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Wienerberger AG

Quarterly Report Sep 30, 2005

769_10-q_2005-09-30_e585687d-ecac-4b26-8927-36b6830162a2.pdf

Quarterly Report

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Kein Grund zur Aufregung: Das 3. Quartal.

Bericht zum 3. Quartal 2005

Ertragskennzahlen 1-9/2004 1-9/2005 Vdg. in % Ultimo 2004
Umsatz in Mio. € 1.325,5 1.468,6 +11 1.758,8
EBITDA operativ 1) in Mio. € 317,9 332,4 +5 405,4
EBIT operativ 1) in Mio. € 217,7 218,3 0 257,5
Ergebnis vor Steuern in Mio. € 202,8 196,9 -3 231,4
Ergebnis nach Steuern in Mio. € 155,5 153,5 -1 181,8
Ergebnis je Aktie bereinigt 1) in € 2,21 2,11 -5 2,54
Free Cash-flow 2) in Mio. € 162,4 117,6 -28 300,7
Normalinvestitionen in Mio. € 60,7 55,0 -9 90,4
Wachstumsinvestitionen in Mio. € 340,2 183,7 -46 542,2
Bilanzkennzahlen 31.12.2004 30.9.2005 Vdg. in %
Eigenkapital 3) in Mio. € 1.367,2 1.447,5 +6
Nettoverschuldung in Mio. € 762,4 954,6 +25
Capital Employed in Mio. € 2.031,5 2.281,1 +12
Bilanzsumme in Mio. € 2.865,9 3.171,8 +11
Gearing in % 55,8 65,9 -
Mitarbeiter 12.154 13.290 +9
Börsekennzahlen 1-12/2004 1-9/2005 Vdg. in %
Höchstkurs der Aktie in € 36,35 39,10 +8
Tiefstkurs der Aktie in € 21,10 31,40 +49
Ultimokurs der Aktie in € 35,15 32,79 -7
Gewichtete Aktienzahl 4) in Tsd. 69.598 73.193 +5
Ultimo Börsekapitalisierung in Mio. € 2.607,0 2.431,2 -7
Geschäftsbereiche 1-9/2005 Zentral- Zentral- Nord- Beteiligungen
in Mio. € und % Osteuropa Westeuropa Westeuropa USA u. Sonstiges 5)
Umsatz 379,8 292,6 562,1 251,5 -17,4
(0) (+1) (+23) (+16) (-3)
EBITDA operativ 1) 103,3 63,9 126,5 49,6 -10,9
(-12) (-12) (+34) (+12) (-3)
EBIT operativ 1) 67,3 39,3 85,6 39,4 -13,3
(-23) (-19) (+42) (+15) (-3)
Gesamtinvestitionen 75,3 44,9 81,0 35,7 1,8
(-19) (-7) (-65) (+23) (-10)
Capital Employed 550,4 405,5 956,4 338,0 30,8
(+28) (+9) (+26) (+14) (-33)
Mitarbeiter 4.830 1.894 4.213 2.194 159
(+1) (+4) (+15) (+8) (+1)

1) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

2) Operativer Cash-flow minus Investitions-Cash-flow plus Wachstumsinvestitionen

3) Eigenkapital inklusive Anteile in Fremdbesitz

4) bereinigt um zeitanteilig gehaltene eigene Aktien

5) inklusive Konzerneliminierungen und Holdingkosten; negativer Umsatz aufgrund Saldierung der Innenumsätze in diesem Segment

Anmerkung: in der Tabelle Geschäftsbereiche sind die Veränderungsraten in % zur Vorjahresperiode in Klammer angeführt

Brief des Vorstandsvorsitzenden

Sehr geehrte Aktionäre,

Wienerberger ist auch nach dem Rekordjahr 2004 auf einem guten Weg, die Ergebnisse in 2005 weiter zu steigern, allerdings mit geringeren Wachstumsraten als in der Vergangenheit. Der Umsatz ist in den ersten neun Monaten um 11 % auf 1.468,6 Mio. € gewachsen, obwohl wir in den wichtigen Märkten Deutschland, Polen und Ungarn stärkere Nachfragerückgänge als erwartet und Preisdruck feststellen. Aufgrund der deutlichen Erhöhung der Energiekosten konnte das operative EBITDA mit +5 % auf 332,4 Mio. € nicht so stark gesteigert werden wie der Umsatz. Der EBITDA-Rückgang in Deutschland, Polen und Ungarn betrug insgesamt rund 30 Mio. €, was durch bessere Ergebnisse in allen anderen wichtigen Ländern sowie die erstmals ganzjährige Konsolidierung von thebrickbusiness in Großbritannien überkompensiert werden konnte.Vor allem Belgien, Holland, Frankreich, Italien,Tschechien und die USA haben in den ersten neun Monaten eine erfreuliche Entwicklung gezeigt, und das obwohl die Energiekosten für die gesamte Gruppe preisbedingt um 19 Mio. € über dem Vorjahr lagen.

Insgesamt war von Juli bis September in Deutschland, Polen und Ungarn eine weitgehende Stabilisierung der Situation gegenüber dem ersten Halbjahr zu bemerken, der schwache Jahresbeginn konnte jedoch nicht aufgeholt werden. In Polen ist der Markt für Wandbaustoffe in 2005 mit rund 10 % rückläufig, was aus einer Verschiebung vom Einfamilienhausbau zum mehrgeschossigen Wohnbau resultiert. Diese Situation wollen wir nutzen, um durch Konsolidierung unsere Positionen weiter auszubauen.In Ungarn können wir mit Exporten nach Rumänien unsere Kapazitäten auslasten, mussten aber so wie in Polen die Preise nach unten anpassen. In Deutschland führt die Verunsicherung der Konsumenten zur Verschiebung von Bauvorhaben und einem weiteren Marktrückgang von über 10 % vom bereits sehr tiefen Niveau des Vorjahres.

Wir haben unsere Strategie unverzüglich an die beschriebene Situation angepasst und unsere Anstrengungen zur Optimierung von Kosten und Kapazitäten verstärkt. Wienerberger legt mit Fokus auf Polen, Ungarn und Deutschland in allen Regionen in Summe 17 alte und kleinere Werke still – ein Viertel davon temporär oder teilweise – und verlagert die Produktion auf neue wirtschaftlichere Anlagen. Dafür erwarte ich im Gesamtjahr nicht wiederkehrende Aufwendungen von rund 11 Mio. €, 5 Mio. € Cash-out und 6 Mio. € an Abschreibungen. Bis zum 30. September sind davon 5 Mio. € angefallen.

Ungeachtet der vorübergehend schwierigen Situation in einigen Märkten setzt Wienerberger ihren Expansionskurs weiter fort. Im Gesamtjahr 2005 planen wir Wachstumsinvestitionen von rund 250 Mio. €. Diese "Bolt-on" Projekte umfassen zu 70 % Investitionen in neue Werke oder Kapazitätserweiterungen sowie zu 30 % Übernahmen und werden vorwiegend aus dem Cash-flow finanziert. Sollte sich die Möglichkeit für eine größere Akquisitionen ergeben, werden wir das prüfen. Die Reihung der Projekte erfolgt nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten und Verfügbarkeit, wobei voraussichtlich jeweils 45 % in Osteuropa und Westeuropa sowie 10 % in den USA ausgegeben werden.

Im Gesamtjahr 2005 rechne ich mit einer leichten Verbesserung im operativen EBITDA und beim bereinigten Gewinn je Aktie – in beiden Kennzahlen werden wir aber +10 % nicht erreichen. Das Verfehlen dieses selbst gesteckten Zieles liegt am Zusammentreffen von schwächeren Märkten mit höheren Energiekosten von rund 30 Mio. €. Unter Berücksichtigung des aktuellen Preisniveaus für Erdgas und Öl gehe ich für 2006 von 45 Mio. € höheren Energiekosten als in 2005 aus. Sofern es zu keiner merklichen Verschlechterung in den einzelnen Märkten kommt, sollten wir in der Lage sein, die Kostensteigerungen zum überwiegenden Teil auf die Verkaufspreise umzulegen. In Kombination mit den Optimierungsmaßnahmen des laufenden Jahres ist es unverändert unser Ziel, in 2006 wieder ein Wachstum im EBITDA und beim Gewinn je Aktie von rund 10 % zu erreichen.

Wolfgang Reithofer, Vorstandsvorsitzender der Wienerberger AG

Programm zur Kosten- und Kapazitätsoptimierung

Rund 250 Mio. € für Wachstumsprojekte werden in 2005 investiert

Verhalten optimistischer Ausblick für 2005, Ziel: +10% für 2006 aufrecht

Ergebnis- und Bilanzanalyse

Ertragslage

Umsatz und EBITDA

Umsatz Q1 - Q3

in Mio. €

Durch das ausgewogene geographische Portfolios ist es Wienerberger erneut gelungen, Wachstum in Umsatz und EBITDA zu erwirtschaften – und das trotz des Rekordjahres 2004, der deutlichen Abschwächung in den wichtigen Märkten Deutschland, Polen und Ungarn (gemeinsam rund 20 % vom Umsatz) sowie der unterjährig stark gestiegenen Energiekosten. Negativ wirkten sich auch die geringeren Durchschnittskurse von US-Dollar und Britischem Pfund aus, was jedoch auf Konzernebene durch die Aufwertung einiger osteuropäischer Währungen mehr als kompensiert wurde.

Der Konzernumsatz erhöhte sich um 11 % auf 1.468,6 Mio. €. Grundlage dieses Wachstums war die gute Entwicklung in den Segmenten Nord-Westeuropa und USA. In Zentral-Westeuropa mussten wegen Deutschland Absatzrückgänge hingenommen und in Zentral-Osteuropa die Preise in Polen und Ungarn nach unten angepasst werden. In Nord-Westeuropa hat sich neben dem guten Marktumfeld in Belgien und Frankreich auch die erstmals ganzjährige Vollkonsolidierung von Koramic Roofing und thebrickbusiness positiv ausgewirkt. In den USA präsentierten sich die Ziegelnachfrage und das Preisniveau anhaltend stark. Das operative EBITDA der Gruppe ist mit +5 % auf 332,4 Mio. € nicht so stark gewachsen wie der Konzernumsatz. Dabei ist jedoch positiv anzumerken, dass der EBITDA-Rückgang in Deutschland, Polen und Ungarn von insgesamt rund 30 Mio. € und die Preiserhöhungen bei Energie von 19 Mio. € durch Ergebnissteigerungen in Belgien, Holland, Frankreich, Italien, Tschechien, Österreich und den USA mehr als kompensiert werden konnten.

Nach den hohen Investitionen des Vorjahres und den daraus folgenden Abschreibungen blieb das operative EBIT der Gruppe mit 218,3 Mio. € gegenüber 217,7 Mio. € im Vorjahr nahezu unverändert. Aufgrund von Werksschließungen vor allem in Polen, Ungarn und Deutschland sind im dritten Quartal nicht wiederkehrende Aufwendungen in Höhe von 5,0 Mio. € entstanden. Das Finanzergebnis verschlechterte sich von -14,9 auf -16,4 Mio. €. Dies war die Folge deutlich gestiegener Zinszahlungen zur Finanzierung der Expansionsstrategie und des höheren Working Capital, was selbst durch das stark verbesserte at-equity Ergebnis von Pipelife und Tondach Gleinstätten nicht ganz ausgeglichen werden konnte. Das Ergebnis vor Steuern ging von Jänner bis September um 3 % auf 196,9 Mio. € zurück. Trotz der geringeren Steuerquote von 22,1 % (Vorjahr: 23,3 %) lag das Ergebnis nach Steuern mit 153,5 Mio. € um 1 % unter dem Vorjahr. Das bereinigte Ergebnis je Aktie erreichte 2,11 € nach 2,21 € in den ersten drei Quartalen 2004. Dieser 5%ige Rückgang ist durch die um 7 % höhere Anzahl an gewichteten Aktien von 73,2 Mio. (Vorjahr: 68,3 Mio.) nach der Kapitalerhöhung im Juni 2004 begründet.

Cash-flow

Der Cash-flow aus dem Ergebnis von 258,6 Mio. € war in den ersten drei Quartalen um 2 % höher als im Vorjahr. Nach dem saisonalen Abbau des Working Capital im dritten Quartal lag der operative Cash-flow mit 99,2 Mio. € deutlich über dem Halbjahres-Niveau, aber um 97,0 Mio. € unter dem Vorjahr. Das ist neben dem Cash-Abfluss zur Finanzierung des höheren Vorratsbestandes auf rein buchmäßige negative Währungseffekte aus der Hedging Reserve in Höhe von 34,4 Mio. € zurückzuführen. Die Gegenposition dazu findet sich im Investitions-Cash-flow unter den Wertpapieren des Umlaufvermögens. Der Zahlungsmittelabfluss aus Investitionen und Akquisitionen von insgesamt 238,7 Mio. € ist das Ergebnis von 55,0 Mio. € an Instandhaltungs-, Ersatz- und Rationalisierungsinvestitionen (Normalinvestitionen) und 183,7 Mio. € aus Werksneubauten, -erweiterungen und Akquisitionen (Wachstumsinvestitionen). An die Aktionäre wurden 78,0 Mio. € als Dividende und 21,3 Mio. € für den Rückkauf eigener Aktien ausgezahlt. Durch die Ausübung der Optionen im Rahmen des Stock Option Planes sind 4,5 Mio. € an Cash zugeflossen.

Vermögens- und Finanzlage

Das Eigenkapital lag per 30.9.2005 aufgrund des Ergebnisses und positiver Währungseffekte mit 1.447,5 Mio. € um 6 % über dem Wert zum Jahresende 2004. Die Nettoverschuldung erhöhte sich durch die Dividendenzahlung, die Investitionen und den Aktienrückkauf um 25 % auf 954,6 Mio. €, hat sich jedoch seit dem Halbjahr mit dem saisonalen Abbau des Working Capital um rund 90 Mio. € verringert. Das Gearing ist seit dem 31.12.2004 aufgrund höherer Verbindlichkeiten zur Finanzierung der Wachstumsinvestitionen und des angewachsenen Vorratsbestandes von 55,8 auf 65,9 % gestiegen und wird bis zum Jahresende abhängig von möglichen Akquisitionen voraussichtlich leicht sinken. Das aktuelle Verschuldungsniveau lässt ausreichend Spielraum zur Fortsetzung unserer profitablen Wachstumsstrategie.

3. Quartal 2005

Im dritten Quartal verbesserte sich der Konzernumsatz im Vergleich zur Vorjahresperiode um 12 % auf 545,8 Mio. €. Während in Zentral-Osteuropa Tschechien, Polen, Rumänien und die Slowakei höhere Umsätze erwirtschafteten, waren nur in Ungarn wesentliche Rückgänge zu verzeichnen. Zentral-Westeuropa profitierte von einem anhaltend guten Marktumfeld in Italien und der Schweiz. Der Zuwachs in Nord-Westeuropa ist auf den starken Wohnungsneubau in Belgien und Frankreich sowie die ganzjährige Konsolidierung von thebrickbusiness in Großbritannien zurückzuführen. In den USA konnten aufgrund von Preissteigerungen und den zusätzlichen Handelsumsätzen um 17 % höhere Umsätze erwirtschaftet werden.

Das operative Konzern-EBITDA ging im dritten Quartal nur um 1 % auf 130,7 Mio. € zurück und das obwohl vor allem im dritten Quartal gruppenweit höhere Energiekosten sowie die Preisanpassungen in Polen und Ungarn wirksam wurden. Während in Tschechien, Rumänien, Italien, Belgien, Frankreich und den USA zum Teil deutlich höhere Ergebnisse erzielt wurden, hatten Ungarn und Polen erneut merkliche Rückgänge zu verzeichnen. Insgesamt wurden im dritten Quartal nicht wiederkehrende Aufwendungen für Werksschließungen von 5,0 Mio. € (davon 3,4 Mio. € cashwirksam und 1,6 Mio. € für außerplanmäßige Abschreibungen) verbucht, aus Gründen der Transparenz aber in der Gewinn- und Verlustrechnung getrennt ausgewiesen.

Umsatz in Mio. € 7-9/2004 7-9/2005 Vdg. in %
Zentral-Osteuropa 149,8 156,4 +4
Zentral-Westeuropa 108,3 111,8 +3
Nord-Westeuropa 157,7 192,0 +22
USA 79,6 92,9 +17
Beteiligungen und Sonstiges -7,5 -7,3 +3
Wienerberger Gruppe 487,9 545,8 +12
EBITDA operativ in Mio. € 7-9/2004 7-9/2005 1) Vdg. in %
Zentral-Osteuropa 50,5 45,1 -11
Zentral-Westeuropa 36,1 28,3 -22
Nord-Westeuropa 36,6 43,1 +18
USA 17,0 19,3 +14
Beteiligungen und Sonstiges -8,1 -5,1 +37
Wienerberger Gruppe 132,1 130,7 -1

1) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen von 3,4 Mio. €

EBITDA operativ Q1 - Q3 2003 2004 2005 0 50 100 150 200 250 300 350 in Mio. € 258,0 317,9 332,4

Niedrigere Verkaufspreise in Polen, Ungarn sowie gruppenweit höhere Energiekosten belasten 3. Quartal

Geschäftsbereiche

Zentral-Osteuropa

Umsatz nach Bereichen

Schwacher Markt in Polen und Ungarn, stark in Tschechien, Rumänien und der Slowakei

Ergebnisrückgang in 2005, positiver Ausblick für 2006

Nach dem außergewöhnlich starken Vorjahr musste das Segment Zentral-Osteuropa in den ersten neun Monaten einen vorübergehenden Ergebnisrückgang hinnehmen. Mit 26 % Anteil am Konzern-Umsatz war das Segment jedoch nach wie vor deutlich profitabler als die anderen Bereiche und erwirtschaftete 31 % vom EBITDA der Gruppe.

Während der Umsatz mit 379,8 Mio. € gegenüber den ersten neun Monaten des Vorjahres nahezu unverändert blieb, ging das EBITDA um 12 % auf 103,3 Mio. € zurück. Dies war neben dem schlechten Wetter zu Jahresbeginn vor allem eine Folge der aktuellen Schwäche unserer Märkte in Polen und Ungarn sowie der höheren Energiepreise. In Polen ist eine Verschiebung vom Einfamilienhausbau zum mehrgeschoßigen Wohnbau zu beobachten, wodurch der Markt für Wandbaustoffe in 2005 um rund 10 % zurückgeht. Wienerberger wird diese Situation nutzen, um Marktanteile zu gewinnen. Ein erster Erfolg dieser Strategie konnte mit der kartellrechtlich noch zu genehmigenden Übernahme von zwei Werken in Südpolen bereits verbucht werden. Weiters haben wir im dritten Quartal zwei alte Hintermauerziegelwerke dauerhaft und zwei andere temporär geschlossen, um unsere Kapazitäten anzupassen. Das neue Ziegelwerk Kupno wird ebenfalls einen Beitrag zur Verbesserung unserer Herstellkosten leisten. In Ungarn ist der Markt ebenfalls stärker zurückgegangen, als das zu Jahresbeginn zu erwarten war. Dies hat auch hier im dritten Quartal dazu geführt, dass wir zwei alte Werke aus der Produktion genommen und die Preise gesenkt haben. Wir können jedoch unsere bestehenden Kapazitäten sowie das neue Werk Tiszavasvari in Ostungarn durch Exporte nach Rumänien und Bulgarien auslasten.

Deutliche Ergebnissteigerungen konnten in Tschechien erzielt werden, wobei leichte Absatzrückgänge durch Kostenoptimierungen und Preiserhöhungen mehr als ausgeglichen wurden. Das neue Ziegelwerk Jezernice läuft bereits auf voller Auslastung und erreicht Top-Werte hinsichtlich der Produktionskosten. Starke Mengenzuwächse wurden in Rumänien erzielt, was zu deutlichem Ergebniswachstum führte. Auch die slowakischen und österreichischen Ziegelaktivitäten konnten Umsatz und Ergebnis geringfügig verbessern, während Slowenien und Kroatien leicht unter dem Vorjahr lagen. Unsere 75%-Beteiligung Semmelrock Flächenbefestigungen und das 50/50 Jointventure Bramac Betondachsteine waren in Zentral-Osteuropa ebenfalls mit schwierigeren Rahmenbedingungen konfrontiert und zeigten leichte EBITDA-Rückgänge.

Wienerberger hat in den ersten Monaten des Jahres ihre Expansionsstrategie über Bolt-on Projekte konsequent vorangetrieben. In Polen, Ungarn und Tschechien sind drei neue Werke in Betrieb gegangen und in der Slowakei haben wir zwei Ziegelwerke im Norden des Landes übernommen. Weitere 12 Bolt-on Projekte für Ziegel und Flächenbefestigungen sind in Umsetzung oder bereits realisiert. Für das Gesamtjahr 2005 erwarten wir in Zentral-Osteuropa einen Ergebnisrückgang analog zu den ersten neun Monaten. In Polen und Ungarn hat sich die Marktlage zum Ende des dritten Quartals stabilisiert, während sich der Wohnbau in Tschechien auf hohem Niveau seitwärts entwickelt und in Rumänien anhaltend starke Nachfrage nach Ziegel herrscht. Durch die vorübergehende oder dauerhafte Schließung älterer Werksanlagen konnten wir die Herstellkosten weiter optimieren. Für 2006 ist der Ausblick positiv. Wir erwarten eine stabile Marktentwicklung in Polen, Tschechien und Ungarn mit möglicherweise leichter Aufwärtstendenz im zweiten Halbjahr sowie Wachstum im Wohnungsneubau in Rumänien, Slowenien, Kroatien und der Slowakei. Dies wollen wir zur merklichen Verbesserung unserer Ergebnisse nutzen.

Zentral-Osteuropa 1-9/2004 1-9/2005 Vdg. in %
Umsatz in Mio. € 381,5 379,8 0
EBITDA operativ 1) in Mio. € 116,8 103,3 -12
EBIT operativ 1) in Mio. € 87,6 67,3 -23
Gesamtinvestitionen in Mio. € 93,3 75,3 -19
Capital Employed in Mio. € 430,9 550,4 +28
Mitarbeiter 4.803 4.830 +1
Absatz Hintermauerziegel in Mio. NF 2.677,0 2.675,2 0
Absatz Flächenbefestigung in Mio. m2 4,4 4,9 +11
Absatz Betondachsteine 2) in Mio. m2 13,0 11,4 -12

1) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

2) Absatzmenge nicht anteilig, sondern zu 100 % dargestellt

Zentral-Westeuropa

Aufgrund der schwachen Marktsituation in Deutschland hat der Bereich Zentral-Westeuropa in den ersten drei Quartalen rückläufige Ergebnisse erwirtschaftet. Das Segment erreichte einen Anteil am Gruppenumsatz von 20 % und am EBITDA von 19 %.

Der Umsatz in Zentral-Westeuropa ist um 1 % auf 292,6 Mio. € leicht gewachsen, während im EBITDA ein Rückgang um 12 % auf 63,9 Mio. € zu verzeichnen war. Das schwächere Ergebnis ist ausschließlich auf Deutschland zurückzuführen, wo das fehlende Konsumentenvertrauen zu einer Verschiebung von Bauvorhaben führt und die Absätze bei Ziegel und Dachmaterialien beeinträchtigt. Dies führt im Dachbereich zu Preisdruck, da die Betondachsteinproduzenten verlorene Marktanteile zurückgewinnen wollen. Daraus und aus der Integration der im April übernommenen Dachziegelwerke F. von Müller mit unseren Koramic Aktivitäten entstand im deutschen Tondachziegelgeschäft ein negatives EBITDA. Sehr gute Ergebnisse haben dagegen die Dach- und Ziegelaktivitäten in der Schweiz und das Hintermauerziegelgeschäft in Italien erwirtschaftet.

Im Gesamtjahr 2005 erwarten wir eine anhaltend schwierige Marktsituation mit Margendruck in Deutschland sowie eine Fortsetzung der positiven Ergebnisentwicklung in der Schweiz und Italien. Für 2006 wird mit einem stagnierenden bis leicht rückläufigen deutschen Wohnbau und einer weiteren Konsolidierungsphase der Industrie gerechnet. Nach den Optimierungsmaßnahmen des laufenden Jahres streben wir eine Verbesserung der operativen Ergebnisse an. In Italien rechnet Wienerberger mit einem geringfügigen Rückgang des hohen Ertragsniveaus, während für die Schweiz eine Gewinnsteigerung im positiven Marktumfeld erwartet wird.

Zentral-Westeuropa 1-9/2004 1-9/2005 Vdg. in %
Umsatz in Mio. € 288,6 292,6 +1
EBITDA operativ 1) in Mio. € 72,7 63,9 -12
EBIT operativ 1) in Mio. € 48,6 39,3 -19
Gesamtinvestitionen in Mio. € 48,2 44,9 -7
Capital Employed in Mio. € 370,7 405,5 +9
Mitarbeiter 1.817 1.894 +4
Absatz Hintermauerziegel in Mio. NF 1.742,1 1.573,8 -10
Absatz Vormauerziegel in Mio. WF 169,5 129,6 -24
Absatz Tondachziegel in Mio. m2 3,1 4,4 +42

1) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

EBITDA nach Bereichen

Deutschland schwach, ausgezeichnete Ergebnisse in Italien und der Schweiz

2006: Ergebnissteigerung in Deutschland nach Optimierung

Nord-Westeuropa als Wachstumsmotor der Wienerberger Gruppe

Deutlich höhere Ergebnisse durch erfolgreiche Wachstumsstrategie

2006: weitere Ergebnissteigerung vom hohen Niveau des Jahres 2005 angestrebt

Nord-Westeuropa

Der Bereich Nord-Westeuropa wirkte in den ersten neun Monaten als Wachstumsmotor der Wienerberger Gruppe. Insgesamt war das Umfeld in Frankreich und Belgien gut, in Holland und Skandinavien stabil und in Großbritannien wie erwartet rückläufig. Positiv wirkte sich die erstmals ganzjährige Konsolidierung von Koramic Roofing und thebrickbusiness aus. Der Anteil des Geschäftsbereiches an Umsatz und EBITDA des Konzerns erreichte jeweils 38 %.

Das Segment Nord-Westeuropa zeigte ein Plus im Umsatz von 23 % auf 562,1 Mio. € und beim EBITDA von 34 % auf 126,5 Mio. €. Verantwortlich dafür waren neben den Akquisitionen höhere Hintermauerziegelabsätze und -preise in Frankreich, Holland und Belgien. Die Vormauerziegelaktivitäten in Großbritannien und Holland hatten leichte Mengeneinbußen hinzunehmen, konnten aber die höheren Energiekosten durch Preissteigerungen ausgleichen. Absatz- und Preissteigerungen waren auch bei Tondachziegel in Belgien, Holland und Frankreich sowie beim Export nach Skandinavien zu verzeichnen.

2005 ist durch einen starken Wohnungsneubau in Belgien und Frankreich gekennzeichnet, woraus deutlich höhere Ergebnisse in diesen Ländern resultieren. In Holland wird das EBITDA aufgrund laufender Kostenoptimierung und steigender Exporte nach Nordeuropa zufriedenstellend ausfallen, obwohl die Inlandsnachfrage stagniert. In Großbritannien ist der Ziegelmarkt im laufenden Jahr rückläufig, wir profitieren jedoch durch die ganzjährige Konsolidierung von thebrickbusiness. Während der Wohnbau in Belgien 2006 erneut leicht wachsen dürfte, wird sich der erwartete Aufschwung in Holland weiter verschieben. Trotz der starken Energiepreiserhöhungen ist es unser Ziel, die Ergebnisse in diesen beiden Ländern zu steigern. In Frankreich wollen wir das positive Umfeld nutzen, um Umsatz und EBITDA erneut zu verbessern. In Großbritannien wird mit einer weitgehenden Stabilisierung des Marktes gerechnet, was nach der Integration und Optimierung von thebrickbusiness zu leichten Umsatz- und Ergebnissteigerungen genutzt werden soll.

Nord-Westeuropa 1-9/2004 1-9/2005 Vdg. in %
Umsatz in Mio. € 456,1 562,1 +23
EBITDA operativ 1) in Mio. € 94,6 126,5 +34
EBIT operativ 1) in Mio. € 60,1 85,6 +42
Gesamtinvestitionen in Mio. € 228,3 81,0 -65
Capital Employed in Mio. € 757,5 956,4 +26
Mitarbeiter 3.671 4.213 +15
Absatz Hintermauerziegel in Mio. NF 732,5 777,5 +6
Absatz Vormauerziegel in Mio. WF 963,5 1.275,9 +32
Absatz Tondachziegel in Mio. m2 9,0 9,4 +4

1) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

USA

In den ersten neun Monaten generierten die USA 17 % vom Umsatz und 15 % vom EBITDA der Gruppe. Der Umsatz stieg auf 251,5 Mio. € und übertraf damit das Vorjahr um 16 %, während das EBITDA 12 % auf 49,6 Mio. € zulegte. Die leicht rückläufige Marge ist auf die Übernahme von drei Ziegelfachhändlern zurückzuführen. Mit reiner Handelsware (Ziegel, Mörtel und verwandte Produkte) erzielen wir aktuell 24 % (Vorjahr: 15 %) des Umsatzes in den USA. Das starke Wachstum resultierte auch aus einem um 8 % höheren Preisniveau, das die um 1 % geringere Absatzmenge mehr als kompensieren konnte. Bei voller Kapazitätsauslastung war der Absatzrückgang auf die mangelnde Verfügbarkeit von Produkten aufgrund geringerer Lagerstände als im Vorjahr zurückzuführen. Negativ ausgewirkt haben sich die deutlich gestiegenen Energiekosten und der schwächere Durchschnittskurs des Dollars, der im Rahmen der Konsolidierung den Umsatz mit 7,7 Mio. € und das EBITDA mit 1,5 Mio. € belastete.

In den USA erwarten wir für 2005 angesichts des starken Wohnungsneubaus ein neues Rekordergebnis. In 2006 wird derzeit allgemein mit einer leichten Abschwächung der Baubeginne gerechnet, die jedoch den Ziegelabsatz kaum beeinträchtigen sollte. Wir konzentrieren unsere Strategie auf den weiteren Ausbau von Direktvertrieb und unserer großen Werksstandorte zur Optimierung der Herstellkosten. Bei einem derzeit nicht zu erwartenden aber möglichen Rückgang der Ziegelnachfrage können wir ältere Fabriken schließen, um durch eine bessere Kostenbasis unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter zu stärken.

USA 1-9/2004 1-9/2005 Vdg. in %
Umsatz in Mio. € 216,2 251,5 +16
EBITDA operativ 1) in Mio. € 44,4 49,6 +12
EBIT operativ 1) in Mio. € 34,3 39,4 +15
Gesamtinvestitionen in Mio. € 29,1 35,7 +23
Capital Employed in Mio. € 297,5 338,0 +14
Mitarbeiter 2.038 2.194 +8
Absatz Vormauerziegel in Mio. WF 952,1 943,5 -1

1) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

Beteiligungen und Sonstiges

Beteiligungen und Sonstiges umfasst vor allem die Holding und die ihr zuordenbaren Kosten sowie die Nicht-Kernaktivitäten der Gruppe: dazu gehören Immobilien und ein Ofenkachelwerk in Österreich. Der Umsatz des Bereiches ging um 41 % auf 12,5 Mio. € zurück und das EBITDA blieb im Vergleich zum Vorjahr nahezu gleich.

Beteiligungen und Sonstiges 1-9/2004 1-9/2005 Vdg. in %
Umsatz 1) in Mio. € 21,1 12,5 -41
EBITDA operativ 2) in Mio. € -10,6 -10,9 -3
EBIT operativ 2) in Mio. € -12,9 -13,3 -3
Capital Employed in Mio. € 46,0 30,8 -33
Mitarbeiter 157 159 +1

1) exklusive Konzerneliminierungen

2) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

Starker Wohnungsneubau führt zu starker Nachfrage und höherem EBITDA

Rekordergebnis in den USA für 2005 und weitere Verbesserung für 2006 erwartet

Zwischenbericht nach IFRS Wienerberger Gruppe

Gewinn- und Verlustrechnung

in TEUR 7-9/2005 7-9/2004 1-9/2005 1-9/2004
Umsatzerlöse 545.771 487.872 1.468.567 1.325.461
Herstellungskosten -325.733 -286.954 -901.424 -801.723
Bruttoergebnis vom Umsatz 220.038 200.918 567.143 523.738
Vertriebskosten -96.438 -82.536 -273.171 -232.213
Verwaltungskosten -28.801 -24.436 -83.228 -69.296
Sonstige betriebliche Aufwendungen -4.776 -6.651 -13.593 -19.626
Sonstige betriebliche Erträge 4.859 9.999 21.135 15.062
Firmenwertabschreibung 0 0 0 0
Operatives Betriebsergebnis vor nicht wiederkehrenden Posten 94.882 97.294 218.286 217.665
Nicht wiederkehrende Abschreibungen und Vorsorgen aus Restrukturierungen -4.977 0 -4.977 0
Nicht wiederkehrende Erträge 0 0 0 0
Betriebsergebnis nach nicht wiederkehrenden Posten 89.905 97.294 213.309 217.665
Equity-Bewertung von assoziierten Unternehmen 9.157 3.764 20.793 8.468
Sonstiges Finanzergebnis -13.861 -4.762 -37.158 -23.351
Finanzergebnis -4.704 -998 -16.365 -14.883
Ergebnis vor Ertragsteuern 85.201 96.296 196.944 202.782
Ertragsteuern -20.638 -23.086 -43.441 -47.262
Ergebnis nach Ertragsteuern 64.563 73.210 153.503 155.520
davon Ergebnis der Minderheiten 2.631 2.287 3.705 4.443
davon Ergebnis der Muttergesellschaft 61.932 70.923 149.798 151.077
Bereinigtes Ergebnis je Aktie vor nicht wiederkehrenden Posten 0,91 0,96 2,11 2,21
Ergebnis je Aktie (in EUR) 0,85 0,96 2,05 2,21
Verwässertes Ergebnis je Aktie (in EUR) 0,85 0,96 2,04 2,21

Segmentberichterstattung

1-9/2005
in TEUR
Zentral-
Osteuropa
Zentral-
Westeuropa
Nord-
Westeuropa
USA Beteiligungen
und Sonstiges 1) Eliminierungen
Konzern- Wienerberger
Gruppe
Umsatz 379.750 292.642 562.107 251.450 12.487 -29.869 1.468.567
EBITDA operativ 2) 103.308 63.934 126.516 49.590 -10.928 332.420
EBIT operativ 2) 67.279 39.250 85.588 39.390 -13.221 218.286
Gesamtinvestitionen 75.285 44.925 80.986 35.743 1.757 238.696
Capital Employed 550.363 405.450 956.418 337.997 30.913 2.281.141
Mitarbeiter 4.830 1.894 4.213 2.194 159 13.290
1-9/2004
Umsatz 381.477 288.559 456.083 216.162 21.079 -37.899 1.325.461
EBITDA operativ 2) 116.842 72.660 94.631 44.429 -10.693 317.869
EBIT operativ 2) 87.628 48.599 60.113 34.332 -13.007 217.665
Gesamtinvestitionen 93.313 48.240 228.334 29.099 1.911 400.897
Capital Employed 430.937 370.699 757.489 297.491 45.939 1.902.555
Mitarbeiter 4.803 1.817 3.671 2.038 157 12.486

1) der Bereich Beteiligungen und Sonstiges enthält Holdingkosten

2) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

Bilanz

in TEUR 30.9.2005 31.12.2004
AKTIVA
Immaterielles Anlagevermögen 556.584 522.064
Sachanlagen 1.465.919 1.337.568
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 32.612 54.872
Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 99.239 76.329
Übrige Finanzanlagen 21.677 21.835
Latente Steuern 72.226 42.737
Langfristiges Vermögen 2.248.257 2.055.404
Vorräte 443.850 391.435
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 269.633 172.753
Sonstige kurzfristige Forderungen 101.136 89.301
Wertpapiere des Umlaufvermögens 37.230 70.517
Zahlungsmittel 71.681 86.492
Kurzfristiges Vermögen 923.530 810.497
Summe Aktiva 3.171.787 2.865.901
PASSIVA
Gezeichnetes Kapital 74.168 74.168
Kapitalrücklagen 415.052 415.052
Gewinnrücklagen 1.000.685 962.644
Eigene Anteile -30.117 -13.327
Unterschiedsbetrag Währungsumrechnung -49.700 -105.502
Anteile im Fremdbesitz 37.405 34.178
Eigenkapital 1.447.493 1.367.214
Personalrückstellungen 74.935 70.810
Latente Steuerrückstellungen 102.699 92.130
Sonstige langfristige Rückstellungen 55.439 51.050
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 953.326 654.711
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 47.238 25.028
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 1.233.637 893.729
Laufende Steuerrückstellungen 581 563
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 45.735 56.431
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 123.672 278.171
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 151.901 145.349
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 168.768 124.444
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 490.657 604.958
Summe Passiva 3.171.787 2.865.901

Entwicklung des Eigenkapitals

in TEUR Konzern Minderheiten Gesamt
Stand 1.1.2005 1.333.036 34.178 1.367.214
Konzernergebnis/Minderheitenergebnis 149.798 3.705 153.503
Dividendenauszahlungen -78.040 -2.411 -80.451
Währungsumrechnung 55.803 1.267 57.070
Hedging Reserven -34.403 -12 -34.415
Kapitalerhöhungen/-herabsetzungen 0 1.600 1.600
Veränderung Eigene Anteile -16.790 0 -16.790
Zugang/Abgang Minderheitenanteil 0 -922 -922
Übrige Veränderungen 684 0 684
Stand 30.9.2005 1.410.088 37.405 1.447.493

Cash-flow Statement

in TEUR 1-9/2005 1-9/2004
Ergebnis nach Ertragsteuern 153.503 155.520
Abschreibungen auf das Anlagevermögen 114.134 100.204
Unbare nicht wiederkehrende Abschreibungen aus Restrukturierungen 1.585 0
Zuschreibungen auf das Anlagevermögen -657 -659
Veränderung langfristiger Rückstellungen 13.520 12.167
Ergebnisübernahme aus assoziierten Unternehmen -20.793 -8.468
Gewinne/Verluste aus Anlagenabgängen -2.662 -6.150
Cash-flow aus dem Ergebnis 258.630 252.614
Veränderungen Vorräte -43.643 -16.226
Veränderungen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -94.806 -88.018
Veränderungen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.872 8.548
Veränderungen übriges Netto-Umlaufvermögen 9.779 44.066
Währungsumrechnungsbedingte Veränderung von Nicht-Fondspositionen -34.613 -4.733
Cash-flow aus laufender Geschäftstätigkeit 99.219 196.251
Einzahlungen aus Anlagenabgängen 40.360 42.848
Auszahlungen für Investitionen in das Sach- und immaterielle Anlagevermögen -193.032 -157.623
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen -209 -55.404
Veränderung Wertpapiere des Umlaufvermögens 33.231 -12.911
Veränderung liquider Mittel aus Konsolidierungskreisänderungen -45.603 -243.274
Cash-flow aus Investitionstätigkeit -165.253 -426.364
Veränderung langfristiger Finanzverbindlichkeiten 299.112 28.683
Veränderung kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten -152.726 355
Gezahlte Dividende Wienerberger AG -78.040 -49.777
Gezahlte Dividende und Kapitalherabsetzungen an Minderheitengesellschafter -2.411 -1.610
Dividendenausschüttungen aus assoziierten Unternehmen 0 2.400
Kapitalerhöhung Wienerberger AG 0 223.913
Einzahlung aus der Ausübung von Stock Options 4.536 0
Erwerb eigener Aktien -21.325 0
Cash-flow aus Finanzierungstätigkeit 49.145 203.964
Veränderung des Finanzmittelbestandes -16.888 -26.149
Einfluss von Wechselkursänderungen auf den Finanzmittelbestand 2.077 2.254
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 86.492 126.704
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 71.681 102.809
davon Zahlungsmittel 71.681 102.809

Anhang zum Zwischenbericht

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der Zwischenbericht zum 30.09.2005 wurde nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards, Regelungen für Zwischenberichte (IAS 34), erstellt.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden vom 31.12.2004 werden unverändert angewandt. Mit Wirkung vom 1.1.2005 trat in der Europäischen Union die Emissionshandelsrichtlinie RL 2003/87/EG in Kraft, aufgrund derer die Wienerberger Gruppe verpflichtet ist, für die Emission des Treibhausgases CO2, das bei der Herstellung von Ziegeln prozessbedingt entsteht, Emissionszertifikate einzulösen. Diese Richtlinie sieht gleichzeitig vor, dass CO2 emittierenden Unternehmen eine bestimmte Zahl von Gratiszertifikaten behördlich zugeteilt werden, um diese Verpflichtung einlösen zu können. Entsprechend den tatsächlichen Emissionen haben Unternehmen entweder Zertifikate nachzukaufen oder können überschüssige Zertifikate frei veräußern. Der Wienerberger Gruppe wurden jährlich rund 2,7 Mio. Tonnen CO2 Emmissionsrechte für die Jahre 2005 bis 2007 gratis zugeteilt. Da der seitens des IASB veröffentlichte IFRIC 3 nach Ablehnung durch die EU-Kommission wieder zurückgenommen wurde, bilanziert Wienerberger die Emissionsrechte wie im vorangegangenen Quartal weiterhin auf Basis von IAS 20 und IAS 38 mit den Anschaffungskosten von Null. Systemkonform sind auch in der Gewinn- und Verlustrechnung nur Aufwendungen für notwendige Beschaffungen wegen zu geringer Zuteilung bzw. Erträge aus der Veräußerung überzähliger Emissionsrechte enthalten.

Wienerberger steuert die Aktivitäten nach regionalen Gesichtspunkten. Daraus leitet sich die lokale Verantwortung des operativen Managements für alle Produkte ab. Die Segmentberichterstattung trägt dem regionalen Fokus der Wienerberger Gruppe Rechnung und wurde gegenüber 31.12.2004 nicht verändert.

Der österreichische Nationalrat hat im Zuge der Steuerreform 2005 eine Senkung des Körperschaftssteuersatzes von 34 auf 25 % beschlossen. Dieser Steuersatz ist erstmals ab der Veranlagung 2005 anzuwenden. Sämtliche latenten Steuerabgrenzungen in Österreich sind gemäß IAS 12.47 bereits seit 31.12.2004 mit dem neuen Steuersatz bewertet.

Unterschiede zu den österreichischen Rechnungslegungsvorschriften (HGB) ergeben sich zum Teil bei der Berechnung der latenten Steuern, der Bestimmung von Rückstellungen (u.a. Sozialkapital), der Bewertung von kurzfristig gehaltenen Wertpapieren und im Ausweis des außerordentlichen Ergebnisses. Für weitere Informationen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen verweisen wir auf den Konzernabschluss zum 31.12.2004, der die Basis für den vorliegenden Zwischenbericht darstellt.

Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss werden alle wesentlichen in- und ausländischen Unternehmen einbezogen, an denen die Wienerberger AG unmittelbar oder mittelbar über die Mehrheit der Stimmrechte verfügt. Gemeinschaftsunternehmen der Schlagmann und Bramac Gruppe werden zu 50 % quotal konsolidiert. Die im März 2005 erworbene Mehrheitsbeteiligung an der von Müller Dachprodukte GmbH & Co. KG mit zwei Dachziegelwerken in Deutschland, zwei im zweiten Quartal erworbene Ziegelwerke in der Slowakei sowie ein Werk in Dänemark wurden erstmals vollkonsolidiert.

Im Vergleichszeitraum 1.1.2004 bis 30.9.2004 ist Koramic Roofing im ersten Quartal 2004 nur mit 50 % enthalten. Drei Ziegelwerke und ein Betonpflasterwerk in Polen, welche im zweiten Quartal 2004 erstkonsolidiert wurden, zwei Ziegelwerke der Wewers Gruppe in Dänemark sowie der ab 24.9.2004 erstmals vollkonsolidierte drittgrößte Ziegelhersteller Großbritanniens "thebrickbusiness" sind im Vergleichszeitraum 2004 nur zeitanteilig enthalten.

Die Veränderungen des Konsolidierungskreises erhöhten für den Zeitraum 1.1.2005 bis 30.9.2005 anteilig mit 98.566 TEUR den Umsatz und mit 17.586 TEUR das EBITDA.

Saisonalität des Geschäftes

Wienerberger verkauft witterungsbedingt in den ersten und letzten Monaten des Jahres geringere Mengen als zur Jahresmitte. Diese saisonale Schwankung zeigt sich in den Relationen des ersten bzw. vierten Quartals, die grundsätzlich unter den Zahlen des zweiten und dritten Quartals liegen.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Der Konzernumsatz ist gegenüber den ersten neun Monaten des Jahres 2004 um 11 % auf 1.468.567 TEUR gestiegen.

Das operative Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA operativ) lag mit 332.420 TEUR um 5 % über dem Vorjahreswert von 317.869 TEUR. Das Finanzergebnis einschließlich at equity-Bewertungen gliedert sich in -35.071 TEUR (Vorjahr: -23.499 TEUR) Zinsergebnis und 18.706 TEUR (Vorjahr: 8.616 TEUR) sonstiges Finanzergebnis. Aufgrund der Harmonisierung der Reportingtermine konnte das Ergebnis der Tondach Gleinstätten Gruppe erstmals zeitgleich in die Equity-Bewertung einbezogen werden. Der Ergebnisanteil für das Jahr 2004 wurde daher in den ersten 9 Monaten nachgeholt.

Im dritten Quartal 2005 wurden zur Anpassung der Kapazitäten an die schwächere Nachfrage vor allem in Deutschland, Polen und Ungarn Restrukturierungsmaßnahmen durchgeführt. Diese Restrukturierungsaufwendungen von 4.977 TEUR enthalten 1.585 TEUR außerplanmäßige Abschreibungen und werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Position "nicht wiederkehrende Abschreibungen und Vorsorgen aus Restrukturierungen" ausgewiesen.

Per 30.9.2005 betrug die Anzahl der ausgegebenen Aktien 74.167.796. Wienerberger hat im Zeitraum vom 24.3.2005 bis 6.5.2005 ein Aktienrückkaufprogramm durchgeführt, bei dem in Summe 600.000 eigene Aktien erworben wurden. Im Zuge des Stock Option Planes wurden vom Wienerberger Management erstmalig 252.000 Optionen auf Wienerberger Aktien zum Preis von 18,- EUR je Aktie ausgeübt. Diese Optionen stammen aus dem Bestand der eigenen Aktien. Nach der Optionsausübung wurden daher per 30.9.2005 981.005 eigene Aktien gehalten, die für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie in Abzug gebracht werden. Die gewichteten Aktien für den Zeitraum 1.1.2005 bis 30.9.2005 betragen 73.193.407.

Erläuterung zum Cash-flow Statement

Der Cash-flow aus dem Ergebnis von 258.630 TEUR lag in den ersten drei Quartalen um rund 2 % über dem Vorjahr. Der Dollar-Euro-Swap führte zu einer Verringerung der Hedging Reserve um 34.415 TEUR, wodurch auch der operative Cash-flow um diesen Betrag vermindert ausgewiesen ist. Die Gegenposition zur Hedging Reserve findet sich im Investitions-Cash-Flow bei den Wertpapieren des Umlaufvermögens, die somit um 34.415 TEUR positiver dargestellt werden. Der Zahlungsmittelabfluss aus Investitionen und Akquisitionen von insgesamt 238.696 TEUR resultierte mit 54.994 TEUR aus Instandhaltungs-, Ersatzund Rationalisierungsinvestitionen (Normalinvestitionen) und mit 183.701 TEUR aus Werksneubauten, -erweiterungen und Akquisitionen (Wachstumsinvestitionen). An die Aktionäre wurden 78.040 TEUR als Dividende sowie 21.325 TEUR für den Rückkauf eigener Aktien ausgezahlt. Durch die Ausübung der Optionen aus dem Stock Option Plan wurden 4.536 TEUR in das Unternehmen eingezahlt.

Erläuterung zur Konzernbilanz

Die in den ersten neun Monaten getätigten Wachstumsinvestitionen erhöhten das Anlagevermögen um 183.701 TEUR. Die Nettoverschuldung stieg aufgrund des höheren Working Capital, der Dividendenauszahlung und der Investitionen um 192.119 TEUR. Positive erfolgsneutrale Währungsumrechnungsdifferenzen in den ersten drei Quartalen 2005 in Höhe von 55.803 TEUR resultieren in erster Linie aus den USA. Dieser Eigenkapitalerhöhung steht eine Verminderung der Hedging Reserve von 34.403 TEUR gegenüber. Das Konzernergebnis erhöhte das Konzerneigenkapital um 149.798 TEUR. Die im April 2005 begebene siebenjährige, endfällige Anleihe mit einem Volumen von 400.000 TEUR ist unter den langfristigen Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen.

Der Vorstand der Wienerberger AG Wien, November 2005

W. Reithofer H. Scheuch H. Tschuden J. Windisch

Marktpräsenz und Segmente

Wienerberger ist der größte Ziegelproduzent weltweit und die Nr. 2 bei Dachsystemen in Europa mit derzeit insgesamt 232 Werken in 24 Ländern.

Wienerberger Ziegelmärkte Europa

Europa gesamt: Nr. 1

Wienerberger Marktpositionen bei Hintermauer- und/oder Vormauerziegel

Europa gesamt: Nr. 2

Wienerberger Dachmärkte Europa

Wienerberger Marktpositionen bei Tondachziegel und/oder Betondachsteinen

4 1 1 4 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Export-Märkte Wienerberger Märkte Joint-ventures Bramac Betondachsteine (50 %) und Tondach Gleinstätten (25 %)

Wienerberger Ziegelmärkte USA

Geschäftsbereiche der Wienerberger Gruppe

Zentral-Osteuropa Zentral-Westeuropa Nord-Westeuropa USA Beteiligungen
und Sonstiges
Österreich Deutschland Belgien Southeast Pipelife
Ungarn Schweiz Holland Midwest Immobilien
Tschechien Italien Frankreich Mid-Atlantic Headquarter
Polen Großbritannien
Slowakei Skandinavien
Kroatien Finnland
Slowenien Baltikum
Rumänien
Bosnien
Semmelrock
Bramac
Tondach Gleinstätten

Wienerberger Marktpositionen bei Vormauerziegel

Status: November 2005

Finanzterminplan

16. November 2005 Ergebnisse zum 3. Quartal 2005
17./18. November 2005 Capital Markets Day in Wien, Österreich
28. November 2005 Investorenmeetings in den USA beim Austria Day in New York
15. Februar 2006 Vorläufige Ergebnisse 2005
28. März 2006 Jahresabschluss 2005: Presse- und Analystenkonferenz in Wien
29. März 2006 Jahresabschluss 2005: Analystenkonferenz in London
27. April 2006 137. o. Hauptversammlung im Congress Center der Messe Wien
28. April 2006 Ex-Tag für Dividende 2005
3. Mai 2006 Ergebnisse zum 1. Quartal 2006
4. Mai 2006 1. Auszahlungstag für Dividende 2005
22. August 2006 Halbjahresabschluss 2006: Presse- und Analystenkonferenz in Wien
23. August 2006 Halbjahresabschluss 2006: Analystenkonferenz in London
8. November 2006 Ergebnisse zum 3. Quartal 2006

Informationen zum Unternehmen und zur Wienerberger Aktie:

Investor Relations Officer: Thomas Melzer
Aktionärstelefon: +43 (1) 601 92-463
E-Mail: [email protected]
Internet: www.wienerberger.com
Wiener Börse: WIE
Reuters: WBSV.VI
Bloomberg: WIE AV
Datastream: O: WNBA
ADR Level 1: WBRBY
ISIN: AT0000831706

Wienerberger Online-Geschäftsbericht 2004: http://geschaeftsbericht.wienerberger.com

Bericht zum dritten Quartal 2005 erhältlich in deutscher und englischer Sprache.

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