver Umgang mit den finanziellen Reserven Voraussetzung. Darüber hinaus gehört auch die Akquisition von weiteren liquiden Mitteln zu den zentralen Möglichkeiten, um diese Ziele zu realisieren. Dabei kann aufgrund des Entwicklungsstadiums sowie des Risikoprofils der Gesellschaft überwiegend nur auf die Einwerbung von Eigenkapital zurückgegriffen werden. Weiter ist es Ziel der Gesellschaft, Umsätze zu generieren, um so den Break-Even zu erreichen und die Verlustvorträge zu reduzieren.

Als Kapital insgesamt wird das Eigenkapital einschließlich der Verlustvorträge gemanagt. Im Wesentlichen bedingt durch den positiven Effekt der im Berichtsjahr durchgeführten Kapitalerhöhung einerseits sowie das gegenläufige negative Jahresergebnis andererseits, hat sich das Eigenkapital von 23.533 T € zum 31. Dezember 2011 um 1.720 T € auf 21.813 T € zum 31. Dezember 2012 reduziert.

Während des Berichtsjahres wurde keine Veränderung der Strategie oder der Ziele in Bezug auf das Kapitalmanagement vorgenommen.

7.13 Schulden aus Lieferungen und Leistungen

in T€ 31.12.2012 31.12.2011 Veränderung

in %
Inland 436 599 - 27
EU 76 45 69
Drittland 72 61 18
Schulden aus Lieferungen und Leistungen 584 705 - 17

Die Schulden aus Lieferungen und Leistungen mindern sich gegenüber dem Vorjahr um 17%. Sie resultieren vor allem aus wissenschaftlichen Fremdleistungen und Patentdienstleistungen, aber auch aus zum Jahresende abgerechneten Rechts- und Beratungsleistungen.

7.14 Schulden gegenüber assoziierten Unternehmen

Die Schulden gegenüber assoziierten Unternehmen bestehen zum Bilanzstichtag gegenüber der quattro research GmbH. Mit ihr besteht ein Vertrag über die Entwicklung, Pflege und Wartung einer Software. Ausgewiesen wird die Schuld aus der Dezember-Abrechnung in Höhe von 10 T € (31. Dezember 2011: 29 T €).

7.15 Rückstellungen

Zum 31. Dezember 2011 bestanden Rückstellungen über 45 T €, die aus nachfolgendem Sachverhalt resultierten: Im Rahmen der Überleitung des Patentportfolios zwischen zwei Patentanwaltskanzleien wurden von der bisherigen Kanzlei in laufenden Patentakten Schlussabrechnungen erstellt, die aus Sicht von 4SC zu einem erheblichen Anteil ungerechtfertigte Positionen aufwiesen. 4SC hatte sowohl Rückstellungen für Patentkosten als auch für Rechtsanwaltskosten für die erwarteten Streitigkeiten gebildet.

Im Geschäftsjahr 2012 konnte hinsichtlich der Streitigkeiten eine Einigung in Form eines außergerichtlichen Vergleichs erzielt werden. Insgesamt wurden 3 T € für Rechtsanwaltskosten gegen die Rückstellungen verrechnet, der restliche Betrag über 42 T € aufgelöst. Zum 31. Dezember 2012 bestehen somit keine Rückstellungen mehr.

7.16 Sonstige Schulden und Umsatzabgrenzungsposten

In T € 31.12.2012 31.12.2011 Veränderung

in %
Umsatzabgrenzungsposten 4.469 5.363 - 17
Abgegrenzte Schulden 1.667 1.975 - 16
Steuerschulden (Umsatzsteuer) 286 0 n/a
Erhaltene Anzahlungen 114 75 52
Schulden im Rahmen der sozialen Sicherheit 103 112 - 8
Rechnungsabgrenzungsposten 20 0 n/a
Sonstige Verbindlichkeiten 1 1 0
Sonstige Schulden 6.660 7.526 - 12

Die sonstigen Schulden werden nach IAS 1.60 als getrennte Gliederungsgruppen in der Bilanz dargestellt.

in T€ Gesamtschulden davon langfristig davon kurzfristig
31.12.2012 31.12.2011 31.12.2012 31.12.2011 31.12.2012 31.12.2011
--- --- --- --- --- --- ---
Umsatzabgrenzungsposten 4.469 5.363 3.575 4.469 894 894
Abgegrenzte Schulden 1.667 1.975 180 313 1.487 1.662
Steuerschulden (Umsatzsteuer) 286 0 0 0 286 0
Erhaltene Anzahlungen Schulden im Rahmen der sozialen 114 75 0 0 114 75
Sicherheit 103 112 0 0 103 112
Rechnungsabgrenzungsposten 20 0 0 0 20 0
Sonstige Verbindlichkeiten 1 1 0 0 1 1
Sonstige Schulden 6.660 7.526 3.755 4.782 2.905 2.744

Dabei setzen sich die abgegrenzten Schulden zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

In T € 31.12.2012 31.12.2011 Veränderung

in %
Ausstehende Rechnungen 908 1.340 - 32
Bonus an Vorstand & Geschäftsführung 272 177 54
Aufsichtsratsvergütung 141 139 1
Abschluss- und Prüfungskosten 99 105 - 6
Personalverbindlichkeiten 95 129 - 26
Renovierung IZB West 38 37 3
Berufsgenossenschaftsbeitrag 21 26 - 19
Sonstiges 93 22 323
Abgegrenzte Schulden 1.667 1.975 - 16

Der Umsatzabgrenzungsposten resultiert aus den kurz- und langfristigen Schulden in Bezug auf die von Yakult Honsha, Japan, gezahlte Vorabvergütung vom April 2011. Dieser wird zeitanteilig über den gesamten angenommenen Entwicklungszeitraum von Resminostat verteilt als Umsatz aufgelöst. Die langfristigen, abgegrenzten Schulden resultieren aus langfristigen Boni für den Vorstand sowie ausstehenden Rechnungen.

Alle anderen abgegrenzten Schulden sind kurzfristig. Es bestehen in nur geringem Umfang Unsicherheiten über den Betrag der tatsächlichen Inanspruchnahme. Erstattungsansprüche gegenüber Dritten bestehen nicht.

7.17 Sonstige Angaben zu den Finanzinstrumenten

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien

in T€ Bewertungskategorie Bewertung zum 31.12.2012 Bewertung zum 31.12.2011
nach IAS 39 Buchwert Zeitwert Buchwert Zeitwert
--- --- --- --- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen LaR 3.084 3.084 115 115
Forderungen gegen Beteiligungen LaR 0 0 2 2
Steuererstattungsansprüche aus Ertragsteuern LaR 127 127 69 69
Sonstige langfristige Vermögenswerte LaR 162 162 183 183
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte LaR 444 444 721 721
Festgeldanlagen und Bankguthaben LaR 6.076 6.076 8.808 8.808
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte - zu Handelszwecken gehalten AFVPL 3.000 3.000 4.012 4.012
Bis zur Endfälligkeit gehaltene finanzielle Vermögenswerte Htm 2.988 2.988 3.000 3.000
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (Beteiligung Nexigen) AfS 0 0 143 143
Schulden aus Lieferungen und Leistungen AC - 584 - 584 - 705 - 705
Schulden gegenüber assoziierten Unternehmen AC - 10 - 10 - 29 - 29
Sonstige langfristige Schulden AC - 180 - 180 - 313 - 313
Sonstige kurzfristige Schulden AC - 2.011 - 2.011 - 1.850 - 1.850
Summe 13.062 13.062 14.156 14.156
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte ("At fair value through profit or loss") AFVPL 3.000 3.000 4.012 4.012
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen ("Held-to-maturity") Htm 2.988 2.988 3.000 3.000
Kredite und Forderungen ("Loans and Receivables") LaR 9.893 9.893 9.898* 9.898
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte ("Available-for-sale") AfS 0 0 143 143
Zu fortgeführten Anschaffungskosten ("At amortized Cost") AC - 2.785 - 2.785 - 2.897 - 2.897

* zahlenmäßiger Ausweis im Vergleich zum Vorjahr geändert

Bewertungsmethoden

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Vermögenswerte haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Die bilanzierten Werte stellen näherungsweise den beizulegenden Zeitwert dar. Der Großteil der ausgewiesenen langfristigen sonstigen Vermögenswerte ist verzinslich, daher entsprechen Buchwert und Zeitwert einander. Hierbei handelte es sich um hinterlegte Sicherheitsleistungen (Kaution) an den Vermieter. Auch die ausgewiesenen Festgeldanlagen und Bankguthaben sind verzinslich; somit entspricht auch hier der Buchwert dem Zeitwert.

Die zum Bilanzstichtag bestehenden originären Finanzinstrumente sind gemäß IAS 39 als finanzielle Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden ("At fair value through profit or loss") bzw. als bis zur Endfälligkeit gehaltene finanzielle Vermögenswerte ("Held-to-maturity") klassifiziert.

Bei den finanziellen Vermögenswerten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, werden Gewinne und Verluste aus der Folgebewertung erfolgswirksam erfasst. Der Nachweis des Zeitwerts erfolgt über Kontoauszüge und Bankenbestätigungen zum Ende des Berichtsjahres. Bei Finanzinstrumenten, die der Kategorie "bis zur Endfälligkeit gehalten" zuzuordnen sind, erfolgt die Folgebewertung gemäß IAS 39.46b unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten. Der Nachweis erfolgt ebenso über Kontoauszüge und Bankenbestätigungen zum Ende des Berichtsjahres.

Bei der im Vorjahr ausgewiesenen Beteiligung an der Nexigen GmbH handelte es sich um Wertpapiere, die nach IAS 39 als "zur Veräußerung verfügbar" zu kategorisieren waren. Im Geschäftsjahr wurden die Anteile an dieser Beteiligung veräußert. Die Beteiligung an der Quiescence Technologies LLC, die ebenfalls als "zur Veräußerung verfügbar" zu kategorisieren ist, wird unverändert mit 0 T € ausgewiesen.

Schulden aus Lieferungen und Leistungen, Schulden gegenüber assoziierten Unternehmen und sonstige Schulden haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Somit entsprechen deren Buchwerte zum Abschlussstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert.

Die Vermögenswerte werden auf Basis dieser Bewertungskriterien laufend überprüft. Die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften findet keine Anwendung.

Hierarchielevel beizulegender Zeitwerte

Die zum Bilanzstichtag bestehenden originären Finanzinstrumente, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden sowie die bestehenden Wertpapiere der Kategorie "bis zur Endfälligkeit gehalten" werden gemäß IFRS 7.27A dem Hierarchielevel 1 (notierte Preise in aktiven Märkten) und Hierarchielevel 2 (Vermögenswerte, die sich direkt beobachten lassen) zugeordnet. In 2012 wurde keine Übertragung zwischen den Hierarchieleveln der beizulegenden Zeitwerte vorgenommen.

Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien

Das Nettoergebnis der Finanzinstrumente nach IAS 39 setzt sich im Berichtsjahr wie folgt zusammen:

in T€ Folgebewertung
Zinsergebnis zum

Zeitwert
Währungs-

umrechnung
Wertberichtigung Abgang Nettoergebnis

2012
--- --- --- --- --- --- ---
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte ("At fair value through profit or loss")
zu Handelszwecken gehalten 20 0 0 0 0 20
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen ("Held-to-maturity") 61 1 0 0 0 62
Kredite und Forderungen ("Loans and Receivables") 47 0 6 0 0 53
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte ("Available-for-sale") 0 0 0 0 0 0
Zu fortgeführten Anschaffungskosten ("Liabilities at amortized cost") 0 0 - 10 0 0 - 10
Summe 128 1 - 4 0 0 125

Im Vorjahr setzte sich das Nettoergebnis der Finanzinstrumente nach IAS 39 wie folgt zusammen:

in T€ Folgebewertung
Zinsergebnis zum Zeitwert Währungs-

umrechnung
Wertberichtigung Abgang Nettoergebnis

2011
--- --- --- --- --- --- ---
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte ("At fair value through profit or loss")
zu Handelszwecken gehalten 0 25 0 0 0 25
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen ("Held-to-maturity") 63 0 0 0 0 63
Kredite und Forderungen ("Loans and Receivables") 212 0 -17 0 0 195
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte ("Available-for-sale") 0 0 0 -4 0 -4
Summe 275 25 -17 -4 0 278

Die Zinsen aus Finanzinstrumenten im Sinne des IAS 39 werden im Finanzergebnis ausgewiesen, ebenso die übrigen Komponenten des Nettoergebnisses.

Risiken aus Finanzinstrumenten

1. Liquiditäts- / Ausfall- und Zinsrisiken bei liquiden Reserven

4SC verfügt über liquide Reserven, die sie verzinst anlegt, solange diese Gelder nicht benötigt werden. Derzeit investiert 4SC ausschließlich in sichere Anlageformen - mit guter bis sehr guter Bonität - wie Schuldscheindarlehen und Inhaberschuldverschreibungen, die nur unwesentlichen Liquiditäts- und Ausfallrisiken unterliegen. Ein Zinsrisiko ergibt sich bei diesen Wertpapieren nicht. Zum Bilanzstichtag haben alle angelegten Gelder kurze Fälligkeiten und würden damit auf Zinsänderungen nicht sensitiv reagieren.

Nähere Informationen dazu sind im Risiken- und Chancenbericht unter Abschnitt 6 im des zusammengefassten Lageberichts enthalten.

2. Liquiditätsrisiken bei finanziellen Verbindlichkeiten

4SC verfügt über finanzielle Verbindlichkeiten, d.h. über vertragliche Verpflichtungen, einer anderen Partei flüssige Mittel zu liefern. Diese werden in der Bilanz in den Posten Schulden aus Lieferungen und Leistungen, Schulden gegenüber assoziierten Unternehmen und sonstige Schulden ausgewiesen. Da die finanziellen Verbindlichkeiten überwiegend kurze Laufzeiten haben, unterliegen sie keinen Liquiditätsrisiken.

3. Währungsrisiken

4SC schließt teilweise Geschäfte mit internationalen Geschäftspartnern ab, bei denen vertragliche Zahlungsvereinbarungen auf eine andere Währung als den Euro lauten. Aus diesem Grund unterliegt das Unternehmen in den Krediten und Forderungen ("Loans and Receivables") und den zu Anschaffungskosten bewerteten Schulden ("Liabilities at amortized cost") dem Währungsrisiko. Dieses Risiko umfasst den relativen Kursverfall oder Kursanstieg des Euros gegenüber diesen Währungen innerhalb des Zeitraums bis zur Tilgung der Schuld bzw. bis zur Erfüllung der Forderung.

4SC betreibt keine Sicherungsgeschäfte, sondern versucht, auch eigene Verbindlichkeiten in Fremdwährungen zu begleichen. So wird das Risiko von Währungsschwankungen verringert. Aus diesem Grund werden US-$ gekauft, wenn der Kurs entsprechend günstig ist. Zum 31. Dezember 2012 besaß die 4SC AG Bankkonten in US-$ ohne Saldo (31. Dezember 2011: 0 T €).

Fremdwährungsschulden bestanden zum 31. Dezember 2012 lediglich in Höhe von umgerechnet 15 T € in US-$, in Höhe von umgerechnet 3 T € in Schweizer Franken.) und in Höhe von umgerechnet 1 T € in Britischen Pfund (GBP).

Im Geschäftsjahr 2008 wurden die bestehenden Forderungen gegen die Quiescence Technologies LLC in Höhe von 1.000 T US-$ in voller Höhe wertberichtigt. Im Laufe der Geschäftsjahre 2011 und 2012 gab es keine Änderungen, sodass zum 31. Dezember 2012 unverändert eine Forderung über 1.000 T US-$ bestand, die in voller Höhe wertberichtigt ist.

Unterschiedliche Wechselkurse und deren Auswirkungen auf Vermögenswerte und Schulden wurden in einer Sensitivitätsanalyse simuliert, um die daraus entstehenden ergebniswirksamen Effekte zu ermitteln. Ein Anstieg oder ein Rückgang des Euros um 10% gegenüber der jeweiligen Fremdwährung hätte das Ergebnis zum 31. Dezember 2012 wie folgt beeinflusst:

in T€ 31. Dezember 2012 31. Dezember 2011
Anstieg Rückgang Anstieg Rückgang
--- --- --- --- ---
Euro gegenüber US-$ - 1 - 1 - 2 2
Euro gegenüber Schweizer Franken 0 0 - 2 2
Euro gegenüber Britischem Pfund 0 0 0 0

Bei unterjährig gleich bleibenden Währungskursen zwischen Euro und Fremdwährungen hätte sich das Ergebnis von 4SC um 4 T € verbessert (2011: unverändert).

4. Ausfallrisiken bei Forderungen

Zusätzlich unterliegt 4SC in den Krediten und Forderungen ("Loans and Receivables") dem Risiko eines möglichen Forderungsausfalls. Der Konzern verfügt über Forderungen, die ganz oder teilweise verspätet oder gar nicht erfüllt werden könnten. Dies würde zu Wertberichtigungen auf die Forderungen führen und somit die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ beeinflussen.

Die bestehenden Forderungen gegen die Quiescence Technologies LLC wurden im Geschäftsjahr 2008 in Höhe von 1.000 T US-$ einer vollständigen Wertberichtigung unterzogen. Somit weist 4SC zum Bilanzstichtag keine überfälligen nicht wertberichtigten Forderungen aus.

Das maximale Ausfallrisiko von 4SC bei den Forderungen besteht im Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie im Vorjahr zusätzlich im Buchwert der Forderungen gegen assoziierte Unternehmen, d.h. zum Bilanzstichtag 3.084 T € (31.12.2011: 117 T €). Um dieses zu reduzieren, unterzieht die Gesellschaft ihre Geschäftsbeziehungen regelmäßig verschiedenen Prüfungsszenarien und betreibt intensive Kundenbeziehungen.

7.18 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Für die Folgejahre nach dem Bilanzstichtag bestehen finanzielle Verpflichtungen aus dem Mietvertrag für die Betriebs- und Geschäftsräume der 4SC AG. Dieser Vertrag wurde zum 2. November 2011 um weitere fünf Jahre verlängert und ist bis zum 31. Dezember 2016 befristet. Kaufoptionen bestehen nicht. In dem Mietvertrag sind Preisanpassungsklauseln vorhanden: Der monatliche Mietzins für die Büro- und Laborflächen einschließlich Gemeinschafts- und Funktionsflächen minderte sich für 2012 um 0,30 €/m2 und erhöht sich in den folgenden Jahren um jeweils 0,50 €/m2. Für den ab Januar 2009 angemieteten Standort Überlingen-Bonndorf wurde ein Mietvertrag mit einer Laufzeit bis Ende 2013 abgeschlossen, aus dem Mietzahlungen in Höhe von jährlich 22 T € resultieren. Preisanpassungsklauseln und Kaufoptionen bestehen nicht. Sofern der Mietvertrag nicht sechs Monate vor Vertragsende gekündigt wird, verlängert er sich um weitere fünf Jahre.

Finanzielle Verpflichtungen aus Leasingverträgen bestehen zum Bilanzstichtag aus einem Operating-Leasing-Vertrag für ein Massenspektrometer. Der Vertrag, welcher im September 2010 begann, hat eine Laufzeit von 36 Monaten und verpflichtet 4SC, eine jährliche Leasingrate in Höhe von 76 T € zu entrichten. Die Zahlung erfolgt linear monatlich, vorschüssig und wird über die Dauer des Leasingverhältnisses in der Gesamtergebnisrechnung erfasst. Verlängerungs- oder Kaufoptionen sowie Preisanpassungsklauseln bestehen nicht.

Verträge in der Ausgestaltung eines Finanzierungsleasings liegen nicht vor.

Die aus den genannten Verträgen künftig zu leistenden Zahlungen stellen sich wie folgt dar:

in T€
2013 908
2014 855
2015 875
2016 896
ab 2017 0
Summe 3.534

Der in der Gesamtergebnisrechnung des Berichtsjahres enthaltene Aufwand aus den Mietverträgen beläuft sich auf 856 T € (2011: 810 T €). Der Aufwand aus Leasingverträgen im Jahr 2012 beträgt 76 T € (2011: 76 T €).

Über die Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen hinaus bestehende finanzielle Verpflichtungen resultieren im Wesentlichen aus wissenschaftlichen Serviceverträgen, einschließlich externer Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Durchführung der klinischen und präklinischen Studien. Die Verpflichtungen hieraus betragen bis zu 2.587 T € (2011: bis zu 3.812 T €), die Fälligkeit ist abhängig von den entsprechenden Studienfortschritten.

8. ERLÄUTERUNGEN ZUR KAPITALFLUSSRECHNUNG

Die Entwicklung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ist in folgender Tabelle dargestellt.

In T € 2012 2011 Veränderung

in %
Cashflows aus der betrieblichen Tätigkeit - 15.174 - 12.229 - 24
Cashflows aus der Investitionstätigkeit 3.063 3.013 2
Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit 11.367 11.080 3
Nettoveränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - 744 1.864 - 140
+ Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu Beginn der Periode 6.820 4.956 38
\= Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Periode 6.076 6.820 - 11

Neben den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten verfügt 4SC über liquide Mittel, die zur besseren Verzinsung angelegt werden. Zum Bilanzstichtag bestanden Schuldscheindarlehen und Inhaberschuldverschreibungen, zum 31. Dezember 2011 Schuldscheindarlehen, eine Festzinsanleihe und Festgelder. Diese Posten bilden zusammen den Finanzmittelbestand:

In T € 31.12.2012 31.12.2011 Veränderung

in %
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Periode 6.076 6.820 - 11
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 5.988 9.000 - 33
Finanzmittelbestand 12.064 15.820 - 24

9. AKTIENOPTIONSPROGRAMM

Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die bislang ausgegebenen Optionsprogramme und Tranchen sowie die Optionsbedingungen:

Optionsprogramm Einheit Tranche Ausgabe Bezugspreis

Bezugsverhältnis1 ausgegeben

Tsd.
ausstehend

01.01.2012

Tsd.
ESOP 2001 2001/1 31.03.01 9,60 2:1 74 0
ESOP 2001 2001/2 10.10.01 9,60 2:1 110 0
ESOP 2001 2002 30.06.02 12,00 2:1 120 0
ESOP 2001 2003 30.09.03 5,08 2:1 318 0
ESOP 2004 2004 30.09.04 4,24 2:1 122 0
ESOP 2004 2005 30.09.05 4,24 2:1 93 65
ESOP 2004 2006/1 30.05.06 4,53 2:1 26 26
ESOP 2006 2006/2 25.08.06 3,80 1:1 296 236
ERSATZ-ESOP 2001 2006/3 25.08.06 3,80 1:1 166 108
ESOP 2006 2007 26.11.07 3,65 1:1 9 9
ESOP 2006 2008 22.08.08 3,45 1:1 43 41
ESOP 2009 2009 26.11.09 3,29 1:1 888 809
ESOP 2009 2010 26.11.10 3,09 1:1 18 18
ESOP 2009 2011 30.11.11 1,44 1:1 18 18
Gesamt 2.301 1.330
Optionsprogramm Einheit ausgegeben

2012

Tsd.
verfallen

2012

Tsd.
ausgeübt

2012

Tsd.
ausstehend

31.12.2012

Tsd.
ausübbar

31.12.2012

Tsd.
max. beziehbare

Aktien 31.12.2012

Tsd.
ESOP 2001 0 0 0 0 0 0
ESOP 2001 0 0 0 0 0 0
ESOP 2001 0 0 0 0 0 0
ESOP 2001 0 0 0 0 0 0
ESOP 2004 0 0 0 0 0 0
ESOP 2004 0 65 0 0 0 0
ESOP 2004 0 0 0 26 26 13
ESOP 2006 0 13 0 223 223 223
ERSATZ-ESOP 2001 0 7 0 101 101 101
ESOP 2006 0 0 0 9 9 9
ESOP 2006 0 0 0 41 41 41
ESOP 2009 0 17 0 792 594 792
ESOP 2009 0 4 0 14 7 14
ESOP 2009 0 1 0 17 0 17
Gesamt 0 107 0 1.223 1.001 1.210
Optionsprogramm Einheit Zeitwert

kumulierter Personalaufwand2

Personalaufwand

2012

ESOP 2001 n/a 0 0
ESOP 2001 n/a 0 0
ESOP 2001 n/a 0 0
ESOP 2001 0,74 52 0
ESOP 2004 0,72 62 0
ESOP 2004 0,71 53 0
ESOP 2004 0,74 19 0
ESOP 2006 1,71 436 0
ERSATZ-ESOP 2001 1,54 183 0
ESOP 2006 1,49 14 0
ESOP 2006 1,50 62 2
ESOP 2009 1,04 829 119
ESOP 2009 0,77 12 5
ESOP 2009 0,65 10 4
Gesamt 1.732 130

1: Bei den von der Kapitalherabsetzung im Dezember 2004 betroffenen Tranchen beträgt das Bezugsverhältnis 2:1

2: Der kumulierte Personalaufwand rechnet sich bis zum Ende der Sperrfrist

Für alle ausgegebenen Tranchen gilt, dass die Erfüllung bei Optionsausübung ausschließlich in Aktien erfolgt. Zur Erfüllung der Optionsrechte sind die Bedingten Kapitalia I bis IV sowie das Bedingte Kapital VI geschaffen worden.

Die Tranchen, die von 2001 bis einschließlich 30. Mai 2006 ausgegeben wurden, haben eine Laufzeit von sieben Jahren. Die Hälfte dieser Optionsrechte darf frühestens drei Jahre nach Ausgabe der Option ausgeübt werden. Weitere 25% dürfen nach einem weiteren Jahr und die verbleibenden 25% nochmals nach einem weiteren Jahr ausgeübt werden. Die Optionen dürfen nur ausgeübt werden, wenn im Ausübungszeitraum der Wert der Aktie um mindestens 20% gegenüber dem Ausgabebetrag gestiegen ist.

Die Tranchen, die seit dem 25. August 2006 ausgegeben wurden, haben eine Laufzeit von zehn Jahren. Die Hälfte der Optionsrechte der Programme "ESOP 2006" und "ESOP 2009" darf frühestens zwei Jahre nach Ausgabe der Option ausgeübt werden. Weitere 25% dürfen nach einem weiteren Jahr und die verbleibenden 25% nochmals nach einem weiteren Jahr ausgeübt werden. Für die Tranche "2006/3" gilt, dass 100% der Optionsrechte nach zwei Jahren ausgeübt werden dürfen. Bedingung für die Ausübung der Bezugsrechte ist, dass der maßgebliche Referenzkurs den Ausübungspreis um mehr als 1/240 je zwischen Tag der Ausgabe der Option und Beginn des jeweiligen Ausübungszeitraums abgelaufenen Monat übersteigt.

Die gewichtete durchschnittliche Vertragsrestlaufzeit aller ausstehenden Tranchen beläuft sich auf 5,89 Jahre. Die Bandbreite der Bezugspreise aller noch ausstehenden Tranchen reicht von 1,44 € bis 4,53 €.

Eine Darstellung der gewichteten durchschnittlichen Ausübungspreise ist folgender Übersicht zu entnehmen:

Ausübungspreise (gewichtet, €) 2012 2011
Ausstehende Optionen per 01.01. 3,47 3,53
Neu im Berichtsjahr gewährte Optionen --- 1,44
Im Berichtsjahr verfallene Optionen 3,93 3,83
Ausstehende Optionen per 31.12. 3,43 3,47
Ausübbare Optionen per 31.12. 3,50 3,60

10. VERGÜTUNG VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT

10.1 Vorstand

Die Gesamtvergütung des Vorstands beläuft sich im Berichtsjahr auf 928 T € (2011: 1.095 T €). Von diesem Gesamtbetrag entfallen 19 T € (2011: 16 T €) auf beitragsorientierte Versorgungspläne gemäß IAS 19.7. Die in den Gesamtbezügen enthaltenen anteiligen Personalkosten aus Optionen belaufen sich im Berichtsjahr auf 79 T € (2011: 188 T €). Diese sind jedoch nicht zahlungswirksam.

Individualisiert nach einzelnen Vorstandsmitgliedern setzt sich die Gesamtvergütung im Berichtsjahr wie folgt zusammen:

Vergütung

in T€
Fix Variabel Personalaufwand aus Optionen Gesamt
2012 2011 2012 2011 2012 2011 2012 2011
--- --- --- --- --- --- --- --- ---
Dr. Ulrich Dauer 196 196 14 43 19 45 229 284
Dr. Daniel Vitt 186 186 34 43 19 45 239 274
Dr. Bernd Hentsch 194 186 28 43 22 56 244 285
Dipl.-Kfm. Enno Spillner 175 175 22 35 19 42 216 252
Vorstandsvergütung 751 743 98 164 79 188 928 1.095

Die nachfolgenden Übersichten zeigen die von Mitgliedern des Vorstands zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2012 gehaltenen Aktien und Aktienoptionen.

Aktien in Stück Aktien 01.01.2012 Kauf Verkauf Aktien 31.12.2012
Dr. Ulrich Dauer 437.439 0 0 437.439
Dr. Daniel Vitt 416.803 0 0 416.803
Dr. Bernd Hentsch 0 0 0 0
Dipl.-Kfm. Enno Spillner 70.000 0 0 70.000
Anteilsbesitz 924.242 0 0 924.242
Aktienoptionen in Stück Optionen

01.01.2012
Zugänge Verfall Ausübung Optionen

31.12.2012
Aktien

maximal

beziehbar
Dr. Ulrich Dauer 147.400 0 4.800 0 142.600 142.600
Dr. Daniel Vitt 147.400 0 4.800 0 142.600 142.600
Dr. Bernd Hentsch 152.720 0 0 0 152.720 152.720
Dipl.-Kfm. Enno Spillner 249.600 0 400 0 249.200 236.200
Anteilsbesitz 697.120 0 10.000 0 687.120 674.120

Im Geschäftsjahr 2012 wurden keine Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands ausgegeben.

Zusätzlich zu der fixen Vergütung, die jeweils anteilig zum Monatsende gezahlt wird, bestanden zum 31. Dezember 2012 kurzfristig fällige Leistungen an den Vorstand in Höhe von 116 T €, resultierend aus einem Teil der variablen Vergütung.

Für die Vorstandsmitglieder Dr. Ulrich Dauer, Dr. Daniel Vitt, Dr. Bernd Hentsch und Enno Spillner wurde im Rahmen der Neuregelung der Vorstandsverträge im Jahr 2010 eine Vereinbarung getroffen, dass im Falle eines Kontrollerwerbs durch einen Dritten und einer in diesem Zusammenhang stehenden Ablösung für die Restlaufzeit des Vertrags die Bezüge vollständig ausbezahlt werden, mindestens aber für eine rechnerische Restlaufzeit von 15 Monaten. Des Weiteren sind im Falle des Kontrollerwerbs die Regelungen zum Verfall von Aktienoptionen für die Vorstandsmitglieder aufgehoben, d.h. alle an die Vorstandsmitglieder bis zum Trennungszeitpunkt ausgegebenen Aktienoptionen verbleiben den Vorstandsmitgliedern - unabhängig von der Beendigung des Dienstverhältnisses. Darüber hinaus bestehen keine Leistungen an die Vorstandsmitglieder nach Beendigung des Vertragsverhältnisses oder aus Anlass der Beendigung des Vertragsverhältnisses.

Die Mitglieder des Vorstands hatten zum Bilanzstichtag die folgenden Mitgliedschaften in anderen Kontrollgremien und Aufsichtsräten:

Dr. Daniel Vitt

Mitglied des Beirats der quattro research GmbH, Planegg-Martinsried (seit Januar 2004)
Mitglied des Beirats der Nexigen GmbH, Bonn (seit Juli 2008)

Dr. Ulrich Dauer, Dr. Bernd Hentsch und Enno Spillner übten zum Bilanzstichtag keine Funktionen in anderen Kontrollgremien und Aufsichtsräten aus.

10.2 Aufsichtsrat

Die Gesamtvergütung des Aufsichtsrats beläuft sich im Berichtsjahr auf 141 T € (2011: 139 T €). Individualisiert nach einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern setzt sich die Vergütung im Berichtsjahr wie folgt zusammen:

in T€ Beruf Vergütung 2012 Vergütung 2011
Dr. Jörg Neermann (Vorsitzender bis 31.05.2012) Partner bei LSP Life Sciences Partners, München 12 32
Dr. Thomas Werner (stellv. Vorsitzender bis 13.06.2012, Vorsitzender seit 13.06.2012) Unternehmensberater, Utting am Ammersee 34 21
Klaus Kühn (seit 06.08.2012, stellv. Vorsitzender) ehem. Finanzvorstand der Bayer AG 12 0
Dr. Irina Antonijevic (seit 06.08.2012) Director Clinical Research MS and Neurology bei Genzyme (Sanofi-Konzern), Cambridge, MA, USA 7 0
Dr. Clemens Doppler Partner & Geschäftsführer bei HeidelbergCapital Asset Management GmbH, Heidelberg 23 25
Günter Frankenne (bis 06.08.2012) Geschäftsführender Inhaber der Firma STRATCON Strategy Consultants, Berg bei Neumarkt 10 21
Helmut Jeggle Head of Business Planning & Analyzing der Athos Service GmbH, München 23 20
Dr. Manfred Rüdiger (stellv. Vorsitzender vom 13.06.2012 bis 06.08.2012) Venture Partner der LSP Life Sciences Partners, München 20 20
Aufsichtsratsvergütung 141 139

Die nachfolgende Übersicht zeigt die von Mitgliedern des Aufsichtsrats zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2012 gehaltenen Aktien.

Anteilsbesitz in Stück Aktien 01.01.2012 Kauf Verkauf Aktien 31.12.2012
Dr. Manfred Rüdiger 20.000 0 0 20.000
Dr. Clemens Doppler 14.875 3.718 0 18.593
Dr. Thomas Werner 5.000 0 0 5.000
Anteilsbesitz 39.875 3.718 0 43.593

Die Aufsichtsratsmitglieder hatten zum Bilanzstichtag die folgenden Mitgliedschaften in anderen Kontrollgremien und Aufsichtsräten:

Dr. Thomas Werner:

Basilea Pharmaceutica Ltd., Basel, Schweiz, Mitglied des Verwaltungsrats
Blackfield AG, Köln, Mitglied des Aufsichtsrats
BSN medical GmbH, Hamburg, Mitglied des Beirats
Medigene AG, Planegg-Martinsried, Mitglied des Aufsichtsrats
SkyePharma PLC, London, Großbritannien, Non-Executive Director
SuppreMol GmbH, München, stellvertretender Beiratsvorsitzender

Klaus Kühn:

Flossbach von Storch AG, Köln, Vorsitzender des Aufsichtsrats
Hella KGaA, Lippstadt, Mitglied des Gesellschafterausschusses
Medigene AG, Planegg-Martinsried, Mitglied des Aufsichtsrats

Dr. Clemens Doppler

Accovion GmbH, Eschborn, Vorsitzender des Beirats
Merlion Pharmaceuticals Inc., Singapur, Mitglied des Aufsichtsrats
Nanogate AG, Quierschied-Göttelborn, Mitglied des Aufsichtsrats
Vasopharm GmbH, Würzburg, Mitglied des Beirats

Helmut Jeggle

AFFiRiS AG, Wien, Österreich, Mitglied des Aufsichtsrats
APK ALUMINIUM UND KUNSTSTOFFE AG, Merseburg, Mitglied des Aufsichtsrats
BioNTech AG, Mainz, Vorsitzender des Aufsichtsrats
Ganymed Pharmaceuticals AG, Mainz, Mitglied des Aufsichtsrats
Sidroga AG, Zoffingen, Schweiz, Präsident des Verwaltungsrats
VANGUARD AG, Berlin, Mitglied des Aufsichtsrats

Dr. Irina Antonijevic und Dr. Manfred Rüdiger übten zum Bilanzstichtag keine Funktionen in anderen Kontrollgremien und Aufsichtsräten aus.

11. ZUSÄTZLICHE ANGABEN

11.1 Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen und Personen

Im Zeitraum vom 1. Januar 2012 bis 31. Dezember 2012 hat 4SC die nachfolgend dargestellten wesentlichen Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen und Personen getätigt:

quattro research GmbH, Planegg-Martinsried (assoziiertes Unternehmen)

Die 4SC AG unterhält Rechtsbeziehungen zur quattro research GmbH, an der sie seit deren Gründung Anfang 2004 eine Beteiligung in Höhe von 48,8% des Stammkapitals hält. Der bestehende Software-Service-Vertrag zwischen den Gesellschaften, aufgrund dessen die quattro research GmbH Leistungen zur Verbesserung, Weiterentwicklung, Benutzerunterstützung, Weiterbildung und Datenbankpflege bezüglich einer von 4SC erstellten Software zur Unterstützung der Forschungsaktivitäten erbringt, wurde per Ende 2011 aufgehoben. Ein neuer Vertrag mit günstigeren Konditionen für 4SC wurde im Januar 2012 abgeschlossen. Dieser Vertrag hatte im Geschäftsjahr 2012 ein Volumen von netto 200 T € (2011: 267 T €). Zum Bilanzstichtag bestanden Schulden gegenüber der quattro research GmbH aus dem genannten Vertrag in Höhe von 10 T € (31. Dezember 2011: 29 T €), die im Rahmen der vereinbarten Zahlungsfristen im Januar 2013 getilgt wurden sowie abgegrenzte Schulden für ausstehende Rechnungen über 4 T €.

Donner & Reuschel Bank, Hamburg (DRB) (sonstige nahestehende Unternehmen)

Die DRB berät 4SC seit Oktober 2008 im Zusammenhang mit der Optimierung der Beziehung zu privaten und institutionellen Investoren. Im Berichtsjahr entstanden 4SC hierdurch Aufwendungen in Höhe von 22 T € (2011: 28 T €). Mit Vertrag vom Dezember 2005 hat die DRB die Funktion als Zahlungs- und Hinterlegungsstelle für 4SC übernommen, wodurch ein jährlicher Aufwand von 3 T € entsteht. Zum 31. Dezember 2012 bestanden keine Schulden gegenüber der DRB.

Einer der Vorstände der DRB, Marcus Vitt, ist ein Bruder des Vorstands für Forschung & Technologie der 4SC AG, Dr. Daniel Vitt.

Sonstige Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Darüber hinaus bestehen sonstige Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen, die im Berichtsjahr einzeln jedoch nicht mehr als 10 T € betragen haben und deren Gesamtvolumen pro Jahr voraussichtlich 10 T € nicht übersteigen wird. Zum 31. Dezember 2012 bestanden hieraus keine Schulden.

11.2 Corporate Governance Kodex gemäß § 285 Nr. 16 HGB

Am 24. Februar 2012 und am 25. Februar 2013 erklärten Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft gemäß § 161 AktG, den vom Bundesministerium der Justiz bekannt gemachten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in ihrer Vollständigkeit mit einigen Ausnahmen zu entsprechen. Die Entsprechenserklärungen wurden jeweils am gleichen Tag auf der Website www.4sc.de dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht.

11.3 Mitteilungspflichtige Beteiligung gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG

Die nachfolgende Tabelle zeigt die wesentlichen Aktionäre der 4SC AG, die - auf der Basis der von der Gesellschaft gemäß § 21ff. WpHG erhaltenen Mitteilungen - mehr als 3% der Anteile an der Gesellschaft halten. Dabei beziehen sich die genannten Zahlen immer auf die letzte publizierte Meldung. Der tatsächliche Stand zum 31. Dezember 2012 kann von diesen Werten jedoch abweichen.

Anzeigende Gesellschaft Bekanntmachungsdatum Stimmrechtsanteil
HeidelbergCapital Private Equity Fund I GmbH & Co. KG, HeidelbergCapital Asset Management GmbH, Dr. Clemens Doppler & Prof. Dr. Martin Weiblen, München 26.11.2009 7,66%1
Deutsche Bank AG, Frankfurt/Main Nordwestdeutscher Wohnungsbauträger GmbH, Frankfurt/Main DBG Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH, Frankfurt/Main VCG Venture Capital Gesellschaft mbH, München 04.12.2009 8,55%1
Roland Oetker, Deutschland 16.02.2012 3,01%1
First Capital Partner GmbH, Gräfelfing, WE Vermögensverwaltungs GmbH & Co. KG, Gräfelfing, WE Verwaltung GmbH, Gräfelfing, Wolfgang Egger, Deutschland 05.07.2012 9,91%
Santo Holding (Deutschland) GmbH, Holzkirchen 09.07.2012 41,48%1

1: Gemäß Schätzung des Managements betragen die Anteile zum 31. Dezember 2012 wie folgt:

• HeidelbergCapital Private Equity Fund I GmbH & Co. KG, München 5,86%

• Deutsche Bank Aktiengesellschaft (DVCG/VCG), Frankfurt am Main 6,13%

• Roland Oetker, Deutschland 3,34%

• Santo Holding (Deutschland) GmbH, Holzkirchen 48,10%

11.4 Honorare des Abschlussprüfers gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB

Die ordentliche Hauptversammlung vom 6. August 2012 hat die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Ganghoferstraße 29, 80339 München, zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2012 bestellt.

in T€ 2012 2011
Abschlussprüfungsleistungen 106 102
Andere Bestätigungsleistungen 51 16
Sonstige Leistungen 9 42
Vom Abschlussprüfer berechnetes Gesamthonorar 166 160

Für Abschlussprüfungsleistungen wurden im Geschäftsjahr 2012 106 T € erfasst (2011: 102 T €).

Für andere Bestätigungsleistungen fielen im Berichtsjahr 11 T € im Rahmen zweier Analytical Reviews sowie einer prüferischen Durchsicht für die Zwischenabschlüsse an (2011: 10 T €). Des Weiteren wurden 40 T € für die Erstellung des "Comfort Letters" im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung gebucht (2011: 0 T €). Diese wurden als Transaktionskosten als Abzug vom Eigenkapital bilanziert. Im Vorjahr fielen darüber hinaus 6 T € für die Mittelprüfung im Zusammenhang mit dem EU-Förderprojekt "Antimal" und die Erstellung des entsprechenden "Audit Certificates" an.

Sonstige Leistungen durch die KPMG bestanden im Berichtsjahr in der Beratung und Unterstützung im Sondierungsprozess zum Thema "neue Modelle zur Mitarbeiterbeteiligung" mit einem Aufwand von 9 T €. Im Vorjahr wurden in dieser Position die Durchführung einer IT-Sicherheitsbestandsaufnahme mit 35 T € und eine schriftliche Stellungnahme im Kontext mit der Vorabzahlung von Yakult Honsha, Japan, mit 7 T € erfasst.

11.5 Durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 4 HGB

Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer (Angestellte) beträgt im Jahr 2012 ohne Vorstand der 4SC AG, Geschäftsführung der 4SC Discovery GmbH und Auszubildende 84 (2011: 91).

Von den 84 Angestellten (ohne Vorstand, Geschäftsführung und Auszubildende) sind 60 in der Forschung und Entwicklung, 21 im Vertrieb und in der Verwaltung sowie drei Mitarbeiter im Bereich Informationstechnologie tätig. Im Vorjahr waren von den 91 Angestellten (ohne Vorstand und Auszubildende) 66 in der Forschung und Entwicklung, 22 im Vertrieb und in der Verwaltung sowie drei Mitarbeiter im Bereich Informationstechnologie tätig.

Darüber hinaus waren 2012 durchschnittlich 4 Vorstände bei der 4SC AG (2011: 4), 1 Geschäftsführer bei der 4SC Discovery GmbH (2011: 0) und 1 Auszubildender (2011: 0) beschäftigt, sodass die durchschnittliche Gesamtbeschäftigtenzahl in 2012 bei 90 und in 2011 bei 96 lag. Auch in 2012 bildete die 4SC einen Chemielaboranten aus.

12. EREIGNISSE NACH ABLAUF DES GESCHÄFTSJAHRES

Bis zur Aufstellung des Konzernabschlusses gab 4SC die folgenden Ereignisse bekannt:

4SC erhält Schlüsselpatent für Krebswirkstoff Resminostat in Europa (Pressemitteilung vom 8. Januar 2013)
4SC Discovery GmbH und BioNTech AG starten langfristige Forschungspartnerschaft in der Krebstherapie (Pressemitteilung vom 20. Februar 2013)
4SC Discovery GmbH und LEO Pharma schließen Forschungs- und Lizenzvereinbarung (Pressemitteilung vom 26. Februar 2013)
Vorstandsvorsitzender Dr. Ulrich Dauer legt Mandat zum 31. März 2013 nieder; Finanzvorstand Enno Spillner tritt die Nachfolge an
Verlustanzeige der 4SC AG gemäß § 92 Abs. 1 AktG aufgrund steigender kumulierter Verlustvorträge

Darüber hinaus sind nach Ablauf des Geschäftsjahres keine Ereignisse eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der 4SC AG haben.

Planegg-Martinsried, 12. März 2013

Der Vorstand

Dr. Ulrich Dauer, Vorstandsvorsitzender

Dr. Bernd Hentsch, Vorstand für Entwicklung

Dipl.-Kfm. Enno Spillner, Vorstand für Finanzen

Dr. Daniel Vitt, Vorstand für Forschung & Technologie

6 Bestätigungsvermerk

Den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk haben wir wie folgt erteilt:

"Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den von der 4SC AG, Planegg, Landkreis München, aufgestellten Konzernabschluss --bestehend aus Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Konzernbilanz, Konzern-Kapitalflussrechnung, Konzern-Eigenkapitalentwicklung und Konzernanhang-- sowie den zusammengefassten Lagebericht der 4SC AG, Planegg, Landkreis München, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2012 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und zusammengefasstem Lagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der zusammengefasste Lagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Ohne diese Beurteilung einzuschränken, weisen wir auf die Ausführungen des Vorstands im Abschnitt 6.2.4 des zusammengefassten Lageberichts hin. Dort ist ausgeführt, dass der Fortbestand der Gesellschaft und des Konzerns von der Zuführung finanzieller Mittel in Form von Eigen- oder Fremdkapital abhängig ist, falls durch Kooperationen und Partnerschaften keine ausreichenden Liquiditätszuflüsse generiert werden können."

München, den 14. März 2013

**KPMG AG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Pastor, Wirtschaftsprüferin

Rahn, Wirtschaftsprüfer