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Wienerberger AG

Annual Report Mar 29, 2013

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Annual Report

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Jahresfinanzbericht der Wienerberger AG

gem. § 82. Abs. 4 Börsegesetz

Stichtag 31.12.2012 Für das Geschäftsjahr 2012

Inhaltsverzeichnis

Wienerberger Konzern

Konzernlagebericht 1
Konzernabschluss 57
Erklärung des Vorstands 125

Wienerberger AG

Lagebericht Wienerberger AG 127
Jahresabschluss Wienerberger AG 160
Erklärung des Vorstands 184

Konzernlagebericht

Mitglieder und Ausschüsse des Aufsichtsrats

8 Kapitalvertreter

Friedrich Kadrnoska
Vorsitzender
unabhängig, geb. 1951, bestellt bis zur 144. o. HV (2013), erstmalig gewählt: 08.05.2002
Vorstandsmitglied der Privatstiftung zur Verwaltung von Anteilsrechten, Aufsichtsratsvorsitzender der
Österreichisches Verkehrsbüro AG, der CEESEG AG und der Wiener Börse AG, Aufsichtsratsmitglied der
card complete Service Bank AG, Director der UniCredit S.p.A., Verwaltungsrat der Wiener Privatbank SE,
Geschäftsführer und Gesellschafter der A & I Beteiligung und Management GmbH
Christian Dumolin
Stellvertreter des Vorsitzenden
geb. 1945, bestellt bis zur 144. o. HV (2013), erstmalig gewählt: 17.07.1996
Aufsichtsratsvorsitzender der Koramic Investment Group NV, Ehrenmitglied des Regentenrats der Belgischen
Nationalbank, Ehrenmitglied des Aufsichtsrats der Belgischen Banken-, Finanz- und Versicherungskommission
(CBFA), Mitglied im Verwaltungsrat von Koramic Chemicals, IPG International, De Steeg Investments,
E & L Real Estate und Vitalo Industries
Karl Fink
Stellvertreter des Vorsitzenden
unabhängig, geb. 1945, bestellt bis zur 146. o. HV (2015), erstmalig gewählt: 27.04.2006
Vorstandsvorsitzender VIG Re zajistovna, Prag, Vorstandsmitglied der Wiener Städtische Wechselseitiger
Versicherungsverein – Vermögensverwaltung – Vienna Insurance Group mit Aufsichtsratsfunktionen
in den Niederlanden, in der Türkei, in Tschechien und Österreich, Aufsichtsratsmitglied der AT&S Austria
Technologie & Systemtechnik AG
Peter Johnson unabhängig, geb. 1947, bestellt bis zur 144. o. HV (2013), erstmalig gewählt: 12.05.2005
Aufsichtsratsvorsitzender der Electrocomponents PLC
Harald Nograsek unabhängig, geb. 1958, bestellt bis zur 146. o. HV (2015), erstmalig gewählt: 08.05.2002
Vorstandsvorsitzender der Österreichisches Verkehrsbüro AG, Aufsichtsratsvorsitzender der DDSG –
Blue Danube Schifffahrt GmbH
Regina Prehofer unabhängig, geb. 1956, bestellt bis zur 146. o. HV (2015), erstmalig gewählt: 13.05.2011
Vizerektorin für Finanzen und Infrastruktur WU Wien, Aufsichtsrätin der AT&S Austria Technologie &
Systemtechnik AG, der SPAR Holding AG und der SPAR Österreichische Warenhandels-AG, der BAUMAX
Anteilsverwaltungs AG und der bauMAX AG
Claus J. Raidl unabhängig, geb. 1942, bestellt bis zur 144. o. HV (2013), erstmalig gewählt: 11.05.2004
Präsident der Oesterreichischen Nationalbank, Aufsichtsratsmitglied der Wiener Börse AG, der CEESEG AG
und der Flughafen Wien AG, Vorsitzender des Kuratoriums des I.S.T. Austria, Mitglied des Kuratoriums des
Technischen Museums Wien
Wilhelm Rasinger unabhängig, geb. 1948, bestellt bis zur 146. o. HV (2015), erstmalig gewählt: 27.04.2006
Geschäftsführender Gesellschafter der Inter-Management Unternehmensberatung Gesellschaft m.b.H. und
der "Am Klimtpark" LiegenschaftsverwaltungsgesmbH, Vorsitzender des IVA – Interessenverband für Anleger,
Aufsichtsratsmitglied der Erste Group Bank AG und der S IMMO AG, Aufsichtsratsvorsitzender der
Friedrichshof Wohnungsgenossenschaft reg. Gen.m.b.H., Stiftungsvorstand der HATEC Privatstiftung
Dornbirn

4 Arbeitnehmervertreter

Rupert Bellina erstmalig delegiert: 25.1.2005; Arbeitsvorbereiter bei der Semmelrock Stein + Design GmbH & CoKG
Claudia Schiroky erstmalig delegiert: 02.07.2002; Betriebsratsvorsitzende der Wienerberger AG
Karl Sauer erstmalig delegiert: 09.10.1996; Vorsitzender des Europäischen Betriebsrats, Vorsitzender des Zentralbetriebsrats
Gerhard Seban erstmalig delegiert: 03.02.2006; Vertriebsmitarbeiter im Werk Hennersdorf, Österreich

4 Ausschüsse

Präsidium Friedrich Kadrnoska (Vorsitzender), Christian Dumolin, Karl Fink
Strategieausschuss Peter Johnson (Vorsitzender), Christian Dumolin, Karl Fink, Friedrich Kadrnoska, Claus J. Raidl, Karl Sauer
Prüfungsausschuss Harald Nograsek (Vorsitzender), Wilhelm Rasinger, Karl Sauer
Personal- und
Nominierungsausschuss /
Vergütungsausschuss
Christian Dumolin (Vorsitzender), Karl Fink, Friedrich Kadrnoska, Regina Prehofer, Karl Sauer

Vorstand und Management

Heimo Scheuch

Vorsitzender des Vorstands, bestellt bis 1. April 2018, geb. 1966, verheiratet

Nach der juristischen Ausbildung an den Universitäten Wien und Paris sowie einem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien und der Ecole Supérieure de Commerce de Paris begann seine Karriere bei der in Mailand und London ansässigen Rechtsanwaltskanzlei Shook, Hardy & Bacon im Bereich Corporate Finance. 1996 kam er als Assistent des Vorstands zur Wienerberger AG, wechselte 1997 in das Senior Management zu Terca Bricks in Belgien und wurde 1999 ihr CEO. Seit Mai 2001 war Heimo Scheuch Mitglied im Vorstand, und im August 2009 bestellte ihn der Aufsichtsrat zum Vorstandsvorsitzenden der Wienerberger AG.

Zusätzliche Funktionen: Aufsichtsrat der Wiener Börse und der CEESEG AG, Präsident des Europäischen Ziegel- und Tondachziegelverbands.

Willy Van Riet

Mitglied des Vorstands, bestellt bis 1. April 2018, geb. 1957, verheiratet, eine Tochter, ein Sohn

Nach der Erlangung des Masters in Business Economics an der Universität in Gent begann er seine berufliche Laufbahn als Wirtschaftsprüfer und anschließend als Senior Manager bei PricewaterhouseCoopers in Belgien. Ab 1993 war er im Baustoffsektor zunächst als Finanzvorstand von Terca Brick Industries und später von Koramic Building Products tätig. 2004 übernahm er die Leitung von Wienerberger Limited in Großbritannien. Seit 1. April 2007 ist Willy Van Riet Finanzvorstand der Wienerberger AG.

Zusammensetzung des Vorstands der Wienerberger AG

Im Dezember 2012 wurde bekanntgegeben, dass der Vorstand der Wienerberger AG mit Heimo Scheuch als CEO und Willy Van Riet als CFO künftig aus zwei Mitgliedern besteht, da Johann Windisch die Leitung des neu geschaffenen Vorstands in der Division Ziegel Europa übernimmt und somit aus dem Vorstand der Wienerberger AG ausscheidet. Mit diesem Schritt wird einerseits die nach der Übernahme von Pipelife neu entstandene, divisionale Konzernstruktur abgebildet und andererseits die Managementstruktur noch schlanker und schlagkräftiger gestaltet. Darüber hinaus soll durch die Neuaufstellung der Optimierungs- und Integrationsprozess im Bereich Ziegel Europa beschleunigt werden. Vorstandsthemen werden nicht mehr wie bisher in eigenen Verantwortungsbereichen bearbeitet, sondern unterliegen gemeinschaftlich der Zuständigkeit des Gesamtvorstands. Schwerpunktmäßig verbleiben die strategische Entwicklung der Wienerberger Gruppe vorwiegend bei Heimo Scheuch und die Finanzagenden bei Willy Van Riet.

Vorstand der Wienerberger AG besteht seit 1. Jänner 2013 aus zwei Personen

Corporate Governance Bericht Mitglieder des Aufsichtsrats Vorstand und Management

Willy Van Riet, Heimo Scheuch

Arbeitsweise des Vorstands

Die Tätigkeit des Vorstands basiert auf zwei Grundelementen: der Arbeit als Gesamtvorstand und dem Berichtswesen.

Grundlage für die Arbeit als Gesamtvorstand ist die gemeinschaftliche Bearbeitung von strategischen und operativen Sachverhalten und der kontinuierliche Informationsaustausch. Dieser erfolgt formell in Vorstandssitzungen, die grundsätzlich einmal pro Woche stattfinden, sowie durch laufende Kommunikation auf informeller Ebene. Diese ist durch die räumliche Nähe – die Vorstandszimmer sind nebeneinander angeordnet und durch ein gemeinsames Sekretariat miteinander verbunden – gewährleistet. Darüber hinaus finden monatliche Sitzungen mit dem operativen Management statt, in welchen das laufende Geschäft besprochen wird, insbesondere die aktuellen Entwicklungen von Nachfrage, Preisen und Kosten sowie die Kapazitätsauslastung der Werke. Notwendige Maßnahmen werden gemeinsam festgelegt, während die operative Umsetzung durch das Management des jeweiligen Geschäftsbereichs erfolgt. Darüber hinaus werden im Rahmen dieser Sitzungen strategische Themen erörtert, wobei der Schwerpunkt auf der (Weiter-)Entwicklung von Märkten, Produkten und Technologien liegt. Weiters werden in den Vorstandssitzungen die durch den Aufsichtsrat genehmigungspflichtigen Geschäfte besprochen und die Anträge nach Beschlussfassung an diesen weitergeleitet. Die Beschlussfassung im Vorstand erfolgt einstimmig, für Vertragsunterzeichnungen durch den Vorstand gilt das Vier-Augen-Prinzip.

Gemeinsame Bearbeitung von strategischen und operativen Managementthemen

Die Steuerung des Unternehmens baut auf einem umfangreichen Berichtswesen auf. Zentrale Bedeutung hat dabei das monatliche Berichtswesen, welches einerseits die aggregierten Daten auf Gruppenebene sowie alle wesentlichen Detailinformationen zu den operativen Einheiten, insbesondere Gewinn- und Verlustrechnung je Land und Produktgruppe sowie Angaben zu Mengen-, Preis- und Kostenentwicklung, Working Capital und Investitionen, enthält. Weiters erhält der Vorstand monatlich standardisierte Berichte über die Energie- und Finanzsituation des Konzerns sowie den Status der einzelnen Produkt- und Technologieprojekte. Quartalsweise werden Markt- und Konjunkturdaten aus den einzelnen Ländern und das SHE-Reporting (Safety, Health & Education) erhoben.

Organisationsstruktur der ersten Berichtsebene

Die Organisationsstruktur der ersten Berichtsebene wurde in Folge der Verbreiterung des Kerngeschäfts um das Rohrgeschäft in vier Divisionen untergliedert und im internen und externen Berichtswesen entsprechend abgebildet: Ziegel Europa, Rohre & Pflaster Europa, Nordamerika sowie Holding & Sonstiges. In den einzelnen operativen Einheiten sowie auf Produktgruppenebene ist jeweils ein Bereichsmanagement mit der operativen Leitung und der Umsetzung von strategischen Projekten betraut. Die Corporate Services sind entsprechend ihren Aufgabenschwerpunkten jeweils einem Vorstand zugeordnet, an welchen sie direkt berichten.

Unternehmenssteuerung baut auf umfassendem Berichtswesen auf

Abbildung der neugeordneten Geschäftsbereiche in einer divisionalen Organisationsstruktur

Top Management

Name Geschäftsbereich Bereichsleiter
Johann Windisch Ziegel Europa
Niels Rune Solgaard-Nielsen Pipelife (Kunststoffrohre)
Gernot Schöbitz Steinzeug-Keramo (keramische Rohre)
Robert Holzer Semmelrock (Betonpflastersteine)
Dick Green Ziegel Nordamerika
Name Corporate Service
Judith Ableitinger Corporate Development
Barbara Braunöck Corporate Communications & Investor Relations
Bernd Braunstein Corporate Legal Services
Hans Ebner Corporate IT Architecture & Organisation
Gerald Ettmann Corporate Internal Audit
Gerhard Hanke Corporate Reporting
Stefan Huber Corporate Treasury
Gerhard Koch Corporate Sustainability / European Affairs
Ernst Tschach Corporate SAP Business Applications
Wolfgang Weiss Corporate Human Resources

Leiter

Corporate Services

Vergütungsbericht

Der Vergütungsbericht fasst die Grundsätze zusammen, die für die Festlegung der Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats der Wienerberger AG angewendet werden, erläutert Höhe und Struktur der Vorstands- und Aufsichtsratsbezüge und enthält Angaben zum Aktienbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat. Die Festlegung der Vergütung des Wienerberger Vorstands hat der Aufsichtsrat dem Personal- und Nominierungsausschuss übertragen, welcher auch als Vergütungsausschuss fungiert.

Nach österreichischem Recht wird der Vorstand für eine bestimmte Dauer – maximal auf fünf Jahre je Periode – bestellt. Für diesen Zeitraum wurden die Dienstverträge der einzelnen Wienerberger Vorstandsmitglieder durch den Vergütungsausschuss unter Beiziehung eines externen Beraters erarbeitet. Zielsetzung des Vergütungssystems ist es, die Vorstände im nationalen und internationalen Vergleich (Baustoffsektor) gemäß ihrem Tätigkeits- und Verantwortungsbereich angemessen zu vergüten. Wichtiges Element dabei ist die Strukturierung des Barbezugs in fixe und variable Bestandteile.

Der fixe Bestandteil orientiert sich am Verantwortungsbereich jedes Vorstandsmitglieds und wird, wie in Österreich üblich, in vierzehn Monatsgehältern im Nachhinein ausbezahlt. Die Folge sind differenzierte Basisgehälter je Zuständigkeit unter Berücksichtigung der damit verbundenen strategischen und operativen Verantwortung.

Die variable Vergütung zielt auf eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts ab und setzt sich aus einer kurzfristigen und einer langfristigen Komponente zusammen. Die kurzfristige variable Vergütungskomponente ist an das Erreichen von kurzfristigen Unternehmenszielen geknüpft und wird jeweils für das kommende Geschäftsjahr vom Aufsichtsrat festgelegt. Ab 2013 soll ein neues Modell für die kurzfristige variable Vergütungskomponente in Kraft treten, welches ebenso wie die langfristige variable Vergütung auf die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts abzielt, indem sie an Ergebnis- und Rentabilitätskennzahlen geknüpft und verzögert ausbezahlt wird. Das neue Modell wird derzeit noch diskutiert und nach Genehmigung durch den Aufsichtsrat in der 144. ordentlichen Hauptversammlung der Wienerberger AG vorgestellt.

Die langfristige variable Vergütungskomponente basierte bis Ende 2008 auf einem Aktienoptionsplan für Führungskräfte des Konzerns (Details dazu finden sich auf der Wienerberger Website). Im Jahr 2009 wurde dieser Aktienoptionsplan eingestellt, da er aufgrund der geänderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als nicht mehr zeitgemäßes Mittel zur Incentivierung des Vorstands und Managements erachtet wurde. In der Folge hat der Aufsichtsrat für den Vorstand und ausgewählte Führungskräfte des Konzerns (ca. 30 Personen) ein alternatives Modell zur Abdeckung der mittel- bis langfristigen Vergütungskomponente beschlossen, ein so genanntes Long Term Incentive (LTI) Programm. Es zielt auf eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts ab, wobei der Aktienkurs als zusätzlicher Hebel wirkt. Führungskräfte sollen dadurch ihr Verhalten verstärkt an der wertorientierten Sicht der Aktionäre ausrichten und ihre Planungs- und Zielverbundenheit erhöhen.

Vergütungsbericht erläutert Höhe und Struktur der Vorstandsund Aufsichtsratsbezüge

Vergütungssystem zielt auf angemessene Remuneration des Vorstands ab

Fixer Gehaltsbestandteil orientiert sich am Verantwortungsbereich

Kurzfristige variable Vergütung des Vorstands war in 2012 an EBITDA-Ziel geknüpft

Langfristige variable Vergütungskomponente zur nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts

Beginnend ab 2010 wurden virtuelle Anteile, so genannte Performance Share Units (PSUs), begeben, deren Anzahl von der Position im Unternehmen abhängig ist (CEO: 8.000, Vorstandsmitglied: 6.000, Bereichsdirektor: 2.500, Top Management der Holding und Geschäftsführer größerer Landesgesellschaften: 1.000 – 2.000). Besondere Teilnahmevoraussetzungen gelten für den Vorstand: Er muss Wienerberger Aktien mindestens im Ausmaß der jährlich zugewiesenen PSUs besitzen, wobei diese Aktien bis zum Laufzeitende des betreffenden Programms nicht veräußert werden dürfen. Jeweils nach Ablauf von drei Jahren wird erstmals der monetäre Wert der PSUs bestimmt, indem sie mit der Zielerreichung und dem durchschnittlichen Kurs der Wienerberger Aktie während der letzten 20 ATX-Handelstage im dritten Jahr multipliziert werden. Die Zielerreichung hängt vom CFROI im dritten Jahr nach Begebung der PSUs ab. Sollte der CFROI unter einem definierten Zielkorridor liegen, kommt es zu keiner Auszahlung. Im Falle einer Auszahlung erfolgt diese nicht einmalig, sondern in drei gleich hohen Teilbeträgen innerhalb von zwei Jahren. Sollte innerhalb dieses Zeitraums der jährliche CFROI den Mindestwert unterschreiten, entfällt die jeweils folgende Teilzahlung ersatzlos. Da die CFROI Ziele aufgrund der angespannten Marktsituation nicht erreicht wurden, wurde bisher aus dem Programm nichts ausgezahlt und 2012 keine neuen PSUs zugeteilt.

Wienerberger nahm mit der Einführung dieses LTI Programms eine Vorreiterrolle in Österreich ein und trägt der Forderung des Österreichischen Corporate Governance Kodex nach einem auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Vergütungssystem für Vorstand und Management vollumfassend Rechnung.

Der Vorstand hat bereits im Sommer, zeitgleich mit der Einleitung des Restrukturierungsprogramms auf die variable Vergütung für das Geschäftsjahr 2012 verzichtet. Daher sanken die Vorstandsgehälter im Jahr 2012 um mehr als die Hälfte. Die Bezüge setzen sich wie folgt zusammen:

Barbezüge Vorstand 2011 2012
in € Fix Variabel Gesamt Fix Variabel Gesamt
Heimo Scheuch 640.534 768.640 1.409.174 658.529 0 658.529
Johann Windisch1) 510.939 613.126 1.124.065 525.293 0 525.293
Willy Van Riet 470.064 564.076 1.034.140 483.270 0 483.270
Gesamt 1.621.537 1.945.842 3.567.379 1.667.092 0 1.667.092

1) mit Ende des Jahrs 2012 aus dem Vorstand der Wienerberger AG ausgeschieden

Zur Aufnahme von Nebentätigkeiten benötigen Vorstandsmitglieder die Zustimmung des Aufsichtsrats. So ist sichergestellt, dass weder der zeitliche Aufwand noch die dafür gewährte Vergütung zu einem Konflikt mit den Aufgaben für das Unternehmen führen. Soweit es sich bei den Nebentätigkeiten um Aufsichtsratsmandate oder vergleichbare Mandate bei börsenotierten Gesellschaften handelt, sind diese auf Seite 25 sowie auf der Wienerberger Website veröffentlicht. Für die Übernahme von Mandaten in Konzerngesellschaften erfolgt keine gesonderte Vergütung.

Long Term Incentive (LTI) Programm zur Synchronisierung der Ziele des Managements mit den Interessen der Aktionäre

LTI Programm ist auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichtet

Vorstand verzichtete bereits im Sommer 2012 auf Bonus

Nebentätigkeiten erfordern Zustimmung des Aufsichtsrats

Überwiegend beitragsorientierte Pensionsregelungen für Vorstandsmitglieder

Abfertigungsansprüche der Vorstände entsprechen den gesetzlichen Bestimmungen in Österreich

Abschluss einer D&O Versicherung mit 75 Mio. € Haftungssumme

Vergütungssystem für den Aufsichtsrat seit 2011 unverändert

Alle Vorstandsmitglieder verfügen über Pensionskassenregelungen, für die das Unternehmen jährlich Beiträge leistet. Darüber hinausgehende Verpflichtungen für das Unternehmen bestehen nicht. Für die Vorstandsmitglieder sowie für Johann Windisch, welcher im Dezember 2012 aus dem Vorstand ausgeschieden ist, wurden im Geschäftsjahr 2012 1.189.570 € (Vorjahr: 495.165 €) in Form von Beiträgen zu Pensionskassen (beitragsorientierte Zusagen) aufgewendet.

Im Falle der Beendigung des Dienstverhältnisses der Vorstände bestehen Abfertigungsansprüche entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen in Österreich, abhängig von der Höhe der Gesamtbezüge sowie der Unternehmenszugehörigkeit. Im Geschäftsjahr 2012 entfielen 399.334 € auf Aufwendungen zur Dotierung einer Rückstellung für Abfertigungsansprüche (Vorjahr: 0 €). An frühere Mitglieder des Vorstands und ihre Hinterbliebenen wurden Zahlungen von 815.800 € (Vorjahr: 794.048 €) geleistet.

Wienerberger hat für die Vorstandsmitglieder, geschäftsführenden Organe, Kontrollorgane und leitenden Angestellten eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (Directors-and-Officers Versicherung) mit einer Haftungssumme von 75 Mio. € abgeschlossen. Davon umfasst sind auch Schäden, die dem Unternehmen durch Sorgfaltspflichtverletzungen des genannten Personenkreises (ohne Vorsatz bzw. wissentliche Pflichtverletzung) entstehen.

Die 142. o. Hauptversammlung hat 2011 folgendes Vergütungssystem für den Aufsichtsrat beschlossen: Jedes gewählte Mitglied des Aufsichtsrats erhält bis auf Weiteres eine jährliche fixe Vergütung von 15.000 €. Für die Stellvertreter des Vorsitzenden beträgt diese je 22.500 € und für den Vorsitzenden 30.000 €. Für die Tätigkeit in einem der Ausschüsse des Aufsichtsrats beträgt die jährliche Fixvergütung für ein einfaches Mitglied 7.500 €, für den Stellvertretenden des Vorsitzenden 11.250 € und für den Vorsitzenden 15.000 €. Die Fixvergütung ist dabei auf ein Ausschussmandat limitiert und steht damit auch bei der Tätigkeit in mehreren Ausschüssen nur einmal zu. Jedem gewählten Mitglied des Aufsichtsrats gebührt zusätzlich ein Sitzungsgeld von 5.000 € pro Sitzungstag bzw. 2.500 € pro Sitzung für jede Ausschusssitzung, die nicht am selben Tag stattfindet wie eine Aufsichtsratssitzung. Das Sitzungsgeld gebührt nur bei tatsächlicher Teilnahme an einer Sitzung. Diese Festvergütung ist nach dem von der Statistik Austria verlautbarten Verbraucherpreisindex 2005 oder einem allfälligen Nachfolgeindex wertgesichert. Schwankungen bis einschließlich 5 % nach oben oder unten bleiben dabei unberücksichtigt, jedoch wird bei Überschreiten dieses Korridors die gesamte Veränderung voll erfasst.

Für das Jahr 2012 (Auszahlung im Jahr 2013) betrug die Aufsichtsratsvergütung insgesamt 451.887 € (Vorjahr: 501.250 €) und sank vor allem durch die Verkleinerung des Aufsichtsrats auf acht Mitglieder im Jahresvergleich um 10 %. Darüber hinaus hat Friedrich Kadrnoska aufgrund seiner krankheitsbedingten Abwesenheit freiwillig auf einen Teil seiner Fixbezüge verzichtet, wodurch seine Vergütung im Berichtsjahr deutlich unter jener des Jahres 2011 lag. Die Bezüge verteilten sich wie folgt:

Aufsichtsratsvergütung in € 2011 2012
Friedrich Kadrnoska, Vorsitzender 77.500 52.500
Christian Dumolin, Stellvertreter des Vorsitzenden 61.250 61.250
Karl Fink, Stellvertreter des Vorsitzenden 52.500 52.500
Peter Johnson 42.500 45.000
Harald Nograsek 65.000 62.500
Regina Prehofer 30.000 47.500
Claus J. Raidl 55.000 50.000
Wilhelm Rasinger 65.000 62.500
Franz Rauch 1) 52.500 18.137
Gesamt 501.250 451.887

1) bis 11. Mai 2012 im Aufsichtsrat

Für Leistungen außerhalb der oben beschriebenen Aufsichtsratstätigkeit, insbesondere Beratungs- und Vermittlungsleistungen, wurden keine Vergütungen gewährt. Ausgenommen davon sind die Gehälter der Arbeitnehmervertreter aus ihren jeweiligen Dienstverträgen. Aufsichtsratsmitglieder der Wienerberger AG haben keine Pensionszusagen seitens der Gesellschaft.

Vorstand und Aufsichtsrat haben sich freiwillig verpflichtet, ihren Bestand an Wienerberger Aktien offenzulegen. Käufe und Verkäufe durch Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats werden gemäß § 48 Börsegesetz der Finanzmarktaufsichtsbehörde gemeldet und auf der Wienerberger Website unter Directors' Dealings veröffentlicht. Ende 2012 waren insgesamt 311.779 Wienerberger Aktien im Besitz von Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats.

Aktienbesitz in Stück 1.1.2012 Kauf Verkauf 31.12.2012
Vorstand Heimo Scheuch 91.252 10.000 0 101.252
Willy Van Riet 22.142 0 0 22.142
Aufsichtsrat Friedrich Kadrnoska 9.461 0 0 9.461
Christian Dumolin 1) 133.000 0 0 133.000
Karl Fink 0 0 0 0
Peter Johnson 0 0 0 0
Harald Nograsek 1.400 0 0 1.400
Regina Prehofer 0 0 0 0
Claus J. Raidl 4.200 0 0 4.200
Wilhelm Rasinger 36.324 4.000 0 40.324
Gesamt 297.779 14.000 0 311.779

Keine Pensionszusagen bzw. zusätzliche Vergütungen für den Aufsichtsrat

Vorstand und Aufsichtsrat veröffentlichen freiwillig ihren Bestand an Wienerberger Aktien

1) im Namen der Koramic Finance Company NV (Korfima) gehalten

Identifikation und Analyse der 15 größten Risiken im Rahmen des Risikomanagementprozesses

Geschäftsentwicklung hängt sehr stark vom Wohnungsneubau ab

Flexible Preispolitik zur Minderung stark volatiler Rohstoffpreise im Kunstoffrohrgeschäft

Risikomanagement

Wienerberger ist im Rahmen ihrer globalen Geschäftstätigkeit unterschiedlichen Risiken ausgesetzt. Ziel unseres Risikomanagements ist es, Risiken frühzeitig zu erkennen und ihnen durch geeignete Maßnahmen zu begegnen, um Zielabweichungen so gering wie möglich zu halten. Dazu ist die Identifizierung, Bewertung, Steuerung und Überwachung der Risiken erforderlich, die regelmäßig im Rahmen unseres internen Risikomanagementprozesses erfolgt, in den ab diesem Jahr auch die Pipelife Gruppe umfassend eingebunden wurde. Dabei wird die aus Vorperioden vorliegende Risikoerhebung einmal jährlich durch das Top und Senior Management aktualisiert. Anhand von Eintrittswahrscheinlichkeiten und möglichen Auswirkungen werden die identifizierten Risiken nach deren Risikowert gereiht und die 15 größten Risiken einer detaillierten Analyse unterzogen. Dieser Prozess führte 2012 zu einer geänderten Gewichtung einzelner Positionen. Die wesentlichsten Risiken sind nachfolgend näher erläutert. Eine detaillierte Darstellung sämtlicher Risiken findet sich im Risikobericht im Anhang ab Seite 156.

Markt-, Produktions- und Preisrisiken

Die Geschäftsentwicklung im Bereich Ziegel ist vor allem vom Wohnungsneubau abhängig, welcher stark mit der Entwicklung der Volkswirtschaft in den jeweiligen Ländern korreliert. Um die Abhängigkeit vom Wohnungsneubau zu reduzieren, zielt Wienerberger strategisch auf eine Verbreiterung jener Geschäftsbereiche ab, die Produkte für Renovierung und Infrastruktur anbieten. Dies betrifft vor allem Dachziegel, welche zu mehr als 50 % in der Renovierung eingesetzt werden, sowie Flächenbefestigungen und Rohrsysteme, welche verstärkt im Infrastrukturbereich nachgefragt werden. Bei schwacher wirtschaftlicher Entwicklung und dem daraus resultierenden Rückgang der Nachfrage nach Baustoffen verstärkt sich das Risiko von Überkapazitäten. Diese können zu Preisdruck und ungedeckten Kosten führen und Preisanpassungen erforderlich machen. Im Jahr 2012 konnten wir erfolgreich die Kostensteigerungen bei Inputfaktoren durch umgesetzte Preiserhöhungen abdecken. Um die Auswirkungen dieser Risiken auf die Ertragslage zu minimieren, analysieren wir laufend unsere Kapazitäten und passen sie gegebenenfalls durch temporäre Stilllegungen, Schichtmodelle sowie Produktionsverlagerungen an die Markterfordernisse an.

Die Geschäftsentwicklung im Bereich Kunststoffrohre wird wesentlich durch die Entwicklung der Rohstoffpreise, die mit dem Erdölpreis korrelieren, beeinflusst. Synthetische Polymere stellen einen wesentlichen Teil der Produktionskosten von Kunststoffrohren dar. Die Volatilität der Rohstoffpreise hat sich in den letzten Jahren verstärkt. Starke Schwankungen innerhalb eines Monats verlangen eine flexible Preispolitik, um diese Preisschwankungen zu kontrollieren bzw. gezielt an den Markt weiterzuleiten. Rasches und koordiniertes Handeln im Preismanagement ist entscheidend, um nachhaltig die Ertragskraft zu sichern. Neben dem Preisrisiko besteht auch ein Risiko aus der Versorgungssicherheit mit ausreichend Rohstoffen. Eine Unterbrechung der Versorgung zieht unweigerlich einen Ausfall der Produktion nach sich. Mit wenigen Ausnahmen gibt es für die Rohstoffversorgung alternative Lieferantenoptionen, um dem Versorgungsrisiko zu begegnen.

Darüber hinaus steht Wienerberger im Wettbewerb mit anderen Baustoffen für Dach, Wand, Fläche und Rohrsysteme, wodurch sich ein Substitutionsrisiko ergibt. Mittels unserer starken Position als Qualitätsführer und durch Investitionen in die Entwicklung hochwertiger Produkte zielen wir darauf ab, Preisrisiken zu minimieren.

Corporate Governance Bericht Risikomanagement

Finanzielle Risiken

Die Aufrechterhaltung und Absicherung der starken Kapitalbasis ist ein zentrales Anliegen der Wienerberger AG. Durch die erfolgreiche Platzierung unserer Anleihen haben wir proaktiv unsere Liquidität in einem weiterhin herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld gesichert und verfügen über eine ausgewogene Finanzierungsstruktur. Neben dem Liquiditätsrisiko bestehen Währungs- und Zinsrisiken. Ziel ist es, durch Währungsswaps eine bessere Deckung zwischen Aktiv- und Passivseite der Bilanz herzustellen, um die Auswirkungen von Währungsschwankungen auf das Konzerneigenkapital gering zu halten. Wienerberger konnte aufgrund der in den letzten Jahren durchgeführten Absicherungen die Risiken im Währungs- und Zinsbereich reduzieren. Eine Darstellung der Finanzierungssituation findet sich in der Ergebnis- und Bilanzanalyse ab Seite 75, die Währungsrisiken sind im Anhang ab Seite 159 beschrieben.

Beschaffungsrisiken

Im Geschäftsbereich Ziegel Europa ist Energie eine wesentliche Ressource im Produktionsprozess. Dem Risiko einer Verknappung von Energie und daraus resultierenden volatilen Energiepreisen begegnet Wienerberger durch laufende Beobachtung der Situation an den relevanten Märkten, den Abschluss von Termingeschäften, die frühzeitige Fixierung der Bezugspreise sowie längerfristige Lieferverträge. Für 2013 wurde bereits ein wesentlicher Teil der benötigten Mengen an Erdgas und Strom abgesichert. Eine detaillierte Beschreibung des Energieeinkaufs findet sich auf Seite 57. Der bedeutendste Inputfaktor bei Pipelife sind Kunststoffgranulate, deren Preise den Rohölquotierungen folgen und in den letzten Jahren stark steigenden Preisschwankungen unterlagen. Dies erfordert ein flexibles und zeitnahes Management im Beschaffungsprozess und in weiterer Folge im Vertrieb der eigenen Produkte.

Rechtliche Risiken

Aufgrund unserer Position in einzelnen Märkten wird die Preispolitik unserer Tochterunternehmen von den Wettbewerbsbehörden aufmerksam verfolgt. Preisabsprachen zählen nicht zur Geschäftspraxis von Wienerberger, sind im Rahmen unserer internen Richtlinien dezidiert untersagt und werden mit Sanktionen geahndet. Aus heutiger Sicht lassen sich keine Risiken erkennen, die den Fortbestand der Wienerberger Gruppe gefährden könnten. Für spezifische Haftungsrisiken und Schadensfälle werden Versicherungen abgeschlossen, deren Umfang laufend überprüft und am wirtschaftlichen Verhältnis von maximalem Risiko zu Versicherungsprämien ausgerichtet wird. Um Risiken zu begegnen, die aus den vielfältigen steuerlichen, wettbewerbs-, patent-, kartell- und umweltrechtlichen Regelungen und Gesetzen resultieren, trifft das Management Entscheidungen auf Basis interner und externer Beratungen. Die konsequente Befolgung der Regeln und die Kontrolle der Mitarbeiter im Umgang mit Risiken gehören zu den grundlegenden Aufgaben aller Verantwortlichen im Konzern.

Zur Risikovermeidung und -bewältigung werden in den lokalen Gesellschaften Risiken bewusst nur im operativen Geschäft eingegangen und dabei immer im Verhältnis zum möglichen Gewinn analysiert. Insbesondere sind Spekulationen außerhalb der operativen Geschäftstätigkeit unzulässig. Risiken außerhalb der operativen Tätigkeit, beispielsweise finanzielle Risiken, werden von der Muttergesellschaft beobachtet und im notwendigen Maße abgesichert. Die wichtigsten Instrumente zur Risikoüberwachung und -kontrolle sind der Planungs- und Controllingprozess, konzernweite Richtlinien, die laufende Berichterstattung sowie das Interne Kontrollsystem (IKS).

Erhalt einer gesunden Kapitalbasis durch finanzielle Disziplin

Hedging und langfristige Lieferverträge gegen Verknappung von Energie

Konzernweite Compliance-Richtlinie gegen kartellrechtswidrige Absprachen

Risiken werden nur im operativen Geschäft eingegangen

Internes Kontrollsystem wird durch interne Revision überprüft

Umsetzung des IKS erfolgt dezentral, die Überwachung der Einhaltung des IKS zentral durch die interne Revision

Funktionsfähigkeit des Risikomanagements geprüft und durch KPMG bestätigt

Internes Kontrollsystem

Durch die Führung der internen Revision als Stabstelle des Gesamtvorstands ist neben der Umsetzung der Grundsätze der Corporate Governance insbesondere für die Stärkung des Internen Kontrollsystems (IKS) Sorge getragen. Auf Grundlage eines vom Vorstand genehmigten und mit dem Prüfungsausschuss abgestimmten jährlichen Revisionsplans sowie einer konzernweiten Risikobewertung aller Unternehmensaktivitäten überprüfen der Vorstand und die interne Revision regelmäßig operative Prozesse auf Risikomanagement und Effizienzverbesserungsmöglichkeiten und überwachen die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen, interner Richtlinien und Prozesse. Ein weiteres Betätigungsfeld der internen Revision sind Ad-hoc-Prüfungen, die auf Veranlassung des Managements erfolgen und auf aktuelle und zukünftige Risiken abzielen. Das in der Wienerberger Gruppe implementierte IKS wird zur Unterstützung der Früherkennung und Überwachung von Risiken aus unzulänglichen Überwachungssystemen und betrügerischen Handlungen von der Revision gemeinsam mit den entsprechenden Fachabteilungen laufend überarbeitet und erweitert. Dieses System basiert auf den Maßstäben des international bewährten Regelwerks für interne Kontrollsysteme (COSO – Internal Control and Enterprise Risk Managing Frameworks des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission) und bietet dem Management neben konzernweiten Richtlinien sowie einem einheitlichen Berichtswesen ein umfassendes Instrument, um Unsicherheiten und Risiken aus sämtlichen Geschäftsaktivitäten zu analysieren und zu steuern.

Der dezentralen Struktur von Wienerberger entsprechend liegt auch die Verantwortung für die Implementierung und Überwachung des Internen Kontrollsystems beim jeweils zuständigen lokalen Management. Die Geschäftsführer der einzelnen Tochterunternehmen sind angehalten, anhand des zur Verfügung gestellten IKS die Einhaltung der Kontrollen durch Selbstüberprüfungen zu evaluieren und zu dokumentieren. Die interne Revision überwacht in der Folge die Einhaltung dieser Prüfungsschritte durch die lokale Geschäftsführung. Die Ergebnisse werden an die jeweilige Geschäftsführung und in weiterer Folge an den Gesamtvorstand der Wienerberger AG berichtet. Die interne Revision und das Corporate Reporting berichten dem Prüfungsausschuss vierteljährlich über wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsverfahren, Auswirkungen von IFRS-Neuerungen auf den Konzernabschluss, wesentliche Änderungen im Rechnungslegungsprozess sowie über Erkenntnisse aus dem Risikomanagement. Darüber hinaus wird dieser regelmäßig über getroffene Prüfungsfeststellungen, relevante Umsetzungsaktivitäten sowie Verbesserungsmaßnahmen für im IKS identifizierte Schwachstellen informiert.

Bei der Überwachung und Kontrolle der wirtschaftlichen Risiken des laufenden Geschäfts kommt dem Berichtswesen eine besondere Bedeutung zu. Der Konzernabschlussprüfer beurteilt jährlich die Funktionsfähigkeit des Wienerberger Risikomanagements und berichtet darüber an Aufsichtsrat und Vorstand. Die Funktionalität des Risikomanagements wurde vom Konzernabschlussprüfer kontrolliert und bestätigt. Darüber hinaus unterliegen die Kontrollsysteme einzelner Unternehmensbereiche ebenfalls den Prüfungshandlungen des Wirtschaftsprüfers im Rahmen der Jahresabschlussprüfung. Für 2012 wurden von der internen Revision gemeinsam mit dem Abschlussprüfer für den Geschäftsablauf wesentliche Kontrollen aus sämtlichen Geschäftsbereichen zur detaillierten Prüfung durch KPMG definiert. Die Ergebnisse dieser Prüfung wurden Vorstand und Prüfungsausschuss präsentiert, die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden durch die interne Revision aufgearbeitet. Eine detaillierte Darstellung der Risiken des Wienerberger Konzerns findet sich im Anhang ab Seite 156.

Organisation

PRODUKTGRUPPEN Hintermauerziegel

SEGMENTE Ziegel

DIVISIONEN ZIEGEL EUROPA ROHRE & PFLASTER EUROPA NORDAMERIKA HOLDING & SONSTIGES

Vormauerziegel Dachziegel

Westeuropa

INNOVATION

INNOVATION

INNOVATION

Belgien Dänemark Deutschland Estland Finnland Frankreich Großbritannien Italien Niederlande Norwegen Schweden Schweiz

Ziegel Osteuropa

Bulgarien Kroatien Österreich Polen Rumänien Russland Slowakei Slowenien Tschechien Ungarn

50 % BETEILIGUNGEN Schlagmann Tondach Gleinstätten

DIVISIONEN ZIEGEL EUROPA ROHRE & PFLASTER EUROPA NORDAMERIKA HOLDING & SONSTIGES

Kunststoffrohre Keramische Rohre Betonpflastersteine

Rohre & Pflaster Westeuropa

Belgien Deutschland Estland Finnland Frankreich Großbritannien Irland Niederlande Norwegen Schweden

Rohre & Pflaster Osteuropa Bulgarien Griechenland Kroatien Österreich Polen Rumänien Russland Slowakei Slowenien

Tschechien Türkei Ungarn

Vormauerziegel Kunststoffrohre

Kanada USA

Hintermauerziegel

Indien

Das Unternehmen Mitarbeiter Forschung und Entwicklung

Forschung und Entwicklung

Forschung und Entwicklung (F&E) zählt zu den Schwerpunkten der strategischen Planung von Wienerberger und hat einen zentralen Stellenwert im Unternehmen. Kernaufgaben für F&E sind die Optimierung von Produktionsprozessen sowie die stetige Weiterentwicklung und Verbesserung von Produkten sowie Systemlösungen in all unseren Anwendungsbereichen – von energieeffizienten Gebäudekonzepten über umweltschonende Flächenbefestigungen bis hin zu Versorgungs- und Kanalsystemen. Ziel von Wienerberger ist es, durch Kosten- und Technologieführerschaft und Produktinnovationen Marktpositionen zu sichern und weiter auszubauen.

F&E wird bei Wienerberger zentral gesteuert, aber – durch eine enge Zusammenarbeit der verschiedenen F&E Abteilungen mit dem lokalen Management und den Technikern vor Ort – großteils dezentral umgesetzt. Erfolgreiche Entwicklungen können auf diese Weise rasch und effizient in der gesamten Gruppe ausgerollt werden. Im Jahr 2012 betrug der F&E Aufwand 9,0 Mio. € und der Umsatzanteil von innovativen Produkten 23,4%.

F&E im Bereich Ziegel

Wienerberger arbeitet im Sinne der Nachhaltigkeit laufend an der Verbesserung von Produktionsprozessen. Eine zentrale Engineering Abteilung im Bereich Ziegel beschäftigt sich vor allem mit der Reduktion des Energieeinsatzes. Da ein wesentlicher Teil der Energie in der Produktion für den Trocknungs- und den Brennprozess verwendet wird, liegt der Fokus auf der Optimierung dieser Prozesse. Forschungsschwerpunkte betreffen zudem den schonenden Umgang mit allen Ressourcen in der Produktion und die verantwortungsvolle Rohstoffaufbereitung.

Ein wesentlicher Bestandteil für den nachhaltigen Erfolg von Wienerberger ist die laufende Weiterentwicklung des Produktportfolios und die Verbesserung bereits bestehender Produkte. Wienerberger hat im Bereich Ziegel drei Forschungszentren, die auf die Produktgruppen Hintermauerziegel, Vormauerziegel und Tondachziegel spezialisiert sind. Unsere Spezialisten aus dem Produktmanagement arbeiten dabei sehr eng mit den Marketing- und Vertriebsabteilungen der verschiedenen Bereiche zusammen, um neue Entwicklungen entsprechend auf die Bedürfnisse unserer Kunden auszurichten. Der Fokus liegt dabei auf Innovationen von Produkten und Systemlösungen für nachhaltiges und energieeffizientes Bauen. Weitere Informationen zu unseren Produktinnovationen im Bereich Ziegel entnehmen Sie bitte Seite 49.

F&E im Bereich Rohre & Pflaster

Für die Weiterentwicklung im Bereich Kunststoffrohre haben wir ein Forschungszentrum in den Niederlanden, das sehr eng mit Universitäten und externen Experten aus verschiedensten Fachrichtungen zusammenarbeitet. Die Forschungsschwerpunkte befassen sich neben der Entwicklung neuer Produkte mit der Weiterentwicklung bereits bestehender Produkte, der Verbesserung der verwendeten Rezepturen im Rohstoffmix sowie der Optimierung des Produktionsprozesses. Das Hauptaugenmerk bei der Produktion liegt dabei auf dem Einsatz von Recyclingmaterialien als Rohstoff und der Verringerung des Produktgewichts.

F&E zählt zu den strategischen Schwerpunkten von Wienerberger

F&E wird zentral gesteuert, aber lokal umgesetzt

Prozessoptimierung im Hinblick auf Nachhaltigkeit im Bereich Ziegel

Entwicklung von Systemlösungen für energieeffizientes Bauen

Fokus auf Einsatz von Recyclingmaterialien und Verringerung des Produktgewichts bei Kunststoffrohren

Wienerberger ist Vorreiter im Einsatz von sekundären Rohstoffen bei keramischen Rohren

Neue Technologien für Oberflächenstrukturen bei Freiflächenlösungen

Enge Zusammenarbeit mit den Marketingabteilungen in der Produktentwicklung

Im Bereich der keramischen Rohre wird laufend an der Verbesserung des Wärmeverbunds zwischen Ofen und Trockner gearbeitet. Wir sind weiters Vorreiter im Einsatz von Abfallprodukten im Rohstoffmix. Bei bestimmten Rohren ist es uns gelungen, bis zu 60% keramisches Recyclingmaterial in der Produktion einzusetzen.

Bei Freiflächenlösungen aus Beton liegt der Schwerpunkt der Forschungstätigkeit auf der Verbesserung der Oberflächendesigns der Pflastersteine, wobei ständig an neuen Technologien zur Verbesserung von Oberflächenstrukturen gearbeitet wird. In der Produktion liegt das Hauptaugenmerk auf der Zusammensetzung der Rohstoffmischungen und dabei insbesondere auf der Reduktion des Zementgehalts.

Besonderer Fokus wird im Bereich Rohre & Pflaster auf die Entwicklung neuer Systemlösungen bzw. auf die Verbesserung der technischen Eigenschaften bereits bestehender Produkte gelegt. Um den Bedürfnissen der Kunden gerecht zu werden, arbeiten die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen eng mit den jeweiligen Marketing- und Vertriebsabteilungen zusammen. Die länderübergreifende Markteinführung von neuen Produkten wird zentral gesteuert, jedoch werden die jeweiligen Produkte von unseren Spezialisten vor Ort an die lokalen Gegebenheiten des jeweiligen Marktes angepasst. Weitere Informationen zu unseren Produktinnovationen im Bereich Rohre & Pflaster entnehmen Sie bitte Seite 51.

Nachhaltigkeitsmanagement

Die Wirtschaft verstehen wir als integrierten Bestandteil der Gesellschaft

Nachhaltigkeit als in sich geschlossener Prozess

Nachhaltigkeitsbericht auf unserer Website

Mitarbeiter sind die Basis unseres Erfolgs

Ressourcenschonung und Wiederverwendbarkeit sind zentrale Leitsätze in der Produktion

Wienerberger versteht die Wirtschaft als integrierten Teil der Gesellschaft, dessen Aufgabe es ist, dem Menschen zu dienen und Nutzen zu stiften. Wienerberger nimmt ihre Rolle als verantwortungsbewusstes Mitglied der Gesellschaft sehr ernst. Verantwortung bedeutet für uns, ethisch zu handeln, ehrlich zu kommunizieren, wirtschaftliche Rahmenbedingungen transparent mitzugestalten, für unser Handeln persönlich einzustehen und als zuverlässiges und wertvolles Mitglied der Gesellschaft zu agieren.

Nachhaltigkeit ist bei Wienerberger ein fixer Bestandteil der gelebten Unternehmenskultur und findet sich in allen Wertschöpfungsstufen des Unternehmens wieder. Wir betrachten Nachhaltigkeit als einen in sich geschlossenen Prozess, der bleibende Werte für unser Unternehmen und unsere Stakeholder schafft. Nachhaltigkeit beginnt für uns bei unseren Mitarbeitern und erstreckt sich über die Bereiche Produktion und Produkte bis hin zur gesellschaftlichen Verantwortung und zu unseren Stakeholdern. Letztendlich zielen unsere unternehmerischen Handlungen in allen Bereichen des Unternehmens auf die Schaffung von Mehrwert für unsere Stakeholder ab.

Der Nachhaltigkeitsbericht der Wienerberger stellt unser Bekenntnis zur nachhaltigen Entwicklung auf eine verbindliche Ebene. Er basiert auf dem Standard der internationalen Global Reporting Initiative und ist als Teil eines kontinuierlichen Prozesses zu verstehen. Alle Managementebenen und Mitarbeiter bekennen sich vollumfassend dazu, die erforderlichen Maßnahmen zur stetigen Weiterentwicklung im Bereich Nachhaltigkeit gemeinsam umzusetzen. Nachfolgend erläutern wir im Überblick die für uns gültigen Grundsätze und allgemeinen Handlungsfelder in den verschiedenen Unternehmensbereichen. Weiterführende Informationen zu konkreten Maßnahmen sowie Zahlen, Daten und Fakten zum Thema Nachhaltigkeit finden Sie im Nachhaltigkeits-Update 2011 und auf unserer Homepage. Der nächste Nachhaltigkeitsbericht wird im Juni 2013 veröffentlicht.

1. Förderung der Mitarbeiter

"Auf einer soliden Basis" – Basis für den Erfolg von Wienerberger sind unsere Mitarbeiter. Daher sorgen wir für ein gesundes, sicheres und motivierendes Arbeitsumfeld ebenso wie für die Möglichkeit, das Unternehmen aktiv mitzugestalten. Laufende Weiterbildungsmaßnahmen fördern und unterstützen die Entwicklung jedes einzelnen Mitarbeiters wie auch des Unternehmens. Zu den zentralen Grundsätzen nachhaltiger Personalarbeit gehört weiters, Chancengleichheit unabhängig von Alter, Geschlecht, Kultur oder Herkunft zu wahren (siehe auch Kapitel Mitarbeiter Seite 53).

2. Umweltschutz in der Produktion

"Im Einklang mit Mensch und Natur" – Umweltschutz in der Produktion ist uns ein großes Anliegen. Die Verwendung natürlicher Rohstoffe und die Wiederverwendbarkeit der eingesetzten Materialien sind zentrale Grundsätze der Nachhaltigkeit in der Produktion. Ebenso wichtig ist für uns die größtmögliche Schonung von Ressourcen. Dies bedeutet einerseits, die Produktion durch optimierte Produktionstechnologien sowie den Einsatz erneuerbarer Energieträger energieeffizienter zu gestalten und in weiterer Folge CO2-Emissionen zu reduzieren. Andererseits setzen wir uns aber auch intensiv mit der Reduktion der Produktgewichte und dem Einsatz von sekundären Rohstoffen auseinander.

3. Nachhaltige Produkte

"Schaffung bleibender Werte" – Der Wert eines Gebäudes oder eines Rohrsystems hängt von zahlreichen Faktoren ab, nicht zuletzt von den verwendeten Produkten. Ein zentraler Grundsatz der Produktentwicklung bei Wienerberger ist daher die Schaffung bleibender Werte für Menschen durch natürliche, langlebige und innovative Produkte. Wienerberger Produkte im Bereich Ziegel sind Teil von Gebäudekonzepten für nachhaltiges Bauen. Sie garantieren eine hohe Lebensqualität und tragen aktiv zum Klimaschutz bei. Im Bereich Rohre & Pflaster bieten wir Systemlösungen für aktuelle Herausforderungen wie Wassermanagement, die durch den Klimawandel oder die zunehmende Urbanisierung entstehen.

4. Verantwortung für die Gesellschaft

"Bauen mit bestem Gewissen" – Mit diesem Bewusstsein ausgestattet, ist es unser Ziel, im Sinne eines ganzheitlichen Nachhaltigkeitsverständnisses Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen. Die Wahrung der Menschenrechte, das Bekenntnis zur Einhaltung aller anwendbaren nationalen und internationalen Rechtsnormen und eine offene und transparente Kommunikation mit Politik und Verwaltung sind für uns selbstverständlich und Bestandteile gelebter gesellschaftlicher Verantwortung. Darüber hinaus hält unsere Spendenrichtlinie fest, dass wir bedürftige Menschen zielgerichtet durch Sachspenden in Form unserer Produkte sowie durch Ausbildungsprogramme unterstützen. Denn wir sind überzeugt, dort am besten helfen zu können, wo unsere unternehmerischen Kernkompetenzen liegen, und zwar im Anbieten von Baustofflösungen und der Weitergabe von Know-how im Bereich nachhaltiges Bauen.

5. Mehrwert für unsere Stakeholder

"Für Kunden, Aktionäre und Mitarbeiter" – Unser oberstes Ziel ist es, durch zukunftsorientiertes, vorausschauendes Handeln im Interesse aller unserer Stakeholder Mehrwert zu generieren. Für unsere Kunden schaffen wir mit natürlichen, langlebigen und innovativen Produkten Wohngesundheit und Versorgungssicherheit, für unsere Aktionäre ein solides Investment und für unsere Mitarbeiter einen attraktiven Arbeitsplatz. Wienerberger führt einen aktiven Dialog mit allen Stakeholdern und ist sich der Verantwortung gegenüber ihren Aktionären bewusst.

Nachhaltigkeit ist tief im Unternehmen verankert

Nachhaltigkeit ist bei Wienerberger in die Unternehmensstrategie eingebettet. Dass es sich dabei nicht um ein Lippenbekenntnis handelt, beweist die organisatorische Verankerung des Themas im Unternehmen. Neben einem gruppenweiten Nachhaltigkeitsbeauftragten gibt es für jede Ländergesellschaft eine Person, die für die Umsetzung der konzernweit festgelegten Maßnahmen im Bereich Nachhaltigkeit zuständig ist.

Wienerberger ist durch die Vielzahl an lokalen Produktionsstätten ein wichtiger Arbeitgeber in teilweise strukturschwachen Regionen. Für unsere Produktionsstätten sind wir um bestes Einvernehmen mit Behörden, Interessenvertretern, Anrainern und NGOs bemüht. Der Fokus liegt auf gegenseitigem Verstehen und voneinander Lernen.

In nahezu allen Ländern, in denen Wienerberger tätig ist, werden laufend soziale Projekte unterstützt und gefördert. Auf den folgenden zwei Seiten haben wir einige unserer Projekte ausgewählt, die im letzten Jahr umgesetzt wurden.

Natürliche, langlebige und innovative Produkte schaffen bleibende Werte

Wir bekennen uns zu unserer gesellschaftlichen Verantwortung

Die Schaffung von Mehrwert für alle unsere Stakeholder ist unser oberstes Ziel

Nachhaltigkeit ist in allen Ländergesellschaften organisatorisch verankert

Wienerberger schafft Arbeitsplätze in strukturschwachen Regionen

Auswahl einiger sozialer Projekte auf den nächsten Seiten

Corporate Responsibility Projekte 2012

Pipelife

In 27 Hilfsprojekten um die Welt

Pipelife hat im Rahmen der langjährigen Partnerschaft mit dem Österreichischen Roten Kreuz 2012 eine neue Initiative gestartet: Für 27 Monate werden 27 humanitäre Projekte in jenen 27 Ländern, in denen Pipelife tätig ist, unterstützt. Gestartet wurde mit einem einzigartigen Trainingsprogramm, welches in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz Österreich und UK sowie mit finanzieller Unterstützung des European Community Humanitarian Office (ECHO) durchgeführt wurde. Ziel des Programms ist es, die Fähigkeiten von Entwicklungshelfern zu trainieren, damit diese im Katastrophenfall richtig und schnell reagieren können. Das Projekt "Prepare to Respond" bot Kurse in einer Vielzahl humanitärer Aufgabenbereiche an, inklusive Wasser, Hygiene und sanitäre Anlagen. Ein weiteres Projekt wurde in Riga, Lettland, betreut. Pipelife hat in diesem Land im Oktober 2012 ein Jugendzentrum, in welchem auch Schulungen abgehalten werden, renoviert.

Belgien DUBOkeur Zertifikat für Porotherm Ziegel

Im vergangenen Jahr wurde Wienerberger Belgien für den Porotherm Ziegel das DUBOkeur Zertifikat von der NIBE (Niederländisches Institut für Baubiologie und -ökologie) verliehen. NIBE bewertet als unabhängiges Forschungsinstitut die Umweltauswirkungen von Bauprodukten über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Insgesamt 17 Umweltkriterien, die von der globalen Erwärmung bis hin zum Recycling und der Verarbeitung von Abfällen reichen, werden dabei berücksichtigt. Das DUBOkeur Zertifikat ist eine besondere Auszeichnung für den Wienerberger Porotherm Ziegel, da dieses nur die ökologischsten Bauprodukte verliehen bekommen.

Dänemark Spezielles Ausbildungsprogramm für Werksmitarbeiter

Wienerberger Dänemark ist es ein zentrales Anliegen, allen Werksmitarbeitern Fortbildungen anzubieten. Dazu wurden maßgeschneiderte Lehrinhalte zu einem 18-monatigen Kurs zusammengefasst, welcher den Mitarbeitern die Weiterbildung zum Prozessregelungstechniker ermöglicht. Unterrichtet werden Inhalte aus der Mathematik, Physik sowie Fremdsprachen, zusammen mit technischen Lehreinheiten (Informationstechnologie und Automatisierungstechnik). Von diesem Programm profitieren nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch wir als Arbeitgeber, da die Teilnehmer nach Abschluss des Kurses durch das höhere Ausbildungsniveau umfassender einsetzbar sind.

Österreich

Wienerberger hilft bei Wiederaufbau nach Unwetterschäden

In der Obersteiermark haben im Sommer 2012 schwere Unwetter zu Verwüstungen durch Muren und Hochwasser geführt. Wienerberger Österreich hat sofort reagiert und ihre Unterstützung in Form einer Ziegelspende zugesagt: Es wurden 100 Paletten Wienerberger Ziegel mit vier LKW-Zügen aus dem Wienerberger Werk Apfelberg bei Knittelfeld in die Obersteiermark transportiert und dem Bürgermeister überreicht. Mittels der Ziegel konnten rasch drei Gebäude in St. Lorenzen wieder aufgebaut werden: ein Wohnhaus für eine Familie, ein Wirtschaftsgebäude eines Bauernhofs sowie die Gemeindegarage.

Ungarn

Neue Häuser für Opfer von Naturkatastrophe

Als größter Baustoffhersteller Ungarns ist es Wienerberger ein großes Anliegen, von Naturkatastrophen oder schweren Schicksalsschlägen betroffenen Menschen und deren Familien zu helfen. Im Jahr 2012 wurde daher rasch und unbürokratisch einer Familie aus Magyarkút, deren Haus abgebrannt ist, und einer Familie aus Pilismarót, die ihr Haus aufgrund einer Naturkatastrophe verloren hatte, die notwendige Anzahl an Ziegeln für den Aufbau eines neuen Eigenheims zur Verfügung gestellt.

Italien

Wienerberger Italien setzt auf Photovoltaik

Wienerberger ist stetig bemüht, den Anteil an erneuerbarer Energie zu erhöhen, und daher interessiert, in Projekte, die zu diesem Ziel beitragen und wirtschaftlich sinnvoll sind, zu investieren. Eine der zukunftsträchtigsten Arten der alternativen Energiegewinnung stellt sicherlich die Solarenergie dar. Im Jahr 2012 hat Wienerberger Italien auf den Dachflächen von drei Werkstandorten (Bubano, Feltre, Terni) Photovoltaik-Anlagen angebracht. Insgesamt wurde eine Fläche von etwa 12.500 m2 für die Installation von Photovoltaik-Anlagen genutzt. Pro Jahr wird in Zukunft eine Stromproduktion von fast 2.500 MWh erreicht werden, was prozentuell rund 7 % des Stromverbrauchs von Wienerberger Italien entspricht. Überschüssiger Strom aus dieser Anlage wird in das Stromnetz eingespeist und somit anderen Verbrauchern zur Verfügung gestellt. Dadurch kann Wienerberger künftig nicht nur den Anteil an erneuerbarer Energie in Italien steigern, sondern auch Stromkosten sparen.

Nordamerika

Zahlreiche Auszeichnungen im Bereich Arbeitssicherheit

Die Wienerberger Tochter General Shale hat letztes Jahr in Nordamerika zahlreiche Auszeichnungen im Bereich Arbeitssicherheit erhalten. Bei der Verleihung wurde vor allem auf die geringe Unfallhäufigkeit und die Maßnahmen im Bereich Gesundheit der Arbeitnehmer hingewiesen. Das gute Abschneiden lässt sich vor allem auf die "Safety Initiative 2010" zurückführen. Diese Initiative wurde mit dem Ziel gestartet, gruppenweit einheitliche Sicherheitsstandards einzuführen und dadurch die Unfallzahlen deutlich zu reduzieren. Regelmäßige Schulungen, die bei den Mitarbeitern zu einem stärkeren Bewusstsein für Sicherheitsmaßnahmen geführt haben, trugen wesentlich zu dem Erfolg bei.

Rumänien Kooperation mit Habitat for Humanity

Wienerberger ist im Zuge der neuen Spendenrichtlinie eine Kooperation mit der NGO "Habitat for Humanity" eingegangen. Habitat for Humanity ist eine weltweit tätige Hilfsorganisation, die sich dem Ziel verschrieben hat, armen und benachteiligten Menschen in aller Welt sichere und angemessene Unterkünfte zu verschaffen. Als ersten Schritt werden in den nächsten drei Jahren gemeinsam etwa 150 Häuser für sozial bedürftige Menschen in Rumänien und Bulgarien errichtet. Der Auftakt für diese dreijährige Zusammenarbeit war der "Big Build 2012" in Craiova, Rumänien, der von 1. bis 5. Oktober 2012 stattgefunden hat. Zahlreiche Freiwillige aus aller Welt haben gemeinsam mit den betroffenen Familien fünf Ziegelhäuser in fünf Tagen erbaut.

Wienerberger Aktie mit annähernd flacher Kursentwicklung im Jahr 2012

Austrian Traded Index

DJ EURO STOXX® TMI Construction & Materials in €

Umsatz der Wienerberger Aktie je Kalenderwoche (in Mio.€ Doppelzählung)

Geldumsatz im Prime Market der Wiener Börse geht 2012 um 40% zurück; Wienerberger Aktie verzeichnet Rückgang des Handelsumsatzes um 58%

Wienerberger Aktie und Aktionäre

Die Wienerberger Aktie startete stark in das Jahr 2012 und markierte Mitte März mit 9,49 € ihren Jahreshöchststand. Mit einem Kursgewinn von 26,1% im ersten Quartal 2012 entwickelte sich die Aktie in diesem Zeitraum deutlich besser als der ATX (+14,1%) und der Branchenindex DJ EURO STOXX TMI Construction & Materials (+12,3%). Die deutlich rückläufige Nachfrage nach Baustoffen in einigen der europäischen Ziegelmärkte sowie die anhaltend hohe Unsicherheit, die sich in einem schwachen Konsumentenvertrauen widerspiegelte, lasteten im weiteren Jahresverlauf auf der Kursentwicklung, wodurch die Wienerberger Aktie mit einem geringen Kursverlust von 0,6% bei 6,93 € das Jahr schloss. Damit blieb die Performance auf Jahressicht deutlich hinter den Entwicklungen von sowohl ATX (+26,9%), als auch DJ EURO STOXX TMI Construction & Materials Index (+11,3%) zurück.

Aktienkursentwicklung

Trotz des starken Kursanstiegs des Leitindex ATX und des breiter gefassten ATX Prime (+25,8%), der vor allem von steigender Risikoneigung und der hohen Indexgewichtung von Finanztiteln und zyklischen Industriewerten getrieben war, ging das Handelsvolumen an der Wiener Börse 2012 deutlich zurück. Im Prime Market sank der Geldumsatz (in Doppelzählung) um 40% auf 35,7 Mrd. €. Diesem äußerst schwachen Handelsvolumen zollte auch die Wienerberger Aktie Tribut und musste aufgrund des um 34% niedrigeren Stückvolumens und des zwischenzeitlich starken Kursrückgangs einen Einbruch des Handelsumsatzes um 58% auf 924,8 Mio. € (in Doppelzählung) hinnehmen. Bei einem Stückumsatz von 125,4 Mio. Stück (in Doppelzählung) wurde das Wienerberger Aktienkapital an der Wiener Börse mit dem Faktor 0,5 im Jahr 2012 umgeschlagen. Im Vergleich zum durchschnittlichen täglichen Handelsumsatz anderer Unternehmen im österreichischen Leitindex ATX belegte Wienerberger Rang zehn unter den umsatzstärksten Werten. Der außerbörsliche Umsatz betrug 83,3 Mio. € (in Einfachzählung) gegenüber 157,8 Mio. € im Jahr davor und ging damit um 47% zurück. An der Österreichischen Termin- und Optionenbörse (ÖTOB) wurden 20.135 Optionskontrakte auf Wienerberger Aktien mit einem Wert von 15,6 Mio. € gehandelt.

Kennzahlen je Aktie 2010 1) 2011 1) 2012 Vdg. in %
Ergebnis in € -0,58 0,07 - 0,61 <-100
Dividende in € 0,10 0,12 0,12 0
Free Cashflow 2) in € 1,46 1,16 1,42 +23
Eigenkapital 3) in € 17,25 16,60 16,26 - 2
Höchstkurs in € 16,18 16,56 9,49 - 43
Tiefstkurs in € 9,55 6,66 5,53 - 17
Ultimokurs in € 14,29 6,97 6,93 - 1
Höchst KGV -27,9 236,6 - 15,6
Tiefst KGV -16,5 95,1 - 9,1
Ultimo KGV -24,6 99,6 - 11,4
Gewichtete Aktienanzahl 4) in Tsd. 116.528 116.762 115.063 - 1
Ultimo Börsekapitalisierung in Mio. € 1.679,5 819,2 814,3 - 1
Ø Börseumsatz/Tag in Mio. € 12,0 8,9 3,7 - 58

1) Zahlen wurden aufgrund einer Änderung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechend angepasst

2) Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit minus Investitions-Cashflow plus Wachstumsinvestitionen

3) Eigenkapital inklusive nicht beherrschender Anteile, exklusive Hybridkapital

4) bereinigt um zeitanteilig gehaltene eigene Aktien

Der Vorstand wird in Abhängigkeit von der weiteren Marktentwicklung und der bestmöglichen Verwendung der Finanzmittel der 144. o. Hauptversammlung am 14. Mai 2013 vorschlagen, eine Dividende von 12 Eurocent je Aktie auszuschütten. Die Höhe zukünftiger Dividenden ist von der Marktentwicklung, dem Vorhandensein wertschaffender Wachstumsprojekte und der Cashflow Generierung des Unternehmens abhängig.

Aktionärsstruktur

Die Wienerberger AG notiert mit 117,5 Mio. nennwertlosen Stückaktien (Inhaberaktien, keine Vorzugs- oder Namensaktien) im Prime Market der Wiener Börse. In den USA wird sie über ein ADR Level 1 Programm der Bank of New York im OTC Markt gehandelt. Mit einer Börsekapitalisierung von 814,3 Mio. € und einer Gewichtung im ATX von 2% zum Jahresende 2012 zählt Wienerberger zu den größten börsenotierten Unternehmen Österreichs.

Wienerberger ist eine reine Publikumsgesellschaft ohne Kernaktionär, deren Aktien zu 100% im Streubesitz sind. Der Streubesitz verteilt sich auf österreichische Anleger und internationale Investoren. Im Rahmen der Meldungspflicht bezüglich bedeutender Beteiligungen gemäß § 91 Börsegesetz haben wir folgende Meldungen erhalten: Dodge & Cox Inc. mit Sitz in den USA ist seit 31. Juli 2008 mit über 10% der ausstehenden Wienerberger Aktien der größte Aktionär. Ebenfalls mit Sitz in den USA hält First Eagle Investment Management, LLC seit 14. September 2011 mehr als 5% der Wienerberger Aktien. Seit 19. September 2012 hält Black Creek Investment Management Inc. mit Sitz in Kanada mehr als 5% der Wienerberger Aktien. Weitere Meldungen zu Beteiligungen über 4 % liegen nicht vor. Der Bestand eigener Anteile beläuft sich auf 2.472.706 Stück oder 2,1% der begebenen Aktien.

Dividendenvorschlag in der Höhe von 12 Eurocent je Aktie

Aktionärsstruktur nach Ländern (Institutionelle Anleger)

1 USA 48%

  • 2 Kanada 9%
  • 3 GB & Irland 5% 4 Österreich 16%
  • 5 Frankreich 2%
  • 6 Deutschland 5%
  • 7 Nordeuropa 4%
  • 8 Schweiz 3% 9 Sonstige 8%

Aktionärsstruktur nach Investortyp (Institutionelle Anleger)

  • 1 Wertorientiert 64%
  • 2 GARP 19%
  • 3 Wachstum 6%
  • 4 Index 6%

Intensiver, laufender Kontakt mit den Investoren weltweit

Wienerberger hat eine für international agierende, börsenotierte Unternehmen übliche breit gestreute Aktionärsstruktur. Gemäß der letzten Aktionärsstrukturerhebung im Jänner 2013 kommt die Mehrheit der institutionellen Anleger aus dem angelsächsischen Raum, Nordamerika (57%) sowie Großbritannien und Irland (5%). Mit knapp 75% ist die Mehrheit der Wienerberger Aktien im Besitz von institutionellen Anlegern, während rund 25% von privaten Anlegern gehalten werden. Eine Analyse der unterschiedlichen Anlagestrategien institutioneller Anleger zeigt, dass wertorientierte Investoren mit einem Anteil von 64% dominieren, gefolgt von GARP-Investoren (19%) und wachstumsorientierten Investoren (6%).

Investor Relations

Seit Jahren haben professionelle Investor Relations hohe Priorität für Wienerberger. Die Funktion ist direkt dem Finanzvorstand, bei starker Einbindung des Vorstandsvorsitzenden, unterstellt. Zentrales Anliegen der Investor Relations ist eine laufende, offene und aktive Kommunikation mit Investoren und Anteilseignern von Wienerberger zur Gewährleistung einer bestmöglichen Transparenz. In Anlehnung an internationale Usancen halten wir vor Ergebnisveröffentlichung und parallel zur Handelssperre für Wienerberger Mitarbeiter an einer Quiet Period fest. Da uns bewusst ist, dass dies eine Einschränkung der Kommunikation mit Investoren darstellt, behalten wir uns vor, die Quiet Period wieder aufzuheben.

Wienerberger hat auch im Jahr 2012 zahlreiche Roadshows durchgeführt und an Investorenkonferenzen in Europa und den USA teilgenommen, wie z.B. der Davy Building Conference, Citigroup Building Conference, Credit Suisse European Building Materials Conference, HSBC Austrian Day, Baader Investment Conference, Erste Group Bank Konferenz in Stegersbach und der Raiffeisen Centrobank Konferenz in Zürs sowie den Austrian Days der Wiener Börse in Zürich und New York. Der Vorstand und das Investor Relations Team trafen im abgelaufenen Jahr hunderte Investoren aus aller Welt persönlich oder informierten bei Conference Calls und Videokonferenzen über die wesentlichsten Kennzahlen sowie die operative und strategische Entwicklung des Unternehmens. Die Wienerberger Website bietet als wichtiges Kommunikationsmedium umfangreiche Informationen über das Unternehmen wie Download-Versionen von Geschäfts- und Zwischenberichten, Finanztermine, aktuelle Präsentationen, Live-Übertragungen von Hauptversammlung und Pressekonferenzen, Conference Calls (sowie deren Aufzeichnungen), Analystenschätzungen und einen weboptimierten Online-Geschäftsbericht (geschaeftsbericht. wienerberger.com). Für iPad-Nutzer stehen über eine kostenlose App der Geschäftsbericht, die Quartalsberichte und der Nachhaltigkeitsbericht zum Download und zur Dokumentenverwaltung zur Verfügung.

Wie bereits in den vergangenen Jahren wurden unsere Anstrengungen, die Investor Relations laufend zu verbessern, auch 2012 von der Financial Community anerkannt und mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet. Wienerberger wurde von der Jury des ARC (Annual Report Competition) mit Gold Awards in den Kategorien "Overall Annual Report" und "Chairman's Letter" prämiert. Von Report Watch wurde das Unternehmen mit der Note Agewertet und war damit das am besten platzierte Unternehmen Österreichs. Beim renommierten AAA (Austrian Annual Report Awards) vom trend Magazin wurde Wienerberger als Unternehmen mit dem drittbesten Nachhaltigkeitsbericht ausgezeichnet und beim Wiener Börse Preis 2012 belegte Wienerberger in der Kategorie "Corporate Bond" den zweiten Platz.

Die Beobachtung durch eine große Zahl renommierter heimischer und internationaler Investmentbanken sichert die "Visibility" der Wienerberger Aktie in der Financial Community. Während des vergangenen Jahrs hat die Baader Bank (München), Kepler Capital Markets (Wien) und Main First Bank AG (Frankfurt) die Coverage aufgenommen, während Bank of America Merrill Lynch (London), Credit Suisse (London), ING Bank N.V. (London) und Royal Bank of Scotland (London) die Coverage eingestellt haben. Per März 2013 wird Wienerberger von 13 Analysten gecovert. Folgende Broker veröffentlichen Analysen über Wienerberger und ihre Aktie (in alphabetischer Reihenfolge): Baader Bank (München), Berenberg Bank (London), Citigroup (London), Davy Securities (Dublin), Deutsche Bank (Wien), Erste Bank (Wien), Exane BNP Paribas (London), Goldman Sachs (London), HSBC Trinkhaus (Düsseldorf), Kepler Capital Markets (Wien), Main First Bank AG (Frankfurt), Raiffeisen Centrobank (Wien) und UBS (London).

Head of Corporate Communications Barbara Braunöck
Aktionärstelefon +43 (1) 601 92-10221
E-Mail [email protected]
Internet www.wienerberger.com
Online-Geschäftsbericht geschaeftsbericht.wienerberger.com
Wiener Börse WIE
Thomson Financial WBSV.VI; WIE-VI
Bloomberg WIE AV
Datastream O: WNBA
ADR Level 1 WBRBY
ISIN AT0000831706

Informationen zum Unternehmen und zur Wienerberger Aktie

Wienerberger erhält Gold Awards in den Kategorien "Overall Annual Report" und "Chairman's Letter"

Wienerberger Coverage liegt derzeit bei 13 Analysten

Politische Entscheidungen und Notenbanken bestimmen das Börsegeschehen

Eurozone verzeichnet 2012 Rückgang des realen BIPs

Unsicherheit hinsichtlich der Präsidentschaftswahlen und des Haushaltsstreits lastete auf US-amerikanischen Börsen

Wirtschaftliches Umfeld und Kapitalmärkte

Die Entwicklung an den Kapitalmärkten blieb auch 2012 sehr volatil. Nach einem vielversprechenden Start in das Börsejahr korrigierten die Märkte - insbesondere in Europa – zur Jahresmitte merklich nach unten, ehe sich die Leitindizes auf beiden Seiten des Atlantiks zum Jahresende wieder deutlich freundlicher zeigten. Dominiert wurde das Geschehen von politischen Entscheidungen auf nationalstaatlicher und internationaler Ebene sowie von der Geldpolitik der Notenbanken. Bemühungen zur Konsolidierung von Staatshaushalten und zur Bereinigung von strukturell bedingten Budgetdefiziten sowie die damit eng verbundene Entwicklung der Finanzierungskosten von Nationalstaaten standen weiterhin im Mittelpunkt. Dies galt gleichermaßen für die Mitgliedsstaaten der Eurozone – allen voran an der südlichen Peripherie – wie auch für die USA, deren als Fiskalklippe betitelter Haushaltsstreit um im Budget festgeschriebene, automatisch eintretende Haushaltskürzungen und Steuererhöhungen erst zu Jahresbeginn 2013 beigelegt werden konnte. Politische Entscheidungsträger wurden in ihren Bemühungen, Vertrauen und attraktive Rahmenbedingungen für Wirtschaftswachstum zu schaffen, durch eine unverändert stark expansive Geldpolitik der Notenbanken, welche die Leitzinsen auf historisch niedrigen Niveaus beließen und zusätzlich die im Umlauf befindliche Geldmenge durch Zukäufe von Wertpapieren erweiterten, unterstützt. In Europa stellte die Ratifizierung des Stabilitätsmechanismus ESM und dessen Genehmigung durch den Bundesverfassungsgerichtshof des wichtigsten Mitgliedslands Deutschland einen wichtigen Schritt für die Vertrauensbildung dar und bezeugte den Willen und die Entschlussfähigkeit für eine solidarische Lösung der Staatsschuldenkrise in der Eurozone. Nachdem das Konsumentenvertrauen in Europa ab dem Frühjahr 2012 von bereits schwachem Niveau weiter zurückgegangen war, deutete eine leichte Verbesserung zum Jahresende die positiven Auswirkungen der umgesetzten Maßnahmen an. Die Bereitschaft der Banken, Kredite zu vergeben, blieb durch die Unsicherheit bezüglich der Umsetzung strengerer Kapitalvorschriften für Finanzinstitute nach Basel III belastet. So fiel im abgelaufenen Jahr das Transaktionsvolumen für Wohnbaukredite in der Eurozone unter das Niveau von 2009 zurück.

Basierend auf Daten des IWF verringerte sich das reale BIP-Wachstum der Weltwirtschaft auf 3,2% im Jahr 2012 von 3,9% im Vorjahr. Mit der Eurozone, die einen Rückgang um 2 Prozentpunkte verzeichnete und gegenüber 2011 eine um 0,4% geringere Wirtschaftsleistung aufwies, und der Region Zentral-Osteuropa, deren Wirtschaftswachstum sich um 3,5 Prozentpunkte auf 1,8% verlangsamte, waren zwei Kernregionen der Wienerberger Gruppe von deutlichen Rückgängen betroffen. Die USA konnten hingegen eine leichte Beschleunigung des realen Wirtschaftswachstums auf 2,3% von 1,8% im Vorjahr verbuchen. Trotz einer weiterhin hohen Zahl von Unsicherheitsfaktoren und einer rückläufigen Wirtschaftsleistung in der Eurozone sowie einer abnehmenden Wachstumsdynamik der Weltwirtschaft konnte die Mehrzahl der europäischen und nordamerikanischen Leitindizes zum Teil deutliche Zugewinne verbuchen. Quelle: IWF, EZB

Wie die europäischen Börsenbarometer verzeichneten die US-amerikanischen Leitindizes in den ersten Monaten 2012 eine klar positive Entwicklung, jedoch fiel die im Frühsommer einsetzende Korrektur im Vergleich zum deutlichen Rückgang in Europa moderater aus. In der zweiten Jahreshälfte verzeichneten der Dow Jones und der breiter gefasste S&P 500 zwar Zuwächse und neue Jahreshöchststände, die Kursgewinne blieben aber aufgrund des unsicheren Ausgangs der Präsidentschaftswahlen, des den Nordosten des Landes treffenden Hurrikans Sandy

Das Jahr 2012 und Ausblick Wirtschaftliches Umfeld und Kapitalmärkte

sowie des lange Zeit ungelösten Haushaltsstreits hinter vergleichbaren europäischen Indizes zurück. Insbesondere die Unklarheit bezüglich der Besteuerung von Einkommen, Unternehmensgewinnen sowie Kapitalerträgen hemmte die Kursentwicklung. Per Ultimo 2012 ging der Dow Jones mit einem Zugewinn von 7,3% bei 13.104,14 Punkten und der S&P 500 mit einem Kursplus von 13,4% und einem Indexstand von 1.426,19 Punkten aus dem Handel.

Die Europäischen Leitindizes verzeichneten nach der deutlichen Korrektur zur Jahresmitte in der zweiten Jahreshälfte klare Zuwächse und ließen in diesem Zeitraum die wichtigsten amerikanischen Indizes hinter sich. Der deutsche Leitindex DAX wies 2012 mit 29,1% die beste Entwicklung unter den bedeutenden europäischen Börsenbarometern auf und unterstrich damit einmal mehr die vergleichsweise gesunde Wirtschaftslage in Deutschland sowie die hohe internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen. Mit einem Kursplus von 26,9% und einem Jahresendstand von 2.401,21 Punkten verzeichnete der ATX eine ähnlich starke Entwicklung, und profitierte aufgrund der starken Gewichtung von Finanztiteln und zyklischen Industriewerten von der steigenden Risikoneigung unter Anlegern. Auch der französische Leitindex CAC40 erreichte trotz Herabstufung des Kreditratings französischer Staatsanleihen, der angespannten Haushaltslage und einer Abkühlung der wirtschaftlichen Aktivität in Frankreich einen Kursanstieg von 15,2%. Der Londoner FTSE 100-Index blickt in Folge der leicht rückläufigen Wirtschaftsleistung in Großbritannien auf einen moderateren Kursanstieg von 5,8% zurück und ging 2012 mit 5.897,8 Punkten aus dem Handel.

Die europäische Wohnbautätigkeit verzeichnete 2012 einen Rückgang und blieb deutlich hinter den Erwartungen zu Jahresanfang zurück. Hauptursachen dieser Entwicklung waren das anhaltend niedrige Konsumentenvertrauen als Folge der schwachen Konjunkturlage in Europa und die eingeschränkte Kreditvergabe durch Banken. Während im Dezember 2011 Euroconstruct noch von einer Zunahme der Wohnbauleistung um 1,3% ausging, wurde diese Einschätzung im Jahresverlauf auf einen Rückgang von 3,5% revidiert. Besonders deutlich wurde dabei die Prognose für die Neubautätigkeit in Westeuropa gekürzt: von ursprünglich +1,8% auf -6,1%. Insgesamt ging 2012 im Wohnbausegment die Neubautätigkeit um 5,9% und die Renovierungstätigkeit um 2,0% zurück. Auch im Renovierungssegment blieb die Entwicklung in Westeuropa mit -2,0% deutlich hinter der Zunahme in den vier osteuropäischen Ländern (Polen, Slowakei, Tschechische Republik, Ungarn) unter Beobachtung (+1,2%) zurück. Im Einklang mit der Abnahme der Bauaktivität war auch die Nachfrage nach Baustoffen im europäischen Ziegelgeschäft schwächer als im Jahr zuvor und fiel bzw. blieb weiterhin in vielen Märkten hinter dem Niveau von 2009 zurück. So waren in Westeuropa vor allem in Frankreich, den Niederlanden und Belgien deutliche Rückgänge zu verzeichnen, wobei insbesondere das Renovierungssegment die Erwartungen nicht erfüllen konnte. In Osteuropa verzeichnete die Mehrzahl der Märkte weitere Rückgänge von teilweise sehr schwachen Niveaus. Allen voran entwickelten sich mit Polen und der Tschechischen Republik zwei wichtige Märkte schwächer als zu Jahresbeginn prognostiziert. Positive Ausnahme blieb Russland, wo sich die starke Dynamik aus dem Jahr 2011 fortsetzte.

Starke Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte beschert den Leitindizes ein klares Kursplus

Europäische Wohnbautätigkeit auch 2012 rückläufig

Baubeginne je tausend Einwohner fallen in Westeuropa um durchschnittlich 4,5% und in Osteuropa (PL, SK, CZ, HU) um 10,6%

Ein wichtiger Indikator für die Bauaktivität in den Endmärkten des Geschäftsbereichs Ziegel Europa sind die Baubeginne für Ein- und Zweifamilienhäuser je tausend Einwohner. Im Jahresvergleich weisen nur Russland, die Niederlande, Belgien, Deutschland und Bulgarien eine positive Entwicklung auf, während sich Österreich auf gutem Niveau stabil zeigte. Die Euroconstruct-Prognosen für Belgien und die Niederlande stehen dabei in deutlichem Gegensatz zu der von uns beobachteten Marktentwicklung. Das Wienerberger Management schätzt den Aktivitätsrückgang im Jahr 2012 auf 17% in Belgien und auf 20% für die Niederlande. Durchschnittlich ging die Anzahl der Baubeginne für Ein- und Zweifamilienhäuser je tausend Einwohner in Westeuropa um 4,5% und in Osteuropa (Euroconstruct Länder: PL, SK, CZ, HU) um 10,6% zurück.

1) Baubeginne

2) Baubeginne Ein- und Zweifamilienhäuser

3) Baufertigstellungen Ein- und Zweifamilienhäuser

4) Durchschnitt Osteuropa (PL, SK, CZ, HU)

Deutliche Auswirkungen öffentlicher Sparmaßnahmen auf Infrastrukturausgaben

Infrastrukturausgaben gingen 2012 stark zurück, wodurch die belastenden Auswirkungen der Konsolidierung öffentlicher Budgets auf die Realwirtschaft unterstrichen wurden. Euroconstruct prognostiziert den Rückgang der Infrastrukturinvestitionen für 2012 auf 7,5%. Mit Spanien, Portugal und Irland weisen einige jener westeuropäischen Länder, die im Mittelpunkt der Staatsschuldenkrise stehen, die größten Rückgänge auf. Von den Einsparungen besonders betroffen war das Neubausegment, das um 9,3% zurückging, während im Renovierungssegment die Abnahme mit 4,3% moderater ausfiel. Für 2013 wird ein weiterer Rückgang der Gesamtausgaben um 2,5% prognostiziert, wobei die Abnahme im Neubausegment mit 3,3% wiederum stärker ausgeprägt ist als im Renovierungssegment (-1,1%). Das Teilsegment Energie & Wassermanagement, das rund ein Viertel der Infrastrukturausgaben repräsentiert und das den für unser Rohrgeschäft wichtigen Markt für Frisch- und Abwassersysteme beinhaltet, ging laut Euroconstruct 2012 um 7,7% zurück. Für 2013 wird für dieses Teilsegment ein Rückgang um 1,7% vorhergesagt.

Das Jahr 2012 und Ausblick Wirtschaftliches Umfeld und Kapitalmärkte

Die Entwicklung in den acht für unser Rohrgeschäft wichtigsten Endmärkten, in denen rund 80% des Ergebnisses erwirtschaftet werden, lag 2012 klar über dem europäischen Durchschnitt. Die Infrastrukturausgaben zeigten sich in jenen Ländern kaum verändert (+0,1%), und der für 2013 prognostizierte Rückgang um 0,4% fällt im Vergleich zum Gesamtmarkt deutlich geringer aus. Noch besser stellte sich die Entwicklung im Teilsegment Energie & Wassermanagement dar, in dem 2012 ein Anstieg der Ausgaben um 1,4% verzeichnet wurde. Für 2013 ist die Prognose mit einem Zuwachs in der Höhe von 4,2% ebenfalls optimistisch.

US-Baubeginne in 1.000 pro Monat versus US-Arbeitslosenrate

Quelle: U.S. Census Bureau

Am US-Häusermarkt stellte sich eine deutliche Belebung der Aktivität ein, die von einem breiten Spektrum an Indikatoren belegt wird. Während 2012 die Fertigstellungen mit 651.400 Wohneinheiten ein Plus von 11,4% verzeichneten, waren die Zunahme der Baubeginne um 28,1% auf 780.000 Wohneinheiten und die Zunahme der Baugenehmigungen um 30,3% auf 813.400 Wohneinheiten noch deutlichere Belege für die voranschreitende Erholung. Im Dezember 2012 beliefen sich laut U.S. Census Bureau die Baugenehmigungen sogar auf einen saisonal bereinigten Wert von 903.000 Wohneinheiten. Die von der National Association of Home Builders (NAHB) bereitgestellten Daten bestätigen das Bild und schätzen die Baubeginne für 2012 auf 774.000 Wohneinheiten oder auf ein Plus von 26,5%. Die Zunahme der Baubeginne für Ein- und Zweifamilienhäuser belief sich dabei auf 22,4%. Für 2013 prognostiziert die NAHB ein Wachstum von 21,1% im Ein- und Zweifamiliensegment und eine Zunahme der Baubeginne im gesamten Wohnungsneubau um 20,4%. Auch der NAHB/Wells Fargo Housing Market Index, der die gegenwärtige Einschätzung von Hausverkäufen durch Bauunternehmer und Entwickler sowie deren Erwartungen für die nächsten sechs Monate widerspiegelt, erholte sich im Jahresverlauf deutlich und markierte im Dezember 2012 mit einem Indexwert von 47 ein Niveau, das zuletzt im April 2006 erreicht worden war. Der Bestand unverkaufter Ein- und Zweifamilienhäuser fiel für neue Häuser von 5,4 auf 4,9 Monate und für existierende Häuser von 7,0 auf 4,9 Monate im Vergleich zu Dezember 2011. Die Leistbarkeit von Hypothekardarlehen erreicht darüber hinaus im Dezember 2012 mit einer Fixverzinsung von 3,35% über eine Laufzeit von 30 Jahren (Freddie Mac Primary Mortgage Market Survey) einen neuen historischen Tiefststand. Ein weiterer wichtiger Treiber für die Erholung am Häusermarkt ist auch die Trendwende bei den Verkaufspreisen, die laut S&P/Case-Shiller Index in den 12 Monaten bis einschließlich Dezember 2012 um 7,3% im Jahresvergleich zulegten. In Summe unterstreicht die große Zahl positiver Indikatoren zum US-Häusermarkt, dass für 2013 mit einer Fortsetzung des positiven Trends zu rechnen ist.

Wichtigste Endmärkte des Rohrgeschäfts im Teilsegment Energie & Wassermanagement deutlich stabiler

US-Häusermarkt lässt mit kräftiger Zunahme der Baubeginne Krise hinter sich

Das Jahr 2012 und Ausblick Interview Willy van Riet Ergebnis- und Bilanzanalyse

Ergebnis- und Bilanzanalyse

Erläuterungen zur neuen Konzernstruktur sowie zu Restatements

Um der neuen Konzernstruktur nach der Akquisition von Pipelife Rechnung zu tragen, haben wir unsere Berichterstattung entsprechend angepasst und Bereiche zusammengefasst, die ähnliche Marktdynamiken und Wachstumstreiber aufweisen. Wesentlichste Änderung dabei ist, dass wir das keramische Geschäft in Europa, welches Hintermauer-, Vormauer- und Dachziegel umfasst, in der Division Ziegel Europa zusammenfassen. Zusätzlich sind unsere 50%-Beteiligungen an Tondach Gleinstätten und Schlagmann nicht mehr im operativen Ergebnis dargestellt, sondern werden at-equity ausgewiesen, wie im nächsten Absatz noch ausführlicher erläutert wird. Das neue Rohrgeschäft (Kunststoffrohrsysteme von Pipelife sowie keramische Rohrsysteme von Steinzeug-Keramo) wird gemeinsam mit den Flächenbefestigungen aus Beton (Semmelrock) in der Division Rohre & Pflaster Europa gebündelt. Im Sinne einer transparenten Berichterstattung werden in beiden Divisionen die Ergebnisse für die Regionen gesondert nach Ost- und Westeuropa ausgewiesen. Unsere Aktivitäten in den USA und Kanada berichten wir zukünftig gemeinsam mit dem amerikanischen Kunststoffrohrgeschäft von Pipelife in der Division Nordamerika. Operative Holdingkosten, welche einzelnen Geschäftsfeldern direkt zurechenbar sind, wurden auf die jeweiligen Divisionen umgelegt. Somit verbleiben im Segment Holding & Sonstiges nur mehr die Kosten der Konzernzentrale sowie die indischen Ziegelaktivitäten.

Im vorliegenden Bericht wurden neben der Neustrukturierung der Segmente auch Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden umgesetzt. Davon betroffen ist die Darstellung der 50%-Beteiligungen an Schlagmann und der Tondach Gruppe, die zuvor quotal konsolidiert waren und nun in der Bilanz in den Anteilen an assoziierten Unternehmen ausgewiesen werden. Die Ergebnisse der beiden Unternehmen werden demzufolge im Finanzergebnis in der Ergebnisübernahme von assoziierten Unternehmen dargestellt. Die bereits jetzt umgesetzten Änderungen des IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer) betreffen im Wesentlichen die Rückstellungen für Pensionen sowie die Erfassung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste im sonstigen Gesamtergebnis. Der Ausweis des Nettozinsaufwands erfolgt zukünftig im Finanzergebnis statt wie bisher in den Aufwendungen für Altersversorgung. In diesem Bericht wurden alle Vergleichszahlen angepasst, die aus einer Änderung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden resultieren.

In den im Abschluss dargestellten Bilanzen führte die frühzeitige Anwendung des IAS 19 zu einer Erhöhung der Rückstellung für Pensionen um 17,5 Mio. € zum 31.12.2010 und um 23,9 Mio. € zum 31.12.2011 im Vergleich zu den veröffentlichten Bilanzen der jeweiligen Geschäftsjahre. Die übrigen Rücklagen verminderten sich aufgrund der Erfassung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste im sonstigen Gesamtergebnis um 22,7 Mio. € zum 31.12.2010 und 27,3 Mio. € zum 31.12.2011. Die Auswirkungen der frühzeitigen Anwendung von IAS 19 auf die Gewinn- und Verlustrechnung für das Jahr 2011 waren unwesentlich. Die Änderung der Einbeziehungsart von Schlagmann und Tondach Gleinstätten auf die Equity-Methode sowie sonstige Effekte verringerten für das Jahr 2011 den Umsatz um 108,3 Mio. €, das operative EBITDA um 18,2 Mio. € und das operative EBIT um 8,5 Mio. € im Vergleich zu den veröffentlichten Konzernzahlen. Die Nettoverschuldung verminderte sich um 12,2 Mio. € zum 31.12.2010 und 83,7 Mio. € zum Stichtag 31.12.2011. Die Bilanzsumme der Wienerberger Gruppe verringerte sich um 58,0 Mio. € zum 31.12.2010 und 130,9 Mio. € zum 31.12.2011.

Umsatz nach Segmenten

  • 1 Ziegel Westeuropa 48 %
  • 2 Ziegel Osteuropa 13%
  • 3 Rohre & Pflaster Westeuropa 17%
  • 4 Rohre & Pflaster Osteuropa 14%
  • 5 Nordamerika 8 % 6 Holding & Sonstiges 0 %

Ergebnisse der 50%-Beteiligungen an Schlagmann und Tondach Gleinstätten werden künftig im Finanzergebnis dargestellt

Die Zahlen der Vorjahresperiode wurden entsprechend angepasst

Umsatz nach Regionen

  • 1 Osteuropa 27%
  • 2 Benelux 22%
  • 3 Deutschland 13% 4 Frankreich 9%
  • 5 Nordamerika 8%
  • 6 Sonstige 21%

Schwieriges Marktumfeld für Ziegel Europa führt zu Umsatz- und Ergebnisrückgängen in der Division

Ertragslage

Die Ergebnisse der Wienerberger Gruppe im Jahr 2012 waren durch drei wesentliche Entwicklungen bestimmt. Das schwierige Marktumfeld in Europa aufgrund der zum Teil deutlichen Rückgänge in der Bautätigkeit beeinflusste die Ergebnisse der Gruppe negativ. Demgegenüber standen eine moderate Erholung im amerikanischen Wohnbau sowie die Beiträge der im Mai 2012 übernommenen Pipelife Gruppe, einem der führenden Anbieter von Kunststoffrohren in Europa, welche sich positiv auf Umsatz- und Ergebnis auswirkten.

Der Konzernumsatz ist im Vergleich zum Vorjahr um 23% auf 2.355,5 Mio. € gestiegen, wovon 28% bzw. 511,7 Mio. € auf die Erstkonsolidierung der Pipelife Gruppe zurückzuführen sind. Pipelife konnte die Ergebnisse gegenüber 2011 weiter steigern und erwirtschaftete im Gesamtjahr 2012 einen um 6,8% höheren Umsatz von rund 858,9 Mio. € und ein um 13,1% höheres operatives EBITDA von rund 78,0 Mio. €. Der organische Umsatz, bereinigt um Effekte aus Akquisitionen und Fremdwährungen, war als Folge der schwächeren Nachfrage bei Ziegeln in Europa um 5% rückläufig. Dieser Umsatzrückgang erklärt sich zu -9% aus Mengen- und zu +4% aus Preiseffekten. In einem schwierigen Marktumfeld ist es Wienerberger gelungen, neben Preisanpassungen im Rahmen der Kosteninflation den Absatz an höherwertigen Produkten weiter zu steigern und somit um 4% höhere Durchschnittspreise zu erzielen. Fremdwährungseffekte hatten keinen wesentlichen Einfluss auf die Umsatzentwicklung, da negative Währungseffekte aus dem polnischen Zloty sowie der tschechischen Krone durch Aufwertungen des US Dollars sowie des britischen Pfunds mehr als kompensiert wurden.

Der Bereich Ziegel Europa war 2012 mit einem schwierigen Marktumfeld konfrontiert. Die europäische Bauwirtschaft hatte wieder verstärkt unter den negativen Auswirkungen der Euro- und Staatsschuldenkrise zu leiden, die sich in steigender Unsicherheit, niedrigem Konsumentenvertrauen und einer restriktiven Kreditvergabe von Banken niederschlugen. Die Folge waren Rückgänge in der Bautätigkeit in nahezu allen europäischen Märkten, die teilweise im zweistelligen Bereich lagen und dazu führten, dass in einigen für Wienerberger wichtigen Ländern wie den Niederlanden, Belgien, Frankreich und Polen sogar das Niveau des Krisenjahrs 2009 unterschritten wurde. Dementsprechend hatte Wienerberger in der Division Ziegel Europa im Jahr 2012 Absatz- und Ergebniseinbußen zu verzeichnen. Bei einem Mengenrückgang von 11% verringerte sich der Außenumsatz um 6% gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres auf 1.443,8 Mio. €. Erfreulich war, dass es in diesem schwierigen Marktumfeld gelungen ist, die geplanten Preiserhöhungen im Rahmen der Kosteninflation umzusetzen und den Absatz an höherwertigen Produkten entgegen dem negativen Markttrend zu steigern. Die Durchschnittspreise lagen um 4% über der Vergleichsperiode des Vorjahrs. Höhere Stückkosten aufgrund der schwächeren Auslastung der Produktionskapazitäten belasteten die Ergebnisse und führten zu einem Rückgang von 22% im operativen EBITDA der Division Ziegel Europa. Daher wurden beginnend mit dem dritten Quartal 2012 Maßnahmen zur Anpassung der Kostenstrukturen an die Marktgegebenheiten eingeleitet (siehe auch weiter unten "Restrukturierungsprogramm 2012").

In der Division Rohre & Pflaster Europa stieg der Außenumsatz von 230,8 Mio. € auf 711,2 Mio. €. Hauptverantwortlich ist neben der anhaltend guten Geschäftsentwicklung im Bereich keramische Rohre vor allem der Beitrag der seit 31. Mai 2012 vollkonsolidierten Pipelife Gruppe. In den sieben Monaten seit der Erstkonsolidierung lieferte der Spezialist für Kunststoffrohrsysteme einen Beitrag zum Umsatz der Division von 478,8 Mio. € und zum operativen EBITDA von 45,5 Mio. €. Neben organischem Mengenwachstum und erfolgreichem Kosten- und Preismanagement profitierte Pipelife im abgelaufenen Geschäftsjahr von den Beiträgen der im Mai 2011 übernommenen französischen Kunststoffrohrsparte von Alphacan. Der Bereich Flächenbefestigungen aus Beton, welcher ausschließlich in Osteuropa tätig ist, war ähnlich wie der Bereich Ziegel stark von den schwierigen Marktgegebenheiten der Region betroffen. Die schwache Bautätigkeit in Osteuropa und der starke Preisdruck bei Flächenbefestigungen aus Beton führten im Berichtsjahr zu rückläufigem Umsatz und Ergebnis. Es wurden daher Maßnahmen zur Anpassung der Kostenstrukturen eingeleitet, die 2012 zu zahlungswirksamen Einmalkosten in Höhe von 1,1 Mio. € führten. Nach Regionen betrachtet, fielen die Ergebniszuwächse im Segment Rohre & Pflaster Westeuropa stärker aus als in Osteuropa, da die größten Märkte von Pipelife mit Schweden, Norwegen, Finnland und den Niederlanden in Nord-Westeuropa zu finden sind. In diesen Ländern zeigte die Nachfrage nach Rohrsystemen im Jahr 2012 auch eine dynamischere Entwicklung als bei den osteuropäischen Nachbarn.

In der Division Nordamerika war erstmals nach vielen Jahren wieder eine Erholung in der Bauwirtschaft von sehr niedrigem Niveau spürbar. Beim operativen EBITDA konnte im nordamerikanischen Ziegelgeschäft der erwartete Turnaround geschafft werden. Zusammen mit den Beiträgen aus der Erstkonsolidierung des amerikanischen Kunststoffrohrgeschäfts von Pipelife stieg der Außenumsatz in Nordamerika um 43% auf 193,8 Mio. €, und das operative EBITDA lag bei 9,8 Mio. € in der Berichtsperiode gegenüber -8,2 Mio. € im Jahr zuvor.

Ertragsentwicklung 2011 1) Verkäufe 2) Käufe 2) F/X 3) Organisch 2012
in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. €
Umsatz 1.915,4 0,0 523,6 19,1 - 102,6 2.355,5
EBITDA operativ 4) 240,4 0,0 51,5 1,6 - 48,0 245,5
EBIT operativ 4) 40,0 0,0 31,6 - 0,2 - 40,4 31,0
Nicht wiederkehrend 5) - 2,6 0,0 0,0 0,1 - 50,3 - 52,8
Finanzergebnis 6) 10,0 - 0,3 - 9,8 - 0,3 - 14,7 - 14,5
Ergebnis vor Steuern 47,4 0,0 25,7 - 0,4 - 108,9 - 36,2
Ergebnis nach Steuern 39,4 0,0 20,2 - 0,4 - 99,7 - 40,5

1) Zahlen wurden aufgrund einer Änderung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechend angepasst

2) Effekte aus Konsolidierungskreisänderungen

3) Währungseffekte

4) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

5) Restrukturierungskosten und Wertminderungen von Sachanlagen sowie Firmenwertabschreibungen

6) inklusive at-equity Beteiligungsergebnis

Erstkonsolidierung von Pipelife bringt deutliche Umsatz- und Ergebnissteigerung bei Rohre & Pflaster Europa

Turnaround im nordamerikanischen Ziegelgeschäft

Operatives EBITDA von 245,5 Mio. € leicht über Vorjahr

Das operative EBITDA der Gruppe lag mit 245,5 Mio. € leicht über dem Vergleichswert 2011, wobei 49,5 Mio. € aus Konsolidierungskreisänderungen aus der Erstkonsolidierung der Pipelife Gruppe stammen und 1,6 Mio. € auf positive Wechselkursdifferenzen vorwiegend aus dem Britischen Pfund zurückzuführen sind. Rückläufige Absatzmengen in der Division Ziegel Europa und damit verbundene schwächere Kapazitätsauslastungen belasteten das EBITDA. Aktives Working Capital Management mit dem Ziel einer kontrollierten Entwicklung der Vorräte brachte verlängerte Stillstände im gesamten Werksnetz bei Ziegel Europa und belastete zusätzlich die Ergebnisse der Division.

EBITDA operativ 1) 2011 2) 2012 Vdg.
in Mio. € in Mio. € in %
Ziegel Europa 236,7 183,5 - 22
Rohre & Pflaster Europa 26,7 67,4 >100
Nordamerika -8,2 9,8 >100
Holding & Sonstiges -14,8 - 15,2 -3
Wienerberger Gruppe 240,4 245,5 +2

1) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

2) Zahlen wurden aufgrund einer Änderung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechend angepasst

Restrukturierungsprogramm 2012

Aufgrund des neuerlichen Marktrückgangs im Wohnbau wurde bereits im dritten Quartal 2012 mit der Umsetzung eines Restrukturierungsprogramms begonnen, welches im vierten Quartal noch ausgeweitet wurde. Dieses Programm umfasst neben der Einmottung von Werksstandorten im Wesentlichen Anpassungen von Schichtmodellen sowie weitere Optimierungsmaßnahmen im Verwaltungsbereich. Mit diesen Maßnahmen verbunden waren einmalige Restrukturierungskosten bzw. Wertminderungen von Anlagen von insgesamt 43,0 Mio. €. Davon betreffen 28,8 Mio. € zahlungswirksame Einmalkosten sowie 14,2 Mio. € Sonderabschreibungen. Alle Kosten des Restrukturierungsprogramms wurden bereits im Jahr 2012 bilanziell berücksichtigt, wobei einzelne Maßnahmen daraus erst im Verlauf des Jahrs 2013 umgesetzt werden. Die aus diesem Programm errechneten Einsparungen sollen bis Ende 2014 insgesamt rund 50 Mio. € betragen, wovon bereits rund 14 Mio. € in der Berichtsperiode realisiert werden konnten. Darüber hinaus wurden die Normalinvestitionen in der Gruppe mit Schwerpunkt auf Ziegel Europa und Flächenbefestigungen in Osteuropa auf ein erforderliches Minimum reduziert.

Für das Jahr 2012 errechnet sich eine durchschnittliche Kosteninflation von ca. 3,5%, wobei die Inflation bei den variablen Inputkosten leicht über und bei den fixen Inputkosten leicht unter diesem Durchschnittswert lag. Die Energiekosten stiegen um 19,3 Mio. € und erreichten einen Anteil von 12% am Umsatz (Vorjahr: 15%). Der starke Rückgang des Anteils der Energiekosten am Umsatz ist im Wesentlichen auf die Pipelife Erstkonsolidierung zurückzuführen, wo der Energieverbrauch von untergeordneter Bedeutung ist. Die während des Jahrs 2012 umgesetzten Preisanpassungen waren ausreichend, um die gesamte Kosteninflation auf Gruppenebene abzudecken.

Zahlungswirksame Einmalkosten aus Restrukturierungsprogramm von 29 Mio. € gegenüber Kosteneinsparungen von 50 Mio. € bis Ende 2014

Kosteninflation lag im Durchschnitt bei 3,5% und konnte durch umgesetzte Preiserhöhungen abgedeckt werden

Das Jahr 2012 und Ausblick Ergebnis- und Bilanzanalyse

In den Abschreibungen auf das Anlagevermögen von 238,5 Mio. € sind neben laufenden Abschreibungen und Wertminderungen im Rahmen des Restrukturierungsprogramms in der Höhe von 14,2 Mio. € auch Sonderabschreibungen von 19,9 Mio. € enthalten, die aus der jährlichen Beurteilung auf Werthaltigkeit von bereits eingemotteten oder geschlossenen Liegenschaften und Maschinen stammen oder aus Anlageninventuren resultieren. Die operative Abschreibungstangente reduzierte sich wegen des höheren Konzernumsatzes von 9,6% im Jahr 2011 auf 8,3% im Berichtsjahr. Dieser im internationalen Vergleich relativ hohe Wert resultiert vor allem aus der starken Investitionstätigkeit der Vergangenheit und ist ein Indikator für die Anlagenintensität und das technische Potenzial der Wienerberger Gruppe.

Wienerberger führt regelmäßig im Anschluss an die Unternehmensplanung Werthaltigkeitstests durch. Des Weiteren werden anlassbezogen Werthaltigkeitstests nach Evaluierung von sogenannten "Triggering Events" durchgeführt. Lassen Hochrechnungen und Analysen aufgrund von Ereignissen während des Berichtsjahrs vermuten, dass negative Abweichungen vom ursprünglichen Plan möglich sind, erfolgt eine anlassbezogene Beurteilung der Werthaltigkeit. Die im Dezember des Berichtsjahrs auf Basis der Mittelfristplanungen für den Zeitraum 2013-2016 durchgeführten Werthaltigkeitstests ergaben einen Abwertungsbedarf von 9,8 Mio. €, welcher Firmenwertabschreibungen in Kroatien und in Litauen betrifft. Für diese Werthaltigkeitstests wurde für die Wienerberger Gruppe ein Gesamtkapitalkostensatz nach Steuern von 6,84% ermittelt, wobei wiederum in den Vereinigten Staaten (6,03%), Großbritannien (5,53%), Russland (11,63%), Indien (9,69%) und Türkei (8,77%) abweichende regionale Kapitalkostensätze verwendet wurden.

Zur Erhöhung der Transparenz sind die Aufwendungen aus Restrukturierungen und die damit verbundenen Wertminderungen von Sachanlagen sowie die Firmenwertabschreibungen, die sich in Summe auf 52,8 Mio. € belaufen, in der Gewinn- und Verlustrechnung nach dem operativen EBIT ausgewiesen.

Rentabilitätskennzahlen 2011 1) 2012
in % in %
Bruttoergebnis zu Umsatz 32,1 29,5
Verwaltungskosten zu Umsatz 6,5 6,2
Vertriebskosten zu Umsatz 22,4 20,7
Operative EBITDA-Marge 2) 12,6 10,4
Operative EBIT-Marge 2) 2,1 1,3

1) Zahlen wurden aufgrund einer Änderung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechend angepasst 2) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

Die operative EBITDA-Marge verringerte sich auf 10,4% im Jahr 2012 gegenüber 12,6% im Jahr zuvor. Dies erklärt sich vor allem aus einem Verwässerungseffekt durch die Einbeziehung von Pipelife, da die EBITDA-Marge im Kunststoffrohrgeschäft aufgrund einer anderen Kostenstruktur sowie auch einer anderen Kapitalintensität traditionell deutlich unter jener des keramischen Bereichs liegt. Anderseits erwirtschaftet das Kunststoffrohrgeschäft aber sehr attraktive CFROIs, welche deutlich über der internen Hurdle Rate von 11,5% liegen.

Rückgang der operativen EBITDA-Marge von 12,6% auf 10,4%

Abschreibungen auf das Anlagevermögen enthalten Sonderabschreibungen von 19,9 Mio. €

Werthaltigkeitstests zu Jahresende ergaben Abwertungsbedarf für Firmenwerte in Kroatien und Litauen

52,8 Mio. € einmalige Aufwendungen und Firmenwertabschreibungen

Operatives EBIT ging von 40,0 Mio. € im Jahr 2011 auf 31,0 Mio. € im Berichtsjahr zurück

Das operative Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT operativ) ging geschäftsbedingt aufgrund der schwierigen Marktlage von 40,0 Mio. € in 2011 auf 31,0 Mio. € in der Berichtsperiode zurück. Die Verschlechterung des Finanzergebnisses von 9,9 Mio. € auf -14,5 Mio. € resultiert zum einen aus höheren Finanzierungskosten aufgrund der Pipelife Akquisition sowie andererseits aus Wertberichtigungen in der Höhe von 9,9 Mio. €, die im Wesentlichen Finanzbeteiligungen in Italien und Polen betreffen. Des Weiteren kam es im Zuge der Pipelife Übernahme zur Neubewertung der schon bestehenden Beteiligung an Pipelife, die zu einem positiven Einmaleffekt in Höhe von 42,3 Mio. € führte. Der Bewertungseffekt wurde unter Berücksichtigung einer Kontrollprämie als Differenz zwischen dem Kaufpreis des 50%-Anteils und dem in der Wienerberger Bilanz bisher geführten Beteiligungsbuchwert errechnet. Im Vergleichsjahr 2011 ist als Einmaleffekt der Veräußerungsertrag der zu 50% at-equity konsolidierten Bramac Beteiligung berücksichtigt. In der Ergebnisübernahme von assoziierten Unternehmen sind für die ersten fünf Monate 2012 die Ergebnisse für 50% der Pipelife Gruppe enthalten. Das Ergebnis vor Steuern verschlechterte sich von 47,4 Mio. € auf -36,2 Mio. € in der Berichtsperiode vor allem aufgrund der einmaligen Kosten aus dem Restrukturierungsprogramm sowie aufgrund von Sondereffekten aus Wertberichtigungen von Sachanlagen und Firmenwerten.

Gewinn- und Verlustrechnung 1) 2011 2) 2012 Vdg.
in Mio. € in Mio. € in %
Umsatzerlöse 1.915,4 2.355,5 +23
Herstellkosten -1.301,4 - 1.661,0 +28
Vertriebs- und Verwaltungskosten 3) -553,9 - 631,5 +14
Sonstige betriebliche Aufwendungen -76,5 - 83,8 +10
Sonstige betriebliche Erträge 56,4 51,8 -8
Operatives Betriebsergebnis (EBIT operativ) 4) 40,0 31,0 -23
Restrukturierungskosten und Wertminderungen von Sachanlagen 0,0 - 43,0 <-100
Firmenwertabschreibungen -2,6 - 9,8 <-100
Betriebsergebnis (EBIT) 37,5 -21,7 <-100
Finanzergebnis 5) 9,9 - 14,5 <-100
Ergebnis vor Steuern 47,4 -36,2 <-100
Ertragsteuern -8,0 - 4,3 - 46
Ergebnis nach Steuern 39,4 -40,5 <-100

1) gerechnet auf Basis ungerundeter Werte

2) Zahlen wurden aufgrund einer Änderung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechend angepasst

3) inklusive Transportaufwendungen

4) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

5) inklusive at-equity Ergebnis

Verlust nach Steuern von 40,5 Mio. €

Ergebnis je Aktie in €

Steuerquote von -12%

Kosten aus Restrukturierungsprogramm sowie Sondereffekte aus Wertberichtigungen führen zu Verlust nach Steuern von 40,5 Mio. €

Bilanzsumme von 4.139,7 Mio. €

Kennzahl Working Capital zu Umsatz entsprach mit 25% zu Jahresende genau dem angestrebten Zielwert

Die negative Steuerquote von -12,0% (Vorjahr: 16,9%) resultiert aus der regionalen Ergebnisverteilung mit einem höheren Anteil an westeuropäischen Ländern mit hohen Nominalsteuersätzen. Verstärkt wird dieser Effekt aufgrund der erstmaligen Vollkonsolidierung der Pipelife Gruppe, deren wichtigste Märkte in Nord-Westeuropa liegen. Zudem führt die nicht gegebene Verwertbarkeit steuerlicher Verluste in einigen Ländern des keramischen Geschäftsbereichs zu einem geringen latenten Steuerertrag wodurch die Gewinn- und Verlustrechnung per Saldo einen niedrigeren Steueraufwand als 2011 aufweist.

Nach einem Gewinn nach Steuern im Jahr 2011 von 39,4 Mio. € verzeichnete Wienerberger in 2012 aufgrund der einmaligen Kosten aus dem Restrukturierungsprogramm sowie aufgrund von Sondereffekten aus Wertberichtungen von Sachanlagen und Firmenwerten einen Verlust nach Steuern von 40,5 Mio. €. Das Ergebnis je Aktie wird nach Abzug des auf Anteile in Fremdbesitz entfallenden Ergebnisses sowie nach Abzug des jährlichen Hybridkupons in Höhe von 32,5 Mio. € errechnet und reduzierte sich auf Basis der gewichteten Aktienanzahl von 115,1 Mio. Stück (Vorjahr: 116,8 Mio. Stück) auf -0,61 € (Vorjahr: 0,07 €).

Vermögens- und Finanzlage

Im Jahr 2012 stieg die Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr vor allem akquisitionsbedingt um 4% auf 4.139,7 Mio. €. Branchenbedingt ist die Bilanzstruktur durch hohe Anlagenintensität und langfristige Finanzierungskomponenten geprägt.

Der Anteil des Anlagevermögens am Gesamtvermögen war mit 68% (Vorjahr: 65%) leicht über Vorjahrsniveau, wobei auf Sachanlagen 62% (Vorjahr: 65%) des Capital Employed entfallen. Der Vorratsbestand lag Ende 2011 bei 576,6 Mio. € und stieg zum Halbjahr 2012 aufgrund der Saisonalität im Baustoffgeschäft sowie der erstmaligen Einbeziehung von Pipelife auf 772,7 Mio. € an. Durch striktes Working Capital Management gelang es, bis zum Jahresende die Vorräte auf 700,9 Mio. € zu senken. Die durchschnittliche Außenstandsdauer der Kundenforderungen blieb mit 26 Tagen in etwa konstant gegenüber dem Vorjahr, die durchschnittliche Außenstandsdauer bei den Lieferverbindlichkeiten ist von 47 Tagen auf 44 Tage gesunken. Das Working Capital (Vorräte + Nettokundenforderungen – Lieferverbindlichkeiten) erhöhte sich im Berichtsjahr aufgrund der oben beschriebenen Effekte aus der Erstkonsolidierung von Pipelife und belief sich auf 589,9 Mio. €, was einem Anteil am Umsatz von 25,0% (Vorjahr: 24,2%) bzw. einem Anteil am Capital Employed von 20% (Vorjahr: 17%) entspricht. Damit ist es gelungen, in einem schwierigen Marktumfeld das Working Capital am angestrebten Zielwert von 25% am Umsatz zu halten, welchen wir auch als nachhaltiges Niveau betrachten. Die Umschlagshäufigkeit des Working Capitals im Jahresdurchschnitt hat sich auf 93 Tage (Vorjahr: 100 Tage) reduziert. Wienerberger verfügte Ende 2012 mit 314,8 Mio. € über starke Liquiditätsreserven, bestehend aus Kassa, Bankguthaben und Wertpapieren und sonstigen finanziellen Vermögenswerten.

Entwicklung der Bilanzstruktur

Konzerneigenkapital von 2.363,7 Mio. €

94% der verzinslichen Finanzverbindlichkeiten haben langfristigen Charakter

Das Konzerneigenkapital verringerte sich um 3% auf 2.363,7 Mio. € (Vorjahr: 2.430,8 Mio. €). Hauptgründe dafür sind die Auszahlung des Hybridkupons von 32,5 Mio. €, die Zahlung der Dividende von 13,8 Mio. €, versicherungsmathematische Verluste im Zusammenhang mit leistungsorientierten Pensionsplänen und Abfertigungsvorsorgen in Höhe von 24,5 Mio. € sowie ein negatives Ergebnis nach Ertragssteuern von 40,5 Mio. €. Dem gegenüber erhöhten Differenzen aus der Währungsumrechnung von 38,9 Mio. € das Eigenkapital. Die Bewegung der erfolgsneutralen Differenzen in der Währungsumrechnung stammt vorwiegend aus dem polnischen Zloty, dem russischen Rubel sowie dem ungarischen Forint.

Die Rückstellung für latente Steuern erhöhte sich akquisitionsbedingt. Die Personalrückstellungen erhöhten sich aufgrund der Erstkonsolidierung der Pipelife Gruppe sowie aufgrund der umgesetzten Änderungen des IAS 19, woraus versicherungsmathematische Gewinne und Verluste ab sofort im sonstigen Gesamtergebnis zu erfassen sind. Aufgrund des starken Zinsverfalls kam es im Berichtsjahr zu einer Erhöhung der Personalrückstellungen in Höhe von 43,4 Mio. €. Da keine neuen leistungsorientierten Pensionszusagen abgeschlossen wurden bzw. die bestehenden Zusagen wenn möglich in beitragsorientierte Zusagen umgewandelt werden, kommt es, unabhängig von Parameteränderungen, laufend zu einer Verringerung der bilanzierten Pensionsverpflichtungen. Die kurzfristigen Rückstellungen erhöhten sich akquisitions- und geschäftsbedingt im Zusammenhang mit der Vorsorge diverser Leistungen im Rahmen der Restrukturierungsmaßnahmen. Die gesamten Rückstellungen machen 6% (Vorjahr: 5%) der Bilanzsumme aus. Die verzinslichen Verbindlichkeiten (Finanzverbindlichkeiten) haben sich um 17,8 Mio. € auf 916,8 Mio. € reduziert und enthalten Verbindlichkeiten gegenüber Banken, Anleihezeichnern und sonstigen Dritten von 898,2 Mio. €, Derivate mit negativen Marktwerten von 18,2 Mio. €, Leasingverbindlichkeiten von 0,2 Mio. € sowie Konzernverbindlichkeiten von 0,2 Mio. €. Diesen Verbindlichkeiten stehen Zahlungsmittel, Kassa, Bankguthaben und Wertpapiere von 314,8 Mio. € gegenüber. Von den verzinslichen Verbindlichkeiten (exklusive Konzernverbindlichkeiten) in Höhe von 916,6 Mio. € haben 94% (Vorjahr: 56%) langfristigen und 6% (Vorjahr: 44%) kurzfristigen Charakter.

Berechnung der Nettoverschuldung 1) 2011 2) 2012 Vdg.
in Mio. € in Mio. € in %
Langfristige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 513,7 858,7 +67
Kurzfristige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 417,8 57,7 - 86
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 2,9 0,2 - 93
- Konzernforderungen und -verbindlichkeiten aus Finanzierung - 26,5 - 22,2 - 16
- Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte - 58,7 - 50,1 - 15
- Zahlungsmittel -490,4 - 242,3 - 51
Nettoverbindlichkeiten 358,8 602,0 +68

1) exklusive Hybridanleihe, welche gemäß IFRS im Eigenkapital ausgewiesen wird

2) Zahlen wurden aufgrund einer Änderung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechend angepasst

Die Nettoverschuldung belief sich zum 31.12.2012 auf 602,0 Mio. € und lag damit um 68% über dem Vorjahreswert von 358,8 Mio. €. Der Anstieg der Nettoverschuldung erklärt sich zu 268,7 Mio. € aus Investitionen und Akquisitionen sowie aus der Einbeziehung der Schulden von Pipelife in Höhe von 194,2 Mio. €. Weiters erhöhten die Auszahlung des Hybridkupons, die Auszahlung der Dividende sowie sonstige Effekte im Rahmen der Finanzverbindlichkeiten die Nettoverschuldung um weitere 49,2 Mio. €. Vermindert wurde die Nettoverschuldung durch den Cashflow aus dem Ergebnis um 127,0 Mio. €, durch den Abbau von Working Capital in Höhe von 102,5 Mio. € sowie durch Devestitionen um 39,4 Mio. €. In der Folge ergab sich daraus ein Verschuldungsgrad am Jahresende von 25,5% (Vorjahr: 14,8%). Die langfristigen Finanzmittel wie Eigenkapital, langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten deckten das Anlagevermögen zu 126% (Vorjahr: 122%). Die Entschuldungsdauer lag am 31. Dezember 2012 bei 2,2 (Vorjahr: 1,5), die EBITDA-Zinsdeckung bei 5,0 (Vorjahr: 6,4).

Nettoverschuldung erhöht sich durch Übernahme von Pipelife auf 602,0 Mio. € zu Jahresende gegenüber 358,8 Mio. € im Jahr zuvor

Entwicklung der Nettoverschuldung (Net Debt)

in Mio. €

Erhöhung der Bilanzsumme durch Pipelife Übernahme

Bilanzentwicklung 2011 1) Verkäufe 2) Käufe 2) F/X 3) Organisch 2012
in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. €
Sachanlagevermögen 1.727,2 0,0 168,4 22,0 - 114,5 1.803,1
Immaterielles Anlagevermögen 679,5 0,0 220,4 4,7 - 22,5 882,1
Sonstiges langfristiges Vermögen 246,7 0,0 - 84,6 1,3 - 8,3 155,1
Vorräte 576,6 0,0 171,1 5,1 - 51,9 700,9
Sonstiges kurzfristiges Vermögen 761,4 0,0 - 31,9 - 6,0 - 125,0 598,5
Bilanzsumme 3.991,4 0,0 443,4 27,1 -322,2 4.139,7
Eigenkapital 4) 2.430,8 0,0 - 0,2 38,9 - 105,8 2.363,7
Rückstellungen 197,2 0,0 37,7 1,0 30,0 265,9
Verbindlichkeiten 1.363,4 0,0 405,9 - 12,8 - 246,4 1.510,1

1) Zahlen wurden aufgrund einer Änderung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechend angepasst

2) Effekte aus Konsolidierungskreisänderungen

3) Währungseffekte

4) inklusive nicht beherrschende Anteile und Hybridanleihe

Das akquisitionsbedingte Wachstum stammt aus der erstmaligen Einbeziehung der Pipelife Gruppe. Die organische Bilanzsummenverkürzung ergab sich hauptsächlich aufgrund von Abschreibungen von Sachanlagen und einem Abbau des Working Capitals.

Bilanzkennzahlen 2011 1) 2012
Capital Employed in Mio. € 2.652,1 2.931,3
Nettoverschuldung in Mio. € 358,8 602,0
Eigenkapitalquote in % 60,9 57,1
Verschuldungsgrad in % 14,8 25,5
Anlagendeckung in % 93,1 84,4
Working Capital zu Umsatz in % 23,9 25,0

1) Zahlen wurden aufgrund einer Änderung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechend angepasst

Treasury

Die Finanzmärkte waren 2012 einerseits von einer großen Unsicherheit im Euroraum sowie andererseits von ersten Anzeichen einer leichten Erholung der nordamerikanischen Wirtschaft gekennzeichnet. Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) Ende 2011 dem Bankensektor Liquidität für die nächsten drei Jahre zur Verfügung stellte, war das erste Quartal von einer Entspannung am Anleihenmarkt gekennzeichnet. Nach den Wahlen in Griechenland und den Diskussionen über europäische Rettungspakete und Stabilitätsmechanismen nahm die Unsicherheit im zweiten und dritten Quartal jedoch wieder stark zu. Dieser negativen Tendenz versuchte die EZB durch verstärkte Käufe von europäischen Staatsanleihen sowie der Zusicherung, den Euro jedenfalls erhalten zu wollen, entgegenzuwirken. Deutliche Entspannung auf den Finanzmärkten wurde aber erst nach der Entscheidung in Deutschland zum Europäischen Stabilitätspakt sowie dem erfolgreichen Rückkauf von Anleihen durch Griechenland spürbar.

Verschuldungsgrad von 26% Ende 2012

2012 war durch große Unsicherheit auf den Finanzmärkten geprägt

Das Jahr 2012 und Ausblick Ergebnis- und Bilanzanalyse

Wienerberger nutzte das Anfang 2012 günstige Marktfenster am Kapitalmarkt zur Emission einer 3,5 Jahre laufenden Anleihe mit einem Volumen von 200 Mio. € und sicherte damit den Refinanzierungsbedarf für 2012 frühzeitig ab. Da im Jahr 2013 kein großer Refinanzierungsbedarf besteht, kann sich Wienerberger somit bereits auf die Integration von Pipelife in das gruppenweite Treasury und die Finanzierungsagenden des Jahrs 2014 konzentrieren. Die proaktive Refinanzierungsstrategie wird beibehalten, und auch in Zukunft sollen kleinere Tranchen emittiert werden, um einerseits den durch die Pipelife Integration entstehenden Finanzierungsaufwand zu decken und andererseits das Fälligkeitsprofil zu optimieren.

Wienerberger wird auch weiterhin ausreichende Liquiditätsreserven in der Bilanz halten, da die Sicherung der Liquidität und eine starke Kapitalstruktur oberste Priorität bleiben. Zu Jahresende standen Wienerberger insgesamt 430 Mio. € an nicht ausgenutzten, zugesicherten Kreditlinien zur Deckung von Liquiditätsschwankungen zur Verfügung. Diese sollen aber bis Ende 2013 auf das für die Gruppe ausreichende Maß von 350 Mio. € verringert werden, um den "negative Carry" zu reduzieren. Die für Kreditvereinbarungen mit Banken gültigen Kennzahlen (Covenants) sind weiterhin klar innerhalb der vereinbarten Zielgrößen. Die Entschuldungsdauer lag bei 2,2 Jahren zum Jahresende und damit weit unterhalb des vorgegebenen Schwellenwerts von 3,5 Jahren. Die EBITDA-Zinsdeckung verschlechterte sich zwar von 6,4 im Vorjahr auf 5,0, liegt aber deutlich über dem Schwellenwert von 3,75.

Treasury Kennzahlen 31.12.20111) 31.12.2012 Schwellenwert
Nettoverschuldung / EBITDA operativ 2) 1,5 2,2 <3,50
EBITDA operativ 2) / Zinsergebnis 3) 6,4 5,0 >3,75

1) Zahlen wurden aufgrund einer Änderung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechend angepasst

2) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge; berechnet auf Basis eines operativen 12-Monats-EBITDA

3) berechnet auf Basis eines 12-Monats-Zinsergebnisses

Mehr als 70% der Verbindlichkeiten sind fix verzinst. Den verbleibenden 30% an variabel verzinsten Verbindlichkeiten stehen variabel verzinste Veranlagungen gegenüber, wodurch das Zinsrisiko der Gruppe limitiert ist. Während der Großteil der Finanzierungen in Euro denominiert ist, betrachtet Wienerberger das bilanzielle Währungsrisiko anhand der Nettorisikoposition in den wichtigsten Währungen (USD, CHF, GBP, PLN) und sichert einen Teil des Risikos auf Basis von monatlichen Sensitivitätstests mittels Zins-Währungsswaps ab. Zum Bilanzstichtag bestanden nur Derivatpositionen in US Dollar und Schweizer Franken.

Fälligkeitsstruktur der verzinslichen Finanzverbindlichkeiten in Mio. €

Cashflow

Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit aufgrund starken Working Capital Abbaus bei Pipelife deutlich verbessert

Free Cashflow um 21% auf 163,6 Mio. € gestiegen

Wienerberger konnte auch im schwierigen Jahr 2012 ihre Stärke, Cashflows zu generieren, wieder unter Beweis stellen. Der Cashflow aus dem Ergebnis von 127,0 Mio. € lag zwar, beeinflusst durch niedrigere Ergebnisbeiträge des Geschäftsbereichs Ziegel Europa, deutlich unter dem Vergleichswert des Vorjahrs. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit konnte jedoch aufgrund des starken Working Capital Abbaus von rund 100 Mio. € bei der Pipelife Gruppe seit dem Zeitpunkt der Erstkonsolidierung sowie einer stabilen Working Capital Entwicklung der restlichen Wienerberger Gruppe von 164,0 Mio. € im Jahr 2011 auf 229,5 Mio. € in der Berichtsperiode deutlich verbessert werden.

Der Zahlungsmittelabfluss für Gesamtinvestitionen lag aufgrund der Übernahme der restlichen 50% von Pipelife mit 268,7 Mio. € deutlich über dem Vorjahrswert von 151,7 Mio. €. Im Vergleichsjahr 2011 beeinflusste die Ausgleichszahlung für den Verkauf der 50%-Anteile der Bramac Gruppe bzw. die Aufstockung der Tondach Gleinstätten Beteiligung den Cashflow aus Investitionstätigkeit. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit umfasst den Emissionserlös der am 1. Februar 2012 platzierten Anleihe mit einer Nominale von 200 Mio. €, die Auszahlung des Hybridkupons von 32,5 Mio. €, die ausgeschüttete Dividende von 13,8 Mio. € sowie die Finanzierung des Kaufpreises der restlichen Anteile der Pipelife Gruppe. An Dividenden von assoziierten Unternehmen flossen im Berichtsjahr 13,0 Mio. € zu. Insgesamt schaffte es Wienerberger, im Jahr 2012 einen beachtlichen Free Cashflow (Zahlungsmittelzufluss aus dem operativen Cashflow abzüglich Cashflow aus Investitionstätigkeit zuzüglich Wachstumsinvestitionen) von 163,6 Mio. € gegenüber 135,0 Mio. € in der Vergleichsperiode des Vorjahrs zu erwirtschaften. Dieser wurde im Wesentlichen für die wertschaffende Akquisition von Pipelife verwendet.

Cashflow Statement 2011 1) 2012 Vdg.
in Mio. € in Mio. € in %
Cashflow aus dem Ergebnis 184,4 127,0 -31
Veränderung Working Capital und Sonstiges -20,4 102,5 >100
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 164,0 229,5 +40
Normalinvestitionen (Instandhaltung und
technologische Weiterentwicklung) -95,8 - 105,3 - 10
Wachstumsinvestitionen -55,9 - 163,4 <-100
Devestitionen und Sonstiges 66,8 39,4 - 41
Cashflow aus Investitionstätigkeit -84,8 -229,3 <-100
Wachstumsinvestitionen 55,9 163,4 >100
Free Cashflow 135,0 163,6 +21

1) Zahlen wurden aufgrund einer Änderung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechend angepasst

Das Jahr 2012 und Ausblick Ergebnis- und Bilanzanalyse

Investitionen

Die Gesamtinvestitionen stiegen aufgrund der Übernahme von Pipelife auf 268,7 Mio. € (Vorjahr: 151,7 Mio. €) an. Darin sind Wachstumsinvestitionen von 163,4 Mio. € (Vorjahr: 55,9 Mio. €) enthalten, wovon 146,6 Mio. € den Erwerb des restlichen 50%-Anteils der Pipelife betreffen. Auf Normalinvestitionen, die neben Instandhaltung auch Aufwendungen für technische Neuerungen sowie für Produktionsanlagen für hochwertige Produkte enthalten, entfielen 105,3 Mio. € (Vorjahr: 95,8 Mio. €) oder 54% der laufenden Abschreibungen (Vorjahr: 52%). Von den Gesamtinvestitionen entfielen im Berichtsjahr 24% auf die Division Ziegel Europa, 68% auf Rohre & Pflaster Europa, 6% auf Nordamerika und 2% auf Holding & Sonstiges.

Die Investitionen in das Sachanlagevermögen verteilen sich wie folgt auf die Anlagengruppen: Grundstücke und Gebäude mit 21,2 Mio. €, technische Anlagen und Maschinen mit 50,3 Mio. €, Betriebs- und Geschäftsausstattung mit 7,8 Mio. € sowie Anlagen in Bau mit 39,5 Mio. €.

Anstieg bei Gesamtinvestitionen aufgrund der Übernahme von Pipelife

Entwicklung Anlagevermögen Immaterielles Sachanlagen Finanzanlagen Gesamt
in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. €
31.12.2011 1) 679,5 1.794,3 137,5 2.611,3
Investitionen 2) 3,1 118,8 0,0 121,9
Konsolidierungskreisänderungen 220,4 171,4 - 91,8 300,0
Abschreibungen -25,8 - 212,7 - 2,9 - 241,4
Veräußerungen 0,0 - 10,3 0,0 - 10,3
Währungsumrechnung und Sonstiges 4,9 22,9 - 8,5 19,3
31.12.2012 882,1 1.884,4 34,3 2.800,8

1) Zahlen wurden aufgrund einer Änderung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechend angepasst 2) Zugänge lt. Anlagenspiegel

Gesamtinvestitionen 1) 2011 2) 2012 Vdg.
in Mio. € in Mio. € in %
Ziegel Europa 114,2 65,4 - 43
Rohre & Pflaster Europa 28,0 183,9 >100
Nordamerika 8,1 15,3 +89
Holding & Sonstiges 1,3 4,1 >100
Wienerberger Gruppe 151,7 268,7 +77

1) Zugänge zu Sachanlagevermögen, immateriellem Vermögen und Finanzanlagevermögen inklusive Working Capital und Konsolidierungskreisänderungen bzw. Normalinvestitionen plus Wachstumsinvestitionen

2) Zahlen wurden aufgrund einer Änderung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechend angepasst

Investitionen

Wichtige Kennzahlen zur Unternehmenssteuerung sind der CFROI und der ROCE

CFROI vs. hist. CE und Hurdle Rate

Konzern CFROI verbessert sich durch die erstmalige Einbeziehung von Pipelife von 5,0% auf 5,2%

Wienerberger Value Management

Für die interne strategische Unternehmenssteuerung werden cash-orientierte Vorsteuerrentabilitäten auf allen Unternehmensebenen ermittelt, die sowohl die Wertschaffung einzelner Unternehmenseinheiten als auch der gesamten Gruppe abbilden. Wichtige Kennzahlen sind der Cashflow Return on Investment (CFROI = EBITDA / durchschnittliches historisches Capital Employed zu Anschaffungskosten) und der Cash Value Added (CVA). Das CFROI-Modell ermöglicht es, Unternehmensbereiche unabhängig von der Altersstruktur der Werke zu vergleichen. Als nachhaltiges Mindestrentabilitätsziel wurde für alle Unternehmensbereiche ein CFROI, bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge, von zumindest 11,5% (= Hurdle Rate) festgelegt. Für die Berechnung des CVA wird der jeweilige Bereichs-CFROI dieser Hurdle Rate gegenübergestellt und mit dem durchschnittlichen historischen Capital Employed (CE) multipliziert. Der CVA zeigt die absolute, operative, zahlungswirksame Wertschaffung der Unternehmensbereiche.

Berechnung des Konzern-CFROI 2011 1) 2012 2)
EBITDA operativ 3) in Mio. € 240,4 274,1
Durchschnittliches Capital Employed in Mio. € 2.685,3 2.984,5
Durchschnittliche kumulierte Abschreibungen in Mio. € 2.141,0 2.281,8
Durchschnittliches historisches Capital Employed in Mio. € 4.826,2 5.266,3
CFROI 4) in % 5,0 5,2
EBITDA durchschnittl.
CFROI 2012 nach Divisionen operativ 3) hist. CE 2) CFROI 4) CVA 4)
in Mio. € in Mio. € in % in Mio. €
Ziegel Europa 183,5 3.813,0 4,8 - 255,5
Rohre & Pflaster Europa 93,6 685,1 13,7 15,1
Nordamerika 12,1 706,2 1,7 - 69,2
Holding & Sonstiges -15,1 62,0 - 24,4 - 22,2
Wienerberger Gruppe 274,1 5.266,3 5,2 -331,8

1) Zahlen wurden aufgrund einer Änderung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechend angepasst

2) berechnet auf pro-forma 12-Monats Basis

3) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge (2012 berechnet auf pro-forma 12-Monats Basis)

4) berechnet auf Basis des durchschnittlichen historischen Capital Employed (2012 berechnet auf pro-forma 12-Monats Basis)

Aufgrund der unterjährigen Vollkonsolidierung der Pipelife-Gruppe wurde der CFROI im Berichtsjahr 2012 pro-forma berechnet. Hierbei wurden sowohl im operativen EBITDA als auch im durchschnittlichen historischen Capital Employed die Gesamtjahreswerte 2012 von Pipelife berücksichtigt. Der pro-forma CFROI lag im Jahr 2012 aufgrund starker Ergebnisbeiträge von Pipelife über Vorjahresniveau. Mit einem Wert von 5,2% blieb der Konzern-CFROI jedoch auch im Geschäftsjahr 2012 noch deutlich hinter der angepeilten Marke von 11,5% zurück.

Auf Konzernebene wird zusätzlich zum CFROI der Return on Capital Employed (ROCE) berechnet. Wir setzen dabei den Net Operating Profit After Tax (NOPAT) zum gesamten im Konzern durchschnittlich eingesetzten verzinslichen Kapital (Capital Employed) in Beziehung. Daraus ist ersichtlich, in welchem Umfang Wienerberger den Verzinsungsanspruch ihrer Kapitalgeber erfüllt. Die durchschnittlichen Kapitalkosten des Konzerns nach Steuern werden aus den Mindestrenditen abgeleitet, die Anleger für das investierte Eigen- und Fremdkapital erwarten. Diese Kapitalkosten (WACC) ergeben sich aus den Fremdfinanzierungskosten und einer Risikoprämie für die Anlage in Aktien. Der WACC nach Steuern wurde im Berichtsjahr mit 6,84% ermittelt.

Analog zur Berechnung des CFROI wurde auch der ROCE pro-forma ermittelt. Hierbei wurden sowohl beim auf Basis des operativen EBIT ermittelten Net Operating Profit After Tax (NOPAT) als auch beim durchschnittlichen Capital Employed die Gesamtjahreswerte 2012 der Pipelife-Gruppe einbezogen. Der pro-forma NOPAT belief sich im Berichtsjahr auf 11,6 Mio. € (Vorjahr: 24,3 Mio. €). Der pro-forma ROCE sank auf 0,4% (Vorjahr: 0,9%), woraus sich im Berichtsjahr ein EVA® von -192,2 Mio. € (Vorjahr: -163,3 Mio. €) errechnet.

Berechnung des Konzern-ROCE 20111) 2012
EBIT operativ 2) in Mio. € 40,0 51,5
Ertragsteuern 3) in Mio. € -8,0 - 10,4
Bereinigte Steuern 3) in Mio. € -7,7 - 29,5
NOPAT 3) in Mio. € 24,3 11,6
Eigenkapital und nicht beherrschende Anteile in Mio. € 2.430,8 2.363,7
Finanzverbindlichkeiten und Finanzierungsleasing in Mio. € 934,5 916,6
Konzernforderungen und -verbindlichkeiten aus Finanzierung in Mio. € -26,5 - 22,0
Liquide Mittel und Finanzanlagevermögen in Mio. € -686,8 - 327,0
Capital Employed am Stichtag in Mio. € 2.652,1 2.931,3
Durchschnittliches Capital Employed 3) in Mio. € 2.685,3 2.984,5
ROCE 4) in % 0,9 0,4
Value Kennzahlen 20111) 2012 3)
ROCE 4) in % 0,9 0,4
EVA® 5) 6) in Mio. € -163,3 - 192,2
CFROI 7) in % 5,0 5,2
CVA 7) in Mio. € -313,7 - 331,8

1) Zahlen wurden aufgrund einer Änderung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechend angepasst

2) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge (2012 berechnet auf pro-forma 12-Monats Basis)

3) 2012 berechnet auf pro-forma 12-Monats Basis

4) berechnet auf Basis des durchschnittlichen Capital Employed (2012 berechnet auf pro-forma 12-Monats Basis)

5) EVA® ist eine eingetragene Marke von Stern Stewart & Co.

6) berechnet auf Basis des durchschnittlichen Capital Employed

7) berechnet auf Basis des durchschnittlichen historischen Capital Employed

WACC nach Steuern von 6,84% auf Gruppenebene

Pro-forma ROCE von 0,4%

ROCE von 0,4% und EVA® von -192 Mio. €

Einsparungen von rund 50 Mio. € bis Ende 2014 aus Restrukturierungsprogramm

Für 2013 deutliche Umsatz- und Ergebnissteigerung vor allem aufgrund der Erstkonsolidierung von Pipelife erwartet

Fokus bleibt auf Generierung von Cashflows durch organisches Wachstum

Ausblick und Ziele

Im Jahr 2012 konnte das operative EBITDA auf Vorjahresniveau gehalten werden, da die Ergebnisrückgänge im europäischen Ziegelgeschäft durch die Beiträge aus der Erstkonsolidierung von Pipelife sowie durch die etwas bessere Entwicklung in unserem nordamerikanischen Geschäft kompensiert werden konnten. Als Folge des schwachen Ziegelgeschäfts in Europa wurde ein Restrukturierungsprogramm eingeleitet, welches bis 2014 rund 50 Mio. € an Kosteneinsparungen bringen soll. 14 Mio. € davon konnten bereits 2012 realisiert werden, rund 18 Mio. € werden für 2013 erwartet und die verbleibenden 18 Mio. € werden 2014 positiv zum Ergebnis beitragen. Um den Fokus auf das Ziegelgeschäft in Europa noch zu verstärken, wurde für die Division ein eigenes Managementteam etabliert, welches das Hauptaugenmerk auf weitere Verbesserung der Profitabilität legen wird.

Für das Jahr 2013 gehen wir für die Gruppe von deutlichen Umsatz- und Ergebnissteigerungen aus. Für die Division Ziegel Europa sind Prognosen nur eingeschränkt möglich, da die Visibilität auf die Entwicklung in den relevanten Märkten gering ist. Wir erwarten ein anhaltend herausforderndes Umfeld in Europa und einen leichten Rückgang der Nachfrage nach Baustoffen. Daher sind in der Division Ziegel Europa weitere Umsatz- und Ergebnisrückgänge wahrscheinlich, welche aber durch die oben genannten Kosteneinsparungen kompensiert werden sollten. Für die Division Rohre & Pflaster Europa erwarten wir aufgrund der erstmaligen Einbeziehung von Pipelife sowie moderatem Wachstum in der ersten Jahreshälfte 2013 einen positiven Beitrag zum Ergebnis von rund 30 Mio. € im Gesamtjahr. Auch für die Division Nordamerika gehen wir bei einer Fortsetzung des positiven Trends im Wohnungsneubau von einer Verbesserung der Ergebnisse aus. Insgesamt erwarten wir somit für die Gruppe eine deutliche Steigerung des operativen EBITDA im Jahr 2013.

Der Fokus bleibt auf der Generierung von Cashflows durch organisches Wachstum, Steigerung der Profitabilität durch kontinuierliche Optimierung, einer restriktiven Investitionspolitik, sowie striktem Working Capital Management. Die Normalinvestitionen, die neben Instandhaltung auch technologische Verbesserungen und Erweiterungen für Produktinnovationen enthalten, sind mit 115 Mio. € veranschlagt. Die von uns angestrebte Entschuldungsdauer am Jahresende wollen wir auch weiterhin unter 2,5 Jahren halten. Im operativen Geschäft streben wir durch den Fokus auf innovative, hochwertige und anwenderorientierte Produkte, die für unsere Kunden Mehrwert schaffen, sowie umfassende Beratungs- und Serviceleistungen weiteres organisches Wachstum und damit den Ausbau unserer Marktpositionen an. Darüber hinaus werden wir auch in Zukunft Gelegenheiten für kleinere, wertschaffende Übernahmen mit Schwerpunkt auf das Renovierungssegment nutzen. Darunter sind alle Projekte zu verstehen, die dazu beitragen, unseren Ziel-CFROI auf Gruppenebene von über 11,5% zu erreichen.

Dieser Geschäftsbericht enthält Angaben und Prognosen, die sich auf die zukünftige Entwicklung der Wienerberger Gruppe und ihrer Gesellschaften beziehen. Die Prognosen stellen Einschätzungen dar, die wir auf Basis aller uns zum jetzigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Sollten die den Prognosen zugrunde gelegten Annahmen nicht eintreffen oder Risiken – wie die im Risikobericht angesprochenen – eintreten, so können die tatsächlichen Ergebnisse von den zurzeit erwarteten Ergebnissen abweichen. Mit diesem Geschäftsbericht ist keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Aktien der Wienerberger AG verbunden.

Das Jahr 2012 und Ausblick Ausblick und Ziele Geschäftssegmente Ziegel Europa

Ziegel Europa

Im Zuge der Neusegmentierung der Konzernberichterstattung wurden die keramischen Aktivitäten (Hintermauer-, Vormauer- und Tondachziegel) der Wienerberger Gruppe in Europa in der Division Ziegel Europa zusammengefasst. Im Sinne einer transparenten Berichterstattung, werden die Ergebnisse für die Regionen West- und Osteuropa gesondert dargestellt sowie die dazugehörigen operativen Holdingkosten den jeweiligen Regionen zugeordnet. Zeitgleich werden unsere 50% Beteiligungen an Schlagmann (Westeuropa) und Tondach Gleinstätten (Osteuropa), die zuvor quotal in den operativen Ergebnissen der Segmente enthalten waren, nunmehr at-equity im Finanzergebnis des jeweiligen Segments ausgewiesen. Die Zahlen der Vergleichsperiode des Vorjahrs wurden entsprechend angepasst.

Die Entwicklung der Bauwirtschaft war im Geschäftsjahr 2012 nach wie vor von den negativen Auswirkungen der Schuldenkrise geprägt, die sich in einer anhaltenden Unsicherheit, niedrigem Konsumentenvertrauen und einer restriktiven Kreditvergabe von Banken niedergeschlagen haben. Rückgänge im Wohnungsneubau in nahezu allen europäischen Märkten, die teilweise im zweistelligen Bereich lagen, führten dazu, dass in einigen Ländern sogar das Wohnbauniveau des Krisenjahrs 2009 unterschritten wurde. Darunter waren einige unserer größten Märkte wie die Niederlande, Belgien, Frankreich und Polen. Darüber hinaus schwächte sich im Berichtsjahr auch der für das Dachgeschäft wichtige Renovierungsmarkt ab. In diesem schwierigen Umfeld gelang es Wienerberger, Preiserhöhungen im Rahmen der Kosteninflation umzusetzen. Zusätzlich positiv auf die Durchschnittspreise wirkten sich Verschiebungen im Produktmix hin zu höherwertigen Produkten aus. Insgesamt musste die Division Ziegel Europa im Jahr 2012 einen Umsatzrückgang von 6% gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahrs auf 1.443,8 Mio. € sowie aufgrund der schlechteren Auslastung der Werke ein um 22% niedrigeres operatives EBITDA von 183,5 Mio. € hinnehmen.

Ziegel Europa 2011 1) 2012 Vdg. in %
Außenumsatz in Mio. € 1.542,7 1.443,8 - 6
EBITDA operativ 2) in Mio. € 236,7 183,5 - 22
EBIT operativ 2) in Mio. € 84,6 36,4 - 57
Gesamtinvestitionen in Mio. € 114,2 65,4 - 43
Capital Employed in Mio. € 1.956,4 1.895,2 - 3
Ø Mitarbeiter 9.038 8.743 - 3

1) Zahlen wurden aufgrund einer Änderung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechend angepasst

2) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

Aufgrund des neuerlichen Marktrückgangs wurde bereits im Sommer 2012 mit der Umsetzung eines Restrukturierungsprogramms begonnen, welches im vierten Quartal 2012 ausgeweitet wurde. Dieses Programm umfasst neben der Einmottung von Werksstandorten im Wesentlichen Anpassungen von Schichtmodellen sowie weitere Optimierungsmaßnahmen in den Verwaltungskosten. Die aus diesen Maßnahmen errechneten Einsparungen sollen bis Ende 2014 insgesamt rund 50 Mio. € betragen. Darüber hinaus wurden die Investitionen der Division auf ein erforderliches Minimum reduziert. Ein weiterer wichtiger Schritt wurde mit der Etablierung eines neuen, erfahrenen Managementteams für die Division Ziegel Europa gesetzt. Johann Windisch legte mit Ende 2012 sein Vorstandsmandat zurück, um sich zukünftig vollumfassend auf die Division Ziegel Europa konzentrieren zu können. Ziel des neuen Managementteams ist es, einerseits durch Konzentration auf Operational Excellence sowie andererseits über Produkt- und Prozessinnovationen die Profitabilität der Division nachhaltig zu verbessern.

Neusegmentierung des keramischen Geschäfts in Ziegel Europa

Rückgänge im Wohnungsneubau als auch in der Renovierung in nahezu allen europäischen Märkten

Umsetzung eines Restrukturierungsprogramms wurde in zweiter Jahreshälfte

Das Segment Ziegel Westeuropa umfasst die bisherigen Segmente Zentral-Westeuropa und Nord-Westeuropa inklusive Finnland und Baltikum

In Deutschland musste eine leichte Abschwächung sowohl im Neubau von Ein- und Zweifamilienhäusern als auch in der Sanierung verzeichnet

Ziegel Westeuropa

In der Region Westeuropa, welche die bisherigen Segmente Zentral-Westeuropa und Nord-Westeuropa inklusive Finnland und Baltikum umfasst, ging der Umsatz 2012 um 6% auf 1.129,6 Mio. € im Vergleich zu 2011 zurück. In nahezu allen Ländern des Segments war der Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern zum Teil stark rückläufig. Die aus Absatzrückgängen in allen Produktgruppen bedingten höheren Stückkosten belasteten das Ergebnis und konnten auch durch höhere Durchschnittspreise, die sich aus Preisanpassungen und Verschiebungen im Produktmix erklären, nicht kompensiert werden. In der Folge lag das operative EBITDA von 136,5 Mio. € in dieser Region um 19% unter dem Ergebnis der Vergleichsperiode des Vorjahrs. In der Region wurden entsprechende Maßnahmen zur Anpassung der Strukturen vor allem in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Frankreich und Großbritannien eingeleitet. Diese betreffen neben der Einmottung von Werksstandorten im Wesentlichen Anpassungen von Schichtmodellen sowie Optimierungsmaßnahmen in den Verwaltungs- und Vertriebskosten. Die Rücknahme von Investitionen erklärt den Rückgang der Gesamtinvestitionen im Jahr 2012 um 39%.

Ziegel Westeuropa 2011 1) 2012 Vdg. in %
Außenumsatz in Mio. € 1.199,4 1.129,6 - 6
EBITDA operativ 2) in Mio. € 169,5 136,5 - 19
EBIT operativ 2) in Mio. € 70,2 31,8 - 55
CFROI 3) in % 6,3 5,0
Gesamtinvestitionen in Mio. € 83,6 51,0 - 39
Capital Employed in Mio. € 1.469,3 1.426,2 - 3
Ø Mitarbeiter 6.420 6.227 - 3
Absatz Hintermauerziegel in Mio. NF 2.403 2.203 -8
Absatz Vormauerziegel in Mio. WF 1.413 1.205 - 15
Absatz Tondachziegel 4) in Mio. m² 26,28 23,55 - 10

1) Zahlen wurden aufgrund einer Änderung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechend angepasst

2) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

3) berechnet auf Basis des durchschnittlichen historischen Capital Employed

4) Absatz Tondachziegel inkl. Zubehörprodukte

In Deutschland, dem größten Markt der Region, schwächte sich die Bautätigkeit bei Ein- und Zweifamilienhäusern geringfügig ab. Darüber hinaus war auch der für Dachziegel wichtige Sanierungsmarkt rückläufig. Dank weiterhin steigender Absätze von mit Dämmstoff verfüllten Ziegeln, die sowohl mit Perlitfüllung als auch mit Mineralwolle angeboten werden, konnten die Mengen bei Hintermauerziegeln auf dem Niveau von 2011 gehalten werden, während bei Dachziegeln Rückgänge verzeichnet werden mussten. Durch Verschiebungen im Produktmix hin zu höherwertigen Produkten und Preisanpassungen im Rahmen der Kosteninflation ist es Wienerberger 2012 gelungen, höhere Durchschnittspreise zu erzielen. Die Margen konnten in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr auch aufgrund einer besseren Kostenstruktur stabil gehalten werden.

Geschäftssegmente Ziegel Europa

Die Niederlande hatten 2012 erneut mit einem schwierigen Marktumfeld zu kämpfen. Die Bautätigkeit bei Ein- und Zweifamilienhäusern ging im Berichtsjahr von bereits niedrigem Niveau um rund 20% im Vergleich zum Vorjahr zurück, und auch die Renovierungstätigkeit schwächte sich 2012 ab. Im Wohnungsneubau wurde damit ein historischer Tiefststand erreicht, der um mehr als 25% unter dem Niveau von 2009 liegt. Zusätzlich ging auch die Bautätigkeit im Objektbau stark zurück. Hauptursachen dafür waren sinkende Immobilienpreise, Unsicherheit bezüglich der steuerlichen Absetzbarkeit von Hypothekarkreditzinsen sowie eine eingeschränkte Kreditvergabe von Banken. Dementsprechend hatte Wienerberger in allen Produktgruppen deutlich niedrigere Absatzmengen zu verzeichnen, die sich in Umsatz- und Ergebnisrückgängen niederschlugen.

In Belgien ist der Wohnungsneubau von Ein- und Zweifamilienhäusern 2012 deutlich zurückgegangen. Dennoch ist es neben Preisanpassungen vor allem durch Verschiebungen im Produktmix hin zu höherwertigen Produkten gelungen, die Durchschnittspreise in Belgien zu verbessern. Ähnlich wie in den Niederlanden hat sich auch der Renovierungsmarkt im Berichtsjahr leicht abgeschwächt, wodurch Absatzrückgänge bei Dachziegeln zu verzeichnen waren. In der Folge lagen in Belgien Umsatz und Ergebnis unter den Vergleichswerten 2011.

Nach einer Erholung im französischen Wohnbau im Jahr 2011 kam es in der ersten Jahreshälfte 2012 zu einer Trendumkehr, die in der zweiten Jahreshälfte an negativer Dynamik gewann. Während im ersten Quartal noch von einem stabil bis leicht rückläufigen Wohnungsneubau ausgegangen wurde, lagen die Baubeginne von Ein- und Zweifamilienhäusern im vierten Quartal 2012 bereits um 28% unter dem Vergleichswert des Vorjahrs. Insgesamt gingen die Baubeginne von Ein- und Zweifamilienhäusern in Frankreich in der Berichtsperiode um rund 15% zurück und lagen damit ebenfalls unter dem Niveau von 2009. Erfreulich ist, dass Hintermauerziegel im Bereich Wand weiter Marktanteile gegenüber Beton gewinnen konnten und es Wienerberger gelungen ist, sich deutlich besser als der Markt zu behaupten. Der Umsatz lag aufgrund von erfolgreich umgesetzten Preisanpassungen im Rahmen der Kosteninflation nur leicht unter jenem der Vergleichsperiode. Das operative EBITDA wurde hingegen durch längere Werksstillstände zu Jahresbeginn und Jahresende belastet.

In Großbritannien schwächten sich ebenfalls der Wohnungsneubau sowie die Renovierungstätigkeit im Jahr 2012 ab. Umsatz und Ergebnis konnten bei rückläufigen Verkaufsmengen dank höherer Durchschnittspreise sowie schlankerer Kostenstrukturen in etwa auf dem Niveau von 2011 gehalten werden.

In der Schweiz waren die Absätze von Dachziegeln aufgrund einer schwächeren Renovierungstätigkeit leicht rückläufig, während eine stabile Entwicklung im Wohnungsneubau für gleichbleibende Nachfrage nach Hintermauerziegeln sorgte.

In Italien ging die Bautätigkeit von bereits sehr niedrigem Niveau nochmals merklich zurück. Grund dafür war vor allem eine steigende Unsicherheit bei Konsumenten im Zuge der hohen Staatsverschuldung. Dennoch konnte in diesem schwierigen Umfeld bei höheren Durchschnittspreisen der Umsatz in etwa auf Vorjahresniveau gehalten werden.

Schwieriges Marktumfeld mit deutlichen Rückgängen im Wohnungsneubau und am Renovierungsmarkt in den Niederlanden

Rückgänge im Neubau und in der Renovierung in Belgien

Deutlicher Marktrückgang und Unterschreitung des Niveaus von 2009 in Frankreich

Trotz Abschwächung der Bautätigkeit stabile Umsatz- und Ergebnisentwicklung in Großbritannien

Leichte Abschwächung der Renovierungstätigkeit in der Schweiz

Stabiler Umsatz in Italien trotz deutlich schwächerer Bautätigkeit Anhaltend schwieriges Marktumfeld in den meisten Ländern Westeuropas erwartet

Das Segment Ziegel Osteuropa umfasst alle Länder des bisherigen Segments Zentral-Osteuropa exklusive Finnland und Baltikum

Für 2013 gehen wir von einer weiterhin verhaltenen Entwicklung im Neubau von Ein- und Zweifamilienhäusern in Deutschland sowie einer stabilen Bautätigkeit in der Schweiz aus. In Großbritannien scheint eine Stabilisierung des Wohnbaus auf niedrigerem Niveau möglich. In den restlichen Ländern der Region rechnen wir in 2013 mit einem anhaltend schwierigen Marktumfeld. Daher können wir weitere Umsatz- und Ergebnisrückgänge für die Region nicht ausschließen, erwarten uns aber aufgrund der umgesetzten Kosteneinsparungen eine Verbesserung der Margen in dem Segment Ziegel Westeuropa.

Ziegel Osteuropa

Das Segment Ziegel Osteuropa umfasst alle Länder aus dem bisherigen Segment Zentral-Osteuropa exklusive Finnland und Baltikum. Die Länder Osteuropas zeigten aufgrund der Eurokrise eine ähnliche Entwicklung im Wohnungsneubau wie die westeuropäischen Nachbarn. Unsicherheit, sinkendes Konsumentenvertrauen und eine eingeschränkte Kreditvergabe durch Banken führten 2012 zu einer rückläufigen Nachfrage nach Baustoffen in der Region. Wienerberger verzeichnete in diesem Segment bei leicht positiven Durchschnittspreisen einen Umsatzrückgang von 8% auf 314,2 Mio. € im Vergleich zu 2011. Das operative EBITDA in Höhe von 47,0 Mio. € lag aufgrund der geringeren Auslastung der Werke um 30% unter dem Vorjahreswert. Auch in der Region Osteuropa haben wir ähnlich wie in Westeuropa Maßnahmen zur Anpassung der Strukturen auf das schwierige Marktumfeld gesetzt und Investitionen gekürzt. Vor allem in Polen und Ungarn wurden Werksstandorte eingemottet, Schichtmodelle angepasst und Optimierungsmaßnahmen in den Verwaltungs- und Vertriebskosten eingeleitet. Die Gesamtinvestitionen lagen um 53% unter dem Vergleichswert des Jahres 2011.

Ziegel Osteuropa 2011 1) 2012 Vdg. in %
Außenumsatz in Mio. € 343,3 314,2 - 8
EBITDA operativ 2) in Mio. € 67,2 47,0 - 30
EBIT operativ 2) in Mio. € 14,4 4,6 - 68
CFROI 3) in % 6,3 4,5
Gesamtinvestitionen in Mio. € 30,6 14,4 - 53
Capital Employed in Mio. € 487,1 469,0 - 4
Ø Mitarbeiter 2.618 2.516 - 4
Absatz Hintermauerziegel in Mio. NF 2.930 2.676 - 9

1) Zahlen wurden aufgrund einer Änderung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechend angepasst

2) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

3) berechnet auf Basis des durchschnittlichen historischen Capital Employed

Geschäftssegmente Ziegel Europa

In Polen und Tschechien schwächte sich das Marktumfeld bereits in der ersten Jahreshälfte 2012 deutlich ab. Durch einen zweistelligen Rückgang im Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern sank der Markt im Berichtsjahr unter das Niveau von 2009. Wienerberger hatte in der Folge Absatzrückgänge bei Hintermauerziegeln zu verzeichnen. Daraus resultierende höhere Stückkosten belasteten die Ergebnisse in beiden Ländern. Ein ähnliches Bild präsentierte sich in der Slowakei. Auch hier wurden aufgrund der schwächeren Bautätigkeit deutlich niedrigere Mengen von Hintermauerziegeln abgesetzt. Dennoch gelang es, aufgrund von Verschiebungen im Produktmix hin zu höherwertigen Produkten und Preisanpassungen im Rahmen der Kosteninflation höhere Durchschnittspreise zu erzielen.

Der Abwärtstrend am Wohnbaumarkt von Ein- und Zweifamilienhäusern setzte sich in Ungarn 2012 von einem bereits historisch niedrigen Marktniveau weiter fort. Insgesamt wurden nur noch 0,6 Ein- und Zweifamilienhäuser pro tausend Einwohner in Ungarn fertiggestellt. Wienerberger musste in diesem schwierigen Umfeld deutliche Absatzrückgänge bei Hintermauerziegeln hinnehmen. Bei höheren Durchschnittspreisen verzeichnete Wienerberger 2012 Rückgänge bei Umsatz und Ergebnis im Vergleich zur Vorjahresperiode.

Die Bautätigkeit in Österreich hat sich nach einem witterungsbedingt sehr schwachen Start gut entwickelt und lag im Gesamtjahr 2012 in etwa auf dem Niveau 2011. Bei leicht rückläufigen Absatzmengen und höheren Durchschnittspreisen konnte die österreichische Geschäftseinheit den Umsatz stabil halten.

In Rumänien und Bulgarien scheint eine Bodenbildung im Wohnungsneubau auf sehr niedrigem Niveau möglich. Bei stabilen Umsätzen gelang es 2012 durch die erfolgreiche Forcierung von neuen, hochwertigen Produkten (insbesondere von hochwärmedämmenden Ziegeln) und schlankeren Kostenstrukturen die Ergebnisse zu verbessern.

Russland zeigte 2012 als einziger Markt der Region eine sehr dynamische Entwicklung. Obwohl die Nachfrage nach Baustoffen in der zweiten Jahreshälfte etwas an Dynamik verlor, konnte die russische Geschäftseinheit bei höheren Absatzmengen und höheren Durchschnittspreisen 2012 deutliche Umsatz- und Ergebnissteigerungen im Vergleich zum Vorjahr erzielen.

Der Ausblick 2013 lässt in der Region ein anhaltend schwieriges Marktumfeld für die Nachfrage nach Ziegeln erwarten. In Russland gehen wir von einer Fortsetzung der Wachstumsdynamik aus. Rumänien und Bulgarien sollten sich nach der Bodenbildung im abgelaufenen Geschäftsjahr auf niedrigem Niveau stabilisieren. Auch in Österreich rechnen wir weiterhin mit einer stabilen Entwicklung. In den übrigen Märkten der Region gehen wir allerdings von keiner Trendwende aus und können daher einen weiteren Rückgang der Nachfrage nach Baustoffen in Osteuropa nicht ausschließen. Ebenso wie in Westeuropa sind daher auch im Segment Ziegel Osteuropa weitere Umsatz- und Ergebnisrückgänge in 2013 möglich, wobei auch hier die umgesetzten Kosteneinsparungen zu einer Verbesserung der Margen führen sollten.

Zweistelliger Rückgang bei Ein- und Zweifamilienhäusern in Polen, Tschechien und der Slowakei

Fortsetzung des Abwärtstrends am Wohnbaumarkt in Ungarn

Stabile Entwicklung in Österreich

Bodenbildung scheint in Rumänien und Bulgarien möglich

Sehr dynamische Entwicklung in Russland

Fortsetzung der Wachstumsdynamik in Russland erwartet; keine Trendwende in übrigen Märkten Osteuropas

Rohre & Pflaster Europa

Im Zuge der Neusegmentierung der Konzernberichterstattung wurden das europäische Rohrgeschäft (Kunststoffrohre der Pipelife Gruppe sowie keramische Rohre von Steinzeug-Keramo) und die Aktivitäten im Bereich Flächenbefestigungen aus Beton (Semmelrock Gruppe) in dem Geschäftsbereich Rohre & Pflaster Europa zusammengefasst. Im Sinne einer transparenten Berichterstattung werden die Ergebnisse für die Regionen West- und Osteuropa gesondert dargestellt sowie die dazugehörigen operativen Holdingkosten den jeweiligen Regionen zugeordnet. Die Steinzeug-Keramo Gruppe, welche mit ihren Produkten und Systemlösungen weltweit vertreten ist, wird aufgrund der Tatsache, dass die Produktionsstandorte sowie die Konzernzentrale in Westeuropa angesiedelt sind, im Segment Rohre & Pflaster Westeuropa ausgewiesen. Flächenbefestigungen aus Beton, welche zuvor in dem Ziegel-Segment Zentral-Osteuropa ausgewiesen waren, sind nunmehr im Segment Rohre & Pflaster Osteuropa integriert. Die Zahlen der Vergleichsperiode des Vorjahrs wurden entsprechend angepasst.

In der Division Rohre & Pflaster Europa stiegen der Umsatz von 230,8 Mio. € im Jahr 2011 auf 711,2 Mio. € in der Berichtsperiode und das operative EBITDA von 26,7 Mio. € auf 67,4 Mio. €. Hauptverantwortlich dafür ist neben einer weiterhin erfreulichen Geschäftsentwicklung unseres Spezialisten für keramische Rohre, Steinzeug-Keramo, vor allem der Umsatz- und Ergebnisbeitrag der seit 31. Mai 2012 vollkonsolidierten Pipelife Gruppe. In den sieben Monaten seit der Erstkonsolidierung erwirtschaftete der Hersteller von Kunststoffrohrsystemen einen Umsatzbeitrag

Starker Umsatz- und Ergebnisanstieg im Bereich Rohre & Pflaster Europa durch Erstkonsolidierung von Pipelife

Außenumsatz in Mio. € 230,8 711,2 >100
EBITDA operativ 2) in Mio. € 26,7 67,4 >100
EBIT operativ 2) in Mio. € 9,8 31,6 >100
Gesamtinvestitionen in Mio. € 28,1 183,9 >100
Capital Employed in Mio. € 191,9 568,6 >100
Ø Mitarbeiter 1.522 3.044 +100

1) Zahlen wurden aufgrund einer Änderung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechend angepasst 2) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

Moderates Wachstum für 2013 erwartet

Für 2013 gehen wir von einer anhaltend positiven Entwicklung der Division aus. Effekte aus der Erstkonsolidierung von Pipelife in der ersten Jahreshälfte von rund 30 Mio. €, sowie moderates organisches Wachstum im Rohrgeschäft sollten zu deutlichen Umsatz- und Ergebnissteigerungen in der Division Rohre & Pflaster Europa führen. In den ersten fünf Monaten 2012 erwirtschaftete Pipelife einen Umsatz von 347,2 Mio. € und ein EBITDA von 28,5 Mio. €. Im Bereich Flächenbefestigungen aus Beton rechnen wir mit einem anhaltend schwierigen Marktumfeld in Osteuropa, wobei aus den bereits 2012 umgesetzten Maßnahmen zur Optimierung der Kostenstruktur eine Verbesserung der Margen zu erwarten ist.

Rohre & Pflaster Westeuropa

In der Region Westeuropa stiegen der Umsatz im Jahr 2012 aufgrund der Erstkonsolidierung von Pipelife auf 392,2 Mio. € gegenüber 92,2 Mio. € im Jahr 2011 und das operative EBITDA auf 44,1 Mio. € gegenüber 8,3 Mio. €.

Rohre & Pflaster Westeuropa 2011 1) 2012 Vdg. in %
Außenumsatz in Mio. € 92,2 392,2 >100
EBITDA operativ 2) in Mio. € 8,3 44,1 >100
EBIT operativ 2) in Mio. € 4,1 27,9 >100
CFROI 3) in % 15,2 19,1
Gesamtinvestitionen in Mio. € 16,3 171,3 >100
Capital Employed in Mio. € 58,4 302,4 >100
Ø Mitarbeiter 470 1.604 >100

1) Zahlen wurden aufgrund einer Änderung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechend angepasst

2) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

3) berechnet auf Basis des durchschnittlichen historischen Capital Employed (2012 berechnet auf pro-forma 12-Monats Basis)

Pipelife konnte 2012 das Ergebnis in Westeuropa klar steigern und vor allem dank Kosteneinsparungen die Margen weiter verbessern. Norwegen, Schweden, Finnland, die Niederlande und Frankreich zählen in der Region zu den wichtigsten Märkten für Pipelife. In diesen fünf Ländern erwirtschaftete Pipelife 2012 knapp 50% des Gruppenumsatzes. In Norwegen wirkten sich insbesondere steigende Exporte von LLLD-Rohren, für welche Pipelife weltweit der einzige Anbieter ist, positiv auf die Geschäftsentwicklung aus (Rohre mit einem Durchmesser von bis zu 2,5 Metern und einer Länge von bis zu 600 Metern). Im August konnte mit diesen Rohren einer der größten Aufträge der Firmengeschichte mit einem Volumen von rund 20 Mio. € für ein Kraftwerksprojekt in Ghana vermeldet werden: Bis August 2013 werden insgesamt 8,8 Kilometer von jeweils 600 Meter langen HDPE-Rohren mit einem Durchmesser von 2,5 Metern nach Ghana geliefert.

In den Niederlanden lasteten die allgemeine Rezession in der Bauwirtschaft sowie die Maßnahmen zur Budgetkonsolidierung bei öffentlichen Körperschaften auf der Nachfrage nach Rohren und führten zu einem Ergebnisrückgang bei stagnierendem Umsatz. Demgegenüber stand zum Jahresende die erfreuliche Meldung des Geschäftsbereichs Soluforce, der den größten Auftrag seit Bestehen vermelden konnte. Der Energiekonzern Shell beauftragt Pipelife mit der Lieferung stahldrahtverstärkter Rohre der Marke "Soluforce Heavy" für eine 27 Kilometer lange

Pipelife kann 2012 Ergebnis in Westeuropa klar steigern

Spezialrohrsparte Soluforce zieht größten Auftrag der Geschichte

Hochdruckwasserpipeline. Der Gesamtwert dieses Auftrags, der von der niederländischen Tochter ausgeführt und in den Umsätzen und Ergebnissen 2013 reflektiert wird, beläuft sich voraussichtlich auf 8 Mio. €. In Irland wurde trotz des weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Umfelds nach einer umfassenden Neuorganisation in den Jahren zuvor der Turnaround geschafft.

In Schweden und Finnland verzeichneten die Märkte leichte Aktivitätsrückgänge von gutem Niveau. Trotz des daraus resultierenden moderaten Mengenrückgangs konnte das Ergebnis in Finnland annähernd stabil gehalten und in Schweden durch Maßnahmen zur Verbesserung der Ertragskraft sogar leicht gesteigert werden. In Deutschland mussten in einem sehr kompetitiven Marktumfeld Ergebnisrückgänge hingenommen werde. In Belgien konnten bei leicht rückläufigen Absätzen die Margen verbessert werden. In den Baltischen Staaten wurden Umsatz und Ergebnis moderat gesteigert.

Steinzeug-Keramo verzeichnete 2012 zweistellige Absatzzuwächse bei leicht höheren Durchschnittspreisen und konnte in der Folge das operative Ergebnis deutlich steigern. Dabei profitierte der Spezialist für keramische Abwassersysteme neben erfreulichem organischem Wachstum vom Ergebnisbeitrag der im Juli 2011 übernommenen Euroceramic, die nach den im Jahr 2011 angefallenen Integrationskosten im abgelaufenen Geschäftsjahr klar positiv zum Ergebnis beitrug. In Deutschland, Polen, Italien, der Tschechischen Republik und Belgien, den wichtigsten Einzelmärkten der Steinzeug-Keramo Gruppe, wurden in 2012 rund 80% des Gruppenumsatzes erwirtschaftet. In allen Ländern konnten Umsätze und Ergebnisse gesteigert werden. Einzige Ausnahme war Polen, wo die Umsätze in einem schwierigen Marktumfeld auf dem Niveau von 2011 zu liegen kamen. Zweistelliges Mengenwachstum im Exportgeschäft, insbesondere in den Mittleren Osten, bestätigte im Jahr 2012 die erfolgreiche Vertriebsstrategie in den Exportmärkten außerhalb Europas.

Für das Geschäftsjahr 2013 rechnen wir im Segment Westeuropa aufgrund der Erstkonsolidierung von Pipelife mit deutlichen Umsatz- und Ergebnissteigerungen. Für Pipelife erwarten wir in Fortsetzung der positiven Entwicklung des Jahres 2012 moderates Umsatz- und Ergebniswachstum für 2013. Unser Optimismus gründet dabei auf der Tatsache, dass die Endmärkte von Pipelife aufgrund des höheren Umsatzanteils von öffentlichen Aufträgen und Infrastrukturprojekten im Vergleich zum Geschäftsbereich Ziegel Europa stabiler sind. Außerdem ist der Ausblick für die wirtschaftliche Entwicklung der nordeuropäischen Kernmärkte vergleichsweise positiv. Zusätzlich bestätigen die im Jahr 2012 gewonnen Großaufträge die Strategie, durch innovative Produkte neue Marktsegmente wie beispielsweise besonders lange Rohre mit großen Durchmessern oder Rohre für Hochdruckapplikationen zu besetzen, und durch Marktanteilsgewinne Wachstum zu realisieren. Auch für Steinzeug-Keramo gehen wir von einer anhaltend guten Entwicklung aus. Neben stabilen Kernmärkten sollten in der zweiten Jahreshälfte 2012 gewonnenen Großaufträge sowie das Exportgeschäft die positive Geschäftsentwicklung stützen.

Stark unterschiedliche Entwicklungen in sonstigen Rohrmärkten Westeuropas

Zweistellige Absatzzuwächse bei Steinzeug-Keramo in der Berichtsperiode

Umsatz- und Ergebniswachstum auch für 2013 in Westeuropa erwartet

Rohre & Pflaster Osteuropa

In der Region Osteuropa stieg der Umsatz von 138,6 Mio. € im Jahr 2011 auf 319,0 Mio. € in der Berichtsperiode sowie das operative EBITDA von 18,4 Mio. € auf 23,3 Mio. €. Hauptverantwortlich für die klare Verbesserung der Ergebnisse war auch in diesem Segment die erstmalige Vollkonsolidierung von Pipelife.

Rohre & Pflaster Osteuropa 2011 1) 2012 Vdg. in %
Außenumsatz in Mio. € 138,6 319,0 >100
EBITDA operativ 2) in Mio. € 18,4 23,3 +27
EBIT operativ 2) in Mio. € 5,7 3,7 - 35
CFROI 3) in % 8,3 8,9
Gesamtinvestitionen in Mio. € 11,7 12,6 +8
Capital Employed in Mio. € 133,5 266,2 +99
Ø Mitarbeiter 1.052 1.440 +37

1) Zahlen wurden aufgrund einer Änderung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechend angepasst

2) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

3) berechnet auf Basis des durchschnittlichen historischen Capital Employed (2012 berechnet auf pro-forma 12-Monats Basis)

Pipelife verzeichnete 2012 in Osteuropa bei etwas geringeren Absätzen eine leichte Umsatzsteigerung. Das operative EBITDA lag vor allem aufgrund von Strukturanpassungsmaßnahmen leicht unter dem Vergleichswert des Vorjahrs. In Österreich, dem größten Pipelife-Markt in Osteuropa, entwickelte sich die Absatzmenge sowie das operative Ergebnis annähernd stabil und konnte die sehr gute Marktposition in einem zunehmend kompetitiven Umfeld gehalten werden. Polen erwies sich als herausforderndster Markt der Region, da die Nachfrage nach Rohren im öffentlichen Bereich deutlich zurückging. Folglich kamen sowohl der Umsatz als auch das Ergebnis unter den Vergleichswerten aus 2011 zu liegen. Auch in Tschechien waren Ergebnisrückgänge zu verzeichnen. Demgegenüber konnte Pipelife in Russland von der dynamischen Entwicklung der Bautätigkeit profitieren. Die daraus resultierende starke Nachfrage nach Wasser- und Abwassersystemen brachte deutliche Umsatz- und Ergebniszuwächse in der russischen Geschäftseinheit. In Ungarn und der Slowakei behauptete sich Pipelife in einem herausfordernden Umfeld und verzeichnete eine leichte Verbesserung des operativen Ergebnisses. In der Türkei belasteten im Vergleich zu 2011 widrige Witterungsbedingungen und eine Änderung der Gesetzgebung zur Mehrwertsteuer die Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Jahr. In Griechenland verzeichnete Pipelife trotz der tiefen Rezession eine stabile Entwicklung des Umsatzes und konnte somit klar Marktanteile gewinnen. Der Rückgang des operativen Ergebnisses ist vorrangig auf Strukturanpassungen der griechischen Landesgesellschaft zurückzuführen. In den Ländern Südosteuropas waren stark unterschiedliche Tendenzen bei der Umsatzentwicklung zu beobachten, wobei sich aufgrund der Größe der Landesgesellschaften einzelne Großprojekte überproportional auf die Ergebnisse ausgewirkt haben.

Pipelife mit moderatem EBITDA-Rückgang in

Absatzrückgang bei Flächenbefestigungen aus Beton aufgrund von schwierigem Marktumfeld in Osteuropa

Verbesserung der Margen für 2013 erwartet

Im Geschäftsfeld Flächenbefestigungen aus Beton in Zentral- und Osteuropa war das Marktumfeld 2012 von teilweise deutlichen Nachfragerückgängen im privaten und öffentlichen Bereich sowie von starkem Wettbewerbsdruck gekennzeichnet. In der Folge waren in dem Geschäftsfeld bei niedrigeren Absätzen Umsatz- und Ergebnisrückgänge zu verzeichnen. Am stärksten von der negativen Entwicklung betroffen waren Österreich und Polen, zwei der wichtigsten Märkte für unsere Flächenbefestigungen aus Beton. Ertragssteigerungen in kleineren Märkten wie der Tschechischen Republik oder Kroatien konnten diese Rückgänge nicht kompensieren. Als Reaktion auf die schwache Entwicklung wurden bereits im Sommer 2012 Kostensenkungsmaßnahmen eingeleitet. Neben einer Verschlankung der Verwaltungsstrukturen betreffen die gesetzten Schritte vorwiegend Optimierungen in der Produktion, um die Kapazitäten an die Marktgegebenheiten anzupassen. In Summe beliefen sich die zahlungswirksamen Restrukturierungsaufwendungen 2012 auf 1,1 Mio. €, die im Rahmen der Restrukturierungsaufwendungen separat ausgewiesen werden.

Für 2013 erwarten wir für das Segment Osteuropa eine Verbesserung der Margen. Während davon auszugehen ist, dass das Marktumfeld in den zentral- und osteuropäischen Kernländern für das Geschäftsfeld Flächenbefestigungen aus Beton herausfordernd bleiben wird, erwarten wir, dass sich die im abgelaufenen Geschäftsjahr umgesetzten Maßnahmen zur Verschlankung der Organisationsstrukturen sowie der Kapazitätsmaßnahmen positiv auf die Profitabilität auswirken werden. Im Kunststoffrohrgeschäft gehen wir von unterschiedlichen Marktentwicklungen in den verschiedenen Ländern aus, erwarten aber insgesamt eine stabile Nachfrage nach Rohren und Rohrsystemen im Jahr 2013. Positiv auf die Profitabilität sollten sich die im Jahr 2012 umgesetzten Restrukturierungsmaßnahmen in Griechenland sowie kleinere Strukturanpassungen in einigen anderen Ländern des Segments auswirken.

Geschäftssegmente Rohre & Pflaster Europa Nordamerika

Nordamerika

In die Division Nordamerika sind seit der Übernahme von Pipelife auch die amerikanischen Kunststoffrohraktivitäten einbezogen (erstkonsolidiert zum 31. Mai 2012). Im Geschäftsjahr 2012 konnte der Umsatz in Nordamerika um 43% auf 193,8 Mio. € gegenüber 2011 gesteigert werden. Der deutliche Umsatzanstieg erklärt sich neben der Erstkonsolidierung von Pipelife mit einem Beitrag von 32,9 Mio. € aus einer Erholung im amerikanischen Wohnungsneubau von niedrigem Niveau, die sich entsprechend positiv auf die Nachfrage nach Baustoffen auswirkte. Kosteneinsparungen aus in 2011 gesetzten Maßnahmen sowie höhere Absatzvolumina brachten im US-amerikanischen Ziegelgeschäft über den erwarteten Turnaround hinaus eine deutliche Verbesserung im operativen EBITDA. Zusammen mit Konsolidierungseffekten von Pipelife in Höhe von 4,0 Mio. € konnte somit das operative EBITDA von -8,2 Mio. € im Jahr 2011 auf 9,8 Mio. € signifikant gesteigert werden.

Nordamerika 2011 1) 2012 Vdg. in %
Außenumsatz in Mio. € 135,3 193,8 +43
EBITDA operativ 2) in Mio. € -8,2 9,8 >100
EBIT operativ 2) in Mio. € -31,6 - 14,7 +53
CFROI 3) in % -1,2 1,7
Gesamtinvestitionen in Mio. € 8,1 15,3 +89
Capital Employed in Mio. € 480,9 458,7 - 5
Ø Mitarbeiter 1.127 1.064 -6
Absatz Vormauerziegel in Mio. WF 266 297 +12

Deutliche Umsatz- und Ergebnissteigerung in Nordamerika

Turnaround im nordamerikanischen Ziegelgeschäft geschafft

Fortsetzung der Erholung im Wohnbau für 2013 erwartet; Wachstumspotenzial bei

1) Zahlen wurden aufgrund einer Änderung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechend angepasst

2) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

3) berechnet auf Basis des durchschnittlichen historischen Capital Employed (2012 berechnet auf pro-forma 12-Monats Basis)

Nach einer Stabilisierung der Wohnbautätigkeit auf sehr niedrigem Niveau im Jahr 2011 verzeichneten die USA im Jahr 2012 einen deutlichen Anstieg der Baubeginne, wobei sich der Mehrfamilienhausbau besser entwickelte als der für uns wichtige Ein- und Zweifamilienhausbau. Wir konnten das bessere Marktumfeld nutzen und bei leicht höheren Durchschnittspreisen den Absatz von Vormauerziegeln um 12% gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahrs steigern. Eine etwas höhere Kapazitätsauslastung sowie schlankere Kostenstrukturen unterstützten den deutlichen Ergebnisanstieg der nordamerikanischen Ziegelaktivitäten. Im amerikanischen Kunststoffrohrgeschäft, das von einem Standort in Arkansas aus betrieben wird, wurde 2012 dank deutlicher Zuwächse bei Absatzmengen im Produktbereich Wassermanagement ein Rekordergebnis erwirtschaftet. Verstärkte Vertriebsaktivitäten sowie der Trend von anderen Materialien hin zu Kunststoffrohren waren Eckpfeiler des Erfolgs im Jahr 2012.

In der Division Nordamerika gehen wir für das Gesamtjahr 2013 von Umsatz- und Ergebnissteigerungen aus. Wir erwarten eine Fortsetzung des positiven Trends im amerikanischen Wohnungsneubau und damit einen weiteren Anstieg bei der Nachfrage nach Ziegeln. Im Bereich Kunststoffrohre liegt Potenzial für weiteres Wachstum in den faserverstärkten Rohren aus der Produktlinie Soluforce®, welche sich durch ihre vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten besonders für Anlagen der Öl- und Gasindustrie sowie für sonstige Hochdruckapplikationen eignet. Für die nächsten Jahre streben wir bei Kunststoffrohren eine weitere Verbreiterung der Kundenbasis an und wollen nicht nur an dem Substitutionsprozess hin zu Kunststoffrohren partizipieren, sondern diese Entwicklung aktiv vorantreiben und weiteres Wachstum in dem Bereich realisieren.

Holding & Sonstiges

Umgliederung von Pipelife, Steinzeug-Keramo und Neuordnung der Holdingkosten

Der Geschäftsbereich Holding & Sonstiges umfasst die der Konzernzentrale zuordenbaren Kosten sowie die Ziegelaktivitäten in Indien. Pipelife (in den ersten fünf Monaten 2012 at-equity enthalten) sowie Steinzeug-Keramo (zuvor vollkonsolidiert in diesem Segment ausgewiesen) wurden in den neuen Bereich Rohre & Pflaster Europa umgegliedert und die Vorjahreszahlen entsprechend angepasst. Im selben Schritt wurden der Division Ziegel Europa direkt zurechenbare Holdingkosten zugeordnet. Somit sind in Folge der Neuordnung in der Division Holding & Sonstiges nur mehr die Kosten der Konzernzentrale sowie die indischen Aktivitäten enthalten.

Holding & Sonstiges 2011 1) 2012 Vdg. in %
Außenumsatz in Mio. € 4,4 5,4 +23
EBITDA operativ 2) in Mio. € -14,8 - 15,2 - 3
EBIT operativ 2) in Mio. € -22,8 - 22,3 +2
Gesamtinvestitionen in Mio. € 1,3 4,1 >100
Capital Employed in Mio. € 22,9 8,8 - 62
Ø Mitarbeiter 206 209 +1

1) Zahlen wurden aufgrund einer Änderung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechend angepasst

2) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

Die indischen Ziegelaktivitäten verzeichneten eine klare Absatzsteigerung und verbesserten dank der gestiegenen Kapazitätsauslastung und höherer Durchschnittspreise das operative Ergebnis im Jahr 2012 deutlich. Trotz der verbesserten Ertragslage in Indien ging das EBITDA in Folge von Einmalaufwendungen in der Holdinggesellschaft geringfügig von -14,8 Mio. € im Jahr 2011 auf -15,2 Mio. € in der Berichtsperiode zurück. Kleinere Investitionen in Indien für Kapazitätserweiterungen erklären den Anstieg der Gesamtinvestitionen des Segments im Jahr 2012.

EBITDA-Verbesserung für 2013 erwartet

Umsatzsteigerung durch guten Geschäftsverlauf

in Indien

Für 2013 gehen wir aufgrund der Wachstumsdynamik in Indien sowie des restriktiven Kostenmanagements der Holdinggesellschaft von einer Verbesserung des operativen EBITDA aus.

56

Konzernabschluss

Gewinn und Verlustrechnung

Anmerkung 2012
in TEUR
2011 1)
in TEUR
(10) Umsatzerlöse 2.355.549 1.915.400
(11-13, 17) Herstellkosten -1.660.985 -1.301.389
Bruttoergebnis vom Umsatz 694.564 614.011
(11-13, 15, 17) Vertriebskosten -486.637 -429.626
(11-13, 15, 17) Verwaltungskosten -144.909 -124.249
(15) Sonstige betriebliche Aufwendungen -83.778 -76.488
(16) Sonstige betriebliche Erträge 51.793 56.380
Betriebsergebnis vor Restrukturierungskosten, Wertminderungen von
Sachanlagen und Firmenwertabschreibungen 31.033 40.028
(12, 18) Restrukturierungskosten und Wertminderungen von Sachanlagen -42.983 0
(12) Firmenwertabschreibungen -9.768 -2.565
Betriebsergebnis nach Restrukturierungskosten, Wertminderungen von
Sachanlagen und Firmenwertabschreibungen -21.718 37.463
(4) Ergebnisübernahme von assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 4.539 7.209
(19) Zinsertrag 10.664 13.149
(19) Zinsaufwand -61.355 -50.938
(19) Sonstiges Finanzergebnis 31.682 40.551
Finanzergebnis -14.470 9.971
Ergebnis vor Ertragsteuern -36.188 47.434
(20) Ertragsteuern -4.348 -8.009
Ergebnis nach Ertragsteuern -40.536 39.425
davon Ergebnis der nicht beherrschenden Anteile -2.744 -743
davon auf Hybridkapitalbesitzer entfallender Anteil 32.500 32.500
davon Ergebnis der Muttergesellschaft -70.292 7.668
(21) Ergebnis je Aktie (in EUR) -0,61 0,07
(21) Verwässertes Ergebnis je Aktie (in EUR) -0,61 0,07

Konzernabschluss Gewinn und Verlustrechnung Gesamtergebnisrechnung

Gesamtergebnisrechnung

Anmerkung 2012
in TEUR
2011 1)
in TEUR
Ergebnis nach Ertragsteuern -40.536 39.425
(8, 27) Währungsumrechnung 30.978 -30.249
Währungsumrechnung von assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 7.942 -4.072
(25, 27) Marktwertänderungen zur Veräußerung verfügbarer Finanzinstrumente 2.957 -896
(27) Veränderung Hedging Reserve -385 -4.549
(3, 29) Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste -24.125 -4.557
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste von assoziierten Unternehmen und
Gemeinschaftsunternehmen
-415 -15
Sonstiges Gesamtergebnis 16.952 -44.338
Gesamtergebnis nach Steuern -23.584 -4.913
davon Gesamtergebnis der nicht beherrschenden Anteile
davon auf Hybridkapitalbesitzer entfallender Anteil
-2.827
32.500
-755
32.500
davon Gesamtergebnis der Muttergesellschaft -53.257 -36.658

Cashflow Statement

Anmerkung 2012
in TEUR
2011 1)
in TEUR
Ergebnis vor Ertragsteuern -36.188 47.434
(12) Abschreibungen auf das Anlagevermögen 194.663 183.957
(12) Firmenwertabschreibungen 9.768 2.565
Wertminderungen von Anlagen 37.003 17.313
Zuschreibungen auf das Anlagevermögen -175 -188
Veränderungen langfristiger Rückstellungen und latenter Steuern -17.830 -15.079
(4) Ergebnisübernahme von assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen -4.539 -7.209
Gewinne/Verluste aus Anlagenabgängen -53.413 -40.847
(19) Zinsergebnis 50.691 37.789
Gezahlte Zinsen -52.108 -39.496
Erhaltene Zinsen 9.048 10.380
Gezahlte Ertragsteuern -9.969 -12.213
Cashflow aus dem Ergebnis 126.951 184.406
Veränderungen Vorräte 46.758 -15.015
Veränderungen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 48.874 -19.208
Veränderungen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Veränderungen übriges Netto-Umlaufvermögen
-39.320
43.174
6.050
23.216
Währungsumrechnungsbedingte Veränderung von Nicht-Fondspositionen 3.073 -15.473
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 229.510 163.976
Einzahlungen aus Anlagenabgängen (inkl. Finanzanlagen) 21.467 67.522
Auszahlungen für Investitionen in das Sach- und immaterielle Anlagevermögen -121.955 -115.155
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen 0 -507
Veränderungen Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte 17.946 -913
Netto-Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen -146.779 -36.008
Netto-Einzahlungen aus Unternehmensveräußerungen 0 229
(22) Cashflow aus Investitionstätigkeit -229.321 -84.832
Veränderung langfristiger Finanzverbindlichkeiten 210.864 -240.336
Veränderung kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten -429.250 274.722
(27) Gezahlte Dividende Wienerberger AG -13.808 -11.741
(27) Gezahlter Hybridkupon -32.500 -32.500
Gezahlte Dividende und Kapitaländerungen bei nicht beherrschenden Anteilen 3.000 0
Dividendenausschüttungen aus assoziierten Unternehmen und
Gemeinschaftsunternehmen
13.041 3.953
(27) Erwerb eigener Aktien 0 -20.756
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -248.653 -26.658
Veränderung der Zahlungsmittel -248.464 52.486
Einfluss von Wechselkursänderungen auf Zahlungsmittel 379 -195
Zahlungsmittel am Anfang der Periode 490.373 438.082
Zahlungsmittel am Ende der Periode 242.288 490.373

Konzernabschluss Cashflow Statement Bilanz

Bilanz

Anmerkung 31.12.2012
in TEUR
31.12.2011 1)
in TEUR
31.12.2010 1)
in TEUR
Aktiva
(23) Immaterielles Anlagevermögen und Firmenwerte 882.060 679.522 674.443
(23) Sachanlagen 1.803.067 1.727.177 1.829.844
(23) Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 81.297 67.157 56.645
Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 33.039 132.132 141.467
Übrige Finanzanlagen 1.329 5.383 5.698
(30) Latente Steuern 39.490 41.976 29.832
Langfristiges Vermögen 2.840.282 2.653.347 2.737.929
(24) Vorräte 700.925 576.579 555.854
(25) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 199.166 108.933 84.446
(26) Sonstige kurzfristige Forderungen 84.566 76.659 94.670
(25, 34) Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte 72.504 85.462 90.358
Zahlungsmittel 242.288 490.373 438.082
Kurzfristiges Vermögen 1.299.449 1.338.006 1.263.410
Summe Aktiva 4.139.731 3.991.353 4.001.339
Passiva
Gezeichnetes Kapital 117.527 117.527 117.527
Kapitalrücklagen 1.083.973 1.084.180 1.085.605
Hybridkapital 492.896 492.896 492.896
Gewinnrücklagen 855.998 940.098 944.171
Übrige Rücklagen -165.782 -182.817 -138.491
Eigene Anteile -24.324 -24.324 -3.568
Beherrschende Anteile 2.360.288 2.427.560 2.498.140
Nicht beherrschende Anteile 3.396 3.259 5.123
(27) Eigenkapital 2.363.684 2.430.819 2.503.263
(30) Latente Steuern 105.822 82.673 77.447
(28, 29) Personalrückstellungen 132.277 88.837 87.852
(28) Sonstige langfristige Rückstellungen 53.001 55.347 55.560
(31, 33) Langfristige Finanzverbindlichkeiten 858.708 513.913 752.784
(31) Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 9.896 13.674 21.949
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 1.159.704 754.444 995.592
(28) Sonstige kurzfristige Rückstellungen 80.618 53.019 61.878
(31, 33, 34) Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 58.062 420.693 137.984
(31) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 253.149 188.342 177.922
(31) Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 224.514 144.036 124.700
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 616.343 806.090 502.484
Summe Passiva 4.139.731 3.991.353 4.001.339

Entwicklung des Eigenkapitals

Anmerkung in TEUR Gezeichnetes
Kapital
Kapital
rücklagen
Hybrid
kapital
Gewinn
rücklagen
Stand 31.12.2010 117.527 1.085.605 492.896 943.869
Anpassungen 0 0 0 302
Stand 31.12.2010 angepasst 117.527 1.085.605 492.896 944.171
Ergebnis nach Ertragsteuern 40.168
(8, 27) Währungsumrechnung
Währungsumrechnung von assoziierten Unternehmen
und Gemeinschaftsunternehmen
Veränderung Hedging Reserve
Veränderung übrige Rücklagen
Gesamtergebnis 40.168
(27) Dividendenauszahlungen und Hybridkupon -44.241
Kapitalerhöhungen bzw. -herabsetzungen 0 0
Zugang/Abgang nicht beherrschende Anteile -1.425
Veränderung eigener Anteile 0
Stand 31.12.2011 1) 117.527 1.084.180 492.896 940.098
Ergebnis nach Ertragsteuern -37.792
(8, 27) Währungsumrechnung
Währungsumrechnung von assoziierten Unternehmen
und Gemeinschaftsunternehmen
Veränderung Hedging Reserve
Veränderung übrige Rücklagen
Gesamtergebnis -37.792
(27) Dividendenauszahlungen und Hybridkupon -46.308
Kapitalerhöhungen bzw. -herabsetzungen 0 0
Zugang/Abgang nicht beherrschende Anteile -207
Stand 31.12.2012 117.527 1.083.973 492.896 855.998

1) Die Vorjahreszahlen wurden aufgrund der frühzeitigen Anwendung von IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer und der Umstellung der Einbeziehungsart von quotal konsolidierten Unternehmen auf die Equity-Methode angepasst.

2) AfS (available for sale) bezeichnet zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente

Konzernabschluss Entwicklung des Eigenkapitals

Übrige Rücklagen
Versicherungs
mathematische
Gewinne/Verluste
AfS
Rücklage 2)
Hedging
Rücklage
Unterschiedsbetrag
Währungsumrechnung
Eigene
Anteile
Beherrschende
Anteile
Nicht
beherrschende
Anteile
Gesamt
0 -926 52.830 -167.681 -3.568 2.520.552 5.123 2.525.675
-22.714 0 0 0 0 -22.412 0 -22.412
-22.714 -926 52.830 -167.681 -3.568 2.498.140 5.123 2.503.263
40.168 -743 39.425
-30.237 -30.237 -12 -30.249
-4.072 -4.072 0 -4.072
-4.549 -4.549 0 -4.549
-4.572 -896 -5.468 0 -5.468
-4.572 -896 -4.549 -34.309 -4.158 -755 -4.913
-44.241 0 -44.241
0 0 0
-1.425 -1.109 -2.534
-20.756 -20.756 0 -20.756
-27.286 -1.822 48.281 -201.990 -24.324 2.427.560 3.259 2.430.819
-37.792 -2.744 -40.536
30.969 30.969 9 30.978
7.942 7.942 0 7.942
-385 -385 0 -385
-24.448 2.957 -21.491 -92 -21.583
-24.448 2.957 -385 38.911 -20.757 -2.827 -23.584
-46.308 0 -46.308
0 3.000 3.000
-207 -36 -243
-51.734 1.135 47.896 -163.079 -24.324 2.360.288 3.396 2.363.684

Anlagenspiegel

Anschaffungs- oder Herstellungskosten
in TEUR Stand
1.1.2012
Veränderung
Konsolidie
rungskreis
Währungs
änderungen
Zugänge Abgänge Umbu
chungen
Stand
31.12.2012
Firmenwert 764.150 42.175 1.280 0 0 1 807.606
Sonstiges immaterielles Anlagevermögen 122.736 178.222 3.950 3.146 3.690 79 304.443
Immaterielles Anlagevermögen u. Firmenwerte 886.886 220.397 5.230 3.146 3.690 80 1.112.049
Grundstücke und Bauten 1.156.010 53.967 14.227 20.984 5.215 -21.024 1.218.949
Technische Anlagen und Maschinen 2.341.339 96.078 26.654 50.334 59.498 11.209 2.466.116
Betriebs- und Geschäftsausstattung 91.773 7.478 1.111 7.779 6.513 804 102.432
Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 49.494 10.916 719 39.479 690 -47.686 52.232
Sachanlagen 3.638.616 168.439 42.711 118.576 71.916 -56.697 3.839.729
Als Finanzinvestitionen geh. Immobilien 132.458 2.922 2.317 233 19.947 56.617 174.600
Anteile an assoziierten Unternehmen
und Gemeinschaftsunternehmen
73.089 -44.097 486 0 0 0 29.478
Beteiligungen an verbundenen Unternehmen 1.291 -685 0 0 0 0 606
Sonstige Beteiligungen 5.208 24 5 0 14 0 5.223
Übrige Finanzanlagen 6.499 -661 5 0 14 0 5.829
4.737.548 347.000 50.749 121.955 95.567 0 5.161.685
Anschaffungs- oder Herstellungskosten
in TEUR Stand
1.1.2011 1)
Veränderung
Konsolidie
rungskreis
Währungs
änderungen
Zugänge Abgänge Umbu
chungen
Stand
31.12.2011 1)
Firmenwert 751.266 5.086 7.798 0 0 0 764.150
Sonstiges immaterielles Anlagevermögen 119.332 1.278 433 2.137 1.714 1.270 122.736
Immaterielles Anlagevermögen u. Firmenwerte 870.598 6.364 8.231 2.137 1.714 1.270 886.886
Grundstücke und Bauten 1.175.172 12.395 -13.073 15.719 25.628 -8.575 1.156.010
Technische Anlagen und Maschinen 2.325.907 6.377 -30.223 49.894 62.279 51.663 2.341.339
Betriebs- und Geschäftsausstattung 102.648 444 -1.563 6.940 8.611 -8.085 91.773
Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 43.715 -103 -490 40.445 618 -33.455 49.494
Sachanlagen 3.647.442 19.113 -45.349 112.998 97.136 1.548 3.638.616
Als Finanzinvestitionen geh. Immobilien 140.699 -1.475 -612 20 3.356 -2.818 132.458
Anteile an assoziierten Unternehmen
und Gemeinschaftsunternehmen
84.374 0 -1.956 7.982 17.311 0 73.089
Beteiligungen an verbundenen Unternehmen 828 -35 0 504 6 0 1.291
Sonstige Beteiligungen 5.054 193 -5 3 37 0 5.208
Übrige Finanzanlagen 5.882 158 -5 507 43 0 6.499
4.748.995 24.160 -39.691 123.644 119.560 0 4.737.548

1) Die Vorjahreszahlen wurden aufgrund der frühzeitigen Anwendung von IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer und der Umstellung der Einbeziehungsart von quotal konsolidierten Unternehmen auf die Equity-Methode angepasst.

Anmerkung: Durch maschinelle Rechenhilfen können Rundungsdifferenzen entstehen.

Stand
1.1.2012
Veränderung
Konsolidie
rungskreis
Währungs
änderungen
laufende
Abschrei
bungen
Wertmin
derungen
Zuschrei
bungen
Abgänge Umbu
chungen
Stand
31.12.2012
Bilanzwert
31.12.2012
150.953 0 -81 0 9.768 0 0 0 160.640 646.966
56.411 0 590 14.523 1.530 0 3.685 -20 69.349 235.094
207.364 0 509 14.523 11.298 0 3.685 -20 229.989 882.060
409.164 0 4.258 36.785 6.772 0 4.500 -25.786 426.693 792.256
1.434.568 0 15.680 133.830 24.937 145 58.264 -11.726 1.538.880 927.236
67.422 0 770 8.830 32 0 5.921 -370 70.763 31.669
285 0 -1 70 0 30 0 2 326 51.906
1.911.439 0 20.707 179.515 31.741 175 68.685 -37.880 2.036.662 1.803.067
65.301 0 1.515 625 802 0 12.840 37.900 93.303 81.297
-59.043 47.006 9 0 -450 4.124 -13.041 0 -3.561 33.039
175 0 0 0 0 0 0 0 175 431
941 0 4 0 3.380 0 0 0 4.325 898
1.116 0 4 0 3.380 0 0 0 4.500 1.329
2.126.177 47.006 22.744 194.663 46.771 4.299 72.169 0 2.360.893 2.800.792

Abschreibungen

Abschreibungen

Stand
1.1.2011 1)
Veränderung
Konsolidie
rungskreis
Währungs
änderungen
laufende
Abschrei
bungen
Wertmin
derungen
Zuschrei
bungen
Abgänge Umbu
chungen
Stand
31.12.2011 1)
Bilanzwert
31.12.2011 1)
145.770 0 2.618 0 2.565 0 0 0 150.953 613.197
50.385 0 -104 7.821 0 0 1.691 0 56.411 66.325
196.155 0 2.514 7.821 2.565 0 1.691 0 207.364 679.522
394.236 -8 -4.751 37.673 6.348 3 19.608 -4.723 409.164 746.846
1.346.085 0 -18.560 129.183 10.027 183 60.704 28.720 1.434.568 906.771
77.213 0 -1.121 8.147 0 2 8.140 -8.675 67.422 24.351
64 0 -4 435 0 0 135 -75 285 49.209
1.817.598 -8 -24.436 175.438 16.375 188 88.587 15.247 1.911.439 1.727.177
84.054 -1.195 -926 698 0 0 2.083 -15.247 65.301 67.157
-57.093 0 1.291 0 0 7.194 -3.953 0 -59.043 132.132
175 0 0 0 0 0 0 0 175 1.116
8 0 -5 0 938 0 0 0 941 4.267
183 0 -5 0 938 0 0 0 1.116 5.383
2.040.897 -1.203 -21.562 183.957 19.878 7.382 88.408 0 2.126.177 2.611.371

Geschäftssegmente

Strategische Geschäftssegmente Ziegel Westeuropa Ziegel Osteuropa Rohre & Pflaster Westeuropa
in TEUR 2012 2011 1) 2012 20111) 2012 2011 1)
Außenumsatz 1.129.633 1.199.403 314.211 343.273 392.164 92.166
Innenumsatz 7.561 8.668 4.582 5.167 4.269 0
Umsatz gesamt 1.137.194 1.208.071 318.793 348.440 396.433 92.166
EBITDA operativ 2) 136.472 169.483 46.991 67.183 44.090 8.294
Abschreibungen 104.723 99.289 42.403 52.758 16.145 4.194
Restrukturierungskosten und Wertminderungen
von Sachanlagen 38.578 0 3.291 0 0 0
Firmenwertabschreibungen 202 0 9.566 2.565 0 0
EBIT -7.031 70.194 -8.269 11.860 27.945 4.100
Ergebnisübernahme von assoziierten Unternehmen
und Gemeinschaftsunternehmen
1.636 1.185 -2.877 -5.159 5.780 11.183
Anteile an assoziierten Unternehmen
und Gemeinschaftsunternehmen 10.831 12.203 22.208 25.394 0 49.226
Zinsergebnis -16.738 -17.368 -11.634 -10.902 -4.369 -1.206
Ertragsteuern 13.194 -19 -3.927 -4.912 -3.894 -2.309
Ergebnis nach Ertragsteuern -19.725 52.377 -27.126 -5.632 75.113 44.830
Fremdkapital 1.318.352 1.394.147 274.334 306.166 414.225 82.041
Capital Employed 1.426.159 1.469.349 468.961 487.086 302.446 58.358
Vermögen 2.382.088 2.515.855 664.051 671.663 721.864 259.354
Normalinvestitionen 48.649 60.330 14.125 19.869 24.715 1.557
Wachstumsinvestitionen 3) 2.409 23.247 244 10.776 146.637 14.792
Ø Mitarbeiter 6.227 6.420 2.516 2.618 1.604 470
Produkte Umsatz EBITDA operativ 2) Capital Employed
in TEUR 2012 2011 1) 2012 2011 1) 2012 2011 1)
Wand 4) 627.666 660.687 60.931 81.286 848.441 937.894
Fassade 574.363 586.486 47.937 49.968 965.115 981.720
Dach 414.577 443.199 95.102 110.380 549.666 542.832
Flächenbefestigungen 121.285 132.298 6.030 17.048 141.528 136.044
Rohre 617.283 92.166 64.142 8.405 445.096 58.359
Sonstiges 375 564 -28.596 -26.727 -18.552 -4.774
Wienerberger Gruppe 2.355.549 1.915.400 245.546 240.360 2.931.294 2.652.075
Umsatz Ziegel Westeuropa Ziegel Osteuropa Rohre & Pflaster Westeuropa
in TEUR 2012 2011 1) 2012 2011 1) 2012 2011 1)
Österreich 48.920 49.074 102
Tschechien 41.574 49.578
Polen 104.343 122.581
Russland 38.142 30.537
Deutschland 257.113 263.352 44.416 25.518
Schweiz 73.713 81.264
Belgien 223.012 244.164 73.916 54.268
Niederlande 159.330 192.409 52.205 3.253
Frankreich 162.016 168.306 45.556
Großbritannien 160.663 156.631 3.928
Schweden 6.947 6.850 45.843
Norwegen 13.806 12.648 64.599
Finnland 13.096 13.232 24.591
USA
Sonstiges 60.881 62.281 81.507 91.826 37.008 9.127
Wienerberger Gruppe 1.130.577 1.201.137 314.486 343.596 392.164 92.166

1) Die Vorjahreszahlen wurden aufgrund der frühzeitigen Anwendung von IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer und der Umstellung der Einbeziehungsart von quotal konsolidierten Unternehmen auf die Equity-Methode angepasst.

2) bereinigt um Restrukturierungskosten, Wertminderungen von Sachanlagen und Firmenwertabschreibungen

Konzernabschluss
Konzernanhang
Rohre & Pflaster Osteuropa
Nordamerika
Holding & Sonstiges Überleitung 5) Wienerberger Gruppe
2012 2011 1) 2012 2011 1) 2012 2011 1) 2012 2011 1) 2012 2011 1)
318.984 138.619 193.774 135.308 5.393 4.406 0 0 2.354.159 1.913.175
6.044 0 100 0 8.713 8.834 -29.879 -20.444 1.390 2.225
325.028 138.619 193.874 135.308 14.106 13.240 -29.879 -20.444 2.355.549 1.915.400
23.309 18.364 9.781 -8.215 -15.097 -14.749 0 0 245.546 240.360
19.628 12.613 24.466 23.385 7.148 8.093 0 0 214.513 200.332
1.114 0 0 0 0 0 0 0 42.983 0
0 0 0 0 0 0 0 0 9.768 2.565
2.567 5.751 -14.685 -31.600 -22.245 -22.842 0 0 -21.718 37.463
0 0 0 0 0 0 0 0 4.539 7.209
0 0 0 0 0 45.309 0 0 33.039 132.132
-8.951 -4.531 -28.430 -25.496 19.431 21.714 0 0 -50.691 -37.789
-219 -539 -1.920 379 -7.582 -609 0 0 -4.348 -8.009
-6.396 537 -45.952 -57.726 13.894 47.217 -30.344 -42.178 -40.536 39.425
233.467 103.191 534.654 506.176 981.210 1.181.735 -1.980.195 -2.012.922 1.776.047 1.560.534
266.148 133.527 458.742 480.877 8.838 22.878 0 0 2.931.294 2.652.075
419.040 176.511 530.060 540.977 3.936.262 4.172.435 -4.513.634 -4.345.442 4.139.731 3.991.353
5.049 6.186 8.704 6.519 4.076 1.309 0 0 105.318 95.770
7.540 5.489 6.586 1.596 0 0 0 0 163.416 55.900
1.440 1.052 1.064 1.127 209 206 0 0 13.060 11.893
Gesamtinvestitionen
2012 2011 1)
36.194 49.124
31.039 44.468
15.979 28.480
12.589 11.675
171.352 16.349
1.581 1.574
268.734 151.670
Rohre & Pflaster Osteuropa Nordamerika Holding & Sonstiges Wienerberger Gruppe
2012 2011 1) 2012 2011 1) 2012 2011 1) 2012 2011 1)
98.249 33.995 290 276 147.561 83.345
21.420 6.630 62.994 56.208
72.484 50.771 176.827 173.352
23.564 61.706 30.537
301.529 288.870
73.713 81.264
296.928 298.432
211.535 195.662
207.572 168.306
164.591 156.631
52.790 6.850
78.405 12.648
37.687 13.232
164.302 108.349 164.302 108.349
103.267 47.223 29.472 26.959 5.274 4.298 317.409 241.714
318.984 138.619 193.774 135.308 5.564 4.574 2.355.549 1.915.400

3) inklusive Investitionen in Finanzanlagen

4) Indien wird unter dem geographischen Segment Holding & Sonstiges, jedoch unter dem Produktsegment Wand ausgewiesen.

5) Die Überleitung beinhaltet Eliminierungen zwischen Konzerngesellschaften.

Konzernanhang

Allgemeine Erläuterungen

1. Grundlagen für die Aufstellung des Konzernabschlusses

Die Wienerberger AG mit Sitz in Wien ist Muttergesellschaft eines international tätigen Baustoffkonzerns, dessen Geschäftsaktivitäten nach Maßgabe der Verantwortungsbereiche im Management in sechs Segmente eingeteilt sind: Ziegel Westeuropa, Ziegel Osteuropa, Rohre & Pflaster Westeuropa, Rohre & Pflaster Osteuropa, Nordamerika sowie Holding & Sonstiges. Die Adresse der Wienerberger AG lautet Wienerbergstraße 11, 1100 Wien, Österreich.

Der Konzernabschluss wurde in Anwendung von § 245a UGB nach den Vorschriften der am Abschlussstichtag anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRSs) sowie den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt. Alle für das Geschäftsjahr 2012 vom IASB verlautbarten International Financial Reporting Standards, für die eine Anwendung verpflichtend ist, wurden von Wienerberger angewendet.

Die einbezogenen Abschlüsse aller wesentlichen in- und ausländischen Unternehmen wurden von unabhängigen Wirtschaftsprüfern auf ihre Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards geprüft. Die Jahresabschlüsse der im Rahmen der Vollkonsolidierung einbezogenen Unternehmen wurden prinzipiell auf der Grundlage historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten zum Stichtag des Konzernabschlusses aufgestellt. Eine Ausnahme davon bildet die Bewertung von bestimmten Finanzinstrumenten nach IAS 39, welche zu beizulegenden Zeitwerten erfolgt. Im Konzernabschluss und Konzernanhang erfolgen Rundungen auf ganze tausend Euro, im Risiko- und Nachtragsbericht teilweise auf ganze hunderttausend Euro.

2. Auswirkungen neuer und geänderter Standards

Folgende Tabelle enthält eine Übersicht neuer Standards und Interpretationen, die zum Bilanzstichtag von der EU übernommen wurden.

Standards/
Interpretationen
Veröffentlichung
durch das IASB
Anwendungspflicht
für Wienerberger
IFRS 7 Anhangangaben: Übertragung von finanziellen Vermögenswerten 07.10.2010 01.01.2012
IFRS 1 Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards: Hyperinflation 20.12.2010 01.01.2012
IAS 12 Ertragsteuern: Realisierung bestimmter Vermögenswerte 20.12.2010 01.01.2012
IAS 27 Separate Abschlüsse (2011) 12.05.2011 01.01.2014
IAS 28 Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures (2011) 12.05.2011 01.01.2014
IFRS 10 Konzernabschlüsse 12.05.2011 01.01.2014
IFRS 11 Gemeinsame Vereinbarungen 12.05.2011 01.01.2014
IFRS 12 Anhangangaben für Anteile an anderen Unternehmen 12.05.2011 01.01.2014
IFRS 13 Bewertung zum beizulegenden Zeitwert 12.05.2011 01.01.2013
IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer (2011) 17.06.2011 01.01.2013
IAS 1 Darstellung des sonstigen Ergebnisses 17.06.2011 01.01.2013
IFRIC 20 Abraumkosten in der Produktionsphase einer über Tagebau erschlossenen Mine 19.10.2011 01.01.2013
IAS 32 Saldierung von finanziellen Forderungen und Verbindlichkeiten 16.12.2011 01.01.2014
IFRS 7 Anhangangaben: Saldierung von finanziellen Forderungen und Verbindlichkeiten 16.12.2011 01.01.2013

Konzernabschluss Konzernanhang

Die erstmals im Berichtsjahr anzuwendenden Änderungen des IFRS 7 Anhangangaben: Übertragung von finanziellen Vermögenswerten, des IFRS 1 Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards und des IAS 12 Ertragsteuern haben keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Die Änderungen des IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer (17.6.2011), die ab dem Berichtsjahr 2013 verpflichtend anzuwenden sind, wurden frühzeitig umgesetzt. Die Auswirkungen sind unter Anmerkung 3 im Detail dargestellt.

Die neuen Konsolidierungsstandards IFRS 10 Konzernabschlüsse, IFRS 11 Gemeinsame Vereinbarungen und IFRS 12 Anhangangaben für Anteile an anderen Unternehmen wurden von der EU am 11.12.2012 übernommen und sind ab 1.1.2014 verpflichtend anzuwenden. Bei frühzeitiger Anwendung sind sie gemeinsam mit den Änderungen des IAS 27 Separate Abschlüsse (2011) und IAS 28 Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures (2011) umzusetzen. Eine wesentliche Auswirkung besteht in der Änderung der Bilanzierung von Gemeinschaftsunternehmen unter IFRS 11, wonach quotal einbezogene Unternehmen in der Regel at-equity darzustellen sind.

3. Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Änderungen des IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer (17.6.2011), die ab dem Berichtsjahr 2013 verpflichtend anzuwenden sind, wurden frühzeitig umgesetzt. Wesentliche Änderungen betreffen die sofortige Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste im sonstigen Gesamtergebnis bei der Bilanzierung leistungsorientierter Pensionspläne und anderer ähnlicher Verpflichtungen nach Beendigung des Dienstverhältnisses und die Berechnung des Nettozinsaufwands, der sich aus dem kalkulatorischen Zinsaufwand der Verpflichtung und dem Ertrag auf das Planvermögen zusammensetzt. Weiters ist ein etwaiger nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand sofort ergebniswirksam zu erfassen und darf nicht mehr über die Restlaufzeit verteilt werden. Die zuvor zulässige und von Wienerberger gewählte Korridormethode zur Verteilung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste in der Gewinn- und Verlustrechnung ist nicht mehr zulässig. Die Aus wirkungen auf den Konzernabschluss betreffen somit die Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen sowie die Erfassung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste im sonstigen Gesamtergebnis. Der Ausweis des Nettozinsaufwands erfolgt statt wie bisher in den Aufwendungen für Altersversorgung im Finanzergebnis. Die Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Zusammenhang mit IAS 19 wurden gemäß den Übergangsvorschriften des IAS 19 retrospektiv angewendet.

In den im Abschluss dargestellten Bilanzen führte die frühzeitige Anwendung des IAS 19 (2011) zu einer Erhöhung der Rückstellung für Pensionen um 17.459 TEUR zum 31.12.2010 und um 23.879 TEUR zum 31.12.2011 im Vergleich zu den veröffentlichten Bilanzen der jeweiligen Bilanzstichtage. Diese Veränderung resultiert aus der Bilanzierung aller versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste. Die übrigen Rücklagen verminderten sich aufgrund der Erfassung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste und der darauf entfallenden latenten Steuern im sonstigen Gesamtergebnis um 22.714 TEUR zum 31.12.2010 und um 27.286 TEUR zum 31.12.2011.

In Vorbereitung auf den neuen IFRS 11 Gemeinsame Vereinbarungen (12.5.2011), der am 11.12.2012 von der EU übernommen wurde und unter welchem eine quotale Konsolidierung von Gemeinschaftsunternehmen in der Regel nicht mehr zulässig ist, wurde die Einbeziehungsart von quotal einbezogenen Unternehmen im Konsolidierungskreis der Wienerberger Gruppe auf die Equity-Methode umgestellt. Diese kann unter dem aktuell anzuwendenden IAS 31 Joint Ventures als alternativ zulässige Methode angewendet werden. Die Änderung der Einbeziehungsart wurde gemäß IAS 8 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden retrospektiv angewendet. Davon betroffen ist die Darstellung der Gemeinschaftsunternehmen der Schlagmann und der Tondach Gruppe, die nun in der Bilanz in den Anteilen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen ausgewiesen werden. Die Ergebnisse werden im Finanzergebnis in der Ergebnisübernahme von assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen dargestellt. Die in den veröffentlichten Abschlüssen quotal einbezogene Bramac Gruppe, die mit Wirkung vom 30.6.2011 verkauft wurde, ist in der darzustellenden Eröffnungsbilanz der Vergleichsperiode zum 31.12.2010 ebenfalls als Gemeinschaftsunternehmen at-equity in den Konzernabschluss einbezogen. Folglich wurde der Veräußerungsertrag in der angepassten Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis statt im Betriebsergebnis ausgewiesen.

Folgende Tabellen stellen die Veränderungen der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Bilanz aufgrund der Änderung der Einbeziehungsart von quotal konsolidierten Unternehmen auf die Equity-Methode dar. Die Nettoverschuldung verminderte sich per 31.12.2010 um 12.165 TEUR und per 31.12.2011 um 83.695 TEUR im Vergleich zu den veröffentlichten Bilanzen.

in TEUR 2012 2011
Umsatzerlöse 86.538 108.306
EBITDA operativ 16.665 19.587
EBIT operativ 4.420 9.774
Ergebnis nach Ertragsteuern 112 44
Aktiva Passiva
in TEUR 31.12.2011 31.12.2010 in TEUR 31.12.2011 31.12.2010
Langfristiges Vermögen 76.496 21.742 Eigenkapital 179 0
Kurzfristiges Vermögen 48.019 30.333 Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 66.606 39.840
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 57.730 12.235
124.515 52.075 124.515 52.075

4. Konsolidierungskreis

Eine Übersicht über die vollkonsolidierten sowie die nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen befindet sich in der Liste der Konzernunternehmen am Ende des Anhangs. Der Konsolidierungskreis der in den Wienerberger Konzern einbezogenen verbundenen Unternehmen, sowie der at-equity bilanzierten assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen hat sich im Berichtsjahr wie folgt entwickelt:

Konsolidierungskreis Voll
konsolidierung
Equity
Konsolidierung
Stand 31.12.2011 115 7
Wechsel Einbeziehungsart 0 -1
im Berichtsjahr erstmals einbezogen 39 0
im Berichtsjahr fusioniert/liquidiert -6 0
im Berichtsjahr ausgeschieden 0 0
Stand 31.12.2012 148 6
davon ausländische Unternehmen 124 5
davon inländische Unternehmen 24 1

Konzernabschluss Konzernanhang

Tochterunternehmen

In den Konzernabschluss 2012 waren inklusive der Wienerberger AG 24 (Vorjahr: 21) Tochterunternehmen im Inland und 124 (Vorjahr: 94) im Ausland einbezogen, an denen die Wienerberger AG unmittelbar oder mittelbar über die Möglichkeit verfügt, deren Finanz- und Geschäftspolitik über die Mehrheit der Stimmrechte zu kontrollieren. Diese Beteiligungen an Tochterunternehmen werden ab dem Zeitpunkt der Beherrschung voll konsolidiert und, wenn die Beherrschung nicht mehr gegeben ist, entkonsolidiert. Im Berichtsjahr wurden 16 (Vorjahr: 16) Tochterunternehmen nicht konsolidiert, die für die Vermittlung eines getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage unwesentlich sind.

Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen

In den Konzernabschluss der Wienerberger AG werden zum Bilanzstichtag des Berichtsjahrs 6 (Vorjahr: 7) Beteiligungen, die Wienerberger unter gemeinschaftlicher Führung hält oder auf die Wienerberger einen maßgeblichen Einfluss hat, nach der Equity-Methode bilanziert. Folgende Angaben stellen die anteiligen Werte dar, die sich aus der Aggregation der assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen (vor allem der Tondach Gruppe und Schlagmann) ergeben, wobei im Berichtsjahr die Ergebnisse der ersten fünf Monate der Pipelife Gruppe und in der Vergleichsperiode die Ergebnisse der ersten sechs Monate der Bramac Gruppe anteilig enthalten sind.

in TEUR 2012 2011
Umsatzerlöse 288.276 531.149
EBITDA operativ 30.918 54.327
EBIT operativ 12.423 26.698
Ergebnis nach Ertragsteuern 4.539 7.209
Aktiva Passiva
in TEUR 31.12.2012 31.12.2011 in TEUR 31.12.2012 31.12.2011
Langfristiges Vermögen 104.288 219.284 Eigenkapital 30.026 128.643
Kurzfristiges Vermögen 49.924 184.179 Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 54.676 83.486
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 69.510 191.334
154.212 403.463 154.212 403.463

5. Erwerbe und Veräußerungen

Folgende Unternehmen wurden im Jahr 2012 erstmals in den Konzernabschluss einbezogen:

Gesellschaft Sitz Stammkapital Währung Beteiligung
Pipelife Gruppe
PIPELIFE International GmbH Wiener Neudorf 29.000.000 EUR 100,00 %
Pipelife Asset Management Ges.m.b.H Wiener Neudorf 35.000 EUR 100,00 %
Pipelife Austria GmbH & Co KG Wiener Neudorf 4.360.370 EUR 100,00 %
Pipelife Austria GmbH Wiener Neudorf 36.337 EUR 100,00 %
Pipelife Belgium NV Kalmthout 4.950.000 EUR 100,00 %
Pipelife Bulgaria EOOD Botevgrad 30.000 BGN 100,00 %
Pipelife Czech s r.o. Otrokovice-Kucovaniny 202.971.000 CZK 100,00 %
PIPELIFE Deutschland Asset Management GmbH Bad Zwischenahn 26.000 EUR 100,00 %
PIPELIFE Deutschland GmbH & Co. KG Bad Zwischenahn Bad Zwischenahn 5.000 EUR 100,00 %
Pipelife Deutschland Verwaltungs-GmbH Bad Zwischenahn Bad Zwischenahn 5.726.469 EUR 100,00 %
Pipelife Eesti AS Harjumaa Eesti Vabariik 2.422.400 EUR 100,00 %
Propipe OY Ii 33.638 EUR 100,00 %
Pipelife Finland OY Oulu 33.637 EUR 100,00 %
Pipelife France SNC Gaillon 19.743.000 EUR 100,00 %
Pipelife Hellas S.A. Thiva-Halkida 24.089.735 EUR 100,00 %
Pipelife Hrvatska d.o.o. Sv. Nedjelja 47.171.500 HRK 100,00 %
Pipelife Hungaria Kft. Debrecen 3.123.520.000 HUF 100,00 %
Quality Plastics Holdings Limited Cork 635.000 EUR 100,00 %
Quality Plastics Limited Cork 254 EUR 100,00 %
Quality Plastics Sales Limited Cork 127 EUR 100,00 %
Dromalour Plastics Limited Cork 3 EUR 100,00 %
Pipelife UK Ltd Corby 244.001 GBP 100,00 %
UAB Pipelife Lietuva Vilnius 1.600.000 LTL 100,00 %
Pipelife Latvia SIA Riga 300.000 LVL 100,00 %
Pipelife Nederland B.V. Enkhuizen 11.344.505 EUR 100,00 %
Pipelife Finance B.V. Enkhuizen 18.000 EUR 100,00 %
Twebotube B.V. Enschede 36.302 EUR 100,00 %
Pipelife Norge AS Surnadal 50.000.000 NOK 100,00 %
Pipelife Polska S.A. Karlikowo 112.243.963 PLN 100,00 %
Pipelife Romania S.R.L. Bukarest 7.323.115 RON 100,00 %
Pipelife Serbia d.o.o. Belgrad 97.197.855 RSD 100,00 %
Pipelife RUS LLC Moskau 104.458.072 RUB 100,00 %
Pipelife Hafab AB Haparanda 3.000.000 SEK 100,00 %
Pipelife Nordic AB Ölsremma 167.000.000 SEK 100,00 %
Pipelife Sverige AB Ölsremma 3.600.000 SEK 100,00 %
Pipelife Slovenija d.o.o. Trzin 843.258 EUR 100,00 %
Pipelife Slovakia s r.o. Piestany 6.700 EUR 100,00 %
Arili Plastik Sanayii A.S. Pendik/Istanbul 7.000.000 TRY 100,00 %
Pipelife Jet Stream, Inc. Siloam Springs 0 USD 100,00 %

Die zuvor unter den sonstigen Beteiligungen ausgewiesenen Unternehmen Société du Terril d'Hulluch (STF) SNC und AGRO Property Bulgaria EOOD wurden per 1.6.2012 respektive per 1.9.2012 in den Konsolidierungskreis einbezogen.

Nicht mehr im Konzernabschluss enthalten ist die mit Ende Dezember 2011 veräußerte deutsche Ziegelwerk B GmbH.

Am 15.2.2012 gab Wienerberger den Erwerb des 50 %-Anteils an Pipelife vom Joint-Venture Partner Solvay um 162.000 TEUR bekannt. Pipelife ist ein international tätiger Produzent von Kunststoffrohren und Rohrsystemen sowie Formstücken aus hochwertigen Kunststoffen mit 27 Werken in Europa sowie den USA und beschäftigt 2.689 Mitarbeiter in 27 Ländern. Durch die Akquisition von Pipelife wurde das Kerngeschäft der Wienerberger Gruppe erweitert, um eine geringere Abhängigkeit vom Wohnungsneubau zu erwirken. Nach Freigabe der Transaktion durch die Kartellbehörde Ende Mai 2012 wurde die Pipelife Gruppe mit Wirkung vom 31.5.2012 erstmals in den Konzernabschluss einbezogen. Aufgrund der Akquisition veränderte sich der Konsolidierungskreis der Wienerberger Gruppe um vier in- und 35 ausländische Gesellschaften.

Der beizulegende Zeitwert des bis zum Erwerbszeitpunkt gehaltenen Eigenkapitalanteils der Pipelife Gruppe beläuft sich auf 140.870 TEUR. Resultierend aus der Änderung der Einbeziehungsart der Pipelife Gruppe entstand somit ein Bewertungsgewinn der bisher at-equity ausgewiesenen Beteiligung in Höhe von 42.303 TEUR, der im sonstigen Finanzergebnis ausgewiesen wurde. Dieser wurde mit der Realisierung von zuvor im sonstigen Gesamtergebnis erfassten Währungsdifferenzen in Höhe von -7.464 TEUR saldiert dargestellt. Anschaffungsnebenkosten von 459 TEUR wurden in den Verwaltungskosten erfasst.

Die Überleitung der Buchwerte vor Übernahme der restlichen 50 % an der Pipelife Gruppe auf die IFRS Werte nach erfolgter Kaufpreisallokation stellt sich wie folgt dar:

in TEUR Buchwerte Anpassung Konzernwerte
Immaterielles Anlagevermögen 27.529 150.694 178.223
Sachanlagen und Finanzanlagen 176.145 -4.849 171.296
Latente Steuern 14.729 -10.604 4.125
Langfristiges Vermögen 218.403 135.241 353.644
Vorräte 172.070 -1.350 170.720
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 140.970 -1.868 139.102
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 40.886 -249 40.637
Kurzfristiges Vermögen 353.926 -3.467 350.459
Latente Steuern 11.063 31.697 42.760
Langfristige Rückstellungen 8.278 13.299 21.577
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 130.147 5.790 135.937
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 1.136 21 1.157
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 150.624 50.807 201.431
Kurzfristige Rückstellungen 11.358 4.536 15.894
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 63.021 -4.764 58.257
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 104.149 -25 104.124
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 60.824 4.575 65.399
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 239.352 4.322 243.674
Erworbenes Reinvermögen 182.353 76.645 258.998
Firmenwert 43.872
Zahlungsmittel -15.363
Marktwert abgegangener Anteile an assoziierten Unternehmen -140.870
Netto-Auszahlungen für die Akquisition von Pipelife 146.637

Die Überleitung des langfristigen Vermögens von übernommenen Buchwerten zu den Konzernwerten beinhaltet im Wesentlichen identifizierte immaterielle Vermögenswerte wie den Kundenstamm und die Marke Pipelife. Die Anpassungen in den langfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten betreffen insbesondere latente Steuern und stehen im Zusammenhang mit den Anpassungen im langfristigen Vermögen.

Im Zeitraum 1.1.2012 bis 31.12.2012 erzielte Pipelife einen Umsatz von 859.920 TEUR und ein operatives EBITDA von 77.984 TEUR.

Die Auswirkungen aller beschriebenen Konsolidierungskreisänderungen auf die Konzern Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Konzernbilanz stellen sich für 2012 (bzw. ab dem/zum Erst- und Entkonsolidierungszeitpunkt) wie folgt dar:

in TEUR 2012
Umsatzerlöse 523.610
EBITDA operativ 51.487
EBIT operativ 31.645
Aktiva Passiva
in TEUR 31.12.2012 in TEUR 31.12.2012
Langfristiges Vermögen 304.119 Eigenkapital 49.766
Kurzfristiges Vermögen 188.973 Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 199.647
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 243.679
493.092 493.092

6. Konsolidierungsmethoden

Die Kapitalkonsolidierung bei vollkonsolidierten verbundenen Unternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode. Dabei werden im Erwerbszeitpunkt die Anschaffungskosten dem neu bewerteten Reinvermögen (Eigenkapital) des erworbenen Unternehmens gegenübergestellt. Vermögensgegenstände, Schulden und Eventualschulden werden nach IFRS 3, soweit identifizierbar, bei der Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt; ein verbleibender positiver Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten und dem neu bewerteten anteiligen Eigenkapital wird als Firmenwert im jeweiligen Segment in Landeswährung aktiviert. Ein negativer Unterschiedsbetrag wird in der Gewinn- und Verlustrechnung in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst. Die Firmenwerte werden gemeinsam mit den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Geschäftsbereichen), denen sie zugeordnet sind, zumindest jährlich einem Werthaltigkeitstest (Impairment Test) unterzogen und im Falle einer Wertminderung auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert abgeschrieben. Werden Ereignisse beobachtet, die auf eine dauerhafte Wertminderung schließen lassen, so werden die betroffenen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten anlassbezogenen Werthaltigkeitstests unterzogen (siehe Anmerkung 9. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden).

Für die nach der Equity-Methode einbezogenen assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen gelten die gleichen Eigenkapitalkonsolidierungsgrundsätze wie im Rahmen der Vollkonsolidierung, wobei im Falle unwesentlicher Abweichungen die lokalen Bewertungsmethoden beibehalten werden.

Alle Umsatzerlöse, Erträge und Aufwendungen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus der Verrechnung zwischen den vollkonsolidierten Unternehmen des Konsolidierungskreises werden eliminiert. Abzinsungen und sonstige einseitig ergebniswirksame Buchungen werden ergebniswirksam ausgebucht und die darauf entfallenden latenten Steuern in Ansatz gebracht. Aus dem konzerninternen Lieferungs- und Leistungsverkehr resultierende Zwischenergebnisse im Anlage- und Umlaufvermögen sind eliminiert, soweit sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind.

Wurde im Rahmen eines Unternehmenserwerbs den Verkäufern eine Verkaufsoption gewährt, durch deren Ausübung die verbleibenden nicht beherrschenden Anteile an Konzerngesellschaften an Wienerberger übertragen werden können, so wird diese als Verbindlichkeit passiviert und mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Demzufolge werden die nicht beherrschenden Anteile an der im Jahr 2008 erworbenen Sandtoft Ltd. unter den langfristigen Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen.

7. Geschäftssegmente

Die Einteilung der Geschäftssegmente und die Darstellung der Segmentergebnisse erfolgt nach dem Management Approach gemäß IFRS 8 und folgt den internen Berichten an den Vorstand der Wienerberger AG als jene verantwortliche Unternehmensinstanz (chief operating decision maker), welche über die Allokation von Ressourcen auf die Geschäftssegmente entscheidet.

Nach der vollständigen Übernahme von Pipelife, die Ende Mai 2012 abgeschlossen wurde, erfolgte aufgrund neu strukturierter Verantwortungsbereiche im Management eine neue Segmentierung in der Berichterstattung. Die Geschäftstätigkeit der Wienerberger Gruppe wird weiterhin nach regionalen Kriterien gesteuert, wobei durch die Segmentierung auch den unterschiedlichen Geschäftsfeldern Rechnung getragen wird. Der Bereich Ziegel Europa fasst Hintermauer-, Vormauerund Dachziegelaktivitäten in den Segmenten Ziegel Westeuropa und Ziegel Osteuropa zusammen. Der Bereich Rohre & Pflaster Europa beinhaltet die Aktivitäten des Kunststoffrohrproduzenten Pipelife, des Keramikrohrproduzenten Steinzeug-Keramo sowie des Betonsteinproduzenten Semmelrock und wird in die Segmente Rohre & Pflaster Westeuropa und Rohre & Pflaster Osteuropa eingeteilt. Die Geschäftsaktivitäten in Nordamerika werden zusammengefasst im Segment Nordamerika dargestellt. Das Segment Holding & Sonstiges beinhaltet hauptsächlich die Ziegelaktivitäten in Indien sowie übergeordnete Aktivitäten der Konzernzentrale.

Die Berichte an die verantwortliche Unternehmensinstanz beinhalten neben der zentralen Erfolgsgröße EBITDA operativ, anhand der die Steuerung der Geschäftssegmente erfolgt, auch die Ergebnisgrößen Umsatz, EBIT, Finanzergebnis und Ergebnis nach Steuern, weshalb diese ebenso in der Darstellung der Geschäftssegmente enthalten sind. Die Aufteilung von Umsatz, EBITDA operativ, EBIT, Finanzergebnis, Ertragsteuern, Ergebnis nach Steuern, Vermögen, Fremdkapital, Capital Employed sowie Gesamtinvestitionen erfolgt nach dem Sitz der Gesellschaften.

In der Überleitung der Segmentergebnisse auf das Konzernergebnis sind lediglich Eliminierungen von Umsätzen, Aufwendungen und Erträgen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den Geschäftssegmenten enthalten. Wienerberger erzielt mit keinem externen Kunden mehr als 10 % des Umsatzes.

8. Währungsumrechnung

Die Jahresabschlüsse ausländischer Gesellschaften werden nach dem Konzept der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Diese ist für sämtliche Gesellschaften die jeweilige Landeswährung, da die Gesellschaften ihr Geschäft in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbständig betreiben. Alle Bilanzpositionen mit Ausnahme jener des Eigenkapitals werden mit dem Devisenmittelkurs zum 31.12.2012 umgerechnet. Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung werden als Vermögenswert in der lokalen Währung bilanziert und ebenfalls mit dem Devisenmittelkurs zum Konzernabschlussstichtag umgerechnet. Aufwands- und Ertragsposten werden mit Jahresdurchschnittskursen konvertiert.

Nicht realisierte Währungsumrechnungsdifferenzen aus langfristigen konzerninternen Gesellschafterdarlehen werden erfolgsneutral in den Unterschiedsbetrag Währungsumrechnung eingestellt. Ebenso werden Währungsumrechnungsdifferenzen zwischen dem Stichtagskurs innerhalb der Bilanz und dem Durchschnittskurs innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung im sonstigen Gesamtergebnis ausgewiesen.

Das währungsbedingte Translationsrisiko aus den amerikanischen, Schweizer, englischen und aus einzelnen osteuropäischen Ziegelaktivitäten wird durch den Abschluss von Währungsswaps eingeschränkt. Dabei wird in Höhe des abzusichernden Teils der auf Fremdwährung lautenden Vermögenswerte ein Fremdwährungs-Euro Währungsswap abgeschlossen.

Im Berichtsjahr wurden Stichtagsumrechnungsdifferenzen (einschließlich jener auf nicht beherrschende Anteile entfallenden) von 38.920 TEUR (Vorjahr: -34.321 TEUR) im sonstigen Gesamtergebnis ausgewiesen. Aus Sicherungsgeschäften (Hedging Transaktionen) wurden insgesamt -385 TEUR (Vorjahr: -4.549 TEUR) im sonstigen Gesamtergebnis erfasst.

Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse wesentlicher Währungen haben sich wie folgt entwickelt:

Stichtagskurs Jahresdurchschnittskurs
in EUR 31.12.2012 31.12.2011 2012 2011
100 Britische Pfund 122,53400 119,71747 123,30979 115,22639
100 Bulgarische Lev 51,12997 51,12997 51,12997 51,12997
100 Dänische Kronen 13,40303 13,45135 13,43427 13,42163
100 Kanadische Dollar 76,12088 75,67159 77,85998 72,67798
100 Kroatische Kuna 13,23189 13,26788 13,29481 13,44298
100 Norwegische Kronen 13,60859 12,89657 13,37589 12,83137
100 Polnische Zloty 24,54590 22,43158 23,89029 24,27157
100 Rumänische Lei 22,49972 23,13048 22,42766 23,58949
100 Russische Rubel 2,47957 2,39435 2,50417 2,44593
100 Schwedische Kronen 11,65230 11,22083 11,48782 11,07469
100 Schweizer Franken 82,83632 82,26390 82,96582 81,12445
100 Tschechische Kronen 3,97599 3,87792 3,97590 4,06643
100 Türkische Lira 2,35510 2,44320 2,31404 2,33677
100 Ungarische Forint 0,34211 0,31788 0,34560 0,35795
100 US-Dollar 75,79203 77,28573 77,83166 71,85255

9. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der Konzernabschluss wurde auf Basis der folgenden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze erstellt:

Umsatzrealisierung: Erträge aus Lieferungen werden realisiert, wenn alle wesentlichen Risiken und Chancen aus dem gelieferten Gegenstand auf den Käufer übergegangen sind.

Fertigungsaufträge: Ist das Ergebnis von Fertigungsaufträgen verlässlich zu schätzen, werden Auftragserlöse und Auftragskosten entsprechend dem Leistungsfortschritt erfasst (percentage of completion method). Fertigungsaufträge bestehen im Bereich der Rohraktivitäten bei der Produktion von LLLD (long length large diameter) Rohren von Pipelife. Der Fertigstellungsgrad wird anhand der produzierten Menge an Tonnen ermittelt. Zeichnet sich eine Kostenüberschreitung eines Auftrages über vereinbarte Erlöse ab, so ist eine Drohverlustrückstellung zu bilden.

Immaterielles Anlagevermögen: Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden, soweit identifizierbar, mit deren Anschaffungskosten, vermindert um Abschreibungen und Wertminderungen, angesetzt. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden jährlichen Werthaltigkeitstests unterzogen.

Sachanlagevermögen: Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten, vermindert um lineare oder nutzungsbedingte (Tongruben) Abschreibungen, angesetzt. Bei selbst erstellten Anlagen werden angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten, nicht jedoch Kosten der allgemeinen Verwaltung und des Vertriebs, aktiviert. Während der Bauphase von qualifizierten Gegenständen des Anlagevermögens werden gemäß IAS 23 die anfallenden Fremdkapitalkosten unter den Anschaffungskosten aktiviert und über die Nutzungsdauer abgeschrieben.

Die Abschreibungssätze richten sich nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer der jeweiligen Anlagen, die in Komponenten aufgeteilt werden (Komponenten-Ansatz). Dafür werden folgende Nutzungsdauern angesetzt:

Produktionsgebäude (inkl. Lagerhallen) 40 Jahre Sonstige Maschinen 5 – 15 Jahre
Verwaltungs- und Wohngebäude 40 – 50 Jahre Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 – 10 Jahre
Gebäudeinfrastruktur 15 – 30 Jahre Kundenstamm 15 Jahre
Öfen und Trockner 8 – 20 Jahre Sonstiges immaterielles Anlagevermögen 3 – 10 Jahre

Reparaturkosten, die die geplante Nutzungsdauer nicht verlängern, werden als laufender Aufwand verbucht. Die laufende Abschreibung wird ausgesetzt, wenn eine Anlage gemäß IFRS 5 als zur Veräußerung vorgesehen qualifiziert wird.

Werden Anlagen verkauft oder aufgegeben, wird der Gewinn oder Verlust aus der Differenz zwischen dem Verkaufserlös und dem Restbuchwert bzw. ein Abwertungsbedarf unter den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen erfasst, sofern es sich um jährlich wiederkehrende vergleichbare Vorgänge handelt.

Gemietete Sachanlagen, die aus einer wirtschaftlichen Betrachtung als Anlagenkäufe mit langfristiger Finanzierung anzusehen sind (Finanzierungsleasing), werden in Übereinstimmung mit IAS 17 (Leasingverhältnisse) zu jenen Anschaffungskosten angesetzt, die im Falle des Kaufs angefallen wären. Die Abschreibungen erfolgen über die wirtschaftliche Nutzungsdauer oder, wenn kürzer, über die Laufzeit des Leasingvertrags.

Firmenwerte: Firmenwerte, die im Rahmen von Unternehmenserwerben entstehen, werden gemäß IFRS 3 zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet und nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal im Jahr auf einen möglichen Wertminderungsbedarf hin untersucht.

Wertminderungen von Firmen- und Vermögenswerten: In der Wienerberger Gruppe werden Werkseinheiten länderweise zu zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zusammengefasst. Diese werden gemäß IAS 36 ebenso wie Vermögenswerte, bei denen Hinweise auf eine dauerhafte Wertminderung vorliegen, regelmäßig auf einen möglichen Wertminderungsbedarf hin untersucht. Dazu werden mindestens einmal im Jahr in den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten die Buchwerte der zugerechneten Firmen- und Vermögenswerte mit den summierten Barwerten (Abzinsung zu durchschnittlichen gewichteten Gesamtkapitalkosten nach Steuern) der zukünftig erwarteten Einzahlungsüberschüsse (Nutzwert) verglichen und wenn nötig auf den errechneten Nutzwert oder einen möglichen Einzelveräußerungs- bzw. Liquidationswert abgeschrieben. Für die Wienerberger Gruppe wird der Kapitalkostensatz nach Steuern nach anerkannten finanzmathematischen Verfahren aus externen Quellen abgeleitet.

Die zukünftig erwarteten Einzahlungsüberschüsse basieren auf der jeweils aktuellsten internen Planung, welche zuletzt für den Planungshorizont (2013-2016) erstellt wurde. Die Qualität der Planungsdaten wird laufend durch eine Abweichungsanalyse mit den aktuellen Ergebnissen überprüft und im folgenden Planungsprozess berücksichtigt. Die Berechnung erfolgt unter Verwendung der Detailplanungsperioden (2013-2016), wobei unter der Prämisse der Unternehmensfortführung der Einzahlungsüberschuss der darauffolgenden Planungsperiode als nachhaltig erzielbar angesehen wird und als Basis für die Errechnung des Barwerts einer unendlichen Rente dient. Die Werthaltigkeitstests werden bei Wienerberger mindestens einmal jährlich im Anschluss an die Unternehmensplanung erstellt. Geben Hochrechnungen und Analysen während eines Berichtsjahrs Anlass zur Vermutung, dass negative Abweichungen vom ursprünglichen Plan zu erwarten sind, so wird darin ein auslösendes Ereignis für die erneute Beurteilung der Werthaltigkeit der betroffenen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten gesehen.

Konzernabschluss Konzernanhang

In diesem Fall werden die Werthaltigkeitstests auf Basis aktualisierter Planungsdaten neu gerechnet und um Stresstests erweitert.

Der wesentliche Faktor für den Nutzwert sind Annahmen über zukünftige lokale Markt-, Mengen- und Preisentwicklungen. Die Nutzwertermittlung basiert daher auf Prognosen von statistischen Ämtern (z.B. Euroconstruct) und Erfahrungswerten des Managements. Die Einschätzung der Kostenstrukturen innerhalb der gesamten Wienerberger Gruppe erfolgt dabei durch eine Extrapolation von Erfahrungswerten und aufgrund makroökonomischer Prognosen.

Zuschreibungen werden vorgenommen, wenn Gründe für eine Wertminderung von Sachanlagen wegfallen bzw. eine Wiederverwertbarkeit von abgewerteten Sachanlagen gegeben ist. Einmal abgeschriebene Firmenwerte werden unter Beachtung von IAS 36 und IFRIC 10 nicht wieder zugeschrieben.

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Anteile an assoziierten Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und sonstige Beteiligungen: Die Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bewertet. Sonstige Beteiligungen werden mit Anschaffungskosten angesetzt und lediglich im Falle von nachhaltigen Wertminderungen abgeschrieben. Der Ausweis von Abschreibungen und Zuschreibungen erfolgt im Finanzergebnis.

Vorräte: Die Bewertung des Vorratsvermögens erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellkosten oder zu niedrigeren Nettoveräußerungswerten. Bei der Bewertung der Vorräte kommt das gleitende Durchschnittspreisverfahren zur Anwendung. Bei der Ermittlung der Herstellkosten werden die direkt zurechenbaren Kosten und die anteiligen Gemeinkosten einschließlich Abschreibungen unter Annahme einer Normalauslastung (zwischen 85 und 100 % der Kapazität) einbezogen. Fremdkapitalzinsen sowie Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten sind nicht Bestandteil der Herstellkosten im Umlaufvermögen. Für Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer bzw. aus verminderter Verwertbarkeit ergeben, werden angemessene Abschläge berücksichtigt.

Emissionszertifikate: Gemäß IAS 20 und IAS 38 bewertet Wienerberger jene Emissionszertifikate, die aufgrund der EU-Emissionshandelsrichtlinien RL 2003/87/EG und RL 2009/29/EG gratis zugeteilt wurden, mit Anschaffungskosten von null. Übersteigen die Emissionen die gratis zugeteilten Zertifikate, so erfolgt die Bewertung der fehlenden Zertifikate mit deren Marktwert am Bilanzstichtag. Entgeltlich erworbene Zertifikate werden zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Marktwerten am Bilanzstichtag bilanziert.

Finanzinstrumente: Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. IAS 39 unterscheidet die Kategorien Kredite und Forderungen (loans and receivables), bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen (held to maturity), zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (available for sale) sowie erfolgswirksam zum beizulegenden Wert bewertete finanzielle Vermögenswerte (at fair value through profit or loss), die sich wiederum aus zu Handelszwecken gehaltenen Finanzinstrumenten (financial assets/liabilities held for trading) und aus Finanzinstrumenten, die beim erstmaligen Ansatz als zum beizulegenden Zeitwert bewertet designiert wurden (designated as at fair value through profit or loss upon initial recognition), zusammensetzen.

Kassageschäfte von finanziellen Vermögenswerten werden zum Erfüllungstag bilanziert. Ein finanzieller Vermögenswert wird dann ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf den Erhalt von Cashflows daraus erloschen sind.

Kredite und Forderungen werden zu Anschaffungskosten angesetzt, wobei erkennbaren Einzelrisiken durch angemessene Wertberichtigungen Rechnung getragen wird. Langfristige zinsenlose oder unverzinsliche Forderungen mit einer Laufzeit von über einem Jahr werden mit dem abgezinsten Barwert angesetzt. Fremdwährungsforderungen werden zum Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

Wienerberger verfügt über keine bis zur Endfälligkeit gehaltenen aktiven Finanzinstrumente.

Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte werden zu beizulegenden Zeitwerten bewertet, wobei aus Änderungen der beizulegenden Zeitwerte resultierende Gewinne und Verluste erfolgswirksam zu erfassen sind. Wienerberger hält keine originären Finanzinstrumente zu Handelszwecken.

Wienerberger hat bislang keinen Gebrauch vom Wahlrecht gemacht, beim erstmaligen Ansatz finanzielle Vermögenswerte nach IAS 39 als erfolgswirksam zum beizulegenden Wert bewertet einzustufen. Die von Wienerberger gehaltenen originären Finanzinstrumente, die weder den liquiden Mitteln und Zahlungsmitteläquivalenten noch den Krediten und Forderungen zuzurechnen sind, werden somit als zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente erfasst. Diese werden zum beizulegenden Wert bewertet, wobei aus der Änderung der beizulegenden Werte resultierende Gewinne und Verluste bis zu deren Abgang erfolgsneutral im sonstigen Gesamtergebnis erfasst werden. Davon ausgenommen sind Abschreibungen im Falle von wesentlichen und dauerhaften Wertminderungen. Der beizulegende Wert ermittelt sich für börsenotierte Wertpapiere aus den Börsekursen, wohingegen nicht börsenotierte finanzielle Vermögenswerte zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung von etwaigen Marktwertänderungen bewertet werden. In der Periode des Abgangs werden die bislang im sonstigen Gesamtergebnis erfassten kumulierten Gewinne und Verluste erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.

Liquide Mittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Kassenbestände, erhaltene Schecks, Sichtguthaben, kurzfristig realisierbare Veranlagungen sowie Termineinlagen bei Finanzinstitutionen.

Rückstellungen: Die Rückstellungen für Abfertigungen vorwiegend für österreichische Dienstnehmer – werden auf Basis einer versicherungsmathematischen Berechnung unter Zugrundelegung eines Pensionseintrittsalters von 65 (Männer) bzw. 60 (Frauen) Jahren und eines Rechnungszinssatzes von 3,4 % bzw. 3,6 % bei Pipelife (Vorjahr: 4,75 %) nach dem Verfahren der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method) berechnet.

In der Wienerberger Gruppe gibt es beitragsorientierte und leistungsorientierte Pensionszusagen. Bei beitragsorientierten Pensionszusagen (Defined Contribution Plan) bestehen nach der Zahlung der Prämien keine weiteren Verpflichtungen für den Arbeitgeber. Bei leistungsorientierten Pensionszusagen (Defined Benefit Plan) wird dem Mitarbeiter ein bestimmter Pensionsbetrag zugesagt. Das Risiko bezüglich der tatsächlichen Pensionsauszahlungshöhe wird bis zum Auszahlungszeitpunkt vom Unternehmen getragen. Die Rückstellungen für leistungsorientierte Pensionsverpflichtungen werden nach dem Verfahren der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method) errechnet. Bei der Bewertung von Altersversorgungsleistungen finden zukünftige Gehaltssteigerungen und Steigerungen leistungsorientierter Zusagen Berücksichtigung. Den Berechnungen liegt ein landespezifischer Rechnungszinsfuß zwischen 2,2 % und 4,7 % (Vorjahr: 3,2 % – 5,0 %), eine erwartete Einkommensentwicklung von 1,0 % – 4,2 % (Vorjahr: 1,8 % – 3,0 %), erwartete Rententrends von 1,5 % – 3,0 % (Vorjahr: 2,4 % – 7,5 %) und durchschnittliche Fluktuationen von 1,5 % – 6,5 % (Vorjahr: 1,5 % – 2,3 %) zugrunde. Die Berechnung der Pensionsrückstellungen wird von Versicherungsmathematikern durchgeführt.

Wegen ihres Versorgungscharakters werden jene US-amerikanischen Verpflichtungen, welche die Abgeltung von Krankheitskosten ehemaliger Mitarbeiter im Ruhestand betreffen, in der Position Pensionsrückstellungen ausgewiesen.

Die Pensionsrückstellungen werden mit dem Planvermögen saldiert, welches für die Abdeckung der Verpflichtungen gehalten wird. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden gemäß IAS 19 (revised 2011) im Jahr des Entstehens im sonstigen Gesamtergebnis erfasst. Die Zinskomponente der Leistungen nach Beendigung des Dienstverhältnisses wird im Finanzergebnis ausgewiesen.

Rekultivierungsverpflichtungen für Tongruben werden beim Erwerb der Tongruben gemäß IAS 16 passiviert. Die der Rekultivierungsverpflichtung zugrunde gelegten Annahmen richten sich im Wesentlichen nach landesspezifischen Gegebenheiten. Die Rekultivierungsverpflichtungen für vor dem Jahr 2005 erworbene Tongruben werden gemäß der Übergangsregelung des IAS 16 auf Basis der abgebauten Menge passiviert. Sonstige Verbindlichkeiten, die bezüglich ihrer Fälligkeit oder ihrer Höhe ungewiss sind, werden gemäß IAS 37 passiviert.

Latente Steuern: In Übereinstimmung mit IAS 12 werden alle temporären Bewertungs- und Bilanzierungsdifferenzen zwischen Steuerbilanz und IFRS-Bilanz sowie Verlustvorträge, soweit deren künftige Nutzung wahrscheinlich ist, in die latente Steuerabgrenzung einbezogen. Für die Abgrenzung werden – unter Beachtung des lokalen Steuersatzes des betroffenen Konzernunternehmens – die bei der Auflösung der Unterschiedsbeträge erwarteten künftigen Steuersätze angewandt. Zukünftige Steuersatzänderungen werden berücksichtigt, wenn sie zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung bereits gesetzlich beschlossen waren.

Verbindlichkeiten: Verbindlichkeiten werden bei Zuzählung in Höhe des tatsächlich zugeflossenen Betrags (abzüglich Transaktionskosten) erfasst. Ein Unterschiedsbetrag zwischen dem erhaltenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit nach der Effektivzinsmethode verteilt und im Finanzergebnis erfasst. Eine Bewertung erfolgt daher zum Restbuchwert (at amortized cost). Fremdwährungsverbindlichkeiten werden zum Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Wienerberger hat bislang keinen Gebrauch vom Wahlrecht gemacht, beim erstmaligen Ansatz finanzielle Verbindlichkeiten nach IAS 39 als erfolgswirksam zum beizulegenden Wert bewertet einzustufen.

Zuschüsse der öffentlichen Hand: Wienerberger passiviert Zuschüsse der öffentlichen Hand zu ihren beizulegenden Zeitwerten und weist deren periodenkonforme Auflösung unter den sonstigen Erträgen aus.

Sicherungsgeschäfte: Wienerberger wendet die Vorschriften zu Sicherungsgeschäften gemäß IAS 39 zur Absicherung von Bilanzposten (Translationsrisiko) sowie zur Absicherung zukünftiger Zahlungsströme (Transaktionsrisiko) an. Als Cashflow Hedge wird die Absicherung gegen Schwankungen zukünftiger Zahlungsströme aus bilanzierten Vermögenswerten oder Verbindlichkeiten bezeichnet. Die Marktbewertung der effektiven Sicherungsinstrumente erfolgt erfolgsneutral (Hedging Reserve). Nicht effektive Anteile werden erfolgswirksam im Finanzergebnis erfasst. Ebenso erfolgt die Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb erfolgsneutral, wobei alle Wertänderungen des effektiven Anteils des eingesetzten Sicherungsinstruments unter der Hedging Reserve wie auch das Ergebnis aus der Fremdwährungsumrechnung der besicherten Investition im sonstigen Gesamtergebnis im Eigenkapital ausgewiesen werden. Bei der Absicherung eines beizulegenden Zeitwerts des Grundgeschäfts (Fair Value Hedge) hingegen erfolgt eine erfolgswirksame Anpassung der Zeitwerte des als Sicherungsinstrument eingesetzten Derivats unter der ebenso erfolgswirksamen Anpassung des Grundgeschäfts um den auf das besicherte Risiko entfallenden Gewinn und Verlust (Basis Adjustment).

Der Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten erfolgt ausschließlich zur Absicherung von Risiken, die aus der operativen Geschäftstätigkeit erwachsen. Fremdwährungstermingeschäfte werden zur Absicherung von Transaktionsrisiken und Zinsswaps zur Optimierung des fix bzw. variabel verzinsten Teils der finanziellen Verbindlichkeiten verwendet. Zins-Währungsswaps dienen der Absicherung von Nettoinvestitionen in Fremdwährungsgesellschaften. Alle derivativen Finanzinstrumente werden bei Vertragsabschluss zu Anschaffungskosten angesetzt und in den Folgeperioden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Für börsenotierte Wertpapiere werden dazu die aktuellen Kurse herangezogen; für nicht börsenotierte Zinsinstrumente werden die beizulegenden Zeitwerte durch Abzinsung der künftigen Zahlungen unter Verwendung eines aktuellen Marktzinssatzes ermittelt. Gemäß IAS 39 werden derivative Finanzinstrumente, die sich nicht in einer Hedge-Beziehung befinden, der Kategorie zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente (held for trading) zugerechnet. Bei Derivaten in Hedge-Beziehungen werden nur jene, die nicht Teil effektiver Sicherungsstrategien sind, erfolgswirksam bewertet (ineffektive Anteile); der Ausweis erfolgt im Finanzergebnis.

Ergebnis je Aktie: Das Ergebnis je Aktie wird ermittelt, indem das Konzernergebnis nach nicht beherrschenden Anteilen und dem vorgesehenen Anteil für Hybridkapitalbesitzer durch die gewichtete Anzahl der ausgegebenen Aktien (abzüglich der eigenen Aktien) dividiert wird.

Schätzungen: Die Erstellung des Konzernabschlusses erfordert, dass vom Management zu einem gewissen Grad Schätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen werden müssen, die die bilanzierten Vermögenswerte und Schulden sowie Eventualschulden, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während der Berichtsperiode beeinflussen. Die sich tatsächlich ergebenden Beträge können von den Schätzungen abweichen.

Im Einzelnen wurden bei der von Aktuaren vorgenommenen versicherungsmathematischen Bewertung von Pensionsplänen und Abfertigungsansprüchen Annahmen über den erwarteten Abzinsungsfaktor, Gehalts- und Pensionssteigerungen, Fluktuationsraten sowie den Trend der Kosten für medizinische Versorgung getroffen. Ebenso basiert die Festlegung der Nutzungsdauern von Sachanlagen auf Schätzungen, die auf Erfahrungswerten aus dem Betrieb vergleichbarer Anlagen beruhen. Die Bewertung der Rückstellungen für Rekultivierung erfolgt durch die bestmögliche Schätzung des zukünftig erwarteten Rekultivierungsaufwands von Tongruben und eines langfristigen Diskontierungszinssatzes. Des Weiteren erfolgt die Beurteilung der Realisierbarkeit von latenten Steuern durch die Einschätzung des Managements, ob eine Verwertbarkeit aller aktiven latenten Steuern gegeben ist.

Insbesondere bei der Beurteilung der Werthaltigkeit von Firmenwerten und Anlagen werden vom Management Schätzungen und zukunftsbezogene Annahmen über die in den Planungsperioden erwarteten Einzahlungsüberschüsse und Kapitalkostensätze der Wienerberger Gruppe sowie einzelner zahlungsmittelgenerierender Einheiten getroffen. Die vorgenommenen Schätzungen werden nach bestem Wissen und Gewissen unter der Prämisse der Unternehmensfortführung getroffen, bauen auf Erfahrungswerten auf und berücksichtigen die verbleibende Unsicherheit in einer angemessenen Weise. Um den Einfluss veränderter makroökonomischer Parameter bei der Planungsrechnung auf die Gewinn- und Verlustrechnung darzustellen, wurde eine Sensitivitätsanalyse gerechnet, welche unter Anmerkung 12. Abschreibungen, Wertminderungen von Anlagen und Firmenwertabschreibungen näher erläutert wird.

Verrechnungspreise: Zwischen den einzelnen operativen Segmenten bestehen nur teilweise regionale Liefer- und Leistungsbeziehungen. Bei Warenlieferungen erfolgt die Bestimmung konzerninterner Verrechnungspreise zu marktüblichen Bedingungen nach der Wiederverkaufspreismethode. Bei konzerninternen Leistungsbeziehungen erfolgt die Verrechnung zu marktüblichen Bedingungen nach der Kostenaufschlagsmethode.

Konzernabschluss Konzernanhang

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

10. Umsatzerlöse

Der konsolidierte Umsatz stieg im Berichtsjahr um 23 % auf 2.355.549 TEUR. Bereinigt um die Effekte aus Konsolidierungskreis- und Wechselkursänderungen ging der organische Umsatz um 5 % (Vorjahr: 10 %) zurück. In der Division Ziegel Europa, welche die Segmente Ziegel Westeuropa und Ziegel Osteuropa zusammenfasst, war der Umsatz aufgrund niedrigerer abgesetzter Mengen in einem schwierigen Marktumfeld mit geringer Bautätigkeit rückläufig. Die Division Rohre & Pflaster Europa entwickelte sich hauptsächlich aufgrund der erstmaligen Einbeziehung von Pipelife positiv, während der Absatz von Flächenbefestigungen aus Beton im Segment Rohre & Pflaster Osteuropa vergleichbar mit dem Absatz von Ziegeln aufgrund konjunktureller Entwicklungen zurückging. Während der Berichtsperiode wurden im Segment Rohre & Pflaster Westeuropa Umsätze von Fertigungsaufträgen gemäß IAS 11 in Höhe von 20.145 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) erzielt. Im Segment Nordamerika stieg der Umsatz aufgrund der höheren Absätze sowie der erstmaligen Einbeziehung der Rohraktivitäten von Pipelife in den USA deutlich an. Im Segment Holding und Sonstiges stieg der Umsatz aufgrund einer positiven Entwicklung der Mengen und Preise in Indien. Die Umsatzerlöse sind nach Regionen detailliert in der Darstellung der Geschäftssegmente auf den Seiten 112 und 113 aufgegliedert.

11. Materialaufwand

In den Herstell-, Vertriebs- und Verwaltungskosten sind Material-, Instandhaltungsaufwendungen, Handelswareneinsätze und Aufwendungen für Energie enthalten:

in TEUR 2012 2011
Materialaufwand 422.041 274.843
Instandhaltungsaufwand 99.111 93.309
Handelswareneinsatz 246.087 137.808
Energieaufwand 284.526 290.582
Gesamt 1.051.765 796.542

Die ausgewiesenen Aufwendungen wurden durch die Veränderung des Bestands an Halb- und Fertigfabrikaten in Höhe von 35.528 TEUR (Vorjahr: 5.340 TEUR) erhöht. Dem gegenüber steht ein Ertrag aus Aktivierungen von Eigenleistungen und anteiligen Bauzeitzinsen beim Bau von qualifizierten Vermögensgegenständen des Anlagevermögens in Höhe von 1.364 TEUR (Vorjahr: 2.815 TEUR).

Die Materialaufwendungen setzten sich im Wesentlichen aus Aufwendungen für Ton, Sand, Kunststoffe, Sägespäne und weitere Zuschlagstoffe, Palettenverbrauch und sonstige Verpackungsmaterialien zusammen. Instandhaltungsaufwendungen betreffen den Einsatz von Instandhaltungsmaterialien und sonstigen geringwertigen Ersatzteilen sowie Dienstleistungen von Dritten.

12. Abschreibungen, Wertminderungen von Anlagen und Firmenwertabschreibungen

Im Berichtsjahr sind in den Herstell-, Vertriebs-, Verwaltungskosten und sonstigen betrieblichen Aufwendungen laufende Abschreibungen von 194.663 TEUR (Vorjahr: 183.958 TEUR) enthalten. Die Wertminderungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten im Berichtsjahr betrugen 19.850 TEUR (Vorjahr: 16.375 TEUR) und sind auf Sonderabschreibungen in Folge von Werksstilllegungen aus vergangenen Perioden und auf Wertminderungen von Liegenschaften und sonstigen Vermögenswerten zurückzuführen.

Im Rahmen des Restrukturierungsprogramms fielen zusätzlich 14.223 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) an Wertminderungen von Vermögenswerten an, welche in direktem Zusammenhang mit der Anpassung der Kapazitäten im Berichtsjahr stehen. Davon betroffen waren im Wesentlichen Einmottungen von Werksstandorten im Segment Ziegel Westeuropa.

in TEUR 2012 2011
Laufende Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielles Anlagevermögen 194.663 183.958
Firmenwertabschreibungen 9.768 2.565
Wertminderungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 19.850 16.375
Wertminderungen aus Restrukturierungen 14.223 0
Wertminderungen gesamt 43.841 18.940
Laufende Abschreibungen und Wertminderungen von Sachanlagen, sonstigem immateriellen
Anlagevermögen und Firmenwerten 238.504 202.898

Firmenwerte werden gemäß IFRS 3 nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich zusammen mit den Vermögensgegenständen gemäß IAS 36 auf einen möglichen Wertminderungsbedarf hin untersucht (Impairment Test). Als zahlungsmittelgenerierende Einheiten (cash generating units) werden bei Wienerberger Werkseinheiten gesehen, die nach Ländern zusammengefasst und in großen Ländern nach regionalen Gesichtspunkten weiter differenziert werden. Im Berichtsjahr wurden in der Wienerberger Gruppe auf diese Weise rund 65 zahlungsmittelgenerierende Einheiten unterschieden.

Die im Dezember durchgeführten planmäßigen Werthaltigkeitstests auf Basis der aktuellsten genehmigten Mittelfristplanung für die Perioden 2013-2016 ergaben einen Abwertungsbedarf der Firmenwerte in Höhe von 9.768 TEUR (Vorjahr: 2.565 TEUR). Für diese Werthaltigkeitstests wurde für die Wienerberger Gruppe ein Gesamtkapitalkostensatz nach Steuern von 6,84 % (Vorjahr: 6,98 %) ermittelt, wobei wiederum in den USA mit 6,03 % (Vorjahr: 6,07 %), in Großbritannien mit 5,53 % (Vorjahr: 5,69 %), in Russland mit 11,63 % (Vorjahr: 10,72 %), in Indien mit 9,69 % (Vorjahr: 9,81 %) und in der Türkei mit 8,77 % länderspezifische Kapitalkostensätze angewendet wurden. Die Annahmen zu den Wachstumsraten von grundsätzlich 1 % wurden beibehalten. In den Wachstumsmärkten Russland, Indien und der Türkei wurde mit höheren Raten von bis zu rund 4 % (Vorjahr: 5 %) gerechnet.

Die Länderbudgets wurden im Rahmen der Impairment Tests Stresstests unterzogen, wobei einzelne makroökonomische Parameter im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse verändert wurden. Bei Anhebung des dem Kapitalkostensatz zugrunde liegenden risikolosen Zinssatzes um 100 Basispunkte wurde ein Wertminderungsbedarf in Höhe von 39 MEUR ermittelt. Bei gleichzeitiger Halbierung der Wachstumsraten in allen Wienerberger Märkten würde der Wertminderungsbedarf auf 92 MEUR ansteigen (Vorjahr: 25 MEUR).

13. Personalaufwand

In den Herstell-, Vertriebs- und Verwaltungskosten sind folgende Personalaufwendungen enthalten:

in TEUR 2012 2011
Löhne 234.158 202.783
Gehälter 213.290 188.865
Leihpersonal (permanent) 9.572 15.614
Aufwendungen für Abfertigungen 4.492 8.206
Aufwendungen für Altersversorgung 8.512 1.585
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben
sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge 107.944 95.976
Sonstige Sozialaufwendungen 14.535 12.352
Personalaufwand 592.503 525.381

Die Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2012 betrugen 1.667 TEUR (Vorjahr: 3.567 TEUR), davon entfallen 1.667 TEUR (Vorjahr: 1.621 TEUR) auf fixe und 0 TEUR (Vorjahr: 1.946 TEUR) auf variable Gehaltsbestandteile. Für im Berichtsjahr tätige Vorstandsmitglieder wurden 1.190 TEUR (Vorjahr: 495 TEUR) an Pensionsaufwendungen in Form von Beiträgen zu Pensionskassen (beitragsorientierte Zusagen) verbucht. An frühere Mitglieder des Vorstands und ihre Hinterbliebenen wurden Zahlungen von 816 TEUR (Vorjahr: 794 TEUR) getätigt.

An die Mitglieder des Aufsichtsrats wurden für die Tätigkeit im Geschäftsjahr 2011 Bezüge von insgesamt 501 TEUR (Vorjahr: 174 TEUR) im Berichtsjahr ausbezahlt.

Haftungen für Kredite sowie Firmenkredite von Gesellschaften der Wienerberger Gruppe an Vorstände und Aufsichtsräte bestehen nicht.

14. Mitarbeiter

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer betrug:

2012 2011
Gesamt Gesamt
Mitarbeiter in Werken 8.673 8.048
Mitarbeiter in Verwaltung 1.142 980
Mitarbeiter im Vertrieb 3.245 2.865
Gesamte Mitarbeiter im Konzern 13.060 11.893
davon Lehrlinge 95 59

Durch Änderungen im Konsolidierungskreis erhöhte sich der Mitarbeiterstand um 1.531 Personen.

15. Sonstige betriebliche Aufwendungen

In den Herstell-, Vertriebs- und Verwaltungskosten sind folgende sonstige betriebliche Aufwendungen enthalten:

in TEUR 2012 2011
Steuern, soweit sie nicht unter Ertragsteuern fallen 23.659 23.470
Verlust aus dem Abgang von Anlagevermögen exklusive Finanzanlagen 946 2.424
Transportaufwendungen für Zustellungen an Kunden 149.181 127.880
Aufwand für interne Transporte 53.241 52.649
Aufwendungen für Umweltschutzmaßnahmen 4.583 6.270
Aufwendungen aus uneinbringlichen Forderungen 4.175 1.403
Aufwendungen für Dienstleistungen 101.449 96.494
Aufwendungen für Mieten, Pachten und Leasing 39.593 39.435
Übrige 115.691 59.005
Sonstige betriebliche Aufwendungen 492.518 409.030

Eine Überleitung der Aufwendungen nach dem Gesamtkostenverfahren zu den Aufwendungen nach dem Umsatzkostenverfahren ist auf Seite 133 dargestellt.

Die Dienstleistungsaufwendungen enthalten vor allem Aufwendungen für Reisen und Fahrten, Recht und Beratung, Werbung, Versicherungen sowie Telekommunikation. Die Aufwendungen für den Abschlussprüfer und alle Mitglieder des Netzwerks des Abschlussprüfers betrugen für die Prüfung des Konzernabschlusses im Berichtsjahr 1.999 TEUR (Vorjahr: 1.220 TEUR) und 516 TEUR (Vorjahr: 228 TEUR) für sonstige Leistungen.

Der übrige sonstige Aufwand setzt sich in erster Linie aus Aufwendungen für Provisionen, Patent- und Markenrechte, Bewirtungsaufwendungen, Reklamationen sowie Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen zusammen. Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen beinhalten bei Wienerberger auch Kosten für Produktentwicklung, Verfahrenstechnik, Verbesserung von Umweltstandards sowie Labortätigkeiten. Die Entwicklungskosten nach erfolgreicher Forschung werden in der Regel in der jeweiligen Kategorie des Anlagevermögens aktiviert. Im Jahr 2012 betrug der Forschungsaufwand 9.008 TEUR (Vorjahr: 7.287 TEUR). Auf selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte wurden im Berichtsjahr 414 TEUR (Vorjahr: 572 TEUR) aktiviert.

16. Sonstige betriebliche Erträge

in TEUR 2012 2011
Erträge aus dem Abgang von und Zuschreibung auf das Anlagevermögen exklusive Finanzanlagen 12.230 10.116
Erträge aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen 4.465 3.722
Erträge aus Zuschüssen 2.127 4.226
Erträge aus Versicherungsansprüchen 508 549
Übrige 41.617 39.825
Sonstige betriebliche Erträge 60.947 58.438

Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge sind umsatznahe Erlöse, die nicht Teil der unmittelbaren Umsatztätigkeit der Wienerberger Gruppe sind.

Konzernabschluss Konzernanhang

17. Überleitung Ergebnis nach Umsatzkosten- und Gesamtkostenverfahren

In der Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Umsatzkostenverfahren werden die Aufwendungen nach einzelnen Funktionsbereichen gegliedert. Beim Gesamtkostenverfahren werden jedoch die einzelnen Aufwandsarten dargestellt und um Lagerbewegungen bei Halb- und Fertigfabrikaten im Rahmen von Bestandsveränderungen korrigiert, sodass der entsprechende Aufwand der verkauften Menge ausgewiesen wird. Der Zusammenhang der beiden Verfahren stellt sich wie folgt dar, wobei die Bestandsveränderungen und Kostenaktivierungen, die beim Bau von qualifizierten Vermögensgegenständen des Anlagevermögens anfallen, bei den Materialaufwendungen gezeigt werden:

2012
in TEUR
Fracht
aufwand
Material
aufwand
Handels
wareneinsatz
Abschrei
bungen
Energie
aufwand
Personal
aufwand
Sonstige
Erträge
Sonstige
Aufwände
Gesamt
Herstellkosten 0 538.224 245.188 152.485 275.281 336.487 -4.681 118.001 1.660.985
Vertriebskosten 149.803 17.092 899 6.757 5.148 167.026 -3.347 143.259 486.637
Verwaltungskosten 0 0 0 8.207 1.014 88.990 -1.126 47.824 144.909
Sonstige betriebliche
Aufwendungen
0 0 0 47.064 3.083 0 0 33.631 83.778
Sonstige betriebliche
Erträge
0 0 0 0 0 0 -51.793 0 -51.793
149.803 555.316 246.087 214.513 284.526 592.503 -60.947 342.715 2.324.516
2011
in TEUR
Fracht
aufwand
Material
aufwand
Handels
wareneinsatz
Abschrei
bungen
Energie
aufwand
Personal
aufwand
Sonstige
Erträge
Sonstige
Aufwände
Gesamt
Herstellkosten 0 356.677 137.063 150.886 279.300 303.016 -1.608 76.055 1.301.389
Vertriebskosten 128.360 14.000 745 7.289 7.050 144.834 -441 127.789 429.626
Verwaltungskosten 0 0 0 8.051 1.210 77.531 -9 37.466 124.249
Sonstige betriebliche
Aufwendungen
0 0 0 34.106 3.022 0 0 39.360 76.488
Sonstige betriebliche
Erträge
0 0 0 0 0 0 -56.380 0 -56.380
128.360 370.677 137.808 200.332 290.582 525.381 -58.438 280.670 1.875.372

18. Restrukturierungskosten

Aufgrund der anhaltenden Rückgänge im Wohnungsneubau in Europa hat Wienerberger weitere Optimierungsmaßnahmen eingeleitet und das Werksnetz der rückläufigen Nachfrage nach Baustoffen angepasst. Dieses Programm umfasst einerseits Einmottungen von Werksstandorten und Anpassungen von Schichtmodellen und andererseits Optimierungsmaßnahmen im Verwaltungsbereich.

Die gesondert ausgewiesenen Kosten für Restrukturierungen und Wertminderungen von Vermögenswerten beliefen sich insgesamt auf 42.983 TEUR. Darin enthalten waren zahlungswirksame Kosten in Höhe von 28.760 TEUR, die im Zusammenhang mit einmaligen Aufwendungen für die Einmottung von Werksstandorten und Anpassungen von Schichtmodellen anfielen. Die Überprüfung der Werthaltigkeit betroffener Werke führte zu einem Wertminderungsbedarf in Höhe von 14.223 TEUR.

Der Großteil der Restrukturierungskosten fiel im Segment Ziegel Westeuropa an und betrug 38.578 TEUR. Davon betroffen waren Werksstandorte in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Frankreich und Großbritannien. Weiters sind im Segment Ziegel Osteuropa Restrukturierungskosten und Wertminderungen im Ausmaß von 3.291 TEUR angefallen.

19. Zinsergebnis und sonstiges Finanzergebnis

Das Zinsergebnis und sonstige Finanzergebnis setzt sich nach den Kategorien des IAS 39 wie folgt zusammen:

2012
in TEUR
Gesamt Kredite und
Forderungen
FLAC 1) AfS 2) Derivate
Verbindlichkeit
Zinsertrag 10.664 7.974 0 1.451 1.239
Zinsaufwand -61.355 0 -59.157 0 -2.198
Zinsergebnis -50.691 7.974 -59.157 1.451 -959
Beteiligungserträge von Dritten (Dividenden) 131 0 0 131 0
Beteiligungserträge von verbundenen Unternehmen 0 0 0 0 0
Beteiligungserträge 131 0 0 131 0
Ergebnis aus dem Abgang von Finanzinstrumenten 110 0 0 110 0
Ergebnis aus dem Abgang von Gemeinschaftsunternehmen 42.303
Marktbewertung Fair Value Hedges 3.477 0 0 0 3.477
Wertminderungen von Finanzinstrumenten -9.900 -6.970 0 -2.930 0
Kursdifferenzen -1.981
Nettoergebnis 34.009 -6.970 0 -2.820 3.477
Bankspesen -2.458
Sonstiges Finanzergebnis 31.682 -6.970 0 -2.689 3.477
Gesamt -19.009 1.004 -59.157 -1.238 2.518
2011
in TEUR
Gesamt Kredite und
Forderungen
FLAC 1) AfS 2) Derivate
Verbindlichkeit
Zinsertrag 13.149 9.791 0 1.380 1.978
Zinsaufwand -50.938 0 -49.784 0 -1.154
Zinsergebnis -37.789 9.791 -49.784 1.380 824
Beteiligungserträge von Dritten (Dividenden) 131 0 0 131 0
Beteiligungserträge von verbundenen Unternehmen 8 0 0 8 0
Beteiligungserträge 139 0 0 139 0
Ergebnis aus dem Abgang von Finanzinstrumenten -209 0 -341 132 0
Ergebnis aus dem Abgang von Gemeinschaftsunternehmen 33.213
Marktbewertung Fair Value Hedges 2.306 0 0 0 2.306
Wertminderungen von Finanzinstrumenten -938 0 0 -938 0
Marktbewertung von zu Handelszwecken gehaltenen
Finanzinstrumenten
-444 0 0 0 -444
Kursdifferenzen 9.626
Nettoergebnis 43.554 0 -341 -806 1.862
Bankspesen -3.142
Sonstiges Finanzergebnis 40.551 0 -341 -667 1.862
Gesamt 2.762 9.791 -50.125 713 2.686

1) Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (financial liabilities at amortized cost)

2) Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente (available for sale)

Konzernabschluss Konzernanhang

Die Veräußerung von Finanzinstrumenten lieferte ein Ergebnis von 110 TEUR (Vorjahr: 132 TEUR), wobei das Ergebnis aus dem Abgang von Gemeinschaftsunternehmen als gesonderte Position dargestellt wird. Im Berichtsjahr löste die Übernahme der restlichen 50 % an Pipelife und die damit verbundene Veränderung des Konsolidierungskreises einen Netto-Bewertungseffekt der zuvor ausgewiesenen at-equity Beteiligung in Höhe von 42.303 TEUR aus. Im Vorjahr wurde in Folge der Änderung der Bilanzierungsmethoden von Joint Ventures unter IAS 31 das Ergebnis aus der Veräußerung der Bramac Gruppe in Höhe von 33.213 TEUR unter dieser Position dargestellt. In der Kategorie Kredite und Forderungen wurden Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen im Ausmaß von 6.970 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) abgewertet. In der Kategorie zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente werden zudem Verluste von 2.930 TEUR (Vorjahr: 938 TEUR) erfolgswirksam erfasst, da bei den betroffenen finanziellen Vermögenswerten von einer dauerhaften Wertminderung auszugehen ist. Der aus dem Rückkauf von Anleihen resultierende Verlust wird in der Kategorie Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten ausgewiesen und beläuft sich auf 0 TEUR (Vorjahr: 341 TEUR). Die Marktbewertung der Fair Value Hedges lieferte einen positiven Beitrag zum Periodenergebnis in Höhe von 3.477 TEUR (Vorjahr: 2.306 TEUR).

Alle bei der Aufnahme von Anleihen anfallenden Transaktionsspesen und Disagios werden über die Laufzeit aufgelöst und gemäß Effektivzinsmethode im Zinsergebnis ausgewiesen.

20. Ertragsteuern

Als Ertragsteuern sind sowohl die in den einzelnen Gesellschaften gezahlten oder geschuldeten Steuern auf Einkommen und Ertrag als auch die latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen.

in TEUR 2012 2011
Laufender Steueraufwand 13.839 16.055
Latenter Steuerertrag -9.491 -8.046
Ertragsteuern 4.348 8.009

Der effektive Steuersatz betrug im Berichtsjahr -12,0 % (Vorjahr: 16,9 %). Der Effektivsteuersatz ist ein gewichteter Durchschnitt der effektiven lokalen Ertragsteuersätze aller einbezogenen Tochtergesellschaften.

Die Ursachen für den Unterschied zwischen dem im Jahr 2012 gültigen österreichischen Körperschaftssteuersatz von 25 % (Vorjahr: 25 %) und der ausgewiesenen Konzernsteuerquote stellen sich folgendermaßen dar:

in TEUR 2012 2011
Ergebnis vor Ertragsteuern -36.188 47.434
Ertragsteuern zum Steuersatz von 25 % 9.047 -11.859
Abweichende ausländische Steuersätze 6.741 7.049
Steueraufwand und -ertrag aus Vorperioden -2.717 -2.829
Steuerfreie Ergebnisse von assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 1.203 1.975
Veränderung von Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern -30.181 -24.036
Nicht-temporäre Differenzen 11.255 20.094
Steuersatzänderungen 304 1.597
Effektivsteuerbelastung -4.348 -8.009
Effektivsteuersatz in % -12,0 16,9

Für versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Bewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen und anderer ähnlicher Verpflichtungen nach Beendigung des Dienstverhältnisses (IAS 19) wurden aktive latente Steuern in Höhe von 4.086 TEUR (Vorjahr: 1.008 TEUR) im sonstigen Gesamtergebnis berücksichtigt. Auf alle anderen Bestandteile des sonstigen Gesamtergebnisses wie die Marktbewertung zur Veräußerung verfügbarer Finanzinstrumente und Änderungen aus Sicherungsgeschäften wurden keine Steuereffekte erfasst, da diese Geschäfte ausschließlich die Wienerberger AG und die Wienerberger Finanzservice GmbH mit Sitz in Wien betreffen, welche derzeit aufgrund von Verlustvorträgen aus Vorperioden eine Effektivsteuerbelastung von 0 % aufweisen.

21. Ergebnis je Aktie, Vorschlag für die Ergebnisverwendung

Die Anzahl der ausgegebenen Aktien betrug zum Stichtag 117.526.764 Stück. Per 31.12.2012 wurden 2.464.138 (Vorjahr: 2.464.138) eigene Aktien gehalten, die für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie in Abzug gebracht werden. Daraus resultiert eine gewichtete Aktienanzahl von 115.062.626 für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie für 2012.

in Stück 2012 2011
Ausgegebene Aktien 117.526.764 117.526.764
Eigene Aktien 2.464.138 2.464.138
Gewichtete Aktien 115.062.626 116.762.102

Im Berichtsjahr 2012 kommt es nach IAS 33 zu keinem Verwässerungseffekt aus dem Optionsprogramm 2007.

Das Ergebnis je Aktie von -0,61 EUR wird aus dem durch die gewichtete Aktienanzahl geteilten Ergebnis der Muttergesellschaft errechnet. Das verwässerte Ergebnis je Aktie von -0,61 EUR entspricht dem Ergebnis je Aktie für 2012.

Gemäß den Bestimmungen des Aktiengesetzes bildet der nach österreichischen Rechnungslegungsvorschriften aufgestellte Einzelabschluss der Wienerberger AG zum 31.12.2012 die Grundlage für die Dividendenausschüttung.

Dieser Jahresabschluss weist einen Bilanzgewinn von 15.152.854,56 EUR aus. Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor, aus dem Bilanzgewinn von 15.152.854,56 EUR auf das Grundkapital von 117.526.764 EUR eine Dividende in Höhe von 0,12 EUR je Aktie, das sind 14.103.211,68 EUR abzüglich eines anteiligen Betrags für eigene Anteile von 295.696,56 EUR somit 13.807.515,12 EUR, auszuschütten und den Restgewinn von 1.345.339,44 EUR auf neue Rechnung vorzutragen.

Konzernabschluss Konzernanhang

Erläuterungen zur Gesamtergebnisrechnung

In der Gesamtergebnisrechnung wird, ausgehend vom Ergebnis nach Steuern, auf das Gesamtergebnis gemäß IAS 1 übergeleitet. Dieses umfasst insbesondere den Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung, versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Bewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen und anderen langfristigen Mitarbeitervergütungen, die Veränderung der Hedging Reserve sowie das Bewertungsergebnis von zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren. Die Gesamtergebnisbestandteile werden nach Steuern ausgewiesen (siehe Anmerkung 20. Ertragsteuern).

Im Berichtsjahr resultierten positive Differenzen aus der Währungsumrechnung in Höhe von 38.920 TEUR (Vorjahr: -34.321 TEUR) vorwiegend aus dem polnischen Zloty, dem ungarischen Forint und dem britischen Pfund. Davon wurden zuvor in der Währungsrücklage ausgewiesene Differenzen in Höhe von -7.464 TEUR (Vorjahr: 4.727 TEUR) umgegliedert und in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Dabei handelt es sich um die Realisierung kumulierter Umrechnungsdifferenzen anlässlich der Änderung der Einbeziehungsart der Pipelife Gruppe, die vor ihrer Erstkonsolidierung als assoziiertes Unternehmen innerhalb der Finanzanlagen ausgewiesen wurde.

Während der Berichtsperiode wurden Gewinne aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten in Höhe von 2.957 TEUR (Vorjahr: -896 TEUR) erfolgsneutral im sonstigen Gesamtergebnis erfasst. Die Marktbewertung von Sicherungsinstrumenten zur Absicherung von Investitionen in ausländische Teilbetriebe und Cashflow Hedges verminderte die Hedging Reserven nach Steuern um insgesamt 385 TEUR (Vorjahr: -4.549 TEUR). Im Berichtsjahr wurden keine zuvor im sonstigen Gesamtergebnis erfassten Marktwertänderungen von Sicherungsinstrumenten und zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert.

Infolge des Jahresergebnisses nach Steuern von -40.536 TEUR (Vorjahr: 39.425 TEUR) resultiert aus dem Gesamtergebnis nach Steuern im Berichtszeitraum somit eine Verminderung des Eigenkapitals von insgesamt 23.584 TEUR (Vorjahr: -4.913 TEUR).

Erläuterungen zum Cashflow Statement

Das Cashflow Statement der Wienerberger Gruppe zeigt, wie sich die Zahlungsmittel im Laufe des Berichtsjahrs durch Mittelzu- und -abflüsse verändert haben. Die Zahlungsmittel (Fonds der liquiden Mittel) enthalten Kassa und Bankguthaben. Wertpapiere sowie kurzfristige Bankverbindlichkeiten zählen nicht zu den Zahlungsmitteln. Die Auswirkungen durch Akquisitionen von Gesellschaften sind dabei eliminiert und werden in der Position Netto-Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen dargestellt. Die von ausländischen Konzerngesellschaften ausgewiesenen Beträge werden grundsätzlich zu Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Hiervon abweichend wird die Liquidität wie in der Bilanz zum Stichtagskurs angesetzt.

22. Cashflow aus Investitionstätigkeit

Aus dem Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten resultieren Ausgaben in Höhe von 121.955 TEUR (Vorjahr: 115.155 TEUR). Davon entfallen 105.318 TEUR (Vorjahr: 95.770 TEUR) auf Normalinvestitionen, die Instandhaltung und Investitionen in technologische Weiterentwicklung enthalten. Auf Akquisitionen, Werkserweiterungen und Umweltinvestitionen wurden 163.416 TEUR (Vorjahr: 55.900 TEUR) aufgewendet. In der Position Netto-Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen von 146.779 TEUR (Vorjahr: 36.008 TEUR) wird der Kaufpreis für das anteilige Eigenkapital abzüglich Zahlungsmittel dargestellt. Im Finanzanlagevermögen wurden Investitionen von 0 TEUR (Vorjahr: 507 TEUR) getätigt.

Netto-Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen:

in TEUR 2012 2011
Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen 146.536 33.473
Erwerb nicht beherrschender Anteile 243 2.535
Netto-Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen 146.779 36.008

Die Einzahlungen aus Anlagenabgängen betrugen 21.467 TEUR (Vorjahr: 67.522 TEUR) und beinhalten neben Abgängen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten auch den Verkauf von Finanzanlagen. Aus diesen Anlagenabgängen resultieren Netto-Gewinne in Höhe von 11.110 TEUR (Vorjahr: 40.847 TEUR). Aus Unternehmensveräußerungen wurden Netto-Einzahlungen in Höhe von 0 TEUR (Vorjahr: 229 TEUR) erzielt.

Die Überleitung von Gesamtinvestitionen in Normal- und Wachstumsinvestitionen der Wienerberger Gruppe ergibt sich wie folgt:

in TEUR 2012 2011
Auszahlungen für Investitionen in das Sach- und immaterielle Anlagevermögen 121.955 115.155
Netto-Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen 146.779 36.008
Investitionen in das Finanzanlagevermögen 0 507
Gesamtinvestitionen inklusive Finanzanlagen 268.734 151.670
Instandhaltung und Investitionen in technologische Weiterentwicklung 105.318 95.770
Normalinvestitionen 105.318 95.770
Auszahlungen für Werkserweiterungen und Umweltinvestitionen 16.637 19.385
Netto-Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen 146.779 36.008
Wachstumsinvestitionen 163.416 55.393
Investitionen in das Finanzanlagevermögen 0 507
Wachstumsinvestitionen inklusive Finanzanlagen 163.416 55.900

Erläuterungen zur Bilanz

23. Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist auf den Seiten 110 und 111 dargestellt. Der Einfluss aus der Veränderung des Konsolidierungskreises ist in einer gesonderten Spalte ausgewiesen. Als Währungsänderungen sind jene Beträge angegeben, die sich bei den in Fremdwährung bilanzierenden Tochtergesellschaften aus der unterschiedlichen Umrechnung der Vermögenswerte mit den Wechselkursen zu Jahresbeginn und Jahresende ergeben.

Die Firmenwerte verteilen sich wie folgt auf die Geschäftssegmente:

in TEUR 2012 2011
Ziegel Westeuropa 363.479 363.394
Ziegel Osteuropa 44.020 51.900
Rohre & Pflaster Westeuropa 46.930 13.089
Rohre & Pflaster Osteuropa 17.123 6.214
Nordamerika 174.277 177.404
Holding & Sonstiges 1.137 1.196
Firmenwerte 646.966 613.197

Die Firmenwerte im Segment Ziegel Westeuropa resultieren vor allem aus den Akquisitionen der Ziegelaktivitäten in Großbritannien (58.214 TEUR), des Dachziegelherstellers Sandtoft (27.805 TEUR) sowie des Dachziegelgeschäfts in Belgien, den Niederlanden und Frankreich (insgesamt 222.757 TEUR). Im Segment Rohre & Pflaster Westeuropa stammen die Firmenwerte aus der im Berichtsjahr erworbenen Pipelife Gruppe (33.840 TEUR) und der im Jahr 2010 erstkonsolidierten Steinzeug-Keramo Gruppe (13.090 TEUR). Im Segment Rohre & Pflaster Osteuropa sind Firmenwerte der Pipelife Gruppe mit 10.747 TEUR enthalten. In Nordamerika entfallen Firmenwerte auf General Shale in den USA (162.257 TEUR) sowie auf Arriscraft in Kanada (12.020 TEUR).

Das sonstige immaterielle Anlagevermögen enthält im Wesentlichen erworbenen Kundenstamm und erworbene Markenrechte, Patente und Konzessionen.

Im Anlagevermögen sind Grundwerte von 389.633 TEUR (Vorjahr: 367.726 TEUR) enthalten. Für Werksneubauten sind im Geschäftsjahr 2012 Bauzeitzinsen und Kursdifferenzen bis zur Fertigstellung in Höhe von 84 TEUR angefallen (Vorjahr: 172 TEUR).

Die Wienerberger Gruppe nimmt neben dem operativen Leasing vereinzelt auch Finanzierungsleasing in Anspruch. Das Sachanlagevermögen enthält aus Finanzierungsleasingverträgen folgende Vermögenswerte:

in TEUR 2012 2011
Anschaffungskosten 13.458 12.638
Abschreibungen (kumuliert) 3.348 3.048
Buchwert 10.110 9.590

Aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen bestehen aufgrund von Leasing-, Lizenz-, Miet- und Pachtverträgen Verpflichtungen in folgendem Umfang:

in TEUR 2012 2011
im folgenden Jahr 22.363 16.450
in den folgenden zwei bis fünf Jahren 55.725 37.759
über fünf Jahre 34.241 34.050

Zahlungen aus operativen Leasing-, Lizenz-, Miet- und Pachtverträgen betrugen 39.593 TEUR (Vorjahr: 39.435 TEUR).

In der Bilanzposition als Finanzinvestition gehaltene Immobilien sind Liegenschaften und Gebäude mit einem Buchwert von 81.297 TEUR (Vorjahr: 67.157 TEUR) enthalten, die nicht im laufenden Geschäftsbetrieb eingesetzt werden. Sie sind mittel- bis langfristig zur Veräußerung vorgesehen und somit als als Finanzinvestition gehaltene Immobilien zu qualifizieren (investment property). Die aus vergleichbaren Veräußerungsvorgängen abgeleiteten beizulegenden Zeitwerte dieser Vermögensgegenstände werden mit 147.655 TEUR (Vorjahr: 116.699 TEUR) angenommen. Im Geschäftsjahr 2012 erwirtschafteten diese Liegenschaften Miet- und sonstige Erträge von 765 TEUR (Vorjahr: 638 TEUR). Im Jahr 2012 wurden als Finanzinvestition gehaltene Immobilien mit einem Buchwert von 7.107 TEUR (Vorjahr: 1.273 TEUR) veräußert. Vom gesamten Anlagevermögen sind Anlagen mit Buchwerten in Höhe von 3.184 TEUR (Vorjahr: 508 TEUR) und Marktwerten in Höhe von 2.668 TEUR (Vorjahr: 739 TEUR) zur Veräußerung vorgesehen, wobei es sich vorwiegend um Grundstücke und Gebäude permanent stillgelegter Werke handelt. Das Management geht in Anbetracht der derzeitigen Situation auf den Märkten für Industrieimmobilien nicht von einer Veräußerung innerhalb der nächsten 12 Monate aus, weshalb eine Klassifizierung im Sinne des IFRS 5 in zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche nicht vorgenommen wird.

24. Vorräte

in TEUR 2012 2011
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 120.210 89.147
Unfertige Erzeugnisse 85.056 76.982
Fertige Erzeugnisse und Handelswaren 492.898 408.717
Geleistete Anzahlungen 2.761 1.733
Vorräte 700.925 576.579

Paletten werden in der Position Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe ausgewiesen. Zugekaufter Ton wird gemeinsam mit selbst abgebautem Ton unter den unfertigen Erzeugnissen ausgewiesen. Wertberichtigungen auf Vorräte in Höhe von 10.025 TEUR (Vorjahr: 10.496 TEUR) wurden bei jenen Produkten verbucht, bei denen der Nettoveräußerungswert (Verkaufspreis abzüglich zuzurechnender Vertriebs- und Verwaltungskosten) geringer als die Anschaffungs- bzw. Herstellkosten ist. Zum 31.12.2012 belaufen sich die Buchwerte der auf den Nettoveräußerungswert abgewerteten Vorräte auf 47.393 TEUR (Vorjahr: 39.211 TEUR).

25. Forderungen, Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte

Kredite und Forderungen

2012 2011
in TEUR Gesamt Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
>1 Jahr
Gesamt Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
>1 Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
gegenüber Dritten
198.328 198.260 68 108.206 108.068 138
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
gegenüber Konzernunternehmen
838 838 0 727 727 0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 199.166 199.098 68 108.933 108.795 138
Forderungen aus der Finanzierungstätigkeit
gegenüber Konzernunternehmen 22.270 22.270 0 26.552 26.552 0
Forderungen aus Darlehen 4.464 3.447 1.017 10.051 9.028 1.023
Gewährte Darlehen 26.734 25.717 1.017 36.603 35.580 1.023
Kredite und Forderungen 225.900 224.815 1.085 145.536 144.375 1.161

Kredite und Forderungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung etwaiger Einzelwertberichtigungen ausgewiesen. Von den Forderungen und sonstigen Vermögenswerten werden die erforderlichen Einzelwertberichtigungen direkt abgesetzt. Im Jahr 2012 wurden Wertberichtigungen von 4.175 TEUR (Vorjahr: 1.403 TEUR) berücksichtigt. Im Geschäftsjahr betrugen die Einzelwertberichtigungen 1,8 % der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und gewährten Darlehen sowie weniger als 2 % des gesamten Forderungsbestands und werden daher nicht gesondert angeführt. Verkaufte Forderungen (Factoring) werden in Übereinstimmung mit der entsprechenden Regelung des IAS 39 ausgebucht. Zum Stichtag 31.12.2012 waren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 81.800 TEUR (Vorjahr: 63.040 TEUR) an Dritte verkauft. Die Forderungen gegenüber Konzernunternehmen resultieren aus Darlehensbeziehungen gegenüber at-equity einbezogenen Gesellschaften und sonstigen Beteiligungen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind mit einem Betrag von 1.784 TEUR (Vorjahr: 4.820 TEUR) wechselmäßig verbrieft.

Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente

2012
2011
Buchwert Marktwert im Eigen
kapital
erfasste
Marktwert
änderung
Ø Effektiv
verzinsung
Buchwert Marktwert im Eigen
kapital
erfasste
Marktwert
änderung
Ø Effektiv
verzinsung
in TEUR in TEUR in TEUR in % in TEUR in TEUR in TEUR in %
Anteile Fonds 7.432 7.432 122 0,69 6.780 6.780 100 0,46
Schuldtitel von Kapitalgesellschaften 21.828 21.828 2.835 6,43 28.970 28.970 -996 5,01
Aktien 6.452 6.452 0 - 6.452 6.452 0 -
Sonstige 1.860 1.860 0 - 936 936 0 -
Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente 37.570 37.570 2.957 43.138 43.138 -896

Neben den in der Position Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte ausgewiesenen zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten sind die unter dem langfristigen Vermögen ausgewiesenen übrigen Finanzanlagen in Höhe von 1.329 TEUR (Vorjahr: 5.383 TEUR) ebenfalls dieser Kategorie zuzurechnen, womit deren Gesamtwert 38.899 TEUR (Vorjahr: 48.521 TEUR) beträgt.

Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente

2012 2011
Buchwert Marktwert Buchwert Marktwert
in TEUR in TEUR in TEUR in TEUR
Derivate aus Cashflow Hedges 1.859 1.859 1.969 1.969
Derivate aus Fair Value Hedges 6.287 6.287 3.292 3.292
Sonstige Derivate 54 54 460 460
Derivate mit positivem Marktwert 8.200 8.200 5.721 5.721

Die in der Bilanz angeführten Buchwerte von Wertpapieren und sonstigen finanziellen Vermögenswerten von insgesamt 72.504 TEUR (Vorjahr: 85.462 TEUR) verteilen sich somit auf gewährte Darlehen in Höhe von 26.734 TEUR (Vorjahr: 36.603 TEUR), zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente von 37.570 TEUR (Vorjahr: 43.138 TEUR) sowie Derivate mit positiven Marktwerten von 8.200 TEUR (Vorjahr: 5.721 TEUR).

26. Sonstige Forderungen, geleistete Vorauszahlungen und Rechnungsabgrenzungen

2012 2011
in TEUR Gesamt Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
>1 Jahr
Gesamt Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
>1 Jahr
Sonstige geleistete Vorauszahlungen 13.384 13.384 0 11.927 11.927 0
Übrige sonstige Forderungen 71.182 70.431 751 64.732 61.597 3.135
Sonstige kurzfristige Forderungen, geleistete
Vorauszahlungen und Rechnungsabgrenzungen
84.566 83.815 751 76.659 73.524 3.135

Die übrigen sonstigen Forderungen beinhalten im Wesentlichen Forderungen gegenüber dem Finanzamt und Forderungen gegenüber Sozialversicherungsträgern.

27. Konzerneigenkapital

Die Entwicklung des Konzerneigenkapitals der Jahre 2012 und 2011 ist auf den Seiten 108 und 109 dargestellt.

In der Hauptversammlung vom 14.5.2009 wurde ein genehmigtes Kapital im Ausmaß von 50 % des Grundkapitals (von damals 83.947.689 EUR) beschlossen. Hierbei handelte es sich um die Ermächtigung für die Durchführung einer regulären Kapitalerhöhung gegen Bar- oder Sacheinlage innerhalb von fünf Jahren mit Zustimmung des Aufsichtsrats. Das Grundkapital kann bis maximal 41.973.844 EUR oder 50 % des Grundkapitals durch Ausgabe von bis zu 41.973.844 neuen auf Inhaber oder Namen lautenden Stückaktien erhöht werden. Eine Durchführung kann gegebenenfalls in mehreren Tranchen erfolgen. Die Art der Aktien, der Ausgabekurs und die Ausgabebedingungen sind vom Vorstand, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, festzulegen. Grundsätzlich haben die Aktionäre das gesetzliche Bezugsrecht. Der Vorstand wurde jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre in zwei besonderen Fällen auszuschließen. Erstens, für eine Kapitalerhöhung im Falle einer Sacheinlage zur Gewährung von Aktien zum Zweck des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen sowie zweitens bei Mehrzuteilungsoptionen im Rahmen der Platzierung neuer Aktien der Gesellschaft (Greenshoe).

Weiters wurde der Vorstand in der Hauptversammlung vom 14.5.2009 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, auch in mehreren Tranchen Wandelschuldverschreibungen, die das Bezugs- oder Umtauschrecht bzw. eine Bezugs- oder Umtauschpflicht auf insgesamt bis zu 41.973.844 Aktien oder 50 % des Grundkapitals der Gesellschaft gewähren bzw. vorsehen, auszugeben. Die Bedienung kann über das zu beschließende bedingte Kapital und/oder über eigene Aktien erfolgen. Ausgabebetrag und Ausgabebedingungen sind vom Vorstand, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, festzusetzen. Diese Ermächtigung gilt bis zum 13.5.2014. Der Beschluss ermächtigt den Vorstand darüber hinaus, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen. Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, eine bedingte Kapitalerhöhung zur Ausgabe neuer Aktien an Gläubiger von Wandelschuldverschreibungen durchzuführen. Das Grundkapital kann bis maximal 41.973.844 EUR durch Ausgabe von bis zu 41.973.844 neue auf Inhaber oder Namen lautende Stückaktien erhöht werden. Diese Erhöhung des Grundkapitals darf nur soweit durchgeführt werden, als Gläubiger der Wandelschuldverschreibung von ihrem Bezugs- oder Umtauschrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen und der Vorstand beschließt, diese mit neuen Aktien zu bedienen. Eine Bedienung der Gläubiger der Wandelschuldverschreibung kann auch über eigene Aktien erfolgen. Die Summe all dieser Kapitalmaßnahmen ist mit einer Ausgabe von bis zu 41.973.844 neuen Aktien (50 % des Grund-kapitals 2009) beschränkt.

Ebenso wurde der Vorstand von der 140. ordentlichen Hauptversammlung 2009 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, einmalig oder mehrfach Genussrechte mit einem Gesamtnennbetrag von bis zu 200.000.000 EUR durch Ausgabe von bis zu 200.000 Genussscheinen zu beschließen sowie die Ausgabebedingungen festzulegen. Diese Ermächtigung gilt bis zum 13.5.2014.

Nach der Kapitalerhöhung im Jahr 2009 im Ausmaß von 33.579.075 Aktien verbleibt nur mehr ein genehmigtes Kapital von 8.394.769 EUR (7 % des derzeitigen Grundkapitals), das durch die Ausgabe von bis zu 8.394.769 neue auf Inhaber oder Namen lautende Stückaktien erhöht werden kann.

Der Vorstand wurde in der 141. ordentlichen Hauptversammlung der Wienerberger AG am 20.5.2010 ermächtigt, bis zu 10 % des Grundkapitals innerhalb von 30 Monaten in Form von eigenen Stückaktien zu erwerben, höchstens zum Zweifachen des Börsenkurses vom 20.5.2010 und mindestens zum Rechenwert von einem Euro pro Aktie.. Wienerberger hat im Jahr 2011 von diesem Recht Gebrauch gemacht und zwischen 23.8.2011 und 17.11.2011 eigene Anteile im Ausmaß von 2.350.535 Stück zurückgekauft. Im Berichtsjahr wurden keine eigenen Anteile erworben.

Konzernabschluss Konzernanhang

Der Vorstand wurde in der 143. ordentlichen Hauptversammlung der Wienerberger AG am 11.5.2012 ermächtigt im gesetzlichen jeweils höchstzulässigen Ausmaß eigene Stückaktien während der Geltungsdauer von 30 Monaten ab dem Tag der Beschlussfassung zu erwerben, höchstens zum Zweifachen des Börsenkurses zum 11.5.2012 und mindestens zum Rechenwert von einem Euro pro Aktie, und rückgekaufte Aktien ohne weitere Beschlussfassung der Hauptversammlung entweder einzuziehen oder wieder zu verkaufen sowie eigene Aktien auf eine andere Weise als über die Börse oder ein öffentliches Angebot zu veräußern. Diese Ermächtigung ersetzt die in der Hauptversammlung vom 20.5.2010 beschlossene Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien.

Wienerberger weist per 31.12.2012 ein Konzerneigenkapital von 2.363.684 TEUR gegenüber 2.430.819 TEUR im Vorjahr aus. Veränderungen ergaben sich einerseits insbesondere durch die Verminderung der Gewinnrücklagen aus dem Einstellen des Jahresergebnisses und andererseits durch eine Reduktion aufgrund der Zahlung des Hybridkupons und der Dividende. Außerdem verringerte sich das Eigenkapital aufgrund versicherungsmathematischer Verluste im Zusammenhang mit Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Dienstverhältnisses gemäß IAS 19 (2011) in Höhe von 24.540 TEUR. Ein gegenläufiger Effekt auf die Entwicklung des Eigenkapitals resultierte aus positiven Unterschiedsbeträgen aus der Währungsumrechnung. Weiters führte die Kapitalerhöhung der Minderheitengesellschafter der Semmelrock Stein + Design GmbH & CoKG zu einer geringen Erhöhung des Eigenkapitals.

Das Grundkapital der Wienerberger AG zum 31.12.2012 beträgt 117.526.764 EUR und verteilt sich auf 117.526.764 nennwertlose Stückaktien, denen allen die gleichen Rechte zukommen. Alle Aktien sind voll einbezahlt.

Die Wienerberger AG hat mit Wirkung vom 9.2.2012 den jährlichen Kupon in Höhe von 32.500 TEUR für die am 9.2.2007 begebene und unter dem Hybridkapital ausgewiesene Hybridanleihe ausbezahlt. Die Hybridanleihe ist eine gegenüber allen sonstigen Gläubigern nachrangige, unbefristete Anleihe im Umfang von 500.000 TEUR mit einem Kupon von 6,5 %, welcher bei Entfall der Dividende auch ausgesetzt werden kann. Nach zehn Jahren Laufzeit hat die Wienerberger AG erstmalig die Möglichkeit zur Tilgung der Hybridanleihe oder der Fortsetzung zu einem variablen Zinssatz (EURIBOR +325 bps). Nach IAS 32 handelt es sich somit um ein Eigenkapitalinstrument, weshalb die hierfür zu zahlenden Kupons als Teil der Ergebnisverwendung in der Entwicklung des Eigenkapitals gezeigt werden. Die Darstellung hat gemäß IAS 32 nach Steuern zu erfolgen. Nachdem die Wienerberger AG aufgrund von Verlustvorträgen aus Vorperioden eine effektive Steuerquote von 0 % aufweist, beträgt die Ausschüttung nach Steuern 32.500 TEUR. Im Berichtsjahr verminderte sich das Ergebnis je Aktie durch Kuponzinsen um 0,28 EUR.

Die Gewinnrücklagen von insgesamt 855.998 TEUR (Vorjahr: 940.098 TEUR) enthalten die Gewinnrücklagen der Wienerberger AG und sämtliche nicht im Rahmen der Kapitalkonsolidierung eliminierten Gewinnrücklagen von Tochterunternehmen. Das Konzernergebnis 2012 ohne Anteile anderer Gesellschafter ist innerhalb der Konzerngewinnrücklagen ausgewiesen.

In der Rücklage aus Währungsumrechnung werden alle im sonstigen Gesamtergebnis erfassten Differenzen aus der Währungsumrechnung ausgewiesen, wobei die Differenzen von at-equity bilanzierten Unternehmen gesondert ausgewiesen werden. In der Hedging Rücklage werden die im sonstigen Gesamtergebnis erfassten Wertänderungen von Sicherungsgeschäften erfasst. Bei diesen Sicherungsgeschäften handelt es sich einerseits um Absicherungen der Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftseinheiten (Net Investment Hedges) und andererseits um Sicherungsgeschäfte für Transaktionen in Fremdwährungen (Cashflow Hedges).

"Change of Control"-Klauseln sind in den Vorstandsverträgen, den Vereinbarungen zu den Unternehmensanleihen 2010, 2011 und 2012, zur Hybridanleihe 2007 sowie den syndizierten Krediten und Darlehen der Jahre 2006, 2008 und 2012 enthalten.

Der Streubesitz verteilt sich auf österreichische Anleger und internationale Investoren, wobei Dodge & Cox Inc. mit Sitz in San Francisco mehr als 10 %, First Eagle Investment Management LLC mit Sitz in New York und Black Creek Investment Management Inc. mit Sitz in Kanada jeweils mehr als 5 % der Anteile an Wienerberger hielten. Die Wienerberger Aktie notiert im Prime Market der Wiener Börse. In den USA wird sie über ein ADR Level 1 Programm der Bank of New York im OTC Markt gehandelt.

28. Rückstellungen

in TEUR 1.1.2012 Währungs
änderungen
Veränderung
Konsolidie
rungskreis
Auflösung Verbrauch Zuführung 31.12.2012
Rückstellungen für Abfertigungen 17.168 25 5.518 53 5.364 7.118 24.412
Rückstellungen für Pensionen 68.266 -409 13.537 2.042 14.609 37.159 101.902
Jubiläumsgeldrückstellungen 3.403 73 1.429 75 159 1.292 5.963
Personalrückstellungen 88.837 -311 20.484 2.170 20.132 45.569 132.277
Garantierückstellungen 12.936 76 1.094 1.832 1.819 2.800 13.255
Rekultivierungsrückstellungen 39.474 827 222 3.589 3.881 3.964 37.017
Umweltrückstellungen 2.937 27 2 59 952 774 2.729
Sonstige langfristige Rückstellungen 55.347 930 1.318 5.480 6.652 7.538 53.001
Langfristige Rückstellungen 144.184 619 21.802 7.650 26.784 53.107 185.278
Laufende Steuerrückstellungen 3.806 33 3.199 651 282 927 7.032
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 49.213 256 12.695 9.061 17.603 38.086 73.586
Kurzfristige Rückstellungen 53.019 289 15.894 9.712 17.885 39.013 80.618
Rückstellungen 197.203 908 37.696 17.362 44.669 92.120 265.896

29. Pensionen und Leistungen an Arbeitnehmer

Bei Wienerberger haben Arbeiter und Angestellte in den Niederlanden, Großbritannien, Skandinavien, den USA und der Schweiz sowie einige Personen des Managements Pensionszusagen. Zielsetzung für künftige Pensionsregelungen sind beitragsorientierte Modelle. Bereits im Jahr 2004 wurden mehrere leistungsorientierte Pensionsvereinbarungen mit aktiven Managern in beitragsorientierte Pensionskassenmodelle umgewandelt und bisher erworbene Ansprüche an eine Pensionskasse übertragen. Daneben bestehen vereinzelt nicht fondsgebundene leistungsorientierte Pensionszusagen, vorwiegend an ehemalige Manager. Für die Pensionspläne bilden die geleisteten Dienstjahre die Grundlage. Die Altersversorgung der Mitarbeiter von General Shale Inc. (USA) beruht auf einem fondsgebundenen leistungsorientierten Pensionsplan sowie einer nicht fondsgebundenen (Alters-)Krankenversicherung. ZZ Wancor (Schweiz) hat ein fondsgebundenes leistungssorientiertes Pensionsmodell mit einer ausgelagerten Pensionskassa, wobei im Falle der Zahlungsunfähigkeit der Sammelstiftung das Unternehmen einer faktischen Nachschussverpflichtung unterliegt. Die von niederländischen Mitarbeitern erworbenen Ansprüche werden im Rahmen eines beitragsorientierten Pensionsmodells überwiegend durch Beiträge in einen industrieweiten niederländischen Pensionsfonds befriedigt. In Großbritannien existiert ein beitragsorientiertes Pensionsmodell für alle Mitarbeiter. Bei den im Jahr 2004 neu erworbenen Gesellschaften von thebrickbusiness gab es bis Ende 2003 ein leistungsorientiertes Modell. Die daraus resultierenden Verpflichtungen wurden rückgestellt. Ebenso wurde durch den Erwerb von Baggeridge im Jahre 2007 ein leistungsorientierter Pensionsplan übernommen. Für Mitarbeiter der Steinzeug-Keramo Gruppe existieren drei leistungsorientierte Pensionsmodelle. Aufgrund der Akquisition der Pipelife Gruppe erhöhten im Berichtsjahr weitere neun leistungsorientierte Pensionspläne die Rückstellung über die Veränderung des Konsolidierungskreises, wobei der Plan in Belgien bereits im Berichtsjahr in ein beitragsorientiertes Modell umgewandelt wurde und der irische Plan aufgelöst wird, woraus im Wesentlichen die Abgeltungszahlungen resultierten. Somit existieren in der Pipelife Gruppe sieben leistungsorientierte Pensionspläne für einzelne Mitglieder des Managements in den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Frankreich, Deutschland und Bulgarien. Im Berichtsjahr 2012 betrugen die Rückstellungen für Pensionen 101.902 TEUR und die gesamten Rückstellungen aus Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 126.314 TEUR.

Die wesentlichen versicherungsmathematischen Parameter und die relevanten Bilanzierungsgrundsätze sind auf den Seiten 126 und 127 erläutert.

Der gesamte Pensionsaufwand des Jahres 2012 verteilt sich auf beitragsorientierte (defined contribution) und leistungsorientierte (defined benefit) Pensionspläne, wobei der laufende sowie nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand und die Auswirkungen von Abgeltungen im Betriebsergebnis und der Nettozinseffekt im Zinsergebnis ausgewiesen werden.

in TEUR 2012 2011
Beitragsorientierte Pläne
Aufwand für beitragsorientierte Pensionspläne 6.585 4.998
Leistungsorientierte Pläne
Aufwand für die im Wirtschaftsjahr hinzuerworbenen Versorgungsansprüche (service cost) 2.858 1.033
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand -479 -4.446
Auswirkung von Abgeltungen -452 0
Nettozinsaufwand 3.292 2.961
Aufwendungen für leistungsorientierte Pläne 5.219 -452
Gesamte Aufwendungen für Altersversorgung 11.804 4.546

Die Überleitung von Brutto-Pensionsverpflichtungen auf bilanzierte Netto-Pensionsverpflichtungen erfolgt durch Abzug des Marktwerts des Planvermögens.

Von den Netto-Pensionsverpflichtungen stammen 11.714 TEUR (Vorjahr: 12.905 TEUR) aus der US-amerikanischen (Alters-)Krankenversicherung. Eine Änderung des Kostentrends für medizinische Versorgungsleistungen führt zu keinen wesentlichen Auswirkungen auf Zinsaufwand und leistungsorientierte Pensionsverpflichtungen.

Die Zusammensetzung der Pensionsverpflichtungen und ihre Abdeckung durch Vermögen stellen sich wie folgt dar:

Brutto-Pensionsverpflichtung Marktwert Planvermögen
in TEUR 2012 2011 2012 2011
Wert per 1.1. 248.919 238.176 180.653 170.795
Veränderungen Konsolidierungskreis 64.699 534 51.162 0
Währungsänderungen 268 5.387 677 3.805
Aufwand für die im Wirtschaftsjahr hinzuerworbenen Versorgungs
ansprüche (service cost) für leistungsorientierte Pensionspläne
2.858 2.281 0 0
Kalkulatorischer Zinsaufwand der bereits erworbenen Ansprüche (interest cost) 13.049 10.779 0 0
Erwarteter Ertrag auf das Plananlagevermögen 0 0 9.757 6.913
Auswirkung von Plankürzungen und Abgeltungen -452 0 0 0
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste 43.939 5.686 16.080 846
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand -479 -4.549
Auszahlungen an Rentner -15.398 -10.050 -15.398 -9.644
Einzahlungen von Mitarbeitern 1.754 1.247 1.754 1.247
Abgeltungen -8.915 -572 -5.213 0
Einzahlungen vom Arbeitgeber 0 0 8.868 6.691
Wert per 31.12. 350.242 248.919 248.340 180.653
Marktwert Planvermögen (funded) -248.340 -180.653
Netto-Pensionsverpflichtungen 101.902 68.266
Brutto-Pensionsverpflichtungen per 31.12. 350.242 248.919
Marktwert Planvermögen (funded) 248.340 180.653
Brutto-Pensionsverpflichtungen per 31.12. (unfunded) 101.902 68.266
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste von Pensionplänen
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aufgrund Änderungen
versicherungsmathematischer Parameter
43.939 5.686
Abweichung des Ertrages auf das Planvermögen -16.080 -846
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste im sonstigen
Gesamtergebnis
27.859 4.840

Das Planvermögen resultiert hauptsächlich aus den fondsgebundenen leistungsorientierten Pensionsmodellen in den USA, Großbritannien, der Schweiz und dem niederländischen Plan von Pipelife. Das Planvermögen wird in Form von Aktien (32 %), Anleihen (52 %) und sonstigen Vermögensgegenständen (16 %) gehalten.

Eine Änderung der Zinssätze um 25 Basispunkte hätte eine Erhöhung der Brutto-Pensionsverpflichtung um 14.841 TEUR respektive Verminderung um 12.937 TEUR zur Folge.

Konzernabschluss Konzernanhang

Abhängig von der Dienstzugehörigkeit haben österreichische Dienstnehmer aufgrund gesetzlicher Bestimmungen Anspruch auf eine Einmalzahlung bei Pensionsantritt bzw. bei Kündigung durch den Arbeitgeber. Für diese zukünftige Verpflichtung werden Rückstellungen für Abfertigungen gebildet. Ähnliche Verpflichtungen gibt es in Frankreich und Italien.

30. Latente Steuern

Aktive und passive latente Steuerabgrenzungen per 31.12.2012 und 31.12.2011 resultieren aus folgenden zeitlich begrenzten Bewertungs- und Bilanzierungsunterschieden zwischen den Buchwerten des Konzernabschlusses und den entsprechenden steuerlichen Bemessungsgrundlagen:

2012 2011
in TEUR Aktiva Passiva Aktiva Passiva
Immaterielles Anlagevermögen 5.716 -66.457 5.059 -26.488
Sachanlagen 11.102 -123.223 7.302 -117.956
Vorräte 3.356 -4.704 3.170 -4.255
Forderungen 14.315 -15.262 4.554 -7.060
Geleistete Vorauszahlungen 57.347 -64 36.443 -65
91.836 -209.710 56.528 -155.824
Unversteuerte Rücklagen 1.626 -20.982 0 -18.021
Rückstellungen 34.102 -9.412 25.039 -1.678
Verbindlichkeiten 15.038 -3.375 6.441 -1.524
Erhaltene Vorauszahlungen 888 -518 2.053 -1.318
51.654 -34.287 33.533 -22.541
Steuerliche Verlustvorträge 224.780 189.441
Aktive/Passive Steuerabgrenzung 368.270 -243.997 279.502 -178.365
Bewertungsabschlag für aktive latente Steuern -190.605 -141.834
Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen gegenüber
der selben Steuerbehörde
-138.175 138.175 -95.692 95.692
Saldierte aktive und passive Steuerabgrenzung 39.490 -105.822 41.976 -82.673

Im Konzern wurden für abzugsfähige temporäre Differenzen und steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 671.800 TEUR (Vorjahr: 455.460 TEUR) keine aktiven latenten Steuern angesetzt, da ihre Wirksamkeit als endgültige Steuerentlastung im Rahmen der Mittelfristplanung noch nicht ausreichend gesichert ist. Das entspricht einer aktiven Latenz in Höhe von 190.605 TEUR (Vorjahr: 141.834 TEUR), wobei eine Verminderung des Ansatzes für aktive latente Steuern in Höhe von 18.590 TEUR aus der erstmaligen Einbeziehung der Pipelife Gruppe resultiert.

Für temporäre Unterschiede in Verbindung mit Anteilen an Tochterunternehmen wurden gemäß IAS 12.39 keine latenten Steuerabgrenzungen gebildet. Die kumulierten Anteile an Tochtergesellschaften überschreiten mit 538.337 TEUR (Vorjahr: 452.949 TEUR) die entsprechenden anteiligen Eigenkapitalien dieser Tochtergesellschaften.

31. Verbindlichkeiten

Die Bewertung der Verbindlichkeiten erfolgt prinzipiell zu fortgeführten Anschaffungskosten (financial liabilities at amortized cost). Eine Ausnahme bilden Derivate mit negativen Marktwerten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:

2012
in TEUR
Gesamt Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
1-5 Jahre
Restlaufzeit
>5 Jahre
davon
dinglich
besichert
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 916.421 57.726 667.192 191.503 4.596
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 193 180 13 0 0
Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit gegenüber
Konzernunternehmen
156 156 0 0 0
Finanzverbindlichkeiten 916.770 58.062 667.205 191.503 4.596
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber
Dritten
252.848 252.536 312 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber
Konzernunternehmen
301 301 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 253.149 252.837 312 0 0
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 2.693 2.693 0 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt und
Sozialversicherungsträgern
57.614 57.390 224 0 0
Erhaltene Vorauszahlungen 14.663 10.374 1.228 3.061 0
Sonstige Verbindlichkeiten 159.440 154.057 5.340 43 0
Sonstige Verbindlichkeiten 234.410 224.514 6.792 3.104 0
Summe Verbindlichkeiten 1.404.329 535.413 674.309 194.607 4.596
2011
in TEUR
Gesamt Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
1-5 Jahre
Restlaufzeit
>5 Jahre
davon
dinglich
besichert
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 931.632 417.884 357.845 155.903 3.637
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 2.888 2.723 165 0 0
Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit gegenüber
Konzernunternehmen
86 86 0 0 0
Finanzverbindlichkeiten 934.606 420.693 358.010 155.903 3.637
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber
Dritten
187.742 187.471 218 53 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber
Konzernunternehmen
600 600 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 188.342 188.071 218 53 0
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 2.278 2.278 0 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt und
Sozialversicherungsträgern
55.983 55.624 302 57 0
Erhaltene Vorauszahlungen 11.596 6.901 4.106 589 0
Sonstige Verbindlichkeiten 87.853 79.233 8.573 47 0
Sonstige Verbindlichkeiten 157.710 144.036 12.981 693 0
Summe Verbindlichkeiten 1.280.658 752.800 371.209 156.649 3.637

Konzernabschluss Konzernanhang

In den langfristigen Finanzverbindlichkeiten sind Verkaufsoptionen enthalten, durch deren Ausübung nicht beherrschende Anteile an Konzerngesellschaften an Wienerberger übertragen werden können (siehe Anmerkung 6. Konsolidierungsmethoden) sowie eine derivative Verbindlichkeit aus dem Erwerb nicht beherrschender Anteile an Semmelrock aus dem Jahr 2010.

Die sonstigen Verbindlichkeiten bestehen mit 49.771 TEUR (Vorjahr: 40.417 TEUR) gegenüber Mitarbeitern und mit 53.772 TEUR (Vorjahr: 31.671 TEUR) aus Abgrenzungen von Boni und sonstigen Erlösschmälerungen gegenüber Kunden. Die erhaltenen Vorauszahlungen beinhalten 3.701 TEUR (Vorjahr: 4.297 TEUR) Subventionen und Investitionszuschüsse von Dritten, die entsprechend der Nutzungsdauer der zugehörigen Sachanlagen langfristig ertragswirksam aufgelöst werden. Unter den Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt und Sozialversicherungsträgern sind Steuerschulden in Höhe von 36.649 TEUR (Vorjahr: 36.528 TEUR) ausgewiesen.

Unter den Finanzverbindlichkeiten sind folgende Derivate mit negativen Marktwerten enthalten.

Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente

in TEUR 2012 2011
Derivate aus Cashflow Hedges 12.350 11.620
Derivate aus Fair Value Hedges 864 0
Sonstige Derivate 5.031 5.919
Derivate mit negativem Marktwert 18.245 17.539

Von den gesamten Verbindlichkeiten entfallen somit 1.386.084 TEUR auf Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden (financial liabilities at amortized cost), 13.214 TEUR auf Derivate in Hedge-Beziehungen, 5.000 TEUR auf eine derivative Verbindlichkeit in Zusammenhang mit dem Kauf des restlichen 25 %-Anteils der Semmelrock Gruppe und 31 TEUR auf sonstige Derivate.

Wienerberger hat im Berichtsjahr außer den Derivaten mit negativen Marktwerten keine finanziellen Verbindlichkeiten gehalten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.

Die aus den Verbindlichkeiten resultierenden erwarteten Zahlungsströme stellen sich wie folgt dar:

Analyse der vertraglichen Cashflows

Gesamt <6 Monate 6-12 Monate 1-2 Jahre 2-5 Jahre >5 Jahre
-635.876 0 -27.438 -277.438 -225.750 -105.250
-12.000 -12.000 0 0 0 0
-324.379 -16.905 -10.814 -5.594 -237.714 -53.352
-26.645 -113 -118 -20.296 -5.845 -273
-998.900 -29.018 -38.370 -303.328 -469.309 -158.875
-183 -56 -31 -50 -46 0
-14.485 -5.340 -455 -253 -8.437 0
-14.668 -5.396 -486 -303 -8.483 0
-1.013.568 -34.414 -38.856 -303.631 -477.792 -158.875

Analyse der vertraglichen Cashflows

2011
in TEUR Gesamt <6 Monate 6-12 Monate 1-2 Jahre 2-5 Jahre >5 Jahre
Anleihen -674.890 -251.576 -17.438 -17.438 -277.938 -110.500
Commercial Papers 0 0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -395.912 -103.029 -115.967 -31.071 -132.290 -13.555
Verbindlichkeiten gegenüber Nichtbanken -48.183 0 -1.326 -14.686 -24.541 -7.630
Originäre Finanzinstrumente -1.118.985 -354.605 -134.731 -63.195 -434.769 -131.685
Zinsderivate 9.493 -1.044 1.649 1.482 4.442 2.964
Devisentermingeschäfte, Swaps und derivative
Verbindlichkeit 15.162 29.652 -239 -5.000 -9.251 0
Derivative Finanzinstrumente 24.655 28.608 1.410 -3.518 -4.809 2.964
Vertragliche Cashflows -1.094.330 -325.997 -133.321 -66.713 -439.578 -128.721

32. Eventualverbindlichkeiten und Haftungsverhältnisse

Haftungsverhältnisse resultieren aus Verpflichtungen, die gegenüber Dritten übernommen wurden, und entfallen auf:

in TEUR 31.12.2012 31.12.2011
Bürgschaften 49 49
Garantien 16.889 2.924
Sonstige vertragliche Haftungsverpflichtungen 2.313 2.328
Haftungsverhältnisse 19.251 5.301

Bei allen unter den Eventualschulden ausgewiesenen Sachverhalten geht es um potenzielle zukünftige Verpflichtungen, bei denen das Eintreten des entsprechenden zukünftigen Ereignisses zu einer Verpflichtung führen würde, die zum Bilanzstichtag noch völlig ungewiss ist.

Finanzinstrumente

33. Finanzinstrumente

Die Finanzverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

Währung Nominale Marktwert Buchwert
zum 31.12.2012
Zinssatz
effektiv
in Tsd. Landeswährung in TEUR in TEUR in %
Darlehen EUR 132.906 147.247 128.064 5,63
147.247 128.064
Kontokorrent TRY 617 261 261 11,50
261 261
Vorlagen EUR 10.000 1.018 1.010 3,95
1.018 1.010
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit fixer Verzinsung 148.526 129.335
Währung Nominale Marktwert Buchwert
zum 31.12.2012
Zinssatz
effektiv
in Tsd. Landeswährung in TEUR in TEUR in %
Darlehen EUR 146.090 154.846 146.108 1,91
CZK 83.000 3.303 3.300 1,64
GBP 1.500 1.839 1.838 1,80
HUF 1.300.000 4.435 4.447 7,05
SEK 40.000 4.662 4.661 2,63
USD 5.000 3.793 3.790 1,53
172.878 164.144
Kontokorrent EUR 3.726 3.736 3.726 3,23
CZK 10.121 403 402 1,28
HRK 14.572 1.933 1.928 4,25
RON 1.416 318 319 9,30
RSD 44.118 385 393 11,95
TRY 9.157 3.863 3.888 6,60
Diverse 201 201 -
10.839 10.857
Vorlagen EUR 1.874 1.874 1.842 0,16
HRK 201 27 27 -
USD 1.152 873 873 -
2.774 2.742
Derivate EUR 13.245 13.245 13.245
13.245 13.245
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit variabler Verzinsung 199.736 190.988
Währung Nominale Marktwert Buchwert
zum 31.12.2012
Zinssatz
effektiv
in Tsd. Landeswährung in TEUR in TEUR in %
Anleihen – fix verzinst EUR 550.000 571.946 546.705 4,61
EUR 12.625 12.625 12.625
Darlehen – fix verzinst EUR 6.187 6.773 6.187 3,69
USD 370 268 280
Commercial Papers – fix verzinst EUR 11.982 11.982 11.986 0,59
Darlehen – variabel verzinst GBP 10.866 13.315 13.315
Derivate Verbindlichkeit EUR 5.000 5.000 5.000
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Nichtbanken 621.909 596.098

Die Wienerberger AG platzierte im Jänner 2012 zum Teil zur Refinanzierung der im Berichtsjahr ausgelaufenen Anleihe eine neue Anleihe mit einem Volumen von 200.000 TEUR und einer Laufzeit von dreieinhalb Jahren (fällig am 1.8.2015). Sie liegt in einer Stückelung von 1.000 EUR auf und ist mit einem fixen Kupon von 5 % verzinst. Die Anleihen werden entsprechend ihrer Restlaufzeit unter den langfristigen bzw. kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen. Die mit den Anleihen direkt in Zusammenhang stehenden Aufwendungen von 5.726 TEUR (Bankspesen und Zinsabsicherungsgeschäfte) wurden ergebnisneutral mit der Anleihe verrechnet. Die Unterschiedsbeträge werden über die Laufzeit der Anleihe ergebniswirksam nach der Effektivzinsmethode als Zinsaufwand ausgewiesen. In den Buchwerten der Anleihen sind Stückzinsen in der Höhe von 12.625 TEUR enthalten.

Durch den Abschluss von Zinsswaps kann die Art der Verzinsung (variabel, fix) getauscht werden. Auf Seite 160 ist die Struktur der Finanzverbindlichkeiten (variable und fixe Verzinsung) inklusive der Effekte aus den Zinsswaps dargestellt.

IFRS 7 verlangt die Klassifizierung der Finanzinstrumente in drei Ebenen, welche die Bewertungssicherheit widerspiegeln. Wienerberger verwendet folgende Hierarchiestufen, um Finanzinstrumente, die zu beizulegenden Zeitwerten bewertet werden, einer Bewertungsmethode zuzuordnen:

  • Level 1: Bewertung anhand von Marktpreisen für ein spezifisches Finanzinstrument.
  • Level 2: Bewertung anhand von Marktpreisen für ähnliche Instrumente oder anhand von Bewertungsmodellen, die ausschließlich auf solchen Bewertungsparametern basieren, die am Markt beobachtbar sind.
  • Level 3: Bewertung anhand von Modellen mit signifikanten Bewertungsparametern, die nicht am Markt beobachtbar sind.

Sämtliche Finanzinstrumente, die in der Wienerberger Gruppe zu beizulegenden Zeitwerten bilanziert werden, sind entweder Level 1 (Anteile Fonds, Schuldtitel von Kapitalgesellschaften und Aktien, siehe Anmerkung 25) oder Level 2 (Derivative Finanzinstrumente, siehe Anmerkung 34) zuzurechnen. Wienerberger hat in der Berichtsperiode keine Umgliederung zwischen den jeweiligen Hierarchiestufen vorgenommen.

Konzernabschluss Konzernanhang

34. Derivative Finanzinstrumente

Die Bewertung von Devisentermingeschäften in Form von individuellen OTC Geschäften erfolgt über den Preis von vergleichbaren Transaktionen. Der Marktwert für Zinsswaps entspricht jenem Wert, den die jeweilige Gesellschaft bei Auflösung des Geschäfts am Bilanzstichtag erhalten würde oder zahlen müsste. Dabei werden aktuelle Marktverhältnisse, vor allem das aktuelle Zinsniveau und die Bonität der Swap-Partner, berücksichtigt. Diese Bewertungsparameter sind am Markt beobachtbar und allen relevanten Marktteilnehmern zugänglich.

2012 2011
Währung Nominalbetrag Marktwert Währung Nominalbetrag Marktwert
31.12.2012
in Tsd.
Landeswährung
31.12.2012
in TEUR
31.12.2011
in Tsd.
Landeswährung
31.12.2011
in TEUR
Devisentermingeschäfte EUR 28.997 -28 EUR 41.707 134
CAD 3.000 30 CAD 0 0
CHF 3.000 -3 CHF 0 0
CZK 60.000 -9 CZK 80.000 88
DKK 6.000 -1 DKK 11.000 0
GBP 13.757 113 GBP 37.343 -1.205
HUF 100.000 1 HUF 130.000 15
PLN 8.101 -19 PLN 15.000 18
SEK 6.287 -4 SEK 0 0
TRY 19.693 -808 TRY 0 0
Zinsswaps EUR 77.000 5.656 EUR 50.000 3.292
Cross Currency Swaps CAD/EUR 42.500 -556 CAD/EUR 42.500 -1.575
CZK/EUR 745.000 -379 CZK/EUR 351.800 662
CHF/EUR 75.000 -10.430 CHF/EUR 80.000 -9.313
GBP/EUR 10.000 24 GBP/EUR 4.320 -256
DKK/EUR 108.000 -50 DKK/EUR 78.000 26
HUF/EUR 0 0 HUF/EUR 96.000 15
USD/EUR 60.000 1.172 USD/EUR 0 0
PLN/EUR 72.750 246 PLN/EUR 50.000 1.281
Derivative Verbindlichkeit EUR 5.000 -5.000 EUR 5.000 -5.000
-10.045 -11.818

Risikobericht

Risikopolitische Grundsätze

Die Wienerberger Gruppe ist im Rahmen ihrer multinationalen Aktivitäten mit ihren Geschäftsbereichen, Vermögenswerten und Schulden sowie geplanten unternehmerischen Entscheidungen einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit unternehmerischem Handeln verbunden sind.

Wienerberger setzt konzernweit auf eine frühzeitige Identifikation und aktive Steuerung von Risiken des Unternehmensumfelds im Rahmen der risikopolitischen Grundsätze, die vom Vorstand festgelegt und vom Aufsichtsrat überwacht werden. Die Umsetzung der Risikostrategie und die tatsächliche Abwicklung der Sicherungsbeziehungen erfolgt zentral und wird für den gesamten Konzern koordiniert.

Risikosituation und operative Risiken aus Absatzmärkten

Wienerberger operiert als Baustoffhersteller in einer zyklischen Branche und ist von gesamtwirtschaftlichen Einflussgrößen jener Volkswirtschaften abhängig, in denen die Gruppe tätig ist. Dazu zählen insbesondere die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung, die Bauaktivität im Bereich des Wohnbaus und des öffentlichen Bausektors (Infrastruktur) sowie die Renovierungsaktivität. Des Weiteren beeinflussen das Konsumentenvertrauen, die Arbeitslosenrate, das langfristige Zinsniveau und die Verfügbarkeit von Krediten, die Steuergesetzgebung, Bauvorschriften und Wohnbauförderungen sowie andere Faktoren, die außerhalb des Einflusses der Gruppe liegen, die Geschäftsaktivität.

Unvorteilhafte Entwicklungen einiger oder all dieser Einflussgrößen können einen negativen Einfluss auf die Nachfrage nach Produkten von Wienerberger, die abgesetzten Mengen und das Preisniveau haben. Zyklische Schwankungen der Nachfrage bergen das Risiko von Überkapazitäten, die einen erhöhten Preisdruck, eine Verringerung der Margen sowie ungedeckte Kosten in der Produktion zur Folge haben können. Der Anteil fixer Kostenbestandteile an den Gesamtkosten ist in der gesamten Baustoffindustrie und auch bei Wienerberger in Folge der Anlagenintensität hoch, womit aktives Kapazitätsmanagement ein zentrales Element in der Unternehmenssteuerung darstellt. Die Produktionskapazitäten werden daher laufend analysiert und durch Maßnahmen wie temporäre oder endgültige Werksschließungen sowie Produktionsverlagerungen zu effizienteren Anlagen den Marktgegebenheiten angepasst.

Die zentral- und osteuropäischen Märkte, darunter Ungarn, Tschechien, Polen, die Slowakei, Slowenien, Kroatien und insbesondere Bulgarien, Rumänien und Russland, betrachtet Wienerberger aufgrund des Nachholbedarfs im Wohnungsneubau langfristig als Wachstumsmärkte. Für die Wienerberger Gruppe können sich Risiken aus einer schwächeren Nachfrage und einem höheren Preisdruck in diesen Wachstumsmärkten ergeben.

Darüber hinaus stehen die Produkte von Wienerberger im Wettbewerb mit anderen Baustoffen wie Beton, Holz, Kalksandstein, Glas, Stahl, Aluminium, wodurch sich ein Substitutionsrisiko ergibt. Mittels unserer starken Position als Qualitätsführer und durch die Entwicklung hochwertiger Produkte zielen wir darauf ab, dieses Risiko zu minimieren. Diese Weiterentwicklungen beziehen sich vor allem auf Verbesserungen der bauphysikalischen Eigenschaften sowie der Wirtschaftlichkeit.

Die Baustoffindustrie ist saisonalen Schwankungen unterworfen, wobei die abgesetzten Mengen in der Zeit von April bis Oktober deutlich über denen des restlichen Jahres liegen. Die Ertragssituation der Wienerberger Gruppe hängt, so wie jene der gesamten Baustoffindustrie, zum Teil von den Wetterbedingungen ab, mit dem Effekt, dass lange Frost- und Regenperioden durch geringe Bauaktivitäten einen spürbaren Effekt auf die Nachfrage haben.

Konzernabschluss Konzernanhang

Zur bestmöglichen Vermeidung von Ergebnisschwankungen verfolgt Wienerberger eine Strategie der geografischen Diversifizierung bei gleichzeitiger Konzentration auf das Kerngeschäft, zu welchem Ziegel für Wand, Dach und Fassade sowie Flächenbefestigungen und Rohrsysteme zählen. Wienerberger versteht sich somit als Anbieter für Baustofflösungen im Hausbau und im Bereich der Infrastruktur. Unsere Aktivitäten unterliegen den üblichen lokalen Marktrisiken. Erreichte Positionen müssen kontinuierlich gegenüber Mitbewerbern und Substitutionsprodukten behauptet werden. Von Seiten unseres wichtigsten Kunden, dem Baustoffhandel, erwarten wir weitere Zusammenschlüsse und damit erhöhten Preisdruck. Spezifische Marktsituationen können ebenfalls negative Effekte auf das Preisniveau haben, die Wienerberger zu einer laufenden Kontrolle und gegebenenfalls zur Anpassung der Preisstrategie zwingen können.

Wienerberger verfolgt als multinationaler Konzern Geschäftsaktivitäten in Ländern, die sich in unterschiedlichen Phasen wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung befinden. Somit können sich Risiken aus unvorteilhaften Änderungen der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ergeben. Risiken aus Änderungen der Steuergesetzgebung in den betroffenen Märkten, Risiken aus einer Änderung der Besteuerung von Energieträgern, Risiken aus einer Änderung des Arbeitsrechts, Risiken aus der Koordination der internationalen Aktivitäten durch sprachliche und kulturelle Unterschiede sowie die Begrenzung der Möglichkeit einer Repatriierung von Gewinnen und Risiken durch die Verschärfung von gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich der Nutzung von Rohstoffen, Produktstandards oder -haftungsvorschriften sowie Umwelt- und Sicherheitsstandards können ebenfalls einen wesentlichen Einfluss auf die Aktivitäten der Wienerberger Gruppe haben. In den Wachstumsmärkten Russland und Indien besteht zudem das Risiko der Enteignung von Produktionsanlagen ohne die Gewährung einer angemessenen Entschädigung. Weiters bestehen vor allem in diesen Märkten mögliche Steuerrisiken sowohl aus einer Änderung der Steuergesetzgebung als auch der Auslegungspraxis von geltendem Steuerrecht, die von Wienerberger aus momentaner Sicht weder nach Eintrittswahrscheinlichkeit noch nach Ausmaß quantifiziert werden können.

Die Geschäftsentwicklung im Bereich Kunststoffrohre wird wesentlich durch die Entwicklung der Rohstoffpreise, die mit dem Erdölpreis korrelieren, beeinflusst. Synthetische Polymere stellen einen wesentlichen Teil der Produktionskosten von Kunststoffrohren dar. Die Volatilität der Rohstoffpreise hat sich in den letzten Jahren verstärkt. Starke Schwankungen innerhalb eines Monats verlangen eine flexible Preispolitik, um diese Preisschwankungen zu kontrollieren bzw. gezielt an den Markt weiterzuleiten. Rasches und koordiniertes Handeln im Preismanagement ist entscheidend, um nachhaltig profitable Ergebnisse zu sichern. Neben dem Preisrisiko besteht auch ein Risiko aus der Versorgungssicherheit mit ausreichend Rohstoffen. Eine Unterbrechung der Versorgung zieht unweigerlich einen Ausfall der Produktion nach sich. Mit wenigen Ausnahmen gibt es für die Rohstoffversorgung alternative Lieferantenoptionen, um dem Versorgungsrisiko zu begegnen.

Beschaffungs-, Produktions-, Investitions- und Akquisitionsrisiken

Ein Großteil der Wienerberger Werke wurde in den letzten Jahren neu gebaut oder modernisiert, viele ältere Werke wurden im Rahmen des Aktionsplans 2008 und 2009 permanent stillgelegt, sodass das Risiko von Betriebsstörungen oder technisch bedingten längeren Produktionsausfällen gering ist. Die Versorgung unserer Fabriken mit dem Rohstoff Ton ist durch ausreichende Vorkommen und langfristige Lieferverträge abgesichert.

Die Energiekosten, die beim Brennen von Ziegeln anfallen, machen einen bedeutenden Teil der Gesamtkosten von Wienerberger aus. Im Jahr 2012 betrugen die gesamten Energiekosten der Wienerberger Gruppe 284.526 TEUR (Vorjahr: 290.582 TEUR) oder 12,1 % (Vorjahr: 15,2 %) des Umsatzes. Diese Kosten verteilen sich zu 61 % auf Erdgas, zu 29 % auf Strom und zu 10 % auf Kohle und Sonstiges. Die Energiepreise sind von der Entwicklung an den internationalen und lokalen Märkten abhängig und Schwankungen unterworfen.

Wienerberger versucht daher, das Risiko aus Energiepreisschwankungen in liberalisierten Märkten (insgesamt 80 % der Energiekosten) durch den Abschluss von Termingeschäften zu minimieren oder mit nationalen und internationalen Versorgern entweder Fixpreisverträge oder Verträge, bei denen die Preisfestsetzung über an Substitutionsprodukte (wie Heizöl) gebundene Formeln erfolgt, abzuschließen. Die Preise sind zum Teil langfristig fixiert. Durch die Preisbindung an Substitutionsprodukte können Termingeschäfte zur Risikoabsicherung abgeschlossen werden. In zahlreichen osteuropäischen Ländern (insgesamt 20 % der Energiekosten) sind die Preise für Erdgas staatlich reguliert, und es werden jährliche Lieferverträge mit lokalen Versorgern ausgehandelt.

Wienerberger hat im Jahr 2011 für ihre europäischen Ziegelaktivitäten den Carbon Leakage Status erhalten, weshalb von einer ausreichenden Zuteilung von CO2 -Zertifikaten in Höhe der Emission ausgegangen werden kann. Im Jahr 2014 erfolgt eine erneute Beurteilung des Status.

Neben dem Preisrisiko besteht für Wienerberger ein Risiko aus der Versorgungssicherheit mit Energie, insbesondere mit Erdgas und Elektrizität. Eine Unterbrechung der Versorgung zieht unweigerlich einen Ausfall der Produktion nach sich und kann somit einen negativen Effekt auf das Betriebsergebnis haben, wenn die Nachfrage nicht aus Lagerbeständen gedeckt werden kann.

Zur Steigerung des Wienerberger Unternehmenswerts sind neben der laufenden Optimierung (operational excellence) Produktinnovationen sowie interne und externe Wachstumsprojekte notwendig. Die zukünftige Rentabilität dieser Projekte ist in hohem Maße von der Investitionshöhe bzw. den Akquisitionspreisen sowie der Marktentwicklung abhängig. Alle Investitionsmaßnahmen müssen daher den Rentabilitätszielen für unsere Wachstumsprojekte gerecht werden. Weiters ergeben sich beim Eintritt in neue Märkte Risiken hinsichtlich Wettbewerb, Planungssicherheit, Einschätzung der politischen Lage und eines erfolgreichen, gewinnbringenden Organisationsaufbaus. Neue Projekte werden vor dem Start deshalb einer umfassenden qualitativen und quantitativen Analyse unterzogen.

Finanzielle Risiken

Aus dem operativen Geschäft ergeben sich für Wienerberger neben dem Finanzierungsrisiko auch Zins- und Währungsrisiken. Zur Begrenzung und Steuerung dieser Risiken werden neben operativen Maßnahmen einzelne derivative Finanzinstrumente, vor allem Devisentermingeschäfte und Swaps, eingesetzt. Alle Absicherungen aus Cashflow Hedges und Absicherungen der Investitionen in ausländische Teilbetriebe werden gemäß IAS 39.88 als in hohem Maße wirksam hinsichtlich der Erreichung der Kompensation der abgesicherten Risiken im Rahmen der Risikomanagementziele eingeschätzt. Es werden keine Derivate zu Spekulationszwecken gehalten.

Die Refinanzierungsmöglichkeiten von Wienerberger sind durch zahlreiche finanzielle, gesamtwirtschaftliche und sonstige Einflussgrößen bestimmt, die sich dem Einfluss des Managements der Wienerberger AG entziehen. Diese Einflussgrößen beinhalten Kreditbedingungen (Covenants) in aktuellen und zukünftigen Kreditvereinbarungen sowie die Beibehaltung des derzeitigen Ratings. Diese Covenants sehen vor, dass eine Entschuldungsdauer (Nettoverschuldung / EBITDA operativ) von 3,5 Jahren nicht überschritten werden darf, wobei diese am 31.12.2012 bei 2,2 Jahren lag. Weiters erreichte der EBITDA Zinsdeckungsgrad (EBITDA operativ / Nettozinsergebnis) im Berichtsjahr einen Wert von 5,0, womit er deutlich den seit 2011 vereinbarten Mindestwert von 3,75 übertraf. Ein Teil des Ergebnisses fällt für Zinsen an und steht somit nicht anderweitig zur Verfügung. Sollte sich das Rating der Gruppe verschlechtern oder Covenants nicht eingehalten werden, können die zu zahlenden Zinsen durch höhere Kreditrisikozuschläge steigen und höhere Finanzierungskosten sowie geringere Cashflows nach sich ziehen. Nicht eingehaltene Covenants können auch zur Fälligstellung von Krediten führen.

Währungsrisiken

Ein bedeutender Teil der Umsatzerlöse und der Ergebnisse der Wienerberger Gruppe wird von Tochterunternehmen erwirtschaftet, die ihren Sitz nicht in der Eurozone haben. Im Berichtsjahr erzielte Wienerberger 44 % der Umsätze in Fremdwährung, hauptsächlich in osteuropäischen Währungen (19 %) und dem US-Dollar (7 %). Zahlungswirksame Währungsrisiken sind durch den lokalen Charakter des Baustoffgeschäfts unwesentlich. Zahlungsflüsse in bzw. aus dem Euro-Raum ergeben sich im Wesentlichen nur aus konzerninternen Dividenden- und Darlehensflüssen. Diese konzerninternen Zahlungsströme werden wechselkursabhängig von der Holding gesteuert.

Aufgrund der dezentralen Gesellschaftsstruktur der Wienerberger Gruppe erfolgen Kreditfinanzierungen für kurzfristige Vermögenswerte in der jeweiligen Landeswährung der lokalen Gesellschaft. Währungsrisiken im Finanzierungsbereich ergeben sich dadurch nur in sehr eingeschränktem Ausmaß, da die anfallenden Ausgangsrechnungen bei Auslandsgesellschaften zum Großteil in der jeweiligen lokalen Währung fakturiert werden und somit eine natürliche Absicherung vorliegt. Die Expositionen von finanziellen Verbindlichkeiten gegenüber Währungsrisiken sind in Anmerkung 33 dargestellt.

Aus der Umrechnung ausländischer Einzelabschlüsse in die Konzernwährung Euro resultieren jedoch Währungsumrechnungsdifferenzen (Translationsrisiko), welche im Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung im sonstigen Gesamtergebnis erfasst werden. Umsätze, Ergebnisse und Bilanzwerte der nicht im Euro-Raum ansässigen Gesellschaften sind daher vom jeweiligen Euro-Wechselkurs abhängig.

Die Risikostrategie von Wienerberger sieht vor, das Translationsrisiko aus den Nettoinvestitionen in ausländische Tochtergesellschaften teilweise zu besichern. Im Folgenden sind die Konzernumsätze sowie das Capital Employed, welches unter Berücksichtigung von Devisentermingeschäften und Währungsswaps berechnet ist, nach Währungen dargestellt.

2012 2011
Umsatz in Mio. € Anteil in % in Mio. € Anteil in %
Euro 1.327,0 56 1.142,2 59
Osteuropäische Währungen 438,4 19 362,5 19
US-Dollar 164,3 7 108,3 6
Sonstige 425,8 18 302,4 16
Konzernumsatz 2.355,5 100 1.915,4 100
2012 2011
Capital Employed in Mio. € Anteil in % in Mio. € Anteil in %
Euro 1.640,5 56 1.452,1 55
Osteuropäische Währungen 575,4 20 514,1 19
US-Dollar 358,6 12 430,6 16
Sonstige 356,7 12 255,4 10
Capital Employed nach Hedging-Effekt 2.931,3 100 2.652,1 100

Die Auswirkungen einer hypothetischen Wechselkursänderung auf Ergebnis und Eigenkapital werden im Rahmen von Sensitivitätsanalysen dargestellt. Im Rahmen dieser Darstellung wird eine Jahresvolatilität des betreffenden Wechselkurses gegenüber dem Euro am Abschlussstichtag als Änderung angenommen. Eine Aufwertung des Euro gegenüber den wichtigsten Währungen am Jahresabschlussstichtag um eine Jahresvolatilität, berechnet auf Basis der täglichen Kursänderung der betreffenden Währung gegenüber dem Euro, hätte eine Verminderung des Eigenkapitals um 90 MEUR (Vorjahr: 109 MEUR) und ein um 1,4 MEUR (Vorjahr: 0,8 MEUR) geringeres Ergebnis nach Steuern zur Folge gehabt. Eine Abwertung des Euro gegenüber den wichtigsten Währungen hätte zu einer betragsmäßig gleichen Erhöhung des Eigenkapitals und Verbesserung des Ergebnisses nach Steuern geführt.

Zinsrisiken

Das Zinsrisiko besteht aus zwei Komponenten: dem jeweils relevanten Wert (Minimum oder Maximum) der durchschnittlichen Laufzeit sämtlicher Finanzierungen und der Art der Verzinsung, wobei das Risiko bei fixer Verzinsung in sinkenden Zinssätzen und bei variabler Verzinsung in steigenden Zinssätzen liegt. Eine Parallelverschiebung der Zinsstrukturkurve um 100 Basispunkte nach oben hätte eine Verringerung des Ergebnisses nach Steuern von 0,8 MEUR (Vorjahr: 0,3 MEUR) und über diese Veränderung in der Gewinn- und Verlustrechnung auch eine Verringerung des Eigenkapitals in gleicher Höhe zur Folge. Eine Senkung des Zinsniveaus um 100 Basispunkte hätte eine betragsmäßig gleiche Steigerung des Ergebnisses nach Steuern und des Eigenkapitals bedeutet.

Die Risikopositionen der Wienerberger AG gegenüber Zinsänderungsrisiken aus Verbindlichkeiten mit fixer und variabler Verzinsung sind unten aufgegliedert.

Für die Analyse des Zinsänderungsrisikos (fixe und variable Verzinsung) werden die Finanzverbindlichkeiten (Seite 153 bis 155) um die Effekte aus derivativen Instrumenten (Hedging) korrigiert und die kurzfristig fix verzinsten Finanzverbindlichkeiten als variabel verzinst ausgewiesen. Zur Abschätzung von Auswirkungen auf Periodenerfolg und Eigenkapital werden Sensitivitätsanalysen für fix verzinste und variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten durchgeführt.

2012 2011
in TEUR Fix verzinst Variabel
verzinst
Fix verzinst Variabel
verzinst
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 707.118 209.303 790.633 140.999
Umgliederung kurzfristige fix verzinste Finanzverbindlichkeiten -13.635 13.635 -336.144 336.144
Effekte aus derivativen Instrumenten (Hedging) -23.000 23.000 -49.371 49.371
Finanzverbindlichkeiten nach Hedging-Effekt 670.483 245.938 405.118 526.514

Konzernabschluss Konzernanhang

Kreditrisiken

Wienerberger hat bei Finanzgeschäften aufgrund interner Finanz- und Treasury-Richtlinien strenge Anforderungen an die Bonität von Finanzpartnern. Da Wienerberger nur mit Finanzpartnern zusammenarbeitet, deren Rating auf eine gute Bonität schließen lässt und Limits pro Kontrahent in Abhängigkeit seiner Bonität vergeben werden, ist das im Rahmen der Anlage liquider Mittel und Wertpapiere entstehende Kreditrisiko begrenzt. Bonitätsrisiken bestehen jedoch grundsätzlich auch für Finanzpartner mit bester Bonität, weshalb die Entwicklungen auf den Finanzmärkten von Wienerberger laufend beobachtet und die Kreditlimits entsprechend angepasst werden.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die übrigen sonstigen Forderungen zeigen zum Bilanzstichtag gegliedert nach Regionen folgende maximale Exposition gegenüber Kreditrisiken:

2012 2011
Kreditrisiko in Mio. € Anteil in % in Mio. € Anteil in %
Westeuropa 138,3 51 87,6 50
Zentral-Osteuropa 90,3 33 45,5 27
Nordamerika 20,9 8 16,4 9
Sonstige Welt 20,9 8 24,2 14
Kreditrisiko des Konzerns 270,4 100 173,7 100

Der Forderungsbestand aus Lieferungen und Leistungen, der in Höhe von 120 MEUR gegen Ausfälle versichert ist, besteht zum überwiegenden Teil aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Baustoffhändlern und Großkunden, da Produkte kaum an Endverbraucher abgesetzt werden. Die gesamten Wertberichtigungen von Forderungen betragen weniger als 2 % des gesamten Bestands an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, gewährten Darlehen sowie sonstigen kurzfristigen Forderungen, weshalb eine Aufgliederung der Einzelwertberichtigungen unterbleibt.

Liquiditätsrisiken

Der Erhalt der Liquidität und die Sicherung einer gesunden finanziellen Basis stehen im Zentrum der Unternehmensstrategie von Wienerberger. Aus diesem Grund wurde die Finanzkraft von Wienerberger durch die Emission einer neuen Anleihe zur Refinanzierung der in 2012 fälligen Finanzverbindlichkeiten gestärkt. Die wichtigsten Steuerungsgrößen dafür sind die Maximierung des Free Cashflows durch Kostensenkungen, aktives Working Capital Management und die Verminderung der Investitionsausgaben auf ein notwendiges Minimum. Liquiditätsrisiken liegen insbesondere darin, dass die Einzahlungen aus Umsatzerlösen durch eine Abschwächung der Nachfrage unter den Erwartungen liegen und Maßnahmen zur Verringerung des Working Capitals sowie der zahlungsrelevanten Fixkosten (aktives Kapazitätsmanagement) nur unzureichend oder nur mit Verzögerung umgesetzt werden.

Die Steuerung der Liquidität erfolgt unter anderem auch über eine monatlich rollierende Liquiditätsplanung sowie durch eine laufende Analyse der Geldumschlagsdauer (Cash Conversion Cycle), die sich aus dem durchschnittlichen Lieferantenziel, der Lagerdauer von Vorräten und der Forderungsumschlagsdauer errechnet.

Im Berichtsjahr betrug die Forderungsumschlagsdauer im Jahresdurchschnitt 26 Tage (Vorjahr: 25), die Vorratsumschlagshäufigkeit 111 Tage (Vorjahr: 122) sowie die Umschlagshäufigkeit der Lieferantenverbindlichkeiten 44 Tage (Vorjahr: 47). Dies führt zu einer Geldumschlagsdauer von 93 Tagen im Jahr 2012 gegenüber 100 Tagen im Vorjahr.

Bezüglich Liquiditätsrisiken aus Verbindlichkeiten wird auf die Analyse der vertraglichen Cashflows auf Seite 152 verwiesen.

Rechtliche Risiken

Abhängig von der Marktstellung in einzelnen Ländern sowie der Größe von beabsichtigten Akquisitionen unterliegen Transaktionen wettbewerbsrechtlichen Genehmigungsverfahren. Dadurch könnten sich bei Akquisitionen bzw. Zusammenschlüssen Verzögerungen bzw. in einzelnen Fällen auch Untersagungen von Übernahmen ergeben. Wienerberger prüft kartellrechtliche Risiken bereits intensiv im Vorfeld mit nationalen und internationalen juristischen und betriebswirtschaftlichen Experten, um dieses Risiko zu minimieren. Eine Untersagung einer Akquisition ist bisher noch nicht vorgekommen.

Aufgrund der Marktstellung der Wienerberger Gruppe in einzelnen Märkten wird die Preispolitik unserer Tochterunternehmen von den Wettbewerbsbehörden aufmerksam verfolgt. In Deutschland ist ein Kartellverfahren anhängig, wobei im Falle einer Verurteilung Bußgelder zu entrichten sind. Für die drohende Kartellstrafe in Deutschland wurde bereits eine Rückstellung per 31.12.2008 von 10 MEUR gebildet. Weiters wurde eine von der EU-Kommission beauftragte Hausdurchsuchung wegen des Verdachts wettbewerbswidriger Absprachen bei Produzenten von Kunststoffrohren und Formstücken im Juni 2012 durchgeführt, von der unter anderem auch die Pipelife International GmbH betroffen war. Ergebnisse dazu liegen seitens der verantwortlichen Behörde noch keine vor. Es sei an dieser Stelle erneut darauf hingewiesen, dass Preisabsprachen nicht zur Geschäftspraxis der Wienerberger Gruppe zählen und im Rahmen unserer internen Richtlinien dezidiert untersagt und mit Sanktionen bedroht sind.

Andere Risiken

Wienerberger ist in vielen Ländern von umfassenden und zunehmend verschärften Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften betroffen, wodurch Investitionen in die Einhaltung dieser Vorschriften entstehen können. Die Nichteinhaltung dieser Vorschriften birgt für Wienerberger das Risiko der Verhängung von Bußgeldern, von Schadenersatzforderungen sowie das Risiko des Entzugs von Betriebsanlagengenehmigungen. In Italien wurde von den Behörden eine Untersuchung über mögliche Umweltbelastungen durch Wienerberger Standorte eingeleitet, die jedoch bislang zu keinen Ergebnissen geführt hat.

Die Werke der Wienerberger Gruppe leisten im Hinblick auf die Vermeidung von Umweltbelastungen mehr, als die derzeit gesetzlichen Auflagen vorschreiben. Verschärfte Umweltstandards stellen Wienerberger jedoch laufend vor neue Herausforderungen. Durch die Kenntnis der aktuellen gesetzlichen und vertraglichen Vorschriften sowie durch die Zusammenarbeit mit Experten und externen Beratern werden rechtliche Verpflichtungen berücksichtigt und eingehalten. Risiken aus der Rekultivierung von Tongruben sind Bestandteil des operativen Geschäfts von Wienerberger und werden laufend überwacht.

Risiken eines Ausfalls unserer zentral geführten konzernweiten Datenverarbeitung aufgrund von Elementarereignissen werden durch parallele Installation der Systeme in räumlich getrennten Rechenzentren minimiert.

Aufgrund von Krankheitsfällen, die durch Asbest verursacht wurden, sind gegen einige Baustoffunternehmen mit Präsenz in den USA in den letzten Jahren Sammelklagen eingereicht worden. Nach Überprüfung unserer amerikanischen Aktivitäten halten wir dieses Risiko für minimal, da keine unserer Tochtergesellschaften jemals Asbestprodukte hergestellt oder gehandelt hat.

Die Wienerberger Gruppe steht auch hinsichtlich ihrer Mitarbeiter in Konkurrenz zum Mitbewerb. Um Nachwuchsführungskräfte auszubilden und an Führungspositionen heranzuführen, hat Wienerberger Programme wie die Vertriebsakademie, den Werksleiterlehrgang und das Ready4Excellence Programm geschaffen. Dadurch sowie durch individuelle Weiterbildungsmaßnahmen versucht Wienerberger, seine Mitarbeiter optimal auszubilden sowie auch zu einem gewissen Ausmaß an das Unternehmen zu binden (weitere Informationen sind im Wienerberger Nachhaltigkeitsbericht enthalten).

Sonstige Angaben

35. Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

Folgende Unternehmen und Personen werden als der Unternehmung nahestehend angesehen: Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands, assoziierte Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen, nicht konsolidierte Tochterunternehmen der Wienerberger AG sowie die ANC Privatstiftung und deren Tochterunternehmen. Bestehende Geschäftsbeziehungen zu Unternehmen, in denen Aufsichtsratsmitglieder der Wienerberger AG tätig sind, werden zu fremdüblichen Konditionen abgewickelt. Die Geschäftsbeziehungen zu der Unternehmung nahe stehenden Personen, insbesondere zu Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats der Wienerberger AG, sind in Anmerkung 13 angeführt, soweit Zahlungen aus Vorstandsverträgen und Aufsichtsratsmandaten betroffen sind. Transaktionen zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen und einem Mitglied des Aufsichtsrats der Wienerberger AG betreffen im Wesentlichen bezogene Tonlieferungen von 27 TEUR (Vorjahr: 157 TEUR), Mietleistungen von 2.354 TEUR (Vorjahr: 2.144 TEUR) sowie Lizenzzahlungen für die Nutzung von Markennamen von 2.846 TEUR (Vorjahr: 2.755 TEUR).

Die ANC Privatstiftung betreibt das im Jahr 2001 von der Wienerberger AG übertragene Deponiegeschäft in Österreich und hält Vermögenswerte (insbesondere Liegenschaften) in eingeschränktem Ausmaß. Sie wird durch einen Stiftungsvorstand mit drei Mitgliedern geleitet und verfügt über keinen Beirat. Begünstigte der Stiftung sind die Aktionäre der Wienerberger AG mit ihrem proportionalen Anteilsbesitz. Kein Mitglied des Vorstands der Wienerberger AG hat einen Sitz im Stiftungsvorstand oder in der Geschäftsführung von deren Tochterunternehmen. Wienerberger hat keinen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit der Stiftung und keine Verpflichtung, weitere Einlagen in das Vermögen der Stiftung oder deren Tochterunternehmen zu leisten. Nach Beurteilung der Gesamtheit der Leistungsbeziehungen zwischen Wienerberger und der ANC Privatstiftung sowie unter Beachtung von SIC 12 liegt kein konsolidierungspflichtiges Unternehmen im Sinne von IAS 27 vor.

Die Wienerberger AG und ihre Tochterunternehmen finanzieren assoziierte Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen sowie nicht konsolidierte verbundene Unternehmen mit Darlehen zu marktüblichen Konditionen. Die aushaftenden Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen beliefen sich zum 31.12.2012 auf 15.530 TEUR (Vorjahr: 20.654 TEUR), jene gegenüber nichtkonsolidierten verbundenen Unternehmen auf 6.707 TEUR (Vorjahr: 5.892 TEUR).

36. Anteilsbasierte Vergütung

Am 11.5.2010 hat der Aufsichtsrat der Wienerberger AG die Implementierung eines neuen anteilsbasierten Vergütungsprogramms für Vorstände und ausgewählte Führungskräfte beschlossen. Als langfristige variable Vergütungskomponente löst es das im Jahr 2009 eingestellte Aktienoptionsprogramm ab. Das "Long Term Incentive (LTI)"-Programm ist ein Vergütungsprogramm mit Barausgleich und zielt entsprechend den Anforderungen des Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) darauf ab, eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts zu erwirken, weshalb das Modell einerseits an die Entwicklung des CFROI der Wienerberger Gruppe und andererseits an den Kurs der Wienerberger Aktie gekoppelt ist. Die rechnerische Einheit des LTI sind virtuelle Anteile, sogenannte Performance Share Units (PSUs), deren Zuteilungsausmaß von der Position der Führungskraft im Unternehmen abhängt. Der monetäre Wert der PSUs wird nach Ablauf einer Performance Periode von drei Jahren ermittelt, an deren Ende der CFROI über einer im jeweiligen Programm festgesetzten Untergrenze zu liegen kommen muss. Als Multiplikator wird der durchschnittliche Aktienkurs der Wienerberger Aktie der letzten 20 ATX-Handelstage der Performance Periode herangezogen. Es folgt eine Auszahlungsperiode von zwei Jahren mit Zahlungen in drei Tranchen, wobei der Barausgleich gemäß einer linearen Verteilung innerhalb des Zielkorridors erfolgt. Wenn der CFROI unter den Zielkorridor fällt, entfällt die Zahlung. Bei den Mitgliedern des Vorstands wird für eine Zuteilung von virtuellen Anteilen ein Eigeninvestment an Aktien des Unternehmens in Höhe der gewährten Anteile vorausgesetzt. Für diese erworbenen Aktien besteht eine Haltefrist bis Laufzeitende des jeweiligen Programms.

Im Jahr 2010 wurden 48.000 Stück virtuelle Anteile an Vorstand (Vorstandsvorsitzender: 8.000, Vorstandsmitglied: 6.000) und Mitglieder des Managements (Bereichsdirektor: 2.500, Top Management Holding und Geschäftsführer größerer Landesgesellschaften: 1.000) gewährt.

Im Jahr 2011 wurden 60.000 Stück virtuelle Anteile an Vorstand (Vorstandsvorsitzender: 8.000, Vorstandsmitglied: 6.000) und Mitglieder des Managements (Bereichsdirektor: 3.000, Top Management Holding und Geschäftsführer größerer Landesgesellschaften: 1.000 bzw. 2.000) gewährt. Die Performance Periode des LTI Plans 2011 endet mit dem Geschäftsjahr 2013.

Im Berichtsjahr wurde kein LTI Plan über die Vergabe an virtuellen Anteilen an Mitglieder des Vorstands oder des Managements beschlossen.

Die Bewertung der Anteile erfolgt mit dem Optionspreismodell von Black-Scholes, wobei die Anteile immer einen Strike-Preis von 0 aufweisen. Die Bildung einer Rückstellung für die Pläne aus den Jahren 2010 und 2011 entfiel zum Bilanzstichtag.

Der bislang bestehende Aktienoptionsplan wurde im Jahr 2009 eingestellt, weshalb im Berichtsjahr keine Ausgabe von Optionen erfolgte. Die Optionen aus dem Programm 2008 verfielen noch im selben Jahr. Alle ausgegebenen Optionen aus dem Optionsprogramm 2007 verfielen im Berichtsjahr.

Der Vorstand der Wienerberger AG hat den Konzernabschluss am 22.2.2013 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.

Wien, am 22. Februar 2013

Der Vorstand der Wienerberger AG

Heimo Scheuch Willy Van Riet

Vorsitzender des Vorstands Mitglied des Vorstands, verantwortlich für den Bereich Finanzen

Konzernabschluss Erklärung des Vorstands Konzernunternehmen

Konzernunternehmen

Gesellschaft Sitz Stammkapital Währung Beteiligung Konsolidierungsart Anmerkung
Wienerberger International N.V. Zaltbommel 50.000 EUR 100,00 % VK
Wienerberger Ziegelindustrie GmbH Hennersdorf 5.000.000 EUR 100,00 % VK
Salzburger Ziegelwerk GmbH & Co KG Oberndorf 438.000 EUR 100,00 % VK
Wienerberger zRt. Budapest 2.140.000.000 HUF 100,00 % VK
Wienerberger Management Service Szolgáltató és Tanácsadó Kft. Budapest 3.000.000 HUF 100,00 % OK 1)
Wienerberger cihlarsky prumysl, a.s. Ceske Budejovice 50.000.000 CZK 100,00 % VK
Cihelna Kinsky, spol. s r.o. Kostelec nad Orlici 2.000.000 CZK 68,80 % VK
Wienerberger cihelna Jezernice, spol. s r.o. Ceske Budejovice 200.000 CZK 100,00 % VK
Wienerberger cihelna Hodonín, spol. s.r.o. Ceske Budejovice 50.000.000 CZK 100,00 % VK
Wienerberger eurostroj, spol. s r.o. Ceske Budejovice 32.100.000 CZK 100,00 % VK
Wienerberger Bohemia cihelny, spol. s r. o. Ceske Budejovice 44.550.000 CZK 100,00 % VK
Silike keramika, spol. s.r.o. Ceske Budejovice 100.000 CZK 50,00 % EQ
Wienerberger slovenske tehelne spol. s r.o. Zlate Moravce 3.319.392 EUR 100,00 % VK
Wienerberger Ceramika Budowlana Sp. z o.o. Warszawa 374.324.808 PLN 100,00 % VK
Handel Ceramika Budowlana Sp. z o.o. Warszawa 50.000 PLN 40,00 % OK 1)
Wienerberger Zeslawice Sp. z o.o. Warszawa 29.490.000 PLN 99,81 % VK
Wienerberger Ilovac d.d. Karlovac 8.988.040 HRK 99,92 % VK
Wienerberger Cetera IGM d.d. Karlovac 359.240 HRK 99,71 % VK
IGM Ciglana d.o.o. Petrinja Petrinja 12.756.900 HRK 100,00 % VK
WIENERBERGER Industrija opeke d.j.l. Sarajevo 2.000 KM 100,00 % VK
Wienerberger Opekarna Ormoz d.o.o. Ormoz 951.986 EUR 100,00 % VK
Opekarna Pragersko d.o.o. Pragersko 1.022.743 EUR 100,00 % VK
Wienerberger Backa d.o.o Mali Idos 651.652 EUR 100,00 % VK
WIENERBERGER Sisteme de Caramizi S.R.L. Bucuresti 39.147.100 RON 100,00 % VK
WZI FINANZ-S.à.r.l. Luxembourg 73.963.917 USD 100,00 % VK
Wienerberger TOV Kyiv 3.000.000 UAH 100,00 % VK
Semmelrock International GmbH Wien 3.000.000 EUR 100,00 % VK
Semmelrock Baustoffindustrie GmbH Klagenfurt 1.000.000 EUR 100,00 % VK
Semmelrock Stein + Design GmbH Klagenfurt 35.000 EUR 62,50 % VK
Semmelrock Stein + Design GmbH & CoKG Klagenfurt 100.000 EUR 62,50 % VK
Lusit Betonelemente GmbH Klagenfurt 36.336 EUR 62,50 % VK
Semmelrock Industriebeteiligungsverwaltung GmbH Wien 35.000 EUR 100,00 % VK
Semmelrock Stein & Design Kft. Ócsa 983.100.000 HUF 100,00 % VK
SEMMELROCK STEIN + DESIGN Dlazby s.r.o. Sered 3.027.286 EUR 100,00 % VK
Semmelrock Stein & Design d.o.o. Ogulin 22.870.000 HRK 100,00 % VK
Semmelrock Stein & Design Sp. z o.o. Kolbiel 42.070.000 PLN 100,00 % VK
Semmelrock Stein + Design S.R.L. Bolintin-Vale 55.151.300 RON 100,00 % VK
Semmelrock Tlakovci d.o.o. Ormoz 8.763 EUR 100,00 % OK 1)
Semmelrock Stein + Design Dlazby a.s. Praha 2.000.000 CZK 100,00 % VK
Semmelrock Stein und Design EOOD Sofia 13.785.500 BGN 100,00 % VK
Wienerberger GmbH Hannover 9.500.000 EUR 100,00 % VK
ArGeTon GmbH Hannover 1.600.000 EUR 100,00 % VK
Schlagmann Beteiligungs GmbH Zeilarn 26.000 EUR 50,00 % OK 1)
Schlagmann Baustoffwerke GmbH & Co KG Zeilarn 10.300.000 EUR 50,00 % EQ
Tongruben Verwaltungs GmbH Hannover 26.000 EUR 100,00 % OK 1)
KORAMIC Verwaltungs-GmbH Hannover 26.000 EUR 100,00 % OK 1)
Bockhorner Rohstoffgesellschaft mbH & Co. KG Bockhorn 100.000 EUR 60,00 % OK 1)
Bockhorner Rohstoff Verwaltungs GmbH Bockhorn 25.000 EUR 60,00 % OK 1)
Tongrube Lobenfeld GmbH Oldenburg 25.000 EUR 100,00 % OK 1)
RM 2964 Vermögensverwaltungs GmbH Hannover 25.000 EUR 100,00 % OK 1)
MR Erwerbs GmbH & Co KG Hannover 100 EUR 100,00 % VK
ZZ Wancor AG Regensdorf 1.000.000 CHF 100,00 % VK
Gesellschaft Sitz Stammkapital Währung Beteiligung Konsolidierungsart Anmerkung
Wienerberger S.p.A. Bubano 10.000.000 EUR 100,00 % VK
Fornaci Giuliane S.p.A. Cormons 1.900.000 EUR 30,00 % EQ
Wienerberger NV Kortrijk 47.557.745 EUR 100,00 % VK
Wienerberger Asset Management NV Zonnebeke 8.599.827 EUR 100,00 % VK
Deva-Kort NV Kortemark 247.894 EUR 100,00 % VK
Soltech NV Tienen 1.757.760 EUR 41,19 % EQ
EUCOSO Sp. z o.o. Zlotorya 60.000 PLN 49,00 % EQ
Kerafin NV Lanaken-Veldwezelt 6.380.700 EUR 100,00 % VK
Wienerberger Lanaken NV Lanaken-Veldwezelt 7.000.000 EUR 100,00 % VK
Wienerberger B.V. Zaltbommel 36.778.680 EUR 100,00 % VK
Van Hesteren & Janssens B.V. Zaltbommel 363.024 EUR 100,00 % VK
Desimpel AK1 B.V. Zaltbommel 70.000 EUR 100,00 % VK
BrickTrading Holland B.V. Zaltbommel 18.000 EUR 100,00 % VK
German Brick Trading B.V. Zaltbommel 249.700 EUR 100,00 % VK
Oostergrachstwal Holding B.V. Zaltbommel 45.378 EUR 100,00 % VK
Feikema B.V. Zaltbommel 45.378 EUR 100,00 % VK
Gelsing Oosterhout B.V. Zaltbommel 18.200 EUR 100,00 % VK
Wienerberger Steenvisie B.V. Zaltbommel 18.000 EUR 100,00 % VK
Bos & Vermeer B.V. Zaltbommel 22.689 EUR 100,00 % VK
Aberson B.V. Zwolle 60.000 EUR 100,00 % VK
Steencentrale Neerbosch B.V. Deest 45.400 EUR 100,00 % VK
Leeuwis B.V. Deest 91.210 EUR 100,00 % VK
Steinzentrale Nord Leeuwis GmbH Rellingen 52.500 EUR 100,00 % VK
Straatsbaksteen Nederland B.V. Zaltbommel 18.000 EUR 100,00 % VK
Wienerberger Limited Cheshire 81.120.552 GBP 100,00 % VK
Galileo Brick Limited Cheshire 2.000.000 GBP 100,00 % VK
Chelwood Group Unlimited Cheshire 5.975.506 GBP 100,00 % VK
The Brick Business Limited Cheshire 900.002 GBP 100,00 % VK
Building Trade Products Limited Cheshire 1 GBP 100,00 % VK
Galileo Trustee Limited Cheshire 1 GBP 100,00 % VK
Sandtoft Roof Tiles Limited Sandtoft 11.029 GBP 73,64 % VK
Sandtoft Trading Limited Sandtoft 1.000 GBP 73,64 % VK
WIENERBERGER PARTICIPATIONS SAS Achenheim 36.000.000 EUR 100,00 % VK
WIENERBERGER SAS Achenheim 75.000.000 EUR 100,00 % VK
Briqueterie de Rouffach SAS Rouffach 336.120 EUR 100,00 % VK
Wienerberger A/S Helsinge 107.954.000 DKK 100,00 % VK
Wienerberger AS Lunde 43.546.575 NOK 100,00 % VK
Wienerberger AB Bjärred 17.550.000 SEK 100,00 % VK
General Shale, Inc Johnson City 5.491 USD 100,00 % VK
General Shale Brick, Inc. Johnson City 1.000 USD 100,00 % VK
General Shale Finance S.à.r.l. Luxemburg 12.500 EUR 100,00 % OK 1)
General Shale Building Materials, Inc. Johnson City 1.000 USD 100,00 % VK
General Shale Canada Acquisitions Inc. Halifax 28.500.000 CAD 100,00 % VK
Arriscraft International LP Cambridge 1 CAD 100,00 % VK
General Shale Canada GP Inc. Halifax 1 CAD 100,00 % OK 1)
Wienerberger EOOD Sofia 12.500.000 BGN 100,00 % VK
Uspeh AD Sofia 1.471.040 BGN 99,51 % VK
Gesellschaft Sitz Stammkapital Währung Beteiligung Konsolidierungsart Anmerkung
OOO "Wienerberger Kirpitsch" Kiprewo 612.694.577 RUR 81,94 % VK
OOO "Wienerberger Kurkachi" Kurkachi 650.036.080 RUR 81,94 % VK
OOO "Wienerberger Investitions- und Projektmanagement" Kiprewo 356.000 RUR 99,82 % VK
Wienerberger OY AB Helsinki 1.000.000 EUR 100,00 % VK
Wienerberger AS Aseri 1.540.736 EUR 100,00 % VK
UAB Wienerberger Statybine Keramika Sp. Z o.o. Vilnius 3.135.000 LTL 100,00 % VK
Wienerberger India Private Limited Bangalore 990.000.000 INR 100,00 % VK
PIPELIFE International GmbH Wr. Neudorf 29.000.000 EUR 100,00 % VKE 2)
Pipelife Asset Management Ges.m.b.H Wiener Neudorf 35.000 EUR 100,00 % VKE
Pipelife Austria GmbH & Co KG Wiener Neudorf 4.360.370 EUR 100,00 % VKE
Pipelife Austria GmbH Wiener Neudorf 36.337 EUR 100,00 % VKE
Pipelife Belgium NV Kalmthout 4.950.000 EUR 100,00 % VKE
Pipelife Bulgaria EOOD Botevgrad 30.000 BGN 100,00 % VKE
Pipelife Czech s r.o. Otrokovice-Kucovaniny 202.971.000 CZK 100,00 % VKE
PIPELIFE Deutschland Asset Management GmbH Bad Zwischenahn 26.000 EUR 100,00 % VKE
PIPELIFE Deutschland GmbH & Co. KG Bad Zwischenahn Bad Zwischenahn 5.000 EUR 100,00 % VKE
Pipelife Deutschland Verwaltungs-GmbH Bad Zwischenahn Bad Zwischenahn 5.726.469 EUR 100,00 % VKE
Pipelife Eesti AS Harjumaa Eesti Vabariik 2.422.400 EUR 100,00 % VKE
Propipe OY li 33.638 EUR 100,00 % VKE
Pipelife Finland OY Oulu 33.637 EUR 100,00 % VKE
Pipelife France SNC Gaillon 19.743.000 EUR 100,00 % VKE
Pipelife Hellas S.A. Thiva-Halkida 24.089.735 EUR 100,00 % VKE
Pipelife Hrvatska d.o.o. Sv. Nedjelja 47.171.500 HRK 100,00 % VKE
Pipelife Hungaria Kft. Debrecen 3.123.520.000 HUF 100,00 % VKE
Quality Plastics Holdings Limited Cork 635.000 EUR 100,00 % VKE
Quality Plastics Limited Cork 254 EUR 100,00 % VKE
Quality Plastics Sales Limited Cork 127 EUR 100,00 % VKE
Dromalour Plastics Limited Cork 3 EUR 100,00 % VKE
Kenfern Investments Ltd Cork 508 EUR 100,00 % OKE 1)
Pipelife UK Ltd Corby 244.001 GBP 100,00 % VKE
UAB Pipelife Lietuva Vilnius 1.600.000 LTL 100,00 % VKE
Pipelife Latvia SIA Riga 300.000 LVL 100,00 % VKE
Pipelife Nederland B.V. Enkhuizen 11.344.505 EUR 100,00 % VKE
Pipelife Finance B.V. Enkhuizen 18.000 EUR 100,00 % VKE
Pipelife Norge AS Surnadal 50.000.000 NOK 100,00 % VKE
Pipelife Polska S.A. Karlikowo 112.243.963 PLN 100,00 % VKE
Pipelife Romania S.R.L. Bucuresti 7.323.115 RON 100,00 % VKE
Pipelife Serbia d.o.o. Belgrade 97.197.855 RSD 100,00 % VKE
Pipelife RUS LLC Moskau 104.458.072 RUB 100,00 % VKE
Pipelife Hafab AB Haparanda 3.000.000 SEK 100,00 % VKE
Pipelife Nordic AB Ölsremma 167.000.000 SEK 100,00 % VKE
Pipelife Sverige AB Ölsremma 3.600.000 SEK 100,00 % VKE
Pipelife Slovenija d.o.o. Trzin 843.258 EUR 100,00 % VKE
Pipelife Slovakia s r.o. Piestany 6.700 EUR 100,00 % VKE
Arili Plastik Sanayii A.S. Pendik/Istanbul 7.000.000 TRY 100,00 % VKE
Pipelife Jet Stream, Inc. Siloam Springs 0 USD 100,00 % VKE
CJSC Pipelife Ukraine Kiew 30.000 USD 100,00 % OKE 1)
Gesellschaft Sitz Stammkapital Währung Beteiligung Konsolidierungsart Anmerkung
Tondach Gleinstätten AG Gleinstätten 500.000 EUR 50,00 % EQ 3)
Ziegelwerk Polsterer GmbH Leobersdorf 36.336 EUR 50,00 % 4)
Tondach Slovensko spol. s.r.o. Nitrianske Pravno 14.937.263 EUR 100,00 % 4)
Tondach Slovenija d.o.o. Krizevci pri Ljutomeru 5.195.293 EUR 100,00 % 4)
Potisje Kanjiza d.d. Kanjiza 605.394.000 RSD 100,00 % 4)
Tondach Makedonija d.d. Vinica 472.081.630 MKD 100,00 % 4)
Tondach Bulgaria EOOD Sofia 198.000 BGN 100,00 % 4)
Tondach Ceska republika s.r.o. Hranice 250.100.000 CZK 100,00 % 4)
Tondach Magyarorszag Rt. Csorna 5.483.550.000 HUF 100,00 % 4)
Tondach Romania GmbH Sibiu 58.320.655 RON 100,00 % 4)
Tondach Hrvatska d.d. Bedekovcina 116.715.500 HRK 100,00 % 4)
Tondach Bosna i Hercegovina d.o.o. Sarajevo 200.000 KM 80,00 % 4)
Wienerberger Dach Beteiligungs GmbH Wien 500.000 ATS 100,00 % VK
WIBRA Tondachziegel Beteiligungs-GmbH Wien 500.000 ATS 100,00 % VK
Wienerberger Beteiligungs GmbH Wien 1.000.000 ATS 100,00 % VK
Wienerberger Anteilsverwaltung GmbH Wien 35.000 EUR 100,00 % VK
Tondach Holding GmbH Wien 35.000 EUR 100,00 % VK
Wienerberger Industriebeteiligungsverwaltung GmbH Wien 35.000 EUR 100,00 % VK
Wienerberger Finance Service B.V. Zaltbommel 18.000 EUR 100,00 % VK
Wienerberger Finanz Service GmbH Wien 25.435.492 EUR 100,00 % VK
Wienerberger West European Holding GmbH Wien 35.000 EUR 100,00 % VK
Wienerberger ZZ Holding GmbH Wien 35.000 EUR 100,00 % VK
WK Services NV Kortrijk 32.226.158 EUR 100,00 % VK
V.L. Baustoff GmbH Ehingen 52.000 EUR 100,00 % VK
Wienerberger Beteiligungs GmbH Hannover 26.000 EUR 100,00 % OK 1)
Dryfix GmbH Hennersdorf 35.000 EUR 100,00 % VK
Wienerberger Gamma Asset Management GmbH Wien 35.000 EUR 100,00 % VK
Steinzeug-Keramo GmbH Frechen 18.408.000 EUR 100,00 % VK
Steinzeug - Keramo NV Hasselt 9.400.000 EUR 100,00 % VK
Keramo-Wienerberger Immo NV Hasselt 14.068.558 EUR 100,00 % VK
SOCIETA DEL GRES s.p.a Sorisole 2.000.000 EUR 100,00 % VK
Keramo Steinzeug s.r.o. Ceske Budejovice 40.000.000 CZK 100,00 % OK 1)
Steinzeug - Keramo B.V. Belfeld 2.722.680 EUR 100,00 % VK
Steinzeug - Keramo SARL Pontoise 38.125 EUR 100,00 % VK

VK ......Vollkonsolidierung

VKE ....Erstmalige Vollkonsolidierung

EQ ......At Equitybewertung

EQE ....Erstmalige At Equitybewertung

OK ......keine Konsolidierung

OKE ...keine Konsolidierung (erstmals)

1) untergeordnete Bedeutung

2) Holdinggesellschaft der Pipelife Gruppe

3) Holdinggesellschaft der Tondach Gruppe

4) Tochtergesellschaft der Tondach Gleinstätten AG

Konzernabschluss Konzernunternehmen Bestätigungsvermerk

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Konzernabschluss

Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der Wienerberger AG, Wien, für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2012 bis zum 31. Dezember 2012 geprüft. Dieser Konzernabschluss umfasst die Konzernbilanz zum 31. Dezember 2012, die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, die Gesamtergebnisrechnung, die Konzerngeldflussrechnung und die Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das am 31. Dezember 2012 endende Geschäftsjahr sowie den Konzernanhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Konzernbuchführung sowie für die Aufstellung eines Konzernabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens , Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens , Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und der vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) der International Federation of Accountants (IFAC) herausgegebenen International Standards on Auditing (ISAs) durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzernabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens , Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2012 sowie der Ertragslage des Konzerns und der Zahlungsströme des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2012 bis zum 31. Dezember 2012 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind.

Aussagen zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

KPMG

Wien, am 22. Februar 2013

Kerschbaum haft fe

Erklärung des Vorstands

Erklärung des Vorstands

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzern vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Wien, am 22. Februar 2013

Der Vorstand der Wienerberger AG

Heimo Scheuch Willy Van Riet

Vorsitzender des Vorstands Mitglied des Vorstands, verantwortlich für den Bereich Finanzen

Lagebericht Wienerberger AG

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2012

Lagebericht der Wienerberger AG 2012

1. Das Geschäftsjahr 2012

1.1 Organisationsstruktur und Geschäftsmodell

Die Wienerberger AG fungiert als Holding-Gesellschaft und übernimmt als Konzernmutter die Steuerung und Führung der Divisionen. Als Leitgesellschaft des Konzerns zeichnet sich der Vorstand und das Top Management Team der Wienerberger AG für die strategische Ausrichtung der gesamten Unternehmensgruppe aus und unterstützt das Management der lokalen Gesellschaften in allen relevanten Fragestellungen. Der Wienerberger AG kommt überdies die Verwaltung und aktive Bewirtschaftung des Liegenschaftsportfolios zu.

Die Tätigkeit des Vorstands basiert auf zwei Grundelementen: der Arbeit als Gesamtvorstand und dem Berichtswesen.

Grundlage für die Arbeit als Gesamtvorstand ist die gemeinschaftliche Bearbeitung von strategischen und operativen Sachverhalten und der kontinuierliche Informationsaustausch. Dieser erfolgt formell in Vorstandssitzungen, die grundsätzlich einmal pro Woche stattfinden, sowie durch laufende Kommunikation auf informeller Ebene. Diese ist durch die räumliche Nähe – die Vorstandszimmer sind nebeneinander angeordnet und durch ein gemeinsames Sekretariat miteinander verbunden – gewährleistet. Darüber hinaus finden monatliche Sitzungen mit dem operativen Management statt, in welchen das laufende Geschäft besprochen wird, insbesondere die aktuellen Entwicklungen von Nachfrage, Preisen und Kosten sowie die Kapazitätsauslastung der Werke. Notwendige Maßnahmen werden gemeinsam festgelegt, während die operative Umsetzung durch das Management des jeweiligen Geschäftsbereichs erfolgt. Darüber hinaus werden im Rahmen dieser Sitzungen strategische Themen erörtert, wobei der Schwerpunkt auf der (Weiter-)Entwicklung von Märkten, Produkten und Technologien liegt. Weiters werden in den Vorstandssitzungen die durch den Aufsichtsrat genehmigungspflichtigen Geschäfte besprochen und die Anträge nach Beschlussfassung an diesen weitergeleitet. Die Beschlussfassung im Vorstand erfolgt einstimmig, für Vertragsunterzeichnungen durch den Vorstand gilt das Vier-Augen-Prinzip.

Die Steuerung des Unternehmens baut auf einem umfangreichen Berichtswesen auf. Zentrale Bedeutung hat dabei das monatliche Berichtswesen, welches einerseits die aggregierten Daten auf Gruppenebene sowie alle wesentlichen Detailinformationen zu den operativen Einheiten, insbesondere Gewinn- und Verlustrechnung je Land und Produktgruppe sowie Angaben zu Mengen-, Preis- und Kostenentwicklung, Working Capital und Investitionen, enthält. Weiters erhält der Vorstand monatlich standardisierte Berichte über die Energie- und Finanzsituation des Konzerns sowie den Status der einzelnen Produkt- und Technologieprojekte. Quartalsweise werden Markt- und Konjunkturdaten aus den einzelnen Ländern und das SHE-Reporting (Safety, Health & Education) erhoben.

Die Organisationsstruktur der ersten Berichtsebene wurde in Folge der Verbreiterung des Kerngeschäfts um das Rohrgeschäft in vier Divisionen untergliedert und im internen und externen Berichtswesen entsprechend abgebildet: Ziegel Europa, Rohre & Pflaster Europa, Nordamerika sowie Holding & Sonstiges. In den einzelnen operativen Einheiten sowie auf Produktgruppenebene ist jeweils ein Bereichsmanagement mit der operativen Leitung und der Umsetzung von strategischen Projekten betraut. Die Corporate Services sind entsprechend ihren Aufgabenschwerpunkten jeweils einem Vorstand zugeordnet, an welchen sie direkt berichten.

Wienerberger verfolgt seit Jahren eine Strategie der Maximierung von Cashflows zur nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts. Strenge Grundsätze guter Unternehmensführung und Transparenz sowie die ständige Weiterentwicklung eines effizienten Systems der Unternehmenskontrolle bilden die Basis für diese Zielsetzung.

Gleiche und umfassende Information aller Aktionäre hat für uns Priorität. Zur Vermeidung von Insiderhandel ist im Unternehmen ein Compliance Code in Kraft, der die Bestimmungen der Emittenten-Compliance-Verordnung der österreichischen Finanzmarktaufsichtsbehörde umsetzt. Zur Überwachung der Einhaltung ist ein Compliance Officer bestellt. Ein Verhaltenskodex gemäß LobbyG richtet sich an alle Organe und Mitarbeiter von österreichischen Gesellschaften, an denen die Wienerberger AG mehrheitlich beteiligt ist. Dieser definiert die Grundsätze für die Ausübung von Lobbying-Tätigkeiten und kann auf der Wienerberger Website (www.wienerberger.com) abgerufen werden.

Im Oktober 2002 wurde der Österreichische Corporate Governance Kodex (siehe www.corporate-governance.at) in Kraft gesetzt und zuletzt mit Wirkung ab 1.7.2012 an neue Bestimmungen des Aktiengesetzes sowie des Unternehmensgesetzbuches, insbesondere zur Vorstandsvergütung und zur Zusammensetzung des Aufsichtsrats, angepasst. Grundlage des Kodex sind die Vorschriften des österreichischen Aktien-, Börse- und Kapitalmarktrechts, die Empfehlungen der Europäischen Kommission hinsichtlich der Aufgaben des Aufsichtsrats und der Vergütung von Direktoren sowie die OECD-Richtlinien für Corporate Governance. Der Kodex ist ein Ordnungsrahmen für die Leitung und Überwachung eines Unternehmens. Wesentliche Grundsätze wie die Gleichbehandlung aller Aktionäre, Transparenz, die Unabhängigkeit des Aufsichtsrats, offene Kommunikation zwischen Aufsichtsrat und Vorstand, die Vermeidung von Interessenkonflikten von Organen sowie eine effiziente Kontrolle durch Aufsichtsrat und Abschlussprüfer sollen das Vertrauen der Investoren in das Unternehmen und den Finanzplatz Österreich stärken. Der über die gesetzlichen Vorschriften hinausgehende Kodex erlangt durch freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen Geltung. Das Bekenntnis zum Kodex hat zur Folge, dass die Nichteinhaltung von C-Regeln ("comply or explain") zu begründen ist.

Wienerberger hat als eines der ersten Unternehmen ein Bekenntnis zum Österreichischen Corporate Governance Kodex abgegeben und sich zur Beachtung seiner Regeln verpflichtet. Wienerberger erfüllte im Jahr 2012 alle Regeln (auch Empfehlungen) des Kodex in der Fassung Juli 2012.

Die Umsetzung und Richtigkeit unserer öffentlichen Erklärungen wird vom Abschlussprüfer, der KPMG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs AG, unter Anwendung der Regelungen der International Federation of Accountants für die Durchführung von Aufträgen zur prüferischen Durchsicht alle zwei Jahre evaluiert und darüber ein Bericht erstattet, der auf unserer Website eingesehen werden kann. Die letzte Evaluierung durch den Abschlussprüfer zur Einhaltung der Regeln des Kodex und der Richtigkeit der öffentlichen Berichterstattung für das Jahr 2012 hat ergeben, dass die öffentlichen Erklärungen über die Beachtung des Kodex zutreffend sind. Die Einhaltung der Bestimmungen des Kodex hinsichtlich des Abschlussprüfers wurde zuletzt durch den Prüfungsausschuss untersucht. Diesbezüglich hat der Prüfungsausschuss dem Aufsichtsrat berichtet, dass die Evaluierung für 2012 keine Abweichung von den Kodex-Regeln ergeben hat.

Die KPMG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs AG wurde von der 143. o. Hauptversammlung zum Konzern- und Einzelabschlussprüfer der Wienerberger AG bestellt. Neben dieser Tätigkeit ist KPMG mit ihren weltweiten Partnerbüros vereinzelt auch im Bereich der Steuer- und Finanzberatung für die Gruppe tätig. Im Jahr 2012 lagen die Beratungshonorare von KPMG für die Wienerberger Gruppe ohne Abschlussprüfung bei 0,5 Mio. €. Für die Abschlussprüfung des Konzerns und damit in Zusammenhang stehende Leistungen wurden 2,0 Mio. € verrechnet.

Zur weiteren Verbesserung des Risikomanagements ist bei Wienerberger eine interne Revision als Stabstelle des Gesamtvorstands eingerichtet. Auf Grundlage eines vom Vorstand genehmigten und mit dem Prüfungsausschuss abgestimmten Revisionsplans sowie einer konzernweiten Risikobewertung aller Unternehmensaktivitäten überprüfen der Vorstand und die interne Revision regelmäßig operative Prozesse auf Risikogeneigtheit und Effizienzverbesserungsmöglichkeiten und überwachen die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen, interner Richtlinien und Prozesse. Darüber hinaus wurden zur Früherkennung und Überwachung von Risiken das Interne Kontrollsystem (IKS) in den vergangenen Jahren weiter ausgebaut, Maßnahmen gesetzt und deren Umsetzung überprüft. Über den Revisionsplan für das jeweilige Folgejahr und die Revisionsergebnisse berichtet die interne Revision laufend dem Vorstand und dem Prüfungsausschuss. Ein Management Letter des Abschlussprüfers sowie dessen Bericht über die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements im Konzern wurden dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats vorgelegt und im Aufsichtsrat ausführlich behandelt.

Die Anzahl der ausgegebenen Stammaktien der Wienerberger AG beträgt insgesamt 117,5 Mio. Stück. Es existieren keine Vorzugsaktien oder Einschränkungen für die Stammaktien. Das Prinzip "One share – one vote" kommt somit voll zum Tragen. Gemäß österreichischem Übernahmegesetz ist sichergestellt, dass im Falle eines Übernahmeangebots (Pflichtangebot) jeder Aktionär den gleichen Preis für seine Wienerberger Aktien erhält. Die Wienerberger AG hat keinen Kernaktionär.

Im Sinne des Kodex stehen Vorstand und Aufsichtsrat, insbesondere deren Vorsitzende, in laufender, über die Aufsichtsratssitzungen hinausgehender Diskussion zur Entwicklung und strategischen Ausrichtung des Unternehmens. Zusätzlich übt der Aufsichtsrat seine Beratungs- und Kontrolltätigkeit je nach Bedeutung und fachlicher Zuordnung auch durch die folgenden vier Ausschüsse aus: Präsidium, Strategieausschuss, Prüfungsausschuss sowie Personal- und Nominierungsausschuss / Vergütungsausschuss. Die Geschäftsordnung des Aufsichtsrats ist auf unserer Website veröffentlicht.

Der Aufsichtsrat entscheidet in Fragen grundsätzlicher Bedeutung und über die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Es wurden folgende Ausschüsse eingerichtet: Das Präsidium vertritt die Unternehmensinteressen in allen Vorstandsangelegenheiten. Aufgabe des Strategieausschusses ist es, die Strategie und Unternehmensentwicklung zu diskutieren, die Beschlussfassung in strategischen Belangen durch den Aufsichtsrat vorzubereiten und alle nicht dem gesamten Aufsichtsrat vorbehaltenen Angelegenheiten – insbesondere Investitionen, Akquisitionen und Liegenschaftsverkäufe zwischen 7,5 und 30 Mio. € – zu beschließen sowie in dringenden Fällen zu entscheiden. Peter Johnson, der über jahrzehntelange Erfahrung im Baustoffsektor verfügt, führt den Vorsitz im Strategieausschuss. Der Prüfungsausschuss befasst sich vorbereitend für den Aufsichtsrat mit der Jahresabschlussprüfung des Konzerns und der Überwachung der Rechnungslegung. Zusätzlich überwacht er die Wirksamkeit des internen Kontroll-, Revisions- und Risikomanagementsystems des Unternehmens und überprüft die Unabhängigkeit und die durch "Peer Reviews" kontrollierte Qualifikation des Abschlussprüfers. Harald Nograsek ist als Finanzexperte Mitglied des Prüfungsausschusses. Der Personal- und Nominierungsausschuss ist für die Vorbereitung sämtlicher Vorstands- bzw. Aufsichtsratsbestellungen zuständig. Er unterbreitet dem Aufsichtsrat Wahlvorschläge, welche der Hauptversammlung zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Vor der Bestellung von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern hat der Personal- und Nominierungsausschuss ein Anforderungsprofil zu verfassen sowie auf Basis eines definierten Besetzungsverfahrens und der Nachfolgeplanung die Beschlussfassung durch den Aufsichtsrat vorzubereiten. Weiters fungiert er als Vergütungsausschuss im Hinblick auf die Vorstandsbezüge und beschließt die Bedingungen von Vergütungsschemata für Führungskräfte des Konzerns. Zwischen 2002 und 2008 wurden im Rahmen eines Aktienoptionsplans jährlich Optionen ausgegeben (Details dazu auf der Wienerberger Website). Im Jahr 2009 wurde der bis dahin bestehende Aktienoptionsplan aufgrund der geänderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als nicht mehr zeitgemäßes und taugliches Mittel zur Incentivierung des Vorstands und Managements erachtet und daher eingestellt. Um die Ausrichtung des Vorstands und Managements mit der Sichtweise unserer Aktionäre zu synchronisieren, wurde 2010 im Sinne der nachhaltigen Unternehmensentwicklung ein Long Term Incentive (LTI) Programm, ein zum Aktienoptionsplan alternatives Modell zur mittel- und langfristigen Incentivierung, umgesetzt. Im Rahmen dieses Programms orientiert sich die langfristige Vergütung der Mitglieder des Vorstands und des Managements am CFROI, einer Kennzahl, die die Wertsteigerung des Unternehmens widerspiegelt. Wienerberger nimmt mit diesem Programm eine Vorreiterrolle in Österreich ein und trägt der Forderung des Österreichischen Corporate Governance Kodex nach einem auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Vergütungssystem für Vorstand und Management vollumfassend Rechnung.

Die Mitbestimmung der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat und in dessen Ausschüssen ist ein gesetzlich geregelter Teil des österreichischen Corporate Governance Systems. Die Arbeitnehmervertretung ist gemäß Arbeitsverfassungsgesetz berechtigt, in den Aufsichtsrat und die Ausschüsse einer Aktiengesellschaft für je zwei von der Hauptversammlung gewählte Aufsichtsratsmitglieder (Kapitalvertreter) ein Mitglied aus ihren Reihen zu entsenden.

Der Corporate Governance Kodex sieht vor, dass die Mehrheit der Kapitalvertreter im Aufsichtsrat unabhängig sein soll. Ein Aufsichtsratsmitglied ist als unabhängig anzusehen, wenn es in keiner geschäftlichen oder persönlichen Beziehung zu der Gesellschaft oder deren Vorstand steht, die einen materiellen Interessenkonflikt begründet und daher geeignet ist, das Verhalten des Mitglieds zu beeinflussen. Dieser Leitlinie folgend hat der Aufsichtsrat der Wienerberger AG in Anlehnung an Anhang 1 des Corporate Governance Kodex in der Fassung Juli 2012 sechs Kriterien festgelegt, bei deren Erfüllung ein Aufsichtsratsmitglied als unabhängig anzusehen ist. Ein Aufsichtsratsmitglied ist unabhängig, wenn es in den vergangenen fünf Jahren nicht Mitglied des Vorstands oder leitender Angestellter der Wienerberger AG oder eines Konzernunternehmens der Wienerberger AG war, zur Wienerberger AG oder einem Konzernunternehmen der Wienerberger AG kein Geschäftsverhältnis in einem für das Aufsichtsratsmitglied bedeutenden Umfang unterhält (dies gilt auch für Geschäftsverhältnisse mit Unternehmen, an welchen das Aufsichtsratsmitglied ein erhebliches wirtschaftliches Interesse hat), in den letzten drei Jahren nicht Abschlussprüfer der Wienerberger AG oder Beteiligter oder Angestellter der prüfenden Prüfungsgesellschaft war, nicht Vorstand in einer anderen Gesellschaft ist, in der ein Vorstandsmitglied der Wienerberger AG Aufsichtsratsmitglied ist, dem Aufsichtsrat bisher nicht länger als 15 Jahre angehört sowie kein enger Familienangehöriger eines Vorstandsmitglieds der Wienerberger AG oder von Personen ist, die sich in einer zuvor genannten Position befinden. Die Unabhängigkeitskriterien sind im Detail auf unserer Website veröffentlicht. Aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit im Aufsichtsrat der Wienerberger AG, in den er erstmals am 17. Juli 1996 gewählt wurde, gilt Christian Dumolin nicht mehr als unabhängiger Kapitalvertreter. Die weiteren sieben Kapitalvertreter im Aufsichtsrat haben Anfang 2013 erneut ihre Unabhängigkeit gemäß den genannten Kriterien erklärt.

Es wurden keine Kredite an Aufsichtsratsmitglieder oder Vorstände vergeben. 2012 genehmigte der Aufsichtsrat den bereits über einen Vorvertrag aus dem Jahr 2003 geregelten Verkauf eines Grundstücks im deutschen Ort Mühlacker an Christian Dumolin. Der Kaufpreis beträgt 0,3 Mio. € und entspricht damit marktüblichen Preisen von Grundstücken in vergleichbarer Lage, Größe und Widmung.

1.2 Das globale Umfeld 2012

Die Entwicklung an den Kapitalmärkten blieb auch 2012 sehr volatil. Nach einem vielversprechenden Start in das Börsejahr korrigierten die Märkte – insbesondere in Europa – zur Jahresmitte merklich nach unten, ehe sich die Leitindizes auf beiden Seiten des Atlantiks zum Jahresende wieder deutlich freundlicher zeigten. Dominiert wurde das Geschehen von politischen Entscheidungen auf nationalstaatlicher und internationaler Ebene sowie von der Geldpolitik der Notenbanken. Bemühungen zur Konsolidierung von Staatshaushalten und zur Bereinigung von strukturell bedingten Budgetdefiziten sowie die damit eng verbundene Entwicklung der Finanzierungskosten von Nationalstaaten standen weiterhin im Mittelpunkt. Dies galt gleichermaßen für die Mitgliedsstaaten der Eurozone – allen voran an der südlichen Peripherie – wie auch für die USA, deren als Fiskalklippe betitelter Haushaltsstreit um im Budget festgeschriebene, automatisch eintretende Haushaltskürzungen und Steuererhöhungen erst zu Jahresbeginn 2013 beigelegt werden konnte. Politische Entscheidungsträger wurden in ihren Bemühungen, Vertrauen und attraktive Rahmenbedingungen für Wirtschaftswachstum zu schaffen, durch eine unverändert stark expansive Geldpolitik der Notenbanken, welche die Leitzinsen auf historisch niedrigen Niveaus beließen und zusätzlich die im Umlauf befindliche Geldmenge durch Zukäufe von Wertpapieren erweiterten, unterstützt. In Europa stellte die Ratifizierung des Stabilitätsmechanismus ESM und dessen Genehmigung durch den Bundesverfassungsgerichtshof des wichtigsten Mitgliedslands Deutschland einen wichtigen Schritt für die Vertrauensbildung dar und bezeugte den Willen und die Entschlussfähigkeit für eine solidarische Lösung der Staatsschuldenkrise in der Eurozone. Nachdem das Konsumentenvertrauen in Europa ab dem Frühjahr 2012 von bereits schwachem Niveau weiter zurückgegangen war, deutete eine leichte Verbesserung zum Jahresende die positiven Auswirkungen der umgesetzten Maßnahmen an. Die Bereitschaft der Banken, Kredite zu vergeben, blieb durch die Unsicherheit bezüglich der Umsetzung strengerer Kapitalvorschriften für Finanzinstitute nach Basel III belastet. So fiel im abgelaufenen Jahr das Transaktionsvolumen für Wohnbaukredite in der Eurozone unter das Niveau von 2009 zurück.

Basierend auf Daten des IWF verringerte sich das reale BIP-Wachstum der Weltwirtschaft auf 3,2 % im Jahr 2012 von 3,9 % im Vorjahr. Mit der Eurozone, die einen Rückgang um 2 Prozentpunkte verzeichnete und gegenüber 2011 eine um 0,4 % geringere Wirtschaftsleistung aufwies, und der Region Zentral-Osteuropa, deren Wirtschaftswachstum sich um 3,5 Prozentpunkte auf 1,8 % verlangsamte, waren zwei Kernregionen der Wienerberger Gruppe von deutlichen Rückgängen betroffen. Die USA konnten hingegen eine leichte Beschleunigung des realen Wirtschaftswachstums auf 2,3 % von 1,8 % im Vorjahr verbuchen. Trotz einer weiterhin hohen Zahl von Unsicherheitsfaktoren und einer rückläufigen Wirtschaftsleistung in der Eurozone sowie einer abnehmenden Wachstumsdynamik der Weltwirtschaft konnte die Mehrzahl der europäischen und nordamerikanischen Leitindizes zum Teil deutliche Zugewinne verbuchen. Quelle: IWF, EZB

Wie die europäischen Börsenbarometer verzeichneten die US-amerikanischen Leitindizes in den ersten Monaten 2012 eine klar positive Entwicklung, jedoch fiel die im Frühsommer einsetzende Korrektur im Vergleich zum deutlichen Rückgang in Europa moderater aus. In der zweiten Jahreshälfte verzeichneten der Dow Jones und der breiter gefasste S&P 500 zwar Zuwächse und neue Jahreshöchststände, die Kursgewinne blieben aber aufgrund des unsicheren Ausgangs der Präsidentschaftswahlen, des den Nordosten des Landes treffenden Hurrikans Sandy sowie des lange Zeit ungelösten Haushaltsstreits hinter vergleichbaren europäischen Indizes zurück. Insbesondere die Unklarheit bezüglich der Besteuerung von Einkommen, Unternehmensgewinnen sowie Kapitalerträgen hemmte die Kursentwicklung. Per Ultimo 2012 ging der Dow Jones mit einem Zugewinn von 7,3 % bei 13.104,14 Punkten und der S&P 500 mit einem Kursplus von 13,4 % und einem Indexstand von 1.426,19 Punkten aus dem Handel.

Die Europäischen Leitindizes verzeichneten nach der deutlichen Korrektur zur Jahresmitte in der zweiten Jahreshälfte klare Zuwächse und ließen in diesem Zeitraum die wichtigsten amerikanischen Indizes hinter sich. Der deutsche Leitindex DAX wies 2012 mit 29,1 % die beste Entwicklung unter den bedeutenden europäischen Börsenbarometern auf und unterstrich damit einmal mehr die vergleichsweise gesunde Wirtschaftslage in Deutschland sowie die hohe internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen. Mit einem Kursplus von 26,9 % und einem Jahresendstand von 2.401,21 Punkten verzeichnete der ATX eine ähnlich starke Entwicklung, und profitierte aufgrund der starken Gewichtung von Finanztiteln und zyklischen Industriewerten von der steigenden Risikoneigung unter Anlegern. Auch der französische Leitindex CAC40 erreichte trotz Herabstufung des Kreditratings französischer Staatsanleihen, der angespannten Haushaltslage und einer Abkühlung der wirtschaftlichen Aktivität in Frankreich einen Kursanstieg von 15,2 %. Der Londoner FTSE 100-Index blickt in Folge der leicht rückläufigen Wirtschaftsleistung in Großbritannien auf einen moderateren Kursanstieg von 5,8 % zurück und ging 2012 mit 5.897,8 Punkten aus dem Handel.

Die europäische Wohnbautätigkeit verzeichnete 2012 einen Rückgang und blieb deutlich hinter den Erwartungen zu Jahresanfang zurück. Hauptursachen dieser Entwicklung waren das anhaltend niedrige Konsumentenvertrauen als Folge der schwachen Konjunkturlage in Europa und die eingeschränkte Kreditvergabe durch Banken. Während im Dezember 2011 Euroconstruct noch von einer Zunahme der Wohnbauleistung um 1,3 % ausging, wurde diese Einschätzung im Jahresverlauf auf einen Rückgang von 3,5 % revidiert. Besonders deutlich wurde dabei die Prognose für die Neubautätigkeit in Westeuropa gekürzt: von ursprünglich +1,8 % auf -6,1 %. Insgesamt ging 2012 im Wohnbausegment die Neubautätigkeit um 5,9 % und die Renovierungstätigkeit um 2,0 % zurück. Auch im Renovierungssegment blieb die Entwicklung in Westeuropa mit -2,0 % deutlich hinter der Zunahme in den vier osteuropäischen Ländern (Polen, Slowakei, Tschechische Republik, Ungarn) unter Beobachtung (+1,2 %) zurück. Im Einklang mit der Abnahme der Bauaktivität war auch die Nachfrage nach Baustoffen im europäischen Ziegelgeschäft schwächer als im Jahr zuvor und fiel bzw. blieb weiterhin in vielen Märkten hinter dem Niveau von 2009 zurück. So waren in Westeuropa vor allem in Frankreich, den Niederlanden und Belgien deutliche Rückgänge zu verzeichnen, wobei insbesondere das Renovierungssegment die Erwartungen nicht erfüllen konnte. In Osteuropa verzeichnete die Mehrzahl der Märkte weitere Rückgänge von teilweise sehr schwachen Niveaus. Allen voran entwickelten sich mit Polen und der Tschechischen Republik zwei wichtige Märkte schwächer als zu Jahresbeginn prognostiziert. Positive Ausnahme blieb Russland, wo sich die starke Dynamik aus dem Jahr 2011 fortsetzte.

Ein wichtiger Indikator für die Bauaktivität in den Endmärkten des Geschäftsbereichs Ziegel Europa sind die Baubeginne für Ein- und Zweifamilienhäuser je tausend Einwohner. Im Jahresvergleich weisen nur Russland, die Niederlande, Belgien, Deutschland und Bulgarien eine positive Entwicklung auf, während sich Österreich auf gutem Niveau stabil zeigte. Die Euroconstruct-Prognosen für Belgien und die Niederlande stehen dabei in deutlichem Gegensatz zu der von uns beobachteten Marktentwicklung. Das Wienerberger Management schätzt den Aktivitätsrückgang im Jahr 2012 auf 17 % in Belgien und auf 20 % für die Niederlande. Durchschnittlich ging die Anzahl der Baubeginne für Ein- und Zweifamilienhäuser je tausend Einwohner in Westeuropa um 4,5 % und in Osteuropa (Euroconstruct Länder: PL, SK, CZ, HU) um 10,6 % zurück.

Infrastrukturausgaben gingen 2012 stark zurück, wodurch die belastenden Auswirkungen der Konsolidierung öffentlicher Budgets auf die Realwirtschaft unterstrichen wurden. Euroconstruct prognostiziert den Rückgang der Infrastrukturinvestitionen für 2012 auf 7,5 %. Mit Spanien, Portugal und Irland weisen einige jener westeuropäischen Länder, die im Mittelpunkt der Staatsschuldenkrise stehen, die größten Rückgänge auf. Von den Einsparungen besonders betroffen war das Neubausegment, das um 9,3 % zurückging, während im Renovierungssegment die Abnahme mit 4,3 % moderater ausfiel. Für 2013 wird ein weiterer Rückgang der Gesamtausgaben um 2,5 % prognostiziert, wobei die Abnahme im Neubausegment mit 3,3 % wiederum stärker ausgeprägt ist als im Renovierungssegment (-1,1 %). Das Teilsegment Energie & Wassermanagement, das rund ein Viertel der Infrastrukturausgaben repräsentiert und das den für unser Rohrgeschäft wichtigen Markt für Frisch- und Abwassersysteme beinhaltet, ging laut Euroconstruct 2012 um 7,7 % zurück. Für 2013 wird für dieses Teilsegment ein Rückgang um 1,7 % vorhergesagt.

Die Entwicklung in den acht für unser Rohrgeschäft wichtigsten Endmärkten, in denen rund 80 % des Ergebnisses erwirtschaftet werden, lag 2012 klar über dem europäischen Durchschnitt. Die Infrastrukturausgaben zeigten sich in jenen Ländern kaum verändert (+0,1 %), und der für 2013 prognostizierte Rückgang um 0,4 % fällt im Vergleich zum Gesamtmarkt deutlich geringer aus. Noch besser stellte sich die Entwicklung im Teilsegment Energie & Wassermanagement dar, in dem 2012 ein Anstieg der Ausgaben um 1,4 % verzeichnet wurde. Für 2013 ist die Prognose mit einem Zuwachs in der Höhe von 4,2 % ebenfalls optimistisch.

Am US-Häusermarkt stellte sich eine deutliche Belebung der Aktivität ein, die von einem breiten Spektrum an Indikatoren belegt wird. Während 2012 die Fertigstellungen mit 651.400 Wohneinheiten ein Plus von 11,4 % verzeichneten, waren die Zunahme der Baubeginne um 28,1 % auf 780.000 Wohneinheiten und die Zunahme der Baugenehmigungen um 30,3 % auf 813.400 Wohneinheiten noch deutlichere Belege für die voranschreitende Erholung. Im Dezember 2012 beliefen sich laut U.S. Census Bureau die Baugenehmigungen sogar auf einen saisonal bereinigten Wert von 903.000 Wohneinheiten. Die von der National Association of Home Builders (NAHB) bereitgestellten Daten bestätigen das Bild und schätzen die Baubeginne für 2012 auf 774.000 Wohneinheiten oder auf ein Plus von 26,5 %. Die Zunahme der Baubeginne für Ein- und Zweifamilienhäuser belief sich dabei auf 22,4 %. Für 2013 prognostiziert die NAHB ein Wachstum von 21,1 % im Ein- und Zweifamiliensegment und eine Zunahme der Baubeginne im gesamten Wohnungsneubau um 20,4 %. Auch der NAHB/Wells Fargo Housing Market Index, der die gegenwärtige Einschätzung von Hausverkäufen durch Bauunternehmer und Entwickler sowie deren Erwartungen für die nächsten sechs Monate widerspiegelt, erholte sich im Jahresverlauf deutlich und markierte im Dezember 2012 mit einem Indexwert von 47 ein Niveau, das zuletzt im April 2006 erreicht worden war. Der Bestand unverkaufter Ein- und Zweifamilienhäuser fiel für neue Häuser von 5,4 auf 4,9 Monate und für existierende Häuser von 7,0 auf 4,9 Monate im Vergleich zu Dezember 2011. Die Leistbarkeit von Hypothekardarlehen erreicht darüber hinaus im Dezember 2012 mit einer Fixverzinsung von 3,35 % über eine Laufzeit von 30 Jahren (Freddie Mac Primary Mortgage Market Survey) einen neuen historischen Tiefststand. Ein weiterer wichtiger Treiber für die Erholung am Häusermarkt ist auch die Trendwende bei den Verkaufspreisen, die laut S&P/Case-Shiller Index in den 12 Monaten bis einschließlich Dezember 2012 um 7,3 % im Jahresvergleich zulegten. In Summe unterstreicht die große Zahl positiver Indikatoren zum US-Häusermarkt, dass für 2013 mit einer Fortsetzung des positiven Trends zu rechnen ist.

1.3 Geschäftsergebnis 2012

Trotz gestiegener Personalaufwendungen konnte das Betriebsergebnis in der Wienerberger AG im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 gegenüber dem Vorjahr auf -8,4 Mio. € (2011: -8,9 Mio. €) leicht verbessert werden. Der hauptsächlich durch die vorzeitige Anwendung der Änderungen von IAS 19 (Pensionsrückstellungen) verursachte Mehraufwand im Personalbereich konnte durch ein verbessertes Ergebnis aus dem Handel mit CO2- Zertifikaten ausgeglichen werden. Nach Berücksichtigung des Finanzergebnisses von +22,1 Mio. € (2011: +22,4 Mio. €) und einem Steuerergebnis von +0,2 Mio. € (2011: +12,5 Mio. €) ergibt sich für das Geschäftsjahr 2012 ein Jahresüberschuss in Höhe von +13,9 Mio. € (2011: +26,0 Mio. €).

Gewinn-
und Verlustrechung (in TEUR)
2012 2011
Umsatzerlöse 35.317 37.779
sonstige betriebliche Erträge 33.458 32.627
Materialaufwand und Aufwand für bezogene
Leistungen -
1.522
-
1.555
Personalaufwand -
26.843
-
21.572
Abschreibungen -
3.359
-
3.544
sonstige betriebliche Aufwendungen -
45.456
-
52.586
Betriebsergebnis (EBIT) -
8.405
-
8.851
Finanzergebnis 22.082 22.409
Ergebnis vor Steuern 13.676 13.558
Steuern 246 12.470
Ergebnis nach Steuern 13.922 26.028

1.3.1 Umsatzentwicklung und Ertragslage

Die Umsatzerlöse der Wienerberger AG sanken im Jahr 2012 auf 35,3 Mio. € (2011: 37,8 Mio. €). Hauptausschlaggebend hierfür war ein Rückgang der Lizenzerlöse auf 24,9 Mio. € (2011: 26,6 Mio. €), der durch die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den operativen Einheiten verursacht wurde.

Umsatzerlöse (in TEUR) 2012 2011
Lizenzerlöse 24.921 26.552
IT Erlöse 7.586 7.649
Engineering Erlöse 1.494 2.242
sonstige Erlöse 1.316 1.335

Die IT-Umsatzerlöse konnten im Vergleich zum Vorjahr konstant bei 7,6 Mio. € gehalten werden.

Der Fokus der Engineering-Abteilung der Wienerberger AG lag in den vergangenen Jahren vorrangig auf der Optimierung von Kostenstrukturen und der Verbesserung der Energieeffizienz bestehender Werke. Verglichen mit Engineering-Umsätzen in Höhe von 2,2 Mio. € im Vorjahr wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr geringere Umsatzerlöse von 1,5 Mio. € verbucht.

Die sonstigen betrieblichen Erträge beliefen sich im Jahr 2012 auf 33,5 Mio. € (2011: 32,6 Mio. €). Einerseits wurden in 2012 höhere Erträge aus Wechselkursdifferenzen verbucht. Andererseits wurden geringere Erträge aus dem Verkauf von CO2-Zertifikaten lukriert (das Ergebnis aus dem Handel mit CO2-Zertifikaten konnte jedoch aufgrund von geringeren Einsatzkosten, die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten sind, gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden).

Der Personalaufwand erhöhte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr von 21,6 Mio. € auf 26,8 Mio. €. Die Steigerung ist zum Großteil auf höhere Aufwendungen zur Dotation von Pensionsrückstellungen zurückzuführen, die durch die vorzeitige Anwendung der Änderungen von IAS 19 verursacht wurden.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verringerten sich von 52,6 Mio. € auf 45,5 Mio. € im abgelaufenen Geschäftsjahr. Die Senkung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist im Wesentlichen auf verringerte Einsatzkosten im Handel mit CO2- Zertifikaten zurückzuführen. Gestiegene Aufwendungen für Geldbeschaffung und Wechselkursdifferenzen haben die positive Kostenentwicklung gedämpft.

1.3.2 Finanzergebnis

Die Wienerberger AG verbuchte im Jahr 2012 Beteiligungserträge in Höhe von 36,2 Mio. € nach einem Ertrag von 86,2 Mio. € im Vorjahr. Der überwiegende Teil der in 2012 ausgewiesenen Beteiligungserträge stammt aus der Ausschüttung einbehaltener Gewinne eines österreichischen Tochterunternehmens der Wienerberger AG.

Die Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens sind auf 41,0 Mio. € (2011: 2,5 Mio. €) angestiegen. Dieser Anstieg ist auf langfristige Finanzierungsvereinbarungen mit der Wienerberger Finanz Service GmbH zurückzuführen.

In den Geschäftsjahren 2012 und 2011 wurden keine Beteiligungszuschreibungen vorgenommen. Die Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlaufvermögens betragen im abgelaufenen Geschäftsjahr 0,2 Mio. € (2011: 0,0 Mio. €).

Die Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus Wertpapieren des Umlaufvermögens beliefen sich auf 4,0 Mio. € (2011: 25,5 Mio. €), wobei hier Abschreibungen auf Beteiligungen an verbundenen Unternehmen von 3,8 Mio. € (2011: 19,5 Mio. €) und ein Bewertungsaufwand für eigene Anteile von 0,1 Mio. € (2011: 5,2 Mio. €) enthalten sind. Nähere Details sind dem Anhang zu entnehmen.

Insgesamt ergab sich für das Jahr 2012 ein Zinsertrag von 25,4 Mio. € nach 22,9 Mio. € im Vorjahr, wobei die Zunahme auf gestiegene Zinserträge gegenüber verbundenen Unternehmen zurückzuführen ist.

Demgegenüber standen Zinsaufwendungen in Höhe von 76,8 Mio. € (2011: 63,8 Mio. €). Durch eine Aufstockung der langfristigen Bankdarlehen stieg der diesbezügliche Zinsaufwand auf 4,8 Mio. € (2011: 1,3 Mio. €). Aufgrund von Finanzverbindlichkeiten gegenüber der Wienerberger Finanz Service GmbH fielen im abgelaufenen Geschäftsjahr dementsprechende Zinsaufwendungen von 4,6 Mio. € (2011: 0,2 Mio. €) an. Der Zinsaufwand für Anleihen erhöhte sich aufgrund höherer Kupons von 28,0 Mio. € auf 32,9 Mio. €. Der Zinsaufwand in Verbindung mit der Hybridanleihe belief sich analog zu 2011 auf 32,5 Mio. €.

1.4 Vermögenslage

Bilanzentwicklung (in TEUR) 2012 2011 Veränderung
Immaterielles Anlagevermögen 5.766 7.721 -
1.955
Sachanlagen 21.117 21.059 57
Finanzanlagen 3.557.982 3.487.359 70.623
Forderungen und sonstiges Umlaufvermögen 535.784 286.738 249.047
Wertpapiere und eigene Anteile 17.074 27.172 -
10.098
Kassa und Bankguthaben 48.187 50.916 -
2.729
Bilanzsumme 4.185.910 3.880.965 304.945
Eigenkapital 2.309.372 2.309.220 152
Unversteuerte Rücklagen 7.499 7.537 -
38
Rückstellungen 34.081 33.023 1.058
Verbindlichkeiten 1.834.957 1.531.186 303.772

Im Jahr 2012 stieg die Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr um 7,9 % auf 4.185,9 Mio. € (2011: 3.881,0 Mio. €). Die Erhöhung der Bilanzsumme resultiert in erster Linie aus gestiegenen finanziellen Forderungen sowie gestiegenen finanziellen Verbindlichkeiten gegenüber der konzerninternen Finanzierungsgesellschaft Wienerberger Finanz Service GmbH. Die Bilanzstruktur der Wienerberger AG ist charakteristisch für eine Konzernmutter durch einen hohen Anteil des Finanzanlagevermögens am Gesamtvermögen und durch langfristige Finanzierungskomponenten sowohl aus Eigen- als auch Fremdmitteln geprägt.

Der Anstieg des Finanzanlagevermögens um 70,6 Mio. € auf 3.558,0 Mio. € begründet sich einerseits durch zusätzliche langfristige finanzielle konzerninterne Forderungen (Anstieg um 40,3 Mio. € auf 724,3 Mio. €) sowie durch Kapitalerhöhungen in verbundenen Unternehmen in Höhe von 34,4 Mio. €. Das Sachanlagevermögen und das immaterielle Anlagevermögen betragen in Summe weiterhin weniger als 1% des Gesamtvermögens. Die Forderungen und das sonstige Umlaufvermögen erhöhten sich hauptsächlich durch zusätzliche konzerninterne finanzielle Forderungen gegenüber der Wienerberger Finanz Service GmbH auf 535,8 Mio. € (2011: 286,7 Mio. €). Das Working Capital, das sich durch die Formel Vorräte zuzüglich Kundenforderungen abzüglich Lieferverbindlichkeiten errechnet, stieg um 0,2 Mio. € auf -0,5 Mio. € an. Der Bestand eigener Aktien, ausgewiesen in der Position Wertpapiere und eigene Anteile im Umlaufvermögen, reduzierte sich um -0,1 Mio. € auf 17,1 Mio. € per Ende 2012. Zusätzlich wurde der Bestand an sonstigen Wertpapieren (2011: 10,0 Mio. €) in 2012 veräußert. Die liquiden Mittel, bestehend aus Kassa und Bankguthaben, erhöhten sich um 8,1 Mio. € auf 38,1 Mio. €. Weiters sind 10,0 Mio. € an kurzfristigen Veranlagungen mittels CO2-Zertifikaten den liquiden Mitteln zuzurechnen.

Das Eigenkapital veränderte sich im vergangenen Geschäftsjahr aufgrund des Jahresüberschusses 2012 und einer Dividendenausschüttung gemäß HV-Protokoll von 13,8 Mio. € um +0,2 Mio. € auf 2.309,4 Mio. €. Die Eigenkapitalquote ist aufgrund der bilanzverlängernden Wirkung der gestiegenen konzerninternen finanziellen Forderungen sowie der gestiegenen konzerninternen finanziellen Verbindlichkeiten von 60% auf 55% gesunken. Die Rückstellungen stiegen im Jahr 2012 um 1,1 Mio. € auf 34,1 Mio. €. Die Erhöhung der Pensionsrückstellungen um 3,5 Mio. € ist hauptsächlich auf die vorzeitige Anwendung der Änderungen von IAS 19 zurückzuführen. Demgegenüber steht eine Reduktion der sonstigen Rückstellungen von -2,5 Mio. €, die im Wesentlichen durch eine geringere Rückstellung für Prämienvergütungen begründet ist. Die Verbindlichkeiten aus Anleihen und gegenüber Kreditinstituten sanken im abgelaufenen Geschäftsjahr um -19,2 Mio. € auf 1.196,9 Mio. €. Die konzerninternen Verbindlichkeiten erhöhten sich aufgrund zusätzlicher finanzieller Verbindlichkeiten gegenüber der Wienerberger Finanz Service GmbH auf 587,3 Mio. € (2011: 259,6 Mio. €). Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ergab sich im Jahr 2012 eine Reduktion von -0,3 Mio. € auf 0,6 Mio. €. Die sonstigen Verbindlichkeiten verringerten sich gegenüber dem Vorjahr um -4,5 Mio. € auf 50,2 Mio. €. Somit ist der Gesamtbestand an Verbindlichkeiten auf 1.835,0 Mio. € (2011: 1.531,2 Mio. €) angestiegen.

1.5 Finanzierung

Die gestiegene Bedeutung von Finanzierungsmaßnahmen über den Kapitalmarkt neben klassischer Bankenfinanzierung manifestierte sich bei der Wienerberger AG in der erneuten Emission einer Unternehmensanleihe im Jänner des vergangenen Geschäftsjahres. Durch die erfolgreiche Platzierung der Anleihe mit einer Gesamtlaufzeit von 3,5 Jahren und einem Volumen von 200 Mio. € konnte die starke Kapitalstruktur abgesichert werden.

Die Mittel aus der Neuemission wurden zur Tilgung der in 2005 begebenen Anleihe (Restbestand 241,2 Mio. €) verwendet. Die Position Anleihen setzt sich aktuell aus der in 2007 begebenen Hybridanleihe (unbefristete Laufzeit) in Höhe von 500 Mio. €, der in 2010 begebenen Anleihe (Gesamtlaufzeit 4¼ Jahre) in Höhe von 250 Mio. €, der in 2011 begebenen Anleihe (Gesamtlaufzeit 7 Jahre) in Höhe von 100 Mio. € und der im vergangenen Geschäftsjahr begebenen Anleihe in Höhe von 200 Mio. € zusammen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden im Jahr 2012 um 22,0 Mio. € auf 146,9 Mio. € erhöht, wobei die Verbindlichkeiten aus CO2-Derivaten in Höhe von 62,0 Mio. € und eine kurzfristige Finanzierungslinie von 10,0 Mio. € getilgt und zusätzliche ausschließlich langfristige Kreditlinien in Höhe von 94,0 Mio. € abgeschlossen wurden. Die Restlaufzeiten der Finanzverbindlichkeiten sowie der sonstigen Verbindlichkeiten sind den Anhangsangaben unter Punkt 8 Verbindlichkeiten zu entnehmen.

Durch die im abgelaufenen Geschäftsjahr vorgenommenen Kapitalerhöhungen in verbundenen Unternehmen in Höhe von 34,4 Mio. € hat sich die Nettoverschuldung innerhalb der Wienerberger AG entsprechend erhöht.

Bilanzkennzahlen (Werte in TEUR) 2012 2011
Eigenkapitalquote 55% 60%
Nettoverschuldung 488.357 462.402
Gearing 21% 20%
Working Capital -481 -747
Berechnung Nettoverschuldung (Werte in TEUR) 2012 2011
Finanzverbindlichkeiten 1.196.861 1.216.105
Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte 17.074 27.172
Finanzielle Forderungen/Verbindlichkeiten verbundene
Unternehmen 643.244 675.615
Kassa und Bankguthaben 48.187 50.916
Nettoverschuldung 488.357 462.402

1.6 Mitarbeiter und Corporate Responsibility

Wienerberger beschäftigte im Jahr 2012 durchschnittlich 13.060 Mitarbeiter, um 10 % mehr als im Jahr zuvor. Der Anstieg lässt sich vor allem durch die Übernahme der Pipelife in der Berichtsperiode erklären. Dementsprechend ist auch der Umsatz je Mitarbeiter im Gesamtjahr 2012 um 12 % auf rund 180.000 € gestiegen. Das operative EBITDA je Mitarbeiter hat sich jedoch aufgrund der schwächeren Ergebnisentwicklung im Bereich Ziegel Europa um 7 % auf etwa 18.800 € verringert.

Human Resources bei Wienerberger

Professionelle Personalentwicklung und gezielte Förderung des Humankapitals sind Schlüsselfaktoren des Unternehmenserfolgs. Entsprechend unserer Struktur erfolgt die strategische Steuerung der überregional relevanten Personalthemen zentral durch Corporate Human Resources, während die lokalen personalpolitischen Themen sowie deren Umsetzung Aufgabe der lokalen Gesellschaften sind. Dabei konzentrieren wir uns verstärkt auf gruppenweite Vernetzung sowie internationalen Wissenstransfer, die Unterstützung zukünftiger Verantwortungsträger und die Vorbereitung von Talenten auf Managementaufgaben.

Wienerberger ist sich der Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern bewusst und nimmt diese sehr ernst. Insbesondere die Sicherheit im Arbeitsalltag ist Wienerberger ein großes Anliegen. Aus diesem Grund wurde 2012 im Rahmen des Wienerberger Health & Safety Programms eine Vielzahl von Maßnahmen auf lokaler Ebene gesetzt. Dass die seit 2010 umgesetzten Maßnahmen auch nachhaltig erfolgreich sind, zeigen die sinkenden Unfallkennzahlen aus den Ländern, die den Safety Standard bereits vollständig umgesetzt haben, wie beispielsweise Frankreich, wo die Unfallrate deutlich gesenkt werden konnte.

Wienerberger ist den Prinzipien der Nachhaltigkeit, dem Respekt vor anderen Kulturen und Meinungen und dem unternehmerischen Denken und Handeln verpflichtet. An diesen Richtlinien orientiert sich auch unsere Personalpolitik. Bei der Erfüllung unserer Aufgaben legen wir größten Wert auf intensive Kommunikation und Transparenz auf allen Ebenen im Unternehmen. Die Auswahl und Entwicklung der Mitarbeiter auf Basis der gemeinsamen Werte ist uns ein zentrales Anliegen und wurde im Jahr 2012 mit diversen Maßnahmen zur Förderung und Vernetzung weiter verfolgt.

Wienerberger Ausbildungsakademie

Eines der zentralen Unternehmensziele ist es, die Marketing- und Vertriebsaktivitäten weiter zu professionalisieren und die Bindung zu unseren Kunden weiter zu stärken. Um unsere Mitarbeiter dabei bestmöglich zu unterstützen, starteten wir 2010 eine Vertriebsausbildungsoffensive, die sogenannte Vertriebsakademie, für Führungskräfte, Vertriebsmitarbeiter und Produktmanager, in welcher mehr als 1.000 Mitarbeiter in allen Regionen geschult wurden. Ziel dieser Offensive ist es, die Vertriebstätigkeiten in den verschiedenen Ländern zu stärken und weiter zu verbessern. Die Wienerberger Sales Academy wurde auch 2012 weitergeführt.

Mit der Wienerberger Akademie Technik haben wir eine dauerhafte Einrichtung zur internen Weiterbildung in verschiedenen technischen Fachgebieten geschaffen, um unseren Wettbewerbsvorteil in der Produktion nachhaltig zu sichern. Im Rahmen dieser Akademie werden verschiedene Module (Basismodule, Akademie Technik Advanced, Werksleiterlehrgang) angeboten. In den Basismodulen wird länderübergreifend internes Know-how in den Bereichen Rohstoffe, Aufbereitung, Trocken- und Brenntechnik sowie Qualitätsanalyse von unseren Experten an technische Mitarbeiter weitergegeben. Seit dem Jahr 2010 bieten wir zusätzlich die Module der Akademie Technik Advanced an. Diese wurden als Plattform für Erfahrungsaustausch zwischen erfahrenen und jüngeren Technikern zu strategisch relevanten Themen wie Werks- und Prozessoptimierung sowie Energie- und Kosteneffizienz entwickelt. Als Ergänzung dazu gibt es seit einigen Jahren den Wienerberger Werksleiterlehrgang, eine Basis-Ausbildung für Führungskräfte in der Produktion. Die Schwerpunkte des Lehrgangs liegen auf Produktionsprozessoptimierung, Supply Chain Management sowie auf der persönlichen Entwicklung der Teilnehmer. Auch beim Werksleiterlehrgang setzen wir bei der Gestaltung der Module auf globalen Wissensaustausch und Vernetzung der Teilnehmer.

Im Mai 2012 startete das neu für internationale Potenzialkräfte entwickelte 4-modulige Ready4Excellence-Programm. An diesem Projekt nehmen 22 Mitarbeiter der Gruppe aus 12 Nationen teil. Im Rahmen von vier Modulen werden den Teilnehmern Inhalte und Instrumente vermittelt, die speziell auf die Bedürfnisse von Wienerberger abgestimmt sind. Damit werden die länderübergreifende Professionalisierung – vor allem bezogen auf Instrumente und Prozesse – und die zielgerichtete Unterstützung der Umsetzung der Wienerberger Strategie gewährleistet. Kommunikation und Feedback-Kultur sind weitere Schwerpunkte des Programms. Damit soll die persönliche Entwicklung der Teilnehmer zielgerichtet unterstützt und die Unternehmenskultur nachhaltig weiterentwickelt werden.

In 2012 wurden Strukturen und Prozesse für professionelles Talent Management in der Wienerberger Gruppe definiert und auch bereits erste konkrete Maßnahmen umgesetzt. Ziel des Programms ist es, Talente für Positionen im Senior Management zu identifizieren und an Schlüsselpositionen heranzuführen. Dadurch erhalten engagierte Mitarbeiter mit entsprechendem Potenzial die Möglichkeit einer gezielten Weiterentwicklung, während für Wienerberger eine interne Nachbesetzung von Führungspositionen möglich und nachhaltige Qualitätssicherung im Management gewährleistet wird.

Instrumente zur nachhaltigen Unternehmensentwicklung

Zur Motivation und Identifikation mit den Unternehmenszielen erhält das Wienerberger Management einen Bezug, der sich aus fixen und variablen Bestandteilen, und zwar einem kurzfristigen und einem mittel- bis langfristigen variablen Bezug (Long Term Incentive (LTI) Programm) zusammensetzt. Für den kurzfristigen variablen Bezug des Top und Senior Managements wurde 2012 eine neue Struktur entwickelt, die erstmals für das Geschäftsjahr 2013 zur Anwendung kommt. Im Unterschied zum bisherigen Vergütungssystem werden nun einerseits die Prämien je nach Position im Unternehmen neben Ergebniszielen auch an Cashflowziele gekoppelt und anderseits zu einem Teil zeitverzögert ausbezahlt. Die um ein Jahr verzögerte Auszahlung dieses Anteils ist an eine nochmalige Zielerreichung geknüpft. Für den mittel- und langfristigen Prämienbezug wurde im Sinne der nachhaltigen Unternehmensentwicklung und zur Synchronisierung der Ausrichtung des Managements mit der Sichtweise unserer Aktionäre bereits 2010 das LTI Programm eingeführt. Mitglieder des Vorstands und das Top Management werden am CFROI, einer Kennzahl, die sowohl die Performance als auch die Wertsteigerung des Unternehmens angibt, gemessen. Dieses Instrument entspricht internationalen Corporate Governance Standards für die Vergütung des Top Managements, und Wienerberger nimmt in Österreich mit der Einführung dieses nachhaltig und langfristig orientierten Vergütungsprogramms eine Vorreiterrolle ein.

Corporate Responsibility

Wienerberger versteht die Wirtschaft als integrierten Teil der Gesellschaft, deren Aufgabe es ist, dem Menschen zu dienen und Nutzen zu stiften. Wienerberger nimmt ihre Rolle als verantwortungsbewusstes Mitglied der Gesellschaft sehr ernst. Verantwortung bedeutet für uns, ethisch zu handeln, ehrlich zu kommunizieren, wirtschaftliche Rahmenbedingungen transparent mitzugestalten, für unser Handeln persönlich einzustehen und als zuverlässiges und wertvolles Mitglied der Gesellschaft zu agieren.

Nachhaltigkeit ist bei Wienerberger ein fixer Bestandteil der gelebten Unternehmenskultur und findet sich in allen Wertschöpfungsstufen des Unternehmens wieder. Wir betrachten Nachhaltigkeit als einen in sich geschlossenen Prozess, der bleibende Werte für unser Unternehmen und unsere Stakeholder schafft. Nachhaltigkeit beginnt für uns bei unseren Mitarbeitern und erstreckt sich über die Bereiche Produktion und Produkte bis hin zur gesellschaftlichen Verantwortung und zu unseren Stakeholdern. Letztendlich zielen unsere unternehmerischen Handlungen in allen Bereichen des Unternehmens auf die Schaffung von Mehrwert für unsere Stakeholder ab.

Der Nachhaltigkeitsbericht der Wienerberger stellt unser Bekenntnis zur nachhaltigen Entwicklung auf eine verbindliche Ebene. Er basiert auf dem Standard der internationalen Global Reporting Initiative und ist als Teil eines kontinuierlichen Prozesses zu verstehen. Alle Managementebenen und Mitarbeiter bekennen sich vollumfassend dazu, die erforderlichen Maßnahmen zur stetigen Weiterentwicklung im Bereich Nachhaltigkeit gemeinsam umzusetzen. Nachfolgend erläutern wir im Überblick die für uns gültigen Grundsätze und allgemeinen Handlungsfelder in den verschiedenen Unternehmensbereichen. Weiterführende Informationen zu konkreten Maßnahmen sowie Zahlen, Daten und Fakten zum Thema Nachhaltigkeit finden Sie im Nachhaltigkeits-Update 2011 und auf unserer Homepage. Der nächste Nachhaltigkeitsbericht wird im Juni 2013 veröffentlicht.

Förderung der Mitarbeiter

"Auf einer soliden Basis" – Basis für den Erfolg von Wienerberger sind unsere Mitarbeiter. Daher sorgen wir für ein gesundes, sicheres und motivierendes Arbeitsumfeld ebenso wie für die Möglichkeit, das Unternehmen aktiv mitzugestalten. Laufende Weiterbildungsmaßnahmen fördern und unterstützen die Entwicklung jedes einzelnen Mitarbeiters wie auch des Unternehmens. Zu den zentralen Grundsätzen nachhaltiger Personalarbeit gehört weiters, Chancengleichheit unabhängig von Alter, Geschlecht, Kultur oder Herkunft zu wahren.

Umweltschutz in der Produktion

"Im Einklang mit Mensch und Natur" – Umweltschutz in der Produktion ist uns ein großes Anliegen. Die Verwendung natürlicher Rohstoffe und die Wiederverwendbarkeit der eingesetzten Materialien sind zentrale Grundsätze der Nachhaltigkeit in der Produktion. Ebenso wichtig ist für uns die größtmögliche Schonung von Ressourcen. Dies bedeutet einerseits, die Produktion durch optimierte Produktionstechnologien sowie den Einsatz erneuerbarer Energieträger energieeffizienter zu gestalten und in weiterer Folge CO2- Emissionen zu reduzieren. Andererseits setzen wir uns aber auch intensiv mit der Reduktion der Produktgewichte und dem Einsatz von sekundären Rohstoffen auseinander.

Nachhaltige Produkte

"Schaffung bleibender Werte" – Der Wert eines Gebäudes oder eines Rohrsystems hängt von zahlreichen Faktoren ab, nicht zuletzt von den verwendeten Produkten. Ein zentraler Grundsatz der Produktentwicklung bei Wienerberger ist daher die Schaffung bleibender Werte für Menschen durch natürliche, langlebige und innovative Produkte. Wienerberger Produkte im Bereich Ziegel sind Teil von Gebäudekonzepten für nachhaltiges Bauen. Sie garantieren eine hohe Lebensqualität und tragen aktiv zum Klimaschutz bei. Im Bereich Rohre & Pflaster bieten wir Systemlösungen für aktuelle Herausforderungen wie Wassermanagement, die durch den Klimawandel oder die zunehmende Urbanisierung entstehen.

Verantwortung für die Gesellschaft

"Bauen mit bestem Gewissen" – Mit diesem Bewusstsein ausgestattet, ist es unser Ziel, im Sinne eines ganzheitlichen Nachhaltigkeitsverständnisses Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen. Die Wahrung der Menschenrechte, das Bekenntnis zur Einhaltung aller anwendbaren nationalen und internationalen Rechtsnormen und eine offene und transparente Kommunikation mit Politik und Verwaltung sind für uns selbstverständlich und Bestandteile gelebter gesellschaftlicher Verantwortung. Darüber hinaus hält unsere Spendenrichtlinie fest, dass wir bedürftige Menschen zielgerichtet durch Sachspenden in Form unserer Produkte sowie durch Ausbildungsprogramme unterstützen. Denn wir sind überzeugt, dort am besten helfen zu können, wo unsere unternehmerischen Kernkompetenzen liegen, und zwar im Anbieten von Baustofflösungen und der Weitergabe von Know-how im Bereich nachhaltiges Bauen.

Mehrwert für unsere Stakeholder

"Für Kunden, Aktionäre und Mitarbeiter" – Unser oberstes Ziel ist es, durch zukunftsorientiertes, vorausschauendes Handeln im Interesse all unserer Stakeholder Mehrwert zu generieren. Für unsere Kunden schaffen wir mit natürlichen, langlebigen und innovativen Produkten Wohngesundheit und Versorgungssicherheit, für unsere Aktionäre ein solides Investment und für unsere Mitarbeiter einen attraktiven Arbeitsplatz. Wienerberger führt einen aktiven Dialog mit allen Stakeholdern und ist sich der Verantwortung gegenüber ihren Aktionären bewusst.

2. Ausblick und Risiken

2.1 Voraussichtliche Entwicklung

Für das Jahr 2013 ist es unser Ziel, Umsatz und Ergebnis deutlich zu steigern und wieder in die Gewinnzone zurückzukehren. Durch Innovationskraft, hochwertige Systemlösungen bei Baustoffen sowie umfassende Beratungs- und Serviceleistungen strebt der Konzern in den nächsten Jahren weiteres Wachstum und damit den Ausbau von Marktpositionen an. Der Fokus bleibt auf finanzieller Disziplin und somit auf der Generierung von Free Cashflow durch organisches Wachstum, der Steigerung der Profitabilität durch kontinuierliche Optimierung, einer restriktiven Investitionspolitik sowie striktem Working Capital Management.

2.2 Wesentliche Risiken

Wienerberger ist im Rahmen ihrer globalen Geschäftstätigkeit unterschiedlichen Risiken ausgesetzt. Ziel unseres Risikomanagements ist es, Risiken frühzeitig zu erkennen und ihnen durch geeignete Maßnahmen zu begegnen, um Zielabweichungen so gering wie möglich zu halten. Dazu ist die Identifizierung, Bewertung, Steuerung und Überwachung der Risiken erforderlich, die regelmäßig im Rahmen unseres internen Risikomanagementprozesses erfolgt, in den ab diesem Jahr auch die Pipelife Gruppe umfassend eingebunden wurde. Dabei wird die aus Vorperioden vorliegende Risikoerhebung einmal jährlich durch das Top und Senior Management aktualisiert. Anhand von Eintrittswahrscheinlichkeiten und möglichen Auswirkungen werden die identifizierten Risiken nach deren Risikowert gereiht und die 15 größten Risiken einer detaillierten Analyse unterzogen. Dieser Prozess führte 2012 zu einer geänderten Gewichtung einzelner Positionen. Die wesentlichsten Risiken sind nachfolgend näher erläutert.

Die Wienerberger Gruppe ist im Rahmen ihrer multinationalen Aktivitäten mit ihren Geschäftsbereichen, Vermögenswerten und Schulden sowie geplanten unternehmerischen Entscheidungen einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit unternehmerischem Handeln verbunden sind.

Wienerberger setzt konzernweit auf eine frühzeitige Identifikation und aktive Steuerung von Risiken des Unternehmensumfelds im Rahmen der risikopolitischen Grundsätze, die vom Vorstand festgelegt und vom Aufsichtsrat überwacht werden. Die Umsetzung der Risikostrategie und die tatsächliche Abwicklung der Sicherungsbeziehungen erfolgt zentral und wird für den gesamten Konzern koordiniert.

Risikosituation und operative Risiken aus Absatzmärkten

Wienerberger operiert als Baustoffhersteller in einer zyklischen Branche und ist von gesamtwirtschaftlichen Einflussgrößen jener Volkswirtschaften abhängig, in denen die Gruppe tätig ist. Dazu zählen insbesondere die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung, die Bauaktivität im Bereich des Wohnbaus und des öffentlichen Bausektors (Infrastruktur) sowie die Renovierungsaktivität. Des Weiteren beeinflussen das Konsumentenvertrauen, die Arbeitslosenrate, das langfristige Zinsniveau und die Verfügbarkeit von Krediten, die Steuergesetzgebung, Bauvorschriften und Wohnbauförderungen sowie andere Faktoren, die außerhalb des Einflusses der Gruppe liegen, die Geschäftsaktivität.

Unvorteilhafte Entwicklungen einiger oder all dieser Einflussgrößen können einen negativen Einfluss auf die Nachfrage nach Produkten von Wienerberger, die abgesetzten Mengen und das Preisniveau haben. Zyklische Schwankungen der Nachfrage bergen das Risiko von Überkapazitäten, die einen erhöhten Preisdruck, eine Verringerung der Margen sowie ungedeckte Kosten in der Produktion zur Folge haben können. Der Anteil fixer Kostenbestandteile an den Gesamtkosten ist in der gesamten Baustoffindustrie und auch bei Wienerberger in Folge der Anlagenintensität hoch, womit aktives Kapazitätsmanagement ein zentrales Element in der Unternehmenssteuerung darstellt. Die Produktionskapazitäten werden daher laufend analysiert und durch Maßnahmen wie temporäre oder endgültige Werksschließungen sowie Produktionsverlagerungen zu effizienteren Anlagen den Marktgegebenheiten angepasst.

Die zentral- und osteuropäischen Märkte, darunter Ungarn, Tschechien, Polen, die Slowakei, Slowenien, Kroatien und insbesondere Bulgarien, Rumänien und Russland, betrachtet Wienerberger aufgrund des Nachholbedarfs im Wohnungsneubau langfristig als Wachstumsmärkte. Für die Wienerberger Gruppe können sich Risiken aus einer schwächeren Nachfrage und einem höheren Preisdruck in diesen Wachstumsmärkten ergeben.

Die Baustoffindustrie ist saisonalen Schwankungen unterworfen, wobei die abgesetzten Mengen in der Zeit von April bis Oktober deutlich über denen des restlichen Jahres liegen. Die Ertragssituation der Wienerberger Gruppe hängt, so wie jene der gesamten Baustoffindustrie, zum Teil von den Wetterbedingungen ab, mit dem Effekt, dass lange Frostund Regenperioden durch geringe Bauaktivitäten einen spürbaren Effekt auf die Nachfrage haben.

Zur bestmöglichen Vermeidung von Ergebnisschwankungen verfolgt Wienerberger eine Strategie der geografischen Diversifizierung bei gleichzeitiger Konzentration auf das Kerngeschäft, zu welchem Ziegel für Wand, Dach und Fassade sowie Flächenbefestigungen und Rohrsysteme zählen. Wienerberger versteht sich somit als Anbieter für Baustofflösungen im Hausbau und im Bereich der Infrastruktur. Unsere Aktivitäten unterliegen den üblichen lokalen Marktrisiken. Erreichte Positionen müssen kontinuierlich gegenüber Mitbewerbern und Substitutionsprodukten behauptet werden. Von Seiten unseres wichtigsten Kunden, dem Baustoffhandel, erwarten wir weitere Zusammenschlüsse und damit erhöhten Preisdruck. Spezifische Marktsituationen können ebenfalls negative Effekte auf das Preisniveau haben, die Wienerberger zu einer laufenden Kontrolle und gegebenenfalls zur Anpassung der Preisstrategie zwingen können.

Wienerberger verfolgt als multinationaler Konzern Geschäftsaktivitäten in Ländern, die sich in unterschiedlichen Phasen wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung befinden. Somit können sich Risiken aus unvorteilhaften Änderungen der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ergeben. Risiken aus Änderungen der Steuergesetzgebung in den betroffenen Märkten, Risiken aus einer Änderung der Besteuerung von Energieträgern, Risiken aus einer Änderung des Arbeitsrechts, Risiken aus der Koordination der internationalen Aktivitäten durch sprachliche und kulturelle Unterschiede sowie die Begrenzung der Möglichkeit einer Repatriierung von Gewinnen und Risiken durch die Verschärfung von gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich der Nutzung von Rohstoffen, Produktstandards oder -haftungsvorschriften sowie Umwelt- und Sicherheitsstandards können ebenfalls einen wesentlichen Einfluss auf die Aktivitäten der Wienerberger Gruppe haben. In den Wachstumsmärkten Russland und Indien besteht zudem das Risiko der Enteignung von Produktionsanlagen ohne die Gewährung einer angemessenen Entschädigung. Weiters bestehen vor allem in diesen Märkten mögliche Steuerrisiken sowohl aus einer Änderung der Steuergesetzgebung als auch der Auslegungspraxis von geltendem Steuerrecht, die von Wienerberger aus momentaner Sicht weder nach Eintrittswahrscheinlichkeit noch nach Ausmaß quantifiziert werden können.

Markt-, Produktions- und Preisrisiken

Die Geschäftsentwicklung im Bereich Ziegel ist vor allem vom Wohnungsneubau abhängig, welcher stark mit der Entwicklung der Volkswirtschaft in den jeweiligen Ländern korreliert. Um die Abhängigkeit vom Wohnungsneubau zu reduzieren, zielt Wienerberger strategisch auf eine Verbreiterung jener Geschäftsbereiche ab, die Produkte für Renovierung und Infrastruktur anbieten. Dies betrifft vor allem Dachziegel, welche zu mehr als 50 % in der Renovierung eingesetzt werden, sowie Flächenbefestigungen und Rohrsysteme, welche verstärkt im Infrastrukturbereich nachgefragt werden. Bei schwacher wirtschaftlicher Entwicklung und dem daraus resultierenden Rückgang der Nachfrage nach Baustoffen verstärkt sich das Risiko von Überkapazitäten. Diese können zu Preisdruck und ungedeckten Kosten führen und Preisanpassungen erforderlich machen. Im Jahr 2012 konnten wir erfolgreich die Kostensteigerungen bei Inputfaktoren durch umgesetzte Preiserhöhungen abdecken. Um die Auswirkungen dieser Risiken auf die Ertragslage zu minimieren, analysieren wir laufend unsere Kapazitäten und passen sie gegebenenfalls durch temporäre Stilllegungen, Schichtmodelle sowie Produktionsverlagerungen an die Markterfordernisse an.

Die Geschäftsentwicklung im Bereich Kunststoffrohre wird wesentlich durch die Entwicklung der Rohstoffpreise, die mit dem Erdölpreis korrelieren, beeinflusst. Synthetische Polymere stellen einen wesentlichen Teil der Produktionskosten von Kunststoffrohren dar. Die Volatilität der Rohstoffpreise hat sich in den letzten Jahren verstärkt. Starke Schwankungen innerhalb eines Monats verlangen eine flexible Preispolitik, um diese Preisschwankungen zu kontrollieren bzw. gezielt an den Markt weiterzuleiten. Rasches und koordiniertes Handeln im Preismanagement ist entscheidend, um nachhaltig die Ertragskraft zu sichern. Neben dem Preisrisiko besteht auch ein Risiko aus der Versorgungssicherheit mit ausreichend Rohstoffen. Eine Unterbrechung der Versorgung zieht unweigerlich einen Ausfall der Produktion nach sich. Mit wenigen Ausnahmen gibt es für die Rohstoffversorgung alternative Lieferantenoptionen, um dem Versorgungsrisiko zu begegnen.

Darüber hinaus steht Wienerberger im Wettbewerb mit anderen Baustoffen für Dach, Wand, Fläche und Rohrsysteme, wodurch sich ein Substitutionsrisiko ergibt. Mittels unserer starken Position als Qualitätsführer und durch Investitionen in die Entwicklung hochwertiger Produkte zielen wir darauf ab, Preisrisiken zu minimieren.

Finanzielle Risiken

Die Aufrechterhaltung und Absicherung der starken Kapitalbasis ist ein zentrales Anliegen der Wienerberger AG. Durch die erfolgreiche Platzierung unserer Anleihen haben wir proaktiv unsere Liquidität in einem weiterhin herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld gesichert und verfügen über eine ausgewogene Finanzierungsstruktur. Neben dem Liquiditätsrisiko bestehen Währungs- und Zinsrisiken. Ziel ist es, durch Währungsswaps eine bessere Deckung zwischen Aktiv- und Passivseite der Bilanz herzustellen, um die Auswirkungen von Währungsschwankungen auf das Konzerneigenkapital gering zu halten. Wienerberger konnte aufgrund der in den letzten Jahren durchgeführten Absicherungen die Risiken im Währungs- und Zinsbereich reduzieren.

Aus dem operativen Geschäft ergeben sich für Wienerberger neben dem Finanzierungsrisiko auch Zins- und Währungsrisiken. Zur Begrenzung und Steuerung dieser Risiken werden neben operativen Maßnahmen einzelne derivative Finanzinstrumente, vor allem Devisentermingeschäfte und Swaps, eingesetzt. Alle Absicherungen aus Cashflow Hedges und Absicherungen der Investitionen in ausländische Teilbetriebe werden gemäß IAS 39.88 als in hohem Maße wirksam hinsichtlich der Erreichung der Kompensation der abgesicherten Risiken im Rahmen der Risikomanagementziele eingeschätzt. Es werden keine Derivate zu Spekulationszwecken gehalten.

Die Refinanzierungsmöglichkeiten von Wienerberger sind durch zahlreiche finanzielle, gesamtwirtschaftliche und sonstige Einflussgrößen bestimmt, die sich dem Einfluss des Managements der Wienerberger AG entziehen. Diese Einflussgrößen beinhalten Kreditbedingungen (Covenants) in aktuellen und zukünftigen Kreditvereinbarungen sowie die Beibehaltung des derzeitigen Ratings. Diese Covenants sehen vor, dass eine Entschuldungsdauer (Nettoverschuldung / EBITDA operativ) von 3,5 Jahren nicht überschritten werden darf, wobei diese am 31.12.2012 bei 2,2 Jahren lag. Weiters erreichte der EBITDA Zinsdeckungsgrad (EBITDA operativ / Nettozinsergebnis) im Berichtsjahr einen Wert von 5,0, womit er deutlich den seit 2011 vereinbarten Mindestwert von 3,75 übertraf. Ein Teil des Ergebnisses fällt für Zinsen an und steht somit nicht anderweitig zur Verfügung. Sollte sich das Rating der Gruppe verschlechtern oder Covenants nicht eingehalten werden, können die zu zahlenden Zinsen durch höhere Kreditrisikozuschläge steigen und höhere Finanzierungskosten sowie geringere Cashflows nach sich ziehen. Nicht eingehaltene Covenants können auch zur Fälligstellung von Krediten führen.

Währungsrisiken

Ein bedeutender Teil der Umsatzerlöse und der Ergebnisse der Wienerberger Gruppe wird von Tochterunternehmen erwirtschaftet, die ihren Sitz nicht in der Eurozone haben. Im Berichtsjahr erzielte Wienerberger 44 % der Umsätze in Fremdwährung, hauptsächlich in osteuropäischen Währungen (19 %) und dem US-Dollar (7 %). Zahlungswirksame Währungsrisiken sind durch den lokalen Charakter des Baustoffgeschäfts unwesentlich. Zahlungsflüsse in bzw. aus dem Euro-Raum ergeben sich im Wesentlichen nur aus konzerninternen Dividenden- und Darlehensflüssen. Diese konzerninternen Zahlungsströme werden wechselkursabhängig von der Holding gesteuert.

Aufgrund der dezentralen Gesellschaftsstruktur der Wienerberger Gruppe erfolgen Kreditfinanzierungen für kurzfristige Vermögenswerte in der jeweiligen Landeswährung der lokalen Gesellschaft. Währungsrisiken im Finanzierungsbereich ergeben sich dadurch nur in sehr eingeschränktem Ausmaß, da die anfallenden Ausgangsrechnungen bei Auslandsgesellschaften zum Großteil in der jeweiligen lokalen Währung fakturiert werden und somit eine natürliche Absicherung vorliegt.

Aus der Umrechnung ausländischer Einzelabschlüsse in die Konzernwährung Euro resultieren jedoch Währungsumrechnungsdifferenzen (Translationsrisiko), welche im Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung im sonstigen Gesamtergebnis erfasst werden. Umsätze, Ergebnisse und Bilanzwerte der nicht im Euro-Raum ansässigen Gesellschaften sind daher vom jeweiligen Euro-Wechselkurs abhängig.

Die Risikostrategie von Wienerberger sieht vor, das Translationsrisiko aus den Nettoinvestitionen in ausländische Tochtergesellschaften teilweise zu besichern.

Die Auswirkungen einer hypothetischen Wechselkursänderung auf Ergebnis und Eigenkapital werden im Rahmen von Sensitivitätsanalysen dargestellt. Im Rahmen dieser Darstellung wird eine Jahresvolatilität des betreffenden Wechselkurses gegenüber dem Euro am Abschlussstichtag als Änderung angenommen. Eine Aufwertung des Euro gegenüber den wichtigsten Währungen am Jahresabschlussstichtag um eine Jahresvolatilität, berechnet auf Basis der täglichen Kursänderung der betreffenden Währung gegenüber dem Euro, hätte eine Verminderung des Eigenkapitals um 90 MEUR (Vorjahr: 109 MEUR) und ein um 1,4 MEUR (Vorjahr: 0,8 MEUR) geringeres Ergebnis nach Steuern zur Folge gehabt. Eine Abwertung des Euro gegenüber den wichtigsten Währungen hätte zu einer betragsmäßig gleichen Erhöhung des Eigenkapitals und Verbesserung des Ergebnisses nach Steuern geführt.

Zinsrisiken

Das Zinsrisiko besteht aus zwei Komponenten: dem jeweils relevanten Wert (Minimum oder Maximum) der durchschnittlichen Laufzeit sämtlicher Finanzierungen und der Art der Verzinsung, wobei das Risiko bei fixer Verzinsung in sinkenden Zinssätzen und bei variabler Verzinsung in steigenden Zinssätzen liegt. Eine Parallelverschiebung der Zinsstrukturkurve um 100 Basispunkte nach oben hätte eine Verringerung des Ergebnisses nach Steuern von 0,8 MEUR (Vorjahr: 0,3 MEUR) und über diese Veränderung in der Gewinn- und Verlustrechnung auch eine Verringerung des Eigenkapitals in gleicher Höhe zur Folge. Eine Senkung des Zinsniveaus um 100 Basispunkte hätte eine betragsmäßig gleiche Steigerung des Ergebnisses nach Steuern und des Eigenkapitals bedeutet.

Für die Analyse des Zinsänderungsrisikos (fixe und variable Verzinsung) werden die Finanzverbindlichkeiten um die Effekte aus derivativen Instrumenten (Hedging) korrigiert und die kurzfristig fix verzinsten Finanzverbindlichkeiten als variabel verzinst ausgewiesen. Zur Abschätzung von Auswirkungen auf Periodenerfolg und Eigenkapital werden Sensitivitätsanalysen für fix verzinste und variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten durchgeführt.

Kreditrisiken

Wienerberger hat bei Finanzgeschäften aufgrund interner Finanz- und Treasury-Richtlinien strenge Anforderungen an die Bonität von Finanzpartnern. Da Wienerberger nur mit Finanzpartnern zusammenarbeitet, deren Rating auf eine gute Bonität schließen lässt und Limits pro Kontrahent in Abhängigkeit seiner Bonität vergeben werden, ist das im Rahmen der Anlage liquider Mittel und Wertpapiere entstehende Kreditrisiko begrenzt. Bonitätsrisiken bestehen jedoch grundsätzlich auch für Finanzpartner mit bester Bonität, weshalb die Entwicklungen auf den Finanzmärkten von Wienerberger laufend beobachtet und die Kreditlimits entsprechend angepasst werden.

Der Forderungsbestand aus Lieferungen und Leistungen, der in Höhe von 120 MEUR gegen Ausfälle versichert ist, besteht zum überwiegenden Teil aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Baustoffhändlern und Großkunden, da Produkte kaum an Endverbraucher abgesetzt werden. Die gesamten Wertberichtigungen von Forderungen betragen weniger als 2 % des gesamten Bestands an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, gewährten Darlehen sowie sonstigen kurzfristigen Forderungen, weshalb eine Aufgliederung der Einzelwertberichtigungen unterbleibt.

Liquiditätsrisiken

Der Erhalt der Liquidität und die Sicherung einer gesunden finanziellen Basis stehen im Zentrum der Unternehmensstrategie von Wienerberger. Aus diesem Grund wurde die Finanzkraft von Wienerberger durch die Emission einer neuen Anleihe zur Refinanzierung der in 2012 fälligen Finanzverbindlichkeiten gestärkt. Die wichtigsten Steuerungsgrößen dafür sind die Maximierung des Free Cashflows durch Kostensenkungen, aktives Working Capital Management und die Verminderung der Investitionsausgaben auf ein notwendiges Minimum. Liquiditätsrisiken liegen insbesondere darin, dass die Einzahlungen aus Umsatzerlösen durch eine Abschwächung der Nachfrage unter den Erwartungen liegen und Maßnahmen zur Verringerung des Working Capitals sowie der zahlungsrelevanten Fixkosten (aktives Kapazitätsmanagement) nur unzureichend oder nur mit Verzögerung umgesetzt werden.

Die Steuerung der Liquidität erfolgt unter anderem auch über eine monatlich rollierende Liquiditätsplanung sowie durch eine laufende Analyse der Geldumschlagsdauer (Cash Conversion Cycle), die sich aus dem durchschnittlichen Lieferantenziel, der Lagerdauer von Vorräten und der Forderungsumschlagsdauer errechnet.

Im Berichtsjahr betrug die Forderungsumschlagsdauer im Jahresdurchschnitt 26 Tage (Vorjahr: 25), die Vorratsumschlagshäufigkeit 111 Tage (Vorjahr: 122) sowie die Umschlagshäufigkeit der Lieferantenverbindlichkeiten 44 Tage (Vorjahr: 47). Dies führt zu einer Geldumschlagsdauer von 93 Tagen im Jahr 2012 gegenüber 100 Tagen im Vorjahr.

Beschaffungsrisiken

Im Geschäftsbereich Ziegel Europa ist Energie eine wesentliche Ressource im Produktionsprozess. Dem Risiko einer Verknappung von Energie und daraus resultierenden volatilen Energiepreisen begegnet Wienerberger durch laufende Beobachtung der Situation an den relevanten Märkten, den Abschluss von Termingeschäften, die frühzeitige Fixierung der Bezugspreise sowie längerfristige Lieferverträge. Für 2013 wurde bereits ein wesentlicher Teil der benötigten Mengen an Erdgas und Strom abgesichert. Der bedeutendste Inputfaktor bei Pipelife sind Kunststoffgranulate, deren Preise den Rohölquotierungen folgen und in den letzten Jahren stark steigenden Preisschwankungen unterlagen. Dies erfordert ein flexibles und zeitnahes Management im Beschaffungsprozess und in weiterer Folge im Vertrieb der eigenen Produkte.

Ein Großteil der Wienerberger Werke wurde in den letzten Jahren neu gebaut oder modernisiert, viele ältere Werke wurden im Rahmen des Aktionsplans 2008 und 2009 permanent stillgelegt, sodass das Risiko von Betriebsstörungen oder technisch bedingten längeren Produktionsausfällen gering ist. Die Versorgung unserer Fabriken mit dem Rohstoff Ton ist durch ausreichende Vorkommen und langfristige Lieferverträge abgesichert.

Die Energiekosten, die beim Brennen von Ziegeln anfallen, machen einen bedeutenden Teil der Gesamtkosten von Wienerberger aus. Im Jahr 2012 betrugen die gesamten Energiekosten der Wienerberger Gruppe 284.526 TEUR (Vorjahr: 290.582 TEUR) oder 12,1 % (Vorjahr: 15,2 %) des Umsatzes. Diese Kosten verteilen sich zu 61 % auf Erdgas, zu 29 % auf Strom und zu 10 % auf Kohle und Sonstiges. Die Energiepreise sind von der Entwicklung an den internationalen und lokalen Märkten abhängig und Schwankungen unterworfen.

Wienerberger versucht daher, das Risiko aus Energiepreisschwankungen in liberalisierten Märkten (insgesamt 80 % der Energiekosten) durch den Abschluss von Termingeschäften zu minimieren oder mit nationalen und internationalen Versorgern entweder Fixpreisverträge oder Verträge, bei denen die Preisfestsetzung über an Substitutionsprodukte (wie Heizöl) gebundene Formeln erfolgt, abzuschließen. Die Preise sind zum Teil langfristig fixiert. Durch die Preisbindung an Substitutionsprodukte können Termingeschäfte zur Risikoabsicherung abgeschlossen werden. In zahlreichen osteuropäischen Ländern (insgesamt 20 % der Energiekosten) sind die Preise für Erdgas staatlich reguliert, und es werden jährliche Lieferverträge mit lokalen Versorgern ausgehandelt.

Wienerberger hat im Jahr 2011 für ihre europäischen Ziegelaktivitäten den Carbon Leakage Status erhalten, weshalb von einer ausreichenden Zuteilung von CO2-Zertifikaten in Höhe der Emission ausgegangen werden kann. Im Jahr 2014 erfolgt eine erneute Beurteilung des Status.

Neben dem Preisrisiko besteht für Wienerberger ein Risiko aus der Versorgungssicherheit mit Energie, insbesondere mit Erdgas und Elektrizität. Eine Unterbrechung der Versorgung zieht unweigerlich einen Ausfall der Produktion nach sich und kann somit einen negativen Effekt auf das Betriebsergebnis haben, wenn die Nachfrage nicht aus Lagerbeständen gedeckt werden kann.

Zur Steigerung des Wienerberger Unternehmenswerts sind neben der laufenden Optimierung (operational excellence), Produktinnovationen sowie interne und externe Wachstumsprojekte notwendig. Die zukünftige Rentabilität dieser Projekte ist in hohem Maße von der Investitionshöhe bzw. den Akquisitionspreisen sowie der Marktentwicklung abhängig. Alle Investitionsmaßnahmen müssen daher den Rentabilitätszielen für unsere Wachstumsprojekte gerecht werden. Weiters ergeben sich beim Eintritt in neue Märkte Risiken hinsichtlich Wettbewerb, Planungssicherheit, Einschätzung der politischen Lage und eines erfolgreichen, gewinnbringenden Organisationsaufbaus. Neue Projekte werden vor dem Start deshalb einer umfassenden qualitativen und quantitativen Analyse unterzogen.

Rechtliche Risiken

Aufgrund unserer Position in einzelnen Märkten wird die Preispolitik unserer Tochterunternehmen von den Wettbewerbsbehörden aufmerksam verfolgt. Preisabsprachen zählen nicht zur Geschäftspraxis von Wienerberger, sind im Rahmen unserer internen Richtlinien dezidiert untersagt und werden mit Sanktionen geahndet. Aus heutiger Sicht lassen sich keine Risiken erkennen, die den Fortbestand der Wienerberger Gruppe gefährden könnten. Für spezifische Haftungsrisiken und Schadensfälle werden Versicherungen abgeschlossen, deren Umfang laufend überprüft und am wirtschaftlichen Verhältnis von maximalem Risiko zu Versicherungsprämien ausgerichtet wird. Um Risiken zu begegnen, die aus den vielfältigen steuerlichen, wettbewerbs-, patent-, kartell- und umweltrechtlichen Regelungen und Gesetzen resultieren, trifft das Management Entscheidungen auf Basis interner und externer Beratungen. Die konsequente Befolgung der Regeln und die Kontrolle der Mitarbeiter im Umgang mit Risiken gehören zu den grundlegenden Aufgaben aller Verantwortlichen im Konzern.

Zur Risikovermeidung und -bewältigung werden in den lokalen Gesellschaften Risiken bewusst nur im operativen Geschäft eingegangen und dabei immer im Verhältnis zum möglichen Gewinn analysiert. Insbesondere sind Spekulationen außerhalb der operativen Geschäftstätigkeit unzulässig. Risiken außerhalb der operativen Tätigkeit, beispielsweise finanzielle Risiken, werden von der Muttergesellschaft beobachtet und im notwendigen Maße abgesichert. Die wichtigsten Instrumente zur Risikoüberwachung und -kontrolle sind der Planungs- und Controllingprozess, konzernweite Richtlinien, die laufende Berichterstattung sowie das Interne Kontrollsystem (IKS).

Abhängig von der Marktstellung in einzelnen Ländern sowie der Größe von beabsichtigten Akquisitionen unterliegen Transaktionen wettbewerbsrechtlichen Genehmigungsverfahren. Dadurch könnten sich bei Akquisitionen bzw. Zusammenschlüssen Verzögerungen bzw. in einzelnen Fällen auch Untersagungen von Übernahmen ergeben. Wienerberger prüft kartellrechtliche Risiken bereits intensiv im Vorfeld mit nationalen und internationalen juristischen und betriebswirtschaftlichen Experten, um dieses Risiko zu minimieren. Eine Untersagung einer Akquisition ist bisher noch nicht vorgekommen.

Aufgrund der Marktstellung der Wienerberger Gruppe in einzelnen Märkten wird die Preispolitik unserer Tochterunternehmen von den Wettbewerbsbehörden aufmerksam verfolgt. In Deutschland ist ein Kartellverfahren anhängig, wobei im Falle einer Verurteilung Bußgelder zu entrichten sind. Für die drohende Kartellstrafe in Deutschland wurde bereits eine Rückstellung per 31.12.2008 von 10 MEUR gebildet. Weiters wurde eine von der EU-Kommission beauftragte Hausdurchsuchung wegen des Verdachts wettbewerbswidriger Absprachen bei Produzenten von Kunststoffrohren und Formstücken im Juni 2012 durchgeführt, von der unter anderem auch die Pipelife International GmbH betroffen war. Ergebnisse dazu liegen seitens der verantwortlichen Behörde noch keine vor. Es sei an dieser Stelle erneut darauf hingewiesen, dass Preisabsprachen nicht zur Geschäftspraxis der Wienerberger Gruppe zählen und im Rahmen unserer internen Richtlinien dezidiert untersagt und mit Sanktionen bedroht sind.

Andere Risiken

Wienerberger ist in vielen Ländern von umfassenden und zunehmend verschärften Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften betroffen, wodurch Investitionen in die Einhaltung dieser Vorschriften entstehen können. Die Nichteinhaltung dieser Vorschriften birgt für Wienerberger das Risiko der Verhängung von Bußgeldern, von Schadenersatzforderungen sowie das Risiko des Entzugs von Betriebsanlagengenehmigungen. In Italien wurde von den Behörden eine Untersuchung über mögliche Umweltbelastungen durch Wienerberger Standorte eingeleitet, die jedoch bislang zu keinen Ergebnissen geführt hat.

Die Werke der Wienerberger Gruppe leisten im Hinblick auf die Vermeidung von Umweltbelastungen mehr, als die derzeit gesetzlichen Auflagen vorschreiben. Verschärfte Umweltstandards stellen Wienerberger jedoch laufend vor neue Herausforderungen. Durch die Kenntnis der aktuellen gesetzlichen und vertraglichen Vorschriften sowie durch die Zusammenarbeit mit Experten und externen Beratern werden rechtliche Verpflichtungen berücksichtigt und eingehalten. Risiken aus der Rekultivierung von Tongruben sind Bestandteil des operativen Geschäfts von Wienerberger und werden laufend überwacht.

Risiken eines Ausfalls unserer zentral geführten konzernweiten Datenverarbeitung aufgrund von Elementarereignissen werden durch parallele Installation der Systeme in räumlich getrennten Rechenzentren minimiert.

Aufgrund von Krankheitsfällen, die durch Asbest verursacht wurden, sind gegen einige Baustoffunternehmen mit Präsenz in den USA in den letzten Jahren Sammelklagen eingereicht worden. Nach Überprüfung unserer amerikanischen Aktivitäten halten wir dieses Risiko für minimal, da keine unserer Tochtergesellschaften jemals Asbestprodukte hergestellt oder gehandelt hat.

Die Wienerberger Gruppe steht auch hinsichtlich ihrer Mitarbeiter in Konkurrenz zum Mitbewerb. Um Nachwuchsführungskräfte auszubilden und an Führungspositionen heranzuführen, hat Wienerberger Programme wie die Vertriebsakademie, den Werksleiterlehrgang und das Ready4Excellence Programm geschaffen. Dadurch sowie durch individuelle Weiterbildungsmaßnahmen versucht Wienerberger, seine Mitarbeiter optimal auszubilden sowie auch zu einem gewissen Ausmaß an das Unternehmen zu binden (weitere Informationen sind im Wienerberger Nachhaltigkeitsbericht enthalten).

3. Forschung und Entwicklung

Forschung und Entwicklung (F&E) zählt zu den Schwerpunkten der strategischen Planung von Wienerberger und hat einen zentralen Stellenwert im Unternehmen. Kernaufgaben für F&E sind die Optimierung von Produktionsprozessen sowie die stetige Weiterentwicklung und Verbesserung von Produkten sowie Systemlösungen in all unseren Anwendungsbereichen – von energieeffizienten Gebäudekonzepten über umweltschonende Flächenbefestigungen bis hin zu Versorgungs- und Kanalsystemen. Ziel von Wienerberger ist es, durch Kosten- und Technologieführerschaft und Produktinnovationen Marktpositionen zu sichern und weiter auszubauen.

F&E wird bei Wienerberger zentral gesteuert, aber – durch eine enge Zusammenarbeit der verschiedenen F&E Abteilungen mit dem lokalen Management und den Technikern vor Ort – großteils dezentral umgesetzt. Erfolgreiche Entwicklungen können auf diese Weise rasch und effizient in der gesamten Gruppe ausgerollt werden. Im Jahr 2012 betrug der F&E Aufwand 9,0 Mio. € und der Umsatzanteil von innovativen Produkten 23,4 %.

F&E im Bereich Ziegel

Wienerberger arbeitet im Sinne der Nachhaltigkeit laufend an der Verbesserung von Produktionsprozessen. Eine zentrale Engineering Abteilung im Bereich Ziegel beschäftigt sich vor allem mit der Reduktion des Energieeinsatzes. Da ein wesentlicher Teil der Energie in der Produktion für den Trocknungs- und den Brennprozess verwendet wird, liegt der Fokus auf der Optimierung dieser Prozesse. Forschungsschwerpunkte betreffen zudem den schonenden Umgang mit allen Ressourcen in der Produktion und die verantwortungsvolle Rohstoffaufbereitung.

Ein wesentlicher Bestandteil für den nachhaltigen Erfolg von Wienerberger ist die laufende Weiterentwicklung des Produktportfolios und die Verbesserung bereits bestehender Produkte. Wienerberger hat im Bereich Ziegel drei Forschungszentren, die auf die Produktgruppen Hintermauerziegel, Vormauerziegel und Tondachziegel spezialisiert sind. Unsere Spezialisten aus dem Produktmanagement arbeiten dabei sehr eng mit den Marketingund Vertriebsabteilungen der verschiedenen Bereiche zusammen, um neue Entwicklungen entsprechend auf die Bedürfnisse unserer Kunden auszurichten. Der Fokus liegt dabei auf Innovationen von Produkten und Systemlösungen für nachhaltiges und energieeffizientes Bauen.

F&E im Bereich Rohre & Pflaster

Für die Weiterentwicklung im Bereich Kunststoffrohre haben wir ein Forschungszentrum in den Niederlanden, das sehr eng mit Universitäten und externen Experten aus verschiedensten Fachrichtungen zusammenarbeitet. Die Forschungsschwerpunkte befassen sich neben der Entwicklung neuer Produkte mit der Weiterentwicklung bereits bestehender Produkte, der Verbesserung der verwendeten Rezepturen im Rohstoffmix sowie der Optimierung des Produktionsprozesses. Das Hauptaugenmerk bei der Produktion liegt dabei auf dem Einsatz von Recyclingmaterialien als Rohstoff und der Verringerung des Produktgewichts.

Im Bereich der keramischen Rohre wird laufend an der Verbesserung des Wärmeverbunds zwischen Ofen und Trockner gearbeitet. Wir sind weiters Vorreiter im Einsatz von Abfallprodukten im Rohstoffmix. Bei bestimmten Rohren ist es uns gelungen, bis zu 60 % keramisches Recyclingmaterial in der Produktion einzusetzen.

Bei Freiflächenlösungen aus Beton liegt der Schwerpunkt der Forschungstätigkeit auf der Verbesserung der Oberflächendesigns der Pflastersteine, wobei ständig an neuen Technologien zur Verbesserung von Oberflächenstrukturen gearbeitet wird. In der Produktion liegt das Hauptaugenmerk auf der Zusammensetzung der Rohstoffmischungen und dabei insbesondere auf der Reduktion des Zementgehalts.

Besonderer Fokus wird im Bereich Rohre & Pflaster auf die Entwicklung neuer Systemlösungen bzw. auf die Verbesserung der technischen Eigenschaften bereits bestehender Produkte gelegt. Um den Bedürfnissen der Kunden gerecht zu werden, arbeiten die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen eng mit den jeweiligen Marketing- und Vertriebsabteilungen zusammen. Die länderübergreifende Markteinführung von neuen Produkten wird zentral gesteuert, jedoch werden die jeweiligen Produkte von unseren Spezialisten vor Ort an die lokalen Gegebenheiten des jeweiligen Marktes angepasst.

4. Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem

Durch die Führung der internen Revision als Stabstelle des Gesamtvorstands ist neben der Umsetzung der Grundsätze der Corporate Governance insbesondere für die Stärkung des Internen Kontrollsystems (IKS) Sorge getragen. Auf Grundlage eines vom Vorstand genehmigten und mit dem Prüfungsausschuss abgestimmten jährlichen Revisionsplans sowie einer konzernweiten Risikobewertung aller Unternehmensaktivitäten überprüfen der Vorstand und die interne Revision regelmäßig operative Prozesse auf Risikomanagement und Effizienzverbesserungsmöglichkeiten und überwachen die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen, interner Richtlinien und Prozesse. Ein weiteres Betätigungsfeld der internen Revision sind Ad-hoc-Prüfungen, die auf Veranlassung des Managements erfolgen und auf aktuelle und zukünftige Risiken abzielen. Das in der Wienerberger Gruppe implementierte IKS wird zur Unterstützung der Früherkennung und Überwachung von Risiken aus unzulänglichen Überwachungssystemen und betrügerischen Handlungen von der Revision gemeinsam mit den entsprechenden Fachabteilungen laufend überarbeitet und erweitert. Dieses System basiert auf den Maßstäben des international bewährten Regelwerks für interne Kontrollsysteme (COSO – Internal Control and Enterprise Risk Managing Frameworks des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission) und bietet dem Management neben konzernweiten Richtlinien sowie einem einheitlichen Berichtswesen ein umfassendes Instrument, um Unsicherheiten und Risiken aus sämtlichen Geschäftsaktivitäten zu analysieren und zu steuern.

Der dezentralen Struktur von Wienerberger entsprechend liegt auch die Verantwortung für die Implementierung und Überwachung des Internen Kontrollsystems beim jeweils zuständigen lokalen Management. Die Geschäftsführer der einzelnen Tochterunternehmen sind angehalten, anhand des zur Verfügung gestellten IKS die Einhaltung der Kontrollen durch Selbstüberprüfungen zu evaluieren und zu dokumentieren. Die interne Revision überwacht in der Folge die Einhaltung dieser Prüfungsschritte durch die lokale Geschäftsführung. Die Ergebnisse werden an die jeweilige Geschäftsführung und in weiterer Folge an den Gesamtvorstand der Wienerberger AG berichtet. Die interne Revision und das Corporate Reporting berichten dem Prüfungsausschuss vierteljährlich über wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsverfahren, Auswirkungen von IFRS-Neuerungen auf den Konzernabschluss, wesentliche Änderungen im Rechnungslegungsprozess sowie über Erkenntnisse aus dem Risikomanagement. Darüber hinaus wird dieser regelmäßig über getroffene Prüfungsfeststellungen, relevante Umsetzungsaktivitäten sowie Verbesserungsmaßnahmen für im IKS identifizierte Schwachstellen informiert.

Bei der Überwachung und Kontrolle der wirtschaftlichen Risiken des laufenden Geschäfts kommt dem Berichtswesen eine besondere Bedeutung zu. Der Konzernabschlussprüfer beurteilt jährlich die Funktionsfähigkeit des Wienerberger Risikomanagements und berichtet darüber an Aufsichtsrat und Vorstand. Die Funktionalität des Risikomanagements wurde vom Konzernabschlussprüfer kontrolliert und bestätigt. Darüber hinaus unterliegen die Kontrollsysteme einzelner Unternehmensbereiche ebenfalls den Prüfungshandlungen des Wirtschaftsprüfers im Rahmen der Jahresabschlussprüfung. Für 2012 wurden von der internen Revision gemeinsam mit dem Abschlussprüfer für den Geschäftsablauf wesentliche Kontrollen aus sämtlichen Geschäftsbereichen zur detaillierten Prüfung durch KPMG definiert. Die Ergebnisse dieser Prüfung wurden Vorstand und Prüfungsausschuss präsentiert, die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden durch die interne Revision aufgearbeitet.

5. Berichterstattung über die Aktie und Aktionärsstruktur der Wienerberger AG

Die Wienerberger Aktie startete stark in das Jahr 2012 und markierte Mitte März mit 9,49 € ihren Jahreshöchststand. Mit einem Kursgewinn von 26,1 % im ersten Quartal 2012 entwickelte sich die Aktie in diesem Zeitraum deutlich besser als der ATX (+14,1 %) und der Branchenindex DJ EURO STOXX TMI Construction & Materials (+12,3 %). Die deutlich rückläufige Nachfrage nach Baustoffen in einigen der europäischen Ziegelmärkte sowie die anhaltend hohe Unsicherheit, die sich in einem schwachen Konsumentenvertrauen widerspiegelte, lasteten im weiteren Jahresverlauf auf der Kursentwicklung, wodurch die Wienerberger Aktie mit einem geringen Kursverlust von 0,6 % bei 6,93 € das Jahr schloss. Damit blieb die Performance auf Jahressicht deutlich hinter den Entwicklungen von sowohl ATX (+26,9 %), als auch DJ EURO STOXX TMI Construction & Materials Index (+11,3 %) zurück.

Trotz des starken Kursanstiegs des Leitindex ATX und des breiter gefassten ATX Prime (+25,8 %), der vor allem von steigender Risikoneigung und der hohen Indexgewichtung von Finanztiteln und zyklischen Industriewerten getrieben war, ging das Handelsvolumen an der Wiener Börse 2012 deutlich zurück. Im Prime Market sank der Geldumsatz (in Doppelzählung) um 40 % auf 35,7 Mrd. €. Diesem äußerst schwachen Handelsvolumen zollte auch die Wienerberger Aktie Tribut und musste aufgrund des um 34 % niedrigeren Stückvolumens und des zwischenzeitlich starken Kursrückgangs einen Einbruch des Handelsumsatzes um 58 % auf 924,8 Mio. € (in Doppelzählung) hinnehmen. Bei einem Stückumsatz von 125,4 Mio. Stück (in Doppelzählung) wurde das Wienerberger Aktienkapital an der Wiener Börse mit dem Faktor 0,5 im Jahr 2012 umgeschlagen. Im Vergleich zum durchschnittlichen täglichen Handelsumsatz anderer Unternehmen im österreichischen Leitindex ATX belegte Wienerberger Rang zehn unter den umsatzstärksten Werten. Der außerbörsliche Umsatz betrug 83,3 Mio. € (in Einfachzählung) gegenüber 157,8 Mio. € im Jahr davor und ging damit um 47 % zurück. An der Österreichischen Termin- und Optionenbörse (ÖTOB) wurden 20.135 Optionskontrakte auf Wienerberger Aktien mit einem Wert von 15,6 Mio. € gehandelt.

Der Vorstand wird in Abhängigkeit von der weiteren Marktentwicklung und der bestmöglichen Verwendung der Finanzmittel der 144. o. Hauptversammlung am 14. Mai 2013 vorschlagen, eine Dividende von 12 Eurocent je Aktie auszuschütten. Die Höhe zukünftiger Dividenden ist von der Marktentwicklung, dem Vorhandensein wertschaffender Wachstumsprojekte und der Cashflow Generierung des Unternehmens abhängig.

Aktionärsstruktur

Die Wienerberger AG notiert mit 117,5 Mio. nennwertlosen Stückaktien (Inhaberaktien, keine Vorzugs- oder Namensaktien) im Prime Market der Wiener Börse. In den USA wird sie über ein ADR Level 1 Programm der Bank of New York im OTC Markt gehandelt. Mit einer Börsekapitalisierung von 814,3 Mio. € und einer Gewichtung im ATX von 2 % zum Jahresende 2012 zählt Wienerberger zu den größten börsenotierten Unternehmen Österreichs.

Wienerberger ist eine reine Publikumsgesellschaft ohne Kernaktionär, deren Aktien zu 100 % im Streubesitz sind. Der Streubesitz verteilt sich auf österreichische Anleger und internationale Investoren. Im Rahmen der Meldungspflicht bezüglich bedeutender Beteiligungen gemäß § 91 Börsegesetz haben wir folgende Meldungen erhalten: Dodge & Cox Inc. mit Sitz in den USA ist seit 31. Juli 2008 mit über 10 % der ausstehenden Wienerberger Aktien der größte Aktionär. Ebenfalls mit Sitz in den USA hält First Eagle Investment Management, LLC seit 14. September 2011 mehr als 5 % der Wienerberger Aktien. Seit 19. September 2012 hält Black Creek Investment Management Inc. mit Sitz in Kanada mehr als 5 % der Wienerberger Aktien. Weitere Meldungen zu Beteiligungen über 4 % liegen nicht vor. Der Bestand eigener Anteile beläuft sich auf 2.472.706 Stück oder 2,1 % der begebenen Aktien.

Wienerberger hat eine für international agierende, börsenotierte Unternehmen übliche breit gestreute Aktionärsstruktur. Gemäß der letzten Aktionärsstrukturerhebung im Jänner 2013 kommt die Mehrheit der institutionellen Anleger aus dem angelsächsischen Raum, Nordamerika (57 %) sowie Großbritannien und Irland (5 %). Mit knapp 75 % ist die Mehrheit der Wienerberger Aktien im Besitz von institutionellen Anlegern, während rund 25 % von privaten Anlegern gehalten werden. Eine Analyse der unterschiedlichen Anlagestrategien institutioneller Anleger zeigt, dass wertorientierte Investoren mit einem Anteil von 64 % dominieren, gefolgt von GARP-Investoren (19 %) und wachstumsorientierten Investoren (6 %).

Berichterstattung gemäß § 243a (1) UGB

Sämtliche Inhalte zu den meldepflichtigen Angaben nach § 243a UGB sind in folgenden Kapiteln zu finden: Im Konzernanhang unter Anmerkung 27 ("Konzerneigenkapital") ab Seite 144 sind Informationen zur Zusammensetzung des Wienerberger Kapitals, zu Aktiengattungen, zu Beschränkungen und Rechten sowie zu Befugnissen der Mitglieder des Vorstands zur Aktienausgabe und zum Aktienrückkauf enthalten. Im Kapitel "Wienerberger Aktie und Aktionäre" ab Seite 64 finden sich Angaben zu direkten oder indirekten Beteiligungen am Wienerberger Kapital. Im Kapitel "Vergütungsbericht" (S. 28 bis 31) sind die Grundsätze der Vergütungspolitik, detaillierte Informationen zum Long Term Incentive (LTI) Programm, eine Aufstellung über die Einzelbezüge der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder sowie eine Übersicht zum Besitz eigener Aktien angeführt. Auf der Wienerberger Website wird unter "Directors' Dealings" laufend über Kauf und Verkauf eigener Aktien durch Organmitglieder berichtet. Change of Control Klauseln sind in den Vorstandsverträgen, den Vereinbarungen zu den Unternehmensanleihen 2010, 2011 und 2012, zur Hybridanleihe 2007 sowie zu den syndizierten Krediten und Darlehen der Jahre 2008, 2011 und 2012 enthalten.

Investor Relations

Seit Jahren haben professionelle Investor Relations hohe Priorität für Wienerberger. Die Funktion ist direkt dem Finanzvorstand, bei starker Einbindung des Vorstandsvorsitzenden, unterstellt. Zentrales Anliegen der Investor Relations ist eine laufende, offene und aktive Kommunikation mit Investoren und Anteilseignern von Wienerberger zur Gewährleistung einer bestmöglichen Transparenz. In Anlehnung an internationale Usancen halten wir vor Ergebnisveröffentlichung und parallel zur Handelssperre für Wienerberger Mitarbeiter an einer Quiet Period fest. Da uns bewusst ist, dass dies eine Einschränkung der Kommunikation mit Investoren darstellt, behalten wir uns vor, die Quiet Period wieder aufzuheben.

Wienerberger hat auch im Jahr 2012 zahlreiche Roadshows durchgeführt und an Investorenkonferenzen in Europa und den USA teilgenommen, wie z.B. der Davy Building Conference, Citigroup Building Conference, Credit Suisse European Building Materials Conference, HSBC Austrian Day, Baader Investment Conference, Erste Group Bank Konferenz in Stegersbach und der Raiffeisen Centrobank Konferenz in Zürs sowie den Austrian Days der Wiener Börse in Zürich und New York. Der Vorstand und das Investor Relations Team trafen im abgelaufenen Jahr hunderte Investoren aus aller Welt persönlich oder informierten bei Conference Calls und Videokonferenzen über die wesentlichsten Kennzahlen sowie die operative und strategische Entwicklung des Unternehmens. Die Wienerberger Website bietet als wichtiges Kommunikationsmedium umfangreiche Informationen über das Unternehmen wie Download-Versionen von Geschäfts- und Zwischenberichten, Finanztermine, aktuelle Präsentationen, Live-Übertragungen von Hauptversammlung und Pressekonferenzen, Conference Calls (sowie deren Aufzeichnungen), Analystenschätzungen und einen weboptimierten Online-Geschäftsbericht (geschaeftsbericht.wienerberger.com). Für iPad-Nutzer stehen über eine kostenlose App der Geschäftsbericht, die Quartalsberichte und der Nachhaltigkeitsbericht zum Download und zur Dokumentenverwaltung zur Verfügung.

Wie bereits in den vergangenen Jahren wurden unsere Anstrengungen, die Investor Relations laufend zu verbessern, auch 2012 von der Financial Community anerkannt und mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet. Wienerberger wurde von der Jury des ARC (Annual Report Competition) mit Gold Awards in den Kategorien "Overall Annual Report" und "Chairman's Letter" prämiert. Von Report Watch wurde das Unternehmen mit der Note A gewertet und war damit das am besten platzierte Unternehmen Österreichs. Beim renommierten AAA (Austrian Annual Report Awards) vom trend Magazin wurde Wienerberger als Unternehmen mit dem drittbesten Nachhaltigkeitsbericht ausgezeichnet und beim Wiener Börse Preis 2012 belegte Wienerberger in der Kategorie "Corporate Bond" den zweiten Platz.

Die Beobachtung durch eine große Zahl renommierter heimischer und internationaler Investmentbanken sichert die "Visibility" der Wienerberger Aktie in der Financial Community. Während des vergangenen Jahrs hat die Baader Bank (München), Kepler Capital Markets (Wien) und Main First Bank AG (Frankfurt) die Coverage aufgenommen, während Bank of America Merrill Lynch (London), Credit Suisse (London), ING Bank N.V. (London) und Royal Bank of Scotland (London) die Coverage eingestellt haben. Per März 2013 wird Wienerberger von 13 Analysten gecovert. Folgende Broker veröffentlichen Analysen über Wienerberger und ihre Aktie (in alphabetischer Reihenfolge): Baader Bank (München), Berenberg Bank (London), Citigroup (London), Davy Securities (Dublin), Deutsche Bank (Wien), Erste Bank (Wien), Exane BNP Paribas (London), Goldman Sachs (London), HSBC Trinkhaus (Düsseldorf), Kepler Capital Markets (Wien), Main First Bank AG (Frankfurt), Raiffeisen Centrobank (Wien) und UBS (London).

Jahresabschluss Wienerberger AG

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١
ı
AKTIVA 31.12.2012
Stand am
EUR
31.12.2011
Stand am
EUR
E
PASSIVA 31.12.2012
Stand am
EUR
31.12.2011
Stand am
EUR
B
Immaterielle Vermögensgegenstände
Anlagevermögen
I. Grundkapital
A. Eigenkapital
117.526.764,00 117.526.764,00
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche
Rechte und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen
5.765.657,39 043,39
7.721
II. Kapitalrücklagen
1. Gebundene
1.675.118.239,37 1.675.118.239,37
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten,
einschließlich der Bauten auf fremdem Grund
Sachanlagen
582.773,30 634.147,30 1. Andere Rücklagen (freie Rücklagen)
III. Gewinnrücklagen
484.500.172,33 484.401.606,81
3. Andere Anlagen, Betriebs-und Geschäftsausstattung
2. Unbebaute Grundstücke
18.508.723,06
21.116.673,20
2.025.176,84
18.526.393,55
1.898.743,17
21.059.284,02
2. Rücklage für eigene Anteile 17.074.012.20
501.574.184,53
17.172.577.72
501.574.184,53
davon Gewinnvortrag: EUR 1.192.881,11;
IV. Bilanzgewinn
15.152.854,56 15.000.396,23
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen
Finanzanlagen
2.822.439.553,40 2.791.811
724.296.387,56
.966,35
.662,71
684.021
Vorjahr: EUR 1.274.756,60 2.309.372.042,46 2.309.219.584,13
15.152.854,56
15.000.396,23
4. Wertpapiere und Wertrechte des Anlagevermögens
3. Beteiligungen
3.584.864.736,09 3.516.139
3.557.982.405,50
6.439.622,54
4.806.842.00
,901,00
3.487.359.152,60
480,01
.622,54
6.439
5.085
1. Bewertungsreserve auf Grund von Sonderabschreibungen
B. Unversteuerte Rücklagen
7.498.935,96 7.536.835,16
Jmlaufvermögen 1. Rückstellungen für Abfertigungen
C. Rückstellungen
3.866.006,00 3.178.848,00
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 104.961.05 110.364,15 2. Rückstellungen für Pensionen
3. Steuerrückstellungen
16.353.769,00
2.651.423,00
12.899.463,00
3.284.075,00
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
523.826.391,76 271.581.407,47 Sonstige Rückstellungen
$\frac{1}{\mathbf{q}}$
11.210.260,15 13.660.708,42
Sonstige Forderungen und Vermögensgegestände 532.650.424,12
8.719.071,31
10.850.271,69
.043,31
282542
34.081.458,15 33.023.094,42
Wertpapiere und Anteile D. Verbindlichkeiten
1. Eigene Anteile 17.074.012,20 577,72
17.172
1. Anleihen 1.050.000.000,00 1.091.228.000,00
2. Sonstige Wertpapiere und Anteile 0.00 .800,00
9.999.
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 146.861.325,65 124.876.639,12
17.074.012,20 377,72
27.172
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 586.372,25 857.760,17
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
50.193.803,90
587.315.647,41
259.563.688,75
54.659.443.96
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 48.186.620,60
597.911.056,92
597,50
.018,53
50.915
360.630
davon aus Steuern: EUR 55.960,73; Vorjahr: EUR 31.153,21
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit:
Sonstige Verbindlichkeiten
Rechnungsabgrenzungsposten 3.133.792,77 547,17
4.195
EUR 276.710,75; Vorjahr: EUR 257.108,19 1.834.957.149.21 1.531.185.532,00
4.185.909.585,78 3.880.965.045,71 4.185.909.585,78 3.880.965.045,71
Verbindlichkeiten aus Haftungsverhältnissen 246.774.321,00 264.946.904,00
2012 2011
EUR EUR. EUR EUR
1. Umsatzerlöse 35.316.614,23 37.778.677,80
2. Sonstige betriebliche Erträge
a) Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen
mit Ausnahme der Finanzanlagen 29.038,37 44.878,56
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 920.729,49 421.765,13
c) Übrige 32.508.588,84 33.458.356,70 32.160.782,98 32.627.426,67
3. Aufwendungen für Material und sonstige
bezogene Leistungen
a) Materialaufwand 0,00
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen $-1.521.857,68$ $-1.521.857,68 - 1.554.800,34$ $-1.554.800,34$
4. Personalaufwand
a) Gehälter -14.938.509,75 $-16.494.047,42$
b) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen
an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen $-3.048.735,06$ -180.598,66
c) Aufwendungen für Altersversorgung $-5.263.996,03$ $-1.754.658,86$
d) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene
Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige $-3.362.301,48$ $-2.854.166,48$
Abgaben und Pflichtbeiträge -229.687,81 -26.843.230,13 -288.608,15 -21.572.079,57
e) Sonstige Sozialaufwendungen
5. Abschreibungen a) auf immaterielle Gegenstände des
Anlagevermögens und Sachanlagen $-3.359.011,88$ $-3.543.961,13$
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen
a) Steuern $-56.704,15$ $-55.353,45$
b) Übrige -45.399.234,01 -45.455.938,16 -52.531.126,51 -52.586.479,96
7. Zwischensumme aus Z 1. bis 6. $-8.405.066,92$ $-8.851.216,53$
8. Erträge aus Beteiligungen
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 36.100.000,00 36.231.250,00 86.176.727,07
Vorjahr: EUR 86.045.477.07
9. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen
des Finanzanlagevermögens 41.048.459,76 2.543.595,07
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 40.918.979,76
Vorjahr: EUR 2.387.945,07
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 25.424.770,15 22.924.807,63
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 23.109.917,53
Vorjahr: EUR 21.003.844,04
11. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu
Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlaufvermögens 205.914,00 31.496,13
12. Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus
Wertpapieren des Umlaufvermögens -4.023.077,35 -25.490.506,33
davon a) Abschreibungen EUR 3.903.115,52
Vorjahr EUR 24.679.880,78
b) Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen:
EUR 3.862.141,83; Vorjahr: EUR 19.472.054,01 -63.777.108,87
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -76.805.802,45
davon betreffend verbundene Unternehmen:
EUR 4.568.350,12; Vorjahr: EUR 203.769,25 22.081.514,11 22.409.010,70
14. Zwischensumme aus Z 8. bis 13. 13.676.447,19 13.557.794,17
15. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 12.469.747,11
16. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 245.627,06
13.922.074,25
26.027.541,28
17. Jahresüberschuss 37.899,20 198.098,35
18. Auflösung unversteuerter Rücklagen 0,00 $-12.500.000,00$
19. Zuweisung zu Gewinnrücklagen 13.959.973.45 13.725.639,63
20. Jahresgewinn 1.192.881,11 1.274.756,60
21. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 15.152.854,56 15.000.396,23
22. Bilanzgewinn
Gesellschaft Sitz Anteil Währung Grund-
/Stammkapital
(in lokaler
Währung)
Währung Eigenkapital inkl
unverst, Rückl.
(in lokaler
Währung)
Jahrsüberschuss/-
fehlbetrag (in lokaler
Währung)
2012
Code
Wienerberger International N.V. Zaltbommel 100,00 EUR 50.000 EUR 260.833.313 23.335.742 WZNL
Wienerberger Finance Service B.V. Zaltbommel 100,00 EUR 18.000 EUR 22.093.414 -28.334 WZCE
Wienerberger NV Kortrijk 99,99 EUR 47.557.745 EUR 178.308.059 6.348.889 TBNV
WK Services NV Kortrijk 100,00 EUR 32.226.158 EUR 14.939.396 289.649 WBNV
Wienerberger Ziegelindustrie GmbH Hannover 100,00 EUR 9.500.000 EUR 43.439.090 -16.695.011 WZIG
Steinzeug - Keramo GmbH Frechen 10,00 EUR 18.408.000 EUR 36.832.022 5.238.152 STEIN
Wienerberger Beteiligungs GmbH Hannover 99,04 EUR 26.000 EUR 10.174 $-1.964$ MLBB*)
Tongrube Lobenfeld GmbH Oldenburg 100,00 EUR 25,000 EUR 319.178 10.501 RMWW*)
VL Baustoff GmbH Ehingen 100,00 EUR 52.000 EUR -1.935.262 146.212 VLBG
Wienerberger Ziegelindustrie GmbH Hennersdorf 99,99 EUR 5.000.000 EUR 30.433.094 1.674.895 WZIO
Salzburger Ziegelwerk GmbH & Co KG Oberndorf 53,00 EUR 438.000 EUR 6.756.475 -473.246 SZW
Wienerberger Beteiligungs GmbH Wien 100,00 ATS 1.000.000 EUR 988.395 1.910 WBDH
Wienerberger Anteilsverwaltung GmbH Wen 100,00 EUR 35,000 EUR 1.413.858.983 309.287 WAV
Semmelrock International GmbH Wen 100,00 EUR 3.000.000 EUR 94.670.267 3.180.172 SBINT
Wienerberger Brunori SRL Bubano 100,00 EUR 10.000.000 EUR 40.135.213 -9.724.110 BRUN
Wienerberger A/S Bröndby 100,00 DKK 107.954.000 DKK 76.561.645 -92.391.702 WBDK
Wienerberger OY AB Helsinki 100.00 EUR 1.000.000 EUR 15.832.246 -68.690 WBFI
Wienerberger AS Aseri 100,00 EUR 1.540.736 EUR 4.452.395 -1.027.481 WBEE
OOO "Wienerberger Kirpitsch" Moskau 81,94 RUR 612.694.577 RUR 1.025.625.660 43.532.637 KIRPI
OOO "Wienerberger Kurkachi" Kurkachi 81.94 RUR 650.036.080 RUR 763.503.015 8.078.567 KURK
Wienerberger Investitions- and Projektmar Kiprevo 99.00 RUR 356,000 RUR $-2.715.840$ 292.816 KIRPINV
UAB Wenerberger statybine keramika sp.z Vilnius 100,00 LTL 3.135.000 LTL -4.895.960 -6.062.891 WSKL
Wienerberger EOOD Sofia 100,00 BGN 12,500.000 BGN 15.886.762 310.973 WBBG
General Shale Brick, Inc. Johnson City 100,00 USD 1.000 USD -50.765.684 -61.992.993 GSBINC
General Shale Building Materials Inc. Johnson City 100,00 USD 1.000 USD $-924.627$ -98.753 GSBI
General Shale Canada Acquisitions Inc. Halifax 100,00 CAD 28,500.000 CAD 17.896.235 -2.368.921 CANHO
Wienerberger Brick Industry Private Limited Karnataka 99,99 INR 990.000.000 INR 1.515.149.116 -273.129.658 WINDIA
Wienerberger Asset Management NV Zonnebeke 99,99 EUR 8.599.827 EUR 13.911.781 227.558 TSVZ
2012
in EUR
2011
in TEUR
im folgenden Jahr 1.727.324 1.667
zwischen 1. u. 5 Jahren 6.649.972 6.581
31.12.2012 31.12.2011
Gesamt davon
Restlaufzeit unter
1 Jahr
davon
Restlaufzeit
über 1 Jahr
Gesamt davon
Restlaufzeit
unter 1 Jahr
davon
Restlaufzeit
über 1 Jahr
in EUR in EUR in EUR in TEUR in TEUR in TEUR
1. Forderungen aus Liefer-
ungen und Leistungen
104.961.05 104.961.05 0,00 110 110 $^{\circ}$
2. Forderungen gegen ver-
bundene Unternehmen
523.826.391.76 25.255.218.27 498.571.173,49 271.582 51.701 219.880
3. Sonstige Forderungen und
Vermögensgegenstände
8.719.071.31 8.719.071.31 0,00 10.850 10.850 0
Forderungen laut Bilanz 532.650.424,12 34.079.250.63 498.571.173.49 282.542 62.662 219.880
Stand am
1.1.2012
Zuführung Auflösung Stand am
31.12.2012
EUR EUR EUR EUR
Bewertungsreserven UGB
I. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche
Rechte und Bauten, einschließlich
der Bauten auf fremdem Grund 440.683,37 0,00 23.312,00 417.371,37
2. Unbebaute Grundstücke 6.402.778,79 0,00 14.587,20 6.388.191,59
Andere Anlagen, BGA
3.
1,00 0,00 0,00 1,00
6.843.463,16 0,00 37.899,20 6.805.563,96
I. Finanzanlagen
Beteiligungen 693.372,00 0,00 0,00 693.372,00
7.536.835,16 0,00 37.899,20 7.498.935,96
2012 2011
in EUR in TEUR
Positive Marktw erte 6.286.637,33 3.292
Negative Marktw erte 0.00
6.286.637,33 3.292
2012
in EUR
2011
in TEUR
Positive Marktw erte 745.087,11
Negative Marktw erte 0,00 1.575
745.087,11 1.575
Derivat Whrg des
Derivat
2012
EUR
2011
EUR
Laufzeit
CSWP00101 CAD 0.00 -1.575.020.66 15.04.2011 - 30.03.2012
31.12.2012 31.12.2011
Gesamt davon
Restlaufzeit unter
1 Jahr
davon
Restlaufzeit über
1 Jahr
Gesamt davon
Restlaufzeit
unter 1 Jahr
davon
Restlaufzeit
über 1 Jahr
in EUR in EUR in EUR in TEUR in TEUR in TEUR
1. Anleihen 1.050.000.000.00 0.00 1.050.000.000.00 1.091.228 241.228 850.000
2. Verbindlichkeiten gegen-
über Kreditinstituten
146.861.325.65 9.271.325.65 137.590.000.00 124.877 73.241 51.636
3. Verbindlichkeiten aus
Lieferung und Leistung
586.372.25 586.372.25 0.00 858 858 $\circ$
4. Verbindlichkeiten gegen-
über verbundenen Unter-
nehmen 587.315.647,41 581.533.829.99 5.781.817,42 259.564 254.941 4.622
5. Sonstige Verbindlichkeiten 50.193.803.90 44.876.549.90 5.317.254.00 54.659 46.798 7.862
Verbindlichkeiten laut Bilanz 1.834.957.149.21 636.268.077.79 1.198.689.071,42 1.531.186 617.065 914.120
31.12.2012 31.12.2011
in EUR in TEUR
Garantien 229.275.868,00 185.013
(davon für verbundene Unternehmen) 229.275.868,00 185.013
Patronatserklärungen 17.498.453,00 79.934
(davon für verbundene Unternehmen) 17.498.453,00 79.934
246.774.321,00 264.947
2012
in EUR
2011
in TEUR
Vorstände und leitende Angestellte 7.285.695,61 1.319
Andere Arbeitnehmer 1.027.035,48
8.312.731,09
617
1.935
Anschaffungs- oder Herstellungkosten
am 1.1.2012
Stand
Zugänge Abgänge 31.12.2012
Stand am
Abschreib.
kumuliert
Buchwert am
31.12.2012
Buchwert am
31.12.2011
Abschreibung
2012
Zuschreibung
2012
EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR
ANLAGEVERMOGEN
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche
Rechte und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen
Immaterielle Vermögensgegenstände
34.410.522.07 742.140,30 1.848.421.62 33.304.240,75 27.538.583,36 5.765.657,39 7.721.043.39 2.697.526,30 0,00
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten,
Sachanlagen
einschließlich der Bauten auf fremdem Grund 21.199.182,16
9.231.782,69
0,00
763.330,81
786.564,68
264.721.81
20.412.617,48
9.730.391.69
1321.121,12
7.705.214,85
19.091.496,36
2.025.176.84
19.160.540,85
1.898.743,17
610.111,58
51374,00
O,OO
0,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
30.430.964,85 763.330,81 1.051.286,49 30.143.009.17 9.026.335.97 21.116.673.20 21.059.284.02 661.485,58 0,00
Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2.930.388.255,37 34.387.890,69 0,00 2.964.776.146,06 142.336.592,66 2.822.439.553,40 2.791.811.662,71 3.760.000.00 888
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 684.021.966,35 264.795.480,53 224.521.059,32 724.296.387,56 0,00 724.296.387,56 684.021.966,35 0.00
3. Beteiligungen 6.439.622,54 oo
O
8
0.0
6.439.622.54 80.0 6.439.622.54 6.439.622,54 8,00
4. Wertpapiere und Wertrechte des Anlagevermögens 5.226.669,00 3.041.660,00 3.364.437.00 4.903.892,00 97.050,00 4.806.842.00 5.085.901,00 44.550.00 0,00
3.626.076.513,26 302.225.031,22 227.885.496,32 3.700.416.048.16 142.433.642,66 3.557.982.405,50 3.487.359.152,60 3.804.550,00 0,00
3.690.918.000,18 303.730.502,33 230.785.204.43 3.763.863.298.08 178.998.561.99 3.584.864.736,09 3.516.139.480,01 7.163.561.88 0,00
II./1. Beb. Grundst.u.Bauten a.fr.Grund
Grundwert 72 298,95 0,00 0,00 72.298,95 0.00 72.298,95 72.298,95 0,00 0,00
Gebäudewert 2 409 431,86 0,00 598.848,50 1.810.583,36 1.300.109.01 510.474,35 561.848,35 598.848.50 0,00
ہ
م
במה היה המ へいいこ בי היה גם c
C
Stand am 1.1.2012 Zugang / Umbuchung Abgang / Umbuchung Abschreibung Zuschreibung Stand am 31.12.2012
Nennwert Kapital- Bilanzwert Nennwert Bilanzwert Nennwert Bilanzwert Nennwert Kapital Bilanzwert
anteil anteil
ξ s, Ψ Š ¢ Σ Ψ ψ Ψ ξ ళి Ψ
an verbundenen Unternehmen:
WZNL EUR
1151
50.001 100,00 295.642.429 EUR 50.001 100,00 295.642.429
rger International N.V., Zaltbommel 18.000 100,00 48.869.456 EUR 18.000 00,00 48.869.458
ger Finance Service B.V., Zaltbommel WZCE EUR
1152
47,557,721 99,99 78.601.895
rger NV, Kortrijk TRIB EUR
1201
13.090.086 99,99 143.197.048 34.467.635
$\frac{8}{10}$
35,404,847 ទី ទី
rger Asset Management NV, Zonnebeke rsvz 1240 8.595.776 99,99 19.542.259 8.595.776 99,99 19.542.259
ces NV, Kortrijk VIBNV ≘ug
1262
32.226.158 100,00 13,093,583 EUR 32.226,158 00,00 13.093.583
ger Building Solutions NV, Kortrijk HBSDE EUR
1265
34.466.347 100,00 35.404.847 35.404.847 EUR 0,00
ger Ziegelindustrie GmbH, Hannover WZIG $\frac{8}{10}$
1312
9.500.000 100,00 256,774,355 26,100.000 9,500.000 100,00 282.874.355
Abwassersysteme, Köln STEIN ã
1350
18.408.000 100,00 29.000.000 16.567.200
EUR
26,100.000 1,840,800 10,00 2,900.000
ger Beteiligungs GmbH, Hannover MLBB $\frac{8}{10}$
1355
25,750 99,04 25.750 99,04 25.750
Lobenfeld GmbH, Oldenburg RMVVW EUR
1361
25.000 100,00 351.250 5556 25.000 100,00 351,250
off GmbH, Ehingen vLBG EUR
1367
52.000 100,00 52.000 52.000 100,00 52,000
rger Ziegelindustrie GmbH, Hennersdorf WZIO EUR
1501
4,999,930 99,99 4,999.930 37,420,806
ar Ziegelwerk GmbH & Co KG, Nussdorf/Haunsberg SZW EUR
1504
232.140 53,00 37.420.806
3.682.355
999.999
610,000 232.140 99,99
53,00
3.072.355
rger Beteiligungs GmbH, Wien HOBW EUR
1554
72.673 100,00 250.000 72.673 100,00 749.999
rger Anteilsverwaltung GmbH, Wien WAV EUR
1569
35,000 100,00 1.368.933.533 35.000 100,00
100,00
1,368,933,533
ock International GmbH, Klagenfurt SBINT EUR
1580
3.000.000 100,00 70.961.927 3,000,000 70.961.927
ger Spa, Bubano BRUN ã
1802
10.000.000 100,00 2.900.000 SSSSSSS 10,000.000 100,00 78,663,207
rger A/S, Brondy WBDK DKK
2201
107,954,000 100,00 81.563.207
14,466.742
107.954.000 100,00 14.466.742
ger OY AB, Helsinki WBFI EUR
2301
1,000.000 100,00 25,360,000 1.000,000 100,00 25,360,000
rger (UK) Limited, Manchester WBUK GBP
2401
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EUR
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RUR
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ger EOOD, Sofia WBBG š
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G
g
6003
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EUR
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EUR
EU
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22 NOV 201 42 7 510 127 03 97 V V V V V V V V a 542 510 15 34 081 458 15

Erklärung des Vorstands

Erklärung des Vorstands

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzern vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Wien, am 22. Februar 2013

Der Vorstand der Wienerberger AG

Heimo Scheuch Willy Van Riet

Vorsitzender des Vorstands Mitglied des Vorstands, verantwortlich für den Bereich Finanzen

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