AI Terminal

MODULE: AI_ANALYST
Interactive Q&A, Risk Assessment, Summarization
MODULE: DATA_EXTRACT
Excel Export, XBRL Parsing, Table Digitization
MODULE: PEER_COMP
Sector Benchmarking, Sentiment Analysis
SYSTEM ACCESS LOCKED
Authenticate / Register Log In

Wienerberger AG

Annual Report May 17, 2018

769_10-k_2018-05-17_98d385f6-133f-42c7-85c0-e1ef0c56e3cb.pdf

Annual Report

Open in Viewer

Opens in native device viewer

Inhaltsverzeichnis

Wienerberger Konzern

Konzernlagebericht 1
Konzernabschluss 35
Erklärung des Vorstands 117

Wienerberger AG

Lagebericht der Wienerberger AG 125
Jahresabschluss der Wienerberger AG 142

Anmerkungen zum Bericht:

Operatives EBIT sowie Ergebnis je Aktie bereinigt sind um Wertminderungen / Wertaufholungen von Vermögenswerten und Firmenwertabschreibungen bereinigt. // ROCE und EVA® werden auf Basis des durchschnittlichen Capital Employed berechnet. // CFROI wird auf Basis des durchschnittlichen historischen Capital Employed berechnet. // Durch maschinelle Rechenhilfen können Rundungsdifferenzen entstehen.

Wirtschaftliches Umfeld und Kapitalmärkte

Wirtschaftliches Umfeld 2017

Der Aufschwung der globalen Wirtschaftstätigkeit verstärkte sich: Das globale Wachstum, das 2016 mit 3,2% das schwächste seit der globalen Finanzkrise war, stieg 2017 laut Internationalem Währungsfonds (IWF) auf 3,7%. Besonders erfreulich war die positive Entwicklung in Europa und Nordamerika, den Kernregionen der Wienerberger Gruppe. Die USA konnten dank starker Wachstumsraten im privaten Konsum sowie bei Investitionen ein Wirtschaftswachstum von 2,3% im Vergleich zu lediglich 1,5% im Vorjahr verbuchen. Bemerkenswert ist dieses BIP-Wachstum vor allem vor dem Hintergrund, dass die von Präsident Trump angekündigten Konjunkturimpulse wie Infrastrukturinvestitionen, höhere Mindestlöhne und niedrigere Steuern noch nicht im versprochenen Maße umgesetzt worden waren. In einem breit gestützten Wirtschaftsaufschwung befindet sich ebenso die Euro-Zone, welche in 2017 ein BIP-Wachstum von 2,4% (2016: 1,8%) verzeichnete, wobei alle großen Volkswirtschaften positive Wachstumsbeiträge beisteuern konnten. Deutschland, Frankreich und sogar das in den letzten Jahren von schwachen Konjunkturdaten gekennzeichnete Italien verzeichneten allesamt deutlich bessere Wachstumsraten als im Vorjahr. In Großbritannien kam es aufgrund der Brexit-Thematik zu einem Rückgang des Wirtschaftswachstums auf 1,7% (Vorjahr: 1,9%). Mit einem Plus von ganzen zwei Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr zeigten die Volkswirtschaften Osteuropas, welche ebenso zu den Kernmärkten der Wienerberger Gruppe zählen, besonders starkes Wachstum.

Das Jahr 2017 war aufgrund von anstehenden Wahlen in Europa, der Angelobung der Trump-Administration sowie den fortschreitenden Brexit-Verhandlungen von politischen Unsicherheiten geprägt. Sowohl in Frankreich als auch in den Niederlanden konnten sich pro-europäische Kräfte behaupten, was Kommentatoren als Zeichen für Stabilität in Europa werteten. Bei der überraschenden Ausrufung von Neuwahlen in Großbritannien verlor die Partei von Premierministerin Theresa May ihre absolute Mehrheit, was ihren Handlungsspielraum in den laufenden Brexit-Verhandlungen einschränkt. Die USA zogen sich wenige Tage nach der Angelobung von Präsident Donald Trump aus dem Pazifik-Freihandelsabkommen TPP zurück und beschlossen weiters, aus dem Pariser Klimaschutzabkommen auszusteigen. Maßnahmen wie diese

sorgten global für politische Resonanzen und wurden als Beleg für eine Neuinterpretation der geopolitischen Positionierung der USA gesehen.

Geldpolitisch erhöhte die US-amerikanische Notenbank FED 2017 erwartungsgemäß ihren Leitzins, der sich nun in einer Spanne von 1,25 bis 1,50% bewegt. Für 2018 stellt die FED weitere drei Zinserhöhungen in Aussicht. Die europäische Zentralbank EZB beließ den Leitzins während des gesamten Jahres 2017 auf dem historischen Tief von 0,0% und weitet ihr Anleihenportfolio im Gegensatz zur FED weiter aus. Das Volumen des Anleihenkaufprogramms wurde jedoch im Jänner 2018 auf monatlich 30 Mrd. € halbiert. Ob das Kaufprogramm tatsächlich mit September 2018 auslaufen wird, ist nach wie vor ungewiss. Der Markt erwartet erst 2019 eine erste Zinserhöhung der EZB. Im Gegensatz zur weiterhin expansiven Geldpolitik der EZB erhöhte die Bank of England erstmals seit 2007 ihren Leitzins.

Prognosen 2018

Für 2018 prognostiziert der IWF einen leichten Anstieg des globalen Wirtschaftswachstums auf 3,9%. Für die USA wird eine Verbesserung um 0,4 Prozentpunkte auf 2,7% in Aussicht gestellt. Demgegenüber soll das Wachstum der Wirtschaftsleistung sowohl in der Eurozone mit 0,2 Prozentpunkten auf 2,2% als auch für die osteuropäischen Volkswirtschaften mit 1,2 Prozentpunkten auf 4,0% rückläufig sein. Auch für Großbritannien prognostiziert der IWF eine weitere Abkühlung um 0,2 Prozentpunkte auf 1,5%.

Auswirkungen auf die Aktienmärkte

Aufgrund der von Präsident Trump angekündigten Maßnahmenpakete, wie Infrastrukturprogramme und die Senkung der Steuern auf Unternehmensgewinne, startete der US-Aktienmarkt optimistisch in das Börsejahr. Verbesserte Stimmungsumfragen sowohl bei Unternehmen als auch Konsumenten, starke Einkaufsmanagerindizes und steigende Unternehmensgewinne boten ein generell positives Marktumfeld. Der europäische Aktienmarkt entwickelte sich zu Jahresbeginn vor dem Hintergrund politischer Risiken und des unter Druck geratenen Finanzsektors volatiler, bevor zur Jahresmitte moderate Inflationsraten und ausgeräumte politische Risiken den Blick auf

die positiven Fundamentaldaten der Unternehmen frei machten.

Das Spektrum der globalen Aktienmärkte zeigte 2017 ein deutlich positives Bild. Nahezu alle wichtigen Leitindizes konnten das vergangene Jahr mit einem zweistelligen Zuwachs beenden. Zu Jahresende schloss der Dow Jones Industrial Average mit einem Kursplus von 25,1%. Der S&P 500 ging mit 19,4% und der Leitindex der Technologiebörse NASDAQ mit 31,5% aus dem Handel. In Europa konnte der EURO STOXX 50 das Börsenjahr 2017 mit einer Performance von 6,5% beenden. Trotz der sich als schwierig erweisenden Brexit-Verhandlungen schloss der britische Index FTSE 100 mit einer positiven Entwicklung von 7,6%. In Kontinentaleuropa schlossen sowohl der deutsche als auch der französische Leitindex DAX und CAC40 mit einer positiven Performance von 12,5% bzw. 9,3%. Der ATX verzeichnete dank des stark performenden Finanzsektors mit 30,6% wie bereits letztes Jahr die stärkste Kursentwicklung am europäischen Aktienmarkt.

Wohnbaumarkt in Europa

Drei wesentliche Indikatoren für die Analyse und Prognose der Wohnbautätigkeit in einer Region sind Baugenehmigungen, Baubeginne und Fertigstellungen. Diese Indikatoren zeichneten im Jahr 2017 ein ermutigendes Bild für Europa. Die Baugenehmigungen, die einen Vorlaufindikator darstellen, stiegen laut Einschätzung der Branchenbenchmark Euroconstruct in jenen der erfassten 19 Länder, in denen Wienerberger tätig ist, um 7,2%. Um die Aussagekraft der Euroconstruct-Prognosen zu erhöhen, stellt unsere Analyse auf gewichtete Wachstumsraten ab. Zu diesem Zweck wurden die prognostizierten Landeswachstumsraten von Euroconstruct mit den Umsatzanteilen in unserem Ziegelgeschäft gewichtet. Im Ein- und Zweifamilienwohnbau, in dem Wienerberger über besonders starke Marktpositionen verfügt, stiegen die gewichteten Baugenehmigungen um 4,3%. Allerdings hat die Prognosekraft der Baugenehmigungen in den letzten Jahren merklich abgenommen. Infolgedessen führen erteilte Baugenehmigungen nicht mehr im gleichen Ausmaß zu Baubeginnen und Baufertigstellungen. Für 2018 prognostiziert Euroconstruct mit 4,0% eine leichte Steigerung der Baubeginne von Ein- und Zweifamilienhäusern in unseren relevanten Märkten. Der nachlaufende Indikator der Baufertigstellungen beziffert das gewichtete Wachstum im Einund Zweifamiliensegment für das Jahr 2017 mit 9,2%. In Summe bestätigen diese Indikatoren die voranschreitende Erholung des europäischen Wohnungsneubaus.

Die Renovierungstätigkeit im Wohnbausegment wird vorwiegend durch Statistiken zu den Renovierungsausgaben erfasst. Dieser sehr breit gefasste Indikator zeigte 2017 gemäß Euroconstruct einen gewichteten Anstieg um 1,9%. Für unser Ziegelgeschäft ist insbesondere die Sanierung von Steildächern, die häufig mit einer Verbesserung der thermischen Leistung einhergeht, das wesentlichste Teilsegment des Renovierungsmarktes.

Infrastrukturmarkt in Europa

Die europäischen Investitionsausgaben für Infrastrukturprojekte zeigten im Jahr 2017 ein freundliches Bild. Für die Analyse der Infrastrukturausgaben dienen die Umsatzanteile der Märkte in der Division Pipes & Pavers Europe als Gewichtungsfaktoren der Landeswachstumsraten. Gemäß Einschätzung von Euroconstruct sind die gewichteten Infrastrukturausgaben in den relevanten westeuropäischen Märkten um 5,1% angestiegen. Während die vier unter Beobachtung stehenden osteuropäischen Märkte Polen, Tschechien, Ungarn und die Slowakei im Jahr 2016 einen Rückgang der Investitionsausgaben von 10% hinnehmen mussten, wuchs die Region im Berichtsjahr um 10,4%. Dies lässt sich vorrangig durch die merkliche Belebung bei EU-geförderten Infrastrukturprojekten erklären, wobei sich insbesondere in der zweiten Jahreshälfte ein deutlicher Anstieg der Ausschreibungstätigkeit bemerkbar machte, was für das Jahr 2018 auf weitere Zuwächse schließen lässt. Insgesamt zeigten die europäischen Infrastrukturausgaben in den für Wienerberger relevanten Märkten ein moderates gewichtetes Wachstum von 6,8%.

Im Teilsegment Wassermanagement, das rund 16% der Infrastrukturausgaben repräsentiert und das den für unser Rohrgeschäft wichtigen Markt für Frisch- und Abwassersysteme beinhaltet, stiegen die Ausgaben laut gewichteter Prognose um 2,9%. Das Telekommunikationssegment wies 2017 mit 1,6% eine leicht steigende Bauleistung auf und im Segment Energie legten die Investitionen um 4,0% zu. Im Straßenbau wiesen sowohl West- als auch Osteuropa ein gewichtetes Wachstum in Höhe von 6,7% bzw. 11,2% auf.

Wohnbaumarkt in den USA

Im Jahr 2017 stiegen in den USA die Baubeginne laut U.S. Census Bureau um 2,4% auf 1,201 Mio. Wohneinheiten und die Fertigstellungen verzeichneten einen Zuwachs um 8,7% auf 1,152 Mio. Wohneinheiten. Baugenehmigungen wurden für 1,263 Mio. Wohneinheiten ausgestellt, was einem Anstieg um 4,7% im Jahresvergleich entspricht. Dabei überstiegen 2017 zum zweiten Mal in Folge seit Beginn der Finanzkrise die Zuwachsraten im Einfamiliensegment die Aktivität im Mehrfamiliensegment. Besonders deutlich fiel die Veränderung der Dynamik beim Vorlaufindikator der Baugenehmigungen aus, der einen Anstieg um 8,9% im Einfamiliensegment und einen Rückgang um -2,6% im Mehrfamiliensegment auswies.

Die National Association of Home Builders (NAHB) erwartet für 2018 einen Anstieg der Baubeginne um 2,7% auf 1,248 Mio. Wohneinheiten. Dieser ist vor allem auf einen Zuwachs im Einfamiliensegment in Höhe von 4,5% zurückzuführen, wohingegen für das Mehrfamiliensegment ein Rückgang um 1,6% prognostiziert wird. Die Einschätzung von McGraw Hill Construction - Dodge ist mit 1,275 Mio. Wohneinheiten noch optimistischer.

Der NAHB/Wells Fargo Housing Market Index spiegelt die gegenwärtige Einschätzung von Hausverkäufen durch Bauunternehmer und Entwickler sowie deren Erwartungen für die nächsten sechs Monate wider. Dieser Index betrug im Dezember 74 Punkte und verbesserte sich im Vergleich zum Wert aus dem Schlussmonat des Vorjahres um 5 Punkte. Damit rangiert der Index deutlich über der Marke von 50, die anzeigt, dass die Mehrzahl der Marktteilnehmer den Ausblick positiv einschätzt. Die Verkaufspreise legten gemäß S&P/Case-Shiller 20-City Composite Home Price Index in den 12 Monaten bis einschließlich Dezember 2017 um 6,30% zu.

Die Benchmark für Fixzinssätze von Hypothekarkrediten mit 30 Jahren Laufzeit sank auf 3,95% und verzeichnete im Vergleich zum Jahresende 2016 einen Rückgang um 25 Basispunkte. Damit verblieb dieser Indikator auf einem im langfristigen Vergleich sehr geringen Niveau und macht die Aufnahme von lang laufenden Fixzinskrediten nochmals attraktiver.

In Summe unterstreicht die große Zahl positiver Indikatoren zum US-Häusermarkt, dass für 2018 mit einer Fortsetzung des Wachstums zu rechnen ist.

Quellen: IMF (World Economic Outlook, Jänner 2018), U.S. Census Bureau, Euroconstruct, NASDAQ, Freddie Mac Primary Mortgage Market Survey, McGraw Hill Construction - Dodge, NAHB, NAHB/Wells Fargo Housing Market Index, S&P/Case-Shiller 20-City Composite Home Price Index

Ergebnis- und Bilanzanalyse

Ertragslage

Die Wienerberger Gruppe erzielte 2017 Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis:

  • › Umsatz um 5% auf 3.119,7 Mio. € gesteigert (Vorjahr: 2.973,8 Mio. €)
  • › EBITDA um 3% auf 415,0 Mio. € erhöht (Vorjahr: 404,3 Mio. €)
  • › Organischer Anstieg des EBITDA um 7% auf 407,9 Mio. €
  • › Geschäftsentwicklung von Absatzwachstum, gestiegenen Durchschnittspreisen und kontinuierlicher Verbesserung der Kostenstruktur begünstigt

Wienerberger erzielte in der Division Clay Building Materials Europe einen um 6% verbesserten Außenumsatz in Höhe von 1.787,0 Mio. € (Vorjahr: 1.681,2 Mio. €) und profitierte von Absatzwachstum und erhöhten Durchschnittspreisen. Infolgedessen verbesserte sich das EBITDA im Jahresvergleich deutlich um 12% auf 324,3 Mio. € (Vorjahr: 290,7 Mio. €). Im Berichtssegment Clay Building Materials Eastern Europe verzeichneten wir in fast allen Ländern Zuwächse im operativen Geschäft, während das Berichtssegment Clay Building Materials Western Europe von unterschiedlichen regionalen Trends geprägt war. Zuwächsen im Wohnungsneubau in Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden standen eine verhaltene Dynamik in Deutschland und Verzögerungen der Bauausführung in Belgien infolge von Lieferengpässen bei Dämmmaterialien gegenüber. In Summe steigerten wir in beiden Berichtssegmenten Außenumsatz und organisches EBITDA deutlich.

In der Division Pipes & Pavers Europe verbesserte sich der Außenumsatz mit 1.014,2 Mio. € um 3% (Vorjahr: 988,2 Mio. €), während das EBITDA von 98,5 Mio. € im Vorjahr auf 69,7 Mio. € zurückging. In dieser Division

erzielten wir im Kunststoffrohrgeschäft in Osteuropa sowie in unseren Aktivitäten mit Betonflächenbefestigungen und keramischen Rohren Ergebniszuwächse. Der Ergebnisrückgang ist auf das westeuropäische Kunststoffrohrgeschäft zurückzuführen, in dem schwache Nachfrage im internationalen Projektgeschäft, gestiegene Rohstoffkosten sowie ein herausforderndes Geschäftsumfeld in Frankreich das Ergebnis belasteten. Darüber hinaus hatten die im französischen Geschäft eingeleiteten Strukturanpassungen Kosten in Höhe von 12 Mio. € zur Folge.

In der Division North America profitierten wir im Ziegelgeschäft vom Anstieg der Wohnbautätigkeit in den USA und nutzten die anhaltend starke Nachfrage in Kanada für Mengenwachstum. Auch das Kunststoffrohrgeschäft der Division zeigte sich stark verbessert und konnte im abgelaufenen Jahr den Absatz deutlich steigern. Insgesamt stieg der Außenumsatz der Division im vergangenen Jahr um 5% auf 308,7 Mio. € (Vorjahr: 292,7 Mio. €) und das EBITDA ging leicht auf 32,0 Mio. € (Vorjahr: 32,7 Mio. €) zurück. Allerdings ist die Vergleichbarkeit der operativen Ergebnisse der beiden Jahre durch den Wegfall von Effekten aus Verkäufen nicht betriebsnotwendiger Liegenschaften sowie durch negative Fremdwährungseffekte im abgelaufenen Geschäftsjahr eingeschränkt. Darüber hinaus veräußerten wir am Jahresende 2016 zwei Produktionsstandorte für Betonprodukte in den Bundesstaaten Colorado und Wyoming gewinnbringend. Bereinigt um diese Effekte sowie um Einmalkosten verzeichnete die Division eine deutliche organische Ergebnisverbesserung.

Das EBITDA der Gruppe lag mit 415,0 Mio. € um 3% über dem Vorjahr. Neben einer deutlichen organischen Verbesserung entfielen 22,8 Mio. € auf Erträge aus dem Verkauf nicht betriebsnotwendiger Liegenschaften sowie 1,3 Mio. € auf Konsolidierungseffekte aus dem Ergebnisbeitrag von Zukäufen. Dem standen negative Wechselkursdifferenzen in Höhe von 5,0 Mio. € vorwiegend aus dem britischen Pfund und der türkischen Lira gegenüber, die teilweise durch positive Effekte aus dem polnischen Zloty kompensiert wurden. Zudem hatten die im französischen Kunststoffrohrgeschäft eingeleiteten Strukturanpassungen Kosten in Höhe von 12 Mio. € zur Folge. In Summe verbesserte sich das bereinigte EBITDA um 7% auf 407,9 Mio. €.

EBITDA
in MEUR 2016 2017 Vdg. in %
Clay Building Materials Europe 290,7 324,3 +12
Pipes & Pavers Europe 98,5 69,7 -29
North America 32,7 32,0 -2
Holding & Others -17,6 -11,1 +37
Wienerberger Gruppe 404,3 415,0 +3

Die laufenden Abschreibungen auf das Sach- und immaterielle Anlagevermögen beliefen sich auf 189,6 Mio. € (Vorjahr: 191,3 Mio. €). Die operative Abschreibungstangente sank damit auf 6,1% (Vorjahr: 6,4%). Dieser relativ hohe Wert ist ein Indikator für die Anlagenintensität und das technische Potenzial der Wienerberger Gruppe. Darüber hinaus wurden Wertminderungen des Sachanlagevermögens in Höhe von 41,4 Mio. € (Vorjahr: 19,7 Mio. €)

sowie von immateriellen Vermögenswerten und Firmenwerten in Höhe von 6,4 Mio. € (Vorjahr: 6,9 Mio. €) vorgenommen. Wertaufholungen beliefen sich auf 1,1 Mio. € (Vorjahr: 4,3 Mio. €).

Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank infolge der gestiegenen Wertminderungen des Sachanlagevermögens im Berichtsjahr auf 178,7 Mio. € (Vorjahr: 190,6 Mio. €).

Rentabilitätskennzahlen
in % 2016 2017
Bruttoergebnis zu Umsatz 32,4 32,9
Verwaltungskosten zu Umsatz 6,3 6,5
Vertriebskosten zu Umsatz 19,3 19,1
EBITDA-Marge 13,6 13,3
Operative EBIT-Marge 6,6 6,2

Finanzergebnis und Steuern

Das Finanzergebnis entwickelte sich mit -33,8 Mio. € annähernd stabil (Vorjahr: -32,1 Mio. €). Der leichte Rückgang des Zinsergebnisses erklärt sich aus der Rückführung einer Hybridanleihe am Jahresanfang 2017. Die Tilgung der Hybridanleihe mit einem Fixzins von 6,5% wurde durch die verstärkte Nutzung revolvierender Kreditlinien mit Finanzierungskosten von unter 2,0% und durch liquide Mittel finanziert. Die Folge war im Jahr 2017 ein Nettozinsaufwand von -36,2 Mio. € (Vorjahr: -34,4 Mio. €). Dieser Entwicklung stand allerdings eine

deutliche Senkung der Kosten für Hybridkapital von 31,5 Mio. € auf 14,1 Mio. € gegenüber. Die Ergebnisübernahme von assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen ging im Jahresvergleich von 6,7 Mio. € auf 4,2 Mio. € zurück. Das sonstige Finanzergebnis war mit -1,9 Mio. € negativ (Vorjahr: -4,3 Mio. €) und beinhaltete neben Bewertungseffekten in Höhe von -0,6 Mio. € vor allem Bankspesen in Höhe von -2,4 Mio. €, denen Dividendenerträge und sonstige Effekte von 1,1 Mio. € gegenüberstanden.

Das Ergebnis vor Ertragsteuern ging im vergangenen Jahr vor allem aufgrund erhöhter Wertminderungen des Sachanlagevermögens von 158,5 Mio. € im Vorjahr auf 144,9 Mio. € zurück.

Gewinn- und Verlustrechnung
in MEUR
2016 2017 Vdg. in %
Umsatzerlöse 2.973,8 3.119,7 +5
Herstellkosten -2.011,2 -2.093,7 -4
Vertriebs- und Verwaltungskosten 1) -760,5 -798,9 -5
Sonstige betriebliche Aufwendungen -69,1 -92,3 -34
Sonstige betriebliche Erträge 64,8 59,4 -8
Operatives Betriebsergebnis (EBIT operativ) 197,7 194,2 -2
Wertminderungen von Vermögenswerten -4,5 -10,2 <-100
Firmenwertabschreibungen -6,9 -6,3 +8
Wertaufholungen von Vermögenswerten 4,3 1,1 -75
Betriebsergebnis (EBIT) 190,6 178,7 -6
Finanzergebnis 2) -32,1 -33,8 -5
Ergebnis vor Steuern 158,5 144,9 -9
Ertragsteuern -43,2 -4,2 +90
Ergebnis nach Steuern 115,3 140,6 +22

1) inklusive Transportaufwendungen // 2) inklusive at-equity Ergebnis

Der laufende Ertragsteueraufwand stieg im Berichtsjahr vor allem aufgrund der guten Ergebnisentwicklung im Segment Clay Building Materials Western Europe sowie infolge aufgebrauchter Verlustvorträge auf 45,0 Mio. € (Vorjahr: 40,5 Mio. €). Dem laufenden Ertragsteueraufwand standen positive Effekte aus der Aktivierung latenter Steuern von insgesamt 40,8 Mio. € gegenüber, die zum Großteil auf das Segment North America entfielen.

Das Ergebnis nach Ertragsteuern verbesserte sich signifikant von 115,3 Mio. € im Vorjahr auf 140,6 Mio. €. Diese Entwicklung ist neben dem deutlichen operativen Wachstum auf den niedrigeren Steueraufwand zurückzuführen. Das Nettoergebnis errechnet sich nach Abzug des auf Anteile in Fremdbesitz entfallenden Ergebnisses von 3,4 Mio. € sowie nach Berücksichtigung des jährlichen Hybridkupons in Höhe von 14,1 Mio. €, der infolge der Refinanzierung einer Hybridanleihe deutlich gesunken ist (Vorjahr: 31,5 Mio. €). In Summe verbesserte sich das Nettoergebnis von 82,0 Mio. € auf 123,2 Mio. €, was einem Anstieg um 50% im Jahresvergleich entspricht. Da sich die gewichtete Aktienanzahl von 117,0 Mio. Stück nicht verändert hat (Vorjahr: 117,0 Mio. Stück), verbesserte sich das Ergebnis je Aktie ebenso deutlich auf 1,05 € (Vorjahr: 0,70 €).

Vermögens- und Finanzlage

Im abgelaufenen Jahr erhöhte sich die Bilanzsumme um 1% auf 3.659,9 Mio. €, was vorrangig auf den Anstieg des Umlaufvermögens zurückzuführen war, während das Anlagevermögen insgesamt leicht zurückging. Der Anstieg des Umlaufvermögens war primär auf höhere sonstige Forderungen aus dem Verkauf nicht betriebsnotwendiger Liegenschaften sowie gestiegene Vorräte und Lieferforderungen zurückzuführen.

Der Anteil des Anlagevermögens am Gesamtvermögen war im Jahresvergleich leicht rückläufig, wobei es innerhalb des Anlagevermögens zu Verschiebungen kam. Die immateriellen Vermögenswerte und Firmenwerte waren von einem Rückgang der Firmenwerte sowie einem Anstieg des sonstigen immateriellen Vermögens gekennzeichnet. Die Firmenwerte sanken aufgrund einer Wertminderung im Geschäft mit keramischen Abwasserrohren und negativen Fremdwährungseffekten. Der Rückgang des Sachanlagevermögens erklärt sich durch erhöhte Abschreibungen und Wertminderungen sowie durch Fremdwährungseffekte, die nur teilweise durch Anlagenzugänge kompensiert wurden. Am Stichtag betrug der Anteil der Sachanlagen am Capital Employed 62% (Vorjahr: 64%). Die Buchwerte der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien reduzierten sich durch Verkäufe sowie die laufende Abschreibung. Dem Rückgang des Anlagevermögens stand ein Anstieg aktiver latenter Steuern auf 44,0 Mio. € (Vorjahr: 17,4 Mio. €) gegenüber, der hauptsächlich der Aktivierung von Verlustvorträgen in der Division North America geschuldet war.

Das Working Capital (Vorräte + Nettokundenforderungen - Lieferverbindlichkeiten) erhöhte sich im abgelaufenen Jahr um 3% auf 534,3 Mio. € (Vorjahr: 519,7 Mio. €). Dieser Anstieg fällt geringer aus als das Umsatzwachstum von 5%, wodurch sich das Verhältnis des Working Capital zum Umsatz weiter verbesserte und mit 17,1% (Vorjahr: 17,5%) deutlich unter dem definierten Schwellenwert von 20% lag.

Zum Stichtag 31.12.2017 belief sich der Bestand an Zahlungsmitteln sowie an Wertpapieren und sonstigen finanziellen Vermögenswerten auf insgesamt 248,3 Mio. € (Vorjahr: 249,8 Mio. €) und blieb damit insgesamt auf dem Vorjahresniveau. Dabei gingen die liquiden Mittel

um 27,8 Mio. € zurück, während der Bestand an Wertpapieren insbesondere durch den Anstieg von Fondsveranlagungen und höhere Marktwerte von Derivaten zunahm. Diese Mittel sind Bestandteil einer starken Liquiditätsreserve zur Finanzierung des saisonalen Working-Capital-Bedarfs und der teilweisen Refinanzierung von Fälligkeiten im Jahr 2018.

Das Konzerneigenkapital erhöhte sich im vergangenen Jahr um 3% auf 1.911,2 Mio. € (Vorjahr: 1.849,0 Mio. €). Diese Veränderung war primär auf das stark verbesserte Ergebnis nach Ertragsteuern von 140,6 Mio. € zurückzuführen (Vorjahr: 115,3 Mio. €). Demgegenüber minderten Währungsumrechnungsdifferenzen von 48,2 Mio. €, der Abzug des Hybridkupons von 17,7 Mio. € und die Auszahlung der Dividende von 31,6 Mio. € das Eigenkapital. Im sonstigen Gesamtergebnis wurden Veränderungen der Hedgingreserven sowie Marktwertänderungen von AfS Finanzinstrumenten von insgesamt 14,0 Mio. € und versicherungsmathematische Gewinne nach Steuern im Zusammenhang mit leistungsorientierten Pensionsplänen und Abfertigungsvorsorgen in Höhe von 5,1 Mio. € erfasst.

Die passiven latenten Steuern sanken gegenüber dem Vorjahr von 80,8 Mio. € auf 71,6 Mio. €. Die langfristigen Personalrückstellungen verringerten sich insbesondere aufgrund des Rückganges von Pensionsverpflichtungen in Nordamerika, Großbritannien und der Schweiz auf 155,0 Mio. € (Vorjahr: 171,5 Mio. €). Da keine neuen leistungsorientierten Pensionszusagen abgeschlossen wurden bzw. die bestehenden Zusagen nach Möglichkeit in beitragsorientierte Zusagen umgewandelt werden, kommt es, abgesehen von gesetzlichen Änderungen oder Parameterveränderungen, tendenziell zu einer Verringerung der bilanzierten Pensionsverpflichtungen. Sonstige langfristige Rückstellungen, deren Hauptbestandteil Garantierückstellungen und Rekultivierungsverpflichtungen sind, erhöhten sich durch den Anstieg von Umwelt- sowie sonstigen Personalrückstellungen von 71,2 Mio. € auf 76,5 Mio. €. Die kurzfristigen Rückstellungen erhöhten sich durch Dotierungen für strukturelle Anpassungen im französischen Kunststoffrohrgeschäft sowie kurzfristige Personalrückstellungen auf 39,1 Mio. € (Vorjahr: 35,3 Mio. €). Der Anteil der gesamten Rückstellungen an der Bilanzsumme ging somit leicht auf 7% (Vorjahr: 8%) zurück.

Die verzinslichen Verbindlichkeiten (Finanzverbindlichkeiten) gingen um 66,7 Mio. € auf 814,7 Mio. € (Vorjahr: 881,4 Mio. €) zurück und enthalten Verbindlichkeiten gegenüber Banken, Anleihezeichnern und sonstigen Dritten von 806,1 Mio. € (Vorjahr: 869,4 Mio. €) sowie Derivate mit negativen Marktwerten von 8,6 Mio. € (Vorjahr: 12,0 Mio. €). Die Tilgungen der Finanzverbindlichkeiten wurden aus dem erwirtschafteten Free Cashflow

sowie dem Abbau liquider Mittel bestritten. Diesen Verbindlichkeiten stehen liquide Mittel und Wertpapiere von 248,3 Mio. € (Vorjahr: 249,8 Mio. €) und zugesagte Kreditlinien in Höhe von 400,0 Mio. € gegenüber, von denen zum Bilanzstichtag 323,0 Mio. € nicht gezogen waren. Von den verzinslichen Verbindlichkeiten in Höhe von 814,7 Mio. € haben 61% (Vorjahr: 55%) langfristigen und 39% (Vorjahr: 45%) kurzfristigen Charakter.

Berechnung der Nettoverschuldung 1)
in MEUR 2016 2017 Vdg. in %
Langfristige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 481,4 492,9 +3
Kurzfristige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 399,9 320,7 -20
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 0,1 1,1 >100
- Konzernforderungen und -verbindlichkeiten aus Finanzierung -18,3 -20,5 +12
- Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte -34,4 -58,5 +70
- Zahlungsmittel -197,0 -169,3 -14
Nettoverschuldung 631,6 566,4 -10

1) exklusive der Hybridanleihe 2014, welche gemäß IFRS im Eigenkapital ausgewiesen wird

Im Jahr 2017 stiegen die Zahlungsmittelabflüsse für Gesamtinvestitionen von 181,1 Mio. € auf 206,3 Mio. €. Dennoch ist es gelungen, die Nettoverschuldung zum 31.12.2017 im Vergleich zum Vorjahr um 10% auf 566,4 Mio. € zu senken (Vorjahr: 631,6 Mio. €). Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit sank im abgelaufenen Jahr aufgrund gestiegener gezahlter Steuern, höherer gezahlter Zinsen sowie des Anstiegs des Nettoumlaufvermögens auf 272,3 Mio. € (Vorjahr: 333,8 Mio. €). Aus Anlagenabgängen, vorwiegend von nicht betriebsnotwendigem Vermögen, flossen der Gruppe 28,8 Mio. € (Vorjahr: 42,1 Mio. €) zu. Diesen Zuflüssen standen Abflüsse für Investitionen und die Ausschüttung der Dividende in Höhe von 31,6 Mio. € (Vorjahr: 23,4 Mio. €) sowie die Zahlung des Hybridkupons von 29,9 Mio. € (Vorjahr: 32,5 Mio. €) gegenüber.

Mit Jahresende 2017 entsprach die Nettoverschuldung einem verbesserten Verschuldungsgrad von 29,6% (Vorjahr: 34,2%). Die Entschuldungsdauer lag am 31. Dezember 2017 bei 1,4 Jahren (Vorjahr: 1,6), die EBITDA-Zinsdeckung bei 11,5 (Vorjahr: 11,8).

2016 2017
in MEUR 2.460,0 2.459,2
in MEUR 631,6 566,4
in % 50,8 52,2
in % 34,2 29,6
in % 78,3 83,2
in % 17,5 17,1

Treasury

Im Februar 2017 erfolgte der angekündigte Rückkauf einer Hybridanleihe mit einem Nominale von 221,8 Mio. €. Die Refinanzierung dieser Anleihe war bereits im vierten Quartal 2016 mittels einer syndizierten Kreditlinie über 150 Mio. €, die Ende Januar 2017 gezogen wurde, sowie bestehender liquider Mittel sichergestellt worden. Mit dieser Maßnahme wurde einerseits die Kapitalstruktur der Wienerberger Gruppe angepasst, die diesen Teil des Nachrangkapitals nach der starken Reduktion der Finanzverbindlichkeiten nicht mehr benötigte. Andererseits verfolgte Wienerberger mit dem Ersatz der Hybridanleihe konsequent den Weg der letzten Jahre, der die Optimierung der Finanzierungskosten zum Ziel hatte. Gegenüber der Hybridanleihe, die eine fixe Verzinsung von 6,5% aufwies, beläuft sich die Verzinsung der aufgenommenen Bankfinanzierung auf 1,22%. Des Weiteren

wurde der Kupon der verbleibenden Hybridanleihe mit einem Nominalwert von 272,2 Mio. € mit Februar 2017 vereinbarungsgemäß von 6,5% auf 5,0% gesenkt.

Der saisonale Finanzierungsbedarf des Nettoumlaufvermögens wurde über die revolvierende Kreditlinie von 400,0 Mio. € gedeckt und der Cashflow der zweiten Jahreshälfte genutzt, um die Linie zum Jahresende wieder auf einen Ausnutzungsstand von 77,0 Mio. € zurückzuführen. Insgesamt lag das Nettozinsergebnis somit trotz Ersatz der als Eigenkapital ausgewiesenen Hybridanleihe durch Fremdkapital mit -36,2 Mio. € nur um 5% unter dem Vorjahreswert von -34,4 Mio. €. Demgegenüber stand ein wesentlicher Rückgang der Kosten für Hybridkapital von 31,5 Mio. € im Vorjahr auf 14,1 Mio. €.

Der Bestand liquider Mittel ging im Vergleich zum Vorjahr von 197,0 auf 169,3 Mio. € zurück und bildete zusammen mit Wertpapierpositionen und der zugesagten, aber nicht ausgenützten Kreditlinie von 323,0 Mio. € die Liquiditätsreserve der Gruppe zur Sicherstellung der Liquidität der folgenden 12 Monate. Die bestehende Liquidität wird kurzfristig für den saisonalen Lageraufbau im ersten Quartal sowie teilweise zur Tilgung von Fälligkeiten Verwendung finden und daher nicht längerfristig extern veranlagt. Infolgedessen kann die Problematik der aktuellen Zinslandschaft mit teilweise negativen Zinssätzen minimiert werden.

Die für Bankverträge und das Rating wichtigen Finanzkennzahlen zeigten 2017 eine gute Entwicklung. Durch die geringfügige Veränderung des Nettozinsergebnisses und die Rückführung der Nettoverschuldung aus dem positivem Nettocashflow verbesserte sich die Entschuldungsdauer (Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA) von 1,6 im Vorjahr auf nunmehr 1,4 und der Zinsdeckungsgrad entwickelte sich mit 11,5 (EBITDA / Nettozinsaufwand) annähernd stabil auf hohem Niveau.

Damit übertrafen wir das intern gesetzte Ziel, die Entschuldungsdauer am Ende des Jahres unter 2,0 zu halten, und verfügen über ausreichend Spielraum unter den extern vorgegebenen Schwellenwerten. Auch die von unserer Ratingagentur gesetzten Zielwerte für das Ba2 Rating der Wienerberger Gruppe konnten übertroffen werden.

Treasury Kennzahlen 31.12.2016 31.12.2017 Schwellenwert
Nettoverschuldung / EBITDA 1,6 1,4 <3,50
EBITDA / Zinsergebnis 11,8 11,5 >3,75

Zum Bilanzstichtag waren 66% der Finanzverbindlichkeiten fix verzinst. Den verbleibenden 34% an variabel verzinsten Verbindlichkeiten stehen teilweise variabel verzinste Veranlagungen gegenüber, wodurch das Zinsrisiko der Gruppe reduziert wird.

Fremdwährungsschwankungen schlagen sich bei Wienerberger aufgrund des lokalen Charakters des Geschäfts vorwiegend als Translationsrisiken und zu einem geringeren Ausmaß als Transaktionsrisiken nieder. Transaktionsrisiken werden im Konzern vorwiegend mit Termingeschäften abgesichert. Während der Großteil der Finanzierungen in Euro denominiert ist, betrachtet Wienerberger das bilanzielle Währungsrisiko anhand der Nettorisikoposition in den wichtigsten Währungen (kanadischer Dollar, Schweizer Franken, tschechische Krone, britisches Pfund, polnischer Zloty und US-Dollar) und sichert einen Teil des Risikos auf Basis von monatlichen

Sensitivitätstests mittels Zins-Währungsswaps ab. Finanzielle Forderungen an Tochterunternehmen des Konzerns in Fremdwährung werden unter Berücksichtigung ökonomischer Restriktionen mittels Zins-Währungsswaps gegen

Schwankungen abgesichert und stellen auf Konzernebene Translationssicherungen dar. Zum Bilanzstichtag bestanden Derivatpositionen in kanadischen Dollar, tschechischen Kronen, britischen Pfund, polnischen Zloty, US-Dollar und Schweizer Franken.

Cashflow

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit wurde durch die starke operative Entwicklung begünstigt. Der Rückgang auf 272,3 Mio. € (Vorjahr: 333,8 Mio. €) ist auf gestiegene gezahlte Steuern, höhere gezahlte Zinsen infolge der Refinanzierung einer Hybridanleihe sowie auf den wachstumsbedingten Anstieg des Nettoumlaufvermögens zurückzuführen. Dabei ist es uns nach dem starken Abbau des Working Capitals im Vorjahr erfolgreich gelungen, das Verhältnis von Working Capital zu Umsatz weiter zu verbessern und den Anstieg im Jahresvergleich unter dem Umsatzwachstum zu halten.

Der Zahlungsmittelabfluss für Gesamtinvestitionen lag mit 206,3 Mio. € (Vorjahr: 181,1 Mio. €) um 14% über dem Vorjahr und beinhaltete neben Erhaltungsinvestitionen auch Verbesserungen im Produktionsprogramm sowie externe Unternehmenskäufe. Im Cashflow aus der

Investitionstätigkeit beliefen sich die Mittelzuflüsse aus Anlagenverkäufen auf 28,8 Mio. € (Vorjahr: 42,1 Mio. €). Diese wurden vorwiegend im Rahmen des Programms zur Veräußerung nicht betriebsnotwendiger Liegenschaften realisiert. Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr ist vorwiegend auf Transaktionen am Jahresende zurückzuführen, für die der Mittelzufluss zum Bilanzstichtag noch nicht erfolgt war. Darüber hinaus umfasste der Cashflow aus der Investitionstätigkeit im Jahr 2017 auch Zuflüsse von Dividenden aus assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von 6,6 Mio. € (Vorjahr: 4,3 Mio. €).

Insgesamt erzielte Wienerberger im Jahr 2017 einen Free Cashflow (Zahlungsmittelzufluss aus dem Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit vermindert um den Cashflow aus der Investitionstätigkeit zuzüglich Wachstumsinvestitionen) von 152,5 Mio. € (Vorjahr: 246,5 Mio. €). Dieser wurde für Wachstumsinvestitionen in Höhe von 58,8 Mio. €, die Ausschüttung des Hybridkupons in Höhe von 29,9 Mio. € sowie einer Dividende von 31,6 Mio. € verwendet. Der verbleibende Cashflow verringerte die Nettofinanzverbindlichkeiten der Gruppe.

Cashflow Statement
in MEUR
2016 2017 Vdg. in %
Cashflow aus dem Ergebnis 317,9 302,4 -5
Veränderung Working Capital und Sonstiges 15,9 -30,1 <-100
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 333,8 272,3 -18
Normalinvestitionen (Instandhaltungen und technologische Weiterentwicklungen) -137,3 -147,5 -7
Wachstumsinvestitionen -43,8 -58,8 -34
Devestitionen und Sonstiges 50,0 27,6 -45
Cashflow aus Investitionstätigkeit -131,1 -178,7 -36
Wachstumsinvestitionen 43,8 58,8 +34
Free Cashflow 246,5 152,5 -38

Investitionen

Die Gesamtinvestitionen betrugen im Berichtsjahr 206,3 Mio. € (Vorjahr: 181,1 Mio. €) und beinhalten neben Akquisitionen und Investitionen in Werkserweiterungen vorwiegend Normalinvestitionen. Die Abgrenzung von Wachstums- und Normalinvestitionen richtet sich danach, ob durch eine Investition neue Märkte oder Produktsegmente erschlossen oder Kapazitäten erweitert werden. Instandhaltungsinvestitionen, Investitionen für technische Neuerungen oder für Produktionsanlagen für hochwertige Produkte werden unter den Normalinvestitionen ausgewiesen. Im Jahr 2017 fielen Wachstumsinvestitionen in Höhe von 43,1 Mio. € (Vorjahr: 17,5 Mio. €) für Akquisitionen sowie 15,7 Mio. € (Vorjahr: 26,3 Mio. €) für die Erweiterung von Werkskapazitäten an. Auf Normalinvestitionen entfielen im Geschäftsjahr 2017 somit 147,5 Mio. € (Vorjahr: 137,3 Mio. €) oder 67% der Ab-

schreibungen (Vorjahr: 66%). Von den Gesamtinvestitionen entfielen im Berichtsjahr 47% auf die Division Clay Building Materials Europe, 28% auf Pipes & Pavers Europe, 21% auf North America und 4% auf Holding & Others.

Entwicklung Anlagevermögen
in MEUR
Immaterielles Sachanlagen Finanzanlagen Gesamt
31.12.2016 690,4 1.650,4 20,6 2.361,4
Investitionen 7,0 156,3 0,0 163,3
Konsolidierungskreisänderungen 33,4 34,1 0,0 67,5
Abschreibungen und Wertminderungen -23,9 -213,5 0,0 -237,4
Zuschreibungen 1,1 0,0 0,0 1,1
Veräußerungen -0,3 -12,2 0,0 -12,5
Währungsumrechung und Sonstiges -16,8 -27,6 -2,2 -46,6
31.12.2017 690,9 1.587,5 18,4 2.296,8
Gesamtinvestitionen 1)
in MEUR
2016 2017 Vdg. in %
Clay Building Materials Europe 97,5 96,1 -1
Pipes & Pavers Europe 66,3 57,9 -13
North America 12,7 43,9 >100
Holding & Others 4,6 8,3 +81
Wienerberger Gruppe 181,1 206,3 +14

1) Zugänge zu Sachanlagevermögen, immateriellem Vermögen und Finanzanlagevermögen inklusive Working Capital und Konsolidierungskreisänderungen bzw. Normalinvestitionen plus Wachstumsinvestitionen

Value Management

Grundsätze

Die langfristige und nachhaltige Schaffung von Wert für unsere Aktionäre (Shareholder Value) steht im Mittelpunkt des Wienerberger Value Managements. Zur Sicherstellung einer effizienten Kapitalallokation basiert die wertorientierte Unternehmensführung auf Rentabilitätskennzahlen, die sowohl die Wertschaffung einzelner Unternehmenseinheiten als auch der gesamten Gruppe abbilden. Unsere Spitzenkennzahlen sind der Cashflow Return on Investment (CFROI) und der Return on Capital Employed (ROCE).

Darüber hinaus werden auf Ebene einzelner operativer Einheiten die Kennzahlen EBITDA, Veränderung der Vorräte und Normalinvestitionen zur Kennzahl Industrial Gross Cashflow (IGCF) zusammengefasst. Diese zeigt an, wie hoch der Beitrag der jeweiligen Einheit zum Cashflow der Gruppe ausfällt.

Der strategische Fokus auf den Shareholder Value spiegelt sich auch in der Vergütung des Vorstands und des Senior Managements sowie der lokalen Managementteams wider. Ein CFROI-Zielwert ist neben der Aktienkursentwicklung die zentrale Messgröße für die Ermittlung des

Vergütungsanspruchs im Rahmen der langfristigen variablen Vergütung des Vorstands und des Senior Managements. Ein IGCF-Ziel ist in jeder operativen Einheit eine wesentliche Komponente der variablen Vergütung der lokalen Managementteams.

Kennzahlen

Der CFROI ist eine Vorsteuerrendite auf das historisch eingesetzte Kapital. Die Kennzahl wird aus dem Verhältnis des EBITDA zum durchschnittlichen historischen Capital Employed zu Anschaffungskosten ermittelt. Das CFROI-Modell ermöglicht es, Unternehmensbereiche unabhängig von der Altersstruktur der Produktionsstandorte zu vergleichen.

Der CFROI verbesserte sich im vergangenen Jahr auf Basis eines EBITDA von 415,0 Mio. € sowie eines durchschnittlichen historischen Capital Employed von 5.632,7 Mio. € auf einen Wert von 7,4% (Vorjahr: 7,2%) und konnte somit durch das Wachstum im operativen Geschäft, durch Kosteneinsparungen sowie durch wertschaffende Akquisitionen erneut gesteigert werden.

2016 2017
in MEUR 404,3 415,0
in MEUR 2.514,9 2.459,6
in MEUR 3.084,8 3.173,1
in MEUR 5.599,8 5.632,7
in % 7,2 7,4
CFROI 2017 nach Divisionen
in MEUR
EBITDA durchschnittl.
hist. CE
CFROI
Clay Building Materials Europe 324,3 3.860,2 8,4
Pipes & Pavers Europe 69,7 876,6 8,0
North America 32,0 826,1 3,9
Holding & Others -11,1 69,8 -15,9
Wienerberger Gruppe 415,0 5.632,7 7,4

Der ROCE dient zur Überprüfung, in welchem Umfang Wienerberger den Verzinsungsanspruch ihrer Kapitalgeber erfüllt. Zur Berechnung wird der Net Operating Profit After Tax (NOPAT) zum durchschnittlichen verzinslichen Gesamtkapital (Capital Employed) in Beziehung gestellt.

Zur Ermittlung der Wertsteigerung (Economic Value Added, EVA®) wird die errechnete Kapitalrendite in Beziehung zu den durchschnittlichen Kapitalkosten nach Steuern gesetzt. Die Kapitalkosten (WACC) werden aus Renditen abgeleitet, die Anleger für das investierte Eigenund Fremdkapital erwarten, und ergeben sich aus den Fremdfinanzierungskosten nach Steuern und einer Risikoprämie auf den risikolosen Zinssatz für die Anlage in

Aktien. Dieser Risikoaufschlag entspricht dem Produkt des Betafaktors und der Marktrisikoprämie. Anhand der Kapitalstruktur der Peer Group ermittelt Wienerberger die Gewichtung der Eigen- und Fremdkapitalanteile und errechnet auf dieser Basis den WACC nach Steuern. Dieser belief sich für die Wienerberger Gruppe im Berichtsjahr auf 7,11% (Vorjahr: 6,69%).

Im Jahr 2017 erwirtschaftete Wienerberger einen deutlich verbesserten NOPAT in Höhe von 180,4 Mio. € (Vorjahr: 144,8 Mio. €). Das Capital Employed entwickelte sich mit 2.459,2 Mio. € (Vorjahr: 2.460,0 Mio. €) stabil. Der ROCE stieg somit auf 7,3% (Vorjahr: 5,8%), woraus sich im Berichtsjahr ein EVA® von 5,5 Mio. € (Vorjahr: -23,5 Mio. €) errechnete.

Berechnung des Konzern-ROCE
2016
2017
EBIT operativ
197,7
in MEUR
194,2
Ertragsteuern
-43,2
in MEUR
-4,2
Bereinigte Steuern
-9,7
in MEUR
-9,5
NOPAT
144,8
in MEUR
180,4
Eigenkapital und nicht beherrschende Anteile
1.849,0
in MEUR
1.911,2
Finanzverbindlichkeiten und Finanzierungsleasing
881,3
in MEUR
814,7
Konzernforderungen und -verbindlichkeiten aus Finanzierung
-18,3
in MEUR
-20,5
Liquide Mittel und Finanzanlagevermögen
-252,0
in MEUR
-246,1
Capital Employed am Stichtag
2.460,0
in MEUR
2.459,2
Durchschnittliches Capital Employed
2.514,9
in MEUR
2.459,6
ROCE
5,8
in %
7,3

4. Quartal 2017

Die Wienerberger Gruppe verzeichnete im vierten Quartal 2017 eine starke Geschäftsentwicklung:

  • › Umsatz um 9% auf 758,3 Mio. € gesteigert
  • › Organische Verbesserung des EBITDA um 16% im Jahresvergleich

Clay Building Materials Europe

In der Division Clay Building Materials Europe verbesserte sich der Umsatz im vierten Quartal um 10% auf 442,6 Mio. € und das operative Ergebnis stieg um 11% auf 82,2 Mio. €.

In Westeuropa verzeichneten wir auch im Schlussquartal deutlich unterschiedliche regionale Trends. In Großbritannien konnten wir unverändert stark wachsen und auch in den Niederlanden erzielten wir eine weitere Ergebnisverbesserung. In Frankreich nutzten wir den Anstieg der Nachfrage im Neubausegment für weiteres Mengenwachstum. Die eingeschränkte Verfügbarkeit und der daraus resultierende starke Preisanstieg bei PUR/PIR Dämmmaterialen führten in Belgien auch im vierten Quartal zu Verzögerungen bei der Bauausführung, die sich nachteilig auf die Nachfrage nach Baustoffen auswirkte. In Deutschland zeigte sich die Dynamik im Ein- und Zweifamiliensegment weiterhin verhalten und wir mussten einen Ergebnisrückgang hinnehmen. Insgesamt stieg der Umsatz im Segment Clay Building Materials Western Europe um 6% auf 300,4 Mio. €, während das EBITDA im Vergleich zum von Liegenschaftsverkäufen begünstigten Vorjahresquartal um 6% auf 42,7 Mio. € sank.

In Osteuropa hielt die sehr positive Entwicklung der Wohnbautätigkeit in der gesamten Region an. In diesem Umfeld erzielten wir starkes Mengenwachstum und eine Verbesserung der Durchschnittspreise. In Summe erhöhte sich der Umsatz im Segment Clay Building Materials Eastern Europe um 19% auf 142,2 Mio. € und das EBITDA wuchs signifikant um 40% auf 39,5 Mio. €.

Pipes & Pavers Europe

In der Division Pipes & Pavers Europe stieg der Umsatz im vierten Quartal um 11% auf 238,8 Mio. €. Gleichzeitig sank das EBITDA auf 3,5 Mio. € nach 15,4 Mio. € in der Vergleichsperiode des Vorjahres.

Im Segment Pipes & Pavers Western Europe setzten sich die Trends der ersten neun Monate fort. Im Kunststoffrohrgeschäft nutzten wir das gesunde Marktumfeld in den nordischen Ländern und in den Niederlanden, um weiter zu wachsen. Zudem ist es uns im zweiten Halbjahr sukzessive gelungen, die gestiegenen Rohstoffkosten in Form von Preissteigerungen abzufedern. Demgegenüber zeigte das internationale Projektgeschäft auch im vierten Quartal keine Belebung und infolgedessen lag der Ergebnisbeitrag signifikant unter dem Vorjahr. In Frankreich verbesserte sich das herausfordernde Marktumfeld nicht. Aus diesem Grund haben wir umfangreiche Maßnahmen zur Neuausrichtung des französischen Rohrgeschäfts eingeleitet, um zukünftig wieder dynamisch wachsen zu können. Die daraus resultierenden Restrukturierungskosten belasteten das Ergebnis im vierten Quartal mit 10,5 Mio. €. In unseren keramischen Rohraktivitäten verzeichneten wir einen Mengenrückgang. Durch Verbesserungen der Durchschnittspreise sowie aufgrund schlankerer Kostenstrukturen ist es uns dennoch gelungen, das operative Ergebnis zu steigern. In Summe erhöhte sich der Segmentumsatz um 9% auf 138,8 Mio. € und das EBITDA sank auf -2,5 Mio. € nach 10,1 Mio. € im Vorjahr.

Im Segment Pipes & Pavers Eastern Europe schlug sich der Anstieg der Ausschreibungstätigkeit für EU-geförderte Infrastrukturprojekte in zunehmendem Maße positiv auf die Geschäftsentwicklung unserer Aktivitäten mit Kunststoffrohren und Betonflächenbefestigungen nieder. Infolgedessen erwirtschafteten wir in beiden Geschäftsfeldern deutliche Zuwächse und steigerten den Segmentumsatz um 14% auf 100,0 Mio. € und das EBITDA um 13% auf 6,0 Mio. €.

North America

In der Division North America wuchs der Umsatz um 3% auf 74,8 Mio. €. Das Marktumfeld in Nordamerika entwickelte sich im Schlussquartal positiv und es ist uns gelungen, in allen Geschäftsfeldern den Absatz zu

steigern sowie Umsatz und Ergebnis organisch zu verbessern. Dabei profitierten wir im Infrastrukturgeschäft und im US-amerikanischen Ziegelgeschäft von der Normalisierung der Nachfrage, nachdem im dritten Quartal tropische Stürme zu Verzögerungen der Bauausführung geführt hatten. In Kanada entwickelte sich die Nachfrage nach Baustoffen weiterhin stark. Die sehr erfreuliche Verbesserung des operativen Ergebnisses wird durch den Rückgang des EBITDA auf 10,6 Mio. € nicht widergespiegelt, da das Vorjahr stark von positiven Einmaleffekten begünstigt war.

Außenumsatz
in MEUR 10-12/2016 10-12/2017 Vdg. in %
Clay Building Materials Europe 403,4 442,6 +10
Clay Building Materials Eastern Europe 119,6 142,2 +19
Clay Building Materials Western Europe 283,8 300,4 +6
Pipes & Pavers Europe 215,4 238,8 +11
Pipes & Pavers Eastern Europe 87,7 100,0 +14
Pipes & Pavers Western Europe 127,7 138,8 +9
North America 72,4 74,8 +3
Holding & Others 2,0 2,2 +10
Wienerberger Gruppe 693,2 758,3 +9
EBITDA
in MEUR
10-12/2016 10-12/2017 Vdg. in %
Clay Building Materials Europe 73,7 82,2 +11
Clay Building Materials Eastern Europe 28,2 39,5 +40
Clay Building Materials Western Europe 45,6 42,7 -6
Pipes & Pavers Europe 15,4 3,5 -78
Pipes & Pavers Eastern Europe 5,3 6,0 +13
Pipes & Pavers Western Europe 10,1 -2,5 <-100
North America 15,2 10,6 -30
Holding & Others -2,6 3,8 >100
Wienerberger Gruppe 101,7 100,0 -2

Geschäftssegmente

Clay Building Materials Europe

Die Division Clay Building Materials Europe zeigte 2017 eine starke Entwicklung:

  • › Wohnbauaktivität in Europa zeigte leichtes Wachstum
  • › Positives Marktumfeld für Steigerung des Absatzes und Verbesserung der Durchschnittspreise genutzt
  • › Umsatz um 6% auf 1.787,0 Mio. € erhöht (Vorjahr: 1.681,2 Mio. €)
  • › EBITDA signifikant um 12% auf 324,3 Mio. € gesteigert (Vorjahr: 290,7 Mio. €)
Clay Building Materials Europe 2016 2017 Vdg. in %
Außenumsatz
in MEUR
1.681,2 1.787,0 +6
EBITDA
in MEUR
290,7 324,3 +12
EBIT operativ
in MEUR
163,6 185,0 +13
Gesamtinvestitionen
in MEUR
97,5 96,1 -1
Capital Employed
in MEUR
1.575,6 1.523,4 -3
Ø Mitarbeiter 10.333
in FTE
10.572 +2

Ausblick 2018

Für das Jahr 2018 rechnen wir mit einem leichten Wachstum der europäischen Wohnbautätigkeit. Während wir in Osteuropa von einem positiven Marktumfeld in nahezu allen Ländern ausgehen, sehen wir in Westeuropa regional unterschiedliche Markttrends. In Großbritannien rechnen wir trotz noch unklarer Auswirkungen der fortschreitenden Brexit-Verhandlungen mit einem leichten Marktwachstum. Infolgedessen erwarten wir eine Mengensteigerung und eine weitere Verbesserung des Ergebnisses. Auch in Frankreich und den Niederlanden gehen wir von weiteren Zuwächsen aus, die vorrangig auf das positive Umfeld im Neubausegment zurückzuführen sind. Im gesunden belgischen Wohnbaumarkt wird sich die eingeschränkte Verfügbarkeit von PUR/PIR Dämmstoffen im Jahresverlauf entspannen. Infolge dieser Normalisierung erwarten wir eine Beschleunigung der Bauausführung und Zuwächse bei Absatz und Ergebnis. In Deutschland rechnen wir nach den Rückgängen im Ein- und Zweifamiliensegment von 2017 mit einer weitgehend stabilen Entwicklung des Wohnungsneubaus für 2018. Für den Renovierungsmarkt, der ein wesentlicher Treiber für das

Dachziegelgeschäft ist, sehen wir in der Region Westeuropa weiterhin zurückhaltende Nachfrage. Ausschlaggebend dafür sind fehlende Förderprogramme für private Sanierungsmaßnahmen in einer Mehrzahl unserer westeuropäischen Kernmärkte. Die abgeschlossenen Übernahmen von Hintermauerziegelwerken in Österreich und Deutschland stärken unsere Marktposition im Süden Österreichs sowie im Osten Deutschlands und im Westen Polens. Eine weitere Übernahme eines Ziegelproduzenten im Wachstumsmarkt Rumänien steht noch unter dem Vorbehalt der wettbewerbsrechtlichen Genehmigung. Zusätzlich stärken wir unsere Ertragskraft durch Optimierungsmaßnahmen in Österreich und Deutschland. Neben der Verschlankung unserer Kostenstruktur eröffnen wir uns durch diese Schritte neue Wachstumschancen in diesen dynamischen Märkten.

Insgesamt gehen wir in der Division Clay Building Materials Europe von höheren Absatzmengen sowie einer Verbesserung der Durchschnittspreise aus. Infolgedessen erwarten wir eine weitere deutliche Ergebnissteigerung.

Clay Building Materials Western Europe

In unseren westeuropäischen Kernmärkten verzeichneten wir stark unterschiedliche Entwicklungen. In Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden führte eine starke Dynamik im Neubausegment zu einem Anstieg der Nachfrage nach Baustoffen. Demgegenüber belastete in Deutschland und Belgien das herausfordernde Marktumfeld die Geschäftsentwicklung.

In Summe ist es uns im Berichtsjahr gelungen, den Umsatz um 4% auf 1.224,1 Mio. € und das EBITDA um 1% auf 187,0 Mio. € zu steigern.

Großbritannien

Der Wohnbaumarkt in Großbritannien entwickelte sich im Jahr 2017 positiv und zeigte ein leichtes Wachstum. Die laufenden Brexit-Verhandlungen hatten noch keine negativen Auswirkungen auf die Nachfrage in unseren Kernmärkten. Neben diesem leichten Marktwachstum profitierten wir von der Normalisierung der zu Jahresanfang besonders niedrigen Lagerbestände in der Lieferkette und steigerten unsere Marktanteile. Infolgedessen erzielten wir ein signifikantes Wachstum bei Vormauerziegeln. Im Dachgeschäft ist es uns ebenfalls gelungen, unsere Marktposition zu festigen. Infolge dieser positiven Entwicklungen erwirtschafteten wir trotz nachteiliger Wechselkurseffekte einen Umsatz- und Ergebnisanstieg in der Berichtswährung.

Belgien

In Belgien blieb die Wohnbauaktivität hinter unseren Erwartungen zurück. Die Verknappung bei PUR/PIR Dämmstoffen, die insbesondere im Wand- und Dachbereich zum Einsatz kommen, führte zu Lieferengpässen und starken Preisanstiegen für diese Dämmmaterialien. Eine deutliche Verzögerung von geplanten Bauvorhaben und eine gedämpfte Nachfrage nach Baustoffen waren die Folge.

Frankreich und Niederlande

In Frankreich und den Niederlanden führten insbesondere Zuwächse im Wohnungsneubau zu einem soliden Marktwachstum. Die weiterhin zurückhaltende Investitionsneigung im Renovierungsmarkt belastete die Entwicklung im Geschäft mit Dachziegeln. Insgesamt steigerten wir in beiden Märkten sowohl Umsatz als auch EBITDA.

Deutschland

In Deutschland entwickelte sich die Dynamik im Neubaumarkt unter unseren Erwartungen. Auch im für das Dachgeschäft wichtigen Renovierungssegment zeichnete sich keine Belebung ab. Infolge dieser Entwicklungen mussten wir in Deutschland einen Ergebnisrückgang hinnehmen. Die Integration des übernommenen Hintermauerziegelwerks im Raum Berlin schreitet gut voran und wird ab 2018 wesentliche Ergebnisbeiträge liefern.

Clay Building Materials Western Europe 2016 2017 Vdg. in %
Außenumsatz in MEUR 1.174,4 1.224,1 +4
EBITDA in MEUR 185,0 187,0 +1
EBIT operativ in MEUR 105,8 95,0 -10
CFROI in % 6,7 6,9 -
Gesamtinvestitionen in MEUR 60,5 57,7 -5
Capital Employed in MEUR 1.105,9 1.051,7 -5
Ø Mitarbeiter in FTE 5.983 6.121 +2
Absatz Hintermauerziegel in Mio. NF 2.053 2.042 -1
Absatz Vormauerziegel in Mio. WF 1.280 1.476 +15
Absatz Dachziegel in Mio. m² 23,29 22,65 -3

Clay Building Materials Eastern Europe

In der Region Osteuropa verzeichnete wir eine positive Marktentwicklung, die in einigen Kernmärkten durch staatliche Förderprogramme für den Wohnungsneubau und für Sanierungsmaßnahmen unterstützt wurde. Dieses Umfeld nutzten wir, um unseren Absatz bei Hintermauerund Dachziegeln zu erhöhen und unsere Marktposition weiter auszubauen.

In Summe erzielten wir im Geschäftsjahr einen Umsatzanstieg um 11% auf 562,9 Mio. €, während wir das EBITDA signifikant um 30% auf 137,3 Mio. € steigern konnten.

Österreich

Der österreichische Wohnbaumarkt entwickelte sich stabil auf gutem Niveau. Die in der Berichtsperiode angekündigte Übernahme eines Hintermauerziegelwerks wurde im Jänner 2018 abgeschlossen und stärkt unsere Marktposition im Süden Österreichs.

Polen

In Polen, dem größten Einzelmarkt in der Region, profitierten wir von der positiven Entwicklung des Neubaumarktes, insbesondere durch die gestiegene Nachfrage nach Hintermauerziegeln. Infolgedessen erzielten wir einen deutlichen Absatzzuwachs und steigerten zusammen

mit verbesserten Durchschnittspreisen Umsatz und EBITDA signifikant.

Tschechien und Slowakei

Die gute gesamtwirtschaftliche Entwicklung Tschechiens wirkte sich positiv auf den Wohnungsneubau aus. Dieses Umfeld nutzten wir für eine Mengensteigerung und eine weitere Verbesserung unseres Produktmix. Auch die Slowakei verzeichnete einen Anstieg im Neubau von Ein- und Zweifamilienhäusern. Aufgrund dieses positiven Umfeldes konnten wir in beiden Märkten Umsatz und EBITDA signifikant steigern.

Bulgarien, Rumänien und Ungarn

In den Märkten Bulgarien, Rumänien und Ungarn setzte sich die positive Wachstumsdynamik im Neubau von Ein- und Zweifamilienhäusern im Berichtsjahr fort. Dieses positive Marktumfeld nutzten wir für signifikante Steigerungen von Umsatz und EBITDA.

Russland

Der rückläufige Trend am russischen Wohnbaumarkt stabilisierte sich in der zweiten Jahreshälfte. Trotzdem verzeichneten wir auf Jahressicht aufgrund der herausfordernden Marktsituation in unseren Kernregionen einen weiteren Absatz- und Ergebnisrückgang.

Clay Building Materials Eastern Europe 2016 2017 Vdg. in %
Außenumsatz in MEUR 506,8 562,9 +11
EBITDA in MEUR 105,7 137,3 +30
EBIT operativ in MEUR 57,8 90,0 +56
CFROI in % 9,5 12,0 -
Gesamtinvestitionen in MEUR 37,0 38,4 +4
Capital Employed in MEUR 469,8 471,7 0
Ø Mitarbeiter in FTE 4.350 4.451 +2
Absatz Hintermauerziegel in Mio. NF 3.390 3.698 +9
Absatz Dachziegel in Mio. m² 18,40 18,62 +1

Pipes & Pavers Europe

In der Division Pipes & Pavers Europe entwickelten sich die einzelnen Geschäftsbereiche stark unterschiedlich:

  • › Marktwachstum in Osteuropa, den nordischen Märkten, in den Niederlanden und in Irland
  • › Herausforderndes Umfeld in Frankreich, schwache Nachfrage im internationalen Projektgeschäft und starker Anstieg der Rohstoffkosten
  • › Umsatz leicht um 3% auf 1.014,2 Mio. € gesteigert (Vorjahr: 988,2 Mio.€)
  • › EBITDA sinkt auf 69,7 Mio. € (Vorjahr: 98,5 Mio. €)
Pipes & Pavers Europe 2016 2017 Vdg. in %
Außenumsatz in MEUR 988,2 1.014,2 +3
EBITDA in MEUR 98,5 69,7 -29
EBIT operativ in MEUR 48,2 20,1 -58
Gesamtinvestitionen in MEUR 66,3 57,9 -13
Capital Employed in MEUR 532,5 563,4 +6
Ø Mitarbeiter in FTE 4.163 4.210 +1

Ausblick 2018

Für das Jahr 2018 erwarten wir in der Division Pipes & Pavers Europe eine deutliche Steigerung von Umsatz und EBITDA. In Westeuropa gehen wir von einem leichten Marktwachstum aus und werden insbesondere von Verbesserungen der Kostenstruktur profitieren. In Osteuropa erwarten wir einen deutlichen Anstieg der Nachfrage, da die starke gesamtwirtschaftliche Entwicklung private Ausgaben begünstigt und öffentliche Auftraggeber verstärkt Fördermittel der Europäischen Union abrufen. In Summe erwarten wir in beiden Berichtssegmenten eine klare Umsatz- und Ergebnisverbesserung.

In unserem westeuropäischen Kunststoffrohrgeschäft gehen wir von einem unverändert gesunden Marktumfeld in den nordischen Kernmärkten sowie in den Niederlanden und in Irland aus. Im internationalen Projektgeschäft konnten wir zu Jahresbeginn Aufträge gewinnen, die einen unmittelbaren Ergebnisbeitrag leisten werden. Zudem wird sich die im Vorjahr umgesetzte Übernahme eines führenden Herstellers von vorverkabelten Elektrorohren positiv auf die Ergebnisentwicklung auswirken. Im französischen Markt gehen wir von keiner wesentlichen Verbesserung des Geschäftsumfeldes aus. Aus diesem Grund haben wir im vierten Quartal 2017 damit begonnen, Maßnahmen zur Neuausrichtung und zur Verschlankung der Kostenstrukturen umzusetzen, die im Jahr 2018 die

Ertragskraft wesentlich verbessern werden. Die Rohstoffkosten werden auf einem hohen Niveau bleiben und Schwankungen unterliegen. Darum ist es für uns wesentlich, die erwartete Kostenentwicklung erfolgreich in der Preisgestaltung zu reflektieren. In unserem keramischen Rohrgeschäft erwarten wir in Osteuropa ein positives Marktumfeld und in den westeuropäischen Märkten eine weitgehend stabile Entwicklung der Nachfrage. Das daraus resultierende Mengenwachstum wird zusammen mit verbesserten Durchschnittspreisen zu einem deutlichen organischen Ergebnisanstieg führen. Darüber hinaus werden die zu Jahresbeginn angekündigten Maßnahmen zur Neuausrichtung des keramischen Rohrgeschäfts unsere Profitabilität stärken. Die Fokussierung des Sortiments, die Optimierung der Produktion und die Verbesserung der Kundennähe eröffnen uns neue Wachstumsmöglichkeiten in diesem Geschäftsbereich.

In unserem osteuropäischen Kunststoffrohrgeschäft erwarten wir eine Fortsetzung des positiven Markttrends. Nachdem im Jahr 2017 eine deutliche Zunahme öffentlicher Infrastrukturausgaben und der Abruf von EU-Fördermitteln die Geschäftsentwicklung vor allem in Polen und Ungarn begünstigten, gehen wir für 2018 von Zuwächsen bei Absatz und Ergebnis in der gesamten Region aus. Für unsere Aktivitäten mit Betonflächenbefestigungen erwarten wir ebenfalls deutlich positive Auswirkungen der steigenden Investitionsneigung öffentlicher und privater Auftraggeber auf unsere Mengenentwicklung. Die daraus resultierende Verbesserung der Auslastung werden wir für Ergebniswachstum nutzen. Darüber hinaus realisieren wir Projekte zur Verbesserung der Kostenstruktur, zur effizienteren Preisgestaltung und zur Optimierung der Produktionsprozesse, um unsere Ertragskraft zu stärken.

Pipes & Pavers Western Europe

Das Berichtssegment Pipes & Pavers Western Europe verzeichnete im Jahr 2017 mit 574,2 Mio. € eine stabile Umsatzentwicklung im Jahresvergleich. Im selben Zeitraum ging das EBITDA von 63,1 Mio. € auf 31,8 Mio. € zurück.

Pipes & Pavers Western Europe 2016 2017 Vdg. in %
Außenumsatz in MEUR 576,7 574,2 0
EBITDA in MEUR 63,1 31,8 -50
EBIT operativ in MEUR 35,0 4,7 -87
CFROI in % 15,3 7,2 -
Gesamtinvestitionen in MEUR 38,0 36,8 -3
Capital Employed in MEUR 280,9 301,0 +7
Ø Mitarbeiter in FTE 1.841 1.884 +2

Das westeuropäische Kunststoffrohrgeschäft verzeichnete stark unterschiedliche regionale Entwicklungen und musste in Summe einen deutlichen Ergebnisrückgang hinnehmen. Positiv ist festzuhalten, dass wir in unseren nordischen Kernmärkten, in den Niederlanden und in Irland das gesunde Marktumfeld für Zuwächse nutzen konnten. Darüber hinaus haben wir mit der Übernahme eines belgischen Herstellers vorverkabelter Elektroinstallationsrohre einen wesentlichen Entwicklungsschritt in unserem Geschäft mit Elektrorohren realisiert. Der starke Ergebnisrückgang ist vorrangig auf drei Effekte zurückzuführen: Ein signifikanter Anstieg der Kosten für Plastikgranulate führte zu starkem Margendruck im ersten Halbjahr. Diesen konnten wir erst im zweiten Halbjahr durch Preisanpassungen sukzessive abfedern. Darüber hinaus entwickelte sich der Auftragseingang im internationalen Projektgeschäft im gesamten Jahresverlauf äußerst schwach. Infolgedessen ging der Ergebnisbeitrag aus diesem Geschäftsbereich deutlich zurück. Im französischen Infrastrukturmarkt blieb die Investitionsneigung unverändert auf niedrigem Niveau und hatte Unterauslastung und Preisdruck zur Folge. Aus diesem Grund haben wir im vierten Quartal damit begonnen, ein Maßnahmenpaket zur Neuaufstellung unseres französischen Kunststoffrohrgeschäfts umzusetzen. Dieses umfasst die Fokussierung

auf die Produktion und den Vertrieb von Produkten und Systemlösungen im Mittel- und Hochwertsegment sowie die Optimierung der Kostenstruktur in der Verwaltung. Während die daraus resultierenden Restrukturierungskosten das Ergebnis im Jahr 2017 mit 12 Mio. € zusätzlich belasteten, werden wir im Jahr 2018 deutlich positive Auswirkungen auf die Ertragsentwicklung realisieren.

In unserem keramischen Rohrgeschäft verzeichneten wir einen leichten Absatzrückgang im europäischen Kerngeschäft. Zusätzlich war die Absatzentwicklung von im Jahresvergleich entfallenden Exporten in den Mittleren Osten belastet. Diese waren zur Jahresmitte 2016 aufgrund von Kürzungen öffentlicher Haushalte in der Region ausgelaufen. Dennoch ist es uns 2017 sehr erfolgreich gelungen, unsere Kostenstrukturen zu verbessern und die Durchschnittspreise zu steigern. Infolgedessen verbesserte sich das operative Ergebnis deutlich. Um das Ertragspotenzial mittelfristig weiter zu stärken, haben wir zu Jahresanfang 2018 Maßnahmen eingeleitet, um unser Sortiment zu straffen, die Auslastung durch Anpassungen in der Produktion zu optimieren und die Verwaltungskosten zu senken. Dadurch erschließen wir uns in diesem Geschäftsbereich neues Wachstumspotenzial.

Pipes & Pavers Eastern Europe

Im Berichtssegment Pipes & Pavers Eastern Europe stieg der Umsatz um 7% auf 440,0 Mio. € und das EBITDA verbesserte sich von 35,4 Mio. € auf 37,9 Mio. €. In dieser Region profitierten wir von der guten gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und von der merklichen Belebung bei EU-geförderten Infrastrukturprojekten. Insbesondere in der zweiten Jahreshälfte wirkte sich der Anstieg der Ausschreibungstätigkeit in zunehmendem Maße positiv auf die Geschäftsentwicklung aus.

Unsere Kunststoffrohraktivitäten profitierten im Jahr 2017 vom sukzessiven Anstieg der Nachfrage durch öffentliche Auftraggeber. Während wir diesen Trend in Märkten wie Polen und Ungarn bereits für einen Anstieg von Umsatz und Ergebnis nutzen konnten, werden andere Märkte in der Region, für die ebenso EU-Fördermittel bereitstehen, ab 2018 eine dynamischere Entwicklung zeigen. In Österreich entwickelte sich das Ergebnis stabil auf

gutem Niveau und in Russland erwies sich die Verbesserung der Investitionsneigung zunehmend als nachhaltig. In der Türkei erzielten wir trotz der signifikanten Abwertung der Landeswährung eine sehr zufriedenstellende Entwicklung und konnten sowohl im Bewässerungsmarkt als auch bei Gasprojekten unsere gute Marktposition festigen.

In unserem Geschäft mit Betonflächenbefestigungen erwirtschafteten wir einen deutlichen Ergebniszuwachs. Dabei verzeichneten wir bei privaten Investitionen in Freiflächengestaltungen und bei öffentlichen Infrastrukturausgaben einen Anstieg der Nachfrage und konnten die Durchschnittspreise steigern. Insbesondere in Polen, Kroatien, der Slowakei, Tschechien und in Bulgarien nutzten wir das positive Marktumfeld für kräftiges Ergebniswachstum. Zusätzlich verbesserten wir unsere Ertragskraft durch Maßnahmen zur Erhöhung des Umsatzanteils von Produkten aus dem Mittel- und Hochwertsegment sowie durch Optimierungsschritte in den Bereichen Vertrieb und Produktion.

Pipes & Pavers Eastern Europe 2016 2017 Vdg. in %
Außenumsatz in MEUR 411,5 440,0 +7
EBITDA in MEUR 35,4 37,9 +7
EBIT operativ in MEUR 13,2 15,4 +17
CFROI in % 8,8 8,8 -
Gesamtinvestitionen in MEUR 28,3 21,2 -25
Capital Employed in MEUR 251,6 262,4 +4
Ø Mitarbeiter in FTE 2.322 2.326 0

North America

Die Division North America erzielte 2017 eine deutliche organische Verbesserung:

  • › Anstieg der Nachfrage und Zuwächse in allen Geschäftsbereichen
  • › Umsatz um 5% auf 308,7 Mio. € erhöht (Vorjahr: 292,7 Mio. €)
  • › EBITDA organisch um 65% im Jahresvergleich gesteigert

Die Wohnbautätigkeit in den USA entwickelte sich 2017 positiv. In unserem US-amerikanischen Ziegelgeschäft profitierten wir insbesondere vom Anstieg im Neubau von Ein- und Zweifamilienhäusern. Nachdem die Entwicklung im dritten Quartal von den Auswirkungen tropischer Stürme belastet war, nutzten wir die starke Nachfrage im vierten Quartal und steigerten auf Jahressicht den Absatz. Infolgedessen erzielten wir zusammen mit verbesserten Durchschnittspreisen ein deutliches organisches EBITDA-Wachstum. Darüber hinaus setzten wir durch die Übernahme eines Vormauerziegelproduzenten einen weiteren Wachstumsschritt und erschlossen mit Louisiana und Mississippi zwei US-Bundesstaaten mit einem traditionell hohen Ziegelanteil in der Fassade. In Kanada begünstigte der Überhang an genehmigten Projekten weiterhin die Bauaktivität und wir nutzten die starke Nachfrage sowohl für Preis- als auch für Mengensteigerungen in unseren relevanten Zielmärkten. Infolgedessen steigerten wir das organische Wachstum signifikant. Das US-amerikanische Rohrgeschäft erzielte einen signifikanten Mengenzuwachs und erhöhte Umsatz und Ergebnis.

Die Vergleichbarkeit des operativen Ergebnisses ist aufgrund von Einmaleffekten stark eingeschränkt. Diese umfassen Liegenschaftsverkäufe, den Verkauf von operativen Vermögenswerten, Strukturanpassungen sowie Währungs- und Konsolidierungseffekte, die vor allem das Ergebnis im Vorjahr begünstigt hatten. Das organische EBITDA stieg signifikant um 65% im Jahresvergleich.

North America 2016 2017 Vdg. in %
Außenumsatz in MEUR 292,7 308,7 +5
EBITDA in MEUR 32,7 32,0 -2
EBIT operativ in MEUR 5,9 3,0 -49
CFROI in % 3,9 3,9 -
Gesamtinvestitionen in MEUR 12,7 43,9 >100
Capital Employed in MEUR 352,8 364,9 +3
Ø Mitarbeiter in FTE 1.289 1.305 +1
Absatz Vormauerziegel in Mio. WF 421 454 +8

Ausblick 2018

Für das Geschäftsjahr 2018 erwarten wir eine Fortsetzung des positiven Trends im US-amerikanischen Neubau von Ein- und Zweifamilienhäusern, von dem wir durch eine Absatzsteigerung profitieren werden. Obwohl die weiterhin bestehenden Überkapazitäten in der Ziegelindustrie die Preisgestaltung belasten, rechnen wir in Summe mit einer Verbesserung des operativen Ergebnisses im US-Ziegelgeschäft. In Kanada erwarten wir in der ersten Jahreshälfte weiterhin eine starke Nachfrageentwicklung. Dennoch ist davon auszugehen, dass sich die Maßnahmen der Regierung zur verstärkten Regulierung des

Immobilienmarktes auf Jahressicht dämpfend auf unsere Geschäftsentwicklung auswirken werden. Im Bereich der Kunststoffrohre gehen wir von einer weiteren Ergebnisverbesserung aus.

Insgesamt erwarten wir für die Division North America im Geschäftsjahr 2018 einen Anstieg von Umsatz und organischem Ergebnis.

Holding & Others

Die Division Holding & Others umfasst neben der Konzernholding auch unser Ziegelgeschäft in Indien, das wir an einem Produktionsstandort für Hintermauerziegel im Raum Bangalore betreiben. In Indien führten politische Entscheidungen zu einem Rückgang des Wirtschaftswachstums. Trotz des schwierigen Marktumfeldes erwirtschafteten wir im Berichtsjahr in unserem Kerngeschäft

mit Hintermauerziegeln einen stabilen Umsatz und konnten das Ergebnis leicht steigern. Insgesamt erreichten wir mit einem Segmentumsatz von 8,6 Mio. € das Niveau des Vorjahres. Der Verkauf von nicht betriebsnotwendigen Liegenschaften durch die Holdinggesellschaft leistete einen wesentlichen Ergebnisbeitrag und das EBITDA verbesserte sich von -17,6 Mio. € auf -11,1 Mio. €. Für 2018 rechnen wir in Indien mit einer positiven Marktentwicklung und erwarten einen Umsatzanstieg.

Holding & Others 2016 2017 Vdg. in %
Außenumsatz in MEUR 8,6 8,6 0
EBITDA in MEUR -17,6 -11,1 +37
EBIT operativ in MEUR -20,1 -13,9 +30
Gesamtinvestitionen in MEUR 4,6 8,3 +81
Capital Employed in MEUR -1,0 7,5 >100
Ø Mitarbeiter in FTE 205 210 +2

Ausblick und Ziele

Marktausblick

In der Division Clay Building Materials Europe wird die Wohnbauaktivität in der Mehrzahl unserer osteuropäischen Märkte weiter ansteigen. Gleichzeitig rechnen wir in Westeuropa unverändert mit regional unterschiedlichen Trends im Wohnungsneubau und einer stabilen Entwicklung des Renovierungssegments. In Summe wird der europäische Wohnbaumarkt leicht wachsen.

In der Division Pipes & Pavers Europe wird eine steigende Anzahl an osteuropäischen Märkten vom zunehmenden Abruf von EU-Fördermitteln für Infrastrukturprojekte profitieren. Darüber hinaus hat in diesem Geschäftsbereich die sehr positive gesamtwirtschaftliche Entwicklung der Region eine steigende Investitionsneigung privater Haushalte zur Folge. In Westeuropa erwarten wir eine weiterhin gesunde Entwicklung unserer Kernmärkte. Zudem konnten wir im internationalen Projektgeschäft bereits zu Jahresbeginn Aufträge gewinnen, die unmittelbar einen Ergebnisbeitrag leisten werden. Die Rohstoffkosten werden auf einem hohen Niveau bleiben und Schwankungen unterliegen. Darum ist es für uns wesentlich, die erwartete Kostenentwicklung erfolgreich in unserer Preisgestaltung zu reflektieren.

In der Division North America gehen wir in den USA von einem weiteren Anstieg des Wohnbaus sowie von Zuwächsen in unserem Rohrgeschäft aus. In Kanada erwarten wir eine unverändert starke Nachfrage im ersten Halbjahr und rechnen danach mit zunehmenden Auswirkungen der politischen Eingriffe in den Immobilienmarkt.

Ziele

In Summe gehen wir davon aus, dass wir das Marktwachstum nutzen werden, um das Konzern-EBITDA auf 450 bis 470 Mio. € zu steigern. Diese Zielsetzung berücksichtigt eine Steigerung des Absatzes, eine Verbesserung der Durchschnittspreise über die Gruppe und positive Effekte aus Optimierungsmaßnahmen sowie aus Anpassungen unserer Strukturen. Ebenso darin enthalten sind die Ergebnisbeiträge der im letzten Jahr angekündigten und erfolgreich abgeschlossenen Übernahmen. Demgegenüber schließt unsere Zielsetzung Beiträge aus dem Verkauf von nicht betriebsnotwendigem Vermögen, Währungseffekte und Kosten für Strukturanpassungen nicht mit ein.

Aus den in Umsetzung befindlichen Maßnahmen zur Neuausrichtung und Optimierung unserer Kostenstrukturen im französischen Kunststoffrohrgeschäft, im Ziegelgeschäft in Deutschland und Österreich sowie im keramischen Rohrgeschäft realisieren wir bis Ende 2019 Einsparungen in Höhe von 15 Mio. €. Die mit diesen Maßnahmen verbundenen Kosten werden das Ergebnis 2018 mit 30 Mio. € belasten.

Für Investitionen werden im Jahr 2018 mindestens 360 Mio. € abfließen. Wir planen Normalinvestitionen in Höhe von rund 160 Mio. € und erwarten Wachstumsinvestitionen von mindestens 200 Mio. €. Letztere umfassen insbesondere wertschaffende Übernahmen. Aus diesem Grund prüfen wir aktuell eine vielversprechende Pipeline möglicher Übernahmeziele auf deren Ergebnis-, Cashflow- und Synergiepotenzial sowie auf strategische Entwicklungsmöglichkeiten. Darüber hinaus wurden im Jahr 2018 bereits die Minderheitenanteile in unserem osteuropäischen Dachziegelgeschäft erworben und Zahlungen infolge des erfolgreichen Abschlusses von Übernahmen getätigt, die im Vorjahr angekündigt worden waren.

Sonstige Unternehmensangaben

Forschung und Entwicklung

Forschung und Entwicklung (F&E) zählen zu den strategischen Schwerpunkten von Wienerberger und werden zentral gesteuert, aber großteils dezentral umgesetzt. Zu den Kernzielen der F&E zählen die Optimierung von Produktionsprozessen sowie die stetige Weiterentwicklung und Verbesserung von Produkten und Systemlösungen in allen Anwendungsbereichen – von nachhaltigen und energieeffizienten Gebäuden über funktionale Lösungen für die Gestaltung von Plätzen, Wegen und Straßen, bis hin zu sicheren Versorgungs- und Kanalsystemen. Ziel von Wienerberger ist es, durch Kosten- und Technologieführerschaft sowie durch Produktinnovationen Marktpositionen weiter auszubauen und unsere Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Um dieses Ziel zu erreichen, ist die Digitalisierung von Prozessen in allen Unternehmensbereichen sowie die schrittweise Einführung von Industrie 4.0 im Bereich der Produktion die logische Konsequenz. Im Rahmen von F&E-Projekten testen wir neue digitale Technologien auf ihre Praxistauglichkeit und ihren Mehrwert. Der Fokus liegt dabei auf virtueller Assistenz und selbstlernenden Systemen im Bereich der Instandhaltung von Maschinen und Anlagen.

Um für Projekte und Ideen mit einem Fokus auf Innovation, Industrie 4.0 und Digitalisierung optimale Rahmenbedingungen außerhalb der bestehenden Strukturen zu schaffen, haben wir das L.A.B. (Learn-Act-Build) eingerichtet. Dieses bietet nicht nur intern Raum für neue Entwicklungen, sondern fungiert auch als Schnittstelle für Kooperationen mit externen Partnern.

Für Produktentwicklungen verfügt Wienerberger über mehrere Forschungszentren in Europa, die auf verschiedene Produktgruppen spezialisiert sind. Unsere Experten aus dem Produktmanagement arbeiten sehr eng mit den Marketing- und Vertriebsabteilungen der verschiedenen Bereiche zusammen, um neue Entwicklungen entsprechend auf die Bedürfnisse unserer Kunden auszurichten. Die länderübergreifende Einführung von neuen Produkten wird zentral gesteuert und unsere Spezialisten vor Ort überwachen die Anpassung dieser Produkte auf

Gegebenheiten des jeweiligen Marktes. Erfolgreiche Entwicklungen können auf diese Weise rasch und effizient in der gesamten Gruppe ausgerollt werden.

In unseren Aktivitäten mit keramischen Produkten arbeiten wir laufend an der Verbesserung von Produktionsprozessen. In der energieintensiven keramischen Produktion beschäftigen sich unsere Ingenieure vor allem mit der Reduktion des Energieeinsatzes im Trocknungs- und Brennprozess. Neben der Entwicklung von Lösungen in unseren internen Forschungseinrichtungen arbeiten wir zu diesem Zweck sehr konstruktiv mit externen Instituten zusammen. Forschungsschwerpunkte betreffen zudem den schonenden Umgang mit allen Ressourcen in der Produktion und die verantwortungsvolle Rohstoffaufbereitung. Zentrales Aufgabengebiet in der Produktentwicklung ist die Optimierung von bautechnischen Produkteigenschaften im Hinblick auf Brand-, Schall- und Wärmeschutz sowie Statik, um den stetig steigenden Anforderungen im Baubereich gerecht zu werden.

Im Rohrsegment stehen neben der Optimierung von Prozessabläufen in der Produktion vor allem Einsparungen im Rohstoffverbrauch durch die Reduktion des Produktgewichtes und den erhöhten Einsatz von Recyclingmaterialien im Mittelpunkt der Forschungsaktivitäten. Ein Schwerpunkt in der Produktentwicklung ist die Erweiterung von bestehenden und neuen Produkten um smarte bzw. digitale Funktionalitäten. Unser Ziel ist die Entwicklung von Lösungen, die eine schonende, schnelle und einfache Verarbeitung der Produkte auf der Baustelle ermöglichen und die darüber hinaus dem Kunden in der Nutzungsphase einen Mehrwert bieten.

Bei Flächenbefestigungen aus Beton arbeiten wir an der Verbesserung der Rohstoffmischungen sowie an der Optimierung unserer Produktions- und Veredelungsprozesse und nützen Neuerungen im Bereich der Werkstoffinnovationen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von neuen Oberflächendesigns und innovativen Produktlösungen für eine hochwertige Freiraumgestaltung.

Wienerberger Aktie und Aktionäre

Nach einer leicht negativen Performance von -3% im Vorjahr startete die Wienerberger Aktie stark ins Jahr 2017 und legte in den ersten vier Monaten um rund ein Drittel an Wert zu. Bereits am 9. Mai wurde der Jahreshöchstwert von 22,45 € markiert. Bis Mitte August korrigierte die Aktie um rund 20%, ehe der Aktienkurs anschließend erneut auf nahezu Jahreshöchstkurs klettern konnte. Die letzten Monate verliefen volatil und die

Wienerberger Aktie beendete das Börsenjahr mit einem Kursplus von 22,3% bei 20,17 €. Im gleichen Zeitraum verzeichnete der Wiener Leitindex ATX Zuwächse von 30,6%.

Im ATX nahm der Stückumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 11,0% ab, während der Geldumsatz ein Plus von 15,7% verzeichnete (beides in Doppelzählung). Die Zunahme des Geldumsatzes bei gleichzeitigem Rückgang des Stückumsatzes lässt sich durch die starke Performance des Index im Jahr 2017 von 30,6% erklären.

Ein ähnliches Bild zeichnete sich bei der Wienerberger Aktie ab: ein Rückgang des Stückumsatzes von 19,7% bei gleichzeitiger Zunahme des Geldumsatzes von 4,8% (beides in Doppelzählung). Wie beim Leitindex sorgte trotz sinkender Liquidität das Kursplus von 22,3% für einen zunehmenden Geldumsatz.

Unter Berücksichtigung der prognostizierten Geschäftsentwicklung schlägt der Vorstand der 149. o. Hauptversammlung am 14. Juni 2018 vor, eine Dividende von 30 Eurocent je Aktie auszuschütten, was einer Erhöhung um 11% im Jahresvergleich entspricht. Mit 35,1 Mio. € beträgt die Dividendenauszahlung 29% vom Free Cashflow nach Berücksichtigung der Kuponzahlung auf das Hybridkapital.

Kennzahlen je Aktie 2016 2017 Vdg. in %
Ergebnis in EUR 0,70 1,05 +50
Ergebnis bereinigt in EUR 0,76 1,19 +56
Dividende in EUR 0,27 0,30 +11
Free Cashflow 1) in EUR 2,11 1,17 -44
Eigenkapital 2) in EUR 13,53 14,07 +4
Höchstkurs in EUR 17,54 22,45 +28
Tiefstkurs in EUR 11,94 16,85 +41
Ultimokurs in EUR 16,50 20,17 +22
Höchst KGV 25,2 21,4 -14
Tiefst KGV 17,2 16,1 -6
Ultimo KGV 23,7 19,2 -18
Gewichtete Aktienanzahl 3) in Tsd. 116.956 16.956 -
Ultimo Börsekapitalisierung in MEUR 1.938,6 2.370,5 +22
Ø Börseumsatz/Tag 4) in MEUR 9,4 9,9 +6

1) Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit minus Investitions-Cashflow plus Wachstumsinvestitionen // 2) Eigenkapital inklusive nicht beherrschender Anteile, exklusive Hybridkapital // 3) bereinigt um zeitanteilig gehaltene Aktien // 4) in Doppelzählung

Aktionärsstruktur

Die Wienerberger AG notiert mit 117,5 Mio. nennwertlosen Stückaktien (Inhaberaktien) im Prime Market der Wiener Börse. Es existieren keine Vorzugs- oder Namensaktien und keine Einschränkungen für die Stammaktien. Das Prinzip "one share – one vote" kommt somit voll zum Tragen. In den USA wird die Wienerberger AG über ein ADR Level 1 Programm der Bank of New York im OTC Markt gehandelt. Mit einer Börsekapitalisierung von 2.371 Mio. € und einer Gewichtung im ATX von 4,3% zum Jahresende 2017 zählt Wienerberger zu den größten börsenotierten Unternehmen Österreichs.

Wienerberger ist eine reine Publikumsgesellschaft ohne Kernaktionär, deren Aktien zu 100% im Streubesitz sind. Der Streubesitz verteilt sich auf österreichische Anleger und internationale Investoren. Im Rahmen der Meldungspflicht bezüglich bedeutender Beteiligungen gemäß § 91 Börsegesetz haben wir folgende Meldungen erhalten: Mehr als 5% der Wienerberger Aktien halten seit 27. März 2017 FMR LLC (Fidelity) mit Sitz in den USA, seit 20. November 2017 Black Creek Investment Management Inc. mit Sitz in Kanada und seit 25. Jänner 2018 die Teachers Insurance and Annuity Association mit Sitz in den USA. Es liegen keine Meldungen zu Beteiligungen über 4% vor. Der Bestand eigener Anteile belief sich per Ultimo 2017 auf 570.289 Stück oder 0,5% der begebenen Aktien.

Wienerberger weist eine für international agierende, börsenotierte Unternehmen übliche breit gestreute Aktionärsstruktur auf. Gemäß der letzten Aktionärsstrukturerhebung im Jänner 2018 befinden sich rund 14% der Wienerberger Aktien im Besitz von privaten Anlegern, während die deutliche Mehrheit von institutionellen Investoren gehalten wird. Dabei kommt mehr als die Hälfte der institutionellen Anleger aus dem angelsächsischen Raum: Nordamerika (42%) sowie Großbritannien (21%). Der verbleibende Anteil befindet sich vorwiegend im Besitz von kontinentaleuropäischen Investoren.

Eine Analyse der unterschiedlichen Anlagestrategien institutioneller Anleger zeigt, dass wertorientierte Investoren mit einem Anteil von knapp 35% dominieren, gefolgt von GARP- und wachstumsorientierten Investoren (25% bzw. 16%).

Investor Relations

Durch umfassende Investor Relations Aktivitäten bemühen wir uns um nachhaltige Beziehungen und einen laufenden Austausch mit Investoren, Analysten und Banken. Zentrales Anliegen der Investor Relations ist eine laufende, offene und aktive Kommunikation zur Gewährleistung einer bestmöglichen Transparenz. Zu diesem Zweck hat Wienerberger auch im Jahr 2017 zahlreiche Roadshows durchgeführt, Investorenevents veranstaltet und an Investorenkonferenzen in Europa und den USA teilgenommen. Der Vorstand und das Investor Relations Team informierten im abgelaufenen Jahr mehr als 600 Investoren und Analysten aus aller Welt persönlich oder in Conference Calls über die wesentlichsten Kennzahlen sowie die operative und strategische Entwicklung des Unternehmens. Die Beobachtung durch eine Zahl renommierter heimischer und internationaler Investmentbanken sichert die Visibilität der Wienerberger Aktie in der Financial Community. Per März 2018 wird Wienerberger von 11 Analysten gecovert.

Angaben zu Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechten

In der 145. o. Hauptversammlung vom 16. Mai 2014 wurde ein genehmigtes Kapital in Höhe von 17.629.014 Mio. € (15% des Grundkapitals) durch die Ausgabe von bis zu 17,6 Mio. neuen Stückaktien für einen Zeitraum von fünf Jahren beschlossen. Unter besonderen Voraussetzungen kann das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen werden. Dabei darf die Anzahl der unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen Aktien insgesamt 5.876.338 (5% des Grundkapitals) nicht überschreiten.

In der 147. o. Hauptversammlung vom 12. Mai 2016 wurde der Vorstand ermächtigt, im gesetzlich jeweils höchstzulässigen Ausmaß eigene Stückaktien während einer Geltungsdauer von 30 Monaten zu erwerben, rückgekaufte Aktien ohne weitere Beschlussfassung der Hauptversammlung entweder einzuziehen oder wieder zu verkaufen sowie eigene Aktien auf eine andere Weise als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern.

Am 30. November 2017 machte der Vorstand von dieser Ermächtigung Gebrauch und beschloss während der Periode vom 6. Dezember 2017 bis einschließlich 30. Oktober 2018 den Rückkauf von bis zu 1,2 Millionen eigener Aktien, was einem Anteil von 1,02% des Grundkapitals entspricht. Zum Zeitpunkt der Ankündigung hielt Wienerberger bereits eigene Aktien im Ausmaß von 0,5% des Grundkapitals.

Change of Control Klauseln sind in den Vorstandsverträgen, den Vereinbarungen zu den Unternehmensund Hybridanleihen sowie in den syndizierten Krediten und Darlehen enthalten. Weitere Angaben zur Zusammensetzung des Wienerberger Kapitals, zu Aktiengattung, zu Beschränkungen und Rechten sowie zu Befugnissen der Mitglieder des Vorstands zur Aktienausgabe und zum Aktienrückkauf sind im Konzernanhang unter Anmerkung 27 ("Konzerneigenkapital") ab Seite 161 enthalten.

Risikomanagement

Unsere internationale Geschäftstätigkeit bringt nicht nur Chancen, sondern auch Risiken mit sich. Um diesen entgegenzuwirken, streben wir danach, Risiken frühzeitig zu erkennen, ihnen durch geeignete Maßnahmen zu begegnen und Zielabweichungen so gering wie möglich zu halten. Dazu ist die Identifizierung, Analyse, Bewertung, Steuerung und Überwachung der Risiken durch die zuständigen Risikoeigner erforderlich. Zu diesem Zweck werden regelmäßig Befragungen zur Aktualisierung bestehender und Identifizierung neuer Risiken mit dem Vorstand sowie den Business Unit Managern und den Verantwortlichen der Corporate Functions durchgeführt. Anschließend werden die erhobenen Risiken in strategische oder operative Themengebiete entlang der gesamten Wertschöpfungskette eingeteilt und die einzelnen Risiken den Risikoeignern zugeteilt. Die Risikobewertung wird anhand von Eintrittswahrscheinlichkeit und möglichen Free Cashflow Auswirkungen für einen mittelfristigen Horizont von fünf Jahren und für einen langfristigen Zeitraum von 6 - 10 Jahren durchgeführt. Zu den Hauptrisiken des Wienerberger Konzerns zählen neben strategischen Risiken: Beschaffungs-, Produktions-, Markt- und Preisrisiken sowie finanzielle und rechtliche Risiken. Eine detaillierte Darstellung sämtlicher Risiken findet sich im Risikobericht im Anhang ab Seite 189.

Die wichtigsten Instrumente zur Risikoüberwachung und -steuerung sind der Planungs- und Controllingprozess, konzernweite Richtlinien, die laufende Berichterstattung finanzieller und nicht finanzieller Kennzahlen sowie das Interne Kontrollsystem. Maßgeblich für die Risikobetrachtung und die Entwicklung von Maßnahmen zur Risikovermeidung und -bewältigung sind die Unterscheidung zwischen operativen und strategischen Risiken und die Berücksichtigung der dezentralen Organisationstruktur. Bei der Mehrzahl der identifizierten Risiken handelt es sich um Risiken, die im Rahmen etablierter interner Prozesse zur Unternehmenssteuerung erfasst und überwacht werden. Insbesondere werden in den lokalen Gesellschaften

Risiken bewusst nur im operativen Geschäft eingegangen und von den zuständigen Risikoeignern innerhalb der Business Units im Verhältnis zum möglichen Gewinn analysiert. Das Eingehen von Risiken außerhalb des operativen Geschäfts ist unzulässig. Ergänzend dazu werden Risiken, die unter anderem im Rahmen der Konzernfinanzierung, im IT- oder im Compliance-Bereich anfallen, nicht nur von den Business Units, sondern auch von der Holding zentral gesteuert, überwacht und abgefedert. Eine weitere Gruppe stellen wesentliche Risiken mit einer niedrigen Eintrittswahrscheinlichkeit dar, die laufend beobachtet und bewertet werden und auf die im Bedarfsfall zeitnah mit der Umsetzung vordefinierter Maßnahmen reagiert wird.

Der Konzernabschlussprüfer beurteilt jährlich die Funktionsfähigkeit des Wienerberger Risikomanagements und berichtet darüber an Aufsichtsrat und Vorstand. Die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements wurde vom Konzernabschlussprüfer 2017 kontrolliert und bestätigt.

Internes Kontrollsystem

Im Rahmen des Risikomanagements kommt dem Internen Kontrollsystem (IKS) der Wienerberger AG eine besondere Rolle zu. Das IKS basiert auf den Maßstäben des international bewährten Regelwerks für interne Kontrollsysteme (COSO) und bietet dem Management ein umfassendes Instrument, um Unsicherheiten und Risiken aus sämtlichen Geschäftsaktivitäten zu analysieren bzw. zu vermeiden. Der dezentralen Struktur von Wienerberger entsprechend liegt die Verantwortung für die Implementierung des IKS beim jeweils zuständigen lokalen Management. Die als Stabstelle des Gesamtvorstandes geführte Interne Revision übernimmt dabei die Kommunikations- und Überwachungsfunktion.

Das IKS besteht aus systematisch gestalteten Maßnahmen und Prozessen, die sich in folgende Teilbereiche gliedern:

Das Kontrollumfeld des IKS bildet die Basis für konzernweite Standardisierungs- und Vereinheitlichungsprozesse. So legt der Vorstand im Rahmen der Rechnungslegung konzerneinheitliche und verbindliche Regelungen für die Erstellung von Jahresabschlüssen und Zwischenabschlüssen mittels einer Konzernrichtlinie fest. Die Erfassung der Geschäftsfälle erfolgt mittels standardisierter Prozesse, wobei ein einheitlicher Konzernkontenplan zur Anwendung kommt. Der Wienerberger Konzernabschluss sowie Zwischenabschlüsse werden in Übereinstimmung mit den IFRS im Wege eines Fast Close erstellt. Die Abschlüsse aller Tochterunternehmen werden in einem zweistufigen Verfahren von den Finanz- und Controllingabteilungen der Business Units sowie der Abteilung Corporate Reporting geprüft, konsolidiert und schließlich vom Vorstand der Wienerberger AG zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben.

Im Zuge der Kontrollaktivitäten findet jährlich ein Planungsprozess statt, der als integrierte Planung in einem Bottom-up Verfahren ausgestaltet ist. Gegenstand der Planung ist die Budgetierung von Gewinn- und Verlust, Bilanz und Cashflows des folgenden Geschäftsjahres sowie

die Mittelfristplanung über einen Horizont von vier Jahren. Ein wesentliches Element des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems ist der monatliche Vergleich der Ist-Ergebnisse mit den periodisierten Planzahlen. Ergänzend dazu wird drei Mal jährlich von allen Tochterunternehmen eine Hochrechnung auf das erwartete Jahresergebnis vorgenommen. Ein weiteres Kontrollinstrument wurde mit der Einrichtung des ERP Audit Cockpits eingeführt. Dabei handelt es sich um ein konzernintegriertes Software Tool zur Unterstützung des lokalen Managements bei der Durchführung, Dokumentation und Überwachung von Kontrollmaßnahmen zu im ERP System identifizierten Funktionstrennungskonflikten. Voraussetzung dafür ist das ERP Berechtigungskonzept, durch das Berechtigungskonflikte vermieden und klare Aufgabenund Verantwortungsbereiche definiert werden.

Zur Risikobeurteilung und in Vorbereitung auf die internen Prüfungshandlungen wird gemeinsam mit dem Vorstand und dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats ein unter Risikogesichtspunkten abgestimmter Revisionsplan jährlich entwickelt. Darauf aufbauend prüft die Interne Revision in regelmäßigen Abständen von längstens drei Jahren jede Konzerngesellschaft auf die Einhaltung des

IKS sowie operative Prozesse auf Risikoneigung und Effizienzverbesserungsmöglichkeiten. Zudem überwacht die Interne Revision die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und interner Richtlinien und ist somit zentrales Überwachungsorgan des Internen Kontrollsystems. Des Weiteren führt die Interne Revision auf Veranlassung des Managements Ad-hoc-Prüfungen durch.

Anschließend werden die Ergebnisse sowie die sich daraus ableitenden Empfehlungen und Maßnahmen in einem Prüfbericht erfasst und dem lokalen Management, dem Business Unit Management, dem Konzernvorstand und dem Abschlussprüfer übermittelt. Im Rahmen der sonstigen Informations- und Kommunikationspflichten des IKS berichten die Interne Revision und das Corporate Reporting regelmäßig dem Prüfungsausschuss über wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsverfahren, Auswirkungen von IFRS-Neuerungen auf den Konzernabschluss, wesentliche Änderungen im Rechnungslegungsprozess und über Erkenntnisse aus dem Risikomanagement. Darüber hinaus wird dieser regelmäßig über getroffene Prüfungsfeststellungen, relevante Umsetzungsaktivitäten sowie Verbesserungsmaßnahmen für im IKS identifizierte Schwachstellen informiert.

Konzernabschluss

Raum für Notizen (absichtliche Leerseite).

Inhalt

  • Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
  • Konzern-Gesamtergebnisrechnung
  • Konzern-Cashflow Statement
  • Konzernbilanz
  • Entwicklung des Konzerneigenkapitals
  • Konzernanhang
  • Allgemeine Erläuterungen
    • Grundlagen für die Aufstellung des Konzernabschlusses (1)
    • Einbezogene Unternehmen (2)
    • Unternehmenserwerbe (3)
    • Konsolidierungsmethoden (4)
    • Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze (5)
    • Annahmen und Schätzungen (6)
    • Auswirkungen neuer und geänderter Standards (7)
    • Geschäftssegmente (8)
  • Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
    • Materialaufwand (9)
    • Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen von Anlagen (10)
    • Personalaufwand (11)
    • Mitarbeiter (12)
    • Sonstige betriebliche Aufwendungen (13)
    • Sonstige betriebliche Erträge (14)
    • Überleitung Ergebnis nach Umsatzkosten- und Gesamtkostenverfahren (15)
    • Zinsergebnis und sonstiges Finanzergebnis (16)
    • Ertragsteuern (17)
    • Ergebnis je Aktie, Vorschlag für die Ergebnisverwendung (18)
  • Erläuterungen zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung
  • Erläuterungen zum Konzern-Cashflow Statement
    • Cashflow aus Investitionstätigkeit (19)
    • Cashflow aus Finanzierungstätigkeit (20)
  • Erläuterungen zur Konzernbilanz
    • Anlagevermögen (21)
    • Finanzanlagen (22)
    • Vorräte (23)
    • Forderungen, Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte (24)
    • Sonstige Forderungen (25)
    • Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte (26)
    • Konzerneigenkapital (27)
    • Rückstellungen (28)
    • Leistungen an Arbeitnehmer (29)
    • Latente Steuern (30)
    • Verbindlichkeiten (31)
    • Eventualverbindlichkeiten und Haftungsverhältnisse (32)
    • Finanzinstrumente (33)
    • Derivative Finanzinstrumente und Hedge Accounting (34)
    • Angaben zu Finanzinstrumenten (35)
  • Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
    • Währungsumrechnung (36)
  • Risikobericht
  • Sonstige Angaben
    • Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen (37) Ereignisse nach dem Bilanzstichtag (38)
  • Erklärung des Vorstands
  • Konzernunternehmen
  • Bestätigungsvermerk

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Anmerkung in TEUR 2017 2016
(8) Umsatzerlöse 3.119.707 2.973.829
(9-11, 13-15) Herstellkosten -2.093.708 -2.011.241
Bruttoergebnis vom Umsatz 1.025.999 962.588
(9-11, 13-15) Vertriebskosten -595.562 -574.347
(9-11, 13-15) Verwaltungskosten -203.322 -186.184
(10, 14, 15) Sonstige betriebliche Erträge:
(10) Wertaufholungen von Vermögenswerten 1.055 4.303
Übrige 59.390 64.769
(10, 13-15) Sonstige betriebliche Aufwendungen:
(10) Wertminderungen von Vermögenswerten -10.226 -4.511
(10) Firmenwertabschreibungen -6.339 -6.892
Übrige -92.323 -69.110
Betriebsergebnis 178.672 190.616
(2) Ergebnisübernahme von assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 4.209 6.666
(16) Zinsertrag 5.952 5.494
(16) Zinsaufwand -42.103 -39.898
(16) Sonstiges Finanzergebnis -1.852 -4.329
Finanzergebnis -33.794 -32.067
Ergebnis vor Ertragsteuern 144.878 158.549
(17) Ertragsteuern -4.244 -43.222
Ergebnis nach Ertragsteuern 140.634 115.327
davon Ergebnis der nicht beherrschenden Anteile 3.402 1.823
davon auf Hybridkapitalbesitzer entfallender Anteil 14.057 31.540
davon den Aktionären der Muttergesellschaft zuzurechnen 123.175 81.964
(18) Ergebnis je Aktie (in EUR) 1,05 0,70
(18) Verwässertes Ergebnis je Aktie (in EUR) 1,05 0,70

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Anmerkung in TEUR 2017 2016
Ergebnis nach Ertragsteuern 140.634 115.327
(36) Währungsumrechnung -48.241 -17.259
(36) Währungsumrechnung von assoziierten Unternehmen
und Gemeinschaftsunternehmen
64 1
(24) Marktwertänderungen zur Veräußerung verfügbarer Finanzinstrumente -740 -462
Veränderung Hedging Rücklage 14.776 6.995
Posten, die in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden -34.141 -10.725
(29) Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste 4.984 -12.818
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste von assoziierten Unternehmen
und Gemeinschaftsunternehmen
155 -231
Posten, die nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden 5.139 -13.049
Sonstiges Gesamtergebnis -29.002 -23.774
Gesamtergebnis nach Steuern 111.632 91.553
davon Gesamtergebnis der nicht beherrschenden Anteile 3.739 1.728
davon auf Hybridkapitalbesitzer entfallender Anteil 14.057 31.540
davon den Aktionären der Muttergesellschaft zuzurechnendes
Gesamtergebnis
93.836 58.285

Konzern-Cashflow Statement

Anmerkung in TEUR 2017 2016
Ergebnis vor Ertragsteuern 144.878 158.549
(10) Abschreibungen auf das Anlagevermögen 189.605 191.312
(10) Firmenwertabschreibungen 6.339 6.892
(10) Wertminderungen von Vermögenswerten und andere Bewertungseffekte 47.091 35.135
(10) Wertaufholungen von Vermögenswerten -1.055 -4.303
(28, 29) Veränderungen langfristiger Rückstellungen -8.213 -7.292
(2) Ergebnisübernahme von assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen -4.209 -6.666
Gewinne/Verluste aus Anlagenabgängen -25.343 -26.028
(16) Zinsergebnis 36.151 34.404
Gezahlte Zinsen -38.473 -33.595
Erhaltene Zinsen 4.591 4.796
Gezahlte Ertragsteuern -48.923 -35.287
Cashflow aus dem Ergebnis 302.439 317.917
Veränderungen Vorräte -39.987 20.884
Veränderungen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -17.112 -5.672
Veränderungen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 16.374 30.460
Veränderungen übriges Netto-Umlaufvermögen 10.620 -29.818
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 272.334 333.771
Einzahlungen aus Anlagenabgängen (inkl. Finanzanlagen) 28.799 42.145
Auszahlungen für Investitionen in das Sach- und immaterielle Anlagevermögen -163.186 -163.575
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen 0 -16
Dividendenausschüttungen aus assoziierten Unternehmen
und Gemeinschaftsunternehmen 6.597 4.265
Veränderungen Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte -7.800 3.579
Netto-Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen -43.128 -17.504
(19) Cashflow aus Investitionstätigkeit -178.718 -131.106
(20) Einzahlungen aus der Aufnahme von kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten 721.738 116.423
(20) Auszahlungen aus der Tilgung von kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten -984.369 -206.945
(20) Einzahlungen aus der Aufnahme von langfristigen Finanzverbindlichkeiten 210.929 5.000
(20) Auszahlungen aus der Tilgung von langfristigen Finanzverbindlichkeiten -6.939 -11.725
(27) Gezahlte Dividende Wienerberger AG -31.578 -23.391
(27) Gezahlter Hybridkupon -29.898 -32.520
(27) Gezahlte Dividende und Kapitaländerungen bei nicht beherrschenden Anteilen -79 -9
(27) Rückkauf Hybridanleihe 0 -5.968
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -120.196 -159.135
Veränderung der Zahlungsmittel
Einfluss von Wechselkursänderungen auf Zahlungsmittel
-26.580
-1.177
43.530
-1.392
Zahlungsmittel am Anfang der Periode 197.016 154.878
Zahlungsmittel am Ende der Periode 169.259 197.016

Konzernbilanz

Anmerkung in TEUR 31.12.2017 31.12.2016
Aktiva
(21) Immaterielle Vermögenswerte und Firmenwerte 690.897 690.440
(21) Sachanlagen 1.521.572 1.564.727
(21) Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 65.918 85.733
(22) Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 11.371 13.542
(22, 25) Übrige Finanzanlagen und sonstige langfristige Forderungen 16.708 13.918
(30) Latente Steuern 44.049 17.367
Langfristiges Vermögen 2.350.515 2.385.727
(23) Vorräte 741.597 718.359
(24) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 214.277 201.809
(25) Forderungen aus laufenden Ertragsteuern 2.297 9.868
(25) Sonstige kurzfristige Forderungen 98.934 66.278
(24, 34, 35) Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte 79.008 52.740
Zahlungsmittel 169.259 197.016
Kurzfristiges Vermögen 1.305.372 1.246.070
(26) Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte 3.977 5.380
Summe Aktiva 3.659.864 3.637.177
Passiva
Gezeichnetes Kapital 117.527 117.527
Kapitalrücklagen 1.086.017 1.086.017
Hybridkapital 265.985 265.985
Gewinnrücklagen 674.923 586.961
Übrige Rücklagen -251.842 -222.503
Eigene Anteile -4.862 -4.862
Beherrschende Anteile 1.887.748 1.829.125
Nicht beherrschende Anteile 23.491 19.831
(27) Eigenkapital 1.911.239 1.848.956
(30) Latente Steuern
Personalrückstellungen
71.630
154.992
80.759
171.488
(29) Sonstige langfristige Rückstellungen 71.197
(28) 76.453
(31, 33, 35) Langfristige Finanzverbindlichkeiten 493.948 481.434
(31) Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 6.023 3.991
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 803.046 808.869
(28) Kurzfristige Rückstellungen 39.114 35.287
(31) Verbindlichkeiten aus laufenden Ertragsteuern 11.399 15.912
(31, 33-35) Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 320.724 399.924
(31) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 321.533 302.718
(31) Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 252.809 225.511
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 945.579 979.352
Summe Passiva 3.659.864 3.637.177

Entwicklung des Konzerneigenkapitals

Anmerkung in TEUR Gezeichnetes
Kapital
Kapital
rücklagen
Hybrid
kapital
Gewinn
rücklagen
Stand 31.12.2015 117.527 1.086.026 490.560 546.754
Ergebnis nach Ertragsteuern 113.504
(36) Währungsumrechnung
Währungsumrechnung von assoziierten Unternehmen
und Gemeinschaftsunternehmen
Veränderung Hedging Rücklage
Veränderung übrige Rücklagen -1.065
Gesamtergebnis 112.439
(27) Dividendenauszahlung und Hybridkupon -68.117
(27) Veränderung Hybridkapital -224.575 -4.115
(27) Zugang/Abgang nicht beherrschende Anteile -9
Stand 31.12.2016 117.527 1.086.017 265.985 586.961
Ergebnis nach Ertragsteuern 137.232
(36) Währungsumrechnung
Währungsumrechnung von assoziierten Unternehmen
und Gemeinschaftsunternehmen
Veränderung Hedging Rücklage
Veränderung übrige Rücklagen
Gesamtergebnis 137.232
(27) Dividendenauszahlung und Hybridkupon -49.270
Stand 31.12.2017 117.527 1.086.017 265.985 674.923

1) AfS (available for sale) bezeichnet zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente

Übrige Rücklagen
Versicherungs
mathematische
Gewinne/Verluste
AfS
Rücklage 1)
Hedging
Rücklage
Unterschiedsbetrag
Währungsumrechnung
Eigene
Anteile
Beherrschende
Anteile
Nicht
beherrschende
Anteile
Gesamt
-72.326 228 41.178 -168.969 -4.862 2.036.116 18.103 2.054.219
113.504 1.823 115.327
-17.165 -17.165 -94 -17.259
1 1 1
6.995 6.995 6.995
-11.983 -462 -13.510 -1 -13.511
-11.983 -462 6.995 -17.164 89.825 1.728 91.553
-68.117 -68.117
-228.690 -228.690
-9 -9
-84.309 -234 48.173 -186.133 -4.862 1.829.125 19.831 1.848.956
137.232 3.402 140.634
-48.727 -48.727 486 -48.241
64 64 64
14.776 14.776 14.776
5.288 -740 4.548 -149 4.399
5.288 -740 14.776 -48.663 107.893 3.739 111.632
-49.270 -79 -49.349
-79.021 -974 62.949 -234.796 -4.862 1.887.748 23.491 1.911.239

Konzernanhang

Allgemeine Erläuterungen

1. Grundlagen für die Aufstellung des Konzernabschlusses

Die Wienerberger AG mit Sitz in Wien ist Muttergesellschaft eines international tätigen Baustoffkonzerns, dessen Geschäftsaktivitäten nach Maßgabe der Verantwortungsbereiche im Management in sechs Segmente eingeteilt sind: Clay Building Materials Eastern Europe, Clay Building Materials Western Europe, Pipes & Pavers Eastern Europe, Pipes & Pavers Western Europe, North America sowie Holding & Others. Die Adresse der Wienerberger AG lautet Wienerbergstraße 11, 1100 Wien, Österreich.

Der Konzernabschluss wurde in Anwendung von § 245a UGB nach den Vorschriften der am Abschlussstichtag anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt. Alle für das Geschäftsjahr 2017 vom International Accounting Standard Board (IASB) verlautbarten International Financial Reporting Standards, für die eine Anwendung verpflichtend ist, wurden von Wienerberger angewendet. Die einbezogenen Abschlüsse aller wesentlichen in- und ausländischen Unternehmen wurden von unabhängigen Wirtschaftsprüfern auf ihre Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards geprüft.

Der Jahresabschluss wurde prinzipiell auf der Grundlage fortgeführter Anschaffungs- und Herstellungskosten

zum Stichtag aufgestellt. Eine Ausnahme davon bilden zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente (Derivate) und zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente, deren Bilanzierung zu beizulegenden Zeitwerten erfolgt. Die Ermittlung latenter Steuern erfolgt nach dem Konzept temporärer Differenzen und wird an jedem Bilanzstichtag neu evaluiert. Ferner werden leistungsorientierte Pensions- und Abfertigungspläne nach dem Verfahren der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method) bewertet. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren dargestellt, wobei eine Überleitung der Gesamtkosten im Anhang erfolgt.

Die Darstellung des vorliegenden Konzernabschlusses erfolgt mit wenigen, gekennzeichneten Ausnahmen in tausend Euro.

2. Einbezogene Unternehmen

Eine Übersicht über die vollkonsolidierten Tochterunternehmen, at-equity bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen, Beteiligungen, auf welche ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt wird, sowie Beteiligungen, die aus Wesentlichkeitsgründen nicht vollkonsolidiert werden, befindet sich in der Liste der Konzernunternehmen am Ende des Anhangs. Der Konsolidierungskreis der in den Wienerberger Konzern einbezogenen verbundenen Unternehmen sowie der at-equity bilanzierten assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen hat sich im Berichtsjahr wie folgt entwickelt:

Einbezogene Unternehmen Voll
konsolidierung
Equity
Konsolidierung
Stand 31.12.2016 146 3
im Berichtsjahr erstmals einbezogen 9 1
im Berichtsjahr fusioniert/liquidiert -5 0
Stand 31.12.2017 150 4
davon ausländische Unternehmen 128 4
davon inländische Unternehmen 22 0

Tochterunternehmen

In den Konzernabschluss 2017 waren inklusive der Wienerberger AG 22 (Vorjahr: 22) Tochterunternehmen im Inland und 128 (Vorjahr: 124) im Ausland einbezogen, die von der Wienerberger AG beherrscht wurden. Tochterunternehmen werden ab dem Zeitpunkt der Beherrschung voll konsolidiert und, wenn die Beherrschung nicht mehr gegeben ist, entkonsolidiert. Beherrschung ist nach IFRS 10 dann gegeben, wenn Wienerberger die Verfügungsgewalt über das Tochterunternehmen hat und in weiterer Folge diese dazu nutzen kann, die Finanz- und Geschäftspolitik des Unternehmens zu bestimmen. Im Berichtsjahr wurden 7 (Vorjahr: 8) Tochterunternehmen nicht konsolidiert, die für die Vermittlung eines getreuen Bildes der Vermögens-, Finanzund Ertragslage unwesentlich sind.

Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen

Der Konzernabschluss der Wienerberger AG umfasst zum Bilanzstichtag des Berichtsjahrs drei (Vorjahr: 2) Beteiligungen an Gemeinschaftsunternehmen und eine (Vorjahr: 1) Beteiligung an einem assoziierten Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden. Schlagmann Poroton GmbH & Co KG, Silike keramika, spol. s.r.o. und TV Vanheede-Wienerberger sind gemäß den Kriterien des IFRS 11 als Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) zu klassifizieren, da die Führung dieser Unternehmen gemeinschaftlich mit einem gleichberechtigten Partner erfolgt. Wienerberger hält jeweils 50% der Anteile an den Joint Ventures. Folgende Angaben stellen die Werte zu 100% dar, die sich aus der Aggregation der Gemeinschaftsunternehmen ergeben:

in TEUR 2017 2016
Umsatzerlöse 88.124 84.621
EBITDA 16.227 17.199
EBIT operativ 12.314 13.448
Ergebnis nach Ertragsteuern 8.418 13.332
Gesamtergebnis nach Steuern 8.727 12.871
in TEUR
31.12.2017
31.12.2016
in TEUR
31.12.2017
Langfristiges Vermögen
46.960
40.470
Eigenkapital
22.737
Passiva
31.12.2016
27.083
Kurzfristiges Vermögen
31.701
38.059
und Verbindlichkeiten
22.582
Langfristige Rückstellungen 7.092
Kurzfristige Rückstellungen
und Verbindlichkeiten
33.342
44.354
78.661
78.529
78.661
78.529

Da die Ergebnisbeiträge sowie Bilanzsummen des assoziierten Unternehmens Fornaci Giuliane S.r.l. für die Wienerberger Gruppe unwesentlich sind, unterbleibt eine detaillierte Aufgliederung der anteiligen Werte.

3. Unternehmenserwerbe

Im August 2017 erwarb Wienerberger die Preflex Gruppe, einen führenden Anbieter von vorverkabelten Elektroinstallationsrohren, sowie ein Hintermauerziegelwerk in Deutschland. Am 31. Oktober 2017 erfolgte die Akquisition des amerikanischen Vormauerziegelproduzenten Columbus Brick Company, der von einem Standort in Mississippi aus zwei Ziegelwerke betreibt. In allen Fällen wurden 100 % der Anteile erworben. Für diese Transaktionen flossen Barmittel von 43.128 TEUR. Weitere 10.253 TEUR wurden am Bilanzstichtag in den sonstigen

Verbindlichkeiten ausgewiesen. Im Zuge der Kaufpreisallokation wurde für Preflex ein Firmenwert in Höhe von 7.214 TEUR angesetzt, welcher aufgrund der Erweiterung der Produktpalette im Bereich Kunststoffrohre eine diversifiziertere Marktpräsenz widerspiegelt. Dieser wird im operativen Segment Pipes & Pavers Western Europe ausgewiesen. Für Columbus Brick Company wurde ein negativer Unterschiedsbetrag von 1.956 TEUR ermittelt, was im Wesentlichen auf die Identifizierung von immateriellen Vermögenswerten wie Marke und Kundenstamm sowie auf den gesunkenen Ertragsteuersatz in Folge der

US-Steuerreform zurückzuführen war. Dieser wurde erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst. Im Zeitraum 1.1.2017 bis 31.12.2017 erzielten die erworbenen Unternehmen einen Umsatz von 70.722 TEUR und ein EBITDA von 6.006 TEUR. Seit dem Zeitpunkt der Erstkonsolidierung betrug der Umsatzbeitrag 23.909 TEUR und der EBITDA-Beitrag 2.247 TEUR. Die in den Verwaltungskosten ausgewiesenen Anschaffungsnebenkosten für diese Transaktionen beliefen sich insgesamt auf 951 TEUR.

Die Überleitung der Buchwerte auf die Konzernwerte stellt sich wie folgt dar:

in TEUR Buchwerte Anpassung Konzernwerte
Immaterielle Vermögenswerte 289 25.895 26.184
Sachanlagen und Finanzanlagen 18.710 15.351 34.061
Latente Steuern -5 148 143
Langfristiges Vermögen 18.994 41.394 60.388
Vorräte 6.208 0 6.208
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.189 -25 5.164
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 6.076 4 6.080
Kurzfristiges Vermögen 17.473 -21 17.452
Latente Steuern 0 7.004 7.004
Langfristige Rückstellungen 1.284 -684 600
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 6.836 0 6.836
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 722 52 774
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 8.842 6.372 15.214
Kurzfristige Rückstellungen 430 0 430
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 457 53 510
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.131 11 6.142
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 6.588 0 6.588
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 13.606 64 13.670
Erworbenes Reinvermögen 14.019 34.937 48.956
Positiver Unterschiedsbetrag (Firmenwert) 7.214
Negativer Unterschiedsbetrag -1.956
Zahlungsmittel -833
Kaufpreisverbindlichkeiten -10.253
Netto-Auszahlungen für die Akquisitionen 43.128

4. Konsolidierungsmethoden

Die Kapitalkonsolidierung bei vollkonsolidierten verbundenen Unternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode. Dabei werden im Erwerbszeitpunkt die übertragenen Gegenleistungen dem neu bewerteten Reinvermögen (Eigenkapital) des erworbenen Unternehmens gegenübergestellt. Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden werden nach IFRS 3, soweit identifizierbar, bei der Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt; ein verbleibender positiver Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten und dem neu bewerteten anteiligen Eigenkapital wird als Firmenwert im jeweiligen Segment in Landeswährung aktiviert. Ein negativer Unterschiedsbetrag wird in der Gewinn- und Verlustrechnung in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst. Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer werden gemeinsam mit den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Geschäftsbereichen), denen sie zugeordnet sind, zumindest jährlich einem Werthaltigkeitstest (Impairment Test) unterzogen und im Falle einer Wertminderung auf den niedrigeren erzielbaren Wert abgeschrieben. Werden unterjährig Ereignisse beobachtet, die auf eine dauerhafte Wertminderung schließen lassen, so werden die betroffenen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten anlassbezogenen Werthaltigkeitstests unterzogen (siehe Anmerkung 5. Bilanzierungsund Bewertungsgrundsätze und Anmerkung 21. Anlagevermögen).

Umsatzerlöse, Erträge und Aufwendungen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus der Verrechnung zwischen konsolidierten Unternehmen werden eliminiert. Aus dem konzerninternen Lieferungs- und Leistungsverkehr resultierende Zwischenergebnisse im Anlageund Umlaufvermögen sind eliminiert, soweit sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind.

Für die nach der Equity-Methode einbezogenen assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen gelten die gleichen Konsolidierungsgrundsätze wie im Rahmen der Vollkonsolidierung, wobei im Falle unwesentlicher Abweichungen die lokalen Bewertungsmethoden beibehalten werden.

5. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze, welche die Basis für den vorliegenden Konzernabschluss darstellen, wurden unverändert zur Vorperiode angewandt und um neue, ab dem Geschäftsjahr verpflichtend anzuwendende IFRS (siehe Anmerkung 7. Auswirkungen neuer und geänderter Standards) ergänzt. Eine detaillierte Beschreibung der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze wird ab Seite 182 angeführt.

6. Annahmen und Schätzungen

Die Erstellung des Konzernabschlusses erfordert, dass vom Management zu einem gewissen Grad Schätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen werden, die die bilanzierten Vermögenswerte und Schulden sowie Eventualschulden, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während der Berichtsperiode beeinflussen. Die sich tatsächlich ergebenden Beträge können von den Schätzungen abweichen.

Im Einzelnen wurden bei der von Aktuaren vorgenommenen versicherungsmathematischen Bewertung von Pensionsplänen und Abfertigungsansprüchen Annahmen über den erwarteten Abzinsungsfaktor, Gehalts- und Pensionssteigerungen, Fluktuationsraten sowie den Trend der Kosten für medizinische Versorgung getroffen. Detaillierte Angaben zu den verwendeten Parametern werden unter Anmerkung 29. Leistungen an Arbeitnehmer gemacht. Eine Sensitivitätsanalyse der leistungsorientierten Verpflichtungen erfolgt ebendort.

Ebenso basiert die Festlegung der Nutzungsdauern von Sachanlagen auf Schätzungen, die auf Erfahrungswerten aus dem Betrieb vergleichbarer Anlagen beruhen. Die betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern werden auf Seite 183 angegeben.

Die Bewertung der Rückstellungen für Rekultivierung erfolgt durch die bestmögliche Schätzung des zukünftig erwarteten Rekultivierungsaufwands von Tongruben und langfristiger Diskontierungszinssätze unter Berücksichtigung der länderspezifischen Inflationsraten.

Zur Ermittlung der aktiven latenten Steuern sind Annahmen bezüglich des künftigen zu versteuernden Ergebnisses und des Zeitpunkts der Realisierung der aktiven latenten Steuern zu treffen. Da jedoch die zukünftigen Geschäftsentwicklungen unsicher sind und teilweise von der Wienerberger Gruppe nicht beeinflusst werden können, ist die Bewertung der latenten Steuern mit Unsicherheiten verbunden.

Die Wienerberger Gruppe gewährt unterschiedliche Arten von Produktgarantien in Abhängigkeit von Produktsegment und Marktgegebenheiten. Die Bilanzierung von Rückstellungen für Produktgarantien ist grundsätzlich mit Einschätzungen hinsichtlich der Schadenshäufigkeit und Schadenshöhe verbunden. Diese Einschätzungen basieren auf historischen Aufzeichnungen über die Häufigkeit und Höhe von Garantiefällen sowie der bestmöglichen Einschätzung der erwarteten Leistungen aus Garantiefällen durch das Management. Die Rückstellungen werden regelmäßig an neue Erkenntnisse angepasst.

Insbesondere bei der Beurteilung der Werthaltigkeit von Firmenwerten und Anlagen werden vom Management Schätzungen und zukunftsbezogene Annahmen über die in den Planungsperioden erwarteten Einzahlungsüberschüsse und Kapitalkostensätze der Wienerberger Gruppe sowie einzelner zahlungsmittelgenerierender Einheiten getroffen. Die vorgenommenen Schätzungen werden nach bestem Wissen und Gewissen unter der Prämisse der Unternehmensfortführung getroffen, bauen auf Erfahrungswerten auf und berücksichtigen die verbleibende Unsicherheit in einer angemessenen Weise. Um den Einfluss veränderter makroökonomischer Parameter bei der Planungsrechnung auf die Gewinn- und Verlustrechnung darzustellen, wurde eine Sensitivitätsanalyse gerechnet, welche unter Anmerkung 21. Anlagevermögen näher erläutert wird.

7. Auswirkungen neuer und geänderter Standards

Folgende Tabelle enthält eine Übersicht neuer Standards und Interpretationen, die zum Bilanzstichtag vom IASB veröffentlicht wurden:

Standards/Interpretationen Veröffentlichung
durch das IASB
Verpflichtender
Erstanwendungs
zeitpunkt
IAS 12 Ertragsteuern: Änderungen zum Ansatz latenter Steueransprüche für
unrealisierte Verluste
Jänner 2016 1.1.2017 1)
IAS 7 Kapitalflussrechnungen: Angabeninitiative Jänner 2016 1.1.2017 1)
Verbesserungen der IFRS 2014 - 2016 Zyklus Dezember 2016 1.1.2017 /
1)
1.1.2018
IFRS 9 Finanzinstrumente Juli 2014 1.1.2018 1)
IFRS 15 Umsatzerlöse aus Kundenverträgen Mai 2014/
September 2015
1.1.2018 1)
IFRS 15 Umsatzerlöse aus Kundenverträgen – Klarstellung April 2016 1.1.2018 1)
IFRS 4 Versicherungsverträge – Änderungen September 2016 1.1.2018 1)
IFRS 2 Anteilsbasierte Vergütungen – Änderungen Juni 2016 1.1.2018
IAS 40 Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien: Änderungen Dezember 2016 1.1.2018
IFRIC 22 Transaktionen in fremder Währung und im Voraus gezahlte
Gegenleistungen
Dezember 2016 1.1.2018
IFRS 16 Leasingverhältnisse Jänner 2016 1.1.2019 1)
IFRIC 23 Unsicherheiten bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung Juni 2017 1.1.2019
IFRS 9 Finanzinstrumente – Änderungen Oktober 2017 1.1.2019
IAS 28 Assoziierte Unternehmen – Änderungen Oktober 2017 1.1.2019
Verbesserungen der IFRS 2015 - 2017 Zyklus Dezember 2017 1.1.2019
IFRS 17 Versicherungsverträge Mai 2017 1.1.2021
IFRS 10, IAS 28 Veräußerung von Vermögenswerten zwischen einem Investor und
seinem assoziierten oder Gemeinschaftsunternehmen – Änderungen
September 2014/
Dezember 2015
-

1) Verpflichtender Erstanwendungszeitpunkt gemäß EU Übernahmeverordnung

Veröffentlichte neue und geänderte Standards und Interpretationen, die von der EU übernommen wurden

Die Änderungen an IAS 12 präzisieren die Bilanzierung von latenten Steueransprüchen in Zusammenhang mit unrealisierten Verlusten bei erworbenen Schuldinstrumenten. Abwertungen auf den niedrigeren Marktwert von Schuldinstrumenten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, welche aus einer Veränderung des Marktzinsniveaus resultieren, führen zu abzugsfähigen temporären Differenzen. Diese Änderung hat keine Auswirkung auf den Konzernabschluss der Wienerberger Gruppe.

Mit den Änderungen an IAS 7 Kapitalflussrechnungen sollen die Informationen über Veränderungen der Unternehmensverschuldung verbessert werden. Gefordert werden zusätzliche Angaben über die Änderungen von Finanzverbindlichkeiten, deren Ein- und Auszahlungen im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit gezeigt werden, sowie über zugehörige finanzielle Vermögenswerte. Diese Angaben wurden unter Anmerkung 20. Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Form einer Überleitungsrechnung dargestellt.

Der Verbesserungszyklus 2014 - 2016 beinhaltet Klarstellungen im Zusammenhang mit Anteilen an anderen sowie an assoziierten Unternehmen gemäß IFRS 12 und IAS 28. Weiters werden bestimmte Erleichterungsbestimmungen gemäß IFRS 1 für Erstanwender gestrichen, die für Wienerberger nicht relevant sind. Die Änderungen des IFRS 12 treten am 1.1.2017, die Änderungen des IFRS 1 und IAS 28 am 1.1.2018 in Kraft.

Im November 2009 führte das Projekt, IAS 39 Finanzinstrumente durch IFRS 9 Finanzinstrumente zu ersetzen, zur ersten Veröffentlichung betreffend Ansatz und Bewertung von Finanzinstrumenten. Weitere Regelungen des IFRS 9 wurden in den Jahren 2010 und 2013 und die finale Fassung im Juli 2014 veröffentlicht. Wesentliche Änderungen betreffen die Klassifizierung und Folgebewertung von finanziellen Vermögenswerten. Nach den neuen Zuordnungskriterien steht zunächst der Charakter des Finanzinstruments im Vordergrund, wonach Fremd- und Eigenkapitalinstrumente sowie Derivate unterschiedlichen Bewertungsvorgaben unterliegen. Ein weiteres Kriterium ist das Geschäftsmodell, welches dem Finanzinstrument zu Grunde liegt. Dabei ist zu definieren, ob eine Handelsabsicht besteht oder ob das Finanzinstrument bis zur Fälligkeit gehalten werden soll. Folgende Methoden des Ansatzes und der Folgebewertung werden in Abhängigkeit der Eigenschaften des Finanzinstruments angewendet: Bewertung zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung, Bewertung zum beizulegenden Zeitwert über das sonstige Gesamtergebnis und Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten. Finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, unterliegen nun gemäß dem neuen IFRS 9 erweiterten Wertminderungsbestimmungen, nach welchen aktuelle und zukunftsorientierte Informationen über erwartete Kreditverluste in den Ansatz und die Bewertung miteinzubeziehen sind. Eine weitere wesentliche Änderung des IFRS 9 betrifft die überarbeiteten Regelungen zu Hedge Accounting. Der Nachweis der Effektivität unterliegt nicht mehr der vom Standardsetter vorgegebenen Bandbreite von 80 % - 125 %, sondern kann vom Unternehmen qualitativ begründet werden.

Der neue IFRS 9 ist erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die nach dem 1.1.2018 beginnen. In der konsolidierten Bilanz der Wienerberger Gruppe werden bestimmte finanzielle Vermögenswerte nach deren Neuklassifizierung nicht mehr über das sonstige Gesamtergebnis, sondern über die Gewinn- und Verlustrechnung bewertet werden. Die Wertschwankungen der betroffenen Finanzinstrumente, welche innerhalb der Wertpapiere und sonstigen finanziellen Vermögenswerte ausgewiesen werden und auf Seite 159 (Anmerkung 24. Forderungen, Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte) im Anhang dargestellt sind, waren im Geschäftsjahr 2017 unwesentlich.

Wienerberger wird die Änderungen des IFRS 9 prospektiv anwenden. Wertänderungen von finanziellen Vermögenswerten werden folglich in der Eröffnungsbilanz zum 1.1.2018 in der Gewinnrücklage erfasst werden. Das betrifft einerseits Anteile am Eigenkapital anderer Unternehmen mit einem Buchwert von 7,0 MEUR (siehe Anmerkungen 22. Finanzanlagen und 24. Forderungen, Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte) und andererseits Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie gewährte Darlehen mit Buchwerten von insgesamt 239,6 MEUR (siehe Anmerkung 24. Forderungen, Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte). Aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert von Eigenkapitalinstrumenten, die ohne Verkaufs- oder Handelsabsicht gehalten werden, resultiert ein Bewertungseffekt von 7,7 MEUR. Unter den neuen Wertminderungsbestimmungen für Schuldinstrumente wird eine zusätzliche Vorsorge in Höhe von 0,7 MEUR in der Gewinnrücklage erfasst werden.

IFRS 15 Umsatzerlöse aus Kundenverträgen wurde im Mai 2014 veröffentlicht und wird IAS 18 Umsatzrealisierung, IAS 11 Fertigungsaufträge, IFRIC 13 Kundenbindungsprogramme, IFRIC 15 Vereinbarungen über die Errichtung von Immobilien, IFRIC 18 Übertragung von Vermögenswerten an Kunden und SIC 31 Erträge von Tausch- und Werbedienstleistungen ersetzen. Somit definiert der Standard den Zeitpunkt und die Höhe der Erlösrealisierung unabhängig von unterschiedlichen Auftragsund Leistungsarten. Um den Umsatz zu ermitteln, sieht der Standard ein fünfstufiges Prüfschema vor, nach welchem zuerst der Vertrag und die darin enthaltenen Leistungsverpflichtungen zu identifizieren sind. Nach Ermittlung des Transaktionspreises und dessen Aufteilung auf die einzelnen Leistungsverpflichtungen muss in weiterer Folge der Zeitpunkt der Leistung bestimmt werden, um den Umsatz realisieren zu können. Im April 2016 wurden die finalen Änderungen an IFRS 15 veröffentlicht. Die Klarstellungen betreffen die Identifizierung der unterscheidbaren Leistungsverpflichtungen eines Vertrags, die Einschätzung darüber, ob ein Unternehmen Prinzipal oder Agent einer Transaktion ist und die Bestimmung, ob Erlöse aus der Lizenzgewährung zeitraum- oder zeitpunktbezogen zu vereinnahmen sind. Zudem sind weitere Erleichterungen im Zusammenhang mit den Übergangsregelungen beinhaltet. Der neue Standard sowie die Änderungen zum Standard sind erstmalig für Geschäftsjahre anzuwenden, die nach dem 1.1.2018 beginnen. Wienerberger wird IFRS 15 Umsatzerlöse aus Kundenverträgen auf Basis der kumulativen Methode erstmalig anwenden. Der kumulierte Effekt aus der Erstanwendung wird per 1.1.2018 in der Gewinnrücklage erfasst und wird Verträge betreffen, die zum Bilanzstichtag noch nicht abgeschlossen sind. Dementsprechend erfolgt keine Anpassung der Vergleichsperiode 2017.

Wienerberger hat die Auswirkungen der Anwendung des neuen Standards auf den Konzernabschluss auf Basis von Kundenvertragsanalysen überprüft. Der eigenkapitalerhöhende Effekt per 1.1.2018 beläuft sich auf 0,3 MEUR. Dieser resultiert aus kundenspezifischen Fertigungen bei denen es gemäß IFRS 15 zu einer früheren Umsatzrealisierung kommt.

Erträge aus Lieferungen von Produkten werden derzeit realisiert, wenn alle wesentlichen Risiken und Chancen aus dem gelieferten Gegenstand auf den Käufer übergegangen sind. Weiters müssen die Höhe der Umsatzerlöse und die in Zusammenhang mit dem Verkauf angefallenen Kosten verlässlich ermittelt werden können. Die Darstellung der Umsatzerlöse erfolgt abzüglich von Rabatten, Skonti und Boni. Nach dem neuen Standard erfolgt die Umsatzrealisierung bei Kontrollübergang auf den Kunden. Für Fertigungsaufträge gemäß IFRS 15.35 c) erfolgt der Kontrollübergang bereits bei Produktion, da der Kunde bereits während des Produktionsprozesses Kontrolle an den unfertigen Erzeugnissen erwirbt. Der Umsatz aus derartigen Verträgen ist nach IFRS 15 zeitraumbezogen zu realisieren, da kundenspezifische Produkte ohne einen alternativen Nutzen gefertigt werden und Wienerberger einen durchsetzbaren Zahlungsanspruch gegenüber dem Kunden hat. Im Ziegel- und keramischen Rohrgeschäft sowie im Geschäft mit Betonflächenbefestigungen beläuft sich die Produktionsdauer derartiger Fertigungsaufträge in der Regel auf wenige Tage bis Wochen.

Im Bereich der Kunststoffrohraktivitäten bei der Herstellung von LLLD (long-length-large-diameter) Rohren werden Auftragserlöse und Auftragskosten derzeit gemäß IAS 11 entsprechend des Leistungsfortschritts erfasst. Auch nach IFRS 15 sind die Umsatzerlöse aus diesen Fertigungsaufträgen zeitraumbezogen zu realisieren, wodurch es zu keiner Änderung bei Anwendung des neuen Standards kommt.

Neben dem Verkauf von Produkten erbringt Wienerberger auch Serviceleistungen an Kunden. So werden beispielsweise im Rahmen des Building Information Modeling 3D-Modelle für Gebäudeplanungen erstellt. Wienerberger erhält für die Serviceleistungen wie Lärmmessung, Landschaftsbewertung etc. im Rahmen dieser

Building Information Modeling-Projekte eine Servicepauschale. Gemäß IFRS 15 sind die Erlöse aus den Building Information Modeling-Projekten zeitraumbezogen zu realisieren, da ein Vermögenswert erstellt wird, der keine alternativen Nutzungsmöglichkeiten für Wienerberger aufweist und ein Rechtsanspruch auf Bezahlung der bereits erbrachten Leistungen besteht. Die Effekte aus der früheren Erfassung von Umsätzen aus Serviceverträgen sind per 1.1.2018 nicht wesentlich.

Nach IFRS 15 sind Kosten zur Erlangung von Verträgen aktivierbar. Wienerberger wird von der praktischen Erleichterung, diese Kosten nur bei einer Vertragsdauer von länger als einem Jahr zu aktivieren, Gebrauch machen. Da Kundenverträge in der Regel für einen Zeitraum von weniger als einem Jahr abgeschlossen werden bzw. Aufträge innerhalb von wenigen Tagen bzw. Wochen abgefertigt werden, wird es zu keinen Effekten aus der Aktivierung von Vertragskosten kommen.

Für retournierbare Paletten wurde bisher am Jahresende eine Rückstellung in Höhe des Gewinnbeitrags der erwarteten Retouren gebildet, indem der Umsatz angepasst wurde. Gemäß IFRS 15 dürfen variable Gegenleistungen wie erwartete Retouren nur in jenem Umfang in den Umsatzerlösen erfasst werden, als es hochwahrscheinlich ist, dass es zu keiner signifikanten Stornierung dieser Umsatzerlöse in der Zukunft kommen wird. Retouren sind demgemäß zu schätzen und der Umsatz gegen eine Rückerstattungsverbindlichkeit in Höhe der erwarteten Zahlungen an den Kunden zu vermindern. Zeitgleich erfolgt die Erfassung eines Vermögenswerts für erwartete Retouren unter Bezugnahme auf den vorherigen Buchwert abzüglich erwarteter Kosten für den Rückerhalt sowie potentieller Wertminderungen. Im Vergleich zur bisherigen Buchungslogik kommt es zu einer höheren Kürzung der Umsatzerlöse, denen jedoch eine Anpassung der Herstellkosten entgegensteht. Durch den Bruttoausweis wird es – bezogen auf den 1.1.2018 – zu einer Bilanzverlängerung in Höhe von rund 7,2 MEUR kommen.

Vor allem in Verträgen mit Großhändlern wurden Werbekostenzuschüsse identifiziert, die in Zukunft als Umsatzkürzungen darzustellen sind, soweit sie nicht abgrenzbare Lieferungen und Leistungen betreffen. Dadurch wird es zu einer Ausweisänderung innerhalb der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung kommen. Die im Jahr 2017 im Aufwand verbuchten Zahlungen an Kunden, die gemäß IFRS 15 umsatzkürzend darzustellen wären, beliefen sich auf 0,8 MEUR.

Im September 2016 wurden die Änderungen zu IFRS 4 Versicherungsverträge veröffentlicht, die die Abbildung von IFRS 9 Finanzinstrumente in Versicherungsverträgen behandeln. Diese Änderungen haben keine Relevanz für Wienerberger.

IFRS 16 Leasingverhältnisse wurde im Jänner 2016 veröffentlicht und wird IAS 17 Leasingverhältnisse, IFRIC 4 Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält, SIC 15 Operating-Leasingverhältnisse – Anreize und SIC 27 Beurteilung des wirtschaftlichen Gehalts von Transaktionen in der rechtlichen Form von Leasingverhältnissen ersetzen. Wienerberger wird den neuen Standard mit 1.1.2019 erstmals anwenden und als Übergangsmethode den modifizierten rückwirkenden Ansatz wählen. Dabei wird der kumulierte Effekt der erstmaligen Anwendung dieses Standards in der Eröffnungsbilanz der Gewinnrücklagen berücksichtigt und es erfolgt keine Anpassung der Vergleichsperiode 2018. Der neue Standard hat zum Ziel, dass alle Leasingverhältnisse und die damit verbundenen vertraglichen Rechte und Verpflichtungen beim Leasingnehmer in der Bilanz erfasst werden, wodurch in Hinkunft die Unterscheidung zwischen Operating- und Finanzierungs-Leasingverhältnissen entfällt. Eine erste Beurteilung der Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergab einen erwarteten Anstieg des Anlagevermögens und der Finanzverbindlichkeiten aufgrund bestehender Operating-Leasingverhältnisse. Innerhalb des Anlagevermögens wird insbesondere die Anlagenklasse Grundstücke und Bauten aufgrund längerfristiger Mietund Leasingverträge für Büroflächen, Lagerräume und Produktionsstätten von der Umstellung betroffen sein. Die tatsächliche Höhe der Effekte zum Zeitpunkt der Umstellung werden jedoch von diversen Faktoren abhängen, etwa den zu diesem Zeitpunkt bestehenden Miet- und Leasingverträgen, die Ausübung von Wahlrechten, die Einschätzung von Optionen oder der aktuellen Zinslandschaft. Die Summe der künftigen Mindestleasingzahlungen aufgrund von unkündbaren Operating-Leasingverhältnissen zum 31.12.2017 werden unter Anmerkung 21. Anlagevermögen dargestellt.

Veröffentlichte neue und geänderte Standards und Interpretationen, die noch nicht von der EU übernommen wurden

Die Änderungen zu IFRS 2 Anteilsbasierte Vergütungen betreffen die Berücksichtigung von Ausübungsbedingungen im Rahmen der Bewertung von anteilsbasierten Vergütungen mit Barausgleich. Anteilsbasierte Vergütungen, die einen Nettoausgleich für einzubehaltende Steuern vorsehen, werden wie anteilsbasierte Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente klassifiziert. Ferner wird die Bilanzierung einer Änderung der Bedingungen, wenn sich durch die Änderung die Klassifizierung der Vergütung von "mit Barausgleich" zu "mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente" ändert, geregelt.

Im Dezember 2016 wurde eine Änderung zum IAS 40 veröffentlicht, die den Beginn und das Ende einer als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie näher erläutert, sodass nun auch nicht fertiggestellte Immobilien unter die Regelungen des IAS 40 fallen können. Diese Änderung tritt mit 1.1.2018 vorbehaltlich der Zustimmung durch die EU in Kraft.

Weiters wurde im Dezember 2016 IFRIC 22 Transaktionen in fremder Währung und im Voraus gezahlte Gegenleistungen veröffentlicht. Diese Interpretation stellt klar, dass für die Ermittlung des Wechselkurses eines nicht monetären Vermögenswerts derjenige Zeitpunkt relevant ist, zu welchem der aus der Vorauszahlung resultierende

Vermögenswert erfasst wird. Vorbehaltlich der Übernahme durch die EU gilt diese Interpretation für alle Geschäftsjahre, die nach dem 1.1.2018 beginnen.

IFRIC 23 Unsicherheiten bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung beinhaltet ergänzende Regelungen zu IAS 12 Ertragsteuern und wurde im Juni 2017 veröffentlicht. Diese Interpretation erläutert, wie mit Unsicherheiten ertragsteuerlicher Regelungen im IFRS Abschluss umzugehen ist.

Die Änderungen zu IFRS 9 Finanzinstrumente wurden im Oktober 2017 veröffentlicht und beinhalten eine Anpassung der Beurteilungskriterien für die Klassifizierung von finanziellen Vermögenswerten. Unter bestimmten Voraussetzungen dürfen finanzielle Vermögenswerte mit einer negativen Vorfälligkeitsentschädigung zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden. Ferner wird klargestellt, dass fortgeführte Anschaffungskosten von modifizierten finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht zu einer Ausbuchung führen, unmittelbar erfolgswirksam angepasst werden müssen. Die Änderungen sind vorbehaltlich der Übernahme durch die EU rückwirkend ab dem 1.1.2019 anzuwenden.

Die Änderungen an IAS 28 stellen klar, dass IFRS 9 auf langfristige Anteile an assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen anzuwenden ist, deren Bilanzierung nicht nach der Equity-Methode erfolgt. Auch diese Änderungen sind mit 1.1.2019 anzuwenden, wenn sie von der EU übernommen werden.

Der Verbesserungszyklus 2015 - 2017 beinhaltet Klarstellungen in Zusammenhang mit Unternehmenszusammenschlüssen nach IFRS 3 sowie Gemeinsamen Vereinbarungen nach IFRS 11. Im Detail wird die Neubewertung von bisher gehaltenen Anteilen bei Erlangung von Beherrschung bzw. gemeinschaftlicher Führung an einem Geschäftsbetrieb geregelt, an dem zuvor eine Beteiligung im Rahmen einer gemeinsamen Tätigkeit bestand. Weiters beinhaltet der Verbesserungszyklus Klarstellungen zu IAS 12 Ertragsteuern betreffend erstragsteuerliche Konsequenzen von Dividendenzahlungen und IAS 23 Fremdkapitalkosten zur Bestimmung des Finanzierungskostensatzes. Vorbehaltlich der Übernahme durch die EU treten diese Änderungen mit 1.1.2019 in Kraft.

Im Mai 2017 veröffentlichte das IASB den neuen Standard IFRS 17 Versicherungsverträge, welcher IFRS 4 ablöst und die Bilanzierung von Versicherungs- und Rückversicherungsverträgen regelt. Da Wienerberger weder Versicherungs- noch Rückversicherungsverträge hält, hat der neue Standard keine Relevanz für den Konzernabschluss.

Die Änderungen zu IFRS 10 Konzernabschlüsse und IAS 28 Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen mit dem Titel Veräußerung von Vermögenswerten zwischen einem Investor und seinem assoziierten oder Gemeinschaftsunternehmen sehen vor, dass Ergebniseffekte davon abhängig sind, ob ein Geschäftsbetrieb übertragen wird oder nicht. Bei Verlust der Beherrschung über einen Geschäftsbetrieb soll das Ergebnis vollständig erfasst werden. Der Erstanwendungszeitpunkt wurde vom IASB auf einen noch festzulegenden Stichtag verschoben.

8. Geschäftssegmente

Die Einteilung der Geschäftssegmente und die Darstellung der Segmentergebnisse erfolgt nach dem Management Approach gemäß IFRS 8 und folgt den internen Berichten an den Vorstand der Wienerberger AG als jene verantwortliche Unternehmensinstanz (chief operating decision maker), welche über die Allokation von Ressourcen auf die Geschäftssegmente entscheidet.

Die Geschäftstätigkeit der Wienerberger Gruppe wird nach regionalen Kriterien gesteuert, wobei durch die Segmentierung auch den unterschiedlichen Geschäftsfeldern Rechnung getragen wird. Die Division Clay Building Materials Europe fasst Hintermauer-, Vormauerund Dachziegelaktivitäten in den Segmenten Clay Building Materials Eastern Europe und Clay Building Materials Western Europe zusammen. Die Division Pipes & Pavers Europe beinhaltet die Aktivitäten des Kunststoffrohrproduzenten Pipelife, des Keramikrohrproduzenten Steinzeug-Keramo sowie des Produzenten für Betonflächenbefestigungen Semmelrock und wird in die Segmente Pipes & Pavers Eastern Europe und Pipes & Pavers Western Europe eingeteilt. Die Geschäftsaktivitäten in Nordamerika werden zusammengefasst im Segment North America dargestellt. Das Segment Holding & Others beinhaltet hauptsächlich die Ziegelaktivitäten in Indien sowie übergeordnete Aktivitäten der Konzernzentrale.

Die Berichte an die verantwortliche Unternehmensinstanz beinhalten neben der zentralen Erfolgsgröße EBITDA, anhand der die Steuerung der Geschäftssegmente erfolgt, auch die Ergebnisgrößen Umsatz, EBIT, EBIT operativ, Zinsergebnis und Ergebnis nach Ertragsteuern, weshalb diese ebenso in der Darstellung der Geschäftssegmente enthalten sind. Die Aufteilung von Umsatz, EBITDA, EBIT, EBIT operativ, Zinsergebnis, Ertragsteuern, Ergebnis nach Ertragsteuern, Vermögen, Fremdkapital, Capital Employed sowie Gesamtinvestitionen erfolgt nach dem Sitz der Gesellschaften.

In der Überleitung der Segmentergebnisse auf das Konzernergebnis sind lediglich Eliminierungen von Umsätzen, Aufwendungen und Erträgen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den Geschäftssegmenten enthalten. Wienerberger erzielt mit keinem externen Kunden mehr als 10% des Umsatzes.

Der konsolidierte Umsatz stieg im Berichtsjahr um 5 % auf 3.119.707 TEUR, wobei sich Wechselkurseffekte mit 27.413 TEUR negativ auf die Entwicklung auswirkten. Die Umsatzerlöse beinhalten Umsätze von Fertigungsaufträgen in Höhe von 14.240 TEUR (Vorjahr: 31.275 TEUR). Die Umsatzerlöse sind nach Regionen detailliert in der Darstellung der Geschäftssegmente auf den Seiten 136 und 137 aufgegliedert.

Strategische Geschäftssegmente Clay Building Materials
Eastern Europe
Western Europe
Clay Building Materials Pipes & Pavers
Eastern Europe
in TEUR 2017 2016 2017 2016 2017 2016
Außenumsatz 562.861 506.840 1.224.139 1.174.400 439.981 411.457
Innenumsatz 1) 7.192 8.115 11.733 10.404 11.544 9.695
Umsatz gesamt 570.053 514.955 1.235.872 1.184.804 451.525 421.152
EBITDA 137.322 105.686 187.020 184.972 37.881 35.435
Abschreibungen 2) -47.351 -47.872 -91.984 -79.150 -22.441 -22.219
EBIT operativ 3) 89.971 57.814 95.036 105.822 15.440 13.216
Wertminderungen / Wertaufholungen
von Vermögenswerten 0 -4.511 -4.627 0 -5.599 0
Firmenwertabschreibungen 0 0 0 0 0 0
EBIT 89.971 53.303 90.409 105.822 9.841 13.216
Ergebnisübernahme von assoziierten
Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen
111 146 4.098 6.520 0 0
Anteile an assoziierten Unternehmen und
Gemeinschaftsunternehmen
1.173 1.075 10.198 12.467 0 0
Zinsergebnis -9.954 -11.336 -23.831 -28.688 -9.382 -9.368
Ertragsteuern -12.443 -6.561 -16.938 -21.747 1.640 -804
Ergebnis nach Ertragsteuern 66.188 34.850 50.648 55.809 1.019 2.584
Fremdkapital 318.063 340.677 870.459 979.608 224.644 205.794
Capital Employed 471.681 469.782 1.051.748 1.105.859 262.411 251.578
Vermögen 817.184 772.522 1.632.386 1.656.702 373.741 365.022
Zur Veräußerung gehaltene langfristige
Vermögenswerte
388 95 1.590 2.056 0 0
Normalinvestitionen 30.244 26.821 54.951 57.767 18.333 15.748
Wachstumsinvestitionen 4) 8.177 10.157 2.742 2.712 2.819 12.518
Ø Mitarbeiter 4.451 4.350 6.121 5.983 2.326 2.322
Umsatz Clay Building Materials
Eastern Europe
Clay Building Materials
Western Europe
Pipes & Pavers
Eastern Europe
in TEUR 2017 2016 2017 2016 2017 2016
Österreich 86.149 88.077 140.585 136.529
Tschechien 100.589 86.835 26.957 26.101
Polen 117.674 104.329 87.834 76.422
Rumänien 58.685 46.779 17.620 18.670
Ungarn 51.404 44.008 41.427 35.851
Deutschland 233.709 236.616
Großbritannien 310.246 273.153
Belgien 204.062 210.734
Niederlande 182.399 173.818
Frankreich 165.870 154.859
Finnland 8.902 8.052
Schweden 8.292 8.189
Norwegen 11.874 9.639
USA
Sonstige Länder 148.899 138.126 99.243 100.890 125.564 117.884
Wienerberger Gruppe 563.400 508.154 1.224.597 1.175.950 439.987 411.457

1) Innenumsatz bezeichnet den Umsatz zwischen vollkonsolidierten, at-equity bilanzierten und nicht konsolidierten Konzernunternehmen. // 2) inklusive Sonderabschreibungen // 3) bereinigt um Wertminderungen, Firmenwertabschreibungen und Wertaufholungen

Pipes & Pavers
Western Europe
North America Holding & Others Überleitung 5) Wienerberger Gruppe
2017 2016 2017 2016 2017 2016 2017 2016 2017 2016
574.175 576.743 308.738 292.677 8.582 8.595 0 0 3.118.476 2.970.712
7.331 7.925 315 648 14.734 14.454 -51.618 -48.124 1.231 3.117
581.506 584.668 309.053 293.325 23.316 23.049 -51.618 -48.124 3.119.707 2.973.829
31.813 63.114 32.043 32.702 -11.060 -17.643 0 0 415.019 404.266
-27.159 -28.087 -29.020 -26.813 -2.882 -2.409 0 0 -220.837 -206.550
4.654 35.027 3.023 5.889 -13.942 -20.052 0 0 194.182 197.716
0 0 0 0 1.055 4.303 0 0 -9.171 -208
-6.339 -6.751 0 0 0 -141 0 0 -6.339 -6.892
-1.685 28.276 3.023 5.889 -12.887 -15.890 0 0 178.672 190.616
0 0 0 0 0 0 0 0 4.209 6.666
0 0 0 0 0 0 0 0 11.371 13.542
-7.972 -8.769 -6.054 -8.690 21.042 32.447 0 0 -36.151 -34.404
-7.041 -12.296 31.980 1.292 -1.442 -3.106 0 0 -4.244 -43.222
-5.980 21.313 27.716 -2.707 106.008 91.842 -104.965 -88.364 140.634 115.327
405.693 388.045 164.703 158.061 1.075.109 1.103.561 -1.310.046 -1.387.525 1.748.625 1.788.221
301.023 280.917 364.928 352.803 7.456 -957 0 0 2.459.247 2.459.982
725.698 722.094 434.076 437.819 4.262.402 4.230.619 -4.585.623 -4.547.601 3.659.864 3.637.177
1.994 3.229 0 0 5 0 0 0 3.977 5.380
23.900 23.076 11.692 9.247 8.347 4.609 0 0 147.467 137.268
12.858 14.942 32.251 3.498 0 0 0 0 58.847 43.827
1.884 1.841 1.305 1.289 210 205 0 0 16.297 15.990
Pipes & Pavers
Western Europe North America Holding & Others Wienerberger Gruppe
2017 2016 2017 2016 2017 2016 2017 2016
375 413 227.109 225.019
127.546 112.936
205.508 180.751
76.305 65.449
92.831 79.859
43.050 44.504 276.759 281.120
10.368 11.915 320.614 285.068
73.444 63.161 277.506 273.895
86.538 95.623 268.937 269.441
49.483 54.090 215.353 208.949
65.762 61.875 74.664 69.927
91.110 85.762 99.402 93.951
105.302 118.258 117.176 127.897
277.338 263.154 277.338 263.154
49.118 41.555 31.400 29.523 8.435 8.435 462.659 436.413
574.175 576.743 308.738 292.677 8.810 8.848 3.119.707 2.973.829

4) inklusive Investitionen in übrige Finanzanlagen // 5) Die Überleitung beinhaltet Eliminierungen zwischen Konzerngesellschaften.

Produkte
Umsatz EBITDA Gesamtinvestitionen
in TEUR 2017 2016 2017 2016 2017 2016
Wand 722.134 670.703 120.376 92.789 41.693 43.473
Fassade 759.829 695.051 109.984 112.046 66.145 35.739
Dach 545.692 554.103 121.587 119.417 29.356 27.342
Flächenbefestigungen 116.866 116.335 11.966 10.591 8.647 17.242
Rohre 974.808 937.226 64.007 88.980 52.706 53.544
Sonstiges 378 411 -12.901 -19.557 7.767 3.755
Wienerberger Gruppe 3.119.707 2.973.829 415.019 404.266 206.314 181.095

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

9. Materialaufwand

In den Herstell-, Vertriebs- und Verwaltungskosten sowie den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen sind Material-, Instandhaltungsaufwendungen, Handelswareneinsätze und Aufwendungen für Energie enthalten:

in TEUR 2017 2016
Materialaufwand 596.978 525.032
Instandhaltungsaufwand 126.680 125.665
Handelswareneinsatz 373.279 349.351
Energieaufwand 264.247 260.886
Gesamt 1.361.184 1.260.934

Die ausgewiesenen Aufwendungen wurden durch Bestandsveränderungen an Halb- und Fertigfabrikaten in Höhe von 34.173 TEUR (Vorjahr: 62.461 TEUR) erhöht. Aus Aktivierungen von Eigenleistungen und anteiligen Bauzeitzinsen beim Bau von qualifizierten Vermögenswerten des Anlagevermögens resultierte ein Ertrag in Höhe von 1.742 TEUR (Vorjahr: 2.784 TEUR).

Die Materialaufwendungen enthalten im Wesentlichen Aufwendungen für Ton, Sand, Kunststoffe, Sägespäne und weitere Zuschlagstoffe sowie Aufwendungen für den Verbrauch von Paletten und sonstigen Verpackungsmaterialien. Instandhaltungsaufwendungen betreffen den Einsatz von Instandhaltungsmaterialien und sonstigen geringwertigen Ersatzteilen sowie Dienstleistungen von Dritten.

10. Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen von Anlagen

Im Berichtsjahr sind in den Herstell-, Vertriebs-, Verwaltungskosten und sonstigen betrieblichen Aufwendungen laufende Abschreibungen von 189.605 TEUR (Vorjahr: 191.313 TEUR) sowie Sonderabschreibungen gemäß IAS 36 in Folge von Werks- bzw. Linienstilllegungen in Höhe von 31.232 TEUR (Vorjahr: 15.237 TEUR) enthalten. Die zum Halbjahr und im Dezember durchgeführten planmäßigen Werthaltigkeitstests (siehe Anmerkung 21. Anlagevermögen) führten zu Wertminderungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten (inklusive Firmenwerten) von insgesamt 16.565 TEUR (Vorjahr: 11.403 TEUR). Wertaufholungen in Höhe von 1.055 TEUR (Vorjahr: 4.303 TEUR) resultierten aus der Bewertung von Emissionszertifikaten.

Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen stellen sich wie folgt dar:

in TEUR 2017 2016
Laufende Abschreibungen 189.605 191.313
Sonderabschreibungen 31.232 15.237
Laufende Abschreibungen und Sonderabschreibungen 220.837 206.550
Wertminderungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 10.226 4.511
Firmenwertabschreibungen 6.339 6.892
Wertminderungen gesamt 16.565 11.403
Wertaufholungen von Vermögenswerten -1.055 -4.303
Laufende Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen 236.347 213.650

11. Personalaufwand

In den Herstell-,Vertriebs- und Verwaltungskosten sind folgende Personalaufwendungen enthalten:

in TEUR 2017 2016
Löhne 320.879 309.344
Gehälter 277.726 259.093
Leihpersonal 1) 25.194 16.813
Aufwendungen aus langfristigen Vergütungsprogrammen 3.312 4.147
Aufwendungen für Abfertigungen (inkl. freiwillige Abfertigungen) 5.167 5.640
Aufwendungen für Altersversorgung 18.705 18.563
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben
sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge
127.259 122.673
Sonstige Sozialaufwendungen 16.278 15.478
Personalaufwand 794.520 751.751

1) Seit dem 1.1.2017 werden Leiharbeiter ab dem ersten Tag ihrer Beschäftigung in den Personalaufwand einbezogen (davor erfolgte eine Einbeziehung erst nach Ablauf von drei Monaten)

An die Vorstandsmitglieder wurden im Geschäftsjahr 2017 fixe Gehaltsbestandteile in Höhe von 1.290 TEUR (Vorjahr: 1.264 TEUR) ausbezahlt. Ferner erwarb der Vorstand Ansprüche in Höhe von 3.689 TEUR (Vorjahr: 2.941 TEUR) aus variablen Gehaltsbestandteilen. Darin enthalten sind Aufwendungen für eine langfristige Vergütungskomponente in Höhe von 1.290 TEUR (Vorjahr: 1.264 TEUR), welche in Abhängigkeit des Erreichens von Zielvorgaben über zwei Jahre in drei gleich hohen Teilbeträgen ausbezahlt werden. Zudem sind im Berichtsjahr

Aufwendungen von 1.110 TEUR (Vorjahr: 412 TEUR) für eine zusätzliche mittelfristige variable Vergütungskomponente enthalten, die bei Erreichen der finanziellen Ziele im Jahr 2018 ausbezahlt wird. Der Ausweis für das Jahr 2016 wurde korrigiert, da anstelle des erworbenen Anspruchs aus der mittelfristigen variablen Vergütung für das Jahr 2016 der kumulierte erworbene Anspruch für die Periode 2015 - 2016 dargestellt worden war. Die Aufwendungen für die kurzfristige variable Vergütungskomponente, die an das Erreichen von kurzfristigen finanziellen

Unternehmenszielen geknüpft ist, beliefen sich auf 1.290 TEUR (Vorjahr: 1.264 TEUR).

Für im Berichtsjahr tätige Vorstandsmitglieder wurden 596 TEUR (Vorjahr: 523 TEUR) an Pensionsaufwendungen in Form von Beiträgen zu Pensionskassen (beitragsorientierte Zusagen) verbucht. Im Geschäftsjahr 2017 betrug die Dotierung der Rückstellung für gesetzliche Abfertigungsansprüche 888 TEUR (2016: 814 TEUR). An frühere Mitglieder des Vorstands und ihre Hinterbliebenen wurden Zahlungen von 848 TEUR (Vorjahr: 838 TEUR) geleistet.

12. Mitarbeiter

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer betrug:

An die Mitglieder des Aufsichtsrats wurden für die Tätigkeit im Geschäftsjahr 2016 Bezüge von insgesamt 603 TEUR (Vorjahr: 528 TEUR) im Berichtsjahr ausbezahlt. Der Anspruch des Berichtsjahres beläuft sich auf 663 TEUR.

Haftungen für Kredite sowie Firmenkredite von Gesellschaften der Wienerberger Gruppe an Vorstände und Aufsichtsräte bestehen nicht.

in FTE 2017 2016
Mitarbeiter in Werken 10.962 10.778
Mitarbeiter in Verwaltung 1.507 1.462
Mitarbeiter im Vertrieb 3.828 3.750
Gesamte Mitarbeiter im Konzern 1) 16.297 15.990
davon Lehrlinge 119 116

1) Seit dem 1.1.2017 werden Leiharbeiter ab dem ersten Tag ihrer Beschäftigung in die Anzahl der Mitarbeiter einbezogen (davor erfolgte eine Einbeziehung erst nach Ablauf von drei Monaten)

13. Sonstige betriebliche Aufwendungen

In den Herstell-, Vertriebs- und Verwaltungskosten sind folgende sonstige betriebliche Aufwendungen enthalten:

in TEUR 2017 2016
Transportaufwendungen für Zustellungen 202.316 190.736
Aufwendungen für Dienstleistungen 113.565 118.567
Aufwendungen für interne Transporte 54.359 52.576
Aufwendungen für Mieten, Pachten und Leasing 53.292 52.105
Steuern, soweit sie nicht unter Ertragsteuern fallen 26.608 25.191
Lizenz- und Patentaufwendungen 10.166 9.524
Aufwendungen für Umweltschutzmaßnahmen 8.978 5.664
Aufwendungen aus uneinbringlichen Forderungen 1.474 1.745
Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen exklusive Finanzanlagen 1.090 1.312
Übrige 108.983 113.523
Sonstige betriebliche Aufwendungen 580.831 570.943

Eine Überleitung der Aufwendungen nach dem Gesamtkostenverfahren zu den Aufwendungen nach dem Umsatzkostenverfahren ist auf Seite 142 dargestellt.

Die Dienstleistungsaufwendungen enthalten vor allem Aufwendungen für Reisen und Fahrten, Rechtsund sonstige Beratung, Werbung, Versicherungen sowie Telekommunikation. Die Aufwendungen für den Abschlussprüfer und alle Mitglieder des Netzwerks des Abschlussprüfers betrugen für die Prüfung des Konzernabschlusses im Berichtsjahr 1.636 TEUR

(Vorjahr: 1.822 TEUR), 47 TEUR (Vorjahr: 158 TEUR) für Bestätigungsleistungen, 111 TEUR (Vorjahr: 70 TEUR) für Steuerberatungsleistungen und 2 TEUR (Vorjahr: 280 TEUR) für sonstige Leistungen.

Der übrige sonstige Aufwand setzt sich in erster Linie aus Aufwendungen für Provisionen, Bewirtungsaufwendungen, Reklamationen sowie Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen zusammen. Im Jahr 2017 betrug der Forschungs- und Entwicklungsaufwand 10.980 TEUR (Vorjahr: 14.878 TEUR).

14. Sonstige betriebliche Erträge

In den Herstell-, Vertriebs- und Verwaltungskosten sind folgende sonstige betriebliche Erträge enthalten:

in TEUR 2017 2016
Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen exklusive Finanzanlagen 26.433 27.340
Erträge aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen 5.359 4.997
Erträge aus Versicherungsansprüchen 659 2.823
Erträge aus Zuschüssen 1.796 1.664
Übrige 30.031 36.918
Sonstige betriebliche Erträge 64.278 73.742

Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge sind umsatznahe Erlöse, die nicht Teil der unmittelbaren Umsatztätigkeit der Wienerberger Gruppe sind.

15. Überleitung Ergebnis nach Umsatzkostenund Gesamtkostenverfahren

In der Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Umsatzkostenverfahren werden die Aufwendungen nach einzelnen Funktionsbereichen gegliedert. Beim Gesamtkostenverfahren werden jedoch die einzelnen Aufwandsarten dargestellt und um Lagerbewegungen bei Halb- und

Fertigfabrikaten im Rahmen von Bestandsveränderungen sowie um aktivierte Eigenleistungen und anteilige Bauzeitzinsen korrigiert. Der Zusammenhang der beiden Verfahren stellt sich wie folgt dar, wobei die Bestandsveränderungen und Kostenaktivierungen, die beim Bau von qualifizierten Vermögenswerten des Anlagevermögens anfallen, bei den Materialaufwendungen gezeigt werden:

2017
in TEUR
Fracht
aufwand
Material
aufwand
Handels
wareneinsatz
Zu- und
Abschrei
bungen
Energie
aufwand
Personal
aufwand
Sonstige
Erträge
Sonstige
Aufwände
Gesamt
Herstellkosten 0 734.183 372.217 149.752 257.171 452.815 -1.785 129.355 2.093.708
Vertriebskosten 202.316 17.427 1.062 8.142 4.199 211.283 -3.572 154.705 595.562
Verwaltungskosten 0 4.479 0 9.693 821 130.422 -4.007 61.914 203.322
Sonstige betriebliche
Aufwendungen
0 0 0 69.815 2.056 0 0 37.017 108.888
Sonstige betriebliche
Erträge
0 0 0 -1.055 0 0 -54.914 -4.476 -60.445
202.316 756.089 373.279 236.347 264.247 794.520 -64.278 378.515 2.941.035
2016
in TEUR
Fracht
aufwand
Material
aufwand
Handels
wareneinsatz
Zu- und
Abschrei
bungen
Energie
aufwand
Personal
aufwand
Sonstige
Erträge
Sonstige
Aufwände
Gesamt
Herstellkosten 0 694.114 348.564 153.855 254.696 431.352 -1.272 129.932 2.011.241
Vertriebskosten 190.736 16.260 787 7.805 3.643 201.634 -3.550 157.032 574.347
Verwaltungskosten 0 0 0 10.237 920 118.765 -4.410 60.672 186.184
Sonstige betriebliche
Aufwendungen
0 0 0 46.056 1.886 0 0 32.571 80.513
Sonstige betriebliche
Erträge
0 0 0 -4.303 -259 0 -64.510 0 -69.072
190.736 710.374 349.351 213.650 260.886 751.751 -73.742 380.207 2.783.213

16. Zinsergebnis und sonstiges Finanzergebnis

Das Zinsergebnis und das sonstige Finanzergebnis setzen sich nach den Kategorien des IAS 39 wie folgt zusammen:

2017
in TEUR
Gesamt Kredite und
Forderungen
FLAC 1) AfS 2) Derivate
Zinsertrag 5.952 2.919 0 307 2.726
Zinsaufwand -38.714 0 -32.234 0 -6.480
Nettozinsergebnis aus leistungsorientierten Pensions- und
Abfertigungsverpflichtungen
-3.389
Zinsergebnis -36.151 2.919 -32.234 307 -3.754
Beteiligungserträge von Dritten (Dividenden) 1.169 0 0 1.169 0
Beteiligungserträge 1.169 0 0 1.169 0
Ergebnis aus dem Abgang von Finanzinstrumenten 368 0 0 368 0
Marktbewertung Derivate 5.751 5.751
Wertminderungen von Finanzinstrumenten -59 -31 0 -28 0
Kursdifferenzen -6.672
Nettoergebnis -612 -31 0 340 5.751
Bankspesen -2.409
Sonstiges Finanzergebnis -1.852 -31 0 1.509 5.751
Gesamt -38.003 2.888 -32.234 1.816 1.997
2016
in TEUR
Gesamt Kredite und
Forderungen
FLAC 1) AfS 2) Derivate
Zinsertrag 5.494 3.986 0 639 869
Zinsaufwand -35.936 0 -32.484 0 -3.452
Nettozinsergebnis aus leistungsorientierten Pensions- und
Abfertigungsverpflichtungen
-3.962
Zinsergebnis -34.404 3.986 -32.484 639 -2.583
Beteiligungserträge von Dritten (Dividenden) 1.050 0 0 1.050 0
Beteiligungserträge 1.050 0 0 1.050 0
Ergebnis aus dem Abgang von Finanzinstrumenten 13 0 0 13 0
Marktbewertung Derivate -3.334 -3.334
Wertminderungen von Finanzinstrumenten -67 -32 0 -35 0
Kursdifferenzen 466
Nettoergebnis -2.922 -32 0 -22 -3.334
Bankspesen -2.457
Sonstiges Finanzergebnis -4.329 -32 0 1.028 -3.334
Gesamt -38.733 3.954 -32.484 1.667 -5.917

1) Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (financial liabilities at amortized cost) // 2) Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente (available for sale)

Die Marktbewertung von Derivaten lieferte einen positiven Beitrag zum Periodenergebnis in Höhe von 5.751 TEUR (Vorjahr: -3.334 TEUR). Sonstige Derivate beinhalten im Wesentlichen eine Kaufoption für nicht beherrschende Anteile der Tondach Gruppe.

17. Ertragsteuern

Als Ertragsteuern sind sowohl die in den einzelnen Gesellschaften gezahlten oder geschuldeten Steuern auf Einkommen und Ertrag als auch die latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen.

in TEUR 2017 2016
Laufender Steueraufwand 45.038 40.481
Latenter Steueraufwand/-ertrag -40.794 2.741
Ertragsteuern 4.244 43.222

Die Ursachen für den Unterschied zwischen dem im Jahr 2017 gültigen österreichischen Körperschaftsteuersatz von 25% (Vorjahr: 25%) und der ausgewiesenen Konzernsteuerquote stellen sich folgendermaßen dar:

in TEUR 2017 2016
Ergebnis vor Ertragsteuern 144.878 158.549
Ertragsteuern zum Steuersatz von 25 % -36.219 -39.637
Abweichende ausländische Steuersätze 11.987 7.569
Steueraufwand und -ertrag aus Vorperioden 972 -2.547
Steuerfreie Ergebnisse von assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 636 1.006
Veränderung von zuvor nicht angesetzten latenten Steuern 20.340 -30.352
Nicht-temporäre Differenzen -6.729 20.600
Steuersatzänderungen 4.769 139
Effektivsteuerbelastung -4.244 -43.222
Effektivsteuersatz in % 2,9 % 27,3 %

Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die nach der derzeitigen Rechtslage in den einzelnen Ländern gültig oder angekündigt sind. In Österreich wird ein Körperschaftsteuersatz von 25 % zugrunde gelegt.

Bei den ausländischen Gesellschaften werden die latenten Steuern auf Basis der entsprechenden länderspezifischen Steuersätze berechnet. Sie liegen im Geschäftsjahr 2017 zwischen 0 % und 34,43 %. Steuersatzänderungen

führten in der Berichtsperiode zu einem latenten Steuerertrag von 4.769 TEUR (Vorjahr: 139 TEUR), welcher im Wesentlichen aus Belgien und den USA resultiert. In Belgien erfolgt eine graduelle Senkung der Körperschaftsteuer von 33 % im Berichtsjahr auf 25 % ab dem Jahr 2019. Die US-Steuerreform sieht eine Senkung der Körperschaftsteuer von 35 % auf 21 % ab dem Jahr 2018 vor.

18. Ergebnis je Aktie, Vorschlag für die Ergebnisverwendung

Die Anzahl der ausgegebenen Aktien betrug zum Stichtag 117.526.764 Stück. Per 31.12.2017 wurden 570.289 (Vorjahr: 570.289) eigene Aktien gehalten,

die für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie in Abzug gebracht werden. Daraus resultiert eine gewichtete Aktienanzahl von 116.956.475 für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie für 2017.

in Stück 2017 2016
Ausgegebene Aktien 117.526.764 117.526.764
Eigene Aktien 570.289 570.289
Gewichtete Aktien 116.956.475 116.956.475

Das Ergebnis je Aktie von 1,05 EUR wird aus dem durch die gewichtete Aktienanzahl geteilten Ergebnis, das den Aktionären der Muttergesellschaft zuzurechnen ist, errechnet. Das verwässerte Ergebnis je Aktie von 1,05 EUR entspricht dem Ergebnis je Aktie für 2017.

Gemäß den Bestimmungen des Aktiengesetzes bildet der nach österreichischen Rechnungslegungsvorschriften aufgestellte Einzelabschluss der Wienerberger AG zum 31.12.2017 die Grundlage für die Dividendenausschüttung.

Dieser Jahresabschluss weist einen Bilanzgewinn von 39.065.080,98 EUR aus. Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor, aus dem Bilanzgewinn von 39.065.080,98 EUR auf das Grundkapital von 117.526.764,00 EUR eine Dividende in Höhe von 0,30 EUR je Aktie, das sind 35.258.029,20 EUR abzüglich eines anteiligen Betrags für eigene Anteile von 171.086,70 EUR somit 35.086.942,50 EUR auszuschütten und den Restgewinn von 3.978.138,48 EUR auf neue Rechnung vorzutragen.

Erläuterungen zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung

In der Gesamtergebnisrechnung wird, ausgehend vom Ergebnis nach Steuern, auf das Gesamtergebnis gemäß IAS 1 übergeleitet. Dieses umfasst insbesondere den Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung, versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Bewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen und anderen langfristigen Mitarbeitervergütungen, die Veränderung der Hedging Reserve sowie das Bewertungsergebnis von zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren. Die Gesamtergebnisbestandteile werden nach Steuern ausgewiesen.

Im Berichtsjahr resultierten Differenzen aus der Währungsumrechnung vor Steuern in Höhe von -52.791 TEUR (Vorjahr: -20.694 TEUR) vorwiegend aus dem US-Dollar. Zuvor in der Währungsrücklage ausgewiesene Differenzen in Höhe von 181 TEUR (Vorjahr: 2.660 TEUR) wurden umgegliedert und in der Gewinnund Verlustrechnung erfasst.

Während der Berichtsperiode wurden Verluste vor Steuern aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten in Höhe von -1.025 TEUR (Vorjahr: -174 TEUR) im sonstigen Gesamtergebnis

.

erfasst. Im Berichtsjahr wurden zuvor im sonstigen Gesamtergebnis erfasste Marktwertänderungen von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten in Höhe von 1.000 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Die Marktbewertung von Sicherungsinstrumenten erhöhte die Hedging Rücklage um 17.223 TEUR (Vorjahr: 9.077 TEUR). Davon entfielen 15.337 TEUR (Vorjahr: 9.976 TEUR) auf die Absicherung von Investitionen in ausländische Teilbetriebe und 1.886 TEUR (Vorjahr: -899 TEUR) auf die Absicherung zukünftiger Transaktionen (Cashflow Hedges). Im Berichtsjahr wurden zuvor im sonstigen Gesamtergebnis erfasste Marktwertänderungen von Sicherungsinstrumenten von Investitionen in ausländische Teilbetriebe (net investment hedges) in Höhe von 238 TEUR (Vorjahr: -1.661 TEUR) in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Ineffektive Teile von 21 TEUR (Vorjahr: -614 TEUR) wurden im Geschäftsjahr in der Gewinnund Verlustrechnung erfasst.

Im sonstigen Gesamtergebnis wurden latente Steuern von insgesamt 1.750 TEUR (Vorjahr: 4.942 TEUR) erfasst. Folgende Tabelle zeigt die Zuordnung latenter Steuern zu den Bestandteilen des sonstigen Gesamtergebnisses:

in TEUR 2017 2016
Währungsumrechnung 4.614 3.436
Marktwertänderungen zur Veräußerung verfügbarer Finanzinstrumente 285 -288
Veränderung Hedging Rücklage -2.447 -2.082
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste -702 3.876
Latente Steuern im sonstigen Gesamtergebnis 1.750 4.942

In Summe erhöhte das Gesamtergebnis nach Steuern im Berichtszeitraum das Eigenkapital um insgesamt 111.632 TEUR (Vorjahr: 91.553 TEUR).

Erläuterungen zum Konzern-Cashflow Statement

Das Konzern-Cashflow Statement der Wienerberger Gruppe zeigt, wie sich die Zahlungsmittel im Laufe des Berichtsjahrs durch Mittelzu- und -abflüsse verändert haben. Die Zahlungsmittel (Fonds der liquiden Mittel) enthalten Kassa und Bankguthaben. Wertpapiere sowie kurzfristige Bankverbindlichkeiten zählen nicht zu den Zahlungsmitteln. Die Auswirkungen durch Akquisitionen von Gesellschaften sind dabei eliminiert und werden in der Position Netto-Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen dargestellt. Die von ausländischen Konzerngesellschaften ausgewiesenen Beträge werden grundsätzlich zu Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Hiervon abweichend wird die Liquidität wie in der Bilanz zum Stichtagskurs angesetzt.

19. Cashflow aus Investitionstätigkeit

Aus dem Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten resultieren Ausgaben in Höhe von 163.186 TEUR (Vorjahr: 163.575 TEUR). Davon entfallen 147.467 TEUR (Vorjahr: 137.268 TEUR) auf Normalinvestitionen, die Instandhaltung und Investitionen in

technologische Weiterentwicklung enthalten. Für Akquisitionen und Werkserweiterungen (Wachstumsinvestitionen) wurden insgesamt 58.847 TEUR (Vorjahr: 43.811 TEUR) aufgewendet. Im Finanzanlagevermögen wurden Investitionen von 0 TEUR (Vorjahr: 16 TEUR) getätigt.

Zugänge im Anlagevermögen in Höhe von 8.646 TEUR (Vorjahr: 4.543 TEUR) sind nicht zahlungswirksam, da sie im Wesentlichen aus der Aktivierung von Rekultivierungsverpflichtungen von Tongruben resultieren.

Die Einzahlungen aus Anlagenabgängen betrugen 28.799 TEUR (Vorjahr: 42.145 TEUR) und beinhalten Abgänge von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten. Des Weiteren wurde eine Forderung in Höhe von 15.398 TEUR erfasst. Aus den Anlagenabgängen resultierten Netto-Gewinne in Höhe von 25.343 TEUR (Vorjahr: 26.028 TEUR), wovon ein Großteil auf den Verkauf von nicht betriebsnotwendigem Vermögen in Höhe von 22.840 TEUR (Vorjahr: 17.946 TEUR) zurückzuführen ist.

Die Überleitung von Gesamtinvestitionen in Normal- und Wachstumsinvestitionen der Wienerberger Gruppe ergibt sich wie folgt:

in TEUR 2017 2016
Auszahlungen für Investitionen in das Sach- und immaterielle Anlagevermögen 163.186 163.575
Netto-Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen 43.128 17.504
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen 0 16
Gesamtinvestitionen inklusive Finanzanlagen 206.314 181.095
Instandhaltung und Investitionen in technologische Weiterentwicklung 147.467 137.268
Normalinvestitionen 147.467 137.268
Auszahlungen für Werkserweiterungen 15.719 26.307
Netto-Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen 43.128 17.504
Wachstumsinvestitionen 58.847 43.811
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen 0 16
Wachstumsinvestitionen inklusive Finanzanlagen 58.847 43.827

20. Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Die großteils durch den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit bedingte Veränderung der Finanzverbindlichkeiten stellt sich wie folgt dar:

in TEUR Kurzfristige
Finanz
verbindlichkeiten
Langfristige
Finanz
verbindlichkeiten
Summe Finanz
verbindlichkeiten
Stand 31.12.2016 399.924 481.434 881.358
Einzahlungen 721.738 210.929 932.667
Auszahlungen -984.369 -6.939 -991.308
Veränderung Konsolidierungskreis 510 6.836 7.346
Zinsen Hybridkapital -12.206 0 -12.206
Abgegrenzte Zinsen -525 0 -525
Umgliederung Derivate -3.392 0 -3.392
Währungsumrechnungsdifferenzen und sonstige Effekte 156 576 732
Umgliederungen 198.888 -198.888 0
Stand 31.12.2017 320.724 493.948 814.672

Erläuterungen zur Konzernbilanz

21. Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist auf den Seiten 156 und 157 dargestellt. Als Währungsänderungen sind jene Beträge angegeben, die sich bei den in Fremdwährung bilanzierenden Tochtergesellschaften aus der unterschiedlichen Umrechnung der Vermögenswerte mit den Wechselkursen zu Jahresbeginn und Jahresende ergeben.

Als zahlungsmittelgenerierende Einheiten (Cash Generating Units – CGUs) werden bei Wienerberger

Werke gesehen, welche in weiterer Folge nach Divisionen und Regionen zu Gruppen von CGUs zusammengefasst werden. Immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer, Firmenwerte und Marken, die nicht planmäßig abgeschrieben werden, sind mindestens einmal jährlich gemäß IAS 36 auf einen möglichen Wertminderungsbedarf hin zu untersuchen (Impairment Test), für welchen sie den Gruppen von CGUs zugeordnet werden. Deren Buchwerte stellen sich wie folgt dar:

Firmenwerte Marken
in TEUR 2017 2016 2017 2016
Clay Building Materials Eastern Europe 51.958 50.877 11.622 11.622
Clay Building Materials Western Europe 284.923 287.710 3.650 3.782
Pipes & Pavers Eastern Europe 17.076 16.979 13.891 13.891
Pipes & Pavers Western Europe 43.988 44.046 28.123 28.123
North America 86.734 97.865 2.536 2.536
Wienerberger Gruppe 484.679 497.477 59.822 59.954

Die sonstigen immateriellen Vermögenswerte enthalten im Wesentlichen erworbenen Kundenstamm in Höhe von 92.570 TEUR (Vorjahr: 87.005 TEUR), erworbene Markenrechte mit unbestimmter Nutzungsdauer in Höhe von 59.822 TEUR (Vorjahr: 59.954 TEUR) sowie Patente und Konzessionen. Im Berichtsjahr wurden selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 1.306 TEUR (Vorjahr: 2.563 TEUR) aktiviert.

Wienerberger überwacht seine Firmenwerte auf Basis von 12 CGU-Gruppen.

Im Segment Clay Building Materials Western Europe wird das Ziegelgeschäft in Westeuropa durch Werke charakterisiert, die mittlerweile ganze Regionen anstatt einzelner Länder bedienen. Insbesondere bei der Herstellung von Dach- und Vormauerziegeln erfolgt eine Optimierung der Produktion und des Produktportfolios für eine gesamte Region. Dies umfasst auch die Optimierung des Werksnetzes im Hintermauerbereich, wenngleich eine Verlieferung dieser Produkte in der Regel nur über kürzere Distanzen effizient ist im Unterschied zu jener von Dach- und Vormauerziegeln. Grenznahe Werke in

Deutschland und Frankreich können jedenfalls einen Großteil des Benelux-Raums mitabdecken. Aufgrund der Verflechtungen in Westeuropa werden die Firmenwerte auf regionaler Ebene in der CGU-Gruppe Bricks and Roof Western Europe West gesteuert. Die Ausnahmen in diesem Segment bilden Italien in der CGU-Gruppe Bricks Italy, das bislang noch nicht in diese Optimierung eingebunden wurde, sowie Finnland und die baltischen Staaten in der CGU-Gruppe Bricks and Roof Western Europe Finland and Baltics, die für Exportmärkte in Osteuropa und Russland produzieren, jedoch in die Organisation Westeuropa eingebunden sind. Sämtliche Firmenwerte des Segments Clay Building Materials Western Europe entfallen auf die CGU-Gruppe Bricks and Roof Western Europe West.

Das Segment Clay Building Materials Eastern Europe besteht aus den zwei CGU-Gruppen Bricks and Roof Eastern Europe sowie Bricks Russia. Die CGU-Gruppe Bricks and Roof Eastern Europe ist durch grenzüberschreitendes Geschäft der Region und eine zunehmende Integration des Ziegel- und Dachgeschäfts charakterisiert und wird durch einheitliches Management für den Ziegelund Dachziegelbereich geführt. Die CGU-Gruppe Bricks Russia hingegen ist als eigenständige Einheit zu betrachten, die nur eingeschränkte Lieferbeziehungen mit den restlichen CGU-Gruppen Zentral-Osteuropas aufweist.

Pipes & Pavers Europe umfasst die CGU-Gruppen Pipes Pipelife West, Pipes Pipelife East, Pipes Steinzeug und Pavers Semmelrock. Das europäische Kunststoffrohrgeschäft weist einen hohen Anteil an Lieferungen zwischen den Landesgesellschaften, insbesondere bei Zubehör (Fittings) auf, das in den Niederlanden für den westeuropäischen Markt und in Polen für den osteuropäischen Markt erzeugt wird. Obwohl bei Flächenbefestigungen aus Beton eine Lieferung über längere Distanzen nur beschränkt möglich ist, werden bei Semmelrock die in der Produktion verwendeten Formen zwischen den einzelnen Produktionsstandorten im Rahmen einer überregionalen Strategie und Produktentwicklung ausgetauscht.

Im Segment North America werden die CGU-Gruppen nach Produktgruppen unterschieden: Bricks North America umfasst das nordamerikanische Ziegelgeschäft, auf welches der gesamte Firmenwert des operativen Berichtssegments entfällt, und Pipes Pipelife USA beinhaltet das amerikanische Kunststoffrohrgeschäft.

Die Buchwerte der den CGU-Gruppen zugerechneten Firmen- und betriebsnotwendigen Vermögenswerte werden mit dem erzielbaren Betrag verglichen und wenn nötig auf den niedrigeren errechneten Nutzungswert oder den beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten abgeschrieben. Grundsätzlich werden die Nutzungswerte einer CGU-Gruppe mittels eines kapitalwertorientierten Verfahrens ermittelt, indem die Zahlungsströme mit einem durchschnittlichen gewichteten Gesamtkapitalkostensatz (WACC) nach Steuern abgezinst werden, um deren Barwert zu ermitteln.

Für die Ermittlung des Nutzungswerts wird der Kapitalkostensatz nach Steuern nach anerkannten finanzmathematischen Verfahren aus externen Quellen abgeleitet. Die Umrechnung der Nutzungswerte erfolgt mit dem Stichtagskurs zum Durchführungszeitpunkt des Tests. Für die Wienerberger Gruppe wurde bei den Werthaltigkeitstests ein WACC nach Steuern von 7,10% (Vorjahr: 6,69%) verwendet, wobei für sämtliche Märkte außerhalb der Eurozone mit Ausnahme von Bosnien-Herzegowina davon abweichende spezifische Kapitalkostensätze herangezogen wurden. Für die Eurozone wurde ein Kapitalkostensatz nach Steuern von 6,96% (Vorjahr: 6,53%) errechnet. Sämtliche Kapitalkostensätze wurden gemäß den Vorgaben von IAS 36 in einen WACC vor Steuern übergeleitet.

Für die Werthaltigkeitstests wurden zusammengefasst folgende Gesamtkapitalkostensätze vor Steuern und Wachstumsraten verwendet:

Vorsteuer -
Gesamtkapitalkostensatz
Wachstumsrate
in % 2017 2016 2017 2016
Bricks and Roof Eastern Europe 9,19 8,83 2,04 2,45
Bricks Russia 12,50 13,87 1,52 1,34
Clay Building Materials Eastern Europe
Bricks and Roof Western Europe West 9,23 8,65 1,68 1,55
Bricks and Roof Western Europe Finland and Baltics 7,52 6,69 2,99 2,50
Bricks Italy 8,96 8,36 0,96 0,92
Clay Building Materials Western Europe
Pavers Semmelrock 10,07 8,84 3,18 2,62
Pipes Pipelife East 10,52 9,44 2,22 2,01
Pipes & Pavers Eastern Europe
Pipes Steinzeug 10,19 8,67 1,73 1,20
Pipes Pipelife West 8,92 8,09 2,00 1,97
Pipes & Pavers Western Europe
Bricks North America 9,86 10,26 1,86 1,91
Pipes Pipelife North America 9,77 11,02 1,87 1,90
North America
Bricks India 14,90 12,74 7,87 7,83
Holding & Others
Wienerberger Gruppe 9,38 8,88 1,90 1,93

Die zukünftig erwarteten Einzahlungsüberschüsse basieren auf der jeweils aktuellsten internen Planung des Top-Managements für den Planungshorizont 2018 - 2021, wie sie von Vorstand und Aufsichtsrat genehmigt wurde. Die Planung beinhaltet keine Ergebnispotenziale aus strategischen Wachstumsinvestitionen wie möglichen Unternehmensakquisitionen. Geplante Erweiterungsinvestitionen, die einzelne Produktionslinien betreffen, werden bei der Ermittlung der Nutzungswerte gemeinsam mit deren Ergebnisbeiträgen eliminiert.

Die Qualität der Planungsdaten wird laufend durch eine Abweichungsanalyse mit den aktuellen Ergebnissen überprüft und im folgenden Planungsprozess in Form von Korrekturen berücksichtigt. Die Berechnung erfolgt unter Verwendung von vier Detailplanungsperioden (2018 - 2021), wobei unter der Prämisse der Unternehmensfortführung der Einzahlungsüberschuss der darauffolgenden Planungsperiode als nachhaltig erzielbar angesehen wird und als Basis für die Errechnung des Barwerts einer unendlichen Rente dient. Diesen ewigen Zahlungsströmen wird ein länderspezifisches Wachstum unterstellt, welches sich aus externen Quellen ableitet (IMF, Oktober 2017, World Economic Outlook Database). Um ein langfristiges Wachstum ermöglichen zu können, werden Gewinne für die Bereitstellung von Produktionskapazitäten thesauriert. Die Werthaltigkeitstests werden bei Wienerberger mindestens einmal jährlich im Anschluss an die Unternehmensplanung erstellt. Geben Hochrechnungen und Analysen während eines Berichtsjahrs Anlass zur Vermutung, dass negative Abweichungen vom ursprünglichen Plan zu erwarten sind, so wird darin ein auslösendes Ereignis für die erneute Beurteilung der Werthaltigkeit der betroffenen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten gesehen. In diesem Fall werden die Werthaltigkeitstests auf Basis aktualisierter Planungsdaten neu gerechnet und um

Stresstests erweitert. Ebenso wird bei wesentlichen Veränderungen externer Faktoren eine Aktualisierung der Werthaltigkeitstests vorgenommen.

Die wesentlichen Faktoren für den Nutzungswert sind Annahmen über zukünftige lokale Markt-, Mengenund Preisentwicklungen. Die Nutzungswertermittlung basiert daher auf Prognosen von statistischen Ämtern und internationalen Organisationen sowie Erfahrungswerten des Managements. Die Einschätzung der Kostenstrukturen erfolgt dabei überwiegend durch eine Extrapolation von Erfahrungswerten, wobei auch makroökonomische Prognosen für die wichtigsten Produktionsfaktoren, wie Energiepreise, Preise für Kunststoffgranulate, Lohnund Gehaltstrends und dergleichen, einbezogen werden.

Die zum Halbjahr durchgeführte Analyse von Indikatoren, welche auf eine mögliche Wertminderung hindeuten können, zeigte einen Anstieg des gewichteten Kapitalkostensatzes (WACC) nach Steuern, welcher zum Zweck der Abzinsung der Zahlungsströme für die Ermittlung des Nutzungswerts der Gruppen an zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (CGUs) herangezogen wird. Der für die CGU-Gruppe Pipes Steinzeug im operativen Berichtssegment Pipes & Pavers Western Europe ermittelte WACC vor Steuern stieg im Juni des Berichtsjahrs auf 9,60% gegenüber 8,67% zum Zeitpunkt des letzten periodischen Werthaltigkeitstests im November 2016. In Folge des Anstiegs des Kapitalkostensatzes fiel der Nutzungswert unter den Buchwert des getesteten Vermögens, was zu einer in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesenen Wertminderung des Firmenwerts in Höhe von 6.339 TEUR führte. Der Nutzungswert der CGU-Gruppe Pipes Steinzeug belief sich zu diesem Zeitpunkt auf 65 MEUR.

Die im Dezember auf Basis der aktuellsten genehmigten Mittelfristplanung für die Perioden 2018 - 2021 durchgeführten planmäßigen Werthaltigkeitstests ergaben einen Abwertungsbedarf von materiellen Vermögenswerten an vereinzelten Standorten von insgesamt 10.226 TEUR. Davon entfielen 5.599 TEUR auf Gegenstände des Anlagevermögens in Österreich in der CGU-Gruppe Pavers Semmelrock im Segment Pipes & Pavers Eastern Europe. Der beizulegende Zeitwert der betroffenen Anlagen beläuft sich auf 24,9 MEUR. Weiters wurden Anlagen in Deutschland der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Bricks and Roof Western Europe West im Segment Clay Building Materials Western Europe um 4.627 TEUR auf einen Nutzungswert von 162 MEUR wertgemindert.

Im Werthaltigkeitstest der CGU-Gruppe Bricks North America, welche den größten Anteil am Firmenwert der Wienerberger Gruppe trägt, wurde mit einem WACC nach Steuern von 7,64% und mit einer Wachstumsrate von 1,86% ein Nutzungswert errechnet, welcher den Buchwert der getesteten Vermögenswerte um 36 MEUR übersteigt. Eine zusätzlich durchgeführte

Sensitivitätsanalyse zeigt, wann der Nutzungswert dem Buchwert des getesteten Vermögens entsprechen würde, wenn einzelne Elemente verändert und die jeweils anderen Parameter konstant gehalten werden. Zu diesem Zweck wurden neben dem WACC nach Steuern die Deckungsbeiträge als zentraler Bestandteil der für den Nutzungswert relevanten Zahlungsströme modifiziert. Die Sensitivitätsanalyse des Deckungsbeitrages beinhaltet die wesentlichen Einflussfaktoren wie Mengen- und Preisänderungen, wobei Preisänderungen einen deutlich stärkeren Einfluss auf die Entwicklung des Nutzungswerts der CGU-Gruppe haben als Veränderungen in der geplanten Absatzmenge. Das Ergebnis dieser Analyse zeigte, dass der Nutzungswert der CGU-Gruppe Bricks North America bei einem WACC nach Steuern von 8,25 % dem Buchwert des getesteten Vermögens entsprochen hätte. Unter Anhebung des WACC nach Steuern um 100 Basispunkte auf 8,64 % würde der Nutzungswert den Buchwert der CGU-Gruppe um 10 MEUR unterschreiten. Die absoluten jährlichen Deckungsbeiträge, die sich über den Planungshorizont bei 125 MEUR einpendeln, müssten um 5,93 % reduziert werden, damit der Nutzungswert dem Buchwert entsprechen würde.

Folgende Tabelle zeigt die Schwellenwerte der modifizierten Parameter des Werthaltigkeitstests der CGU-Gruppe Bricks North America, welche den größten Einfluss auf den Nutzungswert haben.

in %
2017
2016
WACC nach Steuern - Schwellenwert
8,25
8,13
Deckungsbeitrag - prozentuelle Verminderung
-5,93
-3,99

Im Anlagevermögen sind Grundwerte von 368.266 TEUR (Vorjahr: 390.646 TEUR) enthalten. Für Werksneubauten sind im Geschäftsjahr 2017 Bauzeitzinsen und Kursdifferenzen bis zur Fertigstellung in Höhe von 0 TEUR angefallen (Vorjahr: 225 TEUR). Zum Stichtag bestanden Verpflichtungen zum Kauf von Sachanlagen in Höhe von 19.505 TEUR (Vorjahr: 24.583 TEUR).

Die Wienerberger Gruppe nimmt neben dem operativen Leasing nur vereinzelt Finanzierungsleasing in Anspruch. Alle wesentlichen Finanzierungsleasingverträge sind ausgelaufen oder durch Ausübung der Kaufoptionen beendet worden. Zum Bilanzstichtag sind noch Buchwerte in Höhe von 1.063 TEUR (Vorjahr: 99 TEUR) vorhanden, die in der Kategorie Betriebs- und Geschäftsausstattung ausgewiesen werden.

in TEUR 2017 2016
Anschaffungskosten 1.697 314
Abschreibungen (kumuliert) 634 215
Buchwert 1.063 99

Aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen bestehen aufgrund von Leasing-, Lizenz-, Miet- und Pachtverträgen Verpflichtungen in folgendem Umfang:

in TEUR 2017 2016
Im folgenden Jahr 40.289 35.134
In den folgenden zwei bis fünf Jahren 80.694 76.985
Über fünf Jahre 15.204 24.572

Zahlungen aus operativen Leasing-, Lizenz-, Miet- und Pachtverträgen betrugen 53.292 TEUR (Vorjahr: 52.105 TEUR).

In der Bilanzposition als Finanzinvestition gehaltene Immobilien sind Liegenschaften und Gebäude mit einem Buchwert von 65.918 TEUR (Vorjahr: 85.733 TEUR) enthalten, die nicht im laufenden Geschäftsbetrieb eingesetzt werden. Sie sind mittel- bis langfristig zur Veräußerung vorgesehen und somit als Finanzinvestition gehaltene Immobilien zu qualifizieren (investment property). Die aus vergleichbaren Transaktionen abgeleiteten beizulegenden Zeitwerte dieser Vermögenswerte werden gemäß IFRS 13 der Stufe 2 der Bewertungshierarchie zugeordnet und werden mit 100.770 TEUR (Vorjahr: 132.958 TEUR) angenommen. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts erfolgte zum Großteil anhand von externen Kaufangeboten zu den jeweiligen

Liegenschaften oder orientierte sich an am Markt zugänglichen Preisen für ähnliche Liegenschaften. Im Geschäftsjahr 2017 erwirtschafteten diese Liegenschaften Miet- und sonstige Erträge von 2.163 TEUR (Vorjahr: 2.194 TEUR). Aus als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien, die während des Geschäftsjahres Mieteinnahmen erzielten, entstanden Aufwendungen in Höhe von 907 TEUR (Vorjahr: 609 TEUR), aus jenen, mit denen keine Mieteinnahmen erzielt wurden, Aufwendungen von 1.149 TEUR (Vorjahr: 1.199 TEUR). Im Jahr 2017 wurden als Finanzinvestition gehaltene Immobilien mit einem Buchwert von 9.879 TEUR (Vorjahr: 10.059 TEUR) veräußert.

Anlagenspiegel Anschaffungs- oder Herstellungskosten
in TEUR Stand
1.1.2017
Veränderung
Konsolidie
rungskreis
Währungs
änderungen
Zugänge Abgänge Umbu
chungen
Stand
31.12.2017
Firmenwerte 844.643 7.214 -34.741 0 0 0 817.116
Sonstige immaterielle
Vermögenswerte
318.228 26.184 -6.703 6.968 987 926 344.616
Immaterielle Vermögenswerte
und Firmenwerte
1.162.871 33.398 -41.444 6.968 987 926 1.161.732
Grundstücke und Bauten 1.303.765 9.474 -17.139 23.620 2.055 -12.488 1.305.177
Technische Anlagen und Maschinen 2.652.069 24.431 -47.327 62.149 62.074 48.007 2.677.255
Betriebs- und Geschäftsausstattung 116.525 118 -1.599 13.301 7.864 4.621 125.102
Anlagen in Bau 74.178 28 -1.328 62.101 688 -61.305 72.986
Sachanlagen 4.146.537 34.051 -67.393 161.171 72.681 -21.165 4.180.520
Als Finanzinvestition gehaltene
Immobilien
153.079 6 -2.299 3.693 23.291 12.701 143.889
Immaterielle
Vermögenswerte und
Sachanlagen
5.462.487 67.455 -111.136 171.832 96.959 -7.538 5.486.141
Anlagenspiegel Anschaffungs- oder Herstellungskosten
in TEUR Stand
1.1.2016
Veränderung
Konsolidie
rungskreis
Währungs
änderungen
Zugänge Abgänge Umbu
chungen
Stand
31.12.2016
Firmenwerte 864.433 6.956 -10.652 0 16.094 0 844.643
Sonstige immaterielle
Vermögenswerte
307.763 2.508 -2.007 8.725 261 1.500 318.228
Immaterielle Vermögenswerte
und Firmenwerte
1.172.196 9.464 -12.659 8.725 16.355 1.500 1.162.871
Grundstücke und Bauten 1.316.024 5.376 -5.909 22.467 11.492 -22.701 1.303.765
Technische Anlagen und Maschinen 2.606.583 4.465 -4.442 62.045 60.587 44.005 2.652.069
Betriebs- und Geschäftsausstattung 111.232 233 683 10.246 6.554 685 116.525
Anlagen in Bau 64.326 108 -273 64.634 4 -54.613 74.178
Sachanlagen 4.098.165 10.182 -9.941 159.392 78.637 -32.624 4.146.537
Als Finanzinvestition gehaltene
Immobilien
169.579 0 126 1 26.346 9.719 153.079
Immaterielle Vermögenswerte
und Sachanlagen
5.439.940 19.646 -22.474 168.118 121.338 -21.405 5.462.487

1) inklusive Sonderabschreibungen

Umbu
chungen
Abgänge Zuschrei
bungen
Wertmin
derungen 1)
Laufende
Abschrei
bungen
Währungs
änderungen
Veränderung
Konsolidie
rungskreis
Stand
1.1.2017
0 0 6.339 0 -21.068 0 347.166
696 1.055 55 17.490 -2.710 0 125.265
696 1.055 6.394 17.490 -23.778 0 472.431
-22.508 1.799 0 19.760 33.698 -4.316 0 562.545
-1.268 61.136 0 20.283 121.337 -32.439 0 1.937.364
1.632 7.057 0 201 11.589 -1.115 0 81.805
398 0 192 556 -10 0 96
-22.208 70.390 0 40.436 167.180 -37.880 0 2.581.810
19.614 13.412 0 967 4.935 -1.479 0 67.346
-2.545 84.498 1.055 47.797 189.605 -63.137 0 3.121.587

Abschreibungen

Abschreibungen

Stand
1.1.2016
Veränderung
Konsolidie
rungskreis
Währungs
änderungen
Laufende
Abschrei
bungen
Wertmin
derungen 1)
Zuschrei
bungen
Abgänge Umbu
chungen
Stand
31.12.2016
Bilanzwert
31.12.2016
356.838 0 -470 0 6.892 0 16.094 0 347.166 497.477
113.933 0 -1.956 17.441 0 4.303 268 418 125.265 192.963
470.771 0 -2.426 17.441 6.892 4.303 16.362 418 472.431 690.440
547.354 0 -910 35.508 4.766 0 6.320 -17.853 562.545 741.220
1.857.763 0 -35 124.576 14.100 0 60.112 1.072 1.937.364 714.705
77.969 0 378 11.370 56 0 6.153 -1.815 81.805 34.720
205 0 1 0 0 0 0 -110 96 74.082
2.483.291 0 -566 171.454 18.922 0 72.585 -18.706 2.581.810 1.564.727
77.966 0 159 2.418 826 0 16.287 2.264 67.346 85.733
3.032.028 0 -2.833 191.313 26.640 4.303 105.234 -16.024 3.121.587 2.340.900

22. Finanzanlagen

Die Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen sowie die übrigen Finanzanlagen stellen sich wie folgt dar:

in TEUR 2017 2016
Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen
11.371
13.542
Beteiligungen an verbundenen Unternehmen 39 60
Sonstige Beteiligungen 6.987 6.975
Übrige Finanzanlagen 7.026 7.035
Finanzanlagen
18.397
20.577

23. Vorräte

in TEUR 2017 2016
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 142.626 127.437
Unfertige Erzeugnisse 98.039 94.262
Fertige Erzeugnisse und Handelswaren 498.559 495.194
Geleistete Anzahlungen 2.373 1.466
Vorräte 741.597 718.359

Paletten werden in der Position Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe ausgewiesen. Zugekaufter Ton wird gemeinsam mit selbst abgebautem Ton unter den unfertigen Erzeugnissen ausgewiesen. Wertberichtigungen auf Vorräte in Höhe von 9.852 TEUR (Vorjahr: 10.241 TEUR) wurden bei jenen Produkten verbucht, bei denen der Nettoveräußerungswert (Verkaufspreis abzüglich zuzurechnender Vertriebs- und Verwaltungskosten) geringer als die Anschaffungs- bzw. Herstellkosten ist. Zum 31.12.2017 belaufen sich die Buchwerte der auf den Nettoveräußerungswert abgewerteten Vorräte auf 52.161 TEUR (Vorjahr: 53.122 TEUR).

24. Forderungen, Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte Kredite und Forderungen

in TEUR 2017 2016
Gesamt Restlaufzeit
< 1 Jahr
Restlaufzeit
> 1 Jahr
Gesamt Restlaufzeit
< 1 Jahr
Restlaufzeit
> 1 Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
gegenüber Dritten
213.498 213.498 0 200.635 200.635 0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
gegenüber Konzernunternehmen
779 779 0 1.174 1.174 0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 214.277 214.277 0 201.809 201.809 0
Forderungen aus der Finanzierungstätigkeit
gegenüber Konzernunternehmen 20.521 20.521 0 18.313 18.313 0
Forderungen aus Darlehen 4.807 4.807 0 4.662 4.662 0
Gewährte Darlehen 25.328 25.328 0 22.975 22.975 0
Kredite und Forderungen 239.605 239.605 0 224.784 224.784 0

Kredite und Forderungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung etwaiger Einzelwertberichtigungen ausgewiesen. Von den Forderungen und sonstigen Vermögenswerten werden die erforderlichen Einzelwertberichtigungen direkt abgesetzt. Im Jahr 2017 wurden Wertberichtigungen von 1.474 TEUR (Vorjahr: 1.745 TEUR) berücksichtigt, welche 0,6% der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und gewährten Darlehen ausmachen sowie weniger als 1% des gesamten Forderungsbestands und daher nicht gesondert angeführt werden. Verkaufte Forderungen (Factoring) werden in Übereinstimmung mit der entsprechenden Regelung des IAS 39 ausgebucht. Zum Stichtag 31.12.2017 waren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 114.338 TEUR (Vorjahr: 109.124 TEUR) an Dritte verkauft. Die Forderungen aus der Finanzierungstätigkeit gegenüber Konzernunternehmen resultieren aus Darlehensbeziehungen gegenüber at-equity einbezogenen Gesellschaften und sonstigen Beteiligungen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind mit einem Betrag von 2.216 TEUR (Vorjahr: 1.782 TEUR) wechselmäßig verbrieft.

Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente

in TEUR
2017
2016
Buchwert Marktwert im Eigen
kapital
erfasste
Marktwert
änderung
Ø Effektiv
verzinsung
in %
Buchwert Marktwert im Eigen
kapital
erfasste
Marktwert
änderung
Ø Effektiv
verzinsung
in %
Anteile Fonds 28.370 28.370 -25 0,23 6.679 6.679 82 0,78
Schuldtitel von
Kapitalgesellschaften
42 42 0 - 9.195 9.195 -264 7,44
Aktien 13 13 0 - 18 18 0 -
Sonstige 790 790 0 - 854 854 8 -
Zur Veräußerung verfügbare
Finanzinstrumente
29.215 29.215 -25 16.746 16.746 -174

Neben den zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten sind die unter dem langfristigen Vermögen ausgewiesenen übrigen Finanzanlagen in Höhe von 7.026 TEUR (Vorjahr: 7.035 TEUR), die zu Anschaffungskosten (at cost) bilanziert werden (siehe Anmerkung 22. Finanzanlagen), ebenfalls dieser Kategorie zuzurechnen, womit deren Gesamtwert 36.241 TEUR (Vorjahr: 23.781 TEUR) beträgt.

Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente

in TEUR 2017 2016
Buchwert Marktwert Buchwert Marktwert
Derivate aus Cashflow Hedges 2.000 2.000 358 358
Derivate aus Net Investment Hedges 18.354 18.354 9.051 9.051
Sonstige Derivate 4.111 4.111 3.610 3.610
Derivate mit positivem Marktwert 24.465 24.465 13.019 13.019

Die Bilanzposition Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte lässt sich somit wie folgt aufgliedern:

in TEUR 2017 2016
Gewährte Darlehen 25.328 22.975
Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente – kurzfristig 29.215 16.746
Derivate mit positivem Marktwert 24.465 13.019
Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte 79.008 52.740

25. Sonstige Forderungen

in TEUR 2017 2016
Gesamt Restlaufzeit
< 1 Jahr
Restlaufzeit
> 1 Jahr
Gesamt Restlaufzeit
< 1 Jahr
Restlaufzeit
> 1 Jahr
Forderungen aus laufenden Ertragsteuern 2.297 2.297 0 9.868 9.868 0
Sonstige geleistete Vorauszahlungen 18.781 18.371 410 14.962 14.623 339
Übrige sonstige Forderungen 89.835 80.563 9.272 58.199 51.655 6.544
Sonstige Forderungen 108.616 98.934 9.682 73.161 66.278 6.883

Die übrigen sonstigen Forderungen mit einer Restlaufzeit < 1 Jahr beinhalten im Wesentlichen Forderungen gegenüber Finanzamt und Sozialversicherungsträgern sowie Forderungen aus dem Verkauf von nicht betriebsnotwendigem Vermögen. In den übrigen langfristigen Forderungen ist eine Forderung aus dem Verkauf von Abbaurechten einer Sandgrube enthalten, die eine mittelfristige Restlaufzeit aufweist.

26. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte

Anlagen mit Buchwerten in Höhe von 3.977 TEUR (Vorjahr: 5.380 TEUR) sind zur Veräußerung vorgesehen. Hierbei handelt es sich vorwiegend um Grundstücke und Gebäude permanent stillgelegter Werke, die laut Einschätzung des Managements höchstwahrscheinlich innerhalb der nächsten 12 Monate veräußert werden.

27. Konzerneigenkapital

Die Entwicklung des Konzerneigenkapitals der Jahre 2017 und 2016 ist auf den Seiten 122 und 123 dargestellt.

Der Vorstand wurde in der 148. ordentlichen Hauptversammlung der Wienerberger AG am 19.5.2017 ermächtigt, eigene Aktien im Ausmaß von 2 % des Grundkapitals zum Zweck der Mitarbeiterbeteiligung für einen Zeitraum von 30 Monaten zu erwerben. Die auf Grundlage dieses Beschlusses erworbenen Aktien dürfen um nicht weniger als einen Euro und nicht um mehr als zum Zweifachen des Börsenkurses vom 19.5.2017 pro Aktie erworben werden. Ferner wurde eine Satzungsänderung beschlossen, wonach die Hauptversammlung dazu ermächtigt ist, den Bilanzgewinn ganz oder teilweise von der Verwendung auszuschließen.

Der Vorstand wurde in der 147. ordentlichen Hauptversammlung der Wienerberger AG am 12.5.2016 ermächtigt, im gesetzlich jeweils höchstzulässigen Ausmaß eigene Stückaktien während der Geltungsdauer von 30 Monaten ab dem Tag der Beschlussfassung zu erwerben, höchstens zum Zweifachen des Börsenkurses zum 12.5.2016 und mindestens zum Rechenwert von einem Euro pro Aktie, und rückgekaufte Aktien ohne weitere Beschlussfassung der Hauptversammlung entweder einzuziehen oder wieder zu verkaufen sowie eigene Aktien auf eine andere Weise als über die Börse oder ein öffentliches Angebot zu veräußern.

In der Hauptversammlung vom 16.5.2014 wurde ein genehmigtes Kapital im Ausmaß von 17.629.014 EUR beschlossen. Hierbei handelt es sich um die Ermächtigung für die Durchführung einer regulären Kapitalerhöhung gegen Bar- oder Sacheinlage innerhalb von fünf Jahren mit Zustimmung des Aufsichtsrats. Das Grundkapital kann um maximal 17.629.014 EUR durch Ausgabe von bis zu 17.629.014 neuen auf Inhaber lautenden Stückaktien mit der Möglichkeit des Bezugsrechtsausschlusses bei Spitzenbeträgen erhöht werden. Eine Durchführung kann gegebenenfalls in mehreren Tranchen erfolgen. Die Art der Aktien, der Ausgabekurs und die Ausgabebedingungen sind vom Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats festzulegen. Grundsätzlich haben die Aktionäre das gesetzliche Bezugsrecht. Der Vorstand wurde jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre in zwei besonderen Fällen auszuschließen. Erstens, für eine Kapitalerhöhung im Falle einer Sacheinlage zur Gewährung von Aktien zum Zweck des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen sowie zweitens bei Mehrzuteilungsoptionen im Rahmen der Platzierung neuer Aktien der Gesellschaft (Greenshoe). Diese Ermächtigung gilt bis zum 25.6.2019.

Wienerberger weist per 31.12.2017 ein Konzerneigenkapital von 1.911.239 TEUR gegenüber 1.848.956 TEUR im Vorjahr aus. Während das Ergebnis nach Steuern das Eigenkapital um 140.634 TEUR erhöhte (Vorjahr: 115.327 TEUR), reduzierten die anderen Bestandteile des Gesamtergebnisses nach Berücksichtigung latenter Steuern das Eigenkapital um 29.002 TEUR (Vorjahr: 23.774 TEUR). Der Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme beläuft sich per 31.12.2017 auf 52% (Vorjahr: 51%), die Nettoverschuldung verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr von 631.602 TEUR auf 566.405 TEUR.

Von den nicht beherrschenden Anteilen in Höhe von 23.491 TEUR entfielen zum Ende des Geschäftsjahrs 23.045 TEUR auf Tondach. Der Minderheitenanteil der Tondach Gruppe beläuft sich auf 17,81%. Die Veränderung der nicht beherrschenden Anteile während des Geschäftsjahres ist im Wesentlichen auf das laufende Ergebnis sowie Währungseffekte zurückzuführen.

Aktiva
in TEUR
31.12.2017 31.12.2016 Passiva
in TEUR
31.12.2017 31.12.2016
Langfristiges Vermögen 148.615 154.621 Beherrschende Anteile 106.816 90.643
Kurzfristiges Vermögen 82.621 74.340 Nicht beherrschende Anteile 23.045 19.497
Eigenkapital 129.861 110.140
Langfristige Rückstellungen
und Verbindlichkeiten
72.968 97.945
Kurzfristige Rückstellungen
und Verbindlichkeiten
28.407 20.876
231.236 228.961 231.236 228.961

Folgende Tabelle stellt die Bilanzentwicklung der Tondach Gruppe und der nicht beherrschenden Anteile dar:

Das Grundkapital der Wienerberger AG zum 31.12.2017 beträgt 117.526.764 EUR und verteilt sich auf 117.526.764 nennwertlose Stückaktien, denen allen die gleichen Rechte zukommen. Alle Aktien sind voll einbezahlt. Im Geschäftsjahr wurde eine Dividende in Höhe von 0,27 EUR je Aktie ausbezahlt, das waren 31.732 TEUR abzüglich eines anteiligen Betrags für eigene Anteile von 154 TEUR, somit 31.578 TEUR.

Das im Eigenkapital ausgewiesene Hybridkapital bezeichnet eine Hybridanleihe, welche gegenüber allen sonstigen Gläubigern nachrangig und unbefristet ist. Die Hybridanleihe 2014 ersetzte im Rahmen eines Tauschangebots die Hybridanleihe aus dem Jahr 2007. Die neue Hybridanleihe bietet wie die bestehende eine fixe Verzinsung von 6,5% bis 9.2.2017 und danach eine Fixverzinsung von 5% bis zum Jahr 2021, in dem der Emittentin erstmals ein Kündigungsrecht zusteht.

Die Wienerberger AG hat mit Wirkung vom 9.2.2017 den Kupon in Höhe von 17.692 TEUR für die unter dem Hybridkapital ausgewiesene Hybridanleihe ausbezahlt.

Nach IAS 32 handelt es sich bei der Hybridanleihe 2014 um ein Eigenkapitalinstrument, weshalb die hierfür zu zahlenden Kupons als Teil der Ergebnisverwendung in der Entwicklung des Eigenkapitals gezeigt werden. Im

Berichtsjahr verminderte sich das Ergebnis je Aktie durch Kuponzinsen um 0,12 EUR.

Die Gewinnrücklagen von insgesamt 674.923 TEUR (Vorjahr: 586.961 TEUR) enthalten die Gewinnrücklagen der Wienerberger AG und sämtliche nicht im Rahmen der Kapitalkonsolidierung eliminierten Gewinnrücklagen von Tochterunternehmen. Das Konzernergebnis 2017 ohne Anteile anderer Gesellschafter ist innerhalb der Konzerngewinnrücklagen ausgewiesen.

In der Rücklage aus Währungsumrechnung werden alle im sonstigen Gesamtergebnis erfassten Differenzen aus der Währungsumrechnung nach Steuern ausgewiesen, wobei die Differenzen von at-equity bilanzierten Unternehmen gesondert ausgewiesen werden. In der Hedging Rücklage werden die im sonstigen Gesamtergebnis erfassten Wertänderungen von Sicherungsgeschäften abgebildet. Bei diesen Sicherungsgeschäften handelt es sich einerseits um Absicherungen der Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftseinheiten (Net Investment Hedges) und andererseits um Sicherungsgeschäfte für Transaktionen in Fremdwährungen (Cashflow Hedges).

"Change of Control"-Klauseln sind in den Vorstandsverträgen, den Vereinbarungen zu den Unternehmensanleihen 2011 und 2013, zu der Hybridanleihe 2014 sowie in mehreren syndizierten Krediten und Darlehen enthalten.

28. Rückstellungen

in TEUR 1.1.2017 Währungs
änderungen
Veränderung
Konsolidie
rungskreis
Auflösung Verbrauch Zuführung 31.12.2017
Garantierückstellungen 26.095 -249 0 4.023 1.697 2.930 23.056
Rekultivierungsrückstellungen 33.355 -232 550 2.137 2.749 7.877 36.664
Übrige sonstige langfristige
Rückstellungen
11.747 -89 0 799 4.970 10.844 16.733
Sonstige langfristige
Rückstellungen
71.197 -570 550 6.959 9.416 21.651 76.453
Laufende Steuerrückstellungen 2.154 -5 0 2 495 81 1.733
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 33.133 -206 447 6.647 19.538 30.192 37.381
Kurzfristige Rückstellungen 35.287 -211 447 6.649 20.033 30.273 39.114
Sonstige Rückstellungen 106.484 -781 997 13.608 29.449 51.924 115.567

Die übrigen sonstigen langfristigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen sonstige langfristige Personalrückstellungen. In den sonstigen kurzfristigen Rückstellungen werden großteils Rückstellungen für Restrukturierungen sowie sonstige kurzfristige Personalrückstellungen ausgewiesen.

29. Leistungen an Arbeitnehmer

Die Verpflichtungen für Leistungen an Arbeitnehmer stellen sich wie folgt dar:

in TEUR 1.1.2017 Währungs
änderungen
Veränderung
Konsolidie
rungskreis
Auflösung Verbrauch Zuführung 31.12.2017
Rückstellungen für Abfertigungen 34.446 -57 0 1.769 2.791 6.194 36.023
Rückstellungen für Pensionen 127.890 -5.720 0 9.828 10.482 7.227 109.087
Jubiläumsgeldrückstellungen 9.152 115 51 659 586 1.809 9.882
Personalrückstellungen 171.488 -5.662 51 12.256 13.859 15.230 154.992

Die gesamten Verpflichtungen für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses belaufen sich auf 145.110 TEUR (Vorjahr: 162.336 TEUR) und lassen sich in Pensionsverpflichtungen von 109.087 TEUR (Vorjahr: 127.890 TEUR) und Abfertigungsverpflichtungen von 36.023 TEUR (Vorjahr: 34.446 TEUR) unterteilen. Die relevanten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sind auf Seite 186 erläutert.

Hinsichtlich der Pläne für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses unterliegt das Unternehmen unterschiedlichen Risiken, wobei neben allgemeinen versicherungsmathematischen Risiken in Folge einer höheren Lebenserwartung bei Pensionen oder Zinsrisiken auch Währungsrisiken und Veranlagungsrisiken auf Kapitalmärkten zum Tragen kommen.

Pensionsverpflichtungen

Bei Wienerberger haben Arbeiter und Angestellte in Österreich, den Niederlanden, Großbritannien, Skandinavien, den USA, Kanada, Deutschland, Belgien und der Schweiz sowie einige Personen des Managements Pensionszusagen. Zielsetzung für künftige Pensionsregelungen sind beitragsorientierte Modelle (defined contribution). Leistungsorientierte Pensionsvereinbarungen (defined benefit) mit aktiven Managern werden laufend in beitragsorientierte Pensionskassenmodelle umgewandelt und bisher erworbene Ansprüche an Pensionskassen übertragen. Daneben bestehen vereinzelt nicht fondsgebundene leistungsorientierte Pensionszusagen, vorwiegend an ehemalige Manager. Für die Pensionspläne bilden die geleisteten Dienstjahre die Grundlage. Die Altersversorgung der Mitarbeiter von General Shale Brick Inc. (USA) beruht auf einem fondsgebundenen leistungsorientierten Pensionsplan sowie einer nicht fondsgebundenen (Alters-)Krankenversicherung. ZZ Wancor AG (Schweiz) hat ein fondsgebundenes leistungsorientiertes Pensionsmodell mit einer ausgelagerten Pensionskassa, wobei im Falle der Zahlungsunfähigkeit der Sammelstiftung das Unternehmen einer faktischen Nachschussverpflichtung unterliegt. Die von niederländischen Mitarbeitern erworbenen Ansprüche werden im Rahmen eines beitragsorientierten Pensionsmodells überwiegend durch Beiträge in einen industrieweiten niederländischen Pensionsfonds befriedigt. In Großbritannien existiert ein beitragsorientiertes Pensionsmodell für alle Mitarbeiter. Bei den im Jahr 2004 erworbenen Gesellschaften von thebrickbusiness sowie

Baggeridge im Jahr 2007 gab es leistungsorientierte Modelle. Die daraus resultierenden Verpflichtungen wurden rückgestellt.

Für Mitarbeiter der Steinzeug-Keramo Gruppe existieren ebenfalls leistungsorientierte Pensionsmodelle. Aufgrund einer Gesetzesänderung in Belgien sind die beitragsorientierten Pläne nunmehr wie leistungsorientierte Pläne zu bilanzieren, resultierend aus einer Mindestzinsgarantie seitens des Arbeitsgebers. Die Effekte der erstmaligen Einbeziehung dieser Pläne in die Überleitung der leistungsorientierten Pensionszusagen wurden in den Zeilen Umgliederungen der Brutto-Pensionsverpflichtung und des Planvermögens sowie versicherungsmathematische Gewinne/Verluste dargestellt. Die Netto-Pensionsverpflichtung von Steinzeug-Keramo Belgien aus diesen beitragsorientierten Plänen belaufen sich zum Bilanzstichtag auf 404 TEUR.

In der Pipelife Gruppe existieren leistungsorientierte Pensionspläne für einzelne Mitglieder des Managements in den Niederlanden, Belgien, Österreich und Deutschland. Ein norwegischer leistungsorientierter Plan ist im Geschäftsjahr 2017 ausgelaufen. Die Ansprüche der Arbeitnehmer wurden auf Versicherungen übertragen, es bestehen keine weiteren Verpflichtungen für Pipelife Norge AS. Der Abgang der Brutto-Pensionsverpflichtung sowie des Planvermögens wurde in der Zeile Abgeltungen dargestellt.

Den Berechnungen liegen die folgenden gewichteten durchschnittlichen Parameter zugrunde:

Parameter 2017 2016
Diskontierungssatz 2,2 % 2,3 %
Erwartete Gehaltssteigerungen 0,2 % 0,2 %
Erwartete Rentensteigerungen 1,2 % 1,3 %
Durchschnittliche Fluktuationsraten 0,0 % 0,1 %
Sterbetafeln
Österreich AVÖ 2008-P AVÖ 2008-P
Deutschland Heubeck 2005 G Heubeck 2005 G
Schweiz BVG 2015 GT BVG 2015 GT
USA RP-2014 with scale MP-2016 RP-2014 with scale MP-2015
Großbritannien 105% of SAPS Normal Tables
with allowance (CMI 2014)
105% of SAPS Normal Tables
with allowance (CMI 2014)
Belgien MR-3/FR-3 MR-3/FR-3
Schweden DUS14 PRI 2011
Kanada CIA Private Sector Mortality
Table
CIA Private Sector Mortality
Table
Niederlande AG Prognosetafel 2016 AG Prognosetafel 2016

Der landesspezifische Diskontierungssatz basiert auf der durchschnittlichen Verzinsung von erstrangigen, festverzinslichen Industrieanleihen mit einer Laufzeit, die der durchschnittlichen Fälligkeit der Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern entspricht.

Der gesamte Pensionsaufwand des Jahres 2017 verteilt sich auf beitragsorientierte und leistungsorientierte Pensionspläne, wobei der laufende sowie nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand und die Auswirkungen von Abgeltungen im Betriebsergebnis und der Nettozinseffekt im Zinsergebnis ausgewiesen werden.

in TEUR 2017 2016
Beitragsorientierte Pläne 16.076 15.349
Leistungsorientierte Pläne
Aufwand für die im Wirtschaftsjahr hinzuerworbenen Versorgungsansprüche (service cost) 3.735 3.232
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand -1.106 0
Auswirkung von Plankürzungen und Abgeltungen 0 -18
Nettozinsaufwand 2.951 3.464
Aufwendungen für leistungsorientierte Pläne 5.580 6.678
Gesamte Aufwendungen für Altersversorgung 21.656 22.027

Die Überleitung von Brutto-Pensionsverpflichtungen auf bilanzierte Netto-Pensionsverpflichtungen erfolgt durch Abzug des Marktwerts des Planvermögens. Von den Netto-Pensionsverpflichtungen stammen 9.445 TEUR (Vorjahr: 11.472 TEUR) aus der US-amerikanischen

(Alters-)Krankenversicherung. Eine Änderung des Kostentrends für medizinische Versorgungsleistungen führt zu keinen wesentlichen Auswirkungen auf Zinsaufwand und leistungsorientierte Pensionsverpflichtungen.

Die Zusammensetzung der Pensionsverpflichtungen und ihre Abdeckung durch Vermögen stellen sich wie folgt dar:

Brutto
Pensionsverpflichtung
Marktwert
Planvermögen
in TEUR 2017 2016 2017 2016
Wert per 1.1. 423.050 412.533 295.160 293.277
Umgliederungen 2.165 12.633 2.165 12.839
Währungsänderungen -21.635 -16.275 -15.915 -12.625
Aufwand für die im Wirtschaftsjahr hinzuerworbenen Versorgungs
ansprüche (service cost) für leistungsorientierte Pensionspläne
3.735 3.232 0 0
Kalkulatorischer Zinsaufwand der bereits
erworbenen Ansprüche (interest cost)
8.907 10.705 0 0
Erwarteter Ertrag auf das Planvermögen 0 0 5.956 7.241
Auswirkung von Plankürzungen 0 -46 0 0
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste -3.157 35.098 5.023 21.098
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand -1.106 0 0 0
Auszahlungen an Rentner -18.280 -17.059 -17.953 -16.308
Einzahlungen von Mitarbeitern 1.354 1.250 1.354 1.250
Abgeltungen -1.513 -18.559 -1.513 -18.587
Einzahlungen vom Arbeitgeber -408 -462 9.748 6.975
Wert per 31.12. 393.112 423.050 284.025 295.160
Marktwert Planvermögen -284.025 -295.160
Netto-Pensionsverpflichtungen 109.087 127.890
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus Pensionsplänen
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste
aufgrund von Änderungen der demographischen Annahmen
-670 -6.585
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste
aufgrund von Änderungen der finanziellen Annahmen
7.558 56.888
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste
aufgrund von erfahrungsbedingten Anpassungen
-10.045 -15.205
Abweichung des Ertrages auf das Planvermögen -5.023 -21.098
Versicherungsmathematische Gewinne (-)/Verluste (+)
im sonstigen Gesamtergebnis
-8.180 14.000

Das Planvermögen resultiert hauptsächlich aus den fondsgebundenen leistungsorientierten Pensionsmodellen in den USA, Großbritannien, der Schweiz und dem niederländischen Plan von Pipelife. Das Planvermögen

wird zu 46% (Vorjahr: 36%) in Form von Aktien, zu 46% (Vorjahr: 53%) in Form von Anleihen und zu 8% (Vorjahr: 11%) in Form von sonstigen Vermögenswerten gehalten.

Die Sensitivität der Brutto-Pensionsverpflichtung wurde getestet, indem die maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen einzeln unter sonst gleichen Bedingungen verändert wurden. Ein negativer Betrag bedeutet eine Verminderung der Verpflichtung, ein positiver Wert eine Erhöhung.

Änderung der
Annahme
Anstieg der
Annahme
Verringerung der
Annahme
Sensitivität der Brutto-Pensionsverpflichtung in Basispunkten
(BP)/Jahren (J)
in TEUR in TEUR
Diskontierungssatz +/-25 BP -14.884 15.287
Gehaltssteigerungen +/-100 BP 2.093 -1.565
Fluktuation +/-100 BP -946 699
Lebenserwartung +/-1 J 14.303 -14.250

Für das Geschäftsjahr 2018 werden Zahlungen für leistungsorientierte Pensionspläne in Höhe von insgesamt 9.413 TEUR erwartet. Die gewichtete durchschnittliche Duration der Pensionsverpflichtungen beläuft sich per 31.12.2017 auf 13 Jahre (Vorjahr: 15 Jahre).

Abfertigungsverpflichtungen

Abhängig von der Dienstzugehörigkeit haben österreichische Dienstnehmer, die vor dem 1.1.2003 in das Unternehmen eingetretenen sind, aufgrund gesetzlicher Bestimmungen Anspruch auf eine Einmalzahlung bei Pensionsantritt bzw. bei Kündigung durch den Arbeitgeber. Für diese zukünftige Verpflichtung werden Rückstellungen für Abfertigungen gebildet. Ähnliche Verpflichtungen gibt es unter anderem in Frankreich, Italien, Polen und der Türkei.

Der landesspezifische Diskontierungssatz, der für die Berechnung der Abfertigungsverpflichtungen gemäß der Projected Unit Credit Methode herangezogen wird, basiert auf derselben Zinskurve, die für die Berechnung der Pensionsverpflichtungen herangezogen wird. Den Berechnungen liegen die folgenden gewichteten durchschnittlichen Parameter zugrunde:

Diskontierungssatz
1,2 %
1,1 %
Erwartete Gehaltssteigerungen
1,8 %
1,6 %
Durchschnittliche Fluktuationsraten
1,1 %
1,3 %

Der laufende sowie nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand und die Auswirkung von Abgeltungen aus leistungsorientierten Abfertigungsverpflichtungen werden im Betriebsergebnis und der Nettozinseffekt im Zinsergebnis ausgewiesen.

in TEUR 2017 2016
Beitragsorientierte Pläne 1.052 1.743
Leistungsorientierte Pläne
Aufwand für die im Wirtschaftsjahr hinzuerworbenen Versorgungsansprüche (service cost) 1.343 1.385
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 87 37
Auswirkung von Abgeltungen 10 1
Nettozinsaufwand 438 498
Aufwendungen für leistungsorientierte Pläne 1.878 1.921
Aufwendungen für Abfertigungen 2.930 3.664

Die Abfertigungsverpflichtungen sind in Frankreich durch Planvermögen gedeckt. Dieses wird zu 11%

(Vorjahr: 10%) in Form von Aktien, zu 77% (Vorjahr: 81%) in Form von Anleihen und zu 12% (Vorjahr: 9%) in Form von sonstigen Vermögenswerten gehalten.

Die Zusammensetzung der Abfertigungsverpflichtungen und ihre Abdeckung durch Vermögen stellen sich wie folgt dar:

Brutto
Abfertigungsverpflichtung
Marktwert
Planvermögen
in TEUR 2017 2016 2017 2016
Wert per 1.1. 36.639 35.044 2.193 2.093
Veränderungen Konsolidierungskreis 0 26 0 0
Umgliederungen -24 -121 0 0
Währungsänderungen -57 -107 0 0
Aufwand für die im Wirtschaftsjahr hinzuerworbenen Versorgungsansprüche
(service cost) für Abfertigungen
1.343 1.385 0 0
Kalkulatorischer Zinsaufwand der bereits
erworbenen Ansprüche (interest cost)
456 598 0 0
Erwarteter Ertrag auf das Planvermögen 0 0 18 100
Auswirkung von Abgeltungen 10 1 0 0
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste 2.640 2.370 80 0
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 87 37 0 0
Auszahlungen -2.780 -2.594 0 0
Wert per 31.12. 38.314 36.639 2.291 2.193
Marktwert Planvermögen -2.291 -2.193
Netto-Abfertigungsverpflichtungen 36.023 34.446
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste
aus Abfertigungsplänen
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste
aufgrund von Änderungen der demographischen Annahmen
1.532 324
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste
aufgrund von Änderungen der finanziellen Annahmen
-326 929
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste
aufgrund von erfahrungsbedingten Anpassungen
1.434 1.117
Abweichung des Ertrages auf das Planvermögen -80 0
Versicherungsmathematische Gewinne (-)/Verluste (+)
im sonstigen Gesamtergebnis
2.560 2.370

Die Sensitivität der Brutto-Abfertigungsverpflichtung wurde getestet, indem die maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen einzeln unter sonst gleichen

Bedingungen verändert wurden. Ein negativer Betrag bedeutet eine Verminderung der Verpflichtung, ein positiver Wert eine Erhöhung.

Änderung der
Anstieg der
Annahme
Annahme
Annahme
in Basispunkten (BP)
in TEUR
Sensitivität der Brutto-Abfertigungsverpflichtung
in TEUR
Diskontierungssatz
+/-25 BP
-997
1.026
Gehaltssteigerungen
+/-100 BP
4.032
-3.529
Fluktuation
+/-100 BP
-726
737

Für das Geschäftsjahr 2018 werden Zahlungen für Abfertigungspläne in Höhe von insgesamt 1.163 TEUR erwartet. Die gewichtete durchschnittliche Duration der Abfertigungsverpflichtungen beläuft sich per 31.12.2017 auf 11 Jahre (Vorjahr: 12 Jahre).

30. Latente Steuern

Folgende aktive und passive latente Steuern per 31.12.2017 und 31.12.2016 resultieren aus zeitlich begrenzten Bewertungs- und Bilanzierungsunterschieden zwischen den Buchwerten des Konzernabschlusses und den entsprechenden steuerlichen Bemessungsgrundlagen:

in TEUR 2017 2016
Aktiva Passiva Aktiva Passiva
Immaterielle Vermögenswerte 1.922 -35.098 3.749 -37.289
Sachanlagen 18.329 -94.474 18.722 -121.873
Vorräte 3.135 -4.844 2.878 -5.931
Forderungen 9.067 -9.315 6.724 -9.244
Übrige sonstige Forderungen 52.187 -20 95.766 -57
84.640 -143.751 127.839 -174.394
Rückstellungen 31.512 -2.967 34.599 -2.917
Verbindlichkeiten 8.039 -5.686 7.559 -3.242
Erhaltene Vorauszahlungen 437 -1.047 564 -1.228
39.988 -9.700 42.722 -7.387
Steuerliche Verlustvorträge 387.572 434.612
Aktive/Passive latente Steuern 512.200 -153.451 605.173 -181.781
Nicht angesetzte aktive latente Steuern -386.330 -486.784
Saldierung von aktiven und passiven latenten Steuern
gegenüber der selben Steuerbehörde
-81.821 81.821 -101.022 101.022
Angesetzte aktive und passive latente Steuern 44.049 -71.630 17.367 -80.759

Im Konzern wurden für abzugsfähige temporäre Differenzen und steuerliche Verlustvorträge (inklusive Siebentelabschreibungen) in Höhe von 1.521.427 TEUR (Vorjahr: 1.682.927 TEUR) keine aktiven latenten Steuern angesetzt, da ihre Wirksamkeit als endgültige Steuerentlastung im Rahmen der Mittelfristplanung noch

nicht ausreichend gesichert ist. Das entspricht einer aktiven Latenz in Höhe von 386.330 TEUR (Vorjahr: 486.784 TEUR). Die Reduktion nicht angesetzter aktiver latenter Steuern ist im Wesentlichen auf die Senkung des Ertragsteuersatzes sowie auf eine verbesserten Ertragslage in den USA zurückzuführen.

Folgende Tabelle zeigt, in welchem Zeitraum nicht angesetzte steuerliche Verlustvorträge verfallen:

in TEUR 2017 2016
Verwertbarkeit steuerlicher Verlustvorträge ≤ 5 Jahre 31.193 46.445
Verwertbarkeit steuerlicher Verlustvorträge 6 - 10 Jahre 68.633 74.552
Verwertbarkeit steuerlicher Verlustvorträge > 10 Jahre 132.808 288.121
Verwertbarkeit steuerlicher Verlustvorträge unbegrenzt 1.031.748 1.011.322
Summe nicht angesetzter Verlustvorträge 1.264.382 1.420.440

Der Betrag der nach österreichischem Steuerrecht abzugsfähigen temporären Siebentelabschreibungen in der Wienerberger AG beläuft sich auf 239.936 TEUR (Vorjahr: 236.988 TEUR). In der Bilanz wurde ebenso wie im Vorjahr für diesen Betrag kein latenter Steueranspruch angesetzt.

Am 31.12.2017 bestanden zu versteuernde Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen in Höhe von 166.695 TEUR, für die gemäß IAS 12.39 keine latente Steuerschuld angesetzt wurde

(outside basis differences). Demgegenüber bestanden am 31.12.2016 abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von 52.080 TEUR, für die gemäß IAS 12.44 kein latenter Steueranspruch angesetzt wurde.

31. Verbindlichkeiten

Die Bewertung der Verbindlichkeiten erfolgt prinzipiell zu fortgeführten Anschaffungskosten (financial liabilities at amortized cost). Eine Ausnahme bilden Derivate mit negativen Marktwerten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.

Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:

2017
in TEUR
Gesamt Restlaufzeit
< 1 Jahr
Restlaufzeit
1-5 Jahre
Restlaufzeit
> 5 Jahre
davon
dinglich
besichert
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 813.603 320.406 424.197 69.000 690
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 1.053 302 751 0 0
Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit
gegenüber Konzernunternehmen
16 16 0 0 0
Finanzverbindlichkeiten 814.672 320.724 424.948 69.000 690
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
gegenüber Dritten
320.905 320.905 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
gegenüber Konzernunternehmen
628 628 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 321.533 321.533 0 0 0
Verbindlichkeiten aus laufenden Ertragsteuern 11.399 11.399 0 0 0
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 4.426 3.867 547 12 0
Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt
und Sozialversicherungsträgern
63.593 63.573 0 20 0
Erhaltene Vorauszahlungen 9.479 6.049 869 2.561 0
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 181.334 179.320 2.006 8 0
Sonstige Verbindlichkeiten 258.832 252.809 3.422 2.601 0
Summe Verbindlichkeiten 1.406.436 906.465 428.370 71.601 690
2016
in TEUR
Gesamt Restlaufzeit
< 1 Jahr
Restlaufzeit
1-5 Jahre
Restlaufzeit
> 5 Jahre
davon
dinglich
besichert
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 881.292 399.909 481.383 0 71
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 51 0 51 0 0
Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit
gegenüber Konzernunternehmen
15 15 0 0 0
Finanzverbindlichkeiten 881.358 399.924 481.434 0 71
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
gegenüber Dritten
301.815 301.815 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
gegenüber Konzernunternehmen
903 903 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 302.718 302.718 0 0 0
Verbindlichkeiten aus laufenden Ertragsteuern 15.912 15.912 0 0 0
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 4.611 4.586 14 11 0
Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt
und Sozialversicherungsträgern
53.085 53.065 0 20 0
Erhaltene Vorauszahlungen 10.444 6.788 1.083 2.573 0
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 161.362 161.072 283 7 0
Sonstige Verbindlichkeiten 229.502 225.511 1.380 2.611 0
Summe Verbindlichkeiten 1.429.490 944.065 482.814 2.611 71

Die übrigen sonstigen Verbindlichkeiten bestehen mit 61.925 TEUR (Vorjahr: 54.743 TEUR) gegenüber Mitarbeitern und mit 95.416 TEUR (Vorjahr: 92.895 TEUR) aus Abgrenzungen von Boni und sonstigen Erlösschmälerungen gegenüber Kunden. Die erhaltenen Vorauszahlungen beinhalten 4.123 TEUR (Vorjahr: 4.604 TEUR) Subventionen und Investitionszuschüsse

von Dritten, die entsprechend der Nutzungsdauer der zugehörigen Sachanlagen ertragswirksam aufgelöst werden. Zusätzlich zu den Verbindlichkeiten aus laufenden Ertragsteuern sind unter den Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt und Sozialversicherungsträgern Steuerschulden in Höhe von 38.399 TEUR (Vorjahr: 28.791 TEUR) ausgewiesen.

Unter den Finanzverbindlichkeiten sind folgende Derivate mit negativen Marktwerten enthalten:

Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente

in TEUR 2017 2016
Derivate aus Cashflow Hedges 354 589
Derivate aus Net Investment Hedges 3.065 4.241
Sonstige Derivate 5.184 7.166
Derivate mit negativem Marktwert 8.603 11.996

Von den gesamten Verbindlichkeiten entfallen somit 1.397.833 TEUR (Vorjahr: 1.417.494 TEUR) auf Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden (financial liabilities at amortized cost), 3.419 TEUR (Vorjahr: 4.830 TEUR) auf Derivate in Hedge-Beziehungen und 5.184 TEUR (Vorjahr: 7.166 TEUR) auf sonstige Derivate.

Die aus den Finanzverbindlichkeiten resultierenden erwarteten Zahlungsströme stellen sich wie folgt dar:

Analyse der vertraglichen Cashflows

2017
in TEUR
Buchwert
zum 31.12.2017
Gesamt < 6 Monate 6-12 Monate 1-2 Jahre 2-5 Jahre > 5 Jahre
Anleihen 409.657 -441.250 -12.000 -105.250 -12.000 -312.000 0
Commercial Paper 10.962 -11.000 -10.000 -1.000 0 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
384.370 -393.709 -99.644 -93.329 -32.918 -97.860 -69.958
Verbindlichkeiten gegenüber
Nichtbanken
1.080 -1.101 -223 -158 -221 -499 0
Originäre Finanzinstrumente 806.069 -847.060 -121.867 -199.737 -45.139 -410.359 -69.958
Zinsderivate 4.789 -5.391 -1.500 -85 -1.241 -2.565 0
Devisentermingeschäfte und Swaps 3.814 -4.304 -788 -367 -1.556 -1.593 0
Derivative Finanzinstrumente 8.603 -9.695 -2.288 -452 -2.797 -4.158 0
Buchwerte/Vertragliche Cashflows 814.672 -856.755 -124.155 -200.189 -47.936 -414.517 -69.958
2016
in TEUR
Buchwert
zum 31.12.2016
Gesamt < 6 Monate 6-12 Monate 1-2 Jahre 2-5 Jahre > 5 Jahre
Anleihen 644.471 -700.730 -254.230 -5.250 -117.250 -324.000 0
Commercial Paper 34.416 -34.500 -32.500 -2.000 0 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
190.320 -207.977 -102.156 -17.552 -50.641 -37.628 0
Verbindlichkeiten gegenüber
Nichtbanken
155 -289 0 0 -243 -46 0
Originäre Finanzinstrumente 869.362 -943.496 -388.886 -24.802 -168.134 -361.674 0
Zinsderivate 6.595 -7.472 -1.456 -6 -1.462 -4.548 0
Devisentermingeschäfte und Swaps 5.401 -10.737 -2.629 -915 -1.461 -5.732 0
Derivative Finanzinstrumente 11.996 -18.209 -4.085 -921 -2.923 -10.280 0
Buchwerte/Vertragliche Cashflows 881.358 -961.705 -392.971 -25.723 -171.057 -371.954 0

Die in den vorhergehenden Tabellen dargestellten Zahlungsströme beinhalten Zinszahlungen für variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten. Diese wurden auf Basis der Zinssatzfeststellung am Ende der Berichtsperiode ermittelt.

32. Eventualverbindlichkeiten und Haftungsverhältnisse

Haftungsverhältnisse resultieren aus Verpflichtungen, die gegenüber Dritten übernommen wurden, und entfallen auf:

in TEUR 31.12.2017 31.12.2016
Garantien 16.882 23.835
Sonstige vertragliche Haftungsverpflichtungen 520 2.525
Haftungsverhältnisse 17.402 26.360

Bei allen unter den Eventualschulden ausgewiesenen Sachverhalten geht es um potenzielle zukünftige Verpflichtungen, bei denen das Eintreten des entsprechenden zukünftigen Ereignisses zu einer Verpflichtung führen würde, die zum Bilanzstichtag noch völlig ungewiss ist.

33. Finanzinstrumente

Die verzinslichen Finanzverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

2017 Währung Nominale Marktwert Buchwert
zum 31.12.2017
Zinssatz
effektiv
in Tsd.
Landeswährung
in TEUR in TEUR in %
Langfristige Darlehen EUR 174.200 179.072 174.200 1,18
Revolvierende Kredite EUR 493 495 493 7,59
TRY 20.500 4.497 4.509 14,72
4.992 5.002
Kurzfristige Darlehen und Vorlagen EUR 64.600 64.491 64.434 0,93
Finanzverbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten mit fixer Verzinsung
248.555 243.636
2016 Währung Nominale Marktwert Buchwert
zum 31.12.2016
Zinssatz
effektiv
in Tsd.
Landeswährung
in TEUR in TEUR in %
Langfristige Darlehen EUR 53.400 55.052 53.400 1,38
Revolvierende Kredite TRY 750 205 202 7,59
Kurzfristige Darlehen und Vorlagen EUR 13.419 13.509 13.419 2,23
Finanzverbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten mit fixer Verzinsung
68.766 67.021
2017 Währung Nominale Marktwert Buchwert
zum 31.12.2017
Zinssatz
effektiv
in Tsd.
Landeswährung
in TEUR in TEUR in %
Langfristige Darlehen EUR 20.286 20.448 20.286 1,89
Revolvierende Kredite EUR 77.000 76.924 77.000 1,20
TRY 6.580 1.444 1.447 15,50
78.368 78.447
Kurzfristige Darlehen und Vorlagen EUR 36.771 36.822 36.771 1,18
TRY 18.364 4.039 4.039 -
USD 1.143 954 954 -
CAD 285 190 190 -
GBP 41 46 46 -
CZK 30 1 1 -
42.052 42.001
Derivate Diverse in EUR 250.777 8.603 8.603 -
Finanzverbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten mit variabler Verzinsung
149.471 149.337
2016 Währung Nominale Marktwert Buchwert
zum 31.12.2016
Zinssatz
effektiv
in Tsd.
Landeswährung
in TEUR in TEUR in %
Langfristige Darlehen EUR 30.071 30.889 30.071 1,58
Revolvierende Kredite EUR 80.000 79.239 80.000 1,20
TRY 5.135 1.373 1.386 10,51
80.612 81.386
Kurzfristige Darlehen und Vorlagen EUR 6.825 6.751 6.825 -
TRY 12.832 3.461 3.461 -
USD 1.435 1.361 1.361 -
CAD 267 188 188 -
RSD 435 4 4 -
BGN 5 3 3 -
11.768 11.842
Derivate Diverse in EUR 375.148 11.996 11.996 -
Finanzverbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten mit variabler Verzinsung
135.265 135.295
2017 Währung Nominale Marktwert Buchwert
zum 31.12.2017
Zinssatz
effektiv
in Tsd.
Landeswährung in TEUR in TEUR in %
Anleihen – fix verzinst (langfristig) EUR 300.000 326.516 298.700 4,00
Anleihen – fix verzinst (kurzfristig) EUR 100.000 102.548 99.886 4,73
Anleihen – fix verzinst (Stückzinsen) EUR 11.071 11.071 11.071 -
Langfristige Darlehen – fix verzinst EUR 11 10 11 3,80
Commercial Paper – fix verzinst EUR 10.962 11.010 10.962 0,34
Leasingverbindlichkeiten (langfristig) EUR 751 751 751 0,18
Leasingverbindlichkeiten (kurzfristig) EUR 280 280 280 0,48
Leasingverbindlichkeiten (kurzfristig) HUF 6.696 22 22 1,39
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Konzernunternehmen EUR 16 16 16 -
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Nichtbanken 452.224 421.699
2016 Währung Nominale Marktwert Buchwert
zum 31.12.2016
Zinssatz
effektiv
in Tsd.
Landeswährung
in TEUR in TEUR in %
Anleihen – fix verzinst (langfristig) EUR 400.000 428.265 397.822 4,31
Anleihen – fix verzinst (kurzfristig) EUR 221.812 220.355 222.740 3,61
Anleihen – fix verzinst (Stückzinsen) EUR 23.909 23.909 23.909 -
Langfristige Darlehen – fix verzinst EUR 19 21 19 3,80
USD 74 68 70 -
Commercial Paper – fix verzinst EUR 34.416 34.103 34.416 0,31
Leasingverbindlichkeiten EUR 51 51 51 -
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Konzernunternehmen EUR 15 15 15 -
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Nichtbanken 706.787 679.042

Durch den Abschluss von Zinsswaps kann die Art der Verzinsung (variabel, fix) getauscht werden. Auf Seite 194 ist die Struktur der Finanzverbindlichkeiten (variable und fixe Verzinsung) inklusive der Effekte aus den Zinsswaps dargestellt.

34. Derivative Finanzinstrumente und Hedge Accounting

Der Marktwert derivativer Finanzinstrumente entspricht jenem Wert, den die Gesellschaft bei Auflösung des Geschäfts am Bilanzstichtag erhalten würde oder bezahlen müsste. Dabei werden aktuelle Marktverhältnisse, vor allem das aktuelle Zinsniveau, Währungskursrelationen und die Bonität der Kontrahenten berücksichtigt. Diese Bewertungsparameter sind am Markt beobachtbar und allen relevanten Marktteilnehmern zugänglich. Die im Abschluss enthaltenen Marktwerte derivativer Instrumente entsprechen den durch Anwendung anerkannter finanzmathematischer Methoden ermittelten Barwerten, erweitert um Anpassungen gemäß IFRS 13 (Credit Value Adjustments CVA und Debit Value Adjustments DVA).

Am Bilanzstichtag bestanden Devisentermingeschäfte, die zur Absicherung von Transaktionsrisiken für einen Zeithorizont von bis zu zwölf Monaten abgeschlossen wurden. Die gesicherten Risikopositionen dieser Sicherungsgeschäfte sind in der währungsdifferenzierten Liquiditätsplanung der Gruppe dokumentiert. Diese Derivate sind als Cashflow Hedges einer zukünftigen Transaktion klassifiziert und werden während der Laufzeit in ihrer Marktwertveränderung gegen die Hedging Reserve

bewertet. Die Effektivität der Sicherung wird quartalsweise mit Hilfe der hypothetischen Derivatmethode gemessen. Der ineffektive Teil der Marktwertveränderung wird in der Gewinn- und Verlustrechnung abgebildet und besteht insbesondere aus den Credit und Debit Value Adjustments nach IFRS 13. Bei Fälligkeit wird die kumulierte Marktwertdifferenz vom sonstigen Gesamtergebnis in die Gewinn- und Verlustrechnung gebucht.

Daneben bestanden Devisenswaps, die zur Absicherung von Cash Pool- und Bankkontensalden in Fremdwährung eingesetzt werden. Da die Währungsdifferenzen der mit diesen Instrumenten gesicherten Kontensalden in der Gewinn- und Verlustrechnung gebucht werden, erfolgt die Abbildung der Marktwertdifferenzen der Sicherungsgeschäfte ebenfalls in der Gewinn- und Verlustrechnung. Es handelt sich um eine natürliche Sicherungsbeziehung, weshalb kein Hedge Accounting erfolgt.

Zum Stichtag bestanden zwei Zinsswaps, die zur Optimierung des Zinsaufwandes eingesetzt und über die Gewinn- und Verlustrechnung ohne Anwendung von Hedge Accounting bewertet werden.

Die eingesetzten Cross Currency Swaps sind Derivate, die die Nettoinvestitionen der Gruppe in verschiedenen Fremdwährungen (Schweizer Franken, US-Dollar, britische Pfund, kanadische Dollar, tschechische Kronen und polnische Zloty) absichern und daher als Net Investment Hedges dargestellt werden. Die Effektivität dieser Instrumente wird quartalsweise mit ihrer kumulierten

Marktwertveränderung im Vergleich zur kumulierten Währungsdifferenz der gesicherten Position gemessen. Der effektive Teil der Sicherungsbeziehung wird in der Hedging Reserve gebucht, der ineffektive Teil in der Gewinn- und Verlustrechnung.

31.12.2017 31.12.2016
Währung Nominalbetrag Marktwert Währung Nominalbetrag Marktwert
in Tsd.
Landeswährung
in TEUR in Tsd.
Landeswährung
in TEUR
Devisentermingeschäfte GBP 51.731 802 GBP 21.005 153
NOK 137.518 695 NOK 231.743 -416
SEK 126.903 403 SEK 80.005 133
USD 3.500 41 USD 0 0
HUF 1.701.933 14 HUF 1.754.443 -27
RUB 0 0 RUB 30.000 -48
CAD 3.000 -21 CAD 0 0
CZK 120.910 -56 CZK 70.429 -10
EUR 128.197 -117 EUR 97.508 -434
PLN 36.945 -171 PLN 22.357 -4
Zinsswaps EUR 150.000 -3.955 EUR 150.000 -3.430
Cross Currency Swaps USD/EUR 153.000 12.320 USD/EUR 125.000 -2.172
GBP/EUR 73.000 4.837 GBP/EUR 73.000 6.960
PLN/EUR 80.000 664 PLN/EUR 80.000 1.558
CHF/EUR 8.000 492 CHF/EUR 8.000 -119
CAD/EUR 10.500 41 CAD/EUR 10.500 -338
CZK/EUR 1.040.000 -3.065 CZK/EUR 1.198.824 -1.079
Währungsoptionen GBP/EUR 0 0 GBP/EUR 14.382 296
Sonstige Derivate EUR 2.938 2.938 EUR 0 0
15.862 1.023

35. Angaben zu Finanzinstrumenten

Finanzinstrumente werden in drei Ebenen klassifiziert, welche die Bewertungssicherheit widerspiegeln. Wienerberger verwendet folgende Hierarchiestufen, um Finanzinstrumente, die zu beizulegenden Zeitwerten bewertet werden, einer Bewertungsmethode zuzuordnen:

  • › Stufe 1: Bewertung anhand von Marktpreisen für ein spezifisches Finanzinstrument
  • › Stufe 2: Bewertung anhand von Marktpreisen für ähnliche Instrumente oder anhand von Bewertungsmodellen, die ausschließlich auf solchen Bewertungsparametern basieren, die am Markt beobachtbar sind
  • › Stufe 3: Bewertung anhand von Modellen mit signifikanten Bewertungsparametern, die nicht am Markt beobachtbar sind

Finanzinstrumente, die in der Wienerberger Gruppe regelmäßig zu beizulegenden Zeitwerten bilanziert werden, werden zum Großteil der Stufe 1 (Anteile Fonds, Schuldtitel von Kapitalgesellschaften und Aktien, siehe Anmerkung 24. Forderungen, Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte) oder Stufe 2 (sonstige zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente und derivative Finanzinstrumente, siehe Anmerkung 34. Derivative Finanzinstrumente und Hedge Accounting) zugerechnet. In der Berichtsperiode wurden keine Umgliederungen zwischen den jeweiligen Hierarchiestufen vorgenommen.

Sonstige Wertpapiere, die als zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden, werden großteils der Stufe 3 der Bewertungshierarchie zugeordnet. Dabei handelt es sich um Rückdeckungsversicherungen im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen, welche nicht mit der Rückstellung saldiert werden dürfen.

In den sonstigen Derivaten mit positivem Marktwert ist eine Kaufoption für nicht beherrschende Anteile der Tondach Gruppe in Höhe von 3.089 TEUR enthalten, welche aufgrund der in die Bewertung eingeflossener Input Faktoren der Stufe 3 zuzuordnen ist. Der beizulegende Zeitwert wird mittels Black-Scholes-Modell auf Basis des budgetierten EBITDA und des vereinbarten Multiplikationsfaktors ermittelt. Der Bewertungsertrag in Höhe von 3.089 TEUR wurde im sonstigen Finanzergebnis berücksichtigt.

Folgende Tabelle stellt alle finanziellen Vermögenswerte und verzinsliche Finanzverbindlichkeiten dar, die bei Wienerberger zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden:

Zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte finanzielle Vermögenswerte und Finanzverbindlichkeiten

in TEUR Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Buchwert
zum 31.12.2017
Aktiva
Anteile Fonds 28.370 28.370
Schuldtitel von Kapitalgesellschaften 42 42
Aktien 13 13
Sonstige 13 777 790
Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente 28.425 13 777 29.215
Derivate aus Cashflow Hedges 2.000 2.000
Derivate aus Net Investment Hedges 18.354 18.354
Sonstige Derivate 1.022 3.089 4.111
Derivate mit positivem Marktwert 21.376 3.089 24.465
Passiva
Derivate aus Cashflow Hedges 354 354
Derivate aus Net Investment Hedges 3.065 3.065
Sonstige Derivate 5.184 5.184
Derivate mit negativem Marktwert 8.603 8.603
in TEUR Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Buchwert
zum 31.12.2016
Aktiva
Anteile Fonds 6.679 6.679
Schuldtitel von Kapitalgesellschaften 9.195 9.195
Aktien 18 18
Sonstige 42 812 854
Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente 15.892 42 812 16.746
Derivate aus Cashflow Hedges 358 358
Derivate aus Net Investment Hedges 9.051 9.051
Sonstige Derivate 3.610 3.610
Derivate mit positivem Marktwert 13.019 13.019
Passiva
Derivate aus Cashflow Hedges 589 589
Derivate aus Net Investment Hedges 4.241 4.241
Sonstige Derivate 7.166 7.166
Derivate mit negativem Marktwert 11.996 11.996
Sonstige Wertpapiere Derivate mit positivem
Marktwert
in TEUR 2017 2016 2017 2016
Stand 1.1. 812 1.244 0 0
Bewertungsergebnis in der Gewinn- und Verlustrechnung 0 0 3.089 0
Bewertungsergebnis in der Gesamtergebnisrechnung -35 -36 0 0
Abgänge 0 -396 0 0
Stand 31.12. 777 812 3.089 0

Die Bewertung von Finanzinstrumenten, die der Stufe 3 zuzuordnen sind, ist in folgender Tabelle dargestellt:

Kredite und Forderungen sowie Verbindlichkeiten werden bei Wienerberger grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts erfolgt bei Anleihen anhand von

Marktpreisen (Stufe 1), während der Zeitwert von Darlehen in einem kapitalwertorientierten Bewertungsverfahren hergeleitet wird und der Stufe 2 zuzuordnen ist.

Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, gewährte Darlehen sowie sonstige Forderungen und Verbindlichkeiten haben zum Großteil eine

Fälligkeit von unter einem Jahr. Die jeweiligen Buchwerte entsprechen daher weitgehend den beizulegenden Zeitwerten, weshalb sie nicht gesondert angeführt werden.

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierte finanzielle Vermögenswerte und Finanzverbindlichkeiten

Beizulegender Zeitwert
in TEUR Stufe 1 Stufe 2 Buchwert
Stufe 3
zum 31.12.2017
Aktiva
Sonstige Forderungen 4.948 4.948
Passiva
Langfristige Darlehen 199.520 194.486
Revolvierende Kredite 83.360 83.449
Kurzfristige Darlehen und Vorlagen 106.543 106.435
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 389.423 384.370
Anleihen 440.135 409.657
Langfristige Darlehen 10 11
Commercial Paper 11.010 10.962
Leasingverbindlichkeiten 1.053 1.053
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Konzernunternehmen 16 16
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Nichtbanken 440.135 12.089 421.699
Sonstige Verbindlichkeiten 1.966 1.966
Beizulegender Zeitwert
in TEUR Stufe 1 Stufe 2 Buchwert
Stufe 3
zum 31.12.2016
Aktiva
Sonstige langfristige Forderungen 6.883 6.883
Passiva
Langfristige Darlehen 85.941 83.471
Revolvierende Kredite 80.817 81.588
Kurzfristige Darlehen und Vorlagen 25.277 25.261
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 192.035 190.320
Anleihen 672.529 644.471
Langfristige Darlehen 89 89
Commercial Paper 34.103 34.416
Leasingverbindlichkeiten 51 51
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Konzernunternehmen 15 15
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Nichtbanken 672.529 34.258 679.042

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Umsatzerlöse: Erträge aus Lieferungen und Leistungen werden realisiert, wenn alle wesentlichen Risiken und Chancen aus dem gelieferten Gegenstand auf den Käufer übergegangen sind. Weiters müssen die Höhe der Umsatzerlöse und die im Zusammenhang mit dem Verkauf angefallenen Kosten verlässlich ermittelt werden können. Die Darstellung der Umsatzerlöse erfolgt abzüglich von Rabatten, Skonti und Boni.

Herstellkosten: Die Kosten der verkauften Produkte (Umsatzkosten) beinhalten direkt zurechenbare Materialund Fertigungseinzelkosten sowie anteilige Gemeinkosten der Produktionsanlagen. Weitere Bestandteile der Herstellkosten bilden aufgrund einer Unterauslastung der Anlagen nicht aktivierbare Produktionsfixkosten, Abwertungen von Vorräten sowie die Anschaffungskosten verkaufter Handelswaren.

Fertigungsaufträge: Ist das Ergebnis von Fertigungsaufträgen verlässlich zu schätzen, werden Auftragserlöse und Auftragskosten entsprechend dem Leistungsfortschritt erfasst (percentage of completion method). Fertigungsaufträge bestehen im Bereich der Rohraktivitäten bei der Produktion von LLLD (long-length-large-diameter) Rohren von Pipelife. Der Fertigstellungsgrad wird anhand der produzierten Menge an Tonnen ermittelt. Zeichnet sich eine Kostenüberschreitung eines Auftrages über vereinbarte Erlöse ab, so ist eine Drohverlustrückstellung zu bilden.

Zuschüsse der öffentlichen Hand: Wienerberger passiviert Zuschüsse der öffentlichen Hand zu ihren beizulegenden Zeitwerten und weist deren periodenkonforme Auflösung unter den sonstigen Erträgen aus, wenn ausreichend Sicherheit besteht, dass alle Bedingungen erfüllt sind, die zum Erhalt der Zuwendungen berechtigen.

Ergebnis je Aktie: Das Ergebnis je Aktie wird ermittelt, indem das Konzernergebnis nach nicht beherrschenden Anteilen und dem vorgesehenen Anteil für Hybridkapitalbesitzer durch die gewichtete Anzahl der ausgegebenen Aktien (abzüglich der eigenen Aktien) dividiert wird.

Immaterielle Vermögenswerte: Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden, soweit identifizierbar, mit deren Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen und Wertminderungen, angesetzt. Aktivierte Marken, die zum Erwerbszeitpunkt bereits über einen langen Zeitraum etabliert sind und weiterhin fortgeführt werden, zählen bei Wienerberger zu den immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer, welche jährlichen Werthaltigkeitstests unterzogen werden.

Firmenwerte: Firmenwerte, die im Rahmen von Unternehmenserwerben entstehen, werden gemäß IFRS 3 zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet und nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal im Jahr auf einen möglichen Wertminderungsbedarf hin untersucht.

Sachanlagevermögen: Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten, vermindert um lineare oder nutzungsbedingte (Tongruben) Abschreibungen, angesetzt. Bei selbst erstellten Anlagen werden angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten, nicht jedoch Kosten der allgemeinen Verwaltung und des Vertriebs, aktiviert. Während der Bauphase von qualifizierten Vermögenswerten des Anlagevermögens werden gemäß IAS 23 die anfallenden Fremdkapitalkosten unter den Anschaffungskosten aktiviert und über die Nutzungsdauer abgeschrieben. Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen beinhalten bei Wienerberger auch Kosten für Produktentwicklung, Verfahrenstechnik, Verbesserung von Umweltstandards sowie Labortätigkeiten. Die Entwicklungskosten nach erfolgreicher Forschung werden in der Regel in der jeweiligen Kategorie des Anlagevermögens aktiviert.

Die Abschreibungssätze richten sich nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer der jeweiligen Anlagen, die in Komponenten aufgeteilt werden

(Komponenten-Ansatz). Dafür werden folgende konzerneinheitliche Nutzungsdauern angesetzt:

Produktionsgebäude (inkl. Lagerhallen) 25 - 40 Jahre Sonstige Maschinen 4 - 30 Jahre
Verwaltungs- und Wohngebäude 40 Jahre Betriebs- und Geschäftsausstattung 4 - 15 Jahre
Gebäudeinfrastruktur 4 - 40 Jahre Kundenstamm 5 - 15 Jahre
Öfen und Trockner 5 - 30 Jahre Sonstiges immaterielles Anlagevermögen 4 - 10 Jahre

Reparaturkosten, die die geplante Nutzungsdauer nicht verlängern, werden als laufender Aufwand verbucht. Die laufende Abschreibung wird ausgesetzt, wenn eine Anlage gemäß IFRS 5 als zur Veräußerung vorgesehen qualifiziert wird.

Werden Anlagen verkauft oder aufgegeben, wird der Gewinn oder Verlust aus der Differenz zwischen dem Nettoverkaufserlös und dem Restbuchwert bzw. ein Abwertungsbedarf unter den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen erfasst.

Gemietete Sachanlagen, die aus einer wirtschaftlichen Betrachtung als Anlagenkäufe mit langfristiger Finanzierung anzusehen sind (Finanzierungsleasing), werden in Übereinstimmung mit IAS 17 (Leasingverhältnisse) zu jenen Anschaffungskosten angesetzt, die im Falle des Kaufs angefallen wären. Die Abschreibungen erfolgen über die wirtschaftliche Nutzungsdauer oder, wenn kürzer, über die Laufzeit des Leasingvertrags.

Wertminderungen von nicht finanziellen Vermögenswerten: Gemäß IAS 36 werden Vermögenswerte regelmäßig bzw. im Falle, dass Hinweise auf eine dauerhafte Wertminderung vorliegen, auf einen möglichen Wertminderungsbedarf hin untersucht. Diese Überprüfung folgt dem Grundsatz der Einzelbewertung, sofern dem Vermögenswert Zahlungsmittelzuflüsse zugeordnet werden können. Getestet wird der Buchwert eines Vermögenswerts, indem ihm der erzielbare Betrag gegenübergestellt wird, welcher

der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert ist. Eine Wertminderung auf den erzielbaren Betrag erfolgt dann, wenn dieser unter dem Buchwert zu liegen kommt. Der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten ist der Betrag, der durch den Verkauf eines Vermögenswerts unter Berücksichtigung der Veräußerungskosten erzielt werden würde. Der Nutzungswert wird hingegen in einem kapitalwertorientierten Verfahren als Barwert der Summe zukünftiger Zahlungsmittelzuflüsse aus einem Vermögenswert oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit ermittelt.

Immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer können keine unabhängigen Zahlungsmittelzuflüsse zugeordnet werden, weshalb ihre Werthaltigkeit im Verbund einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit zumindest einmal im Jahr im Rahmen des Impairment Tests gemäß IAS 36 überprüft wird.

Zuschreibungen werden vorgenommen, wenn Gründe für eine Wertminderung von Sachanlagen wegfallen bzw. eine Wiederverwertbarkeit von abgewerteten Sachanlagen gegeben ist. Einmal abgeschriebene Firmenwerte werden unter Beachtung von IAS 36 nicht wieder zugeschrieben.

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet und mit Ausnahme von Grundstücken linear abgeschrieben.

Anteile an assoziierten Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und sonstige Beteiligungen: Die Anteile an assoziierten Unternehmen, auf die Wienerberger einen maßgeblichen Einfluss ausübt (in der Regel zwischen 20% und 50% der Anteile), und Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bewertet. Unter den sonstigen Beteiligungen werden einerseits aufgrund von Unwesentlichkeit nicht konsolidierte Unternehmen sowie andererseits Beteiligungen ohne maßgeblichen Einfluss zusammengefasst. Sie werden mit Anschaffungskosten angesetzt und lediglich im Falle von dauerhaften Wertminderungen auf ihren beizulegenden Zeitwert abgeschrieben. Der Ausweis von Abschreibungen und Zuschreibungen erfolgt im Finanzergebnis.

Vorräte: Die Bewertung des Vorratsvermögens erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellkosten oder zu niedrigeren Nettoveräußerungswerten. Bei der Bewertung der Vorräte kommt das gleitende Durchschnittspreisverfahren zur Anwendung. Bei der Ermittlung der Herstellkosten werden die direkt zurechenbaren Kosten und die anteiligen Gemeinkosten einschließlich Abschreibungen unter Annahme einer Normalauslastung (zwischen 85% und 100% der Kapazität) einbezogen. Fremdkapitalzinsen sowie Verwaltungsund Vertriebsgemeinkosten sind nicht Bestandteil der Herstellkosten im Umlaufvermögen. Für Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer bzw. aus verminderter Verwertbarkeit ergeben, werden angemessene Abschläge berücksichtigt.

Emissionszertifikate: Gemäß IAS 20 und IAS 38 bewertet Wienerberger jene Emissionszertifikate, die aufgrund der EU-Emissionshandelsrichtlinien RL 2003/87/EG und RL 2009/29/EG gratis zugeteilt wurden, mit Anschaffungskosten von null. Übersteigen die Emissionen die gratis zugeteilten Zertifikate, so erfolgt die Bewertung der fehlenden Zertifikate mit deren Marktwert am Bilanzstichtag. Entgeltlich erworbene Zertifikate werden zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Marktwerten am Bilanzstichtag bilanziert.

Finanzinstrumente: Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und gleichzeitig bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. IAS 39 unterscheidet die Kategorien Kredite und Forderungen (loans and receivables), bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen (held to maturity), zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (available for sale) sowie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (at fair value through profit or loss), die sich wiederum aus zu Handelszwecken gehaltenen Finanzinstrumenten (financial assets/liabilities held for trading) und aus Finanzinstrumenten, die beim erstmaligen Ansatz als zum beizulegenden Zeitwert bewertet designiert wurden (designated as at fair value through profit or loss upon initial recognition), zusammensetzen.

Kassageschäfte von finanziellen Vermögenswerten werden zum Erfüllungstag bilanziert. Ein finanzieller Vermögenswert wird dann ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf den Erhalt eines Cashflow daraus erloschen sind.

Kredite und Forderungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt, wobei erkennbaren Einzelrisiken durch angemessene Wertberichtigungen Rechnung getragen wird. Langfristige zinsenlose oder unverzinsliche Forderungen mit einer Laufzeit von über einem Jahr werden mit dem abgezinsten Barwert angesetzt. Fremdwährungsforderungen werden zum Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

Wienerberger verfügt über keine bis zur Endfälligkeit gehaltenen aktiven Finanzinstrumente.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte werden zu beizulegenden Zeitwerten bewertet, wobei aus Änderungen der beizulegenden Zeitwerte resultierende Gewinne und Verluste erfolgswirksam zu erfassen sind. Wienerberger hält keine originären Finanzinstrumente zu Handelszwecken.

Wienerberger hat bislang keinen Gebrauch vom Wahlrecht gemacht, beim erstmaligen Ansatz finanzielle Vermögenswerte nach IAS 39 als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet einzustufen. Die von Wienerberger gehaltenen originären Finanzinstrumente, die weder den liquiden Mitteln und Zahlungsmitteläquivalenten noch den Krediten und Forderungen zuzurechnen sind, werden somit als zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente erfasst. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um kurzfristige Veranlagungen in Form von Fondsanteilen, Schuldtitel von Kapitalgesellschaften und Aktien, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, wobei aus der Änderung der beizulegenden Zeitwerte resultierende Gewinne und Verluste bis zu deren Abgang erfolgsneutral im sonstigen Gesamtergebnis erfasst werden. Davon ausgenommen sind Abschreibungen im Falle von wesentlichen und dauerhaften Wertminderungen, welche in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis ausgewiesen werden. Der beizulegende Zeitwert ermittelt sich für börsennotierte Wertpapiere aus den Börsenkursen, wohingegen nicht börsennotierte finanzielle Vermögenswerte zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung von etwaigen Marktwertänderungen bewertet werden. In der Periode des Abgangs werden die bislang im sonstigen Gesamtergebnis erfassten kumulierten Gewinne und Verluste erfolgswirksam in der Gewinnund Verlustrechnung berücksichtigt. Vereinzelt werden zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente zu Anschaffungskosten (at cost) bewertet, wenn der beizulegende Zeitwert aufgrund des Fehlens eines aktiven Markts nicht ermittelbar ist.

Derivative Finanzinstrumente: Der Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten erfolgt ausschließlich zur Absicherung von Risiken, die aus der operativen Geschäftstätigkeit erwachsen. Devisentermingeschäfte werden zur Absicherung von Transaktionsrisiken und Zinsswaps zur Optimierung des fix bzw. variabel verzinsten Teils der finanziellen Verbindlichkeiten verwendet. Zins-Währungsswaps dienen der Absicherung von Nettoinvestitionen in Fremdwährungsgesellschaften. Alle derivativen Finanzinstrumente werden bei Vertragsabschluss sowie am Bilanzstichtag gemäß IFRS 13 zum beizulegenden Zeitwert unter Berücksichtigung des Kontrahenten-Ausfallsrisikos bewertet. Für börsennotierte Finanzinstrumente werden dazu die aktuellen Kurse herangezogen; für nicht börsennotierte Zinsinstrumente werden die beizulegenden Zeitwerte durch Abzinsung der künftigen Zahlungen unter Verwendung eines aktuellen Marktzinssatzes ermittelt. Gemäß IAS 39 werden derivative Finanzinstrumente, die sich nicht in einer Hedge-Beziehung befinden, der Kategorie zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente (held for trading) zugerechnet.

Hedge Accounting: Wienerberger wendet die Vorschriften zu Sicherungsgeschäften gemäß IAS 39 zur Absicherung von Bilanzposten (Translationsrisiko) sowie zur Absicherung zukünftiger Zahlungsströme (Transaktionsrisiko) an. Als Cashflow Hedge wird die Absicherung gegen Schwankungen zukünftiger Zahlungsströme aus bilanzierten Vermögenswerten oder Verbindlichkeiten bezeichnet. Die Marktbewertung der effektiven Sicherungsinstrumente erfolgt erfolgsneutral in der Hedging Reserve. Nicht effektive Anteile werden erfolgswirksam im Finanzergebnis erfasst. Ebenso erfolgt die Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb erfolgsneutral, wobei alle Wertänderungen des effektiven Anteils des eingesetzten Sicherungsinstruments unter der Hedging Reserve ausgewiesen werden. Das abgesicherte Risiko – das Ergebnis aus der Fremdwährungsumrechnung der besicherten Investition – wird im sonstigen Gesamtergebnis im Eigenkapital ausgewiesen.

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte: Wienerberger verfügt über nicht betriebsnotwendige Grundstücke und Bauten, deren Nutzenzufluss über einen Verkauf geplant ist. Gemäß IFRS 5 müssen langfristige Vermögenswerte, die zur Veräußerung gehalten werden, gesondert ausgewiesen werden, wenn sie in ihrem gegenwärtigen Zustand sofort veräußerbar sind, wobei deren Veräußerung innerhalb eines Jahres höchstwahrscheinlich abgeschlossen sein muss. Sind die Voraussetzungen erfüllt, erfolgt ein separater Ausweis in der Bilanz, wobei die Bewertung zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten erfolgt. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte werden nicht mehr planmäßig abgeschrieben.

Liquide Mittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Kassenbestände, erhaltene Schecks, Sichtguthaben, kurzfristig realisierbare Veranlagungen sowie Termineinlagen bei Finanzinstitutionen mit einer Fristigkeit bis zu drei Monaten.

Rückstellungen für Pensionen: In der Wienerberger Gruppe gibt es beitragsorientierte und leistungsorientierte Pensionszusagen. Bei beitragsorientierten Pensionszusagen (Defined Contribution Plans) bestehen nach der Zahlung der Prämien keine weiteren Verpflichtungen für den Arbeitgeber. Die Beitragszahlungen, die vom Arbeitgeber getragen werden, werden im Pensionsaufwand erfasst. Im Falle etwaiger Nachschussverpflichtungen, die von Wienerberger getragen werden, erfolgt eine Bilanzierung der Rückstellung wie bei leistungsorientierten Zusagen. Bei leistungsorientierten Pensionszusagen (Defined Benefit Plans) wird dem Mitarbeiter ein bestimmter Pensionsbetrag zugesagt. Das Risiko bezüglich der tatsächlichen Pensionsauszahlungshöhe wird bis zum Auszahlungszeitpunkt vom Unternehmen getragen. Die Rückstellungen für leistungsorientierte Pensionsverpflichtungen werden nach dem Verfahren der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method) errechnet. Bei der Bewertung von Altersversorgungsleistungen finden zukünftige Renten- und Gehaltssteigerungen Berücksichtigung. Die Pensionsrückstellungen werden von unabhängigen Versicherungsmathematikern kalkuliert.

Die Pensionsrückstellungen werden mit dem Planvermögen saldiert, welches für die Abdeckung der Verpflichtungen gehalten wird. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden unter Berücksichtigung der latenten Steuern gemäß IAS 19 im Jahr des Entstehens im sonstigen Gesamtergebnis erfasst. Die Zinskomponente der Leistungen nach Beendigung des Dienstverhältnisses wird gesondert im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Aufwendungen der Dotierung der Pensionsrückstellung werden den unterschiedlichen Funktionsbereichen zugeordnet.

Wegen ihres Versorgungscharakters werden jene US-amerikanischen Verpflichtungen, welche die Abgeltung von Krankheitskosten ehemaliger Mitarbeiter im Ruhestand betreffen, in der Position Pensionsrückstellungen ausgewiesen.

Rückstellungen für Abfertigungen: Abhängig von der Dienstzugehörigkeit haben österreichische Dienstnehmer aufgrund gesetzlicher Bestimmungen Anspruch auf eine Einmalzahlung bei Pensionsantritt bzw. Kündigung durch den Arbeitgeber. Für diese zukünftige Verpflichtung werden Rückstellungen für Abfertigungen gebildet. Ähnliche Verpflichtungen gibt es unter anderem in Frankreich, Italien, Polen oder der Türkei. Die Rückstellungen für Abfertigungen werden auf Basis einer versicherungsmathematischen Berechnung nach dem Verfahren der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method) berechnet. Für österreichische Arbeitnehmer, deren Dienstverhältnis nach dem 31.12.2002 begann, bezahlt der Arbeitgeber einen monatlichen Beitrag von 1,53% des Bruttoentgelts in eine Mitarbeitervorsorgekasse ein. Hierbei handelt es sich gemäß IAS 19 um einen beitragsorientierten Plan, die Zahlungen des Arbeitgebers werden im Abfertigungsaufwand erfasst.

Rückstellungen für Jubiläumsgelder: Einige Mitarbeiter in der Wienerberger Gruppe haben abhängig von ihrer Dienstzugehörigkeit Anspruch auf Jubiläumsgeldzahlungen. Für diese Verpflichtungen werden Rückstellungen nach der Projected Unit Credit Method berechnet. Etwaige versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste werden sofort erfolgswirksam erfasst.

Rückstellungen für Rekultivierungen: Rekultivierungsverpflichtungen für Tongruben werden beim Erwerb der Tongruben gemäß IAS 37 passiviert und gemäß IAS 16 im Zugang des Anlagemögens dargestellt. Die der Rekultivierungsverpflichtung zugrunde gelegten Annahmen richten sich im Wesentlichen nach landesspezifischen Gegebenheiten. Die Rekultivierungsverpflichtungen für vor dem Jahr 2005 erworbene Tongruben werden gemäß der Übergangsregelung des IAS 16 auf Basis der abgebauten Menge passiviert. Langfristige Rückstellungen, deren Erfüllung nach einem Zeitraum von 12 Monaten zu erwarten ist, werden abgezinst und mit ihrem Barwert bilanziert.

Rückstellungen für Garantien: Wienerberger gewährt insbesondere für Produktlösungen aus Ton Herstellergarantien, die zum Ansatz von Garantierückstellungen in der Bilanz führen. Für die Berechnung der Garantierückstellung werden einerseits Einzelrisiken bewertet und andererseits ein Gesamtrisiko auf Basis von Erfahrungswerten aus der Vergangenheit berechnet. Eingetretene Schadensfälle werden dafür evaluiert und die Höhe potentieller Verpflichtungen mittels stochastischer Methoden abgeleitet.

Sonstige Rückstellungen: Sonstige gegenwärtige Verpflichtungen, die aus einem vergangenen Ereignis resultieren und wahrscheinlich zu einem Ressourcenabfluss führen, jedoch hinsichtlich ihrer Fälligkeit oder Höhe ungewiss sind, werden gemäß IAS 37 zu Vollkosten passiviert und als Rückstellung ausgewiesen.

Latente Steuern: In Übereinstimmung mit IAS 12 werden alle temporären Bewertungs- und Bilanzierungsdifferenzen zwischen Steuerbilanz und IFRS-Bilanz in die Berechnung der latenten Steuern einbezogen. Die aktiven latenten Steuern umfassen auch Steuerminderungsansprüche, die sich aus der erwarteten Nutzung bestehender Verlustvorträge in Folgejahren ergeben und deren Realisierung wahrscheinlich ist. Hierzu werden die geplanten operativen Geschäftsergebnisse und die Ergebniswirkung aus der Umkehr von zu versteuernden temporären Differenzen berücksichtigt. Für die Ermittlung der latenten Steuern werden – unter Beachtung des lokalen Steuersatzes des betroffenen Konzernunternehmens – die bei der Auflösung der Unterschiedsbeträge erwarteten künftigen Steuersätze angewandt. Zukünftige Steuersatzänderungen werden berücksichtigt, wenn sie zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung bereits gesetzlich beschlossen waren.

Finanzielle Verbindlichkeiten: Verbindlichkeiten werden bei Zuzählung in Höhe des tatsächlich zugeflossenen Betrags (abzüglich Transaktionskosten) erfasst. Ein Unterschiedsbetrag zwischen dem erhaltenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit nach der Effektivzinsmethode verteilt und im Finanzergebnis erfasst. Eine Bewertung erfolgt daher zum Restbuchwert (at amortized cost). Fremdwährungsverbindlichkeiten werden zum Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Wienerberger hat bislang keinen Gebrauch vom Wahlrecht gemacht, beim erstmaligen Ansatz finanzielle Verbindlichkeiten nach IAS 39 als erfolgswirksam zum beizulegenden Wert bewertet einzustufen.

Verrechnungspreise: Zwischen den einzelnen operativen Segmenten bestehen teilweise regionale Liefer- und Leistungsbeziehungen. Bei Warenlieferungen erfolgt die Bestimmung konzerninterner Verrechnungspreise zu marktüblichen Bedingungen nach der Wiederverkaufspreismethode. Bei konzerninternen Leistungsbeziehungen erfolgt die Verrechnung zu marktüblichen Bedingungen nach der Kostenaufschlagsmethode.

36. Währungsumrechnung

Die Jahresabschlüsse ausländischer Gesellschaften werden nach dem Konzept der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Diese ist für sämtliche Gesellschaften die jeweilige Landeswährung, da die Gesellschaften ihr Geschäft in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbständig betreiben. Alle Bilanzpositionen mit Ausnahme jener des Eigenkapitals werden mit dem Devisenmittelkurs zum 31.12.2017 umgerechnet. Firmenwerte werden als Vermögenswert in der lokalen Währung bilanziert und ebenfalls mit dem Devisenmittelkurs zum Konzernabschlussstichtag umgerechnet. Aufwands- und Ertragsposten werden mit Jahresdurchschnittskursen konvertiert.

Nicht realisierte Währungsumrechnungsdifferenzen aus langfristigen konzerninternen Gesellschafterdarlehen werden erfolgsneutral in den Unterschiedsbetrag Währungsumrechnung eingestellt. Ebenso werden Währungsumrechnungsdifferenzen zwischen dem Stichtagskurs innerhalb der Bilanz und dem Durchschnittskurs innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung im sonstigen Gesamtergebnis ausgewiesen.

Das währungsbedingte Translationsrisiko aus den amerikanischen, kanadischen, Schweizer, englischen und aus einzelnen osteuropäischen Geschäftsaktivitäten wird durch den Abschluss von Cross Currency Swaps eingeschränkt. Dabei wird in Höhe des abzusichernden Teils der auf Fremdwährung lautenden Vermögenswerte ein Cross Currency Swap abgeschlossen.

Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse wesentlicher Währungen haben sich wie folgt entwickelt:

Stichtagskurs Jahresdurchschnittskurs
31.12.2017 31.12.2016 2017 2016
Britische Pfund 0,88723 0,85618 0,87667 0,81948
Bulgarische Lev 1,95583 1,95580 1,95583 1,95580
Dänische Kronen 7,44490 7,43440 7,43863 7,44519
Kanadische Dollar 1,50390 1,41880 1,46472 1,46588
Kroatische Kuna 7,44000 7,55970 7,46370 7,53329
Norwegische Kronen 9,84030 9,08630 9,32704 9,29060
Polnische Zloty 4,17700 4,41030 4,25701 4,36321
Rumänische Lei 4,65850 4,53900 4,56879 4,49043
Russische Rubel 69,39200 64,30000 65,93825 74,14457
Schwedische Kronen 9,84380 9,55250 9,63509 9,46890
Schweizer Franken 1,17020 1,07390 1,11167 1,09016
Tschechische Kronen 25,53500 27,02100 26,32578 27,03429
Türkische Lira 4,54640 3,70720 4,12063 3,34325
Ungarische Forint 310,33000 309,83000 309,19325 311,43790
US-Dollar 1,19930 1,05410 1,12968 1,10690

Risikobericht

Risikopolitische Grundsätze

Die Wienerberger Gruppe ist im Rahmen ihrer multinationalen Aktivitäten mit ihren Geschäftsbereichen, Vermögenswerten und Schulden sowie geplanten unternehmerischen Entscheidungen einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit unternehmerischem Handeln verbunden sind.

Wienerberger setzt konzernweit auf eine frühzeitige Identifikation und aktive Steuerung von Risiken des Unternehmensumfelds, indem mit dem Vorstand sowie verantwortlichen Business Unit Managern und Corporate Function Leitern regelmäßig eine Aktualisierung des bestehenden Risikokatalogs zur Identifizierung neuer Risiken durchgeführt wird. Dabei werden strategische und operative Risiken entlang der gesamten Wertschöpfungskette identifiziert und deren Auswirkungen auf den Cashflow nach einem mittelfristigen (bis fünf Jahre) und langfristigen (sechs bis zehn Jahre) Zeithorizont unterschieden.

Risikosituation und operative Risiken aus Absatzmärkten

Wienerberger operiert als Baustoffhersteller in einer zyklischen Branche und zählt zur Gruppe der Spätzykliker, die dem allgemeinen Wirtschaftszyklus traditionell vergleichsweise spät folgen. Dabei ist die Gruppe von gesamtwirtschaftlichen Einflussgrößen jener Volkswirtschaften abhängig, in denen die Gruppe tätig ist, wozu insbesondere die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung, die Bauaktivität im Bereich des Wohnbaus und des öffentlichen Bausektors (Infrastruktur) sowie die Renovierungsaktivität zählen. Des Weiteren beeinflussen das Konsumentenvertrauen, die Arbeitslosenrate, das langfristige Zinsniveau und die Verfügbarkeit von Krediten, die Steuergesetzgebung, Bauvorschriften und Wohnbauförderungen sowie andere Faktoren, die außerhalb des Einflusses der Gruppe liegen, die Geschäftsaktivität. Die für die Geschäftstätigkeit von Wienerberger bestimmenden

wirtschaftlichen Zyklen der Bauaktivität sind deutlich langfristiger als in anderen Bereichen und verlaufen in unterschiedlichen Märkten zeitlich versetzt.

Unvorteilhafte Entwicklungen einiger oder all dieser Einflussgrößen können einen negativen Einfluss auf die Nachfrage nach Produkten von Wienerberger, die abgesetzten Mengen und das Preisniveau haben. Zyklische Schwankungen der Nachfrage bergen das Risiko von Überkapazitäten, die einen erhöhten Preisdruck, eine Verringerung der Margen sowie ungedeckte Kosten in der Produktion zur Folge haben können. Der Anteil fixer Kostenbestandteile an den Gesamtkosten ist in der gesamten Baustoffindustrie und auch bei Wienerberger in Folge der Anlagenintensität hoch, womit aktives Kapazitätsmanagement ein zentrales Element der Unternehmenssteuerung darstellt. Die Produktionskapazitäten werden daher laufend analysiert und durch Maßnahmen wie temporäre oder endgültige Werksschließungen sowie Produktionsverlagerungen zu effizienteren Anlagen den Marktgegebenheiten angepasst.

Die zentral- und osteuropäischen Märkte betrachtet Wienerberger aufgrund des Nachholbedarfs im Wohnungsneubau und in der Infrastruktur langfristig als Wachstumsmärkte. Für die Wienerberger Gruppe können sich Risiken aus einer schwächeren Nachfrage und einem höheren Preisdruck in diesen Wachstumsmärkten ergeben.

Darüber hinaus stehen die Produkte von Wienerberger im Wettbewerb mit anderen Baustoffen wie Beton, Holz, Kalksandstein, Glas, Stahl oder Aluminium, wodurch sich ein Substitutionsrisiko ergibt. Mittels unserer starken Position als Qualitätsführer und durch die Entwicklung hochwertiger Produkte zielen wir darauf ab, dieses Risiko zu minimieren. Diese Weiterentwicklungen beziehen sich vor allem auf Verbesserungen der bauphysikalischen Eigenschaften sowie der Wirtschaftlichkeit.

Die Baustoffindustrie ist saisonalen Schwankungen unterworfen, wobei die abgesetzten Mengen in der Zeit von April bis Oktober deutlich über denen des restlichen Jahres liegen. Die Ertragssituation der Wienerberger Gruppe hängt, so wie jene der gesamten Baustoffindustrie, zum Teil von den Wetterbedingungen ab, mit dem Effekt, dass lange Frost- und Regenperioden durch geringe Bauaktivitäten einen spürbaren Effekt auf die Nachfrage haben.

Zur bestmöglichen Vermeidung von Ergebnisschwankungen verfolgt Wienerberger eine Strategie der geografischen Diversifizierung bei gleichzeitiger Konzentration auf das Kerngeschäft, zu welchem Ziegel für Wand, Dach und Fassade sowie Flächenbefestigungen und Rohrsysteme zählen. Wienerberger versteht sich somit als Anbieter für Baustofflösungen im Hausbau und im Bereich der Infrastruktur. Unsere Aktivitäten unterliegen den üblichen lokalen Marktrisiken. Erreichte Positionen müssen kontinuierlich gegenüber Mitbewerbern und Substitutionsprodukten behauptet werden. Von Seiten unseres wichtigsten Kunden, dem Baustoffhandel, erwarten wir weitere Zusammenschlüsse und damit erhöhten Preisdruck. Spezifische Marktsituationen können ebenfalls negative Effekte auf das Preisniveau haben, die Wienerberger zu einer laufenden Kontrolle und gegebenenfalls zur Anpassung der Preisstrategie zwingen können.

Wienerberger verfolgt als multinationaler Konzern Geschäftsaktivitäten in Ländern, die sich in unterschiedlichen Phasen wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung befinden. Somit können sich Risiken aus unvorteilhaften Änderungen der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ergeben. Risiken aus Änderungen der Steuergesetzgebung in den betroffenen Märkten, Risiken aus einer Änderung der Besteuerung von Energieträgern, Risiken aus einer Änderung des Arbeitsrechts, Risiken aus der Koordination der internationalen Aktivitäten durch sprachliche und kulturelle Unterschiede sowie die Begrenzung der Möglichkeit einer Repatriierung von Gewinnen und Risiken durch die Verschärfung von gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich der Nutzung von Rohstoffen, Produktstandards oder -haftungsvorschriften sowie Umwelt- und Sicherheitsstandards können ebenfalls einen wesentlichen Einfluss auf die Aktivitäten der Wienerberger Gruppe haben. In den Wachstumsmärkten Russland und Indien besteht zudem das Risiko der Enteignung von Produktionsanlagen ohne

die Gewährung einer angemessenen Entschädigung. Weiters bestehen vor allem in diesen Märkten mögliche Steuerrisiken sowohl aus einer Änderung der Steuergesetzgebung als auch der Auslegungspraxis von geltendem Steuerrecht, die von Wienerberger aus momentaner Sicht weder nach Eintrittswahrscheinlichkeit noch nach Ausmaß quantifiziert werden können.

Die Geschäftsentwicklung im Bereich Kunststoffrohre wird wesentlich durch die Entwicklung der Rohstoffpreise, die normalerweise mit dem Erdölpreis korrelieren, beeinflusst. Synthetische Polymere stellen einen wesentlichen Teil der Produktionskosten von Kunststoffrohren dar. Die Volatilität der Rohstoffpreise hat sich in den letzten Jahren verstärkt. Starke Schwankungen innerhalb eines Monats verlangen eine flexible Preispolitik, um diese Preisschwankungen zu kontrollieren bzw. gezielt an den Markt weiterzuleiten. Rasches Handeln im Preismanagement ist entscheidend, um nachhaltig profitable Ergebnisse zu sichern. Neben dem Preisrisiko besteht auch ein Risiko aus der Versorgungssicherheit mit ausreichenden Rohstoffen. Eine Unterbrechung der Versorgung zieht unweigerlich einen Ausfall der Produktion nach sich. Mit wenigen Ausnahmen gibt es für die Rohstoffversorgung alternative Lieferantenoptionen, um dem Versorgungsrisiko zu begegnen.

Beschaffungs-, Produktions-, Investitions- und Akquisitionsrisiken

Wienerberger verfügt über ein modernes und effizientes Werksnetz, sodass das Risiko von Betriebsstörungen oder technisch bedingten längeren Produktionsausfällen gering ist. Die Versorgung unserer Fabriken mit dem Rohstoff Ton ist durch ausreichende Vorkommen und langfristige Lieferverträge abgesichert.

Die Energiekosten, die beim Brennen von Ziegeln anfallen, machen einen bedeutenden Teil der Gesamtkosten von Wienerberger aus. Im Jahr 2017 betrugen die gesamten Energiekosten der Wienerberger Gruppe 264.247 TEUR (Vorjahr: 260.886 TEUR) oder 8,5% (Vorjahr: 8,8%) des Umsatzes. Diese Kosten verteilen sich zu 61% auf Erdgas, zu 33% auf Strom und zu 6% auf Sonstiges. Die Energiepreise sind von der Entwicklung an den internationalen und lokalen Märkten abhängig und Schwankungen unterworfen.

Wienerberger minimiert daher das Risiko aus Energiepreisschwankungen in liberalisierten Märkten (insgesamt rund 90% der Energiekosten) durch den Abschluss von Termingeschäften oder Fixpreisverträgen mit nationalen und internationalen Versorgern. Die Preise sind zum Teil längerfristig fixiert. In einigen wenigen osteuropäischen Ländern (insgesamt rund 10% der Energiekosten) sind die Preise für Erdgas staatlich reguliert, und es werden jährliche Lieferverträge mit lokalen Versorgern ausgehandelt.

Wienerberger hat im Jahr 2014 für ihre europäischen Ziegelaktivitäten erneut den Carbon Leakage Status erhalten, weshalb von einer ausreichenden Zuteilung von CO2- Zertifikaten in Höhe der Emission ausgegangen werden kann. Im Jahr 2018 wird eine erneute Beurteilung des Status erwartet.

Neben dem Preisrisiko besteht für Wienerberger ein Risiko aus der Versorgungssicherheit mit Energie, insbesondere mit Erdgas und Elektrizität. Eine Unterbrechung der Versorgung zieht unweigerlich einen Ausfall der Produktion nach sich und kann somit einen negativen Effekt auf das Betriebsergebnis haben, wenn die Nachfrage nicht aus Lagerbeständen gedeckt werden kann.

Zur Steigerung des Wienerberger Unternehmenswerts werden neben der laufenden Optimierung (Operational Excellence) Produktinnovationen sowie interne und externe Wachstumsprojekte durchgeführt. Die zukünftige Rentabilität dieser Projekte ist in hohem Maße von der Investitionshöhe bzw. den Akquisitionspreisen sowie der Marktentwicklung abhängig. Alle Investitionsmaßnahmen müssen daher den Rentabilitätszielen für unsere Wachstumsprojekte gerecht werden. Weiters ergeben sich beim Eintritt in neue Märkte Risiken hinsichtlich Wettbewerb, Planungssicherheit, Einschätzung der politischen Lage und eines erfolgreichen, gewinnbringenden Organisationsaufbaus. Neue Projekte werden deshalb vor dem Start einer umfassenden qualitativen und quantitativen Analyse unterzogen.

Finanzielle Risiken

Aus dem operativen Geschäft ergeben sich für Wienerberger neben dem Finanzierungsrisiko auch Zinsund Währungsrisiken. Zur Begrenzung und Steuerung dieser Risiken werden neben operativen Maßnahmen einzelne derivative Finanzinstrumente, vor allem Devisentermingeschäfte und Swaps, eingesetzt. Alle Absicherungen aus Cashflow Hedges und Absicherungen der Investitionen in ausländische Teilbetriebe werden als in hohem Maße wirksam hinsichtlich der Erreichung der Kompensation der abgesicherten Risiken im Rahmen der Risikomanagementziele eingeschätzt. Es werden keine Derivate zu Spekulationszwecken gehalten.

Die Refinanzierungsmöglichkeiten von Wienerberger sind durch zahlreiche finanzielle, gesamtwirtschaftliche und sonstige Einflussgrößen bestimmt, die sich dem Einfluss des Managements der Wienerberger AG entziehen. Diese Einflussgrößen beinhalten Kreditbedingungen (Covenants) in aktuellen und zukünftigen Kreditvereinbarungen sowie die Beibehaltung des derzeitigen Ratings. Diese Covenants sehen vor, dass eine Entschuldungsdauer (Nettoverschuldung / EBITDA) von 3,5 Jahren nicht überschritten werden darf, wobei diese am 31.12.2017 bei 1,4 Jahren lag. Weiters erreichte der EBITDA Zinsdeckungsgrad (EBITDA / Nettozinsergebnis) im Berichtsjahr einen Wert von 11,5, womit er deutlich den vereinbarten Mindestwert von 3,75 übertraf. Ein Teil des Ergebnisses wird für Zinsen verwendet und steht somit nicht anderweitig zur Verfügung. Sollte sich das Rating der Gruppe verschlechtern oder Covenants nicht eingehalten werden, können die zu zahlenden Zinsen durch höhere Kreditrisikozuschläge steigen und höhere Finanzierungskosten sowie einen geringeren Cashflow nach sich ziehen. Nicht eingehaltene Covenants können auch zur Fälligstellung von Krediten führen.

Währungsrisiken

Ein bedeutender Teil der Umsatzerlöse und der Ergebnisse der Wienerberger Gruppe wird von Tochterunternehmen erwirtschaftet, die ihren Sitz nicht in der Eurozone haben. Im Berichtsjahr erzielte Wienerberger 52% der Umsätze in Fremdwährung, hauptsächlich in osteuropäischen Währungen (21%), dem britischem Pfund (10%) und dem US-Dollar (9%). Zahlungswirksame Währungsrisiken sind durch den lokalen Charakter des Baustoffgeschäfts unwesentlich. Zahlungsflüsse in bzw. aus dem Euro-Raum ergeben sich im Wesentlichen aus konzerninternen Dividenden- und Darlehensflüssen,

Warenlieferungen und Dienstleistungen. Diese konzerninternen Zahlungsströme werden wechselkursabhängig von der Holding gesteuert.

Aufgrund der dezentralen Gesellschaftsstruktur der Wienerberger Gruppe erfolgen Kreditfinanzierungen für kurzfristige Vermögenswerte in der jeweiligen Landeswährung der lokalen Gesellschaft. Währungsrisiken im Finanzierungsbereich ergeben sich dadurch nur in sehr eingeschränktem Ausmaß, da die anfallenden Ausgangsrechnungen bei Auslandsgesellschaften zum Großteil in der jeweiligen lokalen Währung fakturiert werden und somit eine natürliche Absicherung vorliegt. Die Expositionen von finanziellen Verbindlichkeiten gegenüber Währungsrisiken sind in Anmerkung 33. Finanzinstrumente dargestellt.

Aus der Umrechnung ausländischer Einzelabschlüsse in die Konzernwährung Euro resultieren jedoch Währungsumrechnungsdifferenzen (Translationsrisiko), welche im Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung im sonstigen Konzern-Gesamtergebnis erfasst werden. Umsätze, Ergebnisse und Bilanzwerte der nicht im Euro-Raum ansässigen Gesellschaften sind daher vom jeweiligen Euro-Wechselkurs abhängig.

Die Risikostrategie von Wienerberger sieht vor, das Translationsrisiko aus den Nettoinvestitionen in ausländische Tochtergesellschaften teilweise zu besichern. Im Folgenden sind die Konzernumsätze sowie das Capital Employed, welches unter Berücksichtigung von Devisentermingeschäften und Währungsswaps berechnet ist, nach Währungen dargestellt:

Umsatz 2017 2016
in MEUR Anteil in % in MEUR Anteil in %
Euro 1.496,6 48 1.475,2 50
Osteuropäische Währungen 659,5 21 582,8 20
Britische Pfund 320,6 10 285,1 10
US-Dollar 277,3 9 263,2 9
Sonstige 365,7 12 367,5 11
Konzernumsatz 3.119,7 100 2.973,8 100
Capital Employed 2017 2016
in MEUR Anteil in % in MEUR Anteil in %
Euro 1.595,1 65 1.543,5 63
Osteuropäische Währungen 448,2 18 447,2 18
US-Dollar 201,4 8 195,4 8
Britische Pfund 38,0 2 94,8 4
Sonstige 176,5 7 179,1 7
Capital Employed nach Hedging-Effekt 2.459,2 100 2.460,0 100

Die Auswirkungen hypothetischer Wechselkursänderungen auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und die Konzern-Gesamtergebnisrechnung werden im Rahmen von Sensitivitätsanalysen dargestellt. Im Zuge dieser Darstellung wird am Abschlussstichtag eine Jahresvolatilität als Änderung angenommen, welche auf Basis der täglichen Kursänderung des betreffenden Wechselkurses gegenüber dem Euro berechnet wird. Währungsrisiken resultieren gemäß IFRS 7 aus Finanzinstrumenten, die monetärer Art sind und nicht in der funktionalen Währung des berichtenden Unternehmens denominiert

sind. Folglich dienen Forderungen, Verbindlichkeiten, Zahlungsmittel sowie Fremdwährungsderivate als Basis für die Berechnung der Sensitivität der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung. Die Sensitivität der Konzern-Gesamtergebnisrechnung bildet Differenzen langfristiger Darlehen aus der Finanzierung von Konzerngesellschaften sowie Bewertungseffekte der im sonstigen Ergebnis erfassten Cashflow Hedges für Fremdwährungsrisiken ab. Translationsdifferenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen, die in einer anderen Währung als der Konzernwährung erstellt wurden, wurden in der Berechnung nicht berücksichtigt.

Eine Veränderung des Euro gegenüber den wichtigsten Währungen am Jahresabschlussstichtag um eine Jahresvolatilität würde die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und die Konzern-Gesamtergebnisrechnung wie folgt verändern:

Sensitivität der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

in TEUR 2017 2016
Jahres
volatilität
bei
Abwertung
des EUR
bei
Aufwertung
des EUR
Jahres
volatilität
bei
Abwertung
des EUR
bei
Aufwertung
des EUR
EUR/NOK 6,40 % 735 -735 7,74 % 385 -385
EUR/HRK 1,98 % 462 -462 1,68 % -15 15
EUR/HUF 3,65 % 448 -448 5,00 % -199 199
EUR/PLN 4,69 % 438 -438 7,66 % 260 -260
EUR/USD 7,14 % 278 -278 8,14 % 486 -486
EUR/SEK 5,59 % -189 189 5,65 % 1 -1
2017 2016
Jahres
volatilität
bei
Abwertung
des EUR
bei
Aufwertung
des EUR
Jahres
volatilität
bei
Abwertung
des EUR
bei
Aufwertung
des EUR
8,15 % -4.282 4.282 11,81 % -544 544
11,95 % 3.359 -3.359 19,18 % 6.034 -6.034
7,14 % 1.403 -1.403 8,14 % 3.938 -3.938
3,65 % 1.095 -1.095 5,00 % 2.111 -2.111
3,10 % 866 -866 2,88 % 815 -815
6,40 % -611 611 7,74 % -1.575 1.575

Sensitivität der Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Zinsrisiken

Das Zinsrisiko besteht aus zwei Komponenten: dem jeweils relevanten Wert der durchschnittlichen Laufzeit sämtlicher Finanzierungen und der Art der Verzinsung, wobei das Risiko bei fixer Verzinsung in sinkenden Zinssätzen und bei variabler Verzinsung in steigenden Zinssätzen liegt. Eine Parallelverschiebung der Zinsstrukturkurve um 100 Basispunkte nach oben hätte eine Erhöhung des Ergebnisses nach Steuern von 0,7 MEUR (Vorjahr: Erhöhung von 0,9 MEUR) und über diese Veränderung in der Gewinn- und Verlustrechnung auch eine Veränderung des Eigenkapitals in gleicher Höhe zur Folge. Eine Senkung des Zinsniveaus um 100 Basispunkte hätte eine betragsmäßig gleiche Verringerung (Vorjahr: Verringerung) des Ergebnisses nach Steuern und des Eigenkapitals bedeutet.

Die Risikopositionen der Wienerberger AG gegenüber Zinsänderungsrisiken aus Verbindlichkeiten mit fixer und variabler Verzinsung sind unten aufgegliedert.

Für die Analyse des Zinsänderungsrisikos (fixe und variable Verzinsung) werden die Finanzverbindlichkeiten (Seite 174 bis 176) um die Effekte aus derivativen Instrumenten (Hedging) korrigiert und die kurzfristig fix verzinsten Finanzverbindlichkeiten als variabel verzinst ausgewiesen. Zur Abschätzung von Auswirkungen auf Periodenerfolg und Eigenkapital werden Sensitivitätsanalysen für fix verzinste und variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten durchgeführt.

in TEUR 2017 2016
Fix
verzinst
Variabel
verzinst
Fix
verzinst
Variabel
verzinst
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 665.319 149.353 746.049 135.309
Umgliederung kurzfristige fix verzinste Finanzverbindlichkeiten -175.391 175.391 -294.484 294.484
Effekte aus derivativen Instrumenten (Hedging) 50.000 -50.000 50.000 -50.000
Finanzverbindlichkeiten nach Hedging-Effekt 539.928 274.744 501.565 379.793

Kreditrisiken

Wienerberger hat bei Finanzgeschäften aufgrund interner Finanz- und Treasury-Richtlinien strenge Anforderungen an die Bonität von Finanzpartnern. Da Wienerberger nur mit Finanzpartnern zusammenarbeitet, deren Rating auf eine gute Bonität schließen lässt und Limits pro Kontrahent in Abhängigkeit seiner Bonität vergeben werden, ist das im Rahmen der Anlage liquider Mittel und Wertpapiere entstehende Kreditrisiko begrenzt. Bonitätsrisiken bestehen jedoch grundsätzlich auch für Finanzpartner mit bester Bonität, weshalb die Entwicklungen auf den Finanzmärkten von Wienerberger laufend beobachtet und die Kreditlimits entsprechend angepasst werden. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die übrigen sonstigen Forderungen (inklusive Forderungen aus laufenden Ertragsteuern) zeigen zum Bilanzstichtag gegliedert nach Regionen folgende maximale Exposition gegenüber Kreditrisiken:

Kreditrisiko 2017 2016
in MEUR Anteil in % in MEUR Anteil in %
Westeuropa 162,5 54 157,8 59
Zentral-Osteuropa 96,0 31 66,1 24
Nordamerika 32,0 10 30,2 11
Sonstige Welt 15,9 5 15,8 6
Summe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und
übrige sonstige Forderungen 306,4 100 269,9 100
davon gegen Ausfälle versichert 177,8 156,3

Der Forderungsbestand aus Lieferungen und Leistungen besteht zum überwiegenden Teil aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Baustoffhändlern und Großkunden. Die im Geschäftsjahr 2017 verbuchten Wertberichtigungen von Forderungen betrugen weniger

als 1% des gesamten Bestands an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, gewährten Darlehen sowie sonstigen kurzfristigen Forderungen, weshalb eine Aufgliederung der Einzelwertberichtigungen unterbleibt.

Die Altersstruktur der nicht wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellt sich wie folgt dar:

in MEUR 2017 2016
Nicht fällig 169,2 165,2
Bis 30 Tage überfällig 27,2 23,0
31 bis 60 Tage überfällig 7,8 5,4
61 bis 90 Tage überfällig 2,8 2,5
Mehr als 90 Tage überfällig 10,7 9,4
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 217,7 205,5

Liquiditätsrisiken

Der Erhalt der Liquidität und die Sicherung einer gesunden finanziellen Basis stehen im Zentrum der Unternehmensstrategie von Wienerberger. Die wichtigsten Steuerungsgrößen dafür sind die Maximierung des Free Cashflow durch Kostensenkungen, aktives Working Capital Management und die Verminderung der Investitionsausgaben auf ein notwendiges Minimum.

Liquiditätsrisiken liegen insbesondere darin, dass die Einzahlungen aus Umsatzerlösen durch eine Abschwächung der Nachfrage unter den Erwartungen liegen und Maßnahmen zur Verringerung des Working Capitals sowie der zahlungsrelevanten Fixkosten (aktives Kapazitätsmanagement) nur unzureichend oder nur mit Verzögerung umgesetzt werden.

Die Steuerung der Liquidität erfolgt unter anderem auch über eine quartalsweise rollierende Liquiditätsplanung sowie durch eine laufende Analyse der Geldumschlagsdauer (Cash Conversion Cycle), die sich aus dem durchschnittlichen Lieferantenziel, der Lagerdauer von Vorräten und der Forderungsumschlagsdauer errechnet. Im Berichtsjahr betrug die Forderungsumschlagsdauer im Jahresdurchschnitt 23 Tage (Vorjahr: 24 Tage), die Vorratsumschlagsdauer 94 Tage (Vorjahr: 99 Tage) sowie die Umschlagsdauer der Lieferantenverbindlichkeiten 39 Tage (Vorjahr: 34 Tage). Dies führt zu einer Geldumschlagsdauer von 78 Tagen im Jahr 2017 gegenüber 89 Tagen im Vorjahr.

Bezüglich Liquiditätsrisiken aus Verbindlichkeiten wird auf die Analyse der vertraglichen Cashflows auf den Seiten 172 und 173 verwiesen.

Rechtliche Risiken

Abhängig von der Marktstellung in einzelnen Ländern sowie der Größe von beabsichtigten Akquisitionen unterliegen Transaktionen wettbewerbsrechtlichen Genehmigungsverfahren. Dadurch könnten sich bei Akquisitionen bzw. Zusammenschlüssen Verzögerungen bzw. in einzelnen Fällen auch Untersagungen von Übernahmen ergeben. Wienerberger prüft kartellrechtliche Risiken bereits intensiv im Vorfeld mit nationalen und internationalen juristischen und betriebswirtschaftlichen Experten, um dieses Risiko zu minimieren. Eine Untersagung einer Akquisition ist bisher noch nicht vorgekommen.

Im Zusammenhang mit Liegenschaftstransaktionen in der Vergangenheit haftet die Wienerberger AG im Falle einer Kontaminierung und daraus entwachsenden Folgeschäden, die in den Zeitraum der Eigentümerschaft fallen.

Andere Risiken

Wienerberger ist in vielen Ländern von umfassenden und zunehmend verschärften Umwelt-, Gesundheitsund Sicherheitsvorschriften betroffen, wodurch Investitionen in die Einhaltung dieser Vorschriften entstehen können. Die Nichteinhaltung dieser Vorschriften birgt für Wienerberger das Risiko der Verhängung von Bußgeldern, von Schadenersatzforderungen sowie das Risiko des Entzugs von Betriebsanlagengenehmigungen.

Die Werke der Wienerberger Gruppe leisten im Hinblick auf die Vermeidung von Umweltbelastungen mehr, als die derzeit gesetzlichen Auflagen vorschreiben. Verschärfte Umweltstandards stellen Wienerberger jedoch laufend vor neue Herausforderungen. Durch die Kenntnis

der aktuellen gesetzlichen und vertraglichen Vorschriften sowie durch die Zusammenarbeit mit Experten und externen Beratern werden rechtliche Verpflichtungen berücksichtigt und eingehalten. Risiken aus der Rekultivierung von Tongruben sind Bestandteil des operativen Geschäfts von Wienerberger und werden laufend überwacht.

Risiken eines Ausfalls unserer zentral geführten konzernweiten Datenverarbeitung aufgrund von Elementarereignissen werden durch parallele Installation der Systeme in räumlich getrennten Rechenzentren minimiert.

Aufgrund von Krankheitsfällen, die durch Asbest verursacht wurden, sind gegen einige Baustoffunternehmen mit Präsenz in den USA in den letzten Jahren Sammelklagen eingereicht worden. Nach Überprüfung unserer amerikanischen Aktivitäten halten wir dieses Risiko für minimal, da keine unserer Tochtergesellschaften jemals Asbestprodukte hergestellt oder gehandelt hat.

Die Wienerberger Gruppe steht auch hinsichtlich ihrer Mitarbeiter in Konkurrenz zum Mitbewerb. Um Nachwuchsführungskräfte auszubilden und an Führungspositionen heranzuführen, hat Wienerberger Programme wie die Vertriebsakademie, den Werksleiterlehrgang und das Ready4Excellence Programm geschaffen. Dadurch, sowie durch individuelle Weiterbildungsmaßnahmen versucht Wienerberger, seine Mitarbeiter optimal auszubilden und an das Unternehmen zu binden (weitere Informationen sind im Wienerberger Nachhaltigkeitsbericht enthalten).

Sonstige Angaben

37. Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

Folgende Unternehmen und Personen werden als Wienerberger nahe stehend angesehen: Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands sowie deren nahe Familienangehörige, assoziierte Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen, nicht konsolidierte Tochterunternehmen der Wienerberger AG sowie die ANC Privatstiftung und deren Tochterunternehmen. Bestehende Geschäftsbeziehungen zu Unternehmen, in denen Aufsichtsratsmitglieder der Wienerberger AG tätig sind, werden zu fremdüblichen Konditionen abgewickelt. Die Geschäftsbeziehungen zu dem Unternehmen nahe stehenden Personen, insbesondere zu Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats der Wienerberger AG, sind in Anmerkung 11. Personalaufwand angeführt, soweit Zahlungen aus Vorstandsverträgen und Aufsichtsratsmandaten betroffen sind.

Die ANC Privatstiftung betreibt das im Jahr 2001 von der Wienerberger AG übertragene Deponiegeschäft in Österreich und hält Vermögenswerte (insbesondere Liegenschaften und Wertpapiere) in eingeschränktem Ausmaß. Der Vorstand der ANC Privatstiftung besteht aus zwei Mitgliedern des Wienerberger Top Managements, wodurch Wienerberger Verfügungsgewalt über die Stiftung ausüben kann. Dennoch besteht gemäß IFRS 10 ein Konsolidierungsverbot, da die Aktionäre der Wienerberger AG und nicht die Gesellschaft selbst Anrecht auf schwankende Rückflüsse aus der Stiftung haben. Die Bilanzsumme der ANC Privatstiftung betrug zum Bilanzstichtag 36.878 TEUR (Vorjahr: 28.754 TEUR) und besteht im Wesentlichen aus Grundstücken und Bauten in Höhe von 8.346 TEUR (Vorjahr: 11.826 TEUR) und aus Wertpapieren und liquiden Mitteln in Höhe von 25.955 TEUR (Vorjahr: 14.727 TEUR).

Zum 31.12.2017 hatte die ANC Privatstiftung Rückstellungen in Höhe von 8.009 TEUR (Vorjahr: 8.904 TEUR) und keine ausstehenden Finanzverbindlichkeiten. Für das Jahr 2017 hat der Vorstand der ANC Privatstiftung beschlossen, eine Dividende in Höhe von 0,10 EUR je Aktie der Wienerberger AG, das sind 11.752.676,40 EUR, auszuschütten.

Die Wienerberger AG und ihre Tochterunternehmen finanzieren assoziierte Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen sowie nicht konsolidierte verbundene Unternehmen mit Darlehen zu marktüblichen Konditionen. Die aushaftenden Darlehensforderungen gegenüber Gemeinschaftsunternehmen beliefen sich zum 31.12.2017 auf 13.236 TEUR (Vorjahr: 11.012 TEUR), jene gegenüber nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen auf 7.249 TEUR (Vorjahr: 7.268 TEUR). Darüber hinaus stehen am Bilanzstichtag Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von 638 TEUR (Vorjahr: 452 TEUR) sowie gegenüber nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen in Höhe von 138 TEUR (Vorjahr: 721 TEUR) zu Buche. Im Geschäftsjahr wurden Umsatzerlöse in Höhe von 1.233 TEUR (Vorjahr: 2.415 TEUR) gegenüber Gemeinschaftsunternehmen bzw. 0 TEUR (Vorjahr: 747 TEUR) gegenüber nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen erzielt.

Weitere Transaktionen mit nahe stehenden Unternehmen betreffen bezogene Tonlieferungen von 436 TEUR (Vorjahr: 577 TEUR) sowie Mietleistungen von 465 TEUR (Vorjahr: 260 TEUR) gegenüber nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen. Zudem wurden im Geschäftsjahr 2017 Produkte im Wert von 578 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) an ein nahe stehendes Unternehmen verkauft.

38. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Mit Wirkung vom 15.2.2018 wurde die Option über den Erwerb der nicht beherrschenden Anteile an der Tondach Gleinstätten AG ausgeübt. Der Kaufpreis über die restlichen 17,81 % der Anteile betrug 30,1 MEUR und wird im Eigenkapital als Abgang nicht beherrschender Anteile in Höhe von rund 23 MEUR ausgewiesen. Die Differenz in Höhe von 7,1 MEUR wird mit der Kapitalrücklage verrechnet.

Am 9.3.2018 wurde ein Vertrag über den geplanten Verkauf des Geschäfts der Semmelrock Stein + Design GmbH & CoKG mit Sitz in Österreich unterzeichnet. Der Abschluss des Kaufvertrages erfolgt vorbehaltlich der Genehmigung durch die Wettbewerbsbehörde.

Im Rahmen eines Programms zur Kosten- und Effizienzoptimierung fallen im Lauf des Geschäftsjahres 2018 Kosten von rund 30 MEUR an. Darunter fallen eine im Jänner 2018 angekündigte Restrukturierung im keramischen Rohrgeschäft sowie eine Reduktion der Produktionslinien im Kunststoffrohrgeschäft in Frankreich. Des weiteren werden im Ziegelgeschäft zwei Standorte in Österreich geschlossen sowie Restrukturierungen in Deutschland umgesetzt.

Bis zur Freigabe des Konzernabschlusses am 13.3.2018 wurden 100.000 Stück Wienerberger Aktien im Rahmen der durch die Hauptversammlung erteilten Ermächtigung um 2.160 TEUR zurückgekauft.

Der konsolidierte Konzernabschluss wurde vom Vorstand der Wienerberger AG am 13.3.2018 aufgestellt und dem Aufsichtsrat am 28.3.2018 zur Veröffentlichung vorgelegt.

Wien, am 13. März 2018

Der Vorstand der Wienerberger AG

Heimo Scheuch Willy Van Riet Vorsitzender des Vorstands Mitglied des Vorstands, verantwortlich für den Bereich Finanzen

Erklärung des Vorstands

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Wien, am 13. März 2018

Der Vorstand der Wienerberger AG

Heimo Scheuch Willy Van Riet Vorsitzender des Vorstands Mitglied des Vorstands, verantwortlich für den Bereich Finanzen

Konzernunternehmen

Gesellschaft Sitz Stammkapital Währung Beteiligung Konsolidierungsart Anmerkung
Wienerberger International N.V. Zaltbommel 50.001 EUR 100,00% VK
WB East European Holding B.V. Zaltbommel 3 EUR 100,00% VKE
Wienerberger Roof Asset Management GmbH Wien 35.000 EUR 100,00% VKE
Wienerberger Ziegelindustrie GmbH Hennersdorf 5.000.000 EUR 100,00% VK
Wienerberger zRt. Budapest 2.140.000.000 HUF 100,00% VK
Wienerberger cihlárˇský pru˚mysl, a. s. Cˇ eské Budeˇjovice 50.000.000 CZK 100,00% VK
Cihelna Kinský, spol. s r. o. Kostelec nad Orlicí 2.000.000 CZK 68,80% VK
Wienerberger eurostroj, spol. s r. o. Cˇ eské Budeˇjovice 32.100.000 CZK 100,00% VK
Silike keramika, spol. s r.o Cˇ eské Budeˇjovice 100.000 CZK 50,00% EQ
Wienerberger slovenské tehelne, spol. s r. o. Zlaté Moravce 3.319.392 EUR 100,00% VK
Wienerberger Ceramika Budowlana Sp. z o.o. Warszawa 374.324.808 PLN 100,00% VK
Handel Ceramika Budowlana Sp. z o.o. Warszawa 50.000 PLN 100,00% OK 1)
Wienerberger Ilovac d.o.o. Karlovac 8.988.000 HRK 100,00% VK
Wienerberger Cetera d.d. Karlovac 359.240 HRK 99,72% VK
IGM Ciglana d.o.o. Petrinja Petrinja 12.756.900 HRK 100,00% VK
WIENERBERGER Industrija opeke d.o.o. Sarajevo 2.000 BAM 100,00% VK
Wienerberger Opekarna Ormož d.o.o. Ormož 951.986 EUR 100,00% VK
Opekarna Pragersko d.o.o. Pragersko 1.022.743 EUR 100,00% VK
Wienerberger Backa d.o.o Kanjiza 651.652 EUR 100,00% VK
WIENERBERGER Sisteme de Caramizi S.R.L. Bucuresti 39.147.100 RON 100,00% VK
WZI FINANZ-S.à.r.l. Luxembourg 73.963.917 USD 100,00% VK
Wienerberger TOV Kyiv 3.000.000 UAH 100,00% VK
Semmelrock International GmbH Wien 3.000.000 EUR 100,00% VK
Semmelrock Baustoffindustrie GmbH Klagenfurt am Wörthersee 1.000.000 EUR 100,00% VK
Semmelrock Stein + Design GmbH Klagenfurt am Wörthersee 35.000 EUR 100,00% VK
Semmelrock Stein + Design GmbH & CoKG Klagenfurt am Wörthersee 100.000 EUR 100,00% VK
Semmelrock Industriebeteiligungsverwaltung GmbH Wien 35.000 EUR 100,00% VK
Semmelrock Stein & Design Kft. Ócsa 983.100.000 HUF 100,00% VK
SEMMELROCK STEIN + DESIGN Dlazby s.r.o. Sered 3.027.286 EUR 100,00% VK
Semmelrock Stein & Design d.o.o. Ogulin 22.870.000 HRK 100,00% VK
Semmelrock Stein & Design Sp. z o.o. Kolbiel 46.000.000 PLN 100,00% VK
Semmelrock Stein + Design S.R.L. Bolintin-Vale 55.151.300 RON 100,00% VK
Semmelrock Tlakovci d.o.o. Ormož 8.763 EUR 100,00% OK 1)
Semmelrock Stein + Design Dlazby a.s. Ledcice 2.000.000 CZK 100,00% VK
Semmelrock Stein und Design EOOD Sofia 13.785.500 BGN 100,00% VK
Wienerberger GmbH Hannover 9.500.000 EUR 100,00% VK
Schlagmann Beteiligungs GmbH Zeilarn 26.000 EUR 50,00% OK 1)
Schlagmann Poroton GmbH & Co KG Zeilarn 10.300.000 EUR 50,00% EQ
Schlagmann Poroton Vertriebs GmbH Zeilarn 25.000 EUR 50,00% 4)
Tongruben Verwaltungs GmbH Hannover 26.000 EUR 100,00% OK 1)
Argeton GmbH Hannover 100.000 EUR 100,00% VKE
Wienerberger Deutschland Service GmbH Hannover 1.000.000 EUR 100,00% VKE
RM 2964 Vermögensverwaltungs GmbH Zeilarn 25.000 EUR 50,00% 4)
MR Erwerbs GmbH & Co. KG Zeilarn 50.000 EUR 50,00% 4)
Redbloc Elemente GmbH Plattling 25.000 EUR 15,00% 4)
Redbloc Systems Deutschland GmbH Plattling 25.000 EUR 12,50% 4)
Gesellschaft Sitz Stammkapital Währung Beteiligung Konsolidierungsart Anmerkung
ZZ Wancor AG Regensdorf 1.000.000 CHF 100,00% VK
Wienerberger S.p.A. Mordano 10.000.000 EUR 100,00% VK
Fornaci Giuliane S.r.l. Cormons 100.000 EUR 30,00% EQ
Wienerberger NV Kortrijk 47.557.745 EUR 100,00% VK
Wienerberger Asset Management NV Zonnebeke 13.240.053 EUR 100,00% VK
Deva-Kort NV Kortemark 247.894 EUR 100,00% VK
TV Vanheede-Wienerberger Kortrijk 0 EUR 50,00% EQE
Wienerberger B.V. Zaltbommel 36.778.680 EUR 100,00% VK
Van Hesteren & Janssens B.V. Zaltbommel 363.024 EUR 100,00% VK
Desimpel AK1 B.V. Zaltbommel 70.000 EUR 100,00% VK
BrickTrading Holland B.V. Zaltbommel 18.000 EUR 100,00% VK
German Brick Trading B.V. Zaltbommel 249.700 EUR 100,00% VK
Oostergrachstwal Holding B.V. Zaltbommel 45.378 EUR 100,00% VK
Feikema B.V. Zaltbommel 45.378 EUR 100,00% VK
Gelsing Oosterhout B.V. Zaltbommel 18.200 EUR 100,00% VK
Wienerberger Steenvisie B.V. Zaltbommel 18.151 EUR 100,00% VK
Bos & Vermeer B.V. Zaltbommel 22.689 EUR 100,00% VK
Aberson B.V. Zwolle 60.000 EUR 100,00% VK
Aberson SmartBuild BV Zwolle 1 EUR 100,00% VK
Steencentrale Neerbosch B.V. Deest 45.400 EUR 100,00% VK
Leeuwis B.V. Deest 91.210 EUR 100,00% VK
Steinzentrale Nord Leeuwis GmbH Rellingen 52.500 EUR 100,00% VK
Straatbaksteen Nederland B.V. Zaltbommel 18.000 EUR 100,00% VK
Wienerberger Limited Cheshire 81.120.552 GBP 100,00% VK
Galileo Brick Limited (in Liquidation) Cheshire 2.000.000 GBP 100,00% VK
Chelwood Group Unlimited (in Liquidation) Cheshire 5.975.506 GBP 100,00% VK
The Brick Business Limited (in Liquidation) Cheshire 900.002 GBP 100,00% VK
Sandtoft Roof Tiles Limited Cheshire 11.029 GBP 100,00% VK
WIENERBERGER PARTICIPATIONS SAS Achenheim 36.000.000 EUR 100,00% VK
WIENERBERGER SAS Achenheim 75.000.000 EUR 100,00% VK
Briqueterie de Rouffach SAS Rouffach 336.120 EUR 100,00% VK
Wienerberger A/S Helsinge 10.001.000 DKK 100,00% VK
Wienerberger AS Oslo 43.546.575 NOK 100,00% VK
Wienerberger AB Malmö 17.550.000 SEK 100,00% VK
General Shale Brick Inc. Johnson City 1.000 USD 100,00% VK
General Shale Building Materials, Inc. Johnson City 1.000 USD 100,00% VK
Columbus Brick Inc. Columbus 20.950 USD 100,00% VKE
Pipelife Jet Stream, Inc. Siloam Springs 0 USD 100,00% VK
Arriscraft Canada Inc. Halifax 18.500.000 CAD 100,00% VK
Gesellschaft Sitz Stammkapital Währung Beteiligung Konsolidierungsart Anmerkung
Wienerberger EOOD Sofia 12.500.000 BGN 100,00% VK
Uspeh AD Sofia 2.141.220 BGN 99,66% VK
OOO "Wienerberger Kirpitsch" Kiprevo 612.694.577 RUB 100,00% VK
OOO "Wienerberger Kurkachi" Kurkachi 650.036.080 RUB 100,00% VK
Wienerberger OY AB Helsinki 1.000.000 EUR 100,00% VK
Wienerberger AS Aseri 1.540.736 EUR 100,00% VK
UAB Wienerberger Statybine Keramika Sp. Z o.o. Vilnius 10.100 LTL 100,00% VK
Wienerberger India Private Limited Bangalore 990.000.000 INR 100,00% VK
WBI Industries Private Limited Chennai 1.000.000 INR 100,00% VK
PIPELIFE International GmbH Wien 29.000.000 EUR 100,00% VK 2)
PIPELIFE Austria GmbH & Co KG Wiener Neudorf 4.360.370 EUR 100,00% VK
PIPELIFE Austria GmbH Wiener Neudorf 36.337 EUR 100,00% VK
Pipelife Belgium NV Kalmthout 10.890.000 EUR 100,00% VK
Pipelife Bulgaria EOOD Botevgrad 30.000 BGN 100,00% VK
Pipelife Czech s r.o. Otrokovice 202.971.000 CZK 100,00% VK
PIPELIFE Deutschland Asset Management GmbH Bad Zwischenahn 26.000 EUR 100,00% VK
PIPELIFE Deutschland GmbH & Co. KG Bad Zwischenahn Bad Zwischenahn 5.000 EUR 100,00% VK
PIPELIFE Deutschland Verwaltungs-GmbH Bad Zwischenahn Bad Zwischenahn 5.726.469 EUR 100,00% VK
Pipelife Eesti AS Harjumaa Eesti Vabariik 25.024 EUR 100,00% VK
Pipelife Finland OY Oulu 33.637 EUR 100,00% VK
Talokaivo Oy Kerava 2.000.000 EUR 100,00% VK
Pipelife France SNC Aubevoye 21.606.000 EUR 100,00% VK
Pipelife Hellas S.A. Thiva 24.089.735 EUR 100,00% VK
PIPELIFE-HRVATSKA cijevni sustavi d.o.o. Sveta Nedelja 47.171.500 HRK 100,00% VK
Pipelife Hungaria Kft. Debrecen 3.123.520.000 HUF 100,00% VK
QUALITY PLASTICS HOLDINGS LTD Cork 635.000 EUR 100,00% VK
PIPELIFE IRELAND LTD Cork 254 EUR 100,00% VK
Kenfern Investments Ltd (in Liquidation) Cork 447 EUR 100,00% OK 1)
Pipelife UK Ltd Corby 244.001 GBP 100,00% VK
Pipelife Latvia SIA Riga 426.600 EUR 100,00% VK
Pipelife Nederland B.V. Enkhuizen 11.344.505 EUR 100,00% VK
Pipelife Finance B.V. Enkhuizen 18.000 EUR 100,00% VK
Pipelife Norge AS Surnadal 50.000.000 NOK 100,00% VK
Pipelife Polska S.A. Krokowa 112.243.963 PLN 100,00% VK
Pipelife Romania S.R.L. Bucuresti 7.323.115 RON 100,00% VK
Pipelife Serbia d.o.o. Beograd 168.493.895 RSD 100,00% VK
Pipelife RUS LLC Zhukov 104.458.072 RUB 100,00% VK
Pipelife Hafab AB Haparanda 3.000.000 SEK 100,00% VK
Pipelife Nordic AB Ölsremma 167.000.000 SEK 100,00% VK
Pipelife Sverige AB Ljung 3.600.000 SEK 100,00% VK
Pipelife Slovenija d.o.o. Trzin 843.258 EUR 100,00% VK
Pipelife Slovakia s r.o. Piestany 6.700 EUR 100,00% VK
Gesellschaft Sitz Stammkapital Währung Beteiligung Konsolidierungsart Anmerkung
Arili Plastik Sanayii A.S. Pendik/Istanbul 30.590.000 TRY 100,00% VK
PJSC Pipelife Ukraine (in Liquidation) Kyiv 30.000 USD 100,00% OK 1)
Preflexibel Invest NV Ninove 1.200.000 EUR 100,00% VKE
Preflexibel NV Ninove 250.000 EUR 100,00% VKE
Preflexibel France SAS Lédignan 370.000 EUR 100,00% VKE
Qofil productions SAS Lédignan 46.500 EUR 100,00% VKE
Wienerberger Dach Beteiligungs GmbH Wien 500.000 ATS 100,00% VK
WIBRA Tondachziegel Beteiligungs-GmbH Wien 500.000 ATS 100,00% VK
Tondach Beteiligungs GmbH Wien 200.000 EUR 100,00% VK
TONDACH GLEINSTÄTTEN AG Gleinstätten 500.000 EUR 82,19% VK 3)
TONDACH SLOVENSKO, s.r.o. Stupava 14.937.264 EUR 82,19% VK
TONDACH SLOVENIJA d.o.o. Krizevci pri Ljutomeru 5.195.293 EUR 82,19% VK
POTISJE KANJIZA d.d. Kanjiza 605.394.000 RSD 82,19% VK
TONDACH Makedonija AD Vinica 349.460.010 MKD 82,19% VK
TONDACH BULGARIA EOOD Sofia 798.400 BGN 82,19% VK
TONDACH Cˇ eská republika, s.r.o. Hranice 250.100.000 CZK 82,19% VK
TONDACH MAYGARORSZÁG ZRT. Csorna 5.183.550.000 HUF 82,19% VK
TONDACH ROMANIA SRL Sibiu 36.137.155 RON 82,19% VK
TONDACH HRVATSKA d.d. Bedekovcina 116.715.500 HRK 82,19% VK
TONDACH BOSNA I HERCEGOVINA d.o.o. Sarajevo 200.000 BAM 65,75% VK
STAVMIX plus, s.r.o. (in Liquidation) Stupava 33.194 EUR 82,19% OK 1)
Wienerberger Anteilsverwaltung GmbH Wien 35.000 EUR 100,00% VK
Tondach Holding GmbH Wien 35.000 EUR 100,00% VK
Wienerberger Industriebeteiligungsverwaltung GmbH Wien 35.000 EUR 100,00% VK
Wienerberger Finance Service B.V. Zaltbommel 18.151 EUR 100,00% VK
Wienerberger Finanz Service GmbH Wien 25.435.492 EUR 100,00% VK
Wienerberger West European Holding GmbH Wien 35.000 EUR 100,00% VK
WK Services NV Kortrijk 32.226.158 EUR 100,00% VK
Dryfix GmbH Hennersdorf 35.000 EUR 100,00% VK
Wienerberger Gamma Asset Management GmbH Wien 35.000 EUR 100,00% VK
Steinzeug-Keramo GmbH Frechen 18.408.000 EUR 100,00% VK
Steinzeug - Keramo NV Hasselt 9.400.000 EUR 100,00% VK
Keramo-Wienerberger Immo NV Hasselt 14.068.558 EUR 100,00% VK
SOCIETA DEL GRES S.p.A. Sorisole 2.000.000 EUR 100,00% VK
Steinzeug Keramo s.r.o. Cˇ eské Budeˇjovice 40.000.000 CZK 100,00% VK
Steinzeug - Keramo B.V. Belfeld 2.722.680 EUR 100,00% VK
Steinzeug - Keramo SARL Angervilliers 38.125 EUR 100,00% VK
Steinzeug-Keramo Sp. z.o.o. Piekary Slaskie 2.000.000 PLN 100,00% VK
VK Vollkonsolidierung
VKE Erstmalige Vollkonsolidierung
1) untergeordnete Bedeutung
2) Holdinggesellschaft der Pipelife Gruppe

EQ ............... At Equitybewertung 3) Holdinggesellschaft der Tondach Gruppe

OK............... keine Konsolidierung OKE............. keine Konsolidierung (erstmals)

EQE ............. Erstmalige At Equitybewertung 4) Tochtergesellschaft der Schlagmann Poroton GmbH & Co KG

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Konzernabschluss

Prüfungsurteil

Wir haben den Konzernabschluss der

Wienerberger AG, Wien,

und ihrer Tochterunternehmen (der Konzern), bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2017, der Konzern-Gewinnund Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Entwicklung des Konzerneigenkapitals und dem Konzern-Cashflow Statement für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr sowie dem Konzernanhang, geprüft.

Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2017 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind (IFRS) und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Werthaltigkeit der Firmenwerte

Sachverhalt und Problemstellung

Die Firmenwerte werden in der Konzernbilanz der Wienerberger AG mit 485 Mio EUR ausgewiesen. Die Buchwerte der den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugerechneten Firmenwerte und betriebsnotwendigen Vermögenswerte werden mit dem erzielbaren Betrag verglichen, welcher der höhere Betrag aus errechnetem Nutzungswert oder dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten ist. Wenn der erzielbare Betrag unter dem Buchwert liegt, erfolgt eine Wertminderung. Die Bestimmung der Nutzungswerte erfordert wesentliche Schätzungen und Annahmen des Managements über die zukünftigen Zahlungsüberschüsse und Kapitalkostensätze. Geringfügige Veränderungen in den Annahmen können zu wesentlichen Abweichungen in den Ergebnissen der Wertminderungstests führen. Davon ist insbesondere die zahlungsmittelgenerierende Einheit Bricks North America betroffen, deren Nutzungswert aufgrund von Abschreibungen in den letzten Jahren sensibel auf Änderungen in den Annahmen reagiert.

Details zu den Werthaltigkeitsprüfungen und den wesentlichen Bewertungsannahmen sind im Konzernanhang in den "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen" im Abschnitt "Wertminderungen von nicht finanziellen Vermögenswerten" und den "Allgemeinen Erläuterungen" Abschnitt 6 "Annahmen und Schätzungen" beschrieben. Die Aufteilung der Firmenwerte in einzelne zahlungsmittelgenerierende Einheiten sowie die Annahmen und die Bewertungsergebnisse sind in den "Erläuterungen zur Konzernbilanz" im Abschnitt 21 "Anlagevermögen" beschrieben.

In die zur Werthaltigkeitsüberprüfung herangezogenen Bewertungsmodelle auf Basis kapitalwertorientierter Verfahren fließen zahlreiche Inputfaktoren zur Markteinschätzung ein. Bei ungünstigen Abweichungen der künftigen Entwicklung von den Annahmen besteht das Risiko eines Abwertungsbedarfes bei den Firmenwerten. Aufgrund der Komplexität des Bewertungsmodells und der Abhängigkeit der Ergebnisse von der Einschätzung der Marktdaten durch die gesetzlichen Vertreter war dieser Sachverhalt während unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

Prüferisches Vorgehen

Wir haben die im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfungen angesetzten Parameter mit unternehmensspezifischen Informationen sowie branchenspezifischen Marktdaten bzw. -erwartungen aus externen und internen Datenquellen verglichen und die angewendeten Bewertungsmodelle hinsichtlich ihrer Angemessenheit beurteilt. Außerdem haben wir uns einen Überblick über den Planungsprozess verschafft und das Backtesting des Managements kritisch untersucht.

Zur Plausibilisierung der Kapitalkosten mittels Vergleichsanalyse haben wir interne Experten hinzugezogen. Die Konsistenz der bei den Berechnungen verwendeten künftigen Zahlungsmittelzuflüsse haben wir durch Abgleich der darin verwendeten Plandaten mit den vom Aufsichtsrat genehmigten Budgets beurteilt.

Werthaltigkeit des Sachanlagevermögens Sachverhalt und Problemstellung

Das Sachanlagevermögen mit einem Buchwert von 1.522 Mio EUR stellt 42% des ausgewiesenen Vermögens im Konzernabschluss der Wienerberger AG dar. Die Gesellschaft beurteilt einmal im Jahr oder anlassbezogen bei Vorliegen von Hinweisen, dass eine dauerhafte Wertminderung vorliegen könnte, die Werthaltigkeit der Sachanlagen. Für Zwecke dieser Werthaltigkeitstests werden innerhalb einer Division Werke in einzelne zahlungsmittelgenerierende Einheiten zusammengefasst. Zusätzlich wird untersucht, ob etwaige Erfordernisse hinsichtlich Zuschreibung von Sachanlagen, die in Vorperioden außerplanmäßig abgeschrieben wurden, bestehen.

Die Vorgehensweise zur Bewertung der Sachanlagen ist im Konzernanhang in den "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen" im Abschnitt "Wertminderungen von nicht finanziellen Vermögenswerten" und in den "Allgemeinen Erläuterungen" Abschnitt 6 "Annahmen und Schätzungen" beschrieben. Die Annahmen und die Bewertungsergebnisse sind in den "Erläuterungen zur Konzernbilanz" im Abschnitt 21 "Anlagevermögen" beschrieben.

Die Buchwerte der Sachanlagen werden mit dem erzielbaren Betrag, welcher der höhere Betrag aus Nutzungswert oder beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten ist, verglichen und, wenn nötig, auf diesen Betrag abgeschrieben. Wie auch bei der Überprüfung der Bewertung der Firmenwerte sind die Berechnungen komplex und unterliegen die zugrunde liegenden Annahmen Schätzungsunsicherheiten hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung und der Kapitalkostensätze. Eine Änderung der Annahmen kann signifikante Auswirkungen auf die Ergebnisse der Werthaltigkeitstests haben. Dieser Sachverhalt war daher während unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

Prüferisches Vorgehen

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung der wesentlichen Annahmen, die den Werthaltigkeitstests des Sachanlagevermögens unterliegen, ist ident zu unserer Vorgehensweise in der Prüfung der Werthaltigkeit der Firmenwerte. Wir verweisen dazu auf die Darstellungen im vorherigen Abschnitt.

In den Fällen, in denen statt dem Nutzungswert ein beizulegender Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt wurde, haben wir diese beizulegenden Zeitwerte mit externen Gutachten abgestimmt oder die vom Management vorgenommenen Schätzungen verplausibilisiert.

Das Ergebnis der Überprüfung des Vorstands hinsichtlich einer potentiellen Zuschreibungspflicht in einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wurde von uns kritisch gewürdigt.

Sonstiger Sachverhalt – Vorjahreskonzernabschluss

Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2016 des Konzerns wurde von einem anderen Abschlussprüfer geprüft, der am 10. März 2017 einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk zu diesem Konzernabschluss erteilt hat.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen beinhalten alle Informationen im nichtfinanziellen Bericht ("Nicht-finanzielle Leistung"), den wir bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erhalten haben, sowie im Geschäftsbericht (ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk), der uns in der endgültigen Fassung nach diesem Datum zur Verfügung gestellt wird.

Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss deckt die sonstigen Informationen nicht ab und wir werden keine Art der Zusicherung darauf geben. Bezüglich der Informationen im Konzernlagebericht verweisen wir auf den Abschnitt "Bericht zum Konzernlagebericht".

In Verbindung mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses ist es unsere Verantwortung, die oben angeführten sonstigen Informationen zu lesen und dabei abzuwägen, ob sie angesichts des bei der Prüfung gewonnenen Verständnisses wesentlich in Widerspruch zum Konzernabschluss stehen oder sonst wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir, basierend auf den Arbeiten, die wir zu den vor dem Datum dieses Bestätigungsvermerks erhaltenen sonstigen Informationen durchgeführt haben, zur Schlussfolgerung gelangen, dass diese sonstigen Informationen wesentlich falsch dargestellt sind, müssen wir dies berichten. Wir haben diesbezüglich nichts zu berichten.

Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.

Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.

Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses

Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Die Abschlussprüfung umfasst keine Zusicherung des künftigen Fortbestands des geprüften Konzerns oder der Wirtschaftlichkeit oder Wirksamkeit der bisherigen oder zukünftigen Geschäftsführung.

Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus gilt:

Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – falscher Darstellungen im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

Wir berücksichtigen bei der Durchführung unserer Prüfung gemäß den anzuwendenden Prüfungsstandards den gesetzlichen und sonstigen regulatorischen Rechtsrahmen des Konzerns, sind aber nicht dafür verantwortlich, Verstöße des Konzerns gegen Gesetze und andere Rechtsvorschriften zu verhindern oder aufzudecken. Das aufgrund der inhärenten Grenzen einer Abschlussprüfung bestehende unvermeidbare Risiko, dass einige wesentliche falsche Darstellungen im Abschluss möglicherweise nicht aufgedeckt werden, obwohl die Prüfung ordnungsgemäß geplant und durchgeführt wurde, ist bei Verstößen gegen sonstige Rechtsvorschriften größer. Dies unter anderem deshalb, da es viele, hauptsächlich auf die betrieblichen Aspekte eines Konzerns bezogene Gesetze und andere Rechtsvorschriften gibt, die nicht von den rechnungslegungsbezogenen Informationssystemen des Konzerns erfasst werden und diesbezügliche Verstöße mit einem Verhalten zu deren Verschleierung einhergehen können.

Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben.

Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.

Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.

Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.

Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.

Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.

Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur

Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

Bericht zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt.

Urteil

Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.

Erklärung

Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt.

Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 19. Mai 2017 als Abschlussprüfer für das am 31. Dezember 2017 endende Geschäftsjahr gewählt und am 6. Dezember 2017 vom Aufsichtsrat mit der Durchführung der Abschlussprüfung beauftragt. Wir sind seit dem am 31. Dezember 2017 endenden Geschäftsjahr Abschlussprüfer des Konzerns.

Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt "Bericht zum Konzernabschluss" mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Art 11 der EU-VO in Einklang steht.

Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Art 5 Abs 1 EU-VO erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von dem Konzern gewahrt haben.

Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Gerhard Marterbauer.

Wien, am 19. März 2018 Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH

Mag. Gerhard Marterbauer Mag. Christof Wolf Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Wienerberger AG

Geschäftsverlauf 2017

Die Wienerberger AG ist Muttergesellschaft eines international tätigen Baustoffkonzerns, dessen Geschäftsaktivitäten nach Maßgabe der Verantwortungsbereiche im Management in sechs Segmente eingeteilt sind: Clay Building Materials Eastern Europe, Clay Building Materials Western Europe, Pipes & Pavers Eastern Europe, Pipes & Pavers Western Europe, North America sowie Holding & Others. Als Konzernmutter nimmt die Wienerberger AG die Aufgaben einer Holdinggesellschaft wahr, worunter insbesondere die strategische Ausrichtung der Wienerberger Gruppe, die Steuerung der Geschäftsbereiche sowie die Corporate Services fallen. Die Organisationsstruktur von Wienerberger sowie Informationen zur Zusammensetzung und Arbeitsweise des Vorstands der Wienerberger AG sind im Konzernlagebericht erläutert.

Der Aufschwung der globalen Wirtschaftstätigkeit verstärkte sich: Das globale Wachstum, das 2016 mit 3,2% das schwächste seit der globalen Finanzkrise war, stieg 2017 laut Internationalem Währungsfonds (IWF) auf 3,7%. Besonders erfreulich war die positive Entwicklung in Europa und Nordamerika, den Kernregionen der Wienerberger Gruppe. Die USA konnten dank starker Wachstumsraten im privaten Konsum sowie bei Investitionen ein Wirtschaftswachstum von 2,3% im Vergleich zu lediglich 1,5% im Vorjahr verbuchen. Bemerkenswert ist dieses BIP-Wachstum vor allem vor dem Hintergrund, dass die von Präsident Trump angekündigten Konjunkturimpulse wie Infrastrukturinvestitionen, höhere Mindestlöhne und niedrigere Steuern noch nicht im versprochenen Maße umgesetzt wurden. In einem breit gestützten Wirtschaftsaufschwung befindet sich ebenso die Euro-Zone, welche in 2017 ein BIP-Wachstum von 2,4% (2016: 1,8%) verzeichnete, wobei alle großen Volkswirtschaften positive Wachstumsbeiträge beisteuern konnten. Deutschland, Frankreich und sogar das in den letzten Jahren von schwachen Konjunkturdaten gekennzeichnete Italien verzeichneten allesamt deutlich bessere Wachstumsraten als im Vorjahr. In Großbritannien kam es aufgrund der Brexit-Thematik zu einem Rückgang des Wirtschaftswachstums auf 1,7% (Vorjahr: 1,9%). Mit einem Plus von ganzen zwei Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr zeigten die Volkswirtschaften Osteuropas, welche ebenso zu den

Kernmärkten der Wienerberger Gruppe zählen, besonders starkes Wachstum.

Das Jahr 2017 war aufgrund von anstehenden Wahlen in Europa, der Angelobung der Trump-Administration sowie den fortschreitenden Brexit-Verhandlungen von politischen Unsicherheiten geprägt. Sowohl in Frankreich als auch in den Niederlanden konnten sich pro-europäische Kräfte behaupten, was Kommentatoren als Zeichen für Stabilität in Europa werteten. Bei der überraschenden Ausrufung von Neuwahlen in Großbritannien verlor die Partei von Premierministerin Theresa May ihre absolute Mehrheit, was ihren Handlungsspielraum in den laufenden Brexit-Verhandlungen einschränkt. Die USA zogen sich wenige Tage nach der Angelobung von Präsident Donald Trump aus dem Pazifik-Freihandelsabkommen TPP zurück und beschlossen weiters, aus dem Pariser Klimaschutzabkommen auszusteigen. Maßnahmen wie diese sorgten global für politische Resonanzen und wurden als Beleg für eine Neuinterpretation der geopolitischen Positionierung der USA gesehen.

Geldpolitisch erhöhte die US-amerikanische Notenbank FED 2017 erwartungsgemäß ihren Leitzins, der sich nun in einer Spanne von 1,25 bis 1,50% bewegt. Für 2018 stellt die FED weitere drei Zinserhöhungen in Aussicht. Die europäische Zentralbank EZB beließ den Leitzins während des gesamten Jahres 2017 auf dem historischen Tief von 0,0% und weitet ihr Anleihenportfolio im Gegensatz zur FED weiter aus. Das Volumen des Anleihenkaufprogramms wurde jedoch im Jänner 2018 auf monatlich 30 Mrd. € halbiert. Ob das Kaufprogramm tatsächlich mit September 2018 auslaufen wird, ist nach wie vor ungewiss. Der Markt erwartet erst 2019 eine erste Zinserhöhung der EZB. Im Gegensatz zur weiterhin expansiven Geldpolitik der EZB erhöhte die Bank of England erstmals seit 2007 ihren Leitzins.

Prognosen 2018

Für 2018 prognostiziert der IWF einen leichten Anstieg des globalen Wirtschaftswachstums auf 3,9%. Für die USA wird eine Verbesserung um 0,4 Prozentpunkte auf 2,7% in Aussicht gestellt. Demgegenüber soll das Wachstum der Wirtschaftsleistung sowohl in

der Eurozone mit 0,2 Prozentpunkten auf 2,2% als auch für die osteuropäischen Volkswirtschaften mit 1,2 Prozentpunkten auf 4,0% rückläufig sein. Auch für Großbritannien prognostiziert der IWF eine weitere Abkühlung um 0,2 Prozentpunkte auf 1,5%.

Auswirkungen auf die Aktienmärkte

Aufgrund der von Präsident Trump angekündigten Maßnahmenpakete, wie Infrastrukturprogramme und die Senkung der Steuern auf Unternehmensgewinne, startete der US-Aktienmarkt optimistisch in das Börsejahr. Verbesserte Stimmungsumfragen sowohl bei Unternehmen als auch Konsumenten, starke Einkaufsmanagerindizes und steigende Unternehmensgewinne boten ein generell positives Marktumfeld. Der europäische Aktienmarkt entwickelte sich zu Jahresbeginn vor dem Hintergrund politischer Risiken und des unter Druck geratenen Finanzsektors volatiler, bevor zur Jahresmitte moderate Inflationsraten und ausgeräumte politische Risiken den Blick auf die positiven Fundamentaldaten der Unternehmen frei machten.

Das Spektrum der globalen Aktienmärkte zeigte 2017 ein deutlich positives Bild. Nahezu alle wichtigen Leitindizes konnten das vergangene Jahr mit einem zweistelligen Zuwachs beenden. Zu Jahresende schloss der Dow Jones Industrial Average mit einem Kursplus von 25,1%. Der S&P 500 ging mit 19,4% und der Leitindex der Technologiebörse NASDAQ mit 31,5% aus dem Handel. In Europa konnte der EURO STOXX 50 das Börsenjahr 2017 mit einer Performance von 6,5% beenden. Trotz der sich als schwierig erweisenden Brexit-Verhandlungen schloss der britische Index FTSE 100 mit einer positiven Entwicklung von 7,6%. In Kontinentaleuropa schlossen sowohl der deutsche als auch der französische Leitindex DAX und CAC40 mit einer positiven Performance von 12,5% bzw. 9,3%. Der ATX verzeichnete dank des stark performenden Finanzsektors mit 30,6% wie bereits letztes Jahr die stärkste Kursentwicklung am europäischen Aktienmarkt.

Wohnbaumarkt in Europa

Drei wesentliche Indikatoren für die Analyse und Prognose der Wohnbautätigkeit in einer Region sind Baugenehmigungen, Baubeginne und Fertigstellungen. Diese Indikatoren zeichneten im Jahr 2017 ein ermutigendes Bild für Europa. Die Baugenehmigungen, die einen Vorlaufindikator darstellen, stiegen laut Einschätzung der Branchenbenchmark Euroconstruct in jenen der erfassten 19 Länder, in denen Wienerberger tätig ist, um 7,2%. Um die Aussagekraft der Euroconstruct-Prognosen zu erhöhen, stellt unsere Analyse auf gewichtete Wachstumsraten ab. Zu diesem Zweck wurden die prognostizierten Landeswachstumsraten von Euroconstruct mit den Umsatzanteilen in unserem Ziegelgeschäft gewichtet. Im Ein- und Zweifamilienwohnbau, in dem Wienerberger über besonders starke Marktpositionen verfügt, stiegen die gewichteten Baugenehmigungen um 4,3%. Allerdings hat die Prognosekraft der Baugenehmigungen in den letzten Jahren merklich abgenommen. Infolgedessen führen erteilte Baugenehmigungen nicht mehr im gleichen Ausmaß zu Baubeginnen und Baufertigstellungen. Für 2018 prognostiziert Euroconstruct mit 4,0% eine leichte Steigerung der Baubeginne von Ein- und Zweifamilienhäusern in unseren relevanten Märkten. Der nachlaufende Indikator der Baufertigstellungen beziffert das gewichtete Wachstum im Ein- und Zweifamiliensegment für das Jahr 2017 mit 9,2%. In Summe bestätigen diese Indikatoren die voranschreitende Erholung des europäischen Wohnungsneubaus.

Die Renovierungstätigkeit im Wohnbausegment wird vorwiegend durch Statistiken zu den Renovierungsausgaben erfasst. Dieser sehr breit gefasste Indikator zeigte 2017 gemäß Euroconstruct einen gewichteten Anstieg um 1,9%. Für unser Ziegelgeschäft ist insbesondere die Sanierung von Steildächern, die häufig mit einer Verbesserung der thermischen Leistung einhergeht, das wesentlichste Teilsegment des Renovierungsmarktes.

Infrastrukturmarkt in Europa

Die europäischen Investitionsausgaben für Infrastrukturprojekte zeigten im Jahr 2017 ein freundliches Bild. Für die Analyse der Infrastrukturausgaben dienen die Umsatzanteile der Märkte in der Division Pipes & Pavers Europe als Gewichtungsfaktoren der Landeswachstumsraten. Gemäß Einschätzung von Euroconstruct sind die gewichteten Infrastrukturausgaben in den relevanten westeuropäischen Märkten um 5,1% angestiegen. Während die vier unter Beobachtung stehenden osteuropäischen Märkte Polen, Tschechien, Ungarn und die Slowakei im Jahr 2016 einen Rückgang der Investitionsausgaben von 10% hinnehmen mussten, wuchs die Region im Berichtsjahr um 10,4%. Dies lässt sich vorrangig durch die merkliche Belebung bei EU-geförderten Infrastrukturprojekten erklären, wobei sich insbesondere in der zweiten Jahreshälfte ein deutlicher Anstieg der Ausschreibungstätigkeit bemerkbar machte, was für das Jahr 2018 auf weitere Zuwächse schließen lässt. Insgesamt zeigten die europäischen Infrastrukturausgaben in den für Wienerberger relevanten Märkten ein moderates gewichtetes Wachstum von 6,8%.

Im Teilsegment Wassermanagement, das rund 16% der Infrastrukturausgaben repräsentiert und das den für unser Rohrgeschäft wichtigen Markt für Frisch- und Abwassersysteme beinhaltet, stiegen die Ausgaben laut gewichteter Prognose um 2,9%. Das Telekommunikationssegment wies 2017 mit 1,6% eine leicht steigende Bauleistung auf und im Segment Energie legten die Investitionen um 4,0% zu. Im Straßenbau wiesen sowohl West- als auch Osteuropa ein gewichtetes Wachstum in Höhe von 6,7% bzw. 11,2% auf.

US Wohnbaumarkt

Im Jahr 2017 stiegen in den USA die Baubeginne laut U.S. Census Bureau um 2,4% auf 1,201 Mio. Wohneinheiten und die Fertigstellungen verzeichneten einen Zuwachs um 8,7% auf 1,152 Mio. Wohneinheiten. Baugenehmigungen wurden für 1,263 Mio. Wohneinheiten ausgestellt, was einem Anstieg um 4,7% im Jahresvergleich entspricht. Dabei überstiegen 2017 zum zweiten Mal in Folge seit Beginn der Finanzkrise die Zuwachsraten im Einfamiliensegment die Aktivität im Mehrfamiliensegment. Besonders deutlich fiel die Veränderung der Dynamik beim Vorlaufindikator der Baugenehmigungen aus, der einen Anstieg um 8,9% im Einfamiliensegment und einen Rückgang um -2,6% im Mehrfamiliensegment auswies.

Die National Association of Home Builders (NAHB) erwartet für 2018 einen Anstieg der Baubeginne um 2,7% auf 1,248 Mio. Wohneinheiten. Dieser ist vor allem auf einen Zuwachs im Einfamiliensegment in Höhe von 4,5% zurückzuführen, wohingegen für das Mehrfamiliensegment ein Rückgang um 1,6% prognostiziert wird. Die Einschätzung von McGraw Hill Construction - Dodge ist mit 1,275 Mio. Wohneinheiten noch optimistischer.

Der NAHB/Wells Fargo Housing Market Index spiegelt die gegenwärtige Einschätzung von Hausverkäufen durch Bauunternehmer und Entwickler sowie deren Erwartungen für die nächsten sechs Monate wider. Dieser Index betrug im Dezember 74 Punkte und verbesserte sich im Vergleich zum Wert aus dem Schlussmonat des Vorjahres um 5 Punkte. Damit rangiert der Index deutlich über der Marke von 50, die anzeigt, dass die Mehrzahl der Marktteilnehmer den Ausblick positiv einschätzt. Die Verkaufspreise legten gemäß S&P/Case-Shiller 20-City Composite Home Price Index in den 12 Monaten bis einschließlich November 2017 um 6,41% zu.

Die Benchmark für Fixzinssätze von Hypothekarkrediten mit 30 Jahren Laufzeit sank auf 3,95% und verzeichnete im Vergleich zum Jahresende 2016 einen Rückgang um 25 Basispunkte. Damit verblieb dieser Indikator auf einem im langfristigen Vergleich sehr geringen Niveau und macht die Aufnahme von lang laufenden Fixzinskrediten nochmals attraktiver.

In Summe unterstreicht die große Zahl positiver Indikatoren zum US-Häusermarkt, dass für 2018 mit einer Fortsetzung des Wachstums zu rechnen ist.Quellen: IMF (World Economic Outlook, Jänner 2017), U.S. Census Bureau, Euroconstruct, ThomsonOne, Freddie Mac Primary Mortgage Market Survey, McGraw Hill Construction - Dodge, NAHB, NAHB/Wells Fargo Housing Market Index, S&P/Case-Shiller 20-City Composite Home Price Index

Umsatzerlöse der Wienerberger AG

Die Umsatzerlöse der Wienerberger AG bestehen hauptsächlich aus den an Tochtergesellschaften verrechneten Lizenzerlösen für die Verwendung von Markenrechten sowie aus Konzernumlagen für zentrale Konzerndienstleistungen (Corporate Functions).

Die von der Wienerberger AG im Geschäftsjahr 2017 erzielten Umsatzerlöse beliefen sich auf 59,1 Mio. € (Vorjahr: 55,8 Mio. €), wobei es sich vorwiegend um Lizenzerlöse für die Verwendung von Markenrechten sowie Erlöse aus IT- und Engineering-Leistungen handelt, die für Tochterunternehmen erbracht wurden.

in TEUR in TEUR
Lizenzerlöse
30.912
29.319
Headquarter Umlage
7.097
5.026
IT Erlöse
13.484
13.712
Engineering Erlöse
2.585
2.442
sonstige Erlöse
4.982
5.334
Umsatzerlöse gesamt
59.060
55.833

Das Betriebsergebnis verbesserte sich im Jahr 2017 auf -2,8 Mio € von -5,3 Mio € im Vorjahr. Der Grund waren eine Erhöhung der Umsatzerlösen und der sonstigen betrieblichen Erträge.

Das Finanzergebnis verschlechterte sich aufgrund des gesunkenen Zinsertrags und erhöhter Beteiligungsabschreibungen auf 20,8 Mio. € (Vorjahr: 45,4 Mio. €), weshalb das Ergebnis vor Steuern von 40,0 Mio. € im Vorjahr auf 18,1 Mio. € im Jahr 2017 sank.

Gewinn- und Verlustrechnung 2017 2016
in TEUR in TEUR
Umsatzerlöse 59.060 55.833
aktivierte Eigenleistung 283 0
sonstige betriebliche Erträge 5.320 2.767
Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen -10.927 -9.396
Personalaufwand -31.924 -28.261
Abschreibungen -2.927 -2.310
sonstige betriebliche Aufwendungen -21.636 -24.011
Betriebsergebnis (EBIT) -2.751 -5.378
Finanzergebnis 20.805 45.394
Ergebnis vor Steuern 18.054 40.016
Steuern 20.244 -7.792
Ergebnis nach Steuern 38.298 32.224

Das Finanzergebnis der Wienerberger AG setzt sich, wie für Holdinggesellschaften typisch, vorwiegend aus Beteiligungserträgen, etwaigen Bewertungseffekten aus Beteiligungen und dem Zinsergebnis zusammen. Im Jahr 2017 beliefen sich die Beteiligungserträge auf 119,5 Mio. €, und die Abschreibungen auf Beteiligungen betrugen 92,9 Mio. €. Der Nettozinsaufwand der Wienerberger AG sank im Berichtsjahr so wie bereits im Jahr 2016 aufgrund gesunkener externer Zinsaufwendungen sowie niedrigerer Aufwendungen aus dem internen Cash Pooling auf 47,7 Mio. €.

Im Berichtsjahr betrug der Ertrag aus der Umlage der Steuergruppe inklusive Korrekturen der Vorjahre 7,0 Mio. €. Im Vorjahr 2016 stand ein Steueraufwand durch die laufenden und korrigierten Umlagen aus Vorjahren der Steuergruppe in Österreich von 9,4 Mio. € zu Buche. Das Ergebnis nach Steuern belief sich im Berichtsjahr somit auf 38,3 Mio. € (Vorjahr: 32,2 Mio. €).

Bilanzentwicklung 2017 2016 Veränderung
in TEUR in TEUR in TEUR
Immaterielles Anlagevermögen 5.117 4.355 762
Sachanlagen 11.731 22.149 -10.419
Finanzanlagen 3.619.925 3.463.647 156.278
Vorräte 7.509 5.728 1.781
Forderungen und sonstiges Umlaufvermögen 239.054 328.201 -89.148
Kassa und Bankguthaben 47 42 5
Bilanzsumme 3.883.381 3.824.123 59.259
Eigenkapital 2.334.056 2.327.337 6.719
Rückstellungen 46.713 46.696 17
Verbindlichkeiten 1.502.612 1.450.090 52.522

Im Jahr 2017 stieg die Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr um 1,5% auf 3.883,4 Mio. € (Vorjahr: 3.824,1 Mio. €). Der Anstieg der Bilanzsumme resultiert in erster Linie aus gestiegenen Finanzanlagen. Die Bilanzstruktur der Wienerberger AG ist, charakteristisch für eine Konzernmutter, durch einen hohen Anteil des Finanzanlagevermögens am Gesamtvermögen und durch langfristige Finanzierungskomponenten sowohl aus Eigen- als auch aus Fremdmitteln geprägt.

Der Erhöhung des Finanzanlagevermögens um 156,3 Mio. € auf 3.619,9 Mio. € begründet sich durch Zuschüsse an Beteiligungen, sowie aufgrund von Erhöhung langfristiger finanzieller konzerninterner Forderungen. Das Sachanlagevermögen und das immaterielle Anlagevermögen betragen in Summe weiterhin weniger als 1% des Gesamtvermögens. Die Forderungen und das sonstige Umlaufvermögen verminderten sich hauptsächlich durch den

Rückgang konzerninterner finanzieller Forderungen auf 239,1 Mio. € (Vorjahr: 328,2 Mio. €).

Die liquiden Mittel, bestehend aus Kassa und Bankguthaben, erhöhten sich um 5 TEUR auf 47 TEUR.

Das Eigenkapital ist im Jahr 2017 aufgrund des gestiegenen Bilanzgewinns um insgesamt 6,7 Mio. € gestiegen. Das stabile Eigenkapital hatte somit bei einer höheren Bilanzsumme zur Folge, dass die Eigenkapitalquote von 61% auf 60% sank. Die eigenen Anteile betrugen im Jahr 2017 570.289 Stück mit einem Nennbetrag von 570.289 €, was einem Anteil von 0,5% am Grundkapital entspricht. Im Jahr 2017 wurden keine eigenen Anteile erworben.

Die Rückstellungen stiegen im Jahr 2017 um 17 TEUR auf 46,7 Mio. €. Die Verbindlichkeiten erhöhten sich im Berichtsjahr, einerseits aufgrund höherer konzerninterner Verbindlichkeiten um 94,9 Mio. € im Wesentlichen gegenüber der Wienerberger Finanz Service GmbH, andererseits verminderten sich die Finanzverbindlichkeiten um 28,0 Mio €, die Verbindlichkeiten Lieferungen und Leist-ungen, sowie die sonstigen Verbindlichkeiten um 14,4 Mio €.

Informationen gemäß § 243a Unternehmensgesetzbuch

Gemäß § 243a UGB sind die folgenden Erläuterung anzugeben:

  • (1) Das Grundkapital der Wienerberger AG zum 31.12.2017 beträgt 117.526.764 EUR und verteilt sich auf 117.526.764 nennwertlose Stückaktien, denen alle die gleichen Rechte zukommen.
  • (2) Soweit dem Vorstand der Wienerberger AG bekannt, existieren keine Beschränkungen, die die Stimmrechte oder Übertragung von Aktien betreffen.
  • (3) Der Aktienbesitz verteilt sich auf österreichische und internationale Investoren, kein Aktionär hält mehr als 10% der Anteile an der Wienerberger AG. Im Rahmen der Meldungspflicht bezüglich bedeutender Beteiligungen gemäß § 91 Börsegesetz haben wir folgende Meldungen erhalten: Mehr als 5% der Wienerberger Aktien halten seit 27. März 2017 FMR LLC (Fidelity) mit Sitz in den USA, seit 20. November 2017 Black Creek Investment Management Inc. mit Sitz in Kanada und seit 25. Jänner 2018 die Teachers Insurance and Annuity Association mit Sitz in den USA. Es liegen keine Meldungen zu Beteiligungen über 4% vor. Der Bestand eigener Anteile belief sich per Ultimo 2017 auf 570.289 Stück oder 0,5% der begebenen Aktien.
  • (4) Es existieren keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten.
  • (5) Arbeitnehmer, die Aktionäre der Wienerberger AG sind, üben ihr Stimmrecht unmittelbar und ohne Stimmrechtskontrolle aus.
  • (6) Der Vorstand besteht zum Bilanzstichtag aus zwei Personen. Als Mitglieder des Vorstands sollen nur Personen bestellt werden, die zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens ihrer Bestellung oder ihrer Wiederbestellung das 65. Lebensjahr nicht vollendet haben. Der Aufsichtsrat besteht aus mindestens drei und höchstens zehn von der Hauptversammlung gewählten Mitgliedern. Die Aufsichtsratsmitglieder werden, falls sie nicht für eine kürzere Funktionsperiode gewählt werden, für die Zeit bis zur Beendigung der Hauptversammlung gewählt, die über die Entlastung für das dritte Geschäftsjahr nach der

Wahl beschließt. Hierbei wird das Geschäftsjahr, in dem gewählt wird, nicht mitgerechnet.

  • (7) Der Vorstand wurde in der 148. ordentlichen Hauptversammlung der Wienerberger AG am 19. Mai 2017 ermächtigt, gem. § 65 Abs.1 Z4 AktG für einen Zeitraum von 30 Monaten ab dem Tag dieser Beschlussfassung eigene Aktien im Ausmaß von 2% des Grundkapitals
  • I. zum Zweck der direkten, unentgeltlichen oder verbilligten Übertragung dieser Aktien an Mitarbeiter im Wienerberger-Konzern und/oder
  • II. zum Zweck der unentgeltlichen oder verbilligten Übertragung dieser Aktien an eine Mitarbeiterbeteiligungsfonds nach in- oder ausländischem Recht, insbesondere an eine solchen, der ausschließlich Aktien der Wienerberger AG hält und dessen Anteilseigner Mitarbeiter im Wienerberger-Konzern sind und/oder
  • III. zum Zweck der unentgeltlichen oder verbilligten Übertragung dieser Aktien an eine Belegschaftsbeteiligungsstiftung, deren Begünstigte Mitarbeiter im Wienerberger-Konzern sind

zu erwerben.

(8) Der Vorstand wurde in der 147. ordentlichen Hauptversammlung der Wienerberger AG am 12. Mai 2016 ermächtigt, im gesetzlich jeweils höchstzulässigen Ausmaß eigene Stückaktien während der Geltungsdauer von 30 Monaten ab dem Tag der Beschlussfassung zu erwerben, höchstens zum Zweifachen des Börsenkurses vom 12. Mai 2016 und mindestens zum Rechenwert von einem Euro pro Aktie, und rückgekaufte Aktien ohne weitere Beschlussfassung der Hauptversammlung entweder einzuziehen oder wieder zu verkaufen sowie eigene Aktien auf eine andere Weise als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern. Diese Ermächtigung ersetzte die in der Hauptversammlung vom 16. Mai 2014 beschlossene Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien.

  • (9) Darüber hinaus wurde in der 145. ordentlichen Hauptversammlung der Wienerberger AG am 16. Mai 2014 ein genehmigtes Kapital im Ausmaß von 15% des Grundkapitals beschlossen. Hierbei handelt es sich um die Ermächtigung zur Durchführung einer Kapitalerhöhung gegen Baroder Sacheinlage. Der Vorstand wurde damit wie bereits in der Vergangenheit ermächtigt, innerhalb von fünf Jahren, d.h. bis zum 26. Juni 2019, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft gegen Bar- oder Sacheinlage zu erhöhen. Das Grundkapital kann um maximal 17.629.014 EUR durch Ausgabe von bis zu 17.629.014 neuen, auf Inhaber oder Namen lautende Stückaktien erhöht werden. Eine Durchführung kann gegebenenfalls in mehreren Tranchen erfolgen. Die Art der Aktien, der Ausgabekurs und die Ausgabebedingungen sind vom Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats festzulegen. Grundsätzlich haben die Aktionäre das gesetzliche Bezugsrecht.
  • (10)Der Vorstand wurde jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre in zwei besonderen Fällen auszuschließen. Erstens für eine Kapitalerhöhung im Falle einer Sacheinlage zur Gewährung von Aktien zum Zweck des Erwerbes von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen sowie zweitens bei Mehrzuteilungsoptionen im Rahmen der Platzierung neuer Aktien der Gesellschaft (Greenshoe).
  • (11)Die Vorstandsverträge, Vereinbarungen zu den Unternehmensanleihen 2011 und 2013, zu den Hybridanleihen 2007 und 2014 sowie die Verträge verschiedener syndizierter Kredite und Darlehen enthalten Regelungen, die bei einem Kontrollwechsel in der Gesellschaft infolge eines Übernahmeangebots wirksam werden ("Change of Control"-Klauseln).
  • (12)Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstandsmitgliedern infolge eines Kontrollwechsels werden wirksam, sobald ein Eigentümer in Folge des Überschreitens einer Beteiligungsschwelle von 20% ein verpflichtendes Übernahmeangebot legen muss. Die vertraglichen Regelungen sehen vor, dass in diesem Fall

die Gesamtleistungen, abhängig von der Restlaufzeit des Vorstandsmandats, drei Jahresbezüge nicht überschreiten.

Risikomanagement

Unsere internationale Geschäftstätigkeit bringt nicht nur Chancen, sondern auch Risiken mit sich. Um diesen entgegenzuwirken, streben wir danach, Risiken frühzeitig zu erkennen, ihnen durch geeignete Maßnahmen zu begegnen und Zielabweichungen so gering wie möglich zu halten. Dazu ist die Identifizierung, Analyse, Bewertung, Steuerung und Überwachung der Risiken durch die zuständigen Risikoeigner erforderlich. Zu diesem Zweck werden regelmäßig Befragungen zur Aktualisierung bestehender und Identifizierung neuer Risiken mit dem Vorstand sowie den Business Unit Managern und den Verantwortlichen der Corporate Functions durchgeführt. Anschließend werden die erhobenen Risiken in strategische oder operative Themengebiete entlang der gesamten Wertschöpfungskette eingeteilt und die einzelnen Risiken den Risikoeignern zugeteilt. Die Risikobewertung wird anhand von Eintrittswahrscheinlichkeit und möglichen Free Cashflow Auswirkungen für einen mittelfristigen Horizont von fünf Jahren und für einen langfristigen Zeitraum von 6 - 10 Jahren durchgeführt. Zu den Hauptrisiken des Wienerberger Konzerns zählen neben strategischen Risiken: Beschaffungs-, Produktions-, Markt- und Preisrisiken sowie finanzielle und rechtliche Risiken.

Die wichtigsten Instrumente zur Risikoüberwachung und -steuerung sind der Planungs- und Controllingprozess, konzernweite Richtlinien, die laufende Berichterstattung finanzieller und nicht finanzieller Kennzahlen sowie das Interne Kontrollsystem. Maßgeblich für die Risikobetrachtung und die Entwicklung von Maßnahmen zur Risikovermeidung und -bewältigung sind die Unterscheidung zwischen operativen und strategischen Risiken und die Berücksichtigung der dezentralen Organisationstruktur. Bei der Mehrzahl der identifizierten Risiken handelt es sich um Risiken, die im Rahmen etablierter interner Prozesse zur Unternehmenssteuerung erfasst und überwacht werden. Insbesondere werden in den lokalen Gesellschaften Risiken bewusst nur im operativen Geschäft eingegangen und von den zuständigen Risikoeignern innerhalb der Business Units im Verhältnis zum möglichen Gewinn analysiert. Das Eingehen von Risiken außerhalb des operativen Geschäfts ist unzulässig. Ergänzend dazu werden Risiken, die unter anderem im Rahmen der Konzernfinanzierung, im IT- oder im Compliance-Bereich anfallen, nicht nur von den Business Units, sondern auch von der Holding zentral gesteuert, überwacht und abgefedert. Eine weitere Gruppe stellen wesentliche Risiken mit einer niedrigen Eintrittswahrscheinlichkeit dar, die laufend beobachtet und bewertet werden und auf die im Bedarfsfall zeitnah mit der Umsetzung vordefinierter Maßnahmen reagiert wird.

Der Konzernabschlussprüfer beurteilt jährlich die Funktionsfähigkeit des Wienerberger Risikomanagements und berichtet darüber an Aufsichtsrat und Vorstand. Die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements wurde vom Konzernabschlussprüfer 2017 kontrolliert und bestätigt. Darüber hinaus unterliegen die Kontrollsysteme einzelner Unternehmensbereiche ebenfalls den Prüfungshandlungen des Wirtschaftsprüfers bei der Jahresabschlussprüfung.

Internes Kontrollsystem

Im Rahmen des Risikomanagements kommt dem Internen Kontrollsystem (IKS) der Wienerberger AG eine besondere Rolle zu. Das IKS basiert auf den Maßstäben des international bewährten Regelwerks für interne Kontrollsysteme (COSO) und bietet dem Management ein umfassendes Instrument, um Unsicherheiten und Risiken aus sämtlichen Geschäftsaktivitäten zu analysieren bzw. zu vermeiden. Der dezentralen Struktur von Wienerberger entsprechend liegt die Verantwortung für die Implementierung des IKS beim jeweils zuständigen lokalen Management. Die als Stabstelle des Gesamtvorstandes geführte Interne Revision übernimmt dabei die Kommunikations- und Überwachungsfunktion.

Das IKS besteht aus systematisch gestalteten Maßnahmen und Prozessen, die sich in folgende Teilbereiche gliedern:

Das Kontrollumfeld des IKS bildet die Basis für konzernweite Standardisierungs- und Vereinheitlichungsprozesse. So legt der Vorstand im Rahmen der Rechnungslegung konzerneinheitliche und verbindliche Regelungen für die Erstellung von Jahresabschlüssen und Zwischenabschlüssen mittels einer Konzernrichtlinie fest. Die Erfassung der Geschäftsfälle erfolgt mittels standardisierter Prozesse, wobei ein einheitlicher Konzernkontenplan zur Anwendung kommt. Der Wienerberger Konzernabschluss sowie Zwischenabschlüsse werden in Übereinstimmung mit den IFRS im Wege eines Fast Close erstellt. Die Abschlüsse aller Tochterunternehmen werden in einem zweistufigen Verfahren von den Finanz- und Controllingabteilungen der Business Units sowie der Abteilung Corporate Reporting geprüft, konsolidiert und schließlich vom Vorstand der Wienerberger AG zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben.

Im Zuge der Kontrollaktivitäten findet jährlich ein Planungsprozess statt, der als integrierte Planung in einem Bottom-up Verfahren ausgestaltet ist. Gegenstand der Planung ist die Budgetierung von Gewinn- und Verlust, Bilanz und Cashflows des folgenden Geschäftsjahres sowie die Mittelfristplanung über einen Horizont von vier

Jahren. Ein wesentliches Element des internen Kontrollund Risikomanagementsystems ist der monatliche Vergleich der Ist-Ergebnisse mit den periodisierten Planzahlen. Ergänzend dazu wird drei Mal jährlich von allen Tochterunternehmen eine Hochrechnung auf das erwartete Jahresergebnis vorgenommen. Ein weiteres Kontrollinstrument wurde mit der Einrichtung des ERP Audit Cockpits eingeführt. Dabei handelt es sich um ein konzernintegriertes Software Tool zur Unterstützung des lokalen Managements bei der Durchführung, Dokumentation und Überwachung von Kontrollmaßnahmen zu im ERP System identifizierten Funktionstrennungskonflikten. Voraussetzung dafür ist das ERP Berechtigungskonzept, durch das Berechtigungskonflikte vermieden und klare Aufgaben- und Verantwortungsbereiche definiert werden.

Zur Risikobeurteilung und in Vorbereitung auf die internen Prüfungshandlungen wird gemeinsam mit dem Vorstand und dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats ein unter Risikogesichtspunkten abgestimmter Revisionsplan jährlich entwickelt. Darauf aufbauend prüft die Interne Revision in regelmäßigen Abständen von längstens drei Jahren jede Konzerngesellschaft auf die Einhaltung des IKS sowie operative Prozesse auf Risikoneigung und

Effizienzverbesserungsmöglichkeiten. Zudem überwacht die Interne Revision die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und interner Richtlinien und ist somit zentrales Überwachungsorgan des Internen Kontrollsystems. Des Weiteren führt die Interne Revision auf Veranlassung des Managements Ad-hoc-Prüfungen durch.

Anschließend werden die Ergebnisse sowie die sich daraus ableitenden Empfehlungen und Maßnahmen in einem Prüfbericht erfasst und dem lokalen Management, dem Business Unit Management, dem Konzernvorstand und dem Abschlussprüfer übermittelt. Im Rahmen der sonstigen Informations- und Kommunikationspflichten des IKS berichten die Interne Revision und das Corporate Reporting regelmäßig dem Prüfungsausschuss über wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsverfahren, Auswirkungen von IFRS-Neuerungen auf den Konzernabschluss, wesentliche Änderungen im Rechnungslegungsprozess und über Erkenntnisse aus dem Risikomanagement. Darüber hinaus wird dieser regelmäßig über getroffene Prüfungsfeststellungen, relevante Umsetzungsaktivitäten sowie Verbesserungsmaßnahmen für im IKS identifizierte Schwachstellen informiert.

Der Konzernabschlussprüfer beurteilt jährlich die Funktionsfähigkeit des Wienerberger Risikomanagements und berichtet darüber an Aufsichtsrat und Vorstand. Die Funktionalität des Risikomanagements wurde vom Konzernabschlussprüfer 2017 kontrolliert und bestätigt. Darüber hinaus unterliegen die Kontrollsysteme einzelner Unternehmensbereiche ebenfalls den Prüfungshandlungen des Abschlussprüfers bei der Jahresabschlussprüfung.

Finanzinstrumente

Die Verwendung von Finanzinstrumenten ist im Anhang zum Einzelabschluss der Wienerberger AG dargestellt.

Forschung und Entwicklung

Forschung und Entwicklung (F&E) zählen zu den strategischen Schwerpunkten von Wienerberger und werden zentral gesteuert, aber großteils dezentral umgesetzt. Zu den Kernzielen der F&E zählen die Optimierung von Produktionsprozessen sowie die stetige Weiterentwicklung und Verbesserung von Produkten und Systemlösungen in allen Anwendungsbereichen – von nachhaltigen und energieeffizienten Gebäuden über funktionale Lösungen für die Gestaltung von Plätzen, Wegen und Straßen, bis hin zu sicheren Versorgungs- und Kanalsystemen. Ziel von Wienerberger ist es, durch Kosten- und Technologieführerschaft sowie durch Produktinnovationen Marktpositionen weiter auszubauen und unsere Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Um dieses Ziel zu erreichen, ist die Digitalisierung von Prozessen in allen Unternehmensbereichen sowie die schrittweise Einführung von Industrie 4.0 im Bereich der Produktion die logische Konsequenz. Im Rahmen von F&E-Projekten testen wir neue digitale Technologien auf ihre Praxistauglichkeit und ihren Mehrwert. Der Fokus liegt dabei auf virtueller Assistenz und selbstlernenden Systemen im Bereich der Instandhaltung von Maschinen und Anlagen.

Um für Projekte und Ideen mit einem Fokus auf Innovation, Industrie 4.0 und Digitalisierung optimale Rahmenbedingungen außerhalb der bestehenden Strukturen zu schaffen, haben wir das L.A.B. (Learn-Act-Build) eingerichtet. Dieses bietet nicht nur intern Raum für neue Entwicklungen, sondern fungiert auch als Schnittstelle für Kooperationen mit externen Partnern.

Für Produktentwicklungen verfügt Wienerberger über mehrere Forschungszentren in Europa, die auf verschiedene Produktgruppen spezialisiert sind. Unsere Experten aus dem Produktmanagement arbeiten sehr eng mit den Marketing- und Vertriebsabteilungen der verschiedenen Bereiche zusammen, um neue Entwicklungen entsprechend auf die Bedürfnisse unserer Kunden auszurichten. Die länderübergreifende Einführung von neuen Produkten wird zentral gesteuert und unsere Spezialisten vor Ort überwachen die Anpassung dieser Produkte auf Gegebenheiten des jeweiligen Marktes. Erfolgreiche Entwicklungen können auf diese Weise rasch und effizient in der gesamten Gruppe ausgerollt werden.

In unseren Aktivitäten mit keramischen Produkten arbeiten wir laufend an der Verbesserung von Produktionsprozessen. In der energieintensiven keramischen Produktion beschäftigen sich unsere Ingenieure vor allem mit der Reduktion des Energieeinsatzes im Trocknungs- und Brennprozess. Neben der Entwicklung von Lösungen in unseren internen Forschungseinrichtungen arbeiten wir zu diesem Zweck sehr konstruktiv mit externen Instituten zusammen. Forschungsschwerpunkte betreffen zudem den schonenden Umgang mit allen Ressourcen in der Produktion und die verantwortungsvolle Rohstoffaufbereitung. Zentrales Aufgabengebiet in der Produktentwicklung ist die Optimierung von bautechnischen Produkteigenschaften im Hinblick auf Brand-, Schall- und Wärmeschutz sowie Statik, um den stetig steigenden Anforderungen im Baubereich gerecht zu werden.

Im Rohrsegment stehen neben der Optimierung von Prozessabläufen in der Produktion vor allem Einsparungen im Rohstoffverbrauch durch die Reduktion des Produktgewichtes und den erhöhten Einsatz von Recyclingmaterialien im Mittelpunkt der Forschungsaktivitäten. Ein Schwerpunkt in der Produktentwicklung ist die Erweiterung von bestehenden und neuen Produkten um smarte bzw. digitale Funktionalitäten. Unser Ziel ist die Entwicklung von Lösungen, die eine schonende, schnelle und einfache Verarbeitung der Produkte auf der Baustelle ermöglichen und die darüber hinaus dem Kunden in der Nutzungsphase einen Mehrwert bieten.

Bei Flächenbefestigungen aus Beton arbeiten wir an der Verbesserung der Rohstoffmischungen sowie an der Optimierung unserer Produktions- und Veredelungsprozesse und nützen Neuerungen im Bereich der Werkstoffinnovationen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von neuen Oberflächendesigns und innovativen Produktlösungen für eine hochwertige Freiraumgestaltung.

Nachhaltigkeit, Umwelt- und Arbeitnehmerbelange

Verantwortungsbewusstes unternehmerisches Handeln ist einer der zentralen Werte unserer Unternehmenskultur. Unser verbindliches Nachhaltigkeitsprogramm ist integraler Bestandteil der Konzernstrategie und umfasst alle Wertschöpfungsstufen des Unternehmens. Um eine einheitliche Vorgehensweise und die effiziente Umsetzung der gesetzten Maßnahmen und Ziele sicherzustellen, haben wir in der gesamtem Gruppe feste Strukturen und Zuständigkeiten für das Nachhaltigkeitsmanagement verankert.

Für die Wienerberger Nachhaltigkeitsstrategie und die Festlegung der Ziele, Fristen und Maßnahmen des Nachhaltigkeitsprogrammes ist ein Sustainability Steering Committee (SSC) zuständig, das sich aus dem erweiterten Vorstand der Wienerberger Gruppe zusammensetzt (CEO und CFO der Wienerberger Gruppe, CEOs der Business Units) und als oberstes Steuergremium fungiert. Als internationale Koordinationsstelle wurde die Stabstelle Sustainability Management unter der Leitung des Corporate Sustainability Officers (CSO) eingeführt. Dieser übernimmt die gruppenweite Koordination des Nachhaltigkeitsmanagements und berichtet direkt an den Vorstandsvorsitzenden der Wienerberger AG. Die CEOs der Business Units sind für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele in ihren Business Units verantwortlich. Sie werden darin von Nachhaltigkeitsbeauftragten unterstützt, die zum Fortschritt der Entwicklung mit dem CSO in laufendem Austausch stehen. Dadurch wird der Verantwortungs- und Einflussbereich bei der Integration unserer Nachhaltigkeitsstrategie in den jeweiligen Business Units verstärkt.

Mit dem Sustainability Group Reporting (SGR) ist ein zentrales Datenmanagement etabliert, das für die Konsolidierung aller Nachhaltigkeitskennzahlen verantwortlich ist. Diese dienen als Basis für strategische Entscheidungen in den Business Units und auf Gruppenebene.

Der Nachhaltigkeitsbericht der Wienerberger Gruppe stellt unser Bekenntnis zur nachhaltigen Entwicklung auf eine verbindliche Ebene. So erfüllen alle Wienerberger Nachhaltigkeitsberichte den Standard der Global Reporting Initiative (GRI). Der Fokus der Berichte liegt auf ökologischen und sozialen Aspekten unserer Tätigkeiten sowie auf zukünftigen Maßnahmen in den Bereichen Mitarbeiter, Produktion, Produkte und gesellschaftliche Verantwortung. Zusammen mit dem Nachhaltigkeitsprogramm stellt der Nachhaltigkeitsbericht ein wichtiges Steuerungsinstrument für Wienerberger dar, um langfristige Ziele zu erreichen.

Die aktuellen Richtlinien nach GRI G4 Core verlangen, dass die berichtenden Unternehmen ihre Berichterstattung verstärkt auf jene Themen ausrichten, die für sie und auch für ihre Stakeholder von wesentlicher Bedeutung sind. In diesem Zusammenhang wurde bereits 2014 eine umfassende interne und externe Stakeholder-Befragung mithilfe unabhängiger Experten durchgeführt und eine Wesentlichkeitsanalyse erstellt. Diese beleuchtete mögliche ökologische, soziale und ethische Auswirkungen unserer unternehmerischen Tätigkeit entlang der Wertschöpfungskette sowie deren Relevanz und stellt die Grundlage für unser Nachhaltigkeitsprogramm – die Wienerberger Sustainability Roadmap 2020 – dar.

Ausblick

Marktausblick

In der Division Clay Building Materials Europe wird die Wohnbauaktivität in der Mehrzahl unserer osteuropäischen Märkte weiter ansteigen. Gleichzeitig rechnen wir in Westeuropa unverändert mit regional unterschiedlichen Trends im Wohnungsneubau und einer stabilen Entwicklung des Renovierungssegments. In Summe wird der europäische Wohnbaumarkt leicht wachsen.

In der Division Pipes & Pavers Europe wird eine steigende Anzahl an osteuropäischen Märkten vom zunehmenden Abruf von EU-Fördermitteln für Infrastrukturprojekte profitieren. Darüber hinaus hat in diesem Geschäftsbereich die sehr positive gesamtwirtschaftliche Entwicklung der Region eine steigende Investitionsneigung privater Haushalte zur Folge. In Westeuropa erwarten wir eine weiterhin gesunde Entwicklung unserer Kernmärkte. Zudem konnten wir im internationalen Projektgeschäft bereits zu Jahresbeginn Aufträge gewinnen, die unmittelbar einen Ergebnisbeitrag leisten werden. Die Rohstoffkosten werden auf einem hohen Niveau bleiben und Schwankungen unterliegen. Darum ist es für uns wesentlich, die erwartete Kostenentwicklung erfolgreich in unserer Preisgestaltung zu reflektieren.

In der Division North America gehen wir in den USA von einem weiteren Anstieg des Wohnbaus sowie von Zuwächsen in unserem Rohrgeschäft aus. In Kanada erwarten wir eine unverändert starke Nachfrage im ersten Halbjahr und rechnen danach mit zunehmenden Auswirkungen der politischen Eingriffe in den Immobilienmarkt.

Ziele

In Summe gehen wir davon aus, dass wir das Marktwachstum nutzen werden, um das Konzern-EBITDA auf 450 bis 470 Mio. € zu steigern. Diese Zielsetzung berücksichtigt eine Steigerung des Absatzes, eine Verbesserung der Durchschnittspreise über die Gruppe und positive Effekte aus Optimierungsmaßnahmen sowie aus Anpassungen unserer Strukturen. Ebenso darin enthalten sind die Ergebnisbeiträge der im letzten Jahr angekündigten und erfolgreich abgeschlossenen Übernahmen. Demgegenüber schließt unsere Zielsetzung Beiträge aus dem Verkauf von nicht betriebsnotwendigem Vermögen, Währungseffekte und Kosten für Strukturanpassungen nicht mit ein.

Aus den in Umsetzung befindlichen Maßnahmen zur Neuausrichtung und Optimierung unserer Kostenstrukturen im französischen Kunststoffrohrgeschäft, im Ziegelgeschäft in Deutschland und Österreich sowie im keramischen Rohrgeschäft realisieren wir bis Ende 2019 Einsparungen in Höhe von 15 Mio. €. Die mit diesen Maßnahmen verbundenen Kosten werden das Ergebnis 2018 mit 30 Mio. € belasten.

Für Investitionen werden im Jahr 2018 mindestens 360 Mio. € abfließen. Wir planen Normalinvestitionen in Höhe von rund 160 Mio. € und erwarten Wachstumsinvestitionen von mindestens 200 Mio. €. Letztere umfassen insbesondere wertschaffende Übernahmen. Aus diesem Grund prüfen wir aktuell eine vielversprechende Pipeline möglicher Übernahmeziele auf deren Ergebnis-, Cashflow- und Synergiepotenzial sowie auf strategische Entwicklungsmöglichkeiten. Darüber hinaus wurden im Jahr 2018 bereits die Minderheitenanteile in unserem osteuropäischen Dachziegelgeschäft erworben und Zahlungen infolge des erfolgreichen Abschlusses von Übernahmen getätigt, die im Vorjahr angekündigt worden waren.

Wien, am 13. März 2018

Der Vorstand

Heimo Scheuch Willy Van Riet Vorsitzender des Vorstands Mitglied des Vorstands,

verantwortlich für den Bereich Finanzen

Raum für Notizen (absichtliche Leerseite).

Jahresabschluss Wienerberger AG

Bilanz

AKTIVA 31.12.2017 31.12.2016
in EUR in TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Vorteile sowie daraus
abgeleitete Lizenzen
5.116.955 4.345
2. Geleistete Anzahlungen 0 10
5.116.955 4.355
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, einschließlich der Bauten auf
fremdem Grund
447.414 462
2. Unbebaute Grundstücke 8.414.736 19.007
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.868.303 2.680
11.730.453 22.149
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2.733.814.029 2.716.585
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 874.653.204 735.853
3. Beteiligungen 6.439.623 6.440
4. Wertpapiere und Wertrechte des Anlagevermögens 5.018.003 4.770
3.619.924.858 3.463.647
3.636.772.265 3.490.151
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Fertige Erzeugnisse und Waren 7.508.499 5.728
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 581.386 0
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: EUR 62.556; Vorjahr: TEUR 0
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 205.834.869 322.589
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: EUR 8.197.112; Vorjahr: TEUR 45.697
3. Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 17.662.179 2.123
224.078.434 324.713
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 46.988 42
231.633.921 330.483
C. Rechnungsabgrenzungsposten 1.725.064 3.489
D. Aktive latente Steuern 13.250.000 0
3.883.381.250 3.824.123
PASSIVA 31.12.2017 31.12.2016
in EUR in TEUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes, eingefordertes und einbezahltes Grundkapital 117.526.764 117.527
Eigene Anteile -570.289 -570
116.956.475 116.956
II. Kapitalrücklagen
1. Gebundene 1.675.118.239 1.675.118
III. Gewinnrücklagen
1. Andere Rücklagen (freie Rücklagen) 502.916.485 502.916
IV. Bilanzgewinn 39.065.081 32.346
davon Gewinnvortrag: EUR 767.280; Vorjahr: TEUR 122
2.334.056.281 2.327.337
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Abfertigungen 8.150.475 6.467
2. Rückstellungen für Pensionen 17.456.168 18.369
3. Steuerrückstellungen 2.514 95
4. Sonstige Rückstellungen 21.104.000 21.764
46.713.157 46.696
C. Verbindlichkeiten
1. Anleihen 672.188.000 894.000
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 100.000.000; Vorjahr: TEUR 221.812
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: EUR 572.188.000; Vorjahr: TEUR 672.188
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 283.784.093 90.012
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 97.498.378 Vorjahr: TEUR 7.941
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: EUR 186.285.714 Vorjahr: TEUR 82.071
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.887.534 2.669
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 1.733.755; Vorjahr: TEUR 2.669
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: EUR 153.779; Vorjahr: TEUR 0
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 517.876.656 422.995
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 517.447.272,07; Vorjahr: EUR 422.493
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: EUR 429.384 Vorjahr: TEUR 502
5. Sonstige Verbindlichkeiten 26.875.530 40.414
davon aus Steuern: EUR 52.599,72; Vorjahr: TEUR 48
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 394.827,29; Vorjahr: TEUR 350
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 26.875.529,97; Vorjahr: TEUR 40.414
1.502.611.813 1.450.090
3.883.381.250 3.824.123

Gewinn- und Verlustrechnung

2017 2016
in EUR in TEUR
1. Umsatzerlöse 59.060.109 55.833
2. Andere aktivierte Eigenleistung 283.152 0
3. Sonstige betriebliche Erträge
a) Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen
mit Ausnahme der Finanzanlagen 3.109.131 72
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 272.480 168
c) Übrige 1.938.573 5.320.185 2.528 2.767
4. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen
a) Aufwendungen für bezogene Leistungen -10.927.048 -9.396
5. Personalaufwand
a) Gehälter -24.572.029 -20.683
b) Soziale Aufwendungen -7.351.620 -7.578
davon für Altersversorgung EUR 773.627; Vorjahr: TEUR 1.443
davon für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche
Mitarbeitervorsorgekassen EUR 1.904.399; Vorjahr: TEUR 1.479
davon für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben
sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge
EUR 4.288.052; Vorjahr: TEUR 4.336 -31.923.648 -28.261
6. Abschreibungen
a) auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens
und Sachanlagen -2.926.957 -2.310
davon außerplanmäßige Abschreibungen: EUR 510.047;
Vorjahr: TEUR 2
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen
a) Steuern, soweit sie nicht unter Steuern vom Einkommen fallen -124.079 -236
b) Übrige -21.512.210 -21.636.290 -23.775 -24.011
8. Zwischensumme aus Z 1. bis 7. (Betriebsergebnis) -2.750.497 -5.378
2017 2016
in EUR in TEUR
8. Zwischensumme aus Z 1. bis 7. (Betriebsergebnis) -2.750.497 -5.378
9. Erträge aus Beteiligungen
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 118.298.726 119.461.426 77.129
Vorjahr: TEUR 76.079
10. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des
Finanzanlagevermögens 32.879.862 36.066
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 32.799.142
Vorjahr: TEUR 35.982
11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 5.563.857 20.413
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 2.459.701
Vorjahr: TEUR 17.519
12. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu
Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlaufvermögens 3.548.683 2.200
13. Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus
Wertpapieren des Umlaufvermögens -92.944.160 -27.732
davon Abschreibungen EUR 92.868.280
Vorjahr TEUR 25.334
davon Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen
EUR 92.864.570; Vorjahr: TEUR 25.317
14. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -47.705.298 -62.683
davon betreffend verbundene Unternehmen:
EUR 6.300.809; Vorjahr: TEUR 5.978
15. Zwischensumme aus Z 9. bis 14. (Finanzergebnis) 20.804.370 45.394
16. Ergebnis vor Steuern 18.053.874 40.016
17. Steuern vom Einkommen (und vom Ertrag) 20.243.927 -7.792
davon latente Steuern: Ertrag EUR 13.250.000;
Vorjahr: Ertrag TEUR 1.656
davon Erträge aus Steuergutschriften und aus der Auflösung von nicht
bestimmungsgemäß verwendeten Steuerrückstellungen EUR 1.538.073;
Vorjahr: EUR 75.844
18. Jahresüberschuss 38.297.801 32.224
19. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 767.280 122
20. Bilanzgewinn 39.065.081 32.346

Anhang

Allgemeine Erläuterungen

Der vorliegende Jahresabschluss wurde aufgestellt nach den Vorschriften des österreichischen Unternehmensgesetzbuches (UGB) unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung und der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln. Die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt nach dem Gesamtkostenverfahren.

Die Wienerberger AG als börsennotierte Gesellschaft erstellt einen Konzernabschluss, in den sämtliche wesentlichen Tochtergesellschaften der Wienerberger AG einbezogen werden. Der Konzernabschluss wird beim Firmenbuchgericht Wien hinterlegt. Die Wienerberger AG ist im Sinne des § 221 UGB eine große Kapitalgesellschaft.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Allgemeine Grundsätze

Die angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden gehen von der Forführung des Unternehmens aus.

1. Anlagevermögen

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßig lineare Abschreibungen, angesetzt. Die Abschreibungssätze richten sich nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer der jeweiligen Anlagengruppen.

Über das Ausmaß der planmäßigen Abschreibung hinausgehende wesentliche und andauernde Wertminderungen werden durch außerplanmäßige Abschreibungen berücksichtigt. Die Abschreibungen auf Anlagenzugänge im ersten bzw. zweiten Halbjahr sind mit vollen bzw. halben Jahresraten angesetzt worden. Geringwertige Vermögensgegenstände werden im Jahr der Anschaffung aktiviert und voll abgeschrieben.

Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Bei nachhaltigen und wesentlichen Wertminderungen werden niedrigere Werte angesetzt. Den beizulegenden Wert ermitteln wir auf Basis einer Unternehmensbewertung. Als

verbundene Unternehmen werden alle Gesellschaften angesehen, die mittelbar oder unmittelbar im Mehrheitsbesitz oder unter der einheitlichen Leitung der Wienerberger AG stehen.

Wertpapiere des Anlagevermögens werden mit den Anschaffungskursen oder bei Vorliegen dauernder niedrigerer Börsenstichtagskurse mit diesen bewertet.

Ausleihungen an verbundene Unternehmen sind zum Nennbetrag bewertet, Ausleihungen in Fremdwährungen werden mit dem Anschaffungskurs bzw. dem niedrigeren Geldkurs am Bilanzstichtag oder gesichertem Kurs umgerechnet.

Zuschreibungen zu Vermögensgegenständen des Anlagevermögens nehmen wir dann vor, wenn die Gründe für die außerplanmäßige Abschreibung weggefallen sind. Die Zuschreibung erfolgt höchstens auf den Nettobuchwert, der sich unter Berücksichtigung der Normalabschreibungen, die inzwischen vorzunehmen gewesen wären, ergibt.

2. Umlaufvermögen

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Nennbetrag bewertet, erforderliche Wertberichtigungen werden vorgenommen. Fremdwährungsforderungen werden mit Anschaffungskursen bzw. dem niedrigeren Devisen-Geldkurs am Bilanzstichtag oder gesicherten Kursen umgerechnet. Für alle erkennbaren Risiken werden entsprechende Wertberichtigungen gebildet.

Emissionszertifikate werden zum Erwerbszeitpunkt mit den jeweiligen Anschaffungskosten aktiviert und in der Folge unter Beachtung des Anschaffungskostenprinzips bewertet.

Zuschreibungen zu Vermögensgegenständen des Umlaufvermögens nehmen wir vor, wenn die Gründe für die Abschreibung weggefallen sind.

3. Laufende und latente Ertragsteuern

Die Position der laufenden Ertragsteuern betrifft die auf das abgeschlossene Geschäftsjahr entfallende, auf Basis der steuerlichen Vorschriften ermittelte Körperschaftsteuer.

Die Wienerberger AG hat im Geschäftsjahr 2005 die Möglichkeit der Bildung einer "Unternehmensgruppe" gemäß § 9 KStG genutzt. Die Wienerberger AG ist Gruppenträgerin einer Gruppe von 16 (Vorjahr: 16) Gruppenmitgliedern. In die Gruppe wurden ausschließlich inländische, unmittelbare und mittelbare Tochtergesellschaften einbezogen.

Vom Gruppenträger werden die vom Gruppenmitglied verursachten Körperschaftssteuerbeträge mittels Belastungsmethode überrechnet. Im Verlustfall wird die Steuerumlage gutgeschrieben, bei zukünftigen Gewinnen des Gruppenmitglieds werden die Verluste mittels Verlustverrechnung verwendet.

Die steuerlichen Ergebnisse der Gruppenmitglieder werden dabei der Wienerberger AG zugerechnet, die die resultierende gruppenweite Körperschaftsteuer an die Abgabenbehörde leistet.

Für Unterschiede zwischen unternehmensrechtlichen und den steuerrechtlichen Wertansätzen bei Vermögensgegenständen, Rückstellungen, Verbindlichkeiten und

Rechnungsabgrenzungsposten, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, bilden wir in Höhe der sich insgesamt ergebenden Steuerbelastung eine Rückstellung für passive latente Steuern. Führen diese Unterschiede in Zukunft zu einer Steuerentlastung, setzen wir diese als aktive latente Steuern in der Bilanz an. Im Jahr 2017 bildeten wir erstmals eine aktive latente Steuer für steuerliche Verlustvorträge in Höhe von TEUR 13.250.

Die Bewertung der latenten Steuern erfolgt mit dem aktuellen Körperschaftsteuersatz von 25% ohne Berücksichtigung einer Abzinsung.

4. Rückstellungen

Die Rückstellungen für Abfertigungen und Jubiläumsgelder werden 2017 nach versicherungsmathematischen Grundsätzen nach dem laufenden Einmalprämienverfahren (Projected Unit Credit Methode) gemäß IAS 19 unter Zugrundelegung eines Pensionseintrittsalters von 65 (Männer) bzw. 65 (Frauen) Jahren und eines Rechnungszinssatzes von 1,06% (Vorjahr: 1,11%) bei der Berechnung der Abfertigungsrückstellung und 1,18% bei der Jubiläumsgeldrückstellung (Vorjahr 0,82%) berechnet. Es wird ein Gehaltstrend von 1,8% p.a. (Vorjahr 2% p.a.) für zukünftige Jahre und eine Fluktuation laut Tabelle in die Berechnung einbezogen.

Jährliche Fluktuation nach Dienstalter:

Dienstalter 2017 2016
0 bis 2 Jahre 9,50% 10,50%
3 bis 4 Jahre 15,00% 11,50%
5 bis 14 Jahre 7,00% 7,50%
15 bis 99 Jahre 4,00% 1,00%

Die Rückstellungen für laufende Pensionen und Anwartschaften auf Pensionen aufgrund von rechtsverbindlichen, individuellen Zusagen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen nach dem laufenden Einmalprämienverfahren (Projected Unit Credit Methode) gemäß IAS 19 unter Zugrundelegung eines Rechnungszinssatzes von 1,37 % (Vorjahr: 1,21 %) gebildet. Eine Erhöhung der liquiden Pensionen von 2,5 % p.a. für zukünftige Jahre

wird in die Berechnung einbezogen, es wird keine Fluktuation berücksichtigt.

Der Zinsaufwand für die Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellung wird im Finanzergebnis ausgewiesen.

Sonstige Rückstellungen werden nach dem Grundsatz der kaufmännischen Vorsicht in Höhe des voraussichtlichen Anfalls gebildet. Langfristige Rückstellungen mit einem erwarteten Zahlungszeitpunkt von mehr als einem Jahr nach dem Bilanzstichtag, werden entsprechend ihrer Laufzeit mit einem marktüblichen Zinssatz abgezinst.

5. Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten werden mit dem Rückzahlungsbetrag, dem Nennwert bzw. dem höheren zum Bilanzstichtag beizulegenden Wert angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit Anschaffungskursen bzw. mit dem höheren Devisen-Briefkurs am Bilanzstichtag angesetzt.

Erläuterungen zur Bilanz und Gewinnund Verlustrechnung

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist in einer getrennten Aufstellung (Anlage 1) dargestellt.

Die bebauten Grundstücke enthalten Grundwerte von 72 TEUR (Vorjahr: 72 TEUR).

Die Wertpapiere des Anlagevermögens sind Fondsanteile im Wert von 4.906 TEUR (Vorjahr: 4.634 TEUR). Das Deckungskapital aus Rückdeckungsversicherungen für Pensionsrückstellungen beträgt 112 TEUR (Vorjahr: 136 TEUR). Zum Bilanzstichtag 31.12.2017 gibt es Ausleihungen an die Wienerberger Finanz Service GmbH, Wien in Höhe von 106.312 TEUR (Vorjahr: 221.812 TEUR) mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Im Jänner 2017 wurde die Salzburger Ziegelwerk GmbH & Co KG , Oberndorf in die Wienerberger Ziegelindustrie GmbH, Hennersdorf fusioniert.

Mit Protokoll Nr. 16 der außerordentlichen Hauptversammlung der Gesellschafter vom 17. Juli 2017 wurde die Liquidation der Wienerberger Investitions- und Projektmanagement Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Moskau (Russland) beschlossen.

Mit Errichtungsvertrag vom 24. August 2017 wurde die Gesellschaft WB East European Holding B.V., Zaltbommel (Niederlande) gegründet, im Beschluss vom 31.12.2017 wurde eine Erhöhung des Stammkapitals beschlossen, mit gleichem Beschluss wurden die Beteiligungen Wienerberger zRt., Ungarn, Wienerberger cihlarsky prumysl, a.s., Tschechien, Cihelna Kinsky spol. s r.o., Tschechien, Wienerberger slovenske tehelne, spol. s r.o., Slowakei, Wienerberger Ilovac d.o.o. , Kroatien und WIENERBERGER Sisteme de Caramizi S.R.L., Rumänien der Wienerberger International N.V., Zaltbommel (Niederlande) auf die WB East European Holding B.V., Zaltbommel (Niederlande) abgespalten.

Die Wienerberger A/S, Helsinge (Dänemark) hat mit Beschluss vom 2. Oktober 2017 eine Kapitalerhöhung in Höhe von 10.078 TEUR erhalten, die Wienerberger GmbH, Hannover (Deutschland) erhielt mit Beschluss vom 14. Dezemeber 2017 eine Kapitalerhöhung in Höhe von 100.000 TEUR.

Die Anteile an der Wienerberger GmbH, Hannover (Deutschland), Wienerberger A/S, Helsinge (Dänemark), Wienerberger OY AB, Helsinki (Finland), Wienerberger AS, Aseri (Estland) und Wienerberger India Private Limited, Bangalore (Indien) wurden insgesamt um 92.860 TEUR wertberichtigt.

Beteiligungsgesellschaften der Wienerberger AG (ab 20%):

Beteiligungen für Anhang

Gesellschaft Sitz Anteil Währung Grund-
/Stammkapi
tal (in TLW)
Währung Eigenkapital
inkl. unverst.
Rückl. (in
TLW) 2017
Jahresüber
schuss/-fehlbetrag
(inTLW) 2017
Wienerberger International N.V. Zaltbommel 100,00 EUR 50 EUR 195.232 24.505
Wienerberger Finance Service B.V. Zaltbommel 100,00 EUR 18 EUR 4.498 14.917
WB East European Holding B.V. Zaltbommel 100,00 EUR 0 EUR 103.621 -1
Wienerberger NV Kortrijk 99,99 EUR 47.558 EUR 219.136 24.374
Wienerberger Asset Management NV Zonnebeke 99,96 EUR 13.235 EUR 21.032 272
WK Services NV Kortrijk 99,99 EUR 32.226 EUR 16.799 240
Wienerberger GmbH Hannover 100,00 EUR 9.500 EUR 141.907 -20.688
Steinzeug - Keramo GmbH Frechen 10,00 EUR 1.841 EUR 40.380 -7.867
Wienerberger Ziegelindustrie GmbH Hennersdorf 99,99 EUR 5.000 EUR 30.029 1.350
Wienerberger Anteilsverwaltung
GmbH
Wien 100,00 EUR 35 EUR 1.386.653 39.936
Semmelrock International GmbH Wien 100,00 EUR 3.000 EUR 101.053 3.118
Wienerberger S.p.A. Bubano di
Mordano
100,00 EUR 10.000 EUR 9.486 -1.325
Wienerberger A/S Helsinge 100,00 DKK 10.000 DKK 118.738 -27.039
Wienerberger OY AB Helsinki 100,00 EUR 1.000 EUR 9.023 246
Wienerberger AS Aseri 100,00 EUR 1.541 EUR -127 -601
OOO "Wienerberger Kirpitsch" Kiprevo 100,00 RUR 612.695 RUR 633.705 -119.502
OOO "Wienerberger Kurkachi" Kurkachi 100,00 RUR 650.036 RUR 656.840 -82.616
UAB Wienerberger Statybine Keramika
sp.Z.o.o.
Vilnius 100,00 LTL 10 EUR -238 -41
Wienerberger EOOD Sofia 100,00 BGN 12.500 BGN 25.066 10.676
General Shale Building Materials Inc. Johnson City 100,00 USD 1 USD -1.491 -133
Wienerberger India Private Limited Bangalore,
Karnataka
99,99 INR 934.167 INR 1.121.163 90.095

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen resultierten mit 106.980 TEUR (Vorjahr: 36.842 TEUR) überwiegend aus Verrechnungs- und Finanzierungsbeziehungen.

Die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände enthielten Erträge in Höhe von 16.697 TEUR (Vorjahr: 1.337 TEUR), die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.

Es bestanden Forderungen mit Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von 15 TEUR (Vorjahr: 53 TEUR).

Von den sonstigen Forderungen wurde der Bestand der CO2 Zertifikate in Höhe von 7.508 TEUR in die Vorräte umgegliedert, eben so das Vorjahr angepasst in Höhe von 5.728 TEUR.

3. Aktive latente Steuern

Zum Bilanzstichtag wurden folgende abzugsfähige temporäre Differenzen zwischen dem steuerlichen und unternehmensrechtlichen Wertansatz identifiziert:

Temporäre Differenzen:

31.12.2017 31.12.2016
in EUR in EUR
abzugsfähige offene Siebtel Gruppenträger WBI 107.323.723 59.524.707
Immaterielle Vermögensgegenstände 3.375.623 4.804.991
Sachanlagen 384.382 335.179
Anteile an verbundenen Unternehmen 0 7.068
Aktive Rechnungsabgrenzung 1.782.112 2.423.570
Unversteuerte Rücklagen -6.625.743 -6.625.743
Rückstellung für Abfertigungen 5.626.375 3.084.255
Rückstellung für Pensionen 8.444.513 9.268.516
Sonstige Rückstellungen 1.462.179 2.221.029
Saldierte Temporäre Differenzen 14.449.440 15.518.865
Betrag Gesamtdifferenzen 121.773.163 75.043.572
nicht angesetzte abzugsfähige temporäre Differenzen -14.449.440 -15.518.865
nicht angesetzte steuerliche Verlustvorträge -54.323.723 -59.524.707
Angesetzte temporäre Differenzen und Verlustvorträge 53.000.000 0
Daraus resultierende latente Steuern per 31.12. (25%) 13.250.000 0

4. Eigenkapital

Das Grundkapital der Wienerberger AG beträgt 117.526.764,00 EUR und ist in 117.526.764 nennwertlose Stückaktien zerlegt, alle Aktien sind voll einbezahlt.

Die eigenen Aktien wurden aufgrund der Änderung gemäß RÄG 2014 mit dem Nennbetrag vom Grundkapital abgesetzt.

In der 148. ordentlichen Hauptversammlung wurde beschlossen, vom Bilanzgewinn 2016 eine Dividende von 0,27 € je Stückaktie, sohin 31.732.226,28 EUR abzüglich eines anteiligen Betrages für die eigenen Anteile von 153.978,03 EUR, somit 31.578.248,25 EUR auszuschütten und den verbleibenden Betrag von 767.279,88 EUR auf neue Rechnung vorzutragen.

Der Vorstand wurde in der 148. ordentlichen Hauptversammlung der Wienerberger AG am 19. Mai 2017 ermächtigt, gem. § 65 Abs.1 Z4 AktG für einen Zeitraum

von 30 Monaten ab dem Tag dieser Beschlussfassung eigene Aktien im Ausmaß von 2% des Grundkapitals

  • I. zum Zweck der direkten, unentgeltlichen oder verbilligten Übertragung dieser Aktien an Mitarbeiter im Wienerberger-Konzern und/oder
  • II. zum Zweck der unentgeltlichen oder verbilligten Übertragung dieser Aktien an eine Mitarbeiterbeteiligungsfonds nach in- oder ausländischem Recht, insbesondere an eine solchen, der ausschließlich Aktien der Wienerberger AG hält und dessen Anteilseigner Mitarbeiter im Wienerberger-Konzern sind und/oder

III. zum Zweck der unentgeltlichen oder verbilligten Übertragung dieser Aktien an eine Belegschaftsbeteiligungsstiftung, deren Begünstigte Mitarbeiter im Wienerberger-Konzern sind

zu erwerben.

Der Vorstand wurde in der 147. ordentlichen Hauptversammlung der Wienerberger AG am 12. Mai 2016 ermächtigt, im gesetzlich jeweils höchstzulässigen Ausmaß eigene Stückaktien während der Geltungsdauer von 30 Monaten ab dem Tag der Beschlussfassung zu erwerben, höchstens zum Zweifachen des Börsenkurses (15,38 EUR) vom 12. Mai 2016, somit 30,76 EUR und mindestens zum Rechenwert von einem Euro pro Aktie, und rückgekaufte Aktien ohne weitere Beschlussfassung der Hauptversammlung entweder einzuziehen oder wieder zu verkaufen sowie eigene Aktien auf eine andere Weise als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern. Diese Ermächtigung ersetzte die in der Hauptversammlung vom 16. Mai 2014 beschlossene Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien.

Darüber hinaus wurde in der 145. ordentlichen Hauptversammlung der Wienerberger AG am 16. Mai 2014 ein genehmigtes Kapital im Ausmaß von 15% des Grundkapitals beschlossen. Hierbei handelt es sich um die Ermächtigung zur Durchführung einer Kapitalerhöhung gegen Bar- oder Sacheinlage. Der Vorstand wurde damit wie bereits in der Vergangenheit ermächtigt, innerhalb von fünf Jahren, d.h. bis zum 26. Juni 2019, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft gegen Bar- oder Sacheinlage zu erhöhen. Das Grundkapital kann um maximal 17.629.014 EUR durch Ausgabe von bis zu 17.629.014 neuer, auf Inhaber oder Namen lautender Stückaktien erhöht werden. Eine Durchführung kann gegebenenfalls in mehreren Tranchen erfolgen. Die Art der Aktien, der Ausgabekurs und die Ausgabebedingungen sind vom Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats festzulegen. Grundsätzlich haben die Aktionäre das gesetzliche Bezugsrecht. Der Vorstand wurde jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre in zwei besonderen Fällen auszuschließen. Erstens für eine Kapitalerhöhung im Falle einer Sacheinlage zur Gewährung von Aktien zum Zweck des Erwerbes von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen sowie zweitens bei Mehrzuteilungsoptionen im Rahmen der Platzierung neuer Aktien der Gesellschaft (Greenshoe).

5. Rückstellungen

Die Entwicklung der Rückstellungen ist in einer getrennten Aufstellung (Anlage 2) dargestellt.

Die sonstigen Rückstellungen von 21.104 TEUR (Vorjahr: 21.764 TEUR) enthielten Rückstellungen für nicht konsumierten Urlaub von 3.104 TEUR (Vorjahr: 2.405 TEUR) und Rückstellungen für variable Gehaltsbestandteile in Höhe von 10.755 TEUR (Vorjahr: 8.641 TEUR), die in der Folgeperiode ausbezahlt werden. Für das LTI-Programm 2017 wurde eine Rückstellung von 2.940 TEUR (Vorjahr: 2.208 TEUR) gebildet.

Die übrigen Rückstellungen enthielten eine Rückstellung von 4.808 TEUR (Vorjahr 8.251 TEUR) für derivative Finanzinstrumente mit negativen Marktwerten.

6. Derivative Finanzinstrumente

Im Jahr 2017 hat die Wienerberger AG Zinsswaps zur Absicherung gegen Zinsänderungsrisiken sowie in geringerem Umfang Zins-Währungsswaps zur Absicherung gegen Translationsrisiken eingesetzt. Der Marktwert der Zinsswaps mit einem Volumen von 150.000 TEUR (Vorjahr: 150.000 TEUR) stellte sich wie folgt dar:

Zinsswaps 2017 2016
Positive Marktwerte 834 3.175
Negative Marktwerte -4.808 -6.655
-3.974 -3.481

Der aktuelle Marktwert der Zins-Währungsswaps mit einem Volumen von 62.536 TEUR (Vorjahr: 71.151 TEUR) beträgt:

Zins-Währungs Swaps 2017 2016
Positive Marktwerte 7.124 362
Negative Marktwerte 0 -1.595
7.124 -1.234

Die verwendeten Bewertungen werden vom internen Treasury Management System unter Anwendung aner-

7. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren mit 516.393 TEUR (Vorjahr: 421.999 TEUR) überwiegend aus Verrechnungsbeziehungen und aus dem Kontenpooling mit der Wienerberger Finanz Service GmbH. Sämtliche langfristigen externen Finanzverbindlichkeiten (Anleihen, Bankverbindlichkeiten) der Wienerberger AG werden mit den gleichen Konditionen direkt an die Wienerberger Finanz Service GmbH weitergegeben. Diese Verrechnungsbeziehung wird bis zur Tilgung der jeweiligen externen Verbindlichkeit der Wienerberger AG Bestand haben und gleichzeitig abgebaut werden.

Im Jahr 2017 gab es Verbindlichkeiten in Höhe von 69.000 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) gegenüber Kreditinstituten mit einer Restlaufzeit von über fünf Jahren.

In den sonstigen Verbindlichkeiten waren Aufwendungen in Höhe von 23.486 TEUR (Vorjahr: 39.932 TEUR) enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.

Es bestanden keine Anleiheverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über 5 Jahren.

Die Hybridanleihe in der Höhe von 500.000 TEUR wurde mit Oktober 2014 in Höhe von 272.188 TEUR in eine neue Hybridanleihe umgetauscht. Vom verbleibkannter finanzmathematischer Verfahren (Mark-to-Market) berechnet und mit Daten plausibilisiert, die von den kontrahierenden Banken zur Verfügung gestellt werden.

enden Teil in Höhe von 227.812 TEUR, für den die Wienerberger AG erstmals in 2017 über eine Call Option verfügt, wurde im Laufe des Jahres 2016 ein Betrag von 6.000 TEUR zurückgekauft und eingezogen. Die Call Option auf den nach diesem Rückkauf ausständigen Teil in Höhe von 221.812 TEUR wurde am 15.12.2016 ausgeübt, wodurch diese Anleihe nunmehr im Februar 2017 getilgt wurde. Ein Teil der Tilgung, wurde mit einer Ende Jänner 2017 gezogenen ÖKB Kreditlinie in Höhe von 150.000 TEUR finanziert. Wienerberger verfügt auch für den umgetauschten Teil über eine Call Option, die erstmals in 2021 ausgeübt werden kann. Dies bedeutet, dass die Wienerberger AG über die Rückzahlung der Hybridanleihen frei entscheiden kann. Zusätzlich ist die Hybridanleihe gegenüber allen bestehenden und zukünftigen Verbindlichkeiten nachrangig gestellt.

Die Wienerberger AG hat mit 18. April 2013 eine nicht konvertible, endfällige 7-jährige Anleihe mit 4% Verzinsung in der Höhe von 300.000 TEUR begeben.

Die Wienerberger AG hat mit 4. Juli 2011 eine nicht konvertible, endfällige 7-jährige Anleihe mit 5,25% Verzinsung in der Höhe von 100.000 TEUR begeben.

8. Eventualverbindlichkeiten und Haftungsverhältnisse

Haftungsverhältnisse liegen in folgendem Umfang vor:

31.12.2017 31.12.2016
in TEUR in TEUR
Garantien
Kreditlinien 77.000 80.000
Nachschussverpflichtung Pensionsrückstellung 53.220 55.190
Rekultivierungsverpflichtungen 5.292 5.750
Übrige 15.084 18.677
(davon für verbundene Unternehmen) (150.597) (159.617)
150.597 159.617

Die Wienerberger AG garantiert der Wienerberger S.p.A, Italien, Wienerberger-Ilovac d.o.o., Kroatien und der Wienerberger slovenske tehelne spol. s r.o., Slowakei zumindest für die nächsten 12 Monate ab dem Datum der Gesellschafterversammlung die erforderliche finanzielle Unterstützung zur Fortführung des Betriebes.

Es bestanden Bankgarantien gegenüber Dritten bei der UniCredit Bank Austria AG in Höhe von 677 TEUR (Vorjahr: 744 TEUR).

Aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen bestanden auf Grund von Leasing-, Lizenz-, Miet- und Pachtverträgen Verpflichtungen in folgendem Umfang:

2017 2016
in TEUR in TEUR
im folgenden Jahr 1.763 1.465
zwischen 1. u. 5 Jahren 1.797 2.990

9. Umsatzerlöse

Unter den Umsatzerlösen werden Erlöse aus Leistungsbeziehungen mit Tochtergesellschaften der Wienerberger Gruppe in Höhe von 58.777 TEUR (Vorjahr: 55.302 TEUR) bzw. auch mit Gesellschaften außerhalb der Wienerberger Gruppe in Höhe von 283 TEUR (Vorjahr: 531 TEUR) ausgewiesen.

Die Umsatzerlöse mit verbundenen Unternehmen nach Regionen gegliedert, ergaben im Jahr 2017 im Inland 5.657 TEUR (Vorjahr: 5.317 TEUR ), Europa 51.928 TEUR (Vorjahr: 48.783 TEUR), Nordamerika 962 TEUR (Vorjahr: 974 TEUR) und Sonstige 230 TEUR (Vorjahr: 228 TEUR).

Die Umsatzerlöse außerhalb der Wienerberger Gruppe waren ausschließlich im Inland.

10. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge resultierten im Wesentlichen aus Erlösen aus dem Abgang von Sachanlagevermögen, aus der Auflösung von sonstigen Rückstellungen, sowie Weiterverrechnungen an Tochtergesellschaften.

11. Personalaufwand

Im Personalaufwand sind Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen in folgendem Ausmaß enthalten:

2017 2016
in TEUR in TEUR
Vorstände und leitende Angestellte 1.672 2.170
Andere Arbeitnehmer 1.006 752
2.678 2.922

Versicherungsmathematische Verluste von 1.238 TEUR (Vorjahr: 1.559 TEUR) wurden erfolgswirksam im Personalaufwand erfasst.

In Mitarbeitervorsorgekassen für Abfertigungen wurden 202 TEUR (Vorjahr: 202 TEUR) einbezahlt. Aus der Veränderung der Pensionsrückdeckungsversicherung resultierte ein Aufwand von 24 TEUR (Vorjahr: Aufwand 1 TEUR).

In den Gehältern waren Aufwendungen in Höhe von 0 TEUR (Vorjahr: 151 TEUR) für Dotierung und Erträge in Höhe von 204 TEUR (Vorjahr: 33 TEUR) für Auflösung der Jubiläumsgeldrückstellung.

Im Durchschnitt des Jahres 2017 wurden 213 (Vorjahr: 207) Angestellte beschäftigt.

Der fixe Gehaltsbestandteil der Vorstandsmitglieder betrug im Geschäftsjahr 1.289.570 EUR (Vorjahr: 1.264 TEUR). Die variablen Bestandteile teilen sich auf, in eine kurzfristige, mittelfristige und langfristige Vergütungskomponente. Der 2017 erworbene Anspruch auf die kurzfristige variable Vergütungskomponente, der im Jahr 2018 ausbezahlt wird, betrug 1.289.570 EUR (Vorjahr: 1.264 TEUR). Im Jahr 2017 hat der Vorstand einen Anspruch von 1.110.231 EUR (Vorjahr: 412 TEUR) auf die mittelfristige Vergütungskomponente erworben. Damit hat der Vorstand während des Beobachtungszeitraums von 2015 bis 2017 einen Vergütungsanspruch von in

Summe 1.934.355 EUR erworben und wird 2018 ausbezahlt. Für die langfristige Vergütungskomponente wurde ein Anspruch in 2017 in Höhe von 1.289.570 EUR (Vorjahr: 1.264 TEUR) erworben, welche in Abhängigkeit vom Erreichen der Zielvorgaben über drei Jahre in drei gleich hohen Teilbeträgen ausbezahlt wird. An frühere Mitglieder des Vorstandes und ihre Hinterbliebenen wurden Zahlungen von 847.608 EUR (Vorjahr: 838 TEUR) geleistet. Die Aufsichtsratsvergütung belief sich 2017 (Auszahlung im Jahr 2018) auf insgesamt 663.440 EUR (Vorjahr: 603 TEUR Auszahlung im Jahr 2017).

Aus dem LTI Programm wurden im Berichtsjahr 2017 dem Vorstand der Wienerberger AG insgesamt 76.700 (Vorjahr: 77.600) und den übrigen Teilnehmern insgesamt 72.000 virtuelle Anteile gewährt (Vorjahr: 60.500).

Haftungsverpflichtungen gegenüber Mitgliedern des Vorstands oder des Aufsichtsrats bestehen nicht, und es wurden auch keine Kredite an diese vergeben.

12. Erträge und Aufwendungen aus Beteiligungen

Gewinnausschüttungen aus verbundenen Unternehmen werden grundsätzlich mit Datum des Gewinnausschüttungsbeschlusses vereinnahmt. Die Beteiligungserträge 2017 resultierten mit 39.200 TEUR (Vorjahr: 33.000 TEUR) aus einer phasengleichen Ausschüttung der Wienerberger Anteilsverwaltung GmbH, von anderen verbundenen Unternehmen waren im Geschäftsjahr 2017

Beteiligungserträge in Höhe von 79.099 TEUR (Vorjahr: 43.079 TEUR) enthalten.

Im Jahr 2017 wurden keine Zuschreibungen zu Beteiligungen vorgenommen (Vorjahr: Wienerberger A/S, Helsinge (Dänemark) 2.200 TEUR).

Die Aufwendungen aus Beteiligungen betreffen die Abschreibungen auf Beteiligungen an der Wienerberger GmbH, Hannover (Deutschland), Wienerberger OY AB, Helsinki (Finland), Wienerberger AS, Aseri (Estland), Wienerberger India Private Limited, Bangalore (Indien) und Wienerberger A/S, Helsinge (Dänemark) mit einem Gesamtwert in Höhe von 92.860 TEUR (Vorjahr Wienerberger S.p.A., Bubano (Italien), Wienerberger OY AB, Helsinki (Finnland) und OOO Wienerberger Kurkachi, Kurkachi (Russland) mit einem Gesamtwert in Höhe von 25.317 TEUR).

13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen

In diesem Posten sind Zinskomponenten aus der Abzinsung von Sozialkapitalrückstellungen in Höhe von 298 TEUR (Vorjahr: 368 TEUR) enthalten.

14. Steuern vom Einkommen und Ertrag

In ihrer Eigenschaft als Gruppenträger ist die Wienerberger AG Empfängerin von Steuerumlagen von gewinnerzielenden inländischen Tochtergesellschaften. Aus positiven und negativen Steuerumlagen die das Jahr 2017 betreffen resultierte ein Steuerertrag von 5.810 TEUR (Vorjahr: Steueraufwand 8.577 TEUR).

Im Berichtsjahr betrug der gesamte Ertrag aus der Umlage der Steuergruppe 6.994 TEUR. Darin waren die Steuerumlage 2017 und die Korrekturen aus Vorjahren enthalten, im Vorjahr 2016 stand ein Steueraufwand durch erhöhte Umlagen der Steuergruppe in Österreich von 9.449 TEUR zu Buche.

15. Honorar Abschlussprüfer

Gemäß § 237 Z 14 UGB wird auf die Aufschlüsselung der Aufwendungen für die Abschlussprüfung, für andere Bestätigungsleistungen, für Steuerberatungsleistungen und für sonstige Leistungen verzichtet. Die Angabe erfolgt im Konzernabschluss der Wienerberger AG.

16. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Bis zur Freigabe des Einzelabschlusses am 13.3.2018 wurden 100.000 Stück Wienerberger Aktien im Rahmen der durch die Hauptversammlung erteilten Ermächtigung um 2.160 TEUR zurückgekauft.

17. Ergebnisverwendung

Der Vorstand schlägt vor, aus dem Bilanzgewinn in Höhe von 39.065.080,98 EUR einen Betrag von 35.086.942,50 EUR auszuschütten und den verbleibenden Betrag von 3.978.138,48 EUR auf neue Rechnung vorzutragen.

18. Aufsichtsrat und Vorstand der Wienerberger AG

AUFSICHTSRAT

DDr. Regina Prehofer, Vorsitzende Peter Johnson, Stellvertreter der Vorsitzenden Mag. Harald Nograsek bis 19.05.2017 Dr. Wilhelm Rasinger Franz-Josef Haslberger Christian Jourquin Dr. Myriam Meyer Caroline Grégoire Sainte Marie David Charles Davies ab 19.05.2017 Claudia Schiroky *) Gerhard Seban *) Gernot Weber *)

*) vom Betriebsrat delegiert

VORSTAND

Dr. Heimo Scheuch, Vorsitzender Willy Van Riet

Der Vorstand der Wienerberger AG

Wien, am 13. März 2018

Heimo Scheuch Willy Van Riet

Vorsitzender des Vorstands Mitglied des Vorstands, verantwortlich für den Bereich Finanzen

Anlage 1

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2017:

Anschaffungs- oder Herstellungkosten
in TEUR Stand am
1.1.2017
Zugänge Umbu
chungen
Abgänge Stand am
31.12.2017
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche
Rechte und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen
40.605 2.186 6 1 42.799
2. Geleistete Anzahlungen 10 0 -6 4 0
40.618 2.186 0 5 42.799
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten,
einschließlich der Bauten auf fremdem Grund
20.913 2.801 0 13.393 10.321
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 11.358 1.231 0 1.816 10.773
32.270 4.032 0 15.209 21.094
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 3.170.940 111.596 0 2.117 3.280.419
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 735.853 327.764 0 188.964 874.653
3. Beteiligungen 6.440 0 0 0 6.440
4. Wertpapiere und Wertrechte des Anlagevermögens 4.911 4.914 0 4.799 5.026
3.918.143 444.274 0 195.880 4.166.538
3.991.031 450.492 0 211.094 4.230.431
zu II./1. Beb. Grundst.u.Bauten a.fr.Grund
Grundwert 72 16 0 16 72
Gebäudewert 1.811 0 0 0 1.811
1.883 16 0 16 1.883
Unbebaute Grundstücke 19.030 2.785 0 13.377 8.438
20.913 2.801 0 13.393 10.321
kumulierte Abschreibungen
Stand am 1.1.2017 Zugänge Zuschreibungen Abgänge Stand am
31.12.2017
Buchwert am
31.12.2017
Buchwert am
31.12.2016
36.264 1.420 0 1 37.683 5.117 4.345
0 0 0 0 0 0 10
36.264 1.420 0 1 37.683 5.117 4.355
1.444 525 510 0 1.459 8.862 19.469
8.678 983 0 1.756 7.905 2.868 2.680
10.122 1.508 510 1.756 9.364 11.730 22.149
454.355 92.860 0 610 546.605 2.733.814 2.716.585
0 0 0 0 0 874.653 735.853
0 0 0 0 0 6.440 6.440
142 8 0 142 8 5.018 4.770
454.497 92.868 0 752 546.613 3.619.925 3.463.647
500.883 95.796 510 2.509 593.660 3.636.772 3.490.151
0 0 0 0 0 72 72
1.421 15 0 0 1.436 375 390
1.421 15 0 0 1.436 447 462
23 510 510 0 23 8.415 19.007
1.444 525 510 0 1.459 8.862 19.469

Anlage 2

Zusammensetzung und Entwicklung der Rückstellungen im Geschäftsjahr 2017:

in TEUR Stand am
1.1.2017
Verwendung Auflösung Zuweisung Stand am
31.12.2017
1. Rückstellung für Abfertigungen 6.467 89 1 1.773 8.150
2. Rückstellung für Pensionsverpflichtungen 18.369 921 8 17.456
3. Steuernrückstellungen 95 92 3
4. Jubiläumsgeldrückstellungen 641 199 442
5. Urlaubsrückstellungen 2.405 207 906 3.104
6. Sonstige Rückstellungen
Personalrückstellungen 8.695 6.186 246 8.588 10.851
Aufsichtsratvergütungen 553 553 655 655
Rechts- und Beratungskosten 715 550 165 728 728
Übrige 8.756 245 3.587 399 5.323
18.719 7.534 3.998 10.370 17.557
Summe 46.696 8.843 4.198 13.057 46.713

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Jahresabschluss

Prüfungsurteil

Wir haben den Jahresabschluss der Wienerberger AG, Wien, bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2017, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr sowie dem Anhang, geprüft.

Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2017 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen

Sachverhalt und Problemstellung

In der Wienerberger AG bestehen Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von rd. 2.734 Mio EUR was 70,4% des ausgewiesenen Vermögens darstellt. Für sämtliche Anteile an verbundenen Unternehmen wird von der Gesellschaft beurteilt, ob Anhaltspunkte für einen wesentlich gesunkenen beizulegenden Zeitwert vorliegen. Dabei wird überprüft, ob einerseits eine wesentliche statische Unterdeckung bei der Gegenüberstellung des Beteiligungsansatzes mit dem anteiligen Eigenkapital des verbundenen Unternehmens zum Bewertungsstichtag vorliegt oder ob andererseits externe und interne Einflussfaktoren vorliegen, die eine erhebliche Wertveränderung auslösen können. Im Anlassfall wird eine Unternehmensbewertung auf Basis von diskontierten Netto-Zahlungsmittelzuflüssen ermittelt.

Nähere Ausführungen zur Beteiligungsbewertung befinden sich im Anhang in den "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im Abschnitt "1. Anlagevermögen".

Das Bewertungsergebnis hängt in hohem Maße von den Einschätzungen des Managements über die zukünftigen Zahlungsströme sowie von den verwendeten Diskontierungszinssätzen und Wachstumsraten ab. Die Bewertung ist daher mit wesentlichen Unsicherheiten behaftet. Vor diesem Hintergrund und der Komplexität der Bewertung war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

Prüferisches Vorgehen

Wir haben die vom Unternehmen durchgeführte Analyse der statischen Unterdeckung sowie der sonstigen externen und internen Einflussfaktoren für sämtliche Beteiligungen an verbundenen Unternehmen nachvollzogen. Wenn ein Auslöser für eine Werthaltigkeitsprüfung vorlag, haben wir die angesetzten Parameter mit unternehmensspezifischen Informationen sowie branchenspezifischen Marktdaten bzw. Markterwartungen aus externen und internen Datenquellen verglichen und das angewendete Bewertungsmodell hinsichtlich seiner Angemessenheit beurteilt.

Zur Plausibilisierung der Kapitalkosten mittels Vergleichsanalyse haben wir interne Experten hinzugezogen.

Die bei den Berechnungen verwendeten künftigen Zahlungsmittelzuflüsse und die darin verwendeten Plandaten haben wir mit den entsprechenden Budgets des Managements abgeglichen.

Darüber hinaus haben wir die Beurteilung des Vorstands, ob eine Zuschreibung von in den Vorjahren wertgeminderten Beteiligungen sachgerecht ist, kritisch gewürdigt.

Sonstiger Sachverhalt – Vorjahresabschluss

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2016 der Gesellschaft wurde von einem anderen Abschlussprüfer geprüft, der am 10. März 2017 einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk zu diesem Jahresabschluss erteilt hat.

Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.

Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.

Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses

Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Die Abschlussprüfung umfasst keine Zusicherung des künftigen Fortbestands der geprüften Gesellschaft oder der Wirtschaftlichkeit oder Wirksamkeit der bisherigen oder zukünftigen Geschäftsführung.

Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.

Darüber hinaus gilt:

  • Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher beabsichtigter oder unbeabsichtigter – falscher Darstellungen im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • Wir berücksichtigen bei der Durchführung unserer Prüfung gemäß den anzuwendenden Prüfungsstandards den gesetzlichen und sonstigen regulatorischen Rechtsrahmen der Gesellschaft, sind aber nicht dafür verantwortlich, Verstöße der Gesellschaft gegen Gesetze und andere Rechtsvorschriften zu verhindern oder aufzudecken. Das aufgrund der inhärenten Grenzen einer Abschlussprüfung bestehende unvermeidbare Risiko, dass einige wesentliche falsche Darstellungen im Abschluss möglicherweise nicht aufgedeckt werden, obwohl die Prüfung ordnungsgemäß geplant und durchgeführt wurde, ist bei Verstößen gegen sonstige Rechtsvorschriften größer. Dies unter anderem deshalb, da es viele, hauptsächlich auf die betrieblichen Aspekte einer Gesellschaft bezogene Gesetze und andere Rechtsvorschriften gibt, die nicht von den rechnungslegungsbezogenen Informationssystemen der Gesellschaft erfasst werden und diesbezügliche Verstöße mit einem Verhalten zu deren Verschleierung einhergehen können.
  • Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
  • Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
  • Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.

Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.

Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.

Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

Bericht zum Lagebericht

Der Lagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.

Urteil

Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.

Erklärung

Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht festgestellt.

Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 19. Mai 2017 als Abschlussprüfer für das am 31. Dezember 2017 endende Geschäftsjahr gewählt und am 6. Dezember 2017 vom Aufsichtsrat mit der Durchführung der Abschlussprüfung beauftragt. Wir sind seit dem am 31. Dezember 2017 endenden Geschäftsjahr Abschlussprüfer der Gesellschaft.

Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt "Bericht zum Jahresabschluss" mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Art 11 der EU-VO in Einklang steht.

Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Art 5 Abs 1 der EU-VO erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der Gesellschaft gewahrt haben.

Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Gerhard Marterbauer.

Wien, am 19. März 2018

Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH

Mag. Gerhard Marterbauer Mag. Christof Wolf Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.

Medieninhaber (Verleger)

Wienerberger AG A-1100 Wien, Wienerberg City, Wienerbergstraße 11 T +43 1 601 92 0

Für Rückfragen

Vorstand: Heimo Scheuch, CEO; Willy Van Riet, CFO Investor Relations: Klaus Ofner

Geschäftsbericht und Jahresfinanzbericht 2017, veröffentlicht am 29. März 2018 und vorgelegt in der 149. o. Hauptversammlung am 14. Juni 2018 in Wien stehen auch auf der Website www.wienerberger.com zum Download zur Verfügung.

Talk to a Data Expert

Have a question? We'll get back to you promptly.