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INDUS Holding AG

Annual Report May 9, 2007

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Annual Report

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Bauindustrie

AG 2002 2003 2004 2005 2006
Erträge aus Beteiligungen Mio. EUR 83,4 78,7 77,3 84,4 80,4
EBIT Mio. EUR 74,6 74,8 69,3 74,8 –5,4
Jahresüberschuss Mio. EUR 56,5 56,9 50,5 52,7 –29,3
Bilanzsumme Mio. EUR 804,8 881,9 906,8 986,5 900,3
Anlagevermögen Mio. EUR 573,5 619,0 674,6 756,4 724,4
Grundkapital Mio. EUR 46,8 46,8 46,8 46,8 46,8
Eigenkapital Mio. EUR 411,2 447,4 476,7 508,2 457,2
Eigenkapitalquote % 51,1 50,7 52,6 51,5 50,8
Konzern* 2002 2003 2004 2005 2006
HGB HGB IFRS IFRS IFRS
Umsatz Mio. EUR 680,3 706,2 660,5 731,9 849,3
Auslandsanteil % 35,0 36,0 35,0 35,9 37,9
EBITDA Mio. EUR 116,7 127,7 118,6 125,0 146,5
EBIT Mio. EUR 54,2 67,9 80,0 82,3 85,3
Jahresüberschuss Mio. EUR 10,5 11,5 27,7 21,6 29,1
Abschreibungen Mio. EUR 61,3 59,9 38,6 42,7 61,2
Operativer Cashflow Mio. EUR 94,4 60,7 73,9 53,2 60,8
Bilanzsumme Mio. EUR 678,8 725,8 829,0 921,4 900,4
Anlagevermögen Mio. EUR 331,5 362,8 451,6 524,3 524,9
Eigenkapital Mio. EUR 137,4 124,5 192,8 197,0 204,6
Eigenkapitalquote % 20,2 17,2 23,3 21,4 22,7
Mitarbeiter 4.484 4.727 4.641 4.996 5.174
– Holding 11 12 14 17 18
– Beteiligungen 4.473 4.715 4.627 4.979 5.156

* Die Zahlen für die Geschäftsjahre 2002 und 2003 basieren auf den Rechnungslegungsgrundsätzen des HGB.

Für die Folgejahre fanden entsprechend die Regelungen der International Financial Reporting Standards (IFRS) Anwendung.

Aktie 2002 2003 2004 2005 2006
Ergebnis je Aktie (Konzern) EUR 0,58 0,64 1,62 1,24 1,72
Ergebnis je Aktie (AG) EUR 3,14 3,16 2,81 2,93 –1,63
Cashflow je Aktie EUR 5,24 3,37 4,10 2,96 3,38
Dividende je Aktie EUR 1,15 1,18 1,18 1,20 1,20
Dividendensumme Mio. EUR 20,70 21,24 21,24 21,60 21,60
Jahreshöchstkurs EUR 26,15 22,95 27,25 29,50 33,98
Jahrestiefstkurs EUR 16,34 14,30 19,80 22,40 24,71
Jahresschlusskurs EUR 17,27 20,45 21,97 29,45 29,60
Durchschnittlicher Tagesumsatz Stück 18.372 23.472 36.067 49.509 42.353
Marktkapitalisierung am 31.12. Mio. EUR 310,86 368,10 395,46 530,10 532,80

Finanzkalender

Bilanzpressekonferenz 2. Mai 2007
Analystenkonferenz 3. Mai 2007
3-Monats-Bericht 31. Mai 2007
Hauptversammlung 3. Juli 2007
Dividendenausschüttung 4. Juli 2007
6-Monats-Bericht 31. August 2007
9-Monats-Bericht 30. November 2007
Brief an die Aktionäre 6
Bericht des Aufsichtsrates 8
Organe der Gesellschaft 11
Lagebericht und Konzernlagebericht 12
Geschäft und Rahmenbedingungen 12
Lage der INDUS Holding AG 16
Konzernrechnungslegung 18
Ertragslage 18
Finanzlage 19
Vermögenslage 20
Segmentbericht 21
– Bauindustrie 22
– Maschinenbau 26
– Automobilindustrie 30
– Konsumgüter 34
– Übrige Beteiligungen 38
Mitarbeiter 42
Forschung und Entwicklung 42
Umweltschutz 42
Nachtragsbericht 43
Berichterstattung zu § 315 Abs. 2 Nr. 4 und
Abs. 4 bzw. § 289 Abs. 2 Nr. 5 und Abs. 4 HGB 43
Risikobericht 46
Prognosebericht 50
Investor Relations 52
Corporate Governance-Bericht 54
Konzern- und Einzelabschluss 59
AG-Bilanz 60
AG-Gewinn- und Verlustrechnung 62
Konzern Gewinn- und Verlustrechnung 63
Konzernbilanz 64
Konzern Eigenkapitalspiegel 65
Konzern Kapitalflussrechnung 66
Konzernanhang 68
Bestätigungsvermerk 115
Gewinnverwendungsvorschlag 117
Beteiligungsgesellschaften 118
Impressum 119

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

Helmut Ruwisch Vorsitzender

wir blicken auf ein operativ erfolgreiches Geschäftsjahr 2006 zurück. Der Konzernumsatz wuchs um 16,0 % auf 849,3 Mio. EUR und das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) legte um 17,2 % auf 146,5 Mio. EUR zu. Basis dieser positiven Entwicklung bildete das Portfolio unserer bestehenden Beteiligungen. Der Ausbau unseres Portfolios als fester Bestandteil unserer Unternehmensstrategie trug in 2006 nur zu einem geringen Teil zum Wachstum bei.

Wir investieren in die fünf Segmente Bauindustrie, Maschinenbau, Automobilindustrie, Konsumgüter und Übrige Beteiligungen. Damit erreichen wir eine breite Diversifikation und ein angemessenes Chancen-Risiko-Profil. Schwächere Entwicklungen einzelner Branchen oder Beteiligungsunternehmen werden so durch entsprechend positive Entwicklungen anderer Branchen oder Beteiligungsunternehmen kompensiert.

Die Marktbedingungen der Automobilindustrie sind von einem permanenten Preisdruck der großen Automobilzulieferer und -hersteller geprägt. Vorstand und Aufsichtsrat haben deshalb beschlossen, einzelne Beteiligungsansätze zu korrigieren. Dabei war es uns wichtig, nicht nur die jetzige Situation zu berücksichtigen, sondern zusätzlich die mittelfristigen Risiken aus den Bewertungsansätzen zu eliminieren. Daher führte die Korrektur der Beteiligungsansätze zu einer spürbaren Belastung des Jahresergebnisses im Konzern und vor allem in der AG.

Dem gegenüber stehen natürlich Mehrwerte aus Branchen und Beteiligungsunternehmen, die sich in den vergangenen Jahren äußerst positiv entwickelt haben. Ich denke hier vor allem an unser Segment Bauindustrie. Diese Mehrwerte dürfen jedoch bilanziell nicht ausgewiesen werden. Sie bilden damit Reserven als Folge unserer Buy-and-hold-Strategie.

Wir wollen unsere Beteiligungsunternehmen langfristig weiterentwickeln, einen Verkauf ziehen wir nur in begründeten Ausnahmefällen in Betracht. Dies unterscheidet uns deutlich von Private-Equity-Gesellschaften, die kurzfristig und Exitorientiert agieren.

Mit den beiden Neuakquisitionen, die wir im vergangenen Jahr durchgeführt haben, stärken wir das attraktive Segment Bauindustrie. Die schweizerische ANCOTECH AG, die durch unser Tochterunternehmen BETOMAX erworben wurde, ist spezialisiert auf Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Bewehrungen und Edelstahlteilen.

Die OBUK Haustürfüllungen GmbH & Co. KG, die ab 1. Januar 2007 konsolidiert wird, ist einer der führenden Produzenten von Füllungen aus Kunststoff und Aluminium für Haustüren im Premiumbereich. Beide Unternehmen sind in einer attraktiven Marktnische tätig und verfügen über eine ausgezeichnete Marktposition.

Zusätzlich zu den Käufen haben wir bei unserem bestehenden Beteiligungsunternehmen VULKAN INOX GmbH unseren Beteiligungsanteil von 90 auf 100% und bei WEIGAND Bau GmbH von 70 auf 80 % aufgestockt. Damit halten wir zum Stichtag bei 37 von 41 Beteiligungsunternehmen 100 % der Anteile.

Wir werden auch 2007 unverändert an unserer bewährten und erfolgreichen Strategie festhalten und unser Beteiligungsportfolio zielgerichtet durch weitere Akquisitionen ausbauen. Dabei werden wir sowohl Chancen als auch Risiken genauestens analysieren und bei unseren Investitionsentscheidungen mit Blick auf das Chancen-Risiko-Profil unseres Gesamtportfolios berücksichtigen. Äußerst zurückhaltend werden wir bei Akquisitionen im Bereich Automobilindustrie agieren, während ein Portfolioausbau vor allem in den Segmenten Bauindustrie, Maschinenbau und Konsumgüter denkbar ist.

Berücksichtigt werden muss die derzeitige Situation im Beteiligungsmarkt, die geprägt ist von einer hohen Liquidität der Private-Equity-Gesellschaften. Dies hat zu einem deutlichen Anziehen der Preise geführt. Diese Marktsituation wird uns nicht dazu verleiten, von den bewährten Bewertungskriterien abzuweichen und überzogene Preisvorstellungen zu akzeptieren. Solange diese Marktsituation existiert, werden wir uns strategisch darauf konzentrieren, das interne Wachstum voranzutreiben und die Strukturen der einzelnen Beteiligungsgesellschaften weiter zu optimieren.

Für das Geschäftsjahr 2007 erwarten wir, getragen von einer robusten konjunkturellen Entwicklung, einen wiederum positiven Geschäftsverlauf. Wir streben einen Umsatz von ca. 890,0 Mio. EUR und eine mindestens parallele Verbesserung des operativen Ergebnisses an.

Dr. Lars Bühring hat unser Unternehmen zwanzig Jahre erfolgreich und engagiert mitgestaltet. Aus Altersgründen ist Dr. Bühring per 31. März 2007 ausgeschieden. Ihm gilt mein ganz besonderer Dank.

Ebenso möchte ich an dieser Stelle unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den einzelnen Beteiligungsgesellschaften und der Holding sowie den Geschäftsführern der einzelnen Unternehmen danken. Ihre herausragenden Leistungen und ihr tägliches Engagement waren und sind die Basis für unseren Erfolg. Mein Dank gilt auch unseren Aktionärinnen und Aktionären für ihr zum Teil langjähriges Begleiten unseres Unternehmens.

Ihr

Helmut Ruwisch Vorstandsvorsitzender

Dr. Winfried Kill Vorsitzender

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Aufsichtsrat hat sich auch im abgelaufenen Geschäftsjahr intensiv mit der Lage und den Perspektiven des Unternehmens befasst und über wichtige Geschäftsvorfälle informiert. Sämtliche uns nach Gesetz, Satzung, Corporate Governance Kodex und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben und Pflichten haben wir wahrgenommen. Wir überwachten kontinuierlich die Geschäftsführung des Vorstandes und berieten ihn in allen wesentlichen Fragen. Der Vorstand informierte stets umfassend über den allgemeinen Geschäftsverlauf und grundsätzliche Fragen der Unternehmenspolitik. Grundlage waren die schriftlichen und mündlichen Berichte, die wir in unseren Sitzungen ausführlich mit dem Vorstand diskutiert haben. In meiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender stand ich während des Geschäftsjahres wie in den Vorjahren in einem regelmäßigen Informationsund Gedankenaustausch mit dem Vorstandsvorsitzenden, sodass wir stets über die Geschäftspolitik, die Einhaltung der Unternehmensplanung einschließlich der Finanz-, Investitions- und Personalplanung, die Rentabilität der Gesellschaft und den Gang der Geschäfte informiert waren.

Im Geschäftsjahr 2006 trat der Aufsichtsrat zu insgesamt vier Sitzungen zusammen. Die Mitglieder des Aufsichtsrates waren in allen Sitzungen präsent. Der Vorstand berichtete detailliert über die Quartalsabschlüsse und den Ausblick auf den Jahresabschluss 2006. Besondere Aufmerksamkeit schenkten wir der Optimierung der Portfoliosteuerung, der Entwicklung einzelner Beteiligungsgesellschaften sowie der Umsetzung der Akquisitionsstrategie. Neben diesen Themen setzte sich der Aufsichtsrat in den einzelnen Sitzungen intensiv mit den beiden Akquisitionen ANCOTECH und OBUK, der Bewertung der Geschäftswerte, des Finanzanlagevermögens sowie der Planungsrechnung 2007 auseinander. Ebenso galt der Weiterentwicklung der Corporate Governance im Hinblick auf die überarbeitete Kodexfassung besondere Aufmerksamkeit. Im Einzelfall konnten Fragen durch Hinzuziehen von Experten aus der Rechts- oder Steuerberatung gesondert beraten und geprüft werden. Der wie in den Vorjahren gebildete Personalausschuss tagte dreimal. Weitere Ausschüsse existieren nicht.

Der Aufsichtsrat misst weiterhin der Weiterentwicklung der Corporate Governance im Unternehmen einen hohen Stellenwert bei. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat der Aufsichtsrat gemeinsam mit dem Vorstand geprüft, welche Empfehlungen zusätzlich eingehalten werden können, wobei wir die Änderungen des Corporate Governance Kodex vom 12. Juni 2006 berücksichtigt haben. Die aktuelle Entsprechenserklärung ist im Internet veröffentlicht und auch im Kapitel Corporate Governance-Bericht abgedruckt. Darüber hinaus haben wir auch eingehend die in den §§ 289 Abs. 4 bzw. 315 Abs. 4 HGB genannten Instrumente

und vertraglichen Vereinbarungen geprüft, die im Einzelfall eine mögliche Übernahme der Gesellschaft erschweren könnten. Dabei sind wir zu der Auffassung gelangt, dass sämtliche getroffenen Maßnahmen vor dem Hintergrund der spezifischen Unternehmenssituation angemessen sind. Weitere Erläuterungen entnehmen Sie bitte dem Lagebericht.

Entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung vom 11. Juli 2006 erteilte der Aufsichtsrat der Treuhand- und Revisions-Aktiengesellschaft Niederrhein, Krefeld, den Auftrag zur Prüfung des Jahresabschlusses und Lageberichts (HGB) und des Konzernjahresabschlusses und Konzernlageberichts (IFRS). Der Aufsichtsrat hat vom Wirtschaftsprüfer eine Erklärung eingeholt, inwieweit weitere geschäftliche oder finanzielle Beziehungen mit dem INDUS-Konzern vorliegen. Diese Erklärung gab keinen Anlass zu Beanstandungen. Der Abschlussprüfer hat den Jahres- und Konzernabschluss sowie die Lageberichte der INDUS Holding AG geprüft. Diese Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt mit der Ausnahme der folgenden Einschränkungen: "Wie in den Vorjahren hat die Gesellschaft im Anhang zum Konzernabschluss (Aufstellung des Anteilsbesitzes) für die Unternehmen, von denen sie mindestens den fünften Teil der Anteile besitzt, das Ergebnis des letzten Geschäftsjahres nicht angegeben. Diese Angabe nach § 313 Abs. 2 HGB ist durch Fortfall der Schutzklausel nach § 313 Abs. 3 HGB verpflichtend. Außerdem sind die Angaben gemäß IFRS 3.67 d, f, h und i sowie 3.70 a und b für Unternehmenszusammenschlüsse (insbesondere Angaben zu Kaufpreisen, Umsätzen und Ergebnissen von erworbenen Unternehmen) im Anhang zum Konzernabschluss nicht enthalten." Diese Einschränkungen haben Vorstand und Aufsichtsrat bewusst in Kauf genommen, um durch den Verzicht auf eine Veröffentlichung der Einzelergebnisse die einzelnen Beteiligungsunternehmen vor Schaden zu bewahren. Nur so kann sichergestellt werden, dass die in Nischenmärkten agierenden Unternehmen keine Nachteile im operativen Geschäft erleiden. Ferner ist die Veröffentlichung von Kaufpreisen nicht zu verantworten, da von Käuferseite absolute Diskretion gegenüber den Verkäufern vertraglich garantiert werden muss.

Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss, den Konzernabschluss, den Lagebericht, den Konzernlagebericht sowie den Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns geprüft und mit dem Vorstand beraten. An den Beratungen nahm der Abschlussprüfer teil; er erläuterte die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung und stand zusätzlich für Fragen zum Prüfbericht zur Verfügung. Alle entsprechenden Unterlagen, insbesondere auch die Prüfberichte, lagen allen Mitgliedern des Aufsichtsrates rechzeitig vor. Der Aufsichtsrat stimmt mit dem Prüfungsergebnis des Abschlussprüfers überein und hat auch nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen Prüfung keine Einwände gegen den Jahres- und Konzernabschluss sowie die Lageberichte. In der Bilanzsitzung vom 24. April 2007

billigte der Aufsichtsrat den Jahres- und Konzernabschluss und stellte den Jahresabschluss fest. Den Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns zur Ausschüttung einer Dividende von 1,20 EUR je Aktie und Vortrag des verbleibenden Restbetrags auf neue Rechnung unterstützt der Aufsichtsrat uneingeschränkt.

Im vergangenen Geschäftsjahr kam es zu zwei Veränderungen im Vorstand. Mit Wirkung zum 1. Januar 2006 berief der Aufsichtsrat Herrn Dr.-Ing. Johannes Schmidt in den Vorstand. Er übernahm die Ressorts Technik und Investitionen. Darüber hinaus verstärkt ab dem 1. Oktober 2006 Herr Wolfgang E. Höper den Vorstand, sodass der Vorstand zum Jahresende aus fünf Mitgliedern bestand.

Zum 31. März 2007 schied Herr Dr. Lars Bühring aus Altersgründen nach fast zwanzigjähriger Tätigkeit aus dem Unternehmen aus. Er war von Beginn an in hohem Maße mitverantwortlich für die unternehmerische Ausrichtung und den wirtschaftlichen Erfolg unserer Gesellschaft. Seine fachliche Kompetenz und uneingeschränkte Loyalität finden große Anerkennung. Wir danken ihm für seinen außerordentlichen Einsatz und wünschen ihm für die weiteren Lebensjahre alles Gute.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand, den Geschäftsführern der Beteiligungsgesellschaften und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die geleistete erfolgreiche Arbeit im Geschäftsjahr 2006. Ohne ihren unermüdlichen Einsatz wäre die positive Entwicklung der INDUS Holding AG nicht möglich gewesen.

Bergisch Gladbach, im April 2007

Für den Aufsichtsrat

Dr. Winfried Kill Vorsitzender

ORGANE DER GESELLSCHAFT 1 1

Der Vorstand der INDUS Holding AG v. l. n. r.: Michael Eberhart, Helmut Ruwisch, Wolfgang E. Höper, Dr. Johannes Schmidt

Vorstand

Dipl.-Kfm. Helmut Ruwisch – Vorsitzender –

Dipl.-Volkswirt Dr. Lars Bühring – bis 31. März 2007 –

Dipl.-Wirtsch.-Ing. Michael Eberhart

Dipl.-Kfm. Wolfgang E. Höper – seit 1. Oktober 2006 –

Dr.-Ing. Johannes Schmidt

Aufsichtsrat

Dipl.-Kfm. Dr. Winfried Kill,
Bergisch Gladbach
– Vorsitzender –

Dipl.-Kfm. Günter Kill, Köln – stellv. Vorsitzender –

Prof. Dr. Axel Kollar, Düsseldorf

Dr. Uwe Jens Petersen, Rechtsanwalt, Hamburg

Dr. Egon Schlütter, Rechtsanwalt, Köln

Dipl.-Kfm. Bernhard Scholten, Maisons-Laffitte, Frankreich

Geschäfts- und Rahmenbedingungen

Bericht des Vorstands

Das Geschäftsjahr 2006 war für INDUS ein ereignisreiches Jahr. Das Unternehmen befindet sich unverändert auf Wachstumskurs. Umsatz und EBITDA erreichten, beeinflusst von einem starken Exportgeschäft und einer anziehenden Inlandsnachfrage, neue Höchststände. Zu dieser positiven Entwicklung trugen maßgeblich die bestehenden Beteiligungsunternehmen bei. Mit der Akquisition von OBUK, die ab dem 1. Januar 2007 wirksam wurde, hat INDUS bereits einen Vorgriff auf das laufende Jahr getätigt.

Der positiven Entwicklung des operativen Ergebnisses stehen einmalige, nicht liquiditätswirksame Belastungen aus der Neubewertung des Finanzanlagevermögens (AG) bzw. des Goodwills (Konzern) gegenüber, die insbesondere aufgrund der schwachen Entwicklung im Segment Automobilindustrie notwendig war. Bei der Neubewertung wurden auch die mittelfristigen Risiken berücksichtigt. Dies führt zu einem Jahresfehlbetrag in der AG. Vor dem Hintergrund der konstant positiven operativen Entwicklung hat der Vorstand beschlossen, einen Teil der Gewinnrücklage aufzulösen. Damit wird der Jahresfehlbetrag der AG ausgeglichen und ein Bilanzgewinn ausgewiesen. Vorbehaltlich der Zustimmung der Hauptversammlung soll aus diesem Bilanzgewinn eine unveränderte Dividende von 1,20 EUR je Aktie ausgeschüttet werden. Auch nach diesen Maßnahmen verfügt INDUS in der AG über eine hohe Eigenkapitalquote von über 50 %. Die ausreichend vorhandenen liquiden Mittel und nicht ausgenutzte Finanzierungszusagen der Banken sind weiterhin die Basis, um die langfristige Wachstumsstrategie durch den zielgerichteten Ausbau des Beteiligungsportfolios fortzusetzen.

Konzernstruktur

Die Konzernstruktur der INDUS Holding AG gliedert sich in eine Holding und in die einzelnen Beteiligungsgesellschaften als selbstständige operative Einheiten. Zwischen Holding und Beteiligungsunternehmen gibt es klare Aufgabenverteilungen. Die Holding übernimmt dabei die klassischen Querschnittsfunktionen und unterstützt die Beteiligungsunternehmen in den Bereichen Finanzierung, Controlling, Bilanzierung, Steuern und Recht. Als börsennotierte Gesellschaft mit guten Bonitätseinschätzungen ermöglicht die Holding den einzelnen Beteiligungen Zugang zu sämtlichen Finanzierungsmöglichkeiten des Kapitalmarktes, die ihnen als mittelständische Unternehmen nicht möglich wären. Dadurch werden die Finanzierungskosten in der Gruppe optimiert.

INDUS ordnet die Beteiligungsunternehmen in die fünf Segmente Bauindustrie, Maschinenbau, Automobilindustrie, Konsumgüter und Übrige Beteiligungen. Die Zuordnung zu einem dieser fünf Segmente hängt ausschließlich von der Branche ab, in die das jeweilige Beteiligungsunternehmen hauptsächlich seine Produkte liefert. In das Segment Übrige Beteiligungen werden die Unternehmen eingeordnet, die sich keinem der vier Kernsegmente zuordnen lassen.

Die Geschäftsführer der Beteiligungsunternehmen tragen die volle Verantwortung für das operative Geschäft. Das dezentrale Führungssystem lässt ihnen die Freiheiten, die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, den Produktionsprozess und den Vertrieb eigenverantwortlich zu steuern. Zum Bilanzstichtag zählten insgesamt 41 operative Einheiten und zahlreiche Enkelgesellschaften zum Beteiligungsportfolio der INDUS Holding AG.

Steuerungssystem

Vorrangiges Ziel der INDUS Holding AG ist die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes. Zusammen mit den einzelnen Beteiligungsgesellschaften entwickelt die Holding auf Basis fortgeschriebener Einzelstrategien detaillierte kurzund mittelfristige Planungsszenarien. Die Einhaltung dieser Szenarien wird durch ein effizientes Controllingsystem kontinuierlich überprüft, sodass jederzeit die Möglichkeit besteht, bei maßgeblichen Abweichungen frühzeitig gegenzusteuern. Das Controlling der Beteiligungsgesellschaften basiert vorrangig auf den Finanzkennzahlen wie Umsatz, Kapitalrendite und Cashflow.

Strategie

INDUS investiert ausschließlich in den mehrheitlichen Erwerb von mittelständischen Unternehmen und in die kontinuierliche Weiterentwicklung der vorhandenen Beteiligungen. Dabei stehen Unternehmen im Fokus, die über eine starke Marktposition in einer attraktiven Marktnische und als Produktionsunternehmen über ein stabiles Geschäftsmodell und ein erfolgreiches Produktprogramm verfügen. Die Prüfung, ob ein Unternehmen ein geeigneter Akquisitionskandidat ist, erfolgt anhand detaillierter Kriterien.

Neben den finanziellen Kriterien hat INDUS weitere qualitative Anforderungen entwickelt. Im Mittelpunkt steht dabei vor allem eine eingehende Analyse und Bewertung des jeweiligen Geschäftsmodells. Entscheidend ist die langfristige Stabilität der Unternehmensentwicklung, verbunden mit nachhaltigen Wachstumsperspektiven im Branchenumfeld. Wesentlich ist, dass potenzielle Akquisitionsziele über eine breite Abnehmerstruktur verfügen und somit die Abhängigkeit von einzelnen Kunden deutlich begrenzt ist. Ziel ist die Stabilität des Gesamtportfolios und eine ausgewogene Diversifikation von Chancen und Risiken.

Das Wachstum von INDUS wird generell durch die Akquisition von mittelständischen Unternehmen erreicht. Ziel aller Akquisitionen ist, mittelfristig 100 % der Anteile zu übernehmen. INDUS geht ausschließlich dauerhafte Beteiligungen ein und verfolgt grundsätzlich keine Exit-Strategien. Die breite Unterstützung durch INDUS bei der Weiterentwicklung des operativen Geschäfts in den sich schnell ändernden globalen Märkten gibt den mittelständischen Unternehmen einzigartige Möglichkeiten. Dabei bleibt die erfolgreiche Struktur der akquirierten Unternehmen gewahrt. Gleichwohl setzt INDUS zur Optimierung des Portfolios individuelle Instrumente zur Renditesteigerung bei den Beteiligungsunternehmen ein, um die internen Rentabilitätsziele zu erreichen. Die einzelnen Maßnahmen werden im engen Dialog mit dem jeweiligen Geschäftsführer geplant, optimiert und durchgeführt.

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die Weltwirtschaft befand sich 2006 weiterhin auf einem dynamischen Wachstumskurs. Der Anstieg der Rohstoffpreise, insbesondere des Preises für Rohöl, der im August 2006 einen neuen Höchstwert erreichte, wirkte sich wie im Vorjahr nur wenig bremsend aus. Dominierende Einflussfaktoren waren das – trotz leichter Erhöhung seitens der Notenbanken – vergleichsweise niedrige Zinsniveau sowie die günstige Ertragslage der Unternehmen. In den einzelnen Industrieländern verlief die Entwicklung höchst unterschiedlich. In den USA schwächte sich das Bruttoinlandsprodukt nach einem starken Jahresbeginn nach mehreren Zinserhöhungen im weiteren Verlauf spürbar ab. Auch in Lateinamerika, Japan und Ostasien blieb die konjunkturelle Dynamik zwar robust, flachte jedoch etwas ab. Überaus positiv war hingegen die konjunkturelle Entwicklung in China und den neuen EU-Mitgliedsländern Osteuropas.

Die wirtschaftliche Entwicklung im Euroraum nahm 2006 nach eher schwächeren Vorjahren deutlich an Fahrt auf. Das reale Bruttoinlandsprodukt erhöhte sich nach Berechnungen des ifo-Instituts von 1,4 % auf 2,7 %. Wesentliche Treiber für diesen deutlichen Aufschwung waren der lebhafte Anstieg des Konsums und die merkliche Zunahme der Investitionen in Ausrüstungen und Bauten. Während hier die Entwicklung in den großen Ländern des Euroraums nahezu einheitlich verlief, entwickelte sich der Außenbeitrag mit Rückgängen in Frankreich und Spanien differenziert. Trotz des starken Anstiegs blieb die Wirtschaft im Euroraum auch im fünften Jahr in Folge hinter der wirtschaftlichen Entwicklung in den USA zurück. Mit Spanien, Griechenland, Finnland, Irland, Slowenien und Luxemburg gelang es lediglich sechs Ländern des Euroraums, die Wachstumsrate der US-amerikanischen Wirtschaft von 3,4 % zu übertreffen. Besonders die drei Volkswirtschaften von Frankreich, Italien und Portugal blieben mit Wachstumsraten zwischen 1,5 % und 2,1% zurück.

Positiv verlief die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes stieg das reale Bruttoinlandsprodukt im Inland um 2,7 %, kalenderbereinigt sogar um 2,9 %. Dies ist nicht nur eine kräftige Wachstumsbeschleunigung gegenüber dem Vorjahr mit einem Wachstum von 0,9 %, sondern der stärkste Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts in Deutschland seit dem Boomjahr 2000. Bemerkenswert ist dabei vor allem, dass neben dem wiederum starken Exportgeschäft auch der Konsum und die Investitionen deutlich zu diesem Aufschwung beitrugen und ihn damit auf eine breitere und robustere Basis gestellt haben. Die realen Exporte stiegen um 12,5 % und lagen damit wiederum deutlich über der Wachstumsrate der realen Importe mit 11,1 %. Im Ergebnis steuerte der Außenbeitrag ein Wachstum von 1,1 % (Vorjahr: 0,4 %) zum Bruttoinlandsprodukt bei, lag damit aber anders als in den beiden Vorjahren unter dem der inländischen Verwendung, die mit 1,6 % (Vorjahr: 0,5 %) deutlich dynamischer wuchs. So stiegen die Bruttoanlageinvestitionen insgesamt um 5,6 % und damit so stark wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Besonders erfreulich ist dabei der Anstieg der Bauinvestitionen um 4,2 % nach einer jahrelangen Schwächeperiode. Aber auch die Ausrüstungsinvestitionen lagen mit 7,3 % ebenso über Vorjahresniveau wie die Investitionen in sonstige Anlagen mit einem Plus von 5,9 %. Erstmals seit vielen Jahren löste sich 2006 die Kaufzurückhaltung der Haushalte, und es wurde wieder mehr Geld für den Konsum ausgegeben. Die privaten Konsumausgaben stiegen auch bedingt durch Vorzieheffekte aus der Mehrwertsteuererhöhung um 0,8 %; der Staat erhöhte seine Konsumausgaben sogar um 1,8%.

Lage der INDUS Holding AG

Ertragslage

Beteiligungserträge Mio. EUR 77,3 84,4 80,4 2004 2005 2006

Bilanzgewinn / Jahresüberschuss Mio. EUR

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde ein Umsatz in Höhe von 7,2 Mio. EUR (Vorjahr: 3,2 Mio. EUR) erzielt. In dieser Erhöhung spiegeln sich die stark angestiegenen Beratungsleistungen von INDUS für ihre Beteiligungsgesellschaften wider. Die Ursache hierfür liegt in der zunehmenden Komplexität und Internationalisierung der Märkte, in denen sich die Beteiligungsgesellschaften bewegen. Geschäftsbeziehungen mit außen stehenden Dritten bestanden wie in den Vorjahren nicht. Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen bei 3,2 Mio. EUR (Vorjahr: 13,2 Mio. EUR). In 2005 war diese Position in erster Linie von der Wertaufholung bei Unternehmen mit positiver Ertragsentwicklung beeinflusst.

Die Ergebnisentwicklung ist wesentlich geprägt von der vorgenommenen Neubewertung des Finanzanlagevermögens. Diese führte zu Abschreibungen von 86,6 Mio. EUR (Vorjahr: 11,0 Mio. EUR). 45,4 Mio. EUR entfielen davon auf Unternehmen des Segments Automobilindustrie. Die übrigen Abschreibungen verteilen sich auf Abschreibungen in Höhe von 2,0 bis 3,0 % pro Jahr auf das Finanzanlagevermögen und einzelne Sonderabschreibungen. Ursache für die niedrigeren Bewertungsansätze einzelner Beteiligungen des Segments Automobilindustrie ist der unverändert hohe Margendruck seitens der großen Produzenten und Zulieferer. INDUS erwartet aus heutiger Sicht nicht, dass dieser Druck mittelfristig nachlässt. Eine nachhaltige Verbesserung der Rentabilitätslage der betroffenen Gesellschaften ist aktuell nicht zu erwarten. Diese Entwicklung bestätigt die von INDUS seit Mitte 2005 zurückhaltende Akquisitionstätigkeit in dieser Branche. Mit der durchgeführten Neubewertung berücksichtigt INDUS die aktuellen sowie die erkennbaren Bewertungsrisiken der nächsten Jahre. Den verringerten Bilanzansätzen stehen deutlich höhere Unternehmenswerte gegenüber, die durch die verbesserte Ertragskraft in anderen Segmenten geschaffen worden sind. Diese Wertsteigerungen können jedoch bilanziell nicht ausgewiesen werden.

Die Personalaufwendungen sanken, maßgeblich bedingt durch den Wegfall der Sondereffekte in 2005, um 22,0 % auf 3,2 Mio. EUR (Vorjahr: 4,1 Mio. EUR). Nahezu konstant blieben die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen mit 0,4 Mio. EUR (Vorjahr: 0,5 Mio. EUR). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sanken um 35,5 % auf 4,9 Mio. EUR (Vorjahr: 7,6 Mio. EUR).

Die Erträge aus Beteiligungen liegen bei 80,4 Mio. EUR (Vorjahr: 84,4 Mio. EUR). Dieser leichte Rückgang muss im Zusammenhang mit dem Anstieg des Umsatzes aufgrund stark erhöhter Beratungsleistungen gesehen werden. Das stabile operative Ergebnis zeigt, dass sich das Konzept der Risikodiversifizierung auf fünf Segmente bewährt hat. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ging

aufgrund der hohen Abschreibungen infolge der Neubewertung des Anlagevermögens auf –20,2 Mio. EUR zurück (Vorjahr: 57,6 Mio. EUR). Nach Abzug der Steuern in Höhe von 9,2 Mio. EUR ergibt sich somit ein Jahresfehlbetrag von 29,3 Mio. EUR (Vorjahr: Jahresüberschuss von 52,7 Mio. EUR). Dieser Jahresfehlbetrag sowie die Entnahme aus den anderen Gewinnrücklagen führen zu einem Bilanzgewinn in Höhe von 22,3 Mio. EUR. Das Ergebnis je Aktie liegt bei –1,63 EUR (Vorjahr: 2,93 EUR).

Der gemeinsame Gewinnverwendungsvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat sieht vor, die kontinuierliche Dividendenpolitik angesichts der positiven operativen Entwicklung für 2006 fortzusetzen und aus dem Bilanzgewinn eine Dividende von 1,20 EUR je Aktie auszuschütten.

Finanz- und Vermögenslage

Die Bilanzsumme der INDUS Holding AG verringerte sich deutlich auf 900,3 Mio. EUR (Vorjahr: 986,5 Mio. EUR). Hier zeigen sich sowohl die Auswirkungen der vorgenommenen Neubewertung des Finanzanlagevermögens als auch die Rückzahlung des syndizierten Kredites in Höhe von 100 Mio. EUR. Das Finanzanlagevermögen sank um 31,6 Mio. EUR auf 720,8 Mio. EUR, während das Sachanlagevermögen mit 3,7 Mio. EUR nahezu konstant blieb (Vorjahr: 4,0 Mio. EUR). Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen lagen bei 137,1 Mio. EUR deutlich unter Vorjahresniveau. Auch nach der Korrektur des Finanzanlagevermögens verfügt INDUS über gesunde Bilanzrelationen. Das Eigenkapital betrug zum 31. Dezember 2006 457,2 Mio. EUR (Vorjahr: 508,2 Mio. EUR). Dies entspricht einer weiterhin hohen Eigenkapitalquote von 50,8 % (Vorjahr: 51,5 %). Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten konnten um 38,3 Mio. EUR auf 389,9 Mio. EUR reduziert werden.

Mitarbeiter

In der AG waren im vergangenen Geschäftsjahr durchschnittlich 18 Personen beschäftigt.

Konzernrechnungslegung

Ertragslage

Der Konzernumsatz stieg im vergangenen Jahr um rund 16,0 % auf 849,3 Mio. EUR (Vorjahr: 731,9 Mio. EUR). Positive Impulse kamen vor allem aus den Beteiligungsunternehmen der Bauindustrie und des Maschinenbaus sowie aus der Veränderung des Konsolidierungskreises. Die im Vorjahr akquirierten Unternehmen SELZER und MIGUA wurden erstmals ganzjährig und die in 2006 erworbene ANCOTECH zeitanteilig ab dem 1. Juni 2006 konsolidiert. Der Auslandsanteil am Gesamtumsatz erhöhte sich 2006 auf 37,9 % (Vorjahr: 35,9 %).

Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen bei 17,8 Mio. EUR (Vorjahr: 16,9 Mio. EUR). Die Bestandsveränderungen an fertigen und unfertigen Erzeugnissen stiegen von 2,4 auf 10,5 Mio. EUR.

Die unverändert hohen Rohstoff- und Energiepreise, die erst gegen Ende des Berichtsjahres etwas nachgaben, führten zu einer Erhöhung des Materialaufwands um 20,8 % auf 394,3 Mio. EUR (Vorjahr: 326,4 Mio. EUR). Vor allem die rohstoffintensiven Branchen wie Maschinenbau und Automobilindustrie waren von dem hohen Kostenniveau betroffen. Insgesamt stieg daher die Materialaufwandsquote um 1,8 Prozentpunkte auf 46,4 % (Vorjahr: 44,6 %). Der Personalaufwand lag bei 226,4 Mio. EUR und damit um 12,7 % über dem Vorjahresniveau von 200,9 Mio. EUR. Dank der initiierten Rationalisierungsmaßnahmen bei den einzelnen Beteiligungsunternehmen sank die Personalaufwandsquote auf 26,7 % (Vorjahr: 27,5 %). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um 10,3 % auf 116,7 Mio. EUR (Vorjahr: 105,8 Mio. EUR). Dies ist in erster Linie auf die höhere Gesamtleistung zurückzuführen.

Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verbesserte sich 2006 um 17,2 % auf 146,5 Mio. EUR (Vorjahr: 125,0 Mio. EUR). Die Abschreibungen stiegen insgesamt auf 61,2 Mio. EUR (Vorjahr: 42,7 Mio. EUR). Diese Entwicklung ist in erster Linie in den erhöhten Abschreibungen auf Firmenwerte begründet. Vor allem die Bewertungen der Beteiligungsunternehmen des Segments Automobilindustrie mussten aufgrund der schwachen Margenentwicklung infolge des unverändert hohen Preisdrucks der großen Automobilhersteller und -zulieferer entsprechend korrigiert werden. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) erhöhte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr leicht auf 85,3 Mio. EUR (Vorjahr: 82,3 Mio. EUR).

Das Zinsergebnis 2006 liegt bei –23,8 Mio. EUR im Vergleich zu –37,0 Mio. EUR im Vorjahr. Die Gründe für diesen starken Rückgang liegen zum einen im geringeren Zinsaufwand durch die Rückzahlung des syndizierten Kredites in Höhe von 100 Mio. EUR Anfang 2006. Zum anderen wirkt sich hier die im Anhang erläuterte Änderung der Bilanzierungsgrundsätze aus. Dies führt hier zu zusätzlichem Aufwand in 2005 in Höhe von 5,4 Mio. EUR und in 2006 zu einem Ertrag von 4,1 Mio. EUR, jeweils nach latenten Steuern.

Bedingt durch diese Sondereffekte erhöhte sich das Ergebnis vor Steuern (EBT) auf 61,5 Mio. EUR (Vorjahr: 45,3 Mio. EUR).

Die Steuern lagen bei 29,9 Mio. EUR und damit um 34,7 % über dem Vorjahresniveau von 22,2 Mio. EUR. Die Steuerquote blieb mit 48,6 Prozentpunkten konstant. Nach Minderheitenanteilen stieg der Jahresüberschuss um 34,7 % auf 29,1 Mio. EUR (Vorjahr: 21,6 Mio. EUR). Dementsprechend lag das Ergebnis je Aktie bei 1,72 EUR (Vorjahr: 1,24 EUR).

Finanzlage

Bei der Beurteilung der Finanzlage kommt der Cashflow-Rechnung eine zentrale Bedeutung zu. Der Cashflow aus Geschäftstätigkeit stieg um 7,6 Mio. EUR auf 60,8 Mio. EUR. Die Gründe hierfür sind in erster Linie die erhöhten Abschreibungen und Steuern, die aber durch das geringere Zinsergebnis und höhere Vorräte teilkompensiert werden. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit sank um 45,8 Mio. EUR auf –53,3 Mio. EUR. Dieser deutliche Rückgang ist in erster Linie auf die geringere Akquisitionstätigkeit zurückzuführen. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit war im Wesentlichen von der Rückzahlung des syndizierten Kredites in Höhe von 100 Mio. EUR geprägt. Dies erklärt den Rückgang um 77,7 Mio. EUR auf – 48,4 Mio. EUR. Zusätzlich zur Rückführung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und der Neuaufnahme von Krediten entstand ein Mittelabfluss durch die Auszahlung der Dividende (21,6 Mio. EUR).

Die Nettoverschuldung erhöhte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 15,7 Mio. EUR auf 426,9 Mio. EUR (Vorjahr: 411,2 Mio. EUR). An außerbilanziellen Finanzierungsinstrumenten nutzte INDUS vor allem das Leasing. So wurden in erster Linie verschiedene Immobilien langfristig geleast.

Vermögenslage

Die Bilanzsumme des INDUS-Konzerns hat sich – auch bedingt durch die Rückzahlung des syndizierten Kredites – um 21,0 Mio. EUR auf 900,4 Mio. EUR reduziert.

Auf der Aktivseite blieben die langfristigen Vermögenswerte nahezu konstant. Die Sachanlagen stiegen leicht auf 226,8 Mio. EUR. Die Finanzanlagen verringerten sich um 1,9 Mio. EUR auf 6,3 Mio. EUR. Die kurzfristigen Vermögenswerte verringerten sich um 21,6 Mio. EUR auf 375,5 Mio. EUR. Aufgrund des höheren Geschäftsvolumens verzeichnete das Vorratsvermögen einen Anstieg auf 158,4 Mio. EUR (Vorjahr: 137,3 Mio. EUR). Die kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen lagen zum Bilanzstichtag bei 108,1 Mio. EUR (Vorjahr: 109,5 Mio. EUR). Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich um 1,5 Mio. EUR auf 16,3 Mio. EUR. Die liquiden Mittel reduzierten sich, maßgeblich beeinflusst durch die Rückzahlung des syndizierten Kredites, um 40,9 Mio. EUR auf 92,7 Mio. EUR. Damit verfügt INDUS unverändert über eine komfortable Liquiditätsposition, um jederzeit flexibel am Beteiligungsmarkt agieren zu können.

Das Konzerneigenkapital erhöhte sich um 7,6 Mio. EUR auf 204,6 Mio. EUR. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich auf 22,7 % im Vergleich zu 21,4 % im Vorjahr. Die lang- und mittelfristigen Finanzschulden stiegen von 362,4 Mio. EUR auf 419,9 Mio. EUR. Die Pensionsrückstellungen blieben mit 14,8 Mio. EUR nahezu unverändert. Ebenso unverändert waren die sonstigen langfristigen Rückstellungen mit 3,0 Mio. EUR. Die kurzfristigen Finanzschulden verminderten sich aufgrund der Rückführung des syndizierten Kredites deutlich um 82,8 Mio. EUR auf 99,6 Mio. EUR. Insgesamt betrugen die Finanzschulden im Konzern 519,5 Mio. EUR, das heißt 25,2 Mio. EUR unter dem Vorjahr. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen aufgrund des erhöhten Geschäftsvolumens um 7,7 Mio. EUR auf 33,9 Mio. EUR. Mit 35,7 Mio. EUR liegen die kurzfristigen Rückstellungen auf Vorjahresniveau.

Segmentbericht

Beteiligungen 2006 nach Segmenten

Bauindustrie

Die deutsche Bauindustrie kann erstmals seit zehn Jahren, in denen sie zum Teil deutliche Umsatzeinbußen hinnehmen musste, auf einen überaus positiven Jahresverlauf zurückblicken. Nach Angabe des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie stieg der Umsatz im Bauhauptgewerbe 2006 im Vergleich zum Vorjahr um 9,2 %. Motor der Entwicklung war vor allem der Wirtschaftsbau mit einem Plus von 11,7 %. Der Wohnungsbau profitierte von den Vorzieheffekten aus der Abschaffung der Eigenheimzulage und der Mehrwertsteuererhöhung, so dass die Umsätze in diesem Segment um 10,2% über dem Vorjahresniveau lagen.

Das Segment Bauindustrie beinhaltete zum Bilanzstichtag unverändert neun operative Einheiten. Die im Mai 2006 realisierte Akquisition der ANCOTECH AG erfolgte durch das Beteiligungsunternehmen BETOMAX GmbH & Co. KG und wird diesem zugeordnet. BETOMAX übernahm 100 % der Anteile an dem schweizerischen Unternehmen mit Sitz in Dielsdorf.

ANCOTECH entwickelt, produziert und vertreibt technisch ausgereifte und wirtschaftlich interessante Lösungen im Bereich Spezialbewehrungen und Edelstahlteile für die Bauindustrie. Die Konsolidierung von ANCOTECH erfolgte zeitanteilig mit Wirkung ab 1. Juni 2006. Die ebenfalls in 2006 akquirierte OBUK Haustürfüllungen GmbH & Co. KG, Oelde, wird erst mit Wirkung ab 1. Januar 2007 konsolidiert. An dem Spezialisten für Füllungen aus Kunststoff und Aluminium für Haustüren im Premiumbereich erwarb INDUS 75 % der Anteile. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte OBUK einen Umsatz von über 21 Mio. EUR und beschäftigte

ca. 150 Mitarbeiter. Darüber hinaus wurde rückwirkend zum 1. Januar 2006 der Anteil an der WEIGAND BAU GmbH um weitere 10,0 % auf 80,0 % aufgestockt.

Im Segment Bauindustrie stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr deutlich um 24,1 % auf 182,9 Mio. EUR. Damit entwickelten sich die Beteiligungsgesellschaften, die ausschließlich in attraktiven Nischenmärkten der Bauindustrie aktiv sind, wie in den Vorjahren dynamischer als der Gesamtmarkt. Zusätzliche positive Effekte kamen aus der erstmals ganzjährigen Konsolidierung der MIGUA-Gruppe sowie der zeitanteiligen Konsolidierung der Neuakquisition ANCOTECH.

Ebenfalls positiv entwickelte sich die Ergebnissituation. Das EBITDA stieg um 3,4 Mio. EUR auf 32,9 Mio. EUR. Das Vorsteuerergebnis (EBT) wuchs um 2,0 % auf 20,7 Mio. EUR. Die EBT-Marge beträgt 11,3 %. Das Investitionsvolumen lag bei 14,1 Mio. EUR und damit um 8,0 Mio. EUR unter dem Vorjahresniveau, das im Wesentlichen von der Akquisition der MIGUA-Gruppe geprägt war. Schwerpunkte der Investitionstätigkeit waren 2006 der Erwerb von ANCTOTECH. Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter stieg akquisitionsbedingt um 64 Personen.

Segment Bauindustrie 2004 2005 2006
Umsatz Mio. EUR 129,9 147,4 182,9
EBT Mio. EUR 16,2 20,3 20,7
Abschreibungen Mio. EUR 3,9 4,1 6,6
Investitionen Mio. EUR 3,4 22,1 14,1
Mitarbeiter Ø 576 673 737

LAGEBERICHT UND KONZERNLAGEBERICHT

Maschinenbau

Der deutsche Maschinenbau hat sich 2006 weiterhin positiv entwickelt. Die Produktion stieg nach ersten amtlichen Berechnungen preisbereinigt um 7,4 % auf 158,4 Mrd. EUR. In den vergangenen drei Jahren realisierten die deutschen Maschinenbauer damit einen Produktionsanstieg um insgesamt 18,4 %. Nachdem im Vorjahr bei den Exporten erstmals die 100-Milliarden-Grenze übertroffen wurde, war das Exportgeschäft mit einem Plus von 15,1% wiederum der wesentliche Wachstumstreiber. Insgesamt wurden Maschinen und Anlagen in einem Volumen von rund 123 Mrd. EUR exportiert. Nach eher zurückhaltenden Jahren zog aber auch die Inlandsnachfrage kontinuierlich an und erreichte im Gesamtjahr einen Auftragseingang von plus 19 Prozent.

Das Segment Maschinenbau umfasste zum Bilanzstichtag im Vergleich zum Vorjahr unverändert neun operative Einheiten.

Nachdem die Segmentunternehmen in den Vorjahren ausschließlich von dem starken Exportgeschäft profitierten, gewann im vergangenen Jahr auch das Inlandsgeschäft spürbar an Dynamik. Insgesamt wuchs der Segmentumsatz um 14,4 % auf 140,3 Mio. EUR.

Das EBITDA blieb mit 19,7 Mio. EUR (Vorjahr: 20,6 Mio. EUR) nahezu konstant. Das Vorsteuerergebnis zeigt einen abschreibungsbedingten Rückgang um 4,4 Mio. EUR auf 8,2 Mio. EUR. Die EBT-Marge lag bei 5,8 %.

Das Investitionsvolumen lag mit 2,9 Mio. EUR auf Vorjahresniveau. Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter erhöhte sich um 38 Personen auf 644 Personen.

Segment Maschinenbau 2004 2005 2006
Umsatz Mio. EUR 109,2 122,6 140,3
EBT Mio. EUR 5,5 12,6 8,2
Abschreibungen Mio. EUR 6,8 4,2 7,6
Investitionen Mio. EUR 3,2 2,8 2,9
Mitarbeiter Ø 602 606 644

SEGMENTBERICHT – AUTOMOBILINDUSTRIE 3 1

LAGEBERICHT UND KONZERNLAGEBERICHT

Automobilindustrie

Die deutsche Automobilindustrie blickt nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) auf eine hohe Neuzulassungsquote in den letzten zwei Monaten 2006 zurück. Getrieben von Vorzieheffekten aus der Mehrwertsteuererhöhung, zusätzlichen Kaufanreizen der Hersteller und attraktiven Produktneuheiten stiegen die Neuzulassungen im November um 18,0 % und im Dezember um 17,0 %. Im Gesamtjahr 2006 wurden insgesamt 3,47 Mio. und damit 4,0 % mehr Pkw neu zugelassen als im Vorjahr. Die zusätzlich gegebenen Kaufanreize ließen die Margen tendenziell sinken und die Hersteller den Preisdruck auf die Zulieferer erhöhen, um auf diesem Weg zusätzliche Kosteneinsparungspotenziale zu heben.

Das Segment Automobilindustrie umfasste zum Bilanzstichtag insgesamt unverändert zwölf operative Einheiten.

Der Umsatz des Segments Automobilindustrie erhöhte sich, maßgeblich beeinflusst durch die erstmals ganzjährige Konsolidierung von SELZER, um 49,3 Mio. EUR auf 245,6 Mio. EUR.

Der unverändert anhaltende Preisdruck der großen Automobilhersteller und Zulieferer sowie die weiterhin auf einem hohen Niveau liegenden Rohstoffkosten beeinflussten die Ergebnisentwicklung der Segmentunternehmen nachhaltig. Die Bewertungsansätze bei einzelnen Beteiligungsunternehmen wurden auf-

grund des schwierigen Marktumfeldes nach der Durchführung der Impairmenttests entsprechend korrigiert. Dies konnte durch Veränderung des Konsolidierungskreises und den erfreulichen Geschäftsverlauf bei einigen Spezialanbietern in diesem Segment kompensiert werden. Das Vorsteuerergebnis (EBT) erhöhte sich auf 11,2 Mio. EUR. Die EBT-Marge erreichte 4,6 % (Vorjahr: 3,3 %).

Das Investitionsvolumen lag bei 27,0 Mio. EUR und damit unter dem Vorjahr. Dieser Rückgang spiegelt die grundsätzliche Entscheidung von INDUS wider, angesichts der aktuellen Marktsituation nur sehr zurückhaltend in der Automobilindustrie zu akquirieren. Gleichwohl wurden gezielte Investitionen zum Erhalt der Konkurrenzfähigkeit durchgeführt. Die Zahl der Mitarbeiter erhöhte sich auf 1.757 (Vorjahr: 1.646).

Segment Automobilindustrie 2004 2005 2006
Umsatz Mio. EUR 175,0 196,3 245,6
EBT Mio. EUR 12,4 6,5 11,2
Abschreibungen Mio. EUR 13,8 18,9 24,9
Investitionen Mio. EUR 19,5 62,3 27,0
Mitarbeiter Ø 1.172 1.646 1.757

LAGEBERICHT UND KONZERNLAGEBERICHT

Konsumgüter

Nachdem in den Jahren 2003 bis 2005 das Niveau der Konsumausgaben nahezu unverändert blieb, legten die deutschen Konsumenten im vergangenen Jahr ihre Kaufzurückhaltung ab und gaben wieder deutlich mehr Geld aus. Die privaten Konsumausgaben wuchsen um 0,8 %, nach einer Veränderungsrate von 0,1 % in den Vorjahren. Das starke Wachstum der zweiten Jahreshälfte ist sicherlich auf Vorzieheffekte in Verbindung mit der zum 1. Januar 2007 in Kraft getretenen Mehrwertsteuererhöhung auf 19 % zurückzuführen, aber auch darüber hinaus gab es positive Entwicklungen, die stimulierend auf die Konsumbereitschaft wirkten. So waren am Jahresende mit 39,7 Mio. Erwerbstätigen 452.000 Personen mehr in einem Beschäftigtenverhältnis als ein Jahr zuvor. Darüber hinaus stieg das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte um rund 1,7 %, gleichzeitig sank die Sparquote erstmals seit dem Jahr 2000 wieder, wenn auch nur leicht um 0,1% auf 10,5%.

Der Umsatz des Segments Konsumgüter war mit 102,0 Mio. EUR nahezu stabil.

Die Ergebnisentwicklung wurde spürbar von den unverändert hohen Rohstoffpreisen beeinflusst, die nur zum Teil an die Kunden weitergegeben werden konnten. Dagegen wirkten die durchgeführten Rationalisierungsmaßnahmen bei einzelnen Beteiligungsunternehmen bereits im Berichtsjahr entlastend. Insgesamt sank das EBITDA um 3,9 % auf 17,1 Mio. EUR und das Vorsteuerergebnis (EBT) auf 6,3 Mio. EUR. Die EBT-Marge reduzierte sich leicht auf 6,2 %.

Insgesamt investierten die vier Segmentunternehmen 12,8 Mio. EUR und damit 2,2 Mio. EUR mehr als im Vorjahr. Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl sank aufgrund der Rationalisierungsmaßnahmen auf 846 Mitarbeiter.

Segment Konsumgüter 2004 2005 2006
Umsatz Mio. EUR 102,2 103,0 102,0
EBT Mio. EUR 17,0 7,0 6,3
Abschreibungen Mio. EUR 6,7 6,6 6,7
Investitionen Mio. EUR 11,7 10,6 12,8
Mitarbeiter Ø 1.090 855 846

Feuchtsensor der Firma M. BRAUN zur Messung von Restfeuchte im ppm-Bereich

Übrige Beteiligungen

In dem fünften, heterogenen Segment Übrige Beteiligungen sind die Beteiligungsunternehmen subsumiert, die ihre Produkte an Kunden unterschiedlicher Branchen liefern und sich daher keinem der vier vorangegangenen Segmente zuordnen lassen. Aus diesem Grund ist ein Vergleich mit einem speziellen Branchenindikator wie bei den anderen Segmenten nicht möglich. Als einziger, wenn auch grober Maßstab kann lediglich die gesamtwirtschaftliche Entwicklung im Inland gemessen am Bruttoinlandsprodukt herangezogen werden. Mit einer Wachstumsrate von 2,7 % stieg das reale Bruttoinlandsprodukt 2006 im Vergleich zu den Vorjahren überaus dynamisch an. Weitere Erläuterungen zur Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes sind im Lagebericht im Abschnitt Geschäfts- und Rahmenbedingungen zu finden.

Das Segment Übrige Beteiligungen umfasste zum Bilanzstichtag sieben operative Einheiten und damit eine Einheit weniger als im Vorjahr. Im Rahmen eines Management-Buy-outs trennte sich INDUS mit Wirkung zum 31. Oktober 2006 von dem Beteiligungsunternehmen Oskar OVERMANN GmbH & Co. KG. Damit vollzog INDUS einen weiteren Schritt der Optimierung des Gesamtportfolios, da das Marktvolumen für OVERMANN extrem zurückgegangen war. An dem Beteiligungsunternehmen VULKAN INOX GmbH übernahm INDUS mit Wirkung zum 1. Januar 2006 die restlichen 10 % der Anteile. Damit hält INDUS auch an diesem Unternehmen, wie bei 37 anderen, 100 % der Anteile.

Der Umsatz des Segments Übrige Beteiligungen stieg im Jahr 2006 um 9,8 % auf 178,4 Mio. EUR.

Das EBITDA erhöhte sich überproportional um 7,3 Mio. EUR auf 30,9 Mio. EUR. Das Vorsteuerergebnis (EBT) stieg auf 9,5 Mio. EUR. Die EBT-Marge lag bei 5,3 % (Vorjahr: 3,8 %). Hier zeigen sich sowohl die Erfolge bei der Restrukturierung als auch die positive Entwicklung einzelner Gesellschaften.

Das Investitionsvolumen lag mit 9,5 Mio. EUR deutlich unter dem Vorjahresniveau von 17,1 Mio. EUR. Die durchschnittliche Zahl der Beschäftigten blieb mit 1.190 Personen im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert.

Segment Übrige Beteiligungen 2004 2005 2006
Umsatz Mio. EUR 144,2 162,5 178,4
EBT Mio. EUR 3,2 6,2 9,5
Abschreibungen Mio. EUR 7,4 8,9 15,4
Investitionen Mio. EUR 14,4 17,1 9,5
Mitarbeiter Ø 1.201 1.216 1.190

Mitarbeiter

Die Mitarbeiter in den Beteiligungsunternehmen und in der Holding sichern den Erfolg mit ihrem Know-how und ihrer Leistungsbereitschaft. Sie sind das Fundament für die positive Entwicklung jedes einzelnen Beteiligungsunternehmens. Im Geschäftsjahr 2006 waren konzernweit durchschnittlich 5.174 Mitarbeiter (Vorjahr: 4.996 Mitarbeiter) beschäftigt. Davon waren 18 Mitarbeiter in der Holding tätig.

Im Mittelpunkt der Personalpolitik standen kontinuierliche Maßnahmen zur Förderung und Entfaltung des Leistungspotenzials der Mitarbeiter. Um weiterhin erfolgreich am Markt agieren zu können, müssen die Mitarbeiter in den Beteiligungsgesellschaften hoch qualifiziert und motiviert sein. Die notwendige Qualifikation sichert INDUS gemeinsam mit den Beteiligungsunternehmen durch individuelle Programme zur systematischen Personalentwicklung auf Basis der Fähigkeiten und künftigen Anforderungen.

Als Unternehmen, das ausschließlich in mittelständische Unternehmen investiert, ist es INDUS ein wichtiges Anliegen, jungen Menschen eine fundierte Berufsausbildung zu geben. Insgesamt bildeten die Beteiligungsunternehmen im vergangenen Geschäftsjahr 248 junge Männer und Frauen in kaufmännischen und gewerblichen Berufen aus (Vorjahr: 244 Personen). Die Ausbildungsquote lag damit nahezu konstant bei 4,8%.

Forschung und Entwicklung

Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten werden eigenverantwortlich von den einzelnen Beteiligungsunternehmen initiiert und bis zur Marktreife vorangetrieben. Schwerpunkte dabei sind vor allem Produktverbesserungen sowie Produktneuentwicklungen, die ihren Niederschlag auch im vergangenen Jahr wieder in zahlreichen Patentanmeldungen gefunden haben. Die Holding führt im Einklang mit ihrem Aufgabengebiet keine eigenen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten durch. Unter Einbeziehung der aktivierten Eigenleistungen wurden im Jahr 2006 11,3 Mio. EUR (Vorjahr: 10,8 Mio. EUR) für Forschung und Entwicklung ausgegeben.

Umweltschutz

Der verantwortungsbewusste Umgang mit den natürlichen Ressourcen ist fester Bestandteil der strategischen Entwicklung der einzelnen Beteiligungsunternehmen und der Holding. Im Mittelpunkt der Anstrengungen stehen vor allem der schonende Umgang mit Energie-, Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie die Abfallvermeidung und umweltgerechte Abfallentsorgung. Alle relevanten Umweltfaktoren werden dabei regelmäßig intern kontrolliert und bewertet. Die einzelnen Maßnahmen und Schwerpunkte des Umweltschutzes richten sich im Detail stark nach dem jeweiligen Geschäftsfeld der Beteiligungsgesellschaft.

Nachtragsbericht

Nach dem Bilanzstichtag haben sich im INDUS-Konzern keine besonderen operativen oder strukturellen Veränderungen und Geschäftsvorfälle ereignet, über die hier zu berichten wäre und die zu veränderten Aussagen im Jahresbzw. Konzernabschluss 2006 der INDUS Holding AG geführt hätten.

Berichterstattung zu § 315 Abs. 2 Nr. 4 und Abs. 4 bzw. § 289 Abs. 2 Nr. 5 und Abs. 4 HGB

Gezeichnetes Kapital und Stimmrechtsbeschränkungen

Das gezeichnete Kapital der INDUS Holding AG bestand zum 31. Dezember 2006 unverändert aus 18.000.000 Stück nennwertlosen Inhaber-Stammaktien. Auf jede Aktie entfällt ein Anteil von 2,60 EUR am gezeichneten Kapital. Gemäß Punkt 7.9 der Satzung gewährt jede Aktie eine Stimme. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, auch wenn sie sich aus Vereinbarungen zwischen Gesellschaftern ergeben können, sind dem Vorstand der INDUS Holding AG nicht bekannt. Ihre Rechte, insbesondere das Stimmrecht, nehmen die Aktionäre nach Maßgabe der gesetzlichen Vorschriften und der Satzung in der Hauptversammlung wahr.

Stimmrechtskontrolle und Aktien mit Sonderrechten

Eine Stimmrechtskontrolle für den Fall, dass Arbeitnehmer am Kapital der INDUS Holding AG beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben, ist dem Vorstand nicht bekannt. Es existieren auch keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen.

Kapitalbeteiligungen

Direkte oder indirekte Beteiligungen an der INDUS Holding AG, die 10,0 % der Stimmrechte überschreiten, wurden der Gesellschaft gegenüber nicht angezeigt.

Ernennung/Abberufung von Vorstandsmitgliedern

Die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern richtet sich nach § 84 und § 85 AktG. Demnach kann der Aufsichtsrat einzelne Vorstandsmitglieder für einen Zeitraum von höchstens fünf Jahren bestellen. Eine wiederholte Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, wiederum für höchstens fünf Jahre, durch einen

erneuten Aufsichtsratsbeschluss, ist zulässig. Ergänzend bestimmt Punkt 5.1 der Satzung, dass der Vorstand aus einer oder mehreren Personen besteht und die Zahl der Mitglieder des Vorstands vom Aufsichtsrat beschlossen wird.

Satzungsänderungen

Satzungsänderungen können gemäß den Regelungen der §§ 179 ff. AktG beschlossen werden. Demnach ist für Satzungsänderungen in der Regel eine Zustimmung von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals notwendig. Die Hauptversammlung hat dem Aufsichtsrat die Befugnis übertragen, Satzungsänderungen, die lediglich die Fassung betreffen, selbst vorzunehmen (Punkt 7.12 der Satzung). Darüber hinaus ist der Aufsichtsrat ermächtigt, gemäß Punkt 4.5 den Wortlaut der Satzung entsprechend der jeweiligen Ausnutzung des genehmigten Kapitals zu ändern.

Befugnisse des Vorstands zu Ausgabe und Rückkauf von Aktien

Die Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen, sind in den Punkten 4.3 und 4.4 der Satzung der INDUS Holding AG geregelt.

Der Vorstand ist gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 11. Juli 2006 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 30. Juni 2009 mit Zustimmung des Aufsichtsrates durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bareinlagen einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 18.720.000,00 EUR zu erhöhen (Genehmigtes Kapital I).

Den Aktionären ist bei der Kapitalerhöhung ein Bezugsrecht einzuräumen. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates Spitzenbeträge von dem Bezugsrecht der Aktionäre auszunehmen. Der Vorstand ist darüber hinaus gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 11. Juli 2006 dazu ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 30. Juni 2009 mit Zustimmung des Aufsichtsrates zusätzlich um bis zu 4.680.000,00 EUR durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bareinlagen und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital II). Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates über den Ausschluss des Bezugsrechts zu entscheiden und die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung festzulegen. Die Ermächtigung zum Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre gilt jedoch nur mit der Maßgabe, dass auf die durch § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG angeordnete Begrenzung auf 10 % des Grundkapitals diejenigen Aktien anzurechnen sind, die in der Zeit vom 5. Juli 2004 bis zur Ausübung dieser Ermächtigung aufgrund einer Ermächtigung zur Veräußerung eigener Aktien seitens der Gesellschaft unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre veräußert worden sind.

Der Vorstand ist ermächtigt, vom 1. Januar 2007 bis zum 31. Dezember 2007 eigene Aktien bis zu einer Anzahl von 1.800.000 Stück, was einem Anteil von 10% der derzeitigen Stückaktien und damit einem Anteil von 10% des derzeitigen Grundkapitals entspricht, zu erwerben. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen sowie ein- oder mehrmals ausgeübt werden. Insgesamt dürfen jedoch nicht mehr als 10 % des Grundkapitals erworben werden, wobei andere Aktien der Gesellschaft, welche die Gesellschaft bereits erworben hat und besitzt, anzurechnen sind. Der Erwerb erfolgt über die Börse. Der Kaufpreis je Aktie darf den Durchschnitt der Schlusskurse der INDUS-Aktie an der Frankfurter Wertpapierbörse an den dem Erwerbsgeschäft vorangehenden drei Börsenhandelstagen um nicht mehr als 5 % (ohne Erwerbsnebenkosten) übersteigen oder unterschreiten. Der Vorstand wird ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien über die Börse oder mit Zustimmung des Aufsichtsrates unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre auch in anderer Weise zu veräußern. Bei einer Veräußerung im Börsenhandel darf der Veräußerungspreis pro Aktie die durchschnittlichen Börsenschlusskurse an der Frankfurter Wertpapierbörse an den dem Veräußerungsgeschäft vorangehenden drei Börsenhandelstagen um nicht mehr als 5 % (ohne Veräußerungsnebenkosten) unterschreiten. Bei einer Veräußerung außerhalb des Börsenhandels darf der Veräußerungspreis die durchschnittlichen Börsenschlusskurse an der Frankfurter Wertpapierbörse an den drei vorangegangenen Börsenhandelstagen vor der Abgabe des Veräußerungsangebotes nicht wesentlich unterschreiten. Der Veräußerungspreis darf den rechnerischen Nennbetrag der Aktien nicht unterschreiten. Die Ermächtigung zum Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre gilt jedoch nur mit der Maßgabe, dass auf die durch § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG angeordnete Begrenzung auf 10 % des Grundkapitals diejenigen Aktien anzurechnen sind, die nach Schaffung des Genehmigten Kapitals II unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre veräußert worden sind.

Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels stehen

Zum Stichtag war in einem von fünf Vorstandsverträgen eine Change-of-Control-Klausel enthalten, die bei entsprechender Wirksamkeit dem Vorstandsmitglied ein außerordentliches Kündigungsrecht einräumt, verbunden mit dem Anspruch auf eine Abfindung in Höhe der Gesamtbezüge bis zur planmäßigen Beendigung des Anstellungsvertrages. Im Geschäftsjahr 2007 wurden für weitere Vorstandsmitglieder entsprechende Ergänzungen der Anstellungsverträge vereinbart.

Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat

Die Vorstandsvergütung setzt sich aus einer fixen Vergütung und einer variablen Vergütung, abhängig von den Aufgaben, Leistungen sowie dem geschäftlichen Erfolg des Unternehmens, zusammen. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten

eine fixe Vergütung und eine variable Vergütung in Abhängigkeit von der Höhe der Dividende. Die Details der Organvergütung werden im Vergütungsbericht im Rahmen des Corporate Governance-Berichts sowie im Anhang erläutert.

Risikobericht

Das Management von Risiken und Chancen ist in der INDUS Holding AG und den einzelnen Beteiligungsgesellschaften ein integraler Bestandteil aller Entscheidungen und Geschäftsprozesse. Im Zuge der geschäftlichen Aktivitäten werden die einzelnen Unternehmen einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit dem unternehmerischen Handeln verbunden sind. Als Grundlage der organisatorischen Einbindung des Risikomanagements in die betrieblichen Abläufe sind vor allem die Managementstruktur, das Planungssystem sowie detaillierte Berichts- und Informationssysteme anzusehen. Ziel des implementierten Risikomanagementsystems ist es, frühzeitig und kontinuierlich Risiken zu erkennen, diese zu kontrollieren und durch die konsequente Wahrnehmung von unternehmerischen Chancen zu reduzieren. Vorstand und Aufsichtsrat werden von der Risikolage mit Blick auf Auswirkungen für die Geschäftsentwicklung der einzelnen Beteiligungsgesellschaften und der Holding kontinuierlich informiert. Die Wirksamkeit des Risikomanagements wird regelmäßig intern und durch den Abschlussprüfer gemäß den gesetzlichen Anforderungen geprüft.

Umfeld- und Branchenrisiken

Die Entwicklung des operativen Geschäfts und der damit verbundenen finanzwirtschaftlichen Ziele hängt auch von der konjunkturellen Entwicklung in den relevanten Ländern und Regionen ab. Obwohl die Beteiligungsunternehmen ihren Sitz nur im Inland, in der Schweiz und in Südafrika haben, zeigt der erreichte Auslandsanteil von 37,9 % die zunehmende Bedeutung der internationalen Märkte. Gleichzeitig sind die Beteiligungsunternehmen auch zunehmend mit eigenen Produktionsstätten im Ausland vertreten, um von den niedrigeren Lohnniveaus zu profitieren und auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig zu bleiben. Mit dieser strategisch vorangetriebenen Entwicklung erreicht INDUS im Konzern eine größere Unabhängigkeit von der inländischen Konjunktur und eine regional breitere Diversifizierung. Dies macht es jedoch erforderlich, dass die konjunkturelle Entwicklung in den wichtigsten Ländern und Regionen kontinuierlich beobachtet und analysiert wird.

INDUS akquiriert ausschließlich mittelständische Unternehmen mit einer starken Marktposition innerhalb einer attraktiven Nische. Diese Spezialisierung der Beteiligungsunternehmen führt zu wesentlich geringeren Auswirkungen kurzfristiger konjunktureller Schwankungen auf die individuelle Geschäftsentwicklung, als dies in der jeweiligen Branche zu beobachten ist.

Zum 31. Dezember 2006 umfasste das Beteiligungsportfolio insgesamt 41 Unternehmen aus den vier Kernbranchen Bauindustrie, Maschinenbau, Automobilindustrie und Konsumgüter sowie weiteren attraktiven Branchen, wie z. B. Medizintechnik. Dieser Branchenmix und die breite Streuung hinsichtlich Größe und Zyklizität der einzelnen Unternehmen führen unter Portfolioaspekten zu einem deutlich begrenzten Risiko. So gelang es in diesem Jahr trotz des bekannten Margendrucks im Segment Automobilindustrie, im Konzern auf operativer Basis wiederum den Umsatz und das Ergebnis zu steigern.

Unternehmensstrategische Risiken

Der Erfolg des INDUS-Konzerns hängt im Wesentlichen von der Auswahl potenzieller Akquisitionsziele und der Steuerung des Beteiligungsportfolios ab. Für diese Aufgaben ist ausschließlich die Holding verantwortlich. Sie stützt sich bei der Akquisition von neuen Unternehmen auf umfangreiche Tools zur Marktanalyse der jeweiligen Branche, die konsequente Anwendung von qualitativen und quantitativen Anforderungen sowie die langjährige Erfahrung des Managements. Das Beteiligungsmanagement basiert auf einem standardisierten Controllingzyklus und einem umfassenden Planungs- und Berichtswesen. Mithilfe von ausgewählten Kennzahlen werden fest definierte Risikofelder permanent überwacht und mögliche Risiken somit frühzeitig erkannt. Sämtliche Beteiligungsunternehmen berichten über ihre Geschäftsentwicklung und individuelle Risikolage monatlich an die Holding. Die kurz- und mittelfristigen Planungen für jedes Beteiligungsunternehmen und für die Holding selbst gewährleisten dem Vorstand und Aufsichtsrat einen kontinuierlichen und zeitnahen Überblick über die Risikolage des INDUS-Konzerns.

Leistungswirtschaftliche Risiken

Die Beteiligungsunternehmen sind einer Vielzahl von leistungswirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Dazu zählen vor allem Beschaffungsmarkt-, Produktions- und Absatzrisiken. Diesen Risiken begegnen die einzelnen Unternehmen mit einem umfangreichen Maßnahmenbündel mit dem Ziel, Preis- und Mengenrisiken auf den Beschaffungsmärkten frühzeitig zu erkennen, den Produktionsprozess kontinuierlich zu optimieren und die Qualität der Produkte zu erhöhen. Im Konzern sind vor dem Hintergrund des breit diversifizierten Portfolios die leistungswirtschaftlichen Risiken deutlich begrenzt.

Personalrisiken

Die Mitarbeiter der einzelnen Beteiligungsunternehmen und der Holding sichern durch ihr Know-how und ihr Engagement den Erfolg des Unternehmens. Personalrisiken wie Fluktuation, Wettbewerb um Fach- und Führungskräfte und unzureichender Qualifikation bzw. Know-how-Verlust begegnen die Beteiligungsunternehmen und die Holding mit verschiedenen Personalbindungs- und -entwicklungsmaßnahmen sowohl materieller als auch immaterieller Natur. Dem darüber hinaus vorhandenen Ausfallrisiko beugt INDUS durch entsprechende Stellvertreterregelungen vor.

Informationstechnische Risiken

Informationstechnische Risiken können sich aus dem Ausfall von Rechnersystemen und Netzwerken, unberechtigten Datenzugriffen oder Datenmissbrauch ergeben. Der Schutz und die Optimierung der IT-Systeme wird durch den Einsatz qualifizierter interner und externer Experten sowie diverser technischer Sicherungsmaßnahmen, wie zum Beispiel Firewalls oder Virenscanner, gewährleistet. Im Jahr 2006 wurden diese Schutzmaßnahmen durch ein externes Unternehmen geprüft und positiv beurteilt.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Finanzwirtschaftliche Risiken können Liquiditäts-, Fremdwährungs- und Zinsrisiken sein, die insbesondere durch Transaktionen im operativen Geschäft und deren Absicherung sowie durch die Finanzierung des Konzerns entstehen. Die Holding übernimmt für die einzelnen Beteiligungsunternehmen auf Basis der jeweiligen Planungsrechnung die Finanzierung des operativen Geschäfts. Die Finanzierung erfolgt grundsätzlich langfristig und sichert durch hohe Liquiditätsreserven die permanente Möglichkeit, Chancen am Markt wahrzunehmen. Die liquiden Mittel im Konzern lagen zum 31. Dezember 2006 bei 92,7 Mio. EUR (Vorjahr: 133,6 Mio. EUR). Darüber hinaus bestanden weitere feste Finanzierungszusagen von verschiedenen Banken in einem Gesamtvolumen von über 90 Mio. EUR. Finanzierungsrisiken begegnet INDUS neben der seit Jahren hohen Nettoliquidität durch eine starke Eigenkapitalposition – die Eigenkapitalquote lag im Konzern bei 22,7 % und in der AG bei 50,8 % – und eine breit diversifizierte Fremdfinanzierung, sowohl bezogen auf die Adressen als auch auf die Fristigkeiten, sowie eine langfristige Zinssicherung durch derivative Finanzinstrumente und Festzinssätze. Zum Bilanzstichtag existierten Zinsabsicherungen mit einem Nominalvolumen von 248,0 Mio. EUR (Vorjahr: 206,0 Mio. EUR).

Die meisten Beteiligungsunternehmen sind überwiegend im Euroraum tätig, sodass Währungsrisiken keine bedeutende Rolle spielen. Im Einzelfall werden Devisentermin- und geeignete Optionsgeschäfte zur Währungsabsicherung genutzt.

Die Risikoanalyse erfolgt auf Nettobasis, die Absicherung entsprechend der unternehmerischen Eigenverantwortung fallweise durch die Beteiligungen. Das Nominalvolumen der abgesicherten Währungsrisiken betrug zum Abschlussstichtag 2,7 Mio. EUR (Vorjahr: 3,1 Mio. EUR).

Rechtliche Risiken

Die INDUS Holding AG und die einzelnen Beteiligungsunternehmen sind nicht in Gerichts- oder Schiedsverfahren verwickelt, die nach heutiger Einschätzung einen erheblichen nachteiligen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage des Konzerns haben könnten.

Sonstige Risiken

Zusätzlich zu den genannten Risiken können bei den einzelnen Beteiligungsgesellschaften trotz der Beachtung der entsprechenden Umweltschutzrichtlinien und des verantwortungsbewussten Umgangs der einzelnen Mitarbeiter mit den Ressourcen Umweltrisiken auftreten. Aktuell sind entsprechende Risiken nicht erkennbar. Ein eventueller Schaden aus potenziell eintretenden Umweltrisiken wäre durch ausreichende Versicherungen abgedeckt.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass sich im Berichtsjahr 2006 die Risikolage des INDUS-Konzerns gegenüber dem Vorjahr nicht wesentlich verändert hat. Aus heutiger Sicht sind für die Zukunft keine Risiken erkennbar, die den Fortbestand des Konzerns gefährden könnten.

Prognosebericht

Der konjunkturelle Schwung zum Jahresende 2006 deutet auf ein weiterhin positives Umfeld in Deutschland und im überwiegenden Teil der Weltwirtschaft hin. In den ersten zwei Monaten 2007 sank der ifo-Geschäftsklimaindex zwar leicht, mit 107,0 Punkten befindet er sich aber weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Dies lässt darauf schließen, dass die Belastungen aus der Mehrwertsteuererhöhung auf 19 % eher zu einer leichten Delle der konjunkturellen Entwicklung im Inland als zu einem deutlichen Rückgang führen wird. Die sonstigen Konjunkturrisiken, wie eine weitere Aufwertung des Euro, eine restriktivere Zinspolitik und weiter steigende Rohstoffpreise, sind zwar nicht verschwunden, haben aber etwas an Bedrohlichkeit verloren. Daher sollte sich der robuste Aufschwung fortsetzen. Die wesentlichen Impulse werden unverändert von der Auslandsnachfrage, den Investitionen und dem privaten Verbrauch infolge gestiegener Beschäftigung erwartet. Für das Gesamtjahr 2007 erwarten die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute ein Wachstum des realen Bruttoinlandsproduktes um bis zu 2 %.

Innerhalb der einzelnen Branchen sind die Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr durchaus positiv, wenngleich eine leichte Abschwächung des dynamischen Wachstums prognostiziert wird. So geht der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie angesichts der guten Auftragslage von einem weiteren Umsatzplus in 2007 von rund 3,5 % aus. Auch der langfristige Aufwärtstrend im deutschen Maschinenbau wird sich nach ersten Prognosen für das Gesamtjahr weiter fortsetzen. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) erwartet zwar eine etwas langsamere Entwicklung des Exportgeschäfts, sieht aber unverändert im Inlandsgeschäft einen großen Nachholbedarf. Insgesamt sollen die Umsätze der deutschen Maschinenbauer um weitere 4 % wachsen und damit an die starken Vorjahre anknüpfen. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) ist trotz des starken Jahresendgeschäfts eher zurückhaltend. Belastungen werden vor allem durch die höhere Mehrwert- und Versicherungssteuer sowie die Kürzung der Pendlerpauschale und die weitere Verteuerung der Kraftstoffe erwartet. Das Konsumklima im Inland wird zwar durch die höhere Steuerbelastung beeinträchtigt, allerdings scheinen die negativen Effekte geringer als ursprünglich befürchtet. Ursache hierfür ist der kräftige Anstieg der Beschäftigung, der einen nachhaltigen positiven Einfluss auf die verfügbaren Einkommen und damit auch auf das Konsumverhalten ausübt. Die zurzeit diskutierten Lohnforderungen der Gewerkschaften von rund 4 % werden zwar die verfügbaren Einkommen und damit die Konsumneigung zusätzlich steigen lassen, die Kostensituation bei den einzelnen Unternehmen wird sich dadurch unabhängig von der Branchenzugehörigkeit deutlich verschlechtern.

Die strategische Ausrichtung von INDUS wird auch im Geschäftsjahr 2007 unverändert bleiben. Zwar ist der Beteiligungsmarkt derzeit geprägt von einer hohen Liquidität der Private-Equity-Gesellschaften, die auch zu einem deutlichen Anziehen der Preise geführt hat, trotzdem wird INDUS nur gezielt in spezialisierte, mittelständische Produktionsunternehmen investieren. Maßgeblich bleiben dabei die bewährten Bewertungskriterien, die weiterhin konsequent berücksichtigt werden. Die jetzige Marktsituation wird INDUS aber nicht dazu verleiten, überzogene Preisvorstellungen zu akzeptieren. Stattdessen wird INDUS sich strategisch darauf konzentrieren, das interne Wachstum voranzutreiben und die Kostenstrukturen der einzelnen Beteiligungsgesellschaften weiter zu optimieren. Die vorhandene Liquidität und der erwirtschaftete Cashflow sollen dafür genutzt werden, die Nettoverschuldung zu senken und die Eigenkapitalquote zu erhöhen. Bei günstigeren Einkaufspreisen sollen verstärkt neue Unternehmen akquiriert werden.

Der Vorstand erwartet für das Geschäftsjahr 2007 ein weiteres Umsatzwachstum auf ca. 890 Mio. EUR. Hierzu sollen sowohl die positive operative Entwicklung der bestehenden Beteiligungsunternehmen als auch zusätzliche Akquisitionen beitragen. Mit dem Erwerb von 75 % an der OBUK, der zum 1. Januar 2007 wirksam wurde, ist hier bereits ein erster Schritt erfolgt. Die Ergebniskennziffern sollen sich angesichts der guten Branchenprognosen für die Bauindustrie und den Maschinenbau mindestens parallel entwickeln. Dies bildet auch die Grundlage, in den nächsten Jahren unsere bisherige kontinuierliche Dividendenpolitik fortsetzen zu können und wieder eine Ausschüttungsquote von rund 40 % zu erreichen.

Bergisch Gladbach, den 20. April 2007

Der Vorstand

Helmut Ruwisch Michael Eberhart Wolfgang E. Höper Dr. Johannes Schmidt

Die deutschen Aktienmärkte entwickelten sich 2006 wiederum äußerst erfreulich. Damit blicken die Anleger auf das vierte Jahr in Folge mit zum Teil deutlichen Kurssteigerungen zurück. Ausgehend von einem Kursniveau von rund 5.400 Punkten trieb die hohe Liquidität im Markt, verbunden mit positiven Unternehmensmeldungen zu Jahresbeginn, den Deutschen Aktienindex (DAX) bis zum 9. Mai 2006 auf einen Stand von 6.140,72 Punkten. Gewinnmitnahmen und Befürchtungen einiger Marktteilnehmer über negative Auswirkungen der hohen Rohstoffkosten auf die Unternehmensgewinne führten im Mai und im Juni zu einer scharfen Korrektur, in deren Verlauf der DAX deutlich um 13,8 % nachgab und mit 5.292,14 Punkten am 13. Juni 2006 sein Jahrestief markierte. Ab Mitte Juli startete der DAX, unterstützt von positiven Konjunktursignalen aus den USA und vor allem aus Deutschland, eine bemerkenswerte Aufwärtsbewegung, die lediglich im November von einer zweiten kleineren Korrekturphase unterbrochen wurde. Nach dem Jahreshoch von 6.611,81 Punkten am 28. Dezember 2006 schloss der DAX das Börsenjahr mit einem Stand von 6.596,92 Punkten und einem Plus auf Jahressicht von 22,0 %. Diese Entwicklung wurde wie im Vorjahr von den Indizes für die sogenannten Small- und Mid-Caps noch übertroffen: Der MDAX stieg um 28,6 % auf 9.404,89 Punkte und der SDAX um 31,0 % auf 5.564,09 Punkte. Diese wiederholte Outperformance gegenüber dem DAX ist vor allem auf die hohe Gewinndynamik der Unternehmen sowie die gute konjunkturelle Lage zurückzuführen, von der die zyklischeren Unternehmen des MDAX und SDAX besonders profitieren konnten.

Die Kursentwicklung der INDUS-Aktie blieb im vergangenen Jahr hinter der allgemeinen Kapitalmarktentwicklung zurück. Nachdem in 2005 der Aktienkurs noch um 34 % stieg, lag der Schlusskurs mit 29,60 EUR nur um 0,5 % über dem Vorjahresniveau. Inklusive der ausgeschütteten Dividende von 1,20 EUR je Aktie errechnet sich somit eine Gesamtrendite für 2006 von 4,6 %. Bis zur Jahresmitte entwickelte sich die INDUS-Aktie ähnlich wie der Gesamtmarkt, allerdings konnte sie vom allgemeinen Aufwärtstrend im zweiten Halbjahr nicht profitieren. So wurde der Jahreshöchstkurs bereits am 7. April 2006 mit 33,98 EUR erreicht. Nach dem Dividendenabschlag im Juli markierte die INDUS-Aktie am 18. Juli 2006 mit 24,71 EUR ihr Jahrestief und stieg bis zum Jahresende, wobei das Jahreshoch am 16. November 2006 mit 29,60 EUR markiert und noch einmal am Jahresende erreicht wurde.

Die INDUS-Aktie wird unverändert im Geregelten Markt in Frankfurt (Prime Standard) und Düsseldorf sowie im Freiverkehr in Berlin-Bremen, Hamburg, München und Stuttgart gehandelt. Unter Berücksichtigung sämtlicher Börsenplätze lag das durchschnittliche Handelsvolumen bei 42.353 Aktien pro Tag. Der leichte Rückgang im Vergleich zum Vorjahr ist sicherlich auch auf die schwächere Kursentwicklung und die damit verbundene geringere Handelsaktivität zurückzuführen. Unverändert positiv war die Resonanz der verschiedenen Analystenhäuser, die die INDUS Holding AG beobachten und regelmäßig Researchberichte

veröffentlichen. Im vergangenen Jahr erschienen unter anderem umfassende Studien von namhaften Häusern wie WestLB, Commerzbank und Bankhaus Lampe.

Unverändert ist die INDUS-Aktie Bestandteil des Small-Caps-Index SDAX sowie des allgemeinen Index CDAX. Im SDAX sank die Gewichtung der INDUS-Aktie von 3,31 % auf 2,09 %. Diese Entwicklung ist vor allem auf die geänderte Indexzusammensetzung infolge von Börsengängen größerer Unternehmen und auf die unterproportionale Kursentwicklung der INDUS-Aktie zurückzuführen.

Schwerpunkt der Investor-Relations-Tätigkeit war auch 2006 die zeitnahe und kontinuierliche Information der Analysten, institutionellen Investoren, Journalisten und Privatanleger. In zahlreichen Roadshows und Investorenkonferenzen präsentierte der Vorstandsvorsitzende die Strategie und die Zukunftsaussichten der INDUS Holding AG vor institutionellen Investoren und Analysten. Darüber hinaus fanden eine Fülle von Einzelgesprächen mit institutionellen Investoren am Sitz des Unternehmens statt. Auf der jährlichen Bilanzpressekonferenz und der Analystenkonferenz im Mai 2006 erläuterte der Vorstand detailliert das Zahlenwerk des abgelaufenen Geschäftsjahres und die Prognose für das Geschäftsjahr 2006. Zentrales Mittel der Information der Financial Community ist dabei auch das Internet. Mit einer eigenen Investor-Relations-Seite unter www.indus.de gibt INDUS Interessenten die Möglichkeit, sich detailliert über die INDUS-Aktie und die aktuelle Entwicklung des Unternehmens zu informieren. Unter anderem veröffentlicht INDUS seine Geschäfts- und Quartalsberichte, Presse- und Ad-hoc-Mitteilungen sowie einen Finanzkalender zeitnah. Mit sämtlichen Maßnahmen verfolgt INDUS das Ziel, den Kapitalmarkt schnell und aktuell über die Entwicklungen im Unternehmen zu informieren sowie die Investmentchancen für die Anleger zu verdeutlichen.

Ziel der Investor-Relations-Arbeit im laufenden Geschäftsjahr ist es, die wichtigsten Multiplikatoren des Finanzmarktes, die Analysten und Journalisten, noch intensiver und umfassender über das Geschäftsmodell und die kurz- und mittelfristigen Entwicklungschancen der INDUS Holding AG zu informieren. Auf diesem Weg soll wieder eine Entwicklung des Aktienkurses im Gleichklang mit der operativen Entwicklung erreicht werden.

Stammdaten der INDUS-Aktie

ISIN: DE0006200108
Börsenkürzel: INH
Aktiengattung: Nennwertlose Inhaber-Stückaktien
Grundkapital: 46,8 Mio. EUR
Anzahl der Aktien: 18.000.000
Marktsegment: Prime Standard
Indizes: SDAX, CDAX

Corporate Governance-Bericht

Eine gute und verantwortungsvolle Unternehmensführung mit dem Ziel, eine nachhaltige Wertschöpfung zu realisieren, genießt bei der INDUS Holding AG und den einzelnen Beteiligungsgesellschaften traditionell einen hohen Stellenwert. Vorstand und Aufsichtsrat haben sich auch im abgelaufenen Geschäftsjahr intensiv mit der Erfüllung der Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex, insbesondere mit den neuen Anforderungen vom 12. Juni 2006, befasst. Die erweiterten Empfehlungen des Kodex setzt INDUS weitestgehend um, allerdings erfolgt stets eine angemessene und vertretbare Abwägung mit den besonderen unternehmensspezifischen Gegebenheiten. Nur in begründeten Ausnahmefällen wird von den Empfehlungen abgewichen. Auf Basis der Beratungen im Vorstand und Aufsichtsrat wurde die weiter unten abgedruckte Entsprechenserklärung zum Kodex gemäß § 161 Aktiengesetz verabschiedet und auf der Internetseite www.indus.de veröffentlicht.

Veränderungen der Entsprechenserklärung

Seit dem Vorjahr veröffentlicht INDUS den Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) und erfüllt damit in diesem Jahr vollumfänglich die Kodexziffer 7.1.1. Sämtliche neuen Kodexempfehlungen, die mit der Veröffentlichung des überarbeiteten Kodex am 12. Juni 2006 in Kraft getreten sind, werden erfüllt, sodas zum jetzigen Zeitpunkt insgesamt zehn Kodexziffern nicht entsprochen wird. Im Vergleich zum Vorjahr erfüllt INDUS die Kodexempfehlung 5.4.3, nach der die Wahlen zum Aufsichtsrat als Einzelwahl durchgeführt werden sollen, nicht. Das Unternehmen behält sich die Möglichkeit vor, die Wahl des Aufsichtsrates auch in einem Wahlgang durchzuführen und somit nicht auf das bewährte Mittel eines effizienteren Wahlprozesses zu verzichten.

Aktionäre und Hauptversammlung

Ziel unserer Finanzmarktkommunikation ist die zeitnahe und umfassende Information über die aktuelle Geschäftsentwicklung. Zentrales Medium ist dabei die Internetpräsenz der Gesellschaft unter www.indus.de. Hier werden sämtliche Informationen wie zum Beispiel der Geschäftsbericht, die Quartalsberichte, Ad-hoc-Mitteilungen oder der Finanzkalender veröffentlicht. Darüber hinaus veröffentlichen wir sämtliche notwendigen Informationen zur Hauptversammlung. In der alljährlich stattfindenden Hauptversammlung nehmen die Aktionäre ihre Entscheidungs- und Kontrollrechte wahr. Dabei ist INDUS eine hohe Präsenz auf den Hauptversammlungen ein wichtiges Anliegen. Aus diesem Grund versucht INDUS den Aktionären die Ausübung ihrer Stimmrechte auch in Abwesenheit durch das Angebot eines Stimmrechtsvertreters zu erleichtern. Hierzu veröffentlicht die Gesellschaft entsprechende Vollmachts- und Weisungserteilungen als elektronisches Dokument im Internet.

An der am 11. Juli 2006 in Köln stattgefundenen Hauptversammlung nahmen mehr als 1.500 Aktionäre teil. Damit waren 40,6 % des Grundkapitals vertreten. Die Aktionäre stimmten den Tagesordnungspunkten, u. a. der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat, Ausschüttung einer Dividende von 1,20 EUR je Aktie und Wahl des Abschlussprüfers, mit großer Mehrheit zu.

Zusammenwirken von Vorstand und Aufsichtsrat

Vorstand und Aufsichtsrat standen auch neben den insgesamt 4 Aufsichtsratssitzungen in einem kontinuierlichen Informationsaustausch über die aktuelle Entwicklung der INDUS Holding AG und der einzelnen Beteiligungsgesellschaften. Sämtliche Aufsichtsratssitzungen fanden stets im Beisein des Vorstands statt, bei Bedarf zog sich der Aufsichtsrat für getrennte Beratungen zurück. Sowohl der Vorstand als auch der Aufsichtsrat sind ausschließlich den Interessen des Unternehmens verpflichtet. Sollten im Jahresablauf Interessenkonflikte auftreten, sind diese dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen. Dies war im Berichtsjahr nicht der Fall.

Vorstand

Der Vorstand der INDUS Holding AG bestand aus fünf Mitgliedern. Im Vergleich zum Vorjahr gehören Dr. Johannes Schmidt (seit dem 1. Januar 2006) und Wolfgang E. Höper (seit dem 1. Oktober 2006) diesem Gremium neu an; unverändert blieben die Mandate des Vorstandsvorsitzenden Helmut Ruwisch, Dr. Lars Bühring und Michael Eberhart. Der Vorstand führt die Geschäfte der Gesellschaft in gemeinschaftlicher Verantwortung aller seiner Mitglieder. Er bestimmt die unternehmerischen Ziele, die grundsätzliche strategische Ausrichtung, die Unternehmenspolitik und das Controlling der einzelnen Beteiligungen. Der Vorstand ist zuständig für die Aufstellung der Jahresabschlüsse der INDUS Holding AG und der Konzernabschlüsse und der Quartalsabschlüsse des Unternehmens.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat bestand aus insgesamt sechs Mitgliedern und blieb im vergangenen Jahr in seiner Zusammensetzung unverändert. Die Amtsperiode der Mitglieder des Aufsichtsrats von fünf Jahren endet mit Ablauf der diesjährigen ordentlichen Hauptversammlung am 3. Juli 2007 in Köln. Der Aufsichtsrat überwacht die Geschäftsführung und begleitet den Vorstand beratend. Er befasst sich mit der Geschäftsentwicklung, der Mittelfristplanung und der Weiterentwicklung der Unternehmensstrategie. Nach eigener Einschätzung des Aufsichtsrates gehört ihm eine ausreichende Zahl an unabhängigen Mitgliedern an.

Vergütungsbericht

Erstmals veröffentlicht die INDUS Holding AG Erläuterungen zum Vergütungssystem in einem Vergütungsbericht. Gemäß einem Beschluss der Hauptversammlung nach §§ 286 Abs. 5 und 315 Abs. 2 Nr. 4 HGB wird dabei sowohl die Vorstands- als auch die Aufsichtsratsvergütung jeweils zusammengefasst für das entsprechende Organ veröffentlicht.

Das Vergütungssystem für den Vorstand blieb im abgelaufenen Geschäftsjahr unverändert. Die Vergütung besteht aus fixen und variablen Bestandteilen und hängt von den Aufgaben, Leistungen sowie dem geschäftlichen Erfolg des Unternehmens ab. Insgesamt erhielt der Vorstand eine Vergütung von 1.957 (2005: 2.060 TEUR), davon entfielen 618 TEUR (2005: 926 TEUR) auf den erfolgsabhängigen Anteil. Darüber hinaus erhielt der Vorstand Sach- und Nebenleistungen in Form von Firmenwagen. Anteilsbasierte Vergütungen, insbesondere in Form von Aktienoptionsplänen, existieren nicht. Mit Ausnahme von durch Gehaltsverzicht finanzierten, gibt es keine weiteren bilanzierungspflichtigen Pensionszusagen der INDUS Holding AG für Mitglieder des Vorstands.

Auch das Vergütungssystem für den Aufsichtsrat blieb im abgelaufenen Geschäftsjahr unverändert. Die Mitglieder des Aufsichtsrates erhalten eine fixe Vergütung in Höhe von 10 TEUR (2005: 10 TEUR) sowie eine variable Vergütung in Abhängigkeit von der Dividendenhöhe in Höhe von 158 TEUR (2005: 154 TEUR). Darüber hinaus wird den Aufsichtsräten ein Ersatz der Auslagen in Verbindung mit der Ausübung der Aufsichtsratstätigkeit gezahlt. Insgesamt betrug demnach die Vergütung der Aufsichtsräte 233 TEUR (2005: 229 TEUR). Zusätzlich erbrachten Mitglieder des Aufsichtsrates persönliche Beratungsleistungen in Höhe von 5 TEUR (2005: 20 TEUR) und erhielten für eine Erbbaurechtsverpflichtung Zahlungen von 105 TEUR (2005: 111 TEUR).

Transparenz

INDUS berichtet seinen Aktionären viermal im Geschäftsjahr über die Geschäftsentwicklung sowie über die Finanz- und Ertragslage des Unternehmens. Die Veröffentlichung des Geschäftsberichts und der Quartalsberichte erfolgt vier bzw. zwei Monate nach Ende des entsprechenden Berichtszeitraumes. Neben der regelmäßigen Berichterstattung informierte INDUS seine Aktionäre mit Pressemitteilungen über aktuelle Entwicklungen und Geschäftsvorfälle. Im vergangenen Geschäftsjahr veröffentlichte das Unternehmen insgesamt sieben Pressemitteilungen. Ad-hoc-Mitteilungen gemäß § 15 WpHG lagen im Geschäftsjahr nicht vor. Gleiches gilt für Meldungen über Veränderungen von Stimmrechtsanteilen gemäß § 25 WpHG und für Directors' Dealings-Meldungen gemäß

§ 15a WpHG. Im Rahmen der Investor-Relations-Arbeit werden neben der jährlichen Analystenkonferenz regelmäßige Treffen des Vorstandsvorsitzenden mit Analysten und institutionellen Investoren abgehalten.

Rechnungslegung und Abschlussprüfung

Die Konzernrechnungslegung erfolgt seit 2005 nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS). Der Einzelabschluss der INDUS Holding AG wird unverändert nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) aufgestellt. Im Anschluss an den Beschluss der Hauptversammlung erteilte der Aufsichtsrat der Treuhand- und Revisions-Aktiengesellschaft Niederrhein, Krefeld, den Prüfungsauftrag für AG und Konzern. Ein gesonderter Prüfungsausschuss wurde wie in den Vorjahren nicht eingerichtet.

Entsprechenserklärung 2007

Vorstand und Aufsichtsrat erklären, dass das Unternehmen den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 12. Juni 2006 in wesentlichen Punkten entspricht und in der Vergangenheit entsprochen hat. Auch in Zukunft beabsichtigen Vorstand und Aufsichtsrat, die Empfehlungen zu beachten. Dabei gelten folgende Ausnahmen:

Kodex Ziffer 3.8:

Für die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat wurde und wird beim Abschluss einer D&O-Versicherung kein Selbstbehalt vereinbart.

Kodex Ziffer 4.2.3:

Die Grundzüge des Vergütungssystems und deren Veränderungen wurden und werden vom Aufsichtsratsvorsitzenden im Rahmen der Hauptversammlung nicht erläutert.

Kodex Ziffer 5.1.2 und 5.4.1:

Für Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder bestand und besteht keine Altersbegrenzung.

Kodex Ziffer 5.3.2:

Ein Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat bestand und besteht nicht.

Kodex Ziffer 5.4.2:

Dem Aufsichtsrat konnten und können auch mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstandes angehören.

Kodex Ziffer 5.4.3:

Die Wahlen zum Aufsichtsrat können auch als Blockwahl durchgeführt werden.

Kodex Ziffer 5.4.7:

Die Bezüge der Aufsichtsratsmitglieder wurden und werden in der Gesamtsumme, aufgeteilt in Fixum und erfolgsbezogene Komponente, im Anhang des Konzernabschlusses genannt. Eine individualisierte Angabe im Corporate Governance-Bericht erfolgte und erfolgt nicht.

Kodex Ziffer 6.6:

Im Corporate Governance-Bericht wurden und werden die Directors' Dealings nach § 15 WpHG nicht angegeben.

Kodex Ziffer 6.6:

Im Anhang des Konzernabschlusses wurden und werden keine Angaben über Kauf und Verkauf von Aktien der Gesellschaft durch Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder gemacht. Darüber hinaus wurden und werden keine Angaben im Konzernabschluss über Aktienbesitz einzelner Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder über 1% gemacht. Auch wenn der Gesamtbesitz aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder 1% der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien übersteigt, wurde und wird er nicht getrennt nach Vorstand und Aufsichtsrat angegeben.

Kodex Ziffer 7.1.2:

Eine Veröffentlichung des Konzernabschlusses binnen 90 Tagen nach Geschäftsjahresende und des Zwischenberichts 45 Tage nach Ende des Berichtszeitraums war und ist mit der notwendigen Sorgfalt nicht durchführbar.

Bergisch Gladbach, im April 2007

Für den Vorstand Helmut Ruwisch Michael Eberhart

Für den Aufsichtsrat Dr. Winfried Kill

AG-Bilanz 60
AG-Gewinn- und Verlustrechnung 62
Konzern Gewinn- und Verlustrechnung 63
Konzernbilanz 64
Konzern Eigenkapitalspiegel 65
Konzern Kapitalflussrechnung 66
Konzernanhang 68
Bestätigungsvermerk 115
Gewinnverwendungsvorschlag 117

AG-Bilanz

EUR 31. 12. 2006 31. 12. 2005
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände
Software 4.027,00 30.564,00
Sachanlagen
Grundstücksgleiche Rechte und Bauten 3.330.324,00 3.586.254,00
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 336.241,00 425.081,00
3.666.565,00 4.011.335,00
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 584.607.675,74 657.036.578,38
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 135.250.000,00 94.400.000,00
Sonstige Ausleihungen 907.337,11 958.579,00
720.765.012,85 752.395.157,38
Umlaufvermögen
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 137.091.373,30 187.854.701,56
– davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr:
–,––
im Vorjahr:
–,––
Sonstige Vermögensgegenstände 11.731.400,25 9.018.355,88
– davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: 404.956,00
im Vorjahr:
266.246,50
148.822.773,55 196.873.057,44
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 26.746.850,81 32.926.743,98
Rechnungsabgrenzungsposten
Damnum 78.180,00 96.630,00
Sonstige 240.500,00 214.500,00
318.680,00 311.130,00
900.323.909,21 986.547.987,80

AG-Bilanz

31. 12. 2006 31. 12. 2005
46.800.000,00 46.800.000,00
116.155.194,86 116.155.194,86
1.022.583,76 1.022.583,76
271.000.000,00 290.000.000,00
2.573.436,65 1.505.959,70
–29.303.450,43 52.667.476,95
49.000.000,00 –,––
457.247.764,84 508.151.215,27
340.700,00 219.000,00
724.000,00 274.000,00
3.295.000,00 746.000,00
4.359.700,00 1.239.000,00
389.933.063,85 428.219.598,63
411.969,46 301.493,42
678.183,13 –,––
47.693.227,93 48.636.680,48
438.716.444,37 477.157.772,53
900.323.909,21 986.547.987,80
181.106,98
309.064,57
–,––
24.665,20

AG-Gewinn- und Verlustrechnung

EUR 2006 2005
Umsatzerlöse 7.154.265,52 3.242.274,08
Sonstige betriebliche Erträge 3.203.629,14 13.208.482,74
10.357.894,66 16.450.756,82
Personalaufwand
Löhne und Gehälter 2.928.448,58 3.728.371,21
Soziale Abgaben und Aufwendungen
für Altersversorgung
291.307,76 387.735,94
davon für Altersversorgung:
146.005,15
im Vorjahr:
239.167,22
3.219.756,34 4.116.107,15
Abschreibungen auf immaterielle
Vermögensgegenstände des
Anlagevermögens und Sachanlagen
441.994,49 465.173,67
Sonstige betriebliche Aufwendungen 4.919.869,27 7.593.369,41
Erträge aus Beteiligungen 80.442.355,09 84.409.938,58
davon aus verbundenen Unternehmen:
80.442.355,09
im Vorjahr:
84.409.938,58
Erträge aus Ausleihungen des
Finanzanlagevermögens
3.595.613,31 2.909.011,97
davon aus verbundenen Unternehmen:
3.551.471,74
im Vorjahr:
2.863.943,61
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 6.039.978,35 8.520.406,14
davon aus verbundenen Unternehmen:
5.238.056,69
im Vorjahr:
5.780.239,92
Abschreibungen auf Finanzanlagen 86.638.721,32 11.000.000,00
Aufwendungen aus Verlustübernahme 1.021.832,64 2.894.079,57
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 24.344.141,68 28.648.792,40
davon an verbundene Unternehmen:
326.962,67
im Vorjahr:
25.601,41
–21.926.748,89 53.296.484,72
Ergebnis der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit
–20.150.474,33 57.572.591,31
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 9.152.976,10 5.522.918,19
Sonstige Steuern –,–– – 617.803,83
Jahresfehlbetrag/-überschuss –29.303.450,43 52.667.476,95
Gewinnvortrag 2.573.436,65 1.505.959,70
Entnahmen aus Gewinnrücklagen 49.000.000,00 –,––
Bilanzgewinn 22.269.986,22 54.173.436,65

Konzern Gewinn- und Verlustrechnung*

TEUR Anhang 2006 2005
Umsatzerlöse (1) 849.270 731.886
Sonstige betriebliche Erträge (2) 17.778 16.908
Aktivierte Eigenleistungen (3) 5.394 4.842
Bestandsveränderung (3) 10.474 2.440
Materialaufwand (4) – 394.287 – 326.376
Personalaufwand (5) – 226.434 – 200.937
Abschreibungen (6) – 61.168 – 42.698
Sonstiger betrieblicher Aufwand – 116.703 – 105.759
Finanzergebnis (7) 994 2.032
Operatives Ergebnis 85.318 82.338
Zinserträge 1.948 3.714
Zinsaufwendungen – 25.771 – 40.733
Zinsergebnis (8) – 23.823 – 37.019
Ergebnis vor Steuern 61.495 45.319
Steuern (9) – 29.869 – 22.235
Ergebnis aufgegebener Geschäftsbereiche (10) – 1.798 – 820
Ergebnis nach Steuern 29.828 22.264
abzüglich Minderheitsanteile – 719 – 690
Ergebnis der INDUS-Aktionäre 29.109 21.574
Ergebnis je Aktie verwässert in EUR
Ergebnis je Aktie unverwässert in EUR
(11) 1,72
1,72
1,24
1,24
Ergebnis der INDUS-Aktionäre, bereinigt um die
Volatilität aus Zinssicherungen (siehe: Bilanzierungsänderungen)
25.041 26.937

* Vorjahreszahlen angepasst

Konzernbilanz*

Aktiva

TEUR Anhang 31.12. 2006 31.12. 2005
Geschäftswert/Goodwill (12) 263.195 269.356
Immaterielle Vermögenswerte (12) 19.046 21.570
Sachanlagen (12) 226.791 215.776
Finanzanlagen (13) 6.304 8.205
At equity bewertete Anteile (13) 4.314 4.072
Sonstige langfristige Vermögenswerte (14) 2.163 2.062
Latente Steuern (15) 3.128 3.242
Langfristige Vermögenswerte 524.941 524.283
Liquide Mittel 92.664 133.564
Forderungen (16) 108.129 109.501
Vorräte (17) 158.437 137.250
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte (14) 16.252 14.716
Zum Verkauf stehende Aktiva (18) 2.080
Kurzfristige Vermögenswerte 375.482 397.111
Bilanzsumme 900.423 921.394

Passiva

TEUR Anhang 31.12. 2006 31.12. 2005
Eingezahltes Kapital 162.955 162.955
Erwirtschaftetes Kapital 40.102 31.643
Eigenkapital der INDUS-Aktionäre 203.057 194.598
Minderheitsanteile am Kapital 1.503 2.413
Eigenkapital des Konzerns (19) 204.560 197.011
Langfristige Finanzschulden (20) 419.924 362.359
Pensionsrückstellungen (21) 14.793 14.719
Sonstige langfristige Rückstellungen (22) 3.043 3.402
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten (23) 5.223 6.495
Latente Steuern (15) 19.203 15.609
Langfristige Schulden 462.186 402.584
Kurzfristige Finanzschulden (20) 99.625 182.381
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 33.908 26.185
Kurzfristige Rückstellungen (22) 35.731 36.400
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten (23) 64.413 76.490
Zum Verkauf stehende Passiva (18) 343
Kurzfristige Schulden 233.677 321.799
Bilanzsumme 900.423 921.394

* Vorjahreszahlen angepasst

Entwicklung Konzerneigenkapital*

2006 Anfangs- Erfasste
bestand Dividenden- Aufwendungen Latente Endbestand
TEUR 1. 1. 2006 ausschüttung und Erträge Steuern 31.12. 2006
Gezeichnetes Kapital 46.800 46.800
Kapitalrücklage 116.155 116.155
Eingezahltes Kapital 162.955 162.955
Angesammelte Gewinne 32.546 – 21.600 29.109 40.055
Rücklage für Währungsumrechnung 487 46 533
Rücklage für die Marktbewertung
von Finanzinstrumenten – 1.390 1.228 – 324 – 486
Erwirtschaftetes Kapital 31.643 – 21.600 30.383 – 324 40.102
Eigenkapital der INDUS
Aktionäre 194.598 – 21.600 30.383 – 324 203.057
Anteile anderer Gesellschafter 2.413 – 1.629 719 1.503
Eigenkapital des Konzerns 197.011 – 23.229 31.102 – 324 204.560
2005 Anfangs- Erfasste
bestand Dividenden- Aufwendungen Latente Endbestand
TEUR 1. 1. 2005 ausschüttung und Erträge Steuern 31.12. 2005
Gezeichnetes Kapital 46.800 46.800
Kapitalrücklage 116.155 116.155
Eingezahltes Kapital 162.955 162.955
Angesammelte Gewinne 32.212 – 21.240 21.574 32.546
Rücklage für Währungsumrechnung – 454 941 487
Rücklage für die Marktbewertung
von Finanzinstrumenten – 7.409 8.175 – 2.156 – 1.390
Erwirtschaftetes Kapital 24.349 – 21.240 30.690 – 2.156 31.643
Eigenkapital der INDUS
Aktionäre 187.304 – 21.240 30.690 – 2.156 194.598
Anteile anderer Gesellschafter 5.507 – 3.783 689 2.413
Eigenkapital des Konzerns 192.811 – 25.023 31.379 – 2.156 197.011

* Vorjahreszahlen angepasst

Die Rücklagen für die Währungsumrechnung und die Marktbewertung von Finanzinstrumenten enthalten noch nicht realisierte Gewinne und Verluste. Die Veränderung der Rücklage für die Marktbewertung von Finanzinstrumenten beruht ausschließlich aus laufender Veränderung der Marktbewertung. Auswirkungen aus Umklassifizierungen existieren nicht.

Die Minderheitsanteile am Kapital betreffen die Fremdgesellschafter von Kapitalgesellschaften. Die Minderheitsanteile an Personengesellschaften werden nach IAS 32 aufgrund der prinzipiellen Kündbarkeit und damit Rückzahlbarkeit der Anteile als Fremdkapital klassifiziert und unter den sonstigen Verbindlichkeiten mit 9.052 TEUR (Vorjahr: 9.667 TEUR) ausgewiesen.

Konzern Kapitalflussrechnung*

TEUR 2006 2005
Ergebnis nach Steuern 29.828 22.264
Abschreibungen/Zuschreibungen
– auf langfristige Vermögensgegenstände (ohne latente Steuern)
– aufgrund von Gewinnen (–) bzw. Verlusten (+) aus dem Abgang von Anlagevermögen
61.285
– 993
41.176
– 610
Steuern 29.869 22.235
Zinsergebnis 23.823 37.019
Cash Earnings aufgegebener Geschäftsbereiche – 148 – 1.017
Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen – 763 – 1.154
Sonstige zahlungsunwirksame Vorgänge – 144 886
Veränderungen der Rückstellungen – 1.721 – 2.658
Zunahme (–)/Abnahme (+) der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder
Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind
– 20.540 – 2.258
Zunahme (+)/Abnahme (–) der Verbindlichkeiten und anderer Passiva, die nicht der
Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind
– 10.834 – 11.380
Erhaltene/gezahlte Ertragsteuern – 24.251 – 23.879
Erhaltene Dividenden 640 389
Operativer Cashflow 86.051 81.013
Gezahlte Zinsen – 27.597 – 31.548
Erhaltene Zinsen 2.362 3.714
Cashflow aus Geschäftstätigkeit 60.816 53.179
Auszahlungen für Investitionen in
– Anteile voll konsolidierter Gesellschaften
– immaterielle Vermögenswerte
– Sachanlagen
– Finanzanlagen
– 8.121
– 6.369
– 44.473
– 866
– 60.960
– 7.301
– 33.320
– 2.232
Einzahlungen aus Abgängen von
– Anteilen voll konsolidierter Gesellschaften
– sonstigen Anlagen
1.714
4.831

3.467
Cashflow aus Investitionstätigkeit aufgegebener Geschäftsbereiche – 13 1.285
Cashflow aus Investitionstätigkeit – 53.297 – 99.061
Auszahlungen aus Dividenden – 21.600 – 21.240
Auszahlungen Minderheitsgesellschafter – 1.628 – 3.784
Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten 131.862 109.019
Auszahlungen aus der Tilgung von Krediten – 157.053 – 54.728
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit – 48.419 29.267
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestands – 40.900 – 16.615
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 133.564 150.418
In der Bilanz gesondert ausgewiesener Finanzmittelbestand
der aufgegebenen Geschäftsbereiche
– 239
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 92.664 133.564
TEUR 2006 2005
Zahlungswirksame Vorgänge aus Veräußerung von Beteiligungen 1.905
Veräußerte Finanzmittel – 191
1.714
Zahlungswirksame Vorgänge aus Beteiligungsneuerwerben – 7.625 – 60.514
Übernommene Finanzmittel 488 3.991
Erworbene Finanzmittel – 984 – 4.437
– 8.121 – 60.960

* Vorjahreszahlen angepasst

Der Finanzmittelbestand enthält ein Konto mit eingeschränkter Verfügungsmacht in Höhe von 242 TEUR (Vorjahr: 375 TEUR). Investitions- und Finanzierungsvorgänge in Höhe von 7.842 TEUR (Vorjahr: 1.867 TEUR), welche nicht zu einer Veränderung der liquiden Mittel führten, sind nicht Bestandteil der Kapitalflussrechnung.

Allgemeines

Die INDUS Holding AG mit Sitz in Bergisch Gladbach, eingetragen im Handelsregister Köln unter HRB 46360, hat ihren Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2006 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und deren Auslegungen durch das International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) erstellt. Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt. Sofern nicht anders vermerkt, werden alle Beträge in Tausend Euro (TEUR) angegeben. Der Konzernabschluss ist auf der Basis historischer Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten erstellt, mit Ausnahme der Bilanzierung der Finanzinstrumente, bei denen eine Bewertung zum Marktwert verpflichtend ist. Die Jahresabschlüsse der einbezogenen Unternehmen sind auf den Bilanzstichtag der INDUS Holding AG erstellt und basieren auf einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Gemäß § 315a HGB ist die INDUS Holding AG verpflichtet, den Konzernabschluss nach IFRS-Standards zu erstellen. Nach HGB erforderliche Anhangangaben, die über die nach IFRS erforderlichen Angaben hinausgehen, werden daher ebenfalls im Konzernanhang dargestellt. Aufgrund von Änderungen von Bilanzierungsmethoden sowie der Umgliederung aufgegebener Geschäftsbereiche sind die Vorjahreszahlen in allen relevanten Aufstellungen angepasst worden.

Anwendung und Auswirkung von neuen und geänderten Standards

Alle zum 31. Dezember 2006 verpflichtend anzuwendenden Standards wurden berücksichtigt. Von der Möglichkeit, zukünftig verpflichtende Standards vorzeitig anzuwenden, wurde kein Gebrauch gemacht.

Im Geschäftsjahr 2006 waren Veränderungen bei den Standards IAS 21 (Auswirkungen von Änderungen der Wechselkurse) und IAS 39 (Finanzinstrumente Ansatz und Bewertung; betreffend Versicherungsverträge und Finanzgarantien sowie Cash Flow Hedge Accounting und Fair Value Option) zu beachten. Als neuer Standard war IFRS 6 (Exploration und Evaluierung von mineralischen Ressourcen) zu berücksichtigen sowie die Interpretationen IFRIC 4 (Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält), IFRIC 5 (Rechte auf Anteile an Fonds für Entsorgung, Wiederherstellung und Umweltsanierung) und IFRIC 6 (Verbindlichkeiten, die sich aus einer Teilnahme an einem spezifischen Markt ergeben – Elektro- und Elektronik-Altgeräte). Überwiegend hatte die Anwendung des Standards keine Auswirkung, teilweise unwesentliche Auswirkungen.

An neuen Standards wurden in 2006 die Standards IFRS 7 (Finanzinstrumente: Angaben) und IFRS 8 (Operative Segmente) veröffentlicht sowie Verbesserungen zu IAS 1 (Darstellung des Abschlusses/ Angaben zum Kapital). Als Interpretationen wurden IFRIC 7 (Anwendung des Anpassungsansatzes unter IAS 29 Rechnungslegung in Hochinflationsländern), IFRIC 8 (Anwendungsbereich von IFRS 2), IFRIC 9 (Neubeurteilung eingebetteter Derivate), IFRIC 10 (Zwischenberichterstattung und Impairment), IFRIC 11 (Geschäfte mit eigenen Anteilen/konzerninterne Grundgeschäfte) und IFRIC 12 (Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen) vorgestellt. Soweit dies heute zu beurteilen ist, ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Abschluss der INDUS-Gruppe, mit Ausnahme teilweise erheblich umfangreicherer Anhangangaben.

Konsolidierungsgrundsätze

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode. Bei Unternehmenszusammenschlüssen sind Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden mit ihrem Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt zu bewerten. Der Goodwill wird ermittelt als Differenz zwischen den Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlusses und dem Anteil des Erwerbers an den Zeitwerten der erworbenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden. Ein positiver Goodwill wird nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens jährlich auf Wertminderungen geprüft. Eine negative Differenz ist sofort ergebniswirksam zu erfassen.

Bei der erstmaligen Einbeziehung von erworbenen Gesellschaften in den Konsolidierungskreis werden deren Beteiligungsbuchwerte bei der Muttergesellschaft gegen die Vermögenswerte und Schulden verrechnet. In den Folgeperioden wird der Beteiligungsbuchwert der Muttergesellschaft gegen das fortgeführte Eigenkapital der Tochtergesellschaften aufgerechnet.

Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Aufwendungen und Erträge zwischen konsolidierten Unternehmen werden gegeneinander aufgerechnet. Vorräte und Anlagevermögen werden um Zwischenergebnisse bereinigt. Auf ergebniswirksame Konsolidierungsvorgänge werden latente Steuern abgegrenzt.

Währungsumrechnung

In den Einzelabschlüssen werden Fremdwährungsgeschäfte mit den Kursen zum Zeitpunkt der Geschäftsvorfälle umgerechnet. Am Bilanzstichtag erfolgt für monetäre Posten eine ergebniswirksame Bewertung zum Zeitwert mit dem entsprechenden Umrechnungskurs.

Nach dem Konzept der funktionalen Währung erstellen die Gesellschaften außerhalb des Euroraums ihre Abschlüsse in der jeweiligen Landeswährung. Die Umrechnung dieser Abschlüsse in Euro erfolgt für Vermögenspositionen und Schulden mit dem Stichtagskurs. Das Eigenkapital wird mit Ausnahme der direkt im Eigenkapital erfassten Positionen zu historischen Kursen geführt. Die Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung werden mit Durchschnittskursen umgerechnet und die sich hieraus ergebenden Währungsdifferenzen werden ergebnisneutral weiterentwickelt. Die verwendeten Kurse ergeben sich aus folgender Tabelle:

Stichtagskurs Durchschnittskurs
1 EUR = 2006 2005 2006 2005
Brasilien BRL 2,823 2,738 -
China RMB 10,025 9,589 10,321 10,222
Kanada CAD 1,528 1,373 1,424 1,509
Mexiko MXN 14,318 13,722
Polen PLN 3,831 3,860 3,896 4,023
Schweiz CHF 1,607 1,555 1,573 1,548
Südafrika ZAR 9,212 7,464 8,531 7,918
Türkei TRL 1,864 1,592 1,809 1,667
USA USD 1,317 1,180 1,256 1,244

In der Darstellung der Entwicklung der Sachanlagen, der Rückstellungen und des Eigenkapitals werden die Anfangs- und Endbestände mit dem Stichtagskurs umgerechnet, die innerjährlichen Bewegungen mit dem Durchschnittskurs. Währungsdifferenzen werden gesondert ausgewiesen und erfolgsneutral behandelt.

Bilanzierung und Bewertung

Goodwill wird aufgrund seiner unbestimmten Nutzungsdauer nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich auf Werthaltigkeit geprüft. Dabei wird grundsätzlich der Nutzungswert herangezogen, basierend auf der vom Management erstellten aktuellen Planung. In die Planungsprämissen fließen sowohl aktuelle Erkenntnisse als auch historische Entwicklungen ein. Nach dem Planungszeitraum von 3 Jahren werden die zukünftigen Cashflows mit einer Wachstumsrate von ca. 1 % hochgerechnet. Die so ermittelten Zahlungsreihen werden mit einem Kapitalkostensatz von 11 % abgezinst. Die Überprüfung der Werthaltigkeit des Goodwills erfolgt auf der Ebene, auf der unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten eine Zuordnung sinnvoll möglich ist. In den meisten Fällen wird der Goodwill den operativen Beteiligungsgesellschaften einschließlich ihrer Tochtergesellschaften zugeordnet. In den wenigen Fällen, in denen eine enge Lieferund Leistungsverknüpfung zwischen diesen Gesellschaften besteht, werden diese weiter zu operativen Einheiten zusammengefasst und die Werthaltigkeit des Goodwills auf dieser Basis überprüft.

Einzeln erworbene immaterielle Wirtschaftsgüter werden zu Anschaffungskosten bewertet und linear über ihre wirtschaftliche Nutzungsdauer von 3–8 Jahren abgeschrieben. Selbst erstellte immaterielle Wirtschaftsgüter, die die Ansatzkriterien des IAS 38 erfüllen, werden zu Herstellungskosten aktiviert, sonst werden die Aufwendungen im Jahr ihrer Entstehung ergebniswirksam erfasst. Die Abschreibung erfolgt mit dem Beginn der Nutzung linear über 3–8 Jahre.

KONZERNANHANG

Sachanlagen werden bewertet zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige und gegebenenfalls auch außerplanmäßige Abschreibungen. In Abhängigkeit vom tatsächlichen Nutzungsverlauf kommen sowohl die lineare als auch die degressive Methode zur Anwendung. Bei Entfall der Gründe für eine in der Vergangenheit durchgeführte außerplanmäßige Abschreibung werden Wertaufholungen vorgenommen. Investitionszuschüsse werden passiviert. Die Herstellungskosten selbst erstellter Sachanlagen umfassen Einzelkosten und anteilige Gemeinkosten, Zinsen werden nicht einbezogen. Aufwendungen für Instandhaltungen und Reparaturen werden ergebniswirksam erfasst, soweit sie nicht aktivierungspflichtig sind. Den planmäßigen Abschreibungen liegen hauptsächlich folgende Nutzungsdauern zugrunde:

Jahre
Gebäude 20 bis 50
Grundstückseinrichtungen 8 bis 20
Maschinen und technische Anlagen 5 bis 15
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 15

Abhängig von der Verteilung der wesentlichen Chancen und Risiken werden Leasingverträge als Operating Leasing oder Finanzierungsleasing klassifiziert, mit der Folge, dass Finanzierungsleasing als Vermögenswert zu bilanzieren ist. Bei Sale-and-Leaseback-Transaktionen ist das Ergebnis aus der Transaktion differenziert zu behandeln. Das Ergebnis wird über die Laufzeit verteilt, wenn das Grundgeschäft ein Finanzierungsleasing darstellt oder wenn bei einem Operating Leasing der Verkaufswert über dem Marktwert liegt.

Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder niedrigerem Nettoveräußerungswert bewertet. Die Herstellungskosten umfassen Einzelkosten und anteilige Gemeinkosten, Zinsen werden nicht einbezogen. Die zugerechneten Gemeinkosten werden überwiegend auf der Basis der Ist-Beschäftigung ermittelt, wenn diese im Wesentlichen der Normalauslastung entspricht.

Rohstoffe und Handelswaren werden zu durchschnittlichen Anschaffungskosten bewertet. Bei erhöhter Lagerdauer oder geminderter Verwertbarkeit werden Vorräte auf den niedrigeren Nettoveräußerungswert abgewertet.

Kundenspezifische Fertigungsaufträge werden nach ihrem Leistungsfortschritt nach der Methode "Percentage of Completion" (POC) bilanziert. Die Umsatzerlöse werden nach dem Leistungsfortschritt erfasst. Das Auftragsergebnis wird nicht erst bei Risikoübergang realisiert, sondern mit dem Grad der Fertigstellung. Grundlage sind die mit dem Kunden vereinbarten Auftragserlöse und die erwarteten Auftragskosten. Der Grad der Fertigstellung errechnet sich aus dem Anteil der angefallenen Kosten an den gesamten Auftragskosten.

72 KONZERNANHANG

Erwartete Verluste aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen werden bei Feststellung sofort als Aufwand erfasst. Sofern das Ergebnis eines kundenspezifischen Fertigungsauftrags noch nicht hinreichend sicher ist, wird der Erlös nur in Höhe der angefallenen Auftragskosten erfasst.

Finanzinstrumente sind Verträge, die gleichzeitig bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder zu einem Eigenkapitalinstrument führen. Bei einem üblichen Kauf erfolgt die Bilanzierung von Finanzinstrumenten zum Erfüllungstag. Die erstmalige Bewertung erfolgt zum Zeitwert. Die Folgebewertung von Vermögenswerten ist in den vier Kategorien "erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet", "gehalten bis zur Endfälligkeit", "ausgereichte Kredite und Forderungen" und "zur Veräußerung verfügbar" vorzunehmen. Finanzielle Schulden sind in den zwei Kategorien "erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet" oder "zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet" zu bilanzieren.

Die Marktwerte von Finanzinstrumenten werden anhand der am Bilanzstichtag vorhandenen Marktinformationen oder durch anerkannte Bewertungsverfahren, z. B. Discounted-Cashflow-Methoden, ermittelt. Die Zinssätze sind der Laufzeit und dem Risiko des zugrunde liegenden Finanzinstruments angepasst.

Originäre Finanzinstrumente: Ausgereichte Kredite und Forderungen und Verbindlichkeiten sowie bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte werden zum Zeitwert angesetzt. Die Änderung des Zeitwerts wird in der Folge unter Berücksichtigung latenter Steuern ergebnisneutral im Eigenkapital abgebildet. Änderungen des Zeitwerts von Finanzinstrumenten, die als "erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet" designiert sind, beeinflussen direkt das Periodenergebnis.

Die im Finanzanlagevermögen ausgewiesenen Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten bewertet, da für sie kein notierter Marktpreis auf einem aktiven Markt existiert und ein beizulegender Zeitwert mit vertretbarem Aufwand nicht verlässlich bestimmt werden kann. Assoziierte Unternehmen, auf die die INDUS-Gruppe bei einem Stimmrechtsanteil zwischen 20 % und 50 % einen maßgeblichen Einfluss ausübt, werden nach der Equity-Methode bilanziert. Die erstmalige Bewertung erfolgt zu Anschaffungskosten. In der Folgebewertung wird der Buchwert um die anteiligen Veränderungen des Eigenkapitals des assoziierten Unternehmens fortgeschrieben.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert bilanziert. Einzelrisiken werden durch angemessene Wertberichtigungen berücksichtigt. Allgemeine Kreditrisiken werden durch Wertberichtigungen auf den Forderungsbestand berücksichtigt, die auf Erfahrungswerten der Vergangenheit oder aktuelleren Erkenntnissen beruhen.

Bei kurzfristigen Forderungen und Verbindlichkeiten entsprechen die fortgeführten Anschaffungskosten grundsätzlich dem Nennbetrag bzw. dem Rückzahlungsbetrag.

Derivative Finanzinstrumente werden bei INDUS überwiegend zur Absicherung von auf zukünftigen Zahlungsströmen basierenden Grundgeschäften eingesetzt. Bei den als Sicherungsinstrumente eingesetzten Derivaten handelt es sich überwiegend um Swaps, aber auch um Termingeschäfte und geeignete Optionsgeschäfte. Voraussetzung für eine Bilanzierung als Sicherungsbeziehung ist, dass die Effizienz der Sicherung zwischen Grundgeschäft und Sicherungsinstrument dokumentiert ist und laufend überwacht wird.

Die Bilanzierung dokumentierter Sicherungsbeziehungen ist abhängig von der Art der Beziehung. Grundgeschäft und Sicherungsgeschäft werden bei Absicherungen des Zeitwertes von Bilanzpositionen (Fair-Value Hedge) mit gegenläufigen Effekten ergebniswirksam erfasst. Im Falle der Absicherung von Zahlungsströmen (Cash Flow Hedge) wird die Änderung des Zeitwertes unter Berücksichtigung latenter Steuern ergebnisneutral im Eigenkapital fortgeführt. Eine ergebniswirksame Auflösung dieser Position erfolgt entweder mit Realisierung des Grundgeschäfts oder mit Feststellung einer Ineffektivität der Sicherung.

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte werden als solche klassifiziert, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch Veräußerung und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert werden soll. Dies ist dann der Fall, wenn die Veräußerung hochwahrscheinlich ist und durch objektive Merkmale bereits konkretisiert ist. Die Bilanzierung erfolgt zum niedrigeren Ansatz aus Buchwert und Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Planmäßige Abschreibungen werden nicht weiter vorgenommen.

Pensionen: Es existieren mehrere Versorgungspläne in unterschiedlicher Ausgestaltung, teilweise für ehemalige Gesellschafter. Alle bilanzierten Versorgungspläne sind geschlossen, einige befinden sich bereits in der Auszahlungsphase.

Aufwand aus beitragsorientierten Plänen ("Defined Contribution Plan") betrifft Zahlungen von INDUS an externe Einrichtungen, ohne mit der Zahlung eine darüber hinausgehende Verpflichtung gegenüber dem Begünstigten einzugehen.

Bei leistungsorientierten Versorgungsplänen ("Defined Benefit Obligation") werden Pensionen und andere Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren berechnet (Projected Unit Credit Method). Die künftigen Verpflichtungen werden auf der Grundlage der zum Bilanzstichtag anteilig erworbenen Leistungsansprüche bewertet und zeigen somit den Teil der Versorgungsverpflichtungen, der bis zum Bilanzstichtag erfolgswirksam erfasst wurde. Die Bewertung berücksichtigt Annahmen über die zukünftige Entwicklung verschiedener Parameter, insbesondere Steigerungen der Gehälter und Renten.

74 KONZERNANHANG

Für jeden Pensionsplan wird der Anwartschaftsbarwert um den Zeitwert eines qualifizierten Planvermögens vermindert. Versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste werden nicht erfasst, wenn sich die kumulierten Werte innerhalb eines sogenannten "Korridors" bewegen. Dieser Korridor wird pro Pensionsplan ermittelt als 10 % des höheren Betrages aus leistungsorientierter Verpflichtung oder Zeitwert des qualifizierten Planvermögens. Die versicherungsmathematischen Gewinne oder Verluste, die außerhalb des Korridors liegen, werden prospektiv über die erwartete durchschnittliche Restlebensarbeitszeit der vom Plan erfassten Arbeitnehmer erfolgswirksam verteilt. Dabei kommen Zeiträume von 1 bis 15 Jahren zur Anwendung.

Sonstige Rückstellungen werden berechnet für gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtungen, resultierend aus einem Ereignis der Vergangenheit, die wahrscheinlich zu einem Ressourcenabfluss führen und deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann. Der Erfüllungsbetrag wird auf Basis einer bestmöglichen Schätzung berechnet. Rückstellungen werden abgezinst, wenn der Effekt hieraus wesentlich ist. Für bekannte Schäden werden Einzelrückstellungen gebildet. Gewährleistungsrückstellungen werden für den gewährleistungsbehafteten Umsatz und den relevanten Gewährleistungszeitraum auf der Basis von gesicherten Erfahrungswerten berechnet. Rückstellungen für ausstehende Kosten, drohende Verluste aus Aufträgen und übrige Verpflichtungen aus dem Absatzgeschäft sind auf der Basis der zu erbringenden Leistungen berechnet.

Erfolgsunsicherheiten (Eventualschulden und -forderungen) sind im Wesentlichen mögliche Verpflichtungen oder Vermögenswerte, die aus Ereignissen der Vergangenheit resultieren und deren Existenz durch unsichere künftige Ereignisse begründet wird, die nicht vollständig von INDUS beeinflusst werden können. Sofern ein Abfluss von wirtschaftlichem Nutzen nicht völlig unwahrscheinlich ist, werden im Anhang Angaben zu Eventualschulden gemacht.

Latente Steuern werden auf alle temporären Unterschiede zwischen dem Wertansatz in der IFRS-Bilanz und dem entsprechenden steuerlichen Wert nach dem bilanzorientierten Konzept ermittelt. Temporäre Differenzen entstehen, wenn die Realisierung des Vermögenswertes oder die Erfüllung der Schuld zu steuerlich relevanten Erträgen oder Aufwendungen führt. Latente Steuern auf einen Goodwill werden nur in dem Maße, in dem dieser steuerlich abzugsfähig ist, gebildet. Das ist bei deutschen Personengesellschaften der Fall. Latente Steuern müssen auch dann berechnet werden, wenn die Realisierung dieses Goodwills, z. B. über die Veräußerung der zugehörigen Personengesellschaft, nicht geplant ist. Dies führt zu einem dauerhaften Aufbau an passiven latenten Steuern bei INDUS.

Für steuerliche Verlustvorträge, bei denen es wahrscheinlich ist, dass in einem Planungshorizont von 5 Jahren ausreichend zu versteuerndes Ergebnis verfügbar ist, werden aktive latente Steuern bilanziert.

Aktive latente Steuern werden angesetzt, sofern es wahrscheinlich ist, dass ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähige temporäre Differenz verrechnet werden kann.

Latente Steuern sind mit dem Steuersatz zu bewerten, der in der Periode, in der sich die Differenzen voraussichtlich umkehren werden, gültig sein wird. Unabhängig von der Fristigkeit sind latente Steuern nicht abzuzinsen. Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze gebildet, die nach der derzeitigen Rechtslage in den verschiedenen Ländern gültig bzw. verabschiedet sind. Aufgrund des überwiegend langfristigen Charakters der latenten Steuern bei INDUS werden kurzfristige vorübergehende Änderungen von Steuersätzen nicht berücksichtigt. In Deutschland gilt ein Körperschaftsteuersatz von 25 %. Unter Berücksichtigung eines durchschnittlichen Gewerbesteuer-Hebesatzes von 370 % sowie des Solidaritätszuschlags von 5,5 % errechnet sich für inländische Unternehmen ein Ertragsteuersatz von 37,8 % für alle Berichtsperioden. Die ausländischen Steuersätze liegen zwischen 15 % und 40 %.

Aufwands- und Ertragsrealisierung: Die Erfassung von Umsatzerlösen erfolgt – mit Ausnahme der Erlöse aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen (s. o.) –, wenn die Leistungen erbracht bzw. die Waren oder Erzeugnisse geliefert worden sind und somit der Gefahrenübergang an den Kunden stattgefunden hat. Umsatzerlöse sind gekürzt um Erlösschmälerungen. Allgemeine Voraussetzung ist, dass die Höhe der Erträge verlässlich bestimmbar ist und hinreichende Wahrscheinlichkeit besteht, dass INDUS ein wirtschaftlicher Nutzen hieraus zufließen wird. Die Erfassung aller Ertrags- und Aufwandspositionen erfolgt in Übereinstimmung mit dem Prinzip der Periodenabgrenzung im IAS-Rahmenkonzept.

Die Kapitalflussrechnung ist in Übereinstimmung mit den Bestimmungen des IAS 7 in die Bereiche Cashflow aus Geschäftstätigkeit, aus Investitionstätigkeit und aus Finanzierungstätigkeit aufgeteilt. Veränderungen des Konsolidierungskreises sind in den entsprechenden Positionen eliminiert, Zinsen und erhaltene Dividenden sind dem Cashflow aus Investitionstätigkeit zugeordnet. Der Finanzmittelbestand entspricht der Bilanzposition liquide Mittel. Die Ermittlung des Cashflows aus Geschäftstätigkeit erfolgt nach der indirekten Methode. Im Cashflow aus Geschäftstätigkeit sind die nicht zahlungswirksamen operativen Aufwendungen und Erträge eliminiert. Deshalb sind die Angaben der Kapitalflussrechnung nicht unmittelbar aus der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung zu entnehmen.

Schätzungen und Annahmen: Die Erstellung des Konzernabschlusses ist beeinflusst von Ansatz- und Bewertungsmethoden sowie Annahmen und Schätzungen, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden sowie Aufwendungen und Erträge auswirken. Wenn Zukunftserwartungen abzubilden sind, können die tatsächlichen Werte von den Schätzungen abweichen. Verändert sich die ursprüngliche Schätzungsgrundlage, so wird die Bilanzierung der entsprechenden Positionen erfolgswirksam angepasst.

76 KONZERNANHANG

Die Realisierung von Bilanzpositionen kann durch zukünftige Ereignisse, die nicht kontrolliert werden können, beeinflusst werden. Dies kann Forderungsausfälle, Nutzungsdauern von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen oder ähnliche Sachverhalte betreffen, Risiken, die grundsätzlich eng mit unternehmerischer Tätigkeit verbunden sind. Die Bilanzierung solcher Positionen beruht auf langjähriger Erfahrung und der Beurteilung des aktuellen Umfelds.

Systembedingte Unsicherheiten resultieren aus Bilanzpositionen, bei denen erwartete zukünftige Zahlungsreihen diskontiert werden. Der Verlauf der Zahlungsreihen ist von zukünftigen Ereignissen abhängig, über deren Entwicklung Annahmen getroffen werden müssen. Das ist insbesondere der Fall bei der Prüfung auf Wertminderungen von Vermögenswerten mittels Nutzungswert sowie der Berechnung der Pensionsrückstellungen nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren.

Relevante Unsicherheiten resultieren auch aus Positionen, die aus einer Bandbreite möglicher zukünftiger Ausprägungen zu ermitteln sind, und betreffen insbesondere die sonstigen Rückstellungen.

Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses unterlagen die zugrunde liegenden Annahmen und Schätzungen nach Bewertung von INDUS keinen bedeutenden Risiken, sodass aus aktueller Sicht nicht von einer wesentlichen Anpassung von Bilanzpositionen auszugehen ist.

Änderung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der INDUS Konzernabschluss des Jahres 2005 inklusive Vorjahreszahlen 2004 und die IFRS-Eröffnungsbilanz wurden nach § 342 b Abs. 2 HGB von der Deutschen Prüfstelle für Rechungslegung e.V. (DPR) geprüft. Das Prüfungsverfahren begann am 18. Mai 2006, die Prüfungsfeststellungen liegen per 16. April 2007 vor. Es zeigten sich abweichende Bilanzierungsauffassungen von DPR und INDUS Holding AG:

Minderheitsanteile von Personengesellschaften

Bedingt durch eine grundsätzlich mögliche Kündbarkeit von Anteilen an Personengesellschaften durch die Gesellschafter und die daraus resultierende Rückzahlbarkeit des Kapitals verfügen Personengesellschaften in ihrem IFRS-Einzelabschluss über kein Eigenkapital. Im Konzernabschluss relativiert sich diese Problematik auf die Darstellung der Minderheitsanteile.

Die Bilanzierung von Minderheitenkapital an Personengesellschaften in enger Auslegung des IAS 32 führt insgesamt zu Aussagen, die nicht nur nach unserer Einschätzung im Widerspruch zu den qualitativen Anforderungen des IFRS-Rahmenkonzepts stehen. Bezüglich des Kapitals von Personengesellschaften wäre eine Bilanzierung nach IAS 1.17 ff. angemessen, also eine vom Standard IAS 32 abweichende Darstellung. Nach abschließender Erörterung erachten wir die die GuV betreffenden Auswirkungen aber nicht als wesentlich genug, um eine abweichende Bilanzierung zu begründen, und folgen somit der Auffassung der DPR.

In enger Anwendung des Standards sind die Aufwendungen im Zusammenhang mit Fremdkapital als Zinsaufwand darzustellen und nicht als Ergebnisverwendung (2006: 1.985 TEUR, 2005: 478 TEUR). Das Ergebnis der INDUS-Aktionäre und das Ergebnis je Aktie nach IAS 33 werden durch die Änderungen nicht beeinflusst.

Ausbuchung eines finanziellen Vermögenswertes IAS 39

Die INDUS-Gruppe verkauft Forderungen im Rahmen eines Asset-Backed-Security-Programms (ABS-Programm). Die ankaufende Gesellschaft ist keine Zweckgesellschaft der INDUS-Gruppe. Bei unserem erstrangigen Kontrahenten liegt der Anteil der von der INDUS-Gruppe angekauften Forderungen deutlich unter 10 %.

Das ABS-Programm wurde entwickelt, um das Finanzierungsportfolio der INDUS strategisch zu erweitern. Im Vordergrund stand nicht die Optimierung der Bilanzstruktur, sondern die Erweiterung der Finanzierungsquellen. Die spezifischen Modalitäten des ABS-Programms führten daher in 2005 bei einem Brutto-Forderungsverkauf von 35 Mio. EUR lediglich zu einer effektiven Bilanzverkürzung von 6 Mio. EUR.

78 KONZERNANHANG

Die Frage, ob ein Vermögensgegenstand auszubuchen oder weiter zu bilanzieren ist, ist abhängig von der Eintrittswahrscheinlichkeit von zukünftigen Chancen und Risiken, beim ABS-Programm insbesondere hinsichtlich des Ausfalls eines oder mehrerer wesentlicher Debitoren. Je nach Wahrscheinlichkeit zukünftiger Ereignisse hinsichtlich eines Totalausfalls von wesentlichen Debitoren kann eine Ausbuchung der im ABS-Programm verkauften Forderungen geboten oder verboten sein.

Bezüglich der Einschätzung dieses Risikos kommt die INDUS Holding AG zwar zu einer anderen Einschätzung als die DPR, da die Auswirkung auf die Bilanzsumme in 2005 mit weniger als 1% letztlich von untergeordneter Bedeutung ist und die generelle Vergleichbarkeit mit anderen IFRS-Abschlüssen tendenziell verbessert wird, hat sich die INDUS Holding AG entschieden, die Bilanzierung des ABS-Programms im Einklang mit den internationalen Gepflogenheiten abzubilden und die Finanzierungskomponente im Bereich der Finanzschulden zu bilanzieren. Die Finanzschulden steigen damit in 2005 um 31 Mio. EUR, im Wesentlichen bedingt durch ein Absinken der sonstigen Verbindlichkeiten um 25 Mio. EUR.

Absicherung von Zahlungsströmen, IAS 39

Instrumente zur Absicherung von Zahlungsströmen setzt die INDUS Holding AG fast ausschließlich zur Zinssicherung ein. Kreditverträge auf EURIBOR-Basis werden mit kurzfristiger Zinsanpassung abgeschlossen und durch Zinssicherungsgeschäfte synthetisch in Festzinskredite umgewandelt (Zinsswap). Grundsätzlich wird diese Sicherung pro Kreditvertrag durchgeführt (sog. Micro-Hedge), sodass hinsichtlich der Beurteilung der Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung die Voraussetzungen des IAS 39 (Anhang 108) erfüllt sind. Dies hat wesentliche Vereinfachungen bei der Beurteilung der Effektivität zur Folge. Bei festgestellter, effektiver Sicherungsbeziehung werden die Marktwerte der dem Micro-Hedge zugrunde liegenden Derivateverträge erfolgsneutral im Eigenkapital weiterentwickelt.

Obwohl am Bilanzstichtag 2005 wie auch 2006 eine hochgradig wirksame Sicherungsbeziehung vorlag, wurde durch die Rückzahlung des syndizierten Kredits in 2006 in Höhe von 100 Mio. EUR das Prinzip der synthetischen Festzinskredite formal durchbrochen. Mit der Rückzahlung des syndizierten Kredits trat an die Stelle des Micro-Hedges ein "Portfolio Hedge". Hierdurch stellen sich erweiterte, rein formale Anforderungen an die Berechnung der Effektivität des Sicherungsgeschäfts.

Unter Berücksichtigung des im IFRS-Rahmenkonzept angeführten Grundsatzes der Abwägung von Kosten und Nutzen bei der Bereitstellung von Informationen verzichtet die INDUS Holding AG auf die Durchführung umfangreicher und kostenträchtiger Effektivitätstests für den Portfolio Hedge. Da der Portfolio Hedge eine für INDUS einmalige, bis 2009 befristete Themenstellung darstellt, ist es wirtschaftlich nicht vertretbar, ein System zur Durchführung komplexer Effektivitätstests zu implementieren und zu pflegen.

KONZERNANHANG

Da damit formal eine Sicherungsbeziehung nicht darstellbar ist, fließen die Marktwerte der betroffenen Derivate in die GuV ein. Eine entsprechende Ergebnisvolatilität ist die Folge. Die ergebniswirksamen Verbuchungen der Marktwerte gleichen sich über die Laufzeit der Derivate aus. Wir sind der Ansicht, dass eine zusätzliche Information ergänzend zur GuV, die das Ergebnis um die Volatilität aus der Marktbewertung von Zinsderivaten bereinigt, dem Bilanzleser relevante und zuverlässige Informationen zur Verfügung stellt, die eine Ergebnisanalyse unter wirtschaftlicher Betrachtungsweise ermöglichen. Die Zeile ist benannt: "Ergebnis der INDUS-Aktionäre, bereinigt um die Volatilität aus Zinssicherungen".

In qualitativer Hinsicht war die Wirksamkeit der Sicherungen 2005 und 2006 gegeben. Aus rein formalen Gründen werden die Derivate zum Fair Value in der GuV bewertet und nicht als Sicherungsgeschäfte im Eigenkapital. Unter Berücksichtigung der latenten Steuern ist die GuV des Vorjahres infolgedessen um 5.363 TEUR zu belasten. Aus der Fortentwicklung dieser Werte ergibt sich in 2006 eine nicht operative Ergebnisverbesserung von 4.068 TEUR.

Anpassung der Vorjahreszahlen

Die Bilanzierung aufgegebener Geschäftsbereiche nach IFRS 5.34 erfordert zwingend eine Anpassung der Vorjahreszahlen. Diese sind gesondert von den oben erläuterten Bilanzierungsänderungen nach IAS 32 und IAS 39 in der folgenden Überleitungsrechnung dargestellt:

Gewinn- und Verlustrechnung

Anpassung der Gewinn- und Verlust-
rechnung des Vorjahres
TEUR
2005
veröffentlicht
Anpassung
IAS 8
Anpassung
IFRS 5
2005
vergleichbar
Umsatzerlöse 735.323 – 3.437 731.886
Sonstige betriebliche Erträge 17.358 – 450 16.908
Aktivierte Eigenleistungen 4.848 – 6 4.842
Bestandsveränderung 2.383 57 2.440
Materialaufwand – 328.054 1.678 – 326.376
Personalaufwand – 202.538 1.601 – 200.937
Abschreibungen – 42.698 – 42.698
Sonstiger betrieblicher Aufwand – 107.381 1.622 – 105.759
Finanzergebnis 2.032 2.032
Operatives Ergebnis 81.273 1.065 82.338
Zinsergebnis – 29.257 – 7.762 – 37.019
Ergebnis vor Steuern 52.016 – 7.762 1.065 45.319
Steuern – 23.875 1.920 – 280 – 22.235
Ergebnis aufgegebener Geschäftsbereiche – 35 – 785 – 820
Ergebnis nach Steuern 28.106 5.841 22.264
davon Minderheitsanteile – 1.169 478 – 690
davon Anteile der INDUS-Aktionäre 26.937 5.363 21.574
Ergebnis je Aktie verwässert in EUR
Ergebnis je Aktie unverwässert in EUR
1,50
1,50
1,24
1,24

Als Folge der Bilanzierungsänderungen nach IAS 39 wurde die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung geändert. Das Finanzergebnis wird in das operative Ergebnis einbezogen, da dieses Ergebnis überwiegend mit wirtschaftlich eng verbundenen Gesellschaften erzielt wird.

Aufgrund der Volatilität des Zinsergebnisses bietet das operative Ergebnis (EBIT) in dieser erweiterten Definition die umfänglichste Information über die kontinuierliche wirtschaftliche Entwicklung der INDUS-Gruppe und ist insofern eine strategische Kennzahl für die Außenkommunikation.

Die Anpassungen nach IAS 8 der im Bereich Änderung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden erläuterten Änderungen aus IAS 32/39 wirken sich wie folgt aus:

Aktiva

TEUR 2005 IAS8 2005
Anhang veröffentlicht Anpassung vergleichbar
Geschäftswert/Goodwill (12) 269.356 269.356
Immaterielle Vermögenswerte (12) 21.570 21.570
Sachanlagen (12) 215.776 215.776
Finanzanlagen (13) 8.205 8.205
At equity bewertete Anteile (13) 4.072 4.072
Sonstige langfristige Vermögenswerte (14) 2.062 2.062
Latente Steuern (15) 3.242 3.242
Langfristige Vermögenswerte 524.283 524.283
Liquide Mittel 133.519 45 133.564
Forderungen (16) 99.915 9.586 109.501
Vorräte (17) 137.250 137.250
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte (14) 18.307 – 3.591 14.716
Zum Verkauf stehende Aktiva (18) 2.080 2.080
Kurzfristige Vermögenswerte 391.071 6.040 397.111
Bilanzsumme 915.354 6.040 921.394

Passiva

TEUR 2005 IAS 8 2005
Anhang veröffentlicht Anpassung vergleichbar
Eingezahltes Kapital 162.955 162.955
Erwirtschaftetes Kapital 31.643 31.643
Rücklage für eigene Anteile
Eigenkapital der INDUS-Aktionäre 194.598 194.598
Minderheitsanteile am Kapital 2.413 2.413
Eigenkapital des Konzerns (19) 197.011 197.011
Langfristige Finanzschulden (20) 362.359 362.359
Pensionsrückstellungen (21) 14.719 14.719
Sonstige langfristige Rückstellungen (22) 3.402 3.402
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten (23) 6.495 6.495
Latente Steuern (15) 15.609 15.609
Langfristige Schulden 402.584 402.584
Kurzfristige Finanzschulden (20) 151.162 31.219 182.381
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 26.185 26.185
Kurzfristige Rückstellungen (22) 36.400 36.400
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten (23) 101.669 – 25.179 76.490
Zum Verkauf stehende Passiva (18) 343 343
Kurzfristige Schulden 315.759 6.040 321.799
Bilanzsumme 915.354 6.040 921.394

Konsolidierung und Konsolidierungskreis

Im Konzernabschluss werden alle Tochterunternehmen voll konsolidiert, bei denen die INDUS-Gruppe mittelbar oder unmittelbar über die Möglichkeit verfügt, deren Finanz- und Geschäftspolitik zum Nutzen der INDUS-Gruppe zu bestimmen. Assoziierte Unternehmen, auf deren Finanz- und Geschäftspolitik ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann, werden nach der Equity-Methode einbezogen. Gesellschaften, die im Laufe des Geschäftsjahres erworben wurden, sind ab dem Zeitpunkt des Übergangs der Kontrolle über die Finanz- und Geschäftspolitik einbezogen. Gesellschaften, die abgehen, sind ab dem Zeitpunkt des wirtschaftlichen Übergangs nicht mehr einbezogen. Ab dem Zeitpunkt des Beschlusses zur Veräußerung werden die Gesellschaften als "zur Veräußerung gehalten" klassifiziert.

Anzahl der einbezogenen Unternehmen Inland Ausland Gesamt
Voll konsolidierte Tochterunternehmen
1. Januar 2005 94 12 106
Zugänge 9 0 9
Abgänge 0 0 0
1. Januar 2006 103 12 115
Zugänge 1 6 7
Abgänge 6 0 6
31. Dezember 2006 98 18 116
At equity bewertete Unternehmen
1. Januar 2005 2 2 4
Zugänge 2 0 2
Abgänge 0 0 0
1. Januar 2006 4 2 6
Zugänge 0 1 1
Abgänge 3 0 3
31. Dezember 2006 1 3 4

Vier andere assoziierte Unternehmen, die wegen ihrer geringen Größe oder wegen geringfügiger wirtschaftlicher Aktivität für den Konzernabschluss von untergeordneter Bedeutung sind, wurden gemäß IAS 39 (Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung) mit dem Buchwert angesetzt.

In den Abgängen der voll konsolidierten Tochterunternehmen sind zwei Abgänge durch Verschmelzung auf eine andere Gesellschaft begründet. Diese Angaben enthalten am 31. Dezember 2006 38 Komplementär-GmbHs, die mit der zugehörigen KG eine Einheitsgesellschaft bilden (31. Dezember 2005: 40 Komplementär-GmbHs). Die wesentlichen operativen Gesellschaften sind im Anhang dargestellt. Die vollständige Anteilsbesitzliste wird beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers eingereicht.

Unternehmenszusammenschlüsse nach IFRS 3

Die INDUS-Tochter BETOMAX GmbH & Co. KG erwarb per Kaufvertrag am 29. Mai 2006 100 % der Anteile an der schweizerischen ANCOTECH AG. Die ANCOTECH AG wird ab Juni 2006 konsolidiert.

Weiterhin wurden in 2006 Anteile an bestehenden Mehrheitsbeteiligungen aufgestockt, im Wesentlichen durch Kauf von 10% der Anteile an der VULKAN INOX GmbH sowie 10% der Anteile der WEIGAND Bau GmbH. An der VULKAN INOX GmbH hält die INDUS nun 100% der Anteile, an der WEIGAND Bau GmbH 80% der Anteile.

Die Anschaffungskosten aller Zugänge inklusive der erworbenen Minderheitsbeteiligungen betrugen 15 Mio. EUR (Vorjahr: 65 Mio. EUR). Die Kaufpreisfindung basiert auf einem standardisierten Unternehmensbewertungsmodell.

Das Umsatzvolumen aller erstmals konsolidierten Gesellschaften für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember würde 15 Mio. EUR betragen (Vorjahr: 93 Mio. EUR). Zum Konzernabschluss 2006 tragen diese Gesellschaften ein Umsatzvolumen von 11 Mio. EUR bei.

Die Kaufpreisallokation der Neuerwerbe führte zu einem Goodwill von 4,7 Mio. EUR (Vorjahr: 36,9 Mio. EUR). Davon entfielen in 2006 auf das Segment Bauindustrie 4,4 Mio. EUR und auf das Segment Übrige Beteiligungen 0,3 Mio. EUR.

84 KONZERNANHANG

Weitere Pflichtangaben zur Erstkonsolidierung enthalten die folgenden Tabellen:

Neuerwerbe 2006

TEUR Buchwerte im
Zugangszeitpunkt
Mehrwerte aus
Erstkonsolidierung
Zugang
Konzernbilanz
Langfristige Vermögenswerte 2.039 5.676 7.715
Kurzfristige Vermögenswerte 2.978 574 3.552
Summe Vermögenswerte 5.017 6.250 11.267
Langfristige Schulden 374 374
Kurzfristige Schulden 3.111 148 3.259
Summe Schulden 3.485 148 3.633

Neuerwerbe 2005

TEUR Buchwerte im
Zugangszeitpunkt
Mehrwerte aus
Erstkonsolidierung
Zugang
Konzernbilanz
Langfristige Vermögenswerte 17.595 59.818 77.413
Kurzfristige Vermögenswerte 45.109 3.595 48.704
Summe Vermögenswerte 62.704 63.413 126.117
Langfristige Schulden 10.416 1.712 12.128
Kurzfristige Schulden 42.244 7.085 49.329
Summe Schulden 52.660 8.797 61.457

Unternehmensabgänge nach IFRS 5

Im Geschäftsjahr 2005 hat die INDUS entschieden, die Beteiligung an der NEUTRASOFT IT für den Handel GmbH & Co. KG zum 2. Januar 2006 zu veräußern. Im Geschäftsjahr 2006 wurde die Oskar OVERMANN GmbH & Co. Kommanditgesellschaft zum 31. Oktober 2006 veräußert. Dementsprechend wurde das Ergebnis der Gesellschaft in der Gewinn- und Verlustrechnung für die Jahre 2005 und 2006 umgegliedert als "zur Veräußerung gehalten". Die Gesellschaft wurde im Rahmen eines Management-Buy-outs (MBO) an den langjährigen Geschäftsführer veräußert.

Die Erlöse und Aufwendungen der aufgegebenen Geschäftsbereiche betrugen in den Geschäftsjahren 2005 und 2006:

Angaben zu IFRS 5

TEUR 2006 2005
Umsatzerlöse 2.729 5.805
Aufwendungen und sonstige Erlöse – 4.206 – 6.919
Operatives Ergebnis – 1.477 – 1.114
Finanzergebnis – 1 – 6
Steuern 390 300
Ergebnis nach Steuern, laufender Betrieb – 1.088 – 820
Ergebnis der Entkonsolidierung – 710
Ergebnis aufgegebener Geschäftsbereiche – 1.798 – 820
Steueraufwand/-ertrag aus der Veräußerung 254

Umgliederungen von Bilanzpositionen in die Kategorie zum Verkauf stehende Aktiva bzw. Passiva sind der folgenden Aufstellung zu entnehmen. Zum Zeitpunkt der Umgliederungen nach IFRS existierte in den Gesellschaften kein Goodwill.

TEUR 2006 2005
Langfristige Vermögenswerte 1.554
Kurzfristige Vermögenswerte 526
Summe Vermögenswerte 2.080
Langfristige Schulden 94
Kurzfristige Schulden 249
Summe Schulden 343

Unternehmenszusammenschlüsse nach IFRS 3 nach dem Bilanzstichtag

Mit Kaufvertrag vom 28. September 2006 übernimmt die INDUS Holding AG zum 1. Januar 2007 75 % der Anteile an der OBUK Haustürfüllungen GmbH & Co. KG, Oelde. Die verbliebenen Anteile hält der Unternehmensgründer, der auch weiterhin als Geschäftsführer für das operative Geschäft verantwortlich sein wird. Zum aktuellen Zeitpunkt ist eine vorläufige Kaufpreisallokation nicht sinnvoll möglich, da die zur Kaufpreisallokation erforderlichen Informationen noch nicht vollständig vorliegen.

Erläuterungen zur Konzern Gewinn- und Verlustrechnung

[1] Umsatzerlöse

In den Umsatzerlösen enthalten sind Erlöse für Dienstleistungen von 16.452 TEUR (Vorjahr: 29.068 TEUR) sowie Nutzungsentgelte von 1.202 TEUR (Vorjahr: 327 TEUR). Weiterhin sind in den Umsatzerlösen 46.218 TEUR Umsätze an kundenspezifischen Fertigungsaufträgen enthalten (Vorjahr: 32.652 TEUR). Die Steigerung der Umsatzerlöse um 117.384 TEUR resultiert zu 54.059 TEUR aus der erstmaligen Konsolidierung von Gesellschaften im Jahr 2006 sowie der erstmaligen ganzjährigen Einbeziehung der SELZER- und der MIGUA-Gruppe. Im Jahr 2005 wurden 3.437 TEUR an Umsatzerlösen umgegliedert in das Ergebnis aufgegebener Geschäftsbereiche.

Eine erweiterte Darstellung der Umsatzerlöse findet sich im Bereich der Segmentberichterstattung.

[2] Sonstige betriebliche Erträge

TEUR 2006 2005
Ertragszuschüsse/Auflösung passivischer
Abgrenzung
1.276 1.113
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 2.164 1.689
Auflösung von Wertberichtigungen 1.454 1.105
Erträge aus der Währungsumrechnung 676 1.435
Erträge aus Anlagenabgängen 881 477
Versicherungsentschädigungen für Abgänge
im Sachanlagevermögen
3.512 314
Übrige sonstige betriebliche Erträge 7.815 10.775
Summe 17.778 16.908

Den Erträgen aus Währungsumrechnung stehen Aufwendungen in Höhe von –2.144 TEUR gegenüber (Vorjahr: 854 TEUR), der Betrag der Währungsumrechnungsdifferenzen, die im Ergebnis erfasst sind, beträgt somit –1.468 TEUR (Vorjahr: 581 TEUR). Hauptursache war die Bewertung von in südafrikanischen Rand valutierenden Darlehen. Die Erhöhung der Versicherungsentschädigungen resultiert überwiegend aus der Bilanzierung des Erstattungsanspruches im Zusammenhang mit einem Brandschaden.

[3] Aktivierte Eigenleistungen

TEUR 2006 2005
Andere aktivierte Eigenleistungen 2.782 2.575
Aktivierte Eigenleistungen nach IAS 38 2.612 2.267
Summe 5.394 4.842

Weiterhin wurden Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen in Höhe von 8.679 TEUR im Periodenaufwand erfasst (Vorjahr: 8.513 TEUR).

Bestandsveränderung

TEUR 2006 2005
Unfertige Erzeugnisse 4.435 1.699
Fertige Erzeugnisse 6.039 741
Summe 10.474 2.440

[4] Materialaufwand

TEUR 2006 2005
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren – 345.916 – 287.841
Bezogene Leistungen – 48.371 – 38.535
Summe – 394.287 – 326.376

[5] Personalaufwand

TEUR 2006 2005
Löhne und Gehälter – 188.344 – 167.483
Soziale Abgaben – 35.674 – 31.690
Aufwendungen für Altersversorgung – 2.416 – 1.764
Summe – 226.434 – 200.937

Der Personalaufwand enthält nicht den Zinsanteil der Zuführung zu den Pensionsrückstellungen. Dieser ist mit 763 TEUR im Zinsergebnis verarbeitet (Vorjahr: 523 TEUR).

[6] Abschreibungen

TEUR 2006 2005
Abschreibungen auf Sachanlagen und
immaterielle Vermögenswerte
– 33.040 – 29.543
Planmäßige Abschreibungen aus
Erstkonsolidierung
– 9.855 – 11.155
Außerplanmäßige Abschreibungen aus
Erstkonsolidierung
– 18.273 – 2.000
Summe – 61.168 – 42.698

Der Aufriss der außerplanmäßigen Abschreibung aus Erstkonsolidierung nach Segmenten erfolgt im Segmentbericht. Weiterhin wurden an außerplanmäßigen Abschreibungen im Sachanlagevermögen 948 TEUR verbucht (Vorjahr: 73 TEUR), bei immateriellen Vermögenswerten 509 TEUR (Vorjahr: 642 TEUR).

[7] Finanzergebnis

TEUR 2006 2005
Ergebnis von assoziierten Unternehmen 763 1.154
Abschreibungen auf Finanzanlagen – 117 – 128
Erträge Finanzanlagen 348 1.006
Summe 994 2.032

[8] Zinsergebnis

TEUR 2006 2005
Zinsen und ähnliche Erträge 1.948 3.714
Zinsaufwand Marktwerte Swaps 5.524 – 7.184
Zinsen und ähnlicher Aufwand – 29.310 – 33.071
Verzinsung Fremdanteile nach IAS 32 – 1.985 – 478
Summe – 23.823 – 37.019

Bezüglich des Zinsaufwandes, resultierend aus der Fair-Value-Bewertung von Swaps, sei auf die Ausführungen im Kapitel Änderung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verwiesen.

[9] Steuern

TEUR 2006 2005
Aperiodische Steuern – 73 – 1.929
Laufende Steuern – 28.617 – 19.436
Latente Steuern – 1.179 – 870
Summe – 29.869 – 22.235

Steuerliche Besonderheiten

Das Geschäftsmodell der INDUS Holding AG beruht auf der Bündelung mittelständischer Nischenanbieter, die eine führende Position in ihrem jeweiligen Markt besitzen. Synergien spielen beim Erwerb eine untergeordnete Rolle. Jede Gesellschaft steht eigenständig für ihren Erfolg ein, bedarfsweise unterstützt durch Ressourcen der Holding.

Erworben werden insbesondere deutsche Personengesellschaften. Der Erwerb einer Personengesellschaft führt zu folgenden steuerlichen Konsequenzen:

Die Mehrwerte aus der steuerlichen Kaufpreisallokation sind in Form von Abschreibungen aus Ergänzungsbilanzen, verteilt auf die jeweilige Nutzungsdauer, abzugsfähig. Dies führt zu einer um die Abschreibungen geminderten steuerlichen Bemessungsgrundlage und kann auch bei ertragsstarken Gesellschaften dazu führen, dass ein steuerlicher Verlust mit entsprechenden Steuerersparnissen – Gewerbesteuer bei der Personengesellschaft und Körperschaftsteuer bei der INDUS Holding AG – entsteht. Positive Ergebniseffekte entstehen durch die Bilanzierung von latenten Steuern nach dem bilanzorientierten Temporary-Konzept nach IFRS nicht mehr. Eine Aktivierung von latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge erfolgt im Konzern nur, wenn eine Realisierung in einem 5-Jahres-Planungszeitraum wahrscheinlich möglich ist.

Gewerbesteuer fällt auf Ebene der Personengesellschaft an. Eine Ergebnisverrechnung steuerlicher Gewinne und Verluste für die Gewerbesteuer ist zwischen Personengesellschaften nicht möglich. Die steuerlichen Ergebnisse nach Gewerbesteuer werden der INDUS Holding AG zugerechnet und in Summe der Körperschaftsteuer unterworfen. Organschaftsverträge zur Vermeidung dieser gewerbesteuerlichen Effekte sind für Personengesellschaften nicht möglich und nach dem Konzept der unternehmerischen Eigenständigkeit auch nicht gewollt. Daher werden bei INDUS auch keine Organschaftsverträge mit Kapitalgesellschaften zur steuerlichen Verrechnung abgeschlossen. Diese Effekte drücken sich in der Position "keine Ergebnisverrechnung aufgrund eigenständiger Tochtergesellschaften" aus.

90 KONZERNANHANG

Die Holding übernimmt gemäß der Unternehmensphilosophie die Finanzierungsfunktion für alle Gesellschaften. Der Finanzierungsaufwand des Konzerns fällt zum ganz überwiegenden Teil in der AG an. Die Finanzierungsaufwendungen für Kapitalgesellschaften sind bei der AG steuerlich abzugsfähig, während Ausschüttungen steuerfrei sind. In der Folge entstehen in der Regel bei der AG gewerbesteuerliche Verluste, die die Steuerquote im Konzern erhöhen.

Überleitung vom erwarteten zum tatsächlichen Steueraufwand

TEUR 2006 2005
Ergebnis vor Ertragsteuern 61.495 45.319
Erwarteter Steueraufwand 37,8 % 23.245 17.131
Überleitung
Abschreibung von Goodwill 6.907 756
Aktivierung oder Wertberichtigung
von Verlustvorträgen latenter Steuern
– 949 – 808
Aperiodische Steuern 73 1.929
Equity-Bewertung von
assoziierten Unternehmen
– 288 – 436
Struktureffekte aus:
– abweichenden lokalen Steuersätzen
– abweichenden nationalen Steuersätzen
– 606
– 395
50
– 571
Gewerbesteuerliche Verluste INDUS Holding AG 720
Keine Ergebnisverrechnung aufgrund
eigenständiger Tochtergesellschaften
1.028 1.876
Ausländische Quellensteuer auf
steuerfreie Dividenden
231 314
Sonstige nicht abzugsfähige Aufwendungen
oder steuerfreie Erträge
1.412 1.893
Nutzung tatsächlicher steuerlicher
Verlustvorträge
– 789 – 619
Tatsächlicher Steueraufwand 29.869 22.235
in % vom Ergebnis 48,6 % 49,1 %

[10] Ergebnis aufgegebener Geschäftsbereiche

Im Ergebnis aufgegebener Geschäftsbereiche sind die Nachsteuerergebnisse der NEUTRASOFT IT GmbH & Co. KG sowie der Oskar OVERMANN GmbH & Co. KG sowohl für 2006 als auch für 2005 enthalten.

Der Steueraufwand, resultierend aus dem laufenden Ergebnis der aufgegebenen Geschäftsbereiche, betrug –390 TEUR (Vorjahr: –300 TEUR). Der Steueraufwand resultierend aus der Veräußerung der Gesellschaften betrug –254 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR).

[11] Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie beträgt 1,72 EUR je Aktie (Vorjahr: 1,24 EUR je Aktie). Die Zahl der Aktien war mit 18.000.000 Stück in beiden Geschäftsjahren konstant. Im Falle der Ausübung des genehmigten Kapitals [19] sind Verwässerungen zukünftig möglich. Das zugrunde gelegte Ergebnis ermittelt sich aus dem Ergebnis der INDUS-Aktionäre, bereinigt um das Ergebnis der aufgegebenen Geschäftsbereiche. Die Einbeziehung des Ergebnisses der aufgegebenen Geschäftsbereiche in die Berechungsgrundlage würde das Ergebnis je Aktie um –0,10 EUR je Aktie ( Vorjahr : – 0,04 EUR je Aktie) beeinflussen.

Erläuterungen zur Konzernbilanz

[12] Entwicklung des immateriellen und des Sachanlagevermögens

Anschaffungs-/ Verände
Herstellungskosten 2006 Anfangs-
bestand
rung Kon-
solidie-
Um- Währungs- End
bestand
TEUR 1.1. 2006 rungskreis Zugang Abgang buchung differenz 31.12. 2006
Geschäftswert/Goodwill 302.828 – 7.136 7.286 210 302.768
Aktivierte Entwicklungskosten 3.639 2.612 6.251
Schutzrechte, Konzessionen, sonstige
immaterielle Wirtschaftsgüter
88.658 378 1.998 306 157 90.885
Summe immaterielle Wirtschaftsgüter 92.297 378 4.610 306 157 97.136
Grundstücke und Gebäude 132.008 3.731 6.708 1.537 2.356 143.266
Technische Anlagen und Maschinen 216.250 165 23.431 6.991 3.095 235.950
Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
82.515 – 1.326 8.759 6.395 340 83.893
Geleistete Anzahlungen und Anlagen
im Bau
6.274 5.543 977 – 5.948 – 6 4.886
Summe Sachanlagen 437.047 2.570 44.441 15.900 – 157 – 6 467.995
Abschreibungen 2006 Anfangs- Verände
rung Kon-
Abgang End
TEUR bestand
1.1. 2006
solidie-
rungskreis
Zugang Wert-
aufholung
und Um-
buchung
Währungs-
differenz
bestand
31.12. 2006
Geschäftswert/Goodwill 33.472 – 11.962 18.273 210 39.573
Aktivierte Entwicklungskosten 138 314 452
Schutzrechte, Konzessionen, sonstige
immaterielle Wirtschaftsgüter
70.589 – 121 7.411 238 – 3 77.638
Summe immaterielle Wirtschaftsgüter 70.727 – 121 7.725 238 – 3 78.090
Grundstücke und Gebäude 25.216 4.760 1.126 28.850
Technische Anlagen und Maschinen 141.908 – 234 20.305 6.860 – 52 155.067
Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
54.147 – 1.458 10.105 5.475 – 32 57.287
Geleistete Anzahlungen und Anlagen
im Bau
Summe Sachanlagen 221.271 – 1.692 35.170 13.461 – 84 241.204
Anschaffungs-/
Herstellungskosten 2005
Anfangs- Verände
rung Kon-
End
TEUR bestand
1.1. 2005
solidie-
rungskreis
Zugang Abgang Um-
buchung
Währungs-
differenz
bestand
31.12. 2005
Geschäftswert/Goodwill 263.466 36.316 3.045 1 302.828
Aktivierte Entwicklungskosten 1.480 – 107 2.266 3.639
Schutzrechte, Konzessionen, sonstige
immaterielle Wirtschaftsgüter
81.334 5.140 2.804 690 69 1 88.658
Summe immaterielle Wirtschaftsgüter 82.814 5.033 5.070 690 69 1 92.297
Grundstücke und Gebäude 110.589 8.418 1.869 2.160 13.289 3 132.008
Technische Anlagen und Maschinen 181.446 18.923 13.482 2.900 5.297 2 216.250
Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
71.792 5.899 8.413 5.106 1.513 4 82.515
Geleistete Anzahlungen und Anlagen
im Bau
18.168 798 7.640 165 – 20.168 1 6.274
Summe Sachanlagen 381.995 34.038 31.404 10.331 – 69 10 437.047
Abschreibungen 2005
TEUR
Anfangs-
bestand
1.1. 2005
Verände
rung Kon-
solidie-
rungskreis
Zugang Wert-
aufholung
Abgang
und Um-
buchung
Währungs-
differenz
End
bestand
31.12. 2005
Geschäftswert/Goodwill 31.472 2.000 33.472
Aktivierte Entwicklungskosten 138 138
Schutzrechte, Konzessionen, sonstige
immaterielle Wirtschaftsgüter
61.195 9.718 307 17 70.589
Summe immaterielle Wirtschaftsgüter 61.195 9.856 307 17 70.727
Grundstücke und Gebäude 22.122 4.292 63 1.148 13 25.216
Technische Anlagen und Maschinen 127.608 17.316 573 2.247 – 196 141.908
Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
49.395 9.234 300 3.993 – 189 54.147
Geleistete Anzahlungen und Anlagen
im Bau
Summe Sachanlagen 199.125 30.842 936 7.388 – 372 221.271

KONZERNANHANG

Die Restbuchwerte des Anlagevermögens entwickelten sich wie folgt:

TEUR 31.12. 2006 1.1. 2006 1.1. 2005
Geschäftswert/Goodwill 263.195 269.356 231.994
Aktivierte Entwicklungskosten 5.799 3.501 1.480
Schutzrechte, Konzessionen, sonstige
immaterielle Wirtschaftsgüter
13.247 18.069 20.139
Summe immaterielle
Wirtschaftsgüter
19.046 21.570 21.619
Grundstücke und Gebäude 114.416 106.792 88.467
Technische Anlagen und Maschinen 80.883 74.342 53.838
Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
26.606 28.368 22.397
Geleistete Anzahlungen und
Anlagen im Bau
4.886 6.274 18.168
Summe Sachanlagen 226.791 215.776 182.870

[13] Finanzanlagen

TEUR 2006 2005
Andere Beteiligungen 96 859
Sonstige Ausleihungen 6.208 7.346
At equity bewertete Anteile 4.314 4.072
Summe 10.618 12.277

Die Ausleihungen betreffen selbst ausgereichte Darlehen, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden. Die Ausleihungen werden teilweise unverzinslich, überwiegend mit fristadäquaten Zinssätzen, mit langfristiger Zinsbindung abgerechnet. Die negative Abweichung der Marktwerte von den Buchwerten beträgt etwa 750 TEUR (Vorjahr: 500 TEUR).

Weitere Angaben zu assoziierten Unternehmen enthält die folgende Übersicht:

2006 2005
2.971 2.857
763 1.154
7.618 6.575
4.442 3.970
3.176 2.605
22.383 20.241
826 4.170

In den Forderungen gegen assoziierte Unternehmen sind Wertberichtigungen in Höhe von 100 TEUR verarbeitet (Vorjahr: 0 TEUR).

[14] Sonstige Vermögensgegenstände

TEUR 2006 2005
Steuererstattungen 9.237 10.135
Abgrenzung periodenfremder Zahlungen 2.257 1.782
Deckungskapital Rückdeckungsversicherung 1.147 1.583
Darlehen und andere Forderungen 444 558
Übrige kurzfristige Vermögenswerte 5.330 2.720
Summe 18.415 16.778
– davon kurzfristig
– davon langfristig
16.252
2.163
14.716
2.062

Die Marktwerte der kurzfristig fälligen Vermögenswerte entsprechen im Wesentlichen den Zeitwerten. Abweichende Marktwerte der langfristig fälligen Vermögenswerte aus geringer Verzinsung sind insgesamt von untergeordneter Bedeutung.

[15] Die Herkunft der aktiven und passiven latenten Steuern nach Bilanzpositionen wird im Folgenden erläutert:

2006
TEUR Aktiv Passiv Saldo
Goodwill Personengesellschaften 2.559 – 26.298 – 23.739
Immaterielle Wirtschaftsgüter 4.122 – 2.233 1.889
Sachanlagen 5.663 – 3.350 2.313
Sonstige langfristige Aktiva 292 292
Forderungen und Vorräte 7.511 – 3.633 3.878
Sonstige kurzfristige Aktiva 613 613
Langfristige Rückstellung 1.181 1.181
Kurzfristige Passiva 1.530 – 5.956 – 4.426
Aktivierung von Verlustvorträgen 1.924 1.924
Saldierung der Gesellschaft – 17.242 17.242
Saldierung im Konzern – 5.025 5.025
Latente Steuern 3.128 – 19.203 – 16.075

96 KONZERNANHANG

2005
TEUR Aktiv Passiv Saldo
Goodwill Personengesellschaften 2.390 – 16.599 – 14.209
Immaterielle Wirtschaftsgüter 3.098 – 3.049 49
Sachanlagen 1.281 – 3.751 – 2.470
Sonstige langfristige Aktiva 457 – 444 13
Forderungen und Vorräte 12.114 – 2.553 9.561
Sonstige kurzfristige Aktiva 565 215 780
Langfristige Rückstellung 969 – 249 720
Kurzfristige Passiva 4.345 – 12.131 – 7.786
Aktivierung von Verlustvorträgen 975 975
Saldierung der Gesellschaft – 16.506 16.506
Saldierung im Konzern – 6.446 6.446
Latente Steuern 3.242 – 15.609 – 12.367

Die Saldierung von aktiven und passiven latenten Steuern auf Gesellschaftsebene (gleiches Steuersubjekt) betrifft überwiegend die Forderungen, Vorräte und kurzfristigen Passiva, resultierend aus der Bilanzierung nach IAS 11, Auftragsfertigung. Die Saldierung im Konzern (unterschiedliche Steuersubjekte) erfolgt bei Ertragsteuern, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden. Im Wesentlichen betrifft das die Körperschaftsteuer der INDUS Holding AG für Personengesellschaften in Deutschland.

Die passiven latenten Steuern resultieren überwiegend aus der Berechnung latenter Steuern auf den steuerlich abzugsfähigen Goodwill von Personengesellschaften. Zu steuerlichen Zwecken erfolgt bei Personengesellschaften eine IFRSähnliche Kaufpreisallokation, die entstehenden Mehrwerte – auch der steuerliche Goodwill – sind steuerlich abzugsfähig. Da der Goodwill nach IFRS nicht planmäßig abgeschrieben wird, sind nach den Voraussetzungen des IAS 12.21B in der Folge mit der Abschreibung des steuerlichen Goodwills latente Steuern zu bilden. Die latenten Steuern müssen bis zur Veräußerung der Gesellschaft bilanziert werden. Da INDUS Tochterunternehmen grundsätzlich dauerhaft hält, wird diese Position zukünftig permanent aufgebaut.

Die Veränderung des Saldos der latenten Steuern erfolgte mit 1.179 TEUR (Vorjahr: 870 TEUR) ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung und resultiert im Übrigen aus erfolgsneutralen Anpassungen der Bestände im Rahmen der Kapitalkonsolidierung und der Rücklage der Marktbewertung der Finanzinstrumente.

Aufgrund geringer Realisierungsmöglichkeit wurden aktive latente Steuern in Höhe von 884 TEUR nicht angesetzt (Vorjahr: 1.940 TEUR). Verlustvorträge in Höhe von 11.700 TEUR ( Vorjahr: 6.250 TEUR) werden in einem Planungshorizont von 5 Jahren als realisierbar angesehen. Verlustvorträge in Höhe von zusammen

93.876 TEUR (Vorjahr: 105.765 TEUR), bei denen keine Realisierungsmöglichkeit wahrscheinlich ist, wurden nicht aktiviert. Es handelt sich zum ganz überwiegenden Teil um gewerbesteuerliche Verlustvorträge, resultierend aus den steuerlichen Besonderheiten der INDUS Holding AG, wie sie unter [9] erläutert wurden. Zukünftige potenzielle Realisierungsmöglichkeiten sind dementsprechend durch den Gewerbesteuersatz bestimmt. Größte Einzelposition ist der gewerbesteuerliche Verlustvortrag der Holding. Die Verwertung dieser Verlustvorträge unterliegt keinen zeitlichen Beschränkungen.

Unter Berücksichtigung der spezifischen Steuersätze ergeben sich bilanziell somit aktivierte Verlustvorträge in Höhe von 1.924 TEUR (Vorjahr: 975 TEUR). Die Ergebnisauswirkung hieraus beträgt 949 TEUR (Vorjahr: 234 TEUR).

Auf die im Eigenkapital ergebnisneutral gebildeten Positionen wurden latente Steuern in Höhe von 174 TEUR gebildet (Vorjahr: 498 TEUR).

[16] Forderungen

TEUR 2006 2005
Forderungen an Kunden 98.828 98.578
Zukünftige Forderungen aus kunden
spezifischen Fertigungsaufträgen
8.475 6.753
Forderungen an assoziierte Unternehmen 826 4.170
Summe 108.129 109.501

Die Forderungen an Kunden sind innerhalb eines Jahres fällig. Insgesamt wurden Wertberichtigungen in Höhe von 4.840 TEUR vorgenommen (Vorjahr: 5.453 TEUR). Die zukünftigen Forderungen aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen sind zu 8 TEUR langfristig fällig (Vorjahr: 259 TEUR). Weitere Angaben zur Auftragsfertigung enthält die folgende Tabelle:

Auftragsfertigung

TEUR 2006 2005
Angefallene Kosten zuzüglich anteiliger Ergebnisse 21.669 33.181
Erhaltene Anzahlungen 15.490 31.520
Fertigungsaufträge mit aktivem Saldo 8.475 6.753
Fertigungsaufträge mit passivem Saldo 2.296 5.092
Eventualschulden 5.971 2.715

Die Fertigungsaufträge mit passivem Saldo werden unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

[17] Vorräte

Summe 158.437 137.250
Für Vorräte geleistete Anzahlungen an Dritte 1.038 1.036
Fertige Erzeugnisse und Waren 61.172 54.010
Unfertige Erzeugnisse 39.387 35.698
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 56.840 46.506
TEUR 2006 2005

Die Buchwerte der Vorräte enthalten Abwertungen in Höhe von 7.178 TEUR (Vorjahr: 6.795 TEUR), davon 1.652 TEUR auf den beizulegenden Zeitwert (Vorjahr: 1.478 TEUR). Es wurden keine Vorräte als Sicherungen für Verbindlichkeiten verpfändet.

[18] Zum Verkauf stehende Passiva

Die Positionen enthalten im Vorjahr die Umgliederungen der Vermögenswerte und Schulden der NEUTRASOFT IT GmbH & Co. KG (vgl. [10]).

[19] Eigenkapital

Gezeichnetes Kapital

Das Grundkapital beträgt 46.800.000,00 EUR. Das Grundkapital ist eingeteilt in 18.000.000 auf den Inhaber lautende (nennwertlose) Stückaktien. Jede Stückaktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme. Die Aktien sind in Düsseldorf und Frankfurt zum Geregelten Markt und in Berlin, Hamburg und Stuttgart zum Freiverkehr zugelassen. Die Gesellschaft notiert im Prime-Standard und ist im SDAX und CDAX gelistet.

Der Vorstand ist nach Ziffer 4.3 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 30. Juni 2009 mit Zustimmung des Aufsichtsrates durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bareinlagen einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 18.720.000,00 EUR zu erhöhen (Genehmigtes Kapital I). Den Aktionären ist bei der Kapitalerhöhung ein Bezugsrecht einzuräumen. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates Spitzenbeträge von dem Bezugsrecht der Aktionäre auszunehmen.

Der Vorstand ist nach Ziffer 4.4 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 30. Juni 2009 mit Zustimmung des Aufsichtsrates zusätzlich um bis zu 4.680.000,00 EUR durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bareinlagen und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital II). Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates über den Ausschluss des Bezugsrechts zu entscheiden

und weitere Einzelheiten der Kapitalerhöhung festzulegen. Die Ermächtigung zum Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre gilt jedoch nur mit der Maßgabe, dass auf die durch § 186 Abs. 3. Satz 4 AktG angeordnete Begrenzung auf 10 % des Grundkapitals diejenigen Aktien anzurechnen sind, die in der Zeit vom 5. Juli 2004 bis zur Ausübung dieser Ermächtigung aufgrund einer Ermächtigung zur Veräußerung eigener Aktien seitens der Gesellschaft unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre veräußert worden sind.

Die Gesellschaft wird gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt, in der Zeit vom 1. Januar 2007 bis zum 31. Dezember 2007 eigene Aktien bis zu einer Anzahl von 1.800.000 Stück, was einem Anteil von 10 % der derzeitigen Stückaktien und damit einem Anteil von 10 % des derzeitigen Grundkapitals entspricht, zu erwerben. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen sowie ein- oder mehrmals ausgeübt werden. Insgesamt dürfen jedoch nicht mehr als 10% des Grundkapitals erworben werden, wobei andere Aktien der Gesellschaft, welche die Gesellschaft bereits erworben hat und besitzt, anzurechnen sind. Die Ermächtigung zum Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre gilt jedoch nur mit der Maßgabe, dass auf die durch § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG angeordnete Begrenzung auf 10 % des Grundkapitals diejenigen Aktien anzurechnen sind, die nach Schaffung des Genehmigten Kapitals II unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre veräußert worden sind.

Rücklagen und Konzernbilanzgewinn

Die Entwicklung der Rücklagen ist in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt und beinhaltet die Kapitalrücklage der INDUS Holding AG. Für den Bilanzstichtag ergibt sich eine Eigenkapitalquote von 22,7 % (Vorjahr: 21,4 %).

Anteile anderer Gesellschafter

Die Anteile anderer Gesellschafter umfassen im Wesentlichen die Minderheitsanteile an den Kapitalgesellschaften WEIGAND Bau GmbH sowie ASS Maschinenbau GmbH. Die Anteile fremder Gesellschafter von Personengesellschaften wurden in die sonstigen Verbindlichkeiten umgegliedert [23]. Dies betrifft im Wesentlichen die SELZER Fertigungstechnik KG und die Helmut RÜBSAMEN GmbH & Co. KG.

Gewinnverwendung

Der Hauptversammlung wird die Zahlung einer Dividende von 1,20 EUR je Stückaktie (18.000.000) vorgeschlagen. Der vollständige Gewinnverwendungsvorschlag ist separat veröffentlicht.

[20] Angaben zu Finanzschulden und zugeordneten Derivaten enthalten die folgenden Tabellen:

Angaben zu vertraglichen
Tilgungsvereinbarungen/
31.12. 2006
Buchwert
Rückzahlungsverpflichtung
Restlaufzeiten Berichts- über ein über
TEUR periode 1 Jahr bis 5 Jahre 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
– in Konzernwährung Euro 408.355 48.139 248.276 111.940
– in Schweizer Franken 26.768 2.060 19.304 5.404
ABS-Finanzierung 46.926 46.926
Schuldscheindarlehen 37.500 2.500 30.000 5.000
Syndizierte Kreditlinie
Sonstige Darlehen
Summe Finanzschulden 519.549 99.625 297.580 122.344
Derivate/Zinsswaps (Nennwerte) 248.224 7.872 124.791 115.561
Angaben zu vertraglichen
Tilgungsvereinbarungen/
31.12. 2005
Buchwert
Rückzahlungsverpflichtung
Restlaufzeiten Berichts- über ein über
TEUR periode 1 Jahr bis 5 Jahre 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
– in Konzernwährung Euro 346.070 47.040 208.793 90.237
– in Schweizer Franken 27.386 1.557 16.120 9.709
ABS-Finanzierung 31.219 31.219
Schuldscheindarlehen 40.000 2.500 30.000 7.500
Syndizierte Kreditlinie 100.000 100.000
Sonstige Darlehen 65 65
Summe Finanzschulden 544.740 182.381 254.913 107.446
Derivate/Zinsswaps (Nennwerte) 206.171 11.963 172.516 21.692
TEUR Auf Basis Finanzschulden Derivate: Zinsswaps
Restzins-
bindungsfrist
Risikoloser
Marktzins
des Buch-
werts ge-
wichteter
Zinssatz
Nominal
volumen/
historische
AHK
Buchwert
zum
31.12. 2006
Buchwert
zum
31.12. 2005
Nennwert
zum
31.12. 2006
Nennwert
zum
31.12. 2005
< 1 Jahr 3,85% 4,40% 242.919 204.578 220.130 3.323
1 bis < 2 Jahre 3,89 % 5,15 % 70.296 40.023 18.032 35.000
2 bis < 3 Jahre 3,90 % 5,23 % 65.680 50.968 47.434 103.835 42.613
3 bis < 4 Jahre 3,90 % 5,78 % 71.705 53.593 54.201 12.228 104.091
4 bis < 5 Jahre 3,91 % 4,69 % 44.861 37.000 58.528 11.499 13.062
>5 Jahre 3,99 % 4,78 % 153.487 133.387 146.415 85.662 43.082
Summe 648.948 519.549 544.740 248.224 206.171
Marktwerte der originären und
derivaten Finanzinstrumente 517.465 534.010 245.139 196.999

Der Finanzmittelzufluss aus dem Forderungsverkauf im Rahmen des ABS-Programms wird im aktuellen Jahr und im Vorjahr in den Finanzschulden mit kurzfristiger Fälligkeit und Zinsanpassung ausgewiesen.

Die Rückführung der syndizierten Kreditlinie in Höhe von 100 Mio. EUR erfolgte im ersten Quartal 2006. In 2006 wurden in vergleichbarer Höhe neue Kredite aufgenommen mit einem maximalen Volumen von 20 Mio. EUR pro Kreditvertrag und unterschiedlichen Laufzeiten zwischen 5 und 10 Jahren. Die Risikoposition der INDUS Holding AG konnte dadurch signifikant verbessert werden.

Die im Jahr 2006 neu abgeschlossenen Kredite mit variablem Zinssatz werden durch den bis 2009 laufenden 100-Mio.-EUR-Zinsswap wirksam gesichert. Für die darüber hinausgehende Restlaufzeit wurden Forward Swaps abgeschlossen, die diese Finanzschulden bis zu deren Endfälligkeit auf dem aktuellen Zinsniveau sichern. Daher ist der Nennwert der Zinsswaps höher als der Wert der Finanzschulden mit Zinsanpassungsterminen von weniger als einem Jahr.

TEUR 2006 2005 Übrige
Abweichung
Gewinn- und Verlustrechnung
Laufender Dienstzeitaufwand 283 180 103
Zinsaufwand 763 523 240
Erträge aus Planvermögen – 89 – 100 11
Erfasster versicherungsmathematischer Gewinn oder Verlust 18 42 – 24
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 139 21 118
Aufwand für DBO-Versorgungszusagen 1.114 666 448
+ Aufwand aus beitragsorientierten Plänen 242 141 101
= GuV-Periodenaufwand für Pensionszusagen 1.356 807 549
Bilanzansatz
Barwert rückstellungsfinanzierter Versorgungsansprüche 15.190 15.909 – 719
Barwert der fondsfinanzierten Versorgungsansprüche 1.375 902 473
DBO: Anwartschaftsbarwert der Versorgungszusagen 16.565 16.811 – 246
– Fondsvermögen zu Marktwerten – 1.375 – 755 – 620
Nettoverpflichtungen 15.190 16.056 – 866
– nicht erfasstes versicherungsmathematisches Ergebnis – 397 – 1.337 940
Endbestand: Bilanzwert zum 31. Dezember 14.793 14.719 74
Aufwendungen aus Pensionsverpflichtungen 1.114 666 448
Rentenzahlungen – 748 – 578 – 170
Veränderung Konsolidierungskreis – 292 5.723 – 6.015
Anfangsbestand: Bilanzwert zum 1. Januar 14.719 8.908 5.811
Zugrunde liegende Annahmen
Abzinsungsfaktor
Gehaltstrend
Rententrend
4,75 %
1,50 %
1,25 %
4,50 %
1,50 %
1,00 %
Erwartete Erträge aus Planvermögen 3,75 % 4,00 %

[21] Angaben nach IAS 19: Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung

Der Zinsaufwand ist unter der Position Zinsergebnis erfasst. Die erwarteten Erträge aus Planvermögen entsprechen im Wesentlichen den tatsächlichen Erträgen. Die Veränderung des Konsolidierungskreises beruht in 2005 auf der erstmaligen Einbeziehung der SELZER- und der MIGUA-Gruppe. In 2006 ist dies durch einen Korrekturposten aus der erstmaligen Einbeziehung von nachrangigen Pensionsplänen bedingt. Das Fondsvermögen besteht ausschließlich aus Rückdeckungsversicherungen. Die Entwicklung des Fondsvermögens stellt sich folgendermaßen dar:

Entwicklung des Planvermögens
TEUR 2006 2005
Vermögenswerte zum 1. Januar 755 757
Erwartete Erträge des Planvermögens 55 28
Laufende Beiträge durch den Arbeitgeber 114 87
Pensionszahlungen – 61 – 84
Umklassifizierung Altersversorgung 545
Veränderung des Konsolidierungskreises – 49
Sonstiges – 33 16
Vermögenswerte zum 31. Dezember 1.375 755

Die Umklassifizierung von Vermögenswerten zur Sicherung der Altersversorgung erfolgt, wenn diese durch Verpfändung als qualifizierte Versicherungspolice einzustufen sind.

Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Entwicklung der Beträge für das laufende Jahr und die drei Vorjahre für Pensionsverpflichtungen, den beizulegenden Zeitwert des Planvermögens und die das Vermögen übersteigende Leistungsverpflichtung. Wesentliche erfahrungsbedingte Anpassungen von Pensionsverpflichtungen und Vermögenswerten, die nicht aus Änderungen der versicherungsmathematischen Prämissen resultieren, existieren nicht.

TEUR 2006 2005 2004 2003
Pensionsverpflichtungen (DBO) 16.565 16.811 10.266 9.408
Fondsvermögen zu Marktwerten – 1.375 – 755 – 757 – 704
Leistungsverpflichtung 15.190 16.056 9.509 8.704
Nicht erfasstes versicherungs
mathematisches Ergebnis
– 397 –1.337 – 601
Bilanzwert zum 31. Dezember 14.793 14.719 8.908 8.704

[22] Rückstellungen

Summe 39.802 362 30.327 2.477 31.580 – 166 38.774
Übrige Rückstellungen 8.003 86 5.178 666 8.739 – 12 10.972
Steuerrückstellungen 10.694 234 7.957 359 3.728 – 141 6.199
Kosten der Belegschaft 11.676 39 9.517 486 9.831 – 14 11.529
Verpflichtungen aus dem
Absatzgeschäft
9.429 3 7.675 966 9.282 1 10.074
2006
TEUR
Verände
Anfangs-
rung
bestand
Konsolidie-
1.1. 2006
rungskreis
Verbrauch
Auflösung
Zuführung/
Neu-
Währungs-
bildung
differenz
End
bestand
31.12. 2006
2005 Anfangs- Verände
rung
Zuführung/ End
TEUR bestand
1.1. 2005
Konsolidie-
rungskreis
Verbrauch Auflösung Neu-
bildung
Währungs-
differenz
bestand
31.12. 2005
Verpflichtungen aus dem
Absatzgeschäft 8.298 1.121 7.199 849 8.076 – 18 9.429
Kosten der Belegschaft 6.278 3.702 7.318 114 9.129 – 1 11.676
Steuerrückstellungen 8.688 3.901 8.429 352 6.847 39 10.694
Übrige Rückstellungen 8.970 1.525 6.941 877 5.266 60 8.003
Summe 32.234 10.249 29.887 2.192 29.318 80 39.802

Die Zuführung zu den Pensionsrückstellungen [21] enthält Aufzinsungen von 763 TEUR (Vorjahr: 523 TEUR). Weitere wesentliche Aufzinsungen existieren nicht. Steuerrückstellungen wurden für erwartete tatsächliche Steuerbelastungen gebildet. Die Verpflichtungen aus dem Absatzgeschäft enthalten Rückstellungen für Gewährleistungen aufgrund rechtlicher oder faktischer Verpflichtungen, Verpflichtungen für Kundenboni und Erlösschmälerungen sowie geschätzte Werte für erwartete Rechnungen. Die Kosten der Belegschaft werden gebildet für Zeitguthaben der Belegschaft, Jubiläen, Altersteilzeit, Abfindungen und ähnliche Verpflichtungen. Die übrigen Rückstellungen betreffen eine Vielzahl von möglichen Einzelrisiken, die hinsichtlich ihres wahrscheinlichen Eintritts bewertet wurden. Nennenswerte zu erwartende Erstattungen im Zusammenhang mit nach IAS 37 bilanzierten Verpflichtungen liegen nicht vor.

[23] Sonstige Verbindlichkeiten

TEUR 2006 Kurz-
fristig
Lang-
fristig
2005 Kurz-
fristig
Lang
fristig
Verbindlichkeiten gegen Fremdgesellschafter 19.379 19.379 15.395 15.395
Verbindlichkeiten aus dem Personalbereich 8.557 8.557 13.383 13.383
Steuerverbindlichkeiten 8.484 8.484 10.682 10.682
Abgrenzung periodenfremder Zahlungen 7.432 7.432 6.069 6.069
Erhaltene Anzahlungen 4.215 4.215 4.632 4.002 630
Investitionszuschüsse 3.572 873 2.699 3.716 402 3.314
Derivative Finanzinstrumente 2.421 2.421 9.172 9.172
Fertigungsaufträge mit passivem Saldo 2.296 2.296 5.092 5.092
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 13.280 10.756 2.524 14.844 12.293 2.551
Summe 69.636 64.413 5.223 82.985 76.490 6.495

Bei Personengesellschaften, an denen Fremdgesellschafter beteiligt sind, wird deren Minderheitsanteil am Kapital (9.052 TEUR; Vorjahr: 9.667 TEUR) unter den Verbindlichkeiten gegen Fremdgesellschafter ausgewiesen.

Segmentberichterstattung

Primäres Berichtsformat: nach Geschäftsbereichen

2006 Bau- Maschinen- Automobil- Konsum- Übrige Be- Nicht
TEUR industrie bau industrie güter teiligungen operativ* Summe
Umsatzerlöse 183.320 140.984 256.333 110.402 188.904 879.943
Innenumsätze – 430 – 645 – 10.704 – 8.386 – 10.508 – 30.673
Segmentumsatz mit Dritten 182.890 140.339 245.629 102.016 178.396 849.270
Ergebnis vor Steuern (EBT) 20.721 8.184 11.194 6.341 9.531 5.524 61.495
Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) 26.349 12.089 20.962 10.378 15.540 85.318
Ergebnis aufgegebener Geschäftsbereiche (EBIT) – 2.441 – 2.441
Investitionen 14.096 2.879 26.960 12.752 9.512 66.199
– davon aus Änderungen des
Konsolidierungskreises 7.449 33 2.076 304 9.862
– davon übrige Investitionen 6.647 2.846 24.884 12.752 9.208 56.337
Abschreibungen 6.572 7.566 24.944 6.725 15.361 61.168
– davon aus Erstkonsolidierung 1.391 591 3.912 102 3.859 9.855
– davon Impairment 1.438 3.635 7.000 1.000 5.200 18.273
Nicht zahlungswirksame Aufwendungen 667 1.296 672 136 1.622 4.393
Segmentvermögen 169.710 132.075 276.701 135.035 177.665 891.186
Segmentschulden 144.276 97.388 215.275 98.639 131.800 687.378
At equity bewertete Gesellschaften
– Ergebnis 313 – 51 501 763
– Vermögen 851 22 3.441 4.314
Mitarbeiter 737 644 1.757 846 1.190 5.174

*Bereinigung der Vorsteuereffekte aus der Marktwertbewertung von Zinsswaps (s. Änderung von Bilanzierungsmethoden)

Die Zuordnung der Gesellschaften auf die Segmente wird durch ihre Absatzmärkte bestimmt.

2005 Bau- Maschinen- Automobil- Konsum- Übrige Be- Nicht
TEUR industrie bau industrie güter teiligungen operativ* Summe
Umsatzerlöse 147.957 123.459 205.316 110.168 173.202 760.102
Innenumsätze – 544 – 816 – 9.030 – 7.122 – 10.704 – 28.216
Segmentumsatz mit Dritten 147.413 122.643 196.286 103.046 162.498 731.886
Ergebnis vor Steuern (EBT) 20.261 12.593 6.537 7.004 6.208 – 7.284 45.319
Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) 25.439 16.395 14.614 11.150 14.740 82.338
Ergebnis aufgegebener Geschäftsbereiche (EBIT) – 1.114 – 1.114
Investitionen 22.115 2.757 62.305 10.637 17.093 114.907
– davon aus Änderungen des
Konsolidierungskreises 19.317 45.514 10.557 75.388
– davon übrige Investitionen 2.798 2.757 16.791 10.637 6.536 39.519
Abschreibungen 4.069 4.184 18.929 6.616 8.900 42.698
– davon aus Erstkonsolidierung 946 894 5.506 786 3.023 11.155
– davon Impairment 2.000 2.000
Nicht zahlungswirksame Aufwendungen 1.884 708 1.141 205 775 4.713
Segmentvermögen 164.669 129.794 278.813 137.271 194.672 905.219
Segmentschulden 137.431 96.992 219.973 102.911 150.354 707.661
At equity bewertete Gesellschaften
– Ergebnis 244 – 101 1.011 1.154
– Vermögen 563 74 3.435 4.072
Mitarbeiter 673 606 1.646 855 1.216 4.996

*Bereinigung der Vorsteuereffekte aus der Marktwertbewertung von Zinsswaps (s. Änderung von Bilanzierungsmethoden)

Sekundäres Berichtsformat: nach Regionen

Deutschland Europa Rest der Welt Summe
557.181 187.870 134.892 879.943
– 29.707 – 811 – 155 – 30.673
527.474 187.059 134.737 849.270
815.728 40.149 35.309 891.186
50.872 1.458 4.007 56.337
2005
TEUR Deutschland Europa Rest der Welt Summe
Umsatzerlöse 496.850 148.007 115.245 760.102
Innenumsätze – 27.911 – 257 – 48 – 28.216
Segmentumsatz mit Dritten 468.939 147.750 115.197 731.886
Segmentvermögen 846.302 38.136 20.781 905.219
Investitionen in Sachanlagen und
immaterielle Vermögenswerte 38.071 1.074 374 39.519

Die Regionalisierung des Umsatzes bezieht sich auf die Absatzmärkte. Die übrigen Angaben beziehen sich auf den Sitz der Gesellschaften. Eine weitere Differenzierung ist nicht sinnvoll, da sich der Sitz der Gesellschaften überwiegend in Deutschland befindet.

Die Verrechungspreise zwischen den Segmenten beruhen auf Marktpreisen, soweit diese verlässlich bestimmbar sind, und werden im Übrigen nach der Kostenzuschlagsmethode ermittelt.

Sonstige Angaben

Haftungsverhältnisse aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen sind gesondert im Bereich Forderungen und Vorräte aufgeführt. Gestellte Sicherheiten für Finanzschulden sind in der folgenden Tabelle dargestellt.

Haftungsverhältnisse

TEUR 2006 2005
Verbindlichkeiten aus der Begebung
und Übertragung von Wechseln 77 40

Verpfändete Vermögenswerte

TEUR 2006 2005
Grundschulden 17.541 17.061
Sonstige Sicherungen 54.922 36.140
Summe Sicherheiten 72.463 53.201

Die sonstigen Sicherheiten beinhalten überwiegend Forderungen als Basis der ABS-Finanzierung.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Operating-Leasing-Verträgen werden mit der Summe der Beträge ausgewiesen, die bis zum frühesten Kündigungstermin anfallen:

Fälligkeit

Summe 140.097 117.156
Über 5 Jahre 72.333 61.584
Zwischen 1 und 5 Jahren 27.410 37.250
bis 1 Jahr 40.354 18.322
TEUR 2006 2005

In den sonstigen finanziellen Verpflichtungen des Jahres 2006 sind mögliche Kaufpreiszahlungen in Höhe von 49.152 TEUR berücksichtigt, die sich bei der Ausübung von Optionsrechten durch Minderheitsgesellschafter zum wahrscheinlichen Ausübungszeitpunkt ergeben würden.

110 KONZERNANHANG

Die Verpflichtungen aus Bestellungen für Sachanlagen belaufen sich auf 9.055 TEUR (Vorjahr: 5.015 TEUR), für immaterielle Vermögenswerte auf 231 TEUR (Vorjahr: 54 TEUR).

Immobilienleasingverträge werden mit Mietanpassungsklauseln, die auf der Entwicklung von Preisindizes beruhen, abgeschlossen. Die Verträge beinhalten regelmäßig Kaufoptionen; der Optionspreis am Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses liegt erwartungsgemäß nicht deutlich niedriger als am Ausübungszeitpunkt der Option.

Die Leasingzahlungen des aktuellen Jahres betrugen 11.333 TEUR (Vorjahr: 6.425 TEUR).

Mitarbeiter im Durchschnitt des Geschäftsjahres

2006 2005
Gewerbliche 3.361 3.196
Angestellte 1.813 1.800
Gesamt 5.174 4.996

Risikomanagement und Finanzderivate

Die INDUS-Gruppe unterhält ein leistungsfähiges Risikomanagementsystem zur Früherkennung wirtschaftlicher Risiken, deren Schwerpunkt auf den substanziellen Problemstellungen eines diversifizierten Beteiligungsportfolios beruht. Darin eingebettet sind die spezifischen Fragestellungen des finanziellen Risikomanagements gemäß der Definition nach IAS 32. Die Grundzüge der Finanzpolitik werden jährlich vom Vorstand festgelegt und vom Vorstand überwacht.

Grundsätze des finanziellen Risikomanagements

Entsprechend der Philosophie der INDUS Holding AG wird die Finanzierung der Gesellschaften zentral gesteuert, während die Einschätzung und das Management der operativen Risiken in der Verantwortung der einzelnen Gesellschaften und ihrer Geschäftsführer liegen. Grundsätzlich werden die Risiken besichert, die Auswirkungen auf den Cashflow des Konzerns haben. Die Sicherung erfolgt durch originäre und derivative Finanzinstrumente, letztere werden ausschließlich zu Sicherungszwecken abgeschlossen.

Zinsrisiko

Die INDUS Holding AG sichert und koordiniert die Finanzierung und Liquidität aller Gesellschaften. Im Vordergrund steht die Finanzierung des langfristig ausgerichteten Beteiligungsportfolios. Dementsprechend wird mit dem Erwerb von Beteiligungen eine fristenadäquate Finanzierung abgeschlossen. Zum Einsatz gelangen festverzinsliche Finanzierungen oder variabel verzinsliche Finanzierungen, die per Zinsswaps in festverzinsliche Finanzierungen transferiert werden.

Liquiditätsrisiko

Die einzelnen Beteiligungen finanzieren sich grundsätzlich selbst aus ihren operativen Ergebnissen. Je nach Liquiditätssituation erfolgen Transfers zur INDUS Holding AG. Die AG verfügt über ausreichende liquide Mittel als strategische Reserve, die die Handlungsfähigkeit zu jedem Zeitpunkt sicherstellt.

Währungsrisiko

Die Währungsrisiken resultieren im Wesentlichen aus der operativen Tätigkeit der Konzernunternehmen sowie aus Finanztransaktionen zwischen den ausländischen Beteiligungsunternehmen und der jeweiligen Muttergesellschaft. Die Risikoanalyse erfolgt auf Nettobasis, die Absicherung entsprechend der unternehmerischen Eigenverantwortung fallweise durch die Beteiligungen. Als Instrumente werden Devisentermingeschäfte und geeignete Optionsgeschäfte eingesetzt.

Ausfallrisiko

Im Finanzierungsbereich werden nur Kontrakte mit Kontrahenten erster Bonität abgeschlossen. Im operativen Bereich erfolgt eine dezentrale laufende Überwachung durch die Beteiligungen. Ausfallrisiken wird durch adäquate Wertberichtigungen Rechnung getragen. Das maximale Ausfallrisiko entspricht dem Bilanzansatz der selbst ausgereichten Kredite und Forderungen, bei Derivaten der Summe deren positiver Marktwerte.

Sicherungsmaßnahmen

Zu den Abschlussstichtagen war die Besicherung von Währungsrisiken, überwiegend auf USD, nachrangig. Das Nominalvolumen beträgt 2,7 Mio. EUR (Vorjahr: 3,1 Mio. EUR). Die Marktwerte entsprechen im Wesentlichen diesen Werten. Zinssicherungen existieren mit einem Nominalvolumen von 248 Mio. EUR (Vorjahr: 206 Mio. EUR). Die Marktwerte liegen unter den Nennwerten und betragen 245 Mio. EUR (Vorjahr: 197 Mio. EUR). Dies ist begründet durch die langfristig ausgelegte Finanzierungsstrategie der INDUS Holding AG im Rahmen der strategischen Ausrichtung. Weitere Details zu Fälligkeiten und Laufzeiten finden sich bei der Berichterstattung zu Finanzschulden.

Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen und nahestehende Personen

Entsprechend der Struktur der INDUS-Gruppe zählen zu den Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen der Aufsichtsrat (6 Mitglieder in 2006 und 2005), der Vorstand der INDUS Holding AG (2006: 4 Personen, Vorjahr: 4 Personen) sowie die Geschäftsführer/Vorstände der operativen Einheiten (2006: 58 Personen, Vorjahr: 53 Personen). Die Erhöhung der Anzahl der Führungspositionen im operativen Bereich ist im Wesentlichen durch den erweiterten Konsolidierungskreis begründet. In 2006 besaßen 6 Geschäftsführer Minderheitsanteile an der entsprechenden Gesellschaft (Vorjahr: 6 Personen). Diese Ergebnisbestandteile sind im Anteil von Minderheitsgesellschaftern am Ergebnis enthalten.

Anteilsbasierte Vergütungen im Sinne des IFRS 2, insbesondere in Form von Aktienoptionsplänen, existieren nicht. Bilanzierungspflichtige Pensionszusagen der INDUS Holding AG für Mitglieder des Vorstands existieren nicht. Im Rahmen eines beitragsorientierten Versorgungsplans für Mitglieder des Vorstands wurden im Geschäftsjahr Beiträge von 114 TEUR geleistet (Vorjahr: 84 TEUR).

Übersicht Vergütungen

2006
TEUR
Aufwand
der Periode
davon
Abfindung
davon
Gehälter
davon
Pensionen
INDUS Holding AG
– Aufsichtsrat 233 233
– Vorstand 1.957 1.957
Tochterunternehmen
– Geschäftsführer 11.450 11.376 74
– Familienmitglieder 478 478
Summe 14.118 14.044 74
2005
TEUR
Aufwand
der Periode
davon
Abfindung
davon
Gehälter
davon
Pensionen
INDUS Holding AG
– Aufsichtsrat 229 229
– Vorstand 2.060 2.060
Tochterunternehmen
– Geschäftsführer 10.029 52 9.915 62
– Familienmitglieder 803 803
Summe 13.121 52 13.007 62

In 2006 waren 10 Familienmitglieder von Gesellschaftern oder Geschäftsführern in den operativen Beteiligungsgesellschaften beschäftigt (Vorjahr: 6 Personen).

Vergütungen des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat tagte in 2006 und 2005 jeweils 4 Mal. Für diese Tätigkeit erhält jedes Aufsichtsratsmitglied den Ersatz der Auslagen sowie eine Grundvergütung in Höhe von 10 TEUR und eine variable Vergütung in Abhängigkeit von der Höhe der Dividende. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält das Doppelte, der Stellvertreter das 1,5-Fache der fixen und variablen Vergütung. Die variable Vergütung betrug im Geschäftsjahr 158 TEUR (Vorjahr: 154 TEUR).

Vergütungen des Vorstands

Der variable Anteil der Gesamtbezüge des Vorstands ist erfolgsbezogen und bemisst sich nach dem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit der INDUS Holding AG. Der erfolgsabhängige Anteil des Gehalts betrug 2006 618 TEUR (Vorjahr: 926 TEUR).

Sonstige Beziehungen

An ehemalige Vorstände wurden 150 TEUR für Beratungsleistungen gezahlt. An Mitglieder des Aufsichtsrates wurden im Geschäftsjahr 2006 für persönlich erbrachte Beratungsleistungen an Konzerngesellschaften Zahlungen in Höhe von 5 TEUR (Vorjahr: 20 TEUR) und für eine Erbbaurechtsverpflichtung Zahlungen von 105 TEUR (Vorjahr: 111 TEUR) geleistet.

Darüber hinaus bestanden Geschäftsbeziehungen zu Minderheitsgesellschaftern hinsichtlich Beratung (232 TEUR; Vorjahr: 120 TEUR), Miete von Grundstücken und Gebäuden (337 TEUR, Vorjahr: 337 TEUR) sowie sonstigen Sachleistungen (626 TEUR, Vorjahr: 66 TEUR). Zum Bilanzstichtag bestanden offene Forderungen gegen nahestehende Unternehmen in Höhe von 646 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR). Diese sind zwischenzeitlich vollständig ausgeglichen.

Die Angaben zu Geschäftsvorgängen mit assoziierten Unternehmen erfolgen aus Gründen der Übersichtlichkeit im Bereich der entsprechenden Eckdaten [13, 16].

Kosten der Jahresabschluss- und Konzernabschlussprüfung

Das Honorar der Treuhand- und Revisions-AG Niederrhein für die Abschlussprüfungen betrug 153 TEUR, für sonstige Bestätigungen oder Bewertungsleistungen 4 TEUR. Weiterhin wurden Beratungsleistungen erbracht in Höhe von 56 TEUR.

114 KONZERNANHANG

Corporate Governance Kodex

Der Vorstand und der Aufsichtsrat haben im Dezember 2006 gemäß § 161 AktG eine Erklärung zum Corporate Governance Kodex abgegeben und diese den Aktionären auf der Webseite der INDUS Holding AG (http://www.indus.de) zugänglich gemacht.

Inanspruchnahme des § 264 b HGB

Die in der Rechtsform GmbH & Co. KG firmierenden Personengesellschaften machen von der Befreiung zur Offenlegung gemäß § 264 b HGB Gebrauch. Dies betrifft im Wesentlichen die im Anhang dargestellten operativen Gesellschaften bzw. die beim elektronischen Handelsregister hinterlegten Personengesellschaften.

Bergisch Gladbach, den 20. April 2007

Der Vorstand

Helmut Ruwisch Michael Eberhart Wolfgang E. Höper Dr. Johannes Schmidt

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den von der INDUS Holding Aktiengesellschaft, Bergisch Gladbach, aufgestellten Konzernabschluss – bestehend aus Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang – sowie den Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht zum Jahresabschluss zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2006 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften sowie den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat mit Ausnahme der folgenden Einschränkungen zu keinen Einwendungen geführt:

Wie in den Vorjahren hat die Gesellschaft im Anhang zum Konzernabschluss (Aufstellung des Anteilsbesitzes) für die Unternehmen, von denen sie mindestens den fünften Teil der Anteile besitzt, das Ergebnis des letzten Geschäftsjahres nicht angegeben. Diese Angabe nach § 313 Abs. 2 Nr. 4 HGB ist wegen der Nichtanwendbarkeit der Schutzklausel nach § 313 Abs. 3 HGB verpflichtend.

BESTÄTIGUNGSVERMERK

Außerdem sind die Angaben gemäß IFRS 3.67 d, f, h und i sowie 3.70 a und b für Unternehmenszusammenschlüsse (insbesondere Angaben zu Kaufpreisen, Umsätzen und Ergebnissen von erworbenen Unternehmen) im Anhang zum Konzernabschluss nicht enthalten.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss mit den genannten Einschränkungen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften sowie den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanzund Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung zutreffend dar.

Krefeld, den 23. April 2007

Treuhand- und Revisions-Aktiengesellschaft Niederrhein Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

(Dr. Ring) (Kuntze)

Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns

Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, den Bilanzgewinn 2006 wie folgt zu verwenden:

Zahlung einer Dividende von 1,20 EUR je
Stückaktie (18.000.000) auf das
Grundkapital von 46.800.000,00 EUR 21.600.000,00 EUR
Gewinnvortrag 669.986,22 EUR
Bilanzgewinn 22.269.986,22 EUR

Bergisch Gladbach, den 20. April 2007

Der Vorstand

Helmut Ruwisch Michael Eberhart Wolfgang E. Höper Dr. Johannes Schmidt

Beteiligungsgesellschaften 2006 nach Segmenten

Kapital Mio. EUR Beteiligungsquote
Bauindustrie
BETOMAX Kunststoff- und Metallwarenfabrik GmbH & Co. KG*, Neuss 3,19 100 %
FS Kunststofftechnologie GmbH & Co. KG*, Reichshof/Hahn 0,72 100 %
HAUFF-TECHNIK GmbH & Co. KG, Herbrechtingen 1,56 100 %
MIGUA Fugensysteme GmbH & Co. KG*, Wülfrath 1,85 100 %
REMKO GmbH & Co. KG Klima- und Wärmetechnik*, Lage 1,56 100 %
Max SCHUSTER Wärme • Kälte • Klima GmbH & Co. KG, Neusäß 1,05 100 %
SEMET Maschinenbau GmbH & Co. KG, Meimsheim 0,80 100 %
WEIGAND Bau GmbH, Bad Königshofen 1,00 80 %
WEINISCH GmbH & Co. KG, Oberviechtach 0,53 100 %
Maschinenbau
ALUCOLOR Dr.-Ing. Richard Heim GmbH & Co. KG, Hürth 1,05 100 %
ASS Maschinenbau GmbH*, Overath 0,54 90 %
BACHER AG*, Reinach/Schweiz 3,70** 100 %
Maschinenfabrik BERNER GmbH & Co. KG, Bischofsheim 1,31 100 %
BETEK Bergbau- und Hartmetalltechnik Karl-Heinz Simon GmbH & Co. KG, Aichhalden 1,56 100 %
GSR Ventiltechnik GmbH & Co. KG*, Vlotho 0,57 100 %
MEWESTA Hydraulik GmbH & Co. KG, Münsingen 0,54 100 %
NISTERHAMMER Maschinenbau GmbH & Co. KG, Nister 0,80 100 %
PLANETROLL GmbH & Co. KG, Munderkingen 0,54 100 %
Automobilindustrie
AURORA Konrad G. Schulz GmbH & Co. KG*, Mudau 3,07 100 %
BILSTEIN & SIEKERMANN GmbH + Co. KG, Hillesheim 1,03 100 %
Emil FICHTHORN GmbH & Co. KG, Hattingen 0,65 100 %
IPETRONIK GmbH & Co. KG*, Baden-Baden 0,55 100 %
KIEBACK GmbH & Co. KG, Osnabrück 0,54 100 %
REBOPLASTIC GmbH & Co. KG, Kalletal 0,80 100 %
Konrad SCHÄFER GmbH*, Osnabrück 1,50 100 %
SELZER Fertigungstechnik GmbH & Co. KG*, Driedorf-Roth 7,54 70 %
SITEK-Spikes GmbH & Co. KG, Aichhalden 1,05 100 %
S.M.A. Metalltechnik GmbH & Co. KG*, Backnang 1,03 100 %
WFV Werkzeug-, Formen- und Vorrichtungsbau GmbH & Co. KG, Lampertheim-Hüttenfeld 0,54 100 %
WIESAUPLAST Kunststoff und Formenbau GmbH & Co. KG*, Wiesau 1,76 100 %
Konsumgüter
IMECO Einwegprodukte GmbH & Co. KG Vliesstoffvertrieb*, Hösbach 0,80 100 %
OFA Bamberg GmbH, Bamberg 1,50 100 %
SIKU GmbH, Rickenbach/Schweiz 0,80** 100 %
Karl SIMON GmbH & Co. KG, Aichhalden 2,19 100 %
Übrige Beteiligungen
M. BRAUN Inertgas-Systeme GmbH*, Garching 1,32 100 %
HORN GmbH & Co. KG*, Flensburg 1,33 100 %
MIKROP AG, Kronbühl/Schweiz 0,05** 100 %
NEUTRASOFT GmbH & Co. KG*, Greven 1,16 100 %
Helmut RÜBSAMEN GmbH & Co. KG, Bad Marienberg 0,53 88,89 %
TSN Turmbau Steffens & Nölle GmbH, Berlin 0,50 100 %
VULKAN INOX GmbH*, Hattingen 1,26 100 %

* einschließlich Tochtergesellschaften ** Mio. CHF

IMPRESSUM 119

Ansprechpartner für Investor Relations:

Haubrok Investor Relations GmbH Michael Werneke Kaistraße 16 40221 Düsseldorf Telefon: 02 11/3 01 26-109 Telefax: 02 11/3 01 26-172 E-Mail: [email protected] Internet: www.haubrok.de

Herausgeber: INDUS Holding Aktiengesellschaft, Bergisch Gladbach

Redaktion: Haubrok Investor Relations GmbH, Düsseldorf

Konzept/Gestaltung: Baisch Creative Consulting, Düsseldorf

Fotos Vorstand und Aufsichtsrat: Artur Olligschläger, Köln

Röntgen-Fotos: Edzard Probst, München

Satz und Lithos: ADDON Technical Solutions, Düsseldorf

Druck: Druckpartner, Essen

Dieser Geschäftsbericht liegt auch in englischer Sprache vor. Beide Fassungen des Geschäftsberichtes stehen im Internet unter www.indus.de in der Rubrik "Investor Relations/Geschäftsund Quartalsberichte" zum Download bereit.

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