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Raiffeisen Bank International AG

Annual Report Mar 29, 2012

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Annual Report

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Geschäftsbericht 2011

Einblick 2011

Über die RBI
Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden
Vorstand der RBI
Bericht des Aufsichtsrats
RBI im Überblick
Strategie der RBI
RBI auf dem Kapitalmarkt
Corporate-Governance-Bericht
Corporate Responsibility
8
14
16
18
21
28
33
44
RBI
Über die
Konzern-Lagebericht
Entwicklung der Märkte
Finanz- und Ergebnisentwicklung
Posten der Erfolgsrechnung im Detail
Das Ergebnis im Quartalsvergleich
Bilanz
Eigenkapital
Forschung und Entwicklung
Internes Kontroll- und Risikomanagement-System
Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechte
Funding
Risikomanagement
Human Resources
Ausblick
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
50
54
58
64
67
68
71
71
73
76
78
83
87
89
Konzern-Lagebericht
Segmentberichterstattung
Segmente
Geschäftsbereiche
92
124
Segment-
berichte
Konzernabschluss
Gesamtergebnisrechnung
Bilanz
Eigenkapitalveränderungsrechnung
Kapitalflussrechnung
Segmentberichterstattung
Anhang
Bestätigungsvermerk
134
138
139
140
142
150
262
Konzernabschluss
Glossar
Adressen
Impressum
268
272
274
Service

RBI auf einen Blick

Die Raiffeisen Bank International AG (RBI) betrachtet Zentral- und Osteuropa (inklusive Österreich) als Heimmarkt.

In Zentral- und Osteuropa (CEE), wo sie über ein engmaschiges Netzwerk an Tochterbanken, Leasinggesellschaften und zahlreichen spezialisierten Finanzdienstleistungsunternehmen in 17 Märkten verfügt, ist sie als Universalbank tätig.

Rund 56.000 Mitarbeiter betreuen in CEE etwa 13,8 Millionen Kunden in rund 2.900 Geschäftsstellen. In Österreich ist die RBI eine der führenden Kommerz- und Investmentbanken. Ebenso ist sie in den Weltfinanzzentren sowie mit Filialen und Repräsentanzen in Asien vertreten.

Insgesamt beschäftigt die RBI rund 59.000 Mitarbeiter und verfügt über eine Bilanzsumme von rund € 147 Milliarden.

Überblick

Raiffeisen Bank International Konzern

Monetäre Werte in € Millionen 2011 Verände-
rung
2010 RBI pro
2009
Raiffeisen
forma International International
2008
Raiffeisen
2007
Erfolgsrechnung
Zinsüberschuss 3.667 2,5% 3.578 3.282 3.232 2.419
Nettodotierungen zu
Kreditrisikovorsorgen - 1.064 - 10,9% - 1.194 - 2.232 - 780 - 357
Provisionsüberschuss 1.490 - 0,1% 1.491 1.421 1.496 1.250
Handelsergebnis 363 10,7% 328 419 168 128
Verwaltungsaufwendungen - 3.120 4,7% - 2.980 - 2.715 - 2.633 - 2.184
Jahresüberschuss vor Steuern 1.373 6,7% 1.287 790 1.429 1.238
Jahresüberschuss nach Steuern 974 - 17,2% 1.177 531 1.078 973
Konzern-Jahresüberschuss 968 - 11,0% 1.087 450 982 841
Bilanz
Forderungen an Kreditinstitute 25.748 19,6% 21.532 38.582 9.038 11.053
Forderungen an Kunden 81.576 7,8% 75.657 72.566 57.902 48.880
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten 37.992 12,9% 33.659 49.099 26.213 19.927
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 66.747 15,8% 57.633 55.407 44.206 40.457
Eigenkapital 10.936 5,1% 10.404 9.326 6.518 6.622
Bilanzsumme 146.985 12,1% 131.173 145.638 85.397 72.743
Kennzahlen
Return on Equity vor Steuern 13,7% 0,0 PP 13,7% 9,5% 22,0% 25,7%
Return on Equity nach Steuern 9,7% - 2,8 PP 12,5% 6,4% 16,6% 20,2%
Konzern-Return on Equity 10,8% - 2,1 PP 13,0% 7,1% 17,4% 20,1%
Cost/Income Ratio 57,0% 1,8 PP 55,1% 52,5% 54,0% 57,6%
Return on Assets vor Steuern 0,98% 0,07 PP 0,90% 0,53% 1,77% 1,98%
Nettozinsspanne 2,61% 0,10 PP 2,51% 3,73% 3,99% 3,86%
NPL Ratio 8,6% - 0,3 PP 9,0% 8,8% 3,1% 2,1%
Neubildungsquote
(Ø Risikoaktiva, Kreditrisiko) 1,38% - 0,3 PP 1,66% 2,89% 1,32% 0,84%
Bankspezifische Kennzahlen1
Risikoaktiva (Kreditrisiko) 77.150 2,0% 75.601 70.555 60.388 49.802
Gesamte Eigenmittel 12.858 2,0% 12.608 12.019 6.992 6.684
Gesamtes Eigenmittelerfordernis 7.624 0,5% 7.585 7.137 5.767 4.317
Überdeckungsquote 68,6% 2,4 PP 66,2% 68,4% 21,2% 54,8%
Core Tier 1 Ratio, gesamt 9,0% 0,2 PP 8,9% 8,5% 7,4% 9,6%
Kernkapitalquote (Tier 1), Kreditrisiko 12,2% 0,0 PP 12,2% 11,8% 9,7% 11,4%
Kernkapitalquote (Tier 1), gesamt 9,9% 0,2 PP 9,7% 9,4% 8,1% 10,5%
Eigenmittelquote 13,5% 0,2 PP 13,3% 13,5% 9,7% 12,4%
Aktienkennzahlen
Gewinn je Aktie in € 3,95 - 13,5% 4,56 1,29 6,39 5,80
Kurs in € 20,07 - 51,0% 41,00 19,30 103,60
Höchstkurs (Schlusskurs) in € 45,10 5,5% 42,75 110,20 122,50
Tiefstkurs (Schlusskurs) in € 14,16 - 51,2% 29,01 16,23 98,25
Anzahl der Aktien in Millionen 195,51 0,0% 195,51 195,51 154,67 154,67
Marktkapitalisierung in € Millionen 3.924 - 51,1% 8.016 2.985 16.024
Dividende je Aktie in € 1,052 1,05 0,93 0,93
Ressourcen
Mitarbeiter zum Stichtag 59.261 - 0,9% 59.782 59.211 63.376 58.365
Geschäftsstellen 2.928 - 1,1% 2.961 3.029 3.231 3.015

Gemäß österreichischem Bankwesengesetz (BWG). Die Raiffeisen Bank International (RBI) als Teil des RZB-Konzerns unterliegt nicht den Vorschriften des BWG. 2 Vorschlag an die Hauptversammlung.

Mit Raiffeisen Bank International (RBI) wird in diesem Bericht der RBI-Konzern bezeichnet. Ist dagegen die Raiffeisen Bank International AG gemeint, wird der Begriff RBI AG verwendet. Dies gilt analog für die Raiffeisen International und die Raiffeisen International Bank-Holding AG bzw. die RZB und die RZB AG.

Über die RBI

Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden 8
Vorstand der RBI 14
Bericht des Aufsichtsrats 16
RBI im Überblick 18
Strategie der RBI 21
RBI auf dem Kapitalmarkt 28
Corporate-Governance-Bericht 33
Corporate Responsibility 44

"Unser Ergebnis bestätigt unser nachhaltiges Geschäfts modell und sichert auch weiterhin unsere wett bewerbsfähige Position."

"... unsere Diversifikation macht sich bezahlt ..."

Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Herbert Stepic

Herr Dr. Stepic, 2011 war ein ziemlich ereignisreiches Jahr. Was waren die Herausforderungen für die RBI?

Die Entwicklungen in Europa, und da vor allem in den peripheren Staaten der Eurozone, sind nicht spurlos an uns vorübergegangen. Auch wir konnten uns dem Marktumfeld im Sog der Staatsschuldenkrise – und genau darum handelt es sich ursächlich und nicht etwa um eine Krise der Banken – nicht entziehen. Die RBI hat zwar kein Staatsrisiko gegenüber Griechenland, Irland, Portugal und Spanien in ihren Büchern und nur ein geringes gegenüber Italien. Dennoch hatten auch wir mit den Auswirkungen des erneuten allgemeinen Vertrauensverlustes gegenüber Banken zu kämpfen.

Nach der Fusion zwischen den Hauptgeschäftsfeldern der RZB und der Raiffeisen International im Jahr 2010 – was waren die Schwerpunkte 2011?

Wir haben über alle Kundengruppen hinweg einiges weitergebracht und das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Beispielsweise im Geschäft mit vermögenden Privatpersonen, dem Private Banking, haben wir mit der Einführung der Marke "Friedrich Wilhelm Raiffeisen" in CEE eine hochwertige Plattform für den Vertrieb unserer Dienstleistungen an die derzeit mehr als 30.000 Kunden in diesem Segment geschaffen. Die Erträge aus dieser Investition werden in die Ergebnisse der kommenden Jahre einfließen. Weiters waren wir erfolgreich, was die Intensivierung des Vertriebs unserer Investment-Banking-Produkte betrifft. So haben wir in Österreich z. B. neun von insgesamt 13 öffentlichen Corporate Bonds, emittiert von den größten Unternehmen des Landes, als Lead Manager begleitet und waren somit auf diesem Gebiet klar führend.

Mit dem Ergebnis 2011 sind Sie wohl nicht unzufrieden?

Ganz und gar nicht. In einem derart schwierigen wirtschaftlichen Umfeld einen Jahresüberschuss vor Steuern von € 1,4 Milliarden zu erwirtschaften, ist eine Leistung, auf die wir zu Recht stolz sein können. Gegenüber 2010 konnten wir damit um 7 Prozent zulegen. Das war auch deshalb möglich, weil die Märkte in Zentral- und Osteuropa, in denen wir tätig sind, weiterhin ein vergleichsweise hohes Wirtschaftswachstum aufweisen und sich dadurch auch unsere Risikosituation spürbar verbessert hat. Unser Ergebnis bestätigt also unser nachhaltiges Geschäftsmodell und sichert auch weiterhin unsere wettbewerbsfähige Position.

Warum war bei der RBI kein Bilanzputz notwendig?

Das hat eine Reihe von Gründen, die aber alle mit unserer strategischen Ausrichtung verwoben sind. Neben unserem traditionell geringen Engagement in den europäischen Peripheriestaaten haben wir etwa unser CDS-Portfolio immer schon zum Marktwert bewertet. Unser Ziel war es zudem immer – und das haben wir auch erreicht –, Tochterbanken zu günstigen Konditionen zu erwerben. Was Wertberichtigungen betrifft, waren und sind wir eher konservativ. Das bedeutet, dass wir eigentlich ständig am Putzen sind. So haben wir schon im vierten Quartal 2008, als die Krise in CEE erst in Ansätzen spürbar war, massive Wertberichtigungen gebildet. Betonen möchte ich auch, dass im Lauf des Jahres 2011 unsere NPL Ratio um 0,3 Prozentpunkte auf 8,6 Prozent zurückgegangen ist. Besonders er-

freulich ist, dass unsere Deckungsquote – also das Verhältnis der Risikovorsorgen zu den notleidenden Krediten – konzernweit auf über 68 Prozent gestiegen ist. Wir konnten also selbst in diesem nicht ganz einfachen Jahr unsere Bilanzstruktur weiter verbessern.

Was Risiken betrifft, dürfte Sie 2011 wohl Ungarn am meisten beschäftigt haben?

Keine Frage, Ungarn ist für uns – und wohl für fast alle Banken, die dort engagiert sind – zurzeit der schwierigste Markt. Das liegt einerseits an strukturellen wirtschaftlichen Problemen. Andererseits sehen wir uns aber auch der Willkür der Regierung ausgesetzt, die sich etwa in der überproportionalen Bankensteuer oder der Rückzahlungsmöglichkeit von Fremdwährungskrediten zu fixen Wechselkursen äußert. Wir mussten daher hohe Wertberichtigungen bilden, was zu einem deutlichen Verlust in diesem Land führte. Bei alldem dürfen wir aber nicht vergessen, dass wir in Ungarn über viele Jahre sehr gut verdient haben und dadurch weniger gute Entwicklungen in anderen Märkten ausgleichen konnten. Jetzt geht es eben in die Gegenrichtung. Insgesamt zeigt sich damit: Unsere Diversifikation nach Ländern, aber auch nach Kunden und Produkten macht sich bezahlt.

Wie entwickelten sich die anderen Märkte?

Vor allem Russland und Polen, aber auch Österreich entwickelten sich 2011 sehr gut. In Russland sind wir eine der führenden Auslandsbanken und betreuen mehr als 2 Millionen Kunden. Mit dieser starken Ausgangsbasis und den sehr guten Wachstumsaussichten des russischen Marktes können wir dort nachhaltig einen signifikanten Gewinnbeitrag erwirtschaften. 2011 kamen rund 29 Prozent unseres Vorsteuergewinns aus Russland, nach 17 Prozent im Jahr zuvor. In Zentraleuropa ist Polen als größtes Land mit überdurchschnittlichen Wachstumsaussichten klar unser wichtigster Markt. Das Land trug 2011 knapp 9 Prozent zum Vorsteuergewinn der RBI bei, das sind 2,5 Prozentpunkte mehr als 2010. Und auch in Österreich sind wir gut unterwegs. Wir spüren zwar den wieder einsetzenden Konjunkturabschwung, haben aber 2011 mit österreichischen und internationalen Kunden, die wir von Wien aus betreuen, um etwa 27 Prozent mehr verdient als 2010.

Im Herbst gab es Meldungen, dass sich Raiffeisen aus einigen Märkten zurückziehen könnte. Wie war das gemeint? Ich sage das ganz klar: Ein Rückzug aus einzelnen Ländern entspricht nicht unserer Strategie. Ich habe lediglich gesagt, dass es in Zeiten, in denen der Druck der Regulatoren das Korsett der Banken immer enger schnürt, erlaubt sein muss, über derart extreme Maßnahmen nachzudenken. Das heißt aber nicht, dass das unser Ziel wäre. Unser Anspruch ist und bleibt es, unsere Kunden möglichst flächendeckend in ganz CEE zu betreuen.

Die Banken sind mit vielen neuen Vorschriften konfrontiert. Entwickeln sich die Regulatoren zum Feindbild der Banken?

Die Regulatoren sind natürlich bestrebt, das Vertrauen in die Bankwirtschaft zu heben, und höhere Mindestkapitalquoten sind sicher ein Weg dorthin. Dieser Weg wird aber zu einem ungünstigen Zeitpunkt beschritten, und das auch noch überhastet. Das wirkt kontraproduktiv und könnte das ohnehin bescheidene Wirtschaftswachstum total abwürgen. Die Ende Oktober veröffentlichten Vorschriften der European Banking Authority (EBA) verlangen eine aus meiner Sicht willkürlich festgelegte harte Kernkapitalquote von 9 Prozent bis Ende Juni 2012. Das bringt in Europa zahlreiche Banken unter Druck. Bei uns – genauer gesagt der RZB-Gruppe – ist das nicht der Fall. Wir haben ein umfassendes Maßnahmenpaket geschnürt, das aus zahlreichen Einzelmaßnahmen besteht. Außerdem sind wir in der glücklichen Situation, dass wir Gewinne machen, die unser Eigenkapital stärken. Wir haben es also

selbst in der Hand, die neuen Anforderungen zu erfüllen.

Wie passt das zu Ihrer Aussage im Sommer 2011, dass die RBI eine Kapitalerhöhung ins Auge fasst?

Das ist ja kein Widerspruch. Wir haben gesagt, dass wir zur Stärkung unserer Kapitalquoten eine Kapitalerhöhung als mögliche Option sehen, dies aber natürlich abhängig von der Entwicklung des makroökonomischen Umfelds. Dass dieses sich seitdem für ein derartiges Vorhaben ungünstig entwickelt hat, ist keine Neuigkeit. Daher ist es nur logisch und vernünftig, andere Möglichkeiten zur Erreichung der Quote auszuschöpfen.

Auch die österreichischen Regulatoren ließen mit der vorzeitigen Einführung der Basel-III-Vorschriften und einer Beschränkung für das Kreditwachstum in CEE aufhorchen. Wie wirkt sich das auf die RBI aus?

Mit der Erfüllung der EBA-Quote erreichen wir auch die Basel-III-konforme Quote von 7 Prozent, die die Oesterreichische Nationalbank und die Finanzmarktaufsicht schon ab Anfang 2013 als verpflichtend festgesetzt haben. Der zusätzlich vorgesehene Kernkapitalpuffer von

bis zu 3 Prozent wird erst mit 2016 schlagend. Auch die Leitlinie, dass bei Neugeschäften für 100 Euro Einlagen nur noch bis zu 110 Euro Kredit vergeben werden sollten, sehe ich nicht als wesentliche Einschränkung. Außerdem sollte das Kreditwachstum, das ja an das Wirtschaftswachstum gekoppelt ist, in den nächsten Jahren moderat ausfallen.

Die Refinanzierung gestaltet sich für die Banken im aktuellen Umfeld schwierig. Was bedeutet das für die RBI?

Uns geht es hier im Vergleich zu anderen recht gut. Wir haben einen Großteil des für 2011 geplanten Funding-Volumens bereits im ersten Halbjahr aufgenommen, als die Lage auf den Anleihemärkten noch deutlich besser war als nach dem

Sommer. Aufgrund des hohen Marktinteresses waren unsere Emissionen sogar deutlich überzeichnet – bei vergleichsweise attraktiven Risikoaufschlägen. Wir versuchen auch, unsere Finanzierungsquellen möglichst zu diversifizieren, und greifen dabei überwiegend auf Instrumente zurück, die weniger sensibel auf Finanzmarktturbulenzen reagieren. Ich meine damit z. B. Emissionen in den lokalen Märkten, Privatplatzierungen oder Finanzierungen über supranationale Organisationen.

Wir befinden uns insgesamt in einer Phase des Abschwungs. Wie entwickeln sich die Märkte der RBI?

Hier muss man differenzieren. In der Eurozone erleben wir eine veritable systemische und politische Krise. Anders ist die Situation in Zentral- und Osteuropa, wo der wirtschaftliche Aufwärtstrend im Wesentlichen weiter anhält. Die Region ist und bleibt der Wachstumsmotor für Europa. Auch wenn sich das Wirtschaftswachstum der Region CEE von 3,7 im Jahr 2011 auf 2,6 Prozent 2012 verlangsamen wird, ist es immer noch stärker als in der Eurozone. Das sind keine schlechten Aussichten für uns!

Ein Blick in die Zukunft: Was haben Sie 2012 vor?

Der Fokus bleibt regional auf unserem Heimmarkt CEE und Österreich. Dabei liegt unser Schwerpunkt weiterhin auf dem Geschäftsbereich Corporate Customers, der das Rückgrat unseres Unternehmens bildet, und zusätzlich

wollen wir das Retail-Geschäft ausbauen. Das Erreichen der EBA-Quote bis Mitte 2012 bildet bei alldem das übergeordnete Ziel. Wir haben vollstes Einverständnis mit unseren Raiffeisen-Kernaktionären, dass wir staatlichen Einfluss

unbedingt vermeiden wollen. Dank der Unterstützung innerhalb der Raiffeisen Bankengruppe, die 2011 ihr 125-jähriges Bestehen gefeiert hat, und dank der Gewinne, die wir lukrieren, haben wir es auch selbst in der Hand, Eigenkapital zu bilden. Damit das auch so bleibt, haben wir uns ein Kosteneinsparungsprogramm auferlegt. Wir wollen sowohl bei den Sach- als auch bei den Personalkosten gegensteuern.

Was ist der Status quo bei der Polbank?

Wir sind auf der Zielgeraden. Alle internen und externen Prozesse sind wie geplant abgelaufen, sowohl was die zeitliche Komponente als auch die angestrebten Resultate betrifft. Wir haben bereits die Organisationsstruktur der kombinierten Bank vorbereitet und sind somit für die Zeit nach dem sogenannten Closing, also dem rechtlichen Abschluss der Transaktion, bestens gerüstet.

Planen Sie weitere Akquisitionen?

Nein. Polen war eigentlich der letzte wichtige Markt, in dem uns eine kritische Größe gefehlt hat. Mit

der Akquisition der Polbank sind wir in allen großen Märkten in CEE sehr gut positioniert, sodass keine weiteren Akquisitionen notwendig sind. Was ich mir mittelfristig aber vorstellen kann, ist der Zukauf kleinerer Kundenportfolios, falls sich ein Konkurrent aus einem Markt zurückzieht.

Dürfen sich die Aktionäre auf ein erfreulicheres Jahr 2012 einstellen?

Mir ist bewusst, dass die Jahre 2010 und 2011 unseren Eigentümern sehr viel an Geduld und Ausdauer abverlangt haben. 2010 war das durch massive Zweifel an unserer Fusion verursacht, die wir zum Glück durch Fakten und Taten zerstreuen konnten. Und 2011 waren wir trotz unserer guten Performance den negativen Entwicklungen der Aktienmärkte ausgesetzt. Ich bin überzeugt, dass sich dieses Sentiment wieder drehen wird. Ob das aber schon 2012 der Fall sein wird, kann niemand seriös beantworten. Ich danke jedenfalls allen unseren Aktionären – sowohl unserem Haupteigentümer RZB als auch den vielen institutionellen und privaten Investoren – für ihre Treue und versichere ihnen, dass wir weiterhin mit ganzer Kraft am Erfolg dieses Unternehmens arbeiten werden. Gleichermaßen danke ich unseren Kunden für ihr Vertrauen und unseren 59.000 Mitarbeitern für ihren Einsatz. Ich weiß, meine Kolleginnen und Kollegen werden auch weiterhin mit vollem Engagement für die RBI arbeiten, obwohl die Rahmenbedingungen in Zeiten des Sparens auch für sie nicht besser werden. Deshalb gehört mein ganz besonderer Dank ihnen!

Vorstand der RBI

Dr. Herbert Stepic

Group Strategy Human Resources Internal Audit Legal & Compliance Management Secretariat Organization & Internal Control System

PR, Marketing & Event Management

Dr. Karl Sevelda

Corporate Customers

Corporate Sales Management & Development

Group Products

Network Corporate Customers & Support

Aris Bogdaneris, M.A.

Consumer Banking Collections

Credit Services

& IT

Group & Austrian IT

Group Project Management Office International Operations

IT-Markets & Treasury

Lean & Service Excellence

Small Business & Premium Banking

Transaction Services

Patrick Butler, M.A.

(bis 15. April 2012) Capital Markets Credit Markets Institutional Clients Raiffeisen Research

Dr. Johann Strobl

Credit Management Corporates

Financial Institutions, Country & Portfolio Risk Management

Risk Controlling

Dkfm. Klemens Breuer

(ab 16. April 2012) Capital Markets Credit Markets Institutional Clients Raiffeisen Research

Mag. Martin Grüll Investor Relations Planning & Finance Tax Management

Treasury

Mag. Peter Lennkh International Banking Units Participations

Retail Risk Management

Risk Excellence & Projects

Workout

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

die erste Jahreshälfte 2011 war nach den vergangenen Krisenjahren von einer temporären Entspannung und einer Verbesserung der allgemeinen wirtschaftlichen Situation geprägt. Die zweite Jahreshälfte stand jedoch voll im Zeichen der sich verschärfenden Staatsschuldenkrise, die eine deutliche Verlangsamung des Wirtschaftswachstums mit sich brachte. Gleichzeitig wurden den europäischen Banken durch die Regulatoren hohe und in kurzer Zeit umzusetzende Eigenkapitalanforderungen vorgeschrieben. Die Raiffeisen Zentralbank Österreich AG, die als übergeordnetes Finanzinstitut und Hauptaktionär der RBI diese Neun-Prozent-Marke Ende Juni 2012 erreichen muss, nahm die Erfüllung dieser Quote gemeinsam mit der RBI umgehend in Angriff.

Tätigkeit im Jahr 2011

Die Mitglieder des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse wurden auch 2011 vom Vorstand in den regelmäßig abgehaltenen Sitzungen zeitnah und umfassend über alle relevanten Aspekte der Geschäftsentwicklung einschließlich des Risikomanagements der Gesellschaft sowie der wesentlichen Konzernunternehmen schriftlich und mündlich informiert.

Der Vorstand erstattete dem Aufsichtsrat in allen Sitzungen Bericht über die Entwicklung des Unternehmens in den einzelnen Geschäftsbereichen und erläuterte die laufende Risikoentwicklung. Darüber hinaus hatte der Aufsichtsrat außerhalb der regulär abgehaltenen Sitzungen zahlreiche Gelegenheiten, Gespräche mit dem Vorstand zu führen. Die Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat war geprägt von offener und proaktiver Kommunikation.

Im Berichtszeitraum fanden fünf Aufsichtsratssitzungen statt. An mehr als der Hälfte der Sitzungen nahmen sämtliche Mitglieder des Aufsichtsrats teil. In allen Sitzungen nahm der Aufsichtsrat die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben unter Beachtung des Österreichischen Corporate Governance Kodex 2010 wahr. Gemäß den Vorgaben des Österreichischen Corporate Governance Kodex ließ der Aufsichtsrat eine externe Evaluierung seiner Tätigkeit vornehmen, deren Ergebnis im Aufsichtsrat eingehend erörtert wurde.

In den Sitzungen, aber auch in Gesprächen außerhalb der Sitzungen wurden die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise, insbesondere die Risikosituation, umfassend diskutiert. So erhielt der Aufsichtsrat regelmäßig Berichte zur aktuellen Ertragslage sowie zur Liquiditäts- und Risikosituation der Gruppe. Vor dem Hintergrund der Verschärfung der Staatsschuldenkrise im südeuropäischen Raum wurden dem Aufsichtsrat auch entsprechende Stresstests präsentiert.

Die in der zweiten Jahreshälfte bekanntgegebenen neuen und strengeren regulatorischen Vorschriften für Kreditinstitute machten eine Anpassung der Geschäftspolitik erforderlich, die der Vorstand ausführlich mit dem Aufsichtsrat erörterte. Über die neue bankwesenrechtliche Regelung der Vergütungspolitik wurden mehrmals Berichte erstattet und Beschlüsse gefasst.

Insgesamt konnte der Aufsichtsrat seine Kontrollpflicht gewissenhaft erfüllen und alle Entscheidungen begründet treffen.

Der Vorsitzende des Arbeits-, Prüfungs- und Personalausschusses berichtete dem Aufsichtsrat regelmäßig über die Arbeit des jeweiligen Ausschusses.

Der Arbeitsausschuss behandelte vor allem die Bestellung von Organmitgliedern im Konzern, Verfügungen über Beteiligungen an Konzernunternehmen sowie Geschäftsfälle, die seiner Zustimmung bedürfen.

die Prüfung und Überwachung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers. Er prüfte den Jahresabschluss sowie den Konzernabschluss und bereitete deren Feststellung vor. Daneben behandelte er den Gewinnverwendungsvorschlag, den Management Letter und den Corporate-Governance-Bericht. Zudem machte er einen Vorschlag zur Bestellung des Bank- und Abschlussprüfers.

Der Prüfungsausschuss überwachte den Rechnungslegungsprozess, die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, das interne Revisionssystem sowie das Risikomanagement der Gesellschaft. Er überwachte die Abschlussprüfung und die Konzern-Abschlussprüfung. Daneben oblag ihm

Der Personalausschuss beschäftigte sich insbesondere mit Fragen der Vergütung des Vorstands einschließlich der Bonusregelung sowie der Directors- & Officers-Versicherung.

In der Hauptversammlung vom 8. Juni 2011 wurde Dr. Walter Rothensteiner als Mitglied des Aufsichtsrats wiedergewählt und vom Aufsichtsrat als dessen Vorsitzender wiederbestellt. Vom Bundesminister für Finanzen wurde, neben Ministerialrat Mag. Alfred Lejsek, Dr. Anton Matzinger als stellvertretender Staatskommissär bestellt.

Jahres- und Konzernabschluss

Der vorliegende Konzernabschluss (Erfolgsrechnung, Bilanz, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang) sowie der Jahresabschluss der RBI AG wurden von der KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, geprüft. Die Prüfung gab keinerlei Anlass zu Beanstandungen. Den gesetzlichen Vorschriften wurde voll entsprochen. Somit konnte der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk erteilt werden.

Die Einklangsprüfung des Corporate-Governance-Berichts nach § 243b des österreichischen Unternehmensgesetzbuchs (UGB) wurde von der Univ.Prof.DDr. Waldemar Jud Corporate Governance Forschung CGF GmbH durchgeführt und gab in ihrem abschließendem Ergebnisbericht keinen Anlass zu wesentlichen Beanstandungen.

Nach eingehender Prüfung und Erörterung des Konzernabschlusses sowie des Jahresabschlusses im Prüfungsausschuss und im Aufsichtsrat erklärte sich der Aufsichtsrat mit dem Vorschlag zur Gewinnverwendung einverstanden und billigte den Jahresabschluss der RBI AG. Dieser ist damit gemäß § 96 (4) AktG festgestellt.

Für den auch in diesem Jahr erbrachten überdurchschnittlichen Einsatz in einem von wesentlichen Veränderungen geprägten Umfeld spricht der Aufsichtsrat dem Vorstand, dem Betriebsrat sowie allen Mitarbeitern seinen herzlichen Dank aus.

Für den Aufsichtsrat Dr. Walter Rothensteiner, Vorsitzender

RBI im Überblick

Eine der führenden Banken in Zentral- und Osteuropa sowie Österreich

Die Raiffeisen Bank International AG (RBI) betrachtet Zentral- und Osteuropa (inklusive Österreich) als Heimmarkt. Bereits seit fast 25 Jahren ist die RBI in Zentral- und Osteuropa (CEE) tätig, wo sie heute in 17 Märkten über ein engmaschiges Netzwerk an Tochterbanken, Leasinggesellschaften und zahlreichen spezialisierten Finanzdienstleistungsunternehmen verfügt. Als Universalbank zählt sie in zwölf Ländern zu den Top-5-Bankinstituten und nimmt insbesondere in Russland eine starke Position ein. Unterstützt wird diese Rolle durch die Marke Raiffeisen, die zu den bekanntesten Marken der Region zählt. Nach einer strategischen Neuausrichtung im Jahr 2010 positioniert sich die RBI in CEE als voll integrierte Corporate- und Retail-Bankengruppe. Sie verfügt über einen guten Zugang zu Retail- und Corporate-Kunden sowie über ein umfassendes Produktangebot. Die Märkte in CEE zeichnen sich durch ein im Vergleich zu Westeuropa höheres Wirtschaftswachstum aus. Die RBI profitiert von diesem Wachstum ebenso wie von den Potenzialen, die sich aufgrund des Aufholbedarfs der Region im Bankgeschäft ergeben. Ende 2011 betreuten rund 56.000 Mitarbeiter in CEE etwa 13,8 Millionen Kunden in rund 2.900 Geschäftsstellen.

In Österreich ist die RBI eine der führenden Kommerz- und Investmentbanken. Sie betreut vor allem österreichische, aber auch internationale Kunden sowie multinationale Großkunden, die in Zentral- und Osteuropa tätig sind. Außerdem ist die RBI in den Weltfinanzzentren vertreten und betreibt Filialen und Repräsentanzen in Asien. Insgesamt beschäftigt die RBI rund 59.000 Mitarbeiter und verfügt über eine Bilanzsumme von rund € 147 Milliarden.

Entwicklung der RBI

Die RBI ging im Oktober 2010 aus der Fusion der Raiffeisen International mit den Hauptgeschäftsfeldern der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB) – dem Kommerzkundengeschäft und den damit in Zusammenhang stehenden Beteiligungen – hervor. Durch die Fusion wurde die Position der RBI als eine der führenden Banken in CEE und Österreich weiter gestärkt. Schon vor der Fusion war es der Raiffeisen International als börsenotiertem Unternehmen möglich gewesen, durch Aktienemissionen Eigenkapital zu akquirieren. Mit der Fusion erschloss sich die RBI auch den Zugang zum Fremdkapitalmarkt. Damit kann sie hier auch über bankspezifische Instrumente, z. B. solche des Interbankenmarkts, Fremdkapital beschaffen. Ein weiterer

Eigentümerstruktur der RBI

bedeutender Vorteil der neuen Konzernstruktur liegt in der Optimierung der Risikosteuerung. Die Integration von Servicebereichen erlaubt es der RBI, alle Märkte, die zuvor von der Raiffeisen International und der RZB getrennt bedient wurden, gebündelt aus einer Hand zu bearbeiten.

Die Aktie der RBI notiert seit dem 25. April 2005 – bis zum 12. Oktober 2010 als Aktie der Raiffeisen International – an der Wiener Börse. Sie ist in einigen der national und international wichtigsten Indizes, so etwa dem ATX und dem EURO STOXX Banks, vertreten. Die RZB, die als Spitzeninstitut der Raiffeisen Bankengruppe Österreich (RBG) fungiert, blieb auch nach der Fusion Mehrheitsaktionärin und hält rund 78,5 Prozent. Die verbleibenden rund 21,5 Prozent der RBI-Aktien befinden sich im Streubesitz.

Langjährige Erfolgsgeschichte

Die RZB, die Mehrheitsaktionärin der RBI sowie Spitzeninstitut der Raiffeisen Bankengruppe Österreich (RBG), wurde 1927 unter dem Namen "Genossenschaftliche Zentralbank" (GZB) gegründet. Bereits 1987 gelang Raiffeisen mit der Gründung der ersten Tochterbank in Ungarn der Einstieg in Zentral- und Osteuropa. Seither wurden weitere Eigengründungen und ab 2000 vorwiegend Akquisitionen bestehender Banken vorgenommen und in einer Beteiligungsgesellschaft gebündelt, die ab 2003 unter dem Namen Raiffeisen International firmierte. Um das weitere Wachstum effizient zu finanzieren, ging die Raiffeisen International im April 2005 an die Börse. 2010 erfolgte dann die Fusion der Raiffeisen International mit den Hauptgeschäftsfeldern der RZB zur RBI.

125 Jahre Raiffeisen in Österreich

Bereits seit über 125 Jahren ist Raiffeisen tief in Österreich verwurzelt. 1886 wurde die erste österreichische Raiffeisen-Kreditgenossenschaft in Mühldorf bei Spitz in der Wachau gegründet. Schon bald schlossen sich lokale Genossenschaften zusammen und gründeten ihrerseits regionale Genossenschaften – die Mehrstufigkeit der Raiffeisen-Organisation war geboren. Sie diente nicht nur zur Stärkung der Marktstellung, sondern ermöglichte auch eine bessere Steuerung und Begrenzung von Risiken. Mit zunehmender Spezialisierung und Marktintegration wurden auch zahlreiche Produkt- und Dienstleistungsgenossenschaften gegründet. Die RBG, die größte Bankengruppe des Landes, verwaltete Mitte 2011 Einlagen inländischer Kunden in Höhe von € 83,8 Milliarden (exklusive Bauspareinlagen), davon rund € 50,3 Milliarden an Spareinlagen, und konnte mit einem Marktanteil von 32,2 Prozent ihre Rolle als Marktführerin unter Österreichs Banken weiter ausbauen. Ihre starke Marktposition hat die RBG durch gesundes Wachstum aus eigener Kraft erreicht.

Einlagensicherung durch Raiffeisen-Kundengarantiegemeinschaft

Die RBI gehört der bereits im Jahr 2000 gegründeten Raiffeisen-Kundengarantiegemeinschaft Österreich (RKÖ) an, mit der die RBG Vorreiter in puncto Einlagensicherung in Österreich war. Die RKÖ garantiert in Ergänzung zur gesetzlichen österreichischen Einlagensicherung die Einlagensicherheit nach Maßgabe der wirtschaftlichen Tragfähigkeit der Mitgliedsinstitute für bis zu 100 Prozent der Kundeneinlagen. Sie umfasst im Gegensatz zur gesetzlichen Einlagensicherung sämtliche Einlagen der Sparer, unabhängig davon, ob es sich um Privatkunden oder um Unternehmen handelt. Darüber hinaus gilt die Garantie auch für Einlagen in allen Fremdwährungen sowie für Emissionen von erstrangigen Anleihen.

Die Segmentierung der RBI

Die RBI umfasst sieben Segmente, wobei in den Segmenten Zentraleuropa, Südosteuropa, Russland und GUS Sonstige das Retail- und Corporate Banking im Vordergrund stehen. Länderspezifisch wird dabei an Massenmarkt- und Premium-Retail-Strategien gearbeitet.

Segmente Fokus
Zentraleuropa Retail- und Corporate-Kunden in Polen, der Slowakei, Slowenien,
der Tschechischen Republik und Ungarn
Südosteuropa Retail- und Corporate-Kunden in Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien,
im Kosovo, Kroatien, Moldau, Rumänien und Serbien
Russland Retail- und Corporate-Kunden
GUS Sonstige Retail- und Corporate-Kunden in Belarus, Kasachstan und der Ukraine
Group Corporates Österreichische und vor allem westeuropäische Geschäftskunden sowie multinationale
Großkunden aus CEE
Group Markets Kunden- und Eigengeschäft auf Eigen- und Fremdkapitalmärkten
Corporate Center Durch die Konzernzentrale erbrachte Dienstleistungen wie Liquiditätssteuerung
und Bilanzstruktur-Management

Das Segment Zentraleuropa umfasst mit Polen, Slowakei, Slowenien, der Tschechischen Republik und Ungarn die am weitesten entwickelten Bankenmärkte Zentral- und Osteuropas. Südosteuropa beinhaltet Albanien, Bosnien und Herzegowina, den Kosovo, Kroatien, Moldau, Serbien und die 2007 der EU beigetretenen Staaten Bulgarien und Rumänien. Moldau wird aufgrund der engen ökonomischen Verbindung mit Rumänien und der entsprechenden Steuerung in diesem Land erfasst. Neben dem Segment Russland, zu dem eine Bank, eine Leasing- und eine Kapitalanlagegesellschaft gehören, besteht das Segment GUS Sonstige, in dem die Aktivitäten der RBI in Belarus, Kasachstan und der Ukraine erfasst werden.

Das Segment Group Corporates enthält in erster Linie Geschäfte mit von Wien aus betreuten österreichischen und internationalen – vornehmlich westeuropäischen – Kunden. Außerdem werden hier Geschäfte mit multinationalen Großkunden erfasst, die aus Zentral- und Osteuropa, aber nicht aus Österreich stammen. Das Segment Group Markets umfasst vor allem das Kunden- und Eigengeschäft auf Eigen- und Fremdkapitalmärkten. Im Segment Corporate Center werden durch die Konzernzentrale erbrachte Dienstleistungen in diversen Bereichen verbucht, die der Umsetzung der gruppenweiten Strategie dienen.

Bilanzsumme
31.12.2011 in € Millionen Veränderung1 Geschäftsstellen Mitarbeiter
Polen 7.368 6,4% 116 3.169
Slowakei 9.682 7,9% 156 3.805
Slowenien 1.732 7,5% 17 323
Tschechische Republik 8.789 11,1% 129 3.012
Ungarn 7.320 - 14,2% 134 2.977
Überleitung - 40 61,1%
Segment Zentraleuropa 34.852 2,7% 552 13.286
Albanien 2.330 16,0% 105 1.427
Bosnien und Herzegowina 2.170 5,8% 98 1.569
Bulgarien 3.681 - 2,9% 187 3.271
Kosovo 680 1,1% 54 720
Kroatien 5.465 - 6,7% 81 2.083
Rumänien 6.359 2,1% 551 6.030
Serbien 2.207 3,6% 85 1.765
Überleitung - 64 51,2%
Segment Südosteuropa 22.827 0,6% 1.161 16.865
Segment Russland 14.218 16,8% 191 8.475
Belarus 1.223 - 19,2% 101 2.210
Kasachstan 72 - 3,1% 1 11
Ukraine 5.467 - 1,4% 909 15.267
Überleitung - 1
Segment GUS Sonstige 6.761 - 5,2% 1.011 17.488
Segment Group Corporates 22.843 - 2,7% 8
Segment Group Markets 25.732 - 5,5% 4 3.1472
Segment Corporate Center 53.835 63,7% 1
Überleitung - 34.083 20,3%
Gesamt 146.985 12,1% 2.928 59.261

Die Märkte der RBI

1 Die Veränderung der Bilanzsumme gegenüber 31. Dezember 2010 in lokalen Währungen weicht durch die Euro-Wechselkurse ab.

2 Eine Zuordnung der Mitarbeiter zu den Segmenten Group Corporates, Group Markets und Corporate Center ist nicht möglich.

Strategie der RBI

Langfristige Wertschaffung als übergeordnetes Ziel

Das übergeordnete strategische Ziel der RBI ist die Schaffung langfristiger Werte für ihre Eigentümer. Neben den Aktionären des Streubesitzes ist dies die Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB) als starker Kernaktionär und Spitzeninstitut der österreichischen Raiffeisen Bankengruppe. Dieses Ziel soll vor allem durch starke Kundenorientierung und ein umfassendes Leistungsangebot erreicht werden, die gemeinsam zu hoher Kundenzufriedenheit führen. Eine ausgewogene Portfolio- und Risikostreuung im Heimmarkt Zentral- und Osteuropa (inklusive Österreich) und ein nachhaltiges Risikomanagement stellen sicher, dass diese Ziele langfristig Bestand haben.

Im Detail basiert das Handeln der RBI dabei auf folgenden Leitlinien:

  • Der Fokus der Geschäftsaktivitäten liegt auf der Erbringung von Finanzdienstleistungen für Firmen- und Privatkunden.
  • Die Erbringung der Finanzdienstleistungen geschieht trotz hoher Qualitätsstandards kosteneffizient.
  • Die ausgewogene Verteilung der Geschäftsaktivitäten im Heimmarkt der RBI trägt zur Risikodiversifikation im Geschäftsportfolio bei.
  • Eine führende Marktposition auf den Heimmärkten sichert die langfristige Profitabilität der RBI.
  • Ein konzernweit einheitliches und an die Risikotragfähigkeit angepasstes Risikomanagement zur Vermeidung von Konzentrationsrisiken (Kredite, Liquidität etc.) sichert die Unabhängigkeit des Unternehmens.
  • Die RZB (und damit indirekt die Raiffeisen Bankengruppe) soll als verlässlicher Kernaktionär erhalten bleiben.
  • Das Geschäftsmodell und die Bilanzstruktur werden so gestaltet, dass ein mit dem Durchschnitt der europäischen Banken vergleichbares Rating sichergestellt wird.
  • Der Einsatz von limitierten Ressourcen wie Kapital und Liquidität erfolgt fortlaufend unter Abwägung der Auswirkungen auf die Profitabilität und das Risiko.

Das allgemeine Umfeld für Banken ist einer sehr dynamischen Entwicklung unterworfen. Dies gilt im Speziellen für jene Märkte, in denen die RBI tätig ist. Änderungen im Marktumfeld (Rückzug von Wettbewerbern, nachlassende wirtschaftliche Dynamik, verschärfte aufsichtsrechtliche Auflagen etc.) erfordern eine laufende Anpassung der Geschäftsausrichtung. Eine ausgeprägte konzernübergreifende Koordination und Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Unternehmenseinheiten ist daher von entscheidender Bedeutung. Konsequente Kundenorientierung sowie transparente Entscheidungsprozesse bestimmen den Erfolg im Markt. Eine offene Unternehmenskultur, wie sie in der RBI gelebt wird, trägt zur Motivation der Mitarbeiter und damit zum Erreichen der strategischen Ziele bei.

Strategische Geschäftsausrichtung

Bei der Ausrichtung ihrer Geschäftsaktivitäten verfolgt die RBI zwei strategische Stoßrichtungen:

1. Konzentration auf den Heimmarkt Zentral- und Osteuropa (inklusive Österreich):

  • Die RBI konzentriert sich primär auf Finanzdienstleistungen mit Bezug zu CEE (inklusive Österreich) als Ursprungsland der Dienstleistung oder der Geschäftsbeziehung. Weitere verfügbare Ressourcen werden der Bearbeitung ausgewählter Märkte in Asien zugeteilt, wo die RBI als Nischenplayer auftritt.
  • Die RBI positioniert sich als Universalbank mit Fokus auf Firmen- und Privatkunden. Das jeweilige Marktumfeld bzw. die relative Marktstellung kann eine Spezialisierung erforderlich machen, um eine nachhaltige und profitable Marktpräsenz zu gewährleisten.
  • Der Fokus liegt auf dem definierten Heimmarkt, eine Ausweitung dieses Aktionsradius ist grundsätzlich nicht vorgesehen.
  • Die Geschäftsentwicklung der RBI erfolgt so weit wie möglich organisch. Akquisitionen sind kein strategisches Ziel per se und werden nur bei Vorliegen entsprechender Kompatibilität und Synergien umgesetzt.

2. Fokus auf einen diversifizierten Kunden-Mix, bestehend aus Firmen- und Retail-Kunden:

  • Der Schwerpunkt der RBI liegt auf dem Kundengeschäft. Aktivitäten im Eigenhandel dienen lediglich der Unterstützung der strategischen Geschäftsausrichtung der RBI.
  • Die RBI konzentriert sich auf Firmen- und Privatkunden. Geschäftsaktivitäten mit anderen Kundengruppen, die in direktem Zusammenhang mit bestehenden Kunden stehen, werden als gleichwertig angesehen (z. B. Handelsfinanzierung, Treasury-Dienstleistungen für Firmenkunden, Asset Management etc.).
  • In Österreich konzentriert sich die RBI auf die umsatzstärksten Firmenkunden sowie auf die Private-Banking-Aktivitäten der RBI.

Strategie nach Segmenten

Das Geschäft der RBI ist in sieben Segmente unterteilt. Während in den Segmenten Zentraleuropa, Südosteuropa, Russland und GUS Sonstige das Retail- und das Corporate Banking im Vordergrund stehen, sind in Group Corporates die Aktivitäten mit österreichischen Unternehmen sowie internationalen Großkunden und in Group Markets das kapitalmarktbezogene Kunden- und Eigengeschäft zusammengefasst. Das Segment Corporate Center umfasst durch die Konzernzentrale erbrachte Dienstleistungen in diversen Bereichen, die der Umsetzung der gruppenweiten Strategie dienen und zur Wahrung der Vergleichbarkeit diesem Segment zugeordnet sind.

Zentraleuropa

In allen Ländern des Segments Zentraleuropa (Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik und Ungarn) ist die RBI jeweils durch eine Bank, Leasinggesellschaften und andere spezialisierte Finanzinstitute vertreten. Neben dem Firmenkundenbereich mit seinem umfassenden Angebot an hochwertigen Produkten baut die RBI hier den Privatkundenbereich kontinuierlich aus. Ziel ist es, sich als führende Universalbank in der Region zu positionieren. Aufgrund der verstärkten Nachfrage vermögender Privatkunden nach höherwertigen Finanz- und Beratungsdienstleistungen wird das Premium- und Private-Banking-Angebot erweitert.

Die Direktbank-Aktivitäten der RBI in CEE werden von der ZUNO Bank abgedeckt. ZUNO ist derzeit in den Märkten Slowakei und Tschechische Republik tätig. ZUNO offeriert derzeit Giro- sowie Sparkonten. Es ist geplant, diese Dienstleistungen um Privatdarlehen, Überziehungsrahmen und Kreditkartenservices zu erweitern. Des Weiteren soll die regionale Präsenz im Jahr 2012 auf Polen und Ungarn ausgeweitet werden. Die Geschäftsphilosophie von ZUNO ist es, die komplette Geschäftsbeziehung auf elektronischem Weg (z. B. E-Mail, Online Chat, Facebook, Call Center etc.) abzuwickeln.

In Polen könnte mit dem Erwerb der Polbank insbesondere das Retail Banking gestärkt werden und die RBI in punkto Marktanteil und Präsenz zu einer der stärksten Universalbanken des Landes aufsteigen. Im Corporate Banking sollen in Polen sinkende Zinserträge durch einen Ausbau des Dienstleistungsgeschäfts kompensiert werden – ganz im Einklang mit der Strategie der RBI, die eine Stärkung der kapital- und liquiditätsschonenden Produkte vorsieht. Dazu zählt auch ein Schwerpunkt beim Cash Management, mit dessen Hilfe gleichzeitig die Kundenbeziehungen gestärkt werden sollen. Im Retail Banking liegen die Schwerpunkte auf der Gewinnung von gehobenen Privatkunden und dem Angebot von Gesamtlösungen (z. B. Versicherungen). Durch die geplante Fusion von Polbank und Raiffeisen Bank Polska könnten Synergien im Vertrieb und in der Abwicklung gehoben werden. Insgesamt wird eine stabile Kostenentwicklung angestrebt.

In der Slowakei verfügt die RBI mit der Tatra banka, die auf das gehobene Kundensegment fokussiert, über eine der bekanntesten und wertvollsten Marken des slowakischen Bankensektors. Ihre Innovationsführerschaft im Bereich neuer Technologien (z. B. Internet- und Mobile Banking, Instant Card Issuance Services, kontaktlose Bezahlservices) soll weiter ausgebaut werden. Wie im gesamten Netzwerk werden auch in der Slowakei die Abläufe optimiert. Zwischen 2008 und 2011 wurde die Mitarbeiterzahl von rund 3.700 auf rund 3.400 reduziert.

In Slowenien konzentriert sich die RBI auf das Geschäft mit lokalen Firmen- und Retailkunden sowie auf die Optimierung des Netzwerks. Einen Schwerpunkt bilden aufgrund des Marktumfelds auch hier Kosteneinsparungs- und Prozessoptimierungsmaßnahmen.

In der Tschechischen Republik liegt das Hauptaugenmerk auf dem Geschäft mit gehobenen Privatkunden. Dazu wurden Projekte gestartet, um die Ansprache dieser Kunden über das bestehende Filialnetz zu verbessern. Alternative Vertriebsallianzen, z. B. ein gemeinsamer Kreditkartenvertrieb mit dem Mobilfunkanbieter Vodafone ("AQUA"), werden ausgebaut. Im Corporate-Bereich werden kapital- und liquiditätsschonende Produkte gefördert. Generell vergibt die RBI auch in der Tschechischen Republik Kredite bevorzugt an bestehende Kunden mit guter Bonität. Ergänzend zu den marktseitigen Maßnahmen wird auch an internen Verbesserungen gearbeitet. So wird gerade ein zentrales IT-System zur Verringerung des administrativen Aufwands für Technik und Abwicklung implementiert, parallel dazu werden die Abläufe in der Organisation optimiert. So konnte trotz einer Reduktion der Mitarbeiterzahl in der Verwaltung um 9 Prozent die Kundenbetreuung weiter verbessert werden.

In Ungarn tritt die RBI ebenfalls als Universalbank auf, das Geschäftsmodell wurde hier allerdings an das schwierige Marktumfeld angepasst. Bei Firmenkunden wird eine stärkere Segmentierung nach Industriebereichen vorgenommen, um die unterschiedlichen Kundenbedürfnisse besser bedienen zu können. Der Fokus liegt auf internationalen Firmenkunden mit guter Bonität, bei denen auch in diesem Land kapital- und liquiditätsschonende Produkte forciert werden, sowie auf heimischen Klein- und Mittelbetrieben. Bei ihnen stehen verstärkt beratungs- und transaktionsgetriebene Dienstleistungen im Mittelpunkt (z. B. Cash-Management-Lösungen). Im Privatkundenbereich wird das Vertriebsnetz gestrafft. Generell gelten bei der Kreditvergabe strenge Maßstäbe hinsichtlich der Bonität. Die Kreditvergabe (insbesondere auch jene in Fremdwährungen) ist defensiv ausgerichtet, während im gehobenen Privatkundengeschäft vor allem das Einlagengeschäft vorangetrieben wird. Durch die Neugestaltung der Aufbau- und Ablauforganisation, die Straffung des mittleren Managements sowie eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten wurde die Mitarbeiteranzahl in Ungarn um insgesamt rund 10 Prozent gesenkt.

Südosteuropa

In den Ländern des Segments Südosteuropa (Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kosovo, Kroatien, Rumänien und Serbien) ist die RBI als Universalbank tätig und mit jeweils einer Bank sowie Leasinggesellschaften, in einigen Märkten auch durch Kapitalanlage- und Vermögensverwaltungsgesellschaften sowie Pensionsfonds vertreten. Länderspezifisch wird jedoch auf unterschiedliche Kundengruppen fokussiert. In Moldau betreibt die RBI eine Leasinggesellschaft.

In Albanien liegt der Schwerpunkt auf dem Corporate- und Retail-Bereich, die Kreditvergabe erfolgt hier generell selektiv. Andere Geschäftsaktivitäten (z. B. Kreditvergabe an Financial Institutions, Sovereigns) werden nur unter strikten Vorgaben fortgeführt. Ebenso wird das Filialnetzwerk nur selektiv ausgebaut. Eine wichtige strategische Initiative für 2012 ist die Implementierung eines neuen zentralen IT-Systems.

In Bosnien und Herzegowina liegt der Schwerpunkt auf Klein- und Mittelbetrieben sowie speziellen Angeboten (z. B. Investmentfondslösungen) für gehobene Privatkunden. Die zentralisierte Produktabwicklung bildet den Eckstein für ein profitables Filialnetzwerk. Andere Geschäftsaktivitäten, z. B. das Staatsanleihen-Portfolio, werden restriktiv gehandhabt bzw. reduziert.

In Bulgarien ist es das strategische Ziel der RBI, bestehende Beziehungen zu Firmen- und Privatkunden zu vertiefen. Der teilweise Rückzug griechischer und westeuropäischer Banken bietet hier die Möglichkeit, bei Kunden mit guter Bonität den Hausbankenstatus zu erlangen. In der Kreditpolitik wird weiterhin auf gute Bonitäten und Sicherheiten geachtet. Auch in Bulgarien läuft ein Kosteneffizienzprogramm.

Im Kosovo liegt das Hauptaugenmerk neben der Pflege der bestehenden Beziehungen zu Firmenkunden auf dem Vertrieb von Finanzdienstleistungsprodukten (Cross Selling). Im Retail-Bereich sollen verstärkt gehobene Kunden aus dem Segment Einzel- bzw. Kleinunternehmer angesprochen werden. Zudem wird das Angebot von Factoring auf diesem Markt erprobt. Eine weitere Expansion des Filialnetzwerks ist aufgrund des strikten Kostenmanagements derzeit nicht vorgesehen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Optimierung der Prozesse und der Produktivitätssteigerung.

In Kroatien liegt der Fokus auf großen und mittleren Firmenkunden sowie Privatkunden. Im Firmenkundengeschäft bilden Finanzdienstleistungen im Rahmen der EU-Struktur- und Kohäsionsfonds, die mit dem kroatischen EU-Beitritt 2013 verbunden sind, die strategischen Schwerpunkte. Im gehobenen Privatkundengeschäft stehen neben dem Vertrieb von Pensionsfonds komplette Produktlösungen (Cross Selling) im Vordergrund. Zudem wird das Filialnetz optimiert.

In Rumänien liegt der Schwerpunkt ebenso auf großen und mittleren Firmenkunden sowie gehobenen Privatkunden. Die laufende Optimierung der Prozesse (z. B. Kreditabwicklungsprozess für Privatkunden, Abwicklungsprozesse in den Filialen, regionale Zentralisierung etc.) ermöglicht Kostenreduktionen bei gleichzeitiger Beibehaltung bzw. sogar Verbesserung der Dienstleistungsqualität.

Das Marktumfeld in Serbien verlangt weiterhin ein striktes Kosten- und Riskomanagement. Kosteneinsparungsmaßnahmen und Prozessoptimierung stehen dabei im Mittelpunkt. Marktseitig liegt das Hauptaugenmerk sowohl im Privat- als auch im Firmenkundenbereich auf der weiteren Vertiefung der Beziehungen zu Kunden mit guter Bonität. Die Basis dafür bilden hochwertige Dienstleistungen und Produkte.

Russland

In Russland ist es das Ziel der RBI, ihre Rolle als eine der führenden ausländischen Banken zu festigen. Die Geschäftsentwicklung in Russland erfolgt überwiegend organisch, insbesondere durch die kontinuierliche Stärkung der bestehenden Präsenz in den Regionen. Im Firmenkundengeschäft – in dem die RBI eine starke Position inne hat – wird verstärkt die Expansion russischer Unternehmen in andere Märkte der RBI begleitet. Die strategische Ausrichtung der RBI als Dienstleister für komplexe Treasury- (z. B. Währungs-Hedging) und Investment-Banking-Produkte (z. B. Kapitalmarktemissionen), aber auch ihre allgemeine Beratungstätigkeit hinsichtlich Finanzdienstleistungen trägt zur Stärkung dieser Stellung bei. Im gehobenen Privatkundenbereich soll die Position durch den weiteren Ausbau von hochwertigen Dienstleistungen gefestigt bzw. ausgebaut werden (z. B. durch den Ausbau des Online Banking und Versicherungslösungen sowie durch verbesserte Beratung). Die Einrichtung regionaler Kompetenzzentren sichert eine kundennahe und effiziente Produktabwicklung.

GUS Sonstige

Dieses Segment umfasst Belarus, die Ukraine sowie Kasachstan (hier betreibt die RBI eine Leasinggesellschaft).

In Belarus ist die RBI als größte ausländische Bank der erste Ansprechpartner für Investoren und internationale Firmenkunden. Ihre Pionierrolle im Bereich des gehobenen Privatkundengeschäfts soll durch den Ausbau von alternativen Vertriebs- und Servicekanälen weiter gestärkt werden (z. B. durch Internet- und Mobile Banking). Das wirtschaftliche Umfeld (hohe Inflation, mögliche weitere Währungsabwertung) erfordert eine defensive Geschäftspolitik, um die Risikoposition der RBI zu limitieren. Das bedeutet, dass weiterhin strikt auf die Bonität der Kunden geachtet wird, Fremdwährungskredite vermieden werden und die Vergabe von Krediten beschränkt wird.

In der Ukraine bietet die RBI über ein dichtes Vertriebsnetz die gesamte Produktpalette der Finanzdienstleistungen an. Um den ukrainischen Markt weiter zu entwickeln, wird die Zusammenarbeit mit supranationalen Finanzinstitutionen (EBRD, IFC etc.) vertieft. Dabei liegt der Fokus auf mittelständischen Unternehmen, dem landwirtschaftlichen Bereich sowie der Schwerindustrie. Auch hier werden anspruchsvolle Treasury- und Investmentbanking-Dienstleistungen angeboten und nachgefragt. Im Privatkundenbereich werden bestehende Kundenbeziehungen vertieft sowie der Absatz von Kreditkarten und Versicherungsprodukten forciert.

Auch in den Ländern des Segments GUS Sonstige setzt die RBI auf strenges Kostenmanagement.

Group Corporates

Das Segment Group Corporates umfasst zwei Schwerpunkte: Zum einen den Bereich Corporate Customers, der die umsatzstärksten österreichischen Unternehmen sowie internationale – vornehmlich westeuropäische – Firmenkunden betreut, und zum anderen das Großkundengeschäft mit zentral- und osteuropäischen Kunden, das im Bereich Network Corporate Customers & Support zusammengefasst ist. Bei der Firmenkundenbetreuung werden, dem "Relationship-Customer-Ansatz" folgend, umfassende Finanzdienstleistungen angeboten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hier auf beratungs- und serviceintensiven Dienstleistungen aus dem Investment Banking bzw. kapital- und liquiditätsschonenden Produkten. Ihr flächendeckendes Netzwerk in CEE erlaubt es der RBI, sowohl österreichische als auch westeuropäische Firmenkunden, die ebenfalls in diesen Märkten tätig sind, grenzüberschreitend zu betreuen. 2011 wurde der Bereich Corporate Customers neu strukturiert, indem neben der bisher primär regionalen Ausrichtung auch Teams mit speziellem Industriefokus gebildet wurden. Zusätzlich wurde das Sales Management durch die gruppenweite strategische Planung der Kundenaktivitäten wesentlich gestärkt. Dies ermöglicht eine effizientere, umfassende Kundenbetreuung und stellt ein wesentliches Erfolgskriterium im internationalen Corporate Banking dar. Im Bereich Network Corporate Customers & Support wurde das Global-Account-Management-System weiter optimiert, um den vielen grenzüberschreitend agierenden Kunden der RBI eine gruppenweit abgestimmte Betreuung sowie – gemeinsam mit darauf spezialisierten Produktexperten – ein noch umfangreicheres Produktportfolio ("Group Products") im gesamten Netzwerk anbieten zu können. In den asiatischen Filialen und Repräsentanzen liegt der Fokus auf dem Ausbau bestehender Kundenbeziehungen, insbesondere auf ausgewählten Mandaten im Projektfinanzierungsgeschäft und auf Handelsfinanzierungen.

Group Markets

Das Segment Group Markets umfasst das kapitalmarktbezogene Kunden- und Eigengeschäft. Grundsätzlich sind die Aktivitäten in diesem Segment defensiv angelegt und dienen im Wesentlichen der Unterstützung der Geschäftsaktivitäten im Bereich Corporate und Retail. Die Ergebnisse aus dem Kundengeschäft, aus dem Vertrieb sämtlicher Bankprodukte und aus den Geschäftsbeziehungen zu Banken, institutionellen Kunden und Staaten zählen ebenfalls zu diesem Segment. Ziel ist die Stärkung von kapital- und liquiditätsschonenden Produkten und damit einhergehend die verbesserte Dienstleistungskompetenz bei Kapitalmarkt- und Investment-Banking-Produkten für Staaten und Financial Institutions. Dadurch konnte die RBI als Konsortialmitglied Benchmark-Anleihenemissionen auf dem internationalen Kapitalmarkt (z. B. Credit Bank of Moscow, Erste Group, Intesa Sanpaolo, UniCredit, Monte dei Paschi di Siena) erfolgreich durchführen.

Corporate Center

Das Segment Corporate Center umfasst durch die Konzernzentrale erbrachte Dienstleistungen in diversen Bereichen (z. B. Konzernstrategie, strategisches Risikomanagement, Konzernrechnungslegung, konzernübergreifende Personalsteuerung und -entwicklung, Konzernrevision), die der Umsetzung der gruppenweiten Strategie dienen und zur Wahrung der Vergleichbarkeit diesem Segment zugeordnet sind. Ferner beinhaltet dieses Segment folgende Bereiche: Liquiditätssteuerung mittels "Funds-Transfer-Pricing"-Konzept (interne Liquiditätssteuerung zu mit dem Drittmarkt vergleichbaren Konditionen) und Bilanzstruktur-Management im Rahmen des Eigenhandels, Beteiligungen (insbesondere jene an den Tochterbanken in CEE), Ergebnisse aus dem Bankgeschäft der Konzernzentrale und der Tochterbank in Malta zur Refinanzierung der Konzerneinheiten, das österreichische Transaction-Services-Geschäft, das Abwicklungs- und Serviceangebote für Finanzdienstleister umfasst, sowie die Ergebnisse der Holding- und sonstiger Gesellschaften, die nicht unmittelbar einem Segment zugeordnet sind.

Strategie nach Geschäftsbereichen

Die RBI steuert ihr Geschäft neben den Segmenten auch nach Geschäftsbereichen und hat dafür auch entsprechende interne Organisations- und Berichtsstrukturen geschaffen. Gemäß dieser Gliederung werden folgende strategische Prioritäten abgeleitet:

Corporate-Strategie

Im Zuge der Fusion der Raiffeisen International mit den Hauptgeschäftsfeldern der RZB wurde die Corporate-Banking-Strategie der neu entstandenen RBI umfassend an die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen angepasst. Der Fokus lag dabei auf der größtmöglichen Nutzung von Synergien im Bereich Vertriebssteuerung (insbesondere durch konzernübergreifende Kundensteuerung und -ansprache) und Produktentwicklung (z. B. durch den Aufbau von Produktkompetenzzentren) sowie der langfristigen Weiterentwicklung der Marktposition der RBI im Segment der mittleren und großen Firmenkunden. Die langfristige und umfassende Betreuung von Firmenkunden steht weiterhin im Mittelpunkt der Corporate-Banking-Strategie (Relationship-Customer-Ansatz). "Umfassend" bedeutet in diesem Zusammenhang, Stateof-the-art-Finanzdienstleistungen mit Corporate- und Investment-Banking-Produkten grenzüberschreitend für alle Kundengruppen – den Mittelstand, lokale Großunternehmen und internationale Konzerne – anzubieten.

Im Rahmen der strategischen Neuausrichtung wurde besonderes Augenmerk auf die konzernübergreifende Weiterentwicklung von Vertriebsplanungs- und Steuerungsinstrumenten (Account Planning) mit Fokus auf kapital- und liquiditätsschonende Produkte gelegt. Diese Instrumente werden in den meisten Ländern (z. B. in Österreich, Polen, Rumänien, der Slowakei und der Tschechischen Republik) bereits erfolgreich im Rahmen von unterschiedlichen Vertriebsinitiativen umgesetzt. Weiters wurden konzernübergreifende Produktkompetenzzentren gegründet, um den Kunden den Zugang zu komplexen Finanzierungsprodukten z. B. im Bereich der Projekt-, Immobilien- und Exportfinanzierung zu erleichtern sowie die interne Effizienz zu erhöhen. Die Etablierung eines einheitlichen Vertriebs- und Servicemodells für große und mittlere Firmenkunden (z. B. durch die Einführung einer stärker industriefokussierten Marktbearbeitung in Österreich und Russland oder durch die Implementierung von Mid Offices in diversen Ländern) bildet einen weiteren Schwerpunkt. Außerdem liegt ein besonderer Fokus auf der kontinuierlichen Verbesserung der internen Abläufe. In enger Zusammenarbeit mit Risk Management und Operations wurden "Best Practices" formuliert, die als Leitlinie für Aktivitäten zur Prozessoptimierung in den einzelnen Ländern dienen.

Retail-Strategie

Ziel ist es hier, die RBI als führende Universalbank im Retail Banking in CEE zu etablieren. Dazu leisten die gut positionierte Marke Raiffeisen und das flächendeckende Vertriebsnetz wichtige Beiträge. Effektive Beratung, hohe Servicequalität und Produkte mit Mehrwert unterstützen den Aufbau einer langfristigen Beziehung zu den rund 13,5 Millionen Retail-Kunden der RBI. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Geschäft mit vermögenden Privatpersonen (Premium Banking und Private Banking). Mit der Einführung der Marke "Friedrich Wilhelm Raiffeisen" wurde eine Plattform für den Vertrieb von hochwertigen Dienstleistungen für das gehobene Private-Banking-Segment entwickelt. Für das gesamte Retail-Segment gilt, dass bestehende Kundenbeziehungen vertieft werden sollen, um einen höheren Wertschöpfungsfaktor pro Kunden zu erzielen. Erreicht wird dies durch ein erweitertes Angebot an Finanzdienstleistungen, das noch mehr als bisher den jeweiligen Kundenbedürfnissen angepasst wird: Dies geht vom einfachen Girokonto über Konsumentenkredite und spezifische Versicherungslösungen bis hin zu standardisierten Einlagenprodukten sowie umfangreichen Vermögensberatungskonzepten.

Mass Banking

Die Balance aus Aktivitäten im Kreditgeschäft, dem Ausbau des Transaktionsservice und differenzierten Girokonto-Produktbündeln erwies sich als erfolgreich und führte zu einem Anstieg bei den Kundenzahlen. Dieser Ansatz wird auch 2012 fortgesetzt. Weiters wird ein Schwerpunkt auf der Standardisierung des Produktangebots liegen. Um einen optimalen Mix aus Vertriebs- und Servicequalität bieten zu können, wird die Vertriebsorganisation weiterentwickelt.

Premium Banking

Nur drei Jahre nach seiner Etablierung zählt das Premium-Banking-Segment, in dem vermögende Privatkunden mit einem liquiden Vermögen von bis zu € 200.000 betreut werden, bereits knapp eine halbe Million Kunden. Rund 1.000 Kundenberater betreuen diese Kunden in allen Märkten in Zentral- und Osteuropa und sorgen mit einer besonders ausgeprägten Servicequalität, Produkten mit hohem Mehrwert und attraktiven Produktbündeln für den Aufbau von langfristigen Kundenbeziehungen.

Private Banking

Zur Forcierung des Private-Banking-Geschäfts wurde die neue Marke "Friedrich Wilhelm Raiffeisen" eingeführt. Sie steht für hochwertigen Beratungsservice und bietet Vermögensverwaltung sowie Investment-Beratung für Kunden mit einem liquiden Vermögen von mindestens € 200.000, abhängig von der jeweiligen Region. Insbesondere in diesem Sub-Segment werden ein diskretionärer Serviceansatz verfolgt und maßgeschneiderte Lösungen (vom Girokonto bis hin zur umfassenden Kapitalmarktveranlagung) für die Kunden entwickelt. Derzeit betreuen rund 200 Kundenberater etwa 32.000 dieser Kunden in sieben Ländern (Polen, Rumänien, Russland, Slowakei, Tschechische Republik, Ungarn und Ukraine). Private-Banking-Dienstleistungen werden auch von der Kathrein Privatbank AG, einer 100-Prozent-Tochtergesellschaft der RBI in Wien, angeboten.

Small Business Banking

Dieses Segment ist ein wesentlicher Ergebnisträger in der CEE-Region und stellt großes Potenzial für die RBI dar. Über 90 Prozent aller Firmen in CEE sind Kleinunternehmen, die insgesamt etwa 50 Prozent aller Erwerbstätigen beschäftigen. Die Stärke des Vertriebsnetzes der RBI ermöglicht es, sowohl Privat- und Geschäftskunden als auch deren Angestellte zu betreuen.

Die etwa 2.500 Relationship Manager der RBI betreuen über 800.000 Kleinunternehmen in 15 Märkten. Im Small Business Banking werden zwei Kundengruppen unterschieden: Micro-Unternehmen (Umsatz bis zu € 1 Million jährlich) und Kleinunternehmen (Umsatz bis zu € 3 bis 8 Millionen p. a., abhängig vom jeweiligen Land). Hohe Kompetenz in der Kundenberatung sowie bei transaktionsorientierten Dienstleistungen stellt für die RBI eine wesentliche Erfolgskomponente dar. Die RBI bietet ihren Kunden ein breit gefächertes Produktangebot, von alltäglichen Services bis zur Finanzierung.

Das Vertriebs- und Service-Modell der RBI stützt sich auf das dichte Filialnetz. Das Know-how der Konzernzentrale und die zentrale Steuerung aller wichtigen Prozesse, kombiniert mit der Kundennähe durch die lokale Präsenz, sorgen für eine optimale Betreuung der Kunden.

Markets-Strategie

Im Zuge der Fusion der Raiffeisen International mit den Hauptgeschäftsfeldern der RZB wurde im Jahr 2010 auch die Markets-Strategie überarbeitet. Ihre Kernelemente sind die Konzentration auf das Kundengeschäft im Heimmarkt und der weitere Ausbau der Kompetenz bei Kapitalmarkt- und Investment-Banking-Produkten. Das Hauptaugenmerk liegt auch im gegenwärtigen Marktumfeld auf der Begleitung von Unternehmen bei Börsegängen, Übernahmen bzw. Verkäufen. Staaten, Financial Institutions und Unternehmen werden bei ihrer mittel- und langfristigen Finanzierung unterstützt. Diese Dienstleistungen sind kapital- und liquiditätsschonend für die RBI, tragen zur Stärkung der Ertragskraft bei und bringen gleichzeitig eine Entlastung der Bilanz. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der strategischen Absicherung von Währungs-, Zins- und Rohstoffrisiken der Kunden. Geschäftsaktivitäten auf eigene Rechnung (Eigenhandel) werden nur zur Unterstützung der Markets-Strategie durchgeführt.

Im Einklang mit der adaptierten marktseitigen Strategie werden auch die internen Kapazitäten optimiert. Das Know-how im Bereich Vertrieb und Produktangebot soll durch intensivere Aus- und Weiterbildungsaktivitäten ausgebaut werden. Die Aktivitäten zur Kundenansprache werden konzernweit koordiniert, ebenso wurde eine konzernweit einheitliche Handelsplattform aufgebaut. Weiters wurden mehrere Initiativen gestartet, um den länderübergreifenden Know-how-Transfer weiter zu forcieren.

Durch den direkten Zugang zu allen nennenswerten Börsen in CEE sowie ihre führende Position an der Wiener Börse ist die RBI (über ihr Tochterunternehmen Raiffeisen Centrobank) nicht nur im Aktienhandel in den genannten Regionen stark vertreten, sondern auch als Anbieter von Zertifikaten in Deutschland und Österreich. Die RBI ist zudem im Verbund mit Raiffeisen der größte Fondsanbieter und der größte Drittfondsanbieter in Österreich. Das Custody-Geschäft, in dem die RBI bereits heute eine führende Position innehat, soll auch in den Märkten in CEE ausgebaut werden. In diesem Sinn werden hier weitere Investitionen in Systeme und Servicequalität erfolgen.

RBI auf dem Kapitalmarkt

Aktie der RBI

Europäische Schuldenkrise prägt Aktienmärkte

Aufgrund guter Unternehmensdaten und des insgesamt positiven globalen Wirtschaftsumfelds starteten die internationalen Aktienmärkte zunächst recht dynamisch in das Jahr 2011, bis im März die japanische Erdbeben- und Nuklearkatastrophe für eine Erschütterung sorgte. Sobald deutlich wurde, dass die Auswirkungen dieser Ereignisse auf die Weltwirtschaft überschaubar bleiben würden, erholten sich die Märkte zwar kurzfristig wieder. Allerdings sorgte der kontinuierliche Anstieg des Ölpreises – hervorgerufen nicht zuletzt durch die Proteste im Nahen Osten und den Krieg in Libyen – im weiteren Verlauf des ersten Halbjahres für zunehmende Verunsicherung auf den Finanzmärkten.

In der zweiten Jahreshälfte trübte sich die Lage auf den internationalen und insbesondere den europäischen Finanzmärkten merklich ein. Dies lag einerseits an den aufkommenden Sorgen über ein Abkühlen der weltweiten Wirtschaftsdynamik, andererseits sorgten die Rating-Herabstufung der USA im August sowie die deutliche Verschärfung der Staatsschuldenkrise in Europa für signifikante Kursverluste. Insbesondere die europäischen Peripheriestaaten Griechenland, Irland, Portugal, Spanien und Italien standen hier im Mittelpunkt. Trotz großteils guter fundamentaler Unternehmensdaten entwickelten sich die Aktienmärkte äußerst volatil, und selbst positive Nachrichten konnten die Aktienkurse in diesem Umfeld kaum nach oben bewegen. Ende des Jahres 2011 revidierten die meisten Analysten aufgrund der wirtschaftlichen Abkühlung ihre Prognosen für das Jahr 2012 für die Unternehmen ebenso wie für die Entwicklung des Gesamtmarktes nach unten.

Dieses Umfeld führte in der zweiten Jahreshälfte auch zu spürbaren Unsicherheiten im Bankensektor. Im Vordergrund standen dabei Sorgen um das Engagement vieler Finanzinstitute in den europäischen Peripherieländern sowie um die Kapitalausstattung und den schwierigeren Zugang zu Refinanzierungsmöglichkeiten. Die Herabstufung der Kreditwürdigkeit mehrerer Staaten durch die Rating-Agenturen und die damit verbundenen Kursverluste ihrer Anleihen sorgten für teils erheblichen Abschreibungsbedarf bei den Finanzinstituten, die in Anleihen dieser Emittenten investiert hatten.

Politische und regulatorische Entscheidungen brachten zusätzliche Belastungen für den Finanzsektor. Dazu zählt u. a. das von Ungarn verabschiedete Fremdwährungsgesetz. Es sieht für ungarische Privatpersonen die Möglichkeit der vorzeitigen Rückzahlung von Fremdwährungskrediten zu einem deutlich unter dem Marktkurs liegenden Wechselkurs vor. Außerdem beschloss die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA), dass europäische Banken bis Ende Juni 2012 eine sogenannte "harte" Kernkapitalquote (Core Tier 1 nach Definition der EBA) i. H. v. 9 Prozent ausweisen müssen. Nachdem Österreich und Ungarn bereits 2010 Bankensonderabgaben eingeführt hatten, die zu einer Belastung der Substanz führen, beschloss 2011 auch das slowakische Parlament die Einhebung einer solchen Abgabe ab 2012.

RBI-Aktie im Einklang mit den Märkten rückläufig

Hatte sich der Aktienkurs der RBI zu Beginn des Jahres noch relativ stabil entwickelt, kam es im Sog der Ereignisse in Japan Ende des ersten Quartals ebenso wie bei den meisten großen Aktienindizes zu einem Rückgang. Trotz der von Analysten und Investoren positiv aufgenommenen Geschäftszahlen des ersten Quartals konnte sich die Aktie der negativen Entwicklung des Gesamtmarktes im weiteren Verlauf nicht entziehen und entwickelte sich aufgrund der allgemeinen Unsicherheit in den Märkten auch in der zweiten Jahreshälfte rückläufig. Mit verantwortlich dafür waren u. a. die verschärften Anforderungen der EBA an die Kernkapitalquoten der europäischen Banken, die Verabschiedung des ungarischen Fremdwährungsgesetzes zulasten der dort tätigen Banken und nicht zuletzt die allgemeine Sorge vor einer neuerlichen Rezession.

Ihren höchsten Schlusskurs im Jahr 2011 verzeichnete die RBI-Aktie am 9. Februar mit € 45,10, ihren tiefsten am 23. November mit € 14,16. Das Jahr eröffnet hatte sie mit einem Kurs von € 43,06, der Kurs zum Jahresultimo betrug € 20,07. Insgesamt erlitt die Aktie damit im Jahresverlauf einen Kursrückgang von 51 Prozent. Der ATX verzeichnete im selben Zeitraum einen Verlust von 35 Prozent, der EURO STOXX Banks verlor mit minus 38 Prozent sogar noch stärker an Boden. Zum Redaktionsschluss (12. März 2012) lag der Kurs bei € 24,85. Dies bedeutet einen Wertzuwachs von 24 Prozent gegenüber dem Jahresultimo 2011.

Ende 2011 betrug die Marktkapitalisierung der RBI bei 195,5 Millionen ausgegebenen Aktien € 3,9 Milliarden.

Im Jahr 2011 wurden 67,9 Millionen Aktien der RBI gehandelt. Dabei wurden ein Umsatzvolumen von € 2,0 Milliarden und ein durchschnittlicher Tagesumsatz von 273.679 Aktien erreicht.

Kursentwicklung seit 1. Jänner 2011 im Vergleich zu ATX und EURO STOXX Banks

Aktionärsstruktur

Ende 2011 wurden rund 15 Prozent der Aktien der RBI von institutionellen Investoren gehalten. Diese wiesen weiterhin eine breite geografische Streuung auf: 24 Prozent stammten aus den USA, 21 Prozent aus Österreich, 18 Prozent aus Großbritannien und Irland sowie 28 Prozent aus den restlichen EU-Staaten. Die verbleibenden rund 9 Prozent der institutionellen Investoren kamen aus anderen Staaten wie Singapur und Japan. Weitere rund 6 Prozent des Streubesitzes befanden sich in der Hand von Privatanlegern, die mehrheitlich aus Österreich stammen.

Aktionärsstruktur der RBI

Die RBI-Aktie ist in folgenden Indizes vertreten: ATX, ATX Prime, EURO STOXX, EURO STOXX Banks, STOXX Europe 600, STOXX Europe 600 Banks und MSCI World.

Aktienkennzahlen und Details zur Aktie

Kurs zum 31. Dezember 2011 € 20,07
Höchstkurs/Tiefstkurs (Schlusskurse) 2011 € 45,10 / € 14,16
Gewinn je Aktie 2011 € 3,95
Marktkapitalisierung zum 31. Dezember 2011 € 3,9 Milliarden
Durchschnittlicher Tagesumsatz (Einzelzählung) 2011 273.679 Stück
Börseumsatz (Einzelzählung) 2011 € 2,0 Milliarden
Streubesitz zum 31. Dezember 2011 21,5%
Anzahl der ausgegebenen Aktien zum 31. Dezember 2011 195.505.124
Durchschnittliche Anzahl der Aktien 2011 194.552.387
ISIN AT0000606306
Ticker-Symbole RBI (Wiener Börse)
RBI AV (Bloomberg)
RBIV.VI (Reuters)
Marktsegment Prime Market

Anleihen der RBI

Renditen europäischer Staatsanleihen driften weiter auseinander

Auch die Rentenmärkte waren im Jahr 2011 von der europäischen Staatsschuldenkrise geprägt. Die Schere der Renditen zwischen europäischen Peripherieländern wie Griechenland, Italien, Irland, Portugal und Spanien und starken Kernländern wie Deutschland oder Österreich öffnete sich immer weiter. Bonitätsschwache Länder sahen sich dadurch mit höheren Finanzierungskosten konfrontiert, während die Renditen deutscher Staatsanleihen immer neue Tiefststände markierten. Die Unsicherheiten auf den Rentenmärkten konnten trotz der Bemühungen zur Konsolidierung der Staatshaushalte, einer weiteren Ausweitung des Euro-Rettungsfonds EFSF (Europäische Finanzstabilisierungsfazilität) sowie eines massiven Eingreifens der EZB nicht abgebaut werden.

Insbesondere der europäische Bankensektor war von der Staatschuldenkrise stark beeinflusst. Das wachsende Misstrauen der Banken untereinander, aber auch der Investoren insgesamt erschwerte die Refinanzierung auf dem Geldund Kapitalmarkt für die Kreditinstitute deutlich. In der zweiten Jahreshälfte konnte die Refinanzierung der europäischen Banken fast nur mehr durch besicherte Anleihen, und dies zu deutlich höheren Zinssätzen als noch zu Beginn des Jahres, sichergestellt werden.

RBI refinanziert sich erfolgreich über Fremdkapitalmarkt

Trotz des schwierigen Marktumfelds nutzte die RBI insbesondere in der ersten Jahreshälfte die internationalen Kapitalmärkte erfolgreich für ihre Refinanzierung. So begab sie im Jänner und März je eine unbesicherte Anleihe in Benchmark-Format mit einem Volumen von jeweils € 1,0 Milliarde. Darüber hinaus konnte sie als einziges österreichisches Institut im Jahr 2011 im Mai eine nachrangige Anleihe im Umfang von € 500 Millionen mit zehn Jahren Laufzeit platzieren. Weitere Informationen zu den Funding-Aktivitäten finden Sie ab Seite 76.

Rating der RBI

Im Jahr 2011 wurde die RBI durch Moody's Investors Service, Standard & Poor's sowie Fitch Ratings geratet. Die RBI steht in regelmäßigem Kontakt mit den Analysten der Rating-Agenturen und informiert diese – ebenso wie die Financial Community insgesamt – laufend über ihre Geschäftsentwicklung, um eine möglichst zutreffende Bewertung sicherzustellen.

Rating-Agentur Langfrist-
Rating
Kurzfrist
Rating
Ausblick
Moody's Investors Service A1 P-1 Rating under review
for downgrade
Standard & Poor's A A-1 negative
Fitch Ratings A F1 stable

Hauptversammlung

Hauptversammlung stößt erneut auf großes Interesse

Die ordentliche Hauptversammlung der RBI, die am 8. Juni 2011 im Austria Center Vienna stattfand, bot v. a. für Privatinvestoren eine geeignete Plattform, unmittelbar vom Vorstand über die Geschäftsentwicklung informiert zu werden. Mit rund 700 Teilnehmern zählte die Hauptversammlung 2011 einmal mehr zu den bestbesuchten der jüngeren Kapitalmarktgeschichte Österreichs.

Für das Geschäftsjahr 2010 wurde die Ausschüttung einer Dividende von € 1,05 je Aktie beschlossen, die am 16. Juni 2011 an die Aktionäre ausgezahlt wurde. Daraus errechnete sich unter Berücksichtigung der eigenen Aktien, aus denen keine Dividendenansprüche resultieren, eine Ausschüttungssumme von insgesamt € 204,3 Millionen.

Die Hauptversammlung beschloss darüber hinaus, die aus dem Jahr 2007 stammende Ermächtigung des Vorstands zur Erhöhung des Grundkapitals ("genehmigtes Kapital" – § 169 AktG) hinsichtlich ihres noch nicht ausgenützten Teils zu widerrufen. In diesem Zusammenhang wurde der Vorstand neuerlich zu einer Kapitalerhöhung gegen Bar- und/oder Sacheinlage unter Wahrung des gesetzlichen Bezugsrechts sowie zur Rückzahlung des Partizipationskapitals in Teilen oder zur Gänze ermächtigt.

Die Berichte und Präsentationen zur Hauptversammlung 2011 sowie eine Videoaufzeichnung der Vorstandspräsentationen stehen unter www.rbinternational.com → Investor Relations → Veranstaltungen → Hauptversammlung zur Verfügung.

Dividendenvorschlag

Die nächste ordentliche Hauptversammlung findet am 20. Juni 2012 im Austria Center Vienna statt. Für das Geschäftsjahr 2011 wird der Vorstand der Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende von € 1,05 je Aktie vorschlagen; dies entspricht einer Gesamtausschüttungssumme von insgesamt € 205 Millionen. Die Zustimmung der Hauptversammlung vorausgesetzt, wird die Dividende am 27. Juni 2012, der auch der Ex-Dividendentag sein wird, an die Aktionäre ausgeschüttet.

Kapitalmarktkommunikation

Seit der Fusion der Raiffeisen International mit den Hauptgeschäftsfeldern der RZB verantwortet Group Investor Relations neben der Betreuung von Aktienanlegern und -analysten auch die Kontaktpflege zu Anleiheinvestoren und -analysten. Gerade bei ihnen führten die beiden erfolgreich platzierten Benchmark-Emissionen sowie die Platzierung einer Lower-Tier-2- Emission 2011 zu hohem Informationsbedarf. Im Hinblick darauf nahm das Investor-Relations-Team an 18 Roadshows in Amsterdam, Bologna, Frankfurt, Helsinki, Köln, London, Mailand, New York, Paris, Singapur, Stockholm und Zürich teil.

Auf besonders hohes Interesse stieß die RBI Investor Presentation in London im Rahmen der Veröffentlichung der Ergebnisse des Geschäftsjahres 2010. Mehr als 110 Analysten sowie Eigenkapital- und Fremdkapitalgeber nahmen neben Mitgliedern des RBI-Vorstands und dem Investor-Relations-Team an dieser Veranstaltung teil, die von einer sehr interessierten, eingehenden Diskussion geprägt war.

Als Börsewert präsentierte sich die RBI im Mai auf einer UBS-Konferenz in New York, bei der einer Gruppenpräsentation vor mehr als 100 Teilnehmern zahlreiche Einzelgespräche folgten. Weiters absolvierte das Management der RBI eine zweiwöchige Roadshow. Zum Auftakt lud die RBI am 15. September zu einem Investoren-Lunch mit mehr als 50 Teilnehmern in Wien. Anschließend gab der Vorstand eine Reihe von Präsentationen in London, Warschau, Washington und New York.

Weitere Roadshows – insgesamt waren es 20 – wurden in Frankfurt, Genf, Kitzbühel, Paris, Stockholm, Zürich und Zürs abgehalten. Den Abschluss der Investor-Relations-Aktivitäten im Jahr 2011 bildete der Besuch von Investorenkonferenzen in New York und London.

Neben dem persönlichen Kontakt bietet die RBI umfangreiche Informationen auf ihrer Investor-Relations-Website unter www.rbinternational.com → Investor Relations. Dort können neben Geschäfts- und Zwischenberichten, Präsentationen sowie Informationen rund um die Aktie auch Live-Mitschnitte von Veranstaltungen abgerufen werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, Publikationen zu bestellen oder sich zum E-Mail-Service der RBI für Anleger und Interessierte anzumelden.

29. März 2012 Geschäftsbericht 2011, Analystenkonferenz, Conference Call
30. März 2012 RBI Investor Presentation, London
10. Mai 2012 Beginn der Quiet Period
24. Mai 2012 Zwischenbericht 1. Quartal, Conference Call
20. Juni 2012 Hauptversammlung
27. Juni 2012 Ex-Dividendentag und Dividendenzahltag
15. August 2012 Beginn der Quiet Period
29. August 2012 Zwischenbericht 1. Halbjahr, Conference Call
14. November 2012 Beginn der Quiet Period
28. November 2012 Zwischenbericht 1. bis 3. Quartal, Conference Call

Finanzkalender

Group Investor Relations Kontakt für Eigen- und Fremdkapitalinvestoren

E-Mail: [email protected] Internet: www.rbinternational.com → Investor Relations Telefon: +43-1-71707 2089 Fax: +43-1-71707 2138

Raiffeisen Bank International AG Group Investor Relations Am Stadtpark 9 1030 Wien Österreich

Corporate-Governance-Bericht

Die RBI legt großen Wert auf eine verantwortungsvolle und transparente Unternehmensführung, um das Verständnis und Vertrauen ihrer verschiedenen Interessengruppen – nicht zuletzt der Kapitalmarktteilnehmer – zu vertiefen und zu pflegen. Daher verpflichtet sie sich zur Einhaltung des Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) in seiner Fassung vom Jänner 2010. Der ÖCGK ist auf der Website des Österreichischen Arbeitskreises für Corporate Governance (www.corporate-governance.at) und auf der Website der RBI (www.rbinternational.com → Investor Relations → Corporate Governance) öffentlich zugänglich.

Transparenz ist ein Kernthema der Corporate Governance und ist von besonderer Bedeutung für die RBI. Ihr Corporate-Governance-Bericht gliedert sich nach den gesetzlichen Vorgaben des § 243b des österreichischen Unternehmensgesetzbuchs (UGB) und orientiert sich an dem in Anhang 2 des ÖCGK vorgegebenen Aufbau.

Der ÖCGK gliedert sich in L-, C- und R-Regeln. L-Regeln (Legal Requirement) beruhen auf zwingenden Rechtsvorschriften. C-Regeln (Comply or Explain) sollen eingehalten werden; eine Abweichung muss erklärt und begründet werden, um ein kodexkonformes Verhalten zu erreichen. R-Regeln (Recommendation) haben Empfehlungscharakter; eine Nichteinhaltung muss weder offengelegt noch begründet werden.

Die RBI weicht von folgenden C-Regeln ab, erreicht aber durch folgende Erklärungen und Begründungen kodexkonformes Verhalten:

C-Regel 31: Die RBI weicht von der C-Regel 31 des ÖCGK ab, die eine individuelle Veröffentlichung der an die Vorstandsmitglieder gewährten fixen und erfolgsabhängigen Vergütungen vorsieht. Die Offenlegung der Vergütung erfolgt in der RBI für den gesamten Vorstand. Von einer Veröffentlichung einzelner Bezüge wird aus Gründen des Datenschutzes und des Rechts auf Privatsphäre der einzelnen Vorstandsmitglieder Abstand genommen.

C-Regel 45: Die RBI weicht von der C-Regel 45 ab, die ein Wettbewerbsverbot für Aufsichtsratsmitglieder vorsieht. Die RBI ist ein Unternehmen der Raiffeisen Bankengruppe Österreich (RBG), die über ihr Spitzeninstitut RZB auch Mehrheitsgesellschafter ist. Einige Mitglieder des Aufsichtsrats üben daher auch Organfunktionen in Banken der RBG aus. Manche Mitglieder des Aufsichtsrats haben Organfunktionen in anderen Banken und Finanzdienstleistungsunternehmen inne. Dadurch wird branchenspezifisches Know-how und Erfahrung in die Wahrnehmung der Kontrollfunktion des Aufsichtsrats zum Wohl des Unternehmens eingebracht.

Entsprechend der R-Regel 62 des ÖCGK beauftragte die Gesellschaft – wie bereits in den Vorjahren – eine externe Evaluierung durch die Univ.Prof.DDr. Waldemar Jud Corporate Governance Forschung CGF GmbH. Der Bericht über diese externe Evaluierung ist auf www.rbinternational.com → Investor Relations → Corporate Governance → Erklärung CG-Kodex öffentlich zugänglich.

2

Das Geschäftsjahr 2011 war schon wie das Vorjahr, wenn auch mit geringerer Intensität, vom Zusammenschluss der Raiffeisen International mit den Hauptgeschäftsfeldern der RZB geprägt. Dabei wurden Maßnahmen in den Bereichen des internen Kontrollsystems und Umstrukturierungen in der Organisation vorgenommen. Zentrales Element des internen Kontrollsystems bildet das Regelwerk aus Konzern- und Unternehmensdirektiven. Der Fokus im Jahr 2011 lag darauf, die Qualität und Benutzerfreundlichkeit der existierenden Anweisungen zu verbessern. Dazu wurden bestehende Regelungen gestrafft und, sofern möglich, in übergeordnete, thematisch zusammengehörende Einheiten zusammengefasst. Ebenso wurde ein strikter Review-Prozess umgesetzt und der Zugriff auf die zugrundeliegende Datenbank weiter verbessert. Darüber hinaus wurde der Bereich Operations & IT umstrukturiert und aufgrund der Verkleinerung des RBI-Vorstands im Jahr 2010 mit dem Vorstandsbereich Retail Banking zusammengelegt.

Zusammensetzung des Vorstands

Im Geschäftsjahr 2011 bestand der Vorstand aus sieben Mitgliedern:

Vorstandsmitglied Geburtsjahr Erstbestellung Ende der
Funktionsperiode
Dr. Herbert Stepic,
Vorsitzender
1946 14. Juni 2001 31. Dezember 20151
Dr. Karl Sevelda,
Stellvertretender Vorsitzender
1950 22. September 2010 31. Dezember 20151
Aris Bogdaneris, M. A. 1963 1. Oktober 2004 31. Dezember 20151
Patrick Butler, M. A. 1957 22. September 2010 15. April 20122
Mag. Martin Grüll 1959 3. Jänner 2005 31. Dezember 20151
Mag. Peter Lennkh 1963 1. Oktober 2004 31. Dezember 20151
Dr. Johann Strobl 1959 22. September 2010 31. Dezember 20151

1 In der Aufsichtsratssitzung vom 7. Juni 2011 wurde die Verlängerung aller Mandate des Vorstands bis zum 31. Dezember 2015 beschlossen.

Nach dem Ausscheiden von Patrick Butler auf eigenen Wunsch hat der Aufsichtsrat Klemens Breuer als Nachfolger in dieser Funktion für die Dauer vom 16. April 2012 bis zum 31. Dezember 2015 bestellt.

Mitglieder des Vorstands hatten Aufsichtsratsmandate oder vergleichbare Funktionen, Vorstandsfunktionen, Geschäftsführungsmandate sowie Beteiligungen an Gesellschaften in den folgenden, nicht in den Konzernabschluss einbezogenen in- und ausländischen Gesellschaften:

■ Dr. Herbert Stepic: OMV AG (Aufsichtsratsmitglied)
Oesterreichische Kontrollbank AG (Aufsichtsratsmitglied)
"NONUSDECIMUS" FRANKE IMMOBILIEN HANDEL KG (Gesellschafter)
"SEPTIMUS" FRANKE IMMOBILIEN HANDEL KG (Gesellschafter)
H. Stepic F.C. GmbH (Gesellschafter)
■ Dr. Karl Sevelda: Bene Privatstiftung (Vorstandsmitglied)
BestLine Privatstiftung (Vorstandsmitglied)
BENE AG (Aufsichtsratsmitglied)
Milletertius Kreihsler Immobilienhandel KG (Gesellschafter)
"SECUNDUS" FRANKE IMMOBILIEN HANDEL KG (Gesellschafter)
Michael Stranz Immobilienverwaltung Gamma KG (Gesellschafter)
■ Dr. Johann Strobl: Raiffeisen Leasing Management GmbH (Aufsichtsratsmitglied)
Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (Vorstandsmitglied)
Österreichische Raiffeisen-Einlagensicherung eGen (Vorstandsmitglied)
■ Patrick Butler, M. A.: Wiener Börse AG (Aufsichtsratsmitglied)
CEESEG AG (Aufsichtsratsmitglied)
■ Aris Bogdaneris, M. A.: Visa Global Advisory Board (Beirat)
■ Mag. Martin Grüll: Stefan Stolitzka Privatstiftung (Vorstandsmitglied)

Zusammensetzung des Aufsichtsrats

Dem Aufsichtsrat gehörten im Geschäftsjahr 2011 folgende Mitglieder an:

Aufsichtsratsmitglied Geburtsjahr Erstbestellung Ende der
Funktionsperiode
Dr. Walter Rothensteiner,
Vorsitzender
1953 11. Mai 2001 Ordentliche
Hauptversammlung 2016
Mag. Erwin Hameseder,
Erster stellvertretender Vorsitzender
1956 8. Juli 20101 Ordentliche
Hauptversammlung 2015
Dr. Ludwig Scharinger,
Zweiter stellvertretender Vorsitzender
1942 8. Juli 20101 Ordentliche
Hauptversammlung 2015
Mag. Markus Mair,
Dritter stellvertretender Vorsitzender
1964 8. Juli 20101 Ordentliche
Hauptversammlung 2015
Stewart D. Gager 1940 24. Jänner 2005 Ordentliche
Hauptversammlung 2014
Dr. Kurt Geiger 1946 9. Juni 2009 Ordentliche
Hauptversammlung 2014
Dr. Hannes Schmid 1953 8. Juli 20101 Ordentliche
Hauptversammlung 2015
Dr. Johannes Schuster 1970 8. Juli 20101 Ordentliche
Hauptversammlung 2015
Dr. Friedrich Sommer 1948 8. Juli 20101 Ordentliche
Hauptversammlung 2015
Mag. Christian Teufl 1952 8. Juli 20101 Ordentliche
Hauptversammlung 2015
Martin Prater2 1953 10. Oktober 2010 Bis auf Weiteres
Mag. Rudolf Kortenhof2 1961 10. Oktober 2010 Bis auf Weiteres
Mag. Peter Anzeletti-Reikl2 1965 10. Oktober 2010 Bis auf Weiteres
Sabine Chadt2 1970 10. Oktober 2010 Bis auf Weiteres
Mag. Helge Rechberger2 1967 10. Oktober 2010 Bis auf Weiteres

1 Mit Wirksamkeit zum 10. Oktober 2010

Vom Betriebsrat entsandt

Unabhängigkeit des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der RBI legte im Sinn der C-Regel 53 des ÖCGK folgende Kriterien für die Unabhängigkeit von Aufsichtsratsmitgliedern der Gesellschaft fest:

  • Das Aufsichtsratsmitglied soll in den vergangenen fünf Jahren nicht Mitglied des Vorstands oder leitender Angestellter der Gesellschaft oder eines Tochterunternehmens der Gesellschaft gewesen sein.
  • Das Aufsichtsratsmitglied soll zur Gesellschaft oder zu einem Tochterunternehmen der Gesellschaft kein Geschäftsverhältnis in einem für das Aufsichtsratsmitglied bedeutenden Umfang unterhalten oder im vergangenen Jahr unterhalten haben. Das gilt auch für Geschäftsverhältnisse mit Unternehmen, an denen das Aufsichtsratsmitglied ein erhebliches wirtschaftliches Interesse hat, jedoch nicht für die Wahrnehmung von Organfunktionen im Konzern. Die Genehmigung einzelner Geschäfte durch den Aufsichtsrat gemäß L-Regel 48 ÖCGK führt nicht automatisch zur Qualifikation als nicht unabhängig.
  • Konzernsachverhalte sowie die bloße Ausübung der Tätigkeit eines Vorstandsmitglieds oder Geschäftsführers durch ein Aufsichtsratsmitglied führen in der Regel nicht dazu, dass das betreffende Unternehmen als "Unternehmen, an dem ein Aufsichtsratsmitglied ein erhebliches wirtschaftliches Interesse hat" anzusehen ist, sofern nicht nach den Umständen zu vermuten ist, dass das Aufsichtsratsmitglied aus einem Geschäft mit diesen Unternehmen einen unmittelbaren persönlichen Vorteil zieht.

  • Das Aufsichtsratsmitglied soll in den vergangenen drei Jahren nicht Abschlussprüfer der Gesellschaft, Beteiligter oder Angestellter der Prüfungsgesellschaft gewesen sein.

  • Das Aufsichtsratsmitglied soll nicht Vorstandsmitglied in einer anderen Gesellschaft sein, in der ein Vorstandsmitglied der Gesellschaft Aufsichtsratsmitglied ist.
  • Das Aufsichtsratsmitglied soll nicht länger als 15 Jahre dem Aufsichtsrat angehören. Dies gilt nicht für Aufsichtsratsmitglieder, die Anteilseigner mit einer unternehmerischen Beteiligung sind oder die Interessen eines solchen Anteilseigners vertreten.
  • Das Aufsichtsratsmitglied soll kein enger Familienangehöriger (direkter Nachkomme, Ehegatte, Lebensgefährte, Vater, Mutter, Onkel, Tante, Bruder, Schwester, Neffe, Nichte) eines Vorstandsmitglieds oder von Personen sein, die sich in einer in den vorstehenden Punkten beschriebenen Position befinden.

Im Sinn der Kriterien für die Unabhängigkeit von Aufsichtsratsmitgliedern sind sämtliche Aufsichtsratsmitglieder der RBI als unabhängig anzusehen.

Stewart D. Gager und Dr. Kurt Geiger sind als Mitglieder des Aufsichtsrats weder Anteilseigner mit einer Beteiligung von mehr als 10 Prozent, noch vertreten sie Interessen solcher Anteilseigner. Sie sind daher "Streubesitzvertreter" im Sinn der C-Regel 54 des ÖCGK 2010.

Mitglieder des Aufsichtsrats hatten folgende weitere Aufsichtsratsmandate oder vergleichbare Funktionen in in- und ausländischen börsenotierten Gesellschaften:

  • Dr. Walter Rothensteiner: UNIQA Versicherungen AG
  • Mag. Erwin Hameseder: AGRANA Beteiligungs-AG, STRABAG SE, UNIQA Versicherungen AG, Südzucker AG,
  • Flughafen Wien AG (seit 31. August 2011, Vorsitzender)
  • Dr. Ludwig Scharinger: voestalpine AG, Austria Metall AG (seit 31. März 2011)
  • Mag. Christian Teufl: AGRANA Beteiligungs-AG, VK Mühlen AG
  • Dr. Hannes Schmid: UNIQA Versicherungen AG
  • Dr. Kurt Geiger: Demir Bank OJSC

Mitglieder der Ausschüsse

Die Geschäftsordnung des Aufsichtsrats regelt dessen Organisation und weist bestimmte Aufgaben dem Arbeits-, Prüfungsbzw. Personalausschuss zu. Diese Ausschüsse setzen sich wie folgt zusammen:

Arbeitsausschuss Prüfungsausschuss Personalausschuss
Vorsitzender Vorsitzender Vorsitzender
Erster Stellvertreter Erster Stellvertreter Erster Stellvertreter
Zweiter Stellvertreter Zweiter Stellvertreter Zweiter Stellvertreter
Dritter Stellvertreter Dritter Stellvertreter Dritter Stellvertreter
Mitglied Mitglied Mitglied
Mitglied Mitglied
Mitglied Mitglied
Mitglied Mitglied

Arbeitsweise des Vorstands und des Aufsichtsrats

Kompetenzverteilung und Arbeitsweise im Vorstand

Der Vorstand der RBI leitet die Gesellschaft nach klaren Zielvorgaben, Plänen und Richtlinien in eigener Verantwortung im Sinn einer zukunftsgerichteten und den modernen unternehmerischen Grundsätzen entsprechenden Unternehmensführung. Dabei verfolgt er stets das Wohl des Unternehmens und berücksichtigt die Interessen der Aktionäre und der Arbeitnehmer.

Die Aufgabenbereiche der Vorstandsmitglieder wurden vom Aufsichtsrat unbeschadet der Gesamtverantwortung des Vorstands wie folgt festgelegt:

Der Vorstand führt die Geschäfte der Gesellschaft gemäß dem Gesetz, der Satzung und der Geschäftsordnung für den Vorstand. Die wöchentlichen Vorstandssitzungen werden vom Vorsitzenden einberufen und geleitet. Sie dienen der wechselseitigen Information und Entscheidungsfindung in allen Angelegenheiten, die der Genehmigung dieses Organs bedürfen. Die Geschäftsordnungen des Aufsichtsrats und des Vorstands enthalten Informations- und Berichtspflichten des Vorstands sowie einen Katalog jener Maßnahmen, die der Zustimmung durch den Aufsichtsrat bedürfen.

Entscheidungsbefugnisse der Ausschüsse

In den Geschäftsordnungen des Vorstands sowie des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse sind jene Geschäftsführungsmaßnahmen geregelt, die der Zustimmung des Aufsichtsrats bzw. des zuständigen Ausschusses bedürfen.

Der Arbeitsausschuss ist für alle Angelegenheiten zuständig, die ihm vom Gesamtaufsichtsrat übertragen werden. So ist er berufen, die nicht dem Aufsichtsrat vorbehaltenen Geschäfte und Maßnahmen zu genehmigen. Dies sind insbesondere die Errichtung und Auflösung von Tochtergesellschaften sowie der Erwerb von Beteiligungen bis zu einer gewissen Buchwerthöhe, der Abschluss oder die Auflösung von Syndikats- und Stimmbindungsverträgen mit Mitgesellschaftern, die Übernahme von Organfunktionen in anderen Unternehmen durch Vorstandsmitglieder oder die Berufung von Personen in Vorstände und Aufsichtsorgane von Kreditinstituten des Konzerns. Ferner genehmigt der Arbeitsausschuss ab einer bestimmten Höhe die Übernahme bankgeschäftlicher Risiken.

Der Personalausschuss befasst sich mit der Vergütung der Vorstandsmitglieder und dem Inhalt ihrer Anstellungsverträge. Er ist speziell für die Genehmigung der Bonuszuweisung und der Zuteilung der Aktien aus dem Share Incentive Program an die Vorstandsmitglieder zuständig.

Der Prüfungsausschuss überwacht den Rechnungslegungsprozess sowie die Wirksamkeit der internen Kontroll-, Revisionsund Risikomanagement-Systeme der Gesellschaft. Seine Aufgaben umfassen die Überwachung der Abschlussprüfung und der Konzern-Abschlussprüfung sowie die Prüfung und Überwachung der Unabhängigkeit des Konzern-Abschlussprüfers, insbesondere im Hinblick auf die für die geprüfte Gesellschaft erbrachten zusätzlichen Leistungen. Der Ausschuss prüft den Jahresabschluss, den Lagebericht, den Konzernabschluss und den Konzern-Lagebericht und ist für die Vorbereitung seiner Feststellung zuständig; ebenso prüft er den Vorschlag für die Gewinnverteilung und den Corporate-Governance-Bericht. Über die Ergebnisse seiner Prüfungen erstattet er Bericht an den Aufsichtsrat. Ihm obliegt ferner die Vorbereitung des Vorschlags des Aufsichtsrats für die Auswahl des Abschluss- bzw. Konzern-Abschlussprüfers sowie des Bankprüfers. Im Prüfungsausschuss werden darüber hinaus der Management Letter sowie der Bericht über die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements inhaltlich diskutiert.

Anzahl der Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse

Im Berichtszeitraum 2011 trat der Aufsichtsrat zu fünf Sitzungen zusammen, daneben informierte der Vorstand den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Geschäftsentwicklung einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements der Gesellschaft und wesentlicher Konzernunternehmen, insbesondere bei wichtigem Anlass.

Der Arbeitsausschuss trat im Geschäftsjahr 2011 zu acht Sitzungen zusammen. Prüfungs- und Personalausschuss tagten je zweimal.

Nähere Informationen zu den Tätigkeiten des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse finden sich im Bericht des Aufsichtsrats.

Offenlegung von Informationen über die Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat

Vergütung des Vorstands

An den Vorstand der RBI wurden folgende Bezüge bezahlt:

in € Tausend 2011 2010
Fixe und erfolgsabhängige Bezüge 7.545 8.191
davon Bezüge von verbundenen Unternehmen
(Aufsichtsratsvergütungen)
144 732
Zahlungen an Pensionskassen und Rückdeckungsversicherungen 1.703 183
Aktienbasierte Zahlungen (erfolgsabhängig) 373 156
Gesamt 9.621 8.530

In der Tabelle sind fixe und erfolgsabhängige Bezüge enthalten, darunter auch Entgelte für Organfunktionen bei verbundenen Unternehmen, Bonuszahlungen sowie Sachbezüge. Im Geschäftsjahr belief sich der Anteil der erfolgsabhängigen Bezugsbestandteile auf 10 Prozent (2010: 1,9 Prozent).

Die erfolgsabhängigen Bestandteile der Vorstandsbezüge setzen sich normalerweise aus Bonuszahlungen für das Jahr 2010, die an die Erreichung der Unternehmensziele bei Gewinn nach Steuern, Return on Risk Adjusted Capital (RORAC) und Cost/Income Ratio sowie die Erreichung jährlich vereinbarter persönlicher Ziele geknüpft waren, und dem Wert einer Zuteilung von Aktien im Rahmen des Share Incentive Program (SIP) zusammen (siehe Erläuterung [34] im Anhang aktienbasierte Vergütung). Für drei Vorstände, die aus der Raiffeisen Zentralbank Österreich Aktiengesellschaft (RZB) in die RBI gewechselt waren, erfolgte die Bonusbemessung für 2010 noch nach einem an den Return on Equity (ROE) gebundenen Kriterium der RZB. Entsprechend den bis Ende 2010 für diese Personen geltenden vertraglichen Bestimmungen wurden Bonuszusagen in Höhe von insgesamt € 940.500 getätigt, die 2012 (€ 297.000) und 2013 (€ 643.500) fällig werden. Die tatsächliche Auszahlung liegt im Ermessen des Personalausschusses des Aufsichtsrats der RBI. Den aus der vormaligen Raiffeisen International Bank-Holding AG (Raiffeisen International) stammenden Vorständen, die auf Bonuszahlungen für 2010 verzichtet hatten, wurde eine einmalige freiwillige Gratifikation in Höhe von insgesamt € 1.400.000 zuerkannt, die nach dem im Anhang (Erläuterung 34) dargelegten System für verschobene Bonuszahlungen abgewickelt wird.

Bei einem Vergleich der Höhe der Vorstandsbezüge für 2010 und 2011 ist zu beachten, dass 2010 zwei Vorstandsmitglieder ausgeschieden und drei Vorstandsmitglieder aus der RZB in die RBI eingetreten sind.

Grundsätze der Vergütungspolitik und -praktiken in Umsetzung von § 39 Abs. 2 i. V. m. § 39b BWG

Der Aufsichtsrat der RBI hat in Umsetzung von § 39 (2) i. V. m. § 39b BWG samt Anlage (österreichische Umsetzungsbestimmungen zu Artikel 22 (2) i. V. m. Anlage V Teil 11 der Richtlinie 2006/48/EG i. d. F. Richtlinie 2010/76/EU) im Jahr 2011 "Allgemeine Grundsätze der Vergütungspolitik und -praktiken" genehmigt, überprüft diese regelmäßig und ist für ihre Umsetzung verantwortlich. Die Vergütung des Vorstands und des weiteren "Risikopersonals" hat im Einklang mit diesen Grundsätzen zu stehen. Insbesondere werden die neuen Grundsätze auch auf die Bonuszahlungen für 2011 und für Folgejahre zur Anwendung kommen.

Share Incentive Program

2011 kam es zum Abreifen der dritten Tranche des Aktienvergütungsprogramms (Share Incentive Program – SIP, Tranche 2008). Entsprechend den Programmbedingungen (veröffentlicht über "euro adhoc" am 29. Mai 2008) wurde die in der folgenden Tabelle dargestellte Anzahl an Aktien tatsächlich übertragen:

SIP 2008

Personengruppe Anzahl
fälliger
Aktien
Wert zum
Aktienkurs
von € 39,00
am Zuteilungstag
(12.4.2011)
in €
Anzahl
tatsächlich
übertragener
Aktien
Vorstandsmitglieder der RBI 11.839 461.721 7.866
Vorstandsmitglieder der mit der RBI
verbundenen Bank-Tochterunternehmen
21.348 832.572 18.244
Führungskräfte der RBI und sonstiger
mit ihr verbundener Unternehmen
5.515 215.085 3.028

Zur Vermeidung rechtlicher Unsicherheiten wurde entsprechend den Programmbedingungen für die berechtigten Mitarbeiter in zwei Ländern anstelle der Übertragung von Aktien eine Wertabfindung in bar vorgenommen. In Österreich wurde den Berechtigten die Möglichkeit eingeräumt, anstelle der Hälfte der fälligen Aktien ebenfalls eine Barabfindung zu beziehen, um daraus die zum Übertragungszeitpunkt fällige Lohnsteuer zu begleichen. Aus diesen Gründen ergibt sich die geringere Anzahl an tatsächlich übertragenen Aktien verglichen mit den fälligen. Der Bestand an eigenen Aktien wurde folglich um die niedrigere Anzahl der tatsächlich übertragenen Aktien vermindert.

Im Rahmen des SIP wurde bisher jährlich – so auch 2011 – eine neue Tranche begeben. Wegen der Fusion der Raiffeisen International mit den Hauptgeschäftsfeldern der RZB wurde 2010 jedoch auf die Begebung einer SIP-Tranche verzichtet. Dies bedeutet, dass zum Bilanzstichtag jeweils bedingte Aktien für nur zwei Tranchen zugeteilt waren. Per 31. Dezember 2011 belief sich die Anzahl dieser bedingten Aktien auf 608.964 Stück (davon entfielen 370.092 auf die Zuteilung 2009 und 238.872 auf die Zuteilung 2011). Die ursprünglich verlautbarte Anzahl an bedingt zugeteilten Aktien veränderte sich durch diverse Personalwechsel in den Konzerneinheiten und das Abreifen der SIP-Tranche 2008 und ist in folgender Tabelle aggregiert dargestellt:

SIP 2009–2011

Personengruppe Anzahl bedingt
zugeteilter
Aktien
per 31.12.2011
Mindest-
zuteilung
Aktien
Maximal
zuteilung
Aktien
Vorstandsmitglieder der RBI 197.135 59.141 295.703
Vorstandsmitglieder der mit der RBI
verbundenen Bank-Tochterunternehmen
287.754 86.326 431.631
Führungskräfte der RBI und sonstiger
mit ihr verbundener Unternehmen
124.075 37.223 186.113

Im Jahr 2011 wurden keine Aktien für das SIP zurückgekauft.

Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen

Für sechs Vorstandsmitglieder gelten grundsätzlich dieselben Regelungen wie für Mitarbeiter, die einen Grundbeitrag seitens des Unternehmens zu einer Pensionskasse und einen Zusatzbeitrag vorsehen, wenn der Mitarbeiter Eigenbeiträge in derselben Höhe leistet. Ein Vorstandsmitglied verfügt über eine leistungsorientierte Pensionszusage. Für vier Vorstandsmitglieder bestehen zusätzlich individuelle Pensionszusagen, die über eine Rückdeckungsversicherung finanziert werden. Für ein Vorstandsmitglied wurde eine weitere individuelle Pensionszusage getätigt, die durch einen Einmalerlag in eine Rückdeckungsversicherung (i. H. v. € 1.500.000) finanziert wird.

Im Fall der Beendigung der Funktion bzw. des Dienstverhältnisses und des Ausscheidens aus dem Unternehmen haben zwei Vorstandsmitglieder Abfertigungsansprüche gemäß Angestelltengesetz und Bankenkollektivvertrag, zwei Vorstandsmitglieder gemäß vertraglichen Vereinbarungen und drei Vorstandsmitglieder nach dem Betrieblichen Mitarbeitervorsorgegesetz. Die Abfertigungsansprüche gemäß Angestelltengesetz oder gemäß vertraglicher Vereinbarung verfallen, mit Ausnahme eines Vorstandsmitglieds, grundsätzlich bei Kündigung durch den Dienstnehmer. Für ein Vorstandsmitglied wurden im Zuge fusionsbedingter Vertragsumstellungen bestehende Abfertigungsansprüche umgewandelt. Entsprechende Zahlungen erfolgen in Teilen in den Jahren 2011 und 2012; im Geschäftsjahr 2011 betrugen diese € 2.022.022. Zudem besteht über eine Pensionskasse und/oder aufgrund einer individuellen Pensionszusage, die durch eine Rückdeckungsversicherung abgesichert ist, ein Schutz gegenüber dem Berufsunfähigkeitsrisiko. Die Vorstandsverträge sind für die Dauer der Funktionsperioden bzw. befristet auf maximal fünf Jahre abgeschlossen. Die Abfindungszahlungen bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund überschreiten nicht mehr als zwei Jahresgesamtvergütungen.

Vergütung des Aufsichtsrats

Die Hauptversammlung beschloss am 8. Juni 2011 eine jährliche Vergütung für die Aufsichtsratsmitglieder für das Geschäftsjahr 2010 von insgesamt € 422.500. Sitzungsgelder wurden nicht gezahlt.

in € 2010
Aufsichtsratsvorsitzender 70.000
Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender 60.000
Mitglied des Aufsichtsrats 50.000

D&O-Versicherung

Im Geschäftsjahr 2011 wurde für Vorstand und Aufsichtsrat eine D&O- (Directors and Officers) Vermögensschadens- und Haftpflichtversicherung mit der UNIQA Sachversicherung AG abgeschlossen, deren Kosten von der Gesellschaft getragen werden.

Hauptversammlung

Die Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2010 wurde am 8. Juni 2011 im Austria Center Vienna abgehalten. Die nächste Hauptversammlung für das abgelaufene Geschäftsjahr findet am 20. Juni 2012 statt. Die Einberufung wird spätestens am 28. Tag vor der ordentlichen Hauptversammlung in elektronischer Form und im Amtsblatt zur Wiener Zeitung bekannt gemacht.

Die Aktionäre als Eigentümer des Unternehmens üben ihre Rechte durch Abstimmung in der Hauptversammlung aus. Es gilt grundsätzlich das Prinzip "eine Aktie, eine Stimme". Demnach bestehen keine Stimmrechtsbeschränkungen, alle Aktionäre sind vollkommen gleichberechtigt. Jede ausgegebene Stückaktie gewährt eine Stimme, Namensaktien wurden nicht ausgegeben. Die Aktionäre können ihr Stimmrecht selbst oder durch Bevollmächtigte ausüben. Dem Aktionär RZB wird satzungsmäßig das Recht auf Entsendung von bis zu einem Drittel der von der Hauptversammlung zu wählenden Mitglieder des Aufsichtsrats eingeräumt. Falls die RZB von ihrem Entsendungsrecht Gebrauch macht, würde sich die Anzahl der von der Hauptversammlung zu wählenden Aufsichtsratsmitglieder entsprechend reduzieren. Abgesehen von dieser Einschränkung entspricht die Ausgestaltung der Aktie dem oben genannten Prinzip.

Die Eröffnung und die Reden des Vorstands werden live im Internet unter www.rbinternational.com → Investor Relations → Veranstaltungen → Hauptversammlung übertragen und können dort auch nachträglich angesehen werden. Das schafft größtmögliche Transparenz auch für jene Aktionäre, die nicht persönlich an der Hauptversammlung teilnehmen können.

Bericht über die von der Gesellschaft gesetzten Maßnahmen zur Förderung von Frauen im Vorstand, im Aufsichtsrat und in leitenden Stellungen (§ 80 AktG) nach § 243b (2) Z 2 UGB

Gleiche Chancen für gleiche Leistung – unabhängig vom Geschlecht oder anderen Faktoren – im Unternehmen zu bieten, ist für Raiffeisen seit jeher einer der wesentlichen Werte. Es ist daher wichtig, bereits im Recruiting-Prozess durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen, dass bei der Personalauswahl gleiche Maßstäbe angelegt werden. Der relativ hohe Anteil von 68 Prozent weiblicher Beschäftigter in der RBI belegt die Wirksamkeit dieser Aktivitäten. Auch für die weitere Förderung von Frauen im Unternehmen wurden entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen und diesbezüglich bereits bestehende Programme gestärkt und ausgebaut. Diese setzen insbesondere bei der Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf an. Dazu zählen u. a. flexible Arbeitszeiten, Teilzeitmodelle oder Telearbeit. Diese Modelle werden, den gesetzlichen Bestimmungen entsprechend, in fast allen Ländern des Konzerns angeboten. Darüber hinaus bestehen länderspezifisch weitere Initiativen, wie z. B. der Betriebskindergarten mit arbeitnehmerfreundlichen Öffnungszeiten am Standort Wien oder das "Mother Care"-Programm der Raiffeisen Bank Polska S.A., das Frauen ab Bekanntgabe der Schwangerschaft bis zum ersten Geburtstag des Kindes Unterstützung bietet.

Der Vorstand bekennt sich dazu, dass es der konsequenten Fortsetzung der bestehenden und auch der Offenheit gegenüber neuen Initiativen bedarf, um den Frauenanteil in höher qualifizierten Positionen weiter zu steigern.

Im RBI-Konzern sind per Ende 2011 ca. 55 Prozent der Funktionen mit Mitarbeiterverantwortung mit Frauen besetzt; in der zweiten und dritten Führungsebene sind es ca. 47 Prozent. Um die Führungskompetenzen auszubauen, werden gezielt Aus- und Weiterbildungsprogramme angeboten und positiv angenommen. 27 Prozent der Teilnehmer des konzernweiten Top-Management-Programms "Execute" waren Frauen. Im neu gestalteten Advanced Leadership Training für das mittlere Management betrug ihr Anteil 49 Prozent.

Derzeit sind in der RBI konzernweit 20 Prozent der Vorstandspositionen mit Frauen besetzt. Ein Beleg für die erfolgreiche Förderung von Frauen in der RBI ist die Tatsache, dass der Anteil an Frauen bei Vorstandsbesetzungen im Jahr 2011 43 Prozent betrug.

Transparenz

Das Internet und insbesondere die Website des Unternehmens spielen für die RBI im Sinn einer offenen Kommunikation gegenüber Aktionären und deren Vertretern, Kunden, Analysten, Mitarbeitern und der interessierten Öffentlichkeit eine wichtige Rolle. Daher werden u. a. folgende Informationen auf der Website angeboten und laufend aktualisiert:

  • Geschäfts- und Zwischenberichte
  • Unternehmenspräsentationen
  • Telefonkonferenzen via Webcast
  • Ad-hoc-Mitteilungen, Pressemeldungen, Investor-Relations-Mitteilungen
  • Kursinformationen und Daten zur Aktie
  • Informationen für Fremdkapitalgeber
  • Finanzkalender mit großem zeitlichem Vorlauf für wichtige Termine
  • Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte von Vorstand und Aufsichtsrat (Directors' Dealings)
  • Satzung der RBI
  • Corporate-Governance-Bericht
  • Einschätzungen von Analysten
  • Bestellservice für schriftliche Informationen und Anmeldemöglichkeit für die automatische Zusendung der "Investor Relations News" per E-Mail

Interessenkonflikte

Sowohl für den Vorstand als auch für den Aufsichtsrat der RBI gilt die Verpflichtung zur Offenlegung allfälliger Interessenkonflikte.

So müssen Vorstandsmitglieder wesentliche persönliche Interessen an Transaktionen der Gesellschaft und der Konzernunternehmen sowie sonstige Interessenkonflikte dem Aufsichtsrat mitteilen. Zudem besteht eine Informationspflicht den anderen Vorstandsmitgliedern gegenüber. Mitglieder des Vorstands, die bei anderen Unternehmen Geschäftsführungsfunktionen ausüben, sind verpflichtet darauf hinzuwirken, dass es zu einem fairen Ausgleich der Interessen der beteiligten Unternehmen kommt.

Aufsichtsratsmitglieder müssen allfällige Interessenkonflikte unverzüglich dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats mitteilen. Gerät der Vorsitzende selbst in einen Interessenkonflikt, hat er das unverzüglich seinem Stellvertreter offenzulegen. Verträge der Gesellschaft mit Mitgliedern des Aufsichtsrats, durch die sich diese außerhalb ihrer Tätigkeit im Aufsichtsrat gegenüber der Gesellschaft oder einem Tochterunternehmen (§ 228 (3) UGB) zu einer Leistung gegen ein nicht bloß geringfügiges Entgelt verpflichten, bedürfen der Zustimmung des Aufsichtsrats. Dies gilt auch für Verträge mit Unternehmen, an denen ein Aufsichtsratsmitglied ein erhebliches wirtschaftliches Interesse hat. Des Weiteren bedürfen Organgeschäfte im Sinn des § 28 BWG der Zustimmung des Aufsichtsrats.

Rechnungslegung und Abschlussprüfung

Die Rechnungslegung der RBI erfolgt gemäß den Bestimmungen der International Financial Reporting Standards (IFRS). Die RBI stellt den Jahresabschluss nach den Vorschriften des BWG in Verbindung mit dem UGB auf. Der Konzern-Jahresabschluss wird innerhalb der ersten vier Monate des auf den Berichtszeitraum folgenden Geschäftsjahres veröffentlicht, Zwischenberichte spätestens 56 Tage nach Ende des jeweiligen Berichtszeitraums.

Die Hauptversammlung wählte als Abschluss- und Bankprüfer für das Geschäftsjahr 2011 die KPMG Austria GmbH, Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien. Die KPMG bestätigte gegenüber der RBI, dass ihr eine Bescheinigung eines Qualitätsprüfungssystems vorliegt. Ebenso wurde erklärt, dass keine Ausschluss- und Befangenheitsgründe vorliegen. Der Abschlussprüfer verfasst den gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungsbericht und ist für die Ausübung der Redepflicht verantwortlich. Er erstellt zudem einen Management Letter an den Vorstand, der auch Hinweise auf Schwachstellen im Unternehmen enthält. Der Management Letter und der Bericht über die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements wird dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats zur Kenntnis gebracht, der dafür Sorge trägt, dass ersterer im Prüfungsausschuss behandelt und im Aufsichtsrat darüber berichtet wird.

Wien, im März 2012

Aris Bogdaneris, M. A. Patrick Butler, M. A.

Mag. Martin Grüll Mag. Peter Lennkh Dr. Johann Strobl

Der Vorstand

Dr. Herbert Stepic Dr. Karl Sevelda

Corporate Responsibility

Beständige Werte in bewegten Zeiten

Die Werte, denen sich alle Raiffeisen-Organisationen bis heute verpflichtet fühlen, gehen auf den Sozialreformer Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818–1888) zurück. Er sah es als seine Aufgabe, wirtschaftliche Not zu lindern, und legte mit dem 1862 geschaffenen Darlehenskassen-Verein den Grundstein für eine heute weltumspannende Organisation. Noch heute gelten die Prinzipien wie die Bereitschaft zur gegenseitigen Hilfe und die Selbstverwaltung der Genossenschaft durch ihre Mitglieder. Das Raiffeisen-Wertegerüst bot auch in Zeiten des Wandels stets ein stabiles Fundament.

Nachhaltig Erfolg schaffen

Gesellschaftliche und unternehmerische Verantwortung sind für die RBI integraler und selbstverständlicher Teil ihrer Geschäftstätigkeit. Aktives Engagement soll zu einer nachhaltigen Entwicklung des Unternehmens ebenso wie der Gesellschaft beitragen – ganz nach dem Motto: "Wir schaffen nachhaltigen Erfolg." Dabei erstreckt sich die Verantwortung auf alle drei Säulen der Nachhaltigkeit: Wirtschaft, Umwelt und Soziales. In allen Geschäftsfeldern verfolgt die RBI das Ziel, verantwortungsvoller Banker, fairer Partner und engagierter Corporate Citizen zu sein.

Nachstehend findet sich ein Überblick über wesentliche Maßnahmen und aktuelle Initiativen. Detaillierte Informationen zu den Aktivitäten der RBI sowie zu den Nachhaltigkeitszielen finden Sie im aktuellen Nachhaltigkeitsbericht 2010 der RZB Group, der unter www.rzb.at/CorporateResponsibility/DE zum Download zur Verfügung steht. Die RZB Group publiziert ihre Nachhaltigkeitsberichte im Zwei-Jahres-Rhythmus und orientiert sich dabei inhaltlich an den Standards der Global Reporting Initiative (GRI). Der nächste Bericht soll 2013 erscheinen.

Verantwortungsvoller Banker

Die RBI richtet ihr Kerngeschäft und ihre Finanzdienstleistungen bewusst auf ihre Zukunftsfähigkeit aus. Investitionen, Engagements und Geschäfte werden so gestaltet, dass sie zu einer nachhaltigen Entwicklung der Regionen und Volkswirtschaften beitragen, in denen die RBI tätig ist. Die RBI betrachtet dies als wirkungsvollsten Hebel für eine nachhaltige Entwicklung.

Code of Conduct stellt Einhaltung hoher ethischer Standards sicher

Die Verpflichtung der RBI zu einer verantwortungsvollen und transparenten Unternehmensführung ist in einem gruppenweit verbindlichen Verhaltenskodex, dem Code of Conduct (CoC), niedergeschrieben. Dieser definiert die Grundwerte der RBI und bildet das Fundament für eine gesetzeskonforme und ethisch orientierte Unternehmenskultur. Er gewährleistet zudem die Einhaltung höchster ethischer Standards. Dabei übt der Bereich Compliance eine umfassende Steuerungsfunktion in der gesamten Bankengruppe aus. Im CoC ist u. a. geregelt, dass keine Geschäfte getätigt werden dürfen, die negative Auswirkungen auf die Umwelt haben könnten. Ebenso sind Geschäfte in sensiblen Bereichen – so etwa Waffen oder Atomkraft – tabu. Die RBI hält sich auch strikt an internationale Vorgaben zu Embargos und Handelsbeschränkungen.

Der CoC ist auf der Website der RBI sowie jenen ihrer Netzwerkbanken in der jeweiligen Landessprache abrufbar und wird laufend aktualisiert. Die letzte Überarbeitung erfolgte 2011.

Die RBI ist Mitglied des UN Global Compact und hat sich als börsenotiertes Unternehmen zudem zur Einhaltung des Österreichischen Corporate Governance Kodex verpflichtet. Den Corporate-Governance-Bericht finden Sie ab Seite 33.

Regelmäßiger Dialog mit Stakeholdern

Der partnerschaftliche und respektvolle Umgang mit allen Stakeholdern bildet für die RBI eine zentrale Säule ihrer Geschäftstätigkeit. Wesentliche Basis dafür ist ein aktiver und offener Dialog mit den Stakeholdern, der nicht zuletzt die Perspektive des Unternehmens und seiner Entscheidungsträger erweitert. So eröffnet ein offener Austausch die Sicht auf die für die Stakeholder relevanten Themen ebenso wie auf die interne und externe Wahrnehmung der RBI.

Ziel des Dialogs ist es, ein tieferes gegenseitiges Verständnis zu schaffen. In diesem Sinn fand im Herbst 2011 bereits zum zweiten Mal ein Stakeholder Council der Bankengruppe statt, bei dem ausgewählte interne und externe Stakeholder aus unterschiedlichen Bereichen und Organisationen über die Erwartungen gegenüber dem Unternehmen diskutierten. Gemeinsam wurde dabei ein zukunftsweisender Entwicklungspfad für das Unternehmen aufgezeichnet.

Mündige Konsumenten durch besseres Finanzwissen

Hilfe zur Selbsthilfe – eines der Raiffeisen-Gründungsprinzipien – umfasst für die RBI nicht nur materielle Unterstützung, sondern auch einen Bildungsauftrag zur Erhöhung des Wissens der Kunden und Nicht-Kunden zu Finanzthemen. Um dieser Verantwortung nachzukommen, setzt die RBI in allen ihren Märkten zahlreiche Maßnahmen, die entweder durch die jeweilige lokale Bank allein oder gemeinsam mit spezialisierten Kooperationspartnern realisiert werden. In Bosnien und Herzegowina leistet die Raiffeisen Bank z. B. einen wichtigen Beitrag durch die sogenannten "Financial News" und das "Alphabet of Economics", das regelmäßig sowohl im Fernsehen als auch in Printmedien kommuniziert wird.

Die ungarische Raiffeisen Bank informiert ihre Kunden ausführlich und auf leicht verständliche Weise über ihre Produkte und Dienstleistungen und bietet mit dem Programm "Ich spare" umfangreiche Informationen etwa zum Aufbau finanzieller Rücklagen. Eine weitere Initiative nennt sich "Everyday Financials", die weite Teile des Finanzsektors umspannt. Als einer der Kooperationspartner trägt die Raiffeisen Bank dazu bei, die breite Öffentlichkeit über praktisches Wissen im Umgang mit Geld und Finanzdienstleistungen zu informieren.

Umwelt- und Klimaschutz

Es ist ein erklärtes Ziel der RBI, den Umwelt- und Klimaschutz zu fördern und dem Klimawandel entgegenzuwirken. Eine sinnvolle Verbindung zwischen gewinnorientierter Geschäftspolitik und Klimaschutz zu schaffen, ist dabei eine große ökologische und ökonomische Herausforderung. Auch im Umweltmanagement des Unternehmens selbst haben Maßnahmen zum Klimaschutz höchste Priorität, da gerade dieser Themenbereich erhebliche Risiken, aber auch große Chancen birgt.

Beitrag durch Ressourcenschonung

Ein wichtiger Schwerpunkt liegt auf dem schonenden Umgang mit Ressourcen und Materialien. Das bedeutet einerseits die Verwendung und Beschaffung von ökologisch einwandfreien Materialien und andererseits den sparsamen Umgang mit Ressourcen sowie die bestmögliche Vermeidung von Abfällen und Emissionen. Die möglichst sparsame Verwendung von Transportmitteln ist davon genauso betroffen wie eine effiziente Energieversorgung, bei der vor allem erneuerbare Ressourcen zum Einsatz kommen.

Carbon Disclosure Leadership Index

Das im Jahr 2000 gegründete Carbon Disclosure Project (CDP) hat sich zum Ziel gesetzt, mehr Transparenz in die Berichterstattung über Treibhausgasemissionen zu bringen. Seit 2011 stellt auch die RBI im Rahmen dieses Programms freiwillig Informationen zu ihren CO2 -Emissionen, mit ihrem Geschäft verbundenen Klimarisiken und ihren Reduktionszielen bereit. Die publizierten Daten werden im sogenannten Carbon Disclosure Leadership Index zusammengefasst. Dieser setzt sich aus den Werten jener 30 Unternehmen zusammen, die nach dem Kriterium der Vollständigkeit der Berichterstattung jeweils die höchsten Punktezahlen erhalten. Die RBI liegt mit 85 von 100 Punkten auf Platz 13 und ist damit das beste ATX-Unternehmen. Alle angegebenen Informationen sind unter www.cdproject.net verfügbar.

ENERGY GLOBE Award geht an rumänische Raiffeisenbank

Im Rahmen der Verleihung des ENERGY GLOBE Award im November 2011 im oberösterreichischen Wels wurde das Kooperationsprojekt "I love Velo" der rumänischen Raiffeisenbank und der NGO Green Revolution ausgezeichnet. Bereits 2009 hatte Raiffeisen in Rumänien ein internes Projekt gestartet, das Mitarbeiter zum Fahrradfahren motivieren sollte. Um damit auch eine breitere Öffentlichkeit zu erreichen, startete Raiffeisen gemeinsam mit Green Revolution mit dem Programm "I Love Velo" das erste kostenlose Bikesharing-Projekt Rumäniens. Bereits 2010 wurde die Bank dafür mit dem "Silver PR Award for Excellence" in der Kategorie "Social Responsibility and Stakeholder Dialogue" ausgezeichnet.

Soziales Engagement

Als wesentliche wirtschaftliche Kraft in den Märkten, in denen sie tätig ist, bekennt sich die RBI zu ihrer umfassenden Verantwortung für die Gesellschaft und stellt dies durch zahlreiche Maßnahmen und die Unterstützung unterschiedlicher Initiativen unter Beweis. Nachstehend ein Auszug aktueller Projekte.

Community Day

Im September 2011 veranstaltete die RBI in Kooperation mit der Caritas Wien ihren ersten Community Day. An diesem freiwilligen Aktionstag wurde ein Kinder- und Jugendzimmer im Caritas-Wohnhaus Amadou, einer Unterkunft für Flüchtlinge und Migranten, neu gestaltet. Mehr als 30 Mitarbeiter – teilweise mit ihren Kindern – nahmen an einem Samstag ehrenamtlich an dem "Projekt Schaukelpferd", so der Titel dieser Aktion, teil. Die Kosten für das benötigte Material wurden u. a. von der RBI getragen. Den Abschluss bildete ein gemeinsames Grillfest.

Auch einige Netzwerkbanken setzen auf das Konzept der Freiwilligenaktionen. So fungierte beispielsweise die tschechische Raiffeisenbank als "Postamt" für die Briefe an das Christkind der Kinder aus dem Kinderheim "Klokanek". Von den so gesammelten Wunschlisten wurden rund 80 Weihnachtswünsche erfüllt.

Kinderschutzpreis MYKI

Im Jahr 1989 entstand mit dem Kinderschutzverein "die möwe" die erste soziale Einrichtung Österreichs, die Hilfe für misshandelte und missbrauchte Kinder und Jugendliche anbietet und sich damit dieses Tabubereichs annahm. 2011 wurde der in fünf Kategorien vergebene Österreichische Kinderschutzpreis "MYKI" ins Leben gerufen, um auch auf diese Weise zur Verbesserung von Kinderschutz und -wohl beizutragen. Raiffeisen übernahm als Hauptsponsor den Preis in der Kategorie "Materielle Sicherheit und gesellschaftliche Integration" und wählte damit zwei gerade für einen Finanzdienstleister ganz wesentliche Elemente.

H. Stepic CEE Charity

Bereits im Jahr 2006 wurde mit der H. Stepic CEE Charity ein gemeinnütziger Verein gegründet, der sich für die Verbesserung der Lebenssituation von Kindern, Jugendlichen und Frauen in Zentral- und Osteuropa einsetzt. Die freiwillige und ehrenamtliche Einbindung des Raiffeisen-Netzwerks gewährleistet, dass die Hilfe rasch, unbürokratisch und ohne kostspieligen Verwaltungsaufwand dort ankommt, wo sie gebraucht wird. Die Hilftsprojekte werden gemeinsam mit Kooperationspartnern wie der Caritas, dem Hilfswerk, dem Österreichischen Roten Kreuz und dem Verein "kleine herzen" umgesetzt. Im November 2011 wurde bei der Mittelaufbringung gemeinsam mit der Initiative "kleine herzen" Neuland beschritten: Ein Fundraising-Dinner erbrachte € 106.000. Und mit dem deutschsprachigen Kochbuch "Herzensküche", in dem zwölf internationale Spitzenköche ohne Honorar Rezepte aus CEE neu interpretierten, wurde ein wirkungsvolles kulinarisches Spendenvehikel geschaffen. Mit dem Erlös aus dem Verkauf des Kochbuchs wird der Bau eines Familienhauses für Waisenkinder in der Ukraine unterstützt.

Partnerschaftlicher Umgang mit den Beschäftigten

Die RBI beschäftigt rund 59.000 Mitarbeiter, die aus über 50 Ländern stammen. Gerade angesichts dieser hohen Diversität sind Chancengleichheit und Integration ebenso zentrale Bestandteile der Unternehmenskultur wie ein fairer Umgang mit allen Mitarbeitern.

Als Arbeitgeber schafft die RBI ein Umfeld, in dem sie die Mitarbeiter fordert und entsprechend ihren individuellen Fähigkeiten fördert und unterstützt. Die RBI bekennt sich klar zum Leistungsprinzip, setzt aber gleichzeitig auf eine offene Unternehmenskultur, in der sich die Mitarbeiter fachlich und persönlich weiterentwickeln können.

Detaillierte Informationen zum Bereich Human Resources finden Sie ab Seite 83.

Konzern-Lagebericht

Entwicklung der Märkte 50
Finanz- und Ergebnisentwicklung 54
Posten der Erfolgsrechnung im Detail 58
Das Ergebnis im Quartalsvergleich 64
Bilanz 67
Eigenkapital 68
Forschung und Entwicklung 71
Internes Kontroll- und Risikomanagement-System 71
Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechte 73
Funding 76
Risikomanagement 78
Human Resources 83
Ausblick 87
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 89

Entwicklung der Märkte

Getrübtes Wachstum in Europa und den USA

Nach einem guten Start in das Jahr 2011 trübte sich die Konjunktur im Euroraum ab dem Frühjahr immer mehr ein. Im ersten Quartal legte das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorquartal noch um 0,8 Prozent zu, während der Anstieg im zweiten und dritten Quartal nur mehr rund 0,2 bzw. 0,1 Prozent betrug. Im vierten Quartal rutschte der Euroraum mit einem Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Leistung sogar in eine Rezession. Für das Gesamtjahr 2011 ergab sich daraus in Summe ein BIP-Wachstum von voraussichtlich 1,5 Prozent. Die Inflationsrate blieb 2011 mit durchschnittlich 2,7 Prozent deutlich über dem avisierten Ziel der EZB. Haupttreiber der höheren Teuerungsraten waren die gestiegenen Energiepreise.

Nachdem die US-Wirtschaft 2010 um 3,0 Prozent gewachsen war, verlangsamte sich das Wachstum 2011 auch hier wieder. Hauptgründe dafür waren der kräftige Ölpreisanstieg infolge des Arabischen Frühlings sowie die nur gedämpften Lohn- und Gehaltszuwächse und die für die USA ungewöhnlich hohe Arbeitslosigkeit, die den privaten Konsum insbesondere im ersten Halbjahr belasteten. Aber auch die Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung bremsten die konjunkturelle Dynamik. Dank des nachlassenden Preisauftriebs und höherer Unternehmensinvestitionen belebte sich die Konjunktur im zweiten Halbjahr jedoch wieder. Insgesamt wuchs das reale BIP der USA 2011 um 1,7 Prozent.

Unterschiedliche Entwicklung in der CEE-Region

In den Staaten Zentral- und Osteuropas (CEE), die sich bereits 2010 wieder etwas von der Finanzkrise erholt und ein Wirtschaftswachstum von 3,5 Prozent erreicht hatten, setzte sich der positive Trend 2011 fort. Weiterhin blieben vor allem die Exporte Hauptmotor der Wirtschaft, während die Inlandsnachfrage fast überall enttäuschte. Auch die Ausgaben der öffentlichen Hand trugen angesichts der vielerorts laufenden haushaltspolitischen Konsolidierungsmaßnahmen nur wenig zur Wirtschaftsleistung bei. Das insgesamt positive Wachstum des Jahres 2011 wurde allerdings durch die von der Eurozone ausgehenden konjunkturhemmenden Effekte gebremst.

Polen und die Slowakei wiesen 2011 das stärkste Wachstum in der Region Zentraleuropa aus. Während Polen erneut von einer robusten Inlandsnachfrage profitierte und ein solides Wachstum von 4,3 Prozent erreichte, konnte die Slowakei dank starker Exporte eine Zuwachsrate von 3,3 Prozent generieren. Aufgrund massiver Sparanstrengungen verlor das Wirtschaftswachstum in der Tschechischen Republik 2011 etwas an Dynamik und reduzierte sich auf 1,7 Prozent. In Slowenien belastete nicht zuletzt der schwache Bankensektor das Wachstum, das sich dadurch auf minus 0,2 Prozent belief. Die schwache Inlandsnachfrage in Ungarn konnte durch die starken Exporte kompensiert werden; dies resultierte in einem BIP-Wachstum von 1,7 Prozent.

Die südosteuropäischen Länder erzielten 2011 wieder ein BIP-Wachstum von 1,9 Prozent, nachdem sie 2010 mit minus 0,7 Prozent und 2009 mit minus 5,4 Prozent noch spürbar unter der Krise gelitten hatten. Die Regierungen konnten aufgrund empfindlicher Budgetrestriktionen allerdings kaum zur Ankurbelung der Wirtschaft beitragen. Auch wenn die Inlandsnachfrage weiterhin auf schwachem Niveau verharrte, trug sie dennoch zur Verringerung der Leistungsbilanzdefizite bei. Obwohl auch die Exporte sanken, stellten sie die wichtigste Antriebsfeder für die Rückkehr zum Wachstumspfad dar.

In der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) setzte sich die wirtschaftliche Erholung 2011 fort. Das russische Wirtschaftswachstum, das mit 4,3 Prozent auf Vorjahresniveau verblieb, resultierte vor allem aus den anhaltend hohen Preisen für Energieträger und andere Rohstoffe. In der Ukraine sorgten eine starke private Nachfrage, robuste Exporte und ein hervorragendes Ernteergebnis für ein Wirtschaftswachstum von 5,2 Prozent. In Belarus hingegen kam das Wirtschaftswachstum aufgrund der wirtschaftlichen Probleme des Landes in der zweiten Jahreshälfte 2011 beinahe zum Erliegen.

Insgesamt wird für 2012 eine Abschwächung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in CEE erwartet, zurückzuführen hauptsächlich auf die Verlangsamung der Wirtschaft in der Eurozone infolge der Staatsschuldenkrise. Dank des Wachstumsmotors Russland sollte sich die Region GUS dabei weiterhin am stärksten entwickeln. Da nicht von einer globalen Rezession auszugehen ist, dürften die Rohstoffpreise, insbesondere der Ölpreis, stabil bleiben und damit das auf Rohstoffexporten basierende Wirtschaftsmodell der Region stützen. Demgegenüber wird für Südosteuropa aufgrund der geografischen Nähe zu den stark unter Druck geratenen südeuropäischen Euroländern mit einem deutlichen Rückgang der Exporte gerechnet. In Zentraleuropa wird für Polen für 2012 ein positives Wirtschaftswachstum prognostiziert, das wie bereits in der Vergangenheit von einer weitgehend stabilen Inlandsnachfrage getragen sein wird. Die übrigen Volkswirtschaften Zentraleuropas leiden stärker unter der abnehmenden Auslandsnachfrage der Eurozone, durch die sie in der ersten Jahreshälfte 2012 erneut in eine Rezession geraten dürften. Erst für das zweite Halbjahr prognostizieren die Wirtschaftsforscher aufgrund einer erwarteten Verbesserung der Lage in der Eurozone positive Wachstumsimpulse für die gesamte CEE-Region.

Land 2010 2011e 2012f 2013f
CE Polen 3,9 4,3 2,8 3,7
Slowakei 4,0 3,3 0,8 2,5
Slowenien 1,4 - 0,2 0,0 1,5
Tschechische Republik 2,7 1,7 - 0,2 1,4
Ungarn 1,3 1,7 - 0,5 1,5
CE 3,2 3,1 1,4 2,7
SEE Albanien 3,9 2,0 2,5 3,5
Bosnien und Herzegowina 0,7 1,9 0,0 2,0
Bulgarien 0,4 1,7 1,0 2,5
Kroatien - 1,2 0,2 - 1,0 1,0
Kosovo 3,9 4,0 3,0 4,0
Rumänien - 1,6 2,5 0,5 2,5
Serbien 1,0 2,0 0,0 1,0
SEE - 0,7 1,9 0,3 2,1
GUS Belarus 7,6 5,3 3,0 3,0
Russland 4,3 4,3 3,7 4,0
Ukraine 4,2 5,2 3,5 4,0
GUS 4,4 4,4 3,7 4,0
CEE 3,5 3,7 2,6 3,4
Österreich 2,3 3,1 0,3 1,3
Deutschland 3,6 3,1 0,0 1,1
Eurozone 1,8 1,5 - 0,5 1,1

Entwicklung des realen BIP – Veränderung zum Vorjahr in Prozent

Positive Entwicklung in Österreich

Nach dem Einbruch der Wirtschaftsleistung im Jahr 2009 (reales BIP: minus 3,8 Prozent) entwickelte sich die österreichische Volkswirtschaft 2010 (reales BIP: plus 2,3 Prozent) und vor allem in der ersten Jahreshälfte 2011 deutlich positiv. Getrieben wurde die wirtschaftliche Expansion von einem hohen Zuwachs bei den Exporten und von einer Ausweitung der Investitionstätigkeit. In der zweiten Hälfte des Jahres 2011 schwächte sich die konjunkturelle Dynamik aber deutlich ab, im vierten Quartal kam es sogar zu einem leichten Rückgang des realen BIP auf Quartalsbasis. Das gute erste Halbjahr sorgte jedoch für ein kräftiges Wachstum auf Jahressicht (reales BIP: plus 3,1 Prozent). Die insgesamt gute Konjunkturentwicklung führte zu einem weiteren Rückgang der im Vergleich zur Eurozone ohnehin schon sehr niedrigen Arbeitslosenquote. Dagegen stieg die Inflation 2011 auf 3,5 Prozent deutlich an, bedingt durch den Anstieg der Rohölpreise in der ersten Jahreshälfte 2011 sowie staatliche Maßnahmen wie Steuererhöhungen. Der Höhepunkt der Teuerung wurde jedoch im September (harmonisierter Verbraucherpreisindex: plus 3,9 Prozent im Jahresvergleich) bereits überschritten.

Asien weiterhin Wachtumsmotor

Asien blieb auch 2011 die mit Abstand dynamischste Weltregion, wurde jedoch im zweiten Quartal merklich durch die Ereignisse in Japan gebremst. In China kurbelten Investitionen und eine Kreditausweitung die Binnennachfrage an, sodass das BIP nach 10,4 Prozent im Jahr 2010 im Jahr 2011 um 9,2 Prozent zulegte. Überhitzungserscheinungen führten allerdings zu einem raschen Anstieg der Inflationsraten, dem mit restriktiven geldpolitischen Maßnahmen begegnet wurde. Ebenso restriktiv ging die chinesische Regierung gegen die sich anbahnende Immobilienblase vor. Die seit der zweiten Jahreshälfte 2011 spürbare Abschwächung des Wirtschaftswachstums wird sich voraussichtlich im Jahr 2012 fortsetzen. Auch Indien hatte unter hohen Preissteigerungen zu leiden, die Inflationsrate lag hier im Jahresdurchschnitt 2011 bei über 9 Prozent. Dies führte im Zusammenspiel mit einem Rückgang der Nachfrage aus Europa zu einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums auf 6,1 Prozent im vierten Quartal 2011 nach 6,9 Prozent im dritten Quartal und 7,7 Prozent im zweiten Quartal 2011.

Staatsschuldenkrise belastet Finanzmärkte

Nachdem die europäische Staatsschuldenkrise schon 2010 belastend auf die Finanzmärkte gewirkt hatte, spitzte sich die Situation im Jahr 2011 weiter zu. Mit Portugal musste im April 2011 nach Griechenland und Irland das dritte Land der Eurozone auf Hilfe aus dem EFSF-/IWF-Schutzschirm zurückgreifen. Während Irland und Portugal die mit EU und IWF ausverhandelten Sanierungsprogramme 2011 großteils erfolgreich umsetzten, wurde im Jahresverlauf 2011 immer deutlicher, dass Griechenland bei der Konsolidierung des Staatshaushalts die vereinbarten Budgetziele weit verfehlen würde. Bald zeigte sich, dass ein weiteres "Rettungspaket" notwendig ist, um einen Zahlungsausfall zu verhindern. Im Juli beschlossen die EU-Finanzminister die Bereitstellung eines zweiten Hilfspakets für Griechenland, das neben zusätzlichen offiziellen Krediten auch einen "freiwilligen" Verzicht privater Anleihegläubiger auf 21 Prozent ihrer Forderungen vorsah.

Die Befürchtung, dass eine Beteiligung des Privatsektors eine Welle der Ansteckung auf Länder wie Spanien und Italien nach sich ziehen könnte, wurde bereits im August 2011 Realität. Insbesondere die Staatsanleihen Italiens, dem gemessen am BIP nach Griechenland am zweithöchsten verschuldeten Land der Eurozone, gerieten stark unter Druck. Auch das Einschreiten der EZB, die ihr Staatsanleihen-Ankaufprogramm Anfang August auf italienische und spanische Staatspapiere ausweitete, sorgte nur kurzfristig für Entspannung. Spätestens mit der Ansteckung Italiens und Spaniens hatte sich die Staatsschuldenkrise zu einer systemischen Krise mit erheblich negativen Auswirkungen auf den gesamten Finanzsektor und in weiterer Folge auf die Realwirtschaft entwickelt. Um die Negativspirale zu stoppen, einigten sich die Staats- und Regierungschefs der Eurozone Ende Oktober auf ein umfassendes Maßnahmenpaket. Die Pläne zur koordinierten Kapitalisierung des europäischen Bankensektors, zur Hebelung des EU-Schutzschirms (EFSF) und zur Ausweitung des im Rahmen des zweiten Griechenlandpakets eingeführten Forderungsverzichts des privaten Sektors vermochten den Abverkauf von Staatsanleihen europäischer Peripheriestaaten allerdings nur kurz zu unterbrechen. Für eine nachhaltigere Entspannung auf dem europäischen Rentenmarkt (mit Ausnahme von Griechenland und Portugal) sorgte gegen Jahresende 2011 die Entscheidung der EZB, die Liquiditätsversorgung der europäischen Banken über die Bereitstellung dreijähriger Refinanzierungsgeschäfte zu verbessern.

Globale Währungen

Die Staatsschuldenkrise in der Eurozone dominierte auch 2011 die Wechselkursentwicklung von Euro und US-Dollar, während die negativen Entwicklungen in den USA (z. B. Herabstufung der Bonität, Blockade bei Budgetreformen) nur eine untergeordnete Rolle spielten. Der Euro startete mit relativ niedrigen Kursen zum US-Dollar um 1,31 in das Jahr, erholte sich in den ersten Monaten – angesichts der Hoffnung auf Fortschritte in der Schuldenkrise – sukzessive und erreichte Anfang Mai sein Jahreshoch von EUR/USD 1,49. Mit der neuerlichen Eskalation der Schuldenkrise, insbesondere mit dem Übergreifen auf große Länder wie Italien und Spanien im Sommer, gab der Euro in der zweiten Jahreshälfte wieder spürbar nach und erreichte Ende Dezember mit EUR/USD 1,29 den Jahrestiefststand.

Im Sog der Euro-Schuldenkrise und des dadurch gestiegenen Sicherheitsbedürfnisses der Anleger setzte der Schweizer Franken seinen bereits seit Herbst 2007 anhaltenden Aufwertungstrend gegenüber dem Euro fort. Der starke Franken entwickelte sich dabei zunehmend zur Belastung für die Schweizer (Export-)Wirtschaft. Aus diesem Grund versuchte die Schweizerische Nationalbank (SNB) im August, der Aufwertung zunächst mit einer deutlichen Ausweitung der Frankenliquidität zu begegnen. Nachdem diese Versuche jedoch nicht fruchteten und die eidgenössische Währung kurzzeitig sogar nahe der Parität zum Euro notierte, entschied sich die SNB Anfang September zur Einführung einer Wechselkursuntergrenze von EUR/CHF 1,20. Bisher gelang es der SNB problemlos, diese Marke zu verteidigen.

CEE-Währungen

Nachdem sich die CEE-Währungen bis Mitte 2011 zunächst stabil gehalten hatten, verloren mit Verschärfung der Staatsschuldenkrise ab Mitte August vor allem die liquiden Währungen in Zentraleuropa (polnischer Zloty, ungarischer Forint und tschechische Krone) im Vergleich zum Euro deutlich an Wert. Die aufgrund der ungelösten Probleme in der Eurozone gestiegene Risikoaversion schwappte auf CEE über und sorgte wie bereits in der Finanzkrise für eine relativ undifferenzierte Behandlung der ganzen Region durch Investoren.

Der polnische Zloty ist seit Beginn der Staatschuldenkrise in der Eurozone einem besonderen Marktdruck ausgesetzt. Ursache dafür ist die sehr hohe Liquidität im polnischen Devisen- und Anleihenmarkt. Im Jahresverlauf 2011 führten Marktinterventionen seitens der polnischen Behörden allerdings zu einer zeitweisen Stabilisierung des Zloty. Auch die tschechische Krone gab seit August gegenüber dem Euro deutlich nach. Am stärksten betroffen war jedoch der ungarische Forint, der auch aufgrund von politischen Entscheidungen sowie einer Rating-Herabstufung erneut die Tiefstkurse zum Euro von 2009 erreichte. Während die Währungen der Länder in Zentraleuropa starken Schwankungen unterworfen waren, reflektierten die südosteuropäischen Währungen die Unsicherheiten und die gestiegene Risikoaversion nur zum Teil direkt. Indirekte Auswirkungen in Form geringerer Auslandsinvestitionen waren aber sehr wohl bemerkbar und führten vor allem im zweiten Halbjahr 2011 zu einer Abwertung der kroatischen Kuna, des rumänischen Leu und des serbischen Dinars. Diese Entwicklung wird sich voraussichtlich auch 2012 fortsetzen.

Entwicklung des Bankensektors

Weiteres Wachstum des Bankensektors in CEE

Die Verknappung und Verteuerung externer Finanzierungen für Banken und Staaten sowie die geringere Kreditnachfrage – beides Folgen der verschärften Kreditvergabepolitik der Banken – hatten 2009 für eine Stagnation des Kreditwachstums in CEE gesorgt (minus 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Das Jahr 2010 brachte eine Erholung, das Kreditwachstum in CEE betrug insgesamt wieder fast 14 Prozent, 2011 sollten auch wieder 14 Prozent Kreditzuwachs in Reichweite sein. Insgesamt waren die Kreditzuwachsraten in CEE in den Jahren 2010 und 2011 aber deutlich niedriger als in den Vorkrisenjahren 2004 bis 2008.

Der positive Trend von 2010 setzte sich v. a. im ersten Halbjahr 2011 fort, besonders bei Firmenkunden nahm die Kreditvergabe weiter leicht zu. Vor dem Hintergrund strengerer Kreditvergabestandards schwächte sich das Kreditwachstum in CEE im zweiten Halbjahr 2011 allerdings leicht ab. Auch 2012 dürfte diese Tendenz angesichts des herausfordernden regulatorischen und realwirtschaftlichen Umfelds vor allem im ersten Halbjahr anhalten. Aktuelle Prognosen gehen für 2012 von einem Kreditwachstum von 5 bis 10 Prozent in Zentraleuropa und der GUS sowie von einem Wachstum von 1 bis 3 Prozent in Südosteuropa aus.

Nach einem schwachen Zuwachs von 0,6 Prozent im Jahr 2009 legte die Bilanzsumme des Bankensektors (in Euro gerechnet) 2010 und 2011 um 13 Prozent bzw. 14 Prozent zu. Diese Wachstumsraten lagen allerdings ebenso wie das Kreditwachstum deutlich unter dem Vorkrisenniveau der Jahre 2004 bis 2008. Für die kommenden Jahre wird ein Wachstum der Bilanzsummen in der Gesamtregion CEE im niedrigen einstelligen Prozentbereich prognostiziert, wobei sich die einzelnen Länder sehr unterschiedlich entwickeln werden. So sollte in Russland auch in den kommenden Jahren ein Bilanzsummenwachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich möglich sein, in den Ländern Zentraleuropas (mit Ausnahme Ungarns) dürfte es sich im hohen einstelligen Prozentbereich bewegen. In vielen südosteuropäischen Ländern erscheint angesichts des herausfordernden Umfelds (hohe Relationen von Krediten zu Einlagen und hoher Kreditbestand in Relation zur Wirtschaftskraft, also geringe zukünftige Kreditnachfrage) nur ein Bilanzsummenwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich möglich.

Schwieriges Finanzierungsumfeld für Staaten und Banken

Im Jahr 2010 sowie im ersten Halbjahr 2011 verbesserte sich das Finanzierungsumfeld für Staaten in CEE deutlich. Damit waren sowohl Refinanzierungen als auch Neuemissionen von Staatsschuldentiteln auf dem jeweiligen lokalen wie auch dem globalen Anleihemarkt sichergestellt. Viele Staaten nutzten das günstige Umfeld zur Vorfinanzierung. Beim Renditeniveau lokaler Staatsanleihen war dabei über lange Zeit ein Seitwärtstrend zu beobachten, der einerseits auf die weiterhin expansive Geldpolitik in Westeuropa, andererseits auf abnehmende Risikoaufschläge zurückzuführen war. Gleichzeitig wurden die einzelnen CEE-Länder am Anleihemarkt sehr differenziert beurteilt. Risikoindikatoren wie Staatsverschuldung, Budgetdefizit und politische Unsicherheit fanden dabei ihren Niederschlag in den Anleihepreisen. Dieses Umfeld wird auch in Zukunft die reformfreudigen CEE-Länder begünstigen. Derzeit liegen die Risikoprämien für mehrere CEE-Länder unter jenen für einige Länder der Eurozone, wie etwa Italien, Portugal oder Spanien. Im zweiten Halbjahr 2011 verschlechterte sich das Finanzierungsumfeld für die Staaten und Banken in CEE allerdings wieder deutlich, sodass Unterstützungsmaßnahmen (unter Beteiligung des IWF) für einzelne CEE-Länder 2012 nicht auszuschließen sind.

Finanz- und Ergebnisentwicklung

Einleitung und Konsolidierungskreis

Der Konzernabschluss der RBI wird auf Basis der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt. Die RBI AG stellt außerdem einen Einzelabschluss nach österreichischem Unternehmensrecht (UGB) in Verbindung mit dem Bankwesengesetz (BWG) auf, der die formale Bemessungsgrundlage für die Dividendenausschüttung und die Steuerbemessung darstellt. Betreffend die nach UGB und BWG geforderten Angaben wird auf die entsprechenden Kapitel in diesem Lagebericht und im Anhang verwiesen.

Die RBI steht indirekt in mehrheitlichem Besitz der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB) und ist somit Teil des RZB-Konzerns. Der Anteil der RZB betrug zum Jahresende rund 78,5 Prozent, die restlichen Anteile befanden sich im Streubesitz. Zum 31. Dezember 2011 umfasste der Konsolidierungskreis der RBI insgesamt 135 Konzerneinheiten, darunter 21 Banken sowie eine Reihe von Finanzinstituten und banknahen Servicebetrieben. Hinsichtlich der Veränderung des Konsolidierungskreises wird auf die entsprechenden Kapitel im Anhang verwiesen.

Ergebnisentwicklung

Jahresüberschuss vor Steuern gestiegen

Das Ergebnis vor Steuern der RBI für 2011 stieg um 7 Prozent auf € 1.373 Millionen. Die einzelnen Ergebniskomponenten der Erfolgsrechnung haben sich dabei stark unterschiedlich entwickelt. Auch auf regionaler Ebene waren unterschiedliche Entwicklungen zu beobachten. Während viele CEE-Länder – insbesondere Russland (plus 63 Prozent auf € 434 Millionen), die Slowakei (plus 51 Prozent auf € 185 Millionen) sowie das Segment Group Corporates (plus 26 Prozent auf € 374 Millionen) – deutliche Ergebniszuwächse erzielten, wurde in Ungarn ein Verlust vor Steuern von € 375 Millionen ausgewiesen. Die Situation in Ungarn ergab sich teils durch Maßnahmen auf politischer Ebene (per Gesetz begünstigte vorzeitige Tilgung von Fremdwährungskrediten), teils durch einen weiteren Rückgang der Qualität des Kreditportfolios in den lokalen Konzerneinheiten.

Positiver Trend bei Kreditrisikovorsorgen

Die Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen gingen in den meisten Ländern mit Ausnahme Ungarns aufgrund des weiter verbesserten wirtschaftlichen Umfelds sowie aktiv gesteuerter Maßnahmen zur Stabilisierung des Kreditportfolios deutlich zurück, und zwar in Summe um 11 Prozent oder € 131 Millionen. Während in vielen Ländern deutlich geringere Vorsorgen gebildet werden mussten, kam es in Ungarn wegen der wirtschaftlichen und politischen Situation jedoch zu einem Anstieg der Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen um € 282 Millionen auf € 478 Millionen, die damit knapp die Hälfe der konzernweiten Kreditrisikovorsorgen ausmachten. Die Nettodotierungen zu Einzelwertberichtigungen lagen dabei in der RBI mit € 1.177 Millionen um 2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Bei den Portfolio-Wertberichtigungen kam es im Berichtsjahr aufgrund von Auflösungen in Russland, Ungarn, der Ukraine und der Slowakei netto zu Auflösungen von € 105 Millionen. Die Neubildungsquote auf Basis der durchschnittlichen Kreditrisikoaktiva sank um 28 Basispunkte auf 1,38 Prozent. Auch die NPL Ratio – der Anteil der notleidenden Kredite am Kreditportfolio – entwickelte sich positiv und sank erstmals seit Jahren um 0,3 Prozentpunkte auf 8,6 Prozent.

Bewertungsgewinne bei Derivaten und eigenen Verbindlichkeiten

Das Ergebnis aus Derivaten und designierten Verbindlichkeiten drehte im Jahresvergleich auf € 413 Millionen ins Plus. Zum einen stieg hier das Bewertungsergebnis von zu Steuerungszwecken eingegangenen derivativen Finanzinstrumenten speziell wegen der seit dem zweiten Quartal flacher werdenden Zinskurve um € 258 Millionen. Zum anderen werteten die zu Marktwerten bewerteten eigenen Verbindlichkeiten aus Emissionen wegen des stark erhöhten Credit Spreads der RBI als Folge der Entwicklungen auf den Kapitalmärkten ab, woraus ein Bewertungsgewinn von € 184 Millionen entstand.

Marktbedingte Bewertungsverluste bei Wertpapieren

Die durch die europäische Staatsschuldenkrise verstärkte Volatilität auf den Finanzmärkten spiegelte sich in den Bewertungsverlusten bei Wertpapieren und Beteiligungen und dem Rückgang des Ergebnisses aus Finanzinvestitionen um € 278 Millionen auf minus € 141 Millionen wider.

Konjunkturausblick erforderte Abschreibung von Firmenwerten

Aus den veränderten makroökonomischen Prognosen für die Ukraine und dem für die Bewertung relevanten erhöhten Diskontsatz resultierte bei der Raiffeisen Bank Aval eine teilweise Firmenwertabschreibung von € 183 Millionen. Damit verblieb Ende 2011 für diese Bank in der Bilanz ein Firmenwert von € 29 Millionen. Die geringen bilanziellen Firmenwerte für die Banken in Ungarn (€ 3 Millionen) und Slowenien (unter € 1 Million) wurden zur Gänze abgeschrieben. Der Gesamtbestand aller Firmenwerte lag zum Jahresende bei € 408 Millionen.

Leichter Anstieg der Betriebserträge

Die Betriebserträge nahmen ohne Berücksichtigung der Firmenwertabschreibungen um 1 Prozent oder € 72 Millionen auf € 5.475 Millionen zu. Der Zinsüberschuss stieg dabei um 3 Prozent und entsprach damit zwei Drittel der Betriebserträge. Leichten volumenbedingten Rückgängen stand hier eine um 10 Basispunkte verbesserte Nettozinsspanne von 2,61 Prozent gegenüber. Der Provisionsüberschuss blieb mit € 1.490 Millionen nahezu auf Vorjahresniveau, während das Handelsergebnis im Jahresvergleich um 11 Prozent zulegte. Dies ist überwiegend Bewertungsgewinnen aufgrund einer Änderung des Bewertungsmodells zur Anpassung an die geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen bei Kapitalgarantien zuzuschreiben. Gegenläufig wirkten die negativen Effekte aus der Anwendung der Rechnungslegung für Hochinflationsländer (Belarus), die im vierten Quartal 2011 erstmals vorzunehmen war. Das sonstige betriebliche Ergebnis lag mit minus € 45 Millionen (ohne Berücksichtigung der Firmenwertabschreibungen) um € 51 Millionen unter dem Vorjahresniveau. Dies ist im Wesentlichen auf die Einführung der österreichischen Bankenabgabe zurückzuführen, die für die RBI zusätzliche Aufwendungen von € 83 Millionen verursachte. Diese wurden als sonstige nicht ertragsabhängige Steuern im sonstigen betrieblichen Ergebnis dargestellt.

Moderater Zuwachs bei den Verwaltungsaufwendungen

Die Verwaltungsaufwendungen erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um knapp 5 Prozent oder € 141 Millionen auf € 3.120 Millionen. Die Cost/Income Ratio (ohne Berücksichtigung der Firmenwertabschreibungen) stieg dadurch um 1,8 Prozentpunkte auf 57,0 Prozent. Der Personalaufwand erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 6 Prozent oder € 87 Millionen. Dieser Anstieg wurde insbesondere durch marktbedingte Gehaltsanpassungen und Bonuszahlungen in einigen Märkten sowie durch gesetzliche Änderungen bei den Sozialabgaben in Russland und der Slowakei verursacht. Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter stieg – im Wesentlichen bedingt durch einen Personalzuwachs in der Ukraine, Russland und Rumänien – um 1 Prozent oder 833 Personen auf 60.021. Die höchsten Zugänge waren in der Tschechischen Republik, der Ukraine und Russland zu verzeichnen. Der Sachaufwand stieg im Vorjahresvergleich um 2 Prozent oder € 23 Millionen. Insbesondere traten hier Zuwächse beim Aufwand für Einlagensicherungen (plus 16 Prozent) und beim IT-Aufwand (plus 10 Prozent) ein. Die Anzahl der Geschäftsstellen verringerte sich im Berichtsjahr um 33 auf 2.928. Ausweitungen in der Tschechischen Republik (plus 17) standen Reduktionen in der Ukraine (minus 22), Serbien (minus 10) und Ungarn (minus 10) gegenüber.

Überproportionaler Anstieg der Steuern

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag lagen mit € 399 Millionen um € 289 Millionen über dem Vorjahreswert. Dies ist durch Sondereffekte bei den latenten Steuern im Berichtsjahr selbst sowie im Jahr 2010 erklärbar: 2011 konnten die Verluste in Ungarn steuerlich nicht vollständig durch Aktivierung entsprechender Verlustvorträge geltend gemacht werden, zudem sorgten Gewinne auf eigene Verbindlichkeiten für eine Erhöhung der latenten Steuern. Im Jahr 2010 war es hingegen zu steuerentlastenden Effekten gekommen, insbesondere durch latente Steuererträge aus der Aktivierung von steuerlichen Verlustvorträgen in Österreich (€ 120 Millionen), zusätzliche Entlastungen hatte eine Änderung der Steuergesetzgebung in der Ukraine gebracht (€ 26 Millionen). In Summe stieg die rechnerische Steuerquote dadurch von 8,6 Prozent auf 29,1 Prozent. Ohne die erwähnten Sondereffekte läge die rechnerische Steuerquote bei rund 20 Prozent.

Konzern-Jahresüberschuss bei knapp € 1 Milliarde

Das Ergebnis der nicht beherrschenden Anteile fiel stark unterproportional zum Ergebnis nach Steuern um 93 Prozent auf minus € 6 Millionen. Dieser Rückgang wurde in erster Linie durch die Verluste in Ungarn verursacht, an denen Minderheiten mit rund 30 Prozent beteiligt sind. Darüber hinaus entfielen die Ergebniszuwächse überwiegend auf Konzerneinheiten mit keinen oder nur geringen nicht beherrschenden Anteilen. Nach Abzug des Ergebnisses der nicht beherrschenden Anteile errechnet sich der auf die RBI entfallende Konzern-Jahresüberschuss mit € 968 Millionen und liegt damit um 11 Prozent oder € 120 Millionen unter dem Vorjahreswert.

Gewinn je Aktie beträgt € 3,95

Auf jede der 194,6 Millionen im Umlauf befindlichen Aktien entfiel 2011 ein Gewinn von € 3,95. Im Vorjahr lag dieser Wert bei € 4,56. Der Vorstand wird der Hauptversammlung im Juni 2012 vorschlagen, für das Geschäftsjahr 2011 wie für das Geschäftsjahr 2010 eine Dividende von € 1,05 je Aktie zur Auszahlung zu bringen. Dies ergäbe eine Gesamtauszahlung von € 205 Millionen.

ROE vor Steuern unverändert bei 13,7 Prozent

Der für die Performancemessung wichtige Return on Equity vor Steuern lag – in erster Linie dank der linearen Erhöhung seiner Berechnungskomponenten – im Jahresvergleich unverändert bei 13,7 Prozent. Neben dem Jahresüberschuss vor Steuern wuchs auch das der Berechnung zugrunde liegende durchschnittliche Eigenkapital um 7 Prozent auf € 10.032 Millionen. Für einen Zuwachs sorgten dabei die thesaurierten Gewinne, während Währungseffekte sowie Dividendenzahlungen dämpfend wirkten. Ohne die Firmenwertabschreibungen läge der ROE mit 15,6 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Konzern-ROE – bezogen auf das den Aktionären der RBI zurechenbare Kapital – fiel wegen der höheren Steuern um 2,1 Prozentpunkte auf 10,8 Prozent.

in € Millionen Entwicklung von Jahresüberschuss und Return on Equity

Durchschnittliches Eigenkapital Jahresüberschuss vor Steuern ROE vor Steuern

Eigenkapital wächst um 5 Prozent auf € 10,9 Milliarden

Das Eigenkapital inklusive des Kapitals der nicht beherrschenden Anteile erhöhte sich gegenüber dem Jahresbeginn um 5 Prozent oder € 532 Millionen auf € 10.936 Millionen. Einem Zuwachs durch das sonstige Ergebnis von € 811 Millionen sowie Einzahlungen von nicht beherrschenden Anteilen i. H. v. € 169 Millionen standen dabei Rückgänge durch Dividendenzahlungen für das Geschäftsjahr 2010 von insgesamt € 463 Millionen gegenüber. Davon entfielen € 204 Millionen auf Aktionäre der RBI, € 200 Millionen auf das Partizipationskapital sowie € 58 Millionen auf nicht beherrschende Anteile.

Das sonstige Ergebnis war neben dem Periodenüberschuss nach Steuern von € 974 Millionen durch Währungsdifferenzen und Capital Hedges aufgrund von Abwertungen in Russland, Belarus und Polen von insgesamt minus € 318 Millionen bestimmt. Das Ergebnis aus den zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten (AfS) ergab einen Bewertungsgewinn nach Steuern von € 113 Millionen. Durch die ergebniswirksame Ausbuchung des Bewertungsergebnisses aus dem Cash-Flow Hedging infolge der Beendigung dieser Absicherungsaktivitäten ergab sich ein Minus von € 36 Millionen (nach Berücksichtigung latenter Steuern). Durch die in Belarus notwendig gewordene Anwendung der Rechnungslegung für Hochinflationsländer erhöhte sich das sonstige Ergebnis um € 95 Millionen.

Kernkapitalquote auf 9,9 Prozent gestiegen

Die aufsichtsrechtlichen Eigenmittel stiegen gegenüber dem Vorjahr um 2 Prozent auf € 12.858 Millionen. Die beschriebenen Änderungen im Eigenkapital (mit Ausnahme des regulatorisch nicht relevanten Bewertungsergebnisses aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten) erhöhten das Kernkapital (Tier 1) um 2 Prozent auf € 9.434 Millionen. Dagegen blieben die ergänzenden Eigenmittel (Tier 2) konstant bei € 3.368 Millionen. Die kurzfristigen ergänzenden Eigenmittel (Tier 3) wuchsen durch abreifende Tier-2-Emissionen um 45 Prozent auf € 100 Millionen.

Die erforderlichen Eigenmittel blieben trotz der Einführung der CRD-III-Regelungen, die sich im Wesentlichen auf das Marktrisiko auswirkten und einen Zuwachs von € 324 Millionen verursachten, mit einem Anstieg um € 39 Millionen auf € 7.624 Millionen nahezu konstant. Einem Plus von 2 Prozent beim Kreditrisiko und von 66 Prozent beim Marktrisiko stand hier aufgrund einer Methodenänderung eine Verringerung des Eigenmittelerfordernisses für das Fremdwährungsrisiko um 65 Prozent gegenüber.

Die Kernkapitalquote bezogen auf das Gesamtrisiko stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 9,9 Prozent. Die Eigenmittelquote erhöhte sich um 0,2 Prozentpunkte auf 13,5 Prozent. Die Core Tier 1 Ratio (ohne Berücksichtigung des Hybridkapitals) verbesserte sich von 8,9 Prozent auf 9,0 Prozent.

Liquiditätsbedingter Anstieg der Bilanzsumme um 12 Prozent

Seit Jahresbeginn 2011 erhöhte sich die Bilanzsumme um 12 Prozent oder € 15,8 Milliarden auf € 147,0 Milliarden. Währungseffekte reduzierten die Bilanzsumme dabei um rund 1 Prozent. Aktivseitig ergaben sich Zuwächse durch höhere kurzfristige Bankforderungen, darunter z. T. Repo-Transaktionen, durch welche die Forderungen an Kreditinstitute um € 4,2 Milliarden anstiegen. Auch die Barreserve wuchs wegen höherer Einlagen bei den Zentralbanken um € 6,6 Milliarden. Die Forderungen an Kunden abzüglich der Kreditrisikovorsorgen wuchsen um € 5,6 Milliarden, überwiegend bedingt durch Kreditvergaben an Großkunden und Repo-Transaktionen mit Nichtbanken. Passivseitig ist der Zuwachs im Wesentlichen auf zwei Bilanzposten zurückzuführen: Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden erhöhten sich um € 9,1 Milliarden, was hauptsächlich auf institutionelle Kunden und Firmenkunden (€ 6,3 Milliarden) sowie auf Privatkunden (€ 3,3 Milliarden) zurückzuführen ist. Die Loan/Deposit Ratio (Deckung der Kundenkredite durch Kundeneinlagen) verbesserte sich gegenüber dem Jahresende 2010 um 9 Prozentpunkte auf 122 Prozent. Auch die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten stiegen durch einen Zufluss kurzfristiger Einlagen um € 4,3 Milliarden, während die verbrieften Verbindlichkeiten durch das Abreifen diverser Emissionen – insbesondere einer 2009 ausgegebenen staatsgarantierten Anleihe im Volumen von € 1,5 Milliarden – um € 2,2 Milliarden zurückgingen.

Posten der Erfolgsrechnung im Detail

Betriebsergebnis

in € Millionen 1.1.–31.12.2011 1.1.–31.12.2010 Veränderung
absolut
Veränderung
in %
Zinsüberschuss 3.667 3.578 89 2,5%
Provisionsüberschuss 1.490 1.491 - 1 - 0,1%
Handelsergebnis 363 328 35 10,7%
Sonstiges betriebliches Ergebnis1 - 45 6 - 51
Betriebserträge 5.475 5.403 72 1,3%
Personalaufwand - 1.540 - 1.453 - 87 6,0%
Sachaufwand - 1.209 - 1.187 - 23 1,9%
Abschreibungen - 372 - 340 - 31 9,2%
Verwaltungsaufwendungen - 3.120 - 2.980 - 141 4,7%
Betriebsergebnis 2.355 2.424 - 69 - 2,8%

1 Exkl. Abschreibungen auf Firmenwerte

Zinsüberschuss

Der Zinsüberschuss der RBI verbesserte sich 2011 um 3 Prozent oder € 89 Millionen auf € 3.667 Millionen. Der Anteil des Zinsüberschusses an den Betriebserträgen lag damit bei 67 Prozent. Die Zinsspanne (gerechnet auf die durchschnittliche Bilanzsumme) verbesserte sich um 10 Basispunkte auf 2,61 Prozent. Die durchschnittliche Bilanzsumme sank um 1 Prozent.

Der Zinsüberschuss wurde im Berichtsjahr von den unterschiedlichsten Komponenten beeinflusst. Einerseits verbesserte sich das Kundengeschäft v. a. in Russland, Rumänien, Österreich und der Slowakei maßgeblich, und auch eine günstigere Refinanzierung unterstützte das Zinsergebnis. Das Zinsergebnis aus Wertpapieren wiederum profitierte von höheren Zinsen für Staatspapiere, die in der Ukraine und in Polen zur Veranlagung von Überliquidität gekauft wurden.

Andererseits sank das Ergebnis in Ungarn wegen des schwierigen Kreditumfelds und gesunkener Kundenvolumina um € 42 Millionen. Ebenso verschlechterte sich das Ergebnis in Belarus um € 18 Millionen, hervorgerufen durch die Anwendung des Stichtagskurses für Positionen der Erfolgsrechnung im Zuge der Anwendung des IAS 29 (Rechnungslegung für Hochinflationsländer).

Am stärksten stieg die Zinsmarge mit einem Plus von 34 Basispunkten auf 1,97 Prozent aufgrund verbesserter Margen im Neugeschäft im Segment Group Corporates. In Russland erhöhte sich die Nettozinsspanne dank des gestiegenen Neugeschäftsvolumens und einer verbesserten Refinanzierung um 33 Basispunkte auf 4,47 Prozent. Im Segment Group Markets erhöhte sich die Nettozinsspanne um

Entwicklung der Zinsmarge

14 Basispunkte auf 0,85 Prozent, im Segment Südosteuropa um 17 Basispunkte auf 4,07 Prozent. Großteils waren dafür eine bessere Refinanzierung bzw. günstigere Zinsen auf Kundeneinlagen aufgrund der Überliquidität in den meisten südosteuropäischen Ländern maßgeblich. Die Nettozinsspanne in GUS Sonstige verringerte sich v. a. aufgrund des gesunkenen Zinsergebnisses in Belarus um 9 Basispunkte auf 6,10 Prozent. Im Segment Zentraleuropa sank die Zinsmarge wegen des schwierigen Marktumfelds und der daraus resultierenden geringeren Kundenvolumina um 13 Basispunkte auf 3,16 Prozent.

Provisionsüberschuss

Der Provisionsüberschuss blieb im Jahresvergleich stabil bei € 1.490 Millionen und war damit für 27 Prozent der Betriebserträge verantwortlich. Während hier das Ergebnis aus dem Zahlungsverkehr um € 12 Millionen und jenes aus den sonstigen Bankdienstleistungen um € 11 Millionen stieg, wurde im Wertpapiergeschäft ein Rückgang von € 16 Millionen verzeichnet. Auch das Ergebnis aus dem Verkauf von Eigen- und Fremdprodukten blieb um € 6 Millionen unter dem Vorjahreswert.

Das Ergebnis aus dem Zahlungsverkehr wuchs um € 12 Millionen auf € 611 Millionen und hatte mit 41 Prozent den größten Anteil am Provisionsüberschuss. Gestützt wurde es durch die verbesserte Wirtschaftslage und die daraus resultierenden gestiegenen Transaktionsvolumina. Mit € 103 Millionen lieferte dabei die Ukraine den größten Beitrag, in der Tschechischen Republik wurde aufgrund der optimierten Preispolitik ein Anstieg von € 13 Millionen verzeichnet.

Entwicklung der Betriebserträge

6.000 5.000 4.000 3.000 2.000 1.000 0 2008 2009 pro forma 2011 2009 2010 in € Millionen 4.880 4.326 5.167 5.403 5.4751 Raiffeisen International RBI Zinsüberschuss Provisionsüberschuss Handelsergebnis Sonstiges betriebliches Ergebnis 66% 68% 64% 66% 31% 28% 27% 28% 3% 4% 8% 1% 6% 67% 27% 7% -1% 1 Exkl. Abschreibungen auf Firmenwerte

Das Ergebnis aus dem Kredit- und Garantiegeschäft

blieb mit € 280 Millionen auf dem Niveau des Vorjahres, die größten Beiträge stammten hier mit € 60 Millionen aus Russland und mit € 47 Millionen aus Rumänien. Während in Russland ein Zuwachs von € 26 Millionen erwirtschaftet werden konnte, musste in Rumänien durch schlechtere Margen und niedrigere Volumina ein Rückgang von € 25 Millionen verbucht werden.

Das Ergebnis aus dem Wertpapiergeschäft sank um € 16 Millionen auf € 119 Millionen, zum Teil zurückzuführen auf die Entwicklung im Segment Group Markets.

Das Ergebnis aus dem Devisen-, Valuten- und Edelmetallgeschäft lag mit € 330 Millionen auf Höhe des Vorjahresergebnisses. Den größten Anteil erwirtschafteten hier Russland, Polen, die Tschechische Republik und Rumänien. Die größten Ergebniszuwächse brachten gestiegene Volumina in Russland und der Tschechischen Republik.

Das Ergebnis aus der Verwaltung von Investment- und Pensionsfonds blieb mit € 27 Millionen unverändert zum Vorjahr und wurde vorwiegend in der Slowakei und in Kroatien erwirtschaftet.

Handelsergebnis

Das Handelsergebnis der RBI verbesserte sich um 11 Prozent oder € 35 Millionen auf € 363 Millionen. Es setzt sich aus dem Ergebnis aus dem zinsbezogenen Geschäft (Rückgang um € 40 Millionen), dem Ergebnis aus dem währungsbezogenen Geschäft (Rückgang um € 14 Millionen), dem Ergebnis aus dem Aktien- und indexbezogenen Geschäft (Rückgang um € 5 Millionen), dem Kreditderivatgeschäft (Zuwachs von € 3 Millionen) und dem sonstigen Geschäft (Zuwachs von € 92 Millionen) zusammen.

Das Ergebnis aus dem zinsbezogenen Geschäft ging um 19 Prozent oder € 40 Millionen auf € 171 Millionen zurück. Insbesondere in Russland lag hier das Ergebnis um € 15 Millionen unter dem Vergleichswert des Vorjahres, der durch Wertaufholungen bei Zinsprodukten allerdings überdurchschnittlich hoch gewesen war. Auch in Kroatien sank das Ergebnis aufgrund von Bewertungsverlusten von Staatspapieren, die aufgrund der europäischen Schuldenkrise stark unter Druck gerieten. Ebenfalls einen Rückgang zeigte aufgrund der Verflachung der Zinskurve in den Segmenten Group Markets und Group Corporates das Bewertungsergebnis aus Zinsswaps.

Das Ergebnis aus dem währungsbezogenen Geschäft ging um 11 Prozent oder € 14 Millionen auf € 107 Millionen zurück. Dabei beeinflusste die Anwendung des IAS 29 im Zusammenhang mit der Hochinflation in Belarus das Ergebnis mit € 84 Millionen negativ. Diesem Effekt stand allerdings ein Bewertungsgewinn von € 44 Millionen aus einer zur teilweisen Absicherung des Eigenkapitals bestehenden strategischen Währungsposition gegenüber, der durch die starke Abwertung des belarussischen Rubels entstand. Das Ergebnis in Russland wiederum verschlechterte sich aufgrund von Bewertungsverlusten aus Devisentransaktionen. In Zentraleuropa stieg das Ergebnis aus dem währungsbezogenen Geschäft aufgrund von Bewertungsgewinnen aus Währungsswap-, Devisentermin- und Spotgeschäften in Polen, Ungarn und der Tschechischen Republik. In Österreich verbesserte sich das Ergebnis hauptsächlich aufgrund von Bewertungsgewinnen aus Devisenterminkontrakten sowie aus dem Banknoten- und Münzenhandel, der von € 17 Millionen auf € 25 Millionen zunahm.

Das Ergebnis aus dem sonstigen Geschäft beruht insbesondere auf gegebenen Kapitalgarantien. Hier wurde die Bewertungsmethodik an die geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen angepasst. Aus dieser Umstellung ergab sich ein Ergebnis in Höhe von € 81 Millionen.

Sonstiges betriebliches Ergebnis

Das sonstige betriebliche Ergebnis ohne Berücksichtigung der Firmenwertabschreibungen reduzierte sich von € 6 Millionen im Jahr 2010 auf minus € 45 Millionen. Hauptgrund dafür war die 2011 erstmals erhobene Bankenabgabe in Österreich im Ausmaß von € 83 Millionen. Im Zusammenhang mit dem "Home Protection Plan" in Ungarn konnten Verluste aus der Restrukturierung von überfälligen Krediten gegen die Bankenabgabe aufgerechnet werden, wodurch sie im Berichtsjahr um € 31 Millionen auf insgesamt € 10 Millionen reduziert werden konnte.

Das Ergebnis aus Investment Property inklusive Operating Leasing (das sind nicht betrieblich genutzte Immobilien) stieg im Vorjahresvergleich um € 8 Millionen, vorwiegend aufgrund neuer Leasingverträge in Kroatien und den Umsätzen einer neuen Konzerneinheit in Russland. Das Ergebnis aus der Dotierung und Auflösung sonstiger Rückstellungen ging um € 16 Millionen auf minus € 12 Millionen zurück. Hintergrund dafür war der im Jahr 2010 erhöhte Rückstellungsbedarf für offene Rechtsfälle in Russland und der Slowakei.

Sowohl das Ergebnis aus bankfremden Tätigkeiten als auch das Ergebnis aus der Vermittlung von Dienstleistungen war im Berichtsjahr leicht rückläufig.

Verwaltungsaufwendungen

Die Verwaltungsaufwendungen stiegen um 5 Prozent oder € 141 Millionen auf € 3.120 Millionen. Die Cost/Income Ratio betrug 57,0 Prozent (2010: 55,1 Prozent).

Personalaufwand

Der Personalaufwand – mit einem Anteil von 49 Prozent die größte Position unter den Verwaltungsaufwendungen – stieg im Vorjahresvergleich um 6 Prozent oder € 87 Millionen auf € 1.540 Millionen.

Dieser Anstieg wurde insbesondere durch marktbedingte Gehaltsanpassungen und Bonuszahlungen in einigen Märkten sowie durch gesetzliche Änderungen bei den Sozialabgaben in Russland und der Slowakei verursacht. Gleichzeitig führte die gestiegene durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter zu einem höheren Personalaufwand in der Tschechischen Republik (v. a. durch den Ausbau des

Entwicklung der Cost/Income Ratio

in € Millionen

Betriebserträge Verwaltungsaufwendungen Cost/Income Ratio

1 Exkl. Abschreibungen auf Firmenwerte

Filialnetzes), der Ukraine, Russland, Polen und der Slowakei. Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter des Konzerns (ausgedrückt in Vollzeitäquivalenten) stieg um 1 Prozent oder 833 Personen auf 60.021 Mitarbeiter. Die größten Zuwächse verzeichneten die Tschechische Republik (plus 349), die Ukraine (plus 189), Russland (plus 137), Polen (plus 87) und die Slowakei (plus 75).

Sachaufwand

Der Sachaufwand erhöhte sich um 2 Prozent oder € 23 Millionen auf € 1.209 Millionen. Anstiege verzeichneten hier der IT-Aufwand (plus 10 Prozent), die Einlagensicherung (plus 16 Prozent), der Sicherheitsaufwand (plus 11 Prozent) und der Werbe- und Repräsentationsaufwand (plus 3 Prozent). Dagegen sanken der sonstige Aufwand (minus 14 Prozent), der Büroaufwand (minus 3 Prozent) und der Kommunikationsaufwand (minus 2 Prozent).

Der Anstieg des IT-Aufwands begründet sich vorwiegend durch neue Projekte und Software-Serviceverträge in Russland, Rumänien, Polen und der Slowakei. In der Tschechischen Republik kam es bedingt durch neue Vorgaben bei der Berechnung zu einem Anstieg des Einlagensicherungsaufwands. Der Werbe- und Repräsentationsaufwand stieg im Wesentlichen aufgrund verstärkter Marketingmaßnahmen in der Slowakei und der Tschechischen Republik. Der Anstieg des Sicherheitsaufwands stand im Zusammenhang mit der Erhöhung des Geschäftsvolumens im Handel mit Edelmetallen.

Die Anzahl der Geschäftsstellen ging um 33 auf 2.928 zum Jahresende zurück. Die größten Rückgänge wurden hier in der Ukraine mit minus 22 und in Serbien mit minus 10 Geschäftsstellen verzeichnet, während es in der Tschechischen Republik zu einem Anstieg um 17 und in Rumänien zu einer Erweiterung um 8 Geschäftsstellen kam.

Aufwendungen für Abschreibungen

Die Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte stiegen im Vergleich zum Vorjahr um € 31 Millionen auf € 372 Millionen (2010: € 340 Millionen). Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte verzeichneten dabei mit einem Plus von € 15 Millionen auf € 143 Millionen den größten Anstieg. Dies war einerseits auf die Implementierung neuer Software und auf eine Verkürzung der Nutzungsdauer der zu ersetzenden Systeme zurückzuführen. Andererseits verursachten neue Software-Projekte in der Ukraine, Rumänien, Russland und Österreich zusätzliche Abschreibungen. Die Abschreibungen auf Sachanlagen stiegen um € 14 Millionen auf € 194 Millionen. Der Hauptgrund für den Anstieg lag in der Wertminderung eines Gebäudes in Russland um € 11 Millionen.

Im Berichtszeitraum wurden konzernweit € 580 Millionen investiert. Davon flossen 49 Prozent (€ 288 Millionen) in eigene Sachanlagen. Auf Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, die zum überwiegenden Teil Software-Systeme betrafen, entfielen 35 Prozent. Der Rest wurde in Vermögenswerte des operativen Leasinggeschäfts investiert.

Veränderung Veränderung
in € Millionen 1.1.–31.12.2011 1.1.–31.12.2010 absolut in %
Betriebsergebnis 2.355 2.424 - 69 - 2,8%
Nettodotierungen zu
Kreditrisikovorsorgen
- 1.064 - 1.194 131 - 10,9%
Übrige Ergebnisse1 82 58 24 41,7%
Jahresüberschuss vor Steuern 1.373 1.287 86 6,7%
Steuern vom Einkommen und Ertrag - 399 - 110 - 289 262,4%
Jahresüberschuss nach Steuern 974 1.177 - 203 - 17,2%
Ergebnis der nicht
beherrschenden Anteile
- 6 - 90 83 - 92,8%
Konzern-Jahresüberschuss 968 1.087 - 120 - 11,0%

Konzern-Jahresüberschuss

1 Inkl. Abschreibung auf Firmenwerte

Kreditrisikovorsorgen

Die wirtschaftliche Erholung in den meisten Märkten der RBI führte im Berichtsjahr zu einer Verbesserung der Bonität der Kreditnehmer und dadurch zu einer geringeren Zunahme der notleidenden Kredite. Deshalb fielen 2011 niedrigere Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen (Saldo aus Zuführungen und Auflösungen von Vorsorgen für das Kreditgeschäft sowie Direktabschreibungen und Erträgen in Form von Eingängen auf abgeschriebene Forderungen) an. Zusätzlich hatte die RBI bereits während der Finanz- und Wirtschaftskrise aktiv Maßnahmen zur Stabilisierung und Qualitätsverbesserung ihres Kreditportfolios eingeleitet, so etwa durch die gezielte Restrukturierung von Krediten. Insgesamt sanken die Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen 2011 um 11 Prozent oder € 131 Millionen auf € 1.064 Millionen. In diesem Posten waren auch Erlöse aus dem Verkauf von wertberichtigten Krediten in Höhe von € 8 Millionen enthalten. Während aufgrund des verbesserten Konjunkturumfelds in den meisten Märkten ein deutlicher Rückgang der Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen zu verzeichnen war, stieg der Vorsorgebedarf in Ungarn um 144 Prozent auf € 478 Millionen. Deutliche Verbesserungen ergaben sich in den Segmenten Russland (minus € 119 Millionen), GUS Sonstige (minus € 86 Millionen) und Südosteuropa (minus € 77 Millionen). Der Rückgang der Kreditrisikovorsorgen war dabei v. a. eine Folge des verbesserten Umfelds für Firmenkunden: Im Geschäftsbereich Corporate Customers sanken die Nettodotierungen um 17 Prozent auf € 470 Millionen, während sie bei Retail-Kunden insbesondere infolge der Rahmenbedingungen in Ungarn mit € 600 Millionen fast exakt auf Vorjahresniveau blieben.

Für die deutliche Verschlechterung gegenüber dem Vorjahr in Ungarn waren das Marktumfeld sowie die geänderte rechtliche Situation bei Fremdwährungskrediten für Retail-Kunden verantwortlich, infolge derer hohe Kreditrisikovorsorgen gebildet werden mussten. Insgesamt stieg die Nettodotierung dadurch um € 282 Millionen auf € 478 Millionen. Darin sind € 109 Millionen an Vorsorgen für den so genannten "Home Protection Plan" enthalten, der in Form eines vom ungarischen Parlament beschlossenen Gesetzes die Möglichkeit der vorzeitigen Rückführung von Fremdwährungskrediten zu begünstigten Wechselkursen (zulasten der Banken) eröffnet. Der Wert der dafür gebildeten Vorsorgen entspricht einer erwarteten Rückzahlungsquote von rund 29 Prozent der in Frage kommenden Fremdwährungskredite.

Die Nettodotierungen zu Einzelwertberichtigungen sanken im Vergleich zum Vorjahr um 2 Prozent oder € 19 Millionen auf € 1.177 Millionen. Dagegen wurden Portfolio-Wertberichtigungen i. H. v. € 105 Millionen aufgelöst. Zu dieser Entspannung trugen verbesserte Ausfallraten in Russland und der Slowakei und geringere Ausfallraten bei Firmen- und Privatkunden in der Ukraine bei.

Die Neubildungsquote – das Verhältnis der Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen zu den durchschnittlichen Kreditrisikoaktiva – betrug 1,38 Prozent und hat sich damit um 28 Basispunkte verbessert. Die Ausfallquote, also das Verhältnis ausgebuchter Kredite zum gesamten Kreditvolumen, belief sich auf 0,38 Prozent (2010: 0,41 Prozent).

Der Stand der notleidenden Kredite stieg unter Berücksichtigung der Währungseffekte um € 266 Millionen auf € 7.056 Millionen. Die größten Zuwächse verzeichneten hier Ungarn und Bulgarien. Die NPL Ratio, das Verhältnis der notleidenden Kredite zu den gesamten Forderungen an Kunden, verbesserte sich um 0,3 Prozentpunkte auf 8,6 Prozent. Den notleidenden Krediten standen Wertberichtigungen in Höhe von € 4.826 Millionen gegenüber. Dies ergibt eine Deckungsquote von 68,4 Prozent, die sich damit gegenüber dem Jahresende 2010 um 2,1 Prozentpunkte verbesserte.

Übrige Ergebnisse

Ergebnis aus Derivaten und designierten Verbindlichkeiten

Das Ergebnis aus Derivaten und designierten Verbindlichkeiten verbesserte sich um € 497 Millionen auf € 413 Millionen. Es setzte sich aus den Ergebnissen aus dem Hedge Accounting (Zuwachs von € 4 Millionen), Kreditderivaten (Zuwachs von € 29 Millionen), sonstigen Derivaten (Zuwachs von € 258 Millionen) und erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Verbindlichkeiten (Zuwachs von € 206 Millionen) zusammen.

Das Ergebnis aus sonstigen Derivaten, das großteils aus fixen Zinsswaps der Konzernzentrale bestand, verbesserte sich um € 258 Millionen auf € 194 Millionen. Das seit dem ersten Quartal 2011 anhaltende Absinken der langfristigen Euro-Zinskurve wirkte sich positiv auf das Bewertungsergebnis der genannten Produkte aus.

Auch die seit 2007 erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Verbindlichkeiten (Fair Value Option) trugen zum Anstieg des Ergebnisses aus derivativen Finanzinstrumenten bei. Dieses aus Emissionen der RBI zusammengesetzte Portfolio brachte im Berichtsjahr aufgrund der gestiegenen Credit Spreads Bewertungsgewinne in Höhe von € 249 Millionen. Zusammen mit der Zinskomponente ergab sich ein Plus von € 184 Millionen, nach minus € 22 Millionen im Vorjahr.

Diese Bewertungsgewinne haben keine Auswirkungen auf die regulatorischen Eigenmittel und sind damit auch nicht relevant für die Berechnung der zu erfüllenden regulatorischen Eigenmittelquoten (EBA).

Ergebnis aus Finanzinvestitionen

Die internationalen Kapitalmärkte waren im Berichtsjahr stark von der europäischen Schuldenkrise geprägt. Dies führte zu einer entsprechend volatilen Entwicklung der Marktwerte von Wertpapieren. Das Ergebnis aus Finanzinvestitionen sank vor diesem Hintergrund um € 278 Millionen auf minus € 141 Millionen.

Das Ergebnis aus erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Wertpapieren, das sich aus Bewertungs- und Veräußerungsergebnissen zusammensetzt, reduzierte sich im Berichtsjahr von € 120 Millionen auf minus € 135 Millionen. Dazu trugen Aktienbewertungsverluste in Österreich, Wertrückgänge bei Kommunalanleihen in Ungarn und von festverzinslichen Wertpapieren in der Ukraine bei.

Das Ergebnis aus Unternehmensanteilen sank im Vergleich zur Vorjahresperiode um € 109 Millionen. Der Grund dafür lag großteils in der Umwandlung eines in Österreich gebuchten bulgarischen Kredits in eine Beteiligung, die dann abgeschrieben wurde. Aufgrund der gleichzeitigen Auflösung der entsprechenden Kreditrisikovorsorge wirkte sich dies jedoch nicht auf den Jahresüberschuss aus.

Aufgrund eines Veräußerungsgewinns bei Staatsanleihen in Höhe von € 94 Millionen entwickelte sich das Ergebnis aus bis zur Endfälligkeit zu haltenden Wertpapieren positiv. Dieser Verkauf stand im Zusammenhang mit der von der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) geforderten erhöhten regulatorischen Eigenmittelausstattung.

Firmenwertabschreibungen

Das übrige Ergebnis wurde stark durch Firmenwertabschreibungen in Höhe von € 187 Millionen in der Ukraine, Ungarn und Slowenien beeinflusst: Aus den veränderten makroökonomischen Prognosen für die Ukraine und der Erhöhung des für die Bewertung relevanten Diskontsatzes resultierte eine teilweise Firmenwertabschreibung der Raiffeisen Bank Aval um € 183 Millionen. Damit verbleibt für die Bank in der Bilanz ein Firmenwert von € 29 Millionen. Die geringen bilanziellen Firmenwerte für die Banken in Ungarn (€ 3 Millionen) und Slowenien (unter € 1 Million) wurden zur Gänze abgeschrieben. Der Gesamtbestand aller Firmenwerte lag zum Jahresende bei € 408 Millionen.

Ergebnis aus Endkonsolidierungen

Im Berichtsjahr betrug das Ergebnis aus Endkonsolidierungen minus € 3 Millionen. Insgesamt schieden fünf Tochterunternehmen aus dem Konsolidierungskreis aus, vier davon aufgrund Unterschreitens der Wesentlichkeitsgrenze. Ein Tochterunternehmen wurde infolge Stilllegung endkonsolidiert. Die Gesellschaften sind überwiegend im Leasing-, Investment- und Finanzdienstleistungsbereich tätig.

Steuern vom Einkommen und Ertrag

Der Steueraufwand belief sich im Berichtsjahr auf € 399 Millionen nach € 110 Millionen im Jahr 2010.

Diese Erhöhung liegt v. a. im latenten Steueraufwand begründet, der im Geschäftsjahr 2011 € 59 Millionen betrug. Im Vorjahr war noch ein latenter Steuerertrag von € 247 Millionen verbucht worden. Hauptverantwortlich für diese Veränderung waren die Bewertungsergebnisse aus Derivaten und zum beizulegenden Zeitwert bewerteten eigenen Verbindlichkeiten in Österreich. Darüber hinaus konnten die Verluste in Ungarn steuerlich nicht vollständig durch Aktivierung entsprechender Verlustvorträge geltend gemacht werden. Im Jahr 2010 war es hingegen zu steuerentlastenden Effekten gekommen, insbesondere durch latente Steuererträge aus der Aktivierung von steuerlichen Verlustvorträgen in Österreich (€ 120 Millionen) sowie eine geänderte Steuergesetzgebung in der Ukraine (€ 26 Millionen).

Der laufende Steueraufwand sank aufgrund geringerer Steueraufwendungen in Österreich im Berichtsjahr auf € 341 Millionen (2010: € 357 Millionen).

In Summe stieg die rechnerische Steuerquote von 8,6 Prozent auf 29,1 Prozent. Ohne die Sondereffekte läge die rechnerische Steuerquote bei rund 20 Prozent.

Das Ergebnis im Quartalsvergleich

Betriebsergebnis

in € Millionen Q4/2011 Q3/2011 Veränderung
absolut
Veränderung
in %
Zinsüberschuss 943 943 1 0,1%
Provisionsüberschuss 365 388 - 22 - 5,7%
Handelsergebnis 70 37 34 91,1%
Sonstiges betriebliches Ergebnis1 - 3 - 15 13 - 81,1%
Betriebserträge 1.376 1.352 25 1,8%
Personalaufwand - 399 - 385 - 14 3,7%
Sachaufwand - 325 - 298 - 27 9,2%
Abschreibungen - 110 - 90 - 20 22,1%
Verwaltungsaufwendungen - 834 - 772 - 61 7,9%
Betriebsergebnis 542 579 - 37 - 6,3%

1 Exkl. Abschreibungen auf Firmenwerte

Zinsüberschuss

Der Zinsüberschuss blieb im vierten Quartal 2011 mit € 943 Millionen im Quartalsvergleich nahezu unverändert. Die Zinsspanne (gerechnet auf die durchschnittliche Bilanzsumme) sank jedoch um 8 Basispunkte auf 2,56 Prozent. Die durchschnittliche Bilanzsumme erhöhte sich um 3 Prozent.

Nach Segmenten betrachtet verzeichnete Zentraleuropa mit einer Reduktion der Zinsspanne um 25 Basispunkte auf 2,89 Prozent den größten Rückgang. Dafür war hauptsächlich das wirtschaftlich schwierige Umfeld in Ungarn verantwortlich. In Südosteuropa sank die Zinsmarge um 12 Basispunkte auf 4,04 Prozent. Auch in GUS Sonstige fiel die Zinsmarge von 6,79 Prozent auf 5,91 Prozent. Hauptauslöser dafür war die Hochinflation in Belarus, während in Russland der Zinsüberschuss aufgrund der deutlichen Zunahme des Firmenkundenportfolios zunahm.

Im Segment Group Corporates verbesserte sich die Zinsmarge aufgrund der Ausweitung der Geschäftsaktivitäten um 8 Basispunkte auf 2,16 Prozent. Im Segment Group Markets war aufgrund des Verkaufs von Teilen des bis zur Endfälligkeit zu haltenden Wertpapierbestands ein Rückgang um 7 Basispunkte auf 0,86 Prozent zu verzeichnen.

Provisionsüberschuss

Der Provisionsüberschuss sank im vierten Quartal um € 22 Millionen auf € 365 Millionen. Dies resultierte vorwiegend aus den niedrigeren Ergebnissen aus dem Kredit- und Garantiegeschäft und geringeren Erträgen im Wertpapiergeschäft.

Handelsergebnis

Das Handelsergebnis stieg im Quartalsvergleich um 91 Prozent oder € 34 Millionen auf € 70 Millionen. Das Ergebnis aus dem sonstigen Geschäft erhöhte sich dabei aufgrund der erwähnten Änderung des Bewertungsmodells der gegebenen Kapitalgarantien und Wertaufholungen um € 117 Millionen. Gleichzeitig drehte das Ergebnis aus dem aktienbasierten Geschäft von minus € 19 Millionen auf plus € 8 Millionen. Verantwortlich dafür waren Wertaufholungen infolge der günstigeren Entwicklung von EURO STOXX und ATX im vierten Quartal 2011.

Rückläufig entwickelte sich das Ergebnis aus dem währungsbezogenen Geschäft, das von € 29 Millionen im dritten Quartal 2011 auf minus € 55 Millionen fiel. Dazu trug vor allem das infolge der Anwendung des IAS 29 (Rechnungslegung für Hochinflation) rückläufige Ergebnis in Belarus bei. Dem standen Bewertungsgewinne aus einer strategischen Währungsposition positiv gegenüber.

Das Ergebnis aus dem Kreditderivatgeschäft verringerte sich im Quartalsvergleich um € 13 Millionen.

Das Ergebnis aus dem sonstigen Geschäft beruht ausschließlich auf gegebenen Kapitalgarantien der Konzernzentrale. Hier wurde die Bewertungsmethodik an die geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen angepasst. Aus dieser Umstellung ergab sich ein Ergebnis von € 81 Millionen.

Sonstiges betriebliches Ergebnis

Das sonstige betriebliche Ergebnis ohne Berücksichtigung der Firmenwertabschreibungen betrug im vierten Quartal minus € 3 Millionen, im dritten Quartal hatte es bei minus € 15 Millionen gelegen. Einen positiven Effekt leisteten im vierten Quartal die sonstigen Steuern durch die Reduktion der Bankenabgabe in Ungarn. Im Zusammenhang mit dem "Home Protection Plan" konnten Verluste aus der Tilgung von überfälligen Krediten mit der Bankenabgabe aufgerechnet werden. Die Aufwendungen aus der Bildung von Rückstellungen waren im vierten Quartal mit € 11 Millionen höher als in den Vorquartalen. Das Ergebnis aus bankfremden Tätigkeiten leistete im vierten Quartal durch geringere Leistungsverrechnungen keinen Beitrag zum sonstigen betrieblichen Ergebnis, während im dritten Quartal noch ein Ertrag von € 8 Millionen erzielt worden war.

Verwaltungsaufwendungen

Die Verwaltungsaufwendungen lagen im vierten Quartal mit € 834 Millionen um € 61 Millionen über dem Wert des Vorquartals. Der Personalaufwand stieg aufgrund der im vierten Quartal verbuchten Aufwendungen für zukünftige Bonuszahlungen um € 14 Millionen. Durch den Anstieg der Rechts- und Beratungsaufwendungen, des Sicherheitsaufwands und des Werbe- und Repräsentationsaufwands im vierten Quartal erhöhte sich auch der Sachaufwand um € 27 Millionen auf € 325 Millionen. Die Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte betrugen im vierten Quartal € 110 Millionen und lagen damit um € 20 Millionen über dem Wert im Vergleichsquartal. Hauptverantwortlich dafür war eine Abschreibung in Höhe von € 11 Millionen für ein Gebäude in Russland.

Veränderung Veränderung
in € Millionen Q4/2011 Q3/2011 absolut in %
Betriebsergebnis 542 579 - 37 - 6,3%
Nettodotierungen zu
Kreditrisikovorsorgen - 282 - 377 95 - 25,1%
Übrige Ergebnisse1 81 - 49 130
Periodenüberschuss vor Steuern 342 153 188 122,9%
Steuern vom Einkommen und Ertrag - 127 - 71 - 56 79,3%
Periodenüberschuss nach Steuern 214 82 132 160,1%
Ergebnis der nicht beherrschenden
Anteile 8 48 - 40 - 83,5%
Konzern-Periodenüberschuss 222 130 92 70,4%

Konzern-Periodenüberschuss

Inkl. Abschreibung auf Firmenwerte

Kreditrisikovorsorgen

Die Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen fielen im Quartalsvergleich um 25 Prozent auf € 282 Millionen. Dieser Rückgang ist in erster Linie auf bereits im dritten Quartal erfolgte Dotierungen zu Vorsorgen für Ungarn zurückzuführen. Im Zusammenhang mit dem "Home Protection Plan", in dem der ungarische Staat privaten Kreditnehmern eine vorzeitige Rückzahlung von Fremdwährungskrediten zu bevorzugten Konditionen zugesteht, wurden im vierten Quartal weitere € 56 Millionen an Kreditrisikovorsorgen gebucht. Dadurch ergab sich für die RBI bei einer Rückzahlungsquote von 29 Prozent ein Verlust von € 108 Millionen im Gesamtjahr. Im Segment Group Corporates waren aufgrund einzelner größerer Fälle bei großen Firmenkunden im Ausland um € 64 Millionen höhere Kreditrisikovorsorgen notwendig.

Die Segmente Südosteuropa und GUS Sonstige wiesen im vierten Quartal geringfügig niedrigere Vorsorgen auf. In Russland waren netto Auflösungen von Kreditrisikovorsorgen von € 63 Millionen zu verbuchen. Die Gründe dafür waren vorzeitige Rückzahlungen und Verkäufe von notleidenden Krediten, höhere gewährte Sicherheiten und eine Auflösung von Portfolio-Wertberichtigungen aufgrund niedrigerer Ausfallquoten.

Die notleidenden Kredite (NPL) blieben in den ersten drei Quartalen 2011 beinahe unverändert, ein leichter organischer Anstieg wurde durch Währungseffekte kompensiert. Im vierten Quartal war jedoch ein währungsbereinigter Anstieg der notleidenden Kredite um € 234 Millionen zu verzeichnen. Dieser war fast ausschließlich auf Ungarn mit einem Anstieg von € 97 Millionen und Bulgarien mit einem Plus von € 145 Millionen zurückzuführen. Die betroffenen Kredite sind jedoch überwiegend gut besichert. In Österreich und Russland gingen die notleidenden Kredite deutlich zurück.

Übrige Ergebnisse

Ergebnis aus Derivaten und designierten Verbindlichkeiten

Das Ergebnis aus derivativen Finanzinstrumenten stieg im vierten Quartal 2011 um € 154 Millionen auf € 264 Millionen. Hauptverantwortlich dafür zeichnete das Ergebnis aus erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Verbindlichkeiten mit einem Plus von € 135 Millionen. In dieser Position wurden die Ergebnisse von Emissionen der RBI dargestellt, die im vierten Quartal aufgrund der gestiegenen Spreads Bewertungsgewinne erzielt haben.

Ergebnis aus Finanzinvestitionen

Das Ergebnis aus Finanzinvestitionen stieg im Quartalsabstand um € 162 Millionen auf € 5 Millionen. Hier verbesserte sich das Ergebnis aus bis zur Endfälligkeit zu haltenden Wertpapieren aufgrund eines Veräußerungsgewinns von Staatsanleihen in Höhe von € 94 Millionen. Dieser Verkauf stand im Zusammenhang mit der von der EBA geforderten erhöhten regulatorischen Eigenmittelausstattung. Das Bewertungsergebnis aus Wertpapieren entwickelte sich im vierten Quartal stabil, nachdem im dritten Quartal aufgrund der Turbulenzen auf dem Finanzmarkt deutliche Bewertungsverluste eingetreten waren.

Firmenwertabschreibungen

Das übrige Ergebnis wurde im vierten Quartal 2011 durch Firmenwertabschreibungen in Höhe von € 183 Millionen in der Ukraine negativ beeinflusst.

Steuern vom Einkommen und Ertrag

Die RBI verzeichnete im vierten Quartal einen Steueraufwand von € 127 Millionen (Q3/2011: € 71 Millionen). Der Aufwand bei den laufenden Steuern erhöhte sich dabei um € 19 Millionen, vorwiegend verursacht durch das höhere Ergebnis vor Steuern in Russland. Im vierten Quartal betrug der latente Steueraufwand infolge der Bewertungsergebnisse von Derivaten und der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten eigenen Emissionen in Österreich € 32 Millionen (Q3/2011: Ertrag von € 5 Millionen). Weiters konnten die Verluste in Ungarn steuerlich nicht vollständig durch Aktivierung entsprechender Verlustvorträge geltend gemacht werden.

Bilanz

Die Bilanzsumme der RBI betrug zum 31. Dezember 2011 € 147,0 Milliarden und lag damit um € 15,8 Milliarden oder 12 Prozent über dem Vorjahreswert.

Forderungen an Kunden (nach Kreditrisikovorsorgen) Wertpapiere Übrige Aktiva

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Verbindlichkeiten gegenüber Kunden Übrige Passiva

2009

34%

38%

19% 9%

145,6

2010

26%

44%

131,2

19% 11%

Eigen- und Nachrangkapital

Aktiva

Die Forderungen an Kunden (nach Abzug der Kreditrisikovorsorgen) dominierten mit einem Anteil von 52 Prozent nach wie vor die Aktivseite der Bilanz. Die Position Wertpapiere und Beteiligungen (inkl. Handelsbestand) nahm 18 Prozent ein, die Forderungen an Kreditinstitute 17 Prozent und die sonstigen Aktivposten 12 Prozent.

Die Forderungen an Kunden (vor Abzug der Kreditrisikovorsorgen) stiegen 2011 um 8 Prozent oder € 5,9 Milliarden auf € 81,6 Milliarden. Von den gesamten Kundenforderungen entfielen auf das Kreditgeschäft € 53,9 Milliarden oder 66 Prozent und auf Hypothekarkredite € 17,9 Milliarden oder 22 Prozent. € 58,9 Milliarden der Kredite waren an Firmenkunden vergeben, davon € 55,2 Milliarden an große Firmenkunden. Das Firmenkundengeschäft verzeichnete mit plus 11 Prozent oder € 5,9 Milliarden den größten Kreditzuwachs, vor allem in der Konzernzentrale, Asien und Russland. An Retail-Kunden waren zu Jahresende € 21,3 Milliarden an Krediten vergeben, davon € 19,0 Milliarden an Privatpersonen. Die Loan/Deposit Ratio (das Verhältnis der Kundenkredite zu den Kundeneinlagen) verbesserte sich zum Jahresultimo 2011 auf 122 Prozent (2010: 131 Prozent).

Die Forderungen an Kreditinstitute stiegen um 20 Prozent oder € 4,2 Milliarden auf € 25,7 Milliarden. Aufgrund der marktbedingten Liquiditätsanforderungen wurden die kurzfristigen Transaktionen im Interbankenbereich ausgeweitet.

Die Kreditrisikovorsorgen betrugen zum Jahresultimo € 5,1 Milliarden. Davon entfielen auf Vorsorgen für Kundenforderungen € 4,8 Milliarden und auf solche für Forderungen an Kreditinstitute € 0,2 Milliarden. € 3,0 Milliarden der Vorsorgen im Kundenbereich betrafen Firmenkunden, € 1,8 Milliarden wurden für Retail-Kunden gebucht. Der höchste Stand an Kreditrisikovorsorgen entfiel mit € 1,6 Milliarden auf Zentraleuropa. Die Segmente GUS Sonstige und Südosteuropa wiesen jeweils € 1,0 Milliarden aus, Group Corporates € 0,7 Milliarden, Russland € 0,6 Milliarden und Group Markets € 0,2 Milliarden.

150

147,0

10%

18%

26%

45%

125

100

75

50

25

Die Wertpapiere und Beteiligungen (inkl. Handelsaktiva) gingen gegenüber dem Jahresende 2010 um 2 Prozent oder € 0,5 Milliarden auf € 27,2 Milliarden zurück. Während die Handelsaktiva aufgrund der Bewertungen des Derivatbestands um € 2,5 Milliarden zunahmen, entwickelten sich die Wertpapiere und Beteiligungen rückläufig (minus € 3,1 Milliarden). Der Rückgang bei den Wertpapieren und Beteiligungen basierte insbesondere auf dem Verkauf von bis zur Endfälligkeit zu haltenden finanziellen Vermögenswerten zur Erfüllung der erhöhten regulatorischen Eigenmittelerfordernisse der EBA sowie auf Marktentwicklungen.

Die übrigen Aktiva stiegen um 59 Prozent auf € 17,6 Milliarden (2010: € 11,0 Milliarden), praktisch zur Gänze aufgrund der Zunahme der Barreserve (plus € 6,6 Milliarden). Die übrigen Aktiva setzten sich aus der Barreserve (€ 11,4 Milliarden), den Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten (€ 2,6 Milliarden), den Derivaten (€ 1,4 Milliarden) sowie den sonstigen Aktiva (€ 2,2 Milliarden) zusammen.

Passiva

Die Struktur der Passivseite der Bilanz war mit einem Anteil von 45 Prozent von den Verbindlichkeiten gegenüber Kunden geprägt. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten nahmen unverändert einen Anteil von 26 Prozent ein. Eigen- und Nachrangkapital stellten 10 Prozent der Passivseite, die übrigen Passiva summierten sich auf 18 Prozent.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden stiegen im Jahresvergleich um 16 Prozent oder € 9,1 Milliarden auf € 66,7 Milliarden. Von den gesamten Kundeneinlagen entfielen € 35,6 Milliarden auf Firmenkunden, die für einen Einlagenzuwachs von € 6,2 Milliarden verantwortlich waren. Davon stammten rund € 3,7 Milliarden aus Repo-Transaktionen. Bei den Retail-Kunden erhöhte sich der Bestand um € 3,4 Milliarden auf € 29,1 Milliarden. Erreicht wurde dies vorwiegend durch einen Anstieg der Einlagen in der Tschechischen Republik, Russland und Polen. Die Direktbank ZUNO steuerte € 0,7 Milliarden bei.

Das Refinanzierungsvolumen über Kreditinstitute betrug € 38,0 Milliarden und lag damit um 13 Prozent oder € 4,3 Milliarden über dem Vorjahreswert. Dieser Zuwachs resultierte großteils aus Einlagen von Geschäftsbanken.

Die übrigen Passiva stiegen um 7 Prozent oder € 1,7 Milliarden auf € 27,2 Milliarden. Den größten Zuwachs verzeichneten die Handelspassiva mit einem Plus von 69 Prozent oder € 4,0 Milliarden auf € 9,7 Milliarden, verursacht in erster Linie durch Swap-Bewertungen in Österreich. Die verbrieften Verbindlichkeiten sanken um 13 Prozent oder € 2,2 Milliarden auf € 14,4 Milliarden. Aufgrund des Marktumfelds war es nicht mehr möglich, unbesicherte Emissionen zu begeben, sodass die RBI verstärkt zu Privatplatzierungen überging. In Summe ergab sich durch das Abreifen einer von insgesamt drei staatsgarantierten Anleihen der RBI ein Rückgang von € 1,5 Milliarden.

Eigenkapital

Bilanzielles Eigenkapital

Das bilanzielle Eigenkapital der RBI, das sich aus dem Konzern-Eigenkapital, dem Konzern-Jahresüberschuss und dem Kapital der nicht beherrschenden Anteile zusammensetzt, stieg gegenüber dem Jahresultimo 2010 um 5 Prozent oder € 532 Millionen auf € 10.936 Millionen.

Das Konzern-Eigenkapital, bestehend aus gezeichnetem Kapital, Partizipationskapital, Kapitalrücklagen und Gewinnrücklagen, stieg dabei um € 574 Millionen auf € 8.825 Millionen. Der in den Gewinnrücklagen eingetretene Zuwachs beruhte im Wesentlichen auf der Thesaurierung von Gewinn aus dem Geschäftsjahr 2010 im Ausmaß von € 683 Millionen. Demgegenüber bewirkte das sonstige Ergebnis eine Verminderung um € 127 Millionen, deren wesentliche Komponente mit minus € 271 Millionen (inkl. Capital Hedge) die Währungsdifferenzen waren. Das Bewertungsergebnis von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten betrug € 113 Millionen nach Berücksichtigung der latenten Steuern. Die Effekte aus der Anwendung der Rechnungslegung für Hochinflationsländer in Belarus beliefen sich auf € 83 Millionen. Durch eine Änderung der Hedging-Strategie wurde das Cash-Flow Hedging im zweiten Quartal 2011 beendet und durch Portfolio Hedges ersetzt. Die Bewertungsverluste aus der Beendigung der Cash-Flow Hedges betrugen € 36 Millionen (nach Berücksichtigung der latenten Steuern).

Im Juni 2011 beschloss die Hauptversammlung der RBI AG die Ausschüttung einer Dividende von € 1,05 pro Aktie für das Geschäftsjahr 2010. Daraus ergab sich eine Auszahlung von insgesamt € 204 Millionen. Weiters wurde auf das Partizipationskapital eine Dividende in Höhe von € 200 Millionen ausgezahlt. Der Konzern-Jahresüberschuss betrug € 968 Millionen.

Das Kapital der nicht beherrschenden Anteile stieg um € 77 Millionen auf € 1.143 Millionen, wofür vor

allem die Kapitaleinzahlungen von € 169 Millionen vorwiegend für Konzerneinheiten in Ungarn, der Slowakei und der Tschechischen Republik ausschlaggebend waren. Darüber hinaus wurden Dividendenzahlungen für nicht beherrschende Anteile in Höhe von € 58 Millionen geleistet. Der Anteil der nicht beherrschenden Anteile an den Effekten aus der Hochinflation in Belarus betrug € 12 Millionen.

Eigenmittel gemäß BWG

Die RBI bildet keine eigene Kreditinstitutsgruppe im Sinn des BWG und unterliegt daher als Konzern selbst nicht den aufsichtsrechtlichen Bestimmungen für Bankengruppen, da sie Teil der RZB-Kreditinstitutsgruppe ist. Das Kreditrisiko wird überwiegend nach dem Standardansatz gemäß § 22 BWG berechnet, das Kreditrisiko für die Mehrzahl aller Non-Retail-Geschäfte wird dabei in der RBI AG sowie in den Tochtergesellschaften in Kroatien, Malta, Rumänien, der Slowakei, der Tschechischen Republik, Ungarn und den USA mit dem auf internen Ratings basierenden Ansatz (Basis-IRB-Ansatz) berechnet. Ein Großteil der Forderungen an Privatkunden in der Slowakei und in Ungarn wird nach diesem Ansatz berechnet. Das Marktrisiko wird überwiegend nach dem Standardansatz gemäß § 22 BWG berechnet, in der RBI AG erfolgt die Berechnung teilweise nach dem internen Modell. Die nachfolgend dargestellten konsolidierten Werte wurden nach den Bestimmungen des BWG ermittelt und gehen in die Berechnung der RZB-Kreditinstitutsgruppe ein.

Die konsolidierten Eigenmittel gemäß BWG betrugen per 31. Dezember 2011 € 12.858 Millionen. Dies entspricht einem Anstieg von 2 Prozent oder € 250 Millionen.

Dabei stieg das Kernkapital um 3 Prozent oder € 228 Millionen auf € 9.434 Millionen. Der Zuwachs ergab sich in erster Linie aus den Gewinnen des Geschäftsjahres. Davon wurden bereits die voraussichtlich auszubezahlenden Dividenden für das Geschaftsjahr 2011 abgezogen. Die Abwertungen vor allem des belarussischen Rubels, des ungarischen Forint und des polnischen Zloty gegenüber dem Euro wirkten sich negativ auf die Höhe der Eigenmittel aus.

Nahezu unverändert zum Vorjahr lagen die ergänzenden Eigenmittel bei € 3.368 Millionen. Sie bestehen aus dem langfristigen nachrangigen Kapital, von dem mit € 2.259 Millionen der größte Teil auf die RBI AG entfiel, dem Ergänzungskapital der RBI AG von € 599 Millionen und dem berücksichtigungsfähigen Risikovorsorgeüberschuss für IRB-Positionen von € 234 Millionen. Die in der Berichtsperiode erfolgswirksam aufgelösten stillen Reserven aus der Bewertungsreserve gemäß § 57 BWG erhöhten das Kernkapital um € 55 Millionen.

Zusammensetzung des Konzerneigenkapitals

in € Millionen

12.000

Das kurzfristige nachrangige Kapital nahm wegen abreifender Tier-2-Emissionen um € 31 Millionen auf € 100 Millionen zu. Die Abzugsposten betreffend Beteiligungen, Verbriefungen und Versicherungen ergaben insgesamt € 44 Millionen (2010: € 34 Millionen).

Den Eigenmitteln stand ein um € 39 Millionen leicht erhöhtes Eigenmittelerfordernis von € 7.624 Millionen gegenüber. Das Eigenmittelerfordernis für das Kreditrisiko betrug dabei € 6.172 Millionen (Zuwachs um € 124 Millionen), wovon € 3.056 Millionen den Standardansatz und € 3.116 Millionen den IRB-Ansatz betrafen. Das Erfordernis für das Positionsrisiko in Schuldtiteln, Substanzwerten und Waren erhöhte sich um € 193 Millionen auf € 520 Millionen, was in erster Linie auf die Einführung der CRD III-Regelungen zurückging. Das Eigenmittelerfordernis für die offenen Devisenpositionen fiel trotz Erhöhungen wegen CRD III aufgrund einer Änderung der Berechnungsmethode um € 245 Millionen auf € 140 Millionen. Das Erfordernis für das operationelle Risiko betrug € 792 Millionen (2010: € 824 Millionen).

Daraus resultierte eine um 2,4 Prozentpunkte verbesserte Überdeckung von 68,6 Prozent oder € 5.234 Millionen.

Die Kernkapitalquote – bezogen auf das Kreditrisiko – betrug 12,2 Prozent. Bezogen auf das gesamte Risiko ergab sich eine Core Tier 1 Ratio von 9,0 Prozent und eine Kernkapitalquote von 9,9 Prozent. Die Eigenmittelquote erreichte 13,5 Prozent.

Maßnahmen zur Erreichung der EBA-Vorgaben

Zur Stärkung des Finanzsystems müssen europäische Banken bis 30. Juni 2012 eine harte Kernkapitalquote (Core Tier 1 nach Definition der EBA) von 9 Prozent erreichen.

Für die RZB-Gruppe resultierte daraus ein zusätzlicher Bedarf von ca. € 2,1 Milliarden gemäß den im Dezember 2011 veröffentlichten Berechnungen der EBA. Die RBI war selbst nicht Gegenstand der EBA-Analyse, da die RZB als übergeordnetes Kreditinstitut fungiert. Die RZB Gruppe ergreift die erforderlichen Maßnahmen, um die neuen Anforderungen zu erfüllen, ohne dabei auf staatliche Hilfe zurückzugreifen.

Dazu setzte die RZB unter Einbindung der RBI rund 20 Arbeitsstränge – unterteilt in 3 Hauptbereiche – auf, die mit rund € 3 Milliarden zur Erreichung der Zielquote beitragen werden.

Dazu zählen unter anderem:

  • Reduktion des Kapitalerfordernisses mittels "capital clean up" und einer Reduktion speziell des Nicht-Kerngeschäfts mit Fokus auf Marktrisikopositionen
  • Gewinnung regulatorischen Kapitals durch Umwandlung von anderen Eigenmitteln in hartes Kernkapital gemäß der EBA-Definition für 30. Juni 2012
  • Hebung stiller Reserven und Berücksichtung bzw. Thesaurierung erwirtschafteter Ergebnisse (pro rata üblicher Ausschüttungen)
  • Eine Vielzahl kleinerer Maßnahmen wie etwa Liability Management

Forschung und Entwicklung

Die RBI ist als Universalbank auf dem Gebiet der Forschung und Entwicklung im engeren Sinn prinzipiell nicht tätig. Im Rahmen des Financial Engineering entwickelt sie jedoch für ihre Kunden maßgeschneiderte Lösungen im Zusammenhang mit Investitionen, Finanzierungen oder der Risikoabsicherung. Das Financial Engineering umfasst – neben strukturierten Investment-Produkten – insbesondere strukturierte Finanzierungen, also Finanzierungskonzepte, die über den Einsatz von Standardinstrumenten hinausgehen, wie sie etwa in der Akquisitions- oder Projektfinanzierung eingesetzt werden. Ebenso entwickelt die RBI für ihre Kunden individuelle Lösungen zur Absicherung der unterschiedlichsten Risiken – vom Zinsrisiko über das Währungsrisiko bis hin zum Rohstoffpreisrisiko.

Internes Kontroll- und Risikomanagement-System im Hinblick auf den Konzern-Rechnungslegungsprozess

Eine ausgewogene und vollständige Finanzberichterstattung ist für die RBI und ihre Organe ein wichtiges Ziel. Die Einhaltung aller relevanten gesetzlichen Vorschriften ist dabei eine selbstverständliche Grundvoraussetzung. Der Vorstand trägt die Verantwortung für die Einrichtung und Ausgestaltung eines den Anforderungen des Unternehmens entsprechenden internen Kontroll- und Risikomanagement-Systems im Hinblick auf den gesamten Rechnungslegungsprozess. Ziel dieses internen Kontrollsystems ist es, das Management dadurch zu unterstützen, dass es effektive und laufend verbesserte interne Kontrollen im Zusammenhang mit der Rechnungslegung gewährleistet. Das Kontrollsystem ist neben der Einhaltung von Richtlinien und Vorschriften auch auf die Schaffung optimaler Bedingungen für spezifische Kontrollmaßnahmen ausgerichtet.

Basis für die Erstellung des Konzernabschlusses sind die einschlägigen österreichischen Gesetze, allen voran das österreichische Bankwesengesetz (BWG) und das österreichische Unternehmensgesetzbuch (UGB), in denen die Aufstellung eines konsolidierten Jahresabschlusses geregelt wird. Die Rechnungslegungsnorm für den Konzernabschluss bilden die International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie von der EU übernommen wurden, die die RBI seit dem Jahr 2000 – zunächst auf freiwilliger Basis – anwendet.

Kontrollumfeld

Für die RBI und den übergeordneten RZB-Konzern besteht bereits seit Jahren ein internes Kontrollsystem mit einem Anweisungswesen in Form von Directives und Instructions für strategisch wichtige Themenbereiche als zentralem Element. Dies umfasst

  • die Kompetenzordnung für die Genehmigung von Konzern- und Unternehmensdirektiven sowie Abteilungs- und Bereichsanweisungen,
  • Prozessbeschreibungen für die Erstellung, Qualitätsüberprüfung, Genehmigung, Veröffentlichung, Implementierung und Überwachung von Direktiven und Anweisungen sowie
  • Regelungen für die Überarbeitung bzw. die Außerkraftsetzung von Direktiven und Anweisungen.

Für die Implementierung der Konzernanweisungen ist das Management der jeweiligen Konzerneinheiten verantwortlich. Die Überwachung der Einhaltung dieser Konzernregelungen erfolgt im Rahmen von Revisionsprüfungen durch die Konzern- und die lokale Revision.

Erstellt wird der Konzernabschluss in der Abteilung Group Financial Reporting, die im Bereich des Finanzvorstands angesiedelt ist. Die zugehörigen Verantwortlichkeiten sind im Rahmen einer eigenen Konzernfunktion konzernweit definiert.

Risikobeurteilung

Wesentliche Risiken in Bezug auf den Konzern-Rechnungslegungsprozess werden durch den Vorstand evaluiert und überwacht. Komplexe Bilanzierungsgrundsätze können zu einem erhöhten Fehlerrisiko führen, dasselbe gilt für uneinheitliche Grundsätze für die Bewertung, insbesondere für die im Konzern essenziellen Finanzinstrumente. Darüber hinaus birgt auch ein schwieriges Geschäftsumfeld das Risiko wesentlicher Fehler in der Berichterstattung. Für verschiedene Aktivund Passivposten, für die kein verlässlicher Marktwert ermittelbar ist, müssen im Rahmen der Erstellung eines Konzernabschlusses Schätzungen vorgenommen werden. Dies gilt speziell für das Kreditgeschäft, das Sozialkapital sowie die Werthaltigkeit von Wertpapieren, Beteiligungen und Firmenwerten.

Kontrollmaßnahmen

Die Erstellung der Einzelabschlüsse erfolgt dezentral in den jeweiligen Konzerneinheiten nach den Vorgaben des RZB-Konzerns. Die für das Rechnungswesen verantwortlichen Mitarbeiter und Geschäftsleiter der Konzerneinheiten sind für die vollständige Abbildung und korrekte Bewertung aller Transaktionen verantwortlich. Durch abweichende Berichtsstichtage und unterschiedliche lokale Rechnungslegungsstandards können die lokalen Einzelabschlüsse von den an die RBI gelieferten Werten abweichen. Es liegt in der Verantwortung der jeweiligen lokalen Geschäftsführung, dass die vorgeschriebenen internen Kontrollmaßnahmen, z. B. Funktionstrennungen oder das Vier-Augen-Prinzip, umgesetzt werden.

Konzernkonsolidierung

Die Übermittlung der Abschlussdaten, die von einem externen Wirtschaftsprüfer geprüft werden, erfolgt überwiegend durch Direkteingabe in das Konsolidierungssystem Cognos Controller jeweils bis Ende Jänner. Das System ist in Bezug auf die IT-Sicherheit durch die restriktive Vergabe von Berechtigungen geschützt.

Die von den Konzerneinheiten eingelangten Abschlussdaten werden in der Abteilung Group Financial Reporting durch den für die Konzerneinheit zuständigen Key Account Manager zunächst auf Plausibilität überprüft. Im Konsolidierungssystem Cognos Controller erfolgen dann die weiteren Konsolidierungsschritte. Diese umfassen u. a. die Kapitalkonsolidierung, die Aufwands- und Ertragskonsolidierung sowie die Schuldenkonsolidierung. Abschließend werden allfällige Zwischengewinne durch Konzernbuchungen eliminiert. Die Erstellung der nach IFRS und BWG/UGB geforderten Anhangangaben bildet den Abschluss der Konsolidierung.

Zusätzlich zum Vorstand umfasst das allgemeine Kontrollumfeld auch die mittlere Managementebene (Abteilungsleiter). Sämtliche Kontrollmaßnahmen werden im laufenden Geschäftsprozess angewendet, um sicherzustellen, dass potenzielle Fehler oder Abweichungen in der Finanzberichterstattung vermieden bzw. entdeckt und korrigiert werden. Die Kontrollmaßnahmen reichen von der Durchsicht der Periodenergebnisse durch das Management bis hin zur spezifischen Überleitung von Konten und zur Analyse der fortlaufenden Prozesse im Rechnungswesen.

Der Konzernabschluss wird samt dem Lagebericht im Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats behandelt und darüber hinaus dem Aufsichtsrat zur Kenntnisnahme vorgelegt. Er wird im Rahmen des Geschäftsberichts, auf der firmeneigenen Internetseite sowie im Amtsblatt zur Wiener Zeitung veröffentlicht und zuletzt zum Firmenbuch eingereicht.

Information und Kommunikation

Grundlage für den Konzernabschluss sind standardisierte, konzernweit einheitliche Formulare. Die Bilanzierungs- und Bewertungsstandards sind dabei im RZB Group Accounts Manual definiert und erläutert und für die Erstellung der Abschlussdaten verbindlich. Die Anweisungen an die Konzerneinheiten betreffend Details zu Bewertungsmaßnahmen im Bereich des Kreditrisikos und ähnlicher Problemstellungen erfolgen im Rahmen von Konzerndirektiven. Änderungen in den Anweisungen und Standards werden den betroffenen Einheiten in regelmäßigen Schulungen kommuniziert.

In der Hauptabteilung Accounting & Reporting erfolgt die Zusammenstellung der konsolidierten Ergebnisse zu einem vollständigen Konzernabschluss. Dieser Konzernabschluss wird vom externen Konzern-Abschlussprüfer geprüft. Zusätzlich wird ein Management Summary (Konzern-Lagebericht) erstellt, in dem eine verbale Erläuterung der Konzernergebnisse gemäß den gesetzlichen Vorgaben erfolgt.

Unterjährig erfolgt die Berichterstattung auf konsolidierter Basis quartalsweise. Die öffentlichen Zwischenberichte – sie entsprechen den Bestimmungen des IAS 34 – werden gemäß Börsegesetz ebenfalls quartalsweise erstellt. Zu veröffentlichende Konzernabschlüsse werden von leitenden Mitarbeitern und dem Finanzvorstand vor Weiterleitung an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats einer abschließenden Würdigung unterzogen. Für das Management werden darüber hinaus Analysen zum Konzernabschluss zusammengestellt, ebenso erfolgen periodisch Vorschaurechnungen für den Konzern. Der Budgetierungsprozess schließt auch die Erstellung von Konzernbudgets auf Dreijahresbasis ein.

Überwachung

Die Verantwortung für die unternehmensweite fortlaufende Überwachung obliegt dem Vorstand sowie dem Controlling. Darüber hinaus sind die jeweiligen Abteilungsleiter für die Überwachung der entsprechenden Bereiche zuständig; so werden in regelmäßigen Abständen Kontrollen und Plausibilisierungen vorgenommen.

Zusätzlich ist die interne Revision in den Überwachungsprozess involviert. Die Revisionsfunktion wird dabei vom Bereich Audit (Group Audit) der RZB wahrgenommen. Für sämtliche Revisionsaktivitäten gelten die konzernweit gültigen revisionsspezifischen Regelwerke (Audit Group Standards), die auf den Mindeststandards für die interne Revision der Österreichischen Finanzmarktaufsicht sowie internationalen "Best Practices" basieren. Zusätzlich gelten die internen Regelungen des Bereichs Audit (insbesondere auch die Audit Charter).

Die Konzernrevision überprüft unabhängig und regelmäßig die Einhaltung der internen Vorschriften in den Konzerneinheiten der RZB. Der Leiter des Bereichs Audit berichtet direkt an die Vorstände der RZB und der RBI.

Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechte

Die folgenden Angaben decken die Bestimmungen des § 243a (1) UGB ab:

  • (1) Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt € 596.290.628,20 und ist in 195.505.124 auf Inhaber lautende stimmberechtigte Stammaktien aufgeteilt. Davon sind zum Stichtag 31. Dezember 2011 943.771 Stück eigene Aktien, sodass sich zum Bilanzstichtag 194.561.353 Aktien im Umlauf befanden. Für detaillierte Angaben wird auf die Erläuterungen (34) im Anhang verwiesen.
  • (2) Die Satzung enthält keine Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen. Dem Vorstand sind keine Beschränkungen aus Vereinbarungen zwischen Gesellschaftern bekannt.
  • (3) Die RZB hält über ihre 100-Prozent-Tochter Raiffeisen International Beteiligungs GmbH, Wien, indirekt rund 78,5 Prozent der Aktien an der Gesellschaft. Die restlichen Aktien befinden sich im Streubesitz. Darunter bestehen keine direkten oder indirekten Beteiligungen am Kapital, die zumindest 10 Prozent betragen.
  • (4) Laut Satzung der Gesellschaft wird der RZB das Recht auf Entsendung von bis zu einem Drittel der von der Hauptversammlung zu wählenden Mitglieder des Aufsichtsrats eingeräumt, solange sie eine Beteiligung am Grundkapital hält. Darüber hinaus bestehen keine besonderen Kontrollrechte von Aktieninhabern.

  • (5) Es besteht keine Stimmrechtskontrolle bei einer Kapitalbeteiligung der Arbeitnehmer.

  • (6) Laut Satzung können Personen, die das 68. Lebensjahr vollendet haben, nicht zum Mitglied des Vorstands bestellt oder für eine weitere Funktionsperiode wiederbestellt werden. Für den Aufsichtsrat gilt, dass Personen, die das 75. Lebensjahr vollendet haben, nicht zum Mitglied des Aufsichtsrats gewählt oder für eine weitere Funktionsperiode gewählt werden können. Darüber hinaus bestehen keine über das Gesetz hinausgehenden Bestimmungen hinsichtlich der Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats und über die Änderung der Satzung der Gesellschaft.
  • (7) Der Vorstand ist seit der Hauptversammlung vom 8. Juni 2011 gemäß § 169 Aktiengesetz (AktG) ermächtigt, innerhalb von fünf Jahren nach Eintragung der entsprechenden Satzungsänderung im Firmenbuch das Grundkapital – allenfalls in mehreren Tranchen – um bis zu € 298.145.314,10 durch Ausgabe von bis zu 97.752.562 Stück neuen, auf Inhaber lautenden stimmberechtigten Stammaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlage unter Wahrung des den Aktionären zustehenden gesetzlichen Bezugsrechts, auch im Wege des mittelbaren Bezugsrechts durch ein Kreditinstitut gemäß § 153 (6) AktG, zu erhöhen und den Ausgabekurs sowie die Ausgabebedingungen im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat festzusetzen. Der Aufsichtsrat oder ein hierzu vom Aufsichtsrat bevollmächtigter Ausschuss ist ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich aus der Ausnützung des genehmigten Kapitals ergeben, zu beschließen.

Das Grundkapital ist gemäß § 159 (2) Z 1 AktG um bis zu € 47.173.587,50 durch Ausgabe von bis zu 15.466.750 Stück auf Inhaber lautenden Stammaktien bedingt erhöht (bedingtes Kapital). Die bedingte Kapitalerhöhung würde nur insoweit durchgeführt, als Inhaber von Wandelschuldverschreibungen, die auf der Grundlage des Hauptversammlungsbeschlusses vom 10. Juni 2008 ausgegebenen würden, von dem ihnen gewährten Wandlungsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen. Bis dato wurden jedoch keine Wandelschuldverschreibungen ausgegeben.

Die Hauptversammlung vom 8. Juli 2010 ermächtigte den Vorstand nach den Bestimmungen des § 65 (1) Z 8 AktG für die Dauer von 30 Monaten ab dem Datum der Beschlussfassung, eigene Aktien im Ausmaß von bis zu 10 Prozent des jeweiligen Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben und gegebenenfalls einzuziehen. Die Ermächtigung kann ganz oder in mehreren Teilbeträgen und in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft, mit ihr verbundene Unternehmen oder für deren Rechnung durch Dritte ausgeübt werden. Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats für die Veräußerung der eigenen Aktien eine andere Art als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre zu beschließen. Diese Ermächtigung ersetzt die in der Hauptversammlung vom 10. Juni 2008 beschlossene Ermächtigung zum Rückkauf und zur Verwendung eigener Aktien. Seit der Ermächtigung im Juli 2010 wurden keine eigenen Aktien erworben.

Die Hauptversammlung vom 8. Juli 2010 ermächtigte ferner den Vorstand nach den Bestimmungen des § 65 (1) Z 7 AktG, zum Zweck des Wertpapierhandels für die Dauer von 30 Monaten ab dem Datum der Beschlussfassung eigene Aktien im Ausmaß von bis zu 5 Prozent des jeweiligen Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben. Der Gegenwert der zu erwerbenden Aktien darf die Hälfte des Schlusskurses an der Wiener Börse am letzten Handelstag vor dem Erwerb nicht unterschreiten und das Doppelte des Schlusskurses an der Wiener Börse am letzten Handelstag vor dem Erwerb nicht überschreiten. Diese Ermächtigung kann ganz oder in mehreren Teilbeträgen durch die Gesellschaft, mit ihr verbundene Unternehmen oder für deren Rechnung durch Dritte ausgeübt werden.

Der Vorstand der Gesellschaft wurde in der am 9. Juni 2009 abgehaltenen ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft ermächtigt, innerhalb von fünf Jahren ab dem Datum der Beschlussfassung mit Zustimmung des Aufsichtrats, auch in mehreren Tranchen, Genussrechte mit Eigenkapitalcharakter gemäß § 174 AktG mit einem Gesamtnennbetrag von bis zu € 2 Milliarden nach näherer Maßgabe der vom Vorstand festzulegenden Genussrechtsbedingungen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre auszugeben. Es ist darauf hinzuweisen, dass Genussrechte aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen keine Stimmrechte oder sonstigen Mitgliedschaftsrechte gewähren. Die Ausgabe von Genussrechten hat daher keine Veränderung der aktienrechtlichen Beteiligungsstruktur und der Stimmrechte der Aktionäre zur Folge. Die Gesellschaft beschloss am 15. Juli 2009, das Eigenkapital durch die Ausgabe von Genussrechten in Höhe von € 600 Millionen aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses vom Juni 2009 zu stärken. Im Zuge der Verschmelzung der Hauptgeschäftsfelder der RZB mit Raiffeisen International zur nunmehrigen RBI mit Wirksamkeit zum 10. Oktober 2010 sind die gegenseitigen Forderungen und Verbindlichkeiten der übernehmenden und der übertragenden Gesellschaft untergegangen. Das betrifft auch das Genussrechtskapital in Höhe von € 600 Millionen, das zur Gänze von der RZB gezeichnet worden war. Bis dato wurden keine weiteren Genussrechte ausgegeben. Im Übrigen wird auf den Anhang, Erläuterung (34) Eigenkapital verwiesen.

Im Zuge der Verschmelzung der Hauptgeschäftsfelder der RZB mit Raiffeisen International am 10. Oktober 2010 wurde die Emission "Raiffeisen-Partizipationskapital 2008/2009" der RZB in Höhe von € 2,5 Milliarden zu unveränderten Konditionen auf die RBI übertragen.

Der Vorstand der Gesellschaft wurde in der am 8. Juni 2011 abgehaltenen ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft gemäß § 102a BWG ermächtigt, innerhalb von fünf Jahren nach Eintragung der entsprechenden Satzungsänderung im Firmenbuch das gesamte Partizipationskapital oder das Partizipationskapital einzelner bereits bei der Emission unterschiedener Tranchen mit Zustimmung des Aufsichtsrats unter Berücksichtigung der Emissionsbedingungen einzuziehen; eine teilweise Einziehung von Partizipationskapital einzelner Emissionen oder Tranchen ist zulässig, wenn die Gleichbehandlung der Berechtigten aus Partizipationskapital gewährleistet ist.

  • (8) Es bestehen folgende bedeutende Vereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist und die bei einem Kontrollwechsel in der Gesellschaft infolge eines Übernahmeangebots wirksam werden:
  • Im Rahmen der D&O-Versicherung der Gesellschaft ist wie folgt vorgesehen: "Wird die Versicherungsnehmerin RBI aufgrund eines Wechsels in der Leitung oder Kontrolle für die Leitung oder Kontrolle über ein Tochterunternehmen neu beherrscht oder fusioniert sie mit einem anderen Unternehmen, erstreckt sich die Versicherung nur auf Versicherungsfälle wegen eines vor dem Zeitpunkt des Kontroll- und Leitungswechsels erfolgten Fehlverhaltens und nur auf Versicherungsfälle bis zum Ablauf der Versicherungsperiode."
  • Das Share Incentive Program (SIP) der Gesellschaft sieht bei einem Wechsel in der Unternehmenskontrolle Folgendes vor: "Kommt es während der Wartefrist (Vesting Period) zu einem Wechsel in der Unternehmenskontrolle oder zu einer Fusion, ohne dass der Zusammenschluss ausschließlich Tochtergesellschaften betrifft, so verfallen alle bedingten Aktien zum Zeitpunkt des Erwerbs der Aktien der RBI und der tatsächlichen Verfügungsmöglichkeit des Investors über die Anteile bzw. zum Zeitpunkt der Fusion ersatzlos. Für die verfallenen bedingten Aktien wird eine Entschädigungszahlung vorgenommen. Der ermittelte Entschädigungsbetrag wird mit der nächstmöglichen Gehaltsabrechnung ausbezahlt."
  • Ferner sehen die von der RBI bezüglich einzelner Tochterunternehmen mit den jeweiligen Mitaktionären abgeschlossenen Syndikatsverträge vor, dass diese bei einem Kontrollwechsel automatisch enden.
  • Die mit der RZB AG abgeschlossene Markenvereinbarung zur uneingeschränkten Verwendung des Namens und Logos Raiffeisen Bank International für unbestimmte Zeit in allen Jurisdiktionen, in denen die Marke jetzt oder zukünftig registriert ist, sieht ein Kündigungsrecht bei einem Kontrollwechsel vor.
  • (9) Es bestehen keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots.

Funding

Banken refinanzieren sich grundsätzlich über ihre Eigenmittel, Kundeneinlagen sowie diverse Instrumente des Kapitalund Interbankenmarkts. Im Jahr 2011 war das Bankenumfeld stark von der Staatsschuldenkrise beeinflusst, was die Refinanzierung für Banken – vor allem jene über die Finanzmärkte – erschwerte.

Weiterhin Verunsicherung auf dem Kapitalmarkt

Besonders in der zweiten Jahreshälfte 2011 verschlechterte sich das Finanzierungsumfeld für Banken, da diese sich nicht von der Diskussion um die Finanzierung der Staatshaushalte abkoppeln konnten. Weiters trug die öffentlich geführte Diskussion über die Kapitalausstattung der europäischen Banken und ihre Bestände an Staatsanleihen zur allgemeinen Verunsicherung bei.

Tiefgreifende Lösungen und vor allem eine Intervention der EZB in Form eines noch umfangreicheren Kaufs von Staatsanleihen der europäischen Peripherieländer werden nach wie vor gefordert. Die EZB kündigte vor diesem Hintergrund am 8. Dezember 2011 an, die Banken mit

Funding-Struktur

einer besseren Liquiditätsversorgung – konkret durch Refinanzierungsgeschäfte mit einer Laufzeit von 36 Monaten – zu unterstützen. Gleichzeitig lockerte die EZB die Anforderungen an Wertpapiere, die im Rahmen von Repo-Geschäften als Sicherheit akzeptiert werden, und hatte bereits davor den Haupt-Refinanzierungssatz auf 1 Prozent reduziert.

Dennoch stellt die übermäßige Abhängigkeit von der Zentralbankfinanzierung auf Dauer keine Lösung dar. Aufgrund der aktuell sehr gedämpften Stimmung und der eher limitierten Fortschritte auf politischer Ebene werden Banken – vor allem solche aus den europäischen Peripherieländern – weiterhin mit höheren Risikoprämien rechnen müssen.

Stabile Refinanzierungsbasis

Die Refinanzierung der RBI basiert auf zwei Säulen: Zum einen auf Kundeneinlagen, die Ende 2011 € 66,7 Milliarden oder 54 Prozent der Refinanzierung ausmachten, und zum anderen auf dem Wholesale Funding, das mit € 56,5 Milliarden die verbleibenden 46 Prozent beisteuerte. Der hohe Anteil der Kundeneinlagen schafft eine stabile Refinanzierungsbasis und macht die RBI damit weniger anfällig für Turbulenzen auf den Finanzmärkten.

Diversifizierte Finanzierungsquellen

Rund 64 Prozent des mittel- und langfristigen Wholesale Funding der RBI Gruppe wurden 2011 von der Konzernzentrale generiert. Die restlichen rund 36 Prozent brachten die übrigen Konzerneinheiten auf.

Die Konzernbanken in CEE nutzten auch die internationalen Märkte zur Finanzierung, z. B. durch einen syndizierten Kredit der rumänischen Tochterbank, an dem sich auch die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) beteiligte, oder durch eine strukturierte Finanzierung in Kroatien. Besonders wichtig für die Tochterbanken in Zentral- und Osteuropa sind die langfristigen Finanzierungen aus Quellen, die weniger stark von Veränderungen auf den internationalen Kapitalmärkten beeinflusst sind. Sie sollen in Zukunft noch weiter an Bedeutung gewinnen. Neben den durch die Exportkreditagenturen besicherten Finanzierungen stellen supranationale Institutionen eine weitere Finanzierungsquelle dar. So stammten per Jahresende 2011 rund 11 Prozent des ausstehenden Volumens von Instituten wie der European Investment Bank (EIB) oder der EBRD. Diese Finanzierungen sind üblicherweise langfristig und verbessern die Struktur des Finanzierungsmix signifikant. Die Zusammenarbeit mit diesen supranationalen Institutionen ist in den Regionen, in denen die RBI tätig ist, ein wesentlicher Pfeiler des Funding und wird auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Die Kooperation erstreckt sich dabei nicht nur auf den Finanzierungsbereich, sondern auch auf andere Bereiche, z. B. auf Risk-Sharing-Programme, die zu einer Optimierung der risikogewichteten Aktiva führen.

Weiters profitieren die Netzwerkbanken in der Finanzierung von der Unterstützung durch die Raiffeisen Bankengruppe Österreich. Diese traditionsreiche Partnerschaft dient sowohl der Beschaffung von Liquidität über den Raiffeisensektor als auch der Platzierung von Funding-Instrumenten des Sektors bei seinen Kunden.

Ein wesentliches Ziel der RBI in diesem Bereich ist es, die Finanzierungsquellen für die Netzwerkbanken möglichst breit zu diversifizieren. In Kombination mit den Kundeneinlagen soll dies in Zukunft zu einer noch nachhaltigeren und eigenständigeren Struktur der Finanzierung der Netzwerkbanken führen.

Erfolgreiche Benchmark-Emissionen

Für die mittel- bis langfristige Refinanzierung nutzt die RBI u. a. zwei Emissionsprogramme: das "EUR 25,000,000,000 Debt Issuance Program" und das "EUR 20.000.000.000 Emissionsprogramm der Raiffeisen Bank International AG". Im Rahmen dieser Programme können Anleihen in unterschiedlichen Währungen und Strukturen ausgegeben werden. Das Gesamtvolumen der ausstehenden Anleihen aus den Programmen darf € 25 Milliarden bzw. € 20 Milliarden nicht überschreiten. Per Jahresultimo 2011 waren in beiden Programmen in Summe € 12 Milliarden ausständig.

Angesichts des schwierigen Marktumfelds setzte die RBI im Jahr 2011 ihren Funding-Plan zügig um. So konnte sie bereits im ersten Quartal zwei Drittel des Funding-Bedarfs aus Wholesale Funding aufbringen, indem sie zwei erstrangige Benchmark-Emissionen platzierte. Im Jänner wurde die erste Benchmark-Emission als erstrangige Fixzinsanleihe mit einem Volumen von € 1 Milliarde und dreijähriger Laufzeit emittiert. Mit dieser Emission ist es der RBI als erster österreichischer Bank seit Beginn der Finanzkrise gelungen, eine unbesicherte Anleihe mit einem Volumen von mehr als € 500 Millionen zu emittieren. Die Platzierung erfolgte zu 145 Basispunkten über Mid-Swaps, der Kupon lag bei 3,625 Prozent. Die Emission war deutlich überzeichnet.

Wenige Wochen später nutzte die RBI im März 2011 das freundlichere Marktumfeld und emittierte eine zweite Benchmark-Anleihe im Volumen von € 1 Milliarde. Auch diese Emission war deutlich überzeichnet. Die Anleihe wurde mit einem variablen Kupon mit einem Aufschlag von 90 Basispunkten über dem 3-Monats-Euribor und einer Laufzeit von 2 Jahren ausgestattet.

Im Mai 2011 konnte die RBI als einziges österreichisches Institut eine nachrangige Anleihe über € 500 Millionen mit 10 Jahren Laufzeit platzieren. Sie diente als Ersatz für eine gekündigte Anleihe im Volumen von € 366 Millionen. Die Platzierung erfolgte zu 325 Basispunkten über Mid-Swaps, der Kupon lag bei 6,625 Prozent.

Weitere Refinanzierungsmaßnahmen

Für die Mittelaufnahme im kurzfristigen Bereich nutzte die RBI sowohl den Interbankenmarkt als auch ihre beiden Emissionsprogramme für kurzfristige Emissionen (Commercial Papers), das "European Commercial Paper Program" und das "US Commercial Paper Program". Im Rahmen beider Programme kann die RBI Commercial Papers in unterschiedlichen Währungen emittieren und sich damit auch außerhalb des reinen Interbankenmarkts refinanzieren.

Zur Diversifizierung ihrer Finanzierungsquellen arbeitet die RBI auch aktiv an der Erschließung besicherter Refinanzierungsquellen, bei denen längerfristiges Funding gegen sonst illiquide Assets erhoben werden kann. Die dadurch erzielte Mobilisierung von Aktiva soll zukünftig an Bedeutung gewinnen.

Laufzeitprofil der verbrieften Verbindlichkeiten

in € Millionen

Die zu Sicherungszwecken in das erste Quartal 2011 vorgezogenen Finanzierungsaktivitäten der RBI spiegeln sich – ebenso wie das schwierigere Marktumfeld für USD-Refinanzierungen für nicht US-amerikanische Banken – im Zinsergebnis für das Jahr 2011 wider. Die frühzeitige Umsetzung des Funding-Plans für 2011 beinflusste den Jahresüberschuss positiv.

Risikomanagement

Das Jahr 2011 war von enormer Unsicherheit auf den Märkten geprägt. Während sich im ersten Halbjahr noch die Erholung der globalen Wirtschaft von 2010 fortsetzte, bot sich im zweiten Halbjahr ein anderes Bild. Die Staatsschuldenkrise in den peripheren EU-Mitgliedstaaten und die langwierigen Verhandlungen sowie vor allem Uneinigkeiten auf politischer Ebene über zu beschließende Gegenmaßnahmen schürten die Nervosität und verursachten enormes Misstrauen auf den europäischen Märkten. Finanzinstitute begannen im Sommer, ihre Liquiditätsüberschüsse zu horten und eher im "sicheren Hafen" der EZB zu platzieren, als den Interbankenmarkt mit Liquidität zu versorgen. Anzahl und Volumen der Neuemissionen sanken im Vergleich zu den Vorjahren drastisch. Auch auf den Aktienmärkten war die erhöhte Nervosität sowohl durch enorme Kursvolatilität als auch durch teils erhebliche Wertverluste insbesondere von Finanztiteln zu spüren.

In diesem Umfeld trug das Risikomanagement der RBI durch den Einsatz von bestehenden und neuen Steuerungsinstrumenten der erhöhten Volatilität der Märkte Rechnung und konnte so frühzeitig auf Veränderungen der volkswirtschaftlichen Gegebenheiten reagieren. Auf die Erhaltung der starken Liquiditätsposition wurde dabei besonderes Augenmerk gelegt, und aushaftende Risikobeträge gegenüber Staaten und Finanzinstituten v. a. in den von der Staatsschuldenkrise betroffenen Märkten wurden weiter reduziert. Weiters wurden interne Prozesse und Strukturen kritisch evaluiert, sowohl um die gewünschte Effizienz der Risikokontrollsysteme zu gewährleisten als auch um potenzielle Risiken aus operativen Prozessen frühzeitig entdecken und steuern zu können. All diese Maßnahmen trugen dazu bei, die Widerstandsfähigkeit des RBI-Kreditportfolios weiter zu erhöhen.

Stresstests

Im ersten Halbjahr 2011 führte die EBA einen Stresstest durch, an dem 90 europäische Banken teilnahmen. Der Test analysierte anhand von Variablen wie BIP-Wachstumsraten, Wechselkursen und Risikoaufschlägen die Auswirkungen verschiedener volkswirtschaftlicher Entwicklungsszenarien auf künftige Kapitalerfordernisse, notwendige Kreditrisikovorsorgen sowie Ertrags- und Kapitalkomponenten. Insbesondere wurden die direkten und indirekten Einflüsse vorgegebener Krisenszenarien ausgelotet.

Die EBA legte dabei eine Kernkapitalquote von 5 Prozent (harte Kernkapitalquote nach CRD III) als Zielwert nach Eintreten des Krisenszenarios über zwei Jahre fest. Diesen Wert übertraf die RBI mit 7,8 Prozent deutlich. Zudem zeigte der nur minimale Rückgang der Kapitalquote um 0,3 Prozentpunkte über den Stresszeitraum die Krisenresistenz der RBI gegenüber den dargestellten Szenarien.

Vor allem die mit den Stresstests verbundene detaillierte Veröffentlichung der Forderungen der Banken gegenüber Staaten versorgte die Finanzmärkte mit wesentlichen Informationen zur Risikoeinschätzung. Die RBI wies dabei nur sehr geringe Aushaftungen gegenüber den europäischen Peripheriestaaten aus und hat diese seit der Veröffentlichung weiter reduziert. Dazu senkte das Risikomanagement sowohl die Limits wie auch die aushaftenden Risikobeträge, um negativen Folgen der europäischen Staatsschuldenkrise entgegenzuwirken.

Nach der Analyse der Ergebnisse des durchgeführten Stresstests und in Anbetracht der makroökonomischen Entwicklungen entschied sich die EBA im Herbst 2011, die Angemessenheit der Kapitalisierung der Banken erneut zu prüfen. Dabei wurde untersucht, welcher Kapitalbedarf bei den teilnehmenden Banken bestünde, um eine Kapitalquote von 9 Prozent zu erreichen. Um die europäischen Finanzinstitute gegen das volatile Marktumfeld resistenter zu machen und die Finanzmarktstabilität zu schützen, müssen die Banken diese Quote nun bis Ende Juni 2012 erreichen. Die RBI nahm an dieser Übung nur indirekt als Einheit der RZB teil, sodass für die RBI kein detailliertes Ergebnis vorliegt. Dennoch erarbeitete die RBI als Teil der RZB etliche Initiativen, um die vorgeschriebene Quote zu erreichen. Mit der Umsetzung dieser Maßnahmen wurde bereits 2011 begonnen.

Zusätzlich zur harten Kernkapitalquote von 9 Prozent identifizierte die EBA weiteren Kapitalbedarf als Puffer für stille Lasten im Staatenportfolio der Banken, die sich aus den unrealisierten Verlusten von Forderungen an Staaten ergeben, deren Marktwert im Lauf der Staatsschuldenkrise gefallen ist. Für die RZB ergab sich dafür kein zusätzlicher Kapitalbedarf.

Neben den von Aufsichtsbehörden durchgeführten regulatorischen Stresstests hat die RBI 2011 auch interne Analysen für weitere Szenarien und potenzielle Risikotreiber durchgeführt. Durch enge Zusammenarbeit sämtlicher Risikomanagementbereiche und unter Einbeziehung weiterer Experten aus den Netzwerkbanken und dem Controlling wurden bei diesen internen Stresstests eine Vielzahl an Risikofaktoren und deren Auswirkungen auf die Solvabilität berücksichtigt. Neben im Stressfall erhöhtem Kapitalbedarf und steigenden Wertberichtigungen für das Kreditportfolio fanden auch Marktrisiken, operationelle Risiken, gestiegene Finanzierungskosten und zahlreiche weitere Kapital- und Ertragskomponenten Eingang in die integrierte Betrachtungsweise. Über die Ergebnisse aus den Stresstests und deren Analyse wurde regelmäßig auch der Vorstand informiert, um bei etwaigen Bedrohungsszenarien die rasche Einleitung von Gegenmaßnahmen zu ermöglichen.

Ungarn

Sowohl die wirtschaftliche Entwicklung als auch das politische Umfeld in Ungarn stellten das Risikomanagement 2011 vor besondere Herausforderungen. Im Vergleich zu anderen zentral- und osteuropäischen Staaten weist die ungarische Wirtschaft geringere Wachstumsraten auf, für 2012 erwartet Raiffeisen Research sogar ein reales BIP von rund minus 0,5 Prozent. Vor diesem Hintergrund erwartet die RBI für den ungarischen Markt einen weiteren Anstieg der NPL Ratio, die per Jahresultimo 2011 22,7 Prozent betrug. Das RBI-Kreditrisikomanagement setzt deshalb zur Minimierung potenzieller Verluste ein Frühwarnsystem zur Erkennung möglicher Bonitätsverschlechterungen ein und verfolgt aktiv die Rückführung des Kreditobligos sowie die Erhöhung der Sicherheiten bei Kunden mit geringer Bonität.

Im Jahr 2011 wurden für Ungarn Risikovorsorgen in Höhe von € 478 Millionen gebildet. Während die Einzelwertberichtigungen mit € 521 Millionen dotiert wurden, kam es bei den Portfolio-Wertberichtigungen zu einer Auflösung im Ausmaß von € 43 Millionen. Die Coverage Ratio erhöhte sich damit auf rund 61,7 Prozent.

Zusätzlich zu der in Ungarn 2010 eingeführten Bankenabgabe und den bestehenden gesetzlichen Einschränkungen für Banken, z. B. in der Immobilienverwertung, ermöglicht ein vom ungarischen Parlament am 20. September 2011 verabschiedetes Gesetz Privatkunden die vorzeitige Rückzahlung von Hypothekarkrediten in Schweizer Franken, Euro und japanischen Yen zu festgelegten Wechselkursen. Diese betragen 180 HUF je CHF, 250 HUF je EUR und 200 HUF je 100 JPY. Zum Vergleich lagen die tatsächlichen Wechselkurse am 31. Dezember 2011 bei 259,3 HUF je CHF, 314,8 HUF je EUR und 310,5 HUF je 100 JPY. Die festgelegten Wechselkurse lagen somit am 31. Dezember 2011 beim Schweizer Franken um rund 31 Prozent, beim Euro um rund 21 Prozent und beim japanischen Yen um rund 36 Prozent unter den tatsächlichen Kursen. Die Regelung gilt für Bankkunden, die ihre Fremdwährungskredite aufgenommen haben, als die Kurse nicht über diesen Niveaus lagen. Bis 30. Dezember 2011 konnten diese Kunden ihre Absicht der vollständigen Rückzahlung ankündigen, die danach innerhalb von 60 Tagen erfolgen musste.

in € Millionen 2011 Anteil 2010 Anteil
Euro 34 2,8% 38 2,6%
Schweizer Franken 1.185 97,2% 1.429 97,3%
Andere Fremdwährungen 0 <0,1% 0 <0,1%
Gesamt 1.218 100,0% 1.468 100,0%

Nachstehende Tabelle zeigt das Hypothekarkreditvolumen in Fremdwährung an Retail-Kunden in Ungarn:

Das Volumen der tatsächlichen oder noch zu erwartenden Rückzahlungen betrug per 31. Dezember 2011 € 401 Millionen, was einer Annahmequote von 28,9 Prozent entspricht. Rund die Hälfte davon wurde bereits im Jahr 2011 konvertiert, für den Restbetrag wurden entsprechende Vorsorgen getroffen. Der daraus resultierende Verlust betrug € 109 Millionen. Der in den Folgeperioden entgehende Zinsertrag beträgt rund € 18 Millionen.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisikomanagement war eine der 2011 am stärksten betroffenen Einheiten des Risikocontrollings. Neben der Frequenzsteigerung des internen Reportings und der enormen Anzahl an zusätzlichen Analyseaufgaben, besonders seit dem Austrocknen der Emissionsmärkte, wurden auch außerordentliche Maßnahmen gesetzt, um die Erhaltung des starken Liquiditätspuffers der RBI zu gewährleisten. Gleichzeitig wurden die in der internen Risikomessung und -steuerung verwendeten Krisenszenario-Analysen weiterentwickelt und in die Liquiditäts- und Bilanzstruktursteuerung der wesentlichen Konzerneinheiten stärker eingebunden.

Auch die Geldflussmodellierungen für den regulären Erwartungsfall wurden 2011 überarbeitet und um Erkenntnisse der vergangenen Jahre erweitert, um die daraus entstehenden Vorschaurechnungen für Kapitalbindung und Refinanzierungsbedürfnisse anpassen zu können. Dadurch sollen zum einen die Transparenz bezüglich tatsächlich entstehender Kosten und Risiken erhöht, andererseits aber natürlich auch die richtigen Steuerungsimpulse gesetzt werden.

Die vorgesehene Umsetzung der Liquiditätsvorschriften nach Basel III war 2011 ein weiteres Thema im Zusammenhang mit dem Liquiditätsrisiko. Obwohl noch keine finale Fassung der regulatorischen Vorschriften vorliegt und diese daher noch sehr unterschiedlich interpretiert werden, wurden bereits Berechnungen für die RBI und einzelne Konzerneinheiten durchgeführt. Die Implementierung der erforderlichen Datenlandschaft und entsprechender Berechnungsapplikationen wurde ebenfalls bereits eingeleitet und wird vor allem 2012 einen Arbeitsschwerpunkt bilden.

Das Liquidity Contingency Committee (LCC) ist ein Gremium, das sich mit Liquiditätssteuerung und Maßnahmen im Fall angespannter Marktsituationen oder Krisen befasst. Aufgrund der angespannten Marktsituation wurde das LCC in der zweiten Jahreshälfte 2011 einberufen und hat bis zum Jahresende mehrmals getagt.

Simulation des Zinsüberschusses

Das Zinsergebnis der RBI stellt einen bedeutenden Ergebnisfaktor dar und trägt damit wesentlich zur Stärkung der Kapitalbasis und zum Erfolg des Geschäftsmodells bei. Um dieser Bedeutung gerecht zu werden, wird das Risikomanagement von Zinsflüssen in einer eigenen Einheit unabhängig vom Liquiditätsrisiko wahrgenommen. Hier wird v. a. der Einfluss von unterschiedlichen Zinsszenarien auf das Zinsergebnis simuliert. In enger Kooperation mit den Markteinheiten bereitet sich die RBI damit auf unterschiedliche Entwicklungen auf den Märkten vor und kann im Fall negativer Tendenzen schnell reagieren. Im Jahr 2011 standen in diesem Bereich einerseits die Weiterentwicklung der zur Verfügung stehenden Analyse- und Reportingwerkzeuge und andererseits die Harmonisierung dieser Systeme innerhalb der Gruppe im Vordergrund.

Marktrisiko

Seit Jänner 2010 basiert das Marktrisikomanagement auf den Zahlen eines internen Modells. Dieses errechnet mit einem hybriden Ansatz, also einer Kombination aus historischer und Monte-Carlo-Simulation mit 5.000 Szenarien, den Valueat-Risk (VaR) für die Veränderung der Risikofaktoren Fremdwährungen, Zinsentwicklung, Credit Spreads aus Anleihen und Credit Default Swaps sowie Aktienindizes. Zur besseren Abbildung der Risikofaktoren, bei denen die Wahrscheinlichkeit extremer Kursänderungen höher ist als in einer Normalverteilung, wurden zahlreiche Zusätze in das Modell integriert. Dazu zählen etwa die Anreicherung der Szenarien um extreme Ereignisse oder die Berücksichtigung des aktuellen Volatilitätsniveaus in der Generierung von Szenarien sowie unterschiedliche Zeithorizonte in der Volatilitätsschätzung. Die Wahl dieses Modellzugangs schafft bereits heute die Basis, um die strengen Basel-III-Anforderungen in internen Modellen umzusetzen. Das Modell wurde zusätzlich um ein Stressed-VaR-Modul erweitert, das die seit 31. Dezember 2011 geltenden regulatorischen Anforderungen erfüllt.

Nach Bestehen des Begutachtungsprozesses der FMA und der Österreichischen Nationalbank (OeNB) wird das Modell seit 30. August 2010 für die Eigenmittelberechnung des Fremdwährungs- und des allgemeinen Zinsrisikos des Handelsbuchs für die Konzernzentrale verwendet. Der tägliche Steuerungsumfang beinhaltet Handels- und Bankbücher der RBI basierend auf dem VaR bei einer Haltedauer von 1 Tag und einem Konfidenzintervall von 99 Prozent sowie Sensitivitätslimits. Die Marktrisikoposition, der Limitprozess und die Darstellung sämtlicher Kapitalmarktaktivitäten in der Erfolgsrechnung zählen zu den fixen Tagesordnungspunkten des wöchentlich tagenden Marktrisiko-Komitees.

Um die Qualität des Modells sicherzustellen, wird es einem täglichen Rückvergleich, dem so genannten Backtesting, unterzogen. Die Ergebnisse dieser Tests lagen stets im Rahmen der Modellerwartungen und zeigten auch in den vergangenen Monaten keine wesentlichen Abweichungen. Auf Basis dieser guten Ergebnisse ist das interne Modell regulatorisch in der besten Klasse ("Status grün") einzustufen.

Management von notleidenden Krediten

Dass 2011 ein schwieriges Jahr für CEE und damit für den Heimmarkt der RBI war, machte sich auch durch einen Anstieg der notleidenden Kredite an Nichtbanken bemerkbar (plus 4 Prozent oder € 266 Millionen gegenüber 2010). Die Neubildung entsprechender Kreditrisikovorsorgen wurde jedoch durch hohe Erträge aus Sanierungsmaßnahmen zum Teil kompensiert. Weiters wurde eine angemessene Deckung durch Wertberichtigungen gewährleistet. Dies wird auch 2012 einen der Schwerpunkte bilden.

Die RBI erzielte 2011 zudem signifikante Prozessverbesserungen in der Früherkennung gefährdeter Kredite und deren Bearbeitung, wodurch eine weitere Zunahme der notleidenden Kredite weitgehend verhindert werden konnte. Wichtige Eckpfeiler sind hier der vergrößerte Umfang der betrachteten Portfolios und die verbesserte Effizienz der Prozesse, die Weiterentwicklung des Berichtswesens und der kontinuierliche Erfahrungsaustausch zwischen den einzelnen Mitgliedern der Kreditinstitutsgruppe.

Basel II und III – regulatorisches Umfeld

Die RBI beschäftigte sich auch 2011 intensiv mit den laufenden bzw. bevorstehenden regulatorischen Entwicklungen. Ein Großteil der erwarteten Änderungen ergibt sich aus der EU-Richtlinie CRD III zum Kapitalbedarf und der von der EU-Kommission vorgeschlagenen noch weitergehenden Verordnung CRD IV/CRR. Der potenzielle Einfluss der neuen bzw. geänderten gesetzlichen Regelungen auf die RBI wurde eingehend analysiert. Bei Bedarf wurden entsprechende interne Richtlinien erlassen, so z. B. bezüglich der Vergütungspolitik und der Angemessenheit der Entlohnung.

Neben den bereits aufgenommenen Vorbereitungen im Zusammenhang mit den neuen Basel-III-Regelungen stand 2011 die laufende Implementierung des fortgeschrittenen Basel-II-Ansatzes im Fokus des Risikomanagements. Die Basel-II-bezogenen Aktivitäten umfassten die Implementierung des Internal-Ratings-Based-Ansatzes (IRB) im Retail- und Non-Retail-Bereich in den Tochterunternehmen in CEE, die Weiterentwicklung des internen Marktrisikomodells sowie die gruppenweite Einführung des Standardansatzes beim operationellen Risiko.

Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über den aktuellen Stand dieser Vorhaben. Die Implementierung des IRB-Ansatzes bei Tochterunternehmen in CEE wird 2012 fortgesetzt.

Kreditrisiko
Einheit Non-
Retail
Retail Marktrisiko Operationelles
Risiko
Raiffeisen Bank International AG, Wien (Österreich) IRB 1 n.a. Internes Modell 2 STA
RB International Finance (USA) LLC, New York (USA) IRB STA3 STA STA
Raiffeisenbank a.s., Prag (Tschechische Republik) IRB STA STA STA
Raiffeisen Bank Zrt., Budapest (Ungarn) IRB IRB STA STA
Raiffeisen Malta Bank plc., Sliema (Malta) IRB STA STA STA
Tatra banka a.s., Bratislava (Slowakei) IRB IRB STA STA
Raiffeisen Bank S.A., Bukarest (Rumänien) IRB STA STA STA
Raiffeisenbank Austria d.d., Zagreb (Kroatien) IRB 4 STA STA STA
Alle anderen Einheiten STA STA STA STA

1 IRB = Internal-Ratings-Based-Ansatz

2 Nur für Risiko der offenen Devisenposition und allgemeines Zinsrisiko des Handelsbuchs

3 STA = Standard-Ansatz

4 Nur auf konsolidierter Ebene

Für die Kapitalunterlegung des operationellen Risikos gemäß Basel II wird derzeit in allen wesentlichen Konzerneinheiten der Standardansatz verwendet.

Human Resources

Die Arbeit im Bereich Human Resources (HR) ist eng mit der wirtschaftlichen Entwicklung der RBI verbunden. Daher war 2011 ein Jahr der Gegensätze. Im ersten Halbjahr, das von Optimismus und Wachstumsaussichten geprägt war, wurde

in neue Mitarbeiter, in die Aus- und Weiterbildung und in Maßnahmen im Kompensationsbereich investiert. In der zweiten Jahreshälfte veränderte sich die Situation, und es wurden in allen Ländern Kosteneinsparungsprogramme initiiert.

Zum 31. Dezember 2011 beschäftigte die RBI mit 59.261 Mitarbeitern (gemessen in Vollzeitäquivalenten) um 1 Prozent bzw. 521 Personen weniger als Ende 2010. Die gemessen an der Mitarbeiterzahl des Landes größten Reduktionen gab es in Russland, der Ukraine und in Ungarn. Das Durchschnittsalter der Mitarbeiter war mit 36 Jahren weiterhin relativ niedrig und unterstreicht das Bild der RBI als junge und dynamische Bank. Mit einer Akademikerquote von 74 Prozent wiesen die Mitarbeiter ein sehr hohes Qualifikationsniveau auf, 68 Prozent der Beschäftigten waren Frauen.

Performance Management

Die Anpassung des Performance-Management-Prozesses an die aus den CRD-III-Richtlinien (Details dazu am Ende des Kapitels) resultierenden Erfordernisse bildete 2011 den Schwerpunkt bei der Weiterentwicklung der Werkzeuge und Richtlinien für diesen Bereich. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die nachvollziehbare Umsetzung der Unternehmensstrategie in den individuellen Leistungszielen der Führungskräfte, auf intensives Training von Führungskräften und Mitarbeitern sowie auf Prozessverbesserungen gelegt.

Weiterbildung und internationaler Wissenstransfer

Die Schwerpunkte der fachlichen Weiterentwicklung stehen in engem Konnex zur Konzernstrategie der RBI. Dementsprechend lag 2011 der Fokus auf Ausbildungsprogrammen zu Produkten und Risiken des Kapitalmarkts, um die Beratungskompetenz der Firmenkundenbetreuer in diesem Bereich auszubauen, sowie auf Trainings im Risikomanagement und im Bereich des gehobenen Privatkundengeschäfts (Premium Banking). Allen Mitarbeitern steht ein umfassendes Kursangebot zur Verfügung. Um die Schlagkraft konzernweiter Trainings zu erhöhen, wurden in allen Netzwerkbanken sogenannte Mastertrainer ernannt, die als Multiplikatoren für die Wissensvermittlung eingesetzt werden.

Neben klassischen Trainings lag ein Schwerpunkt auf der Förderung der konzernweiten Mobilität bzw. des grenzüberschreitenden Wissens- und Personalaustausches. Durch internationale Traineeprogramme, z. B. in den Bereichen Risikomanagement oder Treasury, konnten gezielt Know-how und Erfahrung unter den Netzwerkbanken ausgetauscht werden.

Als wichtiger Bestandteil der Weiterbildung wurde im Berichtszeitraum das Angebot an E-Learning weiter ausgebaut. Dies dient vor allem dem Ziel, die Ausbildung zu Standardthemen sowie lokale und gruppenweite Initiativen bestmöglich zu unterstützen. Durch den Ausbau der technischen Infrastruktur und Verbesserungen der Anwenderfreundlichkeit wurden die Nutzung und Akzeptanz im Jahr 2011 deutlich erhöht.

Entwicklung des Personalstands

Talent Management und Führungskräfteentwicklung

Als Arbeitgeber schafft die RBI ein Umfeld, in dem sie die Mitarbeiter fordert und entsprechend ihren individuellen Fähigkeiten fördert und unterstützt. Um den wertvollsten Know-how-Trägern gezielt Perspektiven für ihre berufliche Weiterentwicklung aufzuzeigen und sie an das Unternehmen zu binden, sollen ihnen auch attraktive Alternativen zu einer Führungskarriere geboten werden. Dafür wurden die notwendigen Strukturen geschaffen, die nun die Grundlage für ein breites Bündel an Maßnahmen im Bereich Talent Management bilden.

Top Companies for Leaders

Für ihre Strategie und ihre Programme zur Führungskräfteentwicklung wurde die RBI als erstes österreichisches Unternehmen im Rahmen der internationalen Studie "Top Companies for Leaders 2011" ausgezeichnet: Sie belegte den sechsten Platz im europäischen Ranking der Studie des amerikanischen Magazins Fortune, die in Kooperation mit den Personalberatungsunternehmen AonHewitt und RBL Group durchgeführt wurde. Die RBI hat es dabei als eine von wenigen Banken in das Ranking geschafft. Kriterien der Bewertung waren u. a. die Stärke der Führungspraktiken und -kultur, die Führungskräfteentwicklung auf globaler Ebene, die Konsistenz von Führungs- und Geschäftsstrategie sowie Geschäftserfolg und Ansehen des Unternehmens.

Das Talent Management der RBI zeichnet sich durch klare Prozesse und effektive Werkzeuge aus. Dank der Stärke des RBI Top Talent Pools, das aus mehr als 120 Kandidaten besteht, können Top-Positionen großteils intern besetzt werden.

Zahlreiche konzernweite und lokale Initiativen

Um den Schlüsselpersonen im Management der RBI umfassendes Feedback zu ihrem aktuellen Leistungsniveau – auch im Vergleich zum Markt – zu geben, wurde 2011 ein konzernweites Top Management Audit entwickelt. Es dient als Basis für individuelle Entwicklungspläne mit Schwerpunkt auf der Förderung der Internationalisierung und der Verbreiterung des Management-Hintergrunds.

Besetzung von Vorstandspositionen in den Netzwerkbanken

Zusätzlich gab es eine Vielzahl an lokalen Initiativen,

um High Potentials zu identifizieren und zu fördern, so z. B. Assessment Center für Branch Manager im Kosovo, für Middle Manager in Russland und für lokale Top-Talente in Ungarn, die School of Excellence in Kroatien und das Executive Education Program in Zusammenarbeit mit internationalen und lokalen Business Schools in Russland und Polen.

Langjährig bewährte Führungskräfte-Entwicklungsprogramme für verschiedenste Zielgruppen und Management-Ebenen sowie Coachings und sogenannte "360-Grad-Feedbacks" wurden auch 2011 weitergeführt. Gleichzeitig kooperierte die RBI im Raiffeisen-Campus-Projekt mit den Ausbildungsorganisationen der Raiffeisen Bankengruppe Österreich, um mittelfristig das Talent Management innerhalb der gesamten Raiffeisen-Gruppe durchlässiger zu gestalten.

Mitarbeiterbefragungen

Auch 2011 wurden in vielen Einheiten – neben Österreich u. a. in den Raiffeisenbanken in Albanien, dem Kosovo, Kroatien, Polen, Rumänien und Serbien – Mitarbeiterbefragungen durchgeführt. In Österreich nahmen knapp über 70 Prozent der Mitarbeiter an der Befragung teil. Neben Fragen zu Arbeitssituation, Zusammenarbeit, Information und Kommunikation sowie Zufriedenheit war ein Schwerpunkt dem Thema Leadership gewidmet. Nach Auswertung der Ergebnisse wurden mehr als 60 Projekte entwickelt, mit deren Umsetzung noch 2011 begonnen wurde. Zusätzlich wurden Maßnahmen zur Verbesserung der internen Information und Kommunikation gesetzt und auch die Performance-Management- und Kompensationssysteme in diversen Details angepasst.

Zusammenrücken im Bereich Human Resources

Konzernsteuerung, Wissensmanagement und das Lernen voneinander waren auch 2011 wichtige Themen im Human-Resources-Management der RBI. So wurde sowohl die Implementierung von Gruppenstandards vorangetrieben als auch die Zusammenarbeit zwischen den Tochterbanken – vor allem der Austausch von Erfahrungen und Best Practice – intensiviert. Bei der jährlichen Tagung der Personalleiter der RBI im April wurden Informationen zu aktuellen Themen wie Job Grading, Change-Projekte, Kompensationsprogramme, Performance Management oder Incentive-Regelungen ausgetauscht. Zusätzlich wurden bei zwei regionalen Meetings in Minsk und Zagreb die unterschiedlichen regionalen oder länderspezifischen Anforderungen erörtert. Im Fokus standen dabei u. a. die optimale HR-Struktur, die Mitarbeiterentwicklung und die Optimierung administrativer HR-Prozesse.

Neue Regulierungen im Kompensationsbereich

Änderungen im österreichischen Bankwesengesetz (§ 39b BWG) auf Grundlage einer EU-Richtlinie (Capital Requirements Directive III, CRD III) verlangen seit 2011 zwingend Vorgaben für variable Vergütungssysteme in Banken. Ziel davon ist es, die Mitarbeiter zu einem Handeln zu motivieren, das stärker auf Nachhaltigkeit und Langfristigkeit ausgerichtet ist. Vor diesem Hintergrund hat die RBI 2011 ihre Vergütungssysteme angepasst und spezielle Regelungen für Mitglieder der Geschäftsleitung, Risikokäufer (Funktionen, die durch ihre Geschäftsentscheidungen direkt das Risikoprofil beeinflussen), Mitarbeiter mit Kontrollfunktionen sowie Mitarbeiter, die derselben Vergütungsgruppe wie die Geschäftsleitung und Risikokäufer angehören und deren Tätigkeit sich wesentlich auf das Risikoprofil auswirkt ("Risikopersonal"), geschaffen.

Für alle Unternehmen der RZB-Gruppe wurde der Einfluss festgelegter Kriterien (z. B. Geschäftsmodell, Assets, ökonomisches Kapital etc.) auf das Risiko geprüft und die Anwendung der neu gestalteten Kompensationsrichtlinien (voll, limitiert oder minimiert) festgelegt sowie das "Risikopersonal" ("Identified Staff") bestimmt. Darauf aufbauend wurden wesentlich detailliertere allgemeine Vergütungsgrundsätze als Basis für die Vergütungspolitik und -praxis der RBI und der RZB-Kreditinstitutsgruppe definiert. Damit wurde ein Rahmen festgelegt, der die Ausrichtung der Vergütung der Mitarbeiter konzernweit nach den neuen gesetzlichen Regeln sicherstellt:

Allgemeine Vergütungsgrundsätze der RBI

  • Die Vergütungsgrundsätze unterstützen die Geschäftsstrategie und die Berücksichtigung der langfristigen Unternehmensziele, Interessen und Werte durch die Anwendung der Schlüsselkennzahlen (KPI) und der wesentlichen kulturellen Kompetenzen der RBI.
  • Die Vergütungsgrundsätze beinhalten Maßnahmen zur Vermeidung von Interessenkonflikten.
  • Die Vergütungsgrundsätze und -richtlinien entsprechen einer wirksamen Praxis des Risikomanagements. Anreize zu unangemessenem Risikoverhalten werden dank KPI und verschiedener Managementprozesse (z. B. des Performance-Management-Prozesses, der Risikoausschüsse und des Bonus-Pool-Ansatzes) vermieden.
  • Der Vergütung liegt eine funktionale Struktur (etwa eine Vergütungsstufenstruktur) zugrunde und sie ist leistungsbezogen.
  • Die Vergütung ist kompetitiv und leistbar und wird gemäß dem relativen Wert der jeweiligen Position, dem Marktwert und den üblichen Gepflogenheiten festgelegt.
  • Die fixe Vergütung wird nach Maßgabe der vor Ort geltenden Marktbedingungen definiert.
  • Die Zusammensetzung der Vergütung (das Verhältnis der variablen zu den fixen Bestandteilen) ist wohl ausgewogen und gewährt jedem Mitarbeiter bereits auf Basis des Fixeinkommens einen angemessenen Lebensstandard. Dies erlaubt eine vollständig flexible Vergütungspolitik einschließlich der Möglichkeit, auf jegliche variable Vergütung zu verzichten.
  • Die variable Vergütung kann folgende Elemente umfassen:
  • Short-term Incentives (STI) bzw. kurzfristige Anreize: Sie gelten für Leistungen bis zu einem Jahr, gemessen anhand quantitativer und qualitativer Kriterien auf Konzern-, Bank-, Business-Unit- und individueller Ebene.
  • Um sicherzustellen, dass sich die Leistung der gesamten Organisation/der Business Unit in kurzfristigen Anreizen widerspiegelt, wird die Gesamthöhe der Zahlungen durch Bonus-Pools bestimmt.
  • Mid-/Long-term Incentives (LTI) bzw. mittel-/langfristige Anreize: Sie gelten für kontinuierliche Leistungen über bis zu fünf Jahre und basieren auf mittel- und langfristigen Leistungsmessungen.
  • Alle variablen Vergütungsprogramme beinhalten Bestimmungen über Schwellenwerte und Obergrenzen.
  • Die gesamte variable Vergütung darf die Möglichkeiten des Instituts zur Stärkung seiner Eigenkapitalbasis nicht einschränken.

  • Die variable Vergütung darf über keinerlei Vehikel oder Methoden ausbezahlt werden, die eine Umgehung der Vorschriften dieser Unternehmensrichtlinie der RBI erleichtern würden.

  • Leistung bildet die Grundlage aller variablen Vergütungspläne. Sie umfasst:
  • Leistungen auf Bank-, Business-Unit- (sofern anwendbar) sowie individueller Ebene (inklusive der Einhaltung des Verhaltenskodex sowie der Compliance-Vorschriften der RZB Group).
  • Risiko-, Liquiditäts- und Kapitalkosten.
  • Die individuelle Leistung entspricht dem Output der erzielten Ergebnisse und Verhaltensweisen/Kompetenzen auf Basis sowohl quantitativer als auch qualitativer Messungen, die im Rahmen des Leistungsmanagement-Prozesses durchgeführt werden und finanzielle wie auch nichtfinanzielle Kriterien berücksichtigen.
  • Die Leistung auf Konzern- bzw. Business-Unit-Ebene entspricht dem Output der erzielten Ergebnisse auf Basis quantitativer Messungen anhand der KPI der RBI Group.
  • Mitarbeiter in Kontrollfunktionen werden unabhängig vom Abschneiden der von ihnen geleiteten Business Units entlohnt. Sie sind mit angemessenen Befugnissen ausgestattet und ihre Vergütung wird anhand der Erreichung ihrer Organisationsziele festgelegt – unabhängig davon, welche Ergebnisse die von ihnen überwachten geschäftlichen Aktivitäten erbringen.
  • Die Pensionsleistungen entsprechen der Geschäftsstrategie, den Werten und den langfristigen Interessen des Instituts. Verlässt ein Mitarbeiter das Unternehmen vor seiner Pensionierung, werden die Pensionsleistungen auf freiwilliger Basis während eines Zeitraums von fünf Jahren in Form von Eigenkapital-/bargeldlosen Instrumenten gehalten. Erreicht ein Mitarbeiter die Pensionierung, werden freiwillige Pensionszahlungen an den Mitarbeiter in Form von Eigenkapitalinstrumenten mit fünfjahriger Behaltefrist geleistet.
  • Garantierte variable Zahlungen dürfen nur ausnahmsweise und nur im ersten Jahr der Beschäftigung gewährt werden.

Für das "Risikopersonal" wurden zusätzlich spezielle Grundsätze, z. B. die Zurückstellung von Teilen der variablen Vergütung über einen definierten Zeitraum, implementiert.

Basierend auf den Richtlinien des Konzerns und den jeweiligen lokalen gesetzlichen Vorgaben wurden in allen Konzerneinheiten neue Kompensationsrichtlinien eingeführt. Dabei wurden in einigen Ländern die bestehenden variablen Entlohnungssysteme angepasst, so etwa in Bosnien und Herzegowina das Jahresbonussystem oder in Serbien einzelne Incentive-Systeme für Verkaufseinheiten.

In Österreich konnte die im Zuge der Fusion der Raiffeisen International mit den Hauptgeschäftsfeldern der RZB 2010 gestartete Harmonisierung bzw. Neugestaltung der Entlohnungsstrukturen 2011 abgeschlossen werden. Auf Basis der neuen regulatorischen Rahmenbedingungen wurde dabei das Kompensations- bzw. Bonussystem neu gestaltet. Im Zuge dessen wurden die Grundgehaltsstrukturen einem Marktvergleich unterzogen und Gehaltsbandbreiten für die verschiedensten Funktionsgruppen entwickelt. Damit ist die Harmonisierung der Entlohnungsstrukturen, die ein wesentliches Element in der Entwicklung einer neuen Unternehmenskultur darstellt, abgeschlossen.

Ausblick

Konjunkturaussichten

Zentraleuropa

Nachdem die Volkswirtschaften Zentraleuropas 2011 noch von einer soliden Entwicklung der Exportmärkte profitierten, wird für 2012 eine deutliche Konjunktureintrübung prognostiziert. Vor diesem Hintergrund dürfte das BIP-Wachstum Polens von 4,3 Prozent im Jahr 2011 auf 2,8 Prozent 2012 zurückgehen. Ähnlich gestaltet sich die Entwicklung in der Slowakei, die 2011 noch ein Wachstum von 3,3 Prozent verzeichnete, 2012 aber voraussichtlich einen Rückgang der Wirtschaftsleistung auf 0,8 Prozent erleiden wird. Bei weiterhin schwacher Inlandsnachfrage und Einbußen bei den Exporten infolge der erwarteten Rezession in der Eurozone wird für die Tschechische Republik 2012 mit einem Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Aktivität um 0,2 Prozent gerechnet. Eine ähnliche Entwicklung wird für Slowenien erwartet, wo neben der starken Exportabhängigkeit ein fragiler Bankensektor sowie ein politischer Reformstau die Aussichten trüben. In Ungarn belasten die politischen Entscheidungen das Vertrauen der Investoren. Gepaart mit einer schwachen Inlandsnachfrage wird hier für 2012 ein Konjunkturrückgang von 0,5 Prozent prognostiziert.

Südosteuropa

Eine neuerliche Abschwächung der Konjunktur in der Eurozone, kombiniert mit den bereits jetzt schwachen Investitionen, dürfte sich auch auf Südosteuropa dämpfend auswirken und könnte in einigen Ländern zu einer Stagnation bzw. sogar zu einer Rezession führen. Eine Eindämmung der Kreditvergaben, weiterhin hohe Arbeitslosigkeit und ein Rückgang der Überweisungen der im Ausland arbeitenden Südosteuropäer schwächen die Konsumausgaben. Auch die Staaten haben wenig Spielraum für eine nennenswerte Stärkung des Konsums oder die Finanzierung von Investitionen. Für das Jahr 2012 wird daher mit rund 0,3 Prozent nur eine geringfügige Steigerung des BIP erwartet.

GUS

Trotz eines erwarteten weiterhin hohen Rohölpreises wird für 2012 ein schwächeres Wachstum in Russland prognostiziert. Russland fällt es zunehmend schwer, das Exportpreisniveau in hohes Wirtschaftswachstum umzusetzen. Es sollte jedoch mit 3,7 Prozent weiterhin deutlich im positiven Bereich und auch über dem Niveau der Eurozone liegen. Die inländischen Konjunkturimpulse – sowohl durch private Nachfrage als auch durch Investitionen – dürften im Vergleich zum Vorjahr etwas schwächer ausfallen. Eine ähnliche Entwicklung ist für die Ukraine zu erwarten, die ebenso wie Russland stark von den volatilen Rohstoffpreisen abhängig und damit gerade im aktuellen globalen Umfeld Risiken ausgesetzt ist. Hier dürfte das Wirtschaftswachstum von 5,2 Prozent auf 3,5 Prozent zurückgehen. Dem weiterhin starken inländischen Konsum steht dabei nur ein mäßiger Wachstumsbeitrag der Nettoexporte gegenüber. Belarus wird 2012 noch mit den Folgen der Wirtschaftskrise zu kämpfen haben. Trotz anhaltend hohen Inflations- und Abwertungsdrucks wird ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 3,0 Prozent erwartet.

Eurozone

Die Ergebnisse der Konjunkturumfragen signalisieren für Ende 2011/Anfang 2012 eine merkliche Konjunkturabkühlung. Fiskalisches Gegensteuern gegen den Abschwung ist in den meisten Ländern aufgrund der hohen Finanzierungskosten kaum möglich. Im Gegenteil, in den meisten Euroländern ist 2012 mit einer anhaltend restriktiv ausgerichteten Fiskalpolitik zu rechnen. Zudem bleibt das politische Umfeld auf Jahressicht unruhig. Sparpakete und Strukturveränderungen auf nationaler sowie Rettungspakete auf gesamteuropäischer Ebene werden wohl weiterhin von Kritik und Protesten begleitet werden. Angesichts dieser Rahmenbedingungen ist mit einer merklichen Rezession von Ende 2011 bis Jahresmitte 2012 zu rechnen. Nachfrageseitig dürfte diese im Euroraum vor allem von Rückgängen der Investitions- und öffentlichen Konsumnachfrage geprägt sein. Es ist davon auszugehen, dass einige Länder des Euroraums im Jahr 2012 einen Rückgang der Wirtschaftsleistung erleiden: Belgien (minus 0,2 Prozent), Deutschland (0,0 Prozent), Finnland (0,0 Prozent), Frankreich (0,1 Prozent), Irland (minus 0,7 Prozent), Italien (minus 1,8 Prozent), Österreich (0,3 Prozent) und Spanien (minus 1,2 Prozent). Die stärksten Einbrüche sind für Griechenland (minus 5,5 Prozent) und Portugal (minus 3,8 Prozent) zu erwarten.

Asien

China wird auch 2012 der Wachstumsmotor im asiatischen Raum bleiben, wenngleich sich die Wachstumsdynamik aufgrund der nachlassenden weltweiten Exportnachfrage und der internen Ungleichgewichte auf dem Immobilienmarkt spürbar verlangsamen wird. Der nachlassende Inflationsdruck ermöglicht ein geldpolitisches Gegensteuern. Gleichzeitig wird erwartet, dass die Fiskalpolitik nicht wie 2009 stark unterstützend eingreift (massive Investitionsausweitung), sondern kleinere Maßnahmen, die vor allem den Konsum beleben und die einkommensschwachen Schichten unterstützen sollen, setzt. Insgesamt sollte für das Gesamtjahr 2012 das Wachstumsziel der Regierung von 7,5 Prozent übertroffen werden können. Auch Indien dürfte mit einer deutlichen Wachstumsverlangsamung konfrontiert sein, die im ersten Halbjahr 2012 einen Tiefpunkt erreichen dürfte. Für 2012 liegen die Wachstumsprognosen im Schnitt bei 7,0 Prozent.

Ausblick der RBI

Im Zuge der sich aus heutiger Sicht abzeichnenden gesamtwirtschaftlichen Entwicklung insbesondere in CEE peilen wir mittelfristig und einschließlich der Akquisition der Polbank einen Return on Equity vor Steuern von rund 15 Prozent an. Hierbei sind künftige Akquisitionen, etwaige Kapitalerhöhungen sowie heute noch nicht absehbare regulatorische Anforderungen nicht berücksichtigt.

Für 2012 gehen wir aufgrund des wirtschaftlichen Umfelds und der restriktiven regulatorischen Bestimmungen von einem stabilen Geschäftsvolumen aus. Unter Kundengesichtspunkten planen wir, dass der Bereich Corporate Customers weiter das Rückgrat des Geschäfts bilden soll, und der Bereich Retail Customers mittelfristig einen größeren Anteil am Geschäftsvolumen des Konzerns einnehmen soll als bisher.

Vor dem Hintergrund der sich ständig verändernden regulatorischen Anforderungen sowie einer weiteren Stärkung der Bilanzstruktur überprüfen wir laufend Höhe und Struktur unserer Eigenmittel, um zeitnah und flexibel agieren zu können. Dabei stellt weiterhin, abhängig von der weiteren Entwicklung der Märkte, auch die Durchführung einer Kapitalerhöhung eine mögliche Option dar.

Trotz des prognostizierten verhaltenen Wirtschaftswachstums erwarten wir eine Stabilisierung der Neubildungsquote bei nur geringfügig ansteigendem Volumen der notleidenden Kredite. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen des wirtschaftlichen und politischen Umfelds ist derzeit keine genaue Einschätzung in Bezug auf das Erreichen des Wendepunkts bei den notleidenden Krediten möglich.

Für das Jahr 2012 gehen wir von höheren Bankenabgaben als im Vorjahr aus. Diese werden in Österreich und CEE voraussichtlich zu einer Ergebnisbelastung von rund € 160 Millionen (davon rund € 100 Millionen für Österreich, rund € 40 Millionen für Ungarn sowie rund € 20 Millionen für die Slowakei) führen.

Wir planen 2012 für die RBI-Gruppe ein langfristiges Wholesale-Funding-Volumen (Laufzeit über 1 Jahr) von rund € 4,6 Milliarden. Beim kapitalmarktbezogenen Wholesale-Funding kalkulieren wir mit einem Volumen von € 2,1 Milliarden, wovon bis Mitte März bereits rund € 1,3 Milliarden platziert wurden.

Auch 2012 widmen wir der Kostenentwicklung erhöhte Aufmerksamkeit. Dazu wurden in der gesamten Gruppe Kostensenkungsprogramme mit dem Ziel einer flachen Kostenentwicklung aufgesetzt. Die Anzahl der Geschäftsstellen soll für den Konzern im Jahr 2012 etwa stabil bleiben (ohne Polbank), wobei es aber in einzelnen Ländern weiterhin zu Optimierungen des Geschäftsstellennetzwerks kommen kann.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Akquisition der Polbank

Am 3. Februar 2011 schloss die RBI eine Vereinbarung mit der griechischen EFG Eurobank Ergasias S.A. (Eurobank EFG) über den Erwerb eines Mehrheitsanteils in Höhe von 70 Prozent im ersten Schritt an deren Teilbetrieb Polbank EFG (Polbank). Mit ihrem starken Fokus auf Privatkunden wäre die Polbank eine gute Ergänzung zur Raiffeisen Bank Polska, die primär auf Firmenkunden fokussiert.

Wichtige Schritte zum Erwerb der Polbank – etwa die Genehmigungen der EU-Kommission sowie die Umwandlung in eine Bank mit eigener Lizenz – wie auch die Vorbereitungen für die künftige Organisationsstruktur der fusionierten Bank wurden im Geschäftsjahr 2011 erfolgreich abgeschlossen. Das Closing der Transaktion hängt jetzt noch von der aufsichtsrechtlichen Zustimmung in Polen ab.

Stärkung des Kernkapitals

Am 5. März 2012 endete die Angebotsfrist für den Rückkauf mehrerer Hybridkapitalemissionen der RBI. Insgesamt kaufte die RBI Wertpapiere im Gesamtnennwert bzw. zum Liquidationsvorzugsbetrag von € 358 Millionen zurück. Durch den Rückkauf erhöht sich das Core-Tier-1-Kapital um rund € 113 Millionen (Unterschiedsbetrag zwischen Nenn- und Rückkaufswert) bzw. die Core Tier 1 Ratio um 0,12 Prozentpunkte. Dadurch wird die Kapitalstruktur vor dem Hintergrund der veränderten regulatorischen Anforderungen entsprechend gestärkt.

Optimierung der Beteiligungsstruktur in Vorbereitung auf Basel III

Im Zuge der Vorbereitungsmaßnahmen auf die ab 2013 geltenden Richtlinien nach Basel III optimiert die RBI ihre Beteiligungsstruktur. Die europäische Umsetzung von Basel III wird die Anrechnung der Kapitalbeiträge von Minderheitsaktionären beschränken. Um diesen Effekt zu vermeiden, wird die RBI die im Eigentum der RZB befindlichen Minderheitenanteile an der Tatra banka, a.s. in der Slowakei und der Raiffeisenbank a.s. in der Tschechischen Republik übernehmen und dadurch ihre bereits bestehende Mehrheitsbeteiligung an diesen Netzwerkbanken aufstocken und die Aktionärsstruktur weiter vereinfachen.

Nach Abschluss der Maßnahme – vorbehaltlich der noch ausstehenden Genehmigungen durch die relevanten Aufsichtsbehörden – wird sich der Anteil der RBI am Kapital der Tatra banka in der Slowakei von 65,8 Prozent auf 78,6 Prozent und jener an der Raiffeisenbank in der Tschechischen Republik von 51,0 Prozent auf 75,0 Prozent erhöhen. Der Kaufpreis der Anteile wird insgesamt rund € 344 Millionen betragen, woraus vorerst ein Effekt auf die Core Tier 1 Ratio von rund 0,35 Prozentpunkten resultiert.

Segmentberichterstattung

Segmente 92 Segmentüberblick 94 Zentraleuropa 95 Südosteuropa 103 Russland 112 GUS Sonstige 115 Group Corporates 119 Group Markets 120 Corporate Center 122 Geschäftsbereiche 124 Corporate Customers 125 Retail Customers 127 Financial Institutions & Public Sector 129 Capital Markets & Treasury 130 Participations & Other 131

Einteilung der Segmente

Grundlagen der Segmentierung

In der RBI erfolgt die interne Management-Berichterstattung grundsätzlich auf Basis der bestehenden Organisationsstruktur. Diese ist matrixförmig aufgebaut, d. h. Vorstände sind sowohl für einzelne Länder als auch für bestimmte Geschäftsfelder verantwortlich (Konzept der "Country and Functional Responsibility"). Steuerungseinheit (Cash Generating Unit) im Konzern ist entweder ein Land oder ein Geschäftsfeld. Die obersten Entscheidungsgremien der RBI – Vorstand und Aufsichtsrat – treffen demnach wesentliche Entscheidungen über die Allokation der Ressourcen zu einem Segment auf Basis der jeweiligen Finanz- und Ertragskraft, weshalb diese Berichtskriterien als wesentlich beurteilt wurden. Entsprechend sind auch die Segmente nach IFRS 8 differenziert.

Die Märkte in Zentral- und Osteuropa werden dabei zu regionalen Segmenten zusammengefasst, in denen jeweils Länder mit vergleichbarem wirtschaftlichem Charakter und ähnlichen langfristigen Entwicklungserwartungen gebündelt werden. Durch die Verschmelzung mit den Hauptgeschäftsfeldern der RZB neu hinzugekommene Geschäftsaktivitäten außerhalb von CEE werden nach Geschäftsfeldern abgegrenzt.

Im Sinne größtmöglicher Transparenz und übersichtlicher Berichterstattung wurden unter Berücksichtigung der im IFRS 8 geforderten Schwellenwerte sieben Segmente definiert. Die Schwellenwerte liegen bei jeweils 10 Prozent der Kenngrößen Betriebserträge, Ergebnis nach Steuern und Segmentvermögen.

Daraus ergaben sich die folgenden Segmente:

Zentraleuropa

Dieses Segment umfasst mit den EU-Ländern Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik und Ungarn die am weitesten entwickelten Bankenmärkte Zentral- und Osteuropas. Gleichzeitig sind es jene Märkte, in denen die RBI bereits am längsten tätig ist. In allen Ländern ist die RBI durch eine Bank, Leasinggesellschaften und andere spezialisierte Finanzinstitute vertreten. In Polen stehen neben dem Kreditgeschäft mit Firmenkunden und Klein- und Mittelbetrieben (auch mittels Leasing und Factoring) auch das Retail Banking und vermehrt das Geschäft mit vermögenden Privatkunden im Fokus. In der Slowakei ist die RBI ebenfalls in den Geschäftsbereichen Corporate und Retail Customers samt Leasing tätig, die Betreuung vermögender Privatkunden wird ausgebaut. In Slowenien ist der Konzern mit Universalbankdienstleistungen sowie im Leasing vertreten, die Konzerneinheiten konzentrieren sich insbesondere auf das Geschäft mit lokalen Kommerzkunden. In der Tschechischen Republik wird neben dem klassischen Bankgeschäft mit Firmen- und Retail-Kunden auch Immobilienleasing angeboten. In Ungarn betreut der Konzern über ein dichtes Vertriebsnetz sowohl Privat- als auch Firmenkunden und ist auch mit Leasinggesellschaften präsent. Darüber hinaus ist die RBI in der Slowakei und der Tschechischen Republik durch die Direktbank ZUNO vertreten.

Südosteuropa

Zum Segment Südosteuropa zählen Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, der Kosovo, Kroatien, Rumänien und Serbien. In diesen Ländern ist die RBI mit Banken und Leasinggesellschaften sowie in einigen Märkten durch eigene Kapitalanlage- und Vermögensverwaltungsgesellschaften und Pensionsfonds vertreten. In Albanien und Bulgarien werden Finanzdienstleistungen in allen Geschäftsbereichen angeboten. Auch im Kosovo ist die RBI mit einem umfassenden Produktangebot präsent. In Bosnien und Herzegowina liegt der Schwerpunkt auf Klein- und Mittelbetrieben, es werden aber auch Privatkunden mit einem breiten Produktangebot angesprochen. In Kroatien liegt der Fokus auf großen und mittleren Firmenkunden sowie Retail-Kunden (auch im Pensionsfondsgeschäft). In Rumänien wird über ein dichtes Filialnetz eine breite Palette an Finanzdienstleistungen angeboten. Ferner wird von Rumänien aus das Kommerzkundengeschäft in Moldau gesteuert. In Serbien positioniert sich die RBI als Universalbank und unterhält eine Leasinggesellschaft.

Russland

Die Raiffeisenbank ist eine der führenden ausländischen Banken des Landes und auf Firmen- und Retailkunden fokussiert. Über ihr landesweites Filialnetz bietet sie auch gezielt Produkte für vermögende Privatkunden an. Das ebenfalls angebotene Leasinggeschäft rundet die Produktpalette ab. Die weitere Entwicklung des Geschäfts in Russland soll – ebenso wie in den anderen Segmenten – organisch erfolgen, insbesondere durch die kontinuierliche Stärkung der bestehenden Präsenz in den regionalen und überregionalen Zentren. Zudem begleitet die RBI verstärkt die Expansion russischer Unternehmen in die Länder Zentral- und Osteuropas. Das Segment ist aufgrund der Größe des Bankenmarkts sowie des hohen noch zu hebenden Potenzials von wesentlicher Bedeutung für die RBI.

GUS Sonstige

Dieses Segment umfasst Belarus, Kasachstan und die Ukraine. In Belarus ist die RBI mit einer Bank und einer Leasinggesellschaft aktiv. In Kasachstan ist sie nur im Leasinggeschäft vertreten. In der Ukraine ist die RBI mit einer Bank, einer Leasing- und einer Kartenabwicklungsgesellschaft vertreten und bietet über ein dichtes lokales Vertriebsnetz die gesamte Palette der Finanzdienstleistungen an.

Group Corporates

Im Segment Group Corporates wird das Geschäft mit von Wien aus betreuten österreichischen und internationalen – vornehmlich westeuropäischen – Firmenkunden der RBI AG abgebildet, die im Profitcenter Corporate Customers zusammengefasst sind. Zu den Kunden gehören die größten Unternehmen Österreichs, die überwiegend exzellente Bonität aufweisen. Weiters umfasst dieses Segment das im Profitcenter Network Corporate Customers & Support zusammengefasste Großkundengeschäft mit zentral- und osteuropäischen Kunden, ausgenommen österreichische multinationale Kunden. In den Profitcenters Corporate Customers und Network Corporate Customers & Support sind zudem Ergebnisse aus dem Geschäft mit strukturierten Handelsfinanzierungen für Rohstoffhändler sowie aus Dokumentengeschäften, Projektfinanzierungen und diversen Kofinanzierungen enthalten. Darüber hinaus wird das Firmenkundengeschäft in weiteren Ländern über die Bankgeschäftsstellen in China, Malaysia, Singapur und Malta betrieben. Finanzierungsgesellschaften in den USA und Hong Kong, die mit ausgewählten Produkten auf Nischenkunden fokussiert sind, sind ebenfalls diesem Segment zugeordnet.

Group Markets

Das Segment Group Markets umfasst das kapitalmarktbezogene Kunden- und Eigengeschäft der RBI AG. Die Ergebnisse aus dem Handel mit Devisen-, Zins- und Wertpapierprodukten sowie mit strukturierten Produkten für Financial Institutions, aber auch das Eigengeschäft werden diesem Segment zugeordnet. Dasselbe gilt für die Eigenhandels- und Market-Maker-Aktivitäten in Wien sowie in den Filialen in Singapur, China und London. Die Ergebnisse aus dem Kundengeschäft, aus dem Vertrieb sämtlicher Bankprodukte und aus den Geschäftsbeziehungen zu Banken, institutionellen Kunden, Staaten und Kommunen zählen ebenfalls zu diesem Segment. Ferner werden die Ergebnisse der Raiffeisen Centrobank (Handel mit Eigenkapitalinstrumenten und Kapitalmarktfinanzierungen) und der Kathrein Privatbank AG abgebildet.

Corporate Center

Das Segment Corporate Center umfasst durch die Konzernzentrale erbrachte Dienstleistungen in diversen Bereichen, die der Umsetzung der gruppenweiten Strategie dienen und zur Wahrung der Vergleichbarkeit diesem Segment zugeordnet sind. Ferner beinhaltet das Segment folgende Bereiche: Liquiditätssteuerung und Bilanzstruktur-Management im Rahmen des Eigenhandels, Beteiligungen (insbesondere jene an den Tochterbanken in CEE), Ergebnisse aus dem Bankgeschäft der Konzernzentrale und der Tochterbank in Malta zur Refinanzierung der Konzerneinheiten, das österreichische Transaction-Services-Geschäft mit seinen Abwicklungs- und Serviceangeboten für Finanzdienstleister sowie die Ergebnisse der Holding- und sonstiger Gesellschaften, die nicht unmittelbar einem Segment zugeordnet sind.

Segmentüberblick

Der Jahresüberschuss vor Steuern der RBI stieg im Jahresvergleich um 7 Prozent auf € 1.373 Millionen. Diese Steigerung beruhte einerseits auf einer leichten Erhöhung der um Einmaleffekte bereinigten Betriebserträge, anderseits beeinflusste der Rückgang der Kreditrisikovorsorgen den Jahresüberschuss deutlich positiv. Darüber hinaus verbesserten die stark gestiegenen Bewertungsgewinne aus derivativen Finanzinstrumenten das Ergebnis. Gleichzeitig führte der Anstieg der Verwaltungsaufwendungen um 5 Prozent, der weitgehend auf die gezielte Unterstützung des Geschäftswachstums zurückzuführen war, zu einer Erhöhung der Cost/Income Ratio auf 57,0 Prozent.

Die regionalen und funktionalen Segmente entwickelten sich im Berichtsjahr dabei unterschiedlich. Die Probleme in Ungarn und die Abwertung des Firmenwerts in der Ukraine konnten jedoch durch andere Märkte und Bereiche mehr als kompensiert werden.

In Zentraleuropa sank der Jahresüberschuss vor Steuern um € 236 Millionen auf € 33 Millionen. Gestiegene Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen in Ungarn trugen maßgeblich zu diesem Rückgang bei. Die Bilanzaktiva nahmen im Jahresabstand um 3 Prozent zu.

Die Region Südosteuropa verzeichnete im Berichtsjahr mit € 351 Millionen einen um 15 Prozent höheren Jahresüberschuss vor Steuern als 2010. Dieses Ergebnis war im Wesentlichen durch geringere Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen positiv beeinflusst, während die leicht gesunkenen Betriebserträge ergebnismindernd wirkten. Die Bilanzaktiva des Segments stiegen im Jahresabstand um 1 Prozent.

Russland leistete mit einem Jahresüberschuss vor Steuern von € 434 Millionen den größten regionalen Ergebnisbeitrag. Der hier erzielte Anstieg um 63 Prozent resultierte aus gestiegenen Betriebserträgen und niedrigeren Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen. Die Bilanzaktiva des Segments nahmen im Jahresvergleich um 17 Prozent zu.

Im Segment GUS Sonstige stieg der Jahresüberschuss vor Steuern um 19 Prozent auf € 106 Millionen, wofür nahezu ausschließlich geringere Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen verantwortlich waren. Die Bilanzaktiva des Segments sanken im Jahresvergleich – überwiegend aufgrund der Stagnation des Kreditgeschäfts sowie von Fremdwährungseffekten – um 5 Prozent.

Das Segment Group Corporates verzeichnete im Berichtsjahr einen Anstieg des Periodenüberschusses vor Steuern um 27 Prozent auf € 374 Millionen. Er basierte auf höheren Betriebserträgen und im Jahresvergleich niedrigeren Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen. Die Bilanzaktiva des Segments sanken im Jahresabstand um 3 Prozent.

Jahresüberschuss/-fehlbetrag vor Steuern nach Segmenten

in € Millionen

Der Jahresüberschuss vor Steuern des Segments Group Markets stieg im Jahresvergleich um 7 Prozent auf € 266 Millionen. Hauptverantwortlich dafür waren ein Anstieg der Betriebserträge und ein Rückgang der Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen. Die Bilanzaktiva gingen im Jahresabstand durch den Rückgang des Geschäftsvolumens um 6 Prozent zurück.

Im Segment Corporate Center betrug der Jahresfehlbetrag vor Steuern € 65 Millionen, einerseits bedingt durch Abschreibungen der konzerninternen Beteiligungen, anderseits beeinflusste eine höhere Bewertung der derivativen Finanzinstrumente das Ergebnis positiv. Die Bilanzaktiva stiegen im Jahresvergleich um 64 Prozent.

Die Struktur der Konzernaktiva betrachtet nach Segmenten veränderte sich im Berichtsjahr wie folgt: Der Anteil Zentraleuropas sank um 2 Prozentpunkte auf 19 Prozent, jener Südosteuropas ging um 1 Prozentpunkt auf 12 Prozent zurück. Der Anteil Russlands blieb mit 8 Prozent unverändert, jener des Segments GUS Sonstige sank um 1 Prozentpunkt auf 4 Prozent. Der Anteil von Group Corporates sank um 2 Prozentpunkte auf 13 Prozent, jener von Group Markets um 3 Prozentpunkte auf 14 Prozent, während der Anteil des Segments Corporate Center um 9 Prozentpunkte auf 30 Prozent stieg.

Bilanzsumme nach Segmenten

in € Millionen

2010 2011

Zentraleuropa

In Zentraleuropa lag der Jahresüberschuss vor Steuern im Berichtsjahr mit € 33 Millionen um 88 Prozent unter dem Wert der Vergleichsperiode. Obwohl die Betriebserträge um 6 Prozent anstiegen, sorgten vor allem der deutlich höhere Wertberichtigungsbedarf in Ungarn sowie die höheren Verwaltungsaufwendungen für diesen Rückgang. Der Return on Equity vor Steuern sank um 9,2 Prozentpunkte auf 1,2 Prozent.

Verände- Verände
in € Millionen 2011 2010 rung Q4/2011 Q3/2011 rung
Betriebserträge 1.668 1.569 6,3% 450 396 13,6%
Verwaltungsaufwendungen - 938 - 883 6,2% - 230 - 238 - 3,4%
Betriebsergebnis 730 685 6,5% 220 158 39,0%
Nettodotierungen zu
Kreditrisikovorsorgen
- 646 - 408 58,3% - 162 - 307 - 47,3%
Übrige Ergebnisse - 50 - 8 >500,0% - 38 - 2 >500,0%
Periodenüberschuss/-fehlbetrag
vor Steuern
33 269 - 87,8% 20 - 150
Aktiva 34.852 33.928 2,7% 34.852 35.608 - 2,1%
Nettozinsspanne 3,16% 3,29% - 0,13 PP 2,89% 3,14% - 0,25 PP
Return on Equity vor Steuern 1,2% 10,4% - 9,2 PP 2,9%

Betriebserträge

Der Zinsüberschuss des Segments blieb im Jahresvergleich mit € 1.102 Millionen beinahe unverändert. Die höchsten Zuwächse erzielten hier vor allem durch den Ausbau ihres Kundenportfolios die Einheiten in der Slowakei und Polen. In der Slowakei war dies auf höhere Erträge aus Krediten an Firmen- und Privatkunden zurückzuführen. Das Wachstum war dabei insbesondere von einer deutlichen Ausweitung des Hypothekarkredit-Portfolios bestimmt, bei den Firmenkunden schlugen auch Finanzierungen im Zusammenhang mit Umwelttechnologieprojekten positiv zu Buche. In Polen basierte die Steigerung des Zinsüberschusses auf einem deutlichen Anstieg des Firmenkundenportfolios aufgrund der verbesserten Kreditnachfrage. Darüber hinaus erhöhten sich die Zinserträge aus Wertpapieren, da die Überliquidität so wie im Vorjahr erfolgreich investiert wurde. In den restlichen Ländern des Segments ging der Zinsüberschuss zurück. In Ungarn war dafür die angesichts des weiterhin schwierigen Kreditumfelds verzeichnete Reduktion des Kreditvolumens verantwortlich. In der Tschechischen Republik hingegen brachte der höhere Zinsaufwand für offensiv akquirierte Kundeneinlagen ebenso wie der Zinsaufwand für das neu beschaffte Nachrangkapital eine Ergebnisbelastung. Die Nettozinsspanne in der Region sank um 13 Basispunkte auf 3,16 Prozent, die Bilanzaktiva des Segments nahmen im Jahresabstand um 3 Prozent auf € 34,9 Milliarden zu. Parallel dazu sanken die Kreditrisikoaktiva, vor allem bedingt durch den Rückgang im Retail-Bereich in der Slowakei sowie in den Bereichen Corporate Customers und Financial Institutions in Ungarn, um 6 Prozent von € 22,9 Milliarden auf € 21,5 Milliarden.

Der Provisionsüberschuss wuchs in allen Ländern der Region mit Ausnahme Ungarns um insgesamt 4 Prozent oder € 17 Millionen auf € 491 Millionen. Das Ergebnis aus dem Zahlungsverkehr stieg dabei im Jahresvergleich um 5 Prozent auf € 196 Millionen, im Wesentlichen aufgrund einer Zunahme der Transaktionsanzahl sowie durch Preisanpassungen bei Retail-Kunden in der Tschechischen Republik. Das Ergebnis aus dem Kredit- und Garantiegeschäft erhöhte sich im Jahresvergleich um 9 Prozent auf € 72 Millionen. Dieser Zuwachs wurde vor allem in Polen erzielt und beruhte neben gestiegener Geschäftsaktivität insbesondere auf Erträgen aus der Projektfinanzierung. Das Ergebnis aus dem Devisen-, Valuten- und Edelmetallgeschäft blieb mit € 147 Millionen insgesamt unverändert, obwohl in Ungarn sowohl die Zahl als auch das Volumen der Transaktionen in Fremdwährungen abnahmen.

Das Handelsergebnis erhöhte sich in Zentraleuropa im Jahresvergleich um 83 Prozent auf € 77 Millionen. Dabei stieg das Ergebnis aus dem währungsbezogenen Geschäft um € 26 Millionen auf € 62 Millionen, wofür primär Bewertungsergebnisse aus diversen Fremdwährungsfinanzinstrumenten in Polen und in Ungarn verantwortlich waren. Das Ergebnis aus dem zinsbezogenen Geschäft wuchs im Jahresvergleich um € 13 Millionen auf € 14 Millionen. Ausschlaggebend dafür waren Bewertungsgewinne aus Zinsswap-Transaktionen in der Tschechischen Republik und Ungarn.

Das sonstige betriebliche Ergebnis der Region verbesserte sich im Berichtsjahr von minus € 58 Millionen auf minus € 2 Millionen. Diese Steigerung beruhte auf höheren Erträgen aus bankfremden Aktivitäten sowie geringeren Aufwendungen für die Bankenabgabe in Ungarn. Diese Reduktion folgte aus der Ende 2011 durch die ungarische Regierung rückwirkend geschaffenen partiellen Abzugsfähigkeit der Verluste aus der vorzeitigen Tilgung von Fremdwährungskrediten.

Verwaltungsaufwendungen

Die Verwaltungsaufwendungen des Segments stiegen gegenüber jenen des Vergleichsjahrs um 6 Prozent oder € 55 Millionen auf € 938 Millionen, im Wesentlichen zurückzuführen auf den Anstieg der Personal- und Sachaufwendungen. Die höheren Personalaufwendungen wurden durch einen Ausbau der Vertriebskanäle in der Tschechischen Republik sowie durch die Erweiterung der Geschäftstätigkeit der Direktbank ZUNO in der Slowakei verursacht. In Polen bewirkten Insourcing-Maßnahmen eine deutliche Erhöhung der Mitarbeiteranzahl und folglich des Personalaufwands. Gleichzeitig erhöhten sich die Sachaufwendungen um 6 Prozent auf € 389 Millionen. Dies stand überwiegend im Zusammenhang mit den zusätzlichen Geschäftsaktivitäten der Direktbank ZUNO in der Tschechischen Republik und der Slowakei sowie mit der Vorbereitung des Erwerbs der Polbank in Polen. Die Abschreibungen stiegen in mehreren Ländern der Region, hauptsächlich hervorgerufen durch die Inbetriebnahme mehrerer IT-Applikationen und die Abschreibung diverser IT-Systeme aufgrund der Einführung eines neuen Kernbanksystems. In Ungarn hingegen sanken die Verwaltungsaufwendungen durch die Schließung einiger Filialen und die Reduktion der Mitarbeiteranzahl. Die Anzahl der Geschäftsstellen des Segments ging im Jahresabstand um 3 auf 552 zurück. Die Cost/Income Ratio der Region blieb unverändert bei 56,3 Prozent.

Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen

Obwohl in Zentraleuropa in mehreren Ländern ein Rückgang der Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen verzeichnet wurde, kam es insgesamt zu einem Anstieg von 58 Prozent oder € 238 Millionen auf € 646 Millionen. Hauptverantwortlich dafür war Ungarn mit einer Nettodotierung von € 478 Millionen. Die politischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten erforderten hier zusätzliche pauschalierte Einzelwertberichtigungen. In diesem Zusammenhang ist insbesondere die gesetzlich festgelegte Möglichkeit der vorzeitigen Rückzahlung von Fremdwährungs-Hypothekarkrediten für Privatpersonen zu einem deutlich unter dem Marktkurs liegenden Wechselkurs zu nennen. Die für die Bildung der Wertberichtigungen entscheidende Rückzahlungsquote bei Fremdwährungskrediten betrug rund 29 Prozent.

Die Nettodotierungen zu Einzelwertberichtigungen erhöhten sich damit im Jahresvergleich um 65 Prozent auf € 671 Millionen. Neben den oben beschriebenen Fällen war in Ungarn auch eine Neubewertung der Sicherheiten notwendig. Infolge der marktbedingt schwachen Inlandsnachfrage wirkte sich diese insbesondere bei Privatkunden negativ auf die Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen aus. In Slowenien war aufgrund eines einzelnen größeren notleidenden Kredits ebenfalls eine um € 13 Millionen höhere Nettodotierung zu Kreditrisikovorsorgen notwendig.

Bei den Portfolio-Wertberichtigungen ergab sich in der Region eine Nettoauflösung von € 21 Millionen. Sie verbesserten sich damit gegenüber dem Niveau des Vergleichsjahrs um insgesamt € 25 Millionen. Diese volumenbedingte Entwicklung betraf überwiegend Privatkundenkredite in Ungarn, obwohl die Nettodotierungen zu Einzelwertberichtigungen hier wie erwähnt weiter anstiegen. Die höchsten Nettodotierungen zu Portfolio-Wertberichtigungen fielen in der Tschechischen Republik vor allem im Zusammenhang mit dem gewachsenen Retail-Kundenportfolio an. Der Anteil der notleidenden Kredite am Kreditportfolio des Segments Zentraleuropa betrug am Ende des Berichtsjahrs 9,8 Prozent.

Übrige Ergebnisse und Steuern

Die übrigen Ergebnisse des Segments Zentraleuropa gingen von minus € 8 Millionen auf minus € 50 Millionen zurück. Das Ergebnis aus Finanzinvestitionen sank dabei aufgrund von Bewertungsverlusten in mehreren Ländern im Jahresvergleich von minus € 2 Millionen auf minus € 59 Millionen. Besonders in Ungarn fiel das Ergebnis aus der Bewertung von Kommunalschuldverschreibungen durch die allgemein erhöhte Risikoaversion und die dadurch gestiegenen Renditen negativ aus. Dagegen drehte das Ergebnis aus derivativen Finanzinstrumenten im Jahresvergleich von minus € 10 Millionen auf € 8 Millionen. Dieser Anstieg resultierte überwiegend aus Bewertungsergebnissen diverser Absicherungsgeschäfte in der Tschechischen Republik, die zur Anpassung der Währungs- und Zinsstruktur abgeschlossen worden waren. Hier schlugen sich sowohl Veränderungen der gehaltenen Positionen als auch das sinkende Zinsniveau positiv nieder. Die Steuern vom Einkommen und Ertrag des Segments erhöhten sich geringfügig um 1 Prozent auf € 66 Millionen, da die Verluste in Ungarn nur eingeschränkt zur Bildung von aktiven latenten Steuern genutzt werden konnten. Der Jahresfehlbetrag nach Abzug der nicht beherrschenden Anteile betrug € 11 Millionen.

Nachfolgend die Detailergebnisse der einzelnen Länder des Segments:

Tschechische Republik

1.1.–31.12. 1.1.–31.12. Verände- Verände
in € Millionen 2011 2010 rung Q4/2011 Q3/2011 rung
Zinsüberschuss 278 281 - 1,1% 65 70 - 7,6%
Provisionsüberschuss 127 110 15,0% 31 33 - 5,1%
Handelsergebnis 7 - 3 3 0
Sonstiges betriebliches Ergebnis 10 3 226,7% 8 0
Betriebserträge 422 392 7,7% 107 103 4,0%
Verwaltungsaufwendungen - 237 - 205 15,7% - 55 - 64 - 12,9%
Betriebsergebnis 185 187 - 1,0% 51 39 31,4%
Nettodotierungen zu
Kreditrisikovorsorgen
- 79 - 94 - 15,8% - 22 - 25 - 14,0%
Übrige Ergebnisse 11 - 5 - 2 11
Periodenüberschuss vor Steuern 117 89 31,6% 28 25 11,8%
Steuern vom Einkommen und Ertrag - 26 - 20 30,2% - 6 - 6 2,8%
Periodenüberschuss nach Steuern 91 69 32,0% 22 19 14,5%
Ergebnis der nicht
beherrschenden Anteile
- 46 - 36 28,3% - 8 - 11 - 22,1%
Periodenüberschuss nach Abzug
der nicht beherrschenden Anteile 45 33 36,0% 13 8 64,1%
Aktiva 8.789 7.908 11,1% 8.789 8.988 - 2,2%
Forderungen an Kunden 6.538 6.483 0,8% 6.538 6.799 - 3,8%
davon Corporate % 42,3% 42,3% - 0,1 PP 42,3% 43,3% - 1,0 PP
davon Retail % 57,6% 57,4% 0,2 PP 57,6% 56,6% 1,1 PP
davon in Fremdwährung % 6,9% 7,1% - 0,2 PP 6,9% 6,6% 0,3 PP
Verbindlichkeiten an Kunden 6.039 5.035 20,0% 6.039 6.004 0,6%
Loan/Deposit Ratio 108,2% 128,8% - 20,5 PP 108,2% 113,2% - 5,0 PP
Return on Equity vor Steuern 20,8% 17,4% 3,4 PP 19,6% 16,9% 2,6 PP
Return on Equity nach Steuern 16,2% 13,5% 2,7 PP 15,4% 13,0% 2,4 PP
Cost/Income Ratio 56,1% 52,2% 3,9 PP 51,8% 61,9% - 10,1 PP
Mitarbeiter zum Stichtag 3.012 2.894 4,1% 3.012 3.171 - 5,0%
Geschäftsstellen 129 112 15,2% 129 128 0,8%
Anzahl Kunden 470.666 423.371 11,2% 470.666 435.751 8,0%

Ungarn

1.1.–31.12. 1.1.–31.12. Verände- Verände
in € Millionen 2011 2010 rung Q4/2011 Q3/2011 rung
Zinsüberschuss 298 340 - 12,4% 61 76 - 19,3%
Provisionsüberschuss 90 99 - 9,5% 22 23 - 6,5%
Handelsergebnis 38 24 60,0% 28 - 2
Sonstiges betriebliches Ergebnis - 53 - 56 - 6,1% - 2 - 18 - 86,2%
Betriebserträge 373 407 - 8,3% 109 79 37,5%
Verwaltungsaufwendungen - 217 - 231 - 6,3% - 52 - 57 - 8,4%
Betriebsergebnis 157 176 - 11,0% 57 23 152,3%
Nettodotierungen zu
Kreditrisikovorsorgen
- 478 - 196 144,2% - 104 - 258 - 59,6%
Übrige Ergebnisse - 54 - 8 >500,0% - 28 - 13 116,7%
Periodenfehlbetrag vor Steuern - 375 - 28 >500,0% - 75 - 248 - 69,6%
Steuern vom Einkommen und Ertrag 19 8 157,5% 7 3 96,8%
Periodenfehlbetrag nach Steuern - 355 - 20 >500,0% - 69 - 245 - 72,0%
Ergebnis der nicht
beherrschenden Anteile
27 10 173,1% - 71 93
Periodenfehlbetrag nach Abzug
der nicht beherrschenden Anteile - 328 - 11 >500,0% - 140 - 152 - 8,4%
Aktiva 7.320 8.534 - 14,2% 7.320 8.290 - 11,7%
Forderungen an Kunden 5.564 6.279 - 11,4% 5.564 5.919 - 6,0%
davon Corporate % 53,2% 51,6% 1,6 PP 53,2% 51,9% 1,3 PP
davon Retail % 42,5% 45,1% - 2,6 PP 42,5% 45,0% - 2,5 PP
davon in Fremdwährung % 75,9% 72,5% 3,3 PP 75,9% 71,3% 4,5 PP
Verbindlichkeiten an Kunden 4.578 4.785 - 4,3% 4.578 4.883 - 6,2%
Loan/Deposit Ratio 121,5% 131,2% - 9,7 PP 121,5% 121,2% 0,3 PP
Return on Equity vor Steuern
Return on Equity nach Steuern
Cost/Income Ratio 58,1% 56,8% 1,3 PP 47,6% 71,5% - 23,8 PP
Mitarbeiter zum Stichtag 2.977 3.244 - 8,2% 2.977 3.188 - 6,6%
Geschäftsstellen 134 144 - 6,9% 134 144 - 6,9%
Anzahl Kunden 643.257 640.806 0,4% 643.257 646.256 - 0,5%

Polen

1.1.–31.12. 1.1.–31.12. Verände- Verände
in € Millionen 2011 2010 rung Q4/2011 Q3/2011 rung
Zinsüberschuss 191 178 7,5% 44 49 - 10,3%
Provisionsüberschuss 138 132 4,7% 36 34 6,1%
Handelsergebnis 32 23 40,7% 15 7 129,2%
Sonstiges betriebliches Ergebnis 16 - 6 5 1 334,3%
Betriebserträge 378 327 15,6% 100 91 10,5%
Verwaltungsaufwendungen - 209 - 184 13,6% - 58 - 51 12,4%
Betriebsergebnis 169 143 18,1% 43 40 8,0%
Nettodotierungen zu
Kreditrisikovorsorgen
- 58 - 61 - 5,5% - 22 - 13 66,1%
Übrige Ergebnisse 0 0 340,7% 0 0
Periodenüberschuss vor Steuern 112 82 35,9% 21 26 - 20,3%
Steuern vom Einkommen und Ertrag - 24 - 22 8,3% - 5 - 6 - 24,2%
Periodenüberschuss nach Steuern 88 60 46,1% 16 20 - 19,1%
Ergebnis der nicht
beherrschenden Anteile
- 6 - 4 25,9% - 1 - 1 - 32,7%
Periodenüberschuss nach Abzug
der nicht beherrschenden Anteile 82 56 47,7% 16 19 - 18,3%
Aktiva 7.368 6.928 6,4% 7.368 7.234 1,9%
Forderungen an Kunden 5.340 5.127 4,2% 5.340 5.347 - 0,1%
davon Corporate % 61,8% 57,2% 4,6 PP 61,8% 60,6% 1,2 PP
davon Retail % 37,6% 41,9% - 4,3 PP 37,6% 38,6% - 1,0 PP
davon in Fremdwährung % 39,8% 36,2% 3,6 PP 39,8% 39,7% 0,1 PP
Verbindlichkeiten an Kunden 4.356 3.896 11,8% 4.356 4.098 6,3%
Loan/Deposit Ratio 122,6% 131,6% - 9,0 PP 122,6% 130,5% - 7,9 PP
Return on Equity vor Steuern 15,8% 11,8% 4,0 PP 13,0% 15,5% - 2,5 PP
Return on Equity nach Steuern 12,4% 8,6% 3,8 PP 10,1% 11,9% - 1,8 PP
Cost/Income Ratio 55,2% 56,2% - 1,0 PP 57,3% 56,3% 1,0 PP
Mitarbeiter zum Stichtag 3.169 3.071 3,2% 3.169 3.149 0,6%
Geschäftsstellen 116 123 - 5,7% 116 116 0,0%
Anzahl Kunden 246.586 242.781 1,6% 246.586 243.900 1,1%

Slowakei

1.1.–31.12. 1.1.–31.12. Verände- Verände
in € Millionen 2011 2010 rung Q4/2011 Q3/2011 rung
Zinsüberschuss 304 280 8,4% 76 76 - 0,1%
Provisionsüberschuss 129 126 2,5% 32 33 - 2,9%
Handelsergebnis - 1 - 2 - 41,7% - 1 0
Sonstiges betriebliches Ergebnis 25 3 >500,0% 18 5 289,3%
Betriebserträge 456 406 12,2% 125 114 9,5%
Verwaltungsaufwendungen - 251 - 237 5,8% - 61 - 60 1,0%
Betriebsergebnis 205 170 21,1% 64 54 18,9%
Nettodotierungen zu
Kreditrisikovorsorgen
- 17 - 49 - 66,0% - 12 - 7 61,4%
Übrige Ergebnisse - 4 2 - 5 2
Periodenüberschuss vor Steuern 185 122 51,2% 48 49 - 3,1%
Steuern vom Einkommen und Ertrag - 36 - 30 20,0% - 8 - 10 - 26,1%
Periodenüberschuss nach Steuern 149 93 61,2% 40 39 3,1%
Ergebnis der nicht
beherrschenden Anteile
- 51 - 33 54,9% - 9 - 14 - 37,9%
Periodenüberschuss nach Abzug
der nicht beherrschenden Anteile 98 60 64,6% 31 24 27,2%
Aktiva 9.682 8.972 7,9% 9.682 9.453 2,4%
Forderungen an Kunden 6.636 6.011 10,4% 6.636 6.536 1,5%
davon Corporate % 52,0% 53,3% - 1,3 PP 52,0% 53,0% - 1,0 PP
davon Retail % 47,8% 46,4% 1,4 PP 47,8% 46,7% 1,0 PP
davon in Fremdwährung % 0,9% 1,6% - 0,6 PP 0,9% 1,0% 0,0 PP
Verbindlichkeiten an Kunden 7.207 6.816 5,7% 7.207 7.037 2,4%
Loan/Deposit Ratio 92,1% 88,2% 3,9 PP 92,1% 92,9% - 0,8 PP
Return on Equity vor Steuern 21,0% 15,6% 5,4 PP 21,0% 23,5% - 2,5 PP
Return on Equity nach Steuern 16,9% 11,8% 5,1 PP 17,6% 18,5% - 0,9 PP
Cost/Income Ratio 55,0% 58,3% - 3,3 PP 48,5% 52,6% - 4,1 PP
Mitarbeiter zum Stichtag 3.805 3.693 3,0% 3.805 3.807 - 0,1%
Geschäftsstellen 156 159 - 1,9% 156 156 0,0%
Anzahl Kunden 788.215 735.722 7,1% 788.215 770.491 2,3%

Slowenien

1.1.–31.12. 1.1.–31.12. Verände- Verände
in € Millionen 2011 2010 rung Q4/2011 Q3/2011 rung
Zinsüberschuss 31 31 - 1,7% 7 7 2,4%
Provisionsüberschuss 8 6 17,5% 2 2 - 1,9%
Handelsergebnis 0 - 1 0 0 - 84,9%
Sonstiges betriebliches Ergebnis 0 2 0 0
Betriebserträge 39 39 - 0,8% 9 10 - 8,8%
Verwaltungsaufwendungen - 26 - 27 - 3,2% - 5 - 7 - 20,7%
Betriebsergebnis 13 12 4,5% 4 3 17,0%
Nettodotierungen zu
Kreditrisikovorsorgen
- 15 - 9 72,8% - 2 - 3 - 39,2%
Übrige Ergebnisse - 4 0 - 2 - 2 36,1%
Periodenüberschuss/-fehlbetrag
vor Steuern - 6 4 - 1 - 2 - 64,7%
Steuern vom Einkommen und Ertrag 1 - 1 0 1 - 20,9%
Periodenüberschuss/-fehlbetrag
nach Steuern - 6 3 0 - 2 - 93,0%
Ergebnis der nicht
beherrschenden Anteile 1 0 0 0 - 83,7%
Periodenüberschuss/-fehlbetrag
nach Abzug der nicht
beherrschenden Anteile
- 5 2 0 - 2 - 94,2%
Aktiva 1.732 1.611 7,5% 1.732 1.668 3,8%
Forderungen an Kunden 1.303 1.317 - 1,0% 1.303 1.342 - 2,9%
davon Corporate % 61,7% 69,1% - 7,4 PP 61,7% 62,4% - 0,7 PP
davon Retail % 32,1% 30,0% 2,1 PP 32,1% 31,5% 0,6 PP
davon in Fremdwährung % 6,9% 9,5% - 2,7 PP 6,9% 6,7% 0,2 PP
Verbindlichkeiten an Kunden 464 447 3,8% 464 402 15,3%
Loan/Deposit Ratio 281,0% 294,7% - 13,8 PP 281,0% 333,6% - 52,6 PP
Return on Equity vor Steuern 4,6%
Return on Equity nach Steuern 3,2%
Cost/Income Ratio 66,6% 68,3% - 1,7 PP 59,6% 68,5% - 8,9 PP
Mitarbeiter zum Stichtag 323 352 - 8,2% 323 342 - 5,6%
Geschäftsstellen 17 17 0,0% 17 17 0,0%
Anzahl Kunden 67.526 66.899 0,9% 67.526 67.823 - 0,4%

Südosteuropa

In Südosteuropa stieg der Jahresüberschuss vor Steuern im Jahresvergleich um 15 Prozent auf € 351 Millionen. Niedrigeren Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen stand dabei ein Rückgang der Betriebserträge und des übrigen Ergebnisses gegenüber. Der Return on Equity vor Steuern stieg um 1,8 Prozentpunkte auf 17,5 Prozent.

Verände- Verände
in € Millionen 2011 2010 rung Q4/2011 Q3/2011 rung
Betriebserträge 1.366 1.379 - 1,0% 350 338 3,3%
Verwaltungsaufwendungen - 746 - 738 1,2% - 192 - 183 5,0%
Betriebsergebnis 619 641 - 3,4% 158 155 1,4%
Nettodotierungen zu
Kreditrisikovorsorgen - 258 - 335 - 23,1% - 64 - 70 - 7,6%
Übrige Ergebnisse - 10 - 1 >500,0% - 2 - 14 - 83,6%
Periodenüberschuss vor Steuern 351 305 15,3% 91 72 26,8%
Aktiva 22.827 22.697 0,6% 22.827 22.630 0,9%
Nettozinsspanne 4,07% 3,90% 0,17 PP 4,04% 4,16% - 0,12 PP
Return on Equity vor Steuern 17,5% 15,7% 1,8 PP 18,1% 14,0% 4,1 PP

Betriebserträge

Der Zinsüberschuss des Segments stieg um 2 Prozent auf € 919 Millionen. Dabei wurden in allen Ländern der Region mit Ausnahme von Bulgarien Zuwächse verzeichnet, am stärksten legte der Zinsüberschuss in Rumänien zu. Hier waren trotz hohen Margendrucks deutlich gestiegene Kreditvolumina bei großen Firmenkunden und Privatkunden zu verzeichnen. In Bulgarien hingegen sanken die Zinserträge aus dem Kundenportfolio, da die aktivseitigen Margen stark zurückgingen. Die Nettozinsspanne des Segments erhöhte sich insgesamt um 17 Basispunkte auf 4,07 Prozent, die Bilanzaktiva blieben im Jahresabstand mit € 22,8 Milliarden beinahe unverändert. Die Kreditrisikoaktiva sanken allerdings gegenüber dem Vergleichsjahr um 2 Prozent auf € 16,3 Milliarden. Verantwortlich dafür war überwiegend Kroatien, wo aufgrund des bevorstehenden EU-Beitritts die Forderungen gegenüber dem öffentlichen Sektor bzw. durch diesen garantierten Schuldnern geringer gewichtet werden konnten.

Der Provisionsüberschuss lag mit € 365 Millionen um 6 Prozent unter dem Wert des Vergleichsjahrs. Der Zahlungsverkehr leistete dazu mit € 178 Millionen (plus 2 Prozent) weiterhin den größten Beitrag, während der Ertrag aus dem Kreditund Garantiegeschäft im Jahresvergleich um 32 Prozent auf € 62 Millionen zurückging. Verantwortlich dafür war die Entwicklung in Rumänien, wo geringere Transaktionsvolumina insbesondere im stagnierenden Garantiegeschäft sowie marktbedingt niedrigere Preise für einen Rückgang sorgten. Zusätzlich wirkten sich hier die seit Juni 2010 gültigen neuen Bestimmungen des Konsumentenschutzgesetzes ergebnismindernd aus. Die Erträge aus dem Wertpapiergeschäft sanken um 11 Prozent auf € 8 Millionen, insbesondere aufgrund des starken Rückgangs von Staatsemissionen auf dem lokalen Finanzmarkt in Kroatien. Die Erträge aus dem Devisen-, Valuten- und Edelmetallgeschäft stiegen im Jahresvergleich um 4 Prozent auf € 69 Millionen.

Das Handelsergebnis des Segments Südosteuropa reduzierte sich im Jahresvergleich um 26 Prozent auf € 41 Millionen. Dabei ging der Ertrag aus dem währungsbezogenen Geschäft um 8 Prozent auf € 28 Millionen zurück. Während hier die Bewertungsergebnisse von Forward- und Swap-Transaktionen in Rumänien leicht anstiegen, sanken die in Kroatien erzielten Erträge durch den Ablauf einiger Währungsswap-Transaktionen und die deutlich geringere Währungsvolatilität. Im zinsbezogenen Geschäft wurde mit € 15 Millionen ein um 40 Prozent niedrigeres Ergebnis verzeichnet. In Kroatien fielen hier aufgrund der Ausweitung des Credit Spreads Bewertungsverluste aus diversen im Bestand gehaltenen Staatsanleihen an.

Das sonstige betriebliche Ergebnis erhöhte sich im Jahresvergleich um 8 Prozent auf € 40 Millionen. Dabei wirkten sich die auf € 41 Millionen leicht gestiegenen Erträge aus dem operativen Leasinggeschäft überwiegend in Kroatien positiv aus.

Verwaltungsaufwendungen

Die Verwaltungsaufwendungen des Segments erhöhten sich im Jahresvergleich um insgesamt 1 Prozent auf € 746 Millionen. Dabei sanken die Personalaufwendungen in mehreren Ländern, am stärksten fiel die Reduktion aufgrund niedrigerer Aufwendungen für Bonuszahlungen in Rumänien aus. Die Sachaufwendungen nahmen hingegen um insgesamt 3 Prozent zu. Dieser Anstieg war überwiegend durch Rumänien verursacht, wo höhere Aufwendungen für neue IT-Applikationen und die Einlagensicherung anfielen. Zudem wirkte sich in Rumänien eine Änderung der Umsatzsteuerregelung negativ aus. Die Abschreibungen des Segments stiegen um 5 Prozent auf € 108 Millionen, in erster Linie hervorgerufen durch Investitionen in immaterielle Vermögenswerte einschließlich IT-Applikationen vor allem in Rumänien. Umgekehrt reduzierten sich in Kroatien die Verwaltungsaufwendungen durch Einsparungen bei nahezu allen Kostenarten. Angesichts gesunkener Betriebserträge bei gleichzeitig gestiegenen Verwaltungsaufwendungen erhöhte sich die Cost/ Income Ratio um 1,1 Prozentpunkte auf 54,7 Prozent.

Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen

Die Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen sanken um insgesamt 23 Prozent oder € 77 Millionen auf € 258 Millionen. Dabei gingen die Nettodotierungen zu Einzelwertberichtigungen um 6 Prozent oder € 20 Millionen auf € 315 Millionen zurück. Verantwortlich dafür war überwiegend Kroatien, wo sich bessere Erfolge beim Inkasso von Forderungen und Restrukturierungsmaßnahmen bei Krediten an Privatkunden positiv auswirkten. Ebenso konnten in Albanien Kreditrisikovorsorgen für einen großen Firmenkunden aufgelöst werden. Bei den Portfolio-Wertberichtigungen ergab sich ein positiver Wert von € 54 Millionen, die höchsten Auflösungen fielen hier in Bulgarien und Rumänien an. In Kroatien hingegen kam es aufgrund der Anpassung an neu ermittelte Ausfallraten zu einem Anstieg der Nettodotierungen für das Großkunden-Portfolio. Der Anteil der notleidenden Kredite am Kreditportfolio des Segments wuchs auf 11,3 Prozent, überwiegend zurückzuführen auf größere Einzelfälle im Corporate-Bereich.

Übrige Ergebnisse und Steuern

Die übrigen Ergebnisse des Segments Südosteuropa sanken im Jahresvergleich um € 9 Millionen auf minus € 10 Millionen. Das Ergebnis aus Finanzinvestitionen reduzierte sich dabei durch Veräußerungs- und Bewertungsverluste aus Staatsanleihen in Rumänien sowie Unternehmensanleihen in Kroatien von € 10 Millionen auf minus € 5 Millionen. Aufgrund der aus Wesentlichkeitsgründen durchgeführten Endkonsolidierung einer Leasinggesellschaft in Moldau ergab sich ein negatives Ergebnis aus Endkonsolidierungen von € 0,3 Millionen.

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag der Region erhöhten sich im Jahresvergleich um 19 Prozent auf € 47 Millionen. Die Steuerquote blieb mit 13 Prozent unverändert.

Der Jahresüberschuss nach Abzug der nicht beherrschenden Anteile stieg um 16 Prozent auf € 289 Millionen.

Nachfolgend die Detailergebnisse der einzelnen Länder des Segments:

Albanien

1.1.–31.12. 1.1.–31.12. Verände- Verände
in € Millionen 2011 2010 rung Q4/2011 Q3/2011 rung
Zinsüberschuss 87 87 0,7% 22 22 - 1,1%
Provisionsüberschuss 8 8 - 2,6% 2 2 - 20,4%
Handelsergebnis 14 15 - 5,5% 4 4 4,7%
Sonstiges betriebliches Ergebnis - 1 0 - 1 0
Betriebserträge 108 110 - 1,2% 26 28 - 5,6%
Verwaltungsaufwendungen - 39 - 35 9,5% - 11 - 9 22,5%
Betriebsergebnis 70 74 - 6,3% 15 19 - 19,7%
Nettodotierungen zu
Kreditrisikovorsorgen
- 14 - 31 - 53,9% 3 - 4
Übrige Ergebnisse 0 0 0 0
Periodenüberschuss vor Steuern 55 43 27,7% 18 14 25,9%
Steuern vom Einkommen und Ertrag - 6 - 5 32,5% - 2 - 1 9,3%
Periodenüberschuss nach Steuern 49 39 27,1% 16 13 27,8%
Ergebnis der nicht
beherrschenden Anteile
0 0 - 7,5% 0 0 325,5%
Periodenüberschuss nach Abzug
der nicht beherrschenden Anteile 49 39 27,3% 16 13 27,5%
Aktiva 2.330 2.009 16,0% 2.330 2.156 8,1%
Forderungen an Kunden 972 776 25,2% 972 855 13,7%
davon Corporate % 65,6% 62,6% 3,1 PP 65,6% 62,2% 3,4 PP
davon Retail % 34,4% 37,4% - 3,1 PP 34,4% 37,8% - 3,4 PP
davon in Fremdwährung % 57,6% 63,5% - 5,9 PP 57,6% 65,5% - 7,9 PP
Verbindlichkeiten an Kunden 2.005 1.704 17,6% 2.005 1.840 9,0%
Loan/Deposit Ratio 48,5% 45,5% 2,9 PP 48,5% 46,5% 2,0 PP
Return on Equity vor Steuern 29,6% 24,7% 4,9 PP 43,5% 33,4% 10,1 PP
Return on Equity nach Steuern 26,4% 22,1% 4,3 PP 39,6% 29,9% 9,7 PP
Cost/Income Ratio 35,8% 32,3% 3,5 PP 43,4% 33,5% 9,9 PP
Mitarbeiter zum Stichtag 1.427 1.343 6,3% 1.427 1.378 3,6%
Geschäftsstellen 105 105 0,0% 105 104 1,0%
Anzahl Kunden 692.142 635.145 9,0% 692.142 689.725 0,4%

Bosnien und Herzegowina

1.1.–31.12. 1.1.–31.12. Verände- Verände
in € Millionen 2011 2010 rung Q4/2011 Q3/2011 rung
Zinsüberschuss 78 74 6,3% 19 20 - 2,5%
Provisionsüberschuss 32 30 5,9% 8 8 - 2,0%
Handelsergebnis 1 1 63,1% 0 0 56,2%
Sonstiges betriebliches Ergebnis 4 0 >500,0% 0 2 - 78,1%
Betriebserträge 115 104 10,3% 28 30 - 6,9%
Verwaltungsaufwendungen - 66 - 67 - 0,8% - 19 - 16 17,7%
Betriebsergebnis 49 37 30,1% 9 14 - 34,9%
Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen - 20 - 28 - 29,4% - 7 - 6 26,8%
Übrige Ergebnisse - 2 - 1 114,5% - 1 0 192,5%
Periodenüberschuss vor Steuern 27 9 212,6% 1 8 - 87,5%
Steuern vom Einkommen und Ertrag - 4 - 1 177,2% - 2 0 >500,0%
Periodenüberschuss/-fehlbetrag
nach Steuern 23 7 219,6% - 1 8
Ergebnis der nicht
beherrschenden Anteile 0 0 - 12,6% 0 0
Periodenüberschuss/-fehlbetrag
nach Abzug der nicht
beherrschenden Anteile
23 7 229,9% - 1 8
Aktiva 2.170 2.052 5,8% 2.170 2.144 1,2%
Forderungen an Kunden 1.358 1.350 0,6% 1.358 1.373 - 1,1%
davon Corporate % 42,8% 42,4% 0,4 PP 42,8% 43,5% - 0,7 PP
davon Retail % 56,2% 55,8% 0,4 PP 56,2% 55,2% 1,0 PP
davon in Fremdwährung % 74,2% 75,5% - 1,3 PP 74,2% 73,4% 0,8 PP
Verbindlichkeiten an Kunden 1.660 1.516 9,5% 1.660 1.611 3,0%
Loan/Deposit Ratio 81,8% 89,1% - 7,2 PP 81,8% 85,3% - 3,4 PP
Return on Equity vor Steuern 11,1% 3,6% 7,5 PP 1,7% 13,6% - 11,9 PP
Return on Equity nach Steuern 9,5% 3,0% 6,4 PP 13,1%
Cost/Income Ratio 57,7% 64,1% - 6,5 PP 67,2% 53,1% 14,1 PP
Mitarbeiter zum Stichtag 1.569 1.640 - 4,3% 1.569 1.583 - 0,9%
Geschäftsstellen 98 98 0,0% 98 98 0,0%
Anzahl Kunden 591.507 638.528 - 7,4% 591.507 636.818 - 7,1%

Bulgarien

1.1.–31.12. 1.1.–31.12. Verände- Verände
in € Millionen 2011 2010 rung Q4/2011 Q3/2011 rung
Zinsüberschuss 168 188 - 10,8% 41 42 - 0,8%
Provisionsüberschuss 37 35 7,3% 10 10 - 5,0%
Handelsergebnis 7 7 4,9% 1 2 - 26,5%
Sonstiges betriebliches Ergebnis 1 - 1 1 0 272,0%
Betriebserträge 213 229 - 6,8% 53 53 - 0,6%
Verwaltungsaufwendungen - 98 - 96 1,3% - 25 - 24 1,2%
Betriebsergebnis 115 132 - 12,7% 28 29 - 2,0%
Nettodotierungen zu
Kreditrisikovorsorgen
- 79 - 98 - 19,6% - 29 - 24 21,1%
Übrige Ergebnisse 0 1 - 63,4% 0 0
Periodenüberschuss vor Steuern 37 35 4,9% 0 5
Steuern vom Einkommen und Ertrag - 3 - 3 9,9% 0 0
Periodenüberschuss nach Steuern 34 32 4,5% 0 5
Ergebnis der nicht
beherrschenden Anteile
- 1 - 1 - 42,3% 0 0
Periodenüberschuss nach Abzug
der nicht beherrschenden Anteile 33 31 6,7% 0 5
Aktiva 3.681 3.790 - 2,9% 3.681 3.705 - 0,7%
Forderungen an Kunden 2.974 2.816 5,6% 2.974 2.927 1,6%
davon Corporate % 44,2% 41,6% 2,6 PP 44,2% 44,0% 0,2 PP
davon Retail % 55,3% 57,9% - 2,7 PP 55,3% 55,5% - 0,2 PP
davon in Fremdwährung % 78,3% 78,6% - 0,3 PP 78,3% 79,5% - 1,2 PP
Verbindlichkeiten an Kunden 2.171 2.056 5,6% 2.171 2.124 2,2%
Loan/Deposit Ratio 137,0% 137,0% 0,0 PP 137,0% 137,8% - 0,8 PP
Return on Equity vor Steuern 7,5% 7,3% 0,2 PP 4,4%
Return on Equity nach Steuern 6,9% 6,8% 0,2 PP 4,2%
Cost/Income Ratio 45,9% 42,2% 3,7 PP 46,8% 46,0% 0,8 PP
Mitarbeiter zum Stichtag 3.271 3.241 0,9% 3.271 3.346 - 2,2%
Geschäftsstellen 187 190 - 1,6% 187 189 - 1,1%
Anzahl Kunden 775.580 736.622 5,3% 775.580 763.485 1,6%

Kroatien

1.1.–31.12. 1.1.–31.12. Verände- Verände
in € Millionen 2011 2010 rung Q4/2011 Q3/2011 rung
Zinsüberschuss 175 174 0,9% 41 44 - 5,7%
Provisionsüberschuss 66 72 - 8,8% 16 18 - 13,1%
Handelsergebnis 1 21 - 96,0% 4 - 7
Sonstiges betriebliches Ergebnis 26 27 - 4,6% 7 5 38,5%
Betriebserträge 268 294 - 9,0% 67 59 13,8%
Verwaltungsaufwendungen - 151 - 157 - 3,9% - 36 - 37 - 3,4%
Betriebsergebnis 117 137 - 14,7% 32 22 42,2%
Nettodotierungen zu
Kreditrisikovorsorgen
- 52 - 68 - 22,8% - 8 - 13 - 36,6%
Übrige Ergebnisse - 13 - 6 107,5% - 7 - 9 - 21,4%
Periodenüberschuss vor Steuern 52 63 - 18,0% 16 0 >500,0%
Steuern vom Einkommen und Ertrag - 10 - 13 - 23,8% - 3 0 >500,0%
Periodenüberschuss nach Steuern 42 50 - 16,5% 13 0
Ergebnis der nicht
beherrschenden Anteile
- 11 - 14 - 18,6% - 4 1
Periodenüberschuss nach Abzug
der nicht beherrschenden Anteile 31 36 - 15,7% 9 0 >500,0%
Aktiva 5.465 5.858 - 6,7% 5.465 5.490 - 0,4%
Forderungen an Kunden 3.830 3.814 0,4% 3.830 3.809 0,6%
davon Corporate % 39,9% 38,1% 1,8 PP 39,9% 39,2% 0,7 PP
davon Retail % 48,6% 50,2% - 1,6 PP 48,6% 49,1% - 0,5 PP
davon in Fremdwährung % 67,4% 72,2% - 4,8 PP 67,4% 67,8% - 0,4 PP
Verbindlichkeiten an Kunden 3.121 3.102 0,6% 3.121 3.150 - 0,9%
Loan/Deposit Ratio 122,7% 123,0% - 0,3 PP 122,7% 120,9% 1,8 PP
Return on Equity vor Steuern 6,6% 8,0% - 1,4 PP 8,6%
Return on Equity nach Steuern 5,3% 6,4% - 1,0 PP 7,1%
Cost/Income Ratio 56,3% 53,4% 3,0 PP 52,8% 62,2% - 9,4 PP
Mitarbeiter zum Stichtag 2.083 2.216 - 6,0% 2.083 2.102 - 0,9%
Geschäftsstellen 81 84 - 3,6% 81 81 0,0%
Anzahl Kunden 538.817 544.239 - 1,0% 538.817 538.202 0,1%

Kosovo

1.1.–31.12. 1.1.–31.12. Verände- Verände
in € Millionen 2011 2010 rung Q4/2011 Q3/2011 rung
Zinsüberschuss 39 35 11,3% 10 10 0,1%
Provisionsüberschuss 8 7 5,9% 2 2 - 6,0%
Handelsergebnis 0 0 0 0
Sonstiges betriebliches Ergebnis 0 0 - 62,2% 0 0
Betriebserträge 47 42 10,8% 12 12 - 0,2%
Verwaltungsaufwendungen - 26 - 24 8,1% - 7 - 6 16,4%
Betriebsergebnis 20 18 14,5% 5 6 - 17,8%
Nettodotierungen zu
Kreditrisikovorsorgen
- 6 - 6 1,2% - 3 - 1 154,7%
Übrige Ergebnisse - 1 0 122,4% 0 0 - 43,7%
Periodenüberschuss vor Steuern 14 12 18,8% 2 4 - 59,8%
Steuern vom Einkommen und Ertrag - 1 - 1 - 7,0% 0 0 - 52,2%
Periodenüberschuss nach Steuern 13 10 22,6% 2 4 - 60,7%
Ergebnis der nicht
beherrschenden Anteile
0 0 0 0
Periodenüberschuss nach Abzug
der nicht beherrschenden Anteile 13 10 22,0% 2 4 - 61,0%
Aktiva 680 673 1,1% 680 702 - 3,1%
Forderungen an Kunden 428 386 10,9% 428 421 1,7%
davon Corporate % 33,8% 29,9% 4,0 PP 33,8% 32,0% 1,8 PP
davon Retail % 66,2% 70,1% - 4,0 PP 66,2% 68,0% - 1,8 PP
davon in Fremdwährung % 0,0% 0,0% 0,0 PP 0,0% 0,0% 0,0 PP
Verbindlichkeiten an Kunden 557 550 1,3% 557 580 - 4,0%
Loan/Deposit Ratio 76,9% 70,2% 6,6 PP 76,9% 72,6% 4,3 PP
Return on Equity vor Steuern 15,7% 14,5% 1,2 PP 8,3% 20,5% - 12,3 PP
Return on Equity nach Steuern 14,1% 12,6% 1,5 PP 7,2% 18,3% - 11,1 PP
Cost/Income Ratio 56,4% 57,8% - 1,4 PP 60,1% 51,5% 8,6 PP
Mitarbeiter zum Stichtag 720 693 3,9% 720 717 0,4%
Geschäftsstellen 54 52 3,8% 54 52 3,8%
Anzahl Kunden 252.343 266.122 - 5,2% 252.343 245.849 2,6%

Rumänien

1.1.–31.12. 1.1.–31.12. Verände- Verände
in € Millionen 2011 2010 rung Q4/2011 Q3/2011 rung
Zinsüberschuss 268 238 12,4% 72 71 1,6%
Provisionsüberschuss 179 202 - 11,1% 45 43 4,2%
Handelsergebnis 15 13 19,5% 4 1 459,9%
Sonstiges betriebliches Ergebnis 6 0 5 2 137,7%
Betriebserträge 469 453 3,6% 127 118 8,0%
Verwaltungsaufwendungen - 286 - 276 3,8% - 73 - 70 3,6%
Betriebsergebnis 182 176 3,2% 54 48 14,4%
Nettodotierungen zu
Kreditrisikovorsorgen
- 68 - 72 - 5,3% - 17 - 18 - 6,5%
Übrige Ergebnisse - 1 12 4 - 6
Periodenüberschuss vor Steuern 113 116 - 2,6% 42 24 75,9%
Steuern vom Einkommen und Ertrag - 18 - 15 23,3% - 8 - 4 121,0%
Periodenüberschuss nach Steuern 94 101 - 6,5% 34 20 68,1%
Ergebnis der nicht
beherrschenden Anteile
- 1 0 91,7% 0 0
Periodenüberschuss nach Abzug
der nicht beherrschenden Anteile 93 100 - 6,9% 34 20 66,9%
Aktiva 6.359 6.227 2,1% 6.359 6.292 1,1%
Forderungen an Kunden 4.428 4.247 4,3% 4.428 4.404 0,5%
davon Corporate % 37,1% 34,2% 2,9 PP 37,1% 37,3% - 0,3 PP
davon Retail % 60,8% 60,2% 0,7 PP 60,8% 60,2% 0,6 PP
davon in Fremdwährung % 52,1% 52,1% 0,0 PP 52,1% 52,1% 0,0 PP
Verbindlichkeiten an Kunden 3.904 3.631 7,5% 3.904 3.758 3,9%
Loan/Deposit Ratio 113,4% 116,9% - 3,5 PP 113,4% 117,2% - 3,8 PP
Return on Equity vor Steuern 23,1% 26,9% - 3,7 PP 35,8% 20,3% 15,5 PP
Return on Equity nach Steuern 19,3% 23,4% - 4,1 PP 29,1% 17,3% 11,9 PP
Cost/Income Ratio 61,1% 61,0% 0,1 PP 57,2% 59,6% - 2,4 PP
Mitarbeiter zum Stichtag 6.030 6.219 - 3,0% 6.030 6.065 - 0,6%
Geschäftsstellen 551 543 1,5% 551 544 1,3%
Anzahl Kunden 1.913.601 1.903.304 0,5% 1.913.601 1.956.099 - 2,2%

Serbien

1.1.–31.12. 1.1.–31.12. Verände- Verände
in € Millionen 2011 2010 rung Q4/2011 Q3/2011 rung
Zinsüberschuss 104 103 1,4% 24 26 - 9,6%
Provisionsüberschuss 35 33 4,2% 9 9 5,1%
Handelsergebnis 3 0 >500,0% 1 1 131,0%
Sonstiges betriebliches Ergebnis 4 4 8,5% 1 2 - 45,1%
Betriebserträge 147 141 4,5% 35 37 - 5,4%
Verwaltungsaufwendungen - 81 - 82 - 1,6% - 21 - 20 9,2%
Betriebsergebnis 66 59 13,0% 14 18 - 21,5%
Nettodotierungen zu
Kreditrisikovorsorgen
- 18 - 32 - 43,5% - 4 - 4 - 9,7%
Übrige Ergebnisse 6 1 >500,0% 2 2 18,5%
Periodenüberschuss vor Steuern 54 27 98,2% 12 16 - 20,2%
Steuern vom Einkommen und Ertrag - 4 - 1 245,6% - 1 - 1 - 43,7%
Periodenüberschuss nach Steuern 50 26 91,7% 12 15 - 18,4%
Ergebnis der nicht
beherrschenden Anteile
1 2 - 42,9% 0 0 36,3%
Periodenüberschuss nach Abzug
der nicht beherrschenden Anteile 51 28 83,9% 12 15 - 17,9%
Aktiva 2.207 2.129 3,6% 2.207 2.214 - 0,3%
Forderungen an Kunden 1.331 1.391 - 4,4% 1.331 1.348 - 1,3%
davon Corporate % 53,8% 55,5% - 1,7 PP 53,8% 54,1% - 0,3 PP
davon Retail % 43,1% 41,6% 1,5 PP 43,1% 42,8% 0,2 PP
davon in Fremdwährung % 66,2% 65,3% 1,0 PP 66,2% 65,4% 0,9 PP
Verbindlichkeiten an Kunden 1.176 1.085 8,4% 1.176 1.139 3,3%
Loan/Deposit Ratio 113,1% 128,3% - 15,1 PP 113,1% 118,4% - 5,2 PP
Return on Equity vor Steuern 11,0% 5,6% 5,4 PP 10,0% 12,4% - 2,4 PP
Return on Equity nach Steuern 10,2% 5,4% 4,8 PP 9,5% 11,5% - 2,0 PP
Cost/Income Ratio 54,9% 58,3% - 3,4 PP 60,4% 52,3% 8,1 PP
Mitarbeiter zum Stichtag 1.765 1.848 - 4,5% 1.765 1.772 - 0,4%
Geschäftsstellen 85 95 - 10,5% 85 85 0,0%
Anzahl Kunden 508.503 501.553 1,4% 508.503 499.849 1,7%

Russland

Das Segment Russland steigerte den Jahresüberschuss vor Steuern im Jahresvergleich um 63 Prozent auf € 434 Millionen. Höhere Verwaltungsaufwendungen standen dabei deutlich höheren Betriebserträgen gegenüber. Insbesondere Auflösungen des Stands an Kreditrisikovorsorgen verbesserten das Vorsteuerergebnis. Der Return on Equity vor Steuern erhöhte sich um 9,3 Prozentpunkte auf 34,0 Prozent.

Verände- Verände
in € Millionen 2011 2010 rung Q4/2011 Q3/2011 rung
Betriebserträge 853 767 11,2% 213 192 10,9%
Verwaltungsaufwendungen - 488 - 415 17,5% - 153 - 113 34,7%
Betriebsergebnis 366 352 3,8% 61 79 - 23,2%
Nettodotierungen zu
Kreditrisikovorsorgen 42 - 77 63 - 17
Übrige Ergebnisse 26 - 8 23 18 28,1%
Periodenüberschuss vor Steuern 434 267 62,5% 147 81 82,4%
Aktiva 14.218 12.178 16,8% 14.218 13.975 1,7%
Nettozinsspanne 4,47% 4,14% 0,33 PP 4,50% 4,49% 0,01 PP
Return on Equity vor Steuern 34,0% 24,7% 9,3 PP 46,4% 25,8% 20,7 PP

Betriebserträge

Der Zinsüberschuss stieg in Russland im Jahresvergleich um 16 Prozent oder € 83 Millionen auf € 590 Millionen. Dieser trotz erhöhten Margendrucks erzielte Zuwachs beruhte vorwiegend auf einer Zunahme des Kreditportfolios bei großen Firmenkunden und Privatkunden, das dank der starken Kreditnachfrage um insgesamt 19 Prozent anwuchs. Auch der signifikant gestiegene Zinsertrag aus derivativen Finanzinstrumenten, der vorwiegend aus einer höheren Transaktionsanzahl resultierte, lieferte einen positiven Beitrag zum Ergebnis. Das Segment wies im Jahresvergleich eine um 33 Basispunkte auf 4,47 Prozent gestiegene Nettozinsspanne aus, die Bilanzaktiva erhöhten sich im Jahresabstand um 17 Prozent auf € 14,2 Milliarden. Durch den kräftigen Anstieg des Kreditportfolios konnte der Bestand an Wertpapieren des öffentlichen Sektors reduziert werden. Die Kreditrisikoaktiva nahmen aufgrund eines deutlichen Anstiegs im Projektfinanzierungsgeschäft und zugesagter Kreditlinien um 21 Prozent auf € 10,5 Milliarden zu.

Der Provisionsüberschuss des Segments wuchs gegenüber dem Vergleichsjahr um 11 Prozent oder € 24 Millionen auf € 238 Millionen. Dabei war der Zahlungsverkehr aufgrund von Auflösungen bei Ertragsabgrenzungen zwar rückläufig, lieferte mit € 82 Millionen jedoch weiterhin den größten Beitrag. Die Erträge aus dem Wertpapiergeschäft blieben im Jahresvergleich beinahe unverändert bei € 13 Millionen. Proportional zur Zunahme der Transaktionsvolumina stiegen die Erträge aus dem Devisen-, Valuten- und Edelmetallgeschäft um 6 Prozent auf insgesamt € 53 Millionen. Das Ergebnis aus dem Kredit- und Garantiegeschäft erhöhte sich durch eine Methodenänderung bei der Provisionsberechnung um 75 Prozent auf € 60 Millionen. Vor allem aufgrund verbesserter Erträge aus Inkassotätigkeiten und aus Import-Export-Finanzierungstransaktionen stieg auch der Ertrag aus sonstigen Bankdienstleistungen um 17 Prozent auf € 38 Millionen.

Das Handelsergebnis sank von € 74 Millionen auf € 38 Millionen. Dabei lag das Ergebnis aus dem zinsbezogenen Geschäft mit € 45 Millionen um 24 Prozent unter dem Vorjahreswert. Hauptgrund dafür waren die im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Bewertungsergebnisse aus festverzinslichen Anleihen und Schuldverschreibungen. Das Ergebnis aus dem währungsbezogenen Geschäft sank ebenfalls, und zwar um € 21 Millionen auf minus € 7 Millionen. Geringere Bewertungserträge aus Währungsswaps im Rahmen des Eigenhandels sowie aus Fremdwährungspositionen waren für diesen Rückgang verantwortlich.

Das sonstige betriebliche Ergebnis des Segments verbesserte sich um € 16 Millionen auf minus € 13 Millionen. Dies resultierte vor allem aus deutlich niedrigeren Dotierungen zu sonstigen Rückstellungen – nach relativ hohen Zuführungen im Vergleichsjahr v. a. für einen Rechtsfall im Gefolge der Schließung eines Standorts – sowie aus dem Anstieg der Erträge aus dem operativen Leasinggeschäft im Zusammenhang mit einer Immobilie.

Verwaltungsaufwendungen

Die Verwaltungsaufwendungen des Segments stiegen um insgesamt 18 Prozent auf € 488 Millionen. Verantwortlich dafür waren in erster Linie eine Zunahme des Personalaufwands durch Gehaltserhöhungen sowie eine Steigerung der Gehaltsnebenkosten. Beim Sachaufwand führte vor allem eine Erhöhung des IT- sowie des Rechts- und Beratungsaufwands zu einem Anstieg. Die Abschreibungen stiegen, überwiegend aufgrund des Wertminderungsaufwands bei Sachsowie immateriellen Vermögenswerten, im Jahresvergleich um 24 Prozent. Die Anzahl der Geschäftsstellen ging um 7 auf 191 Standorte zurück. Die Cost/Income Ratio erhöhte sich im Jahresvergleich auf 57,2 Prozent.

Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen

Die Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen ergaben einen positiven Wert von € 42 Millionen und haben sich damit gegenüber dem Vergleichsjahr um € 119 Millionen verbessert. Verantwortlich dafür waren v. a. niedrigere Dotierungen zu Einzelwertberichtigungen für das Kreditportfolio bei großen Firmen- sowie bei Privatkunden. Diese Entwicklung resultierte aus dem deutlichen Rückgang der notleidenden Kredite, verbesserten Rückzahlungsquoten überfälliger Kredite sowie dem Verkauf von Kreditforderungen. Der im Jahresabstand um 3,0 Prozentpunkte gesunkene Anteil der notleidenden Kredite am Kreditportfolio betrug 5,8 Prozent. Bei den Nettodotierungen zu Portfolio-Wertberichtigungen war neuerlich eine Nettoauflösung zu verzeichnen, die sich gegenüber dem Vorjahr zudem um € 21 Millionen auf € 31 Millionen erhöhte. Grundlage dafür war eine Verbesserung der für die Berechnung der portfoliobasierten Wertberichtigungen herangezogenen Ausfallraten.

Übrige Ergebnisse und Steuern

Die übrigen Ergebnisse des Segments Russland betrugen insgesamt € 26 Millionen. Wesentliches Element davon war das Ergebnis aus derivativen Finanzinstrumenten in Höhe von € 27 Millionen, das primär auf Bewertungsergebnissen von zur Reduktion des Zinsstrukturrisikos durchgeführten Zinsswap-Transaktionen beruhte. Aufgrund der aus Wesentlichkeitsgründen durchgeführten Endkonsolidierung einer Leasinggesellschaft verzeichnete das Segment ein negatives Ergebnis aus Endkonsolidierungen von € 1 Million.

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag verdoppelten sich gegenüber dem Vergleichsjahr auf € 112 Millionen. Beeinflusst durch den höheren Anteil der steuerlich nicht abzugsfähigen Aufwendungen stieg die Steuerquote um 6 Prozentpunkte auf 26 Prozent.

Der Jahresüberschuss nach Abzug der nicht beherrschenden Anteile erhöhte sich um 51 Prozent auf € 322 Millionen.

Russland

Die nachfolgende Tabelle enthält das Landesergebnis für Russland. Abweichungen zu den für das Segment Russland angegebenen Werten resultieren aus der unterschiedlichen Allokation des Eigenkapitals: In der Landesdarstellung basieren die Ertragskennzahlen auf dem bilanziellen Eigenkapital; auf Segmentebene basiert das der Berechnung zugrunde liegende Eigenkapital auf dem tatsächlichen Eigenkapitalverbrauch.

1.1.–31.12. 1.1.–31.12. Verände- Verände
in € Millionen 2011 2010 rung Q4/2011 Q3/2011 rung
Zinsüberschuss 590 507 16,4% 159 153 3,9%
Provisionsüberschuss 238 214 11,0% 64 64 - 0,6%
Handelsergebnis 38 74 - 48,7% 1 - 22
Sonstiges betriebliches Ergebnis - 14 - 26 - 47,0% - 10 - 2 366,4%
Betriebserträge 852 770 10,7% 213 192 10,9%
Verwaltungsaufwendungen - 488 - 415 17,5% - 153 - 113 34,7%
Betriebsergebnis 365 355 2,7% 61 79 - 23,2%
Nettodotierungen zu
Kreditrisikovorsorgen
42 - 77 63 - 17
Übrige Ergebnisse 27 - 11 23 18 28,6%
Periodenüberschuss vor Steuern 434 267 62,5% 147 81 82,5%
Steuern vom Einkommen und Ertrag - 112 - 53 110,7% - 36 - 27 34,0%
Periodenüberschuss nach Steuern 322 214 50,4% 111 54 106,5%
Ergebnis der nicht
beherrschenden Anteile
- 5 - 2 236,2% - 2 - 1 58,1%
Periodenüberschuss nach Abzug
der nicht beherrschenden Anteile 316 212 49,1% 109 53 107,8%
Aktiva 14.476 12.442 16,3% 14.476 13.975 3,6%
Forderungen an Kunden 9.073 7.601 19,4% 9.073 9.219 - 1,6%
davon Corporate % 70,2% 72,5% - 2,4 PP 70,2% 72,5% - 2,3 PP
davon Retail % 29,7% 26,9% 2,8 PP 29,7% 27,2% 2,5 PP
davon in Fremdwährung % 48,5% 44,7% 3,9 PP 48,5% 47,7% 0,8 PP
Verbindlichkeiten an Kunden 9.320 6.764 37,8% 9.320 9.270 0,5%
Loan/Deposit Ratio 97,3% 112,4% - 15,0 PP 97,3% 99,5% - 2,1 PP
Return on Equity vor Steuern 36,9% 26,8% 10,0 PP 55,4% 18,5% 36,9 PP
Return on Equity nach Steuern 27,3% 21,5% 5,9 PP 42,0% 12,4% 29,6 PP
Cost/Income Ratio 57,2% 53,9% 3,3 PP 71,5% 58,8% 12,6 PP
Mitarbeiter zum Stichtag 8.475 8.618 - 1,7% 8.475 8.697 - 2,6%
Geschäftsstellen 191 198 - 3,5% 191 192 - 0,5%
Anzahl Kunden 2.135.551 1.860.036 14,8% 2.135.551 2.032.056 5,1%

GUS Sonstige

Der Jahresüberschuss vor Steuern des Segments GUS Sonstige erhöhte sich im Berichtsjahr um 19 Prozent auf € 106 Millionen. Diese Verbesserung war einerseits auf die rückläufigen Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen zurückzuführen, andererseits war das Segmentergebnis durch die instabile Währungssituation und die daraus resultierende starke Abwertung des belarussischen Rubels beeinflusst. Die Währung wurde mittlerweile als die eines Hochinflationslandes eingestuft. Mit der Einführung des Hyperinflation Accounting im vierten Quartal 2011 musste eine Anpassung der Berichterstattung vorgenommen werden, um den Vergleich mit früheren Perioden zu gewährleisten. Diese Anpassung belastete den Jahresüberschuss im Effekt mit netto € 54 Millionen. Der Return on Equity vor Steuern des Segments erhöhte sich um 1,7 Prozentpunkte auf 15,1 Prozent.

Verände- Verände
in € Millionen 2011 2010 rung Q4/2011 Q3/2011 rung
Betriebserträge 584 622 - 6,1% 86 169 - 48,9%
Verwaltungsaufwendungen - 336 - 346 - 3,0% - 88 - 83 5,2%
Betriebsergebnis 248 276 - 10,1% - 1 86
Nettodotierungen zu
Kreditrisikovorsorgen
- 128 - 214 - 40,2% - 29 - 28 4,5%
Übrige Ergebnisse - 15 27 - 7 - 13 - 47,7%
Periodenüberschuss/-fehlbetrag
vor Steuern 106 89 18,5% - 37 45
Aktiva 6.761 7.131 - 5,2% 6.761 6.758 0,0%
Nettozinsspanne 6,10% 6,19% - 0,09 PP 5,91% 6,79% - 0,89 PP
Return on Equity vor Steuern 15,1% 13,4% 1,7 PP 25,3%

Betriebserträge

Der Zinsüberschuss des Segments ging insgesamt um 2 Prozent oder € 8 Millionen auf € 415 Millionen zurück. Dabei stieg der Zinsüberschuss in der Ukraine um 3 Prozent, hervorgerufen überwiegend durch eine Reduktion des Zinsaufwands für Kundeneinlagen sowie höhere Erträge aus dem vergrößerten Bestand an ukrainischen Staatsanleihen. In Belarus hingegen zeigte der Zinsüberschuss im Jahresvergleich einen Rückgang, der durch die Währungsumrechnung gepaart mit dem erhöhten Anteil des Zinsüberschusses in lokaler Währung beeinflusst wurde.

Die Bilanzaktiva des Segments sanken überwiegend aufgrund des schwächeren Kreditwachstums in der Ukraine im Jahresabstand um 5 Prozent auf € 6,8 Milliarden. Ebenso wirkte sich die Währungsabwertung in Belarus trotz einer Kreditausweitung in lokaler Währung negativ aus. Die Nettozinsspanne sank um insgesamt 9 Basispunkte auf 6,10 Prozent. Die Kreditrisikoaktiva reduzierten sich aufgrund eines Rückgangs bei Retail-Kunden in der Ukraine im Jahresabstand um 3,2 Prozent auf € 5,5 Milliarden.

Der Provisionsüberschuss des Segments sank im Jahresvergleich um 4 Prozent auf € 176 Millionen. Dazu leisteten die Erträge aus dem Zahlungsverkehr mit beinahe unveränderten € 129 Millionen weiterhin den wichtigsten Beitrag. Die dabei in der Ukraine erzielte Ertragssteigerung war auf die Zunahme der Konten- und Transaktionsanzahl bei Privat- und Firmenkunden zurückzuführen. Da in der Ukraine keine Fremdwährungskredite mehr an Privatkunden vergeben werden, lag das Ergebnis aus dem Devisen-, Valuten- und Edelmetallgeschäft mit € 35 Millionen um 17 Prozent unter dem Niveau des Vergleichsjahrs. Das Ergebnis aus dem Kredit- und Garantiegeschäft steuerte mit € 5 Millionen einen etwas geringeren Beitrag bei. In Belarus führte die Währungsumrechnung insgesamt zu einer Abnahme des Provisionsüberschusses.

Das Handelsergebnis der Region reduzierte sich im Jahresvergleich von € 23 Millionen auf minus € 1 Million. Das Ergebnis aus dem währungsbezogenen Geschäft sank dabei in Summe auf minus € 5 Millionen. Zwar belastete die Anwendung von Hyperinflation Accounting in Belarus das Handelsergebnis mit € 84 Millionen. Umgekehrt übertraf der Bewertungsgewinn aus strategischen Währungspositionen, die zur Absicherung des Eigenkapitals bestanden, den Vergleichswert von € 1 Million um € 76 Millionen und milderte damit den Verlust. Grund dafür war die im Berichtsjahr mit 63 Prozent wesentlich stärkere Abwertung der lokalen Währung gegenüber dem Euro. Ein im Berichtsjahr realisierter Währungsswap erzielte ebenfalls einen Ertrag von € 44 Millionen. Der Ertrag aus dem zinsbezogenen Geschäft sank hingegen im Jahresvergleich um € 8 Millionen auf € 5 Millionen. Hier waren die Ergebnisse aus den staatlichen festverzinslichen Wertpapieren und Anleihen im Jahresvergleich aufgrund der Mark-to-Market-Bewertung in der Ukraine weniger ertragreich.

Das sonstige betriebliche Ergebnis des Segments, bestehend aus mehreren kleineren Aufwands- und Ertragsposten, verbesserte sich im Jahresvergleich von minus € 8 Millionen auf minus € 7 Millionen. Hauptgrund dafür war die Auflösung von sonstigen Rückstellungen, die im Rahmen eines mittlerweile abgeschlossenen Rechtsfalls im Zusammenhang mit einer Immobilie in der Ukraine 2010 gebildet worden waren.

Verwaltungsaufwendungen

Die Verwaltungsaufwendungen sanken gegenüber dem Vergleichsjahr um 3 Prozent auf € 336 Millionen. Dabei blieben die Personalaufwendungen trotz gestiegener Mitarbeiterzahlen in der Ukraine beinahe unverändert. Dieser Personalzuwachs ergab sich aus der Intensivierung der Kredit- und Kundenaktivitäten und dem Aufbau des Transaction Services Center, das zahlreiche Abwicklungs- und Serviceleistungen für das lokale Netzwerk zur Verfügung stellt. Der um € 13 Millionen auf € 117 Millionen gesunkene Sachaufwand betraf diverse Aufwandsposten überwiegend in der Ukraine. Eine Zunahme zeigten die Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, hauptsächlich verursacht durch IT-Investitionen in das neue Kernbanksystem in der Ukraine. In Belarus hingegen führte die Währungsabwertung zu einem Rückgang der Verwaltungsaufwendungen. Wegen des stärkeren Rückgangs der Betriebserträge gegenüber den Verwaltungsaufwendungen erhöhte sich die Cost/Income Ratio des Segments um 1,9 Prozentpunkte auf 57,5 Prozent.

Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen

Die Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen der Region gingen 2011 um 40 Prozent auf € 128 Millionen zurück. Diese überwiegend auf die Ukraine zurückzuführende Verbesserung beruhte nicht zuletzt auf einem Rückgang der Nettodotierungen zu Einzelwertberichtigungen von € 63 Millionen, der aufgrund größerer Erfolge beim Forderungsinkasso sowie höherer Kreditrückzahlungen möglich wurde. Bemerkbar machte sich aber auch die allgemeine Verbesserung der Portfolioqualität bei Retail- und Firmenkunden. Bei den Portfolio-Wertberichtigungen ergab sich wie schon im Vergleichsjahr eine Nettoauflösung, die 2011 € 34 Millionen betrug. Die hier erzielte Verbesserung beruhte ausschließlich auf niedrigeren Zuführungen zu Portfolio-Wertberichtigungen in der Ukraine, wo sich das zugrunde liegende Kreditportfolio verringerte und gleichzeitig in seiner Qualität verbesserte. In Belarus hingegen erforderte die angespannte wirtschaftliche Situation Nettodotierungen zu Portfolio-Wertberichtigungen für das Firmenkundenportfolio in Höhe von € 21 Millionen. Der Anteil der notleidenden Kredite am gesamten Kreditportfolio betrug 29,7 Prozent und blieb damit weiterhin der höchste aller Segmente, wenn auch mit deutlichen regionalen Unterschieden (Belarus: 2,0 Prozent, Ukraine: 34,8 Prozent).

Übrige Ergebnisse und Steuern

Die übrigen Ergebnisse reduzierten sich im Jahresvergleich um € 42 Millionen auf minus € 15 Millionen, wofür vor allem der Rückgang des Ergebnisses aus Finanzinvestitionen von € 27 Millionen auf minus € 15 Millionen verantwortlich war. Hier sanken die Bewertungsgewinne aus dem zu Marktwerten bilanzierten Bestand an festverzinslichen ukrainischen Staatsanleihen durch die Verschlechterung der makroökonomischen Situation unter das Vorjahresniveau. Zudem wurden Verluste aus dem Verkauf ukrainischer Staatsanleihen verbucht.

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag des Segments stiegen auf € 52 Millionen. Die Steuerquote erhöhte sich – überwiegend durch die in Belarus angewendete Hyperinflationsregelung sowie höhere nicht abzugsfähige Aufwendungen in der Ukraine – auf 49 Prozent.

Der Jahresüberschuss nach Abzug der nicht beherrschenden Anteile sank um 31 Prozent auf € 51 Millionen.

Nachfolgend die Detailergebnisse der einzelnen Länder des Segments. Kasachstan wird aufgrund der untergeordneten Bedeutung in Bezug auf die Gesamtvolumina jedoch nicht gesondert aufgeführt:

Belarus

1.1.–31.12. 1.1.–31.12. Verände- Verände
in € Millionen 2011 2010 rung Q4/2011 Q3/2011 rung
Zinsüberschuss 68 85 - 20,6% 6 19 - 66,5%
Provisionsüberschuss 45 56 - 20,7% 8 12 - 29,2%
Handelsergebnis - 6 8 - 52 6
Sonstiges betriebliches Ergebnis - 1 - 1 156,0% - 1 0
Betriebserträge 105 149 - 29,2% - 39 37
Verwaltungsaufwendungen - 54 - 65 - 17,0% - 11 - 14 - 17,7%
Betriebsergebnis 51 84 - 38,8% - 50 23
Nettodotierungen zu
Kreditrisikovorsorgen - 18 - 13 47,0% 2 - 12
Übrige Ergebnisse 0 0 316,6% 0 0
Periodenüberschuss/-fehlbetrag
vor Steuern
33 71 - 53,4% - 47 12
Steuern vom Einkommen und Ertrag - 28 - 20 34,5% - 8 - 5 62,7%
Periodenüberschuss/-fehlbetrag
nach Steuern 6 51 - 89,0% - 55 7
Ergebnis der nicht
beherrschenden Anteile - 1 - 7 - 82,8% 7 - 1
Periodenüberschuss/-fehlbetrag
nach Abzug der nicht
beherrschenden Anteile
4 44 - 90,0% - 49 6
Aktiva 1.223 1.512 - 19,2% 1.223 1.347 - 9,2%
Forderungen an Kunden 772 1.096 - 29,6% 772 874 - 11,7%
davon Corporate % 72,2% 53,4% 18,8 PP 72,2% 65,9% 6,4 PP
davon Retail % 27,8% 46,6% - 18,8 PP 27,8% 34,1% - 6,4 PP
davon in Fremdwährung % 66,1% 51,1% 15,0 PP 66,1% 58,4% 7,8 PP
Verbindlichkeiten an Kunden 668 854 - 21,8% 668 754 - 11,4%
Loan/Deposit Ratio 115,6% 128,3% - 12,7 PP 115,6% 116,0% - 0,4 PP
Return on Equity vor Steuern 16,6% 38,1% - 21,5 PP 49,3%
Return on Equity nach Steuern 2,8% 27,1% - 24,3 PP 28,6%
Cost/Income Ratio 51,4% 43,9% 7,6 PP 36,6%
Mitarbeiter zum Stichtag 2.210 2.223 - 0,6% 2.210 2.234 - 1,1%
Geschäftsstellen 101 96 5,2% 101 96 5,2%
Anzahl Kunden 790.811 833.239 - 5,1% 790.811 797.017 - 0,8%

Ukraine

1.1.–31.12. 1.1.–31.12. Verände- Verände
in € Millionen 2011 2010 rung Q4/2011 Q3/2011 rung
Zinsüberschuss 343 333 3,0% 92 92 0,0%
Provisionsüberschuss 131 127 3,1% 36 35 3,7%
Handelsergebnis 6 15 - 60,0% - 1 2
Sonstiges betriebliches Ergebnis - 5 - 7 - 30,4% - 4 1
Betriebserträge 475 468 1,5% 124 130 - 5,2%
Verwaltungsaufwendungen - 281 - 280 0,2% - 76 - 69 9,6%
Betriebsergebnis 194 187 3,5% 47 61 - 22,1%
Nettodotierungen zu
Kreditrisikovorsorgen
- 108 - 200 - 46,0% - 30 - 16 92,7%
Übrige Ergebnisse - 15 27 - 7 - 12 - 44,1%
Periodenüberschuss vor Steuern 70 14 407,6% 10 33 - 68,9%
Steuern vom Einkommen und Ertrag - 24 14 - 6 - 8 - 24,6%
Periodenüberschuss nach Steuern 47 28 68,9% 4 25 - 82,2%
Ergebnis der nicht
beherrschenden Anteile
13 0 9 1 >500,0%
Periodenüberschuss nach Abzug
der nicht beherrschenden Anteile 59 28 115,3% 14 26 - 47,4%
Aktiva 5.467 5.544 - 1,4% 5.467 5.341 2,3%
Forderungen an Kunden 4.248 4.148 2,4% 4.248 4.158 2,2%
davon Corporate % 51,3% 45,9% 5,4 PP 51,3% 49,9% 1,4 PP
davon Retail % 48,7% 54,1% - 5,4 PP 48,7% 50,1% - 1,4 PP
davon in Fremdwährung % 56,8% 65,6% - 8,8 PP 56,8% 58,0% - 1,2 PP
Verbindlichkeiten an Kunden 2.631 2.555 3,0% 2.631 2.543 3,5%
Loan/Deposit Ratio 161,5% 162,3% - 0,9 PP 161,5% 163,5% - 2,0 PP
Return on Equity vor Steuern 9,3% 1,9% 7,4 PP 5,1% 17,5% - 12,4 PP
Return on Equity nach Steuern 6,2% 3,8% 2,4 PP 2,3% 13,5% - 11,2 PP
Cost/Income Ratio 59,2% 60,0% - 0,8 PP 61,6% 53,3% 8,3 PP
Mitarbeiter zum Stichtag 15.267 15.432 - 1,1% 15.267 15.528 - 1,7%
Geschäftsstellen 909 931 - 2,4% 909 917 - 0,9%
Anzahl Kunden 3.380.743 3.902.438 - 13,4% 3.380.743 3.402.385 - 0,6%

Group Corporates

Der Jahresüberschuss vor Steuern dieses Segments stieg 2011 gegenüber dem Vergleichsjahr um 27 Prozent auf € 374 Millionen. Verantwortlich dafür waren deutlich höhere Betriebserträge und niedrigere Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen. Der Return on Equity vor Steuern verbesserte sich um 3,9 Prozentpunkte auf 22,4 Prozent.

Verände- Verände
in € Millionen 2011 2010 rung Q4/2011 Q3/2011 rung
Betriebserträge 634 547 15,9% 182 161 13,3%
Verwaltungsaufwendungen - 141 - 142 - 0,6% - 39 - 31 24,0%
Betriebsergebnis 493 405 21,6% 143 129 10,7%
Nettodotierungen zu
Kreditrisikovorsorgen - 116 - 129 - 10,5% - 79 - 17 374,3%
Übrige Ergebnisse - 4 19 2 - 6
Periodenüberschuss vor Steuern 374 295 26,5% 66 107 - 38,5%
Aktiva 22.843 23.478 - 2,7% 22.843 21.596 5,8%
Nettozinsspanne 1,97% 1,63% 0,34 PP 2,16% 2,08% 0,08 PP
Return on Equity vor Steuern 22,4% 18,5% 3,9 PP 15,8% 25,3% - 9,5 PP

Betriebserträge

Der Zinsüberschuss des Segments wuchs um 16 Prozent oder € 58 Millionen auf € 429 Millionen. Dieser während des gesamten Berichtsjahres stabile Zuwachs beruhte auf einem Anstieg der aktivseitigen Margen im Geschäft mit österreichischen und westeuropäischen Firmenkunden der RBI AG, die Kreditgeschäft mit niedrigen Margen laufend durch profitableres ersetzte. Insgesamt waren die Geschäftsvolumina dabei aber infolge verhaltener Kreditnachfrage und starken Wettbewerbsdrucks bei österreichischen und westeuropäischen Firmenkunden rückläufig. Die Filialen in Asien steigerten durch eine Ausweitung ihrer Geschäftsaktivitäten ihren Beitrag zum Zinsüberschuss ebenfalls, und zwar um 35 Prozent auf € 147 Millionen. Auch bei der Tochterbank in Malta kam es dank einer Zunahme der Geschäftsvolumina sowie besserer Margen zu einer Erhöhung des Zinsüberschusses um 47 Prozent auf € 28 Millionen. Die Nettozinsspanne des Segments Group Corporates stieg um 34 Basispunkte auf 1,97 Prozent, die Bilanzaktiva sanken im Jahresabstand um 3 Prozent oder € 0,6 Milliarden auf € 22,8 Milliarden. Die Kreditrisikoaktiva nahmen aufgrund einer Erhöhung des Volumens der gegebenen Garantien in der RBI AG um 1 Prozent auf € 15,7 Milliarden zu.

Der Provisionsüberschuss erhöhte sich um 15 Prozent oder € 22 Millionen auf € 178 Millionen. Der dabei in der Konzernzentrale erzielte Zuwachs beruhte auf der Intensivierung des Vertriebs von eigenkapital- und liquiditätsschonenden Produkten. Besonders gut fiel das Dienstleistungsergebnis im Geschäft mit Kunden aus CEE aus, in dem die Provisionserträge sowohl bei Standardkrediten als auch bei Projekt- und strukturierten Finanzierungen gesteigert werden konnten. Ebenso wuchs der Ertrag aus Exportfinanzierungen. Die Konzerneinheit in den USA erhöhte ihren Provisionsüberschuss überwiegend aus dem Kredit- und Garantiegeschäft auf € 17 Millionen.

Das Handelsergebnis stieg um 11 Prozent auf € 21 Millionen. Während dabei im Profitcenter der Konzernzentrale die Bewertungsgewinne aus dem währungs- und zinsbezogenen Geschäft mit diversen Finanzinstrumenten zurückgingen, nahm das Handelsergebnis der Konzerneinheit in Singapur um € 11 Millionen zu.

Verwaltungsaufwendungen

Die Verwaltungsaufwendungen des Segments sanken im Jahresvergleich um 1 Prozent auf € 141 Millionen. Sie fielen v. a. in der Konzernzentrale 2011 etwas geringer aus, nachdem das Vorjahresergebnis durch fusionsbedingte Aufwendungen belastet gewesen war. Das Segment umfasste am Ende des Berichtsjahrs acht Geschäftsstellen. Die Cost/Income Ratio verbesserte sich um 3,7 Prozentpunkte auf 22,2 Prozent.

Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen

Die Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen sanken um 11 Prozent auf € 116 Millionen. Maßgeblich dafür waren die Nettodotierungen zu Einzelwertberichtigungen für Forderungen an Firmenkunden der Konzernzentrale, die dank des verbesserten Kreditumfelds niedriger ausfielen. Die Filialen der RBI AG in Asien verbuchten hingegen als Begleiterscheinung eines signifikanten Kreditportfolioanstiegs auch höhere Nettodotierungen zu Risikovorsorgen. Der Anteil der notleidenden Kredite am Kreditportfolio betrug am Ende des Berichtsjahrs 3,0 Prozent und blieb damit im Segmentvergleich relativ niedrig.

Übrige Ergebnisse und Steuern

Die übrigen Ergebnisse des Segments sanken im Jahresvergleich um € 23 Millionen auf minus € 4 Millionen. Dieser Rückgang beruhte im Wesentlichen auf dem Entfall positiver Bewertungsergebnisse aus Marktbewertungen von Unternehmensanleihen. Aufgrund der aus Wesentlichkeitsgründen durchgeführten Endkonsolidierung einer Leasinggesellschaft verzeichnete das Segment ein negatives Ergebnis aus Endkonsolidierungen von € 1 Million.

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag erhöhten sich gegenüber dem Vergleichsjahr um € 11 Millionen auf € 76 Millionen, die Steuerquote reduzierte sich um 2 Prozentpunkte auf 20 Prozent.

Der Jahresüberschuss nach Abzug der nicht beherrschenden Anteile stieg um 29 Prozent auf € 297 Millionen.

Group Markets

Der Jahresüberschuss vor Steuern des Segments Group Markets stieg im Berichtsjahr um 7 Prozent auf € 266 Millionen. Dies resultierte aus höheren Betriebserträgen aufgrund gestiegener Handelsergebnisse sowie rückläufigen Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen. Der Return on Equity vor Steuern erhöhte sich um 4,1 Prozentpunkte auf 19,5 Prozent.

Verände- Verände
in € Millionen 2011 2010 rung Q4/2011 Q3/2011 rung
Betriebserträge 548 514 6,6% 174 93 87,5%
Verwaltungsaufwendungen - 264 - 241 9,5% - 66 - 71 - 6,8%
Betriebsergebnis 284 273 4,1% 108 22 391,0%
Nettodotierungen zu
Kreditrisikovorsorgen - 14 - 31 - 56,3% - 6 1
Übrige Ergebnisse - 4 7 62 - 113
Periodenüberschuss/-fehlbetrag
vor Steuern 266 249 6,9% 164 - 90
Aktiva 25.732 27.218 - 5,5% 25.732 28.565 - 9,9%
Nettozinsspanne 0,85% 0,70% 0,14 PP 0,86% 0,94% - 0,07 PP
Return on Equity vor Steuern 19,5% 15,4% 4,1 PP 46,3%

Betriebserträge

Der Zinsüberschuss des Segments sank im Jahresvergleich um 19 Prozent auf € 229 Millionen. Ein Grund dafür lag im Abreifen und im Verkauf von Teilen des High-Quality-Wertpapierportfolios, das ausschließlich aus Papieren mit besten Ratings besteht. Der Ertrag daraus betrug im Berichtsjahr € 81 Millionen nach € 97 Millionen im Vorjahr. Ebenso wurde die Struktur des Investment-Portfolios der RBI AG im Hinblick auf die europäische Staatsschuldenkrise 2011 noch konservativer gestaltet. Ein Rückgang des Geschäftsvolumens mit hochliquiden Anleihen von Finanzinstitutionen, ein weiterer Abbau diverser Risikopositionen und eine selektive Transaktionsauswahl bewirkten einen Rückgang im Zinsüberschuss. Darüber hinaus trugen eine Einschränkung der Limits für den Handel mit Marktrisiken, eine Verflachung der Zinskurve sowie eine Liquiditätsspritze der EZB, die eine Absenkung des Credit Spreads bei hochqualitativen Wertpapieren verursachte, zum Rückgang des Zinsüberschusses bei.

Die Bilanzaktiva des Segments gingen im Jahresabstand um 6 Prozent auf € 25,7 Milliarden zurück. Hauptgründe dafür waren ein Abbau des Geschäftsvolumens sowie der Verkauf von Teilen des bis zur Endfälligkeit zu haltenden Wertpapierportfolios und diverser Risikopositionen in der Konzernzentrale, die aufgrund regulatorischer Anforderungen notwendig geworden waren. Die Nettozinsspanne des Segments erhöhte sich um 14 Basispunkte auf 0,85 Prozent, die Kreditrisikoaktiva sanken um 3 Prozent auf € 5,1 Milliarden. Ihr Rückgang wurde jedoch durch einen Anstieg der außerbilanziellen Positionen gemildert.

Der Provisionsüberschuss des Segments erhöhte sich gegenüber dem Vergleichsjahr um 7 Prozent auf € 115 Millionen. Für diesen überwiegend im Profitcenter Financial Institutions erzielten Zuwachs waren gestiegene Ergebnisse aus Dienstleistungsverträgen im Cash Management sowie – trotz einer Stagnation des Markts für institutionelle Emissionen – aus dem Emissionsgeschäft verantwortlich. Der Bereich Private Banking und Vermögensverwaltung der Tochtergesellschaft Kathrein Privatbank AG in Wien lieferte mit € 12 Millionen einen stabilen Beitrag aus dem Wertpapiergeschäft. Auch der Bereich Mergers & Acquisitions steigerte seinen Beitrag zum Provisionsüberschuss auf € 9 Millionen. Der Provisionsüberschuss der Raiffeisen Centrobank Gruppe ging hingegen aufgrund gesunkener Erträge aus der Unterstützung von Firmenkunden bei Primärmarkttransaktionen auf € 17 Millionen zurück.

Das Handelsergebnis des Segments erhöhte sich im Berichtsjahr um 89 Prozent auf € 176 Millionen. Mit € 45 Millionen (plus 2 Prozent) lieferte die Raiffeisen Centrobank dazu einen wesentlichen Beitrag. Dieser bestand überwiegend aus dem positiven Bewertungsergebnis der im Rahmen des aktien- und indexbezogenen Geschäfts ausgegebenen Zertifikate und strukturierten Schuldverschreibungen. Die Konzernzentrale steuerte aus dem Eigenhandel überwiegend mit festverzinslichen Finanzinstrumenten sowie aus strukturierten Produkten aufgrund der Reduktion der Risikopositionen deutlich weniger bei als im Vorjahr. Umgekehrt leisteten die Market-Maker-Erträge aus dem Kunden- und Eigenhandel mit Fremdwährungsprodukten einen höheren Beitrag zum Ergebnis, und auch der Ertrag aus dem Banknoten- und Münzhandel verbesserte sich auf € 20 Millionen. Aus der Bewertung von begebenen Kapitalgarantien resultierte nach minus € 14 Millionen im Vergleichsjahr ein positives Ergebnis von € 72 Millionen, was überwiegend auf einer Änderung des Bewertungsmodells zur Anpassung an die geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen beruhte.

Das sonstige betriebliche Ergebnis ging im Jahresvergleich um 6 Prozent auf € 28 Millionen zurück. Es beinhaltet die angesichts der Turbulenzen auf den Rohstoffmärkten auf € 12 Millionen gesunkenen Erträge der Raiffeisen Centrobank Gruppe, die überwiegend durch den Warenhandel der Spezialgesellschaften in den USA und Deutschland erwirtschaftet wurden. Weitere € 10 Millionen trug der Warenhandel der F.J. Elsner Trading bei.

Verwaltungsaufwendungen

Die Verwaltungsaufwendungen des Segments Group Markets erhöhten sich im Jahresvergleich um 10 Prozent auf € 264 Millionen. Diese Steigerung resultierte überwiegend aus der vollständigen Inbetriebnahme eines IT-Systems für derivative Finanzinstrumente sowie aus der Einführung von IT-Applikationen im Custody-Bereich der RBI AG. Ebenso stiegen aufgrund der Ausweitung des Valuten- und Münzhandelsgeschäfts der RBI AG die Transportkosten. Durch verstärkte Geschäftsaktivitäten nahmen im Jahresvergleich auch die weiterverrechneten Stückkosten der Abwicklungsgesellschaft Raiffeisen Service Center GmbH (RSC) zu. Das Segment umfasste zum Ende des Berichtsjahrs vier Bankgeschäftsstellen. Die Cost/ Income Ratio erhöhte sich aufgrund des Anstiegs der Verwaltungsaufwendungen um 1,3 Prozentpunkte auf 48,1 Prozent.

Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen

Die fast zur Gänze im Profitcenter Financial Institutions & Sovereigns angefallenen Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen betrugen € 14 Millionen und betrafen überwiegend ein Finanzinstitut in Dänemark und einen Kunden im Arabischen Raum. Der Anteil der notleidenden Kredite am Gesamtkreditobligo des Segments betrug 0,8 Prozent.

Übrige Ergebnisse und Steuern

Die übrigen Ergebnisse drehten im Berichtsjahr von € 7 Millionen auf minus € 4 Millionen. So fiel das Ergebnis aus derivativen Finanzinstrumenten in der Konzernzentrale schlechter aus als im Vergleichsjahr. Grund dafür waren die Close-out-Zahlungen im Zusammenhang mit dem Verkauf von Teilen des bis zur Endfälligkeit zu haltenden Wertpapierportfolios. Das Ergebnis aus Finanzinvestitionen blieb beinahe unverändert. Grund dafür war die Bewertung des Wertpapierbestands und der CDS-Transaktionen im Rahmen der übernommenen Risiken der Konzernzentrale, bei denen es im vierten Quartal aufgrund der Marktschwankungen der Vorperioden zu Aufwertungen kam.

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag stiegen auf € 72 Millionen. Die Steuerquote des Segments lag bei 27 Prozent und damit um 2 Prozentpunkte über dem Niveau von 2010.

Der Jahresüberschuss nach Abzug der nicht beherrschenden Anteile erhöhte sich um 4 Prozent auf € 194 Millionen.

Corporate Center

Im Segment Corporate Center betrug der Jahresfehlbetrag vor Steuern € 65 Millionen. Der Rückgang gegenüber der Vorjahresperiode von € 174 Millionen war vor allem auf die Abnahme der übrigen Ergebnisse zurückzuführen. Der Return on Equity vor Steuern war negativ und belief sich auf 3,4 Prozent.

Verände- Verände
in € Millionen 2011 2010 rung Q4/2011 Q3/2011 rung
Betriebserträge 356 426 - 16,6% - 20 49
Verwaltungsaufwendungen - 318 - 307 3,5% - 113 - 69 63,9%
Betriebsergebnis 38 120 - 68,4% - 133 - 20 >500,0%
Nettodotierungen zu
Kreditrisikovorsorgen 55 0 - 5 60
Übrige Ergebnisse - 158 - 11 >500,0% - 251 83
Periodenüberschuss/-fehlbetrag
vor Steuern - 65 109 - 389 123
Aktiva 53.835 32.879 63,7% 53.835 52.695 2,2%
Nettozinsspanne 0,80% 0,79% 0,00 PP 0,10% 0,25% - 0,15 PP
Return on Equity vor Steuern 5,3% 26,1%

Betriebserträge

Der Zinsüberschuss des Segments stieg im Jahresvergleich um 25 Prozent auf € 363 Millionen. Die Dividendenerträge aus Konzernunternehmen anderer Segmente nahmen um 48 Prozent zu, während sich ein steuerungsbedingt negativer Zinsüberschuss aus dem Profitcenter Treasury der Konzernzentrale ertragsmindernd auswirkte. Hier stiegen die Kosten für eigene Emissionen, da solche mit niedrigeren Aufschlägen aus den Jahren vor der Finanzkrise abreiften und durch Neuemissionen ersetzt wurden. Zusätzlich wurden die Liquiditätsreserven der RBI deutlich angehoben, was sich ebenfalls dämpfend auf den Zinsüberschuss auswirkte. Die Erträge aus internen Finanzierungen im Rahmen des Netzwerks der RBI blieben im Jahresvergleich beinahe unverändert. Die Zinsaufwendungen von € 33 Millionen für das Nachrangkapital der RBI AG sind ebenfalls in diesem Segment ausgewiesen. Die Aktiva des Segments wuchsen insbesondere aufgrund des Aufbaus von Liquiditätsüberschüssen im Jahresabstand um 64 Prozent auf € 53,8 Milliarden. Die Kreditrisikoaktiva stiegen –überwiegend bedingt durch die Erhöhung der Liquiditätsreserven – um 22 Prozent auf € 19,6 Milliarden. Ihr im Vergleich niedrigerer Anstieg beruhte überwiegend auf der geringeren Risikogewichtung der zusätzlichen Bilanzaktiva.

Der Provisionsüberschuss ging im Jahresvergleich von minus € 17 Millionen auf minus € 65 Millionen zurück. Zurückzuführen war dies im Wesentlichen auf Provisionszahlungen der Konzernzentrale für Länderrisikoversicherungen im Zusammenhang mit Finanzierungen im Ausland sowie auf Provisionsaufwendungen im Zusammenhang mit platzierten Emissionen.

Das Handelsergebnis des Segments erhöhte sich um 86 Prozent auf € 38 Millionen. Diese Steigerung stammte überwiegend aus dem Bereich Treasury der Konzernzentrale und resultierte aus der Liquiditätssteuerung und den Eigenhandelsaktivitäten im Bilanzstruktur-Management. Ein weiterer Faktor waren Bewertungsgewinne diverser Fremdwährungs- und Zinsfinanzinstrumente, die zu Absicherungszwecken gehalten wurden.

Das sonstige betriebliche Ergebnis des Segments betrug € 20 Millionen gegenüber € 133 Millionen im Vergleichsjahr. Ausschlaggebend für diesen Rückgang war die neu eingeführte Sonderabgabe für Banken in Österreich in Höhe von € 83 Millionen. Die Erträge aus dem Raiffeisen Daten Service Center in Wien, das Dienstleistungen überwiegend im Bereich Treasury anbietet, leisteten wie im Vergleichsjahr einen positiven Ergebnisbeitrag von € 27 Millionen.

Verwaltungsaufwendungen

Die Verwaltungsaufwendungen stiegen um 4 Prozent oder € 11 Millionen auf € 318 Millionen, überwiegend zurückzuführen auf den wachsenden Aufwand der in Wien ansässigen Zentrale der Direktbank ZUNO. Die einzige im Segment ausgewiesene Geschäftsstelle ist die Konzernzentrale.

Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen

Die Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen spielen aufgrund des konzerninternen Geschäftscharakters des Segments generell eine untergeordnete Rolle. Es kam jedoch, überwiegend aufgrund der Umwandlung eines Kredits in eine Beteiligung, zu einer Auflösung der Wertberichtigungen zu Kreditrisikovorsorgen im Ausmaß von € 60 Millionen. Aufgrund der gleichzeitigen Abschreibung der betreffenden Beteiligung ergaben sich jedoch keine Auswirkungen auf das Ergebnis des Segments.

Übrige Ergebnisse und Steuern

Die übrigen Ergebnisse sanken im Jahresvergleich auf minus € 158 Millionen. Das darin enthaltene Ergebnis aus Finanzinvestitionen verschlechterte sich überwiegend aufgrund der Bewertung der konzerninternen Beteiligungen von € 16 Millionen auf minus € 538 Millionen. Das Ergebnis aus derivativen Finanzinstrumenten drehte hingegen von minus € 34 Millionen auf € 382 Millionen. Basis dafür waren Bewertungsergebnisse aus Absicherungsgeschäften für eigene Emissionen, die aus der günstigen Position der RBI AG im Hinblick auf sinkende langfristige Zinsen resultierten.

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag beliefen sich auf € 24 Millionen nach € 183 Millionen im Vorjahr. Zurückzuführen war dieser Rückgang vor allem auf die in diesem Segment ausgewiesenen hohen Dividendenerträge, die nicht in die Steuerbemessungsgrundlage einfließen. Die starke Abweichung im Jahresvergleich erklärt sich weiters durch die deutlich niedrigeren latenten Steuern, die aufgrund von Bewertungsdifferenzen zwischen IFRS- und Steuerbilanz bei diversen Finanzinstrumenten und Beteiligungen gebildet wurden. Darüber hinaus minderte die niedrigere Anrechenbarkeit der Verlustvorträge den positiven Steuerbetrag.

Der Jahresfehlbetrag nach Abzug der nicht beherrschenden Anteile sank um € 332 Millionen auf € 40 Millionen.

Geschäftsbereiche

Die RBI ist – neben der Einteilung in Segmente nach IFRS 8 – in Geschäftsbereiche gegliedert, die der internen Organisation und Berichtsstruktur entsprechen. Das Geschäft des Konzerns wird dabei in folgende Bereiche geteilt:

  • Corporate Customers
  • Retail Customers
  • Financial Institutions & Public Sector
  • Capital Markets & Treasury
  • Participations & Other

Corporate Customers umfasst das Geschäft mit lokalen und internationalen mittleren und großen Unternehmen. Retail Customers beinhaltet das Geschäft mit Privatkunden sowie Klein- und Mittelbetrieben mit einem Jahresumsatz von in der Regel maximal € 5 Millionen. Im Geschäftsbereich Financial Institutions & Public Sector ist das Geschäft mit Kunden erfasst, die aus der Finanzbranche sowie aus dem Kreis der öffentlichen Körperschaften stammen. Capital Markets & Treasury umfasst den Eigenhandel des Treasury und das nur in einigen Konzerneinheiten betriebene Investment Banking. Participations & Other umfasst neben nicht-bankspezifischen Aktivitäten auch die Verwaltung von Beteiligungen. Weiters sind andere bereichsübergreifende Funktionen enthalten, speziell in der Konzernzentrale.

Geschäftsbereichs-Überblick

1.1.–31.12.2011

Financial
Corporate Retail Institutions
& Public
Capital
Markets &
Partici-
pations
in € Millionen Customers Customers Sector Treasury & Other Gesamt
Zinsüberschuss 1.352 1.656 338 80 242 3.667
Provisionsüberschuss 553 824 134 2 - 24 1.490
Handelsergebnis 24 2 63 290 - 16 363
Sonstiges betriebliches Ergebnis - 3 - 2 - 10 - 57 - 160 - 232
Betriebserträge 1.925 2.480 526 315 42 5.288
Verwaltungsaufwendungen - 634 - 1.806 - 226 - 215 - 240 - 3.120
Betriebsergebnis 1.291 675 300 100 - 198 2.168
Nettodotierungen zu
Kreditrisikovorsorgen
- 470 - 600 - 22 - 2 30 - 1.064
Übrige Ergebnisse - 2 - 13 - 44 291 37 269
Periodenüberschuss/-fehlbetrag
vor Steuern
819 61 235 389 - 131 1.373
Risikoaktiva (Kreditrisiko) 42.198 15.955 7.759 6.919 4.320 77.150
Gesamtes Eigenmittelerfordernis 3.662 1.645 699 1.262 356 7.624
Cost/Income Ratio 32,9% 72,8% 42,9% 68,3% 104,9% 57,0%
Durchschnittliches Eigenkapital 5.090 2.373 1.139 1.057 373 10.032
Return on Equity vor Steuern 16,1% 2,6% 20,6% 36,8% 13,7%

1.1.–31.12.2010

Financial
Corporate Retail Institutions
& Public
Capital
Markets &
Partici-
pations
in € Millionen Customers Customers Sector Treasury & Other Gesamt
Zinsüberschuss 1.238 1.639 282 231 188 3.578
Provisionsüberschuss 518 845 147 0 - 19 1.491
Handelsergebnis 32 2 54 238 2 328
Sonstiges betriebliches Ergebnis 12 - 9 - 2 - 2 7 6
Betriebserträge 1.800 2.475 481 468 179 5.403
Verwaltungsaufwendungen - 574 - 1.762 - 198 - 172 - 274 - 2.980
Betriebsergebnis 1.226 714 282 297 - 95 2.424
Nettodotierungen zu
Kreditrisikovorsorgen
- 564 - 601 - 23 1 - 7 - 1.194
Übrige Ergebnisse 18 18 3 - 1 20 58
Periodenüberschuss/-fehlbetrag
vor Steuern
680 131 262 297 - 83 1.287
Risikoaktiva (Kreditrisiko) 39.352 17.260 8.762 8.168 2.059 75.601
Gesamtes Eigenmittelerfordernis 3.427 1.761 775 1.435 187 7.585
Cost/Income Ratio 31,9% 71,2% 41,3% 36,7% 153,1% 55,1%
Durchschnittliches Eigenkapital 4.563 2.319 982 1.168 368 9.400
Return on Equity vor Steuern 14,9% 5,7% 26,7% 25,4% 13,7%

Corporate Customers

Wesentliche Entwicklungen im Geschäftsjahr

Nachdem die RBI 2010 ihre Corporate-Banking-Strategie und deren Eckpfeiler definiert hatte, stand das Geschäftsjahr 2011 im Geschäftsbereich Corporate Customers im Zeichen der erfolgreichen Umsetzung der strategischen Initiativen im gesamten Konzern. Schwerpunkte waren die Adaptierung und Optimierung von Kundenbetreuungs- und Akquisitionsmodellen im Großkunden- und Mittelstandssegment, die Durchführung von Produktentwicklungs- und Verkaufsinitiativen, die Intensivierung des Know-how-Transfers innerhalb der Gruppe sowie die Steigerung der Effizienz von Geschäftsprozessen.

Gleichzeitig erfolgten diverse organisatorische Maßnahmen, um kapital- und liquiditätsschonende Produkte zu forcieren. Dazu gehörten z. B. die Installierung von regionalen Treasury-Experten in Polen und der Tschechischen Republik sowie der Aufbau einer eigenen Treasury-Sales-Einheit in Russland.

Ebenso wurde in Österreich und in einigen Netzwerkbanken, z. B. in Russland, Bulgarien, Kroatien und Serbien, ein stärkerer Industriefokus in der Akquisition und Firmenkundenbetreuung gesetzt, um die Kunden noch zielgerichteter servicieren zu können.

Der Effizienzsteigerung im Mid-Corporate-Segment diente die Umsetzung von Mid-Office-Konzepten in den Regionaldirektionen (Regional Centers) der russischen, bulgarischen, serbischen und slowakischen Netzwerkbanken. Sie verfolgte das Ziel, die administrative Belastung der Kundenbetreuer zu minimieren und dadurch die Qualität der Kundenbetreuung in der Akquisition und Beratung weiter zu steigern.

2011 stand auch im Zeichen einer entscheidenden Verbesserung der Kooperation zwischen Kunden-, Produkt- und Risikomanagern durch die flächendeckende Einführung von Account-Planning-Methoden und Customer-Relationship-Management-Systemen (CRM). Dadurch wurde vor allem eine Systematisierung und Intensivierung der gruppenweiten Zusammenarbeit mit besonderem Fokus auf kapital- und liquiditätsschonende Produkte erzielt.

In Österreich führte der verstärkte Fokus auf das Treasury & Investment Banking (diesem Bereich widmete sich 2011 ein Ausbildungsschwerpunkt für alle Kundenbetreuer) bereits zu ersten sehr erfreulichen Ergebnissen: 2011 war die RBI in Österreich mit einem Emissionsvolumen von rund € 2.850 Millionen in neun Transaktionen führend bei Emissionen österreichischer Unternehmen. In mehreren Netzwerkbanken wurden Produktinnovationen in den Bereichen Cash Management, Cash Pooling und Factoring eingeführt.

Ein zentrales Element der Corporate-Banking-Strategie der RBI ist die Einführung eines gruppenweiten Konzepts, das einerseits den Know-how-Transfer innerhalb der Gruppe unterstützt und zur Steigerung der Effizienz andererseits die zentrale Entwicklung von komplexen Kommerzbankprodukten mit lokaler Unterstützung fördert. Diesbezüglich wurden mehrere Initiativen gestartet. So intensivierte der gruppenweite Einsatz von Produktexperten den Wissenstransfer. Zusätzlich soll es eine neu entwickelte technische Plattform künftig erleichtern, im gesamten Netzwerk der RBI Fachwissen zu sammeln und effizient zu verteilen.

Mit Beginn des Jahres 2011 wurde das so genannte Group-Product-Concept eingeführt. Dieses sieht in einigen Produktbereichen (Project Finance, Real Estate Finance, Export Credit Agency, garantierte Kredite sowie Cash Management) eine vertiefte Kooperation innerhalb des Konzerns bei Großtransaktionen und komplexen Transaktionen vor. Bereits im ersten Jahr erwies sich dieses Projekt mit mehr als 200 eingemeldeten und mehr als 30 abgeschlossenen Transaktionen, von denen die RBI in 10 Fällen als Lead Arranger mandatiert wurde, als großer Erfolg.

Ergebnisentwicklung

Der Geschäftsbereich Corporate Customers verzeichnete im Berichtsjahr mit einer Erhöhung des Jahresüberschusses vor Steuern um 20 Prozent auf € 819 Millionen einen starken Ergebnisanstieg. Verantwortlich dafür waren in erster Linie der Rückgang der Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen und der gestiegene Zinsüberschuss.

Die Betriebserträge stiegen aufgrund höherer Zinsüberschüsse und eines leicht gestiegenen Provisionsüberschusses von € 1.800 Millionen auf € 1.925 Millionen und lagen damit um 7 Prozent über dem Niveau des Vergleichsjahres. Der Anstieg des Zinsüberschusses von 9 Prozent ging überwiegend auf das Geschäft mit Großkunden in Russland, der Slowakei und Asien zurück. In der RBI AG blieb der Zinsüberschuss bei Großkunden hingegen unter dem Niveau des Vergleichsjahres.

Der Provisionsüberschuss stieg um 7 Prozent auf € 553 Millionen. Den größten Beitrag zu diesem Zuwachs lieferte das Geschäft in Russland. Das sonstige betriebliche Ergebnis reduzierte sich hingegen von € 12 Millionen auf minus € 3 Millionen. Hier führten vor allem die Bankenabgaben in Österreich und Ungarn zu einer Ergebnisschmälerung um € 29 Millionen.

Die Verwaltungsaufwendungen stiegen um 10 Prozent auf € 634 Millionen. In Russland sorgten dabei höhere Gehaltsnebenkosten, Bonuszahlungen und IT-Aufwendungen für einen Anstieg, in der Slowakei waren höhere Sozialabgaben und ein gestiegener Personalstand dafür verantwortlich. Die Cost/Income Ratio stieg um 1 Prozentpunkt auf 33,0 Prozent.

Die übrigen Ergebnisse gingen von € 18 Millionen auf minus € 2 Millionen zurück. Dabei fiel vor allem das Ergebnis aus Finanzinvestitionen deutlich niedriger aus als im Vorjahr.

Die Kreditrisikoaktiva stiegen im Jahresabstand um 7 Prozent auf € 42,2 Milliarden. Hauptgrund dafür war der Anstieg des Kreditvolumens.

Der Return on Equity vor Steuern des Geschäftsbereichs Corporate Customers stieg aufgrund des Zuwachses im Jahresüberschuss vor Steuern um 1,2 Prozentpunkte auf 16,1 Prozent.

Retail Customers

Wesentliche Entwicklungen im Geschäftsjahr

Privatkunden

Der Geschäftsbereich Privatkunden war aufgrund der Veränderungen im wirtschaftlichen Umfeld in der zweiten Jahreshälfte mit geringerer Kreditnachfrage konfrontiert. Dennoch erzielte die RBI bei Krediten an Privatpersonen 2011 insgesamt einen Zuwachs von 2 Prozent.

Die Qualität der neu vergebenen Kredite steht dabei nach wie vor im Zentrum der Aufmerksamkeit. Die Bank überwacht risikorelevante Produktparameter, wie z. B. die maximale Beleihungsquote für Hypotheken oder die Höchstlaufzeit für Verbraucherkredite, laufend.

Sehr erfolgreich war die RBI 2011 mit ihrer Fokussierung auf enge Kundenbeziehungen und den Ausbau solider Kundeneinlagen. Letztere stiegen im Privatkundensegment aufgrund von Verkaufs- und Kundenpflegeaktivitäten um 12 Prozent, wodurch die RBI auch ihre Position in den meisten Märkten verbessern konnte. Von entscheidender Bedeutung war dabei das Vertrauen der Kunden in die Marke Raiffeisen, das es der RBI ermöglichte, ihre Kunden- und Einlagenbasis auszubauen, ohne höhere Zinsen anbieten zu müssen.

Die Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen lagen mit Ausnahme Ungarns aufgrund der höheren Kreditqualität und der verbesserten Inkassoprozesse deutlich unter dem Niveau des Jahres 2010. Bei Privatpersonen gingen sie konzernweit im Jahresvergleich um 4 Prozent zurück. Dieser Wert beinhaltet bereits die Effekte der schwierigen Situation in Ungarn, wo die Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen wesentlich höher waren als im Jahr 2010.

2012 wird die RBI ihre Initiative im Primary Relationship Banking fortsetzen, die auf Kunden abzielt, deren Hauptbank die jeweilige Raiffeisen-Einheit ist. Zu diesem Zweck werden die Paketfähigkeit von Produkten weiter ausgebaut, die Transparenz erhöht und die Qualität der Dienstleistung weiter verbessert.

2011 wurde der Ausbau des Angebots für vermögende Kunden (unter der Marke Premium Banking) fortgesetzt, wodurch 80.000 zusätzliche Kunden für die Premium-Banking-Dienstleistungen gewonnen werden konnten. Ende 2011 betreuten über 1.000 Relationship Manager mehr als 500.000 Kunden in diesem Segment.

Ebenso wurde 2011 unter der Marke "Friedrich Wilhelm Raiffeisen" das Private-Banking-Geschäft im CEE-Netzwerk der RBI weiter forciert. Ziel ist es hier, den über 30.000 Kunden dieses Subsegments ein einzigartiges Dienstleistungsniveau zu bieten.

Klein- und Mittelbetriebe

Trotz des schwierigen Umfelds für Kleinunternehmen in CEE konnte die Profitabilität dieses Kundensegments 2011 aufrechterhalten werden. So konnten rückläufige Erträge im Kreditbereich durch Ertragssteigerungen im Transaktionsgeschäft und bei provisionsgebundenen Produkten sowie durch die Optimierung des Verkaufs- und Servicemodells kompensiert werden. Durch die Konzentration der Relationship Manager auf Kunden mit höherer Wertschöpfung wurde der Betreuungsaufwand verringert, zusätzlich reduzierte der Fokus auf frühzeitiges Inkasso und Kreditabwicklungen die Risikokosten im Jahresvergleich leicht.

Allfinanz

2011 war auch in der Entwicklung des Allfinanzgeschäfts in CEE gemeinsam mit dem strategischen Partner UNIQA Versicherungen AG erneut ein erfolgreiches Jahr. Insbesondere das Leistungsangebot bei Kontokorrentkonten wurde ausgebaut und in den Schlüsselmärkten Kunden aller Segmente angeboten. Dank der gemeinsamen Initiative mit der UNIQA wurde der Vertrieb von eigenständigen Lebensversicherungsprodukten auf elf Länder des RBI-Netzwerks ausgedehnt.

Vermögensverwaltung

Die RBI betrachtet das Vermögensverwaltungsgeschäft in CEE als wichtigen Wachstumsmarkt. Daher richtet die Bank ihr Augenmerk auf die Entwicklung attraktiver und sicherer Anlageinstrumente für ihre Kunden, die über das regionale Banknetz vertrieben werden. 2011 erhöhte sich das durchschnittliche verwaltete Vermögen trotz des äußerst schwierigen Umfelds für das Anlagefondsgeschäft um 13 Prozent auf € 6,2 Milliarden.

Die in Wien ansässige Kathrein Privatbank AG etablierte sich in den vergangenen Jahren als Privatbank für Unternehmer, Stiftungen und Vermögensweitergabe. 2011 betrug das von ihr verwaltete Vermögen rund € 4,3 Milliarden (2010: € 4,6 Milliarden), wovon € 2,2 Milliarden auf Fondsvermögen entfielen. Dieses verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um € 130 Millionen (2010: € 2,4 Milliarden). Bedingt durch Abwertungen des Anlagevermögens reduzierte sich der Jahresüberschuss im Jahresabstand von € 5,6 Millionen auf € 3,2 Millionen.

Neben der bereits bestehenden Filiale in der Slowakei eröffnete die Direktbanktochter der RBI, die ZUNO Bank AG, im Juli 2011 eine Niederlassung in der Tschechischen Republik. Die angebotenen Produkte und Dienstleistungen richten sich auch hier vor allem an Privatpersonen. Sie umfassen Einlagenprodukte wie Termingelder, Spar- und Kontokorrentkonten sowie ein breites Spektrum von Produkten des Zahlungsverkehrs einschließlich des Devisenumtauschs. Die Geschäftsentwicklung dieser noch jungen Netzwerkbank lag 2011 in beiden Ländern weit über den erwarteten Zahlen, die Höhe der Kundeneinlagen erreichte bereits € 0,8 Milliarden. Ende 2011 schloss die ZUNO Bank AG auch die Vorbereitungen für das Kreditgeschäft ab: Ab Frühjahr 2012 werden den Kunden in der Slowakei und der Tschechischen Republik Kontokorrent- und Personalkredite angeboten, ab Sommer 2012 auch Kreditkartenprodukte.

Ergebnisentwicklung

Der Jahresüberschuss vor Steuern des Geschäftsbereichs Retail Customers betrug im Berichtsjahr € 61 Millionen. Im Vergleich zu 2010 bedeutet dies einen Rückgang von € 70 Millionen, der vorwiegend auf höhere Verwaltungsaufwendungen zurückzuführen ist.

Die Betriebserträge des Geschäftsbereichs stiegen um € 5 Millionen auf € 2.480 Millionen. Mit € 1.656 Millionen überstieg vor allem der Zinsüberschuss das Niveau des Vergleichsjahrs um € 17 Millionen, die größten Zuwächse wurden hier in Russland und der Tschechischen Republik erwirtschaftet. Der Provisionsüberschuss hingegen sank um € 21 Millionen und steuerte € 824 Millionen zu den Betriebserträgen bei. Russland und Rumänien lieferten dazu mit € 139 Millionen bzw. € 136 Millionen erneut die größten Beiträge, die überwiegend aus dem Zahlungsverkehr sowie aus dem Kredit- und Garantiegeschäft stammten. Den höchsten Anstieg verzeichnete die Tschechische Republik mit € 17 Millionen, er wurde ebenfalls primär im Zahlungsverkehr erzielt. Das sonstige betriebliche Ergebnis verbesserte sich überwiegend aufgrund des Rückangs der Bankenabgabe im Jahresvergleich von minus € 9 Millionen auf minus € 2 Millionen.

Die Verwaltungsaufwendungen des Geschäftsbereichs stiegen durch Gehaltserhöhungen und Bonuszahlungen sowie Zuwächse bei den IT-Aufwendungen für diverse Banksysteme im Berichtsjahr um 3 Prozent auf € 1.806 Millionen. Die Cost/ Income Ratio nahm daher um 1,6 Prozentpunkte auf 72,8 Prozent zu.

Die Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen konnten trotz der angespannten Marktsituation mit € 600 Millionen auf Vorjahresniveau gehalten werden. Dabei war in Ungarn mit € 249 Millionen die größte Nettodotierung zu Einzel- und Portfolio-Kreditrisikovorsorgen erforderlich, während in der Ukraine, Kroatien und Bulgarien geringere Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen vorgenommen wurden.

Die übrigen Ergebnisse gingen aufgrund der Entwicklung des Geschäfts mit Special Customers von € 18 Millionen auf minus € 13 Millionen zurück.

Die Kreditrisikoaktiva des Geschäftsbereichs Retail Customers sanken – vorwiegend aufgrund des Rückgangs in Ungarn – um 8 Prozent auf € 16,0 Milliarden.

Der Return on Equity vor Steuern sank um 3,1 Prozentpunkte auf 2,6 Prozent.

Financial Institutions & Public Sector

Wesentliche Entwicklungen im Geschäftsjahr

Die Entwicklung des Geschäftsbereichs Financial Institutions & Sovereigns war 2011 vor allem in der zweiten Jahreshälfte von der zunehmenden Unsicherheit auf den internationalen und insbesondere europäischen Finanzmärkten gekennzeichnet. Ursache dafür waren die Umschuldungsverhandlungen mit Griechenland und der zunehmende Druck auf andere südeuropäische Länder wegen ihrer angespannten finanziellen Situation. Die Verzögerungen bei der Erhöhung der Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) trugen ebenfalls zur Verunsicherung und Zurückhaltung in der Finanzindustrie bei.

Das in der ersten Hälfte des Berichtszeitraums noch durchaus positive Marktumfeld begünstigte das Emissionsgeschäft bei institutionellen Emittenten. Davon profitierte auch die RBI und konnte eine Reihe von Lead-Management-Mandaten gewinnen. In der zweiten Jahreshälfte war aufgrund der merklich schwieriger gewordenen Rahmenbedingungen jedoch eine deutliche Abkühlung der Kapitalmarktaktivitäten institutioneller Kunden zu verzeichnen.

Weiter verstärkt hat sich in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahrs hingegen der Trend zu eigenkapital- und liquiditätsschonenden Finanzdienstleistungsprodukten. Hintergrund dieser Entwicklung war die sich abzeichnende Verschärfung der EU-Vorschriften zu den Kernkapitalquoten für Banken. Die RBI konnte hier ihre führende Rolle als Zahlungsverkehrspartner zwischen Ost und West unterstreichen und neue Kunden gewinnen. Der Geschäftsbereich profitierte daneben von der starken Nachfrage nach Custody- und Fund-Services-Dienstleistungen und konnte auch neue Kunden im Banknotenhandel akquirieren.

Der seit rund drei Jahren spürbare Wandel im traditionellen Kreditgeschäft verstärkte sich ebenfalls weiter. Hauptstoßrichtung ist hier eine konsequente Vertiefung von Kundenbeziehungen mit hohem Cross-Selling-Potenzial und eine selektive Transaktionsauswahl mit kleineren Volumina. Generell wurde den restriktiven Rahmenbedingungen durch eine deutliche Straffung der Geschäftsaktivitäten Rechnung getragen und der Fokus auf den Vertrieb eigenmittelschonender Produkte gelegt.

Ergebnisentwicklung

Der Geschäftsbereich Financial Institutions & Public Sector verzeichnete im Berichtsjahr einen geringen Ergebnisrückgang, der Jahresüberschuss vor Steuern sank um 10 Prozent auf € 235 Millionen. Während das Ergebnis einerseits durch den gestiegenen Zinsüberschuss positiv beeinflusst war, fehlten andererseits die Erträge aus Finanzinvestitionen.

Die Betriebserträge stiegen aufgrund des höheren Zinsüberschusses von € 481 Millionen auf € 526 Millionen und übertrafen das Vorjahresniveau damit um 9 Prozent. Der Anstieg des Zinsüberschusses um 20 Prozent resultierte dabei überwiegend aus den gestiegenen Geschäftsvolumina in der Konzernzentrale, Asien und Rumänien. Der Provisionsüberschuss hingegen lag im Berichtsjahr durch das geringere Kredit- und Garantiegeschäft in Malta mit € 134 Millionen um 8 Prozent unter dem Niveau von 2010. Das Handelsergebnis wiederum erhöhte sich um € 9 Millionen auf € 63 Millionen deutlich, während das sonstige betriebliche Ergebnis im Jahresvergleich von minus € 2 Millionen auf minus € 10 Millionen zurückging. Die Bankensteuer in Österreich reduzierte das sonstige betriebliche Ergebnis um € 13 Millionen.

Die Verwaltungsaufwendungen nahmen um 14 Prozent auf € 226 Millionen zu, wodurch sich auch die Cost/Income Ratio um 1,7 Prozentpunkte auf 42,9 Prozent leicht erhöhte. Der Anstieg war, wie in allen Geschäftsbereichen, durch Gehaltserhöhungen und Bonuszahlungen sowie durch Zuwächse bei den IT-Aufwendungen aufgrund von Investitionen begründet.

Die übrigen Ergebnisse reduzierten sich von € 3 Millionen auf minus € 44 Millionen, überwiegend hervorgerufen durch niedrigere Marktbewertungen von Kommunalschuldverschreibungen in Ungarn.

Die Kreditrisikoaktiva sanken sich im Jahresvergleich volumenbedingt um 11 Prozent auf € 7,8 Milliarden.

Der Return on Equity vor Steuern des Geschäftsbereichs Financial Institutions & Public Sector sank aufgrund des verminderten Jahresüberschusses vor Steuern um 6,0 Prozentpunkte auf 20,6 Prozent.

Capital Markets & Treasury

Wesentliche Entwicklungen im Geschäftsjahr

Capital Markets

Die europäische Schuldenkrise, die Ausweitung der Verschuldungsobergrenze in den USA sowie politische Unruhen sorgten 2011 für sehr volatile Märkte und hohe Unsicherheiten auf den Finanzmärkten. Trotz dieses schwierigen Marktumfelds erzielte der Geschäftsbereich Capital Markets mit innovativen Lösungsstrategien ein ausgezeichnetes Ergebnis.

Für Kunden wurde die Internet-Plattform "FX Raiffeisen" eingeführt und damit ein neuer Servicelevel erreicht. Durch aktive Beratung in Fragen des Fremdwährungsmanagements hat der Geschäftsbereich sowohl die Kundenzufriedenheit als auch den Produktumsatz gesteigert. Ein deutliches Ertragsplus brachte auch die Ausweitung des Banknotengeschäfts. Zahlreiche Firmenkunden wurden darüber hinaus zur Absicherung ihrer Zinsrisiken für den Abschluss von Zinsswaps und -caps gewonnen.

Das Geldmarktgeschäft verzeichnete weiterhin eine Steigerung bei besicherten Transaktionen und kürzeren Laufzeiten. Als Sicherheiten wurden EZB-fähige Wertpapiere und Blue-Chip-Aktien akzeptiert, auf deren Basis Kunden von den günstigen Finanzierungskosten im Repo-Geschäft profitierten.

Im Bereich Fixed Income wurden Produkte zur Absicherung von Refinanzierungen und Speziallösungen zur Umstrukturierung von bestehenden Geschäften angeboten. Besonders Inflations- und Fremdwährungsanleihen wurden hier verstärkt nachgefragt. In Asien konnten mehrere USD Multi Callable Notes platziert und damit die Präsenz der RBI in dieser Region verstärkt werden.

Im Eigenhandel wurde mit aktivem Management bei reduziertem Volumen ein stabiler Erfolg erzielt.

Über ihre Tochtergesellschaft Raiffeisen Centrobank etablierte sich die RBI in den vergangenen Jahren als zentrale Investmentbank im Raiffeisensektor zur Betreuung nationaler und internationaler Finanzinvestoren einerseits sowie börsenotierter Unternehmen andererseits. Sie zählt institutionelle Anleger zu ihren Kunden, die bei ihr Aktien und Aktienderivate aus der Region CEE sowie aus Österreich und den umliegenden EU-Ländern kaufen. Im Market Making ist die Raiffeisen Centrobank die Nummer 1 an der Wiener Börse und führender Aktienhändler in CEE. Direkte Börsemitgliedschaften an zahlreichen internationalen Finanzplätzen sowie der optimale Zugang zu den lokalen Märkten in CEE durch die Netzwerkbanken der RBI ermöglichen den Kunden einen zeitnahen und kostengünstigen Handel mit Aktien aus dieser Region.

Treasury

Zu den Aktivitäten des Treasury verweisen wir auf das Kapitel "Funding" im Lagebericht.

Ergebnisentwicklung

Der Geschäftsbereich Capital Markets & Treasury erzielte 2011 ein Vorsteuerergebnis von € 389 Millionen und verzeichnete damit gegenüber dem Vergleichsjahr eine Verbesserung um 31 Prozent.

Die Betriebserträge des Geschäftsbereichs sanken im Periodenvergleich um 33 Prozent auf € 315 Millionen. Dabei blieb der Zinsüberschuss mit € 80 Millionen aufgrund des vorhandenen Liquiditätsüberhangs um € 151 Millionen unter dem Vorjahreswert. Hauptverantwortlich dafür waren die negativen Zinsergebnisse in der Konzernzentrale und Ungarn. Vorwiegend durch die Bankensteuer in Österreich ging auch das sonstige betriebliche Ergebnis im Jahresvergleich um € 55 Millionen auf minus € 57 Millionen zurück.

Das Handelsergebnis erhöhte sich um 22 Prozent auf € 290 Millionen, hauptsächlich verursacht durch einen Anstieg in der Konzernzentrale, der auf Bewertungsgewinnen aus Zins- und Währungsderivaten beruhte. Zusätzlich ergab sich aus der Bewertung der vergebenen Kapitalgarantien nach minus € 14 Millionen im Vergleichsjahr ein deutlich positives Ergebnis von € 72 Millionen.

Die Verwaltungsaufwendungen stiegen – in erster Linie aufgrund der Implementierung eines Systems für strukturierte Produkte – im Jahresvergleich um 26 Prozent auf € 215 Millionen.

Die übrigen Ergebnisse wiesen auf Grundlage des Ergebnisses aus derivativen Finanzinstrumenten der RBI AG ein Plus von € 291 Millionen aus. Hohe Wertzuschreibungen zu Finanzinstrumenten übertrafen hier das negative Ergebnis aus Finanzinvestitionen deutlich.

Aufgrund einer Methodenänderung bei der Ermittlung des Eigenmittelerfordernisses für die offenen Devisenpositionen sank das Eigenmittelerfordernis auch insgesamt. Dagegen erhöhte sich jenes für das Marktrisiko aufgrund regulatorischer Änderungen (CRD III) um 12 Prozent auf € 1.262 Millionen.

Der Return on Equity vor Steuern des Geschäftsbereichs stieg aufgrund des deutlich besseren Vorsteuerergebnisses um 11,4 Prozentpunkte auf 36,8 Prozent.

Participations & Other

Ergebnisentwicklung

Der Jahresfehlbetrag vor Steuern des Geschäftsbereichs Participations & Other betrug € 131 Millionen nach minus € 83 Millionen im Jahr zuvor. Einen deutlichen Zuwachs zeigte dabei jedoch der Zinsüberschuss mit einem Plus von 28 Prozent auf € 242 Millionen. Das Ergebnis beinhaltet zudem die kalkulatorischen Ergebnisse aus der Veranlagung des Eigenkapitals, die aufgrund des im Berichtszeitraum gestiegenen Zinsniveaus in der Ukraine, Kroatien, der Slowakei und Ungarn stark zunahmen.

Der Provisionsüberschuss des Geschäftsbereichs beinhaltete die im Jahresvergleich etwas höheren Provisionszahlungen der RBI AG für Landesrisikoversicherungen. Das sonstige betriebliche Ergebnis wurde durch die Firmenwertabschreibungen in der Ukraine, Ungarn und Slowenien mit € 187 Millionen negativ beeinflusst.

Participations & Other umfasst auch die Aufwendungen der zentralen Konzernsteuerung. Diese verbleiben nach den internen Richtlinien in diesem Geschäftsbereich und werden nicht zur Gänze auf die anderen Bereiche aufgeteilt.

Konzernabschluss

Gesamtergebnisrechnung 134 Bilanz 138 Eigenkapitalveränderungsrechnung 139 Kapitalflussrechnung 140 Segmentberichterstattung 142 Anhang 150 Bestätigungsvermerk 262

Gesamtergebnisrechnung Gesamtergebnisrechnung

Erfolgsrechnung Erfolgsrechnung

in € Tausend Anhang 2011 2010 Veränderung
in € Tausend Anhang 2011 2010 Veränderung
Zinserträge 6.614.417 6.364.799 3,9%
Zinserträge 6.614.417 6.364.799 3,9 %
Laufendes Ergebnis at-equity bewerteter Unternehmen 89 200 - 55,5%
Laufendes Ergebnis at-equity bewerteter Unternehmen 89 200 - 55,5%
Zinsaufwendungen - 2.947.356 - 2.786.831 5,8%
Zinsaufwendungen [2] - 2.947.356 - 2.786.831 5,8%
Zinsüberschuss 3.667.150 3.578.168 2,5%
Zinsüberschuss [2] 3.667.150 3.578.168 2,5%
Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen [3] - 1.063.551 - 1.194.084 - 10,9%
Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen [3] - 1.063.551 - 1.194.084 - 10,9%
Zinsüberschuss nach Kreditrisikovorsorgen 2.603.599 2.384.084 9,2%
Zinsüberschuss nach Kreditrisikovorsorgen 2.603.599 2.384.084 9,2%
Provisionserträge 1.795.257 1.753.233 2,4%
Provisionserträge 1.795.257 1.753.233 2,4 %
Provisionsaufwendungen - 305.330 - 262.441 16,3 %
Provisionsaufwendungen [4] - 305.330 - 262.441 16,3 %
Provisionsüberschuss 1.489.927 1.490.792 - 0,1%
Provisionsüberschuss [4] 1.489.927 1.490.792 - 0,1%
Handelsergebnis [5] 363.261 328.121 10,7 %
Handelsergebnis [5] 363.261 328.121 10,7 %
Ergebnis aus Derivaten und designierten Verbindlichkeiten [6] 412.828 - 84.185
Ergebnis aus Derivaten und designierten Verbindlichkeiten [6] 412.828 - 84.185
Ergebnis aus Finanzinvestitionen [7] - 141.077 137.223
Ergebnis aus Finanzinvestitionen [7] - 141.077 137.223
Verwaltungsaufwendungen [8] - 3.120.440 - 2.979.745 4,7%
Verwaltungsaufwendungen [8] - 3.120.440 - 2.979.745 4,7 %
Sonstiges betriebliches Ergebnis [9] - 232.167 6.297
Sonstiges betriebliches Ergebnis [9] - 232.167 6.297
Ergebnis aus Endkonsolidierungen [10] - 2.575 4.734
Ergebnis aus Endkonsolidierungen [10] - 2.575 4.734
Jahresüberschuss vor Steuern 1.373.355 1.287.322 6,7%
Jahresüberschuss vor Steuern [11] 1.373.355 1.287.322 6,7%
Steuern vom Einkommen und Ertrag - 399.243 - 110.161 262,4 %
Steuern vom Einkommen und Ertrag [11] - 399.243 - 110.161 262,4 %
Jahresüberschuss nach Steuern 974.113 1.177.161 - 17,2%
Jahresüberschuss nach Steuern 974.113 1.177.161 - 17,2%
Ergebnis der nicht beherrschenden Anteile - 6.449 - 89.685 - 92,8%
Ergebnis der nicht beherrschenden Anteile - 6.449 - 89.685 - 92,8%
Konzern-Jahresüberschuss 967.663 1.087.475 - 11,0%

Überleitung zum Gesamtergebnis

Gesamt Eigenanteil Fremdanteil
in € Tausend 2011 2010 2011 2010 2011 2010
Konzern-Jahresüberschuss 974.113 1.177.161 967.663 1.087.475 6.449 89.685
Währungsdifferenzen - 349.606 188.893 - 302.230 180.388 - 47.376 8.506
davon unrealisierte
Gewinne/Verluste der Periode
- 349.606 188.893 - 302.230 180.388 - 47.376 8.506
Absicherung Nettoinvestition
(Capital Hedge)
31.321 - 11.332 31.321 - 11.332 0 0
Hyperinflation 95.152 0 83.486 0 11.666 0
Gewinne/Verluste aus Derivaten, die
Schwankungen zukünftiger Cash
Flows absichern
- 45.951 38.578 - 45.951 38.578 0 0
davon unrealisierte
Gewinne/Verluste der Periode
- 46.904 38.578 - 46.904 38.578 0 0
davon in die Erfolgsrechnung
umgegliederte Gewinne/Verluste
953 0 953 0 0 0
Eigenkapitalveränderungen in at
equity bewerteten Unternehmen
39 0 39 0 0 0
Gewinne/Verluste aus zur
Veräußerung verfügbaren finanziellen
Vermögenswerten
150.824 10.140 150.824 10.140 0 0
davon unrealisierte
Gewinne/Verluste der Periode
153.967 10.140 153.967 10.140 0 0
davon in die Erfolgsrechnung
umgegliederte Gewinne/Verluste
- 3.143 0 - 3.143 0 0 0
Latente Steuern auf direkt im
Eigenkapital erfasste Ergebnisse
- 44.556 - 7.680 - 44.556 - 7.680 0 0
Sonstiges Ergebnis - 162.777 218.599 - 127.066 210.094 - 35.711 8.506
Gesamtergebnis 811.336 1.395.760 840.597 1.297.569 - 29.262 98.191

Sonstiges Ergebnis

Als Capital Hedge werden Kurssicherungsgeschäfte für Investitionen in wirtschaftlich selbständige Teileinheiten ausgewiesen.

Die erfolgsneutralen Bewertungsänderungen der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte (AfS-Bestand) resultieren aus Wertpapieren und Beteiligungen.

Aufgrund geänderter Absichten bezüglich der Haltedauer für einen Teil des bis zur Endfälligkeit zu haltenden Wertpapierbestands wurde ein Volumen im Nominale von € 3.165.000 Tausend in zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte reklassifiziert. Diese Umgliederung verursachte eine Aufwertung im sonstigen Ergebnis in Höhe von € 116.917 Tausend (nach Steuern).

Durch die Anwendung von IAS 29 (Rechnungslegung in Hochinflationsländern) in Belarus wurden € 95.152 Tausend im sonstigen Ergebnis erfasst.

Durch eine Änderung der Hedging-Strategie wurde das Cash-Flow Hedging im zweiten Quartal 2011 beendet und durch Portfolio Hedges ersetzt. Die Bewertungsverluste aus der Beendigung der Cash-Flow Hedges betrugen € 36 Millionen (nach Berücksichtigung der latenten Steuern).

Gewinnrücklagen

Die Entwicklung der in den Gewinnrücklagen gebuchten Posten stellt sich wie folgt dar:

in € Tausend Währungs
differenzen
Capital
Hedge
Cash-Flow
Hedge
AfS
Rücklage
Hoch
inflation
Latente
Steuer
Stand 1.1.2010 - 1.336.732 52.703 7.316 38.006 0 309.404
Unrealisierte Gewinne/Verluste
der Periode
180.388 - 11.332 38.578 10.140 0 - 7.680
Stand 31.12.2010 - 1.156.344 41.371 45.894 48.146 0 301.723
Unrealisierte Gewinne/Verluste
der Periode
- 302.230 31.321 - 46.904 153.967 83.486 - 44.556
In die Erfolgsrechnung
umgegliederte Gewinne/Verluste
0 0 953 - 3.143 0 0
Stand 31.12.2011 - 1.458.574 72.692 - 57 198.970 83.486 257.167

Gewinn je Aktie

in € Anhang 2011 2010 Veränderung
Gewinn je Aktie [12] 3,95 4,56 - 0,62

Der Gewinn je Aktie errechnet sich aus dem bereinigten Konzern-Jahresüberschuss (nach Abzug der Dividende auf das Partizipationskapital im Berichtsjahr bzw. auf das Genussrechtskapital im Vorjahr) und der durchschnittlichen Anzahl der im Umlauf befindlichen Stammaktien. Im Geschäftsjahr 2011 waren dies 194.552 Tausend nach 194.530 Tausend im Vorjahr.

Es waren keine Wandel- oder Optionsrechte im Umlauf, eine Verwässerung des Gewinns je Aktie fand daher nicht statt.

Quartalsergebnisse

Die Quartalsergebnisse stellen sich wie folgt dar:

in € Tausend Q1/2011 Q2/2011 Q3/2011 Q4/2011
Zinsüberschuss 884.252 896.934 942.574 943.390
Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen - 208.197 - 196.820 - 376.587 - 281.947
Zinsüberschuss nach Kreditrisikovorsorgen 676.055 700.114 565.988 661.443
Provisionsüberschuss 357.108 379.835 387.560 365.423
Handelsergebnis 123.425 132.767 36.786 70.283
Ergebnis aus Derivaten und designierten Verbindlichkeiten 2.798 37.841 108.412 263.776
Ergebnis aus Finanzinvestitionen 25.067 - 13.085 - 157.706 4.646
Verwaltungsaufwendungen - 753.016 - 761.300 - 772.372 - 833.753
Sonstiges betriebliches Ergebnis - 23.902 - 2.609 - 15.415 - 190.240
Ergebnis aus Endkonsolidierungen - 2.494 - 91 6 4
Periodenüberschuss vor Steuern 405.042 473.472 153.258 341.583
Steuern vom Einkommen und Ertrag - 99.684 - 101.388 - 70.895 - 127.276
Periodenüberschuss nach Steuern 305.358 372.084 82.363 214.307
Ergebnis der nicht beherrschenden Anteile - 35.346 - 26.944 47.962 7.879
Konzern-Periodenüberschuss 270.012 345.140 130.326 222.186
Q1/2010 Q2/2010 Q3/2010
Q4/2010
858.629 921.476 927.182 870.881
- 324.942 - 282.697 - 305.746 - 280.700
533.687 638.779 621.436 590.181
336.882 378.111 373.272 402.527
126.157 66.198 65.814 69.951
- 45.209 - 86.338 4.596 42.766
140.521 - 87.853 83.542 1.013
- 699.961 - 724.872 - 727.773 - 827.139
- 4.591 2.986 - 2.942 10.846
4.659 211 - 155 19
392.145 187.221 417.791 290.165
- 33.202 - 30.584 - 80.422 34.048
358.943 156.637 337.369 324.213
- 25.238 - 18.157 - 26.368 - 19.923
333.705 138.480 311.001 304.290

Bilanz

Aktiva
in € Tausend Anhang 31.12.2011 31.12.2010 Veränderung
Barreserve [14, 35] 11.401.747 4.806.891 137,2 %
Forderungen an Kreditinstitute [15, 35, 36] 25.748.044 21.532.406 19,6 %
Forderungen an Kunden [16, 35, 36] 81.576.235 75.657.061 7,8 %
Kreditrisikovorsorgen [17, 35] - 5.053.212 - 4.755.872 6,3%
Handelsaktiva [18, 35, 36] 10.616.671 8.068.393 31,6 %
Derivative Finanzinstrumente [19, 35, 36] 1.404.809 1.488.036 - 5,6%
Wertpapiere und Beteiligungen [20, 35, 36] 16.534.964 19.630.902 - 15,8%
Anteile an at-equity bewerteten Unternehmen [21, 35, 36] 5.017 4.961 1,1 %
Immaterielle Vermögenswerte [22, 24, 35] 1.065.548 1.219.816 - 12,6%
Sachanlagen [23, 24, 35] 1.511.477 1.453.630 4,0 %
Sonstige Aktiva [25, 35, 36] 2.173.703 2.066.890 5,2 %
Aktiva gesamt 146.985.003 131.173.114 12,1%
Passiva
in € Tausend Anhang 31.12.2011 31.12.2010 Veränderung
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten [26, 35, 36] 37.991.809 33.659.182 12,9 %
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden [27, 35, 36] 66.747.234 57.633.113 15,8 %
Verbriefte Verbindlichkeiten [28, 35, 36] 14.366.814 16.555.382 - 13,2%
Rückstellungen [29, 35, 36] 770.957 671.908 14,7 %
Handelspassiva [30, 35, 36] 9.714.926 5.741.591 69,2 %
Derivative Finanzinstrumente [31, 35, 36] 791.720 1.263.528 - 37,3%
Sonstige Passiva [32, 35, 36] 1.515.024 1.243.387 21,8 %
Nachrangkapital [33, 35, 36] 4.150.733 4.001.098 3,7 %
Eigenkapital [34, 35] 10.935.786 10.403.925 5,1 %
Konzern-Eigenkapital 8.825.228 8.250.760 7,0 %
Konzern-Jahresüberschuss 967.663 1.087.475 - 11,0%
Kapital der nicht beherrschenden Anteile 1.142.894 1.065.690 7,2 %
Passiva gesamt 146.985.003 131.173.114 12,1%

Eigenkapitalveränderungsrechnung

Gezeich
netes
Partizipa
tionskapital/
Kapital
rücklagen
Gewinn
rücklagen
Konzern
Jahres
Kapital der
nicht be
Gesamt
in € Tausend Kapital Genussrechts
kapital
überschuss herrschenden
Anteile
Eigenkapital
31.12.2009 468.733 600.000 2.569.132 2.152.598 212.181 997.538 7.000.182
Effekte aus der
Verschmelzung
124.555 1.900.000 - 1.951 299.757 0 2.898 2.325.259
Eigenkapital
1.1.2010
593.288 2.500.000 2.567.181 2.452.355 212.181 1.000.436 9.325.441
Kapitaleinzahlungen 0 0 0 0 0 3.013 3.013
Gewinnthesaurierung 0 0 0 182.044 - 182.044 0 0
Dividendenzahlungen 0 0 0 - 304.700 - 30.136 - 49.305 - 384.141
Gesamtergebnis 0 0 0 210.094 1.087.475 98.191 1.395.760
Eigene Aktien/Share
Incentive Program
35 0 693 0 0 0 729
Sonstige
Veränderungen
0 0 0 49.769 0 13.355 63.124
Eigenkapital
31.12.2010
593.323 2.500.000 2.567.874 2.589.562 1.087.475 1.065.690 10.403.925
Kapitaleinzahlungen 0 0 0 0 0 168.930 168.930
Gewinnthesaurierung 0 0 0 683.186 - 683.186 0 0
Dividendenzahlungen 0 0 0 0 - 404.289 - 58.498 - 462.788
Gesamtergebnis 0 0 0 - 127.066 967.663 - 29.262 811.336
Eigene Aktien/Share
Incentive Program
89 0 2.904 0 0 0 2.993
Sonstige
Veränderungen
0 0 0 15.356 0 - 3.966 11.390
Eigenkapital
31.12.2011
593.412 2.500.000 2.570.778 3.161.038 967.663 1.142.894 10.935.786

Details zu den dargestellten Änderungen finden sich im Anhang in Punkt (34) Eigenkapital.

Die sonstigen Veränderungen im Eigenkapital gehen auf Währungsdifferenzen zwischen Erfolgsrechnung und Bilanz sowie auf Anteilsveränderungen bei Konzerneinheiten zurück.

Die Effekte aus der Verschmelzung der Hauptgeschäftsfelder der RZB mit Raiffeisen International im Jahr 2010 beliefen sich auf € 2.325.259 Tausend und setzten sich im Wesentlichen aus dem eingebrachten Partizipationskapital in Höhe von € 2.500.000 Tausend und Gewinnrücklagen in Höhe von € 299.757 Tausend sowie der durch Sacheinlage erfolgten Kapitalerhöhung von € 124.555 Tausend zusammen. Im Zuge der Verschmelzung wurden die Forderungen und Verbindlichkeiten der übertragenden und der aufnehmenden Gesellschaft verrechnet. Dies betraf auch das Genussrechtskapital in Höhe von € 600.000 Tausend, das zur Gänze von der RZB AG gezeichnet worden war.

Kapitalflussrechnung

in € Tausend 2011 2010
Jahresüberschuss nach Steuern 974.113 1.177.161
Im Jahresüberschuss enthaltene zahlungsunwirksame Posten und Überleitung auf den
Cash-Flow aus operativer Geschäftstätigkeit:
Abschreibungen, Zuschreibungen auf Sach- und Finanzanlagen 671.303 341.948
Auflösung/Dotierung von Rückstellungen und Risikovorsorgen 1.316.152 1.503.170
Gewinn/Verlust aus der Veräußerung von Sach- und Finanzanlagen - 98.695 - 11.505
Sonstige Anpassungen (per Saldo) 611.542 132.854
Zwischensumme 3.474.415 3.143.628
Veränderung des Vermögens und der Verbindlichkeiten aus operativer Geschäftstätigkeit
nach Korrektur um zahlungsunwirksame Bestandteile:
Forderungen an Kreditinstitute und Kunden - 9.666.520 13.332.712
Handelsaktiva/Handelspassiva (per Saldo) 1.576.554 1.829.844
Sonstige Aktiva/sonstige Passiva (per Saldo) - 4.629.542 - 1.894.152
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden 13.046.255 - 13.256.519
Verbriefte Verbindlichkeiten - 1.933.292 - 3.366.047
Cash-Flow aus operativer Geschäftstätigkeit 1.867.870 - 210.534
Einzahlungen aus der Veräußerung von:
Finanzanlagen 8.156.189 4.253.340
Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 87.840 70.471
Einzahlungen aus Endkonsolidierungen 3 0
Auszahlungen für den Erwerb von:
Finanzanlagen - 2.536.354 - 4.147.648
Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten - 580.305 - 618.706
Cash-Flow aus Investitionstätigkeit 5.127.373 - 442.543
Kapitaleinzahlungen 168.930 3.013
Ein-/Auszahlungen nachrangiges Kapital 149.635 - 312.759
Dividendenzahlungen - 462.788 - 384.141
Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit - 144.223 - 693.887
in € Tausend 2011 2010
Zahlungsmittelbestand zum Ende der Vorperiode 4.806.891 4.179.572
Effekte aus der Verschmelzung 0 1.913.574
Cash-Flow aus operativer Geschäftstätigkeit 1.867.870 - 210.534
Cash-Flow aus Investitionstätigkeit 5.127.373 - 442.543
Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit - 144.223 - 693.887
Effekte aus Wechselkursänderungen - 256.163 60.709
Zahlungsmittelbestand zum Ende der Periode 11.401.747 4.806.891
Zahlungsströme für Steuern, Zinsen und Dividenden 2011 2010
Erhaltene Zinsen 6.517.369 6.486.758
Erhaltene Dividenden 19.320 1.172
Gezahlte Zinsen - 2.848.428 - 2.496.266
Ertragsteuerzahlungen - 190.806 - 118.789

Die Kapitalflussrechnung zeigt die Zusammensetzung und die Veränderungen des Zahlungsmittelbestands des Geschäftsjahres und teilt sich in die drei Bereiche Cash-Flow aus operativer Geschäftstätigkeit, Cash-Flow aus Investitionstätigkeit und Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit.

Als Cash-Flow aus operativer Geschäftstätigkeit werden Zahlungszu- und -abflüsse aus Forderungen an Kreditinstitute und Kunden, aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden sowie aus verbrieften Verbindlichkeiten ausgewiesen. Zu- und Abgänge aus Handelsaktiva und Handelspassiva, aus derivativen Finanzinstrumenten sowie aus sonstigen Aktiva und Passiva gehören ebenfalls zur operativen Geschäftstätigkeit. Die aus dem operativen Geschäft resultierenden Zins-, Dividendenund Steuerzahlungen werden gesondert dargestellt.

Der Cash-Flow aus Investitionstätigkeit zeigt die Zahlungszu- und -abflüsse für Wertpapiere und Beteiligungen, Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, Einzahlungen aus Endkonsolidierungen sowie Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen.

Der Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit umfasst Ein- und Auszahlungen beim Eigenkapital und beim nachrangigen Kapital. Dies betrifft v. a. Einzahlungen aus Kapitalerhöhungen, Dividendenauszahlungen und Veränderungen des Nachrangkapitals.

Der Zahlungsmittelbestand umfasst den Bilanzposten Barreserve, der sich aus dem Kassenbestand sowie täglich fälligen Guthaben bei Zentralbanken zusammensetzt. Nicht einbezogen werden täglich fällige Forderungen an Kreditinstitute. Diese werden der operativen Geschäftstätigkeit zugerechnet.

Segmentberichterstattung

Einteilung der Segmente

Grundlagen der Segmentierung

In der RBI erfolgt die interne Management-Berichterstattung grundsätzlich auf Basis der bestehenden Organisationsstruktur. Diese ist matrixförmig aufgebaut, d. h. Vorstände sind sowohl für einzelne Länder als auch für bestimmte Geschäftsfelder verantwortlich (Konzept der "Country and Functional Responsibility"). Steuerungseinheit (Cash Generating Unit) im Konzern ist entweder ein Land oder ein Geschäftsfeld. Die obersten Entscheidungsgremien der RBI – Vorstand und Aufsichtsrat – treffen demnach wesentliche Entscheidungen über die Allokation der Ressourcen zu einem Segment auf Basis der jeweiligen Finanzund Ertragskraft, weshalb diese Berichtskriterien als wesentlich beurteilt wurden. Entsprechend sind auch die Segmente nach IFRS 8 differenziert.

Die Märkte in Zentral- und Osteuropa werden dabei zu regionalen Segmenten zusammengefasst, in denen jeweils Länder mit vergleichbarem wirtschaftlichem Charakter und ähnlichen langfristigen Entwicklungserwartungen gebündelt werden. Die durch die Verschmelzung mit den Hauptgeschäftsfeldern der RZB neu hinzugekommenen Geschäftsaktivitäten außerhalb von CEE werden nach Geschäftsfeldern abgegrenzt.

Im Sinn größtmöglicher Transparenz und übersichtlicher Berichterstattung wurden unter Berücksichtigung der im IFRS 8 geforderten Schwellenwerte sieben Segmente definiert. Die Schwellenwerte liegen bei jeweils 10 Prozent der Kenngrößen Betriebserträge, Ergebnis nach Steuern und Segmentvermögen.

Daraus ergaben sich die folgenden Segmente:

Zentraleuropa

Dieses Segment umfasst mit den EU-Ländern Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik und Ungarn die am weitesten entwickelten Bankenmärkte in Zentral- und Osteuropa. Gleichzeitig sind es jene Märkte, in denen die RBI bereits am längsten tätig ist. In allen Ländern ist die RBI durch eine Bank, Leasinggesellschaften und andere spezialisierte Finanzinstitute vertreten. In Polen stehen neben dem Kreditgeschäft mit Firmenkunden und Klein- und Mittelbetrieben (auch mittels Leasing und Factoring) auch das Retail Banking und vermehrt das Geschäft mit vermögenden Privatkunden im Fokus. In der Slowakei ist die RBI ebenfalls in den Geschäftsbereichen Corporate und Retail Customers samt Leasing tätig, die Betreuung vermögender Privatkunden wird ausgebaut. In Slowenien ist der Konzern mit Universalbankdienstleistungen sowie im Leasing vertreten, die Konzerneinheiten konzentrieren sich hier insbesondere auf das Geschäft mit lokalen Firmenkunden. In der Tschechischen Republik wird neben dem klassischen Bankgeschäft mit Firmen- und Retail-Kunden auch Immobilienleasing angeboten. In Ungarn betreut der Konzern über ein dichtes Vertriebsnetz sowohl Privat- als auch Firmenkunden und ist auch mit Leasinggesellschaften präsent. Darüber hinaus ist die RBI in der Slowakei und der Tschechischen Republik durch Filialen der Direktbank ZUNO vertreten.

Südosteuropa

Zum Segment Südosteuropa zählen Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, der Kosovo, Kroatien, Rumänien und Serbien. In diesen Ländern ist die RBI mit Banken und Leasinggesellschaften sowie in einigen Märkten durch eigene Kapitalanlage- und Vermögensverwaltungsgesellschaften und Pensionsfonds vertreten. In Albanien und Bulgarien werden Finanzdienstleistungen in allen Geschäftsbereichen angeboten. Auch im Kosovo ist die RBI mit einem umfassenden Produktangebot präsent. In Bosnien und Herzegowina liegt der Schwerpunkt auf Klein- und Mittelbetrieben, es werden aber auch Privatkunden mit einem breiten Produktangebot angesprochen. In Kroatien liegt der Fokus auf großen und mittleren Firmenkunden sowie Retail-Kunden (auch im Pensionsfondsgeschäft). In Rumänien wird über ein dichtes Filialnetz eine breite Palette an Finanzdienstleistungen angeboten. Ferner wird von Rumänien aus das Firmenkundengeschäft in Moldau gesteuert. Der serbische Markt wird durch eine Universalbank und eine Leasinggesellschaft betreut.

Russland

Die Raiffeisenbank ist eine der führenden ausländischen Banken des Landes und betreut sowohl Firmen- als auch Retail-Kunden. Über ihr landesweites Filialnetz offeriert sie auch gezielt Produkte für vermögende Privatkunden. Das ebenfalls angebotene Leasinggeschäft rundet die Produktpalette ab. Das Segment ist aufgrund der Größe des Bankenmarkts sowie des hohen natürlichen und industriellen Potenzials von signifikanter Bedeutung für die RBI.

GUS Sonstige

Dieses Segment umfasst Belarus, Kasachstan und die Ukraine. In Belarus ist die RBI mit einer Bank und einer Leasinggesellschaft aktiv, während sie in Kasachstan nur im Leasinggeschäft vertreten ist. In der Ukraine ist die RBI mit einer Bank, einer Leasingund einer Kartenabwicklungsgesellschaft präsent und bietet über ein dichtes lokales Vertriebsnetz die gesamte Palette der Finanzdienstleistungen an.

Group Corporates

Im Segment Group Corporates wird das Geschäft mit von Wien aus betreuten österreichischen und internationalen – vornehmlich westeuropäischen – Firmenkunden der RBI AG abgebildet, die im Profitcenter Corporate Customers zusammengefasst sind. Zu den Kunden gehören die größten Unternehmen Österreichs sowie multinationale Kunden. Weiters umfasst dieses Segment das im Profitcenter Network Corporate Customers & Support zusammengefasste Großkundengeschäft mit zentral- und osteuropäischen Kunden sowie multinationale Kunden mit CEE-Bezug. In den Profitcenters Corporate Customers und Network Corporate Customers & Support sind zudem die Ergebnisse aus dem Geschäft mit strukturierten Handelsfinanzierungen für Rohstoffhändler sowie jene aus Dokumentengeschäften, Projektfinanzierungen und diversen Kofinanzierungen enthalten. Das Firmenkundengeschäft in weiteren Ländern wird über ebenso in diesem Segment abgebildete Bankgeschäftsstellen in Singapur, China, Malaysia und Malta betrieben. Finanzierungsgesellschaften in den USA und Hong Kong, die mit ausgewählten Produkten auf Nischenkunden fokussiert sind, sind ebenfalls diesem Segment zugeordnet.

Group Markets

Das Segment Group Markets umfasst das kapitalmarktbezogene Kunden- und Eigengeschäft der RBI AG. Die Ergebnisse aus dem Handel mit Devisen-, Zins- und Wertpapierprodukten sowie mit strukturierten Produkten für Financial Institutions, aber auch das Eigengeschäft werden diesem Segment zugeordnet. Dasselbe gilt für die Eigenhandels- und Market-Maker-Aktivitäten in Wien sowie in den Filialen in Singapur, China und London. Die Ergebnisse aus dem Kundengeschäft, aus dem Vertrieb sämtlicher Bankprodukte und aus den Geschäftsbeziehungen zu Banken, institutionellen Kunden, Staaten und Kommunen zählen ebenfalls zu diesem Segment. Ferner werden hier die Ergebnisse der Raiffeisen Centrobank (Handel mit Eigenkapitalinstrumenten und Kapitalmarktfinanzierungen) und der Kathrein & Co. Privatgeschäftsbank abgebildet.

Corporate Center

Das Segment Corporate Center umfasst durch die Konzernzentrale erbrachte Dienstleistungen in diversen Bereichen, die der Umsetzung der gruppenweiten Strategie dienen und zur Wahrung der Vergleichbarkeit diesem Segment zugeordnet sind. Ferner beinhaltet das Segment folgende Bereiche: Liquiditätssteuerung und Bilanzstruktur-Management im Rahmen des Eigenhandels, Beteiligungen (insbesondere jene an den Tochterbanken in CEE), Ergebnisse aus dem Bankgeschäft der Konzernzentrale und der Tochterbank in Malta zur Refinanzierung der Konzerneinheiten, das österreichische Transaction-Services-Geschäft mit seinen Abwicklungs- und Serviceangeboten für Finanzdienstleister sowie die Ergebnisse der Holding- und sonstiger Gesellschaften, die nicht unmittelbar einem Segment zugeordnet sind.

Bemessung von Segmentergebnissen

Die Segmentberichterstattung nach IFRS 8 zeigt die Segmentergebnisse auf Basis der internen Management-Berichterstattung, ergänzt um eine Überleitung der Segmentergebnisse auf den Konzernabschluss. Die Management-Berichterstattung bei der RBI beruht grundsätzlich auf IFRS. Es bestehen somit keine Unterschiede zwischen den Bewertungs- und Bilanzierungsmethoden, die in der Segmentberichterstattung Anwendung finden, und jenen, die dem Konzernabschluss zugrunde liegen.

Die Steuerung der einzelnen Segmente erfolgt anhand einer Reihe von Schlüsselindikatoren, die sich aus den Parametern Rentabilität, Wachstum, Effizienz, beschränkende Rahmenbedingungen und Geschäftszusammensetzung (Business Mix) ergeben. Zielwerte für diese Schlüsselindikatoren werden je nach Marktumfeld festgelegt und bei Bedarf adaptiert.

Der Erfolg einer Steuerungseinheit wird wie folgt berechnet:

Rentabilität (Profitability)

Die Rentabilität wird im Rahmen des internen Managementsystems mithilfe des Return on Equity (ROE) sowie des Return on Risk Adjusted Capital (RORAC) gemessen. Der ROE zeigt die Rentabilität einer Steuerungseinheit und errechnet sich aus dem Verhältnis des Jahresüberschusses nach Abzug des Ergebnisses der nicht beherrschenden Anteile zum durchschnittlich eingesetzten Konzern-Eigenkapital. Er gibt die Verzinsung des im Segment eingesetzten Kapitals an. In die Kalkulation des RORAC fließt das risikoadjustierte Kapital ein, das den Bedarf an Eigenmitteln bezeichnet, den die Bank für mögliche unerwartete Verluste vorhalten muss. In der RBI wird dieser Kapitalbedarf im Rahmen des ökonomischen Kapitalmodells für Kredit-, Markt- und operationelle Risiken ermittelt. Diese Kennzahl zeigt die Verzinsung des risikoadjustierten Eigenkapitals (ökonomisches Kapital), stellt aber keine Messgröße nach IFRS dar. Bei den einzelnen Ländern und Geschäftsfeldern wird dabei der tatsächlich erwirtschaftete RORAC mit einem jeweils vorgegebenen Mindestwert für den RORAC (Hurdle) verglichen, der die marktadäquaten Renditeerwartungen reflektiert.

Wachstum (Growth)

Das Wachstum ist eine wichtige Größe, für die im Rahmen des Risikomanagements den einzelnen Segmenten gewisse Grenzen gesetzt werden. Dazu werden die Wachstumsraten für den Jahresüberschuss nach Abzug des Ergebnisses der nicht beherrschenden Anteile sowie für die Betriebserträge herangezogen. Die Diversifikation des Ergebnisses ist dabei ein wesentlicher Faktor für dessen Qualität und die Übereinstimmung mit den strategischen Zielen.

Effizienz (Efficiency)

Die Cost/Income Ratio zeigt die Kosteneffizienz der Segmente. Sie errechnet sich als Quotient aus den Verwaltungsaufwendungen einerseits und den Betriebserträgen, also der Summe aus Zinsüberschuss, Provisionsüberschuss, Handelsergebnis und sonstigem betrieblichem Ergebnis andererseits.

Beschränkende Rahmenbedingungen (Constraints)

Im Rahmen des Basel-II-Regelwerks sind bestimmte Rahmenbedingungen zu beachten. Das Verhältnis von Core-Tier-1-Kapital zu den risikogewichteten Aktiva (Core Tier 1 Ratio) ist ein wichtiger Indikator dafür, ob die Kapitalunterlegung des Geschäftsvolumens ausreicht. Branchenspezifika führen zu unterschiedlichen Risikogewichtungen bei der Berechnung der Risikoaktiva nach österreichischem BWG (beruhend auf Basel II). Diese sind für die Berechnung des regulatorischen Mindest-Eigenmittelerfordernisses ausschlaggebend. Darüber hinaus wird intern auch die effiziente Nutzung des verfügbaren Kapitals errechnet, indem der tatsächliche Verbrauch ins Verhältnis zum theoretisch zur Verfügung stehenden Risikodeckungskapital gesetzt wird. Ebenfalls begrenzend wirken die langfristigen Liquiditätskennzahlen, die in Übereinstimmung mit den regulatorischen Bestimmungen definiert werden. Die Performance wird auch durch die Risk/Earnings Ratio bestimmt.

Geschäftszusammensetzung (Business Mix)

Die folgenden Steuerungsgrößen sind zur Wahrung einer sinnvollen und nachhaltigen Geschäftsstruktur relevant. Dabei ist die Zusammensetzung des Ergebnisses sowie der zugrunde liegenden Bestandsgrößen von großer Bedeutung: Die Struktur der Primärrefinanzierungsbasis für Kundenkredite wird anhand der Loan/Deposit Ratio ermittelt, bei der die Kundenkredite ins Verhältnis zu den Kundeneinlagen gesetzt werden. Ebenfalls relevant ist der Anteil des Ergebnisses aus dem Kerngeschäft. Auch der Anteil des Provisionsgeschäfts an den Betriebserträgen ist eine Steuerungsgröße, die unter die Zielvorgaben für den Business Mix fällt.

Basis für die Segmentberichterstattung ist die Erfolgsrechnung, wobei sich die Darstellung an dem intern verwendeten Reporting-Schaubild orientiert. Erträge und Aufwendungen werden dem Land beziehungsweise Geschäftsfeld zugeordnet, in dem der Ertrag generiert wird. Operative Ertragspositionen sind der Zinsüberschuss, der Provisionsüberschuss, das Handelsergebnis sowie das sonstige betriebliche Ergebnis. Unter den übrigen Ergebnissen werden das Ergebnis aus Finanzinvestitionen, das Ergebnis aus derivativen Instrumenten und designierten Verbindlichkeiten sowie das Ergebnis aus Endkonsolidierungen zusammengefasst. Das Segmentergebnis wird bis zum Jahresüberschuss/-fehlbetrag nach Abzug der nicht beherrschenden Anteile gezeigt. Das Segmentvermögen wird durch die Bilanzsumme sowie die risikogewichteten Aktiva dargestellt. In den Verbindlichkeiten werden alle Posten der Passivseite mit Ausnahme des Eigenkapitals zusammengefasst. Die Überleitungsrechnung enthält im Wesentlichen Beträge aus der Eliminierung von Zwischenergebnissen und aus segmentübergreifenden Konsolidierungen. Die Erfolgsrechnung wird schließlich um die zur Bewertung der Ergebnisse branchenüblichen Finanzkennzahlen ergänzt. Die im Segmentbericht angegebenen Werte werden großteils den – auch für die Erstellung des Konzernabschlusses herangezogenen – Einzelabschlüssen nach IFRS entnommen. In einigen Einheiten werden Profitcenter-Ergebnisse aus der internen Management-Erfolgsrechnung herangezogen.

Geschäftsjahr 2011
in € Tausend
Zentral
europa
Südost
europa
Russland GUS
Sonstige
Group
Corporates
Zinsüberschuss 1.102.442 919.084 590.101 415.451 429.344
Provisionsüberschuss 490.576 364.937 237.692 175.546 177.798
Handelsergebnis 76.670 41.448 38.155 - 511 21.062
Sonstiges betriebliches Ergebnis - 1.731 40.098 - 12.595 - 6.578 5.952
Betriebserträge 1.667.957 1.365.567 853.353 583.909 634.156
Verwaltungsaufwendungen - 938.370 - 746.465 - 487.695 - 335.975 - 140.992
Betriebsergebnis 729.587 619.102 365.658 247.935 493.164
Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen - 646.147 - 257.872 42.062 - 127.685 - 115.520
Übrige Ergebnisse - 50.487 - 9.967 25.989 - 14.626 - 3.966
Jahresüberschuss/-fehlbetrag vor Steuern 32.953 351.263 433.708 105.624 373.678
Steuern vom Einkommen und Ertrag - 65.676 - 46.552 - 112.129 - 51.611 - 75.950
Jahresüberschuss/-fehlbetrag nach Steuern - 32.723 304.710 321.579 54.013 297.727
Ergebnis der nicht beherrschenden Anteile 21.819 - 15.937 163 - 3.202 0
Jahresüberschuss/-fehlbetrag nach
Abzug der nicht beherrschenden Anteile
- 10.904 288.773 321.742 50.811 297.727
Anteil am Ergebnis vor Steuern 2,2% 23,4 % 28,9 % 7,0 % 24,9 %
Risikoaktiva (Kreditrisiko) 21.510.076 16.324.786 10.516.501 5.489.957 15.732.909
Gesamtes Eigenmittelerfordernis 1.965.168 1.524.020 1.032.772 532.183 1.333.051
Aktiva 34.851.819 22.827.461 14.217.958 6.760.777 22.842.660
Verbindlichkeiten 31.798.430 19.829.743 12.135.402 5.723.562 15.377.841
Nettozinsspanne 3,16 % 4,07 % 4,47 % 6,10 % 1,97 %
NPL Ratio 9,8% 11,3 % 5,8 % 29,7 % 3,0 %
Coverage Ratio 60,7% 58,6 % 100,2 % 68,2 % 66,7 %
Cost/Income Ratio 56,3% 54,7 % 57,2 % 57,5 % 22,2 %
Neubildungsquote (Ø Risikoaktiva, Kreditrisiko) 2,76 % 1,56 % 0,29 % 2,38 % 0,31 %
Durchschnittliches Eigenkapital 2.739.633 2.008.833 1.274.757 699.066 1.667.298
Return on Equity vor Steuern 1,2% 17,5% 34,0% 15,1% 22,4%

Geschäftsstellen 552 1.161 191 1.011 8

Geschäftsjahr 2011
in € Tausend
Group
Markets
Corporate
Center
Überleitung Gesamt
Zinsüberschuss 229.251 362.936 - 381.459 3.667.150
Provisionsüberschuss 114.603 - 64.740 - 6.485 1.489.927
Handelsergebnis 176.015 37.648 - 27.226 363.261
Sonstiges betriebliches Ergebnis 27.855 19.670 - 304.838 - 232.167
Betriebserträge 547.723 355.514 - 720.008 5.288.171
Verwaltungsaufwendungen - 263.594 - 317.693 110.345 - 3.120.440
Betriebsergebnis 284.128 37.821 - 609.663 2.167.731
Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen - 13.544 55.157 - 2 - 1.063.551
Übrige Ergebnisse - 4.337 - 157.640 484.209 269.175
Jahresüberschuss/-fehlbetrag vor Steuern 266.293 - 64.663 - 125.501 1.373.355
Steuern vom Einkommen und Ertrag - 71.629 24.353 - 49 - 399.243
Jahresüberschuss/-fehlbetrag nach Steuern 194.664 - 40.309 - 125.548 974.113
Ergebnis der nicht beherrschenden Anteile - 879 - 17 - 8.396 - 6.449
Jahresüberschuss/-fehlbetrag nach
Abzug der nicht beherrschenden Anteile
193.784 - 40.326 - 133.943 967.663
Anteil am Ergebnis vor Steuern 17,8% - 4,3% 100,00 %
Risikoaktiva (Kreditrisiko) 5.128.754 19.595.510 - 17.148.006 77.150.488
Gesamtes Eigenmittelerfordernis 841.134 1.682.990 - 1.287.189 7.624.128
Aktiva 25.731.849 53.835.243 - 34.082.764 146.985.003
Verbindlichkeiten 29.357.601 43.818.972 - 21.992.334 136.049.217
Nettozinsspanne 0,85 % 0,80 % 2,61 %
NPL Ratio 6,5% 0,0 % 8,6%
Coverage Ratio 107,8% 0,0 % 68,4 %
Cost/Income Ratio 48,1% 89,4 % 57,0 %
Neubildungsquote (Ø Risikoaktiva, Kreditrisiko) 0,19 % - 0,47% 1,38 %
Durchschnittliches Eigenkapital 1.363.455 1.917.504 - 1.638.511 10.032.035
Return on Equity vor Steuern 19,5% 13,7%

Geschäftsstellen 4 1 – 2.928

Geschäftsjahr 2010
in € Tausend
Zentral
europa
Südost
europa
Russland GUS
Sonstige
Group
Corporates
Zinsüberschuss 1.111.026 897.698 507.164 423.575 370.949
Provisionsüberschuss 473.413 387.627 214.076 183.272 155.350
Handelsergebnis 41.862 56.228 74.381 23.158 18.934
Sonstiges betriebliches Ergebnis - 57.777 37.245 - 28.390 - 7.875 2.009
Betriebserträge 1.568.524 1.378.798 767.231 622.131 547.240
Verwaltungsaufwendungen - 883.347 - 737.901 - 414.943 - 346.301 - 141.772
Betriebsergebnis 685.178 640.898 352.287 275.830 405.468
Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen - 408.211 - 335.319 - 76.929 - 213.575 - 129.055
Übrige Ergebnisse - 7.824 - 885 - 8.405 26.903 18.872
Jahresüberschuss/-fehlbetrag vor Steuern 269.143 304.694 266.954 89.157 295.285
Steuern vom Einkommen und Ertrag - 65.305 - 39.157 - 53.215 - 7.169 - 65.431
Jahresüberschuss/-fehlbetrag nach Steuern 203.838 265.536 213.739 81.988 229.855
Ergebnis der nicht beherrschenden Anteile - 54.393 - 17.212 - 234 - 8.443 - 7
Jahresüberschuss/-fehlbetrag nach
Abzug der nicht beherrschenden Anteile
149.445 248.324 213.505 73.545 229.848
Anteil am Ergebnis vor Steuern 17,0% 19,2 % 16,9 % 5,6 % 18,6 %
Risikoaktiva (Kreditrisiko) 22.885.702 16.698.004 8.692.338 5.671.068 15.644.778
Gesamtes Eigenmittelerfordernis 2.099.495 1.562.652 890.931 558.895 1.301.410
Aktiva 33.928.326 22.696.524 12.177.759 7.130.917 23.477.902
Verbindlichkeiten 31.087.480 19.850.740 10.276.908 6.114.129 16.148.276
Nettozinsspanne 3,29 % 3,90 % 4,14 % 6,19 % 1,63 %
NPL Ratio 9,1% 9,0 % 8,8 % 26,9 % 4,3%
Coverage Ratio 53,3% 68,2 % 94,3 % 69,6 % 65,2 %
Cost/Income Ratio 56,3% 53,5 % 54,1 % 55,7 % 25,9 %
Neubildungsquote (Ø Risikoaktiva, Kreditrisiko) 1,86 % 2,07 % 0,96 % 4,00 % 0,86 %
Durchschnittliches Eigenkapital 2.583.387 1.941.597 1.079.227 664.146 1.593.673
Return on Equity vor Steuern 10,4% 15,7% 24,7% 13,4% 18,5%
Geschäftsstellen 555 1.167 198 1.028 8
Geschäftsjahr 2010
in € Tausend
Group
Markets
Corporate
Center
Überleitung Gesamt
Zinsüberschuss 284.250 290.873 - 307.367 3.578.168
Provisionsüberschuss 106.806 - 17.376 - 12.376 1.490.792
Handelsergebnis 93.165 20.231 162 328.121
Sonstiges betriebliches Ergebnis 29.513 132.772 - 101.199 6.297
Betriebserträge 513.734 426.499 - 420.778 5.403.379
Verwaltungsaufwendungen - 240.704 - 306.826 92.049 - 2.979.745
Betriebsergebnis 273.031 119.673 - 328.731 2.423.634
Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen - 30.995 0 0 - 1.194.084
Übrige Ergebnisse 7.106 - 10.601 32.606 57.772
Jahresüberschuss/-fehlbetrag vor Steuern 249.141 109.073 - 296.125 1.287.322
Steuern vom Einkommen und Ertrag - 62.039 183.051 - 896 - 110.161
Jahresüberschuss/-fehlbetrag nach Steuern 187.103 292.123 - 297.021 1.177.161
Ergebnis der nicht beherrschenden Anteile - 795 - 29 - 8.572 - 89.685
Jahresüberschuss/-fehlbetrag nach
Abzug der nicht beherrschenden Anteile
186.308 292.095 - 305.595 1.087.475
Anteil am Ergebnis vor Steuern 15,7% 6,9 % 100,0 %
Risikoaktiva (Kreditrisiko) 5.273.302 16.128.878 - 15.392.757 75.601.313
Gesamtes Eigenmittelerfordernis 1.086.617 1.366.356 - 1.281.505 7.584.851
Aktiva 27.217.880 32.878.590 - 28.334.784 131.173.114
Verbindlichkeiten 26.647.480 40.820.712 - 30.176.536 120.769.189
Nettozinsspanne 0,70 % 0,79 % 2,51 %
NPL Ratio 5,7% 0,0 % 9,0%
Coverage Ratio 88,9% 0,0 % 66,3 %
Cost/Income Ratio 46,9% 71,9 % 55,1 %
Neubildungsquote (Ø Risikoaktiva, Kreditrisiko) 0,43 % 0,00 % 1,66 %
Durchschnittliches Eigenkapital 1.613.915 2.043.176 - 2.119.140 9.399.981
Return on Equity vor Steuern 15,4% 5,3% 13,7%
Geschäftsstellen 4 1 2.961

Anhang

Unternehmen

Die Raiffeisen Bank International AG (RBI AG) ist beim Handelsgericht Wien im Firmenbuch unter FN 122.119m registriert. Die Firmenanschrift lautet Am Stadtpark 9, 1030 Wien. Der Konzernabschluss wird gemäß den österreichischen Veröffentlichungsregelungen beim Firmenbuchgericht hinterlegt und im Amtsblatt zur Wiener Zeitung veröffentlicht. Die RBI steht mehrheitlich in indirektem Besitz der Raiffeisen-Landesbanken-Holding GmbH und geht damit in deren Konzernabschluss ein. Das übergeordnete Kreditinstitut ist die Raiffeisen Zentralbank Österreich Aktiengesellschaft, Wien, in deren Konzernverbund die RBI ebenfalls enthalten ist.

Die RBI ist eine Universalbank mit Fokus auf Firmen- und Retail-Kunden in Zentral- und Osteuropa (CEE) sowie ausschließlich auf Firmenkunden in Österreich. In CEE verfügt die RBI über ein engmaschiges Netzwerk an Tochterbanken, Leasinggesellschaften und zahlreichen spezialisierten Finanzdienstleistungsunternehmen mit 2.928 Geschäftsstellen. In Österreich konzentriert sich die RBI auf die Top-1.000-Firmenkunden und ist eine der bedeutendsten Corporate-Finance- sowie Export- und Handelsfinanzierungsbanken des Landes. Weitere Tätigkeitsbereiche sind das Cash- und das Asset Management sowie das Treasury und das Investment Banking. Als hochspezialisierter Financial Engineer ist die RBI in Österreich auf die Betreuung in- und ausländischer Großkunden, multinationaler Unternehmen und Finanzdienstleister ausgerichtet. In den Weltfinanzzentren und in Asien ist sie mit Filialen, Tochterunternehmen und Repräsentanzen selektiv im Geschäft mit Firmenkunden und Finanzinstitutionen tätig.

Der vorliegende Konzernabschluss wurde am 12. März 2012 vom Vorstand unterzeichnet und anschließend an den Aufsichtsrat zur Kenntnisnahme weitergeleitet.

Grundlagen der Konzernrechnungslegung

Grundsätze

Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2011 und die Vergleichswerte für das Geschäftsjahr 2010 wurden in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegebenen International Financial Reporting Standards (IFRS), soweit sie auf Basis der IAS-Verordnung (EG) 1606/2002 durch die EU übernommen wurden, aufgestellt. Die bereits anzuwendenden Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC/SIC) sind berücksichtigt. Alle Standards, die vom IASB als für den Jahresabschluss 2011 anzuwendende International Accounting Standards veröffentlicht und von der EU übernommen wurden, wurden angewendet. Weiters erfüllt der Konzernabschluss die Voraussetzungen des § 245a UGB und des § 59a BWG über befreiende Konzernabschlüsse nach international anerkannten Rechnungslegungsgrundsätzen. IAS 20, IAS 31, IAS 41, IFRS 4 und IFRS 6 wurden nicht berücksichtigt, weil für den Konzern keine entsprechenden Geschäftsfälle vorlagen.

Anwendung von neuen und geänderten Standards

Der geänderte, seit 2011 verpflichtend anzuwendende Standard IAS 24 (Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen; Inkrafttreten 1. Jänner 2011) gewährt einerseits eine teilweise Ausnahme von den Offenlegungspflichten für Unternehmen, die unter der Beherrschung, der gemeinschaftlichen Führung oder dem maßgeblichen Einfluss der öffentlichen Hand stehen, und enthält anderseits eine Klarstellung der Definition eines nahe stehenden Dritten. Die RBI AG und ihre Tochtergesellschaften sind keine Unternehmen, die unter der Beherrschung, der gemeinschaftlichen Führung oder dem maßgeblichen Einfluss der öffentlichen Hand stehen. Die Änderungen im IAS 24 haben daher keine wesentliche Auswirkung auf den Konzernabschluss 2011.

Die Änderungen im IAS 32 (Klassifizierung von Bezugsrechten; Inkrafttreten 1. Februar 2010) beziehen sich auf die Klassifizierung von gewährten Bezugsrechten, Optionen und Optionsscheinen auf den Erwerb einer festen Anzahl eigener Anteile zu einem festen Betrag in einer beliebigen Währung. Diese Rechte sind als Eigenkapital zu erfassen, wenn diese anteilig allen bestehenden Anteilseignern derselben Klasse gewährt werden. Diese Änderungen haben keine wesentliche Auswirkung auf den Konzernabschluss 2011.

Die Änderungen im IFRS 1 (Erleichterungen der Angaben für IFRS-Erstanwender) bringen bei der erstmaligen Umsetzung Erleichterungen jener zusätzlichen Angabepflichten, die im März 2009 im IFRS 7 neu aufgenommen wurden. Da die RBI kein Erstanwender von IFRS ist, hat der geänderte IFRS 1 keine Auswirkung auf den Konzernabschluss 2011.

IFRIC 14 (Begrenzung eines leistungsorientierten Vermögenswerts, Mindestfinanzierungsvorschriften und ihre Wechselwirkung; Inkrafttreten 1. Jänner 2011) legt weitere Kriterien für die Begrenzung des Ansatzes eines Planvermögensüberschusses nach IAS 19 fest. Das Unternehmen muss über die Verwendung eines Überschusses zur Reduktion künftiger Einzahlungen verfügen können, um einen Vermögenswert anzusetzen. Diese Änderungen haben keine Auswirkung auf den Konzernabschluss 2011.

IFRIC 19 (Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten durch Eigenkapitalinstrumente; Inkrafttreten 1. Juli 2010) stellt nun klar, dass die zur Tilgung einer finanziellen Verbindlichkeit an einen Gläubiger ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente Bestandteil des gezahlten Entgelts im Sinn von IAS 39.41 sind und die entsprechenden Eigenkapitalinstrumente zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten sind. Sofern dieser nicht verlässlich ermittelbar ist, sollten die Eigenkapitalinstrumente mit dem beizulegenden Zeitwert der getilgten Verbindlichkeit bewertet werden. Diese Änderungen haben keine Auswirkung auf den Konzernabschluss 2011

Weiters wurden im Rahmen des so genannten "Improvements Project – 2010" folgende Standards und Interpretationen geändert:

  • Die Änderungen im IFRS 1 (Inhalt eines Zwischenberichts, Befreiungsregelung als Ersatz für Anschaffungs- oder Herstellungskosten, Preisregulierungen; Inkrafttreten 1. Jänner 2011) bringen Erleichterungen bei der erstmaligen Anwendung von IFRS. Da die RBI kein Erstanwender von IFRS ist, hat der geänderte IFRS 1 keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss 2011.
  • Der geänderte IFRS 3 stellt nun einerseits klar, dass die in IAS 39, IAS 32 und IFRS 7 enthaltenen Vorschriften nicht auf bedingte Kaufpreisvereinbarungen für Unternehmenszusammenschlüsse anwendbar sind, deren Erwerbszeitpunkt vor dem Tag der erstmaligen Anwendung des überarbeiteten IFRS liegt, und definiert andererseits, wie nicht beherrschende Anteile zu bewerten sind. Weiters schließt IFRS 3 nun die Regelungslücke dazu, wie anteilsbasierte Vergütungsvereinbarungen, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses übernommen wurden, zu bilanzieren sind. Diese Änderungen haben keine Auswirkung auf den Konzernabschluss 2011.
  • IFRS 7 (Änderungen in den erforderlichen Angaben; Inkrafttreten 1.Jänner 2011) beinhaltet nun u. a. eine Klarstellung zur Quantifizierung finanzieller Auswirkungen gehaltener Sicherheiten auf das Ausfallrisiko. Diese Änderungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss 2011.
  • Die Änderung im IAS 1 (Darstellung des Abschlusses; Inkrafttreten 1. Jänner 2011) klärt, dass ein Unternehmen für jeden Eigenkapitalbestandteil die Aufgliederung des sonstigen Ergebnisses (OCI) entweder in der Eigenkapitalveränderungsrechnung oder im Anhang darzustellen hat. Diese Änderungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss 2011.
  • Der geänderte IAS 27 (Konzern und Einzelabschlüsse; Inkrafttreten 1. Juli 2010) stellt nun klar, dass die Folgeänderungen an IAS 21, IAS 28 und IAS 31, die aus der früheren Änderung an IAS 27 resultieren, zum selben Zeitpunkt anzuwenden sind wie die Neuregelungen des IAS 27. Diese Änderungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss 2011.
  • Die Änderung im IAS 34 (Zwischenberichterstattung; Inkrafttreten 1. Jänner 2011) hebt nun verstärkt hervor, dass es für wesentliche Transaktionen und Ereignisse in der Zwischenberichterstattung Angabepflichten gibt. Zusätzliche Vorschriften betreffen Angaben zu Änderungen der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert und zur Aktualisierung maßgeblicher Informationen aus dem jüngsten Geschäftsbericht. Diese Änderungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss 2011.

Von der vorzeitigen Anwendung anderer neuer und geänderter Standards und Interpretationen, die zwar verabschiedet sind, deren Anwendung aber noch nicht verpflichtend ist, wurde abgesehen. Dies betrifft IFRS 9 (Finanzinstrumente; Inkrafttreten 1. Jänner 2015), IFRS 10 (Konzernabschlüsse; Inkrafttreten 1. Jänner 2013), IFRS 11 (Gemeinsame Vereinbarungen; Inkrafttreten 1. Jänner 2013), IFRS 12 (Angaben zu Beteiligungen an anderen Unternehmen; Inkrafttreten 1. Jänner 2013), IAS 27 Separate Abschlüsse; Inkrafttreten 1. Jänner 2013), IAS 28 (Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures; Inkrafttreten 1. Jänner 2013), IFRS 13 (Bemessung des beizulegenden Zeitwerts; Inkrafttreten 1. Jänner 2013), IFRS 1 (Erstmalige Anwendung der IFRS; Inkrafttreten 1. Juli 2011), IAS 1 (Darstellung des Abschlusses; Inkrafttreten 1. Juli 2011), IAS 12 (Ertragsteuern; Inkrafttreten 1. Jänner 2012) und IFRS 7 (Finanzinstrumente: Übertragung von finanziellen Vermögenswerten; Inkrafttreten 1. Juli 2011).

Die Grundlage für den Konzernabschluss bilden die auf Basis der IFRS-Bestimmungen nach konzerneinheitlichen Standards erstellten Berichtspakete aller vollkonsolidierten Unternehmen. Mit Ausnahme von fünf Tochtergesellschaften, die ihren Bilanzstichtag am 30. Juni haben und daher mit ihrem Zwischenabschluss einbezogen werden, erstellen alle Tochtergesellschaften ihre Jahresabschlüsse per 31. Dezember. Die abweichenden Bilanzstichtage haben ausschüttungspolitische Gründe bzw. sind durch die Saisonalität der Geschäftstätigkeit gegeben. Die Zahlen im vorliegenden Abschluss sind in € Tausend angegeben. Die nachstehend angeführten Tabellen können Rundungsdifferenzen enthalten.

Der Konzernabschluss basiert auf dem Grundsatz der Unternehmensfortführung. Ein Vermögenswert wird in der Bilanz angesetzt, wenn es wahrscheinlich ist, dass der künftige wirtschaftliche Nutzen dem Unternehmen zufließen wird, und wenn seine Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder ein anderer Wert verlässlich bewertet werden können. Eine Schuld wird in der Bilanz angesetzt, wenn es wahrscheinlich ist, dass sich aus der Erfüllung einer gegenwärtigen Verpflichtung ein direkter Abfluss von Ressourcen ergibt, die wirtschaftlichen Nutzen enthalten, und wenn deren Erfüllungsbetrag verlässlich bewertet werden kann.

Sind für die Bilanzierung und Bewertung nach IAS/IFRS Schätzungen oder Beurteilungen erforderlich, so wurden diese in Übereinstimmung mit den jeweiligen Standards vorgenommen. Sie basieren auf historischen Erfahrungen und anderen Faktoren wie Planungen und – nach heutigem Ermessen – wahrscheinlichen Erwartungen oder Prognosen zukünftiger Ereignisse. Davon betroffen sind im Wesentlichen die Risikovorsorgen im Kreditgeschäft, der beizulegende Wert und die Wertminderung von Finanzinstrumenten, die latenten Steuern und die Rückstellung für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie Berechnungen zur Ermittlung der Werthaltigkeit von Firmenwerten und der im Zuge der Erstkonsolidierung aktivierten immateriellen Vermögenswerte. Die tatsächlichen Werte können von den geschätzten Werten abweichen.

Der Ausweis der latenten Steuern wird in der Erfolgsrechnung und in der Bilanz nicht gesondert vorgenommen; Details sind im Gesamtergebnis und in den Punkten des Anhangs (11) Steuern vom Einkommen und Ertrag, (25) Sonstige Aktiva und (29) Rückstellungen dargestellt.

Konsolidierungsmethoden

Alle wesentlichen Tochterunternehmen, bei denen die RBI AG direkt oder indirekt mehr als 50 Prozent der Anteile hält oder auf deren Geschäfts- bzw. Finanzpolitik sie einen beherrschenden Einfluss ausübt, werden vollkonsolidiert. Diese Tochtergesellschaften werden grundsätzlich ab dem Tag in den Konsolidierungskreis einbezogen, an dem die RBI AG die faktische Kontrolle erlangt, und scheiden für den Fall, dass die Bank nicht länger einen beherrschenden Einfluss ausübt, ab diesem Zeitpunkt aus dem Konsolidierungskreis aus. Der Konzern überprüft zumindest zu jedem Quartalsabschluss die Angemessenheit zuvor getroffener Konsolidierungsentscheidungen. Entsprechend werden etwaige organisatorische Veränderungen unmittelbar berücksichtigt. Dazu gehören neben Änderungen der Eigentumsverhältnisse jegliche Änderungen von bestehenden oder mit einer Einheit neu abgeschlossenen vertraglichen Verpflichtungen des Konzerns. Bei Tochterunternehmen mit abweichenden Bilanzstichtagen liegen der Konsolidierung Zwischenabschlüsse zugrunde. Die Ergebnisse der im Lauf des Jahres erworbenen oder veräußerten Tochterunternehmen werden vom tatsächlichen Erwerbszeitpunkt oder bis zum tatsächlichen Abgangszeitpunkt in der Konzern-Erfolgsrechnung erfasst.

Zweckgesellschaften, die aus wirtschaftlicher Sicht beherrscht werden, werden gemäß SIC 12 vollkonsolidiert. Um festzustellen, ob eine Zweckgesellschaft aus wirtschaftlicher Sicht beherrscht wird, ist eine Reihe von Faktoren zu prüfen. Diese beinhalten eine Untersuchung, ob die Aktivitäten der Zweckgesellschaft zugunsten des Konzerns entsprechend seinen spezifischen Geschäftsbedürfnissen durchgeführt werden, sodass dieser aus der Geschäftstätigkeit der Zweckgesellschaft Nutzen zieht; ob der Konzern über die Entscheidungsmacht zur Erzielung der Mehrheit des Nutzens verfügt; ob der Konzern tatsächlich die Mehrheit des Nutzens aus der Geschäftstätigkeit der Zweckgesellschaft zieht oder ob der Konzern die Mehrheit der mit den Vermögenswerten verbundenen Residual- oder Eigentumsrisiken behält, um Nutzen aus ihrer Geschäftstätigkeit zu ziehen.

Werden im Zuge der Folgekonsolidierung bei bereits bestehender Beherrschung weitere Anteile erworben oder Anteile ohne Kontrollverlust veräußert, werden diese Transaktionen erfolgsneutral als Eigenkapitaltransaktion dargestellt.

Konzerninterne Unternehmenszusammenschlüsse (Transactions under Common Control) werden unter Anwendung der Methode der Buchwertfortführung bilanziert.

Das Kapital der nicht beherrschenden Anteile wird in der Konzernbilanz als Bestandteil des Eigenkapitals, aber getrennt von dem den Aktionären der RBI zurechenbaren Eigenkapital ausgewiesen. Das Ergebnis der nicht beherrschenden Anteile wird in der Konzern-Erfolgsrechnung separat ausgewiesen.

Wesentliche Beteiligungen an assoziierten Unternehmen – d. s. Unternehmen, bei denen der Konzern einen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäfts- bzw. Finanzpolitik ausübt – werden at-equity einbezogen und in dem Bilanzposten "Anteile an at-equity bewerteten Unternehmen" ausgewiesen. Jahresergebnisse aus at-equity bewerteten Unternehmen werden saldiert im Posten "Laufendes Ergebnis at-equity bewerteter Unternehmen" dargestellt. Bei der at-equity-Bewertung werden die gleichen Regeln (Aufrechnung der Anschaffungskosten mit dem zum Fair Value bewerteten anteiligen Nettovermögen) angewendet wie bei vollkonsolidierten Unternehmen. Als Basis dienen im Regelfall die IFRS-Abschlüsse der assoziierten Unternehmen. Erfolgsneutral im Abschluss der at-equity einbezogenen Unternehmen gebuchte Veränderungen werden auch im Konzernabschluss in das sonstige Ergebnis eingestellt.

Anteile an Tochterunternehmen, die aufgrund untergeordneter Bedeutung nicht in den Konzernabschluss einbezogen wurden, und Anteile an assoziierten Unternehmen, die nicht at-equity zu erfassen waren, sind im Bilanzposten "Wertpapiere und Beteiligungen" ausgewiesen und mit den Anschaffungskosten bewertet.

Im Rahmen der Schuldenkonsolidierung werden konzerninterne Forderungen und Verbindlichkeiten miteinander aufgerechnet. Dabei verbleibende zeitliche Differenzen werden in der Konzernbilanz unter "Sonstige Aktiva/Sonstige Passiva ausgewiesen".

Konzerninterne Aufwendungen und Erträge werden ebenfalls miteinander aufgerechnet, wobei temporäre Aufrechnungsdifferenzen aus dem Bankgeschäft teilweise im Zinsergebnis und teilweise im Handelsergebnis dargestellt werden. Andere Differenzen werden in der Position "Sonstiges betriebliches Ergebnis" erfasst.

Zwischengewinne werden dann eliminiert, wenn sie wesentlichen Einfluss auf die Posten der Erfolgsrechnung haben. Bankgeschäfte, die zwischen den einzelnen Gesellschaften des Konzerns getätigt werden, erfolgen üblicherweise zu Marktkonditionen.

Unternehmenserwerbe

Im Zuge der Kapitalkonsolidierung werden sämtliche identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten des Tochterunternehmens zum Zeitpunkt des Erwerbs gemäß den Bestimmungen des IFRS 3 neu bewertet. Die Anschaffungskosten werden mit dem anteiligen Nettovermögen verrechnet. Daraus resultierende aktive Unterschiedsbeträge werden als Firmenwert aktiviert und unterliegen einem jährlichen Impairment Test. Entstehen im Rahmen der Erstkonsolidierung passive Unterschiedsbeträge, werden diese sofort erfolgswirksam erfasst.

Werthaltigkeitsprüfung der Firmenwerte

Alle Firmenwerte werden an jedem Bilanzstichtag auf Basis Zahlungsmittel generierender Einheiten (Cash Generating Units) auf ihren künftigen wirtschaftlichen Nutzen überprüft. Eine Zahlungsmittel generierende Einheit wird vom Management festgelegt und ist als die kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten eines Unternehmens definiert, die permanente Zahlungsmittelzuflüsse aus der laufenden Nutzung hervorbringt. In der RBI werden alle Segmente gemäß Segmentberichterstattung als Zahlungsmittel generierende Einheiten bestimmt. Innerhalb der Segmente bilden rechtlich selbständige Einheiten zum Zweck der Wertminderungsprüfung der Firmenwerte jeweils eigene derartige Einheiten. Dabei wird der Buchwert der jeweiligen Einheit (einschließlich eines zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwerts) mit deren erzielbarem Betrag verglichen. Dieser ist der höhere Betrag aus Nutzungswert (Value in Use) und Nettoveräußerungswert (Fair Value less Cost to Sell) und basiert auf den erwarteten Ergebnissen der Einheit, diskontiert mit einem risikoadäquaten Zinssatz. Die Schätzung der zukünftigen Ergebnisse erfordert eine Beurteilung der bisherigen und tatsächlichen Performance sowie der voraussichtlichen Entwicklung der entsprechenden Märkte und des gesamtwirtschaftlichen Umfelds.

Die Einschätzung der zukünftigen Entwicklung der Zahlungsmittel generierenden Einheiten nimmt ihren Ausgangspunkt bei gesamtwirtschaftlichen Daten (Bruttoinlandsprodukt, Inflationserwartungen) und berücksichtigt die spezifischen Marktverhältnisse und die Geschäftspolitik. Im Anschluss daran erfolgt eine Verstetigung in Form eines zeitlich unbefristeten Fortbestands. Die Diskontierung der bewertungsrelevanten Erträge (voraussichtlichen Dividenden) erfolgt mit länderspezifisch unterschiedlich hohen Eigenkapitalkostensätzen, die auf Basis des Capital-Asset-Pricing-Modells ermittelt wurden. Die einzelnen Komponenten (risikoloser Zinssatz, Inflationsdifferenz, Marktrisikoprämie, länderspezifische Risiken und Betafaktoren) wurden mithilfe externer Informationsquellen festgelegt. Dabei wurde für die Berechnung des erzielbaren Betrags ein Planungshorizont von 10 Jahren angenommen, um die mittelfristigen Entwicklungen im CEE-Raum besser abbilden zu können. Der Planungshorizont wird in 2 Phasen aufgeteilt, wobei Phase I die ersten 10 Jahre umfasst und Phase II den Zeitraum über 10 Jahre abdeckt.

Im Jahr 2011 wurden auf Konzernebene Firmenwerte in Höhe von € 187 Millionen wertgemindert. Die größte Wertminderung (€ 183 Millionen) erfolgte bei der ukrainischen Raiffeisen Bank Aval JSC aufgrund der veränderten makroökonomischen Aussichten (BIP, Wachstumsrate, Inflation, Entwicklung der Bankenaktiva). Die Erholung der ukrainischen Wirtschaft erfolgte langsamer, als im Jahr 2010 prognostiziert worden war. Als Resultat lagen der Marktanteil und der ROE unter den letztjährigen Erwartungen. Der Diskontsatz, der für die Werthaltigkeitsprüfung der Raiffeisen Bank Aval JSC herangezogen wurde, lag je nach Parameter zwischen 21,7 und 13,7 Prozent. Weiters wurden Wertminderungen auf Firmenwerte in Höhe von € 3,4 Millionen für die ungarische Raiffeisen Bank Zrt. und € 0,6 Millionen für die slowenische Raiffeisen Bank Sh.a. vorgenommen.

Die wesentlichen Firmenwerte resultieren aus folgenden Zahlungsmittel generierenden Einheiten: Raiffeisen Bank Aval JSC, Kiew (AVAL), Ukrainian Processing Center PJSC, Kiew (UPC), ZAO Raiffeisenbank, Moskau (RBRU), Raiffeisen Bank Sh.a., Tirana (RBAL) und Raiffeisenbank a.s., Prag (RBCZ).

Zahlungsmittel generierende Einheiten AVAL RBRU RBCZ RBAL UPC
in € Millionen
Firmenwerte 29 257 40 53 15
Eigenanteil 96,2% 100,0 % 51,0 % 100,0 % 100,0 %
Methode zur Bestimmung des
erzielbaren Betrags
Nettoveräußer
ungswert
Nettoveräußer
ungswert
Nettoveräußer
ungswert
Nettoveräußer
ungswert
Nettoveräußer
ungswert
Diskontierungszinssätze (nach
Steuern)
13,7% - 21,7% 13,8 % - 15,1% 9,3% - 9,9% 11,2 % - 14,8% 13,7 % - 21,7%
Wachstumsraten in Phase II 6,5% 7,0% 3,0% 4,0% 0,0 %
Planungshorizont 10 Jahre 10 Jahre 10 Jahre 10 Jahre 10 Jahre
Wertminderung Ja Nein Nein Nein Nein

Sensitivitätsanalyse

Um die Stabilität der Werthaltigkeitsprüfung der Firmenwerte zu testen, wurde basierend auf den oben angeführten Prämissen eine Sensitivitätsanalyse vorgenommen. Aus mehreren Möglichkeiten wurden für diese Analyse die Eigenkapitalkosten und die Verminderung der Ergebnisse als relevante Parameter ausgewählt. Die nachstehend angeführte Übersicht veranschaulicht, um welches Ausmaß sich der Eigenkapitalkostensatz erhöhen bzw. das Ergebnis verringern könnte, ohne dass der Fair Value der Zahlungsmittel generierende Einheiten unter den jeweiligen Buchwert (Eigenkapital zuzüglich Firmenwert) absinkt:

Maximale Sensitivität1 AVAL RBRU RBCZ RBAL UPC
Erhöhung des Diskontsatzes 7,3 PP 9,6 PP 15,4 PP 13,4 PP
Verminderung der Ergebnisse - 48,0% - 58,0% - 76,0% - 53,0%

1 Die jeweilige maximale Sensitivität bezieht sich auf die Veränderung der ewigen Rente.

Werthaltigkeitsprüfung der immateriellen Vermögenswerte

Unternehmen des Konzerns verwenden zur Unterscheidung ihrer Dienstleistungen von Mitbewerbern Warenzeichen (Marken). Gemäß IFRS 3 wurden Marken der erworbenen Unternehmen gesondert unter dem Bilanzposten "Immaterielle Vermögenswerte" bilanziert. Sie verfügen über eine unbegrenzte Nutzungsdauer, sodass hier keine planmäßige Abschreibung erfolgt. Die Marken werden jährlich und zusätzlich immer dann, wenn Indikatoren für eine Wertminderung vorliegen, auf Werthaltigkeit (Impairment) getestet.

Der Wert der Marken wurde mithilfe eines kostenorientierten Bewertungsverfahrens (Comparable Historical Cost Approach) ermittelt, da zum Zeitpunkt der Kaufpreisallokation weder unmittelbar vergleichbare Transaktionen noch ein Markt mit beobachtbaren Preisen vorlagen. Als Datenbasis für das kostenorientierte Bewertungsverfahren wurde die Dokumentation der Aufwendungen der letzten Jahre für Marketing im Zusammenhang mit den Marken herangezogen.

Werden im Zuge eines Unternehmenszusammenschlusses Kundenverträge und die damit in Beziehung stehenden Kundenbeziehungen erworben, werden diese, wenn sie auf vertraglichen oder sonstigen Rechten beruhen, getrennt vom Firmenwert bilanziert. Die erworbenen Unternehmen erfüllen die Kriterien für die getrennte Bilanzierung von nicht vertraglichen Kundenbeziehungen für bestehende Kunden. Die Wertermittlung des Kundenstocks erfolgt mithilfe der Residualmethode (Multi-Period Excess Earnings Method) auf Basis zukünftiger Erträge und Aufwendungen, die dem Kundenstock zugeordnet werden können. Die Prognose basiert auf Planungsrechnungen für die entsprechenden Jahre.

Konsolidierungskreis

Die Anzahl der vollkonsolidierten sowie der at-equity bewerteten assoziierten Unternehmen veränderte sich wie folgt:

Anzahl Einheiten Vollkonsolidierung Equity-Methode
31.12.2011 31.12.2010 31.12.2011 31.12.2010
Stand Beginn der Periode 132 135 1 1
Im Zuge der Verschmelzung einbezogen 0 38 0 0
Im Berichtsjahr erstmals einbezogen 8 6 0 0
Im Berichtsjahr ausgeschieden - 5 - 47 0 0
Stand Ende der Periode 135 132 1 1

Von den 135 Konzerneinheiten haben 29 ihren Sitz in Österreich (2010: 27) und 106 im Ausland (2010: 105). Bei diesen Gesellschaften handelt es sich um 21 Kreditinstitute, 60 Finanzinstitute, 19 Anbieter von Nebendienstleistungen, 10 Finanzholdings und 25 sonstige Unternehmen. Aufgrund untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wurde auf die Einbeziehung von 231 Tochterunternehmen (2010: 173) verzichtet. Diese werden zu Anschaffungskosten als Anteile an verbundenen Unternehmen unter den Wertpapieren und Beteiligungen erfasst. Die Bilanzsumme der nicht einbezogenen Unternehmen beträgt weniger als 1 Prozent der Summenbilanz des Konzerns.

Eine Aufstellung über die vollkonsolidierten Unternehmen, die at-equity bewerteten assoziierten Unternehmen und die sonstigen Beteiligungen ist der Übersicht auf Seite 258 ff. zu entnehmen.

Erstkonsolidierungen

Im Berichtsjahr 2011 wurden folgende Unternehmen erstmals in den Konzernabschluss aufgenommen:

Name Anteil Stichtag Grund
Finanzinstitute
Raiffeisen Investment Financial Advisory Services Ltd. Co., Istanbul (TR) 78,11 % 1.6. Operativ tätig
Finanzholdings
Raiffeisen CIS Region Holding GmbH, Wien (AT) 100,0% 1.12. Operativ tätig
Raiffeisen RS Beteiligungs GmbH, Wien (AT) 100,0% 1.11. Wesentlichkeit
RIRE Holding GmbH, Wien (AT) 100,0 % 1.3. Wesentlichkeit
Anbieter von Nebendienstleistungen
OOO "R3", Novosibirsk (RU) 100,0% 1.3. Wesentlichkeit
S.C. PLUSFINANCE ESTATE 1 S.R.L., Bukarest (RO) 100,0 % 1.9. Wesentlichkeit
Sonstige Unternehmen
Julius Baer Multiflex SICAV-SIF Verto Recovery Fund, Wien (AT) 100,0% 1.12. Operativ tätig
Viktor Property, s.r.o., Prag (CZ) 65,15 % 1.4. Wesentlichkeit

Endkonsolidierungen

Im Berichtsjahr 2011 wurden folgende Unternehmen endkonsolidiert:

Name Anteil Stichtag Grund
Finanzinstitute
ICS Raiffeisen Leasing s.r.l, Chisinau (MD) 75,22 % 28.2. Unwesentlichkeit
MOVEO Raiffeisen-Leasing GmbH, Wien (AT) 51,00% 28.2. Unwesentlichkeit
OOO "Vneshleasing", Moskau (RU) 100,0% 28.2. Unwesentlichkeit
Finanzholdings
R.L.H. Holding GmbH, Wien (AT) 100,0 % 28.2. Unwesentlichkeit
Sonstige Unternehmen
REH Limited, Limassol (CY) 100,0 % 31.3. Stilllegung

Im Berichtsjahr erfolgten Endkonsolidierungen überwiegend wegen Unwesentlichkeit, sodass sich keine Auswirkung auf die Liquidität ergab.

Währungsumrechnung

Die in Fremdwährung aufgestellten Abschlüsse der Unternehmen des Vollkonsolidierungskreises wurden nach der modifizierten Stichtagskursmethode gemäß IAS 21 in Euro umgerechnet, wobei das Eigenkapital mit seinem historischen Kurs, alle anderen Aktiva und Passiva sowie Anhangangaben mit dem Stichtagskurs angesetzt wurden. Aus der Währungsumrechnung der Eigenkapitalbestandteile (historische Kurse) resultierende Differenzen wurden mit den Gewinnrücklagen verrechnet.

Die Posten der Erfolgsrechnung wurden mit dem Durchschnittskurs des Jahres auf Basis der Monatsultimokurse berechnet. Währungsdifferenzen zwischen dem Stichtagskurs in der Bilanz und dem Durchschnittskurs in der Erfolgsrechnung wurden mit dem Eigenkapital verrechnet.

Bei vier Tochterunternehmen mit Sitz außerhalb des Euroraums stellt aufgrund des wirtschaftlichen Gehalts der zugrunde liegenden Geschäftsfälle der US-Dollar die funktionale Währung dar, weil sowohl die Transaktionen als auch die Refinanzierung in US-Dollar abgewickelt werden.

Folgende Kurse wurden für die Währungsumrechnung herangezogen:

Kurse in Währung pro € 2011 2010
Stichtag Durchschnitt Stichtag Durchschnitt
31.12. 1.1.-31.12. 31.12. 1.1.-31.12.
Albanischer Lek (ALL) 138,930 140,498 138,770 138,041
Belarus Rubel (BYR) 10.800,000 7.056,431 3.972,600 3.953,672
Bosnische Marka (BAM) 1,956 1,956 1,956 1,956
Britisches Pfund (GBP) 0,835 0,870 0,861 0,858
Bulgarische Lewa (BGN) 1,956 1,956 1,956 1,956
Kasachischer Tenge (KZT) 191,720 204,444 195,230 196,093
Kroatische Kuna (HRK) 7,537 7,444 7,383 7,295
Moldauischer Lei (MDL) 15,074 16,421 16,105 16,436
Litauischer Litas (LTL) 3,453 3,453 3,453 3,453
Polnischer Zloty (PLN) 4,458 4,125 3,975 4,013
Rumänischer Lei (RON) 4,323 4,242 4,262 4,218
Russischer Rubel (RUB) 41,765 41,022 40,820 40,447
Schwedische Krone (SEK) 8,912 9,004 8,966 9,551
Schweizer Franken (CHF) 1,216 1,233 1,250 1,379
Serbischer Dinar (RSD) 104,641 102,306 105,498 102,903
Singapur-Dollar (SGD) 1,682 1,751 1,714 1,812
Tschechische Krone (CZK) 25,787 24,635 25,061 25,356
Türkische Lira (TRY) 2,443 2,333 2,069 2,333
Ukrainische Hryvna (UAH) 10,298 11,092 10,573 10,550
Ungarischer Forint (HUF) 314,580 280,460 277,950 276,039
US-Dollar (USD) 1,294 1,395 1,336 1,330

Rechnungslegung in Hochinflationsländern – IAS 29

Seit dem 1. Jänner 2011 wird Belarus entsprechend IAS 29 (Rechnungslegung in Hochinflationsländern) als hochinflationäre Volkswirtschaft klassifiziert. Somit werden die dortigen Aktivitäten der RBI nicht mehr auf Basis historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten bilanziert, sondern bereinigt um die Einflüsse der Inflation dargestellt. Dafür wurde der lokale Verbraucherpreisindex herangezogen.

Die Anwendung der entsprechenden Regelungen des IAS 29 in Verbindung mit IFRIC 7 (Anwendung des Anpassungsansatzes unter IAS 29 Rechnungslegung in Hochinflationsländern) wirkt sich auf den Konzernabschluss der RBI per 31. Dezember 2011 sowie auf die Abschlüsse nachfolgender Perioden aus. Bereits veröffentlichte Konzernabschlüsse vergangener Perioden werden nicht angepasst.

Konkret hat die Anwendung von IAS 29 folgende Auswirkungen auf die RBI: Zum 31. Dezember 2011 wurden alle nicht monetären Vermögenswerte rückwirkend für das gesamte Jahr 2011 an die Inflationsentwicklung seit dem Zeitpunkt ihrer Anschaffung bzw. seit Ende der letzten Anwendung von IAS 29 im Jahr 2006 angepasst. Dies führte zu einer Aufwertung der nicht monetären Bilanzposten und, daraus resultierend, zu höheren Abschreibungen beim abnutzbaren Anlagevermögen. In den folgenden Perioden werden diese nicht monetären Bilanzposten weiter an den Inflationsfaktor der jeweiligen Periode der Berichterstattung angepasst.

Alle Posten der Erfolgsrechnung werden rückwirkend ab dem 1. Jänner 2011 an die Inflation angepasst und mit dem Stichtagskurs in EUR umgerechnet. Gewinne und Verluste, die aus der Inflationsanpassung der monetären Vermögenswerte und Schulden resultieren, werden gesondert ausgewiesen.

Die Anwendung der Indexierungen gemäß IAS 29 wird in belarussischen Rubel, d. h. vor Währungsumrechnung, vorgenommen.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung (IAS 39)

Gemäß IAS 39 sind alle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten einschließlich der derivativen Finanzinstrumente in der Bilanz zu erfassen. Ein Finanzinstrument ist definitionsgemäß ein Vertrag, der gleichzeitig beim einen Geschäftspartner zu einem finanziellen Vermögenswert und beim anderen zu einer finanziellen Schuld oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Die Bewertung der Finanzinstrumente richtet sich nach der Zugehörigkeit zu bestimmten Bewertungskategorien, die wie folgt unterschieden werden:

  • (1) Finanzielle Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden
  • a. Handelsaktiva/-passiva
  • b. Designierte Finanzinstrumente zum Fair Value
  • (2) Bis zur Endfälligkeit zu haltende Vermögenswerte (HtM)
  • (3) Kredite und Forderungen
  • (4) Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (AfS)
  • (5) Finanzielle Verbindlichkeiten

1. Finanzielle Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden

a. Handelsaktiva/-passiva

Handelsaktiva/-passiva dienen der Nutzung von kurzfristigen Marktpreisschwankungen. Die zu Handelszwecken dienenden Wertpapiere (inkl. Leerverkäufe von Wertpapieren) und derivativen Instrumente werden zum Marktwert bilanziert. Für die Ermittlung des Marktwerts werden bei börsenotierten Produkten die Börsekurse herangezogen. Sind solche Kurse nicht vorhanden, werden bei originären Finanzinstrumenten und Termingeschäften auf Basis von Barwertberechnungen und bei Optionen anhand von geeigneten Optionspreismodellen interne Preise ermittelt. Der Barwertberechnung wird eine Zinskurve zugrunde gelegt, die sich aus Geldmarkt-, Futures- und Swapsätzen zusammensetzt und keine Bonitätsaufschläge beinhaltet. Als Optionspreisformeln werden je nach Optionsart entweder Black-Scholes 1972, Black 1976 oder Garman-Kohlhagen verwendet.

Die zu Handelszwecken dienenden Derivate werden unter den Bilanzposten "Handelsaktiva" bzw. "Handelspassiva" ausgewiesen. Wenn positive Marktwerte inklusive Zinsabgrenzungen (Dirty Price) bestehen, werden diese den Handelsaktiva zugeordnet. Bei negativen Marktwerten sind diese als Handelspassiva ausgewiesen. Eine Verrechnung von positiven und negativen Marktwerten wird nicht vorgenommen. Die Wertänderung des Dirty Price wird erfolgswirksam im Handelsergebnis dargestellt. Derivate, die weder Handels- noch Sicherungszwecken dienen, werden unter dem Bilanzposten "Derivative Finanzinstrumente" ausgewiesen. Außerdem sind etwaige Lieferverbindlichkeiten aus Wertpapierleerverkäufen in den Handelspassiva dargestellt.

Im Jahr 2011 wurde die Bewertungsmethodik für kapitalgarantierte Produkte an die geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen angepasst. Die kapitalgarantierten Produkte (Garantiefonds und Zukunftsvorsorge) werden als verkaufte Put-Optionen auf den jeweiligen zu garantierenden Fonds dargestellt. Die Bewertung basiert auf einer Monte-Carlo-Simulation. Die RBI hat im Rahmen der staatlich geförderten prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge gem. § 108h (1) Z 3 EStG Kapitalgarantieverpflichtungen abgegeben. Dabei garantiert das Kreditinstitut, dass im Fall einer Verrentung der für die Verrentung zur Verfügung stehende Auszahlungsbetrag nicht geringer ist als die Summe der vom Steuerpflichtigen eingezahlten Beträge zuzüglich der für diesen Steuerpflichtigen gutgeschriebenen Prämien im Sinn des § 108g EStG.

b. Designierte Finanzinstrumente zum Fair Value

Diese Kategorie umfasst im Wesentlichen jene finanziellen Vermögenswerte, die zum Zeitpunkt des erstmaligen Bilanzansatzes unabhängig von einer Handelsabsicht unwiderruflich als designiertes Finanzinstrument zum Fair Value gewidmet wurden (sog. Fair Value Option). Die Anwendung der Fair Value Option ist an die Voraussetzung geknüpft, dass sie zu relevanteren Informationen für den Bilanzleser führt. Dies ist für jene finanziellen Vermögenswerte der Fall, die einem Portfolio angehören, für das die Steuerung und Performancemessung auf der Basis von Fair Values erfolgt.

Es sind dies Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere sowie Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere. Diese Finanzinstrumente sind gemäß IAS 39 zum Marktwert bewertet. Der Bilanzausweis erfolgt unter dem Bilanzposten "Wertpapiere und Beteiligungen". Laufende Erträge werden im Zinsüberschuss dargestellt, Bewertungs- und Veräußerungsergebnisse im Ergebnis aus Finanzinvestitionen gezeigt.

Andererseits werden finanzielle Verbindlichkeiten als Finanzinstrument zum Fair Value designiert, um Bewertungsinkongruenzen mit den im Zusammenhang stehenden Derivaten zu vermeiden. Der Fair Value der unter Anwendung der Fair Value Option in diese Kategorie klassifizierten finanziellen Verpflichtungen enthält sämtliche Marktrisikofaktoren einschließlich des mit diesen finanziellen Verpflichtungen in Verbindung stehenden Kreditrisikos des Emittenten.

Die Verschärfung der Finanzkrise führte insbesondere im vierten Quartal 2011 zu einer Inaktivität der Märkte, sodass für die Bewertung des Kreditrisikos keine beobachtbaren Marktpreise mehr verfügbar waren und die Bewertungsmethode umgestellt und zur Bewertung der eigenen Bonität gewichtete Credit Spreads ermittelt, die sich aus den Bonitätsaufschlägen tatsächlich platzierter Private-Placement-Volumina der letzten 12 Monate und den Marktindikationen für eigene Benchmark-Emissionen zusammensetzen. Die Gewichtung erfolgt dabei im Verhältnis der platzierten Volumina. Die Ermittlung des Bonitätsaufschlags nachrangiger Emissionen beruht auf den durchschnittlich beobachtbaren Nachrangaufschläge der letzten 12 Monate bezogen auf den iTraxx Senior Financials. Zu den finanziellen Verpflichtungen gehören im Wesentlichen strukturierte Anleihen. Der Fair Value dieser finanziellen Verpflichtungen wird durch die Abzinsung der vertraglichen Cash-Flows mithilfe einer kreditrisikoadjustierten Zinsstrukturkurve ermittelt, die das Niveau widerspiegelt, auf dem der Konzern ähnliche Finanzinstrumente zum Bilanzstichtag begeben würde. Die Marktrisikoparameter werden entsprechend vergleichbaren Finanzinstrumenten bewertet, die als Vermögenswerte gehalten werden. Bewertungsergebnisse für Verbindlichkeiten, die als Finanzinstrument zum Fair Value designiert wurden, werden im Ergebnis aus derivativen Finanzinstrumenten ausgewiesen.

2. Bis zur Endfälligkeit zu haltende Vermögenswerte

Nicht derivative finanzielle Vermögenswerte (Wertpapiere mit festen oder bestimmbaren Zahlungen sowie einer festen Laufzeit), die mit der Absicht und der Möglichkeit, sie bis zur Endfälligkeit zu halten, erworben werden, sind im Bilanzposten "Wertpapiere und Beteiligungen" ausgewiesen. Die Bewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten, wobei Unterschiedsbeträge über die Laufzeit verteilt im Zinsergebnis vereinnahmt werden. Bei Vorliegen einer Wertminderung wird diese bei der Ermittlung der fortgeführten Anschaffungskosten im Ergebnis aus Finanzinvestitionen berücksichtigt. Kuponzahlungen fließen ebenfalls in das Zinsergebnis ein. Eine Veräußerung dieser Finanzinstrumente ist nur in den im IAS 39 explizit angeführten Ausnahmefällen zulässig.

3. Kredite und Forderungen

Dieser Kategorie werden nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungsansprüchen zugeordnet, für die kein aktiver Markt besteht. Die Bewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Bei Vorliegen einer Wertminderung wird diese bei der Ermittlung der fortgeführten Anschaffungskosten berücksichtigt. Ein Unterschiedsbetrag zwischen Auszahlungsbetrag und Nennbetrag wird – sofern Zinscharakter vorliegt – effektivzinsgerecht abgegrenzt. Gewinne aus dem Verkauf von wertberichtigten Forderungen werden in der Erfolgsrechnung unter der Position "Kreditrisikovorsorgen" erfasst. Des Weiteren werden hier Schuldverschreibungen ausgewiesen, für die kein aktiver Markt vorliegt. Die Ausbuchung eines finanziellen Vermögenswerts im Rahmen von Verbriefungen erfolgt – nach Prüfung, ob die Verbriefungszweckgesellschaft konsolidiert werden muss – anhand eines Chancen- und Risiken- bzw. Kontrolltests gemäß IAS 39 bei Verlust der Kontrolle über die vertraglichen Rechte aus diesem Vermögenswert.

4. Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte

Diese Kategorie umfasst neben Unternehmensanteilen festverzinsliche Wertpapiere, die keiner der drei anderen Kategorien zugeordnet wurden. Die Bewertung erfolgt, soweit sich ein Marktwert verlässlich bestimmen lässt, zu diesem. Bewertungsdifferenzen sind im sonstigen Ergebnis auszuweisen und werden nur dann im Ergebnis aus Finanzinvestitionen erfasst, wenn ein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung besteht. Bei Eigenkapitalinstrumenten liegt eine Wertminderung unter anderem dann vor, wenn der Fair Value entweder signifikant oder für längere Dauer unter den Anschaffungskosten liegt.

Im Konzern werden Eigenkapitalinstrumente der Kategorie AfS abgeschrieben, wenn der Fair Value in den letzten sechs Monaten vor dem Abschlussstichtag permanent um mehr als 20 Prozent oder in den letzten 12 Monaten vor dem Abschlussstichtag im Durchschnitt um mehr als 10 Prozent unter dem Buchwert lag. Neben diesen quantitativen Hinweisen (Trigger Events) werden zur Prüfung auch die qualitativen Trigger Events des IAS 39.59 herangezogen. Wertaufholungen dürfen bei Eigenkapitalinstrumenten der Kategorie AfS nicht in der Erfolgsrechnung erfasst werden; vielmehr sind sie als sonstiges Ergebnis über die Neubewertungsrücklage (AfS-Rücklage) zu buchen. Insofern ergeben sich Effekte auf den Jahresüberschuss hier nur bei Wertminderung oder Veräußerung.

Bei nicht notierten Eigenkapitalinstrumenten, für die ein verlässlicher Fair Value nicht regelmäßig ermittelt werden kann und die deshalb zu Anschaffungskosten abzüglich erforderlicher Wertminderungen bewertet sind, darf eine Wertaufholung überhaupt nicht vorgenommen werden.

Der Ausweis der Finanzinstrumente selbst erfolgt im Bilanzposten "Wertpapiere und Beteiligungen".

5. Finanzielle Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten werden überwiegend mit den fortgeschriebenen Anschaffungskosten angesetzt. Abgezinst begebene Schuldverschreibungen und ähnliche Verbindlichkeiten werden zum Barwert ausgewiesen. Zum Fair Value bewertete finanzielle Verbindlichkeiten sind in der Kategorie "Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden" dargestellt.

Umkategorisierung

Gemäß IAS 39.50 können unter außergewöhnlichen Umständen nicht derivative Finanzinstrumente der Kategorie "Handelsaktiva" und "AfS" in die Kategorien "bis zur Endfälligkeit zu haltende Vermögenswerte" oder "Kredite und Forderungen" umgegliedert werden. Die Effekte aus den diesbezüglichen Umkategorisierungen werden im Anhang unter Punkt (20) Wertpapiere und Beteiligungen dargestellt.

Beizulegender Zeitwert (Fair Value)

Als beizulegenden Zeitwert bezeichnet man den Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögenswert getauscht oder eine Schuld beglichen werden könnte.

Notierte Preise in einem aktiven Markt (Level I)

Der beizulegende Zeitwert wird am besten durch einen Marktwert ausgedrückt, soweit ein öffentlich notierter Marktpreis zur Verfügung steht. Dies gilt insbesondere für an Börsen gehandelte Eigenkapitalinstrumente, im Interbankenmarkt gehandelte Fremdkapitalinstrumente und börsegehandelte Derivate.

Bewertungsverfahren mittels beobachtbarer Parameter (Level II)

In den Fällen, in denen keine Börsenotierungen für einzelne Finanzinstrumente vorliegen, werden zur Bestimmung des Fair Value die Marktpreise vergleichbarer Finanzinstrumente herangezogen oder durch anerkannte Bewertungsmodelle mithilfe von beobachtbaren Preisen oder Parametern (insbesondere Barwertmethoden oder Optionspreismodellen) ermittelt. Diese Verfahren betreffen die Mehrheit der OTC-Derivate und der nicht börsenotierten Fremdkapitalinstrumente.

Bewertungsverfahren mittels nicht beobachtbarer Parameter (Level III)

Sind keine beobachtbaren Börsekurse oder Preise verfügbar, wird der Fair Value anhand von Bewertungsmodellen ermittelt, die für das jeweilige Instrument angemessen sind. Die Anwendung dieser Modelle erfordert Annahmen und Einschätzungen des Managements, deren Umfang von der Preistransparenz in Bezug auf das Finanzinstrument und dessen Markt sowie von der Komplexität des Instruments abhängt.

Klassen der Finanzinstrumente gemäß IFRS 7

Da die Wesensart der Finanzinstrumente bereits in geeigneter Weise durch die Gliederung der Bilanzposten zum Ausdruck gebracht wird, ist die Bildung von Klassen an denjenigen Posten der Bilanz ausgerichtet worden, die Finanzinstrumente beinhalten. Klassen von Finanzinstrumenten der Aktivseite sind vor allem Barreserve, Forderungen an Kreditinstitute, Forderungen an Kunden, Handelsaktiva, derivative Finanzinstrumente, Derivate aus Sicherungsgeschäften sowie Wertpapiere und Beteiligungen (darunter separat nicht auf einem aktiven Markt gehandelte finanzielle Vermögenswerte, die zu Anschaffungskosten bewertet werden). Klassen von Finanzinstrumenten der Passivseite sind insbesondere Handelspassiva, derivative Finanzinstrumente, Derivate aus Sicherungsgeschäften, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten gegenüber Kunden, verbriefte Verbindlichkeiten und nachrangige Verbindlichkeiten.

Klassenbildung Wesentlicher Bewertungsmaßstab Kategorie gemäß IAS 39
Fair
Value
Amortized
Cost
Sonstige
Aktivische Klassen
Barreserve Nominal
wert
n/a
Handelsaktiva X Handelsaktiva
Derivative Finanzinstrumente X Handelsaktiva
Forderungen an Kreditinstitute X Kredite und Forderungen
Forderungen an Kunden X Kredite und Forderungen
davon Forderungen aus
Finanzierungsleasing
X n/a
Wertpapiere und Beteiligungen X Erfolgswirksam zum beizulegenden
Zeitwert bewertete finanzielle
Vermögenswerte
Wertpapiere und Beteiligungen X Zur Veräußerung verfügbare finanzielle
Vermögenswerte
Wertpapiere und Beteiligungen X Bis zur Endfälligkeit zu haltende
Vermögenswerte
davon nicht auf einem aktiven Markt
gehandelte finanzielle Vermögenswerte
At Cost Zur Veräußerung verfügbare finanzielle
Vermögenswerte
Positive Marktwerte aus
Sicherungsderivaten gemäß IAS 39
X n/a
Passivische Klassen
Handelspassiva X Handelspassiva
Derivative Finanzinstrumente X Handelspassiva
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten X Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden X Finanzielle Verbindlichkeiten
Nachrangige Verbindlichkeiten X Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbriefte Verbindlichkeiten X Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbriefte Verbindlichkeiten X Erfolgswirksam zum beizulegenden
Zeitwert bewertete finanzielle
Vermögenswerte
Negative Marktwerte aus
Sicherungsderivaten gemäß IAS 39
X n/a

Derivative Finanzinstrumente

Zu den im Konzern eingesetzten Derivaten zählen Swaps, standardisierte Terminkontrakte, Termingeschäfte, Kreditderivate, Optionen und ähnliche Kontrakte. Im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit wickelt der Konzern unterschiedliche Transaktionen mit derivativen Finanzinstrumenten sowohl zu Handels- als auch zu Sicherungszwecken ab. Der Konzern setzt Derivate ein, um den Bedürfnissen der Kunden im Rahmen von deren Risikomanagement Rechnung zu tragen, Risiken zu steuern und abzusichern sowie um Erträge im Eigenhandel zu generieren. Derivate werden erstmals zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und anschließend auch zu diesem bewertet. Der aus der Bewertung resultierende Gewinn oder Verlust wird sofort im Ergebnis aus derivativen Finanzinstrumenten erfasst, es sei denn, das Derivat ist als Sicherungsinstrument im Rahmen des Hedge Accounting designiert und effektiv. Hier hängt der Zeitpunkt der Erfassung der Bewertungsergebnisse von der Art der Sicherungsbeziehung ab.

Derivate, die zur Absicherung gegen Marktrisiken (ausgenommen Handelsaktiva/-passiva) abgeschlossen und gegen ein inhomogenes Portfolio gestellt werden, erfüllen nicht die Bedingung für IAS 39 Hedge Accounting. Sie werden wie folgt bilanziert: Die Dirty Prices sind unter dem Posten "Derivative Finanzinstrumente" (aktivseitig: positive Marktwerte, passivseitig: negative Marktwerte) ausgewiesen. Die Wertänderung dieser Derivate auf der Basis des Clean Price ist im Ergebnis aus derivativen Finanzinstrumenten (Ergebnis aus sonstigen Derivaten) dargestellt, die Zinsen werden im Zinsüberschuss gezeigt.

Kreditderivate, deren Wert von dem in der Zukunft erwarteten (Nicht-)Eintritt spezifizierter Kreditereignisse abhängt, sind mit dem Marktwert unter dem Bilanzposten "Derivative Finanzinstrumente" (aktivseitig: positive Marktwerte, passivseitig: negative Marktwerte) ausgewiesen. Die Wertänderungen werden im Ergebnis aus derivativen Finanzinstrumenten erfasst.

Bilanzierung von Sicherungsgeschäften (Hedge Accounting)

Werden Derivate zum Zweck des Risikomanagements gehalten und erfüllen die entsprechenden Geschäfte spezifische Kriterien, wendet der Konzern Hedge Accounting an. Der Konzern designiert dafür einzelne Sicherungsinstrumente, im Wesentlichen Derivate, im Rahmen der Absicherung des beizulegenden Zeitwerts (Fair Value Hedge), von Zahlungsströmen (Cash-Flow Hedge) oder von Nettoinvestitionen in wirtschaftlich selbständige Teileinheiten (Capital Hedge). Zu Beginn der Sicherungsbeziehung wird die Beziehung zwischen Grund- und Sicherungsgeschäft einschließlich der zugrunde liegenden Risikomanagement-Ziele dokumentiert. Weiters wird sowohl bei Eingehen der Sicherungsbeziehung als auch in deren Verlauf regelmäßig dokumentiert, dass das in der Sicherungsbeziehung designierte Sicherungsinstrument hinsichtlich der Kompensation der Änderungen des beizulegenden Zeitwerts bzw. der Cash-Flows des Grundgeschäfts in hohem Maß effektiv ist.

a. Absicherung des beizulegenden Zeitwerts (Fair Value Hedge)

IAS 39 sieht die Anwendung des Hedge Accounting für Derivate vor, die der Absicherung des beizulegenden Zeitwerts bilanzierter Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten dienen. Einem solchen Marktwertrisiko unterliegt insbesondere das Kreditgeschäft, sofern es sich um festverzinsliche Forderungen handelt. Zur Absicherung des Zinsänderungsrisikos bei einzelnen Krediten bzw. Refinanzierungen werden Interest Rate Swaps abgeschlossen, welche die Voraussetzungen für Hedge Accounting erfüllen. Dies bedeutet, dass die Sicherungsgeschäfte dokumentiert, fortlaufend beurteilt und als hoch wirksam eingestuft werden. Es kann also über die gesamte Laufzeit des Sicherungsgeschäfts davon ausgegangen werden, dass Änderungen des beizulegenden Zeitwerts eines gesicherten Grundgeschäfts nahezu vollständig durch eine Änderung des beizulegenden Zeitwerts des Sicherungsinstruments kompensiert werden und die tatsächlichen Ergebnisse in einer Bandbreite von 80 Prozent bis 125 Prozent liegen.

Derivate, die zur Absicherung des Marktwerts von einzelnen Bilanzposten (ausgenommen Handelsaktiva/-passiva) abgeschlossen werden, werden mit dem Marktwert (Dirty Price) unter der Position "Derivative Finanzinstrumente" (aktivseitig: positive Marktwerte, passivseitig: negative Marktwerte) bilanziert. Die Buchwertänderungen des gesicherten Grundgeschäfts (Aktiva oder Passiva) werden direkt den betroffenen Bilanzposten zugerechnet und im Anhang gesondert ausgewiesen.

Sowohl das Ergebnis aus der Veränderung der Buchwerte der abzusichernden Positionen als auch das Ergebnis aus der Veränderung der Clean Prices der Derivate werden im Ergebnis aus derivativen Finanzinstrumenten (Ergebnis aus dem Hedge Accounting) gebucht.

In der RBI wurde erstmals 2011 die Absicherung von Zinsrisiken auf Portfolioebene abgebildet. Abgesichert werden einzelne Geschäfte oder Gruppen von Geschäften mit ähnlicher Risikostruktur, gegliedert nach Laufzeitbändern entsprechend den erwarteten Rückzahlungs- und Zinsanpassungsterminen in einem Portfolio. Portfolios können nur Aktiva, nur Passiva oder beides enthalten. Bei dieser bilanziellen Abbildung von Sicherungszusammenhängen werden die Wertänderungen der Grundgeschäfte als separate Aktiv- beziehungsweise Passivposten in den sonstigen Aktiva/Passiva erfasst. Der abgesicherte Betrag der Grundgeschäfte wird im Konzernabschluss ohne Sicht- oder Spareinlagen bestimmt (die Regelungen des EU-Carve-out werden damit nicht in Anspruch genommen).

b. Absicherung von Zahlungsströmen (Cash-Flow Hedge)

IAS 39 sieht die Anwendung des Cash-Flow Hedge Accounting für Derivate vor, die der Absicherung gegen das Risiko einer Veränderung künftiger Zahlungsströme dienen. Einem solchen Cash-Flow-Risiko unterliegen insbesondere variabel verzinsliche Verbindlichkeiten. Interest Rate Swaps, die zur Absicherung des Risikos aus schwankenden Cash-Flows bestimmter variabler Zinspositionen abgeschlossen werden, werden wie folgt bilanziert: Das Sicherungsinstrument wird mit dem Marktwert angesetzt, die Änderungen des Clean Price werden im Sonstigen Ergebnis verbucht. Der ineffektive Teil wird hingegen ergebniswirksam als Ergebnis aus derivativen Finanzinstrumente und designierten Verbindlichkeiten ausgewiesen.

c. Absicherung einer Nettoinvestition in eine wirtschaftlich selbständige Teileinheit (Capital Hedge)

Im Konzern werden Kurssicherungsgeschäfte für Investitionen in wirtschaftlich selbständige Teileinheiten (IAS 39.102) zur Reduktion der aus der Währungsumrechnung der Eigenkapitalbestandteile resultierenden Differenzen getätigt. Als Sicherungsinstrumente dienen in erster Linie Verbindlichkeiten in Fremdwährung, Devisenoptionen, Devisentermingeschäfte sowie Fremdwährungsswaps. Die daraus resultierenden Gewinne bzw. Verluste aus der Währungsumrechnung werden im sonstigen Ergebnis verrechnet und in der Eigenkapitalüberleitung gesondert dargestellt, soweit die Sicherungsbeziehung effektiv ist. Ein etwaiger ineffektiver Teil der Sicherungsbeziehung wird im Handelsergebnis erfasst. Die dazugehörigen Zinskomponenten werden im Zinsüberschuss ausgewiesen. Latente Steuern werden für das Ergebnis aus dem Capital Hedge nicht angesetzt, da die Ausnahmebestimmungen des IAS 12.39 anzuwenden sind.

Aufrechnung (Offsetting)

Bei Identität von Schuldner und Gläubiger erfolgt eine Aufrechnung laufzeit- und währungskonformer Forderungen und Verbindlichkeiten nur dann, wenn ein durchsetzbares Recht darauf besteht und die Aufrechnung dem tatsächlich erwarteten Ablauf des Geschäfts entspricht.

Barreserve

Die Barreserve enthält den Kassenbestand und täglich fällige Forderungen gegenüber Zentralbanken. Diese werden mit ihrem Nennwert dargestellt.

Kreditrisikovorsorgen

An jedem Bilanzstichtag wird beurteilt, inwiefern objektive Hinweise auf eine Wertminderung eines finanziellen Vermögenswerts oder einer Gruppe finanzieller Vermögenswerte vorliegen. Ein finanzieller Vermögenswert oder eine Gruppe finanzieller Vermögenswerte gilt als wertgemindert und ein Wertminderungsverlust als entstanden, wenn:

  • objektive Hinweise auf eine Wertminderung infolge eines Verlustereignisses vorliegen, das nach der erstmaligen Erfassung des Finanzinstruments und bis zum Bilanzstichtag eingetreten ist ("Verlustereignis");
  • das Verlustereignis einen Einfluss auf die geschätzten zukünftigen Cash-Flows des finanziellen Vermögenswerts oder der Gruppe finanzieller Vermögenswerte hatte und
  • eine verlässliche Schätzung des Betrags vorgenommen werden kann.

Risiken des Kreditgeschäfts wird durch die Bildung von Einzelwertberichtigungen und Portfolio-Wertberichtigungen Rechnung getragen. Letztere umfassen Wertberichtigungen auf Portfolios von Krediten mit gleichem Risikoprofil, die unter bestimmten Voraussetzungen gebildet werden. Im Retail-Bereich erfolgt die Bildung nach Produktportfolios und Überfälligkeiten. Sowohl die Einzelwertberichtigungen als auch die Portfolio-Wertberichtigungen werden nicht mit den entsprechenden Forderungen verrechnet, sondern in der Bilanz offen ausgewiesen.

Für die bei Kunden- und Bankforderungen vorhandenen Bonitätsrisiken werden nach konzerneinheitlichen Maßstäben Vorsorgen in Höhe des voraussichtlichen Ausfalls gebildet. Eine Ausfallgefährdung wird dann angenommen, wenn – unter Berücksichtigung der Sicherheiten – die diskontierten voraussichtlichen Rückzahlungsbeträge und Zinszahlungen unter dem Buchwert der Forderung liegen. Für die Ermittlung von Portfolio-Wertberichtigungen werden Bewertungsmodelle herangezogen, wobei die voraussichtlichen zukünftigen Cash-Flows anhand historischer Ausfallerfahrungen für die Forderungen im jeweiligen Kreditportfolio geschätzt werden. Das erfolgt regelmäßig unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Für Non-Retail-Portfolios, für die keine eigene Verlusthistorie dokumentiert wurde, wird hierbei auf Benchmark-Werte vergleichbarer Peer Groups zurückgegriffen.

Der Gesamtbetrag der Kreditrisikovorsorgen, der sich auf bilanzielle Forderungen bezieht und Einzelwertberichtigungen und Portfolio-Wertberichtigungen umfasst, wird als eigener Posten auf der Aktivseite nach den Forderungen ausgewiesen. Die Risikovorsorge für außerbilanzielle Geschäfte wird als Rückstellung bilanziert.

Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten und Verpflichtungen

Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten

Die Ausbuchung eines finanziellen Vermögenswerts erfolgt, wenn die vertraglich vereinbarten Ansprüche auf Cash-Flows aus dem finanziellen Vermögenswert erloschen sind oder der Konzern diese übertragen bzw. bei Eintritt bestimmter Kriterien die Verpflichtung übernommen hat, diese Cash-Flows an einen oder mehrere Empfänger weiterzuleiten. Ein übertragener Vermögenswert wird auch ausgebucht, wenn alle wesentlichen Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum an diesem Vermögenswert verbunden sind, übertragen werden.

Verbriefungstransaktionen

Der Konzern verbrieft verschiedene finanzielle Vermögenswerte aus Transaktionen mit privaten und gewerblichen Kunden durch den Verkauf an eine Zweckgesellschaft (Special Purpose Entity, SPE), die ihrerseits Wertpapiere an Investoren ausgibt. Die Übertragung der Vermögenswerte kann zu einer vollständigen oder teilweisen Ausbuchung führen. Rechte an den verbrieften finanziellen Vermögenswerten können in Form von erst- oder nachrangigen Tranchen, Zinsansprüchen oder sonstigen Residualansprüchen zurückbehalten werden.

Ausbuchung finanzieller Verbindlichkeiten

Der Konzern bucht eine finanzielle Verbindlichkeit aus, wenn seine Verpflichtungen beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen sind.

Pensionsgeschäfte

Im Rahmen echter Pensionsgeschäfte (Repo-Geschäfte) verkauft der Konzern Vermögenswerte an einen Vertragspartner und vereinbart gleichzeitig, diese an einem bestimmten Termin zu einem vereinbarten Kurs zurückzukaufen. Die Vermögenswerte verbleiben in der Bilanz des Konzerns und werden nach den Regeln des jeweiligen Bilanzpostens bewertet. Die Liquiditätszuflüsse aus den Repo-Geschäften werden je nach Gegenpartei als Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten oder Verbindlichkeiten gegenüber Kunden in der Bilanz ausgewiesen.

Bei Reverse-Repo-Geschäften werden Vermögenswerte mit der gleichzeitigen Verpflichtung eines zukünftigen Verkaufs gegen Entgelt erworben. Die Liquiditätsabflüsse aus den Reverse-Repo-Geschäften werden in den Bilanzposten "Forderungen an Kreditinstitute" bzw. "Forderungen an Kunden" bilanziert.

Zinsaufwendungen aus Repo-Geschäften und Zinserträge aus Reverse-Repo-Geschäften werden linear über die Laufzeit abgegrenzt und im Zinsüberschuss ausgewiesen.

Wertpapierleihgeschäfte

Wertpapierleihgeschäfte werden analog dem Ausweis von Wertpapieren aus echten Pensionsgeschäften bilanziert. Dabei verbleiben verliehene Wertpapiere weiterhin im Wertpapierbestand und werden nach den Regeln des IAS 39 bewertet. Entliehene Wertpapiere werden nicht bilanziert und auch nicht bewertet. Durch den Konzern gestellte Barsicherheiten für Wertpapierleihgeschäfte werden als Forderungen, erhaltene Sicherheiten als Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Leasing

Leasingverhältnisse werden entsprechend ihrer vertraglichen Ausgestaltung wie folgt klassifiziert:

Finanzierungsleasing

Wenn nahezu alle Chancen und Risiken aus dem Leasinggegenstand auf den Leasingnehmer übergehen, wird im Konzern als Leasinggeber eine Forderung gegenüber Kreditinstituten bzw. Kunden ausgewiesen. Der Ausweis der Forderung erfolgt in Höhe des Nettoinvestitionswerts. Die Erträge aus Finanzierungsverhältnissen werden so auf die Perioden verteilt, dass eine konstante periodische Verzinsung des ausstehenden Nettoinvestitionswerts aus den Leasingverhältnissen gezeigt wird. Im Rahmen eines Finanzierungs-Leasingverhältnisses als Leasingnehmer gehaltene Vermögenswerte werden im jeweiligen Posten des Sachanlagevermögens ausgewiesen, dem passivseitig eine entsprechende Leasingverbindlichkeit gegenübersteht.

Operating Leasing

Operating Leasing liegt vor, wenn die mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken beim Leasinggeber liegen. Die Leasinggegenstände werden im Konzern dem Bilanzposten Sachanlagen zugeordnet und Abschreibungen nach den für das jeweilige Anlagevermögen geltenden Grundsätzen vorgenommen. Mieteinnahmen aus dem entsprechenden Leasinggegenstand werden linear über die Laufzeit des entsprechenden Leasingverhältnisses verteilt und im sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen. Aufwendungen für Operating-Leasingverhältnisse werden grundsätzlich linear über die Laufzeit des Leasingvertrags erfasst und in den Verwaltungsaufwendungen ausgewiesen.

Beteiligungen

Anteile an Tochterunternehmen, die aufgrund untergeordneter Bedeutung nicht in den Konzernabschluss einbezogen wurden, und Anteile an assoziierten Unternehmen, die nicht at-equity erfasst wurden, sind in den Wertpapieren und Beteiligungen ausgewiesen und – soweit kein Börsekurs vorliegt – mit den Anschaffungskosten bewertet.

Anteile an sonstigen Unternehmen werden zum Zeitpunkt des erstmaligen Bilanzansatzes der Kategorie "Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" zugeordnet. Damit werden Wertänderungen im sonstigen Ergebnis erfasst. Eine dauerhafte Wertminderung wird im Ergebnis aus Finanzinvestitionen verbucht.

Immaterielle Vermögenswerte

Unter diesem Posten werden neben selbst erstellter und erworbener Software Markenrechte, erworbener Kundenstock und insbesondere Firmenwerte ausgewiesen. Immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden, werden gesondert vom Geschäfts- oder Firmenwert erfasst und im Erwerbszeitpunkt mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte ohne bestimmbare Nutzungsdauer (Markenrechte) werden an jedem Bilanzstichtag auf ihre Werthaltigkeit überprüft. Bei besonderen Ereignissen (Trigger Events) erfolgt auch unterjährig eine Überprüfung der Werthaltigkeit. Sofern Umstände vorliegen, die den erwarteten Nutzen nicht mehr erkennen lassen, wird gemäß IAS 36 eine Wertminderung vorgenommen.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer (Software, Kundenstock) werden mit den Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bilanziert.

Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte umfassen ausschließlich Software und werden aktiviert, wenn es wahrscheinlich ist, dass dem Konzern daraus künftig ein wirtschaftlicher Nutzen entsteht, und die Herstellungskosten verlässlich ermittelt werden können. Kosten für Forschungsaktivitäten werden in der Periode, in der sie anfallen, als Aufwand erfasst. Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer für Software beträgt zwischen vier und sechs Jahren. Bei Software-Großprojekten kann sich die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer auch auf einen darüber hinausgehenden Zeitraum erstrecken. Die Nutzungsdauer für den erworbenen Kundenstock wurde für den Geschäftsbereich Corporate Customers mit sieben Jahren und für den Geschäftsbereich Retail Customers für die Raiffeisen Bank Aval JSC mit 20 Jahren, für die OAO Impexbank (mittlerweile in die ZAO Raiffeisenbank verschmolzen) und die eBanka a.s. (mittlerweile in die Raiffeisenbank a.s. verschmolzen) mit jeweils fünf Jahren festgelegt.

Sachanlagen

Sachanlagen werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Den linearen Abschreibungen werden folgende betriebsgewöhnliche Nutzungsdauern zugrunde gelegt:

Jahre
25 - 50
5 - 10
3 - 5

Grundstücke werden nicht planmäßig abgeschrieben.

Die erwarteten Nutzungsdauern, Restwerte und Abschreibungsmethoden werden jährlich überprüft und alle notwendigen Schätzungsänderungen prospektiv berücksichtigt. Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Bei Wegfall der Abschreibungsgründe erfolgt die Zuschreibung bis zu den fortgeschriebenen Anschaffungskosten.

Der sich aus dem Verkauf ergebende Gewinn oder Verlust bestimmt sich als Differenz zwischen dem Veräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswerts und wird im sonstigen betrieblichen Ergebnis erfasst. Bei der Stilllegung einer Sachanlage wird der Abgang des Buchwerts des betroffenen Vermögenswerts ebenfalls dort erfasst.

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Als solche bezeichnet man Immobilien, die zur Erzielung von Mieteinnahmen und/oder zum Zweck der Wertsteigerung gehalten werden. Die als Finanzinvestition gehaltenen Grundstücke und Gebäude werden entsprechend der nach IAS 40 zulässigen Cost Method mit den fortgeschriebenen Anschaffungskosten bewertet und wegen untergeordneter Bedeutung in den Sachanlagen ausgewiesen. Die Ergebnisse daraus werden im sonstigen betrieblichen Ergebnis dargestellt.

Vorräte

Die Bewertung der Vorräte erfolgt zu Anschaffungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips. Abwertungen werden vorgenommen, sofern der Anschaffungswert über dem Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag liegt oder wenn aufgrund eingeschränkter Verwertbarkeit oder langer Lagerzeit eine Wertminderung der Vorräte eingetreten ist.

Als zur Veräußerung gehalten klassifizierte langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen

Langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen werden als zur Veräußerung gehalten klassifiziert, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Diese Bedingung wird nur dann als erfüllt angesehen, wenn die Veräußerung hochwahrscheinlich ist, der Vermögenswert (oder die Veräußerungsgruppe) in seiner (ihrer) Beschaffenheit für einen sofortigen Verkauf verfügbar ist und sich die Geschäftsführung zu einer Veräußerung verpflichtet hat. Weiters muss der Veräußerungsvorgang innerhalb von 12 Monaten abgeschlossen sein.

Langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert sind, werden zu dem niedrigeren Betrag ihres ursprünglichen Buchwerts und des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten bewertet und unter den sonstigen Aktiva ausgewiesen.

Rückstellungen

Rückstellungen werden gebildet, wenn der Konzern eine gegenwärtige Verpflichtung aus einem vergangenen Ereignis hat und es sowohl wahrscheinlich ist, dass er verpflichtet sein wird, diese zu erfüllen, als auch eine verlässliche Schätzung des Betrags möglich ist. Der angesetzte Rückstellungsbetrag ist der am Bilanzstichtag bestmögliche Schätzwert für die Leistung, die unter Berücksichtigung der der Verpflichtung zugrunde liegenden Risiken und Unsicherheiten hinzugeben ist, um die gegenwärtige Verpflichtung zu erfüllen. Risiken und Unsicherheiten sind bei der Schätzung berücksichtigt. Langfristige Rückstellungen sind mit ihrem Barwert angesetzt.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Sämtliche leistungsorientierten Sozialkapitalrückstellungen (Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungsverpflichtungen und Jubiläumsgelder) werden gemäß IAS 19 – Employee Benefits – nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) ermittelt.

Für die versicherungsmathematische Berechnung der Pensionsverpflichtungen wurden folgende Annahmen getroffen:

in Prozent 2011 2010
Diskontierungszinssatz 4,5 4,25
Pensionswirksame Gehaltssteigerung bei aktiven Dienstnehmern 3,0 2,5
Individueller Karrieretrend bei aktiven Dienstnehmern 2,5
Erwartete Pensionserhöhung 2,0 2,0
Erwartete Rendite aus Planvermögen 4,5 4,25

Die Berechnungen basieren auf einem kalkulatorischen Pensionsantrittsalter von 65 Jahren für Männer und 62 Jahren für Frauen unter Beachtung der gesetzlichen Übergangsbestimmungen sowie einzelvertraglicher Besonderheiten.

Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen werden in der Erfolgsrechnung verbucht. Das Wahlrecht gemäß IAS 19.92 (Korridormethode) wird nicht ausgeübt.

Für die versicherungsmathematische Berechnung der Abfertigungsverpflichtungen und Jubiläumsgelder wurden folgende Annahmen getroffen:

in Prozent 2011 2010
Diskontierungszinssatz 4,5 4,25
Durchschnittliche Gehaltssteigerung 3,0 2,5
Individueller Karrieretrend 2,5

Als biometrische Rechnungsgrundlagen werden für alle Sozialkapitalrückstellungen der österreichischen Konzerneinheiten die AVÖ 2008-P-Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler in der Ausprägung für Angestellte herangezogen. In anderen Ländern werden vergleichbare aktuarische Berechnungsgrundlagen verwendet.

Beitragsorientierte Pensionsvorsorge

Im Rahmen beitragsorientierter Vorsorgepläne entrichtet das Unternehmen festgelegte Beiträge an eine Pensionskasse. Die Zahlungen werden in der Erfolgsrechnung als Personalaufwand erfasst.

Mitarbeitervergütungspläne

Variable Vergütung – spezielle Vergütungsgrundsätze

In der RBI wird die variable Vergütung anhand von Bonus-Pools auf Bank- bzw. Profitcenter-Ebene gesteuert. Jedes variable Entlohnungssystem hat eine festgelegte Mindest- sowie Maximalzielerreichung und legt somit Maximalauszahlungswerte fest. Für das Geschäftsjahr 2010 wurden die Bonus-Pools anhand der Kennzahlen Jahresüberschuss nach Steuern, Cost/Income-Ratio und Return on Risk Adjusted Capital (RORAC) jeweils im Vergleich der Budget- mit den Jahresendzahlen bemessen. Der Bonus aller Vorstandsmitglieder verbundener Kreditinstitute in CEE wurde bereits für 2010 in Form einer zurückgestellten Auszahlung behandelt, bei der 30 Prozent des Jahresbonus über 3 Jahre zurückgestellt werden. Die Auszahlung Anfang des Jahres 2014 ist von der durchschnittlichen Jahreszielerreichung (Vergleich der Budget- mit den Jahresendzahlen) der Kennzahlen Jahresüberschuss nach Steuern und RORAC der jeweiligen Konzerneinheit abhängig.

Ab dem Geschäftsjahr 2011 werden die im allgemeiner HR Teil dargestellten allgemeinen und die folgenden speziellen Grundsätze für die Zuteilung, den Anspruchserwerb und die Auszahlung variabler Vergütungen (einschließlich der Auszahlung eines zurückgestellten Teils eines Bonus) für die Vorstandsmitglieder der RBI AG und bestimmter Konzerneinheiten sowie für bestimmte Funktionsträger ("Risikopersonal") angewendet:

  • 60 Prozent des jährlichen Bonus werden zu 50 Prozent sofort in bar ausbezahlt (Up-Front) und zu 50 Prozent im Weg eines Aktien-Phantom-Plans berücksichtigt, der die Zahlung nach einer Behaltefrist (Retention Period) von einem Jahr vorsieht. Eine Ausnahme bilden die Banken in Bulgarien mit 40 Prozent Up-Front-Anteil und einer Behaltefrist von zwei Jahren sowie jene in der Tschechischen Republik mit einer Behaltefrist von 1,5 Jahren.
  • 40 Prozent des jährlichen Bonus werden über einen Zeitraum von drei (in Österreich fünf) Jahren (Deferral) zurückgestellt (Rückstellungsperiode). Die Auszahlung erfolgt auf proportionaler Basis, 50 Prozent in bar und 50 Prozent im Weg des Aktien-Phantom-Plans.

Die Zuteilung, der Anspruchserwerb und die Auszahlung variabler Vergütungen (einschließlich der Auszahlung eines zurückgestellten Teils eines Bonus) sind abhängig von:

  • der Erwirtschaftung eines Nettogewinns,
  • der Erreichung der jeweils gesetzlich geforderten harten Kernkapitalquote des RBI-Konzerns,
  • in den Konzerneinheiten auf lokaler Ebene zusätzlich von der Erreichung der jeweils gesetzlich geforderten lokalen "Core Tier 1 Ratio ohne Buffer" und
  • der Performance des Geschäftsbereichs und der betroffenen Person.

Der Verpflichtung aus Z 11 der Anlage zu § 39b BWG, nach der ein Anteil von zumindest 50 Prozent der variablen Vergütung von Risikopersonal in Form von Aktien oder gleichwertigen unbaren Zahlungsinstrumenten auszugeben ist, kommt die RBI Gruppe in Form eines Aktien-Phantom-Plans nach: Jeweils 50 Prozent der "Upfront"- und "Deferred"-Bonusteile werden durch den durchschnittlichen Schlusskurs der RBI-Aktie an den Handelstagen der Wiener Börse jenes Leistungsjahres, das als Basis zur Berechnung des Bonus dient, dividiert. Damit wird eine bestimme Stückanzahl an Phantom-Aktien festgelegt und für die gesamte Laufzeit der Rückstellungsperiode fixiert. Nach Ablauf der jeweiligen Behaltefrist wird die festgelegte Anzahl an Phantom-Aktien mit dem wie oben beschrieben ermittelten RBI-Aktienkurs des vorangegangenen Geschäftsjahres multipliziert. Der daraus resultierende Barbetrag wird mit dem nächstmöglichen Monatsgehalt zur Auszahlung gebracht.

Diese Reglungen gelten, solange und sofern nicht lokal anzuwendende Rechtsvorschriften anderes vorschreiben.

Weitere Erläuterungen zu den Mitarbeitervergütungsplänen sind im Lagebericht dargestellt.

Aktienbasierte Vergütung

In der RBI AG hat der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats ein Share Incentive Program (SIP) beschlossen, das eine performanceabhängige bedingte Zuteilung von Aktien der Gesellschaft an berechtigte Mitarbeiter im In- und Ausland innerhalb einer vorgegebenen Frist anbietet. Teilnahmeberechtigt sind die bisherigen Vorstandsmitglieder und ausgewählte Führungskräfte der RBI AG sowie Vorstandsmitglieder mit ihr verbundener Bank-Tochterunternehmen und anderer verbundener Unternehmen.

Die Anzahl der Stammaktien der RBI AG, die letztlich übertragen werden, hängt vom Erreichen zweier Performance-Kriterien ab: vom vorgegebenen Return on Equity (ROE) und von der Wertentwicklung der Aktie der RBI AG im Vergleich zum Total Shareholder Return der Aktien der Unternehmen im DJ EURO STOXX Banks-Index nach Ablauf einer dreijährigen Halteperiode. Des Weiteren muss ein aktives Dienstverhältnis zur RBI bestehen. Die Teilnahme am SIP ist freiwillig.

Sämtliche mit dem Share Incentive Program im Zusammenhang stehenden Aufwendungen werden gemäß IFRS 2 (Share-Based Payment) im Personalaufwand erfasst und gegen das Eigenkapital verrechnet.

Nachrangkapital

Im Bilanzposten "Nachrangkapital" werden Nachrangkapital und Ergänzungskapital ausgewiesen. Verbriefte und unverbriefte Vermögenswerte sind nachrangig, wenn die Forderungen im Fall der Liquidation oder des Konkurses erst nach den Forderungen der anderen, nicht nachrangigen Gläubiger befriedigt werden können. Als Ergänzungskapital bezeichnet man eingezahlte Eigenmittel, die einem Kreditinstitut für zumindest 8 Jahre von Dritten zur Verfügung gestellt werden, für die Zinsen ausbezahlt werden dürfen, soweit sie im Jahresüberschuss gedeckt sind, und die im Fall der Insolvenz des Kreditinstituts auch erst nach Befriedigung der übrigen Gläubiger zurückgezahlt werden.

Zinsüberschuss

Zinsen und ähnliche Erträge umfassen vor allem Zinserträge aus Forderungen an Kreditinstitute und Kunden sowie aus festverzinslichen Wertpapieren. Weiters werden laufende Erträge aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren (im Wesentlichen Dividenden), Beteiligungserträge und Ergebnisse aus at-equity-Bewertungen sowie Erträge mit zinsähnlichem Charakter im Zinsüberschuss ausgewiesen. Dividendenerträge werden erfasst, wenn der Rechtsanspruch des Anteilseigners auf Zahlung entstanden ist. Zinsen und zinsähnliche Aufwendungen umfassen vor allem Zinsaufwendungen für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden sowie für verbriefte Verbindlichkeiten und Nachrangkapital. Zinserträge und Zinsaufwendungen werden periodengerecht abgegrenzt.

Provisionsüberschuss

Im Wesentlichen werden im Provisionsüberschuss Erträge und Aufwendungen für Dienstleistungen aus dem Zahlungsverkehr sowie dem Devisen- und dem Kreditgeschäft erfasst. Die Erträge und Aufwendungen werden periodengerecht abgegrenzt.

Handelsergebnis

Das Handelsergebnis umfasst die Händlermarge aus dem Devisengeschäft, das Ergebnis aus der Fremdwährungsbewertung sowie alle realisierten und unrealisierten Gewinne und Verluste aus den zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten. Weiters sind hier sämtliche aus Handelsaktivitäten resultierenden Zins- und Dividendenerträge sowie die auf den Handelsbestand entfallenden Refinanzierungskosten enthalten.

Verwaltungsaufwendungen

In den Verwaltungsaufwendungen werden der Personalaufwand, der Sachaufwand sowie Wertminderungen auf Sachanlagen und auf immaterielle Vermögenswerte ausgewiesen.

Ertragsteuern

Der laufende Steueraufwand wird auf Basis des zu versteuernden Einkommens für das laufende Jahr ermittelt. Das zu versteuernde Einkommen unterscheidet sich vom Jahresüberschuss aus der Konzern-Gesamtergebnisrechnung aufgrund von Aufwendungen und Erträgen, die in späteren Jahren oder niemals steuerbar bzw. steuerlich abzugsfähig sein werden. Die Verbindlichkeit des Konzerns für die laufenden Steuern wird auf Grundlage der geltenden bzw. aus Sicht des Abschlussstichtags in Kürze geltenden Steuersätze berechnet.

Die Berechnung und Bilanzierung von latenten Steuern erfolgt in Übereinstimmung mit IAS 12 nach der bilanzorientierten Verbindlichkeitenmethode. Auf alle temporären Differenzen, die aus dem Vergleich zwischen Konzernbuchwerten und steuerlichen Buchwerten resultieren und sich in den Folgeperioden wieder ausgleichen, werden latente Steuern unter Zugrundelegung der landesspezifischen Steuersätze berechnet. Für Verlustvorträge werden aktive latente Steuern angesetzt, wenn es wahrscheinlich ist, dass in Zukunft in derselben Gesellschaft steuerbare Gewinne in entsprechender Höhe erzielt werden. Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird jedes Jahr am Abschlussstichtag geprüft und herabgesetzt, falls es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass genügend zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung stehen wird, um den Anspruch vollständig oder teilweise zu realisieren. Eine Aufrechnung von latenten Steueransprüchen mit latenten Steuerverpflichtungen wird je Tochterunternehmen vorgenommen. Ertragsteueransprüche bzw. -verpflichtungen werden in den Bilanzposten "Sonstige Aktiva" bzw. "Rückstellungen für Steuern" gesondert ausgewiesen.

Laufende oder latente Steuern werden im Gewinn oder Verlust erfasst, es sei denn, dass sie im Zusammenhang mit Posten stehen, die im sonstigen Ergebnis erfasst werden. In diesem Fall ist die laufende und latente Steuer ebenfalls im sonstigen Ergebnis zu erfassen.

Sonstiges Ergebnis

Im sonstigen Ergebnis sind alle nach den Rechnungslegungsstandards direkt im Eigenkapital zu erfassenden Erträge und Aufwendungen enthalten. Dies betrifft die Währungsdifferenzen aus der Umrechnung des in Fremdwährung gehaltenen Eigenkapitals, Veränderungen der Absicherung von Nettoinvestitionen in ausländische Teileinheiten (Capital Hedge), den effektiven Teil des Cash-Flow Hedge, die Bewertungsänderungen aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten (AfS) sowie die drauf entfallenden latenten Ertragsteuern.

Treuhandgeschäfte

Geschäfte, die eine Verwaltung oder Platzierung von Vermögenswerten für fremde Rechnung zur Basis haben, werden in der Bilanz nicht ausgewiesen. Provisionszahlungen aus diesen Geschäften werden im Provisionsüberschuss gezeigt.

Finanzgarantien

Gemäß IAS 39 handelt es sich bei einer Finanzgarantie um einen Vertrag, der den Garantiegeber zur Leistung bestimmter Zahlungen verpflichtet. Diese Zahlung entschädigt den Garantienehmer für einen Verlust, der ihm durch die nicht fristgemäße Erfüllung von Zahlungsverpflichtungen eines Schuldners gemäß den geltenden Bedingungen eines Schuldinstruments entsteht. Die Bewertung einer Finanzgarantie, die erstmals zum Erfassungszeitpunkt vorgenommen wird, ist bei Vertragsabschluss unter marktgerechten Bedingungen ident mit der Prämie. Im Rahmen von Folgebewertungen ist die Verbindlichkeit gemäß IAS 37 als Rückstellung darzustellen.

Eventualverbindlichkeiten und andere außerbilanzielle Verpflichtungen

In diesem Posten werden im Wesentlichen Eventualverbindlichkeiten aus Bürgschaften, Avalkrediten und Akkreditiven sowie Kreditzusagen zum Nominalwert erfasst. Als Bürgschaften sind Sachverhalte auszuweisen, bei denen die meldende Gesellschaft als Bürge gegenüber dem Gläubiger eines Dritten für die Erfüllung der Verbindlichkeit des Dritten einsteht. Als unwiderrufliche Kreditzusagen sind Verpflichtungen auszuweisen, aus denen ein Kreditrisiko entstehen kann. Dazu gehören Verpflichtungen, Darlehen zu gewähren, Wertpapiere zu kaufen oder Garantien und Akzepte bereitzustellen. Die Risikovorsorge für Eventualverbindlichkeiten und unwiderrufliche Kreditzusagen wird als Rückstellung für Risiken aus dem Kreditgeschäft gezeigt.

Eigene Aktien

Die zum Bilanzstichtag im Bestand befindlichen eigenen Aktien der RBI AG werden direkt vom Eigenkapital abgesetzt. Aus eigenen Aktien resultierende Gewinne oder Verluste werden ergebnisneutral verrechnet.

Angaben zur Kapitalflussrechnung

In der Kapitalflussrechnung wird die Veränderung des Zahlungsmittelbestands im Konzern durch die Zahlungsströme aus operativer Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit dargestellt. Die Zahlungsströme der Investitionstätigkeit umfassen vor allem Erlöse aus der Veräußerung bzw. Zahlungen für den Erwerb von Finanzanlagen und Sachanlagen. Die Finanzierungstätigkeit bildet sämtliche Zahlungsströme aus Transaktionen mit Eigenkapital sowie mit Nachrangkapital und Partizipationskapital ab. Alle übrigen Zahlungsströme werden – internationalen Usancen für Kreditinstitute entsprechend – der operativen Geschäftstätigkeit zugeordnet.

Angaben zur Segmentberichterstattung

Erläuterungen zur Segmentberichterstattung sind im Kapitel Segmentberichterstattung dargestellt.

Angaben zu Art und Ausmaß von Risiken

Neben den Informationen zu Risiken aus Finanzinstrumenten in den einzelnen Anhangangaben enthält insbesondere das Kapitel Risikobericht ausführliche Darstellungen zu den Themen Kreditrisiko, Länderrisiko, Konzentrationsrisiko, Marktrisiko und Liquiditätsrisiko.

Kapitalmanagement

Angaben zum Kapitalmanagement sowie zu den aufsichtsrechtlichen Eigenmitteln und Risikoaktiva sind im Anhang unter Punkt (53) Kapitalmanagement und Eigenmittel nach BWG dargestellt.

Erläuterungen zur Erfolgsrechnung

(1) Erfolgsrechnung nach Bewertungskategorien

In der nachfolgenden Tabelle ist die Erfolgsrechnung gemäß den in IAS 39 definierten Bewertungskategorien aufgeführt:

in € Tausend 2011 2010
Gewinne (Verluste) aus finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten
des Handelsbestands
778.573 304.784
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten
378.787 364.155
Zinsertrag 330.247 252.385
Gewinne (Verluste) aus zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen
Vermögenswerten und Verbindlichkeiten (netto)
48.540 111.770
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte - 49.875 20.638
Zinsertrag 48.439 9.666
Realisierte Gewinne (Verluste) aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen
Vermögenswerten (netto)
13.752 15.728
Verluste aus der Wertminderung von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen
Vermögenswerten
- 112.066 - 4.756
Kredite und Forderungen 4.430.597 4.134.392
Zinsertrag 5.494.091 5.342.692
Realisierte Gewinne (Verluste) aus nicht zum Zeitwert bewerteten finanziellen
Vermögenswerten (netto)
8.147 2.879
Verluste aus der Wertminderung von nicht zum Zeitwert bewerteten finanziellen
Vermögenswerten
- 1.071.641 - 1.211.179
Bis zur Endfälligkeit zu haltende finanzielle Vermögenswerte 534.990 452.050
Zinsertrag 442.795 445.896
Realisierte Gewinne (Verluste) aus nicht zum Zeitwert bewerteten finanziellen
Vermögenswerten (netto)
94.364 5.010
Verluste aus der Wertminderung von nicht zum Zeitwert bewerteten finanziellen
Vermögenswerten
- 2.169 1.144
Finanzielle Verbindlichkeiten - 2.937.351 - 2.784.131
Zinsaufwendungen - 2.937.351 - 2.784.131
Derivate für Sicherungsmaßnahmen 23.729 - 10.324
Nettozinsertrag - 6.104 - 9.718
Positive (negative) Zeitwertanpassungen bei der Bilanzierung von
Sicherungsmaßnahmen (netto)
29.834 - 606
Erfolgsbeiträge aus Währungsumrechnung (netto) 79.072 283.481
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen - 1.865.166 - 1.477.723
Jahresüberschuss vor Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen 1.373.355 1.287.322

(2) Zinsüberschuss

Im Zinsüberschuss sind Zinserträge und -aufwendungen aus Posten des Bankgeschäfts, Dividendenerträge sowie Gebühren und Provisionen mit Zinscharakter enthalten.

in € Tausend 2011 2010
Zinsen und zinsähnliche Erträge gesamt 6.614.417 6.364.799
Zinserträge 6.529.231 6.334.282
aus Guthaben bei Zentralbanken 61.796 84.969
aus Forderungen an Kreditinstitute 441.781 447.943
aus Forderungen an Kunden 4.743.939 4.571.885
aus Wertpapieren 770.497 696.577
aus Leasingforderungen 222.377 221.448
aus derivativen Finanzinstrumenten (Non-Trading), netto 288.841 311.460
Laufende Erträge 50.983 11.369
aus Aktien und nicht festverzinslichen Wertpapieren 2.544 1.703
aus Anteilen an verbundenen Unternehmen 44.853 5.474
aus sonstigen Beteiligungen 3.586 4.192
Zinsähnliche Erträge 34.203 19.148
Laufendes Ergebnis at-equity bewerteter Unternehmen 89 200
Zinsen und zinsähnliche Aufwendungen gesamt - 2.947.356 - 2.786.831
Zinsaufwendungen - 2.905.336 - 2.740.480
für Verbindlichkeiten gegenüber Zentralbanken - 10.004 - 2.700
für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - 649.222 - 678.759
für Verbindlichkeiten gegenüber Kunden - 1.410.681 - 1.251.006
für verbriefte Verbindlichkeiten - 616.433 - 610.492
für Nachrangkapital - 218.995 - 197.523
Zinsähnliche Aufwendungen - 42.020 - 46.351
Zinsüberschuss 3.667.150 3.578.168

Die Zinsspanne – bezogen auf die jeweiligen Durchschnitte der angegebenen Basis – hat sich wie folgt entwickelt:

in Prozent 2011 2010
Zinsspanne (Bilanzsumme) 2,61 2,51
Zinsspanne (Risikoaktiva Kreditrisiko) 4,77 4,97

Die Zinserträge beinhalten Zinserträge (Unwinding) von wertberichtigten Forderungen an Kunden und Kreditinstitute in Höhe von € 204.960 Tausend (2010: € 234.803 Tausend). Zinserträge von wertberichtigten Forderungen an Kunden und Kreditinstitute werden anhand des Zinsatzes erfasst, der zur Abzinsung der künftigen Cash-Flows bei der Bestimmung des Wertminderungsaufwands verwendet wurde.

(3) Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen

Die Kreditrisikovorsorgen für bilanzielle und außerbilanzielle Geschäfte setzen sich wie folgt zusammen:

in € Tausend 2011 2010
Einzelwertberichtigungen - 1.176.630 - 1.196.101
Zuführung zu Risikovorsorgen - 1.678.462 - 1.681.809
Auflösung von Risikovorsorgen 558.700 530.848
Direktabschreibungen - 132.780 - 90.047
Eingänge auf abgeschriebene Forderungen 75.912 44.907
Portfolio-Wertberichtigungen 104.932 - 862
Zuführung zu Risikovorsorgen - 280.577 - 390.664
Auflösung von Risikovorsorgen 385.510 389.802
Erlöse aus der Beendigung oder dem Verkauf von Krediten 8.147 2.879
Gesamt - 1.063.551 - 1.194.084

Detailangaben über die Risikovorsorgen sind unter Punkt (17) Kreditrisikovorsorgen dargestellt.

Kennzahl 2011 2010
Neubildungsquote (Ø Risikoaktiva, Kreditrisiko) 1,38 % 1,66 %
Neubildungsquote (Gesamtes Kreditobligo) 0,57 % 0,71 %
Ausfallquote 0,38 % 0,41 %
Bestandsquote 2,80 % 2,90 %

(4) Provisionsüberschuss

in € Tausend 2011 2010
Zahlungsverkehr 611.021 599.023
Kredit- und Garantiegeschäft 280.453 281.567
Wertpapiergeschäft 118.790 134.553
Devisen-, Valuten- und Edelmetallgeschäft 329.765 329.909
Verwaltung von Investment- und Pensionsfonds 26.550 26.337
Verkauf von Eigen- und Fremdprodukten 41.323 47.176
Kreditderivatgeschäft 1.462 2.804
Sonstige Bankdienstleistungen 80.563 69.423
Gesamt 1.489.927 1.490.792

(5) Handelsergebnis

Im Handelsergebnis werden Zins- und Dividendenerträge, Refinanzierungskosten, Provisionen sowie Wertänderungen aus Handelsbeständen ausgewiesen.

in € Tausend 2011 2010
Zinsbezogenes Geschäft 170.643 211.076
Währungsbezogenes Geschäft 107.334 121.171
Aktien-/indexbezogenes Geschäft 4.583 9.570
Kreditderivatgeschäft 2.132 - 700
Sonstiges Geschäft 78.569 - 12.996
Gesamt 363.261 328.121

Im Jahr 2011 wurden Änderungen am Modell zur Bewertung der gegebenen Kapitalgarantien vorgenommen, um es an die geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen anzupassen. Dies ergab eine Auswirkung auf das Ergebnis in Höhe von € 81.224 Tausend im sonstigen Geschäft. Der Effekt auf die Vorjahreszahlen kann nicht quantifiziert werden.

Im währungsbezogenen Geschäft ist der Effekt aus der Anwendung der Hochinflation in Belarus in Höhe von minus € 84.345 Tausend enthalten.

(6) Ergebnis aus Derivaten und designierten Verbindlichkeiten

in € Tausend 2011 2010
Ergebnis aus dem Hedge Accounting 3.373 - 605
Ergebnis aus Kreditderivaten 31.669 2.348
Ergebnis aus sonstigen Derivaten 194.231 - 63.384
Ergebnis aus erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Verbindlichkeiten 183.555 - 22.544
Gesamt 412.828 - 84.185

Das Ergebnis aus dem Hedge Accounting beinhaltet zum einen das positive Bewertungsergebnis von Derivaten in Fair Value Hedges in Höhe von € 87.529 Tausend (2010: minus € 15.312 Tausend) und zum anderen die Bewertungsänderung der durch Fair Value Hedges gesicherten Grundgeschäfte in Höhe von minus € 84.156 Tausend (2010: plus € 14.707 Tausend).

Das Ergebnis aus sonstigen Derivaten beinhaltet die Bewertungsergebnisse für jene Derivate, die zur Absicherung gegen Marktrisiken (ausgenommen Handelsaktiva/-passiva) abgeschlossen und dabei aber gegen ein inhomogenes Portfolio gestellt werden, sodass sie nicht die Bedingungen für Hedge Accounting gemäß IAS 39 erfüllen.

Im Ergebnis aus erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Verbindlichkeiten ist aus der Veränderung des eigenen Kreditrisikos ein Gewinn in Höhe von € 248.491 Tausend (2010: € 33.000) und ein negativer Effekt aus Marktzinsänderungen enthalten.

(7) Ergebnis aus Finanzinvestitionen

Im Ergebnis aus Finanzinvestitionen sind Bewertungs- und Veräußerungsergebnisse aus Wertpapieren des Finanzanlagebestands (Held-to-Maturity), aus erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Wertpapieren sowie aus Unternehmensanteilen enthalten. Darunter befinden sich Anteile an verbundenen Unternehmen, at-equity bewerteten Unternehmen und sonstigen Unternehmen.

in € Tausend 2011 2010
Ergebnis aus Wertpapieren Held-to-Maturity 92.195 6.153
Bewertungsergebnis aus Wertpapieren Held-to-Maturity - 2.169 1.143
Veräußerungsergebnis aus Wertpapieren Held-to-Maturity 94.364 5.010
Ergebnis aus Unternehmensanteilen - 97.844 11.024
Bewertungsergebnis aus Unternehmensanteilen - 111.595 - 4.704
Veräußerungsergebnis aus Unternehmensanteilen 13.752 15.728
Ergebnis aus erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten
Wertpapieren - 135.430 120.046
Bewertungsergebnis aus Wertpapieren - 124.630 57.869
Veräußerungsergebnis aus Wertpapieren - 10.800 62.177
Gesamt - 141.077 137.223

2011 erfolgte unter Inanspruchnahme einer Ausnahmeregelung in IAS 39 AG22e aufgrund der wesentlichen Erhöhung der von der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) geforderten regulatorischen Eigenmittelausstattung ein Verkauf von Teilen des Heldto-Maturity-Portfolios im Nominale von € 2.551.102 Tausend, ohne unter die Strafbestimmungen der vorzeitigen Veräußerung von Wertpapieren des Held-to-Maturity-Bestands zu fallen. Daraus wurde ein Veräußerungsergebnis von € 94.364 Tausend realisiert. Aufgrund dieser Anforderung der EBA muss die RZB-Kreditinstitutsgruppe am 30. Juni 2012 eine Core-Tier-1- Kapitalquote von 9 Prozent erreichen.

(8) Verwaltungsaufwendungen

Die Verwaltungsaufwendungen im Konzern setzen sich aus Personalaufwand, Sachaufwand sowie Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte zusammen und stellen sich wie folgt dar:

in € Tausend 2011 2010
Personalaufwand - 1.539.615 - 1.452.948
Löhne und Gehälter - 1.192.361 - 1.115.001
Soziale Abgaben - 281.294 - 265.055
Freiwilliger Sozialaufwand - 42.928 - 40.656
Aufwendungen für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder - 15.822 - 26.761
Aufwendungen für das Share Incentive Program (SIP) - 7.210 - 5.475
Sachaufwand - 1.209.106 - 1.186.515
Raumaufwand - 331.113 - 332.055
IT-Aufwand - 222.533 - 202.026
Kommunikationsaufwand - 92.992 - 94.886
Rechts- und Beratungsaufwand - 118.699 - 117.535
Werbe- und Repräsentationsaufwand - 112.967 - 109.662
Einlagensicherung - 84.994 - 73.422
Büroaufwand - 31.668 - 32.605
Kfz-Aufwand - 20.848 - 20.724
Sicherheitsaufwand - 50.530 - 45.382
Reiseaufwand - 25.200 - 25.080
Ausbildungsaufwand - 18.803 - 17.915
Sonstiger Sachaufwand - 98.760 - 115.223
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte - 371.718 - 340.282
Sachanlagen - 194.297 - 180.354
Immaterielle Vermögenswerte - 142.934 - 128.093
Vermietete Leasinganlagen - 34.488 - 31.835
Gesamt - 3.120.440 - 2.979.745

Die im Rechts- und Beratungsaufwand enthaltenen Honorare für die Wirtschaftsprüfer der Konzerngesellschaften teilen sich in Aufwendungen für die Wirtschaftsprüfung in Höhe von € 8.018 Tausend (2010: € 7.345 Tausend) sowie in Aufwendungen für die Steuerberatung und zusätzliche Beratungsleistungen in Höhe von € 5.035 Tausend (2010: € 2.977 Tausend) auf. Davon entfielen auf den Konzernabschlussprüfer für die Abschlussprüfungen € 2.312 Tausend (2010: € 1.651 Tausend) und für andere Beratungsleistungen € 346 Tausend (2010: € 670 Tausend).

Die Abschreibungen für die im Zuge von Erstkonsolidierungen aktivierten immateriellen Vermögenswerte beliefen sich auf € 5.854 Tausend (2010: € 5.994 Tausend). Diese betreffen die planmäßigen Abschreibungen des Kundenstocks.

Die Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte enthalten Wertminderungen von € 20.040 Tausend (2010: € 5.332 Tausend).

(9) Sonstiges betriebliches Ergebnis

Im sonstigen betrieblichen Ergebnis sind u. a. die Umsätze und Aufwendungen aus bankfremden Tätigkeiten, die Erträge bzw. Aufwendungen aus dem Abgang von sowie die Erträge aus Zuschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte enthalten.

in € Tausend 2011 2010
Nettoergebnis aus bankfremden Tätigkeiten 30.730 35.232
Umsatzerlöse aus bankfremden Tätigkeiten 715.015 834.260
Aufwendungen aus bankfremden Tätigkeiten - 684.285 - 799.028
Nettoergebnis aus der Vermittlung von Dienstleitungen - 6.438 - 2.607
Ergebnis aus der Vermittlung von Dienstleistungen 82.958 91.823
Aufwendungen aus der Vermittlung von Dienstleistungen - 89.396 - 94.430
Ergebnis aus Operating Leasing (Kfz und Mobilien) 38.086 36.468
Ergebnis aus Investment Property inkl. Operating-Leasing (Immobilien) 21.037 12.616
Ergebnis aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten - 9.421 - 9.233
Sonstige Steuern - 130.883 - 73.810
davon Bankensonderabgaben - 93.429 - 41.439
Firmenwertabschreibungen - 187.318 0
Erträge aus der Vereinnahmung passiver Unterschiedsbeträge 299 0
Ergebnis aus der Dotierung und Auflösung sonstiger Rückstellungen - 11.558 - 27.208
Sonstige betriebliche Erträge 69.628 77.174
Sonstige betriebliche Aufwendungen - 46.329 - 42.335
Gesamt - 232.167 6.297

Das sonstige betriebliche Ergebnis beinhaltet Firmenwertabschreibungen in Höhe von € 187.318 Tausend aus der Ukraine, Ungarn und Slowenien.

(10) Ergebnis aus Endkonsolidierungen

Im Berichtsjahr schieden aufgrund von Wesentlichkeit vier Tochterunternehmen aus dem Konsolidierungskreis aus. Des Weiteren wurde ein Tochterunternehmen aufgrund von Stilllegung endkonsolidiert. Das Ergebnis aus diesen Endkonsolidierungen belief sich auf € minus 2.575 Tausend (2010: € 4.734 Tausend).

(11) Steuern vom Einkommen und Ertrag

Die Ertragsteueraufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

in € Tausend 2011 2010
Laufende Steuern vom Einkommen und Ertrag - 340.730 - 357.066
Inland - 24.519 - 41.338
Ausland - 316.211 - 315.728
Latente Steuern - 58.512 246.905
Gesamt - 399.243 - 110.161

Die RBI AG und acht ihrer inländischen Tochterunternehmen sind Mitglied einer steuerlichen Gruppe, als deren Gruppenträger die Raiffeisen Zentralbank Österreich Aktiengesellschaft fungiert.

Die nachfolgende Überleitungsrechnung zeigt den Zusammenhang zwischen Jahresüberschuss und effektiver Steuerbelastung:

in € Tausend 2011 2010
Jahresüberschuss vor Steuern 1.373.355 1.287.322
Rechnerischer Ertragsteueraufwand im Geschäftsjahr zum inländischen
Ertragsteuersatz von 25 Prozent - 343.339 - 321.830
Auswirkungen abweichender ausländischer Steuersätze 92.334 60.901
Steuerminderung aufgrund von steuerbefreiten Beteiligungs- und steuerbefreiten sonstigen
Erträgen 156.585 102.649
Steuermehrungen aufgrund von nicht abzugsfähigen Aufwendungen - 132.282 - 55.781
Sonstige Veränderungen - 172.540 103.900
Effektive Steuerbelastung - 399.243 - 110.161
Steuerquote in Prozent 29,1 8,6

In den sonstigen Veränderungen sind im Wesentlichen aktive latente Steuern auf Verlustvorträge und nachträgliche Steuerzahlungen enthalten.

(12) Gewinn je Aktie

in € Tausend 2011 2010
Konzern-Jahresüberschuss 967.663 1.087.475
Abzüglich Dividende Partizipationskapital - 200.000 - 200.000
Adaptierter Konzern-Jahresüberschuss 767.663 887.475
Durchschnittliche Anzahl im Umlauf befindlicher Stammaktien in Tausend 194.552 194.530
Gewinn je Aktie in € 3,95 4,56

Es waren keine Wandel- oder Optionsrechte im Umlauf, eine Verwässerung des Gewinns je Aktie fand daher nicht statt. Die im Zuge der Verschmelzung der Hauptgeschäftsfelder der RZB mit Raiffeisen International im Jahr 2010 erfolgte Kapitalerhöhung durch Ausgabe von 40.837.624 Stückaktien wurde bei der Berechnung der durchschnittlichen Anzahl der im Umlauf befindlichen Stammaktien retrospektiv berücksichtigt.

Erläuterungen zur Bilanz

(13) Bilanz nach Bewertungskategorien

In der nachfolgenden Tabelle sind die Buchwerte der nach IAS 39 definierten Bewertungskategorien aufgeführt:

Aktiva nach Bewertungskategorien
in € Tausend
2011 2010
Handelsaktiva 11.595.130 8.631.020
Positive Marktwerte derivativer Finanzinstrumente 8.271.215 4.187.176
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 209.935 430.428
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 3.107.108 4.013.416
Tag-/Festgelder des Handelsbestands 6.872 0
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle
Vermögenswerte
7.359.794 8.070.267
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 254.094 279.787
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 7.105.700 7.790.480
Anteile an at-equity bewerteten Unternehmen 5.017 4.961
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 3.866.077 393.620
Anteile an sonstigen verbundenen Unternehmen 291.473 233.011
Sonstige Beteiligungen 152.535 160.609
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 3.422.069 0
Kredite und Forderungen 115.807.124 99.267.608
Forderungen an Kreditinstitute 37.148.037 26.338.989
Forderungen an Kunden 81.538.596 75.617.601
Sonstige nicht derivative finanzielle Vermögenswerte 2.173.703 2.066.890
Kreditrisikovorsorgen - 5.053.212 - 4.755.872
Bis zur Endfälligkeit zu haltende finanzielle Vermögenswerte 5.348.485 11.206.783
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 5.309.092 11.167.015
Angekaufte Forderungen 39.393 39.768
Derivate für Sicherungsmaßnahmen 426.350 925.409
Positive Marktwerte derivativer Sicherungsinstrumente 426.350 925.409
Sonstige Aktiva 2.577.025 2.673.446
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 2.577.025 2.673.446
Aktiva gesamt 146.985.003 131.173.114
Passiva nach Bewertungskategorien
in € Tausend
2011 2010
Handelspassiva 10.463.944 6.528.355
Negative Marktwerte sonstiger derivativer Finanzinstrumente 9.154.948 5.317.680
Leerverkauf von Handelsaktiva 565.628 425.730
Emittierte Zertifikate 743.369 784.945
Finanzielle Verbindlichkeiten 121.425.703 110.534.766
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 37.991.809 33.659.182
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 66.747.234 57.633.113
Verbriefte Verbindlichkeiten 11.020.903 13.997.986
Nachrangkapital 4.150.733 4.001.098
Sonstige nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten 1.515.024 1.243.387
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle
Verbindlichkeiten 3.345.911 2.557.396
Verbriefte Verbindlichkeiten 3.345.911 2.557.396
Derivate für Sicherungsmaßnahmen 42.702 476.763
Negative Marktwerte derivativer Sicherungsinstrumente 42.702 476.763
Rückstellungen 770.957 671.909
Eigenkapital 10.935.786 10.403.925
Passiva gesamt 146.985.003 131.173.114

(14) Barreserve

in € Tausend 2011 2010
Kassenbestand 2.054.026 1.639.507
Guthaben bei Zentralbanken 9.347.721 3.167.384
Gesamt 11.401.747 4.806.891

(15) Forderungen an Kreditinstitute

in € Tausend 2011 2010
Giro- und Clearinggeschäft 2.482.117 1.516.736
Geldmarktgeschäft 19.177.856 14.789.329
Kredite an Banken 3.079.250 3.766.415
Angekaufte Forderungen 120.374 34.510
Leasingforderungen 414 754
Forderungspapiere 888.032 1.424.662
Gesamt 25.748.044 21.532.406

Von den angekauften Forderungen in Höhe von € 120.374 Tausend sind € 118.620 Tausend der Bewertungskategorie Kredite und Forderungen (2010: € 34.203 Tausend) und € 1.754 Tausend der Bewertungskategorie Held-to-Maturity (2010: € 307 Tausend) zugeordnet.

Die Forderungen an Kreditinstitute stellen sich nach regionalen Aspekten (Sitz des Vertragspartners) wie folgt dar:

in € Tausend 2011 2010
Inland 13.126.727 10.794.273
Ausland 12.621.316 10.738.133
Gesamt 25.748.044 21.532.406

Die Forderungen an Kreditinstitute verteilen sich auf folgende Banksegmente:

in € Tausend 2011 2010
Zentralbanken 1.817.016 1.483.988
Geschäftsbanken 23.925.437 20.038.435
Multilaterale Entwicklungsbanken 5.591 9.983
Gesamt 25.748.044 21.532.406

(16) Forderungen an Kunden

in € Tausend 2011 2010
Kreditgeschäft 53.945.245 48.763.542
Geldmarktgeschäft 4.883.948 5.000.582
Hypothekarforderungen 17.944.342 16.887.910
Angekaufte Forderungen 1.234.357 1.138.650
Leasingforderungen 3.064.394 3.108.925
Forderungspapiere 503.949 757.452
Gesamt 81.576.235 75.657.061

Die angekauften Forderungen der Bewertungskategorie Kredite und Forderungen betragen € 1.196.718 Tausend (2010: € 1.099.190 Tausend). Angekaufte Forderungen in Höhe von € 37.639 Tausend (2010: € 39.460 Tausend) sind der Bewertungskategorie Held-to-Maturity zugeordnet.

Die Forderungen an Kunden verteilen sich auf folgende Asset-Klassen (gemäß Basel-II-Definition):

in € Tausend 2011 2010
Öffentlicher Sektor 1.356.087 1.493.464
Firmenkunden – Große Firmenkunden 55.222.286 49.201.202
Firmenkunden – Mittelgroße Firmenkunden 3.674.424 3.828.783
Retail-Kunden – Privatpersonen 19.004.397 18.548.815
Retail-Kunden – Klein- und Mittelbetriebe 2.291.056 2.441.270
Sonstige 27.986 143.527
Gesamt 81.576.235 75.657.061

Die Forderungen an Kunden stellen sich nach regionalen Aspekten (Sitz des Vertragspartners) wie folgt dar:

in € Tausend 2011 2010
Inland 7.854.741 7.913.930
Ausland 73.721.494 67.743.131
Gesamt 81.576.235 75.657.061

(17) Kreditrisikovorsorgen

Die Kreditrisikovorsorgen werden nach konzerneinheitlichen Standards gebildet und decken alle erkennbaren Bonitätsrisiken ab. Angaben zur Entwicklung der Kreditrisikovorsorgen finden sich im Risikobericht auf Seite 209. Die Kreditrisikovorsorgen werden folgenden Asset-Klassen (gemäß Basel-II-Definition) zugeordnet:

in € Tausend 2011 2010
Kreditinstitute 227.643 255.020
Öffentlicher Sektor 5.912 996
Firmenkunden – Große Firmenkunden 2.619.090 2.431.647
Firmenkunden – Mittelgroße Firmenkunden 427.176 407.459
Retail-Kunden – Privatpersonen 1.524.426 1.417.968
Retail-Kunden – Klein- und Mittelbetriebe 248.965 242.782
Gesamt 5.053.212 4.755.872

Die Forderungen sowie die Wertberichtigungen nach Asset-Klassen gemäß Basel II stellen sich wie folgt dar:

31.12.2011 Fair Value Buchwert Einzelwert
berichtigte
Einzelwert
berichti
Portfolio
Wertberich
Netto
buchwert
in € Tausend Aktiva gungen tigungen
Kreditinstitute 25.499.535 25.748.044 231.069 208.591 19.052 25.520.401
Öffentlicher Sektor 1.263.107 1.356.087 11.277 5.912 0 1.350.175
Firmenkunden – Große
Firmenkunden 51.244.569 55.250.272 4.075.045 2.245.407 373.682 52.631.183
Firmenkunden –
Mittelgroße Firmenkunden 3.277.301 3.674.424 643.956 394.552 32.624 3.247.248
Retail-Kunden –
Privatpersonen 18.080.500 19.004.397 2.306.586 1.281.724 242.701 17.479.972
Retail-Kunden – Klein- und
Mittelbetriebe 2.117.024 2.291.056 333.803 217.414 31.551 2.042.091
Gesamt 101.482.036 107.324.280 7.601.736 4.353.600 699.610 102.271.070
31.12.2010 Fair Value Buchwert Einzelwert
berichtigte
Einzelwert
berichti
Portfolio
Wertberich
Netto
buchwert
in € Tausend Aktiva gungen tigungen
Kreditinstitute 21.270.497 21.532.406 271.087 236.579 18.440 21.277.387
Öffentlicher Sektor 1.404.555 1.493.464 12.489 996 0 1.492.468
Firmenkunden – Große
Firmenkunden 46.229.254 49.344.729 3.597.547 2.025.674 405.973 46.913.082
Firmenkunden –
Mittelgroße Firmenkunden 3.468.804 3.828.783 670.167 375.802 31.657 3.421.324
Retail-Kunden –
Privatpersonen 17.918.352 18.548.815 1.789.377 1.115.494 302.474 17.130.847
Retail-Kunden – Klein- und
Mittelbetriebe 2.379.029 2.441.270 319.913 192.749 50.033 2.198.488
Gesamt 92.670.491 97.189.467 6.660.580 3.947.294 808.577 92.433.596

Wertgeminderte Finanzinstrumente

Die nachfolgende Tabelle zeigt den Buchwert der einzelwertberichtigten Forderungen, die darauf entfallenden Einzelwertberichtigungen und die dem Nettobuchwert gegenüberstehenden Sicherheiten:

31.12.2011 Wertminderungen und Sicherheiten
in € Tausend Einzelwert
berichtigte
Aktiva
Einzelwert
berichtigungen
Einzelwert
berichtigte
Aktiva nach
EWB-Abzug
Sicherheiten für
einzelwert
berichtigte
Aktiva
Zinsen auf
einzelwert
berichtigte
Aktiva
Kreditinstitute 231.069 208.591 22.478 0 1.514
Öffentlicher Sektor 11.277 5.912 5.365 5.224 118
Firmenkunden – Große
Firmenkunden
4.075.045 2.245.407 1.829.638 1.272.792 110.715
Firmenkunden – Mittelgroße
Firmenkunden
643.956 394.552 249.404 221.291 24.752
Retail-Kunden –
Privatpersonen
2.306.586 1.281.724 1.024.862 800.645 58.958
Retail-Kunden – Klein- und
Mittelbetriebe
333.803 217.414 116.389 80.951 8.902
Gesamt 7.601.736 4.353.600 3.248.136 2.380.903 204.960

EWB: Einzelwertberichtigungen

31.12.2010 Wertminderungen und Sicherheiten
in € Tausend Einzelwert
berichtigte
Aktiva
Einzelwert
berichtigungen
Einzelwert
berichtigte
Aktiva nach
EWB-Abzug
Sicherheiten für
einzelwert
berichtigte
Aktiva
Zinsen auf
einzelwert
berichtigte
Aktiva
Kreditinstitute 271.087 236.579 34.508 0 4.623
Öffentlicher Sektor 12.489 996 11.493 32 853
Firmenkunden – Große
Firmenkunden
3.597.547 2.025.675 1.571.872 1.114.480 104.469
Firmenkunden – Mittelgroße
Firmenkunden
670.167 375.802 294.365 288.731 26.233
Retail-Kunden –
Privatpersonen
1.789.377 1.115.494 673.883 638.964 87.960
Retail-Kunden – Klein- und
Mittelbetriebe
319.913 192.749 127.164 95.020 10.664
Gesamt 6.660.580 3.947.295 2.713.285 2.137.228 234.803

EWB: Einzelwertberichtigungen

(18) Handelsaktiva

Die Handelsaktiva umfassen folgende zu Handelszwecken dienende Wertpapiere und derivative Instrumente:

in € Tausend 2011 2010
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 3.107.108 4.013.416
Refinanzierungsfähige Schuldtitel öffentlicher Stellen 889.762 1.083.173
Sonstige Schuldtitel öffentlicher Stellen 430.402 870.387
Anleihen und Schuldverschreibungen sonstiger Emittenten 1.786.944 2.059.856
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 209.935 430.428
Aktien und vergleichbare Wertpapiere 155.296 267.613
Investmentfonds-Anteile 41.818 72.323
Sonstige nicht festverzinsliche Wertpapiere 12.821 90.492
Positive Marktwerte aus derivativen Geschäften 7.292.755 3.624.549
Zinssatzgeschäft 6.391.197 2.818.894
Wechselkursgeschäft 717.528 642.939
Aktien-/indexbezogenes Geschäft 81.985 95.885
Kreditderivatgeschäft 89.123 47.789
Sonstiges Geschäft 12.923 19.042
Tag-/Festgelder des Handelsbestands 6.872 0
Gesamt 10.616.671 8.068.393

Als Sicherheit gestellte Wertpapiere, zu deren Verkauf oder Verpfändung der Empfänger berechtigt ist, werden in den jeweils angeführten Wertpapierkategorien ausgewiesen. Weitere Details sind in Punkt (40) Pensionsgeschäfte dargestellt.

(19) Derivative Finanzinstrumente

in € Tausend 2011 2010
Positive Marktwerte derivativer Sicherungsinstrumente in IAS 39 Fair Value Hedge 426.350 360.827
Zinssatzgeschäft 426.350 360.827
Positive Marktwerte derivativer Sicherungsinstrumente in IAS 39 Cash-Flow Hedge 0 564.583
Zinssatzgeschäft 0 564.583
Positive Marktwerte aus Kreditderivaten 74.723 9.472
Positive Marktwerte sonstiger derivativer Finanzinstrumente 903.736 553.154
Zinssatzgeschäft 724.937 453.263
Wechselkursgeschäft 178.682 98.547
Aktien-/indexbezogenes Geschäft 117 1.344
Gesamt 1.404.809 1.488.036

Soweit die Bedingungen für Hedge Accounting nach IAS 39 erfüllt sind, werden derivative Finanzinstrumente in der Funktion von Sicherungsinstrumenten mit ihrem Marktwert (Dirty Price) ausgewiesen. Grundgeschäfte im Zusammenhang mit Fair Value Hedges sind Forderungen an Kunden und verbriefte Verbindlichkeiten, die gegen Zinsänderungsrisiken abgesichert werden sollen. Die Buchwertänderungen der gesicherten Grundgeschäfte in IAS 39 Fair Value Hedge sind in den jeweiligen Bilanzposten enthalten.

In diesem Posten werden auch die positiven Marktwerte derivativer Finanzinstrumente gezeigt, die weder zu Handelszwecken gehalten werden noch ein Sicherungsinstrument für einen Fair Value Hedge gemäß IAS 39 darstellen.

(20) Wertpapiere und Beteiligungen

In diesem Posten sind zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere, erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte sowie bis zur Endfälligkeit zu haltende Wertpapiere (Held-to-Maturity) und langfristig gehaltene strategische Unternehmensanteile enthalten.

2011 2010
15.836.862 18.957.495
7.675.075 9.886.294
3.856.656 3.687.021
4.284.813 5.363.862
20.318 20.318
254.094 279.787
85.302 93.917
165.452 182.532
3.340 3.338
444.008 393.620
291.474 233.012
152.535 160.608
16.534.964 19.630.902

Als Sicherheit gestellte Wertpapiere, zu deren Verkauf oder Verpfändung der Empfänger berechtigt ist, werden in den jeweils angeführten Wertpapierkategorien ausgewiesen. Weitere Details sind in Punkt (40) Pensionsgeschäfte dargestellt.

Der Buchwert der Wertpapiere, die in die Kategorie Held-to-Maturity umgegliedert wurden, betrug zum Zeitpunkt der Reklassifizierung € 452.188 Tausend. Davon entfielen auf Reklassifizierungen im Jahr 2008€ 371.686 Tausend und im Jahr 2011€ 80.502 Tausend. Zum 31. Dezember 2011 betrug der Buchwert € 304.247 Tausend und der beizulegende Zeitwert € 305.775 Tausend. 2011 wurden Erträge aus den reklassifizierten Wertpapieren in Höhe von € 13.955 Tausend (2010: € 16.343 Tausend) erfasst. Wäre von der Reklassifizierung kein Gebrauch gemacht worden, hätte dies zu einem Gewinn in Höhe von € 4.812 Tausend geführt (2010: € 9.042 Tausend).

Der Buchwert der Wertpapiere, die in die Kategorie Kredite und Forderungen umgegliedert wurden, betrug zum Zeitpunkt der Reklassifizierung im Jahr 2008 € 1.559.682 Tausend. Der Buchwert zum 31. Dezember 2011 belief sich auf € 806.491 Tausend und der beizulegende Zeitwert auf € 795.978 Tausend. 2011 wurden Erträge aus den reklassifizierten Wertpapieren in Höhe von € 27.306 Tausend (2010: € 41.306) erfasst. Wäre von der Reklassifzierung kein Gebrauch gemacht worden, hätte dies zu einem Verlust in Höhe von € 36.298 Tausend geführt (2010: € 69.648).

Der Buchwert der Wertpapiere, die von der Kategorie Held-to-Maturity in die Kategorie zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte umgegliedert wurden, betrug zum 31. Dezember 2011€ 3.193.708 Tausend.

Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Unternehmensanteile, bei denen ein beizulegender Zeitwert nicht zuverlässig bestimmbar ist, belaufen sich auf € 87.946 Tausend (2010: € 80.549 Tausend).

Bei den folgenden Tochterunternehmen bestehen zwischen der RBI AG und den jeweiligen Mitaktionären Syndikatsverträge: Raiffeisenbank a.s. (Tschechische Republik), Tatra banka a.s. (Slowakei), Raiffeisen Bank Zrt. (Ungarn) bzw. Raiffeisen-RBHU Holding GmbH (Österreich), Raiffeisen Banka d.d. (Slowenien) sowie Raiffeisenbank Austria d.d. (Kroatien). Diese Syndikatsverträge regeln insbesondere Vorkaufsrechte zwischen den direkten und indirekten Gesellschaftern.

Bei einem Kontrollwechsel – auch infolge eines Übernahmeangebots – enden die Syndikatsverträge automatisch. Die mit der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) abgeschlossene Aktionärsvereinbarung betreffend die Priorbank, OAO (Belarus) sieht für den Fall eines Kontrollwechsels bei der Gesellschaft vor, dass der EBRD ein Optionsrecht zum Verkauf ihrer sämtlichen an der Priorbank gehaltenen Aktien an die Gesellschaft zusteht.

(21) Anteile an at-equity bewerteten Unternehmen

Die Anteile an at-equity bewerteten Unternehmen beliefen sich auf:

in € Tausend 2011 2010
Anteile an at-equity bewerteten Unternehmen 5.017 4.961

Die Finanzinformationen zu den assoziierten Unternehmen stellen sich wie folgt dar:

in € Tausend Bilanz
summe
Betriebs
erträge
Jahres
überschuss/-
fehlbetrag
nach Steuern
Eigen
kapital
Raiffeisen Banca pentru Locuinte S.A., Bukarest (RO) 75.112 4.168 102 15.054

Weitere Informationen betreffend assoziierte Unternehmen finden sich auf Seite 260.

(22) Immaterielle Vermögenswerte

in € Tausend 2011 2010
Firmenwerte 408.456 613.681
Software 530.859 479.826
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 126.234 126.309
Gesamt 1.065.548 1.219.816

Die Position "Software" enthält zugekaufte Software in Höhe von € 471.627 Tausend (2010: € 424.611 Tausend) sowie selbst erstellte Software in Höhe von € 59.232 Tausend (2010: € 55.215 Tausend).

Der Buchwert der Firmenwerte entfällt auf die folgenden Zahlungsmittel generierenden Einheiten:

in € Tausend 2011 2010
ZAO Raiffeisenbank, Moskau 257.171 263.124
Raiffeisen Bank Sh.a., Tirana 52.650 52.711
Raiffeisenbank a.s., Prag 39.697 42.443
Raiffeisen Bank Aval JSC, Kiew 29.138 220.606
Ukrainian Processing Center PJSC, Kiew 15.377 14.977
Sonstige 14.424 19.820
Gesamt 408.456 613.681

Firmenwertabschreibungen in Höhe von € 187.318 Tausend wurden bei den Konzerneinheiten in der Ukraine, Ungarn und Slowenien vorgenommen. Zum Thema Impairment Test verweisen wir auf das Kapitel Unternehmenserwerb auf Seite 153.

(23) Sachanlagen

in € Tausend 2011 2010
Betrieblich genutzte Grundstücke und Gebäude 610.056 553.590
Sonstige Grundstücke und Gebäude (Investment Property) 121.006 112.730
Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie sonstige Sachanlagen 448.876 507.331
Vermietete Leasinganlagen 331.539 279.979
Gesamt 1.511.477 1.453.630

Der Marktwert der sonstigen Grundstücke und Gebäude (Investment Property) beträgt € 122.804 Tausend (2010: € 110.630 Tausend).

(24) Anlagenspiegel

Die Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte entwickelten sich im Geschäftsjahr 2011 wie folgt:

Anschaffungs-/Herstellungskosten
in € Tausend Stand
1.1.2011
Änderung
Konsolidie
rungskreis
Währungs
differenzen
Zugänge Abgänge Um
buchungen
Stand
31.12.2011
Immaterielle
Vermögenswerte
1.836.783 - 1.360 - 31.801 215.748 - 19.407 21 1.999.984
Firmenwerte 639.234 0 - 2.355 0 - 1.624 0 635.255
Software 1.017.529 60 - 30.576 200.914 - 16.450 10.952 1.182.429
Sonstige immaterielle
Vermögenswerte
180.020 - 1.420 1.130 14.834 - 1.333 - 10.931 182.300
Sachanlagen 2.443.714 29.579 - 34.124 364.557 - 215.749 - 21 2.587.956
Betrieblich genutzte
Grundstücke und
Gebäude
737.325 0 - 12.731 102.208 - 32.472 16.206 810.536
Sonstige Grundstücke
und Gebäude
119.812 29.482 2.355 44.569 - 1.714 - 56.306 138.198
davon Grundwert
der bebauten
Grundstücke
13.901 0 146 7 - 384 0 13.670
Betriebs- und
Geschäftsausstattung
sowie sonstige
Sachanlagen 1.234.854 97 - 15.861 141.490 - 111.856 - 18.287 1.230.437
Vermietete
Leasinganlagen
351.723 0 - 7.887 76.290 - 69.707 58.366 408.785
Gesamt 4.280.497 28.219 - 65.925 580.305 - 235.156 0 4.587.940
Zu- und Abschreibungen/Wertberichtigungen Buchwert
davon davon
in € Tausend Kumuliert Zuschreibungen Abschreibungen 31.12.2011
Immaterielle Vermögenswerte - 934.436 0 - 330.149 1.065.548
Firmenwerte - 226.799 0 - 187.215 408.456
Software - 651.570 0 - 135.436 530.859
Sonstige immaterielle Vermögenswerte - 56.066 0 - 7.498 126.234
Sachanlagen - 1.076.479 1.395 - 228.785 1.511.477
Betrieblich genutzte Grundstücke und Gebäude - 200.480 643 - 31.653 610.056
Sonstige Grundstücke und Gebäude - 17.192 0 - 13.444 121.006
davon Grundwert der bebauten
Grundstücke
- 6 0 - 7 13.664
Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie
sonstige Sachanlagen
- 781.561 226 - 149.200 448.876
Vermietete Leasinganlagen - 77.246 526 - 34.488 331.539
Gesamt - 2.010.915 1.395 - 558.934 2.577.025

Die Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte entwickelten sich im Geschäftsjahr 2010 wie folgt:

Anschaffungs-/Herstellungskosten
in € Tausend Stand
1.1.2010
Änderung
Konsolidie
rungskreis
Währungs
differenzen
Zugänge Abgänge Um
buchungen
Stand
31.12.2010
Immaterielle
Vermögenswerte
1.337.153 273.842 46.985 203.413 - 28.322 3.713 1.836.783
Firmenwerte 611.140 22 29.152 0 - 1.080 0 639.234
Software 573.774 268.071 7.132 182.583 - 25.852 11.822 1.017.529
Sonstige immaterielle
Vermögenswerte
152.239 5.749 10.701 20.830 - 1.390 - 8.109 180.020
Sachanlagen 2.032.101 120.079 37.011 415.293 - 157.057 - 3.713 2.443.714
Betrieblich genutzte
Grundstücke und
Gebäude
673.711 19.167 17.255 38.625 - 15.536 4.103 737.325
Sonstige Grundstücke
und Gebäude
32.669 4.757 1.445 83.923 - 1.222 - 1.760 119.812
davon Grundwert
der bebauten
Grundstücke
8.826 4.617 421 37 0 0 13.901
Betriebs- und
Geschäftsausstattung
sowie sonstige
Sachanlagen 1.054.926 96.155 19.493 170.601 - 102.628 - 3.693 1.234.854
Vermietete
Leasinganlagen
270.795 0 - 1.182 122.144 - 37.671 - 2.363 351.723
Gesamt 3.369.254 393.921 83.996 618.706 - 185.379 0 4.280.497
Zu- und Abschreibungen/Wertberichtigungen Buchwert
davon davon
in € Tausend Kumuliert Zuschreibungen Abschreibungen 31.12.2010
Immaterielle Vermögenswerte - 616.967 1.258 - 128.093 1.219.816
Firmenwerte - 25.553 0 0 613.681
Software - 537.703 0 - 118.977 479.826
Sonstige immaterielle Vermögenswerte - 53.711 1.258 - 9.115 126.309
Sachanlagen - 990.084 636 - 212.189 1.453.630
Betrieblich genutzte Grundstücke und Gebäude - 183.735 0 - 33.304 553.590
Sonstige Grundstücke und Gebäude - 7.082 0 - 4.923 112.730
davon Grundwert der bebauten
Grundstücke
0 0 0 13.901
Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie
sonstige Sachanlagen
- 727.523 432 - 142.127 507.331
Vermietete Leasinganlagen - 71.744 204 - 31.835 279.979
Gesamt - 1.607.051 1.894 - 340.282 2.673.446

In den Zugängen zu den immateriellen Vermögenswerten sowie zu den Sachanlagen sind keine nennenswerten Einzelinvestitionen enthalten.

(25) Sonstige Aktiva

in € Tausend 2011 2010
Steuerforderungen 417.630 494.235
Laufende Steuerforderungen 59.608 31.547
Latente Steuerforderungen 358.021 462.688
Forderungen aus bankfremden Tätigkeiten 107.529 140.216
Rechnungsabgrenzungsposten 260.535 263.197
Wertpapier- und Zahlungsverkehrsabwicklung 457.827 356.015
Zu Leasingzwecken bestimmte Vermögenswerte 51.340 82.319
Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte (IFRS 5) 26.564 5.293
Vorräte 174.278 146.973
Bewertung Fair-Value-Hedge-Portfolio 6.987 0
Übrige Aktiva 671.014 578.641
Gesamt 2.173.704 2.066.889

Die latenten Steuern stellen sich wie folgt dar:

in € Tausend 2011 2010
Latente Steuerforderungen 358.021 462.688
Rückstellungen für latente Steuern - 17.358 - 8.368
Saldo latenter Steuern 340.663 454.320

Der Saldo latenter Steuern stammt aus folgenden Posten:

in € Tausend 2011 2010
Forderungen an Kunden 71.701 97.391
Kreditrisikovorsorgen 123.428 120.723
Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 14.137 20.339
Sonstige Aktiva 26.333 5.079
Rückstellungen 53.904 56.852
Handelspassiva 18.111 4.684
Sonstige Passiva 62.021 77.922
Steuerliche Verlustvorträge 240.419 269.811
Übrige Bilanzposten 48.858 43.715
Latente Steueransprüche 658.912 696.516
Forderungen an Kreditinstitute 209 3.170
Forderungen an Kunden 30.541 37.397
Kreditrisikovorsorgen 56.219 23.326
Handelsaktiva 6.360 17.690
Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 71.925 67.451
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 13.527 887
Rückstellungen 43 9.808
Sonstige Passiva 11.799 12.236
Übrige Bilanzposten 127.627 70.231
Latente Steuerverpflichtungen 318.249 242.196
Saldo latenter Steuern 340.663 454.320

Im Konzernabschluss sind aktivierte Vorteile in Höhe von € 240.419 Tausend (2010: € 269.811 Tausend) aus noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträgen enthalten. Die Verlustvorträge sind zum überwiegenden Teil zeitlich unbegrenzt vortragsfähig. Steuerliche Verlustvorträge in Höhe von € 78.414 Tausend (2010: € 22.074 Tausend) wurden nicht aktiviert, weil ihre Nutzung aus heutiger Sicht in angemessener Zeit nicht realisierbar erscheint.

(26) Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

in € Tausend 2011 2010
Giro- und Clearinggeschäft 2.290.776 2.326.285
Geldmarktgeschäft 26.923.561 21.168.107
Langfristige Refinanzierungen 8.777.471 10.164.790
Gesamt 37.991.809 33.659.182

Die RBI refinanziert sich regelmäßig bei internationalen Geschäftsbanken und multinationalen Entwicklungsbanken, in deren Kreditverträgen geschäftsübliche Ownership Clauses enthalten sind. Diese Klauseln erlauben den Vertragspartnern eine außerordentliche Kündigung bei einem Wechsel der direkten oder indirekten Kontrolle über die RBI AG, z. B. bei Wegfall der mehrheitlichen Beteiligung der Raiffeisen Zentralbank Österreich Aktiengesellschaft an der RBI AG. Dies kann zu erhöten Refinanzierungskosten in der RBI führen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten stellen sich nach regionalen Aspekten (Sitz des Vertragspartners) wie folgt dar:

in € Tausend 2011 2010
Inland 20.648.519 16.046.386
Ausland 17.343.289 17.612.796
Gesamt 37.991.809 33.659.182

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten verteilen sich auf folgende Banksegmente:

in € Tausend 2011 2010
Zentralbanken 837.458 1.399.269
Geschäftsbanken 35.236.763 30.948.498
Multilaterale Entwicklungsbanken 1.917.587 1.311.415
Gesamt 37.991.809 33.659.182

(27) Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

in € Tausend 2011 2010
Sichteinlagen 27.472.114 23.780.971
Termineinlagen 37.994.210 32.382.372
Spareinlagen 1.280.910 1.469.770
Gesamt 66.747.234 57.633.113

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden teilen sich analog zur Basel-II-Definition wie folgt auf:

in € Tausend 2011 2010
Öffentlicher Sektor 1.318.407 1.722.770
Firmenkunden – Große Firmenkunden 33.187.082 26.924.075
Firmenkunden – Mittelgroße Firmenkunden 2.438.661 2.489.184
Retail-Kunden – Privatpersonen 25.422.490 22.122.522
Retail-Kunden – Klein- und Mittelbetriebe 3.722.779 3.672.733
Sonstige 657.814 701.829
Gesamt 66.747.234 57.633.113

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden stellen sich nach regionalen Aspekten (Sitz des Vertragspartners) wie folgt dar:

in € Tausend 2011 2010
Inland 6.102.123 5.718.613
Ausland 60.645.111 51.914.500
Gesamt 66.747.234 57.633.113

(28) Verbriefte Verbindlichkeiten

in € Tausend 2011 2010
Begebene Schuldverschreibungen 12.761.801 15.917.240
Begebene Geldmarktpapiere 828.722 51
Sonstige verbriefte Verbindlichkeiten 776.291 638.091
Gesamt 14.366.814 16.555.382

In der folgenden Tabelle sind jene begebenen Schuldverschreibungen angeführt, deren Nominale € 200.000 Tausend übersteigt:

Emittent ISIN Typ Währung Nominale in
€ Tausend
Kupon Fälligkeit
RBI AG XS0412067489 Senior staatsgarantiert EUR 1.500.000 3,6 % 5.2.2014
RBI AG XS0417093753 Senior staatsgarantiert EUR 1.250.000 3,0 % 13.3.2012
RBI AG XS0584381544 Senior öffentliche Platzierung EUR 1.000.000 3,6 % 27.1.2014
RBI AG XS0597215937 Senior öffentliche Platzierung EUR 1.000.000 2,4 % 4.3.2013
RBI AG XS0305474461 Senior öffentliche Platzierung EUR 500.000 4,8 % 15.6.2012
RBI AG XS0284781431 Senior öffentliche Platzierung GBP 440.180 1,1 % 2.2.2012
RBI AG XS0307006436 Senior öffentliche Platzierung EUR 350.000 1,5 % 25.6.2012
RBI AG QOXDBA005028 Senior Privatplatzierung PLN 213.728 0,0% 30.11.2015
RBI AG AT000B011804 Senior Privatplatzierung EUR 200.000 3,1 % 30.1.2012
RBI AG AT000B012000 Senior Privatplatzierung EUR 200.000 5,0 % 16.10.2012
RBI AG XS0341159316 Senior öffentliche Platzierung EUR 200.000 2,3 % 21.1.2013
Stand Änderung Zu Auflösungen Verbrauch Umbuchungen, Stand
1.1.2011 Konsolidier führungen Währungs 31.12.2011
in € Tausend ungskreis differenzen
Abfertigungen 60.770 0 13.557 - 12.021 - 2.325 - 14 59.968
Pensionen 13.879 0 9.202 - 2 - 25 259 23.313
Steuern 107.131 - 238 128.489 - 11.957 - 49.291 - 682 173.451
Laufende 98.763 0 116.135 - 9.307 - 49.134 - 363 156.093
Latente 8.368 - 238 12.354 - 2.650 - 157 - 319 17.358
Garantien und
Bürgschaften 132.419 0 96.020 - 66.977 - 2.839 - 7.639 150.984
Offene
Rechtsfälle 107.755 0 13.681 - 15.243 - 14.443 - 1.305 90.446
Unverbrauchter
Urlaub 50.236 - 10 7.680 - 5.311 0 - 840 51.756
Bonuszahlungen 148.413 - 15 141.443 - 11.661 - 97.485 - 3.646 177.050
Restrukturierung 5.037 0 0 - 2.643 - 469 - 273 1.653
Sonstige 46.270 - 1.075 31.229 - 14.167 - 21.514 1.595 42.337
Gesamt 671.910 - 1.338 441.303 - 139.981 - 188.391 - 12.546 770.957

(29) Rückstellungen

Die RBI ist in Rechtsstreitigkeiten verwickelt, die sich im Rahmen der Ausübung von Bankgeschäften ergeben, erwartet jedoch nicht, dass diese Rechtsfälle die Finanzlage des Konzerns erheblich beeinträchtigen.

Im Berichtsjahr beliefen sich die Rückstellungen für offene Rechtsfälle konzernweit auf € 90.446 Tausend (2010: € 107.755 Tausend). In einer russischen Konzerneinheit betraf eine Rückstellung in Höhe von € 15.834 Tausend die Stornierung eines Mietvertrags durch die Raiffeisenbank in Moskau. In der RBI AG sind € 12.000 Tausend für einen Rechtsfall mit Kunden einer Fondsgesellschaft im Zusammenhang mit der Übernahme des Zahlungsverkehrs durch die damalige RZB rückgestellt. Darüber hinaus gab es keine nennenswerten Einzelfälle, die € 10.000 Tausend überschreiten.

Die Rückstellung für Abfertigungen und ähnliche Verpflichtungen zeigte folgende Entwicklung:

in € Tausend 2011 2010
Barwert der Verpflichtungen (DBO) zum 1.1. 60.770 9.404
Währungsdifferenzen 10 - 285
Änderung Konsolidierungskreis 0 42.464
Dienstzeitaufwand (Service Cost) 3.934 3.107
Zinsaufwand (Interest Cost) 2.333 1.915
Zahlungen - 5.950 - 4.378
Versicherungsmathematischer Gewinn/Verlust - 1.129 8.543
Barwert der Verpflichtungen (DBO) zum 31.12. (= Rückstellung) 59.968 60.770

Die Pensionsverpflichtungen entwickelten sich wie folgt:

in € Tausend 2011 2010
Barwert der Verpflichtungen (DBO) zum 1.1. 24.873 4.960
Änderung Konsolidierungskreis/Übertragung 8.956 16.798
Laufender Dienstzeitaufwand (Service Cost) 1.044 886
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 500 0
Zinsaufwand (Interest Cost) 1.080 1.039
Zahlungen an Begünstigte - 120 - 31
Versicherungsmathematischer Gewinn/Verlust - 346 1.221
Barwert der Verpflichtungen (DBO) zum 31.12. 35.986 24.873

Das Planvermögen stellte sich wie folgt dar:

in € Tausend 2011 2010
Zeitwert des Planvermögens zum 1.1. 10.994 0
Änderung Konsolidierungskreis/Übertragung 1.952 9.945
Erwarteter Ertrag aus dem Planvermögen 476 433
Beiträge zum Planvermögen 446 483
Zahlungen aus dem Planvermögen - 63 0
Versicherungsmathematischer Gewinn/Verlust - 1.132 133
Zeitwert des Planvermögens zum 31.12. 12.673 10.994

Die Überleitung zur Bilanz stellt sich wie folgt dar:

in € Tausend 2011 2010
Barwert der Verpflichtungen (DBO) 35.986 24.873
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens 12.673 10.994
Bilanzierte Rückstellung zum 31.12. 23.313 13.879

Das Planvermögen setzt sich wie folgt zusammen:

in Prozent 2011 2010
Schuldverschreibungen 55% 46%
Eigenkapitalinstrumente 26% 38%
Alternative Investments 7% 9%
Immobilien 4% 1%
Cash 8% 6%

Die Ergebnisse aus dem Planvermögen beliefen sich auf:

in € Tausend 2011 2010
Ergebnis aus dem Planvermögen - 656 566

Darstellung der Pensionsverpflichtungen nach Finanzierungsmodalität:

in € Tausend 2011 2010
Zur Gänze aus einem Fonds finanziert 11.585 10.122
Teilweise aus einem Fonds finanziert 17.624 9.066
Nicht über einen Fonds finanziert 6.776 5.685
Barwert der Verpflichtungen (DBO) 35.986 24.873

(30) Handelspassiva

in € Tausend 2011 2010
Negative Marktwerte derivativer Finanzinstrumente 8.405.930 4.530.916
Zinssatzgeschäft 6.390.887 3.019.044
Wechselkursgeschäft 1.366.865 923.460
Aktien-/indexbezogenes Geschäft 566.323 525.677
Kreditderivatgeschäft 67.530 43.920
Sonstiges Geschäft 14.325 18.815
Leerverkauf von Handelsaktiva 565.628 425.730
Emittierte Zertifikate 743.369 784.945
Gesamt 9.714.926 5.741.591

(31) Derivative Finanzinstrumente

in € Tausend 2011 2010
Negative Marktwerte derivativer Sicherungsinstrumente in IAS 39 Fair Value Hedge 37.315 23.487
Zinssatzgeschäft 37.315 23.487
Negative Marktwerte derivativer Sicherungsinstrumente in IAS 39 Cash-Flow Hedge 5.387 453.276
Zinssatzgeschäft 5.387 453.276
Negative Marktwerte aus Kreditderivaten 12.967 18.332
Negative Marktwerte sonstiger derivativer Finanzinstrumente 736.050 768.433
Zinssatzgeschäft 653.304 479.373
Wechselkursgeschäft 58.437 245.169
Aktien-/indexbezogenes Geschäft 24.309 43.891
Gesamt 791.720 1.263.528

Soweit die Bedingungen für Hedge Accounting nach IAS 39 erfüllt sind, werden derivative Finanzinstrumente in ihrer Funktion als Sicherungsinstrumente mit ihrem Marktwert (Dirty Price) ausgewiesen. Grundgeschäfte im Zusammenhang mit Fair Value Hedges sind Forderungen an Kunden, Verbindlichkeiten an Kreditinstitute und verbriefte Verbindlichkeiten, die gegen Zinsänderungsrisiken abgesichert werden sollen.

Durch eine Änderung der Hedging-Strategie wurde das Cash-Flow Hedging im zweiten Quartal 2011 beendet und durch Portfolio Hedges ersetzt.

(32) Sonstige Passiva

in € Tausend 2011 2010
Verbindlichkeiten aus bankfremden Tätigkeiten 123.942 114.581
Rechnungsabgrenzungsposten 187.569 189.719
Dividendenverbindlichkeiten 478 541
Wertpapier- und Zahlungsverkehrsabwicklung 416.961 405.518
Bewertung Fair-Value-Hedge-Portfolio 22.432 0
Übrige Passiva 763.641 533.028
Gesamt 1.515.024 1.243.387

(33) Nachrangkapital

in € Tausend 2011 2010
Hybrides Kapital 819.010 819.077
Nachrangige Verbindlichkeiten 2.729.183 2.576.374
Ergänzungskapital 602.540 605.647
Gesamt 4.150.733 4.001.098

Nachfolgende Tabelle enthält Kreditaufnahmen, die 10 Prozent des Gesamtbetrags an Nachrangkapital übersteigen:

Emittent ISIN Typ Währung Nominale in € Tausend Kupon1 Fälligkeit
RBI AG XS0619437147 Nachrangkapital EUR 500.000 6,625 % 18.5.2021
RFJ4 XS0253262025 Hybrides Kapital EUR 500.000 5,169 %
RBI AG XS0289338609 Nachrangkapital EUR 500.000 4,500 % 5.3.2019
RBI AG XS0326967832 Ergänzungskapital EUR 600.000 5,770 % 29.10.2015

1 Derzeitiger Zinssatz, jedoch sind Zinsänderungsklauseln vereinbart.

RFJ4 … RZB Finance (Jersey) IV Limited, St. Helier

Im Berichtsjahr entstanden Aufwendungen für nachrangige Verbindlichkeiten in Höhe von € 215.149 Tausend (2010: € 193.147 Tausend).

(34) Eigenkapital

in € Tausend 2011 2010
Konzern-Eigenkapital 8.825.228 8.250.759
Gezeichnetes Kapital 593.412 593.323
Partizipationskapital 2.500.000 2.500.000
Kapitalrücklagen 2.570.778 2.567.874
Gewinnrücklagen 3.161.038 2.589.562
Konzern-Jahresüberschuss 967.663 1.087.475
Kapital der nicht beherrschenden Anteile 1.142.894 1.065.690
Gesamt 10.935.786 10.403.925

Die Entwicklung des Eigenkapitals ist der Seite 139 zu entnehmen.

Gezeichnetes Kapital

Zum 31. Dezember 2011 betrug das Grundkapital der RBI AG gemäß Satzung € 596.291 Tausend. Das Grundkapital besteht aus 195.505.124 nennwertlosen Stückaktien (Inhaberaktien). Nach Abzug der im Eigenbestand befindlichen 943.771 Aktien betrug das ausgewiesene gezeichnete Kapital € 593.412 Tausend.

Partizipationskapital

Das von der Raiffeisen Zentralbank Österreich Aktiengesellschaft emittierte und im Zuge der Verschmelzung in die RBI AG übertragene Partizipationskapital im Sinn des § 23 (4) und (5) BWG beträgt € 2.500.000 Tausend. Dieses Kapital steht auf Unternehmensdauer zur Verfügung und ist durch den Partizipationskapitalgeber nicht kündbar. Die Zahlung der ersten Tranche in Höhe von € 750.000 Tausend erfolgte per 30. Dezember 2008. Die Zahlung der zweiten Tranche in Höhe von € 1.750.000 Tausend erfolgte zum 6. April 2009. Die Partizipationsscheine wurden zu 100 Prozent des Nennwerts ausgegeben. Mit den Partizipationsscheinen ist ein Gewinnberechtigungsanspruch von grundsätzlich 8 Prozent pro Jahr vom Nennwert der Partizipationsscheine verbunden. Für die Geschäftsjahre 2014 und 2015 erhöht sich die Partizipations-Dividende um jeweils 50 Basispunkte, für das Geschäftsjahr 2016 um 75 Basispunkte sowie für jedes folgende Geschäftsjahr um jeweils 100 Basispunkte. Als Obergrenze gilt der 12-Monats-EURIBOR plus 1.000 Basispunkte.

Eigene Aktien

Die Hauptversammlung vom 8. Juli 2010 ermächtigte den Vorstand, nach den Bestimmungen des § 65 (1) Z 8 AktG für die Dauer von 30 Monaten ab dem Datum der Beschlussfassung eigene Aktien im Ausmaß von bis zu 10 Prozent des jeweiligen Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben und gegebenenfalls einzuziehen. Die Ermächtigung kann ganz oder in mehreren Teilbeträgen durch die Gesellschaft, mit ihr verbundene Unternehmen oder für deren Rechnung durch Dritte ausgeübt werden. Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats für die Veräußerung der eigenen Aktien eine andere Art als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre zu beschließen. Diese Ermächtigung ersetzt die in der Hauptversammlung vom 10. Juni 2008 beschlossene Ermächtigung zum Rückkauf und zur Verwendung eigener Aktien.

Der Erwerb eigener Aktien dient im Wesentlichen der Abdeckung der von der RBI eingegangenen Verpflichtungen im Rahmen des Share Incentive Program (SIP) gegenüber Vorstandsmitgliedern und leitenden Mitarbeitern. Diese Bonuszahlungen werden in Form von Aktien der Gesellschaft abgewickelt. Im Geschäftsjahr 2011 wurden am 12. April 2011 29.138 Stück eigene Aktien an ausgewählte Führungskräfte und Mitglieder des Vorstands zugeteilt.

Die Hauptversammlung vom 8. Juli 2010 ermächtigte den Vorstand ferner, nach den Bestimmungen des § 65 (1) Z 7 AktG zum Zweck des Wertpapierhandels für die Dauer von 30 Monaten ab dem Datum der Beschlussfassung eigene Aktien im Ausmaß von bis zu 5 Prozent des jeweiligen Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben. Der Gegenwert für die zu erwerbenden Aktien darf die Hälfte des Schlusskurses an der Wiener Börse am letzten Handelstag vor dem Erwerb nicht unterschreiten und das Doppelte des Schlusskurses an der Wiener Börse am letzten Handelstag vor dem Erwerb nicht überschreiten. Diese Ermächtigung kann ganz oder in mehreren Teilbeträgen durch die Gesellschaft, mit ihr verbundene Unternehmen oder für deren Rechnung durch Dritte ausgeübt werden.

Genehmigtes Kapital

Der Vorstand wurde von der Hauptversammlung vom 8. Juni 2011 ermächtigt, innerhalb von 5 Jahren ab Eintragung der entsprechenden Satzungsänderung im Firmenbuch das Grundkapital um bis zu € 298.145 Tausend durch Ausgabe von bis zu 97.752.562 Stück neuen, auf Inhaber lautenden stimmberechtigten Stammaktien gegen Bareinzahlung und/oder Sacheinlage unter Wahrung des den Aktionären zustehenden gesetzlichen Bezugsrechts, auch im Weg des mittelbaren Bezugsrechts durch ein Kreditinstitut gemäß § 153 (6) AktG, zu erhöhen und den Ausgabekurs sowie die Ausgabebedingungen im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat festzusetzen. Der Aufsichtsrat oder ein hiezu vom Aufsichtsrat bevollmächtigter Ausschuss wird ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich aus der Ausnützung des genehmigten Kapitals ergeben, zu beschließen.

Wandelschuldverschreibungen

In der Hauptversammlung vom 10. Juni 2008 wurde der Vorstand ermächtigt, gemäß § 174 (2) AktG innerhalb von 5 Jahren ab dem Datum der Beschlussfassung mit Zustimmung des Aufsichtsrats, auch in mehreren Tranchen, Wandelschuldverschreibungen mit einem Gesamtnennbetrag von bis zu € 2.000.000 Tausend, mit denen ein Umtausch- oder Bezugsrecht auf bis zu 15.466.750 Stück auf Inhaber lautende Stammaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von bis zu € 47.174 Tausend verbunden ist, auszugeben – auch mittelbar im Weg der Garantie für die Emission einer Wandelschuldverschreibung durch eine direkt oder indirekt zu 100 Prozent im Eigentum stehende Tochtergesellschaft mit Wandlungsrechten auf Aktien der Gesellschaft – und alle weiteren Bedingungen (einschließlich der Ausgabewährung), die Ausgabe und das Umtauschverfahren der Wandelschuldverschreibungen festzusetzen. Das Bezugsrecht der Aktionäre wird ausgeschlossen.

Bedingtes Kapital

Das Grundkapital ist gemäß § 159 (2) Z 1 AktG um bis zu € 47.174 Tausend durch Ausgabe von bis zu 15.466.750 Stück auf Inhaber lautenden Stammaktien bedingt erhöht (bedingtes Kapital). Die bedingte Kapitalerhöhung würde nur insoweit durchgeführt werden, als Inhaber von Wandelschuldverschreibungen, die auf der Grundlage des Hauptversammlungsbeschlusses vom 10. Juni 2008 ausgegeben worden wären, von dem ihnen gewährten Wandlungsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen. Bis dato wurden jedoch keine Wandelschuldverschreibungen ausgegeben.

Genussrechtskapital

Der Vorstand der Gesellschaft wurde in der ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft vom 9. Juni 2009 ermächtigt, innerhalb von 5 Jahren ab dem Datum der Beschlussfassung mit Zustimmung des Aufsichtrats, auch in mehreren Tranchen, Genussrechte mit Eigenkapitalcharakter gemäß § 174 AktG mit einem Gesamtnennbetrag von bis zu € 2 Milliarden nach näherer Maßgabe der vom Vorstand festzulegenden Genussrechtsbedingungen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre auszugeben. Dabei gilt, dass Genussrechte aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen keine Stimmrechte oder sonstige Mitgliedschaftsrechte gewähren. Die Ausgabe von Genussrechten hat daher keine Veränderung der aktienrechtlichen Beteiligungsstruktur und der Stimmrechte der Aktionäre zur Folge. Die Gesellschaft beschloss am 15. Juli 2009, das Eigenkapital durch die Ausgabe von Genussrechten in Höhe von € 600 Millionen aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses vom Juni 2009 zu stärken. Im Zuge der Verschmelzung der Hauptgeschäftsfelder der RZB mit Raiffeisen International mit Wirksamkeit zum 10. Oktober 2010 sind die gegenseitigen Forderungen und Verbindlichkeiten der übernehmenden und übertragenden Gesellschaft untergegangen. Dies betrifft auch das Genussrechtskapital in Höhe von € 600 Millionen, das zur Gänze von der RZB gezeichnet worden war. Bis dato wurden keine weiteren Genussrechte ausgegeben.

Dividendenvorschlag

Der Vorstand wird der Hauptversammlung vorschlagen, aus dem Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2011 der RBI AG eine Dividende von € 1,05 je Stammaktie auszuschütten – dies entspricht einer maximalen Ausschüttungssumme von € 205.280 Tausend – und den verbleibenden Rest auf neue Rechnung vorzutragen.

Anzahl der Aktien

Die Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien entwickelte sich wie folgt:

Stückzahl 2011 2010
Anzahl der ausgegebenen Aktien am 1.1. 195.505.124 154.667.500
Ausgabe neuer Aktien 0 40.837.624
Anzahl der ausgegebenen Aktien am 31.12. 195.505.124 195.505.124
Eigene Aktien im Bestand am 1.1. - 972.909 - 984.511
Erwerb eigener Aktien 0 0
Abgang eigener Aktien 29.138 11.602
Abzüglich: eigene Aktien im Bestand am 31.12. - 943.771 - 972.909
Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien am 31.12. 194.561.353 194.532.215

Aktienbasierte Vergütung

Im Jahr 2011 kam es zum Abreifen der dritten Tranche des Aktienvergütungsprogramms (Share Incentive Program – SIP, Tranche 2008). Entsprechend den Programmbedingungen (veröffentlicht durch euro adhoc am 5. Mai 2008) wurde die in der folgenden Tabelle dargestellte Anzahl an Aktien tatsächlich übertragen:

Share Incentive Program (SIP) 2008
Personengruppe
Anzahl
fälliger
Aktien
Wert zum Aktienkurs
von € 39,00 am
Zuteilungstag
(12.4.2011)
Anzahl tatsächlich
übertragener
Aktien
Vorstandsmitglieder der Gesellschaft 11.839 461.721 7.866
Vorstandsmitglieder der mit der Gesellschaft verbundenen
Bank-Tochterunternehmen
21.348 832.572 18.244
Führungskräfte der Gesellschaft und sonstiger mit ihr
verbundene Unternehmen
5.515 215.085 3.028

Zur Vermeidung rechtlicher Unsicherheiten wurde entsprechend den Planbedingungen für die berechtigten Mitarbeiter in 2 Ländern anstelle der Übertragung von Aktien eine Wertabfindung in bar vorgenommen. In Österreich wurde den Berechtigten die Möglichkeit eingeräumt, anstelle der Hälfte der fälligen Aktien ebenfalls eine Barabfindung zu beziehen, um daraus die zum Übertragungszeitpunkt fällige Lohnsteuer zu begleichen. Aus diesen Gründen ergibt sich die im Vergleich mit den fälligen Aktien geringere Anzahl an tatsächlich übertragenen Aktien. Der Bestand an eigenen Aktien wurde folglich um die niedrigere Anzahl der tatsächlich übertragenen Aktien vermindert.

Im Rahmen des SIP wurde bisher jährlich – so auch 2011 – eine neue Tranche begeben. Wegen der Verschmelzung der Hauptgeschäftsfelder der RZB mit der Raiffeisen International Bank-Holding AG wurde im Jahr 2010 jedoch auf die Begebung einer SIP-Tranche verzichtet. Dies bedeutet, dass zum Bilanzstichtag nur für 2 Tranchen Aktien zugeteilt waren. Per 31. Dezember 2011 belief sich die Anzahl dieser bedingten Aktien auf 608.964 Stück (davon entfielen 370.092 Stück auf die Zuteilung 2009 und 238.872 Stück auf die Zuteilung 2011). Die ursprünglich verlautbarte Anzahl an bedingt zugeteilten Aktien veränderte sich durch diverse Personalwechsel in den Konzerneinheiten und das Abreifen der SIP-Tranche 2008 und ist in folgender Tabelle aggregiert dargestellt:

Share Incentive Program (SIP) 2009 - 2011 Anzahl bedingt
zugeteilter Aktien
Mindestzuteilung
Aktien
Maximalzuteilung
Aktien
Personengruppe per 31.12.2011
Vorstandsmitglieder der Gesellschaft 197.135 59.141 295.703
Vorstandsmitglieder der mit der Gesellschaft verbundenen
Bank-Tochterunternehmen 287.754 86.326 431.631
Führungskräfte der Gesellschaft und sonstiger mit ihr
verbundene Unternehmen 124.075 37.223 186.113

Im Jahr 2011 wurden keine Aktien für das SIP-Programm zurückgekauft.

(35) Restlaufzeitengliederung

31.12.2011 Täglich fällig Bis 3 Monate 1 Jahr bis Mehr als
in € Tausend bzw. ohne
Laufzeit
3 Monate bis 1 Jahr 5 Jahre 5 Jahre
Barreserve 11.401.747 0 0 0 0
Forderungen an Kreditinstitute 2.918.155 17.467.034 2.246.951 2.074.937 1.040.966
Forderungen an Kunden 7.149.662 15.713.952 14.023.158 28.383.105 16.306.358
Kreditrisikovorsorgen - 5.053.212 0 0 0 0
Handelsaktiva 285.826 585.897 1.103.401 4.416.329 4.225.218
Wertpapiere und Beteiligungen 628.842 3.494.911 2.569.972 7.170.697 2.670.542
Anteile an at-equity bewerteten Unternehmen 5.017 0 0 0 0
Restliche Aktiva 3.047.575 1.239.553 502.560 806.366 559.483
Aktiva gesamt 20.383.612 38.501.348 20.446.043 42.851.433 24.802.567
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.180.314 20.490.714 4.179.972 8.769.752 2.371.055
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 26.688.689 22.323.240 11.200.812 4.302.527 2.231.966
Verbriefte Verbindlichkeiten 0 3.282.638 2.495.268 8.238.888 350.020
Handelspassiva 506.363 904.648 628.585 3.683.967 3.991.363
Nachrangkapital 0 5.364 9.243 822.521 3.313.605
Restliche Passiva 1.842.399 669.463 72.870 182.570 310.400
Zwischensumme 31.217.765 47.676.067 18.586.749 26.000.225 12.568.410
Eigenkapital 10.935.786 0 0 0 0
Passiva gesamt 42.153.551 47.676.067 18.586.749 26.000.225 12.568.410
31.12.2010 Täglich fällig Bis 3 Monate 1 Jahr bis Mehr als
bzw. ohne 3 Monate bis 1 Jahr 5 Jahre 5 Jahre
in € Tausend Laufzeit
Barreserve 4.806.891 0 0 0 0
Forderungen an Kreditinstitute 2.370.629 14.035.006 2.004.712 2.266.223 855.836
Forderungen an Kunden 6.843.035 12.583.218 13.704.026 26.393.446 16.133.336
Kreditrisikovorsorgen - 4.755.872 0 0 0 0
Handelsaktiva 472.371 898.824 1.479.581 3.194.900 2.022.717
Wertpapiere und Beteiligungen 651.756 2.947.111 2.383.399 8.040.134 5.608.501
Anteile an at-equity bewerteten Unternehmen 4.961 0 0 0 0
Restliche Aktiva 3.100.924 1.080.104 562.630 1.120.381 364.334
Aktiva gesamt 13.494.695 31.544.263 20.134.348 41.015.084 24.984.724
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.160.974 14.808.693 6.290.949 7.954.354 2.444.212
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 24.396.045 19.402.108 8.648.147 3.115.763 2.071.050
Verbriefte Verbindlichkeiten 0 1.637.796 4.958.046 9.134.666 824.874
Handelspassiva 412.115 495.096 510.551 2.381.893 1.941.936
Nachrangkapital 0 193.923 4.607 790.090 3.012.478
Restliche Passiva 223.768 812.496 245.627 770.423 1.126.509
Zwischensumme 27.192.902 37.350.112 20.657.927 24.147.189 11.421.059
Eigenkapital 10.403.925 0 0 0 0
Passiva gesamt 37.596.827 37.350.112 20.657.927 24.147.189 11.421.059

(36) Angaben zu nahe stehenden Unternehmen

Unternehmen können mit nahe stehenden Unternehmen und Personen Geschäfte abschließen, die sich auf ihre Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken können. Die Angaben zu nahe stehenden Unternehmen beziehen sich auf den obersten Konsolidierungskreis, den der Konzern der Raiffeisen-Landesbanken-Holding GmbH bildet. Unter Mutterunternehmen sind die Raiffeisen-Landesbanken-Holding GmbH, Wien, und die Raiffeisen Zentralbank Österreich Aktiengesellschaft, Wien, zu verstehen. Angaben zu den Beziehungen der RBI mit Personen in Schlüsselpositionen finden sich in Punkt (53) Beziehungen zu Organen.

Zum 31. Dezember 2011 stellten sich die Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen wie folgt dar:

31.12.2011
in € Tausend
Mutter
unternehmen
Verbundene
Unter
nehmen
At-equity
bewertete
Unternehmen
Sonstige
Beteiligungen
Forderungen an Kreditinstitute 11.017.455 222.519 234.676 213.899
Forderungen an Kunden 0 1.237.346 406.106 356.152
Handelsaktiva 0 29.249 16.861 3.229
Wertpapiere und Beteiligungen 0 292.440 2.477 300.771
Anteile an at-equity bewerteten Unternehmen 0 0 5.017 0
Sonstige Aktiva (inkl. Derivate) 842 9.270 177 616
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 13.005.726 3.027 6.002.400 156.443
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 942 442.173 243.325 562.534
Verbriefte Verbindlichkeiten 51.779 391 0 0
Rückstellungen 0 64 0 51
Handelspassiva 0 16.197 37.355 2.178
Sonstige Passiva (inkl. Derivate) 3.573 770 636 95
Gegebene Garantien 0 61.451 70.789 23.019
Erhaltene Garantien 0 414.494 145.720 2.605

Zum 31. Dezember 2010 stellten sich die Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen wie folgt dar:

31.12.2010 Mutter
unternehmen
Verbundene
Unter
At-equity
bewertete
Sonstige
Beteiligungen
in € Tausend nehmen Unternehmen
Forderungen an Kreditinstitute 7.892.302 224.153 274.313 243.860
Forderungen an Kunden 0 1.113.360 437.453 353.544
Handelsaktiva 0 17.113 20.260 18.554
Wertpapiere und Beteiligungen 0 233.975 2.483 351.572
Anteile an at-equity bewerteten Unternehmen 0 0 4.961 0
Sonstige Aktiva (inkl. Derivate) 4.943 19.497 28 52
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 7.151.497 3.386 6.908.279 115.182
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 1.038 527.263 1.950 112.294
Verbriefte Verbindlichkeiten 0 974 0 0
Rückstellungen 0 345 0 10
Handelspassiva 0 23.476 25.840 17.756
Sonstige Passiva (inkl. Derivate) 0 57.305 25 42
Gegebene Garantien 0 73.637 264.031 4.937
Erhaltene Garantien 0 389.086 142.505 998

(37) Fremdwährungsvolumina

Im Konzernabschluss sind folgende auf fremde Währung lautende Vermögenswerte und Schulden enthalten:

in € Tausend 2011 2010
Aktiva 63.743.917 59.512.105
Passiva 53.369.512 45.622.385

(38) Auslandsaktiva/-passiva

Die Vermögenswerte mit Vertragspartnern außerhalb Österreichs stellen sich folgendermaßen dar:

in € Tausend 2011 2010
Aktiva 107.453.372 105.181.063
Passiva 86.575.711 75.992.302

(39) Verbriefungen

RBI als Originator

Verbriefungen stellen eine besondere Form der Refinanzierung und Platzierung von Risiken aus Krediten oder Leasingverträgen auf Basis von Portfolios an Kapitalmarkt-Investoren dar. Ziel der von der RBI abgeschlossenen Verbriefungen ist es, die regulatorischen Eigenmittel auf Konzernebene zu entlasten sowie zusätzliche Refinanzierungsquellen zu nutzen.

Im Geschäftsjahr 2011 erfolgten keine neuen Verbriefungen. Die 2008 geschlossenen True-Sale-Transaktionen (Warehousing) ROOF Bulgaria 2008-1 und ROOF Romania 2008-1 wurden aufgrund der Entwicklung der internationalen Finanzmärkte sowie der daraus resultierenden Liquiditätsengpässe noch nicht verbrieft, sondern es wurde das Warehousing verlängert und konzernintern platziert. Zum Jahresende 2011 standen die nicht ausgebuchten Forderungen der ROOF Bulgaria 2008-1 mit € 73.099 Tausend (2010: € 104.031 Tausend), jene der ROOF Romania 2008-1 mit € 103.899 Tausend (2010: € 140.747 Tausend) zu Buche. Somit bleiben die beiden Warehousing-Strukturen bis auf Weiteres aufrecht. Die Portfolios werden dabei samt allen wesentlichen Chancen und Risiken zwischenzeitlich von Konzernunternehmen gehalten.

Für die aus Fahrzeug-Leasingverträgen bestehende True-Sale-Transaktion ROOF Poland 2008-1 beträgt das Gesamtvolumen der Forderungen per 31. Dezember 2011€ 84.574 Tausend (2010: € 195.020 Tausend). Die Veränderung der Buchwerte ist auf das Abreifen des Portfolios und auf Wechselkursschwankungen zurückzuführen.

Die aus Konzernsicht nicht ausgebuchten Forderungen für die True-Sale-Transaktion ROOF Russia 2007-1 standen mit € 18.764 Tausend (2010: € 53.178 Tausend) zu Buche. Die Verringerung der Buchwerte erklärt sich im Wesentlichen aus dem Abreifen der Kundenkreditvolumina in Originalwährung sowie aus den Veränderungen der Währungskurse zwischen US-Dollar und Euro. Innerhalb von 1 Jahr reiften die Kundenkreditvolumina in Originalwährung um € 34.414 Tausend ab. Die Möglichkeit zur Auffüllung bereits abgereifter Volumina wurde dabei nicht mehr wahrgenommen.

Die im Rahmen der synthetischen Verbriefungen ROOF CEE 2006-1 nicht ausgebuchten Forderungen beliefen sich zum Jahresende 2011 auf € 162.480 Tausend (2010: € 392.616 Tausend). Die Differenz im Vergleich zum Transaktionsbeginn ergibt sich hier ebenfalls aus dem seither erfolgten Abreifen der Volumina und aus Wechselkursschwankungen.

in € Tausend Forderungsverkäufer bzw.
Sicherungsnehmer
Ab
schluss
Ende der
Laufzeit
Volumen Portfolio Junior
Tranche
True Sale Transaction
ROOF Poland 2008- 1
Raiffeisen-Leasing Polska S.A.,
Warschau (PL)
Jänner
2008
Dezember
2014
290.000 Fahrzeug
leasing
1,3 %
True Sale Transaction
ROOF Russia 2007- 1
ZAO Raiffeisenbank, Moskau (RUS) Mai
2007
Mai 2017 297.000 Kfz
kredite
1,9 %
Synthetic Transaction
ROOF CEE 2006- 1
Raiffeisen Bank Polska S.A., Warschau (PL)
Raiffeisenbank a.s., Prag (CZ)
März
2006
März 2019 450.000 Firmen
kredite
1,8 %

Nachstehende Transaktionen mit externen Vertragspartnern wurden bis dato durchgeführt, wobei die angeführten Werte jeweils das Transaktionsvolumen zum Zeitpunkt des Transaktionsabschlusses darstellen:

RBI als Investor

Neben der oben erwähnten besonderen Form der Refinanzierung und Platzierung von Risiken aus Krediten oder Leasingverträgen ist die RBI auch als Investor in ABS-Strukturen tätig. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Investments in so genannte Structured Credit Products. Im Lauf des Geschäftsjahres 2011 kam es hier durch Marktpreisveränderungen zu einem negativen Bewertungsergebnis von rund € 2 Millionen (2010: positives Ergebnis von € 9 Millionen).

Zum 31. Dezember 2011 hatte die RBI folgendes Gesamtexposure an strukturierten Produkten (exklusive CDS):

in € Tausend Aktuelles Nominale Buchwert
Asset-Backed Securities (ABS) 88.081 88.070
Mortgage-Backed Securities (MBS) 255.093 250.939
Collateralized Debt Obligation (CDO) 143.843 26.243
Sonstige 29.504 1.004
Gesamt 516.521 366.255

Zum 31. Dezember 2010 hatte sich das RBI Gesamtexposure an strukturierten Produkten (exklusive CDS) wie folgt dargestellt:

in € Tausend Aktuelles Nominale Buchwert
Asset-Backed Securities (ABS) 145.907 145.725
Mortgage-Backed Securities (MBS) 190.193 180.618
Collateralized Debt Obligation (CDO) 394.519 148.477
Sonstige 29.203 1.466
Gesamt 759.821 476.285

(40) Pensionsgeschäfte

Zum 31. Dezember bestanden folgende Rücknahme- bzw. Rückgabeverpflichtungen:

in € Tausend 2011 2010
Echte Pensionsgeschäfte als Pensionsgeber (Repurchase Agreement)
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.548.670 4.976.815
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 3.719.912 1.342.934
Gesamt 5.268.582 6.319.750
in € Tausend 2011 2010
Echte Pensionsgeschäfte als Pensionsnehmer (Reverse Repurchase Agreement)
Forderungen an Kreditinstitute 3.577.362 1.457.117
Forderungen an Kunden 1.468.720 110.791
Gesamt 5.046.083 1.567.908
in € Tausend 2011 2010
In Pension gegebene Wertpapiere 4.801.503 5.415.578
davon weiterverkauft bzw. verpfändet 4.742.840 5.355.684
davon wiederum Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 4.607.688 5.355.684
In Pension genommene Wertpapiere 4.851.646 1.483.131
davon Recht des Pensionsnehmers auf Wiederverkauf bzw. Verpfändung 1.485.715 57.059
davon wiederum Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 1.453.894 56.433
davon wiederum Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 31.326 0
davon wiederum Forderungen 495 626

Im Rahmen von Wertpapierleihgeschäften wurden Wertpapiere in Höhe von € 1.053.999 Tausend (2010: € 973.283 Tausend) entliehen und Wertpapiere in Höhe von € 2.335.047 Tausend (2010: 3.912.527 Tausend) verliehen.

(41) Als Sicherheit übertragene Vermögenswerte

Die folgenden Verbindlichkeiten sind durch in der Bilanz ausgewiesene Vermögenswerte besichert:

in € Tausend 2011 2010
Verbindlichkeiten an Kreditinstitute 5.092.553 8.145.418
Verbindlichkeiten an Kunden 157.652 111.290
Verbriefte Verbindlichkeiten 0 21.802
Übrige Passiva 154.992 157.208
Eventualverbindlichkeiten und Kreditrisiken 1.266 2.232
Gesamt 5.406.464 8.437.949

Folgende Vermögenswerte wurden als Sicherheiten für diese Verbindlichkeiten zur Verfügung gestellt:

in € Tausend 2011 2010
Forderungen an Kreditinstitute 3.569.940 4.126.775
Forderungen an Kunden 1.366.315 2.632.093
Handelsaktiva 285.047 647.692
Wertpapiere und Beteiligungen 2.581.263 2.032.816
Gesamt 7.802.565 9.439.376

(42) Finanzierungsleasing

in € Tausend 2011 2010
Bruttoinvestitionswert 3.469.649 3.466.303
Mindest-Leasingzahlungen 3.469.649 3.463.930
Bis 3 Monate 425.202 437.505
3 Monate bis 1 Jahr 840.204 882.153
1 Jahr bis 5 Jahre 1.852.608 1.769.251
Über 5 Jahre 351.635 375.021
Nicht garantierte Restwerte 0 2.373
Unrealisierter Finanzertrag 476.184 407.330
Bis 3 Monate 48.394 49.796
3 Monate bis 1 Jahr 116.918 114.246
1 Jahr bis 5 Jahre 249.014 203.685
Über 5 Jahre 61.858 39.603
Nettoinvestitionswert 2.993.465 3.058.973

Die Wertberichtigungen auf uneinbringliche Mindestleasingzahlungen beliefen sich zum 31. Dezember 2011 auf € 61.205 Tausend (2010: € 39.958 Tausend).

Die im Rahmen des Finanzierungsleasings finanzierten Vermögenswerte verteilen sich wie folgt:

in € Tausend 2011 2010
Kraftfahrzeugleasing 1.791.830 1.814.022
Immobilienleasing 581.392 587.099
Mobilienleasing 620.242 657.852
Gesamt 2.993.465 3.058.973

(43) Operating Leasing

Operating Leasing aus der Sicht als Leasinggeber

Die zukünftigen Leasingzahlungen im Rahmen unkündbarer operativer Leasingverträge stellen sich wie folgt dar:

in € Tausend 2011 2010
Bis 1 Jahr 41.670 46.961
1 Jahr bis 5 Jahre 66.907 64.388
Über 5 Jahre 66.499 84.068
Gesamt 175.075 195.417

Operating Leasing aus der Sicht als Leasingnehmer

Die zukünftigen Leasingzahlungen im Rahmen unkündbarer operativer Leasingverträge stellen sich wie folgt dar:

in € Tausend 2011 2010
Bis 1 Jahr 81.047 92.936
1 Jahr bis 5 Jahre 163.769 167.327
Über 5 Jahre 14.618 22.356
Gesamt 259.434 282.619

Risikobericht

(44) Risiken von Finanzinstrumenten

Aktives Risikomanagement stellt für die RBI eine Kernkompetenz dar. Um Risiken effektiv zu erkennen, einzustufen und zu steuern, entwickelt der Konzern sein umfassendes Risikomanagement permanent weiter. Das Risikomanagement ist ein integraler Bestandteil der Gesamtbanksteuerung und berücksichtigt neben den gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen insbesondere die Art, den Umfang und die Komplexität der Geschäfte sowie die daraus resultierenden Risiken. Der Risikobericht erläutert die Grundsätze und die Organisation des Risikomanagements und stellt die aktuelle Risikoposition für alle materiellen Risiken dar.

Grundsätze des Risikomanagements

Die RBI verfügt über ein System von Risikoprinzipien sowie Risikomessungs- und Überwachungsverfahren. Sie alle dienen dem Ziel, die wesentlichen Risiken aller Banken und Spezialgesellschaften des Konzerns zu kontrollieren und zu steuern. Die Risikopolitik und die Grundsätze des Risikomanagements werden vom Vorstand der RBI festgelegt. Zu den Risikogrundsätzen gehören dabei u. a. folgende Prinzipien:

  • Integriertes Risikomanagement: Kredit- und Länderrisiken, Markt- und Liquiditätsrisiken sowie operationelle Risiken werden als Hauptrisiken konzernweit gesteuert. Dazu werden diese Risiken gemessen, limitiert, aggregiert und den verfügbaren Risikodeckungsmassen gegenübergestellt.
  • Einheitliche Methoden: Um einen konsistenten und kohärenten Risikomanagement-Ansatz zu gewährleisten, werden konzernweit einheitliche Methoden zur Risikobeurteilung und -limitierung eingesetzt. Dieses Vorgehen ist effizient für die Entwicklung von Risikomanagement-Methoden und bildet die Grundlage für eine einheitliche Konzernsteuerung in allen Ländern und Geschäftssegmenten der RBI.
  • Laufende Planung: Die Risikostrategien und das Risikokapital werden während des jährlichen Budgetierungs- und Planungsprozesses überarbeitet und bewilligt. Wesentliches Augenmerk wird dabei auf die Vermeidung von Risikokonzentrationen gelegt.
  • Unabhängige Kontrolle: Es besteht eine klare personelle und funktionale Trennung zwischen den Geschäfts- und allen Risikomanagement- und Risikocontrolling-Aktivitäten.
  • Vor- und Nachkalkulation: Risiken werden konsistent im Rahmen des Produktvertriebs und in der risikoadjustierten Performancemessung berücksichtigt. Damit wird sichergestellt, dass Geschäfte grundsätzlich nur unter Berücksichtigung des Risiko-Ertrags-Verhältnisses abgeschlossen und Anreize zum Eingehen hoher Risiken vermieden werden.

Im Einklang mit diesen Grundsätzen werden von den Risikomanagement-Einheiten des Konzerns detaillierte Risikostrategien ausgearbeitet, die diese allgemeinen Richtlinien in konkrete Risikoziele und spezifische Standards überführen. Die übergeordnete Gesamtbank-Risikostrategie leitet sich dabei aus der Geschäftsstrategie des Konzerns ab und ergänzt diese um risikorelevante Gesichtspunkte zur geplanten Geschäftsstruktur und zur strategischen Entwicklung. Diese Aspekte umfassen z. B. strukturelle Limits oder Kapitalquotenziele, die in der Budgetierung und im Rahmen der Geschäftsentscheidungen eingehalten werden müssen. Weitere spezifische Ziele für die einzelnen Risikokategorien werden in Detail-Risikostrategien festgelegt. So definiert die Kreditrisikostrategie der RBI z. B. Kreditportfoliolimits für einzelne Länder und Segmente und regelt die Kompetenzordnung für Einzelkreditentscheidungen.

Organisation des Risikomanagements 210 Konzernabschluss

Der Vorstand der RBI stellt die angemessene Organisation und die Weiterentwicklung des Risikomanagements sicher. Er entscheidet über die angewendeten Verfahren zur Identifikation, Messung und Überwachung der Risiken und trifft Steuerungsmaßnahmen anhand der erstellten Auswertungen und Analysen. Bei der Erfüllung dieser Aufgaben wird der Vorstand durch unabhängige Risikomanagement-Einheiten sowie spezifische Komitees unterstützt. Organisation des Risikomanagements

Zusätzlich existieren in den verschiedenen rechtlichen Konzerneinheiten der RBI lokale Risikomanagement-Einheiten. Diese implementieren die Risikopolitik in den jeweiligen Risikokategorien und steuern das Geschäft innerhalb der genehmigten Risikobudgets, um die aus der Geschäftspolitik resultierenden Ziele zu erfüllen. Zu diesem Zweck überwachen sie die entstehenden Risiken mithilfe standardisierter Messmethoden und melden diese auch über definierte Reporting-Schnittstellen an zentrale Risi-Grundsätzlich erfolgt das Risikomanagement im Konzern auf mehreren Stufen. Die RBI AG entwickelt und implementiert die Konzepte in Abstimmung mit der RZB AG als übergeordnetes Kreditinstitut und in Zusammenarbeit mit den einzelnen Tochtereinheiten des Konzerns. Die zentralen Risikomanagement-Einheiten sind verantwortlich für die angemessene und geeignete Umsetzung des Risikomanagement-Prozesses. Sie legen dazu Konzernrichtlinien fest und definieren geschäftsspezifische Vorgaben, Werkzeuge und Vorgehensweisen für alle Gesellschaften des Konzerns.

Die im Bankwesengesetz geforderte Funktion des zentralen und unabhängigen Risikocontrollings wird durch den organisatorischen Bereich Risk Controlling ausgeübt. Dessen Aufgaben umfassen die Erstellung des konzernweiten und Risikokategorieübergreifenden Regelwerks zur Konzernrisikosteuerung und die unabhängige und neutrale Berichterstattung über das Risikoprofil an den Gesamtvorstand und die einzelnen Geschäftsbereichsverantwortlichen. Weiters werden hier das erforderliche Risiko-Zusätzlich existieren in den verschiedenen rechtlichen Konzerneinheiten der RBI lokale Risikomanagement-Einheiten. Diese implementieren die Risikopolitik in den jeweiligen Risikokategorien und steuern das Geschäft innerhalb der genehmigten Risikobudgets, um die aus der Geschäftspolitik resultierenden Ziele zu erfüllen. Zu diesem Zweck überwachen sie die entstehenden Risiken mithilfe standardisierter Messmethoden und melden diese auch über definierte Reporting-Schnittstellen an zentrale Risikomanagement-Einheiten.

Beurteilung der Angemessenheit der Kapitalausstattung berechnet. Die im Bankwesengesetz geforderte Funktion des zentralen und unabhängigen Risikocontrollings wird durch den organisatorischen Bereich Risk Controlling ausgeübt. Dessen Aufgaben umfassen die Erstellung des konzernweiten und Risikokategorieübergreifenden Regelwerks zur Konzernrisikosteuerung und die unabhängige und neutrale Berichterstattung über das Risikoprofil an den Gesamtvorstand und die einzelnen Geschäftsbereichsverantwortlichen. Weiters werden hier das erforderliche Risikokapital für die unterschiedlichen Geschäftseinheiten ermittelt und der Ausnutzungsgrad der festgelegten Risikokapitalbudgets zur Beurteilung der Angemessenheit der Kapitalausstattung berechnet.

Risikokomitees

Das Risk Management Committee ist für die laufende Weiterentwicklung und Implementierung der Methoden und Parameter zur Risikomessung und die Verfeinerung der Steuerungsinstrumente zuständig. Dieses Komitee beurteilt auch die aktuelle Risikosituation unter Berücksichtigung einer angemessenen Kapitalausstattung und der entsprechenden Risikolimits. Es bewilligt die verschiedenen Risikomanagement- und -steuerungs-Aktivitäten (wie z. B. die Allokation von Risikobudgets) und unterstützt den Vorstand bei diesen Tätigkeiten.

Das Market Risk Committee steuert das Marktrisiko aus Handels- und Bankbuchgeschäften und legt die entsprechenden Limits und Verfahren fest. In diese Steuerung fließen insbesondere die Geschäftsergebnisse, die ermittelten Risiken und die gemessene Limitauslastung sowie die Ergebnisse aus Szenarioanalysen und Stresstests betreffend Marktrisiken ein.

Die Credit Committees setzen sich aus Vertretern der Bereiche Markt und Marktfolge zusammen, wobei sich die personelle Besetzung je nach Kundengruppe für Firmenkunden, Finanzinstitute, den öffentlichen Sektor sowie Retail unterscheidet. Sie beschließen die konkreten Kreditvergabekriterien für einzelne Kundensegmente und Länder und treffen im Rahmen des Kreditgenehmigungsprozesses und der rating- und volumenorientierten Kompetenzordnung alle sie betreffenden Kreditentscheidungen.

Das Group Asset/Liability Committee beurteilt und steuert das Bilanzstruktur- und Liquiditätsrisiko und legt die Methodik für das interne Transferpreissystem fest. Es nimmt in diesem Zusammenhang wesentliche Aufgaben betreffend die langfristige Refinanzierungsplanung sowie die Festlegung von Absicherungsmaßnahmen zu strukturellen Zins- und Währungsrisiken wahr.

In den Credit Portfolio Committees erfolgt die Definition der jeweiligen Kreditportfoliostrategie für die unterschiedlichen Kundensegmente. In diesen Komitees evaluieren Vertreter der Markt- und Risikomanagement-Einheiten gemeinsam die Risiken und Potenziale unterschiedlicher Kundengruppen (z. B. Industriezweige, Länder, Privatkundensegmente). Das Kreditportfoliomanagement entwickelt darauf aufbauend Kreditvergaberichtlinien und Limits zur zukünftigen Ausrichtung des Kreditportfolios.

Qualitätssicherung und Revision

Qualitätssicherung in Bezug auf Risikomanagement bedeutet die Sicherstellung der Integrität, Zuverlässigkeit und Fehlerfreiheit von Prozessen, Modellen, Berechnungsvorgängen und Datenquellen. Dies soll die Einhaltung aller rechtlichen Vorgaben seitens des Konzerns und die Erfüllung höchster Qualitätsanforderungen bei Risikomanagement-bezogenen Aktivitäten gewährleisten.

Die Koordination dieser Aspekte erfolgt durch den zentralen Bereich Organisation & Internal Control System, der das interne Kontrollsystem laufend analysiert und – falls daraus Anpassungsbedarf resultiert – auch für die Überwachung der Umsetzung verantwortlich ist.

Zwei wichtige Funktionen in der unabhängigen Prüfung werden durch die Fachbereiche Audit und Compliance wahrgenommen. Der Einsatz einer unabhängigen internen Revision ist eine gesetzliche Vorgabe und zentraler Bestandteil des internen Kontrollsystems. Die Revision überprüft periodisch die gesamten Geschäftsprozesse und trägt damit wesentlich zu deren Absicherung und Verbesserung bei. Die dazu erstellten Berichte sind direkt an den Vorstand der RBI adressiert und werden regelmäßig in dessen Sitzungen behandelt.

Das Compliance Office verantwortet alle Themenstellungen rund um die Einhaltung gesetzlicher Anforderungen in Ergänzung zum und als Bestandteil des internen Kontrollsystems. Es hilft damit, die Verletzung bestehender Regelungen in den täglichen Abläufen zu vermeiden.

Darüber hinaus wird im Rahmen der Jahresabschlussprüfung durch Wirtschaftprüfungsgesellschaften eine gänzlich unabhängige und objektive Prüfung frei von potenziellen Interessenkonflikten durchgeführt. Schließlich unterliegt die RBI auch der laufenden Überwachung durch die österreichische Finanzmarktaufsicht und die lokalen Aufsichtsbehörden jener Länder, in denen sie mit Filialen oder Tochtergesellschaften vertreten ist.

Konzern-Risikosteuerung

Die Sicherstellung einer angemessenen Kapitalausstattung ist eines der wesentlichen Ziele des Risikomanagements der RBI. Die erforderliche Kapitalausstattung wird dazu regelmäßig auf Basis des nach internen Modellen ermittelten Risikos beurteilt, wobei in der Wahl der verwendeten Modelle auf die Wesentlichkeit der Risiken Rücksicht genommen wird. Dieses Konzept der Konzern-Risikosteuerung berücksichtigt die Kapitalerfordernisse sowohl aus regulatorischer Sicht (Nachhaltigkeits- und Going-Concern-Perspektive) als auch unter einem ökonomischen Gesichtspunkt (Zielrating-Perspektive). Es entspricht damit dem quantitativen Verfahren zur Beurteilung der Angemessenheit der internen Kapitalausstattung (ICAAP), wie in Säule 2 von Basel II gefordert. Der gesamte ICAAP-Prozess der RBI wird jährlich im Rahmen der aufsichtsrechtlichen Evaluierung der RZB-Kreditinstitutsgruppe durch die österreichische Finanzmarktaufsicht geprüft.

Ziel Risiko Messmethode Konfidenzniveau
Zielrating
Perspektive
Risiko, die Forderungen
vorrangiger Gläubiger
des Konzerns nicht
bedienen zu können
Der unerwartete Verlust für den
Risikohorizont von einem Jahr
("ökonomisches Kapital") darf den
aktuellen Wert des Eigenkapitals und
nachrangiger Kapitalformen nicht
überschreiten
99,95 Prozent abgeleitet von
der Ausfallwahrscheinlichkeit
des angestrebten Ratings
Going-Concern
Perspektive
Risiko, das
aufsichtsrechtliche
Kapitalerfordernis zu
unterschreiten
Die Risikotragfähigkeit (erwarteter
Gewinn und nicht für
aufsichtsrechtliche Zwecke
gebundenes Kapital) muss den Value
at-Risk (Risikohorizont: 1 Jahr) des
Konzerns übersteigen
99 Prozent – spiegelt die
Bereitschaft der Eigentümer
wider, zusätzliche Eigenmittel
zur Verfügung zu stellen
Nachhaltigkeits
Perspektive
Risiko, eine nachhaltige
Kernkapitalquote über
den Konjunkturzyklus
hinweg zu unterschreiten
Kapital- und Ertragsprognose für die
dreijährige Planungsperiode bei
Annahme eines signifikanten
makroökonomischen Abschwungs
70- 90 Prozent – basierend auf
der Managemententscheidung,
potenziell temporäre
Risikoreduktionen oder
stabilisierende Eigenkapital
maßnahmen vorzunehmen

Dieses Konzept der Konzern-Risikosteuerung erfüllt auch die Vorgabe der Implementierung eines Verfahrens zur Beurteilung der Angemessenheit der internen Kapitalausstattung (ICAAP), wie in Basel II (Säule 2) gefordert.

Zielrating-Perspektive

In der Zielrating-Perspektive werden Risiken durch das ökonomische Kapital gemessen, das eine vergleichbare Risikokennzahl für alle Risikoarten darstellt. Es wird als die Summe von unerwarteten Verlusten aus den Geschäften aller Konzerneinheiten in den unterschiedlichen Risikokategorien (Kredit-, Beteiligungs-, Markt- und operationelles Risiko) berechnet. Zusätzlich fließt auf Konzernebene ein allgemeiner Puffer für andere Risikoarten ein, die nicht explizit quantifiziert werden.

Die RBI wendet zur Berechnung des ökonomischen Kapitals ein Konfidenzniveau von 99,95 Prozent an, das sich aus der

Anteil der einzelnen Risikoarten am ökonomischen Kapital per 31. Dezember 2011

Ausfallwahrscheinlichkeit des angestrebten Ratings ableitet. Ziel der Berechnung des ökonomischen Kapitals ist die Ermittlung jenes Kapitals, das für die Bedienung aller Ansprüche von Kunden und Kreditoren auch bei einem derart seltenen Verlustereignis erforderlich wäre.

Im Jahresverlauf reduzierte sich das ökonomische Kapital der RBI um rund 6 Prozent. Es zeigt – wie auch im letzten Jahr –, dass das größte Risiko der RBI im Kreditrisiko der Forderungsklasse Firmenkunden liegt, das 39 Prozent zum Gesamtrisiko beiträgt. Insgesamt sind Kreditrisiken für 74 Prozent des ökonomischen Kapitals verantwortlich. Für das Marktrisiko liegt der Anteil bei 7 Prozent, für das operationelle Risiko bei 9 Prozent. Zusätzlich wird ein genereller Risikopuffer für andere Risiken aufgeschlagen.

Dem ökonomischen Kapital steht das interne Kapital gegenüber, das hauptsächlich das Eigen- und Nachrangkapital des Konzerns umfasst und im Verlustfall als primäre Risikodeckungsmasse für die Bedienung von Verpflichtungen gegenüber vorrangigen Gläubigern dient. Die gesamte Ausnutzung des zur Verfügung stehenden Risikokapitals (das Verhältnis von ökonomischem zu internem Kapital) betrug zum Jahresultimo 62,7 Prozent (2010: 74,2 Prozent).

In der Allokation des Risikokapitals per 31. Dezember 2011 wird mit rund 30 Prozent (2010: 26 Prozent) der

Regionale Allokation des ökonomischen Kapitals nach Sitz der Konzerneinheit Regionale Allokation des ökonomischen Kapitals nach Sitz der Konzerneinheit

größte Anteil des ökonomischen Kapitals durch Konzerneinheiten in Zentraleuropa beansprucht, und zwar v. a. durch die Netzwerkbanken in der Tschechischen und der Slowakischen Republik, die durch ihr hohes Kreditvolumen wesentlich zum Gesamtrisiko beitragen.

Das ökonomische Kapital dient als wichtiges Instrument der Konzern-Risikosteuerung. Limits für das ökonomische Kapital werden dazu im jährlichen Budgetierungsprozess auf die einzelnen Geschäftsbereiche aufgeteilt und für die operative Steuerung durch Volumen-, Sensitivitäts- oder Value-at-Risk-Limits ergänzt. Diese Planung erfolgt in der RBI jeweils für drei Jahre auf revolvierender Basis und bezieht sich sowohl auf die zukünftige Entwicklung des ökonomischen Kapitals als auch auf das zur Verfügung stehende interne Kapital. Das ökonomische Kapital wirkt sich somit wesentlich auf die Planung der zukünftigen Kreditvergabe und das Gesamtlimit für Marktrisiken aus.

Auch die risikoadjustierte Performancemessung basiert auf diesem Risikomaß. Dabei wird der Ertrag einer Geschäftseinheit in Relation zum ökonomischen Kapital gesetzt, das dieser Einheit zuzurechnen ist (Verhältnis von risikoadjustiertem Ertrag zu risikoadjustiertem Kapital, RORAC). Dies ergibt eine vergleichbare Performance-Kennzahl für alle Geschäftseinheiten des Konzerns, die wiederum als Kennzahl in der Gesamtbanksteuerung, der diesbezüglichen zukünftigen Kapitalallokation und der Vergütung für Geschäftsleiter des Konzerns Berücksichtigung findet.

Going-Concern-Perspektive

Parallel zu dieser Betrachtung erfolgt die Beurteilung der angemessenen Kapitalausstattung mit Fokus auf den Fortbestand des Konzerns auf Basis des Going-Concern-Prinzips. Hier wird das Risiko wiederum einer entsprechenden Risikotragfähigkeit – mit Blick auf das regulatorische Eigenkapital- und Eigenmittelerfordernis – gegenübergestellt.

Dem Absicherungsziel folgend, werden erwartete Gewinne, erwartete Risikovorsorgen und überschüssige Eigenmittel (unter Berücksichtigung der diversen Anrechnungsgrenzen) zur Risikotragfähigkeit gezählt. Dem wird ein Value-at-Risk (inkl. erwarteter Verluste) gegenübergestellt, dessen Berechnung auf vergleichbaren Verfahren (mit geringerem Konfidenzniveau von 99 Prozent) wie den in der Zielrating-Perspektive angewendeten beruht. Mit diesem Ansatz sichert der Konzern die ausreichende Kapitalisierung aus regulatorischer Sicht (Going Concern) mit dem gewünschten Wahrscheinlichkeitsniveau ab.

Die internen Ziele für regulatorische Kapitalquoten sind bewusst höher gesteckt als die gesetzlichen Vorgaben, um die gesetzlichen Mindest-Eigenmittelerfordernisse stets einhalten zu können und zusätzlich andere Risiken abzudecken, die aufsichtsrechtlich nicht quantifiziert werden. Die regulatorischen Kapitalerfordernisse werden dabei auf Konzernebene nach den österreichischen Rechtsvorschriften ermittelt. Zusätzliche Mindestkapitalisierungsvorschriften für einzelne Konzerneinheiten auf lokaler Ebene können durch geeignete Bilanzstrukturmaßnahmen erfüllt werden.

Im Jahr 2011 wurde dieses Absicherungsziel auf Konzernebene laufend übererfüllt. Die leichte Reduktion der Risikotragfähigkeit bis in das dritte Quartal erklärt sich hauptsächlich aus der regulatorischen Behandlung des erwirtschafteten Jahresgewinns. Dieser wird erst mit Prüfung des Jahresabschlusses (nach Abzug geplanter Dividendenausschüttungen) als Teil der regulatorischen Eigenmittel angerechnet und erhöht somit erst wieder im Dezember die Risikotragfähigkeit. Die regulatorischen Eigenmittelerfordernisse stiegen jedoch insbesondere durch die Ausweitung der Kreditvergabe schon in den Monaten davor.

Nachhaltigkeits-Perspektive

Die Nachhaltigkeitsperspektive soll sicherstellen, dass die RBI am Ende der mehrjährigen Planungsperiode auch in einem sich unerwartet verschlechternden makroökonomischen Umfeld über eine ausreichend hohe Kernkapitalquote verfügt. Die Analyse basiert hier auf einem mehrjährig angelegten makroökonomischen Stresstest, in dem hypothetische Marktentwicklungen bei einem signifikanten, aber realistischen wirtschaftlichen Abschwung simuliert werden. Als Risikoparameter kommen dabei u. a. Zinskurven, Wechselkurse und Wertpapierkurse, aber auch Änderungen der Ausfallwahrscheinlichkeit bzw. Rating-Migrationen im Kreditportfolio zum Einsatz.

Das Hauptaugenmerk dieses integrierten Stresstests gilt der resultierenden Kernkapitalquote am Ende der mehrjährigen Betrachtung. Diese soll einen nachhaltigen Wert nicht unterschreiten und somit keine Notwendigkeit für substanzielle Kapitalerhöhungen oder tiefgehende Einschränkungen des Geschäftsvolumens darstellen. Die aktuell erforderliche Kernkapitalausstattung resultiert damit aus dem wirtschaftlichen Rückschlagpotenzial. In das unterstellte Abschwungszenario fließen dabei sowohl die Bildung von notwendigen Risikovorsorgen und potenzielle prozyklische Effekte (durch welche die regulatorischen Kapitalerfordernisse ansteigen) als auch Fremdwährungseffekte und sonstige Bewertungs- und Ertragskomponenten ein.

Diese Perspektive ergänzt somit die sonst übliche Risikomessung auf Basis des Value-at-Risk-Konzepts (das im Wesentlichen auf historischen Daten beruht). Dadurch können auch außergewöhnliche und in der Vergangenheit nicht beobachtbare Marktsituationen abgedeckt und potenzielle Auswirkungen dieser Entwicklungen abgeschätzt werden. Der Stresstest ermöglicht auch die Analyse von Risikokonzentrationen (z. B. in Einzelpositionen, Wirtschaftszweigen oder Regionen) und erlaubt einen Einblick in die Profitabilität, Liquidität und Solvabilität bei außergewöhnlichen Umständen. Das Risikomanagement der RBI steuert darauf aufbauend aktiv die Portfoliodiversifikation, z. B. durch Obergrenzen für das Gesamtexposure in einzelnen Wirtschaftszweigen und Ländern oder durch eine laufende Anpassung der entsprechenden Kreditvergabestandards.

Kreditrisiko

Das Kreditrisiko der RBI betrifft vornehmlich Ausfallrisiken, die sich aus Geschäften mit Privat- und Firmenkunden, anderen Banken und öffentlichen Kreditnehmern ergeben. Es ist die mit Abstand wichtigste Risikokategorie für die RBI, wie auch aus dem internen und regulatorischen Kapitalerfordernis ersichtlich ist. Kreditrisiken werden folglich im Konzern sowohl auf Einzelkredit- und Kundenbasis als auch auf Portfoliobasis überwacht und analysiert. Grundlage für die Kreditrisikosteuerung und Kreditentscheidung sind die Kreditrisikopolitik, die Kreditrisikohandbücher und die zu diesem Zweck entwickelten Kreditrisiko-Management-Methoden und -Prozesse.

Das interne Kontrollsystem für Kreditrisiken umfasst verschiedene Formen von Überwachungsmaßnahmen, die unmittelbar in die zu überwachenden Arbeitsabläufe integriert sind – vom Kreditantrag des Kunden über die Kreditentscheidung der Bank bis hin zur Rückzahlung des Kredits.

Kreditentscheidungsprozess

Im Non-Retail-Bereich erfolgt keine Kreditvergabe, ohne zuvor den Kreditentscheidungsprozess durchlaufen zu haben. Dieser Prozess wird – neben der Vergabe von Neukrediten – auch für Krediterhöhungen, Prolongationen, Überziehungen und bei Änderung risikorelevanter Sachverhalte angewendet, die der ursprünglichen Kreditentscheidung zugrunde lagen (z. B. wirtschaftliche Situation des Kreditnehmers, Verwendungszweck oder Sicherheiten). Er gilt auch für die Festlegung von Kreditnehmer-bezogenen Limits für Handels- und Emissionsgeschäfte, sonstige mit Kreditrisiko behaftete Limits und Beteiligungen.

Kreditentscheidungen werden je nach Größe und Art des Kredits anhand einer hierarchischen Kompetenzordnung gefällt. Für individuelle Kreditentscheidungen und die turnusmäßige Beurteilung der Adressenausfallrisiken sind dabei immer die Zustimmung der Bereiche Markt und Marktfolge einzuholen. Für den Fall voneinander abweichender Voten der einzelnen Kompetenzträger sieht die Kompetenzordnung ein Eskalationsverfahren in die nächsthöhere Kompetenzstufe vor.

Der gesamte Kreditentscheidungsprozess wird auf Basis einheitlich definierter Prinzipien und Richtlinien durchgeführt. Die Geschäftsbeziehungen zu multinationalen Kunden, die gleichzeitig Transaktionen mit mehreren Einheiten des Konzerns abwickeln, werden z. B. durch das Global Account Management System unterstützt. Dies wird durch die konzernweit eindeutige Identifikation von Kunden im Non-Retail-Bereich ermöglicht.

Die Kreditentscheidung im Retail-Bereich erfolgt angesichts der hohen Stückzahl und geringeren Forderungshöhe stärker automatisiert. Kreditanträge werden dabei vielfach in zentralen Bearbeitungsstellen anhand von Credit Scorecards beurteilt und freigegeben. Der Prozess wird durch entsprechende IT-Systeme unterstützt.

Kreditportfoliomanagement

Das Kreditportfolio der RBI wird u. a. anhand der Portfoliostrategie gesteuert. Diese begrenzt die Kreditvergabe in unterschiedlichen Ländern, Wirtschaftszweigen oder Produkttypen und vermeidet dadurch unerwünschte Risikokonzentrationen. Darüber hinaus werden laufend die langfristigen Entwicklungschancen in den einzelnen Märkten analysiert. Dies ermöglicht es, schon frühzeitig strategische Weichenstellungen in Bezug auf das künftige Kreditengagement vorzunehmen.

Die folgende Tabelle zeigt eine Überleitung von Bilanzposten (Bank- und Handelsbuchbestände) zum gesamten Kreditobligo, das für die Portfoliosteuerung herangezogen wird. Dieses umfasst sowohl bilanzielle als auch außerbilanzielle Kreditexposures vor Anwendung von Gewichtungsfaktoren und stellt somit den maximalen Forderungswert dar. Nicht enthalten sind Effekte der Kreditrisikominderung wie z. B. persönliche und dingliche Sicherheiten, die in der Gesamtbeurteilung des Kreditrisikos ebenfalls berücksichtigt werden. Dieser Forderungsbegriff wird auch – sofern nicht explizit anders angegeben – in den nachfolgenden Tabellen des Risikoberichts verwendet. Die Ursachen für Unterschiede zwischen den Größen der internen Portfoliosteuerung und der externen Rechnungslegung liegen in abweichenden Konsolidierungskreisen (regulatorisch versus IFRS, also unternehmensrechtlich), unterschiedlichen Abgrenzungen des Kreditvolumens sowie unterschiedlichen Bewertungsvorschriften.

Überleitung der Zahlen aus dem IFRS-Konzernabschluss zum gesamten Kreditobligo (nach Basel II)

in € Tausend 2011 20101
Barreserve 9.347.721 4.806.891
Forderungen an Kreditinstitute 25.748.044 21.532.406
Forderungen an Kunden 81.576.235 75.657.061
Handelsaktiva 10.616.671 8.068.393
Derivative Finanzinstrumente 1.404.809 1.488.036
Wertpapiere und Beteiligungen 15.836.862 19.246.754
Sonstige Aktiva 239.822 227.152
Eventualverbindlichkeiten 13.280.487 11.855.528
Kreditrisiken 12.624.734 11.755.884
Widerrufliche Kreditzusagen 14.847.947 11.992.462
Bewertungs- und Ausweisunterschiede 1.176.923 1.683.746
Gesamt 186.700.256 168.314.313

1 Adaptierung des Vorjahres aufgrund geänderter Zuordnung. 2

Bilanzposten enthalten nur Kreditrisikoanteile

Die detaillierte Analyse des Kreditportfolios erfolgt anhand der Unterteilung in Ratingstufen. Das Kundenrating erfolgt dabei für die unterschiedlichen Forderungsklassen getrennt. Für die Bonitätsbeurteilung werden dafür jeweils interne Risikoklassifizierungsverfahren (Rating- und Scoringmodelle) eingesetzt, die auch zentral validiert werden. Die Ausfallwahrscheinlichkeiten für unterschiedliche Ratingsstufen werden nach Geschäftssegmenten getrennt ermittelt. Wahrscheinlichkeiten der gleichen ordinalen Ratingeinstufung (z. B. 1,5 für Firmenkunden, A3 für Kreditinstitute und A3 für den öffentlichen Sektor) sind daher zwischen den Segmenten nicht direkt vergleichbar.

Die Ratingmodelle in den wesentlichen Non-Retail-Segmenten – Firmenkunden, Kreditinstitute und öffentlicher Sektor – sind konzernweit einheitlich und sehen jeweils 10 Bonitätsstufen vor. Scorecards für Retail-Forderungsklassen werden länderspezifisch nach konzernweit einheitlichen Richtlinien erstellt. Sowohl für die Ratingerstellung als auch für die Validierung stehen entsprechende Softwareinstrumente (z. B. Unternehmensbewertung, Rating- und Ausfall-Datenbank) zur Verfügung.

Kreditportfolio – Firmenkunden

Das interne Ratingmodell für Firmenkunden berücksichtigt sowohl qualitative Faktoren als auch verschiedene Geschäfts- und Gewinnkennzahlen (z. B. Zinsendeckung, EBT-Marge, EBTDA-Marge, Eigenkapitalquote, Gesamtkapitalrentabilität, Schuldentilgungsdauer), die für unterschiedliche Branchen und Rechnungslegungsstandards angepasst wurden.

Die nachstehende Tabelle zeigt das Kreditobligo nach internem Rating für Firmenkunden (Großkunden und Small Business). Für die Gesamtbeurteilung des Kreditrisikos sind zusätzlich Sicherheiten und Erlösquoten bei Ausfall zu berücksichtigen:

in € Tausend 2011 Anteil 2010 Anteil
0,5 Minimales Risiko 1.266.170 1,4% 1.171.229 1,4 %
1,0 Ausgezeichnete Bonität 7.899.653 8,9% 7.642.774 9,4 %
1,5 Sehr gute Bonität 8.938.731 10,0 % 7.729.205 9,6 %
2,0 Gute Bonität 12.745.701 14,3 % 9.959.642 12,3 %
2,5 Solide Bonität 15.629.626 17,5 % 11.205.972 13,8 %
3,0 Akzeptable Bonität 14.551.590 16,3 % 12.313.993 15,2 %
3,5 Erhöhtes Risiko 12.505.943 14,0 % 13.182.943 16,3 %
4,0 Schwache Bonität/Substandard 6.384.399 7,2% 7.663.581 9,5 %
4,5 Sehr schwache Bonität/ausfallgefährdet 3.803.250 4,3% 4.282.039 5,3 %
5,0 Ausfall 4.609.661 5,2% 4.287.339 5,3 %
NR Nicht geratet 831.022 0,9% 1.472.076 1,8 %
Gesamt 89.165.748 100,0% 80.910.794 100,0%

Das gesamte Kreditobligo für Firmenkunden betrug zum Jahresende 2011€ 89.165.748 Tausend. Das größte Segment ist Group Corporates mit € 37.283.636 Tausend, gefolgt von Zentraleuropa mit € 18.649.280 Tausend und Südosteuropa mit € 11.230.092 Tausend. Der Rest verteilt sich auf Russland mit € 10.795.370 Tausend, GUS Sonstige mit € 4.093.986 Tausend, Group Markets mit € 6.185.496 Tausend und Corporate Center mit € 927.888 Tausend.

Die durchschnittliche Bonität des Kommerzkunden-Kreditportfolios verbesserte sich im Berichtszeitraum stark. So reduzierte sich der Anteil von Forderungen mit erhöhtem Kreditrisiko oder noch schwächerer Bonität um 5,6 Prozentpunkte auf 25,5 Prozent. Im Gegenzug stieg der Anteil der guten Bonitäten bis hin zu minimalem Risiko von 32,8 Prozent auf 34,6 Prozent. Diese Verbesserung resultiert einerseits aus der Bonitätssteigerung bestehender Kunden, bei denen die im Vergleich zu den Vorjahren bessere Konjunkturentwicklung (z. B. in der Ukraine) zu einer Anhebung des internen Ratings geführt hat. Andererseits spiegelt sich darin die aktive Steuerung des Kreditportfolios wider, auf deren Basis das Wachstum des Portfolios stark auf wirtschaftlich prosperierende Märkte wie z. B. Russland oder Asien ausgerichtet wird und Neukredite durch hohe Kreditvergabestandards überwiegend an Kunden mit guter Bonität vergeben werden. Das Segment Group Corporates weist im Jahresabstand den höchsten Exposure-Anstieg und gleichzeitig die geringste durchschnittliche Ausfallwahrscheinlichkeit auf. Aufgrund der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung in Ungarn (Bankenabgabe sowie Fremdwährungskonvertierung) ist das Firmenkunden-Exposure in Ungarn um € 282.051 Tausend gesunken.

Insgesamt erfolgte das Wachstum v. a. in den bevorzugten Branchen, z. B. nicht-zyklischen Konsumgütersektoren und der Energiewirtschaft. Das Wachstum in Branchen mit Kreditvergabebeschränkungen (z. B. Immobilien, Baugewerbe) fiel wesentlich schwächer aus.

Der Anteil der Klasse Ausfall gemäß Basel II (Rating 5,0) betrug 5,2 Prozent des Kreditobligos (€ 4.609.661 Tausend). Mit € 1.234.996 Tausend ist das Segment Zentraleuropa davon am stärksten betroffen. Knapp die Hälfte des nicht gerateten Kreditobligos beruhte auf Kleinkrediten. Das Volumen der nicht gerateten Forderungen gegenüber Firmenkunden wurde nach einer fusionsbedingten Erhöhung im Jahr 2010 wieder stark reduziert.

Nachstehende Tabelle stellt das gesamte Kreditobligo für Firmenkunden nach dem Letztrisiko gruppiert nach Regionen dar: Nachstehende Tabelle stellt das gesamte Kreditobligo für Firmenkunden nach dem Letztrisiko gruppiert nach Regionen dar:

in € Tausend 2011 Anteil 2010 Anteil
in € Tausend 2011 Anteil 2010 Anteil
Zentraleuropa 18.649.280 20,9 % 18.410.566 20,6 %
Zentraleuropa 18.649.280 20,9 % 18.410.566 20,6 %
Westeuropa 11.658.129 13,1 % 10.911.767 12,2 %
Westeuropa 11.658.129 13,1 % 10.911.767 12,2 %
Südosteuropa 11.230.092 12,6 % 11.330.339 12,7 %
Südosteuropa 11.230.092 12,6 % 11.330.339 12,7 %
Russland 10.795.370 12,1 % 9.614.875 10,8 %
Russland 10.795.370 12,1 % 9.614.875 10,8 %
Österreich 17.215.202 19,3 % 16.332.452 18,3 %
Österreich 17.215.202 19,3 % 16.332.452 18,3 %
GUS Sonstige 4.093.986 4,6 % 4.398.099 4,9 %
GUS Sonstige 4.093.986 4,6% 4.398.099 4,9 %
Asien 8.547.278 9,6 % 5.690.192 6,4 %
Asien 8.547.278 9,6% 5.690.192 6,4 %
Sonstige 6.976.412 7,8 % 4.222.704 4,7 %
Sonstige 6.976.412 7,8% 4.222.704 4,7 %
Gesamt 89.165.748 100,0% 80.910.994 90,7%
Gesamt 89.165.748 100,0% 80.910.994 90,7%

Die folgende Tabelle zeigt das gesamte Kreditobligo für Kommerzkunden und Projektfinanzierungen nach Branchenzugehörigkeit: Die folgende Tabelle zeigt das gesamte Kreditobligo für Kommerzkunden und Projektfinanzierungen nach Branchenzugehörigkeit:

in € Tausend 2011 Anteil 2010 Anteil
in € Tausend 2011 Anteil 2010 Anteil
Groß- und Einzelhandel 23.672.410 24,2 % 20.892.193 24,0 %
Groß- und Einzelhandel 23.672.410 24,2 % 20.892.193 24,0 %
Fertigung/Produktion 21.157.256 21,7 % 19.552.703 22,4 %
Fertigung/Produktion 21.157.256 21,7 % 19.552.703 22,4 %
Immobilien 10.417.753 10,7 % 12.387.219 14,2 %
Immobilien 10.417.753 10,7 % 12.387.219 14,2 %
Finanzintermediation 9.300.475 9,5 % 6.832.519 7,8 %
Finanzintermediation 9.300.475 9,5% 6.832.519 7,8 %
Bauwesen 7.323.572 7,5 % 4.906.941 5,6 %
Bauwesen 7.323.572 7,5% 4.906.941 5,6 %
Transport, Lagerung und Verkehr 3.680.616 3,8 % 4.799.418 5,5 %
Transport, Lagerung und Verkehr 3.680.616 3,8% 4.799.418 5,5 %
Sonstige Branchen 22.079.483 22,6 % 17.739.102 20,4 %
Sonstige Branchen 22.079.483 22,6 % 17.739.102 20,4 %
Gesamt 97.631.564 100,0% 87.110.094 100,0%
Gesamt 97.631.564 100,0% 87.110.094 100,0%

Kreditobligo Firmenkunden nach internem Rating und Segment Kreditobligo Firmenkunden nach internem Rating und Segment

in € Millionen

Für Projektfinanzierungen besteht ein 5-stufiges Ratingmodell, das sowohl die individuelle Ausfallwahrscheinlichkeit als auch die zur Verfügung stehenden Sicherheiten berücksichtigt. Die Zusammensetzung des Projektfinanzierungsvolumens stellt sich dabei wie folgt dar:

in € Tausend 2011 Anteil 2010 Anteil
6,1 Ausgezeichnete Projektbonität – sehr geringes Risiko 2.846.811 33,6 % 2.459.758 39,7 %
6,2 Gute Projektbonität – geringes Risiko 3.265.276 38,6 % 2.035.163 32,8 %
6,3 Ausreichende Projektbonität – mittleres Risiko 1.241.476 14,7 % 912.439 14,7 %
6,4 Schwache Projektbonität – hohes Risiko 675.624 8,0% 369.901 6,0 %
6,5 Ausfall 419.125 5,0% 365.215 5,9 %
NR Nicht geratet 17.504 0,2% 56.824 0,9 %
Gesamt 8.465.817 100,0% 6.199.300 100,0%

Das Kreditobligo der unter Projektfinanzierung ausgewiesenen Forderungen belief sich zum Jahresende 2011 auf € 8.465.817 Tausend. Mit über 72 Prozent machten hier die beiden besten Bonitätsstufen Ausgezeichnete Projektbonität – sehr geringes Risiko (Rating 6,1) und Gute Projektbonität – geringes Risiko (Rating 6,2) den Hauptanteil aus. Dies ist im Wesentlichen auf die hohe Gesamtbesicherung dieser Spezialfinanzierungen zurückzuführen. Der Anteil der nicht gerateten Finanzierungen verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr weiter auf 0,2 Prozent (€ 17.504 Tausend).

Kreditportfolio – Retail-Kunden

Die Forderungsklasse Retail-Kunden unterteilt sich in Privatpersonen sowie Klein- und Mittelbetriebe (KMU). Für Retail-Kunden wird ein duales Scoringsystem eingesetzt, das einerseits eine Erst- und Ad-hoc-Analyse anhand der Kundendaten und andererseits eine Verhaltensanalyse anhand der Kontendaten umfasst. Die folgende Tabelle zeigt die Retail-Forderungen der RBI.

in € Tausend 31.12.2011 Anteil 31.12.2010 Anteil
Retail-Kunden – Privatpersonen 20.778.317 89,0 % 20.301.385 88,3 %
Retail-Kunden – Klein- und Mittelbetriebe 2.567.762 11,0 % 2.687.265 11,7 %
Gesamt 23.346.079 100,0% 22.988.650 100,0%
davon notleidende Kredite 2.451.979 10,5 % 2.399.036 10,4 %
davon Einzelwertberichtigungen 1.498.552 6,4% 1.308.243 5,7 %
davon Portfolio-Wertberichtigungen 274.839 1,2% 353.230 1,5 %

Der Gesamtbetrag der Retail-Forderungen verteilt sich auf die Segmente der RBI wie folgt:

2011
in € Tausend
Zentraleuropa Südosteuropa Russland GUS Sonstige Group
Markets
Retail-Kunden – Privatpersonen 9.659.418 6.614.983 2.781.432 1.710.895 11.589
Retail-Kunden – Klein- und Mittelbetriebe 1.527.542 845.700 48.052 146.376 92
Gesamt 11.186.960 7.460.683 2.829.484 1.857.271 11.681
davon notleidende Kredite 929.489 576.045 211.753 729.067 1.403
davon Einzelwertberichtigungen 457.106 371.882 184.542 480.336 126
davon Portfolio-Wertberichtigungen 173.915 65.334 7.433 28.156 0
2010
in € Tausend
Zentraleuropa Südosteuropa Russland GUS Sonstige Group
Markets
Retail-Kunden – Privatpersonen 9.793.983 6.292.846 2.092.568 2.061.706 9.651
Retail-Kunden – Klein- und Mittelbetriebe 1.673.386 802.226 20.035 190.823 0
Gesamt 11.467.369 7.095.072 2.112.603 2.252.529 9.651
davon notleidende Kredite 918.913 544.086 212.068 717.988 196
davon Einzelwertberichtigungen 332.314 346.625 177.951 445.441 196
davon Portfolio-Wertberichtigungen 198.742 100.996 8.846 44.646 0

Im Vergleich zu 2010 verzeichnete das Retail-Kreditportfolio mit einem Volumen von insgesamt € 23.346.079 Tausend einen Anstieg von € 357.429 Tausend. Das größte Volumen wurde dabei mit € 11.186.960 Tausend im Segment Zentraleuropa ausgewiesen. Gegenüber dem Vorjahr zeigte sich hier allerdings ein Rückgang von € 280.409 Tausend, der hauptsächlich auf die negative Entwicklung des ungarischen Forint sowie des polnischen Zloty zurückzuführen war. An zweiter Stelle lag Südosteuropa mit € 7.258.423 Tausend. Gemessen am Vorjahr bedeutete dies einen Anstieg von € 163.351 Tausend auf, der v. a. auf einen Volumenanstieg im Privatkundenbereich in Rumänien zurückzuführen war.

Auch in Russland kam es bei den Privatkunden zu einem Volumenanstieg, und zwar um ein Drittel. Der Großteil davon entfiel auf Verbraucherkredite. Im Segment GUS Sonstige hingegen kam es bedingt durch die Hochinflation in Belarus zu einem Rückgang im Retail-Kreditportfolio.

Die folgende Tabelle zeigt das gesamte Kreditobligo gegenüber Retail-Kunden gegliedert nach Produkten:

in € Tausend 2011 Anteil 2010 Anteil
Hypothekenkredite 10.678.823 46% 11.308.761 49%
Verbraucherkredite 5.708.251 24% 5.217.686 23%
Kfz-Kredite 2.149.028 9% 2.055.963 9%
Kreditkarten 2.036.026 9% 1.635.330 7%
Überziehungen 1.754.043 8% 1.922.619 8%
SME Finanzierung 1.019.907 4% 848.291 4%
Gesamt 23.346.079 100% 22.988.650 100%
2011
in € Tausend
Zentraleuropa Südosteuropa Russland GUS Sonstige Group
Markets
Hypothekenkredite 6.063.036 2.770.691 935.647 909.450 0
Verbraucherkredite 1.589.928 2.651.948 900.104 564.619 1.653
Kfz-Kredite 1.116.266 477.156 466.680 88.926 0
Überziehungen 1.098.658 524.903 75.607 54.875 0
Kreditkarten 682.203 696.144 451.446 206.233 0
SME Finanzierung 636.869 339.842 0 33.168 10.028
Gesamt 11.186.960 7.460.684 2.829.484 1.857.271 11.681
2010
in € Tausend
Zentraleuropa Südosteuropa Russland GUS Sonstige Group
Markets
Hypothekenkredite 6.716.428 2.538.609 665.593 1.373.135 160
Verbraucherkredite 1.500.020 2.610.339 739.796 330.943 0
Kfz-Kredite 942.930 452.550 438.858 221.624 0
Überziehungen 1.362.217 536.725 42 16.637 6.998
Kreditkarten 649.646 548.257 255.602 179.332 2.493
SME Finanzierung 296.128 408.593 12.713 130.857 0
Gesamt 11.467.369 7.095.072 2.112.603 2.252.529 9.651

Der Anteil der Fremdwährungskredite am Retail-Portfolio lässt Rückschlüsse auf die mögliche Änderung von Ausfallquoten bei einer Wechselkursveränderung der lokalen Währung zu. Für die interne Einschätzung dieses Risikos werden neben dem Fremdwährungsanteil aber auch die bei der Kreditvergabe üblicherweise wesentlich strengeren Kreditvergaberichtlinien und die – in manchen Ländern – häufig fremdwährungskonformen Einkünfte der Kunden berücksichtigt.

in € Tausend 2011 Anteil 20101 Anteil
Euro 3.321.774 42,3% 3.011.385 35,3%
Schweizer Franken 2.903.199 37,0% 3.539.300 41,4%
US-Dollar 1.444.798 18,4% 1.740.966 20,4%
Andere Fremdwährungen 187.252 2,4% 250.566 2,9%
Kredite in Fremdwährungen 7.857.024 100,0% 8.542.217 100,0%
Anteil am Kreditvolumen 33,7% 37,2%

1 Adaptierung des Vorjahres aufgrund geänderter Zuordnung.

Bei Fremdwährungskrediten in Schweizer Franken und US-Dollar kam es zu einem Rückgang, während Euro-Kredite ein leichtes Plus verzeichneten. Nachstehende Tabelle stellt das Fremdwährungskreditobligo aus dieser Asset-Klasse nach Segmenten dar:

2011
in € Tausend
Zentraleuropa Südosteuropa Russland GUS Sonstige Group
Markets
Euro 378.652 2.926.908 5.503 10.711 0
Schweizer Franken 1.923.962 978.616 0 9 613
US-Dollar 7.131 4.251 313.059 1.119.376 981
Andere Fremdwährungen 17.640 164.017 0 156 5.440
Kredite in Fremdwährungen 2.327.386 4.073.791 318.562 1.130.252 7.034
Anteil am Kreditvolumen 20,8% 56,1% 11,3% 60,9% 60,2%
2010
in € Tausend
Zentraleuropa Südosteuropa Russland GUS Sonstige Group
Markets
Euro 317.662 2.423.713 10.143 14.298 0
US-Dollar 5.007 2.122 382.613 1.348.334 435
Schweizer Franken 2.410.560 638.081 0 104 1.273
Andere Fremdwährungen 27.701 222.612 0 248 0
Kredite in Fremdwährungen 2.760.930 3.286.528 392.756 1.362.984 1.708
Anteil am Kreditvolumen 24,1% 46,3% 18,6% 60,5% 17,7%

Kreditobligo Kreditinstitute nach internem Rating und Segment

in € Millionen

Kreditportfolio – Kreditinstitute

Die Forderungsklasse Kreditinstitute enthält in der Mehrzahl Banken und Wertpapierunternehmen. Das interne Ratingmodell für diese Finanzinstitute basiert auf einem Peer-Group-orientierten Ansatz, in dem sowohl qualitative als auch quantitative Informationen berücksichtigt werden. Das finale Rating für diese Kundengruppe ist durch das Länderrating des jeweiligen Heimatlandes begrenzt. Kreditportfolio – Kreditinstitute Die Forderungsklasse Kreditinstitute enthält in der Mehrzahl Banken und Wertpapierunternehmen. Das interne Ratingmodell für diese Finanzinstitute basiert auf einem Peer-Group-orientierten Ansatz, in dem sowohl qualitative als auch quantitative

Die nachfolgende Tabelle stellt das Kreditobligo an Kreditinstitute nach dem internen Rating dar. Die Ausfallwahrscheinlichkeiten in dieser Asset-Klasse werden aufgrund der geringen Anzahl an Kunden (beziehungsweise an beobachtbaren Ausfällen) in einzelnen Ratingstufen durch eine Kombination interner und externer Daten ermittelt. Heimatlandes begrenzt. Die nachfolgende Tabelle stellt das Kreditobligo an Kreditinstitute nach dem internen Rating dar. Die Ausfallwahrscheinlichkei-

einzelnen Ratingstufen durch eine Kombination interner und externer Daten ermittelt.
in € Tausend
2011 Anteil 2010 Anteil
A1 Ausgezeichnete Bonität 85.187 0,2% 245.698 0,8 %
A2 in € Tausend 2011 Anteil 2010 Anteil
Sehr gute Bonität 3.409.172 8,8% 2.172.623 6,7 %
A1 Ausgezeichnete Bonität 85.187 0,2% 245.698 0,8 %
A3 Gute Bonität 24.221.051 62,4 % 18.250.722 56,4 %
A2 Sehr gute Bonität 3.409.172 8,8% 2.172.623 6,7 %
B1 Solide Bonität 5.233.225 13,5 % 4.497.943 13,9 %
A3 Gute Bonität 24.221.051 62,4 % 18.250.722 56,4 %
B2 Zufriedenstellende Bonität 2.992.969 7,7% 3.526.746 10,9 %
B1 Solide Bonität 5.233.225 13,5 % 4.497.943 13,9 %
B3 Adäquate Bonität 1.276.922 3,3% 1.603.434 5,0 %
B2 Zufriedenstellende Bonität 2.992.969 7,7% 3.526.746 10,9 %
B4 Fragliche Bonität 620.881 1,6% 892.881 2,8 %
B3 Adäquate Bonität 1.276.922 3,3% 1.603.434 5,0 %
B5 Höchst fragliche Bonität 370.186 1,0% 474.075 1,5 %
B4 Fragliche Bonität 620.881 1,6% 892.881 2,8 %
C Ausfallgefährdet 184.310 0,5% 128.145 0,4 %
B5 Höchst fragliche Bonität 370.186 1,0% 474.075 1,5 %
D Ausfall 352.391 0,9% 383.262 1,2 %
C Ausfallgefährdet 184.310 0,5% 128.145 0,4 %
NR Nicht geratet 83.273 0,2% 184.876 0,6 %
D
Gesamt
NR
Ausfall
Nicht geratet
352.391
38.829.566
83.273
0,9%
100,0%
0,2%
383.262
32.360.405
184.876
1,2 %
100,0%
0,6 %

Das gesamte Kundenobligo betrug hier zum Ultimo 2011€ 38.829.566 Tausend. Der Schwerpunkt in dieser Kundengruppe lag mit € 24.221.051 Tausend bzw. 62,4 Prozent in der Ratingklasse A3. Der deutliche Anstieg in dieser Klasse betraf hauptsächlich das Segment Group Markets. Über alle Ratingklassen betrachtet, hatte Group Markets in Summe mit € 32.490.734 Tausend bzw. 83,7 Prozent den größten Anteil, gefolgt von Group Corporates mit € 2.444.968 Tausend bzw. 6,3 Prozent. Das gesamte Kundenobligo betrug hier zum Ultimo 2011€ 38.829.566 Tausend. Der Schwerpunkt in dieser Kundengruppe lag mit € 24.221.051 Tausend bzw. 62,4 Prozent in der Ratingklasse A3. Der deutliche Anstieg in dieser Klasse betraf hauptsächlich das Segment Group Markets. Über alle Ratingklassen betrachtet, hatte Group Markets in Summe mit Der Anteil der nicht gerateten Kreditinstitute lag zum Jahresende 2011 bei 0,2 Prozent und betraf zumeist kurzfristige Forderungen an kleinere Institute, bei denen der Ratingprozess noch nicht abgeschlossen wurde.

Einen Teil dieses Kreditobligos nahmen Forderungen gegenüber Finanzinstituten ein, die mit der RBI in Eigentümerbeziehung stehen. Durch den mehrstufigen Aufbau der Raiffeisen Bankengruppe Österreich werden die Forderungen aus dem Liquiditätsausgleich innerhalb der Bankengruppe als Kreditobligo in dieser Asset-Klasse ausgewiesen. Zur Risikoabsicherung bestehen dafür gegenseitige Aufrechnungsvereinbarungen und gemeinsame Risikoüberwachungssysteme.

Nach Produktkategorie betrachtet, setzt sich das Kreditobligo in dieser Asset-Klasse im Wesentlichen aus Termineinlagen, Wertpapierleihgeschäften, potenziellen zukünftigen Forderungen aus Derivatgeschäften, täglich fälligen Einlagen und Anleihen zusammen. Damit einhergehend folgt produktspezifisch auch ein hoher Besicherungsgrad dieser Forderungen (z. B. für Wertpapierleihgeschäfte oder durch Netting-Vereinbarungen).

Die RBI verfolgt für dieses Kundensegment nach wie vor die Strategie, das unbesicherte Kreditexposure weiter zu reduzieren. Das Neugeschäft in diesem Segment betrifft damit vor allem Wertpapierleihgeschäfte sowie Forderungen aus Derivatgeschäften und kurzfristigen Geldmarktveranlagungen. Kreditgeschäfte mit anderen Finanzinstituten der Raiffeisen Bankengruppe, die an einem gemeinsamen Risikoüberwachungssystem teilnehmen, unterliegen dieser Beschränkung nicht.

Nachfolgende Tabelle zeigt das gesamte Kreditobligo an Kreditinstituten (ohne Zentralbanken) gegliedert nach Produkten:

in € Tausend 2011 Anteil 2010 Anteil
Geldmarkt 13.126.781 33,8% 11.301.592 34,9%
Derivate 12.464.006 32,1% 6.307.713 19,5%
Forderungen 4.984.158 12,8% 5.010.547 15,5%
Anleihen 4.450.385 11,5% 6.166.179 19,1%
Repo 2.681.168 6,9% 589.936 1,8%
Sonstige 1.123.069 2,9% 2.984.437 9,2%
Gesamt 38.829.566 100,0% 32.360.405 100,0%

Kreditportfolio – Öffentlicher Sektor

Eine weitere Kundengruppe stellen souveräne Staaten, Zentralbanken und regionale Gebietskörperschaften bzw. andere staatenähnliche Organisationen dar. Die nachfolgende Tabelle stellt das Kreditobligo gegenüber dem öffentlichen Sektor (inkl. Zentralbanken) nach dem internen Rating dar. Da Ausfälle in dieser Asset-Klasse historisch nur selten beobachtbar waren, werden die Ausfallwahrscheinlicheiten unter Zuhilfenahme des kompletten Datenuniversums externer Ratingagenturen ermittelt.

in € Tausend 31.12.2011 Anteil 31.12.2010 Anteil
A1 Ausgezeichnete Bonität 9.567.285 35,6 % 8.386.362 32,4 %
A2 Sehr gute Bonität 465.012 1,7% 624.248 2,4 %
A3 Gute Bonität 4.518.891 16,8 % 3.927.021 15,2 %
B1 Solide Bonität 1.785.503 6,6% 1.639.803 6,3 %
B2 Zufriedenstellende Bonität 758.451 2,8% 1.398.508 5,4 %
B3 Adäquate Bonität 5.513.313 20,5 % 5.951.377 23,0 %
B4 Fragliche Bonität 2.253.625 8,4% 2.097.273 8,1 %
B5 Höchst fragliche Bonität 1.658.844 6,2% 1.691.510 6,5 %
C Ausfallgefährdet 155.561 0,6% 39 0,0 %
D Ausfall 139.390 0,5% 60.035 0,2 %
NR Nicht geratet 77.172 0,3% 78.988 0,3 %
Gesamt 26.893.046 100,0% 25.855.164 100,0%

Das Kreditobligo aus dem öffentlichen Sektor machte Ende 2011€ 26.893.046 Tausend aus, dies entsprach einem Anteil von 14,4 Prozent am gesamten Kreditobligo. Die Klasse Ausgezeichnete Bonität (Rating A1) wies mit 35,6 Prozent den höchsten Anteil aus, was auf neue Wertpapierinvestitionen in Staatsanleihen zurückzuführen ist.

Der mittlere Bonitätsbereich von Gute Bonität (Rating A3) bis Adäquate Bonität (Rating B3) folgt mit 46,7 Prozent. Das hohe Obligo in den mittleren Ratingstufen resultierte vor allem aus Einlagen der Netzwerkbanken bei lokalen Zentralbanken in Zentral- und Südosteuropa. Sie dienten zur Erfüllung der jeweiligen Mindestreservevorschriften und der kurzfristigen Veranlagung von überschüssiger Liquidität und waren daher untrennbar mit der Geschäftstätigkeit in diesen Ländern verbunden. Die Forderungen in der Ratingklasse B4 von € 2.253.625 Tausend bzw. 8,4 Prozent und waren im Vergleich zum Vorjahr stabil. Sie beinhalten in erster Linie kurzfristige Veranlagungen bei den Zentralbanken in den Segmenten Russland und GUS Sonstige. Der untere Bonitätsbereich (Rating C und D) hat sich erhöht, was auf Kommunalfinanzierungen in Ungarn und Veranlagungen bei der Zentralbank in Belarus zurückzuführen ist.

Nachfolgende Tabelle zeigt das gesamte Kreditobligo gegenüber dem öffentlichen Sektor (inklusive Zentralbanken) gegliedert nach Produkten:

in € Tausend 2011 Anteil 2010 Anteil
Anleihen 13.105.606 48,7 % 15.633.532 60,5 %
Forderungen 9.023.119 33,6 % 8.038.685 31,1 %
Derivate 1.028.086 3,8% 979.587 3,8 %
Sonstige 3.736.234 13,9 % 1.203.361 4,7 %
Gesamt 26.893.046 100% 25.855.164 100,0%

Nachfolgende Tabelle zeigt das Kreditobligo gegenüber dem öffentlichen Sektor im Bereich Non Investment Grade (Rating B3 und darunter):

in € Tausend 2011 Anteil 2010 Anteil
Rumänien 2.000.334 20,4 % 2.242.595 22,7 %
Ungarn 1.911.614 19,5 % 2.016.987 20,4 %
Kroatien 1.303.903 13,3 % 1.226.787 12,4 %
Albanien 1.218.253 12,4 % 1.144.440 11,6 %
Ukraine 992.915 10,1 % 1.072.953 10,9 %
Sonstige 2.370.885 24,2 % 2.175.459 22,0 %
Gesamt 9.797.904 100,0% 9.879.222 100,0%

Das Kreditobligo gegenüber dem öffentlichen Sektor im Bereich Non Investment Grade (Rating B3 und darunter) war zu Jahresende 2011 mit € 9.797.904 Tausend praktisch unverändert gegenüber 2010 und resultierte vor allem aus Einlagen der Konzerneinheiten bei lokalen Zentralbanken in Zentral- und Südosteuropa. Sie dienten zur Erfüllung der jeweiligen Mindestreservevorschriften und der kurzfristigen Veranlagung von überschüssiger Liquidität und waren daher untrennbar mit der Geschäftstätigkeit in diesen Ländern verbunden.

Kreditrisikominderung

Die Unterlegung von Krediten mit Kreditsicherheiten stellen eine wesentliche Strategie und eine aktiv verfolgte Maßnahme zur Reduktion des potenziellen Kreditrisikos dar. Der Sicherheitenwert und der Effekt anderer risikomindernder Maßnahmen werden während der Kreditentscheidung beurteilt. Als risikomindernd wird dabei jeweils der Wert angesetzt, den die RBI bei Verwertung innerhalb einer angemessenen Zeitspanne erwartet. Die anerkannten Sicherheiten sind im Sicherheitenkatalog und den dazugehörigen Bewertungsrichtlinien des Konzerns festgelegt. Der Sicherheitenwert errechnet sich dabei anhand einheitlicher Methoden, die standardisierte Berechnungsformeln mit Marktwerten, vordefinierten Abschlägen und Expertengutachten umfassen.

Kreditsicherheiten unterteilen sich in personengebundene Sicherheiten (z. B. Bürgschaften) und sachgebundene Sicherheiten. Bei den berücksichtigten Sicherheiten der RBI dominieren Grundpfandrechte. Im Wesentlichen betreffen diese wohnwirtschaftlich oder gewerblich genutzten Objekte. Kreditsicherheiten unterteilen sich in personengebundene Sicherheiten (z. B. Bürgschaften) und sachgebundene Sicherheiten. Bei den berücksichtigten Sicherheiten der RBI dominieren Grundpfandrechte. Im Wesentlichen betreffen diese wohnwirtschaftlich oder gewerblich genutzten Objekte.

Die Forderungen an Kreditinstitute und Kunden abzüglich der gebildeten Kreditrisikovorsorgen (Netto-Obligo), das zusätzliche außerbilanzielle Obligo (Eventualverbindlichkeiten, Kreditrisiken und widerrufliche Kreditzusagen) und die Marktwerte (Fair Value) der dafür an den RBI Konzern übertragenen Sicherheiten stellen sich wie folgt dar: Die Forderungen an Kreditinstitute und Kunden abzüglich der gebildeten Kreditrisikovorsorgen (Netto-Obligo), das zusätzliche außerbilanzielle Obligo (Eventualverbindlichkeiten, Kreditrisiken und widerrufliche Kreditzusagen) und die Marktwerte (Fair Value) der dafür an den RBI Konzern übertragenen Sicherheiten stellen sich wie folgt dar:

Arten der Sicherheiten zum 31. Dezember 2011 Arten der Sicherheiten zum 31. Dezember 2011

31.12.2011 Maximales Kreditobligo
31.12.2011 Maximales Kreditobligo
in € Tausend
in € Tausend
Netto-Obligo
Netto-Obligo
Eventualverpflichtungen/
Eventualverpflichtungen/
gegebene Garantien
gegebene Garantien
Kreditinstitute 25.520.401 2.020.872 5.292.895
Kreditinstitute 25.520.401 2.020.872 5.292.895
Öffentlicher Sektor 1.350.175 257.206 275.271
Öffentlicher Sektor 1.350.175 257.206 275.271
Firmenkunden – Große Firmenkunden 52.631.182 34.804.357 42.004.417
Firmenkunden – Große Firmenkunden 52.631.182 34.804.357 42.004.417
Firmenkunden – Mittelgroße Firmenkunden 3.247.248 898.882 2.610.682
Firmenkunden – Mittelgroße Firmenkunden 3.247.248 898.882 2.610.682
Retail-Kunden – Privatpersonen 17.479.971 2.402.307 11.078.089
Retail-Kunden – Privatpersonen 17.479.971 2.402.307 11.078.089
Retail-Kunden – Klein- und Mittelbetriebe 2.042.090 369.784 1.424.577
Retail-Kunden – Klein- und Mittelbetriebe 2.042.090 369.784 1.424.577
Gesamt 102.271.067 40.753.408 62.685.931
Gesamt 102.271.067 40.753.408 62.685.931
31.12.2010 Maximales Kreditobligo Fair Value der Sicherheiten
31.12.2010 Maximales Kreditobligo Fair Value der Sicherheiten
in € Tausend
in € Tausend
Netto-Obligo
Netto-Obligo
Eventualverpflichtungen/
Eventualverpflichtungen/
gegebene Garantien
gegebene Garantien
Kreditinstitute 21.277.387 1.926.281 4.126.777
Kreditinstitute 21.277.387 1.926.281 4.126.777
Öffentlicher Sektor 1.492.468 260.259 577.893
Öffentlicher Sektor 1.492.468 260.259 577.893
Firmenkunden – Große Firmenkunden 46.913.082 29.969.898 35.232.395
Firmenkunden – Große Firmenkunden 46.913.082 29.969.898 35.232.395
Firmenkunden – Mittelgroße Firmenkunden 3.421.324 898.743 2.683.142
Firmenkunden – Mittelgroße Firmenkunden 3.421.324 898.743 2.683.142
Retail-Kunden – Privatpersonen 17.130.847 2.201.819 11.294.349
Retail-Kunden – Privatpersonen 17.130.847 2.201.819 11.294.349
Retail-Kunden – Klein- und Mittelbetriebe 2.198.479 347.148 1.553.402
Retail-Kunden – Klein- und Mittelbetriebe 2.198.479 347.148 1.553.402
Gesamt 92.433.587 35.604.148 55.467.958
Gesamt 92.433.587 35.604.148 55.467.958

Die Sicherheiten, für die auch ohne Ausfall des Sicherungsgebers das Recht der Weiterveräußerung oder -ververpfändung besteht, beliefen sich auf € 24.047.224 Tausend (2010: € 16.820.440 Tausend). Die Sicherheiten, für die auch ohne Ausfall des Sicherungsgebers das Recht der Weiterveräußerung oder -ververpfändung besteht, beliefen sich auf € 24.047.224 Tausend (2010: € 16.820.440 Tausend).

Problemkredit-Management Problemkredit-Management

Das Kreditportfolio sowie die Kreditnehmer unterliegen einer laufenden Überwachung. Wesentliche Ziele dieses Monitorings sind es, die widmungsgemäße Verwendung der Kredite sicherzustellen und die wirtschaftliche Situation der Kreditnehmer zu verfolgen. Bei den Non-Retail-Segmenten Firmenkunden, Kreditinstitute und öffentlicher Sektor wird zumindest einmal jährlich eine derartige Kreditüberprüfung durchgeführt. Sie umfasst sowohl die erneute Bonitätseinstufung als auch die Neubewertung von finanziellen und dinglichen Sicherheiten. Das Kreditportfolio sowie die Kreditnehmer unterliegen einer laufenden Überwachung. Wesentliche Ziele dieses Monitorings sind es, die widmungsgemäße Verwendung der Kredite sicherzustellen und die wirtschaftliche Situation der Kreditnehmer zu verfolgen. Bei den Non-Retail-Segmenten Firmenkunden, Kreditinstitute und öffentlicher Sektor wird zumindest einmal jährlich eine derartige Kreditüberprüfung durchgeführt. Sie umfasst sowohl die erneute Bonitätseinstufung als auch die Neubewertung von finanziellen und dinglichen Sicherheiten.

Problemkredite – also Aushaftungen, bei denen materielle Schwierigkeiten oder Zahlungsverzug der Kreditnehmer erwartet werden – bedürfen einer weitergehenden Bearbeitung. In den Non-Retail-Bereichen entscheiden in den einzelnen Konzerneinheiten Problemkreditrunden über die gefährdeten Kredite. Problemkredite werden im Fall einer notwendigen Sanierung an Problemkredite – also Aushaftungen, bei denen materielle Schwierigkeiten oder Zahlungsverzug der Kreditnehmer erwartet werden – bedürfen einer weitergehenden Bearbeitung. In den Non-Retail-Bereichen entscheiden in den einzelnen Konzerneinheiten Problemkreditrunden über die gefährdeten Kredite. Problemkredite werden im Fall einer notwendigen Sanierung an Spezialisten oder Restrukturierungseinheiten (Workout-Abteilungen) übergeben. Deren speziell geschulte und erfahrene Mitarbeiter beschäftigten sich insbesondere mit mittleren bis großen Fällen und werden dabei auch durch die hausinternen Rechtsabteilungen bzw. von externen Spezialisten unterstützt. Sie wirken maßgeblich an der Darstellung und Analyse sowie der Bildung etwaiger Risikovorsorgen (Abschreibungen, Wertberichtigungen bzw. Rückstellungen) mit und können durch die frühzeitige Einbindung in der Regel eine Reduktion der Verluste aus Problemkrediten erzielen.

Die Standardmaßnahmen für das Problemkredit-Management im Retail-Bereich umfassen den kompletten Restrukturierungs- und Mahnwesenprozess für Privatpersonen und Klein- und Mittelbetriebe. Eine eigene Restructuring Guideline legt dabei die einheitliche Strategie, Organisation, Methodik, Überwachung und Steuerung konzernweit fest. Im Workout-Prozess erfolgt die Einteilung der Retail-Kunden in die Rubriken "Early", "Late" und "Recovery", nach der sich die standardisierte Betreuung richtet.

Für die Einschätzung der Einbringlichkeit von Forderungen spielt die Dauer des Zahlungsverzugs eine wesentliche Rolle. Die folgende Tabelle stellt das Volumen der überfälligen – nicht einzelwertberichtigten – Forderungen an Kreditinstitute und Kunden für die unterschiedlichen Laufzeitbänder dar.

31.12.2011 Nicht überfällig Überfälligkeiten Sicherheiten
in € Tausend Bis 31 Tage 31 bis 90
Tage
91 bis 180
Tage
181 Tage
bis 1 Jahr
Über
1 Jahr
für überfäl
lige Aktiva
Kreditinstitute 25.511.384 5.567 12 11 0 0 0
Öffentlicher Sektor 1.227.571 113.325 2.318 1.090 409 97 1.945
Firmenkunden –
Große
Firmenkunden
49.266.382 1.386.511 384.682 35.783 32.085 69.784 771.902
Firmenkunden –
Mittelgroße
Firmenkunden
2.796.533 138.788 65.798 7.724 5.878 15.747 165.846
Retail-Kunden –
Privatpersonen
14.903.347 1.273.137 272.541 126.934 22.331 99.520 791.279
Retail-Kunden –
Klein- und
Mittelbetriebe
1.667.764 203.741 47.978 16.979 9.385 11.405 217.041
Gesamt 95.372.981 3.121.068 773.329 188.522 70.088 196.554 1.948.012
31.12.2010 Nicht überfällig Überfälligkeiten Sicherheiten
in € Tausend Bis 31 Tage 31 bis 90
Tage
91 bis 180
Tage
181 Tage
bis 1 Jahr
Über
1 Jahr
für überfäl
lige Aktiva
Kreditinstitute 21.258.320 235 5 0 0 2.759 37
Öffentlicher Sektor 1.468.988 5.967 5.734 177 0 109 498
Firmenkunden –
Große
Firmenkunden
44.258.902 1.002.845 401.880 17.470 30.215 35.871 696.622
Firmenkunden –
Mittelgroße
Firmenkunden
2.850.135 182.714 91.671 10.287 6.401 17.408 207.729
Retail-Kunden –
Privatpersonen
14.659.312 1.446.949 337.421 198.674 39.278 77.804 1.107.6561
Retail-Kunden –
Klein- und
Mittelbetriebe
1.778.858 231.361 63.091 21.500 12.034 14.513 255.929
Gesamt 86.274.515 2.870.071 899.802 248.108 87.928 148.464 2.268.4701

1 Adaptierung des Vorjahres aufgrund geänderter Zuordnung.

Notleidende Kredite nach Segment

Restrukturierung von Krediten

Zum 31. Dezember 2011 betrugen die Buchwerte jener Kredite, bei denen Vertragsbedingungen in Verbindung mit einem wesentlichen und sofortigen Barwertverlust neu verhandelt wurden und die sonst wertberichtigt werden müssten oder überfällig wären, € 811.108 Tausend (2010: € 588.276 Tausend). Nach Asset-Klassen betrachtet sind davon € 317.269 Tausend den Firmenkunden und € 493.213 Tausend den Retail-Kunden zuzurechnen.

Notleidende Kredite und Kreditrisikovorsorgen

Ein Ausfall und somit ein notleidender Kredit (Nonperforming Loan) ist gemäß interner Definition gegeben, wenn davon auszugehen ist, dass ein Kunde seinen Kreditverpflichtungen gegenüber der Bank nicht in voller Höhe

nachkommen wird oder mit einer wesentlichen Forderung der Bank mindestens 90 Tage in Verzug ist. In der RBI werden dabei für die Bestimmung eines Forderungsausfalls bei Non-Retail-Kunden 12 verschiedene Indikatoren verwendet. So gilt es z. B. als Forderungsausfall, wenn ein Kunde in ein Insolvenz- oder ähnliches Verfahren involviert ist, eine Wertberichtigung oder Direktabschreibung einer Kundenforderung vorgenommen werden musste oder seitens des Kreditrisiko-Managements eine Kundenforderung als nicht vollständig einbringlich gewertet oder durch die Workout-Einheit die Sanierung eines Kunden erwogen wird.

In der RBI werden Kundenausfälle in einer konzernweit eingesetzten Datenbank erfasst und dokumentiert. In dieser werden auch Default-Gründe aufgezeichnet, wodurch die Berechnung und Validierung von Ausfallwahrscheinlichkeiten ermöglicht wird.

Risikovorsorgen werden im Einklang mit definierten Konzernrichtlinien, die auf den IFRS-Bilanzierungsregeln beruhen, gebildet und decken alle erkennbaren Kreditrisiken ab. Im Non-Retail-Bereich entscheiden in den einzelnen Konzerneinheiten Problemkreditrunden über die Bildung von Einzelkredit-bezogenen Risikovorsorgen. Im Retail-Bereich wird deren Berechnung durch Retail-Risikomanagement-Abteilungen in den einzelnen Konzerneinheiten vorgenommen. Diese ermitteln die erforderlichen Kreditrisiko-Rückstellungen anhand definierter Berechnungsvorschriften in monatlichen Intervallen und holen dazu die Bestätigung des lokalen Rechnungswesens ein.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der notleidenden Kredite unter den Ausleihungen der dargestellten Asset-Klassen aus den Bilanzposten Forderungen an Kunden und Kreditinstiute (ohne außerbilanzielle Geschäfte) im Geschäftsjahr:

in € Tausend Stand
1.1.2011
Änderung
Konsolidie
rungskreis
Währungs
differenzen
Zugänge Abgänge Stand
31.12.2011
Firmenkunden 4.381.436 - 335 - 88.103 1.667.432 - 1.369.134 4.591.296
Retail-Kunden 2.396.213 - 73 - 56.706 891.115 - 778.570 2.451.979
Öffentlicher Sektor 12.098 0 - 215 3.935 - 3.544 12.274
Summe Nichtbanken 6.789.747 - 408 - 145.025 2.562.483 - 2.151.248 7.055.549
Kreditinstitute 267.834 0 1.904 97.172 - 125.634 241.276
Gesamt 7.057.581 - 408 - 143.121 2.659.655 - 2.276.882 7.296.825
in € Tausend Stand
1.1.2010
Änderung
Konsolidie
rungskreis
Währungs
differenzen
Zugänge Abgänge Stand
31.12.2010
Firmenkunden 2.576.245 938.592 124.761 1.698.860 - 957.021 4.381.436
Retail-Kunden 1.850.220 5.434 62.691 981.084 - 503.215 2.396.213
Öffentlicher Sektor 15.898 0 - 136 19.921 - 23.585 12.098
Summe Nichtbanken 4.442.363 944.026 187.316 2.699.864 - 1.483.821 6.789.747
Kreditinstitute 4.233 572.507 3.470 18.772 - 331.147 267.834

Nachstehende Tabelle stellt den Anteil der notleidenden Kredite unter den Ausleihungen der dargestellten Asset-Klassen aus den Bilanzposten Forderungen an Kunden und Kreditinstitute (ohne außerbilanzielle Geschäfte) sowie den diesbezüglichen Anteil dazu bereitgestellter Sicherheiten und Kreditrisikovorsorgen dar:

Gesamt 4.446.596 1.516.533 190.785 2.718.636 - 1.814.968 7.057.581

2011
in € Tausend
Zentraleuropa Südosteuropa Russland GUS
Sonstige
Group
Corporates
Group
Markets
Firmenkunden
Notleidende Kredite 1.536.008 1.149.787 312.359 776.591 648.651 167.900
davon besichert 592.362 631.340 75.893 226.813 103.671 14.977
Kreditrisikovorsorgen 867.863 571.833 332.971 518.713 510.998 174.929
Forderungen 14.962.818 7.799.131 6.533.679 3.371.684 21.745.289 3.727.457
NPL Ratio 10,3% 14,7 % 4,8 % 23,0 % 3,0% 4,5 %
Coverage Ratio 56,5% 49,7 % 106,6 % 66,8 % 78,8 % 104,2 %
Retail-Kunden
Notleidende Kredite 929.489 576.045 211.753 729.067 4.222 1.403
davon besichert 411.722 162.724 22.144 401.603 500 100
Kreditrisikovorsorgen 631.021 437.216 191.975 508.492 4.480 126
Forderungen 10.041.331 6.916.882 2.533.061 1.704.574 0 42.594
NPL Ratio 9,3% 8,3% 8,4 % 42,8 % 3,3 %
Coverage Ratio 67,9% 75,9 % 90,7 % 69,7 % 106,1 % 9,0 %
Öffentlicher Sektor
Notleidende Kredite 12.210 0 0 64 0 0
davon besichert 720 0 0 0 0 0
Kreditrisikovorsorgen 5.848 0 0 64 0 0
Forderungen 376.738 605.089 5.842 273 0 147
NPL Ratio 3,2% 23,6 %
Coverage Ratio 47,9% 99,4 %
Kreditinstitute
Notleidende Kredite 2.627 596 1.149 191 1.065 235.648
davon besichert 0 0 0 0 0 55.671
Kreditrisikovorsorgen 2.164 598 967 191 1.951 212.506
Forderungen 2.045.995 2.334.777 2.824.827 626.994 1.810.243 19.204.697
NPL Ratio 0,1% 0,0% 0,0 % 0,0% 0,1% 1,2 %
Coverage Ratio 82,4% 100,3 % 84,2 % 99,7 % 183,2 % 90,2 %
2010 Zentraleuropa Südosteuropa Russland GUS Sonstige Group Group
in € Tausend Corporates Markets
Firmenkunden
Notleidende Kredite 1.356.775 785.401 450.382 709.630 872.866 206.382
davon besichert 496.324 442.635 128.265 232.683 238.920 0
Kreditrisikovorsorgen 687.381 458.922 443.391 502.867 563.264 183.281
Forderungen 14.762.049 7.305.091 5.620.499 3.247.838 20.156.890 3.583.612
NPL Ratio 9,2% 10,8 % 8,0 % 21,8 % 4,3% 5,8%
Coverage Ratio 50,7% 58,4 % 98,4 % 70,9 % 64,5 % 88,8%
Retail-Kunden
Notleidende Kredite 916.596 543.776 217.852 717.988 0 0
davon besichert 422.755 165.987 62.240 406.271 0 0
Kreditrisikovorsorgen 530.350 447.609 186.797 490.083 5.716 196
Forderungen 10.158.568 6.713.652 1.942.586 2.058.060 2.032 42.271
NPL Ratio 9,0% 8,1 % 11,2 % 34,9 %
Coverage Ratio 57,9% 82,3 % 85,7 % 68,3 %
Öffentlicher Sektor
Notleidende Kredite 11.917 0 182 0 0 0
davon besichert 0 0 0 0 0 0
Kreditrisikovorsorgen 958 0 38 0 0 0
Forderungen 296.344 762.106 38.339 0 331 294
NPL Ratio 4,0% 0,5 %
Coverage Ratio 8,0% 20,9 %
Kreditinstitute
Notleidende Kredite 2.759 0 1.175 187 1.031 262.682
davon besichert 0 0 0 0 0,0% 0,0%
Kreditrisikovorsorgen 2.275 9 421 187 762 251.366
Forderungen 1.386.771 2.587.424 1.821.233 861.178 2.596.822 14.124.823
NPL Ratio 0,2% 0,0 % 0,1 % 0,0% 0,0% 1,9%
Coverage Ratio 82,5% 35,8 % 100,0 % 73,9 % 95,7%

Der Bereich Firmenkunden wies 2011 einen Anstieg an Non-performing Loans um insgesamt 5 Prozent oder € 209.860 Tausend auf € 4.591.296 Tausend auf. Besonders deutlich fielen die Zuwächse dabei in Südosteuropa mit 46 Prozent und in Zentraleuropa mit 13 Prozent aus. Russland hingegen verzeichnete einen Rückgang von 31 Prozent, Group Corporates eine Reduktion von 26 Prozent. Die Kreditrisikovorsorgen stiegen um 7 Prozent oder € 207.160 Tausend auf € 3.046.266 Tausend; dies bedeutet eine um 1,6 Prozentpunkte höhere Deckung von 66,3 Prozent.

Im Retail-Bereich stiegen die Non-performing Loans um 2 Prozent oder € 55.767 Tausend auf € 2.451.979 Tausend. Der Großteil des Anstiegs entfiel dabei mit 6 Prozent auf Südosteuropa, während Russland einen Rückgang von 3 Prozent verzeichnete. Der Anteil der Non-performing Loans am Kreditobligo vergrößerte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 11,5 Prozent. Die gesamten Kreditrisikovorsorgen für Retail-Kunden wurden auf € 1.773.391 Tausend angehoben, was zu einem Anstieg der Deckung um 3,0 Prozentpunkte auf 72,3 Prozent führte

Der Stand an Non-performing Loans im Bereich Kreditinstitute lag zum Jahresende bei € 241.276 Tausend, wofür € 227.643 Tausend an Kreditrisikovorsorgen gebildet wurden.

in € Tausend Stand
1.1.2011
Änderung
Konsolidie
rungskreis
Zuführung1 Auf
lösungen
Verbrauch2 Umbuchung,
Währungs
differenzen
Stand
31.12.2011
Einzelwert
berichtigungen
4.000.292 - 182 1.735.331 - 558.699 - 653.749 - 81.575 4.441.418
Forderungen an
Kreditinstitute
236.579 0 - 3.666 - 4.540 - 21.540 1.758 208.591
Forderungen an
Kunden
3.710.716 - 182 1.673.030 - 531.357 - 629.370 - 77.827 4.145.010
Außerbilanzielle
Verpflichtungen
52.997 0 65.966 - 22.802 - 2.839 - 5.506 87.817
Portfolio
Wertberichtigungen
887.999 - 15 280.577 - 385.510 0 - 20.275 762.777
Forderungen an
Kreditinstitute
18.440 0 634 - 41 0 19 19.052
Forderungen an
Kunden
790.137 - 15 249.889 - 341.293 0 - 18.160 680.558
Außerbilanzielle
Verpflichtungen
79.422 0 30.054 - 44.176 0 - 2.134 63.167
Gesamt 4.888.291 - 197 2.015.908 - 944.209 - 653.749 - 101.849 5.204.195

Der nachfolgend abgebildete Risikovorsorgespiegel zeigt die Entwicklung von Wertberichtigungen und Vorsorgen für außerbilanzielle Verpflichtungen im Geschäftsjahr sowie die der Risikovorsorge zugrunde liegenden Bilanzposten:

1 Zuführung inklusive Direktabschreibungen und Eingänge auf abgeschriebene Forderungen.

2 Verbrauch inklusive Direktabschreibungen und Eingänge auf abgeschriebene Forderungen.

in € Tausend Stand
1.1.2010
Änderung
Konsolidie
rungskreis
Zuführung1 Auf
lösungen
Verbrauch2 Umbuchung,
Währungs
differenzen
Stand
31.12.2010
Einzelwert
berichtigungen
2.383.348 983.277 1.726.950 - 530.849 - 687.742 125.308 4.000.292
Forderungen an
Kreditinstitute
3.430 403.133 7.932 - 4.733 - 177.363 4.180 236.579
Forderungen an
Kunden
2.354.579 568.304 1.665.236 - 507.066 - 491.432 121.095 3.710.716
Außerbilanzielle
Verpflichtungen
25.339 11.840 53.782 - 19.050 - 18.947 33 52.997
Portfolio
Wertberichtigungen
770.512 88.880 390.664 - 389.803 0 27.746 887.999
Forderungen an
Kreditinstitute
8 0 18.438 - 76 0 71 18.440
Forderungen an
Kunden
726.006 88.880 315.170 - 367.013 0 27.094 790.137
Außerbilanzielle
Verpflichtungen
44.498 0 57.056 - 22.714 0 581 79.422
Gesamt 3.153.860 1.072.157 2.117.614 - 920.652 - 687.742 153.054 4.888.291

1 Zuführung inklusive Direktabschreibungen und Eingänge auf abgeschriebene Forderungen.

2 Verbrauch inklusive Direktabschreibungen und Eingänge auf abgeschriebene Forderungen.

Stand
1.1.2011
Änderung
Konsolidie
Zu
führungen1
Auf
lösungen
Verbrauch2 Umbuchung,
Währungs
Stand
31.12.2011
in € Tausend rungskreis differenzen
Einzelwert
berichtigungen
4.000.292 - 182 1.735.331 - 558.699 - 653.749 - 81.575 4.441.418
Zentraleuropa 979.605 1.249 880.668 - 210.113 - 233.327 - 91.687 1.326.396
Südosteuropa 722.948 - 117 436.869 - 121.623 - 146.507 - 9.734 881.836
Russland 536.126 0 106.810 - 115.988 - 65.290 - 10.411 451.247
GUS Sonstige 858.566 0 184.505 - 22.471 - 105.571 16.891 931.920
Group Corporates 664.733 - 1.315 111.005 - 26.166 - 80.756 - 19.229 648.272
Group Markets 238.314 0 15.377 - 4.847 - 21.870 - 41.936 185.039
Corporate Center 0 0 97 - 57.491 - 430 74.533 16.709
Portfolio
Wertberichtigungen 887.999 - 15 280.577 - 385.510 0 - 20.275 762.777
Zentraleuropa 286.415 0 128.239 - 149.428 0 - 10.802 254.424
Südosteuropa 205.800 - 15 39.117 - 93.136 0 - 993 150.773
Russland 134.771 0 32.953 - 64.264 0 - 2.484 100.976
GUS Sonstige 142.795 0 35.398 - 69.746 0 - 6.777 101.670
Group Corporates 100.118 0 39.619 - 8.936 0 1.361 132.162
Group Markets 18.100 0 3.014 0 0 - 580 20.534
Corporate Center 0 0 2.237 0 0 0 2.237
Gesamt 4.888.291 - 197 2.015.908 - 944.209 - 653.749 - 101.849 5.204.195

Die nachstehende Tabelle zeigt die Entwicklung der Kreditrisikovorsorgen nach Segmenten:

1 Zuführung inklusive Direktabschreibungen und Eingänge auf abgeschriebene Forderungen.

2 Verbrauch inklusive Direktabschreibungen und Eingänge auf abgeschriebene Forderungen.

Stand
1.1.2010
Änderung
Konsolidie
Zu
führungen1
Auf
lösungen
Verbrauch2 Umbuchung,
Währungs
Stand
31.12.2010
in € Tausend rungskreis differenzen
Einzelwert
berichtigungen 2.383.348 983.277 1.726.950 - 530.849 - 687.742 125.308 4.000.292
Zentraleuropa 759.283 - 743 628.490 - 222.897 - 199.275 14.747 979.605
Südosteuropa 485.439 - 43 437.706 - 102.020 - 100.793 2.659 722.948
Russland 481.877 0 229.929 - 143.368 - 59.711 27.399 536.126
GUS Sonstige 656.749 0 240.763 - 4.547 - 84.817 50.418 858.566
Group Corporates 0 583.457 173.182 - 54.035 - 55.243 17.372 664.733
Group Markets 0 400.606 16.878 - 3.982 - 187.903 12.715 238.314
Corporate Center 0 0 0 0 0 0 0
Portfolio
Wertberichtigungen 770.512 88.880 390.664 - 389.803 0 27.746 887.999
Zentraleuropa 274.395 0 165.388 - 161.973 0 8.605 286.415
Südosteuropa 198.561 - 26 69.906 - 69.015 0 6.374 205.800
Russland 136.492 0 67.113 - 76.746 0 7.912 134.771
GUS Sonstige 161.064 0 57.456 - 79.275 0 3.550 142.795
Group Corporates 0 88.906 12.701 - 2.794 0 1.305 100.118
Group Markets 0 0 18.100 0 0 0 18.100
Corporate Center 0 0 0 0 0 0 0
Gesamt 3.153.860 1.072.157 2.117.614 - 920.652 - 687.742 153.054 4.888.291

1 Zuführung inklusive Direktabschreibungen und Eingänge auf abgeschriebene Forderungen.

2 Verbrauch inklusive Direktabschreibungen und Eingänge auf abgeschriebene Forderungen.

Länderrisiko

Das Länderrisiko umfasst das Transfer- und Konvertibilitätsrisiko sowie das politische Risiko. Es resultiert aus grenzüberschreitenden Transaktionen oder aus Direktinvestitionen in Drittstaaten. Die RBI ist diesem Risiko durch ihre Geschäftstätigkeit in den Märkten Zentral- und Osteuropas ausgesetzt, in denen die politischen und wirtschaftlichen Risiken weiterhin z. T. als vergleichsweise signifikant anzusehen sind.

Die aktive Länderrisikosteuerung der RBI erfolgt auf Basis der vom Vorstand festgelegten Country Risk Policy, die als Teil des Kreditportfolio-Limitsystems eine streng definierte Obergrenze für grenzüberschreitende Transaktionen gegenüber einzelnen Ländern festlegt. Im täglichen

Anteil des Kreditobligos nach Herkunftsland der Kunden Anteil des Kreditobligos nach Herkunftsland der Kunden

Ablauf müssen die Geschäftseinheiten bei grenzüberschreitenden Transaktionen zusätzlich zur Einhaltung kundenspezifischer Limits daher auch Limitanträge für die betroffenen Länder stellen. Die absolute Höhe der Limits für die unterschiedlichen Länder wird dabei modellgestützt ermittelt, wobei sowohl das interne Länderrating und die Größe des Landes als auch die Eigenkapitalausstattung der RBI Berücksichtigung finden.

Das Länderrisiko fließt weiters über das interne Transferpreissystem in die Produktkalkulation und in die risikoadjustierte Performancemessung ein. Der Konzern bietet den einzelnen Geschäftseinheiten dadurch einen Anreiz, Länderrisiken durch Versicherungen (z. B. Exportkreditversicherungen) oder Bürgschaften aus Drittstaaten abzusichern. Die aus der Länderrisikoanalyse gewonnenen Einschätzungen werden aber nicht nur zur Begrenzung des Gesamtvolumens an grenzüberschreitenden Transaktionen eingesetzt, sondern sie kommen auch bei der Limitierung des Gesamtexposures (also auch des durch lokale Einlagen refinanzierten Obligos) in einzelnen Ländern zur Anwendung. Damit richtet die RBI ihre Geschäftsaktivitäten an der erwarteten wirtschaftlichen Entwicklung in unterschiedlichen Märkten aus und forciert die breite Diversifikation ihres Kreditportfolios.

Konzentrationsrisiko

Das Kreditportfolio der RBI ist sowohl hinsichtlich der Regionen als auch der Branchen breit gestreut. Auch Einzelkreditkonzentrationen werden auf Basis von Gruppen verbundener Kunden aktiv über die Limitvergabe und regelmäßiges Reporting gesteuert, sodass die Granularität des Portfolios entsprechend gut ist. Die 10 größten Konzernobligos (ohne Berücksichtigung von Sicherheiten) bei Firmenkunden machen 62,7 Prozent des verfügbaren Kernkapitals aus. Darunter finden sich gemäß Risikopolitik nur Kunden mit sehr guter oder – in Ausnahmefällen bei hoher Besicherung (mit rascher Verwertbarkeit der Sicherheiten) – mittlerer Bonität.

Die geografische Aufgliederung der Forderungen spiegelt die breite Diversifikation des Kreditgeschäfts in den Märkten der RBI wider. Die folgende Tabelle stellt die Kreditobligos aller Forderungsklassen gegliedert nach dem Herkunftsland der Kunden und gruppiert nach regionalen Segmenten dar.

in € Tausend 2011 Anteil 20101 Anteil
Österreich 43.686.612 23,4% 39.318.974 23,4%
Zentraleuropa 42.629.955 22,8% 41.525.314 23,8%
Slowakei 11.862.258 6,4% 11.833.966 7,0 %
Tschechische Republik 10.936.576 5,9% 10.031.591 6,0 %
Ungarn 8.882.980 4,8% 9.938.056 5,9 %
Polen 8.807.810 4,7% 8.232.270 4,9 %
Sonstige 2.140.331 1,1% 1.489.432 0,0 %
Europäische Union 26.501.393 14,2% 20.392.970 12,1%
Deutschland 7.492.208 4,0% 5.708.349 3,4 %
Großbritannien 7.365.436 3,9% 3.999.797 2,4 %
Niederlande 2.951.067 1,6% 2.137.477 1,3 %
Sonstige 8.692.683 4,7% 8.547.347 5,1 %
Südosteuropa 23.186.616 12,4% 25.436.398 15,1%
Rumänien 8.558.494 4,6% 8.046.808 4,8 %
Kroatien 6.163.001 3,3% 6.189.578 3,7 %
Bulgarien 4.327.667 2,3% 3.958.753 2,4 %
Serbien 2.549.271 1,4% 2.557.240 1,5 %
Sonstige 1.588.183 0,9% 4.684.019 2,8 %
Russland 18.484.518 9,9% 14.452.671 8,6%
Ferner Osten 12.277.528 6,6% 7.721.888 4,6%
China 6.555.672 3,5% 3.348.754 2,0 %
Sonstige 5.721.856 3,1% 4.373.134 2,6 %
GUS Sonstige 7.787.066 4,2% 7.882.562 4,7%
Ukraine 4.657.059 2,5% 6.156.235 3,7 %
Sonstige 3.130.008 1,7% 1.726.327 1,0 %
USA 5.230.635 2,8% 4.368.637 2,6%
Restliche Welt 6.915.932 3,7% 7.214.900 5,1%
Gesamt 186.700.256 100,0% 168.314.313 100,0%

1 Adaptierung des Vorjahres aufgrund geänderter Zuordnung.

Die RBI ist in keinem der so genannten europäischen Peripheriestaaten durch Tochterbanken vertreten, es bestehen aber Forderungen gegenüber Kunden in diesen Ländern, die aus Kreditfinanzierungen und dem Kapitalmarktgeschäft resultieren. Der Konzern hält jedoch praktisch keine Staatsanleihen dieser Länder (ausgenommen solche der Republik Italien).

Im Rahmen der Risikopolitik und der Bonitätsbeurteilung der RBI findet auch die Branche des Kreditnehmers Beachtung. Der größte Branchenanteil entfällt dabei auf das Kreditgewerbe, ist aber überwiegend dem österreichischen Raiffeisensektor zuzurechnen (Liquiditätsausgleichsfunktion). Den zweitgrößten Anteil hält der Sektor private Haushalte, der im Wesentlichen Forderungen an Retail-Kunden in Zentral- und Osteuropa umfasst. Die folgende Tabelle zeigt das Kreditobligo des Konzerns nach Branchenzugehörigkeit der Kunden:

2011 Anteil 20101 Anteil
60.073.254 32,2 % 48.146.001 28,6 %
21.922.149 11,7 % 22.554.206 13,4 %
17.893.915 9,6% 15.217.496 9,0 %
13.651.445 7,3% 11.900.352 7,1 %
13.267.030 7,1% 16.182.139 9,6 %
10.875.944 5,8% 12.346.591 7,3 %
7.280.578 3,9% 4.949.963 2,9 %
6.355.789 3,4% 6.708.734 4,0 %
5.315.068 2,8% 4.087.343 2,4 %
3.643.075 2,0% 2.939.420 1,7 %
3.448.995 1,8% 3.516.158 2,1 %
2.535.234 1,4% 2.986.865 1,8 %
2.218.839 1,2% 2.231.069 1,3 %
1.998.082 1,1% 2.606.332 1,5 %
1.580.433 0,8% 1.277.371 0,8 %
1.577.151 0,8% 1.796.372 1,1 %
1.547.073 0,8% 1.729.813 1,0 %
11.516.203 6,2% 7.138.089 4,2 %
186.700.256 100,0% 168.314.313 100,0%

1 Adaptierung der Vorjahreszahlen wegen neuer Branchencodierung (ÖNACE 2008)

Strukturiertes Kreditportfolio

Die Strategie der RBI für das strukturierte Kreditportfolio sieht eine sukzessive Reduktion der Investments durch Rückzahlung bei Endfälligkeit oder durch Verkäufe je nach Marktsituation vor. Das Gesamtexposure an strukturierten Produkten wird im Anhang auf Seite 206 dargestellt. Rund 95 Prozent dieses Portfolios verfügen über ein externes Rating von A oder höher, wobei die Pools hauptsächlich Forderungen gegenüber europäischen Kunden enthalten.

Geografische Herkunft der zugrunde liegenden Positionen im strukturierten Kreditportfolio

Ratingverteilung des strukturierten Kreditportfolios

Kontrahentenausfallrisiko

Ein Kontrahentenausfall bei Derivat-, Pensions- und Wertpapierleihgeschäften kann Verluste durch die Kosten der Wiederbeschaffung eines äquivalenten Kontrakts verursachen. Dieses Risiko wird von der RBI durch die Marktbewertungsmethode gemessen, die den gegenwärtigen Marktwert und einen vordefinierten Puffer für etwaige Veränderungen des Forderungswerts in der Zukunft berücksichtigt. Für die interne Steuerung werden die möglichen Preisänderungen, die den fairen Wert dieser Instrumente beeinflussen, je nach Instrumentenkategorie aufgrund der historischen Marktwertbewegungen ermittelt.

Voraussetzung für den Abschluss von derivativen Kontrakten ist die Einhaltung des Kreditgenehmigungprozesses, für den dieselben Risikoklassifizierungs-, -limitierungs und -überwachungsverfahren gelten wie im klassischen Kreditgeschäft. Derivative Positionen werden dabei in der Einrichtung und Überwachung von Kreditlimits sowie in der Bemessung und Allokation des internen Kapitals gemeinsam mit den sonstigen Forderungen eines Kunden als gewichtete Anrechnungsbeträge berücksichtigt.

Eine wesentliche Strategie zur Reduktion dieses Risikos stellen Kreditrisikominderungsinstrumente, z. B. Netting und die Unterlegung mit Sicherheiten, dar. Grundsätzlich strebt die RBI für alle wesentlichen Derivatgeschäfte den Abschluss eines standardisierten ISDA-Rahmenvertrags für das bilaterale Netting und eines entsprechenden Credit Support Annex (CSA) zur Absicherung der jeweils aktuellen Marktwerte auf täglicher Basis an.

Marktrisiko

Die RBI definiert Marktrisiko als die potenziell mögliche negative Veränderung der Marktpreise von Handels- und Investmentpositionen. Es wird durch Schwankungen der Wechselkurse, Zinssätze, Credit Spreads, Aktienpreise und Warenpreise sowie anderer relevanter Marktparameter, wie z. B. impliziter Volatilitäten, bestimmt.

Das Marktrisiko der Kundenbereiche wird mittels Transferpreismethode in das Treasury transferiert. Der Bereich Treasury ist für das Management dieser strukturellen Risiken sowie die Einhaltung der Gesamtkonzernlimits verantwortlich. Der Bereich Capital Markets ist für den Eigenhandel, das Market Making und das Kundengeschäft mit Geld- und Kapitalmarktprodukten zuständig.

Organisation des Marktrisiko-Managements

Die RBI misst, überwacht und steuert alle Marktrisiken auf Konzernebene.

Die Aufgabe des strategischen Marktrisiko-Managements wird durch das Market Risk Commitee wahrgenommen, das für das Management und die Steuerung aller Marktrisiken im Konzern verantwortlich ist. Das Konzerngesamtlimit wird unter Berücksichtigung der Risikotragfähigkeit und des Ertragsbudgets vom Gesamtvorstand festgelegt. Die Aufteilung dieses Limits auf Sublimits erfolgt abgestimmt mit den jeweiligen Unternehmensbereichen je nach Strategie, Geschäftsmodell und Risikoappetit.

Die Abteilung Market Risk Management stellt sicher, dass der Geschäfts- und der Produktumfang im Rahmen der definierten und beschlossenen Strategie der Gruppe liegen. Sie ist verantwortlich für die Entwicklung und Weiterentwicklung der Risikomanagement-Prozesse, -Infrastruktur und -Systeme, der Regelwerke und der Messmethoden für alle Marktrisiko-Kategorien und für Marktrisiko-induzierte Kreditrisiken des Derivatgeschäfts. Weiters führt diese Abteilung die tägliche unabhängige Messung und das Reporting aller Marktrisiken durch.

Alle Produkte, in denen offene Positionen gehalten werden, sind im Produktkatalog festgelegt. Neue Produkte werden in diese Liste erst dann aufgenommen, wenn sie den Produkteinführungsprozess erfolgreich durchlaufen haben. Produktanträge werden einer gesamthaften Risikoanalyse unterworfen und nur genehmigt, wenn die Abbildbarkeit in den Front- und Back-Office- bzw. Risikomanagement-Systemen der Bank gewährleistet ist.

Limitsystem

Die RBI verfolgt einen umfassenden Risikomanagement-Ansatz für Handels- und Bankbücher (Total-Return-Ansatz). Die Steuerung der Marktrisiken wird konsistent auf alle Handels- und Bankbücher angewendet. Die folgenden Größen werden im Marktrisiko-Managementsystem auf täglicher Basis gemessen und limitiert:

Value-at-Risk (VaR) Konfidenzintervall 99%, Horizont 1 Tag

Der VaR ist das Hauptsteuerungsinstrument für Marktrisiken in liquiden Märkten und normalen Marktsituationen. Die Messung des VaR basiert auf einem hybriden Simulationsansatz, in dem 5.000 Szenarien generiert werden und der die Vorteile einer historischen Simulation mit denen einer Monte-Carlo-Simulation verbindet. Basis für die verwendeten Marktparameter sind historische Zeitreihen mit einer Dauer von 500 Tagen. In den Verteilungsannahmen sind moderne Eigenschaften wie Volatility Declustering, Random Time Change und Extreme Event Container implementiert, um endlastige und asymmetrische Verteilungen gut abbilden zu können. Das Modell ist von der österreichischen Finanzmarktaufsicht als internes Modell für die Messung des Eigenmittelerfordernisses zugelassen. Die Value-at-Risk-Resultate finden nicht nur in der Risikobegrenzung, sondern auch in der Allokation des ökonomischen Kapitals Einsatz.

Sensitivitäten (gegenüber Änderungen in Währungskursen und Zinssätzen, Gamma, Vega, Aktien- und Warenpreise) Sensitivitätslimits sollen Konzentrationen in normalen Marktsituationen vermeiden und sind das Hauptsteuerungsinstrument in Stresssituationen oder in illiquiden bzw. strukturell schwierig zu messenden Märkten.

Stop Loss

Dieses Limit unterstützt die Disziplin der Händler im Management von Eigenpositionen, mögliche Verluste nicht zu akkumulieren, sondern eng zu begrenzen.

Dieses mehrstufige Limitsystem wird durch ein umfangreiches Stresstesting-Konzept ergänzt, in dem die potenziellen Wertveränderungen des Gesamtportfolios bei Anwendung verschiedener Szenarien ermittelt werden. Risikokonzentrationen, die durch diese Stresstests offenbar werden, werden im Marktrisikokomitee berichtet und in der Limitvergabe berücksichtigt. Stresstestberichte je Portfolio sind Teil des täglichen Marktrisiko-Reportings.

Value-at-Risk (VaR)

Nachstehende Tabelle stellt die Risikokennzahlen (VaR 99%, 1 Tag, in € Tausend) für das Marktrisiko der Handels- und Bankbücher je Risikoart dar. Die strukturellen Kapitalpositionen, die strukturellen Zinsrisiken sowie Spread-Risiken aus Anleihebüchern, die als Liquiditätspuffer gehalten werden, dominieren den VaR der RBI.

Handelsbuch VaR 99% 1d VaR per Durchschnitts-VaR Minimum VaR Maximum VaR VaR per
in € Tausend 31.12.2011 31.12.2010
Währungsrisiko1 63.564 53.959 37.119 82.891 53.021
Zinsrisiko 6.715 8.154 5.656 16.022 11.187
Credit-Spread-Risiko 877 3.369 845 9.145 2.049
Aktienpreisrisiko 2.328 1.973 1.345 2.958 1.399
Gesamt 48.039 56.623 40.817 81.800 60.073

1 Gesamtes Währungsrisiko inkl. in Fremdwährung gehaltener Eigenkapitalpositionen von Tochtergesellschaften

Bankbuch VaR 99% 1d VaR per Durchschnitts-VaR Minimum VaR Maximum VaR VaR per
in € Tausend 31.12.2011 31.12.2010
Zinsrisiko 46.571 53.717 27.884 112.909 69.753
Credit-Spread-Risiko 10.613 29.263 9.894 47.608 29.949
Gesamt 29.756 55.982 29.756 113.502 66.081
Gesamt VaR 99% 1d VaR per Durchschnitts-VaR Minimum VaR Maximum VaR VaR per
in € Tausend 31.12.2011 31.12.2010
Währungsrisiko1 63.564 53.961 37.119 82.891 53.021
Zinsrisiko 46.284 54.191 26.462 116.618 70.163
Credit-Spread-Risiko 10.662 31.336 9.417 47.787 31.065
Aktienpreisrisiko 2.328 1.973 1.345 2.958 1.399
Gesamt 51.278 81.158 49.800 125.988 86.932

1 Gesamtes Währungsrisiko inkl. in Fremdwährung gehaltener Eigenkapitalpositionen von Tochtergesellschaften

Die verwendeten Risikomessmethoden werden – neben qualitativen Analysen der Profitabilität – laufend durch Backtesting und statistische Validierungsverfahren überwacht und, falls Modellierungsschwächen festgestellt werden, adaptiert. Im Berichtsjahr gab es zwei Backtesting-Verletzungen im Handelsbuch (inkl. Kapitalpositionen der Netzwerkbanken). Dies zeigt das folgende Chart, das den VaR den hypothetischen Gewinnen und Verlusten auf täglicher Basis gegenüberstellt. Der VaR stellt den maximalen Verlust dar, der mit einem Konfidenzintervall von 99 Prozent binnen 1 Tages nicht überschritten wird. Er wird dem jeweiligen hypothetischen Gewinn oder Verlust gegenübergestellt, der am darauffolgenden Tag aufgrund der dann tatsächlich eingetretenen Marktbewegungen eintreten würde. Es zeigt sich, dass das Modell die Marktvolatilitätsregimes korrekt wiedergibt und sehr schnell auf geänderte Verhältnisse reagiert. Mit Jahresanfang 2012 wird zusätzlich zum VaR auch der Stressed VaR nach regulatorischen Anforderungen im Reporting berücksichtigt.

Value-at-Risk und hypothetische Marktwertveränderungen für das Handelsbuch der RBI

in € Millionen

Währungsrisiken und Kapital(quoten)-Hedge

Das Marktrisiko der RBI wird vorrangig vom Währungsrisiko, das aus dem in Fremdwährung gehaltenen Eigenkapital der ausländischen Konzerneinheiten resultiert, und den diesbezüglich vom Group Asset/Liability Committee gesteuerten Absicherungsgeschäften geprägt. Im Folgenden sind die wesentlichen Währungspositionen per 31. Dezember 2011 und die entsprechenden Vergleichswerte des Vorjahres angeführt. Die dargestellten Beträge beinhalten sowohl Handelspositionen als auch die Kapitalpositionen der in Fremdwährung bilanzierenden Tochterunternehmen

in € Tausend 31.12.2011 31.12.2010
ALL 244.810 187.135
BAM 217.268 167.305
BGN - 59.632 90.655
BYR 109.977 137.443
CNY 97.353 94.341
CZK 678.626 133.831
HRK 755.662 811.689
HUF 290.401 526.303
PLN 765.891 781.200
RON 636.767 538.897
RSD 518.498 475.253
RUB 2.280.107 2.132.097
UAH 1.733.777 1.537.677
USD - 616.156 - 707.173

Das Währungsrisiko im engeren Sinn ist als die Gefahr von Verlusten aufgrund offener Devisenpositionen definiert. Währungsschwankungen wirken sich dabei aber sowohl auf die laufend erzielten Erträge als auch auf die anfallenden Kosten aus. Sie beeinflussen weiters das Eigenmittelerfordernis von Aktivpositionen in Fremdwährungen, selbst wenn diese in derselben Währung refinanziert wurden und somit keine offene Devisenposition besteht.

Die RBI hält materielle Beteiligungen an Gesellschaften außerhalb des Euroraums, die ihr Eigenkapital in der jeweiligen Lokalwährung halten. Ebenso ist ein wesentlicher Teil der Risikoaktiva der RBI nicht in Euro denominiert. Wechselkursveränderungen führen daher sowohl zu Schwankungen des konsolidierten Kapitals der RBI als auch zu einem veränderten Eigenmittelerfordernis für das Kreditrisiko.

Um das Währungsrisiko abzusichern, können zwei unterschiedliche Ansätze verfolgt werden:

  • Absoluter Kapitalerhalt: Diese Hedging-Strategie zielt auf eine Immunisierung des in Lokalwährung gehaltenen Kapitals durch eine entsprechende Gegenposition auf konsolidierter Basis ab. Es bestehen jedoch nicht für alle Währungen Absicherungsmöglichkeiten im erforderlichen Ausmaß, zudem sind derartige Absicherungen aufgrund hoher Zinsdifferenzen wirtschaftlich für manche Währungen nicht sinnvoll.
  • Konstante Kapitalquote: Ziel dieser Hedging-Strategie ist es, Kernkapital und risikogewichtete Aktiva für jede Währung mit der gewünschten Kernkapitalquote in Einklang zu bringen (d. h. Kapitalüber- oder -unterdeckungen in jeder Währung im Verhältnis zu den risikogewichteten Aktiva zu schließen), sodass die Kernkapitalquote bei Währungsschwankungen konstant bleibt.

Die RBI arbeitet im Währungsrisiko-Management mit dem Ansatz der konstanten Kapitalquote. Bei Veränderungen der Wechselkurse kommt es daher zu absoluten Veränderungen im konsolidierten Kapital, gleichzeitig ändert sich aber auch das Kapitalerfordernis für Kreditrisiken aus Aktiva in Fremdwährungen entsprechend. Das Management dieses Risikos erfolgt in den monatlich stattfindenden Sitzungen des Group Asset/Liability Committees anhand historischer Kursvolatilitäten, Wechselkursprognosen und der Kernkapitalquotensensitivität einzelner Währungen.

Zinsrisiken im Handelsbuch

Die folgenden beiden Tabellen zeigen die größten Barwertveränderungen des Handelsbuchs der RBI bei einer parallelen Zinserhöhung um 1 Basispunkt in € Tausend für die Stichtage 31. Dezember 2011 und 31. Dezember 2010. Es sind darin Währungen angeführt, bei denen der Absolutwert der Zinssensitivität insgesamt zumindest € 10 Tausend beträgt. Die relevanten Risikotreiber haben sich im Berichtszeitraum nur unwesentlich verändert:

31.12.2011
in € Tausend
Gesamt Bis
3 M
3 bis
6 M
6 bis
12 M
1 bis
2 J
2 bis
3 J
3 bis
5 J
5 bis
7 J
7 bis
10 J
10 bis
15 J
15 bis
20 J
Über
20 J
ALL - 31 0 - 1 - 8 - 10 - 10 - 1 0 0 0 0 0
BGN - 10 - 1 0 0 - 2 - 1 - 4 0 0 0 0 0
CHF 17 4 12 - 2 2 4 - 3 3 - 3 1 - 1 - 1
CZK - 27 - 1 1 - 3 - 8 - 11 16 - 14 - 1 - 6 0 0
EUR 426 1 11 39 12 - 8 181 132 130 - 50 5 - 27
HRK - 14 0 0 0 0 - 1 - 10 - 2 0 0 0 0
RUB - 185 - 1 - 14 - 22 - 38 - 59 - 28 - 21 - 2 0 0 0
USD 87 9 - 45 26 - 2 - 44 - 5 - 9 32 - 65 - 18 207
Sonstige 1 7 - 11 9 - 2 - 3 7 - 2 - 3 0 0 0

1 Die Darstellung der Währungen hat sich im Jahresvergleich abhängig vom Absolutwert der Zinssensitivität verändert.

31.12.2010
in € Tausend
Gesamt Bis
3 M
3 bis
6 M
6 bis
12 M
1 bis
2 J
2 bis
3 J
3 bis
5 J
5 bis
7 J
7 bis
10 J
10 bis
15 J
15 bis
20 J
Über
20 J
ALL - 30 - 1 - 1 - 10 - 4 - 11 - 4 0 0 0 0 0
BGN - 10 - 1 0 0 - 1 - 1 - 5 0 0 0 0 0
EUR 453 6 - 7 - 7 - 95 35 208 161 219 7 21 - 94
GBP - 19 0 0 0 - 1 0 0 0 - 5 - 1 - 1 - 11
HUF 5 4 - 1 24 - 23 10 - 15 - 8 13 3 0 0
RUB - 177 - 4 - 5 - 16 - 38 - 25 - 88 - 1 - 1 0 0 0
USD - 32 0 - 9 - 4 - 7 - 6 - 4 1 - 1 0 0 - 1
Sonstige - 11 - 2 - 1 - 7 2 - 5 9 0 - 10 - 1 0 0

Zinsrisiken im Bankbuch

Unterschiedliche Laufzeiten und Zinsanpassungskonditionen der angebotenen Produkte führen gemeinsam mit der Refinanzierung durch Kundeneinlagen sowie über die Geld- und Kapitalmärkte in der RBI zu Zinsänderungsrisiken. Diese entstehen vorwiegend durch den nicht vollständigen Ausgleich der Zinssensitivität von erwarteten Zahlungen, deren Zinsanpassungsrhythmen und anderer optionaler Ausstattungsmerkmale. Zinsrisiken im Bankbuch bestehen dabei in den Hauptwährungen Euro und US-Dollar sowie in den lokalen Währungen der Konzerngesellschaften in Zentral- und Osteuropa.

Dieses Risiko wird grundsätzlich durch eine Kombination von bilanziellen und außerbilanziellen Geschäften abgesichert, wobei vorwiegend Zinsswaps und – in geringerem Ausmaß – Zinstermingeschäfte und Zinsoptionen zum Einsatz kommen. Das Bilanzstrukturmanagement ist eine Kernaufgabe sowohl des zentralen Bereichs Global Treasury als auch der lokalen Banken, die von Aktiv-Passiv-Managementkomitees unterstützt werden. Sie stützen sich dabei auf Szenarien und Analysen zur Simulation des Zinsertrags, um eine optimale Positionierung im Einklang mit der Zinsmeinung und im Rahmen des Risikoappetits zu gewährleisten.

Für die Quantifizierung des Zinsänderungsrisikos im Bankbuch kommen neben der Value-at-Risk-Berechnung auch klassische Methoden der Kapital- und Zinsbindungsanalyse zur Anwendung. Seit dem Jahr 2002 besteht für das Zinsänderungsrisiko im Rahmen der Zinsrisikostatistik ein quartalsweises Berichtswesen an die Aufsichtsbehörde, das entsprechend den Erfordernissen der Basel-II-Richtlinien auch eine Barwertveränderung in Prozent der Eigenmittel beinhaltet. Notwendige Schlüsselannahmen für Fristigkeiten werden dabei im Einklang mit regulatorischen Vorgaben und aufgrund interner Statistiken und Erfahrungswerte

getroffen. Die ermittelten Wertänderungen für einen Zinsschock von 200 Basispunkten blieben in der RBI im Berichtsjahr 2011 stets unter der meldepflichtigen Schwelle von 20 Prozent der anrechenbaren Eigenmittel.

Die Barwertveränderung des Bankbuchs der RBI bei einer parallelen Zinserhöhung um 1 Basispunkt wird in folgenden Tabellen in € Tausend für die Stichtage 31. Dezember 2011 und 31. Dezember 2010 dargestellt. Es sind darin Währungen angeführt, bei denen der Absolutwert der Zinssensitivität mindestens € 10 Tausend übersteigt. Die Verringerung des Zinsrisikos im Bankbuch resultiert primär aus der Reduktion der Bestände an Staatsanleihen.

31.12.2011
in € Tausend
Gesamt Bis
3 M
3 bis
6 M
6 bis
12 M
1 bis
2 J
2 bis
3 J
3 bis
5 J
5 bis
7 J
7 bis
10 J
10 bis
15 J
15 bis
20 J
Über
20 J
ALL - 45 3 - 4 6 - 33 - 13 - 1 - 4 0 0 0 0
BGN 16 0 3 9 0 5 - 1 0 0 0 0 0
CHF - 154 8 - 5 - 1 - 16 - 2 - 11 - 19 - 37 - 49 - 23 0
CNY 37 - 10 16 32 0 0 0 0 0 0 0 0
CZK 12 8 - 4 19 0 - 2 3 - 10 - 4 2 - 1 0
EUR - 607 84 121 177 185 12 - 130 - 629 - 202 - 118 - 8 - 98
HRK - 16 - 1 0 4 - 5 - 4 - 3 - 4 - 3 0 0 0
HUF - 88 - 5 - 7 - 8 - 7 - 21 - 25 - 11 - 5 1 0 0
RON - 108 1 - 2 2 - 8 - 31 - 11 - 35 - 23 0 0 0
RSD - 25 - 1 - 1 - 5 - 7 - 7 - 3 - 1 0 0 0 0
RUB 66 - 36 2 - 7 13 68 113 - 6 - 28 - 40 - 13 0
UAH - 248 - 6 - 5 - 26 - 60 - 57 - 65 - 11 - 10 - 6 - 1 0
USD - 755 26 - 12 24 - 25 - 98 - 115 - 157 - 151 - 211 - 32 - 4
Sonstige - 7 - 9 - 1 - 8 2 5 9 - 1 - 3 0 0 - 1

1 Die Darstellung der Währungen hat sich im Jahresvergleich abhängig vom Absolutwert der Zinssensitivität verändert.

31.12.2010
in € Tausend
Gesamt Bis
3 M
3 bis
6 M
6 bis
12 M
1 bis
2 J
2 bis
3 J
3 bis
5 J
5 bis
7 J
7 bis
10 J
10 bis
15 J
15 bis
20 J
Über
20 J
BGN 17 2 3 13 - 1 2 - 1 0 0 0 0 0
BYR 30 - 2 - 11 6 1 1 34 0 0 0 0 0
CHF - 101 2 - 14 - 20 - 2 3 - 1 - 14 - 16 - 22 - 16 0
CNY 25 - 14 3 36 0 0 0 0 0 0 0 0
CZK - 42 - 12 9 39 - 82 - 34 55 16 - 17 - 16 0 0
-
EUR - 2.026 189 177 33 - 38 50 - 155 - 767 1.244 - 210 35 - 96
HUF - 88 - 22 - 1 6 2 - 12 - 36 - 29 2 2 0 0
PLN - 17 - 14 5 - 5 - 2 - 1 0 0 0 0
RON - 167 5 - 4 - 10 - 22 - 29 - 72 - 24 - 11 0 0 0
RUB 58 - 4 - 20 14 51 45 43 - 12 - 16 - 22 - 14 - 7
UAH - 123 - 1 5 7 - 38 - 31 - 40 - 11 - 7 - 6 - 1 0
USD - 288 - 23 30 27 - 6 99 - 87 - 98 - 56 - 124 - 35 - 14
Sonstige - 34 - 18 - 13 16 - 22 - 22 - 28 47 3 1 1 - 1

Credit-Spread-Risiken

Das Marktrisiko-Steuerungssystem berücksichtigt zeitabhängige Anleihe- und CDS-Spread-Kurven als Risikofaktoren für die Ermittlung von Credit-Spread-Risiken. Diese Marktrisikokategorie bildet somit das spezifische Zinsrisiko für alle Kapitalmarktinstrumente des Handels- und Bankbuchs ab. Im Value-at-Risk-Bericht wird diese Risikokategorie für die RBI AG ausgewiesen, die einen wesentlichen Teil der Wertpapierbestände des Konzerns hält. Eine Ausweitung auf alle Tochterbanken ist geplant.

Liquiditätsrisiko

Eine wesentliche Rolle von Banken im internationalen Finanzmarktgefüge ist die Liquiditätsfristentransformation. Diese resultiert aus dem Wunsch der Anleger, kurzfristig auf ihre Veranlagungen zugreifen zu können, und dem gegenläufigen Bedürfnis der Kreditnehmer nach langfristiger Finanzierung. Die Erfüllung dieser Aufgabe bringt laufend Überschüsse oder Defizite in der Liquiditätsbilanz mit sich, die von Banken unter normalen Marktbedingungen im Liquiditätsaustausch mit anderen Finanzmarktteilnehmern ausgeglichen werden.

Die Liquiditätssteuerung und damit die Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsbereitschaft des Konzerns wird sowohl zentral in Wien durch den Bereich Treasury als auch dezentral von den lokalen Banken wahrgenommen. In einem internen Überwachungssystem werden die Zahlungsströme nach Währung wöchentlich konzernweit berechnet und analysiert. Basierend auf diesen Informationen erstellt der Konzern Liquiditätsbilanzen und führt Auswertungen durch, die sowohl die Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben bezüglich ausreichender Liquidität als auch die Einhaltung definierter Liquiditätslimits umfassen. Weitere Analysen inkludieren insbesondere markt- und institutsspezifische Krisensituationen in szenarienbasierten Cash-Flow-Prognosen, die alle Gegenstand der Sitzungen des Group Asset/Liability Committees des Konzerns sind.

Mit 31. Dezember 2010 trat in Österreich die Liquiditätsrisikomanagementverordnung in Kraft, welche die vom Committee of European Banking Supervision (CEBS) erarbeiteten Grundsätze in Österreich umsetzt. Bereits vor Inkrafttreten der Regelung verfügte die RBI über die geforderten Instrumente des Liquiditätsrisiko-Managements, so etwa einen ausreichend dimensionierten Liquiditätspuffer, Stresstests mit unterschiedlichen Szenarien sowie Liquiditätsnotfallpläne. Weitere regulatorische Neuerungen im Liquiditätsbereich werden mit Basel III eingeführt. Soweit die noch nicht finalen Bestimmungen eine erste Abschätzung der geforderten Liquiditätskennzahlen zulassen, zeigt sich, dass die RBI auf die neuen Regelungen bereits sehr gut vorbereitet ist.

Kurzfristiges Liquiditätsrisiko

Die folgende Auswertung zeigt den Liquiditätsüberhang und das Verhältnis der erwarteten Mittelzuflüsse und der zusätzlich realisierbaren Liquidität (Counterbalancing Capacity) zu den Mittelabflüssen (Liquiditäts-Ratio) für ausgewählte Laufzeiten auf kumulierter Basis unter Einbeziehung aller Bilanzkonten und von außerbilanziellen Geschäften. Basierend auf Expertenmeinungen und statistischen Analysen und unter Berücksichtigung länderspezifischer Unterschiede fließen dabei auch Annahmen für die Prolongation von definierten Aktivposten, den sogenannten Bodensatz bei Kundeneinlagen und die Realisierung von zusätzlicher Liquidität (insbesondere mittels notenbankfähiger Aktiva und Sicherheiten im Wertpapierleihgeschäft) in die Berechnung ein. Der Liquiditätsüberhang erhöhte sich in allen Laufzeitbändern weiter. Das stete Bemühen um stabile Kundeneinlagen und die vorsichtige Disposition der verfügbaren Liquiditiät spiegelt sich in der hohen Liquiditäts-Ratio wider.

in € Tausend 2011 2010
Laufzeit 1 Woche 1 Monat 1 Jahr 1 Woche 1 Monat 1 Jahr
Liquiditätsüberhang 20.692.286 17.937.132 7.093.711 15.996.552 13.132.935 5.994.321
Liquiditäts-Ratio 175 % 130 % 105 % 172% 126 % 105 %

Zur Begrenzung des Liquiditätsrisikos sind je Konzerneinheit Limits im Einsatz, die kurzfristig eine positive Liquiditätslücke für die modellierte Liquiditätsposition erfordern. Zur Sicherstellung der Liquidität in den verschiedenen Währungen hält der Konzern umfangreiche liquide Wertpapierbestände und bevorzugte Aktiva in der Kreditvergabe. Im Fall einer Liquiditätsverknappung im Konzern kommen Notfallpläne zum Einsatz. Derartige Prioritätenlisten zur Beseitigung von Liquiditätsproblemen (auch mit Rücksicht auf die Außenwirkung) existieren in allen wesentlichen Konzerneinheiten.

Strukturelles Liquiditätsrisiko

Strukturelle Liquiditätsrisiken werden vor allem durch eine Änderung in der Risikostrategie der Kreditgeber oder durch eine Bonitätsverschlechterung eines sich refinanzierenden Instituts ausgelöst. Die Refinanzierungskosten und -möglichkeiten steigen und fallen mit den geforderten Risikoprämien, die sowohl markt- als auch institutsspezifisch schwanken.

Die langfristige Refinanzierungsmöglichkeit ist somit von der generellen Wiederherstellung des Vertrauens in Banken und dem verstärkten Bemühen um Spareinlagen abhängig. Die RBI refinanziert sich dabei einerseits durch Geld- und Kapitalmarkttransaktionen und andererseits aus dem Retail-Geschäft der Netzwerkbanken. Sie ist die zentrale Liquiditätsausgleichsstelle für die verschiedenen lokalen Konzerngesellschaften in Zentral- und Osteuropa.

Im Refinanzierungsplan der RBI wird spezielles Augenmerk auf eine ausgewogene Finanzierungsstruktur gelegt, um das strukturelle Liquiditätsrisiko zu kontrollieren. Im Konzern werden dabei Gelder nicht nur durch die RBI als Konzernspitze, sondern auch von vielen Tochterbanken aufgenommen, die durch ein gemeinsames Konzept koordiniert und optimiert werden. Darüber hinaus ermöglicht die RBI die mittel- und langfristige Mittelaufnahme ihrer Töchter im Weg von syndizierten Krediten, bilateralen Bankrefinanzierungen und Globaldarlehen supranationaler Institutionen. Diese Refinanzierungsquellen werden durchwegs auf Basis langjähriger Geschäftsbeziehungen genutzt.

Zur Steuerung und aktiven Begrenzung des Liquiditätsrisikos wurden die Zielvorgaben für die Loan/Deposit Ratios (Verhältnis von Kundenforderungen zu Kundeneinlagen) in den einzelnen Netzwerkbanken auch im Hinblick auf die zu erwartenden Basel-III-Regelungen überarbeitet. Die Limits berücksichtigen dabei sowohl das geplante zukünftige Geschäftsvolumen als auch die Möglichkeiten zur Stärkung der Einlagenbasis in den jeweiligen Ländern. Dies verringert einerseits den externen Refinanzierungsbedarf für den Konzern und andererseits die Notwendigkeit konzerninterner Liquiditätstransfers sowie das damit verbundene Risiko.

Die Analyse der vereinbarten vertraglichen Zahlungsströme für die Finanzverbindlichkeiten ergibt folgende Laufzeiten:

31.12.2011 Buchwert Vertragliche Bis 3 Monate 3 bis 12 1 bis 5 Über
in € Tausend Zahlungsströme Monate Jahre 5 Jahre
Nicht derivative
Verbindlichkeiten
126.080.611 137.989.157 77.555.375 20.574.411 26.714.055 13.145.319
Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten
37.991.809 42.071.887 22.361.668 5.482.472 11.368.842 2.858.906
Verbindlichkeiten
gegenüber Kunden
66.747.234 70.263.681 48.917.920 12.265.438 4.602.652 4.477.671
Verbriefte Verbindlichkeiten 14.366.814 17.010.194 3.504.640 2.562.491 9.404.260 1.538.805
Sonstige Passiva 2.824.021 3.862.737 2.747.897 188.588 809.046 117.206
Nachrangkapital 4.150.733 4.780.658 23.250 75.422 529.255 4.152.731
Derivative
Verbindlichkeiten
9.197.649 17.903.100 7.568.858 2.878.354 6.152.849 1.303.039
Derivate im Handelsbuch 8.405.930 15.818.157 6.605.117 2.610.327 5.449.666 1.153.048
Derivate in
Sicherungsbeziehungen
42.702 49.372 541 4.782 13.065 30.984
Sonstige Derivate
Kreditderivate
736.050
12.967
1.979.476
56.095
959.303
3.897
242.754
20.491
658.502
31.616
118.917
90
31.12.2010 Buchwert Vertragliche
Zahlungsströme
Bis 3 Monate 3 bis 12
Monate
1 bis 5
Jahre
Über
5 Jahre
in € Tausend
Nicht derivative
Verbindlichkeiten
114.302.837 126.753.218 65.467.730 22.721.280 26.830.333 11.733.874
Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten
33.659.182 38.603.453 17.055.997 7.762.122 10.830.875 2.954.459
Verbindlichkeiten
gegenüber Kunden
57.633.113 60.580.197 43.865.734 9.123.427 3.736.599 3.854.435
Verbriefte Verbindlichkeiten 16.555.382 18.891.313 1.486.420 5.551.382 9.741.404 2.112.107
Sonstige Passiva 2.454.062 4.193.176 3.009.533 181.791 853.683 148.170
Nachrangkapital 4.001.098 4.485.079 50.046 102.558 1.667.772 2.664.703
Derivative
Verbindlichkeiten
5.794.444 13.341.347 6.259.396 2.671.943 2.924.899 1.485.107
Derivate im Handelsbuch 4.530.916 10.751.156 5.200.176 2.130.544 2.320.808 1.099.627
Derivate in
Sicherungsbeziehungen
476.764 574.063 12.979 19.907 219.898 321.278
Sonstige Derivate 768.432 1.998.047 1.044.143 516.696 373.679 63.529
Kreditderivate 18.332 18.081 2.098 4.796 10.514 673

Operationelle Risiken

Unter dem operationellen Risiko wird das Risiko von Verlusten verstanden, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder von externen Ereignissen einschließlich des Rechtsrisikos eintreten können. Innerhalb dieser Risikokategorie werden sowohl interne Risikofaktoren – z. B. unbefugte Handlungen, Diebstahl und Betrug, Abwicklungs- und Prozessfehler, Geschäftsunterbrechungen oder Systemausfälle – als auch externe Risikofaktoren einschließlich von Sachschäden und Betrugsabsichten kontrolliert und gesteuert.

Die Analyse und Steuerung dieser Risiken erfolgt auf Grundlage der eigenen historischen Verlustdatensammlung und der Ergebnisse der Risikobeurteilung. Ein weiterer Bestandteil der Steuerung ist ein Anreizsystem in der internen Kapitalallokation, mit dem hohe Datenqualität und geringe erwartete Schäden einzelner Geschäftseinheiten honoriert werden. Generell ist das Risikomanagement für operationelle Risiken in der RBI durch ein sowohl zentrales wie dezentrales System umgesetzt: Die Grundlagen und Mindeststandards werden vom zentralen operationellen Risikomanagement vorgegeben, die detaillierte Implementierung erfolgt risikospezifisch in lokalen Einheiten.

In Analogie zu den anderen Risikoarten gilt in der RBI auch für das operationelle Risiko das Prinzip der Funktionstrennung in Risikomanagement und -controlling. Die Risikocontrolling-Einheiten für operationelles Risiko in den einzelnen Konzerneinheiten verantworten die Umsetzung und Verbesserung des operationellen Risikomanagements (z. B. Durchführung einer Selbsteinschätzung oder Definition und Überwachung von Frühwarnindikatoren) und das Reporting an das zentrale operationelle Risikocontrolling. Die Geschäftsbereichsverantwortlichen hingegen führen Steuerungs- und Reduktionsmaßnahmen für das operationelle Risiko durch. Sie entscheiden über den Einsatz von Steuerungsinstrumenten, wie z. B. den Abschluss von Versicherungen, oder anderen Risikoreduktionsverfahren.

Risikoidentifikation

Ein wesentlicher Schritt in der Steuerung von operationellen Risiken ist die Identifikation und Beurteilung von Risiken, die den Fortbestand des Konzerns gefährden würden (allerdings nur mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit eintreten), und anderen Bereichen, in denen Verluste häufiger auftreten (allerdings nur mit geringer Schadenshöhe).

Die Beurteilung der operationellen Risiken erfolgt in strukturierter und konzernweit einheitlicher Form in einer 2-dimensionalen Matrix nach generischen Geschäftsprozessen und Ereignistypen (je Geschäftsfeld oder Produktgruppe). Sie wird auch für alle Neuprodukte durchlaufen. Alle Konzerneinheiten bewerten die Auswirkung von wahrscheinlichen Ereignissen mit geringer Verlusthöhe (High Probability/Low Impact) und unwahrscheinlichen Ereignissen mit großem Verlustpotenzial (Low Probability/High Impact) bezogen auf einen 1-jährigen bzw. 10-jährigen Zeithorizont im Verhältnis zu den Erträgen. Die "Low Probability/High Impact" Ereignisse werden in einem konzernweiten Analysetool mit standardisierten Szenarien gemessen. Zusätzlich implementieren die Einheiten des Konzerns noch weitere Szenarien, die auf das Risikoprofil und die lokalen Gegebenheiten der jeweiligen Einheit zugeschnitten sind. Die RBI hat im Jahr 2011 auch am Austausch von Szenariodefinitionen des international anerkannten Datenpools ORX Consortium teilgenommen, dessen Mitglied sie seit 2010 ist.

Überwachung

Für die Überwachung der operationellen Risiken werden Frühwarnindikatoren (Key Risk Indicators) verwendet, die eine zeitnahe Erkennung und Minderung von Verlusten ermöglichen. Auch diese sind auf die einzelnen Kreditinstitute des Konzerns zugeschnitten, wobei durch die Konzernzentrale zwecks internen Benchmarkings zusätzlich ein verpflichtender Basissatz an Indikatoren vorgegeben wird.

Die Erfassung von operationellen Schäden erfolgt strukturiert und konzernweit in der zentralen Datenbank ORCA (Operational Risk Controlling Application) mit entsprechender Untergliederung nach Geschäftsfeld und Ereignistyp. Eine derartige Verlustdatensammlung erlaubt künftig die Implementierung von statistischen Verlustverteilungsmodellen und gilt als Voraussetzung für den Einsatz des Standardansatzes. Weiter dienen diese Verlustdaten (ebenso...) als basis für Szenarien zur Risikoidentifikation und zum Austausch mit internationalen Verlustdatenbanken zur Weiterentwicklung der eingesetzten Messmethoden

Die Ergebnisse der Analysen sowie Vorfälle aus operationellen Risiken werden dem Risk Management Committee regelmäßig umfassend berichtet. Die Aufgliederung der Verlustfälle der Gruppe nach Ereignistyp zeigt 2011 einen Anstieg im Segment Clients, Products & Business Practices, der zu einem großen Teil auf die Verluste aus Fremdwährungskonvertierungen in Ungarn zurückgeht.

Messung und Risikoreduktion

Für die Kapitalunterlegung des operationellen Risikos gemäß Basel II verwendet die RBI derzeit den Standardansatz (STA). Dies gilt für alle wesentlichen Konzerneinheiten.

Um das operationelle Risiko zu reduzieren, werden durch die Geschäftsbereichsleiter vorbeugende Maßnahmen zur Risikoreduktion und zum Risikotransfer gesetzt, deren Fortschritt und Wirkungsgrad vom Risikocontrolling überwacht werden. Erstere entwickeln auch Krisenpläne und bestimmen Personen oder Abteilungen, welche die notwendigen Maßnahmen einleiten, falls Schadensfälle tatsächlich eintreten. Weiters unterstützen mehrere spezialisierte Organisationseinheiten die Geschäftsbereiche bei der Vermeidung von operationellen Risiken. Eine wesentliche Rolle nimmt dabei das Fraud Management ein, das durch Überwachung und präventive Maßnahmen potenziellen Betrugsschäden entgegenwirkt. Die RBI führt auch laufend umfangreiche Mitarbeiterschulungen durch und verfügt über verschiedenste Notfallpläne und Backup-Systeme.

Verteilung operationeller Verlustfälle nach Schadenssumme (vor verlustmindernden Maßnahmen)

Verteilung operationeller Verlustfälle

nach Häufigkeit

Sonstige Angaben

(45) Derivative Finanzinstrumente

Das Gesamtvolumen noch nicht abgewickelter derivativer Finanzprodukte stellt sich per 31. Dezember 2011 wie folgt dar:

Marktwerte
in € Tausend Bis 1 Jahr Nominalbeträge nach Restlaufzeit
1 bis 5 Jahre
Über 5 Jahre Gesamt Positive Negative
Gesamt 122.281.901 145.038.007 82.455.387 349.775.296 8.697.565 - 9.197.650
Zinssatzverträge 67.754.329 132.690.032 79.386.786 279.831.147 7.542.484 - 7.086.893
OTC-Produkte
Zinsswaps 54.278.011 126.661.289 74.347.901 255.287.201 7.334.004 - 6.901.548
Zinstermingeschäfte 10.138.796 824.586 0 10.963.382 17.509 - 12.836
Zinsoptionen – Käufe 799.522 2.536.276 2.188.593 5.524.391 181.485 0
Zinsoptionen – Verkäufe 1.137.239 2.667.881 2.689.606 6.494.726 0 - 167.279
Börsegehandelte Produkte
Zinsfutures 1.138.261 0 10.686 1.148.947 5.824 - 1.975
Zinsoptionen 262.500 0 150.000 412.500 3.662 - 3.255
Wechselkurs- und
Goldverträge 51.886.998 8.971.521 1.894.690 62.753.209 896.210 - 1.425.303
OTC-Produkte
Währungs- und Zinsswaps 2.533.555 7.584.615 1.867.979 11.986.149 267.410 - 593.889
Devisentermingeschäfte 46.624.332 1.187.839 0 47.812.171 578.005 - 682.160
Währungsoptionen – Käufe 1.247.261 60.005 1.519 1.308.785 48.138 0
Währungsoptionen –
Verkäufe
1.311.728 132.279 1.645 1.445.652 0 - 120.046
Sonstige Währungsverträge 10 0 0 10 10 0
Goldverträge 8.305 6.783 23.547 38.635 930 - 25.154
Börsegehandelte Produkte
Devisenterminkontrakte
(Futures)
161.807 0 0 161.807 1.717 - 4.054
Wertpapierbezogene
Geschäfte
1.453.433 1.144.659 382.450 2.980.542 82.102 - 590.632
OTC-Produkte
Aktien-/Indexoptionen –
Käufe
177.063 344.239 201.960 723.262 33.306 0
Aktien-/Indexoptionen –
Verkäufe
233.653 321.498 57.226 612.377 0 - 172.634
Sonstige Wertpapierbe
zogene Geschäfte
181.165 405.559 121.965 708.689 4.980 - 369.640
Börsegehandelte Produkte
Aktien-/Index-Terminkontrakte 596.579 458 1.299 598.336 26.881 - 31.793
Aktien-/Indexoptionen 264.973 72.905 0 337.878 16.935 - 16.565
Warentermingeschäfte 155.274 83.595 24.645 263.514 12.924 - 9.623
Kreditderivate 1.017.437 2.127.287 753.226 3.897.950 163.845 - 80.498
Edelmetallgeschäfte 14.430 20.913 13.590 48.934 0 - 4.701

Dem Überhang an negativen Marktwerten bei wertpapierbezogenen Geschäften stehen zu Sicherungszwecken erworbene Aktien in der Handelsaktiva gegenüber, die in der obigen Tabelle nicht enthalten sind.

Das Gesamtvolumen noch nicht abgewickelter derivativer Finanzprodukte stellt sich per 31. Dezember 2010 wie folgt dar:

Marktwerte
in € Tausend Bis 1 Jahr Nominalbeträge nach Restlaufzeit
1 bis 5 Jahre
Über 5 Jahre Gesamt Positive Negative
Gesamt 89.949.792 109.694.268 70.929.143 270.573.203 5.112.586 - 5.794.443
Zinssatzverträge 44.859.461 98.821.793 67.760.699 211.441.953 4.197.567 - 3.975.179
OTC-Produkte
Zinsswaps 37.810.244 93.944.351 62.697.041 194.451.636 4.106.879 - 3.866.061
Zinstermingeschäfte 4.980.163 269.833 0 5.249.996 4.726 - 5.330
Zinsoptionen – Käufe 743.393 2.236.711 1.738.547 4.718.651 81.841 0
Zinsoptionen – Verkäufe 672.707 2.107.298 2.170.300 4.950.306 0 - 103.388
Börsegehandelte Produkte
Zinsfutures 652.954 263.600 1.154.811 2.071.364 4.121 - 400
Wechselkurs- und
Goldverträge
42.618.739 7.734.681 1.794.526 52.147.948 741.486 - 1.168.629
OTC-Produkte
Währungs- und Zinsswaps 2.992.522 6.362.482 1.766.434 11.121.439 263.086 - 654.385
Devisentermingeschäfte 36.965.659 932.590 0 37.898.249 436.796 - 446.719
Währungsoptionen – Käufe 1.150.438 197.053 1.476 1.348.968 39.095 0
Währungsoptionen –
Verkäufe 1.318.885 238.606 1.599 1.559.091 0 - 42.389
Sonstige Währungsverträge 0 0 0 0 1 0
Goldverträge 5.290 3.950 25.017 34.256 899 - 23.982
Börsegehandelte Produkte
Devisenterminkontrakte
(Futures) 185.945 0 0 185.945 1.609 - 1.154
Wertpapierbezogene
Geschäfte
1.550.606 699.170 240.233 2.490.007 97.230 - 569.568
OTC-Produkte
Aktien-/Indexoptionen –
Käufe 135.052 333.586 125.799 594.437 72.764 0
Aktien-/Indexoptionen –
Verkäufe
132.693 138.419 37.224 308.336 0 - 148.200
Sonstige Wertpapierbezogene
Geschäfte 376.439 186.508 75.912 638.858 3.803 - 408.641
Börsegehandelte Produkte
Aktien-/Index
Terminkontrakte
498.142 0 1.298 499.439 11.316 - 1.319
Aktien-/Indexoptionen 408.280 40.657 0 448.937 9.347 - 11.408
Warentermingeschäfte 404.694 100.657 15.276 520.627 17.398 - 3.024
Kreditderivate 495.178 2.337.967 1.102.740 3.935.885 57.261 - 62.252
Edelmetallgeschäfte 21.114 0 15.669 36.783 1.644 - 15.791

(46) Fair Value von Finanzinstrumenten, die nicht zum Fair Value ausgewiesen werden

Für die fix verzinslichen Forderungen und Verbindlichkeiten an bzw. gegenüber Kreditinstituten/Kunden wird nur dann ein vom Bilanzwert (nach Berücksichtigung der Kreditrisikovorsorgen) abweichender Marktwert ermittelt, wenn diese eine Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr aufweisen. Die variabel verzinslichen Forderungen und Verbindlichkeiten werden dann einbezogen, wenn eine Zinsanpassungsperiode von mehr als 1 Jahr besteht. Für Kredite wurde der Fair Value durch Abzinsung zukünftiger Cash-Flows unter Verwendung von Zinssätzen berechnet, zu denen ähnliche Kredite mit den gleichen Restlaufzeiten an Kreditnehmer mit vergleichbarer Bonität hätten vergeben werden können. Darüber hinaus wurde das spezifische Kreditrisiko, einschließlich der werthaltigen Sicherheiten, bei der Ermittlung des Fair Value von Krediten berücksichtigt.

2011 2010
Fair Value Buchwert Differenz Fair Value Buchwert Differenz
11.401.747 11.401.747 0 4.806.891 4.806.891 0
25.499.535 25.520.401 - 20.866 21.270.497 21.532.406 - 6.890
75.982.501 76.750.667 - 768.165 71.399.994 71.156.209 243.785
5.849.430 5.693.528 155.902 11.641.567 11.485.536 156.032
2.578.823 2.577.025 1.798 2.671.347 2.673.446 - 2.100
2.173.704 2.173.704 0 2.066.890 2.066.890 0
37.908.510 37.991.809 - 83.298 33.774.445 33.659.182 115.263
66.699.404 66.747.234 - 47.830 57.934.072 57.633.113 300.959
14.032.278 14.366.814 - 334.536 16.646.729 16.555.382 91.347
3.677.219 4.150.733 - 473.514 3.866.338 4.001.098 - 134.760
1.515.024 1.515.024 0 1.243.387 1.243.387 0

(47) Fair Value von Finanzinstrumenten, die zum Fair Value ausgewiesen werden

2011 2010
in € Tausend Level I Level II Level III Level I Level II Level III
Handelsaktiva 2.861.986 8.630.262 102.882 3.599.448 5.031.317 255
Positive Marktwerte derivativer
Finanzinstrumente1
166.781 8.001.726 102.707 69.408 4.117.769 0
Aktien und andere nicht
festverzinsliche Wertpapiere
198.196 11.739 0 320.380 110.048 0
Schuldverschreibungen und
andere festverzinsliche
Wertpapiere
2.497.009 609.924 175 3.209.660 803.501 255
Tag-/Festgelder des
Handelsbestands
0 6.872 0 0 0 0
Erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle
Vermögenswerte
5.056.336 2.268.679 34.780 5.613.367 2.301.548 155.352
Aktien und andere nicht
festverzinsliche Wertpapiere
130.371 118.978 4.745 146.778 131.714 1.294
Schuldverschreibungen und
andere festverzinsliche
Wertpapiere
4.925.965 2.149.701 30.035 5.466.589 2.169.834 154.058
Zur Veräußerung
verfügbare finanzielle
Vermögenswerte
3.486.659 0 0 80.060 0 0
Sonstige Beteiligungen2 64.589 0 0 80.060 0 0
Schuldverschreibungen und
andere festverzinsliche
Wertpapiere
3.422.069 0 0 0 0 0
Derivate für
Sicherungsmaßnahmen
0 426.350 0 0 925.409 0
Positive Marktwerte deri
vativer Sicherungsinstrumente
0 426.350 0 0 925.409 0

1 Inklusive sonstige Derivate

2 Enthält nur börsenotierte Unternehmen

Level I Notierte Marktpreise

Level II Auf Marktdaten basierende Bewertungsmethoden Level III Nicht auf Marktdaten basierende Bewertungsmethoden

2011 2010
in € Tausend Level I Level II Level III Level I Level II Level III
Handelspassiva 670.907 9.680.705 112.332 1.575.769 4.952.538 48
Negative Marktwerte
derivativer Finanzinstrumente 1
105.421 8.992.319 57.208 555.680 4.761.952 48
Leerverkauf von Handelsaktiva 565.486 142 0 424.912 818 0
Emittierte Zertifikate 0 688.244 55.125 595.177 189.769 0
Erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle
Verbindlichkeiten
0 3.345.911 0 2.557.396 0
Verbriefte Verbindlichkeiten 0 3.345.911 0 0 2.557.396 0
Derivate für
Sicherungsmaßnahmen
0 42.702 0 0 476.764 0
Negative Marktwerte deri
vativer Sicherungsinstrumente
0 42.702 0 0 476.764 0

1 Inklusive sonstige Derivate

Level I Notierte Marktpreise

Level II Auf Marktdaten basierende Bewertungsmethoden

Level III Nicht auf Marktdaten basierende Bewertungsmethoden

Bewegungen in Level 3 von Finanzinstrumenten bewertet zum beizulegenden Zeitwert

Die folgenden Tabellen zeigen die Entwicklungen des Fair Value von Finanzinstrumenten, deren Bewertungsmodelle auf nicht beobachtbare Parametern basieren.

in € Tausend Stand
1.1.2011
Änderung
Konsolidier
ungskreis
Währungs
differenzen
Käufe Verkäufe,
Tilgungen
Handelsaktiva 255 0 7 0 - 4.251
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle Vermögenswerte
155.352 0 - 1.090 697 - 126.089
in € Tausend Erfolg in
GuV
Erfolg im
sonstigen
Ergebnis
Transfer in
Level III
Transfer aus
Level III
Stand
31.12.2011
Handelsaktiva 103.843 0 3.027 0 102.882
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle Vermögenswerte
2.565 0 3.507 - 161 34.780
in € Tausend Stand
1.1.2011
Änderung
Konsolidier
ungskreis
Währungs
differenzen
Käufe Verkäufe,
Tilgungen
Handelspassiva 48 0 0 2.236 0
in € Tausend Erfolg in
GuV
Erfolg im
sonstigen
Ergebnis
Transfer in
Level III
Transfer aus
Level III
Stand
31.12.2011
Handelspassiva 2.678 0 107.418 - 48 112.332

Die Gewinne und Verluste von Finanzinstrumenten der dritten Kategorie der Fair-Value-Hierarchie erzielten im Geschäftsjahr 2011 einen Gewinn von € 106.408 Tausend (2010: Gewinn von € 20.196 Tausend).

(48) Eventualverbindlichkeiten und andere außerbilanzielle Verpflichtungen

in € Tausend 2011 2010
Eventualverbindlichkeiten 13.280.487 11.855.528
Weitergegebene Wechsel 43.693 32.119
Avalkredite 7.417.798 6.662.119
Sonstige Bürgschaften 2.698.867 2.266.742
Akkreditive 3.072.307 2.875.765
Sonstige Eventualverbindlichkeiten 47.821 18.782
Kreditrisiken 12.624.734 11.992.462
Unwiderrufliche Kreditzusagen/Stand-by Facilitys 12.624.734 11.992.462
Bis 1 Jahr 4.842.840 4.546.505
Über 1 Jahr 7.781.894 7.445.957

Die folgende Tabelle enthält widerrufliche Kreditzusagen, die gemäß Basel II ungewichtet bleiben:

in € Tausend 2011 2010
Widerrufliche Kreditzusagen 14.847.947 11.755.884
Bis 1 Jahr 11.965.514 9.686.820
Über 1 Jahr 2.882.434 2.069.064

Die RBI AG ist Mitglied der Raiffeisen-Kundengarantiegemeinschaft Österreich. Die Vereinsmitglieder übernehmen eine vertragliche Haftungsverpflichtung dahingehend, dass sie solidarisch die zeitgerechte Erfüllung aller Kundeneinlagen und Eigenemissionen eines insolventen Vereinsmitglieds bis zu jener Grenze, die sich aus der Summe der individuellen Tragfähigkeit der anderen Vereinsmitglieder ergibt, garantieren. Die individuelle Tragfähigkeit eines Vereinsmitglieds bestimmt sich nach den frei verwendbaren Reserven unter Berücksichtigung der einschlägigen Bestimmungen des BWG.

(49) Treuhandgeschäfte

In der Bilanz nicht ausgewiesene Treuhandgeschäfte waren am Bilanzstichtag mit folgenden Volumina abgeschlossen:

in € Tausend 2011 2010
Forderungen an Kreditinstitute 9.509 9.442
Forderungen an Kunden 342.863 385.666
Wertpapiere und Beteiligungen 7.262 31.285
Sonstiges Treuhandvermögen 45.741 48.891
Treuhandvermögen 405.374 475.284
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 113.085 143.303
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 239.457 276.545
Sonstige Treuhandverbindlichkeiten 52.832 55.436
Treuhandverbindlichkeiten 405.374 475.284

Die Treuhanderträge und die Treuhandaufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

in € Tausend 2011 2010
Treuhanderträge 7.019 8.723
Treuhandaufwendungen 827 1.489

Die folgende Tabelle enthält das von der RBI verwaltete Fondsvermögen:

in € Tausend 2011 2010
Publikumsfonds 4.976.007 5.148.417
Aktien- und gemischte Fonds 3.004.068 3.031.164
Anleihenfonds 1.700.639 1.684.183
Geldmarktfonds 232.330 373.362
Sonstige 38.970 59.708
Spezialfonds 992.300 922.181
Immobilienfonds 69.699 63.286
Gesamt 6.038.006 6.133.884

(50) Kapitalmanagement und Eigenmittel nach BWG

Kapital war und ist integraler Bestandteil der Banksteuerung. Für einen international tätigen Konzern wie die RBI sind dabei verschiedene Steuerungsebenen zu berücksichtigen. Regulatorisch ist die RBI Bestandteil der RZB-Kreditinstitutsgruppe, darüber hinaus muss die RBI auf Einzelinstitutsebene die gesetzlichen Eigenmittelvorschriften einhalten.

Regulatorische Werte werden durch das österreichische Bankwesengesetz, basierend auf entsprechenden EU-Richtlinien, für die RBI auf teilkonsolidierter als auch auf Einzelinstitutsbasis vorgegeben. Daneben bestehen – oft inhaltlich abweichende – Vorschriften in den einzelnen Ländern des Tätigkeitsgebiets der RBI. Derartige Regelungen sind von den lokalen Einheiten der Gruppe einzuhalten.

In der internen Steuerung verwendet die RBI Zielwerte die alle Risikoarten (inklusive des Handelsbuchs, des Währungsrisikos und des operationellen Risikos) umfassen. Die laufende Planung / Budgetierung ist von der Entwicklung in Basel und Brüssel, bezüglich der Weiterentwicklung bzw. Harmonisierung von Eigenmittelvorschriften, geprägt. Parallel zur Entwicklung dieser regulatorischen Vorschriften wird die RBI neue Zielkapitalquoten einführen, die ausreichend über den 7 Prozent hartem Kernkapital (Vollausbaustufe Basel 3) liegen, um im Regelfall keine regulatorischen Einschränkungen der Managemententscheidungen (etwa Dividendenhöhe) hinnehmen zu müssen. Eine zusätzliche Dimension ist mit den Anforderungen der European Banking Authority (EBA) hinzugekommen. Dabei sind die zugrundeliegenden Vorschriften abweichend von den bisher gültigen BWG sowie den in Abstimmung befindlichen CRR/CRD 4 Entwürfen.

Die Steuerung auf Gruppenebene erfolgt in Zusammenarbeit der Bereiche Treasury, Planning & Finance and Group Strategy. Die Einhaltung der Ziele der einzelnen Konzerneinheiten obliegt primär den Einheiten selbst, in Abstimmung mit den für das Beteiligungsmanagement der jeweiligen Einheit zuständigen Zentralstellen.

Das Hauptaugenmerk bei der Steuerung liegt auf hartem Kernkapital (Common-Equity Tier 1). Daneben wird im Rahmen der regulatorischen Grenzen die Risikotragfähigkeit ermittelt. Sie entspricht dem maximalen Schaden, der im laufenden Kalenderjahr die Bank oder die Bankengruppe treffen kann, ohne dass die regulatorischen Mindestkapitalwerte unterschritten werden. Wegen der komplexen gegenseitigen Anrechnungsbegrenzungen spielt dabei auch der Mix der Eigenmittelinstrumente (verschiedene Arten des Tier 1-, Tier 2- und Tier 3-Kapitals) eine Rolle. Tier 3 Kapital spielt hierbei jedoch eine untergeordnete Rolle, da diese Art von Kapital unter Basel 3 bzw. CRR I / CRD IV nicht mehr anrechenbar sein wird. Desweiteren ist auch Tier 2 ab den im Jahr 2013 effektiv werdenden Regelungen (Basel 3) stärker beschränkt als unter Basel 2.

Die laufendem aufsichtsrechtlichen Diskussionen und Veröffentlichungen des Baseler Komitees, der EU Kommissionen und der österreichischen Aufsicht in Zusammenhang mit den neuen aufsichtsrechtlichen Bestimmungen (Basel 3) werden in Szenario-Berechnungen durch Planning & Finance sowie Risk Controlling dargestellt. Bei einer gewissen Eintrittswahrscheinlichkeit werden die Effekte umgehend in der Planung und Steuerung berücksichtigt.

Die Ermittlung der Zielquoten im Verhältnis zu den gesetzlichen Mindestanforderungen erfordert zusätzliche interne Kontrollrechnungen. Im Bereich Risk Controlling wird dazu der Value-at-Risk mit der oben definierten Risikotragfähigkeit in Bezug gesetzt. Weiters erfolgt ein Abgleich des ökonomischen Kapitals mit der entsprechenden Deckungsmasse. Das ökonomische Kapital ist integraler Bestandteil der Planung und Steuerung in der RBI. Nähere Angaben zu dieser Berechnung finden sich im Risikobericht.

Die RBI bildet keine eigene Kreditinstitutsgruppe im Sinn des österreichischen Bankwesengesetzes (BWG) und unterliegt daher als Konzern selbst nicht den aufsichtsrechtlichen Bestimmungen für Bankengruppen, da sie Teil der RZB-Kreditinstitutsgruppe ist. Die nachfolgenden Zahlen haben daher lediglich Informationscharakter.

Die Eigenmittel der RBI gemäß österreichischem Bankwesengesetz 1993/Novelle 2006 (Basel II) setzen sich wie folgt zusammen:

in € Tausend 2011 2010
Eingezahltes Kapital 4.933.077 4.913.878
Erwirtschaftetes Kapital 3.031.101 2.958.229
Kapital der nicht beherrschenden Anteile 1.171.016 1.003.313
Hybrides Kapital 800.000 800.000
Immaterielle Vermögenswerte - 501.178 - 469.346
Kernkapital (Tier 1-Kapital) 9.434.016 9.206.074
Abzugsposten vom Kernkapital - 18.591 - 14.845
Anrechenbares Kernkapital (nach Abzugsposten) 9.415.426 9.191.229
Ergänzungskapital gemäß § 23 (1) Z 5 BWG 598.742 599.792
Berücksichtigungsfähiger Risikovorsorgeüberschuss für IRB-Positionen 233.696 230.555
Stille Reserven 0 55.400
Langfristiges nachrangiges Kapital 2.535.571 2.480.171
Ergänzende Eigenmittel (Tier 2-Kapital) 3.368.009 3.365.918
Abzugsposten Beteiligungen, Verbriefungen - 18.591 - 14.845
Anrechenbare ergänzende Eigenmittel (nach Abzugsposten) 3.349.419 3.351.073
Abzugsposten Versicherungen - 7.075 - 3.817
Zur Umwidmung in Tier 3-Kapital zur Verfügung stehendes Tier 2-Kapital (Tier 3-Kapital) 100.079 69.078
Gesamte Eigenmittel 12.857.848 12.607.563
Gesamtes Eigenmittelerfordernis 7.624.128 7.584.851
Eigenmittelüberschuss 5.233.720 5.022.712
Überdeckungsquote 68,6 % 66,2 %
Core Tier 1 Ratio, gesamt 9,0% 8,9%
Kernkapitalquote (Tier 1), Kreditrisiko 12,2 % 12,2 %
Kernkapitalquote (Tier 1), gesamt 9,9% 9,7%
Eigenmittelquote 13,5 % 13,3 %

Das gesamte Eigenmittelerfordernis setzt sich wie folgt zusammen:

in € Tausend 2011 2010
Risikogewichtete Bemessungsgrundlage gemäß § 22 BWG 77.150.488 75.601.318
davon 8 Prozent Mindesteigenmittelerfordernis für das Kreditrisiko gemäß §§ 22a bis
22h BWG 6.172.039 6.048.105
Standardansatz 3.056.099 2.974.035
Auf internen Ratings basierender Ansatz 3.115.940 3.074.070
Abwicklungsrisiko 7 27
Eigenmittelerfordernis für das Positionsrisiko in Schuldtiteln, Substanzwerten und Waren 519.912 326.655
Eigenmittelerfordernis für das Positionsrisiko in Fremdwährungen 140.139 385.622
Eigenmittelerfordernis für das operationelle Risiko 792.031 824.442
Gesamtes Eigenmittelerfordernis 7.624.128 7.584.851

Die Bemessungsgrundlage für das Kreditrisiko stellt sich nach Asset-Klassen wie folgt dar:

in € Tausend 2011 2010
Risikogewichtete Bemessungsgrundlage nach Standardansatz 38.201.238 37.175.443
Zentralstaaten und Zentralbanken 3.518.188 3.712.388
Regionale Gebietskörperschaften 99.000 95.175
Verwaltungseinrichtungen und Unternehmen ohne Erwerbscharakter 22.250 41.638
Kreditinstitute 699.488 1.013.263
Firmenkunden 21.186.063 18.800.172
Retail-Kunden 9.443.875 10.088.583
Gedeckte Schuldverschreibungen 1.313 0
Investmentfonds-Anteile 117.575 124.513
Verbriefungspositionen 0 18.050
Sonstige Posten 3.113.488 3.281.663
Risikogewichtete Bemessungsgrundlage nach auf internen Ratings basierendem
Ansatz
38.949.250 38.425.875
Zentralstaaten und Zentralbanken 38.838 878.513
Kreditinstitute 4.378.813 5.047.688
Firmenkunden 32.097.350 29.586.425
Retail-Kunden 2.170.575 2.464.663
Beteiligungspositionen 225.725 313.500
Verbriefungspositionen 37.950 135.088
Gesamt 77.150.488 75.601.318

(51) Durchschnittliche Mitarbeiterzahl

Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer (im Sinn von Vollzeitäquivalenten) stellt sich wie folgt dar:

Vollzeitäquivalente 2011 2010
Angestellte 59.046 58.148
Arbeiter 975 1.040
Gesamt 60.021 59.188
Vollzeitäquivalente 2011 2010
Inland 2.709 2.637
Ausland 57.312 56.551
Gesamt 60.021 59.188

(52) Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen

in € Tausend 2011 2010
Vorstandsmitglieder und leitende Angestellte 7.033 4.129
Andere Arbeitnehmer 14.267 20.624
Gesamt 21.299 24.753

Für sechs Vorstände gelten grundsätzlich dieselben Regelungen wie für Mitarbeiter, die einen Grundbeitrag seitens des Unternehmens zu einer Pensionskasse und einen Zusatzbeitrag vorsehen, wenn der Mitarbeiter Eigenbeiträge in derselben Höhe leistet. Ein Vorstandsmitglied verfügt über eine leistungsorientierte Pensionszusage. Für vier Vorstände bestehen zusätzliche individuelle Pensionszusagen, die über eine Rückdeckungsversicherung finanziert werden. Für ein Vorstandsmitglied wurde eine weitere individuelle Pensionszusage getätigt, die durch einen Einmalerlag in eine Rückdeckungsversicherung in der Höhe von € 1.500 Tausend finanziert wird.

Im Fall der Beendigung der Funktion bzw. des Dienstverhältnisses und des Ausscheidens aus dem Unternehmen haben zwei Mitglieder des Vorstands Abfertigungsansprüche gemäß Angestelltengesetz oder Bankenkollektivvertrag, zwei Mitglieder gemäß vertraglichen Vereinbarungen und drei Mitglieder nach dem Betrieblichen Mitarbeitervorsorgegesetz. Die Abfertigungsansprüche gemäß Angestelltengesetz oder gemäß vertraglicher Vereinbarung verfallen, mit Ausnahme eines Vorstandsmitglieds, grundsätzlich bei Kündigung durch den Dienstnehmer. Für ein Vorstandsmitglied wurden im Zuge fusionsbedingter Vertragsumstellungen bestehende Abfertigungsansprüche umgewandelt. Entsprechende Zahlungen erfolgen in Teilen in den Jahren 2011 und 2012, im Geschäftsjahr 2011 betrugen diese € 2.022 Tausend.

Zudem besteht über eine Pensionskasse und/oder aufgrund einer individuellen Pensionszusage, die durch eine Rückdeckungsversicherung abgesichert ist, ein Schutz gegenüber dem Berufsunfähigkeitsrisiko. Die Vorstandsverträge sind für die Dauer der Funktionsperioden bzw. befristet auf maximal 5 Jahre abgeschlossen. Die Abfindungszahlungen bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund überschreiten nicht mehr als zwei Jahresgesamtvergütungen.

(53) Beziehungen zu Organen

Konzernbeziehungen des Key Managements

Unter Key Management sind die Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der Muttergesellschaft Raiffeisen Bank International AG und des Mehrheitsaktionärs Raiffeisen Zentralbank Österreich Aktiengesellschaft zu verstehen. Die Beziehungen des Key Managements zur RBI stellen sich wie folgt dar (jeweilige Marktwerte):

in € Tausend 2011 2010
Sichteinlagen 155 26
Schuldverschreibungen 1.184 1.291
Aktien 4.250 6.032
Termineinlagen 54 101
Leasingverbindlichkeiten 71 67

In der folgenden Tabelle sind die Beziehungen der nahe stehenden Personen des Key Managements zur RBI dargestellt:

in € Tausend 2011 2010
Aktien 45 92
Termineinlagen 25 0

Darüber hinaus bestehen zum 31. Dezember 2011 Haftungen für einen an ein Mitglied des Vorstands gewährten Kredit in Höhe von € 765 Tausend (2010: € 765 Tausend). Es bestehen keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots.

Bezüge des Vorstands

An den Vorstand der Raiffeisen Bank International AG wurden folgende Bezüge bezahlt:

in € Tausend 2011 2010
Fixe und erfolgsabhängige Bezüge 7.545 8.191
Zahlungen an Pensionskassen und Rückdeckungsversicherungen 1.703 183
Aktienbasierte Zahlungen (erfolgsabhängig) 373 156
Gesamt 9.621 8.530

In der Tabelle sind fixe und erfolgsabhängige Bezüge enthalten, darunter auch Entgelte für Organfunktionen bei verbundenen Unternehmen, Bonuszahlungen und Sachbezüge. Im Geschäftsjahr belief sich der Anteil der erfolgsabhängigen Bezugsbestandteile auf 10,0 Prozent (2010: 1,9 Prozent).

Die erfolgsabhängigen Bestandteile der Vorstandsbezüge setzen sich normalerweise aus Bonuszahlungen für das Jahr 2010, die an die Erreichung der Unternehmensziele bei Gewinn nach Steuern, Return on Risk Adjusted Capital (RORAC) und Cost/Income Ratio sowie die Erreichung jährlich vereinbarter persönlicher Ziele geknüpft sind, und dem Wert einer Zuteilung von Aktien im Rahmen des SIP zusammen (siehe Seite 168 Aktienbasierte Vergütung). Für drei Vorstände, die aus der RZB in die RBI gewechselt waren, erfolgte die Bonusbemessung für 2010 noch nach einem (RZB) Return on Equity (ROE) Kriterium. Entsprechend den bis Ende 2010 für diese Personen geltenden vertraglichen Bestimmungen wurden Bonuszusagen in der Höhe von insgesamt € 941 Tausend getätigt, die 2012 (€ 297 Tausend) und 2013 (€ 644 Tausend) fällig werden. Die tatsächliche Auszahlung liegt im Ermessen des Personalausschusses der RBI.

Den aus der RI stammenden Vorständen, die auf Bonuszahlungen für 2010 verzichtet hatten, wurde eine einmalige freiwillige Gratifikation in der Höhe von € 1.400 Tausend zuerkannt, die nach dem in der Notes (34) Eigenkapital dargelegten System für verschobene Bonuszahlungen abgewickelt wird.

Es ist zu beachten, dass die Zahlen der Vorstandsbezüge für das Jahr 2011 nicht direkt mit jenen des Jahres 2010 vergleichbar sind, weil im Laufe des Jahres 2010 zwei Vorstandsmitglieder ausgeschieden sind.

Für ein Mitglied des Vorstands bestanden zum 31.12.2011 Haftungen in der Höhe von € 765 Tausend (31.12.2010: € 765 Tausend).

Bezüge des Aufsichtsrats

Für den Aufsichtsrat wurden folgende Beträge aufgewendet:

in € Tausend 2011 2010
Bezüge Aufsichtsrat 423 380

Die Hauptversammlung hat am 8. Juni 2011 eine jährliche Vergütung für die Aufsichtsratsmitglieder in Höhe von € 423 Tausend beschlossen und die Verteilung dem Aufsichtsrat übertragen. Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am 8. Juni 2011 folgende Verteilung festgelegt: Vorsitzender € 70 Tausend, Stellvertreter des Vorsitzenden € 60 Tausend, Mitglied des Aufsichtsrats € 50 Tausend. Sitzungsgelder werden nicht gezahlt.

Für den Aufsichtsrat wurden daher im Geschäftsjahr Vergütungen in Höhe von € 423 Tausend ausbezahlt. Im Vorjahr wurden für den Aufsichtsrat € 380 Tausend an Vergütungen aufgewendet.

Im Geschäftsjahr 2011 wurden keine zustimmungspflichtigen Verträge im Sinn von § 95 (5) Z 12 AktG mit Aufsichtsratsmitgliedern abgeschlossen.

(54) Organe

Vorstand

Der Vorstand der Raiffeisen Bank International AG setzt sich wie folgt zusammen:

Erstbestellung Ende Funktionsperiode
Dr. Herbert Stepic, Vorsitzender 14. Juni 2001 31. Dezember 20151
Dr. Karl Sevelda, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender 22. September 20103 31. Dezember 20151
Aris Bogdaneris, M.A. 1. Oktober 2004 31. Dezember 20151
Patrick Butler, M.A. 22. September 20103 15. April 20122
Mag. Martin Grüll 3. Jänner 2005 31. Dezember 20151
Mag. Peter Lennkh 1. Oktober 2004 31. Dezember 20151
Dr. Johann Strobl 22. September 20103 31. Dezember 20151

1 In der Aufsichtsratssitzung vom 7. Juni 2011 wurde die Verlängerung aller Mandate des Vorstands bis zum 31. Dezember 2015 beschlossen. 2 Nach dem Ausscheiden von Patrick Butler auf eigenen Wunsch hat der Aufsichtsrat Klemens Breuer als Nachfolger in dieser Funktion für die Dauer vom 16. April

2012 bis zum 31. Dezember 2015 bestellt.

3 Bestellung mit Wirksamkeit der Eintragung der Verschmelzung im Firmenbuch am 10. Oktober 2010.

Mitglieder des Vorstands hatten Aufsichtsratsmandate oder vergleichbare Funktionen, Vorstandsfunktionen, Geschäftsführungsmandate sowie Beteiligungen an Gesellschaften in den folgenden, nicht in den Konzernabschluss einbezogenen in- und ausländischen Gesellschaften:

Dr. Herbert Stepic: OMV AG, Österreichische Kontrollbank AG, "NONUSDECIMUS" FRANKE IMMOBILIEN
HANDEL KG, "SEPTIMUS" FRANKE IMMOBILIEN HANDEL KG, H. Stepic F.C. GmbH
Dr. Karl Sevelda: Bene Privatstiftung, BestLine Privatstiftung, Bene AG, Milletertius Kreihsler Immobilienhandel KG,
SECUNDUS FRANKE IMMOBILIEN HANDEL KG, Michael Stranz Immobilienverwaltung
Gamma KG
Dr. Johann Strobl: Raiffeisen Leasing Management GmbH, Raiffeisen Zentralbank Österreich AG,
Österreichische Raiffeisen-Einlagensicherung eGen
Patrick Butler, M.A.: CEESEG AG, Wiener Börse AG
Aris Bogdaneris: Visa Global Advisory Board
Mag. Martin Grüll: Stefan Stolitzka Privatstiftung

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat der Raiffeisen Bank International AG setzt sich wie folgt zusammen:

Erstbestellung Ende Funktionsperiode
Dr. Walter Rothensteiner, Vorsitzender 11. Mai 2001 Ordentliche Hauptversammlung 2016
Mag. Erwin Hameseder, 1. Stellvertretender Vorsitzender 8. Juli 20101 Ordentliche Hauptversammlung 2015
Dr. Ludwig Scharinger, 2. Stellvertretender Vorsitzender 8. Juli 20101 Ordentliche Hauptversammlung 2015
Mag. Markus Mair, 3. Stellvertretender Vorsitzender 8. Juli 20101 Ordentliche Hauptversammlung 2015
Stewart D. Gager 24. Jänner 2005 Ordentliche Hauptversammlung 2014
Dr. Kurt Geiger 9. Juni 2009 Ordentliche Hauptversammlung 2014
Dr. Hannes Schmid 8. Juli 20101 Ordentliche Hauptversammlung 2015
Dr. Johannes Schuster 8. Juli 20101 Ordentliche Hauptversammlung 2015
Dr. Friedrich Sommer 8. Juli 20101 Ordentliche Hauptversammlung 2015
Mag. Christian Teufl 8. Juli 20101 Ordentliche Hauptversammlung 2015
Martin Prater2 10. Oktober 2010 Bis auf weiteres
Mag. Rudolf Kortenhof2 10. Oktober 2010 Bis auf weiteres
Mag. Peter Anzeletti-Reikl2 10. Oktober 2010 Bis auf weiteres
Sabine Chadt2 10. Oktober 2010 Bis auf weiteres
Mag. Helge Rechberger2 10. Oktober 2010 Bis auf weiteres

1 Bestellung mit Wirksamkeit zum 10. Okober 2010 2

Vom Betriebsrat entsandt

Mitglieder des Aufsichtsrats hatten folgende weitere Aufsichtsratsmandate oder vergleichbare Funktionen in in- und ausländischen börsenotierten Gesellschaften:

  • Dr. Walter Rothensteiner: UNIQA Versicherungen AG
  • Mag. Erwin Hameseder: AGRANA Beteiligungs-AG, STRABAG SE, UNIQA Versicherungen AG, Südzucker AG, Flughafen Wien AG
  • Dr. Ludwig Scharinger: voestalpine AG, Austria Metall AG
  • Mag. Christian Teufl: AGRANA Beteiligungs-AG, VK Mühlen AG
  • Dr. Hannes Schmid: UNIQA Versicherungen AG
  • Dr. Kurt Geiger: Demir Bank OJSC

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Die Ausschüsse des Aufsichtsrats der Raiffeisen Bank International AG setzen sich wie folgt zusammen:

Aufsichtsratsmitglieder Arbeits
ausschuss
Prüfungs
ausschuss
Personal
ausschuss
Dr. Walter Rothensteiner Vorsitzender Vorsitzender Vorsitzender
Mag. Erwin Hameseder 1. Stellvertreter 1. Stellvertreter 1. Stellvertreter
Dr. Ludwig Scharinger 2. Stellvertreter 2. Stellvertreter 2. Stellvertreter
Mag. Markus Mair 3. Stellvertreter 3. Stellvertreter 3. Stellvertreter
Dr. Johannes Schuster Mitglied Mitglied Mitglied
Martin Prater Mitglied Mitglied
Mag. Rudolf Kortenhof Mitglied Mitglied
Mag. Peter Anzeletti-Reikl Mitglied Mitglied

(55) Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Akquisition der Polbank

Am 3. Februar 2011 schloss die RBI eine Vereinbarung mit der griechischen EFG Eurobank Ergasias S.A. (Eurobank EFG) über den Erwerb eines Mehrheitsanteils in Höhe von 70 Prozent im ersten Schritt an deren Teilbetrieb Polbank EFG (Polbank). Mit ihrem starken Fokus auf Privatkunden wäre die Polbank eine gute Ergänzung zur Raiffeisen Bank Polska, die primär auf Firmenkunden fokussiert ist.

Wichtige Schritte zum Erwerb der Polbank – etwa die Genehmigungen der EU-Kommission sowie die Umwandlung in eine Bank mit eigener Lizenz – wie auch die Vorbereitungen für die künftige Organisationsstruktur der fusionierten Bank wurden im Geschäftsjahr 2011 erfolgreich abgeschlossen. Das Closing der Transaktion hängt jetzt noch von der aufsichtsrechtlichen Zustimmung in Polen ab.

Stärkung des Kernkapitals

Am 5. März 2012 endete die Angebotsfrist für den Rückkauf mehrerer Hybridkapitalemissionen der RBI. Insgesamt kaufte die RBI Wertpapiere im Gesamtnennwert bzw. zum Liquidationsvorzugsbetrag von € 358 Millionen zurück. Durch den Rückkauf erhöht sich das Core Tier 1 Kapital um rund € 113 Millionen (Unterschiedsbetrag zwischen Nenn- und Rückkaufswert) bzw. die Core Tier 1 Ratio um 0,12 Prozentpunkte. Dadurch wird die Kapitalstruktur vor dem Hintergrund der veränderten regulatorischen Anforderungen entsprechend gestärkt.

Optimierung der Beteiligungsstruktur in Vorbereitung auf Basel III

Im Zuge der Vorbereitungsmaßnahmen auf die ab 2013 geltenden Richtlinien nach Basel III optimiert die Raiffeisen Bank International AG (RBI) ihre Beteiligungsstruktur. Die europäische Umsetzung von Basel III wird die Anrechnung der Kapitalbeiträge von Minderheitsaktionären beschränken. Um diesen Effekt zu vermeiden, wird die RBI die im Eigentum der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB) befindlichen Minderheitenanteile an der Tatra banka, a.s. in der Slowakei und der Raiffeisenbank a.s. in der Tschechischen Republik übernehmen und dadurch ihre bereits bestehende Mehrheitsbeteiligung an diesen Konzernbanken aufstocken und die Aktionärsstruktur weiter vereinfachen.

Nach Abschluss der Maßnahme – vorbehaltlich der noch ausstehenden Genehmigungen durch die relevanten Aufsichtsbehörden – wird sich der Anteil der RBI am Kapital der Tatra banka in der Slowakei von 65,8 Prozent auf 78,6 Prozent und jener an der Raiffeisenbank in der Tschechischen Republik von 51,0 Prozent auf 75,0 Prozent erhöhen. Der Kaufpreis der Anteile wird insgesamt rund € 344 Millionen betragen, woraus vorerst ein Effekt auf die Core Tier 1 Ratio von rund 0,35 Prozentpunkten resultiert.

(56) Liste der vollkonsolidierten Unternehmen

Die nachstehende Tabelle zeigt eine Auswahl an Unternehmen des Konsolidierungskreises. Die vollständige Aufstellung über den Anteilsbesitz der RBI AG ist am Sitz der Muttergesellschaft hinterlegt.

Unternehmen, Sitz (Land) Gezeichnetes Kapital in Währung Anteil Typ1
Centralised Raiffeisen International Services & Payments S.R.L., Bukarest (RO) 19.800.000 RON 100,0 % BH
Centrotrade Chemicals AG, Zug (CH) 5.000.000 CHF 100,0 % SU
Centrotrade Deutschland GmbH, Eschborn (DE) 1.000.000 EUR 100,0% SU
Centrotrade Minerals & Metals Inc., Chesapeak (US) 3.002.000 USD 100,0 % SU
Centrotrade Singapore Pte. Ltd., Singapur (SG) 500.000 SGD 100,0% SU
F.J. Elsner & Co. Gesellschaft mbH, Innsbruck (AT) 436.037 EUR 100,0 % SU
F.J. Elsner Trading Gesellschaft m.b.H., Wien (AT) 35.000 EUR 100,0 % SU
Golden Rainbow International Limited, Tortola (VG) 1 USD 100,0 % FI
JLLC "Raiffeisen-leasing", Minsk (BY) 4.300.250.000 BYR 83,9 % FI
Kathrein & Co. Vermögensverwaltung GmbH, Wien (AT) 125.000 EUR 80,0 % FI
Kathrein Privatbank Aktiengesellschaft, Wien (AT) 20.000.000 EUR 100,0 % KI
OOO Raiffeisen-Leasing, Moskau (RU) 1.071.000.000 RUB 87,5 % FI
Priorbank JSC, Minsk (BY) 412.279.277.350 BYR 87,7% KI
Raiffeisen Bank Aval JSC, Kiew (UA) 3.002.774.908 UAH 96,2% KI
Raiffeisen Bank d.d. Bosna i Hercegovina, Sarajewo (BA) 237.388.000 BAM 97,0% KI
Raiffeisen Bank Kosovo J.S.C., Pristina (RS) 58.000.000 EUR 100,0 % KI
Raiffeisen Bank Polska S.A., Warschau (PL) 1.250.893.080 PLN 100,0 % KI
Raiffeisen Bank S.A., Bukarest (RO) 1.200.000.000 RON 99,5% KI
Raiffeisen Bank Sh.a., Tirana (AL) 9.926.093.000 ALL 100,0 % KI
Raiffeisen Bank Zrt., Budapest (HU) 165.023.000.000 HUF 70,3 % KI
Raiffeisen banka a.d., Belgrad (RS) 27.466.157.580 RSD 100,0 % KI
Raiffeisen Banka d.d., Maribor (SI) 17.578.052 EUR 86,4 % KI
Raiffeisen Centrobank AG, Wien (AT) 47.598.850 EUR 100,0% KI
Raiffeisen Compulsory Pension Fund Management d.d., Zagreb (HR) 110.000.000 HRK 75,0 % FI
Raiffeisen Energy Service Ltd., Budapest (HU) 20.000.000 HUF 72,7 % SU
Raiffeisen Equipment Leasing Kft., Budapest (HU) 50.400.000 HUF 69,0% FI
Raiffeisen Factoring Ltd., Zagreb (HR) 15.000.000 HRK 75,0 % FI
Raiffeisen Insurance Agency Sp.z.o.o, Warschau (PL) 200.000 PLN 87,5 % BH

1 Unternehmenskategorie: KI…Kreditinstitut, FI…Finanzinstitut, BH…Anbieter von Nebendienstleistungen, FH…Finanzholding, SU...Sonstige Unternehmen

Unternehmen, Sitz (Land) Gezeichnetes Kapital in Währung Anteil Typ1
RAIFFEISEN INSURANCE BROKER EOOD, Sofia (BG) 5.000 BGN 100,0 % BH
Raiffeisen Investment Aktiengesellschaft, Wien (AT) 730.000 EUR 100,0% FI
Raiffeisen Leasing Aval LLC, Kiew (UA) 180.208.527 UAH 93,4% FI
Raiffeisen Leasing Bulgaria OOD, Sofia (BG) 5.900.000 BGN 81,1 % FI
Raiffeisen Leasing d.o.o., Belgrad (RS) 226.389.900 RSD 87,5 % FI
Raiffeisen Leasing d.o.o., Ljubljana (SI) 3.738.107 EUR 75,0 % FI
Raiffeisen Leasing d.o.o., Sarajewo (BA) 17.191.063 BAM 85,8 % FI
Raiffeisen Leasing IFN S.A., Bukarest (RO) 14.935.400 RON 87,2 % FI
Raiffeisen Leasing Kosovo LLC, Pristina (RS) 642.857 EUR 92,5 % FI
Raiffeisen Leasing sh.a., Tirana (AL) 208.031.014 ALL 93,8 % FI
Raiffeisen Lizing Zrt., Budapest (HU) 50.600.000 HUF 72,7 % KI
Raiffeisen Malta Bank plc., Sliema (MT) 340.000.000 EUR 100,0 % KI
Raiffeisen Property International GmbH, Wien (AT) 40.000 EUR 100,0 % SU
Raiffeisenbank (Bulgaria) EAD, Sofia (BG) 603.447.952 BGN 100,0 % KI
Raiffeisenbank a.s., Prag (CZ) 7.511.000.000 CZK 51,0 % KI
Raiffeisenbank Austria d.d., Zagreb (HR) 3.621.432.000 HRK 75,0 % KI
Raiffeisen-Leasing d.o.o., Zagreb (HR) 30.000.000 HRK 75,0 % FI
Raiffeisen-Leasing Polska S.A., Warschau (PL) 150.003.800 PLN 87,5 % FI
Raiffeisen-Leasing Real Estate, s.r.o., Prag (CZ) 10.000.000 CZK 69,0 % FI
Raiffeisen-Leasing, spolecnost s.r.o., Prag (CZ) 50.000.000 CZK 63,0 % FI
RB International Finance (Hong Kong) Ltd., Hong Kong (HK) 10.000.000 HKD 100,0 % FI
RB International Finance (USA) LLC, New York (US) 1.510.000 USD 100,0 % FI
Regional Card Processing Center s.r.o., Bratislava (SK) 539.465 EUR 100,0 % BH
RI Eastern European Finance B.V., Amsterdam (NL) 400.000 EUR 100,0 % FI
RSC Raiffeisen Service Center GmbH, Wien (AT) 2.000.000 EUR 51,9 % BH
RZB Finance (Jersey) II Ltd, St. Helier (JE) 100.000.002 EUR *2 FI
RZB Finance (Jersey) III Ltd, St. Helier (JE) 200.001.000 EUR *2 FI
RZB Finance (Jersey) IV Limited, GBJ-St. Helier JE4 8PX, St. Helier (GBJ) 500.002.000 EUR *2 FI
Tatra Asset Management sprav.spol., a.s., Bratislava (SK) 1.659.700 EUR 65,8% FI
Tatra banka a.s., Bratislava (SK) 64.326.228 EUR 65,8% KI
Tatra Leasing s r.o., Bratislava (SK) 6.638.784 EUR 70,6% FI
TOO Raiffeisen Leasing Kazakhstan, Almaty (KZ) 85.800.000 KZT 75,0 % FI
Ukrainian Processing Center PJSC, Kiew (UA) 180.000 UAH 100,0 % BH
ZAO Raiffeisenbank, Moskau (RU) 36.711.260.000 RUB 100,0% KI
ZUNO BANK AG, Wien (AT) 5.000.000 EUR 100,0 % KI

1 Unternehmenskategorie: KI…Kreditinstitut, FI…Finanzinstitut, BH…Anbieter von Nebendienstleistungen, FH…Finanzholding, SU...Sonstige Unternehmen 2 Unternehmen, die aufgrund ihrer wirtschaftlichen Beherrschung gemäß IFRS Framework in den Konzernabschluss einbezogen werden

(57) Beteiligungsübersicht

Die folgenden Tabellen zeigen ausgewählte Beteiligungen. Die vollständige Aufstellung über den Anteilsbesitz der RBI ist am Sitz der Muttergesellschaft hinterlegt.

In der Konzernbilanz at-equity bewertete Unternehmen

Gezeichnetes Kapital in Anteil Typ1
Unternehmen, Sitz (Land) Währung
Raiffeisen Banca pentru Locuinte S.A., Bukarest (RO) 131.074.560 RON 33,3 % KI

1 Unternehmenskategorie: KI…Kreditinstitut, FI…Finanzinstitut, BH…Anbieter von Nebendienstleistungen; FH.. Finanzholding, SU…Sonstige Unternehmen, VV…Versicherung, WP ..Wertpapierfirma

Sonstige nicht einbezogene Tochterunternehmen und Beteiligungen

Unternehmen, Sitz (Land) Gezeichnetes Kapital in Währung Anteil Typ1
CEESEG Aktiengesellschaft, Wien (AT) 18.620.720 EUR 7,0 % WP
ELIOT, s. r. o., Bratislava (SK) 1.613.556 EUR 100,0 % BH
Fondul de Garantare a Creditului Rural S.A., Bukarest (RO) 10.930.530 RON 33,3% FI
LLC "Insurance Company 'Raiffeisen Life", Moskau (RU) 60.000.000 RUB 25,0 % VV
OOO "Raiffeisen Capital", Moskau (RU) 225.000.000 RUB 100,0 % FI
Österreichische Raiffeisen-Einlagensicherung eGen, Wien (AT) 3.100 EUR 9,7% SU
Raiffeisen Asset Management (Bulgaria) EAD, Sofia (BG) 250.000 BGN 100,0 % FI
Raiffeisen Capital & Investment S.A., Bukarest (RO) 1.600.000 RON 100,0 % FI
Raiffeisen consulting d.o.o., Zagreb (HR) 14.900.000 HRK 100,0 % FI
Raiffeisen Factoring Ltd., Sofia (BG) 1.000.000 BGN 100,0 % FI
Raiffeisen Financial Services Polska Sp. z o.o., Warschau (PL) 3.847.500 PLN 100,0 % FI
RAIFFEISEN FUTURE AD, Belgrad (RS) 143.204.921 RSD 100,0 % FI
Raiffeisen Insurance and Reinsurance Broker S.R.L, Bukarest (RO) 180.000 RON 100,0% BH
Raiffeisen Invest a.d., Belgrad (RS) 56.207.706 RSD 100,0 % FI
Raiffeisen Invest d.o.o., Zagreb (HR) 8.000.000 HRK 100,0 % FI
Raiffeisen Investment (Bulgaria) EOOD, Sofia (BG) 60.050 BGN 100,0% FI
Raiffeisen Investment Fund Management JSC, Budapest (HU) 100.000.000 HUF 100,0 % FI
Raiffeisen Non-Government Pension Fund, Moskau (RU) 353.000.000 RUB 100,0% FI
Raiffeisen Pension Insurance d.o.o., Zagreb (HR) 14.400.000 HRK 100,0 % FI
Raiffeisen Pensions Sh.A., Tirana (AL) 90.000.000 ALL 100,0 % FI
Raiffeisen Research GmbH, Wien (AT) 55.000 EUR 51,0% BH
Raiffeisen stavebni sporitelna, a.s., Prag (CZ) 650.000.000 CZK 10,0 % KI
RAIFFEISEN TRAINING CENTER LTD., Zagreb (HR) 20.000 HRK 100,0 % BH
Raiffeisen Voluntary Pension Funds Management d.o.o., Zagreb (HR) 33.445.300 HRK 100,0 % FI
RLKG Raiffeisen-Leasing GmbH, Wien (AT) 40.000 EUR 12,5% FI
Tatra Group Servis, s.r.o., Bratislava (SK) 12.281.750 EUR 100,0% BH
The Zagreb Stock Exchange joint stock company, Zagreb (HR) 40.408.000 HRK 3,3 % WP

1 Unternehmenskategorie: KI…Kreditinstitut, FI…Finanzinstitut, BH…Anbieter von Nebendienstleistungen; FH.. Finanzholding, SU…Sonstige Unternehmen, VV…Versicherung, WP ..Wertpapierfirma

Wien, am 12. März 2012

Der Vorstand

Dr. Herbert Stepic Dr. Karl Sevelda

Aris Bogdaneris, M. A. Patrick Butler M. A.

Mag. Martin Grüll Mag. Peter Lennkh Dr. Johann Strobl

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Konzernabschluss

Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der Raiffeisen Bank International AG, Wien, für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2011 bis zum 31. Dezember 2011 unter Einbeziehung der Buchführung geprüft. Dieser Konzernabschluss umfasst die Konzernbilanz zum 31. Dezember 2011, die Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Konzernkapitalflussrechnung und die Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das am 31. Dezember 2011 endende Geschäftsjahr sowie den Konzernanhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und die Buchführung

Die gesetzliche Vertreter der Gesellschaft sind für die Konzernbuchführung sowie für die Aufstellung eines Konzernabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens , Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Konzernabschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und der vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) der International Federation of Accountants (IFAC) herausgegebenen International Standards on Auditing (ISAs) durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzernabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Konzernabschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Konzernabschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2011, sowie der Ertragslage des Konzerns und der Zahlungsströme des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2011 bis zum 31. Dezember 2011 in Übereinstimmung mit den Internatio-

Aussagen zum Konzernlagebericht

nal Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind.

Der Konzernlagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 12. März 2012

KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Rainer Hassler Wirtschaftsprüfer

Mag. Bernhard Mechtler Wirtschaftsprüfer

Erklärung aller gesetzlichen Vertreter

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgeblichen Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wien, am 12. März 2012

Der Vorstand

Dr. Herbert Stepic

Vorstandsvorsitzender mit Verantwortung für die Bereiche Internal Audit, Legal & Compliance, Human Resources, Management Secretariat, Organisation & Internal Control System, Group Strategy sowie PR, Marketing and Event Management

Aris Bogdaneris, M. A.

Vorstandsmitglied mit Verantwortung für die Bereiche Credit Services, Collections, Consumer Banking, Group & Austrian IT, Group Project Management Office, International Operations & IT, IT - Markets & Treasury, Lean & Service Excellence,

Small Business & Premium Banking sowie Transaction Services

Dr. Karl Sevelda

Stellvertretender Vorstandsvorsitzender mit Verantwortung für die Bereiche Corporate Customers, Group Products, Network Corporate Customers & Support sowie Corporate Sales Management & Development

Patrick Butler M. A.

Vorstandsmitglied mit Verantwortung für die Bereiche Credit Markets, Raiffeisen Research, Capital Markets sowie Institutional Clients

Mag. Martin Grüll Vorstandsmitglied mit Verantwortung für die Bereiche Tax Management, Treasury, Planning and Finance sowie Investor Relations

Mag. Peter Lennkh Vorstandsmitglied mit Verantwortung für die Bereiche International Business Units sowie Participations

Dr. Johann Strobl Vorstandsmitglied mit Verantwortung für die Bereiche Risk Controlling, Financial Institutions and Country Risk & Group Portfolio Management, Retail Risk Management, Credit Management Corporates, Workout sowie Risk Excellence & Projects

Seite 266

Service

Glossar 268
Adressen 272
Impressum 274

Glossar

Aktienbasierte Vergütung, Share Incentive Program (SIP) – Performance-abhängige bedingte Zuteilung von Aktien an berechtigte Mitarbeiter innerhalb einer vorgegebenen Frist.

Assoziierte Unternehmen – Unternehmen, auf deren Geschäfts- bzw. Finanzpolitik ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt wird.

Ausfallquote – Summe aus dem Verbrauch von in Vorjahren gebildeten Kreditrisikovorsorgen, Direktabschreibungen sowie Eingängen aus abgeschriebenen Forderungen, dividiert durch das Kreditobligo an Kunden.

Ausfallrisiko – Gefahr, dass ein Vertragspartner bei einem Geschäft über ein Finanzinstrument seinen Verpflichtungen nicht nachkommen kann und dadurch bei dem anderen Partner finanzielle Verluste verursacht.

Backtesting – Rückvergleich der ermittelten VaR-Werte mit den tatsächlich eingetretenen Ergebnissen zur Beurteilung der Qualität eines Modells.

Basel II – Gesamtheit der vom "Baseler Ausschuss", einem internationalen Forum zur Verbesserung der Bankenaufsicht, in den letzten Jahren vorgeschlagenen Eigenkapitalvorschriften. Die Regeln müssen gemäß den EU-Richtlinien 2006/48/EG und 2006/49/EG seit dem 1. Jänner 2007 in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union für alle Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute angewendet werden. Ziele sind, wie schon bei Basel I, die Sicherung einer angemessenen Eigenkapitalausstattung von Kreditinstituten sowie die Schaffung einheitlicher Wettbewerbsbedingungen sowohl für die Kreditvergabe als auch für den Kredithandel. Hauptziel der Änderungen von Basel II gegenüber Basel I ist es, die staatlich vorgegebenen Eigenkapitalanforderungen stärker am tatsächlichen Risiko auszurichten und damit dem von den Instituten intern ermittelten Eigenkapitalbedarf anzunähern.

Basel III – Um Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Finanz- und Wirtschaftskrise erweitertes Basel-II-Regelwerk mit dem Ziel, eingegangene Risiken besser auf die Risikotragfähigkeit einer Bank (abgeleitet aus Höhe und Qualität des Eigenkapitals) abzustimmen.

Bestandsquote – Stand der Kreditrisikovorsorgen, dividiert durch das gesamte Kreditobligo.

Betriebsergebnis – Besteht im IFRS-Abschluss aus Betriebserträgen abzüglich Verwaltungsaufwendungen (Betriebsaufwendungen). Die Betriebserträge setzen sich aus Zinsüberschuss, Provisionsüberschuss, Handelsergebnis sowie sonstigem betrieblichem Ergebnis zusammen. Verwaltungsaufwendungen bestehen aus Personal- und Sachaufwand sowie den Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte.

BIZ – Bank für Internationalen Zahlungsausgleich. Internationale Organisation, mit deren Hilfe die Zusammenarbeit im Währungs- und Finanzbereich gefördert wird.

Bruttoinvestitionswert – Summe aus den Mindest-Leasingzahlungen in einem Finanzierungsleasing aus der Sicht des Leasinggebers und jeglichem dem Leasinggeber zustehenden nicht garantierten Restwert.

BWG – (Österreichisches) Bundesgesetz über das Bankwesen (Bankwesengesetz).

Cash-Flow – Zuflüsse und Abflüsse von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten.

Cash-Flow Hedge – Absicherung gegen das Risiko einer Veränderung künftiger Zahlungsströme. Diese Gefahr resultiert entweder aus dem mit einem variabel verzinslichen bilanzierten Vermögenswert bzw. einer variabel verzinslichen bilanzierten Verbindlichkeit verbundenen Risiko oder aus dem mit einer vorgesehenen Transaktion verbundenen Risiko. Während den effektiven Teil des Hedge betreffende Wertänderungen des Sicherungsinstruments direkt im Eigenkapital erfasst werden, schlägt sich der ineffektive Teil unmittelbar in der Erfolgsrechnung nieder.

CE – Zentraleuropa (Central Europe). Das Segment Zentraleuropa der RBI umfasst Polen, die Slowakei, Slowenien, die Tschechische Republik und Ungarn.

CEBS – Committee of European Banking Supervisors. Ratgeber der Europäischen Kommission in Bezug auf Grundsätze und regulatorische Themen bei der Bankenaufsicht, der die Zusammenarbeit der Aufsichtsbehörden in der Europäischen Union, im Speziellen durch die Entwicklung von Richtlinien und Empfehlungen für Finanzinstitute und Aufsichtbehörden, fördert.

CEE – Zentral- und Osteuropa (Central and Eastern Europe).

Clean Price – Preis eines Zinsinstruments ohne Stückzinsen (Zinsabgrenzung).

Cost/Income Ratio – Kennzahl, die die Kosteneffizienz im Unternehmen widerspiegelt, indem sie die Relation von Aufwand und Ertrag ermittelt. Sie errechnet sich, indem die Verwaltungsaufwendungen (bestehend aus Personalund Sachaufwand sowie den Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte) ins Verhältnis zu den Betriebserträgen (Zinsüberschuss, Provisionsüberschuss und Handelsergebnis sowie sonstiges betriebliches Ergebnis) gesetzt werden.

Cross Selling – Verkaufsstrategische Maßnahme, bei der bestehenden Kunden weitere Produkte und Dienstleistungen aktiv angeboten werden.

DBO – Defined Benefit Obligation = Barwert leistungsorientierter Verpflichtungen. Der Barwert einer leistungsorientierten Verpflichtung ist der ohne Abzug von Planvermögen beizulegende Barwert erwarteter künftiger Zahlungen, die erforderlich sind, um die aufgrund von Arbeitnehmerleistungen in der laufenden oder in früheren Perioden entstandenen Verpflichtungen abgelten zu können.

Derivate – Finanzinstrumente, deren Werte sich infolge einer Änderung eines genannten Zinssatzes, Wertpapierkurses, Rohstoffpreises, Wechselkurses, Preis- oder Zinsindex, Bonitäts-Ratings oder Kreditindex oder einer ähnlichen Variable verändern, die keine oder nur geringfügige anfängliche Nettoinvestitionen erfordern und die zu einem späteren Zeitpunkt beglichen werden.

Dirty Price – Preis eines Zinsinstruments inklusive Stückzinsen (Zinsabgrenzung).

EBRD – European Bank for Reconstruction and Development/Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung. Fördert den Übergang zur offenen Marktwirtschaft und privates sowie unternehmerisches Handeln in den Ländern Zentral- und Osteuropas. Unterstützt durch ihre Investitionen die Tätigkeit des Privatsektors und stärkt Finanzinstitute, Rechtssysteme sowie die Entwicklung der Infrastruktur, die der Privatsektor benötigt.

Eigene Anteile – Rückgekaufte eigene Eigenkapitalinstrumente (eigene Aktien), die durch das emittierende Unternehmen selbst oder durch seine Tochterunternehmen gehalten werden.

Eigenmittel nach BWG – Bestehen aus dem Kernkapital (Tier 1), dem Ergänzungs- und Nachrangkapital (Tier 2), dem kurzfristigen Nachrangkapital und dem umgewidmeten Tier-2-Kapital (Tier 3).

Eigenmittelerfordernis nach BWG – Definiert in § 22 (1) BWG, umfasst es das Erfordernis für Kreditrisiko, Positionsrisiko in Schuldtiteln, Substanzwerten und Waren, Positionsrisiko in Fremdwährungen sowie operationelles Risiko.

Eigenmittelquote – Beinhaltet im Zähler die Eigenmittel nach BWG und im Nenner das Eigenmittelerfordernis mal 12,5 Prozent.

Fair Value – Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögenswert getauscht oder eine Schuld beglichen wird.

Fair Value Level I (= Notierte Preise auf einem aktiven Markt) – Der beizulegende Wert wird durch einen Marktwert ausgedrückt, soweit ein Marktpreis zur Verfügung steht.

Fair Value Level II (= Bewertungsverfahren mittels beobachtbarer Parameter) – In den Fällen, in denen keine Börsenotierungen für einzelne Finanzinstrumente vorliegen, werden zur Bestimmung des Fair Value die Marktpreise vergleichbarer Finanzinstrumente herangezogen oder durch anerkannte Bewertungsmodelle mithilfe von beobachtbaren Preisen oder Parametern (insbesondere Barwertmethoden oder Optionspreismodellen) ermittelt.

Fair Value Level III (= Bewertungsverfahren mittels nicht beobachtbarer Parameter) – Sind keine beobachtbaren Börsekurse oder Preise verfügbar, wird der Fair Value anhand von Bewertungsmodellen ermittelt, die für das jeweilige Instrument angemessen sind.

Finanzierungsleasing – Leasingverhältnis, bei dem im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen eines Vermögenswerts auf den Leasingnehmer übertragen werden.

Firmenwert (Goodwill) – Überschuss der Anschaffungskosten eines Unternehmenserwerbs über den vom Erwerber zum Tag des Tauschvorgangs erworbenen Anteil an den beizulegenden Zeitwerten der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden.

Funding – Sämtliche der Refinanzierung dienenden Maßnahmen von Banken.

Futures – Standardisierte, börsegehandelte Terminkontrakte, bei welchen zu einem im Vorhinein vereinbarten Preis zu einem bestimmten Zeitpunkt ein dem Geld- und Kapital-, Edelmetall- oder Devisenmarkt zugehöriges Handelsobjekt zum börsemäßig festgesetzten Kurs zu liefern bzw. abzunehmen ist.

Gewinn je Aktie/Earnings per Share (EPS) – Bereinigter Konzern-Jahresüberschuss (nach Abzug der Dividende für das Partizipationskapital), dividiert durch die durchschnittlich im Umlauf befindlichen Stammaktien.

GUS – Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS), die sich überwiegend aus den Staaten der früheren Sowjetunion gebildet hat.

Handelsbuch – Bankaufsichtsrechtlicher Begriff für Positionen, die von einem Kreditinstitut zum Zweck des kurzfristigen Wiederverkaufs unter Ausnutzung von Preis- und Zinsschwankungen gehalten werden.

Hedging – Sicherungsgeschäfte zur Absicherung bestehender oder künftiger Positionen gegen Risiken (z. B. Kurs- und Zinsänderungsrisiken), damit eine Änderung ihres beizulegenden Zeitwerts einen teilweisen oder vollständigen Ausgleich des geänderten beizulegenden Zeitwerts oder der Cash-Flows eines gesicherten Grundgeschäfts bewirkt.

Held-for-Trading – Wertpapiere, die der Nutzung von kurzfristigen Marktpreisschwankungen dienen.

Held-to-Maturity – Im Regelfall Wertpapiere mit festen oder bestimmbaren Zahlungen sowie einer festen Laufzeit, die das Unternehmen bis zur Endfälligkeit halten will und kann.

IFRIC, SIC – International Financial Reporting Interpretations Committee. Komitee ist verantwortlich für offizielle Interpretationen der International Financial Reporting Standards. Früher auch SIC (Standing Interpretations Committee) genannt.

IFRS, IAS – International Financial Reporting Standards bzw. International Accounting Standards sind Rechnungslegungsvorschriften, die vom IASB (International Accounting Standards Board) mit dem Ziel, eine transparente und vergleichbare Rechnungslegung auf internationaler Basis zu schaffen, herausgegeben wurden.

Im Jahresvergleich – Verglichen mit dem Zeitpunkt bzw. dem Zeitraum, der ein Jahr vor dem Betrachtungszeitpunkt bzw. -zeitraum liegt, z. B. das erste Halbjahr 2011 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2010 bzw. der 30. Juni 2011 verglichen mit dem 30. Juni 2010.

Im Quartalsvergleich – Verglichen mit dem Quartal, das dem betrachteten vorhergeht, z. B. das dritte Quartal 2011 im Vergleich zum zweiten Quartal 2011.

Investment Property – Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien sind Immobilien (Grundstücke oder Gebäude – oder Teile von Gebäuden – oder beides), die zur Erzielung von Mieteinnahmen und/oder zum Zweck der Wertsteigerung gehalten werden.

IPO – Initial Public Offering, Börsegang.

IRB – Internal Ratings Based. Ansatz zur Bewertung der Eigenkapitalunterlegung von Kreditrisiken gemäß Basel II. Mit der Anwendung des IRB-Ansatzes wird die Eigenmittelunterlegung nach interner Bonitätseinschätzung festgelegt. Dabei werden kreditnehmer- und kreditspezifische Merkmale berücksichtigt. Die Ratings müssen von einer unabhängigen Instanz vorgenommen werden.

Kapitalflussrechnung – Ermittlung und Darstellung des Cash-Flows, der im Geschäftsjahr aus operativer Geschäftstätigkeit sowie aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit erwirtschaftet und verbraucht wurde, sowie Abstimmung des Zahlungsmittelbestands zu Beginn und Ende des Geschäftsjahres.

Kernkapital – Sogenanntes Tier-1-Kapital. Stellt das im § 23 BWG definierte aufsichtsrechtliche Eigenkapital dar.

Kernkapitalquote (Kreditrisiko) – Beinhaltet im Zähler das Kernkapital (Tier 1) und im Nenner die Risikoaktiva (Kreditrisiko).

Konzern-ROE – Konzern-Return-on-Equity. Eigenkapitalrendite bezogen auf das den Aktionären der RBI zurechenbare Kapital. Sie berechnet sich aus dem Konzern-Jahresüberschuss im Verhältnis zum durchschnittlichen bilanziellen Eigenkapital auf Monatsbasis (ohne Kapital der nicht beherrschenden Anteile und Konzern-Jahresüberschuss).

Kreditderivate – Instrumente, mittels derer die mit Darlehen, Anleihen oder anderen Risikoaktiva bzw. Marktrisikopositionen verbundenen Kreditrisiken auf eine andere Person übertragen werden.

Kreditobligo – Umfasst alle bilanziellen (Forderungen, Schuldverschreibungen) und außerbilanziellen (Garantien, Kreditlinien) Obligi, bei denen die RBI ein Kreditrisiko trifft.

Kreditrisiko – Siehe Ausfallrisiko.

Länderrisiko – Umfasst das Transfer- und Konvertibilitätsrisiko bzw. das politische Risiko.

Latente Steueransprüche – Beträge an Ertragsteuern, die in zukünftigen Perioden erstattungsfähig sind (abzugsfähige temporäre Unterschiede und ungenutzte steuerliche Verlustvorträge).

Latente Steuerschulden – Beträge an Ertragsteuern, die in zukünftigen Perioden resultierend aus zu versteuernden temporären Unterschieden zahlbar sind.

Liquiditätsrisiko – Risiko, dass ein Kreditinstitut seine gegenwärtigen und zukünftigen Zahlungsverpflichtungen nicht vollständig oder zeitgerecht erfüllen kann. Es entsteht durch die Gefahr, dass z. B. die Refinanzierung nur zu sehr unvorteilhaften Konditionen erfolgen kann oder gänzlich unmöglich ist.

Marktkapitalisierung – Ergibt sich aus der Multiplikation des Aktienkurses zu einem bestimmten Stichtag mit der Anzahl der aktuell ausgegebenen Aktien.

Marktrisiko – Risiko, dass sich der Wert eines Finanzinstruments aufgrund von Schwankungen der Marktpreise verändert. Dabei können solche Fluktuationen auf Faktoren zurückzuführen sein, die für ein individuelles Wertpapier oder seinen Emittenten charakteristisch sind, oder auch auf solche, die alle im Markt gehandelten Wertpapiere betreffen.

Monte-Carlo-Simulation – Numerische Methode der Risikoaggregation zur Bewertung von Einzelrisiken hinsichtlich ihres Einflusses auf entsprechende Posten in der Erfolgsrechnung.

Neubildungsquote (Durchschnittliche Risikoaktiva Kreditrisiko) – Risikokennzahl. Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen im Verhältnis zu den durchschnittlichen Kreditrisikoaktiva.

Neubildungsquote (Gesamtes Kreditobligo) – Risikokennzahl. Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen im Verhältnis zum gesamten Kreditobligo.

Operationelles Risiko – Risiko von unerwarteten Verlusten, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder von externen Ereignissen einschließlich des Rechtsrisikos eintreten können.

Operatives Leasing – Leasingverträge, bei denen neben dem juristischen Eigentum auch das wirtschaftliche Eigentum beim Leasinggeber bleibt, sodass der Leasinggeber den Vermögenswert in seiner Bilanz auszuweisen hat.

Option – Recht, den zugrunde liegenden Optionsgegenstand von einem Vertragspartner zu einem im Vorhinein vereinbarten Preis zu einem bestimmten Zeitpunkt oder in einem bestimmten Zeitraum zu kaufen (Call-Option) oder an diesen zu verkaufen (Put-Option).

OTC-Instrumente – Finanzinstrumente, die nicht standardisiert sind und nicht an einer Börse, sondern direkt zwischen den Marktteilnehmern (Over-the-Counter) gehandelt werden.

Pensionsgeschäfte – Im Rahmen echter Pensionsgeschäfte (Repo-Geschäfte) verkauft das Unternehmen Vermögenswerte an einen Vertragspartner und verpflichtet sich gleichzeitig, diese an einem bestimmten Termin zu einem vereinbarten Kurs zurückzukaufen.

Planvermögen – Vermögen, das durch einen langfristig ausgelegten Fonds zur Erfüllung von Leistungen an Arbeitnehmer gehalten wird.

Portfolio-Wertberichtigungen – Wertberichtigungen auf Kreditportfolios mit gleichem Risikoprofil, die unter bestimmten Voraussetzungen gebildet werden.

Premium Banking – Betreuung von vermögenden Kunden mit zusätzlichen und v. a. individuelleren Produkten verglichen mit der gewöhnlichen Beratung von Privatkunden.

Projected Unit Credit Method – Anwartschaftsansammlungsverfahren, nach IAS 19 ein Kapitalansammlungsverfahren, nach dem die Verpflichtung mit dem versicherungsmathematischen Barwert des am Abschlussstichtag bestehenden Versorgungsanspruchs anzusetzen ist. Dabei sind Gehaltssteigerungen zu berücksichtigen, der Rechnungszinssatz orientiert sich am langfristigen Kapitalmarkt.

RBI – Konzern der Raiffeisen Bank International.

Risikoaktiva (Kreditrisiko) – Diese Bemessungsgrundlage ist die Summe der gewichteten Forderungswerte und umfasst Forderungen in Form von Aktivposten, außerbilanziellen Geschäften gemäß Anlage 1 zu § 22 und Derivaten gemäß Anlage 2 zu § 22 BWG.

ROE – Return on Equity. Eigenkapitalrendite bezogen auf das Gesamtkapital inklusive Kapital der nicht beherrschenden Anteile, berechnet aus dem Jahresüberschuss vor Steuern oder nach Steuern im Verhältnis zum durchschnittlichen bilanziellen Eigenkapital auf Monatsbasis (inklusive Kapital der nicht beherrschenden Anteile, ohne Jahresüberschuss).

RZB – Konzern der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG.

RZB-Kreditinstitutsgruppe – Die RZB-Kreditinstitutsgruppe besteht gemäß § 30 BWG aus allen Kreditinstituten, Finanzinstituten, Wertpapierfirmen und Unternehmen mit banknahen Hilfsdiensten, an denen die RZB als übergeordnetes Institut mittelbar oder unmittelbar mehrheitlich beteiligt ist oder auf die sie einen beherrschenden Einfluss ausübt.

Scorecard – Im Risikomanagement eingesetztes statistisches Instrument zur Einschätzung von Risikoparametern, typischerweise zur Bestimmung der Ausfallwahrscheinlichkeit oder der Verlustquote.

Segmentberichterstattung – Offenlegung von Ertrags- und Vermögensinformationen nach Segmenten, die die Organisationsstruktur widerspiegeln (Verantwortlichkeit für Länder und Geschäftsfelder).

SEE – Südosteuropa (South Eastern Europe). Das Segment Südosteuropa der RBI umfasst Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, den Kosovo, Kroatien, Rumanien (inkl. Moldau) und Serbien.

SPO – Secondary Public Offering. Platzierung von bestehenden oder neuen Aktien.

(Credit) Spread – Renditedifferenz zwischen Anleihen bester Bonität (i. d. R. Staatsanleihen) und Anleihen gleicher Restlaufzeiten, aber geringerer Schuldnerqualität.

Steuerquote – Relation der Steuern vom Einkommen und Ertrag zum Jahresüberschuss vor Steuern.

Stresstest – Mit Stresstests wird versucht, extreme Schwankungen der Marktparameter zu simulieren, weil diese in der Regel über VaR-Modelle nicht adäquat berücksichtigt werden (VaR-Werte prognostizieren maximale Verluste unter normalen Marktbedingungen).

Swap – Tausch von Zinsverpflichtungen (Zinsswap) und/oder Währungspositionen (Währungsswap).

Treuhandgeschäft – Transaktion, die der Treuhänder, oft eine Bank, im eigenen Namen, aber im Auftrag und auf Rechnung und Gefahr des Treugebers abwickelt.

Überdeckungsquote – Verhältnis der Eigenmittelüberdeckung zum gesamten Eigenmittelerfordernis.

UGB – (Österreichisches) Unternehmensgesetzbuch.

VaR – Der Value at Risk entspricht dem potenziellen Verlust, der mit einer Wahrscheinlichkeit von 99 Prozent innerhalb der Haltedauer im betrachteten Portfolio nicht überschritten wird.

Verbriefungen – Umwandlung eines Pools gleichartiger handelbarer Wertpapiere. Verbriefungen stellen eine besondere Form der Refinanzierung und Platzierung von Risiken aus Krediten und Leasingverträgen auf Basis von Portfolios bei Kapitalmarkt-Investoren dar.

Verbundene Unternehmen – Unternehmen, auf deren Geschäfts- bzw. Finanzpolitik ein beherrschender Einfluss genommen wird.

Watson Wyatt Global Grading System – International anerkannte, marktorientierte Methode zur Beurteilung der Wertigkeit von Positionen, basierend auf Rollen- und Kompetenzanforderungen innerhalb eines Unternehmens, mit dem Ziel, eine einheitliche Vergütungsstruktur zu schaffen.

Wholesale Funding – Refinanzierung von Banken über externe Quellen, d. h. nicht über ihre Eigenmittel oder die Einlagen ihrer Kunden.

Zinsspanne – Zinsüberschuss in Relation zur durchschnittlichen Bilanzsumme.

Adressen

Raiffeisen Bank International AG

Österreich

Am Stadtpark 9 1030 Wien Telefon: +43-1-71707 0 Fax: +43-1-71707 1715 www.rbinternational.com [email protected] [email protected]

Bankennetzwerk

Albanien

Raiffeisen Bank Sh.a. "European Trade Center" Bulevardi "Bajram Curri" Tiranë Telefon: +355-4-238 1000 Fax: +355-4-227 5599 SWIFT/BIC: SGSBALTX www.raiffeisen.al

Belarus

Priorbank JSC 31-A, V. Khoruzhey 220002 Minsk Telefon: +375-17-289 9090 Fax: +375-17-289 9191 SWIFT/BIC: PJCBBY2X www.priorbank.by

Bosnien und Herzegowina Raiffeisen BANK d.d. Bosna i Hercegovina Zmaja od Bosne bb 71000 Sarajevo Telefon: +387-33-287 101 Fax: +387-33-213 851 SWIFT/BIC: RZBABA2S

www.raiffeisenbank.ba

Bulgarien Raiffeisenbank (Bulgaria) EAD Ulica N. Gogol 18/20 1504 Sofia Telefon: +359-2-9198 5101 Fax: +359-2-943 4528 SWIFT/BIC: RZBBBGSF

www.rbb.bg Kosovo

Raiffeisen Bank Kosovo J.S.C. Rruga UÇK, No. 51 10000 Prishtina Telefon: +381-38-222 222 Fax: +381-38-203 01130 SWIFT/BIC: RBKORS22 www.raiffeisen-kosovo.com

Kroatien

Raiffeisenbank Austria d.d. Petrinjska 59 10000 Zagreb Telefon: +385-1-456 6466 Fax: +385-1-481 1624 SWIFT/BIC: RZBHHR2X www.rba.hr

Polen

Raiffeisen Bank Polska S.A. Ul. Piękna 20 00-549 Warszawa Telefon: +48-22-585 2001 Fax: +48-22-585 2585 SWIFT/BIC: RCBWPLPW www.raiffeisen.pl

Rumänien

Raiffeisen Bank S.A. Piaţa Charles de Gaulle 15 011857 Bucureşti 1 Telefon: +40-21-306 1000 Fax: +40-21-230 0700 SWIFT/BIC: RZBRROBU www.raiffeisen.ro

Russland

ZAO Raiffeisenbank Smolenskaya-Sennaya Sq. 28 119020 Moskwa Telefon: +7-495-721 9900 Fax: +7-495-721 9901 SWIFT/BIC: RZBMRUMM www.raiffeisen.ru

Serbien

Raiffeisen banka a.d. Bulevar Zorana Djindjića 64a 11070 Novi Beograd Telefon: +381-11-320 2100 Fax: +381-11-220 7080 SWIFT/BIC: RZBSRSBG www.raiffeisenbank.rs

Slowakei

Tatra banka, a.s. Hodžovo námestie 3 81106 Bratislava Telefon: +421-2-5919 1111 Fax: +421-2-5919 1110 SWIFT/BIC: TATRSKBX www.tatrabanka.sk

Slowenien

Raiffeisen Banka d.d. Zagrebeška cesta 76 2000 Maribor Telefon: +386-2-229 3100 Fax: +386-2-303 442 SWIFT/BIC: KREKSI22 www.raiffeisen.si

Tschechische Republik

Raiffeisenbank a.s. Hvezdova 1716/2b 14078 Praha 4 Telefon: + 420-221-141 111 Fax: +420-221-142 111 SWIFT/BIC: RZBCCZPP www.rb.cz

Ukraine

Raiffeisen Bank Aval JSC Vul Leskova, 9 01011 Kyiv Telefon: +38-044-490 8888 Fax: +38-044-285 3231 SWIFT/BIC: AVALUAUK www.aval.ua

Ungarn

Raiffeisen Bank Zrt. Akadémia utca 6 1054 Budapest Telefon: +36-1-484 4400 Fax: +36-1-484 4444 SWIFT/BIC: UBRTHUHB www.raiffeisen.hu

Leasinggesellschaften

Österreich

Raiffeisen-Leasing International GmbH Am Stadtpark 3 1030 Wien Telefon: +43-1-71707 2966 Fax: +43-1-71707 762966 www.rli.co.at

Albanien

Raiffeisen Leasing Sh.a. "European Trade Center" Bulevardi "Bajram Curri" Tiranë Telefon: +355-4-2274 920 Fax: +355-4-2232 524 www.raiffeisen.al

Belarus

JLLC "Raiffeisen-leasing" 31-A, V. Khoruzhey 220002 Minsk Telefon: +375-17-289 9394 Fax: +375-17-289 9394 www.priorbank.by

Bosnien und Herzegowina

Raiffeisen Leasing d.o.o. Sarajevo Zmaja od Bosne 11 71000 Sarajevo Telefon: +387-33-254 354 Fax: +387-33-212 273 www.rlbh.ba

Bulgarien Raiffeisen Leasing

Bulgaria OOD Mladost 4, Business Park Sofia Building 7B, 4th floor 1504 Sofia Telefon: +359-2-491 9191 Fax: +359-2-974 2057 www.rlbg.bg

Kasachstan

Raiffeisen Leasing Kazakhstan LLP Shevchenko Str. 146, No. 12 050008 Almaty Telefon: +7-727-3785 430 Fax: +7-727-3785 447 www.rlkz.kz

Kosovo

Raiffeisen Leasing Kosovo Gazmend Zajmi n.n., Sunny Hill 10000 Prishtina Telefon: +381-38-222 222 Fax: +381-38-203 03011 www.raiffeisen-leasing-ks.com

Kroatien

Raiffeisen Leasing d.o.o. Radnicka cesta 43 10000 Zagreb Telefon: +385-1-6595 000 Fax: +385-1-6595 050 www.rl-hr.hr

Moldau

I.C.S. Raiffeisen Leasing S.R.L. Alexandru cel Bun 51 2012 Chişinău Telefon: +373-22-2793 13 Fax: +373-22-2283 81 www.raiffeisen-leasing.md

Polen

Raiffeisen-Leasing Polska S.A. Ul. Prosta 51 00-838 Warszawa Telefon: +48-22-326 3666 Fax: +48-22-326 3601 www.rl.com.pl

Rumänien

Raiffeisen Leasing IFN S.A. Nusco Tower Sos Pipera Nr. 42

Etaj 1A 020112 Bucureşti Telefon: +40-21-306 9696 Fax: +40-37-287 9998 www.raiffeisen-leasing.ro

Russland

OOO Raiffeisen-Leasing Stanislavskogo St. 21/1 109004 Moskwa Telefon: +7-495-721 9980 Fax: +7-495-721 9901 www.raiffeisen-leasing.ru

Serbien

Raiffeisen Leasing d.o.o. Milutina Milankovića 134a 11000 Novi Beograd Telefon: +381-11-201 7700 Fax: +381-11-313 0081 www.raiffeisen-leasing.rs

Slowakei

Tatra Leasing s.r.o. Hodžovo námestie 3 81106 Bratislava Telefon: +421-2-5919 3168 Fax: +421-2-5919 3048 www.tatraleasing.sk

Slowenien

Raiffeisen Leasing d.o.o. Bleweisova cesta 30 1000 Ljubljana Telefon: +386-1-241 6250 Fax: +386-1-241 6268 www.rl-sl.si

Tschechische Republik

Raiffeisen-Leasing s.r.o. Hvezdova 1716/2b 14078 Praha 4 Telefon: +420-221-511 611 Fax: +420-221-511 666 www.rl.cz

Ukraine LLC Raiffeisen Leasing Aval 9, Moskovskiy Av. Corp. 5 Office 101 04073 Kyiv Telefon: +38-044-590 2490 Fax: + 38-044-200 0408

Ungarn Raiffeisen Lízing Zrt. Hungaria krt. 40-44 1087 Budapest Telefon: +36-1-298 8000 Fax: +36-1-298 8010 www.raiffeisenlizing.hu

www.rla.com.ua

Immobilien-Leasinggesellschaften

Tschechische Republik Raiffeisen Leasing Real Estate s.r.o. Hvezdova 1716/2b 14078 Praha 4 Telefon: +420-221-511 610 Fax: +420-221-511 641 www.rlre.cz

Filialen und Repräsentanzen – Europa

Deutschland RBI Representative Office Frankfurt/Main Mainzer Landstraße 51 60329 Frankfurt/Main Telefon: +49-69-2992 1918 Fax: +49-69-2992 1922

Frankreich

RBI Representative Office Paris 9-11 Avenue Franklin D. Roosevelt 75008 Paris Telefon: +33-1-4561 2700 Fax: +33-1-4561 1606

Großbritannien

RBI London Branch 10, King William Street London EC4N 7TW Telefon: +44-20-7929 2288 Fax: +44-20-7933 8099

Malta Raiffeisen Malta Bank plc 52 "Il Piazzetta" Tower Road Sliema SLM 1607 Telefon: +356-2260 0000 Fax: +356-2132 0954

Schweden RBI Representative Office Nordic Countries

Drottninggatan 89 P.O. Box 3294 10365 Stockholm Telefon: +46-8-440 5086 Fax: +46-8-440 5089

Filialen und Repräsentanzen – Asien und Amerika

China RBI Beijing Branch

Beijing International Club 200 2nd floor Jianguomenwai Dajie 21 100020 Beijing Telefon: +86-10-653 23388 Fax: +86-10-653 25926

RBI Representative

Office Hong Kong Unit 2106-08, 21st Floor, Tower One, Lippo Centre 89 Queensway, Hong Kong Telefon: +85-2-2730 2112 Fax: +85-2-2730 6028

RBI Representative

Office Xiamen Unit 01-02, 32/F Zhongmin Building No 72 Hubin North Road Fujian Province 301012 Xiamen Telefon: +86-592-2623 988 Fax: +86-592-2623 998

Indien RBI Representative Office Mumbai 803, Peninsula Heights C.D. Barfiwala Road, Andhere (W) 400 058 Mumbai Telefon: +91-22-2623 0657 Fax: +91-22-2624 4529

Korea

RBI Representative Office Korea Leema Building, 8th floor 146-1 Soosong-dong Chongro-ku Seoul 110-755 Telefon: +82-2-398 5840 Fax: +82-2-398 5807

Malaysien

RBI Labuan Branch Suite No. 28.02, Level 28 Johor Bahru City Square Office Tower 106-108 Jalan Wong Ah Fook 80000 Johor Bahru Telefon: +607-291 3800 Fax: +607-291 3801

Singapur

RBI Singapore Branch One Raffles Quay #38-01 North Tower Singapur 048583 Telefon: +65-6305 6000 Fax: +65-6305 6001

USA

RB International Finance (USA) LLC 1133 Avenue of the Americas, 16th Floor 10036 New York Telefon: +01-212-845 4100 Fax: +01-212-944 2093

RBI Representative

Office New York 1133 Avenue of the Americas, 16th Floor 10036 New York Telefon: +01-212-593 7593 Fax: +01-212-593 9870

Vietnam

RBI Representative Office Ho Chi Minh City 6 Phung Khac Khoan Street, Room G6 District 1, Ho Chi Minh City Telefon: +84-8-3829 7934 Fax: +84-8-3822 1318

Raiffeisen Zentralbank AG

Österreich Am Stadtpark 9 1030 Wien Telefon: +43-1-71707 0 Fax: +43-1-71707 1715 www.rzb.at

Ausgewählte Raiffeisen Spezialunternehmen

F.J. Elsner Trading GmbH Am Heumarkt 10 1030 Wien Telefon: +43-1-797 36 0 Fax: +43-1-797 36 230 www.elsner.at

Kathrein Privatbank

Aktiengesellschaft Wipplingerstraße 25 1010 Wien Telefon: +43-1-53 451 239 Fax: +43-1-53 451 233 www.kathrein.at

Raiffeisen Centro Bank AG

Tegetthoffstraße 1 1050 Wien Telefon: +43-1-515 20 0 Fax: +43-1-513 43 96 www.rcb.at

Raiffeisen Investment

Aktiengesellschaft Krugerstraße 13 1015 Wien Telefon: +43-1-710 5400 0 Fax: +43-1-710 5400 169 www.raiffeisen-investment.com

ZUNO BANK AG

Am Stadtpark 3 1030 Wien Telefon: +43-1-71707 2691 Fax: +43-1-71707 762691 www.zuno.eu

Impressum

Herausgeber, Medieninhaber

Raiffeisen Bank International AG Am Stadtpark 9 1030 Wien Österreich Telefon: +43-1-71707 0 Fax: +43-1-71707 1715 Internet: www.rbinternational.com

Redaktion: Group Investor Relations Redaktionsschluss: 12. März 2012

Konzept/Design: gantnerundenzi.at Lektorat: be.public Druck: AV Astoria/Wien

Anfragen an Group Investor Relations

Telefon: +43-1-71707 2089 E-Mail: [email protected] Internet: www.rbinternational.com → Investor Relations

Anfragen an Public Relations

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Die Online-Ausgabe des Geschäftsberichts finden Sie unter http://gb2011.rbinternational.com Der Bericht ist auch auf Englisch erhältlich (Online-Version: http://ar2011.rbinternational.com).

Die in diesem Bericht enthaltenen Prognosen, Planungen und zukunftsgerichteten Aussagen basieren auf dem Wissensstand und der Einschätzung der Raiffeisen Bank International AG zum Zeitpunkt der Erstellung. Wie alle Aussagen über die Zukunft unterliegen sie bekannten und unbekannten Risiken sowie Unsicherheitsfaktoren, die im Ergebnis auch zu erheblichen Abweichungen führen können. Für den tatsächlichen Eintritt von Prognosen und Planungswerten sowie zukunftsgerichteten Aussagen kann keine Gewähr geleistet werden.

Dieser Geschäftsbericht wurde mit der größtmöglichen Sorgfalt erstellt und die Daten wurden überprüft. Rundungs-, Übermittlungs-, Satz- oder Druckfehler können dennoch nicht ausgeschlossen werden. Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten. Dieser Geschäftsbericht wurde in deutscher Sprache verfasst. Der Geschäftsbericht in englischer Sprache ist eine Übersetzung des deutschen Berichts. Allein die deutsche Version ist die authentische Fassung.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit werden in diesem Bericht alle Personenbezeichnungen in der männlichen Form verwendet. Darunter soll auch die weibliche Form verstanden werden.

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