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3U Holding AG — Annual Report 2010
Mar 31, 2011
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Annual Report
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Konzernergebnisse im Überblick
| 3U Konzern (IFRS) | Jahresvergleich | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| 1. 1.–31. 12. 2010 |
1. 1.–31. 12. 2009 |
||||
| Umsatz | (in Mio. EUR) | 82,40 | 92,08 | ||
| EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) | (in Mio. EUR) | 6,42 | 13,24 | ||
| EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) | (in Mio. EUR) | –1,60 | 4,03 | ||
| EBT (Ergebnis vor Steuern) | (in Mio. EUR) | –1,69 | 3,02 | ||
| Konzernergebnis | (in Mio. EUR) | 5,83 | 0,04 | ||
| Ergebnis pro Aktie (unverwässert) | (in EUR) | 0,15 | 0,00 | ||
| Ergebnis pro Aktie (verwässert) | (in EUR) | 0,15 | 0,00 | ||
| Eigenkapitalquote | (in %) | 51,76 | 47,75 |
| 3U Konzern (IFRS) | Quartalsvergleich | |||
|---|---|---|---|---|
| 1. 10.–31. 12. 2010 |
1. 10.–31. 12. 2009 |
|||
| Umsatz | (in Mio. EUR) | 20,08 | 21,31 | |
| EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) | (in Mio. EUR) | –0,08 | 2,51 | |
| EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) | (in Mio. EUR) | –2,32 | 0,11 | |
| EBT (Ergebnis vor Steuern) | (in Mio. EUR) | –2,62 | –0,01 | |
| Konzernergebnis | (in Mio. EUR) | 3,43 | –1,05 | |
| Ergebnis pro Aktie (unverwässert) | (in EUR) | 0,10 | –0,02 | |
| Ergebnis pro Aktie (verwässert) | (in EUR) | 0,10 | –0,02 | |
| Eigenkapitalquote | (in %) | 51,76 | 47,75 |
Inhalt 1
2 An unsere Aktionäre
- 2 Brief an unsere Aktionäre
- 6 Bericht des Aufsichtsrats
- 9 Corporate Governance Bericht
- 14 Die 3U Aktie
19 Konzernlagebericht
- 20 Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Rahmenbedingungen
- 27 Darstellung des Geschäftsverlaufs
- 45 Risiko- und Chancenmanagement
- 53 Wesentliche Ereignisse nach Beendigung des Geschäftsjahres
- 55 Prognosebericht
59 Konzernabschluss
- 60 Konzernbilanz zum 31. Dezember 2010 (IFRS)
- 62 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung (IFRS)
- 64 Gesamtergebnisrechnung
- 66 Eigenkapitalveränderungsrechnung (IFRS)
- 68 Kapitalflussrechnung (IFRS)
- 70 Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2010
- 128 Entwicklung des Konzernanlagevermögens 2010 (IFRS)
- 130 Entwicklung des Konzernanlagevermögens 2009 (IFRS)
- 132 Versicherung der gesetzlichen Vertreter
- 133 Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers
- 135 Weitere Informationen
- 136 Finanzkalender
- 137 Kontakt
- 138 Glossar
- 140 Impressum
- 140 Disclaimer
- 141 3U Konzern
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,
wir können Ihnen heute über ein insgesamt erfreuliches Geschäftsjahr 2010 berichten, ein Jahr in dem sich die 3U HOLDING AG deutlich gewandelt hat, um auch zukünftig im Wettbewerb erfolgreich bestehen zu können. Unser Ziel war es, konsequent Synergie potenziale im Konzern zu identifizieren und diese zu heben. Darüber hinaus haben wir sich uns bietende Chancen beherzt ergriffen. Dies hat dazu geführt, dass vorhandene Ressourcen heute effizienter genutzt werden und vor allem das Segment Erneuerbare Energien heute viel breiter aufgestellt ist, als wir dies ursprünglich vorgesehen hatten.
Während der deutliche Umsatzrückgang im Segment Telefonie wie vorhergesagt eintraf und der Bereich Breitband/IP die prog nostizierte Erholung übertraf, blieb die Umsatzentwicklung im Segment Erneuerbare Energien hinter den ursprünglichen Prog nosen zurück. Dies lag zum einen daran, dass wir Opportunitäten — u. a. die Beteiligungsmöglichkeit an der EuroSun Vacuum-Solar-Systems GmbH — beherzt ergriffen. Mit dieser Investition engagieren wir uns in der Herstellung und Vermarktung thermischer Solaranlagen; einer Nische im Markt der Erneuerbaren Energien, von der wir uns jedoch überproportionales Wachstum versprechen. Insgesamt ergab sich damit die Notwendigkeit, unsere vorhandenen Ressourcen, zu Lasten der kurzfristigen Umsatzgenerierung, stärker für den nachhaltigen Aufbau des Segmentes einzusetzen, als zum Jahresanfang geplant. Auch wenn der Kapitalmarkt auf diese strategische Entscheidung zunächst negativ reagierte, sind wir fest davon überzeugt, dass sie sich mittel- und langfristig als richtig erweisen wird.
Der Markteinbruch vor allem im Sommer 2010 — verursacht durch die Unsicherheit der Marktteilnehmer über die zukünftige Förderung der erneuerbaren Energien und der damit einhergehenden Investitionszurückhaltung — führte zu Umsatzeinbrüchen in der gesamten Branche und traf unser Segment Erneuerbare Energien ebenfalls. Gleichzeitig wurde die Erweiterung des Produktportfolios um Photovoltaikangebote weiter vorangetrieben. Diese hatte in 2010 zwar noch keine Auswirkungen auf die Umsatzentwicklung, führte im März 2011 jedoch zum Abschluss eines ersten großen Auftrags über die Lieferung von Photo voltaikmodulen.
Die breitere Aufstellung des Konzerns hatte auch schon im Geschäftsjahr 2010 einen maßgeblichen Einfluss auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung der 3U Gruppe. Der Konzernumsatz ging 2010 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum mit EUR 82,40 Mio. erwartungsgemäß zurück. Vor allem einmalige Aufwendungen, die zu einem erheblichen Anteil im vierten Quartal anfielen, haben dazu geführt, dass sowohl das EBITDA als auch das Ergebnis nicht unwesentlich von der zum 30. September 2010 abgegebenen Prognose abweichen. Diese einmaligen operativen und verwaltungstechnischen Aufwendungen, wie z. B. verstärkte Vertriebsaktivitäten inkl. Marktbeobachtung, Durchführung von Due-Diligence-Maßnahmen sowie die Neueinführung von EDV haben das Ergebnis zwar kurzfristig belastet, stärken aber langfristig den 3U Konzern und seine Wettbewerbsposition.
Das EBITDA lag mit EUR 6,42 Mio. unter dem EBITDA des Geschäftsjahres 2009 (EUR 13,24 Mio.). Neben dem geringeren Ergebnisbeitrag aus dem Segment Telefonie trugen dazu diverse Aufwendungen bei, die gleichzeitig auch zu einer weiteren Abweichung gegenüber der letzten EBITDA-Prognose führen. Dies gilt u. a. für Wertberichtigungen auf ICA-Forderungen gegenüber der Deutschen Telekom und Gutschriften, Aufwendungen für Umsatzsteuernachzahlungen aus einer steuerlichen Außenprüfung, Wertberichtigungen auf die Beteiligung an der myFairPartner Limited, eine teilweise Kaufpreisrückerstattung im Rahmen der Ver äußerung der 3U TELECOM INC. (USA), Abfindungszahlungen an ehemalige Vorstände und Mitarbeiter sowie Aufwendungen insbesondere im Zusammenhang mit der im dritten Quartal 2010 erzielten Einigung mit den früheren Eigentümern und Geschäfts-
Der Vorstand der 3U HOLDING AG (von links): Michael Schmidt und Michael Göbel
führern der OneTel Telecommunication GmbH. Im Rahmen dieses Vergleichs wurden alle bestehenden Rechtsstreite beigelegt. Im Gegenzug erhielt die 3U 1.242.000 eigene Aktien zurück, die jedoch erfolgsneutral in das Konzernergebnis einflossen.
Positiv ist hervorzuheben, dass das Ergebnis mit EUR 5,51 Mio. erheblich gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden konnte. Hierfür sind nicht zuletzt eine positive Entwicklung des Finanzergebnisses, Steuererstattungen für Vorjahre und Erträge aus aktiven latenten Steuern verantwortlich.
An dieser positiven Entwicklung wollen wir auch unsere Aktionäre beteiligen. Vorstand und Aufsichtsrat werden daher der Hauptversammlung am 26. Mai 2011 vorschlagen, für das abgelaufene Geschäftsjahr 2010 erstmals eine Dividende in Höhe von EUR 0,02 je Stückaktie auszuschütten.
Bezug der neuen Konzern-Zentrale
Im ersten Halbjahr 2010 erfolgte der Bezug der neuen Konzern-Zentrale. Bereits im dritten Quartal 2009 hatte die 3U HOLDING AG eine finanziell sehr attraktive Gelegenheit ergriffen, ein Firmengelände in Marburg günstig zu erwerben. Auf diesem wurde eine neue, mit zukunftsweisender Technologie ausgestattete Konzern-Zentrale errichtet und erworbene Bestandsgebäude renoviert. Mit dieser Liegenschaft besitzt die 3U HOLDING AG nicht nur die notwendige Flexibilität, auf sich verändernde (Markt-)Gegebenheiten schnell zu reagieren, sondern verfügt auch über vielseitige Nutzungsmöglichkeiten, die für die Entwicklung der neuen Geschäftsfelder im Bereich Erneuerbare Energien sehr hilfreich sind.
Das Konzept des am Konzern-Standort zu realisierenden Solar-Energie-Kraftwerks (SEKW), hat sich im Laufe des Jahres deutlich verändert. Wir sind zu der Überzeugung gelangt, dass es mittel- und langfristig im Unternehmensinteresse ist, für alle an den praktischen Möglichkeiten der Nutzung von erneuerbaren Energien Interessierten, eine erlebbare Entwicklungsplattform zu verwirklichen, anstatt nur einen funktionalen Bau zu errichten. Die Inbetriebnahme ist nunmehr für Mai/Juni 2011 vorgesehen. Dann steht uns ein Referenzobjekt zur Verfügung, mit dem es uns wesentlich leichter fallen sollte, potenzielle Kunden von unserer Leistungsfähigkeit auch in diesem Bereich zu überzeugen.
Beteiligungsstrategie
Die 3U HOLDING AG hält an Ihrer Beteiligungsstrategie fest und wird auch zukünftig sowohl auf organisches Wachstum als auch auf selektive Zukäufe setzen. Prinzipiell verfolgt die 3U HOLDING AG dabei eine Buy-and-build-Strategie, d. h. wir fokussieren uns auf Beteiligungen, die von den synergetischen Potenzialen des Konzernverbundes profitieren, in diesen eingebunden werden und sich so erfolgreich entwickeln können.
Unser Beteiligungsportfolio haben wir vor allem im ersten Quartal 2010 weiter ausgebaut. Im Januar 2010 wurde die Unternehmensberatung RISIMA Consulting GmbH mit einem bereits in diesem Marktsegment etablierten Partner gegründet. Das Beratungsportfolio der RISIMA Consulting GmbH basiert auf innovativen Reifegradmodellen, die aufgrund der vorhandenen Expertise in den Bereichen Corporate Governance, Geschäftsprozess- und Risikomanagement, IT-Strategie und -Sicherheit sowie Wissensmanagement entwickelt wurden. Im März 2010 folgte die mehrheitliche Übernahme der EuroSun Vacuum-Solar-Systems GmbH, die auf die Entwicklung, Produktion und den Handel von Produkten der Elektroindustrie und Umwelttechnikgütern, u. a. für thermische Solaranlagen und der ORC-Technologie zur Gewinnung von Strom aus Wärme spezialisiert ist. Ebenfalls im März 2010 wurde die 3U DYNAMICS GmbH gegründet, in der alle Vertriebs- und Vermarktungsressourcen, die innerhalb des Konzerns für mehrere Konzern gesellschaften eingesetzt werden, gebündelt sind. Im September 2010 leitete die EuroSun ein Joint Venture in China ein, um damit ihre Produktionskapazitäten für Vakuum-Solar-Röhren erheblich auszuweiten. Der Produktionsbeginn im neuen Werk ist für Anfang des zweiten Quartals 2011 geplant. Aufwendungen für das Joint Venture sind in 2010 noch nicht geflossen. Die Genehmigung des Joint-Venture-Vertrages durch die Behörden steht noch aus.
Aktieneinzug
4
In einer Vielzahl von Gesprächen mit Investoren wurde deutlich, dass die Entwicklung der 3U HOLDING AG mit Interesse aber auch mit einer gehörigen Portion Skepsis verfolgt wird. Diese Skepsis hat dazu geführt, dass die Aktienkursentwicklung des Jahres 2010 unbefriedigend verlaufen ist. Auch aus diesem Grund entschied sich der Vorstand, die 3.244.714 eigenen Aktien (das entsprach 6,93 % des damaligen Grundkapitals), die die Gesellschaft im Rahmen des ersten Aktienrückkaufs über die Börse und eines sich anschließenden öffentlichen Rückkaufangebots bis zum 20. Februar 2009 erworben hatte, zur Einziehung beim Handelsregister einzureichen. Mit der Einziehung der Aktien erhöht sich der auf jede einzelne Aktie entfallende Unternehmenswert und darüber hinaus eröffnet sie die Möglichkeit für weitere Aktienrückkäufe.
Diese Möglichkeit ergriff der Vorstand, der im Juli 2010 beschloss, im Interesse der Aktionäre das niedrige Kursniveau zu nutzen, um weitere bis zu 10 % der eigenen Aktien über die Börse zurückzukaufen. Das am 19. Juli 2010 begonnene Aktienrückkauf programm wurde am 21. Januar 2011 beendet. Neben den 3.117.500 Aktien die über die Börse erworben wurden, flossen der Gesellschaft aus einem Vergleich weitere 1.242.000 Aktien zu. Insgesamt besitzt die 3U HOLDING AG aktuell 4.359.740 eigene Aktien und damit knapp 10 % des Grundkapitals von EUR 43.597.526,00.
Eine Entscheidung über die Verwendung der zurückgekauften Aktien ist noch nicht gefasst worden. Solange die Aktie jedoch unter ihrem Nominalwert von EUR 1,00 notiert — das entspricht dem auf die einzelne Aktie entfallende Eigenkapital — ist eine andere Verwendung als die Einziehung der erworbenen Aktien wirtschaftlich nicht sinnvoll.
Die neue Konzernorganisation hat sich bewährt
Die im abgelaufenen Geschäftsjahr umgesetzte neue Konzernorganisation trägt erste Früchte. Konzernübergreifend genutzte Ressourcen wurden gebündelt und dadurch Synergiepotenziale freigesetzt. Alle Unternehmensteile haben eindrucksvolle Veränderungen im Jahresverlauf erlebt, bei der die Veränderung der jeweiligen Mitarbeiterzahl nur das nach außen sichtbarste Zeichen ist. Heute sind in den Segmenten Telefonie und Breitband/IP deutlich weniger Personen beschäftigt als zum Jahresbeginn 2010, da der größte Teil dieser Mitarbeiter nun dem Segment Services bzw. der 3U HOLDING AG selbst zugeordnet ist. Im Rahmen der durchgeführten Maßnahmen wurde der Bereich Finanzen & Controlling in der Holding angesiedelt.
Die IT-Aktivitäten des gesamten Konzerns sind nun ausschließlich in der Tochtergesellschaft SEGAL Systems GmbH zusammengefasst. Alle konzernübergreifend tätigen Vermarktungs- und Vertriebsressourcen wurden in der 3U DYNAMICS GmbH gebündelt und mit der Ausgründung und Firmierung als RISIMA Consulting GmbH wurde das in den letzten Jahren in konzerninternen Beratungsprojekten aufgebaute Know-how ebenfalls in eine eigenständige Unternehmung eingebracht. Diese Unternehmen aus dem Segment Services adressieren mit ihrem Produktportfolio nicht nur konzerninterne Nachfrage, sondern sollen zukünftig verstärkt ihre Leistungen auch an externe Kunden vermarkten.
Der Ausbau unserer Aktivitäten im Bereich Erneuerbare Energien wird mit Nachdruck vorangetrieben. Neben der Beteiligung an der EuroSun Vacuum-Solar-Systems GmbH führten auch Neueinstellungen bei der 3U SOLAR Systemhandel AG zu einem deutlichen Mitarbeiteranstieg in diesem Segment. Auch im Jahr 2011 wird — einhergehend mit der geplanten Umsatzsteigerung — eine Vielzahl neuer Mitarbeiter in diesem Bereich beschäftigt werden.
Aussichten für das Jahr 2011 positiv
Sehr geehrte Aktionäre, Sie sehen: Ihr Unternehmen, die 3U HOLDING AG, hat sich auch in einem streckenweise schwierigen Umfeld aufgrund der in der Vergangenheit geschaffenen soliden Basis erfolgreich behauptet. Viel wichtiger aber ist, dass sie zukunftsfähig aufgestellt ist. Die 3U HOLDING AG ist hervorragend positioniert, um die sich ihr bietenden Wachstumspotenziale zu nutzen.
Für das Gesamtjahr 2011 sind wir auf Basis des Vorgenannten optimistisch, unsere Ziele erreichen zu können und damit die Grundlagen für ein nachhaltiges und profitables Wachstum zu legen.
Wir danken Ihnen, unseren Aktionären, für das Vertrauen, das Sie unserem Unternehmen entgegenbringen.
Marburg, 30. März 2011
Der Vorstand
Michael Schmidt Michael Göbel
Bericht des Aufsichtsrats
6
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,
der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Er hat die Geschäftsführung des Vorstands sorgfältig und regelmäßig überwacht und beratend begleitet. Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend durch schriftliche und mündliche Berichte über alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage und des Risikomanagements. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Plänen wurden dem Aufsichtsrat im Einzelnen erläutert. Die strategische Ausrichtung des Unternehmens stimmte der Vorstand mit dem Aufsichtsrat ab. Die Zustimmung des Aufsichtsrates zu den Beschlussvorschlägen des Vorstands erfolgte jeweils nach gründlicher Prüfung und Beratung.
Schwerpunkt der Beratung im Aufsichtsrat
Schwerpunkt der Beratung im Aufsichtsrat war die zukünftige Entwicklung des Segments Breitband/IP, insbesondere die wirtschaftliche Entwicklung der LambdaNet Communications Deutschland AG, die Ausschreibung des Glasfasernetzes und die geplante Gründung einer konzernübergreifenden Netzbetriebsgesellschaft. Einen weiteren Schwerpunkt bildete der Aufbau der neuen Segmente Erneuerbare Energien und Services.
Außerdem wurde der Aufsichtsrat intensiv in die Pläne für die neue Konzern-Zentrale und die damit einhergehende Verwirklichung des ersten SEKW-Projekts eingebunden.
Gegenstand der Aufsichtsratssitzungen waren im Übrigen Corporate-Governance-Themen, insbesondere die den Corporate-Governance-Grundsätzen entsprechende Effizienzprüfung des Aufsichtsrates ebenso wie Personalfragen einschließlich der Bestellung und Verlängerung von Anstellungsverträgen des Vorstands.
Wie schon in der Vergangenheit hat sich der Aufsichtsrat im abgelaufenen Geschäftsjahr intensiv mit der strategischen Entwicklung und Ausrichtung des Unternehmens befasst. Wesentlicher Gegenstand der Diskussion im Aufsichtsrat war weiter die fortlaufende und detaillierte Unterrichtung über die Umsatz-, Ergebnis- und Geschäftsentwicklung des Konzerns sowie über die Finanzlage des Unternehmens. Der Aufsichtsrat ließ sich vom Vorstand insbesondere Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den aufgestellten Plänen und definierten Zielen ausführlich erläutern.
Das Risikomanagement des Unternehmens war Gegenstand einer Überprüfung durch die mit der Abschlussprüfung beauftragte BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Essen. Diese Prüfung hat bestätigt, dass der Vorstand der Gesellschaft die nach § 91 Abs. 2 AktG geforderten Maßnahmen in geeigneter Weise ergriffen hat, und dass das bestehende Überwachungssystem geeignet ist, Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, frühzeitig zu erkennen.
Sitzungen und Teilnahme
Im Geschäftsjahr 2010 haben insgesamt neun Aufsichtsratssitzungen (1. Februar, 23. Februar, 1. März, 31. März, 10. Juni, 6. Juli,
- August, 6. September sowie am 23. November) stattgefunden, in denen der Aufsichtsrat jeweils vollzählig vertreten war. Der Aufsichtsrat besteht aus drei Mitgliedern und hat keine Ausschüsse gebildet. Beschlüsse des Aufsichtsrats wurden sowohl in Sitzungen als auch im schriftlichen Umlaufverfahren gefasst. Sämtliche Beschlüsse des Aufsichtsrats wurden einstimmig gefasst. Auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen stand der Aufsichtsrat mit dem Vorstand in intensivem Kontakt und hat sich über den Gang der Geschäfte sowie wesentliche Ereignisse informiert.
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Corporate Governance
Am 24. März 2011 haben Vorstand und Aufsichtsrat die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG abgegeben. Die Entsprechens erklärung kann auf der Internetseite der 3U HOLDING AG (www.3u.net) unter dem Pfad "Investor Relations/Corporate Governance" dauerhaft eingesehen werden. Die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289a HGB ist ebenfalls dort einzusehen.
Veränderungen im Aufsichtsrat und im Vorstand
Am 1. März 2010 gab die Gesellschaft bekannt, dass der Aufsichtsrat des Unternehmens beschlossen hat, die Bestellung von Oliver Zimmermann zum Vorstand mit sofortiger Wirkung zu widerrufen. Als Nachfolger bestellte der Aufsichtsrat den Leiter des Bereichs Finanzen und Controlling der 3U HOLDING AG, Herrn Michael Göbel.
Die Mandate der amtierenden Aufsichtsratsmitglieder endeten mit Abschluss der Hauptversammlung vom 19. August 2010. Deshalb wurden die Mitglieder neu gewählt. Der Aufsichtsrat setzt sich nach §§ 96 Abs. 1, 101 Abs. 1 AktG und § 7 Abs. 1 der Satzung aus drei Vertretern der Aktionäre zusammen. Herr Rechtsanwalt Ralf Thoenes, Partner der Rechtsanwaltskanzlei Altenburger, Düsseldorf sowie Herr Dipl.-Wirtsch.-Ing. Gerd Simon, selbstständiger Unternehmensberater, Bad Homburg v. d. H. wurden erneut in den Aufsichtsrat gewählt, während Herr Peter Coch sich nicht mehr zur Wahl stellte. An seiner Stelle wurde Herr Dipl.-Kfm. Stefan Thies, geschäftsführender Gesellschafter der Thies & Thies Steuerberatungsgesellschaft mbH, Heinsberg, in den Aufsichtsrat gewählt. Der Wechsel im Aufsichtsrat war erforderlich, um den Aufsichtsrat mit einem den Corporate Governance Richtlinien entsprechenden Financial Expert zu besetzen. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten bei der Hauptversammlung eine Zustimmung von 99,96 %.
Jahres- und Konzernabschlussprüfung 2010
Die BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Essen, wurde durch die Hauptversammlung am 19. August 2010 zum Abschlussprüfer gewählt und ist dementsprechend vom Aufsichtsrat mit der Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses beauftragt worden. Der vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellte Jahresabschluss der 3U HOLDING AG und der Lagebericht sowie der nach IFRS aufgestellte Konzernabschluss und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2010 sind von dem Abschlussprüfer geprüft und jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Die vorgenannten Unterlagen und die Prüfungs berichte des Abschlussprüfers wurden allen Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig zugeleitet und in der Bilanzsitzung am 31. März 2011 intensiv erörtert. Die verantwortlichen Abschlussprüfer berichteten in dieser Sitzung über die wesentlichen Ergebnisse ihrer Prüfung und standen für ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Der Aufsichtsrat hat gemäß § 171 AktG den Jahres abschluss der 3U HOLDING AG, den Konzernabschluss sowie die Lageberichte für die 3U HOLDING AG und den Konzern eingehend geprüft und keine Einwendungen erhoben. Der Aufsichtsrat hat dem Ergebnis der Prüfung beider Abschlüsse durch den Abschluss prüfer zugestimmt und sowohl den Jahresabschluss der 3U HOLDING AG als auch den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2010 gebilligt; der Jahresabschluss ist damit festgestellt.
Der Aufsichtsrat dankt den Mitgliedern des Vorstandes und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre Leistungen und ihr Engagement im abgelaufenen Geschäftsjahr.
Marburg, 30. März 2011
Der Aufsichtsrat
Ralf Thoenes Vorsitzender
Corporate Governance Bericht
Den Deutschen Corporate Governance Kodex gibt es in Deutschland seit dem Jahr 2002. Er wurde zuletzt im Mai 2010 aktualisiert und enthält Regelungen, Empfehlungen und Anregungen für eine sachgerechte und verantwortungsvolle Unternehmensführung. Der Kodex dient dazu, mehr Transparenz zu schaffen, um so das Vertrauen der Anleger, der Kunden, der Mitarbeiter und der Öffentlichkeit in die Unternehmensführung deutscher Gesellschaften zu stärken. Die 3U HOLDING AG begrüßt die Bestimmungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK), die sowohl die Interessen der Unternehmen als auch der Anleger bzw. Investoren berücksichtigen.
Entsprechenserklärung
Vorstand und Aufsichtsrat der 3U HOLDING AG befassen sich fortlaufend mit den Inhalten des Deutschen Corporate Governance Kodex und haben beschlossen, den Empfehlungen weitgehend zu entsprechen. Im Geschäftsjahr 2010 galt zunächst der Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 18. Juni 2009 und sodann in der geänderten Fassung vom 26. Mai 2010.
Die 3U HOLDING AG hat die vom Aktiengesetz geforderte Entsprechenserklärung im Geschäftsjahr 2010 am 23. März 2010 abge geben und am 24. März 2011 aktualisiert. Die Entsprechenserklärung kann auf ihrer Internetseite (www.3u.net) unter dem Pfad "Investor Relations/Corporate Governance" dauerhaft eingesehen werden.
Abweichung von den Empfehlungen im Geschäftsjahr 2010
Im Geschäftsjahr 2010 ist die 3U HOLDING AG in folgenden Punkten von den Empfehlungen des Corporate Governance Kodex abgewichen:
Selbstbehalt D&O-Versicherung
Die D&O-Versicherung der Gesellschaft enthält keinen Selbstbehalt für den Aufsichtsrat. Die 3U HOLDING AG ist diesbezüglich der Ansicht, dass die Verantwortung und Motivation, mit denen die Mitglieder des Aufsichtsrats der Gesellschaft ihre Aufgaben wahrnehmen, durch einen solchen Selbstbehalt nicht verbessert werden können.
Zusammensetzung Vorstand und Aufsichtsrat
Der Vorstand hatte bis zum 31. Dezember 2010 keinen Vorsitzenden oder Sprecher. Konkrete Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats werden nicht vorgegeben und dementsprechend nicht im Corporate Governance Bericht veröffentlicht.
Diversity
Bei der Besetzung von Führungsfunktionen orientiert sich der Vorstand an den Anforderungen der entsprechenden Funktion und sucht nach der bestmöglichen Person, die diese Anforderungen erfüllt. Stehen mehrere gleich qualifizierte Kandidatinnen oder Kandidaten zur Verfügung, achtet der Vorstand bei der Besetzung auf die Vielfalt und eine angemessene Berücksichtigung von Frauen im Unternehmen, ohne diese Kriterien zu einem vorrangigen Prinzip zu machen.
Altersgrenzen & Diversity von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern
Der Aufsichtsrat orientiert sich bei der Besetzung des Vorstands nach der Eignung und Qualifikation und sucht nach der bestmöglichen Besetzung der Vorstandspositionen. Nach Auffassung der Gesellschaft würde die vom Kodex vorgegebene besondere Gewichtung weiterer Kriterien die Auswahl möglicher Kandidatinnen oder Kandidaten für den Vorstand einschränken. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass der Vorstand derzeit nur aus zwei Mitgliedern besteht.
Auch bei der Besetzung des Aufsichtsrats gilt, dass Eignung, Erfahrung und Qualifikation die maßgeblichen Auswahlkriterien sind. Eine Bindung an Vorgaben hinsichtlich der zukünftigen Besetzung schränkt die Flexibilität ein, ohne dass damit anderweitige Vorteile für das Unternehmen verbunden wären. Dies gilt umso mehr, als der Aufsichtsrat derzeit nur aus drei Mitgliedern besteht.
Für den Vorstand und den Aufsichtsrat gilt keine Altersgrenze.
Bildung von Ausschüssen
Der Aufsichtsrat der 3U HOLDING AG umfasst drei Mitglieder. Abweichend von Ziffer 5.3 des Kodex hat der Aufsichtsrat zurzeit keine Ausschüsse gebildet. Die Aufgaben etwaiger Ausschüsse werden von der Gesamtheit der Mitglieder des Aufsichtsrats wahrgenommen.
Vorstandsvergütung
Im Kalenderjahr 2010 hat der Aufsichtsrat beschlossen, entsprechend den Vorgaben des Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) die erfolgsabhängige Vergütung der Vorstände auf eine nachhaltige Unternehmensführung auszurichten. Der im Berichtszeitraum geltende Vorstandsanstellungsvertrag des Vorstandsmitglieds Michael Schmidt hatte eine feste Laufzeit bis zum 31. Dezember 2010, so dass der Aufsichtsrat überein kam, eine Umsetzung der Änderungen für beide Vorstandsmitglieder einheitlich zum 1. Januar 2011 vorzunehmen.
Aktuelle Änderungen zur Erfüllung der Empfehlungen des GCGK
Ab dem Kalenderjahr 2011 gilt für beide Vorstände der 3U HOLDING AG, dass künftig ein Teil der erfolgsabhängigen Vergütung eines Geschäftsjahres unter dem Vorbehalt gezahlt wird, dass der Vorstand die Geschäfte der Gesellschaft auch in den auf das betreffende Geschäftsjahr folgenden zwei Geschäftsjahren nachhaltig führt. Ein Cap für an Vorstände zu zahlende Abfindungen (maximal zwei Jahresgehälter) ist in den Vorstandsverträgen nicht vorgesehen, da die Verträge lediglich eine begrenzte Laufzeit von drei Jahren haben. Dementsprechend ergibt sich die beabsichtigte Begrenzung des möglichen Abfindungsanspruches eines Vorstands bereits aus der Natur der Vorstandsverträge.
Im Übrigen hat der Aufsichtsrat das Vorstandsmitglied Michael Schmidt mit Wirkung ab dem 1. Januar 2011 zum Sprecher des Vorstands ernannt (Ziffer 4.2.1 DCGK). Für Vorstände und Aufsichtsräte gilt ab dem Geschäftsjahr 2011 eine Altersgrenze von 65 Jahren (Ziffer 5.1.2 sowie 5.1.4 DCGK).
Vergütungsbericht
Der Vergütungsbericht ist zugleich Teil des Konzernlageberichts.
Der Vergütungsbericht fasst die Grundsätze zusammen, die für die Festlegung der Vergütung des Vorstands der 3U HOLDING AG zur Anwendung kommen, und erläutert die Höhe und Struktur der Vorstandsvergütung. Der Vergütungsbericht wird auf der Basis der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex erstellt und beinhaltet ferner die Angaben, die gemäß Handelsgesetzbuch, erweitert durch das Gesetz über die Offenlegung der Vorstandsvergütungen (VorstOG), erforderlich sind.
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Vergütung des Vorstands
Die Struktur und die Höhe der Vergütung der Vorstandsmitglieder werden vom Aufsichtsrat festgelegt und regelmäßig überprüft. Der Aufsichtsrat hat die Überprüfung des Vergütungssystems der 3U HOLDING AG insbesondere vor dem Hintergrund des am 5. August 2009 in Kraft getretenen Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) vorgenommen.
Alle Vorstandsmitglieder der 3U HOLDING AG erhalten ein jährliches festes Grundgehalt (Fixum), welches in monatlichen Raten ausgezahlt wird. Daneben erhalten alle Vorstandsmitglieder eine variable erfolgsabhängige Vergütung (erfolgsbezogene Komponente). Die erfolgsabhängige Vergütung setzt sich aus einem quantitativen Teilziel und einem qualitativen Teilziel zusammen. Bei der quantitativen Teilzielerreichung wird durch den Aufsichtsrat vorrangig der testierte Wert der EBITDA-Leistung des Konzerns im Verhältnis zu dem budgetierten Wert bewertet; eine deutliche Verfehlung von budgetierten Umsatzzielen kann zu Abzügen führen. Im Rahmen der qualitativen Zielerreichung bewertet der Aufsichtsrat die Abarbeitung prioritärer Aufgaben des Vorstands sowie die Erfüllung vom Aufsichtsrat gesetzter persönlicher Ziele des Vorstands. Der Aufsichtsrat legt jeweils zu Beginn eines Geschäftsjahres Zielvorgaben unter Berücksichtigung der Lage des Konzerns fest.
Darüber hinaus wurde den Vorstandsmitgliedern eine bestimmte Anzahl von Aktienoptionen im Rahmen des Aktienoptionsplans 2004/2005 gewährt. Die Gewährung von Aktienoptionen verfolgt das Ziel, den Beitrag des Vorstands (und auch der übrigen Mitarbeiter des 3U Konzerns) zur Steigerung des Unternehmenswerts zu honorieren und den langfristigen Unternehmenserfolg zu fördern. Aufgrund der Tatsache, dass der Aktienkurs im Ausübungszeitraum 9. März 2007 bis 9. März 2010 deutlich unter dem Ausübungspreis notierte, wurden keine Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsplan 2004/2005 ausgeübt. Alle Optionen sind damit am 9. März 2010 verfallen.
Im Kalenderjahr 2010 hat der Aufsichtsrat beschlossen, die Vergütungsstruktur darüber hinaus entsprechend den gesetzlichen Vorgaben auf eine nachhaltige Unternehmensführung auszurichten. Der Aufsichtsrat hat das Auslaufen des Vorstandsanstellungsvertrags des Vorstandsmitglieds Michael Schmidt zum 31. Dezember 2010 genutzt, um im Kalenderjahr 2010 entsprechende vertragliche Änderungen zu diskutieren. Gleiches gilt für das Vertragsverhältnis mit dem im Laufe des Geschäftsjahres bestellten weiteren Vorstandsmitglied Michael Göbel. Ab dem Kalenderjahr 2011 gilt für beide Vorstände der 3U HOLDING AG, dass künftig ein Teil der erfolgsabhängigen Vergütung eines Geschäftsjahres unter dem Vorbehalt gezahlt wird, dass der Vorstand die Geschäfte der Gesellschaft auch in den auf das betreffende Geschäftsjahr folgenden zwei Geschäftsjahren nachhaltig führt. Bei der Nachhaltigkeit werden insbesondere die Stabilität der EBITDA-Entwicklung des Konzerns und der Beteiligungsstruktur sowie die Motivation der Mitarbeiter berücksichtigt. Der Aufsichtsrat wird die Nachhaltigkeit in den beiden auf das Geschäftsjahr folgenden Jahren bewerten und wird die unter Vorbehalt gezahlten Teilbeträge der erfolgsabhängigen Vergütung zurückfordern, wenn die Nachhaltigkeit
der Unternehmensführung nicht gewährleistet ist. Eine von dem Vorstand zu erstattende erfolgsabhängige Vergütung ist von dem Vorstand binnen 90 Tagen nach Zugang des schriftlichen Rückforderungsverlangens des Aufsichtsrates zu zahlen.
Der Aufsichtsrat ist im Sinne des § 87 Abs. 2 Satz 1 AktG berechtigt, die Bezüge des Vorstandes auf die angemessene Höhe herab zusetzen, sofern sich die Lage der Gesellschaft nach der Festsetzung der Bezüge verschlechtert und die Weitergewährung der vereinbarten Bezüge unbillig für die Gesellschaft wäre. Dies gilt auch für die Gewährung etwaiger Aktienoptionen im Sinne.
Wird die Bestellung zum Vorstandsmitglied im Laufe eines Geschäftsjahres gem. § 84 Abs. 3 AktG aus wichtigem Grund wider rufen, besteht für dieses Geschäftsjahr sowie für etwaig weitere Geschäftsjahre bis zur Beendigung des Anstellungsvertrages des Vorstands kein Anspruch auf eine erfolgsabhängige Vergütung.
Den Vorstandsmitgliedern wurden keine Pensionszusagen gegeben. Die Vergütungen der Vorstandsmitglieder sind nachfolgend, aufgeteilt nach Fixum und erfolgsbezogenen Komponenten, individualisiert ausgewiesen.
| Name | Fixe Vergütung in TEUR |
Variable Vergütung in TEUR |
Abfindung in TEUR |
in TEUR | Vergütung gesamt | |||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2010 | 2009 | 2010 | 2009 | 2010 | 2009 | 2010 | 2009 | |
| Michael Schmidt | 311 | 330 | 300 | 275 | 0 | 0 | 611 | 605 |
| Oliver Zimmermann (Finanzvorstand bis 1.3.2010) |
54 | 345 | 13 | 168 | 470 | 0 | 537 | 513 |
| Michael Göbel (Finanzvorstand seit 1.3.2010) |
128 | 0 | 35 | 0 | 0 | 0 | 163 | 0 |
| Summe | 493 | 675 | 348* | 443 | 470 | 0 | 1.311 | 1.118 |
*In voller Höhe kurzfristig fällig (bei maximaler variabler Vergütung)
In den Jahren 2009 und 2010 wurden an die Mitglieder des Vorstands keine Aktienoptionen ausgegeben.
Sämtliche Vergütungen für Vorstandstätigkeiten stammen von der 3U HOLDING AG. Die Tochtergesellschaften haben keine Bezüge gezahlt. Für Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung verweisen wir auf das Kapitel "Konkrete Angaben über Aktienoptionsprogramme".
Vergütung des Aufsichtsrats
Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 9 der Satzung der Gesellschaft festgelegt. Danach erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats eine feste jährliche Grundvergütung in Höhe von EUR 5.000,00, wobei der Vorsitzende des Aufsichtsrats das Doppelte und der stellvertretende Vorsitzende das Eineinhalbfache der vorgenannten Vergütungen erhält.
Darüber hinaus erhält jedes Aufsichtsratsmitglied eine Tantieme in Höhe von EUR 1.000,00 je EUR 0,01 Dividende, die über EUR 0,05 je Stückaktie hinaus für das abgelaufene Geschäftsjahr an die Aktionäre ausgeschüttet wird sowie eine auf den langfristigen Unternehmenserfolg bezogene jährliche Vergütung in Höhe von EUR 1.000,00 je EUR 100.000,00 Ergebnis vor Steuern im Konzern abschluss der Gesellschaft ("EBT"), welches das durchschnittliche Ergebnis vor Steuern in Konzernabschluss ("EBT") für die jeweils drei vorangegangenen Geschäftsjahre übersteigt. Die Gesamtvergütung beträgt jedoch höchstens für den Vorsitzenden EUR 50.000,00, für seinen Stellvertreter EUR 37.500,00 und für die übrigen Aufsichtsratsmitglieder EUR 25.000,00. Außerdem erhält jedes Aufsichtsratsmitglied für jede Aufsichtsrats- oder Ausschusssitzung, an der es teilnimmt, ein Sitzungsgeld in Höhe von EUR 2.500,00. Die Gesellschaft erstattet den Aufsichtsratsmitgliedern die auf ihre Vergütung und Auslagen anfallende Umsatzsteuer.
Die Aufsichtsratsvergütungen für 2010 betrugen TEUR 84 (Vorjahr: TEUR 83). Darüber hinaus erhielten die Mitglieder des Aufsichtsrates für das Jahr 2009 eine erfolgsabhängige Vergütung gemäß § 9 Abs. 1 c der Satzung der 3U HOLDING AG in Höhe von TEUR 90. Für 2010 wurde eine erfolgsabhängige Vergütung von TEUR 90 zurückgestellt.
| Name | Fixe Vergütung in TEUR |
Sitzungs- gelder in TEUR |
Erfolgsabhängige Vergütung in TEUR |
Vergütung gesamt in TEUR |
|||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2010 | 2009 | 2010 | 2009 | 2010 | 2009 | 2010 | 2009 | ||
| Ralf Thoenes (Vorsitzender des Aufsichtsrates) |
10 | 10 | 20 | 20 | 40 | 40 | 70 | 70 | |
| Gerd Simon | 8 | 8 | 20 | 20 | 30 | 30 | 58 | 58 | |
| Peter Coch (bis 19.8.2010) | 3 | 5 | 13 | 20 | 13 | 20 | 29 | 45 | |
| Stefan Thies (seit 19.8.2010) | 2 | 0 | 8 | 0 | 7 | 0 | 17 | 0 | |
| Summe | 23 | 23 | 61 | 60 | 90 | 90 | 174 | 173 |
Die Rechtsanwaltssozietät Altenburger Rechtsanwälte, deren Partner der Aufsichtsratsvorsitzende Herr Ralf Thoenes ist, hat im abgelaufenen Geschäftsjahr für ihre Beratungsleistungen für den 3U Konzern insgesamt TEUR 22 (Vorjahr : TEUR 27) erhalten. Diese setzen sich wie folgt zusammen : 3U HOLDING AG TEUR 5 (Vorjahr : TEUR 14), 3U TELECOM GmbH TEUR 7 (Vorjahr : TEUR 1), 010017 Telecom GmbH TEUR 2 (Vorjahr : TEUR 7), LambdaNet Communications Deutschland AG TEUR 6 (Vorjahr : TEUR 5) und SEGAL Systems GmbH TEUR 2 (Vorjahr : TEUR 0).
Konkrete Angaben über Aktienoptionsprogramme
Aktienoptionsplan 2004/2005
Mit Beschluss vom 15. Mai 2003 hat die Hauptversammlung ein bedingtes Kapital in Höhe von bis zu EUR 4.560.000,00 (EUR 912.000,00 vor Aktiensplit vom 6. Juli 2004) zur Ausgabe von Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands, Führungskräfte und Mitarbeiter im Rahmen eines Aktienoptionsplanes geschaffen und den Vorstand entsprechend ermächtigt. Von dieser Ermächtigung hat der Vorstand am 9. März 2005 mit Zustimmung des Aufsichtsrats Gebrauch gemacht und einen Aktienoptionsplan 2004/2005 aufgelegt.
Aufgrund der Tatsache, dass der Aktienkurs im Ausübungszeitraum 9. März 2007 bis 9. März 2010 deutlich unter dem Ausübungspreis notierte, wurden keine Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsplan 2004/2005 ausgeübt. Alle Optionen sind damit am 9. März 2010 verfallen.
Die 3U Aktie
14
Die 3U Aktie im Überblick
| International Securities Identification Number (ISIN) | DE0005167902 |
|---|---|
| Wertpapierkennnummer (WKN) | 516790 |
| Börsenkürzel | UUU |
| Transparenzlevel | Prime Standard |
| Designated Sponsor | BankM — Repräsentanz der biw Bank für Investments und Wertpapiere AG |
| Erstnotiz | 26. November 1999 |
| Zugelassenes Kapital in EUR zum 31. Dezember 2010 | EUR 48.281.750,00 |
| Zugelassenes Kapital in Stück zum 31. Dezember 2010 | 48.281.750 |
| Grundkapital in EUR zum 31. Dezember 2010 | EUR 43.597.526,00 |
| Anzahl der Aktien zum 31. Dezember 2010 | 43.597.526 |
| Börsenkurs am 30. Dezember 2010* | EUR 0,65 |
| Höchstkurs im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010* | EUR 0,94 (13. Januar 2010) |
| Tiefstkurs im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010* | EUR 0,62 (7. Mai und 1. Juli 2010) |
| Marktkapitalisierung am 31. Dezember 2010 | EUR 28.338.391,90 |
| Ergebnis pro Aktie (unverwässert) per 31. Dezember 2010 | EUR 0,15 |
Die deutschen Aktienindizes haben sich — analog zu der günstigeren wirtschaftlichen Entwicklung — besser entwickelt als die Aktien indizes der meisten anderen Industriestaaten. Nach einem leichten Einbruch im Februar erholten sich die Aktienkurse auf breiter Front, um im Schlussquartal deutlich zuzulegen und nahezu auf den Jahreshöchstständen das Jahr abzuschließen. Diese Entwicklung hat viele Marktteilnehmer überrascht, da die weltweite wirtschaftliche Erholung weiterhin unter dem Damokles-Schwert der Finanzkrise steht, und vor allem die Entwicklung in den sogenannten PI(I)GS-Staaten auch zukünftig für Verunsicherung sorgen wird. Durch eine beispiellose Niedrigzinspolitik der Zentralbanken wird die wirtschaftliche Entwicklung zwar stabilisiert; doch besteht die Gefahr, dass nahezu alle Asset-Klassen verlieren werden, wenn die Zinssätze wieder angehoben werden.
Der Prime All Share Index konnte nach einem zwischenzeitlichen Rückgang von rund 8 % im ersten Quartal 2010 die Verluste schon im März vollständig kompensieren. Zum Jahresende 2010 wies der Prime All Share Index eine Jahresperformance von rund 19,6 % aus, nachdem er auch schon im Jahr zuvor um rund 25 % angestiegen war.
Wesentlich schlechter entwickelte sich im gleichen Zeitraum leider die Aktie der 3U HOLDING AG. Zum Jahresende 2010 notierte der Aktienkurs der 3U HOLDING AG mit EUR 0,65 nahezu auf dem im Juli erreichten Jahrestiefststand. Damit konnte die 3U Aktie nicht an die erfreuliche Performance im vorherigen Jahr anknüpfen, und verbuchte nach einem Anstieg von 83 % im Jahr 2009 einen Rückgang von knapp 16 % im Geschäftsjahr 2010.
Aktienkurs
Kursverlauf der 3U Aktie* vom 1. Januar 2010 bis zum 31. Dezember 2010 im Vergleich zum Prime All Share Index
Aktionärsstruktur
Zum 31. Dezember 2010 besaßen die Organmitglieder folgende voll stimm- und dividendenberechtigte Aktien:
| Vorstand | |
|---|---|
| Michael Schmidt | 8.999.995 Aktien |
| Michael Göbel | 8.500 Aktien |
| Vorstand gesamt | 9.008.495 Aktien |
| Aufsichtsrat | ||
|---|---|---|
| Ralf Thoenes | (Vorsitzender) | 0 Aktien |
| Gerd Simon | (stellvertretender Vorsitzender) | 10.000 Aktien |
| Stefan Thies | 0 Aktien | |
| Aufsichtsrat gesamt | 10.000 Aktien | |
| Nahestehende Personen | ||||
|---|---|---|---|---|
| Roland Thieme | (Geschäftsführer von Beteiligungen im Segment Telefonie) | 2.680.172 Aktien | ||
| Nahestehende Personen gesamt | 2.680.172 Aktien |
| Eigene Aktien der 3U HOLDING AG | |
|---|---|
| Bestand eigene Aktien | 4.147.041 Aktien |
Investor Relations
Der Dialog mit unseren Aktionären hat für uns einen hohen Stellenwert. Wir wollen die Bekanntheit der 3U HOLDING AG am Kapital markt weiter fördern. Die 3U Aktie soll als langfristig attraktives Investment wahrgenommen werden. Wir wollen die Entwicklung der Gesellschaft und unsere Strategie kontinuierlich, offen und verlässlich vermitteln, um das Vertrauen der Investoren weiter zu stärken und eine faire Bewertung am Kapitalmarkt zu erreichen.
In zahlreichen Veranstaltungen für institutionelle Investoren, aber auch für private Einzelaktionäre, haben wir deshalb auch im vergangenen Geschäftsjahr zeitnah über den Geschäftsverlauf informiert, über die Attraktivität unserer Aktie berichtet und unser Unternehmen in Einzelgesprächen vorgestellt. Mit den wesentlichen Aktionären besteht ein intensiver, regelmäßiger Dialog. In den Gesprächen mit unseren Investoren wurde deutlich, dass die Entwicklung der 3U HOLDING AG mit Interesse verfolgt wird, aber Zweifel am langfristigen Erfolg bestehen. Entsprechend unbefriedigend war die Aktienkursentwicklung des Jahres 2010.
Um die Chancen unserer Aktie vor allem auch institutionellen Investoren näher zu bringen und den Dialog mit dem Kapitalmarkt weiter zu intensivieren, haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr ein renommiertes Analystenhaus gebeten, beginnend mit der Veröffentlichung des ersten Quartalsberichtes 2010 die Coverage für unsere Aktie aufzunehmen. Dieses Research wird seitdem möglichst zeitnah allen Aktionären auf unserer Webseite zur Verfügung gestellt.
Darüber hinaus haben wir seit Mitte Mai 2010 einen neuen Designated Sponsor für unsere Aktie verpflichtet. Neben einer deutlich erhöhten Liquidität unserer Aktie, versprechen wir uns vom neuen Designated Sponsor auch eine bessere Ansprache des Kapital markts und damit eine erhöhte Visibilität. Die Liquidität unserer Aktie hat seitdem spürbar zugenommen. Durchschnittlich wurden im Jahr 2010 täglich rund 90.000 3U Aktien in Frankfurt gehandelt.
Die 3.244.714 eigenen Aktien (das entsprach 6,93 % des damaligen Grundkapitals), die die Gesellschaft im Rahmen des ersten Aktien rückkaufs 2008/2009 über die Börse und eines sich anschließenden öffentlichen Rückkaufangebots bis zum 20. Februar 2009 erworben hatte, wurden wie angekündigt zur Einziehung beim Handelsregister eingereicht. Seit dem 26. Oktober 2010 beläuft sich das Grundkapital auf EUR 43.597.526,00.
Im Juli 2010 beschloss der Vorstand im Interesse der Aktionäre das niedrige Kursniveau zu nutzen um weitere bis zu 10 % der eigenen Aktien über die Börse zurückzukaufen. Nachdem die 3U HOLDING AG bis zum 21. Januar 2011 nahezu 10 % des Grund kapitals erworben hat, ist dieser Aktienrückkauf beendet worden.
Maßgeblich für die Ausschüttung einer Dividende ist nicht der vorliegende nach IFRS aufgestellte Konzernabschluss, sondern der Bilanzgewinn der 3U HOLDING AG nach dem deutschen Handelsgesetzbuch (HGB). Nach dem erfreulichen Geschäftsergebnis des Jahres 2010 ist der bilanzielle Verlust der Vorjahre abgetragen und die Aktionäre der 3U können an der positiven Entwicklung in Form einer Dividende angemessen beteiligt werden. Vorstand und Aufsichtsrat werden daher der Hauptversammlung im Mai 2011 vorschlagen, für das abgelaufene Geschäftsjahr 2010 erstmals eine Dividende in Höhe von EUR 0,02 je Stückaktie auszuschütten. Auch langfristig plant die Gesellschaft Dividenden auszuschütten.
Konzernlagebericht 19
- Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Rahmenbedingungen 20
- Darstellung des Geschäftsverlaufs 27
- Risiko- und Chancenmanagement 45
- Wesentliche Ereignisse nach Beendigung des Geschäftsjahres 53
- Prognosebericht 55
Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Rahmenbedingungen
Entwicklung des gesamtwirtschaftlichen Umfeldes
Die konjunkturelle Erholung der deutschen Wirtschaft hat sich auch im letzten Quartal des Jahres 2010 fortgesetzt. Insbesondere die industrielle Produktion expandierte erneut kräftig. Dadurch hat die gesamtwirtschaftliche Leistung in Deutschland nach einer ersten Berechnung durch das Statistische Bundesamt gegenüber dem Vorjahr um 3,6 % (kalenderbereinigt 3,5 %) zugelegt, nach einem Rückgang von 4,7 % im Jahr 2009.
Die Wirtschaftsleistung wurde im Durchschnitt des Jahres 2010 von rund 40,5 Mio. Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht; das waren rund 0,2 Mio. oder 0,5 % Erwerbstätige mehr als ein Jahr zuvor. Damit erreichte die Erwerbstätigenzahl einen neuen Höchststand. Die Zahl der Erwerbslosen ging nach vorläufigen Schätzungen auf Basis der Arbeitskräfteerhebung um 297.000 Personen (–9,2 %) auf 2,9 Mio. zurück.
Die Zahl der Arbeitsstunden, die jeder Erwerbstätige durchschnittlich leistete, erhöhte sich in nahezu allen Wirtschaftsbereichen. Gesamtwirtschaftlich nahmen die geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen um 2,0 % gegenüber dem Vorjahr zu. Offensichtlich wurden Arbeitszeit vermindernde Maßnahmen, die 2009 als Reaktion auf die Wirtschaftskrise eingeführt worden waren, mit Einsetzen der wirtschaftlichen Erholung zurückgefahren. Insbesondere waren 2010 die Rückkehr zu tarifvertraglich geregelten normalen Wochenarbeitszeiten, der Aufbau von Überstunden und Guthaben auf Arbeitszeitkonten sowie die Rückführung der Kurzarbeit zu beobachten.
Entwicklung des Telekommunikationsmarktes in Deutschland
Die Preise für Telekommunikationsdienstleistungen im Festnetz, Internet und Mobilfunk haben für die privaten Haushalte in Deutschland im Jahr 2010 im Schnitt erneut unter denen des Vorjahres gelegen. Der Verbraucherpreisindex für Telekommunikationsdienstleistungen lag nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Jahresdurchschnitt 2010 um 2,0 % unter dem Niveau des Jahres 2009.
Telefondienstleistungen im Festnetz/Internet waren im Jahr 2010 um 1,8 % preiswerter als 2009. Dieser Rückgang ist insbesondere auf den Wettbewerb bei den Komplettangeboten (Telefon- und DSL-Anschluss, Telefon-Flatrate, Internet-Flatrate) zurückzuführen. Geringfügig teurer als im Vorjahr (+0,2 %) wurden dagegen Festnetztelefonate, die nicht im Rahmen der Flatrates der Komplett angebote geführt wurden. Das mobile Telefonieren verbilligte sich im Jahresdurchschnitt 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 %.
Laut einer Studie des Verbands der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) und Dialog Consult zum Telekommunikationsmarkt 2010 bleibt die TK-Branche von Umsatzrückgängen nicht verschont. Die Umsätze mit Telekommunikationsdiensten in Deutschland sind abermals zurückgegangen; in 2010 um ca. 1,3 %.
Von diesen Umsätzen in Höhe von rund EUR 61,0 Mrd. (Vorjahr : EUR 61,8 Mrd.) entfallen EUR 33,0 Mrd. (EUR –1,2 Mrd.) auf den Festnetz- und EUR 24,3 Mrd. (EUR +0,2 Mrd.) auf den Mobilfunkmarkt. Ursächlich hierfür sind trotz zunehmender Marktpenetration und deutlich steigender Mobilfunknutzung — für den Endkunden durchaus erfreulich — weiter sinkende Endkundenpreise.
Die Deutsche Telekom bleibt in dem um gut 3,5 % rückläufigen TK-Festnetzmarkt mit 55 % Umsatzanteil der marktbeherrschende Anbieter, obwohl das ehemalige Staatsunternehmen in 2010 voraussichtlich EUR 1,7 Mrd. weniger Umsatz im Festnetz geschäft erzielt haben wird als noch ein Jahr zuvor. So verzeichnet die Deutsche Telekom zum Beispiel bei den Komplettanschlüssen im Jahr 2010 schätzungsweise einen Rückgang um 1,3 Mio. — ein geringerer Rückgang als noch im Vorjahr (–2,4 Mio.). Die Wettbewerber können ihre Festnetz-Umsätze durch Kundenwachstum und Effizienzsteigerung um EUR 0,5 Mrd. beziehungsweise rund 3,5 % steigern. Leicht zulegen können 2010 zudem die Kabelnetzbetreiber (+ EUR 0,2 Mrd.).
Nachdem die Investitionen in Sachanlagen 2009 etwas gesunken waren, stiegen sie in der TK-Branche im Jahr 2010 wieder auf rund EUR 6,3 Mrd. (2009 : EUR 6,1 Mrd.). Die Wettbewerber der Deutschen Telekom tragen mit 59 % erneut mehr als die Hälfte des Investments und bleiben damit Treiber von Innovationen. Seit der Marktliberalisierung haben die alternativen Anbieter rund EUR 48,5 Mrd. investiert.
Nach den Rückgängen in den vergangen Jahren geht der VATM davon aus, dass die Umsätze im Gesamtmarkt im Jahr 2011 weiter schrumpfen werden; der Rückgang sollte dabei ein bis zwei Prozent betragen.
Entwicklung des Marktes für Festnetz-Telefonie in Deutschland
Die Kunden der Wettbewerber telefonieren von Jahr zu Jahr mehr. Waren es vor fünf Jahren täglich 286 Mio. Minuten pro Tag im Festnetz, wurden dort 2010 täglich durchschnittlich 397 Mio. Minuten gesprochen. Der Anstieg um 8 Mio. Minuten im Vorjahresvergleich ist überdurchschnittlich durch die Zunahme bei Komplettanschlüssen auf 80,1 % (2009 : 70,7 %) der Minuten begründet. Dieser Anstieg wird vor allem durch Telefonanschlüsse auf Basis von entbündelten DSL-Verbindungen verursacht, während der Zuwachs bei Verbindungen auf Basis von klassischen ISDN-/PSTN-Anschlüssen nur noch leicht zunimmt.
Der Anteil von Call-by-Call und Preselection sank zwar im Jahr 2010 aufgrund der immer stärkeren Nutzung von Flatrates — dennoch machen Betreibervor- und Betreiberauswahl immer noch ein Fünftel der Wettbewerber-Minuten aus. Das sind weiterhin fast 80 Mio. Minuten täglich.
g pg Gesamtmarkt Wettbewerber Sprachdienste aus Festnetzen in Deutschland nach Verbindungsminuten (Gesamtmarkt inkl. Orts-, Nah-, Fern-, Auslands- und Mobilfunkverbindungen; in Mio. Minuten pro Tag)
Quelle: DIALOG CONSULT-/VATM-Analysen und -Prognosen
Die Wettbewerber der Deutschen Telekom konnten 2010 die Zahl der Voice-over-IP-Festnetzanschlüsse um mehr als 40 % auf 5,2 Mio. steigern. Außerdem stieg die Zahl der Anschlüsse über TV-Breitbandkabel um 800.000 auf 3 Mio. Die Zahl der PSTN- und der ISDN-Anschlüsse hingegen erhöhte sich nur noch leicht um jeweils 100.000.
Über die Telefonleitung greifen Verbraucher weiterhin deutlich mehr auf schnelles Internet zu als über TV-Breitbandkabel. Letzteres kann allerdings Marktanteile gewinnen. Die Kabelnetzbetreiber legen bei Telefon- und Internetanschlüssen zwar in absoluten Zahlen stärker zu als TK-Netzbetreiber bei IP-TV-Angeboten — prozentual ist der Anstieg jedoch nahezu gleich. Im Wettbewerb der Netzplattformen wurde in TK-Netzen früh mit dem Breitbandausbau begonnen, so dass in 2010 eine hohe Anschlusszahl von 23 Mio. erreicht wurde. Die noch jungen ausschließlich digitalen Fernsehdienste in TK-Netzen wurden 2010 von 1,3 Mio. Kunden nachgefragt. Demgegenüber haben die BK-Netzbetreiber 2010 6,6 Mio. Verträge über Telefon- und Internetdienste abgeschlossen. Im Bereich Komplettanschlüsse in Telekommunikationsfestnetzen schwächte sich der Rückgang bei der Zahl der Komplett anschlüsse 2010 laut Studie mit einem voraussichtlichen Minus von 1,3 Mio. ab. Die Wettbewerber konnten bei den klassischen Telefonanschlüssen geringfügig um 0,2 Mio. zulegen. Dennoch dominierte die Deutsche Telekom mit 78,3 % der Komplettanschlüsse (24,9 Mio.) noch klar das Festnetzanschlussgeschäft. Insgesamt ging die Zahl der Komplettanschlüsse durch den Wegfall von Sprachtelefon-Anschlüssen in Verbindung mit Voice-over-IP und die Substitution des Festnetzes durch den Mobilfunk weiter um 1,1 Mio. auf 31,8 Mio. zurück.
Entwicklung des Breitband/IP-Marktes in Deutschland
Die Versorgung mit schnellen Internetanschlüssen hat eine herausragende Bedeutung für den Standort Deutschland und die Wissens- und Informationsgesellschaft des 21. Jahrhunderts. Breitbandinternet ermöglicht neue Geschäftsmodelle und führt so zu Wachstum und neuen Arbeitsplätzen — auch und gerade in Zeiten einer konjunkturellen Krise.
Die Politik hat die Bedeutung und die Notwendigkeit des Breitbandausbaus für die Zukunft erkannt. So hat die Bundesregierung im März 2009 ihre Breitbandstrategie veröffentlicht und damit ehrgeizige Ziele für den Breitbandausbau gesetzt. Danach sollten bis spätestens Ende 2010 flächendeckend leistungsfähige Breitbandanschlüsse verfügbar sein. Bis Ende 2014 sollen bereits für 75% der Haushalte Anschlüsse mit Übertragungsraten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde zur Verfügung stehen mit dem Ziel, solche hochleistungsfähigen Breitbandanschlüsse möglichst bald flächendeckend verfügbar zu haben.
Der Markt der Breitbandanschlüsse nähert sich in Deutschland mittelfristig der Sättigungsgrenze. Die Zahl der direkt geschalteten Breitbandanschlüsse stieg bis zum Jahresende 2010 um 7,2 % auf 26,9 Mio. Die Deutsche Telekom legte in absoluten Zahlen bei den Anschlüssen um 600.000 zu. Damit hält die Deutsche Telekom inklusive Weiterverkauf mehr als die Hälfte aller Breitbandkunden in ihrem Netz. Breitbandanschlüsse über alternative Anschlussarten wie Kabelmodem und Glasfaser, aber auch Satellit und Funk konnten ihren Anteil jedoch auf 14,5 % ausbauen und mit 3,9 Mio. fast ein Drittel mehr Kunden als im Vorjahr verbuchen.
Der Anteil sehr schneller Anschlüsse mit mindestens 50 Mbit/s bewegt sich derzeit bei noch nicht einmal einem Prozent. Bei mehr als der Hälfte der DSL-Anschlüsse (53 %) liegt Ende 2010 die Übertragungsgeschwindigkeit aus dem Netz bei maximal 6 Mbit/s. Das jährliche Breitband-Verkehrsvolumen stieg 2010 aufgrund höherer Nutzerzahlen sowie höherer Einzelnutzung von 2.900 Mio. Giga bytes voraussichtlich auf 3.500 Mio. Gigabytes an. Das pro Breitbandanschluss verbrauchte Datenvolumen nahm damit um mehr als 10 % auf 11,3 Gigabyte (von 10,1 Gigabyte) und damit stärker als im Vorjahr zu. Die zunehmende Nutzung von Videodiensten wie IP-TV, Web-TV und Video-Up-/Download ist maßgeblich für dieses steigende Datenübertragungsvolumen pro Anschluss verantwortlich.
In diesem Markt ist der 3U Konzern mit der LambdaNet in drei Kundensegmenten aktiv. LambdaNet ist ein führender Anbieter von Telekommunikations- und Internetdienstleistungen in Europa. Das Leistungsspektrum umfasst die Bereitstellung von konventionellen Übertragungsdiensten (Bandbreite, Wellenlängen und Colocation) sowie Dienste für IP (Internet Protokoll) — Datenübertragung, wie leistungsfähige Anbindungen an das Internet (IP-Transit), private Firmenkommunikationsnetze auf Basis des Internet- und Ethernet-Protokolls (Virtual Private Networks, VPN). LambdaNet betreibt zu diesem Zweck ein europaweites optisches Übertragungsnetz, welches durch den kombinierten Einsatz von Technologien wie DWDM (Dense Wavelength Division Multiplexing) und SDH (Synchronous Digital Hierarchy) Übertragungskapazitäten von mehreren Terabit pro Sekunde bereitstellen kann. Aufbauend auf diesem Übertragungsnetz verfügt LambdaNet über eines der leistungsfähigsten IP- und Ethernet-Netze in Europa. Über angemietete Kapazitäten ist dieses mit den wichtigsten Internetaustauschpunkten in Europa verknüpft.
Zu den Kunden der LambdaNet zählen namhafte Anbieter von mobilen und festnetzbasierten Sprachdiensten sowie Internet Service Provider, die mit den Leistungen der LambdaNet als Vorprodukt Kommunikationsdienste für Endkunden anbieten. Ebenso gehören Firmen mit einem umfangreichen internen Kommunikationsbedarf, z. B. einer weitverzweigten Filialvernetzung, zum Kunden stamm.
Die weiterhin anhaltende Konsolidierung im Bereich der Netzbetreiber hat einen Rückgang der Nachfrage nach Bandbreite zur Folge. Darüber hinaus haben sehr große Netzbetreiber in eigene Glasfaserinfrastruktur investiert. Zudem herrscht in diesem Segment weiterhin ein erheblicher Preisverfall. Allerdings gibt es in diesem Bereich ergänzende Produkte, wie z. B. Colocation, in welchen Wachstum sowie hohe Kundenbindung generiert werden kann.
Internet Service Provider nutzen die Dienste der LambdaNet, um Datenkommunikationsdienste für Endkunden bereitzustellen. Die immer größer werdende Abdeckung mit hochbitratigen Technologien wie DSL, WIMAX und UMTS im Endkundenmarkt lassen das abgewickelte Datenvolumen weiter stark ansteigen. Neuere Anwendungen wie Voice-over-IP und IP-TV tragen zu dieser Entwicklung bei. Dementgegen steht ein Preisverfall bei Endkundenangeboten, der letztendlich auch die Vorproduktpreise beeinflusst. Insgesamt ist mit einem gleichbleibenden Umsatzpotenzial zu rechnen.
Im Bereich der Datenkommunikationslösungen von Geschäftskunden besteht eine erhöhte Nachfrage und ein ansteigendes Marktvolumen. Geschäftskunden stellen in zunehmendem Maß ihre konventionellen Kommunikationslösungen auf moderne IP-basierte Virtuelle Private Netze (VPN) um. Die Vorteile dieser Technologie liegen aus Kundensicht in der weltweiten Erreichbarkeit, Skalierbarkeit, Kosteneffizienz und Erweiterbarkeit. LambdaNet hat dieser Entwicklung produkttechnisch Rechnung getragen, indem die VPN-Services konsequent weiterentwickelt und vermarktet werden. Im Besonderen wurden mit der Erweiterung der Produktpalette um Ethernetprodukte neue Marktbereiche geschaffen. Zusätzliche Potenziale ergeben sich durch die konsequente Vermarktung ergänzender Internet- und Voice-over-IP-Produkte.
In diesem herausfordernden Marktumfeld konnte sich die LambdaNet im Wettbewerb behaupten und für das Segment Breitband/IP ein moderates Umsatzplus von 1,7 % auf EUR 36,78 Mio. erzielen und das negative Ergebnis vor Steuern aus dem Vorjahr in Höhe von EUR –6,05 Mio. in ein positives Ergebnis vor Steuern in Höhe von EUR 1,56 Mio. umwandeln.
Entwicklung des Marktes Services
Die 3U HOLDING AG besitzt drei Mehrheitsbeteiligungen, die im Bereich Dienstleistungen tätig sind und zusammen im Konzern das Segment Services bilden. Das Spektrum des gemeinsamen Produktportfolios geht von der Software-Entwicklung über Consulting-Dienstleistungen bis hin zur Entwicklung von Vertriebs- und Vermarktungsstrategien und deren Umsetzung.
Während für die zukünftige Entwicklung des IT-Marktes Prognosen renommierter Forschungseinrichtungen vorliegen, fällt allein schon die Abgrenzung des Marktes für Unternehmensberatung und Vertriebs- und Vermarktungsstrategien außerordentlich schwer. Forrester Research erwartet in seiner aktuellen Studie "2010 To 2012 Global Tech Industry Outlook", dass im Zuge der wirtschaftlichen Erholung die Firmen wieder mehr Geld für ihre IT ausgeben. Weltweit sollen die IT-Umsätze im Jahr 2011 um rund 7,0 % auf 1,69 Billionen US-Dollar (2010: 1,579 Billionen US-Dollar) steigen, 2012 sogar um 8,7 % auf 1,838 Billionen US-Dollar. Der IT-Markt in Deutschland soll sich ebenfalls positiv entwickeln; bleibt aber hinter der Gesamtentwicklung, die stark vom Wachstum in den Schwellenländern beeinflusst wird, zurück.
Nachdem vor allem in den Krisenjahren 2008/2009 die Budgets für externe Beratungs-Dienstleistungen massiv gekürzt worden waren, war 2010 eine Erholung feststellbar. Aufgrund zahlreicher gestiegener Anforderungen an Unternehmen im Bereich Risikomanagement/Corporate Governance erwarten wir eine verstärkte Nachfrage nach Beratungsdienstleistungen in diesem Bereich.
Entwicklung des Zukunftsmarktes Regenerative Energien
Die Sicherstellung einer zuverlässigen, wirtschaftlichen und umweltverträglichen Energieversorgung ist eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Deutschland hat weltweit eine Vorreiterrolle übernommen und sich besonders ehrgeizige Ziele bei der Vermeidung von Treibhausgasen gesetzt. Es ist das erklärte Ziel bis zum Jahr 2050 mindestens einen Anteil von 80 % erneuerbare Energien an der Stromversorgung zu erreichen. Mit dem Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (Erneuerbare-Energien-Gesetz — EEG) wurde ein Zwischenziel definiert, nachdem der Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromversorgung bis zum Jahr 2020 auf mindestens 30 % und danach kontinuierlich weiter zu erhöhen ist.
Sowohl in Europa, als auch in allen anderen großen Wirtschaftsregionen (insbesondere USA und China) wird der Ausbau Erneuerbarer-Energien-Kapazitäten zunehmend vorangetrieben. Marktexperten rechnen in den nächsten 10 Jahren mit einem Wachstum des Marktes für Erneuerbare Energien von rund 15 % p. a. Für einzelne Erzeugungsarten, wie z. B. Photovoltaik, wird dabei ein deutlich höheres Wachstum unterstellt.
Die Bedeutung der erneuerbaren Energien als Wirtschaftsfaktor in Deutschland wächst. Dies äußert sich nicht nur in zunehmenden Investitionen in Anlagen und Produktionskapazitäten, sondern ebenso in einem anhaltenden Anstieg der Beschäftigung in diesem Bereich. Die Entwicklung hat sich im Kontrast zu fast allen anderen Wirtschaftsbereichen gerade auch in der jüngsten Wirtschaftskrise als stabil erwiesen.
Nach Angaben des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) sind der Branche der erneuerbaren Energien im Jahr 2009 insgesamt bereits etwa 340.000 Arbeitsplätze in Deutschland zuzurechnen. Diese Zahl stellt gegenüber 2004 (rund 160.000 Beschäftigte) mehr als eine Verdopplung dar.
Im März 2010 wurde mit der Beteiligung an der EuroSun Vacuum-Solar-Systems GmbH das Segment Erneuerbare Energien ausgebaut. Das Unternehmen produziert thermische Solaranlagen mit dem Schwerpunkt Vakuumröhren-Solarkollektoren. Mit dem Rückgang der garantierten Einspeise-Vergütungen für Photovoltaik-Anlagen in Deutschland sollte sich diese Form der Energiegewinnung auch hierzulande zunehmend etablieren und für steigende Umsätze bei der EuroSun sorgen.
Entwicklung des Finanzmarktes
Nachdem die Aktienkurse im ersten Quartal 2009 noch mehrjährige Aktientiefs ausbildeten, entwickelte sich seitdem eine fulminante Rallye an den Aktienmärkten. Unterstützt wurde diese Bewegung auch durch die Entwicklung der Zinssätze. Nicht zuletzt aufgrund der Unsicherheit bezüglich der Solidität einiger europäischer Länder flüchteten die Anleger in den sicheren Hafen deutscher Anleihen. Dies führte im August 2010 zu nie vorher erreichten historischen Tiefs. Einhergehend mit der zunehmenden Einbindung Deutschlands in den Rettungsschirm für europäische Länder mit geringerer Bonität sind die Zinssätze in den letzten Monaten jedoch wieder markant angestiegen, aber immer noch auf relativ geringem Niveau.
Die 3U HOLDING AG hat ihre liquiden Mittel ausschließlich in festverzinsliche kurzfristige Anlagen investiert und hat aufgrund dieser konservativen Anlagestrategie durch die Kapitalmarktkrise keinen Schaden genommen. Damit eng verbunden sind jedoch die aufgrund des sehr niedrigen Zinsniveaus aktuell geringen Zinseinnahmen.
Während Unternehmen mit geringerer Bonität erhebliche Schwierigkeiten haben, Finanzierungszusagen von Banken zu erhalten, gilt dies weniger für Unternehmen mit einer komfortablen Eigenkapital- und Liquiditätsausstattung wie der 3U HOLDING AG. Es ist daher geplant, bei Investitionen in den Ausbau bestehender sowie bei der Entwicklung neuer Geschäftsfelder auch Fremdkapital einzusetzen.
Darstellung des Geschäftsverlaufs
Die wichtigsten Ereignisse im Geschäftsjahr 2010 im Überblick
Telefonie
• Vergleich mit den früheren Eigentümern und Geschäftsführern der OneTel geschlossen
Mehrere zwischen der 3U HOLDING AG und der OneTel Telecommunication GmbH einerseits und den früheren Eigentümern und Geschäftsführern der OneTel andererseits bestehende Rechtsstreite, die teilweise seit dem Jahr 2004 andauerten, konnten durch einen Vergleich beendet werden, den das OLG Frankfurt am Main am 2. August 2010 festgestellt hat. Im Rahmen dieses Vergleichs einigten sich die Parteien im Wesentlichen darauf, dass den beiden früheren Geschäftsführern der OneTel jeweils EUR 75.000 von der OneTel gezahlt werden und die Kosten des Rechtsstreits überwiegend von der OneTel getragen werden. Außerdem verpflichtete sich die OneTel zur Herausgabe eines von ihr erwirkten Vorbehaltsurteils über eine Hauptforderung in Höhe von EUR 240.000 an die früheren Geschäftsführer und Eigentümer der OneTel. Im Gegenzug verzichteten die früheren Geschäftsführer und Eigentümer der OneTel auf ihre klagegegenständlichen Forderungen und bewilligten die Freigabe von jeweils 621.000 (insgesamt 1.242.000) Stück aktien der 3U HOLDING AG an die 3U HOLDING AG.
Breitband/IP
• LambdaNet nach Restrukturierungsprogramm erfolgreich aufgestellt
Für das Segment Breitband/IP, welches durch die LambdaNet repräsentiert wird, wurde im letzten Quartal 2009 ein umfangreiches Restrukturierungsprogramm verabschiedet, um Synergien zu heben und Kosten zu reduzieren. Die erfreulichen Ergebnisse seit dem ersten Quartal 2010 bestätigen, dass hier die richtigen Entscheidungen getroffen wurden.
• Ausschreibung Glasfasernetz
Am 17. Juni 2010 gab die 3U HOLDING AG bekannt, dass sie das Glasfasernetz ihrer beiden Beteiligungs-Segmente Breitband/IP und Telefonie neu ausgeschrieben hat, da wesentliche Teile der bisherigen Verträge über angemietete Strecken des Glasfaser-Backbones der Konzerntochter LambdaNet Ende 2011 auslaufen. Bei dieser Ausschreibung geht es weniger um die einfache Neuvergabe von bestehenden Strecken des aktuellen LambdaNet Glasfaser-Backbones, als vielmehr um die Realisierung einer auf dem neusten Stand der Produktanforderungen der Kunden entwickelten Netztopologie. Darüber hinaus ist mit erheblichen Einsparungen in den kommenden Jahren zu rechnen, da die Netzmietenpreise in den letzten Jahren erheblich unter Druck gekommen sind.
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Services
• Gründung der RISIMA Consulting GmbH
Im Januar 2010 wurde die Unternehmensberatung RISIMA Consulting GmbH mit einem bereits in diesem Marktsegment etablierten Partner gegründet. Das Beratungsportfolio der RISIMA Consulting GmbH basiert auf innovativen Reifegradmodellen in den Bereichen Corporate Governance, Geschäftsprozess- und Risikomanagement, IT-Strategie und -Sicherheit sowie Wissensmanagement. Dabei werden die Umsetzungserfahrungen sowohl aus der 3U HOLDING AG als auch aus dem Bereich des Geschäftspartners berücksichtigt.
• Gründung der 3U DYNAMICS GmbH
Ebenfalls im März 2010 wurde die 3U DYNAMICS GmbH gegründet. In der 3U DYNAMICS sind zukünftig alle Vertriebs- und Vermarktungsressourcen, die innerhalb des Konzerns für mehrere Konzerngesellschaften eingesetzt werden, gebündelt.
Erneuerbare Energien
• Beteiligung an der EuroSun Vacuum-Solar-Systems GmbH
Im März 2010 hat die 3U HOLDING AG die Mehrheit der Geschäftsanteile an der EuroSun Vacuum-Solar-Systems GmbH übernommen. Die EuroSun Vacuum-Solar-Systems ist eine Gesellschaft zur Entwicklung, Produktion und Handel von Produkten der Elektroindustrie und Umwelttechnikgütern, u. a. für thermische Solaranlagen und der ORC-Technologie zur Gewinnung von Strom aus Wärme. Mit ihren Produktionskapazitäten ist die EuroSun ein wesentlicher Bestandteil der im Bereich Erneuerbare Energien verfolgten Strategie.
Im September 2010 leitete die EuroSun ein Joint Venture in China ein, um damit ihre Produktionskapazitäten erheblich auszuweiten. Der Produktionsbeginn ist für Anfang des zweiten Quatals 2011 geplant.
Sonstiges
• Ausscheiden des Finanzvorstands Oliver Zimmermann
Am 1. März 2010 gab die 3U HOLDING AG bekannt, dass der Aufsichtsrat des Unternehmens mit sofortiger Wirkung die Bestellung von Herrn Oliver Zimmermann zum Vorstand widerrufen und den bestehenden Vorstandsanstellungsvertrag gekündigt hatte. In diesem Zusammenhang wurde am 6. Juli 2010 eine Vergleichsvereinbarung getroffen, nach der die Beendigung der Zusammenarbeit einvernehmlich bestätigt wurde und Herr Zimmermann wegen der vorzeitigen Beendigung der Zusammenarbeit eine Abfindung erhielt.
• Bezug der neuen Konzern-Zentrale
Schon zum Jahreswechsel 2009/2010 hatte die Tochtergesellschaft 3U SOLAR Systemhandel AG ihre Tätigkeit in renovierten Gebäuden auf der neuen Liegenschaft begonnen. Nach der vollständigen Errichtung der neuen Konzern-Zentrale bezogen alle anderen in Marburg ansässigen Gesellschaften des 3U Konzerns innerhalb des ersten Halbjahrs 2010 das neue Gebäude.
• Rückkauf eigener Aktien/Einzug zurückgekaufter Aktien
Am 15. Juli 2010 beschloss der Vorstand der 3U HOLDING AG auf Grundlage der durch die Hauptversammlung vom 28. August 2009 erteilten Ermächtigung, in der Zeit vom 19. Juli 2010 bis längstens zum 27. Februar 2011 bis zu 10 % der eigenen Aktien über die Börse zurückzukaufen.
Der Anteil einer Aktiengesellschaft an eigenen Aktien darf zu keinem Zeitpunkt 10 % des Grundkapitals übersteigen. Zum Zeitpunkt des Beschlusses hielt die Gesellschaft mit 3.244.714 eigenen Aktien bereits rund 6,93 % des Grundkapitals. Daher beschloss der Vorstand der 3U HOLDING AG, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 28. August 2007 im Rahmen eines Aktienrückkaufs über die Börse und eines sich anschließenden öffentlichen Rückkaufangebots bis zum 20. Februar 2009 erworbenen Stückaktien der Gesellschaft, mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von EUR 3.244.714, nach der Hauptversammlung vom 19. August 2010 einzuziehen. Die Durchführung der Kapitalherabsetzung erfolgte mit Eintragung in das Handelsregister am 26. Oktober 2010. Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt seitdem EUR 43.597.526,00 und ist eingeteilt in 43.597.526 Stück aktien.
Ertragslage
Der Konzernumsatz hat sich gegenüber dem Vorjahr mit EUR 92,08 Mio. um EUR 9,68 Mio. auf EUR 82,40 Mio. deutlich verringert. Hierfür zeichnet vor allem das Segment Telefonie verantwortlich, welches sich in einem stark schrumpfenden Markt zu behaupten hat, in dem die Wettbewerbsintensität weiterhin sehr hoch ist. Diesen starken Umsatzrückgang konnten die neuen Geschäfts felder noch nicht kompensieren, da die vorhandenen Ressourcen verstärkt in Projekten eingesetzt wurden, die erst mittelfristig zu einem nachhaltigen Unternehmenserfolg beitragen werden.
Das EBITDA lag mit EUR 6,42 Mio. um 51,5 % unter dem EBITDA des Geschäftsjahres 2009 (EUR 13,24 Mio.). Neben dem geringeren Ergebnisbeitrag aus dem Segment Telefonie trugen dazu auch diverse Einmaleffekte bei.
So führten u. a. Wertberichtigungen auf ICA-Forderungen gegenüber der Deutschen Telekom und Gutschriften, Aufwendungen für Umsatzsteuernachzahlungen aus einer steuerlichen Außenprüfung, Wertberichtigungen auf die Beteiligung an der myFairPartner Limited, Abfindungszahlungen an ehemalige Vorstände (3U HOLDING AG und LambdaNet Communications Deutschland AG) und Mitarbeiter sowie Aufwendungen insbesondere im Zusammenhang mit der im dritten Quartal 2010 erzielten Einigung mit den früheren Eigentümern und Geschäftsführern der OneTel Telecommunication GmbH zu erheblichen Belastungen. Im Rahmen des Vergleichs wurden alle bestehenden Rechtsstreite beigelegt. Im Gegenzug erhielt die Gesellschaft 1.242.000 eigene Aktien zurück, die jedoch erfolgsneutral im Konzernabschluss berücksichtigt wurden.
Trotz des niedrigeren EBITDA weist der Konzern eine deutliche Ergebnissteigerung um EUR 5,47 Mio. auf EUR 5,51 Mio. aus, nachdem im Vorjahr mit EUR 0,04 Mio. nur knapp ein positives Ergebnis erzielt worden war. Hierfür sind vor allem einmalige positive Steuer effekte sowie ein deutlich verbessertes Finanzergebnis verantwortlich. In den positiven Steuereffekten sind neben Steuererstattungen für Vorjahre insbesondere Erträge aus aktiven latenten Steuern enthalten.
Der internen Berichterstattung folgend, weist der Konzern in seiner Segmentberichterstattung die Segmente Telefonie, Breitband/IP, Services und Erneuerbare Energien sowie Holding/Konsolidierung aus. Im Folgenden werden die Segmente mit ihren intersegmentären Umsätzen dargestellt. In der Vorjahresberichterstattung erfolgte die Konsolidierung vollständig auf der Segmentebene. Daher wurden die Vorjahreswerte entsprechend angepasst. Darüber hinaus ist zu beachten, dass die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag — soweit Organschaftsverhältnisse bestehen — von dem Organträger, der 3U HOLDING AG, getragen werden.
Entwicklung (Umsatz, EBITDA, Ergebnis) — 3U Konzern in EUR Mio.
Segment Telefonie
Mit einem Umsatz von EUR 44,37 Mio. blieb das Segment Telefonie mit einem Anteil von über 50 % weiterhin der bedeutendste Umsatzträger im Konzern.
Der Umsatz im Segment Telefonie sank im Berichtszeitraum gegenüber dem Vergleichszeitraum 2009 von EUR 57,72 Mio. auf EUR 44,37 Mio. Der Umsatzrückgang hat sich jedoch gegenüber den Vorjahren nicht nur absolut, sondern auch prozentual deutlich abgeschwächt. Vor allem im Vergleich zum Call-by-Call-Markt, der im Jahr 2010 einen Rückgang von 26,5 % verzeichnete, muss der geringere Umsatzrückgang im Segment Telefonie als Erfolg gewertet werden, da es gleichzeitig gelang, weiterhin attraktive Gewinnmargen zu erzielen.
Auch durch einmalige Belastungen, wie die Einigung mit den ehemaligen Geschäftsführern der OneTel Telecommunication GmbH, die Ausbuchung von ICA-Forderungen gegenüber der Deutschen Telekom AG sowie periodenfremde Aufwendungen, fiel das EBITDA auf EUR 3,67 Mio. Im Vorjahr hatte die Auflösung der Rückstellungen im Zusammenhang mit dem Rechtsstreit OneTel noch zu einem Ertrag von EUR 1,00 Mio. geführt.
Das Ergebnis lag vor allem aufgrund der oben beschriebenen Gründe mit EUR 4,67 Mio. deutlich unter dem Vorjahresniveau von EUR 11,44 Mio.
Entwicklung (Umsatz, EBITDA, Ergebnis) — Segment Telefonie in EUR Mio.
*Segmentergebnis vor Ergebnisabführung
Segment Breitband/IP
Das legal durch die LambdaNet Communications Deutschland AG und deren Tochtergesellschaften repräsentierte Segment Breitband/IP hat in 2010 eine sehr erfreuliche Entwicklung genommen. Mit den im vierten Quartal 2009 beschlossenen synergetischen Maßnahmen wie u. a. Zusammenfassung von Verwaltungstätigkeiten, Rechnungswesen und Bündelung der konzernübergreifenden Technologieplattformressourcen sowie der entsprechenden Marketingaktivitäten und deren Umsetzung wurde der Turnaround im Segment Breitband/IP erreicht. Alle wirtschaftlichen Kennzahlen belegen, dass das Segment Breitband/IP auf dem besten Wege ist, nachhaltige positive Ergebnisse zu erzielen.
Das Segment Breitband/IP erzielte im Geschäftsjahr 2010 einen Umsatz von EUR 36,78 Mio. Der Umsatz verbesserte sich damit um 1,7 % gegenüber dem Vorjahr (EUR 36,18 Mio.). Das EBITDA verbesserte sich mit EUR 9,67 Mio. um rund 188 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum (EUR 3,36 Mio.). Das Ergebnis lag bei EUR 6,21 Mio., während im Vorjahr noch ein deutlich negatives Ergebnis von EUR 5,87 Mio. zu verzeichnen war. Diese extreme Verbesserung des Ergebnisses findet ihre Ursache sowohl direkt als auch indirekt in der verbesserten Ertragslage der LambdaNet. Hier konnten die Kostenpositionen im Rahmen des Restrukturierungsprogramms deutlich gesenkt werden. Aufgrund der sehr guten zukünftigen Aussichten schreiben die maßgeblichen Bilanzierungsvorschriften vor, dass für zukünftige nutzbare steuerliche Verlustvorträge latente Steuern anzusetzen sind. Diese führten zu einem positiven steuerlichen Ergebnis von EUR 4,66 Mio. Ohne Berücksichtigung dieses Steuerergebnisses lag das Ergebnis (EBT) immerhin bei beachtlichen EUR 1,56 Mio., während im Vorjahr noch ein negatives Vorsteuerergebnis in Höhe von EUR 6,05 Mio. hinzunehmen war. Im Vorjahr war das Ergebnis in Höhe von EUR 1,17 Mio. durch Restrukturierungskosten belastet worden.
Entwicklung (Umsatz, EBITDA, Ergebnis) — Segment Breitband/IP in EUR Mio.
Segment Services
Das Segment Services umfasst die Vertriebs- und Vermarktungsressourcen, die konzernweit für mehrere Konzerngesellschaften eingesetzt werden und die zukünftig verstärkt extern vermarktet werden sollen, sowie die Bereiche Unternehmensberatung und IT-Beratung und Entwicklung. Zum 1. Juli 2010 fand der Personalübergang der Vertriebs- und Marketingmitarbeiter aus dem Segment Telefonie in das Segment Services statt. Der Bereich Unternehmensberatung, der bisher ausschließlich konzernintern tätig ist, aber zukünftig ebenfalls verstärkt Fremdmandate übernehmen wird, ist legal in der RISIMA Consulting GmbH zusammengefasst. In dem Segment Services sind auch die ehemaligen IT-Abteilungen der 3U TELECOM GmbH und der LambdaNet Communications Deutschland AG zusammengefasst. Diese fokussieren sich dabei auf die Entwicklung und den Vertrieb von Standard- und Individual-Software.
Im Geschäftsjahr 2010 wurden die Ressourcen in diesem Segment kontinuierlich auf- und ausgebaut.
Die in diesem Segment ausgewiesenen Umsätze des Jahres 2010 von EUR 3,36 Mio. wurden ganz überwiegend konzernintern generiert. Das EBITDA lag bei EUR –0,20 Mio. und das Ergebnis war mit EUR –0,30 Mio. ebenfalls leicht negativ. Dies resultiert aus den nicht aktivierungsfähigen Entwicklungskosten im IT-Bereich, die notwendig sind, um die Produkte zur Marktreife zu entwickeln. In den Bereichen Vertrieb und Unternehmensberatung wurden hingegen leicht positive Ergebnisse erzielt.
Entwicklung (Umsatz, EBITDA, Ergebnis) — Segment Services in EUR Mio.
Segment Erneuerbare Energien
Das Segment Erneuerbare Energien umfasst nahezu alle Aktivitäten — mit Ausnahme des SEKW-Projektes — der 3U im Bereich der Erneuerbaren Energien. Der Handel mit solarer Systemtechnik umfasst dabei thermische Solaranlagen zur solaren Wärmeerzeugung, Regelung, Wärmespeicherung und Wärmeverteilung sowie Photovoltaik-Systeme. Das Leistungsspektrum geht dabei von Systemlösungen für Einfamilienhäuser bis hin zu solaren Großanlagen. Außerdem umfasst dieses Segment die Entwicklung, Produktion und den Handel von Produkten der Elektroindustrie und Umwelttechnikgütern, u. a. für thermische Solaranlagen und Anlagen zur Stromerzeugung aus Wärme.
Das Segment Erneuerbare Energien trug weniger zum Konzernumsatz bei, als im Geschäftsbericht 2009 prognostiziert. Dies lag zum einen daran, dass aufgrund einer Interimslösung dieses Segment im ersten Halbjahr 2010 nur einen Teil der Umsätze als solchen ausweisen konnte, da rund 50 % der Umsätze lediglich provisioniert wurden. Zum anderen lag es daran, dass vorhandene Ressourcen verstärkt in Projekten eingesetzt wurden, die erst mittelfristig zu einem nachhaltigen Unternehmenserfolg beitragen werden. So wurde auch die Erweiterung des Produktportfolios u. a. um Photovoltaikangebote weiter vorangetrieben. Diese hatte in 2010 zwar noch keine wesentlichen Auswirkungen auf die Umsatzentwicklung, führte im März 2011 jedoch zum Abschluss eines ersten großen Auftrags über die Lieferung von Photovoltaikmodulen. Während Anfang 2010 der Businessplan für den Bereich Erneuerbare Energien im Wesentlichen nur einen im Solarumfeld tätigen Händler vorsah, deckt das Segment heute schon nahezu die gesamte Wertschöpfungskette ab, von der Produktion über die Beratung (Consulting) bis hin zum Verkauf. Das Segment Erneuerbare Energien erzielte im Jahr 2010 einen Umsatz von EUR 2,72 Mio., ein EBITDA von EUR –0,97 Mio. und ein
Ergebnis von EUR –1,01 Mio. Das Ergebnis wurde im Jahr 2010 massiv durch den Aufbau des Geschäftsbereichs — insbesondere den Aufbau der Vertriebsaktivitäten — belastet. Diese Belastungen konnten noch nicht durch die erzielten Margen kompensiert werden.
Entwicklung (Umsatz, EBITDA, Ergebnis) — Segment Erneuerbare Energien in EUR Mio.
Holding/Konsolidierung
Unter Holding/Konsolidierung sind sowohl die Holding-Aktivitäten, Aktivitäten im Zusammenhang mit dem geplanten Solar- Energie-Kraft werk, als auch die erforderlichen Konzernkonsolidierungsbuchungen zusammengefasst.
Für die Verwirklichung des SEKW-Projekts wurden erhebliche personelle Ressourcen in einem Kompetenz-Team aufgebaut. Diese werden sich vor allem mittelfristig bezahlt machen, wenn das SEKW als Referenzprojekt fertiggestellt ist und die Leistungsfähigkeit des Konzerns auch in der Außendarstellung repräsentiert.
Unter Holding/Konsolidierung wird im Berichtszeitraum ein Umsatz von EUR –4,82 Mio. ausgewiesen. Dieser setzt sich aus den Umsätzen der Holding in Höhe von EUR 0,87 Mio. und aus den Umsatzkonsolidierungen in Höhe von EUR –5,69 Mio. zusammen. Diese Umsatzkonsolidierungen resultieren vor allem aus der Konsolidierung der intersegmentären Umsätze zwischen den Segmenten Telefonie und Breitband/IP, sowie aus der Konsolidierung konzerninterner Dienstleistungen.
Da die Konsolidierungseffekte auf EBITDA-Ebene nahezu vollständig ausgeglichen werden, stellen wir im Folgenden die wesentlichen Veränderungen bei der Holding dar. Das EBITDA beträgt EUR –5,75 Mio. und wird maßgeblich durch die Personalkosten in Höhe von EUR 2,26 Mio. (Vorjahr: EUR 1,84 Mio.) und sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von EUR 4,44 Mio. geprägt. Bei den Personalkosten ist zu berücksichtigen, dass im Rahmen der Erschließung synergetischer Potenziale, die vormals in den Tochtergesellschaften beschäftigten Mitarbeiter aus dem Bereich Finanzen nun der Mutter gesellschaft zugeordnet sind und dadurch die Anzahl der fest angestellten Mitarbeiter der Holding zum 31. Dezember 2010 um 13 Mitarbeiter auf 21 (inklusive Vorstände) angestiegen ist. Innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen entfällt der größte Anteil auf Steuernachzahlungen (sonstige Steuern) für Vorjahre mit EUR 0,67 Mio., auf Rechts- und Beratungskosten mit EUR 0,80 Mio. (Vorjahr: EUR 0,24 Mio.), auf die IC-Weiterberechnung der Gehälter mit EUR 0,20 Mio. (Vorjahr: EUR 0,18 Mio.) und auf die Aufsichtsrats vergütung mit EUR 0,17 Mio. (Vorjahr: EUR 0,17 Mio.).
Entwicklung (Umsatz, EBITDA, Ergebnis) — Holding/Konsolidierung in EUR Mio.
Vermögens- und Finanzlage
Die Finanzmittel der 3U HOLDING AG sind ausschließlich in Tages- und kurzfristigen Festgeldanlagen bei der Baden-Württembergischen Bank, der Sparkasse Marburg-Biedenkopf, der Volksbank Mittelhessen und der IKB Deutsche Industrie bank AG angelegt.
Per 31. Dezember 2010 haben sich die liquiden und liquiditätsnahen Mittel gegenüber dem Stichtag 31. Dezember 2009 von EUR 33,29 Mio. auf EUR 29,14 Mio. reduziert.
Neben der Reduzierung von Leasingverbindlichkeiten im Segment Breitband/IP und den Investitionen — vor allem in die neue Konzernzentrale und den Aufbau neuer Geschäftsbereiche — führten im Wesentlichen das Aktienrückkaufprogramm, Vorauszahlungen für Netzmieten und die Inanspruchnahme von Rückstellungen zu dem Rückgang der liquiden Mittel auf Jahressicht.
Die Stabilität der 3U HOLDING AG zeigt sich deutlich an der weiterhin sehr soliden Eigenkapitalquote. Diese hat sich seit dem Jahr 2005 kontinuierlich verbessert und überschritt zur Jahresmitte erstmals die 50%-Marke. Per 31. Dezember 2010 lag die Eigen kapitalquote bei 51,76 % nach 47,75 % per 31. Dezember 2009.
Entwicklung der Eigenkapitalquote (in %)
| Überblick Bilanzpositionen | 31. 12. 2010 | 31. 12. 2009 | |||
|---|---|---|---|---|---|
| TEUR | % | TEUR | % | ||
| Anlagevermögen | 25.420 | 32,6 | 27.805 | 35,5 | |
| Sonstige langfristige Vermögenswerte | 5.719 | 7,3 | 507 | 0,7 | |
| Vorausgezahlte Netzmieten — langfristig | 667 | 0,9 | 1.269 | 1,6 | |
| Langfristige Vermögenswerte | 31.806 | 40,8 | 29.581 | 37,8 | |
| Umlaufvermögen | 44.562 | 57,1 | 47.395 | 60,5 | |
| Vorausgezahlte Netzmieten — kurzfristig | 1.631 | 2,1 | 1.340 | 1,7 | |
| Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte | |||||
| und in Liquidation befindliche Vermögenswerte | 0 | 0,0 | 4 | 0,0 | |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 46.193 | 59,2 | 48.739 | 62,2 | |
| Aktiva | 77.999 | 100,0 | 78.320 | 100,0 | |
| Eigenkapital der Aktionäre der 3U HOLDING AG | 40.527 | 52,0 | 37.394 | 47,8 | |
| Anteile nicht beherrschender Gesellschafter | –222 | –0,3 | 14 | 0,0 | |
| Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten | 16.524 | 21,2 | 18.664 | 23,8 | |
| Langfristige Passiva | 56.829 | 72,9 | 56.072 | 71,6 | |
| Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten | 21.170 | 27,1 | 22.248 | 28,4 | |
| Kurzfristige Passiva | 21.170 | 27,1 | 22.248 | 28,4 | |
| Passiva | 77.999 | 100,0 | 78.320 | 100,0 |
Die Bilanzsumme per 31. Dezember 2010 belief sich auf EUR 78,00 Mio. (Vorjahr: EUR 78,32 Mio.) und ist damit gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert.
Die langfristigen Vermögenswerte betrugen per 31. Dezember 2010 EUR 31,81 Mio. (Vorjahr: EUR 29,58 Mio.). Damit stieg der Anteil der langfristigen Vermögenswerte an der Bilanzsumme auf rund 40,8 % (Vorjahr: 37,8 %) an. Wesentliche Veränderungen ergaben sich bei den Sachanlagen, die im Wesentlichen aufgrund der vorgenommenen Abschreibungen von EUR 25,07 Mio. per 31. Dezember 2009 auf EUR 23,17 Mio. per 31. Dezember 2010 zurückgingen. Dies konnte durch die im Jahr 2010 getätigten Investitionen nicht kompensiert werden. Ferner wurden auf Teile der bestehenden steuerlichen Verlustvorträge erstmals aktive latente Steuern in Höhe von EUR 5,62 Mio. gebildet, da diese zukünftig genutzt werden können.
Die kurzfristigen Vermögenswerte betrugen EUR 46,19 Mio. per 31. Dezember 2010 (31. Dezember 2009: EUR 48,74 Mio.). Maßgeblichen Einfluss auf diesen Rückgang hatten die liquiden Mittel, die von EUR 33,29 Mio. (zum 31. Dezember 2009) auf EUR 29,14 Mio. (zum 31. Dezember 2010) zurückgingen. Der Anteil der kurzfristigen Vermögenswerte an der Bilanzsumme belief sich per 31. Dezember 2010 auf 59,2 % (31. Dezember 2009: 62,2 %).
Das Eigenkapital hat sich insbesondere aufgrund des positiven Jahresergebnisses von EUR 37,39 Mio. auf EUR 40,53 Mio. erhöht. Gegenläufig wirkte die Kapitalherabsetzung und die Zunahme der eigenen Anteile, die vom Eigenkapital abgesetzt werden.
Die langfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten gingen von EUR 18,66 Mio. (zum 31. Dezember 2009) um EUR 2,14 Mio. auf EUR 16,52 Mio. zurück. Während die langfristigen Leasingverbindlichkeiten aus Verträgen über die Anmietung von Glasfaser strecken um EUR 2,60 Mio. zurückgingen, stiegen die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um EUR 1,63 Mio. aufgrund der Aufnahme eines langfristigen Darlehens zur Finanzierung des Neubaus der Konzernzentrale.
Die kurzfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten verringerten sich gegenüber dem 31. Dezember 2009 von EUR 22,25 Mio. um EUR 1,08 Mio. auf EUR 21,17 Mio. Verantwortlich hierfür sind vor allem der deutliche Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Gegenläufig haben sich die Rückstellungen insbesondere aufgrund der Inanspruchnahme von Steuerrückstellungen entwickelt; dieser stand die Bildung von Steuerrückstellungen für das Geschäftsjahr 2010 in nur deutlich geringerer Höhe gegenüber.
Der operative Cashflow lag im abgelaufenen Geschäftsjahr bei EUR 3,52 Mio. (Vorjahr: EUR 10,24 Mio.) und hat sich damit gegen über dem Vorjahr trotz der Ergebnisverbesserung um EUR 5,79 Mio. erheblich verringert. Dies liegt vor allem daran, dass ins besondere die gebildeten latenten Steuern bislang nicht zahlungswirksam geworden sind. Negativ auf den Cashflow aus der operativen Tätigkeit hat sich die Abnahme der Rückstellungen (insbesondere Steuer rückstellungen) und Wertberichtigung sowie die Abnahme der sonstigen Verbindlichkeiten ausgewirkt.
Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit bewegt sich mit EUR –4,80 Mio. nahezu auf Vorjahresniveau (Vorjahr: EUR –4,17 Mio.). Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit hat sich von EUR –8,25 Mio. in 2009 auf EUR –2,95 Mio. deutlich verbessert. Dieser war im Vorjahr noch durch die Tilgungen der Darlehen im Segment Breitband/IP geprägt.
| Kapitalflussrechnung (in TEUR) | 31. 12. 2010 | 31. 12. 2009 |
|---|---|---|
| Cashflow | –4.230 | –2.185 |
| Mittelzufluss/-abfluss aus laufender Geschäftstätigkeit | 3.522 | 10.240 |
| Mittelzufluss/-abfluss aus der Investitionstätigkeit | –4.798 | –4.171 |
| Mittelzufluss/-abfluss aus der Finanzierungstätigkeit | –2.954 | –8.254 |
| Wechselkursbedingte Änderungen | –3 | 0 |
| Konsolidierungskreisbedingte Änderungen | 86 | 0 |
| Veränderungen der flüssigen Mittel | –4.230 | –2.185 |
| Flüssige Mittel am Jahresanfang | 33.289 | 35.474 |
| Flüssige Mittel am Jahresende* | 29.142 | 33.289 |
Die Fähigkeit, den Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, war im 3U Konzern im Berichtszeitraum jederzeit gegeben.
*Inkl. als Sicherheit hinterlegte Festgelder in Höhe von EUR 1,5 Mio.
Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage
Der Vorstand beurteilt die wirtschaftliche Lage des Unternehmens zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernlageberichts insgesamt positiv. Unsere Umsätze in den Segmenten Telefonie und Breitband/IP entsprachen im Wesentlichen der zu Jahresanfang aufgestellten Planung, während die Segmente Services und vor allem Erneuerbare Energien nicht die zum Jahresanfang 2010 kommunizierten Umsatzziele erreichten. Die Ergebnisziele wurden insbesondere im Bereich Breitband/IP weit übertroffen. Im Segment Erneuerbare Energien haben wir die Chance ergriffen, diesen Bereich viel breiter aufzustellen, als ursprünglich geplant, und haben damit das Fundament für eine langfristig erfolgreiche Entwicklung dieses Bereiches gelegt. Bedingt durch diese Aufbauarbeiten konnte das gesteckte Ergebnisziel nicht erreicht werden.
Der 3U Konzern ist aufgrund seiner soliden Finanz- und Vermögenslage in einer starken Position, um sich erfolgreich weiter entwickeln zu können.
Investitionen/Desinvestitionen
In 2010 wurden im Konzern Investitionen in Höhe von EUR 5,54 Mio. (Vorjahr: EUR 4,37 Mio.) getätigt.
Im Segment Telefonie wurden EUR 0,04 Mio. (Vorjahr: EUR 0,29 Mio.) investiert. Im Segment Breitband/IP wurden Investitionen in Höhe von EUR 1,43 Mio. (Vorjahr: EUR 1,85 Mio.) getätigt. Investiert wurde schwerpunktmäßig in den Ausbau der Technikstandorte und in die Anbindung neuer Kunden. Damit wurden alle notwendigen Erhaltungs- und Erweiterungsinvestitionen getätigt. Die Investitionen in den Segmenten Services und Erneuerbare Energien betrugen EUR 0,17 Mio. resp. EUR 0,50 Mio. nach EUR 0,16 Mio. bzw. EUR 0,00 Mio. im Vergleichszeitraum 2009. Die Investitionen in das Sachanlagevermögen der Holding in Höhe von EUR 3,40 Mio. im Berichtszeitraum 2010 (2009: EUR 1,83 Mio.) sind überwiegend in die neue Konzernzentrale sowie in den Ausbau der neuen Geschäftsfelder geflossen.
Entwicklung der Investitionen in EUR Mio. per 31. Dezember*
*Bis inkl. 2007 waren die Segmente Services und Erneuerbare Energien sowie der Bereich Holding im Segment Telefonie berücksichtigt.
Für das Geschäftsjahr 2011 sind insgesamt Investitionen in Höhe von rund EUR 4,5 Mio. in die bestehenden Geschäftsfelder eingeplant. Hiervon werden EUR 0,2 Mio. im Segment Telefonie, EUR 1,3 Mio. im Segment Breitband/IP, EUR 0,2 Mio. im Segment Services, EUR 0,8 Mio. im Segment Erneuerbare Energien und EUR 2,0 Mio. bei der Holding investiert werden.
Mitarbeiter*
Der 3U Konzern beschäftigte am Bilanzstichtag 162 Mitarbeiter (Vorjahr : 168). Im Jahresdurchschnitt waren es 159 (Vorjahr : 163). Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter gliedert sich wie folgt auf die einzelnen Bereiche :
Das Vergütungssystem ist je nach Tätigkeit in feste und variable Anteile gegliedert.
Nicht finanzielle Leistungsindikatoren
Es sind vor allem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der 3U HOLDING AG und ihrer Beteiligungsunternehmen, die für den Unternehmenserfolg verantwortlich sind. Daher hat ihre Identifikation mit dem Unternehmen und ihr Engagement für deren Ziele höchste Priorität.
Die Potenziale der Mitarbeiter werden unter anderem durch ein hohes Maß an Eigenverantwortung gefordert und gefördert. Die Mitarbeiter haben die Möglichkeit an internen und externen Schulungs- und Fortbildungsveranstaltungen teilzunehmen. Die Verbundenheit mit dem Unternehmen wird durch eine Reihe von Maßnahmen gestärkt, bei denen soziale Aspekte im Vordergrund stehen. Darüber hinaus unterstützt das Unternehmen die Gesundheitsvorsorge seiner Mitarbeiter durch entsprechende Programme.
*Vollzeitäquivalente (inkl. Vorstand)
Übernahmerechtliche Angaben nach § 315 Abs. 4 HGB
Bestellung und Abberufung des Vorstands und Satzungsänderungen
Der Vorstand wird nach §§ 84, 85 AktG bestellt und abberufen. Änderungen der Satzung richten sich grundsätzlich nach §§ 179, 133 AktG. Nach § 13 Abs. 2 der Satzung i. V. m. § 179 Abs. 2 S. 2 AktG werden jedoch Beschlüsse der Hauptversammlung mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen gefasst, soweit das Gesetz nicht zwingend eine andere Mehrheit vorschreibt. Falls das Aktiengesetz außerdem zur Beschlussfassung eine Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals vorschreibt, genügt, soweit gesetzlich zulässig, die einfache Mehrheit des vertretenen Kapitals.
Grundkapital und Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen
Das Grundkapital setzt sich zusammen aus 43.597.526 nennwertlosen auf den Inhaber lautende Stückaktien. Alle Aktien gewähren die gleichen Rechte. Jede Aktie vermittelt eine Stimme und ist maßgebend für den Anteil am Gewinn. Die Rechte und Pflichten aus den Aktien ergeben sich aus den gesetzlichen Vorschriften.
| Name | Funktion | Stückzahl | Prozent |
|---|---|---|---|
| Michael Schmidt | (Vorstand) | 8.999.995 Aktien | 20,64 % |
| Michael Göbel | (Vorstand) | 8.500 Aktien | 0,02 % |
| Gerd Simon | (Aufsichtsrat) | 10.000 Aktien | 0,02 % |
| Bestand eigene Aktien | 4.147.041 Aktien | 9,51 % |
Am Kapital der Gesellschaft sind zum 31. Dezember 2010 wie folgt beteiligt :
Hinsichtlich direkter und indirekter Beteiligungen am Kapital der 3U HOLDING AG, die 10 % übersteigen, sind uns in den Geschäftsjahren 2009 und 2010 keine Meldungen zugegangen.
Nach § 3 Abs. 4 der Satzung ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital bis zum 27. August 2014 einmalig oder mehrmalig um bis zu insgesamt EUR 23.421.120,00 gegen Bar- und/oder Sacheinlagen durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien zu erhöhen. Der Vorstand kann mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre nur in den folgenden Fällen ganz oder teilweise ausschließen : 1. bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlage soweit der Nennbetrag der neuen Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeschlossen wird, weder insgesamt zehn vom Hundert des am 28. August 2009 vorhandenen Grundkapitals übersteigt noch der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis nicht wesentlich im Sinne der §§ 203 Abs. 1 und 2, 186 Abs. 3 S. 4 AktG unterschreitet; 2. sofern die Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen zum Erwerb von Unternehmen oder von Beteiligungen an Unternehmen erfolgen; 3. für Spitzenbeträge. Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung festzulegen.
Nach § 3 Abs. 5 der Satzung wird das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu EUR 4.684.224,00, eingeteilt in bis zu 4.684.224 Stück aktien, bedingt erhöht (Bedingtes Kapital I). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie Inhaber von Optionsrechten, welche die Gesellschaft aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 19. August 2010 ausgegeben hat, von ihrem Optionsrecht Gebrauch machen. Die neuen Inhaberaktien nehmen vom Beginn desjenigen Geschäftsjahres, für das bei Ausübung des Optionsrechts noch kein Beschluss der Hauptversammlung über die Verwendung des Gewinns gefasst wurde, am Gewinn teil. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der bedingten Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung festzusetzen.
Der Vorstand der 3U HOLDING AG hatte mit Zustimmung des Aufsichtsrats am 14. Juli 2010 aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 28. August 2009 beschlossen, in der Zeit vom 19. Juli 2010 bis längstens zum 27. Februar 2011 bis zu 10 % der eigenen Aktien über die Börse zurückzukaufen. Der Aktienrückkauf diente allen im Ermächtigungsbeschluss der Hauptversammlung vom 28. August 2009 vorgesehenen Zwecken. Die BankM, Repräsentanz der biw Bank für Investments und Wertpapiere wurde mit der Durchführung beauftragt.
Das Aktienrückkaufprogramm über die Börse begann am 19. Juli 2010 und endete am 21. Januar 2011. Insgesamt erwarb die 3U HOLDING AG im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms 3.117.500 eigene Aktien. Durch den mit Alteigentümern der OneTel getroffenen Vergleich sind der 3U HOLDING AG 1.242.000 Aktien Ende Dezember 2010 zugeflossen. Insgesamt hält die 3U HOLDING AG seit dem 21. Januar 2011 4.359.740 eigene Anteile; das entspricht knapp 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft von EUR 43.597.526,00.
Für Mitglieder des Vorstands bestehen für den Fall eines Übernahmeangebots für die 3U HOLDING AG keine Vereinbarungen.
Aktiengeschäfte
Nach Maßgabe des § 15a WpHG haben Personen, die bei der 3U HOLDING AG Führungsaufgaben wahrnehmen, eigene Geschäfte mit Aktien der 3U HOLDING AG oder sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten, insbesondere Derivaten, der 3U HOLDING AG und der BaFin mitzuteilen. Diese Verpflichtung obliegt auch Personen, die mit einer der vorgenannten Personen in einer engen Beziehung stehen, soweit die Gesamtsumme der Geschäfte einer Person mit Führungsaufgaben und der mit dieser Person in einer engen Beziehung stehenden Personen insgesamt einen Betrag von EUR 5.000,00 bis zum Ende des Kalenderjahres erreicht. Der 3U HOLDING AG wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr keine entsprechenden Geschäfte gemeldet. Jedoch führte die am 26. Okto ber 2010 im Handelsregister Marburg eingetragene Kapitalherabsetzung dazu, dass bei unverändertem Aktienbesitz der Anteil von Herrn Michael Schmidt die Schwelle von 20 % der Stimmrechte überschritten hat und seitdem 20,64 % beträgt.
Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289a HGB
Der Vorstand der 3U HOLDING AG hat mit Datum vom 24. März 2011 eine Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB abgegeben und diese auf der Internetseite der 3U HOLDING AG (www.3u.net) unter dem Pfad "Investor Relations/Corporate Governance" allgemein zugänglich gemacht.
Vergütungsbericht
Detaillierte Angaben zur Vorstandsvergütung sind in dem im Corporate Governance Bericht enthaltenen Vergütungsbericht als Bestandteil des Lageberichts separat dargestellt.
Risiko- und Chancenmanagement
Das unternehmensinterne Steuerungssystem
Aufbau und Organisation des 3U Konzerns unterliegen einer kontinuierlichen Überprüfung. Fortlaufende Anpassungen der Organisationsstruktur gewährleisten hierbei eindeutige Zuständigkeiten. Damit werden Verantwortlichkeiten innerhalb des Über wachungs-, Planungs- und Steuerungssystems klar definiert. Das Überwachungs- und Planungssystem besteht im Wesentlichen aus folgenden Komponenten :
- • Risiko- und Chancenmanagement im Monats-Rhythmus
- • Management-Informations-Berichtswesen im Monats-Rhythmus
- • Regelmäßige Sitzungen auf Vorstandsebene im Wochen-Rhythmus
- • Regelmäßige Sitzungen auf Managementebene aller Gesellschaften im Monats-Rhythmus
- • Regelmäßige Abteilungs- und Teamprotokolle im Wochen-Rhythmus
- • Rollierende Monatsplanung/Liquiditätsentwicklung
Das Steuerungssystem orientiert sich an Umsatzplanungen, an Zielsetzungen für EBITDA und an budgetierten Cashflows im Monatsvergleich für die jeweils folgenden zwölf Monate. Die Planung für die beiden darauf folgenden Geschäftsjahre erfolgt anhand von prozentualen Veränderungen. Die Annahmen für die Umsatzplanung werden auf den jeweiligen Unternehmensebenen analysiert; auf Marktebene fließen Regulierungsvorhaben, Kapitalmarktaussichten und Branchentrends ein. Ergebnisrelevante Veränderungen innerhalb einer Komponente werden in Form einer Sofortberichterstattung direkt zwischen Vorstand und Geschäfts bereichsleitern kommuniziert. Die Organisationsstruktur und die Elemente des Steuerungssystems bilden somit einen ganzheitlichen Mechanismus zwischen strategischen und operativen Unternehmensebenen.
Das Geschäftsmodell der 3U HOLDING AG
Die 3U HOLDING AG ist eine börsennotierte Management- und Beteiligungsgesellschaft, die eine Vier-Säulen-Strategie verfolgt. Neben den traditionellen Segmenten Telefonie und Breitband/IP wurden in den vergangenen Jahren die beiden Säulen Services sowie Erneuerbare Energien aufgebaut. Diese Entwicklung wird weiter vorangetrieben, so dass auch zukünftig der Investitionsfokus vor allem auf jungen und innovativen Wachstumsunternehmen mit einem Schwerpunkt im Bereich Erneuerbare Energien liegen wird.
Die Innovativen Technologien sollen herausragend und überzeugend sein und einen substanziellen, zu verteidigenden Technologieund Wettbewerbsvorteil besitzen. Sie sollen einen ausgeprägten Kundennutzen und besondere Alleinstellungsmerkmale entwickeln können und ein klar identifizierbares Marktpotenzial aufweisen.
Jedes Investment soll Aussicht auf einen überdurchschnittlichen Return on Investment bieten, der in einem vielversprechenden Verhältnis zum abgeschätzten Risiko steht und auf einem sorgfältig recherchierten und überzeugenden Business Plan basiert. Der 3U Konzern investiert vor allem in organisches Wachstum und verfolgt darüber hinaus auch eine langfristig orientierte "Buy-and-Build"-Strategie.
"3U-RICH"-System
Unternehmerisches Handeln ist stets mit Risiken verbunden. Ein bewusstes Eingehen von Risiken zugunsten eines unternehmerischen Erfolges ist unumgänglich und sinnvoll. Der 3U Konzern setzt sich mit allen Risiken und Chancen systematisch auseinander und verfolgt dabei einerseits das Ziel, kontrolliert und bewusst Risiken zu erkennen und zu steuern und andererseits die sich bietenden Chancen zu nutzen. Die Risikopolitik des 3U Konzerns legt daher das gewünschte Verhältnis zwischen Risiken und Chancen fest und ist eng verknüpft mit den strategischen Unternehmenszielen. Das Risikomanagement dient der Sicherung der Unternehmensziele, des Unternehmenserfolgs und der Senkung der Risikokosten. Um eine optimale Unternehmenssteuerung zu erzielen und um den gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen gerecht zu werden, verfügt der Vorstand über ein für die Größe der Gesellschaft angemessenes Risiko- und Chancenmanagement-System mit dem Namen "3U-RICH". Dieses konzernweite Risikomanagement- und Risikofrüherkennungssystem umfasst neben dem Mutterunternehmen auch alle Tochtergesellschaften, von denen potenzielle entwicklungsbeeinträchtigende und bestandsgefährdende Entwicklungen für den Konzern ausgehen können. Daher sind die systematische Auseinandersetzung mit potenziellen Risiken sowie der risikobewusste Umgang mit diesen Risiken ein zentraler Ausdruck unserer Zukunftssicherung und -gestaltung in diesem dynamischen Marktumfeld. Das "3U-RICH"- System wird den sich ändernden Rahmenbedingungen entsprechend angepasst und unterliegt einer kontinuierlichen Weiter entwicklung, um sicherzustellen, dass neben den internen Veränderungen auch externe Faktoren, wie z. B. Gesetzesänderungen, berück sichtigt werden.
Das "3U-RICH"-System entspricht den gesetzlichen Anforderungen an ein Risikomanagementsystem.
Der 3U Konzern hat 2010 im Rahmen eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses die Themen Compliance, Rechnungs legungsprozess und IKS in das Risikomanagementsystem stärker eingebunden. Dabei orientiert sich die 3U an dem international anerkannten Standard COSO ERM, soweit die Unternehmensführung die dort beschriebene Vorgehensweise für angemessen hält.
Vorstand und Aufsichtsrat des 3U Konzerns verdeutlichen damit die Bedeutung der Corporate Governance, die für eine verantwortungsbewusste und auf langfristigen Unternehmenserfolg ausgerichtete Führung und Kontrolle des Unternehmens steht.
Formulierung einer Risikomanagement-Strategie
Abgeleitet aus den Unternehmenszielen legt der Vorstand eine Risikostrategie fest, in der die grundlegenden Rahmenbedingungen für das Risikomanagementsystem vorgegeben werden. Darauf basierend werden strategische Maßnahmen zur Zielerreichung erarbeitet und abgeleitet. Ziel ist nicht die Vermeidung aller potenziellen Risiken, sondern die Schaffung von Handlungsspiel räumen, die aufgrund einer umfassenden Kenntnis der Risiken und Risikozusammenhänge ein bewusstes Eingehen von Risiken ermöglichen. Hierbei steht ein ausgewogenes Verhältnis von Chancen und Risiken im Vordergrund.
Verantwortungs- und Reportingkonzept
Das vom Vorstand des 3U Konzerns für den gesamten Konzern eingeführte Risikomanagementsystem hat sich als effizient bewährt. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter des Konzerns ist angehalten, sich im Rahmen der ihnen übertragenen Aufgaben und Verantwortungen risikobewusst zu verhalten. Unmittelbar verantwortlich für die Früherkennung und Steuerung von Risiken sind die jeweiligen operativen Vorgesetzten. Regelmäßige Schulungen tragen dazu bei, dass sich alle Mitarbeiter der Vorgaben bewusst sind.
Im vierten Quartal 2010 wurde das "3U-RICH"-System durch den Einsatz einer professionellen Risikomanagementsoftware weiter optimiert. Die neue Strukturierung der Gesellschaften im Konzern und die damit verbundene Ausweitung der Geschäftsaktivitäten in verschiedenen Wirtschaftssegmenten erforderten eine Optimierung der Prozess- und Arbeitsabläufe im Risikomanagement, um die Effektivität und die Effizienz des Systems weiterhin sicherstellen zu können. Dazu hat der Vorstand die Risikomanagementsoftware r2c der Schleupen AG im Konzern eingeführt. Die Schleupen AG gehört zu den führenden deutschen Anbietern von Risikomanagementsoftware. Diese Software unterstützt sowohl die Risikoeigner als auch den Risikomanager in der Bewertung und Steuerung der Risiken in allen Konzerngesellschaften.
Die Gesamtverantwortung für die Funktionsfähigkeit und Effektivität des Risikomanagementsystems obliegt dem Vorstand des 3U Konzerns. Dieser wird mindestens monatlich durch den zentralen Risikomanager im Rahmen von standardisierten Reportings über die aktuelle Risikosituation und deren mögliche zukünftige Entwicklung informiert. Neben dem Vorstand erhält auch der Aufsichtsrat des 3U Konzerns ebenfalls unmittelbar durch den Risikomanager des Konzerns dieses standardisierte monatliche Reporting. Durch den Einsatz der Risikomanagementsoftware r2c ist der Detaillierungsgrad in der monatlichen Berichterstattung deutlich gestiegen. Der Vorstand entscheidet nach Rücksprache mit dem Risikomanager und ggf. den Risikoeignern über die Vorlagen aus dem Risikomanagement und veranlasst erforderliche Maßnahmen, basierend auf veränderten Risikoannahmen. Darüber hinaus informiert er regelmäßig den Aufsichtsrat über diese Risikoentwicklung und die veranlassten Maßnahmen.
Über die Effizienz und Effektivität der Prozesse im "3U-RICH"-System sowie die Einhaltung der Regelungen und Richtlinien wird dem Aufsichtsrat mindestens zwei Mal jährlich im Rahmen von Konsultations- und Auditprozessen im Beisein des Risikomanagers Bericht erstattet. Dabei werden auch die Themen Rechnungslegungsprozess, IKS und Compliancemanagement berücksichtigt, so dass der Aufsichtsrat dadurch die Überwachungspflichten gem. § 107 Abs. 3, S. 2 AktG systematisch ausführt.
Methodik des Risikomanagement-Systems
In dem "3U-RICH"-System werden in mehreren Risikoinventuren bis hinunter auf Abteilungsebene der einzelnen Unternehmen die Risiken des 3U Konzerns so vollständig und so ökonomisch sinnvoll wie möglich erfasst, um entwicklungsbeeinträchtigende und bestandsgefährdende Entwicklungen so früh wie möglich zu erkennen. Das dadurch entstandene Risikoportfolio des 3U Konzerns basiert auf der Einschätzung von möglichen Schadenshöhen und Eintrittswahrscheinlichkeiten verschiedenster Szenarien. Für die im Rahmen dieser Risikoinventur identifizierten Risiken werden Risikoindikatoren festgelegt, die geeignet sind, eine Überwachung und Bewertung der Risiken zu ermöglichen. Diese ständige Beobachtung und Bewertung erfolgt durch die dezentralen Risiko eigner und den zentralen Risikomanager anhand operativer und finanzieller Kennzahlen.
Darüber hinaus werden in den Tochterunternehmen LambdaNet Communications Deutschland AG und SEGAL Systems GmbH im Rahmen des Standards ISO 27001, nach dem beide Unternehmen zertifiziert sind, mindestens einmal jährlich zusätzliche Risikoinventuren unter dem Schwerpunkt der Informationssicherheit durchgeführt und daraus entsprechende Maßnahmen abgeleitet.
Die wesentlichen aktuellen und zukünftigen Risiken im Konzern
Aus der Gesamtheit der für den Konzern identifizierten Risiken werden nachfolgend die wesentlichen Risiken in den einzelnen Segmenten genannt, die aus heutiger Sicht die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Einzelgesellschaften und aggregiert die des 3U Konzerns bei einem potenziellen Eintritt wesentlich beeinflussen könnten.
Die Risiken in den Segmenten Telefonie und Breitband/IP waren auch im Berichtsjahr 2010 maßgeblich für das Risikomanagement im 3U Konzern. In den Risikoinventuren wurden erneut die Risiken aus den zurückliegenden Risikoinventuren bestätigt. Lediglich die Ausprägung in Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit variiert. Für die Bereiche Services und Erneuerbare Energien sind die Erfahrungswerte dagegen auf niedrigem Niveau, so dass erst in den nächsten Jahren diesbezügliche Aussagen getroffen werden können.
Allgemeine wirtschaftliche Risiken und Chancen in allen Segmenten
Es sind einzelne Risiken in allen Segmenten des Konzerns zu erkennen, deren Identifizierung, Bewertung und Steuerung über die Segmentgrenzen hinaus erforderlich waren. Dazu gehören überwiegend operative Risiken. Diese Risiken sind eher kurzfristiger Natur und konzentrieren sich in allen Unternehmenssegmenten auf mögliche Ausfälle und Schäden an den technischen Systemen, auf das Personal und die Aufrechterhaltung der Geschäftsprozesse.
Die Dienstleistungen der Segmente Telefonie, Breitband/IP und Services basieren im Wesentlichen auf Softwareanwendungen sowie auf Informations- und Telekommunikationstechnologien. Auch im Segment Erneuerbare Energien ist der Einsatz dieser Technologien von großer Bedeutung. Wesentlich für die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes und die Durchführung kritischer Prozesse sind deshalb die IT-Verfügbarkeit und die IT-Infrastruktur. Entsprechende Systemredundanzen, zeitnahe Ersatzinvestitionen und regelmäßige Wartungen halten dieses Risiko auf marktüblichem Niveau. Diesen IT-Risiken begegnet der 3U Konzern unter anderem auch dadurch, dass er die Informationssicherheitsmanagementsysteme seiner Tochtergesellschaften LambdaNet und SEGAL Systems, die für alle Konzerngesellschaften die IT- und Telekommunikationsplattform zur Verfügung stellen, an der ISO 27001 konsequent ausrichtet und dies erneut im Jahr 2010 durch den TÜV Süd erfolgreich zertifizieren ließ.
In allen Unternehmensteilen des 3U Konzerns wird hoch qualifiziertes Personal benötigt. Das Fehlen oder der Verlust von notwendigem Wissen bzw. von notwendigen Fähigkeiten und Erfahrungen innerhalb der Schlüsselpositionen dieser Unternehmen könnte das Erreichen der jeweiligen Unternehmensziele gefährden. Die Beachtung allgemein üblicher Grundsätze der Mitarbeiter führung bildet die Basis für ein gutes Betriebsklima. Mitarbeiterführung und Mitarbeiterentwicklung bilden die Grundlage einer positiven Unternehmenskultur. Darüber hinaus wird zum Beispiel durch ein leistungsorientiertes Vergütungssystem sowie interne und externe Schulungsmaßnahmen eine hohe Loyalität und Verbundenheit der qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Unternehmen erreicht. Nach außen repräsentiert die Unternehmenskultur die Ausrichtung auf den Kunden sowie die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen in die Gesellschaft.
Um die Konzernziele zu erreichen, müssen diese mit den Geschäftsprozessen und der damit verbundenen Produktivität des Konzerns abgestimmt sein. Der Einsatz von modernen Methoden im Qualitäts- und Prozessmanagement unterstützt die kontinuierliche Verbesserung auch in diesem Bereich. Zusätzlich muss die vertikale oder horizontale Kommunikation innerhalb des Unternehmens effizient sein und sich im Einklang mit den übertragenen Verantwortlichkeiten oder festgelegten Maßnahmen befinden. Grundlagen, die dies sicherstellen sollen, bilden sowohl Arbeits- und Verfahrensanweisungen, wie auch Funktionsbeschreibungen und Richtlinien, die regelmäßig, auch im Rahmen des Qualitätsmanagements, überprüft und ggf. aktualisiert werden.
Ein effektiver und effizienter Ablauf in allen Geschäftsprozessen vermindert auch das Risiko einer mangelnden Kundenzufrieden heit.
Compliance Management
Um die immer anspruchsvoller werdenden Anforderungen und Erwartungen erfüllen zu können, wurde das Compliance Management weiter optimiert, um die sich ergebenden Risiken weiter zu vermindern. Im Berichtsjahr wurde dies unter anderem durch die Bestellung eines Compliance-Beauftragten als Ansprechpartner für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Konzern sowie der Durchführung regelmäßiger Schulungen erreicht.
Risiken aus der Regulierung und Änderungen von gesetzlichen Rahmenbedingungen
Risiken aus der Regulierung und Änderungen von gesetzlichen Rahmenbedingungen in den Bereichen Telekommunikation/Breitband/IT und Energieversorgung werden für die gegenwärtigen Segmente und zukünftigen Beteiligungen des 3U Konzerns auch weiterhin bestehen. Die Entwicklungen werden durch den Konzern intensiv beobachtet, um zeitnah reagieren zu können.
Segment Telefonie
In diesem Segment ist der wichtigste Sektor der Call-by-Call-Markt. Ein generelles Risiko stellen dabei die vielfältigen Flatrate-Angebote dar. Die Festnetz-Flatrates machen Call-by-Call für innerdeutsche Festnetztelefonate überflüssig. Ein ähnliches Risiko besteht durch Flatrates im Mobilfunk, welche i. d. R. eine Flatrate für Mobil- und Festnetz beinhalten. Die Substitution des Festnetzes durch Mobilfunk führt zu sinkenden Erträgen. Preise von Mobil zu Mobil unter Festnetzniveau stellen auch ein Risiko für das Callby-Call-Geschäft dar. Ein weiteres Risiko besteht darüber hinaus durch die Technologie Voice Over IP (VoIP) und Angebote wie z.B. Triple Play, da Minutenpreise durch Flatrate-Angebote unter Druck geraten. Dem erwartungsgemäßen Umsatzrückgang in der Branche begegnet das Segment Telefonie unter anderem durch ein aktives Tarifmanagementsystem.
Segment Breitband/IP
Auch im Bereich Breitband/IP agiert der 3U Konzern in einem weiterhin sehr wettbewerbsintensiven Markt. Die aggressive Preispolitik von Wettbewerbern und die gesamtwirtschaftliche Situation könnten sich negativ auf die erzielbaren Margen und Marktanteile auswirken. Wesentliche Kunden dieses Bereichs könnten aus strategischen oder ökonomischen Gründen eine eigene Netz infrastruktur aufbauen.
Mit den Ende 2009 eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen, die unter anderem auf die Nutzung von konzerninternen synergetischen Maßnahmen sowie optimierten Vertriebs- und Marketingaktivitäten abzielte, konnte der Turnaround in diesem Segment erreicht werden.
Die LambdaNet wurde 2010 erneut durch den TÜV Süd gemäß dem internationalem Standard ISO 27001 zertifiziert. Dies verdeutlicht den hohen Stellenwert, den die Unternehmensführung einem funktionierenden Informationssicherheitsmanagementsystem zukommen lässt.
Segment Services
Dieses Segment umfasst die Aktivitäten der 3U DYNAMICS GmbH, der RISIMA Consulting GmbH und der SEGAL Systems GmbH.
Die Gesellschaften dieses Segmentes bewegen sich in einem Sektor, der von einem starken Wettbewerb geprägt ist. Wir sehen aber ein erhebliches Marktpotenzial in den eigenentwickelten innovativen Anwendungen, die bereits erfolgreich im Konzern implementiert sind.
Die SEGAL Systems GmbH konnte 2009 ihr hohes technisches und organisatorisch-personelles Know-how im Rahmen der erfolgreichen Zertifizierung durch den TÜV Süd gemäß dem internationalen Standard ISO 27001 unter Beweis stellen.
Segment Erneuerbare Energien
Der nationale und internationale Ausbau der erneuerbaren Energien wird allen Erwartungen zufolge deutlich ansteigen. Steigende Energiepreise aufgrund wachsender Nachfrage bei gleichzeitig sinkenden Ressourcen und die zunehmend sichtbar werdenden Auswirkungen des Klimawandels haben die Akzeptanz für eine verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien in der deutschen Bevölkerung ansteigen lassen. Der 3U Konzern hat mit Tochtergesellschaften in dem Segment Erneuerbare Energien verdeutlicht, dass er an diesem Wachstum partizipieren und in diese Technologien investieren will. Die Diskussionen über die staatliche Förderung erneuerbarer Energien haben 2010 zur Verunsicherung der Verbraucher beigetragen. Dennoch lassen sich keine Anzeichen für einen grundsätzlichen Rückgang in der Nachfrage nach erneuerbaren Energien erkennen. Durch die Entwicklung innovativer Produkte in diesem Segment, wie beispielsweise das Konzept "Solarenergiekraftwerk", welches auf dem Firmengelände realisiert wird, wird der 3U Konzern die Chancen, die sich in diesem Markt bieten, ergreifen.
Holding
Die allgemeine wirtschaftliche Lage und die konjunkturelle Entwicklung haben einen erheblichen Einfluss auf das Beteiligungsgeschäft. Bei einer Verbesserung der konjunkturellen Rahmenbedingungen wird Unternehmen ein höherer Wert zugestanden. Dadurch ergeben sich verbesserte Exit-Szenarien. Bei einer Verschlechterung der konjunkturellen Rahmenbedingungen, vergrößert sich die Anzahl derjenigen Unternehmen, die zu günstigen Konditionen zum Verkauf stehen. Ein Vorteil im Vergleich zu den Wettbewerbern im Markt stellt sich für die 3U HOLDING AG dadurch dar, dass Finanzierungen aufgrund der sehr guten Eigen kapital quote im Zusammenhang mit einer guten Liquiditätslage einfacher zu realisieren sind.
Der 3U Konzern setzt auf organisches Wachstum und Investitionen im Bereich Innovative Technologien. Dabei sind die Zukunftsaussichten eines Unternehmens die vorrangigen Kriterien bei der Auswahl von möglichen Investments. Der 3U Konzern ist bestrebt, das Risiko des Beteiligungsportfolios aufgrund konjunktureller Schwankungen einzelner Unternehmen, Branchen oder Regionen durch Diversifikation zu minimieren.
Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die wirtschaftliche Entwicklung eines künftigen Beteiligungsunternehmens durch eine sich verschlechternde Marktlage in einer bestimmten Branche negativ beeinflusst wird, bis hin zur Insolvenz dieses Beteiligungsunternehmens, ohne dass dies durch das Management der Beteiligungsunternehmen verhindert werden kann.
Finanzrisiken
Der 3U Konzern ist als am Markt präsentes Unternehmen diversen Risiken ausgesetzt. Daher ist es ein zentrales Ziel der Unternehmensführung, die Steuerung und Verminderung von Finanzrisiken im Hinblick auf die Schaffung verlässlicher Planungen zu erreichen.
Ein wesentliches Finanzrisiko ist das Risiko der Konzentration des Umsatzes auf einen wesentlichen Kunden. Dieses Risiko korreliert mit dem Ausfallrisiko, d. h. dem Risiko, dass ein Vertragspartner einer finanziellen Transaktion nicht in der Lage sein wird, seine Verpflichtungen zu erfüllen und der 3U Konzern damit finanziellen Verlusten ausgesetzt ist. Darüber hinaus zählen der Aktienkurs, der Einkauf, die Liquidität sowie die Markt- und Zinsänderungen zu den wesentlichen Bereichen, in denen finanzielle Risiken auftreten könnten.
Dem möglichen Eintreten dieser potenziellen Risiken wird durch ein konzernweit implementiertes Forderungs- und Liquiditätsmanagement entgegengewirkt, welches sicherstellt, dass jederzeit ausreichend Liquidität für das operative Geschäft zur Verfügung steht.
Wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungs prozess
Der Rechnungslegungsprozess wird für alle Konzerngesellschaften zentral in der Finanzabteilung der Holding realisiert. Dadurch unterliegen alle Gesellschaften im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess einer einheitlichen Prozess- und Risikobetrachtung.
Das implementierte interne Kontrollsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess soll durch geeignete Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen die Einhaltung von Regelwerken, Vorschriften und Gesetzen gewährleisten, um die Ordnungsmäßigkeit, Verlässlichkeit und Vollständigkeit in der Rechnungslegung und Finanzberichterstattung sicher zu stellen, unter Berücksichtigung möglicher Risiken. Grundlagen, die dies sicherstellen sollen, bilden sowohl Arbeits- und Verfahrensanweisungen, wie auch Funktionsbeschreibungen und Richtlinien, die regelmäßig überprüft und ggf. aktualisiert werden. Das interne Kontrollsystem besteht aus internen Steuerungs- und Überwachungsfunktionen, die entweder in Prozessabläufen integriert sind oder davon unabhängig durchgeführt werden. Integriert sind beispielsweise die Trennung von Verwaltungs- und Genehmigungsfunktionen auf unterschiedliche Mitarbeiter sowie klare Verantwortlichkeiten im Rahmen der regelmäßigen Prüfungen ("Vier-Augen-Prinzip"). Prozessunabhängige Prüfungen und Kontrollen werden beispielsweise durch den Aufsichtsrat im Rahmen seiner Überwachungspflichten oder durch den Bereich Risikomanagement anhand definierter Kennzahlen durchgeführt. Die eingesetzten Kontrollmechanismen laufen teilweise automatisiert in den eingesetzten Buchhaltungs-Softwaresystemen ab, damit die Wirtschaftlichkeit der Arbeitsabläufe nicht beeinträchtigt wird. Die eingesetzten IT-Systeme sind durch ein Berechtigungskonzept gegen unbefugte Zugriffe geschützt. Ferner überprüft der Abschlussprüfer im Rahmen der Jahresabschlussprüfung die eingesetzten IT-Systeme und deren Anwendungen.
Neue gesetzliche Regelwerke sowie die Änderungen bestehender Regularien im Hinblick auf die Rechnungslegung und die dadurch entstehenden Risiken werden unmittelbar auf ihre Auswirkungen für den 3U Konzern untersucht, um ggf. geeignete Maßnahmen zu treffen.
Die implementierten internen Kontrollen resultieren aus der Identifizierung eines Risikos an dieser Stelle des Rechnungs legungsprozesses. Dieses Risiko kann verschiedener Herkunft sein, unter anderem aufgrund gesetzlicher Vorgaben. Das Zusammenwirken von Risiko- und Compliancemanagement und internes Kontrollsystem wird im Rechnungslegungsprozess besonders deutlich und wird daher im Rahmen des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses ständig optimiert.
Die Funktionen in allen Bereichen des Rechnungslegungsprozess sind zugeordnet und dokumentiert.
Das implementierte und kontinuierlich weiter entwickelte Risikomanagementsystem mit den Komponenten Compliance und internes Kontrollsystem kann bei menschlichem Fehlverhalten, z. B. durch fehlerhafte Kontrollen oder kriminelle Handlungen durch Innentäter, eine vollständige Sicherheit und Richtigkeit der Konzernrechnungslegung dennoch nicht gewährleisten.
Chancen für den 3U Konzern
Mit der strategischen Neuausrichtung sind die Weichen gestellt, um attraktive Renditen zu erwirtschaften und den Wert des Unternehmens nachhaltig zu steigern.
Die konsequente Ergebnisorientierung in dem Segment Telefonie und die erfolgreiche Restrukturierung im Segment Breitband/IP verbunden mit den Potenzialen in den weiteren Segmenten führen zu einem attraktiven Chancen-/Risiko-Verhältnis im Unternehmen. Dieses Verhältnis weiter zu verbessern ist eine primäre Aufgabe der strategischen Unternehmensführung.
Innerhalb der nächsten Jahre soll die 3U Gruppe zu einem erfolgreichen Beteiligungs-Konzern mit einem entsprechend diversifizierten Portfolio entwickelt werden.
Gesamteinschätzung der Risikosituation
Von den dargestellten wesentlichen Risiken kann heute und auch in der Zukunft potenziell eine wesentliche Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des 3U Konzerns ausgehen. Jedoch liegen unter Berücksichtigung aller bekannten Tatsachen und Umstände derzeit weder entwicklungsbeeinträchtigende noch bestandsgefährdende Risiken vor, die den Fortbestand des 3U Konzerns in einem überschaubaren Zeitraum gefährden können. Unser "3U-RICH"-System ermöglicht das frühzeitige Erkennen von möglichen Risiken und unterstützt in der Folge bei der Risikosteuerung. Dennoch können zukünftig aufgrund fehlerhafter Annahmen Risiken auftreten, die dann von den Unternehmenserwartungen abweichen.
Wesentliche Ereignisse nach Beendigung des Geschäftsjahres
Telefonie
Am 10. Februar 2011 wurde die Triast GmbH als 100%ige Tochtergesellschaft in der Schweiz gegründet. Geschäftszweck ist die Erbringung von Telekommunikationsdienstleistungen sowie die Entwicklung von Software und Technologie im Bereich der Energie gewinnung und -umwandlung.
Ebenfalls am 10. Februar 2011 wurde die neue Teilnehmernetzbetreibergesellschaft Younip Telecom GmbH mit internationalen Partnern gegründet. Mit diesem Joint Venture, das vornehmlich den Markt für Calling-Card-Kunden im Visier hat, besetzt der Konzern eine weitere Nische im Telekommunikationsmarkt. Der auf die 3U HOLDING AG entfallende Anteil beträgt 50,72 %.
Breitband/IP
Im Juni 2010 teilte die 3U HOLDING AG mit, dass wesentliche Teile der bisherigen Verträge über angemietete Strecken des Glasfaser-Backbones der LambdaNet Ende 2011 auslaufen. Daher wurde dieses Glasfasernetz neu ausgeschrieben. Die am 18. Februar 2011 gegründete Exacor GmbH hat als Ziel die Realisierung eines Glasfasernetzes, mit dem sich geänderte Anforderungen des Marktes sowie Anforderungen resultierend aus dem Einsatz neuer Technologien langfristig kosteneffizient abbilden lassen. Dieses neue Glasfasernetzkonzept soll zukünftig alle Glasfaser- und WDM-Kapazitäten des 3U Konzerns bündeln und damit eine offene "Bit-Transport-Plattform" darstellen.
Erneuerbare Energien
Im März 2011 hat die 3U SOLAR Systemhandel AG einen Rahmenvertrag für das Jahr 2011 über den Einkauf von Photovoltaikmodulen (PV-Module) abgeschlossen. Dieser Rahmenvertrag beinhaltet ein Einkaufsvolumen für PV-Module mit einer elektrischen Leistung in Höhe von 25 Megawatt Peak (MWp) mit einem Marktwert von rund EUR 30,0 Mio. Parallel wurde ein Rahmenvertrag mit einer Berliner Gesellschaft über den Verkauf von PV-Modulen mit einer elektrischen Leistung in Höhe von 15 MWp mit einem Marktwert von rund EUR 18,5 Mio. abgeschlossen. Gegenüber der 3U SOLAR Systemhandel AG hat die 3U HOLDING AG eine Finanzierungszusage abgegeben, in der sie garantiert, die 3U SOLAR Systemhandel AG finanziell so auszustatten, dass sie ihren Verbindlichkeiten aus dem für das Jahr 2011 bestehenden Rahmenvertrag über den Erwerb von PV-Modulen mit einer Leistung in Höhe von 25 MWp zeitnah und vollumfänglich nachkommen kann.
Seit dem Geschäftsjahresende 2010 gab es, mit Ausnahme der Umwelt- und Naturkatastrophe Anfang März in Japan, keine signifikanten gesamtwirtschaftlichen, sozialpolitischen, gesellschaftsrechtlichen oder finanzierungstechnischen Änderungen, die sich nach unseren Erwartungen maßgeblich auf unser Geschäft auswirken könnten.
Aus der Umwelt- und Naturkatastrophe in Japan können sich aufgrund von Preissteigerungen auf der Beschaffungsseite sowie durch finanzwirtschaftliche Verwerfungen negative Einflüsse auf die Entwicklung der Gesellschaft und der Gruppe ergeben. Gerade für den Bereich der Erneuerbaren Energien können sich aus dieser Katastrophe aber auch Wachstumsimpulse ergeben, die durch geänderte politische Rahmenbedingungen unterstützt werden.
Sonstiges
Im Jahr 2009 wurde die Liegenschaft Frauenbergstraße 31–33 in Marburg gekauft, um dem 3U Konzern auch räumliches Wachstum zu ermöglichen. Zum 1. Januar 2011 erfolgte der Kauf einer weiteren Liegenschaft (Cappeler Straße 93, ebenfalls in Marburg) zum Preis von TEUR 950 zzgl. Anschaffungsnebenkosten. Dieses Grundstück ergänzt unsere im Jahr 2009 gekaufte Hauptliegenschaft und fördert damit die Weiterentwicklung der Gesamtliegenschaft.
Am 14. Juli 2010 beschloss der Vorstand der 3U HOLDING AG auf Grundlage der durch die Hauptversammlung vom 28. August 2009 erteilten Ermächtigung, in der Zeit vom 19. Juli 2010 bis längstens zum 27. Februar 2011 bis zu 10 % der eigenen Aktien über die Börse zurückzukaufen.
Die 3U HOLDING AG hat am 21. Januar 2011 das Aktienrückkaufprogramm beendet, welches am 19. Juli 2010 begonnen wurde. Bis zum 21. Januar 2011 wurden die zurückerworbenen Aktien zu einem durchschnittlichen Preis von EUR 0,7338 und einem Gesamtpreis von EUR 2,29 Mio. erworben.
Der Aufsichtsrat hat das Vorstandsmitglied Michael Schmidt mit Wirkung ab dem 1. Januar 2011 zum Sprecher des Vorstandes ernannt. Weitere Änderungen im Management haben sich nicht ergeben.
Prognosebericht
Konjunkturausblick
Die weltwirtschaftliche Dynamik hat seit dem Frühjahr an Schwung verloren, befindet sich allerdings weiterhin über ihrem langfristigen Durchschnitt. Die Entwicklung ist in einzelnen Wirtschaftsräumen und Ländern jedoch sehr unterschiedlich. Während sich die Expansion in den Schwellenländern bereits seit Jahresbeginn 2010 abgeflacht hat, haben die Industrieländer erst ab der Jahresmitte zunehmend an Dynamik eingebüßt.
Der konjunkturelle Tempoverlust hat unterschiedliche Ursachen. So haben die Schwellenländer nach einer sehr raschen Erholung bereits im Sommer ihren längerfristigen Trendpfad wieder überschritten. Die aktuell beobachtete Abschwächung des Produktions zuwachses geht vor allem auf restriktive Maßnahmen der Geld- und Fiskalpolitik zurück, um aufkommenden Inflationsdruck zu dämpfen und Übertreibungen an den Immobilien- und Kapitalmärkten entgegenzuwirken. In den Industrieländern liegt die gesamtwirtschaftliche Erzeugung hingegen weiterhin deutlich unterhalb des Vorkrisenniveaus. Anhaltende strukturelle Probleme im Finanz- und Immobiliensektor sowie der starke Konsolidierungsdruck aufgrund der hohen privaten und öffentlichen Verschuldung belasten die gesamtwirtschaftliche Aktivität und verhindern eine rasche Rückkehr auf das Vorkrisenniveau.
Die Stimmung an den internationalen Finanzmärkten bleibt angespannt. Die Sorgen um die stark gestiegenen Budgetdefizite und Schuldenstände der Industrieländer und die damit einhergehenden Zweifel an der Zahlungsfähigkeit insbesondere einiger Länder der Euroraum-Peripherie bestimmen das Geschehen. So sind die Risikoaufschläge auf Staatsanleihen der betroffenen Länder trotz der Einrichtung von umfangreichen Rettungsmechanismen durch die europäische Staatengemeinschaft, den internationalen Währungsfonds und die europäische Zentralbank weiter angestiegen.
Die deutsche Wirtschaft hat ihren vor mehr als einem Jahr begonnenen Aufholprozess mit hoher Dynamik fortgesetzt. Nachdem die Impulse dafür zunächst aus dem Ausland gekommen waren, gewann die Binnenwirtschaft in den vergangenen Quartalen mehr und mehr an Bedeutung. Besonders wichtig war dafür der Investitionsanreiz, der aus einem historisch niedrigen Zinsniveau resultierte. In 2011 bleiben die Konjunkturampeln in Deutschland auf Grün, das Bruttoinlandsprodukt dürfte nach einer Prognose des Instituts für Wirtschaftsforschung e. V. (ifo) um rund 2,4 % steigen. Entscheidend hierfür wird voraussichtlich die Entwicklung der heimischen Nachfrage sein. Bei alledem ist zu erwarten, dass sich die Beschäftigungssituation weiter verbessert. Die Arbeits losenquote dürfte auf 7,0 % sinken.
In Folge des Aufschwungs werden die Verbraucherpreise etwas anziehen, mit voraussichtlich 1,7 % wird die Inflationsrate aber unter dem Preisziel der EZB bleiben. Das staatliche Budgetdefizit, das in 2010 rund 3,5 % betrug, sollte in 2011 aufgrund der anhaltend guten Konjunktur und der Konsolidierungsmaßnahmen auf 2,3 % sinken.
Ausblick Telefonie
Seit dem Jahr 2005 sind die Umsätze im Gesamtmarkt für Telekommunikationsdienste in Deutschland rückläufig. Diese Entwicklung basiert auf starken Umsatzrückgängen im Festnetzbereich und moderaten Rückgängen im Mobilfunkmarkt. Zumindest 2010 dürfte es beim Mobilfunk aufgrund der zunehmenden Nutzung von mobilen Diensten zu einer Umsatzstabilisierung gekommen sein. Damit herrscht in der Telekommunikationsbranche ein Verdrängungsmarkt, der von Innovationen und technischem Fortschritt geprägt wird, aber vor allem auch aufgrund der ausgeprägten Konkurrenzsituation durch weiteren Preisverfall gekennzeichnet ist.
Wegen der starken Schwankungen des Call-by-Call-Marktes ist eine mittelfristige Marktprognose schwierig. Der Vorstand rechnet für die Geschäftsjahre 2011 und 2012 mit einer weiterhin rückläufigen Entwicklung und insgesamt mit einer erhöhten Volatilität des relevanten Marktes.
Der 3U Konzern wird weiterhin die Strategie verfolgen im angestammten Kerngeschäft profitable Nischen zu erkennen und zu besetzen. Jedoch gestaltet sich das Marktumfeld zunehmend schwieriger, so dass in diesem Bereich weiterhin mit rückläufigen Umsätzen und damit einhergehend geringeren Erträgen zu rechnen ist.
Ausblick Breitband/IP
Der Markt der Breitbandanschlüsse nähert sich in Deutschland mittelfristig der Sättigungsgrenze. Jedoch nimmt das Datenvolumen und damit die Nachfrage deutlich zu (im Jahr 2010 um 10 %). Die zunehmende Nutzung von Videodiensten wie IP-TV, Web-TV und Video-Up-/Download ist maßgeblich für dieses steigende Datenübertragungsvolumen pro Anschluss verantwortlich. Aufgrund tendenziell sinkender Preise wächst der Markt jedoch nur im einstelligen Prozentbereich. Für das Segment Breitband/IP erwartet der Vorstand ein moderates Umsatzwachstum bei stabilen Ergebnissen.
Ausblick Services
Die Dienstleistungen des Segments Services werden 2011 als auch 2012 noch mehrheitlich konzernintern in Anspruch genommen. Mittelfristig besitzen diese Dienstleistungen das Potential auch verstärkt von externen Kunden nachgefragt zu werden. Markt experten bescheinigen den jeweiligen Dienstleistungsangeboten, wie IT-Services, Consulting-Dienstleistungen und Marketing- und Vertriebsunterstützung gute Wachstumsaussichten. Der Vorstand geht ebenfalls von einem Wachstum des Segments Services aus, was sich in steigenden Umsätzen und ausgeglichenen Ergebnissen zeigen soll.
Ausblick Erneuerbare Energien
Die Bedeutung der erneuerbaren Energien als Wirtschaftsfaktor wächst nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Mit dem Segment Erneuerbare Energien profitiert der Konzern zunehmend von dem voranschreitenden Wandel in der Energieerzeugung. Der Konzern wird sich zukünftig breiter in diesem Feld aufstellen und seine Produkt- und Dienstleistungspalette kontinuierlich erweitern. Daher ist der Vorstand von einem starken Wachstum dieses Segments überzeugt und erwartet ein leicht positives Ergebnis, da sich dieses Segment weiter in der Aufbauphase befindet.
Strategische Ausrichtung
Für den Konzern steht die nachhaltige operative Profitabilität sowohl bei den neugeordneten sowie zukünftigen Geschäftsbereichen wie auch bei den etablierten Segmenten Telefonie und Breitband/IP im Vordergrund. Der Konzern setzt insbesondere auf die Entwicklung des Segments Erneuerbare Energien. Die Eigenkapitalausstattung, die vorhandene Liquidität sowie die Ertragskraft der Segmente Telefonie und Breitband/IP bilden die Grundlage für einen erfolgreichen Auf- und Ausbau des Segments Erneuerbare Energien. Ergänzend hierzu wird der Konzern seine strategische Fokussierung auf Infrastrukturdienstleistungen fortsetzen. Es ist das Ziel, möglichst viele Dienstleistungen rund um die Infrastruktur von Gebäuden — wie Energieversorgung durch erneuerbare Energien, Breitbandversorgung und Telekommunikationsdienstleistungen — zukünftig anzubieten.
Ausblick 3U Konzern
Insgesamt ist festzuhalten, dass die Prognosequalität zwangsläufig dem Einfluss der sehr dynamischen Entwicklung der einzelnen Bereiche unterliegt. Aufgrund der erfreulichen Entwicklung des Konzerns, die sich auch zu Beginn des Jahres 2011 fortsetzt, erwartet der Vorstand der 3U HOLDING AG im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz von rund EUR 100 bis 110 Mio., ein EBITDA von EUR 12,0 bis 14,0 Mio. und ein Ergebnis von rund EUR 4,0 bis 5,5 Mio. Für 2012 rechnet der Vorstand mit Umsätzen zwischen EUR 105 Mio. und EUR 120 Mio., einem EBITDA zwischen EUR 13,0 Mio. und EUR 15,0 Mio. sowie einem Konzernergebnis zwischen EUR 4,5 bis 6,0 Mio.
Ziel aller Aktivitäten ist es, den Wert des 3U Konzerns für die Aktionäre aber auch für die Mitarbeiter nachhaltig zu steigern. Der Erfolg dieser Anstrengungen soll sich in einem positiven Kursverlauf der 3U Aktie widerspiegeln. Aufbauend auf dem erfolgreichen operativen Geschäft der bestehenden Tochtergesellschaften werden sich durch organisches Wachstum im Bereich erneuerbare Energien sowie durch die Akquisition weiterer Beteiligungen gute Chancen ergeben, eine überdurchschnittliche Kurs-Performance zu erzielen. Im Zusammenhang mit den hier dargestellten Einschätzungen und Erwartungen weisen wir darauf hin, dass die tatsächlichen zukünftigen Ereignisse wesentlich von den Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen können.
Marburg, im März 2011
Der Vorstand
Michael Schmidt Michael Göbel
Konzernabschluss 59
- 60 Konzernbilanz zum 31. Dezember 2010 (IFRS)
- 62 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung (IFRS)
- 64 Gesamtergebnisrechnung
- 66 Eigenkapitalveränderungsrechnung (IFRS)
- 68 Kapitalflussrechnung (IFRS)
- 70 Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2010
- 128 Entwicklung des Konzernanlagevermögens 2010 (IFRS)
- 130 Entwicklung des Konzernanlagevermögens 2009 (IFRS)
- 132 Versicherung der gesetzlichen Vertreter
- 133 Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers
60 Konzernbilanz zum 31. Dezember 2010 (IFRS)
| Aktiva | |||
|---|---|---|---|
| 3U Konzern (in TEUR) | Konzernanhang | 31. 12. 2010 | 31. 12. 2009 |
| Langfristige Vermögenswerte | 31.806 | 29.581 | |
| Immaterielle Vermögenswerte | [2.3.7] [2.3.8] [6.1.1] | 1.299 | 2.551 |
| Sachanlagen | [2.3.9] [6.1.2] | 23.172 | 25.072 |
| Finanzanlagen | [6.1.3] | 949 | 182 |
| Latente Steuern | [2.3.16] [6.2] | 5.621 | 0 |
| Sonstige langfristige Vermögenswerte | 98 | 507 | |
| Vorausgezahlte Netzmieten — langfristig | 667 | 1.269 | |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 46.193 | 48.739 | |
| Vorräte | [2.3.14] [6.3] | 1.247 | 196 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | [2.3.11] [6.4] [6.13] | 11.284 | 11.502 |
| Sonstige kurzfristige Vermögenswerte | [6.5] | 2.889 | 2.408 |
| Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | [2.3.11] [6.13] | 0 | 0 |
| Liquide Mittel | [2.3.11] [6.6] [6.13] | 29.142 | 33.289 |
| Vorausgezahlte Netzmieten — kurzfristig | 1.631 | 1.340 | |
| Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und in Liquidation befindliche Vermögenswerte* (Veräußerungsgruppen) |
[6.1.3] | 0 | 4 |
| Aktiva gesamt | 77.999 | 78.320 |
*Im Vorjahr darin enthalten CityDial GmbH (assoziiertes Unternehmen in Liquidation) mit TEUR 4
| Passiva 3U Konzern (in TEUR) |
Konzernanhang | 31. 12. 2010 | 31. 12. 2009 |
|---|---|---|---|
| Eigenkapital | [6.7] | 40.305 | 37.408 |
| Gezeichnetes Kapital (bedingtes Kapital TEUR 4.684; Vorjahr : TEUR 4.560) |
[6.7.1] | 43.598 | 46.842 |
| Kapitalrücklage | 23.307 | 21.499 | |
| Eigene Anteile | [2.3.18] [6.7.2] | –4.142 | –1.436 |
| Gewinnrücklage | 1.450 | 0 | |
| Ausgleichsposten Währungsdifferenz | –18 | –12 | |
| Ergebnisvortrag | –29.499 | –29.536 | |
| Konzernergebnis | 5.831 | 37 | |
| Summe Eigenkapital der Aktionäre der 3U HOLDING AG | 40.527 | 37.394 | |
| Anteile nicht beherrschender Gesellschafter | [6.7.4] | –222 | 14 |
| Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten | 16.524 | 18.664 | |
| Langfristige Rückstellungen | [2.3.15] [6.11] | 4.956 | 5.045 |
| Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | [6.8] | 2.138 | 513 |
| Langfristige Leasingverbindlichkeiten | [2.3.12] [6.1.4] [6.8] | 8.205 | 10.801 |
| Erhaltene Netzmieten — langfristig | 1.225 | 2.038 | |
| Latente Steuern | 0 | 267 | |
| Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten | 21.170 | 22.248 | |
| Kurzfristige Rückstellungen | [2.3.15] [6.11] | 795 | 825 |
| Kurzfristige Steuerverbindlichkeiten | [6.11] | 675 | 3.987 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | [2.3.11] [6.9] [6.13] | 10.144 | 7.760 |
| Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten | [2.3.12] [6.1.4] [6.8] | 2.528 | 2.367 |
| Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten | [2.3.11] [6.10] [6.13] | 6.459 | 7.283 |
| Erhaltene Netzmieten — kurzfristig | 569 | 26 | |
| Passiva gesamt | 77.999 | 78.320 |
62 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung (IFRS)
| 3U Konzern (in TEUR) | Konzernanhang | Geschäftsjahr 1. 1.–31. 12. 1. 1.–31. 12. |
||
|---|---|---|---|---|
| 2010 | 2009 | |||
| Umsatzerlöse | [2.3.1] [5.1] | 82.403 | 92.079 | |
| Andere Erträge | [5.2] | 4.866 | 5.852 | |
| Bestandsveränderung an fertigen und unfertigen Erzeugnissen | [5.3] | 45 | 0 | |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | [5.4] | 201 | 0 | |
| Materialaufwand | [5.5] | –54.254 | –59.336 | |
| Rohergebnis | 33.261 | 38.595 | ||
| Personalaufwand | [5.6] | –11.942 | –12.900 | |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | [5.7] | –14.900 | –12.455 | |
| EBITDA | 6.419 | 13.240 | ||
| Abschreibungen | [2.3.9] [5.8] | –8.021 | –9.206 | |
| EBIT | –1.602 | 4.034 | ||
| Finanzergebnis | [2.3.4] [2.3.5] [5.9] | –87 | –1.013 | |
| EBT | –1.689 | 3.021 | ||
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | [2.3.6] [5.10] | 7.198 | –2.983 | |
| Ergebnis vor Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter | 5.509 | 38 | ||
| Periodenergebnis | 5.509 | 38 | ||
| Davon auf Anteile nicht beherrschender Gesellschafter entfallend | –322 | 1 | ||
| Davon Konzernergebnis | 5.831 | 37 |
| 3U Konzern | Konzernanhang | Geschäftsjahr 1. 1.–31. 12. |
1. 1.–31. 12. |
|---|---|---|---|
| 2010 | 2009 | ||
| Anzahl der Aktien (in Stück) | 46.842.240 | 46.842.240 | |
| Rückkauf eigener Anteile im November 2008 | –208.872 | –208.872 | |
| Rückkauf eigener Anteile im Dezember 2008 | –271.379 | –271.379 | |
| Rückkauf eigener Anteile im Januar 2009 | –327.813 | –327.813 | |
| Rückkauf eigener Anteile im Februar 2009 | –38.077 | –38.077 | |
| Rückkauf über öffentliches Rückkaufangebot (beendet am 27.2.2009) | –2.398.573 | –2.398.573 | |
| Rückkauf eigener Anteile im Juli 2010 | –151.526 | 0 | |
| Rückkauf eigener Anteile im August 2010 | –964.692 | 0 | |
| Rückkauf eigener Anteile im September 2010 | –211.795 | 0 | |
| Rückkauf eigener Anteile im Oktober 2010 | –116.434 | 0 | |
| Rückkauf eigener Anteile im November 2010 | –962.654 | 0 | |
| Rückkauf eigener Anteile im Dezember 2010 | –497.700 | 0 | |
| Rückfluss aus Vergleich OneTel (27.12.2010) | –1.242.000 | 0 | |
| Gewichteter Durchschnitt der Anzahl von Stammaktien für das unverwässerte Ergebnis |
39.899.439 | 44.030.952 | |
| Auswirkung der verwässernden potenziellen Stammaktien: Optionen* |
0 | 1.732.500 | |
| Gewichteter Durchschnitt der Anzahl von Stammaktien für das verwässerte Ergebnis |
39.899.439 | 44.030.952 | |
| Ergebnis je Aktie gesamt | |||
| Ergebnis je Aktie, unverwässert (in EUR) | [5.11] | 0,15 | 0,00 |
| Ergebnis je Aktie, verwässert (in EUR) | [5.11] | 0,15 | 0,00 |
Gesamtergebnisrechnung
1. Januar bis 31. Dezember 2010
| 3U Konzern (in TEUR) | 1. 1.–31. 12. 2010 |
1. 1.–31. 12. 2009 |
|---|---|---|
| Ergebnis nach Steuern | 5.509 | 38 |
| Davon auf Aktionäre der 3U HOLDING AG entfallend | 5.831 | 37 |
| Davon auf Anteile nicht beherrschender Gesellschafter entfallend | –322 | 1 |
| Direkt im Eigenkapital erfasste Veränderungen | ||
| Währungsdifferenzen | –6 | 0 |
| Ertragsteuern | 0 | 0 |
| Veränderung des im Eigenkapital erfassten Betrags (Währungsdifferenzen) |
–6 | 0 |
| Gesamtes Periodenergebnis | 5.503 | 38 |
| Davon auf Aktionäre der 3U HOLDING AG entfallend | 5.825 | 37 |
| Davon auf Anteile nicht beherrschender Gesellschafter entfallend | –322 | 1 |
66 Eigenkapitalveränderungsrechnung (IFRS)
| 3U Konzern (in TEUR) | Gezeichnetes Kapital |
Kapital- rücklage |
Eigene Anteile |
Gewinn- rücklage |
Rücklage für Währungs differenzen |
|
|---|---|---|---|---|---|---|
| Stand 1. 1. 2009 | 46.842 | 21.499 | –203 | 0 | –12 | |
| Konzernergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Rücklage für eigene Anteile | 0 | 0 | –1.233 | 0 | 0 | |
| Veränderungen Konsolidierungskreis |
0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Stand 31. 12. 2009 | 46.842 | 21.499 | –1.436 | 0 | –12 |
| 3U Konzern (in TEUR) | Gezeichnetes Kapital |
Kapital- rücklage |
Eigene Anteile |
Gewinn- rücklage |
Rücklage für Währungs differenzen |
|
|---|---|---|---|---|---|---|
| Stand 1. 1. 2010 | 46.842 | 21.499 | –1.436 | 0 | –12 | |
| Umbuchung Ergebnis 2009 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Kapitalherabsetzung um 3.244.714 Stückaktien* |
–3.244 | 1.808 | 1.436 | 0 | 0 | |
| Nachträgliche Anpassung Anschaffungskosten business combination |
0 | 0 | –2.000 | 1.450 | 0 | |
| Erwerb eigener Aktien in 2010 | 0 | 0 | –2.142 | 0 | 0 | |
| Gesamtergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | –6 | |
| Zugang Anteile nicht beherr schender Gesellschafter aus Erstkonsolidierung |
0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Stand 31. 12. 2010 | 43.598 | 23.307 | –4.142 | 1.450 | –18 |
*Eintragung im Handelsregister am 26. Oktober 2010
| Ergebnis- vortrag |
Periodenergebnis der Aktionäre der 3U HOLDING AG |
Eigenkapital der Aktionäre der 3U HOLDING AG |
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter |
Summe Eigenkapital |
|---|---|---|---|---|
| –29.536 | 0 | 38.590 | 0 | 38.590 |
| 0 | 37 | 37 | 1 | 38 |
| 0 | 0 | –1.233 | 0 | –1.233 |
| 0 | 0 | 0 | 13 | 13 |
| –29.536 | 37 | 37.394 | 14 | 37.408 |
| Ergebnis- vortrag |
Periodenergebnis der Aktionäre der 3U HOLDING AG |
Eigenkapital der Aktionäre der 3U HOLDING AG |
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter |
Summe Eigenkapital |
|---|---|---|---|---|
| –29.536 | 37 | 37.394 | 14 | 37.408 |
| 37 | –37 | 0 | 0 | 0 |
| 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 0 | 0 | –550 | 0 | –550 |
| 0 | 0 | –2.142 | 0 | –2.142 |
| 0 | 5.831 | 5.825 | –322 | 5.503 |
| 0 | 0 | 0 | 86 | 86 |
| –29.499 | 5.831 | 40.527 | –222 | 40.305 |
Kapitalflussrechnung (IFRS)
| 3U Konzern (in TEUR) | Konzernanhang [Ziffer 2.2.3 und 7] |
1. 1.–31. 12. 2010 |
1. 1.–31. 12. 2009 |
|---|---|---|---|
| Periodenergebnis | 5.509 | 38 | |
| +/– Abschreibungen/Zuschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens | 8.147 | 9.206 | |
| +/– Zunahme/Abnahme der Rückstellungen und Wertberichtigungen | –3.431 | 6.426 | |
| –/+ Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens | –14 | –90 | |
| –/+ Zunahme/Abnahme der Vorräte und der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
–834 | 1.356 | |
| +/– Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 2.384 | –7.459 | |
| + Veränderung sonstige Forderungen | 684 | –1.185 | |
| – Veränderung sonstige Verbindlichkeiten | –1.093 | 1.604 | |
| + Veränderung vorausgezahlte und erhaltene Netzmieten | 311 | –1 | |
| – Veränderung Steuerforderungen/-schulden inkl. latente Steuern | –6.640 | 0 | |
| – Steuerertrag | 0 | 0 | |
| + Steueraufwand | 0 | 345 | |
| +/– Sonstige zahlungsunwirksame Veränderungen | –1.502 | 0 | |
| Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit | 3.522 | 10.240 | |
| + Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens | 215 | 176 | |
| – Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen | –5.335 | –4.046 | |
| + Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des immateriellen Anlagevermögens |
550 | 0 | |
| – Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen | –182 | –119 | |
| – Auszahlungen aus Zugängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens | –25 | –182 | |
| – Auszahlungen aus dem Erwerb von konsolidierten Unternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten |
–20 | 0 | |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | –4.798 | –4.171 | |
| Übertrag | –1.276 | 6.069 |
| 3U Konzern (in TEUR) | Konzernanhang [Ziffer 2.2.3 und 7] |
1. 1.–31. 12. 2010 |
1. 1.–31. 12. 2009 |
|---|---|---|---|
| Übertrag | –1.276 | 6.069 | |
| – Auszahlungen an Unternehmenseigner und Minderheitsgesellschafter (Dividenden, Erwerb eigener Anteile, Eigenkapitalrückzahlungen, andere Ausschüttungen) |
–2.142 | –1.233 | |
| + Einzahlung aus der Begebung von Anleihen | |||
| und der Aufnahme von (Finanz-)Krediten | 1.624 | 513 | |
| – Auszahlungen aus der Tilgung von Anleihen und (Finanz-)Krediten | 0 | –5.343 | |
| – Tilgung Leasingverbindlichkeiten | –2.436 | –2.191 | |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | –2.954 | –8.254 | |
| Summe der Cashflows | –4.230 | –2.185 | |
| +/– Verfügungsbeschränkungen im Finanzmittelfonds | –1.500 | 0 | |
| +/– Wechselkursbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds | –3 | 0 | |
| +/– Konsolidierungsbedingte Veränderungen des Finanzmittelfonds | 86 | 0 | |
| Finanzmittelfonds am Anfang der Periode | 33.289 | 35.474 | |
| Finanzmittelfonds am Ende der Periode | 27.642 | 33.289 | |
| Gesamte Veränderung des Finanzmittelfonds | –5.647 | –2.185 |
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2010
1 Allgemeine Angaben über den Konzern
Die 3U HOLDING AG (nachfolgend auch als 3U oder Gesellschaft bezeichnet) mit Sitz in Marburg ist die Muttergesellschaft des 3U Konzerns und eine börsennotierte Aktiengesellschaft. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Marburg unter HRB 4680 eingetragen.
Die Geschäftstätigkeit der 3U HOLDING AG und ihrer Tochtergesellschaften umfasst neben der Vermögensverwaltung auch die Bereitstellung von Telekommunikationsdienstleistungen in den Segmenten Telefonie und Breitband/IP.
Darüber hinaus hat die 3U ihre Aktivitäten im Bereich Erneuerbare Energien und Dienstleistungen ausgebaut. Diese werden in den Segmenten Erneuerbare Energien und Services dargestellt.
Die Anschrift der Gesellschaft lautet: Frauenbergstraße 31–33 35039 Marburg
2 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
2.1 Grundsätze der Rechnungslegung
Der Konzernabschluss umfasst die 3U HOLDING AG und deren Tochterunternehmen. Der Konzernabschluss der 3U HOLDING AG wurde im Geschäftsjahr 2010 in Übereinstimmung mit den Rechnungslegungsstandards des International Accounting Standards Board (IASB) — den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt. Dabei wurden die zum 31. Dezember 2010 anzuwendenden IFRS beachtet sowie die Interpretationen des International Financial Reporting Committee (IFRIC) angewendet. Der Konzern abschluss enthält alle Informationen, die gemäß den von der Europäischen Union (EU) übernommenen IFRS sowie aufgrund der zusätzlichen Anforderungen nach § 315a Abs. 1 HGB erforderlich sind. Sofern bestimmte Verlautbarungen vorzeitig angewendet wurden, wird hierauf gesondert hingewiesen.
Neben der Gewinn- und Verlustrechnung, der Bilanz und der Kapitalflussrechnung werden die Veränderungen des Eigenkapitals sowie die Gesamtergebnisrechnung gezeigt. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.
Der Konzernabschluss der 3U HOLDING AG vermittelt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.
Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht der 3U HOLDING AG wurden gemäß § 315a HGB aufgestellt und werden im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.
Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt. Die Betragsangaben im Konzernabschluss erfolgen in Tausend Euro (TEUR) und wurden auf volle TEUR gerundet. Aus rechentechnischen Gründen können Rundungsdifferenzen in Höhe von rund +/– einer Einheit (EUR, % usw.) auftreten.
Die deutschen Konzerngesellschaften führen ihre Bücher und Unterlagen nach den Bestimmungen der International Financial Reporting Standards (IFRS). Die ausländischen Gesellschaften führen ihre Bücher nach den jeweiligen lokalen Bestimmungen. Diese weichen in einzelnen Aspekten von den International Financial Reporting Standards (IFRS) ab. Alle notwendigen Anpassungen, die zur Darstellung der Jahresabschlüsse per 31. Dezember 2010 nach IFRS erforderlich waren, wurden durchgeführt.
Das Geschäftsjahr der 3U HOLDING AG sowie aller in den Konzernabschluss einbezogenen Tochtergesellschaften entspricht dem Kalenderjahr. Eine Ausnahme stellte die at-equity-Beteiligung CityDial GmbH i. L. dar. Hier wurde die Liquidationsschlussbilanz zum 9. Dezember 2009 erstellt.
Neu angewandte Rechnungslegungsverlautbarungen
3U berücksichtigte alle vom IASB herausgegebenen Standards und Interpretationen, die zum 31. Dezember 2010 in Kraft waren und in EU-Recht übernommen wurden.
Erstmalig angewendet wurden die folgenden Standards
- • Revised IFRS 1 "First Time Adoption of IFRS"
- • Amendments to IFRS 1 Additional Exemptions for First-time Adopters
-
• Amendments to IFRS 2 Group Cash-settled Share-based Payment Transactions
-
• Revised IFRS 3 "Business Combinations" and Amendments to IAS 27 "Consolidated and Separate Financial Statements"
- • Amendments to IAS 39 "Financial Instruments Recognition and Measurement Eligible Hedged items"
- • Improvements to IFRSs (issued in May 2008)
- • Improvements to IFRS (issued in April 2009)
- • IFRIC 12 "Service Concession Arrangements"
- • IFRIC 15 "Agreements for the Contruction of Real Estate"
- • IFRIC 16 "Hedges of a Net Investment in a Foreign Operation"
- • IFRIC 17 "Distributions of Non-Cash Assets to Owners"
- • IFRIC 18 "Transfers of Assets from Customers"
Aus der Erstanwendung dieser Standards haben sich nach Einschätzung des Vorstands keine wesentlichen Veränderungen der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns ergeben.
Die nachfolgenden vom IASB veröffentlichten und in EU-Recht überführten Rechnungslegungsverlautbarungen sind noch nicht verpflichtend anzuwenden und von 3U bislang noch nicht angewendet worden:
- • Amendments to IFRS 1 Limited Exemption from Comparative IFRS 7 Disclosures for First-Time Adopters
- • Revised IAS 24 Related Party Disclosures
- • Amendment to IAS 32 Classification of Right Issues
- • Amendment to IFRIC 14 Prepayments of a Minimum Funding Requirement
- • IFRIC 19 Extinguishing Financial Liabilities with Equity Instruments
Die einzelnen Auswirkungen der Änderungen werden von der Muttergesellschaft 3U HOLDING AG für den Konzern geprüft.
Im Januar 2008 veröffentlichte das IASB die überarbeiteten Standards IFRS 3, Unternehmenszusammenschlüsse (IFRS 3 [2008]), und IAS 27, Konzern- und separate Einzelabschlüsse nach IFRS (IAS 27 [2008]), die im Geschäftsjahr 2009 von der EU übernommen wurden. Die überarbeiteten Standards sind verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnen.
In IFRS 3 (2008) wird die Anwendung der Erwerbsmethode bei Unternehmenszusammenschlüssen neu geregelt. Wesentliche Neuerungen betreffen die Bewertung von Minderheitsanteilen, die Erfassung von sukzessiven Unternehmenserwerben und die Behandlung von bedingten Kaufpreisbestandteilen und Anschaffungsnebenkosten. Nach der Neuregelung kann die Bewertung von Minderheitsanteilen entweder zum beizulegenden Zeitwert (Full-Goodwill-Methode) oder zum anteiligen beizulegenden Zeitwert des identifizierbaren Nettovermögens erfolgen. Bei sukzessiven Unternehmenserwerben ist eine erfolgswirksame Neubewertung zum Zeitwert von zum Zeitpunkt des Beherrschungsübergangs gehaltenen Anteilen vorgesehen. Eine Anpassung bedingter Kaufpreisbestandteile, die zum Zeitpunkt des Erwerbs als Verbindlichkeit ausgewiesen werden, ist zukünftig erfolgswirksam zu erfassen. Anschaffungsnebenkosten werden zum Zeitpunkt ihres Entstehens als Aufwand erfasst.
Wesentliche Änderungen des IAS 27 (2008) betreffen die Bilanzierung von Transaktionen, bei denen ein Unternehmen weiterhin die Beherrschung behält, sowie Transaktionen, bei denen die Beherrschung untergeht. Transaktionen, die nicht zu einem Beherrschungsverlust führen, sind erfolgsneutral als Eigenkapitaltransaktion zu erfassen. Verbleibende Anteile sind zum Zeitpunkt des Beherrschungsverlusts zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Nach dem überarbeiteten Standard ist bei Minderheitsanteilen der Ausweis von Negativsalden zulässig, das heißt, Verluste werden zukünftig unbegrenzt beteiligungsproportional zugerechnet.
In Übereinstimmung mit Teil II des "Annual Improvement Project 2008" des IASB stellt die Gesellschaft ab dem Geschäftsjahr 2010 den Zinsaufwand und -ertrag in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung brutto dar.
Der IASB hat eine Reihe weiterer Verlautbarungen veröffentlicht, die allerdings noch nicht in EU-Recht überführt wurden. Die kürzlich umgesetzten Rechnungslegungsverlautbarungen sowie die Verlautbarungen, die noch nicht umgesetzt wurden, haben keinen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss von 3U.
2.2 Grundsätze der Konsolidierung
2.2.1 Konsolidierungskreis und Konsolidierungsmethoden
In dem für das Geschäftsjahr 2010 aufgestellten Konzernabschluss sind neben der 3U HOLDING AG 17 (Vorjahr : 14) in- und aus ländische Tochterunternehmen einbezogen, bei denen die 3U unmittelbar oder mittelbar über die Mehrheit der Stimmrechte verfügt.
Der Kapitalkonsolidierung liegt die Erwerbsmethode (Neubewertungsmethode) zugrunde. Hierbei werden die Anschaffungskosten des Mutterunternehmens mit dem anteiligen Zeitwert des Eigenkapitals des Tochterunternehmens zum Erwerbszeitpunkt verrechnet. An die Stelle der Anschaffungskosten treten dabei die Vermögenswerte und Schulden sowie die Eventualschulden des Tochterunternehmens, die unter Beachtung der Beteiligungsquote des Mutterunternehmens mit ihren beizulegenden Werten (Fair Values) angesetzt werden. Ein Überschuss der Anschaffungskosten über den vom Mutterunternehmen übernommenen Anteil an den beizulegenden Werten der identifizierten Vermögenswerte und Schulden wird als Geschäfts- oder Firmenwert angesetzt.
Die Erstkonsolidierung erfolgt mit Wirkung von dem Tag an, an dem die 3U HOLDING AG direkt oder indirekt in ein Beherrschungs verhältnis gegenüber der Tochtergesellschaft eintritt. Nicht beherrschenden Gesellschaftern (non controlling interests) zustehende Beträge werden im Eigenkapital getrennt ausgewiesen.
Die Einbeziehung von Tochterunternehmen endet zu dem Zeitpunkt, zu dem die Beherrschung nicht mehr gegeben ist.
Konzerninterne Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie die zwischen den konsolidierten Gesellschaften bestehenden Forderungen und Verbindlichkeiten werden eliminiert. Bei den ergebniswirksamen Konsolidierungsvorgängen werden die ertrag steuerlichen Auswirkungen berücksichtigt und latente Steuern in Ansatz gebracht.
Zwischenergebnisse aus konzerninternen Lieferungen und Leistungen werden eliminiert.
Bei der Veräußerung eines Tochterunternehmens sowie anderer Ereignisse, die zu einer Entkonsolidierung führen, werden die bis dahin einbezogenen Vermögenswerte und Schulden sowie ein zugeordneter Goodwill mit dem Veräußerungserlös verrechnet.
Ein assoziiertes Unternehmen ist ein Unternehmen, auf welches der Konzern durch die Möglichkeit der Mitwirkung an dessen finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungsprozessen maßgeblich Einfluss nehmen kann und das weder ein Tochterunternehmen noch ein Joint Venture des Konzerns darstellt.
Die Ergebnisse von assoziierten Unternehmen werden unter Anwendung der Equity-Methode einbezogen. Anteile an assoziierten Unternehmen werden mit den historischen Anschaffungskosten bilanziert und an im Nachgang des Erwerbs entstehende Änderungen des Konzernanteils am Reinvermögen des assoziierten Unternehmens angepasst sowie um Wertminderungen der einzelnen Anteile verringert. Entspricht oder übersteigt der Anteil an den Verlusten eines assoziierten Unternehmens den Wert des Beteiligungsbuchwertes dieses assoziierten Unternehmens, erfasst 3U keine weiteren Verlustanteile, es sei denn 3U ist entsprechende Verpflichtungen eingegangen.
In den Konzernabschluss werden die CityDial GmbH und die Spider Telecom GmbH (vormals firmierend unter 010060 Telecom GmbH), beide Deutschland, als Joint Venture einbezogen. Die CityDial GmbH, Deutschland, befand sich in Liquidation. Die Liquidation wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr beendet. Dies erfolgt nach der "at-equity"-Methode.
2.2.2 Fremdwährungsumrechnung
Die Vermögenswerte und Schulden der einbezogenen Auslandsgesellschaften werden nach dem Konzept der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Die funktionale Währung der Tochtergesellschaften ist die lokale Währung des jeweiligen Landes, in dem die Gesellschaft ihren Sitz hat. Demgemäß werden Vermögenswerte und Schulden, die in Fremdwährung in den Bilanzen der ausländischen Tochtergesellschaften bilanziert werden, zu dem jeweiligen Stichtagskurs in Euro umgerechnet. Die Umrechnung der Erträge und Aufwendungen erfolgt zu den Jahresdurchschnittskursen. Der Unterschiedsbetrag, der sich aus der Bewertung des Eigenkapitals zum historischen Kurs und zum Stichtagskurs ergibt, wird gemäß IAS 21 als erfolgsneutrale Veränderung des Eigenkapitals ausgewiesen.
| Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag (1 EUR in Fremdwährungseinheiten) |
Jahresdurchschnittskurs (1 EUR in Fremdwährungseinheiten) |
|||
|---|---|---|---|---|
| 2010 | 2009 | 2010 | 2009 | |
| Währung USD | 1,32515 | 1,4406 | 1,3253 | 1,3948 |
| Währung CZK | 25,2353 | 26,473 | 25,2650 | 26,435 |
| Währung DKK | 7,45415 | 7,4418 | 7,4545 | 7,4462 |
Die Umrechnungskurse für Fremdwährungen stellen sich wie folgt dar :
2.2.3 Kapitalflussrechnung
Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel des 3U Konzerns im Laufe des Berichtsjahres durch Mittelzuflüsse und -abflüsse verändert haben. In Übereinstimmung mit IAS 7 wird zwischen Zahlungsströmen aus betrieblicher Tätigkeit, aus dem Investitionsbereich und aus dem Finanzierungsbereich unterschieden.
Bei der erstmaligen Einbeziehung von Tochterunternehmen werden nur die tatsächlichen Zahlungsströme in der Kapitalflussrechnung gezeigt. Der liquiditätswirksame Betrag aus dem Kauf oder Verkauf von Unternehmen wird als Mittelabfluss/-zufluss aus der Investitionstätigkeit erfasst. Die Summe der Cashflows aus dem Erwerb und der Veräußerung von Tochterunternehmen oder sonstigen Geschäftseinheiten wird gesondert dargestellt und als Investitionstätigkeit klassifiziert.
2.2.4 Verwendung von Schätzwerten und Annahmen
Die Aufstellung der Jahresabschlüsse in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards erfordert Schätzungen und Annahmen, welche die Beträge in den Aktiva und Passiva, den Anhangsangaben und der Gewinn- und Verlustrechnung beeinflussen. Hauptanwendungsbereiche für Annahmen und Schätzungen liegen in der Festlegung der Nutzungsdauer von Vermögenswerten des Anlagevermögens, der Bewertung von Forderungen, der Ermittlung abgezinster Cashflows im Rahmen von Werthaltigkeitstests und der Bildung von Rückstellungen. Die Schätzungen des Managements beruhen auf Erfahrungswerten und anderen Annahmen, die unter den gegebenen Umständen als angemessen erachtet werden. Die Einschätzungen und Annahmen werden laufend überprüft.
Die tatsächlichen Beträge können von diesen Schätzungen und Annahmen abweichen.
Aus der Geschäftstätigkeit des 3U Konzerns resultieren verschiedene Rechtsstreitigkeiten. Diese werden regelmäßig geprüft, um die erforderlichen Rückstellungen für wahrscheinliche Ansprüche einschließlich der geschätzten Rechtskosten zu bewerten. Im Hinblick auf die Ungewissheit über den Ausgang dieser Verfahren besteht die Möglichkeit einer negativen Beeinflussung der künftigen operativen Ergebnisse.
Die 3U ermittelt an jedem Bilanzstichtag, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung nichtfinanzieller Vermögenswerte vorliegen. Der Firmenwert wird mindestens einmal jährlich sowie bei Vorliegen entsprechender Anhaltspunkte auf Wertminderungen überprüft. Zur Schätzung des Nutzungswerts muss das Management die voraussichtlichen künftigen Cashflows des Vermögenswerts oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit schätzen und einen angemessenen Abzinsungssatz wählen, um den Barwert dieser Cashflows zu ermitteln.
2.2.5 Ergebnis je Aktie
Das Ergebnis je Aktie entspricht dem Gewinn aus fortgeführten Aktivitäten und dem Gewinn aus nicht fortgeführten Aktivitäten, der jeweils den Aktionären der 3U zugerechnet werden kann, bzw. dem Gewinn (nach Steuern), dividiert durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der während des Geschäftsjahrs ausstehenden Aktien. Das Ergebnis je Aktie (voll verwässert) berechnet 3U unter der Annahme, dass alle potenziell verwässernden Wertpapiere und Vergütungspläne, die auf Wertpapieren basieren, umgewandelt bzw. ausgeübt werden.
2.3 Grundsätze der Bilanzierung und Bewertung
2.3.1 Grundzüge der Umsatzrealisierung
Die Umsatzerlöse in den Segmenten Telefonie und Breitband/IP resultieren aus der Tätigkeit als Festnetzanbieter mit eigenem Übertragungsnetz und eigener Vermittlungstechnik sowie Transport-, Internet- und VPN-Lösungen.
Die gegenüber Dritten erwirtschafteten Umsatzerlöse der SEGAL Systems GmbH resultieren aus IT-Dienstleistungen. Die Umsatz erlöse der 3U DYNAMICS GmbH wurden mit Beratungsleistungen im Bereich Marketing und Vertrieb erzielt, während die Umsätze der RISIMA Consulting GmbH auf Beratungsleistungen im Bereich Risiko- und Geschäftsprozess management basieren.
Die 3U SOLAR Systemhandel AG hat die externen Umsätze mit der Vermarktung von solaren Heiz- und Kühlsystemen erwirtschaftet.
Die EuroSun Vacuum-Solar-Systems GmbH erzielt ihre Umsätze mit der Herstellung und dem Vertrieb von Vakuum-Solarröhren.
Die 3U Solarkraft Friedrichstraße GmbH ist zurzeit inaktiv und hat daher zum Bilanzstichtag keine Umsatzerlöse erwirtschaftet.
Die Umsatzerlöse werden ohne Umsatzsteuer und nach Abzug von gewährten Skonti nach Erbringung der Leistung bzw. nach Abnahme durch den Kunden erfasst und ausgewiesen.
Entgelte aus Dienstleistungen werden erfasst, sobald die Dienstleistung erbracht wurde und es hinreichend wahrscheinlich ist, dass der wirtschaftliche Nutzen aus dem Geschäft dem Unternehmen zufließt. Erlöse, die nicht mit dem operativen Geschäft in Verbindung stehen, werden unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen.
2.3.2 Gesamtkosten
Die Gesamtkosten umfassen alle im Berichtsjahr angefallenen Kosten.
2.3.3 Forschungs- und Entwicklungskosten
Forschungskosten werden bei Anfall in der Gewinn- und Verlustrechnung aufwandswirksam erfasst. Erst kurz vor Marktreife ist die technologische Realisierbarkeit des Produkts erreicht. In der Phase bis zur technologischen Realisierbarkeit sind die Prozesse zwischen Forschungs- und Entwicklungsphasen iterativ eng vernetzt. Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, die nach dem Erreichen der technologischen Realisierbarkeit entstehen, sind unwesentlich. Die ausgewiesenen aktivierten Eigenleistungen stehen im Zusammenhang mit der Errichtung des SEKW.
2.3.4 Zinserträge
Zinserträge werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode zum Zeitpunkt der Entstehung erfasst. Der Effektivzinssatz ist derjenige Zinssatz, mit dem die erwarteten zukünftigen Einzahlungen über die Laufzeit des finanziellen Vermögenswertes auf den Nettobuchwert dieses Vermögenswertes abgezinst werden.
2.3.5 Zinsaufwendungen
Entsprechend den Regelungen des IAS 23 werden seit dem Geschäftsjahr 2009 Zinsaufwendungen für Vermögenswerte, deren Herstellung einen längeren Zeitraum in Anspruch nimmt, als Teil der Herstellungskosten aktiviert.
Zinsaufwendungen werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode zum Zeitpunkt der Entstehung erfasst. Der Effektivzinssatz ist derjenige Zinssatz, mit dem die erwarteten zukünftigen Auszahlungen über die Laufzeit der finanziellen Schulden auf den Nettobuchwert dieser Schulden abgezinst werden.
2.3.6 Ertragsteuern
Ertragsteuern werden gemäß IAS 12 nach der Verbindlichkeitenmethode bilanziert. Als Ertragsteuern werden die steuerlichen Aufwendungen und Erstattungen erfasst, die vom Einkommen und Ertrag abhängig sind. Dementsprechend werden auch Säumniszuschläge und Zinsen aus nachträglich veranlagten Steuern ab dem Zeitpunkt als Steueraufwand ausgewiesen, ab dem die Versagung der Anerkennung einer vorgenommenen steuerlichen Minderung wahrscheinlich ist.
Laufende Steuern werden für die geschuldeten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag zum Zeitpunkt ihrer Verursachung erfasst. Die latenten Steuern umfassen zu erwartende Steuerzahlungen oder -erstattungen aus temporären Bewertungsunterschieden zwischen der Konzern- und den Steuerbilanzen sowie aus der Nutzung von Verlustvorträgen. Aktivierter Goodwill, der nicht gleichzeitig steuerlich abzugsfähig ist, führt nicht zu latenten Steuern. Die aktiven und passiven latenten Steuern werden mit den zukünftig gültigen Steuersätzen bewertet, wobei Steuersatzänderungen grundsätzlich erst zum Zeitpunkt des effektiven Inkrafttretens der Gesetzesänderung berücksichtigt werden. Soweit die Realisierbarkeit von aktiven latenten Steuern in Zukunft nicht hinreichend wahrscheinlich erscheint, erfolgt kein Ansatz.
2.3.7 Geschäfts- oder Firmenwert
Die aus der Kapitalkonsolidierung abgeleiteten Geschäfts- oder Firmenwerte werden entsprechend IFRS 3 nicht planmäßig abgeschrieben. Bilanzierte Geschäfts- oder Firmenwerte werden einmal jährlich und darüber hinaus bei Vorliegen von Anzeichen für Wertminderungen auf den wirtschaftlichen Nutzen und auf Wertminderungen überprüft (Impairment-Test) und im Falle einer eingetretenen Wertminderung auf den erzielbaren Betrag abgeschrieben.
Der im Vorjahr ausgewiesene Firmenwert in Höhe von TEUR 550 aus dem Erwerb der OneTel wurde aufgrund einer nachträglichen Kaufpreisminderung erfolgsneutral ausgebucht.
Es wird auf die Ausführungen unter Punkt 2.3.13 verwiesen.
2.3.8 Sonstige immaterielle Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte werden gemäß IAS 38 ("Intangible Assets") aktiviert, wenn es wahrscheinlich ist, dass mit der Nutzung des Vermögenswertes ein zukünftiger wirtschaftlicher Vorteil verbunden ist und die Kosten des Vermögenswertes zuverlässig bestimmt werden können. Die Bewertung der immateriellen Vermögenswerte erfolgt zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen und Wertminderungen.
Die Abschreibungen von abnutzbaren immateriellen Vermögenswerten erfolgen grundsätzlich über eine Nutzungsdauer von drei bis fünf Jahren. Unter den immateriellen Vermögenswerten ausgewiesene Kundenstämme werden dagegen linear über acht Jahre abgeschrieben. Die Abschreibungen betragen in 2010 TEUR 8. Auf Anpassungen des Vorjahres wurde wegen Geringfügigkeit verzichtet.
Die unter den immateriellen Vermögenswerten ausgewiesenen Telekommunikationslizenzen werden über zehn Jahre abgeschrieben.
Es wird ebenfalls auf die Ausführungen unter Punkt 2.3.13 verwiesen.
2.3.9 Sachanlagen
Sachanlagen werden in der IFRS-Bilanz auf Basis der fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Wenn Sachanlagen veräußert werden oder ausscheiden, werden ihre Anschaffungskosten und kumulierten Abschreibungen aus der Bilanz eliminiert und der aus einem Verkauf resultierende Gewinn oder Verlust in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Die ursprünglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Sachanlagen umfassen den Kaufpreis einschließlich Anschaffungs nebenkosten und nachträglicher Anschaffungskosten sowie den Barwert von Rückbauverpflichtungen. Finanzierungskosten werden seit dem Geschäftsjahr 2009 in die Kosten der Anlagegüter einbezogen.
Abschreibungen werden über die nachfolgenden geschätzten Nutzungsdauern linear berechnet :
| Gebäude | 25—35 Jahre |
|---|---|
| Betriebsausstattung | 4 Jahre |
| Geschäftsausstattung | 3—13 Jahre |
| Vermittlungstechnik | 5 Jahre |
| Übertragungstechnik | 5—8 Jahre |
| Mietereinbauten | Laufzeit des Mietvertrages |
Die verwendeten Nutzungsdauern und Abschreibungsmethoden werden in jeder Periode überprüft, um sicherzustellen, dass die Abschreibungsmethode und der Abschreibungszeitraum mit dem erwarteten wirtschaftlichen Nutzen aus Gegenständen des Sachanlagevermögens übereinstimmen.
Sind die Anschaffungskosten von bestimmten Komponenten einer Sachanlage wesentlich — gemessen an den gesamten Anschaffungs- und Herstellungskosten — setzt 3U diese Komponenten einzeln an und schreibt diese ab.
Die Kosten für Rückbauverpflichtungen wurden mit der Entstehung der Verpflichtung bei Vertragsabschluss je Standort individuell bewertet und aktiviert; sie werden jährlich auf Aktualität überprüft und erforderlichenfalls angepasst.
Es wird auf die Ausführungen unter Punkt 2.3.12 verwiesen.
2.3.10 Fremdkapitalkosten
Seit dem 1. Januar 2009 werden Fremdkapitalkosten (lAS 23), die dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswertes direkt zugeordnet werden können, als Teil der Anschaffungs-/Herstellungskosten aktiviert. Die 3U HOLDING AG bezieht Zinsen und Finanzierungskosten aus Finanzierungsleasingverhältnissen in die Fremdkapitalkosten ein.
2.3.11 Finanzinstrumente
Finanzielle Vermögenswerte
Finanzielle Vermögenswerte im Sinne von IAS 39 werden als Kredite und Forderungen und als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifiziert. Bei dem erstmaligen Ansatz von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten werden diese zu ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Gesellschaft legt die Klassifizierung ihrer finanziellen Vermögens werte mit dem erstmaligen Ansatz fest und überprüft diese Zuordnung am Ende eines jeden Geschäftsjahres. Nach dem erst maligen Ansatz werden zur Veräußerung gehaltene finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert bewertet, wobei Gewinne oder Verluste erfolgsneutral über das sonstige Ergebnis im Eigenkapital erfasst werden. Zu dem Zeitpunkt, an dem die Finanz investition ausgebucht wird oder an dem eine Wertminderung der Finanzinvestition festgestellt wird, wird der zuvor im Eigen kapital erfasste kumulierte Gewinn oder Verlust erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Abweichend hiervon wird die Beteiligung an myFairPartner Limited nicht zum Zeitwert bewertet, da dieser nicht zuverlässig ermittelbar ist. Die Bilanzierung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Zum 31. Dezember 2010 wurde die Beteiligung außerplanmäßig abgeschrieben.
Bei marktüblichen Käufen und Verkäufen von finanziellen Vermögenswerten erfolgt die Bilanzierung zum Handelstag, d. h. zu dem Tag, an dem das Unternehmen die Verpflichtung zum Kauf des Vermögenswerts eingegangen ist. Marktübliche Käufe oder Verkäufe sind Käufe oder Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten, die die Lieferung der Vermögenswerte innerhalb eines durch Marktvorschriften oder -konventionen festgelegten Zeitraums vorschreiben.
Finanzielle Vermögenswerte, die als Kredite und Forderungen klassifiziert wurden, werden zu fortgeführten Anschaffungs kosten, abzüglich der möglichen Wertminderungen bewertet, wobei das Unternehmen die Effektivzinsmethode anwendet. Wertminderungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen werden auf separaten Wertberichtigungskonten erfasst.
Der beizulegende Zeitwert von Finanzinvestitionen, die auf organisierten Märkten gehandelt werden, wird durch Bezugnahme auf den an der Börse notierten Geldkurs am Bilanzstichtag ermittelt.
In der Bilanz enthaltene sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte umfassen sonstige kurzfristige Forderungen. Die Vermögenswerte werden mit ihrem Nennbetrag angesetzt und, soweit Risiken bereits eingetreten sind, einzelwertberichtigt.
Auf Basis einer konzerneinheitlichen Altersstrukturierung werden pauschalierte Einzelwertberichtigungen vorgenommen.
Fremdwährungsforderungen werden zum Stichtagskurs umgerechnet. Wechselkursbedingte Wertänderungen werden nach IAS 21.23 erfolgswirksam erfasst.
Liquide Mittel
Liquide Mittel (Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) umfassen alle liquiditätsnahen Vermögenswerte, die zum Zeitpunkt der Anschaffung bzw. der Anlage eine Restlaufzeit von weniger als drei Monaten haben. Zahlungsmittel und Zahlungsmittel äquivalente werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Darin enthalten sind Festgelder, die teilweise als Sicherheiten hinterlegt sind. Diese sind nicht Bestandteil des Finanzmittelfonds und werden in der Kapitalflussrechnung herausgerechnet.
Wertminderungen bei Finanzinstrumenten
Liegen bei finanziellen Vermögenswerten der Kategorien Kredite und Forderungen objektive, substanzielle Anzeichen für eine Wertminderung vor, erfolgt eine Prüfung, ob der Buchwert den Barwert der erwarteten künftigen Zahlungsmittelflüsse, die mit der aktuellen Marktrendite eines vergleichbaren finanziellen Vermögenswerts abgezinst werden, übersteigt. Sollte dies der Fall sein,
wird eine Wertberichtigung in Höhe der Differenz vorgenommen. Hinweise auf Wertminderung sind u. a. eine wesentliche Verschlechterung der Bonität, eine besondere Vertragsverletzung, die hohe Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz oder einer anderen Form der finanziellen Restrukturierung des Schuldners oder das Verschwinden eines aktiven Markts. Soweit Risiken bereits eingetreten sind, erfolgt eine Einzelwertberichtigung. Bei Wegfall der Gründe für zuvor vorgenommene außerplanmäßige Abschreibungen werden entsprechende Zuschreibungen — nicht jedoch über die Anschaffungskosten hinaus — getätigt.
Ausbuchung
Der Konzern bucht einen finanziellen Vermögenswert nur aus, wenn die vertraglichen Rechte auf Cashflows aus einem finanziellen Vermögenswert auslaufen oder er den finanziellen Vermögenswert sowie im Wesentlichen alle mit dem Eigentum des Vermögenswerts verbundenen Risiken und Chancen auf einen Dritten überträgt.
Finanzielle Verbindlichkeiten
Die finanziellen Verbindlichkeiten betreffen originäre Verbindlichkeiten. Originäre Verbindlichkeiten werden in der Konzernbilanz angesetzt, wenn 3U eine vertragliche Pflicht hat, Zahlungsmittel oder andere finanzielle Vermögenswerte auf eine andere Partei zu übertragen. Der erstmalige Ansatz einer originären Verbindlichkeit erfolgt zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen Gegenleistung bzw. zum Wert der erhaltenen Zahlungsmittel abzüglich ggf. angefallener Transaktionskosten. Die Folgebewertung erfolgt bei den Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Verbindlichkeiten aus Finance-Lease-Verträgen werden zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses mit dem Barwert der Miet- bzw. Leasingraten angesetzt. In den Folgeperioden führen die in den Miet- und Leasingraten enthaltenen Tilgungsanteile zu einer Verminderung der Verbindlichkeit.
Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Verpflichtungen beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen sind.
2.3.12 Leasingverhältnisse
Ein Leasingverhältnis wird gemäß IAS 17 als Finance Lease eingestuft, wenn im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken auf den Leasingnehmer übertragen werden. Die Klassifizierung von Leasingverhältnissen ist daher von dem wirtschaftlichen Gehalt der Vereinbarung und nicht von einer bestimmten formalen Vertragsform abhängig.
Im Rahmen eines Finanzierungsleasingverhältnisses gehaltene Vermögenswerte werden erstmalig als Vermögenswerte des Konzerns zu ihrem beizulegenden Zeitwert zu Beginn des Leasingverhältnisses oder, falls dieser niedriger ist, zum Barwert der Mindestleasingzahlungen erfasst. Die Abschreibung erfolgt über die Leasingvertragslaufzeit oder die kürzere Nutzungsdauer des Leasingvermögenswertes. Die entsprechende Verbindlichkeit gegenüber dem Leasinggeber wird innerhalb der Bilanz als Verpflichtung aus Finanzierungsleasingverhältnissen gezeigt.
Die Leasingzahlungen werden so in Zinsaufwendungen und Tilgung der Leasingverpflichtung aufgeteilt, dass eine konstante Verzinsung der verbleibenden Verbindlichkeit erzielt wird. Zinsaufwendungen werden direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Mietzahlungen aus Operating Leasingverhältnissen werden als Aufwand linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erfasst, es sei denn, eine andere systematische Grundlage entspricht eher dem zeitlichen Nutzenverlauf für den Leasingnehmer.
2.3.13 Wertminderung nicht finanzieller Vermögenswerte
3U überprüft den Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) mindestens einmal jährlich auf mögliche Wertminderung in Übereinstimmung mit den Konzern-Bilanzierungsvorschriften. Die Bestimmung des erzielbaren Betrags eines Geschäftsgebiets, dem der Goodwill zugeordnet wurde, ist mit Schätzungen des Managements verbunden. Die Gesellschaft bestimmt diese Werte mit Bewertungsmethoden, die auf diskontierten Zahlungsströmen (Cashflows) basieren. Diesen diskontierten Cashflows liegen Drei-Jahres-Prognosen zugrunde, die auf vom Management genehmigten Finanzplänen aufbauen. Die Cashflow-Prognosen berücksichtigen Erfahrungen der Vergangenheit und basieren auf der besten, vom Management vorgenommenen Einschätzung über künftige Entwicklungen. Cashflows jenseits der Planungsperiode werden ohne Wachstumsraten extrapoliert. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Verkaufskosten und des Nutzungswerts basiert im Wesentlichen auf folgenden Annahmen :
| Risikoloser Zins : | 3,25 % |
|---|---|
| Marktrisikoprämie : | 5,00 % |
| Beta-Faktor : | 0,50 % |
| Spezifische Risikostruktur: 3,00 % | |
| Eigenkapitalkosten: | 8,75 % |
Diese Prämissen sowie die zugrunde liegende Methodik können einen erheblichen Einfluss auf die jeweiligen Werte und letztlich auf die Höhe einer möglichen Wertminderung des Goodwills haben. Das Management ist der Auffassung, dass keine nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich mögliche Änderung einer der zur Bestimmung des erzielbaren Betrags eines Geschäfts gebiets, dem der Goodwill zugeordnet ist, getroffenen Grundannahmen dazu führen könnte, dass der Buchwert den erzielbaren Betrag wesentlich übersteigt.
Sachanlagen und sonstige immaterielle Vermögenswerte des Unternehmens werden zumindest an jedem Bilanzstichtag einer Überprüfung unterzogen, um festzustellen, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Liegen solche Anhaltspunkte vor, wird der erzielbare Betrag des Vermögenswertes ermittelt, um die Höhe des entsprechenden Wertminderungsaufwands, falls vorhanden, zu bestimmen. Erzielt der Vermögenswert keine Zahlungsmittelzuflüsse, die unabhängig von anderen Vermögenswerten sind, erfolgt die Ermittlung des erzielbaren Betrags für den einzelnen Vermögenswert auf Ebene der Zahlungsmittel generierenden Einheit, zu der der Vermögenswert gehört.
Liegt der erzielbare Betrag eines Vermögenswertes (oder einer Zahlungsmittel generierenden Einheit) unter seinem Buchwert, ist dieser auf den erzielbaren Betrag abzuschreiben. Der Wertminderungsaufwand ist sofort ergebniswirksam zu erfassen. Soweit Wertaufholungen nach IAS 36 geboten sind, werden sie ergebniswirksam erfasst.
Zugeschrieben wird auf den neu festgestellten erzielbaren Betrag. Es wird jedoch höchstens bis zu dem Betrag zugeschrieben, der sich als Buchwert ergeben würde, wenn zuvor keine Abwertung stattgefunden hätte.
Langfristige Vermögenswerte, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden, sind zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt.
2.3.14 Vorräte
Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zu niedrigeren Nettoveräußerungswerten angesetzt. Die Anschaffungskosten werden grundsätzlich nach der Durchschnittsmethode ermittelt. Die Herstellungskosten umfassen direkt zurechenbare Kosten und produktionsbezogene Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie Abschreibungen. Bestandsrisiken, die sich durch eingeschränkte Verwertbarkeit oder eine erhebliche Lagerdauer ergeben, werden durch entsprechende Wertberichtigungen berücksichtigt.
2.3.15 Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen werden gebildet, wenn eine rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber Dritten aus einem Ereignis der Vergangenheit besteht, deren Inanspruchnahme wahrscheinlich ist und die voraussichtliche Höhe des künftigen Mittelabflusses zuverlässig geschätzt werden kann. Die Höhe der Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten richtet sich danach, wie der Vorstand den Ausgang des Streites aufgrund der zum Bilanzstichtag bekannten Fakten nach bestem Wissen und Gewissen beurteilt. Langfristige Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit ihrem voraussichtlichen auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt.
2.3.16 Latente Steuern
Aktive und passive latente Steuern werden entsprechend IAS 12 ("Income Taxes") für sämtliche temporäre Differenzen zwischen den steuerbilanziellen Werten von Aktiva und Passiva und den Werten der einzelnen Bilanzposten gemäß IFRS gebildet. Latente Steueransprüche werden in dem Umfang erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das die abzugsfähige temporäre Differenz verwendet werden kann. Die Beurteilung und Bewertung der aktiven latenten Steuern wird an jedem Bilanzstichtag unter Berücksichtigung aktueller Einschätzungen gemäß IAS 12.37 und IAS 12.56 erneut überprüft.
Latente Steuern auf noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge werden in dem Umfang aktiviert, in dem mit hinreichender Wahrscheinlichkeit angenommen werden kann, dass das jeweilige Unternehmen zukünftig ausreichend zu versteuerndes Einkommen erzielen wird.
Die latenten Steuern werden auf der Basis der Steuersätze ermittelt, die zum Realisationszeitpunkt gelten bzw. zukünftig anzuwenden sind. Latente Steuern werden als Steuerertrag oder -aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn sie betreffen erfolgsneutral unmittelbar im Eigenkapital erfasste Posten; in diesem Fall werden die latenten Steuern erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.
Latente Steueransprüche und Steuerschulden werden saldiert, soweit sie Ertragsteuern betreffen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden, und der Konzern beabsichtigt, den Ausgleich seiner laufenden Steueransprüche und Steuerschulden auf Nettobasis vorzunehmen.
2.3.17 Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten
Die sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten umfassen Steuerverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern sowie übrige sonstige Verbindlichkeiten. Sie werden bei der erstmaligen Erfassung mit dem Rückzahlungsbetrag, gegebenenfalls abgezinst, angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Stichtagskurs bewertet.
2.3.18 Erwerb eigener Aktien
Eigene Aktien werden als Abzug vom Eigenkapital ausgewiesen. Bei Rückerwerb von eigenen Aktien werden die gesamten Anschaffungskosten der eigenen Anteile in einer Summe vom Eigenkapital abgezogen (one-line-adjustment).
2.3.19 Mitarbeiterbeteiligungsprogramm
Der Konzern gewährt dem Vorstand und den Mitarbeitern aktienkursorientierte Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapital instrumente. Die Vergütung durch Eigenkapitalinstrumente wird zum Zusagezeitpunkt mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Der zum Zusagezeitpunkt bestimmte beizulegende Zeitwert der aktienkursorientierten Vergütungen durch Eigenkapitalinstrumente wird linear über die Sperrperiode bzw. Wartefrist aufwandswirksam und in der Kapitalrücklage erfasst. Dies geschieht auf der Grundlage der konzerninternen Schätzung der Aktienanzahl, die zu einer Zusatzvergütung berechtigen.
Zu jedem Bilanzstichtag überprüft der Konzern seine Schätzungen bzgl. der Anzahl der Eigenkapitalinstrumente, die unverfallbar werden. Die Auswirkungen der Schätzungsänderungen werden, sofern vorhanden, über den verbleibenden Zeitraum bis zur Unverfallbarkeit erfolgswirksam erfasst.
Der beizulegende Zeitwert wurde mit Hilfe des Black-Scholes-Modells zur Optionspreisermittlung bestimmt. Die Laufzeit wurde basierend auf der bestmöglichen Schätzung des Vorstands entsprechend angesetzt, um den Besonderheiten der Mitarbeiter optionen, der Nicht-Übertragbarkeit, Ausgabebeschränkungen und verhaltensbedingten Vergütungen bei der Bewertung gerecht zu werden.
Zum Bilanzstichtag besteht kein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm.
2.3.20 Vergleichszahlen
Soweit erforderlich, werden Vergleichszahlen angepasst, um die Vergleichbarkeit mit dem laufenden Jahr aufgrund von Ausweis änderungen wiederherzustellen.
3 Konsolidierungskreis
Im Wege der Vollkonsolidierung einbezogene Tochtergesellschaften:
| Firma | Sitz | Land | Gezeichnetes Kapital |
Anteil der 3U HOLDING AG |
Ergebnis des Geschäfts jahres 2010 |
|
|---|---|---|---|---|---|---|
| 010017 Telecom GmbH | Marburg | Deutschland | 25.000 | EUR | 100 % | 524.016,51 EUR |
| 3U DYNAMICS GmbH | Marburg | Deutschland | 25.000 | EUR | 60 % | 49.918,33 EUR |
| 3U MOBILE GmbH* | Marburg | Deutschland | 25.000 | EUR | 100 % | –29.684,65 EUR |
| 3U SOLAR Systemhandel AG* | Marburg | Deutschland | 50.000 | EUR | 74,998 % | –835.351,17 EUR |
| 3U Solarkraft Friedrichstraße GmbH* |
Marburg | Deutschland | 25.000 | EUR | 100 % | –5.286,05 EUR |
| 3U TELECOM GmbH | Marburg | Deutschland | 1.000.000 EUR | 100 % | –1.125.098,76 EUR | |
| 3U TELECOM GmbH | Wien | Österreich | 250.000 EUR | 100 % | 300.656,29 EUR | |
| Discount Telecom S&V GmbH | Marburg | Deutschland | 25.000 | EUR | 100 % | 557.319,38 EUR |
| EuroSun Vacuum-Solar-Systems GmbH |
Marburg | Deutschland | 26.000 | EUR | 74,996 % | –173.398,37 EUR |
| fon4U Telecom GmbH | Marburg | Deutschland | 25.000 | EUR | 100 % | 1.106.843,90 EUR |
| LambdaNet Communications Deutschland AG* |
Hannover | Deutschland | 7.300.000 EUR | 100 % | 1.341.940,37 EUR | |
| LambdaNet Communications Austria GmbH |
Wien | Österreich | 35.000 | EUR | 100 % | –264.215,45 EUR |
| LambdaNet Communications s.r.o. |
Meˇstec Králové |
Tschechien | 100.000 | CZK | 100 % | –422.139,84 EUR |
| LineCall Telecom GmbH | Marburg | Deutschland | 25.000 | EUR | 100 % | 325.451,56 EUR |
| OneTel Telecommunication GmbH* |
Marburg | Deutschland | 3.025.000 EUR | 100 % | 1.926.806,08 EUR | |
| RISIMA Consulting GmbH | Marburg | Deutschland | 25.000 | EUR | 80 % | 24.212,34 EUR |
| SEGAL Systems GmbH* | Marburg | Deutschland | 25.000 | EUR | 74,996 % | –378.687,90 EUR |
*Es bestehen Beschränkungen hinsichtlich der Darlehenstilgung aufgrund einer Rangrücktrittsvereinbarung und einer Patronatserklärung seitens der Muttergesellschaft. **Im Inland vor Ergebnisabführung
Veränderungen im Konsolidierungskreis
Gegenüber dem 31. Dezember 2009 haben sich folgende Veränderungen im Konsolidierungskreis ergeben:
Mit Wirkung zum 1. Januar 2010 wurden 25,004 % der Anteile an der SEGAL Systems GmbH, Marburg, veräußert. Die 3U HOLDING AG ist danach mit 74,996 % der Geschäftsanteile an dieser Gesellschaft beteiligt.
Mit Gründungsurkunde vom 29. Januar 2010 wurde die RISIMA Consulting GmbH mit Sitz in Marburg gegründet. Die 3U HOLDING AG ist mit 80 % der Geschäftsanteile an dieser Gesellschaft beteiligt.
Mit Vertrag vom 26. März 2010 wurden 74,996 % der Geschäftsanteile an der EuroSun Vacuum-Solar-Systems GmbH, Frankenhardt, erworben. Der Sitz der Gesellschaft wurde nach Marburg verlegt und der Gegenstand des Unternehmens neu gefasst. Die EuroSun übte zum Erwerbszeitpunkt noch keine operative Geschäftstätigkeit aus. Der Kaufpreis für die Anteile betrug TEUR 19,5. Der nach Abzug des Nettovermögens verbleibende Firmenwert von TEUR 10 wurde in 2010 abgeschrieben.
Ebenfalls am 26. März 2010 wurde die 3U DYNAMICS GmbH mit Sitz in Marburg gegründet. Die 3U HOLDING AG ist mit 60 % an dieser Gesellschaft beteiligt.
Die Anteile Dritter an der 3U MOBILE GmbH, die im ersten Quartal 2010 an externe Partner abgegeben wurden, wurden mit Wirkung zum 1. Juli 2010 zurückerworben. Die Gesellschaft wird weiterhin im Wege der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss der 3U einbezogen, da die Auswirkungen einer möglichen Ent- und anschließenden Erstkonsolidieung unwesentlich sind.
Zum 31. Dezember 2010 werden neben der 3U HOLDING AG 17 (31. Dezember 2009 : 14) in- und ausländische Tochtergesellschaften in den Konsolidierungskreis einbezogen, bei denen die 3U HOLDING AG unmittelbar oder mittelbar über die Mehrheit der Stimmrechte verfügt.
Die Liquidation der CityDial GmbH ist abgeschlossen. Die Gesellschaft ist erloschen.
Joint Venture
Im Rahmen der Bewertung nach der "at-equity"-Methode einbezogenes Unternehmen:
| Firma | Sitz | Land | Gezeichnetes Kapital |
Anteil der 3U HOLDING AG |
Ergebnis des Geschäfts jahres 2010 |
|
|---|---|---|---|---|---|---|
| Spider Telecom GmbH | Marburg | Deutschland | 25.000 | EUR | 50 % | 1.952.987,78 EUR |
Übrige Beteiligungen
Mit Anteilskaufvertrag vom 7. Oktober 2009 wurden 15 % der Anteile an der myFairPartner Limited, London, erworben. myFairPartner ist ein Unternehmen mit Sitz in London im Bereich Personalvermittlung basierend auf einer WEB 2.0 online-Lösung. Am 15. Dezember 2010 sind der 3U HOLDING AG weitere 5 % der Anteile der myFairPartner Limited zugefallen. Die Anteile waren als Sicherheit für ein Darlehen hinterlegt, welches nicht zurückgezahlt werden konnte. Die Bewertung erfolgte zu fortgeführten Anschaffungskosten. Zum 31. Dezember 2010 wurde die Beteiligung außerplanmäßig abgeschrieben.
| Firma | Sitz | Land | Gezeichnetes Kapital |
Anteil der 3U HOLDING AG |
Ergebnis des Geschäfts jahres 2010 |
|
|---|---|---|---|---|---|---|
| myFairPartner Limited | London | Großbritannien | 10.000 | GBP | 20 % | –424.558,00 GBP |
4 Segmentberichterstattung
Entsprechend den Regeln des IFRS 8, Geschäftssegmente, stellt die Segementberichterstattung der 3U HOLDING AG auf den "Management Approach" in Bezug auf die Segment-Identifikation ab.
Die Informationen, die regelmäßig Vorstand und Aufsichtsrat zur Verfügung gestellt werden, sind demnach als maßgeblich für die Segmentdarstellung zu betrachten.
Die 3U HOLDING AG weist im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2010 die folgenden Segmente aus:
Das Segment Telefonie, welches die Produkte Call-by-Call, Preselection, Mehrwertdienste und Terminierungsleistungen im Wholesale-Bereich umfasst, wird durch die Gesellschaften 010017 Telecom GmbH, 3U MOBILE GmbH, 3U TELECOM GmbH (Marburg, Deutschland), 3U TELECOM GmbH (Wien, Österreich), Discount Telecom S&V GmbH, fon4U Telecom GmbH, LineCall Telecom GmbH und OneTel Telecommunication GmbH repräsentiert.
Darüber hinaus betreibt 3U das Segment Breitband/IP, legal zusammengefasst in der LambdaNet.
Im Segment Erneuerbare Energien werden alle Aktivitäten dieses Bereiches zusammengefasst. Es besteht legal aus den Gesellschaften 3U SOLAR Systemhandel AG, der EuroSun Vacuum-Solar-Systems GmbH und der 3U Solarkraft Friedrichstraße GmbH.
Das Segment Services umfasst die Dienstleistungsgesellschaften 3U DYNAMICS GmbH, RISIMA Consulting GmbH und SEGAL Systems GmbH.
Neben den zuvor beschriebenen Segmenten werden unter Holding/Konsolidierung sowohl die Holding-Aktivitäten inkl. der Arbeiten im Zusammenhang mit dem Aufbau des geplanten Solar-Energie-Kraftwerk (SEKW) sowie die erforderlichen Konzernkonsolidierungsbuchungen zusammengefasst.
Der internen Berichterstattung folgend weist die 3U in ihrer Segmentberichterstattung die Segmente Telefonie, Breitband/IP, Services, Erneuerbare Energien sowie zusätzlich den Bereich Holding/Konsolidierung aus.
Erstmals zum 31. Dezember 2010 erfolgt der Ausweis in der Segmentberichterstattung nach Intra-Segment-Konsolidierung, während die Inter-Segment-Konsolidierung auf der Holding-Ebene erfolgt. Die Vergleichszahlen für das Geschäftsjahr 2009 wurden entsprechend angepasst.
Eine ausführliche Beschreibung der Segmente findet sich im Konzernlagebericht unter der Darstellung des Geschäftsverlaufs.
| Segmentberichterstattung 2010 (in TEUR) |
Telefonie | Breit- band/IP |
Services | Erneuer- bare Energien |
Zwischen- summe |
Holding/ Konsoli dierung |
Konzern |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Gesamter Umsatz | 54.954 | 37.620 | 3.501 | 2.723 | 98.798 | –4.819 | 93.979 |
| Innenumsatz (Intrasegmenterlöse) |
–10.589 | –842 | –145 | 0 | –11.576 | 0 | –11.576 |
| Segmentumsatz | 44.365 | 36.778 | 3.356 | 2.723 | 87.222 | –4.819 | 82.403 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 2.783 | 2.284 | 50 | 189 | 5.306 | –440 | 4.866 |
| Bestandsveränderung | 0 | 0 | 0 | 45 | 45 | 0 | 45 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen |
0 | 0 | 0 | 28 | 28 | 173 | 201 |
| Materialaufwand | –32.469 | –20.772 | –67 | –2.489 | –55.797 | 1.543 | –54.254 |
| Rohergebnis | 14.679 | 18.290 | 3.339 | 496 | 36.804 | –3.543 | 33.261 |
| Personalaufwand | –2.042 | –4.009 | –2.865 | –764 | –9.680 | –2.262 | –11.942 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen |
–8.959 | –4.614 | –678 | –699 | –14.950 | 50 | –14.900 |
| EBITDA | 3.678 | 9.667 | –204 | –967 | 12.174 | –5.755 | 6.419 |
| Abschreibungen | –285 | –6.700 | –102 | –25 | –7.112 | –909 | –8.021 |
| EBIT | 3.393 | 2.967 | –306 | –992 | 5.062 | –6.664 | –1.602 |
| Periodenergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern |
–1.602 | ||||||
| Finanzergebnis | –87 | ||||||
| Davon : Ergebnis des "at equity" | |||||||
| einbezogenen Unternehmens | 949 | ||||||
| Ertragsteuern | 7.198 | ||||||
| Periodenergebnis | 5.509 | ||||||
| Davon auf Aktionäre der 3U HOLDING AG entfallend |
5.831 | ||||||
| Davon auf Anteile nicht beherr schender Gesellschafter entfallend |
–322 |
| Segmentberichterstattung 2009 (in TEUR) |
Telefonie | Breit- band/IP |
Services | Erneuer- bare Energien |
Zwischen- summe |
Holding/ Konsoli dierung |
Konzern |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Gesamter Umsatz | 73.489 | 36.969 | 1.861 | 0 | 112.319 | –3.674 | 108.645 |
| Innenumsatz (Intrasegmenterlöse) |
–15.772 | –794 | 0 | 0 | –16.566 | 0 | –16.566 |
| Segmentumsatz | 57.717 | 36.175 | 1.861 | 0 | 95.753 | –3.674 | 92.079 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 4.760 | 895 | 4 | 5 | 5.664 | 188 | 5.852 |
| Bestandsveränderung | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen |
0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Materialaufwand | –39.937 | –21.248 | –6 | 0 | –61.191 | 1.855 | –59.336 |
| Rohergebnis | 22.540 | 15.822 | 1.859 | 5 | 40.226 | –1.631 | 38.595 |
| Personalaufwand | –3.142 | –6.696 | –1.225 | 0 | –11.063 | –1.837 | –12.900 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen |
–7.891 | –5.765 | –483 | –6 | –14.145 | 1.690 | –12.455 |
| EBITDA | 11.507 | 3.361 | 151 | –1 | 15.018 | –1.778 | 13.240 |
| Abschreibungen | –313 | –7.631 | –158 | 0 | –8.102 | –1.104 | –9.206 |
| EBIT | 11.194 | –4.270 | –7 | –1 | 6.916 | –2.882 | 4.034 |
| Periodenergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern |
4.034 | ||||||
| Finanzergebnis | –1.013 | ||||||
| Davon : Ergebnis des "at equity" einbezogenen Unternehmens |
–6 | ||||||
| Ertragsteuern | –2.983 | ||||||
| Periodenergebnis | 38 | ||||||
| Davon auf Aktionäre der 3U HOLDING AG entfallend |
37 | ||||||
| Davon auf Anteile nicht beherr schender Gesellschafter entfallend |
1 |
Der Vorstand der 3U legt als wesentliche Erfolgsgröße für den Geschäftserfolg eines Segments die Umsatzerlöse und das kon solidierte Segmentergebnis vor Finanzierungen und Ertragsteuern fest, da diese aus seiner Sicht ausschlaggebend für den Segmenterfolg sind.
In der Spalte Konzern ist unterhalb des EBIT die Überleitung zum Konzernergebnis enthalten. Das Finanzergebnis setzt sich aus Zinserträgen und Zinsaufwendungen sowie dem Ergebnis des nach der "at equity"-Methode einbezogenen Unternehmens zusammen. Die Zinserträge resultieren aus der Anlage von liquiden Mitteln, welche nicht den Segmenten zuzuordnen sind. Die Zinsaufwendungen basieren im Wesentlichen auf Finanzierungen im Segment Breitband/IP. Die Ertragssteuern sind ebenfalls nicht im Segmentergebnis enthalten, da der Steueraufwand nur rechtlichen Einheiten zugeordnet werden kann.
Für den 3U Konzern ergaben sich folgende Cashflow-Kenngrößen (alle Beträge in TEUR):
| Cashflow-Kenngrößen 2010 (in TEUR) | Tele- fonie |
Breit- band/ IP |
Services | Erneuer- bare Energien |
Holding/ Konsoli dierung |
Konzern |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit | –1.831 | 5.545 | 794 | 671 | –1.657 | 3.522 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | 107 | –1.350 | –169 | –499 | –2.887 | –4.798 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | –961 | –4.437 | –332 | –142 | 2.918 | –2.954 |
| Cashflow-Kenngrößen 2009 (in TEUR) | Tele- fonie |
Breit- band/ IP |
Services | Erneuer- bare Energien |
Holding/ Konsoli dierung |
Konzern |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit | 2.983 | 7.707 | 216 | –128 | –538 | 10.240 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | –292 | –1.672 | –156 | 0 | –2.051 | –4.171 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | –80 | –7.333 | 12 | 126 | –979 | –8.254 |
Zum Zwecke der Überwachung der Ertragskraft und der Verteilung von Ressourcen zwischen den Segmenten beobachtet der Vorstand die Vermögenswerte, die dem einzelnen Segment zugeordnet sind. Die liquiden Mittel werden keinem Segment zugerechnet.
| (In TEUR) | 31. 12. 2010 | 31. 12. 2009 |
|---|---|---|
| Vermögenswerte | ||
| Segment Telefonie | 12.015 | 13.883 |
| Segment Breitband/IP | 28.018 | 28.047 |
| Segment Services | 310 | 739 |
| Segment Erneuerbare Energien | 2.082 | 132 |
| Holding/Konsolidierung | 6.432 | 2.226 |
| Summe Segmentvermögen | 48.857 | 45.027 |
| Nicht zugeordnete Vermögenswerte | 29.142 | 33.293 |
| Summe konsolidierte Vermögenswerte | 77.999 | 78.320 |
| Schulden | ||
| Segment Telefonie | 12.328 | 17.898 |
| Segment Breitband/IP | 34.128 | 40.616 |
| Segment Services | 757 | 589 |
| Segment Erneuerbare Energien | 3.135 | 142 |
| Holding/Konsolidierung | –12.654 | –18.333 |
| Summe Segmentschulden | 37.694 | 40.912 |
| Überleitung (Eigenkapital/Anteile nicht beherrschender Gesellschafter) | 40.305 | 37.408 |
| Summe konsolidierte Schulden/Eigenkapital | 77.999 | 78.320 |
Bei der Segmentberichterstattung wurden die konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewandt. Die Tele kommunikationsdienstleistungen zwischen den Segmenten werden marktüblich unter Beachtung des Fremdvergleichsgrundsatzes anhand von gruppenweit einheitlichen Verrechnungspreismodellen abgerechnet. Im Wesentlichen wird dabei die Preisvergleichs methode angewandt und um gruppenspezifische Effekte ergänzt. Verwaltungsleistungen werden als Kostenumlage berechnet.
| (In TEUR) | Abschreibungen | Investitionen | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2010 | 2009 | 2010 | 2009 | |||
| Segment Telefonie | 285 | 313 | 37 | 292 | ||
| Segment Breitband/IP | 6.700 | 7.631 | 1.430 | 1.848 | ||
| Segment Services | 102 | 158 | 170 | 157 | ||
| Segment Erneuerbare Energien | 25 | 0 | 499 | 0 | ||
| Holding/Konsolidierung | 909 | 1.104 | 3.401 | 2.073 | ||
| Summe | 8.021 | 9.206 | 5.537 | 4.370 |
Umsatzerlöse der Hauptdienstleistungen
| (In TEUR) | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Bereiche des Segments Telefonie | ||
| Davon Open-Call-by-Call | 21.728 | 32.166 |
| Davon reg. Call-by-Call/Preselection | 1.155 | 1.654 |
| Davon Wholesale/Mehrwertdienste | 20.846 | 23.002 |
| Sonstige | 636 | 895 |
| Summe Segment Telefonie | 44.365 | 57.717 |
| Bereiche des Segments Breitband/IP | ||
| Davon Bandbreite/Wellenlänge | 8.465 | 10.406 |
| Davon Colocation | 6.622 | 6.253 |
| Davon InternetTransit/DSL-Gate | 6.257 | 7.016 |
| Davon DataLink/ViPNet | 14.574 | 11.305 |
| Davon Sonstige | 860 | 1.195 |
| Summe Segment Breitband/IP | 36.778 | 36.175 |
| Bereiche des Segments Services | ||
| Davon SEGAL Systems GmbH | 1.786 | 1.861 |
| Davon 3U DYNAMICS GmbH | 1.325 | 0 |
| Davon RISIMA Consulting GmbH | 245 | 0 |
| Summe Segment Services | 3.356 | 1.861 |
| Bereiche des Segments Erneuerbare Energien | ||
| Davon 3U SOLAR Systemhandel AG | 1.493 | 0 |
| Davon EuroSun Vacuum-Solar-Systems GmbH | 1.230 | 0 |
| Summe Segment Erneuerbare Energien | 2.723 | 0 |
Der 3U Konzern hat im abgelaufenen Geschäftsjahr im Segment Telefonie mit dem größten Kunden einen Umsatz von insgesamt 7,5 % der Gesamtumsatzerlöse realisiert. Darüber hinaus gibt es weitere Kunden im Bereich der Telefonie, mit denen umfang reiche Umsatzerlöse realisiert werden. Der jeweilige Umsatz ist jedoch jeweils deutlich unter 10 % der Gesamtumsatzerlöse.
Geografische Informationen zu den Umsatzerlösen
| (In TEUR) | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Telefonie | 44.365 | 57.717 |
| Davon Inland | 43.540 | 56.873 |
| Davon Ausland | 825 | 844 |
| Breitband/IP | 36.778 | 36.175 |
| Davon Inland | 34.459 | 34.008 |
| Davon Ausland | 2.319 | 2.167 |
| Services | 3.356 | 1.861 |
| Davon Inland | 3.321 | 1.861 |
| Davon Ausland | 35 | 0 |
| Erneuerbare Energien | 2.723 | 0 |
| Davon Inland | 1.601 | 0 |
| Davon Ausland | 1.122 | 0 |
5 Angaben zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wird seit dem Geschäftsjahr 2009 im Gesamtkostenverfahren dargestellt.
5.1 Umsatzerlöse
Die aus der Tätigkeit als Telekommunikationsanbieter erzielten Umsatzerlöse werden ohne Umsatzsteuer und nach Abzug von gewährten Skonti ausgewiesen. Die Erfassung des Ertrages erfolgt durch Abrechnung im Anschluss an die Erbringung der Telekommunikationsdienstleistungen.
Die aus der Tätigkeit als Dienstleistungsanbieter in den Gesellschaften im Segment Services erzielten Umsatzerlöse werden ohne Umsatzsteuer und nach Abzug von gewährten Skonti ausgewiesen. Die Erfassung des Ertrages erfolgt durch Abrechnung im Anschluss an die Erbringung der Dienstleistungen.
Im Bereich der Erneuerbaren Energien werden die Umsatzerlöse aus dem Vertrieb solarer Heizsysteme ohne Umsatzsteuer und nach Abzug von gewährten Skonti ausgewiesen. Die Erfassung des Ertrages erfolgt durch die Abrechnung im Anschluss an die Erbringung der jeweiligen Leistung.
Die Konzernumsatzerlöse mit Dritten setzen sich aus den Segmenten zusammen, welche in der Segmentberichterstattung dargestellt sind.
Umsatzerlöse der Hauptdienstleistungen
| (In TEUR) | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Bereiche des Segments Telefonie | ||
| Davon Open-Call-by-Call | 21.728 | 32.166 |
| Davon reg. Call-by-Call/Preselection | 1.155 | 1.654 |
| Davon Wholesale/Mehrwertdienste | 20.846 | 23.002 |
| Sonstige | 636 | 895 |
| Summe Segment Telefonie | 44.365 | 57.717 |
| Bereiche des Segments Breitband/IP | ||
| Davon Bandbreite/Wellenlänge | 8.465 | 10.406 |
| Davon Colocation | 6.622 | 6.253 |
| Davon InternetTransit/DSL-Gate | 6.257 | 7.016 |
| Davon DataLink/ViPNet | 14.574 | 11.305 |
| Davon Sonstige | 860 | 1.195 |
| Summe Segment Breitband/IP | 36.778 | 36.175 |
| Bereiche des Segments Services | ||
| Davon SEGAL Systems GmbH | 1.786 | 1.861 |
| Davon 3U DYNAMICS GmbH | 1.325 | 0 |
| Davon RISIMA Consulting GmbH | 245 | 0 |
| Summe Segment Services | 3.356 | 1.861 |
| Bereiche des Segments Erneuerbare Energien | ||
| Davon 3U SOLAR Systemhandel AG | 1.493 | 0 |
| Davon EuroSun Vacuum-Solar-Systems GmbH | 1.230 | 0 |
| Summe Segment Erneuerbare Energien | 2.723 | 0 |
5.2 Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:
| (In TEUR) | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 1.415 | 1.603 |
| Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen | 14 | 90 |
| Erträge aus abgeschriebenen Forderungen | 107 | 148 |
| Erträge aus der Verminderung von Wertberichtigungen | 914 | 769 |
| Periodenfremde Erträge | 1.525 | 2.594 |
| Übrige betriebliche Erträge | 891 | 648 |
| Summe | 4.866 | 5.852 |
5.3 Bestandsveränderungen
Die Bestandsveränderungen in Höhe von TEUR 45 umfassen unfertige Erzeugnisse im Segment Erneuerbare Energien.
5.4 Aktivierte Eigenleistungen
Die aktivierten Eigenleistungen betragen TEUR 201 und sind im Wesentlichen Solarkomponenten im Zusammenhang mit der Errichtung des SEKW.
5.5 Materialaufwand
Der Materialaufwand setzt sich im Wesentlichen aus Kosten für Verbindungsleistungen und Netzwerkkosten sowie den Kosten für Rohmaterial und Handelswaren zusammen:
| (In TEUR) | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Verbindungsleistungen | 28.266 | 35.897 |
| Netzwerkkosten | 22.376 | 22.189 |
| Kosten für ICAS | 1.058 | 1.212 |
| Materialaufwand/Wareneinsatz Erneuerbare Energien | 2.489 | 0 |
| Übriger Materialaufwand | 65 | 38 |
| Summe | 54.254 | 59.336 |
5.6 Personalaufwand
Der Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen:
| (In TEUR) | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 10.545 | 11.251 |
| Sozialabgaben | 1.294 | 1.478 |
| Übriger Personalaufwand | 103 | 171 |
| Gesamt | 11.942 | 12.900 |
Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter betrug:
| Segment | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Telefonie | 29 | 46 |
| Breitband/IP | 57 | 93 |
| Services | 40 | 17 |
| Erneuerbare Energien | 12 | 1 |
| Holding | 21 | 6 |
| Gesamt | 159 | 163 |
Die Sozialabgaben beinhalten neben den Arbeitgeberbeiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung und Krankenversicherung auch Aufwendungen für Ausgleichsabgaben und Beiträge zur Berufsgenossenschaft. Der Aufwand für Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung im Segment Telefonie betrug insgesamt TEUR 144 (Vorjahr: TEUR 212), der Aufwand für das Segment Breitband/IP betrug TEUR 289 (Vorjahr: TEUR 444), der Aufwand für das Segment Services betrug TEUR 178 (Vorjahr: TEUR 82), der Aufwand für das Segment Erneuerbare Energien betrug TEUR 39 (Vorjahr: TEUR 0 ) und für die Holding TEUR 81 (Vorjahr: TEUR 32).
5.7 Sonstige betriebliche Aufwendungen
In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind folgende Posten enthalten:
| (In TEUR) | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Mietaufwand | 1.126 | 1.052 |
| Fahrzeug- und Reisekosten | 918 | 985 |
| Werbe- und Bewirtungskosten sowie Verkaufsprovisionen | 1.315 | 1.349 |
| Versicherungen | 143 | 233 |
| Rechts- und Beratungskosten | 667 | 1.082 |
| Instandhaltung | 965 | 901 |
| Forderungsverluste | 1.074 | 393 |
| Einstellung in die EWB | 1.270 | 1.536 |
| Periodenfremde Aufwendungen | 2.216 | 373 |
| Restrukturierungsaufwendungen | 0 | 1.171 |
| Übrige betriebliche Aufwendungen | 5.206 | 3.380 |
| Gesamt | 14.900 | 12.455 |
Forschungs- und Entwicklungskosten sind nicht angefallen.
5.8 Abschreibungen
Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen betragen TEUR 8.021 (Vorjahr: TEUR 9.206). Der Rückgang der Abschreibungen im Vergleich zum Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus dem Rückgang der Abschreibungen auf Sachanlagen im Segment Breitband/IP.
5.9 Finanzergebnis
In diesen Posten werden Zinsen aus Kontokorrent- und Darlehenskonten sowie die Ergebnisse der nach "at equity"-Methode einbezogenen Unternehmen ausgewiesen.
| (In TEUR) | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Erträge aus Abgängen von Anteilen an verbundene Unternehmen | 12 | 0 |
| Zinsen und ähnliche Erträge | 779 | 502 |
| Zinserträge | 791 | 502 |
| Zinsaufwendungen für Ausleihungen | –1.609 | –1.509 |
| Zinsaufwendungen | –1.609 | –1.509 |
| Ergebnis des nach "at equity"-Methode einbezogenen Unternehmens | 949 | –6 |
| Nachträgliche Aufwendungen aus der Veräußerung von Beteiligungen | –218 | 0 |
| Gesamt | –87 | –1.013 |
5.10 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Als Ertragsteuern sind sowohl die gezahlten oder geschuldeten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie die latenten Steuer abgrenzungen ausgewiesen.
| (In TEUR) | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Laufende Ertragsteueraufwendungen | –1.310 | 2.650 |
| Latente Steuern | –5.888 | 333 |
| Gesamt | –7.198 | 2.983 |
Die 3U HOLDING AG und ihre deutschen Tochtergesellschaften unterliegen der Körperschaftsteuer und der Gewerbesteuer. Im Geschäftsjahr 2010 galt für Gewinne ein Körperschaftsteuersatz von 15 % zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag. Die Gewerbe ertragsteuer betrug in 2010 in Marburg ca. 13 %, in Hannover ca. 16 % des Gewerbeertrages.
Der verwendete Steuersatz für die ausländischen Gesellschaften beträgt für Österreich 25 % bzw. für die tschechische Republik 19 %.
Im laufenden Steueraufwand des Geschäftsjahres 2010 sind Erträge in Höhe von TEUR 1.614 für laufende Steuern früherer Geschäftsjahre enthalten.
Mit Wirkung zum 1. Januar 2005 hat die 3U HOLDING AG mit der OneTel Telecommunication GmbH, der LineCall Telecom GmbH und der fon4U Telecom GmbH Ergebnisabführungsverträge abgeschlossen. Die Ergebnisabführungsverträge wurden in der außer ordentlichen Hauptversammlung vom 15. November 2005 beschlossen und im Dezember 2005 im Handelsregister eingetragen.
Mit Wirkung zum 1. Januar 2007 hat die 3U HOLDING AG als herrschendes Unternehmen mit 3U TELECOM GmbH, 010017 Telecom GmbH und Discount Telecom S&V GmbH einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen. Nach Zustimmung der Hauptversammlung wurden diese Ergebnisabführungsverträge Ende 2007 im Handelsregister eingetragen.
Der Ergebnisabführungsvertrag mit der OneTel Telecommunication GmbH wurde mit Ablauf des Geschäftsjahres zum 31. Dezember 2010 gekündigt.
Die folgende Übersicht beinhaltet gemäß IAS 12.81 eine Abstimmung zwischen dem Steueraufwand, der sich rechnerisch bei Anwendung der deutschen Steuersätze auf das ausgewiesene Jahresergebnis vor Steuern ergibt, und dem tatsächlichen Steueraufwand in dem vorliegenden Konzernabschluss:
| 2010 TEUR |
2010 % |
2009 TEUR |
2009 % |
|
|---|---|---|---|---|
| Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Steuern | –1.689 | 100,0 | 3.021 | 100,0 |
| Ertragsteuersatz (29 %; Vorjahr: 29 %) | ||||
| Rechnerischer Steuerertrag/-aufwand | –490 | 29,0 | 876 | 29,0 |
| Steuerfreie Einnahmen/nicht abziehbare Ausgaben | 25 | –1,5 | 100 | 3,3 |
| Effekte aus Wertberichtigung latenter Steuern/ Nichtansatz latenter Steuern auf Verlustvorträge |
–4.420 | 261,6 | 1.863 | 61,6 |
| Effekt aus Steuersatzdifferenzen ausländischer Steuerhoheiten |
39 | –2,3 | –7 | –0,2 |
| Abweichungen aus unterschiedlichen Gewerbesteuerhebesätzen |
46 | –2,7 | 158 | 5,2 |
| Minderung des laufenden Steueraufwandes aufgrund der Nutzung bisher nicht berücksichtigter |
||||
| steuerlicher Verlustvorträge | –797 | 47,2 | –12 | –0,4 |
| Effekt aus der Steuersatzänderung | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Aperiodische Steuereffekte | –1.614 | 95,5 | 47 | 1,6 |
| Übrige | 13 | –0,8 | –42 | –1,3 |
| Gesamt | –7.198 | 426,1 | 2.983 | 98,7 |
5.11 Ergebnis je Aktie
Das Ergebnis je Aktie entspricht dem Gewinn aus fortgeführten Aktivitäten und dem Gewinn aus nicht fortgeführten Aktivitäten, die jeweils den Stammaktionären der 3U HOLDING AG zugerechnet werden können, bzw. dem Gewinn (nach Steuern), dividiert durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der während des Geschäftsjahres ausstehenden Aktien. Das Ergebnis je Aktie (voll verwässert) berechnet 3U unter der Annahme, dass alle Aktienoptionen ausgeübt wurden.
Die Berechnung des unverwässerten und verwässerten Ergebnisses je Aktie basiert auf den folgenden Daten:
| 2010 | 2009 | |
|---|---|---|
| Basis für das unverwässerte Ergebnis je Aktie (auf die Anteilseigner | ||
| des Mutterunternehmens entfallender Anteil am Periodenergebnis in TEUR) | 5.831 | 37 |
| Basis für das verwässerte Ergebnis je Aktie (in TEUR) | 5.831 | 37 |
| Anzahl der Aktien (in Stück) | 46.842.240 | 46.842.240 |
| Rückkauf eigener Anteile im November 2008 | –208.872 | –208.872 |
| Rückkauf eigener Anteile im Dezember 2008 | –271.379 | –271.379 |
| Rückkauf eigener Anteile im Januar 2009 | –327.813 | –327.813 |
| Rückkauf eigener Anteile im Februar 2009 | –38.077 | –38.077 |
| Rückkauf über öffentliches Rückkaufangebot (beendet am 27.2.2009) | –2.398.573 | –2.398.573 |
| Rückkauf eigener Anteile im Juli 2010 | –151.526 | 0 |
| Rückkauf eigener Anteile im August 2010 | –964.692 | 0 |
| Rückkauf eigener Anteile im September 2010 | –211.795 | 0 |
| Rückkauf eigener Anteile im Oktober 2010 | –116.434 | 0 |
| Rückkauf eigener Anteile im November 2010 | –962.654 | 0 |
| Rückkauf eigener Anteile im Dezember 2010 | –497.700 | 0 |
| Rückfluss aus Vergleich OneTel (27.12.2010) | –1.242.000 | 0 |
| Gewichteter Durchschnitt der Anzahl von Stammaktien | ||
| für das unverwässerte Ergebnis je Aktie | 39.899.439 | 44.030.952 |
| Auswirkung der verwässernden potenziellen Stammaktien: Optionen* | 0 | 1.732.500 |
| Gewichteter Durchschnitt der Anzahl von Stammaktien für das verwässerte Ergebnis | 39.899.439 | 44.030.952 |
| Ermittlung Ergebnis je Aktie (in EUR) | ||
| Ergebnis je Aktie unverwässert (in EUR) | 0,15 | 0,00 |
| Ergebnis je Aktie verwässert (in EUR) | 0,15 | 0,00 |
*Zum 31. Dezember 2010 besteht kein Aktienoptionsprogramm
6 Angaben zur Konzernbilanz
6.1 Anlagevermögen
Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens sowie die Abschreibungen des laufenden Geschäftsjahres werden im Konzernanlagespiegel gesondert dargestellt.
6.1.1 Immaterielle Vermögenswerte
Die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
| (In TEUR) | 31. 12. 2010 | 31. 12. 2009 |
|---|---|---|
| Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und | ||
| ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 352 | 338 |
| Kundenstamm | 946 | 1.663 |
| Firmenwert | 0 | 550 |
| Gesamt | 1.299 | 2.551 |
Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögenswerte wurden zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen nach der linearen Methode bewertet. Hauptsächlich handelt es sich hierbei um Softwarelizenzen für Übertragungs- und IT- Technik.
Aus der Erstkonsolidierung der 90%-Beteiligung an der LambdaNet zum 1. April 2004 entstand ein aktivischer Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 8.746, der als Kundenstamm aktiviert und über acht Jahre abgeschrieben wird. Die Bewertung des gesamten Kundenstammes der LambdaNet erfolgte auf Grundlage von Multiplikatoren auf Basis vergleichbarer Transaktionen. Per 31. Dezember 2004 hat die 3U HOLDING AG die verbleibenden Anteile an der LambdaNet übernommen. Der sich dadurch ergebende aktivische Unterschiedsbetrag aus der Erstkonsolidierung betrug TEUR 1.624. Auch er wurde als Kundenstamm klassifiziert und wird plan mäßig über acht Jahre abgeschrieben.
Der aktivierte Kundenstamm aus dem Erwerb der LambdaNet Communications Deutschland AG wurde zum Zwecke der Wertminderungsprüfung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Breitband/IP zugeordnet.
Zur Bewertung des Kundenstammes wurden die 30 größten Kunden herangezogen. Diese repräsentierten zum damaligen Zeitpunkt ca. 80 % der Gesamtumsatzerlöse. Die Bewertung erfolgte auf Basis von Multiplikatoren und war begrenzt auf die im Rahmen der Akquisition der LambdaNet aufgedeckten stillen Reserven. Der so ermittelte Kundenstamm wird über die wirtschaftliche Nutzungs dauer von acht Jahren planmäßig abgeschrieben.
Einmal jährlich erfolgt eine Werthaltigkeitsprüfung des Kundenstammes. Ausgehend von den erwarteten Erträgen aus diesen Kundenbeziehungen erfolgt die Bewertung des Kundenstammes ertragsorientiert. Die so ermittelten Einzahlungsüberschüsse werden schließlich mit einem risikoadjustierten Diskontierungssatz i.H. von 8,25 % abgezinst. Wir verweisen auf unsere Ausführungen unter 2.3.13.
Der im Vorjahr ausgewiesene Firmenwert in Höhe von TEUR 550 aus dem Erwerb der OneTel wurde aufgrund einer nachträglichen Kaufpreisminderung erfolgsneutral ausgebucht.
Der in 2010 aus dem Erwerb von 74,996 % der Geschäftsanteile an der EuroSun Vacuum-Solar-Systems GmbH entstandene Firmenwert von TEUR 10 wurde erfolgswirksam abgeschrieben.
6.1.2 Sachanlagevermögen
Die Buchwerte des Sachanlagevermögens sind dem Konzernanlagespiegel zu entnehmen.
Die 3U hat in 2009 mit dem Bau ihrer neuen Konzernzentrale begonnen. Die Hauptgebäude sind fertig gestellt und wurden aktiviert. Die noch nicht fertig gestellten Ausbaustufen wurden als Anlagen im Bau bilanziert.
Die Fremdkapitalzinsen für das Darlehen zur Finanzierung des Neubaus der Konzernzentrale wurden während der Bauphase mit einem Betrag von TEUR 53 aktiviert.
6.1.3 Finanzanlagen
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen:
Zum 31. Dezember 2010 wurde die Spider Telecom GmbH, Marburg nach der Equity-Methode bilanziert. Die zusammenfassenden Finanzinformationen für diese Beteiligung stellen sich wie folgt dar:
Spider Telecom GmbH
| Spider Telecom GmbH (in TEUR) | 31. 12. 2010 | 31. 12. 2009 |
|---|---|---|
| Summe Vermögenswerte | 2.784 | 459 |
| Summe Schulden | 94 | 501 |
| Umsatzerlöse | 2.983 | 58* |
| Gewinn/Verlust nach Steuern | 1.953 | –55* |
*Für den Zeitraum 1. 7.—31. 12. 2009
Der Wertansatz hat sich wie folgt entwickelt:
| Stand am 31. 12. 2009: | TEUR | 0 |
|---|---|---|
| Im Vorjahr nicht erfasste Anteile an den Verlusten der Spider Telecom GmbH: | TEUR | –21 |
| Anteiliges Jahresergebnis: | TEUR 970 | |
| Stand am 31. 12. 2010: | TEUR 949 |
Bilanzstichtag der Spider Telecom GmbH ist der 31. Dezember 2010.
Es bestehen keine Beschränkungen der Fähigkeit des assoziierten Unternehmens, Finanzmittel in Form von Bardividenden oder Darlehens- oder Vorschuss tilgungen an den Anteilseigner zu transferieren.
Übrige Beteiligungen
myFairPartner Limited
Mit Anteilskaufvertrag vom 7. Oktober 2009 wurden 15 % der Anteile an der myFairPartner Limited, London, erworben. myFairPartner ist ein Unternehmen mit Sitz in London im Bereich Personalvermittlung basierend auf einer WEB 2.0 online-Lösung. Am 15. Dezember 2010 sind der 3U HOLDING AG weitere 5 % der Anteile der myFairPartner Limited zugefallen. Die Anteile waren als Sicherheit für ein Darlehen hinterlegt, welches nicht zurückgezahlt werden konnte. Die Bewertung erfolgte zur fortgeführten Anschaffungs kosten. Zum 31. Dezember 2010 wurde die Beteiligung außerplanmäßig abgeschrieben.
6.1.4 Finanzierungsleasing
Im 3U Konzern werden im Segment Breitband/IP langfristige Leasingverträge für Glasfasernetze mit einem Buchwert in Höhe von TEUR 8.270 (Vorjahr: TEUR 11.228) aktiviert und im Posten "Technische Anlagen und Maschinen" ausgewiesen. Den Leasingverträgen liegt eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von durchschnittlich 10 bis 15 Jahren zugrunde. Die zugrunde gelegten Zinssätze reichen von 6,53 % bis 8,58 %. Alle Leasingverhältnisse basieren auf fest vereinbarten Raten. Es wurden keine Vereinbarungen über Eventualmietzahlungen getroffen. Alle Leasing verpflichtungen lauten in Euro. Verlängerungs- oder Kaufoptionen bestehen nicht.
Die Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing werden in der Bilanz als kurz- bzw. langfristige Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten aus Finance-Leasing-Vereinbarungen stellen sich wie folgt dar:
| (In TEUR) | Nominalwert | 31. 12. 2010 Abzüglich Abzinsungs- betrag |
Barwert Mindest leasing zahlungen |
|---|---|---|---|
| Restlaufzeit bis 1 Jahr | 4.709 | 2.181 | 2.528 |
| Restlaufzeit 1–5 Jahre | 7.900 | 2.492 | 5.408 |
| Restlaufzeit mehr als 5 Jahre | 3.364 | 567 | 2.797 |
| Gesamt | 15.973 | 5.240 | 10.733 |
| (In TEUR) | Nominalwert | 31. 12. 2009 Abzüglich Abzinsungs- betrag |
Barwert Mindest leasing zahlungen |
|---|---|---|---|
| Restlaufzeit bis 1 Jahr | 3.291 | 924 | 2.367 |
| Restlaufzeit 1–5 Jahre | 8.951 | 2.154 | 6.797 |
| Restlaufzeit mehr als 5 Jahre | 4.585 | 581 | 4.004 |
| Gesamt | 16.827 | 3.659 | 13.168 |
Der beizulegende Zeitwert der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverhältnissen entspricht annähernd dem Buchwert.
Verlängerungsoptionen und Preisanpassungsklauseln sind teilweise Bestandteil der Leasingverträge.
Die Fasernetzmietverträge mit dem Lieferanten GasLINE enthalten Preisanpassungsklauseln. Zu den halbjährlichen Zahlungs terminen werden die Beträge einem Eskalationsfaktor unterworfen. Dieser berechnet sich im Falle der Mietzahlungen nach dem Erzeugerpreisindex für Industriegüter, im Falle der Wartungsentgelte nach einem Lohnkostenindex.
Die aufwandswirksamen Zahlungen im Geschäftsjahr 2010 betragen TEUR 2.138 (Vorjahr: TEUR 2.527).
Hinsichtlich der Summe der zukünftigen Mindestleasingzahlungen und deren entsprechenden Barwerten wird auf den Punkt 6.14 "Haftungsverhältnisse sowie sonstige finanzielle Verpflichtungen" verwiesen.
6.2 Latente Steuern
Latente Steuern wurden unter Berücksichtigung der temporären Unterschiede nach der Verbindlichkeitsmethode gemäß IAS 12 berechnet.
Die aktiven und passiven latenten Steuern setzten sich zu den Bilanzstichtagen wie folgt zusammen:
| (In TEUR) | 31. 12. 2010 | 31. 12. 2009 | ||
|---|---|---|---|---|
| Aktive latente Steuern |
Passive latente Steuern |
Aktive latente Steuern |
Passive latente Steuern |
|
| Immaterielle Vermögenswerte | 0 | 304 | 0 | 483 |
| Sachanlagen | 15 | 115 | 9 | 95 |
| Forderungen | 38 | 0 | 46 | 0 |
| Sonstige Aktiva | 49 | 0 | 0 | 166 |
| Rückstellungen | 520 | 0 | 148 | 290 |
| Verbindlichkeiten | 0 | 1 | 0 | 0 |
| Sonstige Passiva | 439 | 0 | 82 | 0 |
| Verlustvorträge | 4.981 | 0 | 482 | 0 |
| Gesamt | 6.041 | 420 | 767 | 1.034 |
Die 3U HOLDING AG nimmt die nach IAS 12 gebotene Saldierung vor, wonach Aktiv- und Passivposten aus latenten Steuern saldiert auszuweisen sind, wenn diese aufrechenbar (für das betreffende Steuersubjekt) gegenüber der gleichen Steuerbehörde bestehen. Im Berichtsjahr wurden passive latente Steuern mit aktiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 420 (Vorjahr: TEUR 767) saldiert.
Zeitlich unbegrenzt nutzbare Verlustvorträge, für die in der Konzernbilanz kein latenter Steueranspruch angesetzt wurde, betragen unter Berücksichtigung der landesrechtlichen steuerlichen Vorschriften insgesamt TEUR 61.448 (Vorjahr: TEUR 68.448) für Körperschaftsteuer bzw. TEUR 50.295 (Vorjahr: TEUR 58.339) für Gewerbesteuer und betreffen im Wesentlichen die LambdaNet. Auf abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 1.096) wurden aus Werthaltigkeitsgründen keine latenten Steuern aktiviert.
6.3 Vorräte
Die Vorräte setzten sich wie folgt zusammen:
| (In TEUR) | 31. 12. 2010 | 31. 12. 2009 |
|---|---|---|
| Unfertige Erzeugnisse | 45 | 0 |
| Fertige Erzeugnisse und Waren | 1.201 | 196 |
| Geleistete Anzahlung auf Vorräte | 1 | 0 |
| Gesamt | 1.247 | 196 |
6.4 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:
| (In TEUR) | 31. 12. 2010 | 31. 12. 2009 |
|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten | 14.744 | 16.549 |
| Wertberichtigungen | –3.460 | –5.047 |
| Gesamt | 11.284 | 11.502 |
In Abhängigkeit von der Altersstruktur der Forderungen werden konzerneinheitlich Wertberichtigungen auf die Forderungen vorgenommen.
Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die älter als ein Jahr oder aufgrund der Mitteilung eines Inkassounternehmens uneinbringlich sind, nimmt der Konzern eine Wertminderung in voller Höhe vor. Das Vorgehen ist durch Erfahrungen aus der Vergangenheit belegt, wonach bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die älter als ein Jahr sind, grundsätzlich nicht mehr mit einem Zufluss gerechnet werden kann.
Bei der Bestimmung der Werthaltigkeit von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird jeder Änderung der Bonität seit Einräumung des Zahlungsziels bis zum Bilanzstichtag Rechnung getragen. Es besteht keine nennenswerte Konzentration des Kredit risikos, da der Kundenbestand breit ist. Entsprechend ist der Vorstand der Überzeugung, dass keine über die bereits erfassten Wertminderungen hinausgehende Risikovorsorge notwendig ist.
In den Wertminderungen sind einzelwertberichtigte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 1.997 (Vorjahr: TEUR 3.291) gegenüber Schuldnern berücksichtigt, über deren Vermögen das Insolvenzverfahren eröffnet wurde bzw. die älter als ein Jahr sind. Die erfasste Wertminderung resultiert aus der Differenz zwischen dem Buchwert der Forderung und dem Barwert des erwarteten Liquidationserlöses. Der Konzern hält keine Sicherheiten für diese Salden.
Der Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht ihrem beizulegenden Zeitwert.
Die wichtigsten finanziellen Vermögenswerte des Konzerns sind Bankguthaben und Kassenbestände, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen. Das Ausfallrisiko des Konzerns resultiert hauptsächlich aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die in der Bilanz ausgewiesenen Beträge verstehen sich inklusive der Wertberichtigung für voraussichtlich uneinbringliche Forderungen, die auf den Vergangenheitserfahrungen des Managements und Schätzungen des derzeitigen wirtschaftlichen Umfelds des Unternehmens basieren. Das Ausfallrisiko bei den liquiden Mitteln ist beschränkt, da diese bei Banken gehalten werden, denen internationale Rating-Agenturen hohe Kreditwürdigkeit bescheinigt haben.
6.5 Sonstige kurzfristige Vermögenswerte
Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
| (In TEUR) | 31. 12. 2010 | 31. 12. 2009 |
|---|---|---|
| Forderungen aus Steuererstattungen | 1.296 | 545 |
| Kautionen | 30 | 30 |
| Darlehen ehemalige Mitarbeiter | 0 | 381 |
| Wertberichtigung auf Darlehen | 0 | –219 |
| Sonstiges | 1.563 | 1.671 |
| Gesamt | 2.889 | 2.408 |
Der Buchwert der sonstigen Vermögenswerte entspricht ihrem beizulegenden Zeitwert.
Für Ausführungen zum Ausfallrisiko wird auf 6.4 verwiesen.
6.6 Liquide Mittel
Der Posten Liquide Mittel beinhaltet Festgelder, Guthaben bei Banken und Kassenbestände, mit einer ursprünglichen Fälligkeit von drei Monaten oder weniger. Der Buchwert dieser Vermögenswerte entspricht ihrem beizulegenden Zeitwert.
Für Ausführungen zum Ausfallrisiko wird auf 6.4 verwiesen.
6.7 Eigenkapital
6.7.1 Gezeichnetes Kapital
Der Vorstand hatte am 25. Juni 2010 beschlossen, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 28. August 2007 im Rahmen eines Aktienrückkaufs über die Börse und eines sich anschließenden öffentlichen Rückkaufangebots bis zum 20. Februar 2009 erworbenen 3.244.714 Stückaktien der Gesellschaft einzuziehen. Die Durchführung der Kapitalherabsetzung erfolgte mit Eintragung in das Handelsregister am 26. Oktober 2010. Das begebene Grundkapital setzt sich seitdem zusammen aus 43.597.526 nennwertlosen auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von EUR 1,00 je Aktie. Das gesamte Grund kapital ist voll erbracht. Die Gesamtanzahl der sich im Umlauf befindlichen Aktien hat sich im Berichtsjahr mit der Kapitalherabsetzung geändert.
Die Gesellschaft verfügt nur über eine Klasse von Aktien. Diese gewährleisten keinen festen Gewinnanspruch. Jede Aktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme und ist maßgebend für den Anteil der Aktionäre am Gewinn der Gesellschaft. Hiervon ausgenommen sind von der Gesellschaft gehaltene eigene Aktien, aus denen der Gesellschaft keine Rechte zustehen. Die Rechte und Pflichten der Aktionäre ergeben sich im Einzelnen aus den Regelungen des Aktiengesetzes, insbesondere aus den §§ 12, 53a ff., 118 ff. und 186 AktG.
Genehmigtes Kapital
Im Rahmen der Hauptversammlung am 28. August 2009 wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital bis zum 27. August 2014 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu EUR 23.421.120,00 gegen Bar- und/oder Sacheinlage einmal oder mehrmals zu erhöhen, wobei das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen werden kann.
Bedingtes Kapital
Die Gesellschaft verfügt über ein bedingtes Kapital in Höhe von EUR 4.684.224,00. Das bedingte Kapital dient der Gewährung von Bezugsrechten an Mitglieder des Vorstands, Führungskräfte und Mitarbeiter der Gesellschaft. Bezugsrechte über EUR 4.172.500,00 wurden am 7. Februar 2011 den Bezugsberechtigten angeboten. Jedes Optionsrecht berechtigt zum Erwerb einer auf den Inhaber lautenden Aktie der Gesellschaft zum Ausübungspreis von EUR 1,00. Die Ausübung der Optionsrechte kann erstmals nach Ablauf einer Sperrfrist von vier Jahren und letztmalig nach fünf Jahren seit Ausgabe der Optionsrechte erfolgen.
6.7.2 Aktienrückkaufprogramm
Der Vorstand der 3U HOLDING AG hatte mit Zustimmung des Aufsichtsrats am 25. Juni 2010 aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 28. August 2009 beschlossen, bis zu 10 % der eigenen Aktien über die Börse zurückzukaufen. Der Aktienrückkauf dient allen im Ermächtigungsbeschluss der Hauptversammlung vom 28. August 2009 vorgesehenen Zwecken.
Die BankM, Repräsentanz der biw Bank für Investments und Wertpapiere wurde beauftragt, maximal bis zu Stück 4.684.224 Aktien der Gesellschaft gemäß den Handelsbedingungen der Art. 4 bis 6 der Verordnung (EG) Nr. 2273/2003 (EG-VO) an der Börse zurückzukaufen. Der gezahlte Gegenwert je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) durfte den Schlusskurs der Aktie im XETRA-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse am Handelstag vor dem Rückerwerb nicht um mehr als 10 % über- bzw. 25 % unterschreiten. Darüber hinaus durften Aktien gemäß Art. 5 Abs. 1 EG-VO nicht zu einem Kurs erworben werden, der über dem des letzten unabhängig getä-
tigten Abschlusses oder (sollte dieser höher gewesen sein) über dem des zu damaligen höchsten unabhängigen Angebots an der Börse, an welcher der Kauf stattfindet, lag.
Pro Handelstag durften gemäß Art. 5 Abs. 2 EG-VO nicht mehr als 25 % des durchschnittlichen täglichen Aktienumsatzes an der Börse, an welcher der Kauf erfolgte, erworben werden. Der durchschnittliche Tagesumsatz war vom durchschnittlichen täglichen Handelsvolumen der letzten zwanzig Börsentage vor dem Kauftermin abzuleiten.
Das Aktienrückkaufprogramm über die Börse begann am 19. Juli 2010 und endete am 21. Januar 2011.
Per 31. Dezember 2010 wurden insgesamt 2.904.801 Aktien mit einem Durchschnittskurs von EUR 0,7375 je Aktie zurückgekauft.
Zum 21. Januar 2011 waren 3.117.500 Aktien zu einem Durchschnittskurs von EUR 0,7338 erworben worden.
Am 30. Dezember 2010 sind der 3U HOLDING AG 1.242.000 Aktien zugeflossen, die ihr im Rahmen eines Vergleich zugesprochen worden waren. Deshalb hält die 3U HOLDING AG seit dem 21. Januar 2011 4.359.740 Stückaktien als eigene Anteile; das entspricht 10,00 % des Grundkapitals der Gesellschaft. Das Aktienrückkaufprogramm wurde somit am 21. Januar 2011 beendet.
6.7.3 Mitarbeiterbeteiligungsprogamme
Aktienoptionsplan 2004/2005
Am 9. März 2005 hatte der Vorstand zuletzt beschlossen, ein Aktienoptionsprogramm aufzulegen.
Der Aktienoptionsplan 2004/2005 hat folgende Eckpunkte:
Bezugsberechtigte sind:
- Gruppe 1: Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft sowie Mitglieder der Geschäftsführungen in- und ausländischer verbundener Unternehmen (§ 15 AktG), soweit die Mitglieder der Geschäftsführungen der in- und ausländischen Unternehmen nicht der Gruppe 2 zuzuordnen sind,
- Gruppe 2: Mitarbeiter der Gesellschaft und in- und ausländischer verbundener Unternehmen (§ 15 AktG) in Schlüsselpositionen auf der ersten und zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands bzw. der jeweiligen Geschäftsführung (Führungskräfte und/oder Mitarbeiter mit Schlüsselfunktionen),
- Gruppe 3: alle übrigen Mitarbeiter der Gesellschaft und der in- und ausländischen verbundenen Unternehmen (§ 15 AktG), soweit keine Einordnung in Gruppe 4 erfolgt,
- Gruppe 4: Auszubildende und/oder Teilzeitkräfte bzw. vergleichbare Mitarbeiter der Gesellschaft und der in- und ausländischen verbundenen Unternehmen (§ 15 AktG).
Im Rahmen des Aktienoptionsplans 2004/2005 wurden insgesamt 2.206.000 Aktienoptionen ausgegeben. Die Verteilung auf die einzelnen Gruppen sieht wie folgt aus:
Gruppe 1: 870.000 Aktienoptionen
Gruppe 2: 765.000 Aktienoptionen
Gruppe 3: 546.000 Aktienoptionen
Gruppe 4: 25.000 Aktienoptionen
Gesamt: 2.206.000 Aktienoptionen
Der Ausübungspreis beträgt EUR 1,06.
Der Fair Value der in 2005 gegebenen Zusagen auf Aktienoptionen ist mit EUR 0,51 ermittelt worden. Diese Ermittlung erfolgt unter Anwendung des Black-Scholes-Modells. Die Modellannahmen beruhen auf einem Aktienkurs von EUR 0,98, einem Ausübungspreis von EUR 1,06, einer erwarteten Volatilität von 61 % (Quelle: Bloomberg) und einem risikofreien Zinssatz von 3,0 %.
Der Aktienoptionsplan 2004/2005 hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Die nicht übertragbaren Optionsrechte können nach Ablauf einer zweijährigen Sperrfrist frühestens seit dem 9. März 2007 und nur bis zum 9. März 2010 ausgeübt werden. Aufgrund der Kursentwicklung sind keine Optionsrechte ausgeübt worden.
Die Optionsrechte dürfen nur innerhalb eines Zeitraums von fünfzehn Bankarbeitstagen in Frankfurt am Main jeweils nach der Veröffentlichung des Jahresabschlusses und/oder des Konzernabschlusses, der ordentlichen Hauptversammlung oder der Veröffentlichung eines Quartalsberichts und/oder des Geschäftsberichts ausgeübt werden. Die Optionsrechte waren nicht übertragbar.
Jedes Optionsrecht berechtigte zum Erwerb einer Aktie der Gesellschaft zum Ausübungspreis. Der Ausübungspreis für die Optionsrechte entsprach dem Basispreis zuzüglich eines Aufschlags von 15 % als Erfolgsziel. Basispreis war der Preis, der sich aus dem Durchschnitt der an der Frankfurter Wertpapierbörse im XETRA-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) fest gestellten Schlusskurse der Aktie der Gesellschaft der letzten fünf Handelstage vor dem Tag ergab, an welchem die Beschlussfassung über die Ausgabe der Optionsrechte erfolgte. Der Ausübungspreis betrug demnach EUR 1,06 je Aktie.
Als relatives Erfolgsziel musste sich die Aktie der Gesellschaft seit dem Erwerb der Optionsrechte bis zum Ausübungstag an zehn aufeinander folgenden Tagen besser entwickelt haben als der TecDAX. Darüber hinaus wurde ein Cap in Höhe eines Bruttojahresgehalts vereinbart.
Die durch die Ausübung der Aktienoptionen erhaltenen Aktien durfte der Bezugsberechtigte jeweils nur innerhalb eines Monats nach der Veröffentlichung der Quartalsberichte oder nach der Veröffentlichung der Regelpublizität veräußern.
Insgesamt wurden aus dem Aktienoptionsplan 2004/2005 für das Geschäftsjahr 2010 TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0) als Personalaufwand erfasst. Hierbei wurde eine Fluktuationsquote von 15 % berücksichtigt.
Die Bandbreite der Ausübungspreise erstreckte sich von EUR 1,06 bis EUR 2,70. Der gewichtete Ausübungspreis betrug EUR 1,52.
Im Geschäftsjahr 2010 wurden keine Optionen aus diesem Programm ausgeübt. Alle Optionen sind am 9. März 2010 verfallen.
Im Rahmen dieses Programms wurden keine Neuzusagen getroffen.
6.7.4 Anteile nicht beherrschender Gesellschafter Die Kapitalanteile fremder Gesellschafter betragen TEUR –222 (Vorjahr: TEUR 14).
6.8 Finanzverbindlichkeiten
Bei den Finanzverbindlichkeiten handelte es sich im Wesentlichen um ein langfristiges Baudarlehen und Leasingverbindlichkeiten.
Die Finanzverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
| (In TEUR) | 31. 12. 2010 | 31. 12. 2009 |
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 2.138 | 513 |
| Leasingverbindlichkeiten | 10.733 | 13.168 |
| Gesamt | 12.871 | 13.681 |
Der Zinssatz beträgt 3,85 % mit einer Laufzeit bis zum 30. Dezember 2029. Das Darlehen ist über Grundschulden in Höhe von EUR 2,25 Mio. besichert.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind sämtlich langfristig fällig. Die Leasingverbindlichkeiten sind in Höhe von TEUR 8.205 langfristig und in Höhe von TEUR 2.528 kurzfristig fällig.
Darüber hinaus sind eigene Kreditlinien für das Segment Telefonie, die per 31. Dezember 2010 nicht in Anspruch genommen sind, mit der Hinterlegung von EUR 1,5 Mio. Festgeldern besichert.
6.9 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Der Buchwert der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen entspricht dem beizulegenden Zeitwert.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind innerhalb eines Jahres fällig.
6.10 Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
| (In TEUR) | 31. 12. 2010 | 31. 12. 2009 |
|---|---|---|
| Sozialversicherungsbeiträge | 24 | 9 |
| Sonstige Steuern | 1.341 | 882 |
| Rückstellungen mit Verbindlichkeitscharakter | 4.407 | 5.133 |
| Lohn- und Gehaltsverrechnung | 8 | 5 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 679 | 1.254 |
| Steuerverbindlichkeiten | 675 | 3.987 |
| Gesamt | 7.134 | 11.270 |
Die Rückstellungen mit Verbindlichkeitscharakter enthalten überwiegend Personalverpflichtungen.
6.11 Rückstellungen
Die Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:
| (In TEUR) | 31. 12. 2010 | 31. 12. 2010 | 31. 12. 2009 | 31. 12. 2009 |
|---|---|---|---|---|
| Kurzfristig | Langfristig | Kurzfristig | Langfristig | |
| Rückbauverpflichtungen | 0 | 4.956 | 0 | 5.045 |
| Prozessrisiken | 531 | 0 | 457 | 0 |
| Übrige | 264 | 0 | 368 | 0 |
| Gesamt | 795 | 4.956 | 825 | 5.045 |
Die Entwicklung stellt sich wie folgt dar:
| (In TEUR) | Stand 1. 1. 2010 |
Inan- spruch- nahme |
Auflösung | Zuführung | Stand 31. 12. 2010 |
|---|---|---|---|---|---|
| Rückbauverpflichtungen | 5.045 | 49 | 549 | 508 | 4.956 |
| Prozessrisiken | 457 | 0 | 0 | 74 | 531 |
| Übrige | 368 | 73 | 99 | 68 | 264 |
| Gesamt | 5.870 | 122 | 648 | 650 | 5.751 |
Die Rückstellungen für Prozessrisiken betreffen im Wesentlichen einen Rechtsstreit bezüglich Carrierleistungen. Mit einer Inanspruchnahme ist im laufenden Geschäftsjahr 2011 zu rechnen.
Die übrigen Rückstellungen umfassen im Wesentlichen Rückstellungen für ausstehende Rechnungen. Mit einem Abfluss ist im ersten Halbjahr 2011 zu rechnen.
Die Rückstellungen für Rückbauverpflichtungen sind langfristiger Natur und wurden gebildet für die Wiederherstellung des Urzustandes von diversen Technikstandorten.
Bei den Rückbauverpflichtungen handelt es sich um Verpflichtungen in Zusammenhang mit dem Rückbau der durchgeführten Aus- und Umbauten in den angemieteten Technikstandorten.
6.12 Erhaltene Netzmieten
Der Posten betrifft Umsatzabgrenzungen aus der Vereinnahmung von Netzmieten.
6.13 Berichterstattung zu Finanzinstrumenten
Aufgliederung der bilanziellen Buchwerte nach den Bewertungskategorien des IAS 39/IFRS 7.8
| 2010 (in TEUR) | Liquide Mittel | Forderungen aus Lieferungen u. Leistungen |
Sonstige finanzielle Vermögens werte |
Verbindlich keiten |
|---|---|---|---|---|
| Kredite und Forderungen | 29.142 | 11.284 | 2.889 | 0 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten, die zum Restbuchwert bewertet werden |
0 | 0 | 0 | 29.473 |
| Gesamt | 29.142 | 11.284 | 2.889 | 29.473 |
| 2009 (in TEUR) | Liquide Mittel | Forderungen aus Lieferungen u. Leistungen |
Sonstige finanzielle Vermögens werte |
Verbindlich keiten |
|---|---|---|---|---|
| Kredite und Forderungen | 33.289 | 11.502 | 2.408 | 0 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten, die zum Restbuchwert bewertet werden |
0 | 0 | 0 | 28.724 |
| Gesamt | 33.289 | 11.502 | 2.408 | 28.724 |
Der beizulegende Zeitwert von liquiden Mitteln, von kurzfristigen Forderungen und von Verbindlichkeiten entspricht in etwa dem Buchwert. Der Grund dafür ist vor allem die kurze Laufzeit solcher Instrumente.
Die Nettoverluste aus Krediten und Forderungen betrugen TEUR 967 (Vorjahr: TEUR 245).
6.14 Haftungsverhältnisse sowie sonstige finanzielle Verpflichtungen
Am 31. Dezember bestehen folgende finanzielle Verpflichtungen:
| (In TEUR) | 31. 12. 2010 | 31. 12. 2009 |
|---|---|---|
| Innerhalb eines Jahres | 17.143 | 16.550 |
| Zwischen ein und fünf Jahren | 16.431 | 5.719 |
| Nach fünf Jahren | 5.032 | 365 |
| Gesamt | 38.606 | 22.634 |
Das in den sonstigen finanziellen Verpflichtungen innerhalb eines Jahres enthaltene Bestellobligo beträgt TEUR 1.546 (Vorjahr: TEUR 1.940).
Die übrigen finanziellen Verpflichtungen betreffen Mietverträge für Büroräume, Technikflächen, Glasfasernetzstrecken und PKWs. Die betreffenden Verträge haben eine Restlaufzeit von 1 bis 10 Jahren.
Für eigene Kreditlinien der 3U besteht eine Verfügungsbeschränkung in Höhe von EUR 1,5 Mio. (hinterlegte Sicherheiten).
6.15 Rechtsstreitigkeiten und Eventualverbindlichkeiten
Aus der Geschäftstätigkeit des 3U Konzerns resultieren verschiedene Rechtsstreitigkeiten. Im Hinblick auf die Ungewissheit über den Ausgang dieser Verfahren besteht die Möglichkeit einer negativen Beeinflussung der künftigen operativen Ergebnisse. Deshalb wurden per 31. Dezember 2010 Rückstellungen für offene Rechtsstreite in einer Gesamthöhe von TEUR 531 gebildet bei bestehenden Rechtsstreitigkeiten mit einem maximalen Gesamtrisiko von TEUR 531.
Risiken aus der Regulierung und Änderungen von gesetzlichen Rahmenbedingungen
Risiken aus der Regulierung und Änderungen von gesetzlichen Rahmenbedingungen in den Bereichen Telekommunikation und Energie versorgung werden für die gegenwärtigen Segmente und zukünftigen Beteiligungen des 3U Konzerns auch weiterhin bestehen. Konkrete Risiken sind derzeit jedoch nicht absehbar.
7 Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung
Die Finanzmittelfonds setzen sich aus Festgeldern, Bankguthaben und Kassenbeständen zusammen.
| (In TEUR) | 31. 12. 2010 | 31. 12. 2009 |
|---|---|---|
| Festgelder | 8.012 | 13.507 |
| Guthaben bei Banken und Kassenbestände | 21.130 | 19.782 |
| Liquide Mittel gesamt | 29.142 | 33.289 |
| Abzüglich als Sicherheit hinterlegte Festgelder | 1.500 | 0 |
| Finanzmittelfonds | 27.642 | 33.289 |
Die Zahlungsströme werden unterteilt nach der laufenden Geschäftstätigkeit, Investitions- und Finanzierungstätigkeit ausgewiesen. Für die Darstellung des Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit wurde die indirekte Ermittlungsmethode gewählt.
Nach der Bereinigung um zahlungsunwirksame Erträge und Aufwendungen (im Wesentlichen Abschreibungen) und unter Berücksichtigung der Veränderung des Working Capitals erlangte der 3U Konzern aus laufender Geschäftstätigkeit einen Finanzmittelzufluss in Höhe von TEUR 3.522 (Vorjahr: TEUR 10.240).
Der Cashflow der Investitionstätigkeit beträgt TEUR –4.798 (Vorjahr: TEUR –4.171) und der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit beträgt TEUR –2.954 (Vorjahr: TEUR –8.254).
In Summe ergibt sich eine zahlungswirksame Finanzmittelfondsabnahme in Höhe von TEUR 4.147.
Von den zum Periodenende ausgewiesenen liquiden Mitteln in Höhe von TEUR 29.142 (Vorjahr: TEUR 33.289) unterliegen insgesamt TEUR 1.500 (Vorjahr: TEUR 1.500) einer Verfügungsbeschränkung. Diese werden in 2010 erstmalig offen von den liquiden Mitteln abgesetzt, so dass der Finanzmittelfonds entsprechend gemindert wird.
Den im Geschäftsjahr 2010 vereinnahmten Zinserträgen in Höhe von TEUR 770 (Vorjahr: TEUR 502) stehen Zinszahlungen — insbesondere für den Zinsanteil aus den Leasingverträgen zum Glasfasernetz — in Höhe von TEUR 1.401 (Vorjahr: TEUR 1.511) gegenüber.
Dividenden wurden wie schon im Vorjahr nicht an die Anteilseigner ausgezahlt/ausgeschüttet.
Für den Erwerb von Anteilen an Tochtergesellschaften sind liquide Mittel in Höhe von TEUR 19 (Vorjahr: TEUR 0) aus dem Konzern abgeflossen und TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0) zugeflossen.
In 2010 sind Ertragsteuern in Höhe von TEUR 2.753 gezahlt worden (Vorjahr: Vereinnahmung von TEUR 459).
8 Sonstige Angaben
8.1 Kapitalmanagement
Der Konzern steuert sein Kapital mit dem Ziel, die Erträge der Unternehmensbeteiligten durch Optimierung des Verhältnisses von Eigen- zu Fremdkapital zu maximieren. Dabei wird sichergestellt, dass alle Konzernunternehmen unter der Unternehmensfortführungsprämisse operieren können.
Das bilanzielle Eigenkapital und die Bilanzsumme betrugen zum 31. Dezember 2010 und 2009:
| 31. 12. 2010 | 31. 12. 2009 | Veränderung | |
|---|---|---|---|
| Eigenkapital in TEUR | 40.527 | 37.394 | +3.133 |
| Eigenkapital in % vom Gesamtkapital | 51,96 % | 47,75 % | 4,21 %-Punkte |
| Fremdkapital in TEUR | 37.472 | 40.926 | –3.454 |
| Fremdkapital in % vom Gesamtkapital | 48,04 % | 52,25 % | –4,21 %-Punkte |
| Gesamtkapital (Eigenkapital plus Fremdkapital) in TEUR | 77.999 | 78.320 | –321 |
Das Eigenkapital umfasst das gesamte Kapital, die Rücklagen des Konzerns und die Minderheitenanteile. Das Fremdkapital ist definiert als lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten, Rückstellungen und übrige Verbindlichkeiten.
8.2 Finanzrisiken
Der 3U Konzern ist aufgrund der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit nur geringen Währungs-, Zinsänderungs- und Kreditrisiken ausgesetzt, die einen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten. Soweit erforderlich steuert er die Risiken auch mithilfe derivativer Finanzinstrumente. Im 3U Konzern wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr keine derivativen Finanz instrumente eingesetzt.
Im Folgenden wird auf die einzelnen Risiken sowie das Risikomanagement eingegangen.
Fremdwährungsrisiko
Währungsrisiken bestehen insbesondere, wenn Forderungen, Schulden, Zahlungsmittel und geplante Transaktionen in einer anderen als in der lokalen Währung der Gesellschaft bestehen bzw. entstehen werden.
Der 3U Konzern übt seine Geschäftstätigkeit überwiegend im Inland aus und fakturiert in Euro. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Fremdwährung sind für den Konzern von untergeordneter Bedeutung, so dass kein nennenswertes Fremd währungsrisiko besteht. Im Berichtsjahr war keine Absicherung der Währungsrisiken durch Derivate erforderlich.
Der Buchwert der auf fremde Währung lautenden monetären Vermögenswerte und Schulden des Konzerns am Stichtag 31. Dezember 2010 entfällt auf die Aktivitäten des Segments Breitband/IP und lautet wie folgt:
Vermögen: TEUR 58 Schulden: TEUR 15
Ausfallrisiko
Ein Kreditrisiko besteht für 3U dahingehend, dass der Wert der Vermögenswerte beeinträchtigt werden könnte, wenn Trans aktionspartner ihren Verpflichtungen nicht nachkommen. Zur Minimierung der Kreditrisiken werden Geschäfte nur mit Schuldnern erstklassiger Bonität bzw. unter Einhaltung von vorgegebenen Risikolimits abgeschlossen.
Die Ausfallrisiken bewegen sich im marktüblichen Rahmen; eine angemessene Bildung von Wertberichtigungen trägt dem Rechnung. Der Konzern ist keinen wesentlichen Ausfallrisiken einer Vertragspartei oder einer Gruppe von Vertragsparteien mit ähnlichen Merkmalen ausgesetzt. Der Konzern definiert Vertragsparteien als solche mit ähnlichen Merkmalen, wenn es sich hierbei um nahestehende Unternehmen handelt.
Die Einzelwertberichtigung überfälliger Forderungen erfolgt überwiegend in Abhängigkeit von der Altersstruktur der Forderungen mit unterschiedlichen Bewertungsabschlägen, die im Wesentlichen aus den Erfolgsquoten abgeleitet werden. Forderungen, die mehr als 365 Tage überfällig sind, sind erfahrungsgemäß nicht mehr einbringlich und werden zu 100 % wertberichtigt.
Liquiditäts-/Refinanzierungsrisiko
Das Liquiditätsrisiko des 3U Konzerns besteht grundsätzlich, und damit unverändert zum Vorjahr darin, dass der Konzern möglicherweise seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen kann. Zur Überwachung und Steuerung der Liquidität werden konzernweit Finanzplanungsinstrumente eingesetzt. Der Planungshorizont erstreckt sich auf ein Jahr.
Der Konzern kann Kreditlinien in Anspruch nehmen. Der gesamte, noch nicht in Anspruch genommene Betrag beläuft sich zum Bilanzstichtag auf EUR 1,5 Mio. (Vorjahr: EUR 1,5 Mio.). 3U erwartet, dass es seine sonstigen Verpflichtungen aus operativen Cashflows und aus dem Zufluss der fällig werdenden finanziellen Vermögenswerte erfüllen kann. Des Weiteren geht 3U davon aus, das gegenwärtige Verhältnis des Fremdkapitals zum Eigenkapital aufrecht zu erhalten.
Zinsänderungsrisiko
Bei den verzinslichen Schulden der 3U sind überwiegend Festzinsen vereinbart. Marktzinssatzänderungen würden sich hier nur dann auswirken, wenn diese Finanzinstrumente zum fair value bilanziert wären. Da dies nicht der Fall ist, unterliegen die Finanzinstrumente mit fester Verzinsung keinen Zinsänderungsrisiken im Sinne von IFRS 7.
Das Risiko steigender Zinsen aus Bankdarlehen wird zeitnah überwacht.
8.3 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen
Die Geschäfte mit verbundenen Unternehmen wurden zu marktüblichen Bedingungen vorgenommen.
Zu Mitgliedern des Vorstands der Gesellschaft waren im Berichtsjahr bestellt:
| Lahntal |
|---|
| Vorstand Technik der 3U HOLDING AG |
| Aufsichtsrats- oder Beiratsmandate: |
| Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der LambdaNet Communications Deutschland AG, Hannover |
| Staufenberg Vorstand Finanzen der 3U HOLDING AG (seit 1. März 2010) |
| Berlin Vorstand Finanzen der 3U HOLDING AG (bis 1. März 2010) |
Die in 2010 gewährten Gesamtbezüge des Vorstands betrugen TEUR 1.311 (Vorjahr: TEUR 1.118).
In der variablen Vergütung 2010 sind die maximal mögliche variable Vergütung für 2010 von TEUR 300 (Michael Schmidt) bzw. TEUR 35 (Michael Göbel) sowie Auflösungen von Rückstellungen aus den Vorjahren enthalten.
| Name | Fixe Vergütung in TEUR |
Variable Vergütung in TEUR |
Abfindung in TEUR |
Vergütung gesamt in TEUR |
|||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2010 | 2009 | 2010 | 2009 | 2010 | 2009 | 2010 | 2009 | ||
| Michael Schmidt | 311 | 330 | 300 | 275 | 0 | 0 | 611 | 605 | |
| Oliver Zimmermann (Finanzvorstand bis 1.3.2010) |
54 | 345 | 13 | 168 | 470 | 0 | 537 | 513 | |
| Michael Göbel (Finanzvorstand seit 1.3.2010) |
128 | 0 | 35 | 0 | 0 | 0 | 163 | 0 | |
| Summe | 493 | 675 | 348* | 443 | 470 | 0 | 1.311 | 1.118 |
*In voller Höhe kurzfristig fällig (bei maximaler variabler Vergütung)
In den Geschäftsjahren 2009 und 2010 wurden an die Mitglieder des Vorstands keine Aktienoptionen ausgegeben.
Sämtliche Vergütungen für Vorstandstätigkeiten stammen aus der 3U HOLDING AG. Die Tochtergesellschaften haben keine Bezüge gezahlt.
Es besteht eine bislang bis zum 31. Dezember 2010 befristete, bis zum 31. Dezember 2011 prolongierte, unverzinsliche Darlehensforderung gegen das Vorstandsmitglied Michael Schmidt in Höhe von TEUR 17.
Angaben zum Aktienbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat zum 31. Dezember 2010 in Stück:
| Name | Funktion | Aktien | Aktienoptionen 2004/2005 | |
|---|---|---|---|---|
| Anzahl | Anzahl | Wert in EUR* | ||
| Michael Schmidt | Vorstand | 8.999.995 | 0 | 0 |
| Michael Göbel | Vorstand | 8.500 | 0 | 0 |
| Gerd Simon | Aufsichtsrat | 10.000 | 0 | 0 |
* Wert zum Gewährungszeitpunkt
Alle Optionen sind am 9. März 2010 verfallen.
Die Aktienoptionen können erst nach Ablauf festgelegter Sperrfristen (Erdienungszeitraum) ausgeübt werden. Ihr Wert wird auf die Erdienungszeiträume verteilt und als Aufwand im jeweiligen Geschäftsjahr berücksichtigt.
In den Geschäftsjahren 2010 und 2009 sind keine Aufwände für Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung angefallen.
Am 7. Februar 2011 wurden den beiden Vorstandsmitgliedern jeweils 200.000 Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsprogramm 2011 ausgegeben.
Zu Mitgliedern des Aufsichtsrats waren im Berichtsjahr bestellt:
| Ralf Thoenes | Düsseldorf |
|---|---|
| Rechtsanwalt in der Sozietät Altenburger in Düsseldorf | |
| Aufsichtsratsvorsitzender der 3U HOLDING AG | |
| Weitere Aufsichtsrats- oder Beiratsmandate: | |
| Aufsichtsratsvorsitzender der LambdaNet Communications Deutschland AG, Hannover | |
| Aufsichtsratsvorsitzender der 3U SOLAR Systemhandel AG, Marburg | |
| Gerd Simon | Bad Homburg vor der Höhe |
| Diplom-Wirtschaftsingenieur | |
| Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der 3U HOLDING AG | |
| Weitere Aufsichtsrats- oder Beiratsmandate: | |
| Aufsichtsratsmitglied der Elabs AG, Frankfurt am Main | |
| Peter Coch | Frankfurt am Main |
| Diplom-Betriebswirt | |
| Aufsichtsratsmitglied der 3U HOLDING AG (bis 19. August 2010) | |
| Stefan Thies | Heinsberg |
| Diplom-Kaufmann und Steuerberater | |
| Aufsichtsratsmitglied der 3U HOLDING AG (seit 19. August 2010) |
Die Aufsichtsratsvergütungen für 2010 betrugen TEUR 84 (Vorjahr: TEUR 83). Darüber hinaus erhielten die Mitglieder des Aufsichtsrates für das Jahr 2009 eine erfolgsabhängige Vergütung gemäß § 9 Abs. 1 c der Satzung der 3U HOLDING AG in Höhe von TEUR 90. Für 2010 wurde eine erfolgsabhängige Vergütung von TEUR 90 zurückgestellt.
| Name | Fixe Vergütung in TEUR |
Sitzungs- gelder in TEUR |
Erfolgsabhängige Vergütung in TEUR |
Vergütung gesamt in TEUR |
||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2010 | 2009 | 2010 | 2009 | 2010 | 2009 | 2010 | 2009 | |
| Ralf Thoenes (Vorsitzender des Aufsichtsrates) |
10 | 10 | 20 | 20 | 40 | 40 | 70 | 70 |
| Gerd Simon | 8 | 8 | 20 | 20 | 30 | 30 | 58 | 58 |
| Peter Coch (bis 19.8.2010) | 3 | 5 | 13 | 20 | 13 | 20 | 29 | 45 |
| Stefan Thies (seit 19.8.2010) | 2 | 0 | 8 | 0 | 7 | 0 | 17 | 0 |
| Summe | 23 | 23 | 61 | 60 | 90 | 90 | 174 | 173 |
Die Rechtsanwaltssozietät Altenburger Rechtsanwälte, deren Partner der Aufsichtsratsvorsitzende Herr Ralf Thoenes ist, hat im abgelaufenen Geschäftsjahr für ihre Beratungsleistungen für den 3U Konzern insgesamt TEUR 22 (Vorjahr: TEUR 27) zzgl. Umsatzsteuer erhalten. Diese setzen sich wie folgt zusammen: 3U HOLDING AG TEUR 5 (Vorjahr: TEUR 14), 3U TELECOM GmbH TEUR 7 (Vorjahr: TEUR 1), 010017 Telecom GmbH TEUR 2 (Vorjahr: TEUR 7), SEGAL Systems GmbH TEUR 2 (Vorjahr: TEUR 0), LambdaNet Communications Deutschland AG TEUR 6 (Vorjahr: TEUR 5).
Die Grundzüge des Vergütungssystems für Vorstand und Aufsichtsrat sind im Vergütungsbericht dargestellt.
8.4 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Zu den Angaben zu wesentlichen Ereignissen nach Beendigung des Geschäftsjahres verweisen wir auf den Abschnitt "Wesentliche Ereignisse nach Beendigung des Geschäftsjahres" im Konzernlagebericht.
8.5 Honorar des Abschlussprüfers
Das Honorar des Abschlussprüfers BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beträgt für das Geschäftsjahr 2010:
| Abschlussprüfungsleistungen | TEUR 313 | (Vorjahr: TEUR 279) |
|---|---|---|
| Steuerberatungsleistungen | TEUR 9 | (Vorjahr: TEUR 0) |
| Sonstige Leistungen | TEUR 95 | (Vorjahr: TEUR 51) |
| Gesamt | TEUR 417 | (Vorjahr: TEUR 330) |
8.6 Erklärung gemäß § 161 AktG zum Corporate Governance Kodex
Der Vorstand und der Aufsichtsrat der 3U HOLDING AG haben die nach § 161 des Aktiengesetzes vorgeschriebenen Erklärungen abgegeben und ihren Aktionären dauerhaft zugänglich gemacht.
8.7 Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG
Herr Michael Schmidt, Flachspfuhl 11, 35094 Lahntal, hat mit Schreiben vom 9. Dezember 2010 gemäß § 21 Abs. 1 des WpHG mit geteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der 3U HOLDING AG, Marburg, Deutschland, am 26. Oktober 2010 die Schwelle von 20 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 20,64 % (das entspricht 8.999.995 Stimmrechten) betragen hat.
Herr Roland Thieme, Alte Hute 2–4, 35094 Lahntal, hat mit Schreiben vom 4. April 2002 gemäß § 41 Abs. 2 Satz 1 des WpHG mit geteilt, dass ihm zum 1. April 2002 insgesamt 7,68 % und damit mehr als 5 % der Stimmrechte an der 3U HOLDING AG (WKN 516790) zustehen.
Weitere Angaben
Die folgenden Gesellschaften der 3U HOLDING AG nehmen Befreiungen gemäß § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch:
- • 010017 Telecom GmbH, Marburg • 3U TELECOM GmbH, Marburg • Discount Telecom S&V GmbH, Marburg
- • fon4U Telecom GmbH, Marburg • LineCall Telecom GmbH, Marburg • OneTel Telecommunication GmbH, Marburg
Zeitpunkt der Freigabe des Abschlusses zur Veröffentlichung
Der Vorstand der 3U HOLDING AG hat den Konzernabschluss am 30. März 2011 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt. Nach Veröffentlichung kann der Abschluss nicht mehr geändert werden.
Marburg, den 30. März 2011
Der Vorstand
Michael Schmidt Michael Göbel
127
128 Entwicklung des Konzernanlagevermögens 2010 (IFRS)
| 3U Konzern (in TEUR) | Historische Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Stand 1.1.2010 |
Zugänge | Abgänge | Umbuchungen | Stand 31.12.2010 |
||
| I. Immaterielle Vermögenswerte |
||||||
| 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten |
15.010 | 192 | 141 | 0 | 15.061 | |
| 2. Kundenstamm | 11.031 | 0 | 0 | 0 | 11.031 | |
| 3. Firmenwert | 8.970 | 10 | 8.636 | 0 | 344 | |
| Summe Immaterielle Vermögenswerte | 35.011 | 202 | 8.777 | 0 | 26.436 | |
| II. Sachanlagen | ||||||
| 1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten |
||||||
| auf fremden Grundstücken | 695 | 2.194 | 43 | 1.289 | 4.135 | |
| 2. Technische Anlagen und Maschinen | 124.100 | 1.875 | 205 | 119 | 125.889 | |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung |
3.540 | 409 | 319 | 0 | 3.630 | |
| 4. Anlagen im Bau | 1.404 | 857 | 42 | –1.408 | 811 | |
| Summe Sachanlagen | 129.739 | 5.335 | 609 | 0 | 134.465 | |
| III. Finanzanlagen | ||||||
| 1. Beteiligungen | 182 | 974 | 0 | 0 | 1.156 | |
| Summe Finanzanlagen | 182 | 974 | 0 | 0 | 1.156 | |
| Summe Anlagevermögen | 164.932 | 6.511 | 9.386 | 0 | 162.057 |
| Kumulierte Abschreibungen | Buchwerte | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Stand 1.1.2010 |
Abschreibungen des Geschäfts- jahres |
Abgänge | Umbuchungen | Stand 31.12.2010 |
Stand 31.12.2010 |
Stand 31.12.2009 |
|
| 14.672 | 178 | 141 | 0 | 14.709 | 352 | 338 | |
| 9.368 | 716 | 0 | 0 | 10.084 | 947 | 1.663 | |
| 8.420 | 10 | 8.086 | 0 | 344 | 0 | 550 | |
| 32.460 | 904 | 8.227 | 0 | 25.137 | 1.299 | 2.551 | |
| 147 | 76 | 26 | 0 | 197 | 3.938 | 548 | |
| 101.401 | 6.884 | 148 | –81 | 108.056 | 17.833 | 22.699 | |
| 3.119 | 156 | 235 | 0 | 3.040 | 590 | 421 | |
| 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 811 | 1.404 | |
| 104.667 | 7.116 | 408 | –81 | 111.293 | 23.172 | 25.072 | |
| 0 | 207 | 0 | 0 | 207 | 949 | 182 | |
| 0 | 207 | 0 | 0 | 207 | 949 | 182 | |
| 137.127 | 8.227 | 8.636 | –81 | 136.637 | 25.420 | 27.805 |
130 Entwicklung des Konzernanlagevermögens 2009 (IFRS)
| 3U Konzern (in TEUR) | Historische Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Stand 1.1.2009 |
Zugänge | Abgänge | Umbuchungen | Stand 31.12.2009 |
||
| I. Immaterielle Vermögenswerte |
||||||
| 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten |
14.895 | 119 | 4 | 0 | 15.010 | |
| 2. Kundenstamm | 13.990 | 0 | 2.959 | 0 | 11.031 | |
| 3. Firmenwert | 8.970 | 0 | 0 | 0 | 8.970 | |
| Summe Immaterielle Vermögenswerte | 37.855 | 119 | 2.963 | 0 | 35.011 | |
| II. Sachanlagen | ||||||
| 1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken |
171 | 524 | 0 | 0 | 695 | |
| 2. Technische Anlagen und Maschinen | 123.416 | 1.983 | 1.325 | 26 | 124.100 | |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung |
3.585 | 195 | 240 | 0 | 3.540 | |
| 4. Anlagen im Bau | 86 | 1.344 | 0 | –26 | 1.404 | |
| Summe Sachanlagen | 127.258 | 4.046 | 1.565 | 0 | 129.739 | |
| III. Finanzanlagen | ||||||
| 1. Beteiligungen | 0 | 182 | 0 | 0 | 182 | |
| Summe Finanzanlagen | 0 | 182 | 0 | 0 | 182 | |
| Summe Anlagevermögen | 165.113 | 4.347 | 4.528 | 0 | 164.932 |
| Kumulierte Abschreibungen | Buchwerte | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Stand 1.1.2009 |
Abschreibungen des Geschäfts- jahres |
Abgänge | Umbuchungen | Stand 31.12.2009 |
Stand 31.12.2009 |
Stand 31.12.2008 |
|
| 14.403 | 273 | 4 | 0 | 14.672 | 338 | 492 | |
| 11.297 | 1.030 | 2.959 | 0 | 9.368 | 1.663 | 2.693 | |
| 8.420 | 0 | 0 | 0 | 8.420 | 550 | 550 | |
| 34.120 | 1.303 | 2.963 | 0 | 32.460 | 2.551 | 3.735 | |
| 133 | 14 | 0 | 0 | 147 | 548 | 38 | |
| 94.925 | 7.715 | 1.239 | 0 | 101.401 | 22.699 | 28.491 | |
| 3.185 | 174 | 240 | 0 | 3.119 | 421 | 400 | |
| 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1.404 | 86 | |
| 98.243 | 7.903 | 1.479 | 0 | 104.667 | 25.072 | 29.015 | |
| 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 182 | 0 | |
| 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 182 | 0 | |
| 132.363 | 9.206 | 4.442 | 0 | 137.127 | 27.805 | 32.750 |
132 Versicherung der gesetzlichen Vertreter
Erklärung gemäß § 37y WpHG i.V.m. § 37w Abs. 2 Nr. 3 WpHG
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Marburg, den 30. März 2011
Der Vorstand
Michael Schmidt Michael Göbel
Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers
133
Wir haben den von der 3U HOLDING AG, Marburg, aufgestellten Konzernabschluss — bestehend aus Bilanz, Gesamtergebnisrechnung, Gewinn- und Verlustrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang — sowie den Konzern lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2010 bis zum 31. Dezember 2010 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften sowie den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Lagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanzund Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzern abschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315 a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften sowie den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Essen, den 30. März 2011
BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Fritz Theis Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer
Weitere Informationen 135
| 136 | Finanzkalender |
|---|---|
| 137 | Kontakt |
| 138 | Glossar |
| 140 | Impressum |
| 140 | Disclaimer |
| 141 | 3U Konzern |
136 Finanzkalender
- • Veröffentlichung Quartalsbericht 1/2011 13. Mai 2011
- • Hauptversammlung 26. Mai 2011 in Marburg
- • Veröffentlichung Quartalsbericht 2/2011 15. August 2011
- • Veröffentlichung Quartalsbericht 3/2011 15. November 2011
- • Analystenkonferenz (auf dem Eigenkapitalforum) 21. bis 23. November 2011 in Frankfurt am Main
Kontakt
Hausanschrift 3U HOLDING AG Frauenbergstraße 31–33 35039 Marburg
Postanschrift 3U HOLDING AG Postfach 22 60 35010 Marburg
Investor Relations Peter Alex Tel.: +49 (0) 6421 999-1200 Fax: +49 (0) 6421 999-1222 [email protected] www.3u.net
Glossar
138
All IP
Das Internet Protocol (IP) ist ein in Computer netzen weit verbreitetes Netzwerkprotokoll und stellt die Grundlage des Internets dar.
Break Even Gewinnschwelle.
Cashflow
Kennzahl zur Beurteilung der Finanz- und Ertragskraft eines Unternehmens. Der Cashflow wird ermittelt aus dem Zufluss und Abfluss von Zahlungsmitteln und Zahlungsmittel-Äquivalenten aus der laufenden Geschäftstätigkeit (siehe Kapitalflussrechnung).
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit
Veränderung der flüssigen Mittel aus der eigentlichen Geschäftstätigkeit des Unternehmens (wie z. B. dem Verkauf der betrieblichen Leistungen, dem Einkauf von Material und Vorleistungen und den sonstigen operativen Auszahlungen) und aus anderen Tätigkeiten, die nicht den Investitions- oder Finanzierungstätigkeiten zuzuordnen sind.
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
Beinhaltet die Einzahlungen aus der Aufnahme bzw. die Auszahlungen für die Tilgung von Darlehen, sonstigen Bank verbindlichkeiten und Zinsverbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing sowie Mittelabflüsse für Dividenden zahlungen und Zu-/Abflüsse aus Kapitalerhöhungen/-herabsetzungen.
Cashflow aus Investitionstätigkeit
Auszahlungen für den Erwerb bzw. Einzahlungen aus der Veräußerung von immateriellem Anlagevermögen, Sachanlagevermögen und Finanzanlagevermögen sowie von Tochtergesellschaften.
Corporate Governance
Der Deutsche Corporate Governance Kodex stellt wesentliche gesetzliche Vorschriften zur Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Gesellschaften (Unternehmensführung) dar und enthält international und national anerkannte Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung. Der Kodex soll das deutsche Corporate Governance System transparent und nachvollziehbar machen. Er will das Vertrauen der internationalen und nationalen Anleger, der Kunden, der Mitarbeiter und der Öffentlichkeit in die Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Aktien gesellschaften fördern.
DSL
Digital Subscriber Line (engl. für Digitaler Teilnehmeranschluss) bezeichnet eine Reihe von Über tragungsstandards, bei der Daten mit hohen Übertragungsraten (bis zu 500 Mbit/s) über einfache Kupferleitungen gesendet und empfangen werden können.
EBIT
Ergebnis vor Steuern, Zinsergebnis und Anteilen anderer Gesellschafter (Earnings before Interest and Taxes).
EBITDA
Ergebnis vor Steuern, Zinsergebnis, Anteilen anderer Gesellschafter und Abschreibungen (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization).
EBT
Ergebnis vor Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter (Earnings before Taxes).
Eigenkapitalquote
Bilanzielles Eigenkapital dividiert durch Bilanzsumme (je höher die Kennzahl, desto geringer der Verschuldungsgrad).
Eigenkapitalrendite (Return on Equity — ROE) Verhältnis aus Jahresüberschuss und eingesetztem Eigenkapital.
Entsprechenserklärung
Erklärung von Vorstand und Aufsichtsrat nach § 161 AktG zur Umsetzung der Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex.
Ergebnis je Aktie
Die Kennzahl gibt den Anteil des erwirtschafteten Konzernüberschusses bzw. Konzernfehlbetrages an, der auf eine einzelne Aktie entfällt. Die Kennzahl wird errechnet, indem man das Jahresergebnis (Konzernüberschuss/-fehlbetrag) durch die durchschnittlich gewichtete Anzahl der sich im Handel befindlichen Stamm aktien dividiert.
Erneuerbare Energien
Sammelbegriff für die natürlichen Energievorkommen, die entweder auf permanent vorhandene oder auf sich in überschaubaren Zeiträumen von wenigen Generationen regenerierende Energieströme zurückzuführen sind. Dazu gehören: Wasserkraft (das heißt aus Lauf- und Speicherkraftwerken sowie den Pumpspeicherkraftwerken mit natürlichem Zufluss ohne die aus Pumpspeichern mit künstlichem Zufluss gewonnene Energie), Windenergie, Solarenergie, Umgebungswärme, Biomasse und Geothermie.
Free Float
Aktien im Streubesitz.
Holding
Der Begriff Holding (Kurzform für Holding gesell schaft/Dachgesellschaft oder Holding-Organisation) umschreibt keine eigenständige Rechtsform, sondern eine in der Praxis etablierte Organisationsform der Muttergesellschaft von verbundenen Unternehmen.
ICAS
Interconnectionanschluss
IFRS
International Financial Reporting Standards (Rechnungslegungsgrundsätze)
ISDN
Integrated Services Digital Network (ISDN) ist ein internationaler Standard für ein digitales Telekommunikationsnetz und lässt sich sinngemäß als diensteintegrierendes digitales Netz übersetzen.
Kapitalflussrechnung
Die Kapitalflussrechnung ist der liquiditäts orien tierte Teil des Rechnungswesens.
Es handelt sich hierbei um die wert mäßige Erfassung von Zahlungsströmen innerhalb eines Geschäftsjahres. Hierzu werden Einzahlungen und Auszahlungen in der jeweiligen Berichtsperiode gegenübergestellt und somit die Veränderung des Bestands an liquiden Mitteln erklärt.
Konsolidierung
Addition von Teilrechnungen zu einer Gesamtrechnung, z. B. von Einzelbilanzen der Konzernunternehmen zur Konzern bilanz.
Konsolidierungskreis
Gruppe der Tochterunternehmen eines Konzerns, die in den Konzernabschluss einbezogen werden.
Latente Steuern
Künftige Steuerent- bzw. -belastungen, die entstehen, wenn Handelsbilanz- und Steuerbilanzansatz von Vermögens- und Schuldpositionen auseinanderfallen, der Unterschied sich jedoch im Zeitablauf wieder umkehrt (temporary differences). Mit dem Ansatz latenter Steuern wird der effektive, aus der Steuerbilanz resultierende Steueraufwand an das abweichende handelsrechtliche Ergebnis angepasst. Zusätzlich werden latente Steuern für die zukünftige Nutzung von steuerlichen Verlustvorträgen angesetzt, soweit mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Verrechnung möglich ist.
Marktkapitalisierung
Bezeichnung für den aktuellen Börsenwert eines Unternehmens.
Errechnet wird sie durch die Anzahl der Aktien multipliziert mit dem Aktienkurs. Die Marktkapitalisierung liefert einen Anhaltspunkt für den Preis, der für sämtliche umlaufenden Aktien eines Unternehmens zu bezahlen bzw. zu realisieren wäre. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass größere Ankäufe/ Verkäufe einer Aktie zu tendenziell steigenden/ sinkenden Aktienkursen führen.
NOC Network Operations Center
Return on Invest (RoI)
Steuerungskennzahl bei Investitions entscheidungen. Er berücksichtigt neben dem Anschaffungswert die mit dem Objekt künftig zu erzielende Rendite.
SEKW Solar-Energie-Kraftwerk
SHKW Solar-Heiz-Kraftwerk
Risikomanagement
Systematische Vorgehensweise, um potenzielle Risiken zu identifizieren, zu bewerten und Maßnahmen zur Risikohandhabung auszuwählen und umzu setzen.
TK-Branche Telekommunikations-Branche
Umsatzrendite
Finanzkennzahl. Sie gibt das Verhältnis von Jahres überschuss zu Umsatzerlösen an.
UMTS
Universal Mobile Telecommunications System steht für den Mobilfunkstandard der dritten Generation (3G), mit dem deutlich höhere Datenübertragungsraten als mit dem Mobilfunkstandard der zweiten Generation (2G), dem GSM-Standard möglich sind.
Impressum Disclaimer
Herausgeber 3U HOLDING AG Frauenbergstraße 31–33 35039 Marburg
Fotos
felies & heinrich I architekten & ingenieure, Dransfeld (Titel); J. Laackman, PSL-Studios-Marburg (Seite 3); Schweizer Solarpreis 2010/Solar Agentur Schweiz (Seite 18); Shutterstock Images LLC (Seite 58) Publitek, Inc. dba Fotosearch (Seite 134);
Schrift Interstate von Tobias Frere-Jones (Hersteller: The Font Bureau)
Papier Galaxi Keramik (Hersteller: M-real Zanders)
Druck Schott CAD Layout GmbH, Lahntal
© 2011 3U HOLDING AG, Marburg Printed in Germany
Dieser Geschäftsbericht enthält zukunftsbezogene Aussagen, welche die gegenwärtigen Ansichten des Managements der 3U HOLDING AG hinsichtlich zukünftiger Ereignisse widerspiegeln. Die Begriffe "davon ausgehen", "annehmen", "einschätzen", "erwarten", "beabsichtigen", "können", "planen", "projizieren", "sollte" und vergleichbare Ausdrücke dienen dazu, zukunftsbezogene Aussagen zu kennzeichnen. Zukunftsbezogene Aussagen basieren auf derzeit gültigen Plänen, Einschätzungen und Erwartungen. Solche Aussagen unterliegen Risiken und Unsicherheitsfaktoren, von denen die meisten schwierig einzuschätzen sind und die im Allgemeinen außerhalb der Kontrolle der 3U HOLDING AG liegen.
Faktoren, die eine Abweichung bewirken oder beeinflussen können, sind ohne Anspruch auf Vollständigkeit z. B.: die Entwicklung der Nachfrage nach unseren Diensten, Wettbewerbseinflüsse, einschließ lich Preisdruck, technologische Veränderungen, regulatorische Maßnahmen, Risiken bei der Integration neu erworbener Unternehmen. Sollten diese oder andere Risiken und Unsicherheitsfaktoren eintreten oder sich die den Aussagen zu Grunde liegenden Annahmen als unrichtig herausstellen, können die tatsächlichen Ergebnisse der 3U HOLDING AG wesentlich von denjenigen abweichen, die in diesen Aussagen ausgedrückt oder impliziert werden. Das Unternehmen übernimmt keine Verpflichtung solche vorausschauenden Aussagen zu aktualisieren.
Dieser Geschäftsbericht enthält eine Reihe von Kennzahlen, die nicht Bestandteil handelsrechtlicher Vorschriften und der International Financial Reporting Standards (IFRS) sind, wie z. B. EBT, EBIT, EBITDA und EBITDA bereinigt um Sondereinflüsse, bereinigte EBITDA-Marge, Investitionen (Capex). Diese Kennzahlen sind nicht als Ersatz für die Angaben der 3U HOLDING AG nach HGB oder IFRS zu verstehen. Es ist zu beachten, dass die Kennzahlen der 3U HOLDING AG, die nicht Bestandteil handelsrechtlicher und IFRS-Vorschriften sind, nur bedingt mit den entsprechenden Kennzahlen anderer Unternehmen vergleichbar sind.
3U Konzern
| 3U HOLDING AG | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Telefonie | Breitband/IP | Services | Erneuerbare Energien | |||
| 010017 Telecom GmbH Marburg, Deutschland |
LambdaNet Communications Deutschland AG Hannover, Deutschland LambdaNet Communications Austria GmbH Wien, Österreich |
3U DYNAMICS GmbH Marburg, Deutschland |
3U SOLAR Systemhandel AG Marburg, Deutschland |
|||
| 3U MOBILE GmbH Marburg, Deutschland |
myFairPartner Limited* London, Großbritannien |
3U Solarkraft | ||||
| 3U TELECOM GmbH Marburg, Deutschland |
RISIMA Consulting GmbH Marburg, Deutschland |
Friedrichstraße GmbH Marburg, Deutschland |
||||
| 3U TELECOM GmbH | SEGAL Systems GmbH | EuroSun Vacuum-Solar-Systems |
||||
| Wien, Österreich | LambdaNet Communications s. r. o. Meˇstec Králové, |
Marburg, Deutschland | GmbH Marburg, Deutschland |
|||
| Discount Telecom S&V GmbH Marburg, Deutschland |
Tschechien | |||||
| fon4U Telecom GmbH Marburg, Deutschland |
||||||
| LineCall Telecom GmbH Marburg, Deutschland |
||||||
| OneTel Telecommunication GmbH Marburg, Deutschland |
Spider Telecom GmbH* Marburg, Deutschland
*"At equity" einbezogene Beteiligungen
3U HOLDING AG Postfach 22 60 35010 Marburg
Tel.: +49 (0) 6421 999-1200 Fax: +49 (0) 6421 999-1222
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