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4SC AG — Annual Report 2009
May 11, 2010
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Annual Report
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Publication

4SC AG
Planegg
Jahresabschluss 2009
Bestätigungsvermerk
Jahresabschluss zum 31. Dezember 2009 und Lagebericht
4SC AG, Planegg, Landkreis München
KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Bilanz zum 31. Dezember 2009
Aktiva
| EUR | 31.12.2009 EUR |
EUR | 31.12.2008 EUR |
|
|---|---|---|---|---|
| A. Anlagevermögen | ||||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||
| 1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 13.056.184,75 | 13.822.497,59 | ||
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 1,00 | 13.056.185,75 | 357.190,86 | 14.179.688,45 |
| II. Sachanlagen | ||||
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 1.553.759,69 | 1.547.219,03 | ||
| III. Finanzanlagen | ||||
| Beteiligungen | 166.100,00 | 166.100,00 | ||
| 14.776.045,44 | 15.893.007,48 | |||
| B. Umlaufvermögen | ||||
| I. Vorräte | ||||
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 22.495,06 | 25.696,87 | ||
| II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | ||||
| 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 535.053,75 | 580.125,00 | ||
| 2. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 482,74 | 0,00 | ||
| 3. Sonstige Vermögensgegenstände | 930.382,58 | 1.465.919,07 | 1.164.350,42 | 1.744.475,42 |
| III. Wertpapiere | ||||
| Sonstige Wertpapiere | 4.542.179,71 | 5.231.436,30 | ||
| IV. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten | 30.967.417,48 | 16.460.492,20 | ||
| 36.998.011,32 | 23.462.100,79 | |||
| C. Rechnungsabgrenzungsposten | 183.432,33 | 136.233,03 | ||
| 51.957.489,09 | 39.491.341,30 | |||
| Passiva | ||||
| 31.12.2009 EUR |
31.12.2008 EUR |
|||
| A. Eigenkapital | ||||
| I. Gezeichnetes Kapital | 38.502.739,00 | 28.502.739,00 | ||
| II. Kapitalrücklage | 69.145.086,98 | 49.145.086,98 | ||
| III. Bilanzverlust | -58.679.960,80 | -42.077.103,51 | ||
| 48.967.865,18 | 35.570.722,47 | |||
| B. Rückstellungen | ||||
| Sonstige Rückstellungen | 1.912.226,78 | 1.192.030,00 | ||
| C. Verbindlichkeiten | ||||
| 1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 31.859,21 | 202.747,49 | ||
| 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 912.995,78 | 1.370.366,80 | ||
| 3. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 29.497,72 | 32.209,65 | ||
| 4. Sonstige Verbindlichkeiten | 103.044,42 | 1.123.264,89 | ||
| - davon aus Steuern EUR 102.264,31 (i. Vj. EUR 166.975,89)- | ||||
| - davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 0,00 (i. Vj. EUR 82,23) | ||||
| 1.077.397,13 | 2.728.588,83 | |||
| 51.957.489,09 | 39.491.341,30 |
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2009
| EUR | 2009 EUR |
EUR | 2008 EUR |
|
|---|---|---|---|---|
| 1. Umsatzerlöse | 1.860.602,00 | 2.969.313,75 | ||
| 2. Sonstige betriebliche Erträge | 484.591,41 | 829.173,12 | ||
| 2.345.193,41 | 3.798.486,87 | |||
| 3. Personalaufwand | ||||
| a) Löhne und Gehälter | -4.908.368,25 | -4.089.308,70 | ||
| b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung | -800.051,15 | -5.708.419,40 | -678.034,23 | -4.767.342,93 |
| - davon für Altersversorgung EUR 84.709,93 (i. Vj. EUR 76.613,64)- | ||||
| 4. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | -1.646.221,86 | -1.133.624,20 | ||
| 5. Sonstige betriebliche Aufwendungen | -11.944.438,48 | -11.025.692,10 | ||
| -19.299.079,74 | -16.926.659,23 | |||
| 6. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 357.084,60 | 784.074,05 | ||
| 7. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens | -3.500,00 | -255.592,52 | ||
| 8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -2.555,56 | -35.307,25 | ||
| 9. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | -16.602.857,29 | -12.634.998,08 | ||
| 10. Jahresfehlbetrag | -16.602.857,29 | -12.634.998,08 | ||
| 11. Verlustvortrag | -42.077.103,51 | -29.442.105,43 | ||
| 12. Bilanzverlust | -58.679.960,80 | -42.077.103,51 |
Anhang zum Jahresabschluss zum 31. Dezember 2009
1. ALLGEMEINE HINWEISE
Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des AktG aufgestellt. Die Aktien der 4SC AG werden seit dem 15. Dezember 2005 im regulierten Markt der Deutschen Börse (Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse) gehandelt. Entsprechend § 267 Abs. 3 HGB gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.
Die Gliederung der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung entspricht den §§ 266 und 275 HGB, wobei die Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt ist. Der Grundsatz der Darstellungsstetigkeit gemäß § 265 Abs. 1 HGB wird beachtet. Der Abschluss wurde unter der Prämisse der Unternehmensfortführung erstellt.
2. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN
Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend:
Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bilanziert und wurden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert. Der Geschäfts- oder Firmenwert, der aus der Verschmelzung der 4SC GmbH auf die 4SC AG im Geschäftsjahr 2000 resultiert, wird entsprechend § 255 Abs. 4 HGB, über einen Zeitraum von 10 Jahren abgeschrieben. Diese Nutzungsdauer rechtfertigt sich durch die langen Entwicklungszeiten bis zur Marktreife und die langen Laufzeiten von Patenten. Im Geschäftsjahr betrug der Abschreibungsbetrag wie im Vorjahr 357 T €.
Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige lineare Abschreibungen entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer vermindert. Als Orientierung dienen die von der Finanzverwaltung veröffentlichten Abschreibungstabellen.
Für Anlagegüter, deren Anschaffungskosten zwischen 150,00 € und 1.000,00 € liegen, wird seit 1. Januar 2008 in Anlehnung an § 6 Abs. 2a EStG ein Sammelposten gebildet. Dieser Sammelposten wird im Wirtschaftsjahr seiner Bildung und in den folgenden vier Wirtschaftsjahren aufwandswirksam aufgelöst.
Anlagegüter bis zu einem Anschaffungswert von 150,00 € werden gemäß § 6 Abs. 2 EStG im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben, ihr sofortiger Abgang wird unterstellt.
Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens erfolgen grundsätzlich zeitanteilig. Die Entwicklung des Anlagevermögens ist im Anlagenspiegel dargestellt.
Die Zugangsbewertung von Finanzanlagen erfolgt zu Anschaffungskosten. Bei einer vorübergehenden Wertminderung wird vom Abwertungswahlrecht Gebrauch gemacht, d.h. die 4SC AG nimmt in diesen Fällen keine Abwertungen vor. Bei einer voraussichtlich dauerhaften Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 2 HGB vorgenommen.
Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind zu durchschnittlichen Einstandspreisen oder zu niedrigeren Tagespreisen am Bilanzstichtag aktiviert.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Forderungen in Fremdwährungen werden mit dem maßgeblichen Geldkurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung umgerechnet. Das strenge Niederstwertprinzip gemäß § 253 Abs. 3 HGB findet Anwendung. Bei Forderungen, deren Einbringlichkeit mit erkennbaren Risiken behaftet ist, werden angemessene Wertabschläge vorgenommen; uneinbringliche Forderungen werden abgeschrieben.
Die Wertpapiere werden nach § 253 Abs. 1 HGB mit ihren Anschaffungskosten oder ihrem niedrigeren Kurswert bilanziert. Das strenge Niederstwertprinzip gemäß § 253 Abs. 3 HGB wurde beachtet.
Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten sind mit ihrem Nennwert angesetzt.
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten beinhalten Vorauszahlungen für Dienstleister und Versicherungen.
Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in der Höhe angesetzt, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist.
Verbindlichkeiten sind zu ihrem Rückzahlungsbetrag angesetzt. Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden zum Stichtagskurs bewertet, wobei von dem zum Entstehungszeitpunkt bzw. zum Jahresende geltenden Kurs der jeweils höhere zugrunde gelegt wird.
3. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ
3.1 Anlagevermögen
Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahrs im Anlagenspiegel dargestellt.
3.2 Finanzanlagen
Anfang Januar 2004 erfolgte die Ausgründung einer eigenständigen Gesellschaft, der quattro research GmbH, Am Klopferspitz 19a, 82152 Planegg-Martinsried, an der die 4SC AG einen Gesellschaftsanteil von 48,8% hält.
Die entsprechenden Kennzahlen der quattro research GmbH stellen sich zum 31. Dezember 2009 wie folgt dar:
| in T€ | 2009 | 2008 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 859 | 844 |
| Jahresergebnis | 58 | 96 |
| Bilanzsumme | 410 | 356 |
| Eigenkapital | 262 | 204 |
| Schulden | 148 | 152 |
Ende Dezember 2006 hat die 4SC AG die weltweiten Exklusivrechte an ihren QSB-Substanzen an die Quiescence Technologies LLC. (vormals QuoNova LLC.), Melbourne, Florida, USA, veräußert. Neben dem Verkaufserlös erhielt die 4SC AG eine Direktbeteiligung an der QuoNova LLC. in Höhe von 10,0%.
Seit Mai 2008 hält die 4SC AG an der in Bonn ansässigen Nexigen GmbH eine Beteiligung in Höhe von 3,7%.
3.3 Vorratsvermögen
| in T€ | 31.12.2009 | 31.12.2008 |
|---|---|---|
| Verbrauchsmaterialien | 17 | 22 |
| Lösungsmittel | 5 | 4 |
| Vorratsvermögen | 22 | 26 |
Der Rückgang des Vorratsvermögens trotz gestiegener Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten resultiert aus einer gestiegenen Effektivität der Lagerhaltung.
3.4 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
| in T€ | 31.12.2009 | 31.12.2008 |
|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 535 | 580 |
| davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 0 | 0 |
| Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 0* | 0* |
| davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 0 | 0* |
| Sonstige Vermögensgegenstände | 931 | 1.164 |
| davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 157 | 157 |
| Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | 1.466 | 1.744 |
| davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 157 | 157 |
* Diese Positionen werden von den Einzelwertberichtigungen beeinflusst.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen über 535 T € bestehen aus Forschungskooperationen. Sie waren zum Bilanzstichtag noch nicht fällig und wurden vertragsgemäß im Januar 2010 beglichen.
Aufgrund der verstärkten Unsicherheit hinsichtlich der Liquiditätslage der Quiescence Technologies LLC., die sich im Lauf des Geschäftsjahrs 2008 ergab, entschied sich das Management der 4SC AG mit Ablauf des 3. Quartals 2008, alle noch offenen lang- und kurzfristigen Forderungen gegen die Quiescence Technologies LLC., resultierend aus dem Kaufpreis für die QSB-Substanzen und aus dem Kooperationsvertrag in Höhe von insgesamt 731 T €, einer Wertberichtigung zu unterziehen. Im Laufe des Geschäftsjahrs 2009 gab es keine Änderungen, sodass zum 31. Dezember 2009 unverändert eine Forderung über 731 T € besteht, die in voller Höhe wertberichtigt ist.
Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Umsatzsteuer- und Körperschaftsteuerrückforderungen (433 T €), geleistete Anzahlungen für wissenschaftliche Fremdleistungen und Materialien (277 T €) und die Mietkautionen (157 T €). Im Vorjahr waren in dieser Position im Wesentlichen Umsatzsteuer- und Körperschaftsteuerrückforderungen (590 T €), Zinsabgrenzungen (269 T €), die Mietkaution (157 T €) sowie Weiterberechnungen (67 T €) enthalten.
3.5 Wertpapiere
| Bestand 31.12.2009 Stück | Buchwert 31.12.2009 T € |
Bestand 31.12.2008 Stück | Buchwert 31.12.2008 T € |
|
|---|---|---|---|---|
| Deutsche Bahn Fin. | 0 | 0 | 5.000 | 500 |
| DWS Money Plus | 338 | 4-542 | 358 | 4.732 |
Die Wertpapiere wurden mit den Anschaffungskosten aktiviert und gemäß strengem Niederstwertprinzip zum Bilanzstichtag bewertet. Die Abschreibungen betragen im Berichtsjahr 4 T € (Vorjahr 1 T €).
3.6 Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten
| in T€ | 31.12.2009 | 31.12.2008 |
|---|---|---|
| Guthaben bei Kreditinstituten | 30.967 | 16.460 |
| Kassenbestand | 0 | 0 |
| Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten | 30.967 | 16.460 |
3.7 Rechnungsabgrenzungsposten
Die Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 183 T € (Vorjahr: 136 T €) sind zum rechnerisch ermittelten Wert der Vorauszahlung bilanziert. Sie bestehen im Wesentlichen aus vorausbezahlten Rechnungen für Wartungsverträge, Lizenzen und Online-Recherchen.
3.8 Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital
Das Grundkapital der 4SC AG beträgt derzeit 38.502.739,00 €. Es ist eingeteilt in 38.502.739 auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien). Jede Aktie verbrieft einen anteiligen Betrag am Grundkapital der 4SC AG in Höhe von 1,00 € und gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme. Das derzeitige Grundkapital ist voll eingezahlt.
Die Aktien der 4SC AG sind in Globalurkunden ohne Gewinnanteilscheine verbrieft, die bei der Clearstream Banking AG, Frankfurt am Main, als Wertpapiersammelbank hinterlegt worden sind. Der Anspruch des Aktionärs auf Verbriefung seines Anteils oder auf Einzelverbriefung von Aktien ist nach § 6 Absatz 3 der Satzung ausgeschlossen.
Im Berichtsjahr entwickelte sich das Grundkapital aufgrund der Kapitalerhöhung vom 16. November 2009 wie nachfolgend dargestellt:
Zu Beginn des Berichtsjahrs betrug das Grundkapital der Gesellschaft 28.502.739,00 €. Am 23. Oktober 2009 beschloss der Vorstand der 4SC AG mit Zustimmung des Aufsichtsrats eine Erhöhung des Grundkapitals auf bis zu 39.903.834,00 € durch die Ausgabe von bis zu 11.401.095 auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennbetrag aus Genehmigtem Kapital. Das Bezugsrecht der Altaktionäre betrug 5:2. Im Rahmen dieser Kapitalerhöhung wurden 10.000.000 neue Aktien zu einem Kurs von 3,00 € platziert, die entsprechende Bekanntgabe erfolgte am 16. November 2009. Die Kapitalerhöhung wurde am 20. November 2009 in das Handelsregister eingetragen. Die neuen Aktien sind mit Gewinnanteilsberechtigung ab dem 1. Januar 2009 ausgestattet. Das Grundkapital der 4SC AG erhöhte sich durch diese Kapitalerhöhung um 10.000.000,00 € auf 38.502.739,00 €.
Bedingte Kapitalia
Die Hauptversammlungen der Gesellschaft haben am 1. März 2001, am 28. Juli 2004, am 28. Juni 2006, am 29. Juni 2007, am 5. Juni 2008 und am 15. Juni 2009 beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft wie folgt bedingt zu erhöhen:
| Bedingtes Kapital | Höhe (T€) |
Beschluss der HV am | Zweck |
|---|---|---|---|
| I | 53 | 01.03.2001/ 29.06.2007 | Erfüllung von Optionsrechten von Mitgliedern des Vorstands und Arbeitnehmern der Gesellschaft aus dem Aktienoptionsprogramm "ESOP 2001" |
| II | 166 | 28.06.2006/ 29.06.2007 | Gewährung von Optionsrechten an Mitglieder des Vorstands und Arbeitnehmer der Gesellschaft mit einer Laufzeit von bis zu zehn Jahren ("ERSATZ-ESOP 2001") |
| III | 106 | 28.07.2004/ 28.06.2006 | Erfüllung von Optionsrechten von Mitgliedern des Vorstands und Arbeitnehmern der Gesellschaft aus dem Aktienoptionsprogramm "ESOP 2004" |
| IV | 340 | 28.06.2006 | Gewährung von Optionsrechten an Mitglieder des Vorstands und Arbeitnehmer der Gesellschaft sowie an Arbeitnehmer etwaiger verbundener Unternehmen mit einer Laufzeit von bis zu zehn Jahren ("ESOP 2006") |
| V | 4.000 | 28.06.2006 | Gewährung von Aktien an die Inhaber bzw. Gläubiger von noch zu begebenden Wandel- und / oder Optionsschuldverschreibungen |
| VI | 1.000 | 15.06.2009 | Gewährung von Optionsrechten an Mitglieder des Vorstands und Arbeitnehmer der Gesellschaft und ihrer in- und ausländischen verbundenen Unternehmen mit einer Laufzeit von bis zu zehn Jahren ("ESOP 2009") |
| 2008 | 3.500 | 05.06.2008 | Gewährung von Aktien an die Inhaber bzw. Gläubiger von noch zu begebenden Wandel- und / oder Optionsschuldverschreibungen, Gewinnschuldverschreibungen und/oder Genussrechten (bzw. Kombination dieser Instrumente) |
Genehmigtes Kapital
In der Hauptversammlung vom 15. Juni 2009 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 14. Juni 2014 einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu 14.251.369,00 € gegen Bareinlagen und/oder Sacheinlagen durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe von insgesamt bis zu 14.251.369 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2009/I).
Das Genehmigte Kapital 2009/I, welches am 18. Juni 2009 in das Handelsregister eingetragen wurde, wurde durch die Kapitalerhöhung vom 16. November 2009 auf 4.251.369,00 € reduziert. Die neuen Aktien sind mit Gewinnanteilsberechtigung ab dem 1. Januar 2009 ausgestattet.
Kapitalrücklage
Die Kapitalrücklage entwickelte sich im Berichtsjahr wie folgt:
| in € | |
|---|---|
| Kapitalrücklage per 01.01.2009 | 49.145.086,98 |
| Einzahlung aufgrund der Kapitalerhöhung vom 16. November 2009 von 28.502.739 € auf 38.502.739 € | 20.000.000,00 |
| Kapitalrücklage per 31.12.2009 | 69.145.086,98 |
Ergebnisverwendung
| in € | |
|---|---|
| Bilanzverlust per 01.01.2009 | - 42.077.103,51 |
| Jahresfehlbetrag 2009 | - 16.602.857,29 |
| Bilanzverlust per 31.12.2009 | - 58.679.960,80 |
3.9 Sonstige Rückstellungen
| in T€ | 31.12.2009 | 31.12.2008 |
|---|---|---|
| Übrige Rückstellungen | 1.822 | 1.124 |
| Rückstellungen für Abschlussprüfungskosten | 90 | 68 |
| Sonstige Rückstellungen | 1.912 | 1.192 |
Die übrigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für Urlaubsansprüche (2009: 109 T €, 2008: 106 T €), Sondervergütungen (2009: 185 T €, 2008: 140 T €), Aufsichtsratsvergütungen (2009 und 2008 jeweils 139 T €), Mieterrückbauten (2009 und 2008 jeweils 63 T €), Berufsgenossenschaftsbeiträge (2009: 26 T €, 2008: 21 T €) sowie für ausstehende Rechnungen (2009: 1.198 T €, 2008: 608 T €) gebildet.
3.10 Verbindlichkeiten
Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten sind im Verbindlichkeitenspiegel im Einzelnen dargestellt. Die Verbindlichkeiten sind nicht besichert.
Verbindlichkeitenspiegel
| in T€ | 31.12.2009 Restlaufzeit in Jahren | 31.12.2008 Restlaufzeit in Jahren | 31.12.2008 Restlaufzeit in Jahren | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Art der Verbindlichkeit | bis 1 | 1 bis 5 | über 5 | gesamt | bis 1 | 1 bis 5 | über 5 | gesamt |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| 1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 32 | 0 | 0 | 32 | 203 | 0 | 0 | 203 |
| 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 913 | 0 | 0 | 913 | 1.370 | 0 | 0 | 1.370 |
| 3. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 29 | 0 | 0 | 29 | 32 | 0 | 0 | 32 |
| 4. Sonstige Verbindlichkeiten | 103 | 0 | 0 | 103 | 1.123 | 0 | 0 | 1.123 |
| - davon aus Steuern | 102 | 0 | 0 | 102 | 167 | 0 | 0 | 167 |
| - davon im Rahmen der sozialen Sicherheit | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten | 1.077 | 0 | 0 | 1077 | 2.728 | 0 | 0 | 2.728 |
Bei den erhaltenen Anzahlungen handelt es sich um Vorauszahlungen für wissenschaftliche Auftragsforschungsleistungen, die entsprechend dem Projektfortschritt ergebniswirksam aufgelöst werden.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen resultieren im Wesentlichen aus wissenschaftlichen Fremdleistungen, Beratungen sowie Anzahlungen für Sachanlagen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, beziehen sich auf eine Jahresendabrechnung der quattro research GmbH, Planegg-Martinsried (29 T €). Alle Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, wurden fristgerecht im Januar und Februar 2010 beglichen.
Die sonstigen Verbindlichkeiten umfassen im Wesentlichen abzuführende Steuern, die im Zusammenhang mit den Gehältern stehen.
3.11 Sonstige finanzielle Verpflichtungen nach § 285 Nr. 3a HGB
Für die Folgejahre nach dem Bilanzstichtag bestehen finanzielle Verpflichtungen aus dem Mietvertrag für die Betriebs- und Geschäftsräume der 4SC AG. Dieser Vertrag wurde im Jahr 2007 verlängert und ist bis zum 31. Dezember 2011 befristet. Sofern die 4SC AG nach Ablauf der Mietzeit die Kriterien des Vermieters weiterhin erfüllt, ist eine erneute Verlängerung möglich. Kaufoptionen bestehen nicht. In dem Mietvertrag sind Preisanpassungsklauseln vorhanden: der monatliche Mietzins für die Büro- und Laborflächen einschließlich Gemeinschafts- und Funktionsflächen blieb bis Ende 2009 unverändert und erhöht sich in den folgenden Jahren um jeweils 0,75 € / m.
Für den ab Januar 2009 angemieteten Standort Überlingen-Bonndorf wurde ein Mietvertrag mit einer Laufzeit bis Ende 2013 abgeschlossen, aus dem Mietzahlungen in Höhe von jährlich 22 T € resultieren. Preisanpassungsklauseln und Kaufoptionen bestehen nicht. Sofern der Mietvertrag nicht sechs Monate vor Vertragsende gekündigt wird, verlängert er sich um weitere fünf Jahre.
Die aus diesen Verträgen künftig zu leistenden Zahlungen stellen sich wie folgt dar:
| in T€ | |
|---|---|
| 2010 | 731 |
| 2011 | 761 |
| 2012 | 22 |
| 2013 | 22 |
| ab 2014 | 0 |
| Summe | 1536 |
Der in der Gewinn- und Verlustrechnung des Berichtsjahrs enthaltene Aufwand aus den Mietverträgen beläuft sich auf 741 T € (2008: 681 T €). Die Zunahme ist einerseits auf den im Januar 2009 angemieteten Standort in Überlingen-Bonndorf sowie andererseits auf hohe Nebenkostennachzahlungen zurückzuführen.
Über die Verpflichtungen aus Mietverträgen hinaus bestehende finanzielle Verpflichtungen resultieren im Wesentlichen aus wissenschaftlichen Serviceverträgen, einschließlich externer Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Durchführung der klinischen und präklinischen Studien. Die Verpflichtungen hieraus betragen bis zu 7.299 T € - davon 297 T € gegenüber der quattro research GmbH. Die Fälligkeit ist abhängig von den entsprechenden Studienfortschritten. Finanzielle Verpflichtungen aus Leasingverträgen bestehen zum Bilanzstichtag nicht.
4. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
4.1 Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse im Jahr 2009 reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr von 2.969 T € auf 1.861 T €. Während im Geschäftsjahr 2008 Erlöse über 750 T € aus dem Lizenzvertrag mit der Erlanger ViroLogik GmbH erzielt wurden, resultierten die Umsätze im Berichtsjahr ausschließlich aus Forschungskooperationen.
Informationen über Produkte und Dienstleistungen
| in T€ | 2009 | 2008 |
|---|---|---|
| Forschungskooperationen | 1.861 | 2.219 |
| Lizenzverträge | 0 | 750 |
| Umsatzerlöse | 1.861 | 2.969 |
Informationen über geographische Gebiete
| in T€ | 2009 | 2008 |
|---|---|---|
| Deutschland | 1.858 | 2.446 |
| Drittländer | 3 | 523 |
| Umsatzerlöse | 1.861 | 2.969 |
4.2 Sonstige betriebliche Erträge
| in T€ | 2009 | 2008 |
|---|---|---|
| Erträge quattro research GmbH | 26 | 23 |
| Erträge ViroLogik GmbH | 62 | 488 |
| Investitionszuschüsse | 349 | 142 |
| Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 8 | 52 |
| Versicherungsentschädigungen | 20 | 0 |
| Übrige Erträge | 20 | 124 |
| Umsatzerlöse | 485 | 829 |
Die Erträge mit der quattro research GmbH, Planegg-Martinsried, beziehen sich ausschließlich auf Mieteinnahmen. Bei den Erträgen mit der ViroLogik GmbH handelt es sich um Weiterberechnungen von externen Dienstleistungen. Die Investitionszuschüsse umfassen im Wesentlichen Zuwendungen der öffentlichen Hand für zwei EU-Förderprojekte sowie für neu im Berichtsjahr gestartete Projekte, die vom BMBF und dem BMWi gefördert werden.
4.3 Personalaufwand
| in T€ | 2009 | 2008 |
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 4.908 | 4.089 |
| Soziale Abgaben | 676 | 556 |
| Aufwendungen für Altersversorgung | 84 | 77 |
| Sonstiges | 40 | 45 |
| Personalaufwand | 5708 | 4.767 |
In die Gehälter für das Berichtsjahr sind Sondervergütungen für Vorstände (186 T €) eingeflossen. Der sonstige Personalaufwand umfasst im Wesentlichen Aufwendungen für die Berufsgenossenschaft (26 T €).
4.4 Sonstige betriebliche Aufwendungen
| in T€ | 2009 | 2008 |
|---|---|---|
| Raumkosten | 874 | 795 |
| Reparaturen/Instandhaltung | 162 | 149 |
| Lizenzgebühren | 203 | 169 |
| Fremdarbeiten | 6.777 | 5.594 |
| PR & IR - Kosten sowie Reisekosten | 747 | 468 |
| Rechts- und sonstige Beratungskosten | 1.792 | 1.829 |
| Versicherungen /Gebühren | 110 | 109 |
| Betriebsmaterial | 823 | 731 |
| Sonstiges | 456 | 1.182 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 11.944 | 11.026 |
Eine Steigerung war bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen zu verzeichnen. Sie stiegen von 11.026 T € in 2008 um 8 % auf 11.944 T € in 2009. Wesentliche Einflussfaktoren waren dabei die Integration der von Nycomed erworbenen Onkologie-Programme in die eigene Pipeline sowie die Weiterentwicklung der gesamten 4SC-Projektpipeline. Dies zeigte sich vor allem in gestiegenen Fremdarbeiten und Materialkosten.
Die Rechts- und sonstigen Beratungskosten für das Geschäftsjahr enthalten im Wesentlichen Patentkosten (2009: 1.109 T €, 2008: 1.138 T €), Beratungsleistungen im Zusammenhang mit der im Berichtsjahr stattgefundenen Kapitalerhöhung (2009: 265 T €, 2008: 246 T €), sowie Prüfungs- und Abschlusskosten (2009: 82 T €, 2008: 95 T €).
Ein Rückgang war dagegen in der Position Sonstiges bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen zu verzeichnen Hintergrund ist, dass in 2008 die vorgenommene Wertberichtigung auf die Forderung gegen die Quiescence Technologies LLC. (731 T €) in dieser Position erfasst wurde.
4.5 Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
Die Zinserträge resultieren im Wesentlichen aus Erträgen im Zusammenhang mit Festgeldern sowie aus fest- und variabel verzinslichen Wertpapieren in Höhe von zusammen 357 T € (2008: 750 T €). Darüber hinaus trug 2008 die Aufzinsung der Forderung gegen die Quiescence Technologies LLC. in Höhe von 31 T € zu den Zinserträgen bei.
4.6 Zinsen und ähnliche Aufwendungen
Die Zinsaufwendungen in Höhe von 3 T € betreffen Zinsen, die im Rahmen eines Förderprojekts gezahlt wurden, sowie eine Avalprovision. 2008 resultierten Zinsaufwendungen über 35 T € aus einem langfristigen Darlehen.
5. ANGABEN ZU VORSTAND UND AUFSICHTSRAT
5.1 Vorstand
Mitglieder des Vorstands
Als alleinvertretungsberechtigte Vorstände waren im Berichtsjahr bestellt:
Herr Dr. Ulrich Dauer, CEO, Eberfing
Herr Dr. Daniel Vitt, CSO, Germering
Gemeinschaftlich vertretungsberechtigter Vorstand mit einem Prokuristen oder anderem Vorstandsmitglied:
Herr Dr. Bernd Hentsch, CDO, Frankfurt
Herr Dipl.-Kfm. Enno Spillner, CFO, Neuried
Entlastung des Vorstands
Dem Vorstand wurde in der Hauptversammlung vom 15. Juni 2009 für das Geschäftsjahr 2008 Entlastung erteilt.
Aktuelle Mitgliedschaften in anderen Kontrollgremien und Aufsichtsräten
Die Mitglieder des Vorstands hatten zum Bilanzstichtag die folgenden Mitgliedschaften in anderen Kontrollgremien und Aufsichtsräten:
Dr. Daniel Vitt
| ― | Mitglied des Beirats der quattro research GmbH, Planegg-Martinsried (seit Januar 2004) |
| ― | stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Weltoffen-Germering Weltladen eG (seit Juni 2008) |
| ― | Beiratsvorsitzender der Nexigen GmbH, Bonn (seit Juli 2008) |
Dipl.-Kfm. Enno Spillner
| ― | stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Concentro Management AG, Nürnberg (seit Mai 2002) |
Dr. Ulrich Dauer und Dr. Bernd Hentsch übten zum Bilanzstichtag keine Funktionen in anderen Kontrollgremien und Aufsichtsräten aus.
Vergütung des Vorstands
Die Bezüge des Vorstands betrugen im Berichtsjahr 810 T € (Vorjahr: 802 T €). Darin enthalten sind einmalige Sondervergütungen in Höhe von 186 T € (Vorjahr: 175 T €) sowie beitragsorientierte Versorgungspläne in Höhe von 15 T € (Vorjahr: 19 T €). Zudem halten die Vorstände insgesamt 706.720 Optionen (2008: 255.420 Optionen), denen im Geschäftsjahr ein rechnerischer Wert in Höhe von 848 T € (2008: 380 T €) gegenübersteht. Die Berechnung erfolgt anhand des Black and Scholes Modells. Im Berichtsjahr wurden im Rahmen des neu aufgelegten ESOP 2009 an alle Vorstände Optionen ausgegeben. Die an Dr. Ulrich Dauer, Dr. Daniel Vitt und Enno Spillner jeweils ausgegebenen 111.600 Aktienoptionen hatten zum Zeitpunkt der Gewährung jeweils einen Zeitwert von 116 T €, die an Dr. Bernd Hentsch ausgegebenen 116.500 Optionen einen Zeitwert von 121 T €.
Für die Vorstandsmitglieder Dr. Ulrich Dauer, Dr. Daniel Vitt und Enno Spillner wurde im Rahmen der Neuregelung der Vorstandsverträge eine Vereinbarung getroffen, dass im Falle eines Kontrollerwerbs durch einen Dritten und einer in diesem Zusammenhang stehenden Ablösung für die Restlaufzeit des Vertrags die Bezüge vollständig ausbezahlt werden, mindestens aber für eine rechnerische Restlaufzeit von 15 Monaten. Darüber hinaus bestehen keine Leistungen an die Vorstandsmitglieder nach Beendigung des Vertragsverhältnisses oder aus Anlass der Beendigung des Vertragsverhältnisses.
Individualisiert nach einzelnen Vorstandsmitgliedern setzt sich die Gesamtvergütung im Berichtsjahr wie folgt zusammen:
| Vergütung | Fix | Variabel | Personalaufwand | Gesamt | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| in T€ | aus Optionen1 | |||||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| 2009 | 2008 | 2009 | 2008 | 2009 | 2008 | 2009 | 2008 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Dr. Ulrich Dauer | 166 | 166 | 49 | 43 | 18 | 224 | 227 | |
| Dr. Daniel Vitt | 156 | 156 | 49 | 43 | 9 | 18 | 214 | 217 |
| Dr. Bernd Hentsch | 156 | 79 | 49 | 37 | 24 | 6 | 229 | 122 |
| Dr. Gerhard Keilhauer | 0 | 79 | 0 | 18 | 0 | - 652 | 0 | 32 |
| Dipl.-Kfm. Enno Spillner | 146 | 147 | 39 | 34 | 38 | 64 | 223 | 245 |
| Vorstandsvergütung | 624 | 627 | 186 | 175 | 80 | 41 | 890 | 843 |
1 Dabei handelt es sich um den nach IFRS 2 ermittelten Personalaufwand im Berichtsjahr, der nach HGB nicht ergebniswirksam ist.
2 Da die Optionen von Dr. Gerhard Keilhauer aufgrund seines Ausscheiden aus der Firma verfallen sind, mussten die Annahmen hinsichtlich der Anzahl der ausübbaren Optionen gemäß IFRS 2.20 korrigiert werden. Aus diesem Grund ergibt sich bei ihm ein negativer Personalaufwand aus Aktienoptionen.
Anteilsbesitz der Vorstandsmitglieder
Die Bezugsrechte des Vorstands in ihrer Anzahl und dem beizulegenden Zeitwert ihrer Gewährung sind in folgender Tabelle dargestellt:
| Optionsprogramm Einheit | Tranche | Ausgabe | Bezugspreis € |
Bezugsverhältnis | ausstehend 31.12.2009 Tsd. | Zeitwert € |
Rechnerischer Wert der Optionen gesamt € |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| ESOP 2001 | 2001/1 | 31.03.01 | 9,60 | 2:1 | 0 | n/a | 0 |
| ESOP 2001 | 2001/2 | 10.10.01 | 9,60 | 2:1 | 0 | n/a | 0 |
| ESOP 2001 | 2002 | 30.06.02 | 12,00 | 2:1 | 0 | n/a | 0 |
| ESOP 2001 | 2003 | 30.09.03 | 5,08 | 2:1 | 0 | 0,74 | 0 |
| ESOP 2004 | 2004 | 30.09.04 | 4,24 | 2:1 | 9 | 0,72 | 7 |
| ESOP 2004 | 2005 | 30.09.05 | 4,24 | 2:1 | 10 | 0,71 | 7 |
| ESOP 2004 | 2006/1 | 30.05.06 | 4,53 | 2:1 | 26 | 0,74 | 19 |
| ESOP 2006 | 2006/2 | 25.08.06 | 3,80 | 1:1 | 151 | 1,71 | 257 |
| ERSATZ-ESOP 2001 | 2006/3 | 25.08.06 | 3,80 | 1:1 | 23 | 1,54 | 35 |
| ESOP 2006 | 2007 | 26.11.07 | 3,65 | 1:1 | 0 | 1,49 | 0 |
| ESOP 2006 | 2008 | 22.08.08 | 3,45 | 1:1 | 36 | 1,50 | 55 |
| ESOP 2009 | 2009 | 26.11.09 | 3,29 | 1:1 | 451 | 1,03 | 468 |
| Summe | 706 | 848 |
Der Anteilsbesitz der Vorstandsmitglieder setzt sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:
| Aktien in Stück | Aktien 01.01.2009 | Kauf | Verkauf | Aktien 31.12.2009 | Optionen 01.01.2009 | Zugänge | Verfall | Ausübung | Optionen 31.12.2009 | Aktien maximal beziehbar |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Dr. Ulrich Dauer | 410.639 | 20.000 | 0 | 430.639 | 40.600 | 111.600 | 0 | 0 | 152.200 | 147.400 |
| Dr. Daniel Vitt | 396.803 | 20.000 | 0 | 416.803 | 40.600 | 111.600 | 0 | 0 | 152.200 | 147.400 |
| Dr. Bernd Hentsch | 0 | 0 | 0 | 0 | 36.220 | 116.500 | 0 | 0 | 152.720 | 152.720 |
| Dipl.-Kfm. Enno Spillner | 70.000 | 0 | 0 | 70.000 | 138.000 | 111.600 | 0 | 0 | 249.600 | 236.400 |
| Anteilsbesitz | 877.442 | 40.000 | 0 | 917.442 | 255.420 | 451.300 | 0 | 0 | 706.720 | 683.920 |
5.2 Aufsichtsrat
Mitglieder des Aufsichtsrats und Vergütung
Als Aufsichtsrat der Gesellschaft sind die in der folgenden Tabelle aufgeführten Personen bestellt. Die Gesamtvergütung des Aufsichtsrats beläuft sich im Berichtsjahr auf 139 T € (2008: 139 T €). Individualisiert nach einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern setzt sich die Vergütung im Berichtsjahr wie folgt zusammen:
| in T€ | Beruf | Vergütung 2009 | Vergütung 2008 |
|---|---|---|---|
| Dr. Jörg Neermann (Vorsitzender) | Investment Manager/Partner LSP Life Science Partners München, Deutschland | 35 | 35 |
| Dr. Robert O'Connell (Stellv. Vorsitzender, bis 05.06.2008) | Berater Catalyst Consulting Dorset, Großbritannien | 0 | 12 |
| Günter Frankenne (seit 05.06.2008 stellv. Vorsitzender) | Geschäftsführender Inhaber / Berater STRATCON Strategy Consulting Berg bei Neumarkt, Deutschland | 24 | 23 |
| Helmut Jeggle (seit 05.06.2008) | Head of Business Planning & Analyzing ATHOS Service GmbH München, Deutschland | 20 | 13 |
| Dr. Brian Morgan (bis 05.06.2008) | Berater Morgan Consulting Abinger Common, Großbritannien | 0 | |
| Dr. Thomas Strüngmann (vom 05.06.2008 bis 15.06.2009) | Chief Executive Officer (CEO) ATHOS Service GmbH München, Deutschland | ||
| Dr. Thomas Werner (seit 15.06.2009) | Partner Inventages Genf, Schweiz | 21 | |
| Dr. Manfred Rüdiger | Geschäftsführer / Partner t2cure GmbH Frankfurt/Main, Deutschland | 23 | 21 |
| Dr. Clemens Doppler | Partner / Geschäftsführer HeidelbergCapital Asset Management GmbH Heidelberg, Deutschland | 23 | 21 |
| Aufsichtsratsvergütung | 139 | 139 |
Die Amtszeit endet mit Abschluss der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das zweite Geschäftsjahr nach dem Beginn der Amtszeit beschließt, wobei das Geschäftsjahr, in dem die Aufsichtsratsmitglieder gewählt werden, nicht mitgerechnet wird. Somit endet die Amtszeit mit Abschluss jener Hauptversammlung, die über die Entlastung für das am 31. Dezember 2009 endende Geschäftsjahr beschließt.
Entlastung des Aufsichtsrats
Dem Aufsichtsrat wurde in der Hauptversammlung vom 15. Juni 2009 für das Geschäftsjahr 2008 Entlastung erteilt.
Aktuelle Mitgliedschaften in anderen Kontrollgremien und Aufsichtsräten
Die Mitglieder des Aufsichtsrats hatten zum Bilanzstichtag die folgenden Mitgliedschaften in anderen Kontrollgremien und Aufsichtsräten:
Dr. Jörg Neermann:
| ― | Affimed AG, Heidelberg, Aufsichtsratsmitglied |
| ― | Vivendy Therapeutics Ltd., Basel, Schweiz, Verwaltungsratsmitglied |
| ― | KeyNeurotek Pharmaceuticals AG, Magdeburg, stellv. Aufsichtsratsvorsitzender |
| ― | Bubbles & Beyond GmbH, Leipzig, Beiratsmitglied |
| ― | Efficas Inc., Boulder, USA, Non-Executive Board Member |
| ― | Curetis AG, Holzgerlingen, Aufsichtsratsmitglied |
Günter Frankenne:
| ― | Concentro AG, Nürnberg, Aufsichtsratsvorsitzender |
| ― | KeyNeurotek Pharmaceuticals AG, Magdeburg, Aufsichtsratsvorsitzender |
| ― | November AG, Köln, Aufsichtsratsvorsitzender |
| ― | Verbena AG, Berg bei Neumarkt, Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | Epigenomics AG, Berlin, Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | ViroLogik GmbH, Erlangen, Beiratsvorsitzender |
| ― | iMTM GmbH, Magdeburg, stellvertretender Beiratsvorsitzender |
| ― | CURADIS GmbH, Erlangen, stellvertretender Beiratsvorsitzender |
Dr. Clemens Doppler:
| ― | Accovion GmbH, Eschborn, Vorsitzender des Beirats |
| ― | Merlion Pharmaceuticals Inc., Singapur, Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | Nanogate AG, Saarbrücken, Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | Sensovation AG, Stockach, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender |
| ― | Vasopharm GmbH, Würzburg, Mitglied des Beirats |
Helmut Jeggle:
| ― | Ganymed Pharmaceuticals AG, Mainz, Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | BioNTech AG, Mainz, Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | Sidroga AG, Zoffingen, Schweiz, Präsident des Verwaltungsrats |
Dr. Thomas Werner:
| ― | PharmaSwiss S.A., Zug, Schweiz, Mitglied des Verwaltungsrats (Executive Chairman) |
| ― | CM&D Pharma Ltd., London, Großbritannnien, Vorsitzender des Supervisory Board (NonExecutive Chairman) |
| ― | SkyePharma PLC, London, Großbritannien, Mitglied des Supervisory Board (Non-Executive Director) |
| ― | Accera Inc., Broomfield, Colorado, USA, Mitglied des Supervisory Board (Independant Board Director) |
Dr. Manfred Rüdiger übte zum Bilanzstichtag keine Funktionen in anderen Kontrollgremien und Aufsichtsräten aus.
Anteilsbesitz der Mitglieder des Aufsichtsrats
Der Anteilsbesitz der Mitglieder des Aufsichtsrats setzt sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:
| Anteilsbesitz in Stück | Aktien 01.01.2009 | Kauf | Verkauf | Aktien 31.12.2009 |
|---|---|---|---|---|
| Dr. Jörg Neermann | 97.500 | 2.500 | 0 | 100.000 |
| Dr. Manfred Rüdiger | 15.000 | 1.000 | 0 | 16.000 |
| Dr. Clemens Doppler | 7.500 | 2-375 | 0 | 9.875 |
| Anteilsbesitz | 120.000 | 5-875 | 0 | 125875 |
6. ZUSÄTZLICHE ANGABEN
6.1 Durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer gemäß § 285 Nr. 7 HGB
Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer (Angestellte) beträgt ohne Vorstand und Auszubildende 86 (2008: 75).
Von den 86 Angestellten (ohne Vorstand und Auszubildende) sind 65 in der Forschung und Entwicklung, 19 im Vertrieb und in der Verwaltung sowie zwei Mitarbeiter im Bereich Informationstechnologie tätig. Im Vorjahr waren von den 75 Angestellten (ohne Vorstand und Auszubildenden) 56 in der Forschung und Entwicklung, 17 im Vertrieb und in der Verwaltung sowie zwei Mitarbeiter im Bereich Informationstechnologie tätig.
Darüber hinaus waren 2009 wie im Vorjahr durchschnittlich 4 Vorstände und 1 Auszubildender bei der 4SC AG beschäftigt, sodass die durchschnittliche Gesamtbeschäftigtenzahl in 2009 bei 91 und in 2008 bei 80 lag.
Im Rahmen der bedingten Kapitalia I, II, III, IV und VI wurden den Mitarbeitern der Gesellschaft gemäß § 192 Abs. 2 Nr. 3 AktG Optionen zugeteilt. Davon sind per 31. Dezember 2009 noch insgesamt 830.187 Optionen ausstehend. Diese sind zum einen bei einem Bezugsverhältnis von 2:1 mit einem Ausübungspreis von 4,24 € bzw. 5,08 €, zum anderen bei einem Bezugsverhältnis von 1:1 mit einem Ausübungspreis zwischen 3,29 € und 3,80 € ausgestattet.
6.2 Angaben zu nahe stehenden Unternehmen und Personen
Im Zeitraum 1. Januar 2009 bis 31. Dezember 2009 hat die 4SC AG die nachfolgend dargestellten wesentlichen Geschäfte mit nahe stehenden Personen getätigt:
quattro research GmbH, Planegg-Martinsried
Die 4SC AG unterhält Rechtsbeziehungen zu der quattro research GmbH, an der sie seit deren Gründung Anfang 2004 eine Beteiligung in Höhe von 48,8% des Stammkapitals hält. Insbesondere besteht ein Softwareservice-Vertrag zwischen den Gesellschaften, aufgrund dessen die quattro research GmbH Leistungen zur Verbesserung, Weiterentwicklung, Benutzerunterstützung, Weiterbildung und Datenbankpflege bezüglich einer von der 4SC AG erstellten Software zur Unterstützung der Forschungsaktivitäten erbringt. Dieser Vertrag hatte im Zeitraum Januar bis Dezember 2009 ein Volumen von netto 277 T € (2008: 277 T €). Weiterhin besteht ein IT-Service-Vertrag, auf dessen Grundlage die quattro research GmbH Dienstleistungen bei der Pflege und Instandhaltung der Infrastruktur der 4SC AG erbringt. Aus diesem Vertrag entstanden der 4SC AG im Jahr 2009 Kosten in Höhe von netto 21 T € (2008: 21 T €). Über weitere 18 T € (2008: 19 T €) wurde von der quattro research GmbH IT-Ausstattung an die 4SC AG geliefert. Zum Bilanzstichtag bestehen Verbindlichkeiten gegenüber der quattro research GmbH aus den genannten Verträgen in Höhe von 29 T € (31. Dezember 2008: 29 T €).
Daneben besteht zwischen der 4SC AG als Hauptmieterin und der quattro research GmbH als Untermieterin ein Untermietvertrag in den Geschäftsräumen der 4SC AG. Der von der quattro research GmbH zu zahlende Mietzins orientiert sich an den Konditionen des Hauptmietvertrags der 4SC AG. Im Berichtsjahr wurden Erträge aus der Untervermietung über 26 T € (2008: 23 T €) vereinnahmt. Zum Bilanzstichtag besteht aus der Nebenkostenabrechnung eine Forderung der 4SC AG gegen die quattro research GmbH in Höhe von weniger als 1 T € (31. Dezember 2008: Verbindlichkeit über weniger als 1 T €).
Conrad Hinrich Donner Bank, Hamburg (CHD)
Am 15. Oktober 2009 schloss die 4SC AG einen Vertrag mit der Conrad Hinrich Donner Bank (CHD) über die Durchführung der Kapitalerhöhung der 4SC AG im vierten Quartal 2009. Einer der Vorstände der Conrad Hinrich Donner Bank, Marcus Vitt, ist ein Bruder des CSOs der 4SC AG, Dr. Daniel Vitt. Im Berichtsjahr entstanden der 4SC AG Aufwendungen aus der Kapitalerhöhung gegenüber der CHD über 97 T € (Kapitalerhöhung 2008: 118 T €). Gleichzeitig konnte die 4SC AG im Rahmen der Kapitalerhöhung 2009 entstandene Aufwendungen in Höhe von 2 T € netto an die CHD weiterberechnen. Diese Forderung war zum Bilanzstichtag in Höhe von brutto 3 T € noch offen.
Mit Vertrag vom Dezember 2005 hat die CHD außerdem die Funktion als Zahlungs- und Hinterlegungsstelle für die 4SC AG übernommen, wodurch ein jährlicher Aufwand von 3 T € entsteht.
Darüber hinaus berät die CHD die 4SC AG seit Oktober 2008 im Zusammenhang mit der Optimierung der Beziehung zu privaten und institutionellen Investoren. Im Berichtsjahr entstanden der 4SC AG Aufwendungen über 28 T € (2008: 6 T €), zum 31. Dezember 2009 bestanden hieraus keine Verbindlichkeiten.
Sonstige Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen
Darüber hinaus bestehen sonstige Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen, die im Berichtsjahr einzeln jedoch nicht mehr als 10 T € betragen haben und deren Gesamtvolumen pro Jahr voraussichtlich 10 T € nicht übersteigen wird.
6.3 Honorare des Abschlussprüfers gemäß § 285 Nr. 17 HGB
Die ordentliche Hauptversammlung vom 15. Juni 2009 hat die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Ganghoferstraße 29, 80339 München, zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2009 bestellt.
| in T€ | 2009 | 2008 |
|---|---|---|
| Abschlussprüfungsleistungen | 67 | 66 |
| andere Bestätigungsleistungen | 42 | 46 |
| Sonstige Leistungen | 0 | 1 |
| Vom Abschlussprüfer berechnetes Gesamthonorar | 109 | 113 |
Für Abschlussprüfungsleistungen 2009 wurden im Geschäftsjahr 67 T € erfasst (im Vorjahr: 66 T € für die Abschlussprüfung 2008).
Für andere Bestätigungsleistungen fielen im Berichtsjahr 10 T € im Rahmen zweier Analytical Reviews sowie einer prüferischen Durchsicht für die Quartalsabschlüsse an (2008: 9 T €). Des Weiteren wurden 27 T € für die Erstellung des Comfort Letters im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung gebucht (Vorjahr: 20 T €). Zusätzlich fielen für die Mittelprüfung im Zusammenhang mit dem EU-Förderprojekt "Antimal" und die Erstellung des entsprechenden "Audit Certificates" im Berichtsjahr 5 T € an (2008: 7 T €). Im Vorjahr wurden darüber hinaus 10 T € für die Prüfung der Systemimplementierung in Rechnung gestellt.
Sonstige Leistungen durch die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bestanden im Berichtsjahr in der Durchführung von Mandantenseminaren unter Teilnahme der 4SC AG. Die Kosten hierfür beliefen sich auf weniger als 1 T € (2008: 1 T €).
6.4 Mitteilungspflichtige Beteiligung gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG
Im Berichtsjahr wurden der Gesellschaft folgende mitteilungspflichtige Beteiligungen gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG mitgeteilt:
| Anzeigende Gesellschaft | Bekanntmachungsdatum | Stimmrechtsanteil |
|---|---|---|
| DWS Investment GmbH, Frankfurt / Main | 30.10.2009 | 2,996% |
| DWS Investment GmbH, Frankfurt / Main | 16.11.2009 | 3,347% |
| DWS Investment GmbH, Frankfurt / Main | 19.11.2009 | 2,891% |
| HeidelbergCapital Private Equity Fund I GmbH & Co. KG, HeidelbergCapital Asset Management GmbH, Dr. Clemens Doppler & Prof. Dr. Martin Weiblen, München | 26.11.2009 | 7,66% |
| Deutsche Bank AG, Frankfurt / Main Nordwestdeutscher Wohnungsbauträger GmbH, Frankfurt / Main DBG Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH, Frankfurt / Main VCG Venture Capital Gesellschaft mbH, München | 27.11.2009 | 8,55% |
| Deutsche Bank AG, Frankfurt / Main Nordwestdeutscher Wohnungsbauträger GmbH, Frankfurt / Main DBG Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH, Frankfurt / Main VCG Venture Capital Gesellschaft mbH, München | 01.12.20091 | 8,55% |
| Deutsche Bank AG, Frankfurt / Main Nordwestdeutscher Wohnungsbauträger GmbH, Frankfurt / Main DBG Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH, Frankfurt / Main VCG Venture Capital Gesellschaft mbH, München | 04.12.20092 | 8,55% |
| First Capital Partner GmbH, Gräfelfing3 | 16.12.2009 | 16,39% |
| FCP Biotech Holding GmbH, Gräfelfing | 16.12.2009 | 11,62% |
| WE Verwaltungs GmbH, Gräfelfing | 16.12.2009 | 16,39% |
| WE Vermögensverwaltung GmbH & Co, Gräfelfing | 16.12.2009 | 16,39% |
| Wolfgang Egger, Deutschland | 16.12.2009 | 16,39% |
1 Hierbei handelt es sich um eine Korrektur der Meldung vom 27.11.2009
2 Hierbei handelt es sich um eine Korrektur der Meldung vom 01.12.2009
3 Die Stimmrechte werden dabei auch der FCP Anlage AG, Gräfelfing zugerechnet
Die mitteilungspflichtigen Beteiligungen wurden an dem jeweiligen Datum der Bekanntmachung in der BörsenZeitung veröffentlicht sowie auf der Web-Site www.4sc.com dauerhaft zugänglich gemacht.
6.5 Corporate Governance Kodex gemäß § 285 Nr. 16 HGB
Am 17. Februar 2009 und am 25. Februar 2010 haben der Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft gemäß § 161 AktG erklärt, den vom Bundesministerium der Justiz bekannt gemachten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" nahezu in seiner Vollständigkeit mit einigen Ausnahmen zu entsprechen.
Die Entsprechenserklärungen wurden jeweils am gleichen Tag auf der Website www.4sc.com dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht.
Planegg-Martinsried, 15. März 2010
Der Vorstand:
Dr. Ulrich Dauer, CEO
Dr. Bernd Hentsch, CDO
Dipl.-Kfm. Enno Spillner, CFO
Dr. Daniel Vitt, CSO
Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2009
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | ||||
|---|---|---|---|---|
| 1.1.2009 EUR |
Zugänge EUR |
Abgänge EUR |
31.12.2009 EUR |
|
| --- | --- | --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||
| 1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 14.645.405,31 | 85.059,21 | 0,00 | 14.730.464,52 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 3.571.909,05 | 0,00 | 0,00 | 3.571.909,05 |
| 3. Geleistete Anzahlungen | 0,00 | 4.730,76 | 0,00 | 4.730,76 |
| 18.217.314,36 | 89.789,97 | 0,00 | 18.307.104,33 | |
| II. Sachanlagen | ||||
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 4.860.569,88 | 440.529,04 | 89.723,45 | 5.211.375,47 |
| III. Finanzanlagen | ||||
| Beteiligungen | 420.242,52 | 0,00 | 0,00 | 420.242,52 |
| 23.498.126,76 | 530.319,01 | 89.723,45 | 23.938.722,32 |
| Kumulierte Abschreibungen | ||||
|---|---|---|---|---|
| 1.1.2009 EUR |
Zugänge EUR |
Abgänge EUR |
31.12.2009 EUR |
|
| --- | --- | --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||
| 1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 822.907,72 | 856.102,81 | 0,00 | 1.679.010,53 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 3.214.718,19 | 357.189,86 | 0,00 | 3.571.908,05 |
| 3. Geleistete Anzahlungen | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| 4.037.625,91 | 1.213.292,67 | 0,00 | 5.250.918,58 | |
| II. Sachanlagen | ||||
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3.313.350,85 | 432.929,19 | 88.664,26 | 3.657.615,78 |
| III. Finanzanlagen | ||||
| Beteiligungen | 254.142,52 | 0,00 | 0,00 | 254.142,52 |
| 7.605.119,28 | 1.646.221,86 | 88.664,26 | 9.162.676,88 |
| Buchwerte | ||
|---|---|---|
| 31.12.2009 EUR |
31.12.2008 EUR |
|
| --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| 1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 13.051.453,99 | 13.822.497,59 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 1,00 | 357.190,86 |
| 3. Geleistete Anzahlungen | 4.730,76 | 0,00 |
| 13.056.185,75 | 14.179.688,45 | |
| II. Sachanlagen | ||
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 1.553.759,69 | 1.547.219,03 |
| III. Finanzanlagen | ||
| Beteiligungen | 166.100,00 | 166.100,00 |
| 14.776.045,44 | 15.893.007,48 |
Lagebericht
1. DAS UNTERNEHMEN 4SC AG
1.1 Geschäftstätigkeit
Die 4SC AG ist ein international tätiges Biotechnologieunternehmen, welches sich darauf spezialisiert hat, neuartige Medikamente gegen schwere Krankheiten mit den Indikationsschwerpunkten Autoimmun- und Krebserkrankungen zu erforschen und zu entwickeln. Unternehmensziel ist der Aufbau einer nachhaltigen und breit aufgestellten Produktpipeline. Dafür werden niedermolekulare Medikamentenkandidaten bis in die frühen klinischen Phasen entwickelt und nach dem Nachweis ihrer Wirksamkeit ("Proof-of-Concept") zu attraktiven Produkten für Lizenzpartnerschaften mit Pharma- und Biotechnologieunternehmen. Im Anschluss sollen diese Partner die Weiterentwicklung und Vermarktung durchführen.
Mit solchen Partnerschaften will die 4SC AG Lizenzgebühren, Meilensteinzahlungen und Umsatzbeteiligungen erwirtschaften und damit ein substanzielles Unternehmenswachstum erzielen. Weiterhin generiert die 4SC AG Erträge aus Forschungskooperationen mit Pharma- und Biotechnologieunternehmen.
1.2 Rechtliche Struktur und Organisation
Die 4SC AG ist eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht. Sie wurde am 3. August 2000 als 4SC Drug Discovery AG gegründet. Seit dem 15. Dezember 2005 werden die Aktien der Gesellschaft deutschlandweit im Prime Standard gehandelt. Sitz der Gesellschaft ist Planegg (Martinsried) im Landkreis München. Seit Anfang 2009 hat das Unternehmen eine Betriebsstätte in Überlingen-Bonndorf am Bodensee.
1.3 Kurzdarstellung der Indikationen
Der therapeutische Schwerpunkt der 4SC AG liegt auf Autoimmun- und Krebserkrankungen. Diese Indikationen verfügen bislang über unzureichende Behandlungsmöglichkeiten und versprechen ein großes Marktpotenzial.
Autoimmunerkrankungen sind Krankheiten, die eine Abwehrreaktion des Immunsystems gegen körpereigenes Gewebe verursachen. Hier entwickelt die 4SC AG Therapeutika für die Indikationen Rheumatoide Arthritis (RA) und chronisch entzündliche Darmerkrankungen, allen voran das am weitesten fortgeschrittene Produkt 4SC-101 (seit Januar 2010 unter dem International Nonproprietary Name (INN) Vidofludimus).
Krebserkrankungen sind Krankheiten, bei denen Körperzellen unkontrolliert wachsen, dabei gesundes Gewebe verdrängen und zerstören können. Die aktuellen Indikationsschwerpunkte der 4SC AG in der Onkologie sind das Hepatozelluläre Karzinom (HCC) und das Hodgkin Lymphom (HL), gegen die die 4SC AG den Medikamentenkandidaten Resminostat (4SC-201) entwickelt. Dieser befindet sich derzeit in beiden Indikationen in jeweiligen Phase-II-Studien. Eine Studie in einer dritten Indikation für den Wirkstoff ist in Planung. Parallel dazu läuft mit dem Medikamentenkandidaten 4SC-203 eine Phase-I-Studie an Probanden mit dem Ziel, ihn gegen Akute Myeloische Leukämie weiterzuentwickeln. Mit 4SC-205 befindet sich seit Anfang 2010 ein drittes onkologisches Produkt in der klinischen Prüfung. Im Rahmen dieser Phase-I-Studie wird der Wirkstoff in Patienten mit fortgeschrittenen soliden Tumoren und malignen Lymphomen untersucht.
1.4 Absatzmärkte
Die 4SC AG beabsichtigt, die entwickelten Medikamentenkandidaten an Pharma- und Biotechnologieunternehmen mit etabliertem Medikamentenvertrieb in Lizenz zu vergeben. Dabei zielt das Unternehmen schwerpunktmäßig auf die wichtigsten Pharmamärkte die EU, Nordamerika und Japan - sowie andere Märkte ab, die innovativen Medizinprodukten einen entsprechenden Patent- oder Vermarktungsschutz bieten.
1.5 Unternehmensstrategie und Ziele
Die 4SC AG will sich zu einem profitablen Unternehmen entwickeln, indem es Medikamentenkandidaten entdeckt, entwickelt und in Partnerschaften einbringt, die zur Behandlung von Krankheiten mit hohem medizinischen Bedarf geeignet sind und großes Wachstums- bzw. Absatzpotenzial ausweisen. Mit den Lizenzeinnahmen will die Gesellschaft Umsätze erwirtschaften, die das Unternehmen in die Profitabilität führen.
2. WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN
2.1 Weltwirtschaft: Auf den Einbruch folgt die langsame Erholung
Nach dem drastischen Einbruch der Weltwirtschaft im Herbst 2008 haben sich die meisten Volkswirtschaften im Jahresverlauf 2009 langsam erholt. In den Industrieländern griffen geld- und finanzpolitische Impulse; auch in den aufstrebenden asiatischen Volkswirtschaften, die unter der globalen Konjunkturkrise besonders gelitten hatten, stabilisierte sich die Wirtschaftslage wieder. In Deutschland zeichnete sich in der zweiten Jahreshälfte ebenfalls eine wirtschaftliche Trendwende ab. Dennoch ist die positive Entwicklung fragil, auch vor dem Hintergrund, dass die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen schwierig blieben: Banken waren mit der Vergabe von Krediten sehr zögerlich, so dass sich Unternehmen nur schwer mit dem notwendigen Kapital für Investitionen versorgen konnten. Auch die Versorgung mit Eigenkapital blieb schwierig, da entsprechende Investoren sehr zurückhaltend agierten.
2.2 Aktuelle Entwicklungen in der Pharma- und Biotech-Branche
Das Jahr 2009 war weltweit von diversen großen Fusionen und Unternehmenskäufen geprägt: Pfizer, weltgrößter Pharmakonzern übernahm Wyeth für 68 Mrd. US-$. Damit reagierte Pfizer auf drohende Patentabläufe, insbesondere des Patents für den Cholesterinsenker Lipitor, das 2010 abläuft. Durch den Kauf von Schering-Plough durch Merck & Co. für 41 Mrd. US-$ entstand 2009 nach Pfizer der weltweit zweitgrößte Pharmakonzern. Roche schloss im Berichtsjahr die bereits 2008 eingeleitete Übernahme des Biotech-Riesen Genentech ab.
:: 01 UMSATZAUFTEILUNG DES_GESUNDHEITSSEKT0RS WELTWEIT IM JAHR 2009 IN % (IN MRD. US$)

Auch die kapitalmarkt-sensitive Biotech-Branche setzte die weltweite Finanzkrise - und der damit verbundene Rückgang an Finanzierungen unter Druck. Die Refinanzierung des operativen Geschäfts durch Venture Capital und Private Equity wurde deutlich erschwert, während gleichzeitig die Bewertung der Unternehmen abnahm. Dies war einer der Gründe für die verstärkten Konsolidierungstendenzen innerhalb des Sektors. Bei M&A-Transaktionen in den USA wurde die Rekordsumme von 34,5 Mrd. US-$ (2008: 26,7 Mrd. US-$) transferiert, wobei Sanofi-Aventis und Abbott Laboratories die M&A-Ausgaben mit 15 Deals und 21 Mrd. US-$ anführten. Ein weiterer Grund für die Konsolidierungstendenz entstand aus der Notwendigkeit der Pharmakonzerne, die eigene Pipeline auf Grund von ausgelaufenen Patenten durch den Zukauf von Produkten und Kandidaten zu ergänzen und zu sichern. Dieser Bedarf an innovativen Medikamentenkandidaten führte in den USA zu einer starken Zunahme von Übernahmen und Kooperationen von Biotech-Unternehmen - so stieg deren Anzahl 2009 auf 52 (2008: 43) an.
:: 02 M&A BIOTECH TRANSAKTIONEN WELTWEIT IN MRD. USS

In Deutschland hat sich diese Entwicklung, trotz gleichlaufender Trends im Gesundheitsbereich, bislang noch nicht gezeigt. Einerseits sind Umsätze und Beschäftigung moderat gestiegen und die Anzahl von Projekten in der klinischen Entwicklung hat sich leicht erhöht. Andererseits ist die Zahl der veröffentlichten Fusionen und Übernahmen deutlich von 32 auf 13 gesunken. Darüber hinaus ging im angespannten Finanzierungsumfeld die Zahl der Eigenkapitalfinanzierungen von 24 auf 19 zurück.
2.3 Klinische Entwicklung im Umfeld - positive Ergebnisse beleben den Markt
Bei der Entwicklung neuer Medikamente und Therapien konnte die Branche im Jahr 2009 Erfolge vermelden. Positive klinische Daten verbessern das Stimmungsbild. So erhielt im April der österreichische Impfstoffentwickler Intercell für die USA und die EU die Zulassung für Ixiaro, einem Impfstoff gegen Japanische Enzephalitis. Das größte Biotech-Unternehmen Amgen hatte positive Ergebnisse im Onkologie-Bereich zu verzeichnen: Es lieferte mit dem Medikament Denosumab sehr überzeugende Phase-III-Daten zur Behandlung von Knochenmetastasen. Sollte die Zulassung erfolgen, werden hier jährliche Spitzenumsätze von mehr als 3 Mrd. US-$ erwartet.
Insbesondere im Bereich der Autoimmunerkrankungen gab es ab der zweiten Jahreshälfte zahlreiche klinische Meldungen - hauptsächlich mit niedermolekularen Medikamentenkandidaten, aber auch mit Antikörpern. Im Juni meldete Pfizer positive Zwischendaten zu zwei Open-Label Phase-II-Studien mit dem oralen JAK-3 Inhibitor CP-690,550 in RA auf einem der größten Rheumakongresse, der European League Against Rheumatism (EULAR). Im Juli vermeldete die dänische Firma Genmab gemeinsam mit GlaxoSmithKline positive Phase-III-Daten für den Antikörper Ofatumumab bei Patienten, die auf die Therapie mit Methotrexat nur unzureichend angesprochen hatten. Anfang Juli gab das US-Unternehmen Rigel Pharma positive Phase-IIb-Daten von RA-Patienten mit Methotrexat-Hintergrund für den niedermolekularen Wirkstoff R788 gegen Rheumatoide Arthritis bekannt. Ebenfalls im Juli schnellte die Aktie des US-Unternehmens Human Genome Sciences nach Bekanntgabe positiver Ergebnisse einer Phase-III-Studie in der Indikation Lupus um mehr als 200% nach oben. Diese positiven Ergebnisse ermöglichten der Human Genome Sciences eine erfolgreiche Kapitalerhöhung von 356,7 Mio. US-$ - die größte im Biotechnologiesektor seit 2006.
Es gab jedoch auch Fehlschläge im Bereich der Rheumatoiden Arthritis. Im Juli berichtete Rigel, dass in ihrer zweiten Phase-IIb-Studie für die niedermolekulare Substanz R788 aufgrund hoher Placeboraten der primäre Endpunkt nicht erreicht werden konnte. Im Gegensatz zu der vorherigen Studie wurde diese zweite Studie an Patienten in einem fortgeschritteneren Krankheitsstadium durchgeführt, bei denen antikörperbasierte Therapien versagt hatten. Auch Array Biopharma musste im September ein RA-Programm einstellen, da die vorläufigen Daten des niedermolekularen MEK-Inhibitors ARRY-162 den primären Endpunkt der Phase-II-Studie nicht erreichten. Die untersuchte Patientengruppe sprach nicht auf Methotrexat an, zudem waren die Placeboraten höher als erwartet und wiesen regionale Unterschiede auf.
Im Dezember zeigte sich aber, dass niedermolekulare Medikamente bei Autoimmunerkrankungen gefragt sind: Incyte kündigte eine exklusive, weltweite Lizenz- und Kooperationsvereinbarung mit Eli Lilly für die Entwicklung und Vermarktung von Incytes oralem JAK1/JAK2 Incyte-Inhibitor INCB28050 an. Für die weltweiten Entwicklungs- und Vermarktungsrechte erhält Incyte eine erste Zahlung von 90 Mio. US-$ sowie mögliche weitere, meilensteinabhängige Zahlungen von bis zu 665 Mio. US-$. Auch im deutschsprachigen Raum wurde Ende Dezember eine große Pharma-Biotech-Allianz angekündigt: Intercell AG und GlaxoSmithKline Biologicals SA (GSK) gaben die Bildung einer strategischen Allianz bekannt. Ziel der Zusammenarbeit ist die rasche Entwicklung und Vermarktung nadelfreier Pflaster-Impfstoffe. Die Vertragsbedingungen sehen eine Vorauszahlung von GSK in der Höhe von ca. 34 Mio. € (49,4 Mio. US-$) sowie eine zusätzliche schrittweise Kapitalbeteiligung von bis zu 84 Mio. € (123,5 Mio. US-$) vor.
Ebenfalls im Dezember übernahm die auf Onkologie spezialisierte amerikanische Pharmafirma Celgene die Biotechnologiefirma Gloucester für 340 Mio. US-$ in bar, zuzüglich weiterer erfolgsabhängiger Meilensteinzahlungen in Höhe von bis zu 300 Mio. US-$. Mit dem HDAC-Inhibitor Istodax (Romidepsin) erhält Celgene ein für die Indikation CTCL (Kutanes T-Zell Lymphom) bereits zugelassenes Medikament, welches sich weiterhin in Phase III für PTCL (Peripheres T-Zell Lymphom) befindet. Die Geldgeber von Gloucester, die bis dato lediglich ca. 100 Mio. US-$ investiert hatten, konnten durch die Übernahme eine hohe Rendite erwirtschaften.
3. GESCHÄFTSVERLAUF
3.1 Wesentliche Ereignisse 2009
Das Geschäftsjahr 2009 war für die 4SC AG geprägt von einer Reihe bedeutender Fortschritte in der Medikamentenpipeline: Diverse Medikamentenkandidaten traten in die klinische Entwicklung ein und etablierten ein breites Portfolio; drei Phase-II-Studien wurden in 2009 sowie eine weitere Anfang Januar 2010, d.h. kurz nach Ablauf des Berichtszeitraums, begonnen. Eine Kapitalerhöhung wurde erfolgreich abgeschlossen und sichert die Weiterentwicklung der Produktpipeline.

Positive Entwicklung bei klinischen Studien
Die 4SC AG vermeldete 2009 eine Vielzahl positiver Studienentwicklungen und -ergebnisse: Die beiden am weitesten fortgeschrittenen Kandidaten Vidofludimus und Resminostat traten im Laufe des Jahres 2009 bzw. kurz danach - Anfang 2010 - in vier neu aufgelegte Phase-II-Studien ein. Im Anschluss an diese Phase sollen sie in Partnerschaften eingebracht, weiterentwickelt und vermarktet werden. Die Nachhaltigkeit der Pipeline wurde durch Forschungsaktivitäten und den Eintritt der Onkologie-Kandidaten 4SC-203 und 4SC-205 in die Phase I sichergestellt.
Die folgende Tabelle stellt die wichtigsten Meilensteine in der Produktentwicklung 2009 dar:
| Datum | Produkt | Indikation / Patientenpopulation | Ereignis | Überblick Studie | Endpunkt |
|---|---|---|---|---|---|
| 22.12. | 4SC-201 | Hodgkin Lymphom | Studienzentren initiiert Phase-II-Studie "SAPHIRE" | 33 Patienten Einarmig Open-Label Multizentrisch/International | Primär: ORR Sekundär: OS / PFS / TTP/DOR Sicherheit / Pharma-kokinetik / Biomarker |
| 22.12. | 4SC-203 | Gesunde Probanden | Studienzentren initiiert Phase-I-Studie | Bis 50 Patienten Randomisiert Doppelblind Placebokontrolliert | Primär: Sicherheit / Pharmakokinetik |
| 22.12. | 4SC-205 | Solide Tumore /Maligne Lymphome | BfArM akzeptiert Studienprotokoll Phase-I-Studie "AEGIS" | Bis 30 Patienten Einarmig Open-Label Multizentrisch | Primär: Sicherheit / Pharmakokinetik |
| 09.11. | 4SC-101 | Rheumatoide Arthritis | Erster Patient Phase-IIb-Studie "COMPONENT" | 244 Patienten Zweiarmig Randomisiert Doppelblind Placebokontrolliert Multizentrisch/International | Primär: ACR20 Sekundär: ACR50/70, DAS28 Sicherheit / Pharmakokinetik / Biomarker |
| 17.09. | 4SC-201 | Krebs und Hepatozelluläres Karzinom | ECCO-ESMO Konferenz - Präsentation | Phase-I & präklinische HCC-Daten (in vitro/in vivo) | |
| 18.08. | 4SC-201 | Hepatozelluläres Karzinom | Erster Patient Phase-II-Studie "SHELTER" | 50 Patienten Zweiarmig Open-Label Multizentrisch/International | Primär: PFSR Sekundär: TTP / OS Sicherheit / Pharmakokinetik / Biomarker |
| 28.05. | 4SC-101 | Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen | DDW Konferenz -Präsentation | Präklinische Daten zu IL-17 Inhibition in TNBS-Model | |
| 26.05. | 4SC-201 | Krebs | ASCO - Präsentation | Phase-I-Daten | |
| 04.03. | 4SC-101 | Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn & Colitis Ulcerosa) | Erster Patient Phase-IIa-Studie "ENTRANCE" | 24 Patienten Einarmig Open-Label Multizentrisch | Primär: Steroid vollständig ersetzt Sekundär: Reduktion der Steroid-Dosis CDAI (MC) / CAI (CU) Sicherheit / Pharmakokinetik / Biomarker |
Europäisches Patent für niedermolekularen Wirkstoff erteilt
Für den niedermolekularen Wirkstoff Vidofludimus für die Behandlung von Autoimmunerkrankungen, wie z.B. RA wurde in 2009 das europäische Patent (EP1392642) erteilt. Damit erhielt die 4SC AG den notwendigen Schutz der Exklusivität, um den Wirkstoff mit Aussicht auf Profitabilität weiterzuentwickeln. Das Patent mit dem Titel "Neue Verbindungen als entzündungshemmende, immunmodulierende und antiproliferative Mittel" schützt die Herstellung, die stoffliche Zusammensetzung und den Einsatz bei Krankheiten für eine neue Gruppe DHODH-hemmender Wirkstoffe, darunter auch Vidofludimus. Bereits 2006 hat das US-Patentamt der 4SC AG ein entsprechendes Patent für Vidofludimus erteilt. Weitere Patente hält die 4SC AG in Kanada, Russland, Neuseeland, Südafrika und Mexiko.
4SC AG erhält Forschungsgelder von Land und Bund
Im Bereich der Erforschung von Proteinkinase-Inhibitoren zur Behandlung von Herpesviren erhielt die 4SC AG als Teil eines Konsortiums einen Zuschuss der Bayerischen Forschungsstiftung. Das auf drei Jahre angelegte Projekt wird mit einem Gesamtbetrag von ca. 700 T € gefördert. Weiterhin wird die 4SC AG als Teil eines Konsortiums im Rahmen des Förderprogramms "Biotechnologie - Chancen nutzen und gestalten" über den Zeitraum von drei Jahren vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert, um medizinisch relevante systembiologische Fragestellungen mit hohem Anwendungspotenzial zu bearbeiten. Die Fördersumme beläuft sich auf insgesamt 1,7 Mio. €.
Kapitalerhöhung: 10 Millionen Aktien erfolgreich platziert
Am 23. Oktober 2009 beschloss der Vorstand mit Genehmigung des Aufsichtsrats eine Kapitalerhöhung. Bis zum 16. November 2009 wurden 10 Millionen neue Aktien platziert. Dem Unternehmen flossen damit liquide Mittel in Höhe von brutto 30 Mio. € zu. Der Emissionserlös lag damit am oberen Ende der anvisierten Volumenspanne. Das gezeichnete Kapital der 4SC AG erhöhte sich dadurch von 28.502.739 € auf 38.502.739 €. Die Aktien wurden am 15. Dezember 2009 zum Handel an der Frankfurter Börse zugelassen. Mit den Erlösen wird die Weiterentwicklung der aktuellen Produktpipeline der 4SC AG mindestens bis Ende 2011 gesichert.
3.2 Darstellung der Produktpipeline
Die 4SC AG verfügt über eine breit aufgestellte Produktpipeline von Medikamentenkandidaten mit den therapeutischen Schwerpunkten Autoimmunerkrankungen und Onkologie. Aktuell befinden sich folgende vier Produkte in der klinischen Pipeline, mit insgesamt zwei klinischen Programmen (Studien) im Bereich Autoimmunerkrankung und vier in der Onkologie. Des Weiteren werden zwei präklinische Onkologie-Kandidaten für den Eintritt in die Phase I evaluiert und vorbereitet.
Vidofludimus - 4SC-101 (DHODH- und Interleukin-1j-Inhibitor): Entzündungsprozesse unterdrücken
Vidofludimus ist der am weitesten fortgeschrittene oral verfügbare Medikamentenkandidat. Er wird für die Behandlung von RA und chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen entwickelt. Des Weiteren ist er auch für andere Autoimmunerkrankungen wie z.B. Lupus, Psoriasis und Multiple Sklerose durch präklinische Daten gut positioniert. Im Bereich RA gehört dieser Wirkstoff zur Gruppe der synthetischen "Disease-Modifying AntiRheumatic Drugs" (DMARDs), welche die Krankheit verlangsamen und hemmen können, um so weitere Schäden an den Gelenken zu reduzieren.
Die therapeutische Wirkung beruht auf einem dualen Mechanismus: Zum einen wird das Enzym Dihydrooratatdehydrogenase (DHODH) inhibiert, welches für die Teilung schnell proliferierender Zellen notwendig ist. Dadurch wird die Teilung aktivierter T- und B-Zellen gehemmt, die bei Entzündungsprozessen stark erhöht ist. Zum anderen konnte bei Tiermodellen in präklinischen Studien nachgewiesen werden, dass Vidofludimus die Bildung eines zentral wichtigen Zytokins, des Inter-leukin-17, unterdrückt. Interleukin-17 ist ein Signalzytokin des Thi7-Zelltyps, der an der Regulierung und Vermittlung von Reaktionen in entzündlichen Prozessen im Körper teilnimmt und mit zahlreichen Autoimmunerkrankungen in Verbindung gebracht wird.
Vidofludimus befindet sich derzeit in zwei Phase-II-Studien. Für die Indikation RA läuft seit November 2009 die "COMPONENT"-Studie: eine randomisierte, zweiarmige, doppelblinde, placebokon-trollierte, internationale und multizentrische Phase-IIb-Studie mit 244 Patienten, in der Vidofludimus auf dem Behandlungshintergrund von Methotrexat, der aktuellen Standardtherapie für Patienten mit dieser Krankheit, auf seine therapeutische Wirksamkeit hin geprüft wird. Als primärer Endpunkt der Studie wird der ACR20 bestimmt. Als sekundäre Endpunkte werden zudem ACR50, ACR70, DAS28, Sicherheitsparameter und pharmakokinetische Faktoren ermittelt. Erste Studienergebnisse werden für Ende 2010 erwartet.
Zusätzlich wurde bereits im März 2009 die Phase-IIa-Studie "ENTRANCE" zur Behandlung von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, die durch Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa ausgezeichnet sind, begonnen. Diese exploratorische, Open-Label, einarmige, multizentrische Studie wird an 24 Patienten durchgeführt und prüft, ob die Behandlung mit Steroiden durch Vidofludimus ersetzt oder reduziert werden kann. Erste Studienergebnisse werden Ende der ersten Jahreshälfte 2010 erwartet.
Resminostat/4SC-201 (Pan-HDAC-Inhibitor Klasse I+II): Tumorwachstum stoppen und rückbilden
Resminostat ist der am weitesten fortgeschrittene oral verfügbare Kandidat im Onkologie-Portfolio. Indikationsschwerpunkte sind HCC, die häufigste Form des Leberkrebses, sowie HL, eine Erkrankung des blutbildenden Systems. Des Weiteren wird eine Krebs-Indikation angestrebt, in der Resminostat in Kombination mit einer Standard-Chemotherapie entwickelt werden kann und somit ein noch breiteres Marktsegment anspricht.
Das Medikament ist ein oral verabreichter pan-Histon Deacetylase (HDAC)-Inhibitor. HDAC-Inhibitoren verändern die DNA-Strukturen von Tumorzellen und lösen damit Zelldifferenzierung und schließlich Apoptose (programmierter Zelltod) aus. Dadurch besitzen HDAC-Inhibitoren einen Wirkmechanismus, der das Tumorwachstum stoppen, eine Rückbildung des Tumors bewirken und damit die langfristige Kontrolle der Krebserkrankung ermöglichen könnte. Resminostat erwies sich in der Phase-I-Studie mit einer täglichen Dosierung zwischen 100 mg und 800 mg als generell gut verträglich mit einem gut tolerierbaren Nebenwirkungsprofil - das auch bei längerer Gabe gut vertragen wurde. In der Phase-I-Studie wurde nach den international angewendeten RECIST-Kriterien bei 11 der 18 behandelten Patienten eine Stabilisierung der Tumorerkrankung beobachtet.
Resminostat befindet sich derzeit in zwei Phase-II-Studien. Seit August 2009 läuft die "SHELTER"-Studie in der Indikation HCC, in der der Wirksamkeitsnachweis des Medikamentenkandidaten als Zweitlinien-Therapie untersucht wird. Hierbei wird Resminostat in zwei Studienarmen zum einen alleine und zum anderen in Kombination mit der einzig zugelassenen Erstlinien-Therapie für fortgeschrittene Krankheitsstadien, Sorafenib, geprüft. In dieser Open-Label, zweiarmigen, multizentrischen Studie an bis zu 50 Patienten ist der primäre Endpunkt die progressionsfreie Überlebensrate (progression free survival rate/PFSR 12), die nach zwölf Wochen Behandlung bestimmt wird. Die sekundären Endpunkte der Studie beinhalten die Ermittlung des Zeitraums bis zum Fortschreiten der Tumorerkrankung (time to progression/TTP), die progressionsfreie Überlebensrate nach 6 Wochen (progression free survival rate/PFSR 6), die über zwölf Wochen hinausgehende PFSR sowie die Gesamtüberlebenszeit (overall survival/OS). Ebenso werden eine Analyse der Sicherheit, Verträglichkeit, der Pharmakokinetik und die Untersuchung von Biomarkern durchgeführt. Resultate werden in der ersten Jahreshälfte 2011 erwartet.
Zusätzlich wurden im Dezember 2009 die klinischen Zentren für eine zweite Phase-II-Studie zur Behandlung von Patienten mit HL initiiert. Diese "SAPHIRE"-Studie rekrutierte Anfang 2010 den ersten aus geplanten 33 Patienten für diese Open-Label, einarmige, multizentrische, internationale Studie. Der primäre Endpunkt der Studie ist die objektive Ansprechrate (objective overall response rate/ORR) von Standardtherapierefraktären oder wiedererkrankten Patienten auf Resminostat. Die sekundären Endpunkte liegen in der Bestimmung der progressionsfreien Überlebensrate (PFRS), der Ermittlung des Zeitraums bis zum Fortschreiten der Tumorerkrankung (TTP), der Dauer des Ansprechens (duration of response/DOR), der Gesamtüberlebenszeit (OS) sowie auch der Sicherheit, Verträglichkeit und Pharmakokinetik. Resultate werden Ende 2011 erwartet.
4SC-203 (Proteinkinasen): Unkontrolliertes Zellwachstum hemmen
Für 4SC-203 wurde die Vorbereitung für die Phase-I-Studie zur Erstanwendung dieses Multi-Kinase-Inhibitors im Menschen zum Einschluss erster Probanden im Dezember fertiggestellt. Dieses Molekül, das insbesondere FLT3, FLT3-Mutanten und VEGF-Rezeptoren inhibiert und deshalb besonders gegen die Akute Myeloische Leukämie geeignet ist, wurde in Zusammenarbeit mit dem Freiburger Unternehmen ProQinase GmbH entwickelt. Anfang Januar 2010 hat die 4SC AG mit der randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-I-Studie an dem ersten gesunden Probanden begonnen, um die Sicherheit, Verträglichkeit und Pharmakokinetik von 4SC-203 nach intravenöser Verabreichung zu untersuchen. Die Resultate werden Ende 2010 erwartet.
4SC-205 (Eg5-Kinesin-Inhibitor): Zellteilung stoppen
4SC-205 ist ein Eg5-Kinesin-Inhibitor, für den das Phase-I-Studienprotokoll für eine Erstanwendungsprüfung am Patienten von der deutschen Aufsichtsbehörde (BfArM) im Dezember genehmigt wurde. Anfang 2010 wurde der erste Patient in diese Open-Label, Phase-I-Studie "AEGIS" eingeschlossen, um die Sicherheit, Verträglichkeit, Pharmakokinetik und Pharmakodynamik von 4SC-205 nach oraler Verabreichung zu untersuchen. Studienresultate werden in 2011 erwartet.
3.3 Präklinik - Nachschub für die Phase I 4SC-202 (HDAC-Inhibitor Klasse I):
4SC-202 ist ein selektiver HDAC-Inhibitor, der ein anderes Wirksamkeitsprofil als Resminostat zeigt. Der Wirkstoff befindet sich derzeit in der Onkologie-Pipeline am Übergang von der Präklinik zum Eintritt in die klinische Phase I.
4SC-20J (Zellzyklus-Blocker):
4SC-207 ist ein Zellzyklusblocker (cell cycle blocker/CCB), der derzeit in der Präklinik evaluiert wird, um die Übergangsentscheidung in die klinische Entwicklung zu treffen. 4SC-207 zeichnet sich durch seine hohe Aktivität gegen solche Krebszellen aus, die gegen Standard-Chemotherapie wie Taxane und Vinca-Alkaloide resistent geworden sind.
3.4 Kommentierung der Zielerreichung Entwicklungsfortschritte erreicht
Erklärtes Ziel der 4SC AG ist es, zu einem führenden Partner der Pharmaindustrie im Bereich der Autoimmunerkrankungen und Onkologie zu werden. Dazu werden die einzelnen Medikamentenkandidaten bis zum Nachweis der klinischen Wirksamkeit entwickelt. Anschließend werden sie an Pharmaunternehmen in Lizenz vergeben, damit sie weiterentwickelt und vermarktet werden können.
Diesem Ziel ist das Unternehmen im Berichtsjahr ein gutes Stück näher gekommen. So trat Vidofludimus in den beiden Indikationen RA und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen in die Phase II der klinischen Entwicklung ein. Voraussetzungen für angestrebte Partnerschaftsvereinbarungen werden durch die Aussicht auf Ergebnisse in beiden Studien in 2010 geschaffen.
Auch beim Aufbau der Onkologie-Pipeline wurden in diesem Jahr große Fortschritte erzielt. Mit Resminostat wurden zwei Phase-II-Studien begonnen: Der Indikationsschwerpunkt HCC ist durch einen hohen medizinischen Bedarf gekennzeichnet; im Indikationsschwerpunkt HL wird der Wirksamkeitsnachweis angestrebt. Die zwei onkologischen Kandidaten 4SC-203 und 4SC-205 wurden in die Phase I gebracht, um die Nachhaltigkeit der Pipeline durch die eigene Forschung zu steigern.
Mit den finanziellen Mitteln aus der Kapitalerhöhung 2009 kann die Weiterentwicklung der aktuellen Produktpipeline der 4SC AG und das Erreichen der nächsten vier klinischen Meilensteine, der Phase-II-Resultate mit Vidofludimus in RA und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, sowie mit Resminostat in HCC und HL gesichert werden. Das Ziel, mit Kooperationen und Lizenzierungen ausreichend Liquidität zu erzielen, um auf weitere Kapitalerhöhungen oder externe Finanzierungen zu verzichten, wird mit dem Wirksamkeitsnachweis der am weitesten fortgeschrittenen Medikamentenkandidaten erreichbarer.
4. VERMÖGENS-, FINANZ- UND ERTRAGSLAGE
4.1 Ertragslage
Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse gingen 2009 gegenüber dem Vorjahr von 2.969 T € auf 1.861 T € zurück. Während im Geschäftsjahr 2008 Erlöse über 750 T € aus dem Lizenzvertrag mit der Erlanger ViroLogik GmbH erzielt wurden, resultierten die Umsätze im Berichtsjahr ausschließlich aus Forschungskooperationen.
:: 16 UMSATZERLÖSE IN T€

Sonstige betriebliche Erträge
Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Erträge von 829 T € auf 485 T € resultierte im Wesentlichen aus deutlich geringeren Weiterberechnungen von externen Dienstleistungen im Vergleich zum Vorjahr.
Betriebliche Aufwendungen
Die betrieblichen Aufwendungen setzten sich aus dem Personalaufwand, den Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen sowie den sonstigen betrieblichen Aufwendungen zusammen.
Die Zunahme des Personalaufwands von 4.767 T € in 2008 auf 5.708 T € in 2009 resultierte aus der Steigerung der Gesamtbeschäftigtenzahl um knapp 14% - von 80 auf 91 im Jahresdurchschnitt. Dies spiegelte sich in der Zunahme der Löhne und Gehälter und der entsprechenden Sozialabgaben wider.
Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen nahmen auf 1.646 T € (Vorjahr: 1.134 T €) zu. Hauptursache war dabei die Aktivierung der von Nycomed erworbenen Rechte und der entsprechenden planmäßigen Abschreibung über die erwartete Laufzeit, da die Patente in 2008 erst unterjährig erworben wurden.
Der gleichzeitige Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 8% - von 11.026 T € in 2008 auf 11.944 T € in 2009 - resultierte im Wesentlichen aus der Integration der von Nycomed erworbenen Onkologie-Programme in die eigene Pipeline sowie aus der Weiterentwicklung der gesamten 4SC-Projektpipeline. Dies zeigte sich vor allem in gestiegenen externen Dienstleistungs- und Materialkosten.
Aus den genannten Gründen stieg die Summe aus dem Personalaufwand, den Abschreibungen sowie den sonstigen betrieblichen Aufwendungen von 16.927 T € in 2008 auf 19.299 T € in 2009.
Finanzergebnis
Das Finanzergebnis reduzierte sich 2009 von 493 T € auf 351 T € - obwohl im Vorjahr die Beteiligung an der Quiescence Technologies LLC. (damals QuoNova LLC.) in Höhe von 254 T € vollständig wertberichtigt wurde. Hier spiegeln sich die deutlich gesunkenen Zinsen sowie der durchschnittlich geringere Finanzmittelbestand wider.
Jahresergebnis
Der Jahresfehlbetrag 2009 betrug 16.603 T €, nach 12.635 T € im Vorjahr.
4.2 Vermögenslage Investitionen
Im Geschäftsjahr 2009 hat die 4SC AG Ersatzbeschaffungen sowie Neuinvestitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von 531 T € (2008: 14.991 T €) vorgenommen. Im Vorjahr war die Investitionssumme entscheidend von dem Erwerb der Rechte an insgesamt acht Onkologie-Projekten von der Nycomed in Höhe von 14 Mio. € geprägt.
Bei den Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände handelte es sich - neben Investitionen in Software - um nachträgliche Anschaffungskosten im Zusammenhang mit dem Erwerb der Rechte an den Onkologie-Projekten der Nycomed aus 2008. Sie resultierten aus Kosten für die Umschreibung der Patente auf die 4SC AG. Die Zugänge im Sachanlagevermögen betreffen vor allem die technische Laborausstattung sowie die IT-Systeme.
Als Finanzanlagen hält die 4SC AG weiterhin Beteiligungen in Höhe von 48,8% an der quattro research GmbH, Planegg-Martinsried, in Höhe von 10,0% an der Quiescence Technologies LLC. (bis Anfang 2009 firmierend unter QuoNova LLC.), Melbourne, Florida, USA, sowie in Höhe von 3,7% an der Nexigen GmbH mit Sitz in Bonn. Im Geschäftsjahr 2009 gab es keine weiteren Investitionen in Beteiligungen.
Anlagevermögen
Das Anlagevermögen reduzierte sich zum Bilanzstichtag gegenüber 2008 von 15.893 T € auf 14.776 T €. Den größten Effekt hatte dabei der Rückgang der immateriellen Vermögensgegenstände von 14.180 T € auf 13.056 T €, bedingt durch die planmäßige Abschreibung der im Vorjahr erworbenen Patente - mit einer Nutzungsdauer zwischen 16 und 20 Jahren und des Firmenwerts.
Das Sachanlagevermögen blieb mit 1.554 T € gegenüber dem Vorjahreswert von 1.547 T € nahezu unverändert. Keine Änderungen gab es bei den Finanzanlagen: Sie betrugen zum Bilanzstichtag wie im Vorjahr 166 T €.
Umlaufvermögen
Das Umlaufvermögen stieg gegenüber dem 31. Dezember 2008 von 23.462 T € auf 36.998 T €. Der Rückgang der Wertpapiere in diesem Zeitraum von 5.231 T € auf 4.542 T € wurde durch den deutlichen Anstieg der Guthaben bei Kreditinstituten von 16.460 T € auf 30.967 T € überkompensiert. Letztere Position beinhaltet überwiegend die Gelder aus der Kapitalerhöhung.
Eigenkapital
Die Entwicklung des Eigenkapitals spiegelte die im vierten Quartal 2009 abgeschlossene Kapitalerhöhung wider. Durch die Ausgabe von 10.000.000 neuen Aktien zu einem Kurs von je 3,00 € erhöhte sich das Grundkapital der 4SC AG binnen Jahresfrist von 28.503 T € auf 38.503 T €. Gleichzeitig stieg die Kapitalrücklage von 49.145 T € auf 69.145 T €.
Gegenläufig wirkte sich dabei das Jahresergebnis in Höhe von - 16.603 T € aus. Es erhöhte den Bilanzverlust von 42.077 T € auf 58.680 T €.
Insgesamt stieg das Eigenkapital der 4SC AG zum 31. Dezember 2009 auf 48.968 T € nach 35.571 T € zum Vorjahresstichtag. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich um 4,1 Prozentpunkte auf 94,2% (31. Dezember 2008: 90,1%).
Rückstellungen
Die Rückstellungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr von 1.192 T € auf 1.912 T € erhöht. Dies lag vor allem an der verstärkten Inanspruchnahme von wissenschaftlichen Fremdleistungen.
Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten gingen deutlich zurück. Sie sanken von 2.729 T € auf 1.077 T € und somit um 60%. Dies resultierte in erster Linie aus dem vollständigen Abbau der finanziellen Verbindlichkeiten in Höhe von 902 T €. Die Darlehen wurden Anfang Januar 2009 an den Darlehensgeber, die Technologie Beteiligungsfonds Bayern GmbH & Co. KG, München, zurückgezahlt. Gleichzeitig reduzierten sich auch die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stichtagsbedingt von 1.370 T € auf 913 T €.
Bilanzsumme
Aufgrund der beschriebenen Effekte erhöhte sich die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2009 auf 51.957 T €. Damit stieg sie gegenüber dem Vorjahr um mehr als 30% (31. Dezember 2008: 39.491 T €) und liegt nun erstmals über 50 Mio. €.
4.3 Finanzlage
Finanzierungsmaßnahmen
Die 4SC AG führte im Berichtsjahr eine nicht-öffentliche Barkapitalerhöhung mit Bezugsrecht durch, um die Finanzlage des Unternehmens zu stärken und die weitere Entwicklung zu sichern. Am 16. November 2009 wurden 10.000.000 Aktien zu einem Kurs von 3,00 € je Aktie platziert. Der Gesellschaft flossen dadurch 30,0 Mio. € zu. Das Grundkapital der 4SC AG erhöhte sich in dem Zusammenhang von 28.503 T € auf 38.503 T €, die Zahl der ausgegebenen Aktien von 28.502.739 auf 38.502.739 Stück. Durch die Kapitalerhöhung stieg die Kapitalrücklage um 20.000 T € auf 69.145 T € zum Bilanzstichtag an.
Cashflows aus laufender Tätigkeit
Der Mittelabfluss aus der laufenden Tätigkeit betrug im Berichtsjahr 14.750 T €. Die Differenz zum Jahresfehlbetrag vor Steuern in Höhe von 16.603 T € resultierte dabei vor allem aus nicht zahlungswirksamen Aufwendungen innerhalb des Betriebsergebnisses und hier vor allem aus den Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen und aus erhaltenen Zinsen. Im Vorjahr lag der Mittelabfluss aus der laufenden Tätigkeit bei 9.784 T €, bei einem Jahresfehlbetrag von 12.635 T €.
Cashflows aus Investitionstätigkeit
Die Mittelabflüsse aus der Investitionstätigkeit betrugen im Berichtsjahr 531 T €. Dabei wurden 90 T € in immaterielle Vermögensgegenstände und 441 T € in das Sachanlagevermögen investiert. 2008 betrug der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit 15.145 T €. Einerseits resultierte dieser Betrag aus dem Erwerb der Rechte an den acht Onkologie-Projekten von der Nycomed für 14 Mio. €. Andererseits investierte die Gesellschaft 818 T € in Sachanlagen und 154 T € in Beteiligungen.
Cashflows aus Finanzierungstätigkeit
Die Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit betrugen im Berichtsjahr 29.098 T € und waren durch zwei gegenläufige Effekte geprägt: Durch die Kapitalerhöhung flossen der 4SC AG 30.000 T € zu. Gleichzeitig wurden im Januar 2009 langfristige Darlehen über 902 T € zurückgeführt. Im Vorjahreszeitraum erhielt die 4SC AG infolge der in 2008 durchgeführten Kapitalerhöhung 29.453 T €. Finanzmittelbestand
Der Finanzmittelbestand zum Ende des Berichtsjahrs, d.h. die in der Bilanz ausgewiesenen Wertpapiere sowie der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten belief sich auf 35.510 T € (31. Dezember 2008: 21.692 T €).
4.4 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage
Erwartungsgemäß führten der Projektfortschritt und die erweiterte Pipeline 2009 zu gestiegenen Kosten. Gleichzeitig sanken die Umsatzerlöse, sodass sich der Verlust 2009 weiter erhöhte. Positiv entwickelte sich erneut die Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft: Die Liquiditätsausstattung war jederzeit hinreichend, die Finanzierung der Produkte war zu keiner Zeit gefährdet. Die Kapitalerhöhung im vierten Quartal 2009 ließ sowohl die Bilanzsumme und das Eigenkapital als auch den Finanzmittelbestand zum 31. Dezember 2009 im Vergleich zum Vorjahresstichtag signifikant ansteigen.
Bis zur Aufstellung des Jahresabschlusses verlief die wirtschaftliche Entwicklung der Gesellschaft auch im Geschäftsjahr 2010 planmäßig.
5. NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren, wie Mitarbeiter, Beschaffung, gewerbliche Schutzrechte und Unternehmensverantwortung tragen entscheidend zum Erfolg der 4SC AG bei.
5.1 Mitarbeiter und Vorstand
:: 29 ANZAHL DER GESAMTBESCHÄFTIGTEN ZUM 31.12.

Im Laufe des Berichtsjahrs hat die 4SC AG das Personal weiter verstärkt. Zum 31. Dezember 2009 arbeiteten 87 Mitarbeiter und vier Vorstände für die Gesellschaft, das sind 7% mehr als Ende 2008 (31. Dezember 2008: 81 Mitarbeiter und vier Vorstände). Ausgebaut wurde das Team vor allem im Bereich Entwicklung, um der gestiegenen Anzahl an Programmen gerecht zu werden.
| 31.12.09 | 31.12.08 | Veränderung | |
|---|---|---|---|
| Forschung & Entwicklung | 68 | 61 | 12% |
| Verwaltung & Vertrieb | 20 | 21 | - 5% |
| Informationstechnologie | 3 | 3 | 0% |
| Summe | 9 | 85 | 7% |
Als Biotechnologieunternehmen sind die meisten Mitarbeiter der 4SC AG in der Forschung und Entwicklung beschäftigt: Deren Anteil zum 31. Dezember 2009 betrug fast Dreiviertel der Gesamtbelegschaft und erhöhte sich damit im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozentpunkte (31. Dezember 2008: knapp 72%).


Personalkosten gestiegen
Die Personalkosten der 4SC AG haben sich im Vergleich zum Vorjahr um 20% auf 5.708 T € erhöht (2008: 4.767 T €). Einerseits wurden im Jahr 2009 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt, zum anderen verdienten die 2008 unterjährig eingestellten Beschäftigten ihr erstes volles Jahresgehalt.
Neues Aktienoptionsprogramm aufgelegt
Das Grundgehalt der Mitarbeiter richtet sich nach vier Faktoren: Qualifikation, Berufserfahrung, Leistung und ausgeübte Funktion. Bereichsvorstände, Vorgesetzte und Human Resources überprüfen die Grundgehälter jährlich.
Da das Unternehmen auch künftig auf hoch motivierte Mitarbeiter angewiesen ist, hat die 4SC AG im Berichtsjahr zusätzlich zu den bestehenden Aktienoptionsprogrammen ein neues Mitarbeiteroptionsprogramm aufgelegt: Das "ESOP 2009" wurde auf der Ordentlichen Hauptversammlung am 15. Juni 2009 genehmigt und berücksichtigt die derzeit marktüblichen Standards hinsichtlich Laufzeiten, Sperrfristen und Erfolgsfaktoren. Mitarbeiter und Vorstand erhielten erstmals im November 2009 Optionen aus diesem Programm. Aus keinem der bestehenden Programme wurden im Berichtsjahr Optionen ausgeübt.
5.2 Beschaffung
Beschaffung - zentral, unabhängig und flexibel
Bei der 4SC AG werden wie in den Vorjahren die Beschaffungs- und Logistikprozesse sowie die Lagerhaltung durch einen zentralen Einkauf organisiert und abgewickelt. Die Prozesse sind fest definiert und etabliert. Die enge Abstimmung des Einkaufs sowohl mit der Buchhaltung als auch mit den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen garantiert dabei einen reibungslosen Ablauf - vom Einholen des Angebots bis zur Zahlung der Rechnungen.
Die 4SC AG legt Wert auf ein Netz von Lieferanten, um nicht von einzelnen Lieferanten abhängig und damit unflexibel zu werden. Die Bezugsquellen werden grundsätzlich nach drei Kriterien ausgewählt: Qualität, Preis und Verfügbarkeit. Auch im Berichtsjahr 2009 wurden die Lieferkonditionen bei insgesamt gestiegenem Einkaufsvolumen intensiv verhandelt und teilweise weiter optimiert. Bei einigen Produktgruppen, wie z.B. Lösungsmitteln, konnte sich die 4SC AG dagegen marktweiten Preissteigerungen nur teilweise entziehen. Darüber hinaus engagierte sich die Gesellschaft auch 2009 im regionalen Einkaufsverbund der Biotech-Region München, um günstige Lieferkonditionen zu erhalten.
In der Forschung und Entwicklung arbeitet die 4SC AG mit vielen Dienstleistungsunternehmen zusammen, unter anderem auf folgenden Gebieten: Pharmakologie, Toxikologie, Metabolismus, Analytik, Herstellung, klinische Entwicklung, Pharmakovigilanz und Statistik. Die Auswahl des jeweiligen Partners hängt von den Anforderungen des individuellen Projekts ab. Wesentliche Auswahlkriterien sind dessen Erfahrung auf dem jeweiligen Gebiet sowie die erforderlichen regulatorischen Voraussetzungen.
5.3 Gewerbliche Schutzrechte und INNs
Zahl der Patente und Patentanmeldungen steigt weiter
:: 13 ERTEILTE PATENTE ZUM 31.12
Weltweit verfügte die 4SC AG zum Jahresende 2009 über 34 erteilte Patente und 422 Patentanmeldungen. Für die Technologie der DHODH-Inhibitoren sind inzwischen 15 Patente erteilt, unter anderem das entscheidende Substanzschutz-Patent in den USA und in Europa. Diese Patente und Patentanmeldungen bilden zusammen 62 Patentfamilien, die ihren Ursprung jeweils in derselben prioritätsbegründenden Erfindung haben. Das bedeutet: Laut Pariser Verbandsübereinkunft zum Schutz des gewerblichen Eigentums (PVÜ) kann bei einer Patentanmeldung in einem Mitgliedsstaat innerhalb einer Prioritätsfrist von einem Jahr in jedem anderen Mitgliedsstaat das so genannte "Prioritätsrecht" einer Erstanmeldung in Anspruch genommen werden (Art. 4 PVÜ). Dies kommt einer Rückdatierung des Anmeldetags gleich. Voraussetzung hierfür ist, dass beide Anmeldungen dieselbe Erfindung betreffen. Neben ihren Patenten besitzt die 4SC AG verschiedene Rechte an Bild- und Wortmarken.
INN vorgeschlagen
Für die beiden in der Entwicklung am weitesten fortgeschrittenen Produkte der 4SC AG, den Wirkstoffen 4SC-101 und 4SC-201, wurden kürzlich von der WHO so genannte INN-Freinamen vorgeschlagen, die für 4SC-101 Vidofludimus und für 4SC-201 Resminostat lauten. Diesen INNs wird in der Folge eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung und Platzierung dieser Wirkstoffe in der medizinischen Gemeinschaft zukommen. Die 4SC AG wird bis zum Ablauf der Patentlaufzeiten für 4SC-101 und 4SC-201 der einzige Anbieter dieser Wirksubstanzen mit diesen Wirkstoffnamen sein können.
5.4 Unternehmensverantwortung / Nachhaltigkeit Sicherheit unserer Mitarbeiter und Umweltschutz
Das Thema unternehmerische Verantwortung wird ernst genommen: Die 4SC AG bietet ihren Mitarbeitern höchstmögliche Sicherheit und der Umwelt bestmöglichen Schutz. Alle wichtigen Schritte zum Schutz der Mitarbeiter und zur Vermeidung von Umweltbelastungen werden kontinuierlich in allen Prozessen umgesetzt. Dies auch in Zukunft zu gewährleisten, ist Aufgabe des Arbeitssicherheitsausschusses. Ihm gehören gemäß Arbeitssicherheitsgesetz folgende Personen an: ein Sicherheitsbeauftragter Chemie, ein Sicherheitsbeauftragter Biologie (in Personalunion auch Projektleiter Gentechnik nach § 15 Abs. 4 S. 1 Gentechnikschutzverordnung), eine Beauftragte Biologische Sicherheit (BBS), eine Fachkraft für Arbeitssicherheit, ein Betriebsarzt und ein Sicherheitsverantwortlicher. Der Ausschuss sorgte auch im Berichtsjahr 2009 dafür, dass die 4SC-Mitarbeiter die geltenden gesetzlichen Auflagen in allen Arbeitsbereichen umsetzen und einhalten.
Daneben gibt es auch externe Kontrollen. § 5 Arbeitsschutzgesetz entsprechend führte die Gesellschaft für Laborsicherheit mbH, Karlsfeld, (GLS) eine Gefährdungsbeurteilung durch. Diese unterweist alljährlich - gemäß geltender Gefahrstoffverordnung - alle im Labor tätigen Mitarbeiter im Umgang mit Gefahrstoffen. Außerdem sind die bei der 4SC AG eingesetzten Chemikalien in einem Gefahrstoffkataster dokumentiert und lagern zur Sicherheit in Gefahrstoffschränken. Zur Verringerung der Risiken im Laborbetrieb wird einerseits der Vorrat an Chemikalien so klein wie möglich gehalten und erfolgt andererseits deren Einsatz mit Bedacht und in möglichst niedrigen Mengen. Eine persönliche Schutzausrüstung wird den Mitarbeitern ebenso zur Verfügung gestellt.
Alle Sicherheitseinrichtungen werden vorschriftsmäßig durch externe Fachkräfte kontrolliert und instand gehalten. Der genehmigte Betrieb der biologischen Laboratorien der Sicherheitsstufen 1 und 2 sowie die Arbeiten im Radionuklidlabor stehen unter ständiger behördlicher Aufsicht. In der Identifikation und Entwicklung neuer Medikamente ist die 4SC AG auf die Erhebung tierexperimenteller Daten angewiesen, einerseits um die wissenschaftlich notwendigen Ziele zu erreichen und andererseits um gesetzlichen Verpflichtungen nachzukommen. Die 4SC AG ist engagiert, Tierversuche auf ein notwendiges Mindestmaß zu reduzieren und soweit möglich durch alternative Methoden zu ersetzen. Die wenigen, unvermeidbaren tierexperimentellen Arbeiten, die im Jahr 2009 von der 4SC AG durchgeführt wurden, unterlagen durchweg der Überwachung eines externen Tierschutzbeauftragten und der behördlichen Genehmigung.
Nicht zuletzt trägt auch das Abfallkonzept zum Schutz der Umwelt bei. Die 4SC AG hält alle Grenzwerte und Richtlinien ein.
Gesellschaftliche Verantwortung
Gesellschaftlichen Belangen fühlt sich die 4SC AG verpflichtet und geht deshalb innerhalb der Biotechnologiebranche mit gutem Beispiel voran. So hat sich im März 2009 beispielsweise fast die Hälfte der Mitarbeiter der 4SC AG für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei GmbH (DKMS) typisieren lassen. Sie unterstützen damit Menschen, die an Leukämie erkrankt sind und dringend auf eine Stammzellspende warten. Die Kosten in Höhe von 2.000 € für die Bestimmung der notwendigen Gewebemerkmale trug die 4SC AG. Die Idee für diese firmenweite Typisierung entstand bei der Entwicklung des Medikaments 4SC-205 gegen Akute Myeloische Leukämie.
Erneut nahm die 4SC AG im April 2009 am Girls' Day im Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie (IZB) teil. Auf dieser Veranstaltung erfahren Mädchen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren alles über Biotechnologie, Life Sciences sowie berufliche Perspektiven in diesen Feldern - und zwar direkt von Fachleuten.
Im August 2009 präsentierte sich die 4SC AG beim Tag der Offenen Tür, den der "Cluster Biotechnologie", ein überregionales Biotech-Netzwerk, gemeinsam mit Firmen und Instituten im IZB veranstaltete. Auf verschiedenen Firmenführungen verschafften sich interessierte Besucher einen Überblick über die Münchner Biotechnologie-Szene und die 4SC AG.
6. BERICHT ZUR CORPORATE GOVERNANCE
Verantwortungsvolle, wertorientierte und eine an den Interessen der Stakeholder ausgerichtete Unternehmensführung hat bei der 4SC AG einen hohen Stellenwert. Deshalb fühlt sich das Unternehmen in seinen Zielen, Werten und Prozessen dem Deutschen Corporate Governance Kodex verpflichtet. Seine Normen und Vorschriften werden von der 4SC AG weitgehend aktiv umgesetzt. Das zeigt sich unter anderem in der engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit aller Organe der Gesellschaft, in der transparenten Kommunikation sowie in der leistungsorientierten Vergütung des Managements. Vorstand und Aufsichtsrat der 4SC AG haben sich in Vorbereitung des Jahresabschlusses 2009 erneut mit den Vorgaben des Kodex in seiner aktuellen Fassung vom 18. Juni 2009 befasst.
Die 4SC AG entspricht den Empfehlungen des Kodex in der überwiegenden Zahl der Empfehlungen. Nur in einzelnen Punkten hat sich die 4SC AG nach sorgfältiger Überlegung entschieden, dem Kodex nicht zu folgen. Diese Ausnahmen beziehen sich überwiegend auf Empfehlungen, die stark auf große Konzerne zugeschnitten sind oder auf neuen Gesetzen basieren, deren Umsetzung im Unternehmen noch nicht erfolgt ist, aber in Kürze erfolgen soll. Die einzelnen Abweichungspunkte werden in der nachfolgenden Entsprechenserklärung von Vorstand und Aufsichtsrat explizit genannt und begründet.
Der Bericht zur Corporate Governance beschreibt die Grundsätze der Führungs- und Kontrollstruktur, der Unternehmensführung sowie die Rechte der Aktionäre der 4SC AG. Er berücksichtigt Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex und enthält sämtliche nach den Paragrafen §§ 289 Absatz 4 und 289a des Handelsgesetzbuchs (HGB) notwendigen Angaben und Erläuterungen sowie die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG.
6.1 Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB
Entsprechenserklärung nach § 161 AktG
Vorstand und Aufsichtsrat haben zuletzt am 17. Februar 2009 eine Erklärung gemäß § 161 AktG abgegeben. Dieser Erklärung lag die Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 6. Juni 2008 zu Grunde. Im Jahr 2009 wurde der Deutsche Corporate Governance Kodex überarbeitet. Die nunmehr geltende Fassung datiert auf den 18. Juni 2009.
Der Vorstand und der Aufsichtsrat der 4SC AG erklären gemäß § 161 AktG, dass die 4SC AG den Empfehlungen der Regierungskommission "Deutscher Corporate Governance Kodex" (in der Fassung vom 18. Juni 2009) mit den nachfolgend genannten Ausnahmen entspricht und entsprechen wird sowie mit diesen Ausnahmen den Empfehlungen seit der letzten Entsprechenserklärung vom 17. Februar 2009 entsprochen hat:
1) Ziff. 3.8 Abs. 2 des Kodex: Die aktuelle D&O-Versicherung der Gesellschaft besteht für Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder und sieht auch einen Selbstbehalt für die Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder in Höhe von maximal 50 T US-$ pro Schadensfall vor. Dieser bezieht sich aber lediglich auf Schadensfälle in den USA. Die 4SC AG weicht in diesem Zusammenhang von den Anforderungen der jetzt geltenden Fassung des Kodex ab. Derzeit werden jedoch die Versicherungspolicen für die D&O-Versicherung sowohl für den Vorstand als auch für den Aufsichtsrat diesbezüglich überarbeitet. Diese werden spätestens ab dem 1. Juli 2010 den gesetzlich geforderten Selbstbehalt beinhalten.
2) Ziff. 4.2.3 Abs. 1 des Kodex: Die Vergütung der Vorstandsmitglieder der Gesellschaft beinhaltet sowohl fixe als auch variable Vergütungsbestandteile. In den aktuellen Vorstandsverträgen sind die variablen Vergütungsbestandteile mit Ausnahme des Aktienoptionsprogramms bisher nicht an eine mehrjährige Bemessungsgrundlage gekoppelt. Derzeit laufen noch Alt-Verträge für die Vorstandsmitglieder, die vor der Neufassung des Kodex im Juni 2009 sowie vor Inkrafttreten des VorstAG abgeschlossen wurden. Bei der nächsten Neufassung der Vorstandsverträge sollen die vom Kodex und dem VorstAG genannten Erfordernisse entsprechend berücksichtigt und umgesetzt werden.
3) Ziff. 4.2.3 Abs. 2 des Kodex: Die gegenwärtigen variablen Vergütungsteile für den Vorstand bestehen aus einem erfolgsabhängigen Bonus sowie einer langfristigen erfolgsabhängigen Vergütung in Form von Aktienoptionen. Die 4SC AG verzichtete bisher auf die vom Kodex empfohlene Begrenzung für außerordentliche, nicht vorhergesehene Entwicklungen sowie darauf, die Aktienoptionen auf Vergleichsparameter zu beziehen, da die aktuellen Vorstandsverträge seit Inkrafttreten des VorstAG nicht verlängert oder neu abgeschlossen wurden und die Programme nach Ansicht der Gesellschaft ideal auf das Unternehmen zugeschnitten sind. Im Zusammenhang mit den Aktienoptionen für den Vorstand war jedoch auch schon bisher eine positive Entwicklung des Aktienkurses sowie die Überschreitung definierter positiver Kurshürden notwendig, um die Aktienoptionen ausüben zu dürfen. Bei Neufassung der Vorstandsverträge werden die Erfordernisse des VorstAG entsprechend Berücksichtigung finden.
4) Ziff. 5.3.3 des Kodex: Der Aufsichtsrat hat sich gegen die Etablierung eines Nominierungsausschusses entschieden. Nach Auffassung des Aufsichtsrats der 4SC AG bietet die zusätzliche Einsetzung eines solchen Nominierungsausschusses keine zusätzliche Steigerung der Effizienz der Aufsichtsratsarbeit. Der Aufsichtsrat belässt diese Funktion daher im Gesamtaufsichtsrat.
5) Ziff. 5.4.6 Abs. 1 des Kodex: Eine Unterscheidung der Vergütung in den Aufsichtsratsausschüssen nach Mitgliedschaft und Vorsitz wird derzeit nicht vorgenommen. Die Praxis hat gezeigt, dass die Ausschussmitglieder Arbeit und Organisation zu etwa gleichen Teilen übernehmen.
6) Ziff. 5.4.6 Abs. 2 des Kodex: Eine erfolgsorientierte Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats besteht derzeit nicht. Da es sich bei der 4SC AG um ein forschungsintensives Technologieunternehmen handelt, erscheint diese Empfehlung des Kodex dem Unternehmen derzeit nicht als sachgerecht und administrativ als überproportional aufwändig.
Planegg-Martinsried, 25. Februar 2010
Für den Vorstand
Dr. Ulrich Dauer
Für den Aufsichtsrat
Dr. Jörg Neermann
Angaben zu Unternehmensführungspraktiken
Die Unternehmensführungspraktiken der 4SC AG orientieren sich an den gesetzlichen Bestimmungen. Darüber hinaus sind sie von einem fairen und respektvollen Umfang geprägt. Die überschaubare Unternehmensgröße, die Tatsache, dass es nur einen hauptsächlichen Unternehmensstandort gibt, die flachen Hierarchien sowie der persönliche Umgang mit den Mitarbeitern und Partnern erfordern keine weiterführenden Unternehmenspraktiken. Das Verhalten des Unternehmens und seiner Mitarbeiter wird von moralischen und ethischen Wertvorstellungen getragen. Diese führen zu einem fairen, respektvollen und gesetzeskonformen Verhalten.
Die Führung und die Überwachung des Unternehmens entsprechen den deutschen Gesetzen, den gesellschaftlichen Normen und größtenteils den Richtlinien des Deutschen Corporate Governance Kodex.
Arbeitsweisen von Vorstand und Aufsichtsrat
Vorstand und Aufsichtsrat der 4SC AG arbeiten eng zusammen, um den Wert des Unternehmens nachhaltig zu steigern. So stimmt der Vorstand die strategische Ausrichtung des Unternehmens mit dem Aufsichtsrat ab und erörtert mit ihm auch die Umsetzung. Dazu informiert der Vorstand den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle unternehmensrelevanten Fragen der Planung, Strategie, Geschäftsentwicklung, Finanzen, Risikolage, des Risikomanagements sowie des internen Kontrollsystems. Falls erforderlich, berichtete der Vorstand dem Aufsichtsrat auch zwischen den Sitzungen, gegebenenfalls telefonisch oder per E-Mail. Kurzfristige Entscheidungen werden bei Bedarf auch in einer Telefonkonferenz erörtert, eventuelle Beschlüsse im Umlaufverfahren gefasst.
Für maßgebliche Geschäftsvorfälle sind in der Geschäftsordnung des Vorstands Zustimmungsvorbehalte des Aufsichtsrats festgelegt. Daneben kann der Aufsichtsrat auch im Einzelfall einen Geschäftsvorgang einem Zustimmungsvorbehalt unterstellen.
Vorstand
Der vierköpfige Vorstand der 4SC AG führt die Geschäfte eigenverantwortlich mit dem Ziel einer stabilen Entwicklung und der nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts. Die Vorstandsmitglieder ergänzen sich in ihren Fähigkeiten und Erfahrungen und führen das Unternehmen als Team. Die einzelnen Bereiche stimmen sich eng ab, so auch in den regelmäßigen Vorstandssitzungen.
Aufsichtsrat
Der Aufsichtsrat besteht aus sechs von der Hauptversammlung gewählten Mitgliedern. Vorsitzender ist Dr. Jörg Neermann, stellvertretender Vorsitzender Günter Frankenne. Weitere Mitglieder sind Dr. Clemens Doppler, Helmut Jeggle, Dr. Manfred Rüdiger und Dr. Thomas Werner. Dr. Thomas Strüngmann ist mit Ablauf der Ordentlichen Hauptversammlung am 15. Juni 2009 auf eigenen Wunsch aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden.
Alle Aufsichtsräte verfügen über langjährige Erfahrung in den Bereichen Pharma und Biotechnologie und/oder über weitreichende Expertise im kaufmännischen und Finanzbereich von börsennotierten und privaten Unternehmen. Darüber hinaus verfügt der Prüfungsausschuss mit Herrn Jeggle über einen erfahrenen und unabhängigen Finanzexperten.
Der Aufsichtsrat war stets in alle maßgeblichen und unternehmensrelevanten Entscheidungen eingebunden. Abweichungen von Plänen und Zielen hat der Vorstand dem Aufsichtsrat erläutert; sie wurden anschließend vom Aufsichtsrat geprüft. Zustimmungspflichtige Rechtsgeschäfte wurden bei Aufsichtsratssitzungen vorgelegt.
Im Geschäftsjahr 2009 fanden vier Präsenzsitzungen statt, an denen auch alle Mitglieder des Vorstands teilnahmen. Der Aufsichtsrat prüfte in jeder Sitzung die Geschäftsführung des Vorstands und erörterte mit ihm wichtige Themen, Entwicklungen und Entscheidungen. Für zusätzliche Prüfungsmaßnahmen wie die Einsichtnahme in die Unterlagen der Gesellschaft und die Beauftragung besonderer Sachverständiger bestand kein Anlass. Es traten keine Interessenskonflikte im Aufsichtsrat auf.
Ausschüsse
Um die Effizienz der Aufsichtsratsarbeit zu erhöhen, bildete der Aufsichtsrat drei Ausschüsse: den Prüfungsausschuss, den Personalausschuss und den Business-Development-Ausschuss; alle Ausschüsse berichteten dem Plenum über ihre Aktivitäten.
| V = Vorsitzender M = Mitglied | Aufsichtrat | Prüfungsausschuss | Personalausschuss | Business Development Ausschuss |
|---|---|---|---|---|
| Dr. Jörg Neermann | V | M | V | |
| Günter Frankenne | stellv. V | M | ||
| Dr. Clemens Doppler | M | M | M | |
| Dr. Manfred Rüdiger | M | M | V | |
| Dr. Thomas Werner | M (ab 15.06.09) | M (ab 15.06.09) | ||
| Helmut Jeggle | M | V | M (bis 15.06.09) | |
| Dr. Thomas Strüngmann | M (bis 15.06.09) |
Im Berichtszeitraum tagte der Prüfungsausschuss in fünf Telefonkonferenzen und einer Präsenzsitzung, der Business-Development-Ausschuss in drei Telefonkonferenzen und einer Präsenzsitzung; im Personalausschuss fanden drei Präsenzsitzungen statt.
Effizienzprüfung des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat der 4SC AG stellte nach seiner letzten Prüfung im Dezember 2008 seine Effizienz am 3. Dezember 2009 erneut auf den Prüfstand. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats füllten dazu im Nachgang zur Sitzung einen detaillierten Fragebogen aus, der im Anschluss ausgewertet wurde.
Der Aufsichtsrat kam übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass die Zusammenarbeit effizient und vertrauensvoll verläuft. Die Zusammenarbeit sowohl innerhalb des Aufsichtsrats als auch mit dem Vorstand wurde positiv bewertet. Einzelne Verbesserungsvorschläge wurden diskutiert und werden nun umgesetzt.
6.2 Directors' Dealings, Aktionäre, Offenlegung und Kommunikation
Directors' Dealings (Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte gemäß WpHG)
| Datum | Name | Funktion | Geschäftsart | Ort | Preis in € |
Stückzahl | Geschäftsvolumen in € |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 18.06.09 | Dr. Clemens Doppler | Aufsichtsrat | Kauf | Xetra | 2,92 | 2.375 | 6935,00 |
| 05.11.09 | Dr. Ulrich Dauer | Vorstand | Ausübung von Bezugsrechten | außerbörslich | 3,00 | 20.000 | 60.000,00 |
| 06.11.09 | Dr. Daniel Vitt | Vorstand | Ausübung von Bezugsrechten | außerbörslich | 3,00 | 20.000 | 60.000,00 |
| 10.11.09 | Dr. Manfred Rüdiger | Aufsichtsrat | Ausübung von Bezugsrechten | außerbörslich | 3,00 | 1.000 | 3.000,00 |
| 13.11.09 | Dr. Jörg Neermann | Aufsichtsrat | Ausübung von Bezugsrechten | außerbörslich | 3,00 | 2.500 | 7.500,00 |
Aktionäre und Hauptversammlung
Die Hauptversammlung ist ein zentrales Organ des Unternehmens: Sie fasst Beschlüsse zu maßgeblichen Angelegenheiten. Insbesondere obliegt ihr die Wahl des Abschlussprüfers, die Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats, die Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern, Satzungsänderungen oder kapitalverändernde Maßnahmen. Zudem legt der Vorstand der Hauptversammlung den Jahresabschluss vor.
Die Aktionäre der 4SC AG haben die Möglichkeit, auf der Hauptversammlung mit den Vorständen des Unternehmens über die neusten Entwicklungen und Entscheidungen zu diskutieren, ihr Stimmrecht auszuüben sowie sich über das Unternehmen generell zu informieren. Für die 4SC AG ist es eine Selbstverständlichkeit, allen Aktionären die persönliche Wahrnehmung ihrer Rechte so leicht wie möglich zu machen. Das Unternehmen wird den Aktionären daher bei der Ordentlichen Hauptversammlung am 21. Juni 2010 Vertreter für die weisungsgebundene Ausübung des Stimmrechts zur Verfügung stellen, die auch während der Hauptversammlung erreichbar sein werden.
Beteiligungen (Drittunternehmen)
Eine Übersicht der Beteiligungen ist im Anhang des HGB-Abschlusses 2009 zu finden. Rechnungslegung und Abschlussprüfung
Der Jahresabschluss der 4SC AG wird nach handelsrechtlichen Grundlagen vom Vorstand aufgestellt, vom Abschlussprüfer geprüft und vom Aufsichtsrat festgestellt. Parallel dazu wird seit dem Geschäftsjahr 2003 der Abschluss nach IFRS-Richtlinien wie sie von der EU übernommen wurden -aufgestellt.
Auch im Berichtsjahr wurden der Jahresabschluss nach HGB und der IFRS-Einzelabschluss 2009 vor ihrer Veröffentlichung vom Aufsichtsrat geprüft und festgestellt. Darüber hinaus erörterte der Prüfungsausschuss im Berichtszeitraum auch die Quartals- und Halbjahresfinanzberichte vor ihrer Veröffentlichung. Somit folgte die 4SC AG auch hier den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (Ziff. 7.1.2).
Kommunikation mit der Öffentlichkeit
Um ihre Aktionäre möglichst schnell, gleichzeitig und umfassend zu informieren, veröffentlicht die 4SC AG alle relevanten Informationen auch auf der eigenen Internetseite unter www.4sc.de. Alle Berichte erscheinen auf Deutsch und auf Englisch innerhalb der vom Deutschen Corporate Governance Kodex und der Börsenordnung empfohlenen Fristen. Darüber hinaus stellt das Unternehmen auf der Internetseite unter "News" und "Investoren" alle Presse- und Ad-Hoc-Mitteilungen nach § 15 WpHG, den aktuellen Finanzkalender, Informationen rund um die Hauptversammlung sowie sonstige meldepflichtige Bekanntmachungen zur Verfügung.
6.3 Vergütungsbericht der 4SC AG
Der Vergütungsbericht erläutert die Grundzüge der Vergütungssysteme für den Vorstand und den Aufsichtsrat der 4SC AG. Die Vergütungssysteme der 4SC AG berücksichtigen größtenteils die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Ziel der Vergütungssysteme ist es, den Vorstandsmitgliedern und den Mitgliedern des Aufsichtsrats eine gemäß ihrer Tätigkeit und Verantwortung angemessene Vergütung zu bezahlen.
Vergütung des Vorstands
Ziel der Vorstandsvergütung der 4SC AG ist es, mit einer angemessenen Vergütung die persönliche Leistung sowie die wirtschaftliche Lage und den Erfolg des Unternehmens zu berücksichtigen. Darüber hinaus orientiert sich die Vergütung an branchen- und landesüblichen Standards sowie am Wohle der Firma. Das Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandvergütung (VorstAG) ist am 5. August 2009 in Kraft getreten. Die Gremien der 4SC AG haben sich mit diesem Gesetz ausführlich beschäftigt. Der Gesetzgeber verfolgt durch die verschiedenen Regelungen das Ziel, bei der Festsetzung der Vorstandsvergütung Anreize für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung zu setzen. Das derzeitige Vergütungssystem der 4SC AG berücksichtigt diese Grundsätze in wesentlichen Teilen. Zusätzlich ist beabsichtigt, die gesetzlichen Vorgaben in den Fällen, in denen die Vorstandsverträge diese gesetzlichen Vorgaben noch nicht erfüllen, bei Neuabschluss der Verträge umzusetzen.
Festlegung der Vorstandsvergütung
Der Vorschlag für die Vorstandsvergütung wird vom Personalausschuss erarbeitet und dann dem Plenum des Aufsichtsrats vorgestellt und von diesem genehmigt. Bei zukünftigen Vergütungsverträgen von Vorständen und Aufsichtsräten bzw. bei Verlängerung der bestehenden Verträge ist beabsichtigt, sämtliche Vorgaben des VorstAG zu übernehmen. Aktuelle Abweichungen vom VorstAG und vom Deutschen Corporate Governance Kodex, die die aktuell laufenden Vorstandsverträge betreffen, finden sich in der Entsprechenserklärung im Kapitel 6.1 dieses Lageberichts.
Höhe und Struktur
Die jährliche Vergütung der Vorstandsmitglieder setzt sich aus drei Komponenten zusammen: einer erfolgsunabhängigen Vergütung, einem erfolgsabhängigen Bonus sowie einer langfristigen erfolgsabhängigen Vergütung in Form von Aktienoptionen.
Erfolgsunabhängige Vergütung
Die Höhe der Festvergütung ist abhängig von der übertragenen Funktion und Verantwortung sowie von den branchen- und marktüblichen Rahmenbedingungen. Die Festvergütung wird in monatlichen Raten ausgezahlt.
Erfolgsabhängige Vergütung
Der erfolgsabhängige Bonus wird durch den Aufsichtsrat nach einer entsprechenden jährlichen Leistungsbeurteilung und nach pflichtgemäßem Ermessen festgelegt. Maßstab für den erfolgsabhängigen Bonus sind die Geschäftsentwicklung der 4SC AG und der Erreichungsgrad vorab definierter individueller sowie allgemeiner Unternehmensziele.
Als weitere Vergütungskomponente mit langfristiger Anreizwirkung nutzt das Unternehmen auch Mitarbeiterbeteiligungsprogramme (ESOP = Employee Stock Option Programme), an denen der Vorstand sowie alle Mitarbeiter partizipieren können. Diese Aktienoptionen berechtigen den Vorstand zum Bezug von 4SC-Aktien. Detaillierte Informationen über den aktuellen Optionsbesitz sind im HGB-Anhang 2009 im Kapitel 5.1 aufgeführt.
Hinsichtlich der Einhaltung der Kodexempfehlungen und den Vorgaben des VorstAG im Zusammenhang mit der Managementvergütung verweisen wir auf unsere Anmerkungen im Kapitel Entsprechenserklärung von Vorstand & Aufsichtsrat nach § 161 AktG innerhalb der Erklärung zur Unternehmensführung im Kapitel 6.1 dieses Lageberichts.
Vorstandsvergütung für das Jahr 2009
Insgesamt verdiente der Vorstand der 4SC AG im Geschäftsjahr 2009 810 T € (Vorjahr: 802 T €). Davon entfielen 77% auf fixe und 23% auf variable Bezüge. Weitere 80 T € (Vorjahr 41 T €) ergeben sich aus der langfristigen erfolgsabhängigen Vergütung in Form von Aktienoptionen. Dabei handelt es sich um den nach IFRS 2 ermittelten Aufwand im Berichtsjahr, der nach HGB nicht ergebniswirksam ist. Eine detaillierte Aufstellung der individuellen Gehälter der Vorstandsmitglieder ist im HGB-Anhang 2009 im Kapitel 5.1 zu finden.
Haftungsversicherung (D&O)
Im Rahmen der D&O-Versicherung wurde der Selbstbehalt bisher lediglich für Schadensfälle in den USA in Höhe von maximal 50 T US-$ festgelegt (Ziff. 3.8 des Kodex). Insoweit weicht die 4SC AG vom neu in Kraft getretenen VorstAG und den aktuellen Empfehlungen des Kodex ab.
Aktienbesitz der Vorstandsmitglieder
Die gegenwärtigen 4SC-Vorstandsmitglieder hielten zum 31. Dezember 2009 insgesamt 706.720 Aktienoptionen, die zum Bezug von 683.920 Aktien berechtigen. Zudem hielten sie 917.442 Aktien, also 2,4% aller Unternehmensanteile.
Vergütung des Aufsichtsrats
Die 4SC AG ist ein forschungs- und entwicklungsorientiertes Biotechnologieunternehmen, das derzeit noch Verluste schreibt. Daher sind finanzielle Leistungsindikatoren als Bemessungsgrundlage schwierig. Aus diesem Grund wird auf eine erfolgsorientierte Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats verzichtet. Darüber hinaus würde die Umsetzung der Empfehlung des Corporate Governance Kodex zu einem erheblichen zusätzlichen administrativen Aufwand im Unternehmen führen, der für die derzeitige Unternehmensgröße unangemessen erscheint.
Festlegung der Aufsichtsratsvergütung
Die Vergütung des Aufsichtsrats beruht auf dem Beschluss der Hauptversammlung vom 5. Juni 2008.
Höhe und Struktur
Die jährliche Grundvergütung für jedes Aufsichtsratsmitglied beträgt 13 T €, wobei der Vorsitzende des Aufsichtsrats die doppelte Vergütung erhält, sein Stellvertreter das 1,5-fache. Die Mitgliedschaft in Ausschüssen honoriert das Unternehmen pro Ausschussmitgliedschaft mit 5 T €, wobei - anders als vom Kodex empfohlen nicht zwischen Vorsitz und Mitgliedschaft unterschieden wurde (Ziff. 5.4.6 des Kodex), da die Ausschussarbeit in etwa zu gleichen Teilen auf alle Mitglieder verteilt ist.
Aufsichtsratsvergütung für das Jahr 2009
Im Geschäftsjahr 2009 betrug die Gesamtvergütung des Aufsichtsrats 139 T €. Die Aufstellung über die individuelle Vergütung der einzelnen Aufsichtsratsmitglieder ist im Kapitel 5.2 des HGB-Anhangs 2009 zu finden.
Aktienbesitz der Aufsichtsratsmitglieder
Die Aufsichtsratsmitglieder der 4SC AG hielten zum 31. Dezember 2009 insgesamt 125.875 Aktien und damit 0,3% des Unternehmens (Ziff. 6.6 Satz 2 des Kodex). Wie schon in 2008 engagierten sich Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat auch im Jahr 2009 finanziell spürbar im Unternehmen, wie der Director's-Dealings-Tabelle im Kapitel 6.2 dieses Lageberichts zu entnehmen ist. Dies geschah vor allem im Kontext der im November 2009 erfolgreich abgeschlossenen Kapitalerhöhung.
6.4 Übernahmerelevante Angaben nach § 289 Abs. 4 HGB Zusammensetzung des Gezeichneten Kapitals
Das Grundkapital der Gesellschaft setzt sich aktuell aus 38.502.739 auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) zusammen, die über keine weiteren Rechte oder Vorzüge verfügen.
Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen
Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, bestehen nicht.
Beteiligungen am Kapital, die 10% der Stimmrechte überschreiten
Wesentliche Aktionäre mit einem Stimmanteil von über 10% sind nach aktuellem Kenntnisstand der Gesellschaft:
| ― | Santo Holding (Deutschland) GmbH, Stuttgart, mit ca. 48,05% |
| ― | FCP Anlage AG, Gräfelfing, 16,39% |
Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnis verleihen
Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnis verleihen, bestehen nicht.
Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben
Arbeitnehmer, die sich über direkten Aktienerwerb oder Mitarbeiterbeteiligungsprogramme am Unternehmen beteiligen, unterliegen keinerlei Stimmrechtsbindung.
Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und die Änderung der Satzung
Die Bestellung und die Abberufung von Mitgliedern des Vorstands sind in §§ 84 und 85 AktG geregelt.
Gemäß § 7 Abs. 1 der Satzung der 4SC AG in der Fassung vom 16. November 2009 bestellt der Aufsichtsrat die Vorstandsmitglieder auf höchstens fünf Jahre. Eine mehrmalige Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, ist zulässig. Sie bedarf eines erneuten Aufsichtsratsbeschlusses, der frühestens ein Jahr vor Ablauf der bisherigen Amtszeit gefasst werden kann. Nur bei einer Bestellung auf weniger als fünf Jahre kann eine Verlängerung der Amtszeit ohne neuen Aufsichtsratsbeschluss vorgesehen werden, sofern dadurch die gesamte Amtszeit nicht mehr als fünf Jahre beträgt. Gemäß § 7 Abs. 3 der Satzung erfolgen Abschluss, Abänderung oder Kündigung eines Anstellungsvertrags mit dem jeweiligen Vorstandsmitglied sowie Widerruf der Bestellung eines Vorstandsmitglieds durch den Aufsichtsrat.
Grundsätzlich bedarf eine Änderung der Satzung nach § 179 AktG eines Beschlusses der Hauptversammlung. Der Aufsichtsrat ist darüber hinaus gemäß § 13 der Satzung der 4SC AG ermächtigt, Änderungen und Ergänzungen der Satzung, die nur die Fassung betreffen, zu beschließen.
Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen
Ermächtigungen an den Vorstand, aus von der Hauptversammlung Genehmigten Kapitalia Aktien neu auszugeben oder zurückzukaufen, liegen derzeit nicht vor.
Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen
Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft oder Entschädigungsvereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen, bestehen nicht.
Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit Vorstandsmitgliedern oder Arbeitnehmern getroffen sind
Für die Vorstandsmitglieder Dr. Ulrich Dauer, Dr. Daniel Vitt und Enno Spillner wurde im Rahmen der Neuregelung der Vorstandsverträge im Jahr 2007 eine Vereinbarung getroffen, dass im Falle eines Kontrollerwerbs durch einen Dritten und einer in diesem Zusammenhang stehenden Ablösung für die Restlaufzeit des Vertrags die Bezüge vollständig ausbezahlt werden, mindestens aber für eine rechnerische Restlaufzeit von 15 Monaten.
7. CHANCEN- UND RISIKOBERICHT
7.1 Risikomanagementsystem
Das Eingehen gewisser Risiken ist das Kernelement unternehmerischen Handelns und unabdingbar für den Geschäftserfolg. Die 4SC AG ist wie jedes Unternehmen Geschäftsrisiken ausgesetzt. Zu den wesentlichen potenziellen Risiken, die negativen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben können, gehören die Bereiche Forschung und Entwicklung, geistiges Eigentum, Kooperationen sowie die Finanzierung.
Ziele und Methoden des Risikomanagements
Bereits im Jahr 2002 führte die 4SC AG in Übereinstimmung mit dem KonTraG (Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich) ein umfassendes, computergestütztes Risikomanagement- und Controllingsystem ein. Dieses System ist Bestandteil der Unternehmenssteuerung und -überwachung. Nach einem definierten Prozess werden Risiken durch die Risikoverantwortlichen der verschiedenen Unternehmensbereiche hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit, ihrer möglichen Schadenshöhe sowie der geplanten Gegensteuerungsmaßnahmen identifiziert, analysiert und bewertet. Die Risikoverantwortlichen berichten in einem regelmäßigen Rhythmus an die Risikomanagementbeauftragte der 4SC AG, die wiederum dann das Management der Gesellschaft über mögliche Risiken informiert. Auf dieser Basis entscheiden Vorstand und Aufsichtsrat, wie das Unternehmen mit den identifizierten Risiken umgeht.
Prozessmanagement und wissenschaftliche Projekte
Ergänzend zum Risikomanagementsystem und neben einem etablierten ERP-System arbeitet das interne Kontrollsystem (IKS) auch mit Bausteinen wie Unterschriftenregelungen, Standard Operating Procedures (SOPs), Arbeitsanweisungen, Vier-Augen-Prinzip, Mitarbeitertraining und Notfallplanungen. Sie gelten für alle Unternehmensbereiche.
SOPs und Arbeitsanweisungen sind als Teil des Qualitätssicherungssystems der 4SC AG schriftliche, verbindliche Anweisungen zur Durchführung von Arbeiten. Während SOPs in der Regel aus Gesetzen resultieren und daher eher allgemeiner Art sind, regeln Arbeitsanweisungen spezifische Vorgänge. Durch die Unterschriftregelung ist definiert, für welche Bestellungen und Rechnungen welche Mitarbeiter zeichnungsberechtigt sind. Maßgeblich dabei ist die Höhe der Bestellung / Rechnung, ob der Betrag budgetiert wurde und ob es sich bei dem Unterzeichnenden um einen Projektmitarbeiter, Projektleiter oder Vorstand handelt.
Für die wissenschaftlichen Projekte gibt es regelmäßige Projektmeetings, um diese detailliert zu besprechen. Zusätzlich wurde im Jahr 2008 das "Project Portfolio Steering Committee" (PPSC) für Entwicklungsprojekte eingerichtet. Bestehend aus dem Vorstand, den Projektleitern der Entwicklungsprojekte, der Leitung der Forschungsprojekte sowie dem Bereich Business Development trifft sich dieses PPSC ca. alle sechs Wochen. Besprochen werden einerseits Fortschritte und offene Punkte in individuellen Projekten, andererseits jedoch vor allem auch übergreifende und strategische Aspekte.
Risikomanagement im Rechnungslegungsprozess
Die genannten Bestandteile des internen Kontrollsystems wie Unterschriftenregelungen, Arbeitsanweisungen, Vier-Augen-Prinzip und Notfallplanungen gelten auch für den Rechnungslegungsprozess. Das Finanzteam bildet sich kontinuierlich weiter, um die sich ändernden gesetzlichen Anforderungen im Unternehmen sicher umsetzen zu können.
Das Controllingsystem der 4SC AG stützt sich auf die drei Komponenten Planung, Überwachung und Berichterstattung. Unter Berücksichtigung der strategischen Geschäftsplanung erstellt die 4SC AG ein Dreijahresbudget für interne Steuerungs- und Kontrollzwecke. Auf Basis dieses Plans sowie der Ist-Zahlen erhält der Vorstand monatlich alle notwendigen Steuerungs- und Kontrollinformationen. Quartalsweise wird zudem über nichtfinanzielle Leistungsindikatoren wie Projektfortschritte, Patente und PR/IR berichtet. Mit Hilfe dieser Steuerungsinstrumente sind Vorstand und Controlling in der Lage, Chancen und Risiken frühzeitig zu identifizieren und zu bewerten.
Auch die Erstellung des Jahresabschlusses folgt einheitlichen Regeln. Die enge Abstimmung der Buchhaltung mit den Fachabteilungen sowie fest definierte und etablierte Prozesse garantieren einen reibungslosen Rechnungsdurchlauf von der Bestellanforderung bis zur Zahlung der Rechnung. Die überschaubare Größe des Buchhaltungsteams stellt die einheitliche Darstellung gleicher Sachverhalte sicher. Richtlinien zur Vorratsbewertung, klare Prozesse zur Rechnungsstellung an Kunden sowie zur Erfassung noch nicht abgerechneter Lieferantenleistungen garantieren darüber hinaus die korrekte Erfassung auch von Geschäftsvorfällen, die inhaltlich durch die Fachabteilungen betreut werden.
Innerhalb des ERP-Systems gelten konkret ausgestaltete Zugriffsregelungen. Änderungen dieser Rechte bedürfen der Zustimmung. Dies stellt die Sicherheit der Buchungen und die entsprechenden Funktionstrennungen innerhalb des Systems sicher.
7.2 Risiken der Gesellschaft
Die nachfolgend aufgeführten Einzelrisiken stehen teilweise in Zusammenhang und können sich gegenseitig positiv oder negativ beeinflussen. Das Eintreten einzelner oder mehrerer Risiken könnte nachteilige Auswirkungen auf die Produktentwicklung, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und / oder den Aktienkurs der 4SC AG haben.
7.2.1 Branchenbezogene Risiken
Wettbewerb
Kurze Technologiezyklen und hohe Innovationskraft kennzeichnen die Biotechnologiebranche. Das Risiko für die 4SC AG besteht darin, dass andere Technologien auf den Markt kommen, mit denen neue Medikamentenkandidaten in den von der 4SC AG behandelten Indikationen kostengünstiger oder schneller entwickelt werden und gegebenenfalls eine schnellere Markteinführung erreichen. Zudem entwickeln Wettbewerber Medikamentenkandidaten in Indikationsgebieten, die auch die 4SC AG adressiert. Die Zulassungsbehörden könnten diese konkurrierenden Medikamentenkandidaten bevorzugt zulassen sei es aufgrund ihrer besseren Wirksamkeit, Verträglichkeit oder ihres Nebenwirkungsprofils. Mögliche Folgen für die von der 4SC AG entwickelten und zu lizenzierenden Medikamentenkandidaten sind, dass sie gar nicht oder nur eingeschränkt zugelassen werden oder sich nicht ausreichend stark und lange am Markt etablieren. Dies führt gegebenenfalls dazu, dass die 4SC AG keine Partnerschaften zur Lizenzierung der eigenen Entwicklungskandidaten abschließen kann oder dass es einem Kooperations- oder Lizenzpartner nicht gelingt, einen der Medikamentenkandidaten der 4SC AG weiterzuentwickeln oder zu vermarkten. In einem solchen Fall erhielte die 4SC AG künftig keine Meilensteinzahlungen oder Lizenzgebühren aus den geplanten Lizenzverträgen mit Pharma- und Biotechnologieunternehmen.
Entwicklung von Medikamentenkandidaten (allgemein)
Der Erfolg der 4SC AG steht und fällt mit ihren Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Als produktorientiertes Biotechnologieunternehmen unterliegt die Gesellschaft jedoch Entwicklungsrisiken. Diese sind in der Biotech-Branche aufgrund der langen Entwicklungszeit eines Wirkstoffs besonders ausgeprägt. Typische Risiken sind: Einzelne Medikamentenkandidaten sind unwirksam oder haben Nebenwirkungen, so dass sie nicht erfolgreich weiterentwickelt werden können, oder die zuständigen Behörden erteilen die erforderlichen Zulassungsgenehmigungen nicht oder nur mit Verzögerung. Zurzeit hat die 4SC AG mehrere Wirkstoffe, die sich in präklinischen und klinischen Entwicklungsphasen befinden. Bisher vorliegende Studienergebnisse belegen, dass die Medikamentenkandidaten sicher anwendbar und gut verträglich sind. Dennoch kann die Gesellschaft nicht ausschließen, dass in anstehenden Studien möglicherweise keine ausreichende Wirksamkeit am Patienten nachgewiesen wird oder dass Nebenwirkungen auftreten, die als sicherheitsrelevant einzustufen sind. Dies kann zu einer Verzögerung oder sogar zum Abbruch der klinischen Entwicklung führen.
Verwaltungsverfahren
Die Geschäftstätigkeit der 4SC AG ist umfangreichen rechtlichen Regelungen und Kontrollen unterworfen. Die Fähigkeit, neue Medikamentenkandidaten zu entwickeln und zu vermarkten, kann durch Verwaltungsverfahren beeinträchtigt werden, auf welche die Gesellschaft nur begrenzten Einfluss hat. So ist die 4SC AG beispielsweise abhängig von behördlichen Genehmigungen für die Durchführung klinischer Studien und für den Betrieb 4SC-eigener Einrichtungen zur Durchführung von Forschungsarbeiten. Der Verlust, das Erlöschen oder der Entzug dieser Genehmigungen kann zu zeitlichen Verzögerungen bei der Weiterentwicklung der Forschungsprojekte der 4SC AG führen.
7.2.2 Risiken aus der Geschäftstätigkeit Entwicklungs- und Lizenzpartnerschaften
Die 4SC AG hat sich auf die Forschung und Entwicklung von Medikamentenkandidaten spezialisiert. Als ein solches Unternehmen muss die Gesellschaft substanzielle Umsatzerlöse erwirtschaften, um die Gewinnzone zu erreichen beispielsweise aus Meilensteinzahlungen, Lizenzeinnahmen oder Umsatzbeteiligungen aus Lizenzverträgen mit Pharma- und Biotechnologieunternehmen sowie aus Kooperationsverträgen. Bislang hat die 4SC AG Umsätze in einer Höhe erzielt, die noch nicht zur Selbstfinanzierung und Profitabilität der Firma ausreichen. Vor diesem Hintergrund und unter Berücksichtigung auch künftig notwendiger hoher Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen wird die Gesellschaft zunächst weiter ein negatives Betriebsergebnis ausweisen. Um mittelfristig profitabel zu werden, ist die 4SC AG auf langfristige Verträge mit der Pharmaindustrie oder großen Biotechnologiefirmen angewiesen. Falls es der 4SC AG nicht oder nur zu wirtschaftlich ungünstigen Konditionen gelingt, solche Partner zu gewinnen, kann dies die Entwicklung der jeweiligen Medikamentenkandidaten verzögern und/oder zu geringeren Erlösen führen. Sollte es außerdem einem Kooperations- oder Lizenzpartner nicht gelingen, einen der Medikamentenkandidaten der 4SC AG weiterzuentwickeln oder zu vermarkten, erhielte die 4SC AG künftig möglicherweise keine Meilensteinzahlungen oder Lizenzgebühren.
Kooperationspartner
Die 4SC AG erzielt einen Großteil ihrer Umsätze aus Verträgen mit nur wenigen Kooperationspartnern. Sollte ein Partner den Vertrag kündigen oder keine Zahlung mehr leisten, hätte dies einen negativen Effekt auf die Umsatzentwicklung und damit auf die künftige Finanz- und Ertragslage.
Patente und Markenschutz
Eigene Technologien und Entwicklungen schützt die 4SC AG durch die Generierung von Schutzrechten sowie durch umfassende Patent- und Lizenzierungsstrategien. Auch wenn Patente erteilt sind, ist nicht auszuschließen, dass Dritte die Wirksamkeit der Patente oder schon die Patentanmeldung als solche anfechten. Es ist ebenfalls nicht auszuschließen, dass die 4SC AG mit Dritten in Patentstreitigkeiten gerät. Jedes juristische Urteil gegen 4SC-Patente - meist verbunden mit langwierigen, kostenintensiven Verfahren - kann die weitere Entwicklung des Unternehmens behindern.
7.2.3 Risiken der Produktentwicklung
Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern im Forschungs- und Entwicklungsbereich
Die 4SC AG besitzt und betreibt derzeit keine Herstellungseinrichtungen, da sie über keine entsprechende behördliche Erlaubnis verfügt. Daher ist die Gesellschaft von Lohnherstellern, so genannten Contract Manufacturing Organisations (CMOs) abhängig. Diese liefern den pharmazeutischen Wirkstoff für ihre Medikamentenkandidaten, stellen sie in klinischen und kommerziellen Mengen her und formulieren sowie produzieren die Arzneimittelzubereitung. Risiken für die 4SC AG resultieren aus der Abhängigkeit von den externen Lieferanten und Herstellern. Dies betrifft vor allem die fristgerechte Lieferung in ausreichender Menge oder Qualität sowie die Einhaltung behördlicher Vorschriften und Qualitätssicherungsnormen.
Außerdem ist die 4SC AG bei der präklinischen und klinischen Entwicklung von Auftragsforschungsorganisationen (Contract Research Organisations, kurz CROs) abhängig. Sofern der Kooperationspartner nicht mit der gebotenen Sorgfalt arbeitet, kann dies der Entwicklung der Medikamentenkandidaten der 4SC AG schaden bis hin zum Abbruch der Studie. Zudem müssen auch die CROs behördliche Vorschriften und Qualitätssicherungsnormen einhalten, auf die die 4SC AG - trotz eines sorgfältigen Auswahlprozesses der CROs - im Rahmen der Umsetzung nur begrenzt Einfluss hat.
Patientenrekrutierung
Neben den bereits beschriebenen für die Branche typischen allgemeinen Risiken der Produktentwicklung, wie der Abhängigkeit von Behördengenehmigungen für die klinische Entwicklung und der Möglichkeit des Auftretens von unerwarteten Ereignissen innerhalb laufender Studien, birgt die Entwicklung von Medikamentenkandidaten noch ein weiteres Risiko: Für klinische Studien muss eine ausreichende Zahl von geeigneten Probanden und Patienten gewonnen werden. Aufgrund der komplexen medizinischen Gegebenheiten im Umfeld klinischer Studien kann dies schleppend verlaufen und sich verzögern. Zudem könnten klinische Studienzentren - beispielsweise aufgrund anderer laufender klinischer Studien - nicht in der Lage sein, eine genügend hohe Zahl an Patienten fristgerecht in die klinische Studie aufzunehmen. Dies kann die zeitliche Planung der Studien gefährden.
7.2.4 Kapitalmarktrisiken
Weitere Finanzierung
Zur Realisierung ihrer Unternehmens- und Entwicklungsziele hat die 4SC AG mittel- bis langfristig einen anhaltend hohen Kapitalbedarf. Um diesen zu decken, muss es gelingen, genügend Einnahmen aus Lizenzvergaben oder Kooperationen zu generieren. Wenn jedoch die Kosten der Produktentwicklung diese Erträge übersteigen, ist die zusätzliche Aufnahme von Eigen- oder Fremdkapital notwendig. Die 4SC AG kann nicht gewährleisten, dass die Finanzierung pünktlich, im nötigen Umfang, zu wirtschaftlich sinnvollen Konditionen oder überhaupt zur Verfügung steht. Gelingt die Finanzierung nicht im notwendigen Umfang, ist die 4SC AG möglicherweise gezwungen, ihre Aufwendungen für die Forschung und Produktentwicklung einzuschränken, woraus sich auch nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der 4SC AG ergeben können. Für den Fall, dass die Gesellschaft zusätzliches Kapital durch die Ausgabe neuer Aktien aufnimmt, kann dies zu einer Verwässerung der Altaktionäre führen.
Einflussnahme weniger Hauptaktionäre
Aktuell sind der 4SC AG - basierend auf § 21 WpHG in Verbindung mit § 25 WpHG vier Hauptaktionäre gemeldet, die die meldepflichtigen Grenzen überschritten haben. Diese Aktionäre halten zusammen über 81% des Grundkapitals und der Stimmrechte. Sie sind somit theoretisch in der Lage, beherrschenden Einfluss auf Hauptversammlungsbeschlüsse zu nehmen. Unabhängig vom Abstimmungsverhalten der übrigen Aktionäre können sie Einfluss auf alle Entscheidungen über zukünftige Geschäfte der 4SC AG nehmen.
7.2.5 Finanzrisiken
Anlage liquider Mittel
Die 4SC AG verfügt über liquide Reserven, die sie verzinst anlegt, solange sie diese Gelder nicht braucht. Derzeit investiert die Gesellschaft ausschließlich in sichere Anlageformen wie Festgelder, Termingelder und Geldmarktfonds, die keinen bzw. nur unwesentlichen Liquiditäts- und Ausfallrisiken unterliegen. Ein Zinsrisiko ergibt sich für die 4SC AG aus den variabel verzinslichen Wertpapieren: Deren Anteil zum Bilanzstichtag beträgt jedoch nur 13% bezogen auf die Gesamtsumme der Wertpapiere sowie des Kassenbestands und der Guthaben bei Kreditinstituten. Ändert sich das allgemeine Zinsniveau, kann der Marktwert dieser Wertpapiere steigen oder fallen. Aufgrund der Ausstattung mit einem garantieren Rücknahmepreis hätte eine Änderung des Zinsniveaus jedoch keine wesentlichen Auswirkungen auf die Zeitwerte.
Geschäfte mit internationalen Geschäftspartnern, bei denen vertragliche Zahlungsvereinbarungen auf eine andere Währung als den Euro lauten, bergen ein Währungsrisiko. Dieses Risiko umfasst den relativen Kursverfall oder Kursanstieg des Euros gegenüber diesen Währungen innerhalb des Zeitraums bis zur Tilgung der Schuld bzw. bis zur Erfüllung der Forderung. Die 4SC AG betreibt keine Sicherungsgeschäfte, sondern versucht, auch eigene Verpflichtungen in Fremdwährungen zu begleichen. So wird das Risiko von Währungsschwankungen verringert.
Verlustanzeige gemäß § 92 Abs. 1 AktG aufgrund steigender kumulierter Verlustvorträge
Die 4SC AG ist noch nicht profitabel. Das Unternehmen erwirtschaftete in den zurückliegenden Geschäftsjahren jeweils ein negatives Betriebsergebnis. Aufgrund ausgeprägter Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen kumulieren sich diese Verluste über die Zeit zu einem hohen Verlustvortrag. Dieser wird gegen das bestehende Eigenkapital verrechnet und könnte trotz des Agios der ausgegebenen Aktien zu einem Verlust in Höhe der Hälfte des Grundkapitals nach handelsrechtlichen Grundsätzen führen. In diesem Fall verlangt § 92 Abs. 1 AktG die unverzügliche Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung. Die Durchführung der Hauptversammlung kann für die 4SC AG organisatorische und finanzielle Aufwendungen sowie negative Folgen für den Aktienkurs haben.
Anerkennung von steuerlichen Verlustvorträgen
Die 4SC AG verfügt über körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 59.695 T € gemäß Steuerfeststellungsbescheid zum 31. Dezember 2008. Seit dem Zeitraum nach dem 31. Dezember 2008, der bislang noch nicht steuerlich veranlagt ist, sind erhebliche weitere Verluste entstanden.
Die in Bezug auf den Erhalt von kumulierten Verlustvorträgen für die Branche ohnehin problematische Anwendung des § 8 Abs. 4 KStG wurde durch den im Rahmen des Unternehmenssteuerreformgesetzes zum 1. Januar 2008 eingeführten § 8c KStG erheblich verschärft. Die Übertragung von 25% bis zu 50% des Gezeichneten Kapitals kann innerhalb eines Fünfjahreszeitraums zu einem quotalen Wegfall, die Übertragung von mehr als 50% des Gezeichneten Kapitals zu einem vollständigen Wegfall steuerlicher Verlustvorträge führen. Im Rahmen des Bürgerentlastungsgesetzes vom Sommer 2009 sowie des Wachstumsbeschleunigungsgesetzes mit Wirkung ab dem 1. Januar 2010 hat der Gesetzgeber nun Maßnahmen ergriffen, um Erleichterungen bei der Verlustabzugsbeschränkung zu ermöglichen. Diese entschärfen die beschriebene Problematik zwar spürbar, eliminieren sie jedoch nicht vollständig.
In den letzten Jahren ist es bei der 4SC AG zu teilweisen Anteilseignerwechseln, Kapitalerhöhungen und zur Beteiligung neuer Aktionäre gekommen. Dies ist auch in Zukunft möglich. Zugleich wurde neues Betriebsvermögen in signifikantem Umfang zugeführt. Die beiden Paragrafen § 8 Abs. 4 KStG und § 8c KStG könnten jeweils einzeln oder zusammen negative Auswirkungen auf das künftige Nachsteuerergebnis und das Eigenkapital der 4SC AG haben, zumal partiell Rechtsunsicherheit bei der Auslegung dieser Tatbestandsmerkmale herrscht. Darum hält es die 4SC AG für möglich, dass sich Finanzbehörden auf den Standpunkt stellen könnten, die jetzt bestehenden Verlustvorträge künftig nicht mehr mit Gewinnen verrechnen zu dürfen. Dies würde beim Erreichen der Profitabilitätsgrenze das Nachsteuerergebnis der Gesellschaft erheblich negativ verändern und zu einem zusätzlichen Liquiditätsabfluss führen.
Finanzmarktkrise
Mit der Kapitalmarktkrise sind potenzielle Risiken für die 4SC AG verbunden. Obwohl das Unternehmen konservativ agiert, kann die Finanzmarktkrise eine negative Wertentwicklung bei der Anlage liquider Mittel, Währungsschwankungen oder den Ausfall offener Forderungen zur Folge haben. Die deutlich gesunkenen Zinsen am Kapitalmarkt haben im Berichtsjahr das Finanzergebnis geringer ausfallen lassen als im Vorjahr.
Denkbar ist auch eine weiter verringerte Liquidität der 4SC-Aktie. Der Ausstieg einzelner Investoren kann die Entwicklung des Aktienkurses belasten. Folglich kann die Aktie insbesondere bei internationalen institutionellen Investoren an Attraktivität verlieren.
7.2.6 Administrative und sonstige Risiken Schlüsselpersonal und Know-how-Träger
Der Erfolg der 4SC AG hängt stark von den Führungskräften sowie dem wissenschaftlichen und technischen Fachpersonal in Schlüsselpositionen ab. Viele dieser Mitarbeiter verfügen über einen großen Erfahrungsschatz und sind schwer zu ersetzen. Der Wettbewerb um Fachkräfte ist in der Biotechnologiebranche sehr intensiv. Der 4SC AG ist es bisher immer gelungen, die wichtigsten Positionen mit geeigneten Mitarbeitern zu angemessenen Konditionen zu besetzen. Sollte das Unternehmen jedoch Führungskräfte oder wissenschaftliches und technisches Fachpersonal in Schlüsselpositionen verlieren, könnte sich dies nachteilig auf seine Wettbewerbsfähigkeit auswirken.
Rechtliche Risiken
Um die vielfältigen Risiken in den Bereichen Gesellschafts-, Arbeits- und Steuerrecht, Patentrecht und sonstiges Recht auf ein Minimum zu reduzieren, fällt das Management der 4SC AG seine Entscheidungen nach Rücksprache mit externen und internen Experten.
Andere Risiken
Andere Risiken, die den Umweltschutz, die IT-Sicherheit, die Beschaffung, sowie generelle Sicherheitsbestimmungen betreffen, werden als nicht signifikant eingeschätzt. Die 4SC AG hat organisatorische Vorkehrungen getroffen, um den entsprechenden Vorschriften nachzukommen und die internen Prozesse zu steuern.
7.2.7 Gesamtbeurteilung der Risikosituation
Trotz aller genannten Risiken sind aus heutiger Sicht keine Faktoren erkennbar, welche den grundsätzlichen Fortbestand der 4SC AG im Geschäftsjahr 2010 gefährden könnten. Die Gesellschaft ist davon überzeugt, dass trotz der identifizierten Risiken, die mit der Wirkstoffentwicklung verbunden sind, die Chancen überwiegen. Dank der breiten und diversifizierten Pipeline ist die 4SC AG gut aufgestellt. Die zum Jahresende 2009 zusätzlich eingeworbenen Finanzmittel und die zu erwartenden Umsatzerlöse sichern die weitere Entwicklung der bestehenden Projekte. Die Finanzierung des Unternehmens ist über die nächsten zwölf Monate hinaus gesichert.
7.3 Chancen der Gesellschaft Wertsteigerung durch Projektfortschritt
Kurz- bis mittelfristig werden verschiedene Medikamentenkandidaten der 4SC AG wichtige Meilensteine in der Entwicklung erreichen. Dies wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach positiv auswirken, sowohl auf die Bewertung der einzelnen Projekte als auch auf den Gesamtwert der Gesellschaft. Dies gilt vor allem, wenn Projektkandidaten in die klinische Entwicklung eintreten oder eine Studienphase erfolgreich abschließen.
Mehrere Projekte aus einem Kandidaten
Forschungs- und Entwicklungsprojekte der 4SC AG haben in der Vergangenheit mehrfach gezeigt, dass ein einzelner Entwicklungskandidat wie eine ganze Plattform wirken kann. Daraus können verschiedene Projekte mit diversen Produkten für unterschiedliche Indikationsgebiete entstehen. Dies kann zu einer jeweils kurzfristigen Erweiterung der Projektpipeline und somit zu einer weiteren Risikodiversifizierung sowie zu einer Potenzial- und Wertsteigerung führen. Ein Beispiel dafür ist aktuell das Projekt Vidofludimus, das in den beiden Indikationen RA und chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen parallel weiterentwickelt wird. Aber auch in der Onkologie wird der Medikamentenkandidat Resminostat derzeit parallel in den zwei Indikationen HCC und HL in klinischen Studien untersucht.
Wertsteigerung durch externe Partnerschaften und Lizenzierungen
Die 4SC AG befindet sich in regelmäßigem und intensivem Austausch mit potenziellen Pharmapartnern. Pharmaunternehmen schließen Kooperationen und Lizenzpartnerschaften für neue Produkte heute in immer früheren Entwicklungsstadien ab. Die Gründe: Einerseits laufen viele Patente zum Schutz bestehender Produkte aus, andererseits gab es bei Projektentwicklungen diverse Fehlschläge. Partnerschaften zwischen Pharma- und Biotechnologieunternehmen werden darum zunehmend zugunsten der Biotechnologiebranche gestaltet. Von diesem Trend dürfte langfristig auch die 4SC AG mit ihrem Projektportfolio profitieren. Darüber hinaus würden derartige Partnerschaften die Entwicklungskandidaten der 4SC AG zusätzlich validieren und das Geschäftsmodell der 4SC AG unterstützen.
Übernahme
Große Pharmafirmen und Biotechnologieunternehmen haben aber nicht nur Interesse an der Einlizenzierung von Medikamentenkandidaten in frühen Entwicklungsphasen. In den vergangenen Jahren sind sie wiederholt dazu übergegangen, Unternehmen mit attraktiven Technologien oder Entwicklungskandidaten direkt zu akquirieren. Die gezahlten Prämien gegenüber dem aktuellen Marktpreis sind meist hoch. Davon könnten 4SC-Aktionäre profitieren.
Lizenzeinnahmen durch Patente
Das sehr umfassende und gut positionierte Patentportfolio der 4SC AG kann zu zusätzlichen Lizenzeinnahmen führen, wenn Dritte im Rahmen ihrer eigenen Entwicklungen auf die Nutzung solcher Patentrechte angewiesen sind. Gewährt die 4SC AG die Nutzung dieser Patentrechte, bringt das Lizenzgebühren ein und verbessert so die Finanz-, Ertrags- und Vermögenslage der Gesellschaft.
8. NACHTRAGSBERICHT
Die 4SC AG ist gut ins Geschäftsjahr 2010 gestartet. In den ersten Monaten wurde die Entwicklung der klinischen Produkte weiter vorangetrieben, um eine breit aufgestellte und nachhaltige Pipeline gegen Autoimmun- und Krebserkrankungen aufzubauen.
Resminostat: Behandlung des ersten Patienten in HL
Im Rahmen der Phase-II-Studie "SAPHIRE" in HL begann die 4SC AG am 12. Januar 2010 mit der Behandlung des ersten Patienten. Die Studie untersucht die Wirksamkeit von Resminostat an HL-Patienten, die auf klassische Behandlungsmethoden nicht mehr ansprechen oder deren Krebserkrankung nach erster erfolgreicher Behandlung erneut ausgebrochen ist. Diese Open-Label, einarmige, multizentrische und internationale Studie wird an 33 Patienten durchgeführt. Der primäre Endpunkt der Studie ist die objektive Ansprechrate (objective overall response rate/ORR) von Resminostat in der Standardtherapie bei refraktären Patienten. Die sekundären Endpunkte liegen in der Bestimmung der progressionsfreien Überlebensrate (PFS), der Ermittlung des Zeitraums bis zum Fortschreiten der Tumorerkrankung (TTP), der Dauer des Ansprechens (DOR), die Gesamtüberlebenszeit (OS) sowie der Sicherheit, Verträglichkeit und Pharmakokinetik. Resultate werden bis Ende 2011 erwartet.
4SC-203: Test mit ersten Probanden
Am 21. Januar 2010 startete die Open-Label-Phase-I-Studie des Medikamentenkandidaten 4SC-203. Die randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie untersucht in gesunden, freiwilligen Probanden die Sicherheit, Verträglichkeit, Pharmakokinetik und Pharmakodynamik von 4SC-203 nach intravenöser Verabreichung in steigenden Einzeldosen. Ergebnisse der auf zirka sechs Monate angelegten Studie werden noch 2010 erwartet.
4SC-205: Behandlung erster Patienten mit soliden Tumoren
Am 11. Februar 2010 gab die 4SC AG die Behandlung des ersten Patienten mit dem oralen Eg5-Kinesin-Spindel-Protein-Inhibitor 4SC-205 im Rahmen einer klinischen Phase-I-Studie in Patienten mit soliden Tumoren oder malignen Lymphomen bekannt. Die Open-Label-Studie in der Phase I mit der Bezeichnung "AEGIS" prüft zum ersten Mal die Anwendung von 4SC-205 im Menschen und untersucht dabei die Sicherheit, Verträglichkeit, Pharmakokinetik und Pharmakodynamik von 4SC-205 nach oraler Verabreichung in schrittweise ansteigenden Dosierungen. Ergebnisse dieser Studie werden für 2011 erwartet.
9. PROGNOSEBERICHT
9.1 Entwicklung des Umfelds Gesamtwirtschaft
Nachdem im Jahr 2009 der Abschwung der Weltkonjunktur ein Ende gefunden hat und die akute Phase der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise überwunden scheint, sind die Perspektiven für 2010 sehr unterschiedlich. Nach Einschätzung der Weltbank wird sich die Erholung im Jahresverlauf abschwächen, da staatliche Konjunkturhilfen an Wirkung verlieren. Nach einem Rückgang von 2,2% im Vorjahr prognostiziert die Weltbank in ihrem Bericht für 2010 ein globales Wirtschaftswachstum von 2,7% und für das folgende Jahr von 3,2%.
Positiver Trend im Gesundheitssektor
Für die Gesundheitsbranche und insbesondere die Biotechnologie wird auch zukünftig ein starkes, nachhaltiges Wachstum prognostiziert. So werden für die Biotechnologiebranche Zuwachsraten in Höhe von mindestens 11% erwartet, während die Wachstumsraten für den Pharmabereich bei 1,5 bis 2,5% liegen sollen. Hierbei ist es insbesondere der wissenschaftliche und technologische Fortschritt, der die Entwicklung von innovativen Medikamenten gegen Krankheiten ermöglicht, für die momentan noch keine zufriedenstellenden Therapien verfügbar sind auch solche mit Blockbusterpotenzial. Auch der Trend zu mehr Übernahmen und Fusionen in der Biotech-Branche wird anhalten, da Pharmaunternehmen ihre Produktpipelines auch durch Zukäufe sichern wollen. Diese Einflussfaktoren ermöglichen es dem Biotechnologie-Sektor, sich partiell von der Entwicklung der allgemeinen Wirtschafts- und Finanzlage abzukoppeln.
Insgesamt führt die steigende Lebenserwartung zu einem steten Bedarf an neuen Medikamenten und Medikamentenkandidaten, um die Lebensqualität auch bei steigendem Lebensalter zu sichern. Ebenso nimmt der Aufwand im Gesundheitswesen kontinuierlich zu. Der Bedarf an medizinischer Versorgung wächst und erfordert Kostenbegrenzungsmaßnahmen: Innovativen und günstigeren Produkten werden deshalb höhere Marktchancen beigemessen. Aber auch das Wirtschaftswachstum und das steigende verfügbare Einkommen in den Schwellenländern lassen die Nachfrage nach Medikamenten steigen. So wird für die sieben führenden aufstrebenden Märkte Brasilien, China, Indien, Mexiko, Russland, Südkorea und Türkei ein Wachstum des Gesundheitssektors zwischen 12% und 14% prognostiziert.
Wachstumsbranche Biotech
Die Biotech-Unternehmen werden davon profitieren, dass der Pharmaindustrie ein Umsatzeinbruch droht: Bei den großen Pharmakonzernen so ergab eine Erhebung der Investmentbank Morgan Stanley werden im Zeitraum zwischen 2011 und 2015 die Einnahmen infolge von Patentabläufen um rund 42% zurückgehen. Allein in den USA werden bis 2014 rund 185 Mrd. US-$ an Umsatz durch Patentverluste frei, von denen 145 Mrd. US-$ in die Biotech-Branche fließen könnten. Dies erhöht den Druck auf die Pharmaindustrie, Kooperationen mit Biotechnologie-Unternehmen einzugehen, Produkte zu lizenzieren oder Firmen ganz zu übernehmen. Gleichzeitig nimmt die Finanzierungsbereitschaft von Venture-Capital-Gebern jedoch ab, so dass eine wachsende Anzahl von Biotech-Unternehmen nicht mehr in der Lage sein wird, ihre aussichtsreichen Forschungsprojekte über die kommenden Jahre zu finanzieren.
9.2 Unternehmensausblick
Finanzierung zur Erreichung wertsteigender Meilensteine gesichert
Die Finanzmittel, die die 4SC AG 2008 und 2009 im Rahmen der Kapitalerhöhungen eingeworben hat, sowie die zu erwartenden Umsatzerlöse aus Forschungskooperationen werden die Finanzierung des Unternehmens auch über die nächsten zwölf Monate hinaus sichern. Bei einem soliden Finanzmittelbestand in Höhe von 35.510 T € sowie einer weiterhin für die geplanten Entwicklungsschritte adäquaten operativen Cash-Burn-Rate werden die finanziellen Mittel bis ca. Ende 2011 ausreichen. Innerhalb dieses Zeitraums ist es darüber hinaus Ziel des Managements, durch den Abschluss von Partnerschaften wie Entwicklungskooperationen und Lizenzierungen, weitere Liquiditätszuflüsse und Umsätze zu generieren. Sollte das nicht im erforderlichen Umfang gelingen, muss zusätzliches Eigen- oder Fremdkapital zur Verfügung gestellt werden, um den mittel- und langfristigen Fortbestand und die erfolgreiche Entwicklung der Gesellschaft zu sichern.
Da die 4SC AG sich auch in Zukunft weiterhin auf die zügige und parallele Weiterentwicklung der Projekte bis zum klinische Proof-of-Concept fokussieren wird, werden in 2010 vor allem in der Forschung und Entwicklung die Kosten noch einmal ansteigen, da weitere Studien für die Medikamentenkandidaten der Phase I und II durchgeführt werden sollen. Damit können weitere wesentliche wertsteigernde Meilensteine insbesondere der klinischen Produkte realisiert werden. Für 2011 dagegen geht die 4SC AG nach derzeitigem Planungsstand davon aus, dass die Forschungs- und Entwicklungskosten im Wesentlichen auf dem Niveau von 2009 liegen werden. Gleichzeitig rechnet die 4SC AG damit, dass die Umsatzerlöse aus Forschungskooperationen in den beiden Jahren auf einem ähnlichen Niveau wie 2009 liegen werden. Vor diesem Hintergrund geht die 4SC AG für 2010 und 2011 erneut von einem negativen Jahresergebnis aus. Die Mitarbeiterzahl wird sich in den nächsten 24 Monaten nicht signifikant verändern. Investitionen in den Folgejahren sind im Wesentlichen als Ersatzinvestitionen im Laborbereich und bei der IT-Ausstattung geplant. Große Erweiterungsinvestitionen dagegen werden nicht erwartet, da die 4SC AG derzeit gut ausgestattet ist.
Produktpipeline - attraktiv und breit aufgestellt
Die Unternehmensentwicklung und -bewertung der 4SC AG wird stark von den Studienergebnissen der jeweiligen Medikamentenkandidaten beeinflusst. Durch ihre Fokussierung auf Indikationsgebiete wie Krebs und Autoimmunkrankheiten sind sie attraktive Produkte für die großen Pharmaunternehmen. 2010 will die 4SC AG für die beiden am weitesten fortgeschrittenen klinischen Programme mit Vidofludimus zwei Phase-II-Resultate erzielen. Ergebnisse der Phase-IIa-Studie in chronischentzündlichen Darmerkrankungen werden für das erste Halbjahr 2010 und der Phase-IIb-Studie in RA für Ende 2010 erwartet. Für Resminostat beginnt eine dritte Phase-I-Studie für solide Tumore in Kombination mit Chemotherapie, während die Phase-II-Studien für HCC und HL weiter voranschreiten und in 2011 weitere wertsteigernde klinische Resultate bringen könnten.
Die durch die Forschung generierten neuen Produkte reduzieren das Risiko der Medikamentenentwicklung und sorgen für die Nachhaltigkeit der Pipeline - allen voran 4SC-203 und 4SC-205, die sich in der Phase I befinden, und zwischen 2010 und 2011 Ergebnisse zeigen sollten. Zusätzlich werden zwei weitere Kandidaten, 4SC-202 und 4SC-207, in der Präklinik vorbereitet, wobei 4SC-202 in 2010 die klinische Phase starten soll.
Indikationen mit guten Chancen
Der technologische Fortschritt in den Bereichen Genomics und Proteomics lieferte neue Erkenntnisse über die biologischen Abläufe vieler Tumorerkrankungen und ermöglichte viele neue Ansätze für gezielte Therapien. Gleichzeitig ist die Onkologie ein sehr vielseitiger und stark fragmentierter Markt mit hohem kommerziellen Wert. Zudem gibt es viele Nischenindikationen, in denen mit wenigen Patienten in relativ kurzer Zeit ein "Proof-of-Concept" erzielt werden kann.
Vor diesem Hintergrund gelten die Marktchancen von Resminostat für die Indikation HCC als kommerziell relevant: HCC ist die dritthäufigste Ursache bei Krebstod; jährlich sterben weltweit ca. 600.000 Menschen daran. Die 5-Jahre-Überlebensrate beträgt ca. 7%. Für diese Erkrankung besteht ein hoher medizinischer Bedarf, der nur unzureichend durch derzeitige Therapiemöglichkeiten adressiert wird.
Die Behandlungsoptionen bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen haben sich in den letzten Jahren durch die biologischen Proteintherapeutika verbessert. Dennoch besteht hier ein enormer Bedarf an preisgünstigen oral verfügbaren Medikamenten, welche die fortschreitende Grunderkrankung als Monotherapie oder in Kombination mit etablierten Behandlungsoptionen aufhalten können.
Insgesamt sieht sich die 4SC AG gut aufgestellt, die Unternehmens- und Entwicklungsziele zu realisieren sowie wesentliche klinische Meilensteine zu erreichen, die den Unternehmenswert steigern. Die 4SC AG ist daher mit guten Erfolgsaussichten in das neue Geschäftsjahr gestartet.
Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers
Wir haben den Jahresabschluss bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang-- unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der 4SC AG, Planegg, Landkreis München, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2009 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Ohne diese Beurteilung einzuschränken, weisen wir auf die Ausführungen des Vorstands im Abschnitt 9.2 des Lageberichts hin. Dort ist ausgeführt, dass die Gesellschaft zur Sicherung des mittel- und langfristigen Fortbestands auf die Zuführung von weiterem Eigen- oder Fremdkapital angewiesen sein wird, falls keine ausreichenden Liquiditätszuflüsse durch Kooperationen und Lizenzierungen generiert werden können.
München, den 15. März 2010
**KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Pastor, Wirtschaftsprüferin
Rahn, Wirtschaftsprüfer
Dr. Jörg Neermann, Vorsitzender des Aufsichtsrats
BERICHT DES AUFSICHTSRATS
LIEBE AKTIONÄRINNEN UND AKTIONÄRE,
SEHR GEEHRTE DAMEN UND HERREN,
2009 war für die 4SC AG erneut ein erfolgreiches Geschäftsjahr ein Jahr, geprägt von weiteren Fortschritten und neuen Herausforderungen. Erfolge in der Produktentwicklung gehörten ebenso dazu wie strategische Entscheidungen wirtschaftlicher, struktureller und finanzieller Art. Die Finanzierung des Unternehmens und damit die weitere Produktentwicklung wurde mit der erfolgreichen Kapitalerhöhung vom 16. November 2009 gesichert.
Als Aufsichtsrat haben wir wie es nach Gesetz und Satzung unsere Aufgabe ist - den Vorstand bei seinen Führungsaufgaben überwacht, beraten und die Entwicklung des Unternehmens begleitet. unsere bisherige vertrauensvolle, offene Zusammenarbeit haben wir 2009 fortgesetzt, relevante Themen und anstehende Entscheidungen stets intensiv erörtert und abgestimmt.
Dem Aufsichtsrat gehörten neben mir als Vorsitzenden Dipl.-Vw. Günter Frankenne als stellvertretender Vorsitzender sowie Dr. Clemens Doppler, Dipl.-Bw. Helmut Jeggle und Dr. Manfred Rüdiger an. Neu in unserem Gremium ist Dr. Thomas Werner, der als ehemaliger Deutschland-Chef von GlaxoSmithKline über langjährige Erfahrungen und umfangreiches Know-how in der Pharmabranche verfügt. Er wurde am 15. Juni 2009 von der Hauptversammlung gewählt und folgte Dr. Thomas Strüngmann nach. Dr. Strüngmann schied auf eigenen Wunsch aus dem Aufsichtsrat aus, steht der 4SC AG aber weiterhin in beratender Funktion mit seiner Branchenexpertise zur Verfügung.
Ich danke Herrn Dr. Strüngmann auch im Namen des gesamten Aufsichtsrats nochmals für seine engagierte und verantwortungsbewusste Mitarbeit.
In unseren Sitzungen beschäftigten wir uns in erster Linie mit der Weiterentwicklung unserer Projektpipeline, der Finanzierung der 4SC AG sowie der Wahrnehmung möglicher strategischer Optionen. So ging es z.B. um die Ausgestaltung der Entwicklungsstrategie sowie um die Fortschritte der Kandidaten in der klinischen Entwicklung. Weitere Schwerpunktthemen waren die Finanzierung unserer Projekte durch eine Kapitalerhöhung sowie mögliche Lizenzvereinbarungen für einzelne Kandidaten.
Der Vorstand informierte uns regelmäßig, zeitnah und umfassend über wichtige Veränderungen und Entwicklungen; wir waren somit stets in alle maßgeblichen und unternehmensrelevanten Entscheidungen eingebunden. Auch zwischen den Aufsichtsratssitzungen informierte uns der Vorstand - auch bezüglich kurzfristiger Entscheidungen - regelmäßig mit Hilfe von Berichten, zum Beispiel durch monatliche Finanzberichte, Telefonate und E-Mails. Beschlüsse wurden, falls notwendig, auch im Umlaufverfahren - also ohne Zusammenkunft, sondern auf schriftlichem Weg - getroffen.
Weiter berichtete uns der Vorstand in jeder Sitzung über die laufende Geschäftsentwicklung und erläuterte Abweichungen von Plänen und Zielen. Beides wurde von uns eingehend geprüft. Strategische Entwicklungsmöglichkeiten sowie andere relevante Themenschwerpunkte haben wir mit dem Vorstand intensiv erörtert. Zustimmungspflichtige Rechtsgeschäfte wurden uns in den Aufsichtsratssitzungen vorgelegt.
:: Tab. 04 AUSSCHÜSSE
| Prüfungsausschuss | Personalausschuss | Business-Development-Ausschuss | |
|---|---|---|---|
| Dr. Jörg Neermann | Mitglied | Vorsitzender | |
| Dipl.-Vw. Günther Frankenne | Mitglied | ||
| Dr. Clemens Doppler | Mitglied | Mitglied | |
| Dipl.-Bw. Helmut Jeggle | Vorsitzender | Mitglied (bis zum 15.06.2009) | |
| Dr. Manfred Rüdiger Dr. Thomas Werner | Mitglied | Vorsitzender Mitglied (ab dem 15.06.2009) |
Für zusätzliche Prüfungsmaßnahmen wie die Einsichtnahme in die Unterlagen der Gesellschaft oder die Beauftragung von Sachverständigen gab es keinen Anlass. Interessenskonflikte traten im Aufsichtsrat nicht auf.
Im Geschäftsjahr 2009 tagten wir in vier Präsenzsitzungen: am 13. März, am 15. Juni, am 1. Oktober und am 3. Dezember 2009. An den Sitzungen nahmen auch alle Mitglieder des Vorstands teil. In jeder Sitzung diskutierten die Anwesenden ausführlich über unternehmensrelevante Themen wie Fortschritt und Weiterentwicklung der Produktpipeline, über Kooperationsgeschäfte, Finanzen und Administration, über strategische Optionen sowie über die Risikosituation und Personalthemen, zu denen auch die Diskussion über die Angemessenheit der Vorstandsvergütung zählt. Den genauen Themenkatalog finden Sie auf der nachfolgenden Seite XY :: Tab. 05.
Um die Effizienz der Aufsichtsratsarbeit zu erhöhen, gab es zusätzlich zum Gesamtgremium weiterhin drei Ausschüsse: einen Prüfungsausschuss (Audit Committee), einen Personalausschuss (Human Resources Committee) und einen Business-Development-Ausschuss (Business Development Committee) :: Tab. 04. Der vom Deutschen Corporate Governance Kodex empfohlene Nominierungsausschuss führt nach unserer Ansicht zu keiner weiteren Effizienzsteigerung, weshalb wir uns gegen seine Einführung entschieden haben. Über Themen, die nur in den Ausschüssen behandelt wurden, berichteten die Ausschussvorsitzenden regelmäßig in den Aufsichtsratssitzungen.
Der Personalausschuss traf sich im Berichtsjahr dreimal und beriet vorrangig über Vergütungsfragen und Bonuszahlungen.
Der Prüfungsausschuss tagte im Rahmen von fünf Telefonkonferenzen, zum Teil im Beisein des zuständigen Wirtschaftsprüfers, der KPMG AG. So erörterten die Ausschussmitglieder im Berichtsjahr auch die jeweiligen Zwischenberichte; damit entspricht die 4SC AG auch in diesem Punkt der Empfehlung des Deutschen Corporate Governance Kodex. Eine Präsenzsitzung des Prüfungsausschusses gab es am 18. November 2009: Dabei diskutierten die Anwesenden das Budget 2010 - erstmals nicht nur mit dem Vorsitzenden, sondern mit dem ganzen Prüfungsausschuss. Im Prüfungsausschuss ist auch das gemäß §§ 100 Abs. 5 und 107 Abs. 4 AktG geforderte unabhängige Mitglied des Aufsichtsrats, welches über Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung oder Abschlussprüfung verfügen soll, vertreten.
Der Business-Development-Ausschuss hat im Jahr 2009 viermal telefonisch beziehungsweise per E-Mail und in einer Präsenzsitzung getagt. Dabei ging es im Wesentlichen um die Ausrichtung der weiteren Geschäftsaktivitäten und die Analyse der frühen nicht klinischen Pipeline.
Auch zu den Ausschüssen finden Sie eine detaillierte Themenübersicht in der Tabelle auf der nachfolgenden Seite XY :: Tab. 06.
Die Ordentliche Hauptversammlung wählte die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Ganghoferstraße 29, 80339 München, zum Abschlussprüfer 2009. Die KPMG hat die Jahresabschlüsse nach deutschen (HGB) und internationalen (IFRS) Rechnungslegungsstandards sowie den jeweiligen Lagebericht für das Geschäftsjahr 2009 geprüft und jeweils einen Bestätigungsvermerk in uneingeschränkter Form erteilt. Diese Abschlüsse und Lageberichte sowie die zwei Prüfungsberichte des Abschlussprüfers legte uns der Vorstand vor der Sitzung am 22. März 2010 vor. Der Prüfungsausschuss hat Informationen zu den laufenden Jahresabschlüssen vorab in zwei als Telefonkonferenz abgehaltenen Sitzungen mit dem Abschlussprüfer und dem 4SC-Management erörtert, geprüft und uns im Anschluss darüber berichtet. Der Aufsichtsrat diskutierte und prüfte die Abschlüsse und Lageberichte in seiner Sitzung am 22. März 2010. Dabei stimmten die vom Vorstand in den Lageberichten getroffenen Einschätzungen mit den bisherigen Berichten des Vorstands an den Aufsichtsrat überein und entsprachen zudem auch unserer eigenen Einschätzung. Die Abschlussprüfer berichteten dem Prüfungsausschuss und dem Aufsichtsrat über die wesentlichen Prüfungsergebnisse und standen zu weiteren Fragen Rede und Antwort.
Nach dieser eingehenden Prüfung und der Empfehlung des Prüfungsausschusses folgend erhob der Aufsichtsrat keine Einwände gegen die Abschlüsse und Lageberichte. Die Berichte entsprachen unserer Einschätzung nach auch den gesetzlichen Bestimmungen. Deshalb schlossen wir uns dem Ergebnis der Jahresabschlussprüfung durch die Abschlussprüfer an und billigten die vom Vorstand aufgestellten Abschlüsse. Die Jahresabschlüsse sind damit festgestellt.
Lassen Sie mich zum Abschluss noch einmal auf den Deutschen Corporate Governance Kodex eingehen: Dessen Empfehlungen nimmt die 4SC AG sehr ernst und folgt ihnen ganz überwiegend. In der jüngsten Entsprechenserklärung vom 25. Februar 2010 erklärten Vorstand und Aufsichtsrat, den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex entsprochen zu haben, aktuell zu entsprechen und auch in Zukunft entsprechen zu wollen und zwar in der Fassung vom 18. Juni 2009 mit den in der Entsprechenserklärung vom 25. Februar 2010 angegebenen Ausnahmen. Für weitere Informationen wird auf die "Erklärung zur Unternehmensführung" auf den Seiten xxx bis xxx im Geschäftsbericht verwiesen. Auf diesen Seiten können Sie auch die Entsprechenserklärung einsehen.
Die vom Deutschen Corporate Governance Kodex empfohlene Effizienzprüfung der Aufsichtsratstätigkeit erfolgte auf der Grundlage eines eigens entwickelten und von den Aufsichtsratsmitgliedern auszufüllenden Fragebogens. Dieser wurde im Nachgang zur Aufsichtsratssitzung vom 3. Dezember 2009 bearbeitet. Die Ergebnisse hat der Aufsichtsrat in seiner ersten Präsenzsitzung des aktuellen Geschäftsjahres am 22. März 2010 nochmals erörtert. Es folgte die Bestätigung, dass der Aufsichtsrat effizient arbeitet.
Ein ebenso arbeitsintensives wie ergebnisreiches Geschäftsjahr liegt hinter uns weitere spannende Aufgaben erwarten uns bereits.
Auch im Namen meiner Aufsichtsratskollegen danke ich dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren sehr engagierten Einsatz und die geleistete erfolgreiche Arbeit
Planegg-Martinsried, im März 2010
DR. JÖRG NEERMANN, Vorsitzender des Aufsichtsrats
Nachfolgende Tabelle zeigt spezielle Themen der einzelnen Aufsichtsratssitzungen, die neben den Standardthemen, wie SITZUNGEN DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES
z.B. Berichte aus Forschung & Entwicklung, Geschäftsentwicklung (Business Development) und Finanzen & Administration, (PRÄSENZSITZUNGEN UND TELEFONKONFERENZEN): adressiert wurden.
13.03.2009: 1. PRÄSENZSITZUNG
| ― | Bilanzsitzung: Feststellung der Jahresabschlüsse 2008 |
| ― | Verabschiedung des Aufsichtsratsberichts 2008 |
| ― | Nachbereitung der Effizienzprüfung aus der Sitzung im Dezember 2008 |
| ― | Erläuterung und Verabschiedung der Entsprechenserklärung sowie des Corporate-Governance- und Vergütungsberichts |
| ― | Vorstellung der geplanten Tagesordnungspunkte für die ordentliche Hauptversammlung am 15. Juni 2009 |
| ― | Vorstellung des geplanten neuen Mitarbeiterbeteiligungsprogramms ESoP 2009 |
| ― | finale Festlegung der Vorstandsvergütung und der Management-Meilensteine für 2009 |
| ― | Diskussion über Status und Fortschritt der Entwicklungsprojekte sowie über erforderliche Finanzierungsmaßnahmen |
15.06.2009: 2. PRÄSENZSITZUNG
| ― | Nachbereitung der ordentlichen Hauptversammlung vom gleichen Tag |
| ― | Mandatsannahme von Herrn Dr. Thomas Werner |
| ― | Personelle Wechsel in den Ausschüssen |
| ― | Beauftragung der Prüfungsgesellschaft KPMG für die Jahresabschlüsse 2009 und den Halbjahresbericht 2009 |
| ― | Diskussion über weitere Finanzierungsmöglichkeiten |
| ― | Diskussion strategischer Entwicklungsoptionen des Unternehmens |
| ― | Bericht über neues Förderprojekt medSys |
01.10.2009: 3. PRÄSENZSITZUNG
| ― | Vorstellung eines Konzepts der geplanten Kapitalerhöhung |
| ― | Besprechung diverser gesetzlicher und formeller Neuerungen, z.B. VorstAG und Deutscher Corporate Governance Kodex, sowie deren Auswirkungen auf die Gesellschaft |
03.12.2009: 4. PRÄSENZSITZUNG
| ― | Diskussion über das Budget 2010 sowie 3-Jahres-Budget |
| ― | Nachbesprechung der Kapitalerhöhung sowie Erörterung der neuen Aktionärsstruktur |
| ― | Besprechung Fragebogen zur Effizienzprüfung des Aufsichtsrats |
| ― | Aktualisierung der Geschäftsordnungen für Vorstand und Aufsichtsrat |
| ― | Zielerreichung in 2009 |
| ― | Festlegung der Unternehmensziele für 2010 |
| ― | Überprüfung Vorstandsvergütung für 2010 sowie Besprechung der Anpassung an VorstAG |
Sitzungen des Personalausschusses (Präsenzsitzungen und Telefonkonferenzen):
29.01.2009: Besprechung und Planung der Jahresabschlüsse 2008
20.02.2009: Zwischenstandsbericht der Jahresabschlussprüfung 2008
13.03.2009: Erörterung der Vergütungsstruktur sowie der Management-Meilensteine 2009
06.05.2009: Erörterung des Quartalsberichts Q1/2009
29.07.2009: Erörterung des Quartalsberichts Q2/2009
27.10.2009: Erörterung des Quartalsberichts Q3/2009
18.11.2009: Erörterung des Budgets für 2010 sowie 3-Jahres-Budget
18.11.2009: Erörterung der Vorstandsverträge und -vergütung sowie der Bonuszahlungen
03.12.2009: Erörterung der Bonuszahlungen sowie der Management-Meilensteine 2010
Sitzungen des Business-Development-Ausschusses (Präsenzsitzungen und Telefonkonferenzen):
23.04.2009: Erörterung der Vorschläge zur Ausrichtung der Geschäftsaktivitäten
21.07.2009: Erörterung der "frühen, nicht-klinischen Pipeline"
23.07.2009: Erörterung der Bewertung der "frühen, nicht klinischen Projekte"
16.09.2009: Erörterung des Konzeptes zur Evaluierung von Entwicklungsmöglichkeiten der anti-Infektiven Projekte mit Unterstützung externer Ressourcen