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4SC AG Annual Report 2011

May 7, 2012

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Annual Report

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Publication

4SC AG

Planegg

HGB Einzel-Jahresabschluss 2011

Bilanz zum 31. Dezember 2011

Planegg, Landkreis München

Aktiva

31.12.2011 31.12.2010
EUR EUR EUR EUR
--- --- --- --- ---
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 11.376.970,17 12.225.871,72
2. Geschäfts- oder Firmenwert 1,00 11.376.971,17 1,00 12.225.872,72
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.064.655,01 1.382.773,44
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 34.231,25 0,00
2. Beteiligungen 154.760,00 188.991,25 158.600,00 158.600,00
12.630.617,43 13.767.246,16
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 24.892,31 20.909,29
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 115.533,12 281.078,00
2. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.822,91 0,00
3. Sonstige Vermögensgegenstände 860.652,88 978.008,91 971.462,51 1.252.540,51
III. Wertpapiere
Sonstige Wertpapiere 6.987.355,85 5.040.421,98
IV. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 8.782.416,47 12.558.021,57
16.772.673,54 18.871.893,35
C. Rechnungsabgrenzungsposten 186.714,12 219.919,35
29.590.005,09 32.859.058,86
Passiva
31.12.2011

EUR
31.12.2010

EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 41.968.304,00 38.502.739,00
Bedingtes Kapital TEUR 9.038
II. Kapitalrücklage 77.466.318,38 69.145.086,98
III. Bilanzverlust -98.186.301,85 -78.334.639,09
21.248.320,53 29.313.186,89
B. Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen 1.880.926,12 1.879.998,70
C. Verbindlichkeiten
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 75.121,95 351.130,65
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 704.834,91 968.050,30
3. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 29.497,72 29.497,72
4. Sonstige Verbindlichkeiten 5.651.303,86 317.194,60
--davon aus Steuern EUR 112.426,09 (i. Vj. EUR 108.870,96)--
--davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 0,00 (i. Vj. EUR 0,00)--
6.460.758,44 1.665.873,27
29.590.005,09 32.859.058,86

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011

2011 2010
EUR EUR EUR EUR
--- --- --- --- ---
1. Umsatzerlöse 779.530,67 988.666,60
2. Sonstige betriebliche Erträge 1.063.028,03 402.846,99
1.842.558,70 1.391.513,59
3. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -5.456.207,32 -5.126.115,98
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -910.908,95 -6.367.116,27 -917.291,44 -6.043.407,42
-davon für Altersversorgung EUR 93.771,18 (i. Vj. EUR 90.289,01)--
4. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -1.343.267,55 -1.377.962,27
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen -13.662.331,19 -13.868.768,10
-21.372.715,01 -21.290.137,79
6. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 283.169,26 252.394,85
7. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens -3.840,00 -7.500,00
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -835,71 -948,94
9. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit -19.251.662,76 -19.654.678,29
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -600.000,00 0,00
11. Jahresfehlbetrag -19.851.662,76 -19.654.678,29
12. Verlustvortrag -78.334.639,09 -58.679.960,80
13. Bilanzverlust -98.186.301,85 -78.334.639,09

JAHRESFINANZBERICHT 2011

Anhang zum Jahresabschluss zum 31. Dezember 2011

1. ALLGEMEINE HINWEISE

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des AktG aufgestellt. Die Aktien der 4SC AG werden seit dem 15. Dezember 2005 im Regulierten Markt der Deutschen Börse (Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse) gehandelt. Entsprechend § 267 Abs. 3 HGB gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.

Die Gliederung der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung entspricht den §§ 266 und 275 HGB, wobei die Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt ist. Der Grundsatz der Darstellungsstetigkeit gemäß § 265 Abs. 1 HGB wird beachtet. Der Abschluss wurde unter der Prämisse der Unternehmensfortführung erstellt. Durch die angewendete kaufmännische Rundung können sich Differenzen zu den exakten Zahlen ergeben.

2. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wurde das Aktivierungswahlrecht gemäß § 248 Abs. 2 HGB nicht in Anspruch genommen. Unverändert zu den Vorjahren werden die Entwicklungskosten in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bilanziert und wurden entsprechend ihrer Nutzungsdauer zwischen 2 und 20 Jahren um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert. Der Geschäfts- oder Firmenwert, der aus der Verschmelzung der 4SC GmbH auf die 4SC AG im Geschäftsjahr 2000 resultiert, wurde bis einschließlich 2009 entsprechend § 255 Abs. 4 HGB (a.F.), über einen Zeitraum von 10 Jahren abgeschrieben und beträgt seit dem 31. Dezember 2009 1,00 €.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungskosten angesetzt und wird um planmäßige lineare Abschreibungen entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer zwischen 3 und 14 Jahren vermindert. Als Orientierung dienen die von der Finanzverwaltung veröffentlichten Abschreibungstabellen.

Für Anlagegüter, deren Anschaffungskosten zwischen 150,00 € und 1.000,00 € liegen, wurden zwischen 1. Januar 2008 und 31. Dezember 2009 in Anlehnung an § 6 Abs. 2a EStG Sammelposten gebildet. Diese Sammelposten wurden bzw. werden in den Wirtschaftsjahren ihrer Bildung und in den folgenden vier Wirtschaftsjahren aufwandswirksam aufgelöst. Seit 1. Januar 2010 werden Anlagegüter bis zu einem Anschaffungswert von 410,00 € gemäß § 6 Abs. 2 EStG im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben, ihr sofortiger Abgang wird unterstellt.

Die Abschreibungen auf Zugänge der immaterielle Vermögensgegenstände und des Sachanlagevermögens erfolgen grundsätzlich zeitanteilig. Die Entwicklung des Anlagevermögens ist im Anlagenspiegel dargestellt.

Die Zugangsbewertung von Finanzanlagen erfolgt zu Anschaffungskosten. Bei einer vorübergehenden Wertminderung wird vom Abwertungswahlrecht Gebrauch gemacht, d.h. die 4SC AG nimmt in diesen Fällen keine Abwertungen vor. Bei einer voraussichtlich dauerhaften Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 3 HGB vorgenommen.

Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind zu durchschnittlichen Einstandspreisen oder zu niedrigeren Tagespreisen am Bilanzstichtag aktiviert.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Das strenge Niederstwertprinzip gemäß § 253 Abs. 4 HGB findet Anwendung. Auf fremde Währung lautende Forderungen werden gemäß § 256a HGB zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet. Bei Forderungen, deren Einbringbarkeit mit erkennbaren Risiken behaftet ist, werden angemessene Wertabschläge vorgenommen; uneinbringliche Forderungen werden abgeschrieben.

Die Wertpapiere werden nach § 253 Abs. 1 HGB mit ihren Anschaffungskosten oder ihrem niedrigeren Kurswert bilanziert. Das strenge Niederstwertprinzip gemäß § 253 Abs. 4 HGB wurde beachtet.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten sind mit ihrem Nennwert angesetzt.

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten beinhalten Vorauszahlungen für Dienstleister und Lizenzen.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt.

Verbindlichkeiten sind zu ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Auf fremde Währung lautende kurz und langfristige Verbindlichkeiten werden gemäß § 256a HGB zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet.

3. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

3.1 Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt.

3.2 Finanzanlagen

Anfang Januar 2004 erfolgte die Ausgründung einer eigenständigen Gesellschaft, der quattro research GmbH, Am Klopferspitz 19, 82152 Planegg-Martinsried, an der die 4SC AG einen Gesellschaftsanteil von 48,8% hält.

Die entsprechenden Kennzahlen der quattro research GmbH stellen sich zum 31. Dezember 2011 sowie zum Vorjahr wie folgt dar:

in T€ 2011 2010
Umsatzerlöse 1.090 882
Jahresergebnis 63 59
Bilanzsumme 671 469
Eigenkapital 378 315
Verbindlichkeiten 294 154

Ende Dezember 2006 hat die 4SC AG die weltweiten Exklusivrechte an ihren QSB-Substanzen an die Quiescence Technologies LLC. (vormals QuoNova LLC.), Melbourne, Florida, USA, veräußert. Neben dem Verkaufserlös erhielt die 4SC AG eine Direktbeteiligung in Höhe von 10,0%.

Seit Mai 2008 hält die 4SC AG an der in Bonn ansässigen Nexigen GmbH eine Beteiligung in Höhe von aktuell 1,76%.

Seit Dezember 2011 hält die 4SC AG 100% der Anteile des Stammkapitals über 25 T € an der 4SC Discovery GmbH mit Sitz in Planegg-Martinsried. Des Weiteren wurden Anschaffungsnebenkosten über 9 T € aktiviert. Die Gesellschaft nimmt ihren operativen Geschäftsbetrieb in 2012 auf.

3.3 Vorratsvermögen

in T€ 31.12.2011 31.12.2010
Verbrauchsmaterialien 21 17
Lösungsmittel 3 3
Chemikalien 1 1
Vorratsvermögen 25 21

3.4 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

in T€ 31.12.2011 31.12.2010
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 115 281
davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0 0
Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 2 0
davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0 0
Sonstige Vermögensgegenstände 861 972
davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 160 0
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 978 1.253
davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 160 0

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen über 115 T € bestehen aus Forschungskooperationen und einer Lieferung eines Wirkstoffes an Yakult Honsha, Japan. Sie waren zum Bilanzstichtag noch nicht fällig und wurden vertragsgemäß im Januar bzw. Februar 2012 beglichen.

Aufgrund der gegebenen Unsicherheit hinsichtlich der Liquiditätslage der Quiescence Technologies LLC., die sich im Lauf des Geschäftsjahres 2008 ergab, entschied sich das Management der 4SC AG mit Ablauf des 3. Quartals 2008, alle noch offenen lang- und kurzfristigen Forderungen gegen die Quiescence Technologies LLC., resultierend aus dem Kaufpreis für die QSB-Substanzen und aus dem Kooperationsvertrag in Höhe von insgesamt 1.000 T $, einer Wertberichtigung zu unterziehen. Im Laufe des Geschäftsjahres 2011 gab es keine Änderung der Situation, sodass zum 31. Dezember 2011 unverändert eine Forderung über 1.000 T $ besteht, die in voller Höhe wertberichtigt ist.

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Umsatzsteuer- und Kapitalertragsteuerrückforderungen (334 T €), Zinsen für Festgelder und Schuldverschreibungen (69 T €), geleistete Anzahlungen für wissenschaftliche Fremdleistungen und Materialien (68 T €), die Mietkautionen (160 T €), einen sonstigen Vermögensposten für geleistete Anzahlungen an verbundene Unternehmen (73 T €) und Fördergelder der Bundeskasse (96 T €) sowie der EU (53 T €). Im Vorjahr waren in dieser Position im Wesentlichen Umsatzsteuer- und Körperschaftsteuerrückforderungen (548 T €), geleistete Anzahlungen (137 T €) und die Mietkaution (157 T €) enthalten.

3.5 Wertpapiere

Bestand 31.12.2011 Stück Buchwert 31.12.2011

T €
Bestand 31.12.2010 Stück Buchwert 31.12.2010

T €
DWS Money Plus 287 3.987 151 1.540
Deutsche Pfandbriefbank AG Schuldschein 0 3.000
UBS Festzinsanleihe 0 500
HVB Schuldscheindarlehen 3.000 0

Die Wertpapiere wurden mit den Anschaffungskosten aktiviert und gemäß strengem Niederstwertprinzip zum Bilanzstichtag bewertet.

3.6 Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten

in T€ 31.12.2011 31.12.2010
Guthaben bei Kreditinstituten 8.781 12.557
Kassenbestand 1 1
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 8.782 12.558

3.7 Rechnungsabgrenzungsposten

Die Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 187 T € (Vorjahr: 220 T €) sind zum rechnerisch ermittelten Wert der Vorauszahlung bilanziert. Sie bestehen im Wesentlichen aus vorausbezahlten Rechnungen für Wartungsverträge, Lizenzen und Online-Recherchen.

3.8 Eigenkapital

Gezeichnetes Kapital

Das Grundkapital der 4SC AG zum 31. Dezember 2011 beträgt 41.986.304,00 €. Es ist eingeteilt in 41.986.304 auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien). Jede Aktie verbrieft einen anteiligen Betrag am Grundkapital der 4SC AG in Höhe von 1,00 € und gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme. Das derzeitige Grundkapital ist voll eingezahlt.

Am 24.02.2011 führte die 4SC AG eine nicht öffentliche Kapitalerhöhung unter Bezugsrechtsausschluss der bestehenden Aktionäre durch.

Dabei wurden 3.452.647 neue Aktien bei institutionellen Investoren zu 3,40 € pro Aktie platziert. Die Anzahl der auf den Inhaber lautenden nennwertlosen Stückaktien erhöhte sich von 38.502.739 Aktien auf 41.955.386 Aktien.

Am 18.05.2011 führte die 4SC AG ein Mitarbeiteraktienprogramm durch. Dabei wurden 12.918 neue Aktien zu 3,70 € pro Aktie an Mitarbeiter ausgegeben. Die Anzahl der auf den Inhaber lautenden nennwertlosen Stückaktien erhöhte sich von 41.955.386 Aktien auf 41.968.304 Aktien.

Die Aktien der 4SC AG sind in Globalurkunden ohne Gewinnanteilscheine verbrieft, die bei der Clearstream Banking AG, Frankfurt am Main, als Wertpapiersammelbank hinterlegt worden sind. Der Anspruch des Aktionärs auf Verbriefung seines Anteils oder auf Einzelverbriefung von Aktien ist nach § 6 Absatz 3 der Satzung ausgeschlossen.

Bedingte Kapitalia

Die Hauptversammlungen der Gesellschaft haben beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft wie folgt bedingt zu erhöhen:

Bedingtes Kapital Höhe (T €) Beschluss der HV am Zweck
I 31 01.03.2001/ 21.06.2010 Erfüllung von Optionsrechten von Mitgliedern des Vorstandes und Arbeitnehmern der Gesellschaft aus dem Aktienoptionsprogramm "ESOP 2001"
II 114 28.06.2006/ 21.06.2010 Gewährung von Optionsrechten an Mitglieder des Vorstandes und Arbeitnehmer der Gesellschaft mit einer Laufzeit von bis zu zehn Jahren ("ERSATZ-ESOP 2001"]
III 88 28.07.2004/ 21.06.2010 Erfüllung von Optionsrechten von Mitgliedern des Vorstandes und Arbeitnehmern der Gesellschaft aus dem Aktienoptionsprogramm "ESOP 2004"
IV 305 28.06.2006/ 21.06.2010 Gewährung von Optionsrechten an Mitglieder des Vorstandes und Arbeitnehmer der Gesellschaft sowie an Arbeitnehmer etwaiger verbundener Unternehmen mit einer Laufzeit von bis zu zehn Jahren ("ESOP 2006"]
V 7.500 21.06.2010 Gewährung von Aktien an die Inhaber bzw. Gläubiger von noch zu begebenden Wandel- und / oder Optionsschuldverschreibungen, Gewinnschuldverschreibungen und/oder Genussrechten (bzw. Kombination dieser Instrumente]
VI 1.000 15.06.2009 Gewährung von Optionsrechten an Mitglieder des Vorstandes und Arbeitnehmer der Gesellschaft und ihrer in- und ausländischen verbundenen Unternehmen mit einer Laufzeit von bis zu zehn Jahren ("ESOP 2009"]

Genehmigtes Kapital

In der Hauptversammlung vom 04. Juli 2011 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 03. Juli 2016 einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu 20.984.152,00 € gegen Bareinlagen und/oder Sacheinlagen durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe von insgesamt bis zu 20.984.152 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2011/I).

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage entwickelte sich im Berichtsjahr wie folgt:

in €
Kapitalrücklage per 01.01.2011 69.145.086,98
Veränderungen im Geschäftsjahr 2011
Einzahlung in die Kapitalrücklage aufgrund der Kapitalerhöhung vom 24. Februar 2011 sowie der Ausgabe von Mitarbeiteraktien vom 18. Mai 2011 8.321.231,40
Kapitalrücklage per 31.12.2011 77.466.318,38

Ergebnisverwendung

in €
Bilanzverlust per 01.01.2011 -78.334.639,09
Jahresfehlbetrag 2011 -19.851.662,76
Bilanzverlust per 31.12.2011 -98.186.301,85

3.9 Sonstige Rückstellungen

in T€ 31.12.2011 31.12.2010
Übrige Rückstellungen 1.776 1.809
Rückstellungen für Abschlussprüfungskosten 105 71
Sonstige Rückstellungen 1.881 1.880

Die übrigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für Urlaubsansprüche (2011: 129 T €, 2010: 121 T €), Sondervergütungen (2011: 141 T €, 2010: 47 T €), Mieterrückbauten (2011: 37 T €, 2010: 74 T €), Berufsgenossenschaftsbeiträge (2011 und 2010 jeweils 26 T €) sowie für ausstehende Rechnungen (2011: 1.443 T €, 2010: 1.435 T €) gebildet.

3.10 Verbindlichkeiten

Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten sind im Verbindlichkeitenspiegel im Einzelnen dargestellt. Die Verbindlichkeiten sind nicht besichert.

Verbindlichkeitenspiegel

in T€ 31.12.2011 31.12.2010
Restlaufzeit in Jahren Restlaufzeit in Jahren
--- --- --- --- --- --- ---
Art der Verbindlichkeit bis 1 1 bis 5 über 5 gesamt bis 1 1 bis 5
--- --- --- --- --- --- ---
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 75 0 0 75 351 0
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 705 0 0 705 968 0
3. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 29 0 0 29 29 0
4. Sonstige Verbindlichkeiten 1.183 4.469 0 5.652 318 0
davon aus Steuern 112 0 0 112 109 0
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 0 0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten 1.992 4.469 0 6.461 1.666 0
in T€ 31.12.2010
Restlaufzeit in Jahren
--- --- ---
Art der Verbindlichkeit über 5 gesamt
--- --- ---
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0 351
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0 968
3. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0 29
4. Sonstige Verbindlichkeiten 0 318
davon aus Steuern 0 109
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 0 0
Verbindlichkeiten 0 1.666

Bei den erhaltenen Anzahlungen handelt es sich um Vorauszahlungen für wissenschaftliche Auftragsforschungsleistungen, die entsprechend dem Projektfortschritt ergebniswirksam aufgelöst werden.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen resultieren vor allem aus wissenschaftlichen Fremdleistungen und Patentdienstleistungen, aber auch aus zum Jahresende abgerechneten Rechts- und Beratungsleistungen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, beziehen sich auf eine Jahresendabrechnung der quattro research GmbH, Planegg-Martinsried (29 T €). Alle Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, wurden fristgerecht im Januar und Februar 2012 beglichen.

Die sonstigen Verbindlichkeiten resultieren aus der Abgrenzung der Vorabzahlung von Yakult Honsha, Japan (6.000 T €) abzüglich der Auflösungen aus Abgrenzungen für 2011.

3.11 Sonstige finanzielle Verpflichtungen nach § 285 Nr. 3 HGB

Für die Folgejahre nach dem Bilanzstichtag bestehen finanzielle Verpflichtungen aus dem Mietvertrag für die Betriebs- und Geschäftsräume der 4SC AG. Dieser Vertrag wurde am 02.11.2011 um weitere fünf Jahre verlängert und ist bis zum 31. Dezember 2016 befristet. Kaufoptionen bestehen nicht. In dem Mietvertrag sind Preisanpassungsklauseln vorhanden: der monatliche Mietzins für die Büro- und Laborflächen einschließlich Gemeinschafts- und Funktionsflächen mindert sich für 2012 um 0,30 € / m2 und in den folgenden Jahren um jeweils weitere 0,50 € / m². Für den ab Januar 2009 angemieteten Standort Überlingen-Bonndorf wurde ein Mietvertrag mit einer Laufzeit bis Ende 2013 abgeschlossen, aus dem Mietzahlungen in Höhe von jährlich 22 T € resultieren. Preisanpassungsklauseln und Kaufoptionen bestehen nicht. Sofern der Mietvertrag nicht sechs Monate vor Vertragsende gekündigt wird, verlängert er sich um weitere fünf Jahre.

Finanzielle Verpflichtungen aus Leasingverträgen bestehen zum Bilanzstichtag aus einem Operating-Leasing-Vertrag für ein Massenspektrometer. Der Vertrag, welcher im September 2010 begann, hat eine Laufzeit von 36 Monaten und verpflichtet die 4SC AG, eine jährliche Leasingrate in Höhe von 76 T € zu entrichten. Die Zahlung erfolgt monatlich vorschüssig. Verlängerung- oder Kaufpreisoptionen sowie Preisanpassungsklauseln bestehen nicht.

Die aus den genannten Verträgen künftig zu leistenden Zahlungen stellen sich wie folgt dar:

in T€
2012 912
2013 908
2014 855
2015 875
ab 2016 896
Summe 4.446

Der in der Gewinn- und Verlustrechnung des Berichtsjahres enthaltene Aufwand aus den Mietverträgen beläuft sich auf 810 T € (2010: 751 T €). Der Aufwand aus Leasingverträgen im Jahr 2011 beträgt 76 T € (2010: 25 T €)

Über die Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen hinaus bestehende finanzielle Verpflichtungen resultieren im Wesentlichen aus wissenschaftlichen Serviceverträgen, einschließlich externer Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Durchführung der klinischen und präklinischen Studien. Die Verpflichtungen hieraus betragen bis zu 3.812 T € (2010: bis zu 10.081 T €), die Fälligkeit ist vor allem abhängig von den entsprechenden Studienfortschritten.

4. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

4.1 Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse gingen in 2011 gegenüber dem Vorjahr von 989 T € auf 780 T € zurück. Ursachen sind die in 2011 noch praktizierte Konzentration der 4SC AG auf die internen wertschöpfenden Entwicklungsprogramme sowie der für 2011 noch planmäßige Rückgang der Forschungskooperationen, die im Berichtszeitraum lediglich Umsätze von 45 T € (im Vorjahr 989 T €) erwirtschafteten. Aus der geleisteten Vorabzahlung über 6.000 T € von Yakult Honsha, Japan im Rahmen der Lizenzvereinbarung für Resminostat vom April 2011 ergeben sich abgegrenzt weitere 637 T € Umsatz. Außerdem wurde eine Lieferung eines Wirkstoffes im Wert von über 98 T € an Yakult Honsha, Japan ausgeführt.

Informationen über Produkte und Dienstleistungen

in T€ 2011 2010
Forschungskooperationen 45 989
Umsatzabgrenzung 637 0
Wirkstofflieferungen 98 0
Umsatzerlöse 780 989

Informationen über geographische Gebiete

in T€ 2011 2010
Deutschland 45 989
Drittländer 735 0
Umsatzerlöse 780 989

4.2 Sonstige betriebliche Erträge

in T€ 2011 2010
Erträge quattro research GmbH 2 23
Investitionszuschüsse 802 347
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 239 4
Versicherungsentschädigungen 0 3
Erträge aus der Währungsumrechnung 10 19
Übrige Erträge 10 7
Sonstige betriebliche Erträge 1.063 403

Die Erträge mit der quattro research GmbH, Planegg-Martinsried, bezogen sich bis 31.10.2010 ausschließlich auf Mieteinnahmen. Zum 31.10.2010 ist die quattro research GmbH umgezogen. In 2011 wurden die Nebenkosten für 2009 und 2010 weiterberechnet. Die Investitionszuschüsse umfassen Zuwendungen der öffentlichen Hand für Förderprojekte seitens der EU, des BMBF und des BMWi. Die Erträge aus Auflösung von Rückstellungen betreffen erwartete aber nicht eingetroffene Aufwendungen für klinische Fremdleistungen, Boni und Mietaufwendungen.

4.3 Personalaufwand

in T€ 2011 2010
Löhne und Gehälter 5.456 5.126
Soziale Abgaben 779 784
Aufwendungen für Altersversorgung 94 90
Sonstiges 38 43
Personalaufwand 6.367 6.043

In die Gehälter für das Berichtsjahr sind rückgestellte langfristige Sondervergütungen für Vorstände (165 T €) eingeflossen. Der sonstige Personalaufwand umfasst im Wesentlichen Aufwendungen für die Berufsgenossenschaft (26 T €).

4.4 Sonstige betriebliche Aufwendungen

in T€ 2011 2010
Raumkosten 932 901
Reparaturen/Instandhaltung 192 205
Lizenzgebühren 193 217
Fremdarbeiten 7.325 8.907
PR & IR - Kosten sowie Reisekosten 862 822
Rechts- und sonstige Beratungskosten 2.468 1.504
Verkaufsprovisionen 460 0
Versicherungen /Gebühren 124 111
Betriebsmaterial 562 686
Aufsichtsrat 143 141
Aufwendungen aus der Währungsumrechnung 27 20
Mietleasing 76 25
Sonstiges 298 330
Sonstige betriebliche Aufwendungen 13.662 13.869

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind zum Vergleichszeitraum in Summe leicht gesunken. Eine Senkung war vor allem beim Betriebsmaterial und den Fremdarbeiten zu verzeichnen. Diese Reduktion ist darauf zurück zu führen, dass vier der acht parallel laufenden klinischen Phasen im Berichtszeitraum das Ende der Studie erreicht haben. Gegenwirkend sind gestiegene Rechts- und Beratungskosten, die im Wesentlichen ihren Ursprung in der im Februar 2011 erfolgreich platzierten Kapitalerhöhung hatten sowie Verkaufsprovisionen im Kontext mit der im April 2011 realisierten Partnerschaft mit Yakult Honsha, Japan.

Die Rechts- und sonstigen Beratungskosten für das Geschäftsjahr enthalten im Wesentlichen Patentkosten (2011: 1.046 T €, 2010: 1.189 T €), Beratungsleistungen (2011: 1.229 T €, 2010: 212 T €) sowie Prüfungs- und Abschlusskosten (2011: 121 T €, 2010: 84 T €).

4.5 Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

Die Zinserträge resultieren im Wesentlichen aus Erträgen im Zusammenhang mit Festgeldern sowie aus Wertpapieren in Höhe von zusammen 283 T € (2010: 252 T €).

4.6 Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere

Für die Beteiligung an der Nexigen GmbH ergab sich im Berichtszeitraum eine Abschreibung auf die Anteile über 4 T €, aufgrund einer Finanzierungsmaßnahme bei der Nexigen GmbH, welche die 4SC AG nicht gezeichnet hat. In 2010 resultierte ebenfalls ein Abschreibungsbetrag über 8 T € aus der Neubewertung im Rahmen einer im September 2010 durchgeführten Finanzierungsmaßnahme seitens der Nexigen GmbH.

4.7 Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Die Zinsaufwendungen in Höhe von 1 T € resultieren aus einer Avalprovision. 2010 betrafen die Zinsaufwendungen in Höhe von 1 T € ebenfalls die Avalprovision.

4.8 Steuern

Im Berichtszeitraum wies die Gesellschaft einen Ertragsteueraufwand in Höhe von 600 T € (VJ: 0 T €) aus. Dieser resultiert aus nicht anrechenbarer japanischer Quellensteuer im Zusammenhang mit der erhaltenen Vorabzahlung von Yakult Honsha, Japan.

5 LATENTE STEUERN

Latente Steuern entstehen, sofern sich zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen Differenzen ergeben, die sich in den späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen (temporäre Differenzen). Aktive latente Steuern resultieren aus voraussichtlichen Ertragsteuerentlastungen in künftigen Geschäftsjahren, die sich aus abzugsfähigen temporären Differenzen, aus künftig nutzbaren steuerlichen Verlustvorträgen und Steuergutschriften sowie Zinsvorträgen ergeben. Passive latente Steuern resultieren dabei aus voraussichtlichen Ertragsteuerbelastungen in künftigen Geschäftsjahren.

Zum 31. Dezember 2011 und zum 31. Dezember 2010 bestanden aktive latente Steuern. Sie werden in der Höhe angesetzt in der passive latente Steuern existieren und miteinander saldiert ausgewiesen, da sie derselben Steuerbehörde zuzurechnen sind. Latente Steueransprüche auf Verlustvorträge wurden im Jahr 2011 wie im Vorjahr nicht aktiviert, da die Gesellschaft eine Historie von Verlusten aufweist und latente Steueransprüche aus ungenutzten steuerlichen Verlusten nur in dem Maße bilanziert werden können, wie substanzielle Hinweise vorliegen, dass innerhalb der nächsten fünf Jahre ausreichend steuerlicher Gewinn verfügbar ist, gegen den die ungenutzten steuerlichen Verluste verwendet werden können (§ 274 Abs. 1 S. 4 HGB).

Der Wert der steuerlichen Verluste, für die in der Bilanz kein latenter Steueranspruch ausgewiesen wird, der aber anzugeben ist, stellt sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar:

2011
Steuerlicher Verlustvortrag (in T €) 114.803
Effektiver Steuersatz (in %) 26,33
Wert der steuerlichen Verlustvorträge (in T €) 30.228

Der Ermittlung des effektiven Steuersatzes zur Berechnung der latenten Steuern lagen dabei folgende Annahmen zugrunde: Steuern vom Einkommen und vom Ertrag setzen sich in Deutschland aus der Körperschaftsteuer, dem Solidaritätszuschlag und der Gewerbesteuer zusammen. Der Körperschaftsteuersatz in Deutschland beträgt aufgrund des Unternehmenssteuerreformgesetzes 2008 seit dem 1. Januar 2008 15%. Für die Berechnung der latenten Steuern wurde ein effektiver Steuersatz von 15,83% bei der Körperschaftsteuer (einschließlich Solidaritätszuschlag) und von 10,5% bei der Gewerbesteuer angewendet. Der Gesamtsteuersatz ab dem 1. Januar 2011 beträgt somit wie im Vorjahr 26,33%. Der oben angeführten Berechnung liegt die Annahme zugrunde, dass diese geltenden Steuersätze bei Realisierung des Werts der steuerlichen Verlustvorträge in Zukunft Gültigkeit haben werden und dass die Verlustvorträge der 4SC AG weiterhin vollständig angerechnet werden können.

Generell können Verlustvorträge unbegrenzt vorgetragen und zur Verrechnung mit künftigen Gewinnen genutzt werden, wobei die Beschränkungen für die Nutzung von Verlustvorträgen in Bezug auf die §§ 8 Abs. 4 KStG und 8c KStG zu beachten sind. Bei der 4SC AG ist es innerhalb der letzten Jahre zu verschiedenen Anteilseignerwechseln, Kapitalerhöhungen und zum Zugang neuer Aktionäre gekommen, zugleich wurde neues Betriebsvermögen in signifikantem Umfang zugeführt. Aufgrund herrschender Rechtsunsicherheit, die mit der Auslegung der Tatbestandsmerkmale in diesem Zusammenhang besteht, und der Haltung, welche die zuständigen Finanzbehörden einnehmen könnten, hält die 4SC AG es für möglich, dass die jetzt bestehenden Verlustvorträge teilweise künftig nicht mehr zu einer Verrechnung mit Gewinnen herangezogen werden dürfen. Die 4SC AG wird sich jedoch auch weiterhin für die Anrechenbarkeit ihrer Verlustvorträge einsetzen.

Die Überleitung der erwarteten Ertragsteuer auf den effektiven Steueraufwand bzw. -ertrag stellt sich wie folgt dar:

in T€ 2011
Ergebnis vor Steuern -19.252
Erwarteter Ertrag aus Steuern zum Steuersatz von 26,33% 5.069
In der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesener Ertrag (+)/Aufwand (-) - 600
Zu erklärende Differenz 5.669
Nichtansatz steuerlicher Verlustvorträge 5.191
Nicht-abzugsfähige Aufwendungen 20
Nicht anrechenbare ausländische Quellensteuer 442
Sonstige Differenzen 16
Summe Überleitungen 5.669

6 ANGABEN ZU VORSTAND UND AUFSICHTSRAT

6.8 Vorstand

Mitglieder des Vorstands

Als alleinvertretungsberechtigte Vorstände waren im Berichtsjahr bestellt:

Herr Dr. Ulrich Dauer, CEO, Eberfing

Herr Dr. Daniel Vitt, CSO, Germering

Herr Dipl.-Kfm. Enno Spillner, CFO, Neuried

Gemeinschaftlich vertretungsberechtigter Vorstand mit einem anderen Vorstandsmitglied:

Herr Dr. Bernd Hentsch, CDO, München

Entlastung des Vorstands

Dem Vorstand wurde in der Hauptversammlung vom 04. Juli 2011 für das Geschäftsjahr 2010 Entlastung erteilt.

Aktuelle Mitgliedschaften in anderen Kontrollgremien und Aufsichtsräten

Die Mitglieder des Vorstands hatten zum Bilanzstichtag die folgenden Mitgliedschaften in anderen Kontrollgremien und Aufsichtsräten:

Dr. Daniel Vitt

Mitglied des Beirats der quattro research GmbH, Planegg-Martinsried (seit Januar 2004)
stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Weltoffen-Germering Weltladen eG (seit Juni 2008)
Beiratsvorsitzender der Nexigen GmbH, Bonn (seit Juli 2008)

Dr. Ulrich Dauer, Dr. Bernd Hentsch und Enno Spillner übten zum Bilanzstichtag keine Funktionen in anderen Kontrollgremien und Aufsichtsräten aus.

Vergütung des Vorstands

Die Bezüge des Vorstands betrugen im Berichtsjahr 908 T € (Vorjahr: 841 T €). Darin enthalten sind rückgestellte langfristige Sondervergütungen in Höhe von 165 T € (Vorjahr: 116 T €) sowie beitragsorientierte Versorgungspläne in Höhe von 16 T € (Vorjahr: 17 T €). Zudem halten die Vorstände insgesamt 697.120 Optionen (2010: 706.720 Optionen), denen im Geschäftsjahr ein rechnerischer Wert in Höhe von 842 T € (2010: 848 T €) gegenübersteht. Die Berechnung erfolgt anhand des Black and Scholes Modells. Im Geschäftsjahr wurden keine Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands ausgegeben.

Für die Vorstandsmitglieder Dr. Ulrich Dauer, Dr. Daniel Vitt, Enno Spillner und Dr. Bernd Hentsch wurde im Rahmen der Neuregelung der Vorstandsverträge im Jahr 2010 eine Vereinbarung getroffen, dass im Falle eines Kontrollerwerbs durch einen Dritten und einer in diesem Zusammenhang stehenden Ablösung für die Restlaufzeit des Vertrags die Bezüge vollständig ausbezahlt werden, mindestens aber für eine rechnerische Restlaufzeit von 15 Monaten. Desweiteren sind im Falle des Kontrollerwerbs die Regelungen zum Verfall von Aktienoptionen für die Vorstandsmitglieder aufgehoben, d.h. alle an die Vorstandsmitglieder bis zum Trennungszeitpunkt ausgegebenen Aktienoptionen verbleiben den Vorstandsmitgliedern unabhängig von der Beendigung des Dienstverhältnisses. Darüber hinaus bestehen keine Leistungen an die Vorstandsmitglieder nach Beendigung des Vertragsverhältnisses oder aus Anlass der Beendigung des Vertragsverhältnisses.

Individualisiert nach einzelnen Vorstandsmitgliedern setzt sich die Gesamtvergütung im Berichtsjahr wie folgt zusammen:

Vergütung

in T€
Fix Variabel Personalaufwand aus Optionen1
2011 2010 2011 2010 2011 2010
--- --- --- --- --- --- ---
Dr. Ulrich Dauer 196 190 43 29 45 47
Dr. Daniel Vitt 186 179 43 30 45 47
Dr. Bernd Hentsch 186 186 43 31 56 61
Dipl.-Kfm. Enno Spillner 175 170 35 26 42 62
Vorstandsvergütung 743 725 164 116 188 217
Vergütung

in T€
Gesamt
2011 2010
--- --- ---
Dr. Ulrich Dauer 284 266
Dr. Daniel Vitt 274 256
Dr. Bernd Hentsch 285 278
Dipl.-Kfm. Enno Spillner 252 258
Vorstandsvergütung 1.095 1.058

1 : Dabei handelt es sich um den nach IFRS 2 ermittelten Personalaufwand im Berichtsjahr, der nach HGB nicht ergebniswirksam ist.

Anteilsbesitz der Vorstandsmitglieder

Die Bezugsrechte des Vorstands in ihrer Anzahl und dem beizulegenden Zeitwert ihrer Gewährung sind in folgender Tabelle dargestellt:

Optionsprogramm Einheit Tranche Ausgabe Bezugspreis

Bezugsverhältnis ausstehend 31.12.2011 Tsd. Zeitwert

ESOP 2001 2001/1 31.03.01 9,60 2:1 0 n/a
ESOP 2001 2001/2 10.10.01 9,60 2:1 0 n/a
ESOP 2001 2002 30.06.02 12,00 2:1 0 n/a
ESOP 2001 2003 30.09.03 5,08 2:1 0 0,74
ESOP 2004 2004 30.09.04 4,24 2:1 0 0,72
ESOP 2004 2005 30.09.05 4,24 2:1 10 0,71
ESOP 2004 2006/1 30.05.06 4,53 2:1 26 0,74
ESOP 2006 2006/2 25.08.06 3,80 1:1 151 1,71
ERSATZ-ESOP 2001 2006/3 25.08.06 3,80 1:1 23 1,54
ESOP 2006 2007 26.11.07 3,65 1:1 0 1,49
ESOP 2006 2008 22.08.08 3,45 1:1 36 1,50
ESOP 2009 2009 26.11.09 3,29 1:1 451 1,04
ESOP 2009 2010 26.11.10 3,09 1:1 0 0,77
ESOP 2009 2011 30.11.11 1,44 1:1 0 0,65
Summe 697
Optionsprogramm Einheit Rechnerischer Wert der Optionen gesamt

ESOP 2001 0
ESOP 2001 0
ESOP 2001 0
ESOP 2001 0
ESOP 2004 0
ESOP 2004 7
ESOP 2004 19
ESOP 2006 258
ERSATZ-ESOP 2001 35
ESOP 2006 0
ESOP 2006 54
ESOP 2009 469
ESOP 2009 0
ESOP 2009 0
Summe 842

Der Anteilsbesitz der Vorstandsmitglieder setzt sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

Aktien in Stück Aktien 01.01.2011 Kauf Verkauf Aktien 31.12.2011
Dr. Ulrich Dauer 437.439 0 0 437.439
Dr. Daniel Vitt 416.803 0 0 416.803
Dr. Bernd Hentsch 0 0 0 0
Dipl.-Kfm. Enno Spillner 70.000 0 0 70.000
Anteilsbesitz 924.242 0 0 924.242
Aktienoptionen in Stück Optionen 01.01.2011 Zugänge Verfall Ausübung Optionen 31.12.2011 Aktien maximal beziehbar
Dr. Ulrich Dauer 152.200 0 4.800 0 147.400 145.000
Dr. Daniel Vitt 152.200 0 4.800 0 147.400 145.000
Dr. Bernd Hentsch 152.720 0 0 0 152.720 152.720
Dipl.-Kfm. Enno Spillner 249.600 0 0 0 249.600 236.400
Anteilsbesitz 706.720 0 9.600 0 697.120 679.120

6.9 Aufsichtsrat

Mitglieder des Aufsichtsrats und Vergütung

Als Aufsichtsrat der Gesellschaft sind die in der folgenden Tabelle aufgeführten Personen bestellt. Die Gesamtvergütung des Aufsichtsrats beläuft sich im Berichtsjahr auf 139 T € (2010: 139 T €). Individualisiert nach einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern setzt sich die Vergütung im Berichtsjahr wie folgt zusammen:

in T€ Beruf Vergütung 2011 Vergütung 2010
Dr. Jörg Neermann (Vorsitzender) Partner bei LSP Life Sciences Partners, München / Geschäftsführer bei LSP Services Deutschland GmbH, München 32 32
Dr. Thomas Werner (seit 21. Juni 2010 stellv. Vorsitzender) Unternehmensberater, Utting am Ammersee 21 21
Günter Frankenne (bis 21. Juni 2010 stellv. Vorsitzender) Geschäftsführender Inhaber der Firma STRATCON Strategy Consultants, Berg bei Neumarkt / Interims-Geschäftsführer bei ViroLogik GmbH, Erlangen 21 21
Helmut Jeggle Head of Business Planning & Analyzing der Athos Service GmbH, München 20 20
Dr. Manfred Rüdiger Partner der LSP Life Sciences Partners, München / CEO der Affectis Pharmaceuticals AG, Planegg-Martinsried / CEO der Kiadis Pharma B.V., Amsterdam, NL 20 20
Dr. Clemens Doppler Partner & Geschäftsführer bei HeidelbergCapital Asset Management GmbH, Heidelberg 25 25
Aufsichtsratsvergütung 139 139

Die Amtszeit endet mit Abschluss der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das zweite Geschäftsjahr nach dem Beginn der Amtszeit beschließt, wobei das Geschäftsjahr, in dem die Aufsichtsratsmitglieder gewählt werden, nicht mitgerechnet wird. Somit endet die Amtszeit mit Abschluss jener Hauptversammlung, die über die Entlastung für das am 31. Dezember 2012 endende Geschäftsjahr beschließt.

Entlastung des Aufsichtsrats

Dem Aufsichtsrat wurde in der Hauptversammlung vom 04. Juli 2011 für das Geschäftsjahr 2010 Entlastung erteilt.

Aktuelle Mitgliedschaften in anderen Kontrollgremien und Aufsichtsräten

Die Mitglieder des Aufsichtsrats hatten zum Bilanzstichtag die folgenden Mitgliedschaften in anderen Kontrollgremien und Aufsichtsräten:

Dr. Jörg Neermann:

Affimed AG, Heidelberg, Mitglied des Aufsichtsrats
Curetis AG, Holzgerlingen, Mitglied des Aufsichtsrats
Vivendy Therapeutics Ltd., Basel, Schweiz, Vorsitzender des Verwaltungsrats
Activaero GmbH, Gemünden/Wohra, Mitglied des Beirats
Probiodrug AG, Halle/Saale, Mitglied des Aufsichtsrats

Dr. Thomas Werner:

Medigene AG, Planegg-Martinsried, Mitglied des Aufsichtsrats
Basilea Pharmaceutica Ltd., Basel, Schweiz, Mitglied des Verwaltungsrats
SkyePharma PLC, London, Großbritannien, Mitglied des Supervisory Board
SuppreMol GmbH, München, Mitglied des Beirats

Dr. Clemens Doppler

Accovion GmbH, Eschborn, Vorsitzender des Beirats
Merlion Pharmaceuticals Inc., Singapur, Mitglied des Aufsichtsrats
Nanogate AG, Quierschied-Göttelborn, Mitglied des Aufsichtsrats
Sensvation AG, Stockach, Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender
Vasopharm GmbH, Würzburg, Mitglied des Beirats

Dipl.-Vw. Günter Frankenne

Concentro AG, Nürnberg, Aufsichtsratsvorsitzender
CURADIS GmbH, Erlangen, Beiratsvorsitzender
Epigenomics AG, Berlin, Mitglied des Aufsichtsrats
iMTM GmbH, Magdeburg, Stellvertretender Beiratsvorsitzender
November AG, Köln, Aufsichtsratsvorsitzender
Verbena AG, Berg bei Neumarkt, Mitglied des Aufsichtsrats
ViroLogik GmbH, Erlangen, Beiratsvorsitzender bis 31.10.2011 (derzeit ruhend bis März/April 2012 wegen Interims-Geschäftsführertätigkeit)

Helmut Jeggle

BionTech AG, Mainz, Vorsitzender des Aufsichtsrats
AFFiRiS AG, Wien, Österreich, Mitglied des Aufsichtsrats
Ganymed Pharmaceuticals AG, Mainz, Mitglied des Aufsichtsrats
Sidroga AG, Zoffingen, Schweiz, Präsident des Verwaltungsrats
VANGUARD AG, Berlin, Mitglied des Aufsichtsrats

Dr. Manfred Rüdiger übte zum Bilanzstichtag keine Funktionen in anderen Kontrollgremien und Aufsichtsräten aus.

Anteilsbesitz der Mitglieder des Aufsichtsrats

Der Anteilsbesitz der Mitglieder des Aufsichtsrats setzt sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

Anteilsbesitz in Stück Aktien 01.01.2011 Kauf Verkauf Aktien 31.12.2011
Dr. Jörg Neermann 100.000 0 0 100.000
Dr. Manfred Rüdiger 16.000 4.000 0 20.000
Dr. Clemens Doppler 9.875 5 000 0 14.875
Dr. Thomas Werner 5.000 0 0 5.000
Anteilsbesitz 130.875 9.000 0 139.875

7 ZUSÄTZLICHE ANGABEN

7.1 Durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer gemäß § 285 Nr. 7 HGB

Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer (Angestellte) beträgt im Jahr 2011 ohne Vorstand und Auszubildende 91 (2010: 90).

Von den 91 Angestellten (ohne Vorstand und Auszubildende) sind 67 in der Forschung und Entwicklung, 21 im Vertrieb und in der Verwaltung sowie drei Mitarbeiter im Bereich Informationstechnologie tätig. Im Vorjahr waren von den 90 Angestellten (ohne Vorstand und Auszubildenden) 67 in der Forschung und Entwicklung, 19 im Vertrieb und in der Verwaltung sowie vier Mitarbeiter im Bereich Informationstechnologie tätig.

Darüber hinaus waren 2011 wie im Vorjahr durchschnittlich vier Vorstände bei der 4SC AG beschäftigt sowie im Geschäftsjahr ein Auszubildender, sodass die durchschnittliche Gesamtbeschäftigtenzahl in 2011 bei 96 und in 2010 bei 94 lag. Auch in 2011 bildete die 4SC AG einen Chemielaboranten aus.

Im Rahmen der bedingten Kapitalia I, II, III, IV und VI wurden den Mitarbeitern der Gesellschaft gemäß § 192 Abs. 2 Nr. 3 AktG Optionen zugeteilt. Davon sind per 31. Dezember 2011 keine Optionen mehr ausstehend.

7.2 Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen und Personen

Im Zeitraum 1. Januar 2011 bis 31. Dezember 2011 hat die 4SC AG die nachfolgend dargestellten wesentlichen Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen und Personen getätigt:

quattro research GmbH, Planegg-Martinsried

Die 4SC AG unterhält Rechtsbeziehungen zu der quattro research GmbH, an der sie seit deren Gründung Anfang 2004 eine Beteiligung in Höhe von 48,8 % des Stammkapitals hält. Insbesondere besteht ein Software-Service-Vertrag zwischen den Gesellschaften, aufgrund dessen die quattro research GmbH Leistungen zur Verbesserung, Weiterentwicklung, Benutzerunterstützung, Weiterbildung und Datenbankpflege bezüglich einer von der 4SC AG erstellten Software zur Unterstützung der Forschungsaktivitäten erbringt. Dieser Vertrag hatte im Berichtszeitraum ein Volumen von netto 267 T € (2010: 277 T €). Weiterhin besteht ein IT-Service-Vertrag, auf dessen Grundlage die quattro research GmbH Dienstleistungen bei der Pflege und Instandhaltung der Infrastruktur der 4SC AG erbringt. Aus diesem Vertrag entstanden der 4SC AG im Berichtszeitraum Kosten in Höhe von netto 30 T € (2010: 21 T €). Im Berichtszeitraum wurde des Weiteren ein Kopierer von quattro research GmbH über 4 T € gekauft.

Daneben bestand bis zum 31. Oktober 2010 zwischen der 4SC AG als Hauptmieterin und der quattro research GmbH als Untermieterin ein Untermietvertrag in den Geschäftsräumen der 4SC AG. Der von der quattro research GmbH zu zahlende Mietzins orientierte sich an den Konditionen des Hauptmietvertrages der 4SC AG. Im Berichtsjahr wurden Erträge aus der Weiterbelastung von Nebenkostenabrechnungen 2009 und 2010 über 2 T € (2010: 0 T €) vereinnahmt.

Donner & Reuschel Bank, Hamburg (DRB)

Im Februar 2011 schloss die 4SC AG einen Vertrag mit der KEMPEN & CO Corporate Finance B.V. über die Durchführung der Kapitalerhöhung der 4SC AG im ersten Quartal 2011, welcher durchgereichte Gebühren an die DRB enthält, die ebenfalls an der Transaktion beteiligt war. Durch die Kapitalerhöhung entstanden der 4SC AG Aufwendungen gegenüber der DRB über 63 T €.

Im Mai 2011 schloss die 4SC AG einen Vertrag mit der DRB über die Durchführung der Kapitalerhöhung der 4SC AG aufgrund eines Mitarbeiteraktienprogramms im zweiten Quartal 2011. Die hierdurch entstandenen Aufwendungen über 18 T € wurden aufwandswirksam erfasst.

Darüber hinaus berät die DRB die 4SC AG seit Oktober 2008 im Zusammenhang mit der Optimierung der Beziehung zu privaten und institutionellen Investoren. Im Berichtsjahr entstanden der 4SC AG hierdurch Aufwendungen in Höhe von 28 T € (2010: 28 T €).

Mit Vertrag vom Dezember 2005 hat die DRB die Funktion als Zahlungs- und Hinterlegungsstelle für die 4SC AG übernommen, wodurch ein jährlicher Aufwand von 3 T € entsteht.

Einer der Vorstände der DRB, Marcus Vitt, ist ein Bruder des Vorstands für Forschung & Technologie der 4SC AG, Dr. Daniel Vitt.

Sonstige Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Darüber hinaus bestehen sonstige Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen, die im Berichtsjahr einzeln jedoch nicht mehr als 10 T € betragen haben und deren Gesamtvolumen pro Jahr voraussichtlich 10 T € nicht übersteigen wird.

7.3 Honorare des Abschlussprüfers gemäß § 285 Nr. 17 HGB

Die ordentliche Hauptversammlung vom 04. Juli 2011 hat die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Ganghoferstraße 29, 80339 München, zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2011 bestellt.

in T€ 2011 2010
Abschlussprüfungsleistungen 102 68
andere Bestätigungsleistungen 16 10
Sonstige Leistungen 42 11
Vom Abschlussprüfer berechnetes Gesamthonorar 160 89

Für Abschlussprüfungsleistungen 2011 wurden im Geschäftsjahr 102 T € erfasst (im Vorjahr: 68 T €).

Für andere Bestätigungsleistungen fielen im Berichtsjahr 10 T € im Rahmen zweier Analytical Reviews sowie einer prüferischen Durchsicht für die Quartalsabschlüsse an (2010: 10 T €). Zusätzlich fielen für die Mittelprüfung im Zusammenhang mit dem EU-Förderprojekt "Antimal" und die Erstellung des entsprechenden "Audit Certificates" 6 T € an.

Sonstige Leistungen durch die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bestanden im Berichtsjahr in der Durchführung einer IT-Sicherheitsbestandsaufnahme. Die Kosten hierfür beliefen sich auf 35 T €. Zusätzlich wurden im Berichtsjahr 7 T € für eine schriftliche Stellungnahme im Kontext mit der Vorabzahlung von Yakult Honsha in Rechnung gestellt.

7.4 Mitteilungspflichtige Beteiligung gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG

Die nachfolgende Tabelle zeigt die wesentlichen Aktionäre der 4SC AG, die - auf der Basis der von der Gesellschaft gemäß § 21ff. WpHG erhaltenen Mitteilungen - mehr als 3% der Anteile an der Gesellschaft halten. Dabei beziehen sich die genannten Zahlen immer auf die letzte publizierte Meldung. Der tatsächliche Stand zum 31. Dezember 2011 kann von diesen Werten jedoch abweichen.

Anzeigende Gesellschaft Bekanntmachungsdatum Stimmrechtsanteil
Santo Holding (Deutschland) GmbH 25.10.2007 31,55%1
HeidelbergCapital Private Equity Fund I GmbH & Co. KG, HeidelbergCapital Asset Management GmbH, Dr. Clemens Doppler & Prof. Dr. Martin Weiblen, München 26.11.2009 7,66%
Deutsche Bank AG, Frankfurt / Main Nordwestdeutscher Wohnungsbauträger GmbH, Frankfurt / Main DBG Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH, Frankfurt / Main VCG Venture Capital Gesellschaft mbH, München 04.12.2009 8,55%
First Capital Partner GmbH, Gräfelfing 27.04.2011 9,43%

1 : Gemäß Schätzung des Managements liegt der Anteil der Santo Holding (Deutschland) GmbH zum 31. Dezember 2011 bei ca. 49,78%.

7.5 Corporate Governance Kodex gemäß § 285 Nr. 16 HGB

Am 25. Februar 2011 und am 24. Februar 2012 erklärten Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft gemäß § 161 AktG, den vom Bundesministerium der Justiz bekannt gemachten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in seiner Vollständigkeit mit einigen Ausnahmen nahezu zu entsprechen. Die Entsprechenserklärungen wurden jeweils am gleichen Tag auf der Website www.4sc.com dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht.

Planegg-Martinsried, 12. März 2012

Der Vorstand

Dr. Ulrich Dauer, Vorstandsvorsitzender

Dr. Bernd Hentsch, Vorstand für Entwicklung

Dipl.-Kfm. Enno Spillner, Vorstand für Finanzen

Dr. Daniel Vitt, Vorstand für Forschung & Technologie

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2011

Anschaffungs- und Herstellungskosten
1.1.2011

EUR
Zugänge

EUR
Abgänge

EUR
31.12.2011

EUR
--- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 14.758.097,98 5.324,00 0,00 14.763.421,98
2. Geschäfts- oder Firmenwert 3.571.909,05 0,00 0,00 3.571.909,05
18.330.007,03 5.324,00 0,00 18.335.331,03
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.428.006,84 170.942,57 961.405,06 4.637.544,35
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 34.231,25 0,00 34.231,25
2. Beteiligungen 420.242,52 0,00 0,00 420.242,52
24.178.256,39 210.497,82 961.405,06 23.427.349,15
Kumulierte Abschreibungen
1.1.2011

EUR
Abschreibungen des Geschäftsjahres Zugänge

EUR
Abgänge

EUR
31.12.2011

EUR
--- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.532.226,26 854.225,55 0,00 3.386.451,81
2. Geschäfts- oder Firmenwert 3.571.908,05 0,00 0,00 3.571.908,05
6.104.134,31 854.225,55 0,00 6.958.359,86
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.045.233,40 489.042,00 961.386,06 3.572.889,34
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Beteiligungen 261.642,52 3.840,00 0,00 265.482,52
10.411.010,23 1.347.107,55 961.386,06 10.796.731,72
Buchwerte
31.12.2011

EUR
31.12.2010

EUR
--- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 11.376.970,17 12.225.871,72
2. Geschäfts- oder Firmenwert 1,00 1,00
11.376.971,17 12.225.872,72
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.064.655,01 1.382.773,44
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 34.231,25 0,00
2. Beteiligungen 154.760,00 158.600,00
12.630.617,43 13.767.246,16

Lagebericht

1. DAS UNTERNEHMEN 4SC AG

1.1 Unternehmensstruktur, Standorte & Berichterstattung

Die 4SC AG erforscht und entwickelt zielgerichtete, niedermolekulare Medikamente zur Behandlung von Erkrankungen mit hohem medizinischem Bedarf in verschiedenen Autoimmun- und Krebsindikationen. Das Unternehmen beschäftigte zum 31. Dezember 2011 insgesamt 96 Mitarbeiter inklusive vier Vorstandsmitgliedern.

Die 4SC AG, ist eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht. Sie wurde am 30. August 2000 als eine Nachfolgegesellschaft der 1997 gegründeten 4SC GmbH ins Handelsregister eingetragen. Seit dem 15. Dezember 2005 werden die Aktien der Gesellschaft im Prime Standard der Deutschen Börse gehandelt.

Sitz der Gesellschaft ist Planegg-Martinsried im Landkreis München. Seit Anfang 2009 hat das Unternehmen eine Betriebsstätte in Überlingen-Bonndorf am Bodensee.

Um ihre innovativen Wirkstoff-Forschungsprogramme zu vermarkten und die Umsätze aus Forschungskooperationen zu stärken, hat die 4SC AG am 14. Dezember 2011 durch Kauf einer Vorrats-GmbH eine 100%ige Tochtergesellschaft erworben und in die 4SC Discovery GmbH umfirmiert. Die 4SC Discovery GmbH hat am 1. Januar 2012 ihren Betrieb in Planegg-Martinsried aufgenommen. Dabei wechselten 28 Mitarbeiter von der 4SC AG in die Tochtergesellschaft. Ebenso wurden nahezu alle materiellen und immateriellen Vermögensgegenstände aus den Aktivitäten der frühen Phasen der Medikamentenforschung in die neue Gesellschaft eingebracht. Weitere Informationen dazu finden Sie im Nachtragsbericht, Kapitel 8 dieses Lageberichts.

1.2 Geschäftstätigkeit

Gegenstand der 4SC AG ist die Erforschung und Entwicklung neuartiger gezielter niedermolekularer Medikamente mit den Indikationsschwerpunkten Autoimmun- und Krebserkrankungen.

Damit sollen den betroffenen Patienten innovative Therapien mit verbesserter Verträglichkeit und Wirksamkeit im Vergleich zu bestehenden Behandlungsmethoden für eine höhere Lebensqualität geboten werden.

Die Produktpipeline des Unternehmens umfasst vielversprechende Programme in verschiedenen Phasen der präklinischen und klinischen Entwicklung, darunter Resminostat - die onkologische Leitsubstanz der 4SC AG - sowie Vidofludimus, der am weitesten entwickelte Medikamentenkandidat im Bereich der Autoimmunerkrankungen. Beide Substanzen befinden sich in der Phase II der klinischen Entwicklung. Darüber hinaus enthält das Produktportfolio eine Reihe innovativer Projekte in frühen Forschungsphasen.

Detaillierte Informationen zu den einzelnen Produkten und dem Stand der jeweiligen Entwicklung finden Sie in Kapitel 3.2 dieses Lageberichts.

1.3 Unternehmensstrategie und Ziele

Ziel des Unternehmens ist es, über die Einnahmen aus dem operativen Geschäft die eigenen Forschungs- und Entwicklungsprogramme zu finanzieren und sich zu einem nachhaltig profitablen Unternehmen zu entwickeln. Die einzelnen klinischen und präklinischen Programme sollen in Entwicklungs- und Vermarktungspartnerschaften gemeinsam mit starken Partnern aus der Pharmaindustrie auf dem Weg zur Marktreife gezielt weiterentwickelt werden. Die Entwicklung wird dadurch verstärkt und das Entwicklungsrisiko reduziert. Durch Meilensteinzahlungen und Umsatzbeteiligungen sollen positive Cashflows generiert und damit ein substanzieller und langfristig wirksamer Beitrag zur Finanzierung des Unternehmens geleistet werden. Darüber hinaus strebt die 4SC AG zusätzliche Umsätze aus Forschungskooperationen mit Pharma- und Biotechnologieunternehmen an.

Die Konzentration auf zwei Indikationsgebiete mit einem hohen medizinischen Bedarf, gezielte Forschungsaktivitäten und interdisziplinäre Projektteams ermöglichen es der 4SC AG, mit einer vergleichsweise schlanken Struktur und geringem Ressourceneinsatz mehrere Projekte gleichzeitig durchzuführen und damit die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells sicherzustellen.

2. WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

2.1 Weltwirtschaft: Fortgesetzter Anstieg der weltweiten Wirtschaftsleistung

Im Jahr 2011 setzte die globale Wirtschaft ihren Wachstumskurs fort. Im Vergleich zum Vorjahr verlangsamte sich allerdings die Dynamik deutlich. Die Stabilität der weltwirtschaftlichen Entwicklung wurde von schwerwiegenden Ereignissen wie dem Erdbeben in Japan und seinen Folgen ebenso belastet wie von der Schuldenkrise europäischer Staaten, die sich insbesondere in der zweiten Jahreshälfte weiter verschärfte und die weltweiten Finanzmärkte in Mitleidenschaft zog. Die Weltwirtschaft ist dennoch solide gewachsen, dank der stabilen Güternachfrage der Schwellenländer. Die weltweite Produktion und der Welthandel legten 2011 laut Prognosen der Forschungsinstitute - die Angaben im Folgenden beziehen sich auf die ifo-Konjunkturprognose 2011/12 - um 3,8% beziehungsweise 6,2% zu. Die Schwellenländer China (+9,1%) und Indien (+7,5%) präsentierten sich als Wachstumslokomotiven. Die Wirtschaft in den Schwellenländern legte durchschnittlich um 6,6% zu. In den Industrienationen verlangsamte sich das Wachstum deutlich auf durchschnittlich 1,4%. In Japan sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wegen der Folgen des Erdbebens im Vergleich zum Vorjahr um 0,7%. Die USA und Europa (EU 27) zeigten mit 1,7% beziehungsweise 1,6% nur noch eine moderate Aufwärtsentwicklung. Belastend wirkten in diesen Ländern insbesondere die Spätfolgen der Finanz- und Wirtschaftskrise: Der private Konsum ging zurück, die Arbeitslosigkeit in einigen Ländern ist hoch, auf den öffentlichen Haushalten lastet ein erheblicher Konsolidierungsdruck und die Unsicherheiten im Finanzsektor sind nach wie vor enorm. Deutschlands Wirtschaft konnte sich 2011 von dem schwachen EU-weiten Trend abkoppeln und legte insbesondere dank des robusten Exportgeschäfts und der starken Konsumnachfrage im Zuge der guten Arbeitsmarktsituation um 3% zu.

2.2 Fundamentale Rahmenbedingungen für die Pharma- und Biotechnologiebranche

Die Biotechnologie war im Jahr 2011 weiterhin der Innovationsmotor der Gesundheitsbranche. Die fundamentalen Rahmenbedingungen der Branche sind intakt. Die aktuellen Entwicklungen in der Pharmaindustrie zeigen, dass die Firmen nach wie vor von dem Patentablauf zahlreicher BlockbusterMedikamente und von den damit drohenden Umsatzausfällen betroffen sind. Im Jahr 2011 verloren allein zehn Blockbuster-Medikamente mit einem bisherigen Jahresumsatzpotenzial von rund 50 Mrd. US-$ ihren Patentschutz. Bis 2015 sind laut Schätzungen weltweit bis zu 250 Mrd. US-$ an Pharmaumsätzen durch Patentabläufe gefährdet. Erschwerend kommt hinzu, dass die Zahl der jährlich zugelassenen Medikamente seit Jahren rückläufig ist. Die Pharmaindustrie ist folglich zunehmend davon abhängig, die Lücken in ihren Medikamenten- und Entwicklungsportfolios mit Produkten spezialisierter Biotechunternehmen zu füllen. Von diesen branchenspezifischen Entwicklungen dürfte vor allem die Biotechnologie profitieren.

Dies gilt insbesondere für Indikationsgebiete mit begrenzt verfügbaren Therapiemöglichkeiten sowie einem hohen medizinischen Bedarf und Innovationspotenzial. Dazu zählen Krebs- und Autoimmunerkrankungen - Indikationen, auf welche die 4SC AG spezialisiert ist. Auch der Entwicklungstrend zur personalisierten Medizin eröffnet innovativen Biotechunternehmen zukünftig Wachstumschancen.

Gleichzeitig ist zu beobachten, dass Pharmafirmen infolge des hohen Kosten- und Wettbewerbsdrucks immer stärker ihre eigenen Forschungsaktivitäten einschränken und diese zum Teil in Form von Kooperationen mit Biotechnologieunternehmen nach außen verlagern. Beispielsweise kündigte die weltgrößte Pharmafirma Pfizer 2011 an, ihre globalen F&E-Ausgaben in den nächsten zwei Jahren um 30% zu kürzen. Der Vorstand der 4SC AG ist überzeugt, dass dies spezialisierten Biotechnologieunternehmen wie der 4SC AG neue Chancen eröffnet. Sie könnten von der Auslagerung von Forschungs- und Entwicklungsleistungen durch Pharmafirmen profitieren.

Das Jahr 2011 war jedoch auch von Einflussfaktoren insbesondere im Bereich der Gesundheitspolitik geprägt, die sich mittel- und langfristig nachteilig auf die Branche auswirken könnten. Krankenversicherungen und staatliche Institutionen erhöhten den Druck, die Medikamentenpreise zu senken. Mit komplexen Regelungen soll künftig der Nutzen von Medikamenten gemessen werden, was zu einem höheren bürokratischen Aufwand führen wird. So trat in Deutschland im Zuge der Gesundheitsreform 2010 das "Gesetz zur nachhaltigen und sozial ausgewogenen Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung" zum 1. Januar 2011 in Kraft. Mit der Reform erhofft sich die Bundesregierung erhebliche Einsparungen und qualitative Verbesserungen im Gesundheitswesen. Das "Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes (AMNOG)", das ebenfalls zum 1. Januar 2011 umgesetzt wurde, soll durch Kostenreduktion und Intensivierung des Wettbewerbs zur Eindämmung der steigenden Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenkassen beitragen. Für alle Arzneimittel mit neuen Wirkstoffen müssen bei Markteinführung Nachweise über den Zusatznutzen für die Patienten vorgelegt werden. Für Arzneimittel ohne einen Zusatznutzen wird ein Festbetrag definiert. Für die pharmazeutischen Unternehmen bedeutet dies, dass sie ihre Preise für Arzneimittel künftig nicht mehr nach eigenem Ermessen festlegen können. In den USA gab im November 2011 das Oberste US-Gericht bekannt, dass die im Jahr 2010 vom Parlament verabschiedete Gesundheitsreform der Obama-Administration auf Verfassungsmäßigkeit überprüft wird. Zuvor war die Reform von einigen Berufungsgerichten bestätigt, von anderen jedoch für unzulässig erklärt worden. Mit einem Urteil des US-Supreme Courts wird im Sommer 2012 gerechnet. Die in den USA umstrittene Reform sieht unter anderem vor, 32 Millionen - bislang nicht versicherten -Amerikanern einen Schutz im Krankheitsfall zu gewähren. Diese Reform soll das 2,5 Billionen US-$ teure Gesundheitswesen tiefgreifend reformieren.

2.3 Entwicklungen in der Pharma- und Biotechnologiebranche

Aus Kapitalmarktsicht war das Jahr 2011 für die Biotechnologiebranche nicht einfach. Nach einem vielversprechenden Jahresauftakt - im 1. Quartal warben Biotechnologiefirmen an den weltweiten Börsen insgesamt 11,8 Mrd. US-$ ein, die höchste Quartalssumme seit dem 1. Quartal 2000 -verschlechterten sich die Finanzierungsbedingungen für den Sektor im Laufe des Jahres zusehends. Aufgrund der Staatsschuldenkrise in Europa und der wirtschaftlichen Schwäche der USA wurden Investoren immer risikoscheuer, was zu einer wachsenden Unsicherheit auf den globalen Finanzmärkten führte. Dies wirkte sich insbesondere auch negativ auf die Wachstumsbranchen wie die Biotechnologie aus. Börsennotierten Biotechnologie-Unternehmen flossen beispielsweise im 3. Quartal nur noch 2,8 Mrd. US-$ an neuen Finanzmitteln zu. Dies ist das geringste Volumen seit dem vierten Quartal 2008. Die angespannte Situation an den Kapitalmärkten setzte sich auch im vierten Quartal fort. Durch eine Reihe von Rückschlägen in der Medikamentenentwicklung und bei Partnering-Aktivitäten verschärfte sich die Situation auch in der deutschen Biotechnologiebranche. Im Jahr 2011 flossen nach Aussage der Branchenorganisation BIO Deutschland nur noch 141 Mio. € an Wagniskapital (Venture Capital) in den Biotechnologiesektor, nach 650 Mio. € im Vorjahr.

Weltweit war die Biotechnologiebranche im Berichtsjahr von regen Übernahme- und Fusionsaktivitäten geprägt. Ein für den Sektor signifikantes Ereignis war der Erwerb von Genzyme durch Sanofi-Aventis für 20,1 Mrd. US-$ im Februar 2011. Zudem kündigte im Juli der US-Pharmakonzern Pfizer an, Icagen zu übernehmen. Ebenfalls im Juli übernahm Roche das in Heidelberg ansässige nicht börsennotierte Unternehmen mtmlaboratories AG. Gemäß der Vereinbarung wird Roche den Gesellschaftern von mtm eine Sofortzahlung von rund 130 Mio. € sowie bis zu 60 Mio. € nach Erreichen erfolgsabhängiger Meilensteine leisten. Weiter kündigte im September die Jazz Pharmaceuticals die Fusion mit der irischen Azur Pharma an. Kurz nach Abschluss des Berichtszeitraums, am 26. Januar 2012, verkündete schließlich das US-amerikanische Pharmaunternehmen Amgen die Übernahme des Biotechnologieunternehmens Micromet, Inc. für ca. 1,2 Mrd. US-$. Beide Unternehmen sind an der NASDAQ notiert.

2.4 Klinische Entwicklungen im Umfeld

Ein Höhepunkt auf dem Gebiet der Autoimmunerkrankungen war die Zulassung von Benlysta der Firma Human Genome Sciences für die Behandlung von Lupus. Des Weiteren sorgte der Lizenzvertrag von Biotest mit dem US-Pharma- und Diagnostikkonzern Abbott für Aufsehen. 85 Mio. US-$ erhielt das deutsche Unternehmen vorab für die Rechte am monoklonalen CD4-Antikörper BT-061 zur Behandlung der Rheumatoiden Arthritis und Psoriasis.

Der US-Pharmakonzern Pfizer veröffentlichte im April und im September positive Phase-IIIStudiendaten mit dem oralen pan-Janus Kinase (JAK)-Inhibitor Tofacitinib bei 717 Patienten mit Rheumatoider Arthritis. Nach der Bekanntgabe stellte Pfizer einen Antrag auf Marktzulassung in den USA, Europa und Japan. Die Food and Drug Administration (FDA) nahm den Antrag im Dezember zur Prüfung entgegen und kündigte die Ergebnisse ihrer Prüfung für August 2012 an.

Ein Höhepunkt auf dem Gebiet der Onkologie war im August 2011 die beschleunigte FDA-Zulassung des Antikörpers Brentuximab (Acetris®) der Seattle Genetics für die Behandlung von Patienten mit Hodgkin Lymphom (HL) und mit dem vergleichsweise selten auftretenden systemischen anaplastischen großzelligen Lymphom (ALCL). Brentuximab ist die erste neue zugelassene Therapie für HL seit 1977 und die erste Therapie für ALCL überhaupt, die von der FDA zugelassen wurde.

Ebenfalls in HL präsentierte die 4SC AG Anfang September viel versprechende primäre Daten aus einer Phase-II-Studie mit ihrem Wirkstoff Resminostat.

Für großes Aufsehen sorgte die US-Biotechfirma Syndax im November, als sie in einer renommierten Publikation der AACR (American Association for Cancer Research) sehr ermutigende klinische Wirksamkeitsdaten einer Phase-II-Studie mit dem HDAC-Inhibitor Entinostat bei Patienten mit metastasiertem Lungenkrebs vorstellte. Diese epigenetische Therapie zeigte in einer schwer behandelbaren Patientenpopulation basierend auf einem soliden Tumor einen erheblichen klinischen Nutzen. Dies führte dazu, dass die Wirkstoffklasse der HDAC-Inhibitoren, zu denen auch der von der 4SC AG entwickelte Wirkstoff Resminostat zählt, positiv ins Rampenlicht der wissenschaftlichklinischen Diskussion rückte.

Neben den positiven Studienentwicklungen gab es auch Rückschläge. So verfehlte der Wirkstoff Brivanib von Bristol-Myers Squibb den primären Endpunkt in einer Phase-III-Studie als Zweitlinienbehandlung von Patienten mit fortgeschrittenem Leberkrebs (HCC), die auf die Behandlung mit Sorafenib, der einzig zugelassenen Erstlinientherapie in dieser Indikation nicht mehr ansprachen. Dies untermauert abermals den hohen medizinischen Bedarf und das hohe wirtschaftliche Potenzial in dieser Indikation, in der auch die 4SC AG ihren HDAC-Inhibitor Resminostat entwickelt.

3. GESCHÄFTSVERLAUF

3.1 Wesentliche Ereignisse 2011

Erfolgreiche Kapitalerhöhung über 11,74 Mio. €

Gleich zu Beginn des Jahres, im Februar 2011, schloss die 4SC AG eine Kapitalerhöhung erfolgreich ab. Das Unternehmen platzierte 3.452.647 Aktien bei neuen internationalen institutionellen Investoren zu einem Preis von 3,40 € je Aktie. Der Bruttoemissionserlös betrug rund 11,74 Mio. €. Die Anzahl der nennwertlosen Inhaberstückaktien stieg von 38.502.739 auf 41.955.386.

Klinische Studiendaten aus der Phase II

Im Verlauf des Geschäftsjahres 2011 veröffentlichte die 4SC AG Studiendaten aus mehreren klinischen Studien der Phasen I und II. Besonders relevant waren dabei die finalen Daten aus der ENTRANCE-Studie, in welcher Vidofludimus, die Leitsubstanz im Bereich der Autoimmunerkrankungen, in der Indikation chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (IBD) geprüft wurde. Die Daten bestätigten noch einmal das bereits im November 2010 präsentierte Top-Line-Ergebnis dieser Phase-IIa-Studie.

Im Juni 2011 präsentierte die 4SC AG weitere Daten zu dem Wirkstoff Vidofludimus. In der Phase-IIb-COMPONENT-Studie wurde Vidofludimus an Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) untersucht. In dieser Studie wurde die entzündungshemmende Aktivität der Substanz zwar klar nachgewiesen, der primäre Endpunkt jedoch nicht erreicht.

Sehr positiv hingegen waren die Anfang September veröffentlichten Top-Line-Ergebnisse aus der Phase-II-SAPHIRE-Studie, in welcher Resminostat, die onkologische Leitsubstanz der 4SC AG, in der Indikation Hodgkin Lymphom (HL), getestet wurde. Der primäre Wirksamkeitsendpunkt der Studie wurde erreicht. Zudem wurde das gute Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil des Medikaments bestätigt.

Auch aus der Phase-II-SHELTER-Studie mit Resminostat zur Behandlung von Leberkrebs (hepatozelluläres Karzinom, HCC) konnte das Unternehmen im Verlauf des Berichtsjahres mehrfach über positive Zwischendaten berichten. Zum einen im Januar 2011 auf dem ASCO Gastrointestinal Cancer Symposium in San Francisco, zum anderen auf dem 13. World Congress on Gastrointestinal Cancer der ESMO in Barcelona im Juni 2011. Kurz nach Ende des Berichtszeitraums, am 19. Januar 2012, veröffentlichte die 4SC AG im Rahmen des ASCO Gastrointestinal Cancer Symposiums in San Francisco erneut sehr überzeugende Wirksamkeitsdaten aus dieser Studie. Näheres dazu lesen Sie bitte im Nachtragsbericht, Kapitel 8 in diesem Lagebericht.

Exklusive Lizenzpartnerschaft mit Yakult Honsha

Am 13. April 2011 unterzeichnete die 4SC AG mit Yakult Honsha, dem japanischen Marktführer für gastrointestinale Krebstherapien, eine exklusive Lizenzvereinbarung für die Entwicklung und Vermarktung von Resminostat in Japan. Die Vereinbarung bezieht sich auf die beiden Indikationen Leber- und Darmkrebs. Darüber hinaus hat sich Yakult Honsha das Recht zur Weiterentwicklung und Kommerzialisierung von Resminostat in anderen Onkologie-Indikationen in Japan gesichert.

Im Rahmen des Vertrags hat die 4SC AG eine Vorabzahlung in Höhe von 6 Mio. € von Yakult Honsha erhalten. Bei Erreichung bestimmter Meilensteine, einschließlich klinischer und regulatorischer Ereignisse in Japan, sind entsprechende Zahlungen von bis zu 127 Mio. € möglich. Neben den Meilensteinzahlungen erhält die 4SC AG von Yakult Honsha Umsatzbeteiligungen im zweistelligen Prozentbereich an den Verkaufserlösen von Resminostat.

FDA und EMA erteilen Orphan-Drug-Status für Resminostat

Im Berichtsjahr wurde die regulatorische Position des Krebswirkstoffs Resminostat erheblich gestärkt. Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) erteilte im Berichtsjahr für Resminostat den Orphan-Drug-Status in den Indikationen Leberkrebs (hepatozelluläres Karzinom, HCC) und Hodgkin Lymphom (HL). Auch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) empfahl, den Wirkstoff in diesen Indikationen als Orphan Medicinal Product für Europa anzuerkennen.

So kategorisierte Medikamente erhalten unter anderem ein sieben- (in den USA) beziehungsweise zehnjähriges (in der EU) Marktexklusivitätsrecht, gerechnet ab dem Datum der Zulassung. Diese Marktexklusivität verhindert, dass Wettbewerber während dieses Zeitraums ähnliche Medikamente derselben Wirkstoffklasse auf den Markt bringen. Darüber hinaus profitieren die Medikamente von einer vereinfachten Marktzulassung sowie verschiedenen Vorteilen, wie beispielsweise niedrigeren Steuern und Gebühren vor und nach der Marktzulassung.

Schlüsselpatent für Resminostat in Japan erteilt

Im Dezember 2011 erteilte das japanische Patentamt der 4SC AG für Resminostat ein Schlüsselpatent.

Dieses Patent (Japanische Patent-Nr. 4856623) deckt die stoffliche Zusammensetzung von Resminostat, pharmazeutische Zusammensetzungen, die Resminostat enthalten, sowie den therapeutischen Einsatz von Resminostat bei der Krebsbehandlung und in anderen therapeutischen Bereichen ab.

Kontinuierliche Weiterentwicklung der frühen Entwicklungsprogramme

Im Berichtsjahr wurden auch die Programme des Unternehmens in früheren Stadien der klinischen Entwicklung konsequent weiterentwickelt.

So gab die 4SC AG gleich zu Beginn des Jahres die Ergebnisse aus der Phase-I-Studie mit dem Multi-Kinase-Inhibitor 4SC-203 bekannt. In dieser Studie wurden Sicherheit und Verträglichkeit des Wirkstoffs an gesunden Probanden untersucht.

Am 13. April 2011 gab die 4SC AG den Start einer klinischen Studie mit dem Medikamentenkandidaten 4SC-202 bekannt. In dieser Phase-I-TOPAS-Studie wird der Klasse-I-Deacetylase (DAC)-Inhibitor 4SC-202 in Patienten mit fortgeschrittenen hämatologischen Indikationen evaluiert.

Fokussierung auf die relevanten Werttreiber

Mit Beginn des vierten Quartals hat die 4SC AG beschlossen, ihre Aktivitäten und die damit verbundenen finanziellen und personellen Ressourcen stärker zu fokussieren und sich in der Entwicklung vorübergehend auf die gezielte Fortsetzung der klinischen Programme zu konzentrieren, bei denen das Unternehmen die größten Wertsteigerungspotenziale innerhalb der nächsten zwölf Monate sieht. Zu diesen Werttreibern zählen Resminostat, Vidofludimus und die Krebssubstanz 4SC-202. Bei allen weiteren Substanzen sollen die laufenden klinischen Studien planmäßig abgeschlossen werden. Zusätzliche klinische Programme werden hier jedoch bis auf weiteres nicht initiiert. Durch die damit verbundenen Kosteneinsparungen ist die Finanzierung des Unternehmens auf Basis des Finanzmittelbestands zum Ende 2011 in Verbindung mit der aktuell prognostizierten weiteren Ausgaben- und Einnahmenplanung über die kommenden zwölf Monate hinaus sichergestellt.

Gründung der 4SC Discovery GmbH

Am 14. Dezember 2011 beschlossen Vorstand und Aufsichtsrat der 4SC AG, mit Wirkung zum 1. Januar 2012 nahezu die gesamten frühen Forschungsaktivitäten der Gesellschaft auf die per Mantelkauf erworbene und anschließend umfirmierte 100%ige Tochtergesellschaft - die 4SC Discovery GmbH - zu übertragen.

Das Unternehmen plant, mit der neuen Tochtergesellschaft künftig verstärkt Umsätze aus den 4SC AG-Aktivitäten in den frühen Phasen der Wirkstoffforschung zu erzielen. Dies soll insbesondere durch Forschungskooperationen mit Pharmafirmen in den Bereichen der Wirkstoffentdeckung und -optimierung und durch die Vermarktung der 4SC AG-eigenen Wirkstoffprogramme, die sich in frühen Phasen der Wirkstoffforschung befinden, geschehen. Damit wird eine Stärkung der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells der 4SC AG angestrebt, zudem soll die Abhängigkeit der Gesellschaft von der Finanzierung am Kapitalmarkt verringert und die Werthaltigkeit der eigenen Forschung am Markt transparenter gemacht werden. Des Weiteren ermöglicht die Bündelung der Forschungsaktivitäten in der 4SC Discovery GmbH eine eigenständigere Positionierung der Tochtergesellschaft am Markt und eine höhere Flexibilität für Forschungskooperationen mit Pharmapartnern. Die 4SC Discovery GmbH wird auch weiterhin an der Entdeckung und Erforschung neuer Produkte für die nachhaltige Ausgestaltung der klinischen Entwicklungspipeline der 4SC AG arbeiten.

Die 4SC Discovery GmbH hat am 1. Januar 2012 - also nach Abschluss des Berichtszeitraums - ihren Betrieb mit Geschäftssitz in Planegg-Martinsried aufgenommen. Näheres dazu lesen Sie bitte im Nachtragsbericht, Kapitel 8, in diesem Lagebericht.

Die 4SC AG, die damit zur Konzernmuttergesellschaft der 4SC Discovery GmbH geworden ist, behält ihre eigene strategisch-operative Ausrichtung in der klinischen Entwicklung und Kommerzialisierung fortgeschrittener Medikamente in den Bereichen Autoimmun- und Krebserkrankungen unverändert bei.

3.2 Darstellung der Produktpipeline

Die 4SC AG verfügt über eine breite und robuste Produktpipeline mit den therapeutischen Schwerpunkten Autoimmun- und Krebserkrankungen. Aktuell umfasst das präklinische und klinische Portfolio sechs niedermolekulare Wirkstoffe in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Davon befinden sich fünf Substanzen in der klinischen Erprobung. Eine weitere Substanz ist aktuell in der fortgeschrittenen, formellen Präklinik. Des Weiteren verfügt das Unternehmen über eine Reihe attraktiver Programme in den Bereichen Krebs- und Autoimmunerkrankungen in frühen Forschungsphasen der Medikamentenentwicklung.

Vidofludimus - eine neue Therapiemöglichkeit unter anderem für Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa

Vidofludimus, die therapeutische Leitsubstanz des Unternehmens im Bereich der Autoimmunerkrankungen, wurde im Berichtszeitraum zur Behandlung von Patienten mit chronischentzündlichen Darmerkrankungen (IBD) und Rheumatoider Arthritis (RA) weiterentwickelt.

Im ersten Quartal 2011 präsentierte das Unternehmen vielversprechende finale Daten aus der Phase-IIa-ENTRANCE-Studie in der Indikation IBD. In dieser Indikation, die im Wesentlichen die Krankheitsbilder von Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa umfasst, stehen vielen Patienten insbesondere als langfristige remissionserhaltende Therapie bisher so gut wie keine wirksamen und sicheren Medikamente zur Verfügung.

Die Daten bestätigten die hervorragenden, Ende 2010 veröffentlichten Top-Line-Ergebnisse der Studie, demzufolge der primäre Wirksamkeitsendpunkt erreicht worden war. Die Ergebnisse zeigten für Vidofludimus in steroidabhängigen IBD-Patienten eine Ansprechrate von insgesamt 88,5% gegenüber einer durchschnittlichen Placebo-Ansprechrate von etwa 20% aus klinischen Vergleichsstudien. 53,9% der Patienten (14 von 26) waren komplette Responder, 34,6% (9 von 26) waren partielle Responder und nur 11,5% (3 von 26) wurden als Nicht-Responder eingestuft.

Am 8. Juni 2011 veröffentlichte die 4SC AG die Top-Line-Ergebnisse aus der Phase-IIb-COMPONENT-Studie. In dieser Studie wurde Vidofludimus in der Behandlung von RA-Patienten getestet. Die finalen Daten wurden am 7. November 2011 auf der Jahrestagung des American College of Rheumatology (ACR) in Chicago, USA präsentiert.

Die internationale, multizentrische, randomisierte und placebo-kontrollierte Studie untersuchte bei 241 Patienten die Wirksamkeit von Vidofludimus in Kombination mit Methotrexat (MTX) (Behandlungsgruppe) im Vergleich zur Behandlung mit MTX alleine (Placebo-Gruppe). Vidofludimus führte dabei zu einer Verbesserung sämtlicher ACR-Scores (ACR20, ACR50, ACR70), der international anerkannten klinischen Standards zur Messung der Wirksamkeit von RA-Arzneimitteln. Mit einer Verbesserung beim ACR20-Score von 50,8% in der Behandlungsgruppe gegenüber 44,8% in der Placebo-Gruppe war der primäre Wirksamkeitsendpunkt der Studie, eine statistisch signifikante Verbesserung der ACR20-Ansprechrate nach 13 Wochen, jedoch nicht erreicht worden.

Die finale Auswertung der Daten im November 2011 belegte jedoch eine erhebliche entzündungshemmende Aktivität von Vidofludimus bei RA-Patienten. Gestützt wurde dies insbesondere durch die gemessene Reduzierung objektiver Entzündungsparameter bei den in der Studie mit Vidofludimus behandelten RA-Patienten im Vergleich zu den Patienten mit Placebo-Behandlung. Diese Ergebnisse bestätigten eindrucksvoll das breite entzündungshemmende Potenzial von Vidofludimus als Therapeutikum von verschiedenen Autoimmunerkrankungen. Vidofludimus erwies sich sowohl in RA als auch in IBD als sicher und gut verträglich.

Nach der abschließenden Evaluierung der Ergebnisse der beiden Phase-II-Studien in IBD und RA, insbesondere der hervorragenden Ergebnisse der ENTRANCE-Studie, hat die 4SC AG beschlossen, Vidofludimus im nächsten Schritt gezielt im Bereich IBD auf dem Weg zur Marktreife weiter zu entwickeln. Derzeit befindet sich das Unternehmen in Gesprächen mit Arzneimittelbehörden und potentiellen Partnern zur Vorbereitung einer fortgeschrittenen internationalen Phase-IIb-Studie in dieser Indikation. In der Indikation RA wird das Unternehmen - ohne einen Partner - keine weiteren Studien initiieren.

Resminostat - ein Kandidat: drei Indikationen

Resminostat ist die onkologische Leitsubstanz des Unternehmens. Dieser pan HDAC-Inhibitor, der sich aufgrund seines epigenetischen Wirkmechanismus sowohl für die Mono- als auch die Kombinationstherapie mit anderen Krebsmedikamenten eignet, wird von der 4SC AG in folgenden Indikationen untersucht: Hepatozelluläres Karzinom (HCC), die häufigste Form von Leberkrebs, Hodgkin Lymphom (HL), eine Erkrankung des blutbildenden Systems und kolorektales Karzinom (CRC), fortgeschrittener Darmkrebs.

Im September 2011 veröffentlichte das Unternehmen die Top-Line-Ergebnisse aus der Phase-II-SAPHIRE-Studie. In dieser offenen, einarmigen, internationalen Studie wurden Sicherheit, Pharmakokinetik, Biomarker und Wirksamkeit von Resminostat als Monotherapie bei - nach aktuellem Stand - 34 auswertbaren Patienten mit fortgeschrittenem HL untersucht. Patienten, die an der Studie teilnahmen, waren nach einer Hochdosis-Chemotherapie und/oder einer autologen Stammzelltherapie (ASCT) erneut erkrankt oder hatten nicht mehr auf die Behandlung angesprochen. Im Schnitt hatten die an der Studie teilnehmenden Patienten bereits sechs vorherige andere Behandlungen erhalten. Bei 35,3% der Patienten wurde ein Ansprechen des Tumors auf die Behandlung beobachtet und bei über der Hälfte der Patienten (55,9%) konnte ein klinischer Nutzen diagnostiziert werden. Der primäre Studienendpunkt wurde damit erreicht. Damit lassen diese Werte auf eine substantielle anti-tumorale Aktivität von Resminostat schließen. Des Weiteren zeigte der Wirkstoff eine sehr gute Sicherheit und Verträglichkeit. Kurz nach Abschluss des Berichtszeitraums konnte die Studie final abgeschlossen werden, nachdem auch der letzte Patient, der im Anschluss an die Hauptstudienphase im Rahmen einer optionalen Weiterbehandlung über insgesamt 36 Wochen behandelt wurde, die Studie verlassen hat.

Die Phase-II-SHELTER-Studie untersucht Resminostat als Zweitlinientherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem Leberkrebs (HCC). Bei diesen Patienten wurde vor Studieneintritt ein Fortschreiten ihrer Tumorerkrankung unter der Erstlinientherapie mit Sorafenib (Nexavar®) radiologisch festgestellt. In dieser schwer behandelbaren Patientengruppe, für die derzeit keine zugelassene Behandlungsoption existiert, untersucht die offene, zweiarmige Studie Sicherheit und Wirksamkeit von Resminostat in Monotherapie sowie in Kombination mit Sorafenib.

Die 4SC AG konnte im Jahresverlauf 2011 auf verschiedenen Konferenzen über erste positive Zwischendaten zur Verträglichkeit und Wirksamkeit von Resminostat aus der Studie berichten: zunächst im Januar 2011 auf dem Gastrointestinal Cancer Symposium in San Francisco und später auf dem 13. World Congress on Gastrointestinal Cancer der ESMO im Juni 2011 in Barcelona.

Kurz nach Abschluss des Berichtszeitraums, am 19. Januar 2012, berichtete die 4SC AG erneut über sehr vielversprechende Daten aus dieser Studie. Gemäß der auf dem Gastrointestinal Cancer Symposium in San Francisco vorgestellten Daten wurde, basierend auf einem fortgeschrittenen Auswertungsstand, der primäre Wirksamkeitsendpunkt der Studie, bei mindestens 20% der behandelten Patienten ein weiteres Fortschreiten dieser besonders aggressiven Tumorerkrankung für mindestens zwölf Wochen zu unterbinden, sowohl in der Resminostat-Monotherapie als auch in der Kombinationsbehandlung mit Sorafenib vorzeitig erreicht. Näheres dazu lesen Sie bitte im Nachtragsbericht, Kapitel 8, dieses Lageberichts.

Gleich zu Beginn des Geschäftsjahres 2011 hatte die 4SC AG zudem eine weitere Phase-I/II-Studie zur Untersuchung von Wirksamkeit und Verträglichkeit von Resminostat in einer dritten Indikation -Darmkrebs - begonnen. In dieser Studie wird der Wirkstoff in Kombination mit einer etablierten Standard-Chemotherapie, dem sogenannten FOLFIRI-Behandlungsschema, in der Zweitlinientherapie bei Patienten evaluiert, deren Tumore eine K-ras-Mutation aufweisen. Die sogenannte SHORE-Studie ist eine randomisierte, offene, multi-zentrische und zweiarmige Studie mit geplanten 70 Patienten. Der primäre Endpunkt der Studie ist die Bestimmung des progressionsfreien Überlebens (PFS). Erste Daten zur Dosierung, Sicherheit und Verträglichkeit werden im Jahresverlauf 2012 erwartet.

4SC-202 - ein weiteres Krebsmedikament in der klinischen Phase I

Im April 2011 meldete die 4SC AG die Behandlung des ersten Patienten im Rahmen der Phase-I-TOPAS-Studie mit dem Wirkstoff 4SC-202. Der Wirkstoff ist ein oral verfügbarer selektiver Klasse-I-Deacetylase (DAC)-Inhibitor mit dreifacher epigenetisch regulierter Anti-Tumor-Wirkung. Die aktuell laufende Studie untersucht in erster Linie die Sicherheit, Verträglichkeit und Pharmakokinetik von 4SC-202 in Patienten mit fortgeschrittenen hämatologischen Tumorindikationen. Im Rahmen der sekundären Studienziele werden zudem die klinische Wirksamkeit und die anti-tumorale Aktivität der Substanz evaluiert, wie etwa die Tumoransprechrate, die Dauer des Ansprechens und das progressionsfreie Überleben (PFS) der Patienten, ebenso wie relevante Biomarker.

Insgesamt sollen an dieser Studie nach aktuellen Plänen bis zu 36 Patienten teilnehmen. Je nach dem beobachteten pharmakokinetischen Profil und der Verträglichkeit der einmal täglich verabreichten Dosis von 4SC-202 können auch alternative Dosierungsschemata wie eine zweimal tägliche Verabreichung untersucht werden. Studienergebnisse werden gegen Ende 2012 erwartet.

4SC-203 und 4SC-205 - weitere klinische Programme mit Potential

Für 4SC-203, einen niedermolekularen Multi-Kinase-Inhibitor, hat die 4SC AG zu Beginn des Geschäftsjahres 2011 eine klinische Phase-I-Studie mit gesunden, freiwilligen Probanden abgeschlossen. In dieser randomisierten, doppelblinden und placebo-kontrollierten Dosiseskalationsstudie wurden Verträglichkeit und Pharmakokinetik von 4SC-203 in steigenden Einzeldosen bei 60 männlichen Probanden untersucht.

4SC-203 wurde von allen Studienteilnehmern gut vertragen. Leichte bis moderate unerwünschte Ereignisse traten nur bei wenigen Patienten auf; schwerwiegende, unerwünschte Ereignisse (SAE) wurden nicht beobachtet.

Im nächsten Schritt wird die 4SC AG, auch in Gesprächen mit möglichen Entwicklungspartnern, den weiteren Entwicklungsplan des Wirkstoffs auf dem Weg zur Marktreife definieren. Im Rahmen des Ende 2011 beschlossenen Fokussierungsprogramms werden gemäß aktueller Planung 2012 keine neuen klinischen Studien mit diesem Programm initiiert.

Mit 4SC-205 befindet sich eine weitere Substanz im klinischen Onkologie-Portfolio der 4SC AG. Hierbei handelt es sich um einen oral verfügbaren, niedermolekularen Inhibitor des humanen Kinesin-Spindel-Proteins Eg5, das von entscheidender Bedeutung für die Zellteilung (Mitose) ist und dem eine wichtige Rolle im Wachstum von Krebszellen zugeschrieben wird.

Für diesen Medikamentenkandidaten wurde 2010 die klinische Phase-I-AEGIS-Studie gestartet, in der die Sicherheit, Verträglichkeit, Pharmakokinetik und Pharmakodynamik von 4SC-205 nach oraler Verabreichung in schrittweise ansteigenden Dosierungen bei Krebspatienten geprüft wird.

Die Studie, die derzeit noch Patienten rekrutiert, soll 2012 abgeschlossen werden. Im Einklang mit dem Fokussierungsprogramm des Unternehmens ist eine weiterführende klinische Studie in diesem Jahr nicht geplant.

Starke Forschung

Neben ihrer Expertise in der fortgeschrittenen Medikamentenentwicklung hat die 4SC AG Zugriff auf eine proprietäre Technologieplattform sowie langjähriges Know-how in den Bereichen Wirkstoffentdeckung und -optimierung, die mit dem 1. Januar 2012 auf die 4SC Discovery GmbH transferiert wurden. Darüber hinaus besitzt das Unternehmen eine umfangreiche Expertise in der begleitenden Forschung von klinischen Studien. Dies ist für die Entwicklung eines Medikamentenkandidaten auf dem Weg zur Marktreife von großer Bedeutung. Durch die Forschung werden zudem laufend neue Wirkstoffe entdeckt, evaluiert und weiter optimiert, die dem kontinuierlichen Ausbau der klinischen Entwicklungspipeline des Unternehmens dienen. Darunter beispielsweise auch der Wirkstoff 4SC-207 aus der aktuellen Produktpipeline der 4SC AG. 4SC-207 könnte der nächste Kandidat für eine klinische Entwicklung sein. Aufgrund des Fokussierungsprogramms des Unternehmens ist eine entsprechende Studie jedoch für 2012 nicht vorgesehen. Um zukünftig wieder verstärkt Umsätze aus den Forschungsaktivitäten der 4SC AG zu erzielen, insbesondere durch Forschungskooperationen und durch die Vermarktung früher Wirkstoffprogramme, wurde - nach Mantelkauf einer Vorrats-GmbH und anschließender Umfirmierung - im Dezember 2011 die 4SC Discovery GmbH etabliert. Diese 100%ige Tochtergesellschaft der 4SC AG forscht an einer Reihe attraktiver Programme für die Therapiefelder Krebs- und Autoimmunerkrankungen in frühen Phasen der Medikamentenentwicklung. Diese Programme zielen unter anderem auf die Bereiche Krebsstammzellen, Ionenkanalblockierung sowie Zytokinmodulation ab.

Nähere Informationen dazu lesen Sie bitte unter Abschnitt 3.1 dieses Kapitels sowie im Nachtragsbericht, Kapitel 8 dieses Lageberichts.

3.3 Kommentierung der Zielerreichung: Auf dem Weg zur Markreife

Das Ziel von 4SC AG ist, als attraktiver Partner von Pharma- und Biotechnologieunternehmen im Bereich der Autoimmun- und Krebserkrankungen die eigenen Medikamentenkandidaten im Rahmen starker Partnerschaften auf dem Weg zur Marktreife zu entwickeln.

Im Berichtsjahr ist die 4SC AG auf dem Weg zu diesem Ziel erneut entscheidend vorangekommen. Neben dem erfolgreichen Abschluss einer wegweisenden ersten Entwicklungs- und Vermarktungspartnerschaft für Resminostat mit dem japanischen Marktführer für gastrointestinale Krebstherapien, Yakult Honsha, war das Jahr 2011 vor allem von der Veröffentlichung wichtiger Studiendaten aus der klinischen Phase II der Medikamentenentwicklung geprägt. Diese Studiendaten sind ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Marktzulassung und zudem von erheblicher Entscheidungsrelevanz für potentielle Lizenzpartner aus der Pharma- und Biotechnologiebranche.

Mit den beiden Leitsubstanzen Vidofludimus und Resminostat konnte das Unternehmen erfolgreich Phase-II-Studien abschließen sowie überwiegend überzeugende Studiendaten präsentieren. Damit hat es die grundlegenden Voraussetzungen geschaffen, in der nächsten klinischen Entwicklungsphase weitere große wertbestimmende Schritte auf dem Weg zur Marktreife einzuleiten. Nach den sehr guten Phase-IIa-Studiendaten mit Vidofludimus in IBD und dem Nicht-Erreichen des primären Studienziels in der Phase-IIb-Studie in RA, wird die 4SC AG ihre weiteren klinischen Entwicklungsaktivitäten im Autoimmunbereich im Folgenden auf die Indikation IBD konzentrieren. Hier strebt das Unternehmen - idealerweise gemeinsam mit einem Partner - nun eine Phase-IIb-Studie an, welche die letzte Studie vor einer möglichen Zulassungsstudie sein kann.

Im September 2011 veröffentlichte das Unternehmen sehr positive Top-Line-Ergebnisse aus der Phase-II-SAPHIRE-Studie mit dem Wirkstoff Resminostat in der Indikation HL. Kurz nach Abschluss des Berichtszeitraums, am 19. Januar 2012, präsentierte die 4SC AG hervorragende Wirksamkeitsdaten aus der Phase-II-SHELTER-Studie mit Resminostat in der Indikation HCC, gemäß derer, basierend auf einem fortgeschrittenen Auswertungsstand, der primäre Endpunkt der Studie, bereits vorzeitig erreicht wurde. Damit liegen aus Sicht des Unternehmens die regulatorischen Voraussetzungen für eine Zulassungsstudie mit Resminostat vor. Die 4SC AG wird nun in Gesprächen mit Behörden und möglichen Partnern den Start einer solchen Studie in der Indikation Leberkrebs vorbereiten. Um die Finanzierung der weiteren notwendigen Entwicklungsschritte deutlich länger als bislang vorgesehen sicherzustellen, hat die 4SC AG im vierten Quartal 2011 eine Fokussierung ihrer finanziellen Ressourcen auf ihre erfolgversprechendsten Werttreiber - Vidofludimus, Resminostat und 4SC-202 - beschlossen. Zudem hat das Unternehmen mit der Gründung der 4SC Discovery GmbH die Voraussetzungen geschaffen, über Partnerschaften auch die Entwicklung der eigenen frühen Forschungsprojekte auf dem Weg zur Marktreife zu beschleunigen und mit zusätzlichen Umsätzen aus Forschungskooperationen mit Pharmapartnern das Geschäftsmodell des Unternehmens weiter zu stärken. Nach der erhaltenen Vorabzahlung über 6 Mio. € von Yakult Honsha im April 2011 sowie der erfolgreichen Kapitalerhöhung vom Februar 2011 mit einem Bruttoemissionserlös in Höhe von 11,74 Mio. € ist das Unternehmen auf Basis des Finanzmittelbestands zum Ende des Berichtsjahres in Verbindung mit der aktuell prognostizierten weiteren Ausgaben- und Einnahmenplanung über die kommenden zwölf Monate hinaus finanziell abgesichert.

4. ERTRAGS-, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE

4. 1 Ertragslage

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse gingen in 2011 gegenüber dem Vorjahr von 989 T € auf 780 T € zurück. Ursachen sind die in 2011 noch praktizierte Konzentration der 4SC AG auf die internen wertschöpfenden Entwicklungsprogramme sowie der planmäßige Rückgang der Forschungskooperationen, die im Berichtszeitraum lediglich Umsätze von 45 T € erwirtschafteten. Aus einer abgegrenzten, geleisteten Vorabzahlung über 6.000 T € von Yakult Honsha im Rahmen der Lizenzvereinbarung für Resminostat vom April 2011 ergeben sich weitere 637 T € Umsatz. Außerdem wurde eine Lieferung des Wirkstoffs im Wert von über 98 T € an Yakult Honsha ausgeführt.

Sonstige betriebliche Erträge

Die deutliche Steigerung der sonstigen betrieblichen Erträge von 403 T € auf 1.063 T €, resultiert im Wesentlichen aus erhöhten Fördergeldern über 802 T € (Vorjahr: 347 T €) sowie Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen über 239 T € (Vorjahr: 4 T €).

Personalaufwand

Der Personalaufwand stieg von 6.043 T € in 2010 auf 6.367 T € in 2011. Einerseits fanden im Vergleich zu 2010 leichte Gehaltserhöhungen statt, zum anderen verdienten die 2010 unterjährig eingestellten Beschäftigten ihr erstes volles Jahresgehalt.

Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen verringerten sich auf 1.343 T € (Vorjahr: 1.378 T €).

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen blieben nahezu konstant mit 13.662 T € in 2011 (Vorjahr: 13.869 T €).

Finanzergebnis

Das Finanzergebnis verbesserte sich um 14% auf 278 T €, nachdem es im Vorjahr 244 T € betragen hatte. Die wesentlichen Ursachen für die höheren Finanzerträge waren die leicht positive Zinsentwicklung am Kapitalmarkt zum Anlagezeitpunkt der Gelder sowie die bessere Kapitalausstattung.

Jahresergebnis

Der Jahresfehlbetrag erhöhte sich in 2011 aufgrund der beschriebenen Entwicklungen. Er betrug 19.852 T €, nach 19.655 T € im Vorjahr. Dies entspricht einem Anstieg um 1%. Das Jahresergebnis verbesserte sich wegen des angestiegenen Ertragssteueraufwands aus der japanischen Quellensteuer auf Lizenzeinnahmen von Yakult Honsha um 3% weniger als das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit.

4.2 Vermögenslage

Anlagevermögen

Das Anlagevermögen reduzierte sich zum Bilanzstichtag gegenüber 2010 von 13.767 T € auf 12.631 T €. Dieser Rückgang resultierte nahezu ausschließlich aus den planmäßigen Abschreibungen der immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen.

Umlaufvermögen

Der erwartungsgemäße Rückgang des Umlaufvermögen von 18.872 T € zum 31. Dezember 2010 auf 16.773 T € zum Geschäftsjahresende war im Wesentlichen bedingt durch den Rückgang des Finanzmittelbestandes. Dieser umfasst die Positionen Wertpapiere sowie Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten. In Summe war in diesen beiden Posten - aufgrund des Verlustes aus dem operativen Geschäft der 4SC AG - ein Rückgang von 17.598 T € auf 15.769 T € zu verzeichnen.

Eigenkapital

Der Rückgang des Eigenkapitals von 29.313 T € zum 31. Dezember 2010 auf 21.248 T € zum 31. Dezember 2011 wurde von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Positiv wirkten die in der ersten Jahreshälfte durchgeführten Kapitalmaßnahmen. Das Grundkapital erhöhte sich um 3.465 T €, von 38.503 T € auf 41.968 T €. Auch das Agio konnte um 8.321 T € verbessert werden, von 69.145 T € auf 77.466 T €. Gleichzeitig stieg die Anzahl der Aktien um 3.465.565, von 38.502.739 auf 41.968.304 Stück. Einen gegenläufigen Effekt hatte das negative Jahresergebnis mit 19.852 T €. Der Bilanzverlust erhöhte sich dadurch entsprechend von 78.335 T € auf 98.187 T €.

Die Eigenkapitalquote reduzierte sich um 17,4 Prozentpunkte von 89,2 % zum 31. Dezember 2010 auf 71,8 % zum Bilanzstichtag. Wesentlicher Grund hierfür ist der unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesene Umsatzabgrenzungsposten, der im Zusammenhang mit der Vorabzahlung von Yakult Honsha gebildet wurde. Zusätzlich wirkt hier das verminderte Eigenkapital.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen blieben mit 1.881 T € im Vergleich zum Vorjahr mit 1.880 T € nahezu unverändert.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten erhöhten sich von 1.666 T € zum 31. Dezember 2010 auf 6.461 T € zum 31. Dezember 2011. Hier wurde ein Umsatzabgrenzungsposten über 5.363 T € für die im zweiten Quartal erhaltene Vorabzahlung von Yakult Honsha gebildet, der über den angenommenen Entwicklungszeitraum für Resminostat abzugrenzen ist und linear als Umsatz aufgelöst wird.

Bilanzsumme

Die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2011 betrug 29.590 T € und war somit um 10% niedriger als zum Ende des vorangegangenen Geschäftsjahres (31. Dezember 2010: 32.859 T €).

4.3 Finanzlage

Cashflows aus der laufenden Tätigkeit

Der Mittelabfluss aus der laufenden Tätigkeit lag im Berichtszeitraum 2011 bei 13.407 T €. Die Veränderung im Vergleich zu dem mit 19.252 T € negativen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit resultiert einerseits aus Anpassungen für nicht zahlungswirksame Posten der Gewinn- und Verlustrechnung (vor allem lineare Abschreibungen), gezahlter Ertragsteuer (Quellensteuer) und andererseits aus cashflow-positiven Veränderungen der Bilanzpositionen, insbesondere dem Anstieg der Sonstigen Verbindlichkeiten aufgrund des zu bildenden Passivpostens für die erhaltene Vorabzahlung von Yakult Honsha über 6.000 T €. Im Vergleichszeitraum 2010 betrugen die Cashflows aus der laufenden Tätigkeit - 17.533 T €, bei einem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von - 19.655T €.

Cashflows aus der Investitionstätigkeit

Die Mittelzuflüsse aus der Investitionstätigkeit betrugen im Jahr 2011 3.438 T € gegenüber -12.929 T € im Jahr 2010. Im Berichtszeitraum wurden 5 T € (Vorjahr: 23 T €) in immaterielle Vermögensgegenstände und, 171 T € (Vorjahr: 355 T €) in Sachanlagen und 34 T € (VJ: 0 T €) in Finanzanlagen investiert. Aus dem Erwerb von Finanzinstrumenten in Höhe von 17.500 T € (Vorjahr: 12.651 T €) bei gleichzeitigem Mittelzufluss aus dem Verkauf von Finanzinstrumenten über 21.146 T € (Vorjahr: 100 T €) resultierten saldiert Mittelzuflüsse über 3.646 T € (Vorjahr: -12.551 T €).

Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit

Die Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit im Berichtszeitraum in Höhe von 11.787 T € resultierten aus der Kapitalerhöhung vom 24. Februar 2011 sowie aus der Ausgabe von Mitarbeiteraktien zum 12. Mai 2011. Im Vorjahreszeitraum wurde keine Kapitalmaßnahme durchgeführt.

Finanzmittelbestand

Der Bestand des Finanzmittelfonds zum Bilanzstichtag betrug 8.782 T €. Weitere Gelder in Höhe von 6.987 T € waren in Wertpapiere angelegt. Daraus ergab sich zum 31. Dezember 2011 ein Finanzmittelbestand in Höhe von 15.769 T € (31. Dezember 2010: 17.598 T €).

4.4 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Aufgrund der Tatsache, dass vier der acht parallel laufenden klinischen Studien im Berichtszeitraum abgeschlossen wurden, gingen die Aufwendungen für die Forschung und Entwicklung in 2011 im Vergleich zum Vorjahr zurück. Ebenfalls positiv wirkten sich die gestiegenen Erträge aus Forschungskooperationen aus. Dem entgegen wirkten jedoch Kosten, welche im Kontext mit der Auslizenzierung an Yakult Honsha entstanden sind sowie gestiegene Personalkosten. Weiter reduzierten sich die Umsatzerlöse wie erwartet wegen des Rückgangs der Forschungskooperationen 2011, sodass der Verlust 2011 im Vorjahresvergleich leicht erhöht wurde. Obwohl Bilanzsumme, Eigenkapitalausstattung und Finanzmittelbestand zum 31. Dezember 2011 spürbar unter den Vergleichswerten zum Vorjahresstichtag lagen, war innerhalb des Geschäftsjahres 2011 die Liquiditätsausstattung jederzeit hinreichend sichergestellt. Die Finanzierung der Programme war zu keiner Zeit gefährdet. Hierfür sorgten insbesondere die Mittelzuflüsse aus der Kapitalerhöhung vom Februar 2011 sowie aus der Lizenzpartnerschaft mit Yakult Honsha vom April 2011.

Bis zur Aufstellung des Lageberichts verlief die wirtschaftliche Entwicklung der 4SC AG auch im Geschäftsjahr 2012 planmäßig.

5. NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

Diverse nichtfinanzielle Leistungsindikatoren, wie Mitarbeiter, Beschaffung, gewerbliche Schutzrechte und Unternehmensverantwortung tragen entscheidend zum Erfolg der 4SC AG bei.

5.1 Mitarbeiter und Vorstand

Im Laufe des Berichtsjahres hat die 4SC AG geringfügig Personal aufgebaut. Zum 31. Dezember 2011 arbeiteten 92 Mitarbeiter und vier Vorstände für die Gesellschaft. Im Vergleich zum Jahresende 2010 wurde das Team um zwei Personen aufgestockt (31. Dezember 2010: 90 Mitarbeiter und vier Vorstände).

31.12.2011 31.12.2010 Veränderung
Forschung & Entwicklung 69 70 -1%
Verwaltung & Vertrieb 24 21 14%
Informationstechnologie 3 3 0%
Summe 96 94 2%

Als forschendes und entwickelndes Biotechnologieunternehmen beschäftigt die 4SC AG knapp 72% der Mitarbeiter in der Forschung und Entwicklung. Dieser Anteil ist gegenüber dem Vorjahresende aufgrund einer Aufstockung der Mitarbeiter im Verwaltungsbereich zwar um 3 Prozentpunkte zurückgegangen; im Branchenvergleich handelt es sich jedoch weiterhin um einen überdurchschnittlichen Wert.

Die 4SC AG achtet auf eine ausgewogene Personalpolitik. Für die jeweiligen Positionen werden die qualifiziertesten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gesucht. Insbesondere bietet die 4SC AG flexible Arbeitszeitmodelle, die es vor allem Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Kindern ermöglichen sollen, eine Balance zwischen der beruflichen Tätigkeit und der Familie herzustellen. So sind zum 31. Dezember 2011 19% der Mitarbeiterinnen in Teilzeit beschäftigt (31. Dezember 2010: 18%). Damit waren bei einer Gesamtzahl von 92 Mitarbeitern und vier Vorständen zum 31. Dezember 2011 umgerechnet insgesamt 80 Vollzeitangestellte (Full Time Equivalents; FTEs) für das Unternehmen tätig (31. Dezember 2010: 80,5).

Die 4SC AG ist darüber hinaus seit 2008 als Ausbildungsbetrieb tätig und bildet aktuell einen Chemielaboranten aus.

Personalkosten gestiegen

Die Personalkosten der 4SC AG haben sich im Vergleich zum Vorjahr um 5% auf 6.367 T € erhöht (2010: 6.043 T €). Einerseits fanden im Vergleich zu 2010 leichte Gehaltserhöhungen statt, andererseits verdienten die 2010 unterjährig eingestellten Beschäftigten in 2011 ihr erstes volles Jahresgehalt.

Weitere Aktienoptionen ausgegeben

Das Grundgehalt der Mitarbeiter richtet sich nach den vier Faktoren Qualifikation, Berufserfahrung, Leistung und ausgeübte Funktion. Vorstände, Vorgesetzte und Vertreter des Bereiches Human Resources überprüfen die Grundgehälter jährlich.

Da das Unternehmen auch künftig auf qualifizierte und motivierte Mitarbeiter angewiesen ist, hat die 4SC AG AG im Berichtsjahr die bestehenden Aktienoptionsprogramme weiter gepflegt und aus dem im Jahr 2009 aufgelegten Programm "ESOP 2009" eine kleine Tranche neuer Aktienoptionen ausgegeben. An dieser Ausgabe partizipierten Mitarbeiter, die seit der letzten Ausgabe neu eingestellt wurden beziehungsweise aufgrund einer Ausweitung ihrer Arbeitszeiten oder aufgrund weiterer Erfolgsfaktoren Anspruch auf eine größere Anzahl Optionen hatten. Aus keinem der bestehenden Programme wurden im Berichtsjahr Optionen ausgeübt.

5.2 Beschaffung

Beschaffung - zentral, unabhängig und flexibel

Bei der 4SC AG werden wie in den Vorjahren die Beschaffungs- und Logistikprozesse sowie die Lagerhaltung durch einen zentralen Einkauf organisiert und abgewickelt. Die Prozesse sind fest definiert und etabliert. Die enge Abstimmung des Einkaufs sowohl mit der Buchhaltung als auch mit den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen garantiert dabei einen reibungslosen und kosteneffizienten Ablauf - vom Einholen des Angebotes bis zur Zahlung der Rechnungen.

Die 4SC AG legt Wert auf ein breites Netz von Lieferanten, um nicht von einzelnen Lieferanten einseitig abhängig zu werden. Die Bezugsquellen werden grundsätzlich nach drei Kriterien ausgewählt: Qualität, Preis und Verfügbarkeit der gewünschten Güter. Auch im Berichtsjahr 2011 wurden die Lieferkonditionen trotz vermindertem Einkaufsvolumen in intensiven Verhandlungen weiter verbessert. Darüber hinaus engagierte sich die Gesellschaft weiterhin im regionalen Einkaufsverbund der Biotech-Region München, um günstige Lieferkonditionen zu erhalten.

In der Forschung und Entwicklung arbeitet die 4SC AG mit vielen Dienstleistungsunternehmen zusammen, unter anderem auf folgenden Gebieten: Pharmakologie, Toxikologie, Metabolismus, Analytik, Herstellung, klinische Entwicklung, Pharmakovigilanz und Statistik. Die Auswahl des jeweiligen Partners hängt von den Anforderungen des individuellen Projektes ab. Wesentliche Auswahlkriterien sind neben Preis, Qualität und Termintreue dessen Erfahrung auf dem jeweiligen Gebiet sowie die erforderlichen regulatorischen Voraussetzungen.

5.3 Gewerbliche Schutzrechte

Zahl der Patente mehr als verdreifacht, Anzahl Patentanmeldungen auf stabilem Niveau

Ein breites und starkes Schutzrechtsportfolio ist für ein forschendes Biotechnologieunternehmen wie die 4SC AG von entscheidender Bedeutung. Die Wettbewerbsposition der eigenen Entwicklungsprogramme auf dem Weg zur Marktreife wird dadurch gestärkt und der zukünftige Markterfolg untermauert. Die 4SC AG verfügt über ein umfassendes und starkes Patentmanagement, welches das bestehende Patentportfolio im Berichtsjahr gezielt weiter ausbauen und stärken konnte. Weltweit verfügte die 4SC AG zum Jahresende 2011 über 202 erteilte Patente und 398 anhängige Patentanmeldungen in insgesamt 43 Patentfamilien. Damit hat sich die Anzahl der erteilten Patente im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdreifacht.

Für Vidofludimus, das am weitesten fortgeschrittene Medikament im Bereich der Autoimmunerkrankungen, wurden bis Ende des Jahres 2011 insgesamt elf Patente erteilt, unter anderem die entscheidenden Substanzschutz-Patente in den USA, China, Indien, Südkorea und Europa. Für Resminostat, die Leitsubstanz in der Onkologie, liegen der 4SC AG insgesamt acht Patente vor. Darunter ist das Substanzschutz-Patent in den USA sowie das im November 2011 erteilte und im Hinblick auf die Kooperation mit Yakult Honsha besonders wichtige, japanische Patent. Ende des Berichtsjahres erhielt die 4SC AG darüber hinaus das Substanzschutz-Patent für Resminostat in Taiwan. In drei weiteren Ländern - Südkorea, den Philippinen und Israel - wurde die Patenterteilung bereits vom Patentamt in Aussicht gestellt. Sie steht damit unmittelbar bevor. Um die Positionierung der Wirkstoffe abzusichern, wurden für Vidofludimus und Resminostat weitere Patentanmeldungen auf bestimmte Darreichungsformen der Wirkstoffe eingereicht, wie zum Beispiel das Mesylatsalz von Resminostat, welches bereits in den klinischen Studien mit Resminostat eingesetzt wurde. Auch hier wurde die Patenterteilung für Europa von den Patentbehörden in Aussicht gestellt. Auf diese Weise kann der effektive Patentschutz für die Wirkstoffe weiter verlängert werden.

Die Zahl der anhängigen Patentanmeldungen ist im Vergleich zum Vorjahr nahezu auf gleichem Niveau geblieben. Im Zuge einer nutzenorientierten Effizienzprüfung des Bestands an Patentanmeldungen wurde eine Reihe bestehender Anmeldungen bewusst fallen gelassen. Dies konnte nahezu vollständig durch die Anmeldung neuer Anmeldungen insbesondere im Bereich von Projekten in frühen Forschungsphasen kompensiert werden. Dies dokumentiert die Stärke der Forschung bei der 4SC AG, die durch eine vorausschauende Patentstrategie für die Entwicklung zukünftiger Medikamente geschützt wird.

Neben ihren Patenten besitzt die 4SC AG verschiedene Rechte an Wort- und Wort-/Bildmarken.

5.4 Unternehmensverantwortung / Nachhaltigkeit

Sicherheit der Mitarbeiter und Umweltschutz

Die 4SC AG nimmt das Thema unternehmerische Verantwortung ernst. Sie bietet ihren Mitarbeitern höchstmögliche Sicherheit und der Umwelt bestmöglichen Schutz. Alle wichtigen Schritte zum Schutz der Mitarbeiter und zur Vermeidung von Umweltbelastungen werden kontinuierlich in allen Prozessen umgesetzt. Dies auch in Zukunft zu gewährleisten, ist Aufgabe des Arbeitssicherheitsausschusses der 4SC AG. Ihm gehören gemäß Arbeitssicherheitsgesetz folgende Personen an: eine Sicherheitsbeauftragte Chemie, eine Sicherheitsbeauftragte Biologie, eine Beauftragte für Biologische Sicherheit (BBS), eine Fachkraft für Arbeitssicherheit, ein Betriebsarzt und ein Sicherheitsverantwortlicher. Der Ausschuss sorgte auch im Berichtsjahr 2011 dafür, dass die Mitarbeiter die geltenden gesetzlichen Auflagen in allen Arbeitsbereichen umsetzen und einhalten.

Daneben gibt es auch externe Kontrollen. Entsprechend § 5 Arbeitsschutzgesetz führte die Gesellschaft für Laborsicherheit mbH, Karlsfeld, (GLS) eine Gefährdungsbeurteilung durch. Alle im Labor tätigen Mitarbeiter werden alljährlich - gemäß geltender Gefahrstoffverordnung - im Umgang mit Gefahrstoffen unterwiesen. Außerdem sind die bei der 4SC AG eingesetzten Chemikalien in einem Gefahrstoffkataster dokumentiert und lagern zur Sicherheit in Gefahrstoffschränken. Zur Verringerung der Risiken im Laborbetrieb wird einerseits der Vorrat an Chemikalien so klein wie möglich gehalten und andererseits erfolgt deren Einsatz mit Bedacht und in möglichst niedrigen Mengen. Eine persönliche Schutzausrüstung wird den Mitarbeitern ebenso zur Verfügung gestellt.

Alle Sicherheitseinrichtungen werden vorschriftsmäßig durch externe Fachkräfte kontrolliert und instand gehalten. Der Betrieb der biologischen Laboratorien der Sicherheitsstufen 1 und 2 sowie die Arbeiten im Radionuklidlabor sind behördlich genehmigt.

Nicht zuletzt trägt auch das Abfallkonzept zum Schutz der Umwelt bei. 4SC AG hält alle Grenzwerte und Richtlinien ein.

Ethische Verantwortung

Bei der Identifikation und Entwicklung neuer Medikamente ist die 4SC AG auf die Erhebung tierexperimenteller Daten angewiesen, einerseits um die wissenschaftlich notwendigen Ziele zu erreichen und andererseits um gesetzlichen Verpflichtungen nachzukommen. Dabei ist die 4SC AG bemüht, Tierversuche auf ein notwendiges Mindestmaß zu reduzieren und soweit möglich durch Alternativen, wie beispielsweise durch Versuche in Zellkulturen, zu ersetzen. Die wenigen, unvermeidbaren tierexperimentellen Arbeiten, die im Jahr 2011 von der 4SC AG durchgeführt wurden, unterlagen durchweg der Überwachung eines externen Tierschutzbeauftragten und der behördlichen Genehmigung.

Für die Durchführung einiger Tierstudien und klinischer Prüfungen am Menschen werden Auftragsforschungsorganisationen sorgfältig ausgewählt und beauftragt. Hierbei ist die Einhaltung behördlicher Vorschriften sowie ethischer und wissenschaftlicher Qualitätsstandards für die 4SC AG von besonderer Bedeutung.

6. BERICHT ZUR CORPORATE GOVERNANCE

Corporate Governance umfasst das gesamte System der verantwortungsvollen, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichteten Führung und Kontrolle eines Unternehmens. Deshalb misst die 4SC AG einer guten und transparenten Corporate Governance einen hohen Stellenwert bei und fühlt sich in ihren Zielen, Werten und Prozessen dem Deutschen Corporate Governance Kodex verpflichtet. Vorstand und Aufsichtsrat der 4SC AG haben sich in Vorbereitung des Jahresabschlusses 2011 erneut mit den Vorgaben des Kodex in seiner aktuellen Fassung vom 26. Mai 2010 befasst. Die 4SC AG setzt die Normen und Vorschriften des Deutschen Corporate Governance Kodex weitgehend aktiv um. Da die Anforderungen des Kodex in 2011 unverändert geblieben sind und auch das Unternehmen seine Position zu den Themen beibehalten hat, gab es keinen Anpassungsbedarf im Vergleich zum Vorjahresbericht.

4SC AG arbeitet kontinuierlich an der vom Kodex empfohlenen weiteren Professionalisierung des Aufsichtsrates. Diesbezüglich wurden erste Fortbildungsveranstaltungen zu den Themenkomplexen "Verantwortlichkeiten" und "Haftung der Aufsichtsratsmitglieder" durchgeführt. 4SC AG entspricht den Empfehlungen des Kodex in der überwiegenden Zahl der Empfehlungen. Nur in einzelnen Punkten hat sich das Unternehmen nach sorgfältiger Überlegung entschieden, dem Kodex nicht zu folgen. Diese Ausnahmen beziehen sich überwiegend auf Empfehlungen, die stark auf große Unternehmen zugeschnitten sind. Die einzelnen Abweichungspunkte werden in der nachfolgenden Entsprechenserklärung von Vorstand und Aufsichtsrat explizit genannt und begründet.

Der Bericht zur Corporate Governance beschreibt die Grundsätze der Führungs- und Kontrollstruktur, der Unternehmensführung sowie die Rechte der Aktionäre der 4SC AG. Er berücksichtigt die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex und enthält sämtliche nach den Paragraphen (§§) 289 Absatz 4 und 289a des Handelsgesetzbuchs (HGB) notwendigen Angaben und Erläuterungen sowie die Entsprechenserklärung gemäß § 161 Aktiengesetz (AktG). Berichtsteile, die zugleich auch Teil des Lageberichts sind, sind als solche zu Beginn der jeweiligen Kapitel gekennzeichnet.

6.1 Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB

Entsprechenserklärung nach § 161 AktG

Vorstand und Aufsichtsrat haben zuletzt am 25. Februar 2011 eine Erklärung gemäß § 161 AktG abgegeben. Dieser Erklärung lag die Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 26. Mai 2010 zu Grunde. Im Jahr 2011 wurde der Deutsche Corporate Governance Kodex nicht überarbeitet. Die nunmehr geltende Fassung datiert daher ebenfalls auf den 26. Mai 2010.

Vorstand und Aufsichtsrat der 4SC AG erklären gemäß § 161 AktG, dass die 4SC AG seit Abgabe der letzten Erklärung den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 26. Mai 2010 mit den nachfolgend genannten Ausnahmen entsprochen hat und weiterhin entsprechen wird:

1) D&O-Versicherung für die Aufsichtsratsmitglieder (Ziff. 3.8 Abs. 3 des Kodex):

Die aktuelle D&O-Versicherung der Gesellschaft für die Vorstände enthält seit dem 1. Juli 2010 den gesetzlich vorgesehenen Selbstbehalt. Die derzeit geltende D&O-Versicherung für die Aufsichtsratsmitglieder sieht wie bisher einen Selbstbehalt in Höhe von maximal 50 T US-$ pro Schadensfall vor. Dieser bezieht sich aber lediglich auf Schadensfälle in den USA. Ein spezifischer Selbstbehalt der versicherten Aufsichtsräte wurde nicht vereinbart, da Vorstand und Aufsichtsrat der Ansicht sind, dass verantwortungsvolles Handeln für alle Organmitglieder selbstverständliche Pflicht ist. Eines Selbstbehaltes bedarf es deshalb nicht, zumal im Aufsichtsrat wesentliche Anteilseigner vertreten sind.

Gesetz und Satzung setzen dem Aufsichtsrat feste Grenzen, auf die Geschäftstätigkeit einer Aktiengesellschaft Einfluss zu nehmen. Nach § 76 Absatz 1 AktG leitet der Vorstand die Aktiengesellschaft in eigener Verantwortung. Über die Mitwirkung des Aufsichtsrats an der Festlegung der Grundzüge der Unternehmensstrategie hinaus sind die Möglichkeiten des Aufsichtsrats zur Einwirkung auf deren Umsetzung oder das operative Geschäft begrenzt. Dies gilt auch für Maßnahmen zur Abwendung von Schäden für das Unternehmen. Daher ist auch in Zukunft nicht beabsichtigt, für die Mitglieder des Aufsichtsrats einen signifikanten Selbstbehalt in deren D&O-Versicherungen zu vereinbaren.

2) Aktienoptionsprogramm für den Vorstand (Ziff. 4.2.3 Abs. 2 und 3 des Kodex):

Die gegenwärtigen variablen Vergütungsbestandteile für den Vorstand bestehen aus einem auf ein Jahr bemessenen erfolgsabhängigen Bonus I sowie einer - seit Beschluss über die neuen Vorstandsverträge im Juni 2010 mit Rückwirkung zum 1. Januar 2010 geltenden - langfristigen erfolgsabhängigen Vergütung in Form eines auf drei Jahre bemessenen Bonus II und in Form von Aktienoptionen. Die gegenwärtigen Aktienoptionsprogramme für Vorstand und Mitarbeiter basieren auf verbindlichen Hauptversammlungsbeschlüssen. Die Möglichkeit zur Ausübung dieser Optionen setzt einen klar definierten Anstieg des Aktienkurses voraus. Nach Überzeugung der 4SC AG sind diese Mitarbeiterbeteiligungsprogramme ideal auf das Unternehmen zugeschnitten. Die Gesellschaft verzichtet daher im Rahmen des Aktienoptionsprogramms bewusst auf die vom Kodex empfohlene Begrenzung (Cap) für außerordentliche, nicht vorhergesehene Entwicklungen sowie darauf, die Aktienoptionen auf Vergleichsparameter (zum Beispiel Aktienindizes) zu beziehen.

3) Nominierungsausschuss im Aufsichtsrat (Ziff. 5.3.3 des Kodex):

Der Aufsichtsrat hat sich gegen die Etablierung eines Nominierungsausschusses entschieden. Nach Auffassung des Aufsichtsrats der 4SC AG bietet die zusätzliche Einsetzung eines solchen Nominierungsausschusses keine zusätzliche Steigerung der Effizienz der Aufsichtsratsarbeit. Der Aufsichtsrat belässt diese Funktion daher im Gesamtaufsichtsrat.

4) Vergütung in den Aufsichtsratsausschüssen (Ziff. 5.4.6 Abs. 1 des Kodex):

Eine Unterscheidung der Vergütung in den Aufsichtsratsausschüssen nach Mitgliedschaft und Vorsitz wird derzeit nicht vorgenommen. Die Praxis hat gezeigt, dass die Ausschussmitglieder Arbeit und Organisation zu etwa gleichen Teilen übernehmen.

5) Erfolgsorientierte Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder (Ziff. 5.4.6 Abs. 2 des Kodex):

Eine erfolgsorientierte Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats besteht derzeit nicht. Da es sich bei 4SC AG um ein forschungsintensives und entwicklungsorientiertes Technologieunternehmen handelt, erscheint diese Empfehlung des Kodex dem Unternehmen derzeit als nicht sachgerecht und in der administrativen Verwaltung als überproportional aufwändig.

Planegg-Martinsried, 24. Februar 2012

Dr. Ulrich Dauer, Für den Vorstand

Dr. Jörg Neermann, Für den Aufsichtsrat

Angaben zu Unternehmensführungspraktiken

Die Praktiken der Unternehmensführung von 4SC AG orientieren sich an den gesetzlichen Bestimmungen. Sie sind von einem fairen und respektvollen Umgang geprägt. Die überschaubare Unternehmensgröße, die Tatsache, dass es nur einen wesentlichen Unternehmensstandort gibt, die flachen Hierarchien sowie der persönliche Umgang mit den Mitarbeitern und Partnern erfordern keine weiterführenden Unternehmenspraktiken. Das Verhalten des Unternehmens und seiner Mitarbeiter wird von moralischen und ethischen Wertvorstellungen getragen. Diese führen zu einem fairen, respektvollen und gesetzeskonformen Verhalten.

Die Führung und die Überwachung des Unternehmens entsprechen den deutschen Gesetzen, den gesellschaftlichen Normen und weitestgehend den Richtlinien des Deutschen Corporate Governance Kodex.

Arbeitsweisen von Vorstand und Aufsichtsrat

Die 4SC AG ist - wie vom Aktiengesetz gefordert - durch ein duales Führungssystem von Vorstand und Aufsichtsrat geprägt. Beide Organe arbeiten eng zusammen, um den Wert des Unternehmens nachhaltig zu steigern. So stimmt der Vorstand die strategische Ausrichtung des Unternehmens mit dem Aufsichtsrat ab und erörtert mit ihm auch deren Umsetzung. Dazu informiert der Vorstand den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle unternehmensrelevanten Fragen der Planung, Strategie, Geschäftsentwicklung, Finanzen, Risikolage, des Risikomanagements sowie des internen Kontrollsystems. Falls erforderlich, berichtet der Vorstand dem Aufsichtsrat auch zwischen den Sitzungen, gegebenenfalls telefonisch oder per E-Mail. Kurzfristige Entscheidungen werden bei Bedarf auch in einer Telefonkonferenz erörtert, eventuelle Beschlüsse im Umlaufverfahren gefasst.

Für maßgebliche Geschäftsvorfälle sind in der Geschäftsordnung des Vorstands Zustimmungsvorbehalte des Aufsichtsrats festgelegt. Daneben kann der Aufsichtsrat auch im Einzelfall einen Geschäftsvorfall einem Zustimmungsvorbehalt unterstellen.

Vorstand

Der vierköpfige Vorstand der 4SC AG führt die Geschäfte eigenverantwortlich mit dem Ziel einer stabilen Entwicklung und der nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswertes. Die Vorstandsmitglieder ergänzen sich in ihren Fähigkeiten und Erfahrungen und führen das Unternehmen bereits langjährig als stabiles Team. Die nähere Ausgestaltung der Arbeit im Vorstand wird durch eine Geschäftsordnung für den Vorstand bestimmt. Die Verteilung der Ressorts auf die einzelnen Mitglieder des Vorstands ergibt sich aus dem Geschäftsverteilungsplan, der Bestandteil der Geschäftsordnung ist. Die einzelnen Vorstandsbereiche stimmen sich untereinander ab, so auch in den regelmäßigen Vorstandssitzungen, die in der Regel wöchentlich stattfinden. Der Gesamtvorstand entscheidet durch Beschluss mit der einfachen Mehrheit der an der Beschlussfassung teilnehmenden Mitglieder. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des Vorstandsvorsitzenden den Ausschlag.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat besteht aus sechs von der Hauptversammlung gewählten Mitgliedern. Vorsitzender ist Dr. Jörg Neermann, stellvertretender Vorsitzender Dr. Thomas Werner. Weitere Mitglieder sind Dr. Clemens Doppler, Günter Frankenne, Helmut Jeggle und Dr. Manfred Rüdiger.

Alle Aufsichtsräte verfügen über langjährige Erfahrung in den Bereichen Pharma/Biotechnologie und/oder über weitreichende Expertise im Kaufmännischen und Finanzbereich von börsennotierten und privaten Unternehmen. Darüber hinaus verfügt der Prüfungsausschuss mit seinem Vorsitzenden Helmut Jeggle sowie mit dem Mitglied Günter Frankenne über erfahrene und unabhängige Finanzexperten.

Ausschüsse

Um die Effizienz der Aufsichtsratsarbeit zu erhöhen, bildete der Aufsichtsrat drei Ausschüsse: den Prüfungsausschuss (Audit Committee), den Personalausschuss (Human Resources Committee) und den Business-Development-Ausschuss. Alle Ausschüsse berichteten dem Plenum über ihre Aktivitäten. Weitere Informationen dazu finden Sie in der Tabelle 02 im Bericht des Aufsichtsrates.

Effizienzprüfung des Aufsichtsrates

Der Aufsichtsrat kam übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass die Zusammenarbeit effizient und vertrauensvoll verläuft. Die Verabschiedung hierzu erfolgte per Umlaufbeschluss am 23. Februar 2012. Die Zusammenarbeit sowohl innerhalb des Aufsichtsrats als auch mit dem Vorstand wurde erneut positiv bewertet. Einzelne Verbesserungsvorschläge, darunter auch zur weiteren Professionalisierung der Aufsichtsratsarbeit, wurden diskutiert und bereits im Berichtsjahr umgesetzt.

Weitere Angaben zur Corporate Governance

Ziele des Aufsichtsrates bezüglich seiner Zusammensetzung

Der Aufsichtsrat hat im Nachgang zur Diskussion in seiner Sitzung am 3. Dezember 2010 im Januar 2011 beschlossen, konkrete Ziele für die künftige Zusammensetzung des Aufsichtsrats festzulegen.

Der gesamte Aufsichtsrat wurde in der ordentlichen Hauptversammlung im Juni 2010 neu gewählt. Es wird davon ausgegangen, dass alle Mitglieder ihre Amtszeit bis zur Hauptversammlung im Jahr 2013 vollständig wahrnehmen werden. Für die in Zukunft turnusmäßig oder eventuell vorzeitig anstehenden Neuwahlen vereinbart der Aufsichtsrat der Gesellschaft folgende Ziele:

Bei der Zusammensetzung des Aufsichtsrats wird bei künftigen Wahlvorschlägen weiterhin darauf geachtet, eine möglichst breite Palette an Expertise und relevanter Erfahrung aufrecht zu erhalten. Der Aufsichtsrat beabsichtigt in diesem Zusammenhang, den Anteil weiblicher Mitglieder im Gesamtaufsichtsrat im Rahmen der kommenden Neuwahlen zu steigern, sowie die Erfahrung der Aufsichtsratsmitglieder mit Fokus auf die internationale Biotechnologie- und Pharmabranche weiterhin beizubehalten. Die gegenwärtigen Mitglieder des Aufsichtsrats sind oder waren in der Vergangenheit international in der Biotechnologie- und Pharmabranche tätig und verfügen über entsprechende Netzwerke und kennen die Bedürfnisse dieses Sektors aus eigener Erfahrung gut. Es wird weiterhin Wert auf die Mischung der verschiedenen Qualifikationen im gesamten Aufsichtsratsgremium gelegt, die von Kenntnissen im naturwissenschaftlichen und im Entwicklungsbereich bis zur Expertise in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollsystemen reichen. Den Anforderungen an unabhängige Aufsichtsratsmitglieder sowie der Vermeidung von Interessenkonflikten soll weiterhin Rechnung getragen werden. Die auch in der Geschäftsordnung festgesetzte Altersgrenze von 75 Jahren wird weiterhin beachtet. Die Wahlvorschläge des Aufsichtsrats zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern werden sich auch weiterhin am Interesse von 4SC AG orientieren.

6.2 Directors' Dealings, Aktionariat, Offenlegung und Kommunikation

Directors' Dealings (Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte gemäß WpHG)

Datum Name Funktion Geschäftsart Ort Preis

in €
Stückzahl
12.08.11 Dr. Clemens Doppler Aufsichtsrat Kauf Xetra 1,58 5.000
28.12.11 Dr. Manfred Rüdiger Aufsichtsrat Kauf Xetra 1,268 4.000
Datum Geschäftsvolumen

in €
12.08.11 7.900,00
28.12.11 5.072,00

Hauptversammlung und Aktionäre

Die Hauptversammlung ist ein zentrales Organ des Unternehmens. Sie fasst Beschlüsse zu maßgeblichen Angelegenheiten. Insbesondere obliegt ihr die Wahl des Abschlussprüfers, die Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats, die Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern, Satzungsänderungen oder kapitalverändernde Maßnahmen. Zudem legt der Vorstand der Hauptversammlung den Jahresabschluss vor.

Die Aktionäre der 4SC AG haben die Möglichkeit, auf der Hauptversammlung mit den Vorständen des Unternehmens über die neuesten Entwicklungen und Entscheidungen zu diskutieren, ihr Stimmrecht auszuüben sowie sich über das Unternehmen generell zu informieren. Für die 4SC AG ist es eine Selbstverständlichkeit, allen Aktionären die persönliche Wahrnehmung ihrer Rechte so einfach wie möglich zu machen. Das Unternehmen wird den Aktionären daher bei der ordentlichen Hauptversammlung am 18. Juni 2012 Vertreter für die weisungsgebundene Ausübung des Stimmrechts zur Verfügung stellen, die auch während der Hauptversammlung erreichbar sein werden.

Beteiligungen (Drittunternehmen)

Die Angaben zu Beteiligungen, die für das Unternehmen nicht von untergeordneter Bedeutung sind, finden sich im Kapital 3.2 des HGB-Anhangs.

Rechnungslegung und Abschlussprüfung

Der Jahresabschluss der 4SC AG wird nach handelsrechtlichen vom Vorstand aufgestellt, vom Abschlussprüfer geprüft und vom Aufsichtsrat festgestellt. Parallel dazu wird seit dem Geschäftsjahr 2003 der Abschluss nach IFRS-Richtlinien - wie sie von der EU übernommen wurden - aufgestellt.

Auch im Berichtsjahr 2011 wurden der Jahresabschluss nach HGB und der IFRS-Abschluss vor ihrer Veröffentlichung vom Aufsichtsrat geprüft und festgestellt. Darüber hinaus erörterte der Prüfungsausschuss im Berichtszeitraum auch die Quartals- und Halbjahresfinanzberichte vor ihrer Veröffentlichung. Somit folgte 4SC AG auch hier den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (Ziff. 7.1.2).

Kommunikation mit der Öffentlichkeit

Um ihre Aktionäre möglichst schnell, gleichzeitig und umfassend zu informieren, veröffentlicht 4SC AG alle relevanten Informationen auf der eigenen Internetseite unter www.4sc.de. Alle Berichte erscheinen auf Deutsch und auf Englisch innerhalb der vom Deutschen Corporate Governance Kodex und der Börsenordnung empfohlenen Fristen. Darüber hinaus stellt das Unternehmen auf der Internetseite unter "News & Media" und "Investoren" alle Presse- und Ad-Hoc-Mitteilungen nach § 15 WpHG, den aktuellen Finanzkalender, Informationen rund um die Hauptversammlung sowie sonstige meldepflichtige Bekanntmachungen zur Verfügung.

6.3 Vergütungsbericht der 4SC AG

Der Vergütungsbericht ist zugleich auch Bestandteil des Lageberichts und erläutert die Grundzüge der Vergütungssysteme für den Vorstand und den Aufsichtsrat der 4SC AG. Die Vergütungssysteme des Unternehmens berücksichtigen größtenteils die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Ziel der Vergütungssysteme ist es, den Vorstandsmitgliedern und den Mitgliedern des Aufsichtsrats eine gemäß ihrer Tätigkeit und ihrer Verantwortung angemessene Vergütung zu bezahlen.

Vergütung des Vorstands

Ziel der Vorstandsvergütung ist es, mit einer angemessenen Vergütung die persönliche Leistung sowie die wirtschaftliche Lage und den Erfolg des Unternehmens zu berücksichtigen. Darüber hinaus orientiert sich die Vergütung an branchen- und landesüblichen Standards sowie am Wohle der Firma.

Festlegung der Vorstandsvergütung

Der Vorschlag für die Vorstandsvergütung wird vom Personalausschuss erarbeitet und dann dem Plenum des Aufsichtsrats vorgestellt und von diesem beschlossen. Beim Abschluss der Vergütungsverträge der Vorstände im Jahr 2010 wurden die Vorgaben des VorstAG berücksichtigt.

Die Vergütung wird jährlich durch den Aufsichtsrat überprüft. Dabei sind die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft sowie die persönliche Leistung des jeweiligen Vorstandsmitglieds zu berücksichtigen.

Im Übrigen kann der Aufsichtsrat die Bezüge des Vorstands insgesamt um eine angemessene Höhe herabsetzen, wenn sich die Lage der Gesellschaft so verschlechtert, dass die Weitergewährung der Bezüge unbillig für die Gesellschaft wäre.

Höhe und Struktur

Die jährliche Vergütung der Vorstandsmitglieder setzt sich aus drei Komponenten zusammen: 1. einer erfolgsunabhängigen Vergütung (Festvergütung), 2. zweier erfolgsabhängiger Boni sowie 3. Aktienoptionen. Die erfolgsabhängige Vergütung setzt sich aus einem auf ein Jahr bemessenen Bonus I sowie einem langfristigen, auf drei Jahre bemessenen Bonus II zusammen. Über die gegenwärtigen Vergütungsbestandteile hinaus kann der Aufsichtsrat im eigenen Ermessen bei Erreichung besonderer strategischer Unternehmensziele einen Sonderbonus festsetzen.

Erfolgsunabhängige Vergütung

Die Höhe der Festvergütung ist abhängig von der übertragenen Funktion und Verantwortung sowie von den branchen- und marktüblichen Rahmenbedingungen, die sich vor allem an anderen börsennotierten Small- und Mid-Cap-Unternehmen aus der Biotechnologiebranche und aus verwandten Branchen (zum Beispiel MedTech) orientieren. Die Festvergütung wird in monatlichen Raten ausgezahlt.

Erfolgsabhängige Vergütung

Der erfolgsabhängige Bonus I wird durch den Aufsichtsrat nach einer entsprechenden jährlichen Leistungsbeurteilung und nach pflichtgemäßem Ermessen festgelegt. Maßstab für den erfolgsabhängigen Bonus I sind die Geschäftsentwicklung der 4SC AG und der Erreichungsgrad vorab definierter individueller sowie allgemeiner Unternehmensziele. Diese Ziele setzen sich aus den unterschiedlichen strategischen Themen aus den Bereichen klinische Pipeline, Investor Relations, Business Development und allgemeinem Management zusammen und werden aufgrund ihrer Prioritäten für die weitere Geschäftsentwicklung gewichtet.

Darüber hinaus erhält jedes Vorstandsmitglied zusätzlich zur Grundvergütung und zum kurzfristigen Bonus I einen auf drei Jahre bemessenen langfristigen Gehaltsbestandteil in Form eines Bonus II. Dieser soll eine nachhaltige Unternehmensentwicklung fördern und basiert auf persönlichen und unternehmensspezifischen Zielen, die von Vorstand und Aufsichtsrat gemeinsam zu Beginn jedes Geschäftsjahres festgelegt werden. Der Anspruch auf Zahlung des Bonus II hängt davon ab, dass diese Ziele im Rahmen der auf drei Jahre festgelegten Zielerreichungsperiode erreicht werden. Die erste Zielerreichungsperiode bezieht sich daher auf die Jahre 2010 bis 2012, die zweite Zielerreichungsperiode auf die Jahre 2011 bis 2013 usw. Der Aufsichtsrat beschließt in seiner letzten Sitzung vor Ablauf der jeweiligen dreijährigen Zielerreichungsperiode über die Erfüllung der Ziele, erstmals in der letzten Sitzung des Geschäftsjahres 2012.

Als weitere Vergütungskomponente mit langfristiger Anreizwirkung nutzt das Unternehmen auch Mitarbeiterbeteiligungsprogramme ESOP (Employee Stock Option Programme), an denen der Vorstand sowie alle Mitarbeiter partizipieren. Diese Aktienoptionen berechtigen den Vorstand zum Bezug von 4SC-Aktien. Detaillierte Informationen über den aktuellen Optionsbesitz sind im HGB-Anhang 2011 im Kapitel 6.8 aufgeführt.

Hinsichtlich der Einhaltung der Kodexempfehlungen im Zusammenhang mit der Managementvergütung verweisen wir auf unsere Anmerkungen im Kapitel Entsprechenserklärung von Vorstand und Aufsichtsrat nach § 161 AktG innerhalb der Erklärung zur Unternehmensführung im Kapitel 6.1 dieses Lageberichtes.

Vorstandsvergütung für das Jahr 2011

Insgesamt verdiente der Vorstand der 4SC AG im Berichtszeitraum 1.095 T €; davon entfielen 68% auf fixe und 32% auf variable Bezüge. Eine detaillierte Aufstellung der individuellen Gehälter der Vorstandsmitglieder ist im HGB-Anhang 2011 im Kapitel 6.8 zu finden.

Haftungsversicherung (D&O)

Die aktuelle D&O-Versicherung der Gesellschaft für die Vorstände enthält seit dem 1. Juli 2010 den gesetzlich vorgesehenen Selbstbehalt. Hinsichtlich der Einhaltung der Kodexempfehlungen im Zusammenhang mit der D&O-Versicherung für Aufsichtsräte verweisen wir auf unsere Anmerkungen im Kapitel Entsprechenserklärung von Vorstand und Aufsichtsrat nach § 161 AktG innerhalb der Erklärung zur Unternehmensführung im Kapitel 6.1 dieses Lageberichts.

Aktienbesitz der Vorstandsmitglieder

Die gegenwärtigen Vorstandsmitglieder der 4SC AG hielten zum 31. Dezember 2011 insgesamt 706.720 Aktienoptionen, die zum Bezug von 683.920 Aktien berechtigen. Zudem hielten sie 924.242 Aktien, also 2,2% aller Unternehmensanteile.

Vergütung des Aufsichtsrats

4SC AG ist ein forschungsintensives und entwicklungsorientiertes Biotechnologieunternehmen, das derzeit noch nicht profitabel ist. Aus diesem Grund wird auf eine erfolgsorientierte Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats auf Basis finanzieller Leistungsindikatoren verzichtet. Gerade der Aufsichtsrat sollte aus Sicht der Gesellschaft an einer nachhaltigen und langfristig erfolgreichen Entwicklung des Unternehmens interessiert sein. Aus diesem Grunde hält die Gesellschaft eine Festvergütung für die Mitglieder des Aufsichtsrates zielführender. Darüber hinaus würde die Umsetzung der Empfehlung des Corporate Governance Kodex Ziff. 5.4.6 zu einem erheblichen zusätzlichen administrativen Aufwand im Unternehmen führen, der für die derzeitige Unternehmensgröße unangemessen ist.

Festlegung der Aufsichtsratsvergütung

Die Vergütung des Aufsichtsrats beruht auf dem Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 5. Juni 2008.

Höhe und Struktur

Die jährliche Grundvergütung für jedes Aufsichtsratsmitglied beträgt 13 T €, wobei der Vorsitzende des Aufsichtsrats die doppelte Vergütung erhält, sein Stellvertreter das 1,5-fache. Die Mitgliedschaft in Ausschüssen honoriert das Unternehmen pro Ausschussmitgliedschaft mit 5 T €, wobei - anders als vom Kodex empfohlen - nicht zwischen Vorsitz und Mitgliedschaft unterschieden wird (Ziff. 5.4.6 des Kodex), da die Ausschussarbeit in etwa zu gleichen Teilen auf alle Mitglieder verteilt ist.

Aufsichtsratsvergütung für das Jahr 2011

Im Geschäftsjahr 2011 betrug die Gesamtvergütung des Aufsichtsrats 139 T €. Die Aufstellung über die individuelle Vergütung der einzelnen Aufsichtsratsmitglieder ist im Kapitel 6.9 des HGB-Anhangs 2011 zu finden.

Aktienbesitz der Aufsichtsratsmitglieder

Die Aufsichtsratsmitglieder der 4SC AG hielten zum 31. Dezember 2011 insgesamt 139.875 Aktien und damit einen Anteil in Höhe von 0,33% des Unternehmens. Wie schon im Vorjahr engagierten sich zwei Mitglieder des Aufsichtsrats auch im Jahr 2011 im Unternehmen, wie der Director's- DealingsTabelle im Kapitel 6.2 dieses Lageberichtes zu entnehmen ist.

6.4 Übernahmerelevante Angaben nach § 289 Abs. 4 HGB zum 31. Dezember 2011

Zusammensetzung des Gezeichneten Kapitals

Das Grundkapital der Gesellschaft setzt sich zum 31. Dezember 2011 aus 41.968.304 auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) zusammen, die über keine weiteren Rechte oder Vorzüge verfügen.

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, bestehen nicht.

Beteiligungen am Kapital, die 10% der Stimmrechte überschreiten

Wesentlicher Aktionär mit einem Stimmanteil von über 10% ist nach aktuellem Kenntnisstand der Gesellschaft nur die Santo Holding (Deutschland) GmbH, Stuttgart, mit circa 49,78% (letzter Stand nach Hauptversammlung 2011).

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnis verleihen

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnis verleihen, bestehen nicht.

Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben

Arbeitnehmer, die sich über direkten Aktienerwerb oder Mitarbeiterbeteiligungsprogramme am Unternehmen beteiligen, unterliegen keinerlei Stimmrechtsbindung.

Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und die Änderung der Satzung

Die Bestellung und die Abberufung von Mitgliedern des Vorstands sind in §§ 84 und 85 AktG geregelt.

Gemäß § 7 Abs. 1 der Satzung der 4SC AG in der Fassung vom 4. Juni 2011 bestellt der Aufsichtsrat die Vorstandsmitglieder auf höchstens fünf Jahre. Eine mehrmalige Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, ist zulässig. Sie bedarf eines erneuten Aufsichtsratsbeschlusses, der frühestens ein Jahr vor Ablauf der bisherigen Amtszeit gefasst werden kann. Nur bei einer Bestellung auf weniger als fünf Jahre kann eine Verlängerung der Amtszeit ohne neuen Aufsichtsratsbeschluss vorgesehen werden, sofern dadurch die gesamte Amtszeit nicht mehr als fünf Jahre beträgt. Gemäß § 7 Abs. 3 der Satzung erfolgen Abschluss, Abänderung oder Kündigung eines Anstellungsvertrags mit dem jeweiligen Vorstandsmitglied sowie Widerruf der Bestellung eines Vorstandsmitglieds durch den Aufsichtsrat.

Grundsätzlich bedarf eine Änderung der Satzung nach § 179 AktG eines Beschlusses der Hauptversammlung. Der Aufsichtsrat ist darüber hinaus gemäß § 13 der Satzung der 4SC AG ermächtigt, Änderungen und Ergänzungen der Satzung, die nur die Fassung betreffen, zu beschließen.

Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen

Der Vorstand kann neue Aktien nur auf der Grundlage von Beschlüssen der Hauptversammlung ausgeben.

Genehmigtes Kapital 2011/I

Der Vorstand ist gemäß § 5 Abs. 7 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrat bis zum 3. Juli 2016 einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu 20.984.152,00 € gegen Bareinlagen und/oder Sacheinlagen durch Ausgabe von bis zu 20.984.152 neuen Aktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2011/I). Das Bezugsrecht der Aktionäre kann hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats in bestimmten, in § 5 Abs. 7 der Satzung näher beschriebenen Fällen ausgeschlossen werden.

WSV 2010 - Bedingtes Kapital V

Der Vorstand ist durch den Hauptversammlungsbeschluss vom 21. Juni 2010 ermächtigt, bis zum 20. Juni 2015 einmalig oder mehrmalig Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechte oder Gewinnschuldverschreibungen beziehungsweise Kombinationen dieser Instrumente (zusammen "Schuldverschreibungen") im Gesamtnennbetrag von bis zu 60 Mio. € mit oder ohne Laufzeitbeschränkung gegen Bar- oder Sacheinlage näherer Maßgabe der genannten Ermächtigung zu begeben und für solche, von nachgeordneten Konzernunternehmen der Gesellschaft gegebenen Schuldverschreibungen mit Zustimmung der Gesellschaft die Garantie zu übernehmen. Der Vorstand ist ferner ermächtigt, den Inhabern beziehungsweise Gläubigern von aufgrund der vorgenannten Ermächtigung ausgegebenen Schuldverschreibungen Wandlungs- bzw. Optionsrechte auf bis zu 7,5 Mio. Aktien zu gewähren nach näherer Maßgabe der Bedingungen der Schuldverschreibungen. Die Schuldverschreibungen können auch eine Wandlungspflicht vorsehen. Hierzu ist das Grundkapital um bis zu 7,5 Mio. € bedingt erhöht worden (Bedingtes Kapital V, § 5 Abs. 6 der Satzung).

Das Bezugsrecht der Aktionäre auf die neuen Schuldverschreibungen kann hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats in bestimmten Fällen nach näherer Maßgabe der Hauptversammlungsermächtigung ausgeschlossen werden.

Weitere Bedingte Kapitalia im Zusammenhang mit Aktienoptionsprogrammen

Bedingtes Kapital I

Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 30.500,00 € durch Ausgabe von bis zu 30.500 neuen Aktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital I, § 5 Abs. 2 der Satzung). Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Erfüllung von Optionsrechten, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 1. März 2001 erteilten Ermächtigung zur Gewährung von Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands und Arbeitnehmer der Gesellschaft nach Maßgabe der Ermächtigung ausgegeben wurden.

Bedingtes Kapital II

Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 114.000,00 € durch Ausgabe von bis zu 114.000 neuen Aktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital II, § 5 Abs. 2a der Satzung). Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Erfüllung von Optionsrechten, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 28. Juni 2006 erteilten Ermächtigung zur Gewährung von Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands und Arbeitnehmer der Gesellschaft nach Maßgabe dieser Ermächtigung ausgegeben wurden.

Bedingtes Kapital III

Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 88.314,00 € durch Ausgabe von bis zu 88.314 neuen Aktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital III, § 5 Abs. 3 der Satzung). Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Erfüllung von Optionsrechten, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 28. Juli 2004 erteilten Ermächtigung zur Gewährung von Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands und Arbeitnehmer der Gesellschaft nach Maßgabe dieser Ermächtigung ausgegeben wurden.

Bedingtes Kapital IV

Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 305.133,00 € durch Ausgabe von bis zu 305.133 neuen Aktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital IV, § 5 Abs. 3a der Satzung). Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Erfüllung von Optionsrechten, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 28. Juni 2006 erteilten Ermächtigung zur Gewährung von Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands und Arbeitnehmer der Gesellschaft sowie an Arbeitnehmer etwaiger verbundener Unternehmen der Gesellschaft nach Maßgabe dieser Ermächtigung ausgegeben wurden.

Bedingtes Kapital VI

Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 1 Mio. € durch Ausgabe von bis zu 1 Mio. neuen Aktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital VI, § 5 Abs. 5 der Satzung). Das Bedingte Kapital VI dient ausschließlich der Erfüllung von Optionsrechten, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 15. Juni 2009 erteilten Ermächtigung zur Gewährung von Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft sowie an Arbeitnehmer der Gesellschaft und ihrer in- und ausländischen verbundenen Unternehmen nach Maßgabe dieser Ermächtigung ausgegeben wurden.

Es bestehen keine Ermächtigungen zum Erwerb eigener Aktien und die Gesellschaft verfügt über keine eigenen Aktien.

Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen

Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft oder Entschädigungsvereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen, bestehen nicht.

Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit Vorstandsmitgliedern oder Arbeitnehmern getroffen sind

Für die Vorstandsmitglieder Dr. Ulrich Dauer, Dr. Daniel Vitt, Enno Spillner und Dr. Bernd Hentsch wurde im Rahmen der Neuregelung der Vorstandsverträge im Jahr 2010 eine Vereinbarung getroffen, dass im Falle eines Kontrollerwerbs durch einen Dritten und einer in diesem Zusammenhang stehenden Ablösung für die Restlaufzeit des Vertrags die Bezüge vollständig ausbezahlt werden, mindestens aber für eine rechnerische Restlaufzeit von 15 Monaten. Des Weiteren sind im Falle des Kontrollerwerbs die Regelungen zum Verfall von Aktienoptionen für die Vorstandsmitglieder aufgehoben, das heißt alle an die Vorstandsmitglieder bis zum Trennungszeitpunkt ausgegebenen Aktienoptionen verbleiben den Vorstandsmitgliedern unabhängig von der Beendigung des Dienstverhältnisses.

7. CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

7.1 Risikomanagementsystem

Mit ihrem Risikomanagement will die 4SC AG bewusst Risiken minimieren und durch geeignete Maßnahmen eliminieren. Die 4SC AG ist wie jedes Unternehmen gewissen Geschäftsrisiken ausgesetzt. Die Risiken liegen insbesondere in der Forschung und Entwicklung von Wirkstoffen, in dem Schutz des geistigen Eigentums, in der Kooperation mit Partnern sowie in der mittel- und langfristigen Finanzierung des Unternehmens. Diese gilt es abzuschätzen und kontrolliert einzugehen, um die Chancen des Unternehmens bestmöglich zu nutzen.

Bereits im Jahr 2002 führte die 4SC AG in Übereinstimmung mit dem KonTraG (Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich) ein umfassendes, computergestütztes Risikomanagementsystem ein. Dieses System ist Bestandteil der Unternehmenssteuerung und -überwachung. Nach einem definierten Prozess werden Risiken durch die Risikoverantwortlichen der verschiedenen Unternehmensbereiche hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit, ihrer möglichen Schadenshöhe, des Zeitbezugs sowie der bestehenden und geplanten Gegensteuerungsmaßnahmen identifiziert, analysiert und bewertet. Die Risikoverantwortlichen informieren in einem regelmäßigen Rhythmus den Risikomanagementbeauftragten der 4SC AG, der wiederum dann das Management der Gesellschaft über den Status der Risiken informiert. Auf dieser Basis entscheiden Vorstand und Aufsichtsrat, wie das Unternehmen mit den identifizierten Risiken umgeht.

Ergänzend zum Risikomanagementsystem arbeitet das interne Kontrollsystem (IKS) auch mit Bausteinen wie Unterschriftenregelungen, Standard Operating Procedures (SOPs), Arbeitsanweisungen, Vier-Augen-Prinzip, Stichprobenkontrollen, Mitarbeitertrainings und Notfallplanungen. Sie gelten für alle Unternehmensbereiche.

SOPs und Arbeitsanweisungen sind als Teil des Qualitätssicherungssystems der 4SC AG schriftliche, verbindliche Anweisungen zur Durchführung von Arbeiten. Während SOPs in der Regel aus Gesetzen resultieren und daher eher allgemeiner Art sind, regeln Arbeitsanweisungen spezifische Vorgänge. Durch die Unterschriftenregelung ist definiert, für welche Bestellungen und Rechnungen welche Mitarbeiter zeichnungsberechtigt sind. Maßgeblich dabei ist die Höhe der Bestellung / Rechnung, ob der Betrag budgetiert wurde und ob es sich bei dem Unterzeichnenden um einen Projektmitarbeiter, Projektleiter oder Vorstand handelt.

Für die wissenschaftlichen Projekte gibt es regelmäßige Projektmeetings, um diese detailliert zu besprechen. Im Jahr 2008 wurde das "Project Portfolio Steering Committee" (PPSC) für Entwicklungsprogramme eingerichtet, welches mittlerweile mit dem Project Coordination Meeting (PCM) zum Joint Project Coordination Meeting (JPCM) verschmolzen wurde. Das Meeting stellt eine enge Abstimmung der Abteilungen Forschung und Entwicklung miteinander sowie mit dem Vorstand sicher. Es findet wöchentlich statt und umfasst die Vorstellung und Diskussion von jeweils einem Projekt aus der Forschungsabteilung und einem Projekt aus der Entwicklungsabteilung. Die Teilnehmer des JPCMs sind der Vorstand, die Projektleiter beider Abteilungen, ein Vertreter des Bereichs Business Development sowie die Verantwortlichen der Teilprojekte.

Risikomanagement und internes Kontrollsystem im Rechnungslegungsprozess

Die genannten Bestandteile des internen Kontrollsystems wie Unterschriftenregelungen, Arbeitsanweisungen, Vier-Augen-Prinzip, Stichprobenkontrollen und Notfallplanungen gelten insbesondere auch für den Rechnungslegungsprozess. Das Finanzteam bildet sich kontinuierlich weiter, um die sich ändernden gesetzlichen Anforderungen im Unternehmen sicher umsetzen zu können.

Das Controlling-System der 4SC AG stützt sich auf die drei Komponenten Planung, Überwachung und Berichterstattung. Unter Berücksichtigung der strategischen Geschäftsplanung erstellt die 4SC AG ein Dreijahresbudget für interne Steuerungs- und Kontrollzwecke. Auf Basis dieses Plans sowie der aktuellen Ist-Zahlen erhält der Vorstand monatlich alle notwendigen Steuerungs- und Kontrollinformationen. Quartalsweise wird zudem über nichtfinanzielle Leistungsindikatoren wie Projektfortschritte, Patente, Personal und Public Relations / Investor Relations berichtet. Mit Hilfe dieser Steuerungsinstrumente sind Vorstand und Controlling in der Lage, Chancen und Risiken frühzeitig zu identifizieren, zu bewerten und zu adressieren.

Die enge Abstimmung der Buchhaltung mit den Fachabteilungen sowie fest definierte und etablierte Prozesse garantieren einen reibungslosen Rechnungsdurchlauf von der Bestellanforderung bis zur Zahlung der Rechnung. Richtlinien zur Vorratsbewertung, klare Prozesse zur Rechnungsstellung an Kunden sowie zur Erfassung noch nicht abgerechneter Lieferantenleistungen garantieren darüber hinaus die korrekte Erfassung auch von Geschäftsvorfällen, die inhaltlich durch die Fachabteilungen betreut werden. Auch die Erstellung des IFRS-Abschlusses folgt einheitlichen Regeln. Die überschaubare Größe des Buchhaltungsteams stellt die einheitliche Darstellung gleicher Sachverhalte sicher.

Innerhalb des Enterprise-Resource-Planning-Systems gelten konkret ausgestaltete Zugriffsregelungen. Änderungen dieser Rechte bedürfen der Zustimmung der dafür zuständigen Vorstandsmitglieder. Dies stellt die Sicherheit der Buchungen und die entsprechenden Funktionstrennungen innerhalb des Systems sicher.

7.2 Risiken der 4SC AG

Die nachfolgend aufgeführten Einzelrisiken stehen teilweise in Zusammenhang und können sich gegenseitig positiv oder negativ beeinflussen. Das Eintreten einzelner oder mehrerer Risiken könnte nachteilige Auswirkungen auf die Produktentwicklung, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und / oder den Unternehmenswert der 4SC AG haben.

7.2.1 Branchenbezogene Risiken

Wettbewerb

Kurze Technologiezyklen, lange Entwicklungszyklen und erhebliche Investitionen für ein marktreifes Produkt sowie hohe Innovationskraft kennzeichnen die Biotechnologiebranche. Das Risiko für die 4SC AG besteht darin, dass andere Technologien auf den Markt kommen, mit denen neue Produkte in den von der 4SC AG adressierten Indikationen kostengünstiger oder schneller entwickelt werden und gegebenenfalls eine schnellere Markteinführung erreichen.

Zudem entwickeln Wettbewerber Produkte in Indikationsgebieten, die auch die 4SC AG adressiert. Die Zulassungsbehörden könnten diese konkurrierenden Wirkstoffe bevorzugt zulassen - sei es aufgrund ihrer besseren Wirksamkeit, Verträglichkeit oder ihres Nebenwirkungsprofils. Mögliche Folgen für die von der 4SC AG entwickelten und zu lizenzierenden Produkte sind, dass sie gar nicht oder nur eingeschränkt zugelassen werden oder sich nicht ausreichend stark und lange am Markt etablieren. Dies führt gegebenenfalls dazu, dass die 4SC AG keine Partnerschaften zur Lizenzierung der eigenen Produkte abschließen kann oder dass es einem Kooperations- oder Lizenzpartner nicht gelingt, einen der Wirkstoffe der 4SC AG weiterzuentwickeln oder zu vermarkten. In einem solchen Fall erhielte die 4SC AG künftig keine Meilensteinzahlungen oder Lizenzgebühren (Umsatzbeteiligungen) aus den geplanten Lizenzverträgen mit Pharma- und Biotechnologieunternehmen. Daher besteht das Risiko, dass sich getätigte Investitionen in Forschung und Entwicklung nicht amortisieren.

Ferner unterliegt die 4SC AG bei eingegangenen oder einzugehenden Lizenzpartnerschaften sowohl den deutschen steuerlichen Gesetzen als auch den jeweiligen Gesetzen des Ansässigkeitsstaates des Lizenzpartners. Dies kann zur Folge haben, dass die 4SC AG beispielsweise im Ausland Steuern zahlt, die in Deutschland aufgrund Ihrer Verlustsituation nicht oder nur teilweise anrechenbar sind. Dies kann nachteilige Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Gesellschaft haben.

Produktentwicklung (allgemein)

Der Erfolg der 4SC AG steht und fällt mit ihren Forschungs- und Entwicklungsprogrammen. Als produktorientiertes Biotechnologieunternehmen unterliegt die Gesellschaft den Risiken der Medikamentenentwicklung. Diese sind in der Biotechnologiebranche aufgrund der langen Entwicklungszeit eines Wirkstoffs besonders ausgeprägt. Typische Risiken sind: Einzelne Produkte sind unwirksam, haben Nebenwirkungen oder lassen sich nicht formulieren beziehungsweise produzieren, so dass sie nicht erfolgreich weiterentwickelt werden können, Fremddienstleister werden insolvent, die zuständigen Behörden erteilen die erforderlichen Zulassungsgenehmigungen nicht, nur mit Einschränkungen oder nur mit Verzögerung.

Zurzeit hat die 4SC AG mehrere Wirkstoffe, die sich in präklinischen und klinischen Entwicklungsphasen befinden. Aufgrund einer breiten Produktpipeline können die Risiken beziehungsweise die Abhängigkeit von einem Wirkstoff reduziert werden. Bisher vorliegende Studienergebnisse belegen, dass die Wirkstoffe sicher anwendbar und gut verträglich sind. Dennoch kann die Gesellschaft nicht ausschließen, dass in anstehenden Studien möglicherweise keine ausreichende Wirksamkeit am Patienten nachgewiesen wird oder dass Nebenwirkungen auftreten, die als sicherheitsrelevant einzustufen sind. Dies kann zu einer Verzögerung oder sogar zum Abbruch der weiteren klinischen Entwicklung führen, wie dies im Berichtsjahr bei Vidofludimus in der Indikation Rheumatoide Arthritis der Fall war.

Verwaltungsverfahren

Die Geschäftstätigkeit der 4SC AG ist umfangreichen rechtlichen Regelungen und Kontrollen unterworfen. Die Entwicklung und Vermarktung neuer Produkte kann durch Verwaltungsverfahren beeinträchtigt werden, auf welche die Gesellschaft nur begrenzten Einfluss hat. So ist die 4SC AG beispielsweise von behördlichen Genehmigungen für die Durchführung klinischer Studien und für den Betrieb eigener Einrichtungen zur Durchführung von Forschungsarbeiten abhängig. Der Verlust, das Erlöschen oder der Entzug dieser Genehmigungen kann zu zeitlichen Verzögerungen bei der Weiterentwicklung der Forschungsprojekte der 4SC AG führen.

7.2.2 Risiken aus der Geschäftstätigkeit

Entwicklungs- und Lizenzpartnerschaften

Die 4SC AG hat sich auf die Forschung und Entwicklung von niedermolekularen Wirkstoffen spezialisiert. Die Gesellschaft muss substanzielle Umsatzerlöse erwirtschaften, um die Gewinnzone zu erreichen - beispielsweise aus Vorabzahlungen, Meilensteinzahlungen oder Umsatzbeteiligungen aus Lizenzverträgen mit Pharma- und Biotechnologieunternehmen sowie aus Kooperationsverträgen. Bislang hat die 4SC AG Umsätze in einer Höhe erzielt, die noch nicht zur Selbstfinanzierung und Profitabilität der Firma ausreichen. Vor diesem Hintergrund und unter Berücksichtigung auch künftig notwendiger hoher Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen wird die Gesellschaft zunächst weiter ein negatives Betriebsergebnis ausweisen. Um mittelfristig profitabel zu werden, ist die 4SC AG auf langfristige Verträge mit der Pharmaindustrie oder großen Biotechnologieunternehmen angewiesen. Falls es der 4SC AG nicht oder nur zu wirtschaftlich ungünstigen Konditionen gelingt, solche Partner zu gewinnen, kann dies die Entwicklung der jeweiligen Produkte verzögern und/oder zu geringeren Erlösen führen. Sollte es außerdem einem Kooperations- oder Lizenzpartner nicht gelingen, einen der Wirkstoffe der 4SC AG weiterzuentwickeln oder zu vermarkten, erhielte die 4SC AG künftig möglicherweise keine Meilensteinzahlungen oder Lizenzgebühren.

Kooperationspartner

Die 4SC AG erzielt derzeit einen Großteil ihrer Umsätze aus Verträgen mit nur wenigen Kooperationspartnern, wie beispielsweise Yakult Honsha. Sollte solch ein Partner den Vertrag kündigen oder keine Zahlung mehr leisten, hätte dies einen negativen Effekt auf die Umsatzentwicklung. Künftig ist geplant, verstärkt auch Umsätze aus den Aktivitäten in den früheren Phasen der Wirkstoffforschung zu generieren. Dies soll insbesondere durch Forschungskooperationen mit Pharmafirmen in den Bereichen der Wirkstoffentdeckung und -optimierung geschehen. Gelingt es nicht solche Kooperationspartner zu finden, könnte es die angestrebte Umsatzentwicklung und damit auch die künftige Ertrags- und Finanzlage der Firma beinträchtigen. Zusätzlich strebt die 4SC AG eine Diversifikation ihrer Partnerportfolios an, um zu verhindern, dass "große" Partner einen negativen Einfluss (zum Beispiel in Form einer Vertragskündigung oder Zahlungsverzögerung) nehmen können.

Patente und Markenschutz

Eigene Technologien und Entwicklungen schützt die 4SC AG durch die Generierung von Schutzrechten sowie durch umfassende Patent- und Lizenzierungsstrategien. Es ist nicht auszuschließen, dass Dritte bereits im Stadium der Erteilung Einwände gegen Patentanmeldungen der 4SC AG erheben, oder aber die Wirksamkeit der Patente anfechten. Es ist ebenfalls nicht auszuschließen, dass die 4SC AG mit Dritten in Patentstreitigkeiten gerät. Jedes juristische Urteil gegen 4SC AG-Patente - meist verbunden mit langwierigen, kostenintensiven Verfahren - kann die weitere Entwicklung des Unternehmens beeinträchtigen. Aktuell sind solche Einwände nicht gegeben beziehungsweise der 4SC AG nicht bekannt.

7.2.3 Risiken der Produktentwicklung

Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern im Forschungs- und Entwicklungsbereich

Die 4SC AG besitzt und betreibt derzeit keine Herstellungseinrichtungen, da sie über keine entsprechende behördliche Erlaubnis verfügt. Daher ist die Gesellschaft von Lohnherstellern, so genannten Contract Manufacturing Organisations (CMOs) abhängig. Diese liefern den pharmazeutischen Wirkstoff für die Produkte der 4SC AG, stellen sie in klinischen und kommerziellen Mengen her, formulieren und produzieren die Arzneimittelzubereitung. Risiken für die 4SC AG resultieren aus der Abhängigkeit von den externen Lieferanten und Herstellern. Dies betrifft vor allem die fristgerechte Lieferung in ausreichender Menge oder Qualität sowie die Einhaltung behördlicher Vorschriften und Qualitätssicherungsnormen. Ein Eintreten dieses Risikos könnte zum Abbruch einzelner klinischer Studien mit entsprechenden Konsequenzen für die Entwicklung beziehungsweise zu Umsatzeinbußen führen.

Außerdem ist die 4SC AG bei der präklinischen und klinischen Entwicklung von Auftragsforschungsorganisationen (Contract Research Organisations, kurz CROs) abhängig. Sofern der Kooperationspartner nicht mit der gebotenen Sorgfalt arbeitet, kann dies der Wirkstoffentwicklung der 4SC AG schaden - bis hin zum Abbruch der Studie. Zudem müssen auch die CROs behördliche Vorschriften und Qualitätssicherungsnormen einhalten, auf welche die 4SC AG-trotz eines sorgfältigen Auswahlprozesses der CROs - im Rahmen der Umsetzung nur begrenzt Einfluss hat.

Patientenrekrutierung

Neben den bereits beschriebenen für die Branche typischen allgemeinen Risiken der Produktentwicklung, wie der Abhängigkeit von Behördengenehmigungen für die klinische Entwicklung und der Möglichkeit des Auftretens von unerwarteten Ereignissen innerhalb laufender Studien, birgt die Medikamentenentwicklung noch ein weiteres Risiko: Für klinische Studien muss eine ausreichende Zahl von geeigneten Probanden und Patienten gewonnen werden. Aufgrund der komplexen medizinischen Gegebenheiten im Umfeld klinischer Studien kann dies schleppend verlaufen und sich verzögern. Zudem könnten klinische Studienzentren - beispielsweise aufgrund anderer laufender klinischer Studien - nicht in der Lage sein, eine genügend hohe Zahl an Patienten fristgerecht in die klinische Studie aufzunehmen. Dies kann die zeitliche Planung sowie die Durchführung der Studien gefährden und zu Verzögerungen führen. Um den Studienverlauf voranzutreiben kann die 4SC AG gezwungen sein, zusätzliche klinische Zentren in die laufenden Studien einzuschließen, was zu einer erheblichen Kostensteigerung führen kann.

7.2.4 Kapitalmarktrisiken

Weitere Finanzierung

Zur Realisierung ihrer Unternehmens- und Entwicklungsziele hat die 4SC AG mittel- bis langfristig einen anhaltend hohen Kapitalbedarf. Um diesen zu decken, muss es gelingen, genügend Einnahmen aus Lizenzvergaben oder Kooperationen zu generieren. Wenn jedoch die Kosten der Produktentwicklung diese Erträge übersteigen, ist die zusätzliche Aufnahme von Eigen- oder Fremdkapital notwendig. Die 4SC AG kann nicht gewährleisten, dass die Finanzierung pünktlich, im nötigen Umfang, zu wirtschaftlich sinnvollen Konditionen oder überhaupt zur Verfügung steht. Gelingt die Finanzierung nicht im notwendigen Umfang, ist die 4SC AG möglicherweise gezwungen, ihre Aufwendungen für die Forschung und Produktentwicklung einzuschränken beziehungsweise die Entwicklung von einem oder mehreren Produkten einzustellen, woraus sich auch nachteilige Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der 4SC AG ergeben können. Zudem besteht das Risiko, dass der Fortbestand des Unternehmens mittel- bis langfristig gefährdet ist, wenn keine weiteren Mittelzuflüsse durch Auslizenzierungen, Kooperationen oder Partnerschaften beziehungsweise durch Kapitalerhöhungen generiert werden können. Auf Basis des derzeitigen Finanzmittelbestands in Verbindung mit der aktuell prognostizierten weiteren Ausgaben- und Einnahmenplanung ist die Finanzierung der 4SC AG über die nächsten zwölf Monate hinaus sichergestellt. Für den Fall, dass die Gesellschaft zusätzliches Kapital durch die Ausgabe neuer Aktien aufnimmt, kann dies zu einer Verwässerung der Altaktionäre führen.

Bestandsgefährdende Risiken

Die 4SC AG hat im Geschäftsjahr 2011 erneut ein negatives Jahresergebnis, trotz des Umsatzes aus der Lizenzvereinbarung mit Yakult Honsha erwirtschaftet. Aufgrund der notwendigen hohen Kosten für die klinische Forschung und Entwicklung war die 4SC AG noch nicht in der Lage, mit einem positiven Ergebnis abzuschließen.

Deshalb ist es für das Unternehmen und die Sicherstellung der Weiterführung der Entwicklungsprogramme von hoher Bedeutung, dass mittelfristig liquide Mittel bereitgestellt werden. Vorrangiges Ziel ist dabei der Abschluss einer oder mehrerer weiterer Lizenzvereinbarungen oder Entwicklungspartnerschaften für die klinischen Produktkandidaten. Die Kosten- und Ertragsplanung der Gesellschaft geht bei Erreichen bestimmter klinischer Meilensteine von einer weiteren Zahlung im ersten Halbjahr 2013 aus.

Der Abschluss einer Kommerzialisierungsvereinbarung für einen oder mehrere der Produktkandidaten würde die Finanzlage der Gesellschaft erheblich verbessern. Dazu finden fortlaufend Gespräche mit potenziellen Lizenznehmern und Entwicklungspartnern statt. Der Vorstand kann aus heutiger Sicht keine genaue Vorhersage für den Zeitpunkt und die Rahmenbedingungen eines entsprechenden Vertragsabschlusses geben, denn neben den finanziellen Aspekten einer solchen Vereinbarung müssen auch die klinische Weiterentwicklung des jeweiligen Programms, die Produktionskonditionen und die Vermarktungsparameter verhandelt werden. Ziel des Vorstandes ist es, den optimalen Wertbeitrag des jeweiligen Produktkandidaten für die Gesellschaft zu realisieren.

Durch diese Maßnahmen könnte die Finanzmittelreichweite der Gesellschaft über die nächsten zwölf Monate hinaus erweitert werden.

Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass die Verhandlungen mit einem potenziellen Partnerlänger dauern als die aktuelle Finanzierungsreichweite. Partner könnten beispielsweise im Rahmen der Verhandlungen über Resminostat erst nach Vorliegen finaler Wirksamkeitsdaten zu einer Entscheidung kommen.

Sollten auf diese Weise aus dem operativen Geschäft keine weiteren liquiden Mittel beschafft werden können beziehungsweise sollten sich die Kapitalmarktkonditionen als attraktiv erweisen, müsste beziehungsweise könnte die 4SC AG versuchen, beispielsweise über eine Kapitalerhöhung Mittel aufzunehmen. Das Unternehmen ist ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrates bis zum 03. Juli 2016 (einschließlich) einmalig oder mehrmalig um bis zu insgesamt 20.984.152,00 € gegen Bar- und/oder Sacheinlagen durch Ausgabe von bis zu 20.984.152 neuen, auf den Inhaber lautende Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2011/I). Sollte es dem Vorstand entgegen seiner Erwartung nicht gelingen, einen Kommerzialisierungsvertrag für einen Produktkandidaten abzuschließen und/oder zusätzliches Kapital am Kapitalmarkt aufzunehmen, wäre der Fortbestand von 4SC AG gefährdet. In diesem Fall wäre nicht auszuschließen, dass die 4SC AG mit dem zweiten Geschäftsquartal 2013 den Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann und/oder überschuldet ist.

Einflussnahme weniger Hauptaktionäre

Bis zum Aufstellungszeitpunkt des Lageberichts sind der 4SC AG - basierend auf § 21 WpHG in Verbindung mit § 25 WpHG - fünf Hauptaktionäre gemeldet, die die meldepflichtigen Grenzen überschritten haben. Diese Aktionäre halten zusammen circa 76,61% des Grundkapitals und der Stimmrechte. Sie sind somit theoretisch in der Lage, beherrschenden Einfluss auf Hauptversammlungsbeschlüsse zu nehmen. Unabhängig vom Abstimmungsverhalten der übrigen Aktionäre können sie Einfluss auf alle Entscheidungen über zukünftige Geschäfte der 4SC AG nehmen.

7.2.5 Finanzrisiken

Anlage liquider Mittel

Die 4SC AG verfügt über liquide Mittel, die sie verzinst anlegt, solange sie diese Gelder nicht benötigt. Derzeit investiert die Gesellschaft ausschließlich in sichere Anlageformen (Investment Grade) wie Tages- und Festgelder, Schuldscheindarlehen und Geldmarktfonds, die nur geringen Liquiditäts- und Ausfallrisiken unterliegen.

Geschäfte mit internationalen Partnern, bei denen vertragliche Zahlungsvereinbarungen auf eine andere Währung als den Euro lauten, bergen ein Währungsrisiko. Dieses Risiko umfasst den relativen Kursverfall oder Kursanstieg des Euros gegenüber diesen Währungen innerhalb des Zeitraums bis zur Tilgung der Schuld beziehungsweise bis zur Erfüllung der Forderung. Die 4SC AG betreibt keine Sicherungsgeschäfte, sondern versucht, auch eigene Verpflichtungen in Fremdwährungen zu begleichen, vornehmlich US-Dollar, Britisches Pfund und Schweizer Franken. So wird das Risiko von Währungsschwankungen verringert.

Verlustanzeige gemäß § 92 Abs. 1 AktG aufgrund steigender kumulierter Verlustvorträge

Die 4SC AG ist noch nicht profitabel. Das Unternehmen erwirtschaftete in den zurückliegenden Geschäftsjahren jeweils ein negatives Betriebsergebnis. Aufgrund ausgeprägter Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen kumulieren sich diese Verluste über die Zeit zu einem hohen Verlustvortrag. Dieser wird gegen das bestehende Eigenkapital gerechnet und könnte trotz des Agios der ausgegebenen Aktien zu einem Verlust in Höhe der Hälfte des Grundkapitals nach handelsrechtlichen Grundsätzen führen. In diesem Fall verlangt § 92 Abs. 1 AktG die unverzügliche Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung. Die Durchführung der Hauptversammlung würde für die 4SC AG AG organisatorische und finanzielle Aufwendungen mit sich bringen und könnte - auch aufgrund der entsprechenden Verlustanzeige - negative Folgen für den Aktienkurs haben.

Anerkennung von steuerlichen Verlustvorträgen

Die 4SC AG verfügt gemäß dem letzten vorliegenden Bescheid hinsichtlich der gesonderten Feststellung von verbleibenden Verlustvorträgen zum 31. Dezember 2010 über körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 95.440 T € sowie über gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 94.737 T €. Seit dem Zeitraum nach dem 31. Dezember 2010, der bislang noch nicht steuerlich veranlagt ist, sind erhebliche weitere Verluste entstanden.

Die in Bezug auf den Erhalt von kumulierten Verlustvorträgen für die Branche ohnehin problematische Anwendung des § 8 Abs. 4 KStG wurde durch den im Rahmen des Unternehmenssteuerreformgesetzes zum 1. Januar 2008 eingeführten § 8c KStG erheblich verschärft. Die Übertragung von 25% bis zu 50% des Gezeichneten Kapitals kann innerhalb eines Fünfjahreszeitraums zu einem quotalen Wegfall, die Übertragung von mehr als 50% des Gezeichneten Kapitals zu einem vollständigen Wegfall steuerlicher Verlustvorträge führen. Im Rahmen des Bürgerentlastungsgesetzes vom Sommer 2009 sowie des Wachstumsbeschleunigungsgesetzes mit Wirkung ab dem 1. Januar 2010 hat der Gesetzgeber Maßnahmen ergriffen, um Erleichterungen bei der Verlustabzugsbeschränkung zu ermöglichen. Diese entschärfen die beschriebene Problematik zwar, eliminieren sie jedoch nicht vollständig. Hinzu kommt, dass durch laufende und anhängige Rechtsprechung sowie anhängige gesetzgeberische Verfahren auf nationaler und europäischer Ebene derzeit ein erheblicher Unsicherheitsfaktor hinsichtlich der geltenden Rechtslage besteht.

In den letzten Jahren ist es bei der 4SC AG zu teilweisen Wechseln bei den Anteilseignern, Kapitalerhöhungen und zur Beteiligung neuer Aktionäre gekommen. Dies ist auch in Zukunft möglich. Zugleich wurde neues Betriebsvermögen in signifikantem Umfang zugeführt. Die beiden Paragraphen § 8 Abs. 4 KStG und § 8c KStG könnten jeweils einzeln oder zusammen negative Auswirkungen auf das künftige Nachsteuerergebnis und das Eigenkapital der 4SC AG haben. Darum hält es die 4SC AG für möglich, dass sich Finanzbehörden auf den Standpunkt stellen könnten, die jetzt bestehenden Verlustvorträge ganz oder teilweise künftig nicht mehr mit Gewinnen verrechnen zu dürfen. Dies würde beim Erreichen der Profitabilitätsgrenze das Nachsteuerergebnis der Gesellschaft erheblich negativ verändern und zu einem zusätzlichen Liquiditätsabfluss führen.

7.2.6 Administrative und sonstige Risiken

Schlüsselpersonal und Know-how-Träger

Der Erfolg der 4SC AG hängt stark von den Führungskräften sowie dem wissenschaftlichen und technischen Fachpersonal in Schlüsselpositionen ab. Viele dieser Mitarbeiter verfügen über einen großen Erfahrungsschatz und sind schwer zu ersetzen. Der Wettbewerb um Fachkräfte ist in der Biotechnologiebranche sehr intensiv. Der 4SC AG ist es bisher immer gelungen, die wichtigsten Positionen mit geeigneten Mitarbeitern zu angemessenen Konditionen zu besetzen. Sollte das Unternehmen jedoch Führungskräfte oder wissenschaftliches und technisches Fachpersonal in Schlüsselpositionen verlieren, könnte sich dies nachteilig auf seine Wettbewerbsfähigkeit auswirken.

Rechtliche Risiken

Um die vielfältigen Risiken in den Bereichen Gesellschafts-, Arbeits- und Steuerrecht, Patentrecht und sonstiges Recht auf ein Minimum zu reduzieren, fällt das Management der 4SC AG viele seiner Entscheidungen nach Rücksprache mit externen und internen Experten.

Andere Risiken

Andere Risiken, die den Umweltschutz, die IT-Sicherheit, die Beschaffung sowie generelle Sicherheitsbestimmungen betreffen, werden als nicht signifikant eingeschätzt. Die 4SC AG hat organisatorische Vorkehrungen getroffen, um den entsprechenden Vorschriften nachzukommen und die internen Prozesse zu steuern.

7.2.7 Gesamtbeurteilung der Risikosituation

Trotz aller genannten Risiken sind aus heutiger Sicht keine Faktoren erkennbar, welche den kurzfristigen Fortbestand der 4SC AG im Geschäftsjahr 2012 gefährden könnten. Das Unternehmen ist davon überzeugt, dass trotz der identifizierten Risiken, die insbesondere mit der Wirkstoffentwicklung verbunden sind, die Chancen überwiegen. Dank der breiten und ausbalancierten Pipeline ist die 4SC AG gut aufgestellt. Der Finanzmittelbestand zum 31. Dezember 2011 in Verbindung mit der aktuell prognostizierten weiteren Ausgaben- und Einnahmenplanung sichern die weitere Entwicklung der bestehenden Programme und die Finanzierung des Unternehmens über die nächsten zwölf Monate hinaus. Bis dahin geht das Management davon aus, durch Partnerschaften weitere Liquiditätszuflüsse generieren zu können. Sollte dies nicht im erforderlichen Umfang gelingen, wäre der Fortbestand des Unternehmens mittelfristig gefährdet, wenn nicht zusätzliches Eigen- oder Fremdkapital eingeworben werden könnte.

7.3 Chancen der 4SC AG

Wertsteigerung durch Projektfortschritt

Kurz- bis mittelfristig werden weitere Produkte der 4SC AG wichtige Meilensteine in der Entwicklung erreichen, wie beispielsweise im Nachtragsbericht, Kapitel 8, und im Prognosebericht, Kapitel 9.2, zu lesen ist. Dies wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach positiv auswirken, sowohl auf die Bewertung der einzelnen Programme als auch auf den Gesamtwert der Gesellschaft. Dies gilt vor allem, wenn Wirkstoffe in die klinische Entwicklung eintreten oder eine Studienphase erfolgreich abschließen.

Mehrere Programme aus einem Kandidaten

Forschungs- und Entwicklungsprogramme der 4SC AG haben in der Vergangenheit mehrfach gezeigt, dass ein einzelner Wirkstoff wie eine ganze Plattform wirken kann. Daraus können verschiedene Programme mit diversen Produkten für unterschiedliche Indikationsgebiete entstehen. Dies kann zu einer jeweils kurzfristigen Erweiterung der Produktpipeline und somit zu einer weiteren Risikodiversifizierung sowie zu einer Potenzial- und Wertsteigerung führen. Ein Beispiel dafür ist der onkologische Wirkstoff Resminostat, der von 4SC AG in drei Indikationen - Hepatozelluläres Karzinom (HCC), Hodgkin Lymphom (HL) und Kolorektales Karzinom (CRC) - in klinischen Studien untersucht wird.

Wertsteigerung durch externe Partnerschaften und Lizenzierungen

Die 4SC AG befindet sich in regelmäßigem und intensivem Austausch mit potenziellen Pharmapartnern. Pharmaunternehmen schließen Kooperationen und Lizenzpartnerschaften für neue Produkte heute in immer früheren Entwicklungsstadien ab. Mehrere Gründe tragen zu dieser Entwicklung bei. Einerseits laufen viele Patente zum Schutz bestehender Produkte aus, andererseits gab es bei Projektentwicklungen von Pharmafirmen diverse Fehlschläge. Partnerschaften zwischen Pharma- und Biotechnologieunternehmen werden darum zunehmend zugunsten der Biotechnologiebranche gestaltet. Von diesem Trend konnte die 4SC AG bei der Lizenzvereinbarung mit Yakult Honsha für Resminostat profitieren. Das Unternehmen verfügt inzwischen vermehrt über Programme in den für die Pharmaunternehmen interessanten Entwicklungsphasen. Derartige Partnerschaften können die Programme der 4SC AG zusätzlich validieren und - beispielsweise in Form von Lizenzeinnahmen, erhaltenen Vorab- und Meilensteinzahlungen sowie Umsatzbeteiligungen - das Geschäftsmodell des Unternehmens bestätigen und die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Unternehmens stärken.

Übernahme

Große Pharmafirmen und Biotechnologieunternehmen haben nicht nur Interesse an der Einlizenzierung von Wirkstoffen in frühen oder fortgeschrittenen Entwicklungsphasen. In den vergangenen Jahren sind sie wiederholt dazu übergegangen, Unternehmen mit attraktiven Technologien oder Produkten direkt zu akquirieren. Die gezahlten Prämien gegenüber dem aktuellen Marktpreis sind meist signifikant. Davon könnten die Aktionäre der 4SC AG profitieren.

Lizenzeinnahmen durch Patente

Das sehr umfassende und gut positionierte Patentportfolio von 4SC AG kann zu zusätzlichen Lizenzeinnahmen führen, wenn Dritte im Rahmen ihrer eigenen Entwicklungen auf die Nutzung solcher Patentrechte angewiesen sind. Gewährt die 4SC AG die Nutzung dieser Patentrechte, bringt das Lizenzgebühren ein und verbessert so die Finanz-, Ertrags- und Vermögenslage der Gesellschaft.

8. NACHTRAGSBERICHT

Zu Beginn des neuen Geschäftsjahres nahm die Ende 2011 per Mantelkauf und anschießender Umfirmierung etablierte 4SC Discovery GmbH ihren Geschäftsbetrieb auf. Darüber hinaus präsentierte die 4SC AG zu Jahresbeginn weitere positive Ergebnisse aus ihrer Medikamentenpipeline. Schließlich wurde das Unternehmen davon in Kenntnis gesetzt, dass ein weiterer Großaktionär die Schwelle von 3% an Stimmrechtsanteilen überschritten hat.

4SC Discovery GmbH startet operative Tätigkeit

Die im Dezember 2011 etablierte 4SC Discovery GmbH, eine 100%ige Tochter der 4SC AG, nahm am 1. Januar 2012 ihren Geschäftsbetrieb in Planegg-Martinsried auf.

In Form einer Sachkapitalerhöhung wurden die materiellen und immateriellen Vermögensgegenstände der Forschungsaktivitäten der 4SC AG in die Tochtergesellschaft eingebracht. Dazu zählen unter anderem die präklinischen Projekte und Produkte, für die noch kein formeller Entwicklungskandidat (ein sogenannter Early Development Candidate, EDC) benannt wurde, inklusive der zugehörigen Patentrechte sowie die 4SC-eigenen Modelling-, Screening- und Discovery-Technologien zur Wirkstoffentdeckung und -optimierung. Insgesamt wechselten zum 1. Januar 2012 28 Mitarbeiter von der 4SC AG in die 4SC Discovery GmbH.

Im HGB-Jahresabschuss der 4SC AG für das Jahr 2012 wird im Jahresergebnis voraussichtlich ein außerordentlicher Ertrag im oberen einstelligen Millionen-Euro-Bereich entstehen, dessen genaue Höhe noch zu ermitteln ist. Dieser außerordentliche Ertrag ist bedingt durch die Aufdeckung der stillen Reserven bei der Bewertung der in die Tochtergesellschaft eingebrachten Vermögenswerte. In der HGB-Bilanz der 4SC AG für 2012 werden der Verlustvortrag entsprechend reduziert und die Finanzanlagen gestärkt.

Im Einzelnen wird die 4SC Discovery GmbH als Dienstleister über Forschungskooperationen mit Pharma- und Biotechnologieunternehmen ihr Know-how, ihre Kapazitäten und ihre Technologieplattform im Bereich der Wirkstoffentdeckung und -optimierung anbieten. Des Weiteren soll sie durch die Kommerzialisierung 4SC-eigener Produkte bereits im Forschungs- und frühen Entwicklungsstadium, beispielsweise über Entwicklungs- und Vermarktungspartnerschaften mit Pharmafirmen, zusätzliche Umsätze erzielen. Dies soll die Weiterentwicklung der eigenen Wirkstoffe bei gleichzeitig reduziertem Entwicklungsrisiko beschleunigen und dem Unternehmen ermöglichen, an deren künftiger Wertentwicklung zu partizipieren, etwa durch Lizenzeinnahmen oder Meilensteinzahlungen. Die Tochtergesellschaft wird zudem weiter an der Entdeckung und Erforschung neuer Produkte für die nachhaltige Ausgestaltung der klinischen Entwicklungspipeline der 4SC AG arbeiten.

Resminostat erreicht vorzeitig primären Wirksamkeitsendpunkt in Phase-II-Studie bei HCC

Am 19. Januar 2012 gab die 4SC AG vielversprechende Wirksamkeitsdaten aus der klinischen Phase-II-SHELTER-Studie mit dem Krebsmedikament Resminostat als Zweitlinientherapie von Patienten mit fortgeschrittenem Leberkrebs (hepatozelluläres Karzinom, HCC) bekannt. Bei diesen Patienten war vor Studieneintritt ein Fortschreiten ihrer Tumorerkrankung unter der Erstlinientherapie mit Sorafenib (Nexavar®) radiologisch festgestellt worden. In dieser schwer behandelbaren Patientengruppe, für die derzeit keine zugelassene Behandlungsoption existiert, untersuchte die offene, zweiarmige internationale Studie Sicherheit und Wirksamkeit von Resminostat in Monotherapie sowie in Kombination mit Sorafenib. Der primäre Studienendpunkt, bei mindestens 20% der auswertbaren Patienten ein weiteres Fortschreiten der Tumorerkrankung für mindestens zwölf Wochen zu unterbinden, wurde gemäß der auf dem 2012 ASCO Gastrointestinal Cancer Symposium in San Francisco präsentierten Daten - basierend auf einem fortgeschrittenen Auswertungsstand - in beiden Therapiearmen vorzeitig erreicht.

So konnte Resminostat in Kombination mit Sorafenib die weitere Progression der Erkrankung bei zwei Dritteln der 15 bis dahin auswertbaren Patienten für mindestens zwölf Wochen aufhalten, in Einzelfällen erheblich länger, bis zu deutlich über einem Jahr. Die progressionsfreie Überlebensrate (PFSR) nach zwölf Wochen lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung damit bei 66,6% für die Kombinationsgruppe, und bei 33,3% für die Monotherapiegruppe (neun auswertbare Patienten). Die mediane progressionsfreie Überlebenszeit (PFS), welche die Zeitdauer beschreibt, für die das Fortschreiten der Erkrankung aufgehalten werden kann, betrug 4,6 Monate (140 Tage) für die Kombinationsgruppe und 1,4 Monate (42 Tage) für die Monotherapiegruppe. Generell zeigte sich Resminostat als sicher und gut verträglich.

Zum Zeitpunkt der Datenveröffentlichung wurden noch fünf Patienten in der Studie behandelt, für die noch keine Evaluierung nach zwölf Wochen vorlag. Die nach finalem Datenbankschluss ermittelten Endergebnisse der SHELTER-Studie, einschließlich aller eingeschlossenen Patienten sowie einer finalen zentralen radiologischen Auswertung, sollen im Verlauf des Jahres 2012 präsentiert werden.

Neuer Großaktionär überschreitet Meldeschwelle

Im Februar 2012 erhielt die 4SC AG die Meldung über einen neuen großen Anteilseigner - Roland Oetker - mit einem Stimmrechtsanteil von 3,01%. Damit sind dem Unternehmen aktuell fünf Hauptaktionäre bekannt, welche die meldepflichtige Schwelle von 3% überschritten haben. Diese Aktionäre halten zusammen circa 76,61% am Grundkapital der 4SC AG.

9. PROGNOSEBERICHT

9.1 Entwicklung des Umfelds

Gesamtwirtschaft: weltweite Abschwächung des Wirtschaftswachstums

Das weltwirtschaftliche Wachstum hat sich in den letzten Monaten weiter abgeschwächt. Grund für die seit Mitte 2010 zu beobachtenden globalen Abschwächungstendenzen sind eine restriktive Wirtschaftspolitik sowie die Verschuldungsprobleme westlicher Industriestaaten. Gemäß der ifo-Konjunkturprognose werden sich aufgrund der gestiegenen Unsicherheit und der Verschuldungsprobleme vieler fortgeschrittener Volkswirtschaften die Finanzierungsbedingungen für Banken und Unternehmen verschlechtern und das Wachstum der Weltwirtschaft deutlich verlangsamen. Insbesondere an den Kapitalmärkten spürt man aufgrund der Staatsschuldenkrise sowie der Euro-Krise eine starke Verunsicherung hinsichtlich einer Prognose für 2012, was zu einem sehr zurückhaltenden Agieren der beteiligten Investoren führen dürfte. Die Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen für das Jahr 2012 mit einem moderaten Weltwirtschaftswachstum des Bruttoinlandprodukts von 3,3%. Dies ist zu einem großen Teil dem starken Wirtschaftswachstum der Schwellenländer wie Brasilien, China, Indien und Russland zu verdanken. Vor allem gelten ein verlangsamtes Expansionstempo sowie die europäische Schuldenkrise als größte konjunkturelle Risiken.

Tabelle (Quelle: ifo-Konjunkturprognose 2011/2012)

Bruttoinlandprodukt
Veränderung gegenüber dem Vorjahr

in %
--- --- ---
2011 2012
--- --- ---
Industrieländer
EU 27 1,6 0,2
USA 1,7 1,8
Japan -0,7 2,0
Industrieländer insg.1 1,4 1,1
Deutschland 3,0 0,4
Schwellenländer
China 9,1 8,2
Indien 7,5 7,0
Lateinamerika2 4,3 3,5
Ostasien ohne China3 4,5 4,2
Russland 4,0 3,5
Schwellenländer insg. 6,6 5,9

1 Gewichteter Durchschnitt aus de EU-27-Ländern, USA, Japan, Kanada, Schweiz und Norwegen.

2 Gewichteter Durchschnitt aus: Brasilien, Mexiko, Argentinien, Venezuela, Kolumbien und Chile.

3 Gewichteter Durchschnitt aus: Südkorea, Indonesien, Taiwan, Thailand, Malaysia, Singapur, Philippinen und Hongkong.

Das Bruttoinlandprodukt der USA wird sich im Jahr 2012 in etwa auf das Vorjahresniveau angleichen (siehe Tabelle). Der private Konsum erholt sich aufgrund der drückenden Schuldenlast der privaten Haushalte und der hohen Arbeitslosenquote nur schleppend. Die restriktiven Sparmaßnahmen des Staates lassen eine weitreichende Erholung der Volkswirtschaft nur schwer zu. Nach dem Einbruch der japanischen Wirtschaft aufgrund der Folgen des Erdbebens im ersten Quartal 2011 wird in Japan für 2012 mit einer Erholung gerechnet.

Die Schuldenlast zahlreicher Länder wie Griechenland, Portugal, Irland, Italien oder Spanien belasten das Wachstum der Euro-Zone. Die Wirtschaftsforscher erwarten, dass 2012 das Wirtschaftswachstum in Europa auf 0,2% zurückgehen wird (2011: 1,6%). Auch Deutschland kann sich dem deutlich schwieriger gewordenen gesamtwirtschaftlichen Umfeld nicht mehr entziehen. Gemäß der ifo Konjunkturprognose 2011/2012 wird sich das Wirtschaftswachstum vom Vorjahr (3,0%) deutlich auf 0,4% im Jahr 2012 abschwächen.

Das Aufkommen der "Pharmerging Markets"

Die hohen Staatsschulden der meisten Industriestaaten drücken auf die Haushaltsbudgets, folglich unterliegen auch die Ausgaben der öffentlichen Gesundheitssysteme langfristigen kontraktiven Zwängen. Aufgrund dieser wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie aufgrund des Auslaufens zahlreicher Patente in den kommenden Jahren wird mit einem verlangsamten Wachstum der globalen Pharmabranche gerechnet. Die prognostizierte Wachstumsrate der weltweiten Ausgaben für Medikamente liegt nun bei zwischen 3% und 6% und damit tiefer als das bislang vorhergesagte Branchenwachstum von durchschnittlich 6,5%.

Weltweit wird eine Verschiebung der Ausgabenverteilung für pharmazeutische Produkte zwischen den Regionen stattfinden. Entsprechend werden die USA und Europa bis 2015 Anteile am Weltpharmamarkt verlieren, während die sogenannten "Pharmerging Markets" Anteile hinzugewinnen werden. Dazu gehören unter anderem Brasilien, Indien, Russland und China.

Entsprechend werden sich langfristig auch für Pharma- und Biotechunternehmen die Vermarktungs-, Umsatz- und Wachstumschancen zunehmend auf die Region der schnell wachsenden Schwellenländer verlagern. Der Vorstand der 4SC AG sieht hier große Chancen für das Unternehmen, beispielsweise in der Kommerzialisierung des Krebsmedikaments Resminostat in der Indikation Leberkrebs (HCC), die neben Japan in den dynamischen Schwellenländern des asiatisch-pazifischen Raums China, Taiwan und Südkorea besonders häufig vorkommt.

9.2 Unternehmensausblick

Die 4SC AG hat sich zum Ziel gesetzt, ihre eigenen Produkte zusammen mit starken Partnern aus der Pharma- und Biotechnologieindustrie auf dem Weg zur Marktreife weiterzuentwickeln.

Breite und robuste klinische Produktpipeline mit viel Potenzial

Die Entwicklungspipeline der 4SC AG umfasst insgesamt sechs Wirkstoffe zur Behandlung von Autoimmun- und Krebserkrankungen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien - fünf Substanzen in klinischer Erprobungsphase und eine im fortgeschrittenen formellen präklinischen Stadium. Das Unternehmen fokussiert sich auf Indikationen mit einem hohen medizinischen Bedarf und mit großem wirtschaftlichem Potenzial.

Das breite und ausbalancierte Portfolio attraktiver Medikamentenprogramme soll das Risiko der biopharmazeutischen Entwicklung insgesamt beherrschbarer und die 4SC AG zu einem interessanten Partner für globale Pharma- und Biotechnologieunternehmen machen. Im Geschäftsjahr 2011 hat das Unternehmen wichtige Meilensteine auf dem Weg zur Marktreife insbesondere für ihre am weitesten fortgeschrittenen Leitsubstanzen - Resminostat im Onkologie-Portfolio und Vidofludimus bei den Autoimmunerkrankungen - erreicht. Im Jahr 2012 will die 4SC AG ihre Leitsubstanzen gezielt und erfolgreich weiter entwickeln sowie wichtige Schritte in der weiteren Wertschöpfung konkret vorbereiten.

Im Jahresverlauf 2012 erwartet die 4SC AG Daten aus mehreren klinischen Studien; des Weiteren laufen bereits die Vorbereitungen für fortgeschrittene klinische Studien, um die beiden Hauptprodukte Resminostat und Vidofludimus - gemeinsam mit einem Partner - entscheidend auf dem Weg zur Marktreife voranzubringen.

Anfang 2011 waren erfreuliche Endergebnisse aus einer Phase-IIa-Studie mit Vidofludimus in der Indikation IBD veröffentlicht worden, in welcher der primäre Endpunkt mit einer Patientenansprechrate von 88,5% erreicht wurde; während eine Phase-IIb-Studie in der Indikation RA das gesetzte Studienziel nicht erreichen konnte. Auf Basis dieser Ergebnisse hat der Vorstand der 4SC AG beschlossen, den Wirkstoff in Zukunft mit Fokus auf die Indikation IBD klinisch weiterzuentwickeln.

Derzeit wird eine fortgeschrittene Phase-IIb-Studie in IBD vorbereitet, die - in Abhängigkeit des erfolgreichen Abschlusses der Gespräche mit potenziellen Partnern und den Zulassungsbehörden -gemeinsam mit einem Partner gegen Ende dieses beziehungsweise Anfang des kommenden Jahres initiiert werden soll. Mit dem Start einer solchen Phase-IIb-Studie soll die vorletzte Etappe der klinischen Entwicklung von Vidofludimus auf dem Weg zur Marktreife eingeläutet werden, denn im Fall eines Studienerfolgs könnte im Folgeschritt eine Zulassungsstudie auf dem Programm stehen. Das Unternehmen hat zudem mehrere erfreuliche präklinische Studienergebnisse, die unter anderem den Einsatz von Vidofludimus im Therapiebereich der Transplantationsabstoßung testen, zur Publikation in renommierten Wissenschaftsjournalen eingereicht, deren Veröffentlichung im Jahr 2012 erwartet wird.

Für Resminostat stehen nach den im Januar 2012 veröffentlichten vielversprechenden Daten der Phase-II-SHELTER-Studie in der Indikation Leberkrebs, in welcher der Wirkstoff den primären Wirksamkeitsendpunkt basierend auf einem fortgeschrittenen Auswertungsstand vorzeitig erreichte, noch die finalen Studiendaten aus. Diese sollen im weiteren Verlauf des Jahres auf einer wissenschaftlichen Konferenz präsentiert werden. Die 4SC AG strebt nun in der Indikation Leberkrebs gemeinsam mit einem potenziellen Partner eine pivotale, das heißt zulassungsrelevante Studie an, um den letzten Schritt auf dem Weg zur Marktzulassung einzuleiten. Nach Einschätzung des Vorstands der 4SC AG könnte eine solche Studie, in Abhängigkeit des erfolgreichen Abschlusses der Gespräche mit Behörden und potenziellen Partnern, im ersten Halbjahr 2013 gestartet werden.

In der Phase-I/II-SHORE-Studie wird dieser Wirkstoff derzeit zudem in der Indikation Darmkrebs getestet. Aus dieser Studie erwartet die 4SC AG noch in diesem Jahr erste Interim-Daten, insbesondere zur Sicherheit und Verträglichkeit. Mit weiterführenden Studiendaten wird für 2013 gerechnet. In Ergänzung zu den sehr erfreulichen Daten aus der bereits abgeschlossenen Phase-II-SAPHIRE-Studie mit Resminostat in der Indikation Hodgkin Lymphom geht das Unternehmen davon aus, im laufenden Geschäftsjahr die klinische Datenlage zu Resminostat damit weiter erheblich zu verbreitern.

Mit den Substanzen 4SC-202 und 4SC-205 befinden sich zwei weitere attraktive Wirkstoffe im Onkologie-Portfolio der 4SC AG. Beide Substanzen werden derzeit in Phase-I-Studien geprüft. Die 4SC AG wird im Verlauf des Jahres 2012 die Ergebnisse aus der AEGIS-Studie mit 4SC-205 veröffentlichen. In Abhängigkeit vom weiteren Rekrutierungstempo der für die Studie erforderlichen Patientenzahl geht das Unternehmen zudem davon aus, 2012 auch für die Phase-I-TOPAS-Studie mit 4SC-202 die Ergebnisse vorlegen zu können.

Starke Forschung sorgt für Nachhaltigkeit

Mit der Etablierung und dem operativen Start der 4SC Discovery GmbH hat die 4SC AG die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass ihre Forschungsaktivitäten am Markt stärker wahrgenommen werden und dafür, dass die Tochtergesellschaft am Markt flexibler agieren kann, beispielsweise in Forschungskooperationen mit Pharmapartnern. Das Team der 100%igen Tochtergesellschaft der 4SC AG arbeitet an der Identifizierung und Optimierung neuer Wirkstoffkandidaten im Bereich der Autoimmun- und Krebserkrankungen. Schwerpunkte sind dabei unter anderem die Forschung an Krebsstammzellen, Ionenkanälen und Zytokinen. Mit diesen Forschungsaktivitäten adressiert die 4SC Discovery GmbH zukunftsträchtige Therapiefelder mit einem hohen medizinischen Bedarf. Das Unternehmen plant, über Forschungsdienstleistungen und Forschungskooperationen mit Pharma- und Biotechunternehmen frühzeitig Umsätze zu erzielen, die insbesondere der Finanzierung weiterer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten und somit der zusätzlichen Finanzierung des Konzerns dienen sollen. Des Weiteren soll die Entwicklung der eigenen frühen Forschungsprogramme auf dem Weg zur Marktreife durch Entwicklungs- und Vermarktungspartnerschaften (sogenannte "Early-stage partnering deals") mit Pharmafirmen ermöglicht und somit zusätzliches Langzeitpotenzial sowie Nachhaltigkeit generiert werden; zudem soll das Unternehmen durch Vorab- und Meilensteinzahlungen sowie Lizenzeinnahmen vom potenziellen zukünftigen Entwicklungserfolg der Projekte profitieren und somit die Finanzierungsbasis weiter stärken. Darüber hinaus strebt die 4SC Discovery GmbH weiter an, der 4SC AG vielversprechende Entwicklungskandidaten für die weitere klinische Entwicklung zur Verfügung zu stellen. Damit soll sichergestellt werden, dass die Produktpipeline der 4SC AG immer wieder um neue Entwicklungskandidaten erweitert wird, was zu einer nachhaltigen Weiterentwicklung des Geschäftsmodells beiträgt. Die strategische und operative Ausrichtung der 4SC AG mit dem Fokus auf die klinische Entwicklung und Kommerzialisierung attraktiver fortgeschrittener Medikamente in den Bereichen Krebs und Autoimmunerkrankungen auf dem Weg zur Marktreife bleibt unabhängig von diesen Aktivitäten unverändert.

Attraktive Lizenzpartnerschaften

Die 4SC AG strebt weitere Lizenzpartnerschaften mit Unternehmen aus der Pharma- und Biotechnologieindustrie an, um ihre Leitsubstanzen Vidofludimus und Resminostat gezielt bis zur Marktreife weiter zu entwickeln und - beispielsweise über Vorab-, Meilensteinzahlungen, Lizenzeinnahmen und Umsatzbeteiligungen - Mittelzuflüsse zu erzielen und am weiteren Entwicklungserfolg der Substanzen beteiligt zu sein.

Im Berichtsjahr unterzeichnete die 4SC AG für Resminostat bereits eine erste Lizenzvereinbarung mit Yakult Honsha, dem japanischen Marktführer für gastrointestinale Krebstherapien, der Resminostat in den Indikationen Leber- und Darmkrebs sowie möglichen weiteren Indikationen in Japan weiterentwickeln und vermarkten will. Bei Erreichung bestimmter Meilensteine, einschließlich klinischer und regulatorischer Ereignisse in Japan, kann die 4SC AG in den nächsten Jahren mit Zahlungen von bis zu 127 Mio. € rechnen. Darüber hinaus wird die 4SC AG von Yakult Honsha Umsatzbeteiligungen im zweistelligen Prozentbereich an den Verkaufserlösen von Resminostat erhalten.

Das Unternehmen arbeitet kontinuierlich daran, weitere Lizenzvereinbarungen mit internationalen Partnern für Resminostat einzugehen. Basierend auf einer derartigen Partnerschaft strebt das Unternehmen den Start einer pivotalen Studie an - und damit den letzten Entwicklungsschritt auf dem Weg zur Marktreife.

Ebenso befindet sich die 4SC AG in Gesprächen mit möglichen Lizenzpartnern für Vidofludimus. In den Gesprächen, die mit potenziellen Partnern sowohl großer breit aufgestellter Pharmafirmen ("big pharma") aber auch Unternehmen, die sich auf bestimmte Therapiebereiche spezialisiert haben ("specialty pharma") intensiv geführt werden, werden Design, Finanzierung und operative Umsetzung einer fortgeschrittenen klinischen Phase-IIb-Studie in der Indikation IBD ebenso erörtert wie das Thema der späteren Vermarktungsrechte. Das Unternehmen hat bereits in Gesprächen über die Eckpunkte und Ziele dieser Studie mit den Zulassungsbehörden in Europa und den USA beraten und das Studienkonzept abgestimmt. Aber auch für Medikamentenkandidaten in früheren Entwicklungsstadien befindet sich die 4SC AG fortlaufend im Kontakt mit interessierten Unternehmen aus der pharmazeutischen und biopharmazeutischen Industrie.

9.3. Finanzausblick

Die 4SC AG beabsichtigt, durch den Abschluss von Partnerschaften wie Forschungs- und Entwicklungskooperationen sowie Lizenzvereinbarungen Liquiditätszuflüsse und Umsätze zu generieren.

Der Finanzmittelbestand lag zum 31. Dezember 2011 bei 15.770 T €. Diese bestehenden finanziellen Mittel in Verbindung mit der aktuell prognostizierten weiteren Ausgaben- und Einnahmenplanung sichern die Finanzierung des Unternehmens über die nächsten zwölf Monate hinaus. Diese Annahme beruht auf den Prämissen, dass der monatliche operative Barmittelverbrauch im Jahr 2012 in etwa 10% über dem Niveau des Vorjahres (1.072 T €) liegen wird und dass die Programme planmäßig verlaufen. Für den Fall, dass durch die geplanten operativen Einnahmen, insbesondere in Form von Kooperationen oder Partnerschaften, keine ausreichenden zusätzlichen Liquiditätszuflüsse generiert werden könnten beziehungsweise sich die Kapitalmarktkonditionen als attraktiv erweisen sollten, müsste beziehungsweise könnte darüber hinausgehender Kapitalbedarf durch die Aufnahme von weiterem Eigen- und/oder Fremdkapital gedeckt werden, um den mittel- und langfristigen Fortbestand der Gesellschaft zu sichern. Die Forschungs- und Entwicklungskosten werden nach derzeitigem Planungsstand für die Jahre 2012 und 2013 deutlich unter dem Niveau des Berichtsjahres liegen, was unter anderem mit der reduzierten Zahl an aktuell laufenden klinischen Studien korreliert, jedoch im Wesentlichen durch die Übertragung der frühen Forschungsaktivitäten auf die 4SC Discovery GmbH im Zusammenhang steht. Insgesamt rechnet die 4SC AG nach wie vor kurz- und mittelfristig mit einem negativen Jahresergebnis. Neu-Einstellungen von Mitarbeitern über den aktuellen Bestand hinaus sind derzeit nicht geplant. Investitionen in den Folgejahren sind vor allem als Ersatzinvestitionen im Laborbereich und bei der IT-Ausstattung geplant. Große Erweiterungsinvestitionen werden nicht erwartet, da das Unternehmen derzeit gut ausgestattet ist. Bis zur Aufstellung des Lageberichts verlief die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens auch zu Jahresbeginn des Geschäftsjahres 2012 planmäßig.

Planegg-Martinsried, 12. März 2012

Der Vorstand

Dr. Ulrich Dauer, Vorstandsvorsitzender

Dr. Bernd Hentsch, Vorstand für Entwicklung

Dipl.-Kfm. Enno Spillner, Vorstand für Finanzen

Dr. Daniel Vitt, Vorstand für Forschung & Technologie

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss --bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang-- unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der 4SC AG, Planegg, Landkreis München, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Ohne diese Beurteilung einzuschränken, weisen wir auf die Ausführungen des Vorstands im Abschnitt 7.2.4 des Lageberichts hin. Dort ist ausgeführt, dass der Fortbestand der Gesellschaft von der Zuführung finanzieller Mittel in Form von Eigen- oder Fremdkapital abhängig ist, falls durch Kooperationen und Partnerschaften keine ausreichenden Liquiditätszuflüsse generiert werden können.

München, den 12. März 2012

**KPMG AG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Pastor, Wirtschaftsprüferin

Rahn, Wirtschaftsprüfer