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Wienerberger AG

Quarterly Report Nov 13, 2012

769_rns_2012-11-13_6c7bf678-fe6a-4e60-8904-5b6c708438dc.pdf

Quarterly Report

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Rohre bestimmen die Richtung.

Ertragskennzahlen 1-9/2011 1-9/2012 Vdg. in % Ultimo 2011
Umsatz in Mio. € 1.478,1 1.743,9 +18 1.915,4
EBITDA operativ 1) in Mio. € 200,6 201,6 0 240,4
EBIT operativ 1) in Mio. € 56,2 59,6 +6 40,0
Ergebnis vor Steuern in Mio. € 77,3 57,3 -26 47,4
Ergebnis nach Steuern 2) in Mio. € 64,7 46,7 -28 39,4
Ergebnis je Aktie in € 0,35 0,20 -43 0,07
Free Cashflow 3) in Mio. € 63,0 5,3 -92 132,2
Normalinvestitionen in Mio. € 56,9 65,1 +14 95,8
Wachstumsinvestitionen in Mio. € 44,8 160,9 >100 55,9
Bilanzkennzahlen 31.12.2011 30.9.2012 Vdg. in %
Eigenkapital 4) in Mio. € 2.435,4 2.494,5 +2
Nettoverschuldung in Mio. € 358,8 749,2 >100
Capital Employed in Mio. € 2.656,7 3.208,4 +21
Bilanzsumme in Mio. € 3.998,4 4.392,9 +10
Verschuldungsgrad in % 14,7 30,0 >100
Ø Mitarbeiter 11.893 12.518 +5
Börsekennzahlen 1-12/2011 1-9/2012 Vdg. in %
Höchstkurs der Aktie in € 16,56 9,49 -43
Tiefstkurs der Aktie in € 6,66 5,91 -11
Ultimokurs der Aktie in € 6,97 6,03 -13
Gewichtete Aktienzahl 5) in Tsd. 116.762 115.063 -1
Ultimo Börsekapitalisierung in Mio. € 819,2 708,7 -13
Geschäftsbereiche 1-9/2012
in Mio. € und %
Ziegel Europa Rohre & Pflaster
Europa
Nordamerika Holding &
Sonstiges
Eliminierungen
Außenumsatz 1.116,9 (-6 %) 479,9 (>100 %) 142,0 (+40 %) 4,0 (+21 %)
Innenumsatz 1,9 (-30 %) 0,5 (>100 %) 0,1 (>100 %) 6,4 (+5 %) -7,8
Umsatz 1.118,8 (-6 %) 480,4 (>100 %) 142,1 (+40 %) 10,4 (+11 %) -7,8
EBITDA operativ 1) 155,6 (-21 %) 51,1 (>100 %) 5,6 (>100 %) -10,7 (+15 %)
EBIT operativ 1) 56,5 (-35 %) 29,0 (>100 %) -11,9 (+47 %) -14,0 (+23 %)
Gesamtinvestitionen 45,0 (-39 %) 164,4 (>100 %) 12,9 (>100 %) 3,7 (>100 %)
Capital Employed 2.038,2 (+1 %) 656,1 (>100 %) 496,6 (+6 %) 17,5 (-30 %)
Ø Mitarbeiter 8.806 (-2 %) 2.412 (+61 %) 1.090 (-5 %) 210 (+2 %)

1) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

2) vor nicht beherrschenden Anteilen und anteiligem Hybridkupon

3) Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit minus Investitions-Cashflow plus Wachstumsinvestitionen

4) Eigenkapital inklusive nicht beherrschende Anteile und Hybridkapital

5) bereinigt um zeitanteilig gehaltene eigene Aktien

Anmerkung: in der Tabelle Geschäftsbereiche sind die Veränderungsraten in % zur Vorjahresperiode in Klammer angeführt.

Brief des Vorstandsvorsitzenden

Sehr geehrte Aktionärinnen, sehr geehrte Aktionäre,

das wirtschaftliche Umfeld hat sich in Europa im dritten Quartal weiter verschlechtert, und die fortwährende Staatschuldendiskussion wirkt sich zunehmend negativ auf das Konsumentenvertrauen aus. Da die Wienerberger Gruppe rund 90 % ihres Umsatzes in Europa erwirtschaftet, können wir uns dieser Entwicklung nicht entziehen. Der Wohnungsneubau, vor allem im Segment des Ein- und Zweifamilienhauses, zeigt in vielen Ländern Europas rückläufige Tendenzen, was natürlich die Entwicklung unseres Ziegelgeschäftes negativ beeinflusst. In einigen Märkten wird die Anzahl von errichteten Ein- und Zweifamilienhäusern im heurigen Jahr deutlich unter dem Niveau von 2009 liegen. Angesichts dieser Entwicklungen haben wir schon vorzeitig in die Kostenstrukturen und die Kapazitäten im Bereich des Ziegelgeschäftes in Europa eingegriffen und entsprechende Anpassungsmaßnahmen eingeleitet. Ein weiterer wichtiger Schritt zur Entwicklung der Gruppe ist uns durch die Übernahme des Kunststoffrohrproduzenten Pipelife im Mai 2012 gelungen. Unser Ziel, durch die Übernahme von Pipelife das Kerngeschäft zu verbreitern, sowie die Abhängigkeit vom konjunktursensiblen Wohnbau zu reduzieren und somit Wienerberger strategisch ein zweites starkes Standbein zu verschaffen, haben wir mit diesem Schritt realisiert.

Aufgrund des äußerst schwierigen Marktumfeldes freut es mich umso mehr, Ihnen über deutliche Ergebniszuwächse im dritten Quartal 2012 berichten zu können. Der Konzernumsatz ist im dritten Quartal um 43 % auf 755 Mio. € und das operative Konzern-EBITDA um 25 % auf 101 Mio. € gestiegen. Diese positive Entwicklung ist vor allem unserem neu hinzugekommenen Rohrgeschäft zu verdanken. Aber nicht nur strategisch stellt die Übernahme von Pipelife einen Meilenstein in der Geschichte des Unternehmens dar. Mit einem Umsatz von rund 800 Mio. € transformiert Pipelife die Wienerberger Gruppe von einem Ziegelproduzenten zu einem modernen, anwendungsorientierten, internationalen Baustoffkonzern, der flexibler auf Marktentwicklungen reagieren und vielfältigere Wachstumsperspektiven in den verschiedenen Geschäftsfeldern nutzen kann. Um dieser neuen Struktur Rechnung zu tragen, haben wir auch die Berichterstattung entsprechend angepasst und Bereiche zusammengefasst, die ähnliche Marktdynamiken und Wachstumstreiber aufweisen: Ziegel Europa, Rohre & Pflaster Europa sowie Nordamerika.

Der Bereich Ziegel Europa hatte, wie bereits erwähnt, auch im dritten Quartal 2012 stark unter einer rückläufigen Nachfrage nach Baustoffen zu leiden. Nichtsdestotrotz ist es uns gelungen, sowohl Preiserhöhungen im Rahmen der Kosteninflation umzusetzen als auch den Anteil an hochwertigen Produkten weiter zu steigern. Allerdings war eine so deutliche Verschlechterung des Marktumfelds insbesondere auch im Sanierungsmarkt für 2012 nicht vorherzusehen. Die daraus resultierende schwächere Auslastung der Werke und höhere Stückkosten hatten einen Rückgang im operativen EBITDA von 17 % im dritten Quartal im Geschäftsfeld Ziegel Europa zur Folge. Daher haben wir rasch die erforderlichen Maßnahmen zur Anpassung von Kostenund Unternehmensstrukturen eingeleitet, welche neben der Einmottung von Werken eine Optimierung der Kapazitätsauslastung über Schichtmodelle, verlängerte Werksstillstände sowie eine Reduktion der Kosten im Bereich Verwaltung und Vertrieb umfassen.

Heimo Scheuch, Vorstandsvorsitzender der Wienerberger AG

Umsatz- und EBITDA-Wachstum in Q3 dank Pipelife

Geschäftsfeld Ziegel in Europa leidet unter schwachem Wohnbau; Maßnahmen zur Kostensenkung eingeleitet

Gute Umsatz- und Ergebnisentwicklung im Bereich Rohre & Pflaster Europa

Positives operatives EBITDA in Nordamerika

Für 2012 operatives Konzern-EBITDA auf Vorjahresniveau erwartet

Beide Geschäftsfelder von Wienerberger bieten interessante Wachstumspotenziale

Weitaus erfreulicher hat sich der Geschäftsbereich Rohre & Pflaster Europa entwickelt. Der Umsatz stieg im dritten Quartal 2012 durch die erstmalige Einbeziehung von Pipelife von 70 Mio. € auf 289 Mio. € und das operative EBITDA von 11 Mio. € auf 34 Mio. €. Pipelife verzeichnete vor allem dank einer starken Inlandsnachfrage nach Rohren in den wichtigen nordeuropäischen Märkten Absatzzuwächse gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahrs. Darüber hinaus konnte der Kunststoffrohrspezialist aufgrund der im letzten Jahr umgesetzten Kostensenkungen sowie durch Verschiebungen im Produktmix hin zu höherwertigen und innovativen Produkten die Marge weiter verbessern. Auch Steinzeug-Keramo, der Marktführer für keramische Rohre, vermeldete organisches Mengenwachstum bei leicht höheren Durchschnittspreisen. Semmelrock, unser Spezialist für Flächenbefestigungssysteme aus Beton, welcher ausschließlich in Zentral-Osteuropa tätig ist, war aufgrund der schwachen Bautätigkeit in der Region einem verstärkten Preiswettbewerb ausgesetzt und hatte Rückgänge in Umsatz und Ergebnis zu verzeichnen. Daher wurden entsprechende Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und zur Anpassung der Strukturen an die Marktgegebenheiten eingeleitet.

Im Segment Nordamerika profitierten wir von der Erholung im Wohnungsneubau und damit von Absatzzuwächsen bei Ziegeln sowie von der erstmaligen Einbeziehung des amerikanischen Kunststoffrohrgeschäfts von Pipelife. Insgesamt konnte dieses Segment in den ersten neun Monaten wieder ein positives operatives EBITDA erwirtschaften.

Für das Gesamtjahr gehe ich von einer Fortsetzung der Trends aus und erwarte mir abhängig von der Witterung in den nächsten Monaten in etwa ein operatives EBITDA auf Vorjahresniveau. Umsatz- und Ergebnisrückgänge im Bereich Ziegel Europa sollten durch die Einbeziehung von Pipelife sowie die moderat positive Entwicklung in Nordamerika kompensiert werden können. Aus dem im Bereich Ziegel und bei Semmelrock eingeleiteten bzw. für die kommenden Monate geplanten Maßnahmenpaket, erwarte ich mir bis Ende 2013 Einsparungen von rund 40 Mio. €, wovon rund 13 Mio. € in 2012 realisiert werden können. Auf Gruppenebene haben wir die Normalinvestitionen von den ursprünglich geplanten 140 Mio. € auf 110 Mio. € in 2012 bereits unter Berücksichtigung der Investitionen von Pipelife zurück genommen. Weiters werden wir durch den Abbau von Vorräten das Working Capital bis Jahresende deutlich reduzieren können und aus den insgesamt generierten Cashflows die angestrebte Entschuldungsdauer von unter 2,5 Jahren erreichen.

Aufgrund der eingeschränkten Visibilität ist es derzeit nicht möglich, Prognosen für 2013 zu wagen. Daher behalten wir uns abhängig von der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung zusätzliche Optimierungsschritte vor. Aber die Stärke des Geschäftsmodells von Ziegel ist die Generierung von hohen Cashflows auch in einem schwierigen Marktumfeld. Und solange keine Besserung im Wohnbau eintritt, werden wir unser Hauptaugenmerk darauf richten und können im Falle eines zukünftigen Aufschwungs von starkem Wachstum in diesem Bereich profitieren. Im Geschäftsfeld Rohre & Pflaster sehe ich weiteres Wachstumspotenzial bei Pipelife einerseits in der aktiven Weiterentwicklung der Bereiche Gebäude- und Elektroinstallationen sowie in der Forcierung von Spezialprodukten für Wasser- und Abwassersysteme. Mittel- und langfristig werden der Renovierungsbedarf bei den bestehenden Versorgungsnetzen in Westeuropa sowie der Bedarf an flächendeckenden Versorgungsnetzen in Osteuropa zentrale Treiber für weiteres Wachstum sowohl bei Pipelife als auch bei Steinzeug-Keramo sein. Ich bin der Überzeugung, dass Wienerberger mit diesen zwei starken Standbeinen gut für die Zukunft aufgestellt ist, um nachhaltiges Wachstum zu realisieren.

Zwischenlagebericht

ERGEBNIS- UND BILANZANALYSE

Erläuterungen zur neuen Konzernstruktur sowie zu Restatements

Um der neuen Konzernstruktur nach der Akquisition von Pipelife Rechnung zu tragen, haben wir unsere Berichterstattung entsprechend angepasst und Bereiche zusammengefasst, die ähnliche Marktdynamiken und Wachstumstreiber aufweisen. Wesentlichste Änderung dabei ist, dass wir das keramische Geschäft in Europa, welches Hintermauer-, Vormauer- und Dachziegel umfasst, in den Geschäftsbereich Ziegel Europa zusammenfassen. Zusätzlich sind unsere 50 % Beteiligungen an Tondach Gleinstätten und Schlagmann nicht mehr im operativen Ergebnis dargestellt, sondern werden at-equity ausgewiesen, wie im nächsten Absatz noch ausführlicher erläutert wird. Das neue Rohrgeschäft (Kunststoffrohrsysteme von Pipelife sowie keramische Rohrsysteme von Steinzeug-Keramo) wird gemeinsam mit den Flächenbefestigungen aus Beton (Semmelrock) im Geschäftsbereich Rohre & Pflaster Europa gebündelt. Im Sinne einer transparenten Berichterstattung werden in beiden Geschäftsfeldern die Ergebnisse für die Regionen gesondert nach Ost- und Westeuropa ausgewiesen. Unsere Aktivitäten in den USA und Kanada berichten wir zukünftig gemeinsam mit dem amerikanischen Kunststoffrohrgeschäft von Pipelife im Segment Nordamerika. Operative Holdingkosten, welche einzelnen Geschäftsfeldern direkt zurechenbar sind, wurden auf die jeweiligen Segmente umgelegt. Somit verbleiben im Segment Holding & Sonstiges nur mehr die Kosten der Konzernzentrale sowie die indischen Ziegelaktivitäten.

Im vorliegenden Bericht wurden neben der Neustrukturierung der Segmente auch Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden umgesetzt. Davon betroffen ist die Darstellung der 50 % Beteiligungen an Schlagmann und der Tondach Gruppe, die zuvor quotal konsolidiert waren und nun in der Bilanz in den Anteilen an assoziierten Unternehmen ausgewiesen werden. Die Ergebnisse der beiden Unternehmen werden demzufolge im Finanzergebnis in der Ergebnisübernahme von assoziierten Unternehmen dargestellt. Die bereits jetzt umgesetzten Änderungen des IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer) betreffen im Wesentlichen die Rückstellungen für Pensionen sowie die Erfassung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste im sonstigen Gesamtergebnis. Der Ausweis des Nettozinsaufwands erfolgt zukünftig im Finanzergebnis statt wie bisher in den Aufwendungen für Altersversorgung. In diesem Zwischenbericht wurden alle Vergleichszahlen angepasst, die aus einer Änderung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden resultieren.

In den im Abschluss dargestellten Bilanzen führte die frühzeitige Anwendung des IAS 19 zu einer Erhöhung der Rückstellung für Pensionen um 19,4 Mio. € zum 31.12.2010 und um 25,0 Mio. € zum 31.12.2011 im Vergleich zu den veröffentlichten Bilanzen der jeweiligen Geschäftsjahre. Die übrigen Rücklagen verminderten sich aufgrund der Erfassung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste im sonstigen Gesamtergebnis um 18,6 Mio. € zum 31.12.2010 und 21,7 Mio. € zum 31.12.2011. Die Auswirkungen der frühzeitigen Anwendung von IAS 19 auf die Gewinn- und Verlustrechnung für das Jahr 2011 waren unwesentlich. Die Änderung der Einbeziehungsart von Schlagmann und Tondach Gleinstätten auf die Equity-Methode, sowie sonstige Effekte, verringerten für das Jahr 2011 den Umsatz um 108,3 Mio. €, das operative EBITDA um 18,2 Mio. € und das operative EBIT um 8,5 Mio. € im Vergleich zu den veröffentlichten Konzernzahlen. Die Nettoverschuldung verminderte sich um 12,2 Mio. € zum 31.12.2010 und 83,7 Mio. € zum Stichtag 31.12.2011. Die Bilanzsumme der Wienerberger Gruppe verringerte sich um 52,0 Mio. € zum 31.12.2010 und 124,0 Mio. € zum 31.12.2011.

Berichterstattung wurde der neuen Konzernstruktur angepasst

Ergebnisse der 50 % Beteiligungen an Schlagmann und Tondach Gleinstätten werden künftig im Finanzergebnis dargestellt

Die Zahlen der Vorjahresperiode wurden entsprechend angepasst

Ertragslage

Wienerberger erwirtschaftete in den ersten neun Monaten mit 1.743,9 Mio. € einen um 18 % höheren Konzernumsatz als im Jahr zuvor, wobei Pipelife zum Umsatzwachstum in den vier Monaten seit der Konsolidierung 314,6 Mio. € beigetragen hat. Der organische Umsatz war mit 4 % rückläufig, wobei im Wesentlichen die weiterhin schwache Absatzentwicklung im Geschäftsbereich Ziegel Europa die Umsatzentwicklung prägte. Erfreulich war, dass in dem sehr schwierigen europäischen Marktumfeld mit einem organischen Mengenrückgang von 8 % auf Konzernebene die geplanten Preiserhöhungen im Rahmen der Kosteninflation umgesetzt werden konnten. Die Durchschnittspreise lagen in den ersten neun Monaten um 4 % über der Vergleichsperiode des Vorjahrs. Dem steht eine Kosteninflation von rund 3,5 % gegenüber, wobei steigende Energiepreise wesentlichster Treiber dieser Entwicklung waren. Für das Gesamtjahr wird eine Kosteninflation von ebenfalls 3,5 % erwartet, welche durch entsprechend höhere Durchschnittspreise abgedeckt werden sollte. Positive Währungseffekte aus dem US-Dollar und dem britischen Pfund konnten die negativen Effekte aus den Währungen Osteuropas mehr als kompensieren und wirkten sich mit +1 % positiv auf den Umsatz aus.

Im Geschäftsbereich Ziegel Europa ging der Umsatz um 6 % auf 1.116,9 Mio. € und das operative EBITDA um 21 % auf 155,6 Mio. € zurück. Da sich der Wohnbau in nahezu allen Ländern Europas weiter abgeschwächte, war auch die Nachfrage nach Ziegeln zum Teil deutlich rückläufig und führte zu einer schwächeren Auslastung der Werke. Daher wurden beginnend mit dem dritten Quartal 2012 Maßnahmen zur Anpassung der Kostenstrukturen an die Marktgegebenheiten eingeleitet.

Im Geschäftsbereich Rohre & Pflaster Europa stieg der Umsatz in den ersten neun Monaten akquisitionsbedingt von 182,5 Mio. € auf 479,9 Mio. € und das operative EBITDA von 22,1 Mio. € auf 51,1 Mio. €. Sowohl Pipelife als auch Steinzeug verzeichneten in weiten Teilen Westeuropas stabile bzw. steigende Absatzmengen, während Semmelrock unter den schwachen Märkten in Osteuropa zu leiden hatte und Ergebnisrückgänge hinnehmen musste.

Im Geschäftsbereich Nordamerika setzte sich der positive Trend in der Bauwirtschaft fort und führte in den ersten neun Monaten unter anderem auch akquisitionsbedingt zu einem Umsatzanstieg von 40 % auf 142,0 Mio. €. Das operative EBITDA lag aufgrund der Erstkonsolidierung von Pipelife und einer besseren Entwicklung des amerikanischen Ziegelgeschäfts mit 5,6 Mio. € deutlich über jenem der Vergleichsperiode des Vorjahrs.

Das operative EBITDA der Wienerberger Gruppe lag in den ersten neun Monaten mit 201,6 Mio. € in etwa auf Vorjahresniveau. Das operative Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (operatives EBIT) erhöhte sich aufgrund etwas geringerer Abschreibungen um 6 % auf 59,6 Mio. € gegenüber dem Vorjahr. Im Bereich Ziegel sowie bei Semmelrock wurden Maßnahmen zur Anpassung der Strukturen an Marktgegebenheiten eingeleitet. Diese umfassen neben der Einmottung von vier Werksstandorten im Wesentlichen Anpassungen von Schichtmodellen sowie Optimierungsmaßnahmen in den Verwaltungs- und Vertriebskosten. Damit verbunden waren in den ersten neun Monaten einmalige Restrukturierungskosten bzw. Wertminderungen von Anlagen von insgesamt 8,9 Mio. €, die gesondert dargestellt werden und somit nicht in den operativen Ergebnissen enthalten sind. Davon betreffen 5,6 Mio. € zahlungswirksame Einmalkosten sowie 3,3 Mio. € Sonderabschreibungen. Weitere Maßnahmen sind in Planung bzw. Umsetzung und werden im vierten Quartal bzw. zu Beginn 2013 wirksam werden. Für das Gesamtjahr sind dafür zahlungswirksame Einmalkosten von rund 14 Mio. € sowie rund 15 Mio. € Sonderabschreibungen veranschlagt. Aus diesen Maßnahmen werden Einsparungen in Höhe von rund 40 Mio. € erwartet, welche aber zum wesentlichen Teil erst im Jahr 2013 wirksam werden.

Das gegenüber dem Vorjahr deutlich verschlechterte Finanzergebnis von 6,6 Mio. € (Vorjahr: 21,1 Mio. €) erklärt sich zum einen aus höheren Finanzierungskosten aufgrund der Pipelife-Akquisition sowie aus verschiedenen Einmaleffekten in den ersten neun Monaten 2011. Im Zuge der Pipelife Transaktion kam es zur Neubewertung der schon bestehenden Beteiligung an Pipelife, die zu einem Einmaleffekt in Höhe von 42,3 Mio. € führte. Der Bewertungseffekt wurde unter Berücksichtigung einer Kontrollprämie als Differenz zwischen dem Kaufpreis des 50 % Anteils und dem in der Wienerberger Bilanz bisher geführten Beteiligungsbuchwert errechnet. Im Jahr 2011 ist als Einmaleffekt der Veräußerungsertrag der zu 50 % at-equity konsolidierten Bramac Beteiligung berücksichtigt. In der Ergebnisübernahme von assoziierten Unternehmen sind noch für die ersten fünf Monate 2012 die Ergebnisse für 50 % der Pipelife Gruppe enthalten. Das Ergebnis vor Steuern verschlechterte sich vor allem aufgrund gestiegener Zinsaufwendungen in den ersten neun Monaten 2012 auf 57,3 Mio. € (Vorjahr: 77,3 Mio. €). Die Steuerquote lag in den ersten neun Monaten des Berichtsjahrs bei 18,6 % nach 16,3 % im Jahr zuvor. Nach Abzug der Steuern erwirtschaftete Wienerberger einen Gewinn von 46,7 Mio. € (Vorjahr: 64,7 Mio. €). Das Ergebnis je Aktie betrug 0,20 € nach 0,35 € in den ersten neun Monaten des Vorjahrs. Bei der Berechnung des Ergebnisses je Aktie wurde der zeitaliquot abgegrenzte Hybridkupon berücksichtigt.

Cashflow

Der Cashflow aus dem Ergebnis von 146,7 Mio. € lag, beeinflusst durch niedrigere Ergebnisbeiträge des Geschäftsbereichs Ziegel Europa, deutlich unter dem Vergleichswert des Vorjahrs. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit konnte aufgrund eines geringeren Working Capital Aufbaus gegenüber dem Vorjahr als auch aufgrund eines Vorratsabbaus bei der Pipelife Gruppe um beinahe 10 Mio. € auf 48,7 Mio. € verbessert werden. Für Normalinvestitionen (Instandhaltung und technologische Weiterentwicklung von Produktionsprozessen) wurden 65,1 Mio. € und für Wachstumsinvestitionen 160,9 Mio. € aufgewendet. Im Vorjahr beeinflusste die Ausgleichszahlung für den Verkauf der Bramac Gruppe bzw. die Aufstockung der Tondach Gleinstätten Beteiligung den Cashflow aus der Investitionstätigkeit. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit umfasst den Emissionserlös der am 1. Februar 2012 platzierten Anleihe mit einer Nominale von 200 Mio. €, die Rückzahlung der Anleihe aus dem Jahr 2005 von 241 Mio. € sowie die Auszahlung des Hybridkupons von 32,5 Mio. €. Des Weiteren berücksichtigt der Finanzierungs-Cashflow die ausgeschüttete Dividende von 13,8 Mio. € sowie den Erhalt von Dividenden von 13,0 Mio. € von assoziierten Unternehmen.

Vermögens- und Finanzlage

Das Konzerneigenkapital erhöhte sich durch die Beiträge des Gesamtergebnisses nach Steuern um 106,6 Mio. €, wovon mehr als die Hälfte auf positive Währungsumrechnungsdifferenzen insbesondere aus dem US-Dollar und dem britischen Pfund zurückzuführen sind, und verminderte sich aufgrund der Auszahlung des Hybridkupons von 32,5 Mio. € im Februar 2012 sowie der Ausschüttung einer Dividende von 13,8 Mio. €. Die Nettoverschuldung erhöhte sich aufgrund des saisonal bedingten Working Capital Anstiegs sowie der Akquisition und Erstkonsolidierung der Pipelife Gruppe gegenüber dem 31. Dezember 2011 um 390,5 Mio. € auf 749,2 Mio. €.

Finanzergebnis enthält positiven Einmaleffekt von 42,3 Mio. € aus Pipelife Transaktion

Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit von 48,7 Mio. €

Höhere Nettoverschuldung durch saisonal bedingten Working Capital Anstieg sowie Akquisition von Pipelife

PPA ergibt vorläufigen Firmenwert von 43,5 Mio. € für Pipelife

Entschuldungsdauer von 2,7 Jahren zum 30.9.2012

Für die erstmalige Vollkonsolidierung der Pipelife Gruppe wurde ein vorläufig beizulegender Zeitwert des erworbenen Reinvermögens von 259,4 Mio. € ermittelt. Im Rahmen der durchgeführten Berechnungen zur Kaufpreisallokation (Purchase Price Allocation, PPA) wurden im Wesentlichen immaterielle Vermögenswerte im Bereich der Dachmarke Pipelife und des Kundenstamms identifiziert und bewertet. Dem beizulegenden Zeitwert des Reinvermögens stehen ein Bruttokaufpreis von 162,0 Mio. € sowie ein Marktwert des bestehenden untergehenden Anteils von 140,9 Mio. € gegenüber. Ein vorläufiger Firmenwert in Höhe von 43,5 Mio. € wurde mit 31. Mai 2012 aktiviert.

Finanzierung und Treasury

Der Verschuldungsgrad ist saisonal bedingt sowie insbesondere auch durch die Erstkonsolidierung von Pipelife auf 30 % zum Berichtsstichtag angestiegen. Auf die mit den Banken vereinbarten Kennzahlen werden für die Berechnung roulierend die Ergebnisse der letzten 12 Monate sowohl von Wienerberger als auch von Pipelife berücksichtigt. Somit liegen die errechneten Kennzahlen für die Berichtsperiode mit einer Entschuldungsdauer von 2,7 Jahren und einer EBITDA-Zinsdeckung (EBITDA operativ / Zinsergebnis) von 5,5 komfortabel unter bzw. über den in den Kreditverträgen vereinbarten Schwellenwerten. Zu Jahresende gehen wir davon aus, dass wir unsere Zielsetzung von einer Entschuldungsdauer von weniger als 2,5 Jahren wieder erreichen werden.

Treasury Kennzahlen 30.9.2011 31.12.2011 30.9.2012 Schwellenwert
Nettoverschuldung / EBITDA operativ 1) 1,7 1,5 2,7 <3,50
EBITDA operativ 1) / Zinsergebnis 2) 7,0 6,4 5,5 >3,75

1) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge; berechnet auf Basis eines operativen 12-Monats-EBITDA

2) berechnet auf Basis eines 12-Monats-Zinsergebnisses

3. Quartal 2012

Im dritten Quartal verbesserte sich der Konzernumsatz bei einer anhaltend positiven Entwicklung der Durchschnittspreise um 43 % auf 755,0 Mio. € und das operative Konzern-EBITDA um 25 % auf 100,5 Mio. €. Rückläufige Absätze im Geschäftsfeld Ziegel Europa wurden durch die erstmalige Einbeziehung von Pipelife sowie Mengenzuwächse in Nordamerika, Russland und Indien mehr als kompensiert. Durch eingeleitete Restrukturierungsmaßnahmen im Bereich Ziegel Europa sowie bei Semmelrock fielen im dritten Quartal ergebniswirksame Einmalkosten von 5,6 Mio. € an, welche nicht in den operativen Ergebnissen enthalten sind, sondern gesondert ausgewiesen wurden, ebenso wie damit verbundene Sonderabschreibungen in Höhe von 3,3 Mio. €.

Das Geschäftsfeld Ziegel Europa verzeichnete im dritten Quartal einen Umsatzrückgang von 3 % auf 403,5 Mio. € und ein um 17 % niedrigeres operatives EBITDA von 65,6 Mio. €, da sich die Abschwächung im europäischen Wohnungsneubau als Folge der Eurokrise zum Teil im dritten Quartal noch verstärkte. In Westeuropa waren der Wohnungsneubau sowie auch der Renovierungsmarkt vor allem in den Niederlanden, Belgien und Frankreich von deutlichen Rückgängen betroffen. Auch in Deutschland setzte sich die leichte Abschwächung im für Ziegel wichtigen Ein- und Zweifamilienhausbau fort. Bei höheren Durchschnittspreisen aufgrund von Preiserhöhungen und Verschiebungen im Produktmix hin zu höherwertigen Produkten sank der Umsatz bei Ziegeln in Westeuropa im dritten Quartal 2012 um 3 % gegenüber dem Vorjahr auf 304,6 Mio. € und das operative EBITDA um 15 % auf 45,6 Mio. €. In Polen und der Tschechischen Republik wurden im dritten Quartal Rückgänge im Ein- und Zweifamilienhausbau im

Pipelife kompensiert schwächere Ergebnisse im Bereich Ziegel Europa

Weitere Abschwächung im europäischen Wohnungsneubau und in der Sanierung

zweistelligen Bereich verzeichnet. In Ungarn und Südosteuropa setzte sich der Abwärtstrend von bereits niedrigem Niveau ebenfalls weiter fort. Insgesamt lag der Umsatz in Osteuropa im dritten Quartal bei annähernd stabilen Preisen um 5 % unter dem Vorjahreswert bei 98,9 Mio. €. Das operative EBITDA ging hingegen aufgrund der geringeren Auslastung um 22 % zurück und betrug 20,0 Mio. €.

Im Bereich Rohre & Pflaster Europa wurde im dritten Quartal der Umsatz von 70,1 Mio. € auf 288,6 Mio. € und das operative EBITDA von 11,2 Mio. € auf 33,9 Mio. € gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahrs gesteigert. Hauptverantwortlich für diesen Ergebnissprung ist die erstmalige Einbeziehung von Pipelife, welche im dritten Quartal 234,2 Mio. € zum Umsatz und 26,3 Mio. € zum operativen EBITDA beitrug. Pipelife konnte im dritten Quartal Umsatz und Ergebnis gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahrs steigern, wobei der Kunststoffrohrspezialist insbesondere von der guten Nachfrage nach Rohren in den nordeuropäischen Märkten profitierte. Bei Steinzeug-Keramo waren Absatzsteigerungen vor allem im internationalen Exportgeschäft für Umsatz- und Ergebnissteigerungen im dritten Quartal verantwortlich. Semmelrock musste hingegen auch im abgelaufenen Quartal aufgrund der schwachen Nachfrage und eines kompetitiven Marktumfelds in Osteuropa Umsatz- und Ergebnisrückgänge hinnehmen.

In Nordamerika setzte sich im dritten Quartal der positive Trend bei Baubeginnen von Einund Zweifamilienhäusern weiter fort. Auch die erstmals einbezogenen Kunststoffrohraktivitäten der Pipelife Gruppe konnten Volumens- und Ergebnissteigerungen verbuchen. Insgesamt stieg der Umsatz im dritten Quartal in Nordamerika im Vergleich zur Vorjahresperiode um 54 % auf 61,4 Mio. € und das operative EBITDA auf 5,0 Mio. €.

7-9/2011 7-9/2012 Vdg. in %
417,8 403,5 -3
313,9 304,6 -3
103,9 98,9 -5
70,1 288,6 >100
27,3 159,5 >100
42,8 129,1 >100
39,9 61,4 +54
1,2 1,5 +25
529,0 755,0 +43
7-9/2011 7-9/2012 Vdg. in %
79,2 65,6 -17
53,6 45,6 -15
25,6 20,0 -22
11,2 33,9 >100
4,1 20,0 >100
7,1 13,9 +96
-0,3 5,0 >100
-9,5 -4,0 +58

Wienerberger Gruppe 80,6 100,5 +25

Pipelife und Steinzeug-Keramo auch im dritten Quartal auf Wachstumskurs

Nordamerika erwirtschaftet positives operatives EBITDA von 5,0 Mio. € in Q3 2012

1) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

GESCHÄFTSSEGMENTE

Ziegel Europa

Im Zuge der Neusegmentierung der Konzernberichterstattung wurden die keramischen Aktivitäten (Hintermauer-, Vormauer- und Tondachziegel) der Wienerberger Gruppe in Europa im Geschäftsbereich Ziegel Europa zusammengefasst. Im Sinne einer transparenten Berichterstattung, werden die Ergebnisse für die Regionen West- und Osteuropa gesondert dargestellt sowie die dazugehörigen operativen Holdingkosten den jeweiligen Regionen zugeordnet. Zeitgleich werden unsere 50 % Beteiligungen an Schlagmann (Westeuropa) und Tondach Gleinstätten (Osteuropa), die zuvor in den operativen Ergebnissen der Segmente enthalten waren nunmehr at-equity im Finanzergebnis des jeweiligen Segments ausgewiesen. Die Zahlen der Vergleichsperiode des Vorjahrs wurden entsprechend angepasst.

In sämtlichen europäischen Märkten haben sich die Trends der ersten sechs Monate 2012 auch im dritten Quartal weiter fortgesetzt. Die Entwicklung der Bauwirtschaft ist nach wie vor von den negativen Auswirkungen der Euro- und Staatsschuldenkrise geprägt, die sich in einer anhaltenden Unsicherheit, niedrigem Konsumentenvertrauen und einer restriktiven Kreditvergabe von Banken niederschlagen. Rückgänge im Wohnungsneubau in nahezu allen europäischen Märkten, die teilweise im zweistelligen Bereich lagen, führten dazu, dass in einigen Ländern sogar das Wohnbauniveau des Krisenjahrs 2009 unterschritten wurde. Darüber hinaus war in diesem Jahr auch der für das Dachgeschäft wichtige Renovierungsmarkt rückläufig. In diesem schwierigen Umfeld musste der Bereich Ziegel Europa in den ersten neun Monaten 2012 einen Umsatzrückgang von 6 % gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahrs auf 1.116,9 Mio. € sowie aufgrund der schlechteren Auslastung der Werke ein um 21 % niedrigeres operatives EBITDA von 155,6 Mio. € hinnehmen. Wienerberger gelang es trotz rückläufiger Nachfrage Preiserhöhungen im Rahmen der Kosteninflation umzusetzen. Zusätzlich positiv auf den Durchschnittspreis wirkten sich Verschiebungen im Produktmix hin zu höherwertigen Produkten aus.

Die Gruppe hat auf den neuerlichen Marktrückgang rasch reagiert und im Bereich Ziegel Europa weitere Maßnahmen zur Anpassung der Kosten- und Organisationsstrukturen eingeleitet. Neben Optimierungen der Kapazitäten über Schichtmodelle und Einmottungen werden im Rahmen des Working Capital Managements über die Winterperiode auch die meisten Werke über längere Zeit still stehen. Für das Gesamtjahr werden bei einer Fortsetzung der negativen Marktdynamik in Europa Umsatz- und Ergebnisrückgänge im Bereich Ziegel Europa erwartet.

Ziegel Europa 1-9/2011 1-9/2012 Vdg. in %
Außenumsatz in Mio. € 1.189,0 1.116,9 -6
EBITDA operativ 1) in Mio. € 196,7 155,6 -21
EBIT operativ 1) in Mio. € 87,0 56,5 -35
Gesamtinvestitionen in Mio. € 73,6 45,0 -39
Capital Employed in Mio. € 2.026,9 2.038,2 +1
Ø Mitarbeiter 9.026 8.806 -2

1) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

Neusegmentierung des keramischen Geschäfts in Ziegel Europa

Ziegel Westeuropa

In der Region Westeuropa, welche die bisherigen Segmente Zentral-Westeuropa und Nord-Westeuropa inklusive Finnland und dem Baltikum umfasst, ging der Umsatz in den ersten neun Monaten des Berichtsjahrs um 5 % auf 869,7 Mio. € im Vergleich zu 2011 zurück. In nahezu allen Ländern des Segments war der Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern zum Teil stark rückläufig. Die aus Absatzrückgängen in allen Produktgruppen bedingten höheren Stückkosten belasteten das Ergebnis und konnten auch durch höhere Durchschnittspreise, die sich aus Preisanpassungen und Verschiebungen im Produktmix erklären, nicht kompensiert werden. In der Folge lag das operative EBITDA von 114,1 Mio. € in dieser Region um 16 % unter dem Ergebnis der Vergleichsperiode des Vorjahrs.

Westeuropa umfasst die bisherigen Segmente Zentral-Westeuropa und Nord-Westeuropa inklusive Finnland und dem Baltikum

Das Segment Ziegel

Ziegel Westeuropa 1-9/2011 1-9/2012 Vdg. in %
Außenumsatz in Mio. € 916,4 869,7 -5
EBITDA operativ 1) in Mio. € 136,1 114,1 -16
EBIT operativ 1) in Mio. € 64,2 44,9 -30
Gesamtinvestitionen in Mio. € 51,4 34,7 -32
Capital Employed in Mio. € 1.507,6 1.532,9 +2
Ø Mitarbeiter 6.402 6.259 -2
Absatz Hintermauerziegel in Mio. NF 1.854 1.697 -8
Absatz Vormauerziegel in Mio. WF 1.096 943 -14
Absatz Tondachziegel 2) in Mio. m² 17,69 16,01 -9

1) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

2) Absatz Tondachziegel inkl. Zubehörprodukte

In Deutschland, dem größten Markt der Region, setzte sich die leichte Abschwächung sowohl im Neubau von Ein- und Zweifamilienhäusern als auch im Sanierungsmarkt fort. In der Folge lagen die Absätze in allen Produktgruppen unter dem Niveau des Vorjahrs. Dennoch gelang aufgrund besserer Kostenstrukturen sowie höherer Durchschnittspreise eine Steigerung der Margen und Ergebnisse gegenüber den ersten neun Monaten 2011.

In den Niederlanden wurden in den ersten neun Monaten um rund 20 % weniger Ein- und Zweifamilienhäuser errichtet als noch in der Vergleichsperiode des Vorjahrs. Für das Gesamtjahr wird ein historischer Tiefststand im Wohnungsneubau erwartet, der 25 % unter dem Niveau von 2009 liegen sollte. Hauptursachen dafür sind ein sehr niedriges Konsumentenvertrauen, sinkende Immobilienpreise sowie eine eingeschränkte Kreditvergabe von Banken. In Belgien ist der Wohnungsneubau um 17 % zurückgegangen. Dennoch ist es neben Preisanpassungen vor allem durch Verschiebungen im Produktmix hin zu höherwertigen Produkten gelungen, die Durchschnittspreise in Belgien deutlich zu verbessern. In beiden Ländern hat sich auch der Renovierungsmarkt abgeschwächt, wodurch Absatzrückgänge bei Dachziegeln zu verzeichnen waren.

In Frankreich hat die negative Dynamik im Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern im dritten Quartal weiter an Fahrt gewonnen, wodurch bis Jahresende ein Rückgang von etwa 15 % wahrscheinlich erscheint und somit ebenfalls das Niveau von 2009 unterschritten werden wird. Erfreulich ist, dass Hintermauerziegel im Bereich Wand weiter Marktanteile gegenüber Beton gewinnen und es Wienerberger damit gelungen ist, sich in den ersten neun Monaten deutlich besser als der Markt zu behaupten. Der Umsatz lag aufgrund von erfolgreich umgesetzten Preisanpassungen im Rahmen der Kosteninflation nur leicht unter jenem der Vergleichsperiode. Leichte Abschwächung setzte sich in Deutschland fort

Deutliche Rückgänge sowohl im Wohnungsneubau als auch am Renovierungsmarkt in den Niederlanden und in Belgien

Marktrückgänge auch in Frankreich und Großbritannien

Das operative EBITDA wurde hingegen durch längere Werksstillstände zu Jahresbeginn belastet. In Großbritannien setzte sich die Abschwächung der Bautätigkeit auch im dritten Quartal fort. Höhere Durchschnittspreise aufgrund von Verschiebungen im Produktmix hin zu höherwertigen Produkten sowie bessere Kostenstrukturen haben zu einer Ergebnisverbesserung gegenüber der Vergleichsperiode 2011 geführt.

Aufgrund der schwachen Bautätigkeit in allen Märkten der Region, rechnen wir für das Gesamtjahr bei höheren Durchschnittspreisen mit rückläufigen Absätzen in allen Produktgruppen. Im Rahmen des Working Capital Managements wird daher im vierten Quartal in nahezu allen Werken die Produktion frühzeitig gestoppt, und es werden verlängerte Stillstände durchgeführt. Insgesamt sind für das Gesamtjahr Umsatz- und Ergebnisrückgänge im Segment Ziegel Westeuropa zu erwarten.

Ziegel Osteuropa

Das Segment Ziegel Osteuropa umfasst alle Länder aus dem bisherigen Segment Zentral-Osteuropa exklusive Finnland und dem Baltikum. Die Länder Osteuropas zeigten aufgrund der Eurokrise eine ähnliche Entwicklung im Wohnungsneubau wie die westeuropäischen Nachbarn. Unsicherheit, sinkendes Konsumentenvertrauen und eine eingeschränkte Kreditvergabe durch Banken führten in den ersten neun Monaten 2012 zu einer rückläufigen Nachfrage nach Baustoffen in der Region. Wienerberger verzeichnete in diesem Segment bei leicht positiven Durchschnittspreisen einen Umsatzrückgang von 9 % auf 247,2 Mio. € im Vergleich zu den ersten neun Monaten 2011. Das operative EBITDA in Höhe von 41,5 Mio. € lag aufgrund der geringeren Auslastung der Werke um 32 % unter dem Vorjahreswert.

Ziegel Osteuropa 1-9/2011 1-9/2012 Vdg. in %
Außenumsatz in Mio. € 272,6 247,2 -9
EBITDA operativ 1) in Mio. € 60,6 41,5 -32
EBIT operativ 1) in Mio. € 22,8 11,6 -49
Gesamtinvestitionen in Mio. € 22,2 10,3 -54
Capital Employed in Mio. € 519,3 505,3 -3
Ø Mitarbeiter 2.624 2.547 -3
Absatz Hintermauerziegel in Mio. NF 2.289 2.088 -9

1) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

In Polen und der Tschechischen Republik verschärfte sich im dritten Quartal der Abwärtstrend in der Bauwirtschaft und führte zu zweistelligen Rückgängen im Neubau von Einund Zweifamilienhäusern. Daraus resultierende Absatzeinbußen bei Hintermauerziegeln führten zu höheren Stückkosten, welche das Ergebnis belasteten. Auch in Ungarn waren Umsatz- und Ergebnisrückgänge in einem deutlich schwächeren Marktumfeld zu verzeichnen. In Rumänien und Bulgarien scheint eine Bodenbildung im Wohnungsneubau auf sehr niedrigem Niveau möglich. Strategische Maßnahmen wie die Forcierung von neuen, hochwertigen Produkten, insbesondere von hochwärmedämmenden Ziegeln, trugen zur Verbesserung der Ertragskraft bei. Russland zeigte als einziger Markt der Region eine sehr dynamische Entwicklung. Obwohl die Nachfrage nach Baustoffen im dritten Quartal im Vergleich zur ersten Jahreshälfte etwas an Dynamik verlor, konnte die russische Geschäftseinheit bei höheren Absatzmengen und höheren Durchschnittspreisen in den ersten neun Monaten 2012 deutliche Umsatz- und Ergebnissteigerungen im Vergleich zum Vorjahr erzielen.

Rückläufige Absätze in allen Produktgruppen bei höheren Durchschnittspreisen für das Gesamtjahr erwartet

Das Segment Ziegel Osteuropa umfasst alle Länder des bisherigen Segments Zentral-Osteuropa exklusive Finnland und dem Baltikum

Zweistelliger Rückgang bei Ein- und Zweifamilienhäusern in Polen und Tschechien

Für Russland erwarten wir auch in den kommenden Monaten eine Fortsetzung der Wachstumsdynamik. In den übrigen Märkten der Region gehen wir allerdings von keiner Trendwende aus und rechnen mit einem weiteren Rückgang der Nachfrage nach Baustoffen. Daher sind auch in dieser Region bis Jahresende verlängerte Werksstillstände zur Reduktion von Lagerbeständen geplant. Für das Gesamtjahr ist im Segment Ziegel Osteuropa von Umsatz- und Ergebnisrückgängen aufgrund des schwachen Marktumfelds auszugehen.

Rohre & Pflaster Europa

Im Zuge der Neusegmentierung der Konzernberichterstattung wurden das Rohrgeschäft (Kunststoffrohre der Pipelife Gruppe sowie keramische Rohre von Steinzeug-Keramo) und die Aktivitäten im Bereich Flächenbefestigungen aus Beton (Semmelrock Gruppe) in dem Geschäftsbereich Rohre & Pflaster Europa zusammengefasst. Im Sinne einer transparenten Berichterstattung werden die Ergebnisse für die Regionen West- und Osteuropa gesondert dargestellt sowie die dazugehörigen operativen Holdingkosten den jeweiligen Regionen zugeordnet. Semmelrock, welche zuvor in dem Ziegel-Segment Zentral-Osteuropa ausgewiesen war, ist nunmehr im Segment Rohre & Pflaster Osteuropa integriert. Die Zahlen der Vergleichsperiode des Vorjahrs wurden entsprechend angepasst.

Im Geschäftsbereich Rohre & Pflaster Europa stieg der Umsatz in den ersten neun Monaten 2012 von 182,5 Mio. € auf 479,9 Mio. € und das operative EBITDA von 22,1 Mio. € auf 51,1 Mio. € gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahrs. Hauptverantwortlich dafür ist neben einer weiterhin erfreulichen Geschäftsentwicklung unseres Spezialisten für keramische Rohre, Steinzeug-Keramo, vor allem der Umsatz- und Ergebnisbeitrag der seit 31. Mai 2012 vollkonsolidierten Pipelife Gruppe. In den vier Monaten seit der Erstkonsolidierung erwirtschaftete der Hersteller von Kunststoffrohrsystemen einen Umsatz von 314,6 Mio. € und ein operatives EBITDA von 34,3 Mio. €. Neben organischem Mengenwachstum profitiert Pipelife im laufenden Geschäftsjahr von den Beiträgen der im Mai 2011 übernommenen französischen Kunststoffrohrsparte von Alphacan. Im selben Zeitraum konnte Pipelife dank der im letzten Jahr umgesetzten Kosteneinsparungen sowie einer Steigerung des Anteils an höherwertigen und innovativen Produkten die Margen weiter verbessern. Semmelrock, der Spezialist für Flächenbefestigungssysteme aus Beton, welcher ausschließlich in Zentral-Osteuropa tätig ist, hatte unter der schwachen Bautätigkeit und einem verschärften Preisdruck in der Region zu leiden. Es wurden daher entsprechende Maßnahmen zur Anpassung der Kostenstrukturen an die Marktgegebenheiten eingeleitet, die zu zahlungswirksamen Einmalkosten von 0,9 Mio. € in den ersten neun Monaten führten. Die Maßnahmen betreffen Anpassungen von Kapazitäten und Schichtmodellen sowie Einsparungen in den Verwaltungs- und Vertriebskosten. Weitere Maßnahmen befinden sich noch in Umsetzung.

Rohre & Pflaster Europa 1-9/2011 1-9/2012 Vdg. in %
Außenumsatz in Mio. € 182,5 479,9 >100
EBITDA operativ 1) in Mio. € 22,1 51,1 >100
EBIT operativ 1) in Mio. € 9,7 29,0 >100
Gesamtinvestitionen in Mio. € 22,5 164,4 >100
Capital Employed in Mio. € 213,2 656,1 >100
Ø Mitarbeiter 1.498 2.412 +61

1) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

Fortsetzung der Wachstumsdynamik in Russland erwartet; keine Trendwende in übrigen Märkten Osteuropas

Neuer Geschäftsbereich Rohre & Pflaster Europa umfasst Pipelife, Steinzeug-Keramo und Semmelrock

Starker Umsatz- und Ergebnisanstieg im Bereich Rohre & Pflaster Europa durch Erstkonsolidierung von Pipelife

Für das Gesamtjahr deutliche Umsatz- und Ergebnissteigerungen erwartet

Für das Gesamtjahr rechnen wir im Bereich Rohre & Pflaster Europa aufgrund der erstmaligen Einbeziehung von Pipelife sowie der guten Geschäftsentwicklung des Kunststoffrohrproduzenten und einer anhaltend guten Entwicklung bei Steinzeug-Keramo mit deutlichen Umsatz- und Ergebniszuwächsen.

Rohre & Pflaster Westeuropa

In der Region Westeuropa stieg der Umsatz aufgrund der Erstkonsolidierung von Pipelife in den ersten neun Monaten 2012 von 70,8 Mio. € auf 259,8 Mio. € und das operative EBITDA von 9,9 Mio. € auf 31,2 Mio. € gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahrs.

Rohre & Pflaster Westeuropa 1-9/2011 1-9/2012 Vdg. in %
Außenumsatz in Mio. € 70,8 259,8 >100
EBITDA operativ 1) in Mio. € 9,9 31,2 >100
EBIT operativ 1) in Mio. € 6,9 21,5 >100
Gesamtinvestitionen in Mio. € 15,1 153,3 >100
Capital Employed in Mio. € 67,2 355,3 >100
Ø Mitarbeiter 442 949 >100

Pipelife konnte in den ersten neun Monaten 2012 das Ergebnis klar steigern und allen voran

1) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

Pipelife profitiert von nordeuropäischen Heimatmärkten

in den nordeuropäischen Märkten deutliche Zuwächse erwirtschaften. Norwegen, Schweden, Finnland, die Niederlande und Frankreich zählen in der Region zu den wichtigsten Märkten für Pipelife. In Norwegen wurden dank einer guten Inlandsnachfrage Absatzzuwächse verzeichnet. Zusätzlich positiv auf Umsatz und Ergebnis wirkten sich steigende Exporte von LLLD-Rohren aus (Rohre mit einem Durchmesser von bis zu 2,5 Metern und einer Länge von bis zu 600 Metern), für welche Pipelife weltweit der einzige Anbieter ist. Im August konnte mit diesen Rohren einer der größten Aufträge der Firmengeschichte mit einem Volumen von rund 20 Mio. € für ein Kraftwerksprojekt in Ghana vermeldet werden: Bis August 2013 werden insgesamt 8,8 Kilometer von jeweils 600 Meter langen HDPE-Rohren mit einem Durchmesser von 2,5 Metern nach Ghana geliefert. In den Niederlanden lasten die allgemeine Rezession in der Bauwirtschaft sowie die Maßnahmen zur Budgetkonsolidierung bei öffentlichen Körperschaften auf der Nachfrage nach Rohren und führten zu einem leichten Ergebnisrückgang bei stagnierendem Umsatz. Sehr erfreulich entwickelten sich hingegen Frankreich und Irland. In diesen Märkten zeigte einerseits das im letzten Jahr eingegliederte Frankreichgeschäft von Alphacan eine positive Ergebnisentwicklung, und andererseits schaffte Irland nach einer umfassenden Neuorganisation den Turnaround.

Zweistellige Absatzzuwächse bei Steinzeug-Keramo in der Berichtsperiode

Umsatz- und Ergebniswachstum für Gesamtjahr erwartet

Steinzeug-Keramo vermeldete in den ersten neun Monaten zweistellige Absatzzuwächse bei einem leicht höheren Preisniveau. Diese erfreuliche Entwicklung ist nicht nur auf den Ergebnisbeitrag der im Juli 2011 übernommenen Euroceramic zurückzuführen, sondern gründet auch auf organischem Wachstum in den westeuropäischen Kernmärkten sowie im Exportgeschäft.

Für das Gesamtjahr rechnen wir vor allem aufgrund der erstmaligen Einbeziehung von Pipelife sowie der guten Geschäftsentwicklung des Kunststoffrohrproduzenten und einer anhaltend positiven Entwicklung bei Steinzeug-Keramo mit deutlichen Umsatz- und Ergebniszuwächsen im Segment Rohre & Pflaster Westeuropa.

Rohre & Pflaster Osteuropa

In der Region Osteuropa erwirtschaftete das Geschäftsfeld Rohre & Pflaster durch die Erstkonsolidierung von Pipelife einen Umsatzanstieg von 111,7 Mio. € auf 220,1 Mio. € und eine Verbesserung des operativen EBITDA von 12,2 Mio. € auf 19,9 Mio. € in den ersten neun Monaten 2012 gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahrs.

Rohre & Pflaster Osteuropa 1-9/2011 1-9/2012 Vdg. in %
Außenumsatz in Mio. € 111,7 220,1 +97
EBITDA operativ 1) in Mio. € 12,2 19,9 +63
EBIT operativ 1) in Mio. € 2,8 7,5 >100
Gesamtinvestitionen in Mio. € 7,4 11,1 +50
Capital Employed in Mio. € 146,0 300,8 >100
Ø Mitarbeiter 1.056 1.463 +39
Absatz Flächenbefestigung in Mio. m² 10,03 9,48 -5

1) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

Pipelife verzeichnete in Osteuropa in den ersten neun Monaten einen moderaten Rückgang im operativen EBITDA. Polen erwies sich dabei als herausforderndster Markt der Region, da die Nachfrage nach Rohren im öffentlichen Bereich deutlich zurückging. Demgegenüber konnte Pipelife in Russland von der dynamischen Entwicklung der Bautätigkeit profitieren. Die daraus resultierende starke Nachfrage nach Wasser- und Abwassersystemen brachte deutliche Umsatz- und Ergebniszuwächse in der russischen Geschäftseinheit. In Österreich, dem größten Pipelife-Markt in Osteuropa, wurde das operative Ergebnis moderat gesteigert, ebenso wie in der Slowakei und in Ungarn.

Semmelrock, der Spezialist für Flächenbefestigungen, hatte in der Berichtsperiode unter dem schwachen Marktumfeld in Osteuropa zu leiden. Geringere Nachfrage nach Flächenbefestigungen sowohl im privaten als auch im öffentlichen Bereich führte in einem sehr kompetitiven Marktumfeld bei um 5 % niedrigeren Absätzen zu Umsatz- und Ergebnisrückgängen. Daher wurden Maßnahmen zur Anpassung der Produktionskapazitäten an die Marktgegebenheiten bereits eingeleitet.

Für das Gesamtjahr erwarten wir vor allem aus der erstmaligen Einbeziehung von Pipelife Umsatz- und Ergebniszuwächse in der Region Osteuropa, wobei für Semmelrock mit einem deutlichen Ergebnisrückgang zu rechnen ist.

Nordamerika

Der Geschäftsbereich Nordamerika umfasst unsere Ziegelaktivitäten des bisherigen Segments Nordamerika sowie die amerikanischen Kunststoffrohraktivitäten der Pipelife Gruppe (mit 31. Mai 2012 erstmalig konsolidiert).

Nordamerika 1-9/2011 1-9/2012 Vdg. in %
Außenumsatz in Mio. € 101,5 142,0 +40
EBITDA operativ 1) in Mio. € -5,6 5,6 >100
EBIT operativ 1) in Mio. € -22,3 -11,9 +47
Gesamtinvestitionen in Mio. € 4,6 12,9 >100
Capital Employed in Mio. € 468,1 496,6 +6
Ø Mitarbeiter 1.152 1.090 -5
Absatz Vormauerziegel in Mio. WF 203 226 +11

1) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

Pipelife mit moderatem EBITDA-Rückgang in der Region Osteuropa

Absatzrückgang bei Semmelrock aufgrund von schwierigem Marktumfeld in Osteuropa

Umsatz- und Ergebniszuwächse durch Pipelife erwartet

Turnaround im nordamerikanischen Ziegelgeschäft geschafft

Pipelife gewinnt Marktanteile und verbessert Ertragskraft in Nordamerika

Auf Jahressicht Rückkehr in die Gewinnzone beim operativen EBITDA in Nordamerika

Umgliederung von Pipelife, Steinzeug-Keramo und Neuordnung der Holdingkosten

Umsatz- und Ergebnisverbesserung durch guten Geschäftsverlauf in Indien

In den USA setzte sich der moderat positive Trend im Wohnungsneubau weiter fort. Wienerberger konnte in den ersten neun Monaten den Absatz von Vormauerziegeln um 11 % gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahrs steigern. Verbesserte Kostenstrukturen und eine etwas höhere Kapazitätsauslastung brachten deutliche Ergebnisverbesserungen und damit ein positives operatives EBITDA im nordamerikanischen Fassadengeschäft.

Das amerikanische Geschäft von Pipelife, welches aus einem Werk für Kunststoffrohre in Arkansas besteht, verbuchte dank der Erholung der Bauwirtschaft sowie insbesondere aufgrund von Marktanteilsgewinnen und der Verbreiterung der Kundenbasis deutliche Volumenssteigerungen und eine Verbesserung der Ertragskraft.

Insgesamt konnte der Umsatz in Nordamerika um 40 % auf 142,0 Mio. € gegenüber 2011 gesteigert werden. Das operative EBITDA lag mit 5,6 Mio. € in den ersten neun Monaten durch die Konsolidierung von Pipelife deutlich über dem Vergleichswert des Vorjahrs. Obwohl die Geschäftsentwicklung in Nordamerika in den ersten neun Monaten 2012 sehr erfreulich verlaufen ist, bleiben wir für das Gesamtjahr nur vorsichtig optimistisch. Unsere Zielsetzung, im Bereich der Ziegelaktivitäten in Nordamerika wieder ein positives operatives EBITDA in diesem Jahr zu erwirtschaften, bleibt unverändert aufrecht. Zukünftiges Potenzial für weiteres Wachstum stellen die faserverstärkten Rohre von Pipelife aus der Produktlinie Soluforce® durch ihre vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten in der Öl- und Gasindustrie sowie bei sonstigen Hochdruckapplikationen dar.

Holding & Sonstiges

Der Geschäftsbereich Holding & Sonstiges umfasst nach der Neusegmentierung nur die der Konzernzentrale zuordenbaren Kosten sowie die Ziegelaktivitäten in Indien. Pipelife (vorher atequity enthalten) sowie Steinzeug-Keramo (vorher vollkonsolidiert in diesem Segment ausgewiesen) wurden in den neuen Bereich Rohre & Pflaster Europa umgegliedert und die Vorjahreszahlen entsprechend angepasst. Im Zuge der Neusegmentierung wurden auch die dem Bereich Ziegel Europa zurechenbaren Holdingkosten jenem zugeordnet. Dies betrifft in den ersten neun Monaten Kosten in Höhe von 10,2 Mio. € gegenüber 7,7 Mio. € in der Vergleichsperiode des Vorjahrs, welche nun im Bereich Ziegel Europa zu finden sind. Somit sind im Segment Holding & Sonstiges nur mehr die Kosten der Konzernzentrale sowie die indischen Aktivitäten enthalten.

Holding & Sonstiges 1-9/2011 1-9/2012 Vdg. in %
Außenumsatz in Mio. € 3,3 4,0 +21
EBITDA operativ 1) in Mio. € -12,6 -10,7 +15
EBIT operativ 1) in Mio. € -18,2 -14,0 +23
Gesamtinvestitionen in Mio. € 1,0 3,7 >100
Capital Employed in Mio. € 24,9 17,5 -30
Ø Mitarbeiter 205 210 +2

1) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

Die indischen Ziegelaktivitäten verzeichneten eine klare Absatzsteigerung und verbesserten als Folge gestiegener Kapazitätsauslastung und höherer Durchschnittspreise das operative Ergebnis deutlich. Der Bereichsumsatz stieg in den ersten neun Monaten 2012 um 21 % auf 4,0 Mio. €, und das operative Bereichs-EBITDA verbesserte sich um 15 % auf -10,7 Mio. € von zuvor -12,6 Mio. €.

Zwischenbericht nach IFRS Wienerberger Gruppe

Gewinn- und Verlustrechnung

in TEUR 7-9/2012 7-9/2011 1) 1-9/2012 1-9/2011 1) 1-12/2011 1)
Umsatzerlöse 755.239 529.596 1.743.907 1.478.069 1.915.400
Herstellkosten -519.886 -347.726 -1.200.984 -994.651 -1.301.389
Bruttoergebnis vom Umsatz 235.353 181.870 542.923 483.418 614.011
Vertriebskosten -140.235 -114.455 -362.424 -326.830 -429.626
Verwaltungskosten -39.557 -29.464 -108.694 -92.569 -124.249
Sonstige betriebliche Aufwendungen -11.876 -17.228 -43.784 -42.419 -76.488
Sonstige betriebliche Erträge 8.879 9.237 31.602 34.600 56.380
Betriebsergebnis vor Restrukturierungskosten und
Wertminderungen von Sachanlagen
52.564 29.960 59.623 56.200 40.028
Restrukturierungskosten und Wertminderungen von
Sachanlagen
-8.927 0 -8.927 0 -2.565
Betriebsergebnis nach Restrukturierungskosten und
Wertminderungen von Sachanlagen
43.637 29.960 50.696 56.200 37.463
Ergebnisübernahme von assoziierten Unternehmen 1.969 5.493 3.871 6.417 7.209
Zinsertrag 1.258 3.883 8.191 8.692 13.149
Zinsaufwand -14.449 -12.956 -42.401 -35.110 -50.938
Sonstiges Finanzergebnis -3.617 5.344 36.969 41.068 40.551
Finanzergebnis -14.839 1.764 6.630 21.067 9.971
Ergebnis vor Ertragsteuern 28.798 31.724 57.326 77.267 47.434
Ertragsteuern -6.360 -4.558 -10.638 -12.582 -8.009
Ergebnis nach Ertragsteuern 22.438 27.166 46.688 64.685 39.425
davon Ergebnis der nicht beherrschenden Anteile -312 -135 -1.048 -422 -743
davon auf Hybridkapitalbesitzer entfallender Anteil 8.170 8.192 24.331 24.308 32.500
davon Ergebnis der Muttergesellschaft 14.580 19.109 23.405 40.799 7.668
Ergebnis je Aktie (in EUR) 0,13 0,17 0,20 0,35 0,07
Verwässertes Ergebnis je Aktie (in EUR) 0,13 0,17 0,20 0,35 0,07

Gesamtergebnisrechnung

1-9/2012 1-9/2011 1)
in TEUR Konzern Nicht
beherrschende
Anteile
Gesamt Konzern Nicht
beherrschende
Anteile
Gesamt
Ergebnis nach Ertragsteuern 47.736 -1.048 46.688 65.107 -422 64.685
Währungsumrechnung 54.006 9 54.015 -54.356 -2 -54.358
Währungsumrechnung von assoziierten
Unternehmen
284 0 284 -2.531 0 -2.531
Marktwertänderungen zur Veräußerung
verfügbarer Finanzinstrumente
2.393 0 2.393 -1.213 0 -1.213
Veränderung Hedging Reserve 2.211 0 2.211 -2.872 0 -2.872
Sonstiges Gesamtergebnis 2) 58.894 9 58.903 -60.972 -2 -60.974
Gesamtergebnis nach Steuern 106.630 -1.039 105.591 4.135 -424 3.711
davon auf Hybridkapitalbesitzer
entfallender Anteil 24.331 24.308
davon Gesamtergebnis der Muttergesellschaft 82.299 -20.173

1) Die Vorjahreszahlen wurden aufgrund der frühzeitigen Anwendung von IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer und der Umstellung der Einbeziehungsart von quotal konsolidierten Unternehmen auf die Equity-Methode angepasst.

2) Der Ausweis der sonstigen Gesamtergebnisbestandteile erfolgt nach Steuern.

Bilanz

in TEUR 30.9.2012 31.12.2011 1) 31.12.2010 1)
Aktiva
Immaterielles Anlagevermögen und Firmenwerte 905.152 679.522 674.443
Sachanlagen 1.865.707 1.727.177 1.829.844
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 68.143 67.157 56.645
Anteile an assoziierten Unternehmen 32.142 132.132 141.467
Übrige Finanzanlagen 3.183 5.383 5.698
Latente Steuern 42.610 41.976 29.832
Langfristiges Vermögen 2.916.937 2.653.347 2.737.929
Vorräte 764.362 576.579 555.854
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 333.720 108.933 84.446
Sonstige kurzfristige Forderungen 117.254 83.684 100.576
Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte 81.211 85.462 90.358
Zahlungsmittel 179.445 490.373 438.082
Kurzfristiges Vermögen 1.475.992 1.345.031 1.269.316
Summe Aktiva 4.392.929 3.998.378 4.007.245
Passiva
Gezeichnetes Kapital 117.527 117.527 117.527
Kapitalrücklagen 1.083.973 1.084.180 1.085.605
Hybridkapital 492.896 492.896 492.896
Gewinnrücklagen 940.518 939.090 943.539
Übrige Rücklagen -118.315 -177.209 -134.797
Eigene Anteile -24.324 -24.324 -3.568
Beherrschende Anteile 2.492.275 2.432.160 2.501.202
Nicht beherrschende Anteile 2.184 3.259 5.123
Eigenkapital 2.494.459 2.435.419 2.506.325
Personalrückstellungen 107.424 89.964 89.832
Latente Steuern 136.911 83.971 78.311
Sonstige langfristige Rückstellungen 52.534 55.347 55.560
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 835.422 513.913 752.784
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 20.788 13.674 21.949
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 1.153.079 756.869 998.436
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 62.264 53.019 61.878
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 174.463 420.693 137.984
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 252.790 188.342 177.922
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 255.874 144.036 124.700
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 745.391 806.090 502.484
Summe Passiva 4.392.929 3.998.378 4.007.245

Entwicklung des Eigenkapitals

2012 2011
in TEUR Konzern Nicht
beherrschende
Anteile
Gesamt Konzern Nicht
beherrschende
Anteile
Gesamt
Stand 1.1. 2.456.378 3.546 2.459.924 2.520.552 5.123 2.525.675
Anpassungen -24.218 -287 -24.505 -19.350 0 -19.350
Stand 1.1. angepasst 2.432.160 3.259 2.435.419 2.501.202 5.123 2.506.325
Gesamtergebnis nach Steuern 106.630 -1.039 105.591 4.135 -424 3.711
Dividendenauszahlungen bzw. Hybridkupon -46.308 0 -46.308 -44.241 0 -44.241
Zugang/Abgang nicht beherrschende Anteile -207 -36 -243 -1.425 -1.109 -2.534
Veränderung eigener Anteile 0 0 0 -15.463 0 -15.463
Stand 30.9. 2.492.275 2.184 2.494.459 2.444.208 3.590 2.447.798

1) Die Vorjahreszahlen wurden aufgrund der frühzeitigen Anwendung von IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer und der Umstellung der Einbeziehungsart von quotal konsolidierten Unternehmen auf die Equity-Methode angepasst.

Cashflow Statement

in TEUR 1-9/2012 1-9/2011 1)
Ergebnis vor Ertragsteuern 57.326 77.267
Abschreibungen auf das Anlagevermögen 141.967 144.417
Wertminderungen von Anlagen 4.821 0
Veränderungen langfristiger Rückstellungen -2.945 2.210
Ergebnisübernahme von assoziierten Unternehmen -3.871 -6.417
Gewinne/Verluste aus Anlagenabgängen -44.568 -38.009
Zinsergebnis 34.210 26.418
Gezahlte Zinsen -40.883 -32.669
Erhaltene Zinsen 6.479 6.963
Gezahlte Ertragsteuern -5.829 -7.599
Cashflow aus dem Ergebnis 146.707 172.581
Veränderungen Vorräte -15.703 -10.714
Veränderungen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -87.657 -107.144
Veränderungen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -39.679 -16.566
Veränderungen übriges Netto-Umlaufvermögen 33.618 17.467
Währungsumrechnungsbedingte Veränderung von Nicht-Fondspositionen 11.365 -16.538
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 48.651 39.086
Einzahlungen aus Anlagenabgängen (inkl. Finanzanlagen) 7.179 59.482
Auszahlungen für Investitionen in das Sach- und immaterielle Anlagevermögen -79.269 -65.808
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen 0 -328
Veränderung Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte 14.655 21.380
Netto-Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen -146.779 -35.564
Cashflow aus Investitionstätigkeit -204.214 -20.838
Veränderung langfristiger Finanzverbindlichkeiten 185.572 -182.610
Veränderung kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten -308.327 274.279
Gezahlte Dividende Wienerberger AG -13.808 -11.741
Gezahlter Hybridkupon -32.500 -32.500
Dividendenausschüttungen aus assoziierten Unternehmen 13.041 3.954
Erwerb eigener Aktien 0 -15.463
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -156.022 35.919
Veränderung der Zahlungsmittel -311.585 54.167
Einfluss von Wechselkursänderungen auf Zahlungsmittel 657 -465
Zahlungsmittel am Anfang der Periode 490.373 438.082
Zahlungsmittel am Ende der Periode 179.445 491.784

1) Die Vorjahreszahlen wurden aufgrund der frühzeitigen Anwendung von IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer und der Umstellung der Einbeziehungsart von ehemals quotal konsolidierten Unternehmen auf die Equity-Methode angepasst.

Geschäftssegmente

Ziegel Europa Rohre & Pflaster Europa
1-9/2012
in TEUR
Ziegel
Westeuropa
Ziegel
Osteuropa
Rohre &
Pflaster
Westeuropa
Rohre &
Pflaster
Osteuropa
Nordamerika Holding und
Sonstiges 3)
Überleitung 4) Wienerberger
Gruppe
Außenumsatz 869.726 247.179 259.843 220.138 142.024 3.917 1.742.827
Innenumsatz 6.000 3.415 2.725 4.123 100 6.410 -21.693 1.080
Umsatz gesamt 875.726 250.594 262.568 224.261 142.124 10.327 -21.693 1.743.907
EBITDA operativ 1) 114.136 41.474 31.174 19.896 5.637 -10.727 201.590
EBIT operativ 1) 44.894 11.565 21.460 7.564 -11.894 -13.966 59.623
Restrukturierungskosten
und Wertminderungen
von Sachanlagen 2.347 1.953 157 951 0 3.519 8.927
Gesamtinvestitionen 34.717 10.313 153.317 11.122 12.932 3.647 226.048
Capital Employed 1.532.950 505.269 355.251 300.758 496.592 17.543 3.208.363
Ø Mitarbeiter 6.259 2.547 949 1.463 1.090 210 12.518
1-9/2011 2)
Außenumsatz 916.429 272.611 70.821 111.654 101.549 3.283 1.476.347
Innenumsatz 6.565 3.490 0 0 0 6.114 -14.447 1.722
Umsatz gesamt 922.994 276.101 70.821 111.654 101.549 9.397 -14.447 1.478.069
EBITDA operativ 1) 136.083 60.584 9.938 12.246 -5.655 -12.579 200.617
EBIT operativ 1) 64.180 22.792 6.877 2.792 -22.276 -18.165 56.200
Restrukturierungskosten
und Wertminderungen
von Sachanlagen
0 0 0 0 0 0 0
Gesamtinvestitionen 51.359 22.188 15.074 7.418 4.621 1.040 101.700
Capital Employed 1.507.618 519.303 67.205 146.044 468.084 24.850 2.733.104
Ø Mitarbeiter 6.402 2.624 442 1.056 1.152 205 11.881
1-12/2011 2)
Außenumsatz 1.199.403 343.273 92.166 138.619 135.308 4.406 1.913.175
Innenumsatz 8.668 5.167 0 0 0 8.834 -20.444 2.225
Umsatz gesamt 1.208.071 348.440 92.166 138.619 135.308 13.240 -20.444 1.915.400
EBITDA operativ 1) 169.483 67.183 8.294 18.364 -8.215 -14.749 240.360
EBIT operativ 1) 70.193 14.426 4.100 5.751 -31.600 -22.842 40.028

1) bereinigt um Restrukturierungskosten und Wertminderungen von Sachanlagen

2) Die Vorjahreszahlen wurden aufgrund der frühzeitigen Anwendung von IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer und der Umstellung der Einbeziehungsart von quotal konsolidierten Unternehmen auf die Equity-Methode angepasst.

3) Das Geschäftssegment Holding und Sonstiges enthält Holdingkosten sowie die Aktivitäten in Indien.

4) Die Überleitung beinhaltet lediglich Eliminierungen von Aufwand und Ertrag zwischen Konzerngesellschaften.

Anhang zum Zwischenbericht

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der Zwischenbericht zum 30.9.2012 wurde nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards, Regelungen für Zwischenberichte (IAS 34) erstellt. Mit Hinblick auf den neuen IFRS 11 Joint Arrangements (12.5.2011), der noch nicht von der EU übernommen wurde und unter welchem eine quotale Konsolidierung von Gemeinschaftsunternehmen in der Regel nicht mehr zulässig ist, wurde die Einbeziehungsart von quotal einbezogenen Unternehmen im Konsolidierungskreis der Wienerberger Gruppe auf die Equity-Methode umgestellt. Diese kann unter dem aktuell anzuwendenden IAS 31 Joint Ventures als alternativ zulässige Methode angewendet werden. Die Änderung der Einbeziehungsart wurde gemäß IAS 8 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden retrospektiv angewendet. Davon betroffen ist die Darstellung der Gemeinschaftsunternehmen der Schlagmann und der Tondach Gruppe, die nun in der Bilanz in den Anteilen an assoziierten Unternehmen ausgewiesen werden. Die Ergebnisse werden im Finanzergebnis in der Ergebnisübernahme von assoziierten Unternehmen dargestellt. Die in den veröffentlichten Abschlüssen quotal einbezogene Bramac Gruppe, die mit Wirkung vom 30.6.2011 verkauft wurde, ist in der darzustellenden Eröffnungsbilanz der Vergleichsperiode zum 31.12.2010 ebenfalls als assoziiertes Unternehmen at-equity in den Konzernabschluss einbezogen. Folglich wurde der Veräußerungsertrag in der angepassten Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis statt im Betriebsergebnis ausgewiesen.

Die Änderung der Einbeziehungsart von quotal konsolidierten Unternehmen auf die Equity-Methode verminderte im Jahr 2011 den Umsatz um 108.306 TEUR, das operative EBITDA um 19.587 TEUR und das operative EBIT um 9.774 TEUR. Die Nettoverschuldung verminderte sich per 31.12.2010 um 12.165 TEUR und per 31.12.2011 um 83.695 TEUR im Vergleich zu den veröffentlichten Bilanzen. Die Bilanzsumme sank in den angepassten Bilanzen im Vergleich zu den veröffentlichten Bilanzen um 52.075 TEUR am 31.12.2010 respektive um 124.515 TEUR am 31.12.2011.

Die Änderungen des IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer (17.6.2011), die ab dem Berichtsjahr 2013 verpflichtend anzuwenden sind, wurden frühzeitig umgesetzt. Wesentliche Änderungen betreffen die sofortige Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste im sonstigen Gesamtergebnis bei der Bilanzierung leistungsorientierter Pensionspläne und die Berechnung des Nettozinsaufwands, der sich aus dem kalkulatorischen Zinsaufwand der Verpflichtung und dem Zinsertrag auf das Planvermögen zusammensetzt. Weiters ist ein etwaiger nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand sofort ergebniswirksam zu erfassen und darf nicht mehr über die Restlaufzeit verteilt werden. Die zuvor zulässige und von Wienerberger gewählte Korridormethode zur Verteilung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste in der Gewinnund Verlustrechnung ist nicht mehr zulässig. Die Auswirkungen auf den Konzernabschluss betreffen somit die Rückstellungen für Pensionen sowie die Erfassung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste im sonstigen Gesamtergebnis. Der Ausweis des Nettozinsaufwands erfolgt statt wie bisher in den Aufwendungen für Altersversorgung im Finanzergebnis. Die Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Zusammenhang mit IAS 19 wurden gemäß den Übergangsvorschriften des IAS 19 retrospektiv angewendet.

In den im Abschluss dargestellten Bilanzen führte die frühzeitige Anwendung des IAS 19 (2011) zu einer Erhöhung der Rückstellung für Pensionen um 19.439 TEUR zum 31.12.2010 und um 25.005 TEUR zum 31.12.2011 im Vergleich zu den veröffentlichten Bilanzen der jeweiligen Bilanzstichtage. Die übrigen Rücklagen verminderten sich aufgrund der Erfassung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste im sonstigen Gesamtergebnis um 18.644 TEUR zum 31.12.2010 und um 21.678 TEUR zum 31.12.2011.

In diesem Zwischenbericht wurden alle Vergleichszahlen angepasst, die aus der Änderung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden resultieren, und die Eröffnungsbilanz der Vergleichsperiode wurde im Abschluss dargestellt. Zusätzlich wurden die Gewinn- und Verlustrechnung sowie eine verkürzte Darstellung der Segmente für das Gesamtjahr 2011 dargestellt.

Nach der vollständigen Übernahme von Pipelife, die Ende Mai 2012 abgeschlossen wurde, erfolgte aufgrund neu strukturierter Verantwortungsbereiche im Management eine neue Segmentierung in der Berichterstattung. Die Geschäftstätigkeit der Wienerberger Gruppe wird weiterhin nach regionalen Kriterien gesteuert, wobei durch die Segmentierung auch den unterschiedlichen Geschäftsfeldern Rechnung getragen wird. Der Bereich Ziegel Europa fasst Hintermauer-, Vormauerund Dachziegelaktivitäten in den Segmenten Ziegel Westeuropa und Ziegel Osteuropa zusammen. Der Bereich Rohre & Pflaster Europa beinhaltet die Aktivitäten des Kunststoffrohrproduzenten Pipelife, des Keramikrohrproduzenten Steinzeug-Keramo sowie des Betonsteinproduzenten Semmelrock und wird in die Segmente Rohre & Pflaster Westeuropa und Rohre & Pflaster Osteuropa eingeteilt. Die Geschäftsaktivitäten in Nordamerika werden zusammengefasst im Segment Nordamerika dargestellt. Das Segment Holding und Sonstiges beinhaltet hauptsächlich die Ziegelaktivitäten in Indien sowie übergeordnete Aktivitäten der Konzernszentrale.

Alle anderen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden vom 31.12.2011 werden unverändert angewandt. Für weitere Informationen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen verweisen wir auf den Konzernabschluss zum 31.12.2011, der die Basis für den vorliegenden Zwischenbericht darstellt.

Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss werden alle wesentlichen in- und ausländischen Unternehmen einbezogen, an denen die Wienerberger AG unmittelbar oder mittelbar über die Mehrheit der Stimmrechte verfügt.

Die zuvor unter den sonstigen Beteiligungen ausgewiesene Société du Terril d'Hulluch (STF) SNC wurde per 1.6.2012 in den Konsolidierungskreis einbezogen.

Am 15.2.2012 gab Wienerberger den Erwerb des 50 %-Anteils an Pipelife vom Joint-Venture Partner Solvay um 162.000 TEUR bekannt. Pipelife ist ein international tätiger Produzent von Kunststoffrohren und Rohrsystemen sowie Formstücken aus hochwertigen Kunststoffen mit 27 Werken in Europa sowie den USA und beschäftigt rund 2.650 Mitarbeiter in 27 Ländern. Durch die Akquisition von Pipelife wird das Kerngeschäft der Wienerberger Gruppe erweitert, um eine geringere Abhängigkeit vom Wohnungsneubau zu erwirken. Nach Freigabe der Transaktion durch die Kartellbehörde Ende Mai 2012 wurde die Pipelife Gruppe mit Wirkung vom 31.5.2012 auf Basis vorläufiger Werte erstmals in den Konzernabschluss einbezogen. Aufgrund der Akquisition veränderte sich der Konsolidierungskreis der Wienerberger Gruppe um vier in- und 36 ausländische Gesellschaften.

Der beizulegende Zeitwert des bis zum Erwerbszeitpunkt gehaltenen Eigenkapitalanteils der Pipelife Gruppe beläuft sich auf 140.870 TEUR. Resultierend aus der Änderung der Einbeziehungsart der Pipelife Gruppe entstand somit ein Bewertungsgewinn der bisher at-equity ausgewiesenen Beteiligung in Höhe von 42.303 TEUR, der im sonstigen Finanzergebnis ausgewiesen wurde. Dieser wurde mit der Realisierung von zuvor im sonstigen Gesamtergebnis erfassten Währungsdifferenzen in Höhe von -7.463 TEUR saldiert dargestellt. Anschaffungsnebenkosten von 376 TEUR wurden in den Verwaltungskosten erfasst.

Die vorläufige Überleitung der übernommenen Buchwerte von Pipelife auf die Konzernwerte zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung am 31.5.2012 stellt sich wie folgt dar:

in TEUR Buchwerte Anpassung Konzernwerte
Langfristiges Vermögen 218.403 135.148 353.551
Kurzfristiges Vermögen 353.926 -4.119 349.807
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 150.624 56.780 207.404
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 239.352 -2.816 236.536
Erworbenes Reinvermögen 182.353 77.065 259.418
Firmenwert 43.451
Zahlungsmittel -15.363
Marktwert abgegangener Anteile an assoziierten Unternehmen -140.870
Netto-Auszahlungen für die Akquisition von Pipelife 146.636

Die Überleitung des langfristigen Vermögens beinhaltet im Wesentlichen identifizierte immaterielle Vermögenswerte wie den Kundenstamm und die Marke Pipelife. Die Anpassungen in den langfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten betreffen insbesondere latente Steuern und stehen im Zusammenhang mit den Anpassungen im langfristigen Vermögen.

Im Zeitraum 1.1.2012 bis 30.9.2012 erzielte Pipelife einen Umsatz von 660.053 TEUR und ein operatives EBITDA von 66.877 TEUR.

Nicht mehr im Konzernabschluss enthalten ist die mit 30.6.2011 entkonsolidierte Bramac Gruppe.

Die Veränderung des Konsolidierungskreises im Vergleich zum Vorjahr erhöhte für den Zeitraum vom 1.1.2012 bis 30.9.2012 anteilig den Umsatz um 326.458 TEUR und das operative EBITDA um 36.293 TEUR.

Saisonalität des Geschäfts

Wienerberger verkauft witterungsbedingt in den ersten und letzten Monaten des Jahres geringere Mengen als zur Jahresmitte. Diese saisonale Schwankung zeigt sich in den Relationen des ersten bzw. vierten Quartals, die grundsätzlich unter den Zahlen des zweiten und dritten Quartals liegen.

Wienerberger Hybridkapital

Das Hybridkapital in Höhe von 500.000 TEUR wird als Teil des Eigenkapitals und die Kuponzahlung in der Ergebnisverwendung der Entwicklung des Eigenkapitals ausgewiesen. Die angefallenen Begebungskosten und das Disagio wurden von den Gewinnrücklagen in Abzug gebracht. Die Wienerberger AG hat mit Wirkung vom 9.2.2012 den Kupon in Höhe von 32.500 TEUR ausbezahlt. Für die ersten neun Monate des Jahres 2012 wurden zeitaliquot abgegrenzte Kuponzinsen von 24.331 TEUR bei der Ermittlung des Ergebnisses je Aktie berücksichtigt. Dadurch verringerte sich das Ergebnis je Aktie um 0,21 EUR.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Der Konzernumsatz stieg um 18 % gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahrs und betrug in den ersten neun Monaten 1.743.907 TEUR (Vorjahr: 1.478.069 TEUR). Das operative Betriebsergebnis vor Abschreibungen (operatives EBITDA) lag mit 201.590 TEUR um 973 TEUR leicht über dem Vergleichswert des Vorjahrs von 200.617 TEUR.

Das operative Betriebsergebnis beläuft sich somit auf 59.623 TEUR im Vergleich zu 56.200 TEUR im Vorjahr. Der Bewertungseffekt aus der Veränderung der Einbeziehungsart der Pipelife Gruppe im sonstigen Finanzergebnis beträgt 42.303 TEUR. Die Restrukturierungskosten in Höhe von 8.927 TEUR betreffen hauptsächlich die Ziegelaktivitäten in Europa und beinhalten neben Anpassungen von Schichtmodellen und Optimierungsmaßnahmen in den Verwaltungs- und Vertriebskosten auch Wertminderungen von Sachanlagen im Ausmaß von 3.290 TEUR. Per 30.9.2012 betrug die Anzahl der ausgegebenen Aktien 117.526.764 Stück.

Zum Stichtag wurden 2.464.138 eigene Aktien gehalten, die für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie in Abzug gebracht werden. Die Anzahl der gewichteten Aktien beläuft sich für den Zeitraum 1.1.2012 bis 30.9.2012 auf 115.062.626 Stück.

Erläuterungen zur Gesamtergebnisrechnung

Erfolgsneutrale positive Währungsdifferenzen von 54.299 TEUR (Vorjahr: -56.889 TEUR), die im sonstigen Gesamtergebnis ausgewiesen sind resultierten im Berichtszeitraum vor allem aus dem dem polnischen Zloty und dem britischen Pfund. Die Hedging Reserve erhöhte im Berichtszeitraum das Eigenkapital um 2.211 TEUR (Vorjahr: -2.872 TEUR) nach Steuern. Marktwertänderungen von zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren beliefen sich auf 2.393 TEUR (Vorjahr: -1.213 TEUR). Das Ergebnis nach Ertragsteuern erhöhte das Eigenkapital in den ersten neun Monaten um 46.688 TEUR (Vorjahr: 64.685 TEUR). Das Gesamtergebnis nach Steuern führte im Berichtszeitraum zu einer Erhöhung des Eigenkapitals von insgesamt 105.591 TEUR (Vorjahr: 3.711 TEUR).

Erläuterungen zum Cashflow Statement

Der Cashflow aus dem Ergebnis in Höhe von 146.681 TEUR (Vorjahr: 172.481 TEUR) lag aufgrund der geringeren Absatzmengen im Bereich Ziegel Europa unter dem Vorjahreswert. Der Zahlungsmittelabfluss aus Investitionen in das Anlagevermögen (inkl. Finanzanlagen) und Akquisitionen von insgesamt 226.048 TEUR (Vorjahr: 101.700 TEUR) resultierte mit 65.177 TEUR (Vorjahr: 56.945 TEUR) aus Normalinvestitionen, die Instandhaltung und Investitionen in technologische Weiterentwicklungen beinhalten und mit 160.871 TEUR (Vorjahr: 44.755 TEUR) aus Wachstumsinvestitionen, bestehend aus Akquisitionen, Werkserweiterungen und Umweltinvestitionen.

Erläuterungen zur Konzernbilanz

Die in den ersten neun Monaten des Berichtsjahrs getätigten Normal- und Wachstumsinvestitionen erhöhten das Anlagevermögen um 79.269 TEUR (Vorjahr: 65.808 TEUR). Die Nettoverschuldung erhöhte sich im Vergleich zum 31.12.2011 um 390.458 TEUR auf 749.229 TEUR. Hauptursachen für den Anstieg der Nettoverschuldung waren neben dem saisonal bedingten Aufbau des Working Capitals die Akquisition von Pipelife. Zur Refinanzierung der im April 2012 ausgelaufenen Anleihe aus dem Jahr 2005 erfolgte eine Emission einer neuen Anleihe im Jänner des Berichtsjahrs. Die Zuzählung der neuen Anleihe erfolgte am 1.2.2012 mit einem Volumen von 200.000 TEUR und einer Laufzeit von dreieinhalb Jahren (fällig am 1.8.2015). Sie liegt in einer Stückelung von 1.000 EUR auf und ist mit einem fixen Kupon von 5 % verzinst.

Risikobericht

Wienerberger setzt konzernweit auf eine frühzeitige Identifikation und aktive Steuerung von Risiken des Unternehmensumfelds im Rahmen der vom Vorstand festgelegten risikopolitischen Grundsätze. In den ersten neun Monaten 2012 wurden als wesentliche Risiken höhere Inputkosten und eine schwache Entwicklung der Baukonjunktur in vereinzelten Märkten sowie ein damit verbundener Preisdruck identifiziert. Wienerberger überwacht die Risiken des Unternehmensumfelds im Rahmen des konzernweiten Risikomanagements laufend und steuert diese aktiv, wenn dies erforderlich ist. Die Entwicklung der Baukonjunktur sowie die für die Nachfrage nach Baustoffen wesentlichen Indikatoren werden laufend beobachtet, um die Produktionskapazitäten in der Wienerberger Gruppe zeitnah an sich ändernde Marktbedingungen anpassen zu können. Das Preisniveau auf den lokalen Märkten wird laufend kontrolliert, gegebenenfalls erfolgt eine Anpassung der Preisstrategie. Dem Risiko von höheren Inputkosten begegnet Wienerberger mit der frühzeitigen Fixierung von Bezugspreisen sowie längerfristigen Lieferverträgen. Risiken aus steigenden Energiekosten werden im Rahmen einer konzernweiten Hedging-Strategie durch laufende Preisabsicherung gemindert. Im restlichen Jahr erwartet Wienerberger weiterhin Risiken aus höheren Inputkosten sowie der Unsicherheit bezüglich der weiteren Entwicklung der Baukonjunktur und weiteren Preisdruck in einzelnen Märkten.

Für Wienerberger bestehen rechtliche Risiken aus verschärften Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften, wobei eine Nichteinhaltung das Risiko von Bußgeldern oder Schadenersatzforderungen birgt. In Italien wurde von den Behörden eine Untersuchung über mögliche Umweltbelastungen durch Wienerberger Standorte eingeleitet, die jedoch bislang zu keinen Ergebnissen geführt hat. In Deutschland bestehen rechtliche Risiken aus einer drohenden Kartellstrafe, für die bereits per 31.12.2008 eine Rückstellung von 10.000 TEUR gebildet wurde. Weiters wurde eine von der EU-Kommission beauftragte Hausdurchsuchung wegen des Verdachts wettbewerbswidriger Absprachen bei Produzenten von Kunststoffrohren und Formstücken im Juni 2012 durchgeführt, von der unter anderem auch die Pipelife International GmbH betroffen war. Ergebnisse dazu liegen seitens der verantwortlichen Behörde noch keine vor. Preisabsprachen zählen grundsätzlich nicht zur Geschäftsgebarung von Wienerberger und sind im Rahmen unserer internen Richtlinien dezidiert untersagt und mit Sanktionen bedroht.

Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

Folgende Unternehmen und Personen werden im Folgenden als dem Unternehmen nahe stehend angesehen: Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands, assoziierte Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen, nicht konsolidierte Tochterunternehmen der Wienerberger AG sowie die ANC Privatstiftung und deren Tochterunternehmen.

Die Wienerberger AG und ihre Tochterunternehmen finanzieren Gemeinschaftsunternehmen, assoziierte Unternehmen sowie nicht konsolidierte verbundene Unternehmen mit Darlehen zu marktüblichen Konditionen. Die aushaftenden Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen beliefen sich zum 30.9.2012 auf 20.668 TEUR (Vorjahr: 20.654 TEUR) und jene gegenüber nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen auf 6.385 TEUR (Vorjahr: 5.892 TEUR). Transaktionen zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen und Unternehmen, die unter der Kontrolle eines Mitglieds des Aufsichtsrats der Wienerberger AG stehen, betreffen im Wesentlichen bezogene Tonlieferungen von 18 TEUR (Vorjahr: 127 TEUR), Mietleistungen von 1.556 TEUR (Vorjahr: 1.876 TEUR) sowie Lizenzzahlungen für die Nutzung von Markennamen von 2.846 TEUR (Vorjahr: 2.755 TEUR).

Verzicht auf prüferische Durchsicht

Der vorliegende Zwischenbericht der Wienerberger AG sowie die aufgrund der Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angepassten Zahlen der Vergleichsperiode wurden weder einer vollständigen Prüfung noch einer prüferischen Durchsicht durch den Abschlussprüfer unterzogen.

Erklärung des Vorstands

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernzwischenabschluss (Zwischenbericht nach IFRS) ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und dass der Zwischenlagebericht des Konzerns ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanzund Ertragslage des Konzerns bezüglich der wichtigen Ereignisse während der ersten neun Monate des Geschäftsjahrs und ihrer Auswirkungen auf den Konzernzwischenabschluss, bezüglich der wesentlichen Risiken und Ungewissheiten in den restlichen drei Monaten des Geschäftsjahrs und bezüglich der offen zu legenden wesentlichen Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen und Personen vermittelt.

Der Vorstand der Wienerberger AG Wien, 13. November 2012

Heimo Scheuch Willy Van Riet Johann Windisch

Vorsitzender des Vorstands Mitglied des Vorstands, verantwortlich für den Bereich Finanzen

Mitglied des Vorstands, verantwortlich für die operativen Geschäftsbereiche

Werksstandorte und Marktpositionen

Wienerberger ist der einzige multinationale Anbieter von Ziegeln für Wand und Dach, sowie für Flächenbefestigungen aus Beton und für Rohrsysteme. Unter Berücksichtigung des Standorts in Indien sind wir derzeit mit insgesamt 226 Werken in 30 Ländern und vier Exportmärkten vertreten. Damit sind wir der größte Ziegelproduzent weltweit und die Nr. 1 bei Tondachziegeln in Europa. Weiters halten wir führende Positionen bei Betonsteinen in Zentral-Osteuropa und bei Rohrsystemen in Europa.

Wienerberger Märkte in Nordamerika

Finanzterminplan

13. November 2012 Ergebnisse zum 3. Quartal 2012
29. Jänner 2013 Beginn der Quiet Period
26. Februar 2013 Ergebnisse 2012: Presse- und Analystenkonferenz in Wien
27. Februar 2013 Analystenkonferenz zu den Ergebnissen 2012 in London
29. März 2013 Veröffentlichung Geschäftsbericht 2012 auf der
Wienerberger Webseite
16. April 2013 Beginn der Quiet Period
08. Mai 2013 Ergebnisse zum 1. Quartal 2013
14. Mai 2013 144. o. Hauptversammlung im Austria Center Vienna
16. Mai 2013 Ex-Tag für Dividende 2012
21. Mai 2013 1. Auszahlungstag für Dividende 2012
23. Juli 2013 Beginn der Quiet Period
20. August 2013 Halbjahresabschluss 2013: Presse- und Analystenkonferenz in Wien
21. August 2013 Analystenkonferenz zum Halbjahresabschluss 2013 in London
22. Oktober 2013 Beginn der Quiet Period
13. November 2013 Ergebnisse zum 3. Quartal 2013
November 2013 Capital Markets Day 2013

Informationen zum Unternehmen und zur Wienerberger Aktie

Barbara Braunöck
+43 1 601 92 471
[email protected]
www.wienerberger.com
WIE
WBSV.VI; WIE-VI
WIE AV
O: WNBA
WBRBY
AT0000831706

Wienerberger Online-Geschäftsbericht 2011: http://geschaeftsbericht.wienerberger.com

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