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Wienerberger AG

Governance Information Apr 26, 2011

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Governance Information

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Inhaltsverzeichnis Jahresfinanzbericht

Corporate Governance 1
Wienerberger Konzern
z Konzernlagebericht 6
z Konzernabschluss 63
z Erklärung des Vorstands 124
Wienerberger AG
z Lagebericht Wienerberger AG 126
z Jahresabschluss Wienerberger AG 157

z Erklärung des Vorstands 177

CORPORATE GOVERNANCE

CORPORATE GOVERNANCE BERICHT

Corporate Governance bei Wienerberger

Wienerberger verfolgt seit Jahren eine Strategie der Maximierung von Cash-flows zur nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts. Strenge Grundsätze guter Unternehmensführung und Transparenz sowie die ständige Weiterentwicklung eines effizienten Systems der Unternehmenskontrolle bilden die Basis für diese Zielsetzung.

Gleiche und umfassende Information aller Aktionäre hat für uns Priorität. Zur Vermeidung von Insiderhandel ist im Unternehmen ein Compliance Code in Kraft, der die Bestimmungen der Emittenten-Compliance-Verordnung der österreichischen Finanzmarktaufsichtsbehörde umsetzt. Zur Überwachung der Einhaltung ist ein Compliance Officer bestellt.

Im Oktober 2002 wurde der Österreichische Corporate Governance Kodex in Kraft gesetzt und mit Wirkung ab 1.1.2010 an das Aktienrechts-Änderungsgesetz 2009 sowie die Empfehlung der Europäischen Kommission vom 30.4.2009 zur Regelung der Vergütung von Mitgliedern der Unternehmensleitung börsennotierter Gesellschaften angepasst. Grundlage des Kodex sind die Vorschriften des österreichischen Aktien-, Börse- und Kapitalmarktrechts, die Empfehlungen der Europäischen Kommission hinsichtlich der Aufgaben des Aufsichtsrats und der Vergütung von Direktoren sowie die OECD-Richtlinien für Corporate Governance. Der Kodex ist ein Ordnungsrahmen für die Leitung und Überwachung eines Unternehmens. Wesentliche Grundsätze wie die Gleichbehandlung aller Aktionäre, Transparenz, die Unabhängigkeit des Aufsichtsrats, offene Kommunikation zwischen Aufsichtsrat und Vorstand, die Vermeidung von Interessenkonflikten von Organen sowie eine effiziente Kontrolle durch Aufsichtsrat und Abschlussprüfer sollen das Vertrauen der Investoren in das Unternehmen und den Finanzplatz Österreich stärken. Der über die gesetzlichen Vorschriften hinausgehende Kodex erlangt durch freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen Geltung. Das Bekenntnis zum Kodex hat zur Folge, dass die Nichteinhaltung von C-Regeln ("comply or explain") zu begründen ist.

Wienerberger hat als eines der ersten Unternehmen ein Bekenntnis zum Österreichischen Corporate Governance Kodex (siehe www.corporate-governance.at) abgegeben und sich zur Beachtung seiner Regeln verpflichtet. Wienerberger erfüllte im Jahr 2010 alle Regeln (auch Empfehlungen) des Kodex in der Fassung Jänner 2010. Der Corporate Governance Bericht ist in den vorliegenden Geschäftsbericht integriert (Seite 18 bis 37).

Die Umsetzung und Richtigkeit unserer öffentlichen Erklärungen wird von der KPMG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs GmbH unter Anwendung der Regelungen der "International Federation of Accountants" für die Durchführung von Aufträgen zur prüferischen Durchsicht alle zwei Jahre evaluiert und darüber ein Bericht erstattet, der auf unserer Website eingesehen werden kann. Die letzte Evaluierung durch den Abschlussprüfer zur Einhaltung der Regeln des Kodex und der Richtigkeit der öffentlichen Berichterstattung für das Jahr 2010 hat ergeben, dass die öffentlichen Erklärungen über die Beachtung des Kodex zutreffend sind. Die Einhaltung der Bestimmungen des Kodex hinsichtlich des Abschlussprüfers wird ebenfalls im gleichen zweijährigen Rhythmus untersucht. Die Dorda Brugger Jordis Rechtsanwälte GmbH hat diesbezüglich für 2010 einen Bericht erstattet, der keine Beanstandungen ergeben hat und ebenfalls auf unserer Website veröffentlicht ist.

Umsetzung strenger Grundsätze guter Unternehmensführung und Transparenz

Compliance Code zur Vermeidung von Insiderhandel

Freiwillige Selbstverpflichtung zum Österreichischen Corporate Governance Kodex

Wienerberger ist Vorreiter bei Verwirklichung höchster Transparenz

Evaluierung und Bestätigung der Kodex-Umsetzung durch KPMG und Dorda Brugger Jordis

Corporate Governance Bericht Corporate Governance bei Wienerberger

Die KPMG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs GmbH wurde von der 141. o. Hauptversammlung zum Konzern- und Einzelabschlussprüfer der Wienerberger AG bestellt. Neben dieser Tätigkeit ist KPMG mit ihren weltweiten Partnerbüros vereinzelt auch im Bereich der Steuer- und Finanzberatung für die Gruppe tätig. Im Jahr 2010 lagen die Beratungshonorare von KPMG für die Wienerberger Gruppe ohne Abschlussprüfung unter 0,2 Mio. €. Für die Abschlussprüfung des Konzerns und damit in Zusammenhang stehende Leistungen wurden 1,3 Mio. € verrechnet.

Zur weiteren Verbesserung des Risikomanagements hat Wienerberger als Stabsstelle des Gesamtvorstands eine interne Revision eingerichtet. Auf Grundlage eines vom Vorstand genehmigten und mit dem Prüfungsausschuss abgestimmten Revisionsplans sowie einer konzernweiten Risikobewertung aller Unternehmensaktivitäten überprüfen der Vorstand und die interne Revision regelmäßig operative Prozesse auf Risikomanagement und Effizienzverbesserungsmöglichkeiten und überwachen die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen, interner Richtlinien und Prozesse. Darüber hinaus wurden zur Früherkennung und Überwachung von Risiken das Interne Kontrollsystem (IKS) in den vergangenen Jahren weiter ausgebaut, Maßnahmen gesetzt und deren Umsetzung überprüft (siehe die Seiten 35 und 36). Über den Revisionsplan für das jeweilige Folgejahr und die Revisionsergebnisse berichtet die interne Revision laufend dem Vorstand und dem Prüfungsausschuss. Ein Management Letter des Abschlussprüfers sowie dessen Bericht über die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements im Konzern wurden dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats vorgelegt und im Aufsichtsrat ausführlich behandelt.

Die Anzahl der ausgegebenen Stammaktien der Wienerberger AG beträgt nach der Kapitalerhöhung im September 2009 insgesamt 117,5 Mio. Stück. Es existieren keine Vorzugsaktien oder Einschränkungen für die Stammaktien. Das Prinzip "One share – one vote" kommt somit voll zum Tragen. Gemäß österreichischem Übernahmegesetz ist sichergestellt, dass im Falle eines Übernahmeangebots (Pflichtangebot) jeder Aktionär den gleichen Preis für seine Wienerberger Aktien erhält. Die Wienerberger AG hat keinen Kernaktionär. Die Aktionärsstruktur ist auf der Seite 67 dargestellt.

Sämtliche Inhalte zu den meldepflichtigen Angaben nach § 243a UGB sind in folgenden Kapiteln zu finden: Im Konzernanhang unter Anmerkung 25 ("Konzerneigenkapital") ab Seite 134 sind Informationen zur Zusammensetzung des Wienerberger Kapitals, zu Aktiengattungen, zu Beschränkungen und Rechten sowie zu Befugnissen der Mitglieder des Vorstands zur Aktienausgabe und zum Aktienrückkauf enthalten. Im Kapitel "Wienerberger Aktie und Aktionäre" ab Seite 65 finden sich Angaben zu direkten oder indirekten Beteiligungen am Wienerberger Kapital. Im Kapitel "Vergütungsbericht" (Seite 30 bis 33) sind die Grundsätze der Vergütungspolitik, detaillierte Informationen zum neuen "Long Term Incentive (LTI)"-Programm, eine Aufstellung über die Einzelbezüge der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder sowie eine Übersicht zum Besitz eigener Aktien angeführt; die Bestimmungen des alten Aktienoptionsplans werden im Konzernanhang unter Anmerkung 35 ("Anteilsbasierte Vergütung") ab Seite 153 dargelegt. Auf der Wienerberger Website wird unter "Directors' Dealings" laufend über Kauf und Verkauf eigener Aktien durch Organmitglieder berichtet. "Change of Control"-Klauseln sind in

Offenlegung der Honorare des Wirtschaftsprüfers

Interne Revision zur weiteren Verbesserung des Risikomanagements im Konzern

Volle Umsetzung des Prinzips "One share – one vote"

Inhalte zu meldepflichtigen Angaben nach § 243a UGB sowie "Change of Control"-Klauseln

den Vorstandsverträgen, den Vereinbarungen zu den Unternehmensanleihen 2005 und 2010, zur Hybridanleihe 2007 sowie den syndizierten Krediten und Darlehen der Jahre 2005, 2006 und 2008 enthalten.

Im Sinne des Kodex stehen Vorstand und Aufsichtsrat, insbesondere deren Vorsitzende, in laufender, über die Aufsichtsratssitzungen hinausgehender Diskussion zur Entwicklung und strategischen Ausrichtung des Unternehmens. Zusätzlich übt der Aufsichtsrat seine Beratungsund Kontrolltätigkeit je nach Bedeutung und fachlicher Zuordnung auch durch die folgenden vier Ausschüsse aus: Präsidium / Vergütungsausschuss, Strategieausschuss, Prüfungsausschuss sowie Personal- und Nominierungsausschuss. Die Geschäftsordnung des Aufsichtsrats ist auf unserer Website veröffentlicht.

Der Aufsichtsrat entscheidet in Fragen grundsätzlicher Bedeutung und über die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Es wurden folgende Ausschüsse eingerichtet: Das Präsidium vertritt die Unternehmensinteressen in allen Vorstandsangelegenheiten und fungiert als Vergütungsausschuss im Hinblick auf die Vorstandsbezüge. Aufgabe des Strategieausschusses ist es, die Strategie und Unternehmensentwicklung zu diskutieren, die Beschlussfassung in strategischen Belangen durch den Aufsichtsrat vorzubereiten und alle nicht dem gesamten Aufsichtsrat vorbehaltenen Angelegenheiten – insbesondere Investitionen, Akquisitionen und Liegenschaftsverkäufe zwischen 7,5 und 30 Mio. € – zu beschließen sowie in dringenden Fällen zu entscheiden. Der Prüfungsausschuss befasst sich vorbereitend für den Aufsichtsrat mit der Jahresabschlussprüfung des Konzerns und der Überwachung der Rechnungslegung. Zusätzlich überwacht er die Wirksamkeit des internen Kontroll-, Revisions- und Risikomanagementsystems des Unternehmens und überprüft die Unabhängigkeit und die durch "Peer Reviews" kontrollierte Qualifikation des Abschlussprüfers. Harald Nograsek ist als Finanzexperte Mitglied des Prüfungsausschusses. Der Personal- und Nominierungsausschuss ist für die Vorbereitung sämtlicher Vorstands- bzw. Aufsichtsratsbestellungen zuständig. Er unterbreitet dem Aufsichtsrat Wahlvorschläge, welche der Hauptversammlung zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Vor der Bestellung von Vorstandsmitgliedern hat der Personal- und Nominierungsausschuss ein Anforderungsprofil zu verfassen sowie auf Basis eines definierten Besetzungsverfahrens und der Nachfolgeplanung die Entscheidung des Aufsichtsrats vorzubereiten. Weiters beschließt er die Bedingungen von Vergütungsschemata für Führungskräfte des Konzerns. Zwischen 2002 und 2008 wurden im Rahmen eines Aktienoptionsplans jährlich Optionen ausgegeben (siehe dazu im Konzernanhang ab Seite 153 sowie im Detail auf der Wienerberger Website). Im Jahr 2009 wurde der bestehende Aktienoptionsplan aufgrund der geänderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als nicht mehr zeitgemäßes und taugliches Mittel zur Incentivierung des Vorstands und Managements erachtet und daher eingestellt. Um die Ausrichtung des Vorstands und Managements mit der Sichtweise unserer Aktionäre zu synchronisieren, wurde 2010 im Sinne der nachhaltigen Unternehmensentwicklung ein "Long Term Incentive (LTI)"-Programm, ein zum Aktienoptionsplan alternatives Modell zur mittel- und langfristigen Incentivierung, umgesetzt. Zukünftig orientiert sich die langfristige Vergütung der Mitglieder des Vorstands und des Managements am CFROI, einer Kennzahl, die die Wertsteigerung des Unternehmens widerspiegelt. Wienerberger nimmt mit diesem Programm eine Vorreiterrolle in Österreich ein und trägt der Forderung des Österreichischen Corporate Governance Kodex nach einem auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Vergütungssystem für Vorstand und Management vollumfassend Rechnung.

Geschäftsordnung des Aufsichtsrats entspricht den Bestimmungen des Kodex

Aufgaben und Verantwortungsbereiche der Ausschüsse des Aufsichtsrats

Corporate Governance Bericht Corporate Governance bei Wienerberger

Die Mitbestimmung der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat und in dessen Ausschüssen ist durch Einrichtung eines Betriebsrats ein gesetzlich geregelter Teil des österreichischen Corporate Governance Systems. Die Arbeitnehmervertretung ist gemäß Arbeitsverfassungsgesetz berechtigt, in den Aufsichtsrat und die Ausschüsse einer Aktiengesellschaft für je zwei von der Hauptversammlung gewählte Aufsichtsratsmitglieder (Kapitalvertreter) ein Mitglied aus ihren Reihen zu entsenden.

Der Corporate Governance Kodex sieht vor, dass die Mehrheit der Kapitalvertreter im Aufsichtsrat unabhängig sein soll. Ein Aufsichtsratsmitglied ist als unabhängig anzusehen, wenn es in keiner geschäftlichen oder persönlichen Beziehung zu der Gesellschaft oder deren Vorstand steht, die einen materiellen Interessenkonflikt begründet und daher geeignet ist, das Verhalten des Mitglieds zu beeinflussen. Dieser Leitlinie folgend hat der Aufsichtsrat der Wienerberger AG in Anlehnung an Anhang 1 des Corporate Governance Kodex in der Fassung Jänner 2010 sechs Kriterien festgelegt, bei deren Erfüllung ein Aufsichtsratsmitglied als unabhängig anzusehen ist. Ein Aufsichtsratsmitglied ist unabhängig, wenn es in den vergangenen fünf Jahren nicht Mitglied des Vorstands oder leitender Angestellter der Wienerberger AG oder eines Konzernunternehmens der Wienerberger AG war, zur Wienerberger AG oder einem Konzernunternehmen der Wienerberger AG kein Geschäftsverhältnis in einem für das Aufsichtsratsmitglied bedeutenden Umfang unterhält (dies gilt auch für Geschäftsverhältnisse mit Unternehmen, an welchen das Aufsichtsratsmitglied ein erhebliches wirtschaftliches Interesse hat), in den letzten drei Jahren nicht Abschlussprüfer der Wienerberger AG oder Beteiligter oder Angestellter der prüfenden Prüfungsgesellschaft war, nicht Vorstand in einer anderen Gesellschaft ist, in der ein Vorstandsmitglied der Wienerberger AG Aufsichtsratsmitglied ist, dem Aufsichtsrat bisher nicht länger als 15 Jahre angehört sowie kein enger Familienangehöriger eines Vorstandsmitglieds der Wienerberger AG oder von Personen ist, die sich in einer zuvor genannten Position befinden. Alle Kapitalvertreter im Aufsichtsrat haben in der Sitzung vom 21. Februar 2011 erneut ihre Unabhängigkeit gemäß diesen Kriterien erklärt. Die Unabhängigkeitskriterien sind im Detail auf unserer Website veröffentlicht.

Es wurden keine Kredite an Aufsichtsratsmitglieder oder Vorstände vergeben. Über Verträge mit nahe stehenden Unternehmen berichten wir im Konzernanhang auf Seite 152.

Im Jahr 2010 wurde die Initiative gestartet, sich intensiv um die Aufnahme eines weiblichen Mitglieds in den Aufsichtsrat zu bemühen. Die Besetzung des Vorstands mit einer Frau ist derzeit nicht absehbar, da keine Erweiterung des Vorstands geplant ist. Bei der Neubesetzung von Senior Management Positionen ist es konsequente Unternehmenspolitik, bei gleicher Qualifikation Bewerberinnen zu bevorzugen. Durch verschiedene Programme und Maßnahmen (Ambassador Programm, Einsatz von Potenzial-Evaluierungs-Tools, flexible Arbeitszeitmodelle u.a.) wurde die Frauenquote gerade im mittleren Management weiter erhöht. Vor allem hier finden sich die Potenzialträger für zukünftige Senior und Top Management Positionen. Daher gehen wir davon aus, mittelfristig die Frauenquote insbesondere im Senior und Top Management deutlich erhöhen zu können.

Mitbestimmung der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat ist Teil der österreichischen Rechtsordnung

Alle Wienerberger Aufsichtsratsmitglieder sind unabhängig

Verträge mit nahe stehenden Unternehmen

Maßnahmen zur Förderung von Frauen in leitenden Positionen

KONZERN-LAGEBERICHT

Mitglieder und Ausschüsse des Aufsichtsrats

8 unabhängige Kapitalvertreter

Friedrich Kadrnoska unabhängig, geb. 1951, bestellt bis zur 144. o. HV (2013), erstmalig gewählt: 08.05.2002
Vorsitzender Vorstandsmitglied der Privatstiftung zur Verwaltung von Anteilsrechten, Aufsichtsratsvorsitzender der
Österreichisches Verkehrsbüro AG, der Allgemeine Baugesellschaft – A. Porr Aktiengesellschaft, der
CEESEG AG und der Wiener Börse AG, Aufsichtsratsmitglied der card complete Service Bank AG,
Director der UniCredit S.p.A., Verwaltungsrat der conwert Immobilien Invest SE und der Wiener
Privatbank SE, Geschäftsführer und Gesellschafter der A & I Beteiligung und Management GmbH
Christian Dumolin unabhängig, geb. 1945, bestellt bis zur 144. o. HV (2013), erstmalig gewählt: 17.07.1996
Stellvertreter des Vorsitzenden Aufsichtsratsvorsitzender der Koramic Investment Group NV, Mitglied des Regentenrats der Belgischen
Nationalbank, Aufsichtsratsmitglied der Belgischen Banken-, Finanz- und Versicherungskommission
(CBFA), Mitglied im Verwaltungsrat von USG People, De Steeg Investments, E & L Real Estate und
Vitalo Industries
Karl Fink unabhängig, geb. 1945, bestellt bis zur 142. o. HV (2011), erstmalig gewählt: 27.04.2006
Mitglied der erweiterten Konzernleitung der Vienna Insurance Group AG Wiener Versicherung Gruppe,
Vorstandsmitglied der Wiener Städtische Wechselseitiger Versicherungsverein – Vermögensverwaltung –
Vienna Insurance Group, Aufsichtsratsmitglied der AT&S Austria Technologie & Systemtechnik AG
Peter Johnson unabhängig, geb. 1947, bestellt bis zur 144. o. HV (2013), erstmalig gewählt: 12.05.2005
Aufsichtsratsvorsitzender der DS Smith Plc, Aufsichtsratsvorsitzender der Electrocomponents PLC
Harald Nograsek unabhängig, geb. 1958, bestellt bis zur 142. o. HV (2011), erstmalig gewählt: 08.05.2002
Vorstandsvorsitzender der Österreichisches Verkehrsbüro AG, Aufsichtsratsvorsitzender der DDSG –
Blue Danube Schifffahrt GmbH, Geschäftsführer der Fontana Sporthotel Gesellschaft m.b.H., der
Ruefa Reisen Direktbuchung GmbH und der Verkehrsbüro Finanzmanagement GmbH, Verwaltungsrat
der conwert Immobilien Invest SE
Claus J. Raidl unabhängig, geb. 1942, bestellt bis zur 144. o. HV (2013), erstmalig gewählt: 11.05.2004
Präsident der Oesterreichischen Nationalbank, Aufsichtsratsmitglied der Wiener Börse AG, Vorsitzender
des Kuratoriums des I.S.T. Austria, Mitglied des Kuratoriums des Technischen Museums Wien
Wilhelm Rasinger unabhängig, geb. 1948, bestellt bis zur 142. o. HV (2011), erstmalig gewählt: 27.04.2006
Geschäftsführender Gesellschafter der Inter-Management Unternehmensberatung Gesellschaft m.b.H.
und der "Am Klimtpark" LiegenschaftsverwaltungsgesmbH, Vorsitzender des IVA – Interessenverband
für Anleger, Aufsichtsratsvorsitzender der Friedrichshof Wohnungsgenossenschaft reg. Gen.m.b.H.,
Aufsichtsratsmitglied der Erste Group Bank AG und der CEE Immobilien Development AG
Franz Rauch unabhängig, geb. 1940, bestellt bis zur 143. o. HV (2012), erstmalig gewählt: 11.05.2004
Geschäftsführender Gesellschafter der Franz Rauch GmbH, Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender
der Treibacher Industrie AG, Aufsichtsratsmitglied der UniCredit Bank Austria AG, der Buy-Out
Central Europe II Beteiligungs-Invest AG, der Vorarlberger Kraftwerke AG, der Vorarlberger
Illwerke AG, der Hirschmann Automotive GmbH, der Collini Holding AG und der Austria Email AG
4 Arbeitnehmervertreter
Rupert Bellina erstmalig delegiert: 25.01.2005; Arbeitsvorbereiter bei der Semmelrock Ebenseer Baustoffindustrie
Claudia Schiroky erstmalig delegiert: 02.07.2002; Betriebsratsvorsitzende der Wienerberger AG
Karl Sauer erstmalig delegiert: 09.10.1996; Obmann des Zentralbetriebsrats, Sprecher des Europa-Betriebsrats
Gerhard Seban erstmalig delegiert: 03.02.2006; Vertriebsmitarbeiter im Werk Hennersdorf, Österreich
4 Ausschüsse
Präsidium und
Vergütungsausschuss Friedrich Kadrnoska (Vorsitzender), Christian Dumolin
Strategieausschuss Friedrich Kadrnoska (Vorsitzender), Christian Dumolin, Peter Johnson, Claus J. Raidl, Karl Sauer
Prüfungsausschuss Harald Nograsek (Vorsitzender), Wilhelm Rasinger, Karl Sauer
Personal- und
Nominierungsausschuss Friedrich Kadrnoska (Vorsitzender), Christian Dumolin, Karl Fink, Franz Rauch, Karl Sauer

Corporate Governance Bericht Mitglieder des Aufsichtsrats Bericht des Aufsichtsrats

Bericht des Aufsichtsrats

Aufsichtsrat und Vorstand haben im Berichtsjahr in sechs Sitzungen intensiv die wirtschaftliche Lage und strategische Weiterentwicklung des Unternehmens sowie wesentliche Ereignisse, Investitionen und Maßnahmen beraten. Der Vorstand hat den Aufsichtsrat im Rahmen der laufenden Berichterstattung sowie in allen Sitzungen anhand eines ausführlichen Berichts über die Geschäfts- und Finanzlage des Konzerns und seiner Beteiligungen, die Personalsituation sowie Akquisitions- und Investitionsvorhaben unterrichtet. Über besondere Vorgänge wurde zusätzlich informiert. Darüber hinaus war der Vorsitzende des Aufsichtsrats regelmäßig mit dem Vorstandsvorsitzenden in Kontakt, um über die Strategie, die Geschäftsentwicklung und das Risikomanagement des Unternehmens zu diskutieren.

In den Ausschüssen wurden einzelne Sachgebiete vertiefend behandelt und darüber dem Aufsichtsrat berichtet. Im Kapitel "Corporate Governance bei Wienerberger" werden auf Seite 20 die Verantwortungsbereiche der Ausschüsse ausführlich dargestellt, ihre Mitglieder sind auf Seite 22 angeführt. Der Personal- und Nominierungsausschuss tagte dreimal, der Prüfungsausschuss viermal und der Strategieausschuss zweimal. Das Präsidium, das auch als Vergütungsausschuss fungiert, trat einmal zusammen. Es hat sich vom Vorstand laufend über die aktuelle Geschäftslage informieren lassen und das Unternehmen in Vorstandsangelegenheiten vertreten. Insbesondere wurden vom Präsidium die Gesamtbezüge der Vorstände geprüft und festgelegt. Die Kriterien der variablen Vergütung, die Grundsätze der Altersversorgung und die Ansprüche bei Beendigung der Funktion sowie der Einzelausweis der Vorstands- und Aufsichtsratsbezüge sind im Vergütungsbericht (Seiten 30 bis 33) ausführlich dargestellt. Kein Aufsichtsratsmitglied war bei mehr als der Hälfte der Sitzungen abwesend. Drei Ausschussmitglieder haben an jeweils einer Sitzung nicht teilgenommen. Der Prüfungsausschuss ist in allen vier Sitzungen vollzählig zusammengetreten.

In der Sitzung des Prüfungsausschusses vom 15. Jänner 2010 wurden IFRS-Neuerungen und ihre Auswirkungen auf den Wienerberger Konzernabschluss, wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsfragen, ein Update zur Umsetzung des URÄG sowie ein Bericht über die laufenden bzw. geplanten Aktivitäten und wesentlichen Erkenntnisse der internen Revision thematisiert. Um zu gewährleisten, dass der Prüfungsausschuss seine Überwachungsaufgaben nach § 92 Absatz 4a Aktiengesetz optimal wahrnehmen kann, wurde für alle zukünftigen Sitzungen eine einheitliche Struktur beschlossen: Nach Information über den Rechnungslegungsprozess wird die Weiterentwicklung des Internen Kontrollsystems dargelegt, gefolgt von einer Behandlung wesentlicher finanzieller Einzel- bzw. Geschäftsrisiken. Abschließend berichtet die interne Revision über die Durchführung des laufenden internen Audit und ihre dabei gemachten Feststellungen. Zur Behandlung des Jahresabschlusses 2009 hat der Prüfungsausschuss in der Sitzung vom 17. März 2010 den Abschlussprüfer hinzugezogen, um den Jahresabschluss der Wienerberger AG, den Lagebericht, den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht, den Corporate Governance Bericht und den Ergebnisverwendungsvorschlag des Vorstands zu prüfen. Weiters wurde eine Erklärung des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2010 über dessen Rechtsbeziehungen mit der Wienerberger Gruppe sowie deren Organmitgliedern geprüft und eine Empfehlung zur Wahl des Abschlussprüfers abgegeben. Als weiteren Tagesordnungspunkt hat der Prüfungsausschuss einen Bericht des Abschlussprüfers über den Status der Umsetzung des Risikomanagements im Unternehmen behandelt. Darin wird festgehalten, dass bei Wienerberger ein Risikomanagement aktiv umgesetzt wird, das die wirksame Identifizierung, Beurteilung und Überwachung von Risikofaktoren sowie die rasche Reaktion auf Risiken zulässt.

Intensive laufende Abstimmung zwischen Aufsichtsrat und Vorstand

Vertiefende Behandlung einzelner Sachgebiete in den Ausschüssen und Anwesenheitsbericht

Prüfungsausschuss behandelt Jahresabschluss, Risikomanagement und interne Revision

Friedrich Kadrnoska, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Wienerberger AG

"Long Term Incentive (LTI)"-Programm zur Incentivierung von Vorstand und Management beschlossen

Alle Aufsichtsratsmitglieder sind unabhängig

Festlegung strategischer Schwerpunkte

Bestätigung des Vorsitzenden des Aufsichtsrats und seines Stellvertreters

Im Jahr 2009 wurde der bestehende Aktienoptionsplan aufgrund der geänderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als nicht mehr zeitgemäßes und taugliches Mittel zur Incentivierung des Vorstands und Managements erachtet und daher eingestellt. Um die Ausrichtung des Vorstands und Managements mit der Sichtweise der Wienerberger Aktionäre zu synchronisieren, hat der Personal- und Nominierungsausschuss im Sinne einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung ein "Long Term Incentive (LTI)"-Programm, ein zum Aktienoptionsplan alternatives Modell zur mittel- und langfristigen Incentivierung des Top Managements entwickelt, welches ausführlich im Rahmen der 141. ordentlichen Hauptversammlung vorgestellt wurde. Zukünftig orientiert sich die langfristige variable Vergütung der Mitglieder des Vorstands und des Managements am CFROI, einer Kennzahl, die die Wertsteigerung des Unternehmens widerspiegelt. Wienerberger nimmt mit diesem LTI-Programm eine Vorreiterrolle in Österreich ein und trägt der Forderung des Österreichischen Corporate Governance Kodex nach einem auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Vergütungssystem für Vorstand und Management vollumfassend Rechnung. In der Sitzung des Personal- und Nominierungsausschusses vom 10. Februar 2010 wurde über die Vorbereitung des LTI-Programms berichtet und in der Sitzung vom 20. Mai dessen Umsetzung beschlossen.

In der Aufsichtsratssitzung vom 10. Februar 2010 haben die einzelnen Aufsichtsratsmitglieder ihre Unabhängigkeitserklärungen gemäß dem Österreichischen Corporate Governance Kodex erneuert, und am 23. März 2010 legte der Vorstand einen Compliance Bericht über das Geschäftsjahr 2009 vor. Die vom Aufsichtsrat festgelegten Unabhängigkeitskriterien sind auf Seite 21 dargelegt und können im Detail auch auf der Wienerberger Website eingesehen werden.

Die Sitzungen des Strategieausschusses vom 27. April und 15. Oktober 2010 standen im Zeichen der Wienerberger Strategie. Um die Abhängigkeit der Geschäftsentwicklung vom Wohnungsneubau mittelfristig zu reduzieren, wurde die Verbreiterung des Kerngeschäfts in der Strategie von Wienerberger verankert. Darüber hinaus wurden als strategische Schwerpunkte die Forcierung von Systemlösungen, Produktinnovationen, Marketing und Vertrieb sowie die optimierte Auslastung unserer Kapazitäten definiert.

Im Anschluss an die 141. ordentliche Hauptversammlung wurden in der Aufsichtsratssitzung vom 20. Mai 2010 Friedrich Kadrnoska als Aufsichtsratsvorsitzender und Christian Dumolin als sein Stellvertreter bestätigt. Weiters hat der Aufsichtsrat gemäß § 270 Absatz 1 Unternehmensgesetzbuch der von der Hauptversammlung gewählten KPMG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs GmbH den Prüfungsauftrag für das Geschäftsjahr 2010 erteilt.

In der Aufsichtsratssitzung vom 16. August 2010 informierte der Vorstand den Aufsichtsrat detailliert über die Halbjahresergebnisse. Während am 2. November die Ergebnisse des dritten Quartals, die Energiestrategie sowie die Selbstevaluierung des Aufsichtsrats im Hinblick auf dessen Arbeitseffizienz im Mittelpunkt standen, waren am 15. Dezember 2010 die aktuelle Geschäftslage, eine Vorschau auf das Jahresergebnis 2010 sowie der Beschluss des Budgets 2011 zentrale Themen.

Gegenstand der Sitzung des Personal- und Nominierungsausschusses vom 15. Dezember 2010 waren die Festlegung der Kriterien für die kurzfristige variable Vergütung des Vorstands für das Geschäftsjahr 2011 sowie eine Diskussion im Hinblick auf eine mögliche Neubesetzung des Aufsichsrats unter verstärkter Berücksichtigung von Aspekten der Diversität.

Der Jahresabschluss und Lagebericht der Wienerberger AG sowie der Konzernabschluss 2010 nach IFRS wurden von der KPMG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs GmbH geprüft und mit dem Bestätigungsvermerk versehen. Sämtliche Abschlussunterlagen, der Ergebnisverwendungsvorschlag des Vorstands und die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers wurden im Prüfungsausschuss eingehend mit dem Prüfer behandelt und dem Aufsichtsrat vorgelegt. Der Aufsichtsrat hat die Unterlagen gemäß § 96 Aktiengesetz geprüft und stimmte dem Ergebnis der Abschlussprüfung zu. Der Aufsichtsrat hat weiters den Jahresabschluss gebilligt, der damit gemäß § 96 Absatz 4 Aktiengesetz festgestellt ist, und schließt sich dem Ergebnisverwendungsvorschlag des Vorstands an.

Der Aufsichtsrat bedankt sich bei der Unternehmensleitung sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren herausragenden Einsatz in einem nach wie vor herausfordernden Marktumfeld. Wienerberger ist aufgrund der innovativen Produkte und Systemlösungen, der starken industriellen und operativen Basis sowie der gesunden Kapitalstruktur für einen zukünftigen wirtschaftlichen Aufschwung sehr gut aufgestellt.

Wien, am 30. März 2011 Friedrich Kadrnoska, Vorsitzender

Selbstevaluierung des Aufsichtsrats

Festlegung der Kriterien für die kurzfristige variable Vorstandsvergütung 2011

Bestätigungsvermerk und Feststellung des Jahresabschlusses 2010

Dank an Mitarbeiter und Management

Vorstand und Management

Heimo Scheuch

Vorsitzender des Vorstands, bestellt bis Mai 2014, geb. 1966, verheiratet

Nach der juristischen Ausbildung an den Universitäten Wien und Paris sowie einem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien und der Ecole Supérieure de Commerce de Paris begann seine Karriere bei der in Mailand und London ansässigen Rechtsanwaltskanzlei Shook, Hardy & Bacon im Bereich Corporate Finance. 1996 kam er als Assistent des Vorstands zur Wienerberger AG, wechselte 1997 in das Senior Management zu Terca Bricks in Belgien und wurde 1999 ihr CEO. Seit Mai 2001 war Heimo Scheuch Mitglied im Vorstand, und im August 2009 bestellte ihn der Aufsichtsrat zum Vorstandsvorsitzenden der Wienerberger AG.

Zusätzliche Funktionen: Aufsichtsrat der Sto AG, Aufsichtsrat der Soravia Group AG (bis 12. Jänner 2011), Präsident von TBE (Europäischer Ziegel- und Tondachziegelverband)

Willy Van Riet

Mitglied des Vorstands, bestellt bis Mai 2014, geb. 1957, verheiratet, eine Tochter, ein Sohn

Nach der Erlangung des Masters in Business Economics an der Universität in Gent begann er seine berufliche Laufbahn als Wirtschaftsprüfer und anschließend als Senior Manager bei Price Waterhouse Coopers in Belgien. Ab 1993 war er im Baustoffsektor zunächst als Finanzvorstand von Terca Brick Industries und später von Koramic Building Products (auch als Wienerberger Aufsichtsrat) tätig. 2004 übernahm er die Leitung von Wienerberger Limited in Großbritannien. Seit 1. April 2007 ist Willy Van Riet Finanzvorstand der Wienerberger AG.

Johann Windisch

Mitglied des Vorstands, bestellt bis Mai 2014, geb. 1952, verheiratet, eine Tochter, ein Sohn

Nach seinem Doktoratsstudium der Betriebswissenschaften an der Technischen Universität Wien und einer Tätigkeit als Unternehmensberater bei Agiplan in Wien kam er 1980 als Assistent des Vorstands zu Wienerberger, wo er 1983 die Leitung des Controllings und Rechnungswesens und 1987 den Geschäftsbereich Hochbau übernahm. Danach war er Vorstand der Wienerberger Ziegelindustrie, deren Vorsitz er ab 1999 innehatte. Im Mai 2001 wurde er in den Vorstand der Wienerberger AG berufen.

Arbeitsweise des Vorstands

Die Tätigkeit des Vorstands basiert auf drei Grundelementen: dem eigenen Verantwortungsbereich, der Arbeit als Gesamtvorstand und dem Berichtswesen.

Im eigenen Verantwortungsbereich ist jedes Vorstandsmitglied umfassend in die jeweils relevanten strategischen und operativen Tätigkeiten involviert und dabei in ständigem Kontakt mit dem an ihn berichtenden Management. Über wesentliche Ereignisse werden die anderen Vorstandsmitglieder laufend informiert und einzelne Maßnahmen gemeinsam abgestimmt.

Grundlage für die Arbeit als Gesamtvorstand ist der regelmäßige Informationsaustausch. Dieser erfolgt formell in Vorstandssitzungen, die grundsätzlich einmal pro Woche stattfinden, sowie durch laufende Kommunikation auf informeller Ebene. Diese ist durch die räumliche Nähe – alle Vorstandsbüros sind nebeneinander angeordnet und durch ein gemeinsames Sekretariat miteinander verbunden – gewährleistet. In den Vorstandssitzungen wird das laufende Geschäft besprochen, insbesondere die aktuellen Entwicklungen von Nachfrage, Preisen und Kosten sowie

Arbeit im eigenen Verantwortungsbereich

Arbeit als Gesamtvorstand

Willy Van Riet, Heimo Scheuch und Johann Windisch

die Kapazitätsauslastung der Werke. Notwendige Maßnahmen werden gemeinsam festgelegt, während die Umsetzung durch jedes Vorstandsmitglied gesondert in seinem Verantwortungsbereich erfolgt. Darüber hinaus werden im Rahmen der Vorstandssitzungen (falls erforderlich auch unter Beiziehung des zuständigen Managements) strategische Themen erörtert, wobei der Schwerpunkt auf der (Weiter-)Entwicklung von Märkten, Produkten und Technologien liegt. Weiters werden die durch den Aufsichtsrat genehmigungspflichtigen Geschäfte besprochen und die Anträge nach Beschlussfassung an diesen weitergeleitet. Die Beschlussfassung im Vorstand erfolgt nach Möglichkeit einstimmig, für Vertragsunterzeichnungen durch den Vorstand gilt das Vier-Augen-Prinzip.

Die Steuerung des Unternehmens baut auf einem umfangreichen Berichtswesen auf. Zentrale Bedeutung hat dabei der Monatsbericht, der alle wesentlichen Detailinformationen zu den operativen Einheiten, insbesondere Gewinn- und Verlustrechnung je Land, Segment und Produktgruppe sowie Angaben zu Mengen-, Preis- und Kostenentwicklung, Working Capital und Investitionen enthält. Weiters erhält der Vorstand monatlich standardisierte Berichte über die Energie- und Finanzsituation sowie den Status der einzelnen Produkt- und Technologieprojekte. Quartalsweise erfolgt eine Konjunkturdatenerhebung in den einzelnen Ländern.

Der Vorstand der Wienerberger AG

Mit der Übernahme des Vorstandsvorsitzes durch Heimo Scheuch im September 2009 wurde der Vorstand von vier auf drei Mitglieder verkleinert. Damit verbunden war auch eine Vergrößerung der Verantwortungsbereiche jedes Einzelnen bei einer geringeren Gesamtvergütung des Vorstands, um zu untermauern, dass Kostenbewusstsein auch für den Vorstand höchste Priorität hat. Die operative und strategische Unternehmensführung ist auf die drei Vorstände aufgeteilt. Heimo Scheuch zeichnet für die Region Nordamerika sowie für Semmelrock, Steinzeug und den Bereich Immobilien verantwortlich. Johann Windisch steht als COO den Segmenten Zentral-Osteuropa, Zentral-Westeuropa und Nord-Westeuropa sowie Indien vor. Willy Van Riet ist neben seiner Funktion als Finanzvorstand auch für die Beteiligungen von Wienerberger zuständig.

Unternehmenssteuerung baut auf umfassendem Berichtswesen auf

Vorstand der Wienerberger AG besteht aus drei Personen

Operative Geschäftsführung auf Regionsebene liegt bei Bereichsdirektoren

Executive Committee als Beratungsorgan des Vorstands

Für die Regionen (Zentral-Osteuropa, Zentral-Westeuropa, Nord-Westeuropa, Nordamerika, Emerging Markets) zeichnet jeweils ein Bereichsdirektor (Executive Managing Director) für die operative Geschäftsführung auf Regions- und Produktebene verantwortlich. Deren Verantwortung erstreckt sich auf das operative Management der Region, die regionale Entwicklung der Produktgruppen sowie die Koordination des Zusammenspiels zwischen den operativen Ländereinheiten und den Produktgruppen. Ziel ist es, die Entscheidungswege zu verkürzen und durch die länderübergreifende Zusammenarbeit zusätzliche regions- sowie produktspezifische Synergien zu heben.

Als Beratungsorgan des Vorstands dient das Executive Committee. Es besteht aus dem Vorstand der Wienerberger AG und den vier Bereichsdirektoren. Die Bereichsdirektoren üben dabei eine beratende und unterstützende Funktion für den Vorstand in sämtlichen operativen und strategischen Belangen von Wienerberger aus.

Top Management Holding

Das Top Management Holding unterstützt den Vorstand bei der strategischen und organisatorischen Weiterentwicklung der Wienerberger Gruppe. Es stellt die erste Berichtsebene dar und besteht aus den Bereichsdirektoren (Executive Managing Directors) sowie den Leitern der Produktgruppen und der Corporate Services. Durch diese Organisationsstruktur wird eine enge Zusammenarbeit zwischen den Regionen und Produktgruppen gewährleistet, um länderübergreifende bzw. produktgruppenspezifische Synergien zu nutzen.

Bereichsdirektoren Christian Schügerl Zentral-Osteuropa exkl. Österreich
Christof Domenig Zentral-Westeuropa inkl. Frankreich, Österreich
Bert Jan Koekoek Nord-Westeuropa exkl. Frankreich
Karl Thaller Emerging Markets
Leiter Produktgruppen Martin Kasa Produktgruppe Wand
Franz Kolnerberger Produktgruppe Dach
Zdenka Debartoli Produktgruppe Fassade (ab 01.04.2011)
Leiter Corporate
Services
Barbara Braunöck Investor Relations
Bernd Braunstein Corporate Legal Services
Gerald Ettmann Internal Audit
Gerhard Hanke Corporate Controlling
Stefan Huber Corporate Treasury
Martin Kasa Corporate Marketing /Public Relations
Gerhard Koch European Affairs
Anton Moser Supply Chain Management (ab 01.02.2011)
Christian Reingruber Corporate Development/Neue Produkte
Jörg Schwander Corporate Engineering
Bernhard Waiker Corporate Procurement
Wolfgang Weiss Corporate Human Resources

Corporate Governance Bericht Vorstand und Management Organisation

Organisation

Heimo
Scheuch
Johann
Windisch
CEO
COO
Willy
Van
Riet
CFO
Corporate Services Corporate Development/
Neue Produkte Corporate Engineering Corporate Controlling
European Affairs Supply Chain Management Corporate IT
Corporate Legal Services Corporate Treasury
Internal Audit
Corporate Human Resources
Corporate Marketing /Public Relations Investor Relations
Corporate Risk Management
Corporate Procurement
Bereichsdirektoren Zentral-Osteuropa
Zentral-Westeuropa
Nord-Westeuropa
Emerging Markets
Produktgruppen Produktgruppe Beton Produktgruppe Wand
Produktgruppe Dach
Produktgruppe Fassade
Geschäftssegmente Nordamerika Zentral-Osteuropa Nord-Westeuropa
USA Österreich Belgien
Kanada Slowakei Frankreich
Tschechien Niederlande
Beton Ungarn
Semmelrock Rumänien
Dänemark
Bulgarien
Schweden
Polen
Norwegen
Slowenien
Kroatien
Estland
Finnland
Emerging Markets
Russland
Indien
Beteiligungen und Sonstiges Zentral-Westeuropa Beteiligungen und Sonstiges
Steinzeug Deutschland Tondach Gleinstätten
Immobilien Italien Pipelife
Schweiz Bramac

Vergütungsbericht

Vergütungsbericht erläutert Höhe und Struktur der Vorstandsund Aufsichtsratsbezüge

Vergütungssystem zielt auf angemessene Remuneration des Vorstands ab

Fixer Gehaltsbestandteil orientiert sich am Verantwortungsbereich

Kurzfristige variable Vergütung des Vorstands war in 2010 an operatives EBITDA-Ziel geknüpft

Der Vorstand erhält für 2010 keine variable Vergütung, da Zielgröße nicht erreicht wurde

Der Vergütungsbericht fasst die Grundsätze zusammen, die für die Festlegung der Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats der Wienerberger AG angewendet werden, erläutert Höhe und Struktur der Vorstands- und Aufsichtsratsbezüge und enthält Angaben zum Aktienbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat. Die Festlegung der Vergütung des Wienerberger Vorstands hat der Aufsichtsrat dem Präsidium übertragen, das auch als Vergütungsausschuss fungiert.

Nach österreichischem Recht wird der Vorstand für eine bestimmte Dauer – maximal auf fünf Jahre je Periode – bestellt. Für diesen Zeitraum wurden die Dienstverträge der einzelnen Wienerberger Vorstandsmitglieder durch den Vergütungsausschuss unter Beiziehung eines externen Beraters erarbeitet. Zielsetzung des Vergütungssystems ist es, die Vorstände im nationalen und internationalen Vergleich (Baustoffsektor) gemäß ihrem Tätigkeits- und Verantwortungsbereich angemessen zu vergüten. Wichtiges Element dabei ist die Strukturierung des Barbezugs in fixe und variable Bestandteile.

Der fixe Bestandteil orientiert sich am Verantwortungsbereich jedes Vorstandsmitglieds und wird, wie in Österreich üblich, in vierzehn Monatsgehältern im Nachhinein ausbezahlt. Die Folge sind differenzierte Basisgehälter je Zuständigkeit unter Berücksichtigung der damit verbundenen strategischen und operativen Verantwortung.

Die variable Vergütung zielt auf eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts ab und setzt sich aus einer kurzfristigen und einer langfristigen Komponente zusammen. Die kurzfristige variable Vergütungskomponente ist an das Erreichen von kurzfristigen Unternehmenszielen geknüpft und wird jeweils für das kommende Geschäftsjahr vom Aufsichtsrat festgelegt. Für 2010 wurde auf Basis des Budgets ein operatives EBITDA-Ziel vereinbart, wobei jeweils nach unten und nach oben ein Korridor festgelegt ist, innerhalb dessen eine aliquote Ausschüttung erfolgt. Unterschreitet das operative EBITDA die definierte Untergrenze, entfällt der kurzfristige variable Anteil; wird die Obergrenze erreicht oder überschritten, beträgt er maximal 200% des Fixgehalts. Da im Geschäftsjahr 2010 der operative EBITDA-Mindestwert nicht erreicht wurde, erhalten die Vorstandsmitglieder keine kurzfristige variable Vergütung.

Im August 2009 folgte Heimo Scheuch, vormals COO, Wolfgang Reithofer als Vorstandsvorsitzender von Wienerberger nach. Durch die damit einhergehende Verkleinerung des Vorstands von vier auf drei Mitglieder sowie durch den Entfall der kurzfristigen variablen Vergütung 2010 verringerten sich die Gesamtbezüge des Vorstands im Vergleich zu 2009 um 42%:

Barbezüge Vorstand 2009 2010
in € Fix Variabel Gesamt Fix Variabel Gesamt
Heimo Scheuch 509.550 254.775 764.325 628.969 0 628.969
Johann Windisch 430.254 215.127 645.381 501.715 0 501.715
Willy Van Riet 344.203 172.101 516.304 461.577 0 461.577
Wolfgang Reithofer 1) 407.201 390.262 797.463 0 0 0
Gesamt 1.691.208 1.032.265 2.723.473 1.592.261 0 1.592.261

1) Mit 31.7.2009 ausgeschieden

Corporate Governance Bericht Vergütungsbericht

Die langfristige variable Vergütungskomponente basierte bis Ende 2008 auf einem Aktienoptionsplan für Führungskräfte des Konzerns (Details dazu finden sich auf der Wienerberger Website). Im Jahr 2009 wurde dieser Aktienoptionsplan eingestellt, da er aufgrund der geänderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als nicht mehr zeitgemäßes Mittel zur Incentivierung des Vorstands und Managements erachtet wurde. In der Folge hat der Aufsichtsrat für den Vorstand und ausgewählte Führungskräfte des Konzerns (ca. 30 Personen) ein alternatives Modell zur Abdeckung der mittel- bis langfristigen Vergütungskomponente beschlossen, ein so genanntes "Long Term Incentive (LTI)"-Programm. Es zielt auf eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts ab, wobei der Aktienkurs als zusätzlicher Hebel wirkt. Führungskräfte sollen dadurch ihr Verhalten verstärkt an der wertorientierten Sicht der Aktionäre ausrichten und ihre Planungs- und Zielverbundenheit erhöhen.

Jedes Jahr – beginnend ab 2010 – werden virtuelle Anteile, so genannte Performance Share Units (PSUs), begeben, deren Anzahl von der Position im Unternehmen abhängig ist (CEO: 8.000, Vorstandsmitglied: 6.000, Bereichsdirektor: 2.500, Top Management Holding und Geschäftsführer größerer Landesgesellschaften: 1.000). Besondere Teilnahmevoraussetzungen gelten für den Vorstand: Er muss Wienerberger Aktien mindestens im Ausmaß der jährlich zugewiesenen PSUs besitzen, wobei diese Aktien bis zum Laufzeitende des betreffenden Programms nicht veräußert werden dürfen. Jeweils nach Ablauf von drei Jahren wird erstmals der monetäre Wert der PSUs bestimmt, indem sie mit der Zielerreichung und dem durchschnittlichen Kurs der Wienerberger Aktie während der letzten 20 ATX-Handelstage im dritten Jahr multipliziert werden. Die Zielerreichung hängt vom CFROI im dritten Jahr nach Begebung der PSUs ab. Sollte der CFROI unter einem definierten Zielkorridor liegen, kommt es zu keiner Auszahlung. Im Falle einer Auszahlung erfolgt diese nicht einmalig, sondern in drei gleich hohen Teilbeträgen innerhalb von zwei Jahren. Sollte innerhalb dieses Zeitraums der jährliche CFROI den Mindestwert unterschreiten, entfällt die jeweils folgende Teilzahlung ersatzlos.

Wienerberger nimmt mit diesem LTI-Programm eine Vorreiterrolle in Österreich ein und trägt der Forderung des Österreichischen Corporate Governance Kodex nach einem auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Vergütungssystem für Vorstand und Management vollumfassend Rechnung.

Zur Aufnahme von Nebentätigkeiten benötigen Vorstandsmitglieder die Zustimmung des Aufsichtsrats. So ist sichergestellt, dass weder der zeitliche Aufwand noch die dafür gewährte Vergütung zu einem Konflikt mit den Aufgaben für das Unternehmen führen. Soweit es sich bei den Nebentätigkeiten um Aufsichtsratsmandate oder vergleichbare Mandate bei börsenotierten Gesellschaften handelt, sind diese auf Seite 26 sowie auf der Wienerberger Website veröffentlicht. Für die Übernahme von Mandaten in Konzerngesellschaften erfolgt keine gesonderte Vergütung. Einführung einer langfristigen variablen Vergütungskomponente zur nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts

"Long Term Incentive (LTI)"-Programm zur Synchronisierung der Ziele des Managements mit den Interessen der Aktionäre

Wienerberger ist Vorreiter bei nachhaltiger Vergütung des Managements

Nebentätigkeiten erfordern Zustimmung des Aufsichtsrats

Überwiegend beitragsorientierte Pensionsregelungen für Vorstandsmitglieder

Abschluss einer D&O-Versicherung mit 75 Mio. € Haftungssumme

Vergütungssystem für den Aufsichtsrat seit 2006 unverändert

Alle Vorstandsmitglieder verfügen über Pensionskassenregelungen, für die das Unternehmen jährlich Beiträge leistet. Darüber hinausgehende Verpflichtungen für das Unternehmen bestehen nicht. Für die Vorstandsmitglieder wurden im Geschäftsjahr 2010 644.085 € (Vorjahr: 649.897 €) in Form von Beiträgen zu Pensionskassen (beitragsorientierte Zusagen) und zur Bildung von Pensionsrückstellungen (leistungsorientierte Zusagen) aufgewendet. Im Falle der Beendigung des Dienstverhältnisses der Vorstände bestehen Abfertigungsansprüche entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen in Österreich, abhängig von der Höhe der Gesamtbezüge sowie der Unternehmenszugehörigkeit. Die Aufwendungen zur Dotierung einer Rückstellung für Abfertigungsansprüche betrugen im Geschäftsjahr 2010 275.238 € (Vorjahr: 803.919 €). An frühere Mitglieder des Vorstands und ihre Hinterbliebenen wurden Zahlungen von 776.400 € (Vorjahr: 3.321.126 €) geleistet.

Wienerberger hat für die Vorstandsmitglieder, geschäftsführenden Organe, Kontrollorgane und leitenden Angestellten eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung ("Directors-and-Officers"-Versicherung) mit einer Haftungssumme von 75 Mio. € abgeschlossen. Davon umfasst sind auch Schäden, die dem Unternehmen durch Sorgfaltspflichtverletzungen des genannten Personenkreises (ohne Vorsatz bzw. wissentliche Pflichtverletzung) entstehen.

Die Hauptversammlung hat am 27. April 2006 das folgende Vergütungssystem für den Aufsichtsrat beschlossen: Jedes Mitglied des Aufsichtsrats erhält neben dem Ersatz der Barauslagen eine feste Vergütung von 10.000 € p.a. Für die Mitwirkung im Strategie-, Prüfungs- sowie Personal- und Nominierungsausschuss erhält jedes Mitglied zusätzlich 5.000 € p.a. je Ausschuss. Diese Festvergütung ist nach dem von der Statistik Austria verlautbarten Verbraucherpreisindex 2005 oder einem allfälligen Nachfolgeindex wertgesichert. Weiters erhält jedes Aufsichtsratsmitglied eine erfolgsabhängige Vergütung in Höhe von 0,07 ‰ des für ein Geschäftsjahr ermittelten Ergebnisses nach Steuern und vor Minderheitenanteilen sowie nach Abzug eines etwaigen Aufwands für Hybridkapital oder vergleichbare Finanzierungsinstrumente der Wienerberger AG gemäß dem vorgelegten und geprüften Konzernabschluss. Für den Vorsitzenden des Aufsichtsrats beträgt die ermittelte Vergütung das Zweifache, für den stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden das Eineinhalbfache. Ist ein Mitglied des Aufsichtsrats nicht das volle Geschäftsjahr tätig, so sind die Vergütungen zu aliquotieren. Übernehmen Mitglieder des Aufsichtsrats in dieser Eigenschaft eine besondere Tätigkeit im Interesse der Gesellschaft, so kann ihnen hierfür durch Beschluss der Hauptversammlung eine besondere Vergütung bewilligt werden.

Aufsichtsratsvergütung in € 2009 2010
Friedrich Kadrnoska, Vorsitzender 42.431 43.412
Christian Dumolin, Stellvertreter des Vorsitzenden 31.823 32.559
Karl Fink 15.912 16.279
Peter Johnson 15.912 16.279
Harald Nograsek 15.912 16.279
Claus J. Raidl 15.912 16.279
Wilhelm Rasinger 15.912 16.279
Franz Rauch 15.912 16.279
Gesamt 169.726 173.645

Für das Jahr 2010 (Auszahlung im Jahr 2011) betrug die Aufsichtsratsvergütung insgesamt 173.645 € und verteilt sich wie folgt:

Für Leistungen außerhalb der oben beschriebenen Aufsichtsratstätigkeit, insbesondere Beratungs- und Vermittlungsleistungen, wurden keine Vergütungen gewährt. Ausgenommen davon sind die Gehälter der Arbeitnehmervertreter aus ihren jeweiligen Dienstverträgen. Aufsichtsratsmitglieder der Wienerberger AG haben keine Pensionszusagen seitens der Gesellschaft.

Vorstand und Aufsichtsrat haben sich freiwillig verpflichtet, ihren Bestand an Wienerberger Aktien offenzulegen. Käufe und Verkäufe durch Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats werden gemäß § 48 Börsegesetz der Finanzmarktaufsichtsbehörde gemeldet und auf der Wienerberger Website unter "Directors' Dealings" veröffentlicht. Ende 2010 waren insgesamt 262.679 Wienerberger Aktien im Besitz von Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats.

Aktienbesitz in Stück 1.1.2010 Kauf Verkauf 31.12.2010
Vorstand Heimo Scheuch 41.252 10.000 0 51.252
Johann Windisch 0 6.000 0 6.000
Willy Van Riet 22.142 0 0 22.142
Aufsichtsrat Friedrich Kadrnoska 9.461 0 0 9.461
Christian Dumolin 133.0001) 0 0 133.000 1)
Karl Fink 0 0 0 0
Peter Johnson 0 0 0 0
Harald Nograsek 1.400 0 0 1.400
Claus J. Raidl 4.200 0 0 4.200
Wilhelm Rasinger 35.224 0 0 35.224
Franz Rauch 0 0 0 0
Gesamt 246.679 16.000 0 262.679

1) im Namen der Koramic Finance Company NV (Korfima) gehalten

Keine Pensionszusagen bzw. zusätzlichen Vergütungen für den Aufsichtsrat

Vorstand und Aufsichtsrat veröffentlichen freiwillig ihren Bestand an Wienerberger Aktien

Identifikation und Analyse der 15 größten Risiken im Rahmen des Risikomanagementprozesses

Geschäftsentwicklung hängt sehr stark vom Wohnungsneubau ab

Erhalt einer gesunden Kapitalbasis durch finanzielle Disziplin

Risikomanagement

Wienerberger ist im Rahmen ihrer globalen Geschäftstätigkeit unterschiedlichen Risiken ausgesetzt. Prinzipiell wird Risiko bei Wienerberger als die Möglichkeit der Abweichung von Unternehmenszielen verstanden und ist somit eine Bandbreite möglicher Zukunftsszenarien. Der Risikobegriff beinhaltet dabei sowohl die Möglichkeit eines Verlustes (Risiko im eigentlichen Sinn) als auch der Nichtrealisierung eines zusätzlichen Gewinns. Ziel unseres Risikomanagements ist es, Risiken frühzeitig zu erkennen und ihnen durch geeignete Maßnahmen zu begegnen, um Zielabweichungen so gering wie möglich zu halten. Dazu ist die Identifizierung, Bewertung, Steuerung und Überwachung der Risiken erforderlich, die regelmäßig im Rahmen unseres internen Risikomanagementprozesses erfolgt. Dabei wird die aus Vorperioden vorliegende Risikoerhebung einmal jährlich durch das Top Management aktualisiert. Anhand von Eintrittswahrscheinlichkeiten und möglichen Auswirkungen werden die identifizierten Risiken nach deren Risikowert gereiht und die 15 größten Risiken einer detaillierten Analyse unterzogen. Dieser Prozess führte 2010 zu einer geänderten Gewichtung einzelner Positionen sowie der Aufnahme neuer Risiken in unseren Risikokatalog. Die wesentlichsten Risiken sind nachfolgend näher erläutert. Eine detaillierte Darstellung sämtlicher Risiken findet sich im Risikobericht im Anhang ab Seite 146.

Markt-, Produktions- und Preisrisiken

Wienerberger ist als Baustoffhersteller in einer zyklischen Branche tätig und vor allem vom Wohnungsneubau abhängig, welcher stark mit der Entwicklung der Volkswirtschaften in den jeweiligen Ländern korreliert. Weitere wesentliche Faktoren, die einen entscheidenden Einfluss auf den Wohnungsneubau haben, sind das Konsumentenvertrauen, das langfristige Zinsniveau und die Verfügbarkeit von Hypothekarkrediten bzw. Finanzierungen für Wohnprojekte. Um den Einfluss einzelner Märkte auf die Ertragssituation der Gruppe gering zu halten, verfolgt Wienerberger eine Strategie der geografischen Diversifizierung bei gleichzeitiger Konzentration auf das Kerngeschäft. Bei schwacher wirtschaftlicher Entwicklung und dem daraus resultierenden Rückgang der Nachfrage nach Baustoffen verstärkt sich das Risiko von Überkapazitäten. Diese können zu Preisdruck und ungedeckten Kosten führen und folglich Preisanpassungen erforderlich machen. Um die Auswirkungen dieser Risiken auf die Ertragslage zu minimieren, analysieren wir laufend unsere Kapazitäten und passen sie gegebenenfalls durch temporäre Stilllegungen sowie Produktionsverlagerungen an die Markterfordernisse an. Darüber hinaus steht Wienerberger im Wettbewerb mit anderen Dach- und Wandbaustoffen, wodurch sich ein Substitutionsrisiko ergibt. Mittels unserer starken Position als Qualitätsführer und durch Investitionen in die Entwicklung hochwertiger Produkte zielen wir darauf ab, Preis- und Substitutionsrisiken zu minimieren.

Finanzielle Risiken

Wienerberger verfügt nach Abschluss der Restrukturierung, bei der die Sicherung der Liquidität mittels Kostensenkungen, aktiven Kapazitäts- und Working Capital Managements und Minimierung der Investitionen im Mittelpunkt stand, und der Kapitalerhöhung im September 2009 mit einem Gearing von nur 15% über eine starke Kapitalbasis und eine ausgewogene Finanzierungsstruktur, welche auch in Zukunft erhalten bleiben sollen. Neben dem Liquiditätsrisiko bestehen Währungs- und Zinsrisiken. Ziel ist es, durch Währungsswaps eine bessere Deckung zwischen Aktiv- und Passivseite der Bilanz herzustellen, um die Auswirkungen von Währungsschwankungen auf das Konzerneigenkapital gering zu halten. Wienerberger konnte

Corporate Governance Bericht Risikomanagement

aufgrund der in den letzten Jahren durchgeführten Absicherungen die Risiken im Währungs- und Zinsbereich reduzieren. Eine Darstellung der Finanzierungssituation findet sich in der Ergebnisund Bilanzanalyse ab Seite 72, die Währungsrisiken sind im Anhang ab Seite 148 beschrieben.

Beschaffungsrisiken

Die Rohstoffversorgung ist zu zwei Drittel durch in unserem Eigentum stehende Tongruben und zu einem Drittel durch langfristige Abbauverträge gesichert. Dem Risiko einer Verknappung von Energie und daraus resultierenden volatilen Energiepreisen begegnet Wienerberger durch laufende Beobachtung der Situation an den relevanten Märkten, den Abschluss von Termingeschäften, die frühzeitige Fixierung der Bezugspreise sowie längerfristige Lieferverträge. Für 2011 wurde bereits ein wesentlicher Teil der benötigten Mengen an Erdgas und Strom abgesichert. Eine detaillierte Beschreibung des Energieeinkaufs findet sich auf Seite 53. Hauptmaßnahme bleibt jedoch die kontinuierliche Optimierung des Energieeinsatzes in der Produktion.

Rechtliche Risiken

Aufgrund unserer Position in einzelnen Märkten wird die Preispolitik unserer Tochterunternehmen von den Wettbewerbsbehörden aufmerksam verfolgt. Preisabsprachen zählen nicht zur Geschäftspraxis von Wienerberger, sind im Rahmen unserer internen Richtlinien dezidiert untersagt und werden mit strengen Sanktionen geahndet.

Aus heutiger Sicht lassen sich keine Risiken erkennen, die den Fortbestand der Wienerberger Gruppe gefährden könnten. Für spezifische Haftungsrisiken und Schadensfälle werden Versicherungen abgeschlossen, deren Umfang laufend überprüft und am wirtschaftlichen Verhältnis von maximalem Risiko zu Versicherungsprämien ausgerichtet wird. Um Risiken zu begegnen, die aus den vielfältigen steuerlichen, wettbewerbs-, patent-, kartell- und umweltrechtlichen Regelungen und Gesetzen resultieren, trifft das Management Entscheidungen auf Basis interner und externer Beratungen. Die konsequente Befolgung der Regeln und die Kontrolle der Mitarbeiter im Umgang mit Risiken gehören zu den grundlegenden Aufgaben aller Verantwortlichen im Konzern.

Zur Risikovermeidung und -bewältigung werden in den lokalen Gesellschaften Risiken bewusst nur im operativen Geschäft eingegangen und dabei immer im Verhältnis zum möglichen Gewinn analysiert. Insbesondere sind Spekulationen außerhalb der operativen Geschäftstätigkeit unzulässig. Risiken außerhalb der operativen Tätigkeit, beispielsweise finanzielle Risiken, werden von der Muttergesellschaft beobachtet und im notwendigen Maße abgesichert. Die wichtigsten Instrumente zur Risikoüberwachung und -kontrolle sind der Planungs- und Controllingprozess, konzernweite Richtlinien, die laufende Berichterstattung sowie das Interne Kontrollsystem (IKS).

Internes Kontrollsystem

Durch die Einführung der internen Revision als Stabstelle des Gesamtvorstands ist neben der Umsetzung der Grundsätze der Corporate Governance insbesondere für die Stärkung des Internen Kontrollsystems (IKS) Sorge getragen. Auf Grundlage eines vom Vorstand genehmigten und mit dem Prüfungsausschuss abgestimmten jährlichen Revisionsplans sowie einer konzernweiten Risikobewertung aller Unternehmensaktivitäten überprüfen der Vorstand und die interne Revision regelmäßig operative Prozesse auf Risikomanagement und EffizienzHedging und langfristige Lieferverträge gegen Verknappung von Energie

Konzernweite Compliance-Richtlinie gegen kartellrechtswidrige Absprachen

Keine Risiken erkennbar, die das Gesamtunternehmen gefährden

Risiken werden nur im operativen Geschäft eingegangen

Internes Kontrollsystem wird durch interne Revision überprüft

verbesserungsmöglichkeiten und überwachen die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen, interner Richtlinien und Prozesse. Ein weiteres Betätigungsfeld der internen Revision sind Ad-hoc-Prüfungen, die auf Veranlassung des Managements erfolgen und auf aktuelle und zukünftige Risiken abzielen.

Das in der Wienerberger Gruppe implementierte IKS wird zur Unterstützung der Früherkennung und Überwachung von Risiken aus unzulänglichen Überwachungssystemen und betrügerischen Handlungen von der internen Revision gemeinsam mit den entsprechenden Fachabteilungen laufend überarbeitet und erweitert. Dieses System basiert auf den Maßstäben des international bewährten Regelwerks für interne Kontrollsysteme (COSO – Internal Control and Enterprise Risk Managing Frameworks des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission) und bietet dem Management neben konzernweiten Richtlinien sowie einem einheitlichen Berichtswesen ein umfassendes Instrument, um Unsicherheiten und Risiken aus sämtlichen Geschäftsaktivitäten zu analysieren und zu steuern.

Der dezentralen Struktur von Wienerberger entsprechend liegt auch die Verantwortung für die Implementierung und Überwachung des Internen Kontrollsystems beim jeweils zuständigen lokalen Management. Die Geschäftsführer der einzelnen Tochterunternehmen sind angehalten, anhand des einheitlich zur Verfügung gestellten IKS die Einhaltung der Kontrollen durch Selbstüberprüfungen zu evaluieren und zu dokumentieren. Die interne Revision überwacht in der Folge die Einhaltung dieser Prüfungsschritte durch die lokale Geschäftsführung. Die Ergebnisse werden an die jeweilige Geschäftsführung sowie an den Gesamtvorstand der Wienerberger AG berichtet.

Die interne Revision und das Corporate Controlling berichten dem Prüfungsausschuss vierteljährlich über wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsverfahren, Auswirkungen von IFRS-Neuerungen auf den Konzernabschluss, wesentliche Änderungen im Rechnungslegungsprozess sowie über Erkenntnisse aus dem Risikomanagement. Darüber hinaus wird dieser regelmäßig über getroffene Prüfungsfeststellungen, relevante Umsetzungsaktivitäten sowie Verbesserungsmaßnahmen aus im IKS identifizierten Schwachstellen informiert.

Bei der Überwachung und Kontrolle der wirtschaftlichen Risiken des laufenden Geschäfts kommt dem Berichtswesen eine besondere Bedeutung zu. Der Konzernabschlussprüfer beurteilt jährlich die Funktionsfähigkeit des Wienerberger Risikomanagements und berichtet darüber an Aufsichtsrat und Vorstand. Die Funktionalität unseres Risikomanagements wurde vom Konzernabschlussprüfer kontrolliert und bestätigt. Darüber hinaus unterliegen die Kontrollsysteme einzelner Unternehmensbereiche ebenfalls den Prüfungshandlungen des Wirtschaftsprüfers im Rahmen der Jahresabschlussprüfung. Für 2010 wurden von der internen Revision gemeinsam mit dem Abschlussprüfer 25 für den Geschäftsablauf wesentliche Kontrollen aus sämtlichen Geschäftsbereichen zur detaillierten Prüfung durch KPMG definiert. Die Ergebnisse dieser Prüfung wurden Vorstand und Prüfungsausschuss präsentiert, die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden durch die interne Revision aufgearbeitet. Eine detaillierte Darstellung der Risiken des Wienerberger Konzerns findet sich im Anhang ab Seite 146.

Internes Kontrollsystem basiert auf anerkannten Best Practices und Standards und wird laufend überarbeitet

Umsetzung des IKS erfolgt dezentral, die Überwachung der Einhaltung des IKS zentral durch die interne Revision

Überwachung des Rechnungslegungsprozesses sowie Wirksamkeit der internen Kontrollen durch Prüfungsausschuss gemäß URÄG 2008

Funktionsfähigkeit des Risikomanagements geprüft und durch KPMG bestätigt

Forschung und Entwicklung

F&E zählt zu den Schwerpunkten unserer strategischen Planung

Erfolgreiches Pilotprojekt zur Optimierung im Trocknungsprozess senkt Energieeinsatz

Wienerberger gelingt es in einem weiteren Pilotprojekt, als erstes Unternehmen der Ziegelindustrie den Produktlebenszyklus nach dem "Cradle to Cradle"-Prinzip zu schließen

Kontinuierliche Verbesserung der wärmedämmenden Eigenschaften von Ziegel

Forschung und Entwicklung (F&E) zählt zu den Schwerpunkten der strategischen Planung von Wienerberger und hat einen zentralen Stellenwert im Unternehmen. Aufgabenschwerpunkte für F&E sind die Optimierung von Produktionsprozessen sowie die stetige Weiterentwicklung und Verbesserung von Produkten. Ziel von Wienerberger ist es, durch Kosten- und Technologieführerschaft und Produktinnovationen Marktpositionen zu sichern und weiter auszubauen. Hauptaugenmerk liegt dabei auf der laufenden Verbesserung der technischen Eigenschaften der Ziegel hinsichtlich Wärmedämmung, Stabilität und Schallschutz, der Entwicklung von Systemlösungen für Dach und Wand sowie der Steigerung der Energieeffizienz in der Produktion. F&E wird zentral gesteuert, aber – durch eine enge Zusammenarbeit des Corporate Engineering mit Werksleitern und lokalen Technikern – großteils dezentral umgesetzt. Erfolgreiche Entwicklungen können auf diese Weise rasch und effizient in der Gruppe ausgerollt werden.

Optimierung von Produktionsprozessen

Wienerberger arbeitet laufend an der Verbesserung von Produktionsprozessen. Die Forschungsschwerpunkte betreffen vor allem die Reduktion des Energieeinsatzes sowie den ressourcenschonenden Umgang in der Produktion. Ein wesentlicher Teil der im Produktionsprozess eingesetzten Energie wird für das Trocknen der Ziegel aufgewendet, daher ist die Optimierung des Trocknungsprozesses von besonders großer Bedeutung. Bereits in der Vergangenheit konnte der Energieverbrauch durch den Einsatz eines eigens entwickelten Luftführungsverfahrens im Brennprozess von Ziegel deutlich gesenkt werden. Im letzten Jahr wurde ein weiterer wesentlicher Schritt in diese Richtung gemacht. Im Rahmen eines Pilotprojekts wurde eine neue Form von Niedrigtemperaturtrocknung erfolgreich getestet. Hierbei wird durch eine eigens von Wienerberger Mitarbeitern entwickelte Technik die Umgebungsluft für den Trocknungsprozess der Ziegel herangezogen und damit der Energieeinsatz in der Produktion nochmals reduziert. In einem nächsten Schritt soll nun 2011 diese neue Form der Niedrigtemperaturtrocknung in weiteren Werken getestet werden.

Ein weiterer Meilenstein für nachhaltige Ziegelproduktion wurde in einem Werk in Belgien erreicht. Wienerberger schaffte es im Rahmen eines Pilot-Projekts, den Produktlebenszyklus nach dem Prinzip "Cradle to Cradle" zu schließen. Grundidee dieses Prinzips ist ein vollständiger, geschlossener Wiederverwendungsprozess von Produkten. Bei Wienerberger wird dies durch den Einsatz von alten Ziegel im Produktionsprozess für neue Ziegel umgesetzt. Abfälle werden damit zu Rohstoffen in der Produktion und führen so zu einer deutlichen Verringerung des Einsatzes von frischen Rohstoffen und zu einer vollständigen Wiederverwertung von alten Ziegel. Dieses erfolgreiche Projekt soll in den nächsten Jahren in weiteren Werken der Wienerberger Gruppe getestet werden.

Produktentwicklungen und Innovationen

Der Ziegel ist mit seiner 5.000 Jahre alten Geschichte nicht nur historisch der erfolgreichste Baustoff, sondern auch im 21. Jahrhundert eines der am häufigsten verwendeten Baumaterialien weltweit. Als reines Naturprodukt, aus natürlichen Rohstoffen hergestellt, verfügt der Ziegel über eine sehr lange Lebensdauer und bringt ideale Voraussetzungen für nachhaltiges Bauen mit. Mit der Verankerung von Nachhaltigkeit als strategischen Schwerpunkt wird sich die zukünftige Forschungs- und Entwicklungsarbeit noch intensiver diesem Thema widmen. Die kontinuierliche Verbesserung der wärmedämmenden Eigenschaften von Ziegel liegt bereits seit Jahren im Fokus der Forschung von Wienerberger.

Wienerberger Verfüllziegel, die bereits als Dämmstoff eingestuft sind, überzeugen mit ihren Wärmeleitfähigkeiten von 0,09 bis 0,07 W/(m2K). Poroton-P, der 50 cm dicke Ziegel, dessen Ziegelhohlräume mit Perlit, einem mineralischen Granulat aus geblähtem Vulkanstein gefüllt sind, ist bereits zum Standard gereift. Poroton-MW, anstelle von Perlit mit Mineralwolle verfüllt, wurde 2010 auf dem deutschen Markt eingeführt. Das Füllmaterial der Ziegel ersetzt die Außendämmung, wodurch mit diesen Ziegeltypen Niedrigenergiehäuser ohne zusätzliche Wärmedämmung gebaut werden können.

Bei der Errichtung von Gebäuden sind neben den bautechnischen Eigenschaften vor allem die Konstruktionsgeschwindigkeit und die Kosten für die Verarbeitung wesentlich. Porotherm Dryfix®, ein spezieller Ziegelkleber aus der Dose, ermöglicht eine einfache, äußerst schnelle und trockene Verarbeitung bei Witterungsverhältnissen bis minus fünf Grad Celsius. Das hochwertige, technologisch ausgereifte Produkt gewährleistet somit einen rascheren Baufortschritt, damit einhergehend geringere Kosten und somit wesentliche Vorteile gegenüber der konventionellen Verlegung mit Mörtel.

Die jüngste Innovation stellt der speziell designte Leichtziegel dar, dessen Name für eine seiner herausragenden Eigenschaften steht. Sein geringes Gewicht resultiert aus kugelförmigen Lufträumen in der massiven Masse des Ziegels (Porenanteil) und der speziellen Lochgeometrie, die zudem eine hervorragende Wärmedämmung mit sich bringt. Größe (geeignet für eine Wandtiefe von 20 bis 30 cm) und Form bedingen die ergonomische Handlichkeit. Zudem wird die Oberfläche ganz glatt geschliffen, was ein Verkleben der Ziegel erlaubt, Mörtel sowie Kleber sparsam zum Einsatz kommen lässt und damit eine effiziente und rasche Verarbeitung ermöglicht. Doch der Vorzüge nicht genug: Im Herstellungsprozess punktet dieses Baumaterial durch geringen Energieverbrauch und damit günstigen CO2-Footprint. Somit übernimmt der Leichtziegel, der für sämtliche nicht tragende Wände (Außen- sowie Innenwände) zum Einsatz kommt, eine nachhaltig tragende Rolle für Bauherr und Umwelt. Erhältlich ist das Leichtgewicht unter den Ziegel derzeit in Polen, Ungarn, Rumänien und Bulgarien.

Immer mehr Menschen wollen auch beim Bau ihres Eigenheims einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und suchen bewusst nach nachhaltigen, ökologischen und energieeffizienten Bauvarianten. Gemeinsam mit der TU Wien hat Wienerberger den von Bau.Energie.Umwelt Cluster Niederösterreich geförderten e4 Energieberater entwickelt. Dieses Online Tool (frei zugänglich unter www.energieberater.at) ist eine ideale Planungshilfe, um die Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit eines Wohnbauprojekts zu überprüfen und zu optimieren. Ohne großen Zeitaufwand kann jeder Bauherr online die wichtigsten Parameter beim Hausbau wie Haustyp, Baustandard, Gebäudehülle, Dämmung, Heiz-, Lüftungs- und Haustechnik auswählen und verschiedene Energieträger vergleichen. Gesamtenergiebedarf, Errichtungs- und Erhaltungskosten sowie Umweltverträglichkeit eines Hauses können somit einfach und schnell ermittelt werden.

Neuer Verfüllziegel enthält Dämmstoff aus hochwertiger Mineralwolle

Porotherm Dryfix® ermöglicht rascheren Baufortschritt bei geringeren Kosten

Der designte Leichtziegel – leicht, effizient, sparsam, ökologisch

Der Energieberater, das frei zugängliche Online Tool – effiziente Planungshilfe für ein Wohnbauprojekt

Strategie und Geschäftsmodell

Generierung starker Cash-flows auch in wirtschaftlich angespannten Zeiten

Restrukturierung bringt insgesamt 200 Mio. € an Fixkosteneinsparungen

Wienerberger verfügt nach Wirtschaftskrise über starke industrielle Basis

Das Ziegel- und Dachziegelgeschäft ist kapitalintensiv. Es erfordert hohe Erstinvestitionen und generiert auch in wirtschaftlich angespannten Zeiten starke Cash-flows. Die Instandhaltungsinvestitionen (inklusive kleiner Erneuerungsinvestitionen) im Kerngeschäft liegen in normalisierten Wirtschaftsjahren bei durchschnittlich rund 60% der Abschreibungen. Daraus resultieren Free Cash-flows, die zur Reduktion der Verschuldung, für Dividendenzahlungen und für Wachstumsprojekte zur Verfügung stehen.

Wienerberger ist seit 2008 mit einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld konfrontiert. Das Übergreifen der Finanzkrise auf die Realwirtschaft führte zu einer weltweiten Rezession, die sich vor allem auf die Bauwirtschaft negativ auswirkte. Als Reaktion auf die signifikanten Nachfragerückgänge setzte Wienerberger ein rigides Restrukturierungsprogramm um, welches aktives Kapazitäts- und Working Capital Management, die Reduktion der Verwaltungs- und Vertriebskosten sowie die Limitierung der Investitionen zum Inhalt hatte. Zentrale Aufgabe war es, die Fixkosten möglichst rasch den verschlechterten Markt- und Absatzgegebenheiten anzupassen. Seit Sommer 2008 wurden 58 vorwiegend kleinere, ältere Werke geschlossen bzw. eingemottet. Darüber hinaus standen 2009 im Sinne eines aktiven Working Capital Managements zum Abbau von Vorräten in nahezu allen Ländern die Werke für einen längeren Zeitraum still. Insgesamt konnten durch die in den Jahren 2008 und 2009 gesetzten Maßnahmen 200 Mio. € an Fixkosteneinsparungen erzielt werden, davon 35 Mio. € im Jahr 2010. Diese Einsparungen bildeten auch die Grundlage für den ab dem zweiten Quartal 2010 in einem anhaltend schwierigen Marktumfeld realisierten Turnaround. Nach einem witterungsbedingt sehr schwachen ersten Quartal lagen wir beim operativen EBITDA um rund 40 Mio. € gegenüber dem Jahr 2009 zurück. Ab dem zweiten Quartal gelang es trotz niedrigerer Durchschnittspreise in Osteuropa, sukzessive bis Jahresende Boden gut zu machen. Vergleicht man die Ergebnisse vom zweiten bis zum vierten Quartal 2010, so zeigt sich, dass wir das operative EBITDA in diesem Zeitraum gegenüber der Vergleichsperiode 2009 um rund 20% steigern konnten. Dies bestätigt den Erfolg des umgesetzten Aktionsplans und die damit verbundenen Kosteneinsparungen.

Nach Abschluss der Restrukturierung verfügt Wienerberger über eine starke industrielle Basis mit schlanken Kostenstrukturen und ein effizientes Werksnetz. Die Nettoverschuldung konnte im Jahr 2010 auf 374,5 Mio. € reduziert werden. Die Begebung einer neuen Anleihe über 250 Mio. € im April 2010 zielte darauf ab, den mittelfristigen Refinanzierungsbedarf weiter zu senken und die Fälligkeitsstruktur zu optimieren. Wienerberger verfügt heute mit einem Verschuldungsgrad von nur 15% über eine starke Kapitalbasis.

Im Ziegelgeschäft sind wir der größte multinationale Anbieter mit starken Marktpositionen und aktuell 216 Werksstandorten in 27 Ländern sowie weiteren fünf Exportmärkten; zur Produktion von Rohrsystemen verfügen wir über 29 Werke (vgl. dazu die Übersicht auf den Seiten 86 und 87). Unsere Strategie im Kerngeschäft zielt darauf ab, in allen Märkten, in denen wir präsent sind, Führungspositionen auf- bzw. auszubauen.

Hauptprodukt der Produktgruppe Wand sind Hintermauerziegel, welche weltweit das am häufigsten eingesetzte Material im Wohnungsneubau darstellen. Wienerberger ist mit Führungspositionen in allen relevanten Märkten West- und Osteuropas (mit Ausnahme der Iberischen Halbinsel) größter Anbieter dieses Produkts. Unsere Expansion in den osteuropäischen Raum erfolgte aufgrund der veralteten Anlagentechnologie in diesen Ländern überwiegend durch Werksneubauten. Daher verfügen wir in diesen Märkten über Werke mit neuester Technologie und kosteneffizienten Anlagen. Mit einem Anteil von 36% am Gruppenumsatz erwirtschafteten Hintermauerziegel im Jahr 2010 einen operativen EBITDA-Anteil von 37%.

Tondachziegel werden vorwiegend zur Eindeckung von Steildächern in Europa eingesetzt. Wesentliche Merkmale der Tondachziegelindustrie sind steigende Marktanteile und stabile Cashflows. Mehr als die Hälfte der Tondachziegelproduktion findet in der Renovierung von Häusern Verwendung, woraus sich eine geringere Abhängigkeit vom zyklischeren Neubau als bei Mauerziegel ergibt. Daraus resultiert auch die Tatsache, dass Tondachziegel im Jahr 2010 bei einem Umsatzanteil von 25% und einem operativen EBITDA-Anteil von 44% die mit Abstand höchste Profitabilität aller Produktgruppen aufwiesen. Unsere Tondachziegelaktivitäten in Belgien, den Niederlanden, Frankreich, Deutschland, Polen und der Schweiz werden durch die Beteiligung Tondach Gleinstätten, die Dachsysteme aus Ton in Zentral-Osteuropa produziert, ergänzt. Tondachziegel gewinnen im Bereich Renovierung aufgrund ihrer überlegenen Eigenschaften seit Jahren in Westeuropa Marktanteile, und wir erwarten uns eine ähnliche Entwicklung auch in Osteuropa. Aus diesem Grund überließen wir im Jänner 2011 unserem ehemaligen Joint Venture Partner Monier im Rahmen eines Anteilstausches 50% an dem Betondachsteinhersteller Bramac und erhielten im Gegenzug weitere 25% an Tondach Gleinstätten sowie eine Ausgleichszahlung. Nach Freigabe der Transaktion durch die Wettbewerbsbehörden, welche für das zweite Quartal 2011 erwartet wird, würden wir demnach 50% an dem Dachziegelproduzenten halten. Tondach Gleinstätten expandiert bereits seit 1992 Richtung Osteuropa und ist heute mit 20 Werken in 11 Ländern in Mittel- und Osteuropa hervorragend aufgestellt. Tondach verfügt mit innovativen und qualitativ hochwertigen Produkten, einer modernen industriellen Basis und einem starken lokalen Management über ähnliche Strukturen wie Wienerberger. Das Ziel ist eine stärkere Zusammenarbeit in zentralen operativen Bereichen, um gemeinsam vom Wachstum in Osteuropa zu profitieren.

Vormauerziegel werden insbesondere in den USA, Großbritannien, Benelux und einigen anderen Regionen Nord-Westeuropas sowohl im Wohnungsneubau als auch im Nicht-Wohnbau als Fassadenprodukt eingesetzt und stellen mit einem Anteil von 28% unseren zweitgrößten Umsatzträger dar. Die im Vergleich zu den anderen Produkten deutlich geringere Profitabilität erklärt sich vor allem durch die schwache Nachfrage in den USA (und die daraus resultierenden Kosten einer geringen Auslastung unserer Werke) sowie den hohen Handelswarenanteil in dieser Produktgruppe. Dieser resultiert größtenteils aus dem Direktvertriebssystem in den USA. Anders als in Europa, wo der Verkauf unserer Produkte in erster Linie über Baustoffhändler erfolgt, erzielen wir in Amerika mehr als 60% der Umsätze über eigene Vertriebsstellen und spezialisierte Ziegelfachhändler. Über diese generieren wir durch den Verkauf verwandter Produkte auch von anderen Produzenten ein (wenn auch deutlich margenschwächeres) Zusatzgeschäft, welches aktuell rund 40% zum Umsatz der Produktgruppe Fassade beiträgt.

Umsatz 2010 nach Produkten

2 Dach 25% 3 Fassade 28% 4 Fläche 11%

EBITDA operativ 2010 nach Produkten

  • 1 Wand 37%
  • 2 Dach 44%
  • 3 Fassade 21%
  • 4 Fläche 11%
  • 5 Beteiligungen und Sonstiges -13%

Der vierte Kernproduktbereich sind Flächenbefestigungen. Betonsteine finden breiten Einsatz im privaten und öffentlichen Bau in Zentral-Osteuropa, während Pflasterklinker aus Ton als hochwertiges Nischenprodukt in Nord-Westeuropa Verwendung finden. Dieser Produktbereich trägt jeweils 11% zum Umsatz und zum operativen EBITDA der Gruppe bei. Die operative EBITDA-Marge von Betonsteinen liegt unter jener der Tonprodukte, allerdings sind auch die erforderlichen Erstinvestitionen wesentlich geringer als bei Ziegelwerken.

Wienerberger hat sich bisher auf Produkte für Wand, Dach, Fassade und Flächenbefestigungen mit Fokus auf die keramischen Produkte Ziegel und Dachziegel konzentriert. Besonders der Absatz der Produkte für Wand und Fassade wird stark durch den konjunktursensiblen Wohnungsneubau getrieben. Um die Abhängigkeit der Geschäftsentwicklung vom Wohnungsneubau mittelfristig zu reduzieren, wurde die Verbreiterung des Kerngeschäfts in der Strategie von Wienerberger verankert und eine stärkere Ausrichtung auf die Bereiche Renovierung und Infrastruktur angestrebt. In diesem Zusammenhang ist unser Engagement im Bereich Rohrsysteme zu sehen.

Pipelife, unser 50% Joint Venture mit Solvay, produziert Kunststoffrohre, während die im Oktober 2010 erworbene Steinzeug-Keramo Rohre aus Ton erzeugt. Das primäre Einsatzgebiet beider Produktarten, die Infrastruktur (insb. (Ab-)Wasserversorgung), ist durch eine geringere Abhängigkeit von konjunkturbedingten Schwankungen im Wohnbau gekennzeichnet. Wir sehen im Bereich Rohrsysteme mittelfristig gutes Wachstumspotenzial aufgrund des großen Sanierungsbedarfs der bestehenden Abwassersysteme in Westeuropa und des geplanten Ausbaus eines flächendeckenden Kanalnetzes in Osteuropa. Pipelife wird at-equity konsolidiert und Steinzeug-Keramo zum 31.12.2010 erstkonsolidiert.

Wir wollen unsere starken Marktpositionen in allen Produktgruppen dazu nutzen, vor allem durch interne, aber auch selektiv durch externe Maßnahmen nachhaltig wertschaffendes Wachstum (CFROI > 11,5%) im Sinne unserer Aktionäre zu generieren.

Wachstum durch innovative, nachhaltige Produkte

In Zentral-Osteuropa haben wir im Jahr 2010 unsere Stärke erfolgreich genützt, um in einem anhaltend schwierigen Marktumfeld unsere Marktpositionen mittels proaktiver Preispolitik weiter auszubauen. Gleichzeitig liegt der Fokus auf der laufenden Markteinführung hochwertiger, innovativer Produkte sowie der Marktdurchdringung mit dem bestehenden Produktsortiment. Dies betrifft insbesondere unseren Planziegel, der in Osteuropa flächendeckend eingeführt werden soll, sowie eine stärkere Marktdurchdringung mit unserem Verfüllziegel – ein hochwärmedämmender Ziegel, der mit Perlit, einem vulkanischen Material, und neuerdings auch mit Mineralwolle verfüllt wird – in westeuropäischen Märkten. Weiters soll unser Dryfix® System, ein Klebeschaum, der anstelle von Mörtel zum "Zusammenkleben" von Ziegel eingesetzt wird und damit eine raschere Verarbeitung erlaubt, nach der erfolgreichen Einführung in einigen Märkten Zentral-Osteuropas auch in Westeuropa (Deutschland, Italien, Schweiz) im Jahr 2011 weiter ausgerollt werden. Auch im Dachbereich tragen wir dem Wunsch unserer Kunden nach Systemlösungen mit KoraTech® Rechnung. Neben Dachziegel bieten wir das gesamte für die

Mittelfristig gutes Wachstumspotenzial für Rohrsysteme

Stärkere strategische Ausrichtung auf die Bereiche Renovierung und Infrastruktur durch den Bereich Rohrsysteme

Fokus auf organisches, wertschaffendes Wachstum

Marktdurchdringung mit und Markteinführung von hochwertigen Produkten zur Stärkung von Marktpositionen

Dachkonstruktion benötigte keramische und nichtkeramische Zubehör aus einer Hand an ("onestop shop"). Darüber hinaus steht die weitere Intensivierung unserer Vertriebstätigkeit als wichtiger Punkt auf unserer Agenda, da wir die Beziehung zu unseren Kunden nicht nur durch besseres Service, sondern auch durch unsere hochqualitativen Produkte weiter verbessern wollen.

Nachhaltigkeit wurde aufgrund der zunehmenden Bedeutung für die Zukunft von Wienerberger als strategische Säule im Unternehmen verankert. Wir verstehen dabei Nachhaltigkeit als integrierten Bestandteil des Geschäfts und damit als wichtigen Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg von Wienerberger. Vor dem Hintergrund der Klimadiskussion liegt das Hauptziel für nachhaltiges Bauen in der Senkung des Gesamtenergiebedarfs von Gebäuden sowie der darin verwendeten Materialien. Aufgrund der natürlichen Rohstoffe, aus denen ein Ziegel hergestellt wird, und seiner langen Lebensdauer verfügt er über die besten Eigenschaften für nachhaltiges Bauen. Diesen Vorteil werden wir nutzen und weiter ausbauen, um damit weiteres Wachstum zu realisieren.

Wachstum durch derzeit ungenutzte Kapazitäten

Wienerberger hat in den letzten Jahren ihr Werksnetz kontinuierlich an die Markterfordernisse angepasst, was die Schließung von älteren, kleineren Werken im Rahmen der Restrukturierung 2008 und 2009, gleichzeitig aber auch die Erweiterung von Kapazitäten in jenen Produktsegmenten und Regionen bedeutete, die zukünftig nachhaltiges Ergebniswachstum versprechen. Daher haben wir seit 2007 unsere Kapazitäten bei Hintermauerziegel in Zentral-Osteuropa, Frankreich, Deutschland und Indien (Markteintritt 2010) sowie im Dachbereich (Erwerb von Sandtoft in Großbritannien Anfang 2008) um jeweils 10% verstärkt, bei Betonsteinen in Zentral-Osteuropa sogar um 50%. Gleichzeitig wurden die Kapazitäten bei Vormauerziegel trotz des Erwerbs von Baggeridge in Großbritannien in 2007 im Zuge von Optimierungsmaßnahmen sukzessive um 10% zurückgefahren. Zusätzlich verfügt Wienerberger durch derzeit nicht genutzte Kapazitäten, die bei Bedarf ohne größere Investitionen reaktiviert werden können, über großes organisches Wachstumspotenzial. Dadurch sind wir in der Lage, im Falle einer Markterholung aufgrund der zu einem großen Teil nachhaltigen Fixkosteneinsparungen deutliches Ergebniswachstum zu realisieren.

Wachstum durch Weiterentwicklung und Ausbau von Märkten

Wir möchten das herausfordernde Marktumfeld zur selektiven Expansion in unserem Kerngeschäft in Form von kleineren, wertschaffenden Übernahmen nutzen. Darunter sind Projekte zu verstehen, die einen CFROI (Cash-flow Return on Investment) von mehr als 16% im dritten Jahr, nachdem die Investition getätigt wurde, erwirtschaften können und damit dazu beitragen, unseren Ziel-CFROI auf Gruppenebene von über 11,5% zu erreichen. Diese Projekte wollen wir in sämtlichen Märkten zur Stärkung unserer Marktpositionen umsetzen. Darüber hinaus gibt es Bestrebungen, sich stärker im Renovierungsmarkt zu positionieren, da sich dieser im Gegensatz zum Wohnungsneubau eher antizyklisch verhält.

Forschungsschwerpunkt auf Weiterentwicklung von nachhaltigen Produkten

Derzeit ungenutzte Kapazitäten als zukünftige Wachstumstreiber

Nutzung von Chancen für kleinere, wertschaffende Übernahmen

Corporate Responsibility

Mit natürlichen Produkten dauerhafte Werte schaffen

Einhaltung aller anwendbaren nationalen und internationalen Rechtsnormen

Aktive Teilnahme an politischer Willensbildung

Verbindliches Bekenntnis zur Nachhaltigkeit

Wienerberger versteht die Wirtschaft als integrierten Teil der Gesellschaft, deren Aufgabe es ist, dem Menschen zu dienen und Nutzen zu stiften. Wir nehmen unsere Rolle als verantwortungsbewusstes Mitglied der Gesellschaft sehr ernst. Verantwortung bedeutet für uns, offen und transparent zu kommunizieren, wirtschaftliche Rahmenbedingungen mitzugestalten, für unser Handeln persönlich einzustehen und als zuverlässiges und wertvolles Mitglied der Gesellschaft zu agieren.

Mit der Unterzeichnung einer Sozialcharta verpflichtete sich Wienerberger bereits im Jahr 2001 zur Einhaltung der Empfehlungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) in Genf und zu sozialem Fortschritt. Als logische Konsequenz folgte 2003 das Bekenntnis zum UN Global Compact – einer 1999 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufenen Initiative zur Förderung von ethischem Unternehmensverhalten (Good Corporate Citizenship). Mittlerweile umfasst der UN Global Compact zehn Leitprinzipien aus den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsstandards, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung. Unternehmen, die dieser Initiative beitreten, verpflichten sich freiwillig zur Beachtung der Grundsätze, die auf der Website des UN Global Compact unter www.unglobalcompact.org einzusehen sind.

Das Bekenntnis zur Einhaltung aller anwendbaren nationalen und internationalen Rechtsnormen ist für uns selbstverständlich ebenfalls ein wichtiger Teil gelebter gesellschaftlicher Verantwortung. Regelkonformes Verhalten auf allen Ebenen ist die Basis ordnungsgemäßer Unternehmensführung. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Prävention von korruptem oder wettbewerbswidrigem Verhalten.

Als Mitglied unterschiedlichster europäischer und nationaler Interessenverbände, Plattformen sowie technischer Ausschüsse beteiligt sich Wienerberger aktiv an europäischen Forschungsprojekten, Umfragen der Europäischen Kommission und an der Arbeit in Produktnormierungsgruppen und nimmt somit auch an der politischen Willensbildung teil. Als etablierter, verlässlicher Partner und Experte im Baustoffbereich versteht Wienerberger die offene und transparente Kommunikation mit Politik und Verwaltung als Teil ihrer gesellschaftlichen Verantwortung. Wir setzen uns für nachhaltige wirtschaftliche Rahmenbedingungen ein, die ökonomische, ökologische und soziale Interessen in Einklang bringen.

Der Wienerberger Nachhaltigkeitsbericht stellt unser Bekenntnis zur nachhaltigen Entwicklung auf eine verbindliche Ebene. Er basiert auf dem Standard der internationalen Global Reporting Initiative und ist als Teil eines kontinuierlichen Prozesses zu verstehen. Alle Managementebenen und Mitarbeiter bekennen sich vollumfassend dazu, die erforderlichen Maßnahmen zur stetigen Weiterentwicklung im Bereich Nachhaltigkeit gemeinsam umzusetzen.

Das Unternehmen Corporate Responsibility

Gelebter Umweltschutz

"Building Value. Im Einklang mit Mensch und Natur." heißt eine unserer Leitlinien. Dass es sich dabei nicht um ein Lippenbekenntnis handelt, beweist eine Vielzahl von Aktivitäten. Wienerberger "nutzt" als Ziegelproduzent die Natur in einer Art von Symbiose: Wir entnehmen umweltschonend Ton und produzieren möglichst umweltgerecht keramische Produkte – natürliche Erzeugnisse mit langer Lebensdauer, die problemlos recycelt werden können. Quer durch alle Ländergesellschaften von Wienerberger wird kontinuierlich an einer Verbesserung der Umweltschutzmaßnahmen und einer Optimierung des Energieeinsatzes gearbeitet.

Wienerberger bekennt sich zur Einhaltung von Umweltgesetzen, zum Klimaschutz, zu Energieeinsparungen, zur Rekultivierung von Tonabbaustätten, zur Abfallwiederverwertung, zum Erfahrungsaustausch mit anderen Unternehmen, zu humanitärer Hilfe, zu lokalem Engagement in Gemeinden, zur Bewahrung des kulturellen Erbes und zu Transparenz. Für unsere Produktionsstätten sind wir um bestes Einvernehmen mit Behörden, Interessenvertretern und Anrainern bemüht. Der Fokus liegt auf gegenseitigem Verstehen und voneinander Lernen, wobei der offene Dialog mit NGOs für uns besonders wertvoll ist. Eine besondere Kooperation verbindet uns seit vielen Jahren mit dem World Wide Fund for Nature (WWF): Damals wurde eine grundsätzliche Vereinbarung über mögliche gemeinsame Projekte unterzeichnet. In diesem Rahmen unterstützt Wienerberger Aktivitäten des WWF von internationaler Bedeutung in Österreich. Im Gegenzug berät der WWF Wienerberger bei der Realisierung von Umweltschutzprojekten in Zusammenhang mit der Rekultivierung von ehemaligen Tonabbaustätten.

Gesellschaftliche Verantwortung

"Wienerberger erzeugt Ziegel, aber die Häuser werden für Menschen gebaut." Zentraler Grundsatz gelebter gesellschaftlicher Verantwortung ist für uns die Unterstützung sozialer Einrichtungen auf lokaler Basis. Uns geht es dabei nicht darum, unsere soziale Verantwortung durch Spenden an verschiedenste internationale Organisationen zu demonstrieren, sondern zielgerichtet, effizient und unbürokratisch dort zu helfen, wo es am meisten benötigt wird, und Projekte zu realisieren, die einen sinnvollen, nachhaltigen Beitrag zur gesellschaftlichen Verantwortung liefern. Es ist unser Ziel, Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen und Menschen, die aufgrund von Lebensumständen und Schicksalsschlägen benachteiligt sind, mit unseren Produkten und finanzieller Zuwendung zu helfen. In nahezu allen Ländern, in denen Wienerberger tätig ist, werden laufend soziale Projekte und Einrichtungen unterstützt.

Weiterführende Informationen zu allen sozialen Projekten von Wienerberger finden Sie in unserem Nachhaltigkeitsbericht. Auf der folgenden Seite haben wir einige unserer Nachhaltigkeitsprojekte ausgewählt, die im letzten Jahr umgesetzt wurden.

Alle Ländergesellschaften arbeiten an der Verbesserung des Umweltschutzes

Mit konkreten Aktivitäten setzen wir Zeichen und kooperieren mit NGOs

Unterstützung sozialer Einrichtungen auf lokaler Basis

Auswahl einiger Nachhaltigkeitsprojekte auf der folgenden Seite

Corporate Responsibility Projekte 2010

Öffentliche Einrichtungen in Mali 1

Österreich | Mali Für den Architekten Emilio Caravatti bedeutet Architektur von jeher mehr als nur oberflächliches Design. Sein besonderes Interesse gilt einer integrierten Bauweise, die Tradition, lokale Bedürfnisse und den Einsatz vorhandener Ressourcen miteinander vereint. Dies führte ihn 2005 in die Republik Mali, eine der ärmsten Nationen der Welt, wo er gefördert durch "Africabougou Onlus Italy" mit der Errichtung von zwei Schulen, einer medizinischen Fürsorgestelle sowie mehreren Wohnhäusern für Lehrer begann. Alle Gebäude wurden in der dort schon beinahe in Vergessenheit geratenen Lehmbauweise errichtet. Caravatti setzte diese Projekte mit der dort ansässigen Bevölkerung um, die er eigens dafür ausbildete und schulte. Mit diesen Erfahrungen gerüstet, sind die Menschen nun in der Lage, ihre erlernten Fähigkeiten außerhalb ihrer Region anzuwenden und die erlernten Techniken an zukünftige Generationen weiterzugeben. Dieses Engagement zeichnete Wienerberger im Rahmen des Brick Award 2010 mit einem Sonderpreis aus, da diese Art von Architektur und deren Umsetzung richtungsweisend für gelebte Nachhaltigkeit sind.

Wasserverbrauch um über 60% gesenkt 2

Großbritannien Unsere Werke nutzen frisches, sauberes Wasser zum Reinigen der Ziegelformen, da jedes kleine Sandkorn im Waschwasser die kleinen Löcher in den Sprühbalken der Waschanlage blockieren würde. Eine innovative Lösung für die Kreislaufführung von Waschwasser wurde letztes Jahr in einem Vormauerziegelwerk in Großbritannien entwickelt. Wienerberger kann damit 25.000 Kubikmeter Frischwasser pro Jahr in einem Werk dieser Art sparen. In einem weiteren Schritt soll auch die Benützung von wieder aufbereitetem Regenwasser getestet werden.

Recycling von alten Ziegel als Alternative zu Ton 3

Belgien In einem belgischen Werk wurde ein Pilotprojekt für nachhaltige Ziegelproduktion gestartet. Wienerberger versuchte den Produktlebenszyklus nach dem Prinzip "Cradle to Cradle" zu schließen. Grundidee dieses Prinzips ist ein vollständiger, geschlossener Wiederverwendungsprozess von Produkten. Bei Wienerberger wurde dies durch die Verwendung von alten Ziegel im Produktionsprozess für neue Ziegel umgesetzt. Abfälle werden zu Rohstoffen und führen damit zu einer deutlichen Verringerung des Einsatzes von frischen Rohstoffen im Produktionsprozess und zu einer vollständigen Wiederverwertung von alten Ziegel. Dieses erfolgreiche Projekt soll in den nächsten Jahren in weiteren Werken der Gruppe getestet werden.

Nachhaltige Entwicklung von Flussauen 4

Niederlande In den letzten zehn Jahren haben hohe Wasserstände am Rhein sowohl in Deutschland als auch in den Niederlanden in einigen Regionen mehrmals zu Evakuierungen der Bevölkerung geführt und die Konstruktion von Notdämmen und Deichen erforderlich gemacht. Die Produktionsstätte von Wienerberger in Bemmel befindet sich inmitten eines jener betroffenen hochwassergefährdeten Naturgebiete. Wienerberger konnte durch Tonentnahme an den richtigen Plätzen das Flussbett im Naturgebiet erweitern und die Hochwassergefahr in dieser Region erheblich senken. Darüber hinaus ermöglicht das dadurch neu geschaffene Ökosystem eine nachhaltige und multifunktionelle Nutzung für Rückhalteräume, Landwirtschaft, Naturentwicklung und als Naherholungsgebiet.

Initiativen im Bereich Gesundheit und Wohnen in der Nähe des Werkes Kunigal 5

Indien In Indien stellen das soziale Gefüge und der Zusammenhalt der Gemeinschaft zentrale gesellschaftliche Werte dar, auf welchen auch die indische Kultur basiert. Wienerberger ist es in den Märkten, wo sie tätig ist, ein großes Anliegen, integraler Bestandteil der Kultur zu werden und auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter und Interessensgruppen Rücksicht zu nehmen. In Gesprächen mit den Menschen rund um Kunigal zeigte sich, dass das größte Defizit in der Region in mangelnder medizinischer Versorgung besteht. Mit der Einrichtung eines Gesundheitszentrums, offiziell bekannt als "Center for Community Health", sowie einem Zentrum für Augenheilkunde konnte Wienerberger in Zusammenarbeit mit der Hilfsorganisation Karuna Trust hier schnell und unbürokratisch den Menschen in der Region helfen. Wienerberger wird auch zukünftig die Kosten für medizinisches Personal übernehmen, um die dauerhafte medizinische Versorgung in der Region sicherzustellen. Darüber hinaus stellte Wienerberger lokalen NGOs Ziegel zur Schaffung neuen Wohnraums zur Verfügung. Durch diese Initiativen konnte eine sehr starke Vertrauensbasis mit den Bewohnern der an das Werk angrenzenden Dörfer und Siedlungen geschaffen werden, die wir als Grundlage einer konstruktiven und positiven gemeinsamen Zukunft sehen.

Schuldenkrise in Europa und mögliches "Double Dip"-Szenario in den USA schwächten Wirtschaftsaufschwung

Hohe Staatsschulden stürzten den Euro in eine Währungskrise

Keine deutliche Verbesserung der Konjunktur in Osteuropa

Wirtschaftliches Umfeld

Die Auswirkungen der Finanzkrise waren auch in 2010 noch deutlich zu spüren. Nachdem die Weltbank einen verhaltenen Ausblick für das Jahr veröffentlicht hatte, mehrten sich die Anzeichen dafür, dass das wirtschaftliche Umfeld weiterhin schwierig bleiben wird. Die erhofften Stützungseffekte der noch im Jahr zuvor in Milliardenhöhe geschnürten staatlichen Konjunkturpakete traten in dem erwarteten Umfang nicht ein. Die USA sahen sich mit einem möglichen "Double Dip"-Szenario konfrontiert, und die Rettung Griechenlands vor einer Staatspleite löste eine Schulden- und in weiterer Folge eine Währungskrise in Europa aus. Für das Gesamtjahr wiesen die USA ein verhaltenes BIP-Wachstum von 2,7% aus, und die Konjunktur der EU-27 erholte sich mit 1,8% nur leicht. Die exportgetriebene japanische Wirtschaft kam durch die Aufwertung ihrer Währung und den schwachen Privatkonsum stark unter Druck und wies ein BIP-Wachstum von 3,5% auf. Nur der asiatische Raum, allen voran China, zeigte sich von den Entwicklungen in den USA und in Europa unberührt und steigerte die Wirtschaftsleistung um 10,5%.

Im Laufe des zweiten Quartals 2010 wurde vermehrt spürbar, dass die konjunkturellen Hilfspakete nicht den erwarteten Wirtschaftsaufschwung auslösten und einzig zu den bestehenden Haushaltsdefiziten eine enorme Neuverschuldung der EU-Staaten dazukam. Die von der Europäischen Kommission zur Budgetsanierung ermahnten Volkswirtschaften verkündeten infolgedessen massive Sparmaßnahmen bei öffentlichen Ausgaben. Negativ wirkte sich das auch auf die bereits prekäre Situation am Arbeitsmarkt und auf das angeschlagene Konsumentenvertrauen aus, was wiederum den Konjunkturaufschwung dämpfte. Mit der Rettung Griechenlands vor einer Staatspleite und der Zuspitzung der Probleme in Portugal, Spanien und Irland schlitterte die europäische Währungsunion in eine Schuldenkrise. Dies übte starken Druck auf die Gemeinschaftswährung aus, und um den Euro und die Europäische Union aus der Misere zu holen, wurde ein Notfallspaket für angeschlagene EU-Länder in Höhe von 750 Milliarden € geschnürt. Dies spiegelte sich auch im positiven BIP-Wachstum in Westeuropa wider. Die Wirtschaft in Großbritannien erholte sich von -5,0% auf 1,8%, in Frankreich von -2,6% auf 1,6%, in Italien von -5,0% auf 1,1%, in den Niederlanden von -3,9% auf 1,7% und in Belgien von -2,8% auf 2,0%. Allen voran entwickelte sich die Wirtschaft Deutschlands von -4,7% auf beachtliche 3,7%.

Während sich in Westeuropa die Wirtschaft wieder erholte, litt Osteuropa, welches als letzte Region in Europa die Finanzkrise zu spüren bekam, auch 2010 an deren Auswirkungen. In 2010 zeichnete sich weder eine Entspannung am Arbeitsmarkt noch eine Erleichterung in der Kreditvergabe ab. Die Visibilität auf die weitere Marktentwicklung blieb stark eingeschränkt. Dennoch zeigten sich in Osteuropa unterschiedliche wirtschaftliche Tendenzen: In der Slowakei sorgten die leicht bessere wirtschaftliche Lage der Partnerländer und Investitionen in Infrastrukturprojekte für einen Konjunkturaufschwung von -4,8% auf 4,1%. Auch in Polen erholte sich die Wirtschaft getrieben durch die starke Binnennachfrage von 1,7 % auf 3,5%. Die Wirtschaftsleistung Tschechiens ist aufgrund einer gesunden Industriebasis von -4,1% auf 2,4% gestiegen. Eine deutliche Verbesserung zeigte Slowenien mit einem BIP-Wachstum von -8,1% auf 1,1% und Ungarn von -6,7% auf 1,1%. In einer Rezession befanden sich unverändert Bulgarien mit -0,1%, Kroatien mit -1,8% sowie Rumänien mit -1,9%.

Quelle: EU-Kommission, EUROSTAT, OECD (BIP-Prognose, Dezember 2010)

Baubeginne 2010 je 1.000 Einwohner

mit Vergleich zum Vorjahr in % Quelle: Euroconstruct Dezember 2010

Der schneereichste Winter seit mehr als 20 Jahren hat in den ersten Monaten nur eine sehr eingeschränkte Bautätigkeit zugelassen. Die aufgrund der Griechenlandkrise in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückten hohen Staatsverschuldungen in Europa führten zu umfangreichen Sparpaketen. Daraus resultierte eine zunehmende Verunsicherung sowie sinkendes Konsumentenvertrauen und eine nach wie vor hohe Arbeitslosigkeit. Euroconstruct revidierte daher Ende Juni die Prognosen für den europäischen Wohnungsneubau von zuvor -2,2% auf -4,0% für 2010 nach unten. Im dritten Quartal hat sich in Westeuropa die Stabilisierungstendenz bestätigt. In Großbritannien und in Deutschland hat sich der Wohnungsneubau leicht erholt. Die Nachfrage nach Baustoffen hat sich in Frankreich und in Belgien stabilisiert, nur die Niederlande und Italien waren weiterhin rückläufig. Insgesamt blieben die Baubeginne je tausend Einwohner in Westeuropa mit 3,04 auf dem Vorjahrsniveau.

In Zentral-Osteuropa blieben die Märkte weiterhin schwierig, und im Großteil der Länder war keine sichtbare Bodenbildung in der Nachfrage nach Baustoffen erkennbar. Während sich in Polen der Rückgang in der Nachfrage nach Baustoffen nach den Sommermonaten abflachte, blieben Tschechien, Slowakei und Ungarn auf niedrigem Niveau. Auch in Bulgarien und in Rumänien hat sich die Abschwächung weiter fortgesetzt. Insgesamt waren in diesen Ländern 2010 weitere Rückgänge in der Bautätigkeit zu verzeichnen.

Nach der Krise 2009 war 2010 für den Wohnungsneubau ein Übergangsjahr. Diese Entwicklung spiegelte sich auch im Construction Confidence Index (CCI), einem Gradmesser für die erwartete Entwicklung der Bauindustrie, wider. Westeuropa stabilisierte sich auf sehr niedrigem Niveau, wobei es in den für Wienerberger wichtigsten Märkten wie Belgien, Großbritannien, Frankreich und Deutschland zu einer leichten Erholung kam. In Osteuropa war noch keine

Stabilisierung in Westeuropa

Märkte in Zentral-Osteuropa blieben schwierig

2010 als Übergangsjahr für Wohnungsneubau

Bodenbildung erkennbar, und das angeschlagene Konsumentenvertrauen litt unter der Unsicherheit über die weitere Entwicklung des wirtschaftlichen Umfelds. Mittelfristig sehen wir dennoch starkes Wachstumspotenzial aufgrund des großen Nachholbedarfs in dieser Region.

Erwartungen zur Entwicklung der Bauwirtschaft in Europa Quelle: Construction Confidence Index, Datastream

1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010

Auch in den USA ist die erhoffte Erholung und der Konjunkturaufschwung nicht eingetreten. Vielmehr stieg die Angst vor einem "Double Dip"-Szenario, und die hohe Staatsverschuldung rückte in den Mittelpunkt der internationalen Aufmerksamkeit. Um dem möglichen Abschwung entgegenzuwirken, beließ die US-Notenbank FED auch 2010 den Leitzins zwar auf der historisch niedrigen Spanne von 0 bis 0,25%, aber trotz Gewinnmeldungen der großen US-Banken blieb die Kreditvergabe an kleine Unternehmen und Immobilien-Erstkäufer sehr restriktiv. Die von der NAHB (National Association of Home Builders) zu Jahresbeginn prognostizierten Baubeginne für 2010 von 700.000 Einheiten wurden im Juni auf 600.000 Einheiten nach unten revidiert, nachdem die Baubeginne durch den im April ausgelaufenen Steuervorteil für Erstkäufer im Mai signifikant zurückgegangen waren. Die mäßige Arbeitsmarkterholung und die angespannte finanzielle Lage vieler Verbraucher nahmen sowohl der Neubautätigkeit als auch dem Abbau des Bestands unverkaufter Häuser am Immobilienmarkt jegliche Belebung. Auch im vierten Quartal kam es zu keiner nennenswerten Veränderung, da die Konsumenten wegen der im November stattgefundenen US-Kongresswahlen zurückhaltend agierten. Insgesamt verzeichneten die US-Baubeginne einen leichten Anstieg von 6% auf 586.000 Einheiten (oder 1,88 je 1.000 Einwohner). Der Gesamtbestand an unverkauften Häusern blieb mit 3,5 Mio. Einheiten auf Vorjahresniveau. Dies entspricht einer Bedarfsdeckung von 8,1 Monaten.

US-Baubeginne in 1.000 pro Monat versus US-Arbeitslosenrate Quelle: U.S. Census Bureau

85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10

EU Deutschland Frankreich Großbritannien

Angst vor "Double Dip"- Szenario und schleppende Arbeitsmarkterholung belasten US-Häusermarkt

Das Jahr 2010 und Ausblick Wirtschaftliches Umfeld Wienerberger Aktie und Aktionäre

Wienerberger Aktie und Aktionäre

Nach der Erholung an den Börsen in der zweiten Jahreshälfte 2009 schwächten sich die Kurse an den internationalen Finanzmärkten zu Beginn 2010 wieder etwas ab. Dieser Korrektur ging vor allem die Rettung Griechenlands vor einer Staatspleite und die in den USA angestrebte Reform zur Trennung von Geschäfts- und Investmentbanken voran. Bis ins Frühjahr vermehrten sich die Anzeichen einer nochmaligen Rezession in den USA, und auch in Europa beherrschte die Schuldenproblematik vieler EU-Staaten das Tagesgeschehen an den Börsen. Nach einer leicht negativen Seitwärtsbewegung wurde die Stimmung an den europäischen Börsen im Sommer nach der Veröffentlichung des positiv ausgefallenen EU-Bankenstresstests zunehmend freundlicher. Einzig in den USA kam es trotz guter Wirtschaftsdaten zu keiner deutlichen Belebung an der Börse, da Börsenskeptiker von einer sehr langsamen Wirtschaftserholung überzeugt waren. Im dritten Quartal hatten die Börsen die negativen Wirtschaftsnachrichten aus den USA, die Schuldenproblematik und Eurokrise in Europa bereits eingepreist. Dank eines erfreulichen vierten Quartals schlossen die internationalen Finanzmärkte mit einem positiven Börsenjahr.

Nach einem Aufwärtstrend zu Beginn des Jahres korrigierten die US-Leitbörsen im Frühsommer deutlich nach unten. Im dritten Quartal entwickelten sich die Kurse aufgrund der unsicheren Erholung der amerikanischen Wirtschaft in einer leichten Auf- und Abbewegung. Der Ausgang der Halbzeitwahlen im November und die Beibehaltung der nahezu Nullzins-Politik beflügelten die US-Börsen in den letzten Handelswochen bis zum Jahresende. Der Dow Jones Industrial Average schloss mit einem Plus von 11% bei 11.577,51 Punkten. Leicht besser schloss der amerikanische S&P 500 Index mit einer Jahresperformance von +13% bei 1.257,64 Punkten. Der negative Ausblick für den Baustoffsektor drückte auf die Jahresperformance des DJ EURO STOXX® TMI Construction & Materials Index, der in 2010 einen Rückgang von 6% hinnehmen musste.

Der Londoner Leitindex FTSE 100 beendete das Jahr trotz mehrerer Börsengänge mit einer Jahresperformance von +9% bei 5.899,94 Punkten, da der verhaltene Konjunkturausblick und die Schuldenkrise in der EU auf die Stimmung drückten. An der Deutschen Börse sorgten vor allem die positiven Wirtschaftsdaten für Deutschland und die überdurchschnittliche Kursentwicklung einzelner Automobilwerte für einen Aufschwung, und der DAX beendete das Jahr mit einem Plus von 16% bei 6.914,19 Punkten. Die Wiener Börse startete mit 2.537 Punkten fest ins neue Jahr und erreichte Ende September nach deutlichen Gewinnmitnahmen wieder ein Niveau über der 2.500er Marke. Der ATX schloss in einem freundlichen Börsenumfeld im vierten Quartal mit einer Jahresperformance von +16% mit 2.904,47 Punkten und verfehlte knapp die 3.000er Marke.

Die positive Stimmung auf den Finanzplätzen und gestiegene Zuversicht für den Baustoffsektor verhalfen der Wienerberger Aktie nach Gewinnmitnahmen Mitte Jänner zu ihrem Jahreshoch von 16,18 € im April 2010. Der verhaltene baukonjunkturelle Ausblick von Euroconstruct und die Herabstufung von Moodys auf 'Ausblick negativ' übten jedoch im Verlauf des zweiten Quartals erheblichen Druck auf die Aktie aus, die bis Mitte August auf ihr Jahrestief von 9,55 € korrigierte und in nur vier Monaten 41% verlor. Erst in der zweiten Jahreshälfte bewegte sich der Kurs, getrieben durch einen zwar vorsichtigen aber optimistischen Ausblick für 2011 und durch die Übergewichtung von zyklischen Werten bei Anlegern, wieder deutlich nach

Schuldenkrise in den USA und in Europa beherrschte das Börsegeschehen

US-Börsen mit solider Jahresperformance

ATX schließt mit 2.904,47 Punkten nur knapp unter der 3.000er Marke

Solide Jahresperformance der Wienerberger Aktie mit +12% auf 14,29 € oben. Durch einen starken Aufwärtstrend im vierten Quartal konnte die Aktie die Verluste der Vorperiode mehr als kompensieren und beendete insgesamt das Jahr 2010 mit einem kräftigen Plus von 12% bei 14,29 €.

Wienerberger AG

ATX – Austrian Traded Price Index

DJ EURO STOXX® TMI Construction & Materials in €

Umsatz der Wienerberger Aktie je Kalenderwoche (in Mio. € Doppelzählung)

Liquidität

Ø Börseumsatz der Wienerberger Aktie je Tag

Kennzahlen je Aktie 2008 2009 2010 Vdg. in %
Ergebnis in € 0,81 -3,17 -0,57 +82
Dividende in € 0,00 0,00 0,10 >100
Free Cash-flow1) in € 2,36 2,75 1,52 -45
Eigenkapital 2) in € 24,18 22,50 17,44 -22
Höchstkurs in € 39,02 17,24 16,18 -6
Tiefstkurs in € 8,24 4,70 9,55 >100
Ultimokurs in € 11,90 12,78 14,29 +12
Höchst KGV3) 23,1 -50,7 -28,4 -
Tiefst KGV3) 4,9 -13,8 -16,8 -
Ultimo KGV3) 7,0 -37,6 -25,1 -
Gewichtete Aktienanzahl 4) in Tsd. 82.895 91.298 116.528 +28
Ultimo Börsekapitalisierung in Mio. € 999,0 1.502,0 1.679,5 +12
Ø Börseumsatz/Tag in Mio. € 25,1 15,9 12,0 -25

1) Cash-flow aus laufender Geschäftstätigkeit minus Investitions-Cash-flow plus Wachstumsinvestitionen

2) Eigenkapital inklusive nicht beherrschende Anteile, exklusive Hybridkapital

3) bezogen auf bereinigtes Ergebnis je Aktie

4) bereinigt um zeitanteilig gehaltene eigene Aktien

Der wertmäßige Handelsumsatz der Wienerberger Aktie ist im Vergleich zum Vorjahr aufgrund des niedrigeren Stückvolumens zwar um 24% auf 2.998,5 Mio. € zurückgegangen, dennoch wurden 238,0 Mio. Stück (in Doppelzählung) gehandelt und somit das ausstehende Aktienkapital an der Wiener Börse einmal umgeschlagen. Die Wienerberger Aktie blieb auf dem neunten Platz unter den umsatzstärksten Werten im ATX. Der außerbörsliche Umsatz betrug in 2010 240,5 Mio. € gegenüber 512,0 Mio. € im Jahr davor. An der Österreichischen Terminund Optionenbörse (ÖTOB) wurden 57.022 Optionskontrakte auf Wienerberger Aktien mit einem Wert von 73,6 Mio. € gehandelt.

Nach dem Aussetzen der Dividende für zwei Geschäftsjahre in Folge zur Sicherung der Liquidität in einem sehr schwierigen Marktumfeld wird der Vorstand in Abhängigkeit von der weiteren Marktentwicklung und der bestmöglichen Verwendung der Finanzmittel der Hauptversammlung am 13. Mai 2011 vorschlagen, eine Dividende von 10 Eurocent an die Aktionäre auszuschütten. Die Höhe zukünftiger Dividenden ist von der Marktentwicklung und dem Vorhandensein wertschaffender Wachstumsprojekte abhängig.

Aktionärsstruktur

Die Wienerberger AG notiert mit 117,5 Mio. nennwertlosen Stückaktien (Inhaberaktien, keine Vorzugs- oder Namensaktien) im Prime Market der Wiener Börse. In den USA wird sie über ein ADR Level 1 Programm der Bank of New York im OTC Markt gehandelt. Mit einer Börsekapitalisierung von 1,7 Mrd. € und einer Gewichtung im ATX von 4% zum Jahresende 2010 zählt Wienerberger zu den größten börsenotierten Unternehmen Österreichs.

Wienerberger ist eine reine Publikumsgesellschaft ohne Kernaktionär, deren Aktien zu 100 % im Streubesitz sind. Der Streubesitz verteilt sich auf österreichische Anleger und internationale Investoren. Im Rahmen der Meldungspflicht bezüglich bedeutender Beteiligungen gemäß § 91 Börsegesetz haben wir folgende Meldungen erhalten: Dodge & Cox Inc. mit Sitz in den USA ist seit 31. Juli 2008 mit über 10% der ausstehenden Wienerberger Aktien der größte Aktionär. Weitere Meldungen zu Beteiligungen über 5% liegen nicht vor.

Wienerberger hat eine für international agierende, börsenotierte Unternehmen übliche breit gestreute Aktionärsstruktur. Gemäß der letzten Aktionärsstrukturerhebung im Februar 2011 kommt die Mehrheit der Anleger aus dem angelsächsischen Raum, Nordamerika (42%) sowie Großbritannien und Irland (15%). Der Anteil an Privataktionären beträgt knapp 20%, jedoch dominieren institutionelle Investoren mit einem Anteil von 80%. Hiervon spielen die wertorientierten Investoren mit 47% eine wichtige Rolle, gefolgt von Wachstums- bzw. GARP-Investoren (siehe Grafik rechts).

Aktionärsstruktur nach Ländern

  • 1 USA 40%
  • 2 Kanada 2%
  • 3 Österreich 16%
  • 4 GB & Irland 15%
  • 5 Frankreich 5% 6 Nordeuropa 5%
  • 7 Deutschland 3%

8 Schweiz 2%

9 Sonstige 12%

Aktionärsstruktur nach Investortyp

  • 1 Wertorientiert 47%
  • 2 GARP 21%
  • 3 Wachstum 15% 4 Index 10%
  • 5 Hedgefonds 2%
  • 6 Sonstige 5%

Quiet Period vor Ergebnisveröffentlichungen bleibt aufrecht

Intensiver, laufender Kontakt mit den Investoren weltweit

IR-Team wird im Rahmen des Extel Pan-European Survey 2010 für "Beste IR im europäischen Baustoffsektor" ausgezeichnet

Investor Relations

Seit Jahren haben professionelle Investor Relations hohe Priorität für Wienerberger. Die Funktion ist direkt dem Finanzvorstand, bei starker Einbindung des Vorstandsvorsitzenden, unterstellt. Zentrales Anliegen der Investor Relations ist eine laufende, offene und aktive Kommunikation mit Investoren und Anteilseignern von Wienerberger zur Gewährleistung einer bestmöglichen Transparenz. In Anlehnung an internationale Usancen halten wir vor Ergebnisveröffentlichung und parallel zur Handelssperre für Wienerberger Mitarbeiter an einer Quiet Period fest. Da uns bewusst ist, dass dies eine Einschränkung der Kommunikation mit Investoren darstellt, behalten wir uns vor, die Quiet Period wieder aufzuheben.

Wienerberger hat auch in 2010 zahlreiche Roadshows durchgeführt und an Investorenkonferenzen in Europa und den USA teilgenommen, wie z.B. der Davy Building Conference, Citigroup Building Conference, Credit Suisse European Building Materials Conference, Corporate Conference der Deutschen Bank, Erste Bank Konferenz in Stegersbach und UniCredit Austrian Investor Conference in Kitzbühel sowie der Cheuvreux Corporate Conference in Frankfurt und der RCB Konferenz in Zürs. Der Vorstand und das Investor Relations Team trafen im abgelaufenen Jahr hunderte Investoren aus aller Welt persönlich oder informierten bei Conference Calls und Videokonferenzen über die wesentlichsten Kennzahlen sowie die operative und strategische Entwicklung des Unternehmens. Die Wienerberger Website bietet als wichtiges Kommunikationsmedium umfangreiche Informationen über das Unternehmen wie Download-Versionen von Geschäfts- und Zwischenberichten, Finanztermine, aktuelle Präsentationen, Live-Übertragungen von Hauptversammlung und Pressekonferenzen, Conference Calls (sowie deren Aufzeichnungen) und einen weboptimierten Online-Geschäftsbericht (geschaeftsbericht.wienerberger.com).

Wie bereits in den vergangenen Jahren wurden unsere Anstrengungen, die Investor Relations laufend zu verbessern, auch 2010 von der "Financial Community" anerkannt und mit einer Vielzahl an Preisen international und national ausgezeichnet. Bei den ARC (Annual Report Competition) Awards in New York wurde Wienerberger aus über 2.000 eingereichten Berichten aus 26 Ländern mit zwei Golden Awards in den Kategorien "Overall Annual Report", "Cover Design" und mit einem Bronze Award in der Kategorie "Financial Data" geehrt. Bei der alljährlichen Verleihung des Annual Report on Annual Reports durch eine unabhängige Jury schaffte es der Wienerberger Geschäftsbericht aus über 40.000 Geschäftsberichten weltweit ausgewählt und mit dem sensationellen dritten Platz ('A+ first rate') ausgezeichnet zu werden. Für die beste Corporate Communication aus dem deutschsprachigen Raum wurde Wienerberger beim renommierten Econ Award in Berlin nach Platin im Vorjahr wieder Gold verliehen. In Österreich wurde im Rahmen des AAAtrend Award in den Kategorien Mediumsqualität Platz eins, Businessreporting Platz zwei und somit über alle Kategorien für börsenotierte Unternehmen der erste Platz gesamt an Wienerberger verliehen. Beim von Thomson Reuters durchgeführten Extel Pan-European Survey 2010, an dem 640 börsenotierte Unternehmen teilnahmen und 1.798 institutionelle Investoren sowie 225 Brokerage-Firmen ihre Stimme abgaben, wurde das Wienerberger Investor Relations Team mit den Prädikaten "Beste IR im Baustoffsektor in Europa" sowie "Beste IR in Österreich (branchenübergreifend)" ausgezeichnet. Im jährlichen Webranking der schwedischen Agentur Hallvarsson & Halvarsson schaffte die Wienerberger Webseite aus über 30 der größten österreichischen Unternehmen den Hattrick und wurde erneut mit dem ersten Platz prämiert.

Die Beobachtung durch eine große Zahl renommierter heimischer und internationaler Investmentbanken sichert die "Visibility" der Wienerberger Aktie in der Financial Community. Während des vergangenen Jahres hat die Berenberg Bank (London) die Coverage wieder aufgenommen, Collins Stewart (London), MF Global (London) und Sal. Oppenheim (Wien) eingestellt sowie Morgan Stanley (London) ausgesetzt. Per März 2011 wird Wienerberger von 17 Analysten gecovert. Folgende Broker veröffentlichen Analysen über Wienerberger und ihre Aktie (in alphabetischer Reihenfolge): Bank of America Merrill Lynch (London), Bayerische Landesbank (München), Berenberg Bank (London), Cheuvreux (Zürich), Citigroup (London), Credit Suisse (London), Davy Securities (Dublin), Deutsche Bank (Wien), Erste Bank (Wien), Exane BNP Paribas (London), Goldman Sachs (London), HSBC Trinkaus (Frankfurt), ING Bank N.V. (London), RCB (Wien), Royal Bank of Scotland (London), UniCredit (Wien) und UBS (London).

Wienerberger Coverage liegt derzeit bei 17 Analysten

Informationen zum Unternehmen und zur Wienerberger Aktie

Head of Investor Relations Barbara Braunöck
Aktionärstelefon +43 1 601 92-471
E-Mail [email protected]
Internet www.wienerberger.com
Online-Geschäftsbericht geschaeftsbericht.wienerberger.com
Wiener Börse WIE
Thomson Financial WBSV.VI; WIE-VI
Bloomberg WIE AV
Datastream O: WNBA
ADR Level 1 WBRBY
ISIN AT0000831706

Ergebnis- und Bilanzanalyse

Umsatz nach Segmenten

  • 1 Zentral-Osteuropa 30%
  • 2 Zentral-Westeuropa 22%
  • 3 Nord-Westeuropa 41%
  • 4 Nordamerika 8% 5 Beteiligungen und
  • Sonstiges -1%

Umsatz nach Regionen

  • 1 Osteuropa 25%
  • 2 Benelux 23%
  • 3 Deutschland 15%
  • 4 Frankreich 8%
  • 5 Österreich 5%
  • 6 Sonstiges Europa 16% 7 Nordamerika 8%

Ertragslage Der Geschäftsverlauf von Wienerberger war bei einem anhaltend schwachen Marktumfeld in Osteuropa und einer leichten Verbesserung der Bautätigkeit in Westeuropa im Jahr 2010 sehr

stark durch die Witterung beeinflusst. Nach einem langen und strengen Winter in Europa und den USA litt die Nachfrage nach Baustoffen in weiten Teilen Osteuropas unter Regen und Überflutungen im April und Mai sowie in allen Regionen unter dem frühen Wintereinbruch gegen Ende des Jahres. Insgesamt gelang es Wienerberger trotz dieser widrigen Bedingungen bei einem leichten Umsatzrückgang mittels Kosteneinsparungen und besserer Kapazitätsauslastung das operative EBITDA etwas zu verbessern.

Der Konzernumsatz sank im Vergleich zum Vorjahr um 4% auf 1.744,8 Mio. €, wobei 1% aus Mengenrückgängen, 5% aus Preisrückgängen und 2% aus positiven Fremdwährungseffekten resultierten. Die positiven Fremdwährungseffekte stammen im Wesentlichen aus stärkeren osteuropäischen Währungen sowie aus dem US-Dollar und dem Schweizer Franken. Die geringeren Durchschnittspreise erklären sich vor allem aus unserer proaktiven Preispolitik in Osteuropa, wo wir gezielt Preise angepasst haben, um unsere Marktposition insbesondere auch gegenüber anderen Baumaterialien zu stärken und weiter auszubauen. Betrachtet man die Umsatzentwicklung nach Segmenten, so zeigt sich, dass Zentral-Osteuropa die stärksten Einbußen zu verzeichnen hatte. Der witterungsbedingte Nachfragerückgang in den ersten sechs Monaten konnte trotz Aufholeffekten in der zweiten Jahreshälfte aufgrund des anhaltend schwachen Marktumfelds nicht kompensiert werden. In Zentral-Westeuropa gingen die Mengen bei Hintermauerziegel leicht zurück, da trotz einer guten Entwicklung in Deutschland und der Schweiz die Nachfrage nach Baustoffen in Italien weiter deutlich rückläufig war. Nord-Westeuropa war einerseits geprägt durch Umsatzsteigerungen in Großbritannien und Frankreich sowie andererseits durch stark rückläufige Absätze in den Niederlanden. Der Umsatz in Nordamerika blieb etwas unter dem Niveau 2009, da sich der Wohnungsneubau nach einer leichten Erholung ab dem Frühjahr im vierten Quartal 2010 wieder abschwächte.

Das operative EBITDA der Gruppe lag mit 210,8 Mio. € um 1% leicht über dem Vergleichswert von 2009. Wienerberger ist witterungsbedingt im ersten Quartal mit einem operativen EBITDA von -22,6 Mio.€ gestartet, während in den ersten drei Monaten des Vorjahrs noch ein operatives EBITDA von 16,2 Mio.€ erwirtschaftet wurde. Im zweiten Quartal gelang der Turnaround, und ab diesem Zeitpunkt wurden auf Quartalsbasis deutliche Ergebnisverbesserungen erzielt. Wir konnten das operative EBITDA vom zweiten bis zum vierten Quartal um mehr als 20% im Vergleich zum Vorjahr steigern und damit die erfolgreiche Umsetzung des Aktionsplans 2008 und 2009 bestätigen. Die daraus resultierenden Fixkosteneinsparungen sowie bessere Kapazitätsauslastung haben in einem immer noch schwierigen Marktumfeld deutliche Ergebnisverbesserungen ermöglicht. Im Berichtsjahr wurden Fixkosteneinsparungen von rund 35 Mio. € sowie aufgrund von vorteilhaften Absicherungsgeschäften preisbedingte Einsparungen bei Energie von rund 15 Mio.€ realisiert. Insgesamt stiegen 2010 die Energiekosten aufgrund höherer Produktionsmengen um 3,6% auf 268,5 Mio.€ an und erreichten einen Anteil von 15,4% am Umsatz nach 14,3% im Jahr zuvor. Die operative EBITDA-Marge konnte nur leicht von 11,5% im Jahr 2009 auf 12,1% im Berichtsjahr gesteigert werden, da den erwähnten Einsparungen niedrigere Durchschnittspreise in Osteuropa, Großbritannien und Deutschland gegenüberstanden.

Das Jahr 2010 und Ausblick Ergebnis- und Bilanzanalyse

In Zentral-Osteuropa fiel das operative EBITDA mit 86,1 Mio. € um 21% geringer aus als im Jahr zuvor. Ursachen dafür waren neben Absatzrückgängen in allen wesentlichen Ländern vor allem niedrigere Durchschnittspreise im Vergleich zum Vorjahr. Während in Polen der Rückgang in der Nachfrage nach Baustoffen nach den ersten sechs Monaten abflachte, blieben Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien sowie auch Südosteuropa weiterhin schwierige Märkte. Bei der Semmelrock Gruppe konnten im Berichtsjahr die Absatzmengen aufgrund von zugebauten Kapazitäten in Polen, Bulgarien und Rumänien sowie der Akquisition Ebenseer im April 2009 um 5% gesteigert werden. Die Bramac Gruppe, welche Betondachsteine in dieser Region vertreibt, hatte unter der schwachen Nachfrage nach Baustoffen zu leiden und musste bei niedrigeren Absätzen starke Ergebniseinbußen hinnehmen.

In Zentral-Westeuropa konnte das operative EBITDA trotz niedrigerer Durchschnittspreise in Deutschland und rückläufiger Nachfrage bei anhaltendem Preisdruck in Italien um 10% auf 35,6 Mio.€ verbessert werden. In Deutschland wurden bei einer leichten Erholung im Wohnungsneubau und einem stabilen Renovierungsmarkt die Absätze bei Dachziegel moderat gesteigert. Die Schweiz erwirtschaftete bei stabilen Mengen und Preisen aufgrund von Kosteneinsparungen bessere Ergebnisse.

In Nord-Westeuropa wurden die rückläufigen Ergebnisse in den Niederlanden durch die gute Entwicklung in Belgien, Frankreich und Großbritannien mehr als kompensiert und das operative EBITDA im Segment um 10% auf 113,1 Mio.€ gesteigert. Belgien verbesserte bei höheren Absatzmengen und stabilen Preisen durch Kosteneinsparungen und höhere Auslastung die Margen. In Frankreich konnten die Absätze bei Hintermauerziegel unterstützt durch die Inbetriebnahme neuer Kapazitäten gesteigert werden. Großbritannien setzte deutlich höhere Mengen bei Vormauer- und Dachziegel ab, wobei aufgrund von Verschiebungen im Produktmix hin zu einfacheren Ziegelformaten im Bereich Vormauer niedrigere Durchschnittspreise zu verzeichnen waren.

Im Segment Nordamerika kam es bei etwas niedrigeren Absätzen und einem moderaten Umsatzrückgang von 3% auf 144,5 Mio.€ zum erwarteten Turnaround. Dank besserer Kapazitätsauslastung und Kosteneinsparungen verbesserte sich das operative EBITDA in einem weiterhin sehr schwierigen Marktumfeld auf 4,5 Mio.€ gegenüber -13,3 Mio.€ im Jahr 2009.

Im Segment Beteiligungen und Sonstiges sind neben den Holdingkosten auch die Aktivitäten in Indien sowie die Beteiligungen im Bereich Rohrsysteme ausgewiesen, wobei die Einbeziehung des Ergebnisses der Pipelife Gruppe at-equity erfolgt. Mit 31.12.2010 wurde die Steinzeug Gruppe im Bereich Beteiligungen und Sonstiges erstkonsolidiert.

Operatives EBITDA in Zentral-Osteuropa um 21% unter dem Vorjahr

Verbesserung um 10% auf 35,6 Mio. € im operativen EBITDA von Zentral-Westeuropa

Steigerung des operativen EBITDA um 10% auf 113,1 Mio. € in Nord-Westeuropa

Turnaround in Nordamerika dank besserer Auslastung

Ertragsentwicklung 2009 Verkäufe Käufe1) F/X2) Organisch 2010
in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. €
Umsatz 1.816,9 0,2 7,8 41,3 -121,0 1.744,8
EBITDA operativ3) 208,6 0,2 -2,3 6,1 -1,4 210,8
EBIT -258,1 0,2 -3,2 0,7 271,5 10,7
Nicht-wiederkehrend -277,0 0,0 0,0 0,0 277,0 0,0
Finanzergebnis4) -37,5 0,0 -0,1 -0,1 -13,8 -51,5
Ergebnis vor Steuern -295,6 0,1 0,9 0,9 253,1 -40,8
Ergebnis nach Steuern -258,7 0,1 2,1 1,3 220,5 -34,9

1) Effekte aus Konsolidierungskreisänderungen

2) Währungseffekte

3) vor Restrukturierungskosten, Wertminderungen von Sachanlagen und Firmenwertabschreibungen

4) inklusive at-equity Beteiligungsergebnis

EBITDA operativ 1) 2009 2010 Vdg.
in Mio. € in Mio. € in %
Zentral-Osteuropa 108,8 86,1 -21
Zentral-Westeuropa 32,3 35,6 +10
Nord-Westeuropa 102,5 113,1 +10
Nordamerika -13,3 4,5 >100
Beteiligungen und Sonstiges2) -21,7 -28,5 -31
Wienerberger Gruppe 208,6 210,8 +1

1) vor Restrukturierungskosten, Wertminderungen von Sachanlagen und Firmenwertabschreibungen

2) inklusive Holdingkosten

Positive Wechselkurseffekte, die vorwiegend aus osteuropäischen Währungen sowie dem Schweizer Franken und dem US-Dollar resultieren, erhöhten das EBITDA um 6,1 Mio.€. Konsolidierungskreisänderungen hatten einen negativen Effekt von -2,5 Mio.€. In den Abschreibungen auf das Anlagevermögen sind Wertminderungen von 10,4 Mio.€ enthalten. Diese betreffen im Wesentlichen Abwertungen von Liegenschaften in der Schweiz sowie Wertminderungen aufgrund eines Schadensfalles in den Vereinigten Staaten. Die operative Abschreibungstangente erhöhte sich wegen des leicht rückläufigen Konzernumsatzes geringfügig von 10,4% im Jahr 2009 auf 10,9% im Berichtsjahr. Dieser im internationalen Vergleich relativ hohe Wert resultiert vorwiegend aus der starken Investitionstätigkeit der Vergangenheit und ist ein Indikator für die Anlagenintensität und das technische Potenzial der Wienerberger Gruppe. Im Jahr 2010 kam es zu keinen wesentlichen Anlagenverkäufen aus nicht betriebsnotwendigen Liegenschaften.

Relativ hohe operative Abschreibungstangente von 10,9% als Indikator für die Anlagenintensität und das technische Potenzial von Wienerberger

Werthaltigkeitstests zu Jahresende ergaben keinen Abwertungsbedarf

Restrukturierung wurde Ende 2009 abgeschlossen

Anstieg der operativen EBITDA-Marge von 11,5% auf 12,1%

Wienerberger führt regelmäßig im Anschluss an die Unternehmensplanung Werthaltigkeitstests durch. Die im Dezember des Berichtsjahres auf Basis der Mittelfristplanungen für den Zeitraum 2011– 2014 durchgeführten Werthaltigkeitstests ergaben keinen Abwertungsbedarf. Für diese Werthaltigkeitstests wurde für die Wienerberger Gruppe ein Gesamtkapitalkostensatz nach Steuern von 6,69% ermittelt, wobei wiederum in den Vereinigten Staaten (6,13%), Großbritannien (5,46%), Russland (11,12%) und Indien (11,01%) abweichende regionale Kapitalkostensätze verwendet wurden.

Wienerberger hat den im Jahr 2008 begonnenen Aktionsplan mit Ende 2009 abgeschlossen. Die in den Jahren 2008 und 2009 angefallenen Aufwendungen aus Restrukturierungen sowie die Wertminderungen von Sachanlagen und Firmenwerten sind zur Erhöhung der Transparenz in der Gewinn- und Verlustrechnung separat ausgewiesen. Im Berichtsjahr waren keine weiteren Restrukturierungsmaßnahmen mehr erforderlich.

Rentabilitätskennzahlen 2009 2010
in % in %
Bruttoergebnis zu Umsatz 28,1 29,0
Verwaltungskosten zu Umsatz 6,8 6,9
Vertriebskosten zu Umsatz 21,3 22,6
Operative EBITDA-Marge1) 11,5 12,1
EBIT-Marge -14,2 0,6

1) vor Restrukturierungskosten, Wertminderungen von Sachanlagen und Firmenwertabschreibungen

Gewinn- und Verlustrechnung 2009 2010 Vdg.
in Mio. € in Mio. € in %
Umsatzerlöse 1.816,9 1.744,8 -4
Herstellungskosten -1.305,9 -1.238,8 -5
Vertriebs- und Verwaltungskosten1) -510,3 -514,5 +1
Sonstige betriebliche Aufwendungen -41,2 -50,5 +23
Sonstige betriebliche Erträge 59,5 69,7 +17
Operatives Betriebsergebnis 2) 19,0 10,7 -44
Restrukturierungskosten und Wertminderungen von Sachanlagen -153,7 0,0 >100
Firmenwertabschreibungen -123,3 0,0 >100
Betriebsergebnis (EBIT) 3) -258,1 10,7 >100
Finanzergebnis4) -37,5 -51,5 -37
Ergebnis vor Steuern -295,6 -40,8 +86
Ertragsteuern 36,9 5,9 -84
Ergebnis nach Steuern -258,7 -34,9 +87

1) inklusive Transportaufwendungen

2) vor Restrukturierungskosten, Wertminderungen von Sachanlagen und Firmenwertabschreibungen

3) gerechnet auf Basis ungerundeter Werte

4) inklusive at-equity Ergebnis

Ergebnis je Aktie von -0,57 €

Bilanzsumme von 4.059,3 Mio. €

Working Capital zu Umsatz von 27,9% auf 25,5% im Jahr 2010 reduziert

Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) konnte aufgrund des Wegfalls von Restrukturierungskosten von -258,1 Mio.€ im Vorjahr auf 10,7 Mio.€ im Jahr 2010 signifikant gesteigert werden. Die Verschlechterung des Finanzergebnisses resultiert vorwiegend aus schwächeren Ergebnisbeiträgen von den assoziierten Unternehmen Pipelife und Tondach Gleinstätten sowie aus höheren Zinsaufwendungen. Das Berichtsjahr 2010 stand bei der Pipelife Gruppe im Zeichen der Restrukturierung mit dem Ziel, Kapazitäten den Marktgegebenheiten anzupassen, Fixkosten zu reduzieren und Working Capital weiter abzubauen. Auch Tondach Gleinstätten hatte unter dem schwierigen Marktumfeld in Osteuropa zu leiden. Das Zinsergebnis verschlechterte sich aufgrund von einmaligen Aufwendungen, die aus der vorzeitigen Tilgung von Krediten entstanden, im Vergleich zum Vorjahr von -37,8 Mio. € auf -43,4 Mio. €. Die niedrige Steuerquote von 14,4% (Vorjahr: 12,5%) ergibt sich einerseits aus den mit geringeren Sätzen besteuerten osteuropäischen Ergebnisanteilen und anderseits aus dem geringeren latenten Steuerertrag aufgrund der in einigen Ländern nicht gegebenen Verwertbarkeit von Verlustvorträgen.

Das Ergebnis je Aktie wird nach Abzug des auf Anteile in Fremdbesitz entfallenden Ergebnisses sowie der für die Zahlung des Hybridkupons erforderlichen Beträge in Höhe von 32,5 Mio. € errechnet. Unter Berücksichtigung einer höheren gewichteten Aktienanzahl von 116,5 Mio. Stück (aufgrund der im September 2009 durchgeführten Kapitalerhöhung) ergibt sich ein Ergebnis je Aktie von -0,57€ (Vorjahr: -3,17€).

Vermögens- und Finanzlage

Im Jahr 2010 sank die Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr vorwiegend aufgrund der laufenden Abschreibungen von Anlagen sowie einer weiteren Verringerung des Working Capitals um 1% auf 4.059,3 Mio. €. Branchenbedingt ist die Bilanzstruktur durch hohe Anlagenintensität und langfristige Finanzierungskomponenten geprägt.

Der Anteil des Anlagevermögens am Gesamtvermögen blieb mit 67% auf dem Vorjahresniveau, wobei auf Sachanlagen 67% (Vorjahr: 68%) des Capital Employed entfallen. Die Vorräte stiegen akquisitions- und währungsbedingt von 552,4 Mio. € Ende 2009 um 17,2 Mio.€ und sind zum Stichtag mit 569,6 Mio. € ausgewiesen. Die durchschnittliche Außenstandsdauer der Kundenforderungen verringerte sich von 34 auf 24 Tage, die durchschnittliche Außenstandsdauer bei den Lieferverbindlichkeiten ist von 42 Tagen auf 51 Tage gestiegen. Das Working Capital (Vorräte + Nettokundenforderungen – Lieferverbindlichkeiten) wurde im Berichtsjahr vor allem durch eine Verminderung der Kundenforderungen durch Effekte aus Factoring sowie auch durch einen akquisitionsbedingten Anstieg der Lieferverbindlichkeiten reduziert und belief sich auf 444,9 Mio. € was einem Anteil am Umsatz von 25,5% (Vorjahr: 27,9%) bzw. einem Anteil am Capital Employed von 16 % (Vorjahr: 18%) entspricht. Die Umschlagshäufigkeit des Working Capitals im Jahresdurchschnitt hat sich auf 99 Tage (Vorjahr: 125 Tagen) reduziert. Wienerberger verfügte auch Ende 2010 mit 539,7 Mio. € über starke Liquiditätsreserven, bestehend aus Kassa, Bankguthaben und Wertpapieren.

Entwicklung der Bilanzstruktur in Mrd. €

Das Konzerneigenkapital verringerte sich geringfügig um 1% auf 2.525,7 Mio.€ (Vorjahr: 2.547,0 Mio.€). Hauptgründe dafür sind einerseits ein Konzernverlust von 34,9 Mio.€ und die Auszahlung des Hybridkupons von 32,5 Mio. €. Dem gegenüber stehen Differenzen aus der Währungsumrechnung und Effekte aus der Absicherung durch Hedging-Instrumente, die das Eigenkapital gemeinsam um 58,1 Mio. € erhöhten. Der Ankauf der restlichen 25% der Semmelrock Gruppe wurde neben einer Barabfindung mit einer Million eigener Aktien bezahlt. Die Nettoeffekte aus dieser Transaktion senkten das Konzerneigenkapital um 12,0 Mio.€. Insgesamt blieb die Eigenkapitalquote (inklusive nicht beherrschender Anteile) mit 62% (Vorjahr: 62%) stabil. Das Eigenkapital deckte das Anlagevermögen zum Bilanzstichtag zu 93%.

Die langfristigen Rückstellungen erhöhten sich geringfügig um 2%. Einerseits stiegen die Personalrückstellungen, bedingt durch einen niedrigeren Rechnungszinssatz sowie aufgrund der Konsolidierung der Steinzeug Gruppe, um 18% auf 73,0 Mio. €. Die Pensionsrückstellungen lagen vor allem wegen Währungsdifferenzen sowie der erwähnten Konsolidierungskreisänderung mit 6,3 Mio. € über dem Vorjahr und sind bei Wienerberger als langfristige Finanzierungskomponente von untergeordneter Bedeutung. Andererseits kam es bei den Rückstellungen für latente Steuern zu einem Rückgang um 11% auf 79,8 Mio.€. Die kurzfristigen Rückstellungen von 63,2 Mio. € lagen akquisitionsbedingt um 6% über dem Vorjahreswert. Die gesamten Rückstellungen machen unverändert 7% der Bilanzsumme aus. Die verzinslichen Verbindlichkeiten (Finanzverbindlichkeiten) konnten um 36,2 auf 914,2 Mio. € reduziert werden und enthalten Verbindlichkeiten gegenüber Banken, Anleihezeichnern und sonstigen Dritten von 888,7 Mio. €, Derivate mit negativen Marktwerten von 18,7 Mio. €, Leasingverbindlichkeiten von 4,3 Mio. € sowie Konzernverbindlichkeiten von 2,5 Mio. €. Diesen Verbindlichkeiten stehen Zahlungsmittel, Kassa, Bankguthaben und Wertpapiere von 539,7 Mio. € gegenüber. Von den verzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Banken, Anleihezeichnern und sonstigen Dritten in Höhe von 888,7 Mio. € haben 86% (Vorjahr: 93%) langfristigen und 14% (Vorjahr: 7%) kurzfristigen Charakter.

Konzerneigenkapital von 2.525,7 Mio. €

86% der verzinslichen Finanzverbindlichkeiten haben langfristigen Charakter

Berechnung der Nettoverschuldung1) 2009 2010 Vdg.
in Mio. € in Mio. € in %
Langfristige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 876,0 772,3 -12
Kurzfristige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 67,2 135,1 >100
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 5,9 4,3 -27
- Konzernforderungen und -verbindlichkeiten aus Finanzierung -20,5 -19,4 -5
- Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte -71,0 -64,4 -9
- Kassa -449,6 -453,4 +1
Nettoverbindlichkeiten 408,0 374,5 -8

1) exklusive Hybridanleihe

Die Nettoverschuldung belief sich zum Stichtag 31.12.2010 auf 374,5 Mio. € und lag damit um 8% unter dem Vorjahreswert von 408,0 Mio. €. Investitionen erhöhten die Nettoverschuldung um 149,8 Mio. € und die Auszahlung des Hybridkupons um weitere 32,5 Mio. €. Vermindert wurde die Nettoverschuldung durch den Cash-flow aus dem Ergebnis um 151,3 Mio. €, durch eine weitere Reduktion des Working Capital um 30,6 Mio. €, durch Devestitionen um 18,7 Mio. € sowie durch Währungsänderungen und Sonstiges um 15,2 Mio. €. In der Folge ergab sich daraus ein Verschuldungsgrad am Jahresende von 14,8% (Vorjahr: 16,0%). Die langfristigen Finanzmittel wie Eigenkapital, langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten deckten das Anlagevermögen zu 130% (Vorjahr: 135%). Das Verhältnis von Nettoverschuldung zu operativem EBITDA lag bei 1,8 (Vorjahr: 2,0).

Entwicklung der Nettoverschuldung (Net Debt)

in Mio. €

Nettoverschuldung von 408,0 Mio. € auf 374,5 Mio. € weiter reduziert

Bilanzentwicklung 2009 Verkäufe Käufe1) F/X2) Organisch 2010
in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. €
Sachanlagevermögen 1.905,4 0,0 30,3 53,1 -116,6 1.872,2
Immaterielles Anlagevermögen 641,1 0,0 24,0 19,3 -8,1 676,3
Sonstiges langfristiges Vermögen 217,1 0,0 -11,7 4,9 0,8 211,1
Vorräte 552,4 0,0 22,7 10,3 -15,7 569,7
Sonstiges kurzfristiges Vermögen 771,4 0,0 -4,6 -2,8 -34,0 730,0
Bilanzsumme 4.087,4 0,0 60,7 84,8 -173,6 4.059,3
Eigenkapital 3) 2.547,0 0,0 17,0 83,6 -121,9 2.525,7
Rückstellungen 277,1 0,0 27,4 10,0 -30,0 284,5
Verbindlichkeiten 1.263,3 0,0 16,3 -8,8 -21,7 1.249,1

1) Effekte aus Konsolidierungskreisänderungen von in 2010 übernommenen Unternehmen bzw. Anteilen

2) Währungseffekte

3) inklusive nicht beherrschende Anteile und Hybridkapital

Das akquisitionsbedingte Wachstum stammt vorwiegend aus der Übernahme der Steinzeug Gruppe. Die organische Bilanzsummenverkürzung von -173,6 Mio. € ergab sich vor allem aus laufenden Abschreibungen von Vermögenswerten sowie aus einer Verminderung der Vorräte.

Organische Bilanzsummenverkürzung von -173,6 Mio. €

Bilanzkennzahlen 2009 2010
Capital Employed in Mio. € 2.816,8 2.779,5
Nettoverschuldung in Mio. € 408,0 374,5
Eigenkapitalquote in % 62,3 62,2
Verschuldungsgrad in % 16,0 14,8
Anlagendeckung in % 93,4 92,6
Working Capital zu Umsatz in % 27,9 25,5

Fristigkeiten der

2 1 – 5 Jahre 83%

3 >5 Jahre 2%

Fälligkeitsstruktur der verzinslichen Finanzverbindlichkeiten in Mio. €

Entschuldungsdauer von 1,8 Jahren

Treasury

Der Höhepunkt der Finanzkrise scheint überwunden, dennoch bleibt die Sicherung der Liquidität und des finanziellen Handlungsspielraums der Gruppe im Fokus. In 2010 lag der Schwerpunkt der Bestrebungen auf der Verbesserung des Fälligkeitsprofils und insbesondere in der Reduzierung des Refinanzierungsbedarfs im Jahr 2012, in welchem die Rückzahlung der im Jahr 2005 begebenen Anleihe mit einem Volumen von 400 Mio.€ ansteht. Wienerberger hat daher im April 2010 eine neue Anleihe (250 Mio.€ Volumen, Laufzeit von 4¼ Jahren) emittiert in Verbindung mit einem Rückkaufsangebot (zum Preis von 100%) für die in 2012 auslaufende Anleihe. Auf diesem Wege konnten 140,8 Mio.€ der alten Anleihe zurückgekauft werden, so dass der Refinanzierungsbedarf aus dieser Anleihe nur mehr 259,2 Mio.€ beträgt. Durch diese Maßnahme war es nicht nur möglich, auf die im Jahr 2009 von Banken für bestehende Kredite eingeräumten Verlängerungen von Laufzeiten zu verzichten, sondern auch mit den verbleibenden Mitteln aus der Neuemission einen Teil der Bankkredite frühzeitig zu tilgen und somit das Fälligkeitsprofil deutlich zu verbessern. In der Folge befand sich Wienerberger Ende 2010 in der komfortablen Position, den Refinanzierungsbedarf für 2012 bereits zu einem Großteil durch liquide Mittel gedeckt zu haben. Die liquiden Mittel wurden breit gestreut veranlagt, wobei besonderes Augenmerk auf die Eigenkapitalausstattung und das jeweils gültige Rating des Veranlagungspartners gelegt wurde, um ein etwaiges Ausfallsrisiko zu minimieren.

Im Jänner 2011 wurden auch die für unsere Kreditvereinbarungen mit Banken gültigen Kennzahlen (Covenants) neu verhandelt. Nach den im Jahr 2009 vereinbarten (und nur temporär gültigen) Covenants hat Wienerberger nun mit ihren Banken einstimmig eine permanente Änderung dieser Kennzahlen erreicht. Zukünftig darf die Nettoverschuldung zu operativem EBITDA (12 Monate roulierend) den Wert von 3,5 nicht überschreiten, und die EBITDA-Zinsdeckung (operatives EBITDA / Zinsergebnis) darf den Wert von 3,75 nicht unterschreiten. Es gelten nur mehr diese beiden Kennzahlen, welche auch besser die saisonalen und zyklischen Schwankungen der Baustoffindustrie reflektieren und nur zweimal pro Jahr (Juni, Dezember) getestet werden.

78% unserer Verbindlichkeiten sind fix verzinst, da die im letzten Jahr erfolgten frühzeitigen Tilgungen vor allem variabel verzinste Bankverbindlichkeiten betrafen. Den verbleibenden variabel verzinsten Verbindlichkeiten steht ein deutlich größerer, ebenfalls variabel verzinster Anteil an liquiden Mitteln gegenüber, wodurch das Zinsrisiko der variabel verzinsten Verbindlichkeiten eliminiert wird. Aufgrund der geringeren Verzinsung liquider Mittel im Vergleich zu Anleihen und Krediten war jedoch ein "Negative Carry" zu tragen, so dass das Zinsergebnis nicht in dem Maß verbessert werden konnte wie die Nettoverschuldung zurückgeführt wurde.

Treasury Kennzahlen 2009 2010
Nettoverschuldung / EBITDA operativ1) 2,0 1,8
EBITDA operativ1) / Zinsergebnis 5,5 4,9

1) vor Restrukturierungskosten, Wertminderungen von Sachanlagen und Firmenwertabschreibungen

Cash-flow

Der Cash-flow aus dem Ergebnis ist von 52,5 Mio.€ im Jahr 2009 um rund 100 Mio.€ auf 151,3 Mio. € im Berichtsjahr angestiegen, während sich der Cash-flow aus laufender Geschäftstätigkeit von 290,9 Mio. € auf 230,4 Mio. € verringerte. Dieser Rückgang erklärt sich aus der starken Reduktion des Working Capitals, welche sich im Jahr 2009 entsprechend positiv auf den Cash-flow auswirkte, insbesondere aus dem sehr starken, einmaligen Abbau von Vorräten. Die restriktive Investitionspolitik von 2009 wurde auch 2010 weiter fortgesetzt und zeigt sich deutlich im Cash-flow aus Investitionstätigkeit. Die Instandhaltungs-, Ersatz- und Rationalisierungsinvestitionen (Normalinvestitionen) blieben mit 61,7 Mio.€ auf dem Niveau des Vorjahrs. Für die Fertigstellung bereits begonnener Projekte sowie kleine Wachstumsprojekte wurden 88,1 Mio.€ (Vorjahr: 71,4 Mio.€) ausgegeben. Der Cash-flow aus Finanzierungstätigkeit umfasst den Emissionserlös der im April 2010 platzierten Anleihe in Höhe von 250 Mio.€. Mit diesen Mitteln wurden rund 141 Mio.€ der im April 2012 fälligen Anleihe aus dem Jahr 2005 vorzeitig zurückgekauft sowie langfristige Kredite getilgt. Diese Maßnahmen werden saldiert in der Veränderung langfristiger Finanzverbindlichkeiten im Cash-flow aus Finanzierungstätigkeit gezeigt. Weiters erfolgte wie bereits in den Vorjahren die Zahlung des Hybridkupons von 32,5 Mio. €. An Dividenden von assoziierten Unternehmen flossen im Berichtsjahr 3,1 Mio. € zu. Ingesamt schaffte es Wienerberger, einen beachtlichen Free Cash-flow (Zahlungsmittelzufluss aus dem operativen Cash-flow abzüglich Cash-flow aus Investitionstätigkeit zuzüglich Wachstumsinvestitionen) von 176,8 Mio. € zu erwirtschaften, der einerseits für wertschaffende Akquisitionen und andererseits zur vorzeitigen Tilgung von Krediten und zur Bedienung des Hybridkupons verwendet wurde.

Cash-Flow Statement 2009 2010 Vdg.
in Mio. € in Mio. € in %
Cash-flow aus dem Ergebnis 52,5 151,3 >100
Veränderung Working Capital und Sonstiges 238,4 79,1 -67
Cash-flow aus laufender Geschäftstätigkeit 290,9 230,4 -21
Normalinvestitionen (Erhaltung, Rationalisierung, Umwelt) -62,7 -61,7 -2
Wachstumsinvestitionen -71,4 -88,1 +23
Devestitionen und Sonstiges 22,6 8,1 -64
Cash-flow aus Investitionstätigkeit -111,5 -141,7 -27
Wachstumsinvestitionen 71,4 88,1 +23
Free Cash-flow 250,8 176,8 -30

Beachtlicher Free Cashflow von 176,8 Mio. € zur weiteren Stärkung der finanziellen Basis

Investitionen betrugen 149,8 Mio. € (Vorjahr: 134,1 Mio. €)

Investitionen

Investitionen

Für Investitionen wurden im Jahr 2010 149,8 Mio. € aufgewendet (Vorjahr: 134,1 Mio. €). Davon entfielen 61,7 Mio.€ (Vorjahr: 62,7 Mio.€) oder 33% der laufenden Abschreibungen (Vorjahr: 33%) auf Instandhaltungs-, Rationalisierungs- und Umweltinvestitionen (Normalinvestitionen), also auf jenen Teil der Investitionen, der erforderlich ist, um die bestehenden Produktionskapazitäten aufrechtzuerhalten bzw. laufend dem Stand der Technik anzupassen. 88,1 Mio. € (Vorjahr: 71,4 Mio. €) wurden für die im Berichtsjahr getätigten Akquisitionen und für die Fertigstellung von bereits laufenden Wachstumsprojekten (Bolt-on Projekte sowie externe Projekte) ausgegeben. Von den Investitionen für Wachstumsprojekte entfielen im Berichtsjahr 25% auf die Region Zentral-Osteuropa, 20% auf Nord-Westeuropa, 13% auf Zentral-Westeuropa und 42% auf Beteiligungen und Sonstiges.

Die Investitionen in das Sachanlagevermögen verteilen sich wie folgt auf die Anlagengruppen: Grundstücke und Gebäude mit 16,3 Mio. €, technische Anlagen und Maschinen mit 39,4 Mio. €, Betriebs- und Geschäftsausstattung mit 7,0 Mio. € sowie Anlagen in Bau mit 34,2 Mio. €.

Entwicklung Anlagevermögen Immaterielles Sachanlagen Finanzanlagen Gesamt
in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. €
31.12.2009 641,1 1.946,7 138,2 2.726,0
Investitionen1) 1,7 96,9 0,3 98,9
Konsolidierungskreisänderungen 24,0 30,3 -13,8 40,5
Abschreibungen -8,6 -191,5 -0,1 -200,2
Veräußerungen -0,3 -7,4 0,0 -7,7
Währungsumrechung und Sonstiges 18,4 55,4 -3,9 69,9
31.12.2010 676,3 1.930,4 120,7 2.727,4

1) Zugänge lt. Anlagenspiegel

Gesamtinvestitionen1) 2009 2010 Vdg.
in Mio. € in Mio. € in %
Zentral-Osteuropa 55,6 49,1 -12
Zentral-Westeuropa 13,2 19,8 +50
Nord-Westeuropa 50,1 35,2 -30
Nordamerika 8,8 7,8 -11
Beteiligungen und Sonstiges 6,4 37,9 >100
Wienerberger Gruppe 134,1 149,8 +12

1) Zugänge zu Sachanlagevermögen, immateriellem Vermögen und Finanzanlagevermögen inklusive Working Capital und Konsolidierungskreisänderungen bzw. Normalinvestitionen plus Wachstumsinvestitionen

Wienerberger Value Management

Für die interne strategische Unternehmenssteuerung werden cash-orientierte Vorsteuerrentabilitäten auf allen Unternehmensebenen ermittelt, die die Wertschaffung der Gruppe und von Unternehmenseinheiten abbilden. Wichtige Kennzahlen sind der Cash-flow Return on Investment (CFROI = EBITDA / durchschnittliches historisches Capital Employed zu Anschaffungskosten) und der Cash Value Added (CVA). Das CFROI-Modell ermöglicht es, Unternehmensbereiche unabhängig von der Altersstruktur der Werke zu vergleichen. Als nachhaltiges Mindestrentabilitätsziel wurde für alle Unternehmensbereiche ein CFROI, bereinigt um nicht-wiederkehrende Aufwendungen und Erträge, von zumindest 11,5% (= Hurdle Rate) festgelegt. Für die Berechnung des CVA wird der jeweilige Bereichs-CFROI dieser Hurdle Rate gegenübergestellt und mit dem durchschnittlichen historischen Capital Employed (CE) multipliziert. Der CVA zeigt die absolute, operative, zahlungswirksame Wertschaffung der Unternehmensbereiche.

Wichtige Kennzahlen zur Unternehmenssteuerung sind der CFROI und der CVA

Berechnung des Konzern-CFROI 2009 2010
EBITDA operativ 1) in Mio. € 208,6 210,8
Durchschnittliches Capital Employed in Mio. € 3.034,5 2.798,2
Durchschnittliche kumulierte Abschreibungen in Mio. € 1.856,0 2.115,3
Durchschnittliches historisches Capital Employed in Mio. € 4.890,5 4.913,5
CFROI in % 4,3 4,3

1) vor Restrukturierungskosten, Wertminderungen von Sachanlagen und Firmenwertabschreibungen

EBITDA1) Durchschnittl.
CFROI 2010 nach Segmenten operativ hist. CE CFROI 2) CVA2)
in Mio. € in Mio. € in % in Mio. €
Zentral-Osteuropa 86,1 1.465,8 5,9 -82,5
Zentral-Westeuropa 35,6 782,4 4,5 -54,4
Nord-Westeuropa 113,1 1.867,1 6,1 -101,6
Nordamerika 4,5 704,6 0,6 -76,5
Beteiligungen und Sonstiges3) -28,5 93,6 -30,4 -39,2
Wienerberger Gruppe 210,8 4.913,5 4,3 -354,2

1) vor Restrukturierungskosten, Wertminderungen von Sachanlagen und Firmenwertabschreibungen

2) berechnet auf Basis des durchschnittlichen historischen Capital Employed und ungerundeter Werte

3) inklusive Holdingkosten

Als Folge der anhaltend schwachen Ertragsentwicklung konnte in keinem Geschäftssegment ein CFROI erzielt werden, der über der Hurdle Rate lag. Der Konzern-CFROI lag mit 4,3% im Berichtsjahr 2010 unter der Hurdle Rate.

Konzern-CFROI liegt unter Hurdle Rate von 11,5%

CFROI vs. hist. CE

Auf Konzernebene wird zusätzlich zum CFROI der Return on Capital Employed (ROCE) berechnet. Wir setzen dabei den Net Operating Profit After Tax (NOPAT) zum gesamten im Konzern durchschnittlich eingesetzten verzinslichen Kapital (Capital Employed) in Beziehung. Daraus ist ersichtlich, in welchem Umfang Wienerberger den Verzinsungsanspruch ihrer Kapitalgeber erfüllt. Die durchschnittlichen Kapitalkosten des Konzerns nach Steuern werden aus den Mindestrenditen abgeleitet, die Anleger für das investierte Eigen- und Fremdkapital erwarten. Diese Kapitalkosten (WACC) ergeben sich aus den Fremdfinanzierungskosten und einer Risikoprämie für die Anlage in Aktien. Der WACC nach Steuern wurde im Berichtsjahr mit rund 6,69% ermittelt.

Der auf Basis des operativen EBIT ermittelte Net Operating Profit After Tax (NOPAT) verringerte sich im Berichtsjahr auf 4,8 Mio. €. Das Capital Employed am Stichtag sank geringfügig um 1% auf 2.779,5 Mio. €. Der ROCE lag unverändert bei 0,2% (Vorjahr: 0,2%), woraus sich im Berichtsjahr ein EVA® von -182,4 Mio. € (Vorjahr: -207,3 Mio. €) errechnet.

Berechnung des Konzern-ROCE 2009 2010
EBIT operativ1) in Mio. € 19,0 10,7
Ertragsteuern in Mio. € 36,9 5,9
Bereinigte Steuern in Mio. € -49,3 -11,8
NOPAT in Mio. € 6,6 4,8
Eigenkapital und nicht beherrschende Anteile in Mio. € 2.547,0 2.525,7
Finanzverbindlichkeiten und Finanzierungsleasing in Mio. € 949,2 911,7
Konzernforderungen und -verbindlichkeiten aus Finanzierung in Mio. € -20,5 -19,4
Liquide Mittel und Finanzanlagevermögen in Mio. € -658,9 -638,5
Capital Employed am Stichtag in Mio. € 2.816,8 2.779,5
Durchschnittliches Capital Employed in Mio. € 3.034,5 2.798,2
ROCE2) in % 0,2 0,2

ROCE mit 0,2 % unter WACC von rund 7 % Negativer EVA® von 182,4 Mio. €

Value Kennzahlen 2009 2010
ROCE2) in % 0,2 0,2
EVA® 3) 4) in Mio. € -207,3 -182,4
CFROI4) in % 4,3 4,3
CVA4) in Mio. € -353,8 -354,2

1) vor Restrukturierungskosten, Wertminderungen von Sachanlagen und Firmenwertabschreibungen

2) berechnet auf Basis des durchschnittlichen Capital Employed

(Mittelwert des Capital Employed am 1.1.2010 und des Capital Employed am 31.12.2010)

3) EVA® ist eine eingetragene Marke von Stern Stewart & Co.

4) berechnet auf Basis des durchschnittlichen historischen Capital Employed und ungerundeter Werte

Das Jahr 2010 und Ausblick Ergebnis- und Bilianzanalyse Ausblick und Ziele

Ausblick und Ziele

Die Prognose für 2011 ist durch die nach wie vor geringe Visibilität auf die Märkte Osteuropas und auf die USA nur eingeschränkt möglich. In Westeuropa rechnen wir mit einer stabilen bis leicht positiven Nachfrage nach Baustoffen im Jahr 2011.

Die Entwicklung der Märkte Zentral-Osteuropas ist aus heutiger Sicht schwer einzuschätzen. Polen ist das einzige Land, für das wir aufgrund der makroökonomischen Stabilität und der starken Binnennachfrage zuversichtlicher sind und von einer stabilen bis leicht positiven Entwicklung des Wohnungsneubaus ausgehen. Für die anderen Länder Osteuropas ist die Visibilität so gering, dass keine Prognosen möglich und weitere leichte Nachfragerückgänge nicht auszuschließen sind.

In den USA prognostiziert die NAHB (National Association of Home Builders) für 2011 einen Anstieg der Baubeginne von 17% auf 688.000. Aufgrund der herrschenden Unsicherheit bei Konsumenten und immer noch hoher Arbeitslosigkeit gehen wir in den ersten sechs Monaten von einer stabilen Nachfrage nach Baustoffen auf niedrigem Niveau aus und halten eine Erholung erst in der zweiten Jahreshälfte und in einem geringeren als von der NAHB prognostiziertem Ausmaß für möglich. Aufgrund der umfassenden Restrukturierungsmaßnahmen der letzten Jahre, die unsere Kosten nachhaltig gesenkt haben, erwarten wir im Gesamtjahr bei etwas höherer Kapazitätsauslastung Ergebnissteigerungen.

In Westeuropa gehen wir von einer leichten Verbesserung bei der Nachfrage nach Baustoffen aus. Während wir für die Niederlande, Großbritannien, die Schweiz und Italien mit einer Bautätigkeit auf dem Niveau von 2010 rechnen, scheint in Deutschland, Belgien und Frankreich leichtes Wachstum möglich. Die Preise wollen wir in dieser Region im Rahmen der Kosteninflation anpassen.

Die Instandhaltungsinvestitionen, welche neben Erhaltungs- auch Optimierungsmaßnahmen bestehender Anlagen enthalten, sind mit 110 Mio. € budgetiert. Wachstumsprojekte (Bolt-on-Projekte, kleinere Akquisitionen), sofern verfügbar und wertschaffend, sollen abhängig vom verfügbaren Cash-flow zum Ausbau unseres Kerngeschäfts durchgeführt werden. Unter der Annahme von gleichen Produktionsmengen wie 2010 rechnen wir auf Basis der derzeit abgesicherten Kontingente von mehr als 50% für 2011 mit preisbedingten Energiekostensteigerungen.

Wir haben gegenüber dem Jahr 2008 unsere Fixkosten um rund 200 Mio. € reduziert und halten zu Jahresende 2010 bei einem Verschuldungsgrad von 15%. Wienerberger verfügt damit über schlanke Kostenstrukturen, eine starke Bilanz, innovative Produkte und ist nicht zuletzt auch dank dem effizienten Werksnetz heute stärker aufgestellt denn je. Im operativen Geschäft werden wir uns 2011 weiters auf die Intensivierung unserer Vertriebsaktivitäten und die Forcierung höherwertiger Produkte in bestehenden sowie deren Einführung in neue Märkte konzentrieren. Daher gehen wir trotz der eingeschränkten Visibilität auf unsere Märkte in Osteuropa und Amerika von deutlichen Ergebnissteigerungen in 2011 unterstützt auch durch ergebniswirksame Einmaleffekte (aus dem Anteilstausch im Dachbereich) in Höhe von ca. 30 Mio. € aus.

Dieser Geschäftsbericht enthält Angaben und Prognosen, die sich auf die zukünftige Entwicklung der Wienerberger Gruppe und ihrer Gesellschaften beziehen. Die Prognosen stellen Einschätzungen dar, die wir auf Basis aller uns zum jetzigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Sollten die den Prognosen zugrunde gelegten Annahmen nicht eintreffen oder Risiken, wie die im Risikobericht angesprochenen, eintreten, so können die tatsächlichen Ergebnisse von den zurzeit erwarteten Ergebnissen abweichen. Mit diesem Geschäftsbericht ist keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Aktien der Wienerberger AG verbunden.

Prognose 2011 durch geringe Visibilität in Osteuropa und USA nur eingeschränkt möglich

Zentral-Osteuropa: Polen stabil bis leicht positiv, sonst Visibilität auf die Märkte gering

Nordamerika: geringe Visibilität, leichte Erholung in zweiter Jahreshälfte möglich

Westeuropa: leichte Erholung in Deutschland, Belgien und Frankreich möglich

Instandhaltungsinvestitionen von rund 110 Mio. € geplant, preisbedingt höhere Energiekosten

2011: deutliche Ergebnissteigerungen erwartet

Zentral-Osteuropa

In diesem Segment sind unsere Ziegelaktivitäten sowie der Bereich Flächenbefestigung (Semmelrock) in Österreich und den zentral- und osteuropäischen Ländern erfasst. Weiters werden hier noch mit Bramac (Betondachsteine, 50%-Beteiligung, quotal konsolidiert) und Tondach Gleinstätten (Tondachziegel, 25%-Beteiligung, at-equity konsolidiert) unsere zwei Unternehmensbeteilungen im Bereich Dach, die vor allem in Osteuropa tätig sind, ausgewiesen.

Zentral-Osteuropa startete sehr schwach in das Jahr 2010. Der lange strenge Winter zu Jahresbeginn und Überschwemmungen in Teilen der Region im April und Mai schränkten die Bautätigkeit beträchtlich ein. Durch die darauf folgenden Aufholeffekte sowie unsere proaktive Preispolitik, wodurch wir unsere Marktposition in nahezu allen Ländern ausbauen konnten, gelang es uns in einem anhaltend schwachen Marktumfeld in der zweiten Jahreshälfte die abgesetzte Menge deutlich zu steigern. Insgesamt ergab sich aus diesen Entwicklungen für das Gesamtjahr bei Hintermauerziegel, dem wichtigsten Produktsegment von Wienerberger in der Region, ein leichter Absatzrückgang von 3%. Im Bereich Flächenbefestigungen konnten bei rückläufiger Nachfrage aufgrund neuer Kapazitäten um 5% mehr Betonsteine abgesetzt werden als im Jahr zuvor. Bei einem Umsatzrückgang von 9% auf 531,7 Mio. € führten höhere Anlaufkosten in der kalten und feuchten Witterungsperiode zu Jahresbeginn sowie niedrigere Durchschnittspreise zu einem Rückgang im operativen EBITDA von 21% auf 86,1 Mio. €. Trotz dieser negativen Einflussfaktoren und der schwierigen Marktbedingungen ist es in diesem Segment gelungen, eine über dem Gruppenschnitt liegende operative EBITDA-Marge von 16,2% zu erzielen. Mit einem Anteil von 30% am Konzernumsatz erwirtschaftete das Segment 41% vom operativen EBITDA der Gruppe. Für 2011 bleiben wir für Zentral-Osteuropa aufgrund der noch immer sehr eingeschränkten Visibilität vorsichtig. Trotz positiver Signale aus der Region herrscht noch immer Unsicherheit in den Ländern, das Konsumentenvertrauen ist auf niedrigem Niveau und Finanzierungen sind nur eingeschränkt verfügbar.

Zentral-Osteuropa 2009 2010 Vdg. in %
Umsatz in Mio. € 582,7 531,7 -9
EBITDA operativ1) in Mio. € 108,8 86,1 -21
EBIT in Mio. € -29,8 20,6 >100
CFROI2) in % 7,5 5,9 -
CVA2)3) in Mio. € -57,6 -82,5 -43
Gesamtinvestitionen in Mio. € 55,6 49,1 -12
Capital Employed in Mio. € 787,7 737,0 -6
Mitarbeiter4) 5.174 4.425 -14
Absatz Hintermauerziegel in Mio. NF 2.921 2.841 -3
Absatz Betonsteine in Mio. m² 11,06 11,57 +5
Absatz Betondachsteine5) in Mio. m² 14,08 11,91 -15

1) vor Restrukturierungskosten, Wertminderungen von Sachanlagen und Firmenwertabschreibungen

2) berechnet auf Basis des durchschnittlichen historischen Capital Employed

3) Hurdle Rate = 11,5%

4) durchschnittlicher Mitarbeiterstand während des Jahres

5) Absatzmenge nicht anteilig, sondern zu 100% dargestellt

Geschäftssegmente Zentral-Osteuropa

Polen (7% vom Konzernumsatz)

Die Bautätigkeit in Polen hatte 2010 am stärksten unter den widrigen Witterungsbedingungen zu leiden. Nach einem langen und schneereichen Winter waren weite Teil des Landes im April und Mai von heftigen Regenfällen und Überflutungen betroffen. Daraus resultierte im ersten Halbjahr ein Nachfrageeinbruch nach Baustoffen. Aufholeffekte ab Juni sowie Marktanteilsgewinne durch unsere erfolgreiche proaktive Preispolitik führten im zweiten Halbjahr zu deutlichen Absatzsteigerungen bei Ziegel, wodurch es gelang, die Rückgänge der ersten sechs Monate beinahe gänzlich zu kompensieren und die Menge im Berichtsjahr in etwa auf Vorjahresniveau zu halten. Höhere Anlaufkosten und niedrigere Durchschnittspreise belasteten die Ergebnisse und führten zu rückläufigen Margen. Polen verfügt durch eine starke Inlandsnachfrage über eine gesunde Volkswirtschaft und verzeichnet sinkende Arbeitslosenraten. Diese Faktoren sollten sich positiv auf den Ein- und Zweifamilienhausbau auswirken. Abhängig von der Verfügbarkeit von Finanzierungen gehen wir für 2011 von einer stabilen bis leicht steigenden Nachfrage nach Baustoffen aus. Von verstärkten Investitionen in die Infrastruktur im Vorfeld der UEFA EURO 2012TM werden wir vor allem im Bereich Flächenbefestigungen profitieren können, Impulse für den Wohnungsneubau sind hier kaum zu erwarten.

Tschechien (3% vom Konzernumsatz)

In Tschechien gingen die Baubeginne 2010 um 25% zurück. Wienerberger gelang es in diesem schwierigen Marktumfeld den Anteil von höherwertigen Produkten zu steigern und durch eine proaktive Preispolitik bei einfacheren Formaten sich besser als der Markt zu behaupten. Insgesamt waren etwas schwächere Absätze als 2009 zu verzeichnen, die bei niedrigeren Durchschnittspreisen zu Umsatz- und Ergebnisrückgängen im Berichtsjahr führten. Für 2011 ist die Visibilität eingeschränkt, da die Auswirkungen des Sparprogramms der Regierung auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Landes noch unklar sind. Wir werden unsere höherwertigen Produkte weiter forcieren und wollen bei stabilen Preisen unsere Marktposition stärken.

Ungarn (2% vom Konzernumsatz)

In Ungarn sind die Baugenehmigungen seit 2008 um beinahe 60% zurückgegangen, im Jahr 2010 hat sich die Anzahl der Baubeginne um 22% reduziert. Aufgrund der in den Jahren 2008 und 2009 durchgeführten umfassenden Kapazitätsanpassungen und Fixkostenreduktionen ist es uns bei weiterhin deutlich rückläufigen Absätzen gelungen, 2010 ein positives EBITDA zu erwirtschaften. Für 2011 scheint in Ungarn eine leichte Erholung im Wohnungsneubau von sehr niedrigem Niveau möglich, welche aber durch die Auswirkung des Sparprogramms der Regierung gedämpft werden könnte. Wir gehen für 2011 aufgrund etwas höherer Auslastung und Kosteneinsparungen von Ergebnissteigerungen in unserer ungarischen Geschäftseinheit aus.

Rumänien (2% vom Konzernumsatz)

Rumänien hatte auch 2010 mit hoher Auslandsverschuldung und einem hohen Außenhandelsdefizit zu kämpfen. Unsicherheit der Konsumenten und limitierte Verfügbarkeit von Finanzierungen führten zu einem weiteren Rückgang im privaten Wohnbau um geschätzte 20%. Wienerberger konnte sich besser als der Markt behaupten, musste aber bei deutlich niedrigeren Durchschnittspreisen im Vergleich zum Vorjahr Ergebnisrückgänge hinnehmen. Die weitere Entwicklung in Rumänien ist derzeit nur schwer einschätzbar, und wir rechnen mit einem weiterhin schwierigen Marktumfeld in 2011. Mittelfristig sehen wir insbesondere aufgrund des Nachholbedarfs im Wohnungsneubau großes Potenzial in diesem Land.

Absatz von Hintermauerziegel in Polen in etwa auf Vorjahresniveau

Umsatz- und Ergebnisrückgänge in Tschechien

Sehr schwacher Wohnungsneubau in Ungarn

Ergebnisrückgang in Rumänien

Deutliche Ergebnissteigerung in Österreich

Stärkung der Marktposition in der Slowakei

Margenverbesserung in Finnland und Ergebnisrückgänge in den baltischen Staaten

Fokus auf höherwertige Ziegel in Südosteuropa

Österreich (3% vom Konzernumsatz)

Die Baubeginne waren in Österreich mit 3% leicht rückläufig. Wir haben uns besser als der Markt behauptet und infolge unseres Kostensenkungsprogramms die Ergebnisse deutlich gesteigert. Der von uns angestrebte Ausbau von höherwertigen Produkten konnte erfolgreich umgesetzt und der Umsatzanteil des hochwertigen Dryfix® Planziegelsystems weiter erhöht werden. Für 2011 rechnen wir mit einem stabilen Marktumfeld, in welchem wir weiter auf den Vertrieb von höherwertigen Ziegel und die Einführung neuer Produkte setzen werden.

Slowakei (1% vom Konzernumsatz)

Die Baubeginne sind laut Euroconstruct um 26% zurückgegangen, und durch im Jahr 2009 neu auf den Markt gekommene Kapazitäten von Mitbewerbern blieb der Wettbewerbs- und Preisdruck anhaltend hoch. Wienerberger konnte in der Slowakei dank einer proaktiven Preispolitik wie geplant Marktanteile zurückgewinnen. Insgesamt führten im Berichtsjahr leichte Absatzrückgänge bei deutlich niedrigeren Durchschnittspreisen zu Umsatz- und Ergebnisrückgängen in der Slowakei. Für 2011 scheint eine leichte Erholung von niedrigem Niveau möglich, wobei wir von anhaltend hohem Wettbewerbsdruck aufgrund von Überkapazitäten in der Baustoffindustrie ausgehen.

Finnland und Baltikum (1% vom Konzernumsatz)

In Finnland waren 2010 leichte Absatzsteigerungen bei Vormauerziegel zu verzeichnen, wobei aufgrund der höheren Nachfrage nach Baustoffen insbesondere die Inlandsmenge gesteigert werden konnte, während die Exporte etwas zurückgingen. Optimierungsmaßnahmen der letzten Jahre brachten deutliche Margenverbesserungen bei unserer finnischen Geschäfteinheit. Im Baltikum zeigte sich der Wohnungsneubau, der seit 2007 um mehr als 60% zurückgegangen ist, weiterhin schwach. Stillstandskosten zu Jahresbeginn sowie eine niedrige Auslastung unserer Kapazitäten führten zu Ergebnisrückgängen in der Region. Für 2011 wird sowohl in Finnland als auch im Baltikum eine leichte Erholung im Wohnungsneubau prognostiziert. Bei steigenden Mengen rechnen wir aufgrund von besserer Kapazitätsauslastung mit Ergebnissteigerungen in diesen Märkten.

Südosteuropa (1% vom Konzernumsatz)

In dieser Region werden die Ziegelaktivitäten in Kroatien, Slowenien, Serbien und Bosnien zusammengefasst. Südosteuropa hatte ebenfalls sehr stark unter den Auswirkungen der Wirtschaftskrise zu leiden und seit 2008 einen Rückgang von mehr als 40% im Wohnungsneubau zu verzeichnen. Zusätzlich hat sich durch den Wegfall eines großen Anteils an Exporten nach Rumänien der Wettbewerbsdruck in den lokalen Märkten erhöht. Wienerberger verzeichnete in der Region bei niedrigeren Mengen Umsatz- und Ergebnisrückgänge. 2011 werden wir an einer erlös- und qualitätsorientierten Strategie in dieser Region festhalten und im Vertrieb verstärkt auf höherwertige Ziegel setzen, um unsere Ergebnisse zu verbessern.

Geschäftssegmente Zentral-Osteuropa

Russland (<1% vom Konzernumsatz)

Der Wohnungsneubau hat in den beiden Ballungsräumen Moskau und Kazan, in denen Wienerberger vertreten ist, nach einem schwachen Start zu Jahresbeginn an Dynamik gewonnen. Aufgrund der höheren Nachfrage sowie größerer Produktionsmengen in unseren Werken konnte Wienerberger in 2010 Absatz und Umsatz deutlich steigern. 2011 wird in Russland ein leichter Aufschwung im Wohnungsneubau erwartet. Wir wollen in Moskau und Kazan unsere Marktposition weiter ausbauen sowie an beiden Standorten die Leistungsfähigkeit der Werke durch Optimierungsmaßnahmen weiter verbessern.

Bulgarien (<1% vom Konzernumsatz)

Der Wohnungsneubau ist nach dem Einbruch von 60% in 2009 im Jahr 2010 nochmals um 30% zurückgegangen. Wienerberger konnte in diesem sehr schwierigen Marktumfeld mit einem starken Vertrieb und einer proaktiven Preispolitik die Absätze beinahe auf Vorjahresniveau halten und ihre Marktposition insbesondere gegen Importe weiter ausbauen. Niedrigere Durchschnittspreise führten zu Umsatzrückgängen, aber dank effizientem Kostenmanagement und besserer Kapazitätsauslastung wurde das Ergebnis 2009 wieder erreicht. Die weitere Entwicklung ist schwer einschätzbar, und es ist möglich, dass sich der Wohnungsneubau in 2011 insbesondere aufgrund stark limitierter Hypothekarfinanzierungen noch weiter abschwächen wird, auch wenn wir mittelfristig in diesem Land großes Wachstumspotenzial sehen.

Semmelrock Flächenbefestigungen (7% vom Konzernumsatz)

Unser Marktspezialist für hochwertige Flächenbefestigungen aus Beton verzeichnete in 2010 trotz schwacher Märkte in Zentral-Osteuropa moderate Absatzsteigerungen. Beigetragen haben dazu vor allem neu errichtete Kapazitäten in Polen, Bulgarien und Rumänien, die 2009 in Betrieb genommen und 2010 optimiert wurden sowie neue Produkte und innovative Systemlösungen mit denen es gelungen ist, Marktpositionen weiter zu stärken. Insgesamt konnten 2010 bei niedrigeren Durchschnittspreisen Umsatz und EBITDA in etwa auf Vorjahresniveau gehalten werden. Für 2011 bleiben wir vorsichtig, da die Visibilität auf die osteuropäischen Märkte (und damit die Märkte von Semmelrock) sehr eingeschränkt ist.

Bramac Betondachsteine (3% vom Konzernumsatz)

Bramac (50%-Beteiligung, quotal konsolidiert), welche vor allem Betondachsteine in Osteuropa produziert, hatte unter der schwachen Nachfrage in der Region zu leiden. Im Geschäftsjahr 2010 waren deutliche Mengeneinbußen und in der Folge starke Umsatz- und Ergebnisrückgänge zu verzeichnen. Im Jänner 2011 erreichte man mit Monier eine Einigung die Anteilsstruktur im Dachbereich zu bereinigen. Die Anteile von Bramac werden abgegeben und nach Genehmigung der Transaktion durch die Kartellbehörde dekonsolidiert.

Tondach Gleinstätten (at-equity konsolidiert)

Tondach Gleinstätten, die als 25%-Beteiligung im Konzernabschluss der Wienerberger Gruppe at-equity konsolidiert wird verzeichnete in einem schwierigem Marktumfeld rückläufige Umsätze und Ergebnisse. Die Beteiligung an Tondach wurde im Rahmen des Anteilstauschs um weitere 25% ausgebaut und wird nach Freigabe der Transaktion durch die Wettbewerbsbehörde quotal konsolidiert und somit in den operativen Ergebnissen des Segments enthalten sein.

Absatz- und Umsatzsteigerung in Russland

Bulgarien kann trotz sehr schwachen Markts in etwa Ergebnisniveau des Vorjahres halten

Trotz Nachfragerückgängen bei Betonsteinen kann Semmelrock Absatz steigern

Umsatz- und Ergebnisrückgang bei Bramac

Umsatz und Ergebnisrückgang bei Tondach Gleinstätten

Zentral-Westeuropa

Im Segment Zentral-Westeuropa, welches unsere Aktivitäten in Deutschland, Italien und der Schweiz zusammenfasst, lag der Umsatz im Geschäftsjahr 2010 mit 384,4 Mio. € mit -2% leicht unter jenem des Vorjahrs. Deutschland zeigte nach einem witterungsbedingt sehr schwachen Start im weiteren Jahresverlauf erste Erholungstendenzen im Wohnungsneubau vom niedrigen Niveau der Vorjahre sowie einen robusten Renovierungsmarkt. Italien hatte weiterhin eine rückläufige Nachfrage nach Baustoffen zu verzeichnen, während diese in der Schweiz stabil blieb. Insgesamt führte dies zu 4% geringeren Absätzen bei Hintermauerziegel, während leichte Mengenzuwächse bei Dachziegel von 2% erzielt wurden. Durch Kosteneinsparungen und die etwas bessere Kapazitätsauslastung konnte das operative EBITDA trotz Preisdrucks in Deutschland und Italien um 10% auf 35,6 Mio. € verbessert werden. Auf Zentral-Westeuropa entfallen 22% des Umsatzes und 17% des operativen EBITDA der Gruppe.

Zentral-Westeuropa 2009 2010 Vdg. in %
Umsatz in Mio. € 391,1 384,4 -2
EBITDA operativ1) in Mio. € 32,3 35,6 +10
EBIT in Mio. € -62,3 1,5 >100
CFROI 2) in % 4,0 4,5 -
CVA2)3) in Mio. € -60,1 -54,4 +9
Gesamtinvestitionen in Mio. € 13,2 19,8 +50
Capital Employed in Mio. € 373,0 352,6 -5
Mitarbeiter4) 2.143 2.035 -5
Absatz Hintermauerziegel5) in Mio. NF 1.450 1.392 -4
Absatz Vormauerziegel in Mio. WF 147 124 -16
Absatz Tondachziegel6) in Mio. m² 8,23 8,38 +2

1) vor Restrukturierungskosten, Wertminderungen von Sachanlagen und Firmenwertabschreibungen

2) berechnet auf Basis des durchschnittlichen historischen Capital Employed

3) Hurdle Rate = 11,5%

4) durchschnittlicher Mitarbeiterstand während des Jahres

5) Vorjahreswert ergänzt um Einhängeziegel

6) Absatz Tondachziegel inkl. Zubehörprodukte

Deutschland (15% vom Konzernumsatz)

Der deutsche Wohnungsneubau konnte im Jahr 2010 trotz eines witterungsbedingt schwachen Starts und eines frühen Wintereinbruchs gegen Ende des Jahres erstmals wieder leichte Wachstumsraten verzeichnen. Unterstützt wurde diese Entwicklung durch exportgetriebenes volkswirtschaftliches Wachstum sowie die sukzessive Rückkehr des Konsumentenvertrauens. Die anhaltend schwache Nachfrage nach Baustoffen in den osteuropäischen Nachbarländern reduzierten die Exporte aus Deutschland nach Osteuropa gegen Null, wodurch sich der Wettbewerbsdruck im deutschen Markt verstärkte und zu Preisdruck bei Ziegel führte. In diesem Marktumfeld verzeichnete Wienerberger bei etwas niedrigeren Preisen bei Hintermauerziegel stabile Absatzmengen. Besonders erfreulich hat sich mit zweistelligen Wachstumsraten der Absatz von Verfüllziegel entwickelt, die eine Erfüllung der Niedrigenergie- bzw. Passivhausstandards ohne zusätzliche Außendämmung ermöglichen. Mit dem Erwerb des insolventen Hintermauerziegel-Herstellers Rimmele zu Jahresbeginn konnten wir unsere Marktposition in Süddeutschland optimal verstärken.

439,0

391,1

2008 2009 2010

8,3 9,7 9,3

Umsatz in Mio. € EBITDA-Marge (operativ) in %

0 %

5 %

10 %

15 %

20 %

384,4

Leichter Mengenanstieg bei Dachziegel

Ergebnis auf Vorjahresniveau

Für 2011 Fortsetzung des positiven Trends in Deutschland erwartet

Steigerung der Ergebnisse bei leicht positivem Wohnbau in der Schweiz

Weitere Mengenrückgänge und Preisdruck in Italien

Bei Dachziegel steigerte Wienerberger bei stabilen Preisen die Absatzmengen leicht, da sich auch der für Dachziegel wichtige Renovierungsmarkt (rund 70% der deutschen Dachziegel gehen in dieses Segment) aufgrund von staatlichen Förderprogrammen im Bereich der thermischen Sanierung positiv entwickelte.

Insgesamt wurde in Deutschland trotz niedrigerer Durchschnittspreise dank einer besseren Kapazitätsauslastung sowie der Mengensteigerung bei Verfüllziegel wieder das Ergebnisniveau des Vorjahrs erreicht.

Für 2011 gehen wir in Deutschland von einer Fortsetzung der leichten Erholung im Wohnungsneubau sowie am Renovierungsmarkt aus und erwarten steigende Absätze sowie ein besseres Preisniveau. Wir werden unsere Aktivitäten im Bereich Marketing und Vertrieb konsequent verstärken, um die Bindung zu unseren Kunden weiter zu intensivieren und unsere Positionierung als Systemanbieter bei Wand und Dach zu festigen. Darüber hinaus wollen wir unsere Verfüllziegel, insbesondere unser neuestes, mit Mineralwolle verfülltes Produkt, flächendeckend in Deutschland anbieten. In der zweiten Jahreshälfte ist die Einführung unseres Dryfix® Systems, welches wir im Rahmen der deutschen Baumesse im Jänner vorstellen konnten, geplant. Aufgrund der Erfolge, die wir mit dieser innovativen Systemlösung bereits in anderen Ländern verzeichnet haben, gehen wir davon aus, den Anteil an höherwertigen Produkten weiter auszubauen.

Schweiz (5% vom Konzernumsatz)

Der Wohnungsneubau hat sich in der Schweiz, getrieben von einer Sonderkonjunktur in den Ballungsräumen Genf und Zürich, in der Berichtsperiode leicht positiv entwickelt. Die Absatzmengen konnten sowohl bei Hintermauer- als auch Dachziegel konstant gehalten werden. Die erfolgreiche Umsetzung effizienzsteigernder Maßnahmen in der Produktion führte im Berichtsjahr zu einer Steigerung der Ergebnisse. Für 2011 rechnen wir mit einem stabilen Ein- und Zweifamilienhausbau, wobei wir uns durch die Einführung neuer Produkte positive Impulse für unser Geschäft erwarten.

Italien (2% vom Konzernumsatz)

Italien verzeichnete im Jahr 2010 einen weiteren Rückgang der Baubeginne. Leider haben sich die erwarteten positiven Impulse aus dem 2009 von der Regierung beschlossenen Maßnahmenpaket "Piano Casa", in welchem kleinere Projekte ohne behördliche Genehmigung durchgeführt werden dürfen, zur Stimulierung des Wohnbaus nicht materialisiert. Insgesamt ist der Markt seit 2007 um mehr als 40% zurückgegangen, was in der italienischen Ziegelindustrie, die durch eine Vielzahl an Klein- und Mittelbetrieben geprägt ist, zu strukturellen Überkapazitäten führte. Erschwerend kam hinzu, dass noch in den letzten Jahren zusätzliche Kapazitäten in Betrieb genommen wurden, deren Bau bereits gegen Ende der Boom-Jahre 2007 begonnen worden war. Diese Entwicklungen schlagen sich in anhaltend hohem Preisdruck nieder und führten bei Wienerberger zu einem deutlichen Rückgang der Margen. Für 2011 erwarten wir keine Erholung der Marktsituation, wobei sich Norditalien – insbesondere in den Ballungsgebieten – besser behaupten sollte als der strukturschwache Süden. Unser Ziel ist es, durch die Forcierung höherwertiger Produkte (Erdbebenziegel, Verfüllziegel) und den Ausbau unserer Aktivitäten im Vertrieb die Ergebnisse in Italien zu steigern.

Geschäftssegmente Zentral-Westeuropa Nord-Westeuropa

Nord-Westeuropa

Im Geschäftssegment Nord-Westeuropa werden unsere Ziegel- und Dachaktivitäten in Belgien, den Niederlanden, Frankreich, Großbritannien und Skandinavien zusammengefasst. In Frankreich und Großbritannien konnten Umsatz und Ergebnis gesteigert werden, während in den Niederlanden und Skandinavien, wo der Wohnungsneubau nach wie vor rückläufig war, Einbußen zu verzeichnen waren. Insgesamt wurde in der Region bei einem im Vergleich zum Vorjahr mit -2% etwas niedrigeren Umsatz von 716,4 Mio. € das operative EBITDA um 10% auf 113,1 Mio. € verbessert. Auf das Segment entfallen 41% des Umsatzes und 54% des operativen EBITDA der Gruppe.

Nord-Westeuropa 2009 2010 Vdg. in %
Umsatz in Mio. € 729,2 716,4 -2
EBITDA operativ1) in Mio. € 102,5 113,1 +10
EBIT in Mio. € -41,1 44,6 >100
CFROI2) in % 5,5 6,1 -
CVA2)3) in Mio. € -111,2 -101,6 +9
Gesamtinvestitionen in Mio. € 50,1 35,2 -30
Capital Employed in Mio. € 1.131,4 1.106,8 -2
Mitarbeiter4) 4.076 4.032 -1
Absatz Hintermauerziegel in Mio. NF 937 972 +4
Absatz Vormauerziegel in Mio. WF 1.146 1.135 -1
Absatz Dachziegel5) in Mio. m² 14,11 15,11 +7

2) berechnet auf Basis des durchschnittlichen historischen Capital Employed

3) Hurdle Rate = 11,5%

4) durchschnittlicher Mitarbeiterstand während des Jahres

5) Absatz Dachziegel inkl. Zubehörprodukte

Belgien (13% vom Konzernumsatz)

In Belgien hat sich der Wohnungsneubau mit einer nahezu stabilen Anzahl an Baubeginnen besser entwickelt als erwartet; ebenso konnte sich der für Dachziegel wichtige Renovierungsmarkt gut behaupten. Die Mehrwertsteuersenkung auf Baustoffe ist zwar Ende März 2010 ausgelaufen, wirkte sich aber im ersten Halbjahr noch positiv auf die Nachfrage aus. Eine Abschwächung war erst in der zweiten Jahreshälfte erkennbar. Wienerberger verzeichnete in Belgien konstante Absatzzahlen bei Vormauer- und Dachziegel und hielt bei stabilen Preisen die Umsätze in etwa auf Vorjahresniveau. Durch die abgeschlossene Optimierung des Werksnetzes und eine etwas höhere Kapazitätsauslastung konnten die Margen im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesteigert werden. Für 2011 sind wir ausgehend von einem relativ hohen Konsumentenvertrauen der Belgier optimistischer als Euroconstruct und erwarten eine stabile bis leicht positive Entwicklung im Ein- und Zweifamilienhausbau.

Niederlande (10% vom Konzernumsatz)

Im Jahr 2010 sank die Zahl der fertig gestellten Häuser gemäß der lokalen Statistik um weitere 11% auf 56.000 Einheiten. Wienerberger musste in diesem schwierigen Marktumfeld deutliche Absatzrückgänge bei Vormauerziegel hinnehmen. Kosteneinsparungen im öffentlichen Sektor führten zu geringeren Absatzmengen bei Pflasterklinker, da diese zu einem überwiegenden Teil im Bereich Infrastruktur eingesetzt werden. Obwohl sich der Renovierungsmarkt, wenn auch

Deutliche Steigerung der Margen in Belgien

Marktrückgang in den Niederlanden hat sich fortgesetzt

in geringerem Ausmaß als der Wohnungsneubau, weiter abschwächte, konnte Wienerberger im Dachbereich ihre Stärken ausspielen und hatte nur leicht rückläufige Absatzmengen zu verzeichnen. Insgesamt führten geringere Durchschnittspreise, die sich vor allem aus Lagerabverkäufen von zuvor geschlossenen Standorten erklären, zu geringeren Margen. Für 2011 gehen wir für die Niederlande von einer stabilen Entwicklung sowohl im Wohnungsneubau als auch am Renovierungsmarkt aus.

Frankreich (8% vom Konzernumsatz)

In Frankreich hat sich nach einem witterungsbedingt verhaltenen Jahresbeginn der Ein- und Zweifamilienhausbau gut entwickelt und insgesamt zu einem Anstieg der Baubeginne um 3% geführt. Die Mengen von Hintermauerziegel behaupteten sich besser als der Markt, da Ziegel im Bereich Wandbaustoffe weiter Marktanteile gewinnen konnten. Zusätzlich positiv auf unsere Absätze wirkte sich die Inbetriebnahme eines neuen Hintermauerwerks in Durtal aus, womit wir im Zuge unserer regionalen Expansionsstrategie unsere Marktposition in Westfrankreich ausbauen konnten. Während wir bei Dachziegel von einer guten Entwicklung im Renovierungsmarkt profitierten und die abgesetzten Mengen leicht steigern konnten, waren bei Vormauerziegel weitere Mengenrückgange zu verzeichnen. Insgesamt führte eine höhere Kapazitätsauslastung zu einer leichten Verbesserung der Margen im Vergleich zu 2010. Für 2011 gehen wir von einem moderaten Wachstum aus, wobei wir bei Hintermauerziegel unsere Marktposition durch größere regionale Abdeckung weiter ausbauen wollen.

Großbritannien (8% vom Konzernumsatz)

In Großbritannien hat sich im Jahr 2010 der Wohnungsneubau nach einer dynamischen Entwicklung in den ersten drei Quartalen gegen Jahresende vor allem aufgrund des frühen, ungewöhnlich starken Wintereinbruchs wieder merklich abgeschwächt. Nach eigenen Schätzungen zeigte der Ziegelmarkt im Jahr 2010 ein Wachstum von 9%. Wienerberger konnte ihre Marktposition stärken und deutlich mehr Vormauer- und Dachziegel absetzen als noch im Jahr zuvor. Trotz niedrigerer Durchschnittspreise, die auf eine Verschiebung im Produktmix zu günstigeren Ziegel zurückzuführen sind, gelang es, die Ergebnisse infolge einer besseren Kapazitätsauslastung der Werke zu steigern. Für 2011 bleiben wir vorsichtig, da wir davon ausgehen, dass sich die von der Regierung im Herbst 2010 beschlossenen Maßnahmen nun sukzessive zu materialisieren beginnen. Wir rechnen aufgrund der erwarteten Verlangsamung des Wirtschaftswachstums mit einer stabilen Entwicklung im Wohnungsneubau und sind zuversichtlich, Preisanpassungen im Rahmen der Kosteninflation umsetzen zu können.

Skandinavien (2% vom Konzernumsatz)

In den Ländern Dänemark, Schweden und Norwegen waren aufgrund der schwachen Wohnbautätigkeit weitere Umsatzrückgänge zu verzeichnen. Die umgesetzten Optimierungsmaßnahmen haben gegriffen und sich in einer Verbesserung der Ergebnisse niedergeschlagen. Für das Jahr 2011 erwarten wir für Skandinavien eine leichte Markterholung.

Wienerberger gewinnt weiter Marktanteile mit Hintermauerziegel in Frankreich

Deutliche Mengensteigerungen in Großbritannien

Optimierungsmaßnahmen in Skandinavien greifen

Geschäftssegmente Nord-Westeuropa Nordamerika

Nordamerika

Die für 2010 erhoffte Erholung im US-amerikanischen Wohnbau ist nicht eingetreten. Von den zu Jahresbeginn von der NAHB (National Association of Home Builders) prognostizierten 700.000 Baubeginnen blieben am Jahresende nur 586.000 übrig, was einem leichten Anstieg von 6% gegenüber dem Rekordtiefststand 2009 entspricht. In diesem schwierigen Marktumfeld konnte im Segment der Umsatz mit 144,5 Mio. € in etwa auf dem Niveau des Vorjahrs gehalten werden. Nordamerika trägt 8% zum Umsatz und 2% zum operativen EBITDA der Gruppe bei.

Die Baubeginne sind in den USA seit 2006 um rund 70% zurückgegangen. Dies hat in den Jahren 2008 und 2009 umfassende Kapazitätsanpassungen und Restrukturierungsmaßnahmen erforderlich gemacht. Ein wesentlicher Schwerpunkt im Jahr 2009 war der Abbau von Lagerbeständen, welcher zu einer sehr eingeschränkten Produktionsleistung und einer historisch niedrigen Auslastung unserer Werke von 20% führte. Nach erfolgreichem Abschluss dieses Working Capital Projekts erfolgte 2010 die Rückkehr zu normalisierten Produktionsniveaus, wodurch die Kapazitätsauslastung bei gleich bleibendem Lagerbestand auf rund 50% angehoben werden konnte. Aufgrund dieser deutlich besseren Kapazitätsauslastung sowie der Kosteneinsparungen aus den Restrukturierungsmaßnahmen wurde in den USA auf EBITDA-Ebene 2010 wieder die Gewinnzone erreicht und die Ergebnisse gegenüber dem Vorjahr deutlich gesteigert.

Für 2011 bleiben wir mit unserer Einschätzung vorsichtig, da die Visibilität auf die weitere Markt- und Wirtschaftsentwicklung eingeschränkt ist. Der von der NAHB prognostizierte Anstieg der Baubeginne von 17% auf 688.000 Einheiten erscheint uns zu optimistisch. Wir gehen für die ersten sechs Monate von einer stabilen Entwicklung im Wohnungsneubau aus und erwarten erst in der zweiten Jahreshälfte 2011 eine leichte Erholung.

Unser Ziel in 2011 ist es, unsere Stellung als Komplettanbieter von höherwertigen Fassadenprodukten zu stärken und weiter auszubauen. In diesem Zusammenhang soll auch der Anteil an Handelsprodukten im Bereich des Direktvertriebs, welcher derzeit einen Umsatzanteil von rund 40% hat, sukzessive gesteigert werden, um eine bessere Fixkostendeckung bei den Vertriebskosten zu erreichen. Bei stabilen Preisen gehen wir aufgrund der gesetzten Maßnahmen für 2011 von einer weiteren Ergebnisverbesserung aus. Wir verfügen in Nordamerika über signifikante Kapazitätsreserven, von welchen wir im Falle einer Markterholung überproportional profitieren können.

Nordamerika 2009 2010 Vdg. in %
Umsatz in Mio. € 149,0 144,5 -3
EBITDA operativ1) in Mio. € -13,3 4,5 >100
EBIT in Mio. € -97,8 -22,2 +77
CFROI2) in % -1,9 0,6 -
CVA2)3) in Mio. € -95,6 -76,5 +20
Gesamtinvestitionen in Mio. € 8,8 7,8 -11
Capital Employed in Mio. € 488,4 500,8 +3
Mitarbeiter4) 1.043 1.104 +6
Absatz Vormauerziegel in Mio. WF 307 291 -5

1) vor Restrukturierungskosten, Wertminderungen von Sachanlagen und Firmenwertabschreibungen

2) berechnet auf Basis des durchschnittlichen historischen Capital Employed

3) Hurdle Rate = 11,5%

4) durchschnittlicher Mitarbeiterstand während des Jahres

Erhoffte Erholung im Wohnungsneubau ist 2010 nicht eingetreten

Deutlich bessere Kapazitätsauslastung bringt USA auf EBITDA-Ebene wieder in die Gewinnzone

Visibilität für 2011 eingeschränkt, leichte Erholung im Wohnbau möglich

Für 2011 wieder deutlich positives operatives Ergebnis erwartet

Zusammenfassung der Holdingkosten, der indischen Ziegelaktivitäten sowie der Beteiligungen bei Rohrsystemen in diesem Segment

Pipelife, Europas drittgrößter Anbieter von Kunststoffrohren, ist ein wichtiges Standbein für Wienerberger

Steinzeug Gruppe, Europas größter Hersteller von keramischen Rohrsystemen, ist in den Ergebnissen 2010 noch nicht enthalten

Eröffnung des neuen Werks in Indien

Negative Ergebnisse durch Ausweis der Holdingkosten in diesem Segment

Beteiligungen und Sonstiges

Der Bereich Beteiligungen und Sonstiges umfasst die Konzernzentrale und die ihr anrechenbaren Kosten, die Ziegelaktivitäten in Indien, Immobilien sowie unsere Beteiligungen im Bereich Rohrsysteme. Schon seit längerem in unserem Portfolio befindet sich die Pipelife Gruppe (50/50 Joint Venture mit Solvay), der drittgrößte Erzeuger von Kunststoffrohrsystemen in Europa, welche at-equity konsolidiert wird und in den operativen Ergebnissen des Segments nicht enthalten ist. Mit der Akquisition der Steinzeug Gruppe, dem größten Hersteller von keramischen Rohrsystemen in Europa, haben wir dieses Geschäftsfeld im Oktober 2010 erweitert. Für das Jahr 2010 sind noch keine Beiträge von Steinzeug enthalten, ab 2011 erfolgt die Vollkonsolidierung in den operativen Ergebnissen dieses Segments.

2010 stand bei der Pipelife Gruppe im Zeichen der Restrukturierung mit dem Ziel, Kapazitäten den Marktgegebenheiten anzupassen und Fixkosten zu reduzieren. Dies führte zu Produktionsschließungen in Kroatien und Rumänien – bei Erhalt der Vertriebsaktivitäten und Belieferung des Marktes aus den umliegenden Ländern – sowie dem Rückzug aus Spanien und Portugal. Die Pipelife Gruppe erwirtschaftete im Berichtsjahr einen etwas höheren Umsatz von 716 Mio. €, während sich das operative EBITDA auf 55 Mio. € im Vergleich zu 2009 leicht verringerte. Die Kosten aus der Restrukturierung führten zu einem geringen positiven Ergebnis nach Steuern, woraus sich in 2010 ein unwesentlicher Nettobeitrag im Rahmen der at-equity Einbeziehung ergibt. Für 2011 erwartet Pipelife bei leicht steigenden Umsätzen aufgrund der umgesetzten Maßnahmen eine Verbesserung der Margen. Wir sehen die Pipelife Gruppe nach Abschluss der Restrukturierung als sehr gut aufgestellt und werden diese aktiv weiterentwickeln. Die Steinzeug Gruppe hat sich auf die Erzeugung von keramischen Abwasserrohren spezialisiert, die aufgrund ihrer Widerstandsfähigkeit besonders bei Kanalisationsprojekten sowie Industrieanlagen, wo aggressivere Abwässer entstehen können, zum Einsatz kommen. Wir sehen für die Gruppe mittelfristig gutes Wachstumspotenzial aufgrund des großen Sanierungsbedarfs der Abwassersysteme in Westeuropa und des geplanten Ausbaus eines flächendeckenden Kanalnetzes in Osteuropa, für welchen von der Europäischen Union umfangreiche Mittel zur Verfügung gestellt wurden.

In den operativen Zahlen des Segments sind die Kosten der Konzernzentrale sowie die von ihr weiterverrechneten Leistungen und unsere Ziegelproduktion in Indien erfasst. In Indien wurde das neue Werk fertig gestellt und erfolgreich in Betrieb genommen. Da die üblichen Test- und Optimierungsmaßnahmen im Werk noch laufen, sind die Beiträge aus diesem Projekt noch negativ. Daher stieg der Segmentumsatz um 8% auf 12,6 Mio. €, während das operative EBITDA um 31% auf -28,5 Mio. € im Berichtsjahr zurückging. Ebenfalls in diesem Segment befinden sich jene Immobilien, die dem nicht betriebsnotwendigen Vermögen zugerechnet werden. Der Buchwert erhöhte sich durch Immobilien, die nach erfolgter Restrukturierung in das nicht betriebsnotwendige Vermögen umgegliedert wurden, von 41 Mio. auf 58 Mio. €.

Beteiligungen und Sonstiges 2009 2010 Vdg. in %
Umsatz in Mio. € 11,7 12,6 +8
EBITDA operativ1) in Mio. € -21,7 -28,5 -31
EBIT in Mio. € -27,1 -33,8 -25
Capital Employed in Mio. € 36,3 82,3 >100
Mitarbeiter 2) 240 252 +5

1) vor Restrukturierungskosten, Wertminderungen von Sachanlagen und Firmenwertabschreibungen 2) durchschnittlicher Mitarbeiterstand während des Jahres

KONZERN-ABSCHLUSS

Gewinn- und Verlustrechnung

2010 2009
Anmerkung in TEUR in TEUR
(9) Umsatzerlöse 1.744.752 1.816.884
(10-12, 16) Herstellkosten -1.238.821 -1.305.879
Bruttoergebnis vom Umsatz 505.931 511.005
(10-12, 14, 16) Vertriebskosten -394.014 -387.140
(10-12, 14, 16) Verwaltungskosten -120.495 -123.229
(14) Sonstige betriebliche Aufwendungen -50.507 -41.178
(15) Sonstige betriebliche Erträge 69.752 59.518
Betriebsergebnis vor Restrukturierungskosten, Wertminderungen von
Sachanlagen und Firmenwertabschreibungen 10.667 18.976
Restrukturierungskosten und Wertminderungen von Sachanlagen 0 -153.694
(11) Firmenwertabschreibungen 0 -123.341
Betriebsergebnis nach Restrukturierungskosten, Wertminderungen von
Sachanlagen und Firmenwertabschreibungen 10.667 -258.059
Ergebnisübernahme von assoziierten Unternehmen -4.269 6.065
(17) Zinsertrag 14.065 20.893
(17) Zinsaufwand -57.490 -58.684
(17) Sonstiges Finanzergebnis -3.793 -5.794
Finanzergebnis -51.487 -37.520
Ergebnis vor Ertragsteuern -40.820 -295.579
(18) Ertragsteuern 5.881 36.902
Ergebnis nach Ertragsteuern -34.939 -258.677
davon Ergebnis der nicht beherrschenden Anteile -466 -1.880
davon auf Hybridkapitalbesitzer entfallender Anteil 32.500 32.500
davon Ergebnis der Muttergesellschaft -66.973 -289.297
(19) Ergebnis je Aktie (in EUR) -0,57 -3,17
(19) Verwässertes Ergebnis je Aktie (in EUR) -0,57 -3,17

Konzernabschluss Gewinn- und Verlustrechnung Gesamtergebnisrechnung

Gesamtergebnisrechnung

2010 2009
Anmerkung in TEUR in TEUR
Ergebnis nach Ertragsteuern -34.939 -258.677
(7, 25) Währungsumrechnung 80.366 8.542
Währungsumrechnung von assoziierten Unternehmen 3.251 714
(23, 25) Marktwertänderungen zur Veräußerung verfügbarer Finanzinstrumente -28 -143
(25) Veränderung Hedging Reserve -25.507 8.333
Andere Gesamtergebnisbestandteile 58.082 17.446
Gesamtergebnis nach Steuern 23.143 -241.231
davon Gesamtergebnis der nicht beherrschenden Anteile -455 -2.036
davon auf Hybridkapitalbesitzer entfallender Anteil 32.500 32.500
davon Gesamtergebnis der Muttergesellschaft -8.902 -271.695

Cash-flow Statement

2010 2009
Anmerkung in TEUR in TEUR
Ergebnis vor Ertragsteuern -40.820 -295.579
(11) Abschreibungen auf das Anlagevermögen 200.150 189.597
(11) Firmenwertabschreibungen 0 123.341
Wertminderungen von Anlagen 85 102.632
Zuschreibungen auf das Anlagevermögen -252 -130
Veränderungen langfristiger Rückstellungen -11.073 -44.363
Ergebnisübernahme von assoziierten Unternehmen 4.269 -6.065
Gewinne/Verluste aus Anlagenabgängen -11.005 -15.552
(17) Zinsergebnis 43.425 37.791
Gezahlte Zinsen -43.776 -53.839
Erhaltene Zinsen 11.193 19.814
Gezahlte Ertragsteuern -856 -5.161
Cash-flow aus dem Ergebnis 151.340 52.486
Veränderungen Vorräte 5.452 174.906
Veränderungen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 35.250 85.991
Veränderungen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 16.674 -30.671
Veränderungen übriges Netto-Umlaufvermögen 16.824 5.866
Währungsumrechnungsbedingte Veränderung von Nicht-Fondspositionen 4.898 2.279
Cash-flow aus laufender Geschäftstätigkeit 230.438 290.857
Einzahlungen aus Anlagenabgängen (inkl. Finanzanlagen) 18.717 24.591
Auszahlungen für Investitionen in das Sach- und immaterielle Anlagevermögen -98.562 -129.684
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen -320 -1.355
Veränderungen Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte -10.696 -3.199
Netto-Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen -50.868 -3.109
Netto-Einzahlungen aus Unternehmensveräußerungen 0 1.251
(20) Cash-flow aus Investitionstätigkeit -141.729 -111.505
Veränderung langfristiger Finanzverbindlichkeiten -107.065 -118.910
Veränderung kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten 49.822 -108.773
(25) Gezahlte Dividende Wienerberger AG 0 0
(25) Gezahlter Hybridkupon -32.500 -32.500
Gezahlte Dividende und Kapitaländerungen bei nicht beherrschenden Anteilen 0 -225
Dividendenausschüttungen aus assoziierten Unternehmen 3.050 3.656
(25) Kapitalerhöhung Wienerberger AG 0 320.067
(35) Einzahlung aus der Ausübung von Aktienoptionen 0 0
(25) Erwerb eigener Aktien 0 0
Cash-flow aus Finanzierungstätigkeit -86.693 63.315
Veränderung der Zahlungsmittel 2.016 242.667
Einfluss von Wechselkursänderungen auf Zahlungsmittel 1.775 110
Zahlungsmittel am Anfang der Periode 449.612 206.835
Zahlungsmittel am Ende der Periode 453.403 449.612

Konzernabschluss Cash-flow Statement Bilanz

Bilanz

31.12.2010 31.12.2009
Anmerkung in TEUR in TEUR
Aktiva
(21) Immaterielles Anlagevermögen und Firmenwerte 676.304 641.109
(21) Sachanlagen 1.872.214 1.905.437
(21) Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 58.231 41.272
(21) Anteile an assoziierten Unternehmen 114.909 118.977
(21) Übrige Finanzanlagen 5.715 19.250
(28) Latente Steuern 32.246 37.636
Langfristiges Vermögen 2.759.619 2.763.681
(22) Vorräte 569.646 552.352
(23) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 87.366 110.312
(24) Sonstige kurzfristige Forderungen 102.928 118.694
(23, 32) Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte 86.304 92.766
Zahlungsmittel 453.403 449.612
Kurzfristiges Vermögen 1.299.647 1.323.736
Summe Aktiva 4.059.266 4.087.417
Passiva
Gezeichnetes Kapital 117.527 117.527
Kapitalrücklagen 1.085.605 1.115.896
Hybridkapital 492.896 492.896
Gewinnrücklagen 943.869 1.010.842
Übrige Rücklagen -115.777 -173.848
Eigene Anteile -3.568 -40.697
Beherrschende Anteile 2.520.552 2.522.616
Nicht beherrschende Anteile 5.123 24.416
(25) Eigenkapital 2.525.675 2.547.032
(26, 27) Personalrückstellungen 73.001 61.795
(26, 28) Latente Steuern 79.778 89.164
(26) Sonstige langfristige Rückstellungen 68.507 66.307
(29, 31, 32) Langfristige Finanzverbindlichkeiten 775.308 880.507
(29) Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 22.278 28.044
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 1.018.872 1.125.817
(26) Sonstige kurzfristige Rückstellungen 63.245 59.876
(29, 31, 32) Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 138.892 69.851
(29) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 180.974 156.000
(29) Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 131.608 128.841
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 514.719 414.568
Summe Passiva 4.059.266 4.087.417

Entwicklung des Eigenkapitals

Anmerkung in TEUR Gezeichnetes
Kapital
Kapital
rücklagen
Hybrid
kapital
Gewinn
rücklagen
Stand 31.12.2008 83.948 829.408 492.896 1.299.671
Ergebnis nach Ertragsteuern -256.797
(7, 25) Währungsumrechnung
Währungsumrechnung von assoziierten Unternehmen
Veränderung Hedging Reserve
Veränderung übrige Rücklagen
(25) Dividendenauszahlungen und Hybridkupon -32.500
Kapitalerhöhungen bzw. -herabsetzungen 33.579 286.488
Zugang/Abgang nicht beherrschende Anteile 0
Veränderung eigener Anteile 0
Aufwand Aktienoptionspläne 468
Stand 31.12.2009 117.527 1.115.896 492.896 1.010.842
Ergebnis nach Ertragsteuern -34.473
(7, 25) Währungsumrechnung
Währungsumrechnung von assoziierten Unternehmen
Veränderung Hedging Reserve
Veränderung übrige Rücklagen
(25) Dividendenauszahlungen und Hybridkupon -32.500
Kapitalerhöhungen bzw. -herabsetzungen 0
Zugang/Abgang nicht beherrschende Anteile -5.232
Veränderung eigener Anteile -25.059
Aufwand Aktienoptionspläne 0
Stand 31.12.2010 117.527 1.085.605 492.896 943.869

1) AfS (available for sale) bezeichnet zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente

Übrige Rücklagen
AfS
Rücklage 1)
Hedging
Rücklage
Unterschiedsbetrag
Währungsumrechnung
Eigene
Anteile
Beherrschende
Anteile
Nicht beherrschende
Anteile
Gesamt
-755 70.004 -260.699 -40.697 2.473.776 23.415 2.497.191
-256.797 -1.880 -258.677
8.698 8.698 -156 8.542
714 714 0 714
8.333 8.333 0 8.333
-143 -143 0 -143
-32.500 -225 -32.725
320.067 0 320.067
0 3.262 3.262
0 0 0
468 0 468
-898 78.337 -251.287 -40.697 2.522.616 24.416 2.547.032
-34.473 -466 -34.939
80.355 80.355 11 80.366
3.251 3.251 0 3.251
-25.507 -25.507 0 -25.507
-28 -28 0 -28
-32.500 0 -32.500
0 0 0
-5.232 -18.838 -24.070
37.129 12.070 0 12.070
0 0 0
-926 52.830 -167.681 -3.568 2.520.552 5.123 2.525.675

Anlagenspiegel

Anschaffungs- oder Herstellungskosten
in TEUR Stand
1.1.2010
Veränderung
Konsolidie
rungskreis
Währungs
änderungen
Zugänge Abgänge Umbu
chungen
Stand
31.12.2010
Firmenwert 716.466 15.152 21.001 0 0 0 752.619
Sonstiges immaterielles Anlagevermögen 110.485 8.843 4.248 1.695 1.607 -1.419 122.245
Immaterielles Anlagevermögen u. Firmenwerte 826.951 23.995 25.249 1.695 1.607 -1.419 874.864
Grundstücke und Bauten 1.221.021 20.326 29.601 16.275 15.233 -38.884 1.233.106
Technische Anlagen und Maschinen 2.321.279 8.219 49.413 39.416 72.434 35.956 2.381.849
Betriebs- und Geschäftsausstattung 108.161 1.385 1.806 6.955 9.096 7.081 116.292
Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 87.559 17 2.743 34.163 54 -79.364 45.064
Sachanlagen 3.738.020 29.947 83.563 96.809 96.817 -75.211 3.776.311
Als Finanzinvestitionen geh. Immobilien 66.551 331 1.933 58 3.055 76.630 142.448
Anteile an assoziierten Unternehmen 57.425 0 3.197 0 0 0 60.622
Beteiligungen an verbundenen Unternehmen 872 -52 1 7 0 0 828
Sonstige Beteiligungen 18.947 -13.705 31 313 515 0 5.071
Übrige Finanzanlagen 19.819 -13.757 32 320 515 0 5.899
4.708.766 40.516 113.974 98.882 101.994 0 4.860.144
Anschaffungs- oder Herstellungskosten
in TEUR Stand
1.1.2009
Veränderung
Konsolidie
rungskreis
Währungs
änderungen
Zugänge Abgänge Umbu
chungen
Stand
31.12.2009
Firmenwert 718.546 -5.509 3.435 0 6 0 716.466
Sonstiges immaterielles Anlagevermögen 105.673 19 3.265 3.030 2.128 626 110.485
Immaterielles Anlagevermögen u. Firmenwerte 824.219 -5.490 6.700 3.030 2.134 626 826.951
Grundstücke und Bauten 1.155.114 9.328 5.678 23.682 17.044 44.263 1.221.021
Technische Anlagen und Maschinen 2.146.105 -5.139 249 72.872 18.329 125.521 2.321.279
Betriebs- und Geschäftsausstattung 112.462 640 -348 3.998 8.903 312 108.161
Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 260.321 29 -4.826 26.032 733 -193.264 87.559
Sachanlagen 3.674.002 4.858 753 126.584 45.009 -23.168 3.738.020
Als Finanzinvestitionen geh. Immobilien 45.919 0 522 70 2.502 22.542 66.551
Anteile an assoziierten Unternehmen 55.785 151 1.489 0 0 0 57.425
Beteiligungen an verbundenen Unternehmen 831 0 0 1.349 1.308 0 872
Sonstige Beteiligungen 18.969 0 -10 6 18 0 18.947
Übrige Finanzanlagen 19.800 0 -10 1.355 1.326 0 19.819
4.619.725 -481 9.454 131.039 50.971 0 4.708.766

Anmerkung: Durch maschinelle Rechenhilfen können Rundungsdifferenzen entstehen.

Stand
1.1.2010
Veränderung
Konsolidie
rungskreis
Währungs
änderungen
laufende
Abschrei
bungen
Wertmin
derungen
Zuschrei
bungen
Abgänge Umbu
chungen
Stand
31.12.2010
Bilanzwert
31.12.2010
140.679 0 5.091 0 0 0 0 0 145.770 606.849
45.163 0 857 8.635 0 70 1.326 -469 52.790 69.455
185.842 0 5.948 8.635 0 70 1.326 -469 198.560 676.304
435.480 0 4.763 34.220 3.117 3 11.810 -35.281 430.486 802.620
1.319.337 0 24.473 134.704 7.325 179 70.643 -27.175 1.387.842 994.007
77.694 0 1.225 9.732 0 0 8.495 5.499 85.655 30.637
72 0 -7 99 0 0 0 -50 114 44.950
1.832.583 0 30.454 178.755 10.442 182 90.948 -57.007 1.904.097 1.872.214
25.279 0 655 2.318 0 0 1.511 57.476 84.217 58.231
-61.552 0 -54 0 0 -4.269 -3.050 0 -54.287 114.909
91 0 0 0 85 0 0 0 176 652
478 0 27 0 0 0 497 0 8 5.063
569 0 27 0 85 0 497 0 184 5.715
1.982.721 0 37.030 189.708 10.527 -4.017 91.232 0 2.132.771 2.727.373

Abschreibungen

Abschreibungen

Veränderung laufende
Stand Konsolidie Währungs Abschrei Wertmin Zuschrei Umbu Stand Bilanzwert
1.1.2009 rungskreis änderungen bungen derungen bungen Abgänge chungen 31.12.2009 31.12.2009
17.553 0 -215 0 123.341 0 0 0 140.679 575.787
37.215 0 320 9.214 0 0 1.391 -195 45.163 65.322
54.768 0 105 9.214 123.341 0 1.391 -195 185.842 641.109
355.397 -241 853 54.422 31.917 3 13.266 6.401 435.480 785.541
1.169.520 -78 227 112.802 69.203 126 15.205 -17.006 1.319.337 1.001.942
73.207 -4 -51 12.493 0 1 7.874 -76 77.694 30.467
0 0 0 130 0 0 56 -2 72 87.487
1.598.124 -323 1.029 179.847 101.120 130 36.401 -10.683 1.832.583 1.905.437
15.376 0 221 536 0 0 1.732 10.878 25.279 41.272
-59.894 -24 775 0 0 6.065 -3.656 0 -61.552 118.977
14 0 0 0 1.347 0 1.270 0 91 781
322 0 -9 0 165 0 0 0 478 18.469
336 0 -9 0 1.512 0 1.270 0 569 19.250
1.608.710 -347 2.121 189.597 225.973 6.195 37.138 0 1.982.721 2.726.045

Geschäftssegmente

Strategische Geschäftsfelder Zentral-Osteuropa Zentral-Westeuropa Nord-Westeuropa
in TEUR 2010 2009 2010 2009 2010 2009
Außenumsatz 529.244 579.445 365.199 373.221 702.720 713.352
Innenumsatz 2.417 3.227 19.168 17.866 13.677 15.818
Umsatz gesamt 531.661 582.672 384.367 391.087 716.397 729.170
EBITDA operativ 1) 86.098 108.757 35.565 32.338 113.093 102.527
Abschreibungen 65.488 63.947 34.057 34.720 68.542 65.443
Restrukturierungskosten und Wertminderungen
von Sachanlagen 0 62.533 0 30.503 0 44.535
Firmenwertabschreibungen 0 12.054 0 29.433 0 33.663
EBIT 20.610 -29.777 1.508 -62.318 44.552 -41.114
Ergebnisübernahme von assoziierten Unternehmen -3.761 -2.645 0 59 -678 -320
Anteile an assoziierten Unternehmen 23.697 27.723 1.882 1.882 1.165 1.438
Zinsergebnis 5.108 -4.254 -7.187 -10.078 -24.130 -31.493
Ertragsteuern -11.490 -3.006 2.902 -198 4.720 19.535
Ergebnis nach Ertragsteuern 1.147 -43.891 -8.341 -77.300 33.633 -31.624
Fremdkapital 555.762 632.836 359.120 337.595 978.584 992.088
Capital Employed 737.032 787.689 352.618 372.975 1.106.775 1.131.401
Vermögen 1.665.040 1.714.276 536.631 558.191 1.851.075 1.979.830
Normalinvestitionen 27.052 35.104 8.364 11.775 17.633 11.776
Wachstumsinvestitionen 2) 22.042 20.523 11.390 1.457 17.615 38.301
Mitarbeiter 4.425 5.174 2.035 2.143 4.032 4.076
Produkte Umsatz EBITDA operativ 1) Capital Employed
in TEUR 2010 2009 2010 2009 2010 2009
Wand 3) 624.652 617.155 78.235 98.113 1.001.476 1.018.021
Fassade 487.478 546.512 43.316 30.877 920.214 970.441
Dach 440.551 455.221 92.764 77.978 558.525 571.800
Flächenbefestigungen 191.530 197.542 22.806 23.713 254.217 248.742
Sonstiges 541 454 -26.304 -22.108 45.111 7.780
Wienerberger Gruppe 1.744.752 1.816.884 210.817 208.573 2.779.543 2.816.784
Umsatz Zentral-Osteuropa Zentral-Westeuropa Nord-Westeuropa
in TEUR 2010 2009 2010 2009 2010 2009
Österreich 90.666 96.638
Tschechien 66.810 78.952
Ungarn 43.116 55.664
Polen 163.882 163.546
Sonstiges Osteuropa 164.785 184.675
Deutschland 254.423 261.388
Schweiz 72.761 64.788
Italien 38.700 47.734
Belgien 215.987 215.696
Niederlande 171.776 206.313
Frankreich 140.793 138.036
Großbritannien 144.129 119.922
Skandinavien 30.201 33.576
Nordamerika
Wienerberger Gruppe 529.259 579.475 365.884 373.910 702.886 713.543

1) vor Restrukturierungskosten, Wertminderungen von Sachanlagen und Firmenwertabschreibungen

2) inklusive Investitionen in Finanzanlagen

Konzernabschluss
Geschäftssegmente
Nordamerika Beteiligungen und Sonstiges 3) Überleitung 4) Wienerberger Gruppe
2010 2009 2010 2009 2010 2009 2010 2009
144.493 149.023 2.151 858 0 0 1.743.807 1.815.899
0 0 10.455 10.856 -44.772 -46.782 945 985
144.493 149.023 12.606 11.714 -44.772 -46.782 1.744.752 1.816.884
4.531 -13.340 -28.470 -21.709 0 0 210.817 208.573
26.724 22.043 5.339 3.444 0 0 200.150 189.597
0 14.233 0 1.890 0 0 0 153.694
0 48.191 0 0 0 0 0 123.341
-22.193 -97.807 -33.810 -27.043 0 0 10.667 -258.059
0 0 170 8.971 0 0 -4.269 6.065
0 0 88.165 87.934 0 0 114.909 118.977
-29.607 -26.664 12.391 34.698 0 0 -43.425 -37.791
9.195 19.116 554 1.455 0 0 5.881 36.902
-43.340 -106.986 92.616 33.619 -110.654 -32.495 -34.939 -258.677
573.265 535.039 1.040.561 1.042.283 -1.973.700 -1.999.456 1.533.591 1.540.385
500.814 488.426 82.305 36.293 0 0 2.779.544 2.816.784
536.735 538.877 4.123.406 4.052.973 -4.653.622 -4.756.730 4.059.266 4.087.417
7.813 3.269 827 755 0 0 61.689 62.679
0 5.541 37.014 5.647 0 0 88.061 71.469
1.104 1.043 252 240 0 0 11.848 12.676
Gesamtinvestitionen
2010 2009
54.431 74.999
20.876 23.281
10.385 8.829
26.930 26.282
37.128 757
149.750 134.148
Nordamerika Beteiligungen und Sonstiges Wienerberger Gruppe
2010 2009 2010 2009 2010 2009
2.230 933 92.896 97.571
66.810 78.952
43.116 55.664
163.882 163.546
164.785 184.675
254.423 261.388
72.761 64.788
38.700 47.734
215.987 215.696
171.776 206.313
140.793 138.036
144.129 119.922
30.201 33.576
144.493 149.023 144.493 149.023
144.493 149.023 2.230 933 1.744.752 1.816.884

3) Indien wird unter dem geographischen Segment Beteiligungen und Sonstiges, jedoch unter dem Produktsegment Wand ausgewiesen.

4) Die Überleitung beinhaltet lediglich Eliminierungen von Aufwand und Ertrag sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen Konzerngesellschaften.

Konzernanhang

Allgemeine Erläuterungen

1. Grundlagen für die Aufstellung des Konzernabschlusses

Die Wienerberger AG mit Sitz in Wien ist Muttergesellschaft eines international tätigen Baustoffkonzerns, dessen Geschäftsaktivitäten nach Maßgabe der Verantwortungsbereiche im Vorstand in fünf Segmente eingeteilt sind: Zentral-Osteuropa, Zentral-Westeuropa, Nord-Westeuropa, Nordamerika sowie Beteiligungen und Sonstiges. Die Adresse der Wienerberger AG lautet Wienerbergstraße 11, 1100 Wien, Österreich.

Der Konzernabschluss wurde nach den Vorschriften der am Abschlussstichtag anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRSs) sowie den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt. Alle für das Geschäftsjahr 2010 vom IASB verlautbarten International Financial Reporting Standards, für die eine Anwendung verpflichtend ist, wurden von Wienerberger angewendet.

Die einbezogenen Abschlüsse aller wesentlichen in- und ausländischen Unternehmen wurden von unabhängigen Wirtschaftsprüfern auf ihre Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards geprüft. Die Jahresabschlüsse der im Rahmen der Voll- und Quotenkonsolidierung einbezogenen Unternehmen wurden prinzipiell auf der Grundlage historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten zum Stichtag des Konzernabschlusses aufgestellt. Eine Ausnahme davon bildet die Bewertung von bestimmten Finanzinstrumenten nach IAS 39, welche zu beizulegenden Zeitwerten erfolgt. Im Konzernabschluss und Konzernanhang erfolgen Rundungen auf ganze tausend Euro, im Risikobericht teilweise auf ganze hunderttausend Euro. Zur klareren Darstellung sind einzelne Posten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst. Die detaillierte Darstellung erfolgt im Anhang.

2. Auswirkungen neuer und geänderter Standards

Die im Berichtsjahr erstmals verpflichtend anzuwendenden Standards IFRS 3 (2008) Unternehmenszusammenschlüsse und IAS 27 Konzern- und separate Einzelabschlüsse nach IFRS (2008) (beide 1.7.2009) wurden von Wienerberger angewendet. Wesentliche Änderungen des IFRS 3 betreffen das Wahlrecht des Ansatzes nicht beherrschender Anteile zum beizulegenden Zeitwert (Full Goodwill Methode), ein Aktivierungsverbot von Transaktionskosten als Anschaffungsnebenkosten bei Akquisitionen, die Bewertung bestehender Anteile beim stufenweisen Erwerb sowie das Verbot der nachträglichen Anpassung des Firmenwerts bei nachträglicher Anpassung des Kaufpreises. Im Berichtsjahr ergaben sich aus der erstmaligen Anwendung des IFRS 3 keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss. Der überarbeitete IAS 27 legt fest, dass Transaktionen mit nicht beherrschenden Gesellschaftern nur mehr im Eigenkapital erfasst werden dürfen. Diese Änderung beeinflusste im Berichtsjahr die Darstellung des Kaufs der nicht beherrschenden Anteile der Semmelrock Gruppe.

Die neuen Interpretationen IFRIC 12 Service-Konzessionsverträge (30.3.2009), IFRIC 15 Vereinbarung über die Errichtung von Immobilien (1.1.2010), IFRIC 17 Sachdividenden an Eigentümer und IFRIC 18 Übertragung von Vermögenswerten von Kunden (beide 1.11.2009) haben keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss. Änderungen des IFRS 2 hinsichtlich in bar erfüllter anteilsbasierter Vergütungen im Konzern (1.1.2010), IAS 39 und IFRS 7 Datum des Inkrafttretens der Umklassifizierungen (13.9.2009), IAS 39 Geeignete Grundgeschäfte (1.7.2009) sowie die Verbesserungen zu den IFRS 2009 (1.1.2010) haben ebenso keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Die neuen Interpretationen IFRIC 19 Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten (1.7.2010), der überarbeitete Standard IAS 24 (2009) Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen (1.1.2011) sowie die Änderungen des IAS 32 Einstufung von Bezugsrechten (1.2.2010) und IFRIC 14 Vorauszahlungen im Rahmen von Mindestdotierungsverpflichtungen (1.1.2011) waren zum Bilanzstichtag bereits von der EU übernommen, aber für das Geschäftsjahr noch nicht verpflichtend anzuwenden. Die darin enthaltenen Änderungen haben keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

3. Konsolidierungskreis

Eine Übersicht über die voll- und quotenkonsolidierten sowie nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen befindet sich in der Liste der Konzernunternehmen am Ende des Anhangs. Der Konsolidierungskreis der in den Wienerberger Konzern einbezogenen verbundenen Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen sowie assoziierten Unternehmen hat sich im Berichtsjahr wie folgt entwickelt:

Konsolidierungskreis Voll
konsolidierung
Quoten
konsolidierung
Equity
Konsolidierung
Stand 31.12.2009 112 15 6
Wechsel Einbeziehungsart 2 0 0
im Berichtsjahr erstmals einbezogen 6 0 0
im Berichtsjahr fusioniert/liquidiert -8 0 0
im Berichtsjahr ausgeschieden 0 0 0
Stand 31.12.2010 112 15 6
davon ausländische Unternehmen 93 12 4
davon inländische Unternehmen 19 3 2

Tochterunternehmen

In den Konzernabschluss 2010 sind inklusive der Wienerberger AG 19 (Vorjahr: 20) Tochterunternehmen im Inland und 93 (Vorjahr: 92) im Ausland einbezogen, an denen die Wienerberger AG unmittelbar oder mittelbar über die Möglichkeit verfügt, deren Finanz- und Geschäftspolitik über die Mehrheit der Stimmrechte zu kontrollieren. Diese Beteiligungen an Tochterunternehmen werden ab dem Zeitpunkt der Beherrschung voll konsolidiert und, wenn die Beherrschung nicht mehr gegeben ist, endkonsolidiert. Im Berichtsjahr werden 20 (Vorjahr: 22) Tochterunternehmen nicht konsolidiert, die für die Vermittlung eines getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage unwesentlich sind.

Gemeinschaftsunternehmen

Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures), an denen eine gemeinschaftliche Leitung gegeben ist, werden quotal in den Konzernabschluss einbezogen. Dies trifft auf 15 (Vorjahr: 15) Gesellschaften der Schlagmann und Bramac Gruppe zu.

Die nachstehenden Angaben stellen die anteiligen Werte dar, mit denen sämtliche quotal konsolidierte Gemeinschaftsunternehmen in den Konzernabschluss einbezogen werden:

in TEUR 2010 2009
Umsatzerlöse 81.366 90.734
EBITDA operativ 12.046 16.186
EBIT 5.690 9.767
Ergebnis nach Ertragsteuern -744 3.468
Aktiva Passiva
in TEUR 31.12.2010 31.12.2009 in TEUR 31.12.2010 31.12.2009
Langfristiges Vermögen 69.692 73.939 Eigenkapital 48.164 51.210
Kurzfristiges Vermögen 36.643 35.182 Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 17.115 16.993
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 41.056 40.918
106.335 109.121 106.335 109.121

Anteile an assoziierten Unternehmen

In den Konzernabschluss der Wienerberger AG werden zum Bilanzstichtag des Berichtsjahrs 6 (Vorjahr: 6) Beteiligungen, auf Wienerberger einen maßgeblichen Einfluss hat, nach der Equity-Methode bilanziert. Folgende Angaben stellen die anteiligen Werte dar, die sich aus der Aggregation der assoziierten Unternehmen (vor allem Pipelife Gruppe und Tondach Gleinstätten Gruppe) ergeben:

in TEUR 2010 2009
Umsatzerlöse 407.695 414.233
EBITDA operativ 36.768 45.508
EBIT 7.615 24.586
Ergebnis nach Ertragsteuern -4.269 6.065
Aktiva Passiva
in TEUR 31.12.2010 31.12.2009 in TEUR 31.12.2010 31.12.2009
Langfristiges Vermögen 172.368 173.316 Eigenkapital 110.017 113.517
Kurzfristiges Vermögen 134.089 139.969 Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 66.653 62.370
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 129.787 137.398
306.457 313.285 306.457 313.285

Pipelife ist eine unabhängige Unternehmensgruppe mit eigenständigem Management, wobei die Möglichkeiten der Einflussnahme auf Managemententscheidungen durch Wienerberger begrenzt sind und ungeachtet der Beteiligung von 50% nicht einer gemeinschaftlichen Leitung, sondern lediglich einem maßgeblichen Einfluss entsprechen. Die Pipelife Gruppe wird daher unter Beachtung von IAS 28 nach der Equity-Methode bilanziert.

4. Erwerbe und Veräußerungen

Folgende Unternehmen wurden im Jahr 2010 erstmals in den Konzernabschluss einbezogen:

Gesellschaft Sitz Stammkapital Währung Beteiligung
Briqueterie de Rouffach SAS Rouffach 336.120 EUR 100,00%
Steinzeug Gruppe
Steinzeug Abwassersysteme GmbH Frechen 18.408.000 EUR 100,00%
Keramo Steinzeug NV Hasselt 9.400.000 EUR 100,00%
Keramo-Wienerberger Immo NV Hasselt 14.068.558 EUR 100,00%
Limburgs Transportbedrijf BVBA Hasselt 18.900 EUR 100,00%
SOCIETA DEL GRES s.p.a Sorisole 2.000.000 EUR 100,00%

Mit Wirkung vom 1.1.2010 wurde die Ende Dezember 2009 erworbene Briqueterie de Rouffach SAS in Frankreich in den Konzernabschluss einbezogen. Am 11.10.2010 hat Wienerberger die Vereinbarung über den Kauf der Steinzeug Abwassersysteme GmbH von der ANC Vermögensverwaltung GmbH, einer Tochter der ANC Stiftung, unterzeichnet. Nach Genehmigung der Kartellbehörde Ende des Jahres 2010 wurde die Steinzeug Gruppe am 31.12.2010 in den Konsolidierungskreis aufgenommen. Die Steinzeug Gruppe ist ein international operierender Produzent von Steinzeugrohren, Formteilen, Zubehör und Schachtsystemen mit zwei Produktionsstandorten in Deutschland und einem Werk in Belgien.

Im Bereich der Flächenbefestigung aus Beton hat Wienerberger Ende November 2010 den restlichen 25%-Anteil der Semmelrock Gruppe erworben.

Die Nettoauszahlungen für Unternehmensakquisitionen ergeben sich aus den Eröffnungsbilanzen der erworbenen Unternehmen sowie aus den Kaufpreisen für den Erwerb nicht beherrschender Anteile wie folgt:

in TEUR Buchwerte Anpassung Konzernwerte
Firmenwerte 2.925 12.227 15.152
Langfristiges Vermögen 6.126 21.313 27.439
Kurzfristiges Vermögen 49.856 -31.753 18.103
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 10.925 6.034 16.959
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 57.249 -30.514 26.735
Erworbenes Reinvermögen -9.267 26.267 17.000
Zugang/Abgang nicht beherrschende Anteile 12.000
Nettoverschuldung 21.868
Netto-Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen 50.868

Im Zeitraum 1.1.2010 bis 31.12.2010 erhöhten die Akquisitionen anteilig den Umsatz der Gruppe mit 1.176 TEUR (Vorjahr: 14.503 TEUR) und das operative EBITDA mit 994 TEUR (Vorjahr: 2.190 TEUR).

Nicht mehr im Konzernabschluss enthalten ist die mit 30.9.2009 verkaufte VVT Vermögensverwaltung GmbH. Im Vergleichszeitraum 1.1.2009 bis 31.12.2009 waren die mit 1.5.2009 durch einen Zusammenschluss der Flächenbefestigungsaktivitäten in Österreich entstandene Semmelrock Ebenseer GmbH & Co KG sowie die Gesellschaften Lusit KG und Lusit GmbH nicht enthalten. Die Auswirkungen aller beschriebenen Konsolidierungskreisänderungen auf die Konzern Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Konzernbilanz stellen sich für 2010 (bzw. ab dem/im Erst- und Endkonsolidierungszeitpunkt) wie folgt dar:

in TEUR 2010
Umsatzerlöse 7.645
EBITDA operativ -2.450
EBIT -3.402
Aktiva Passiva
in TEUR 31.12.2010 in TEUR 31.12.2010
Langfristiges Vermögen 42.591 Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 16.959
Kurzfristiges Vermögen 1.103 Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 26.735
43.694 43.694

5. Konsolidierungsmethoden

Die Kapitalkonsolidierung bei voll- bzw. quotenkonsolidierten verbundenen Unternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode. Dabei wird im Erwerbszeitpunkt der Anschaffungswert dem neu bewerteten Reinvermögen (Eigenkapital) des erworbenen Unternehmens gegenübergestellt. Vermögensgegenstände, Schulden und Eventualschulden werden nach IFRS 3, soweit identifizierbar, bei der Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt; ein verbleibender positiver Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten und dem neu bewerteten anteiligen Eigenkapital wird als Firmenwert im jeweiligen Segment in Landeswährung aktiviert. Die Firmenwerte werden gemeinsam mit den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Geschäftsbereichen), denen sie zugeordnet sind, zumindest jährlich einem Werthaltigkeitstest (Impairment Test) unterzogen und im Falle einer Wertminderung auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert abgeschrieben. Werden Ereignisse beobachtet, die auf eine dauerhafte Wertminderung schließen lassen, so werden die betroffenen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten außerplanmäßigen Werthaltigkeitstests unterzogen (siehe 8. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden).

Für die nach der Equity-Methode einbezogenen assoziierten Unternehmen gelten die gleichen Eigenkapitalkonsolidierungsgrundsätze wie im Rahmen der Voll- und Quotenkonsolidierung, wobei im Falle unwesentlicher Abweichungen die lokalen Bewertungsmethoden beibehalten werden.

Alle Umsatzerlöse, Erträge und Aufwendungen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus der Verrechnung zwischen den voll- und quotenkonsolidierten Unternehmen des Konsolidierungskreises werden eliminiert. Abzinsungen und sonstige einseitig ergebniswirksame Buchungen werden ergebniswirksam ausgebucht und die darauf entfallenden latenten Steuern in Ansatz gebracht. Aus dem konzerninternen Lieferungs- und Leistungsverkehr resultierende Zwischenergebnisse im Anlageund Umlaufvermögen sind eliminiert, soweit sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind.

Wurde im Rahmen eines Unternehmenserwerbs den Verkäufern eine Verkaufsoption gewährt, durch deren Ausübung die verbleibenden nicht beherrschenden Anteile an Konzerngesellschaften an Wienerberger übertragen werden können, so wird

Konzernabschluss Konzernanhang

diese als Verbindlichkeit passiviert und mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Demzufolge werden die nicht beherrschenden Anteile an der im Jahr 2008 erworbenen Sandtoft Ltd. unter den langfristigen Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen.

6. Geschäftssegmente

Die Wienerberger Gruppe steuert die Geschäftstätigkeit nach geographischen Kriterien und unterscheidet nach der internen Berichtsstruktur als strategische Geschäftssegmente die Regionen Zentral-Osteuropa, Zentral-Westeuropa, Nord-Westeuropa, Nordamerika sowie das Segment Beteiligungen und Sonstiges, das neben der Unternehmenszentrale und Beteiligungen auch die Region Indien sowie die Rohraktivitäten umfasst. Die Einteilung der Geschäftssegmente und die Darstellung der Segmentergebnisse erfolgt nach dem Management Approach gemäß IFRS 8 und folgt den internen Berichten an den Vorstand der Wienerberger AG als jene verantwortliche Unternehmensinstanz (chief operating decision maker), welche über die Allokation von Ressourcen auf die Geschäftssegmente entscheidet.

Die Berichte an die verantwortliche Unternehmensinstanz beinhalten neben der zentralen Erfolgsgröße EBITDA operativ, anhand der die Steuerung der Geschäftssegmente erfolgt, auch die Ergebnisgrößen Umsatz, EBIT, Finanzergebnis und Ergebnis nach Steuern, weshalb diese ebenso in der Darstellung der Geschäftssegmente enthalten sind. Die Aufteilung von Umsatz, EBITDA operativ, EBIT, Finanzergebnis, Ertragsteuern, Ergebnis nach Steuern, Vermögen, Verbindlichkeiten, Capital Employed sowie Gesamtinvestitionen erfolgt nach dem Sitz der Gesellschaften.

In der Überleitung der Segmentergebnisse auf das Konzernergebnis sind lediglich Eliminierungen von Umsätzen, Aufwendungen und Erträgen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den Geschäftssegmenten enthalten. Wienerberger erzielt mit keinem externen Kunden mehr als 10% des Umsatzes.

7. Währungsumrechnung

Die Jahresabschlüsse ausländischer Gesellschaften werden nach dem Konzept der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Diese ist für sämtliche Gesellschaften die jeweilige Landeswährung, da die Gesellschaften ihr Geschäft in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbständig betreiben. Alle Bilanzpositionen mit Ausnahme jener des Eigenkapitals werden mit dem Devisenmittelkurs zum 31.12.2010 umgerechnet. Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung werden als Vermögenswert in der lokalen Währung bilanziert und ebenfalls mit dem Devisenmittelkurs zum Konzernabschlussstichtag umgerechnet. Aufwands- und Ertragsposten werden mit Jahresdurchschnittskursen konvertiert.

Nicht realisierte Währungsumrechnungsdifferenzen aus langfristigen konzerninternen Gesellschafterdarlehen werden erfolgsneutral in den Unterschiedsbetrag Währungsumrechnung eingestellt. Ebenso werden Währungsumrechnungsdifferenzen zwischen dem Stichtagskurs innerhalb der Bilanz und dem Durchschnittskurs innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung direkt im Eigenkapital verrechnet.

Das währungsbedingte Translationsrisiko aus den amerikanischen, Schweizer, englischen und einzelnen osteuropäischen Ziegelaktivitäten wird durch den Abschluss von Währungsswaps eingeschränkt. Dabei wird in Höhe des abzusichernden Teils der auf Fremdwährung lautenden Vermögenswerte ein Fremdwährungs-Euro Währungsswap abgeschlossen.

Im Berichtsjahr wurden Stichtagsumrechnungsdifferenzen (einschließlich jener auf nicht beherrschende Anteile entfallenden) von 83.617 TEUR (Vorjahr: 9.256 TEUR) als andere Gesamtergebnisbestandteile erfolgsneutral in das Eigenkapital eingestellt. Aus Sicherungsgeschäften (Hedging Transaktionen) wurden insgesamt -25.507 TEUR über die Veränderung von anderen Ergebnisbestandteilen im Eigenkapital erfasst.

Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse wesentlicher Währungen haben sich wie folgt entwickelt:

Stichtagskurs Jahresdurchschnittskurs
in EUR 31.12.2010 31.12.2009 2010 2009
100 Britische Pfund 116,17775 112,59993 116,55545 112,21089
100 Bulgarische Lev 51,12997 51,12997 51,12996 51,12997
100 Dänische Kronen 13,41652 13,43761 13,42773 13,42956
100 Kanadische Dollar 75,06380 66,10259 73,22379 63,07543
100 Kroatische Kuna 13,54463 13,69863 13,71912 13,62381
100 Norwegische Kronen 12,82051 12,04819 12,49151 11,45238
100 Polnische Zloty 25,15723 24,36350 25,03070 23,11103
100 Rumänische Lei 23,46316 23,60550 23,74026 23,59003
100 Russische Rubel 2,44978 2,31728 2,48298 2,26621
100 Schwedische Kronen 11,15387 9,75419 10,48215 9,41617
100 Schweizer Franken 79,97441 67,40361 72,42478 66,22861
100 Tschechische Kronen 3,99026 3,77743 3,95435 3,78263
100 Ungarische Forint 0,35978 0,36980 0,36303 0,35679
100 US-Dollar 74,83910 69,41552 75,40567 71,69639

8. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der Konzernabschluss wurde auf Basis der folgenden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze erstellt:

Umsatzrealisierung: Erträge aus Lieferungen werden realisiert, wenn alle wesentlichen Risiken und Chancen aus dem gelieferten Gegenstand auf den Käufer übergegangen sind.

Immaterielles Anlagevermögen: Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden, soweit identifizierbar, mit deren Anschaffungskosten, vermindert um Abschreibungen und Wertminderungen, angesetzt.

Sachanlagevermögen: Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten, vermindert um lineare oder nutzungsbedingte (Tongruben) Abschreibungen, angesetzt. Bei selbst erstellten Anlagen werden angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten, nicht jedoch Kosten der allgemeinen Verwaltung und des Vertriebs, aktiviert. Während der Bauphase von qualifizierten Gegenständen des Anlagevermögens werden gemäß IAS 23 die anfallenden Fremdkapitalkosten unter den Anschaffungskosten aktiviert und über die Nutzungsdauer abgeschrieben.

Die Abschreibungssätze richten sich nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer der jeweiligen Anlagen, die in Komponenten aufgeteilt werden (Komponenten-Ansatz). Dafür werden folgende Nutzungsdauern angesetzt:

Produktionsgebäude (inkl. Lagerhallen) 25 Jahre Öfen und Trockner (Vormauerziegel) 10 – 20 Jahre
Verwaltungsgebäude 40 – 50 Jahre Sonstige Maschinen 5 – 15 Jahre
Wohngebäude 40 – 50 Jahre Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 – 10 Jahre
Öfen und Trockner (Hintermauerziegel und Dach) 8 – 15 Jahre Sonstiges immaterielles Anlagevermögen 3 – 10 Jahre

Reparaturkosten, die die geplante Nutzungsdauer nicht verlängern, werden als laufender Aufwand verbucht. Die laufende Abschreibung wird ausgesetzt, wenn eine Anlage gemäß IFRS 5 als zur Veräußerung vorgesehen qualifiziert wird.

Werden Anlagen stillgelegt, verkauft oder aufgegeben, wird der Gewinn oder Verlust aus der Differenz zwischen dem Verkaufserlös und dem Restbuchwert unter den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen erfasst, sofern es sich um jährlich wiederkehrende vergleichbare Vorgänge handelt.

Gemietete Sachanlagen, die aus einer wirtschaftlichen Betrachtung als Anlagenkäufe mit langfristiger Finanzierung anzusehen sind (Finanzierungsleasing), werden in Übereinstimmung mit IAS 17 (Leasingverhältnisse) zu jenen Anschaffungskosten angesetzt, die im Falle des Kaufs angefallen wären. Die Abschreibungen erfolgen über die wirtschaftliche Nutzungsdauer oder, wenn kürzer, über die Laufzeit des Leasingvertrags.

Firmenwerte: Firmenwerte, die im Rahmen von Unternehmenserwerben entstehen, werden gemäß IFRS 3 zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet und nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal im Jahr auf einen möglichen Wertminderungsbedarf hin untersucht.

Wertminderungen von Firmen- und Vermögenswerten: In der Wienerberger Gruppe werden Werkseinheiten länderweise zu zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zusammengefasst. Diese werden gemäß IAS 36 ebenso wie Vermögenswerte, bei denen Hinweise auf eine dauerhafte Wertminderung vorliegen, regelmäßig auf einen möglichen Wertminderungsbedarf hin untersucht. Dazu werden mindestens einmal im Jahr in den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten die Buchwerte der zugerechneten Firmen- und Vermögenswerte mit den summierten Barwerten (Abzinsung zu durchschnittlichen gewichteten Gesamtkapitalkosten nach Steuern) der zukünftig erwarteten Einzahlungsüberschüsse (Nutzwert) verglichen und wenn nötig auf den errechneten Nutzwert oder einen möglichen Einzelveräußerungs- bzw. Liquidationswert abgeschrieben. Für die Wienerberger Gruppe wurden zuletzt Gesamtkapitalkosten nach Steuern von 6,69% (Vorjahr: 7,05%) ermittelt (planmäßiger Werthaltigkeitstest), wobei risikoadäquate Zinssätze nach anerkannten finanzmathematischen Verfahren aus externen Quellen abgeleitet wurden.

Die zukünftig erwarteten Einzahlungsüberschüsse basieren auf der jeweils aktuellsten internen Planung, welche zuletzt für den Planungshorizont (2011-2014) erstellt wurde. Die Qualität der Planungsdaten wird laufend durch eine Abweichungsanalyse mit den aktuellen Ergebnissen überprüft und im folgenden Planungsprozess berücksichtigt. Die Berechnung erfolgt unter Verwendung der Detailplanungsperioden (2011-2014), wobei unter der Prämisse der Unternehmensfortführung der Einzahlungsüberschuss der darauffolgenden Planungsperiode als nachhaltig erzielbar angesehen wird und als Basis für die Errechnung des Barwerts einer unendlichen Rente dient. Die Werthaltigkeitstests werden bei Wienerberger mindestens einmal jährlich im Anschluss an die Unternehmensplanung erstellt. Geben Hochrechnungen und Analysen während eines Berichtsjahrs Anlass zur Vermutung, dass negative Abweichungen vom ursprünglichen Plan zu erwarten sind, so wird darin ein

auslösendes Ereignis für die erneute Beurteilung der Werthaltigkeit der betroffenen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten gesehen. In diesem Fall werden die Werthaltigkeitstests auf Basis aktualisierter Planungsdaten neu gerechnet und um Stresstests erweitert.

Der wesentliche Faktor für den Nutzwert sind Annahmen über zukünftige lokale Markt- und Mengenentwicklungen. Die Nutzwertermittlung basiert daher auf Prognosen von statistischen Ämtern (z.B. Euroconstruct) und Erfahrungswerten der Vergangenheit, die mit Wirtschaftsforschern in den regionalen Märkten abgestimmt wurden. Die Einschätzung der Kostenstrukturen innerhalb der gesamten Wienerberger Gruppe erfolgt dabei durch eine Extrapolation von Erfahrungswerten. Zuschreibungen werden vorgenommen, wenn Gründe für eine Wertminderung von Sachanlagen wegfallen bzw. eine Wiederverwertbarkeit von abgewerteten Sachanlagen gegeben ist. Einmal abgeschriebene Firmenwerte werden unter Beachtung von IAS 36 und IFRIC 10 nicht wieder zugeschrieben.

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Anteile an assoziierten Unternehmen und sonstige Beteiligungen: Die Anteile an assoziierten Unternehmen werden, sofern es sich nicht um Anteile von untergeordneter Bedeutung handelt, nach der Equity-Methode bewertet. Sonstige Beteiligungen werden mit Anschaffungskosten angesetzt und lediglich im Falle von nachhaltigen Wertminderungen abgeschrieben. Der Ausweis von Abschreibungen und Zuschreibungen erfolgt im Finanzergebnis.

Vorräte: Die Bewertung des Vorratsvermögens erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellkosten oder zu niedrigeren Nettoveräußerungswerten. Bei der Bewertung der Vorräte kommt das gleitende Durchschnittspreisverfahren zur Anwendung. Bei der Ermittlung der Herstellkosten werden die direkt zurechenbaren Kosten und die anteiligen Gemeinkosten einschließlich Abschreibungen unter Annahme einer Normalauslastung (zwischen 85 und 100% der Kapazität) einbezogen. Fremdkapitalzinsen sowie Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten sind nicht Bestandteil der Herstellkosten im Umlaufvermögen. Für Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer bzw. aus verminderter Verwertbarkeit ergeben, werden angemessene Abschläge berücksichtigt.

Emissionszertifikate: Gemäß IAS 20 und IAS 38 bewertet Wienerberger jene Emissionszertifikate, die aufgrund der EU-Emissionshandelsrichtlinie RL 2003/87/EG gratis zugeteilt wurden, mit Anschaffungskosten von null. Übersteigen die Emissionen die gratis zugeteilten Zertifikate, so erfolgt die Bewertung der fehlenden Zertifikate mit deren Marktwert am Bilanzstichtag. Entgeltlich erworbene Zertifikate werden zu deren Marktwert am Bilanzstichtag bilanziert.

Finanzinstrumente: Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. IAS 39 unterscheidet die Kategorien Kredite und Forderungen (loans and receivables), bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen (held to maturity), zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (available for sale) sowie erfolgswirksam zum beizulegenden Wert bewertete finanzielle Vermögenswerte (at fair value through profit or loss), die sich wiederum aus zu Handelszwecken gehaltenen Finanzinstrumenten (financial assets/liabilities held for trading) und aus Finanzinstrumenten, die beim erstmaligen Ansatz als zum beizulegenden Zeitwert bewertet designiert wurden (designated as at fair value through profit or loss upon initial recognition), zusammensetzen.

Kassageschäfte von finanziellen Vermögenswerten werden zum Erfüllungstag bilanziert. Ein finanzieller Vermögenswert wird dann ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf den Erhalt von Cash-flows daraus erloschen sind.

Kredite und Forderungen werden zu Anschaffungskosten angesetzt, wobei erkennbaren Einzelrisiken durch angemessene Wertberichtigungen Rechnung getragen wird. Langfristige zinsenlose oder unverzinsliche Forderungen mit einer Laufzeit von über einem Jahr werden mit dem abgezinsten Barwert angesetzt. Fremdwährungsforderungen aus den Einzelabschlüssen werden zum Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

Wienerberger verfügt über keine bis zur Endfälligkeit gehaltenen Finanzinstrumente.

Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte werden zu beizulegenden Zeitwerten bewertet, wobei aus Änderungen der beizulegenden Zeitwerte resultierende Gewinne und Verluste erfolgswirksam zu erfassen sind. Wienerberger hält keine originären Finanzinstrumente zu Handelszwecken.

Wienerberger hat bislang keinen Gebrauch vom Wahlrecht gemacht, beim erstmaligen Ansatz finanzielle Vermögenswerte nach IAS 39 als erfolgswirksam zum beizulegenden Wert bewertet einzustufen. Die von Wienerberger gehaltenen originären Finanzinstrumente, die weder den liquiden Mitteln und Zahlungsmitteläquivalenten noch den Krediten und Forderungen zuzurechnen sind, werden somit als zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente erfasst. Diese werden zum beizulegenden Wert bewertet, wobei aus der Änderung der beizulegenden Werte resultierende Gewinne und Verluste bis zu deren Abgang erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst werden. Davon ausgenommen sind Abschreibungen im Falle von wesentlichen und dauerhaften Wertminderungen. Der beizulegende Wert ermittelt sich für börsenotierte Wertpapiere aus den Börsekursen, wohingegen nicht börsenotierte finanzielle Vermögenswerte zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung von etwaigen Marktwertänderungen bewertet werden. In der Periode des Abgangs werden die bislang im Eigenkapital erfassten kumulierten Gewinne und Verluste erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.

Liquide Mittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Kassenbestände, erhaltene Schecks und Sichtguthaben bei Finanzinstitutionen.

Rückstellungen: Die Rückstellungen für Abfertigungen – vorwiegend für österreichische Dienstnehmer – werden auf Basis einer versicherungsmathematischen Berechnung unter Zugrundelegung eines Pensionseintrittsalters von 65 (Männer) bzw. 60 (Frauen) Jahren und eines Rechnungszinssatzes von 4,8% (Vorjahr: 5,3%) nach dem Verfahren der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method) berechnet.

In der Wienerberger Gruppe gibt es beitragsorientierte und leistungsorientierte Pensionszusagen. Bei beitragsorientierten Pensionszusagen (Defined Contribution Plan) bestehen nach der Zahlung der Prämien keine weiteren Verpflichtungen für den Arbeitgeber. Bei leistungsorientierten Pensionszusagen (Defined Benefit Plan) wird dem Mitarbeiter ein bestimmter Pensionsbetrag zugesagt. Das Risiko bezüglich der tatsächlichen Pensionsauszahlungshöhe wird bis zum Auszahlungszeitpunkt vom Unternehmen getragen. Die Rückstellungen für leistungsorientierte Pensionsverpflichtungen werden nach dem Verfahren der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method) errechnet. Bei der Bewertung von Altersversorgungsleistungen finden zukünftige Gehaltssteigerungen und Steigerungen leistungsorientierter Zusagen Berücksichtigung. Den Berechnungen liegt ein Rechnungszinsfuß zwischen 4,0% und 6,0% (Vorjahr: 4,0% – 7,0%), eine erwartete Einkommensentwicklung von 2,0% – 5,0% (Vorjahr: 2,0% – 5,0%), erwartete Rententrends von 2,0% – 8,0% (Vorjahr: 2,0% – 3,0%), durchschnittliche Fluktuationen von 2,0% – 4,0% (Vorjahr: 2,0% – 4,0%) und erwartete Erträge auf das Planvermögen von 4,0% – 8,0% (Vorjahr: 6,0% – 8,0%) zugrunde. Die Berechnung der Pensionsrückstellungen wird von Versicherungsmathematikern durchgeführt.

Wegen ihres Versorgungscharakters werden jene US-amerikanischen Verpflichtungen, welche die Abgeltung von Krankheitskosten ehemaliger Mitarbeiter im Ruhestand betreffen, in der Position Pensionsrückstellungen ausgewiesen.

Die Pensionsrückstellungen werden mit dem Planvermögen saldiert, welches für die Abdeckung der Verpflichtungen gehalten wird. Die die Pensionsverpflichtungen übersteigenden Marktwerte des Planvermögens sind innerhalb der sonstigen kurzfristigen Forderungen ausgewiesen.

Wesentliche versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden nicht im Jahr des Entstehens ergebniswirksam erfasst, sondern nach der Korridormethode über die verbleibende Restdienstzeit der aktiven Belegschaft amortisiert.

Rekultivierungsverpflichtungen für Tongruben werden beim Erwerb der Tongruben gemäß IAS 16 passiviert. Die der Rekultivierungsverpflichtung zugrunde gelegten Annahmen richten sich im Wesentlichen nach landesspezifischen Gegebenheiten. Die Rekultivierungsverpflichtungen für vor dem Jahr 2005 erworbene Tongruben werden gemäß der Übergangsregelung des IAS 16 auf Basis der abgebauten Menge passiviert. Sonstige Verbindlichkeiten, die bezüglich ihrer Fälligkeit oder ihrer Höhe ungewiss sind, werden gemäß IAS 37 passiviert.

Latente Steuern: In Übereinstimmung mit IAS 12 werden alle temporären Bewertungs- und Bilanzierungsdifferenzen zwischen Steuerbilanz und IFRS-Bilanz in die latente Steuerabgrenzung einbezogen. Für die Abgrenzung werden – unter Beachtung des lokalen Steuersatzes des betroffenen Konzernunternehmens – die bei der Auflösung der Unterschiedsbeträge erwarteten künftigen Steuersätze angewandt. Zukünftige Steuersatzänderungen werden berücksichtigt, wenn sie zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung bereits gesetzlich beschlossen waren.

Verbindlichkeiten: Verbindlichkeiten werden bei Zuzählung in Höhe des tatsächlich zugeflossenen Betrags (abzüglich Transaktionskosten) erfasst. Ein Unterschiedsbetrag zwischen dem erhaltenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit nach der Effektivzinsmethode verteilt und im Finanzergebnis erfasst. Eine Bewertung erfolgt daher zum Restbuchwert (at amortized cost). Fremdwährungsverbindlichkeiten werden zum Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Wienerberger hat bislang keinen Gebrauch vom Wahlrecht gemacht, beim erstmaligen Ansatz finanzielle Verbindlichkeiten nach IAS 39 als erfolgswirksam zum beizulegenden Wert bewertet einzustufen.

Zuschüsse der öffentlichen Hand: Wienerberger passiviert Zuschüsse der öffentlichen Hand zu ihren beizulegenden Zeitwerten und weist deren periodenkonforme Auflösung unter den sonstigen Erträgen aus.

Sicherungsgeschäfte: Wienerberger wendet die Vorschriften zu Sicherungsgeschäften gemäß IAS 39 zur Absicherung von Bilanzposten (Translationsrisiko) sowie zur Absicherung zukünftiger Zahlungsströme (Transaktionsrisiko) an. Als Cash-flow Hedge wird die Absicherung gegen Schwankungen zukünftiger Zahlungsströme aus bilanzierten Vermögenswerten oder Verbindlichkeiten bezeichnet. Die Marktbewertung der effektiven Sicherungsinstrumente erfolgt erfolgsneutral (Hedging Reserve). Nicht effektive Anteile werden erfolgswirksam im Finanzergebnis erfasst. Ebenso erfolgt die Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb, wobei alle Wertänderungen des effektiven Anteils des eingesetzten Sicherungsinstruments unter der Hedging Reserve, wie auch das Ergebnis aus der Fremdwährungsumrechnung der besicherten Investition als direkt im Eigenkapital erfasste andere Gesamtergebnisbestandteile ausgewiesen werden. Bei der Absicherung eines beizulegenden Zeitwerts des Grundgeschäfts (Fair Value Hedge) hingegen erfolgt eine erfolgswirksame Anpassung der Zeitwerte des als Sicherungsinstrument eingesetzten Derivats unter der ebenso erfolgswirksamen Anpassung des Grundgeschäfts um den auf das besicherte Risiko entfallenden Gewinn und Verlust (Basis Adjustment).

Der Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten erfolgt ausschließlich zur Absicherung von Risiken, die aus der operativen Geschäftstätigkeit erwachsen. Zins- und Währungsswaps sowie Devisentermingeschäfte werden bei Vertragsabschluss zu Anschaffungskosten angesetzt und in den Folgeperioden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Für börsenotierte Wertpapiere werden dazu die aktuellen Kurse herangezogen; für nicht börsenotierte Zinsinstrumente werden die beizulegenden Zeitwerte durch Abzinsung der künftigen Zahlungen unter Verwendung eines aktuellen Marktzinssatzes ermittelt. Gemäß IAS 39 werden derivative Finanzinstrumente, die sich nicht in einer Hedge-Beziehung befinden, der Kategorie zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente (held for trading) zugerechnet. Bei Derivaten in Hedge-Beziehungen werden nur jene, die nicht Teil effektiver Sicherungsstrategien sind, erfolgswirksam bewertet (ineffektive Anteile); der Ausweis erfolgt im Finanzergebnis.

Ergebnis je Aktie: Das Ergebnis je Aktie wird ermittelt, indem das Konzernergebnis nach nicht beherrschenden Anteilen und dem vorgesehenen Anteil für Hybridkapitalbesitzer durch die gewichtete Anzahl der ausgegebenen Aktien (abzüglich der eigenen Aktien) dividiert wird. Aufgrund des ausgelaufenen Aktienoptionsplans bestehen Optionsrechte für Wienerberger Manager, die grundsätzlich einen verwässernden Effekt auf das Ergebnis je Aktie haben.

Schätzungen: Die Erstellung des Konzernabschlusses erfordert, dass vom Management zu einem gewissen Grad Schätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen werden müssen, die die bilanzierten Vermögenswerte und Schulden sowie Eventualschulden, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während der Berichtsperiode beeinflussen. Die sich tatsächlich ergebenden Beträge können von den Schätzungen abweichen.

Im Einzelnen wurden bei der von Aktuaren vorgenommenen versicherungsmathematischen Bewertung von Pensionsplänen und Abfertigungsansprüchen Annahmen über den erwarteten Abzinsungsfaktor, Gehalts- und Pensionssteigerungen, Fluktuationsraten sowie den Trend der Kosten für medizinische Versorgung getroffen. Ebenso basiert die Festlegung der Nutzungsdauern von Sachanlagen auf Schätzungen, die auf Erfahrungswerten aus dem Betrieb vergleichbarer Anlagen beruhen. Die Bewertung der Rückstellungen für Rekultivierung erfolgt durch die bestmögliche Schätzung des zukünftig erwarteten Rekultivierungsaufwands von Tongruben und eines langfristigen Diskontierungszinssatzes. Des Weiteren erfolgt die Beurteilung der Realisierbarkeit von latenten Steuern durch die Einschätzung des Managements, ob eine Verwertbarkeit aller aktiven latenten Steuern gegeben ist.

Insbesondere bei der Beurteilung der Werthaltigkeit von Firmenwerten und Anlagen werden vom Management Schätzungen und zukunftsbezogene Annahmen über die in den Planungsperioden erwarteten Einzahlungsüberschüsse und Kapitalkostensätze der Wienerberger Gruppe sowie einzelner zahlungsmittelgenerierender Einheiten getroffen. Die vorgenommenen Schätzungen werden nach bestem Wissen und Gewissen unter der Prämisse der Unternehmensfortführung getroffen, bauen auf Erfahrungswerten auf und berücksichtigen die verbleibende Unsicherheit in einer angemessenen Weise.

Verrechnungspreise: Zwischen den einzelnen strategischen Geschäftsfeldern bestehen nur teilweise regionale Liefer- und Leistungsbeziehungen. Bei Warenlieferungen erfolgt die Bestimmung konzerninterner Verrechnungspreise zu marktüblichen Bedingungen nach der Wiederverkaufspreismethode. Bei konzerninternen Leistungsbeziehungen erfolgt die Verrechnung zu marktüblichen Bedingungen nach der Kostenaufschlagsmethode.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

9. Umsatzerlöse

Der konsolidierte Umsatz verringerte sich im Berichtsjahr um 4% auf 1.744.752 TEUR. Bereinigt um die Effekte aus Konsolidierungskreis- und Wechselkursänderungen betrug die organische Umsatzveränderung -7% (Vorjahr: -23%). Im Geschäftssegment Zentral-Osteuropa, wo die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auch im Jahr 2010 zu spüren waren, entwickelte sich der Großteil der Märkte aufgrund des langen Winters und von Überschwemmungen im April und Mai rückläufig. Nord-Westeuropa war einerseits geprägt durch Umsatzsteigerungen in Großbritannien und Frankreich sowie andererseits durch stark rückläufige Umsätze in den Niederlanden. In Zentral-Westeuropa entwickelten sich die Umsätze uneinheitlich: Während Italien anhaltende Rückgänge verzeichnete, entwickelte sich der Umsatz in Deutschland stabil und in der Schweiz positiv. Im Segment Nordamerika flachte der Umsatzrückgang deutlich ab, und der Umsatz lag leicht unter Vorjahresniveau. Der Konzernumsatz wurde durch Währungseffekte im Ausmaß von 41.294 TEUR erhöht, was insbesondere auf die Aufwertung des Polnischen Zloty, des Schweizer Franken und des US-Dollars zurückzuführen ist. Die Umsatzerlöse sind nach Regionen detailliert in der Darstellung der Geschäftssegmente auf den Seiten 108 und 109 aufgegliedert.

10. Materialaufwand

In den Herstell-, Vertriebs- und Verwaltungskosten sind Material-, Instandhaltungsaufwendungen, Handelswareneinsätze und Aufwendungen für Energie enthalten:

in TEUR 2010 2009
Materialaufwand 251.684 220.721
Instandhaltungskosten 89.442 88.216
Handelswareneinsatz 135.635 124.527
Energieaufwand 268.477 259.269
Gesamt 745.238 692.733

Die ausgewiesenen Aufwendungen wurden durch Aktivierungen von Eigenleistungen und anteiligen Bauzeitzinsen beim Bau von qualifizierten Vermögensgegenständen des Anlagevermögens in Höhe von 7.371 TEUR (Vorjahr: 8.599 TEUR) sowie durch die Veränderung des Bestands an Halb- und Fertigfabrikaten in Höhe von -17.940 TEUR (Vorjahr: -146.372 TEUR) um insgesamt 10.569 TEUR (Vorjahr: 137.773 TEUR) erhöht.

Die Materialaufwendungen setzten sich aus Aufwendungen für Ton, Sand, Sägespäne und weitere Zuschlagsstoffe, Palettenverbrauch und sonstigen Verpackungsmaterialien zusammen. Instandhaltungsaufwendungen betreffen den Einsatz von Instandhaltungsmaterialien und sonstigen geringwertigen Ersatzteilen sowie Dienstleistungen von Dritten.

11. Abschreibungen, Wertminderungen von Anlagen und Firmenwertabschreibungen

Im Berichtsjahr sind in den Herstell-, Vertriebs-, Verwaltungskosten und sonstigen betrieblichen Aufwendungen laufende Abschreibungen von 189.708 TEUR (Vorjahr: 189.597 TEUR) enthalten. Die Wertminderungen im Berichtsjahr betrugen 10.442 TEUR (Vorjahr: 32.290 TEUR).

Werthaltigkeitstests gemäß IAS 36 ergaben im Berichtsjahr keinen Abwertungsbedarf von Firmenwerten (Vorjahr: 123.341 TEUR).

in TEUR 2010 2009
Laufende Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielles Anlagevermögen 189.708 189.597
Firmenwertabschreibungen 0 123.341
Wertminderungen von Sachanlagen 10.442 32.290
Wertminderungen aus Restrukturierungen 0 68.830
Wertminderungen gesamt 10.442 224.461
Abschreibungen und Wertminderungen von Sachanlagen,
sonstigem immateriellen Anlagevermögen und Firmenwerten 200.150 414.058

Firmenwerte werden gemäß IFRS 3 nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich zusammen mit den Vermögensgegenständen gemäß IAS 36 auf einen möglichen Wertminderungsbedarf hin untersucht (Impairment Test). Als zahlungsmittelgenerierende Einheiten (cash generating units) werden bei Wienerberger Werkseinheiten gesehen, die nach Ländern zusammengefasst und in großen Ländern nach regionalen Gesichtspunkten weiter differenziert werden. Im Berichtsjahr wurden in der Wienerberger Gruppe auf diese Weise rund 50 zahlungsmittelgenerierende Einheiten unterschieden.

Die im Dezember durchgeführten planmäßigen Werthaltigkeitstests auf Basis der aktuellsten Mittelfristplanung für die Perioden 2011-2014 ergaben keinen Abwertungsbedarf. Für diese Werthaltigkeitstests wurde für die Wienerberger Gruppe ein Gesamtkapitalkostensatz nach Steuern von 6,69% (Vorjahr: 7,05%) ermittelt, wobei wiederum in den USA mit 6,13% (Vorjahr: 6,43%), in Großbritannien mit 5,46% (Vorjahr: 6,66%), in Russland mit 11,12% (Vorjahr: 10,80%) und erstmals in Indien mit 11,01% abweichende regionale Kapitalkostensätze Verwendung fanden. Die Annahmen zu den Wachstumsraten von grundsätzlich 1% wurden beibehalten. In den Wachstumsmärkten Russland und Indien wurde unverändert mit höheren Raten von bis zu 5% gerechnet.

Bei einer Veränderung einzelner makroökonomischer Parameter im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse wurde ein Wertminderungsbedarf von rund 16 MEUR ermittelt, wobei der dem Kapitalkostensatz zugrunde liegende risikolose Zinssatz um 100 Basispunkte angehoben wurde und die Wachstumsraten in allen Wienerberger Märkten halbiert wurden.

12. Personalaufwand

In den Herstell-, Vertriebs- und Verwaltungskosten sind folgende Personalaufwendungen enthalten:

in TEUR 2010 2009
Löhne 186.365 186.483
Gehälter 175.287 174.930
Leihpersonal (permanent) 12.080 7.940
Aufwendungen aus Aktienoptionsplänen 0 468
Aufwendungen für Abfertigungen 6.889 3.239
Aufwendungen für Altersversorgung 7.317 10.992
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt
abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge
89.670 92.947
Sonstige Sozialaufwendungen 11.729 10.969
Personalaufwand 489.337 487.968

Die Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2010 betrugen 1.592 TEUR (Vorjahr: 2.723 TEUR), davon entfallen 1.592 TEUR auf fixe und 0 TEUR auf variable Gehaltsbestandteile. Für aktuell tätige Vorstandsmitglieder wurden im Geschäftsjahr 644 TEUR (Vorjahr: 650 TEUR) an Pensionsaufwendungen in Form von Beiträgen zu Pensionskassen (beitragsorientierte Zusagen) und Bildung von Pensionsrückstellungen (leistungsorientierte Zusagen) verbucht. An frühere Mitglieder des Vorstands und ihre Hinterbliebenen wurden Zahlungen von 776 TEUR (Vorjahr: 3.321 TEUR) getätigt.

An die Mitglieder des Aufsichtsrats wurden für die Tätigkeit im Geschäftsjahr 2009 Bezüge von insgesamt 170 TEUR (Vorjahr: 215 TEUR) im Berichtsjahr ausbezahlt. Die Berechnung der Gesamtvergütung an den Aufsichtsrat ist im Vergütungsbericht auf Seite 32 dargestellt.

Haftungen für Kredite sowie Firmenkredite von Gesellschaften der Wienerberger Gruppe an Vorstände und Aufsichtsräte bestehen nicht.

Die Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat ist auf den Seiten 26 und 22 dargestellt. Auf Seite 33 ist der Aktienbesitz der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder angeführt. Über die Entlohnung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats wird im Vergütungsbericht auf den Seiten 30 bis 33 im Detail informiert.

13. Mitarbeiter

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer betrug:

2010 2009
Gesamt davon in
Gemeinschafts
unternehmen
Gesamt davon in
Gemeinschafts
unternehmen
Mitarbeiter in Werken 7.906 325 8.430 409
Mitarbeiter in Verwaltung 1.004 59 1.222 66
Mitarbeiter im Vertrieb 2.938 201 3.024 170
Gesamte Mitarbeiter im Konzern 11.848 585 12.676 645
davon Lehrlinge 44 1 70 1

Änderungen im Konsolidierungskreis hatten keinen Effekt auf die Anzahl der Mitarbeiter im Konzern. Arbeitnehmer von anteilsmäßig einbezogenen Unternehmen sind entsprechend der Höhe der Beteiligung eingerechnet.

14. Sonstige betriebliche Aufwendungen

In den Herstell-, Vertriebs- und Verwaltungskosten sind folgende sonstige betriebliche Aufwendungen enthalten:

in TEUR 2010 2009
Steuern, soweit sie nicht unter Ertragsteuern fallen 23.620 24.311
Verlust aus dem Abgang von Anlagevermögen exklusive Finanzanlagen 1.872 2.095
Transportaufwendungen für Zustellungen an Kunden 107.577 101.471
Aufwand für interne Transporte 46.748 45.949
Aufwendungen für Umweltschutzmaßnahmen 6.854 5.554
Aufwendungen aus uneinbringlichen Forderungen 2.418 3.762
Aufwendungen für Dienstleistungen 90.493 83.566
Aufwendungen für Mieten, Pachten und Leasing 37.837 38.255
Übrige 55.061 54.455
Sonstige betriebliche Aufwendungen 372.480 359.418

Eine Überleitung der Aufwendungen nach dem Gesamtkostenverfahren zu den Aufwendungen nach dem Umsatzkostenverfahren ist auf Seite 126 dargestellt.

Die Dienstleistungsaufwendungen enthalten vor allem Aufwendungen für Reisen und Fahrten, Recht und Beratung, Werbung, Versicherungen sowie Telekommunikation. Die Aufwendungen für den Abschlussprüfer und alle Mitglieder des Netzwerks des Abschlussprüfers betrugen für die Prüfung des Konzernabschlusses im Berichtsjahr 1.253 TEUR (Vorjahr: 1.504 TEUR) sowie 125 TEUR (Vorjahr: 976 TEUR) für sonstige Leistungen.

Der übrige sonstige Aufwand setzt sich in erster Linie aus Aufwendungen für Provisionen, Patent- und Markenrechte, Bewirtungsaufwendungen, Reklamationen sowie Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen zusammen. Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen beinhalten bei Wienerberger auch Kosten für Produktentwicklung, Verfahrenstechnik, Verbesserung von Umweltstandards sowie Labortätigkeiten. Die Entwicklungskosten nach erfolgreicher Forschung werden in der Regel in der jeweiligen Kategorie des Anlagevermögens aktiviert. Im Jahr 2010 betrug der Forschungsaufwand 1.821 TEUR (Vorjahr: 2.085 TEUR).

15. Sonstige betriebliche Erträge

in TEUR 2010 2009
Erträge aus dem Abgang von und Zuschreibung auf das Anlagevermögen exklusive Finanzanlagen 13.059 17.777
Erträge aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen 3.727 4.321
Erträge aus Zuschüssen 3.572 3.049
Erträge aus Versicherungsansprüchen 8.285 734
Übrige 55.046 43.700
Sonstige betriebliche Erträge 83.689 69.581

Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge sind umsatznahe Erlöse, die nicht Teil der unmittelbaren Umsatztätigkeit der Wienerberger Gruppe sind.

16. Überleitung Ergebnis nach Umsatzkosten- und Gesamtkostenverfahren

In der Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Umsatzkostenverfahren werden die Aufwendungen nach einzelnen Funktionsbereichen gegliedert. Beim Gesamtkostenverfahren werden jedoch die einzelnen Aufwandsarten dargestellt und um Lagerbewegungen bei Halb- und Fertigfabrikaten im Rahmen von Bestandsveränderungen korrigiert, sodass der entsprechende Aufwand der verkauften Menge ausgewiesen wird. Der Zusammenhang der beiden Verfahren stellt sich wie folgt dar, wobei die Bestandsveränderungen und Kostenaktivierungen, die beim Bau von qualifizierten Vermögensgegenständen des Anlagevermögens anfallen, bei den Materialaufwendungen gezeigt werden:

in TEUR Fracht
aufwand
Material
aufwand
Handels
wareneinsatz
Abschrei
bungen
Energie
aufwand
Personal
aufwand
Sonstige
Erträge
Sonstige
Aufwände
Gesamt
Herstellkosten 0 335.775 135.027 157.140 259.818 278.353 -11.132 83.840 1.238.821
Vertriebskosten 107.930 15.920 608 7.394 4.656 138.840 -2.219 120.885 394.014
Verwaltungskosten 0 0 0 10.226 855 72.144 -586 37.856 120.495
Sonstige betriebliche
Aufwendungen
0 0 0 25.390 3.148 0 0 21.969 50.507
Sonstige betriebliche
Erträge
0 0 0 0 0 0 -69.752 0 -69.752
107.930 351.695 135.635 200.150 268.477 489.337 -83.689 264.550 1.734.085

17. Zinsergebnis und sonstiges Finanzergebnis

Das Zinsergebnis und sonstige Finanzergebnis setzt sich nach den Kategorien des IAS 39 wie folgt zusammen:

2010
in TEUR
Gesamt Kredite und
Forderungen
FLAC 1) AfS 2) Derivate
Zinsertrag 14.065 8.653 0 1.415 3.997
Zinsaufwand -57.490 0 -55.049 0 -2.441
Zinsergebnis -43.425 8.653 -55.049 1.415 1.556
Beteiligungserträge von Dritten (Dividenden) 131 0 0 131 0
Beteiligungserträge von verbundenen Unternehmen 0
Beteiligungserträge 131 0 0 131 0
Ergebnis aus Abgang zur Veräußerung verfügbarer
Finanzinstrumente (AfS)
Marktbewertung Fair Value Hedges
Wertminderungen von Finanzinstrumenten
Marktbewertung von zu Handelszwecken gehaltenen
Finanzinstrumenten
Kursdifferenzen
152
-612
-104
444
-533
0
0
0
0
0
0
0
0
152
0
-104
0
0
-612
0
444
Nettoergebnis
Bankspesen
Sonstiges
-653
-3.119
-152
0 0 48 -168
Sonstiges Finanzergebnis -3.793 0 0 179 -168
Gesamt -47.218 8.653 -55.049 1.594 1.388

1) Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (financial liabilities at amortized cost)

2) Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente (available for sale)

2009
in TEUR
Gesamt Kredite und
Forderungen
FLAC 1) AfS 2) Derivate
Zinsertrag 20.893 12.014 0 74 8.805
Zinsaufwand -58.684 0 -54.826 0 -3.858
Zinsergebnis -37.791 12.014 -54.826 74 4.947
Beteiligungserträge von Dritten (Dividenden) 73 0 0 73 0
Beteiligungserträge von verbundenen Unternehmen 33
Beteiligungserträge 106 0 0 73 0
Ergebnis aus Abgang zur Veräußerung verfügbarer
Finanzinstrumente (AfS)
234 0 0 234 0
Marktbewertung Fair Value Hedges 0 0 0 0 0
Wertminderungen von Finanzinstrumenten -1.361 0 0 -1.361 0
Marktbewertung von zu Handelszwecken gehaltenen
Finanzinstrumenten
-1.192 0 0 0 -1.192
Kursdifferenzen -148
Nettoergebnis -2.467 0 0 -1.127 -1.192
Bankspesen -3.807
Sonstiges 374
Sonstiges Finanzergebnis -5.794 0 0 -1.054 -1.192
Gesamt -43.585 12.014 -54.826 -980 3.755

1) Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (financial liabilities at amortized cost)

2) Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente (available for sale)

Während der Berichtsperiode wurden Verluste aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten in Höhe von 28 TEUR (Vorjahr: 143 TEUR) direkt im Eigenkapital erfasst, wobei ein gesonderter Ausweis in der Gesamtergebnisrechnung erfolgt. Die Veräußerung von Wertpapieren lieferte ein Ergebnis von 152 TEUR (Vorjahr: 234 TEUR). In der Kategorie zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente werden zudem Verluste von 104 TEUR (Vorjahr: 1.361 TEUR) erfolgswirksam erfasst, da bei den betroffenen finanziellen Vermögenswerten von einer dauerhaften Wertminderung auszugehen ist. Die Marktbewertung der Fair Value Hedges lieferte einen Beitrag zum Periodenergebnis in Höhe von -612 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR). Die Marktbewertung von zu Handelszwecken gehaltenen Finanzinstrumenten resultiert aus der Bewertung einer derivativen Verbindlichkeit in Zusammenhang mit dem Kauf des restlichen 25%-Anteils der Semmelrock Gruppe.

Die Bankspesen enthalten außer den laufenden Aufwendungen auch Aufwendungen aus der Verteilung von Transaktionsspesen über die Laufzeit der Finanzierung bei der Aufnahme von Krediten (vor allem Bankgebühren). Die Auflösung von Disagios wird im Zinsergebnis ausgewiesen.

18. Ertragsteuern

Als Ertragsteuern sind sowohl die in den einzelnen Gesellschaften gezahlten oder geschuldeten Steuern auf Einkommen und Ertrag als auch die latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen.

in TEUR 2010 2009
laufender Steueraufwand 3.763 3.626
latenter Steueraufwand -9.644 -40.528
Ertragsteuern -5.881 -36.902

Der effektive Steuersatz betrug im Berichtsjahr 14,4% (Vorjahr: 12,5%). Der Effektivsteuersatz ist ein gewichteter Durchschnitt der effektiven lokalen Ertragsteuersätze aller einbezogenen Tochtergesellschaften.

Die Ursachen für den Unterschied zwischen dem im Jahr 2010 gültigen österreichischen Körperschaftssteuersatz von 25% (Vorjahr: 25%) und der ausgewiesenen Konzernsteuerquote stellen sich folgendermaßen dar:

in TEUR 2010 2009
Ergebnis vor Ertragsteuern -40.820 -295.579
Ertragsteuern zum Steuersatz von 25% 10.205 73.895
Abweichende ausländische Steuersätze 7.111 20.696
Steueraufwand und -ertrag aus Vorperioden 6.407 -826
Steuerfreie Ergebnisse von assoziierten Unternehmen -1.073 1.505
Bewertungsabschlag für aktive latente Steuern und Veränderung von Wertberichtigungen auf
aktive latente Steuern sowie Verluste, auf die keine latenten Steuern aktiviert wurden
-35.054 -21.364
Nicht-temporäre Differenzen 21.039 -38.740
Steuersatzänderungen -2.754 1.736
Effektivsteuerbelastung 5.881 36.902
Effektivsteuersatz in % 14,4 12,5

Die Veränderung der nicht-temporären Differenzen ist zum größten Teil auf die im Vorjahr vorgenommenen Firmenwertabschreibungen zurückzuführen. Auf andere Ergebnisbestandteile in der Gesamtergebnisrechnung wie die Marktbewertung zur Veräußerung verfügbarer Finanzinstrumente und Änderungen aus Sicherungsgeschäften, die nach Steuern ausgewiesen werden, wurden keine Steuereffekte erfasst, da diese Geschäfte ausschließlich die Wienerberger AG und die Wienerberger Finanzservice GmbH mit Sitz in Wien betreffen, welche derzeit aufgrund von Verlustvorträgen aus Vorperioden eine Effektivsteuerbelastung von 0% aufweisen.

19. Ergebnis je Aktie, Vorschlag für die Ergebnisverwendung

Die Anzahl der ausgegebenen Aktien betrug zum Stichtag 117.526.764 Stück. Per 31.12.2010 wurden 113.603 (Vorjahr: 1.113.603) eigene Aktien gehalten, die für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie in Abzug gebracht werden. Daraus resultiert eine gewichtete Aktienanzahl von 116.528.229 für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie für 2010.

in Stück 2010 2009
ausgegebene Aktien 117.526.764 117.526.764
eigene Aktien 113.603 1.113.603
gewichtete Aktien 116.528.229 91.297.853

Im Berichtsjahr 2010 kommt es nach IAS 33 zu keinem Verwässerungseffekt aus den Optionsprogrammen 2006, 2007 und 2008.

Das Ergebnis je Aktie von -0,57 EUR wird aus dem durch die gewichtete Aktienanzahl geteilten Ergebnis der Muttergesellschaft errechnet. Das verwässerte Ergebnis je Aktie von -0,57 EUR entspricht dem Ergebnis je Aktie für 2010.

Gemäß den Bestimmungen des Aktiengesetzes bildet der nach österreichischen Rechnungslegungsvorschriften aufgestellte Einzelabschluss der Wienerberger AG zum 31.12.2010 die Grundlage für die Dividendenausschüttung. Dieser Jahresabschluss weist einen Bilanzgewinn von 13.016.072 EUR aus. Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor, aus dem Bilanzgewinn von 13.016.072 EUR auf das Grundkapital von 117.526.764 EUR eine Dividende in Höhe von 0,10 EUR je Aktie, das sind 11.752.676,40 EUR abzüglich eines anteiligen Betrags für eigene Anteile von 11.360,30 EUR somit 11.741.316,10 EUR, auszuschütten und den Restgewinn von 1.274.755,90 EUR auf neue Rechnung vorzutragen.

Erläuterungen zur Gesamtergebnisrechnung

In der Gesamtergebnisrechnung wird, ausgehend vom Ergebnis nach Steuern, auf das Gesamtergebnis gemäß IAS 1 übergeleitet, das direkt im Eigenkapital erfasste Ergebnisbestandteile beinhaltet. Diese umfassen insbesondere den Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung, die Veränderung der im Eigenkapitel erfassten Hedging Reserve sowie das Bewertungsergebnis von zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren. Die Gesamtergebnisbestandteile werden nach Steuern ausgewiesen (siehe 18. Ertragsteuern).

Im Berichtsjahr resultierten positive Differenzen aus der Währungsumrechnung in Höhe von 83.617 TEUR (Vorjahr: 9.256 TEUR) vorwiegend aus dem US-Dollar, dem Kanadischen Dollar, dem Schweizer Franken und einigen osteuropäischen Währungen. Die Marktbewertung von Sicherungsinstrumenten aus Absicherungen von Investitionen in ausländische Teilbetriebe und Cash-flow Hedges verminderten die Hedging Reserven nach Steuern um insgesamt 25.507 TEUR, was einerseits auf die Beendigung des US-Dollar Hedges und andererseits auf den starken Schweizer Franken zurückzuführen ist.

Im Berichtszeitraum wurde für fällige Gastermingeschäfte (Cash-flow Hedges), deren Marktwertänderungen bislang direkt im Eigenkapital erfasst wurden, ein Aufwand von 861 TEUR in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Infolge des Jahresergebnisses nach Steuern von -34.939 TEUR (Vorjahr: -258.677 TEUR) resultiert aus dem Gesamtergebnis nach Steuern im Berichtszeitraum somit ein Anstieg des Eigenkapitals von insgesamt 23.143 TEUR (Vorjahr: -241.231 TEUR).

Erläuterungen zum Cash-flow Statement

Das Cash-flow Statement der Wienerberger Gruppe zeigt, wie sich die Zahlungsmittel im Laufe des Berichtsjahrs durch Mittelzu- und -abflüsse verändert haben. Die Zahlungsmittel (Fonds der liquiden Mittel) enthalten Kassa und Bankguthaben. Wertpapiere sowie kurzfristige Bankverbindlichkeiten zählen nicht zu den Zahlungsmitteln. Die Auswirkungen durch Akquisitionen von Gesellschaften sind dabei eliminiert und werden in der Position Netto-Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen dargestellt. Die von ausländischen Konzerngesellschaften ausgewiesenen Beträge werden grundsätzlich zu Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Hiervon abweichend wird die Liquidität wie in der Bilanz zum Stichtagskurs angesetzt.

20. Cash-flow aus Investitionstätigkeit

Aus dem Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte resultieren Ausgaben in Höhe von 98.562 TEUR (Vorjahr: 129.684 TEUR). Davon entfallen 61.689 TEUR auf Instandhaltungs-, Ersatz-, Rationalisierungs- und Umweltinvestitionen (Normalinvestitionen) sowie 36.873 TEUR auf Werksneubauten, -erweiterungen und Revitalisierungen. Im Finanzanlagevermögen wurden Investitionen von 320 TEUR (Vorjahr: 1.355 TEUR) getätigt.

Die Einzahlungen aus Anlagenabgängen betrugen 18.717 TEUR (Vorjahr: 24.591 TEUR). Aus diesen Anlagenabgängen resultieren Gewinne in Höhe von 11.005 TEUR (Vorjahr: 15.552 TEUR).

Netto-Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen:

in TEUR 2010 2009
Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen 38.868 1.456
Erwerb nicht beherrschender Anteile 12.000 1.653
Netto-Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen 50.868 3.109

In der Position Netto-Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen von 50.868 TEUR (Vorjahr: 3.109 TEUR) wird der Kaufpreis für das anteilige Eigenkapital inklusive übernommener Schulden (debt-free company) dargestellt. Im Berichtsjahr wurde kein Unternehmen veräußert (Netto-Einzahlungen Vorjahr: 1.251 TEUR).

Die Überleitung von Gesamtinvestitionen in Normal- und Wachstumsinvestitionen der Wienerberger Gruppe ergibt sich wie folgt:

in TEUR 2010 2009
Auszahlungen für Investitionen in das Sach- und immaterielle Anlagevermögen 98.562 129.684
Netto-Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen 50.868 3.109
Investitionen in das Finanzanlagevermögen 320 1.355
Gesamtinvestitionen inklusive Finanzanlagen 149.750 134.148
Instandhaltungs-, Ersatz-, Rationalisierungs- und Umweltinvestitionen 61.689 62.679
Normalinvestitionen 61.689 62.679
Auszahlungen für Werksneubauten und Revitalisierungen 36.873 67.005
Netto-Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen 50.868 3.109
Wachstumsinvestitionen 87.741 70.114
Investitionen in das Finanzanlagevermögen 320 1.355
Wachstumsinvestitionen inklusive Finanzanlagen 88.061 71.469

Erläuterungen zur Bilanz

21. Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist auf den Seiten 106 und 107 dargestellt. Der Einfluss aus der Veränderung des Konsolidierungskreises ist in einer gesonderten Spalte ausgewiesen. Als Währungsänderungen sind jene Beträge angegeben, die sich bei den in Fremdwährung bilanzierenden Tochtergesellschaften aus der unterschiedlichen Umrechnung der Vermögenswerte mit den Wechselkursen zu Jahresbeginn und Jahresende ergeben.

Die Firmenwerte verteilen sich wie folgt auf die Geschäftssegmente:

in TEUR 2010 2009
Zentral-Osteuropa 63.891 63.447
Zentral-Westeuropa 55.764 55.841
Nord-Westeuropa 304.384 298.043
Nordamerika 170.110 157.227
Beteiligungen und Sonstiges 12.700 1.229
Firmenwerte 606.849 575.787

Die Firmenwerte in Nord-Westeuropa resultieren vor allem aus den Akquisitionen der Ziegelaktivitäten in Großbritannien (55.608 TEUR), des Dachziegelherstellers Sandtoft (26.363 TEUR) sowie des Dachziegelgeschäfts in Belgien, den Niederlanden und Frankreich (insgesamt 200.363 TEUR). In Nordamerika verteilen sich die Firmenwerte auf General Shale in den USA (158.257 TEUR) sowie auf Arriscraft in Kanada (11.853 TEUR). Der Firmenwertzuwachs im Segment Beteiligungen und Sonstiges resultiert größtenteils aus der Akquisition der Steinzeug Gruppe.

Das sonstige immaterielle Anlagevermögen enthält im Wesentlichen erworbene Markenrechte, Patente und Konzessionen.

Im Anlagevermögen sind Grundwerte von 363.009 TEUR (Vorjahr: 333.547 TEUR) enthalten. Für Werksneubauten sind im Geschäftsjahr 2010 weder Bauzeitzinsen noch Kursdifferenzen bis zur Fertigstellung angefallen (Vorjahr: 2.349 TEUR).

Die Wienerberger Gruppe nimmt neben dem operativen Leasing vereinzelt auch Finanzierungsleasing in Anspruch. Das Sachanlagevermögen enthält aus Finanzierungsleasingverträgen folgende Vermögenswerte:

in TEUR 2010 2009
Anschaffungskosten 15.095 37.791
Abschreibungen (kumuliert) 3.931 5.409
Buchwert 11.164 32.382

Aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen bestehen aufgrund von Leasing-, Lizenz-, Miet- und Pachtverträgen Verpflichtungen in folgendem Umfang:

in TEUR 2010 2009
im folgenden Jahr 16.220 14.652
in den folgenden zwei bis fünf Jahren 44.076 51.079
über fünf Jahre 17.010 19.144

Zahlungen aus operativen Leasing-, Lizenz-, Miet- und Pachtverträgen betrugen 37.837 TEUR (Vorjahr: 38.255 TEUR).

In der Bilanzposition als Finanzinvestition gehaltene Immobilien sind Liegenschaften und Gebäude mit einem Buchwert von 58.231 TEUR (Vorjahr: 41.272 TEUR) enthalten, die nicht im laufenden Geschäftsbetrieb eingesetzt werden. Sie sind mittel- bis langfristig zur Veräußerung vorgesehen und somit als als Finanzinvestition gehaltene Immobilien zu qualifizieren (investment property). Die aus vergleichbaren Veräußerungsvorgängen abgeleiteten beizulegenden Zeitwerte dieser Vermögensgegenstände werden mit 84.033 TEUR (Vorjahr: 59.357 TEUR) angenommen. Im Geschäftsjahr 2010 erwirtschafteten diese Liegenschaften Miet- und sonstige Erträge von 444 TEUR (Vorjahr: 513 TEUR). Im Jahr 2010 wurden als Finanzinvestition gehaltene Immobilien mit einem Buchwert von 1.544 TEUR veräußert. Vom gesamten Anlagevermögen sind Anlagen mit Buchwerten in Höhe von 7.723 TEUR und Marktwerten in Höhe von 10.245 TEUR zur Veräußerung vorgesehen, wobei es sich vorwiegend um Grundstücke und Gebäude permanent stillgelegter Werke handelt. Das Management geht in Anbetracht der derzeitigen Situation auf den Märkten für Industrieimmobilien nicht von einer Veräußerung innerhalb der nächsten 12 Monate aus, weshalb eine Klassifizierung im Sinne des IFRS 5 in zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche nicht vorgenommen wird.

22. Vorräte

in TEUR 2010 2009
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 86.219 80.760
Unfertige Erzeugnisse 76.668 79.654
Fertige Erzeugnisse und Handelswaren 404.764 389.656
Geleistete Anzahlungen 1.995 2.282
Vorräte 569.646 552.352

Paletten werden in der Position Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe ausgewiesen. Zugekaufter Ton wird gemeinsam mit selbst abgebautem Ton unter den unfertigen Erzeugnissen ausgewiesen. Wertberichtigungen auf Vorräte in Höhe von 10.285 TEUR (Vorjahr: 12.434 TEUR) wurden bei jenen Produkten verbucht, bei denen der Nettoveräußerungswert (Verkaufspreis abzüglich zuzurechnender Vertriebs- und Verwaltungskosten) geringer als die Anschaffungs- bzw. Herstellkosten ist. Zum 31.12.2010 belaufen sich die Buchwerte auf den Nettoveräußerungswert abgewerteter Vorräte auf 33.746 TEUR (Vorjahr: 47.894 TEUR).

23. Forderungen, Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte

Kredite und Forderungen

2010 2009
in TEUR Gesamt Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
>1 Jahr
Gesamt Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
>1 Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
gegenüber Dritten
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
gegenüber Konzernunternehmen
86.580
786
83.866
786
2.714
0
109.693
619
108.577
619
1.116
0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 87.366 84.652 2.714 110.312 109.196 1.116
Forderungen aus der Finanzierungstätigkeit
gegenüber Konzernunternehmen
21.967 21.967 0 21.645 21.645 0
Forderungen aus Darlehen 4.931 4.608 323 12.188 7.143 5.045
Gewährte Darlehen 26.898 26.575 323 33.833 28.788 5.045
Kredite und Forderungen 114.264 111.227 3.037 144.145 137.984 6.161

Kredite und Forderungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung etwaiger Einzelwertberichtigungen ausgewiesen. Von den Forderungen und sonstigen Vermögenswerten werden die erforderlichen Einzelwertberichtigungen direkt abgesetzt. Im Jahr 2010 wurden Wertberichtigungen von 2.418 TEUR (Vorjahr: 3.762 TEUR) berücksichtigt. Im Geschäftsjahr betrugen die Einzelwertberichtigungen 2,1% der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und gewährten Darlehen sowie weniger als 2% des gesamten Forderungsbestands und werden daher nicht gesondert angeführt. Verkaufte Forderungen (Factoring) werden in Übereinstimmung mit der entsprechenden Regelung des IAS 39 ausgebucht. Die Forderungen gegenüber Konzernunternehmen resultieren überwiegend aus Darlehensbeziehungen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind mit einem Betrag von 4.645 TEUR (Vorjahr: 9.542 TEUR) wechselmäßig verbrieft.

Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente

2010 2009
Buchwert Marktwert im Eigen
kapital
erfasste
Marktwert
änderung
Ø Effektiv
verzinsung
Buchwert Marktwert im Eigen
kapital
erfasste
Marktwert
änderung
Ø Effektiv
verzinsung
in TEUR in TEUR in TEUR in % in TEUR in TEUR in TEUR in %
Anteile Fonds 5.448 5.448 -356 0,63 3.813 3.813 -122 1,10
Schuldtitel von Kapitalgesellschaften 20.988 20.988 328 6,78 2.062 2.062 -21 5,65
Aktien 6.452 6.452 0 - 6.452 6.452 0 -
Sonstige 1.780 1.780 0 - 475 475 0 -
Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente 34.668 34.668 -28 12.802 12.802 -143

Neben den in der Position Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte ausgewiesenen zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten sind die unter dem langfristigen Vermögen ausgewiesenen übrigen Finanzanlagen in Höhe von 5.715 TEUR (Vorjahr: 19.250 TEUR) ebenfalls dieser Kategorie zuzurechnen, womit deren Gesamtwert 40.383 TEUR (Vorjahr: 32.052 TEUR) beträgt.

Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente

2010 2009
Buchwert Marktwert Buchwert Marktwert
in TEUR in TEUR in TEUR in TEUR
Derivate aus Cash-flow Hedges 24.183 24.183 44.500 44.500
Derivate aus Fair Value Hedges 0 0 0 0
Sonstige Derivate 555 555 1.631 1.631
Derivate mit positivem Marktwert 24.738 24.738 46.131 46.131

Die in der Bilanz angeführten Buchwerte von Wertpapieren und sonstigen finanziellen Vermögenswerten von insgesamt 86.304 TEUR (Vorjahr: 92.766 TEUR) verteilen sich somit auf gewährte Darlehen in Höhe von 26.898 TEUR (Vorjahr: 33.833 TEUR), zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente von 34.668 TEUR (Vorjahr: 12.802 TEUR) sowie Derivate mit positiven Marktwerten von 24.738 TEUR (Vorjahr: 46.131 TEUR).

2010 2009
in TEUR Gesamt Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
>1 Jahr
Gesamt Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
>1 Jahr
Pensionsverpflichtung übersteigender
Marktwert des Fondsvermögens
5.906 5.906 0 5.300 5.300 0
Sonstige geleistete Vorauszahlungen 12.250 12.250 0 12.461 12.461 0
Übrige sonstige Forderungen 84.772 81.566 3.206 100.933 83.446 17.487
Sonstige kurzfristige Forderungen und
Rechnungsabgrenzungen
102.928 99.722 3.206 118.694 101.207 17.487

24. Sonstige Forderungen und geleistete Vorauszahlungen

Die übrigen sonstigen Forderungen beinhalten im Wesentlichen Forderungen gegenüber dem Finanzamt und Forderungen gegenüber Sozialversicherungsträgern.

25. Konzerneigenkapital

Die Entwicklung des Konzerneigenkapitals der Jahre 2010 und 2009 ist auf den Seiten 104 und 105 dargestellt.

Effizientes Kapitalstrukturmanagement ist ein wesentliches Ziel von Wienerberger. Die Kapitalstruktur ist dabei im Zusammenhang mit der Anlagenintensität des Mauer- und Dachziegelgeschäfts zu sehen. Besonderes Augenmerk wird auf die Erhaltung und den Ausbau einer starken Eigenkapitalbasis gelegt. Unsere finanzpolitischen Vorgaben ergeben sich dabei insbesondere aus den in unseren Finanzierungsverträgen mit Banken enthaltenen Covenants. Die Entschuldungsdauer (Nettoverschuldung/EBITDA operativ) muss weniger als 3,5 Jahre betragen, wobei diese am 31.12.2010 bei 1,8 Jahren lag. Ab dem Geschäftsjahr 2011 muss weiters der EBITDA-Zinsdeckungsgrad (EBITDA operativ/Nettozinsergebnis) größer als 3,75 sein.

In der Hauptversammlung vom 14.5.2009 wurde ein genehmigtes Kapital im Ausmaß von 50% des Grundkapitals (von damals 83.947.689 EUR) beschlossen. Hierbei handelte es sich um die Ermächtigung für die Durchführung einer regulären Kapitalerhöhung gegen Bar- oder Sacheinlage innerhalb von fünf Jahren mit Zustimmung des Aufsichtsrats. Das Grundkapital kann bis maximal 41.973.844 EUR oder 50% des Grundkapitals durch Ausgabe von bis zu 41.973.844 neuen auf Inhaber oder Namen lautenden Stückaktien erhöht werden. Eine Durchführung kann gegebenenfalls in mehreren Tranchen erfolgen. Die Art der Aktien, der Ausgabekurs und die Ausgabebedingungen sind vom Vorstand, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, festzulegen. Grundsätzlich haben die Aktionäre das gesetzliche Bezugsrecht. Der Vorstand wurde jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre in zwei besonderen Fällen auszuschließen. Erstens, für eine Kapitalerhöhung im Falle einer Sacheinlage zur Gewährung von Aktien zum Zweck des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen sowie zweitens bei Mehrzuteilungsoptionen im Rahmen der Platzierung neuer Aktien der Gesellschaft (Greenshoe).

Weiters wurde der Vorstand in der Hauptversammlung vom 14.5.2009 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, auch in mehreren Tranchen Wandelschuldverschreibungen, die das Bezugs- oder Umtauschrecht bzw. eine Bezugs- oder Umtauschpflicht auf insgesamt bis zu 41.973.844 Aktien oder 50% des Grundkapitals der Gesellschaft gewähren bzw. vorsehen, auszugeben. Die Bedienung kann über das zu beschließende bedingte Kapital und/oder über eigene Aktien erfolgen. Ausgabebetrag und Ausgabebedingungen sind vom Vorstand, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, festzusetzen. Diese Ermächtigung gilt bis zum 13.5.2014. Der Beschluss ermächtigt den Vorstand darüber hinaus, mit Zustimmung des

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Aufsichtsrats, das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen. Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, eine bedingte Kapitalerhöhung zur Ausgabe neuer Aktien an Gläubiger von Wandelschuldverschreibungen durchzuführen. Das Grundkapital kann bis maximal 41.973.844 EUR durch Ausgabe von bis zu 41.973.844 neue auf Inhaber oder Namen lautende Stückaktien erhöht werden. Diese Erhöhung des Grundkapitals darf nur soweit durchgeführt werden, als Gläubiger der Wandelschuldverschreibung von ihrem Bezugs- oder Umtauschrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen und der Vorstand beschließt, diese mit neuen Aktien zu bedienen. Eine Bedienung der Gläubiger der Wandelschuldverschreibung kann auch über eigene Aktien erfolgen.

Die Summe all dieser Kapitalmaßnahmen ist mit einer Ausgabe von bis zu 41.973.844 neuen Aktien (50% des Grundkapitals 2009) beschränkt. Nach der Kapitalerhöhung im Jahr 2009 im Ausmaß von 33.579.075 Aktien verbleibt nur mehr ein genehmigtes Kapital von 8.394.769 EUR (7% des derzeitigen Grundkapitals), das durch die Ausgabe von bis zu 8.394.769 neue auf Inhaber oder Namen lautende Stückaktien erhöht werden kann.

Zusätzlich wurde der Vorstand von der 140. ordentlichen Hauptversammlung 2009 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, einmalig oder mehrfach Genussrechte mit einem Gesamtnennbetrag von bis zu 200.000.000 EUR durch Ausgabe von bis zu 200.000 Genussscheinen zu beschließen sowie die Ausgabebedingungen festzulegen. Diese Ermächtigung gilt bis zum 13.5.2014.

Der Vorstand wurde in der 141. ordentlichen Hauptversammlung der Wienerberger AG am 20.5.2010 ermächtigt, bis zu 10% des Grundkapitals innerhalb von 30 Monaten höchstens zum Zweifachen des Börsenkurses vom 20.5.2010 zurückzukaufen.

Wienerberger weist per 31.12.2010 ein Konzerneigenkapital von 2.525.675 TEUR gegenüber 2.547.032 TEUR im Vorjahr aus. Veränderungen ergaben sich einerseits insbesondere durch die Verminderung der Gewinnrücklagen aus dem Einstellen des Jahresverlustes und die Zahlung des Hybridkupons sowie andererseits durch eine Reduktion der Kapitalrücklage aus der Verrechnung des Unterschiedsbetrags in Zusammenhang mit dem Kauf des restlichen 25%-Anteils der Semmelrock Gruppe. Bestandteil des Kaufpreises war die Übertragung von einer Million Wienerberger Aktien aus dem Bestand eigener Aktien der Wienerberger AG, wobei die Differenz zwischen Ankaufskurs und Ausgabekurs mit der Kapitalrücklage verrechnet wurde.

Das Grundkapital der Wienerberger AG zum 31.12.2010 beträgt 117.526.764 EUR und verteilt sich auf 117.526.764 nennwertlose Stückaktien, denen allen die gleichen Rechte zukommen. Alle Aktien sind voll einbezahlt.

Die Wienerberger AG hat mit Wirkung vom 9.2.2010 den jährlichen Kupon in Höhe von 32.500 TEUR für die am 9.2.2007 begebene und unter dem Hybridkapital ausgewiesene Hybridanleihe ausbezahlt. Die Hybridanleihe ist eine gegenüber allen sonstigen Gläubigern nachrangige, unbefristete Anleihe im Umfang von 500.000 TEUR mit einem Kupon von 6,5%, welcher bei Entfall der Dividende auch ausgesetzt werden kann. Nach zehn Jahren Laufzeit hat die Wienerberger AG erstmalig die Möglichkeit zur Tilgung der Hybridanleihe oder der Fortsetzung zu einem variablen Zinssatz (EURIBOR +325 bps). Nach IAS 32 handelt es sich somit um ein Eigenkapitalinstrument, weshalb die hierfür zu zahlenden Kupons als Teil der Ergebnisverwendung in der Entwicklung des Eigenkapitals gezeigt werden. Die Darstellung hat gemäß IAS 32 nach Steuern zu erfolgen. Nachdem die Wienerberger AG aufgrund von Verlustvorträgen aus Vorperioden eine effektive Steuerquote von 0% aufweist, beträgt die Ausschüttung nach Steuern 32.500 TEUR. Im Berichtsjahr verminderte sich das Ergebnis je Aktie durch Kuponzinsen um 0,28 EUR.

Die Gewinnrücklagen von insgesamt 943.869 TEUR (Vorjahr: 1.010.842 TEUR) enthalten die Gewinnrücklagen der Wienerberger AG und sämtliche nicht im Rahmen der Kapitalkonsolidierung eliminierten Gewinnrücklagen von Tochterunternehmen. Das Konzernergebnis 2010 ohne Anteile anderer Gesellschafter ist innerhalb der Konzerngewinnrücklagen ausgewiesen.

In der Rücklage aus Währungsumrechnung werden alle direkt im Eigenkapital erfassten Differenzen aus der Währungsumrechnung erfasst, wobei die Differenzen von assoziierten Unternehmen gesondert ausgewiesen werden. In der Hedging Rücklage werden die unter den sonstigen Ergebnisbestandteilen erfassten Wertänderungen von Sicherungsgeschäften erfasst. Bei diesen Sicherungsgeschäften handelt es sich einerseits um Absicherungen der Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftseinheiten (Net Investment Hedges) und andererseits um Sicherungsgeschäfte für Transaktionen in Fremdwährungen (Cash-flow Hedges).

"Change of Control"-Klauseln sind in den Vorstandsverträgen, den Vereinbarungen zu den Unternehmensanleihen 2005 und 2010, zur Hybridanleihe 2007 sowie den syndizierten Krediten und Darlehen der Jahre 2005, 2006 und 2008 enthalten.

Der Streubesitz verteilt sich auf österreichische Anleger und internationale Investoren (siehe dazu Seite 67), wobei Dodge & Cox Inc. mit Sitz in den USA im Jahr 2010 mehr als 10% der Anteile an Wienerberger hält. Die Wienerberger Aktie notiert im Prime Market der Wiener Börse. In den USA wird sie über ein ADR Level 1 Programm der Bank of New York im OTC Markt gehandelt.

Währungs Veränderung
Konsolidie
in TEUR 1.1.2010 änderungen rungskreis Auflösung Verbrauch Zuführung 31.12.2010
Rückstellungen für Abfertigungen 12.819 36 3.518 386 4.048 5.665 17.604
Rückstellungen für Pensionen 44.970 1.383 7.467 1.886 8.698 8.072 51.308
Jubiläumsgeldrückstellungen 4.006 29 0 161 756 971 4.089
Personalrückstellungen 61.795 1.448 10.985 2.433 13.502 14.708 73.001
Latente Steuern 89.164 4.470 3.395 23.850 4.952 11.551 79.778
Garantierückstellungen 24.981 591 453 693 2.280 2.732 25.784
Rekultivierungsrückstellungen 38.559 2.085 0 696 4.029 4.244 40.163
Umweltrückstellungen 2.767 41 0 386 462 600 2.560
Sonstige langfristige Rückstellungen 66.307 2.717 453 1.775 6.771 7.576 68.507
Langfristige Rückstellungen 217.266 8.635 14.833 28.058 25.225 33.835 221.286
Laufende Steuerrückstellungen 8.111 824 3.564 3.502 327 1.926 10.596
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 51.765 502 8.997 5.557 17.958 14.900 52.649
Kurzfristige Rückstellungen 59.876 1.326 12.561 9.059 18.285 16.826 63.245
Rückstellungen 277.142 9.961 27.394 37.117 43.510 50.661 284.531

26. Rückstellungen

27. Pensionen und Leistungen an Arbeitnehmer

Bei Wienerberger haben alle Arbeiter und Angestellten in den Niederlanden, Großbritannien, den USA und der Schweiz sowie einige Personen des Managements Pensionszusagen. Zielsetzung für künftige Pensionsregelungen sind beitragsorientierte Modelle. Bereits im Jahr 2004 wurden mehrere leistungsorientierte Pensionsvereinbarungen mit aktiven Managern in beitragsorientierte Pensionskassenmodelle umgewandelt und bisher erworbene Ansprüche an eine Pensionskasse übertragen. Daneben bestehen vereinzelt nicht fondsgebundene leistungsorientierte Pensionszusagen, vorwiegend an ehemalige Manager. Für die Pensionspläne bilden die geleisteten Dienstjahre die Grundlage. Die Altersversorgung der Mitarbeiter von General Shale Inc. (USA) beruht auf einem fondsgebundenen leistungsorientierten Pensionsplan sowie einer nicht fondsgebundenen (Alters-)Krankenversicherung. Der die gegenwärtige Pensionsverpflichtung übersteigende Marktwert des Planvermögens ist unter den sonstigen Forderungen ausgewiesen. ZZ Wancor (Schweiz) hat ein fondsgebundenes beitragsorientiertes Pensionsmodell mit einer ausgelagerten Pensionskassa. Die von niederländischen Mitarbeitern erworbenen Ansprüche werden überwiegend durch Beiträge in einen industrieweiten niederländischen Pensionsfonds befriedigt. In Großbritannien existiert ein beitragsorientiertes Pensionsmodell für alle Mitarbeiter. Bei den im Jahr 2004 neu erworbenen Gesellschaften von thebrickbusiness gab es bis Ende 2003 ein leistungsorientiertes Modell. Die daraus resultierenden Verpflichtungen wurden rückgestellt. Ebenso wurde durch den Erwerb von Baggeridge im Jahre 2007 ein leistungsorientierter Pensionsplan übernommen. Die Akquisition der Steinzeug Gruppe führte im Berichtsjahr aufgrund zweier leistungsorientierter Pensionsmodelle zu einem Anstieg der Netto-Pensionsverpflichtung in Höhe von 7.467 TEUR. Im Berichtsjahr 2010 betragen die Rückstellungen für Pensionen 51.308 TEUR und die gesamten Rückstellungen aus Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 68.912 TEUR.

Die wesentlichen versicherungsmathematischen Parameter und die relevanten Bilanzierungsgrundsätze sind auf den Seiten 119 und 120 erläutert.

Der gesamte Pensionsaufwand des Jahres 2010 verteilt sich auf beitragsorientierte (defined contribution) und leistungsorientierte (defined benefit) Pensionspläne und setzt sich aus den folgenden Komponenten zusammen:

in TEUR 2010 2009 2008
Beitragsorientierte Pläne
Aufwand für beitragsorientierte Pensionspläne 5.290 4.721 6.036
Leistungsorientierte Pläne
Aufwand für die im Wirtschaftsjahr hinzu erworbenen Versorgungsansprüche (service cost) 1.581 2.287 3.597
Kalkulatorischer Zinsaufwand der bereits erworbenen Ansprüche (interest cost) 9.409 9.345 9.711
Erwarteter Ertrag auf das Planvermögen -7.125 -5.957 -8.426
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste (actuarial gain/loss) 823 4.564 -2.697
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand -40 -20 34
Auswirkung von Plankürzungen und Abgeltungen -2.621 -3.948 0
Aufwendungen für leistungsorientierte Pläne 2.027 6.271 2.219
Gesamte Aufwendungen für Altersversorgung 7.317 10.992 8.255

Die Brutto-Pensionsverpflichtungen sind die von Versicherungsmathematikern berechneten Barwerte der Pensionsverpflichtungen. Von den gesamten Brutto-Pensionsverpflichtungen in Höhe von 192.947 TEUR (Vorjahr: 168.238 TEUR) sind 177.566 TEUR (Vorjahr: 152.007 TEUR) ganz oder teilweise durch Veranlagungen in Fonds abgedeckt. Die Überleitung von Brutto-Pensionsverpflichtungen auf bilanzierte Netto-Pensionsverpflichtungen erfolgt durch Abzug des nicht erfassten nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwandes und der nicht erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste unter Abzug des Marktwerts des Planvermögens.

Von den Netto-Pensionsverpflichtungen stammen 12.675 TEUR aus der US-amerikanischen (Alters-)Krankenversicherung. Eine Änderung des Kostentrends für medizinische Versorgungsleistungen führt zu keinen wesentlichen Auswirkungen auf Zinsaufwand und leistungsorientierte Pensionsverpflichtungen.

Die Zusammensetzung der Pensionsverpflichtungen und ihre Abdeckung durch Vermögen stellen sich wie folgt dar:

Brutto-Pensionsverpflichtungen Marktwert Planvermögen
in TEUR 2010 2009 2008 2010 2009 2008
Wert per 1.1. 168.238 158.858 179.318 107.226 92.827 129.680
Veränderungen Konsolidierungskreis 12.093 471 660 4.626 632 377
Währungsänderungen 7.957 442 -17.563 7.728 1.868 -13.658
Aufwand für die im Wirtschaftsjahr hinzuerworbenen
Versorgungsansprüche (service cost) für
leistungsorientierte Pensionspläne 1.581 2.287 3.597
Kalkulatorischer Zinsaufwand der bereits erworbenen
Ansprüche (interest cost)
9.409 9.345 9.711
Erwarteter Ertrag auf das Plananlagevermögen 7.125 5.957 8.426
Auswirkung von Plankürzungen und Abgeltungen -2.621 -3.960 -277 0 0 -19
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste 3.643 10.066 -6.585 2.800 10.260 -29.664
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 0 -3.755
Auszahlungen an Rentner -8.230 -9.424 -6.383 -8.230 -9.424 -6.383
Einzahlungen von Mitarbeitern 877 153 135 877 153 135
Einzahlungen vom Arbeitgeber 0 0 0 5.668 4.953 3.933
Wert per 31.12. 192.947 168.238 158.858 127.820 107.226 92.827
Marktwert Planvermögen (funded) -127.820 -107.226 -92.827
Brutto-Pensionsverpflichtungen abzüglich
Planvermögen per 31.12. (unfunded)
65.127 61.012 66.031
Noch nicht erfasster nachzuverrechnender
Dienstzeitaufwand
250 239 269
Noch nicht erfasste versicherungsmathematische
Gewinne/Verluste (off-balance sheet risk)
-19.975 -21.581 -28.708
Netto-Pensionsverpflichtungen bilanziert 45.402 39.670 37.592
davon: Pensionsrückstellungen (S. 136) 51.308 44.970 46.793
davon: die Pensionsverpflichtungen übersteigender
Marktwert des Fondsvermögens (S. 134)
5.906 5.300 9.201

Das Planvermögen resultiert aus den fondsgebundenen leistungsorientierten Pensionsmodellen in den USA sowie aus dem ehemaligen leistungsorientierten Pensionsmodell in Großbritannien. Der im Jahr 2010 erwartete Ertrag aus dem Planvermögen betrug 7.125 TEUR, der realisierte Ertrag belief sich auf 9.898 TEUR. Das Planvermögen wird in Form von Aktien (49%), Anleihen (43%) und sonstigen Vermögensgegenständen (8%) gehalten. In den USA und in Norwegen erfolgte im Berichtsjahr eine Änderung der Pläne, was eine Reduktion der Pensionsverpflichtung in Höhe von -2.621 TEUR zur Folge hatte.

Die wesentlichen Parameter der Pensionsverpflichtungen stellen sich wie folgt dar:

in TEUR 2010 2009 2008 2007 2006
Brutto-Pensionsverpflichtungen 192.947 168.238 158.858 179.318 191.396
Marktwert Planvermögen (funded) 127.820 107.226 92.827 129.680 140.378
Brutto-Pensionsverpflichtungen abzüglich
Planvermögen per 31.12. (unfunded)
65.127 61.012 66.031 49.638 51.018

Abhängig von der Dienstzugehörigkeit haben österreichische Dienstnehmer aufgrund gesetzlicher Bestimmungen Anspruch auf eine Einmalzahlung bei Pensionsantritt bzw. bei Kündigung durch den Arbeitgeber. Für diese zukünftige Verpflichtung werden Rückstellungen für Abfertigungen gebildet. Ähnliche Verpflichtungen gibt es in Frankreich und Italien.

28. Latente Steuern

Aktive und passive latente Steuerabgrenzungen per 31.12.2010 und 31.12.2009 resultieren aus folgenden zeitlich begrenzten Bewertungs- und Bilanzierungsunterschieden zwischen den Buchwerten des Konzernabschlusses und den entsprechenden steuerlichen Bemessungsgrundlagen:

2010 2009
in TEUR Aktiva Passiva Aktiva Passiva
Immaterielles Anlagevermögen 5.826 -23.412 10.630 -20.826
Sachanlagen 8.484 -116.235 12.224 -107.835
Finanzanlagen 0 0 0 0
Vorräte 1.794 -11.526 3.140 -5.696
Forderungen 8.343 -12.863 3.768 -7.831
Kassa, Schecks, Guthaben bei Kreditinstituten 0 0 0 0
Geleistete Vorauszahlungen 26.642 -65 1.510 -54
51.089 -164.101 31.272 -142.242
Unversteuerte Rücklagen 0 -17.251 0 -15.901
Rückstellungen 20.294 -2.173 17.376 -1.483
Verbindlichkeiten 9.322 -3.699 5.714 -3.798
Erhaltene Vorauszahlungen 2.048 -1.367 3.665 -2.457
31.664 -24.490 26.755 -23.639
Steuerliche Verlustvorträge 169.266 132.232
Aktive/Passive Steuerabgrenzung 252.019 -188.591 190.259 -165.881
Bewertungsabschlag für aktive latente Steuern -110.960 -75.906
Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen
gegenüber derselben Steuerbehörde
-108.813 108.813 -76.717 76.717
Saldierte aktive und passive Steuerabgrenzung 32.246 -79.778 37.636 -89.164

Im Konzern wurden für aktive Buchwertdifferenzen und steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 110.960 TEUR (Vorjahr: 75.906 TEUR) keine aktiven latenten Steuern angesetzt, da ihre Wirksamkeit als endgültige Steuerentlastung im Rahmen der Mittelfristplanung noch nicht ausreichend gesichert ist.

Für temporäre Unterschiede in Verbindung mit Anteilen an Tochterunternehmen wurden gemäß IAS 12.39 keine latenten Steuerabgrenzungen gebildet. Die kumulierten Anteile an Tochtergesellschaften überschreiten mit 362.774 TEUR (Vorjahr: 214.903 TEUR) die entsprechenden anteiligen Eigenkapitalien dieser Tochtergesellschaften.

29. Verbindlichkeiten

Die Bewertung der Verbindlichkeiten erfolgt prinzipiell zu fortgeführten Anschaffungskosten (financial liabilities at amortized cost). Eine Ausnahme bilden Derivate mit negativen Marktwerten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:

2010
in TEUR
Gesamt Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
1-5 Jahre
Restlaufzeit
>5 Jahre
davon ding
lich besichert
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 907.404 135.075 758.085 14.244 0
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 4.306 1.327 2.665 314 0
Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit
gegenüber Konzernunternehmen
2.490 2.490 0 0 0
Finanzverbindlichkeiten 914.200 138.892 760.750 14.558 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
gegenüber Dritten
180.303 176.066 4.128 109 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
gegenüber Konzernunternehmen
671 671 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 180.974 176.737 4.128 109 0
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 2.673 1.766 907 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt und
Sozialversicherungsträgern 44.597 42.679 1.691 227 0
Erhaltene Vorauszahlungen 16.381 6.270 9.672 439 0
Sonstige Verbindlichkeiten 90.235 80.893 8.771 571 0
Sonstige Verbindlichkeiten 153.886 131.608 21.041 1.237 0
Verbindlichkeiten laut Bilanz 1.249.060 447.237 785.919 15.904 0
2009
in TEUR
Gesamt Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
1-5 Jahre
Restlaufzeit
>5 Jahre
davon ding
lich besichert
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 943.220 67.199 777.295 98.726 0
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 5.935 1.449 4.191 295 0
Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit
gegenüber Konzernunternehmen
1.203 1.203 0 0 0
Finanzverbindlichkeiten 950.358 69.851 781.486 99.021 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
gegenüber Dritten
155.448 154.267 1.181 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
gegenüber Konzernunternehmen
552 552 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 156.000 154.819 1.181 0 0
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 2.994 2.671 323 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt und
Sozialversicherungsträgern
45.597 45.333 64 200 0
Erhaltene Vorauszahlungen 19.693 7.706 9.635 2.352 0
Sonstige Verbindlichkeiten 88.601 73.131 11.301 4.169 0
Sonstige Verbindlichkeiten 156.885 128.841 21.323 6.721 0
Verbindlichkeiten laut Bilanz 1.263.243 353.511 803.990 105.742 0

In den langfristigen Finanzverbindlichkeiten sind Verkaufsoptionen enthalten, durch deren Ausübung nicht beherrschende Anteile an Konzerngesellschaften an Wienerberger übertragen werden können (siehe 5. Konsolidierungsmethoden).

Die sonstigen Verbindlichkeiten bestehen mit 36.807 TEUR (Vorjahr: 34.884 TEUR) gegenüber Mitarbeitern und mit 28.384 TEUR (Vorjahr: 27.651 TEUR) aus Abgrenzungen von Boni und sonstigen Erlösschmälerungen gegenüber Kunden. Die erhaltenen Vorauszahlungen beinhalten 6.265 TEUR (Vorjahr: 7.765 TEUR) Subventionen und Investitionszuschüsse von Dritten, die entsprechend der Nutzungsdauer der zugehörigen Sachanlagen langfristig ertragswirksam aufgelöst werden. Unter den Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt und Sozialversicherungsträgern sind Steuerschulden in Höhe von 22.793 TEUR (Vorjahr: 26.872 TEUR) ausgewiesen.

Unter den Finanzverbindlichkeiten sind Derivate mit negativen Marktwerten enthalten.

Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente

in TEUR 2010 2009
Derivate aus Cash-flow Hedges 14.149 5.772
Derivate aus Fair Value Hedges 0 0
Sonstige Derivate 4.584 492
Derivate mit negativem Marktwert 18.733 6.264

Von den gesamten Verbindlichkeiten entfallen somit 1.230.327 TEUR auf Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden (financial liabilities at amortized cost), 14.149 TEUR auf Derivate in Hedge-Beziehungen, 4.557 TEUR auf eine derivative Verbindlichkeit in Zusammenhang mit dem Kauf des restlichen 25%-Anteils der Semmelrock Gruppe und 27 TEUR auf sonstige Derivate.

Wienerberger hat im Berichtsjahr außer den Derivaten mit negativen Marktwerten keine finanziellen Verbindlichkeiten gehalten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.

Die aus den Verbindlichkeiten resultierenden erwarteten Zahlungsströme stellen sich wie folgt dar:

Analyse der vertraglichen Cash-flows

Gesamt <6 Monate 6-12 Monate 1-2 Jahre 2-5 Jahre >5 Jahre
-577.397 -23.397 -12.188 -267.437 -274.375 0
0 0 0 0 0 0
-377.248 -19.880 -85.983 -152.625 -116.400 -2.360
-31.258 -114 -6.933 -267 -16.613 -7.331
-985.903 -43.391 -105.104 -420.329 -407.388 -9.691
-18 -18 0 0 0 0
-1.994
-18.751 -470 -5.640 -4.557 -6.090 -1.994
-1.004.654 -43.861 -110.744 -424.886 -413.478 -11.685
-18.733 -452 -5.640 -4.557 -6.090

Analyse der vertraglichen Cash-flows

2009
in TEUR Gesamt <6 Monate 6-12 Monate 1-2 Jahre 2-5 Jahre >5 Jahre
Anleihen -449.429 -15.520 -214 -15.735 -416.786 -1.174
Commercial Papers 0 0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -555.442 -39.162 -10.420 -107.867 -394.905 -3.088
Verbindlichkeiten gegenüber Nichtbanken -14.291 -107 -316 -419 -6.994 -6.455
Originäre Finanzinstrumente -1.019.162 -54.789 -10.950 -124.021 -818.685 -10.717
Zinsderivate 958 1.350 -347 -27 -18 0
Devisentermingeschäfte und Swaps 10.213 -2.825 29.728 26.631 -43.321 0
Derivative Finanzinstrumente 11.171 -1.475 29.381 26.604 -43.339 0
Vertragliche Cash-flows -1.007.991 -56.264 18.431 -97.417 -862.024 -10.717

30. Eventualverbindlichkeiten und Haftungsverhältnisse

Haftungsverhältnisse resultieren aus Verpflichtungen, die gegenüber Dritten übernommen wurden, und entfallen auf:

in TEUR 31.12.2010 31.12.2009
Bürgschaften 190 0
Garantien 3.455 4.798
Sonstige vertragliche Haftungsverpflichtungen 2.329 2.503
Haftungsverhältnisse 5.974 7.301

Bei allen unter den Eventualschulden ausgewiesenen Sachverhalten geht es um potenzielle zukünftige Verpflichtungen, bei denen das Eintreten des entsprechenden zukünftigen Ereignisses zu einer Verpflichtung führen würde, die zum Bilanzstichtag noch völlig ungewiss ist.

Über diese angeführten Haftungsverhältnisse hinausgehende sonstige finanzielle Verpflichtungen (off balance sheet risks) bestehen nur noch in Form von nicht erfassten versicherungsmathematischen Verlusten aus Pensionsverpflichtungen (siehe Seite 138).

Finanzinstrumente

31. Finanzinstrumente

Die Finanzverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

Währung Nominale Marktwert Buchwert zum
31.12.2010
Zinssatz
effektiv
in Tsd. Landeswährung in TEUR in TEUR in %
Darlehen EUR 198.793 198.012 178.625 4,87
GBP 37 47 43 7,95
198.059 178.668
Vorlagen EUR 10.000 10.113 10.000 3,78
GBP 71 85 83 7,87
10.198 10.083
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit fixer Verzinsung 188.751
Währung Nominale Marktwert Buchwert zum
31.12.2010
Zinssatz
effektiv
in Tsd. Landeswährung in TEUR in TEUR in %
Darlehen EUR 84.606 68.945 72.807 3,40
68.945 72.807
Vorlagen EUR 83.996 86.375 84.991 4,67
CAD 510 383 383 0,00
GBP 954 1.102 1.108 0,00
USD 675 505 505 0,00
Diverse - 14 14 -
88.379 87.001
Derivate EUR - 14.176 14.176 -
14.176 14.176
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit variabler Verzinsung
171.500
173.984
Währung Nominale Marktwert Buchwert zum
31.12.2010
Zinssatz
effektiv
in Tsd. Landeswährung in TEUR in TEUR in %
Anleihe – fix verzinst EUR 509.228 540.863 505.227 4,36
EUR 12.755 12.755 12.755 -
Darlehen – fix verzinst EUR 6.911 5.724 3.662 7,17
USD 222 317 388 0,00
Kontokorrent – fix verzinst EUR 1.757 931 878 7,50
Vorlagen – fix verzinst EUR 5.625 5.761 5.625 4,75
Darlehen – variabel verzinst GBP 9.965 11.577 11.577 -
Derivate EUR 5.000 4.557 4.557 -
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Nichtbanken 582.485 544.669

Die Wienerberger AG platzierte im April 2010 eine neue Anleihe mit einem Volumen von 250.000 TEUR und einer Laufzeit von 4¼ Jahren. Mit Teilen dieser Mittel wurde ein Rückkaufprogramm für die im Jahr 2005 begebene Anleihe im Ausmaß von 140.772 TEUR durchgeführt. Beide Anleihen werden unter den langfristigen Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen. Die mit den Anleihen direkt in Zusammenhang stehenden Aufwendungen von 13.246 TEUR (Bankspesen und Zinsabsicherungsgeschäfte) wurden ergebnisneutral mit der Anleihe verrechnet. Die Unterschiedsbeträge werden über die Laufzeit der Anleihe ergebniswirksam nach der Effektivzinsmethode als Zinsaufwand ausgewiesen. In den Buchwerten der Anleihen sind Stückzinsen in der Höhe von 12.755 TEUR enthalten.

Durch den Abschluss von Zinsswaps kann die Art der Verzinsung Verzinsung (variabel, fix) getauscht werden. Auf Seite 150 ist die Struktur der Finanzverbindlichkeiten (variable und fixe Verzinsung) inklusive der Effekte aus den Zinsswaps dargestellt.

Konzernabschluss Konzernanhang

IFRS 7 verlangt die Klassifizierung der Finanzinstrumente in drei Ebenen, welche die Bewertungssicherheit widerspiegeln. Wienerberger verwendet folgende Hierarchiestufen, um Finanzinstrumente, die zu beizulegenden Zeitwerten bewertet werden, einer Bewertungsmethode zuzuordnen:

Level 1: Bewertung anhand von Marktpreisen für ein spezifisches Finanzinstrument

Level 2: Bewertung anhand von Marktpreisen für ähnliche Instrumente oder anhand von Bewertungsmodellen, die ausschließlich auf solchen Bewertungsparametern basieren, die am Markt beobachtbar sind

Level 3: Bewertung anhand von Modellen mit signifikanten Bewertungsparametern, die nicht am Markt beobachtbar sind.

Sämtliche Finanzinstrumente, die in der Wienerberger Gruppe zu beizulegenden Zeitwerten bilanziert werden, sind entweder Level 1 (Anteile Fonds, Schuldtitel von Kapitalgesellschaften und Aktien, siehe Anmerkung 23) oder Level 2 (Derivate, siehe Anmerkung 32) zuzurechnen. Wienerberger hat in der Berichtsperiode keine Umgliederung zwischen den jeweiligen Hierarchiestufen vorgenommen.

32. Derivative Finanzinstrumente

Der Marktwert von Devisentermingeschäften ergibt sich aus deren Börsepreis am Bilanzstichtag. Bei individuellen OTC-Geschäften werden Preise für vergleichbare Geschäfte herangezogen. Der Marktwert für Zinsswaps entspricht jenem Wert, den die jeweilige Gesellschaft bei Auflösung des Geschäfts am Bilanzstichtag erhalten würde, oder zahlen müsste. Dabei werden aktuelle Marktverhältnisse, vor allem das aktuelle Zinsniveau und die Bonität der Swap-Partner berücksichtigt. Diese Bewertungsparameter sind am Markt beobachtbar und allen relevanten Marktteilnehmern zugänglich.

2010 2009
Währung Nominalbetrag Marktwert Währung Nominalbetrag Marktwert
31.12.2010
in Tsd.
Landeswährung
31.12.2010
in TEUR
31.12.2009
in Tsd.
Landeswährung
31.12.2009
in TEUR
Devisen- und Gastermingeschäfte EUR 38.202 341 EUR 31.998 -930
CAD 0 0 CAD 1.000 3
CZK 145.000 -19 CZK 60.000 34
GBP 19.458 580 GBP 17.404 -167
HUF 420.000 -5 HUF 300.000 -32
PLN 40.000 53 PLN 0 0
USD 152.500 -415 USD 3.000 -21
Zinsswaps EUR 0 0 EUR 183.000 957
Cross Currency Swaps CAD/EUR 0 0 CAD/EUR 20.000 1.020
GBP/EUR 90.000 23.751 GBP/EUR 90.000 26.444
CZK/EUR 0 0 CZK/EUR 560.000 -2.013
CHF/EUR 100.000 -13.724 CHF/EUR 47.500 -2.230
USD/EUR 0 0 USD/EUR 249.868 16.802
Derivative Verbindlichkeit EUR 5.000 -4.557 EUR 0 0
6.005 39.867

Risikobericht

Risikopolitische Grundsätze

Die Wienerberger Gruppe ist im Rahmen ihrer multinationalen Aktivitäten mit ihren Geschäftsbereichen, Vermögenswerten und Schulden sowie geplanten unternehmerischen Entscheidungen einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit unternehmerischem Handeln verbunden sind.

Wienerberger setzt konzernweit auf eine frühzeitige Identifikation und aktive Steuerung von Risiken des Unternehmensumfelds im Rahmen der risikopolitischen Grundsätze, die vom Vorstand festgelegt und vom Aufsichtsrat überwacht werden. Die Umsetzung der Risikostrategie und die tatsächliche Abwicklung der Sicherungsbeziehungen erfolgt zentral und wird für den gesamten Konzern koordiniert.

Risikosituation und operative Risiken aus Absatzmärkten

Wienerberger operiert als Baustoffhersteller in einer zyklischen Branche und ist von gesamtwirtschaftlichen Einflussgrößen jener Volkswirtschaften abhängig, in denen die Gruppe tätig ist. Dazu zählen insbesondere die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung, der Hochbau im Allgemeinen sowie der Wohnungsneubau und die Renovierungsaktivität im Besonderen. Des Weiteren beeinflussen das Konsumentenvertrauen, die Arbeitslosenrate, das langfristige Zinsniveau und die Verfügbarkeit von Krediten, die Steuergesetzgebung, Bauvorschriften und Wohnbauförderung sowie andere Faktoren, die außerhalb des Einflusses der Gruppe liegen, die Geschäftsaktivität.

Unvorteilhafte Entwicklungen einiger oder all dieser Einflussgrößen können einen negativen Einfluss auf die Nachfrage nach Produkten von Wienerberger, die abgesetzten Mengen und das Preisniveau haben. Zyklische Schwankungen der Nachfrage bergen das Risiko von Überkapazitäten, die erhöhten Preisdruck, eine Verringerung der Margen sowie ungedeckte Kosten in der Produktion zur Folge haben können. Der Anteil fixer Kostenbestandteile an den Gesamtkosten ist in der gesamten Baustoffindustrie und auch bei Wienerberger in Folge der Anlagenintensität hoch, womit aktives Kapazitätsmanagement ein zentrales Element in der Unternehmenssteuerung darstellt. Die Produktionskapazitäten werden daher laufend analysiert und durch Maßnahmen wie temporäre oder endgültige Werksschließungen sowie Produktionsverlagerungen zu effizienteren Anlagen den Marktgegebenheiten angepasst. Im Berichtsjahr waren keine Werksschließungen erforderlich.

Die zentral- und osteuropäischen Märkte, darunter Ungarn, Tschechien, Polen, die Slowakei, Slowenien, Kroatien und insbesondere Bulgarien, Rumänien und Russland betrachtet Wienerberger aufgrund des Nachholbedarfs im Wohnungsneubau langfristig als Wachstumsmärkte. Für die Wienerberger Gruppe können sich Risiken aus einer schwächeren Nachfrage und eines höheren Preisdrucks in diesen Wachstumsmärkten ergeben.

Darüber hinaus steht Wienerberger im Wettbewerb mit anderen Dach- und Wandbaustoffen wie Beton, Holz, Kalksandstein, Glas, Stahl, Aluminium sowie anderen Baustoffen, wodurch sich ein Substitutionsrisiko ergibt. Mittels unserer starken Position als Qualitätsführer und durch Investitionen in die Forschung und Entwicklung hochwertiger Produkte zielen wir darauf ab, dieses Risiko zu minimieren. Diese Weiterentwicklungen beziehen sich vor allem auf Verbesserungen der bauphysikalischen Eigenschaften (Wärmedämmung, Schallschutz, Erdbeben und Standsicherheit) sowie der Wirtschaftlichkeit.

Die Baustoffindustrie ist saisonalen Schwankungen unterworfen, wobei die abgesetzten Mengen in der Zeit von April bis Oktober deutlich über denen des restlichen Jahres liegen. Die Ertragssituation der Wienerberger Gruppe hängt, so wie jene der gesamten Baustoffindustrie, zum Teil von den Wetterbedingungen ab, mit dem Effekt, dass lange Frost- und Regenperioden durch geringe Bauaktivitäten einen spürbaren Effekt auf die Nachfrage haben.

Zur bestmöglichen Vermeidung von Ergebnisschwankungen verfolgt Wienerberger eine Strategie der geographischen Diversifizierung bei gleichzeitiger Konzentration auf das Kerngeschäft. Unsere Aktivitäten unterliegen den üblichen lokalen Marktrisiken. Erreichte Positionen müssen kontinuierlich gegenüber Mitbewerbern und Substitutionsprodukten behauptet werden. Von Seiten unserer wichtigsten Kunden, dem Baustoffhandel, erwarten wir weitere Zusammenschlüsse und damit erhöhten Preisdruck. Spezifische Marktsituationen können ebenfalls negative Effekte auf das Preisniveau haben, die Wienerberger zu einer laufenden Kontrolle und gegebenenfalls zur Anpassung der Preisstrategie zwingen können.

Wienerberger verfolgt als multinationaler Konzern Geschäftsaktivitäten in Ländern, die sich in unterschiedlichen Phasen wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung befinden. Somit können sich Risiken aus unvorteilhaften Änderungen der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ergeben. Risiken aus Änderungen der Steuergesetzgebung in den betroffenen Märkten, Risiken aus einer Änderung der Besteuerung von Energieträgern, Risiken aus einer Änderung des Arbeitsrechts, Risiken aus der Koordination der internationalen Aktivitäten durch sprachliche und kulturelle Unterschiede sowie die Begrenzung der Möglichkeit einer Repatriierung von Gewinnen und Risiken durch die Verschärfung von gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich der Nutzung von Rohstoffen, Produktstandards oder -haftungsvorschriften sowie Umwelt- und Sicherheitsstandards können ebenfalls einen wesentlichen Einfluss auf die Aktivitäten der Wienerberger Gruppe haben. In den Wachstumsmärkten Russland und Indien besteht zudem das Risiko der Enteignung von Produktionsanlagen ohne die Gewährung einer angemessenen Entschädigung. Weiters bestehen vor allem in diesen Märkten mögliche Steuerrisiken sowohl aus einer Änderung der Steuergesetzgebung also auch der Auslegungspraxis von geltendem Steuerrecht, die von Wienerberger aus momentaner Sicht weder nach Eintrittswahrscheinlichkeit noch nach Ausmaß quantifiziert werden können.

Beschaffungs-, Produktions-, Investitions- und Akquisitionsrisiken

Ein Großteil der Wienerberger Werke wurde in den letzten Jahren neu gebaut oder modernisiert, viele ältere Werke wurden im Rahmen des Aktionsplans 2008 und 2009 permanent stillgelegt, sodass das Risiko von Betriebsstörungen oder technisch bedingten längeren Produktionsausfällen gering ist. Die Versorgung unserer Fabriken mit dem Rohstoff Ton ist durch ausreichende Vorkommen und langfristige Lieferverträge dauerhaft gesichert.

Die Energiekosten, die beim Ziegel-Brennen anfallen, machen einen bedeutenden Teil der Gesamtkosten von Wienerberger aus. Im Jahr 2010 betrugen die gesamten Energiekosten der Wienerberger Gruppe 268.477 TEUR (Vorjahr: 259.269 TEUR), oder 15,4% (Vorjahr: 14,3%) des Umsatzes. Diese Kosten verteilen sich zu 65% auf Erdgas, zu 25% auf Strom, zu 4% auf Erdöl und zu 6% auf Kohle und Sonstiges. Die Energiepreise sind von der Entwicklung an den internationalen und lokalen Märkten abhängig und Schwankungen unterworfen.

Wienerberger versucht daher, das Risiko aus Energiepreisschwankungen in liberalisierten Märkten (insgesamt 80% der Energiekosten) durch den Abschluss von Termingeschäften zu minimieren oder mit nationalen und internationalen Versorgern entweder Fixpreisverträge oder Verträge, bei denen die Preisfestsetzung über an Substitutionsprodukte (wie Heizöl) gebundene Formeln erfolgt, abzuschließen. Die Preise sind zum Teil langfristig fixiert. Durch die Preisbindung an Substitutionsprodukte können Termingeschäfte zur Risikoabsicherung abgeschlossen werden. In zahlreichen osteuropäischen Ländern (insgesamt 20% der Energiekosten) sind die Preise für Erdgas staatlich reguliert, und es werden jährliche Lieferverträge mit lokalen Versorgern ausgehandelt.

Ebenso bestehen für Wienerberger ab 2013 Risiken aus steigenden Preisen für CO2-Zertifikate in Kombination mit unzureichenden Zuteilungen.

Neben dem Preisrisiko besteht für Wienerberger ein Risiko aus der Versorgungssicherheit mit Energie, insbesondere mit Erdgas und Elektrizität. Eine Unterbrechung der Versorgung zieht unweigerlich einen Ausfall der Produktion nach sich und kann somit einen negativen Effekt auf das Betriebsergebnis haben, wenn die Nachfrage nicht aus Lagerbeständen gedeckt werden kann.

Zur Steigerung des Wienerberger Unternehmenswerts sind neben der laufenden Optimierung interne und externe Wachstumsprojekte notwendig. Die zukünftige Rentabilität dieser Projekte ist in hohem Maße von der Investitionshöhe bzw. den Akquisitionspreisen sowie der Marktentwicklung abhängig. Alle Investitionsmaßnahmen müssen daher den Rentabilitätszielen für unsere Wachstumsprojekte gerecht werden (siehe dazu das Kapitel Strategie und Geschäftsmodell ab Seite 44). Weiters ergeben sich beim Eintritt in neue Märkte Risiken hinsichtlich Wettbewerb, Planungssicherheit, Einschätzung der politischen Lage und eines erfolgreichen, gewinnbringenden Organisationsaufbaus. Neue Projekte werden vor dem Start deshalb einer umfassenden qualitativen und quantitativen Analyse unterzogen.

Finanzielle Risiken

Aus dem operativen Geschäft ergeben sich für Wienerberger neben dem Finanzierungsrisiko auch Zins- und Währungsrisiken. Zur Begrenzung und Steuerung dieser Risiken werden neben operativen Maßnahmen einzelne derivative Finanzinstrumente, vor allem Devisentermingeschäfte und Swaps, eingesetzt. Alle Absicherungen aus Cash-flow Hedges und Absicherungen der Investitionen in ausländische Teilbetriebe werden gemäß IAS 39.88 als in hohem Maße wirksam hinsichtlich der Erreichung der Kompensation der abgesicherten Risiken im Rahmen der Risikomanagementziele eingeschätzt. Es werden keine Derivate zu Handels- oder Spekulationszwecken gehalten.

Die Refinanzierungsmöglichkeiten von Wienerberger sind durch zahlreiche finanzielle, gesamtwirtschaftliche und sonstige Einflussgrößen bestimmt, die sich dem Einfluss des Managements der Wienerberger AG entziehen. Diese Einflussgrößen beinhalten Kreditbedingungen (Covenants) in aktuellen und zukünftigen Kreditvereinbarungen sowie die Beibehaltung des derzeitigen Ratings. Die finanzpolitischen Vorgaben sehen vor, dass eine Entschuldungsdauer (Nettoverschuldung/ EBITDA operativ) von 3,5 Jahren nicht überschritten werden darf und die Kennzahl EBITDA operativ/Nettozinsergebnis über 3,75 liegen muss. Ein Teil des Ergebnisses fällt für Zinsen an und steht somit nicht anderweitig zur Verfügung. Sollte sich das Rating der Gruppe verschlechtern oder Covenants nicht eingehalten werden, können die zu zahlenden Zinsen durch höhere Kreditrisikozuschläge steigen und höhere Finanzierungskosten sowie geringere Cash-flows nach sich ziehen. Nicht eingehaltene Covenants können auch zur Fälligstellung von Krediten führen.

Währungsrisiken

Ein bedeutender Teil der Umsatzerlöse und der Ergebnisse der Wienerberger Gruppe werden von Tochterunternehmen erwirtschaftet, die ihren Sitz nicht in der Eurozone haben. Im Berichtsjahr erzielte Wienerberger 45% der Umsätze in Fremdwährung, hauptsächlich in osteuropäischen Währungen (22%) und dem US-Dollar (7%). Zahlungswirksame Währungsrisiken sind durch den lokalen Charakter des Baustoffgeschäfts unwesentlich. Zahlungsflüsse in bzw. aus dem Euro-Raum ergeben sich im Wesentlichen nur aus konzerninternen Dividenden- und Darlehensflüssen. Diese konzerninternen Zahlungsströme werden wechselkursabhängig von der Holding gesteuert.

Aufgrund der dezentralen Gesellschaftsstruktur der Wienerberger Gruppe erfolgen Kreditfinanzierungen für kurzfristige Vermögenswerte in der jeweiligen Landeswährung der lokalen Gesellschaft. Währungsrisiken im Finanzierungsbereich ergeben sich dadurch nur in sehr eingeschränktem Ausmaß, da die anfallenden Ausgangsrechnungen bei Auslandsgesellschaften zum Großteil in der jeweiligen lokalen Währung fakturiert werden und somit eine natürliche Absicherung vorliegt. Die Expositionen von finanziellen Verbindlichkeiten gegenüber Währungsrisiken sind in Anmerkung 31 dargestellt.

Aus der Umrechnung ausländischer Einzelabschlüsse in die Konzernwährung Euro resultieren jedoch Währungsumrechnungsdifferenzen (Translationsrisiko), welche im Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung direkt im Eigenkapital erfasst werden. Umsätze, Ergebnisse und Bilanzwerte der nicht im Euro-Raum ansässigen Gesellschaften sind daher vom jeweiligen Euro-Wechselkurs abhängig.

Die Risikostrategie von Wienerberger sieht vor, das Translationsrisiko aus den Nettoinvestitionen in ausländische Tochtergesellschaften teilweise zu besichern. Im Folgenden sind die Konzernumsätze sowie das Capital Employed, welches unter Berücksichtigung von Devisentermingeschäften und Währungsswaps berechnet ist, nach Währungen dargestellt.

2010 2009
Umsatz in Mio. € Anteil in % in Mio. € Anteil in %
Euro 971,3 55 1.032,9 57
Osteuropäische Währungen 379,1 22 399,9 22
US-Dollar 116,1 7 127,7 7
Sonstige 278,3 16 256,4 14
Konzernumsatz 1.744,8 100 1.816,9 100
2010 2009
Capital Employed in Mio. € Anteil in % in Mio. € Anteil in %
Euro 1.610,9 58 1.658,0 59
Osteuropäische Währungen 633,7 23 663,4 24
US-Dollar 334,4 12 263,6 9
Sonstige 200,5 7 231,8 8
Capital Employed nach Hedging-Effekt 2.779,5 100 2.816,8 100

Die Auswirkungen einer hypothetischen Wechselkursänderung auf Ergebnis und Eigenkapital werden im Rahmen von Sensitivitätsanalysen dargestellt. Im Rahmen dieser Darstellung wird eine Jahresvolatilität des betreffenden Wechselkurses gegenüber dem Euro am Abschlussstichtag als Änderung angenommen. Eine Aufwertung des Euro gegenüber den wichtigsten Währungen am Jahresabschlussstichtag um eine Jahresvolatilität, berechnet auf Basis der täglichen Kursänderung der betreffenden Währung gegenüber dem Euro, hätte eine Verminderung des Eigenkapitals um 87,4 MEUR (Vorjahr: 95,7 MEUR) und ein um 1,2 MEUR (Vorjahr: 0,4 MEUR) geringeres Ergebnis nach Steuern zur Folge gehabt. Eine Abwertung des Euro gegenüber den wichtigsten Währungen hätte zu einer betragsmäßig gleichen Erhöhung des Eigenkapitals und Verbesserung des Ergebnisses nach Steuern geführt.

Zinsrisiken

Das Zinsrisiko besteht aus zwei Komponenten: dem jeweils relevanten Wert (Minimum oder Maximum) der durchschnittlichen Laufzeit sämtlicher Finanzierungen und der Art der Verzinsung, wobei das Risiko bei fixer Verzinsung in sinkenden Zinssätzen und bei variabler Verzinsung in steigenden Zinssätzen liegt. Eine Parallelverschiebung der Zinsstrukturkurve um 100 Basispunkte nach oben hätte eine Verbesserung des Ergebnisses nach Steuern von 1,0 MEUR (Vorjahr: -0,2 MEUR) und über diese Veränderung in der Gewinn- und Verlustrechnung auch eine Erhöhung des Eigenkapitals in gleicher Höhe zur Folge. Eine Senkung des Zinsniveaus um 100 Basispunkte hätte eine betragsmäßig gleiche Senkung des Ergebnisses nach Steuern und des Eigenkapitals bedeutet.

Die Risikopositionen der Wienerberger AG gegenüber Zinsänderungsrisiken aus Verbindlichkeiten mit fixer und variabler Verzinsung sind unten aufgegliedert.

Für die Analyse des Zinsänderungsrisikos (fixe und variable Verzinsung) werden die Finanzverbindlichkeiten (Seite 143 bis 145) um die Effekte aus derivativen Instrumenten (Hedging) korrigiert und die kurzfristig fix verzinsten Finanzverbindlichkeiten als variabel verzinst ausgewiesen. Zur Abschätzung von Auswirkungen auf Periodenerfolg und Eigenkapital werden Sensitivitätsanalysen für fix verzinste und variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten durchgeführt.

2010 2009
in TEUR Fix
verzinst
Variabel
verzinst
Fix
verzinst
Variabel
verzinst
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 717.286 190.118 764.882 178.338
Umgliederung kurzfristige fix verzinste Finanzverbindlichkeiten -10.083 10.083 -3.263 3.263
Effekte aus derivativen Instrumenten (Hedging) 943 -943 -161.941 161.941
Finanzverbindlichkeiten nach Hedging-Effekt 708.146 199.258 599.678 343.542

Kreditrisiken

Wienerberger hat bei Finanzgeschäften aufgrund interner Finanz- und Treasury-Richtlinien strenge Anforderungen an die Bonität von Finanzpartnern. Da Wienerberger nur mit Finanzpartnern zusammenarbeitet, deren Rating auf eine gute Bonität schließen lässt und Limits pro Kontrahent in Abhängigkeit seiner Bonität vergeben werden, ist das im Rahmen der Anlage liquider Mittel und Wertpapiere entstehende Kreditrisiko begrenzt. Bonitätsrisiken bestehen jedoch grundsätzlich auch für Finanzpartner mit bester Bonität, weshalb die Entwicklungen auf den Finanzmärkten von Wienerberger laufend beobachtet und die Kreditlimits entsprechend angepasst werden.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen Forderungen zeigen zum Bilanzstichtag gegliedert nach Regionen folgende maximale Exposition gegenüber Kreditrisiken:

2010 2009
Kreditrisiko in Mio. € Anteil in % in Mio. € Anteil in %
Westeuropa 99,3 58 133,9 58
Zentral-Osteuropa 33,4 19 43,1 19
Nordamerika 16,3 9 30,6 13
Sonstige Welt 23,6 14 24,2 10
Kreditrisiko des Konzerns 172,6 100 231,8 100

Der Forderungsbestand aus Lieferungen und Leistungen, der in Höhe von 68 MEUR gegen Ausfälle versichert ist, besteht zum überwiegenden Teil aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Baustoffhändlern und Großkunden, da Produkte kaum an Endverbraucher abgesetzt werden. Die gesamten Wertberichtigungen von Forderungen betragen weniger als 2% des gesamten Bestands an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, gewährten Darlehen sowie sonstigen kurzfristigen Forderungen, weshalb eine Aufgliederung der Einzelwertberichtigungen unterbleibt.

Liquiditätsrisiken

Der Erhalt der Liquidität und die Sicherung einer gesunden finanziellen Basis stehen im Zentrum der Unternehmensstrategie von Wienerberger. Aus diesem Grund wurde die Finanzkraft von Wienerberger durch die Emission einer neuen Anleihe und den Verzicht der Aktionäre auf die Ausschüttung einer Dividende für das Geschäftsjahr 2009 gestärkt. Die wichtigsten Steuerungsgrößen dafür sind die Maximierung des Free Cash-flows durch Kostensenkungen, aktives Working Capital Management und die Verminderung der Investitionsausgaben auf ein notwendiges Minimum. Liquiditätsrisiken liegen insbesondere darin, dass die Einzahlungen aus Umsatzerlösen durch eine Abschwächung der Nachfrage unter den Erwartungen liegen und Maßnahmen zur Verringerung des Working Capitals sowie der zahlungsrelevanten Fixkosten (aktives Kapazitätsmanagement) nur unzureichend schlecht oder nur mit Verzögerung umgesetzt werden.

Die Steuerung der Liquidität erfolgt unter anderem auch durch eine laufende Analyse der Geldumschlagsdauer (Cash Conversion Cycle), die sich aus dem durchschnittlichen Lieferantenziel, der Lagerdauer von Vorräten und der Forderungsumschlagsdauer errechnet.

Im Berichtsjahr betrug die Forderungsumschlagsdauer im Jahresdurchschnitt 24 Tage (Vorjahr: 34), die Vorratsumschlagshäufigkeit 126 Tage (Vorjahr: 133) sowie die Umschlagshäufigkeit der Lieferantenverbindlichkeiten 51 Tage (Vorjahr: 42). Dies führt zu einer Geldumschlagsdauer von 99 Tagen im Jahr 2010 gegenüber 125 Tagen im Vorjahr.

Bezüglich Liquiditätsrisiken aus Verbindlichkeiten wird auf die Analyse der vertraglichen Cash-flows auf S. 142 verwiesen.

Rechtliche Risiken

Abhängig von der Marktstellung in einzelnen Ländern sowie der Größe von beabsichtigten Akquisitionen unterliegen Transaktionen wettbewerbsrechtlichen Genehmigungsverfahren. Dadurch könnten sich bei Akquisitionen bzw. Zusammenschlüssen Verzögerungen bzw. in einzelnen Fällen auch Untersagungen von Übernahmen ergeben. Wienerberger prüft kartellrechtliche Risiken bereits intensiv im Vorfeld mit nationalen und internationalen juristischen und betriebswirtschaftlichen Experten, um dieses Risiko zu minimieren. Eine Untersagung einer Akquisition ist bisher noch nicht vorgekommen.

Aufgrund der Marktstellung der Wienerberger Gruppe in einzelnen Märkten wird die Preispolitik unserer Tochterunternehmen von den Wettbewerbsbehörden aufmerksam verfolgt. In Deutschland ist ein Kartellverfahren anhängig, wobei im Falle einer Verurteilung Bußgelder zu entrichten sind. Für die drohende Kartellstrafe in Deutschland wurde bereits eine Rückstellung per 31.12.2008 von 10.000 TEUR gebildet, wobei mit einem Verhandlungsbeginn nicht vor 2011 zu rechnen ist. Es sei an dieser Stelle erneut darauf hingewiesen, dass Preisabsprachen nicht zur Geschäftspraxis von Wienerberger zählen und im Rahmen unserer internen Richtlinien dezidiert untersagt und mit Sanktionen bedroht sind.

In Indien besteht für Wienerberger das Risiko aus der Rückforderung einer Zollersparnis, sollte die Einhaltung von dazugehörigen Bedingungen nicht möglich sein.

Andere Risiken

Wienerberger ist in vielen Ländern von umfassenden und zunehmend verschärften Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften betroffen, wodurch Investitionen in die Einhaltung dieser Vorschriften entstehen können. Die Nichteinhaltung dieser Vorschriften birgt für Wienerberger das Risiko der Verhängung von Bußgeldern, von Schadenersatzforderungen sowie das Risiko des Entzugs von Betriebsanlagengenehmigungen. In Italien wurde von den Behörden eine Untersuchung über mögliche Umweltbelastungen durch Wienerberger-Standorte eingeleitet, die jedoch bislang zu keinen Ergebnissen geführt hat.

Die Werke der Wienerberger Gruppe leisten im Hinblick auf die Vermeidung von Umweltbelastungen mehr als die derzeit gesetzlichen Auflagen vorschreiben. Verschärfte Umweltstandards stellen Wienerberger jedoch laufend vor neue Herausforderungen. Durch die Kenntnis der aktuellen gesetzlichen und vertraglichen Vorschriften sowie durch die Zusammenarbeit mit Experten und externen Beratern werden rechtliche Verpflichtungen berücksichtigt und eingehalten. Risiken aus der Rekultivierung von Tongruben sind Bestandteil des operativen Geschäfts von Wienerberger und werden laufend überwacht.

Risiken eines Ausfalls unserer zentral geführten konzernweiten Datenverarbeitung aufgrund von Elementarereignissen werden durch parallele Installation der Systeme in räumlich getrennten Rechenzentren minimiert.

Aufgrund von Krankheitsfällen, die durch Asbest verursacht wurden, sind gegen einige Baustoffunternehmen mit Präsenz in den USA in den letzten Jahren Sammelklagen eingereicht worden. Nach Überprüfung unserer amerikanischen Aktivitäten halten wir dieses Risiko für minimal, da keine unserer Tochtergesellschaften jemals Asbestprodukte hergestellt oder gehandelt hat.

Die Wienerberger Gruppe steht auch hinsichtlich ihrer Mitarbeiter in Konkurrenz zum Mitbewerb. Um Nachwuchsführungskräfte auszubilden und an Führungspositionen heranzuführen, hat Wienerberger Programme wie die "Vertriebsakademie", den "Werksleiterlehrgang" und das "Ambassador Programm" geschaffen. Dadurch sowie durch personalisierte Weiterbildungsmaßnahmen versucht Wienerberger ihre Mitarbeiter optimal auszubilden sowie auch zu einem gewissen Ausmaß an das Unternehmen zu binden (weitere Informationen sind im Wienerberger Nachhaltigkeitsbericht enthalten).

Sonstige Angaben

33. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag (Nachtragsbericht)

Die Wienerberger AG gab am 1.2.2011 die Übernahme von weiteren 25% der Anteile an Tondach Gleinstätten im Rahmen eines Anteilstausches mit dem Joint Venture Partner Monier bekannt. Die beiden Unternehmen hielten bisher über zwei Joint Ventures gemeinsame Beteiligungen im Dachbereich mit Schwerpunkt in der Region Osteuropa. Jedes der beiden Unternehmen hielt zuletzt jeweils 50% der Anteile an Bramac (Betondachsteine) und jeweils 25% der Anteile an der Tondach Gleinstätten AG (Tondachziegel). Vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Wettbewerbsbehörden wurde die Einigung erzielt, dass Monier von Wienerberger die Anteile am Betondachsteingeschäft übernimmt, während Wienerberger die Tondachziegelaktivitäten sowie eine Ausgleichszahlung von 40 MEUR erhält. Nach Freigabe durch die Kartellbehörden wird Wienerberger 50% der Anteile an der Tondach Gleinstätten AG (die restlichen 50% befinden sich in Familienbesitz) und Monier 100% an Bramac halten. Demnach wird Wienerberger Tondach Gleinstätten, welche bisher als assoziiertes Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen war, quotal (zu 50%) konsolidieren.

34. Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

Folgende Unternehmen und Personen werden als der Unternehmung nahestehend angesehen: Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands, assoziierte Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen, nicht konsolidierte Tochterunternehmen der Wienerberger AG sowie die ANC Privatstiftung und deren Tochterunternehmen. Bestehende Geschäftsbeziehungen zu Unternehmen, in denen Aufsichtsratsmitglieder der Wienerberger AG tätig sind, werden zu fremdüblichen Konditionen abgewickelt und sind von untergeordneter Bedeutung. Die Geschäftsbeziehungen zu der Unternehmung nahe stehenden Personen, insbesondere zu Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats der Wienerberger AG, sind in Anmerkung 12 angeführt, soweit Zahlungen aus Vorstandsverträgen und Aufsichtsratsmandaten betroffen sind. Die von Mitgliedern des Vorstands gehaltenen Aktienoptionen sind in Anmerkung 35 ersichtlich. Transaktionen zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen und einem Mitglied des Aufsichtrats der Wienerberger AG betreffen im Wesentlichen bezogene Tonlieferungen von 114 TEUR (Vorjahr: 102 TEUR), Mietleistungen von 1.596 TEUR (Vorjahr: 1.617 TEUR) sowie Lizenzzahlungen für die Nutzung von Markennamen von 2.454 TEUR (Vorjahr: 2.371 TEUR).

Die Wienerberger AG hat bereits im Jahr 2001 nicht betriebsnotwendige Liegenschaften sowie Geschäftszweige, die nicht als Kerngeschäft betrachtet wurden, schrittweise an die ANC Privatstiftung und deren Tochterunternehmen übertragen. Die ANC Privatstiftung wird durch einen Stiftungsvorstand mit drei Mitgliedern geleitet und verfügt über keinen Beirat. Begünstigte der Stiftung sind die Aktionäre der Wienerberger AG mit ihrem proportionalen Anteilsbesitz. Kein Mitglied des Vorstands der Wienerberger AG hat einen Sitz im Stiftungsvorstand oder in der Geschäftsführung von deren Tochterunternehmen. Wienerberger hat keinen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit der Stiftung und keine Verpflichtung, weitere Einlagen in das Vermögen der Stiftung oder deren Tochterunternehmen zu leisten. Nach Beurteilung der Gesamtheit der Leistungsbeziehungen zwischen Wienerberger und der ANC Privatstiftung sowie unter Beachtung von SIC 12 liegt kein konsolidierungspflichtiges Unternehmen im Sinne von IAS 27 vor. Durch den Ankauf der Steinzeug Gruppe von der ANC Vermögensverwaltungs GmbH im Berichtsjahr 2010 wurden alle finanziellen Verflechtungen zwischen der Wienerberger AG und der ANC Privatstiftung aufgelöst.

Konzernabschluss Konzernanhang

Die Wienerberger AG und ihre Tochterunternehmen finanzieren Gemeinschaftsunternehmen, assoziierte Unternehmen sowie nicht konsolidierte verbundene Unternehmen mit Darlehen zu marktüblichen Konditionen. Die aushaftenden Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen beliefen sich zum 31.12.2010 auf 9.063 TEUR (Vorjahr: 7.556 TEUR), jene gegenüber nichtkonsolidierten verbundenen Unternehmen auf 7.733 TEUR (Vorjahr: 9.554 TEUR) und jene gegenüber Gemeinschaftsunternehmen auf 5.152 TEUR (Vorjahr: 4.597 TEUR).

35. Anteilsbasierte Vergütung

Am 11.5.2010 hat der Aufsichtsrat der Wienerberger AG die Implementierung eines neuen anteilsbasierten Vergütungsprogramms für Vorstände und ausgewählte Führungskräfte beschlossen. Als langfristige variable Vergütungskomponente löst es das im Jahr 2009 eingestellte Aktienoptionsprogramm ab. Das "Long Term Incentive (LTI)"-Programm ist ein Vergütungsprogramm mit Barausgleich und zielt entsprechend den Anforderungen des Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) darauf ab, eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts zu erwirken, weshalb das Modell einerseits an der Entwicklung des CFROI der Wienerberger Gruppe und andererseits an den Kurs der Wienerberger Aktie gekoppelt ist. Die rechnerische Einheit des LTI sind virtuelle Anteile, sogenannte Performance Share Units (PSUs), deren Zuteilungsausmaß von der Position der Führungskraft im Unternehmen abhängt. Der monetäre Wert der PSUs wird nach Ablauf einer Performance Periode von drei Jahren ermittelt, an deren Ende der CFROI über einer im jeweiligen Programm festgesetzten Untergrenze zu liegen kommen muss. Als Multiplikator wird der durchschnittliche Aktienkurs der Wienerberger Aktie der letzten 20 ATX-Handelstage der Performance Periode herangezogen. Es folgt eine Auszahlungsperiode von zwei Jahren mit Zahlungen in drei Tranchen, wobei der Barausgleich gemäß einer linearen Verteilung innerhalb des Zielkorridors erfolgt. Wenn der CFROI unter den Zielkorridor fällt, entfällt die Zahlung. Bei den Mitgliedern des Vorstands wird für eine Zuteilung von virtuellen Anteilen ein Eigeninvestment an Aktien des Unternehmens in Höhe der gewährten Anteile vorausgesetzt. Für diese erworbenen Aktien besteht eine Haltefrist bis Laufzeitende des jeweiligen Programms.

Im Berichtsjahr wurden 48.000 Stück virtuelle Anteile an Vorstand (Vorstandsvorsitzender: 8.000, Vorstandsmitglied: 6.000) und Mitglieder des Managements (Bereichsdirektor: 2.500, Top Management Holding und Geschäftsführer größerer Landesgesellschaften: 1.000) gewährt.

Die Bewertung der Anteile erfolgt mit dem Optionspreismodell von Black-Scholes, wobei die Anteile immer einen Strike-Preis von 0 aufweisen. Aufgrund des CFROI von 4,2% zum Bilanzstichtag entfiel die Bildung einer Rückstellung.

Der bislang bestehende Aktienoptionsplan wurde im Jahr 2009 eingestellt, weshalb im Berichtsjahr keine Ausgabe von Optionen erfolgte. Die Optionen aus dem Programm 2008 verfielen noch im selben Jahr.

Die Entwicklung der ausgegebenen Aktienoptionen stellt sich wie folgt dar:

2010 2009
Entwicklung der Aktienoptionen Anzahl der
Optionsrechte
Durchschnittlicher
Ausübungspreis je Stück
Anzahl der
Optionsrechte
Durchschnittlicher
Ausübungspreis je Stück
Bestand am Jahresanfang 760.873 40,89 790.471 40,30
Gewährte Optionen 0 0,00 0 0,00
Ausgeübte Optionen 0 0,00 0 0,00
Verfallene Optionen -184.373 37,50 -29.598 25,00
Nachträglich von Mitarbeitern akzeptierte Optionen 0 0,00 0 0,00
Bestand am Jahresende 576.500 41,98 760.873 40,89
Ausübbar am Jahresende 576.500 41,98 760.873 40,89
Ausgegebene Optionen in Stück aus 2007 aus 2006 aus 2005
Vorstandsmitglieder gesamt 60.500 63.000 43.239
Andere Führungskräfte 226.000 230.000 144.134
Insgesamt eingeräumte Optionen 286.500 293.000 187.373
Abzüglich verfallene Optionen 0 -3.000 -187.373
Ausgeübte Optionen 0 0 0
Bestehende Optionen 286.500 290.000 0
Ausübbar am Jahresende 286.500 290.000 0
Bewertung der Optionen aus 2007 aus 2006 aus 2005
Berechnungsparameter
Marktpreis bei Gewährung in EUR 45,57 42,20 33,86
Ausübungspreis der Option in EUR 45,50 38,50 37,50
Laufzeit in Jahren 5 5 5
Risikofreier Anlagezinssatz in % 4,01 3,32 3,15
Erwartete Volatilität in % 28 28 28
Zeitwert je Optionsrecht in EUR 10,54 10,77 5,91
Marktwert Aktienoptionen zum Zeitpunkt der Einräumung in TEUR 3.019 2.965 962

Die Bewertung der Optionen erfolgt mit dem Optionspreismodell von Black-Scholes. Die für die Bestimmung von Marktwerten erforderliche Interpretation von Marktinformationen verlangt mitunter subjektive Beurteilungen. Die erwartete Volatilität wurde anhand der historischen Kursentwicklung der Wienerberger Aktie extrapoliert. Entsprechend können die hier angeführten Werte auch von den später am Markt realisierten Werten abweichen.

Der Aktienbesitz der Vorstandsmitglieder ist im Vergütungsbericht auf Seite 33 dargestellt.

Der Vorstand der Wienerberger AG hat den Konzernabschluss am 21.2.2011 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.

Wien, am 21. Februar 2011

Der Vorstand der Wienerberger AG

Heimo Scheuch CEO

Willy Van Riet

CFO

Johann Windisch

COO

Konzernunternehmen

Gesellschaft Sitz Stammkapital Währung Beteiligung Konsolidierungsart Anmerkung
Wienerberger International N.V. Zaltbommel 50.000 EUR 100,00% VK
Wienerberger Ziegelindustrie GmbH Hennersdorf 5.000.000 EUR 100,00% VK
Salzburger Ziegelwerk GmbH & Co KG Oberndorf 438.000 EUR 100,00% VK
Wienerberger Teglaipari zRt. Budapest 2.140.000.000 HUF 100,00% VK
Wienerberger Management Service Szolgáltató és Tanácsadó Kft. Budapest 3.000.000 HUF 100,00% OK 1)
Wienerberger cihlarsky prumysl, a.s. Ceske Budejovice 50.000.000 CZK 100,00% VK
Cihelna Kinsky, spol. s r.o. Kostelec nad Orlici 2.000.000 CZK 73,20% VK
Wienerberger cihelna Jezernice, spol. s r.o. Ceske Budejovice 200.000 CZK 100,00% VK
Wienerberger cihelna Brozany, spol. s r.o. Ceske Budejovice 75.000.000 CZK 100,00% VK
Wienerberger cihelna Hodonín, spol. s r.o. Ceske Budejovice 50.000.000 CZK 100,00% VK
Wienerberger eurostroj, spol. s r.o. Ceske Budejovice 100.000 CZK 100,00% VK
Wienerberger euroform, spol. s r.o. Ceske Budejovice 44.550.000 CZK 100,00% VK
Wienerberger service, spol. s r.o. Ceske Budejovice 200.000 CZK 100,00% OK 1)
Silike keramika, spol. s r.o. Ceske Budejovice 100.000 CZK 50,00% EQ
Wienerberger Slovenske tehelne spol. s r.o. Zlate Moravce 3.319.392 EUR 100,00% VK
Wienerberger Ceramika Budowlana Sp. z o.o. Warszawa 374.324.808 PLN 100,00% VK
Handel Ceramika Budowlana Sp. z o.o. Warszawa 50.000 PLN 40,00% OK 1)
Zaklad Ceramiki Budowlanej Stanislawów Sp. z o.o. Czestochowa 50.000 PLN 40,00% OK 1)
Wienerberger Zeslawice Sp. z o.o. Warszawa 29.490.000 PLN 93,90% VK
Wienerberger Ilovac d.d. Karlovac 8.988.040 HRK 99,92% VK
Wienerberger Cetera IGM d.d. Karlovac 359.240 HRK 99,71% VK
IGM Ciglana d.o.o. Petrinja Sisak 12.756.900 HRK 100,00% VK
WIENERBERGER Industrija opeke d.j.l. Sarajevo 2.000 KM 100,00% VK
Wienerberger Opekarna Ormoz d.d. Ormoz 951.986 EUR 88,40% VK
Opekarna Pragersko d.d. Pragersko 1.022.743 EUR 88,40% VK
Wienerberger Backa d.o.o. Beograd 651.652 RSD 100,00% VK
WIENERBERGER Sisteme de Caramizi S.R.L. Bucuresti 39.147.100 RON 100,00% VK
WZI FINANZ-S.à.r.l. Luxembourg 73.963.917 USD 100,00% VK
Wienerberger TOV Kyiv 3.000.000 UAH 100,00% VK
Semmelrock International GmbH Wien 3.000.000 EUR 100,00% VK
Semmelrock Baustoffindustrie GmbH Klagenfurt 1.000.000 EUR 100,00% VK
Semmelrock Ebenseer Baustoffindustrie GmbH Klagenfurt 35.000 EUR 62,50% VK
Lusit Betonelemente GmbH & Co.KG Klagenfurt 3.052.259 EUR 62,50% VK
Lusit Betonelemente GmbH Klagenfurt 36.336 EUR 62,50% VK
Semmelrock Ebenseer Baustoffindustrie GmbH & Co KG Klagenfurt 100.000 EUR 62,50% VK
Semmelrock Industriebeteiligungsverwaltung GmbH Wien 35.000 EUR 100,00% VK
Semmelrock Stein & Design Kft. Ócsa 983.000.000 HUF 100,00% VK
SEMMELROCK STEIN + DESIGN Dlazby s.r.o. Sered 3.027.286 EUR 100,00% VK
Semmelrock Stein & Design d.o.o. Ogulin 15.520.000 HRK 100,00% VK
Semmelrock Stein & Design Sp. z o.o. Kolbiel 42.070.000 PLN 100,00% VK
Semmelrock Stein + Design S.R.L. Bolintin-Vale 46.113.300 RON 100,00% VK
Semmelrock Tlakovci d.o.o. Ormoz 8.763 EUR 100,00% OK 1)
Semmelrock Stein+Design Dlazby a.s. Praha 2.000.000 CZK 100,00% VK
Semmelrock Stein + Design EOOD Sofia 7.785.500 BGN 100,00% VK
Gesellschaft Sitz Stammkapital Währung Beteiligung Konsolidierungsart Anmerkung
BRAMAC Dachsysteme International GmbH Pöchlarn 2.906.913 EUR 50,00% QU
Bramac stresni systemy spol. s r. o. Praha 160.000.000 CZK 50,00% QU
Bramac Kft. Veszprem 1.831.880.000 HUF 50,00% QU
Bramac stresni sistemi d.o.o. Skocjan 1.043.232 EUR 50,00% QU
Bramac Krovni Sistemi d.o.o. Beograd 1.155.425 EUR 50,00% QU
Bramac Stresne Systemy spol. s r.o. Ivanka pri Nitre 2.000.000 EUR 50,00% QU
Bramac Pokrovni Sistemi d.o.o. Novi Zagreb 7.778.000 HRK 50,00% QU
Bramac Sisteme de Invelitori S.R.L. Sibiu 8.658.000 RON 50,00% QU
Bramac pokrivni sistemi EOOD Elin Pelin 4.757.860 BGN 50,00% QU
Bramac Krovni Sistemi d.o.o. Sarajevo 2.000 BAM 50,00% QU
Bramac Dachsysteme Holding GmbH Pöchlarn 35.000 EUR 50,00% QU
Bramac Sisteme për çati Sh.p.k Tirana 156.000 EUR 50,00% QU
Bramac Pokrivni Sistemi DOOEL Skopje 61.521 MKD 50,00% QU
Wienerberger GmbH Hannover 9.500.000 EUR 100,00% VK
ArGeTon GmbH Hannover 1.600.000 EUR 100,00% VK
Schlagmann Beteiligungs GmbH Zeilarn 26.000 EUR 50,00% OK 1)
Schlagmann Baustoffwerke GmbH & Co KG Zeilarn 10.300.000 EUR 50,00% QU
Ziegelwerk B GmbH Hannover 26.000 EUR 100,00% VK
Tongruben Verwaltungs GmbH Hannover 26.000 EUR 100,00% OK 1)
KORAMIC Verwaltungs-GmbH Hannover 26.000 EUR 100,00% OK 1)
Bockhorner Rohstoffgesellschaft mbH & Co. KG Bockhorn 100.000 EUR 60,00% OK 1)
Bockhorner Rohstoff Verwaltungs GmbH Bockhorn 25.000 EUR 60,00% OK 1)
Tongrube Lobenfeld GmbH Oldenburg 25.000 EUR 100,00% OK 1)
RM 2964 Vermögensverwaltungs GmbH München 25.000 EUR 100,00% OK 1)
MR Erwerbs GmbH & Co KG München 100 EUR 100,00% VKE
ZZ Wancor AG Regensdorf 1.000.000 CHF 100,00% VK
Wienerberger S.p.A. Bubano 10.000.000 EUR 100,00% VK
Fornaci Giuliane S.p.A. Cormons 1.900.000 EUR 30,00% EQ
Wienerberger NV Kortrijk 13.091.395 EUR 100,00% VK
Wienerberger Asset Management NV Zonnebeke 8.599.827 EUR 100,00% VK
Deva-Kort NV Kortemark 247.894 EUR 100,00% VK
Wienerberger Building Solutions Kortrijk 34.466.350 EUR 100,00% VK
Soltech NV Tienen 2.772.634 EUR 41,19% EQ
EUCOSO Sp. z o.o. Zlotorya 60.000 PLN 49,00% EQ
Gesellschaft Sitz Stammkapital Währung Beteiligung Konsolidierungsart Anmerkung
Wienerberger B.V. Zaltbommel 36.778.680 EUR 100,00% VK
Van Hesteren & Janssens B.V. Zaltbommel 363.024 EUR 100,00% VK
Desimpel AK1 B.V. Zaltbommel 70.000 EUR 100,00% VK
BrickTrading Holland B.V. Zaltbommel 18.000 EUR 100,00% VK
German Brick Trading B.V. Deest 249.700 EUR 100,00% VK
Oostergrachstwal Holding B.V. Zaltbommel 45.378 EUR 100,00% VK
Feikema B.V. Zaltbommel 45.378 EUR 100,00% VK
Gelsing Oosterhout B.V. Zaltbommel 18.200 EUR 100,00% VK
Gelsing en Verbaan B.V. Zaltbommel 18.151 EUR 100,00% VK
Bos & Vermeer B.V. Zaltbommel 22.689 EUR 100,00% VK
Aberson B.V. Zwolle 60.000 EUR 100,00% VK
Steencentrale Neerbosch B.V. Deest 45.400 EUR 100,00% VK
Leeuwis B.V. Deest 91.210 EUR 100,00% VK
Steinzentrale Nord Leeuwis GmbH Rellingen 52.500 EUR 100,00% VK
Desimpel Klinker (Deutschland) GmbH Emmerich 25.000 EUR 100,00% VK
Straatsbaksteen Nederland B.V. Oosterhout 18.000 EUR 100,00% VK
Wienerberger Limited Cheadle 63.002.552 GBP 100,00% VK
Galileo Brick Limited Cheadle 2.000.000 GBP 100,00% VK
Chelwood Group Unlimited Cheadle 5.975.506 GBP 100,00% VK
The Brick Business Limited Cheadle 900.002 GBP 100,00% VK
Building Trade Products Limited Cheadle 1 GBP 100,00% VK
Galileo Trustee Limited Cheadle 1 GBP 100,00% VK
Sandtoft Roof Tiles Limited Sandtoft 11.029 GBP 73,64% VK
Sandtoft Trading Limited Sandtoft 1.000 GBP 73,64% VK
WIENERBERGER PARTICIPATIONS SAS Achenheim 36.000.000 EUR 100,00% VK
WIENERBERGER SAS Achenheim 75.000.000 EUR 100,00% VK
PACEMA SAS Achenheim 3.800.000 EUR 100,00% VK
Société du Terril d'Hulluch (STF) SNC Achenheim 300.000 EUR 100,00% OK 1)
Desimpel Briques SAS Cauchy à la Tour 3.821.410 EUR 100,00% VK
Briqueterie de Rouffach SAS Rouffach 336.120 EUR 100,00% VKE
Wienerberger A/S Helsinge 107.954.000 DKK 100,00% VK
Wienerberger AS Lunde 43.546.575 NOK 100,00% VK
Wienerberger AB Bjärred 17.550.000 SEK 100,00% VK
GSI General Shale, Inc Johnson City 5.491 USD 100,00% VK
General Shale Brick, Inc. Johnson City 1.000 USD 100,00% VK
General Shale Finance S.à.r.l. Luxemburg 12.500 EUR 100,00% OK 1)
General Shale Building Materials, Inc. Johnson City 1.000 USD 100,00% VK
General Shale Canada Acquisitions Inc. Halifax 28.500.000 CAD 100,00% VK
Arriscraft International LP Cambridge 1 CAD 100,00% VK
General Shale Canada GP Inc. Halifax 1 CAD 100,00% OK 1)
1741785 Ontario Inc. Toronto 100 CAD 100,00% OK 1)
Gesellschaft Sitz Stammkapital Währung Beteiligung Konsolidierungsart Anmerkung
Wienerberger EOOD Sofia 4.000.000 BGN 100,00% VK
Uspeh AD Sofia 1.471.040 BGN 99,51% VK
Agro Property Bulgaria EOOD Sofia 5.000 BGN 100,00% OK 1)
OOO "Wienerberger Kirpitsch" Kiprewo 1.262.730.657 RUR 81,94% VK
OOO "Wienerberger Kurkachi" Kurkachi 650.036.080 RUR 81,94% VKE
OOO "Wienerberger Investitions- und Projektmanagement" Kiprewo 356.000 RUR 99,82% VK
Wienerberger OY AB Helsinki 1.000.000 EUR 100,00% VK
Wienerberger AS Aseri 24.074.000 EEK 100,00% VK
UAB Wienerberger Statybine Keramika Sp. Z o.o. Vilnius 3.135.000 LTL 100,00% VK
Wienerberger Brick Industry Private Limited Bangalore 990.000.000 INR 100,00% VK
PIPELIFE International GmbH Wr. Neudorf 29.000.000 EUR 50,00% EQ 2)
Wienerberger Dach Beteiligungs GmbH Wien 500.000 ATS 100,00% VK
WIBRA Tondachziegel Beteiligungs-GmbH Wien 500.000 ATS 50,00% QU
Tondach Gleinstätten AG Gleinstätten 500.000 EUR 25,00% EQ 3)
Wienerberger Beteiligungs GmbH Wien 1.000.000 ATS 100,00% VK
Wienerberger Anteilsverwaltung GmbH Wien 35.000 EUR 100,00% VK
Tondach Holding GmbH Wien 35.000 EUR 100,00% VK
Wienerberger Industriebeteiligungsverwaltung GmbH Wien 35.000 EUR 100,00% VK
Wienerberger Finance Service B.V. Zaltbommel 18.000 EUR 100,00% VK
Wienerberger Finanz Service GmbH Wien 25.435.492 EUR 100,00% VK
Wienerberger West European Holding GmbH Wien 35.000 EUR 100,00% VK
Wienerberger ZZ Holding GmbH Wien 35.000 EUR 100,00% VK
WK Services NV Kortrijk 32.226.158 EUR 100,00% VK
V.L. Baustoff GmbH Ehingen 52.000 EUR 100,00% VKE
Wienerberger Beteiligungs GmbH Hannover 26.000 EUR 100,00% OK 1)
Dryfix GmbH Hennersdorf 35.000 EUR 100,00% OK 1)
Wienerberger Gamma Asset Management Wien 35.000 EUR 100,00% VK
Steinzeug Abwassersysteme GmbH Frechen 18.408.000 EUR 100,00% VKE
Keramo Steinzeug NV Hasselt 9.400.000 EUR 100,00% VKE
Keramo Wienerberger Immo NV Hasselt 14.068.558 EUR 100,00% VKE
Limburgs Transportbedrijf BVBA Hasselt 18.900 EUR 100,00% VKE
Societa del Gres s.p.a. Sorisole 2.000.000 EUR 100,00% VKE
Keramo Steinzeug s r.o. Ceske Budejovice 40.000.000 CZK 100,00% OKE 1)

VK....... Vollkonsolidierung

VKE..... erstmalige Vollkonsolidierung

QU....... Quotenkonsolidierung

QUE.... erstmalige Quotenkonsolidierung

EQ....... Equity-Konsolidierung

EQE..... erstmalige Equitybewertung OK....... keine Konsolidierung

OKE.... keine Konsolidierung (erstmals)

1) untergeordnete Bedeutung

2) Holdinggesellschaft der Pipelife Gruppe

3) Holdinggesellschaft der Gleinstätten Gruppe

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Konzernabschluss

Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der Wienerberger AG, Wien, für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2010 bis zum 31. Dezember 2010 geprüft. Dieser Konzernabschluss umfasst die Konzernbilanz zum 31. Dezember 2010, die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, die Gesamtergebnisrechnung, die Konzerngeldflussrechnung und die Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das am 31. Dezember 2010 endende Geschäftsjahr sowie den Konzernanhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Konzernbuchführung sowie für die Aufstellung eines Konzernabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und der vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) der International Federation of Accountants (IFAC) herausgegebenen International Standards on Auditing (ISAs) durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzernabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2010, sowie der Ertragslage des Konzerns und der Zahlungsströme des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2010 bis zum 31. Dezember 2010 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind.

Aussagen zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 21. Februar 2011

ERKLÄRUNG DES VORSTANDS

Erklärung des Vorstands

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzern vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Wien, am 21. Februar 2011

Der Vorstand der Wienerberger AG

Heimo Scheuch CEO

Willy Van Riet CFO

Johann Windisch

COO

125

LAGEBERICHT Wienerberger AG

Lagebericht der Wienerberger AG 2010

1. Das Geschäftsjahr 2010

1.1 Organisationsstruktur und Geschäftsmodell

Die Wienerberger AG fungiert als Holding-Gesellschaft und übernimmt als Konzernmutter die Steuerung und Führung der operativen Geschäftsbereiche. Als Leitgesellschaft des Konzerns zeichnet sich der Vorstand und das Top Management Team der Wienerberger AG für die strategische Ausrichtung der gesamten Unternehmensgruppe aus und unterstützt das Management der lokalen Gesellschaften in allen relevanten Fragestellungen. Der Wienerberger AG kommt überdies die Verwaltung und aktive Bewirtschaftung des Liegenschaftsportfolios zu.

Die Tätigkeit des Vorstands basiert auf drei Grundelementen: dem eigenen Verantwortungsbereich, der Arbeit als Gesamtvorstand und dem Berichtswesen.

Im eigenen Verantwortungsbereich ist jedes Vorstandsmitglied umfassend in die jeweils relevanten strategischen und operativen Tätigkeiten involviert und dabei in ständigem Kontakt mit dem an ihn berichtenden Management. Über wesentliche Ereignisse werden die anderen Vorstandsmitglieder laufend informiert und einzelne Maßnahmen gemeinsam abgestimmt.

Grundlage für die Arbeit als Gesamtvorstand ist der regelmäßige Informationsaustausch. Dieser erfolgt formell in Vorstandssitzungen, die grundsätzlich einmal pro Woche stattfinden, sowie durch laufende Kommunikation auf informeller Ebene, Diese ist durch die räumliche Nähe - alle Vorstandsbüros sind nebeneinander angeordnet und durch ein gemeinsames Sekretariat miteinander verbunden - gewährleistet. In den Vorstandssitzungen wird das laufende Geschäft besprochen, insbesondere die aktuellen Entwicklungen von Nachfrage, Preisen und Kosten sowie die Kapazitätsauslastung der Werke. Notwendige Maßnahmen werden gemeinsam festgelegt, während die Umsetzung durch jedes Vorstandsmitglied gesondert in seinem Verantwortungsbereich erfolgt. Darüber hinaus werden im Rahmen der Vorstandssitzungen (falls erforderlich auch unter Beiziehung des zuständigen Managements) strategische Themen erörtert, wobei der Schwerpunkt auf der (Weiter-)Entwicklung von Märkten, Produkten und Technologien liegt. Weiters werden die durch den Aufsichtsrat genehmigungspflichtigen Geschäfte besprochen und die Anträge nach Beschlussfassung an diesen weitergeleitet. Die Beschlussfassung im Vorstand erfolgt nach Möglichkeit einstimmig, für Vertragsunterzeichnungen durch den Vorstand gilt das Vier-Augen-Prinzip.

Mit der Übernahme des Vorstandsvorsitzes durch Heimo Scheuch im September 2009 wurde der Vorstand von vier auf drei Mitglieder verkleinert. Damit verbunden war auch eine Vergrößerung der Verantwortungsbereiche jedes Einzelnen bei einer geringeren Gesamtvergütung des Vorstands, um zu untermauern, dass Kostenbewusstsein auch für den Vorstand höchste Priorität hat. Die operative und strategische Unternehmensführung ist auf die drei Vorstände aufgeteilt. Heimo Scheuch zeichnet für die Region Nordamerika sowie für Semmelrock. Steinzeug und den Bereich Immobilien verantwortlich. Johann Windisch steht als COO den Segmenten Zentral-Osteuropa, Zentral-Westeuropa und Nord-Westeuropa sowie Indien vor. Willy Van Riet ist neben seiner Funktion als Finanzvorstand auch für die Beteiligungen von Wienerberger zuständig.

Für die Regionen (Zentral-Osteuropa, Zentral-Westeuropa, Nord-Westeuropa, Nordamerika, Emerging Markets) zeichnet jeweils ein Bereichsdirektor (Executive Managing Director) für die operative Geschäftsführung auf Regions- und Produktebene verantwortlich. Deren Verantwortung erstreckt sich auf das operative Management der Region, die regionale Entwicklung der Produktgruppen sowie die Koordination des Zusammenspiels zwischen den operativen Ländereinheiten und den Produktgruppen. Ziel ist es, die Entscheidungswege zu verkürzen und durch die länderübergreifende Zusammenarbeit zusätzliche regions- sowie produktspezifische Synergien zu heben.

Als Beratungsorgan des Vorstands dient das Executive Committee. Es besteht aus dem Vorstand der Wienerberger AG und den vier Bereichsdirektoren. Die Bereichsdirektoren üben dabei eine beratende und unterstützende Funktion für den Vorstand in sämtlichen operativen und strategischen Belangen von Wienerberger aus.

Das Top Management Holding unterstützt den Vorstand bei der strategischen und organisatorischen Weiterentwicklung der Wienerberger Gruppe. Es stellt die erste Berichtsebene dar und besteht aus den Bereichsdirektoren (Executive Managing Directors) sowie den Leitern der Produktgruppen und der Corporate Services. Durch diese Organisationsstruktur wird eine enge Zusammenarbeit zwischen den Regionen und Produktgruppen gewährleistet, um länderübergreifende bzw. produktgruppenspezifische Synergien zu nutzen.

Die Steuerung des Unternehmens baut auf einem umfangreichen Berichtswesen auf. Zentrale Bedeutung hat dabei der Monatsbericht, der alle wesentlichen Detailinformationen zu den operativen Einheiten, insbesondere Gewinn- und Verlustrechnung je Land, Segment und Produktgruppe sowie Angaben zu Mengen-, Preis- und Kostenentwicklung, Working Capital und Investitionen enthält. Weiters erhält der Vorstand monatlich standardisierte Berichte über die Energie- und Finanzsituation sowie den Status der einzelnen Produkt- und Technologieprojekte. Quartalsweise erfolgt eine Konjunkturdatenerhebung in den einzelnen Ländern.

Wienerberger verfolgt seit Jahren eine Strategie der Maximierung von Cash-flows zur nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts. Strenge Grundsätze guter Unternehmensführung und Transparenz sowie die ständige Weiterentwicklung eines effizienten Systems der Unternehmenskontrolle bilden die Basis für diese Zielsetzung.

Gleiche und umfassende Information aller Aktionäre hat für uns Priorität. Zur Vermeidung von Insiderhandel ist im Unternehmen ein Compliance Code in Kraft, der die Bestimmungen Finanzmarktaufsichtsbehörde umsetzt. Zur Überwachung der Einhaltung ist ein Compliance Officer bestellt.

Im Oktober 2002 wurde der Österreichische Corporate Governance Kodex in Kraft gesetzt und mit Wirkung ab 1.1.2010 an das Aktienrechts-Anderungsgesetz 2009 sowie die Empfehlung der Europäischen Kommission vom 30.4.2009 zur Regelung der Vergütung von Mitgliedern der Unternehmensleitung börsennotierter Gesellschaften angepasst. Grundlage des Kodex sind die Vorschriften des österreichischen Aktien-, Börse- und Kapitalmarktrechts, die Empfehlungen der Europäischen Kommission hinsichtlich der Aufgaben des Aufsichtsrats und der Vergütung von Direktoren sowie die OECD-Richtlinien für Corporate Governance. Der Kodex ist ein Ordnungsrahmen für die Leitung und Überwachung eines Unternehmens. Wesentliche Grundsätze wie die Gleichbehandlung aller Aktionäre, Transparenz, die

Unabhängigkeit des Aufsichtsrats, offene Kommunikation zwischen Aufsichtsrat und Vorstand, die Vermeidung von Interessenkonflikten von Organen sowie eine effiziente Kontrolle durch Aufsichtsrat und Abschlussprüfer sollen das Vertrauen der Investoren in das Unternehmen und den Finanzplatz Österreich stärken. Der über die gesetzlichen Vorschriften hinausgehende Kodex erlangt durch freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen Geltung. Das Bekenntnis zum Kodex hat zur Folge, dass die Nichteinhaltung von C-Regeln ("comply or explain") zu begründen ist.

Wienerberger hat als eines der ersten Unternehmen ein Bekenntnis zum Österreichischen Corporate Governance Kodex (siehe www.corporate-governance.at) abgegeben und sich zur Beachtung seiner Regeln verpflichtet. Wienerberger erfüllte im Jahr 2010 alle Regeln (auch Empfehlungen) des Kodex in der Fassung Jänner 2010.

Die Umsetzung und Richtigkeit unserer öffentlichen Erklärungen wird von der KPMG Wirtschaftsprüfungs- und Steueratungs GmbH unter Anwendung der Regelungen der "International Federation of Accountants" für die Durchführung von Aufträgen zur prüferischen Durchsicht alle zwei Jahre evaluiert und darüber ein Bericht erstattet, der auf unserer Website eingesehen werden kann. Die letzte Evaluierung durch den Abschlussprüfer zur Einhaltung der Regeln des Kodex und der Richtigkeit der öffentlichen Berichterstattung für das Jahr 2010 hat ergeben, dass die öffentlichen Erklärungen über die Beachtung des Kodex zutreffend sind. Die Einhaltung der Bestimmungen des Kodex hinsichtlich des Abschlussprüfers wird ebenfalls im gleichen zweijährigen Rhythmus untersucht. Die Dorda Brugger Jordis Rechtsanwälte GmbH hat diesbezüglich für 2010 einen Bericht erstattet, der keine Beanstandungen ergeben hat und ebenfalls auf unserer Website veröffentlicht icht.

Die KPMG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs GmbH wurde von der 141. o. Hauptversammlung zum Konzern- und Einzelabschlussprüfer der Wienerberger AG bestellt. Neben dieser Tätigkeit ist KPMG mit ihren weltweiten Partnerbüros vereinzelt auch im Bereich der Steuer- und Finanzberatung für die Gruppe tätig.

Zur weiteren Verbesserung des Risikomanagements hat Wienerberger als Stabsstelle des Gesamtvorstands eine interne Revision eingerichtet. Auf Grundlage eines vom Vorstand genehmigten und mit dem Prüfungsausschuss abgestimmten Revisionsplans sowie einer konzernweiten Risikobewertung aller Unternehmensaktivitäten überprüfen der Vorstand und die interne Revision regelmäßig operative Prozesse auf Risikomanagement und Effizienzverbesserungsmöglichkeiten und überwachen die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen, interner Richtlinien und Prozesse. Darüber hinaus wurden zur Früherkennung und Überwachung von Risiken das Interne Kontrollsystem (IKS) in den vergangenen Jahren weiter ausgebaut, Maßnahmen gesetzt und deren Umsetzung überprüft. Über den Revisionsplan für das jeweilige Folgejahr und die Revisionsergebnisse berichtet die interne Revision laufend dem Vorstand und dem Prüfungsausschuss. Ein Management Letter des Abschlussprüfers sowie dessen Bericht über die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements im Konzern wurden dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats vorgelegt und im Aufsichtsrat ausführlich behandelt.

Die Anzahl der ausgegebenen Stammaktien der Wienerberger AG beträgt nach der Kapitalerhöhung im September 2009 insgesamt 117,5 Mio. Stück. Es existieren keine Vorzugsaktien oder Einschränkungen für die Stammaktien. Das Prinzip "One share - one vote" kommt somit voll zum Tragen. Gemäß österreichischem Übernahmegesetz ist sichergestellt, dass im Falle eines Übernahmeangebots (Pflichtangebot) jeder Aktionär den gleichen Preis für seine Wienerberger Aktien erhält. Die Wienerberger AG hat keinen Kernaktionär.

Im Sinne des Kodex stehen Vorstand und Aufsichtsrat, insbesondere deren Vorsitzende, in laufender, über die Aufsichtsratssitzungen hinausgehender Diskussion zur Entwicklung und strategischen Ausrichtung des Unternehmens. Zusätzlich übt der Aufsichtsrat seine Beratungs- und Kontrolltätigkeit je nach Bedeutung und fachlicher Zuordnung auch durch die folgenden vier Ausschüsse aus: Präsidium / Vergütungsausschuss, Strategieausschuss, Prüfungsausschuss sowie Personal- und Nominierungsausschuss. Die Geschäftsordnung des Aufsichtsrats ist auf unserer Website veröffentlicht.

Der Aufsichtsrat entscheidet in Fragen grundsätzlicher Bedeutung und über die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Es wurden folgende Ausschüsse eingerichtet: Das Präsidium vertritt die Unternehmensinteressen in allen Vorstandsangelegenheiten und fungiert als Vergütungsausschuss im Hinblick auf die Vorstandsbezüge. Aufgabe des Strategieausschusses ist es, die Strategie und Unternehmensentwicklung zu diskutieren, die Beschlussfassung in strategischen Belangen durch den Aufsichtsrat vorzubereiten und alle nicht dem gesamten Aufsichtsrat vorbehaltenen Angelegenheiten - insbesondere Investitionen, Akquisitionen und Liegenschaftsverkäufe zwischen 7,5 und 30 Mio. € - zu beschließen sowie in dringenden Fällen zu entscheiden. Der Prüfungsausschuss befasst sich vorbereitend für den Aufsichtsrat mit der Jahresabschlussprüfung des Konzerns und der Uberwachung der Rechnungslegung. Zusätzlich überwacht er die Wirksamkeit des internen Kontroll-, Revisions- und Risikomanagementsystems des Unternehmens und überprüft die Unabhängigkeit und die durch "Peer Reviews" kontrollierte Qualifikation des Abschlussprüfers. Harald Nograsek ist als Finanzexperte Mitglied des Prüfungsausschusses. Der Personal- und Nominierungsausschuss ist für die Vorbereitung sämtlicher Vorstandsbzw. Aufsichtsratsbestellungen zuständig. Er unterbreitet dem Aufsichtsrat Wahlvorschläge, welche der Hauptversammlung zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Vor der Bestellung von Vorstandsmitgliedern hat der Personal- und Nominierungsausschuss ein Anforderungsprofil zu verfassen sowie auf Basis eines definierten Besetzungsverfahrens und der Nachfolgeplanung die Entscheidung des Aufsichtsrats vorzubereiten. Weiters beschließt er die Bedingungen von Vergütungsschemata für Führungskräfte des Konzerns. Zwischen 2002 und 2008 wurden im Rahmen eines Aktienoptionsplans jährlich Optionen ausgegeben. Im Jahr 2009 wurde der bestehende Aktienoptionsplan aufgrund der geänderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als nicht mehr zeitgemäßes und taugliches Mittel zur Incentivierung des Vorstands und Managements erachtet und daher eingestellt. Um die Ausrichtung des Vorstands und Managements mit der Sichtweise unserer Aktionäre zu synchronisieren, wurde 2010 im Sinne der nachhaltigen Unternehmensentwicklung ein "Long Term Incentive (LTI)"-Programm, ein zum Aktienoptionsplan alternatives Modell zur mittelund langfristigen Incentivierung, umgesetzt. Zukünftig orientiert sich die langfristige Vergütung der Mitglieder des Vorstands und des Managements am CFROI, einer Kennzahl, die die Wertsteigerung des Unternehmens widerspiegelt. Wienerberger nimmt mit diesem Programm eine Vorreiterrolle in Österreich ein und trägt der Forderung des Österreichischen Corporate Governance Kodex nach einem auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Vergütungssystem für Vorstand und Management vollumfassend Rechnung.

Die Mitbestimmung der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat und in dessen Ausschüssen ist durch Einrichtung eines Betriebsrats ein gesetzlich geregelter Teil des österreichischen Corporate Governance Systems. Die Arbeitnehmervertretung ist gemäß Arbeitsverfassungsgesetz berechtigt, in den Aufsichtsrat und die Ausschüsse einer

Aktiengesellschaft für je zwei von der Hauptversammlung gewählte Aufsichtsratsmitglieder (Kapitalvertreter) ein Mitglied aus ihren Reihen zu entsenden.

Der Corporate Governance Kodex sieht vor, dass die Mehrheit der Kapitalvertreter im Aufsichtsrat unabhängig sein soll. Ein Aufsichtsratsmitglied ist als unabhängig anzusehen, wenn es in keiner geschäftlichen oder persönlichen Beziehung zu der Gesellschaft oder deren Vorstand steht, die einen materiellen Interessenkonflikt begründet und daher geeignet ist, das Verhalten des Mitglieds zu beeinflussen. Dieser Leitlinie folgend hat der Aufsichtsrat der Wienerberger AG in Anlehnung an Anhang 1 des Corporate Governance Kodex in der Fassung Jänner 2010 sechs Kriterien festgelegt, bei deren Erfüllung ein Aufsichtsratsmitglied als unabhängig anzusehen ist. Ein Aufsichtsratsmitglied ist unabhängig, wenn es in den vergangenen fünf Jahren nicht Mitglied des Vorstands oder leitender Angestellter der Wienerberger AG oder eines Konzernunternehmens der Wienerberger AG war, zur Wienerberger AG oder einem Konzernunternehmen der Wienerberger AG kein Geschäftsverhältnis in einem für das Aufsichtsratsmitglied bedeutenden Umfang unterhält (dies gilt auch für Geschäftsverhältnisse mit Unternehmen, an welchen das Aufsichtsratsmitglied ein erhebliches wirtschaftliches Interesse hat), in den letzten drei Jahren nicht Abschlussprüfer der Wienerberger AG oder Beteiligter oder Angestellter der prüfenden Prüfungsgesellschaft war, nicht Vorstand in einer anderen Gesellschaft ist, in der ein Vorstandsmitglied der Wienerberger AG Aufsichtsratsmitglied ist, dem Aufsichtsrat bisher nicht länger als 15 Jahre angehört sowie kein enger Familienangehöriger eines Vorstandsmitglieds der Wienerberger AG oder von Personen ist, die sich in einer zuvor genannten Position befinden. Alle Kapitalvertreter im Aufsichtsrat haben in der Sitzung vom 21. Februar 2011 erneut ihre Unabhängigkeit gemäß diesen Kriterien erklärt. Die Unabhängigkeitskriterien sind im Detail auf unserer Website veröffentlicht.

Es wurden keine Kredite an Aufsichtsratsmitglieder oder Vorstände vergeben.

1.2 Das globale Umfeld 2010

Die Auswirkungen der Finanzkrise waren auch in 2010 noch deutlich zu spüren. Nachdem die Weltbank einen verhaltenen Ausblick für das Jahr veröffentlicht hatte, mehrten sich die Anzeichen dafür, dass das wirtschaftliche Umfeld weiterhin schwierig bleiben wird. Die erhofften Stützungseffekte der noch im Jahr zuvor in Milliardenhöhe geschnürten staatlichen Konjunkturpakete traten in dem erwarteten Umfang nicht ein. Die USA sahen sich mit einem möglichen "Double Dip"-Szenario konfrontiert, und die Rettung Griechenlands vor einer Staatspleite löste eine Schulden- und in weiterer Folge eine Währungskrise in Europa aus. Für das Gesamtjahr wiesen die USA ein verhaltenes BIP-Wachstum von 2,7 % aus, und die Konjunktur der EU-27 erholte sich mit 1,8 % nur leicht. Die exportgetriebene japanische Wirtschaft kam durch die Aufwertung ihrer Währung und den schwachen Privatkonsum stark unter Druck und wies ein BIP-Wachstum von 3,5 % auf. Nur der asiatische Raum, allen voran China, zeigte sich von den Entwicklungen in den USA und in Europa unberührt und steigerte die Wirtschaftsleistung um 10.5 %.

Im Laufe des zweiten Quartals 2010 wurde vermehrt spürbar, dass die konjunkturellen Hilfspakete nicht den erwarteten Wirtschaftsaufschwung auslösten und einzig zu den bestehenden Haushaltsdefiziten eine enorme Neuverschuldung der EU-Staaten dazukam. Die von der Europäischen Kommission zur Budgetsanierung ermahnten Volkswirtschaften verkündeten infolgedessen massive Sparmaßnahmen bei öffentlichen Ausgaben. Negativ wirkte sich das auch auf die bereits prekäre Situation am Arbeitsmarkt und auf das angeschlagene Konsumentenvertrauen aus, was wiederum den Konjunkturaufschwung

dämpfte. Mit der Rettung Griechenlands vor einer Staatspleite und der Zuspitzung der Probleme in Portugal, Spanien und Irland schlitterte die europäische Währungsunion in eine Schuldenkrise. Dies übte starken Druck auf die Gemeinschaftswährung aus, und um den Euro und die Europäische Union aus der Misere zu holen, wurde ein Notfallspaket für angeschlagene EU-Länder in Höhe von 750 Milliarden € geschnürt. Dies spiegelte sich auch im positiven BIP-Wachstum in Westeuropa wider. Die Wirtschaft in Großbritannien erholte sich von -5,0 % auf 1,8 %, in Frankreich von -2,6 % auf 1,6 %, in Italien von -5,0 % auf 1,1 %, in den Niederlanden von -3,9 % auf 1,7 % und in Belgien von -2,8 % auf 2,0 %. Allen voran entwickelte sich die Wirtschaft Deutschlands von -4.7 % auf beachtliche 3.7 %.

Während sich in Westeuropa die Wirtschaft wieder erholte, litt Osteuropa, welches als letzte Region in Europa die Finanzkrise zu spüren bekam, auch 2010 an deren Auswirkungen. In 2010 zeichnete sich weder eine Entspannung am Arbeitsmarkt noch eine Erleichterung in der Kreditvergabe ab. Die Visibilität auf die weitere Marktentwicklung blieb stark eingeschränkt. Dennoch zeigten sich in Osteuropa unterschiedliche wirtschaftliche Tendenzen: In der Slowakei sorgten die leicht bessere wirtschaftliche Lage der Partnerländer und Investitionen in Infrastrukturprojekte für einen Konjunkturaufschwung von -4,8 % auf 4,1 %. Auch in Polen erholte sich die Wirtschaft getrieben durch die starke Binnennachfrage von 1,7 % auf 3,5 %. Die Wirtschaftsleistung Tschechiens ist aufgrund einer gesunden Industriebasis von -4,1 % auf 2,4 % gestiegen. Eine deutliche Verbesserung zeigte Slowenien mit einem BIP-Wachstum von -8,1 % auf 1,1 % und Ungarn von -6,7 % auf 1,1 %. In einer Rezession befanden sich unverändert Bulgarien mit -0.1 %. Kroatien mit -1.8 % sowie Rumänien mit -1.9 %.

Quelle: EU-Kommission, EUROSTAT, OECD (BIP-Prognose, Dezember 2010)

Der schneereichste Winter seit mehr als 20 Jahren hat in den ersten Monaten nur eine sehr eingeschränkte Bautätigkeit zugelassen. Die aufgrund der Griechenlandkrise in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückten hohen Staatsverschuldungen in Europa führten zu umfangreichen Sparpaketen. Daraus resultierte eine zunehmende Verunsicherung sowie sinkendes Konsumentenvertrauen und eine nach wie vor hohe Arbeitslosigkeit. Euroconstruct revidierte daher Ende Juni die Prognosen für den europäischen Wohnungsneubau von zuvor -2,2 % auf -4,0 % für 2010 nach unten. Im dritten Quartal hat sich in Westeuropa die Stabilisierungstendenz bestätigt. In Großbritannien und in Deutschland hat sich der Wohnungsneubau leicht erholt. Die Nachfrage nach Baustoffen hat sich in Frankreich und in

Belgien stabilisiert, nur die Niederlande und Italien waren weiterhin rückläufig. Insgesamt blieben die Baubeginne je tausend Einwohner in Westeuropa mit 3,04 auf dem Vorjahrsniveau.

In Zentral-Osteuropa blieben die Märkte weiterhin schwierig, und im Großteil der Länder war keine sichtbare Bodenbildung in der Nachfrage nach Baustoffen erkennbar. Während sich in Polen der Rückgang in der Nachfrage nach Baustoffen nach den Sommermonaten abflachte, blieben Tschechien, Slowakei und Ungarn auf niedrigem Niveau. Auch in Bulgarien und in Rumänien hat sich die Abschwächung weiter fortgesetzt. Insgesamt waren in diesen Ländern 2010 weitere Rückgänge in der Bautätigkeit zu verzeichnen.

Nach der Krise 2009 war 2010 für den Wohnungsneubau ein Übergangsjahr. Diese Entwicklung spiegelte sich auch im Construction Confidence Index (CCI), einem Gradmesser für die erwartete Entwicklung der Bauindustrie, wider. Westeuropa stabilisierte sich auf sehr niedrigem Niveau, wobei es in den für Wienerberger wichtigsten Märkten wie Belgien, Großbritannien, Frankreich und Deutschland zu einer leichten Erholung kam. In Osteuropa war noch keine Bodenbildung erkennbar, und das angeschlagene Konsumentenvertrauen litt unter der Unsicherheit über die weitere Entwicklung des wirtschaftlichen Umfelds. Mittelfristig sehen wir dennoch starkes Wachstumspotenzial aufgrund des großen Nachholbedarfs in dieser Region.

1990 1991 1992 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2007 2008 2007 2008 2010

Auch in den USA ist die erhoffte Erholung und der Konjunkturaufschwung nicht eingetreten. Vielmehr stieg die Angst vor einem "Double Dip"-Szenario, und die hohe Staatsverschuldung rückte in den Mittelpunkt der internationalen Aufmerksamkeit. Um dem möglichen Abschwung entgegenzuwirken, beließ die US-Notenbank FED auch 2010 den Leitzins zwar auf der historisch niedrigen Spanne von 0 bis 0,25 %, aber trotz Gewinnmeldungen der großen US-Banken blieb die Kreditvergabe an kleine Unternehmen und Immobilien-Erstkäufer sehr restriktiv. Die von der NAHB (National Association of Home Builders) zu Jahresbeginn prognostizierten Baubeginne für 2010 von 700.000 Einheiten wurden im Juni auf 600.000 Einheiten nach unten revidiert, nachdem die Baubeginne durch den im April ausgelaufenen Steuervorteil für Erstkäufer im Mai signifikant zurückgegangen waren. Die mäßige Arbeitsmarkterholung und die angespannte finanzielle Lage vieler Verbraucher nahmen sowohl der Neubautätigkeit als auch dem Abbau des Bestands unverkaufter Häuser am Immobilienmarkt jegliche Belebung. Auch im vierten Quartal kam es zu keiner nennenswerten Veränderung, da die Konsumenten wegen der im November stattgefundenen US-Kongresswahlen zurückhaltend agierten. Insgesamt verzeichneten die US-Baubeginne einen leichten Anstieg von 6 % auf 586.000 Einheiten (oder 1,88 je 1.000

Einwohner). Der Gesamtbestand an unverkauften Häusern blieb mit 3,5 Mio. Einheiten auf Vorjahresniveau. Dies entspricht einer Bedarfsdeckung von 8,1 Monaten.

1.3 Geschäftsergebnis 2010

Die Wienerberger AG konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010 eine deutliche Ergebnisverbesserung verzeichnen. Trotz eines leichten Rückgangs der Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr führte die Steigerung der sonstigen Erträge sowie der Wegfall der Einmaleffekte im Zusammenhang mit der 2009 durchgeführten Kapitalerhöhung zu einer erheblichen Verbesserung des Betriebsergebnisses auf 11.1 Mio. € (2009: -34.3 Mio. €). Nach Berücksichtigung des Finanzergebnisses von 113,2 Mio. €, dessen Steigerung vorwiegend aus deutlich höheren Beteiligungserträgen resultiert, ergibt sich für das Geschäftsjahr 2010 ein Jahresüberschuss in Höhe von 127,2 Mio. € (Jahresfehlbetrag 2009: 92,2 Mio. €).

Gewinn- und Verlustrechung (in TEUR) 2010 2009
Umsatzerlöse 33.942 35.493
sonstige betriebliche Erträge 52.967 33.810
Materialaufwand und Aufwand für bez.
Leistungen -1.102 -1.027
Personalaufwand -16.962 -19.842
Abschreibungen -3.436 -4 719
sonstige betriebliche Aufwendungen -54.288 -77.973
Betriebsergebnis (EBIT) 11.121 -34-258
Finanzergebnis 113.197 -62.334
Ergebnis vor Steuern 124.318 -96.592
Steuern 2.926 4.437
Ergebnis nach Steuern 127.244 -92.155

1.3.1 Umsatzentwicklung und Ertragslage

Die Umsatzerlöse der Wienerberger AG verringerten sich im Jahr 2010 geringfügig um 4,4 % auf 33,9 Mio. € (2009: 35,5 Mio. €). Vor dem Hintergrund der anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hat sich der Umsatz nach der deutlichen Reduktion in 2009 konsolidiert.

Umsatzerlöse (in TEUR) 2010 2009
i Lizenzerlöse 23.319 24.457
IT Erlöse 7.056 7.206
Engineering Erlöse 2.309 2.447
sonstige Erlöse 1.258 1.383

Bei den Lizenzerlösen, die auf Basis der lokalen Umsatzerlöse bemessen werden, wurde gegenüber dem Vorjahr ein moderater Rückgang von 4,7 % auf 23,3 Mio. € verzeichnet (2009: 24,5 Mio. €). Die IT-Umsatzerlöse blieben im Jahr 2010 mangels wesentlicher Akquisitionen und anderer anorganischer Wachstumsprojekte während der vorangegangenen Wirtschaftsjahre auf niedrigem Niveau und reduzierten sich geringfügig um 2,1 % von 7,2 Mio. € auf 7,1 Mio. €.

Der Fokus der Engineering-Abteilung der Wienerberger AG lag in den vergangenen beiden Jahren vorrangig auf der Optimierung von Kostenstrukturen und der Verbesserung der Energieeffizienz bestehender Werke. Verglichen mit Engineering-Umsätzen in Höhe von 2,4 Mio. € im Vorjahr wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr etwas geringere Umsatzerlöse von 2,3 Mio. € verbucht. Dies entspricht einem Rückgang von 5,6 %.

Die sonstigen betrieblichen Erträge beliefen sich im Jahr 2010 auf 53 Mio. € (2009: 33,8 Mio. €). Der Anstieg der sonstigen Erträge um 56,7 % ist im Wesentlichen auf deutlich höhere Erträge aus Wechselkursdifferenzen und den Verkauf von CO2-Zertifikaten zurückzuführen. Aufgrund der Realisierung von Währungsgewinnen im Zuge des Auslaufens von Derivaten in US-Dollar und Kredittilgungen im kanadischen Dollar ergab sich für das vergangene Geschäftsjahr ein Ertrag aus Wechselkursdifferenzen in Höhe von 14,8 Mio. € nach 0.5 Mio. € im Jahr 2009.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verringerten sich von 78 Mio. € in 2009 auf 54,3 Mio. € im abgelaufenen Geschäftsjahr. Die wesentlich höheren Aufwendungen im Vorjahr resultierten in erster Linie aus Einmaleffekten im Zusammenhang mit der durchgeführten Kapitalerhöhung, die im Vorjahr zu einer deutlichen Erhöhung des Rechtsund Beratungsaufwandes, der Bankspesen und des sonstigen Steueraufwands aufgrund der zu entrichtenden Gesellschaftssteuer führte. Dem Wegfall dieses Sondereffekts aus dem Vorjahr stehen in 2010 höhere Kursaufwendungen, die mit 1,6 Mio. € (2009: 0,1 Mio. €) zu Buche schlagen, sowie gestiegene Werbeaufwendungen gegenüber.

1.3.2 Beteiligungserträge

Die Wienerberger AG verbuchte im Jahr 2010 Beteiligungserträge in Höhe von 152 Mio. € nach einem Ertrag von 3 Mio. € im Vorjahr. Der überwiegende Teil der in 2010 ausgewiesenen Beteiligungserträge stammt aus der Ausschüttung einbehaltener Gewinne von österreichischen Tochterunternehmen der Wienerberger AG.

1.3.3 Beteiligungsbewertung

Im Geschäftsjahr 2010 wurden keine Beteiligungszuschreibungen vorgenommen (2009: 43,9 Mio. €). In den Erträgen aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlaufvermögens sind Bewertungserlöse aus Derivaten in Höhe von 1,7 Mio. € (2009: 6,3 Mio. €) berücksichtigt.

Die Abschreibungen auf Beteiligungen an verbundenen Unternehmen beliefen sich im vergangenen Berichtsjahr auf 1,4 Mio. €. Im Vorjahr wurden Beteiligungsabschreibungen in Höhe von 91,9 Mio. € vorgenommen. Nähere Details sind dem Anhang zu entnehmen.

1.3.4 Zinsergebnis

Der Zinsertrag aus Bankguthaben lag mit 0,4 Mio. € in 2010 unter dem Vorjahreswert von 5,4 Mio. €. Der rückläufige Ertrag ist auf die Reduktion des Guthabenstandes durch die Ausgaben im Zusammenhang mit den im vergangenen Geschäftsjahr vorgenommen Akquisitionen zurückzuführen. Insgesamt ergab sich für das Jahr 2010 ein Zinsertrag von 33,6 Mio. € nach 42,6 Mio. € im Vorjahr. Demgegenüber standen Zinsaufwendungen auf Vorjahresniveau in Höhe von 70,1 Mio. € (2009: 70,6 Mio. €). Die im März des vergangenen Geschäftsjahres getroffenen Finanzierungsmaßnahmen spiegelten sich in der Reduktion des kurzfristigen Zinsaufwandes gegenüber Banken von 17,6 Mio. € im Vorjahr auf 10,7 Mio. € und der gleichzeitigen Erhöhung des Zinsaufwandes für Anleihen von 19,2 Mio. € auf 24,8 Mio. € wider. Der Zinsaufwand in Verbindung mit der Hybridanleihe belief sich analog zu 2009 auf 32.5 Mio. €.

Bilanzentwicklung (Werte in TEUR) 2010 2009
Immaterielles Anlagevermögen 10.079 12-253
Sachanlagen 21.022 21.862
Finanzanlagen 2.662.221 2.532.624
Forderungen und sonstiges Umlaufvermögen 776.283 772.789
Wertpapiere und eigene Anteile 1.623 14.232
Kassa und Bankguthaben 10.056 40.128
Bilanzsumme 3.481.284 3.393.888
Eigenkapital 2.294.735 2.167.192
Unversteuerte Rücklagen 7.735 8.034
Rückstellungen 26.899 24.373
Verbindlichkeiten 1.151.915 1.194.289

1.4 Vermögenslage

Im Jahr 2010 stieg die Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr um 2,6 % auf 3.481,3 Mio. € (2009: 3.393,9 Mio. €). Die Erhöhung der Bilanzsumme resultiert in erster Linie aus dem Jahresüberschuss 2010 und einem gegenläufigen Effekt durch die Reduktion der

Finanzverbindlichkeiten im vergangenen Geschäftsjahr. Die Bilanzstruktur der Wienerberger AG ist charakteristisch für eine Konzernmutter durch einen hohen Anteil des Finanzanlagevermögens am Gesamtvermögen und langfristige Finanzierungskomponenten sowohl aus Eigen- als auch Fremdmitteln geprägt.

Der Anteil des Finanzanlagevermögens am Gesamtvermögen erhöhte sich leicht von 74,6 % im Vorjahr auf 76,5 %, während sich die Anteile des Sachanlagevermögens sowie der immateriellen Vermögensgegenstände geringfügig verringerten. Sowohl Sachanlagen als auch immaterielle Vermögensgegenstände belaufen sich auf unter 1 % des Gesamtvermögens. Der Anstieg des Finanzanlagevermögens ist einerseits auf die Akquisition der Steinzeug Gruppe und den Ausbau der Beteiligung an der Semmelrock Gruppe, andererseits auf Kapitalerhöhungen bei Tochtergesellschaften der Wienerberger AG zurückzuführen. Das Working Capital, das sich durch die Formel Vorräte zuzüglich Kundenforderungen abzüglich Lieferverbindlichkeiten errechnet, drehte im vergangenen Geschäftsjahr von 6,2 Mio. € im Vorjahr auf -1,1 Mio. € und reduzierte sich somit um mehr als 100 %. Der wesentliche Effekt stammt dabei aus dem Rückgang der Forderungen und Leistungen von 7,1 Mio. € auf 0,2 Mio. €. Die liquiden Mittel, bestehend aus Kassa und Bankguthaben, verringerten sich in Folge der Ausgaben für die in 2010 getätigten Akquisitionen von 40,1 Mio. € auf 10,1 Mio. €. Der Bestand eigener Aktien, ausgewiesen in der Position Wertpapiere und eigene Anteile im Umlaufvermögen, reduzierte sich nach dem Übertrag von 1 Mio. Wienerberger Aktien im Zusammenhang mit der Aufstockung des Anteils an der Semmelrock Gruppe auf 100 % von 14,2 Mio. € im Vorjahr auf einen Wert von 1,6 Mio. € per Ende 2010.

Das Eigenkapital erhöhte sich im vergangenen Geschäftsjahr aufgrund des Jahresüberschusses von einem Wert von 2.167,2 Mio. € in 2009 auf 2.294,7 Mio. €. Der Stand des Eigenkapitals per 31.12.2010 entspricht einer Eigenkapitalquote von 66 % (2009: 64 %). Die Rückstellungen stiegen im Jahr 2010 um 10.4 % von 24.4 Mio. € auf 26,9 Mio. €. Der Grund für den höheren Rückstellungsstand per Ende 2010 lag vor allem in der Erhöhung der sonstigen Rückstellungen nach Dotierung einer Rückstellung in Höhe von 5 Mio. € für eine mögliche Kompensationszahlung aus der eigenen Aktien an die Verkäufer der Anteile an der Semmelrock Gruppe sowie in der im Vergleich zu 2009 um 21 % höher dotierten Abfertigungsrückstellung. Die sonstigen Verbindlichkeiten veränderten sich gegenüber dem Vorjahr nur unwesentlich und beliefen sich per 31.12.2010 auf 54,7 Mio. € (2009: 54,7 Mio. €). Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ergab sich im Jahr 2010 eine Erhöhung von 0,9 Mio. € auf 1,3 Mio. €. Unter Berücksichtigung der Veränderung von Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sank der Verbindlichkeitenstand in Summe um 3,5 % von 1.194,3 Mio. € auf 1.151,9 Mio € per Ende 2010.

1.5 Finanzierung

Die gestiegene Bedeutung von Finanzierungsmaßnahmen über den Kapitalmarkt neben und anstelle von klassischer Bankenfinanzierung manifestierte sich bei der Wienerberger AG in der Emission der neuen Unternehmensanleihe im März des vergangenen Geschäftsjahres. Durch die erfolgreiche Platzierung der Anleihe mit einer Laufzeit von 44 Jahren und einem Volumen von 250 Mio. € konnte der mittelfristige Refinanzierungsbedarf reduziert und das Fälligkeitsprofil der Verschuldung verbessert werden.

Die Mittel aus der Neuemission wurden einerseits zum Rückkauf eines Teils der in 2005 begebenen Anleihe und andererseits zur Rückzahlung anderer Finanzverbindlichkeiten verwendet. Diese Maßnahmen spiegeln sich in der Erhöhung der Verbindlichkeiten gegenüber Anleihenzeichnern und einer deutlichen Reduktion der lang- und kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von 233,1 Mio. € in 2009 auf 82 Mio. € wider. In Summe verringerten sich die Finanzverbindlichkeiten der Wienerberger AG im Jahr 2010 um 3,7 % von 1.133,1 Mio. € auf 1.091,2 Mio. €.

Die Position Anleihen setzt sich aus dem in 2005 begebenen Senior Bond mit einer Laufzeit von 7 Jahren und einem Stand nach der Teiltilgung von 259,2 Mio. €, der Hybridanleihe in Höhe von 500 Mio. € und der im vergangenen Geschäftsjahr neu begebenen Anleihe in Höhe von 250 Mio. € zusammen. Die Restlaufzeiten der Finanzverbindlichkeiten sowie der sonstigen Verbindlichkeiten sind den Anhangsangaben unter Punkt 8 Verbindlichkeiten zu entnehmen.

Bilanzkennzahlen 2010 2009
Eigenkapitalquote 66 % 64 %
Nettoverschuldung (in TEUR) 33.762 333.971
Gearing 15 % 15 %
Working Capital (in TEUR) -1.134 6.1941
Berechnung Nettoverschuldung (Werte in TEUR) 2010 2009
Finanzverbindlichkeiten 1.091.218 1.133.139
Wertpapiere und sonst. fin. Vermögenswerte 1.623 14.232
Fin. Ford./Verb. verbundene Unternehmen 745.777 744.808
Kassa und Bankguthaben 10.056 40.128
Nettoverschuldung 333.762 333.971

1.6 Mitarbeiter und Corporate Responsibility

Wienerberger beschäftigte im Jahr 2010 durchschnittlich 11.848 Mitarbeiter gegenüber 12.676 im Jahr zuvor. Der Rückgang von rund 7 % erklärt sich vor allem durch Werksschließungen in der zweiten Jahreshälfte 2009, die aufgrund der Wirtschaftskrise notwendig wurden. Der damit verbundene erforderliche Personalabbau wird erst in den Mitarbeiterzahlen 2010 zur Gänze reflektiert. Die Leistungskennzahlen des Unternehmens zeigen eine Steigerung der Produktivität und verdeutlichen damit den seit dem zweiten Quartal realisierten Turnaround: Der Umsatz je Mitarbeiter konnte im Gesamtjahr 2010 um 3 % auf rund 147.300 € gesteigert werden, und das operative EBITDA je Mitarbeiter erhöhte sich um 8 % auf etwa 17.800 €.

Matarlattar nach Bereichen

2 Zemind-Westenropa 17% 3 Nord-Wistminstel 34% 4 Nurdamerika 9 % 5 Beteiligungen mad Soustiges 2 9

Human Resources bei Wienerberger

Professionelle Personalentwicklung und gezielte Förderung des Humankapitals sind Schlüsselfaktoren des Unternehmenserfolgs. Entsprechend unserer Struktur erfolgt die strategische Steuerung der überregional relevanten Personalthemen zentral durch Corporate Human Resources, während die lokalen personalpolitischen Themen sowie deren Umsetzung

Aufgabe der Ländergesellschaften ist. Dabei konzentrieren wir uns verstärkt auf gruppenweite Vernetzung sowie internationalen Wissenstransfer, die Unterstützung zukünftiger Verantwortungsträger und die Vorbereitung von Talenten auf Managementaufgaben.

Wienerberger ist sich der Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeitern bewusst und nimmt diese sehr ernst. Insbesondere die Sicherheit im Arbeitsalltag ist Wienerberger ein großes Anliegen. Aus diesem Grund wurde 2010 im Rahmen des "Health & Safety"-Programms ein Sicherheitsstandard in allen Werken weltweit eingeführt. Einheitliche Sicherheitsstandards wurden für alle Länder entwickelt, und von einem verstärkten "Best Practice"-Austausch erwarten wir uns eine weitere Verbesserung der Arbeitssicherheit.

Wienerberger ist den Prinzipien der Nachhaltigkeit, der multikulturellen Vielfalt und dem unternehmerischen Denken verpflichtet. An diesen Richtlinien orientiert sich auch unsere Personalpolitik. Bei der Erfüllung unserer Aufgaben legen wir größten Wert auf intensive Kommunikation und Transparenz auf allen Ebenen im Unternehmen. Die Ausbildung und Identifikation der Mitarbeiter mit den gemeinsamen Werten ist uns ein zentrales Anliegen und wurde im Jahr 2010 mit diversen Maßnahmen zur Förderung und Vernetzung weiterverfolgt.

Wienerberger Ausbildungsakademie

Das im Jahr 2004 eingeführte "Ambassador Programm" dient der Weiterbildung unserer zukünftigen Führungskräfte. Im Rahmen dieser modular aufgebauten Fortbildung in den Bereichen Fach-, Sozial- und Methodenkompetenz werden Manager geschult, um anschließend als Botschafter in den Tochtergesellschaften zu fungieren und das erlangte Know-how sowie den "Wienerberger Spirit" im Konzern zu verbreiten. Nach dem großen Erfolg in den vergangenen Jahren ist für 2011 ein neuer Zyklus geplant, bei dem strategische Aspekte noch stärker einfließen werden.

Mit der "Wienerberger Technikakademie" wurde eine dauerhafte Einrichtung zur Weiterbildung in verschiedenen technischen Fachgebieten geschaffen, um durch interne Ausbildung den nachhaltigen Erfolg des Unternehmens zu gewährleisten. Der Fokus dieser Ausbildungsreihe liegt vor allem auf keramischer Produkt- und Herstellungstechnologie. Länderübergreifend wird internes Know-how in den Bereichen Rohstoffe, Aufbereitung, Trocken- und Brenntechnik sowie Qualitätsanalyse von unseren Experten an technische Mitarbeiter weitergegeben. Im Rahmen der Module der neuen "Wienerberger Technikakademie Advanced" wurden mit Themen wie Energie- und Kosteneffizienz neue inhaltliche Schwerpunkte gesetzt. Ziel ist der Ausbau sowie die langfristige Sicherung unseres Wettbewerbsvorteils im Engineering. Als Ergänzung zu diesen Ausbildungsreihen wurde der "Wienerberger Werksleiterlehrgang" auch im Jahr 2010 weitergeführt. Zurzeit gibt es 33 Teilnehmer aus 16 Ländern, die diesen Lehrgang, der von speziell geschulten Wienerberger Trainern geführt wird, absolvieren. In drei Modulen an jeweils wechselnden Standorten werden die Bereiche Technik, Wirtschaft sowie Führung abgedeckt und somit eine weitere Plattform für globalen Wissensaustausch und Vernetzung geboten.

Eines der zentralen Unternehmensziele ist es, die Marketing- und Vertriebsaktivitäten zu forcieren und die Bindung zu unseren Kunden weiter zu stärken. Um unsere Mitarbeiter dabei bestmöglich zu unterstützen, wurde in 2010 eine Vertriebsausbildungsoffensive, die sogenannte "Vertriebsakademie", für Führungskräfte, Vertriebsmitarbeiter und Produktmanager gestartet. Ziel dieser Offensive ist es, die Vertriebstätigkeiten in den verschiedenen Ländern zu stärken und weiter zu verbessern. Dies wird insbesondere durch die Vernetzung von Wissen und einen regen Ideenaustausch umgesetzt.

Aktuell werden Strukturen und Prozesse für "Talent Management" in der Wienerberger Gruppe definiert. Ziel ist es, Talente für Positionen im Senior Management zu identifizieren und an Schlüsselpositionen heranzuführen. Dadurch erhalten engagierte Mitarbeiter mit entsprechendem Potenzial die Möglichkeit sich weiterzuentwickeln, während für Wienerberger eine interne Nachbesetzung von Führungspositionen möglich und nachhaltige Qualitätssicherung im Management gewährleistet wird.

Instrumente zur nachhaltigen Unternehmensentwicklung

Zur Motivation und Identifikation mit den Unternehmenszielen erhält das Wienerberger Management einen Bezug, der sich aus fixen und variablen Bestandteilen zusammensetzt. Im Sinne einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung und zur Synchronisierung der Ausrichtung des Managements mit der Sichtweise unserer Aktionäre wurde 2010 ein "Long Term Incentive (LTI)"-Programm, ein zum Aktienoptionsplan alternatives Modell zur mittelund langfristigen Incentivierung des Managements, umgesetzt. Zukünftig werden Vorstände und Mitglieder des Managements am CFROI, einer Kennzahl, die sowohl die Performance als auch die Wertsteigerung des Unternehmens angibt, gemessen. Dieses Instrument entspricht internationalen Corporate Governance Standards für die Vergütung des Top Managements, und Wienerberger nimmt in Österreich mit der Einführung dieses nachhaltigen, langfristig orientierten Vergütungsprogramms eine Vorreiterrolle ein.

Corporate Responsibility

Wienerberger versteht die Wirtschaft als integrierten Teil der Gesellschaft, deren Aufgabe es ist, dem Menschen zu dienen und Nutzen zu stiften. Wir nehmen unsere Rolle als verantwortungsbewusstes Mitglied der Gesellschaft sehr ernst. Verantwortung bedeutet für uns, offen und transparent zu kommunizieren, wirtschaftliche Rahmenbedingungen mitzugestalten, für unser Handeln persönlich einzustehen und als zuverlässiges und wertvolles Mitglied der Gesellschaft zu agieren.

Mit der Unterzeichnung einer Sozialcharta verpflichtete sich Wienerberger bereits im Jahr 2001 zur Einhaltung der Empfehlungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) in Genf und zu sozialem Fortschritt. Als logische Konsequenz folgte 2003 das Bekenntnis zum UN Global Compact - einer 1999 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufenen Initiative zur Förderung von ethischem Unternehmensverhalten (Good Corporate Citizenship). Mittlerweile umfasst der UN Global Compact zehn Leitprinzipien aus den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsstandards, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung. Unternehmen, die dieser Initiative beitreten, verpflichten sich freiwillig zur Beachtung der Grundsätze, die auf der Website des UN Global Compact unter www.unglobalcompact.org einzusehen sind.

Das Bekenntnis zur Einhaltung aller anwendbaren nationalen und internationalen Rechtsnormen ist für uns selbstverständlich ebenfalls ein wichtiger Teil gelebter gesellschaftlicher Verantwortung. Regelkonformes Verhalten auf allen Ebenen ist die Basis ordnungsgemäßer Unternehmensführung. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Prävention von korruptem oder wettbewerbswidrigem Verhalten.

Als Mitglied unterschiedlichster europäischer und nationaler Interessenverbände, Plattformen sowie technischer Ausschüsse beteiligt sich Wienerberger aktiv an europäischen Forschungsprojekten, Umfragen der Europäischen Kommission und an der Arbeit in Produktnormierungsgruppen und nimmt somit auch an der politischen Willensbildung teil. Als etablierter, verlässlicher Partner und Experte im Baustoffbereich versteht Wienerberger die offene und transparente Kommunikation mit Politik und Verwaltung als Teil ihrer gesellschaftlichen Verantwortung. Wir setzen uns für nachhaltige wirtschaftliche Rahmenbedingungen ein, die ökonomische, ökologische und soziale Interessen in Einklang bringen.

Der Wienerberger Nachhaltigkeitsbericht stellt unser Bekenntnis zur nachhaltigen Entwicklung auf eine verbindliche Ebene. Er basiert auf dem Standard der internationalen Global Reporting Initiative und ist als Teil eines kontinuierlichen Prozesses zu verstehen. Alle Managementebenen und Mitarbeiter bekennen sich vollumfassend dazu, die erforderlichen Maßnahmen zur stetigen Weiterentwicklung im Bereich Nachhaltigkeit gemeinsam umzusetzen.

Gelebter Umweltschutz

"Building Value. Im Einklang mit Mensch und Natur." heißt eine unserer Leitlinien. Dass es sich dabei nicht um ein Lippenbekenntnis handelt, beweist eine Vielzahl von Aktivitäten. Wienerberger "nutzt" als Ziegelproduzent die Natur in einer Art von Symbiose: Wir entnehmen umweltschonend Ton und produzieren möglichst umweltgerecht keramische Produkte - natürliche Erzeugnisse mit langer Lebensdauer, die problemlos recycelt werden können. Quer durch alle Ländergesellschaften von Wienerberger wird kontinuierlich an einer Verbesserung der Umweltschutzmaßnahmen und einer Optimierung des Energieeinsatzes gearbeitet.

Wienerberger bekennt sich zur Einhaltung von Umweltgesetzen, zum Klimaschutz, zu Energieeinsparungen, zur Rekultivierung von Tonabbaustätten, zur Abfallwiederverwertung, zum Erfahrungsaustausch mit anderen Unternehmen, zu humanitärer Hilfe, zu lokalem Engagement in Gemeinden, zur Bewahrung des kulturellen Erbes und zu Transparenz. Für unsere Produktionsstätten sind wir um bestes Einvernehmen mit Behörden, Interessenvertretern und Anrainern bemüht. Der Fokus liegt auf gegenseitigem Verstehen und voneinander Lernen, wobei der offene Dialog mit NGOs für uns besonders wertvoll ist. Eine besondere Kooperation verbindet uns seit vielen Jahren mit dem World Wide Fund for Nature (WWF): Damals wurde eine grundsätzliche Vereinbarung über mögliche gemeinsame Projekte unterzeichnet. In diesem Rahmen unterstützt Wienerberger Aktivitäten des WWF von internationaler Bedeutung in Österreich. Im Gegenzug berät der WWF Wienerberger bei der Realisierung von Umweltschutzprojekten in Zusammenhang mit der Rekultivierung von ehemaligen Tonabbaustätten.

Gesellschaftliche Verantwortung

"Wienerberger erzeugt Ziegel, aber die Häuser werden für Menschen gebaut." Zentraler Grundsatz gelebter gesellschaftlicher Verantwortung ist für uns die Unterstützung sozialer Einrichtungen auf lokaler Basis. Uns geht es dabei nicht darum, unsere soziale Verantwortung durch Spenden an verschiedenste internationale Organisationen zu demonstrieren, sondern zielgerichtet, effizient und unbürokratisch dort zu helfen, wo es am meisten benötigt wird, und Projekte zu realisieren, die einen sinnvollen, nachhaltigen Beitrag zur gesellschaftlichen Verantwortung liefern. Es ist unser Ziel. Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen und Menschen, die aufgrund von Lebensumständen und Schicksalsschlägen benachteiliet sind, mit unseren Produkten und finanzieller Zuwendung zu helfen. In nahezu allen Ländern, in denen Wienerberger tätig ist, werden laufend soziale Projekte und Einrichtungen unterstützt.

Weiterführende Informationen zu allen sozialen Projekten von Wienerberger finden Sie in unserem Nachhaltigkeitsbericht.

1.7 Wesentliche Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Zwischen dem Datum des Abschlussstichtages und der Erstellung dieses Lageberichts lagen keine wesentlichen Ereignisse vor.

2. Ausblick und Risiken

2.1 Voraussichtliche Entwicklung

Die Wienerberger verfügt zu Jahresende 2010 über schlanke Kostenstrukturen und eine starke Bilanz, innovative Produkte und ist nicht zuletzt auch dank dem effizienten Werksnetz heute stärker aufgestellt denn je. Für 2011 konzentrieren wir uns weiters auf die Intensivierung unserer Vertriebsaktivitäten und die Forcierung höherwertiger Produkte in bestehenden sowie deren Einführung in neue Märkte. Daher gehen wir trotz der eingeschränkten Visibilität auf unsere Märkte in Osteuropa und Amerika von deutlichen Ergebnissteigerungen in 2011 aus.

2.2 Wesentliche Risiken

Wienerberger ist im Rahmen ihrer globalen Geschäftstätigkeit unterschiedlichen Risiken ausgesetzt. Prinzipiell wird Risiko bei Wienerberger als die Möglichkeit der Abweichung von Unternehmenszielen verstanden und ist somit eine Bandbreite möglicher Zukunftsszenarien. Der Risikobegriff beinhaltet dabei sowohl die Möglichkeit eines Verlustes (Risiko im eigentlichen Sinn) als auch der Nichtrealisierung eines zusätzlichen Gewinns. Ziel unseres Risikomanagements ist es, Risiken frühzeitig zu erkennen und ihnen durch geeignete Maßnahmen zu begegnen, um Zielabweichungen so gering wie möglich zu halten. Dazu ist die Identifizierung, Bewertung, Steuerung und Überwachung der Risiken erforderlich, die regelmäßig im Rahmen unseres internen Risikomanagementprozesses erfolgt. Dabei wird die aus Vorperioden vorliegende Risikoerhebung einmal jährlich durch das Top Management aktualisiert. Anhand von Eintrittswahrscheinlichkeiten Auswirkungen werden die identifizierten Risiken nach deren Risikowert gereiht und die 15 größten Risiken einer detaillierten Analyse unterzogen. Dieser Prozess führte 2010 zu einer geänderten Gewichtung einzelner Positionen sowie der Aufnahme neuer Risiken in unseren Risikokatalog. Die wesentlichsten Risiken sind nachfolgend näher erläutert.

Die Wienerberger Gruppe ist im Rahmen ihrer multinationalen Aktivitäten mit ihren Geschäftsbereichen, Vermögenswerten und Schulden sowie geplanten unternehmerischen Entscheidungen einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit unternehmerischem Handeln verbunden sind.

Wienerberger setzt konzernweit auf eine frühzeitige Identifikation und aktive Steuerung von Risiken des Unternehmensumfelds im Rahmen der risikopolitischen Grundsätze, die vom Vorstand festgelegt und vom Aufsichtsrat überwacht werden. Die Umsetzung der Risikostrategie und die tatsächliche Abwicklung der Sicherungsbeziehungen erfolgt zentral und wird für den gesamten Konzern koordiniert.

Risikosituation und operative Risiken aus Absatzmärkten

Wienerberger operiert als Baustoffhersteller in einer zyklischen Branche und ist von gesamtwirtschaftlichen Einflussgrößen jener Volkswirtschaften abhängig, in denen die Gruppe tätig ist. Dazu zählen insbesondere die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung, der Hochbau im Allgemeinen sowie der Wohnungsneubau und die Renovierungsaktivität im Besonderen.

Des Weiteren beeinflussen das Konsumentenvertrauen, die Arbeitslosenrate, das langfristige Zinsniveau und die Verfügbarkeit von Krediten, die Steuergesetzgebung, Bauvorschriften und Wohnbauförderung sowie andere Faktoren, die außerhalb des Einflusses der Gruppe liegen, die Geschäftsaktivität.

Unvorteilhafte Entwicklungen einiger oder all dieser Einflussgrößen können einen negativen Einfluss auf die Nachfrage nach Produkten von Wienerberger, die abgesetzten Mengen und das Preisniveau haben. Zyklische Schwankungen der Nachfrage bergen das Risiko von Überkapazitäten, die erhöhten Preisdruck, eine Verringerung der Margen sowie ungedeckte Kosten in der Produktion zur Folge haben können. Der Anteil fixer Kostenbestandteile an den Gesamtkosten ist in der gesamten Baustoffindustrie und auch bei Wienerberger in Folge der Anlagenintensität hoch, womit aktives Kapazitätsmanagement ein zentrales Element in der Unternehmenssteuerung darstellt. Die Produktionskapazitäten werden daher laufend analysiert und durch Maßnahmen wie temporäre oder endgültige Werksschließungen sowie Produktionsverlagerungen zu effizienteren Anlagen den Marktgegebenheiten angepasst. Im Berichtsjahr waren keine Werksschließungen erforderlich.

Die zentral- und osteuropäischen Märkte, darunter Ungarn, Tschechien, Polen, die Slowakei, Slowenien, Kroatien und insbesondere Bulgarien, Rumänien und Russland betrachtet Wienerberger aufgrund des Nachholbedarfs im Wohnungsneubau langfristig als Wachstumsmärkte. Für die Wienerberger Gruppe können sich Risiken aus einer schwächeren Nachfrage und eines höheren Preisdrucks in diesen Wachstumsmärkten ergeben.

Darüber hinaus steht Wienerberger im Wettbewerb mit anderen Dach- und Wandbaustoffen wie Beton, Holz, Kalksandstein, Glas, Stahl, Aluminium sowie anderen Baustoffen, wodurch sich ein Substitutionsrisiko ergibt. Mittels unserer starken als Qualitätsführer und durch Investitionen in die Forschung und Entwicklung hochwertiger Produkte zielen wir darauf ab, dieses Risiko zu minimieren. Diese Weiterentwicklungen beziehen sich vor allem auf Verbesserungen der bauphysikalischen Eigenschaften (Wärmedämmung, Schallschutz, Erdbeben und Standsicherheit) sowie der Wirtschaftlichkeit.

Die Baustoffindustrie ist saisonalen Schwankungen unterworfen, wobei die abgesetzten Mengen in der Zeit von April bis Oktober deutlich über denen des restlichen Jahres liegen. Die Ertragssituation der Wienerberger Gruppe hängt, so wie jene der gesamten Baustoffindustrie, zum Teil von den Wetterbedingungen ab, mit dem Effekt, dass lange Frostund Regenperioden durch geringe Bauaktivitäten einen spürbaren Effekt auf die Nachfrage haben.

Zur bestmöglichen Vermeidung von Ergebnisschwankungen verfolgt Wienerberger eine Strategie der geographischen Diversifizierung bei gleichzeitiger Konzentration auf das Kerngeschäft. Unsere Aktivitäten unterliegen den üblichen lokalen Marktrisiken. Erreichte Positionen müssen kontinuierlich gegenüber Mitbewerbern und Substitutionsprodukten behauptet werden. Von Seiten unserer wichtigsten Kunden, dem Baustoffhandel, erwarten wir weitere Zusammenschlüsse und damit erhöhten Preisdruck. Spezifische Marktsituationen können ebenfalls negative Effekte auf das Preisniveau haben, die Wienerberger zu einer laufenden Kontrolle und gegebenenfalls zur Anpassung der Preisstrategie zwingen können.

Wienerberger verfolgt als multinationaler Konzern Geschäftsaktivitäten in Ländern, die sich in unterschiedlichen Phasen wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung befinden. Somit können sich Risiken aus unvorteilhaften Änderungen der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ergeben. Risiken aus Änderungen der Steuergesetzgebung in den betroffenen Märkten, Risiken aus einer Änderung der Besteuerung von Energieträgern, Risiken aus einer Änderung des Arbeitsrechts, Risiken aus der Koordination der internationalen Aktivitäten durch sprachliche und kulturelle Unterschiede sowie die Begrenzung der Möglichkeit einer Repatriierung von Gewinnen und Risiken durch die Verschärfung von gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich der Nutzung von Rohstoffen, Produktstandards oder -haftungsvorschriften sowie Umwelt- und Sicherheitsstandards können ebenfalls einen wesentlichen Einfluss auf die Aktivitäten der Wienerberger Gruppe haben. In den Wachstumsmärkten Russland und Indien besteht zudem das Risiko der Enteignung von Produktionsanlagen ohne die Gewährung einer angemessenen Entschädigung. Weiters bestehen vor allem in diesen Märkten mögliche Steuerrisiken sowohl aus einer Änderung der Steuergesetzgebung also auch der Auslegungspraxis von geltendem Steuerrecht, die von Wienerberger aus momentaner Sicht weder nach Eintrittswahrscheinlichkeit noch nach Ausmaß quantifiziert werden können.

Markt-, Produktions- und Preisrisiken

Wienerberger ist als Baustoffhersteller in einer zyklischen Branche tätig und vor allem vom Wohnungsneubau abhängig, welcher stark mit der Entwicklung der Volkswirtschaften in den jeweiligen Ländern korreliert. Weitere wesentliche Faktoren, die einen entscheidenden Einfluss auf den Wohnungsneubau haben, sind das Konsumentenvertrauen, das langfristige Zinsniveau und die Verfügbarkeit von Hypothekarkrediten bzw. Finanzierungen für Wohnprojekte. Um den Einfluss einzelner Märkte auf die Ertragssituation der Gruppe gering zu halten, verfolgt Wienerberger eine Strategie der geografischen Diversifizierung bei gleichzeitiger Konzentration auf das Kerngeschäft. Bei schwacher wirtschaftlicher Entwicklung und dem daraus resultierenden Rückgang der Nachfrage nach Baustoffen verstärkt sich das Risiko von Überkapazitäten. Diese können zu Preisdruck und ungedeckten Kosten führen und folglich Preisanpassungen erforderlich machen. Um die Auswirkungen dieser Risiken auf die Ertragslage zu minimieren, analysieren wir laufend unsere Kapazitäten und passen sie gegebenenfalls durch temporäre Stilllegungen sowie Produktionsverlagerungen an die Markterfordernisse an. Darüber hinaus steht Wienerberger im Wettbewerb mit anderen Dach- und Wandbaustoffen, wodurch sich ein Substitutionsrisiko ergibt. Mittels unserer starken Position als Qualitätsführer und durch Investitionen in die Entwicklung hochwertiger Produkte zielen wir darauf ab, Preis- und Substitutionsrisiken zu minimieren.

Finanzielle Risiken

Wienerberger verfügt nach Abschluss der Restrukturierung, bei der die Sicherung der Liquidität mittels Kostensenkungen, aktiven Kapazitäts- und Working Capital Managements und Minimierung der Investitionen im Mittelpunkt stand, und der Kapitalerhöhung im September 2009 mit einem Gearing von nur 15 % über eine starke Kapitalbasis und eine ausgewogene Finanzierungsstruktur, welche auch in Zukunft erhalten bleiben sollen. Neben dem Liquiditätsrisiko bestehen Währungs- und Zinsrisiken. Ziel ist es, durch Währungsswaps eine bessere Deckung zwischen Aktiv- und Passivseite der Bilanz herzustellen, um die Auswirkungen von Währungsschwankungen auf das Konzerneigenkapital gering zu halten. Wienerberger konnte aufgrund der in den letzten Jahren durchgeführten Absicherungen die Risiken im Währungs- und Zinsbereich reduzieren.

Aus dem operativen Geschäft ergeben sich für Wienerberger neben dem Finanzierungsrisiko auch Zins- und Währungsrisiken. Zur Begrenzung und Steuerung dieser Risiken werden neben operativen Maßnahmen einzelne Finanzinstrumente, vor allem Devisentermingeschäfte und Swaps, eingesetzt. Alle Absicherungen aus Cash-flow Hedges und Absicherungen der Investitionen in ausländische Teilbetriebe werden gemäß IAS 39.88 als in hohem Maße wirksam hinsichtlich der Erreichung der Kompensation der abgesicherten Risiken im Rahmen der Risikomanagementziele eingeschätzt. Es werden keine Derivate zu Handels- oder Spekulationszwecken gehalten.

Die Refinanzierungsmöglichkeiten von Wienerberger sind durch zahlreiche finanzielle, gesamtwirtschaftliche und sonstige Einflussgrößen bestimmt, die sich dem Einfluss des Managements der Wienerberger AG entziehen. Diese Einflussgrößen beinhalten Kreditbedingungen (Covenants) in aktuellen und zukünftigen Kreditvereinbarungen sowie die Beibehaltung des derzeitigen Ratings. Die finanzpolitischen Vorgaben sehen vor, dass eine Entschuldungsdauer (Nettoverschuldung/ EBITDA operativ) von 3,5 Jahren nicht überschritten werden darf und die Kennzahl EBITDA operativ/Nettozinsergebnis über 3,75 liegen muss. Ein Teil des Ergebnisses fällt für Zinsen an und steht somit nicht anderweitig zur Verfügung. Sollte sich das Rating der Gruppe verschlechtern oder Covenants nicht eingehalten werden, können die zu zahlenden Zinsen durch höhere Kreditrisikozuschläge steigen und höhere Finanzierungskosten sowie geringere Cash-flows nach sich ziehen. Nicht eingehaltene Covenants können auch zur Fälligstellung von Krediten führen.

Währungsrisiken

Ein bedeutender Teil der Umsatzerlöse und der Ergebnisse der Wienerberger Gruppe werden von Tochterunternehmen erwirtschaftet, die ihren Sitz nicht in der Eurozone haben. Im Berichtsjahr erzielte Wienerberger 45 % der Umsätze in Fremdwährung, hauptsächlich in osteuropäischen Währungen (22 %) und dem US-Dollar (7 %). Zahlungswirksame Währungsrisiken sind durch den lokalen Charakter des Baustoffgeschäfts unwesentlich. Zahlungsflüsse in bzw. aus dem Euro-Raum ergeben sich im Wesentlichen nur aus konzerninternen Dividenden- und Darlehensflüssen. Diese konzerninternen Zahlungsströme werden wechselkursabhängig von der Holding gesteuert.

Aufgrund der dezentralen Gesellschaftsstruktur der Wienerberger Gruppe erfolgen Kreditfinanzierungen für kurzfristige Vermögenswerte in der jeweiligen Landeswährung der lokalen Gesellschaft. Währungsrisiken im Finanzierungsbereich ergeben sich dadurch nur in sehr eingeschränktem Ausmaß, da die anfallenden Ausgangsrechnungen bei Auslandsgesellschaften zum Großteil in der jeweiligen lokalen Währung fakturiert werden und somit eine natürliche Absicherung vorliegt.

Aus der Umrechnung ausländischer Einzelabschlüsse in die Konzernwährung Euro resultieren jedoch Währungsumrechnungsdifferenzen (Translationsrisiko), welche im Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung direkt im Eigenkapital erfasst werden. Umsätze, Ergebnisse und Bilanzwerte der nicht im Euro-Raum ansässigen Gesellschaften sind daher vom jeweiligen Euro-Wechselkurs abhängig.

Die Risikostrategie von Wienerberger sieht vor, das Translationsrisiko aus den Nettoinvestitionen in ausländische Tochtergesellschaften teilweise zu besichern.

Die Auswirkungen einer hypothetischen Wechselkursänderung auf Ergebnis und Eigenkapital werden im Rahmen von Sensitivitätsanalysen dargestellt. Im Rahmen dieser Darstellung wird eine Jahresvolatilität des betreffenden Wechselkurses gegenüber dem Euro am Abschlussstichtag als Änderung angenommen. Eine Aufwertung des Euro gegenüber den wichtigsten Währungen am Jahresabschlussstichtag um eine Jahresvolatilität, berechnet auf Basis der täglichen Kursänderung der betreffenden Währung gegenüber dem Euro, hätte eine Verminderung des Eigenkapitals um 87,4 MEUR (Vorjahr: 95,7 MEUR) und ein um 1,2 MEUR (Vorjahr: 0,4 MEUR) geringeres Ergebnis nach Steuern zur Folge gehabt. Eine Abwertung des Euro gegenüber den wichtigsten Währungen hätte zu einer betragsmäßig gleichen Erhöhung des Eigenkapitals und Verbesserung des Ergebnisses nach Steuern geführt.

Zinsrisiken

Das Zinsrisiko besteht aus zwei Komponenten: dem jeweils relevanten Wert (Minimum oder Maximum) der durchschnittlichen Laufzeit sämtlicher Finanzierungen und der Art der Verzinsung, wobei das Risiko bei fixer Verzinsung in sinkenden Zinssätzen und bei variabler Verzinsung in steigenden Zinssätzen liegt. Eine Parallelverschiebung der Zinsstrukturve um 100 Basispunkte nach oben hätte eine Verbesserung des Ergebnisses nach Steuern von 1,0 MEUR (Vorjahr: -0,2 MEUR) und über diese Veränderung in der Gewinn- und Verlustrechnung auch eine Erhöhung des Eigenkapitals in gleicher Höhe zur Folge. Eine Senkung des Zinsniveaus um 100 Basispunkte hätte eine betragsmäßig gleiche Senkung des Ergebnisses nach Steuern und des Eigenkapitals bedeutet.

Für die Analyse des Zinsänderungsrisikos (fixe und variable Verzinsung) werden die Finanzverbindlichkeiten um die Effekte aus derivativen Instrumenten (Hedging) korrigiert und die kurzfristig fix verzinsten Finanzverbindlichkeiten als variabel verzinst ausgewiesen. Zur Abschätzung von Auswirkungen auf Periodenerfolg und Eigenkapital werden Sensitivitätsanalysen für fix verzinste und variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten durchgeführt.

Kreditrisiken

Wienerberger hat bei Finanzgeschäften aufgrund interner Finanz- und Treasury-Richtlinien strenge Anforderungen an die Bonität von Finanzpartnern. Da Wienerberger nur mit Finanzpartnern zusammenarbeitet, deren Rating auf eine gute Bonität schließen lässt und Limits pro Kontrahent in Abhängigkeit seiner Bonität vergeben werden, ist das im Rahmen der Anlage liquider Mittel und Wertpapiere entstehende Kreditrisiko begrenzt. Bonitätsrisiken bestehen jedoch grundsätzlich auch für Finanzpartner mit bester Bonität, weshalb die Entwicklungen auf den Finanzmärkten von Wienerberger laufend beobachtet und die Kreditlimits entsprechend angepasst werden.

Der Forderungsbestand aus Lieferungen und Leistungen, der in Höhe von 68 MEUR gegen Ausfälle versichert ist, besteht zum überwiegenden Teil aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Baustoffhändlern und Großkunden, da Produkte kaum an Endverbraucher abgesetzt werden. Die gesamten Wertberichtigungen von Forderungen betragen weniger als 2 % des gesamten Bestands an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, gewährten Darlehen sowie sonstigen Forderungen, weshalb eine Aufgliederung der Einzelwertberichtigungen unterbleibt.

Liquiditätsrisiken

Der Erhalt der Liquidität und die Sicherung einer gesunden finanziellen Basis stehen im Zentrum der Unternehmensstrategie von Wienerberger. Aus diesem Grund wurde die Finanzkraft von Wienerberger durch die Emission einer neuen Anleihe und den Verzicht der Aktionäre auf die Ausschüttung einer Dividende für das Geschäftsjahr 2009 gestärkt. Die wichtigsten Steuerungsgrößen dafür sind die Maximierung des Free Cash-flows durch Kostensenkungen, aktives Working Capital Management und die Verminderung der Investitionsausgaben auf ein notwendiges Minimum. Liquiditätsrisiken liegen insbesondere darin, dass die Einzahlungen aus Umsatzerlösen durch eine Abschwächung der Nachfrage unter den Erwartungen liegen und Maßnahmen zur Verringerung des Working Capitals sowie der zahlungsrelevanten Fixkosten (aktives Kapazitätsmanagement) nur unzureichend schlecht oder nur mit Verzögerung umgesetzt werden.

Die Steuerung der Liquidität erfolgt unter anderem auch durch eine laufende Analyse der Geldumschlagsdauer (Cash Conversion Cycle), die sich aus dem durchschnittlichen Lieferantenziel, der Lagerdauer von Vorräten und der Forderungsumschlagsdauer errechnet.

Im Berichtsjahr betrug die Forderungsumschlagsdauer im Jahresdurchschnitt 24 Tage (Vorjahr: 34), die Vorratsumschlagshäufigkeit 126 Tage (Vorjahr: 133) sowie die Umschlagshäufigkeit der Lieferantenverbindlichkeiten 51 Tage (Vorjahr: 42). Dies führt zu einer Geldumschlagsdauer von 99 Tagen im Jahr 2010 gegenüber 125 Tagen im Vorjahr.

Beschaffungsrisiken

Die Rohstoffversorgung ist zu zwei Drittel durch in unserem Eigentum stehende Tongruben und zu einem Drittel durch langfristige gesichert. Dem Risiko einer Verknappung von Energie und daraus resultierenden volatilen Energiepreisen begegnet Wienerberger durch laufende Beobachtung der Situation an den relevanten Märkten, den Abschluss von Termingeschäften, die frühzeitige Fixierung der Bezugspreise sowie längerfristige Lieferverträge. Für 2011 wurde bereits ein wesentlicher Teil der benötigten Mengen an Erdgas und Strom abgesichert. Hauptmaßnahme bleibt jedoch die kontinuierliche Optimierung des Energieeinsatzes in der Produktion.

Ein Großteil der Wienerberger Werke wurde in den letzten Jahren neu gebaut oder modernisiert, viele ältere Werke wurden im Rahmen des Aktionsplans 2008 und 2009 permanent stillgelegt, sodass das Risiko von Betriebsstörungen oder technisch bedingten längeren Produktionsausfällen gering ist. Die Versorgung unserer Fabriken mit dem Rohstoff Ton ist durch ausreichende Vorkommen und langfristige Lieferverträge dauerhaft gesichert.

Die Energiekosten, die beim Ziegel-Brennen anfallen, machen einen bedeutenden Teil der Gesamtkosten von Wienerberger aus. Im Jahr 2010 betrugen die gesamten Energiekosten der Wienerberger Gruppe 268.477 TEUR (Vorjahr: 259.269 TEUR), oder 15,4 % (Vorjahr: 14,3 %) des Umsatzes. Diese Kosten verteilen sich zu 65 % auf Erdgas, zu 25 % auf Strom, zu 4 % auf Erdöl und zu 6 % auf Kohle und Sonstiges. Die Energiepreise sind von der Entwicklung an den internationalen und lokalen Märkten abhängig und Schwankungen unterworfen.

Wienerberger versucht daher, das Risiko aus Energiepreisschwankungen in liberalisierten Märkten (insgesamt 80 % der Energiekosten) durch den Abschluss von Termingeschäften zu minimieren oder mit nationalen und internationalen Versorgern entweder Fixpreisverträge oder Verträge, bei denen die Preisfestsetzung über an Substitutionsprodukte (wie Heizöl) gebundene Formeln erfolgt, abzuschließen. Die Preise sind zum Teil langfristig fixiert. Durch die Preisbindung an Substitutionsprodukte können Termingeschäfte zur Risikoabsicherung abgeschlossen werden. In zahlreichen osteuropäischen Ländern (insgesamt 20 % der Energiekosten) sind die Preise für Erdgas staatlich reguliert, und es werden jährliche Lieferverträge mit lokalen Versorgern ausgehandelt.

Ebenso bestehen für Wienerberger ab 2013 Risiken aus steigenden Preisen für CO2-Zertifikate in Kombination mit unzureichenden Zuteilungen.

Neben dem Preisrisiko besteht für Wienerberger ein Risiko aus der Versorgungssicherheit mit Energie, insbesondere mit Erdgas und Elektrizität. Eine Unterbrechung der Versorgung zieht unweigerlich einen Ausfall der Produktion nach sich und kann somit einen negativen Effekt auf das Betriebsergebnis haben, wenn die Nachfrage nicht aus Lagerbeständen gedeckt werden kann.

Zur Steigerung des Wienerberger Unternehmenswerts sind neben der laufenden Optimierung interne und externe Wachstumsprojekte notwendig. Die zukünftige Rentabilität dieser Projekte ist in hohem Maße von der Investitionshöhe bzw. den Akquisitionspreisen sowie der Marktentwicklung abhängig. Alle Investitionsmaßnahmen müssen daher den Rentabilitätszielen für unsere Wachstumsprojekte gerecht werden. Weiters ergeben sich beim Eintritt in neue Märkte Risiken hinsichtlich Wettbewerb, Planungssicherheit, Einschätzung der politischen Lage und eines erfolgreichen, gewinnbringenden Organisationsaufbaus. Neue Projekte werden vor dem Start deshalb einer umfassenden qualitativen und quantitativen Analyse unterzogen.

Rechtliche Risiken

Aufgrund unserer Position in einzelnen Märkten wird die Preispolitik unserer Tochterunternehmen von den Wettbewerbsbehörden aufmerksam verfolgt. Preisabsprachen zählen nicht zur Geschäftspraxis von Wienerberger, sind im Rahmen unserer internen Richtlinien dezidiert untersagt und werden mit strengen Sanktionen geahndet.

Aus heutiger Sicht lassen sich keine Risiken erkennen, die den Fortbestand der Wienerberger Gruppe gefährden Für spezifische Haftungsrisiken und Schadensfälle werden Versicherungen abgeschlossen, deren Umfang laufend überprüft und am wirtschaftlichen Verhältnis von maximalem Risiko zu Versicherungsprämien ausgerichtet wird. Um Risiken zu begegnen, die aus den vielfältigen steuerlichen, wettbewerbs-, patent-, kartell- und umweltrechtlichen Regelungen und Gesetzen resultieren, trifft das Management Entscheidungen auf Basis interner und externer Beratungen. Die konsequente Befolgung der Regeln und die Kontrolle der Mitarbeiter im Umgang mit Risiken gehören zu den grundlegenden Aufgaben aller Verantwortlichen im Konzern.

Zur Risikovermeidung und -bewältigung werden in den lokalen Gesellschaften Risiken bewusst nur im operativen Geschäft eingegangen und dabei immer im Verhältnis zum möglichen Gewinn analysiert. Insbesondere sind Spekulationen außerhalb der operativen Geschäftstätigkeit unzulässig. Risiken außerhalb der operativen Tätigkeit, beispielsweise finanzielle Risiken, werden von der Muttergesellschaft beobachtet und im notwendigen Maße abgesichert. Die wichtigsten Instrumente zur Risikoüberwachung und -kontrolle sind der

Planungs- und Controllingprozess, konzernweite Richtlinien, die laufende Berichterstattung sowie das Interne Kontrollsystem (IKS).

Abhängig von der Marktstellung in einzelnen sowie der Größe von beabsichtigten Akquisitionen unterliegen gen Transaktionen wettbewerbsrechtlichen Genehmigungsverfahren. Dadurch könnten sich bei Akquisitionen bzw. Zusammenschlüssen Verzögerungen bzw. in einzelnen Fällen auch Untersagungen von Übernahmen ergeben. Wienerberger prüft kartellrechtliche Risiken bereits im Vorfeld mit nationalen und internationalen juristischen und betriebswirtschaftlichen Experten, um dieses Risiko zu minimieren. Eine Untersagung einer Akquisition ist bisher noch nicht vorgekommen.

Aufgrund der Marktstellung der Wienerberger Gruppe in einzelnen Märkten wird die Preispolitik unserer Tochterunternehmen von den Wettbewerbsbehörden aufmerksam verfolgt. In Deutschland ist ein Kartellverfahren anhängig, wobei im Falle einer Verurteilung Bußgelder zu entrichten sind. Für die drohende Kartellstrafe in Deutschland wurde bereits eine Rückstellung per 31.12.2008 von 10.000 TEUR gebildet, wobei mit einem Verhandlungsbeginn nicht vor 2011 zu rechnen ist. Es sei an dieser Stelle erneut darauf hingewiesen, dass Preisabsprachen nicht zur Geschäftspraxis von Wienerberger zählen und im Rahmen unserer internen Richtlinien dezidiert untersagt und mit Sanktionen bedroht sind.

In Indien besteht für Wienerberger das Risiko aus der Rückforderung einer Zollersparnis, sollte die Einhaltung von dazugehörigen Bedingungen nicht möglich sein.

Andere Risiken

Wienerberger ist in vielen Ländern von umfassenden und zunehmend verschärften Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften betroffen, wodurch Investitionen in die Einhaltung dieser Vorschriften entstehen können. Die Nichteinhaltung dieser Vorschriften birgt für Wienerberger das Risiko der Verhängung von Bußgeldern, von Schadenersatzforderungen sowie das Risiko des Entzugs von Betriebsanlagengenehmigungen. In Italien wurde von den Behörden eine Untersuchung über mögliche Umweltbelastungen durch Wienerberger-Standorte eingeleitet, die jedoch bislang zu keinen Ergebnissen geführt hat.

Die Werke der Wienerberger Gruppe leisten im Hinblick auf die Vermeidung von Umweltbelastungen mehr als die derzeit gesetzlichen Auflagen vorschreiben. Verschärfte Umweltstandards stellen Wienerberger jedoch laufend vor neue Herausforderungen. Durch die Kenntnis der aktuellen gesetzlichen und vertraglichen Vorschriften sowie durch die Zusammenarbeit mit Experten und externen Beratern werden rechtliche Verpflichtungen berücksichtigt und eingehalten. Risiken aus der Rekultivierung von Tongruben sind Bestandteil des operativen Geschäfts von Wienerberger und werden laufend überwacht.

Risiken eines Ausfalls unserer zentral geführten konzernweiten Datenverarbeitung aufgrund von Elementarereignissen werden durch parallele Installation der Systeme in räumlich getrennten Rechenzentren minimiert.

Aufgrund von Krankheitsfällen, die durch Asbest verursacht wurden, sind gegen einige Baustoffunternehmen mit Präsenz in den USA in den letzten Jahren Sammelklagen eingereicht worden. Nach Überprüfung unserer amerikanischen Aktivitäten halten wir dieses Risiko für minimal, da keine unserer Tochtergesellschaften jemals Asbestprodukte hergestellt oder gehandelt hat.

Die Wienerberger Gruppe steht auch hinsichtlich ihrer Mitarbeiter in Konkurrenz zum Mitbewerb. Um Nachwuchsführungskräfte auszubilden und an Führungspositionen heranzuführen, hat Wienerberger Programme wie die "Vertriebsakademie", den "Werksleiterlehrgang" und das "Ambassador Programm" geschaffen. Dadurch sowie durch personalisierte Weiterbildungsmaßnahmen versucht Wienerberger ihre Mitarbeiter optimal auszubilden sowie auch zu einem gewissen Ausmaß an das Unternehmen zu binden (weitere Informationen sind im Wienerberger Nachhaltigkeitsbericht enthalten).

3 Forschung und Entwicklung

Forschung und Entwicklung (F&E) zählt zu den Schwerpunkten der strategischen Planung von Wienerberger und hat einen zentralen Stellenwert im Unternehmen. Aufgabenschwerpunkte für F&E sind die Optimierung von Produktionsprozessen sowie die stetige Weiterentwicklung und Verbesserung von Produkten. Ziel von Wienerberger ist es, durch Kosten- und Technologieführerschaft und Produktinnovationen Marktpositionen zu sichern und weiter auszubauen. Hauptaugenmerk liegt dabei auf der laufenden Verbesserung der technischen Eigenschaften der Ziegel hinsichtlich Wärmedämmung, Stabilität und Schallschutz, der Entwicklung von Systemlösungen für Dach und Wand sowie der Steigerung der Energieeffizienz in der Produktion. F&E wird zentral gesteuert, aber - durch eine enge Zusammenarbeit des Corporate Engineering mit Werksleitern und lokalen Technikern großteils dezentral umgesetzt. Erfolgreiche Entwicklungen können auf diese Weise rasch und effizient in der Gruppe ausgerollt werden.

Optimierung von Produktionsprozessen

Wienerberger arbeitet laufend an der Verbesserung von Produktionsprozessen. Die Forschungsschwerpunkte betreffen vor allem die Reduktion des Energieeinsatzes sowie den ressourcenschonenden Umgang in der Produktion. Ein wesentlicher Teil der im Produktionsprozess eingesetzten Energie wird für das Trocknen der Ziegel aufgewendet, daher ist die Optimierung des Trocknungsprozesses von besonders großer Bedeutung. Bereits in der Vergangenheit konnte der Energieverbrauch durch den Einsatz eines eigens entwickelten Luftführungsverfahrens im Brennprozess von Ziegel deutlich gesenkt werden. Im letzten Jahr wurde ein weiterer wesentlicher Schritt in diese Richtung gemacht. Im Rahmen eines Pilotprojekts wurde eine neue Form von Niedrigtemperaturtrocknung erfolgreich getestet. Hierbei wird durch eine eigens von Wienerberger Mitarbeitern entwickelte Technik die Umgebungsluft für den Trocknungsprozess der Ziegel herangezogen und damit der Energieeinsatz in der Produktion nochmals reduziert. In einem nächsten Schritt soll nun 2011 diese neue Form der Niedrigtemperaturtrocknung in weiteren Werken getestet werden.

Ein weiterer Meilenstein für nachhaltige Ziegelproduktion wurde in einem Werk in Belgien erreicht. Wienerberger schaffte es im Rahmen eines Pilot-Projekts, den Produktlebenszyklus nach dem Prinzip "Cradle" zu schließen. Grundidee dieses Prinzips ist ein vollständiger, geschlossener Wiederverwendungsprozess von Produkten. Bei Wienerberger wird dies durch den Einsatz von alten Ziegel im Produktionsprozess für neue Ziegel umgesetzt. Abfälle werden damit zu Rohstoffen in der Produktion und führen so zu einer deutlichen Verringerung des Einsatzes von frischen Rohstoffen und zu einer vollständigen Wiederverwertung von alten Ziegel. Dieses erfolgreiche Projekt soll in den nächsten Jahren in weiteren Werken der Wienerberger Gruppe getestet werden.

Produktentwicklungen und Innovationen

Der Ziegel ist mit seiner 5.000 Jahre alten Geschichte nicht nur historisch der erfolgreichste Baustoff, sondern auch im 21. Jahrhundert eines der am häufigsten verwendeten Baumaterialien weltweit. Als reines Naturprodukt, aus natürlichen Rohstoffen hergestellt, verfügt der Ziegel über eine sehr lange Lebensdauer und bringt ideale Voraussetzungen für nachhaltiges Bauen mit. Mit der Verankerung von Nachhaltigkeit als strategischen Schwerpunkt wird sich die zukünftige Forschungs- und Entwicklungsarbeit noch intensiver diesem Thema widmen. Die kontinuierliche Verbesserung der wärmedämmenden Eigenschaften von Ziegel liegt bereits seit Jahren im Fokus der Forschung von Wienerberger.

Wienerberger Verfüllziegel, die bereits als Dämmstoff eingestuft sind, überzeugen mit ihren Wärmeleitfähigkeiten von 0,09 bis 0,07 W/(m2K). Poroton-P, der 50 cm dicke Ziegel, dessen Ziegelhohlräume mit Perlit, einem mineralischen Granulat aus geblähtem Vulkanstein gefüllt sind, ist bereits zum Standard gereift. Poroton-MW, anstelle von Perlit mit Mineralwolle verfüllt, wurde 2010 auf dem deutschen Markt eingeführt. Das Füllmaterial der Ziegel ersetzt die Außendämmung, wodurch mit diesen Ziegeltypen Niedrigenergiehäuser ohne zusätzliche Wärmedämmung gebaut werden können.

Bei der Errichtung von Gebäuden sind neben den bautechnischen Eigenschaften vor allem die Konstruktionsgeschwindigkeit und die Kosten für die Verarbeitung wesentlich. Porotherm Dryfix®, ein spezieller Ziegelkleber aus der Dose, ermöglicht eine einfache, äußerst schnelle und trockene Verarbeitung bei Witterungsverhältnissen bis minus fünf Grad Celsius. Das hochwertige, technologisch ausgereifte Produkt gewährleistet somit einen rascheren Baufortschritt, damit einhergehend geringere Kosten und somit wesentliche Vorteile gegenüber der konventionellen Verlegung mit Mörtel.

Die jüngste Innovation stellt der speziell designte Leichtziegel dar, dessen Name für eine seiner herausragenden Eigenschaften steht. Sein geringes Gewicht resultiert aus kugelförmigen Lufträumen in der massiven Masse des Ziegels (Porenanteil) und der speziellen Lochgeometrie, die zudem eine hervorragende Wärmedämmung mit sich bringt. Größe (geeignet für eine Wandtiefe von 20 bis 30 cm) und Form bedingen die ergonomische Handlichkeit. Zudem wird die Oberfläche ganz glatt geschliffen, was ein Verkleben der Ziegel erlaubt, Mörtel sowie Kleber sparsam zum Einsatz kommen lässt und damit eine effiziente und rasche Verarbeitung ermöglicht. Doch der Vorzüge nicht genug: Im Herstellungsprozess punktet dieses Baumaterial durch geringen Energieverbrauch und damit günstigen CO,-Footprint. Somit übernimmt der Leichtziegel, der für sämtliche nicht tragende Wände (Außen- sowie Innenwände) zum Einsatz kommt, eine nachhaltig tragende Rolle für Bauherr und Umwelt. Erhältlich ist das Leichtgewicht unter den Ziegel derzeit in Polen, Ungarn, Rumänien und Bulgarien.

Immer mehr Menschen wollen auch beim Bau ihres Eigenheims einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und suchen bewusst nach nachhaltigen. ökologischen und energieeffizienten Bauvarianten. Gemeinsam mit der TU Wien hat Wienerberger den von Bau.Energie.Umwelt Cluster Niederösterreich geförderten e4 Energieberater entwickelt. Dieses Online Tool (frei zugänglich unter www.energieberater.at) ist eine ideale Planungshilfe, um die Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit eines Wohnbauprojekts zu überprüfen und zu optimieren. Ohne großen Zeitaufwand kann jeder Bauherr online die wichtigsten Parameter beim Hausbau wie Haustyp, Baustandard, Gebäudehülle, Dämmung, Heiz-, Lüftungs- und Haustechnik auswählen und verschiedene Energieträger vergleichen. Gesamtenergiebedarf, Errichtungs- und Erhaltungskosten sowie Umweltverträglichkeit eines Hauses können somit einfach und schnell ermittelt werden.

4 Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem

Durch die Einführung der internen Revision als Stabstelle des Gesamtvorstands ist neben der Umsetzung der Grundsätze der Corporate Governance insbesondere für die Stärkung des Internen Kontrollsystems (IKS) Sorge getragen. Auf Grundlage eines vom Vorstand genehmigten und mit dem Prüfungsausschuss abgestimmten jährlichen Revisionsplans sowie einer konzernweiten Risikobewertung aller Unternehmensaktivitäten überprüfen der Vorstand und die interne Revision regelmäßig operative Prozesse auf Risikomanagement und Effizienz- verbesserungsmöglichkeiten und überwachen die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen, interner Richtlinien und Prozesse. Ein weiteres Betätigungsfeld der internen Revision sind Ad-hoc-Prüfungen, die auf Veranlassung des Managements erfolgen und auf aktuelle und zukünftige Risiken abzielen.

Das in der Wienerberger Gruppe implementierte IKS wird zur Unterstützung der Früherkennung und Überwachung von Risiken aus unzulänglichen Überwachungssystemen und betrügerischen Handlungen von der internen Revision gemeinsam mit den entsprechenden Fachabteilungen laufend überarbeitet und erweitert. Dieses System basiert auf den Maßstäben des international bewährten Regelwerks für interne Kontrollsysteme (COSO -Internal Control and Enterprise Risk Managing Frameworks des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission) und bietet dem Management neben konzernweiten Richtlinien sowie einem einheitlichen Berichtswesen ein umfassendes Instrument, um Unsicherheiten und Risiken aus sämtlichen Geschäftsaktivitäten zu analysieren und zu steuern.

Der dezentralen Struktur von Wienerberger entsprechend liegt auch die Verantwortung für die Implementierung und Überwachung des Internen Kontrollsystems beim jeweils zuständigen lokalen Management. Die Geschäftsführer der einzelnen Tochterunternehmen sind angehalten, anhand des einheitlich zur Verfügung gestellten IKS die Einhaltung der Kontrollen durch Selbstüberprüfungen zu evaluieren und zu dokumentieren. Die interne Revision überwacht in der Folge die Einhaltung dieser Prüfungsschritte durch die lokale Geschäftsführung. Die Ergebnisse werden an die jeweilige Geschäftsführung sowie an den Gesamtvorstand der Wienerberger AG berichtet.

Die interne Revision und das Corporate Controlling berichten dem Prüfungsausschuss vierteljährlich über wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsverfahren, Auswirkungen von IFRS-Neuerungen auf den den Konzernabschluss, wesentliche Anderungen im Rechnungslegungsprozess sowie über Erkenntnisse aus dem Risikomanagement. Darüber hinaus wird dieser regelmäßig über getroffene Prüfungsfeststellungen, relevante Umsetzungsaktivitäten sowie Verbesserungsmaßnahmen aus im IKS identifizierten Schwachstellen informiert.

Bei der Überwachung und Kontrolle der wirtschaftlichen Risiken des laufenden Geschäfts kommt dem Berichtswesen eine besondere Bedeutung zu. Der Konzernabschlussprüfer beurteilt jährlich die Funktionsfähigkeit des Wienerberger Risikomanagements und berichtet darüber an Aufsichtsrat und Vorstand. Die Funktionalität unseres Risikomanagements wurde vom Konzernabschlussprüfer kontrolliert und bestätigt. Darüber hinaus unterliegen die Kontrollsysteme einzelner Unternehmensbereiche ebenfalls

den Prüfungshandlungen des Wirtschaftsprüfers im Rahmen der Jahresabschlussprüfung. Für 2010 wurden von der internen Revision gemeinsam mit dem Abschlussprüfer 25 für den Geschäftsablauf wesentliche Kontrollen aus sämtlichen Geschäftsbereichen zur detaillierten Prüfung durch KPMG definiert. Die Ergebnisse dieser Prüfung wurden Vorstand und Prüfungsausschuss präsentiert, die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden durch die interne Revision aufgearbeitet.

5 Berichterstattung über die Aktie und Aktionärsstruktur der Wienerberger AG

Nach der Erholung an den Börsen in der zweiten Jahreshälfte 2009 schwächten sich die Kurse an den internationalen Finanzmärkten zu Beginn 2010 wieder etwas ab. Dieser Korrektur ging vor allem die Rettung Griechenlands vor einer Staatspleite und die in den USA angestrebte Reform zur Trennung von Geschäfts- und Investmentbanken voran. Bis ins Frühjahr vermehrten sich die Anzeichen einer nochmaligen Rezession in den USA, und auch in Europa beherrschte die Schuldenproblematik vieler EU-Staaten das Tagesgeschehen an den Börsen. Nach einer leicht negativen Seitwärtsbewegung wurde die Stimmung an den europäischen Börsen im Sommer nach der Veröffentlichung des positiv ausgefallenen EU-Bankenstresstests zunehmend freundlicher. Einzig in den USA kam es trotz guter Wirtschaftsdaten zu keiner deutlichen Belebung an der Börsenskeptiker von einer sehr langsamen Wirtschaftserholung überzeugt waren. Im dritten Quartal hatten die Börsen die negativen Wirtschaftsnachrichten aus den USA, die Schuldenproblematik und Eurokrise in Europa bereits eingepreist. Dank eines erfreulichen vierten Ouartals schlossen die internationalen Finanzmärkte mit einem positiven Börseniahr.

Nach einem Aufwärtstrend zu Beginn des Jahres korrigierten die US-Leitbörsen im Frühsommer deutlich nach unten. Im dritten Quartal entwickelten sich die Kurse aufgrund der unsicheren Erholung der amerikanischen Wirtschaft in einer leichten Auf- und Abbewegung. Der Ausgang der Halbzeitwahlen im November und die Beibehaltung der nahezu Nullzins-Politik beflügelten die US-Börsen in den letzten Handelswochen bis zum Jahresende. Der Dow Jones Industrial Average schloss mit einem Plus von 11 % bei 11.577.51 Punkten. Leicht besser schloss der amerikanische S&P 500 Index mit einer Jahresperformance von +13 % bei 1.257,64 Punkten. Der negative Ausblick für den Baustoffsektor drückte auf die Jahresperformance des DJ EURO STOXX® TMI Construction & Materials Index. der in 2010 einen Rückgang von 6 % hinnehmen musste.

Der Londoner Leitindex FTSE 100 beendete das Jahr trotz mehrerer Börsengänge mit einer Jahresperformance von +9 % bei 5.899.94 Punkten, da der verhaltene Konjunkturausblick und die Schuldenkrise in der EU auf die Stimmung drückten. An der Deutschen Börse sorgten vor allem die positiven Wirtschaftsdaten für Deutschland und die überdurchschnittliche Kursentwicklung einzelner Automobilwerte für einen Aufschwung, und der DAX beendete das Jahr mit einem Plus von 16 % bei 6.914,19 Punkten. Die Wiener Börse startete mit 2.537 Punkten fest ins neue Jahr und erreichte Ende September nach deutlichen Gewinnmitnahmen wieder ein Niveau über der 2.500er Marke. Der ATX schloss in einem freundlichen Börsenumfeld im vierten Quartal mit einer Jahresperformance von +16 % mit 2.904,47 Punkten und verfehlte knapp die 3.000er Marke.

Die positive Stimmung auf den Finanzplätzen und gestiegene Zuversicht für den Baustoffsektor verhalfen der Wienerberger Aktie nach Gewinnmitnahmen Mitte Jänner zu ihrem Jahreshoch von 16,18 € im April 2010. Der verhaltene baukonjunkturelle Ausblick von Euroconstruct und die Herabstufung von Moodys auf ,Ausblick negativ' übten jedoch im

Verlauf des zweiten Quartals erheblichen Druck auf die Aktie aus, die bis Mitte August auf ihr Jahrestief von 9,55 € korrigierte und in nur vier Monaten 41 % verlor. Erst in der zweiten Jahreshälfte bewegte sich der Kurs, getrieben durch einen zwar vorsichtigen aber optimistischen Ausblick für 2011 und durch die Übergewichtung von zyklischen Werten bei Anlegern, wieder deutlich nach oben. Durch einen starken Aufwärtstrend im vierten Quartal konnte die Aktie die Verluste der Vorperiode mehr als kompensieren und beendete insgesamt das Jahr 2010 mit einem kräftigen Plus von 12 % bei 14,29 €.

Der wertmäßige Handelsumsatz der Wienerberger Aktie ist im Vergleich zum Vorjahr aufgrund des niedrigeren Stückvolumens zwar um 24 % auf 2.998,5 Mio. € zurückgegangen, dennoch wurden 238,0 Mio. Stück (in Doppelzählung) gehandelt und somit das ausstehende Aktienkapital an der Wiener Börse einmal umgeschlagen. Die Wienerberger Aktie blieb auf dem neunten Platz unter den umsatzstärksten Werten im ATX. Der außerbörsliche Umsatz betrug in 2010 240,5 Mio. € gegenüber 512,0 Mio. € im Jahr davor. An der Österreichischen Termin- und Optionenbörse (ÖTOB) wurden 57.022 Optionskontrakte auf Wienerberger Aktien mit einem Wert von 73,6 Mio. € gehandelt.

Nach dem Aussetzen der Dividende für zwei Geschäftsjahre in Folge zur Sicherung der Liquidität in einem sehr schwierigen Marktumfeld wird der Vorstand in Abhängigkeit von der weiteren Marktentwicklung und der bestmöglichen Verwendung der Finanzmittel der Hauptversammlung am 13. Mai 2011 vorschlagen, eine Dividende von 10 Eurocent an die Aktionäre auszuschütten. Die Höhe zukünftiger Dividenden ist von der Marktentwicklung und dem Vorhandensein wertschaffender Wachstumsprojekte abhängig.

Aktionärsstruktur

Die Wienerberger AG notiert mit 117,5 Mio. nennwertlosen Stückaktien (Inhaberaktien, keine Vorzugs- oder Namensaktien) im Prime Market der Wiener Brse. In den USA wird sie über ein ADR Level 1 Programm der Bank of New York im OTC Markt gehandelt. Mit einer Börsekapitalisierung von 1,7 Mrd. € und einer Gewichtung im ATX von 4 % zum Jahresende 2010 zählt Wienerberger zu den größten börsenotierten Unternehmen Österreichs.

Wienerberger ist eine reine Publikumsgesellschaft ohne Kernaktionär, deren Aktien zu 100 % im Streubesitz sind. Der Streubesitz verteilt sich auf österreichische Anleger und internationale Investoren. Im Rahmen der Meldungspflicht bezüglich bedeutender Beteiligungen gemäß § 91 Börsegesetz haben wir folgende Meldungen erhalten: Dodge & Cox Inc. mit Sitz in den USA ist seit 31. Juli 2008 mit über 10 % der ausstehenden Wienerberger Aktien der größte Aktionär. Weitere Meldungen zu Beteiligungen über 5 % liegen nicht vor.

Wienerberger hat eine für international agierende, börsenotierte Unternehmen übliche breit gestreute Aktionärsstruktur. Gemäß der letzten Aktionärsstrukturerhebung im Februar 2011 kommt die Mehrheit der Anleger aus dem angelsächsischen Raum, Nordamerika (42 %) sowie Großbritannien und Irland (15 %). Der Anteil an Privataktionären beträgt knapp 20 %, jedoch dominieren institutionelle Investoren mit einem Anteil von 80 %. Hiervon spielen die wertorientierten Investoren mit 47 % eine wichtige Rolle, gefolgt von Wachstums- bzw. GARP-Investoren.

Berichterstattung gemäß § 243a (1)

Sämtliche Inhalte zu den meldepflichtigen Angaben nach § 243a UGB sind in folgenden Kapiteln des Konzernanhangs zu finden: Im Konzernanhang unter Anmerkung 25 ("Konzerneigenkapital") auf Seite 134 sind Informationen zur Zusammensetzung des Wienerberger Kapitals, zu Aktiengattungen, zu Beschränkungen und Rechten sowie zu Befugnissen der Mitglieder des Vorstands zur Aktienausgabe und zum Aktienrückkauf enthalten. Im Kapitel "Wienerberger Aktie und Aktionäre" ab Seite 65 finden sich Inhalte zu direkten oder indirekten Beteiligungen am Wienerberger Kapital, die Bestimmungen der anteilsbasierten Vergütung werden im Anhang unter Punkt 4 Eigenkapital dargelegt. Im Kapitel "Vergütungsbericht" (Seite 30 bis 33) sind die Grundsätze der Vergütungspolitik, eine Aufstellung über die Einzelbezüge der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder sowie eine Übersicht zum Besitz eigener Aktien angeführt. Auf der Wienerberger Website wird unter "Directors' Dealings" laufend über Kauf und Verkauf eigener Aktien durch Organmitzlieder berichtet. "Change of Control" - Klauseln sind in den Vorstandsverträgen, den Vereinbarungen zur Unternehmensanleihe 2005, zur Hybridanleihe 2007, den syndizierten Krediten und Darlehen der Jahre 2005, 2006 und 2008 enthalten.

Bezüglich der Berichterstattung gemäß § 243a (1) Z7 wird auf den Anhang (Punkt 4 Eigenkapital) verwiesen.

Investor Relations

Seit Jahren haben professionelle Investor Relations hohe Priorität für Wienerberger. Die Funktion ist direkt dem Finanzvorstand, bei starker Einbindung des Vorstandsvorsitzenden, unterstellt. Zentrales Anliegen der Investor Relations ist eine laufende, offene und aktive Kommunikation mit Investoren und Anteilseignern von Wienerberger zur Gewährleistung einer bestmöglichen Transparenz. In Anlehnung an internationale Usancen halten wir vor Ergebnisveröffentlichung und parallel zur Handelssperre für Wienerberger Mitarbeiter an einer Quiet Period fest. Da uns bewusst ist, dass dies eine Einschränkung der Kommunikation mit Investoren darstellt, behalten wir uns vor, die Quiet Period wieder aufzuheben.

Wienerberger hat auch in 2010 zahlreiche Roadshows durchgeführt und an Investorenkonferenzen in Europa und den USA teilgenommen, wie z.B. der Davy Building Conference, Citigroup Building Conference, Credit Suisse European Building Materials Conference, Corporate Conference der Deutschen Bank, Erste Bank Konferenz in Stegersbach und UniCredit Austrian Investor Conference in Kitzbühel sowie der Cheuvreux Corporate Conference in Frankfurt und der RCB Konferenz in Zürs. Der Vorstand und das Investor Relations Team trafen im abgelaufenen Jahr hunderte Investoren aus aller Welt persönlich oder informierten bei Conference Calls und Videokonferenzen über die wesentlichsten Kennzahlen sowie die operative und strategische Entwicklung des Unternehmens. Die Wienerberger Website bietet als wichtiges Kommunikationsmedium umfangreiche Informationen über das Unternehmen wie Download-Versionen von Geschäfts- und Zwischenberichten, Finanztermine, aktuelle Präsentationen, Live-Übertragungen von Hauptversammlung und Pressekonferenzen, Conference Calls (sowie deren Aufzeichnungen) und einen weboptimierten Online-Geschäftsbericht (geschaeftsbericht.wienerberger.com).

Wie bereits in den vergangenen Jahren wurden unsere Anstrengungen, die Investor Relations laufend zu verbessern, auch 2010 von der "Financial Community" anerkannt und mit einer Vielzahl an Preisen international und national ausgezeichnet. Bei den ARC (Annual Report Competition) Awards in New York wurde Wienerberger aus über 2.000 eingereichten Berichten aus 26 Ländern mit zwei Golden Awards in den Kategorien "Overall Annual Report", "Cover Design" und mit einem Bronze Award in der Kategorie "Financial Data" geehrt. Bei der alljährlichen Verleihung des Annual Report on Annual Reports durch eine unabhängige Jury schaffte es der Wienerberger Geschäftsbericht aus über 40.000 Geschäftsberichten weltweit ausgewählt und mit dem sensationellen dritten Platz (,A+ first rate') ausgezeichnet zu werden. Für die beste Communication aus dem deutschsprachigen Raum wurde Wienerberger beim renommierten Econ Award in Berlin nach Platin im Vorjahr wieder Gold verliehen. In Österreich wurde im Rahmen des AAAtrend Award in den Kategorien Mediumsqualität Platz eins, Businessreporting Platz zwei und somit über alle Kategorien für börsenotierte Unternehmen der erste Platz gesamt an Wienerberger verliehen. Beim von Thomson Reuters durchgeführten Extel Pan-European Survey 2010, an dem 640 börsenotierte Unternehmen teilnahmen und 1.798 institutionelle Investoren sowie 225 Brokerage-Firmen ihre Stimme abgaben, wurde das Wienerberger Investor Relations Team mit den Prädikaten "Beste IR im Baustoffsektor in Europa" sowie "Beste IR in Österreich (branchenübergreifend)" ausgezeichnet. Im jährlichen Webranking der schwedischen Agentur Hallvarsson & Halvarsson schaffte die Wienerberger Webseite aus über 30 der größten österreichischen Unternehmen den Hattrick und wurde erneut mit dem ersten Platz prämiert.

Die Beobachtung durch eine große Zahl renommierter heimischer und internationaler Investmentbanken sichert die "Visibility" der Wienerberger Aktie in der Financial Community. Während des vergangenen Jahres hat die Berenberg Bank (London) die Coverage wieder aufgenommen, Collins Stewart (London), MF Global (London) und Sal. Oppenheim (Wien) eingestellt sowie Morgan Stanley (London) ausgesetzt. Per März 2011 wird Wienerberger von 17 Analysten gecovert. Folgende Broker veröffentlichen Analysen über Wienerberger und ihre Aktie (in alphabetischer Reihenfolge): Bank of America Merrill Lynch (London), Bayerische Landesbank (München), Berenberg Bank (London), Cheuvreux (Zürich), Citigroup (London), Credit Suisse (London), Davy Securities (Dublin), Deutsche Bank (Wien), Erste Bank (Wien), Exane BNP Paribas (London), Goldman Sachs (London), HSBC Trinkaus (Frankfurt), ING Bank N.V. (London), RCB (Wien), Royal Bank of Scotland (London), UniCredit (Wien) und UBS (London).

Wien, am 21. Februar 2011

Der Vorstand:

Dr. Heimo Scheuch Vorsitzender

Willy van Riet

Dipl.Ing. Dr. Johann Windisch

JAHRES-ABSCHLUSS Wienerberger AG

Wienerberger AG. Wien
31.12.2010
zum
BILANZ
AKTIVA 31.12.2010
Stand am
EUR
31.12.2009
Stand am
EUR
SIVA
A S
p
31.12.2010
Stand am
EUR
31.12.2009
Stand am
EUR
l. Immaterielle Vermögensgegenstände
A. Anlagevermögen
I. Grundkapital
A. Eigenkapital
117.526.764.00 117.526.764,00
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte
und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen
10.079.003.39 12.252.547,39 Kapitalrücklagen
1. Gebundene
1.675.118.239.37 1.675.118.239.37
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten,
einschließlich der Bauten auf fremdem Grund
Sachaniagen
11.
689.261,30 744.998.95 1. Andere Rücklagen (freie Rücklagen)
Gewinnrücklagen
487.450.797.66 449.842.338.19
3. Andere Anlagen, Betriebs-und Geschäftsausstattung
2. Unbebaute Grundstücke
21.022.132,15
1.635.291,17
18.697.579,68
18.999.077,49
2.118.416,17
21.862.492,61
Rücklage für eigene Anteile
2.
489.074.184.53
.87
1.623.386
14.231.846,34
464.074.184,53
Finanzanlagen davon Verlust-/Gewinnvortrag: EUR 89.526.669,13;
IV. Bilanzgewinn/-verlust
13.016.072.70 -89.526.669.13
Ausleihungen an verbundene Unternehmen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen
2.
2.626.876.400,11
24.000.000.00
2.462.339.220,03
42.515.450.72
Vorjahr: EUR 880.907,16 2.294.735.260.60
13.016.072.70
-89.526.669,13
2.167.192.518,77
4. Wertpapiere und Wertrechte des Anlagevermögens
Beteiligungen
3.
2.662.220.793,65
2.693.321.929,19
6.439.622,54
4.904.771.00
21.330.059,10
2.532.624.352,39
6.439.622,54
2.566.739.392,39
1. Bewertungsreserve auf Grund von Sonderabschreibunger
B. Unversteuerte Rücklagen
7.734.933,51 8.033.751.07
B. Umlaufvermögen Rückstellungen für Abfertigungen
Rückstellungen
C.
3.300.823,00 2.731.207,00
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
1.
166.382.37 7.082.397.73 Rückstellungen für Pensionen
Sonstige Rückstellungen
2.
3.
13.123.011,00
10.475.400,50
8.331.584,14
13.309.896,00
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
3. Sonstige Forderungen und Vermögensgegestände
16.773.513,13
754.634.277,90
7.278.211,36
3.692.430.41
74
26.899.234.50 24.372.687.14
771.574.173,40 768.053.039,50 D. Verbindlichkeiten
II. Wertpapiere und Anteile
1. Eigene Anteile
1.623.386.87 14.231.846.34 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
1. Anleihen
2.
1.009.228.000.00
81.990.413,12
900.000.000.00
233.139.300,12
1.623.386.87 14.231.846,34 aus Lieferungen und Leistungen
Verbindlichkeiten
3.
1.300.329,62 888.752,25
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 10.055.998.93 40.128.387,57 Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
Sonstige Verbindlichkeiten
4.
5.
4.652.728.92
54.743.415.24
54.747.700.86
5.513.770,55
783.253.559.20 822.413.273,41 26.608.98
EUR
aus Steuern: EUR 34.516,94; Vorjahr:
davon
C. Rechnungsabgrenzungsposten 4.708.827,12 4.735.814.96 223.893.29
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit:
240.239,05; Vorjahr: EUR
EUR
1.151.914.886,90 1.194.289.523,78
3.481.284.315,51 3.393.888.480,76 3.481.284.315.51 3.393.888.480.76
Verbindlichkeiten aus Haftungsverhältnissen 273.694.354.00 306.032.736,00

Beilage I/1

158

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG für das Geschäftsjahr 2010

2010 2009
EUR EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse
33.942.248,27 35.492.554,22
2. Sonstige betriebliche Erträge
a) Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen
mit Ausnahme der Finanzanlagen 59.083,54 1.149.998,56
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 183.698,51 112.867,04
c) Ubrige 52.724.617,06 52.967.399,11 32.546.950,03 33.809.815,63
3. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen
a) Materialaufwand 0,00 -46.543,66
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen
4. Personalaufwand
-1.101.564,02 -1.101.564,02 -980.255,22 -1.026.798,88
a) Gehälter -11.730.648,75 -13.940.742,55
b) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen
an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen -1.015.138,96 -1.275.330,20
c) Aufwendungen für Altersversorgung -1.379.077,80 -1.745.003,03
d) Autwendungen für gesetzlich vorgeschriebene
Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige
Abgaben und Pflichtbeiträge -2.636.629,47 -2.688.450,08
e) Sonstige Sozialaufwendungen -200.011,91 -16.961.506,89 -192.556,67 -19.842.082,53
5. Abschreibungen
a) auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens
und Sachanlagen -3.436.426,08 -4.718.926.79
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen
a) Steuern -69.073,79 -3.456.005,55
b) Ubrige
7. Zwischensumme aus Z 1. bis 6.
-54.219.951,91 -54.289.025,70 -74.516.641,58 -77.972.647,13
11.121.124,69 -34.258.085,48
8. Erträge aus Beteiligungen
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 151.999.993,51 152.131.243,51 2.999.958,00
Vorjahr: EUR 2.999.958,00
9. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des
Finanzanlagevermögens 869.324,12 3.099.301,29
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 682.293,84
Vorjahr: EUR 2.766.707,29
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 30.524.695,12
35.018.652,91 47.772.848,81
Vorjahr: EUR 32.090.938,80
11. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu
312.261,78 46.620.115,48
Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlaufvermögens
12. Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus
Wertpapieren des Umlaufvermögens -5.006.673,37 -92.181.582,20
davon a) Abschreibungen EUR 1.612.028,00
Vorjahr EUR 91.931.179,00
b) Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen:
EUR 1.441.000,00; Vorjahr: EUR 92.181.394,20
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -70.128.134.03 -70.645.055,36
davon betreffend verbundene Unternehmen:
EUR 171.545,68; Vorjahr: EUR 32.535,38
14. Zwischensumme aus Z 8. bis 13. 113.196.674,92 -62.334.413,98
15. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 124.317.799,61 -96.592.499,46
16. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 2.926.124,66 4.437.153,26
17. Jahresüberschuss/-fehlbetrag
127.243.924,27 -92.155.346,20
18. Auflösung unversteuerter Rücklagen 298.817,56 1.747.769,91
0,00
19. Zuweisung zu Gewinnrücklagen -25.000.000,00 -90.407.576,29
20. Jahresgewinn/-verlust
21. Verlust-/Gewinnvortrag aus dem Vorjahr
102.542.741,83
22. Bilanzgewinn/-verlust -89.526.669,13 880.907,16
13.016.072,70 -89.526.669,13
WIENERBERGER AG

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2010

Anschaffungs- oder Herstellungkosten
am 1.1.2010
Stand
Zugänge Abgänge 31.12.2010
Stand am
Abschreib.
kumuliert
Buchwert am
31.12.2010
Buchwert am
31.12.2009
Abschreibung
2010
EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR
A. ANLAGEVERMOGEN
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche
Rechte und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen
mmaterielle Vermögensgegenstände
33.557.236. 571.574.13 69.250.00 34.059.560.24 85
23.980.556.
10.079.003.39 12.252.547.39 13
2.675.868.
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten,
einschließlich der Bauten auf fremdem Grund
Sachanlagen
87
21.798.383
0.00 598.061.27 21.200.322.60 1.813.481.62 19.386.840.98 19.744.076.44 55.719.00
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
2.
34
8.751.003
238.780.95 151.375.42 8.838.408.87 7.203.117.70 1.635.291.17 2.118.416.17 704.838.95
21
30.549.387
238.780.95 749.436.69 30.038.731.47 599,32
016.
ರಿ
.022.132,15
21
9
862.492.
21.
760.557.95
Finanzanlagen
Ausleihungen an verbundene Unternehmen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen
2.
68
42.515.450,72
2.580.002.758
1.570.756,19
257.478.182.69
91
91.500.002.61
20.086.206.
2.745.980.938.76
24.000.000.00
119.104.538.65
00
0
2.626.876.400.11
24.000.000.00
2.462.339.220.03
42.515.450.72
1.441.000.00
00
0
3. Beteiligungen 54
6.439.622
0.00 0.00 6.439.622.54 0.00 રવ
6.439.622.
54
6.439.622.
0.00
4. Wertpapiere und Wertrechte des Anlagevermögens 19
21.919.767.
00
930.726.
6
20.774.694.1
0
0
075.799
9
00
8
02
L
00
4.904.771
0
.330.059.1
21.
00
171.028.
13
2.650.877.599.
262.979.664.88 132.360.903,71 2.781.496.360,30 119.275.566.65 2.662.220.793,65 532.624.352.39
2.
1.612.028.00
45
2.714.984.222
263.790.019.96 133.179.590.40 2.845.594.652,01 152.272.722,82 2.693.321.929,19 2.566.739.392.39 5.048.454.08
u II./1. Beb. Grundst.u.Bauten a.fr.Grund
Grundwert 60
72.317.
0.00 .65
8
9
6
72.298.
0.00 72.298.95 72.317.60 00
0
Gebäudewen 86
2.409.431
00
0
0.00 86
409.431.
51
1.792.469.
616.962.35 .35
672.681
55.719.00
,46
2.481.749
0.00 18,65 2.481.730.8 5
792.469.
689.261.30 744.998.95 55.719.00
Unbebaute Grundstücke 41
19.316.634.
00
0
598.042,62 8.718.591.79 21.012.1 697.579.68
8.
999.077.49
8
0.00
87
21.798.383.
0,00 598.061.27 21.200.322.60 1.813.481.62 19.386.840.98 19.744.076.44 55.719.00

Anlage 1

160

ANHANG

ALLGEMEINE ERLÄUTERUNGEN

Der vorliegende Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des österreichischen Unternehmensgesetzbuches (UGB) unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung und der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, gemäß den Bestimmungen des österreichischen Unternehmensgesetzbuches aufgestellt. Die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt nach dem Gesamtkostenverfahren.

Die Wienerberger AG als börsenotierte Gesellschaft erstellt einen Konzernabschluss, in den sämtliche wesentliche Tochtergesellschaften der Wienerberger AG einbezogen werden. Der Konzernabschluss wird beim Firmenbuchgericht Wien hinterlegt.

BILANZIERUNGS - UND BEWERTUNGSMETHODEN

1. Anlagevermögen

Entgeltlich erworbene immaterielle- und Sachanlagevermögensgegenstände werden zu Anschaffungs- bzw Herstellungskosten, vermindert um planmäßig lineare Abschreibungen, angesetzt. Die Abschreibungssätze richten sich nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer der jeweiligen Anlagengruppen.

Über das Ausmaß der planmäßigen Abschreibung hinausgehende wesentliche und andauernde Wertminderungen werden durch außerplanmäßige Abschreibungen berücksichtigt. Die Abschreibungen auf Anlagenzugänge im ersten bzw. zweiten Halbjahr sind mit vollen bzw. halben Jahresraten angesetzt worden. Geringwertige Vermögensgegenstände werden im Jahr der Anschaffung aktiviert und voll abgeschrieben.

Anteile an verbundenen Und Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Bei nachhaltigen und wesentlichen Wertminderungen werden niedrigere Werte angesetzt. Als verbundene Unternehmen werden alle Gesellschaften angesehen, die mittelbar oder unmittelbar im Mehrheitsbesitz oder unter der einheitlichen Leitung der Wienerberger AG stehen. Wertpapiere des Anlagevermögens werden mit den Anschaffungskursen oder bei Vorliegen dauernder niedrigerer Börsenstichtagskurse mit diesen bewertet.

2. Umlaufvermögen

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Nennbetrag bewertet, erforderliche Wertberichtigungen werden vorgenommen. Fremdwährungsforderungen werden mit Anschaffungskursen bzw. dem niedrigeren Devisen-Geldkurs am Bilanzstichtag oder gesicherten Kursen umgerechnet. Für alle erkennbaren Risiken werden entsprechende Wertberichtigungen gebildet. Langfristige unverzinsliche Forderungen werden mit dem Barwert zum Bilanzstichtag erfasst. Die Wertpapiere des Umlaufvermögens sind zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren Börsenkursen oder Rücknahmewerten bewertet. Vom Wahlrecht, aktive latente Steuern in der Höhe von EUR 2.259.500,00 (Vorjahr: TEUR 2.348) anzusetzen, wird kein Gebrauch gemacht. Die aktive latente Steuer wurde unter Zugrundelegung des gesetzlichen Steuersatzes von 25% gerechnet.

3. Rückstellungen

Die Rückstellungen für Abfertigungen wurden 2010 nach versicherungsmathematischen Grundsätzen nach dem laufenden Einmalprämienverfahren (Projected Unit Credit Methode) gemäß IAS 19 unter Zugrundelegung eines Pensionseintrittsalters von 65 (Männer) bzw 60 (Frauen) Jahren und eines Rechnungszinssatzes von 4.8% (Vorjahr: 5.3%) berechnet.

Die Rückstellungen für laufende Pensionen und Anwartschaften auf Pensionen aufgrund von rechtsverbindlichen, individuellen Zusagen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen nach dem laufenden Einmalprämienverfahren (Projected Unit Credit Methode) gemäß IAS 19 unter Zugrundelegung eines Rechnungszinssatzes von 4,8% (Vorjahr: 5,3%) gebildet. Von der Übergangsbestimmung des § 116 Abs 4 EStG wird in der Wienerberger AG kein Gebrauch gemacht.

Im Bilanzansatz nicht enthaltene versicherungsmathematische Verluste gemäß IAS 19 betragen EUR 998.835,00 (Vorjahr: TEUR 280) für Pensionsrückstellungen, EUR 184.439 Verluste (Vorjahr TEUR 2 Gewinne) für Abfertigungsrückstellungen und EUR 17.804,00 Verluste (Vorjahr TEUR 1 Gewinne) für Jubiläumsgeldrückstellungen.

Sonstige Rückstellungen werden nach dem Grundsatz der kaufmänmischen Vorsicht, in Höhe des voraussichtlichen Anfalls gebildet.

4. Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten werden mit dem Rückzahlungsbetrag, dem Nennwert bzw. dem höheren zum Bilanzstichtag beizulegenden Wert angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit Anschaffungskursen bzw. mit dem höheren Devisen-Briefkurs am Bilanzstichtag angesetzt.

ERLÄUTERUNG ZUR BILANZ UND GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist in getrennten Aufstellungen (Anlage 1 und Anlage 2) dargestellt.

In der Bilanzposition "bebaute Grundstücke" sind Grundwerte von EUR 72.298,95 (Vorjahr: TEUR 72) enthalten.

Die Wertpapiere des Anlagevermögens umfassten im Wesentlichen Genussrechte in Höhe von EUR 16.392.000,00 und der Rest sind festverzinsliche Wertpapiere. Die Genussrechte sind im Zuge des Erwerbs mit Anteilskauf- und Abtretungsvertrag vom 11. Oktober 2010 der Steinzeug Abwassersysteme GmbH als Kaufpreisbestandteil zur Gänze abgegangen, der Rest sind festverzinsliche Wertpapiere. Das Deckungskapital aus Rückdeckungsversicherungen für Pensionsrückstellungen beträgt EUR 147.051,00 (Vorjahr: TEUR 150). Es bestehen keine Ausleihungen mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr.

Die Beteiligungsansätze an der Wienerberger International N.V, Zaltbommel, Wienerberger Anteilsverwaltung GmbH, Wienerberger AS, Aseri, erhöhten sich aufgrund gewährter nicht rückzahlbarer Gesellschafterzuschüsse im Jahr 2010.

Die Beteiligung an der General Shale Canada Acquisitions Inc., Halifax wurde durch teilweise Umwandlung des Darlehens mit Beschluss vom 1. Jänner 2010 erhöht.

Die Anteile an der Wienerberger Spa, Bubano wurden aufgrund des Kaufs von 0.6% Anteile mit Kaufvertrag vom 22. Jänner 2010 erhöht.

Mit Beschluss vom 1. März 2010 wurde eine Kapitalerhöhung bei der Wienerberger Brick Industry Pvt. Ltd, Karnataka durch Umwandlung des Darlehens durchgeführt, weitere Kapitalerhöhungen erfolgten mittels nicht rückzahlbarer Gesellschafterzuschüsse im Jahr 2010.

Mit Vertrag vom 30. August 2010 wurde die Beteiligung an der Tongrube Lobenfeld GmbH, Oldenburg durch Kauf eines Geschäftsanteils erhöht.

Die Beteiligung an der Semmelrock International GmbH, Wien wurde aufgrund des Kaufund Abtretungsvertrages vom 22. Oktober 2010 über die restlichen 25% auf 100% erhöht.

Der Teilbetrieb des Werksstandortes in Kurkachi wurde von der OOO Wienerberger Kirpitsch, Moskau mit 1. November 2010 auf die neu gegründete Gesellschaft OOO Wienerberger Kurkachi, Kurkachi abgespaltet.

Das Kapital der Wienerberger NV, Kortrijk wurde mit Beschluss vom 28. Dezember 2010 herabgesetzt.

Mit Vertrag vom 31. Dezember 2010 wurde 1 Aktie an der Wienerberger Building Solutions NV, Kortrijk verkauft.

Die Beteiligung an der Wienerberger (UK) Limited, Manchester wurde um EUR 1.441.000 abgeschrieben.

Beteiligungsgesellschaften der Wienerberger AG (ab 20%); Werte gemäß IFRS.

Gesellschaft Sitz Anteil Währung Grund-
/Stammkapital
(in lokaler
Währung)
Währung (in lokaler
Währung)
Eigenkapital inkl. Jahrsüberschuss/-
unverst. Rückl. fehlbetrag (in lokaler
Wahrung)
BuKr Code
Wienerberger International N.V. Zaltbommel 100,00 EUR 50.000 EUR 242.301.047 476.825 1151 WZNL
Wienerberger Finance Service B.V. Zaltbommel 100.00 EUR 18.000 EUR 8.769.010 271.126 1152 WZCE
Wienerberger NV Kortnijk 89,99 EUR 13.091.395 EUR 128.897.805 19.841.470 1201 TBNV
WK Services NV Kortnijk 100,00 EUR 32.226.158 EUR 14.142.677 445.497 1262 WBNV
Wienerberger Building Solutions Kortrijk 100,00 EUR 34.466.350 EUR 39.865.687 14.942.108 1265 HBSDE
Wienerberger Ziegelindustrie GmbH Hannover 100,00 EUR 9.500.000 EUR 69.027.028 -16.951.874 1312 WZIG
Steinzeug Abwassersysteme GmbH Frechen 100,00 EUR 18.408.000 EUR 29.000.000 0 1350 STEIN
Wienerberger Beteiligungs GmbH Hannover 99,04 EUR 26.000 EUR 15.044 -933 1355 MLBB
Tongrube Lobenfeld GmbH Oldenburg 100,00 EUR 25.000 EUR 10.769 -57.845 1361 RMWW
VL Baustoff GmbH Ehingen 100,00 EUR 52.000 EUR -220 -52.220 1367 VLBG
Wienerberger Ziegelindustrie GmbH Hennersdorf 99,99 EUR 5.000.000 EUR 30.815.212 2.706.383 1501 WZIO
Salzburger Ziegelwerk GmbH & Co KG Nussdorf 53,00 EUR 438.000 EUR 7.128.639 478.481 1504 SZW
Wienerberger Beteiligungs GmbH Wien 100,00 ATS 1.000.000 EUR 53.804.191 1.874.373 1554 WBDH
Wienerberger Anteilsverwaltung GmbH Wien 100,00 EUR 35.000 EUR 1.433.268.678 12.365.034 1569 WAV
Semmelrock International GmbH Klagenfurt 100,00 EUR 3.000.000 EUR 82.457.931 874.635 1580 SBINT
Wienerberger Brunon SRL Bubano 100,00 EUR 10.000.000 EUR 54.542.865 -5.324.248 1802 BRUN
Wienerberger A/S Brondy 100,00 DKK 107.954.000 DKK 191.386.961 -25.524.716 2201 WBDK
Wienerberger OY AB Helsinki 100,00 EUR 1.000.000 EUR 29.181.777 342.769 2301 WBF!
Wienerberger AS Asen 100,00 EEK 24.074.000 EEK 6.607.949 -48.082.394 2501 WBEE
000 "Wienerberger Kirpitsch" Moskau 81,94 RUR 1.262.730.657 RUR 158.904.449 -479.073.038 2601 KIRPI
000 "Wienerberger Kurkachi" Kurkachi 81,94 RUR 650.036.080 RUR 462.713.304 -18.406.027 2602 KURK
Wienerberger Investitions- and Projektmanagement OOO Kiprevo 99,00 RUR 356.000 RUR -5.542.856 -304.851 2651 KIRPINV
UAB Wienerberger statybine keramika sp.z.o.o. Vilnius 100,00 LTL 3.135.000 LTL 1.673.988 -224.743 2901 WSKL
Wienerberger service, spol. s r.o. Ceske Bud. 100,00 CZK 200.000 CZK 446.054 -3.094 3254 SERVCZ
Wienerberger EOOD Sofia 100,00 BGN 4.000.000 BGN 7.640.161 795.244 4101 WBBG
General Shale Brick, Inc. Johnson City 100,00 USD 1.000 USD -76.125.731 -56.707.060 6001 GSBINC
General Shale Building Materials Inc. Johnson City 100,00 USD 1.000 USD -727.973 -103.009 6003 GSBI
General Shale Canada Acquisitions Inc. Halifax 100,00 CAD 28.500.000 CAD 21.779.036 -1.740.133 6102 CANHO
Wienerberger Brick Industry Private Limited Kamataka 99,99 INR 990.000.000 INR 1.878.153.045 -247.040.494 6801 WINDIA

Aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen bestehen auf Grund von Leasing-, Lizenz-, Miet- und Pachtverträgen Verpflichtungen in folgendem Umfang:

2010
in EUR
2009
in TEUR
im folgenden Jahr 1.608.591 1.618
in den folgenden 5 Jahren 8.042.954 8.043

Darüber hinaus bestehen Zahlungsverpflichtungen aus Ratenvereinbarungen 2011 - 2015 in der Höhe von EUR 13.337.432,00; Vorjahr: TEUR 15.792 (davon Zinskomponente EUR 1.052.812,00; Vorjahr: TEUR 1.525). Diese Zahlungsverpflichtungen sind innerhalb der sonstigen Verbindlichkeiten passiviert.

31.12.2010 31.12.2009
Gesamt davon
Restlaufzeit unter Restlaufzeit über
1 Jahr
davon
1 Jahr
Gesamt davon
Restlaufzeit
unter 1 Jahr
davon
Restlaufzeit
über 1 Jahr
in EUR in EUR in EUR in TEUR in TEUR in TEUR
1. Forderungen aus Liefer-
ungen und Leistungen
2. Forderungen gegen verb-
166.382.37 166.382.37 0.00 7.082 7.082 O
undene Unternehmen 754.634.277.90 221.970.816.66 532.663.461.24 747.278 130.025 617.253
3. Sonstige Forderungen und
Vermögensgegenstände
16.773.513.13 16.763.394.13 10.119.00 13.692 13.682 10
Forderungen laut Bilanz 771.574.173,40 238.900.593,16 532.673.580,24 768.053 150.790 617.263

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren mit EUR 747.483.887,76 (Vorjahr: TEUR 743.267) überwiegend aus Verrechnungs- und Finanzierungsbeziehungen. In den sonstigen Forderungen und Vermögensgegenständen sind Erträge in Höhe von EUR 66.613,63 (Vorjahr: TEUR 1.000) enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.

3. Wertpapiere des Umlaufvermögens

Bei den Wertpapieren des Umlaufvermögens handelt es sich um eigene Anteile EUR 1.623.386,87 (Vorjahr: TEUR 14.232). Die im Geschäftsjahr nach § 208 (3) UGB unterlassenen Zuschreibungen betragen EUR 0,00 (Vorjahr: TEUR 0).

4. Eigenkapital

Das Grundkapital der Wienerberger AG beträgt EUR 117.526.764 und ist in 117.526.764 nennwertlose Stückaktien zerlegt.

Der Vorstand wurde in der 141. ordentlichen Hauptversammlung der Wienerberger AG am 20. Mai 2010 ermächtigt, bis zu 10% des Grundkapitals innerhalb von 30 Monaten in Form von eigenen Stückaktien zu erwerben, höchstens zum Zweifachen des Börsekurses vom 20.05.2010.

Darüber hinaus wurde in der 140. ordentlichen Hauptversammlung der Wienerberger AG am 14. Mai 2009 ein genehmigtes Kapital im Ausmaß von 50% des Grundkapitals beschlossen. Hierbei handelt es sich um die Ermächtigung für die Durchführung einer regulären Kapitalerhöhung gegen Bar- oder Sacheinlage. Der Vorstand wird damit wie bereits in der Vergangenheit ermächtigt, innerhalb von fünf Jahren, d.h. bis zum 13. Mai 2014, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital der Gesellschaft gegen Bar- oder Sacheinlage zu erhöhen. Das Grundkapital kann um maximal EUR 41.973.844 durch Ausgabe von bis zu 41.973.844 neue auf Inhaber oder Namen lautende Stückaktien erhöht werden. Eine Durchführung kann gegebenenfalls in mehreren Tranchen erfolgen. Die Art der Aktien, der Ausgabekurs und die Ausgabebedingungen sind vom Vorstand, mit Zustimmung des Aufsichtsrates, festzulegen. Grundsätzlich haben die Aktionäre das gesetzliche Bezugsrecht. Der Vorstand wurde jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre in zwei besonderen Fällen auszuschließen. Erstens, für eine Kapitalerhöhung im Falle einer Sacheinlage zur Gewährung von Aktien zum Zweck des Erwerbes von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen sowie zweitens bei Mehrzuteilungsoptionen im Rahmen der Platzierung neuer Aktien der Gesellschaft (Greenshoe).

Weiters hat die 140. Hauptversammlung den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates, auch in mehreren Tranchen Wandelschuldverschreibungen, die das Bezugsoder Umtauschrecht bzw. eine Bezugs- oder Umtauschpflicht auf insgesamt bis zu 41.973.844 Aktien oder 50% des Grundkapitals der Gesellschaft gewähren bzw. vorsehen, auszugeben. Die Bedienung kann über das zu beschließende bedingte Kapital und/oder über eigene Aktien erfolgen. Ausgabebetrag und Ausgabebedingungen sind vom Vorstand, mit Zustimmung des Aufsichtsrates, festzusetzen. Diese Ermächtigung gilt bis zum 13. Mai 2014. Der Beschluss ermächtigt den Vorstand darüber hinaus, mit Zustimmung des Aufsichtsrates, das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen. Der Vorstand wurde ermächtigt, eine bedingte Kapitalerhöhung zur Ausgabe neuer Aktien an Gläubiger von Wandelschuldverschreibungen durchzuführen. Das Grundkapital kann bis maximal EUR 41.973.844 durch Ausgabe von bis zu 41.973.844 neue auf Inhaber oder Namen lautende Stückaktien erhöht werden. Diese Erhöhung des Grundkapitals darf nur soweit durchgeführt werden, als Gläubiger der Wandelschuldverschreibung von ihrem Bezugs- oder Umtauschrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen und der Vorstand beschließt, diese mit neuen Aktien zu bedienen. Eine Bedienung der Gläubiger der Wandelschuldverschreibung kann auch über eigene Aktien erfolgen. Die Summe der Kapitalmaßnahmen ist mit einer Ausgabe von bis zu 41.973.844 neuen Aktien (50% des Grundkapitals) beschränkt.

Ebenso wurde der Vorstand von der 140. ordentlichen Hauptversammlung ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates, einmalig oder mehrfach Genussrechte mit einem Gesamtnennbetrag von bis zu EUR 200.000.000 durch Ausgabe von bis zu 200.000 Genussscheinen zu beschließen sowie die Ausgabebedingungen festzulegen. Diese Ermächtigung gilt bis zum 13. Mai 2014.

Die Summe all dieser Kapitalmahmen ist mit einer Ausgabe von bis zu 41.973.844 neuen Aktien (50% des Grundkapitals 2009) beschränkt. Nach der Kapitalerhöhung im Jahr 2009 im Ausmaß von 33.579.0975 Aktien verbleibt nur mehr ein genehmigtes Kapital von EUR 8.394.769 (7% des derzeitigen Grundkapitals), das durch die Ausgabe von bis zu 8.394.769 neue auf Inhaber oder Namen lautende Stückaktien erhöht werden kann.

Die Entwicklung der ausgegebenen Aktienoptionen stellt sich wie folgt dar:

2010 2009
Entwicklung der Aktienoptionen Anzahl der
Optionsrechte
Durchschnittlicher
Ausübungspreis je
Stück
Anzahl der
Optionsrechte
Durchschnittlicher
Ausübungspreis je
Stück
Bestand am Jahresanfang 760.873 40.89 790.471 40,30
Gewährte Optionen O 0.00 0.00
Ausgeübte Optionen 0 0.00 0.00
Verfallene Optionen -184.373 37.50 -29.598 25.00
Nachträglich von Mitarbeitern akzeptierte Optionen 0 0.00 0.00
Bestand am Jahresende 576.500 41.98 760.873 40.89
Auctinhar am Jahrocondo Carle Con 000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000 ירח חמצר 10 00
Ausgegebene Optionen in Stück aus 2007 aus 2006 aus 2005
Vorstandsmitglieder gesamt 60.500 63.000 43.239
Andere Führungskräfte 226.000 230.000 144.134
Insgesamt eingeräumte Optionen 286.500 293.000 187.373
Abzüglich verfallene Optionen O -3.000 -187.373
Ausgeübte Optionen O 0 0
Bestehende Optionen 286.500 290.000 0
Ausübbar am Jahresende 286.500 290.000 0
Bewertung der Optionen aus 2007 aus 2006 aus 2005
Berechnungsparameter
Marktpreis bei Gewährung in EUR 45.57 42,20 33.86
Ausübungspreis der Option in EUR 45,50 38.50 37.50
Laufzeit in Jahren 5 5 ട്
Risikofreier Anlagezinssatz in % 4.01 3,32 3.15
Erwartete Volatilität in % 28 28 28
Zeitwert je Optionsrecht in EUR 10.54 10,77 5,91
Marktwert Aktienoptionen zum Zeitpunkt der Einräun in TEUR 3.019 2.965 962

Aufgrund der geänderten Rahmenbedingungen wurde der bestehende Aktienoptionsplan als nicht mehr zeitgemäßes und taugliches Mittel zur Incentivierung des Managements und Vorstands erachtet. Aus diesem Grund wurden ab dem Jahr 2009 keinerlei Optionen mehr zugeteilt und der Aktienoptionsplan eingestellt.

Am 11. Mai 2010 hat der Aufsichtsrat der Wienerberger AG die Implementierung eines neuen anteilsbasierten Vergütungsprogramms für Vorstände und ausgewählte Führungskräfte beschlossen. Als langfristig variable Vergütungskomponente löst es das im Jahr 2009 eingestellte Aktienoptionsprogramm ab. Das "Long Term Incentive (LTI)"-Programm ist ein Vergütungsprogramm mit Barausgleich und zielt entsprechend den Anforderungen des Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) darauf ab, eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts zu erwirken, weshalb das Modell einerseits an der Entwicklung des CFROI der Wienerberger Gruppe und andererseits an den Kurs der Wienerberger Aktie gekoppelt ist. Die rechnerische Einheit des LTI sind virtuelle Anteile, sog. Performance Share Units (PSUs), deren Zuteilungsausmaß von der Position der Führungskraft im Unternehmen abhängt. Der monetäre Wert der PSUs wird nach Ablauf von einer Performance Periode von drei Jahren ermittelt, an deren Ende der CFROI über einer im jeweiligen Programm festgesetzten Untergrenze zu liegen kommen muss. Als Multiplikator wird der durchschnittliche Aktienkurs der Wienerberger Aktie der letzten 20 ATX-Handelstage der Performance Periode herangezogen. Es folgt eine Auszahlungsperiode von zwei Jahren mit Zahlungen in drei Tranchen, wobei der Barausgleich gemäß einer linearen Verteilung innerhalb des Zielkorridors erfolgt. Wenn der CFROI unter den Zielkorridor fällt, entfällt die Zahlung. Bei den Mitgliedern des Vorstands ist für eine Zuteilung von virtuellen Anteilen ein Eigeninvestment (mit Haltefrist) in Höhe der gewährten Anteile erforderlich.

Im Berichtsjahr wurden 48.000 Stück virtuelle Aktien an Vorstandsvorsitzender: 8.000, Vorstandsmitglied: 6.000) und Mitglieder des Managements (Bereichsdirektor: 2.500, Top Management Holding und Geschäftsführer größerer Landesgesellschaften: 1.000) gewährt.

Die Bewertung der Anteile erfolgt mit dem Optionspreismodell von Black-Scholes.

5. Unversteuerte Rücklagen

Die Entwicklung der unversteuerten Rücklagen (§ 12 Abs. 1 EStG) der Wienerberger AG ist aus der nachfolgenden Aufstellung ersichtlich:

Stand am
1.1.2010
Zuführung Auflösung Stand am
31.12.2010
EUR
Bewertungsreserven UGB
I. Sachanlagen
Bauten auf fremdem Grund 467.735.37
Unbebaute Grundstücke 6.573.825,14
3. Andere Anlagen, BGA 1,00 1.00
7.340.379.07 0.00 298.817,56 7.041.561.51
Beteiligungen 693.372,00 693.372.00
8.033.751,07 0,00 298.817,56 7.734.933,51
1. Grundstücke, grundstücksgleiche
Rechte und Bauten, einschließlich der
II. Finanzanlagen
EUR
495.392,37
6.844.985,70
EUR EUR
27.657.00
271.160,56

Die Auflösung von unversteuerten Rücklagen führte zu einer Erhöhung der Steuerbemessung von EUR 298.817,56 (Vorjahr: Erhöhung TEUR 1.748).

6. Rückstellungen

Die Entwicklung der Rückstellungen ist in einer getrennten Aufstellung (Anlage 3) dargestellt.

Die sonstigen Rückstellungen von EUR 10.475.400,50 (Vorjahr: TEUR 8.332) enthalten mit EUR 1.502.320,00 (Vorjahr: TEUR 1.724) Rückstellungen für nicht konsumierten Urlaub und mit EUR 1.062.779,74 (Vorjahr: TEUR 2.646) Rückstellungen für variable Gehaltsbestandteile, die in der Folgeperiode bezahlt werden.

Die übrigen Rückstellungen bestehen im Wesentlichen aus einer Rückstellung in Höhe von EUR 5.000.000,00 (Vorjahr: TEUR 0) für eine mögliche Kompensationszahlung abhängig von der Entwicklung des Börsenkurses der Wienerberger Aktien bis 31.12.2012 aus der Übertragung der eigenen Aktien an die Verkäufer der Anteile an Semmelrock International GmbH, weiters aus einer Rückstellung EUR 300.000,00 (Vorjahr: TEUR 0) für Covenant Bankgebühren und EUR 1.175.000,00 (Vorjahr: TEUR 0) für vertragliche Gewährleistungszahlungen.

Die Rückstellung für derivative Finanzinstrumente beträgt im Geschäftsjahr EUR 0,00 (Vorjahr: TEUR 1.799), da zum 31.12.2010 keine derivativen Finanzinstrumente vorhanden sind. Im Vorjahr die Rückstellung zur Absicherung von negativen Marktwerten bei Gassicherungsgeschäften und Teilen der Cross-Currency Swaps (CCS). Siehe Anlage 3.

7. Derivative Finanzinstrumente

Die Wienerberger AG hat bis einschließlich der Berichtsperiode zur Risikoabdeckung Derivate eingesetzt. Das waren einerseits Zinsswaps (IRS) zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken und andererseits Cross-Currency Swaps (CCS) zur Absicherung des Translationsrisikos. Weiters existierten Termingeschäfte zur Absicherung des Preisrisikos von Gas sowie von CO2 Zertifikaten. Die beschriebenen Derivate sind in 2010 zur Gänze abgegangen. Ab 2010 erfolgt eine Absicherung der beschriebenen Risiken in der Wienerberger Finanz Service GmbH.

Weiters gab es im Vorjahr (TEUR 183.000) Zinsswaps bei verschiedenen Banken für Zinssicherungsgeschäfte im Zusammenhang mit Finanzierungstransaktionen, die in 2010 nicht mehr bestehen:

2010
in EUR
2009
in TEUR
Positive Marktwerte
Negative Marktwerte
0.00
0.00
1.227
-270
0.00 957

Cross-Currency Swaps wurden in USD mit einem Volumen von EUR 0,00 (Vorjahr: TEUR 174.416) abgeschlossen, die aktuellen Marktwerte betragen hier:

2010
in EUR
2009
in TEUR
Positive Marktwerte 0.00 16.949
Negative Marktwerte 0.00 -147
0.00 16.802

Das Nominale der Termingeschäfte beträgt EUR 0,00 (Vorjahr: TEUR 7.069), wobei sich der aktuelle Marktwert auf EUR 0,00 (Vorjahr: TEUR -1.295) beläuft

Die verwendeten Bewertungen werden von den kontrahierenden Banken zur Verfügung gestellt und sind unter Anwendung anerkannter mathematischer Verfahren (Mark-to-Market) erstellt.

Verbindlichkeiten 8.

Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten können wie folgt dargestellt werden:

31.12.2010 31.12.2009
Gesamt davon
Restlaufzeit unter Restlaufzeit über
1 Jahr
davon
1 Jahr
Gesamt davon
Restlaufzeit
unter 1 Jahr
davon
Restlaufzeit
über 1 Jahr
in EUR in EUR in EUR in TEUR in TEUR in TEUR
2. Anleihen
Verbindlichkeiten gegen-
1.009.228.000.00 0.00 1.009.228.000.00 900.000 O 900.000
റ്റ് über Kreditinstituten
Verbindlichkeiten aus
81.990.413.12 14.780.359.70 67.210.053.42 233.139 1.332 231.807
ধন Lieferung und Leistung
Verbindlichkeiten gegen-
1.300.329,62 1.300.329.62 0,001 889 889 O
über verbundenen Unter-
nehmen 4.652.728,92 401.453.66 4.251.275.26 5.514 846 4.568
5. Sonstige Verbindlichkeiten 54.743.415,24 48.573.548.24 6.169.867.00 54.748 42.328 12.420
Verbindlichkeiten laut Bilanz 1.151.914.886,90 65.055.691,22 1.086.859.195,68 1.194.290 45.495 1.148.795

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren mit EUR 4.632.529,48 (Vorjahr: TEUR 4.949) überwiegend aus Verrechnungsbeziehungen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit einer Restlaufzeit von über fünf Jahren betragen EUR 7.364.536,84 (Vorjahr: TEUR 0). Dingliche Sicherheiten bestehen in der Höhe von EUR 0,00 (Vorjahr: TEUR 0). In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Aufwendungen in Höhe von EUR 42.078.964,08 (Vorjahr: TEUR 39.812) enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Beträge in der Höhe von EUR 0,00 (Vorjahr: TEUR 4.102) mit einer Restlaufzeit von über 5 Jahren enthalten.

Weiters sind in den Anleihen Beträge in der Höhe von EUR 500.000.000,00 (Vorjahr: TEUR 500.000) mit einer Restlaufzeit von über 5 Jahren enthalten.

Die Wienerberger AG hat mit 29. März 2010 eine nicht konvertible, endfällige, 4 1/4-jährige Anleihe mit 4,875% Verzinsung in der Höhe von EUR 250.000.000,00 begeben.

Von der im Jahr 2005 begebenen nicht konvertiblen, endfälligen, 7-jährigen Anleihe in der Höhe von EUR 400.000.000,00 mit 3,875% Verzinsung wurde ein Teilbetrag von EUR 140.772.000,00 mit 14. April 2010 getilgt.

9. Eventualverbindlichkeiten und Haftungsverhältnisse

Haftungsverhältnisse liegen in folgendem Umfang vor:

31.12.2010 31.12.2009
in EUR in TEUR
Garantien 185.362.384.00 180.411
(davon für verbundene Unternehmen) 185.362.384.00 180.411
Patronatserklärungen 88.331.970.00 125.621
(davon für verbundene Unternehmen) 88.331.970.00 125.621
273.694.354.00 306.032

10. Umsatzerlöse

Als Umsatzerlöse werden Erlöse aus Leistungsbeziehungen mit Tochtergesellschaften der Wienerberger-Gruppe in Höhe von EUR 33.820.484,75 (Vorjahr: TEUR 35.342) bzw. auch mit Gesellschaften außerhalb der Wienerberger-Gruppe in Höhe von EUR 121.763,52 (Vorjahr: TEUR 151) ausgewiesen.

11. Personalaufwand

Im Personalaufwand sind Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen in folgendem Ausmaß enthalten:

2010
in EUR
2009
in TEUR
Vorstände und leitende Angestellte
Andere Arbeitnehmer
1.564.813.51
829.403.25
2.385
ર્દિકે
2.394.216.76 3.020

In Mitarbeitervorsorgekassen für Abfertigungen wurden EUR 91.774,66 (Vorjahr: TEUR 92) einbezahlt.

Im Durchschnitt des Jahres 2010 wurden 162 (Vorjahr: 170) Angestellte beschäftigt.

Die Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder betrugen im Geschäftsjahr EUR 1.592.261,00 (Vorjahr: TEUR 2.723). An frühere Mitglieder des Vorstandes und ihre Hinterbliebenen wurden Zahlungen von EUR 776.400,00 (Vorjahr: TEUR 3.321) geleistet. An die Mitglieder des Aufsichtsrats wurden für die Tätigkeit im Geschäftsjahr 2010 Vergütungen von insgesamt EUR 169.726,00 (Vorjahr: TEUR 215) bezahlt.

Haftungsverpflichtungen gegenüber Vorständen und Aufsichtsräten bestehen nicht und es wurden auch keine Kredite an diese vergeben.

12. Erträge und Aufwendungen aus Beteiligungen

Gewinnausschüttungen aus verbundenen Unternehmen werden mit Datum des Gewinnausschüttungsbeschlusses als vereinnahmt dargestellt. Die Beteiligungserträge betreffen mit EUR 151.999.993,51 (Vorjahr: TEUR 3.000) Dividendenerträge aus verbundenen Unternehmen.

13. Steuern vom Einkommen und Ertrag

Die Wienerberger AG hat im Geschäftsjahr 2005 die Möglichkeit der Bildung einer "Unternehmensgruppe" gemäß § 9 KStG genutzt. Die Wienerberger AG ist Gruppenträger einer Gruppe von 17 Gruppenmitgliedern. In die Gruppe wurden ausschließlich inländische unmittelbare und mittelbare Tochtergesellschaften einbezogen.

In ihrer Eigenschaft als Gruppenträger ist die Wienerberger AG Empfänger von Steuerumlagen von gewinnerzielenden inländischen Tochtergesellschaften. Aufgrund von steuerlichen Verlusten und Verlustvorträgen des Gruppenträgers ergibt sich daraus ein laufender Steuerertrag von EUR 3.471.602,76 im Berichtsjahr (Vorjahr: laufender Steuerertrag TEUR 4.932).

14. Honorar Abschlussprüfer

Gemäß § 237 Z 14 UGB wird auf die Aufschlüsselung der Aufwendungen für die Abschlussprüfung, für andere Bestätigungsleistungen, für Steuerberatungsleistungen und für sonstige Leistungen verzichtet. Die Angabe erfolgt im Konzernabschluss der Wienerberger AG.

15. AUFSICHTSRAT UND VORSTAND DER WIENERBERGER AG

AUFSICHTSRAT

Mag. Friedrich Kadrnoska (Vorsitzender) Christian Dumolin (Stellvertreter des Vorsitzenden) Mag. Harald Nograsek Dkfm. Dr. Claus Raidl KR Franz Rauch Dkfm. Karl Fink Dr. Wilhelm Rasinger Peter Johnson Karl Sauer *) Claudia Schiroky (vormals Krenn) *) Gerhard Seban * ) Rupert Bellina * )

*) vom Betriebsrat delegiert

VORSTAND

Dr. Heimo Scheuch, Vorsitzender Willy Van Riet Dipl.Ing. Dr. Johann Windisch

Wien, am 21. Februar 2011

Der Vorstand:

Dr. Heimo Scheuch Vorsitzender

Dipl.Ing. Dr. Johann Windisch

Willy Van Riet

Wienerberger AG, Wien Bericht über die Prüfung des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2010 21. Februar 2011

4. Bestätigungsvermerk

Bericht zum Jahresabschluss

Wir haben den beigefügten Jahresabschluss der

Wienerberger AG, Wien,

für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2010 bis zum 31. Dezember 2010 unter Einbeziehung der Buchführung geprüft. Dieser Jahresabschluss umfasst die Bilanz zum 31. Dezember 2010, die Gewinn- und Verlustrechnung für das am 31. Dezember 2010 endende Geschäftsjahr sowie den Anhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Buchführung sowie für die Aufstellung eines Jahresabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung. Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Jahresabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Jahresabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Jahresabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Jahresabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2010 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2010 bis zum 31. Dezember 2010 in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung.

Aussagen zum Lagebericht

Der Lagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Lagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage der Gesellschaft erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Lagebericht mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Lagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Jahresabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.

ERKLÄRUNG DES VORSTANDS

Erklärung des Vorstands

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzern vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Wien, am 21. Februar 2011

Der Vorstand der Wienerberger AG

Heimo Scheuch CEO

Willy Van Riet CFO

Johann Windisch

COO

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