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Wienerberger AG

Annual Report Mar 29, 2017

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Annual Report

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Jahresfinanzbericht 2016 gem. § 82 Abs. 4 Börsegesetz

Inhaltsverzeichnis

Wienerberger Konzern

Konzernlagebericht 1
Konzernabschluss 34
Erklärung des Vorstands 113

Wienerberger AG

Lagabericht der Wienerberger AG 121
Jahresabschluss der Wienerberger AG 137

Anmerkungen zum Bericht:

Operatives EBIT sowie Ergebnis je Aktie bereinigt sind um Wertminderungen / Wertaufholungen von Vermögenswerten und Firmenwertabschreibungen bereinigt. // ROCE und EVA® werden auf Basis des durchschnittlichen Capital Employed berechnet. // CFROI und CVA werden auf Basis des durchschnittlichen historischen Capital Employed berechnet. // Durch maschinelle Rechenhilfen können Rundungsdifferenzen entstehen.

Wirtschaftliches Umfeld und Kapitalmärkte

Wirtschaftliches Umfeld 2016 Das globale Wirtschaftswachstum bewegte sich 2016 auf dem Niveau von 2015 und betrug laut Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) 3,1%. In den Kernregionen der Wienerberger Gruppe, in Europa und Nordamerika, stellte sich keine wesentliche Belebung des Wirtschaftswachstums ein und die Entwicklung war weiterhin von zurückhaltendem Investitionsverhalten von Konsumenten, Unternehmen und der öffentlichen Hand bestimmt. Die Vereinigten Staaten von Amerika zeigten trotz einer guten Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte 2016 einen Rückgang des Wachstums auf 1,6% nach 2,1% im Vorjahr. Dies änderte allerdings nichts an der Tatsache, dass sich die Arbeitslosenrate weiter verbesserte und sich mit 4,7% am Jahresende der Vollbeschäftigung weiter annäherte. Für die Eurozone, in der wesentliche Märkte wie Deutschland und Italien eine geringfügige Verbesserung der Wachstumsrate im Jahresvergleich verzeichneten, bezifferte der IWF das Wachstum mit 1,7% und damit um 0,3 Prozentpunkte unter dem Niveau des Vorjahres. In Großbritannien kam es nicht zuletzt aufgrund des Referendums über den Austritt aus der Europäischen Union zu einem Rückgang des Wirtschaftswachstums auf 2,0% (Vorjahr: 2,2%). Für die Volkswirtschaften in Osteuropa prognostizierte der IWF eine merkliche Verlangsamung der Wachstumsrate von 3,7% im Vorjahr auf 2,9% im Jahr 2016. In der regionalen Gliederung der IWF-Prognosen ist in der Region Osteuropa allerdings auch die Türkei enthalten, deren deutliche wirtschaftliche Abkühlung infolge des Putschversuchs, der Währungsabwertung und der den Tourismus belastenden Terrorangst die Einschätzung maßgeblich beeinflusst.

Geopolitische Entwicklungen zeigten 2016 zunehmende und die Prognoseunsicherheit erhöhende Auswirkungen auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Terroranschläge in europäischen Metropolen wie Brüssel, Paris, Berlin, Nizza oder Istanbul sowie der fortdauernde militärische Konflikt in Syrien und der daraus folgende Flüchtlingsstrom riefen weltanschauliche Konflikte ebenso schmerzlich ins Gedächtnis wie Fragestellungen zur Verteilungsgerechtigkeit, multilateraler Zusammenarbeit sowie Nationalismus und Sicherheitspolitik. Die Entscheidung Großbritanniens, die Europäischen Union zu verlassen, stellte nicht nur deren Zukunft in Frage, sondern hatte eine empfindliche Abwertung des britischen

Pfunds, einen geldpolitischen Stimulus durch die Bank of England sowie einen Regierungswechsel zur Folge. In Brüssel wiederum waren Fragen nach der zukünftigen Ausrichtung und der Funktionsfähigkeit der Institutionen der Europäischen Union sowie wachsender Protektionismus und die sinkende Bereitschaft zu Zugeständnissen bei Einschränkungen der nationalstaatlichen Souveränität bestimmende Themen der politischen Auseinandersetzung. Infolgedessen kam es zu keinem wesentlichen Fortschritt bei dem Ringen um nachhaltige Lösungen für drängende politische Fragen. Dazu zählen die Strukturreform der Union, die Flüchtlingskrise und die gemeinsame Sicherheitspolitik sowie Maßnahmen zur Belebung der schwachen Konjunkturlage, die weiterhin vorrangig in die Sphäre geldpolitischer Maßnahmen der EZB verschoben werden. Die Vereinigten Staaten von Amerika stehen nach der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten und der republikanischen Partei zur stärksten Fraktion in beiden Kammern des Kongresses vor einem Richtungswechsel in der fiskalischen, sicherheitspolitischen, wirtschaftlichen sowie innen- und außenpolitischen Ausrichtung des Landes, dessen volles Ausmaß in der kurzen Periode seit der Vereidigung nicht abschließend einschätzbar ist.

Geldpolitisch setzte die US-amerikanische Notenbank FED kurz vor Jahresende mit der zweiten Zinserhöhung seit Beginn der Finanzkrise einen weiteren Schritt zum Abschied von der de facto Nullzinspolitik. Demgegenüber hielt die Europäische Zentralbank nicht nur am expansiven Kurs fest, sondern senkte den Leitzins im März 2016 auf 0,00% und stockte das Programm zum Ankauf von Anleihen weiter auf. Zusammen mit dem Stimulus der Bank of England verstärkte sich damit die Divergenz der Geldpolitik Europas und der Vereinigten Staaten weiter.

Prognosen 2017 Für 2017 prognostiziert der IWF eine leichte Be-lebung des globalen Wirtschaftswachstums auf 3,4 %. Während für die USA eine Verbesserung um 0,7 Prozentpunkte auf 2,3% in Aussicht gestellt wird, stagniert laut Prognose das Wachstum der Wirtschaftsleistung in der Eurozone bei 1,6% und für Großbritannien wird eine weitere Abkühlung um 0,5 Prozentpunkte auf 1,5% erwartet. Für die osteuropäischen Volkswirtschaften rechnet der IWF mit einer leichten Verbesserung der Wachstumsrate auf 3,1%.

Auswirkungen auf die Aktienmärkte

Wie die Mehrzahl der Leitindizes in Europa und Asien starteten die Finanzmärkte in den USA mit einem deutlichen Kursrückgang in das Börsejahr 2016. Grund für den Einbruch war der deutlich eingetrübte Ausblick für das globale Wirtschaftswachstum, der insbesondere von Sorgen über die Abkühlung der chinesischen Volkswirtschaft bestimmt war. Ab Mitte Februar verbesserte sich die Investitionsneigung deutlich und die Indizes zeigten, trotz kurzer Schwächephasen wie im Nachgang des BREXIT-Referendums, eine durchgängig positive Entwicklung, die in den Wochen nach der US-Präsidentschaftswahl nochmals an Fahrt gewann. Zu Jahresende gingen der Dow Jones Industrial Average mit einem Kursplus von 13,4%, der S&P 500 mit einem Kursgewinn von 9,5% und der Leitindex der Technologiebörse NASDAQ mit einem Anstieg von 7,5% aus dem Handel. In den ersten Handelswochen des laufenden Jahres markierten diese Indizes neue Rekordstände.

In Europa zeigte sich der EURO STOXX 50, ein Aktienindex, der 50 große börsenotierte Unternehmen der Eurozone beinhaltet, mit einer Jahresperformance von 0,7% nur leicht verbessert. Der deutsche DAX schloss das Jahr mit einem Zugewinn von 6,9% ab. Der britische FTSE 100 verzeichnete trotz der gestiegenen Unsicherheit aufgrund der bevorstehenden Verhandlungen über den Austritt aus der Europäischen Union mit einem Zuwachs um 14,4% die stärkste Kursentwicklung der europäischen Leitindizes und erreichte zu Beginn 2017 ein neues Allzeithoch. Der französische CAC40 ging mit einem Kursplus von 4,9% aus dem Handel und der österreichische Leitindex ATX zählte mit einem Anstieg um 9,2% wie bereits 2015 zu den europäischen Indizes mit der stärksten Performance.

Wohnbaumarkt in Europa Drei zentrale Indikatoren für die Analyse und Prognose der Wohnbautätigkeit in einer Region sind Baugenehmigungen sowie Baubeginne und Fertigstellungen. Diese Indikatoren zeichneten im Jahr 2016 ein ermutigendes Bild für Europa. Die Baugenehmigungen, die einen Vorlaufindikator darstellen, stiegen laut Einschätzung der

Branchenbenchmark Euroconstruct in jenen der erfassten 19 Länder, in denen Wienerberger tätig ist, um 10%. Um die Aussagekraft der Euroconstruct-Prognosen zu erhöhen, stellt unsere Analyse auf gewichtete Wachstumsraten ab. Zu diesem Zweck wurden die prognostizierten Landeswachstumsraten von Euroconstruct mit den Umsatzanteilen in unserem Ziegelgeschäft gewichtet. Im Ein- und Zweifamilienwohnbau, in dem Wienerberger über besonders starke Marktpositionen verfügt, stiegen die gewichteten Baugenehmigungen um 8 %. Allerdings hat die Prognosekraft der Baugenehmigungen in den letzten Jahren merklich abgenommen. Infolgedessen führen erteilte Baugenehmigungen nicht mehr im gleichen Ausmaß zu Baubeginnen und Baufertigstellungen. So stiegen 2016 die gewichteten Baubeginne im Ein- und Zweifamiliensegment nur um 3,5% und auch für 2017 geht Euroconstruct trotz des starken Anstiegs der Baugenehmigungen nur von einer ähnlichen Wachstumsrate in unseren relevanten Märkten aus. Der nachlaufende Indikator der Baufertigstellungen beziffert das gewichtete Wachstum im Ein- und Zweifamiliensegment für das Jahr 2016 mit 3,2%. In Summe bestätigen diese Indikatoren die mit moderatem Tempo voranschreitende Erholung des europäischen Wohnungsneubaus.

Die Renovierungstätigkeit im Wohnbausegment wird vorwiegend durch Statistiken zu den Renovierungsausgaben erfasst. Dieser sehr breit gefasste Indikator zeigte 2016 gemäß Euroconstruct einen gewichteten Anstieg um 1,8%. Für unser Ziegelgeschäft ist insbesondere die Sanierung von Steildächern, die häufig mit einer Verbesserung der thermischen Leistung einhergeht, das wesentlichste Teilsegment des Renovierungsmarktes, das nach unserer Beobachtung im Jahr 2016 einen leichten Rückgang aufwies.

Infrastrukturmarkt in Europa Die europäischen Investitionsausgaben für Infrastrukturprojekte zeigten im Jahr 2016 eine sehr starke regionale Divergenz. Während gemäß gewichteter Euroconstruct-Einschätzung die Infrastrukturausgaben in den relevanten westeuropäischen Märkten um 3,5% gewachsen sind, was insbesondere auf Wachstum in den nordischen Märkten zurückzuführen war, verzeichnete Osteuropa einen Einbruch der Investitionen. Dabei dienen für die Analyse der Infrastrukturausgaben die Umsatzanteile der Märkte

in der Division Pipes & Pavers Europe als Gewichtungsfaktoren der Landeswachstumsraten. In den vier unter Beobachtung stehenden Märkten in der Region (Polen, Tschechien, Ungarn und die Slowakei) beziffert Euroconstruct den gewichteten Rückgang auf -10%. Diese Einschätzung ist ein aussagekräftiger Indikator für das Ausmaß des Einbruchs, der auch in der Mehrzahl der übrigen osteuropäischen Märkte zu beobachten war und von dem wir durch unsere sehr guten Marktpositionen und flächendeckende Marktbearbeitung stark betroffen waren. Ursache dafür sind in erster Linie die für die neue Förderperiode des EU-Kohäsionsfonds geänderten Bestimmungen für die fördergerechte öffentliche Ausschreibung von Projekten, die lokale Entscheidungsträger vor große Herausforderungen stellen und infolgedessen zu massiven Verzögerungen führen. Insgesamt zeigten die europäischen Infrastrukturausgaben in den für Wienerberger relevanten Märkten ein leichtes gewichtetes Wachstum von 0,7%.

Im Teilsegment Wassermanagement, das rund 12% der Infrastrukturausgaben repräsentiert und das den für unser Rohrgeschäft wichtigen Markt für Frisch- und Abwassersysteme beinhaltet, sanken die Ausgaben laut gewichteter Prognose um 0,3%. Dabei zeigte sich auch in diesem Segment eine massive Schwäche in der Region Osteuropa (-9%). Das Telekommunikationssegment wies 2016 eine steigende Bauleistung (+4,4%) auf, und im Segment Energie legten die Investitionen um 2,2% zu. Im Straßenbau war eine gemischte Entwicklung zu beobachten. Während Westeuropa ein gewichtetes Wachstum in Höhe von 2,2% aufwies, verzeichnete Osteuropa einen Rückgang um 9,3%.

Wohnbaumarkt in den USA Im Jahr 2016 stiegen in den USA die Baubeginne laut U.S. Census Bureau um 5,6% auf 1,174 Mio. Wohneinheiten, und die Fertigstellungen verzeichneten einen Zuwachs um 9,5% auf 1,061 Mio. Wohneinheiten. Baugenehmigungen wurden für 1,190 Mio. Wohneinheiten ausgestellt, ein Anstieg um lediglich 0,6% im Jahresvergleich. Dabei überstiegen 2016 erstmals seit Beginn der Finanzkrise die Zuwachsraten im Einfamiliensegment die Aktivität im Mehrfamiliensegment. Besonders deutlich fiel die Veränderung der Dynamik beim Vorlaufindikator der Baugenehmigungen aus, der einen Anstieg um 7,1%

im Einfamiliensegment und einen Rückgang um 9,7% im Mehrfamiliensegment auswies. Für 2017 erwartet die National Association of Home Builders (NAHB) einen Anstieg der Baubeginne um 5,5% auf 1,239 Mio. Wohneinheiten, der vor allem auf einen Zuwachs im Einfamiliensegment in Höhe von 10% zurückzuführen ist. Diese Einschätzung wird durch die Prognose von McGraw Hill Construction - Dodge bestätigt, die von einer Verbesserung des Gesamtmarktes auf 1,235 Mio. Wohneinheiten ausgeht.

Der NAHB/Wells Fargo Housing Market Index spiegelt die gegenwärtige Einschätzung von Hausverkäufen durch Bauunternehmer und Entwickler sowie deren Erwartungen für die nächsten sechs Monate wider. Dieser Index betrug im Dezember 69 Punkte und verbesserte sich im Vergleich zum revidierten Wert aus dem Schlussmonat des Vorjahres um 9 Punkte. Damit rangiert der Index deutlich über der Marke von 50, die anzeigt, dass die Mehrzahl der Marktteilnehmer den Ausblick positiv einschätzt. Die Verkaufspreise legten gemäß S&P/Case-Shiller 20-City Composite Home Price Index in den 12 Monaten bis einschließlich Dezember 2016 um 5,58% zu.

Die Benchmark für Fixzinssätze von Hypothekarkrediten mit 30 Jahren Laufzeit stieg auf 4,2% und verzeichnete im Vergleich zum Jahresende 2015 einen Anstieg um 24 Basispunkte. Damit verblieb dieser Indikator auf einem im langfristigen Vergleich sehr geringem Niveau. Im Vergleich zum Jahrestiefstwert von 3,4% im August 2016 stellt dieser Wert allerdings einen Zuwachs von 0,8 Prozentpunkten dar und reflektiert die vom Markt erwartete Fortsetzung der Leitzinserhöhungen der US-Notenbank FED. In Summe unterstreicht die große Zahl positiver Indikatoren zum US-Häusermarkt, dass für 2017 mit einer Fortsetzung des Wachstums zu rechnen ist.

Quellen: IMF (World Economic Outlook, Jänner 2017), U.S. Census Bureau, Euroconstruct, ThomsonOne, Freddie Mac Primary Mortgage Market Survey, McGraw Hill Construction - Dodge, NAHB, NAHB/Wells Fargo Housing Market Index, S&P/Case-Shiller 20-City Composite Home Price Index

Ergebnis- und Bilanzanalyse

Ertragslage

Die Wienerberger Gruppe erwirtschaftete im Jahr 2016 einen signifikanten Anstieg des EBITDA bei einem insgesamt stabilen Konzernumsatz in Höhe von 2.973,8 Mio. €. Dabei ist es uns gelungen, über die gesamte Gruppe sowohl die Durchschnittspreise als auch den Absatz leicht zu steigern. Zudem profitierten wir vom Konsolidierungsbeitrag aus kleineren Übernahmen im Berichts-jahr. Dieser erfreulichen Entwicklung standen negative Fremdwährungseffekte von insgesamt 60,9 Mio. € gegenüber, die vorwiegend auf die Abwertung des britischen Pfund, des polnischen Zloty, der norwegischen Krone und der türkischen Lira zurückzuführen waren.

Wienerberger erzielte in der Division Clay Building Materials Europe einen um 2% verbesserten Außenumsatz in Höhe von 1.681,2 Mio. € (Vorjahr: 1.643,0 Mio. €). Das EBITDA der Division stieg im Jahresvergleich um 17% auf 290,7 Mio. € (Vorjahr: 249,3 Mio. €). Diese Entwicklung ist primär auf gestiegene Absatzmengen bei leicht höheren Durchschnittspreisen zurückzuführen, denen deutlich negative Fremdwährungseffekte entgegenstanden. Neben der starken operativen Entwicklung, die auf laufende Effizienzmaßnahmen, Kostenoptimierung und die Stärkung des Vertriebs zurückzuführen war, profitierte die Division von gesunkenen Energiekosten. Die Ergebnisverbesserung im Segment Clay Building Materials Western Europe gründete auf organischem Wachstum und den erwarteten positiven Effekten der im Vorjahr eingeleiteten Strukturmaßnahmen. Das Segment Clay

Building Materials Eastern Europe profitierte von der gestiegenen Bautätigkeit in der Region. Nur im russischen Markt, der von den Auswirkungen der sinkenden Wirtschaftsleistung betroffen war, mussten wir einen deutlichen Umsatz- und Ergebnisrückgang hinnehmen.

In der Division Pipes & Pavers Europe lag der Außenumsatz mit 988,2 Mio. € um 5% unter dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 1.043,6 Mio. €), das EBITDA ging um 9% auf 98,5 Mio. € zurück (Vorjahr: 107,9 Mio. €). Diese Entwicklung war auf Umsatzrückgänge in allen drei Geschäftsbereichen der Division zurückzuführen. Unsere Kunststoffrohraktivitäten verzeichneten eine im Vergleich zum Rekordjahr 2015 geringere Nachfrage im internationalen Projektgeschäft sowie einen leicht gesunkenen Absatz. Insgesamt schloss unser Kunststoffrohrgeschäft trotz des negativen Einflusses der Fremdwährungsentwicklung auf Umsatz und Ergebnis das Jahr mit einem leichten Anstieg des EBITDA ab und profitierte dabei vom Entfall von Kosten für Strukturanpassungen aus dem Vorjahr. Im Geschäft mit keramischen Abwasserrohren schlugen sich der deutliche Rückgang im Exportgeschäft in den Mittleren Osten sowie die Verzögerungen bei Ausschreibungen von öffentlichen Projekten in Osteuropa, die mit Mitteln der Europäischen Union gefördert werden, deutlich negativ auf Umsatz und Ergebnis nieder. Dieser Effekt betraf auch unsere Aktivitäten mit Betonflächen-befestigungen, die sowohl bei Umsatz als auch Ergebnis das Niveau des Vorjahres nicht halten konnten.

In der Division North America profitierten wir im Ziegelgeschäft vom Anstieg der Wohnbautätigkeit in den USA sowie in Kanada und verzeichneten ein deutliches Mengenwachstum. Das Kunststoffrohrgeschäft der Division konnte im abgelaufenen Jahr zwar den Absatz leicht steigern, musste jedoch aufgrund geringerer Durchschnittspreise einen Ergebnisrückgang hinnehmen. Der Außenumsatz stieg im Jahr 2016 um 5% auf 292,7 Mio. € (Vorjahr: 277,5 Mio. €), während sich das EBITDA mit 32,7 Mio. € (Vorjahr: 32,2 Mio. €) stabil entwickelte. Allerdings ist die Vergleichbarkeit der Ergebnisse in beiden Jahren durch die Effekte von Verkäufen nicht betriebsnotwendiger Liegenschaften eingeschränkt. Darüber hinaus veräußerten wir am Jahresende 2016 zwei Produktionsstandorte für Betonprodukte in den

Bundesstaaten Colorado und Wyoming. Bereinigt um diese Effekte sowie um Kosten für die Stilllegung eines Werkes und Währungseffekte verzeichnete die Division eine Ergebnisverbesserung.

Das EBITDA der Gruppe lag mit 404,3 Mio. € um 9% über dem Vorjahr, wobei 1,0 Mio. € auf Konsolidierungseffekte aus dem Ergebnisbeitrag von Zukäufen

entfiel. Weiters resultierten negative Wechselkursdifferenzen in Höhe von 12,8 Mio. € vorwiegend aus dem britischen Pfund, dem polnischen Zloty, der norwegischen Krone sowie der türkischen Lira. Ebenso enthalten sind Erträge aus dem Verkauf nicht betriebsnotwendiger Liegenschaften in Höhe von 17,9 Mio. € sowie der Beitrag aus einer Portfoliooptimierung in den USA von in Summe 2,9 Mio. €.

Wienerberger Gruppe 369,7
-17,6
404,3
+9
Holding & Others -19,7 32,7 +11
North America 32,2 98,5 +1
Pipes & Pavers Europe 107,9 290,7 -9
Clay Building Materials Europe 249,3 +17
EBITDA
in MEUR
2015 2016 Vdg. in %

Die EBITDA-Marge verbesserte sich im Jahr 2016 von 12,4% auf 13,6%. Dies lässt sich vorwiegend auf Ergebnissteigerungen in der Division Clay Building Materials Europe zurückführen.

Die laufenden Abschreibungen auf das Sachund immaterielle Anlagevermögen beliefen sich auf 191,3 Mio. € (Vorjahr: 201,2 Mio. €). Die operative Abschreibungstangente sank dabei mit 6,4% unter das Vorjahresniveau von 6,8%. Dieser relativ hohe Wert resultiert vor allem aus der starken Investitionstätigkeit der Vergangenheit und ist ein Indikator für die Anlagenintensität und das technische Potenzial der Wienerberger Gruppe.

Das operative Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT operativ) stieg im Jahr 2016 deutlich auf 197,7 Mio. € (Vorjahr: 167,6 Mio. €). Nach der Berücksichtigung von Wertminderungen und Wertaufholungen von Vermögenswerten in Höhe von insgesamt -0,2 Mio. €,und Firmenwertabschreibungen von 6,9 Mio. € betrug das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Berichtsjahr 190,6 Mio. € (Vorjahr: 163,1 Mio. €).

Rentabilitätskennzahlen
in %
2015 2016
Bruttoergebnis zu Umsatz 31,8
Verwaltungskosten zu Umsatz 6,1 32,4
Vertriebskosten zu Umsatz 19,4 6,3
EBITDA-Marge 12,4 19,3
Operative EBIT-Marge 5,6 13,6
6,6

Finanzergebnis und Steuern

Das Zinsergebnis zeigte deutlich niedrigere Finanzierungskosten infolge der Tilgung von Bankverbindlichkeiten sowie der verstärkten Nutzung revolvierender Kreditlinien und verbesserte sich von -42,3 Mio. € im Vorjahr auf -34,4 Mio. € im Jahr 2016. Die Ergebnisübernahme von assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen stieg im Jahresvergleich von 4,0 Mio. € auf

6,7 Mio. €. Das sonstige Finanzergebnis war mit -4,3 Mio. € negativ und beinhaltete neben Bewertungseffekten in Höhe von -2,9 Mio. € vor allem Bankspesen in Höhe von -2,5 Mio. €, denen Dividendenerträge von

1,1 Mio. € gegenüberstanden. Das Ergebnis vor Ertragsteuern stieg im Jahr 2016 aufgrund der Verbesserungen im operativen Geschäft und im Finanzergebnis von 107,0 Mio. € im Vorjahr auf 158,5 Mio. €.

Gewinn- und Verlustrechnung
in MEUR
2015 2016 Vdg. in %
Umsatzerlöse 2.972,4 0
Herstellkosten -2.027,8 2.973,8 +1
Vertriebs- und Verwaltungskosten 1) -759,9 -2.011,2 0
Sonstige betriebliche Aufwendungen -64,5 -760,5 -7
Sonstige betriebliche Erträge 47,3 -69,1 +37
64,8
Operatives Betriebsergebnis (EBIT operativ)
Wertminderungen von Vermögenswerten
167,6
-13,1
197,7 +18
+66
Firmenwertabschreibungen 0,0 -4,5 <-100
Wertaufholungen von Vermögenswerten 8,7 -6,9 -50
4,3
Betriebsergebnis (EBIT)
Finanzergebnis 2)
163,1
-56,1
190,6 +17
+43
-32,1
Ergebnis vor Steuern
Ertragsteuern
107,0
-37,2
158,5 +48
-16
Ergebnis nach Steuern 69,8 -43,2
115,3
+65

1) inklusive Transportaufwendungen // 2) inklusive at-equity Ergebnis

Der Aufwand aus Ertragsteuern stieg infolge des deutlich verbesserten Ergebnisses vor Ertragsteuern im Berichtsjahr auf 43,2 Mio. € (Vorjahr: 37,2 Mio. €) und beinhaltete neben laufenden Steueraufwendungen von 40,5 Mio. € auch latente Steuereffekte von 2,7 Mio. €.

Das Ergebnis nach Ertragsteuern verbesserte sich aufgrund der starken operativen Performance von 69,8 Mio. € im Vorjahr auf 115,3 Mio. €. Das Ergebnis je Aktie wird nach Abzug des auf Anteile in Fremdbesitz entfallenden Ergebnisses sowie nach Abzug des jährlichen Hybridkupons in Höhe von 31,5 Mio. € errechnet und verbesserte sich auf Basis der gewichteten Aktienanzahl von 117,0 Mio. Stück (Vorjahr: 117,0 Mio. Stück) auf 0,70 € (Vorjahr: 0,31 €).

Vermögens- und Finanzlage

Im Jahr 2016 verringerte sich die Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr um 1% auf 3.637,2 Mio. €, was vorrangig auf die laufende Abschreibung sowie Wertminderungen von Sachanlagen und immateriellem Vermögen zurückzuführen war. Branchenbedingt ist die Bilanzstruktur von Wienerberger durch eine hohe Anlagenintensität und langfristige Finanzierungen gekennzeichnet.

Der Anteil des Anlagevermögens am Gesamtvermögen war mit 65% (Vorjahr: 66%) im Jahresvergleich stabil, wobei das Capital Employed mit Ende 2016 zu 64% (Vorjahr: 63%) aus Sachanlagen bestand. Der Vorratsbestand verringerte sich im abgelaufenen Jahr durch verstärkten Lagerabbau im keramischen Geschäft in Westeuropa und Nordamerika sowie der Division Pipes & Pavers Europe von 753,3 Mio. € im Vorjahr auf 718,4 Mio. €. Das Working Capital (Vorräte + Nettokundenforderungen - Lieferverbindlichkeiten) sank im Jahr 2016 aufgrund des Lagerabbaus und gestiegener Lieferantenverbindlichkeiten um 87,8 Mio. € auf 519,7 Mio. € (Vorjahr: 607,5 Mio. €) und unterschritt mit 17% damit klar den angestrebten Zielwert von 20% des Umsatzes am Jahresende (Vorjahr: 20%). Im Jahr 2016 erhöhte sich der Bestand an Zahlungsmitteln sowie an Wertpapieren und sonstigen finanziellen Vermögenswerten durch verstärktes Working Capital Management auf insgesamt 249,8 Mio. € (Vorjahr: 213,3 Mio. €). Diese Mittel sind Bestandteil einer starken Liquiditätsreserve zur Finanzierung des saisonalen Working-Capital-Bedarfs und der teilweisen Refinanzierung von Fälligkeiten im ersten Quartal 2017.

Das Konzerneigenkapital verringerte sich im vergangenen Jahr um 10% auf 1.849,0 Mio. € (Vorjahr: 2.054,2 Mio. €). Diese Veränderung war primär der Umgliederung einer Hybridanleihe mit einem Marktwert von 222,7 Mio. € von Eigen- zu Fremdkapital geschuldet, die aufgrund der Ausübung der Rückkaufsoption durch Wienerberger mit 15. Dezember 2016 vorgenommen wurde. Durch die Ausübung der Option wurde diese Anleihe mit Februar 2017 zur Tilgung fällig und verlor daher ihren Eigenkapitalcharakter nach IFRS. Abgesehen von diesem Effekt erhöhte sich das Eigenkapital durch das positive Ergebnis nach Ertragsteuern von 115,3 Mio. €. Demgegenüber minderten der Abzug des Hybridkupons von 32,5 Mio. €, die Erfassung der abgegrenzten Kuponverbindlichkeit von 12,2 Mio. € für die in 2017 fällig werdende Hybridanleihe, deren anteiliger Rückkauf in 2016 in Höhe von 6,0 Mio. € und die Auszahlung der Dividende von 23,4 Mio. € das Eigenkapital. Im sonstigen Gesamtergebnis wurden darüber hinaus Veränderungen der Währungsumrechnung und Hedgingreserven sowie Marktwertänderungen von AfS Finanzinstrumenten von insgesamt -10,7 Mio. € sowie versicherungsmathematische Verluste nach Steuern im Zusammenhang mit leistungsorientierten Pensionsplänen und Abfertigungsvorsorgen in Höhe von 13,0 Mio. € erfasst.

Die passiven latenten Steuern sanken gegenüber dem Vorjahr auf 80,8 Mio. € (Vorjahr: 84,3 Mio. €). Die Personalrückstellungen erhöhten sich aufgrund des niedrigeren Zinsniveaus sowie dämpfend wirkender Währungseffekte auf 171,5 Mio. € gegenüber 160,6 Mio. € im Vorjahr. Da keine neuen leistungsorientierten Pensionszusagen abgeschlossen wurden bzw. die bestehenden Zusagen wenn möglich in beitragsorientierte Zusagen umgewandelt werden, kommt es, abgesehen von gesetzlichen Änderungen oder Parameterveränderungen, tendenziell zu einer Verringerung der bilanzierten Pensionsverpflichtungen. Sonstige langfristige Rückstellungen, zu denen Garantierückstellungen und Rekultivierungsverpflichtungen gehören, veränderten sich nur unwesentlich von 71,8 Mio. € auf 71,2 Mio. €. Die kurzfristigen Rückstellungen verringerten sich aufgrund des Wegfalls von Rückstellungen für Strukturanpassungen sowie Rückstellungen für Produkthaftung im Jahr 2016 auf 35,3 Mio. € (Vorjahr: 57,9 Mio. €). Der Anteil der gesamten Rückstellungen an der Bilanzsumme blieb somit mit 8% (Vorjahr: 8%) stabil.

Die verzinslichen Verbindlichkeiten (Finanzverbindlichkeiten) erhöhten sich um 133,9 Mio. € auf 881,4 Mio. € und enthalten Verbindlichkeiten gegenüber Banken, Anleihezeichnern und sonstigen Dritten von 869,4 Mio. € sowie Derivate mit negativen Marktwerten von 12,0 Mio. €. Die Erhöhung der Finanzverbindlichkeiten ist auf die Umgliederung einer Hybridanleihe mit einem Marktwert von 222,7 Mio. € zuzüglich des abgegrenzten Kupons von Eigen- zu Fremdkapital zurück-zuführen, die durch die Ausübung des Rückkaufsrechts seitens Wienerberger am 14. Dezember 2016 ausgelöst wurde. Ohne diesen Effekt wären die verzinslichen Verbindlichkeiten um rund 100 Mio. € zurückgegangen. Diesen Verbindlichkeiten stehen liquide Mittel und Wertpapiere von 249,8 Mio. € und zugesagte Kreditlinien in Höhe von 550,0 Mio. €, von denen zum Bilanzstichtag 470,0 Mio. € nicht gezogen waren, gegenüber. Von den verzinslichen Verbindlich-keiten in Höhe von 869,4 Mio. € haben 55% (Vorjahr: 68%) langfristigen und 45% (Vorjahr: 32%) kurzfristigen Charakter.

Berechnung der Nettoverschuldung 1)
in MEUR
2015 2016 Vdg. in %
Langfristige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 507,5 -5
Kurzfristige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 239,6 481,4 +67
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 0,0 399,9 >100
- Konzernforderungen und -verbindlichkeiten aus Finanzierung -18,4 0,1 -1
- Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte -39,8 -18,3 -14
- Zahlungsmittel -154,9 -34,4 -27
-197,0
Nettoverschuldung 534,1 631,6 +18

1) exklusive der Hybridanleihe 2014, welche gemäß IFRS im Eigenkapital ausgewiesen wird.

Die Nettoverschuldung zum 31.12.2016 erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 18% auf 631,6 Mio. €. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit stieg im abgelaufenen Jahr auf 333,8 Mio. €. Aus Anlagenabgängen, vorwiegend von nicht betriebsnotwendigem Vermögen, flossen der Gruppe 42,1 Mio. € zu. Diesen Zuflüssen standen gestiegene Zahlungsmittelabflüsse für Gesamtinvestitionen von 181,1 Mio. € sowie die Ausschüttungen der Dividende in Höhe von 23,4 Mio. € und des Hybridkupons von 32,5 Mio. € gegenüber. Die Umgliederung einer Hybridanleihe und des abgegrenzten Kupons von insgesamt 234,9 Mio. € von Eigen- zu Fremdkapital und

ein anteiliger Rückkauf dieser Anleihe von 6,0 Mio. € erklären schließlich den Anstieg der Nettoverschuldung trotz des positiven Netto-Cashflow von 140,8 Mio. €.

Mit Jahresende 2016 entsprach die Nettoverschuldung einem Verschuldungsgrad von 34,2% (Vorjahr: 26,0%). Die langfristigen Finanzmittel wie Eigenkapital, langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten deckten das Anlagevermögen zu 113% (Vorjahr: 119%). Die Entschuldungsdauer lag am 31. Dezember 2016 bei 1,6 Jahren (Vorjahr: 1,4), die EBITDA-Zinsdeckung bei 11,8 (Vorjahr: 8,7).

Bilanzkennzahlen 2015 2016
Capital Employed in MEUR 2.569,9
Nettoverschuldung in MEUR 534,1 2.460,0
Eigenkapitalquote in % 55,6 631,6
Verschuldungsgrad in % 26,0 50,8
Anlagendeckung in % 84,7 34,2
Working Capital zu Umsatz in % 20,4 78,3
17,5

Treasury

Wie bereits im Vorjahr angekündigt, nutzte Wienerberger den starken Cashflow des vergangenen Jahres zur Tilgung von Finanzverbindlichkeiten, um die Nettozinslast der Wienerberger Gruppe weiter zu senken. Dabei wurde für den saisonalen Finanzierungsbedarf des Nettoumlaufvermögens die revolvierende Kreditlinie von 400 Mio. € unterjährig in Anspruch genommen und zum Jahresende wieder auf einen Ausnutzungstand von 80 Mio. € zurückgeführt.

Am 14.12.2016 gab Wienerberger bekannt, die Call Option auf die im Jahr 2007 emittierte Hybridanleihe mit einem ausständigen Nominalwert von 221,8 Mio. € auszuüben. Somit zahlte Wienerberger diese Anleihe inklusive des ausständigen Kupons am 9. Februar 2017 zurück. Die Refinanzierung dieser Anleihe erfolgt einerseits aus bestehenden liquiden Mitteln, andererseits konnte Wienerberger das aktuell günstige Umfeld am Kapitalmarkt nutzen und eine neue syndizierte Kreditlinie mit achtjähriger Laufzeit und einem Volumen von 150 Mio. € abschließen. Diese Kreditlinie war zum Jahresende nicht gezogen und wurde zur Tilgung der Hybridanleihe im Februar 2017 herangezogen. Weiters wurde der Kupon für die verbleibende Hybridanleihe mit einem Nominalwert von 272,2 Mio. € mit 9. Februar 2017 von 6,5% auf 5,0% gesenkt. Aufgrund der attraktiven Konditionen der neuen Kreditlinie wird die Zins- bzw. Kuponbelastung daher im Vergleich zur bisherigen Finanzierungsstruktur um jährlich 16,7 Mio. € verringert.

Aufgrund des starken Abbaus des Nettoumlaufvermögens im vierten Quartal verfügte Wienerberger Ende 2016 über einen höheren Bestand liquider Mittel als im Vorjahr. Dieser wird kurzfristig für den saisonalen Lageraufbau im ersten Quartal sowie teilweise zur

Tilgung der Hybridanleihe Verwendung finden und daher nicht längerfristig extern veranlagt, wodurch die Problematik der aktuellen Zinslandschaft mit teilweise negativen Zinssätzen minimiert werden kann.

Zum Jahresende verfügte Wienerberger somit neben den liquiden Mitteln über weitere 470 Mio. € zugesagte Kreditlinien zur Sicherstellung der Liquidität der folgenden 12 Monate, die sich aus dem nicht genutzten Teil der revolvierenden Kreditlinie sowie der neu abgeschlossenen Refinanzierungslinie von 150 Mio. € zusammensetzten.

Die verstärkte Nutzung revolvierender Kreditlinien, deren Zinskonditionen substantiell unter denen langfristiger Kredit- oder Anleihekonditionen liegen, sowie die Tilgung externer Finanzverbindlichkeiten führten zur angestrebten Verbesserung des Zinsergebnisses. Dadurch zeigten die für Bankverträge und das Rating wichtigen Finanzkennzahlen im Vergleich zu 2015 eine weitere Verbesserung.

Der Zinsdeckungsgrad (EBITDA / Nettozinsaufwand) verbesserte sich zum Stichtag auf 11,8. Die Entschuldungsdauer lag mit 1,6 Jahren trotz der Umgliederung der Hybridanleihe 2007 von Eigen- zu Fremdkapital nur unwesentlich über dem Vorjahreswert von 1,4 Jahren. Damit übertrafen wir das intern gesetzte Ziel, den

Verschuldungsgrad Ende des Jahres unter 2,0 zu halten, und verfügen über ausreichend Spielraum unter den extern vorgegebenen Schwellenwerten. Auch die von unserer Ratingagentur gesetzten Zielwerte für das Ba2 Rating der Wienerberger Gruppe konnten übertroffen werden.

Treasury Kennzahlen 31.12.2015 31.12.2016 Schwellenwert
Nettoverschuldung / EBITDA 1,4 <3,50
EBITDA / Zinsergebnis 8,7 1,6 >3,75
11,8

Zum Stichtag waren 57% der Finanzverbindlichkeiten fix verzinst. Den verbleibenden 43% an variabel verzinsten Verbindlichkeiten stehen teilweise variabel verzinste Veranlagungen gegenüber, wodurch das Zinsrisiko der Gruppe reduziert wird.

2016 war von zum Teil starken Fremdwährungsschwankungen charakterisiert, die sich bei Wienerberger vorwiegend als Translationsrisiken und zu einem geringeren Ausmaß als Transaktionsrisiken niederschlagen. Transaktionsrisiken werden im Konzern vorwiegend mit Termingeschäften abgesichert. Während der Großteil der Finanzierungen in Euro denominiert ist, betrachtet Wienerberger das bilanzielle Währungsrisiko anhand der Nettorisikoposition in den wichtigsten Währungen (CAD, CHF, CZK, GBP, PLN und USD) und sichert einen Teil des Risikos auf Basis von monatlichen Sensitivitätstests mittels Zins-Währungsswaps ab. Finanzielle Forderungen an Tochterunternehmen des Konzerns in Fremdwährung werden unter Berücksichtigung ökonomischer Restriktionen mittels Zins-Währungsswaps gegen Schwankungen abgesichert. Zum Bilanzstichtag bestanden Zins-Währungsswaps in kanadischen Dollar, tschechischen Kronen, britischen Pfund, polnischen Zloty, US Dollar und Schweizer Franken.

Cashflow

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit konnte im Vergleich zum Vorjahr um 28 % auf 333,8 Mio. € (Vorjahr: 260,3 Mio. €) gesteigert werden, was auf einen Anstieg des Cashflow aus dem Ergebnis sowie eine deutliche Verbesserung des Working Capital zurückzuführen war.

Der Zahlungsmittelabfluss für Gesamtinvestitionen lag mit 181,1 Mio. € (Vorjahr: 147,8 Mio. €) um 23% über dem Vorjahr. Im Cashflow aus der Investitionstätigkeit lagen die Mittelzuflüsse aus Anlagenverkäufen, vorwiegend aus dem Programm zur Veräußerung nicht betriebsnotwendiger Liegenschaften und aus dem Verkauf zweier Produktionsstandorte für Betonprodukte in den USA, mit 42,1 Mio. € deutlich über dem Vorjahresniveau von 23,9 Mio. €. Darüber hinaus wurden 3,6 Mio. € aus

Wertpapieren und sonstigen Vermögenswerten freigesetzt. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit umfasste im Jahr 2016 auch Zuflüsse von Dividenden aus assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von 4,3 Mio. € (Vorjahr: 1,6 Mio. €).

Insgesamt erzielte Wienerberger im Jahr 2016 einen Free Cashflow (Zahlungsmittelzufluss aus dem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit vermindert um den Cashflow aus der Investitionstätigkeit zuzüglich Wachstumsinvestitionen) von 246,5 Mio. €, der damit substanziell über dem Niveau des Vorjahres von 135,1 Mio. € zu liegen kam. Dieser wurde für Wachstumsinvestitionen in Höhe von 43,8 Mio. €, für einen anteiligen Rückkauf der Hybridanleihe im Ausmaß von 6,0 Mio. €, die Ausschüttung des Hybridkupons in Höhe von 32,5 Mio. € sowie einer Dividende von 23,4 Mio. € verwendet. Der verbleibende Cashflow verringerte die Nettofinanzverbindlichkeiten der Gruppe.

Free Cashflow 135,1 246,5 +82
43,8
Cashflow aus Investitionstätigkeit
Wachstumsinvestitionen
-135,3
10,1
-131,1 +3
>100
50,0
Devestitionen und Sonstiges 12,5 -43,8 >100
Wachstumsinvestitionen -10,1 -137,3 <-100
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
Normalinvestitionen (Instandhaltung und technologische Weiterentwicklung)
260,3
-137,7
333,8 +28
0
15,9
Cashflow aus dem Ergebnis
Veränderung Working Capital und Sonstiges
294,5
-34,2
317,9 +8
>100
Cashflow Statement
in MEUR
2015 2016 Vdg. in %

Investitionen

Die Gesamtinvestitionen betrugen im Berichtsjahr 181,1 Mio. € (Vorjahr: 147,8 Mio. €) und beinhalten neben Investitionen in Werkserweiterungen und Akquisitionen vorwiegend Normalinvestitionen. Die Abgrenzung von Wachstums- und Normalinvestitionen richtet sich danach, ob durch eine Investition neue Märkte oder Produktsegmente erschlossen oder Kapazitäten erweitert werden. Instandhaltungsinvestitionen, Investitionen für technische Neuerungen oder für Produktionsanlagen für hochwertige Produkte werden unter den Normalinvestitionen ausgewiesen. Im Jahr 2016 fielen Wachstumsinvestitionen in Höhe von 17,5 Mio. € (Vorjahr: 0 €) für kleinere Akquisitionen sowie 26,3 Mio. € (Vorjahr: 10,1 Mio. €) für die Erweiterung von Werkskapazitäten an. Auf Normalinvestitionen entfielen im Geschäftsjahr 2016 somit 137,3 Mio. € (Vorjahr: 137,7 Mio. €) oder 66% der Abschreibungen (Vorjahr: 68%). Von den Gesamtinvestitionen entfielen im Berichtsjahr 54% auf die Division Clay Building Materials Europe, 37% auf Pipes & Pavers Europe, 7% auf North America und 2% auf Holding & Others.

Entwicklung Anlagevermögen
in MEUR
Immaterielles Sachanlagen Finanzanlagen Gesamt
31.12.2015
Investitionen
701,4
8,7
1.706,5
154,8
18,4
0,0
2.426,3
Konsolidierungskreisänderungen 9,5 10,2 0,0 163,6
Abschreibungen und Wertminderungen -24,3 -193,7 0,0 19,7
Zuschreibungen 4,3 0,0 0,0 -218,0
Veräußerungen 0,0 -16,1 0,0 4,3
Währungsumrechung und Sonstiges -9,2 -11,4 2,2 -16,1
31.12.2016 690,4 1.650,4 20,6 -18,4
2.361,4
Wienerberger Gruppe 147,8 181,1 +23
4,6
Holding & Others 2,4 12,7 +96
North America 12,2 66,3 +4
Pipes & Pavers Europe 48,3 +37
Clay Building Materials Europe 84,9 97,5 +15
Gesamtinvestitionen 1)
in MEUR
2015 2016 Vdg. in %

1) Zugänge zu Sachanlagevermögen, immateriellem Vermögen und Finanzanlagevermögen inklusive Working Capital und Konsolidierungskreisänderungen bzw. Normalinvestitionen plus Wachstumsinvestitionen

Wienerberger Value Management

Für die strategische Unternehmenssteuerung auf Gruppenebene werden cash-orientierte Vorsteuerrentabilitätskennzahlen auf allen Unternehmensebenen ermittelt, die sowohl die Wertschaffung einzelner Unternehmenseinheiten als auch der gesamten Gruppe abbilden. Wichtige Kennzahlen sind der Cashflow Return on Investment (CFROI = EBITDA / durchschnittliches historisches Capital Employed zu Anschaffungskosten) und der Cash Value Added (CVA). Das CFROI-Modell ermöglicht es, Unternehmensbereiche unabhängig von der Altersstruktur der Produktionsstandorte zu vergleichen. Als nachhaltiges Mindestrentabilitätsziel wurde für alle Unternehmensbereiche ein CFROI von zumindest 11,5% (= Hurdle Rate) festgelegt. Für die Berechnung des CVA

wird der jeweilige Bereichs-CFROI dieser Hurdle Rate gegenübergestellt und mit dem durchschnittlichen historischen Capital Employed (CE) multipliziert. Der CVA zeigt die absolute, operative, zahlungswirksame Wertschaffung der Unternehmensbereiche.

Auf Ebene einzelner Divisionen werden operative Kennzahlen wie EBITDA, Working Capital und strategische Ziele erfasst. Darüber hinaus wird anhand des Industrial Gross Cashflow ("IGCF") gemessen, wie hoch der Beitrag der jeweiligen Division zum Cashflow der Gruppe ausfällt. Der IGCF wird dabei als Summe des EBITDA, der Veränderung von Vorräten und der Normalinvestitionen berechnet.

Berechnung des Konzern-CFROI 2015 2016
in MEUR
EBITDA
Durchschnittliches Capital Employed
in MEUR 369,7
2.580,9
404,3
Durchschnittliche kumulierte Abschreibungen in MEUR 2.941,3 2.514,9
in MEUR 3.084,8
Durchschnittliches historisches Capital Employed
CFROI
in % 5.522,2
6,7
5.599,8
7,2
CFROI 2016 nach Divisionen
in MEUR
EBITDA durchschnittl.
hist. CE
CFROI
in %
CVA
Clay Building Materials Europe 290,7 3.877,8 -155,3
Pipes & Pavers Europe 98,5 815,9 7,5 4,7
North America 32,7 840,7 12,1 -64,0
Holding & Others -17,6 65,4 3,9 -25,2
Wienerberger Gruppe 404,3 5.599,8 -27,0
7,2
-239,7

Der CFROI verbesserte sich zwar im Jahr 2016 auf einen Wert von 7,2% (Vorjahr: 6,7%), lag allerdings weiterhin deutlich hinter der Konzernzielgröße von 11,5% zurück.

Auf Konzernebene wird zusätzlich zum CFROI der Return on Capital Employed (ROCE) berechnet. Wir setzen dabei den Net Operating Profit After Tax (NOPAT) zum im Konzern durchschnittlich eingesetzten verzinslichen Gesamtkapital (Capital Employed) in Beziehung. Daraus ist ersichtlich, in welchem Umfang Wienerberger den Verzinsungsanspruch ihrer Kapitalgeber erfüllt. Die durchschnittlichen Kapitalkosten des Konzerns nach Steuern werden aus den Renditen abgeleitet, die Anleger für das investierte Eigen- und Fremdkapital erwarten. Diese Kapitalkosten (WACC) ergeben sich aus

den Fremdfinanzierungskosten nach Steuern und einer Risikoprämie für die Anlage in Aktien auf den risikolosen Zinssatz, die sich aus dem Produkt des Betafaktors und der Marktrisikoprämie zusammensetzt. Anhand der Kapitalstruktur der Peer Group ermittelt Wienerberger die Gewichtung der Eigen- und Fremdkapitalteile und errechnet auf dieser Basis den WACC nach Steuern. Der WACC nach Steuern wurde im Berichtsjahr für die Wienerberger Gruppe mit 6,69% (Vorjahr: 7,24%) ermittelt.

Im Jahr 2016 wurden der NOPAT von Wienerberger mit 144,8 Mio. € (Vorjahr: 115,3 Mio. €) und das Capital Employed am Stichtag mit 2.460,0 Mio. € (Vorjahr: 2.569,9 Mio. €) errechnet. Der ROCE stieg somit auf 5,8% (Vorjahr: 4,5%), woraus sich im Berichtsjahr ein EVA® von -23,5 Mio. € (Vorjahr: -71,6 Mio. €) ergab.

2016
197,7
-43,2
-9,7
144,8
1.849,0
881,3
-18,3
-252,0
2.460,0
4,5 2.514,9
5,8
2015
167,6
-37,2
-15,0
115,3
2.054,2
747,1
-18,4
-213,1
2.569,9
2.580,9
Value Kennzahlen 2015 2016
ROCE in % 4,5
EVA ® 1) in MEUR -71,6 5,8
CFROI in % 6,7 -23,5
CVA in MEUR -265,4 7,2
-239,7

1) EVA ist eine eingetragene Marke von Stern Stewart & Co.

4. Quartal 2016

Im 4. Quartal 2016 erwirtschaftete die Wienerberger Gruppe einen gegenüber dem Vorjahr stabilen Umsatz in Höhe von 693,2 Mio. €. Das Konzern-EBITDA zeigte hingegen mit 101,7 Mio. € eine deutliche Verbesserung um 33%. Bereinigt um Währungseffekte sowie Ergebnisbeiträge aus dem Verkauf zweier Produktionsstandorte für Betonprodukte in den USA und nicht betriebsnotwendiger Vermögenswerte verbesserte sich das Konzern-EBITDA um 7%. In dieser Vergleichsrechnung ebenfalls berücksichtigt sind entfallende Kosten für Strukturanpassungen, die sich im Schlussquartal 2015 auf 11,8 Mio. € beliefen.

Clay Building Materials Europe In der Division Clay Building Materials Europe verbesserte sich der Umsatz im vierten Quartal um 3% auf 403,4 Mio. € und das Ergebnis stieg um 22% auf 73,7 Mio. € an.

Ungebrochen stark zeigte sich die Geschäftsentwicklung in Osteuropa, wo wir in der Mehrzahl unserer Märkte von einer gesunden Erholung der Wohnbautätigkeit profitierten. Insbesondere in der Produktgruppe Hintermauerziegel, die stark von der Entwicklung im Neubausegment abhängt, erwirtschafteten wir Preisund Mengensteigerungen. Infolgedessen stieg der Umsatz im Segment Clay Building Materials Eastern Europe um 6% auf 119,6 Mio. € und das EBITDA wuchs um 31% auf 28,2 Mio. € an.

In unserem westeuropäischen Ziegelgeschäft fanden wir in Frankreich und den Niederlanden gute Nachfrage im Neubausegment vor, die wir für Absatzwachstum nutzten. In Großbritannien lag die Bauaktivität trotz der gestiegenen gesamtwirtschaftlichen Unsicherheit nach der Entscheidung für den Austritt aus der Europäischen Union auf gutem Niveau und schlug sich in Form von deutlichem Mengenwachstum nieder. Der im Jahresvergleich sinkende Ergebnisbeitrag ist damit vorrangig auf gestiegene Leerkosten infolge unserer proaktiven Maßnahmen zur Optimierung unseres Lagerbestandes sowie auf die Abwertung des britischen Pfunds gegenüber der Berichtswährung zurückzuführen. In Belgien bestätigte sich im

Schlussquartal die erwartete Stabilisierung in Form einer leichten Steigerung von Umsatz und Ergebnis und in Deutschland profitierten wir insbesondere von dem Entfall von Einmalkosten für Strukturanpassungen aus dem Vorjahr. In Summe verbesserte sich der Umsatz im Segment Clay Building Materials Western Europe leicht um 1% auf 283,8 Mio. € und das Segment-EBITDA erhöhte sich um 17% auf 45,6 Mio. €.

Pipes & Pavers Europe In der Division Pipes & Pavers Europe ging der Umsatz im vierten Quartal um 5% auf 215,4 Mio. € zurück, und das EBITDA sank um 3% auf 15,4 Mio. €.

Im Segment Pipes & Pavers Western Europe setzten sich die Trends der ersten neun Monate weitgehend fort. Im Kunststoffrohrgeschäft verzeichneten wir eine deutliche Steigerung des EBITDA. Der erwartete Ergebnisrückgang im internationalen Projektgeschäft wurde durch die weiterhin gute Nachfragesituation in den nordischen Kernmärkten und in den Niederlanden kompensiert. Zudem profitierten wir von den im Jahresvergleich entfallenden Kosten für Strukturanpassungen in Frankreich und vom Ergebnisbeitrag des am Jahresanfang übernommenen Spezialisten für Kunststoffbehälter im Abwasserbereich in Finnland. Unsere keramischen Rohraktivitäten hatten unverändert mit der schwachen Nachfrage nach Abwasserinfrastruktur in Deutschland und den osteuropäischen Exportmärkten sowie mit der Beendigung der Zusammenarbeit mit unserem Handelspartner im Mittleren Osten zu kämpfen. Der Absatzeinbruch schlug sich in einem deutlichen Rückgang von Umsatz und operativem Ergebnis nieder. In Summe sank der Segmentumsatz um 3% auf 127,7 Mio. € und das EBITDA verbesserte sich um 17% auf 10,1 Mio. €.

Im Segment Pipes & Pavers Eastern Europe entwickelte sich die öffentliche Ausschreibungsaktivität weiterhin wenig zufriedenstellend und führte in zahlreichen Märkten zu einem markanten Rückgang der Nachfrage sowohl nach Flächenlösungen als auch nach Rohrinfrastruktur. Wie in den ersten neun Monaten konnte dieser Trend durch private Investitionstätigkeit sowie durch starkes Wachstum in einzelnen Märkten nicht kompensiert werden. So profitierten wir in unserem türkischen Kunststoffrohrgeschäft unverändert von Großaufträgen für Gasprojekte sowie von starker Nachfrage für Bewässerungsapplikationen und nutzten in Kroatien die steigende Investitionsneigung infolge des verbesserten wirtschaftlichen Umfelds für Mengenwachstum bei Betonflächenbefestigungen. Insgesamt sank der Segmentumsatz im Jahresvergleich um 8% auf 87,7 Mio. € und das EBITDA ging um 27% auf 5,3 Mio. € zurück.

North America In der Division North America stieg der Umsatz um 8% auf 72,4 Mio. € und das EBITDA verbesserte sich signifikant von 5,5 Mio. € im Vorjahr auf 15,2 Mio. € im vierten Quartal 2016. Während sich unsere USamerikanischen Kunststoffrohraktivitäten weiterhin hohem Konkurrenzdruck ausgesetzt sahen, der insbesondere auf der Preisentwicklung lastete, war der Ergebnisanstieg im nordamerikanischen Ziegelgeschäft vorwiegend auf die Beiträge aus der Veräußerung von Vermögenswerten zurückzuführen. In Kanada trennten wir uns von einer nicht betriebsnotwendigen Liegenschaft und in den USA schlossen wir den Verkauf zweier Produktionsstandorte im Geschäft mit Betonprodukten erfolgreich ab. Bereinigt um diese Erträge lag das Ergebnis im Schlussquartal unter dem Vergleichswert des Vorjahres, was auf leichten Preisdruck in einzelnen Märkten zurückzuführen war.

Außenumsatz
in MEUR
10-12/2015 10-12/2016 Vdg. in %
Clay Building Materials Europe 392,6 3
Clay Building Materials Eastern Europe 112,8 403,4 6
Clay Building Materials Western Europe 279,8 119,6 1
Pipes & Pavers Europe 227,1 283,8 -5
Pipes & Pavers Eastern Europe 95,1 215,4 -8
Pipes & Pavers Western Europe 131,9 87,7 -3
North America 67,3 127,7 8
Holding & Others 1,9 72,4 8
Wienerberger Gruppe 688,9 2,0
693,2
1
EBITDA
in MEUR
10-12/2015 10-12/2016 Vdg. in %
Clay Building Materials Europe 60,4 22
Clay Building Materials Eastern Europe 21,5 73,7 31
Clay Building Materials Western Europe 38,9 28,2 17
Pipes & Pavers Europe 15,9 45,6 -3
Pipes & Pavers Eastern Europe 7,3 15,4 -27
Pipes & Pavers Western Europe 8,7 5,3 17
North America 5,5 10,1 >100
Holding & Others -5,6 15,2 53
Wienerberger Gruppe 76,2 -2,6
101,7
33

Geschäftssegmente

Clay Building Materials Europe

Die Wohnbauaktivität in Europa war im Jahr 2016 von unterschiedlichen regionalen Entwicklungen gekennzeichnet und wies in Summe einen leichten Anstieg auf. Wir konnten dieses Marktumfeld für Mengenzuwächse bei leicht verbesserten Durchschnittspreisen nutzen. Insgesamt erwirtschaftete die Division Clay Building Materials Europe eine Umsatzverbesserung um 2% auf 1.681,2 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr. Das operative Ergebnis konnte im gleichen Zeitraum deutlich um 17% auf 290,7 Mio. € gesteigert werden. Neben der starken Geschäftsentwicklung ist dies auch auf verbesserte Herstellkosten, die vor allem von gesunkenen Energiepreisen begünstigt waren, sowie unseren starken Fokus auf die Entwicklung und Vermarktung neuartiger Produkte und Systemlösungen zurückzuführen. In diesem Zusammenhang ist es uns im Berichtsjahr gelungen, einen Umsatzanteil an innovativen Produkten über unserem internen Ziel von 25% zu erreichen und den Ziegel in der einschaligen Bauweise als attraktive Lösung gegenüber anderen Baumaterialien zu positionieren.

Ausblick 2017

Für das Jahr 2017 rechnen wir mit einem leichten Wachstum der europäischen Wohnbautätigkeit. Während wir in Osteuropa von einem positiven Marktumfeld in

nahezu allen Ländern ausgehen, sehen wir in Westeuropa regional unterschiedliche Markttrends. In Großbritannien erwarten wir für das erste Halbjahr, dass laufende Projekte weiterhin wie geplant umgesetzt werden und rechnen mit einer Fortsetzung der nach dem EU-Referendum beobachteten positiven Entwicklung der Nachfrage. Länger als für die ersten sechs Monate lässt sich die zukünftige Entwicklung im Wohnungsneubau aufgrund der gestiegenen Unsicherheit aus heutiger Sicht nicht zuverlässig abschätzen. Während wir in Deutschland und Frankreich von einem Anstieg im Wohnungsneubau ausgehen, rechnen wir in den Niederlanden mit einer Verlangsamung des Marktwachstums. In Belgien, Italien und der Schweiz erwarten wir eine stabile Marktentwicklung. Für den Renovierungsmarkt, der ein wesentlicher Treiber für das Dachziegelgeschäft ist, sehen wir in der Region Westeuropa weiterhin eine zurückhaltende Nachfrage. Ausschlaggebend dafür sind fehlende Förderprogramme für private Sanierungsmaßnahmen in einer Mehrzahl unserer westeuropäischen Kernmärkte sowie Investitionsverschiebungen infolge von niedrigen Energiepreisen.

Insgesamt gehen wir in der Division Clay Building Materials Europe von höheren Absatzmengen in allen Produktgruppen und einer deutlichen Ergebnissteigerung aus.

Clay Building Materials Europe 2015 2016 Vdg. in %
Außenumsatz in MEUR 1.643,0 +2
EBITDA in MEUR 249,3 1.681,2 +17
EBIT operativ in MEUR 121,5 290,7 +35
Gesamtinvestitionen in MEUR 84,9 163,6 +15
Capital Employed in MEUR 1.667,7 97,5 -6
Ø Mitarbeiter in FTE 10.219 1.575,6
10.333
+1

Clay Building Materials Western Europe In der Region Westeuropa erzielten wir im Jahr 2016 höhere Absatzmengen in allen Produktgruppen und erwirtschafteten eine organische Ergebnissteigerung gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt verzeichnete das Segment Clay Building Materials Western Europe eine stabile Umsatzentwicklung und einen deutlichen Anstieg im

EBITDA um 11% auf 185,0 Mio. €. Zusammen mit kontinuierlichen Maßnahmen zur Effizienzverbesserung und Kostenoptimierung liegt unser Fokus in dieser Region weiterhin auf der Einführung von innovativen Produkten und Systemlösungen sowie der Intensivierung und Neuausrichtung unserer Vertrieb- und Verkaufsaktivitäten.

Großbritannien

In Großbritannien waren nach dem EU-Referendum keine wesentlichen Auswirkungen auf die Entwicklung des Wohnbaumarktes zu beobachten, wodurch laufende Projekte wie geplant umgesetzt wurden. Zudem haben sich die hohen Lagerbestände in der Lieferkette über die Sommermonate auf ein normalisiertes Niveau reduziert. Damit entwickelte sich die Nachfrage im zweiten Halbjahr besser als erwartet, was sich auf Jahressicht in einem höheren Absatz bei Vormauerziegeln widerspiegelte. Im Dachgeschäft ist es uns ebenfalls gelungen, den Absatz zu steigern und unsere Marktposition zu stärken. Aufgrund der gestiegenen Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung im Wohnungsneubau haben wir in der zweiten Jahreshälfte proaktiv Maßnahmen in der Produktion gesetzt, um den Lagerbestand zu optimieren. Die sich daraus ableitenden höheren Leerkosten sowie die starke Abwertung des britischen Pfunds gegenüber der Berichtswährung führten in Summe zu einem klaren Ergebnisrückgang im Jahr 2016.

Niederlande

In den Niederlanden konnten wir auch im vierten Quartal vom positiven Marktumfeld profitieren und den Absatz in allen Produktgruppen steigern. Insgesamt ist es uns gelungen, Umsatz und Ergebnis im Berichtsjahr deutlich zu erhöhen.

Belgien

Belgien war im Jahr 2016 von einer Zurückhaltung im Neubau- und im Renovierungsmarkt geprägt, was zu einer leicht rückläufigen Entwicklung der Nachfrage führte. Die daraus folgenden Absatzeinbußen konnten nur teilweise durch höhere Durchschnittspreise aus Produktmixverbesserungen kompensiert werden. Zusätzlich wirkte sich der Rückgang der Verlieferungen nach Großbritannien nachteilig auf die Auslastung aus, sodass wir in der Berichtsperiode einen Ergebnisrückgang hinnehmen mussten.

Deutschland und Frankreich

In Deutschland und Frankreich konnten wir vor dem Hintergrund steigender Baubeginne im Ein- und Zweifamilienhaussegment und im Mehrfamilienwohnbau den Absatz bei Hintermauerziegeln erhöhen und Marktanteile hinzugewinnen. Der für das Dachgeschäft wichtige Renovierungsmarkt blieb hingegen weiterhin unter dem Niveau des Vorjahres. In Summe verzeichneten wir in beiden Märkten eine Umsatzverbesserung und einen deutlichen Anstieg des operativen Ergebnisses, der in Deutschland durch die im Vorjahr erfolgreich umgesetzten Strukturanpassungen zusätzlich unterstützt wurde.

Italien und Schweiz

In Italien und der Schweiz lag die Bautätigkeit bei Ein- und Zweifamilienhäusern 2016 unter dem Vorjahresniveau, was sich in beiden Märkten in Absatzrückgängen widerspiegelte. Um diesem Trend entgegenzuwirken, fokussieren wir uns in der Schweiz auf den Ausbau des Umsatzanteils höherwertiger Produkte, während wir in Italien eine strenge Kostendiszplin wahren.

Clay Building Materials Western Europe 2015 2016 Vdg. in %
Außenumsatz in MEUR 1.170,2 0
EBITDA in MEUR 166,7 1.174,4 +11
EBIT operativ in MEUR 88,7 185,0 +19
CFROI in % 6,0 105,8 -
Gesamtinvestitionen in MEUR 63,7 6,7 -5
Capital Employed in MEUR 1.176,4 60,5 -6
Ø Mitarbeiter in FTE 6.035 1.105,9 -1
Absatz Hintermauerziegel in Mio. NF 1.984 5.983 +3
Absatz Vormauerziegel in Mio. WF 1.231 2.053 +4
Absatz Dachziegel in Mio. m² 22,53 1.280
23,29
+3

Clay Building Materials Eastern Europe In der Region Osteuropa beobachten wir eine insgesamt positive Marktentwicklung, die in einigen Kernmärkten durch staatliche Förderprogramme für den Wohnungsneubau und für Sanierungsmaßnahmen unterstützt wird. In diesem Umfeld ist es uns gelungen, den Absatz bei Hintermauer- und Dachziegeln zu erhöhen und unsere Marktposition in dieser Region zu verbessern. In Summe erzielte das Segment Clay Building Materials Eastern Europe einen Umsatzanstieg um 7% auf 506,8 Mio. €, während das operative Ergebnis signifikant um 28% auf 105,7 Mio. € gesteigert wurde.

Österreich

In Österreich zeigte sich der Wohnbaumarkt im Jahr 2016 leicht steigend. Dabei profitierten wir insbesondere vom Trend hin zur einschaligen Bauweise mit Verfüllziegeln im Ein- und Zweifamilienhaussegment. Insgesamt konnten wir den Absatz bei stabilen Durchschnittspreisen erhöhen und Umsatz- und Ergebniswachstum erzielen.

Polen

Der polnische Neubau- und Renovierungsmarkt entwickelte sich positiv. In diesem Umfeld steigerten wir den Absatz von Hintermauer- und Dachziegeln und erwirtschafteten deutliche Ergebniszuwächse.

Tschechien und Slowakei

Tschechien und die Slowakei waren 2016 von leichtem Wachstum im Wohnungsneubau von Ein- und Zweifamilienhäusern geprägt. In beiden Ländern ist es uns gelungen, den Absatz von Hintermauerziegeln deutlich zu erhöhen, was zu Umsatz- und Ergebnissteigerungen führte.

Bulgarien, Rumänien und Ungarn

In Ungarn und Bulgarien setzte sich die positive Wachstumsdynamik im Neubau von Ein- und Zweifamilienhäusern auch im vierten Quartal fort, was zu signifikanten Absatzerhöhungen bei Hintermauerziegeln führte. In der Folge erwirtschafteten wir sowohl Umsatz- als auch Ergebniszuwächse. Auch in Rumänien konnten wir nach einer leichten Abkühlung des Marktwachstums im Sommer Umsatz und EBITDA auf Jahressicht steigern.

Russland

Der russische Wohnbaumarkt zeigte sich aufgrund der anhaltenden Rezession auch im vierten Quartal rückläufig. In diesem herausfordernden Umfeld mussten wir Absatzrückgänge hinnehmen, woraus Umsatz- und Ergebniseinbußen resultierten.

Clay Building Materials Eastern Europe 2015 2016 Vdg. in %
Außenumsatz in MEUR 472,8 +7
EBITDA in MEUR 82,6 506,8 +28
EBIT operativ in MEUR 32,8 105,7 +76
CFROI in % 7,5 57,8 -
Gesamtinvestitionen in MEUR 21,2 9,5 +74
Capital Employed in MEUR 491,3 37,0 -4
Ø Mitarbeiter in FTE 4.184 469,8 +4
Absatz Hintermauerziegel in Mio. NF 3.110 4.350 +9
Absatz Dachziegel in Mio. m² 16,82 3.390
17,25
+3

Pipes & Pavers Europe

In der Division Pipes & Pavers Europe verringerte sich der Umsatz im Jahr 2016 um 5% auf 988,2 Mio. € und das EBITDA ging um 9% auf 98,5 Mio. € zurück. Diese Entwicklung war im Wesentlichen auf zwei Effekte zurückzuführen: Im internationalen Projektgeschäft unserer Kunststoffrohraktivitäten lag der Auftragsbestand seit Jahresbeginn deutlich unter dem Rekordniveau des Vorjahres, was zu einem merklichen Rückgang bei Absatz und Ergebnisbeitrag führte. In Osteuropa entwickelte sich die öffentliche Investitionstätigkeit in Infrastrukturprojekte äußerst schwach, da es im gesamten Jahresverlauf zu großen Verzögerungen bei Ausschreibungen und dem Abruf von EU-Fördermitteln kam. Die zeitliche Verschiebung der öffentlichen Aufträge stellte für alle drei Geschäftsbereiche der Division eine wesentliche Belastung des Geschäftsgangs dar und es ist uns nur teilweise gelungen, diese nachtteiligen Entwicklungen durch Wachstum, insbesondere in unseren west- und nordeuropäischen Kunststoffrohrmärkten, zu kompensieren.

Ausblick

Für das Jahr 2017 erwarten wir für die Division Pipes & Pavers Europe eine moderate Steigerung von Umsatz und EBITDA. Diese Verbesserung wollen wir neben leichtem Wachstum in unseren westeuropäischen Märkten in erster Linie durch eine Ergebnisverbesserung in der Region Osteuropa erzielen, in der wir eine Marktbelebung von schwachem Niveau im zweiten Halbjahr erwarten.

In unserem westeuropäischen Kunststoffrohrgeschäft gehen wir von einem unverändert gesunden Marktumfeld in unseren nordischen Kernmärkten aus und erwarten in den Niederlanden und in Irland Wachstum. Auch im von schwacher Nachfrage und hohem Wettbewerbsdruck gekennzeichneten französischen Markt wollen wir infolge zusätzlicher Optimierungsmaßnahmen das Ergebnis weiter verbessern. Von einer im Jahresvergleich stabilen Entwicklung ist aus heutiger Sicht im internationalen Projektgeschäft auszugehen. Obwohl wir in diesem Geschäftsbereich intensiv an zahlreichen Ausschreibungen arbeiten, hat sich der Auftragsbestand bislang nicht wesentlich erhöht. In unserem keramischen Rohrgeschäft rechnen wir trotz des zu erwartenden Absatzrückgangs mit einer Steigerung des EBITDA. Den in den ersten sechs Monaten im Jahresvergleich entfallenden Exporten in den Mittleren Osten stehen moderates Mengenwachstum in den europäischen Märkten und fortlaufende Verbesserungen der Durchschnittspreise gegenüber. Zudem haben wir Maßnahmen zur Kostenoptimierung umgesetzt, durch die wir unsere Strukturen an die Marktgegebenheiten angepasst und unsere Ertragskraft gestärkt haben.

Im Segment Pipes & Pavers Eastern Europe erwarten wir nach den äußerst schwierigen Marktbedingungen im Jahr 2016 eine Erholung der Nachfrage von schwachem Niveau und eine deutliche Steigerung des operativen Ergebnisses. Während für die erste Jahreshälfte noch nicht von einer wesentlichen Absatzsteigerung für Infrastrukturprojekte auszugehen ist, sind wir aufgrund langsam anziehender Aktivität aufseiten öffentlicher Auftraggeber vorsichtig optimistisch, dass ab den Sommermonaten eine Erholung einsetzen kann. In unserem Geschäft mit Kunststoffrohren orten wir nach den massiven Verzögerungen insbesondere in Polen, Ungarn, Tschechien, Rumänien und Bulgarien großen Nachholbedarf. Zusätzlich gehen wir davon aus, dass wir in Österreich aufgrund der guten Marktbedingungen erneut wachsen können und in der Türkei weiterhin von der guten Nachfrage in unseren Kernapplikationen profitieren werden. Allerdings rechnen wir damit, dass die signifikante Abwertung der türkischen Lira unser Ergebnis in der Berichtswährung belasten wird. In unserem Geschäft mit Betonflächenbefestigungen wird sich neben der erwarteten langsamen Erholung der öffentlichen Nachfrage insbesondere der Anstieg des Absatzes aus unserem Werksneubau in Österreich positiv auf das Ergebnis auswirken. Darüber hinaus setzen wir zusätzlich zu unserer strengen Kostendisziplin weitere Maßnahmen zur Verbesserung unserer Ertragskraft um. Während wir durch die selektive Neustrukturierung unseres Vertriebs noch näher an unsere Endkunden rücken und unsere Positionierung als Premiumanbieter stärken, optimieren wir durch Effizienzverbesserungen in der Produktion unsere Herstellkosten.

Vdg. in %
in MEUR 1.043,6 -5
in MEUR 107,9 -9
in MEUR 61,4 -21
in MEUR 48,3 +37
in MEUR 543,7 -2
in FTE 4.125 +1
2015 2016
988,2
98,5
48,2
66,3
532,5
4.163

Pipes & Pavers Western Europe Das Berichtssegment Pipes & Pavers Western Europe verzeichnete im Jahr 2016 einen Umsatzrückgang um 3% auf 576,7 Mio. €. Das Segment-EBITDA lag mit 63,1 Mio. € um 4% unter dem Vorjahreswert.

Im westeuropäischen Kunststoffrohrgeschäft erwirtschafteten wir im Jahr 2016 einen leichten Anstieg des Umsatzes und eine Verbesserung des EBITDA. Dabei wirkte sich insbesondere die gute Nachfrage in unseren nordischen Kernmärkten, in denen wir trotz nachteiliger Wechselkurseffekte aus der norwegischen und der schwedischen Krone unser operatives Ergebnis steigern konnten, positiv aus. Zusätzlich übertraf der Ergebnisbeitrag eines am Jahresanfang übernommenen Spezialisten für Kunststoffbehälter im Abwasserbereich in Finnland unsere Erwartungen und wir partizipierten durch die tiefere Marktdurchdringung noch besser am gesunden Marktumfeld. In Frankreich konnten wir die geplanten Kosteneinsparungen aus den im Vorjahr eingeleiteten Strukturanpassungen großteils realisieren und infolgedessen die Ertragskraft in dem weiterhin von hohem Wettbewerbsdruck gekennzeichneten Markt erhöhen. Darüber hinaus profitierten wir im Jahresvergleich vom Entfall der für die Strukturmaßnahmen im zweiten Halbjahr 2015 entstandenen Kosten in Höhe von 6,9 Mio. €. Das internationale Projektgeschäft mit großdimensionierten und faserverstärkten Rohren wirkte sich wie erwartet dämpfend auf die Ergebnisentwicklung aus. Dieses von Standorten in Norwegen und den Niederlanden aus betriebene Geschäft wies seit Jahresbeginn einen Auftragsbestand aus, der klar

unter dem Niveau des Rekordjahres 2015 lag. Da sich der Auftragseingang im Jahresverlauf nicht wesentlich verbesserte, sank das Ergebnis in diesem Tätigkeitsbereich deutlich.

In unserem keramischen Rohrgeschäft mussten wir im Jahr 2016 einen signifikanten Rückgang bei Umsatz und Ergebnis hinnehmen. In diesem von Standorten in Deutschland und Belgien aus betriebenen Geschäft war es uns aufgrund des hohen Fixkostenanteils in der keramischen Produktion nicht möglich, die Auswirkung des unerwartet starken Mengenrückgangs auf die Ertragskraft zeitnah zu kompensieren. Wir verzeichneten sinkende Nachfrage sowohl in unserem deutschen Heimatmarkt, in dem öffentliche Investitionen in Abwasserinfrastruktur deutlich unter dem Vorjahr lagen, als auch in unseren osteuropäischen Exportmärkten. In dieser Region führten insbesondere Verzögerungen bei der Ausschreibung von öffentlichen Projekten, die mit EU-Mitteln gefördert werden, zu einem starken Absatzrückgang. Darüber hinaus setzte uns unser Handelspartner im Mittleren Osten zur Jahresmitte davon in Kenntnis, seine Importe aufgrund sinkender Infrastrukturausgaben in der Region einzustellen. Infolgedessen sahen wir uns gezwungen, eine Produktionslinie einzumotten und unsere Kostenstrukturen an die geänderten Marktbedingungen anzupassen. In Summe konnten wir diese nachteiligen Entwicklungen durch verbesserte Durchschnittspreise und annähernd stabile Mengen in den übrigen westeuropäischen Märkten nur teilweise kompensieren.

Vdg. in %
in MEUR 592,7 -3
in MEUR 65,6 -4
in MEUR 40,2 -13
in % 16,9 -
in MEUR 24,5 +55
in MEUR 295,7 -5
in FTE 1.757 1.841 +5
2015 2016
576,7
63,1
35,0
15,3
38,0
280,9

Pipes & Pavers Eastern Europe Die Entwicklung im Berichtssegment Pipes & Pavers Eastern Europe entsprach 2016 nicht unseren Erwartungen. Aufgrund der sehr zurückhaltenden Ausschreibungstätigkeit öffentlicher Körperschaften gestaltete sich die Nachfrage bei Infrastrukturprojekten äußerst schwach und konnte von privaten Investitionsausgaben nicht kompensiert werden. Auch im zweiten Jahr nach Beginn der neuen Förderperiode zur Kofinanzierung öffentlicher Projekte in der Region konnten verbindlich zugesagte EU-Mittel nicht in Anspruch genommen werden. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die überarbeiteten Bestimmungen des EU-Kohäsionsfonds für eine fördergerechte Ausschreibung lokale Entscheidungsträger vor große Herausforderungen in der Umsetzung stellen. Zusätzlich führten in einigen Ländern politische Veränderungen dazu, dass Projekte gestoppt wurden und nationale Infrastrukturprogramme neu evaluiert werden. Infolgedessen verzeichneten wir im Jahr 2016 einen um 9% auf 411,5 Mio. € gesunkenen Umsatz und ein um 16% geringeres EBITDA in Höhe von 35,4 Mio. €.

Im osteuropäischen Kunststoffrohrgeschäft waren von dem Ausbleiben öffentlicher Aufträge insbesondere Polen, Rumänien, Ungarn, Bulgarien und Griechenland betroffen, die infolgedessen deutliche Ergebnisrückgänge verzeichneten. Demgegenüber profitierten wir in Österreich, dem größten Einzelmarkt der Region, von einer gesunden Nachfrage und konnten unser Ergebnis verbessern. Im von sinkender Aktivität und nachteiligen Währungseffekten gekennzeichneten russischen Markt ist es uns durch Optimierungsmaßnahmen gelungen, unser

Ergebnis im Jahresvergleich zu steigern. Den deutlichsten Zuwachs erwirtschafteten wir in der Türkei, wo wir neben guter Nachfrage in unserem Kerngeschäft mit Bewässerungsapplikationen von Aufträgen für Gasprojekte profitierten, und trotz der deutlichen Abwertung der türkischen Lira unser Ergebnis signifikant verbesserten. In Summe verzeichneten wir in unserem osteuropäischen Kunststoffrohrgeschäft einen Rückgang des operativen Ergebnisses gegenüber dem Vorjahr.

In unserem Geschäft mit Flächenbefestigungen aus Beton war das Marktumfeld ebenfalls von fehlender Nachfrage von öffentlichen Auftraggebern belastet, wodurch sich der Wettbewerbsdruck weiter erhöhte und unser operatives Ergebnis im Jahresvergleich zurückging. Auch unsere Bemühungen um den Ausbau von Vertriebspartnerschaften dauerten nach Strukturveränderungen im Baumarktsegment in einigen zentraleuropäischen Ländern weiter an. Ergebniswachstum erzielten wir vorrangig in Rumänien und in Kroatien, wo das starke Wachstum der Tourismusbranche zu steigenden Investitionen in küstennahen Regionen führte. In diesem herausfordernden Marktumfeld setzten wir neben strenger Kostendisziplin insbesondere auf die selektive Umstrukturierung unseres Vertriebs, um noch näher an unsere Endkunden zu rücken und mit unserer Service- und Beratungskompetenz zu überzeugen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Bereich Produktion, in dem wir im Rahmen unseres "Production Excellence Program" an der Optimierung von Produktionsabläufen, der Produktionsplanung und der Produktqualität arbeiten.

Pipes & Pavers Eastern Europe 2015 2016 Vdg. in %
Außenumsatz in MEUR 450,8 -9
EBITDA in MEUR 42,3 411,5 -16
EBIT operativ in MEUR 21,3 35,4 -38
CFROI in % 11,1 13,2 -
Gesamtinvestitionen in MEUR 23,8 8,8 +19
Capital Employed in MEUR 248,0 28,3 +1
Ø Mitarbeiter in FTE 2.368 251,6
2.322
-2

North America

Die nordamerikanische Wohnbautätigkeit war im Jahr 2016 von einer positiven Entwicklung geprägt. Wir profitierten insbesondere vom Anstieg im Neubau von Ein- und Zweifamilienhäusern, wodurch wir deutliche Mengensteigerungen bei Vormauerziegeln erzielen und in einzelnen Regionen Marktanteile gewinnen konnten. In Kanada nutzten wir die gestiegene Nachfrage in unseren relevanten Märkten für Preis- und Mengenerhöhungen. Insgesamt ist es uns in beiden Märkten gelungen, ein deutliches organisches Umsatz- und Ergebniswachstum zu erwirtschaften. Unser nordamerikanisches Kunststoffrohrgeschäft war im Berichtsjahr von gestiegenem Wettbewerbsdruck belastet, der sich ungünstig auf die Preisgestaltung und das Ergebnis auswirkte. In Summe erwirtschaftete die Division North America im Jahr 2016 eine Umsatzsteigerung um 5% auf 292,7 Mio. €, während das EBITDA auf dem Niveau des Vorjahres lag. Dabei wurde die Vergleichbarkeit der Ergebnisentwicklung in beiden Jahren insbesondere durch Erträge aus dem Verkauf von Vermögenswerten eingeschränkt. Im Rahmen unserer regelmäßigen Prüfung bestehender Geschäftsbereiche veräußerten wir im Berichtsjahr zwei Produktionsstandorte für Betonprodukte in den Bundesstaaten Colorado und Wyoming. Infolge dieser Transaktionen konzentrieren wir

uns in dieser Region zukünftig auf unser Kerngeschäft mit Vormauerziegeln. Darüber hinaus haben wir wesentliche Ergebnisbeiträge aus dem Verkauf nicht betriebsnotwendiger Liegenschaften erzielt und ein eingemottetes Vormauerziegelwerk im erster Halbjahr endgültig geschlossen. Bereinigt um diese Effekte und Fremdwährungsverluste erzielten wir in der Division North America eine organische Ergebnisverbesserung um 5%.

Ausblick 2017

Für das Geschäftsjahr 2017 rechnen wir mit einer Fortsetzung des positiven Trends im amerikanischen Wohnungsneubau von Ein- und Zweifamilienhäusern und infolgedessen mit deutlichen Absatzsteigerungen bei Vormauerziegeln. Allerdings erwarten wir aufgrund der unverändert hohen Überkapazität sowie der Veränderung in der Marktstruktur der amerikanischen Ziegelindustrie ein weiterhin herauforderndes Preisumfeld. In Kanada gehen wir von einer stabilen Entwicklung in unseren relevanten Märkten auf Jahressicht aus, und im Bereich Kunststoffrohre rechnen wir mit einer Ergebnisverbesserung. Insgesamt erwarten wir für die Division North America im Jahr 2017 einen deutlichen Anstieg von Umsatz und organischem Ergebnis.

North America 2015 2016 Vdg. in %
Außenumsatz in MEUR 277,5 +5
EBITDA in MEUR 32,2 292,7 +1
EBIT operativ in MEUR 7,7 32,7 -24
CFROI in % 4,0 5,9 -
Gesamtinvestitionen in MEUR 12,2 3,9 +4
Capital Employed in MEUR 364,8 12,7 -3
Ø Mitarbeiter in FTE 1.272 352,8 +1
Absatz Vormauerziegel in Mio. WF 371 1.289
421
+14

Holding & Others

Die Division Holding & Others umfasst neben der Konzernholding auch unsere Ziegelaktivitäten in Indien. Wienerberger ist der einzige Anbieter von industriell gefertigten Ziegeln in Indien und ist mit einem Werk im Raum Bangalore tätig. Bei verbesserten Durchschnittspreisen konnten wir im Jahr 2016 den Absatz von Hintermauerziegeln erhöhen und den Segmentumsatz um 14% auf 8,6 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr steigern. Begünstigt durch die gute Geschäftsentwicklung in Indien und niedrigere Holdingkosten verbesserte sich das EBITDA im gleichen Zeitraum von -19,7 Mio. auf € -17,6 Mio. €. Für 2017 gehen wir in Indien von einer positiven Marktentwicklung aus und erwarten einen Umsatzanstieg.

Vdg. in %
in MEUR 7,6 +14
in MEUR -19,7 +11
in MEUR -23,1 +13
in MEUR 2,4 +96
in MEUR -6,3 +85
in FTE 197 +4
2015 2016
8,6
-17,6
-20,1
4,6
-1,0
205

Ausblick und Ziele

Für das Jahr 2017 haben wir uns das Ziel gesetzt, das Konzern-EBITDA zum siebten Mal in Folge zu steigern. Dabei gehen wir davon aus, dass wir in der Division Clay Building Materials Europe von der in moderatem Tempo voranschreitenden Erholung im Wohnungsneubau profitieren werden, während das Renovierungssegment weiterhin von Zurückhaltung geprägt sein wird. In unserer Division Pipes & Pavers Europe erwarten wir die Nachfrage in unseren west- und nordeuropäischen Märkten auf unverändert gutem Niveau und sind vorsichtig optimistisch, dass in der zweiten Jahreshälfte eine leichte Erholung der öffentlichen Investitionstätigkeit in Osteuropa einsetzen kann. In der Division North America deuten alle Indikatoren darauf hin, dass der Wohnbaumarkt weiteres Wachstum zeigen wird, an dem wir durch Mengenwachstum partizipieren werden.

In Summe gehen wir davon aus, dass wir 2017 das Konzern-EBITDA auf 415 Mio. € steigern können. Diese Zielgröße stellt auf die organische Entwicklung ab und berücksichtigt eine Steigerung des Absatzes, eine Verbesserung der Durchschnittspreise über die Gruppe und Einsparungen aus unserem Operational Excellence Programm in Höhe von rund 10 Mio. €. Die relevante Vergleichsgröße für das Konzern-EBITDA aus dem Jahr 2016 betrug rund 382 Mio. €, womit die organische Ergebnissteigerung knapp 9% im Jahresvergleich betragen soll. Nicht in der Zielgröße enthalten sind Beiträge aus dem Verkauf von nicht betriebsnotwendigem Vermögen und aus Wachstumsprojekten. Ebenso sind die Auswirkungen von Währungsschwankungen und von Portfoliooptimierungen nicht berücksichtigt. Unser Nettozinsaufwand wird sich mit rund 35 Mio. € in etwa stabil entwickeln. Das Working Capital wollen wir wie in den vergangenen Jahren auf höchstens 20% des Konzernumsatzes zum Jahresende beschränken.

Für Normalinvestitionen rechnen wir mit Zahlungsmittelabflüssen in Höhe von rund 145 Mio. €. Diese beinhalten neben Ersatzinvestitionen auch Ausgaben für technologische Verbesserungen, für die Entwicklung von innovativen Produkten und effizienteren Produktionsprozessen sowie für die Erhöhung der Arbeitssicherheit. Unsere Wachstumsinvestitionen werden aus heutiger Sicht rund 25 Mio. € betragen und vorrangig selektive Unternehmenszukäufe umfassen, um in ausgewählten regionalen Märkten und Produktapplikationen unsere geographische Präsenz und unsere Marktdurchdringung zu verbessern. Zu diesem Zweck prüfen wir anhand unseres strikten Kriterienkatalogs in allen Divisionen der Wienerberger Gruppe laufend mögliche Übernahmeziele auf deren Ergebnis-, Cashflow- und Synergiepotenzial sowie auf strategische Entwicklungsmöglichkeiten.

Dieser Geschäftsbericht enthält Angaben und Prognosen, die sich auf die zukünftige Entwicklung der Wienerberger Gruppe und ihrer Gesellschaften beziehen. Die Prognosen stellen Einschätzungen dar, die wir auf Basis aller uns zum jetzigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Sollten die den Prognosen zugrunde gelegten Annahmen nicht eintreffen oder Risiken – wie die im Risikobericht angesprochenen – eintreten, so können die tatsächlichen Ergebnisse von den zurzeit erwarteten Ergebnissen abweichen. Mit diesem Geschäftsbericht ist keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren der Wienerberger AG verbunden.

Sonstige Unternehmensangaben

Forschung und Entwicklung

Forschung und Entwicklung (F&E) zählen zu den strategischen Schwerpunkten von Wienerberger und haben einen zentralen Stellenwert im Unternehmen. Zu den Kernzielen der F&E zählen die Optimierung von Produktionsprozessen sowie die stetige Weiterentwicklung und Verbesserung von Produkten und Systemlösungen in allen Anwendungsbereichen – von nachhaltigen und energieeffizienten Gebäuden über umweltschonende Flächenbefestigungen bis hin zu Kunststoffrohren und keramischen Rohren für Versorgungs- und Kanalsysteme. Ziel von Wienerberger ist es, durch Kosten- und Technologieführerschaft sowie Produktinnovationen Marktpositionen zu sichern und weiter auszubauen.

F&E wird zentral gesteuert, aber großteils dezentral umgesetzt. Wienerberger verfügt über mehrere Forschungszentren in Europa, die auf die verschiedenen Produktgruppen spezialisiert sind. Unsere Spezialisten aus dem Produktmanagement arbeiten sehr eng mit den Marketing- und Vertriebsabteilungen der verschiedenen Bereiche zusammen, um neue Entwicklungen entsprechend auf die Bedürfnisse unserer Kunden auszurichten. Die länderübergreifende Markteinführung von neuen Produkten wird zentral gesteuert, jedoch werden diese Produkte von unseren Spezialisten vor Ort an die lokalen Gegebenheiten des jeweiligen Marktes angepasst. Erfolgreiche Entwicklungen können auf diese Weise rasch und effizient in der gesamten Gruppe ausgerollt werden.

Wienerberger arbeitet laufend an der Verbesserung von Produktionsprozessen. In der energieintensiven keramischen Produktion (Ziegel und keramische Rohre) beschäftigen sich unsere Ingenieure vor allem mit der Reduktion des Energieeinsatzes im Trocknungs- und Brennprozess sowie mit der Optimierung von bautechnischen Produkteigenschaften im Hinblick auf Brand-, Schall- und Wärmeschutz sowie Statik, um den stetig steigenden Anforderungen im Wohn- und Wirtschaftsbau gerecht zu werden. Forschungsschwerpunkte betreffen zudem den schonenden Umgang mit allen Ressourcen in der Produktion und die verantwortungsvolle Rohstoffaufbereitung.

Neben der Optimierung der Produktionsprozesse stehen bei bestehenden Produkten im Kunststoffrohrsegment vor allem Einsparungen im Rohstoffverbrauch durch die Reduktion des Produktgewichtes und den erhöhten Einsatz von Recyclingmaterialien im Mittelpunkt der Forschungsaktivitäten. Bei Neuproduktentwicklungen tragen wir neben diesen Kriterien auch den immer höher werdenden technischen Anforderungen an Kunststoffrohre und Formstücke Rechnung und entwickeln Lösungen, die eine schonende, schnelle und einfache Verarbeitung der Produkte auf der Baustelle ermöglichen.

Bei Flächenbefestigungen aus Beton arbeiten wir an der Verbesserung der Rohstoffmischungen sowie an der Optimierung unserer Produktions- und Veredelungsprozesse. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von neuen Oberflächendesigns und innovativen Produktlösungen für eine hochwertige Freiraumgestaltung.

Nachhaltigkeitsmanagement

Verantwortungsbewusstes unternehmerisches Handeln ist einer der zentralen Werte unserer Unternehmenskultur. Unser verbindliches Nachhaltigkeitsprogramm ist integraler Bestandteil der Konzernstrategie und umfasst alle Wertschöpfungsstufen des Unternehmens. Um eine einheitliche Vorgehensweise und die effiziente Umsetzung der gesetzten Maßnahmen und Ziele sicherzustellen, haben wir in der gesamtem Gruppe feste Strukturen und Zuständigkeiten für das Nachhaltigkeitsmanagement verankert.

Für die Wienerberger Nachhaltigkeitsstrategie und die Festlegung der Ziele, Fristen und Maßnahmen des Nachhaltigkeitsprogrammes ist ein Sustainability Steering Committee (SSC) zuständig, das sich aus dem erweiterten Vorstand der Wienerberger Gruppe zusammensetzt (CEO und CFO der Wienerberger Gruppe, CEOs der Business Units) und als oberstes Steuergremium fungiert. Als internationale Koordinationsstelle wurde die Stabstelle Sustainability Management unter der Leitung des Corporate Sustainability Officers (CSO) eingeführt. Dieser übernimmt die gruppenweite Koordination des Nachhaltigkeitsmanagements und berichtet direkt an den Vorstandsvorsitzenden der Wienerberger AG. Die CEOs der Business Units sind für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele in ihren Business Units verantwortlich. Sie werden darin von Nachhaltigkeitsbeauftragten unterstützt, die zum Fortschritt der Entwicklung mit dem CSO in

laufendem Austausch stehen. Dadurch wird der Verantwortungs- und Einflussbereich bei der Integration unserer Nachhaltigkeitsstrategie in den jeweiligen Business Units verstärkt.

Mit dem Sustainability Group Reporting (SGR) ist ein zentrales Datenmanagement etabliert, das für die Konsolidierung aller Nachhaltigkeitskennzahlen verantwortlich ist. Diese dienen als Basis für strategische Entscheidungen in den Business Units und auf Gruppenebene.

Der Nachhaltigkeitsbericht der Wienerberger Gruppe stellt unser Bekenntnis zur nachhaltigen Entwicklung auf eine verbindliche Ebene. So erfüllen alle Wienerberger Nachhaltigkeitsberichte den Standard der Global Reporting Initiative (GRI). Der Fokus der Berichte liegt auf ökologischen und sozialen Aspekten unserer Tätigkeiten sowie auf zukünftigen Maßnahmen in den Bereichen Mitarbeiter, Produktion, Produkte und gesellschaftliche Verantwortung. Zusammen mit dem Nachhaltigkeitsprogramm stellt der Nachhaltigkeitsbericht ein wichtiges Steuerungsinstrument für Wienerberger dar, um langfristige Ziele zu erreichen.

Die aktuellen Richtlinien nach GRI G4 Core verlangen, dass die berichtenden Unternehmen ihre Berichterstattung verstärkt auf jene Themen ausrichten, die für sie und auch für ihre Stakeholder von wesentlicher Bedeutung sind. In diesem Zusammenhang wurde bereits 2014 eine umfassende interne und externe Stakeholder-Befragung mithilfe unabhängiger Experten durchgeführt und eine Wesentlichkeitsanalyse erstellt. Diese beleuchtete mögliche ökologische, soziale und ethische Auswirkungen unserer unternehmerischen Tätigkeit entlang der Wertschöpfungskette sowie deren Relevanz und stellt die Grundlage für unser Nachhaltigkeitsprogramm – die Wienerberger Sustainability Roadmap 2020 – dar.

Die Wienerberger Sustainability Roadmap 2020 beschreibt, welche Nachhaltigkeitsziele der Wienerberger Konzern bis 2020 verfolgt. Sie enthält sowohl gruppenweite Ziele als auch Ziele für die einzelnen Business Units sowie konkrete, verbindliche Maßnahmen, die aus den Ergebnissen der Wesentlichkeitsanalyse abgeleitet wurden. Die Roadmap ist eine bewusste Selbstverpflichtung zur kontinuierlichen Verbesserung der ökologischen, sozialen und gesellschaftlichen Performance von Wienerberger. Weiterführende Informationen finden Sie im Wienerberger Nachhaltigkeitsbericht 2016, der im Juni 2017 veröffentlicht wird.

Wienerberger Aktie und Aktionäre

Nach einem kräftigen Wertzuwachs von knapp 50% im Vorjahr startete die Wienerberger Aktie verhalten ins Jahr 2016 und verlor zu Jahresbeginn zwischenzeitlich ein Viertel von ihrem Kurs. Aufgrund der guten Geschäftsentwicklung und einer verbesserten Einschätzung der Bautätigkeit in unseren Märkten erholte sich die Aktie rasch und markierte bereits am 21. März ihr Jahreshoch bei 17,54 €. Als Folge der Entscheidung Großbritanniens für einen Austritt aus der Europäischen Union und der damit gestiegenen Unsicherheit über die zukünftige Marktentwicklung in diesem Land sowie die Auswirkungen auf andere europäische Kernmärkte fiel die Aktie zu Beginn des dritten Quartals auf ihren Jahrestiefstand von 11,94 €. Im weiteren Jahresverlauf stieg die Wienerberger Aktie beinahe durchgehend auf ihren Jahresschlusskurs von 16,50 € und ging mit einem leichten Kursverlust von 3,5% aus dem Handel. Damit blieb die Jahresperformance leicht über jener von unseren Vergleichsunternehmen (-5,0%), jedoch deutlich unter der positiven Kursentwicklung des Wiener Leitindex ATX (+9,2%).

Im breiter gefassten ATX Prime gingen sowohl der Geldumsatz als auch das Stückvolumen (jeweils in Doppelzählung) im Vergleich zum Vorjahr um 4% bzw. 6% zurück. Trotz einer niedrigeren Liquidität im Aktienhandel legte der ATX Prime im Jahr 2016 um 8,1% zu. Ausschlaggebend dafür waren unter anderem deutliche Kursgewinne stark indexgewichteter Aktientitel aus dem Energie- und Stahlsektor.

Die Wienerberger Aktie zeigte im Berichtsjahr eine gegenläufige Entwicklung und verzeichnete einen Anstieg im Geld- und Stückumsatz um jeweils 24%. Bei einem Umsatz von 154,8 Mio. Stück (in Doppelzählung) wurde das Wienerberger Aktienkapital an der Wiener Börse mit dem Faktor 0,7 umgeschlagen. Der außerbörsliche Umsatz am Wiener Markt fiel um 7% auf 146,4 Mio. € (in Einfachzählung) im Vergleich zum Jahr davor.

Unter Berücksichtigung der prognostizierten Geschäftsentwicklung schlägt der Vorstand der 148. o. Hauptversammlung am 19. Mai 2017 vor, eine Dividende von 27 Eurocent je Aktie auszuschütten, was einer Erhöhung um 35% im Jahresvergleich entspricht. Mit 31,6 Mio. € beträgt die Dividendenauszahlung 15% vom Free Cashflow nach Berücksichtigung der Kuponzahlung auf das Hybridkapital.

Kennzahlen je Aktie 2015 2016 Vdg. in %
Ergebnis in EUR 0,31 >100
Ergebnis bereinigt in EUR 0,35 0,70 >100
Dividende in EUR 0,20 0,76 +35
Free Cashflow 1) in EUR 1,16 0,27 +82
Eigenkapital 2) in EUR 13,37 2,11 +1
Höchstkurs in EUR 17,83 13,53 -2
Tiefstkurs in EUR 11,45 17,54 +4
Ultimokurs in EUR 17,09 11,94 -3
Höchst KGV 57,5 16,50 -
Tiefst KGV 36,9 25,2 -
Ultimo KGV 55,1 17,2 -
Gewichtete Aktienanzahl 3) in Tsd. 116.956 23,7 0
Ultimo Börsekapitalisierung in MEUR 2.008,5 116.956 -3
Ø Börseumsatz/Tag 4) in MEUR 7,5 1.939
9,4
+24

1) Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit minus Investitions-Cashflow plus Wachstumsinvestitionen // 2) Eigenkapital inklusive nicht beherrschender Anteile, exklusive Hybridkapital // 3) bereinigt um zeitanteilig gehaltene Aktien // 4) in Doppelzählung

Aktionärsstruktur Die Wienerberger AG notiert mit 117,5 Mio. nennwertlosen Stückaktien (Inhaberaktien) im Prime Market der Wiener Börse. Es existieren keine Vorzugs- oder Namensaktien und keine Einschränkungen für die Stammaktien. Das Prinzip "one share – one vote" kommt somit voll zum Tragen. In den USA wird die Wienerberger AG über ein ADR Level 1 Programm der Bank of New York im OTC Markt gehandelt. Mit einer Börsekapitalisierung von 1.938,6 Mio. € und einer Gewichtung im ATX von 5% zum Jahresende 2016 zählt Wienerberger zu den größten börsenotierten Unternehmen Österreichs.

Wienerberger ist eine reine Publikumsgesellschaft ohne Kernaktionär, deren Aktien zu 100% im Streubesitz sind. Der Streubesitz verteilt sich auf österreichische Anleger und internationale Investoren. Im Rahmen der Meldungspflicht bezüglich bedeutender Beteiligungen gemäß § 91 Börsegesetz haben wir folgende Meldungen erhalten: Mehr als 5% der Wienerberger Aktien hält seit 19. September 2012 Black Creek Investment Management Inc. mit Sitz in Kanada und seit 4. November

2016 TIAA mit Sitz in den USA. Mehr als 4% der Wienerberger Aktien hält seit 9. April 2014 Marathon Asset Management LLP mit Sitz im Vereinigten Königreich und seit 28. Juni 2016 FMR LLC (Fidelity) mit Sitz in den USA. Weitere Meldungen zu Beteiligungen über 4% liegen nicht vor. Der Bestand eigener Anteile beläuft sich auf 570.289 Stück oder 0,5% der begebenen Aktien.

Wienerberger weist eine für international agierende, börsenotierte Unternehmen übliche breit gestreute Aktionärsstruktur auf. Gemäß der letzten Aktionärsstrukturerhebung im Jänner 2017 befinden sich rund 13% der Wienerberger Aktien im Besitz von privaten Anlegern, während die deutliche Mehrheit von institutionellen Investoren gehalten wird. Dabei kommen mehr als die Hälfte der institutionellen Anleger aus dem angelsächsischen Raum: Nordamerika (44%) sowie Großbritannien (20%). Der verbleibende Anteil befindet sich vorwiegend im Besitz von kontinentaleuropäischen Investoren.

Eine Analyse der unterschiedlichen Anlagestrategien institutioneller Anleger zeigt, dass wertorientierte Investoren mit einem Anteil von knapp 47% dominieren, gefolgt von GARP- und wachstumsorientierten Investoren (21% bzw. 19%).

Investor Relations Durch umfassende Investor Relations Aktivitäten bemühen wir uns um nachhaltige Beziehungen und einen laufenden Austausch mit Investoren, Analysten und Banken. Zentrales Anliegen der Investor Relations ist eine laufende, offene und aktive Kommunikation zur Gewährleistung einer bestmöglichen Transparenz. Zu diesem Zweck hat Wienerberger auch im Jahr 2016 zahlreiche Roadshows durchgeführt, Investorenevents veranstaltet und an Investorenkonferenzen in Europa und den USA teilgenommen. Der Vorstand und das Investor Relations Team informierten im abgelaufenen Jahr mehr als 700

Investoren und Analysten aus aller Welt persönlich oder in Conference Calls über die wesentlichsten Kennzahlen sowie die operative und strategische Entwicklung des Unternehmens. Die Beobachtung durch eine Zahl renommierter heimischer und internationaler Investmentbanken sichert die Visibilität der Wienerberger Aktie in der Financial Community. Per März 2017 wird Wienerberger von 11 Analysten gecovert.

Angaben zu Kapital-, Anteils-, Stimm- und

Kontrollrechten In der 145. o. Hauptversammlung vom 16. Mai 2014 wurde ein genehmigtes Kapital in Höhe von 17.629.014 Mio. € (15% des Grundkapitals) durch die Ausgabe von bis zu 17,6 Mio. neuen Stückaktien für einen Zeitraum von fünf Jahren beschlossen. Unter besonderen Voraussetzungen kann das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen werden. Dabei darf die Anzahl der unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen Aktien insgesamt 5.876.338 (5% des Grundkapitals) nicht überschreiten.

In der 147. o. Hauptversammlung vom 12. Mai 2016 wurde der Vorstand ermächtigt, im gesetzlich jeweils höchstzulässigen Ausmaß eigene Stückaktien während einer Geltungsdauer von 30 Monaten zu erwerben sowie rückgekaufte Aktien ohne weitere Beschlussfassung der Hauptversammlung entweder einzuziehen oder wieder zu verkaufen sowie eigene Aktien auf eine andere Weise als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern. Da Wienerberger bereits 0,5% der begebenen Aktien zurückgekauft hat, verbleiben gemäß derzeit geltender rechtlicher Bestimmungen 9,5% für einen allfälligen Rückkauf.

Change of Control Klauseln sind in den Vorstandsverträgen, den Vereinbarungen zu den Unternehmensund Hybridanleihen sowie in den syndizierten Krediten und Darlehen enthalten. Weitere Angaben zur Zusammensetzung des Wienerberger Eigenkapitals, zu Aktiengattungen, zu Beschränkungen und Rechten sowie zu Befugnissen der Mitglieder des Vorstands zur Aktienausgabe und zum Aktienrückkauf sind im Konzernanhang unter Anmerkung 26 ("Konzerneigenkapital") ab Seite 141 enthalten.

Risikomanagement

Unsere internationale Geschäftstätigkeit bringt nicht nur Chancen, sondern auch Risiken mit sich. Um diesen entgegenzuwirken, streben wir danach, Risiken frühzeitig zu erkennen und ihnen durch geeignete Maßnahmen zu begegnen, um Zielabweichungen so gering wie möglich zu halten. Dazu ist die Identifizierung, Analyse, Bewertung, Steuerung und Überwachung der Risiken durch die zuständigen Risikoeigner erforderlich. In diesem Zusammenhang werden regelmäßig Befragungen zur Aktualisierung bestehender und Identifizierung neuer Risiken mit dem Vorstand sowie den verantwortlichen Business Unit Managern und Corporate Service Leitern durchgeführt. Anschließend werden die erhobenen Risiken in strategische oder operative Themengebiete entlang der gesamten Wertschöpfungskette, von der Beschaffung über die Produktion bis hin zu Marketing und Vertrieb, eingeteilt und die einzelnen Risiken den Risikoeignern zugeteilt. Die Risikobewertung wird anhand von Eintrittswahrscheinlichkeiten und möglichen Free Cashflow Auswirkungen für einen mittelfristigen Horizont von fünf Jahren und für einen langfristigen Zeitraum von 6 - 10 Jahren durchgeführt. Zu den Hauptrisiken des Wienerberger Konzerns zählen neben strategischen Risiken: Beschaffungs-, Produktions-, Markt- und Preisrisiken sowie finanzielle und rechtliche Risiken. Eine detaillierte Darstellung sämtlicher Risiken findet sich im Risikobericht im Anhang ab Seite 169.

Die wichtigsten Instrumente zur Risikoüberwachung und -steuerung sind der Planungs- und Controllingprozess, konzernweite Richtlinien, die laufende Berichterstattung finanzieller und nicht finanzieller Kennzahlen sowie das Interne Kontrollsystem. Maßgeblich für die Risikobetrachtung und die Entwicklung von Maßnahmen zur Risikovermeidung und -bewältigung sind die Unterscheidung zwischen operativen und strategischen Risiken und die Berücksichtigung der dezentralen Organisationstruktur. Bei der Mehrzahl der identifizierten Risiken handelt es sich um Risiken, die im Rahmen etablierter interner Prozesse zur Unternehmenssteuerung erfasst und überwacht werden. Insbesondere werden in den lokalen Gesellschaften Risiken bewusst nur im operativen Geschäft eingegangen und von den zuständigen Risikoeignern innerhalb der Business Units im Verhältnis zum möglichen Gewinn analysiert. Das Eingehen von Risiken außerhalb des operativen Geschäfts ist unzulässig. Ergänzend dazu werden Risiken, die unter anderem im Rahmen der Konzernfinanzierung, im IT- oder im Compliance-Bereich anfallen, nicht nur von den Business Units, sondern auch von der Holding zentral gesteuert, überwacht und abgefedert. Eine weitere Gruppe stellen wesentliche Risiken mit einer niedrigen Eintrittswahrscheinlichkeit dar, die laufend beobachtet und bewertet werden und auf die im Bedarfsfall zeitnah mit der Umsetzung vordefinierter Maßnahmen reagiert wird.

Der Konzernabschlussprüfer beurteilt jährlich die Funktionsfähigkeit des Wienerberger Risikomanagements und berichtet darüber an Aufsichtsrat und Vorstand. Die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements wurde vom Konzernabschlussprüfer 2016 kontrolliert. Darüber hinaus unterliegen die Kontrollsysteme einzelner Unternehmensbereiche ebenfalls den Prüfungshandlungen des Wirtschaftsprüfers bei der Jahresabschlussprüfung.

Internes Kontrollsystem Im Rahmen des Risikomanagements kommt dem Internen Kontrollsystem (IKS) der Wienerberger AG eine besondere Rolle zu. Das IKS basiert auf den Maßstäben des international bewährten Regelwerks für interne Kontrollsysteme (COSO) und bietet dem Management ein umfassendes Instrument, um Unsicherheiten und Risiken aus sämtlichen Geschäftsaktivitäten zu analysieren bzw. zu vermeiden. Der dezentralen Struktur von Wienerberger entsprechend liegt die Verantwortung für die Implementierung des IKS beim jeweils zuständigen lokalen Management. Die als Stabstelle des Gesamtvorstandes geführte Interne Revision übernimmt dabei die Kommunikations- und Überwachungsfunktion.

Das IKS besteht aus systematisch gestalteten Maßnahmen und Prozessen, die sich in folgende Teilbereiche gliedern:

Das Kontrollumfeld des IKS bildet die Basis für konzernweite Standardisierungs- und Vereinheitlichungsprozesse. So legt der Vorstand im Rahmen der Rechnungslegung konzerneinheitliche und verbindliche Regelungen für die Erstellung von Jahresabschlüssen und Zwischenabschlüssen mittels einer Konzernrichtlinie fest. Die Erfassung der Geschäftsfälle erfolgt mittels standardisierter Prozesse, wobei ein einheitlicher Konzernkontenplan zur Anwendung kommt. Der Wienerberger Konzernabschluss sowie Zwischenabschlüsse werden in Übereinstimmung mit den IFRS im Wege eines Fast Close erstellt. Die Abschlüsse aller Tochterunternehmen werden in einem zweistufigen Verfahren von den Finanz- und Controllingabteilungen der Business Units sowie der Abteilung Corporate Reporting geprüft, konsolidiert und schließlich vom Vorstand der Wienerberger AG zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben.

Im Zuge der Kontrollaktivitäten findet jährlich ein Planungsprozess statt, der als integrierte Planung in einem Bottom-up Verfahren ausgestaltet ist. Gegenstand der Planung ist die Budgetierung von Gewinn- und Verlust, Bilanz und Cashflows des folgenden Geschäftsjahres sowie die Mittelfristplanung über einen Horizont von vier Jahren. Ein wesentliches Element des internen Kontrollund Risikomanagementsystems ist der monatliche Vergleich der Ist-Ergebnisse mit den periodisierten Planzahlen. Ergänzend dazu wird drei Mal jährlich von allen Tochterunternehmen eine Hochrechnung auf das erwartete Jahresergebnis vorgenommen. Ein weiteres Kontrollinstrument wurde mit der Einrichtung des ERP Audit Cockpits eingeführt. Dabei handelt es sich um ein konzernintegriertes Software Tool zur Unterstützung des lokalen Managements bei der Durchführung, Dokumentation und Überwachung von Kontrollmaßnahmen zu im ERP System identifizierten Funktionstrennungskonflikten. Voraussetzung dafür ist das ERP Berechtigungskonzept, durch das Berechtigungskonflikte vermieden und klare Aufgaben- und Verantwortungsbereiche definiert werden.

Zur Risikobeurteilung und in Vorbereitung auf die internen Prüfungshandlungen wird gemeinsam mit dem Vorstand und dem Aufsichtsrat ein unter Risikogesichtspunkten abgestimmter Revisionsplan jährlich entwickelt. Darauf aufbauend prüft die Interne Revision in regelmäßigen Abständen von längstens drei Jahren jede Konzerngesellschaft auf die Einhaltung des IKS sowie operative Prozesse auf Risikoneigung und Effizienzverbesserungsmöglichkeiten. Zudem überwacht die Interne Revision die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und interner Richtlinien und ist somit zentrales Überwachungsorgan des Internen Kontrollsystems. Des Weiteren führt die Interne Revision auf Veranlassung des Managements Ad-hoc-Prüfungen durch.

Anschließend werden die Ergebnisse sowie die sich daraus ableitenden Empfehlungen und Maßnahmen in einem Prüfbericht erfasst und dem lokalen Management, dem Business Unit Management, dem Konzernvorstand und dem Abschlussprüfer übermittelt. Im Rahmen der sonstigen Informations- und Kommunikationspflichten des IKS berichten die Interne Revision und das Corporate Reporting regelmäßig dem Prüfungsausschuss über wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsverfahren, Auswirkungen von IFRS-Neuerungen auf den Konzernabschluss, wesentliche Änderungen im Rechnungslegungsprozess und über Erkenntnisse aus dem Risikomanagement. Darüber hinaus wird dieser regelmäßig über getroffene Prüfungsfeststellungen, relevante Umsetzungsaktivitäten sowie Verbesserungsmaßnahmen für im IKS identifizierte Schwachstellen informiert.

Konzernabschluss

Inhalt

  • Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
  • Konzern-Gesamtergebnisrechnung
  • Konzern-Cashflow Statement
  • Konzernbilanz
  • Entwicklung des Konzerneigenkapitals
  • Konzernanhang
  • Allgemeine Erläuterungen
    • Grundlagen für die Aufstellung des Konzernabschlusses (1)
    • Einbezogene Unternehmen (2)
    • Erwerbe und Veräußerungen (3)
    • Konsolidierungsmethoden (4)
    • Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze (5)
    • Annahmen und Schätzungen (6)
    • Auswirkungen neuer und geänderter Standards (7)
    • Geschäftssegmente (8)
  • Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
    • Materialaufwand (9)
    • Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen von Anlagen (10)
    • Personalaufwand (11)
    • Mitarbeiter (12)
    • Sonstige betriebliche Aufwendungen (13)
    • Sonstige betriebliche Erträge (14)
    • Überleitung Ergebnis nach Umsatzkosten- und Gesamtkostenverfahren (15)
    • Zinsergebnis und sonstiges Finanzergebnis (16)
    • Ertragsteuern (17)
    • Ergebnis je Aktie, Vorschlag für die Ergebnisverwendung (18)
  • Erläuterungen zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung
  • Erläuterungen zum Konzern-Cashflow Statement
    • Cashflow aus Investitionstätigkeit (19)
  • Erläuterungen zur Konzernbilanz
    • Anlagevermögen (20)
    • Finanzanlagen (21)
    • Vorräte (22)
    • Forderungen, Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte (23)
    • Sonstige Forderungen (24)
    • Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte (25)
    • Konzerneigenkapital (26)
    • Rückstellungen (27)
    • Leistungen an Arbeitnehmer (28)
    • Latente Steuern (29)
    • Verbindlichkeiten (30)
    • Eventualverbindlichkeiten und Haftungsverhältnisse (31)
    • Finanzinstrumente (32)
    • Derivative Finanzinstrumente und Hedge Accounting (33)
    • Angaben zu Finanzinstrumenten (34)
  • Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
    • Währungsumrechnung (35)
  • Risikobericht
  • Sonstige Angaben
    • Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen (36)
    • Ereignisse nach dem Bilanzstichtag (37)
  • Erklärung des Vorstands
  • Konzernunternehmen
  • Bestätigungsvermerk

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Anmerkung in TEUR 2016 2015
(8) Umsatzerlöse 2.973.829 2.972.357
(9-11, 13-15) Herstellkosten -2.011.241 -2.027.802
Bruttoergebnis vom Umsatz 962.588 944.555
(9-11, 13-15) Vertriebskosten -574.347 -577.196
(9-11, 13-15) Verwaltungskosten -186.184 -182.655
(10, 14, 15) Sonstige betriebliche Erträge:
(10) Wertaufholungen von Vermögenswerten 8.681
Übrige 4.303 47.339
(10, 13, 15) Sonstige betriebliche Aufwendungen: 64.769
(10) Wertminderungen von Vermögenswerten -13.133
(10) Firmenwertabschreibungen -4.511 0
Übrige -6.892 -64.469
-69.110
(2) Betriebsergebnis
Ergebnisübernahme von assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen
190.616 163.122
4.019
(16) Zinsertrag 6.666 6.802
(16) Zinsaufwand 5.494 -49.089
(16) Sonstiges Finanzergebnis -39.898 -17.834
-4.329
Finanzergebnis -32.067 -56.102
(17) Ergebnis vor Ertragsteuern
Ertragsteuern
158.549 107.020
-37.205
-43.222
Ergebnis nach Ertragsteuern
davon Ergebnis der nicht beherrschenden Anteile
115.327 69.815
775
davon auf Hybridkapitalbesitzer entfallender Anteil 1.823 32.500
31.540
davon den Aktionären der Muttergesellschaft zuzurechnen 81.964 36.540
(18)
(18) Ergebnis je Aktie (in EUR)
Verwässertes Ergebnis je Aktie (in EUR)
0,70
0,70
0,31
0,31

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

in TEUR
Anmerkung 2016 2015
Ergebnis nach Ertragsteuern 115.327 69.815
(35) Währungsumrechnung 46.824
(35) Währungsumrechnung von assoziierten Unternehmen
und Gemeinschaftsunternehmen
-17.259 26
(23) Marktwertänderungen zur Veräußerung verfügbarer Finanzinstrumente 1 -1.677
Veränderung Hedging Rücklage -462 -1.822
6.995
(28) Posten, die in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste
-10.725 43.351
-6.953
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste von assoziierten Unternehmen
und Gemeinschaftsunternehmen
-12.818 -20
-231
Posten, die nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden -13.049 -6.973
Sonstiges Gesamtergebnis
Gesamtergebnis nach Steuern
-23.774
91.553
36.378
106.193
davon Gesamtergebnis der nicht beherrschenden Anteile 848
davon auf Hybridkapitalbesitzer entfallender Anteil 1.728 32.500
davon den Aktionären der Muttergesellschaft zuzurechnendes
Gesamtergebnis
31.540
58.285
72.845

Konzern-Cashflow Statement

in TEUR
Anmerkung Ergebnis vor Ertragsteuern 2016 2015
107.020
(10) Abschreibungen auf das Anlagevermögen 158.549 201.214
(10) Firmenwertabschreibungen 191.312 0
(10) Wertminderungen von Vermögenswerten und andere Bewertungseffekte 6.892 39.519
(10) Wertaufholungen von Vermögenswerten 35.135 -8.681
(27, 28) Veränderungen langfristiger Rückstellungen -4.303 17
(2) Ergebnisübernahme von assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen -7.292 -4.019
Gewinne/Verluste aus Anlagenabgängen -6.666 -19.125
(16) Zinsergebnis -26.028 42.287
Gezahlte Zinsen 34.404 -45.806
Erhaltene Zinsen -33.595 5.071
Gezahlte Ertragsteuern 4.796 -23.002
Cashflow aus dem Ergebnis -35.287
317.917
294.495
Veränderungen Vorräte 20.884 -57.316
Veränderungen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -5.672 20.165
Veränderungen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 30.460 -14.857
Veränderungen übriges Netto-Umlaufvermögen -29.818 17.836
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 333.771 260.323
Einzahlungen aus Anlagenabgängen (inkl. Finanzanlagen) 23.949
Auszahlungen für Investitionen in das Sach- und immaterielle Anlagevermögen 42.145 -147.789
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen -163.575
-16
-14
Dividendenausschüttungen aus assoziierten Unternehmen
und Gemeinschaftsunternehmen
1.580
Veränderungen Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte 4.265 -14.230
Netto-Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen 3.579 0
Netto-Einzahlungen aus Unternehmensveräußerungen -17.504 1.198
(19) Cashflow aus Investitionstätigkeit 0
-131.106
-135.306
Einzahlungen aus der Aufnahme von kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten 92.485
Auszahlungen aus der Tilgung von kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten 116.423 -351.162
Einzahlungen aus der Aufnahme von langfristigen Finanzverbindlichkeiten -206.945 60.731
Auszahlungen aus der Tilgung von langfristigen Finanzverbindlichkeiten 5.000 -9.641
(26) Gezahlte Dividende Wienerberger AG -11.725 -17.543
(26) Gezahlter Hybridkupon -23.391 -20.916
(26) Kapitaländerungen bei nicht beherrschenden Anteilen -32.520 0
(26) Rückkauf Hybridanleihe -9 0
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -5.968
-159.135
-246.046
Veränderung der Zahlungsmittel
Einfluss von Wechselkursänderungen auf Zahlungsmittel
43.530 -121.029
712
Zahlungsmittel am Anfang der Periode -1.392 275.195
154.878
Zahlungsmittel am Ende der Periode 197.016 154.878

Konzernbilanz

in TEUR
Anmerkung 31.12.2016 31.12.2015
(20) Aktiva
Immaterielle Vermögenswerte und Firmenwerte
701.425
(20) Sachanlagen 690.440 1.614.874
(20) Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 1.564.727 91.613
(21) Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 85.733 11.371
(21, 24) Übrige Finanzanlagen und sonstige langfristige Forderungen 13.542 11.779
(29) Latente Steuern 13.918 18.492
17.367
Langfristiges Vermögen 2.385.727 2.449.554
(22) Vorräte 718.359 753.271
(23) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 201.809 202.767
(24) Forderungen aus laufenden Ertragsteuern 9.868 12.195
(24) Sonstige kurzfristige Forderungen 66.278 60.551
(23, 33, 34) Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte 52.740 58.426
Zahlungsmittel 197.016 154.878
(25) Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte 5.380 0
Kurzfristiges Vermögen 1.251.450 1.242.088
Summe Aktiva 3.637.177 3.691.642
Passiva
Gezeichnetes Kapital 117.527 117.527
Kapitalrücklagen 1.086.017 1.086.026
Hybridkapital 265.985 490.560
Gewinnrücklagen 586.961 546.754
Übrige Rücklagen -222.503 -199.889
Eigene Anteile -4.862 -4.862
Beherrschende Anteile 1.829.125 2.036.116
Nicht beherrschende Anteile 19.831 18.103
(26) Eigenkapital 1.848.956 2.054.219
(29) Latente Steuern 84.336
(28) Personalrückstellungen 80.759 160.575
(27) Sonstige langfristige Rückstellungen 171.488 71.783
(30, 32,34) Langfristige Finanzverbindlichkeiten 71.197 507.530
(30) Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 481.434 4.343
3.991
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 808.869 828.567
(27) Kurzfristige Rückstellungen 57.916
(30) Verbindlichkeiten aus laufenden Ertragsteuern 35.287 11.698
(30, 32 -34) Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 15.912 239.890
(30) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 399.924 276.316
(30) Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 302.718 223.036
225.511
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 979.352 808.856
Summe Passiva 3.637.177 3.691.642

Entwicklung des Konzerneigenkapitals

Anmerkung in TEUR Gezeichnetes
Kapital
Kapital
rücklagen
Hybrid
kapital
Gewinn
rücklagen
Stand 31.12.2014 angepasst
Ergebnis nach Ertragsteuern
117.527 1.086.025 490.560 516.173
69.040
(35) Währungsumrechnung
Währungsumrechnung von assoziierten Unternehmen
und Gemeinschaftsunternehmen
Veränderung Hedging Rücklage
Veränderung übrige Rücklagen
(26) Gesamtergebnis
Dividendenauszahlung und Hybridkupon
69.040
-38.459
(26) Zugang/Abgang nicht beherrschende Anteile 1
Stand 31.12.2015
Ergebnis nach Ertragsteuern
117.527 1.086.026 490.560 546.754
113.504
(35) Währungsumrechnung
Währungsumrechnung von assoziierten Unternehmen
und Gemeinschaftsunternehmen
Veränderung Hedging Rücklage
Veränderung übrige Rücklagen -1.065
(26) Gesamtergebnis
Dividendenauszahlung und Hybridkupon
112.439
-68.117
(26) Veränderung Hybridkapital -224.575 -4.115
(26) Zugang/Abgang nicht beherrschende Anteile -9
Stand 31.12.2016 117.527 1.086.017 265.985 586.961

1) AfS (available for sale) bezeichnet zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente

Nicht
beherrschende
Anteile
Anteile
Gesamt
17.256
1.986.485
69.040
775
69.815
46.606
218
46.824
26
26
-1.822
-1.822
-8.505
-145
-8.650
105.345
848
106.193
-38.459
-38.459
1
-1
0
2.036.116
18.103
2.054.219
113.504
1.823
115.327
-17.165
-94
Beherrschende
1.969.229
Eigene
Anteile
Unterschiedsbetrag
Währungsumrechnung
Hedging Übrige Rücklagen
Rücklage AfS
Rücklage 1)
Versicherungs
mathematische
Gewinne/Verluste
-4.862 -215.601 43.000 1.905 -65.498
46.606
26
-1.822
-1.677 -6.828
46.632 -1.822 -1.677 -6.828
-4.862 -168.969 41.178 228 -72.326
-17.165
-17.259
1
1
1
6.995 6.995
6.995
-13.510
-1
-462 -11.983
-13.511
89.825
1.728
91.553
-68.117
-17.164 6.995 -462 -11.983
-68.117
-228.690
-228.690
-9
-9
1.829.125
19.831
1.848.956
-4.862 -186.133 48.173 -234 -84.309

Konzernanhang

Allgemeine Erläuterungen

1. Grundlagen für die Aufstellung des

Konzernabschlusses Die Wienerberger AG mit Sitz in Wien ist Muttergesellschaft eines international tätigen Baustoffkonzerns, dessen Geschäftsaktivitäten nach Maßgabe der Verantwortungsbereiche im Management in sechs Segmente eingeteilt sind: Clay Building Materials Eastern Europe, Clay Building Materials Western Europe, Pipes & Pavers Eastern Europe, Pipes & Pavers Western Europe, North America sowie Holding & Others. Die Adresse der Wienerberger AG lautet Wienerbergstraße 11, 1100 Wien, Österreich.

Der Konzernabschluss wurde in Anwendung von § 245a UGB nach den Vorschriften der am Abschlussstichtag anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt. Alle für das Geschäftsjahr 2016 vom International Accounting Standard Board (IASB) verlautbarten International Financial Reporting Standards, für die eine Anwendung verpflichtend ist, wurden von Wienerberger angewendet. Die einbezogenen Abschlüsse aller wesentlichen in- und ausländischen Unternehmen wurden von unabhängigen Wirtschaftsprüfern auf ihre Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards geprüft.

Der Jahresabschluss wurde prinzipiell auf der Grundlage fortgeführter Anschaffungs- und Herstellungskosten

zum Stichtag aufgestellt. Eine Ausnahme davon bilden zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente (Derivate) und zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente, deren Bilanzierung zu beizulegenden Zeitwerten erfolgt. Die Ermittlung latenter Steuern erfolgt nach dem Konzept temporärer Differenzen und wird an jedem Bilanzstichtag neu evaluiert. Ferner werden leistungsorientierte Pensions- und Abfertigungspläne nach dem Verfahren der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method) bewertet. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren dargestellt, wobei eine Überleitung der Gesamtkosten im Anhang erfolgt.

Die Darstellung des vorliegenden Konzernabschlusses erfolgt in tausend Euro, Resultate der Sensitivitätsanalyse im Zusammenhang mit IAS 36 und Angaben im Risikobericht teilweise in Millionen Euro.

2. Einbezogene Unternehmen Eine Übersicht über die vollkonsolidierten Tochterunternehmen, at-equity bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen, Beteiligungen, auf welche ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt wird, sowie Beteiligungen, die aus Wesentlichkeitsgründen nicht vollkonsolidiert werden, befindet sich in der Liste der Konzernunternehmen am Ende des Anhangs. Der Konsolidierungskreis der in den Wienerberger Konzern einbezogenen verbundenen Unternehmen sowie der at-equity bilanzierten assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen hat sich im Berichtsjahr wie folgt entwickelt:

Einbezogene Unternehmen Voll
konsolidierung
Equity
Konsolidierung
Stand 31.12.2015
im Berichtsjahr erstmals einbezogen
146
2
3
0
im Berichtsjahr fusioniert/liquidiert -2 0
Stand 31.12.2016
davon ausländische Unternehmen
146
124
3
3
davon inländische Unternehmen 22 0

Tochterunternehmen

In den Konzernabschluss 2016 waren inklusive der Wienerberger AG 22 (Vorjahr: 23) Tochterunternehmen im Inland und 124 (Vorjahr: 123) im Ausland einbezogen, die von der Wienerberger AG beherrscht wurden. Tochterunternehmen werden ab dem Zeitpunkt der Beherrschung voll konsolidiert und, wenn die Beherrschung nicht mehr gegeben ist, entkonsolidiert. Beherrschung ist nach IFRS 10 dann gegeben, wenn Wienerberger die Verfügungsgewalt über das Tochterunternehmen hat und in weiterer Folge diese dazu nutzen kann, die Finanz- und Geschäftspolitik des Unternehmens zu bestimmen. Im Berichtsjahr wurden 8 (Vorjahr: 10) Tochterunternehmen nicht konsolidiert, die für die Vermittlung eines getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage unwesentlich sind.

Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen

Der Konzernabschluss der Wienerberger AG umfasst zum Bilanzstichtag des Berichtsjahrs zwei (Vorjahr: 2) Beteiligungen an Gemeinschaftsunternehmen und eine (Vorjahr: 1) Beteiligung an einem assoziierten Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden. Schlagmann Poroton GmbH & Co KG und Silike keramika, spol. s.r.o. sind gemäß den Kriterien des IFRS 11 als Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) zu klassifizieren, da die Führung dieser Unternehmen gemeinschaftlich mit einem gleichberechtigten Partner erfolgt. Wienerberger hält jeweils 50% der Anteile an den beiden Joint Ventures. Folgende Angaben stellen die Werte zu 100% dar, die sich aus der Aggregation der Gemeinschaftsunternehmen ergeben:

in TEUR 2016 2015
Umsatzerlöse 75.986
EBITDA 84.621 15.971
EBIT operativ 17.199 11.863
Ergebnis nach Ertragsteuern 13.448 8.038
Gesamtergebnis nach Steuern 13.332 7.999
12.871
Aktiva Passiva
in TEUR 31.12.2016 31.12.2015 in TEUR 31.12.2016 31.12.2015
Langfristiges Vermögen 36.831 Eigenkapital 22.743
Kurzfristiges Vermögen 40.470 36.405 Langfristige Rückstellungen
und Verbindlichkeiten
27.083 6.996
38.059 Kurzfristige Rückstellungen
und Verbindlichkeiten
7.092 43.497
78.529 73.236 44.354
78.529
73.236

Da die Ergebnisbeiträge sowie Bilanzsummen des assoziierten Unternehmens Fornaci Giuliane S.r.l. für die Wienerberger Gruppe unwesentlich sind, unterbleibt eine detaillierte Aufgliederung der anteiligen Werte.

3. Erwerbe und Veräußerungen Im ersten Halbjahr 2016 erwarb Wienerberger zwei Hintermauerziegelwerke in Polen bzw. Rumänien sowie den finnischen Produzenten für Kunststofftanks Talokaivo Oy. Die Nettoauszahlungen für diese Transaktionen

erfolgten in Barmitteln und betrugen insgesamt 17.504 TEUR. Im Zuge der Kaufpreisallokation wurden für die Transaktionen ein Firmenwert in Höhe von 6.956 TEUR und ein negativer Unterschiedsbetrag von 243 TEUR identifiziert. Seit dem Zeitpunkt der Erstkonsolidierung erzielten die erworbenen Unternehmen einen Umsatz von 19.107 TEUR und ein EBITDA von 1.012 TEUR. Die in den Verwaltungskosten ausgewiesenen Anschaffungsnebenkosten für diese Transaktionen beliefen sich insgesamt auf 502 TEUR.

Die Überleitung der Buchwerte auf die zu 100 % einbezogenen Konzernwerte stellt sich wie folgt dar. Der aus den Transaktionen entstandene Firmenwert spiegelt das Synergiepotential des Erwerbs von Talokaivo Oy wider.

in TEUR Buchwerte Anpassung Konzernwerte
Immaterielle Vermögenswerte 1.576 933
Sachanlagen und Finanzanlagen 9.649 532 2.509
10.181
Langfristiges Vermögen
Vorräte
11.225
2.286
1.465
-157
12.690
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.507 -90 2.129
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 668 620 1.417
1.288
Kurzfristiges Vermögen
Latente Steuern
4.461
0
373
626
4.834
Langfristige Rückstellungen 450 3 626
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 2.353 6 453
2.359
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten
2.803
588
635
0
3.438
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 763 0 588
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 846 438 763
1.284
Kurzfristige Verbindlichkeiten 2.197 438 2.635
Erworbenes Reinvermögen
Positiver Unterschiedsbetrag (Firmenwert)
10.686 765 11.451
Negativer Unterschiedsbetrag 6.956
Zahlungsmittel -243
-660
Netto-Auszahlungen für die Akquisitionen 17.504

Im zweiten Quartal 2016 wurden die restlichen 60% der Anteile an der nicht konsolidierten Handel Ceramika Budowlana Sp. z o.o. durch die Wienerberger Ceramika Budowlana Sp. z o.o. übernommen.

4. Konsolidierungsmethoden Die Kapitalkonsolidierung bei vollkonsolidierten verbundenen Unternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode. Dabei werden im Erwerbszeitpunkt die übertragenen Gegenleistungen dem neu bewerteten Reinvermögen (Eigenkapital) des erworbenen Unternehmens gegenübergestellt. Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden werden nach IFRS 3, soweit identifizierbar, bei der Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt; ein verbleibender positiver Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten und dem neu bewerteten anteiligen Eigenkapital wird als Firmenwert im jeweiligen Segment in Landeswährung aktiviert. Ein negativer Unterschiedsbetrag wird in der Gewinn- und Verlustrechnung

in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst. Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer werden gemeinsam mit den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Geschäftsbereichen), denen sie zugeordnet sind, zumindest jährlich einem Werthaltigkeitstest (Impairment Test) unterzogen und im Falle einer Wertminderung auf den niedrigeren erzielbaren Wert abgeschrieben. Werden unterjährig Ereignisse beobachtet, die auf eine dauerhafte Wertminderung schließen lassen, so werden die betroffenen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten anlassbezogenen Werthaltigkeitstests unterzogen (siehe Anmerkung 5. Bilanzierungsund Bewertungsgrundsätze und Anmerkung 20. Anlagevermögen).

Umsatzerlöse, Erträge und Aufwendungen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus der Verrechnung zwischen konsolidierten Unternehmen werden eliminiert. Aus dem konzerninternen Lieferungs- und Leistungsverkehr resultierende Zwischenergebnisse im Anlageund Umlaufvermögen sind eliminiert, soweit sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind.

Für die nach der Equity-Methode einbezogenen assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen gelten die gleichen Konsolidierungsgrundsätze wie im Rahmen der Vollkonsolidierung, wobei im Falle unwesentlicher Abweichungen die lokalen Bewertungsmethoden beibehalten werden.

5. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze, welche die Basis für den vorliegenden Konzernabschluss darstellen, wurden unverändert zur Vorperiode angewandt und um neue, ab dem Geschäftsjahr verpflichtend anzuwendende IFRS (siehe Anmerkung 7. Auswirkungen neuer und geänderter Standards) ergänzt. Eine detaillierte Beschreibung der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze wird ab Seite 162 angeführt.

6. Annahmen und Schätzungen Die Erstellung des Konzernabschlusses erfordert, dass vom Management zu einem gewissen Grad Schätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen werden, die die bilanzierten Vermögenswerte und Schulden sowie Eventualschulden, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während der Berichtsperiode beeinflussen. Die sich tatsächlich ergebenden Beträge können von den Schätzungen abweichen.

Im Einzelnen wurden bei der von Aktuaren vorgenommenen versicherungsmathematischen Bewertung von Pensionsplänen und Abfertigungsansprüchen Annahmen über den erwarteten Abzinsungsfaktor, Gehalts- und Pensionssteigerungen, Fluktuationsraten sowie den Trend der Kosten für medizinische Versorgung getroffen. Detaillierte Angaben zu den verwendeten Parametern sind unter Anmerkung 28. Leistungen an Arbeitnehmer angegeben. Eine Sensitivitätsanalyse der leistungsorientierten Verpflichtungen erfolgt ebendort.

Ebenso basiert die Festlegung der Nutzungsdauern von Sachanlagen auf Schätzungen, die auf Erfahrungswerten aus dem Betrieb vergleichbarer Anlagen beruhen. Die betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern werden auf Seite 163 angegeben.

Die Bewertung der Rückstellungen für Rekultivierung erfolgt durch die bestmögliche Schätzung des zukünftig erwarteten Rekultivierungsaufwands von Tongruben und langfristiger Diskontierungszinssätze unter Berücksichtigung der länderspezifischen Inflationsraten.

Zur Ermittlung der aktiven latenten Steuern sind Annahmen bezüglich des künftigen zu versteuernden Ergebnisses und des Zeitpunkts der Realisierung der aktiven latenten Steuern zu treffen. Da jedoch die zukünftigen Geschäftsentwicklungen unsicher sind und teilweise von der Wienerberger Gruppe nicht beeinflusst werden können, ist die Bewertung der latenten Steuern mit Unsicherheiten verbunden.

Die Wienerberger Gruppe gewährt unterschiedliche Arten von Produktgarantien in Abhängigkeit von Produktsegment und Marktgegebenheiten. Die Bilanzierung von Rückstellungen für Produktgarantien ist grundsätzlich mit Einschätzungen hinsichtlich der Schadenshäufigkeit und Schadenshöhe verbunden. Diese Einschätzungen basieren auf historischen Aufzeichnungen über die Häufigkeit und Höhe von Garantiefällen sowie der bestmöglichen Einschätzung der erwarteten Leistungen aus Garantiefällen durch das Management. Die Rückstellungen werden regelmäßig an neue Erkenntnisse angepasst.

Insbesondere bei der Beurteilung der Werthaltigkeit von Firmenwerten und Anlagen werden vom Management Schätzungen und zukunftsbezogene Annahmen über die in den Planungsperioden erwarteten Einzahlungsüberschüsse und Kapitalkostensätze der Wienerberger Gruppe sowie einzelner zahlungsmittelgenerierender Einheiten getroffen. Die vorgenommenen Schätzungen werden nach bestem Wissen und Gewissen unter der Prämisse der Unternehmensfortführung getroffen, bauen auf Erfahrungswerten auf und berücksichtigen die verbleibende Unsicherheit in einer angemessenen Weise. Um den Einfluss veränderter makroökonomischer Parameter bei der Planungsrechnung auf die Gewinn- und Verlustrechnung darzustellen, wurde eine Sensitivitätsanalyse gerechnet, welche unter Anmerkung 20. Anlagevermögen näher erläutert wird.

7. Auswirkungen neuer und geänderter Standards Folgende Tabelle enthält eine Übersicht neuer Standards und Interpretationen, die zum Bilanzstichtag vom IASB veröffentlicht wurden:

Veröffentlichung Verpflichtender
Erstanwendungs
Standards/Interpretationen
IAS 19
Leistungen an Arbeitnehmer: Änderungen durch das IASB
November 2013
zeitpunkt
1.2.2015 1)
Verbesserungen der IFRS 2010 - 2012 Zyklus Dezember 2013 1.2.2015 1)
IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungsposten Jänner 2014 1.1.2016
IAS 16 Sachanlagen: Klarstellung akzeptabler Abschreibungsmethoden Mai 2014 1.1.2016 1)
IAS 38 Immaterielle Vermögenswerte: Klarstellung akzeptabler
Abschreibungsmethoden
Mai 2014 1.1.2016 1)
IFRS 11 Gemeinsame Vereinbarungen: Bilanzierung von Erwerben an
gemeinschaftlichen Tätigkeiten
Mai 2014 1.1.2016 1)
IAS 16 Sachanlagen: Änderungen zu Fruchttragenden Pflanzen Juni 2014 1.1.2016 1)
IAS 41 Landwirtschaft: Änderungen zu Fruchttragenden Pflanzen Juni 2014 1.1.2016 1)
IAS 27 Einzelabschlüsse: Equity Methode in Einzelabschlüssen – Änderungen August 2014 1.1.2016 1)
Verbesserungen der IFRS 2012 - 2014 Zyklus September 2014 1.1.2016 1)
IAS 1 Darstellung des Abschlusses: Initiative zu Angaben Dezember 2014 1.1.2016 1)
IFRS 10, IFRS 12
und IAS 28
Konsolidierung von Investmentgesellschaften Dezember 2014 1.1.2016 1)
IAS 12 Ertragsteuern: Änderungen zum Ansatz latenter Steueransprüche für
unrealisierte Verluste
Jänner 2016 1.1.2017
IAS 7 Kapitalflussrechnungen: Angabeninitiative Jänner 2016 1.1.2017
Verbesserungen der IFRS 2014 - 2016 Zyklus Dezember 2016 1.1.2017 /
1.1.2018
IFRS 9 Finanzinstrumente: Hedge Accounting – Änderungen zu IFRS 9,
IFRS 7 und IAS 39
November 2013 1.1.2018 1)
IFRS 9 Finanzinstrumente Juli 2014 1.1.2018 1)
IFRS 15 Umsatzerlöse aus Kundenverträgen Mai 2014/
September 2015
1.1.2018 1)
IFRS 15 Umsatzerlöse aus Kundenverträgen – Klarstellung April 2016 1.1.2018
IFRS 2 Anteilsbasierte Vergütungen – Änderungen Juni 2016 1.1.2018
IFRS 4 Versicherungsverträge – Änderungen September 2016 1.1.2018
IAS 40 Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien: Änderungen Dezember 2016 1.1.2018
IFRIC 22 Transaktionen in fremder Währung und im Voraus gezahlte
Gegenleistungen
Dezember 2016 1.1.2018
IFRS 16 Leasingverhältnisse Jänner 2016 1.1.2019
IFRS 10, IAS 28 Veräußerung von Vermögenswerten zwischen einem Investor und
seinem assoziierten oder Gemeinschaftsunternehmen – Änderungen
September 2014/
Dezember 2015
-

1) Verpflichtender Erstanwendungszeitpunkt gemäß EU Übernahmeverordnung

Veröffentlichte neue und geänderte Standards und Interpretationen, die von der EU übernommen wurden

In den Änderungen des IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer wird klargestellt, unter welchen Bedingungen Mitarbeiterbeiträge als Reduktion des Dienstzeitaufwandes behandelt werden können. Die ergänzende Erläuterung hat keine Auswirkung auf den Konzernabschluss.

Der Verbesserungszyklus der IFRS 2010 - 2012 umfasst Ergänzungen zu IFRS 8 Geschäftssegmente: Klarstellung zu den Angaben in Bezug auf die Zusammenfassung von Geschäftssegmenten, IAS 16 Sachanlagen und IAS 38 Immaterielle Vermögenswerte: Klarstellung zur proportionalen Anpassung der kumulierten Abschreibungen der Neubewertungsmethode und IAS 24 Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen: Klarstellung der Definition eines "nahestehenden Unternehmens" hinsichtlich Dienstleistungen im Bereich der Unternehmensführung. In folgenden Standards werden bestehende Anforderungen geändert: IFRS 2 Anteilsbasierte Vergütung: Ergänzung der Definitionen "Leistungsbedingungen" und "Dienstbedingungen" und IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse: Bilanzierung von bedingten Gegenleistungen zum beizulegenden Zeitwert zu jedem Berichtsstichtag. Alle Änderungen haben keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Die Klarstellung zu IAS 16 und IAS 38 betreffend akzeptabler Abschreibungsmethoden umfasst das Verbot einer erlösbasierten Abschreibungsmethode für Sachanlagevermögen und die widerlegbare Annahme, dass eine derartige Abschreibungsmethode für immaterielle Vermögenswerte sachgerecht ist. Da Wienerberger eine lineare oder nutzungsbedingte Abschreibungsmethode anwendet, ist diese Klarstellung nicht relevant.

Die Erläuterungen zu IFRS 11 Gemeinsame Vereinbarungen mit dem Titel Bilanzierung von Erwerben an gemeinschaftlichen Tätigkeiten weisen darauf hin, dass bei Erwerben an gemeinschaftlichen Tätigkeiten, die einen Geschäftsbetrieb gemäß IFRS 3 darstellen, alle Prinzipien in Bezug auf die Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen aus IFRS 3 anzuwenden sind, solange sie nicht im Widerspruch zu den Leitlinien des

IFRS 11 stehen. Die Änderungen haben keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Wienerberger Gruppe.

Die Änderungen zu IAS 16 und IAS 41 zu Fruchttragenden Pflanzen haben keine Relevanz für die Wienerberger Gruppe.

Die Änderungen zu IAS 27 betreffend Equity Methode in Einzelabschlüssen ist nicht relevant für die Wienerberger Gruppe.

Der Verbesserungszyklus der IFRS 2012 - 2014 beinhaltet Klarstellungen zu IFRS 5 über die Klassifizierung von zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten und zusätzliche Leitlinien zu den Angaben über die Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten gemäß IFRS 7 in Verbindung mit IAS 34. In IAS 19 wird klargestellt, dass der zur Abzinsung verwendete Zinssatz nur aus erstrangigen Unternehmens- oder Staatsanleihen abgeleitet werden darf, die auf dieselbe Währung lauten wie die zu leistenden Zahlungen. In IAS 34 Zwischenberichterstattung wird darauf hingewiesen, dass die von IAS 34 geforderten Anhangangaben an jeglicher Stelle im Zwischenbericht gemacht werden dürfen. Die Klarstellungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss von Wienerberger.

Die Änderungen im Rahmen der Initiative zu Angaben gemäß IAS 1 Darstellung des Abschlusses zielen darauf ab, bei Umfang und Detaillierungsgrad der Angaben verstärkt Wesentlichkeitsüberlegungen anzustellen. Diese Änderung hat keine wesentliche Auswirkung auf den Konzernabschluss von Wienerberger.

Die Änderungen zu IFRS 10, IFRS 12 und zu IAS 28 unter dem Titel Investmentgesellschaften klären einzelne Fragestellungen im Zusammenhang mit der Konsolidierungspflicht von Investmentgesellschaften. Es wird klargestellt, dass sie von einer Konsolidierungspflicht auch dann befreit sind, wenn sie selbst ein Tochterunternehmen sind. Weiters wird die Bewertungsmethode von Beteiligungen an Investmentgesellschaften in Abhängigkeit davon vorgegeben, ob das Mutterunternehmen selbst eine Investmentgesellschaft darstellt oder nicht. Die Änderungen,

die am 1.1.2016 in Kraft treten, haben keine Relevanz für die Wienerberger Gruppe.

Im November 2009 führte das Projekt, IAS 39 Finanzinstrumente durch IFRS 9 Finanzinstrumente zu ersetzen, zur ersten Veröffentlichung betreffend Ansatz und Bewertung von Finanzinstrumenten. Weitere Regelungen des IFRS 9 wurden in den Jahren 2010 und 2013 und die finale Fassung im Juli 2014 veröffentlicht. Wesentliche Änderungen betreffen die Klassifizierung und Folgebewertung von finanziellen Vermögenswerten. Nach den neuen Zuordnungskriterien steht zunächst der Charakter des Finanzinstruments im Vordergrund, wonach Fremd- und Eigenkapitalinstrumente sowie Derivate unterschiedlichen Bewertungsvorgaben unterliegen. Ein weiteres Kriterium ist das Geschäftsmodell, welches dem Finanzinstrument zu Grunde liegt. Dabei ist zu definieren, ob eine Handelsabsicht besteht oder ob das Finanzinstrument bis zur Fälligkeit gehalten werden soll. Folgende Methoden des Ansatzes und der Folgebewertung werden in Abhängigkeit der Eigenschaften des Finanzinstruments angewendet: Bewertung zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung, Bewertung zum beizulegenden Zeitwert über das sonstige Gesamtergebnis und Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten. Finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Zeitwert über das sonstige Gesamtergebnis bewertet werden, unterliegen nun gemäß dem neuen IFRS 9 erweiterten Wertminderungsbestimmungen, nach welchen aktuelle und zukunftsorientierte Informationen über erwartete Kreditverluste in den Ansatz und die Bewertung miteinzubeziehen sind. Eine weitere wesentliche Änderung des IFRS 9 betrifft die überarbeiteten Regelungen zu Hedge Accounting. Der Nachweis der Effektivität unterliegt nicht mehr der vom Standardsetter vorgegebenen Bandbreite von 80% - 125%, sondern kann vom Unternehmen qualitativ begründet werden.

Der neue IFRS ist erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die nach dem 1.1.2018 beginnen. In der konsolidierten Bilanz der Wienerberger Gruppe werden bestimmte finanzielle Vermögenswerte nach deren Neuklassifizierung nicht mehr über das sonstige Gesamtergebnis, sondern über die Gewinn- und Verlustrechnung bewertet werden. Die Wertschwankungen der betroffenen Finanzinstrumente waren in der Vergangenheit jedoch nicht materiell. Weiters wird das sonstigen Finanzergebnis in der Gewinn- und Verlustrechnung aufgrund der neuen Hedge Accounting Regelungen geringeren Schwankungen unterworfen sein. Wienerberger prüft derzeit die quantitativen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

IFRS 15 Umsatzerlöse aus Kundenverträgen wurde im Mai 2014 veröffentlich und wird IAS 18 Umsatzrealisierung, IAS 11 Fertigungsaufträge, IFRIC 13 Kundenbindungsprogramme, IFRIC 15 Vereinbarungen über die Errichtung von Immobilien, IFRIC 18 Übertragung von Vermögenswerten an Kunden und SIC 31 Erträge von Tausch- und Werbedienstleistungen ersetzen. Somit definiert der Standard den Zeitpunkt und die Höhe der Erlösrealisierung unabhängig von unterschiedlichen Auftrags- und Leistungsarten. Um den Umsatz zu ermitteln, sieht der Standard ein fünfstufiges Prüfschema vor, nach welchem zuerst der Vertrag und die darin enthaltenen Leistungsverpflichtungen zu identifizieren sind. Nach Ermittlung des Transaktionspreises und dessen Aufteilung auf die einzelnen Leistungsverpflichtungen muss in Folge der Zeitpunkt der Leistung bestimmt werden, um den Umsatz realisieren zu können. Der neue Standard ist erstmalig für Geschäftsjahre anzuwenden, die nach dem 1.1.2018 beginnen. Wienerberger prüft derzeit die Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Veröffentlichte neue und geänderte Standards und Interpretationen, die noch nicht von der EU übernommen wurden

IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungsposten zur Bilanzierung preisregulierter Geschäftsvorfälle gilt nur für IFRS Erstanwender und wurde noch nicht von der EU übernommen. Somit hat der Standard keine Auswirkung auf den Konzernabschluss der Wienerberger Gruppe.

Die Änderungen an IAS 12 präzisieren die Bilanzierung von latenten Steueransprüchen in Zusammenhang mit unrealisierten Verlusten bei erworbenen Schuldinstrumenten. Abwertungen auf den niedrigeren Marktwert von Schuldinstrumenten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, welche aus einer Veränderung des Marktzinsniveaus resultieren, führen zu abzugsfähigen temporären Differenzen. Diese Änderung hat keine Auswirkung auf den Konzernabschluss.

Mit den Änderungen an IAS 7 Kapitalflussrechnung sollen die Informationen über Veränderungen der Unternehmensverschuldung verbessert werden. Gefordert werden zusätzliche Angaben über die Änderungen von Finanzverbindlichkeiten, deren Ein- und Auszahlungen im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit gezeigt werden, sowie über zugehörige finanzielle Vermögenswerte. Diese Angaben können in Form einer Überleitungsrechnung dargestellt werden und sollten zahlungswirksame Veränderungen, Änderungen aus dem Erwerb oder der Veräußerung von Unternehmen, wechselkursbedingte Änderungen, Änderungen der beizulegenden Zeitwerte sowie übrige Änderungen umfassen.

Der Verbesserungszyklus 2014 - 2016 beinhaltet Klarstellungen im Zusammenhang mit Anteilen an anderen sowie an assoziierten Unternehmen gemäß IFRS 12 und IAS 28. Weiters werden bestimmte Erleichterungsbestimmungen gemäß IFRS 1 für Erstanwender gestrichen, die für Wienerberger nicht relevant sind. Die Änderungen des IFRS 12 treten vorbehaltlich einer Annahme durch die EU am 1.1.2017, die Änderungen des IFRS 1 und IAS 28 am 1.1.2018 in Kraft.

Im April 2016 wurden die finalen Änderungen am IFRS 15 veröffentlicht. Die Klarstellungen betreffen die Identifizierung der unterscheidbaren Leistungsverpflichtungen eines Vertrags, die Einschätzung darüber, ob ein Unternehmen Prinzipal oder Agent einer Transaktion ist und die Bestimmung, ob Erlöse aus der Lizenzgewährung zeitraum- oder zeitpunktbezogen zu vereinnahmen sind. Zudem sind weitere Erleichterungen im Zusammenhang mit den Übergangsregelungen beinhaltet. Die Änderungen zum Standard sind vorbehaltlich der Übernahme durch die EU in europäisches Recht erstmalig für Geschäftsjahre anzuwenden, die nach dem 1.1.2018 beginnen. Wienerberger prüft derzeit die Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Die Änderungen zu IFRS 2 Anteilsbasierte Vergütungen betreffen die Berücksichtigung von Ausübungsbedingungen im Rahmen der Bewertung von anteilsbasierten Vergütungen mit Barausgleich. Anteilsbasierte Vergütungen, die einen Nettoausgleich für einzubehaltende Steuern vorsehen, werden wie anteilsbasierte Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente klassifiziert. Ferner wird die Bilanzierung einer Änderung der Bedingungen, wenn sich durch die Änderung die Klassifizierung der Vergütung von "mit Barausgleich" zu "mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente" ändert, geregelt.

Im September 2016 wurden die Änderungen zu IFRS 4 Versicherungsverträge veröffentlicht, die die Abbildung von IFRS 9 Finanzinstrumente in Versicherungsverträgen behandeln. Diese Änderungen haben keine Relevanz für Wienerberger.

Im Dezember 2016 wurde eine Änderung zum IAS 40 veröffentlicht, die den Beginn und das Ende einer als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie näher erläutert, sodass nun auch nicht fertiggestellte Immobilien unter die Regelungen des IAS 40 fallen können. Diese Änderung tritt mit 1.1.2018 vorbehaltlich der Zustimmung durch die EU in Kraft.

Weiters wurde im Dezember des Berichtsjahrs IFRIC 22 Transaktionen in fremder Währung und im Voraus gezahlte Gegenleistungen veröffentlicht. Diese Interpretation stellt klar, dass für die Ermittlung des Wechselkurses eines nicht monetären Vermögenswerts derjenige Zeitpunkt relevant ist, zu welchem der aus der Vorauszahlung resultierende Vermögenswert erfasst wird. Vorbehaltlich der Übernahme durch die EU gilt diese Interpretation für alle Geschäftsjahre, die nach dem 1.1.2018 beginnen.

IFRS 16 Leasingverhältnisse wurde im Jänner 2016 veröffentlicht und wird IAS 17 Leasingverhältnisse, IFRIC 4 Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält, SIC 15 Operating-Leasingverhältnisse – Anreize und SIC 27 Beurteilung des wirtschaftlichen Gehalts von Transaktionen in der rechtlichen Form von Leasingverhältnissen ersetzen. Der neue Standard hat zum Ziel, dass alle Leasingverhältnisse und die damit verbundenen vertraglichen Rechte und Verpflichtungen beim Leasingnehmer in der Bilanz erfasst werden. Damit entfällt in Hinkunft die Unterscheidung zwischen Operating- und Finanzierungs-Leasingverhältnissen. Der Leasingnehmer erfasst eine Leasingverbindlichkeit für die Verpflichtung und aktiviert gleichzeitig ein Nutzungsrecht am zugrundeliegenden Vermögenswert, das dem Barwert der künftigen Leasingzahlungen zuzüglich direkt zuordenbarer Kosten entspricht. Für den Leasinggeber sind die Regelungen ähnlich den bisherigen Vorschriften des IAS 17. Wienerberger prüft derzeit die Auswirkungen auf den Konzernabschluss, tendenziell wird die geänderte Bilanzierungsvorschrift zu einer Bilanzverlängerung führen.

Die Änderungen zu IFRS 10 Konzernabschlüsse und IAS 28 Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen mit dem Titel Veräußerung

von Vermögenswerten zwischen einem Investor und seinem assoziierten oder Gemeinschaftsunternehmen sehen vor, dass Ergebniseffekte davon abhängig sind, ob ein Geschäftsbetrieb übertragen wird oder nicht. Bei Verlust der Beherrschung über einen Geschäftsbetrieb soll das Ergebnis vollständig erfasst werden. Der Erstanwendungszeitpunkt wurde vom IASB auf einen noch festzulegenden Zeitpunkt verschoben.

8. Geschäftssegmente Die Einteilung der Geschäftssegmente und die Darstellung der Segmentergebnisse erfolgt nach dem Management Approach gemäß IFRS 8 und folgt den internen Berichten an den Vorstand der Wienerberger AG als jene verantwortliche Unternehmensinstanz (chief operating decision maker), welche über die Allokation von Ressourcen auf die Geschäftssegmente entscheidet.

Die Geschäftstätigkeit der Wienerberger Gruppe wird nach regionalen Kriterien gesteuert, wobei durch die Segmentierung auch den unterschiedlichen Geschäftsfeldern Rechnung getragen wird. Die Division Clay Building Materials Europe fasst Hintermauer-, Vormauerund Dachziegelaktivitäten in den Segmenten Clay Building Materials Eastern Europe und Clay Building Materials Western Europe zusammen. Die Division Pipes & Pavers Europe beinhaltet die Aktivitäten des Kunststoffrohrproduzenten Pipelife, des Keramikrohrproduzenten Steinzeug-Keramo sowie des Produzenten für Betonflächenbefestigungen Semmelrock und wird in die Segmente Pipes & Pavers Eastern Europe und Pipes & Pavers Western Europe eingeteilt. Die Geschäftsaktivitäten in Nordamerika werden zusammengefasst im Segment North America dargestellt. Das Segment Holding & Others beinhaltet hauptsächlich die Ziegelaktivitäten in Indien sowie übergeordnete Aktivitäten der Konzernzentrale.

Die Berichte an die verantwortliche Unternehmensinstanz beinhalten neben der zentralen Erfolgsgröße EBITDA, anhand der die Steuerung der Geschäftssegmente erfolgt, auch die Ergebnisgrößen Umsatz, EBIT, EBIT operativ, Zinsergebnis und Ergebnis nach Ertragsteuern, weshalb diese ebenso in der Darstellung der Geschäftssegmente enthalten sind. Die Aufteilung von Umsatz, EBITDA, EBIT operativ, EBIT, Zinsergebnis, Ertragsteuern, Ergebnis nach Ertragsteuern, Vermögen, Fremdkapital, Capital Employed sowie Gesamtinvestitionen erfolgt nach dem Sitz der Gesellschaften.

In der Überleitung der Segmentergebnisse auf das Konzernergebnis sind lediglich Eliminierungen von Umsätzen, Aufwendungen und Erträgen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den Geschäftssegmenten enthalten. Wienerberger erzielt mit keinem externen Kunden mehr als 10% des Umsatzes.

Der konsolidierte Umsatz blieb im Vergleich zum Vorjahr mit 2.973.829 TEUR stabil, wobei sich Wechselkurseffekte mit 60.921 TEUR negativ und Änderungen im Konsolidierungskreis mit 19.107 TEUR positiv auswirkten. Bereinigt um diese Effekte erhöhte sich der Umsatz organisch somit um 43.286 TEUR. Die Umsatzerlöse beinhalten Umsätze von Fertigungsaufträgen in Höhe von 31.275 TEUR (Vorjahr: 28.948 TEUR). Die Umsatzerlöse sind nach Regionen detailliert in der Darstellung der Geschäftssegmente auf den Seiten 118 und 119 aufgegliedert.

Strategische Geschäftssegmente Clay Building Materials
Eastern Europe
Clay Building Materials
Western Europe
Pipes & Pavers
Eastern Europe
in TEUR 2016 2015 2016 2015 2016 2015
Außenumsatz 472.814 1.170.183 450.835
Innenumsatz 1) 506.840 7.797 1.174.400 8.936 411.457 11.194
Umsatz gesamt 8.115 480.611 10.404 1.179.119 9.695 462.029
EBITDA 514.955 82.639 1.184.804 166.652 421.152 42.280
Abschreibungen 105.686 -49.802 184.972 -77.986 35.435 -21.003
EBIT operativ 2) -47.872 32.837 -79.150 88.666 -22.219 21.277
Wertminderungen / Wertaufholungen
von Vermögenswerten
57.814 -338 105.822 0 13.216 -1.035
Firmenwertabschreibungen -4.511 0 0 0 0 0
EBIT 0 32.499 0 88.666 0 20.242
Ergebnisübernahme von assoziierten
Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen
53.303 94 105.822 3.925 13.216 0
Anteile an assoziierten Unternehmen und
Gemeinschaftsunternehmen
146 1.002 6.520 10.369 0 0
Zinsergebnis 1.075 -11.651 12.467 -34.268 0 -9.487
Ertragsteuern -11.336 1.846 -28.688 -33.664 -9.368 302
Ergebnis nach Ertragsteuern -6.561 22.679 -21.747 23.579 -804 10.498
Fremdkapital 34.850 347.742 55.809 1.014.391 2.584 202.811
Capital Employed 340.677 491.323 979.608 1.176.376 205.794 247.951
Vermögen 469.782 767.107 1.105.859 1.717.761 251.578 375.450
Zur Veräußerung gehaltene langfristige
Vermögenswerte
772.522 0 1.656.702 0 365.022 0
Normalinvestitionen 95 21.219 2.056 63.707 0 18.334
Wachstumsinvestitionen 3) 26.821 14 57.767 0 15.748 5.468
Ø Mitarbeiter 10.157
4.350
4.184 2.712
5.983
6.035 12.518
2.322
2.368
Umsatz Clay Building Materials
Eastern Europe
Clay Building Materials
Western Europe
Pipes & Pavers
Eastern Europe
in TEUR 2016 2015 2016 2015 2016 2015
Österreich 84.481 137.266
Tschechien 88.077 75.352 136.529 28.672
Polen 86.835 99.734 26.101 93.221
Rumänien 104.329 44.769 76.422 19.974
Ungarn 46.779 33.023 18.670 44.783
Deutschland 44.008 233.127 35.851
Großbritannien 236.616 287.852
Belgien 273.153 211.562
Niederlande 210.734 158.632
Frankreich 173.818 147.214
Finnland 154.859 8.379
Schweden 8.052 7.104
Norwegen 8.189 8.865
USA 9.639
Sonstiges 135.770 107.627 126.919
Wienerberger Gruppe 138.126
508.154
473.129 100.890
1.175.950
1.170.362 117.884
411.457
450.835

1) Innenumsatz bezeichnet den Umsatz zwischen vollkonsolidierten, at-equity bilanzierten und nicht konsolidierten Konzernunternehmen. // 2) bereinigt um Wertminderungen, Firmenwertabschreibungen und Wertaufholungen

Pipes & Pavers
Western Europe
North America Holding & Others Überleitung 4) Wienerberger Gruppe
2016 2015 2016 2015 2016 2015 2016 2015 2016 2015
592.718 277.523 7.555 0 2.971.628
576.743 7.665 292.677 3.713 8.595 13.197 0 -51.773 2.970.712 729
7.925 600.383 648 281.236 14.454 20.752 -48.124 -51.773 3.117 2.972.357
584.668 65.593 293.325 32.220 23.049 -19.725 -48.124 0 2.973.829 369.659
63.114 -25.428 32.702 -24.500 -17.643 -3.366 0 0 404.266 -202.085
-28.087 40.165 -26.813 7.720 -2.409 -23.091 0 0 -206.550 167.574
35.027 5.889 -20.052 0 197.716
0 -3.127 0 48 4.303 0 0 0 -208 -4.452
-6.751 0 0 0 -141 0 0 0 -6.892 0
28.276 37.038 5.889 7.768 -15.890 -23.091 0 0 190.616 163.122
0 0 0 0 0 0 0 0 6.666 4.019
0 0 0 0 11.371
0 -8.899 0 -7.629 0 29.647 0 0 13.542 -42.287
-8.769 -11.468 -8.690 -1.937 32.447 7.716 0 0 -34.404 -37.205
-12.296 29.176 1.292 -2.983 -3.106 78.627 0 -91.761 -43.222 69.815
21.313 405.798 -2.707 182.653 91.842 954.283 -88.364 -1.470.255 115.327 1.637.423
388.045 295.706 158.061 364.845 1.103.561 -6.303 -1.387.525 0 1.788.221 2.569.898
280.917 727.998 352.803 451.355 -957 4.282.327 0 -4.630.356 2.459.982 3.691.642
722.094 437.819 4.230.619 -4.547.601 3.637.177
3.229 0 0 0 0 0 0 0 5.380 0
21.328 10.726 2.356 0 137.670
23.076 3.165 9.247 1.486 4.609 0 0 0 137.268 10.133
14.942 1.841 1.757 3.498
1.289
1.272 0
205
197 0
0
0 43.827
15.990
15.813
Pipes & Pavers
Western Europe
2015
371 222.118
104.024
192.955
64.743
77.806
44.259 277.386
12.684 300.536
81.819 293.381
108.300 266.932
65.294 212.508
43.382 51.761
83.948 91.052
109.701 118.566
250.578 250.578
43.331 26.945 7.419 448.011
2.972.357
2015
592.718
2016
263.154
29.523
North America
2015
2016
413
8.435
292.677
277.523
8.848
Holding & Others
2015
7.790
Wienerberger Gruppe
2016
225.019
112.936
180.751
65.449
79.859
281.120
285.068
273.895
269.441
208.949
69.927
93.951
127.897
263.154
436.413
2.973.829

3) inklusive Investitionen in übrige Finanzanlagen // 4) Die Überleitung beinhaltet Eliminierungen zwischen Konzerngesellschaften.

Produkte Umsatz EBITDA Gesamtinvestitionen
in TEUR 2016 2015 2016 2015 2016 2015
Wand 621.511 69.424 32.372
Fassade 670.703 678.706 92.789 106.033 43.473 37.006
Dach 695.051 557.336 112.046 101.946 35.739 25.197
Flächenbefestigungen 554.103 130.470 119.417 15.341 27.342 12.244
Rohre 116.335 984.212 10.591 98.005 17.242 39.172
Sonstiges 937.226 122 88.980 -21.090 53.544 1.812
Wienerberger Gruppe 411
2.973.829
2.972.357 -19.557
404.266
369.659 3.755
181.095
147.803

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

9. Materialaufwand In den Herstell-, Vertriebs- und Verwaltungskosten sowie den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen sind Material-, Instandhaltungsaufwendungen, Handelswareneinsätze und Aufwendungen für Energie enthalten:

in TEUR 2016 2015
Materialaufwand 541.810
Instandhaltungsaufwand 525.032 125.445
Handelswareneinsatz 125.665 334.576
Energieaufwand 349.351 292.624
Gesamt 260.886
1.260.934
1.294.455

Die ausgewiesenen Aufwendungen wurden durch Bestandsveränderungen an Halb- und Fertigfabrikaten in Höhe von 62.461 TEUR (Vorjahr: 20.761 TEUR) erhöht. Aus Aktivierungen von Eigenleistungen und anteiligen Bauzeitzinsen beim Bau von qualifizierten Vermögenswerten des Anlagevermögens resultierte ein Ertrag in Höhe von 2.784 TEUR (Vorjahr: 1.269 TEUR).

Die Materialaufwendungen enthalten im Wesentlichen Aufwendungen für Ton, Sand, Kunststoffe, Sägespäne und weitere Zuschlagstoffe sowie Aufwendungen für den Verbrauch von Paletten und sonstigen Verpackungsmaterialien. Instandhaltungsaufwendungen betreffen den Einsatz von Instandhaltungsmaterialien und sonstigen geringwertigen Ersatzteilen sowie Dienstleistungen von Dritten.

10. Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen von Anlagen

Im Berichtsjahr sind in den Herstell-, Vertriebs-, Verwaltungskosten und sonstigen betrieblichen Aufwendungen laufende Abschreibungen von 191.313 TEUR (Vorjahr: 201.214 TEUR) sowie Sonderabschreibungen in Folge von Werks- bzw. Linienstilllegungen in Höhe von 15.237 TEUR (Vorjahr: 871 TEUR) enthalten. Die im Dezember durchgeführten planmäßigen Werthaltigkeitstests (siehe Anmerkung 20. Anlagevermögen) führten zu Wertminderungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten (inklusive Firmenwerten) von insgesamt 11.403 TEUR (Vorjahr: 13.133 TEUR). Wertaufholungen in Höhe von 4.303 TEUR resultierten aus der Bewertung von Emissionszertifikaten.

Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen stellen sich wie folgt dar:

in TEUR
2016
2015
Laufende Abschreibungen
191.313
Sonderabschreibungen
201.214
871
15.237
Laufende Abschreibungen und Sonderabschreibungen
206.550
Wertminderungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten
202.085
13.133
4.511
Firmenwertabschreibungen
0
6.892
Wertminderungen gesamt
11.403
13.133
Wertaufholungen von Vermögenswerten
-4.303
Laufende Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen
213.650
-8.681
206.537

11. Personalaufwand In den Herstell-,Vertriebs- und Verwaltungskosten sind folgende Personalaufwendungen enthalten:

in TEUR
2016
2015
Löhne 305.936
309.344
Gehälter
263.345
259.093
Leihpersonal (permanent)
16.652
16.813
Aufwendungen aus langfristigen Vergütungsprogrammen
3.061
4.147
Aufwendungen für Abfertigungen (inklusive freiwillige Abfertigungen)
16.237
5.640
Aufwendungen für Altersversorgung
15.321
18.563
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben
sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge
121.183
122.673
Sonstige Sozialaufwendungen
15.133
15.478
Personalaufwand
751.751
756.868

An die Vorstandsmitglieder wurden im Geschäftsjahr 2016 fixe Gehaltsbestandteile in Höhe von 1.264 TEUR (Vorjahr: 1.248 TEUR) ausbezahlt. Ferner erwarb der Vorstand Ansprüche in Höhe von 3.353 TEUR (Vorjahr: 2.908 TEUR) aus variablen Gehaltsbestandteilen. Darin enthalten sind Aufwendungen für eine langfristige Vergütungskomponente in Höhe von 1.264 TEUR (Vorjahr: 1.248 TEUR), welche in Abhängigkeit des Erreichens von Zielvorgaben über zwei Jahre in drei gleich hohen Teilbeträgen ausbezahlt werden. Zudem sind im Berichtsjahr Aufwendungen von 824 TEUR (Vorjahr: 412 TEUR) für eine zusätzliche variable Vergütungskomponente enthalten, die bei Erreichen der finanziellen Ziele im Jahr 2018

ausbezahlt wird. Die Aufwendungen für die kurzfristige variable Vergütungskomponente, die an das Erreichen von kurzfristigen finanziellen Unternehmenszielen geknüpft ist, beliefen sich auf 1.264 TEUR (Vorjahr: 1.248 TEUR).

Für im Berichtsjahr tätige Vorstandsmitglieder wurden 523 TEUR (Vorjahr: 519 TEUR) an Pensionsaufwendungen in Form von Beiträgen zu Pensionskassen (beitragsorientierte Zusagen) verbucht. Weiters wurde ein Dienstzeitaufwand für die im Wirtschaftsjahr hinzuerworbenen Ansprüche für Abfertigungen in Höhe von 81 TEUR (Vorjahr: 75 TEUR) rückgestellt. An frühere Mitglieder des Vorstands und ihre Hinterbliebenen

wurden Zahlungen von 838 TEUR (Vorjahr: 853 TEUR) geleistet.

An die Mitglieder des Aufsichtsrats wurden für die Tätigkeit im Geschäftsjahr 2015 Bezüge von insgesamt 528 TEUR (Vorjahr: 447 TEUR) im Berichtsjahr ausbezahlt. Der Anspruch des Berichtsjahres beläuft sich auf 603 TEUR.

Haftungen für Kredite sowie Firmenkredite von Gesellschaften der Wienerberger Gruppe an Vorstände und Aufsichtsräte bestehen nicht.

12. Mitarbeiter

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer betrug:

2016 2015
Mitarbeiter in Werken 10.696
Mitarbeiter in Verwaltung 10.778 1.404
Mitarbeiter im Vertrieb 1.462 3.713
3.750
Gesamte Mitarbeiter im Konzern
davon Lehrlinge
15.990 15.813
94
116

13. Sonstige betriebliche Aufwendungen In den Herstell-, Vertriebs- und Verwaltungskosten sind folgende sonstige betriebliche Aufwendungen enthalten:

in TEUR
2016
2015
Transportaufwendungen für Zustellungen 189.945
190.736
Aufwendungen für Dienstleistungen
116.015
118.567
Aufwendungen für interne Transporte
47.421
52.576
Aufwendungen für Mieten, Pachten und Leasing
39.025
52.105
Steuern, soweit sie nicht unter Ertragsteuern fallen
25.877
25.191
Aufwendungen für Umweltschutzmaßnahmen
6.330
5.664
Aufwendungen aus uneinbringlichen Forderungen
1.599
1.745
Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen exklusive Finanzanlagen
1.824
1.312
Übrige
162.645
123.047
Sonstige betriebliche Aufwendungen
570.943
590.681

Eine Überleitung der Aufwendungen nach dem Gesamtkostenverfahren zu den Aufwendungen nach dem Umsatzkostenverfahren ist auf Seite 123 und 124 dargestellt.

Die Dienstleistungsaufwendungen enthalten vor allem Aufwendungen für Reisen und Fahrten, Rechtsund sonstige Beratung, Werbung, Versicherungen sowie Telekommunikation. Die Aufwendungen für

den Abschlussprüfer und alle Mitglieder des Netzwerks des Abschlussprüfers betrugen für die Prüfung des Konzernabschlusses im Berichtsjahr 1.822 TEUR (Vorjahr: 1.819 TEUR), 158 TEUR (Vorjahr: 136 TEUR) für Bestätigungsleistungen, 70 TEUR (Vorjahr: 72 TEUR) für Steuerberatungsleistungen und 280 TEUR (Vorjahr: 242 TEUR) für sonstige Leistungen.

Der übrige sonstige Aufwand setzt sich in erster Linie aus Aufwendungen für Provisionen, Patent- und Markenrechte, Bewirtungsaufwendungen, Reklamationen sowie

Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen zusammen. Im Jahr 2016 betrug der Forschungs- und Entwicklungsaufwand 14.878 TEUR (Vorjahr: 17.238 TEUR).

14. Sonstige betriebliche Erträge

In den Herstell-, Vertriebs- und Verwaltungskosten sind folgende sonstige betriebliche Erträge enthalten:

in TEUR 2016 2015
Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen exklusive Finanzanlagen 20.949
Erträge aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen 27.340 4.588
Erträge aus Versicherungsansprüchen 4.997 400
Erträge aus Zuschüssen 2.823 1.708
Übrige 1.664 31.153
Sonstige betriebliche Erträge 36.918
73.742
58.798

Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge sind umsatznahe Erlöse, die nicht Teil der unmittelbaren Umsatztätigkeit der Wienerberger Gruppe sind.

15. Überleitung Ergebnis nach Umsatzkosten-

und Gesamtkostenverfahren In der Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Umsatzkostenverfahren werden die Aufwendungen nach einzelnen Funktionsbereichen gegliedert. Beim Gesamtkostenverfahren werden jedoch die einzelnen Aufwandsarten dargestellt und um Lagerbewegungen bei Halb- und Fertigfabrikaten im Rahmen von Bestandsveränderungen sowie um aktivierte Eigenleistungen und anteilige Bauzeitzinsen korrigiert. Der Zusammenhang der beiden Verfahren stellt sich wie folgt dar, wobei die Bestandsveränderungen und Kostenaktivierungen, die beim Bau von qualifizierten Vermögenswerten des Anlagevermögens anfallen, bei den Materialaufwendungen gezeigt werden:

2016
in TEUR
Fracht
aufwand
Material
aufwand
Handels
wareneinsatz
Zu- und
Abschrei
bungen
Energie
aufwand
Personal
aufwand
Sonstige
Erträge
Sonstige
Aufwände
Gesamt
Herstellkosten 0 694.114 348.564 153.855 254.696 431.352 -1.272 129.932
Vertriebskosten 190.736 16.260 787 7.805 3.643 201.634 -3.550 157.032 2.011.241
Verwaltungskosten 0 0 0 10.237 920 118.765 -4.410 60.672 574.347
Sonstige betriebliche
Aufwendungen
0 0 0 46.056 1.886 0 0 32.571 186.184
Sonstige betriebliche
Erträge
0 0 0 -4.303 -259 0 -64.510 0 80.513
190.736 710.374 349.351 213.650 260.886 751.751 -73.742 -69.072
380.207 2.783.213
189.945 686.747 334.576 206.537 292.624 756.868 -58.798 400.736 2.809.235
Sonstige betriebliche
Erträge
0 0 0 -8.681 0 0 -47.339 0 -56.020
Sonstige betriebliche
Aufwendungen
0 0 0 36.145 2.611 0 0 38.846 77.602
Verwaltungskosten 0 0 0 9.704 949 115.255 -5.504 62.251 577.196
182.655
Vertriebskosten 189.945 18.918 100 7.683 4.013 193.169 -2.230 165.598 2.027.802
Herstellkosten 0 667.829 334.476 161.686 285.051 448.444 -3.725 134.041
2015
in TEUR
Fracht
aufwand
Material
aufwand
Handels
wareneinsatz
Zu- und
Abschrei
bungen
Energie
aufwand
Personal
aufwand
Sonstige
Erträge
Sonstige
Aufwände
Gesamt

16. Zinsergebnis und sonstiges Finanzergebnis Das Zinsergebnis und das sonstige Finanzergebnis setzen sich nach den Kategorien des IAS 39 wie folgt zusammen:

2016
in TEUR
Gesamt Kredite und
Forderungen
FLAC 1) AfS 2) Derivate
Zinsertrag 3.986 0 639 869
Zinsaufwand 5.494 0 -32.484 0 -3.452
Nettozinsergebnis aus leistungsorientierten Pensions- und
Abfertigungsverpflichtungen
-35.936
-3.962
Zinsergebnis
Beteiligungserträge von Dritten (Dividenden)
-34.404 3.986
0
-32.484
0
639
1.050
-2.583
0
1.050
Beteiligungserträge
Ergebnis aus dem Abgang von Finanzinstrumenten
1.050 0
0
0
0
1.050
13
0
0
Marktbewertung Derivate 13 -3.334
Wertminderungen von Finanzinstrumenten -3.334 -32 0 -35 0
Kursdifferenzen -67
466
Nettoergebnis
Bankspesen
-2.922 -32 0 -22 -3.334
-2.457
Sonstiges Finanzergebnis
Gesamt
-4.329
-38.733
-32
3.954
0
-32.484
1.028
1.667
-3.334
-5.917

1) Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (financial liabilities at amortized cost) // 2) Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente (available for sale)

2015
in TEUR
Kredite und FLAC 1) AfS 2)
Zinsertrag Gesamt Forderungen
6.012
0 775 Derivate
15
Zinsaufwand 6.802 0 -42.977 0 -2.118
Nettozinsergebnis aus leistungsorientierten Pensions- und
Abfertigungsverpflichtungen
-45.095
-3.994
Zinsergebnis
Beteiligungserträge von Dritten (Dividenden)
-42.287 6.012
0
-42.977
0
775
367
-2.103
0
Beteiligungserträge von verbundenen Unternehmen 367 0 0 -655 0
-655
Beteiligungserträge
Ergebnis aus dem Abgang von Finanzinstrumenten
-288 0
0
0
0
-288
910
0
0
Marktbewertung Derivate 910 -7.809
Wertminderungen von Finanzinstrumenten -7.809 -763 0 -54 0
Kursdifferenzen -817
-7.283
Nettoergebnis
Bankspesen
-14.999 -763 0 856 -7.809
-2.547
Sonstiges Finanzergebnis
Gesamt
-17.834
-60.121
-763
5.249
0
-42.977
568
1.343
-7.809
-9.912

1) Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (financial liabilities at amortized cost) // 2) Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente (available for sale)

Der Verkauf von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten lieferte ein Ergebnis von 13 TEUR (Vorjahr: 910 TEUR). In der Kategorie Kredite und Forderungen wurden Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen im Ausmaß von 32 TEUR (Vorjahr: 763 TEUR) abgewertet. In der Kategorie zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente wurden Wertminderungen in Höhe von 35 TEUR (Vorjahr: 54 TEUR) erfolgswirksam erfasst, da bei den betroffenen finanziellen Vermögenswerten von einer dauerhaften Wertminderung auszugehen ist. Die Marktbewertung von Derivaten lieferte so wie im Vorjahr einen negativen Beitrag zum Periodenergebnis in Höhe von 3.334 TEUR (Vorjahr: 7.809 TEUR).

17. Ertragsteuern Als Ertragsteuern sind sowohl die in den einzelnen Gesellschaften gezahlten oder geschuldeten Steuern auf Einkommen und Ertrag als auch die latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen.

Laufender Steueraufwand 2016 2015
33.860
Latenter Steueraufwand/-ertrag 40.481 3.345
2.741
Ertragsteuern 43.222 37.205

Die Ursachen für den Unterschied zwischen dem im Jahr 2016 gültigen österreichischen Körperschaftsteuersatz von 25% (Vorjahr: 25%) und der ausgewiesenen Konzernsteuerquote stellen sich folgendermaßen dar:

in TEUR 2016 2015
Ergebnis vor Ertragsteuern
Ertragsteuern zum Steuersatz von 25%
158.549 107.020
-26.755
Abweichende ausländische Steuersätze -39.637 9.685
Steueraufwand und -ertrag aus Vorperioden 7.569 -692
Steuerfreie Ergebnisse von assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen -2.547 1.195
Veränderung von Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern 1.006 -11.835
Nicht-temporäre Differenzen -30.352 -8.545
Steuersatzänderungen 20.600 -258
139
Effektivsteuerbelastung
Effektivsteuersatz in %
-43.222
27,3%
-37.205
34,8%

Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die nach der derzeitigen Rechtslage in den einzelnen Ländern gültig oder angekündigt sind. In Österreich wird ein Körperschaftsteuersatz von 25% zugrunde gelegt. Bei den ausländischen Gesellschaften werden die latenten Steuern auf Basis der entsprechenden länderspezifischen Steuersätze berechnet. Sie liegen im Geschäftsjahr 2016 zwischen 0% und 39%. Steuersatzänderungen führten in der Berichtsperiode zu einem latenten Steuerertrag von 139 TEUR (Vorjahr: Steueraufwand 258 TEUR).

18. Ergebnis je Aktie, Vorschlag für die

Ergebnisverwendung Die Anzahl der ausgegebenen Aktien betrug zum Stichtag 117.526.764 Stück. Per 31.12.2016 wurden 570.289 (Vorjahr: 570.289) eigene Aktien gehalten, die für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie in Abzug gebracht werden. Daraus resultiert eine gewichtete Aktienanzahl von 116.956.475 für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie für 2016.

in Stück 2016 2015
Ausgegebene Aktien 117.526.764
Eigene Aktien 117.526.764 570.289
Gewichtete Aktien 570.289 116.956.475
116.956.475

Das Ergebnis je Aktie von 0,70 EUR wird aus dem durch die gewichtete Aktienanzahl geteilten Ergebnis, das den Aktionären der Muttergesellschaft zuzurechnen ist, errechnet. Das verwässerte Ergebnis je Aktie von 0,70 EUR entspricht dem Ergebnis je Aktie für 2016.

Gemäß den Bestimmungen des Aktiengesetzes bildet der nach österreichischen Rechnungslegungsvorschriften

aufgestellte Einzelabschluss der Wienerberger AG zum 31.12.2016 die Grundlage für die Dividendenausschüttung.

Dieser Jahresabschluss weist einen Bilanzgewinn von 32.345.528,13 EUR aus. Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor, aus dem Bilanzgewinn von 32.345.528,13 EUR auf das Grundkapital von 117.526.764,00 EUR eine Dividende in Höhe von

0,27 EUR je Aktie, das sind 31.732.226,28 EUR abzüglich eines anteiligen Betrags für eigene Anteile von 153.978,03 EUR somit 31.578.248,25 EUR auszuschütten und den Restgewinn von 767.279,88 EUR auf neue Rechnung vorzutragen.

Erläuterungen zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung

In der Gesamtergebnisrechnung wird, ausgehend vom Ergebnis nach Steuern, auf das Gesamtergebnis gemäß IAS 1 übergeleitet. Dieses umfasst insbesondere den Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung, versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Bewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen und anderen langfristigen Mitarbeitervergütungen, die Veränderung der Hedging Reserve sowie das Bewertungsergebnis von zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren. Die Gesamtergebnisbestandteile werden nach Steuern ausgewiesen.

Im Berichtsjahr resultierten Differenzen aus der Währungsumrechnung vor Steuern in Höhe von -20.694 TEUR (Vorjahr: 53.284 TEUR) vorwiegend aus dem britischen Pfund und dem polnischen Zloty. Zuvor in der Währungsrücklage ausgewiesene Differenzen in Höhe

von 2.660 TEUR (Vorjahr: 122 TEUR) wurden umgegliedert und in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Während der Berichtsperiode wurden Verluste vor Steuern aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten in Höhe von -174 TEUR (Vorjahr: -1.677 TEUR) im sonstigen Gesamtergebnis erfasst. Die Marktbewertung von Sicherungsinstrumenten erhöhte die Hedging Rücklage um 9.077 TEUR (Vorjahr: -2.256 TEUR). Davon entfielen 9.976 TEUR (Vorjahr: -8.006 TEUR) auf die Absicherung von Investitionen in ausländische Teilbetriebe und -899 TEUR (Vorjahr: 5.750 TEUR) auf die Absicherung zukünftiger Transaktionen (Cashflow Hedges). Im Berichtsjahr wurden zuvor im sonstigen Gesamtergebnis erfasste Marktwertänderungen von Sicherungsinstrumenten von Investitionen in ausländische Teilbetriebe (net investment hedges) in Höhe von -1.661 TEUR in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Ineffektive Teile von -614 TEUR (Vorjahr: 495 TEUR) wurden im Geschäftsjahr in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Im sonstigen Gesamtergebnis wurden latente Steuern von insgesamt 4.942 TEUR (Vorjahr: -4.962 TEUR) erfasst. Folgende Tabelle zeigt die Zuordnung latenter Steuern zu den Bestandteilen des sonstigen Gesamtergebnisses:

2015
-6.434
0
434
1.038
-4.962
2016
3.436
-288
-2.082
3.876
4.942

In Summe erhöhte das Gesamtergebnis nach Steuern im Berichtszeitraum das Eigenkapital um insgesamt 91.553 TEUR (Vorjahr: 106.193 TEUR).

Erläuterungen zum Konzern-Cashflow Statement

Das Konzern-Cashflow Statement der Wienerberger Gruppe zeigt, wie sich die Zahlungsmittel im Laufe des Berichtsjahrs durch Mittelzu- und -abflüsse verändert haben. Die Zahlungsmittel (Fonds der liquiden Mittel) enthalten Kassa und Bankguthaben. Wertpapiere sowie kurzfristige Bankverbindlichkeiten zählen nicht zu den Zahlungsmitteln. Die Auswirkungen durch Akquisitionen von Gesellschaften sind dabei eliminiert und werden in der Position Netto-Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen dargestellt. Die von ausländischen Konzerngesellschaften ausgewiesenen Beträge werden grundsätzlich zu Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Hiervon abweichend wird die Liquidität wie in der Bilanz zum Stichtagskurs angesetzt.

19. Cashflow aus Investitionstätigkeit Aus dem Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten resultieren Ausgaben in Höhe von 163.575 TEUR (Vorjahr: 147.789 TEUR). Davon entfallen 137.268 TEUR (Vorjahr: 137.670 TEUR) auf Normalinvestitionen, die Instandhaltung und Investitionen in technologische Weiterentwicklung enthalten. Für Akquisitionen und Werkserweiterungen (Wachstumsinvestitionen) wurden insgesamt 43.811 TEUR (Vorjahr: 10.119 TEUR) aufgewendet. Im Finanzanlagevermögen wurden Investitionen von 16 TEUR (Vorjahr: 14 TEUR) getätigt.

Zugänge im Anlagevermögen in Höhe von 4.543 TEUR (Vorjahr: 1.982 TEUR) sind nicht zahlungswirksam, da sie aus der Aktivierung von Rekultivierungsverpflichtungen von Tongruben resultieren.

Die Einzahlungen aus Anlagenabgängen betrugen 42.145 TEUR (Vorjahr: 23.949 TEUR) und beinhalten neben Abgängen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten auch den Verkauf von Finanzanlagen. Aus diesen Anlagenabgängen resultierten Netto-Gewinne in Höhe von 26.028 TEUR (Vorjahr: 19.125 TEUR), wovon ein Großteil auf den Verkauf von nicht betriebsnotwendigem Vermögen in Höhe von 17.946 TEUR zurückzuführen ist.

Die Überleitung von Gesamtinvestitionen in Normal- und Wachstumsinvestitionen der Wienerberger Gruppe ergibt sich wie folgt:

in TEUR 2016 2015
Auszahlungen für Investitionen in das Sach- und immaterielle Anlagevermögen 147.789
Netto-Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen 163.575 0
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen 17.504 14
Gesamtinvestitionen inklusive Finanzanlagen 16
181.095
147.803
Instandhaltung und Investitionen in technologische Weiterentwicklung 137.670
Normalinvestitionen 137.268
137.268
137.670
Auszahlungen für Werkserweiterungen 10.119
Netto-Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen 26.307 0
17.504
Wachstumsinvestitionen
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen
43.811 10.119
14
Wachstumsinvestitionen inklusive Finanzanlagen 16
43.827
10.133

Erläuterungen zur Konzernbilanz

20. Anlagevermögen Die Entwicklung des Anlagevermögens ist auf den Seiten 136 und 137 dargestellt. Als Währungsänderungen sind jene Beträge angegeben, die sich bei den in Fremdwährung bilanzierenden Tochtergesellschaften aus der unterschiedlichen Umrechnung der Vermögenswerte mit den Wechselkursen zu Jahresbeginn und Jahresende ergeben.

Als zahlungsmittelgenerierende Einheiten (Cash Generating Units – CGUs) werden bei Wienerberger

Werke gesehen, welche in weiterer Folge nach Divisionen und Regionen zu Gruppen von CGUs zusammengefasst werden. Immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer, Firmenwerte und Marken, die nicht planmäßig abgeschrieben werden, sind mindestens einmal jährlich gemäß IAS 36 auf einen möglichen Wertminderungsbedarf hin zu untersuchen (Impairment Test), für welchen sie den CGUs bzw. Gruppen von CGUs zugeordnet werden. Deren Buchwerte stellen sich wie folgt dar:

Marken
in TEUR Firmenwerte
2016
2015 2016 2015
Clay Building Materials Eastern Europe 51.246 11.622
Clay Building Materials Western Europe 50.877 300.973 11.622 4.412
Pipes & Pavers Eastern Europe 287.710 17.039 3.782 13.891
Pipes & Pavers Western Europe 16.979 43.771 13.891 28.123
North America 44.046 94.425 28.123 2.536
Holding & Others 97.865 141 2.536 0
Wienerberger Gruppe 0
497.477
507.595 0
59.954
60.584

Die sonstigen immateriellen Vermögenswerte enthalten im Wesentlichen erworbenen Kundenstamm in Höhe von 87.005 TEUR (Vorjahr: 92.741 TEUR), erworbene Markenrechte mit unbestimmter Nutzungsdauer in Höhe von 59.954 TEUR (Vorjahr: 60.584 TEUR) sowie Patente und Konzessionen. Im Berichtsjahr wurden selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 2.563 TEUR (Vorjahr: 602 TEUR) aktiviert.

Wienerberger überwacht seine Firmenwerte auf Basis von 12 CGU-Gruppen.

Im Segment Clay Building Materials Western Europe wird das Ziegelgeschäft in Westeuropa durch Werke charakterisiert, die mittlerweile ganze Regionen anstatt einzelner Länder bedienen. Insbesondere bei der Herstellung von Dach- und Vormauerziegeln erfolgt eine Optimierung der Produktion und des Produktportfolios für eine gesamte Region. Dies umfasst auch die Optimierung des Werksnetzes im Hintermauerbereich, wenngleich eine Verlieferung dieser Produkte in der Regel nur über kürzere Distanzen effizient ist im Unterschied zu jener von Dachund Vormauerziegeln. Grenznahe Werke in Deutschland und Frankreich können jedenfalls einen Großteil des Benelux-Raums mitabdecken. Aufgrund der Verflechtungen in Westeuropa werden die Firmenwerte auf regionaler Ebene in der CGU-Gruppe Bricks and Roof Western Europe West gesteuert. Die Ausnahmen in diesem Segment bilden Italien in der CGU-Gruppe Bricks Italy, das bislang noch nicht in diese Optimierung eingebunden wurde, sowie Finnland und die baltischen Staaten in der CGU-Gruppe Bricks and Roof Western Europe Finland and Baltics, die für Exportmärkte in Osteuropa und Russland produzieren, jedoch in die Organisation Westeuropa eingebunden sind. Sämtliche Firmenwerte des Segments Clay Building Materials Western Europe entfallen auf die CGU-Gruppe Bricks and Roof Western Europe West.

Das Segment Clay Building Materials Eastern Europe besteht aus den zwei CGU-Gruppen Bricks and Roof Eastern Europe sowie Bricks Russia. Die CGU-Gruppe Bricks and Roof Eastern Europe ist durch grenzüberschreitendes Geschäft der Region und eine zunehmende Integration des Ziegel- und Dachgeschäfts charakterisiert und wird durch einheitliches Management für den Ziegelund Dachziegelbereich geführt. Die CGU-Gruppe Bricks Russia hingegen ist als eigenständige Einheit zu betrachten, die nur eingeschränkte Lieferbeziehungen mit den restlichen CGU-Gruppen Zentral-Osteuropas aufweist.

Pipes & Pavers Europe umfasst die CGU-Gruppen Pipes Pipelife West, Pipes Pipelife East, Pipes Steinzeug und Pavers Semmelrock. Das europäische Kunststoffrohrgeschäft weist einen hohen Anteil an Lieferungen zwischen den Landesgesellschaften, insbesondere bei Zubehör (Fittings) auf, das in den Niederlanden für den westeuropäischen Markt und in Polen für den osteuropäischen Markt erzeugt wird. Obwohl bei Flächenbefestigungen aus Beton eine Lieferung über längere Distanzen nur beschränkt möglich ist, werden bei Semmelrock die in der Produktion verwendeten Formen zwischen den einzelnen Produktionsstandorten im Rahmen einer überregionalen Strategie und Produktentwicklung ausgetauscht.

Im Segment North America werden die CGU-Gruppen nach Produktgruppen unterschieden: Bricks North America umfasst das nordamerikanische Ziegelgeschäft, auf welches der gesamte Firmenwert des operativen Berichtssegments entfällt, und Pipes Pipelife USA beinhaltet das amerikanische Kunststoffrohrgeschäft.

Die Buchwerte der den CGU-Gruppen zugerechneten Firmen- und betriebsnotwendigen Vermögenswerte werden mit dem erzielbaren Betrag verglichen und wenn nötig auf den niedrigeren errechneten Nutzungswert oder den beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten abgeschrieben. Grundsätzlich werden die Nutzungswerte einer CGU-Gruppe mittels eines kapitalwertorientierten Verfahrens ermittelt, indem die Zahlungsströme mit einem durchschnittlichen gewichteten Gesamtkapitalkostensatz (WACC) nach Steuern abgezinst werden, um deren Barwert zu ermitteln.

Für die Ermittlung des Nutzungswerts wird der Kapitalkostensatz nach Steuern nach anerkannten finanzmathematischen Verfahren aus externen Quellen abgeleitet. Die Umrechnung der Nutzungswerte erfolgt mit dem Stichtagskurs zum Durchführungszeitpunkt des Tests. Für die Wienerberger Gruppe wurde bei den Werthaltigkeitstests ein WACC nach Steuern von 6,69% (Vorjahr: 7,24%) verwendet, wobei für sämtliche Märkte außerhalb der Eurozone mit Ausnahme von Bosnien-Herzegowina davon abweichende spezifische Kapitalkostensätze herangezogen wurden. Für die Eurozone wurde ein Kapitalkostensatz nach Steuern von 6,53% (Vorjahr: 7,28%) errechnet. Sämtliche Kapitalkostensätze wurden gemäß den Vorgaben von IAS 36 in einen WACC vor Steuern übergeleitet.

Für die Werthaltigkeitstests wurden zusammengefasst folgende Gesamtkapitalkostensätze vor Steuern und Wachstumsraten verwendet:

Vorsteuer -
Gesamtkapitalkostensatz
Wachstumsrate
in % 2016 2015 2016 2015
Bricks and Roof Eastern Europe 9,96 2,65
Bricks Russia 8,83 15,57 2,45 1,36
13,87 1,34
Clay Building Materials Eastern Europe
Bricks and Roof Western Europe West
9,26 1,84
Bricks and Roof Western Europe Finland and Baltics 8,65 8,13 1,55 2,04
Bricks Italy 6,69 9,49 2,50 1,11
8,36 0,92
Clay Building Materials Western Europe
Pavers Semmelrock
9,90 2,69
Pipes Pipelife East 8,84 10,31 2,62 2,38
9,44 2,01
Pipes & Pavers Eastern Europe
Pipes Steinzeug
9,92 1,50
Pipes Pipelife West 8,67 8,71 1,20 2,23
8,09 1,97
Pipes & Pavers Western Europe
Bricks North America
10,05 2,41
Pipes Pipelife North America 10,26 10,23 1,91 2,47
11,02 1,90
North America
Bricks India
12,60 7,62
12,74 7,83
Holding & Others
Wienerberger Gruppe
8,88 9,55 1,93 2,16

Die zukünftig erwarteten Einzahlungsüberschüsse basieren auf der jeweils aktuellsten internen Planung des Top-Managements für den Planungshorizont 2017 - 2020, wie sie von Vorstand und Aufsichtsrat genehmigt wurde. Die Planung beinhaltet keine Ergebnispotenziale aus strategischen Wachstumsinvestitionen wie möglichen Unternehmensakquisitionen. Geplante Erweiterungsinvestitionen, die einzelne Produktionslinien betreffen, werden bei der Ermittlung der Nutzungswerte gemeinsam mit deren Ergebnisbeiträgen eliminiert.

Die Qualität der Planungsdaten wird laufend durch eine Abweichungsanalyse mit den aktuellen Ergebnissen überprüft und im folgenden Planungsprozess in Form von Korrekturen berücksichtigt. Die Berechnung erfolgt unter Verwendung von vier Detailplanungsperioden (2017 - 2020), wobei unter der Prämisse der Unternehmensfortführung der Einzahlungsüberschuss der darauffolgenden Planungsperiode als nachhaltig erzielbar angesehen wird und als Basis für die Errechnung des Barwerts einer unendlichen Rente dient. Diesen ewigen Zahlungsströmen wird ein länderspezifisches Wachstum unterstellt, welches sich aus externen Quellen ableitet (IMF, Oktober 2016, World Economic Outlook Database). Liegt die Wachstumsrate über der jeweiligen länderspezifischen Inflationsrate, so werden Gewinne teilweise einbehalten, um ein entsprechendes Wachstum zu ermöglichen. Die Werthaltigkeitstests werden bei Wienerberger mindestens einmal jährlich im Anschluss an die Unternehmensplanung erstellt. Geben Hochrechnungen und Analysen während eines Berichtsjahrs Anlass zur Vermutung, dass

negative Abweichungen vom ursprünglichen Plan zu erwarten sind, so wird darin ein auslösendes Ereignis für die erneute Beurteilung der Werthaltigkeit der betroffenen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten gesehen. In diesem Fall werden die Werthaltigkeitstests auf Basis aktualisierter Planungsdaten neu gerechnet und um Stresstests erweitert. Ebenso wird bei wesentlichen Veränderungen externer Faktoren eine Aktualisierung der Werthaltigkeitstests vorgenommen.

Die wesentlichen Faktoren für den Nutzungswert sind Annahmen über zukünftige lokale Markt-, Mengenund Preisentwicklungen. Die Nutzungswertermittlung basiert daher auf Prognosen von statistischen Ämtern und internationalen Organisationen sowie Erfahrungswerten des Managements. Die Einschätzung der Kostenstrukturen erfolgt dabei überwiegend durch eine Extrapolation von Erfahrungswerten, wobei auch makroökonomische Prognosen für die wichtigsten Produktionsfaktoren, wie Energiepreise, Preise für Kunststoffgranulate, Lohnund Gehaltstrends und dergleichen, einbezogen werden.

Die im Dezember auf Basis der aktuellsten genehmigten Mittelfristplanung für die Perioden 2017 - 2020 durchgeführten planmäßigen Werthaltigkeitstests ergaben einen Abwertungsbedarf von immateriellen und materiellen Vermögenswerten von insgesamt 11.403 TEUR. Davon entfielen 6.892 TEUR auf den Firmenwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Pipes Steinzeug sowie Holding & Others und 4.511 TEUR auf Anlagen der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Bricks Russia.

Die relevanten Märkte der CGU-Gruppe Pipes Steinzeug waren von Umsatz- und Ergebnisrückgängen gekennzeichnet, was einerseits auf eine fehlende Nachfrage am deutschen Heimat- und europäischen Exportmarkt und andererseits auf eingestellte Lieferungen in den Mittleren Osten zurückzuführen war. Der Nutzungswert belief sich auf 75 MEUR. Da der Nutzungswert unter den Buchwert der getesteten Vermögenswerte der CGU-Gruppe fiel, wurde eine Wertminderung des Firmenwerts in Höhe von 6.751 TEUR erfasst und in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Die Wertminderung der CGU-Gruppe Pipes Steinzeug ist dem operativen Geschäftssegment Pipes and Pavers Western Europe zuzuordnen.

Aufgrund einer anhaltend rückläufigen Nachfrage am russischen Wohnbaumarkt, welche in der Mittelfristplanung der CGU-Gruppe Bricks Russia reflektiert wurde, lag auch dort der ermittelte Nutzungswert unter dem

Buchwert der CGU-Gruppe, was einen Wertminderungsbedarf von 4.511 TEUR erforderlich machte. Der Nutzungswert der CGU-Gruppe Bricks Russia belief sich auf 41 MEUR.

Die Werthaltigkeitstests wurden um Stresstests ergänzt, indem die wesentlichen Parameter WACC und Wachstumsrate im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse einzeln und gemeinsam verändert wurden. Diese wurde für jene Gruppen zahlungsmittelgenerierender Einheiten durchgeführt, die entweder einen materiellen Anteil am Firmenwert der Gruppe haben oder deren Nutzungswert nahe dem Buchwert liegt.

Folgende Tabelle fasst die Resultate dieser Stresstests zusammen und zeigt ein Wertminderungsrisiko der Firmenwerte und anderer Vermögenswerte unter Anhebung des WACC nach Steuern und niedrigerer Wachstumsraten:

Wertminderungsrisiko WACC + 50 BP Wachstumsrate
halbiert
WACC + 50 BP
Wachstumsrate
halbiert
WACC + 50 BP
Wachstumsrate
Null
in MEUR 2016 2015 2016 2015 2016 2015 2016 2015
Bricks Russia 0 0 0 2
Bricks Italy 2 2 1 1 3 4 4 5
Pipes Steinzeug 1 0 0 0 2 0 3 0
Bricks North America 7 9 5 25 11 52 14 83
Bricks India 0 0 0 1
0
0
0
0
22
0
48
1

Im Werthaltigkeitstest der CGU-Gruppe Bricks North America wurde mit einem WACC nach Steuern von 7,41% und mit einer Wachstumsrate von 1,91% ein Nutzungswert errechnet, welcher den Buchwert der getesteten Vermögenswerte um 49 MEUR übersteigt. Eine zusätzlich durchgeführte Sensitivitätsanalyse zeigt, wann der Nutzungswert dem Buchwert des getesteten Vermögens entsprechen würde, wenn einzelne Elemente verändert und die jeweils anderen Parameter konstant gehalten werden. Zu diesem Zweck wurden neben dem WACC nach Steuern und der Wachstumsrate auch die Deckungsbeiträge als zentraler Bestandteil der für den Nutzungswert relevanten Zahlungsströme modifiziert. Die Sensitivitätsanalyse des Deckungsbeitrages beinhaltet die wesentlichen Einflussfaktoren wie Mengen- und Preisänderungen, wobei Preisänderungen einen deutlich stärkeren Einfluss auf die Entwicklung des Nutzungswerts der CGU-Gruppe haben als Veränderungen in der geplanten Absatzmenge. Das Ergebnis dieser Analyse zeigte, dass die CGU-Gruppe Bricks North America ab einem WACC nach Steuern von 8,13 % und einer Wachstumsrate unter 0,98 % sensitiv reagiert hätte. Die absoluten jährlichen Deckungsbeiträge, die sich über den Planungshorizont bei 118 MEUR einpendeln, müssten um 3,99 % reduziert werden, damit der Nutzungswert dem Buchwert entsprechen würde.

Sensitivität Bricks North America
in % 2016
WACC nach Steuern
Wachstumsrate 8,13
Deckungsbeitrag 0,98
-3,99

Im Anlagevermögen sind Grundwerte von 390.646 TEUR (Vorjahr: 404.148 TEUR) enthalten. Für Werksneubauten sind im Geschäftsjahr 2016 Bauzeitzinsen und Kursdifferenzen bis zur Fertigstellung in Höhe von 225 TEUR angefallen (Vorjahr: 1 TEUR). Zum Stichtag bestanden Verpflichtungen zum Kauf von Sachanlagen in Höhe von 24.583 TEUR (Vorjahr: 13.561 TEUR).

Die Wienerberger Gruppe nimmt neben dem operativen Leasing nur noch vereinzelt Finanzierungsleasing in Anspruch. Alle wesentlichen Finanzierungsleasingverträge sind ausgelaufen oder durch Ausübung der Kaufoptionen beendet worden. Zum Bilanzstichtag sind noch Buchwerte in Höhe von 99 TEUR (Vorjahr: 53 TEUR) vorhanden, die in der Kategorie Betriebs- und Geschäftsausstattung ausgewiesen werden.

in TEUR 2016 2015
Anschaffungskosten 264
Abschreibungen (kumuliert) 314 211
Buchwert 215 53
99

Aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen bestehen aufgrund von Leasing-, Lizenz-, Miet- und Pachtverträgen Verpflichtungen in folgendem Umfang:

in TEUR 2016 2015
Im folgenden Jahr 33.264
In den folgenden zwei bis fünf Jahren 35.134 70.836
Über fünf Jahre 76.985 24.611
24.572

Zahlungen aus operativen Leasing-, Lizenz-, Miet- und Pachtverträgen betrugen 52.105 TEUR (Vorjahr: 39.025 TEUR).

In der Bilanzposition als Finanzinvestition gehaltene Immobilien sind Liegenschaften und Gebäude mit einem Buchwert von 85.733 TEUR (Vorjahr: 91.613 TEUR) enthalten, die nicht im laufenden Geschäftsbetrieb eingesetzt werden. Sie sind mittel- bis langfristig zur Veräußerung vorgesehen und somit als Finanzinvestition gehaltene Immobilien zu qualifizieren (investment property). Die aus vergleichbaren Transaktionen abgeleiteten beizulegenden Zeitwerte dieser Vermögenswerte werden gemäß IFRS 13 der Stufe 2 der Bewertungshierarchie zugeordnet und mit 132.958 TEUR (Vorjahr:

151.766 TEUR) angenommen. Im Geschäftsjahr 2016 erwirtschafteten diese Liegenschaften Miet- und sonstige Erträge von 2.194 TEUR (Vorjahr: 3.745 TEUR). Aus als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien, die während des Geschäftsjahres Mieteinnahmen erzielten, entstanden Aufwendungen in Höhe von 609 TEUR (Vorjahr: 291 TEUR), aus jenen, mit denen keine Mieteinnahmen erzielt wurden, Aufwendungen von 1.199 TEUR (Vorjahr: 67 TEUR). Im Jahr 2016 wurden als Finanzinvestition gehaltene Immobilien mit einem Buchwert von 10.059 TEUR (Vorjahr: 3.616 TEUR) veräußert.

Anlagenspiegel Anschaffungs- oder Herstellungskosten
in TEUR Stand
1.1.2016
Veränderung
Konsolidie
rungskreis
Währungs
änderungen
Zugänge Abgänge Umbu
chungen
Stand
31.12.2016
Firmenwerte 864.433 6.956 -10.652 0 16.094 0
Sonstige immaterielle
Vermögenswerte
307.763 2.508 -2.007 8.725 261 1.500 844.643
Immaterielle Vermögenswerte
und Firmenwerte
1.172.196 9.464 -12.659 8.725 16.355 1.500 318.228
1.162.871
Grundstücke und Bauten 1.316.024 5.376 -5.909 22.467 11.492 -22.701
Technische Anlagen und Maschinen 2.606.583 4.465 -4.442 62.045 60.587 44.005 1.303.765
Betriebs- und Geschäftsausstattung 111.232 233 683 10.246 6.554 685 2.652.069
Anlagen in Bau 64.326 108 -273 64.634 4 -54.613 116.525
Sachanlagen 4.098.165 10.182 -9.941 159.392 78.637 -32.624 74.178
4.146.537
Als Finanzinvestition gehaltene
Immobilien
169.579 0 126 1 26.346 9.719 153.079
Immaterielle Vermögenswerte
und Sachanlagen
5.439.940 19.646 -22.474 168.118 121.338 -21.405 5.462.487
Anlagenspiegel Anschaffungs- oder Herstellungskosten
in TEUR Stand
1.1.2015
Veränderung
Konsolidie
rungskreis
Währungs
änderungen
Zugänge Abgänge Umbu
chungen
Stand
31.12.2015
Firmenwerte 828.263 2.822 33.348 0 0 0
Sonstige immaterielle
Vermögenswerte
303.204 0 35 8.436 4.227 315 864.433
Immaterielle Vermögenswerte
und Firmenwerte
1.131.467 2.822 33.383 8.436 4.227 315 307.763
1.172.196
Grundstücke und Bauten 1.312.121 -3.290 24.955 13.437 9.203 -21.996
Technische Anlagen und Maschinen 2.513.428 3.977 46.983 61.299 53.460 34.356 1.316.024
Betriebs- und Geschäftsausstattung 106.287 35 1.175 10.052 6.885 568 2.606.583
Anlagen in Bau 52.783 0 1.177 56.354 -755 -46.743 111.232
Sachanlagen 3.984.619 722 74.290 141.142 68.793 -33.815 64.326
4.098.165
Als Finanzinvestition gehaltene
Immobilien
152.168 -2.451 3.257 193 17.088 33.500 169.579
Immaterielle Vermögenswerte
und Sachanlagen
5.268.254 1.093 110.930 149.771 90.108 0 5.439.940
Abschreibungen
Stand
1.1.2016
Veränderung
Konsolidie
rungskreis
Währungs
änderungen
Laufende
Abschrei
bungen
Wertmin
derungen
Zuschrei
bungen
Abgänge Umbu
chungen
Stand
31.12.2016
Bilanzwert
31.12.2016
356.838 0 -470 0 6.892 0 16.094 0
113.933 0 -1.956 17.441 0 4.303 268 418 347.166
125.265
497.477
192.963
470.771 0 -2.426 17.441 6.892 4.303 16.362 418 472.431 690.440
547.354 0 -910 35.508 4.766 0 6.320 -17.853
1.857.763 0 -35 124.576 14.100 0 60.112 1.072 562.545 741.220
77.969 0 378 11.370 56 0 6.153 -1.815 1.937.364 714.705
205 0 1 0 0 0 0 -110 81.805 34.720
2.483.291 0 -566 171.454 18.922 0 72.585 -18.706 96
2.581.810
74.082
1.564.727
77.966 0 159 2.418 826 0 16.287 2.264 67.346 85.733
3.032.028 0 -2.833 191.313 26.640 4.303 105.234 -16.024 3.121.587 2.340.900
Abschreibungen
Stand Veränderung
Konsolidie
Währungs Laufende
Abschrei
Wertmin Zuschrei Umbu Stand Bilanzwert
1.1.2015
336.661
rungskreis
0
änderungen
20.177
bungen
0
derungen
0
bungen
0
Abgänge
0
chungen
0
31.12.2015 31.12.2015
356.838 507.595
99.994 0 649 17.407 201 0 4.225 -93 113.933 193.830
436.655 0 20.826 17.407 201 0 4.225 -93 470.771 701.425
516.908 0 6.664 39.031 761 0 7.774 -8.236
1.748.055 -3 31.679 129.971 12.426 8.681 52.806 -2.878 547.354 768.670
73.246 0 903 11.039 505 0 6.358 -1.366 1.857.763 748.820
135 0 -8 80 110 0 -893 -1.005 77.969 33.263
2.338.344 -3 39.238 180.121 13.802 8.681 66.045 -13.485 205
2.483.291
64.121
1.614.874
75.485 -2.451 1.139 3.686 1 0 13.472 13.578 77.966 91.613
2.850.484 -2.454 61.203 201.214 14.004 8.681 83.742 0 3.032.028 2.407.912

21. Finanzanlagen Die Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen sowie die übrigen Finanzanlagen stellen sich wie folgt dar:

in TEUR 2016 2015
Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen
Beteiligungen an verbundenen Unternehmen
13.542 11.371
51
Sonstige Beteiligungen 60 7.016
6.975
Übrige Finanzanlagen 7.035 7.067
Finanzanlagen 20.577 18.438

22. Vorräte

in TEUR 2016 2015
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 131.298
Unfertige Erzeugnisse 127.437 92.923
Fertige Erzeugnisse und Handelswaren 94.262 528.018
Geleistete Anzahlungen 495.194 1.032
Vorräte 1.466
718.359
753.271

Paletten werden in der Position Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe ausgewiesen. Zugekaufter Ton wird gemeinsam mit selbst abgebautem Ton unter den unfertigen Erzeugnissen ausgewiesen. Wertberichtigungen auf Vorräte in Höhe von 10.241 TEUR (Vorjahr: 15.290 TEUR) wurden bei jenen Produkten verbucht, bei denen der Nettoveräußerungswert (Verkaufspreis abzüglich zuzurechnender Vertriebs- und Verwaltungskosten) geringer als die Anschaffungs- bzw. Herstellkosten ist. Zum 31.12.2016 belaufen sich die Buchwerte der auf den Nettoveräußerungswert abgewerteten Vorräte auf 53.122 TEUR (Vorjahr: 49.439 TEUR).

23. Forderungen, Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte Kredite und Forderungen

in TEUR 2016 2015
Gesamt Restlaufzeit
< 1 Jahr
Restlaufzeit
> 1 Jahr
Gesamt Restlaufzeit
< 1 Jahr
Restlaufzeit
> 1 Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
gegenüber Dritten
202.538 202.538 0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
gegenüber Konzernunternehmen
200.635 200.635 0 229 229 0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.174
201.809
1.174
201.809
0
0
202.767 202.767 0
Forderungen aus der Finanzierungstätigkeit
gegenüber Konzernunternehmen
18.685 18.685 0
Forderungen aus Darlehen 18.313 18.313 0 9.792 9.030 762
4.662 4.662 0
Gewährte Darlehen
Kredite und Forderungen
22.975
224.784
22.975
224.784
0
0
28.477
231.244
27.715
230.482
762
762

Kredite und Forderungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung etwaiger Einzelwertberichtigungen ausgewiesen. Von den Forderungen und sonstigen Vermögenswerten werden die erforderlichen Einzelwertberichtigungen direkt abgesetzt. Im Jahr 2016 wurden Wertberichtigungen von 1.745 TEUR (Vorjahr: 1.599 TEUR) berücksichtigt, welche 0,8% der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und gewährten Darlehen ausmachen sowie weniger als 1% des gesamten Forderungsbestands und daher nicht gesondert angeführt werden. Verkaufte Forderungen (Factoring) werden in Übereinstimmung mit der entsprechenden Regelung des IAS 39 ausgebucht. Zum Stichtag 31.12.2016 waren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 109.124 TEUR (Vorjahr: 86.894 TEUR) an Dritte verkauft. Die Forderungen aus der Finanzierungstätigkeit gegenüber Konzernunternehmen resultieren aus Darlehensbeziehungen gegenüber at-equity einbezogenen Gesellschaften und sonstigen Beteiligungen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind mit einem Betrag von 1.782 TEUR (Vorjahr: 1.764 TEUR) wechselmäßig verbrieft.

Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente

im Eigen
kapital
erfasste
Marktwert
Ø Effektiv
verzinsung
im Eigen
kapital
erfasste
Marktwert
Ø Effektiv
verzinsung
in %
6.611 6.611 -206 0,78
9.449 9.449 -1.448 7,46
12 12 0 -
1.287 1.287 -23 -
16.746
Buchwert
6.679
9.195
18
854
Marktwert
6.679
9.195
18
854
2016
änderung
82
-264
0
8
in %
0,78
7,44
-
-
Buchwert Marktwert 2015
änderung
16.746
-174
17.359
17.359
-1.677

Neben den zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten sind die unter dem langfristigen Vermögen ausgewiesenen übrigen Finanzanlagen in Höhe von 7.035 TEUR (Vorjahr: 7.067 TEUR), die zu Anschaffungskosten (at cost) bilanziert werden (siehe Anmerkung 21. Finanzanlagen), ebenfalls dieser Kategorie zuzurechnen, womit deren Gesamtwert 23.781 TEUR (Vorjahr: 24.426 TEUR) beträgt.

Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente

in TEUR 2016 2015
Buchwert Marktwert Buchwert Marktwert
Derivate aus Cashflow Hedges 1.263 1.263
Derivate aus Net Investment Hedges 358 358 6.021 6.021
Sonstige Derivate 9.051 9.051 5.306 5.306
3.610 3.610
Derivate mit positivem Marktwert 13.019 13.019 12.590 12.590

Die Bilanzposition Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte lässt sich somit wie folgt aufgliedern:

in TEUR 2016 2015
Gewährte Darlehen 28.477
Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente - kurzfristig 22.975 17.359
Derivate mit positivem Marktwert 16.746 12.590
13.019
Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte 52.740 58.426

24. Sonstige Forderungen

Restlaufzeit Restlaufzeit Restlaufzeit Restlaufzeit
> 1 Jahr
13.678 13.333 0
345
51.585 47.218 4.367
4.712
Gesamt
9.868
14.962
58.199
73.161
2016
< 1 Jahr
9.868
14.623
51.655
66.278
> 1 Jahr
0
339
6.544
6.883
Gesamt
12.195
65.263
2015
< 1 Jahr
12.195
60.551

Die übrigen sonstigen Forderungen mit einer Restlaufzeit < 1 Jahr beinhalten im Wesentlichen Forderungen gegenüber dem Finanzamt und Forderungen gegenüber Sozialversicherungsträgern. In den übrigen langfristigen

Forderungen ist eine Forderung aus dem Verkauf von Abbaurechten einer Sandgrube enthalten, die eine mittelfristige Restlaufzeit aufweist.

25. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte

Anlagen mit Buchwerten in Höhe von 5.380 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) sind zur Veräußerung vorgesehen. Hierbei handelt es sich vorwiegend um Grundstücke und Gebäude permanent stillgelegter Werke, die laut Einschätzung des Managements höchstwahrscheinlich innerhalb der nächsten 12 Monate veräußert werden. Die aus vergleichbaren Transaktionen abgeleiteten beizulegenden Zeitwerte dieser Vermögenswerte werden gemäß IFRS 13 der Stufe 2 der Bewertungshierarchie zugeordnet und mit 12.895 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) angenommen.

26. Konzerneigenkapital Die Entwicklung des Konzerneigenkapitals der Jahre 2016 und 2015 ist auf den Seiten 106 und 107 dargestellt.

Der Vorstand wurde in der 147. ordentlichen Hauptversammlung der Wienerberger AG am 12.5.2016 ermächtigt, im gesetzlich jeweils höchstzulässigen Ausmaß eigene Stückaktien während der Geltungsdauer von 30 Monaten ab dem Tag der Beschlussfassung zu erwerben, höchstens zum Zweifachen des Börsenkurses zum 12.5.2016 und mindestens zum Rechenwert von einem Euro pro Aktie, und rückgekaufte Aktien ohne weitere Beschlussfassung der Hauptversammlung entweder einzuziehen oder wieder zu verkaufen sowie eigene Aktien auf eine andere Weise als über die Börse oder ein öffentliches Angebot zu veräußern. Diese Ermächtigung ersetzt die in der Hauptversammlung vom 16.5.2014 beschlossene Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien.

In der Hauptversammlung vom 16.5.2014 wurde ein genehmigtes Kapital im Ausmaß von 17.629.014 EUR beschlossen. Hierbei handelt es sich um die Ermächtigung für die Durchführung einer regulären Kapitalerhöhung gegen Bar- oder Sacheinlage innerhalb von fünf Jahren mit Zustimmung des Aufsichtsrats. Das Grundkapital kann um maximal 17.629.014 EUR durch Ausgabe von bis zu 17.629.014 neuen auf Inhaber lautenden Stückaktien mit der Möglichkeit des Bezugsrechtsausschlusses bei

Spitzenbeträgen erhöht werden. Eine Durchführung kann gegebenenfalls in mehreren Tranchen erfolgen. Die Art der Aktien, der Ausgabekurs und die Ausgabebedingungen sind vom Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats festzulegen. Grundsätzlich haben die Aktionäre das gesetzliche Bezugsrecht. Der Vorstand wurde jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre in zwei besonderen Fällen auszuschließen. Erstens, für eine Kapitalerhöhung im Falle einer Sacheinlage zur Gewährung von Aktien zum Zweck des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen sowie zweitens bei Mehrzuteilungsoptionen im Rahmen der Platzierung neuer Aktien der Gesellschaft (Greenshoe). Diese Ermächtigung gilt bis zum 25.6.2019.

Wienerberger weist per 31.12.2016 ein Konzerneigenkapital von 1.848.956 TEUR gegenüber 2.054.219 TEUR im Vorjahr aus. Die Verminderung des Eigenkapitals resultierte im Wesentlichen aus der Ankündigung des Rückkaufs des Hybridkapitals am 14.12.2016 sowie aus der Zahlung des Hybridkupons und der Dividende. Während das Ergebnis nach Steuern das Eigenkapital um 115.327 TEUR erhöhte (Vorjahr: 69.815 TEUR), reduzierten die anderen Bestandteile des Gesamtergebnisses nach Berücksichtigung latenter Steuern das Eigenkapital um 23.774 TEUR (Vorjahr: Erhöhung um 36.378 TEUR). Der Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme beläuft sich per 31.12.2016 auf 51% (Vorjahr: 56%), die Nettoverschuldung erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr von 534.116 TEUR auf 631.602 TEUR, was auf die Umgliederung des Hybridkapitals zu den Finanzverbindlichkeiten zurückzuführen ist.

Von den nicht beherrschenden Anteilen in Höhe von 19.831 TEUR entfielen zum Ende des Geschäftsjahrs 19.497 TEUR auf Tondach. Der Minderheitenanteil der Tondach Gruppe beläuft sich auf 17,81%. Die Veränderung der nicht beherrschenden Anteile während des Geschäftsjahres ist im Wesentlichen auf das laufende Ergebnis sowie Währungseffekte zurückzuführen.

Aktiva
in TEUR
31.12.2016 31.12.2015 Passiva
in TEUR
31.12.2016 31.12.2015
Langfristiges Vermögen 163.169 Beherrschende Anteile 82.582
Kurzfristiges Vermögen 154.621 71.116 Nicht beherrschende Anteile 90.643 17.852
74.340 19.497
Eigenkapital
Langfristige Rückstellungen
und Verbindlichkeiten
110.140 100.434
112.027
Kurzfristige Rückstellungen
und Verbindlichkeiten
97.945 21.824
20.876
228.961 234.285 228.961 234.285

Folgende Tabelle stellt die Bilanzentwicklung der Tondach Gruppe und der nicht beherrschenden Anteile dar:

Das Grundkapital der Wienerberger AG zum 31.12.2016 beträgt 117.526.764 EUR und verteilt sich auf 117.526.764 nennwertlose Stückaktien, denen allen die gleichen Rechte zukommen. Alle Aktien sind voll einbezahlt. Im Geschäftsjahr wurde eine Dividende in Höhe von 0,20 EUR je Aktie ausbezahlt, das waren 23.505 TEUR abzüglich eines anteiligen Betrags für eigene Anteile von 114 TEUR, somit 23.391 TEUR.

Die Wienerberger AG hat mit Wirkung vom 9.2.2016 den Kupon in Höhe von 32.500 TEUR für die am 9.2.2007 begebene und unter dem Hybridkapital ausgewiesene Hybridanleihe ausbezahlt.

Die Hybridanleihe aus dem Jahr 2007 ist eine gegenüber allen sonstigen Gläubigern nachrangige, unbefristete Anleihe im Umfang von 500.000 TEUR mit einem Kupon von 6,5%, welcher bei Entfall der Dividende auch ausgesetzt werden kann. Nach zehn Jahren Laufzeit hat die Wienerberger AG erstmalig die Möglichkeit zur Tilgung der Hybridanleihe oder der Fortsetzung zu einem variablen Zinssatz (3-Monats EURIBOR + 325 BP). Im September 2014 hat Wienerberger Investoren ein Umtauschangebot für bis zu 300.000 TEUR der bestehenden Hybridanleihe in eine neue Hybridanleihe gelegt, das Anfang Oktober 2014 mit einem Volumen von 272.188 TEUR angenommen wurde. Die neue Hybridanleihe bietet wie die bestehende eine fixe Verzinsung von 6,5% bis 9.2.2017 und danach eine Fixverzinsung von 5% bis zum Jahr 2021, in dem der Emittentin erstmals ein Kündigungsrecht zusteht.

Von der Nominale des Hybridkapitals 2007 wurden im ersten Quartal des Berichtsjahrs 6.000 TEUR zu einem Durchschnittspreis von 99,5% zurückgekauft und der dafür abgegrenzte Kupon in Höhe von 20 TEUR abgegolten.

Am 14.12.2016 machte Wienerberger von dem Tilgungsrecht Gebrauch und kündigte die Rückzahlung des Nominalbetrags der Hybridanleihe aus dem Jahr 2007 von 221.812 TEUR am 9.2.2017 an. Zeitgleich erfolgte die Umgliederung der Hybridanleihe zu den Finanzverbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert. Der abgegrenzte Kupon in Höhe von 12.206 TEUR wurde als Teil der Ergebnisverwendung dargestellt.

Nach IAS 32 handelt es sich bei der Hybridanleihe 2014 um ein Eigenkapitalinstrument, weshalb die hierfür zu zahlenden Kupons als Teil der Ergebnisverwendung in der Entwicklung des Eigenkapitals gezeigt werden. Im Berichtsjahr verminderte sich das Ergebnis je Aktie durch Kuponzinsen um 0,27 EUR.

Die Gewinnrücklagen von insgesamt 586.961 TEUR (Vorjahr: 546.754 TEUR) enthalten die Gewinnrücklagen der Wienerberger AG und sämtliche nicht im Rahmen der Kapitalkonsolidierung eliminierten Gewinnrücklagen von Tochterunternehmen. Das Konzernergebnis 2016 ohne Anteile anderer Gesellschafter ist innerhalb der Konzerngewinnrücklagen ausgewiesen.

In der Rücklage aus Währungsumrechnung werden alle im sonstigen Gesamtergebnis erfassten Differenzen aus der Währungsumrechnung nach Steuern ausgewiesen, wobei die Differenzen von at-equity bilanzierten Unternehmen gesondert ausgewiesen werden. In der Hedging Rücklage werden die im sonstigen Gesamtergebnis erfassten Wertänderungen von Sicherungsgeschäften erfasst. Bei diesen Sicherungsgeschäften handelt es sich einerseits um Absicherungen der Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftseinheiten (Net Investment Hedges) und andererseits um Sicherungsgeschäfte für Transaktionen in Fremdwährungen (Cashflow Hedges).

"Change of Control"-Klauseln sind in den Vorstandsverträgen, den Vereinbarungen zu den Unternehmensanleihen 2011 und 2013, zu den beiden Hybridanleihen 2007 und 2014 sowie in mehreren syndizierten Krediten und Darlehen enthalten.

27. Rückstellungen

Sonstige Rückstellungen 129.699 -323 342 18.666 40.976 36.408 106.484
Kurzfristige Rückstellungen 57.916 -45 0 12.290 31.647 21.353 35.287
33.133
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 53.688 -66 0 9.756 31.647 20.914 2.154
Rückstellungen
Laufende Steuerrückstellungen
71.783
4.228
-278
21
342
0
6.376
2.534
9.329
0
15.055
439
71.197
Sonstige langfristige 11.747
Übrige sonstige langfristige
Rückstellungen
11.787 -57 0 1.619 4.140 5.776
Rekultivierungsrückstellungen 33.322 201 342 2.940 3.215 5.645 33.355
Garantierückstellungen 26.674 -422 0 1.817 1.974 3.634 26.095
in TEUR 1.1.2016 Währungs
änderungen
Veränderung
Konsolidie
rungskreis
Auflösung Verbrauch Zuführung 31.12.2016

Die übrigen sonstigen langfristigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen sonstige langfristige Personalrückstellungen. In den sonstigen kurzfristigen Rückstellungen werden großteils Rückstellungen für Restrukturierungen sowie sonstige kurzfristige Personalrückstellungen ausgewiesen.

28. Leistungen an Arbeitnehmer Die Verpflichtungen für Leistungen an Arbeitnehmer stellen sich wie folgt dar:

Währungs Veränderung
Konsolidie
31.12.2016
32.951 -107 26 673 2.626 4.875
119.256 -3.650 0 6.781 8.183 27.248 34.446
8.368 -47 85 208 635 1.589 127.890
111 7.662 11.444 9.152
171.488
1.1.2016
160.575
änderungen
-3.804
rungskreis Auflösung Verbrauch Zuführung
33.712

Die gesamten Verpflichtungen für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses belaufen sich auf 162.336 TEUR (Vorjahr: 152.207 TEUR) und lassen sich in Pensionsverpflichtungen von 127.890 TEUR (Vorjahr: 119.256 TEUR) und Abfertigungsverpflichtungen von 34.446 TEUR (Vorjahr: 32.951 TEUR) unterteilen. Die relevanten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sind auf Seite 166 erläutert.

Hinsichtlich der Pläne für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses unterliegt das Unternehmen unterschiedlichen Risiken, wobei neben allgemeinen versicherungsmathematischen Risiken in Folge einer höheren Lebenserwartung bei Pensionen oder Zinsrisiken auch Währungsrisiken und Veranlagungsrisiken auf Kapitalmärkten zum Tragen kommen.

Pensionsverpflichtungen

Bei Wienerberger haben Arbeiter und Angestellte in Österreich, den Niederlanden, Großbritannien, Skandinavien, den USA, Kanada, Deutschland, Belgien und der Schweiz sowie einige Personen des Managements Pensionszusagen. Zielsetzung für künftige Pensionsregelungen sind beitragsorientierte Modelle. Seit dem Jahr 2004 werden laufend leistungsorientierte Pensionsvereinbarungen mit aktiven Managern in beitragsorientierte Pensionskassenmodelle umgewandelt und bisher erworbene Ansprüche an Pensionskassen übertragen. Daneben bestehen vereinzelt nicht fondsgebundene leistungsorientierte Pensionszusagen, vorwiegend an ehemalige Manager. Für die Pensionspläne bilden die geleisteten Dienstjahre die Grundlage. Die Altersversorgung der Mitarbeiter von General Shale Brick Inc. (USA) beruht auf einem fondsgebundenen leistungsorientierten Pensionsplan sowie

einer nicht fondsgebundenen (Alters-)Krankenversicherung. ZZ Wancor AG (Schweiz) hat ein fondsgebundenes leistungssorientiertes Pensionsmodell mit einer ausgelagerten Pensionskassa, wobei im Falle der Zahlungsunfähigkeit der Sammelstiftung das Unternehmen einer faktischen Nachschussverpflichtung unterliegt. Die von niederländischen Mitarbeitern erworbenen Ansprüche werden im Rahmen eines beitragsorientierten Pensionsmodells überwiegend durch Beiträge in einen industrieweiten niederländischen Pensionsfonds befriedigt. In Großbritannien existiert ein beitragsorientiertes Pensionsmodell für alle Mitarbeiter. Bei den im Jahr 2004 erworbenen Gesellschaften von thebrickbusiness sowie Baggeridge im Jahr 2007 gab es leistungsorientierte Modelle. Die daraus resultierenden Verpflichtungen wurden rückgestellt.

Für Mitarbeiter der Steinzeug-Keramo Gruppe existieren ebenfalls leistungsorientierte Pensionsmodelle. Die Altzusagen der in dem niederländischen Pensionsplan von Steinzeug-Keramo beinhalteten Mitarbeiter wurden im Jahr 2016 eingefroren und es wurde eine neue Versicherung abgeschlossen. Da etwaige Nachschussverpflichtungen betragsmäßig unwesentlich sind, wurde die Pensionsrückstellung in Übereinstimmung mit IAS 19.49 ausgebucht. Hierzu wurde in einem ersten Schritt das Planvermögen auf die Höhe der Brutto-Pensionsverpflichtung aufgewertet und in einem zweiten Schritt sowohl die Brutto-Pensionsverpflichtung als auch das Planvermögen über die Zeile Abgeltungen ausgebucht. Daraus resultierte ein Ertrag von 641 TEUR, der im sonstigen Gesamtergebnis in den Abweichungen des Ertrages aus dem Planvermögen dargestellt wird.

In der Pipelife Gruppe existieren leistungsorientierte Pensionspläne für einzelne Mitglieder des Managements in den Niederlanden, Belgien, Norwegen, Österreich und Deutschland. Im Geschäftsjahr wurde für Pipelife International GmbH, Österreich, eine Rückdeckungsversicherung abgeschlossen, die alle Ansprüche aus dem Pensionsplan abdeckt. Daher wurde auch diese Rückstellung wie bei Steinzeug Niederlande ausgebucht. Der daraus resultierende Effekt im sonstigen Gesamtergebnis von 396 TEUR wird ebenfalls unter den Abweichungen des Ertrages aus dem Planvermögen dargestellt.

Aufgrund einer Gesetzesänderung in Belgien sind die beitragsorientierten Pläne nunmehr wie leistungsorientierte Pläne zu bilanzieren, resultierend aus einer Mindestzinsgarantie seitens des Arbeitsgebers. Die Effekte der erstmaligen Einbeziehung dieser Pläne in die Überleitung der leistungsorientierten Pensionszusagen wurden in der Zeile Umgliederungen der Brutto-Pensionsverpflichtung und des Planvermögens dargestellt. Die Netto-Pensionsverpflichtungen aus diesen beitragsorientierten Plänen belaufen sich zum Bilanzstichtag auf 276 TEUR.

Den Berechnungen liegen die folgenden gewichteten durchschnittlichen Parameter zugrunde:

Parameter 2016 2015
Diskontierungssatz 2,9%
Erwartete Gehaltssteigerungen 2,3% 1,0%
Erwartete Rentensteigerungen 1,0% 1,2%
Durchschnittliche Fluktuationsraten 1,3% 0,1%
Sterbetafeln 0,1%
Österreich AVÖ 2008-P
Deutschland AVÖ 2008-P Heubeck 2005 G
Schweiz Heubeck 2005 G BVG 2010 GT
USA BVG 2015 GT RP-2000 Generational BB
Großbritannien RP-2014 with scale MP-2015
105% of SAPS Normal Tables
105% of SAPS Normal Tables
with allowance (CMI 2011)
Belgien with allowance (CMI 2014) MR-3/FR-3
Norwegen MR-3/FR-3 K2013 BE Mortality Table
Kanada K2013 BE Mortality Table
CIA Private Sector Mortality
CIA Private Sector Mortality
Table
Niederlande Table
AG Prognosetafel 2016
AG Prognosetafel 2014

Der landesspezifische Diskontierungssatz basiert auf der durchschnittlichen Verzinsung von erstrangigen, festverzinslichen Industrieanleihen mit einer Laufzeit, die der durchschnittlichen Fälligkeit der Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern entspricht.

Der gesamte Pensionsaufwand des Jahres 2016 verteilt sich auf beitragsorientierte (defined contribution) und leistungsorientierte (defined benefit) Pensionspläne, wobei der laufende sowie nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand und die Auswirkungen von Abgeltungen im Betriebsergebnis und der Nettozinseffekt im Zinsergebnis ausgewiesen werden.

in TEUR 2016 2015
Beitragsorientierte Pläne 15.349 14.255
Leistungsorientierte Pläne
Aufwand für die im Wirtschaftsjahr hinzuerworbenen Versorgungsansprüche (service cost)
3.803
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 3.232 -86
Auswirkung von Plankürzungen und Abgeltungen 0 -2.651
Nettozinsaufwand -18 3.424
3.464
Aufwendungen für leistungsorientierte Pläne
Gesamte Aufwendungen für Altersversorgung
6.678
22.027
4.490
18.745

Die Überleitung von Brutto-Pensionsverpflichtungen auf bilanzierte Netto-Pensionsverpflichtungen erfolgt durch Abzug des Marktwerts des Planvermögens. Von den Netto-Pensionsverpflichtungen stammen 11.472 TEUR (Vorjahr: 12.436 TEUR) aus der US-amerikanischen

(Alters-)Krankenversicherung. Eine Änderung des Kostentrends für medizinische Versorgungsleistungen führt zu keinen wesentlichen Auswirkungen auf Zinsaufwand und leistungsorientierte Pensionsverpflichtungen.

Die Zusammensetzung der Pensionsverpflichtungen und ihre Abdeckung durch Vermögen stellen sich wie folgt dar:

Brutto
Pensionsverpflichtung
Marktwert
Planvermögen
in TEUR 2016 2015 2016 2015
Wert per 1.1.
Umgliederungen
412.533 397.507
113
293.277 285.088
1.193
Währungsänderungen 12.633 23.327 12.839 17.906
Aufwand für die im Wirtschaftsjahr hinzuerworbenen Versorgungs
ansprüche (service cost) für leistungsorientierte Pensionspläne
-16.275 3.803 -12.625 0
Kalkulatorischer Zinsaufwand der bereits
erworbenen Ansprüche (interest cost)
3.232 12.018 0 0
Erwarteter Ertrag auf das Planvermögen 10.705 0 0 8.594
Auswirkung von Plankürzungen 0 -3.286 7.241 0
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste -46 -3.527 0 -10.187
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 35.098 -86 21.098 0
Auszahlungen an Rentner 0 -19.753 0 -18.496
Einzahlungen von Mitarbeitern -17.059 1.782 -16.308 1.782
Abgeltungen 1.250 635 1.250 0
Einzahlungen vom Arbeitgeber -18.559 0 -18.587 7.397
-462 6.975
Wert per 31.12.
Marktwert Planvermögen
423.050 412.533
-293.277
295.160 293.277
-295.160
Netto-Pensionsverpflichtungen 127.890 119.256
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste von Pensionsplänen
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste
aufgrund von Änderungen der demographischen Annahmen
-3.183
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste
aufgrund von Änderungen der finanziellen Annahmen
-6.585 -1.769
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste
aufgrund von erfahrungsbedingten Anpassungen
56.888 1.425
Abweichung des Ertrages auf das Planvermögen -15.205 10.187
Versicherungsmathematische Gewinne (-)/Verluste (+)
im sonstigen Gesamtergebnis
-21.098
14.000
6.660

Das Planvermögen resultiert hauptsächlich aus den fondsgebundenen leistungsorientierten Pensionsmodellen in den USA, Großbritannien, der Schweiz und dem niederländischen Plan von Pipelife. Das Planvermögen

wird zu 36% (Vorjahr: 38%) in Form von Aktien, zu 53% (Vorjahr: 49%) in Form von Anleihen und zu 11% (Vorjahr: 13%) in Form von sonstigen Vermögenswerten gehalten.

Die Sensitivität der Brutto-Pensionsverpflichtung wurde getestet, indem die maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen einzeln unter sonst gleichen Bedingungen verändert wurden. Ein negativer Betrag bedeutet eine Verminderung der Verpflichtung, ein positiver Wert eine Erhöhung.

Änderung der Anstieg der Verringerung der
Sensitivität der Brutto-Pensionsverpflichtung Annahme
in Basispunkten
(BP)/Jahren (J)
Annahme
in TEUR
Annahme
in TEUR
Diskontierungssatz +/-25 BP -18.235 19.088
Gehaltssteigerungen +/-100 BP 2.452 -1.831
Fluktuation +/-100 BP -1.131 977
Lebenserwartung +/-1 J 12.142 -12.138

Für das Geschäftsjahr 2017 werden Beiträge zu den leistungsorientierten Pensionsplänen in Höhe von insgesamt 9.762 TEUR erwartet. Die gewichtete durchschnittliche Duration der Pensionsverpflichtungen beläuft sich per 31.12.2016 auf 15 Jahre (Vorjahr: 14 Jahre).

Abfertigungsverpflichtungen

Abhängig von der Dienstzugehörigkeit haben österreichische Dienstnehmer, die vor dem 1.1.2003 in das Unternehmen eingetretenen sind, aufgrund gesetzlicher Bestimmungen Anspruch auf eine Einmalzahlung bei Pensionsantritt bzw. bei Kündigung durch den Arbeitgeber. Für diese zukünftige Verpflichtung werden Rückstellungen für Abfertigungen gebildet. Ähnliche Verpflichtungen gibt es unter anderem in Frankreich, Italien, Polen und der Türkei.

Durch den Erwerb des Hintermauerziegelwerks in Polen Anfang 2016 kam ein weiterer leistungsorientierter Plan über die Veränderung des Konsolidierungskreises hinzu.

Der landesspezifische Diskontierungssatz, der für die Berechnung der Abfertigungsverpflichtungen gemäß der Projected Unit Credit Methode herangezogen wird, basiert auf derselben Zinskurve, die für die Berechnung der Pensionsverpflichtungen herangezogen wird. Den Berechnungen liegen die folgenden gewichteten durchschnittlichen Parameter zugrunde:

Parameter 2016 2015
Diskontierungssatz 1,5%
Erwartete Gehaltssteigerungen 1,1% 1,7%
Durchschnittliche Fluktuationsraten 1,6% 2,0%
1,3%

Der laufende sowie nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand und die Auswirkung von Abgeltungen aus leistungsorientierten Abfertigungsverpflichtungen werden im Betriebsergebnis und der Nettozinseffekt im Zinsergebnis ausgewiesen.

in TEUR 2016 2015
Beitragsorientierte Pläne 1.743 1.753
Leistungsorientierte Pläne
Aufwand für die im Wirtschaftsjahr hinzuerworbenen Versorgungsansprüche (service cost)
1.655
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 1.385 0
Auswirkung von Abgeltungen 37 -673
Nettozinsaufwand 1 570
498
Aufwendungen für leistungsorientierte Pläne
Aufwendungen für Abfertigungen
1.921
3.664
1.552
3.305

Die Abfertigungsverpflichtungen sind in Frankreich durch Planvermögen gedeckt. Dieses wird zu 10% (Vorjahr: 1%) in Form von Aktien, zu 81% (Vorjahr: 9%) in Form von Anleihen und zu 9% (Vorjahr: 90%) in Form von sonstigen Vermögenswerten gehalten.

Die Zusammensetzung der Abfertigungsverpflichtungen und ihre Abdeckung durch Vermögen stellen sich wie folgt dar:

Brutto
Abfertigungsverpflichtung
Marktwert
Planvermögen
in TEUR 2016 2015 2016 2015
Wert per 1.1.
Veränderungen Konsolidierungskreis
35.044 33.745
0
2.093 2.033
0
Umgliederungen 26 1.040 0 0
Währungsänderungen -121 -61 0 0
Aufwand für die im Wirtschaftsjahr hinzuerworbenen Versorgungs
ansprüche (service cost) für Abfertigungen
-107 1.655 0 0
Kalkulatorischer Zinsaufwand der bereits
erworbenen Ansprüche (interest cost)
1.385 630 0 0
Erwarteter Ertrag auf das Planvermögen 598 0 0 60
Auswirkung von Abgeltungen 0 -673 100 0
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste 1 1.322 0 0
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 2.370 0 0 0
Auszahlungen 37 -2.614 0 0
-2.594 0
Wert per 31.12.
Marktwert Planvermögen
36.639 35.044
-2.093
2.193 2.093
-2.193
Netto-Abfertigungsverpflichtungen
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste
34.446 32.951
von Abfertigungsplänen
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste
aufgrund von Änderungen der demographischen Annahmen
-207
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste
aufgrund von Änderungen der finanziellen Annahmen
324 567
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste
aufgrund von erfahrungsbedingten Anpassungen
929 962
Versicherungsmathematische Gewinne (-)/Verluste (+)
im sonstigen Gesamtergebnis
1.117
2.370
1.322

Die Sensitivität der Brutto-Abfertigungsverpflichtung wurde getestet, indem die maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen einzeln unter sonst gleichen

Bedingungen verändert wurden. Ein negativer Betrag bedeutet eine Verminderung der Verpflichtung, ein positiver Wert eine Erhöhung.

Verringerung der
Annahme
in TEUR
1.465
-2.956
2.474
Änderung der
Anstieg der
Annahme
Annahme
in Basispunkten (BP)
in TEUR
+/-25 BP
-943
+/-100 BP
4.392
+/-100 BP
-2.977

Für das Geschäftsjahr 2017 werden Beiträge zu den Abfertigungsplänen in Höhe von insgesamt 1.204 TEUR erwartet. Die gewichtete durchschnittliche Duration der Abfertigungsverpflichtungen beläuft sich per 31.12.2016 auf 12 Jahre (Vorjahr: 11 Jahre).

29. Latente Steuern Folgende aktive und passive latente Steuern per 31.12.2016 und 31.12.2015 resultieren aus zeitlich begrenzten Bewertungs- und Bilanzierungsunterschieden zwischen den Buchwerten des Konzernabschlusses und den entsprechenden steuerlichen Bemessungsgrundlagen:

in TEUR 2016 2015
Aktiva Passiva Aktiva Passiva
Immaterielle Vermögenswerte 6.466 -38.721
Sachanlagen 3.749 -37.289 15.498 -135.994
Vorräte 18.722 -121.873 2.704 -5.117
Forderungen 2.878 -5.931 7.739 -9.153
Übrige sonstige Forderungen 6.724 -9.244 91.197 -46
95.766 -57
Rückstellungen 127.839 -174.394 123.604
33.642
-189.031
-3.408
Verbindlichkeiten 34.599 -2.917 7.919 -4.218
Erhaltene Vorauszahlungen 7.559 -3.242 334 -235
564 -1.228
Steuerliche Verlustvorträge 42.722 -7.387 41.895
421.981
-7.861
434.612
Aktive/Passive latente Steuern
Nicht angesetzte aktive latente Steuern
605.173 -181.781 587.480
-456.432
-196.892
Saldierung von aktiven und passiven latenten Steuern
gegenüber der selben Steuerbehörde
-486.784 -112.556 112.556
Angesetzte aktive und passive latente Steuern -101.022
17.367
101.022
-80.759
18.492 -84.336

Im Konzern wurden für abzugsfähige temporäre Differenzen und steuerliche Verlustvorträge (inklusive Siebentelabschreibungen) in Höhe von 1.682.927 TEUR (Vorjahr: 1.569.777 TEUR) keine aktiven latenten Steuern angesetzt, da ihre Wirksamkeit als endgültige Steuerentlastung im Rahmen der Mittelfristplanung noch nicht ausreichend gesichert ist. Das entspricht einer aktiven Latenz in Höhe von 486.784 TEUR (Vorjahr: 456.432 TEUR).

Folgende Tabelle zeigt, in welchem Zeitraum nicht angesetzte steuerliche Verlustvorträge verfallen:

in TEUR 2016 2015
Verwertbarkeit steuerlicher Verlustvorträge < 5 Jahren 53.479
Verwertbarkeit steuerlicher Verlustvorträge 6 - 10 Jahre 46.445 53.329
Verwertbarkeit steuerlicher Verlustvorträge > 10 Jahre 74.552 0
Verwertbarkeit steuerlicher Verlustvorträge unbegrenzt 288.121 1.207.465
Summe nicht angesetzter Verlustvorträge 1.011.322
1.420.440
1.314.273

Der Betrag der nach österreichischem Steuerrecht abzugsfähigen temporären Siebentelabschreibungen in der Wienerberger AG beläuft sich auf 236.988 TEUR (Vorjahr: 300.108 TEUR). In der Bilanz wurde ebenso wie im Vorjahr für diesen Betrag kein latenter Steueranspruch angesetzt.

Am 31.12.2016 bestanden abzugsfähige temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen in Höhe von 52.080 TEUR, für die gemäß IAS 12.44 kein latenter Steueranspruch angesetzt wurde (outside basis differences). Demgegenüber bestanden am 31.12.2015 zu versteuernde temporäre Differenzen in Höhe von 198.435 TEUR, für die gemäß IAS 12.39 keine latente Steuerschuld angesetzt wurde.

30. Verbindlichkeiten Die Bewertung der Verbindlichkeiten erfolgt prinzipiell zu fortgeführten Anschaffungskosten (financial liabilities at amortized cost). Eine Ausnahme bilden Derivate mit negativen Marktwerten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.

Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:

2016
in TEUR
Gesamt Restlaufzeit
< 1 Jahr
Restlaufzeit
1-5 Jahre
Restlaufzeit
> 5 Jahre
davon
dinglich
besichert
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 399.909 481.383 0 71
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 881.292 0 51 0 0
Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit
gegenüber Konzernunternehmen
51 15 0 0 0
15
Finanzverbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
gegenüber Dritten
881.358 399.924
301.815
481.434
0
0
0
71
0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
gegenüber Konzernunternehmen
301.815 903 0 0 0
903
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 302.718 302.718 0 0 0
Verbindlichkeiten aus laufenden Ertragsteuern
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen
15.912 15.912
4.586
0
14
0
11
0
0
Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt
und Sozialversicherungsträgern
4.611 53.065 0 20 0
Erhaltene Vorauszahlungen 53.085 6.788 1.083 2.573 0
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 10.444 161.072 283 7 0
161.362
Sonstige Verbindlichkeiten
Summe Verbindlichkeiten
229.502
1.429.490
225.511
944.065
1.380
482.814
2.611
2.611
0
71
2015
in TEUR
Gesamt Restlaufzeit
< 1 Jahr
Restlaufzeit
1-5 Jahre
Restlaufzeit
> 5 Jahre
davon
dinglich
besichert
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 239.608 507.530 0 2.974
Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit
gegenüber Konzernunternehmen
747.138 282 0 0 0
282
Finanzverbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
gegenüber Dritten
747.420 239.890
275.339
507.530
0
0
0
2.974
0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
gegenüber Konzernunternehmen
275.339 977 0 0 0
977
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 276.316 276.316 0 0 0
Verbindlichkeiten aus laufenden Ertragsteuern
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen
11.698 11.698
3.774
0
929
0
0
0
0
Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt
und Sozialversicherungsträgern
4.703 49.533 20 0 0
Erhaltene Vorauszahlungen 49.553 7.028 789 2.456 0
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 10.273 162.701 106 43 0
162.850
Sonstige Verbindlichkeiten
Summe Verbindlichkeiten
227.379
1.262.813
223.036
750.940
1.844
509.374
2.499
2.499
0
2.974

Die übrigen sonstigen Verbindlichkeiten bestehen mit 54.743 TEUR (Vorjahr: 51.617 TEUR) gegenüber Mitarbeitern und mit 92.895 TEUR (Vorjahr: 68.260 TEUR) aus Abgrenzungen von Boni und sonstigen Erlösschmälerungen gegenüber Kunden. Die erhaltenen Vorauszahlungen beinhalten 4.604 TEUR (Vorjahr: 5.021 TEUR) Subventionen und Investitionszuschüsse

von Dritten, die entsprechend der Nutzungsdauer der zugehörigen Sachanlagen ertragswirksam aufgelöst werden. Zusätzlich zu den Verbindlichkeiten aus laufenden Ertragsteuern sind unter den Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt und Sozialversicherungsträgern Steuerschulden in Höhe von 28.791 TEUR (Vorjahr: 26.388 TEUR) ausgewiesen.

Unter den Finanzverbindlichkeiten sind folgende Derivate mit negativen Marktwerten enthalten:

Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente

in TEUR 2016 2015
Derivate aus Cashflow Hedges 594
Derivate aus Net Investment Hedges 589 13.467
Sonstige Derivate 4.241 5.545
7.166
Derivate mit negativem Marktwert 11.996 19.606

Von den gesamten Verbindlichkeiten entfallen somit 1.417.494 TEUR (Vorjahr: 1.243.207 TEUR) auf Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden (financial liabilities at amortized cost), 4.830 TEUR (Vorjahr: 14.061 TEUR) auf Derivate in Hedge-Beziehungen und 7.166 TEUR (Vorjahr: 5.545 TEUR) auf sonstige Derivate.

Die aus den Finanzverbindlichkeiten resultierenden erwarteten Zahlungsströme stellen sich wie folgt dar:

Analyse der vertraglichen Cashflows

2016
in TEUR
Buchwert
Anleihen zum 31.12.2016
644.471
Gesamt < 6 Monate
-254.230
6-12 Monate
-5.250
1-2 Jahre
-117.250
2-5 Jahre
-324.000
> 5 Jahre
0
Commercial Paper 34.416 -700.730 -32.500 -2.000 0 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
190.320 -34.500 -102.156 -17.552 -50.641 -37.628 0
Verbindlichkeiten gegenüber
Nichtbanken
155 -207.977 0 0 -243 -46 0
Originäre Finanzinstrumente 869.362 -289
-943.496
-388.886 -24.802 -168.134 -361.674 0
Zinsderivate 6.595 -1.456 -6 -1.462 -4.548 0
Devisentermingeschäfte und Swaps 5.401 -7.472 -2.629 -915 -1.461 -5.732 0
-10.737
Derivative Finanzinstrumente
Buchwerte/Vertragliche Cashflows
11.996
881.358
-18.209
-961.705
-4.085
-392.971
-921
-25.723
-2.923
-171.057
-10.280
-371.954
0
0
2015
in TEUR
Buchwert
Anleihen zum 31.12.2015
408.152
Gesamt < 6 Monate
-12.000
6-12 Monate
-5.250
1-2 Jahre
-17.250
2-5 Jahre
-441.250
> 5 Jahre
0
Commercial Paper 1.000 -475.750 -1.000 0 0 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
317.217 -1.000 -147.819 -77.956 -22.300 -80.450 0
Verbindlichkeiten gegenüber
Nichtbanken
1.445 -328.525 -135 -73 -681 -246 -28
Originäre Finanzinstrumente 727.814 -1.163
-806.438
-160.954 -83.279 -40.231 -521.946 -28
Zinsderivate 5.149 -1.929 2.065 1.482 1.482 0
Devisentermingeschäfte und Swaps 14.457 3.100 -5.317 -784 -5.265 22.815 23.179
34.628
Derivative Finanzinstrumente
Buchwerte/Vertragliche Cashflows
19.606
747.420
37.728
-768.710
-7.246
-168.200
1.281
-81.998
-3.783
-44.014
24.297
-497.649
23.179
23.151

31. Eventualverbindlichkeiten und Haftungsverhältnisse Haftungsverhältnisse resultieren aus Verpflichtungen, die gegenüber Dritten übernommen wurden, und entfallen auf:

in TEUR 31.12.2016 31.12.2015
Garantien 27.392
Sonstige vertragliche Haftungsverpflichtungen 23.835 2.281
2.525
Haftungsverhältnisse 26.360 29.673

Bei allen unter den Eventualschulden ausgewiesenen Sachverhalten geht es um potenzielle zukünftige Verpflichtungen, bei denen das Eintreten des entsprechenden zukünftigen Ereignisses zu einer Verpflichtung führen würde, die zum Bilanzstichtag noch völlig ungewiss ist.

32. Finanzinstrumente Die verzinslichen Finanzverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

2016 Währung Nominale Marktwert Buchwert
zum 31.12.2016
Zinssatz
effektiv
in Tsd.
Landeswährung
in TEUR in TEUR in %
Langfristige Darlehen EUR 53.400 55.052 1,38
Revolvierende Kredite TRY 750 205 53.400 7,59
Kurzfristige Darlehen und Vorlagen EUR 13.419 13.509 202 2,23
Finanzverbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten mit fixer Verzinsung
68.766 13.419
67.021
2015 Währung Nominale Marktwert Buchwert
zum 31.12.2015
Zinssatz
effektiv
in Tsd.
Landeswährung
in TEUR in TEUR in %
Langfristige Darlehen EUR 46.970 49.202 2,55
Revolvierende Kredite TRY 2.000 632 47.405 7,64
Kurzfristige Darlehen und Vorlagen EUR 21.573 21.721 630 2,94
TRY 13.392 4.216 21.789 -
Finanzverbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten mit fixer Verzinsung
75.771 4.215
74.039
2016 Währung Nominale Marktwert Buchwert
zum 31.12.2016
Zinssatz
effektiv
in Tsd.
Landeswährung
in TEUR in TEUR in %
Langfristige Darlehen EUR 30.071 1,58
Revolvierende Kredite EUR 80.000 30.889
79.239
30.071 1,20
TRY 5.135 1.373 80.000 10,51
1.386
Kurzfristige Darlehen und Vorlagen EUR 6.825 80.612
6.751
81.386
TRY 12.832 3.461 6.825 -
USD 1.435 1.361 3.461 -
CAD 267 188 1.361 -
RSD 435 4 188 -
BGN 5 3 4 -
3
Derivate Diverse in EUR 375.148 11.768 11.842 -
Finanzverbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten mit variabler Verzinsung
11.996
135.265
11.996
135.295
Buchwert Zinssatz
2015 Währung Nominale
in Tsd.
Landeswährung
Marktwert
in TEUR
zum 31.12.2015
in TEUR
effektiv
in %
Langfristige Darlehen EUR 62.857 0,87
Revolvierende Kredite EUR 88.000 64.777
87.382
62.873 1,26
TRY 5.704 1.753 88.259 13,00
1.796
Kurzfristige Darlehen und Vorlagen EUR 88.815 89.135
88.649
90.055 1,38
CAD 368 244 88.996 -
DKK 19 3 244 -
HRK 59 8 3 -
RSD 900 7 8 -
USD 1.081 993 7 -
992
Derivate Diverse in EUR 399.348 89.904 90.250 -
Finanzverbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten mit variabler Verzinsung
19.606
263.422
19.606
262.784
2016 Währung Nominale Marktwert Buchwert
zum 31.12.2016
Zinssatz
effektiv
in Tsd.
Anleihen – fix verzinst (langfristig) EUR Landeswährung
400.000
in TEUR
428.265
in TEUR in %
4,31
Anleihen – fix verzinst (kurzfristig) EUR 221.812 220.355 397.822 3,61
Anleihen – fix verzinst (Stückzinsen) EUR 23.909 23.909 222.740 -
Langfristige Darlehen – fix verzinst EUR 19 21 23.909 3,80
USD 74 68 19 -
Commercial Paper – fix verzinst EUR 34.416 34.103 70 0,31
Leasingverbindlichkeiten EUR 51 51 34.416 -
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Konzernunternehmen EUR 15 15 51 -
15
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Nichtbanken 706.787 679.042
2015 Währung Nominale Marktwert Buchwert
zum 31.12.2015
Zinssatz
effektiv
in Tsd.
Landeswährung
in TEUR in TEUR in %
Anleihen – fix verzinst (langfristig) EUR 400.000 419.614 4,31
Anleihen – fix verzinst (Stückzinsen) EUR 11.063 11.063 397.089 -
Langfristige Darlehen – fix verzinst EUR 28 31 11.063 3,80
USD 148 131 28 -
Kurzfristige Darlehen und Vorlagen – fix verzinst EUR 1.000 1.018 136 0,15
Commercial Paper – fix verzinst EUR 994 987 999 0,61
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Konzernunternehmen EUR 282 282 1.000 -
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Nichtbanken 433.126 282
410.597

Durch den Abschluss von Zinsswaps kann die Art der Verzinsung (variabel, fix) getauscht werden. Auf Seite 174 ist die Struktur der Finanzverbindlichkeiten (variable und fixe Verzinsung) inklusive der Effekte aus den Zinsswaps dargestellt.

33. Derivative Finanzinstrumente und

Hedge Accounting Der Marktwert derivativer Finanzinstrumente entspricht jenem Wert, den die Gesellschaft bei Auflösung des Geschäfts am Bilanzstichtag erhalten würde oder bezahlen müsste. Dabei werden aktuelle Marktverhältnisse, vor allem das aktuelle Zinsniveau, Währungskursrelationen und die Bonität der Kontrahenten berücksichtigt. Diese Bewertungsparameter sind am Markt beobachtbar und allen relevanten Marktteilnehmern zugänglich. Die im Abschluss enthaltenen Marktwerte derivativer Instrumente entsprechen der Marktbewertung der jeweiligen Bank, mit der Wienerberger das Derivat abgeschlossen hat, erweitert um Anpassungen gemäß IFRS 13 (Credit Value Adjustments CVA und Debt Value Adjustments DVA).

Am Bilanzstichtag bestanden Devisentermingeschäfte, die zur Absicherung von Transaktionsrisiken für einen Zeithorizont von bis zu zwölf Monaten abgeschlossen wurden. Die gesicherten Risikopositionen dieser Sicherungsgeschäfte sind in der währungsdifferenzierten Liquiditätsplanung der Gruppe dokumentiert. Diese Derivate sind als Cashflow Hedges einer zukünftigen Transaktion klassifiziert und werden während der Laufzeit in ihrer Marktwertveränderung gegen die Hedging Reserve bewertet. Die Effektivität der Sicherung wird quartalsweise mit Hilfe der hypothetischen Derivatmethode gemessen. Der ineffektive Teil der Marktwertveränderung wird in der Gewinn- und Verlustrechnung abgebildet und besteht insbesondere aus den Credit und Debit Value Adjustments nach IFRS 13. Bei Fälligkeit wird die kumulierte

Marktwertdifferenz vom sonstigen Gesamtergebnis in die Gewinn- und Verlustrechnung gebucht.

Daneben bestanden Devisenswaps, die zur Absicherung von Cash Pool Salden in Fremdwährung eingesetzt werden. Da die Währungsdifferenzen der mit diesen Instrumenten gesicherten Bankkontensalden in der Gewinn- und Verlustrechnung gebucht werden, erfolgt die Abbildung der Marktwertdifferenzen der Sicherungsgeschäfte ebenfalls in der Gewinn- und Verlustrechnung. Es handelt sich um eine natürliche Sicherungsbeziehung, weshalb kein Hedge Accounting erfolgt.

Zum Stichtag bestanden zwei Zinsswaps, die zur Optimierung des Zinsaufwandes eingesetzt und über die Gewinn- und Verlustrechnung ohne Anwendung von Hedge Accounting bewertet werden.

Die eingesetzten Cross Currency Swaps sind Derivate, die die Nettoinvestitionen der Gruppe in verschiedenen Fremdwährungen (Schweizer Franken, US-Dollar, britische Pfund, kanadische Dollar, tschechische Kronen und polnische Zloty) absichern und daher als Net Investment Hedges dargestellt werden. Die Effektivität dieser Instrumente wird quartalsweise mit ihrer kumulierten Marktwertveränderung im Vergleich zur kumulierten Währungsdifferenz der gesicherten Position gemessen. Der effektive Teil der Sicherungsbeziehung wird in der Hedging Reserve gebucht, der ineffektive Teil in der Gewinn- und Verlustrechnung.

31.12.2016 31.12.2015
Währung Nominalbetrag
in Tsd.
Landeswährung
Marktwert
in TEUR
Währung Nominalbetrag
in Tsd.
Landeswährung
Marktwert
in TEUR
Devisentermingeschäfte EUR EUR 96.026 509
CZK 97.508 -434 CZK 118.453 6
GBP 70.429 -10 GBP 37.755 -79
HUF 21.005 153 HUF 2.205.713 43
NOK 1.754.443 -27 NOK 78.636 740
PLN 231.743 -416 PLN 16.916 3
RUB 22.357 -4 RUB 85.000 92
SEK 30.000 -48 SEK 149.708 -186
Zinsswaps EUR 80.005 133 EUR 150.000 -697
Cross Currency Swaps CAD/EUR 150.000 -3.430 CAD/EUR 33.500 3.003
CHF/EUR 10.500 -338 CHF/EUR 28.000 -4.469
CZK/EUR 8.000 -119 CZK/EUR 1.383.824 -442
GBP/EUR 1.198.824 -1.079 GBP/EUR 73.000 -7.210
PLN/EUR 73.000 6.960 PLN/EUR 130.000 1.589
USD/EUR 80.000 1.558 USD/EUR 100.000 82
Währungsoptionen GBP/EUR 125.000 -2.172 GBP/EUR 0 0
14.382 296
1.023
-7.016

34. Angaben zu Finanzinstrumenten Finanzinstrumente werden in drei Ebenen klassifiziert, welche die Bewertungssicherheit widerspiegeln. Wienerberger verwendet folgende Hierarchiestufen, um Finanzinstrumente, die zu beizulegenden Zeitwerten bewertet werden, einer Bewertungsmethode zuzuordnen:

  • › Stufe 1: Bewertung anhand von Marktpreisen für ein spezifisches Finanzinstrument
  • › Stufe 2: Bewertung anhand von Marktpreisen für ähnliche Instrumente oder anhand von Bewertungsmodellen, die ausschließlich auf solchen Bewertungsparametern basieren, die am Markt beobachtbar sind
  • › Stufe 3: Bewertung anhand von Modellen mit signifikanten Bewertungsparametern, die nicht am Markt beobachtbar sind

Finanzinstrumente, die in der Wienerberger Gruppe regelmäßig zu beizulegenden Zeitwerten bilanziert werden, werden zum Großteil der Stufe 1 (Anteile Fonds, Schuldtitel von Kapitalgesellschaften und Aktien, siehe Anmerkung 23. Forderungen, Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte) oder Stufe 2 (sonstige zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente und derivative Finanzinstrumente, siehe Anmerkung 33. Derivative Finanzinstrumente und Hedge Accounting) zugerechnet. In der Berichtsperiode wurden keine Umgliederungen zwischen den jeweiligen Hierarchiestufen vorgenommen.

Sonstige Wertpapiere, die als zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden, werden großteils der Stufe 3 der Bewertungshierarchie zugeordnet. Dabei handelt es sich um Rückdeckungsversicherungen im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen, welche nicht mit der Rückstellung saldiert werden dürfen.

Folgende Tabelle stellt alle finanziellen Vermögenswerte und verzinsliche Finanzverbindlichkeiten dar, die bei Wienerberger zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden:

Zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte finanzielle Vermögenswerte und Finanzverbindlichkeiten

in TEUR Buchwert
Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 zum 31.12.2016
Aktiva
Anteile Fonds
6.679
Schuldtitel von Kapitalgesellschaften 9.195 6.679
Aktien 18 9.195
Sonstige 42 812 18
854
Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente
Derivate aus Cashflow Hedges
15.892 42
358
812 16.746
Derivate aus Net Investment Hedges 9.051 358
Sonstige Derivate 3.610 9.051
Derivate mit positivem Marktwert 13.019 3.610
13.019
Passiva
Derivate aus Cashflow Hedges
589
Derivate aus Net Investment Hedges 4.241 589
Sonstige Derivate 7.166 4.241
Derivate mit negativem Marktwert 11.996 7.166
11.996
in TEUR Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Buchwert
zum 31.12.2015
Aktiva
Anteile Fonds
6.611
Schuldtitel von Kapitalgesellschaften 9.449 6.611
Aktien 12 9.449
Sonstige 43 1.244 12
1.287
Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente
Derivate aus Cashflow Hedges
16.072 43
1.263
1.244 17.359
Derivate aus Net Investment Hedges 6.021 1.263
Sonstige Derivate 5.306 6.021
Derivate mit positivem Marktwert 12.590 5.306
12.590
Passiva
Derivate aus Cashflow Hedges
594
Derivate aus Net Investment Hedges 13.467 594
Sonstige Derivate 5.545 13.467
Derivate mit negativem Marktwert 19.606 5.545
19.606
Sonstige Wertpapiere Finanzverbindlichkeiten
in TEUR 2016 2015 2016 2015
Stand 1.1.
Bewertungsergebnis
1.244 1.496
-9
0 3.315
258
Abgänge -36 -243 0 -3.632
Umgliederungen -396 0 0 59
0 0
Stand 31.12. 812 1.244 0 0

Die Bewertung von Finanzinstrumenten, die der Stufe 3 zuzuordnen sind, ist in folgender Tabelle dargestellt:

Kredite und Forderungen sowie Verbindlichkeiten werden bei Wienerberger grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts erfolgt bei Anleihen anhand von

Marktpreisen (Stufe 1), während der Zeitwert von Darlehen in einem kapitalwertorientierten Bewertungsverfahren hergeleitet wird und der Stufe 2 zuzuordnen ist.

Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, gewährte Darlehen sowie sonstige Forderungen und Verbindlichkeiten haben zum Großteil eine

Fälligkeit von unter einem Jahr. Die jeweiligen Buchwerte entsprechen daher weitgehend den beizulegenden Zeitwerten, weshalb sie nicht gesondert angeführt werden.

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierte finanzielle Vermögenswerte und Finanzverbindlichkeiten

in TEUR Buchwert
Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
zum 31.12.2016
Aktiva
Sonstige langfristige Forderungen 6.883 6.883
Passiva
Langfristige Darlehen
85.941
Revolvierende Kredite 80.817 83.471
Kurzfristige Darlehen und Vorlagen 25.277 81.588
25.261
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Anleihen
672.529 192.035 190.320
Langfristige Darlehen 89 644.471
Commercial Paper 34.103 89
Leasingverbindlichkeiten 51 34.416
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Konzernunternehmen 15 51
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Nichtbanken 672.529 34.258 15
679.042
in TEUR Stufe 1 Stufe 2 Buchwert
Stufe 3
zum 31.12.2015
Aktiva
Sonstige langfristige Forderungen
4.712 4.712
Passiva
Langfristige Darlehen
113.979
Revolvierende Kredite 89.767 110.278
Kurzfristige Darlehen und Vorlagen 115.841 90.685
116.254
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Anleihen
430.677 319.587 317.217
Langfristige Darlehen 162 408.152
Commercial Paper 987 164
Kurzfristige Darlehen und Vorlagen 1.018 1.000
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Konzernunternehmen 282 999
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Nichtbanken 430.677 2.449 282
410.597

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Umsatzerlöse: Erträge aus Lieferungen und Leistungen werden realisiert, wenn alle wesentlichen Risiken und Chancen aus dem gelieferten Gegenstand auf den Käufer übergegangen sind. Weiters müssen die Höhe der Umsatzerlöse und die im Zusammenhang mit dem Verkauf angefallenen Kosten verlässlich ermittelt werden können. Die Darstellung der Umsatzerlöse erfolgt abzüglich von Rabatten, Skonti und Boni.

Herstellkosten: Die Kosten der verkauften Produkte (Umsatzkosten) beinhalten direkt zurechenbare Materialund Fertigungseinzelkosten sowie anteilige Gemeinkosten der Produktionsanlagen. Weitere Bestandteile der Herstellkosten bilden aufgrund einer Unterauslastung der Anlagen nicht aktivierbare Produktionsfixkosten, Abwertungen von Vorräten sowie die Anschaffungskosten verkaufter Handelswaren.

Fertigungsaufträge: Ist das Ergebnis von Fertigungsaufträgen verlässlich zu schätzen, werden Auftragserlöse und Auftragskosten entsprechend dem Leistungsfortschritt erfasst (percentage of completion method). Fertigungsaufträge bestehen im Bereich der Rohraktivitäten bei der Produktion von LLLD (long-length-large-diameter) Rohren von Pipelife. Der Fertigstellungsgrad wird anhand der produzierten Menge an Tonnen ermittelt. Zeichnet sich eine Kostenüberschreitung eines Auftrages über vereinbarte Erlöse ab, so ist eine Drohverlustrückstellung zu bilden.

Zuschüsse der öffentlichen Hand: Wienerberger passiviert Zuschüsse der öffentlichen Hand zu ihren beizulegenden Zeitwerten und weist deren periodenkonforme Auflösung unter den sonstigen Erträgen aus, wenn ausreichend Sicherheit besteht, dass alle Bedingungen erfüllt sind, die zum Erhalt der Zuwendungen berechtigen.

Ergebnis je Aktie: Das Ergebnis je Aktie wird ermittelt, indem das Konzernergebnis nach nicht beherrschenden

Anteilen und dem vorgesehenen Anteil für Hybridkapitalbesitzer durch die gewichtete Anzahl der ausgegebenen Aktien (abzüglich der eigenen Aktien) dividiert wird.

Immaterielle Vermögenswerte: Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden, soweit identifizierbar, mit deren Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen und Wertminderungen, angesetzt. Aktivierte Marken, die zum Erwerbszeitpunkt bereits über einen langen Zeitraum etabliert sind und weiterhin fortgeführt werden, zählen bei Wienerberger zu den immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer, welche jährlichen Werthaltigkeitstests unterzogen werden.

Firmenwerte: Firmenwerte, die im Rahmen von Unternehmenserwerben entstehen, werden gemäß IFRS 3 zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet und nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal im Jahr auf einen möglichen Wertminderungsbedarf hin untersucht.

Sachanlagevermögen: Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten, vermindert um lineare oder nutzungsbedingte (Tongruben) Abschreibungen, angesetzt. Bei selbst erstellten Anlagen werden angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten, nicht jedoch Kosten der allgemeinen Verwaltung und des Vertriebs, aktiviert. Während der Bauphase von qualifizierten Vermögenswerten des Anlagevermögens werden gemäß IAS 23 die anfallenden Fremdkapitalkosten unter den Anschaffungskosten aktiviert und über die Nutzungsdauer abgeschrieben. Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen beinhalten bei Wienerberger auch Kosten für Produktentwicklung, Verfahrenstechnik, Verbesserung von Umweltstandards sowie Labortätigkeiten. Die Entwicklungskosten nach erfolgreicher Forschung werden in der Regel in der jeweiligen Kategorie des Anlagevermögens aktiviert.

Die Abschreibungssätze richten sich nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer der jeweiligen Anlagen, die in Komponenten aufgeteilt werden

(Komponenten-Ansatz). Dafür werden folgende konzerneinheitliche Nutzungsdauern angesetzt:

Produktionsgebäude (inkl. Lagerhallen) 25 - 40 Jahre Sonstige Maschinen 4 - 30 Jahre
Verwaltungs- und Wohngebäude 40 Jahre Betriebs- und Geschäftsausstattung 4 - 12 Jahre
Gebäudeinfrastruktur 4 - 40 Jahre Kundenstamm 5 - 15 Jahre
Öfen und Trockner 5 - 30 Jahre Sonstiges immaterielles Anlagevermögen 4 - 10 Jahre

Reparaturkosten, die die geplante Nutzungsdauer nicht verlängern, werden als laufender Aufwand verbucht. Die laufende Abschreibung wird ausgesetzt, wenn eine Anlage gemäß IFRS 5 als zur Veräußerung vorgesehen qualifiziert wird.

Werden Anlagen verkauft oder aufgegeben, wird der Gewinn oder Verlust aus der Differenz zwischen dem Nettoverkaufserlös und dem Restbuchwert bzw. ein Abwertungsbedarf unter den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen erfasst.

Gemietete Sachanlagen, die aus einer wirtschaftlichen Betrachtung als Anlagenkäufe mit langfristiger Finanzierung anzusehen sind (Finanzierungsleasing), werden in Übereinstimmung mit IAS 17 (Leasingverhältnisse) zu jenen Anschaffungskosten angesetzt, die im Falle des Kaufs angefallen wären. Die Abschreibungen erfolgen über die wirtschaftliche Nutzungsdauer oder, wenn kürzer, über die Laufzeit des Leasingvertrags.

Wertminderungen von nicht finanziellen Vermögenswerten: Gemäß IAS 36 werden Vermögenswerte regelmäßig bzw. im Falle, dass Hinweise auf eine dauerhafte Wertminderung vorliegen, auf einen möglichen Wertminderungsbedarf hin untersucht. Diese Überprüfung folgt dem Grundsatz der Einzelbewertung, sofern dem Vermögenswert Zahlungsmittelzuflüsse zugeordnet werden können. Getestet wird der Buchwert eines Vermögenswerts, indem ihm der erzielbare Betrag gegenübergestellt wird, welcher

der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert ist. Eine Wertminderung auf den erzielbaren Betrag erfolgt dann, wenn dieser unter dem Buchwert zu liegen kommt. Der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten ist der Betrag, der durch den Verkauf eines Vermögenswerts unter Berücksichtigung der Veräußerungskosten erzielt werden würde. Der Nutzungswert wird hingegen in einem kapitalwertorientierten Verfahren als Barwert der Summe zukünftiger Zahlungsmittelzuflüsse aus einem Vermögenswert oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit ermittelt.

Immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer können keine unabhängigen Zahlungsmittelzuflüsse zugeordnet werden, weshalb ihre Werthaltigkeit im Verbund einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit zumindest einmal im Jahr im Rahmen des Impairment Tests gemäß IAS 36 überprüft wird.

Zuschreibungen werden vorgenommen, wenn Gründe für eine Wertminderung von Sachanlagen wegfallen bzw. eine Wiederverwertbarkeit von abgewerteten Sachanlagen gegeben ist. Einmal abgeschriebene Firmenwerte werden unter Beachtung von IAS 36 nicht wieder zugeschrieben.

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet und mit Ausnahme von Grundstücken linear abgeschrieben.

Anteile an assoziierten Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und sonstige Beteiligungen: Die Anteile an assoziierten Unternehmen, auf die Wienerberger einen maßgeblichen Einfluss ausübt (in der Regel zwischen 20% und 50% der Anteile), und Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bewertet. Unter den sonstigen Beteiligungen werden einerseits aufgrund von Unwesentlichkeit nicht konsolidierte Unternehmen sowie andererseits Beteiligungen ohne maßgeblichen Einfluss zusammengefasst. Sie werden mit Anschaffungskosten angesetzt und lediglich im Falle von dauerhaften Wertminderungen auf ihren beizulegenden Zeitwert abgeschrieben. Der Ausweis von Abschreibungen und Zuschreibungen erfolgt im Finanzergebnis.

Vorräte: Die Bewertung des Vorratsvermögens erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellkosten oder zu niedrigeren Nettoveräußerungswerten. Bei der Bewertung der Vorräte kommt das gleitende Durchschnittspreisverfahren zur Anwendung. Bei der Ermittlung der Herstellkosten werden die direkt zurechenbaren Kosten und die anteiligen Gemeinkosten einschließlich Abschreibungen unter Annahme einer Normalauslastung (zwischen 85% und 100% der Kapazität) einbezogen. Fremdkapitalzinsen sowie Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten sind nicht Bestandteil der Herstellkosten im Umlaufvermögen. Für Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer bzw. aus verminderter Verwertbarkeit ergeben, werden angemessene Abschläge berücksichtigt.

Emissionszertifikate: Gemäß IAS 20 und IAS 38 bewertet Wienerberger jene Emissionszertifikate, die aufgrund der EU-Emissionshandelsrichtlinien RL 2003/87/EG und RL 2009/29/EG gratis zugeteilt wurden, mit Anschaffungskosten von null. Übersteigen die Emissionen die gratis zugeteilten Zertifikate, so erfolgt die Bewertung der fehlenden Zertifikate mit deren Marktwert am Bilanzstichtag. Entgeltlich erworbene Zertifikate werden zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Marktwerten am Bilanzstichtag bilanziert.

Finanzinstrumente: Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. IAS 39 unterscheidet die Kategorien Kredite und Forderungen (loans and receivables), bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen (held to maturity), zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (available for sale) sowie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (at fair value through profit or loss), die sich wiederum aus zu Handelszwecken gehaltenen Finanzinstrumenten (financial assets/liabilities held for trading) und aus Finanzinstrumenten, die beim erstmaligen Ansatz als zum beizulegenden Zeitwert bewertet designiert wurden (designated as at fair value through profit or loss upon initial recognition), zusammensetzen.

Kassageschäfte von finanziellen Vermögenswerten werden zum Erfüllungstag bilanziert. Ein finanzieller Vermögenswert wird dann ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf den Erhalt eines Cashflow daraus erloschen sind.

Kredite und Forderungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt, wobei erkennbaren Einzelrisiken durch angemessene Wertberichtigungen Rechnung getragen wird. Langfristige zinsenlose oder unverzinsliche Forderungen mit einer Laufzeit von über einem Jahr werden mit dem abgezinsten Barwert angesetzt. Fremdwährungsforderungen werden zum Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

Wienerberger verfügt über keine bis zur Endfälligkeit gehaltenen aktiven Finanzinstrumente.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte werden zu beizulegenden Zeitwerten bewertet, wobei aus Änderungen der beizulegenden Zeitwerte resultierende Gewinne und Verluste erfolgswirksam zu erfassen sind. Wienerberger hält keine originären Finanzinstrumente zu Handelszwecken.

Wienerberger hat bislang keinen Gebrauch vom Wahlrecht gemacht, beim erstmaligen Ansatz finanzielle Vermögenswerte nach IAS 39 als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet einzustufen. Die von Wienerberger gehaltenen originären Finanzinstrumente, die weder den liquiden Mitteln und Zahlungsmitteläquivalenten noch den Krediten und Forderungen zuzurechnen sind, werden somit als zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente erfasst. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um kurzfristige Veranlagungen in Form von Fondsanteilen, Schuldtitel von Kapitalgesellschaften und Aktien, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, wobei aus der Änderung der beizulegenden Zeitwerte resultierende Gewinne und Verluste bis zu deren Abgang erfolgsneutral im sonstigen Gesamtergebnis erfasst werden. Davon ausgenommen sind Abschreibungen im Falle von wesentlichen und dauerhaften Wertminderungen, welche in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis ausgewiesen werden. Der beizulegende Zeitwert ermittelt sich für börsennotierte Wertpapiere aus den Börsenkursen, wohingegen nicht börsennotierte finanzielle Vermögenswerte zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung von etwaigen Marktwertänderungen bewertet werden. In der Periode des Abgangs werden die bislang im sonstigen Gesamtergebnis erfassten kumulierten Gewinne und Verluste erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Vereinzelt werden zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente zu Anschaffungskosten (at cost) bewertet, wenn der beizulegende Zeitwert aufgrund des Fehlens eines aktiven Markts nicht ermittelbar ist.

Derivative Finanzinstrumente: Der Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten erfolgt ausschließlich zur Absicherung von Risiken, die aus der operativen Geschäftstätigkeit erwachsen. Devisentermingeschäfte werden zur Absicherung von Transaktionsrisiken und Zinsswaps zur Optimierung des fix bzw. variabel verzinsten Teils der finanziellen Verbindlichkeiten verwendet. Zins-Währungsswaps dienen der Absicherung von Nettoinvestitionen in Fremdwährungsgesellschaften. Alle derivativen Finanzinstrumente werden bei Vertragsabschluss sowie am Bilanzstichtag gemäß IFRS 13 zum beizulegenden Zeitwert unter Berücksichtigung des Kontrahenten-Ausfallsrisikos bewertet. Für börsennotierte Finanzinstrumente werden dazu die aktuellen Kurse herangezogen; für nicht börsennotierte Zinsinstrumente werden die beizulegenden Zeitwerte durch Abzinsung der künftigen Zahlungen unter Verwendung eines aktuellen Marktzinssatzes ermittelt. Gemäß IAS 39 werden derivative Finanzinstrumente, die sich nicht in einer Hedge-Beziehung befinden, der Kategorie zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente (held for trading) zugerechnet.

Hedge Accounting: Wienerberger wendet die Vorschriften zu Sicherungsgeschäften gemäß IAS 39 zur Absicherung von Bilanzposten (Translationsrisiko) sowie zur Absicherung zukünftiger Zahlungsströme (Transaktionsrisiko) an. Als Cashflow Hedge wird die Absicherung gegen Schwankungen zukünftiger Zahlungsströme aus bilanzierten Vermögenswerten oder Verbindlichkeiten bezeichnet. Die Marktbewertung der effektiven Sicherungsinstrumente erfolgt erfolgsneutral in der Hedging Reserve. Nicht effektive Anteile werden erfolgswirksam im Finanzergebnis erfasst. Ebenso erfolgt die Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb erfolgsneutral, wobei alle Wertänderungen des effektiven Anteils des eingesetzten Sicherungsinstruments unter der Hedging Reserve ausgewiesen werden. Das abgesicherte Risiko – das Ergebnis aus der Fremdwährungsumrechnung der besicherten Investition – wird im sonstigen Gesamtergebnis im Eigenkapital ausgewiesen.

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte: Wienerberger verfügt über nicht betriebsnotwendige Grundstücke und Bauten, deren Nutzenzufluss über einen Verkauf geplant ist. Gemäß IFRS 5 müssen langfristige Vermögenswerte, die zur Veräußerung gehalten werden, in das kurzfristige Vermögen umgegliedert werden, wenn sie in ihrem gegenwärtigen Zustand sofort veräußerbar sind, wobei deren Veräußerung innerhalb eines Jahres höchstwahrscheinlich abgeschlossen sein muss. Sind die Voraussetzungen erfüllt, erfolgt der Ausweis innerhalb der kurzfristigen Vermögenswerte, wobei die Bewertung zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten erfolgt. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte werden nicht mehr planmäßig abgeschrieben.

Liquide Mittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Kassenbestände, erhaltene Schecks, Sichtguthaben, kurzfristig realisierbare Veranlagungen sowie Termineinlagen bei Finanzinstitutionen mit einer Fristigkeit bis zu drei Monaten.

Rückstellungen für Pensionen: In der Wienerberger Gruppe gibt es beitragsorientierte und leistungsorientierte Pensionszusagen. Bei beitragsorientierten Pensionszusagen (Defined Contribution Plan) bestehen nach der Zahlung der Prämien keine weiteren Verpflichtungen für den Arbeitgeber. Die Beitragszahlungen, die vom Arbeitgeber getragen werden, werden im Pensionsaufwand erfasst. Im Falle etwaiger Nachschussverpflichtungen, die von Wienerberger getragen werden, erfolgt eine Bilanzierung der Rückstellung wie bei leistungsorientierten Zusagen. Bei leistungsorientierten Pensionszusagen (Defined Benefit Plan) wird dem Mitarbeiter ein bestimmter Pensionsbetrag zugesagt. Das Risiko bezüglich der tatsächlichen Pensionsauszahlungshöhe wird bis zum Auszahlungszeitpunkt vom Unternehmen getragen. Die Rückstellungen für leistungsorientierte Pensionsverpflichtungen werden nach dem Verfahren der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method) errechnet. Bei der Bewertung von Altersversorgungsleistungen finden zukünftige Renten- und Gehaltssteigerungen Berücksichtigung. Die Pensionsrückstellungen werden von unabhängigen Versicherungsmathematikern kalkuliert.

Die Pensionsrückstellungen werden mit dem Planvermögen saldiert, welches für die Abdeckung der Verpflichtungen gehalten wird. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden unter Berücksichtigung der latenten Steuer gemäß IAS 19 im Jahr des Entstehens im sonstigen Gesamtergebnis erfasst. Die Zinskomponente der Leistungen nach Beendigung des Dienstverhältnisses wird gesondert im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Aufwendungen der Dotierung der Pensionsrückstellung werden den unterschiedlichen Funktionsbereichen zugeordnet.

Wegen ihres Versorgungscharakters werden jene US-amerikanischen Verpflichtungen, welche die Abgeltung von Krankheitskosten ehemaliger Mitarbeiter im Ruhestand betreffen, in der Position Pensionsrückstellungen ausgewiesen.

Rückstellungen für Abfertigungen: Abhängig von der Dienstzugehörigkeit haben österreichische Dienstnehmer aufgrund gesetzlicher Bestimmungen Anspruch auf eine Einmalzahlung bei Pensionsantritt bzw. Kündigung durch den Arbeitgeber. Für diese zukünftige Verpflichtung werden Rückstellungen für Abfertigungen gebildet. Ähnliche Verpflichtungen gibt es unter anderem in Frankreich, Italien, Polen oder der Türkei. Die Rückstellungen für Abfertigungen werden auf Basis einer versicherungsmathematischen Berechnung nach dem Verfahren der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method) berechnet. Für österreichische Arbeitnehmer, deren Dienstverhältnis nach dem 31.12.2002 begann, bezahlt der Arbeitgeber einen monatlichen Beitrag von 1,53% des Bruttoentgelts in eine Mitarbeitervorsorgekasse ein. Hierbei handelt es sich gemäß IAS 19 um einen beitragsorientierten Plan, die Zahlungen des Arbeitgebers werden im Abfertigungsaufwand erfasst.

Rückstellungen für Jubiläumsgelder: Einige Mitarbeiter in der Wienerberger Gruppe haben abhängig von ihrer Dienstzugehörigkeit Anspruch auf Jubiläumsgeldzahlungen. Für diese Verpflichtungen werden Rückstellungen nach der Projected Unit Credit Method berechnet. Etwaige versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste werden sofort erfolgswirksam erfasst.

Rückstellungen für Rekultivierungen: Rekultivierungsverpflichtungen für Tongruben werden beim Erwerb der Tongruben gemäß IAS 37 passiviert und gemäß IAS 16 im Zugang des Anlagemögens dargestellt. Die der Rekultivierungsverpflichtung zugrunde gelegten Annahmen richten sich im Wesentlichen nach landesspezifischen Gegebenheiten. Die Rekultivierungsverpflichtungen für vor dem Jahr 2005 erworbene Tongruben werden gemäß der Übergangsregelung des IAS 16 auf Basis der abgebauten Menge passiviert. Langfristige Rückstellungen, deren Erfüllung nach einem Zeitraum von 12 Monaten zu erwarten ist, werden abgezinst und mit ihrem Barwert bilanziert.

Rückstellungen für Garantien: Wienerberger gewährt insbesondere für Produktlösungen aus Ton Herstellergarantien, die zum Ansatz von Garantierückstellungen in der Bilanz führen. Für die Berechnung der Garantierückstellung werden einerseits Einzelrisiken bewertet und andererseits ein Gesamtrisiko auf Basis von Erfahrungswerten aus der Vergangenheit berechnet. Eingetretene Schadensfälle werden dafür evaluiert und die Höhe potentieller Verpflichtungen mittels stochastischer Methoden abgeleitet.

Sonstige Rückstellungen: Sonstige gegenwärtige Verpflichtungen, die aus einem vergangenen Ereignis resultieren und wahrscheinlich zu einem Ressourcenabfluss führen, jedoch hinsichtlich ihrer Fälligkeit oder Höhe ungewiss sind, werden gemäß IAS 37 zu Vollkosten passiviert und als Rückstellung ausgewiesen.

Latente Steuern: In Übereinstimmung mit IAS 12 werden alle temporären Bewertungs- und Bilanzierungsdifferenzen zwischen Steuerbilanz und IFRS-Bilanz in die Berechnung der latenten Steuern einbezogen. Die aktiven latenten Steuern umfassen auch Steuerminderungsansprüche, die sich aus der erwarteten Nutzung bestehender Verlustvorträge in Folgejahren ergeben und deren Realisierung wahrscheinlich ist. Hierzu werden die geplanten operativen Geschäftsergebnisse und die Ergebniswirkung aus der Umkehr von zu versteuernden temporären Differenzen berücksichtigt. Für die Ermittlung der latenten Steuern werden – unter Beachtung des lokalen Steuersatzes des betroffenen Konzernunternehmens – die bei der Auflösung der Unterschiedsbeträge erwarteten künftigen Steuersätze angewandt. Zukünftige Steuersatzänderungen werden berücksichtigt, wenn sie zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung bereits gesetzlich beschlossen waren.

Finanzielle Verbindlichkeiten: Verbindlichkeiten werden bei Zuzählung in Höhe des tatsächlich zugeflossenen Betrags (abzüglich Transaktionskosten) erfasst. Ein Unterschiedsbetrag zwischen dem erhaltenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit nach der Effektivzinsmethode verteilt und im Finanzergebnis erfasst. Eine Bewertung erfolgt daher zum Restbuchwert (at amortized cost). Fremdwährungsverbindlichkeiten werden zum Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Wienerberger hat bislang keinen Gebrauch vom Wahlrecht gemacht, beim erstmaligen Ansatz finanzielle Verbindlichkeiten nach IAS 39 als erfolgswirksam zum beizulegenden Wert bewertet einzustufen.

Verrechnungspreise: Zwischen den einzelnen operativen Segmenten bestehen teilweise regionale Liefer- und Leistungsbeziehungen. Bei Warenlieferungen erfolgt die Bestimmung konzerninterner Verrechnungspreise zu marktüblichen Bedingungen nach der Wiederverkaufspreismethode. Bei konzerninternen Leistungsbeziehungen erfolgt die Verrechnung zu marktüblichen Bedingungen nach der Kostenaufschlagsmethode.

35. Währungsumrechnung Die Jahresabschlüsse ausländischer Gesellschaften werden nach dem Konzept der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Diese ist für sämtliche Gesellschaften die jeweilige Landeswährung, da die Gesellschaften ihr Geschäft in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbständig betreiben. Alle Bilanzpositionen mit Ausnahme jener des Eigenkapitals werden mit dem Devisenmittelkurs zum 31.12.2016 umgerechnet. Firmenwerte werden als Vermögenswert in der lokalen Währung bilanziert und ebenfalls mit dem Devisenmittelkurs zum Konzernabschlussstichtag umgerechnet. Aufwands- und Ertragsposten werden mit Jahresdurchschnittskursen konvertiert.

Nicht realisierte Währungsumrechnungsdifferenzen aus langfristigen konzerninternen Gesellschafterdarlehen werden erfolgsneutral in den Unterschiedsbetrag Währungsumrechnung eingestellt. Ebenso werden Währungsumrechnungsdifferenzen zwischen dem Stichtagskurs innerhalb der Bilanz und dem Durchschnittskurs innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung im sonstigen Gesamtergebnis ausgewiesen.

Das währungsbedingte Translationsrisiko aus den amerikanischen, kanadischen, Schweizer, englischen und aus einzelnen osteuropäischen Geschäftsaktivitäten wird durch den Abschluss von Cross Currency Swaps eingeschränkt. Dabei wird in Höhe des abzusichernden Teils der auf Fremdwährung lautenden Vermögenswerte ein Cross Currency Swap abgeschlossen.

Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse wesentlicher Währungen haben sich wie folgt entwickelt:

Stichtagskurs Jahresdurchschnittskurs
31.12.2016 31.12.2015 2016 2015
Britische Pfund 0,73395 0,72584
Bulgarische Lev 0,85618 1,95580 0,81948 1,95580
Dänische Kronen 1,95580 7,46260 1,95580 7,45870
Kanadische Dollar 7,43440 1,51160 7,44519 1,41856
Kroatische Kuna 1,41880 7,63800 1,46588 7,61370
Norwegische Kronen 7,55970 9,60300 7,53329 8,94963
Polnische Zloty 9,08630 4,26390 9,29060 4,18412
Rumänische Lei 4,41030 4,52400 4,36321 4,44541
Russische Rubel 4,53900 80,67360 4,49043 68,07203
Schwedische Kronen 64,30000 9,18950 74,14457 9,35346
Schweizer Franken 9,55250 1,08350 9,46890 1,06786
Tschechische Kronen 1,07390 27,02300 1,09016 27,27918
Türkische Lira 27,02100 3,17650 27,03429 3,02546
Ungarische Forint 3,70720 315,98000 3,34325 309,99563
US-Dollar 309,83000
1,05410
1,08870 311,43790
1,10690
1,10951

Risikobericht

Risikopolitische Grundsätze Die Wienerberger Gruppe ist im Rahmen ihrer multinationalen Aktivitäten mit ihren Geschäftsbereichen, Vermögenswerten und Schulden sowie geplanten unternehmerischen Entscheidungen einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit unternehmerischem Handeln verbunden sind.

Wienerberger setzt konzernweit auf eine frühzeitige Identifikation und aktive Steuerung von Risiken des Unternehmensumfelds im Rahmen der risikopolitischen Grundsätze, die vom Vorstand festgelegt und vom Aufsichtsrat überwacht werden. Die Umsetzung der Risikostrategie und die tatsächliche Abwicklung der Sicherungsbeziehungen erfolgen zentral und werden für den gesamten Konzern koordiniert.

Risikosituation und operative Risiken aus

Absatzmärkten Wienerberger operiert als Baustoffhersteller in einer zyklischen Branche und zählt zur Gruppe der Spätzykliker, die dem allgemeinen Wirtschaftszyklus traditionell vergleichsweise spät folgen. Dabei ist die Gruppe von gesamtwirtschaftlichen Einflussgrößen jener Volkswirtschaften abhängig, in denen die Gruppe tätig ist, wozu insbesondere die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung, die Bauaktivität im Bereich des Wohnbaus und des öffentlichen Bausektors (Infrastruktur) sowie die Renovierungsaktivität zählen. Des Weiteren beeinflussen das Konsumentenvertrauen, die Arbeitslosenrate, das langfristige Zinsniveau und die Verfügbarkeit von Krediten, die Steuergesetzgebung, Bauvorschriften und Wohnbauförderungen sowie andere Faktoren, die außerhalb des Einflusses der Gruppe liegen, die Geschäftsaktivität. Die für die Geschäftstätigkeit von Wienerberger bestimmenden wirtschaftlichen Zyklen der Bauaktivität sind deutlich langfristiger als in anderen Bereichen und verlaufen in unterschiedlichen Märkten zeitlich versetzt.

Unvorteilhafte Entwicklungen einiger oder all dieser Einflussgrößen können einen negativen Einfluss auf die Nachfrage nach Produkten von Wienerberger, die abgesetzten Mengen und das Preisniveau haben. Zyklische Schwankungen der Nachfrage bergen das Risiko von Überkapazitäten, die einen erhöhten Preisdruck, eine Verringerung der Margen sowie ungedeckte Kosten in der Produktion zur Folge haben können. Der Anteil fixer Kostenbestandteile an den Gesamtkosten ist in der gesamten Baustoffindustrie und auch bei Wienerberger in Folge der Anlagenintensität hoch, womit aktives Kapazitätsmanagement ein zentrales Element der Unternehmenssteuerung darstellt. Die Produktionskapazitäten werden daher laufend analysiert und durch Maßnahmen wie temporäre oder endgültige Werksschließungen sowie Produktionsverlagerungen zu effizienteren Anlagen den Marktgegebenheiten angepasst.

Die zentral- und osteuropäischen Märkte betrachtet Wienerberger aufgrund des Nachholbedarfs im Wohnungsneubau und in der Infrastruktur langfristig als Wachstumsmärkte. Für die Wienerberger Gruppe können sich Risiken aus einer schwächeren Nachfrage und einem höheren Preisdruck in diesen Wachstumsmärkten ergeben.

Darüber hinaus stehen die Produkte von Wienerberger im Wettbewerb mit anderen Baustoffen wie Beton, Holz, Kalksandstein, Glas, Stahl oder Aluminium, wodurch sich ein Substitutionsrisiko ergibt. Mittels unserer starken Position als Qualitätsführer und durch die Entwicklung hochwertiger Produkte zielen wir darauf ab, dieses Risiko zu minimieren. Diese Weiterentwicklungen beziehen sich vor allem auf Verbesserungen der bauphysikalischen Eigenschaften sowie der Wirtschaftlichkeit.

Die Baustoffindustrie ist saisonalen Schwankungen unterworfen, wobei die abgesetzten Mengen in der Zeit von April bis Oktober deutlich über denen des restlichen Jahres liegen. Die Ertragssituation der Wienerberger Gruppe hängt, so wie jene der gesamten Baustoffindustrie, zum Teil von den Wetterbedingungen ab, mit dem Effekt, dass lange Frost- und Regenperioden durch geringe Bauaktivitäten einen spürbaren Effekt auf die Nachfrage haben.

Zur bestmöglichen Vermeidung von Ergebnisschwankungen verfolgt Wienerberger eine Strategie der geografischen Diversifizierung bei gleichzeitiger Konzentration auf das Kerngeschäft, zu welchem Ziegel für Wand, Dach und Fassade sowie Flächenbefestigungen und Rohrsysteme zählen. Wienerberger versteht sich somit als Anbieter für Baustofflösungen im Hausbau und im Bereich der Infrastruktur. Unsere Aktivitäten unterliegen den üblichen lokalen Marktrisiken. Erreichte Positionen müssen kontinuierlich gegenüber Mitbewerbern und Substitutionsprodukten behauptet werden. Von Seiten unseres wichtigsten Kunden, dem Baustoffhandel, erwarten wir weitere Zusammenschlüsse und damit erhöhten Preisdruck. Spezifische Marktsituationen können ebenfalls negative Effekte auf das Preisniveau haben, die Wienerberger zu einer laufenden Kontrolle und gegebenenfalls zur Anpassung der Preisstrategie zwingen können.

Wienerberger verfolgt als multinationaler Konzern Geschäftsaktivitäten in Ländern, die sich in unterschiedlichen Phasen wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung befinden. Somit können sich Risiken aus unvorteilhaften Änderungen der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ergeben. Risiken aus Änderungen der Steuergesetzgebung in den betroffenen Märkten, Risiken aus einer Änderung der Besteuerung von Energieträgern, Risiken aus einer Änderung des Arbeitsrechts, Risiken aus der Koordination der internationalen Aktivitäten durch sprachliche und kulturelle Unterschiede sowie die Begrenzung der Möglichkeit einer Repatriierung von Gewinnen und Risiken durch die Verschärfung von gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich der Nutzung von Rohstoffen, Produktstandards oder -haftungsvorschriften sowie Umwelt- und Sicherheitsstandards können ebenfalls einen wesentlichen Einfluss auf die Aktivitäten der Wienerberger Gruppe haben. In den Wachstumsmärkten Russland und Indien besteht zudem das Risiko der Enteignung von Produktionsanlagen ohne die Gewährung

einer angemessenen Entschädigung. Weiters bestehen vor allem in diesen Märkten mögliche Steuerrisiken sowohl aus einer Änderung der Steuergesetzgebung als auch der Auslegungspraxis von geltendem Steuerrecht, die von Wienerberger aus momentaner Sicht weder nach Eintrittswahrscheinlichkeit noch nach Ausmaß quantifiziert werden können.

Die Geschäftsentwicklung im Bereich Kunststoffrohre wird wesentlich durch die Entwicklung der Rohstoffpreise, die normalerweise mit dem Erdölpreis korrelieren, beeinflusst. Synthetische Polymere stellen einen wesentlichen Teil der Produktionskosten von Kunststoffrohren dar. Die Volatilität der Rohstoffpreise hat sich in den letzten Jahren verstärkt. Starke Schwankungen innerhalb eines Monats verlangen eine flexible Preispolitik, um diese Preisschwankungen zu kontrollieren bzw. gezielt an den Markt weiterzuleiten. Rasches Handeln im Preismanagement ist entscheidend, um nachhaltig profitable Ergebnisse zu sichern. Neben dem Preisrisiko besteht auch ein Risiko aus der Versorgungssicherheit mit ausreichenden Rohstoffen. Eine Unterbrechung der Versorgung zieht unweigerlich einen Ausfall der Produktion nach sich. Mit wenigen Ausnahmen gibt es für die Rohstoffversorgung alternative Lieferantenoptionen, um dem Versorgungsrisiko zu begegnen.

Beschaffungs-, Produktions-, Investitions- und

Akquisitionsrisiken Wienerberger verfügt über ein modernes und effizientes Werksnetz, sodass das Risiko von Betriebsstörungen oder technisch bedingten längeren Produktionsausfällen gering ist. Die Versorgung unserer Fabriken mit dem Rohstoff Ton ist durch ausreichende Vorkommen und langfristige Lieferverträge abgesichert.

Die Energiekosten, die beim Brennen von Ziegeln anfallen, machen einen bedeutenden Teil der Gesamtkosten von Wienerberger aus. Im Jahr 2016 betrugen die gesamten Energiekosten der Wienerberger Gruppe 260.886 TEUR (Vorjahr: 292.624 TEUR) oder 8,8% (Vorjahr: 9,8%) des Umsatzes. Diese Kosten verteilen sich zu 62% auf Erdgas, zu 32% auf Strom und zu 6% auf Sonstiges. Die Energiepreise sind von der Entwicklung an den internationalen und lokalen Märkten abhängig und Schwankungen unterworfen.

Wienerberger versucht daher, das Risiko aus Energiepreisschwankungen in liberalisierten Märkten (insgesamt rund 90% der Energiekosten) durch den Abschluss von Termingeschäften zu minimieren oder mit nationalen und internationalen Versorgern Fixpreisverträge abzuschließen. Die Preise sind zum Teil längerfristig fixiert. In einigen wenigen osteuropäischen Ländern (insgesamt rund 10% der Energiekosten) sind die Preise für Erdgas staatlich reguliert, und es werden jährliche Lieferverträge mit lokalen Versorgern ausgehandelt.

Wienerberger hat im Jahr 2014 für ihre europäischen Ziegelaktivitäten erneut den Carbon Leakage Status erhalten, weshalb von einer ausreichenden Zuteilung von CO2-Zertifikaten in Höhe der Emission ausgegangen werden kann. Im Jahr 2019 erfolgt eine erneute Beurteilung des Status.

Neben dem Preisrisiko besteht für Wienerberger ein Risiko aus der Versorgungssicherheit mit Energie, insbesondere mit Erdgas und Elektrizität. Eine Unterbrechung der Versorgung zieht unweigerlich einen Ausfall der Produktion nach sich und kann somit einen negativen Effekt auf das Betriebsergebnis haben, wenn die Nachfrage nicht aus Lagerbeständen gedeckt werden kann.

Zur Steigerung des Wienerberger Unternehmenswerts sind neben der laufenden Optimierung (Operational Excellence) Produktinnovationen sowie interne und externe Wachstumsprojekte notwendig. Die zukünftige Rentabilität dieser Projekte ist in hohem Maße von der Investitionshöhe bzw. den Akquisitionspreisen sowie der Marktentwicklung abhängig. Alle Investitionsmaßnahmen müssen daher den Rentabilitätszielen für unsere Wachstumsprojekte gerecht werden. Weiters ergeben sich beim Eintritt in neue Märkte Risiken hinsichtlich Wettbewerb, Planungssicherheit, Einschätzung der politischen Lage und eines erfolgreichen, gewinnbringenden Organisationsaufbaus. Neue Projekte werden deshalb vor dem Start einer umfassenden qualitativen und quantitativen Analyse unterzogen.

Finanzielle Risiken Aus dem operativen Geschäft ergeben sich für Wienerberger neben dem Finanzierungsrisiko auch Zinsund Währungsrisiken. Zur Begrenzung und Steuerung

dieser Risiken werden neben operativen Maßnahmen einzelne derivative Finanzinstrumente, vor allem Devisentermingeschäfte und Swaps, eingesetzt. Alle Absicherungen aus Cashflow Hedges und Absicherungen der Investitionen in ausländische Teilbetriebe werden als in hohem Maße wirksam hinsichtlich der Erreichung der Kompensation der abgesicherten Risiken im Rahmen der Risikomanagementziele eingeschätzt. Es werden keine Derivate zu Spekulationszwecken gehalten.

Die Refinanzierungsmöglichkeiten von Wienerberger sind durch zahlreiche finanzielle, gesamtwirtschaftliche und sonstige Einflussgrößen bestimmt, die sich dem Einfluss des Managements der Wienerberger AG entziehen. Diese Einflussgrößen beinhalten Kreditbedingungen (Covenants) in aktuellen und zukünftigen Kreditvereinbarungen sowie die Beibehaltung des derzeitigen Ratings. Diese Covenants sehen vor, dass eine Entschuldungsdauer (Nettoverschuldung / EBITDA) von 3,5 Jahren nicht überschritten werden darf, wobei diese am 31.12.2016 bei 1,6 Jahren lag. Weiters erreichte der EBITDA Zinsdeckungsgrad (EBITDA / Nettozinsergebnis) im Berichtsjahr einen Wert von 11,8, womit er deutlich den vereinbarten Mindestwert von 3,75 übertraf. Ein Teil des Ergebnisses wird für Zinsen verwendet und steht somit nicht anderweitig zur Verfügung. Sollte sich das Rating der Gruppe verschlechtern oder Covenants nicht eingehalten werden, können die zu zahlenden Zinsen durch höhere Kreditrisikozuschläge steigen und höhere Finanzierungskosten sowie einen geringeren Cashflow nach sich ziehen. Nicht eingehaltene Covenants können auch zur Fälligstellung von Krediten führen.

Währungsrisiken

Ein bedeutender Teil der Umsatzerlöse und der Ergebnisse der Wienerberger Gruppe wird von Tochterunternehmen erwirtschaftet, die ihren Sitz nicht in der Eurozone haben. Im Berichtsjahr erzielte Wienerberger 50% der Umsätze in Fremdwährung, hauptsächlich in osteuropäischen Währungen (21%), dem britischem Pfund (10%) und dem US-Dollar (9%). Zahlungswirksame Währungsrisiken sind durch den lokalen Charakter des Baustoffgeschäfts unwesentlich. Zahlungsflüsse in bzw. aus dem Euro-Raum ergeben sich im Wesentlichen aus konzerninternen Dividenden- und Darlehensflüssen, Warenlieferungen und Dienstleistungen. Diese konzerninternen Zahlungsströme werden wechselkursabhängig von der Holding gesteuert.

Aufgrund der dezentralen Gesellschaftsstruktur der Wienerberger Gruppe erfolgen Kreditfinanzierungen für kurzfristige Vermögenswerte in der jeweiligen Landeswährung der lokalen Gesellschaft. Währungsrisiken im Finanzierungsbereich ergeben sich dadurch nur in sehr eingeschränktem Ausmaß, da die anfallenden Ausgangsrechnungen bei Auslandsgesellschaften zum Großteil in der jeweiligen lokalen Währung fakturiert werden und somit eine natürliche Absicherung vorliegt. Die Expositionen von finanziellen Verbindlichkeiten gegenüber Währungsrisiken sind in Anmerkung 32. Finanzinstrumente dargestellt.

Aus der Umrechnung ausländischer Einzelabschlüsse in die Konzernwährung Euro resultieren jedoch Währungsumrechnungsdifferenzen (Translationsrisiko), welche im Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung im sonstigen Konzern-Gesamtergebnis erfasst werden. Umsätze, Ergebnisse und Bilanzwerte der nicht im Euro-Raum ansässigen Gesellschaften sind daher vom jeweiligen Euro-Wechselkurs abhängig.

Die Risikostrategie von Wienerberger sieht vor, das Translationsrisiko aus den Nettoinvestitionen in ausländische Tochtergesellschaften teilweise zu besichern. Im Folgenden sind die Konzernumsätze sowie das Capital Employed, welches unter Berücksichtigung von Devisentermingeschäften und Währungsswaps berechnet ist, nach Währungen dargestellt:

Umsatz 2016
in MEUR Anteil in % 2015
in MEUR
Anteil in %
Euro 1.468,8 49
Osteuropäische Währungen 1.475,2 50 634,1 21
Britische Pfund 622,4 21 300,5 10
US-Dollar 285,1 10 250,6 8
Sonstige 263,2 9 318,4 12
Konzernumsatz 327,9
2.973,8
10
100
2.972,4 100
Capital Employed 2016 2015
in MEUR Anteil in % in MEUR Anteil in %
Euro 1.619,1 63
Osteuropäische Währungen 1.543,5 63 472,1 18
US-Dollar 468,7 19 233,4 8
Britische Pfund 195,4 8 109,1 5
Sonstige 94,8 4 136,2 6
Capital Employed nach Hedging-Effekt 157,6
2.460,0
6
100
2.569,9 100

Die Auswirkungen hypothetischer Wechselkursänderungen auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und die Konzern-Gesamtergebnisrechnung werden im Rahmen von Sensitivitätsanalysen dargestellt. Im Zuge dieser Darstellung wird am Abschlussstichtag eine Jahresvolatilität als Änderung angenommen, welche auf Basis der täglichen Kursänderung des betreffenden Wechselkurses gegenüber dem Euro berechnet wird. Währungsrisiken resultieren gemäß IFRS 7 aus Finanzinstrumenten, die monetärer Art sind und nicht in der funktionalen Währung des berichtenden Unternehmens denominiert

sind. Folglich dienen Forderungen, Verbindlichkeiten, Zahlungsmittel sowie Fremdwährungsderivate als Basis für die Berechnung der Sensitivität der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung. Die Sensitivität der Konzern-Gesamtergebnisrechnung bildet Differenzen langfristiger Darlehen aus der Finanzierung von Konzerngesellschaften sowie Bewertungseffekte der im sonstigen Ergebnis erfassten Cashflow Hedges für Fremdwährungsrisiken ab. Translationsdifferenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen, die in einer anderen Währung als der Konzernwährung erstellt wurden, wurden in der Berechnung nicht berücksichtigt.

Eine Veränderung des Euro gegenüber den wichtigsten Währungen am Jahresabschlussstichtag um eine Jahresvolatilität würde die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und die Konzern-Gesamtergebnisrechnung wie folgt verändern:

Sensitivität der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
in TEUR 2016 2015
bei Abwertung
des EUR
bei Aufwertung
des EUR
bei Abwertung
des EUR
bei Aufwertung
des EUR
EUR/GBP 364 -364
EUR/RUB 1.258 -396 -183 183
EUR/USD -635 635 -725 725
EUR/CAD 486 -486 164 -164
EUR/NOK 472 -472 346 -346
EUR/PLN 385
260
-385
-260
869 -869

Sensitivität der Konzern-Gesamtergebnisrechnung

bei Abwertung bei Aufwertung bei Abwertung bei Aufwertung
des EUR
7.988 -7.988
5.393 -5.393
2.848 -2.848
-919 919
1.074 -1.074
-2.389 2.389
des EUR
6.034
3.938
2.111
-1.575
815
2016
des EUR
-6.034
-3.938
-2.111
1.575
-815
-544
544
2015
des EUR

Zinsrisiken

Das Zinsrisiko besteht aus zwei Komponenten: dem jeweils relevanten Wert der durchschnittlichen Laufzeit sämtlicher Finanzierungen und der Art der Verzinsung, wobei das Risiko bei fixer Verzinsung in sinkenden Zinssätzen und bei variabler Verzinsung in steigenden Zinssätzen liegt. Eine Parallelverschiebung der Zinsstrukturkurve um 100 Basispunkte nach oben hätte eine Erhöhung des Ergebnisses nach Steuern von 0,9 MEUR (Vorjahr: Verringerung von 0,4 MEUR) und über diese Veränderung in der Gewinn- und Verlustrechnung auch eine Veränderung des Eigenkapitals in gleicher Höhe zur Folge. Eine Senkung des Zinsniveaus um 100 Basispunkte hätte eine betragsmäßig gleiche Verringerung (Vorjahr: Steigerung) des Ergebnisses nach Steuern und des Eigenkapitals bedeutet.

Die Risikopositionen der Wienerberger AG gegenüber Zinsänderungsrisiken aus Verbindlichkeiten mit fixer und variabler Verzinsung sind unten aufgegliedert.

Für die Analyse des Zinsänderungsrisikos (fixe und variable Verzinsung) werden die Finanzverbindlichkeiten (Seite 154 bis 156) um die Effekte aus derivativen Instrumenten (Hedging) korrigiert und die kurzfristig fix verzinsten Finanzverbindlichkeiten als variabel verzinst ausgewiesen. Zur Abschätzung von Auswirkungen auf Periodenerfolg und Eigenkapital werden Sensitivitätsanalysen für fix verzinste und variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten durchgeführt.

in TEUR 2016 2015
Fix
verzinst
Variabel
verzinst
Fix
verzinst
Variabel
verzinst
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 484.354 262.784
Umgliederung kurzfristige fix verzinste Finanzverbindlichkeiten 746.049 135.309 -38.069 38.069
Effekte aus derivativen Instrumenten (Hedging) -294.484 294.484 50.000 -50.000
Finanzverbindlichkeiten nach Hedging-Effekt 50.000
501.565
-50.000
379.793
496.285 250.853

Kreditrisiken

Wienerberger hat bei Finanzgeschäften aufgrund interner Finanz- und Treasury-Richtlinien strenge Anforderungen an die Bonität von Finanzpartnern. Da Wienerberger nur mit Finanzpartnern zusammenarbeitet, deren Rating auf eine gute Bonität schließen lässt und Limits pro Kontrahent in Abhängigkeit seiner Bonität vergeben werden, ist das im Rahmen der Anlage liquider Mittel und Wertpapiere entstehende Kreditrisiko begrenzt. Bonitätsrisiken bestehen jedoch grundsätzlich auch für Finanzpartner mit bester Bonität, weshalb die Entwicklungen auf den Finanzmärkten von Wienerberger laufend beobachtet und die Kreditlimits entsprechend angepasst werden. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die übrigen sonstigen Forderungen (inklusive Forderungen aus laufenden Ertragsteuern) zeigen zum Bilanzstichtag gegliedert nach Regionen folgende maximale Exposition gegenüber Kreditrisiken:

Kreditrisiko 2016 2015
in MEUR Anteil in % in MEUR Anteil in %
Westeuropa 110,6 41
Zentral-Osteuropa 118,8 44 91,1 34
Nordamerika 81,0 30 26,7 10
Sonstige Welt 30,2 11 38,2 15
Summe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und 39,9 15
übrige sonstige Forderungen
davon gegen Ausfälle versichert
269,9
156,3
100 266,6
158,8
100

Der Forderungsbestand aus Lieferungen und Leistungen besteht zum überwiegenden Teil aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Baustoffhändlern und Großkunden. Die im Geschäftsjahr 2016 verbuchten Wertberichtigungen von Forderungen betrugen weniger

als 1% des gesamten Bestands an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, gewährten Darlehen sowie sonstigen kurzfristigen Forderungen, weshalb eine Aufgliederung der Einzelwertberichtigungen unterbleibt.

Die Altersstruktur der nicht wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellt sich wie folgt dar:

in MEUR 2016 2015
Nicht fällig 170,7
Bis 30 Tage überfällig 165,2 21,8
31 bis 60 Tage überfällig 23,0 6,6
61 bis 90 Tage überfällig 5,4 2,8
Mehr als 90 Tage überfällig 2,5 9,7
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 9,4
205,5
211,6

Liquiditätsrisiken

Der Erhalt der Liquidität und die Sicherung einer gesunden finanziellen Basis stehen im Zentrum der Unternehmensstrategie von Wienerberger. Die wichtigsten Steuerungsgrößen dafür sind die Maximierung des Free Cashflow durch Kostensenkungen, aktives Working Capital Management und die Verminderung der Investitionsausgaben auf ein notwendiges Minimum.

Liquiditätsrisiken liegen insbesondere darin, dass die Einzahlungen aus Umsatzerlösen durch eine Abschwächung der Nachfrage unter den Erwartungen liegen und Maßnahmen zur Verringerung des Working Capitals sowie der zahlungsrelevanten Fixkosten (aktives Kapazitätsmanagement) nur unzureichend oder nur mit Verzögerung umgesetzt werden.

Die Steuerung der Liquidität erfolgt unter anderem auch über eine quartalsweise rollierende Liquiditätsplanung sowie durch eine laufende Analyse der Geldumschlagsdauer (Cash Conversion Cycle), die sich aus dem durchschnittlichen Lieferantenziel, der Lagerdauer von Vorräten und der Forderungsumschlagsdauer errechnet. Im Berichtsjahr betrug die Forderungsumschlagsdauer im Jahresdurchschnitt 24 Tage (Vorjahr: 28 Tage), die Vorratsumschlagsdauer 99 Tage (Vorjahr: 100 Tage) sowie die Umschlagsdauer der Lieferantenverbindlichkeiten 34 Tage (Vorjahr: 37 Tage). Dies führt zu einer Geldumschlagsdauer von 89 Tagen im Jahr 2016 gegenüber 91 Tagen im Vorjahr.

Bezüglich Liquiditätsrisiken aus Verbindlichkeiten wird auf die Analyse der vertraglichen Cashflows auf Seite 153 verwiesen.

Rechtliche Risiken Abhängig von der Marktstellung in einzelnen Ländern sowie der Größe von beabsichtigten Akquisitionen unterliegen Transaktionen wettbewerbsrechtlichen Genehmigungsverfahren. Dadurch könnten sich bei Akquisitionen bzw. Zusammenschlüssen Verzögerungen bzw. in einzelnen Fällen auch Untersagungen von Übernahmen ergeben. Wienerberger prüft kartellrechtliche Risiken bereits intensiv im Vorfeld mit nationalen und internationalen juristischen und betriebswirtschaftlichen Experten, um dieses Risiko zu minimieren. Eine Untersagung einer Akquisition ist bisher noch nicht vorgekommen.

Im Zusammenhang mit Liegenschaftstransaktionen in der Vergangenheit haftet die Wienerberger AG im Falle einer Kontaminierung und daraus entwachsenden Folgeschäden, die in den Zeitraum der Eigentümerschaft fallen.

Andere Risiken Wienerberger ist in vielen Ländern von umfassenden und zunehmend verschärften Umwelt-, Gesundheitsund Sicherheitsvorschriften betroffen, wodurch Investitionen in die Einhaltung dieser Vorschriften entstehen können. Die Nichteinhaltung dieser Vorschriften birgt für Wienerberger das Risiko der Verhängung von Bußgeldern, von Schadenersatzforderungen sowie das Risiko des Entzugs von Betriebsanlagengenehmigungen.

Die Werke der Wienerberger Gruppe leisten im Hinblick auf die Vermeidung von Umweltbelastungen mehr, als die derzeit gesetzlichen Auflagen vorschreiben. Verschärfte Umweltstandards stellen Wienerberger jedoch laufend vor neue Herausforderungen. Durch die Kenntnis

der aktuellen gesetzlichen und vertraglichen Vorschriften sowie durch die Zusammenarbeit mit Experten und externen Beratern werden rechtliche Verpflichtungen berücksichtigt und eingehalten. Risiken aus der Rekultivierung von Tongruben sind Bestandteil des operativen Geschäfts von Wienerberger und werden laufend überwacht.

Risiken eines Ausfalls unserer zentral geführten konzernweiten Datenverarbeitung aufgrund von Elementarereignissen werden durch parallele Installation der Systeme in räumlich getrennten Rechenzentren minimiert.

Aufgrund von Krankheitsfällen, die durch Asbest verursacht wurden, sind gegen einige Baustoffunternehmen mit Präsenz in den USA in den letzten Jahren Sammelklagen eingereicht worden. Nach Überprüfung unserer amerikanischen Aktivitäten halten wir dieses Risiko für minimal, da keine unserer Tochtergesellschaften jemals Asbestprodukte hergestellt oder gehandelt hat.

Die Wienerberger Gruppe steht auch hinsichtlich ihrer Mitarbeiter in Konkurrenz zum Mitbewerb. Um Nachwuchsführungskräfte auszubilden und an Führungspositionen heranzuführen, hat Wienerberger Programme wie die Vertriebsakademie, den Werksleiterlehrgang und das Ready4Excellence Programm geschaffen. Dadurch, sowie durch individuelle Weiterbildungsmaßnahmen versucht Wienerberger, seine Mitarbeiter optimal auszubilden und an das Unternehmen zu binden (weitere Informationen sind im Wienerberger Nachhaltigkeitsbericht enthalten).

Sonstige Angaben

36. Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden

Unternehmen und Personen Folgende Unternehmen und Personen werden als Wienerberger nahestehend angesehen: Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands, assoziierte Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen, nicht konsolidierte Tochterunternehmen der Wienerberger AG sowie die ANC Privatstiftung und deren Tochterunternehmen. Bestehende Geschäftsbeziehungen zu Unternehmen, in denen Aufsichtsratsmitglieder der Wienerberger AG tätig sind, werden zu fremdüblichen Konditionen abgewickelt. Die Geschäftsbeziehungen zu der Unternehmung nahe stehenden Personen, insbesondere zu Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats der Wienerberger AG, sind in Anmerkung 11. Personalaufwand angeführt, soweit Zahlungen aus Vorstandsverträgen und Aufsichtsratsmandaten betroffen sind.

Die ANC Privatstiftung betreibt das im Jahr 2001 von der Wienerberger AG übertragene Deponiegeschäft in Österreich und hält Vermögenswerte (insbesondere Liegenschaften und Wertpapiere) in eingeschränktem Ausmaß. Der Vorstand der ANC Privatstiftung besteht aus zwei Mitgliedern des Wienerberger Top Managements, wodurch Wienerberger Verfügungsgewalt über die Stiftung ausüben kann. Dennoch besteht gemäß IFRS 10 ein Konsolidierungsverbot, da die Aktionäre der Wienerberger AG und nicht die Gesellschaft selbst Anrecht auf schwankende Rückflüsse aus der Stiftung haben. Die Bilanzsumme der ANC Privatstiftung betrug zum Bilanzstichtag 28.754 TEUR (Vorjahr: 26.782 TEUR) und besteht im Wesentlichen aus Grundstücken und Bauten in Höhe von 11.826 TEUR (Vorjahr: 12.035 TEUR) und aus Wertpapieren und liquiden Mitteln in Höhe von 14.727 TEUR (Vorjahr: 13.645 TEUR). Zum 31.12.2016 hatte die ANC Privatstiftung Rückstellungen in Höhe von 8.904 TEUR (Vorjahr: 12.371 TEUR) und keine ausstehenden Finanzverbindlichkeiten.

Die Wienerberger AG und ihre Tochterunternehmen finanzieren assoziierte Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen sowie nicht konsolidierte verbundene Unternehmen mit Darlehen zu marktüblichen Konditionen. Die aushaftenden Darlehensforderungen gegenüber Gemeinschaftsunternehmen beliefen sich zum 31.12.2016 auf 11.012 TEUR (Vorjahr: 11.124 TEUR), jene gegenüber nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen auf 7.268 TEUR (Vorjahr: 7.536 TEUR). Darüber hinaus stehen am Bilanzstichtag Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von 452 TEUR (Vorjahr: 26 TEUR) sowie gegenüber nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen in Höhe von 721 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) zu Buche. Im Geschäftsjahr wurden Umsatzerlöse in Höhe von 2.415 TEUR (Vorjahr: 728 TEUR) gegenüber Gemeinschaftsunternehmen bzw. 747 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) gegenüber nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen erzielt.

Weitere Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen betreffen bezogene Tonlieferungen von 577 TEUR sowie Mietleistungen von 260 TEUR gegenüber nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen.

37. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Zwischen dem Bilanzstichtag 31.12.2016 und der Veröffentlichung am 10.3.2017 gab es keine angabepflichtigen Ereignisse.

Der konsolidierte Konzernabschluss wurde vom Vorstand der Wienerberger AG am 10. März 2017 zur Veröffentlichung freigegeben.

Wien, am 10. März 2017

Der Vorstand der Wienerberger AG

Heimo Scheuch Willy Van Riet Vorsitzender des Vorstands Mitglied des Vorstands, verantwortlich für den Bereich Finanzen

Erklärung des Vorstands

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Wien, am 10. März 2017

Der Vorstand der Wienerberger AG

Heimo Scheuch Willy Van Riet Vorsitzender des Vorstands Mitglied des Vorstands, verantwortlich für den Bereich Finanzen

Konzernunternehmen

Gesellschaft Sitz Stammkapital Währung Beteiligung Konsolidierungsart Anmerkung
Wienerberger International N.V. Zaltbommel 50.001 EUR 100,00% VK
Wienerberger Ziegelindustrie GmbH Hennersdorf 5.000.000 EUR 100,00% VK
Salzburger Ziegelwerk GmbH & Co KG Uttendorf 438.000 EUR 100,00% VK
Wienerberger zRt. Budapest 2.140.000.000 HUF 100,00% VK
Wienerberger cihlarsky prumysl, a. s. Cˇ eské Budeˇjovice 50.000.000 CZK 100,00% VK
Cihelna Kinsky, spol. s r. o. Kostelec nad Orlici 2.000.000 CZK 68,80% VK
Wienerberger eurostroj, spol. s r. o. Cˇ eské Budeˇjovice 32.100.000 CZK 100,00% VK
Silike keramika, spol. s.r.o. Cˇ eské Budeˇjovice 100.000 CZK 50,00% EQ
Wienerberger slovenské tehelne, spol. s r. o. Zlate Moravce 3.319.392 EUR 100,00% VK
Wienerberger Ceramika Budowlana Sp. z o.o. Warszawa 374.324.808 PLN 100,00% VK
Handel Ceramika Budowlana Sp. z o.o. Warszawa 50.000 PLN 100,00% OK 1)
Wienerberger Ilovac d.o.o. Karlovac 8.988.000 HRK 100,00% VK
Wienerberger Cetera d.d. Karlovac 359.240 HRK 99,72% VK
IGM Ciglana d.o.o. Petrinja Petrinja 12.756.900 HRK 100,00% VK
WIENERBERGER Industrija opeke d.o.o. Sarajevo 2.000 BAM 100,00% VK
Wienerberger Opekarna Ormož d.o.o. Ormož 951.986 EUR 100,00% VK
Opekarna Pragersko d.o.o. Pragersko 1.022.743 EUR 100,00% VK
Wienerberger Backa d.o.o Mali Idos 651.652 EUR 100,00% VK
WIENERBERGER Sisteme de Caramizi S.R.L. Bucuresti 39.147.100 RON 100,00% VK
WZI FINANZ-S.à.r.l. Luxembourg 73.963.917 USD 100,00% VK
Wienerberger TOV Kyiv 3.000.000 UAH 100,00% VK
Semmelrock International GmbH Wien 3.000.000 EUR 100,00% VK
Semmelrock Baustoffindustrie GmbH Klagenfurt am Wörthersee 1.000.000 EUR 100,00% VK
Semmelrock Stein + Design GmbH Klagenfurt am Wörthersee 35.000 EUR 100,00% VK
Semmelrock Stein + Design GmbH & CoKG Klagenfurt am Wörthersee 100.000 EUR 100,00% VK
Semmelrock Industriebeteiligungsverwaltung GmbH Wien 35.000 EUR 100,00% VK
Semmelrock Stein & Design Kft. Ócsa 983.100.000 HUF 100,00% VK
SEMMELROCK STEIN + DESIGN Dlazby s.r.o. Sered 3.027.286 EUR 100,00% VK
Semmelrock Stein & Design d.o.o. Ogulin 22.870.000 HRK 100,00% VK
Semmelrock Stein & Design Sp. z o.o. Kolbiel 46.000.000 PLN 100,00% VK
Semmelrock Stein + Design S.R.L. Bolintin-Vale 55.151.300 RON 100,00% VK
Semmelrock Tlakovci d.o.o. Ormož 8.763 EUR 100,00% OK 1)
Semmelrock Stein + Design Dlazby a.s. Ledcice 2.000.000 CZK 100,00% VK
Semmelrock Stein und Design EOOD Sofia 13.785.500 BGN 100,00% VK
Wienerberger GmbH Hannover 9.500.000 EUR 100,00% VK
Schlagmann Beteiligungs GmbH Zeilarn 26.000 EUR 50,00% OK 1)
Schlagmann Poroton GmbH & Co KG Zeilarn 10.300.000 EUR 50,00% EQ
Tongruben Verwaltungs GmbH Hannover 26.000 EUR 100,00% OK 1)
RM 2964 Vermögensverwaltungs GmbH Zeilarn 25.000 EUR 50,00% 4)
MR Erwerbs GmbH & Co. KG Zeilarn 50.000 EUR 50,00% 4)
ZZ Wancor AG Regensdorf 1.000.000 CHF 100,00% VK
Wienerberger S.p.A. Mordano 10.000.000 EUR 100,00% VK
Fornaci Giuliane S.r.l. Cormons 100.000 EUR 30,00% EQ
Gesellschaft Sitz Stammkapital Währung Beteiligung Konsolidierungsart Anmerkung
Wienerberger NV Kortrijk 47.557.745 EUR 100,00% VK
Wienerberger Asset Management NV Zonnebeke 13.240.053 EUR 100,00% VK
Deva-Kort NV Kortemark 247.894 EUR 100,00% VK
Wienerberger B.V. Zaltbommel 36.778.680 EUR 100,00% VK
Van Hesteren & Janssens B.V. Zaltbommel 363.024 EUR 100,00% VK
Desimpel AK1 B.V. Zaltbommel 70.000 EUR 100,00% VK
BrickTrading Holland B.V. Zaltbommel 18.000 EUR 100,00% VK
German Brick Trading B.V. Zaltbommel 249.700 EUR 100,00% VK
Oostergrachstwal Holding B.V. Zaltbommel 45.378 EUR 100,00% VK
Feikema B.V. Zaltbommel 45.378 EUR 100,00% VK
Gelsing Oosterhout B.V. Zaltbommel 18.200 EUR 100,00% VK
Wienerberger Steenvisie B.V. Zaltbommel 18.151 EUR 100,00% VK
Bos & Vermeer B.V. Zaltbommel 22.689 EUR 100,00% VK
Aberson B.V. Zwolle 60.000 EUR 100,00% VK
Aberson SmartBuild BV Zwolle 1 EUR 100,00% VK
Steencentrale Neerbosch B.V. Deest 45.400 EUR 100,00% VK
Leeuwis B.V. Deest 91.210 EUR 100,00% VK
Steinzentrale Nord Leeuwis GmbH Rellingen 52.500 EUR 100,00% VK
Straatbaksteen Nederland B.V. Zaltbommel 18.000 EUR 100,00% VK
Wienerberger Limited Cheshire 81.120.552 GBP 100,00% VK
Galileo Brick Limited Cheshire 2.000.000 GBP 100,00% VK
Chelwood Group Unlimited Cheshire 5.975.506 GBP 100,00% VK
The Brick Business Limited Cheshire 900.002 GBP 100,00% VK
Building Trade Products Limited (in Liquidation) Cheshire 1 GBP 100,00% VK
Galileo Trustee Limited (in Liquidation) Cheshire 1 GBP 100,00% VK
Sandtoft Roof Tiles Limited Cheshire 11.029 GBP 100,00% VK
Sandtoft Trading Limited (in Liquidation) Cheshire 1.000 GBP 100,00% VK
Baggeridge Brick Limited (in Liquidation) Cheshire 10.326.404 GBP 100,00%
Rudgwick Brick Limited (in Liquidation) Cheshire 2 GBP 100,00%
WIENERBERGER PARTICIPATIONS SAS Achenheim 36.000.000 EUR 100,00% VK
WIENERBERGER SAS Achenheim 75.000.000 EUR 100,00% VK
Briqueterie de Rouffach SAS Rouffach 336.120 EUR 100,00% VK
Wienerberger A/S Helsinge 10.000.000 DKK 100,00% VK
Wienerberger AS Oslo 43.546.575 NOK 100,00% VK
Wienerberger AB Malmö 17.550.000 SEK 100,00% VK
General Shale Brick Inc. Johnson City 1.000 USD 100,00% VK
General Shale Building Materials, Inc. Johnson City 1.000 USD 100,00% VK
Arriscraft Canada Inc. Halifax 28.500.000 CAD 100,00% VK
Wienerberger EOOD Sofia 12.500.000 BGN 100,00% VK
Uspeh AD Sofia 2.141.220 BGN 99,66% VK
Gesellschaft Sitz Stammkapital Währung Beteiligung Konsolidierungsart Anmerkung
OOO "Wienerberger Kirpitsch" Kiprevo 612.694.577 RUB 100,00% VK
OOO "Wienerberger Kurkachi" Kurkachi 650.036.080 RUB 100,00% VK
OOO "Wienerberger Investitions- und Projektmanagement"
(in Liquidation)
Kiprevo 356.000 RUB 100,00% VK
Wienerberger OY AB Helsinki 1.000.000 EUR 100,00% VK
Wienerberger AS Aseri 1.540.736 EUR 100,00% VK
UAB Wienerberger Statybine Keramika Sp. Z o.o. Vilnius 10.100 LTL 100,00% VK
Wienerberger India Private Limited Bangalore 990.000.000 INR 100,00% VK
WBI Industries Private Limited Chennai 1.000.000 INR 100,00% VKE
PIPELIFE International GmbH Wien 29.000.000 EUR 100,00% VK 2)
PIPELIFE Austria GmbH & Co KG Wiener Neudorf 4.360.370 EUR 100,00% VK
PIPELIFE Austria GmbH Wiener Neudorf 36.337 EUR 100,00% VK
Pipelife Belgium NV Kalmthout 10.890.000 EUR 100,00% VK
Pipelife Bulgaria EOOD Botevgrad 30.000 BGN 100,00% VK
Pipelife Czech s r.o. Otrokovice 202.971.000 CZK 100,00% VK
PIPELIFE Deutschland Asset Management GmbH Bad Zwischenahn 26.000 EUR 100,00% VK
PIPELIFE Deutschland GmbH & Co. KG Bad Zwischenahn Bad Zwischenahn 5.000 EUR 100,00% VK
PIPELIFE Deutschland Verwaltungs-GmbH Bad Zwischenahn Bad Zwischenahn 5.726.469 EUR 100,00% VK
Pipelife Eesti AS Harjumaa Eesti Vabariik 25.024 EUR 100,00% VK
Pipelife Finland OY Oulu 33.637 EUR 100,00% VK
Talokaivo Oy Kerava 2.000.000 EUR 100,00% VKE
Pipelife France SNC Aubevoye 21.606.000 EUR 100,00% VK
Pipelife Hellas S.A. Thiva 24.089.735 EUR 100,00% VK
PIPELIFE-HRVATSKA cijevni sustavi d.o.o. Sveta Nedelja 47.171.500 HRK 100,00% VK
Pipelife Hungaria Kft. Debrecen 3.123.520.000 HUF 100,00% VK
QUALITY PLASTICS HOLDINGS LTD Cork 635.000 EUR 100,00% VK
PIPELIFE IRELAND LTD Cork 254 EUR 100,00% VK
Kenfern Investments Ltd (in Liquidation) Cork 508 EUR 100,00% OK 1)
Pipelife UK Ltd Corby 244.001 GBP 100,00% VK
Pipelife Latvia SIA Riga 426.600 EUR 100,00% VK
Pipelife Nederland B.V. Enkhuizen 11.344.505 EUR 100,00% VK
Pipelife Finance B.V. Enkhuizen 18.000 EUR 100,00% VK
Pipelife Norge AS Surnadal 50.000.000 NOK 100,00% VK
Pipelife Polska S.A. Krokowa 112.243.963 PLN 100,00% VK
Pipelife Romania S.R.L. Bucuresti 7.323.115 RON 100,00% VK
Pipelife Serbia d.o.o. Beograd 168.493.895 RSD 100,00% VK
Pipelife RUS LLC Zhukov 104.458.072 RUB 100,00% VK
Pipelife Hafab AB Haparanda 3.000.000 SEK 100,00% VK
Pipelife Nordic AB Ölsremma 167.000.000 SEK 100,00% VK
Pipelife Sverige AB Ljung 3.600.000 SEK 100,00% VK
Pipelife Slovenija d.o.o. Trzin 843.258 EUR 100,00% VK
Pipelife Slovakia s r.o. Piestany 6.700 EUR 100,00% VK
Arili Plastik Sanayii A.S. Pendik/Istanbul 30.590.000 TRY 100,00% VK
Gesellschaft Sitz Stammkapital Währung Beteiligung Konsolidierungsart Anmerkung
Pipelife Jet Stream, Inc. Siloam Springs 0 USD 100,00% VK
PJSC Pipelife Ukraine (in Liquidation) Kyiv 30.000 USD 100,00% OK 1)
Wienerberger Dach Beteiligungs GmbH Wien 500.000 ATS 100,00% VK
WIBRA Tondachziegel Beteiligungs-GmbH Wien 500.000 ATS 100,00% VK
Tondach Beteiligungs GmbH Wien 200.000 EUR 100,00% VK
TONDACH GLEINSTÄTTEN AG Gleinstätten 500.000 EUR 82,19% VK 3)
TONDACH SLOVENSKO, s.r.o. Nitrianske Pravno 14.937.264 EUR 82,19% VK
TONDACH SLOVENIJA d.o.o. Krizevci pri Ljutomeru 5.195.293 EUR 82,19% VK
POTISJE KANJIZA d.d. Kanjiza 605.394.000 RSD 82,19% VK
TONDACH Makedonija AD Vinica 349.460.010 MKD 82,19% VK
TONDACH BULGARIA EOOD Sofia 798.400 BGN 82,19% VK
TONDACH Cˇ eská republika, s.r.o. Hranice 250.100.000 CZK 82,19% VK
TONDACH MAYGARORSZÁG ZRT. Csorna 5.342.543 HUF 82,19% VK
TONDACH ROMANIA SRL Sibiu 36.137.155 RON 82,19% VK
TONDACH HRVATSKA d.d. Bedekovcina 116.715.500 HRK 82,19% VK
TONDACH BOSNA I HERCEGOVINA d.o.o. Sarajevo 200.000 BAM 65,75% VK
STAVMIX plus, s.r.o. (in Liquidation) Stupava 33.194 EUR 82,19% OK
DACHMARKET TOV (in Liquidation) Uzhgorod 1.058.943 UAH 82,19% OK
Wienerberger Anteilsverwaltung GmbH Wien 35.000 EUR 100,00% VK
Tondach Holding GmbH Wien 35.000 EUR 100,00% VK
Wienerberger Industriebeteiligungsverwaltung GmbH Wien 35.000 EUR 100,00% VK
Wienerberger Finance Service B.V. Zaltbommel 18.151 EUR 100,00% VK
Wienerberger Finanz Service GmbH Wien 25.435.492 EUR 100,00% VK
Wienerberger West European Holding GmbH Wien 35.000 EUR 100,00% VK
WK Services NV Kortrijk 32.226.158 EUR 100,00% VK
Dryfix GmbH Hennersdorf 35.000 EUR 100,00% VK
Wienerberger Gamma Asset Management GmbH Wien 35.000 EUR 100,00% VK
Steinzeug-Keramo GmbH Frechen 18.408.000 EUR 100,00% VK
Steinzeug - Keramo NV Hasselt 9.400.000 EUR 100,00% VK
Keramo-Wienerberger Immo NV Hasselt 14.068.558 EUR 100,00% VK
SOCIETA DEL GRES S.p.A. Sorisole 2.000.000 EUR 100,00% VK
Steinzeug Keramo s.r.o. Cˇ eské Budeˇjovice 40.000.000 CZK 100,00% VK
Steinzeug - Keramo B.V. Belfeld 2.722.680 EUR 100,00% VK
Steinzeug - Keramo SARL Angervilliers 38.125 EUR 100,00% VK
Steinzeug-Keramo Sp. z.o.o. Piekary Slaskie 2.000.000 PLN 100,00% VK
Steinzeug - Keramo SARL Angervilliers 38.125 EUR 100,00% VK
Steinzeug-Keramo Sp. z.o.o. Piekary Slaskie 2.000.000 PLN 100,00% VK
VK Vollkonsolidierung 1) untergeordnete Bedeutung

VKE ............. Erstmalige Vollkonsolidierung 2) Holdinggesellschaft der Pipelife Gruppe EQ ............... At Equitybewertung 3) Holdinggesellschaft der Tondach Gruppe OK............... keine Konsolidierung OKE............. keine Konsolidierung (erstmals)

EQE ............. Erstmalige At Equitybewertung 4) Tochtergesellschaft der Schlagmann Poroton GmbH & Co KG

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Konzernabschluss

Prüfungsurteil

Wir haben den Konzernabschluss der

Wienerberger AG, Wien,

und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2016, der Konzern-Gewinnund Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, dem Konzern-Cashflow Statement und der Entwicklung des Konzerneigenkapitals für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Konzernanhang, geprüft.

Nach unserer Beurteilung entspricht der Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2016 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind (IFRS), und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

1. Werthaltigkeit der Firmenwerte

Das Risiko für den Abschluss

Die Firmenwerte werden in der Konzernbilanz der Wienerberger AG mit 497 Mio EUR ausgewiesen. Der Vorstand beschreibt die Vorgehensweise bei der Bewertung der Firmenwerte im Konzernanhang in den "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze" im Abschnitt "Wertminderungen von nicht finanziellen Vermögenswerten" und in den "Allgemeinen Erläuterungen" Abschnitt 6 "Annahmen und Schätzungen". Die Aufteilung der Firmenwerte in einzelne zahlungsmittelgenerierende Einheiten (Cash Generating Units - CGUs) sowie

die Annahmen und die Bewertungsergebnisse sind in den "Erläuterungen zur Konzernbilanz" im Abschnitt 20 "Anlagevermögen" beschrieben.

Die Buchwerte der den CGUs zugerechneten Firmenwerte und betriebsnotwendigen Vermögenswerte werden mit dem erzielbaren Betrag verglichen, welcher der höhere Betrag aus errechnetem Nutzungswert oder dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten ist. Wenn der erzielbare Betrag unter dem Buchwert liegt, erfolgt eine Wertminderung. Die Bestimmung der Nutzungswerte erfordert wesentliche Schätzungen und Annahmen des Managements über die zukünftigen Einzahlungsüberschüsse und Kapitalkostensätze. Geringfügige Veränderungen in den Annahmen können zu wesentlichen Abweichungen in den Ergebnissen der Wertminderungstests führen. Davon ist insbesondere die CGU Bricks North America betroffen, deren Nutzungswert aufgrund von Abschreibungen in den letzten Jahren sensibel auf Änderungen in den Annahmen reagiert.

Das Risiko für den Konzernabschluss besteht darin, dass die Firmenwerte, deren Bewertung in bedeutendem Ausmaß die oben beschriebenen Annahmen und Schätzungen zu Grunde liegen, bei ungünstiger Änderung der Annahmen überbewertet sein könnten.

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung

Wir haben die angewandte Methode der Werthaltigkeitsüberprüfung und die Klassifizierung der CGUs mit den Erfordernissen des IAS 36 abgestimmt. Um die Angemessenheit der zugrunde gelegten internen Planung beurteilen zu können, haben wir uns ein Verständnis über den Planungsprozess verschafft und die der Bewertung zugrunde gelegten Planungsdaten mit der aktuellen und vom Aufsichtsrat genehmigten Mittelfristplanung für die Perioden 2017 - 2020 abgeglichen. Im Zusammenhang mit der Budgeterstellung und der Budgetgenehmigung haben wir das Design und die Implementierung der internen Kontrollen, die als Basis für die interne Planung des Top Managements für den Planungshorizont 2017 - 2020 dienen, beurteilt.

Darüber hinaus haben wir die Annahmen betreffend Wachstumsraten und operative Ergebnisse in Gesprächen mit dem Vorstand und dem jeweiligen Business Unit Management erörtert. In diesem Zuge haben wir beurteilt, wie historische Erfahrungen die Planung des Managements beeinflussen und ob eine Planungstreue gegeben ist.

Zusätzlich haben wir unter Einbeziehung unserer Bewertungsspezialisten die Vorgehensweise zur Ermittlung der Nutzungswerte beurteilt und die rechnerische Richtigkeit des Bewertungsmodells nachvollzogen. Durch Sensitivitätsanalysen haben wir die Auswirkung von realistischen Veränderungen der Annahmen durch Reduktion von Wachstumsraten und geplanten Ergebnissen analysiert.

Die zur Festlegung der Kapitalkostensätze herangezogenen Annahmen haben unsere Bewertungsspezialisten durch Abgleich mit markt- und branchenspezifischen Richtwerten und Ermittlungsmethoden auf Angemessenheit geprüft. Das Berechnungsschema zur Ermittlung der Kapitalkostensätze haben unsere Bewertungsspezialisten nachvollzogen.

Weiters haben wir beurteilt, ob die Angaben im Anhang in Zusammenhang mit den durchgeführten Werthaltigkeitstests angemessen sind.

2. Werthaltigkeit der Sachanlagevermögens

Das Risiko für den Abschluss

Das Sachanlagevermögen mit einem Buchwert in Höhe von 1.565 Mio EUR stellt 43% des ausgewiesenen Vermögens im Konzernabschluss der Wienerberger AG dar. Der Vorstand beurteilt einmal im Jahr oder bei Vorliegen von Hinweisen, dass eine dauerhafte Wertminderung vorliegen könnte, die Werthaltigkeit der Sachanlagen. Für Zwecke dieser Werthaltigkeitstests werden innerhalb einer Division Werke in jedem Land in CGUs zusammengefasst. Der Vorstand untersucht zusätzlich laufend, ob etwaige Erfordernisse hinsichtlich Zuschreibungen von Sachanlagen, die in Vorperioden außerplanmäßig abgeschrieben wurden, bestehen. Die Vorgehensweise zur Bewertung der Sachanlagen ist im Konzernanhang in den "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen" im Abschnitt "Wertminderungen von nicht finanziellen Vermögenswerten" und in den "Allgemeinen Erläuterungen" Abschnitt 6 "Annahmen und Schätzungen" beschrieben. Die Annahmen und die Bewertungsergebnisse sind in den "Erläuterungen zur Konzernbilanz" im Abschnitt 20 "Anlagevermögen" beschrieben.

Die Buchwerte der Sachanlagen werden mit dem erzielbaren Betrag, welcher der höhere Betrag aus Nutzungswert oder beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten ist, verglichen und wenn nötig auf diesen Betrag abgeschrieben. Wie auch bei der Überprüfung der Bewertung der Firmenwerte sind die Berechnungen komplex und unterliegen die zugrundeliegenden Annahmen Schätzunsicherheiten hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung, der Wachstumsraten und der Kapitalkostensätze. Eine Änderung der Annahmen kann signifikante Auswirkungen auf die Ergebnisse der Werthaltigkeitstests haben.

Das Risiko für den Konzernabschluss ergibt sich aus den oben angeführten Schätzunsicherheiten, insbesondere bezogen auf die langfristigen Planungsannahmen und Marktentwicklungen.

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung der wesentlichen Annahmen die den Werthaltigkeitstests des Sachanlagevermögens unterliegen ist ident zu unserer Vorgehensweise in der Prüfung der Werthaltigkeit der Firmenwerte. Wir verweisen dazu auf die im vorherigen Abschnitt angeführten Prüfungshandlungen.

Wir haben die Werthaltigkeitstests von CGUs mit wesentlichen Buchwerten, die im Vergleich zu den ermittelten Nutzungswerten eine geringe Überdeckung zeigen, einem eigenen Sensitivitätstest unterzogen. In diesem Test haben wir die Auswirkungen von realistischen Veränderungen in den Annahmen durch Reduktion der Wachstumsraten und der geplanten Ergebnisse im Nutzungswert gerechnet und beurteilt, ob die Buchwerte weiterhin durch diese Nutzungswerte gedeckt sind.

In den Fällen wo ein beizulegender Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt wurde, weil dieser den Nutzungswert übersteigt, haben wir diese beizulegenden Zeitwerte mit externen Gutachten oder vom Management vorgenommenen Schätzungen abgestimmt.

Das Ergebnis der Untersuchung des Vorstands im

Hinblick auf eine etwaige Zuschreibungspflicht in einzelnen CGUs haben wir kritisch gewürdigt.

Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB ein möglichst getreues Bild der Vermögens , Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.

Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.

Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses

Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.

Darüber hinaus gilt:

Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – falscher Darstellungen im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.

Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.

Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.

Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.

Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.

Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.

Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Bericht zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt.

Urteil

Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.

Erklärung

Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld haben wir keine wesentlichen fehlerhaften Angaben im Konzernlagebericht festgestellt.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen beinhalten alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den diesbezüglichen Bestätigungsvermerk.

Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss deckt diese sonstigen Informationen nicht ab und wir geben keine Art der Zusicherung darauf ab.

In Verbindung mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses ist es unsere Verantwortung, diese sonstigen Informationen zu lesen und zu überlegen, ob es wesentliche Unstimmigkeiten zwischen den sonstigen Informationen und dem Konzernabschluss oder mit unserem, während der Prüfung erlangten Wissen gibt oder diese sonstigen Informationen sonst wesentlich falsch dargestellt erscheinen. Falls wir, basierend auf den durchgeführten Arbeiten, zur Schlussfolgerung gelangen, dass die sonstigen Informationen wesentlich falsch dargestellt sind, müssen wir dies berichten. Wir haben diesbezüglich nichts zu berichten.

Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Die für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüferin ist Frau Lieve Van Utterbeeck.

Wien, am 10. März 2017

KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Lieve Van Utterbeeck Wirtschaftsprüferin

Wienerberger AG

Geschäftsverlauf 2016

Die Wienerberger AG ist Muttergesellschaft eines international tätigen Baustoffkonzerns, dessen Geschäftsaktivitäten nach Maßgabe der Verantwortungsbereiche im Management in sechs Segmente eingeteilt sind: Clay Building Materials Eastern Europe, Clay Building Materials Western Europe, Pipes & Pavers Eastern Europe, Pipes & Pavers Western Europe, North America sowie Holding & Others. Als Konzernmutter nimmt die Wienerberger AG die Aufgaben einer Holdinggesellschaft wahr, worunter insbesondere die strategische Ausrichtung der Wienerberger Gruppe, die Steuerung der Geschäftsbereiche sowie die Corporate Services fallen. Die Organisationsstruktur von Wienerberger sowie Informationen zur Zusammensetzung und Arbeitsweise des Vorstands der Wienerberger AG sind im Konzernlagebericht erläutert.

Das globale Wirtschaftswachstum bewegte sich 2016 auf dem Niveau von 2015 und betrug laut Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) 3,1%. In den Kernregionen der Wienerberger Gruppe, in Europa und Nordamerika, stellte sich keine wesentliche Belebung des Wirtschaftswachstums ein und die Entwicklung war weiterhin von zurückhaltendem Investitionsverhalten von Konsumenten, Unternehmen und der öffentlichen Hand bestimmt. Die Vereinigten Staaten von Amerika zeigten trotz einer guten Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte 2016 einen Rückgang des Wachstums auf 1,6% nach 2,1% im Vorjahr. Dies änderte allerdings nichts an der Tatsache, dass sich die Arbeitslosenrate weiter verbesserte und sich mit 4,7% am Jahresende der Vollbeschäftigung weiter annäherte. Für die Eurozone, in der wesentliche Märkte wie Deutschland und Italien eine geringfügige Verbesserung der Wachstumsrate im Jahresvergleich verzeichneten, bezifferte der IWF das Wachstum mit 1,7% und damit um 0,3 Prozentpunkte unter dem Niveau des Vorjahres. In Großbritannien kam es nicht zuletzt aufgrund des Referendums über den Austritt aus der Europäischen Union zu einem Rückgang des Wirtschaftswachstums auf 2,0% (Vorjahr: 2,2%). Für die Volkswirtschaften in Osteuropa prognostiziert der IWF eine merkliche Verlangsamung der Wachstumsrate von 3,7% im Vorjahr auf 2,9% im Jahr 2016. In der regionalen Gliederung der IWF-Prognosen ist in der Region Osteuropa allerdings auch die Türkei enthalten, deren deutliche wirtschaftliche Abkühlung infolge des Putschversuchs, der

Währungsabwertung und der den Tourismus belastenden Terrorangst die Einschätzung maßgeblich beeinflusst.

Geopolitische Entwicklungen zeigten 2016 zunehmende und die Prognoseunsicherheit erhöhende Auswirkungen auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Terroranschläge in europäischen Metropolen wie Brüssel, Paris, Berlin, Nizza oder Istanbul sowie der fortdauernde militärische Konflikt in Syrien und der daraus folgende Flüchtlingsstrom riefen weltanschauliche Konflikte ebenso schmerzlich ins Gedächtnis wie Fragestellungen zur Verteilungsgerechtigkeit, multilateraler Zusammenarbeit sowie Nationalismus und Sicherheitspolitik. Die Entscheidung Großbritanniens die Europäischen Union zu verlassen, stellte nicht nur deren Zukunft in Frage, sondern hatte eine empfindliche Abwertung des britischen Pfunds, einen geldpolitischen Stimulus durch die Bank of England sowie einen Regierungswechsel zur Folge. In Brüssel wiederum waren Fragen nach der zukünftigen Ausrichtung und der Funktionsfähigkeit der Institutionen der Europäischen Union sowie wachsender Protektionismus und die sinkende Bereitschaft zu Zugeständnissen bei Einschränkungen der nationalstaatlichen Souveränität bestimmende Themen der politischen Auseinandersetzung. Infolgedessen kam es zu keinem wesentlichen Fortschritt bei dem Ringen um nachhaltige Lösungen für drängende politische Fragen. Dazu zählen die Strukturreform der Union, die Flüchtlingskrise und die gemeinsame Sicherheitspolitik sowie Maßnahmen zur Belebung der schwachen Konjunkturlage, die weiterhin vorrangig in die Sphäre geldpolitischer Maßnahmen der EZB verschoben werden. Die Vereinigten Staaten von Amerika stehen nach der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten und der republikanischen Partei zur stärksten Fraktion in beiden Kammern des Kongresses vor einem Richtungswechsel in der fiskalischen, sicherheitspolitischen, wirtschaftlichen sowie innen- und außenpolitischen Ausrichtung des Landes, dessen volles Ausmaß in der kurzen Periode seit der Vereidigung nicht abschließend einschätzbar ist.

Geldpolitisch setzte die US-amerikanische Notenbank FED kurz vor Jahresende mit der zweiten Zinserhöhung seit Beginn der Finanzkrise einen weiteren Schritt zum Abschied von der de facto Nullzinspolitik. Demgegenüber hielt die Europäische Zentralbank nicht nur am expansiven Kurs fest, sondern senkte den Leitzins im März 2016 auf 0,00% und stockte das Programm zum Ankauf von Anleihen weiter auf. Zusammen mit dem Stimulus der Bank of England verstärkte sich damit die Divergenz der Geldpolitik Europas und der Vereinigten Staaten weiter.

Wohnbaumarkt in Europa

Drei zentrale Indikatoren für die Analyse und Prognose der Wohnbautätigkeit in einer Region sind Baugenehmigungen sowie Baubeginne und Fertigstellungen. Diese Indikatoren zeichneten im Jahr 2016 ein ermutigendes Bild für Europa. Die Baugenehmigungen, die einen Vorlaufindikator darstellen, stiegen laut Einschätzung der Branchenbenchmark Euroconstruct in jenen der erfassten 19 Länder, in denen Wienerberger tätig ist, um 10%. Um die Aussagekraft der Euroconstruct-Prognosen zu erhöhen, stellt unsere Analyse auf gewichtete Wachstumsraten ab. Zu diesem Zweck wurden die prognostizierten Landeswachstumsraten von Euroconstruct mit den Umsatzanteilen in unserem Ziegelgeschäft gewichtet. Im Ein- und Zweifamilienwohnbau, in dem Wienerberger über besonders starke Marktpositionen verfügt, stiegen die gewichteten Baugenehmigungen um 8%. Allerdings hat die Prognosekraft der Baugenehmigungen in den letzten Jahren merklich abgenommen. Infolgedessen führen erteilte Baugenehmigungen nicht mehr im gleichen Ausmaß zu Baubeginnen und Baufertigstellungen. So stiegen 2016 die gewichteten Baubeginne im Ein- und Zweifamiliensegment nur um 3,5% und auch für 2017 geht Euroconstruct trotz des starken Anstiegs der Baugenehmigung nur von einer stabilen Entwicklung in unseren relevanten Märkten aus. Der nachlaufende Indikator der Baufertigstellungen beziffert das gewichtete Wachstum im Ein- und Zweifamiliensegment für das Jahr 2016 mit 3,2%. In Summe bestätigen diese Indikatoren die mit moderatem Tempo voranschreitende Erholung des europäischen Wohnungsneubaus.

Die Renovierungstätigkeit im Wohnbausegment wird vorwiegend durch Statistiken zu den Renovierungsausgaben erfasst. Dieser sehr breit gefasste Indikator zeigte 2016 gemäß Euroconstruct einen gewichteten Anstieg um 1,8%. Für unser Ziegelgeschäft ist insbesondere die Sanierung von Steildächern, die häufig mit einer Verbesserung der thermischen Leistung einhergeht, das wesentlichste Teilsegment des Renovierungsmarktes, das nach unserer

Beobachtung im Jahr 2016 einen leichten Rückgang aufwies.

Infrastrukturmarkt in Europa

Die europäischen Investitionsausgaben für Infrastrukturprojekte zeigten im Jahr 2016 eine sehr starke regionale Divergenz. Während gemäß gewichteter Euroconstruct-Einschätzung die Infrastrukturausgaben in den relevanten westeuropäischen Märkten um 3,5% gewachsen sind, was insbesondere auf Wachstum in den nordischen Märkten zurückzuführen war, verzeichnete Osteuropa einen Einbruch der Investitionen. Dabei dienen für die Analyse der Infrastrukturausgaben die Umsatzanteile der Märkte in der Division Pipes & Pavers Europe als Gewichtungsfaktoren der Landeswachstumsraten. In den vier unter Beobachtung stehenden Märkten in der Region (Polen, Tschechien, Ungarn und die Slowakei) beziffert Euroconstruct den gewichteten Rückgang auf -10%. Diese Einschätzung ist ein aussagekräftiger Indikator für das Ausmaß des Einbruchs, der auch in der Mehrzahl der übrigen osteuropäischen Märkte zu beobachten war und von dem wir durch unsere sehr guten Marktpositionen und flächendeckende Marktbearbeitung stark betroffen waren. Ursache dafür sind in erster Linie die für die neue Förderperiode des EU-Kohäsionsfonds geänderten Bestimmungen für die fördergerechte öffentliche Ausschreibung von Projekten, die lokale Entscheidungsträger vor große Herausforderungen stellen und infolgedessen zu massiven Verzögerungen führen. Insgesamt zeigten die europäischen Infrastrukturausgaben in den für Wienerberger relevanten Märkten ein leichtes gewichtetes Wachstum von 0,7%.

Im Teilsegment Wassermanagement, das rund 12% der Infrastrukturausgaben repräsentiert und das den für unser Rohrgeschäft wichtigen Markt für Frisch- und Abwassersysteme beinhaltet, sanken die Ausgaben laut gewichteter Prognose um 0,3%. Dabei zeigte sich auch in diesem Segment eine massive Schwäche in der Region Osteuropa (-9%). Das Telekommunikationssegment wies 2016 eine steigende Bauleistung (+4,4%) auf, und im Segment Energie legten die Investitionen um 2,2% zu. Im Straßenbau war eine gemischte Entwicklung zu beobachten. Während Westeuropa ein gewichtetes Wachstum in Höhe von 2,2% aufwies, verzeichnete Osteuropa einen Rückgang um 9,3%.

US Wohnbaumarkt

Im Jahr 2016 stiegen in den USA die Baubeginne laut U.S. Census Bureau um 4,9% auf 1,166 Mio. Wohneinheiten, und die Fertigstellungen verzeichneten einen Zuwachs um 9,7% auf 1,062 Mio. Wohneinheiten. Baugenehmigungen wurden für 1,187 Mio. Wohneinheiten ausgestellt, ein Anstieg um lediglich 0,4% im Jahresvergleich. Dabei überstiegen 2016 erstmals seit Beginn der Finanzkrise die Zuwachsraten im Einfamiliensegment die Aktivität im Mehrfamiliensegment. Besonders deutlich fiel die Veränderung der Dynamik beim Vorlaufindikator der Baugenehmigungen aus, der einen Anstieg um 7,1% im Einfamiliensegment und einen Rückgang um 10,4% im Mehrfamiliensegment auswies. Für 2017 erwartet die National Association of Home Builders (NAHB) einen Anstieg der Baubeginne um 4% auf 1,239 Mio. Wohneinheiten, der vor allem auf einen Zuwachs im Einfamiliensegment in Höhe von 10% zurückzuführen ist. Diese Einschätzung wird durch die Prognose von McGraw Hill Construction - Dodge bestätigt, die von einer Verbesserung des Gesamtmarktes auf 1,235 Mio. Wohneinheiten ausgeht.

Der NAHB/Wells Fargo Housing Market Index spiegelt die gegenwärtige Einschätzung von Hausverkäufen durch Bauunternehmer und Entwickler sowie deren Erwartungen für die nächsten sechs Monate wider. Dieser Index betrug im Dezember 69 Punkte und verbesserte sich im Vergleich zum revidierten Wert aus dem Schlussmonat des Vorjahres um 9 Punkte. Damit rangiert der Index deutlich über der Marke von 50, die anzeigt, dass die Mehrzahl der Marktteilnehmer den Ausblick positiv einschätzt. Die Verkaufspreise legten gemäß S&P/Case-Shiller 20-City Composite Home Price Index in den 11 Monaten bis einschließlich November 2016 um 5,32% zu.

Die Benchmark für Fixszinssätze von Hypothekarkrediten mit 30 Jahren Laufzeit stieg auf 4,2% und verzeichnete im Vergleich zum Jahresende 2015 einen Anstieg um 24 Basispunkte. Damit verblieb dieser Indikator auf einem im langfristigen Vergleich sehr geringem Niveau. Im Vergleich zum Jahrestiefstwert von 3,4% im August 2016 stellt dieser Wert allerdings einen Zuwachs von 0,8 Prozentpunkte dar und reflektiert die vom Markt erwartete Fortsetzung der Leitzinserhöhungen der US-Notenbank FED. In Summe unterstreicht die große Zahl positiver Indikatoren zum US-Häusermarkt, dass für 2017 mit einer Fortsetzung des Wachstums zu rechnen ist.

Quellen: IMF (World Economic Outlook, Jänner 2017), U.S. Census Bureau, Euroconstruct, ThomsonOne, Freddie Mac Primary Mortgage Market Survey, McGraw Hill Construction - Dodge, NAHB, NAHB/Wells Fargo Housing Market Index, S&P/Case-Shiller 20-City Composite Home Price Index

Umsatzerlöse der Wienerberger AG

Die Umsatzerlöse der Wienerberger AG bestehen hauptsächlich aus den an Tochtergesellschaften verrechneten Lizenzerlösen für die Verwendung von Markenrechten sowie aus Konzernumlagen für zentrale Konzerndienstleistungen (Corporate Services).

Die von der Wienerberger AG im Geschäftsjahr 2016 erzielten Umsatzerlöse beliefen sich auf 55,8 Mio. € (Vorjahr: 47,5 Mio. €), wobei es sich vorwiegend um Lizenzerlöse für die Verwendung von Markenrechten sowie Erlöse aus IT- und Engineering-Leistungen handelt, die für Tochterunternehmen erbracht wurden.

Umsatzerlöse 2016 2015
in TEUR in TEUR
Lizenzerlöse 29.319 26.368
Headquarter Umlage 5.026 2.581
IT Erlöse 13.712 12.228
Engineering Erlöse 2.442 2.372
sonstige Erlöse 5.334 3.947
Umsatzerlöse gesamt 55.833 47.496

Trotz gestiegener Umsatzerlöse, die vor allem durch die Erhöhung von Lizenzerlösen und gestiegenen Umlagen der von Kosten der Konzernzentrale an die Tochterunternehmen der Gruppe über dem Vorjahr lagen, verschlechterte sich das Betriebsergebnis von -4,7 Mio. € im Vorjahr auf -5,3 Mio. € im Jahr 2016. Der Grund lag in erhöhten Material- und Personalaufwendungen sowie sonstigen betrieblichen Aufwendungen, die über dem Vorjahr zu liegen kamen.

Das Finanzergebnis verbesserte sich im Wesentlichen aufgrund des deutlichen Anstiegs der Beteiligungserträge und des gesunkenen Zinsaufwands auf 45,4 Mio. € (Vorjahr: 7,8 Mio. €), weshalb das Ergebnis vor Steuern von 3,0 Mio. € im Vorjahr auf 40,0 Mio. € im Jahr 2016 stieg.

Gewinn- und Verlustrechnung 2016 2015
in TEUR in TEUR
Umsatzerlöse 55.833 47.496
sonstige betriebliche Erträge 2.767 5.046
Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen -9.396 -6.776
Personalaufwand -28.261 -27.036
Abschreibungen -2.310 -3.095
sonstige betriebliche Aufwendungen -24.011 -20.384
Betriebsergebnis (EBIT) -5.378 -4.749
Finanzergebnis 45.394 7.771
Ergebnis vor Steuern 40.016 3.023
Steuern -7.792 14.478
Ergebnis nach Steuern 32.224 17.501

Das Finanzergebnis der Wienerberger AG setzt sich, wie für Holdinggesellschaften typisch, vorwiegend aus Beteiligungserträgen, etwaigen Bewertungseffekten aus Beteiligungen und dem Zinsergebnis zusammen. Im Jahr 2016 beliefen sich die Beteiligungserträge auf 77,1 Mio. €, und die Abschreibungen auf Beteiligungen betrugen 25,3 Mio. €. Der Nettozinsaufwand der Wienerberger AG sank im Berichtsjahr so wie bereits im Jahr 2015 aufgrund gesunkener externer Zinsaufwendungen sowie niedrigerer Aufwendungen aus dem internen Cash Pooling auf 62,7 Mio. €.

Im Berichtsjahr betrug der Aufwand aus der Umlage der Steuergruppe inklusive Korrekturen der Vorjahre 9,4 Mio. Im Vorjahr 2015 stand ein Steuerertrag durch die laufenden und korrigierten Umlagen aus Vorjahren der Steuergruppe in Österreich von 14,4 Mio. € zu Buche. Das Ergebnis nach Steuern belief sich im Berichtsjahr somit auf 32,2 Mio. € (Vorjahr: 17,5 Mio. €).

Bilanzentwicklung 2016 2015 Veränderung
in TEUR in TEUR in TEUR
Immaterielles Anlagevermögen 4.355 4.439 -84
Sachanlagen 22.149 21.573 576
Finanzanlagen 3.463.647 3.486.950 -23.303
Forderungen und sonstiges Umlaufvermögen 333.929 428.221 -94.292
Wertpapiere und eigene Anteile 0 0 0
Kassa und Bankguthaben 42 61 -19
Bilanzsumme 3.824.123 3.941.245 -117.122
Eigenkapital 2.327.337 2.318.795 8.542
Unversteuerte Rücklagen 0 0 0
Rückstellungen 46.696 50.810 -4.114
Verbindlichkeiten 1.450.090 1.571.640 -121.550

Im Jahr 2016 sank die Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr um 3,0% auf 3.824,1 Mio. € (Vorjahr: 3.941,2 Mio. €). Der Rückgang der Bilanzsumme resultiert in erster Linie aus gesunkenen Finanzanlagen und Forderungen, sowie aus der Tilgung externer finanziellen Verbindlichkeiten. Die Bilanzstruktur der Wienerberger AG ist, charakteristisch für eine Konzernmutter, durch einen hohen Anteil des Finanzanlagevermögens am Gesamtvermögen und durch langfristige Finanzierungskomponenten sowohl aus Eigen- als auch aus Fremdmitteln geprägt.

Der Rückgang des Finanzanlagevermögens um 23,3 Mio. € auf 3.463,6 Mio. € begründet sich durch die Abschreibung von Beteiligungswerten sowie aufgrund von Rückzahlung langfristiger finanzieller konzerninterner Forderungen. Das Sachanlagevermögen und das immaterielle Anlagevermögen betragen in Summe weiterhin weniger als 1% des Gesamtvermögens. Die Forderungen und das sonstige Umlaufvermögen verminderten sich hauptsächlich durch den Rückgang konzerninterner finanzieller Forderungen auf 333,9 Mio. € (Vorjahr: 428,2 Mio. €).

Die liquiden Mittel, bestehend aus Kassa und Bankguthaben, verminderten sich um 19 TEUR auf 42 TEUR.

Das Eigenkapital ist im Jahr 2016 aufgrund des gestiegenen Bilanzgewinns um insgesamt 8,5 Mio. € gestiegen. Das stabile Eigenkapital hatte somit bei einer geringeren Bilanzsumme zur Folge, dass die Eigenkapitalquote von 59% auf 61% anstieg. Die eigenen Anteile betrugen im Jahr 2016 570.289 Stück mit einem Nennbetrag von 570.289 €, was einem Anteil von 0,5% am

Grundkapital entspricht. Im Jahr 2016 wurden 17.136 Stück mit einem Nennbetrag von 17.136 € zu einen Preis von 16,95 € pro Stück erworben, der Anteil am Grundkapital lag bei 0,02%.

Die Rückstellungen sanken im Jahr 2016 um 4,1 Mio. € auf 46,7 Mio. €. Die Verbindlichkeiten verminderten sich im Berichtsjahr im Wesentlichen aufgrund von Tilgungen externer Finanzverbindlichkeiten sowie eines Rückgangs der konzerninternen Verbindlichkeiten gegenüber der Wienerberger Finanz Service GmbH in Summe um 121,6 Mio. €.

Informationen gemäß § 243a Unternehmensgesetzbuch

Gemäß § 243a UGB sind die folgenden Erläuterung anzugeben:

  • (1) Das Grundkapital der Wienerberger AG zum 31.12.2016 beträgt 117.526.764 EUR und verteilt sich auf 117.526.764 nennwertlose Stückaktien, denen alle die gleichen Rechte zukommen.
  • (2) Soweit dem Vorstand der Wienerberger AG bekannt, existieren keine Beschränkungen, die die Stimmrechte oder Übertragung von Aktien betreffen.
  • (3) Der Aktienbesitz verteilt sich auf österreichische und internationale Investoren, kein Aktionär hält mehr als 10% der Anteile an der Wienerberger AG. Im Rahmen der Meldungspflicht bezüglich bedeutender Beteiligungen gemäß § 91 Börsegesetz haben wir folgende Meldungen erhalten: Mehr als 5% der Wienerberger Aktien hält seit 19. September 2012 Black Creek Investment Management Inc. mit Sitz in Kanada und seit 4. November 2016 TIAA mit Sitz in den USA. Mehr als 4% der Wienerberger Aktien halten seit 9. April 2014 Marathon Asset Management LLP mit Sitz im Vereinigten Königreich und seit 28. Juni 2016 die FMR LLC (Fidelity) mit Sitz in den USA. Weitere Meldungen zu Beteiligungen über 4% liegen nicht vor. Der Bestand eigener Anteile beläuft sich auf 570.289 Stück oder 0,5% der begebenen Aktien.
  • (4) Es existieren keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten.
  • (5) Arbeitnehmer, die Aktionäre der Wienerberger AG sind, üben ihr Stimmrecht unmittelbar und ohne Stimmrechtskontrolle aus.
  • (6) Der Vorstand besteht zum Bilanzstichtag aus zwei Personen. Als Mitglieder des Vorstands sollen nur Personen bestellt werden, die zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens ihrer Bestellung oder ihrer Wiederbestellung das 65. Lebensjahr nicht vollendet haben. Der Aufsichtsrat besteht aus mindestens drei und höchstens zehn von der Hauptversammlung gewählten Mitgliedern. Die Aufsichtsratsmitglieder werden, falls sie nicht für eine kürzere Funktionsperiode

gewählt werden, für die Zeit bis zur Beendigung der Hauptversammlung gewählt, die über die Entlastung für das dritte Geschäftsjahr nach der Wahl beschließt. Hierbei wird das Geschäftsjahr, in dem gewählt wird, nicht mitgerechnet.

  • (7) Der Vorstand wurde in der 147. ordentlichen Hauptversammlung der Wienerberger AG am 12. Mai 2016 ermächtigt, im gesetzlich jeweils höchst-zulässigen Ausmaß eigene Stückaktien während der Geltungsdauer von 30 Monaten ab dem Tag der Beschlussfassung zu erwerben, höchstens zum Zweifachen des Börsenkurses vom 12. Mai 2016 und mindestens zum Rechenwert von einem Euro pro Aktie, und rückgekaufte Aktien ohne weitere Beschlussfassung der Hauptversammlung entweder einzuziehen oder wieder zu verkaufen sowie eigene Aktien auf eine andere Weise als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern. Diese Ermächtigung ersetzte die in der Hauptversammlung vom 16. Mai 2014 beschlossene Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien.
  • (8) Darüber hinaus wurde in der 145. ordentlichen Hauptversammlung der Wienerberger AG am 16. Mai 2014 ein genehmigtes Kapital im Ausmaß von 15% des Grundkapitals beschlossen. Hierbei handelt es sich um die Ermächtigung zur Durchführung einer Kapitalerhöhung gegen Bar- oder Sacheinlage. Der Vorstand wurde damit wie bereits in der Vergangenheit ermächtigt, innerhalb von fünf Jahren, d.h. bis zum 26. Juni 2019, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft gegen Bar- oder Sacheinlage zu erhöhen. Das Grundkapital kann um maximal 17.629.014 EUR durch Ausgabe von bis zu 17.629.014 neuen, auf Inhaber oder Namen lautende Stückaktien erhöht werden. Eine Durch-führung kann gegebenenfalls in mehreren Tranchen erfolgen. Die Art der Aktien, der Ausgabekurs und die Ausgabebedingungen sind vom Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats festzulegen. Grundsätzlich haben die Aktionäre das gesetzliche Bezugsrecht.

  • (9) Der Vorstand wurde jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre in zwei besonderen Fällen auszuschließen. Erstens für eine Kapitalerhöhung im Falle einer Sacheinlage zur Gewährung von Aktien zum Zweck des Erwerbes von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen sowie zweitens bei Mehrzuteilungs-optionen im Rahmen der Platzierung neuer Aktien der Gesellschaft (Greenshoe).

  • (10) Die Vorstandsverträge, Vereinbarungen zu den Unternehmensanleihen 2011 und 2013, zu den Hybridanleihen 2007 und 2014 sowie die Verträge verschiedener syndizierter Kredite und Darlehen enthalten Regelungen, die bei einem Kontrollwechsel in der Gesellschaft infolge eines Übernahmeangebots wirksam werden ("Change of Control"-Klauseln).
  • (11) Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstandsmitgliedern infolge eines Kontrollwechsels werden wirksam, sobald ein Eigentümer in Folge des Überschreitens einer Beteiligungsschwelle von 20% ein verpflichtendes Übernahmeangebot legen muss. Die vertraglichen Regelungen sehen vor, dass in diesem Fall die Gesamtleistungen, abhängig von der Restlaufzeit des Vorstandsmandats, drei Jahresbezüge nicht überschreiten.

Risikomanagement

Unsere internationale Geschäftstätigkeit bringt nicht nur Chancen, sondern auch Risiken mit sich. Um diesen entgegenzuwirken, streben wir danach, Risiken frühzeitig zu erkennen und ihnen durch geeignete Maßnahmen zu begegnen, um Zielabweichungen so gering wie möglich zu halten. Dazu ist die Identifizierung, Analyse, Bewertung, Steuerung und Überwachung der Risiken durch die zuständigen Risikoeigner erforderlich. In diesem Zusammenhang werden regelmäßig Befragungen zur Aktualisierung bestehender und Identifizierung neuer Risiken mit dem Vorstand sowie den verantwortlichen Business Unit Managern und Corporate Service Leitern durchgeführt. Anschließend werden die erhobenen Risiken in strategische oder operative Themengebiete entlang der gesamten Wertschöpfungskette, von der Beschaffung über die Produktion bis hin zum Marketing und Vertrieb, eingeteilt und die einzelnen Risiken den Risikoeignern zugeteilt. Die Risikobewertung wird anhand von Eintrittswahrscheinlichkeiten und möglichen Free Cash Flow Auswirkungen für einen mittelfristigen Horizont von fünf Jahren und für einen langfristigen Zeitraum von 6 - 10 Jahren durchgeführt. Zu den Hauptrisiken des Wienerberger Konzerns zählen neben strategischen Risiken: Beschaffungs-, Produktions-, Markt- und Preisrisiken sowie finanzielle und rechtliche Risiken.

Die wichtigsten Instrumente zur Risikoüberwachung und -steuerung sind der Planungs- und Controllingprozess, konzernweite Richtlinien, die laufende Berichterstattung finanzieller und nicht finanzieller Kennzahlen sowie das Interne Kontrollsystem. Maßgeblich für die Risikobetrachtung und die Entwicklung von Maßnahmen zur Risikovermeidung und -bewältigung sind die Unterscheidung zwischen operativen und strategischen Risiken und die Berücksichtigung der dezentralen Organisationstruktur. Bei der Mehrzahl der identifizierten Risiken handelt es sich um Risiken, die im Rahmen etablierter interner Prozesse zur Unternehmenssteuerung erfasst und überwacht werden. Insbesondere werden in den lokalen Gesellschaften Risiken bewusst nur im operativen Geschäft eingegangen und von den zuständigen Risikoeignern innerhalb der Business Units im Verhältnis zum möglichen Gewinn analysiert. Das Eingehen von Risiken

außerhalb des operativen Geschäfts ist unzulässig. Ergänzend dazu werden Risiken, die unter anderem im Rahmen der Konzernfinanzierung, im IT- oder im Compliance-Bereich anfallen, nicht nur von den Business Units, sondern auch von der Holding zentral gesteuert, überwacht und abgefedert. Eine weitere Gruppe stellen wesentliche Risiken mit einer niedrigen Eintrittswahrscheinlichkeit dar, die laufend beobachtet und bewertet werden und auf die im Bedarfsfall zeitnah mit der Umsetzung vordefinierter Maßnahmen reagiert wird.

Der Konzernabschlussprüfer beurteilt jährlich die Funktionsfähigkeit des Wienerberger Risikomanagements und berichtet darüber an Aufsichtsrat und Vorstand. Die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements wurde vom Konzernabschlussprüfer 2016 kontrolliert. Darüber hinaus unterliegen die Kontrollsysteme einzelner Unternehmensbereiche ebenfalls den Prüfungshandlungen des Wirtschaftsprüfers bei der Jahresabschlussprüfung.

Eine Erläuterung der risikopolitischen Grundsätze und der identifizierten Risiken ist aus dem Konzernlagebericht und dem Anhang zum Konzernabschluss ersichtlich.

Internes Kontrollsystem

Im Rahmen des Risikomanagements kommt dem Internen Kontrollsystem (IKS) der Wienerberger AG eine besondere Rolle zu. Das IKS basiert auf den Maßstäben des international bewährten Regelwerks für interne Kontrollsysteme (COSO) und bietet dem Management ein umfassendes Instrument, um Unsicherheiten und Risiken aus sämtlichen Geschäftsaktivitäten zu analysieren und zu vermeiden. Der dezentralen Struktur von Wienerberger entsprechend liegt die Verantwortung für die Implementierung des IKS beim jeweils zuständigen lokalen Management. Die als Stabsstelle des Gesamtvorstandes geführte Interne Revision übernimmt dabei die Kommunikationsund Überwachungsfunktion.

Das IKS besteht aus systematisch gestalteten Maßnahmen und Prozessen, die sich in folgende Teilbereiche gliedern:

Das Kontrollumfeld des IKS bildet die Basis für konzernweite Standardisierungs- und Vereinheitlichungsprozesse. So legt der Vorstand im Rahmen der Rechnungslegung konzerneinheitliche und verbindliche Regelungen für die Erstellung von Jahresabschlüssen und Zwischenabschlüssen mittels einer Konzernrichtlinie fest. Die Erfassung der Geschäftsfälle erfolgt mittels standardisierter Prozesse, wobei ein einheitlicher Konzernkontenplan zur Anwendung kommt. Der Wienerberger Konzernabschluss sowie Zwischenabschlüsse werden in Übereinstimmung mit den IFRS im Wege eines Fast-Close erstellt. Die Abschlüsse aller Tochterunternehmen werden in einem zweistufigen Verfahren von den Finanz- und Controllingabteilungen der Business Units sowie der Abteilung Corporate Reporting geprüft, konsolidiert und schließlich vom Vorstand der Wienerberger AG zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben.

Im Zuge der Kontrollaktivitäten findet jährlich ein Planungsprozess statt, der als integrierte Planung in einem Bottom-up Verfahren ausgestaltet ist. Gegenstand der Planung ist die Budgetierung von Gewinn- und Verlust, Bilanz und Cashflows des folgenden Geschäftsjahres sowie die Mittelfristplanung über einen Horizont von

vier Jahren. Ein wesentliches Element des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems ist der monatliche Vergleich der Ist-Ergebnisse mit den periodisierten Planzahlen. Ergänzend dazu wird drei Mal jährlich von allen Tochterunternehmen eine Hochrechnung auf das erwartete Jahresergebnis vorgenommen. Ein weiteres Kontrollinstrument wurde mit der Einrichtung des ERP Audit Cockpit eingeführt. Dabei handelt es sich um ein konzernintegriertes Softwaretool zur Unterstützung des lokalen Managements bei der Durchführung, Dokumentation und Überwachung von Kontrollmaßnahmen zu im ERP System identifizierten Funktionstrennungskonflikten. Voraussetzung dafür ist das ERP Berechtigungskonzept, durch das Berechtigungskonflikte vermieden und klare Aufgaben- und Verantwortungsbereiche definiert werden.

Zur Risikobeurteilung und in Vorbereitung auf die internen Prüfungshandlungen wird gemeinsam mit dem Vorstand und dem Aufsichtsrat ein unter Risikogesichtspunkten abgestimmter Revisionsplan jährlich entwickelt. Darauf aufbauend prüft die Interne Revision in regelmäßigen Abständen von mindestens drei Jahren jede Konzerngesellschaft auf die Einhaltung des IKS sowie operative

Prozesse auf Risikoneigung und Effizienzverbesserungsmöglichkeiten. Zudem überwacht die Interne Revision die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und interner Richtlinien und ist somit zentrales Überwachungsorgan des Internen Kontrollsystems. Des Weiteren führt die Interne Revision auf Veranlassung des Managements Ad-hoc-Prüfungen durch.

Anschließend werden die Ergebnisse sowie die sich daraus ableitenden Empfehlungen und Maßnahmen in einem Prüfbericht erfasst und dem lokalen Management, dem CFO der Business Unit, dem Konzern CFO und dem Abschlussprüfer übermittelt. Im Rahmen der sonstigen Informations- und Kommunikationspflichten des IKS berichten die Interne Revision und das Corporate Reporting regelmäßig dem Prüfungsausschuss über wesentliche

Bilanzierungs- und Bewertungsverfahren, Auswirkungen von IFRS-Neuerungen auf den Konzernabschluss, wesentliche Änderungen im Rechnungslegungsprozess und über Erkenntnisse aus dem Risikomanagement. Darüber hinaus wird dieser regelmäßig über getroffene Prüfungsfeststellungen, relevante Umsetzungsaktivitäten sowie Verbesserungsmaßnahmen für im IKS identifizierte Schwachstellen informiert.

Finanzinstrumente

Die Verwendung von Finanzinstrumenten ist im Anhang zum Einzelabschluss der Wienerberger AG dargestellt.

Forschung und Entwicklung

Forschung und Entwicklung (F&E) zählt zu den strategischen Schwerpunkten von Wienerberger und hat einen zentralen Stellenwert im Unternehmen. Zu den Kernzielen der F&E zählen die Optimierung von Produktionsprozessen sowie die stetige Weiterentwicklung und Verbesserung von Produkten und Systemlösungen in allen Anwendungsbereichen – von nachhaltigen und energieeffizienten Gebäuden über umweltschonende Flächenbefestigungen bis hin zu Kunststoffrohren und keramischen Rohren für Versorgungs- und Kanalsysteme. Ziel von Wienerberger ist es, durch Kosten- und Technologieführerschaft und Produktinnovationen Marktpositionen zu sichern und weiter auszubauen.

F&E wird zentral gesteuert, aber großteils dezentral umgesetzt. Wienerberger verfügt über mehrere Forschungszentren in Europa, die auf die verschiedenen Produktgruppen spezialisiert sind. Unsere Spezialisten aus dem Produktmanagement arbeiten sehr eng mit den Marketing- und Vertriebsabteilungen der verschiedenen Bereiche zusammen, um neue Entwicklungen entsprechend auf die Bedürfnisse unserer Kunden auszurichten. Die länderübergreifende Markteinführung von neuen Produkten wird zentral gesteuert, jedoch werden diese Produkte von unseren Spezialisten vor Ort an die lokalen Gegebenheiten des jeweiligen Marktes angepasst. Erfolgreiche Entwicklungen können auf diese Weise rasch und effizient in der gesamten Gruppe ausgerollt werden.

Wienerberger arbeitet laufend an der Verbesserung von Produktionsprozessen. In der energieintensiven keramischen Produktion (Ziegel und keramische Rohre) beschäftigen sich unsere Ingenieure vor allem mit der Reduktion des Energieeinsatzes im Trocknungs- und Brennprozess sowie mit der Optimierung von bautechnischen Produkteigenschaften im Hinblick auf Brand-, Schall- und Wärmeschutz und Statik, um den stetig steigenden Anforderungen im Wohn- und Wirtschaftsbau gerecht zu werden. Forschungsschwerpunkte betreffen zudem den schonenden Umgang mit allen Ressourcen in der Produktion und die verantwortungsvolle Rohstoffaufbereitung.

Neben der Optimierung der Produktionsprozesse stehen bei bestehenden Produkten im Kunststoffrohrsegment vor allem Einsparungen im Rohstoffverbrauch durch die Reduktion des Produktgewichtes und der erhöhte Einsatz von Recyclingmaterialien im Mittelpunkt der Forschungsaktivitäten. Bei Neuproduktentwicklungen tragen wir neben diesen Kriterien auch den immer höher werdenden technischen Anforderungen an Kunststoffrohre und Formstücke Rechnung und entwickeln Lösungen, die eine schonende, schnelle und einfache Verarbeitbarkeit der Produkte auf der Baustelle ermöglichen.

Bei Flächenbefestigungen aus Beton arbeiten wir an der Verbesserung der Rohstoffmischungen sowie an der Optimierung unserer Produktions- und Veredelungsprozesse. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von neuen Oberflächendesigns und innovativen Produktlösungen für eine hochwertige Freiraumgestaltung.

Nachhaltigkeit, Umwelt- und Arbeitnehmerbelange

Verantwortungsbewusstes unternehmerisches Handeln ist einer der zentralen Werte unserer Unternehmenskultur. Unser verbindliches Nachhaltigkeitsprogramm ist integraler Bestandteil der Konzernstrategie und umfasst alle Wertschöpfungsstufen des Unternehmens. Um eine einheitliche Vorgehensweise und die effiziente Umsetzung der gesetzten Maßnahmen und Ziele sicherzustellen, haben wir in der gesamtem Gruppe feste Strukturen und Zuständigkeiten für das Nachhaltigkeitsmanagement verankert.

Für die Wienerberger Nachhaltigkeitsstrategie und die Festlegung der Ziele, Fristen und Maßnahmen des Nachhaltigkeitsprogrammes ist ein Sustainability Steering Committee (SSC) zuständig, das sich aus dem erweiterten Vorstand der Wienerberger Gruppe zusammensetzt (CEO und CFO der Wienerberger Gruppe, CEOs der Business Units) und als oberstes Steuergremium fungiert. Als internationale Koordinationsstelle wurde die Stabstelle Sustainability Management unter der Leitung des Corporate Sustainability Officers (CSO) eingeführt. Dieser übernimmt die gruppenweite Koordination des Nachhaltigkeitsmanagements und berichtet direkt an den Vorstandsvorsitzenden der Wienerberger AG. Die CEOs der Business Units sind für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele in ihren Business Units verantwortlich. Sie werden darin von Nachhaltigkeitsbeauftragten unterstützt, die zum Fortschritt der Entwicklung mit dem CSO in laufendem Austausch stehen. Dadurch wird der Verantwortungs- und Einflussbereich bei der Integration unserer Nachhaltigkeitsstrategie in den jeweiligen Business Units verstärkt.

Mit dem Sustainability Group Reporting (SGR) ist ein zentrales Datenmanagement etabliert, das für die Konsolidierung aller Nachhaltigkeitskennzahlen verantwortlich ist. Diese dienen als Basis für strategische Entscheidungen in den Business Units und auf Gruppenebene.

Der Nachhaltigkeitsbericht der Wienerberger Gruppe stellt unser Bekenntnis zur nachhaltigen Entwicklung auf eine verbindliche Ebene. So erfüllen alle Wienerberger Nachhaltigkeitsberichte den Standard der Global Reporting Initiative (GRI). Der Fokus der Berichte liegt auf ökologischen und sozialen Aspekten unserer Tätigkeiten sowie auf zukünftigen Maßnahmen

in den Bereichen Mitarbeiter, Produktion, Produkte und gesellschaftliche Verantwortung. Zusammen mit dem Nachhaltigkeitsprogramm stellt der Nachhaltigkeitsbericht ein wichtiges Steuerungsinstrument für Wienerberger dar, um langfristige Ziele zu erreichen.

Die aktuellen Richtlinien nach GRI G4 Core verlangen, dass die berichtenden Unternehmen ihre Berichterstattung verstärkt auf jene Themen ausrichten, die für sie und auch für ihre Stakeholder von wesentlicher Bedeutung sind. In diesem Zusammenhang wurde bereits 2014 eine umfassende interne und externe Stakeholder-Befragung mithilfe unabhängiger Experten durchgeführt und eine Wesentlichkeitsanalyse erstellt. Diese beleuchtete mögliche ökologische, soziale und ethische Auswirkungen unserer unternehmerischen Tätigkeit entlang der Wertschöpfungskette sowie deren Relevanz und stellt die Grundlage für unser Nachhaltigkeitsprogramm – die Wienerberger Sustainability Roadmap 2020 – dar.

Die Wienerberger Sustainability Roadmap 2020 beschreibt, welche Nachhaltigkeitsziele der Wienerberger Konzern bis 2020 verfolgt. Sie enthält sowohl gruppenweite Ziele als auch Ziele für die einzelnen Business Units sowie konkrete, verbindliche Maßnahmen, die aus den Ergebnissen der Wesentlichkeitsanalyse abgeleitet wurden. Die Roadmap ist eine bewusste Selbstverpflichtung zur kontinuierlichen Verbesserung der ökologischen, sozialen und gesellschaftlichen Performance von Wienerberger. Weiterführende Informationen finden Sie im Wienerberger Nachhaltigkeitsbericht 2016, der im Juni 2017 veröffentlicht wird.

Ausblick

Für das Jahr 2017 haben wir uns das Ziel gesetzt, das Konzern-EBITDA zum siebten Mal in Folge zu steigern. Dabei gehen wir davon aus, dass wir in der Division Clay Building Materials Europe von der in moderatem Tempo voranschreitenden Erholung im Wohnungsneubau profitieren werden, während das Renovierungssegment weiterhin von Zurückhaltung geprägt sein wird. In unserer Division Pipes & Pavers Europe erwarten wir die Nachfrage in unseren west- und nordeuropäischen Märkten auf unverändert gutem Niveau und sind vorsichtig optimistisch, dass in der zweiten Jahreshälfte eine leichte Erholung der öffentlichen Investitionstätigkeit in Osteuropa einsetzten kann. In der Division North America deuten alle Indikatoren darauf hin, dass der Wohnbaumarkt weiteres Wachstum zeigen wird, an dem wir durch Mengenwachstum partizipieren werden.

In Summe gehen wir davon aus, dass wir 2017 das Konzern-EBITDA auf 415 Mio. € steigern können. Diese Zielgröße stellt auf die organische Entwicklung ab und berücksichtigt eine Steigerung des Absatzes, eine Verbesserung der Durchschnittspreise über die Gruppe und Einsparungen aus unserem Operational Excellence Programm in Höhe von rund 10 Mio. €. Die relevante Vergleichsgröße für das Konzern-EBITDA aus dem Jahr 2016 betrug rund 382 Mio. €, womit die organische Ergebnissteigerung knapp 9% im Jahresvergleich betragen soll. Nicht in der Zielgröße enthalten sind Beiträge aus dem Verkauf von nicht betriebsnotwendigem Vermögen und aus Wachstumsprojekten. Ebenso sind die Auswirkungen von Währungsschwankungen und von Portfoliooptimierungen nicht berücksichtigt. Unser Nettozinsaufwand wird sich mit rund 35 Mio. € in etwa stabil entwickeln. Das Working Capital wollen wir wie in den vergangenen Jahren auf höchstens 20% des Konzernumsatzes zum Jahresende beschränken.

Für Normalinvestitionen planen wir mit Zahlungsmittelabflüssen in Höhe von rund 145 Mio. €. Diese beinhalten neben Ersatzinvestitionen auch Ausgaben für technologische Verbesserungen, für die Entwicklung von innovativen Produkten und effizienteren Produktionsprozessen sowie für die Erhöhung der Arbeitssicherheit. Unsere Wachstumsinvestitionen werden aus heutiger Sicht rund 25 Mio. € betragen und vorrangig selektive Unternehmenszukäufe umfassen, um in ausgewählten

regionalen Märkten und Produktapplikationen unsere geographische Präsenz und unsere Marktdurchdringung zu verbessern. Zu diesem Zweck prüfen wir anhand unseres strikten Kriterienkatalogs in allen Divisionen der Wienerberger Gruppe laufend mögliche Übernahmeziele auf deren Ergebnis-, Cashflow- und Synergiepotenzial sowie auf strategische Entwicklungsmöglichkeiten.

Wien, am 10. März 2017

Der Vorstand

Heimo Scheuch Willy Van Riet Vorsitzender des Vorstands Mitglied des Vorstands,

verantwortlich für den Bereich Finanzen

Raum für Notizen (absichtliche Leerseite).

Jahresabschluss Wienerberger AG

Bilanz

AKTIVA 31.12.2016 31.12.2015
in EUR in TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Vorteile sowie daraus
abgeleitete Lizenzen
4.344.910 4.439
2. Geleistete Anzahlungen 10.185 0
4.355.095 4.439
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremdem
Grund
462.393 477
2. Unbebaute Grundstücke 19.006.848 18.855
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.679.607 2.216
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 0 25
22.148.849 21.573
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2.716.585.436 2.739.854
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 735.852.518 735.869
3. Beteiligungen 6.439.623 6.440
4. Wertpapiere und Wertrechte des Anlagevermögens 4.769.709 4.788
3.463.647.285 3.486.950
3.490.151.229 3.512.963
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 476 83
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 322.589.281 412.741
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: EUR 45.697.112; Vorjahr: TEUR 282.812
3. Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 7.851.127 12.357
330.440.884 425.181
II. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 42.012 61
330.482.896 425.242
C. Rechnungsabgrenzungsposten 3.488.575 3.040
3.824.122.700 3.941.245
PASSIVA 31.12.2016 31.12.2015
in EUR in TEUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes, eingefordertes und einbezahltes Grundkapital 117.527
Eigene Anteile 117.526.764 -553
-570.289 116.974
II. Kapitalrücklagen 116.956.475
1. Gebundene 1.675.118
III. Gewinnrücklagen 1.675.118.239
1. Andere Rücklagen (freie Rücklagen) 503.190
IV. Bilanzgewinn 502.916.485 23.513
davon Gewinnvortrag: EUR 121.671; Vorjahr: TEUR 5.903 32.345.528
2.327.336.728 2.318.795
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Abfertigungen 5.322
2. Rückstellungen für Pensionen 6.467.262 18.432
3. Steuerrückstellungen 18.369.098 1.656
davon latente Steuerrückstellungen EUR 0; Vorjahr: TEUR 1.656 95.000
4. Sonstige Rückstellungen 25.400
21.764.175
46.695.535 50.810
C. Verbindlichkeiten
1. Anleihen 900.000
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 221.812.000; Vorjahr: TEUR 0 894.000.000
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: EUR 672.188.000; Vorjahr: TEUR 900.000
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 206.183
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 7.940.586; Vorjahr: TEUR 107.826 90.012.014
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: EUR 82.071.429; Vorjahr: TEUR 98.357
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 894
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 2.669.111; Vorjahr: TEUR 894 2.669.111
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 423.730
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 422.493.263; Vorjahr: EUR 423.246 422.995.013
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: EUR 501.750; Vorjahr: TEUR 484
5. Sonstige Verbindlichkeiten 40.833
davon aus Steuern: EUR 47.729; Vorjahr: TEUR 44 40.414.298
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 349.888; Vorjahr: TEUR 335
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 40.414.298; Vorjahr: TEUR 40.833
1.450.090.437 1.571.640
3.824.122.700 3.941.245

Gewinn- und Verlustrechnung

47.496
1.227
328
3.491 5.046
-6.776
-21.392
-5.644
-27.036
-3.095
-205
-20.179 -20.384
-4.749
71.742
167.628
2.527.680
-20.682.595
-7.578.290
-236.099
-23.774.776
2016
in EUR
55.833.416
2.767.049
-9.396.418
-28.260.885
-2.310.180
-24.010.876
-5.377.893
2015
in TEUR
2016 2015
in EUR in TEUR
7. Zwischensumme aus Z 1. bis 6. (Betriebsergebnis)
8. Erträge aus Beteiligungen
-5.377.893 -4.749
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 76.078.970 41.640
Vorjahr: TEUR 41.273 77.128.970
9. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des
Finanzanlagevermögens 36.485
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 35.982.454 36.066.214
Vorjahr: TEUR 36.401
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 26.035
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 17.519.036 20.412.836
Vorjahr: TEUR 23.104
11. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu
Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlaufvermögens 0
12. Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus 2.200.000
Wertpapieren des Umlaufvermögens -27.731.559 -26.087
davon Abschreibungen EUR 25.333.500
Vorjahr TEUR 17.721
davon Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen
EUR 25.317.000; Vorjahr: TEUR 17.700
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -62.682.608 -70.302
davon betreffend verbundene Unternehmen:
EUR 5.977.672; Vorjahr: TEUR 7.173
14. Zwischensumme aus Z 8. bis 13. (Finanzergebnis) 45.393.853 7.771
15. Ergebnis vor Steuern 40.015.960 3.023
16. Steuern vom Einkommen (und vom Ertrag) -7.792.103 14.478
davon latente Steuern: Ertrag EUR 1.656.436; Vorjahr: EUR 0,00
davon Erträge aus Steuergutschriften und aus der Auflösung von nicht
bestimmungsgemäß verwendeten Steuerrückstellungen EUR 75.844;
Vorjahr: EUR 28.964
17. Jahresüberschuss 32.223.857 17.501
18. Auflösung von Gewinnrücklagen 0 109
19. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 121.671 5.903
20. Bilanzgewinn 32.345.528 23.513

Anhang

Allgemeine Erläuterungen

Der vorliegende Jahresabschluss wurde aufgestellt nach den Vorschriften des österreichischen Unternehmensgesetzbuches (UGB) unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung und der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln. Die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt nach dem Gesamtkostenverfahren.

Die Wienerberger AG als börsennotierte Gesellschaft erstellt einen Konzernabschluss, in den sämtliche wesentliche Tochtergesellschaften der Wienerberger AG einbezogen werden. Der Konzernabschluss wird beim Firmenbuchgericht Wien hinterlegt. Die Wienerberger AG ist im Sinne des § 221 UGB eine große Kapitalgesellschaft.

Aufgrund der Änderungen im UGB (RÄG 2014) haben wir die Form der Darstellung des Jahresabschlusses im Vergleich zum Vorjahr in mehreren Punkten angepasst. Dies betrifft die Umgliederung der unversteuerten Rücklagen nach Abzug der Rückstellung für latente Steuern in das Eigenkapital, die Darstellung eigener Aktien im Eigenkapital, die Umgliederung von sonstigen Erlösen zu den Umsatzerlösen (und diesbezüglichen Aufwendungen von den sonstigen betrieblichen Aufwendungen zu anderen Posten) sowie die geänderte Darstellung des Anlagenspiegels. Die Vorjahresbeträge sind an die neue Gliederung angepasst.

Daraus ergeben sich folgende Unterschiede:

AKTIVA Nach RÄG
31.12.2015
Vor RÄG
31.12.2015
Unterschied
in EUR in EUR in EUR
A. Anlagevermögen 3.512.963.066 3.512.963.066 0
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 425.181.072 425.181.072 0
II. Wertpapiere und Anteile
1. Eigene Anteile 0 4.600.213 4.600.213
II. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 60.551 60.551 0
C. Rechnungsabgrenzungsposten 3.039.853 3.039.853 0
3.941.244.542 3.945.844.755 4.600.213
PASSIVA
A. Eigenkapital
I. eingefordertes und eingezahltes Grundkapital 117.526.764 117.526.764
Eigene Anteile -553.153 0
ausgegebenes Kapital 116.973.611 117.526.764 -553.153
II. Kapitalrücklagen 1.675.118.239 1.675.118.239 0
III. Gewinnrücklagen 503.189.804 501.574.185 1.615.619
IV. Bilanzgewinn 23.512.966 23.512.966 0
2.318.794.620 2.317.732.154 1.062.466
B. Unversteuerte Rücklagen 0 7.319.115 -7.319.115
C. Rückstellungen 49.153.458 49.153.458 0
Rückstellung f. latente Steuern 1.656.436 0 1.656.436
50.809.894 49.153.458 1.656.436
D. Verbindlichkeiten 1.571.640.028 1.571.640.028 0
3.941.244.542 3.945.844.755 -4.600.213

Gewinn- und Verlustrechnung

Bilanzgewinn 23.512.966 23.512.966 0
Gewinnvortrag 5.903.342 5.903.342 0
Jahresgewinn 17.609.623 17.609.623 0
Auflösung von Gewinnrücklagen 108.526 0 108.526
Auflösung unverst. Rücklagen 0 144.702 -144.702
Jahresüberschuss 17.501.097 17.464.922 36.175
Steuern vom Einkommen und Ertrag 14.478.302 14.442.126 36.175
Ergebnis vor Steuern 3.022.795 3.022.795 0
Finanzergebnis 7.771.412 7.771.412 0
Betriebsergebnis -4.748.617 -4.748.617 0
Sonstige betriebl. Aufwendungen -20.383.950 -24.658.932 4.274.982
Abschreibungen -3.095.023 -3.095.023 0
Personalaufwand -27.036.272 -27.036.272 0
Aufwendungen für Material u. sonst. bez. Leistungen -6.776.096 -2.501.114 -4.274.982
Sonstige Erträge 5.046.312 7.218.407 -2.172.094
Umsatzerlöse 47.496.412 45.324.317 2.172.094
in EUR Nach RÄG
31.12.2015
Vor RÄG
31.12.2015
Unterschied

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Allgemeine Grundsätze Die bisherigen angewandten Bewertungsmethoden haben wir mit Ausnahme der Änderungen auf Grund der erstmaligen Anwendung des RÄG 2014 beibehalten; diese Änderungen betreffen insbesondere:

Die latenten Steuern werden gemäß den geänderten gesetzlichen Bestimmungen ab 1. Jänner 2016 erfasst. Der zum 1. Jänner 2016 bestehende Saldo an passiven latenten Steuern wurde zur Gänze als Rückstellung erfasst.

Die angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden gehen von der Fortführung des Unternehmens aus.

1. Anlagevermögen Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden zu Anschaffungsbzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßig lineare Abschreibungen, angesetzt. Die Abschreibungssätze richten sich nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer der jeweiligen Anlagengruppen.

Über das Ausmaß der planmäßigen Abschreibung hinausgehende wesentliche und andauernde Wertminderungen werden durch außerplanmäßige Abschreibungen berücksichtigt. Die Abschreibungen auf Anlagenzugänge im ersten bzw. zweiten Halbjahr sind mit vollen bzw. halben Jahresraten angesetzt worden. Geringwertige Vermögensgegenstände werden im Jahr der Anschaffung aktiviert und voll abgeschrieben.

Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Bei nachhaltigen und wesentlichen Wertminderungen werden niedrigere Werte angesetzt. Den beizulegenden Wert ermitteln wir auf Basis einer Unternehmensbewertung. Als verbundene Unternehmen werden alle Gesellschaften angesehen, die mittelbar oder unmittelbar im Mehrheitsbesitz oder unter der einheitlichen Leitung der Wienerberger AG stehen.

Wertpapiere des Anlagevermögens werden mit den Anschaffungskursen oder bei Vorliegen dauernder niedrigerer Börsenstichtagskurse mit diesen bewertet.

Ausleihungen an verbundene Unternehmen sind zum Nennbetrag bewertet, Ausleihungen in Fremdwährungen werden mit dem Anschaffungskurs bzw. dem niedrigeren Geldkurs am Bilanzstichtag oder gesichertem Kurs umgerechnet.

Zuschreibungen zu Vermögensgegenständen des Anlagevermögens nehmen wir dann vor, wenn die Gründe für die außerplanmäßige Abschreibung weggefallen sind. Die Zuschreibung erfolgt höchstens auf den Nettobuchwert, der sich unter Berücksichtigung der Normalabschreibungen, die inzwischen vorzunehmen gewesen wären, ergibt.

2. Umlaufvermögen Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Nennbetrag bewertet, erforderliche Wertberichtigungen werden vorgenommen. Fremdwährungsforderungen werden mit Anschaffungskursen bzw. dem niedrigeren Devisen-Geldkurs am Bilanzstichtag oder gesicherten Kursen umgerechnet. Für alle erkennbaren Risiken werden entsprechende Wertberichtigungen gebildet.

Emissionszertifikate werden zum Erwerbszeitpunkt mit den jeweiligen Anschaffungskosten aktiviert und in der Folge unter Beachtung des Anschaffungskostenprinzips bewertet.

Zuschreibungen zu Vermögensgegenständen des Umlaufvermögens nehmen wir vor, wenn die Gründe für die Abschreibung weggefallen sind.

3. Laufende und latente Ertragsteuern Die Position der laufenden Ertragsteuern betrifft die auf das abgeschlossene Geschäftsjahr entfallene, auf Basis der steuerlichen Vorschriften ermittelte Körperschaftsteuer.

Die Wienerberger AG hat im Geschäftsjahr 2005 die Möglichkeit der Bildung einer "Unternehmensgruppe" gemäß § 9 KStG genutzt. Die Wienerberger AG ist Gruppenträger einer Gruppe von 16 (Vorjahr: 16) Gruppenmitgliedern. In die Gruppe wurden ausschließlich inländische unmittelbare und mittelbare Tochtergesellschaften einbezogen.

Vom Gruppenträger werden die vom Gruppenmitglied verursachten Körperschaftsteuerbeträge mittels Belastungsmethode überrechnet. Im Verlustfall wird die Steuerumlage gutgeschrieben, bei zukünftigen Gewinnen des Gruppenmitglieds werden die Verluste mittels Verlustverrechnung verwendet.

Die steuerlichen Ergebnisse der Gruppenmitglieder werden dabei der Wienerberger AG zugerechnet, die die resultierende gruppenweite Körperschaftsteuer an die Abgabenbehörde leistet.

Für Unterschiede zwischen unternehmensrechtlichen und den steuerrechtlichen Wertansätzen bei Vermögensgegenständen, Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, bilden wir in Höhe der sich insgesamt ergebenden Steuerbelastung eine Rückstellung für passive latente Steuern. Führen diese Unterschiede in Zukunft zu einer Steuerentlastung setzen wir diese als aktive latente Steuern in der Bilanz an. Für steuerliche Verlustvorträge bilden wir keine aktiven latenten Steuern.

Die Bewertung der latenten Steuern erfolgt mit dem aktuellen Körperschaftsteuersatz von 25% ohne Berücksichtigung einer Abzinsung.

4. Rückstellungen Die Rückstellungen für Abfertigungen und Jubiläumsgelder werden 2016 nach versicherungsmathematischen Grundsätzen nach dem laufenden Einmalprämienverfahren (Projected Unit Credit Methode) gemäß IAS 19 unter Zugrundelegung eines Pensionseintrittsalters von 65 (Männer) bzw. 65 (Frauen) Jahren und eines Rechnungszinssatzes von 1,11% (Vorjahr: 1,46%) bei der Berechnung der Abfertigungsrückstellung und 0,82% bei der Jubiläumsgeldrückstellung (Vorjahr 1,64%) berechnet. Es wird ein Gehaltstrend von 2% p.a. für zukünftige Jahre und eine Fluktuation gestaffelt nach Dienstalter von 0 bis 2 Jahren 10,5%, 3 bis 4 Jahren 11,5%, 5 bis 9 Jahren 5,5%, 10 bis 14 Jahren 2% und 15 bis 99 Jahren 1% p.a. in die Berechnung einbezogen (Vorjahr: wie aktuelles Geschäftsjahr).

Die Rückstellungen für laufende Pensionen und Anwartschaften auf Pensionen aufgrund von rechtsverbindlichen, individuellen Zusagen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen nach dem laufenden Einmalprämienverfahren (Projected Unit Credit Methode) gemäß IAS 19 unter Zugrundelegung eines Rechnungszinssatzes von 1,21% (Vorjahr: 1,55%) gebildet. Eine Erhöhung der liquiden Pensionen von 2,5% p.a. für zukünftige Jahre wird in die Berechnung einbezogen, es wird keine Fluktuation berücksichtigt.

Der Zinsaufwand für die Pensions-, Abfertigungsund Jubiläumsgeldrückstellung wird im Finanzergebnis ausgewiesen.

Sonstige Rückstellungen werden nach dem Grundsatz der kaufmännischen Vorsicht in Höhe des voraussichtlichen Anfalls gebildet. Langfristige Rückstellungen mit einem erwarteten Zahlungszeitpunkt von mehr als einem Jahr nach dem Bilanzstichtag, werden entsprechend ihrer Laufzeit mit einem marktüblichen Zinssatz abgezinst. Aus der Übergangsregelung bezüglich der Nachholung der Abzinsung von langfristigen Rückstellungen ergibt sich ein Zinsaufwand in Höhe von 9 TEUR.

5. Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten werden mit dem Rückzahlungsbetrag, dem Nennwert bzw. dem höheren zum Bilanzstichtag beizulegenden Wert angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit Anschaffungskursen bzw. mit dem höheren Devisen-Briefkurs am Bilanzstichtag angesetzt.

Erläuterungen zur Bilanz und Gewinnund Verlustrechnung

1. Anlagevermögen Die Entwicklung des Anlagevermögens ist in einer getrennten Aufstellung (Anlage 1) dargestellt.

Die bebauten Grundstücke enthalten Grundwerte von 72 TEUR (Vorjahr: 72 TEUR).

Die Wertpapiere des Anlagevermögens sind Fondsanteile im Wert von 4.634 TEUR (Vorjahr: 4.650 TEUR). Das Deckungskapital aus Rückdeckungsversicherungen für Pensionsrückstellungen beträgt 136 TEUR (Vorjahr:

138 TEUR). Zum Bilanzstichtag 31.12.2016 gibt es eine Ausleihung an die Wienerberger Finanz Service GmbH, Wien in Höhe von 221.812 TEUR (Vorjahr: Wienerberger S.p.A., Italien 11.500 TEUR) mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Mit Einbringungsvertrag vom 9. März 2016 wurden die Anteile an der Arriscraft Canada Inc. (vormals: General Shale Canada Acquisition Inc.), Halifax, Kanada von der Wienerberger AG in die Wienerberger Industriebeteiligungsverwaltung GmbH eingebracht. Dies hatte zur Folge, dass sich der Buchwert der Wienerberger Anteilsverwaltung GmbH erhöhte, da die Wienerberger Industriebeteiligungsverwaltung GmbH eine unmittelbare Tochter der Wienerberger Anteilsverwaltung GmbH ist.

Eine Zuschreibung in Höhe von 2.200 TEUR wurde an der Beteiligung Wienerberger A/S, Helsinge (Dänemark) vorgenommen.

Die Anteile an der Wienerberger S.p.A., Bubano (Italien), Wienerberger Oy Ab, Helsinki (Finnland) und OOO Wienerberger Kurkachi, Kurkachi (Russland) wurden insgesamt um 25.317 TEUR wertberichtigt.

Beteiligungsgesellschaften der Wienerberger AG (ab 20%):

Grund- Eigenkapital
inkl. unverst.
Jahresüber
schuss/-
Gesellschaft Sitz Anteil Währung /Stammkapital
(in TLW)
Rückl. (in
TLW) 2016
fehlbetrag
(inTLW) 2016
Wienerberger International N.V. Zaltbommel 100,00 EUR 50 274.349 8.333
Wienerberger Finance Service B.V. Zaltbommel 100,00 EUR 18 44.583 12.413
Wienerberger NV Kortrijk 99,99 EUR 47.558 214.852 18.819
Wienerberger Asset Management NV Zonnebeke 99,96 EUR 13.235 20.760 1.445
WK Services NV Kortrijk 99,99 EUR 32.226 16.559 332
Wienerberger GmbH Hannover 100,00 EUR 9.500 55.908 -15.205
Steinzeug - Keramo GmbH Frechen 10,00 EUR 1.841 45.940 -1.441
Wienerberger Ziegelindustrie GmbH Hennersdorf 99,99 EUR 5.000 28.657 1.757
Salzburger Ziegelwerk GmbH & Co KG Uttendorf 53,00 EUR 232 7.633 41
Wienerberger Anteilsverwaltung GmbH Wien 100,00 EUR 35 1.379.717 102.023
Semmelrock International GmbH Wien 100,00 EUR 3.000 97.944 1.403
Wienerberger S.p.A. Bubano di
Mordano
100,00 EUR 10.000 10.727 -2.979
Wienerberger A/S Helsinge 100,00 DKK 10.000 70.778 -30.601
Wienerberger OY AB Helsinki 100,00 EUR 1.000 8.776 -894
Wienerberger AS Aseri 100,00 EUR 1.541 474 168
OOO "Wienerberger Kirpitsch" Kiprevo 100,00 RUR 612.695 753.215 -226.466
OOO "Wienerberger Kurkachi" Kurkachi 100,00 RUR 650.036 739.448 -251.750
OOO "Wienerberger Investitions- and
Projektmanagement"
Kiprevo 99,00 RUR 352 1.315 5.955
UAB Wienerberger Statybine Keramika sp.Z.o.o. Vilnius 100,00 LTL 10 -197 -50*)
Wienerberger EOOD Sofia 100,00 BGN 12.500 22.392 9.143
General Shale Building Materials Inc. Johnson
City
100,00 USD 1 -1.358 -128
Wienerberger India Private Limited Bangalore,
Karnataka
99,99 INR 934.167 1.031.069 161.357

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen resultierten mit 36.842 TEUR (Vorjahr: 20.895 TEUR) überwiegend aus Verrechnungsund Finanzierungsbeziehungen.

Die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände enthielten Erträge in Höhe von 1.337 TEUR

(Vorjahr: 1.310 TEUR), die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.

Es bestanden Forderungen mit Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von 53 TEUR (Vorjahr: 18 TEUR).

3. Aktive latente Steuern Zum Bilanzstichtag wurden folgende abzugsfähige temporäre Differenzen zwischen dem steuerlichen und unternehmensrechtlichen Wertansatz identifiziert:

Temporäre Differenzen:

31.12.2016 31.12.2015
in EUR in EUR
Immaterielle Vermögensgegenstände 6.135.626
Sachanlagen 4.804.991 309.724
Beteiligungen (Siebtel) 335.179 68.775.555
Aktive Rechnungsabgrenzung 52.718.346 3.251.639
Unversteuerte Rücklagen 2.423.570 -6.625.743
Rückstellung für Abfertigungen -6.625.743 2.804.658
Rückstellung für Pensionen 3.084.255 9.109.002
Sonstige Rückstellungen 9.268.516 1.793.117
2.221.029
Betrag Gesamtdifferenzen
Daraus resultierende latente Steuern per 31.12. (25%)
68.230.143 85.553.578 21.388.395
17.057.536

Die aktiven latenten Steuern aus temporären Differenzen wurden nicht angesetzt, da sich zukünftig voraussichtlich keine Steuerentlastung ergeben wird.

4. Eigenkapital Das Grundkapital der Wienerberger AG beträgt 117.526.764,00 EUR und ist in 117.526.764 nennwertlose Stückaktien zerlegt, alle Aktien sind voll einbezahlt.

Die eigenen Aktien wurden aufgrund der Änderung gemäß RÄG 2014 mit dem Nennbetrag vom Grundkapital abgesetzt.

In der 147. ordentlichen Hauptversammlung wurde beschlossen, vom Bilanzgewinn 2015 eine Dividende von 0,20 € je Stückaktie, sohin 23.505.352,80 EUR abzüglich eines anteiligen Betrages für die eigenen Anteile von

114.057,80 EUR, somit 23.391.295,00 EUR auszuschütten und den verbleibenden Betrag von 121.671,00 EUR auf neue Rechnung vorzutragen.

Der Vorstand wurde in der 147. ordentlichen Hauptversammlung der Wienerberger AG am 12. Mai 2016 ermächtigt, im gesetzlich jeweils höchstzulässigen Ausmaß eigene Stückaktien während der Geltungsdauer von 30 Monaten ab dem Tag der Beschlussfassung zu erwerben, höchstens zum Zweifachen des Börsenkurses (15,38 EUR) vom 12. Mai 2016 somit 30,76 EUR und mindestens zum Rechenwert von einem Euro pro Aktie, und rückgekaufte Aktien ohne weitere Beschlussfassung der Hauptversammlung entweder einzuziehen oder wieder zu verkaufen sowie eigene Aktien auf eine andere Weise als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern. Diese Ermächtigung ersetzte die

in der Hauptversammlung vom 16. Mai 2014 beschlossene Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien.

Darüber hinaus wurde in der 145. ordentlichen Hauptversammlung der Wienerberger AG am 16. Mai 2014 ein genehmigtes Kapital im Ausmaß von 15% des Grundkapitals beschlossen. Hierbei handelt es sich um die Ermächtigung zur Durchführung einer Kapitalerhöhung gegen Bar- oder Sacheinlage. Der Vorstand wurde damit wie bereits in der Vergangenheit ermächtigt, innerhalb von fünf Jahren, d.h. bis zum 26. Juni 2019, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft gegen Bar- oder Sacheinlage zu erhöhen. Das Grundkapital kann um maximal 17.629.014 EUR durch Ausgabe von bis zu 17.629.014 neue auf Inhaber oder Namen lautende Stückaktien erhöht werden. Eine Durchführung kann gegebenenfalls in mehreren Tranchen erfolgen. Die Art der Aktien, der Ausgabekurs und die Ausgabebedingungen sind vom Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats festzulegen. Grundsätzlich haben die Aktionäre das gesetzliche Bezugsrecht. Der Vorstand wurde jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre in zwei besonderen Fällen auszuschließen. Erstens für eine Kapitalerhöhung im Falle einer Sacheinlage zur Gewährung von Aktien zum Zweck des Erwerbes von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen sowie zweitens bei

Mehrzuteilungsoptionen im Rahmen der Platzierung neuer Aktien der Gesellschaft (Greenshoe).

5. Rückstellungen Die Entwicklung der Rückstellungen ist in einer getrennten Aufstellung (Anlage 2) dargestellt.

Die sonstigen Rückstellungen von 21.764 TEUR (Vorjahr: 25.400 TEUR) enthielten Rückstellungen für nicht konsumierten Urlaub von 2.405 TEUR (Vorjahr: 2.048 TEUR) und Rückstellungen für variable Gehaltsbestandteile in Höhe von 8.641 TEUR (Vorjahr: 11.159 TEUR), die in der Folgeperiode ausbezahlt werden. Für das LTI-Programm 2016 wurde eine Rückstellung von 2.208 TEUR (Vorjahr: 2.573 TEUR) gebildet.

Die übrigen Rückstellungen enthielten eine Rückstellung von 8.251 TEUR (Vorjahr 10.357 TEUR) für derivative Finanzinstrumente mit negativen Marktwerten.

6. Derivative Finanzinstrumente Im Jahr 2016 hat die Wienerberger AG Zinsswaps zur Absicherung gegen Zinsänderungsrisiken sowie in geringerem Umfang Zins-Währungsswaps zur Absicherung gegen Translationsrisiken eingesetzt. Der Marktwert der Zinsswaps mit einem Volumen von 150.000 TEUR (Vorjahr: 150.000 TEUR) stellte sich wie folgt dar:

Zinsswaps 2016 2015
Positive Marktwerte 4.460
Negative Marktwerte 3.175 -5.248
-6.655
-3.481 -788

Der aktuelle Marktwert der Zins-Währungsswaps mit einem Volumen von 71.151 TEUR (Vorjahr: 64.094 TEUR) beträgt:

Zins-Währungs Swaps 2016 2015
Positive Marktwerte 0
Negative Marktwerte 362 -4.877
-1.595
-1.234 -4.877

Weiters gibt es in der Wienerberger AG Termingeschäfte mit einem Volumen von 0 TEUR (Vorjahr: 18.715 TEUR).

Termingeschäfte 2016 2015
Negative Marktwerte -233
0
0 -233

Die verwendeten Bewertungen werden von den kontrahierenden Banken zur Verfügung gestellt und sind unter Anwendung anerkannter finanzmathematischer Verfahren (Mark-to-Market) erstellt.

7. Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren mit 421.999 TEUR (Vorjahr: 423.050 TEUR) überwiegend aus Verrechnungsbeziehungen und aus dem Kontenpooling mit der Wienerberger Finanz Service GmbH. Sämtliche langfristigen externen Finanzverbindlichkeiten (Anleihen, Bankverbindlichkeiten) der Wienerberger AG werden mit den gleichen Konditionen direkt an die Wienerberger Finanz Service GmbH weitergegeben. Diese Verrechnungsbeziehung wird bis zur Tilgung der jeweiligen externen Verbindlichkeit der Wienerberger AG Bestand haben und gleichzeitig abgebaut werden.

Im Jahr 2016 gab es keine Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit einer Restlaufzeit von über fünf Jahren.

In den sonstigen Verbindlichkeiten waren Aufwendungen in Höhe von 39.932 TEUR (Vorjahr: 40.351 TEUR) enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.

Es bestanden keine Anleiheverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über 5 Jahren.

Die Hybridanleihe in der Höhe von 500.000 TEUR wurde mit Oktober 2014 in Höhe von 272.188 TEUR in eine neue Hybridanleihe umgetauscht. Vom verbleiben den Teil in Höhe von 227.812 TEUR, für den die Wienerberger AG erstmals in 2017 über eine Call Option verfügt, wurde im Laufe des Jahres 2016 ein

Betrag von 6.000 TEUR zurückgekauft und eingezogen. Die Call Option auf den nach diesem Rückkauf ausständigen Teil in Höhe von 221.812 TEUR wurde am 14.12.2016 ausgeübt, wodurch diese Anleihe nunmehr im Februar 2017 getilgt werden wird. Ein Teil der Tilgung, wird mit einer Ende Jänner 2017 gezogenen ÖKB Kreditlinie in Höhe von 150.000 TEUR finanziert. Wienerberger verfügt auch für den umgetauschten Teil über eine Call Option, die erstmals in 2021 ausgeübt werden kann. Dies bedeutet, dass die Wienerberger AG über die Rückzahlung der Hybridanleihen frei entscheiden kann. Zusätzlich sind beide Hybridanleihen gegenüber allen bestehenden und zukünftigen Verbindlichkeiten nachrangig gestellt.

Die Wienerberger AG hat mit 18. April 2013 eine nicht konvertible, endfällige 7-jährige Anleihe mit 4,00% Verzinsung in der Höhe von 300.000 TEUR begeben.

Die Wienerberger AG hat mit 4. Juli 2011 eine nicht konvertible, endfällige 7-jährige Anleihe mit 5,25% Verzinsung in der Höhe von 100.000 TEUR begeben.

8. Eventualverbindlichkeiten und Haftungsverhältnisse

Haftungsverhältnisse liegen in folgendem Umfang vor:

31.12.2016 31.12.2015
in TEUR in TEUR
Garantien
Kreditlinien 88.000
Nachschussverpflichtung Pensionsrückstellung 80.000 81.075
Rekultivierungsverpflichtungen 55.190 5.318
Übrige 5.750 23.233
(davon für verbundene Unternehmen) 18.677
(159.617)
(197.626)
159.617 197.626

Die Wienerberger AG garantiert der Wienerberger S.p.A, Italien und der Wienerberger AS, Estland zumindest für die nächsten 12 Monate ab dem Datum der Gesellschafterversammlung die erforderliche finanzielle Unterstützung zur Fortführung des Betriebes.

Es bestanden Bankgarantien gegenüber Dritten bei der UniCredit Bank Austria AG in Höhe von 744 TEUR (Vorjahr: 810 TEUR).

Aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen bestanden auf Grund von Leasing-, Lizenz-, Miet- und Pachtverträgen Verpflichtungen in folgendem Umfang:

2016 2015
im folgenden Jahr 1.633
zwischen 1. u. 5 Jahren 1.465 6.349
2.990

9. Umsatzerlöse Unter den Umsatzerlösen werden Erlöse aus Leistungsbeziehungen mit Tochtergesellschaften der Wienerberger Gruppe in Höhe von 55.302 TEUR (Vorjahr: 47.150 TEUR) bzw. auch mit Gesellschaften außerhalb der Wienerberger Gruppe in Höhe von 531 TEUR (Vorjahr: 346 TEUR) ausgewiesen.

10. Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge resultierten im Wesentlichen aus Erlösen aus dem Abgang von Sachanlagevermögen, aus der Auflösung von sonstigen Rückstellungen, Weiterverrechnungen an Tochtergesellschaften sowie der Rückerstattung von Forschungsprämien.

11. Personalaufwand

Im Personalaufwand sind Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen in folgendem Ausmaß enthalten:

2016 2015
in TEUR in TEUR
Vorstände und leitende Angestellte 844
Andere Arbeitnehmer 2.170 605
752
2.922
1.449

Versicherungsmathematische Verluste von 1.559 TEUR (Vorjahr: 131 TEUR) wurden erfolgswirksam im Personalaufwand erfasst.

In Mitarbeitervorsorgekassen für Abfertigungen wurden 202 TEUR (Vorjahr: 170 TEUR) einbezahlt. Aus der Veränderung der Pensionsrückdeckungsversicherung resultierte ein Aufwand von 1 TEUR (Vorjahr: Ertrag 1 TEUR).

In den Gehältern waren Aufwendungen in Höhe von 151 TEUR (Vorjahr: 97 TEUR) für Dotierung und Erträge in Höhe von 33 TEUR (Vorjahr: 36 TEUR) für Auflösung der Jubiläumsgeldrückstellung enthalten.

Im Durchschnitt des Jahres 2016 wurden 207 (Vorjahr: 198) Angestellte beschäftigt.

Die Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder betrugen im Geschäftsjahr 4.616.979 EUR (Vorjahr: 4.156 TEUR), davon entfallen 1.264.285 EUR (Vorjahr: 1.248 TEUR) auf fixe Bestandteile. Die variablen Bestandteile teilen sich auf in eine kurzfristige Vergütungskomponente in Höhe von 1.264.285 EUR (Vorjahr: 1.248 TEUR), eine mittelfristige Vergütungskomponente in Höhe von 824.124 EUR (Vorjahr: 412 TEUR) und eine langfristige Vergütungskomponente in Höhe von 1.264.285 EUR (Vorjahr: 1.248 TEUR), welche in Abhängigkeit vom Erreichen der Zielvorgaben über zwei Jahre in drei gleich hohen Teilbeträgen ausbezahlt wird. An frühere Mitglieder des Vorstandes und ihre Hinterbliebenen wurden Zahlungen von 837.977 EUR (Vorjahr: 853 TEUR) geleistet. Die Aufsichtsratsvergütung belief sich 2016 (Auszahlung im

Jahr 2017) auf insgesamt 602.669 EUR (Vorjahr: 528 TEUR Auszahlung im Jahr 2016).

Aus dem LTI Programm wurden im Berichtsjahr 2016 dem Vorstand der Wienerberger AG insgesamt 77.600 (Vorjahr: 100.000) und den übrigen Teilnehmern insgesamt 60.500 virtuelle Anteile gewährt (Vorjahr: 63.500).

Haftungsverpflichtungen gegenüber Mitgliedern des Vorstands oder des Aufsichtsrats bestehen nicht, und es wurden auch keine Kredite an diese vergeben.

12. Erträge und Aufwendungen aus Beteiligungen Gewinnausschüttungen aus verbundenen Unternehmen werden grundsätzlich mit Datum des Gewinnausschüttungsbeschlusses vereinnahmt. Die Beteiligungserträge 2016 resultierten mit 33.000 TEUR (Vorjahr: 18.000 TEUR) aus einer phasengleichen Ausschüttung der Wienerberger Anteilsverwaltung GmbH, von anderen verbundenen Unternehmen waren im Geschäftsjahr 2016 Beteiligungserträge in Höhe von 43.079 TEUR (Vorjahr: 23.273 TEUR) enthalten.

Die Beteiligung an der Wienerberger A/S, Helsinge (Dänemark) wurde um einen Betrag von 2.200 TEUR zugeschrieben (Vorjahr: 0 TEUR).

Die Aufwendungen aus Beteiligungen betreffen die Abschreibungen auf Beteiligungen an der Wienerberger S.p.A., Bubano (Italien), Wienerberger Oy Ab, Helsinki (Finnland) und OOO Wienerberger Kurkachi, Kurkachi (Russland) mit einem Gesamtwert in Höhe von 25.317 TEUR (Vorjahr Wienerberger S.p.A., Bubano (Italien), Wienerberger A/S, Helsinge (Dänemark) und Wienerberger AS, Aseri (Estland) mit einem Gesamtwert in Höhe von 17.700 TEUR).

13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen In diesem Posten sind Zinskomponenten aus der Abzinsung von Sozialkapitalrückstellungen in Höhe von 368 TEUR (Vorjahr: 383 TEUR) enthalten.

14. Steuern vom Einkommen und Ertrag In ihrer Eigenschaft als Gruppenträger ist die Wienerberger AG Empfängerin von Steuerumlagen von gewinnerzielenden inländischen Tochtergesellschaften. Aus positiven und negativen Steuerumlagen die das Jahr 2016 betreffen resultierte ein Steueraufwand von 8.577 TEUR (Vorjahr: Steueraufwand 13.218 TEUR).

Im Berichtsjahr betrug der gesamte Aufwand aus der Umlage der Steuergruppe 9.449 TEUR. Darin waren die Steuerumlage 2016 und die Korrekturen aus Vorjahren enthalten, im Vorjahr 2015 stand ein Steuerertrag durch erhöhte Umlagen der Steuergruppe in Österreich von 14.442 TEUR zu Buche.

15. Honorar Abschlussprüfer Gemäß § 237 Z 14 UGB wird auf die Aufschlüsselung der Aufwendungen für die Abschlussprüfung, für andere Bestätigungsleistungen, für Steuerberatungsleistungen und für sonstige Leistungen verzichtet. Die Angabe erfolgt im Konzernabschluss der Wienerberger AG.

16. Wesentliche Ereignisse nach dem

Bilanzstichtag Nach dem Bilanzstichtag gab es keine wesentlichen Ereignisse.

17. Ergebnisverwendung Der Vorstand schlägt vor, aus dem Bilanzgewinn in Höhe von 32.345.528 EUR einen Betrag von 31.578.248,25 EUR auszuschütten und den verbleibenden Betrag von 767.279,75 EUR auf neue Rechnung vorzutragen.

18. Aufsichtsrat und Vorstand der Wienerberger AG

AUFSICHTSRAT

DDr. Regina Prehofer, Vorsitzende Peter Johnson, Stellvertreter der Vorsitzenden Mag. Harald Nograsek, Stellvertreter der Vorsitzenden Dr. Wilhelm Rasinger Franz-Josef Haslberger Christian Jourquin Dr. Myriam Meyer Caroline Grégoire Sainte Marie Claudia Schiroky *) Gerhard Seban *) Gernot Weber *)

*) vom Betriebsrat delegiert

VORSTAND Dr. Heimo Scheuch, Vorsitzender Willy Van Riet

Der Vorstand der Wienerberger AG

Wien, am 10. März 2017

Heimo Scheuch Willy Van Riet Vorsitzender des Vorstands Mitglied des Vorstands,

verantwortlich für den Bereich Finanzen

Anlage 1

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2016:

Anschaffungs- oder Herstellungkosten
in TEUR Stand am
1.1.2016
Zugänge Umbu
chungen
Abgänge Stand am
31.12.2016
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche
Rechte und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen
39.325 1.258 25 0 40.608
2. Geleistete Anzahlungen 0 10 0 0 10
39.325 1.268 25 0 40.619
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten,
einschließlich der Bauten auf fremdem Grund
20.759 154 0 0 20.913
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 10.568 1.389 0 599 11.358
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 25 0 -25 0 0
31.352 1.543 -25 599 32.270
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 3.171.093 21.141 0 21.293 3.170.941
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 735.869 91.691 0 91.707 735.853
3. Beteiligungen 6.440 0 0 0 6.440
4. Wertpapiere und Wertrechte des Anlagevermögens 4.913 0 0 1 4.911
3.918.314
3.988.990
112.832
115.643
0
0
113.002
113.601
3.918.144
3.991.033
zu II./1. Beb. Grundst.u.Bauten a.fr.Grund
Grundwert 72 0 0 0 72
Gebäudewert 1.811 0 0 0 1.811
Unbebaute Grundstücke 1.883
18.876
0
154
0
0
0
0
1.883
19.030
20.759 154 0 0 20.913
kumulierte Abschreibungen
Stand am 1.1.2016 Zugänge Zuschreibungen Abgänge Stand am
31.12.2016
Buchwert am
31.12.2016
Buchwert am
31.12.2015
34.886 1.378 0 0 36.264 4.345 4.439
0 0 0 0 0 10 0
34.886 1.378 0 0 36.264 4.355 4.439
1.427 17 0 0 1.443 19.469 19.332
8.352 916 0 589 8.678 2.680 2.216
0 0 0 0 0 0 25
9.778 933 0 589 10.121 22.149 21.573
431.238 25.317 2.200 0 454.355 2.716.585 2.739.854
0 0 0 0 0 735.853 735.869
0 0 0 0 0 6.440 6.440
125 17 0 0 142 4.770 4.788
431.363 25.334 2.200 0 454.497 3.463.647 3.486.950
476.027 27.644 2.200 589 500.882 3.490.151 3.512.963
0 0 0 0 0 72 72
1.406 15 0 0 1.420 390 405
1.406 15 0 0 1.420 462 477
21 2 0 0 23 19.007 18.855

1.427 17 0 0 1.443 19.469 19.332

Anlage 2

Zusammensetzung und Entwicklung der Rückstellungen im Geschäftsjahr 2016:

in TEUR Stand am Stand am
1. Rückstellung für Abfertigungen 1.1.2016
5.322
Verwendung Auflösung
203
Zuweisung
1.349
31.12.2016
6.467
2. Rückstellung für Pensionsverpflichtungen 18.432 880 818 18.369
3. Steuernrückstellungen 1.656 1.656 95 95
4. Jubiläumsgeldrückstellungen 541 12 48 159 641
5. Urlaubsrückstellungen 2.048 144 501 2.405
6. Sonstige Rückstellungen
Personalrückstellungen 11.172 7.032 1.737 6.291 8.695
Aufsichtsratvergütungen 500 500 553 553
Rechts- und Beratungskosten 407 397 10 715 715
Übrige 10.731 4.596 457 3.078 8.756
Summe 22.810
50.810
12.525
15.217
2.203
2.454
10.636
13.557
18.718
46.696

Wienerberger AG, Wien Bericht über die Prüfung des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2016 10. März 2017

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Jahresabschluss

Prüfungsurteil

Wir haben den Jahresabschluss der

Wienerberger AG, Wien,

bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2016, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft.

Nach unserer Beurteilung entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2016 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen

Das Risiko für den Abschluss

Die Anteile an verbundenen Unternehmen mit einem Buchwert in Höhe von 2.717 Mio EUR stellen 71 % des ausgewiesenen Vermögens im Jahresabschluss der Wienerberger AG dar. Der Vorstand beschreibt im Anhang in den "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im Abschnitt "1. Anlagevermögen" die Vorgehensweise zur Bewertung; in den "Erläuterungen zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung" Abschnitt "1. Anlagevermögen" sind die Aufgliederungen zu den Anteilen an verbundenen Unternehmen ersichtlich.

Für sämtliche Anteile an verbundenen Unternehmen wird von der Gesellschaft beurteilt, ob Anhaltspunkte für einen wesentlich gesunkenen beizulegenden Wert vorliegen. Dabei wird überprüft, ob einerseits eine wesentliche statische Unterdeckung bei der Gegenüberstellung des Beteiligungsansatzes mit dem anteiligen Eigenkapital des verbundenen Unternehmens zum Bewertungsstichtag vorliegt oder ob andererseits externe und interne Einflussfaktoren vorliegen, die eine erhebliche Wertveränderung auslösen können. Im Anlassfall wird eine Unternehmensbewertung auf Basis von diskontierten Netto-Zahlungsmittelzuflüssen ermittelt.

Das Risiko für den Jahresabschluss ergibt sich daraus, dass den Beteiligungsbewertungen in bedeutendem Ausmaß Annahmen und Schätzungen zu Grunde liegen, aus denen sich Schätzunsicherheiten hinsichtlich der Höhe der Vermögenswerte ergeben.

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung

Wir haben die vom Unternehmen durchgeführte Analyse der statischen Unterdeckung sowie der sonstigen externen und internen Einflussfaktoren für sämtliche Beteiligungen an verbundenen Unternehmen nachvollzogen. Wenn ein Auslöser für eine Werthaltigkeitsprüfung vorlag, haben wir unter Einbeziehung unserer Bewertungsspezialisten die vom Unternehmen vorgenommene Unternehmensbewertung beurteilt.

Um die Angemessenheit der zugrunde gelegten internen Planungen beurteilen zu können, haben wir uns ein Verständnis über den Planungsprozess verschafft und die der Bewertung zugrunde gelegten Planungsdaten mit der aktuellen und vom Aufsichtsrat genehmigten Mittelfristplanung abgeglichen. Im Zusammenhang mit der Budgeterstellung und der Budgetgenehmigung haben wir das Design und die Implementierung der internen Kontrollen, die als Basis für die interne Planung des Top Managements für den Planungshorizont 2017 – 2020 dienen, beurteilt.

Darüber hinaus haben wir die Annahmen betreffend Wachstumsraten und operative Ergebnisse in Gesprächen mit dem Vorstand und dem jeweiligen Business Unit Management erörtert. In diesem Zuge haben wir beurteilt, wie historische Erfahrungen die Planung des Managements beeinflussen und ob eine Planungstreue gegeben ist.

Zusätzlich haben wir die Vorgehensweise zur Beteiligungsbewertung sowie zur Ermittlung der Kapitalkostensätze beurteilt. Durch Sensitivitätsanalysen haben wir überprüft, ob die getesteten Buchwerte bei möglichen realistischen Veränderungen der Annahmen noch durch den jeweiligen Bewertungsansatz gedeckt sind. Die zur Festlegung der Kapitalkostensätze herangezogenen Annahmen haben unsere Bewertungsspezialisten durch Abgleich mit markt- und branchenspezifischen Richtwerten auf Angemessenheit geprüft. Die rechnerische Richtigkeit des Berechnungsschemas haben wir nachvollzogen.

Darüber hinaus haben wir die Beurteilung des Vorstands, ob eine Zuschreibung von in den Vorjahren wertgeminderten Beteiligungen sachgerecht ist, kritisch gewürdigt.

Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.

Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.

Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses

Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.

Darüber hinaus gilt:

  • Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher beabsichtigter oder unbeabsichtigter – falscher Darstellungen im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
  • Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.

  • Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.

  • Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
  • Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
  • Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben und uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte austauschen, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
  • Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Bericht zum Lagebericht

Der Lagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.

Urteil

Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden enthält die nach § 243a UGB zutreffenden Angaben, und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.

Erklärung

Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld haben wir keine wesentlichen fehlerhaften Angaben im Lagebericht festgestellt.

Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Die für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüferin ist Frau Lieve Van Utterbeeck.

Wien, am 10. März 2017

KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Lieve Van Utterbeeck Wirtschaftsprüferin

Impressum

Medieninhaber (Verleger) Wienerberger AG A-1100 Wien, Wienerberg City, Wienerbergstraße 11 T +43 1 601 92 0

Für Rückfragen Vorstand: Heimo Scheuch, CEO; Willy Van Riet, CFO Investor Relations: Klaus Ofner

Geschäftsbericht und Jahresfinanzbericht 2016, veröffentlicht am 29. März 2017 und vorgelegt in der 148. o. Hauptversammlung am 19. Mai 2017 in Wien, stehen auch auf der Website www.wienerberger.com zum Download zur Verfügung.

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