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INDUS Holding AG

Annual Report Apr 30, 2009

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Annual Report

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INDUS ist einer der führenden Spezialisten für Beteiligungen im deutschsprachigen Mittelstand. Die Maxime bei allen Aktivitäten lautet langfristiges unternehmerisches Handeln und Diversifikation – und dies bereits seit mehr als 20 Jahren. Über 40 Gesellschaften aus attraktiven Branchen wie Bauindustrie, Maschinenbau, Automobilindustrie, Konsumgüter und zunehmend auch Medizintechnik gehören zum Beteiligungsportfolio. Mehr als 5.800 Mitarbeiter sind international für die Unternehmen der INDUS-Gruppe tätig und erwirtschaften einen Umsatz von rund 930 Mio EUR.

INDUS HOLDING AG IM ÜBERBLICK

Konzern 2006 2007
*
2008 +/– %
Umsatz Mio. EUR 846,0 915,0 928,4 +1,5
– Inland Mio. EUR 524,4 551,3 549,6 –0,3
– Ausland Mio. EUR 321,6 363,7 378,8 +4,2
EBITDA Mio. EUR 146,7 143,1 134,2 –6,2
EBIT Mio. EUR 85,6 102,4 87,1 –14,9
EBT Mio. EUR 61,8 77,4 56,7 –26,7
Jahresüberschuss Mio. EUR 29,1 49,9 27,9 –44,1
Cashflow aus Geschäftstätigkeit Mio. EUR 61,3 82,1 80,7 –1,7
Bilanzsumme Mio. EUR 900,4 931,3 950,6 +2,1
Eigenkapital Mio. EUR 204,6 234,1 247,4 +5,7
Nettoverschuldung Mio. EUR 426,9 440,4 438,5 –0,4
Eigenkapitalquote % 22,7 25,1 26,0 +3,6
Mitarbeiter 5.174 5.777 5.862 +1,5

* Vorjahreszahlen gemäß IFRS angepasst

AG 2006 2007 2008 +/– %
Jahresüberschuss Mio. EUR – 29,3 52,7 30,1 –42,9
Bilanzsumme Mio. EUR 900,3 934,7 953,7 +2,0
Anlagevermögen Mio. EUR 724,4 762,2 772,9 +1,4
Grundkapital Mio. EUR 46,8 46,8 47,8 +2,1
Eigenkapital Mio. EUR 457,2 488,4 506,7 +3,7
Eigenkapitalquote % 50,8 52,2 53,1 +1,7

INDUS HOLDING AG IM ÜBERBLICK

Aktie 2006 2007 * 2008 +/– %
Ergebnis je Aktie (Konzern) EUR 1,73 2,74 1,63 –40,5
Cashflow je Aktie (Konzern) EUR 3,41 4,52 4,39 –2,9
Dividende je Aktie EUR 1,20 1,20 0,80 –33,3
Dividendensumme Mio. EUR 21,60 21,60 21,79 +0,9
Jahreshöchstkurs EUR 33,98 31,85 25,18 –21,1
Jahrestiefstkurs EUR 24,71 22,00 10,10 –54,1
Jahresschlusskurs EUR 29,60 24,25 13,37 –44,9
Durchschnittlicher Tagesumsatz Stück 42.353 52.413 57.415 +9,5
Marktkapitalisierung am 31.12. Mio. EUR 532,80 436,50 245,61 –43,7
* Vorjahreszahlen gemäß IFRS angepasst

Stammdaten der INDUS-Aktie

ISIN DE0006200108
Börsenkürzel INH
Aktiengattung Nennwertlose Inhaber-Stückaktien
Grundkapital 47,76 Mio. EUR
Anzahl der Aktien 18.370.033
Marktsegment Prime Standard
Indizes SDAX, CDAX

Finanzkalender

Bilanzpressekonferenz, Düsseldorf 27. April 2009
Analystenkonferenz, Frankfurt am Main 28. April 2009
Zwischenbericht Q1/2009 27. Mai 2009
Hauptversammlung, Köln 1. Juli 2009
Zwischenbericht Q2/2009 27. August 2009
Zwischenbericht Q3/2009 27. November 2009

Management

Brief an die Aktionäre 6
Vorstand 9
Bericht des Aufsichtsrats 10
Aufsichtsrat 13

Konzernlagebericht und Lagebericht

Geschäfts- und Rahmenbedingungen 14
Ertragslage 22
Finanzlage 24
Vermögenslage 26
Segmentbericht 28
Nicht finanzielle Leistungsindikatoren 48
Lage der INDUS Holding AG 50
Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage 52
Nachtragsbericht 52
Risikobericht 52
Prognosebericht 58

Investor Relations/Corporate Governance

Die INDUS-Aktie 62
Corporate-Governance-Bericht 65

Konzernabschluss

Gewinn- und Verlustrechnung 72
Bilanz 73
Eigenkapitalspiegel 74
Kapitalflussrechnung 75
Konzernanhang 77
Versicherung des Vorstands 125
Bestätigungsvermerk 126

AG-Abschluss

AG-Bilanz 128
AG-Gewinn- und Verlustrechnung 130
Gewinnverwendungsvorschlag 131

Weitere Informationen

Beteiligungsgesellschaften 132
Impressum 133

Helmut Ruwisch Vorsitzender

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Geschäftsjahr 2008 war nicht nur für die INDUS Holding AG ein überaus herausforderndes Jahr. Die abrupte und dynamische Abschwächung der konjunkturellen Entwicklung ab dem Spätsommer 2008 in den wichtigsten Industrieländern bildete den Rahmen, der ein schnelles Handeln erforderte und sicherlich auch die Lage in 2009 und 2010 maßgeblich bestimmen wird. Grundlage des unternehmerischen Erfolges ist dabei, neben der zweifellos gebotenen Einleitung kurzfristig wirksamer Maßnahmen die langfristigen strategischen Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. Im Gegenteil, es gilt, die sich bietenden Chancen in einzelnen Märkten konsequent wahrzunehmen. Dies ist uns 2008 wiederum gelungen.

Unsere Umsatzerlöse stiegen, trotz des konjunkturellen Einbruchs im zweiten Halbjahr, im vergangenen Jahr nochmals leicht, und zwar um 1,5 % auf 928,4 Mio. EUR. Mit einer EBIT-Marge von 9,4 % haben wir 2008 unser im dritten Quartal prognostiziertes Ergebnisziel nahezu erreicht. Ein Beleg für die Ertragskraft der INDUS Holding AG ist der gegenüber 2007 unveränderte Cashflow aus Geschäftstätigkeit von 80,7 Mio. EUR. Zu diesem aus unserer Sicht noch zufriedenstellenden Ergebnis haben unsere bestehenden Beteiligungsunternehmen und unsere Neuerwerbung, die KÖSTER-Gruppe, beigetragen. Sie sehen, dass wir damit unsere langfristig bewährte Strategie, sowohl durch internes als auch durch externes Wachstum zuzulegen, konsequent weiterverfolgt haben.

Im Fokus unseres Beteiligungsansatzes stehen in erster Linie mittelständische Produktionsunternehmen, die über eine starke Stellung in einer attraktiven Marktnische verfügen. Aktuell besteht unser Portfolio aus insgesamt 41 Beteiligungsunternehmen in den vier Kernsegmenten Bauindustrie, Maschinenbau, Automobilindustrie und Konsumgüter. Diese Bereiche werden auch weiterhin das Kerngeschäft darstellen, gleichwohl sehen wir auch in anderen Bereichen wie der Medizin- und Umwelttechnik sowie der Mess-, Regel- und Energietechnik attraktive Chancen im jetzigen Marktumfeld.

Mit dem Erwerb von 100 % der Anteile an der KÖSTER-Gruppe haben wir im vergangenen Jahr unser Segment Übrige Beteiligungen gestärkt. Die KÖSTER-Gruppe ist einer der führenden Systemanbieter für Verbindungselemente für die Bolzenschweißtechnik inklusive der dazugehörigen Bolzenschweißmaschinen. Mit rund 100 Mitarbeitern erwirtschaftete das in Ennepetal beheimatete Unternehmen 2008 einen Umsatz von 23,8 Mio. EUR bei einem Exportanteil von 23,5 %.

Unser breit diversifiziertes Portfolio besitzt den Vorteil, dass wir von einzelnen Branchenentwicklungen relativ unabhängig sind und durch die hohe Spezialisierung der einzelnen Unternehmen auch allgemeine konjunkturelle Entwicklungen zumindest nur gedämpft spüren. Die Steuerung unseres Beteiligungsportfolios basiert dabei auf dem Buy-and-Hold-Ansatz, mit dem wir uns deutlich von unseren Wettbewerbern und insbesondere von den kurzfristig orientierten Private-Equity-Gesellschaften unterscheiden. Kontinuierlich bauen wir unsere Marktposition weiter aus. Im vergangenen Jahr haben wir wieder umfangreich in unsere bestehenden Beteiligungsunternehmen investiert. Mit Rationalisierungsinvestitionen und einem kontinuierlichen Auf- und Ausbau von ausländischen Produktionsstätten haben wir die Effizienz spürbar erhöht.

Eine Optimierung des Portfolios erfolgt darüber hinaus permanent in Bezug auf die kritische Größe und die mittelfristigen Entwicklungspotenziale. Das ausgewogene Chancen-Risiko-Profil darf durch Sonderentwicklungen einzelner Beteiligungsunternehmen nicht in Mitleidenschaft gezogen werden, gleichzeitig ist ein effizientes Portfoliomanagement erst ab einer gewissen Unternehmensgröße möglich. 2008 betrafen unsere Optimierungsmaßnahmen unsere Beteiligungen ALUCOLOR und NEUTRASOFT. ALUCOLOR haben wir aufgrund der zunehmenden Überschneidungen im Produktportfolio im August 2008 mit HAUFF-TECHNIK verschmolzen. Darüber hinaus haben wir NEUTRASOFT nach der erfolgreichen Neuausrichtung im Dezember 2008 an die Wilken-Gruppe veräußert. Mit NEUTRASOFT haben wir uns von einem Softwareanbieter getrennt, dessen Aktivitäten nicht mehr zu den Kernbereichen unseres Gesamtportfolios zählten.

2009 werden wir unsere Strategie konsequent weiter fortschreiben. Unsere Beteiligungsunternehmen werden wir weiterentwickeln und das bestehende Portfolio zielgerichtet ausbauen. Die Basis bildet dabei unsere komfortable Liquiditätsposition von mehr als 87 Mio. EUR sowie die vorhandenen Finanzierungszusagen unserer Hausbanken. Damit können wir jederzeit am Beteiligungsmarkt aktiv werden. Die anhaltende Wirtschafts- und Finanzkrise macht derzeit eine präzise Prognose für das laufende Jahr nahezu unmöglich. Die Entwicklung ab dem vierten Quartal 2008 hat jedoch gezeigt, dass die Beteiligungsunternehmen unterschiedlich stark von den Entwicklungen betroffen sind. Ob und wie umfassend eine erhoffte allgemeine Konjunkturbelebung im zweiten Halbjahr 2009 noch positiv wirkt, bleibt aus unserer Sicht abzuwarten. Wir gehen zurzeit davon aus, dass wir das Umsatz- und Ergebnisniveau des Vorjahres nicht erreichen werden.

Vor dem Hintergrund der hohen Unsicherheit über die weitere konjunkturelle Entwicklung sieht unser gemeinsam mit dem Aufsichtsrat getroffener Gewinnverwendungsvorschlag eine um 0,40 EUR auf 0,80 EUR je Aktie reduzierte Dividende vor. Dies entspricht einer Dividendenrendite von rund 8,0 %.

Mein Dank gilt an dieser Stelle unserem Unternehmensgründer Herrn Dr. Winfried Kill, der sein Mandat als Aufsichtsratsvorsitzender aus gesundheitlichen Gründen zum 31. Oktober 2008 niedergelegt hat. Wir danken Herrn Dr. Kill für seinen unermüdlichen Einsatz für die INDUS-Gruppe und wünschen ihm gesundheitlich alles Gute. Bedanken möchte ich mich auch bei unseren Geschäftsführern der einzelnen Beteiligungen sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Ihre engagierten Leistungen sind die Basis für den Unternehmenserfolg. Ihnen, sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, danke ich für Ihr Vertrauen in die INDUS Holding AG.

Ihr

Helmut Ruwisch Vorstandsvorsitzender

VORSTAND 9

Vorstand

  • Helmut Ruwisch
  • Vorstandsvorsitzender
  • Banken
  • Personal
  • Öffentlichkeitsarbeit

Jürgen Abromeit

  • seit 1. April 2008
  • Berichtswesen
  • Controlling
  • IT/Services

  • Dr. Wolfgang E. Höper

  • Finanzen
  • Bilanzen
  • Steuern/Recht

Dr.-Ing. Johannes Schmidt

  • Investitionen
  • Technik
  • Forschung/Entwicklung

Michael Eberhart bis 31. März 2008

Der Vorstand der INDUS Holding AG v. l. n. r.: Helmut Ruwisch, Jürgen Abromeit, Dr. Wolfgang E. Höper, Dr. Johannes Schmidt

Günter Kill Vorsitzender

Sehr verehrte Damen, sehr geehrte Herren,

die INDUS Holding AG hat im Geschäftsjahr 2008 in einem zunehmend schwieriger gewordenen wirtschaftlichen Umfeld ein noch zufriedenstellendes Ergebnis erzielt. Die Basis für diesen Erfolg bildete das ausgewogene Beteiligungsportfolio, das sich auf Produktionsunternehmen verschiedener Branchen stützt und durch die Akquisition der KÖSTER-Gruppe weiter ausgebaut wurde. Gemeinsam mit dem Vorstand werden wir auch in Zukunft auf ein gesundes Verhältnis von internem und externem Wachstum setzen.

Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Vorstand

Im Geschäftsjahr 2008 fanden insgesamt vier Aufsichtsratssitzungen statt. Dabei waren die Mitglieder des Aufsichtsrats in allen Sitzungen vollständig versammelt.

Der Aufsichtsrat hat die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben sorgfältig wahrgenommen und sich ausführlich mit der wirtschaftlichen und finanziellen Entwicklung des Unternehmens sowie dessen strategischer Ausrichtung befasst. Im Berichtsjahr hat der Aufsichtsrat die Arbeit des Vorstands regelmäßig überwacht und ihn beratend in allen wesentlichen Fragen begleitet. Hierzu zählten insbesondere die Beratungen über weitere Akquisitionen, die Portfoliooptimierungen sowie die strategische Fortschreibung des Unternehmenskonzeptes.

Sämtliche für das Unternehmen bedeutenden Entscheidungen erörterte der Aufsichtsrat mit dem Vorstand. In den einzelnen Sitzungen unterrichtete der Vorstand den Aufsichtsrat umfassend über den Geschäftsverlauf, die Ertrags- und Finanzlage sowie die Planungen und die Weiterentwicklung des Unternehmens. Berichtet wurde auch über das Risiko- und Chancenmanagement sowie die Umsetzung der Corporate-Governance-Grundsätze im Unternehmen. Ausführlich beraten wurden vor allem Maßnahmen, die der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen. Der Aufsichtsrat stimmte hier allen Beschlussvorlagen des Vorstands zu. Über wichtige Geschäftsvorfälle informierte der Vorstand den Aufsichtsratsvorsitzenden regelmäßig auch außerhalb der einzelnen Sitzungen, sodass die zeitnahe Information des Aufsichtsrats über die Geschäftspolitik, die Einhaltung der Unternehmensplanung einschließlich der Finanz-, Investitions- und Personalplanung, die Rentabilität der Gesellschaft und den Verlauf der Geschäfte stets sichergestellt war.

Der Personalausschuss trat im Geschäftsjahr zweimal zusammen. Neben der kontinuierlichen Überprüfung des Vergütungssystems für den Vorstand wurden darüber hinaus verschiedene Vorstandsangelegenheiten sowie weitere Fragen der Vorstandsvergütung behandelt.

Corporate Governance

Der Aufsichtsrat befasst sich regelmäßig mit der Einhaltung und Weiterentwicklung der Corporate Governance im Unternehmen. Im Berichtsjahr hat der Aufsichtsrat mit dem Vorstand die Neuerungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 6. Juni 2008 ausführlich diskutiert und in der Sitzung am 11. Dezember 2008 die gemeinsame Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG verabschiedet. Diese Entsprechenserklärung wurde mit der anschließenden Veröffentlichung auf der Internetseite der Gesellschaft der Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich gemacht. Darüber hinaus ist sie Bestandteil des Corporate-Governance-Berichts dieses Geschäftsberichts (siehe Seite 65).

Gemäß Ziffer 5.5.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex müssen Aufsichtsratsmitglieder mögliche Interessenkonflikte gegenüber dem Aufsichtsrat offenlegen und dürfen sich an der Behandlung von Themen, bei denen ein Interessenkonflikt besteht, nicht beteiligen. Im Berichtsjahr traten keine Interessenkonflikte auf.

Jahres- und Konzernabschlussprüfung

Die Treuhand- und Revisions-Aktiengesellschaft Niederrhein, Krefeld, hat den Jahresabschluss und Lagebericht (HGB) der INDUS Holding AG sowie den Konzernabschluss und Konzernlagebericht (IFRS) für das Jahr 2008 geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Abschlussprüfer bestätigte darüber hinaus, dass das Risikomanagementsystem den gesetzlichen Vorschriften entspricht und bestandsgefährdende Risiken nicht erkennbar waren. Prüfungsschwerpunkte im Geschäftsjahr 2008 waren neben der Bestandsbewertung und dem Risikomanagementsystem insbesondere Derivategeschäfte sowie die Risiken aus der Zins- und Tilgungsstruktur der bestehenden Darlehen. Eine prüferische Durchsicht von Zwischenfinanzberichten wurde nicht durchgeführt.

Der Jahresabschluss und Lagebericht, der Konzernabschluss und Konzernlagebericht und die Prüfungsberichte wurden allen Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig vorgelegt. Sie wurden intensiv geprüft und in der bilanzfeststellenden Aufsichtsratssitzung am 24. April 2009 detailliert erörtert. An diesen Erörterungen nahm auch der Abschlussprüfer teil, der über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung berichtete und für zusätzliche Fragen zur Verfügung stand. Wir haben sämtliche Vorlagen und Prüfungsberichte eingehend geprüft und diskutiert. Nach dem abschließenden Ergebnis unserer eigenen Prüfung der uns vorgelegten Unterlagen erheben wir keine Einwände und schließen uns dem Ergebnis des Abschlussprüfers an. Wir billigen den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und den Konzernabschluss. Der Jahresabschluss der INDUS Holding AG ist damit festgestellt. Dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands schließen wir uns an.

Besetzung des Aufsichtsrats und Vorstands

Aus gesundheitlichen Gründen schied der langjährige Aufsichtsratsvorsitzende und Unternehmensgründer, Herr Dr. Winfried Kill, zum 31. Oktober 2008 aus dem Aufsichtsrat aus. Wir danken Herrn Dr. Kill für seinen unermüdlichen Einsatz für die INDUS Holding AG, deren Entwicklung er auch in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender prägend begleitete. Auf Vorschlag von Aufsichtsrat und Vorstand bestellte das Amtsgericht für das frei gewordene Aufsichtsratsmandat mit Wirkung vom 7. November 2008 Herrn Burkhard Rosenfeld. Seine Bestellung gilt bis zur nächsten ordentlichen Hauptversammlung. In der Aufsichtsratssitzung am 11. Dezember 2008 wurde Herr Dr. Jürgen Allerkamp in meiner Nachfolge zum stellvertretenden Vorsitzenden und ich zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt.

Im Vorstand des Unternehmens gab es eine Änderung. Mit Wirkung vom 1. April 2008 bestellte der Aufsichtsrat Herrn Jürgen Abromeit, der die Ressorts Berichtswesen, Controlling und IT/Services übernommen hat. Herrn Michael Eberhart, der das Unternehmen zum 31. März 2008 auf eigenen Wunsch aus privaten Gründen verließ, danke ich im Namen des Aufsichtsrats für sein langjähriges Engagement für unser Unternehmen.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand, den Geschäftsführern der Beteiligungsgesellschaften und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren engagierten Einsatz und ihre erfolgreiche Arbeit im vergangenen Jahr.

Bergisch Gladbach, im April 2009

Günter Kill Aufsichtsratsvorsitzender

AUFSICHTSRAT 1 3

Aufsichtsrat

Dipl.-Kfm. Günter Kill Aufsichtsratsvorsitzender Köln (seit 11. Dezember 2008 Vorsitzender)

Dr. Jürgen Allerkamp Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender Hannover (seit 11. Dezember 2008 stellvertretender Vorsitzender)

Dr. Ralf Bartsch Porta Westfalica

Dr. Uwe Jens Petersen Hamburg

Dr. Egon Schlütter Köln

Burkhard Rosenfeld Bergisch Gladbach seit 7. November 2008 Dr. Winfried Kill Aufsichtsratsvorsitzender Bergisch Gladbach bis 31. Oktober 2008

Geschäfts- und Rahmenbedingungen

Konzernstruktur

INDUS ist einer der führenden Spezialisten für Beteiligungen an mittelständischen Unternehmen im deutschsprachigen Europa. Der INDUS-Konzern besteht aus der INDUS Holding AG als Konzernobergesellschaft sowie den einzelnen Beteiligungsunternehmen als selbstständige operative Einheiten. Die wirtschaftliche Entwicklung des Konzerns wird maßgeblich von den direkt oder indirekt gehaltenen Tochtergesellschaften im In- und Ausland bestimmt. Zum 31. Dezember 2008 umfasste das Beteiligungsportfolio insgesamt 41 operative Einheiten (Vorjahr: 42). In den Konzernabschluss wurden sämtliche wesentlichen Tochter- und Enkelgesellschaften einbezogen. Im Einzelnen waren dies 122 voll konsolidierte Tochterunternehmen (Vorjahr: 117) und drei at equity bewertete Unternehmen (Vorjahr: drei).

Segmente

Das Beteiligungsportfolio der INDUS Holding AG gliedert sich in die vier Kernsegmente Bauindustrie, Maschinenbau, Automobilindustrie und Konsumgüter sowie den Bereich Übrige Beteiligungen. Die Zuordnung zu einem dieser Segmente hängt ausschließlich von der Branche ab, in die das jeweilige Beteiligungsunternehmen überwiegend seine Produkte liefert. Der Bereich Übrige Beteiligungen enthält die Unternehmen, die sich aufgrund ihrer Absatzstruktur keinem der vier Kernsegmente zuordnen lassen. Mittelfristig kann sich daraus durch die weitere geplante Akquisitionstätigkeit ein fünftes oder sechstes Kernsegment entwickeln. Besonders attraktive Bereiche sind nach Einschätzung des Vorstands vor allem die Medizin- und Umwelttechnik sowie die Mess-, Regel- und Energietechnik.

Segmente Anzahl der
Unternehmen
zum 31.12.2008
Anteil am
Konzernumsatz
2008 in %
Anteil am
Konzern-EBIT
2008 in %
Bauindustrie 10 23,3 27,7
Maschinenbau 8 16,5 17,8
Automobilindustrie 12 29,5 19,2
Konsumgüter 4 10,6 16,2
Übrige Beteiligungen 7 20,1 19,1

Organisationsstruktur

Zwischen den einzelnen Beteiligungsgesellschaften und der Holding besteht eine klare Aufgabenverteilung, die auf einem dezentralen Ansatz basiert. So verbleibt die Verantwortung für die operative Entwicklung bei den jeweiligen Geschäftsführern der Beteiligungsgesellschaften. Dies umfasst insbesondere die wichtigen Bereiche Produktion und Vertrieb, Marketing und Verwaltung sowie Forschung und Entwicklung. Die Holding konzentriert sich auf die klassischen Querschnittsfunktionen Finanzierung, Controlling, Bilanzierung, Steuern und Recht. Neben dem jederzeitigen Zugriff auf das Know-how der Vorstände und Controllingspezialisten profitieren die Beteiligungsgesellschaften insbesondere von dem zentralisierten Finanzmanagement. Die langjährig guten Bonitätseinstufungen der INDUS Holding AG auf Investmentgrade-Niveau durch die kreditgebenden Banken ermöglichen den Beteiligungsgesellschaften Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten und -konditionen, die einzelnen mittelständischen Unternehmen nicht zur Verfügung stehen würden.

Steuerung und Kontrolle

Das Steuerungssystem der INDUS Holding AG basiert auf regelmäßigen strategischen Diskussionen innerhalb des Vorstands sowie mit den einzelnen Geschäftsführern der Beteiligungsgesellschaften. Darüber hinaus führen der Vorstand und die einzelnen Geschäftsführer unterjährig detaillierte Budget- und Planungsgespräche. In diesen Gesprächen werden auf Basis fortgeschriebener Einzelstrategien detaillierte kurz- und mittelfristige Planungsszenarien inklusive individueller Rentabilitätsziele gesetzt. Ein effizientes Controllingsystem überprüft die Einhaltung dieser Szenarien und Ziele, sodass Planabweichungen frühzeitig erkannt und entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden können. Zentrale Kennzahlen dabei sind vor allem die EBIT-Marge, Umsatz-, Eigenkapital- und Gesamtkapitalrendite sowie der Netto-Cashflow.

Strategie

INDUS investiert in mittelständische Produktionsunternehmen. Dies ist die Kernaussage der langjährig bewährten Unternehmensstrategie der INDUS Holding AG. Die Grundlage bilden der mehrheitliche Erwerb von mittelständischen Unternehmen und die kontinuierliche Weiterentwicklung der einzelnen Beteiligungen innerhalb des Gesamtportfolios. Die Beteiligungsunternehmen sind ausnahmslos produzierende Industrieunternehmen, die ihre Produkte und Leistungen überwiegend in interessanten Nischenmärkten mit einer begrenzten Zahl von Wettbewerbern platzieren. In der Regel gehören sie innerhalb ihrer jeweiligen Märkte zu den führenden Unternehmen.

Im Fokus der Akquisitionsaktivitäten liegen ausschließlich Unternehmen, die über eine starke Marktposition innerhalb einer attraktiven Marktnische verfügen und die bereits bewiesen haben, dass sie als etabliertes Produktionsunternehmen über ein stabiles Geschäftsmodell mit wachstumsstarken Produkten verfügen. Eine Investition in Start-up-Unternehmen oder Restrukturierungsfälle erfolgt nicht.

Die Entscheidung, in ein neues Unternehmen zu investieren, erfolgt nach einer detaillierten Analyse, die sowohl quantitative als auch qualitative Kriterien umfasst. Potenzielle Akquisitionsziele sollten eine gewisse Größe nicht überschreiten, um Klumpenrisiken zu vermeiden, aber aus Effizienzgründen auch nicht unterschreiten. Für INDUS haben Unternehmen, die Umsatzerlöse zwischen 15 und 100 Mio. EUR erzielen und dabei ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) zwischen 2 und 8 Mio. EUR erwirtschaften, die optimale Größe. Damit ist gewährleistet, dass innerhalb des Beteiligungsportfolios keine zu starken Abhängigkeiten entstehen und somit das ausgewogene Chancen-Risiko-Profil nicht beeinträchtigt wird. Einen wesentlichen Punkt bei der Unternehmensanalyse bildet auch die Finanzierungsstruktur der Zielgesellschaft. Die Eigenkapitalquote sollte mehr als 30 % betragen. Bei einem positiven operativen Cashflow sollte das Akquisitionsziel darüber hinaus nur geringe Bankverbindlichkeiten aufweisen.

Neben der qualitativen Analyse des Akquisitionsziels untersucht INDUS vor allem das Geschäftsmodell sowie die jeweilige Branchensituation. Entscheidend ist insbesondere die langfristige Stabilität des Geschäftsmodells. Innerhalb einer attraktiven Nische sollte sowohl das jeweilige Unternehmen als auch die Branche über ausreichend langfristiges Wachstumspotenzial verfügen. Um dieses Potenzial zu heben, ist ein erfolgreiches und innovatives Produktprogramm erforderlich. Schließlich minimiert eine breite Abnehmerstruktur die Abhängigkeit von einzelnen Kunden und trägt somit zur Stabilität des jeweiligen Unternehmens als auch des Gesamtportfolios bei. INDUS verfolgt bei sämtlichen Akquisitionen das Ziel, langfristig 100 % der Anteile zu übernehmen.

Die Unternehmensstrategie der INDUS Holding AG ist auf Dauer ausgerichtet. Damit unterscheidet sich der Beteiligungsansatz deutlich von dem Vorgehen anderer Beteiligungsgesellschaften und insbesondere der kurzfristig orientierten Private-Equity-Gesellschaften. INDUS erwirbt Unternehmen, um sie langfristig zu halten und weiterzuentwickeln. Ein Exit ist nicht Bestandteil der Unternehmensstrategie und nur in sich später ergebenden Ausnahmesituationen denkbar. Beispiele hierfür wären tief greifende Marktveränderungen innerhalb eines Nischenmarktes, die das langfristige Entwicklungspotenzial des Unternehmens vollständig verändern würden.

Wesentliche Absatzmärkte und Wettbewerbspositionen

Die Unternehmen des INDUS-Konzerns sind in vielfältigen Absatzmärkten aktiv. Die Segmentzuordnung erfolgt entsprechend den Absatzmärkten der Unternehmen. Weitere Informationen zu den einzelnen Branchenentwicklungen können dem Segmentbericht entnommen werden. Regional betrachtet spielt unverändert der inländische Markt eine wesentliche Rolle für die Beteiligungsunternehmen. Aufgrund gezielter Aktivitäten gelang es jedoch in den vergangenen Jahren, die Internationalisierung des operativen Geschäfts voranzutreiben, sodass der Auslandsanteil im Berichtsjahr bei 40,8 % lag.

Angaben nach §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 HGB

Grundkapital, Stimmrechte und Übertragung von Aktien:

Das Grundkapital der INDUS Holding AG betrug zum 31. Dezember 2008 insgesamt 47.762.086 EUR und ist eingeteilt in 18.370.033 nennwertlose Inhaber-Stammaktien. Dabei gewährte jede Aktie eine Stimme. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind dem Vorstand nicht bekannt.

Beteiligungen von mehr als 10 %:

Direkte oder indirekte Beteiligungen an der INDUS Holding AG, die 10 % der Stimmrechte überschreiten, wurden der Gesellschaft nicht angezeigt.

Sonderrechte und Stimmrechtskontrolle:

Es existieren keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen. Eine Stimmrechtskontrolle für den Fall, dass Arbeitnehmer am Kapital der INDUS Holding AG beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben, ist dem Vorstand nicht bekannt.

Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern:

Die Mitglieder des Vorstands werden nach den gesetzlichen Vorschriften, geregelt in den §§ 84, 85 AktG, bestellt und abberufen. Die Satzung enthält hierzu keine Sonderregelungen. Der Aufsichtsrat bestellt die Vorstandsmitglieder auf höchstens fünf Jahre, wobei eine wiederholte Bestellung durch den Aufsichtsrat zulässig ist. Nach Punkt 5.1 der Satzung besteht der Vorstand aus einer oder mehreren Personen. Der Aufsichtsrat kann nach Punkt 5.2 der Satzung ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden oder Sprecher des Vorstands und ein weiteres Mitglied zum stellvertretenden Vorsitzenden bestellen.

Satzungsänderungen:

Satzungsänderungen erfolgen gemäß § 179 AktG durch Beschluss der Hauptversammlung. Grundsätzlich ist für eine Satzungsänderung die Zustimmung von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals notwendig. Der Aufsichtsrat ist gemäß Punkt 7.12 der Satzung dazu ermächtigt, Änderungen der Satzung, die lediglich die Fassung betreffen, vorzunehmen sowie gemäß Punkt 4.5 der Satzung den Wortlaut der Satzung entsprechend der jeweiligen Ausnutzung des genehmigten Kapitals zu ändern.

Befugnisse des Vorstands zu Aktienausgabe und Aktienrückkauf:

Der Vorstand ist gemäß Punkt 4.3 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 30. Juni 2009 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bareinlagen einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 18.720.000 EUR zu erhöhen (Genehmigtes Kapital I). Den Aktionären ist bei der Kapitalerhöhung ein Bezugsrecht einzuräumen. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats Spitzenbeträge von dem Bezugsrecht der Aktionäre auszunehmen.

Der Vorstand ist gemäß Punkt 4.4 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 30. Juni 2009 mit Zustimmung des Aufsichtsrats zusätzlich um bis zu 3.717.914 EUR durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bareinlagen und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital II). Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats über den Ausschluss des Bezugsrechts zu entscheiden und die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung festzulegen. Die Ermächtigung zum Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre gilt jedoch nur mit der Maßgabe, dass auf die durch § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG angeordnete Begrenzung auf 10 % des Grundkapitals diejenigen Aktien anzurechnen sind, die in der Zeit vom 5. Juli 2004 bis zur Ausübung dieser Ermächtigung aufgrund einer Ermächtigung zur Veräußerung eigener Aktien seitens der Gesellschaft unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre veräußert sind.

Des Weiteren hat die Hauptversammlung vom 1. Juli 2008 die Gesellschaft ermächtigt, gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG bis zum 31. Dezember 2009 eigene Aktien bis zu einer Anzahl von 1.837.000 Stück, was einem Anteil von annähernd 10 % der derzeitigen Stückaktien und damit einem Anteil von annähernd 10 % des derzeitigen Grundkapitals entspricht, zu erwerben. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen sowie ein- oder mehrmals ausgeübt werden. Insgesamt dürfen jedoch nicht mehr als 10 % des Grundkapitals erworben werden, wobei andere Aktien der Gesellschaft, welche die Gesellschaft bereits erworben hat und besitzt, anzurechnen sind. Der Erwerb erfolgt über die Börse. Der Kaufpreis je Aktie darf den Durchschnitt der Schlusskurse der INDUS-Aktie an der Frankfurter Wertpapierbörse an den dem Erwerbsgeschäft vorangehenden fünf Börsenhandelstagen um nicht mehr als 5 % (ohne Erwerbsnebenkosten) übersteigen oder unterschreiten. Der Vorstand wird ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien über die Börse oder mit Zustimmung des Aufsichtsrats unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre auch in anderer Weise zu veräußern. Bei einer Veräußerung im Börsenhandel darf der Veräußerungspreis pro Aktie den durchschnittlichen Börsenschlusskurs an der Frankfurter Wertpapierbörse an den dem Veräußerungsgeschäft vorangehenden fünf Börsenhandelstagen um nicht mehr als 5 % (ohne Veräußerungsnebenkosten) unterschreiten. Bei einer Veräußerung außerhalb des Börsenhandels darf der Veräußerungspreis die durchschnittlichen Börsenschlusskurse an der Frankfurter Wertpapierbörse an den fünf vorangegangenen Börsenhandelstagen vor der Abgabe des Veräußerungsangebotes um nicht mehr als 5 % (ohne Erwerbsnebenkosten) unterschreiten. Der Veräußerungspreis darf den rechnerischen Nennbetrag der Aktien nicht unterschreiten. Die Ermächtigung zum Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre gilt jedoch nur mit der Maßgabe, dass auf die durch § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG angeordnete Begrenzung auf 10 % des Grundkapitals diejenigen Aktien anzurechnen sind, die nach Schaffung des Genehmigten Kapitals II unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre veräußert worden sind. Der Vorstand wird ferner ermächtigt, die erworbenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats einzuziehen, ohne dass die Einziehung oder ihre Durchführung eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf.

Wesentliche Vereinbarungen bei Kontrollwechsel:

Im Falle eines Kontrollwechsels besitzen die Vorstände der INDUS Holding AG im Rahmen ihrer Anstellungsverträge ein außerordentliches Kündigungsrecht sowie den Anspruch auf eine Abfindung in Höhe der Gesamtbezüge bis zur planmäßigen Beendigung des Anstellungsvertrages.

Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat

Die Vorstandsvergütung setzt sich aus einer fixen Vergütung und einer variablen Vergütung, abhängig von den Aufgaben und Leistungen sowie dem geschäftlichen Erfolg des Unternehmens, zusammen. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten eine fixe Vergütung und eine variable Vergütung in Abhängigkeit von der Höhe der Dividende. Die Details der Organvergütung werden im Vergütungsbericht im Rahmen des Corporate-Governance-Berichts sowie im Anhang erläutert.

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Das lang anhaltende wirtschaftliche Wachstum der vergangenen Jahre hat sich 2008 deutlich verlangsamt und kam im vierten Quartal völlig zum Erliegen. Nach einem guten Start in das Jahr mit noch kräftigen Wachstumsraten wirkten sich die bestehenden Probleme der Finanz- und Kapitalmärkte mit entsprechender Zeitverzögerung negativ auf die globale konjunkturelle Entwicklung aus. Die Finanzierungsbedingungen verschlechterten sich in der zweiten Jahreshälfte deutlich. Die stark angestiegenen Rohstoffpreise und der hohe Ölpreis wirkten bremsend, hinzu kamen Sättigungseffekte in USA und China. Die Ertragsaussichten bei den Unternehmen verschlechterten sich im dritten und vierten Quartal 2008 zunehmend. Vor allem die Industrieländer mussten zum Teil einen deutlichen Rückgang ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP) hinnehmen. Aber auch die bislang stark wachsenden Schwellenländer spürten die nachlassende Nachfrage und mussten sinkende Wachstumsraten ausweisen. Im Unterschied zu früheren Rezessionsphasen sind damit nicht nur einzelne Wirtschaftsregionen von dem anhaltenden Abschwung betroffen, sondern die Weltwirtschaft insgesamt. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung vollzog im zweiten Halbjahr 2008 eine abrupte und äußerst dynamische Kehrtwende. Insgesamt wuchs die Weltwirtschaft im Berichtsjahr, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, noch mit einer Rate von 2,4 %, wobei die Schwellenländer eine Zuwachsrate von 6,4 % und die Industrieländer eine Zuwachsrate von 1,2 % erreichen konnten.

Etwas schwächer als die Weltwirtschaft entwickelte sich im Berichtsjahr das Bruttoinlandsprodukt in der Eurozone mit einem Anstieg von nur noch 1,0 %. Im Herbst 2008 trübte sich auch hier die wirtschaftliche Lage erheblich ein. Die Investitionen brachen kräftig ein, die Exporte stiegen wesentlich langsamer als die Importe und der Konsum stagnierte auf einem niedrigen Niveau. Die nachlassenden Inflationsraten ermöglichten es der Europäischen Zentralbank, mehrere Zinssenkungen durchzuführen, um die wirtschaftliche Entwicklung wieder zu stabilisieren. Gleichzeitig legten verschiedene europäische Regierungen umfassende Maßnahmenpakete auf, die dem drastischen Abschwung entgegenwirken sollen. Jedoch zeigten die bereits 2008 umgesetzten Maßnahmen bislang nur eine äußerst begrenzte Wirkung. Italien und Irland mussten bereits einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts hinnehmen, während vor allem Slowenien, Zypern, Griechenland, Luxemburg, Malta, Finnland und die Niederlande noch zulegen konnten.

Die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland ist seit der Jahresmitte deutlich abwärtsgerichtet. Im ersten Quartal 2008 konnte noch einmal – auch von der günstigeren Witterung beeinflusst – eine deutliche Steigerung des Bruttoinlandsprodukts gegenüber dem Vorquartal um 1,5 % (preis-, saison- und kalenderbereinigt) erreicht werden. Die massive Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfelds wirkte sich in den Folgequartalen mehr und mehr aus. Getrieben durch die sich deutlich verschärfende Finanzkrise schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt bereits jeweils um 0,5 % im zweiten und dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal. Der Abwärtstrend beschleunigte sich nochmals deutlich im vierten Quartal mit einem Rückgang um 2,1 % gegenüber dem bereits schwachen dritten Quartal. Insgesamt profitierte die deutsche Wirtschaft im Berichtsjahr von dem guten Start, womit das Bruttoinlandsprodukt noch einmal um 1,3 % zulegen konnte. Dieses Wachstum ist in erster Linie auf die um 4,4 % gestiegenen Bruttoanlageinvestitionen sowie die um 2,0 % erhöhten Konsumausgaben des Staates zurückzuführen. Die Exporte stiegen mit 2,7 % geringer als die Importe mit 4,0 %. Die privaten Konsumausgaben gingen um 0,1 % zurück, gleichzeitig stieg die Sparquote auf ein Rekordniveau von nahezu 11,0 % weiter an. Die privaten Haushalte zollten damit der zunehmenden Unsicherheit Tribut. Einen derartig dramatischen Einbruch der gesamten Weltwirtschaft hat es in dieser Geschwindigkeit und Vehemenz in den letzten Jahrzehnten nicht gegeben. Durch seine hohe Exportabhängigkeit ist Deutschland von dieser Entwicklung besonders stark betroffen.

Ertragslage

Umsatz

Der Konzernumsatz stieg im Geschäftsjahr 2008 um 1,5% auf 928,4 Mio.EUR (Vorjahr: 915,0 Mio. EUR). Von den um 13,4 Mio. EUR höheren Umsatzerlösen wurden 8,0 Mio. EUR von den bestehenden Beteiligungsgesellschaften erwirtschaftet, 5,4 Mio. EUR trug die ab dem 1. Oktober 2008 konsolidierte KÖSTER-Gruppe bei. Die Inlandsumsätze verringerten sich um 0,3% auf 549,6 Mio. EUR, die Auslandsumsätze stiegen um 4,1% auf 378,8 Mio. EUR. Der Anteil des im Ausland erzielten Umsatzes wuchs entsprechend um 1,1 Prozentpunkte auf 40,8% (Vorjahr: 39,7%). Der Verkauf von NEUTRASOFT im Dezember 2008 führte auch zu einer Anpassung der Vorjahreszahlen.

Erträge und Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken leicht auf 14,2 Mio. EUR (Vorjahr: 14,5 Mio. EUR). Der Materialaufwand erhöhte sich um 10,7 Mio. EUR auf 443,7 Mio. EUR (Vorjahr: 433,0 Mio. EUR). Dies ist zum einen auf den gestiegenen Umsatz und zum andern auf die bis weit in die zweite Jahreshälfte hohen Rohstoff- und Energiepreise zurückzuführen.Mit den durchgeführten Optimierungsmaßnahmen gelang es den einzelnen Beteiligungsgesellschaften, die negativen Auswirkungen zu dämpfen und die Materialeffizienz im Produktionsprozess zu erhöhen. Die Materialaufwandsquote stieg infolgedessen lediglich um 0,5 Prozentpunkte auf 47,8% (Vorjahr:47,3%).

Hohe Tariflohnabschlüsse und der Anstieg der Mitarbeiter führten dazu, dass der Personalaufwand um 3,6% auf 245,4 Mio. EUR anwuchs (Vorjahr: 236,9 Mio. EUR). Davon entfielen 206,2 Mio. EUR auf Löhne und Gehälter (Vorjahr: 198,3 Mio. EUR), 37,2 Mio. EUR auf soziale Abgaben (Vorjahr: 36,6 Mio. EUR) und 2,0 Mio. EUR auf Aufwendungen für Altersversorgung (Vorjahr: 2,0 Mio. EUR). Die Personalaufwandsquote erhöhte sich um 0,5 Prozentpunkte auf 26,4% (Vorjahr: 25,9%).

Die Abschreibungen erhöhten sich auf 47,0 Mio. EUR (Vorjahr: 40,7 Mio. EUR). Außerplanmäßige Abschreibungen infolge der vorgeschriebenen Impairmenttests betrafen vor allem die Segmente Automobilindustrie und Maschinenbau und lagen bei 6,8 Mio. EUR (Vorjahr: 0,0 Mio. EUR).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen mit 132,9 Mio. EUR um 8,1 % über dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 122,9 Mio. EUR).

Ertragskennziffern in % 2006 2007 2008 +/– %
EBIT-Marge 10,1 11,2 9,4 –15,2
Umsatzrendite 7,3 8,3 6,1 –26,5
Eigenkapitalrendite 30,2 32,8 22,9 –30,2
Gesamtkapitalrendite 6,9 8,3 6,0 –27,7

Ergebnisse

In dem operativen Ergebnis (EBIT) in Höhe von 87,1 Mio. EUR sind zwei Einmaleffekte in Höhe von zusammen 17,0 Mio. EUR enthalten. Korrigiert um die außerplanmäßigen Impairment-Abschreibungen und einmaligen sonstigen betrieblichen Aufwendungen unserer Beteiligung SELZER im Zusammenhang mit dem Aufbau einer US-Fertigungsstätte (siehe Segmentbericht Automobilindustrie) liegt das bereinigte operative Ergebnis auf Vorjahreshöhe.

Im Ausweis ging das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) im Berichtsjahr um 6,2 % auf 134,2 Mio. EUR (Vorjahr: 143,1 Mio. EUR) zurück. Die höheren Abschreibungen führten zu einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), das mit 87,1 Mio. EUR (Vorjahr: 102,4 Mio. EUR) um 14,9 % unter dem Vorjahresniveau lag. Somit reduzierte sich die ausgewiesene EBIT-Marge um 1,8 Prozentpunkte auf 9,4 % (Vorjahr: 11,2 %).

Das Zinsergebnis erhöhte sich auf –30,5 Mio. EUR (Vorjahr: –25,0 Mio. EUR). Davon entfallen jedoch auf nicht liquiditätswirksame Veränderungen aus der Marktbewertung der Zinssicherungsinstrumente 3,6 Mio. EUR. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) ging entsprechend auf 56,7 Mio. EUR (Vorjahr: 77,4 Mio. EUR) zurück. Die Steuern blieben insgesamt mit 26,2 Mio. EUR trotz höherer latenter Steuern nahezu konstant (Vorjahr: 26,7 Mio. EUR), sodass sich daraus eine Steuerquote von 46,2 % (Vorjahr: 34,5 %) errechnet. Die dabei tatsächlich abgeführten Steuern reduzierten sich auf 24,3 Mio. EUR (Vorjahr: 28,3 Mio. EUR). Das Konzernergebnis nach Steuern reduzierte sich entsprechend auf 28,6 Mio. EUR (Vorjahr: 50,9 Mio. EUR). Davon stehen den Aktionären der INDUS Holding AG 27,9 Mio. EUR (Vorjahr: 49,9 Mio. EUR) und den Minderheiten 0,4 Mio. EUR (Vorjahr: 1,0 Mio. EUR) zu. Das Ergebnis je Aktie lag bei 1,63 EUR und damit unter dem Vorjahr (Vorjahr: 2,74 EUR).

Gewinnverwendung

Grundlage für die Dividendenausschüttung ist der Bilanzgewinn der AG. Für das Geschäftsjahr 2008 weist die INDUS Holding AG einen Bilanzgewinn von 30,7 Mio. EUR aus, der damit um 42,5 % unter dem Vorjahresniveau lag (Vorjahr: 53,4 Mio. EUR). Nähere Informationen zum Geschäftsverlauf in der AG können dem nachfolgenden Lagebericht entnommen werden.

Unter dem Einfluss der gravierenden Wirtschaftskrise sowie vor dem Hintergrund der hohen Unsicherheit über die weitere konjunkturelle Entwicklung sieht der vom Vorstand gemeinsam mit dem Aufsichtsrat getroffene Gewinnverwendungsvorschlag eine um 0,40 EUR auf 0,80 EUR je Aktie reduzierte Dividende vor. Dies entspricht einer Dividendenrendite von rund 8,0 % auf den Jahresschlusskurs. Durch die Thesaurierung der einbehaltenen Gewinne wird die finanzielle Basis von INDUS gestärkt und gleichzeitg die Grundlage für attraktive Unternehmenskäufe gelegt.

Finanzlage

Finanzmanagementsystem

Die Steuerung des Finanzmanagementsystems erfolgt innerhalb des INDUS-Konzerns zentral durch die Holding. Das Finanzmanagement umfasst dabei im Wesentlichen die Liquiditätssteuerung sowie das Management von Zins- und Währungsrisiken. Ziel dieses zentralen Ansatzes ist es, den traditionell hohen erwirtschafteten operativen Cashflow optimal zu nutzen und durch eine jederzeit komfortable Liquiditätsausstattung im Zusammenspiel mit festen Finanzierungszusagen der Banken flexibel investieren zu können. Bei der Finanzierung achtet INDUS auf eine breite Verteilung des Kreditvolumens auf mehrere Kreditinstitute sowie auf linear abfallende Tilgungsstrukturen. Zur Steuerung der Marktpreisrisiken setzt der Konzern Zins- und Währungsderivate ein, die sämtlich der Risikosicherung dienen.

Kapitalflussrechnung

Der operative Cashflow (Mittelzufluss) blieb mit 107,3 Mio. EUR (Vorjahr: 108,0 Mio. EUR) nahezu unverändert. Ausgehend von einem Ergebnis nach Steuern in Höhe von 28,3 Mio. EUR trugen insbesondere die Abschreibungen auf langfristige Vermögensgegenstände, Zinsergebnis, sonstige zahlungsunwirksame Vorgänge und Veränderungen der Rückstellungen mit +19,2 Mio. EUR hierzu bei.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit (Mittelabfluss) verringerte sich um 17,9 Mio. EUR auf 55,5 Mio. EUR (Vorjahr: 73,4 Mio. EUR). Dieser deutliche Rückgang ist unter anderem auf die Veränderung der Investitionen für Anteile voll konsolidierter Gesellschaften zurückzuführen. Im vergangenen Berichtsjahr wurden hier 17,9 Mio. EUR investiert, 8,6 Mio. EUR weniger als im Vorjahr. Weiterhin sanken die Investitionen in Sachanlagen um 3,2 Mio. EUR auf 44,3 Mio. EUR und in immaterielle Vermögensgegenstände um 3,7 Mio. EUR auf 5,0 Mio. EUR. Nähere Informationen zu den Investitionen enthält der Abschnitt "Investitionen".

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit (Mittelabfluss) reduzierte sich um 8,7 Mio. EUR auf –14,9 Mio. EUR (Vorjahr: –23,6 Mio. EUR). Im Berichtsjahr tilgte INDUS Kredite in einem Volumen von 83,2 Mio. EUR. Dies sind 15,6 Mio. EUR mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig stiegen die Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten um 25,4 Mio. EUR auf 91,5 Mio. EUR. Dadurch wurden liquide Mittel im Vergleich zum Vorjahr aufgestockt und die Liquiditätsreserve ausgebaut.

Cashflow in Mio. EUR 2006 2007 2008 +/– %
Operativer Cashflow 86,5 108,0 107,3 –0,6
Cashflow aus Geschäftstätigkeit 61,3 82,1 80,7 –1,7
Cashflow aus Investitionstätigkeit –53,3 –73,4 –55,5 +24,4
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit –48,4 –23,6 –14,9 +36,9
Liquide Mittel am Ende der Periode 92,7 77,6 87,8 +13,1

Investitionen

Die Investitionen betrugen im Berichtsjahr 56,3 Mio. EUR (Vorjahr: 77,8 Mio. EUR). Hiervon entfielen 44,9 Mio. EUR auf Investitionen in Sachanlagen und 4,7 Mio. EUR auf Investitionen in immaterielles Anlagevermögen. Die Investitionen in Sachanlagen betrafen insbesondere technische Anlagen und Maschinen mit 21,2 Mio. EUR, andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung mit 10,1 Mio. EUR sowie Grundstücke und Gebäude mit 3,4 Mio. EUR. In Anteile voll konsolidierter Gesellschaften wurden 6,7 Mio. EUR investiert. Dies betrifft im Wesentlichen die Akquisition der KÖSTER-Gruppe. Die Abschreibungen lagen bei 47,0 Mio. EUR und damit aufgrund von Abschreibungen infolge des durchgeführten Impairmenttests über dem Niveau des Vorjahres von 40,7 Mio. EUR.

Schwerpunkte der Investitionstätigkeit bildeten vor allem Rationalisierungsmaßnahmen und Erweiterungsinvestitionen.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Als außerbilanzielle Finanzierungsformen nutzt INDUS vor allem Miet- und Pachtleasing, operatives Leasing für EDV-Zubehör und Firmenfahrzeuge. Die Leasingverpflichtungen lagen zum 31. Dezember 2008 bei 81,8 Mio. EUR (Vorjahr: 83,7 Mio. EUR). Darüber hinaus bestanden sonstige finanzielle Verpflichtungen durch mögliche Kaufpreiszahlungen in Höhe von 16,5 Mio. EUR, die sich bei der Ausübung von Optionsrechten durch Minderheitsgesellschafter zum wahrscheinlichen Ausübungszeitpunkt ergeben würden (Vorjahr: 29,8 Mio. EUR). Die Optionsrechte betreffen die Beteiligungen an den Unternehmen OBUK Haustürfüllungen GmbH & Co. KGF und SELZER Fertigungstechnik GmbH & Co. KG. Weitere außerbilanzielle Finanzierungsformen, die einen wesentlichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage des Konzerns haben, bestanden nicht.

Vermögenslage

Die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2008 erhöhte sich um 19,3 Mio. EUR auf 950,6 Mio. EUR (Vorjahr: 931,3 Mio. EUR). Der Anstieg ist vor allem auf die Ausweitung des operativen Geschäfts zurückzuführen, welche sich insbesondere in den Veränderungen der Forderungen, Vorräte und liquiden Mittel widerspiegelt.

Aktivseite

Auf der Aktivseite stiegen die langfristigen Vermögenswerte leicht um 7,0 Mio. EUR auf 568,9 Mio. EUR (Vorjahr: 561,9 Mio. EUR). Der Geschäftswert verringerte sich um 4,6 Mio. EUR auf 281,0 Mio. EUR. Die immateriellen Vermögensrechte verringerten sich um 0,8 Mio. EUR auf 17,4 Mio. EUR. Die Sachanlagen legten aufgrund der Investitionstätigkeit um 11,3 Mio. EUR auf 250,7 Mio. EUR zu. Weitere Details zu den im Berichtsjahr getätigten Investitionen können dem Abschnitt "Investitionen" entnommen werden. Die Finanzanlagen, at equity bewerteten Anteile, sonstigen langfristigen Vermögenswerte und latenten Steuern blieben nahezu unverändert.

Die kurzfristigen Vermögenswerte stiegen um 12,3 Mio. EUR auf 381,7 Mio. EUR (Vorjahr: 369,4 Mio. EUR) an. Hauptgrund sind die gestiegenen liquiden Mittel. Forderungen und Vorräte blieben in der Summe konstant, ebenso die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte. Die laufenden Ertragsteuern erhöhten sich um 2,0 Mio. EUR auf 6,5 Mio. EUR.

Bilanzkennziffern 2006 2007 2008 +/– %
Liquide Mittel Mio. EUR 92,7 77,6 87,8 +13,1
Eigenkapital Mio. EUR 204,6 234,1 247,4 +5,7
Eigenkapitalquote % 22,7 25,1 26,0 +3,6
Nettoverschuldung Mio. EUR 426,9 440,4 438,5 –0,4
Gearing % 208,7 188,1 177,2 –5,8
Working Capital Mio. EUR 227,6 236,8 244,4 +2,8

Passivseite

Auf der Passivseite erhöhte sich das Eigenkapital um 13,3 Mio. EUR auf 247,4 Mio. EUR (Vorjahr: 234,1 Mio. EUR). Diese positive Entwicklung ist auf das gute Jahresergebnis sowie auf die Kapitalerhöhung, die im Zusammenhang mit der Aufstockung der Anteile von SELZER durchgeführt wurde, zurückzuführen. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich zum 31. Dezember 2008 um 0,9 Prozentpunkte auf 26,0%.

Die langfristigen Schulden sanken um 7,3 Mio. EUR auf 424,0 Mio. EUR (Vorjahr: 431,3 Mio. EUR), vor allem aufgrund der Entwicklung der langfristigen Finanzschulden, die mit 378,4 Mio. EUR um 8,2 Mio. EUR niedriger als im Vorjahr ausfielen. Die sonstigen langfristigen Rückstellungen (2,4 Mio. EUR) blieben nahezu unverändert. Die latenten Steuern sowie die Pensionsrückstellungen erhöhten sich um 1,3 Mio. EUR auf 20,0 Mio. EUR bzw. um 1,1 Mio. EUR auf 16,2 Mio. EUR.

Die kurzfristigen Schulden nahmen um 13,2 Mio. EUR auf 279,1 Mio. EUR zu (Vorjahr: 265,9 Mio. EUR), wobei die kurzfristigen Finanzschulden um 16,4 Mio. EUR auf 147,8 Mio. EUR stiegen. Der Verlauf des letzten Quartals spiegelt sich in der Entwicklung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen wider, die um 5,2 Mio. EUR niedriger ausfielen. Die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen erhöhten sich um 5,4 Mio. EUR auf 34,2 Mio. EUR, während die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten im Wesentlichen aufgrund der Umbuchung der zum Vorjahresstichtag noch passivierten Verpflichtung im Zusammenhang mit der im Rahmen der Sachkapitalerhöhung geleisteten Einlage (15% der SELZER-Anteile) in das Eigenkapital um 6,7 Mio. EUR auf 55,2 Mio. EUR sanken. Die laufenden Ertragsteuern erhöhten sich um 2,7 Mio. EUR auf 13,1 Mio. EUR.

Nettoverschuldung und Working Capital

Die Nettoverschuldung berechnet INDUS aus der Differenz von lang- und kurzfristigen Finanzschulden und den liquiden Mitteln. Zum 31. Dezember 2008 lag die Nettoverschuldung bei 438,5 Mio. EUR und damit um 1,9 Mio. EUR unter dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 440,4 Mio. EUR). Das Verhältnis von Nettoverschuldung zum Eigenkapital (Gearing) hat sich durch den überproportionalen Anstieg des Eigenkapitals auf 177,2 % verbessert (Vorjahr: 188,1 %).

Das Working Capital ermittelt sich aus den Vorräten zuzüglich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der erhaltenen Anzahlungen. Zum 31. Dezember 2008 erhöhte sich das Working Capital um 6,6 Mio. EUR auf 244,4 Mio. EUR (Vorjahr: 237,8 Mio. EUR). Dieser Anstieg ist im Wesentlichen auf die Erweiterung des Konsolidierungskurses sowie auf den Preisanstieg im Bereich des Rohmaterials zurückzuführen.

Geschäftsführer Dr.-Ing. Michael Seibold

Das Segment Bauindustrie erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr 23,3 % des Umsatzes der INDUS-Gruppe. Stellvertretend für dieses Segment wird hier das Unternehmen HAUFF-TECHNIK vorgestellt.

Die HAUFF-TECHNIK GmbH & Co. KG entwickelt und produziert in ihren drei deutschen Werken Dichtungssysteme für Kabel-, Rohr- und Leitungsdurchführungen. Das 1955 gegründete Unternehmen gehört bereits seit dem Jahr 1986 zur INDUS-Gruppe.

HAUFF-TECHNIK vertreibt weltweit fünf Produktgruppen mit rund 3.000 Produkten und ist europaweit einer der führenden Hersteller in ihrem Segment. Innovative Wanddurchführungen für Kabel und Rohre, mit denen eine Abdichtung gegen Wasser und Gas sowie Brandschutz erreicht wird, haben zusammen mit der effizienten Fertigung, die es ermöglicht, auf individuelle Kundenwünsche einzugehen, das Unternehmen in Deutschland sogar zum eindeutigen Marktführer werden lassen. Zu den Kunden von HAUFF-TECHNIK zählen vor allem Energieversorger, Stadtwerke, Baufirmen, Installationsbetriebe, Industrieunternehmen und auch private Bauherren.

Das Unternehmen unter der Leitung des Geschäftsführers Dr.-Ing. Michael Seibold verfügt über vier deutsche Vertriebszentren und ist darüber hinaus international in 19 wichtigen Ländern aktiv.

KONZERNLAGEBERICHT UND LAGEBERICHT

Segment Bauindustrie

Die Unternehmen der deutschen Bauindustrie haben sich im Berichtsjahr positiv entwickelt. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie berichtete von einem Anstieg des baugewerblichen Umsatzes im Bauhauptgewerbe um nominal 6,1 %. Den Hauptimpuls für den deutlichen Anstieg lieferte wiederum der Wirtschaftsbau. Hier lagen die Umsätze um 10,7 % über dem Vorjahresniveau. Der Wohnungsbau entwickelte sich mit einem Plus von 2,1 % erheblich schwächer. Der öffentliche Bau behauptete sich trotz einer schwachen Entwicklung im vierten Quartal mit einem Auftragsrückgang um 23,1 % und konnte dank des starken Verlaufs in den ersten drei Quartalen insgesamt noch um 4,6 % zulegen.

Das Segment Bauindustrie umfasste zum 31. Dezember 2008 unverändert zehn operative Einheiten.

Die Umsatzerlöse des Segments Bauindustrie sanken abrechnungsbedingt im Berichtsjahr um 4,7 % auf 216,6 Mio. EUR (Vorjahr: 227,3 Mio. EUR). Die Beteiligungsunternehmen profitierten zwar aufgrund ihrer hohen Spezialisierung insbesondere von der guten Entwicklung im Wirtschaftsbau und im öffentlichen Bau, spürten aber insbesondere im vierten Quartal die konjunkturelle Schwäche.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) blieb mit 24,1 Mio. EUR deutlich unter dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 31,3 Mio. EUR). Die erhöhten Materialaufwendun-

gen konnten nur zu einem geringen Teil an die Kunden weitergegeben werden. Die EBIT-Marge verringerte sich entsprechend um 2,7 Prozentpunkte auf 11,1 % (Vorjahr: 13,8 %). Damit übersteigt die Rentabilität der Segmentunternehmen den Branchenschnitt jedoch unverändert deutlich.

Das Investitionsvolumen lag bei 5,7 Mio. EUR und damit deutlich unter dem Vorjahresniveau. Die Investitionen wurden vollständig in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände vorgenommen. Schwerpunkte der Investitionstätigkeit lagen im Aufbau automatisierter Fertigungsanlagen bei den Beteiligungsunternehmen BETOMAX und HAUFF. Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter sank, auch bedingt durch die beschriebene Optimierungsmaßnahme des Portfolios, um 93 Mitarbeiter auf 891 Mitarbeiter.

Segment Bauindustrie 2006 2007 2008 +/– %
Umsatz Mio. EUR 179,6 227,3 216,6 –4,7
EBIT Mio. EUR 26,6 31,3 24,1 –23,0
EBIT-Marge % 14,8 13,8 11,1 –19,6
Abschreibungen Mio. EUR 6,6 5,2 5,3 +1,9
Investitionen Mio. EUR 14,1 23,0 5,7 –75,2
Mitarbeiter Ø 737 984 891 –9,5

Beispielhaft für das Segment Maschinenbau, welches 2008 einen Umsatzanteil von 16,5 % beisteuerte, wird an dieser Stelle das Unternehmen MEWESTA präsentiert.

Die MEWESTA Hydraulik GmbH & Co. KG, die 1970 in Münsingen gegründet wurde, war zunächst Zulieferbetrieb für namhafte Hydraulikhersteller. Im Zeitablauf spezialisierte sich das Unternehmen auf die Konstruktion und Fertigung von Hydrauliksteuerblöcken. In diesem Segment besitzt MEWESTA inzwischen eine führende Marktposition. Darüber hinaus entwickelt und produziert das Unternehmen kundenbezogene Hydraulikaggregate und Hydraulikkomponenten in nahezu jeder Größenordnung. Zu den Kunden zählen vor allem namhafte Hersteller aus den Bereichen Kunststoff-, Bau- und Werkzeugmaschinen sowie Fördertechnik.

Seit 1997 zählt MEWESTA zur INDUS-Gruppe. Unter der Geschäftsführung von Dipl.-Ing. Hans-Joachim Wunn sorgen 50 kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von der Auftragsannahme über die Planung, Projektierung und Fertigung bis hin zur Endkontrolle für einen reibungslosen und äußerst wirtschaftlichen Produktionsablauf.

Ein moderner Maschinenpark, dessen Herzstück derzeit aus 25 CNC-Bearbeitungszentren und einer Vielzahl anwendungsspezifischer Sonderwerkzeuge für die Bearbeitung der unterschiedlichsten Ventileinsätze besteht, bietet Automatisierung pur bei konstant hoher Produktivität und äußerster Flexibilität.

Geschäftsführer Dipl.-Ing. Hans-Joachim Wunn

Betriebsleiter Dierk Dvorak

KONZERNLAGEBERICHT UND LAGEBERICHT

Segment Maschinenbau

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau verzeichnete 2008 insgesamt ein weiteres gutes Jahr. Die Maschinenproduktion wuchs im Berichtsjahr real um 5,4 % auf 194 Mrd. EUR, der Branchenumsatz stieg sogar um nominal 8,0 % auf 205 Mrd. EUR. Vor allem die Teilbranchen Verfahrenstechnik und Landtechnik entwickelten sich äußerst dynamisch. Damit profitierte der Maschinenbau von den guten Auftragseingängen des ersten Halbjahres sowie den hohen Auftragsbeständen, die im zweiten Halbjahr abgearbeitet wurden. Die nachlassende Konjunktur wirkte sich drastisch im vierten Quartal aus, so lagen die Auftragseingänge im Dezember um real 40 % unter dem Ergebnis des Vorjahres.Von diesem Rückgang sind sowohl das Inland als auch das Ausland betroffen.

Das Segment Maschinenbau umfasste zum 31. Dezember 2008 acht operative Einheiten und damit eine operative Einheit weniger als zum Vorjahresstichtag.

Die Umsatzerlöse des Segments Maschinenbau nahmen leicht auf 153,3 Mio. EUR zu (Vorjahr: 152,9 Mio. EUR). Die Beteiligungsunternehmen profitierten von einem starken Exportgeschäft und einem unverändert hohen Auftragsbestand, sodass die Auswirkungen der allgemeinen Schwäche im vierten Quartal äußerst gering blieben. Vor allem das Exportgeschäft lieferte noch wesentliche Impulse für die positive operative Entwicklung.

Bedingt durch die um 2,2 Mio. EUR erhöhte Abschreibung sank der EBIT leicht auf 15,5 Mio. EUR (Vorjahr: 16,3 Mio. EUR). Entsprechend lag damit die EBIT-Marge bei 10,1 % (Vorjahr: 10,6 %).

Das Investitionsvolumen lag bei 3,5 Mio. EUR und damit leicht über dem Vorjahresniveau. Die Investitionen wurden ausschließlich in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände vorgenommen. Schwerpunkte der Investitionstätigkeit lagen bei automatisierten Montageanlagen für BETEK und einer Rapid-Prototyping-Anlage für ASS. Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter stieg leicht um drei Mitarbeiter auf 686 Mitarbeiter.

Segment Maschinenbau 2006 2007 2008 +/– %
Umsatz Mio. EUR 140,3 152,9 153,3 +0,3
EBIT Mio. EUR 12,1 16,3 15,5 –4,9
EBIT-Marge % 8,6 10,7 10,1 –5,6
Abschreibungen Mio. EUR 7,6 2,9 5,1 +75,9
Investitionen Mio. EUR 2,9 3,2 3,5 +9,4
Mitarbeiter Ø 644 683 686 +0,4

Aus dem Segment Automobilindustrie, das einen Umsatzanteil von 29,5 % hat, wird hier beispielhaft die SELZER Fertigungstechnik GmbH & Co. KG vorgestellt.

Die bereits im Jahr 1923 in Driedorf-Roth gegründete SELZER Fertigungstechnik GmbH & Co. KG ist ein etablierter Entwickler und Hersteller von einbaufertigen Komponenten und Baugruppen aus Metall. Einsatz finden die Teile in Getrieben, Bremsen und Motoren sowie Profi-Elektrowerkzeugen. Dabei deckt das Unternehmen von der Produktentwicklung über Prototypenbau bis hin zur Serienproduktion die gesamte Leistungspalette ab.

Die Anforderungen des Marktes und modernste Technologien verlangen hoch qualifizierte und motivierte Mitarbeiter in allen Unternehmensbereichen. Unter der Leitung der Geschäftsführer Dr. Norbert Koch und Tobias Selzer prägen Erfahrung und Kreativität bei der Umsetzung von Ideen die Mitarbeiterstruktur des Hauses SELZER. Permanente Aus- und Weiterbildungsaktivitäten, zielorientierte Teamarbeit sowie der ständige Dialog mit den Kunden sind dabei die entscheidenden Erfolgsfaktoren für die Entwicklung und Herstellung qualitativ hochwertiger Produkte.

Neben dem Standort in Driedorf-Roth unterhält SELZER, seit 2005 zur INDUS-Gruppe gehörig, auch eine Fertigungsstätte in Vinhedo, Brasilien.

Die beiden Geschäftsführer Tobias Selzer und Dr. Norbert Koch

KONZERNLAGEBERICHT UND LAGEBERICHT

Segment Automobilindustrie

Die deutsche Automobilindustrie spürte im vergangenen Jahr deutlich die Auswirkungen der drastischen Verschlechterung der weltweiten Konjunktur. Die Unsicherheit bei den potenziellen Kunden nahm zusätzlich zu, sodass im Inland lediglich 3,1 Mio. Pkw neu zugelassen wurden. Dies entspricht einem Rückgang von 1,9 %. Insgesamt sank die Produktion der deutschen Automobilhersteller um 3,0 % auf rund 5,5 Mio. Einheiten. Nach sechs Rekordjahren in Folge verringerte sich das Exportvolumen um 4,0 % auf 4,1 Mio. Einheiten. Vor allem im Schlussquartal ließ die Nachfrage mit der rasant schwächer werdenden Konjunktur deutlich nach. Dies zeigte sich auch im Nutzfahrzeugbereich. Nur aufgrund des hohen Auftragsbestands konnte das Vorjahresniveau von 335.000 Fahrzeugen gehalten werden.

Das Segment Automobilindustrie umfasste zum 31. Dezember 2008 unverändert zwölf operative Einheiten.

Die Umsatzerlöse des Segments Automobilindustrie stagnierten aufgrund eines äußerst schwachen Geschäftsverlaufs im vierten Quartal 2008 und stiegen nur leicht auf 273,6 Mio. EUR (Vorjahr: 271,7 Mio. EUR). Während die Beteiligungsunternehmen, die in den Bereichen Entwicklung, Speziallösungen und Messtechnik aktiv sind, kaum Auswirkungen des konjunkturellen Abschwungs feststellten, waren die Beteiligungsunternehmen, die direkt an die Automobilhersteller und die großen Automobilzulieferer liefern, spürbar betroffen. Sie verzeichneten wesentlich geringere Auftragseingänge sowie höhere Vorräte aufgrund nicht abgerufener Produkte im Zusammenhang mit Stornierungen aus Abrufrahmenverträgen.

Die im Jahresverlauf sinkenden Rohstoffpreise, verbunden mit reduzierten Abrufen, führten dazu, dass die erhöhten Vorräte mit entsprechend negativen Auswirkungen auf das Ergebnis korrigiert werden mussten. Darüber hinaus wurden die eingetrübten Erwartungen in der zukünftigen Entwicklung einzelner Unternehmen im Rahmen des durchzuführenden Impairmenttests berücksichtigt, sodass Abschreibungen auf den Bewertungsansatz in Höhe von 3,5 Mio. EUR erforderlich waren. Die EBIT-Marge lag entsprechend bei 6,1 % (Vorjahr: 9,6 %). Weiterhin wurde das Segmentergebnis durch einmalige Aufwendungen unserer Beteiligung SELZER in Höhe von 10,2 Mio. EUR belastet. Hierbei handelt es sich um den Aufbau einer US-Fertigungsstätte, die im Zuge des Absatzrückgangs auf dem US-Markt nicht mehr realisiert wurde. Dadurch sank das Segmentergebnis insgesamt vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf 16,8 Mio. EUR (Vorjahr: 26,0 Mio. EUR).

Das Investitionsvolumen wurde um 6,2 Mio. EUR auf 25,6 Mio. EUR zurückgeführt (Vorjahr: 31,8 Mio. EUR). Schwerpunkte der Investitionstätigkeit bildeten hoch automatisierte Fertigungsanlagen für Neuprojektanläufe bei den Serienzulieferern. Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter erhöhte sich leicht um fünf Mitarbeiter auf 2.051 Mitarbeiter.

Segment Automobilindustrie 2006 2007 2008 +/– %
Umsatz Mio. EUR 245,6 271,7 273,6 +0,7
EBIT Mio. EUR 21,0 26,0 16,8 –35,4
EBIT-Marge % 8,6 9,6 6,1 –36,5
Abschreibungen Mio. EUR 24,9 18,7 22,7 +21,4
Investitionen Mio. EUR 27,0 31,8 25,6 –19,5
Mitarbeiter Ø 1.757 2.046 2.051 +0,2

Die OFA Bamberg GmbH wurde im Jahr 1928 in Zeulenroda/Thüringen gegründet und gehört seit 2000 zur INDUS-Gruppe. Seit 1948 ist das Unternehmen in Bamberg ansässig.

OFA ist unter ihres Leitung des Geschäftsführers Dr. Hartwig Frinke heute einer der führenden deutschen Hersteller medizinischer Kompressionsstrümpfe und Bandagen. Diese exzellente Marktposition ist auch darauf zurückzuführen, dass das Unternehmen Vorreiter bei der individuellen Maßanfertigung war. Mit den passgenauen Kompressionsstrümpfen auf Basis der individuellen Maße der Patienten gewährleisten die Produkte einen besonderen Tragekomfort.

Das Produktprogramm umfasst eine Vielzahl medizinischer Erzeugnisse, darunter ein breites Sortiment an medizinischen Kompressionsstrümpfen, medizinischen Stützstrümpfen, Gelenkbandagen und weiteren modernen Hilfsmitteln. Darüber hinaus bietet OFA auch sogenannte Gesund- und Bequemschuhe an.

KONZERNLAGEBERICHT UND LAGEBERICHT

Segment Konsumgüter

Die Entwicklung des privaten Konsums war auch im Berichtsjahr wie in den Vorjahren enttäuschend. Dabei waren die Voraussetzungen für eine wieder zunehmende Kaufneigung der deutschen Konsumenten durchaus gegeben. Die verfügbaren Einkommen legten aufgrund hoher Tariflohnabschlüsse zum Teil kräftig zu, gleichzeitig sank das Preisniveau. Auch der Arbeitsmarkt entwickelte sich positiv. Die Zahl der Erwerbstätigen stieg binnen eines Jahres um mehr als 800.000 auf 40,5 Mio. Personen. Die Arbeitslosenzahl lag im Jahresdurchschnitt mit 3,3 Mio. Menschen unter dem letzten Tiefstand aus dem Jahr 2001. Dies entspricht einer Arbeitslosenquote von 7,8 %. Der Konjunktureinbruch gegen Jahresende führte jedoch zu einer weiteren Verunsicherung der Konsumenten, die auch in dem weiteren Anstieg der Sparquote auf nahezu 11,0 % zum Ausdruck kommt.

Das Segment Konsumgüter umfasste zum 31. Dezember 2008 unverändert vier operative Einheiten.

Die Umsatzerlöse des Segments Konsumgüter stiegen im Berichtsjahr leicht auf 98,2 Mio. EUR (Vorjahr: 96,1 Mio. EUR). Die Steigerung der Rentabilität stand eindeutig im strategischen Fokus. Die Auswirkungen aus dem schwachen konjunkturellen Umfeld in der zweiten Jahreshälfte fielen nur äußerst gering ins Gewicht.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wuchs kräftig auf 14,1 Mio. EUR (Vorjahr: 11,6 Mio. EUR). Hier wirkten sich die umgesetzten Optimierungsmaßnahmen wie erwartet positiv aus. Entsprechend stieg die EBIT-Marge um 2,2 Prozentpunkte auf 14,3 % (Vorjahr: 12,1 %).

Das Investitionsvolumen betrug 6,9 Mio. EUR und lag damit 14,8 % unter dem Vorjahr. Schwerpunkte der Investitionstätigkeit waren Rationalisierungsinvestitionen und der Aufbau eines neuen Werkzeugbaus bei der Firmengruppe SIMON. Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter verringerte sich um 26 von 784 Mitarbeitern auf 758 Mitarbeiter.

Segment Konsumgüter 2006 2007 2008 +/– %
Umsatz Mio. EUR 102,0 96,1 98,2 +2,2
EBIT Mio. EUR 10,4 11,6 14,1 +21,6
EBIT-Marge % 10,2 12,1 14,3 +18,2
Abschreibungen Mio. EUR 6,7 6,0 6,2 +3,3
Investitionen Mio. EUR 12,8 8,1 6,9 –14,8
Mitarbeiter Ø 846 784 758 –3,3

Geschäftsführer Dr. Klaus Mlejnek

Zum Segment Übrige Beteiligungen, das im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatzanteil von 20,1 % beisteuerte, gehört die MIKROP AG.

Das in Wittenbach/Schweiz ansässige Unternehmen wurde im Jahr 1981 gegründet und gehört seit 2000 zur INDUS-Gruppe.

Die Gesellschaft unter Leitung des Geschäftsführers Dr. Klaus Mlejnek ist einer der weltweiten Technologieführer im Bereich Miniaturisierung hochpräziser Optiken mit Durchmessern bis unter 0,5 mm. Hierzu zählen sphärische Linsen in allen Variationen sowie optische Baugruppen. Typische Einsatzgebiete der Produkte sind Bildaufnahme und -übertragung, Sensorik und berührungslose Messtechnik sowie Laserstrahlfokussierung und optische Kommunikation. Entwicklung, Fertigung und Montage der Optiken erfolgen ausschließlich im Kundenauftrag.

Das MIKROP-Team hat einen reichen Erfahrungsschatz in der Herstellung miniaturisierter Hochprä-

Produktionsleiter Daniel Schneider

zisionsoptik zusammengetragen und dabei ein einzigartiges Wissen aufgebaut. Qualität, Liefertreue und persönliche Kundenbetreuung – und das bei attraktiver Preisgestaltung – haben höchste Priorität. Das Know-how von MIKROP wird unter anderem eingesetzt in den Bereichen Endoskopie, Medizintechnik, Automotive, Qualitätskontrolle, Telekommunikation, Drucktechnik, Forschung und Astronomie.

KONZERNLAGEBERICHT UND LAGEBERICHT

Segment Übrige Beteiligungen

In dem Segment Übrige Beteiligungen sind die operativen Einheiten zusammengefasst, die ihre Produkte an Kunden unterschiedlicher Branchen beziehungsweise an Kunden aus Branchen, die nicht zu den vier Kernsegmenten Bauindustrie, Maschinenbau, Automobilindustrie und Konsumgüter zählen, liefern. Als grober Maßstab kann daher lediglich die gesamtwirtschaftliche Entwicklung, charakterisiert durch das Bruttoinlandsprodukt, herangezogen werden. Dieses stieg im Berichtsjahr, getragen durch ein starkes erstes Quartal, um 1,3 %. Die bereits im zweiten und dritten Quartal zu spürende konjunkturelle Abschwächung verstärkte sich im vierten Quartal deutlich, sodass sich Deutschland gegen Ende des Jahres in einer ausgeprägten Rezession befand. Weitere Erläuterungen zur konjunkturellen Entwicklung können dem Abschnitt "Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen" entnommen werden.

Das Segment Übrige Beteiligungen umfasste zum 31. Dezember 2008 sieben operative Einheiten und damit eine mehr als zum Vorjahresstichtag. Neu hinzugekommen ist die im September zu 100 % erworbene Anneliese KÖSTER GmbH & Co. KG. Zur KÖSTER-Gruppe gehören die operative KÖSTER & Co. GmbH, Ennepetal, sowie weitere tschechische und italienische Produktions- und Vertriebstöchter. Das 1952 gegründete Unternehmen produziert als Systemanbieter Verbindungselemente für die Bolzenschweißtechnik inklusive der dazugehörigen Spezialmaschinen. Mit einem weltweiten Vertriebsnetz in über 80 Ländern genießt das Unternehmen eine ausgezeichnete Marktstellung. Rund 100 Mitarbeiter erwirtschafteten 2008 einen Umsatz von rund 23,8 Mio. EUR bei einem Exportanteil von rund 23,5 %. Gemäß IFRS erfolgte die Konsolidierung mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2008.

Die am 18. Dezember 2008 mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2009 veräußerte NEUTRASOFT GmbH & Co. KG ist in den Erlösen und Ergebnissen gemäß IFRS nicht berücksichtigt und damit nicht mehr dem Segment zugehörig.

Die Umsatzerlöse des Segments Übrige Beteiligungen stiegen im Berichtsjahr im Vergleich zum Vorjahr deutlich auf 186,7 Mio. EUR (Vorjahr: 167,0 Mio. EUR). Die neu erworbene KÖSTER-Gruppe steuerte dazu 5,4 Mio. EUR bei. Die Entwicklung der Unternehmen verlief auch im schwierigen vierten Quartal zufriedenstellend, wesentliche Auswirkungen des Konjunkturabschwungs waren nicht zu beobachten.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wurde von den hohen Rohstoff- und Energiepreisen belastet und fiel um 2,9 % auf 16,7 Mio. EUR (Vorjahr: 17,2 Mio. EUR). Die EBIT-Marge verringerte sich entsprechend um 1,4 Prozentpunkte auf 8,9 % (Vorjahr: 10,3 %).

Das Investitionsvolumen lag bei 14,6 Mio. EUR und damit deutlich über dem Vorjahresniveau. Schwerpunkte der Investitionstätigkeit lagen insbesondere auf Rationalisierungsinvestitionen. Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter stieg unter anderem durch die Erstkonsolidierung der KÖSTER-Gruppe um 196 Mitarbeiter auf 1.476 Mitarbeiter.

Segment Übrige Beteiligungen 2006 2007 2008 +/– %
Umsatz Mio. EUR 178,4 167,0 186,7 +11,8
EBIT Mio. EUR 15,5 17,2 16,7 –2,9
EBIT-Marge % 8,7 10,3 8,9 –13,6
Abschreibungen Mio. EUR 15,4 7,8 7,8
Investitionen Mio. EUR 9,5 11,8 14,6 +23,7
Mitarbeiter Ø 1.190 1.280 1.476 +15,3

Nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Mitarbeiter

Im Berichtsjahr beschäftigte INDUS im Konzern durchschnittlich 5.862 Mitarbeiter (Vorjahr: 5.777 Mitarbeiter). Damit hat sich die Anzahl der Mitarbeiter um 85 erhöht. Dies ist im Wesentlichen auf die Erweiterung der Belegschaft durch die erstmalige Konsolidierung der neu erworbenen KÖSTER-Gruppe zurückzuführen. Insgesamt waren 4.999 Mitarbeiter im Inland (Vorjahr: 4.972 Mitarbeiter) und 863 Mitarbeiter im Ausland (Vorjahr: 805 Mitarbeiter) für den INDUS-Konzern tätig.

Mitarbeiter nach Segmenten 2006 2007 2008 +/– %
Bauindustrie 737 984 891 –9,5
Maschinenbau 644 683 686 +0,4
Automobilindustrie 1.757 2.046 2.051 +0,2
Konsumgüter 846 784 758 –3,3
Übrige Beteiligungen 1.190 1.280 1.476 +15,3
Konzern 5.174 5.777 5.862 +1,5

Für mittelständische Unternehmen besitzt die Ausbildung junger Menschen in technischen und kaufmännischen Berufen einen hohen Stellenwert. Die einzelnen Beteiligungsgesellschaften haben im Berichtsjahr ihr Engagement weiter ausgebaut, sodass die Anzahl der Auszubildenden um 38 auf 302 erhöht werden konnte (Vorjahr: 264 Auszubildende). Ziel ist es, durch eine qualifizierte Berufsausbildung zukünftige Fach- und Führungskräfte aus dem eigenen Unternehmen heraus zu gewinnen. Vielen geeigneten Auszubildenden, die im Berichtsjahr ihren Abschluss erfolgreich geschafft haben, wurde ein Arbeitsplatz angeboten. Die Ausbildungsquote lag bei 5,2 % (Vorjahr: 4,6 %).

Die fachliche und soziale Kompetenz der Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital eines Unternehmens. Zur Förderung dieses Kapitals bieten die Beteiligungsgesellschaften umfassende Weiterbildungsmaßnahmen, abgestimmt auf die individuellen Fähigkeiten der einzelnen Mitarbeiter, an. Die dezentrale Organisation des Weiterbildungsprogramms durch die einzelnen Beteiligungsgesellschaften in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern gewährleistet einen eng an den spezifischen Anforderungen ausgerichteten Ausbau des Know-hows.

Forschung und Entwicklung

Kontinuierliche Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sind die Basis für die erfolgreiche Marktposition der Beteiligungsgesellschaften in ihren jeweiligen Nischenmärkten. Ziel der dezentral von den einzelnen Beteiligungsgesellschaften gesteuerten Aktivitäten ist es, die vorhandenen Produkte weiterzuentwickeln, innovative neue Produkte bis zur Marktreife voranzutreiben sowie die Produktionsprozesse zu optimieren. Sämtliche eingesetzten Verfahren werden kontinuierlich weiterentwickelt und neue Technologien und Materialien auf Verbesserungspotenziale für die Prozesskette geprüft. Im Mittelpunkt der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten stehen dabei sowohl die Frage des Mehrwertes der einzelnen Produkte für den Kunden als auch ökologische Aspekte. Die Aufwendungen inklusive der aktivierten Eigenleistungen lagen bei 10,0 Mio. EUR (Vorjahr: 12,0 Mio. EUR).

Ökologische und gesellschaftliche Verantwortung

Die Unternehmen des INDUS-Konzerns haben ihre ökologische und gesellschaftliche Verantwortung auch im Berichtsjahr wahrgenommen. Der verantwortungsvolle Umgang mit den natürlichen Ressourcen ist ein zentraler Bestandteil der Unternehmenskultur. Alle Mitarbeiter im Konzern sind dazu angehalten, bei der Beschaffung, der Produktion und der Entsorgung darauf zu achten, die Regelungen des Umweltschutzes einzuhalten. Grundlagen für das Handeln sind detaillierte Regelungen und Maßnahmen, die von den Geschäftsführern der einzelnen Beteiligungsgesellschaften mit Blick auf das spezifische Umfeld im Einklang mit der Unternehmensphilosophie entwickelt und umgesetzt werden.

Lage der INDUS Holding AG

Ertragslage

Die Umsatzerlöse lagen in der AG mit 6,1 Mio. EUR über dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 3,6 Mio. EUR). Sie umfassen ausschließlich die erbrachten Beratungsleistungen der Holding für die einzelnen Beteiligungsgesellschaften. Geschäftsbeziehungen mit außen stehenden Dritten bestanden wie in den Vorjahren nicht. Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen um 17,9 % auf 3,3 Mio. EUR (Vorjahr: 2,8 Mio. EUR).

Der Personalaufwand sank um 16,7 % auf 3,0 Mio. EUR (Vorjahr: 3,6 Mio. EUR). Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen blieben mit 0,4 Mio. EUR unverändert. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen auf 7,8 Mio. EUR (Vorjahr: 7,4 Mio. EUR).

Während durch aktive Steuerung die Erträge aus Beteiligungen auf 51,5 Mio. EUR (Vorjahr: 79,0 Mio. EUR) sanken, stiegen die Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens deutlich. Sie betrugen 35,0 Mio. EUR (Vorjahr: 5,3 Mio. EUR). In Summe lag das Ergebnis aus diesen beiden Ertragsquellen im Berichtsjahr bei 86,5 Mio. EUR und damit um 2,6 % über dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 84,3 Mio. EUR).

Die sonstigen Zinsen und ähnliche Erträge verringerten sich auf 6,4 Mio. EUR (Vorjahr: 7,1 Mio. EUR). Die Abschreibungen auf Finanzanlagen erhöhten sich um 27,2 Mio. EUR auf 29,3 Mio. EUR (Vorjahr: 2,1 Mio. EUR). Diese Entwicklung spiegelt die vorgenommene Neubewertung des Finanzanlagevermögens wider. Mit dieser Korrektur wurde der sich im vierten Quartal drastisch verschlechterten Konjunkturlage Rechnung getragen. Insbesondere die Beteiligungsgesellschaften aus dem Segment Automobilindustrie, die direkt an die Automobilhersteller und großen Automobilzulieferer liefern, waren von dieser dynamischen Abwärtsbewegung betroffen, die auch im kommenden Jahr anhalten wird. 19,7 Mio. EUR entfielen auf dieses Segment.

Die Zinsaufwendungen stiegen auf 25,0 Mio. EUR (Vorjahr: 23,6 Mio. EUR). Insgesamt verringerte sich damit das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit vor allem abschreibungsbedingt auf 35,5 Mio. EUR (Vorjahr: 60,0 Mio. EUR). Nach Abzug der zu zahlenden Steuern in Höhe von 5,4 Mio. EUR (Vorjahr: 7,3 Mio. EUR) führt die Gewinn- und Verlustrechnung somit zu einem Jahresüberschuss von 30,1 Mio. EUR (Vorjahr: 52,7 Mio. EUR). Dies entspricht einem Ergebnis je Aktie von 1,64 EUR (Vorjahr: 2,90 EUR).

Finanz- und Vermögenslage

Die Bilanzsumme der INDUS Holding AG stieg um 19,0 Mio. EUR auf 953,7 Mio. EUR (Vorjahr: 934,7 Mio. EUR). Das Anlagevermögen ist durch die Ausweitung des Finanzanlagevermögens um 10,7 Mio. EUR auf 772,9 Mio. EUR (Vorjahr: 762,2 Mio. EUR) gestiegen. Innerhalb des Umlaufvermögens stiegen die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände um 4,6 Mio. EUR auf 157,5 Mio. EUR (Vorjahr: 152,9 Mio. EUR). Die liquiden Mittel erhöhten sich auf 23,1 Mio. EUR (Vorjahr: 19,4 Mio. EUR). Damit lag das Umlaufvermögen insgesamt um 8,3 Mio. EUR über dem entsprechenden Vorjahresniveau von 172,3 Mio. EUR.

Das Eigenkapital erhöhte sich um 18,3 Mio. EUR auf 506,7 Mio. EUR (Vorjahr: 488,4 Mio. EUR). Damit verfügt INDUS trotz der vorgenommenen Abschreibungen auf das Finanzanlagevermögen über eine erhöhte Eigenkapitalquote von 53,1 % (Vorjahr: 52,2 %). Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten blieben mit 402,4 Mio. EUR (Vorjahr: 390,2 Mio. EUR) nahezu konstant.

Mitarbeiter

In der AG beschäftigte INDUS zum 31. Dezember 2008 insgesamt 18 Mitarbeiter (Vorjahr: 18 Mitarbeiter).

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Im Geschäftsjahr 2008 hat INDUS seine langfristig bewährte Unternehmensstrategie konsequent weiter fortgesetzt. Zielgerichtete Investitionen in die bestehenden Beteiligungsunternehmen führten zu einer weiteren Effizienzsteigerung in den Produktionsprozessen der einzelnen Unternehmen. Mit der Akquisition der KÖSTER-Gruppe nahm INDUS zusätzlich Investitionen in das externe Wachstum vor und agierte damit wie angekündigt aktiv am Beteiligungsmarkt. Die unverändert komfortable Liquiditätssituation des Unternehmens sowie die bestehenden Finanzierungszusagen verschiedener Banken sollen auch 2009 dazu eingesetzt werden, das Beteiligungsportfolio zielgerichtet durch Akquisitionen auszubauen.

Die Umsatzerlöse übertrafen im Berichtsjahr mit 928,4 Mio. EUR das Vorjahresniveau, gleichzeitig lag die operative EBIT-Marge mit 9,4% leicht unter dem selbst gesteckten Ziel von ca. 10,0%. Die Finanzierungstruktur hat sich nicht wesentlich verändert: Die Eigenkapitalquote stieg im Konzern auf 26,0% und in der AG auf 53,1%. Insgesamt war der Geschäftsverlauf im Berichtsjahr 2008 damit für den INDUS-Konzern noch zufriedenstellend.Mittelfristig stehen der INDUS sämtliche Möglichkeiten offen, die sich bietenden Chancen in einem konjunkturell äußerst schwierigen Umfeld zu nutzen. Gleichwohl wird das wirtschaftliche Umfeld 2009 für die Beteiligungsgesellschaften überaus herausfordernd sein. INDUS wird vor dem Hintergrund der schwachen konjunkturellen Situation, die schon im vierten Quartal ihre Auswirkungen auf die operative Entwicklung einzelner Beteiligungsgesellschaften hatte, die bereits eingeleiteten Maßnahmen zur Flexibilisierung der Kapazitäten weiter fortsetzen und der Liquiditätsvorsorge eine noch größere Bedeutung beimessen.

Nachtragsbericht

Nach Ablauf des Geschäftsjahres 2008 sind – abgesehen von der Eintrübung des konjunkturellen Umfeldes – keine weiteren Ereignisse eingetreten, die für die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der INDUS Holding AG von wesentlicher Bedeutung sind.

Risikobericht

Chancen- und Risikomanagementsystem

Die INDUS Holding AG und ihre Beteiligungsgesellschaften sind im Rahmen ihrer internationalen Aktivitäten einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Unternehmerisches Handeln ist untrennbar mit dem Eingehen von Risiken verbunden. Gleichzeitig ermöglicht es, neue Chancen zu erschließen und damit die Sicherung und den Ausbau der Marktposition des Unternehmens und der Beteiligungsgesellschaften zu gewährleisten. Zur frühzeitigen Erkennung, zur umfassenden Analyse und zum konsequenten Umgang mit Risiken hat der Vorstand ein effizientes Risikomanagementsystem installiert.

Die Beteiligungsgesellschaften berichten eng verzahnt mit den bestehenden Controllingprozessen im Rahmen des Risikomanagementsystems den Status und die Veränderung bedeutender Risiken an die Holding. Dies führt zu einer kontinuierlichen Neubewertung von Chancen und Risiken. Dabei werden sowohl unternehmensspezifische als auch externe Ereignisse und Entwicklungen analysiert und bewertet. Unabhängig von den normalen Berichtswegen werden kurzfristig auftretende Risiken mit Bedeutung für den Gesamtkonzern direkt von den einzelnen Geschäftsführern der Beteiligungsgesellschaften an den entsprechenden Verantwortlichen kommuniziert. Zur Grundlage des Risikomanagementsystems und insbesondere der organisatorischen Einbindung in das operative Tagesgeschäft zählen vor allem die Managementstruktur, das Planungssystem sowie detaillierte Berichts- und Informationssysteme.

Ziel ist es, mit dem implementierten Risikomanagementsystem Risiken systematisch zu identifizieren, zu beurteilen, zu kontrollieren und zu dokumentieren. Der Vorstand erarbeitet regelmäßig ausführliche Statusberichte, die die Darstellung der wesentlichen Risikopositionen enthalten. Auf dieser Basis können zeitnah erforderliche Gegenmaßnahmen entwickelt und eingeleitet werden.

Die Struktur und Funktionsweise des Risikomanagementsystems werden in regelmäßigen Abständen intern überprüft. Die Ergebnisse dieser Prüfung fließen in einem kontinuierlichen Prozess ebenso in die Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems ein wie die Anmerkungen des Abschlussprüfers im Rahmen der Jahresabschlussprüfung.

Chancen

Eng verknüpft mit dem Risikomanagement ist für INDUS das Chancenmanagement. Auf operativer Ebene werden die Chancen von den Geschäftsführern der einzelnen Beteiligungsgesellschaften analysiert und gesteuert. Grundlage hierfür sind umfangreiche Analysen der relevanten Märkte und Wettbewerber sowie unterschiedlicher Entwicklungsszenarien von entscheidenden Kostentreibern und Erfolgsfaktoren. Chancen ergeben sich insbesondere durch die stetige Entwicklung von neuen Produkten, um die starke Marktstellung in den jeweiligen Nischenmärkten auszubauen. Auch in der Holding erfolgt die Analyse und Steuerung von Chancen durch tief greifende Analysen, anhand deren jede strategische Maßnahme auf Effektivität und Wirtschaftlichkeit bemessen, bewertet und überprüft wird. Strategisch bestehen insbesondere durch die zunehmende Internationalisierung der Produktionsstätten und den weiteren Ausbau des vorhandenen Beteiligungsportfolios zusätzliche Chancen, die Unternehmensentwicklung zu stärken. Ein vielschichtiges Analyseverfahren, das sich auf qualitative und quantitative Faktoren stützt, wird kontinuierlich bei möglichen Zielunternehmen angewandt, bevor erste Gespräche mit dem Alteigentümer erfolgen. Basis dieser Gespräche ist nicht zuletzt ein umfassender Bericht über das zu erwartende Chancen-Risiko-Verhältnis.

Umfeld- und Branchenrisiken

INDUS konzentriert sich auf den Erwerb von mittelständischen Produktionsunternehmen in Deutschland und dem deutschsprachigen Ausland. 59,2 % der Gesamtumsätze werden dabei im Inland erzielt (Vorjahr: 60,3 %). Somit ist die Entwicklung des Konzerns von der konjunkturellen Entwicklung in Deutschland beeinflusst. Diese Abhängigkeit ist in den vergangenen Jahren aufgrund des strategischen Ausbaus des internationalen Geschäfts stetig gesunken. Der Auslandsanteil stieg in den vergangenen drei Jahren um 2,8 Prozentpunkte. Die regionale Diversifikation des operativen Geschäfts mindert das nationale konjunkturelle Risiko für INDUS. Neben den konjunkturellen Risiken stellen Veränderungen der Energieund Rohstoffpreise Risiken für die Entwicklung der einzelnen Beteiligungsgesellschaften und des Konzerns dar.

Mit einem ausgewogenen Beteiligungsportfolio, bestehend aus fünf Segmenten, vermeidet INDUS die Abhängigkeit von einzelnen Branchen. Durch eine hohe Spezialisierung und eine starke Position innerhalb einer attraktiven Marktnische wird sowohl das Branchenrisiko als auch das allgemeine konjunkturelle Risiko für die Beteiligungsunternehmen gemindert. Ein grundsätzliches konjunkturelles und branchenspezifisches Risiko verbleibt natürlich in Extremsituationen.

Unternehmensstrategische Risiken

Unternehmensstrategische Risiken bestehen hauptsächlich in der Fehleinschätzung der künftigen Marktentwicklung der akquirierten Beteiligungsgesellschaften sowie der operativen Entwicklung jeder einzelnen Gesellschaft.

Der langfristige Erfolg des Unternehmens hängt im Wesentlichen von der sorgfältigen Analyse potenzieller Akquisitionsziele und der Steuerung des Beteiligungsportfolios durch die Holding ab. Um mögliche Risiken aus einer Fehleinschätzung der künftigen Marktentwicklung zu minimieren, setzt die Holding auf umfangreiche Instrumente zur Marktanalyse der jeweiligen Branche sowie eigene quantitative Analysetools.

Den möglichen Risiken aus Fehleinschätzungen in der operativen Entwicklung begegnet INDUS durch intensive Markt- und Wettbewerbsbeobachtungen, regelmäßige Strategiegespräche mit den Geschäftsführern der Beteiligungsgesellschaften sowie den wesentlichen Kunden und Lieferanten. Sämtliche Beteiligungsunternehmen berichten auf monatlicher Basis ihre aktuelle Geschäftsentwicklung und die individuelle Risikolage. Die kurz- und mittelfristigen Planungen für jedes Beteiligungsunternehmen und aggregiert für die Holding gewährleisten stets einen umfassenden Überblick über die Risikolage des einzelnen Unternehmens und des Konzerns.

Leistungswirtschaftliche Risiken

Neben den unternehmensstrategischen Risiken bestehen für INDUS und die Beteiligungsunternehmen leistungswirtschaftliche Risiken wie insbesondere Beschaffungsrisiken, Produktionsrisiken und Absatzrisiken.

Die Beteiligungsunternehmen benötigen für die Herstellung ihrer Produkte Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, die von unterschiedlichen Lieferanten bezogen werden. Aufgrund der breiten Diversifikation innerhalb des Gesamtportfolios des INDUS-Konzerns sind Lieferrisiken im Hinblick auf die Auswirkungen auf den Konzern von untergeordneter Bedeutung. Die Einkaufspreise für Rohstoffe und Energieträger können stark schwanken. Abhängig von der jeweiligen Marktsituation ist es den Beteiligungsgesellschaften nicht immer möglich, die daraus entstehenden Belastungen an die Kunden zeitnah und vollumfänglich weiterzugeben. Die operativen Verantwortlichen stehen im kontinuierlichen Kontakt mit Lieferanten und Kunden, um so frühzeitig eventuell auftretenden Preis- und Mengenrisiken auf den Beschaffungs- und Absatzmärkten mit entsprechenden umfassenden Maßnahmenbündeln begegnen zu können.

Die Produktionsanlagen der Beteiligungsgesellschaften werden in einem permanenten Prozess optimiert. Hierzu setzt INDUS vielfältige Überwachungs- und Kontrollsysteme ein. Auf diesem Weg können mögliche Produktionsrisiken frühzeitig erkannt und es kann entsprechend reagiert werden. Strategisches Ziel von INDUS ist es, die Produktion auf Basis einer Kosten-Nutzen-Analyse zu internationalisieren und damit mögliche weitere Kostenvorteile zu nutzen.

Personalrisiken

Der langfristige Erfolg des INDUS-Konzerns hängt maßgeblich vom Know-how und von der Einsatzbereitschaft der Mitarbeiter ab. Mögliche Risiken ergeben sich im Wesentlichen bei der Personalbeschaffung und Personalentwicklung sowie durch die Fluktuation von Mitarbeitern in Schlüsselpositionen. INDUS begrenzt diese Risiken durch ein umfassendes Angebot von zielgerichteten Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie eine leistungsgerechte Vergütung mit einem erfolgsabhängigen Anreizsystem. Die Gesamtheit dieser Maßnahmen macht INDUS und ihre Beteiligungsunternehmen zu einem attraktiven Arbeitgeber, sodass den Risiken aus Fluktuation, demografischer Entwicklung und Kompetenzverlust angemessen aktiv begegnet wird.

Informationstechnische Risiken

Grundlage einer modernen Arbeitsumgebung ist eine sichere und effektive informationstechnische Infrastruktur. Die wachsende Vernetzung der Informationssysteme und die Notwendigkeit der permanenten Verfügbarkeit stellen hohe Anforderungen an die eingesetzte Informationstechnologie. Möglichen Risiken aus dem Ausfall von Rechnersystemen und Netzwerken, unberechtigten Datenzugriffen oder Datenmissbrauch begegnet INDUS mit regelmäßigen Investitionen in Hard- und Software, den Einsatz von Virenscannern und Firewallsystemen sowie effektive Zugangs- und Zugriffskontrollen. Eine permanente Kontrolle dieser Maßnahmen erfolgt durch interne und externe Experten. Aus heutiger Sicht bestehen keine wesentlichen informationstechnischen Risiken.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Zu den finanzwirtschaftlichen Risiken, denen der INDUS-Konzern aufgrund seiner operativen Aktivitäten ausgesetzt ist, zählen vor allem das Liquiditätsrisiko, das Ausfallrisiko, das Zinsrisiko und das Währungsrisiko.

Die Finanzierung der einzelnen Beteiligungsgesellschaften wird zentral durch die Holding gesteuert. Grundsätzlich finanzieren sich die einzelnen Beteiligungsgesellschaften selbst aus ihren operativen Ergebnissen. Je nach Liquiditätssituation erfolgen Transfers zur oder von der Holding. Um die jederzeitige Handlungsfähigkeit der Holding sowie eine ausreichende Finanzierung der Beteiligungsgesellschaften sicherzustellen, verfügt die Holding über entsprechende Liquiditätsreserven. Zum 31. Dezember 2008 verfügte sie insgesamt über liquide Mittel in Höhe von 87,8 Mio. EUR (Vorjahr: 77,6 Mio. EUR). Eine breit diversifizierte Finanzierungsstruktur, verteilt auf 22 Kreditinstitute, verhindert darüber hinaus eine Abhängigkeit von einzelnen Kreditgebern, sodass aus heutiger Sicht ein Liquiditätsrisiko trotz der aktuellen Verwerfungen im Bankensektor unwahrscheinlich ist.

Das Ausfallrisiko ist durch das breit diversifizierte Portfolio und die Eigenständigkeit der Beteiligungsunternehmen, die ihre Aktivitäten auf verschiedene Märkte und mit unterschiedlichen Produkten konzentrieren, deutlich begrenzt. Die Finanzierung des langfristig ausgerichteten Beteiligungsportfolios erfolgt fristenkongruent durch die Holding. Dabei setzt INDUS auf einen Mix aus festverzinslicher und variabler Finanzierung, die per Zinsswaps wiederum in festverzinsliche Finanzierungen transferiert werden. Eine Veränderung des Zinsniveaus hätte durch die damit fast vollständig abgesicherten Zinsänderungsrisiken wirtschaftlich betrachtet keine Auswirkungen auf die Ertragslage, da sich die Veränderungen des Zinsniveaus bei variabel verzinslichen Finanzschulden und derivativen Finanzinstrumenten kompensieren. Das Nominalvolumen der Zinsabsicherungen betrug zum 31. Dezember 2008 insgesamt 282,1 Mio. EUR (Vorjahr: 260,4 Mio. EUR).

Aufgrund der zunehmenden internationalen Aktivitäten der einzelnen Beteiligungsgesellschaften sowie aus Finanztransaktionen mit den schweizerischen Beteiligungsgesellschaften bestehen verstärkt Währungsrisiken. Den entstehenden Risiken begegnet INDUS mit der fallweisen Absicherung durch Devisentermingeschäfte und geeignete Optionsgeschäfte. Das Nominalvolumen der Währungsabsicherung betrug zum 31. Dezember 2008 insgesamt 20,4 Mio. EUR (Vorjahr: 3,4 Mio. EUR).

Rechtliche Risiken

Die INDUS Holding AG und ihre Beteiligungsunternehmen sind einer Vielzahl von rechtlichen Risiken ausgesetzt. Diese Risiken ergeben sich insbesondere in den Bereichen Wettbewerbs- und Kartellrecht sowie Steuerrecht. Aus dem operativen Geschäft der einzelnen Beteiligungsgesellschaften resultieren darüber hinaus Risiken aus Gewährleistungsansprüchen aufgrund von Kundenreklamationen. Ein effizientes Qualitätsmanagement minimiert dieses Risiko, jedoch kann kein grundsätzlicher Ausschluss garantiert werden. Aus diesem Grund wurden im vergangenen Jahr Rückstellungen für Gewährleistungen aufgrund rechtlicher oder faktischer Verpflichtungen in Höhe von 12,8 Mio. EUR bilanziert (Vorjahr: 11,6 Mio. EUR).

Risiken aus dem Ausgang von Gerichts- oder Schiedsverfahren, die nach heutiger Einschätzung einen erheblichen nachteiligen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage des Konzerns haben könnten, bestehen weder für die INDUS Holding AG noch für die einzelnen Beteiligungsgesellschaften.

Sonstige Risiken

Eine wichtige Rolle spielt für die INDUS Holding AG der verantwortungsbewusste Umgang mit den natürlichen Ressourcen. Die Produktionsprozesse in den einzelnen Beteiligungsunternehmen werden kontinuierlich auch dahin gehend optimiert, die Belastung für die Umwelt und hier insbesondere den Energieverbrauch zu minimieren. Darüber hinaus sind sämtliche Mitarbeiter des Konzerns dazu angehalten, in ihrem Bereich die entsprechenden Bestimmungen des Umweltschutzes zu beachten und Verbesserungsvorschläge, die über die etablierten Normen hinausgehen, einzureichen. Eventuelle Schäden aus potenziell eintretenden Umweltrisiken sind durch eine Versicherung in ausreichender Höhe abgedeckt. Aktuell sind weder in der Holding noch in den einzelnen Beteiligungsgesellschaften Umweltrisiken erkennbar.

Der Konzern hat aufgrund seiner Unternehmensstrategie, die Diversifikation durch einen kontinuierlichen Ausbau des Beteiligungsportfolios voranzutreiben, Firmenwerte in Höhe von 281,0 Mio. EUR bilanziert (Vorjahr: 285,6 Mio. EUR). Diese müssen gemäß IAS 36 mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest (Impairment) unterzogen werden. Sollten Wertminderungen festgestellt werden, sind die entsprechenden Firmenwerte außerplanmäßig abzuschreiben. Im Berichtsjahr wurden außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 6,8 Mio. EUR vorgenommen (Vorjahr: 0,0 Mio. EUR).

Beurteilung der Gesamtrisikosituation

Die Gesamtrisikosituation des Konzerns setzt sich aus den aggregierten Einzelrisiken aller Risikokategorien zusammen. Zu den wesentlichen potenziellen Risiken der zukünftigen Entwicklung der INDUS Holding AG gehören insbesondere die Risiken aufgrund der aktuell schwierigen konjunkturellen Entwicklung. Für den Konzern waren im abgelaufenen Geschäftsjahr keine Risiken erkennbar, die einzeln oder in Kombination mit anderen Risiken einen wesentlichen Einfluss auf den Fortbestand des Unternehmens haben könnten. Diese drohen aus heutiger Sicht auch in Zukunft nicht.

Prognosebericht

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die rezessive Verfassung der Weltwirtschaft wird sich in 2009 verschärfen. Das Bruttoinlandsprodukt wird nach einer Prognose des ifo-Instituts lediglich um 0,3 % wachsen. Während für die Industrieländer insgesamt ein Rückgang um 1,0 % erwartet wird, tragen ausschließlich die Schwellenländer mit einer im Vergleich zu den Vorjahren deutlich reduzierten Wachstumsrate von 4,6 % zu dieser Entwicklung positiv bei. Für die Eurozone wird ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um mindestens 1,3 % prognostiziert.

Auch im Inland befindet sich die Konjunktur unverändert in einer schwachen Verfassung. Als exportabhängige Wirtschaftsnation ist Deutschland besonders von der weltweiten Rezession betroffen. Zwar hat inzwischen auch die deutsche Regierung Konjunkturpakete aufgelegt, ob diese aber nachhaltig die Wirtschaft stimulieren können oder lediglich kurzfristige Impulse für einzelne Branchen geben werden, bleibt völlig offen. Ebenso ist es aus Sicht des Vorstands offen, ob die von vielen erwartete Konjunkturbelebung noch in 2009 oder erst 2010 eintreten wird. Für das Gesamtjahr ist zu erwarten, dass die Investitionen in Ausrüstungen in Folge sinkender Kapazitätsauslastung, einbrechender Ertragsaussichten und restriktiver Finanzierungsbedingungen deutlich sinken werden. Der private Konsum dürfte trotz steigender realer Durchschnittslöhne nur wenig zulegen. Ursache hierfür ist der zu erwartende kräftige Rückgang der Beschäftigung und die aufgrund der allgemeinen Unsicherheit unverändert hohe Sparquote. Auch von dem Außenbeitrag werden keine positiven Impulse erwartet. Zusammenfassend führt dies laut Prognosen führender Wirtschaftsforschungsinstitute zu einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes von 3,0 bis 5,0 % in 2009.

Branchenentwicklungen

Die Entwicklung innerhalb der einzelnen für INDUS relevanten Branchen wird 2009 äußerst unterschiedlich prognostiziert.

Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie erwartet durch die von der Bundesregierung verabschiedeten Konjunkturpakete positive Effekte, insbesondere für den öffentlichen Bau. Damit sollten bei einer zügigen Umsetzung die schwachen Auftragseingänge des vierten Quartals 2008 auf Jahressicht mehr als ausgeglichen werden, sodass in diesem Segment 2009 ein Wachstum um nominal 8,0 % prognostiziert wird. Ein Rückgang wird hingegen für den Wirtschaftsbau (nominal –5,0 %) und den Wohnungsbau (nominal –1,0 %) erwartet.

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) erwartet infolge des anhaltenden Konjunktureinbruchs einen Rückgang der realen Produktion von Maschinen und Anlagen um 7,0 %. Die Unternehmen reagieren aus Sicht des VDMA auf die anhaltende Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung mit einem weitreichenden Investitions- und Ausgabenstopp. Insgesamt wird eine stark differenzierte Entwicklung innerhalb der einzelnen Branchen erwartet.

Die deutsche Automobilindustrie profitierte zu Jahresbeginn teilweise von dem ersten Konjunkturpaket der Bundesregierung, das unter anderem eine Umweltprämie von 2.500 EUR bei dem Kauf eines Neufahrzeugs bzw. Jahreswagens bei gleichzeitiger Verschrottung des Altfahrzeugs vorsieht. Es ist jedoch zu erwarten, dass dies lediglich kurzfristig positive Auswirkungen auf die Entwicklung der deutschen Automobilindustrie hat. Für das Gesamtjahr prognostiziert der Verband der Automobilindustrie (VDA) einen weiteren Rückgang der neu zugelassenen Pkw sowie einen deutlich geringeren Absatz im Nutzfahrzeugbereich.

Der private Konsum wird 2009 nach Meinung führender Wirtschaftsforschungsinstitute weiterhin keinen Beitrag zur Konjunkturstabilisierung leisten. Zwar ist zu erwarten, dass die Tariflöhne ähnlich wie im Berichtsjahr steigen, gleichzeitig aber das Arbeitsvolumen und die Beschäftigung abnehmen werden. Es ist zu erwarten, dass die Arbeitslosenzahl ebenso deutlich steigt wie die Zahl der zur Kurzarbeit angemeldeten Personen. Angesichts der anhaltenden Unsicherheit sollte die bereits jetzt hohe Sparquote weiter zunehmen.

Segmententwicklung

Die Erwartungen für die Entwicklung unserer fünf Segmente sind höchst unterschiedlich. Die Unternehmen des Segments Bauindustrie sind aufgrund ihrer hohen Spezialisierung nur äußerst gering von der schwachen Nachfrage des privaten Wohnungsbaus abhängig. Sie sollten von den angekündigten Infrastrukturmaßnahmen profitieren, allerdings ist zum jetzigen Zeitpunkt noch vollkommen offen, wann die einzelnen Maßnahmen der öffentlichen Hand greifen. Die Unternehmen des Segments Maschinenbau verfügen über ein Auftragspolster, welches die Beschäftigung weit in das Jahr 2009 hinein sichern sollte. Wir werden diese Unternehmen sehr genau beobachten, um bei eventuell fehlenden Anschlussaufträgen zeitnah gegensteuern zu können.

Sehr unterschiedlich erwarten wir die Entwicklung der Unternehmen des Segments Automobilindustrie. Die Unternehmen, die direkt ihre Produkte an die großen Automobilzulieferer und Autohersteller liefern, werden sehr deutlich von der schwachen Marktsituation betroffen sein. Hingegen werden unsere Beteiligungen, die in den Bereichen Entwicklung, Sonderlösungen und Messtechnik tätig sind, sich zufriedenstellend entwickeln. Bereits im vierten Quartal 2008 war diese Entwicklung zu beobachten, die aus unserer Sicht auch in den kommenden Monaten weiter anhalten wird.

Die Unternehmen des Segments Konsumgüter und die Unternehmen des Segments Übrige Beteiligungen werden relativ robust erwartet. Aber auch hier werden wir sehr genau beobachten, wie sich die Auftragseingänge in den nächsten Wochen und Monaten entwickeln.

Strategische Ziele

Wir werden auch im laufenden Jahr an unserer langfristig bewährten Strategie festhalten. Dabei setzen wir unverändert auf die Weiterentwicklung unserer bestehenden Beteiligungsgesellschaften und den Ausbau unseres Beteiligungsportfolios durch zielgerichtete Akquisitionen. Gleichwohl wird sich nach den starken Investitionen der vergangenen Jahre in die bestehenden Beteiligungen, durch die wir die Produktionsprozesse wesentlich effizienter gestaltet haben, das Gewicht verschieben. Wir werden verstärkt in zusätzliche Akquisitionen investieren und damit unserer Philosophie folgend antizyklisch handeln. Unsere immer noch komfortable Liquiditätssituation und die vorhandenen Finanzierungszusagen der Banken werden uns in die Lage versetzen, die aufgrund der allgemeinen Konjunkturkrise und der vielmals schwierigen Liquiditätssituation der Private-Equity-Gesellschaften gesunkenen Bewertungsniveaus attraktiver mittelständischer Unternehmen zu nutzen.

Zusätzlich werden wir die bereits im vierten Quartal 2008 eingeleiteten Maßnahmen zur Flexibilisierung der Kapazitäten im laufenden Jahr weiter fortsetzen. Zu diesen Maßnahmen zählen unter anderem die Reduzierung des Guthabens von Arbeitszeitkonten, der Abbau von Leiharbeitern, die Nichtverlängerung von befristeten Arbeitsverträgen, gezielter Personalabbau und natürlich das Insourcing. Mit diesen Maßnahmen bereiten wir die Beteiligungsunternehmen auf ein schwieriges Geschäftsjahr 2009 vor und bilden gleichzeitig die Basis, von der aus bei einer Konjunkturaufhellung die Chancen für einen Ausbau der Marktposition genutzt werden können.

Umsatz und Ergebnis

Eine seriöse quantitative Prognose ist vor dem Hintergrund der enormen Unsicherheit über die weitere Entwicklung der konjunkturellen Situation im Inland und in den wichtigsten Absatzmärkten derzeit nicht möglich. Insgesamt erwarten wir, dass wir von unserer breiten Diversifizierung im Geschäftsjahr 2009 profitieren und die Auswirkungen des äußerst schwierigen konjunkturellen Umfeldes abgeschwächt spüren werden. Wir erwarten ein überaus herausforderndes Umfeld, in dem wir jedoch aus heutiger Sicht das Umsatz- und Ergebnisniveau des Vorjahres nicht erreichen werden.

Bergisch Gladbach, den 14. April 2009

Der Vorstand

Helmut Ruwisch Jürgen Abromeit Dr. Wolfgang E. Höper Dr. Johannes Schmidt

Die INDUS-Aktie

Turbulentes Börsenjahr

Die Verwerfungen an den internationalen Finanz- und Kapitalmärkten beeinflussten 2008 auch die Entwicklung des deutschen Aktienmarktes. Ausgehend von dem finalen Zusammenbruch des amerikanischen Marktes für riskante Immobilienfinanzierungen bekamen im Jahresverlauf zunehmend zahlreiche Banken Liquiditätsprobleme. Dies führte zu einer nie dagewesenen Belastung des weltweiten Finanzsystems. Zwar legten die Regierungen der großen Wirtschafts- und Industrienationen mit dem Ziel, das System zu stabilisieren, umfassende Liquiditäts- und Garantieprogramme für ihre einheimischen Kreditinstitute auf. Trotzdem stieg das Misstrauen der Marktteilnehmer und der Banken untereinander, sodass der Interbankenhandel nahezu zum Erliegen kam. Zusätzliche negative Impulse aus einem abrupten Nachfrageausfall in nahezu allen wirtschaftlichen Bereichen und extrem schwache Konjunkturindikatoren im zweiten Halbjahr führten zu einer regelrechten Flucht der Anleger aus der Anlageform Aktien in vermeintlich sichere Staatsanleihen und Geldmarktkonten.

DAX und SDAX mit hohen Verlusten

Der DAX schloss das Jahr 2008 mit 4.810,20 Punkten und verlor damit innerhalb eines Jahres 40,4 %. Nach dem Jahreshöchststand am 2. Januar 2008 mit 7.949,11 Punkten fiel der DAX bei einer hohen Volatilität und markierte am 21. November 2008 mit 4.127,41 Punkten seinen Jahrestiefststand. Noch deutlicher fiel der Verlust im SDAX mit einem Rückgang um 46,1 % auf 2.800,73 Punkte aus. Analog zum DAX erreichte der SDAX seinen Jahreshöchststand am 2. Januar 2008 mit 5.191,56 Punkten und seinen Jahrestiefststand am 21. November 2008 mit 2.414,96 Punkten. Der stärkere Rückgang des SDAX ist vor allem auf die höhere Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung der enthaltenen, eher konjunktursensiblen Unternehmen zurückzuführen.

INDUS-Aktie im Sog des schwachen Umfeldes

Die INDUS-Aktie konnte sich diesem äußerst schwachen Umfeld nicht entziehen, gleichwohl entwickelte sie sich besser als der maßgebliche Vergleichsindex SDAX. Nach einem starken Start in das Aktienjahr, unterstützt durch die Rekordzahlen 2007 bei Umsatz und Ertrag, markierte die INDUS-Aktie am 12. Mai 2008 ihren Jahreshöchststand mit 25,12 EUR. Trotz respektabler Quartalsabschlüsse litt die INDUS-Aktie unter den Turbulenzen an den Kapitalmärkten und der wachsenden Unsicherheit der Marktteilnehmer über den Fortgang der Konjunktur. Der Jahrestiefstkurs wurde am 5. Dezember 2008 mit 10,10 EUR erreicht, bis zum Jahresende erholte sich die INDUS-Aktie wieder auf 13,37 EUR. Dies entspricht einem Rückgang auf Jahressicht von 44,9 % bzw. von 39,9 % inklusive Dividende.

Performance 2007 2008
INDUS (inkl. Dividende) % –14,0 –39,9
INDUS (exkl. Dividende) % –18,1 –44,9
DAX % +22,3 –40,4
SDAX % –6,7 –46,1

Position im SDAX weiter gestärkt

Im SDAX hat die INDUS-Aktie im vergangenen Jahr deutlich an Bedeutung hinzugewonnen. Laut Statistiken der Deutschen Börse lag die INDUS-Aktie, gemessen an der Marktkapitalisierung, mit einem Gewicht von 2,63 % auf Rang 12 des 50 Unternehmen umfassenden Index (Vorjahr: 1,84 % bzw. Rang 26). Das durchschnittliche Handelsvolumen an allen inländischen Börsenplätzen stieg um 9,5 % auf 57.415 Aktien. Damit wurden im vergangenen Jahr insgesamt 14.583.480 Aktien an den deutschen Börsen gehandelt. Neben dem SDAX ist die INDUS-Aktie noch fester Bestandteil in den Indizes DAX International Mid 100, DAXsector Financial Services, DAXsubsector Diversified Financial Services, Classic All Share, Prime All Share und CDAX.

Ausschließlich positive Analysteneinschätzungen

Analysten von fünf Banken bzw. Investmenthäusern beobachteten im vergangenen Jahr die INDUS-Aktie regelmäßig. Im Einzelnen waren dies das Bankhaus Lampe, die Commerzbank, Independent Research, die WestLB und die WGZ-Bank. Das Urteil zum Jahresende lautete bei allen fünf Analysten geschlossen "Buy/Add".

Dividende von 0,80 EUR je Aktie

Der gemeinsame Gewinnverwendungsvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat der INDUS Holding AG sieht vor, eine um 0,40 EUR auf 0,80 EUR je Aktie reduzierte Dividende (Vorjahr: 1,20 EUR je Aktie) auszuschütten. Damit wird der unverändert herrschenden Wirtschaftskrise und der hohen Unsicherheit über die weitere konjunkturelle Entwicklung Rechnung getragen sowie durch die Thesaurierung die finanzielle Basis gestärkt. Entsprechend verändert sich die Ausschüttungssumme um 7,1 Mio. EUR auf 14,7 Mio. EUR (Vorjahr: 21,8 Mio. EUR) bei einer Ausschüttungsquote von 49,0 %.

Umfassende Investor-Relations-Aktivitäten

Oberstes Ziel der Investor-Relations-Aktivitäten der INDUS Holding AG ist eine transparente, zeitnahe und umfassende Information über alle kapitalmarktrelevanten Ereignisse des Unternehmens. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem die Aktionäre, Analysten, Wirtschaftsjournalisten und Aktionärsvereinigungen. Der Vorstand hat institutionellen Investoren auf Roadshows im Inland und europäischen Ausland bei einer Vielzahl von Einzelgesprächen die Strategie und aktuelle Entwicklung des Unternehmens erläutert. Im Mai fand die jährliche Analystenkonferenz in Frankfurt am Main statt, darüber hinaus nahm der Vorstand im Herbst am Deutschen Eigenkapitalforum in Frankfurt am Main teil.

Im Rahmen der Hauptversammlung, der wichtigsten Gelegenheit für den direkten Dialog mit den privaten Aktionären, konnte INDUS wieder rund 1.300 Aktionäre begrüßen. Ein weiteres zentrales Medium für die direkte Information der Aktionäre ist der Investor-Relations-Bereich auf der Internetseite. Dieser wurde Anfang 2009 vollkommen neu gestaltet und die Informationsbandbreite deutlich erhöht.

Corporate-Governance-Bericht

Corporate Governance steht für eine gute und verantwortungsbewusste Unternehmensführung und -kontrolle, die auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichtet sind. Diese Definition bildet das Fundament der engen und effizienten Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat der INDUS Holding AG, der transparenten Kommunikation mit den Aktionären sowie der ordnungsgemäßen Rechnungslegung und Abschlussprüfung.

Die INDUS Holding AG begrüßt die diesjährigen Änderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Den neuen Empfehlungen des Kodex in der Fassung vom 6. Juni 2008 in den Bereichen Angemessenheit der Vorstandsvergütung, Abfindungs-Cap und Befassung des Aufsichtsrats mit Zwischenfinanzberichten wird INDUS in Zukunft entsprechen. Damit ergeben sich im Vergleich zur Entsprechenserklärung des vergangenen Jahres keine Änderungen. Lediglich in acht Punkten weicht INDUS auch weiterhin aufgrund von unternehmensspezifischen Gegebenheiten von den Empfehlungen ab. Vorstand und Aufsichtsrat haben im Dezember 2008 gemeinsam die nach § 161 AktG erforderliche Entsprechenserklärung abgegeben und den Aktionären dauerhaft unter www.indus.de zugänglich gemacht. Zusätzlich ist sie auf Seite 69 f. abgedruckt und somit Bestandteil dieses Corporate-Governance-Berichts.

Aktionäre und Hauptversammlung

Die Aktionäre nehmen ihre Rechte in der Hauptversammlung wahr und üben dort ihr Stimmrecht aus. Jede Aktie besitzt eine Stimme. Sämtliche für die Entscheidungsfindung notwendigen Unterlagen veröffentlicht INDUS rechtzeitig auf der eigenen Internetseite. Bei der Wahrnehmung ihres Stimmrechts unterstützt INDUS die Aktionäre durch die Benennung eines Stimmrechtsvertreters, der gemäß den Weisungen der Aktionäre abstimmt.

Im vergangenen Jahr fand die Hauptversammlung am 1. Juli 2008 in Köln statt. Die rund 1.300 Aktionäre stimmten den Vorschlägen der Verwaltung, darunter unter anderem der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie der Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien, mit großer Mehrheit zu.

Zusammenwirken von Vorstand und Aufsichtsrat

Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend, insbesondere über sämtliche relevanten Fragen der Unternehmensplanung, Strategieentwicklung, aktuellen Ertrags- und Finanzlage sowie Risikolage. Für den Konzern wesentliche Entscheidungen bedürfen der Zustimmung durch den Aufsichtsrat. Detaillierte Informationen über die Schwerpunkte der Aufsichtsratstätigkeit im vergangenen Jahr sind im Bericht des Aufsichtsrats auf den Seiten 10 ff. abgedruckt.

Berater- und sonstige Dienstleistungs- und Werkverträge zwischen einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern und der Gesellschaft bestanden im vergangenen Berichtsjahr nicht. Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen sind, traten im Berichtsjahr nicht auf.

Vorstand

Der Vorstand der INDUS Holding AG leitet das Unternehmen und führt dessen Geschäfte. Er entwickelt die strategische Ausrichtung des Unternehmens, stimmt sie mit dem Aufsichtsrat ab und sorgt für ihre Umsetzung. Darüber hinaus bestimmt der Vorstand die unternehmerischen Ziele, die Jahres- und Mehrjahresplanung, das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem und das Controlling der einzelnen Beteiligungsgesellschaften. Eine weitere Pflicht des Vorstands liegt in der Aufstellung der Quartals-, Halbjahres- und Konzernabschlüsse.

Der Vorstand bestand im Berichtsjahr aus vier Personen. Unverändert gehörten ihm Helmut Ruwisch (Vorstandsvorsitzender), Dr. Wolfgang E. Höper und Dr.-Ing. Johannes Schmidt an. Durch den Aufsichtsrat wurde mit Wirkung vom 1. April 2008 Jürgen Abromeit neu in den Vorstand bestellt. Er ersetzt Michael Eberhart, der das Unternehmen zum 31. März 2008 auf eigenen Wunsch aus privaten Gründen verließ.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat der INDUS Holding AG bestellt den Vorstand, berät ihn bei der Leitung des Unternehmens und überwacht dessen Geschäftsführung. Detaillierte Informationen über die Schwerpunkte der Aufsichtsratstätigkeit im vergangenen Jahr sind im Bericht des Aufsichtsrats auf den Seiten 10 ff. abgedruckt.

Der Aufsichtsrat bestand im Berichtsjahr aus sechs Personen. Bis auf eine Ausnahme endet die Amtszeit aller Mitglieder des Aufsichtsrats mit Ablauf der Hauptversammlung, in der über die Entlastung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2011 beschlossen wird. Diese Ausnahme betrifft Burkhard Rosenfeld, der durch Beschluss des Amtsgerichts mit Wirkung vom 7. November 2008 bis zur nächsten ordentlichen Hauptversammlung gerichtlich als Aufsichtsratsmitglied bestellt wurde und entsprechend Dr. Winfried Kill, der aus gesundheitlichen Gründen aus dem Aufsichtsrat ausschied, ersetzt. Die Position des Aufsichtsratsvorsitzenden hat nach dem Ausscheiden von Dr. Kill der bisherige stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Günter Kill übernommen.

Vergütungsbericht

Der nachfolgende Vergütungsbericht ist gleichzeitig Bestandteil des Konzernabschlusses und Konzernlageberichts. Dabei werden die Vergütungen für Vorstand und Aufsichtsrat entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung gemäß § 315 Abs. 2 Nr. 4 HGB zusammengefasst für das entsprechende Organ offengelegt.

Vorstand

Die Struktur des Vergütungssystems für den Vorstand wird vom Aufsichtsrat festgelegt und kontinuierlich überprüft. Kriterien für die Angemessenheit der Vergütung bilden insbesondere die Aufgaben des jeweiligen Vorstandsmitglieds, seine persönliche Leistung, die Leistung des Gesamtvorstands sowie die wirtschaftliche Lage des Unternehmens. Die Vergütung für die Vorstandsmitglieder setzt sich zusammen aus erfolgsabhängigen und erfolgsunabhängigen Komponenten. Die erfolgsunabhängige Vergütung besteht aus einer fixen Vergütung sowie Sach- und Nebenleistungen. Die erfolgsabhängige Vergütung wird in Form einer Tantieme gezahlt. Mit Ausnahme von durch Gehaltsverzicht finanzierten Pensionszusagen gibt es keine bilanzierungspflichtigen Pensionszusagen des Unternehmens für Vorstandsmitglieder. Aktienoptionsprogramme oder vergleichbare Vergütungskomponenten mit langfristiger Anreizwirkung bestehen nicht.

Die erfolgsunabhängige Grundvergütung wird monatlich als Gehalt ausgezahlt und bei Vertragsverlängerung durch den Aufsichtsrat überprüft. Zusätzlich erhalten die Vorstände Sachleistungen, die aus der Nutzung von Firmenwagen bestehen. Die Tantieme bemisst sich ausschließlich nach dem operativen Erfolg des Unternehmens.

Die Vergütung der Vorstandsmitglieder belief sich im Geschäftsjahr 2008 insgesamt auf 1.744 TEUR (Vorjahr: 1.959 TEUR). Davon entfielen 1.207 TEUR auf die erfolgsunabhängige Vergütung (Vorjahr: 1.191 TEUR) und 537 TEUR auf die erfolgsabhängige Vergütung (Vorjahr: 768 TEUR). Durch Gehaltsumwandlung wurden weitere 54 TEUR zur Gewährung von Pensionsansprüchen verwendet (Vorjahr: 154 TEUR).

Aufsichtsrat

Die Vergütung des Aufsichtsrats wird von der Hauptversammlung der INDUS Holding AG festgelegt. Sie ist in Punkt 6.16 der Satzung geregelt. Danach erhalten die Aufsichtsratsmitglieder neben dem Ersatz ihrer Auslagen eine fixe Grundvergütung von 10 TEUR und eine variable Vergütung. Als variable Komponente wird für jedes Prozent, um das die an die Aktionäre verteilte Dividende 4 % des Grundkapitals übersteigt, ein Betrag von 0,5 TEUR vergütet. Der Aufsichtsratsvorsitzende erhält das Doppelte der beiden vorgenannten Beträge, der Stellvertreter das Eineinhalbfache. Auch für den Aufsichtsrat bestehen keine Aktienoptionsprogramme und ähnliche wertpapierorientierte Anreizsysteme.

Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder belief sich im Geschäftsjahr 2008 insgesamt auf 227 TEUR (Vorjahr: 233 TEUR). Davon entfielen auf die feste Vergütung 73 TEUR (Vorjahr: 75 TEUR) und auf die variable Vergütung 154 TEUR (Vorjahr: 158 TEUR). Für persönlich erbrachte Beratungsleistungen an Konzerngesellschaften erhielten Aufsichtsratsmitglieder im Berichtsjahr 27 TEUR (Vorjahr: 8 TEUR) sowie für eine Erbbaurechtsverpflichtung 87,8 TEUR (Vorjahr: 105 TEUR).

Transparenz

INDUS informiert Aktionäre, Aktionärsvereinigungen, Analysten, Medien und die interessierte Öffentlichkeit regelmäßig und zeitnah über die aktuelle Geschäftsentwicklung und die Lage des Unternehmens. Ziel ist es dabei, die verschiedenen Personengruppen gleichzeitig und gleichberechtigt zu behandeln. Aus diesem Grund werden alle wesentlichen Informationen, insbesondere Geschäfts- und Quartalsberichte, Presse- und Ad-hoc-Mitteilungen, Analysteneinschätzungen und ein Finanzkalender auf der Internetseite des Unternehmens veröffentlicht. Um eine Erstellung des Konzernabschlusses und der Quartalsberichte mit der notwendigen Sorgfalt zu gewährleisten, wird der Geschäftsbericht vier Monate nach Ende des Geschäftsjahres und die Quartalsberichte zwei Monate nach Quartalsende veröffentlicht. Im Berichtsjahr veröffentlichte INDUS keine Ad-hoc-Mitteilung gemäß § 15 WpHG. Wichtige Neuigkeiten über das Unternehmen wurden über aktuelle Pressemitteilungen verbreitet. Während eine Mitteilung über Geschäfte von Führungspersonen (Directors' Dealings) gemäß § 15 a WpHG veröffentlicht wurde, lagen Stimmrechtsmitteilungen gemäß § 26 WpHG nicht vor.

Rechnungslegung und Abschlussprüfung

Der Konzernabschluss wird seit Beginn des Jahres 2005 nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt. Auf den Einzelabschluss der INDUS Holding AG finden unverändert die Vorschriften des HGB Anwendung. Die Abschlussprüfung wurde für Konzern- und Einzelabschluss von der Treuhandund Revisions-Aktiengesellschaft Niederrhein, Krefeld, durchgeführt. Die entsprechende Unabhängigkeitserklärung gemäß Ziffer 7.2.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex wurde vom Aufsichtsrat eingeholt. Die Erteilung des Prüfungsauftrags für den Einzel- und Konzernabschluss erfolgt durch den Aufsichtsrat im Anschluss an den Beschluss der Hauptversammlung. Der Aufsichtsrat vereinbarte mit dem Abschlussprüfer, dass der Aufsichtsratsvorsitzende unverzüglich über Ausschluss- und Befangenheitsgründe während der Prüfung unterrichtet wird. Darüber hinaus soll der Abschlussprüfer über alle für die Aufgaben des Aufsichtsrats wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse umgehend berichten.

Entsprechenserklärung vom Dezember 2008

Vorstand und Aufsichtsrat erklären, dass das Unternehmen den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 6. Juni 2008 in wesentlichen Punkten entspricht und in der Vergangenheit entsprochen hat. Auch in Zukunft beabsichtigen Vorstand und Aufsichtsrat, die Empfehlungen zu beachten. Dabei gelten folgende Ausnahmen:

Kodex Ziffer 3.8:

Für die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat wurde und wird beim Abschluss einer D&O-Versicherung kein Selbstbehalt vereinbart.

Kodex Ziffer 5.1.2 und 5.4.1:

Für Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder bestand und besteht keine Altersbegrenzung.

Kodex Ziffer 5.3.2:

Ein Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat bestand und besteht nicht.

Kodex Ziffer 5.4.2:

Dem Aufsichtsrat konnten und können auch mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstandes angehören.

Kodex Ziffer 5.4.7:

Die Bezüge der Aufsichtsratsmitglieder wurden und werden in der Gesamtsumme, aufgeteilt in Fixum und erfolgsbezogene Komponente, im Anhang des Konzernabschlusses genannt. Eine individualisierte Angabe im Corporate-Governance-Bericht erfolgte und erfolgt nicht.

Kodex Ziffer 6.6:

Im Anhang des Konzernabschlusses wurden und werden keine Angaben über Kauf und Verkauf von Aktien der Gesellschaft durch Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder gemacht. Darüber hinaus wurden und werden keine Angaben im Konzernabschluss über Aktienbesitz einzelner Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder über 1,0 % gemacht. Auch wenn der Gesamtbesitz aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder 1,0 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien übersteigt, wurde und wird er nicht getrennt nach Vorstand und Aufsichtsrat angegeben.

Kodex Ziffer 7.1.2:

Eine Veröffentlichung des Konzernabschlusses binnen 90 Tagen nach Geschäftsjahresende und des Zwischenberichts 45 Tage nach Ende des Berichtszeitraums war und ist mit der notwendigen Sorgfalt nicht durchführbar.

Für den Vorstand Für den Aufsichtsrat

Helmut Ruwisch Günter Kill Jürgen Abromeit

Konzernabschluss

Konzern Gewinn- und Verlustrechnung 72
Konzernbilanz 73
Konzern Eigenkapitalspiegel 74
Konzern Kapitalflussrechnung 75
Konzernanhang 77
Versicherung der gesetzlichen Vertreter 125
Bestätigungsvermerk 126

Einzelabschluss

AG-Bilanz 128
AG-Gewinn- und Verlustrechnung 130
Gewinnverwendungsvorschlag 131

Konzern Gewinn- und Verlustrechnung*

TEUR Anhang 2008 2007
Umsatzerlöse (1) 928.429 915.031
Sonstige betriebliche Erträge (2) 14.236 14.530
Aktivierte Eigenleistungen (3) 4.543 5.081
Bestandsveränderung (3) 8.017 – 234
Materialaufwand (4) – 443.680 – 433.032
Personalaufwand (5) – 245.416 – 236.922
Abschreibungen (6) – 47.012 – 40.685
Sonstiger betrieblicher Aufwand (7) – 132.926 – 122.927
Ergebnis aus at equity bewerteten Anteilen 686 1.196
Übriges Finanzergebnis (8) 263 368
Operatives Ergebnis (EBIT) 87.140 102.406
Zinserträge 3.951 3.584
Zinsaufwendungen – 34.416 – 28.581
Zinsergebnis (9) – 30.465 – 24.997
Ergebnis vor Steuern 56.675 77.409
Steuern (10) – 26.221 – 26.703
Ergebnis aufgegebener Geschäftsbereiche (11) – 2.149 237
Ergebnis nach Steuern 28.305 50.943
– davon Minderheitsanteile – 420 – 999
– davon Anteile der INDUS-Aktionäre 27.885 49.944
Ergebnis je Aktie verwässert in EUR
Ergebnis je Aktie unverwässert in EUR
(12) 1,63
1,63
2,74
2,74
Ergebnis der INDUS-Aktionäre, bereinigt um die
Volatilität aus Zinssicherungen
31.005 48.351

* Vorjahreszahlen angepasst

Zusammenfassung aller im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen

2008 2007
Unterschiedsbetrag aus Währungsumrechnung 1.915 45
Veränderung der Marktwerte derivativer Finanzinstrumente – 4.499 744
Abgrenzung latenter Steuern 711 – 118
Direkt im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen – 1.873 671
Ergebnis nach Steuern 28.305 50.943
Insgesamt im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen 26.432 51.614
– davon Anteile anderer Gesellschafter 420 999
– davon Anteile der INDUS-Aktionäre 26.012 50.615

Konzernbilanz

Aktiva

TEUR Anhang 31.12. 2008 31.12. 2007
Geschäftswert/Goodwill (13) 281.016 285.606
Immaterielle Vermögenswerte (13) 17.360 18.147
Sachanlagen (13) 250.663 239.381
Finanzanlagen (14) 8.190 7.853
At equity bewertete Anteile (14) 4.663 4.657
Sonstige langfristige Vermögenswerte (15) 3.168 2.109
Latente Steuern (16) 3.834 4.144
Langfristige Vermögenswerte 568.894 561.897
Liquide Mittel 87.791 77.617
Forderungen (17) 104.546 115.543
Vorräte (18) 172.047 161.351
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte (15) 9.960 10.442
Laufende Ertragsteuern (16) 6.493 4.463
Zum Verkauf stehende Aktiva 856
Kurzfristige Vermögenswerte 381.693 369.416
Bilanzsumme 950.587 931.313

Passiva

TEUR Anhang 31.12. 2008 31.12. 2007
Eingezahltes Kapital 172.930 162.955
Erwirtschaftetes Kapital 73.344 69.117
Eigenkapital der INDUS-Aktionäre 246.274 232.072
Minderheitsanteile am Kapital 1.134 2.058
Eigenkapital des Konzerns (19) 247.408 234.130
Langfristige Finanzschulden (20) 378.413 386.568
Pensionsrückstellungen (21) 16.164 15.124
Sonstige langfristige Rückstellungen (22) 2.410 2.452
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten (23) 7.074 8.435
Latente Steuern (16) 19.981 18.705
Langfristige Schulden 424.042 431.284
Kurzfristige Finanzschulden (20) 147.841 131.410
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 28.109 33.286
Kurzfristige Rückstellungen (22) 34.169 28.834
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten (23) 55.249 61.986
Laufende Ertragsteuern (16) 13.054 10.383
Zum Verkauf stehende Passiva 715
Kurzfristige Schulden 279.137 265.899
Bilanzsumme 950.587 931.313

Entwicklung Konzerneigenkapital

2008 Anfangs- Erfasste
bestand Dividenden- Aufwendungen Kapital- Endbestand
TEUR 1.1. 2008 ausschüttung und Erträge erhöhung 31.12. 2008
Gezeichnetes Kapital 46.800 962 47.762
Kapitalrücklage 116.155 9.013 125.168
Eingezahltes Kapital 162.955 9.975 172.930
Angesammelte Gewinne 68.399 – 21.785 27.885 74.499
Rücklage für Währungsumrechnung 578 1.915 2.493
Rücklage für die Marktbewertung
von Finanzinstrumenten 140 – 3.788 – 3.648
Erwirtschaftetes Kapital 69.117 – 21.785 26.012 73.344
Eigenkapital der INDUS
Aktionäre 232.072 – 21.785 26.012 9.975 246.274
Anteile anderer Gesellschafter 2.058 – 1.344 420 1.134
Eigenkapital des Konzerns 234.130 – 23.129 26.432 9.975 247.408
2007 Anfangs- Erfasste
bestand Dividenden- Aufwendungen Kapital- Endbestand
TEUR 1.1. 2007 ausschüttung und Erträge erhöhung 31.12. 2007
Gezeichnetes Kapital 46.800 46.800
Kapitalrücklage 116.155 116.155
Eingezahltes Kapital 162.955 162.955
Angesammelte Gewinne 40.055 – 21.600 49.944 68.399
Rücklage für Währungsumrechnung 533 45 578
Rücklage für die Marktbewertung
von Finanzinstrumenten – 486 626 140
Erwirtschaftetes Kapital 40.102 – 21.600 50.615 69.117
Eigenkapital der INDUS
Aktionäre 203.057 – 21.600 50.615 232.072
Anteile anderer Gesellschafter 1.503 – 444 999 2.058
Eigenkapital des Konzerns 204.560 – 22.044 51.614 234.130

Die Rücklagen für die Währungsumrechnung und die Marktbewertung von Finanzinstrumenten enthalten noch nicht realisierte Gewinne und Verluste. Die Veränderung der Rücklage für die Marktbewertung von Finanzinstrumenten beruht ausschließlich auf laufender Veränderung der Marktbewertung. Auswirkungen aus Umklassifizierungen existieren nicht.

Die Dividendenausschüttung basiert auf einer Dividende von 1,20 EUR je Stückaktie mit WKN 620010/ISIN DE 0006200108 (18.000.000 Aktien) und einer Dividende von 0,50 EUR je Stückaktie aus der Kapitalerhöhung mit der WKN A0SMM2/ISIN DE 000A0SMM20 (373.033 Aktien).

Die Minderheitsanteile am Kapital betreffen die Fremdgesellschafter von Kapitalgesellschaften. Die Minderheitsanteile an Personengesellschaften werden nach IAS 32 aufgrund der prinzipiellen Kündbarkeit und damit Rückzahlbarkeit der Anteile als Fremdkapital klassifiziert und unter den sonstigen Verbindlichkeiten mit 3.818 TEUR (Vorjahr: 4.887 TEUR) ausgewiesen.

Konzern Kapitalflussrechnung*

TEUR 2008 2007
Ergebnis nach Steuern 28.305 50.943
Abschreibungen/Zuschreibungen
– auf langfristige Vermögensgegenstände (ohne latente Steuern)
– aufgrund von Gewinnen (–) bzw. Verlusten (+) aus dem Abgang von Anlagevermögen
47.203
– 426
40.733
30
Steuern 26.221 26.703
Zinsergebnis 30.465 24.997
Cash Earnings aufgegebener Geschäftsbereiche 86 144
Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen – 686 – 1.196
Sonstige zahlungsunwirksame Vorgänge 2.047 239
Veränderungen der Rückstellungen 3.470 – 1.961
Zunahme (–)/Abnahme (+) der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder
Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 5.062 – 7.214
Zunahme (+)/Abnahme (–) der Verbindlichkeiten und anderer Passiva, die nicht der
Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind
– 10.233 – 2.057
Erhaltene/gezahlte Ertragsteuern – 24.939 – 24.145
Erhaltene Dividenden 680 831
Operativer Cashflow 107.255 108.047
Gezahlte Zinsen – 30.539 – 29.617
Erhaltene Zinsen 3.951 3.706
Cashflow aus Geschäftstätigkeit 80.667 82.136
Auszahlungen für Investitionen in
– immaterielle Vermögenswerte – 5.038 – 8.729
– Sachanlagen
– Finanzanlagen
– 44.348
– 1.107
– 47.538
– 2.022
– Anteile voll konsolidierter Gesellschaften – 9.354 – 17.935
Einzahlungen aus Abgängen von
– Anteilen voll konsolidierter Gesellschaften
– sonstigen Anlagen

4.814
715
2.743
Investitionstätigkeit aufgegebener Geschäftsbereiche – 474 – 644
Cashflow aus Investitionstätigkeit – 55.507 – 73.410
Auszahlungen Dividende – 21.785 – 21.600
Auszahlungen Minderheitsgesellschafter – 1.344 – 444
Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten 91.472 66.058
Auszahlungen aus der Tilgung von Krediten – 83.196 – 67.629
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit – 14.853 – 23.615
Zahlungswirksame Veränderung der liquiden Mittel 10.307 – 14.889
Wechselkursbedingte Änderung der liquiden Mittel – 133 – 158
Liquide Mittel am Anfang der Periode 77.617 92.664
Liquide Mittel am Ende der Periode 87.791 77.617

Fortsetzung auf Seite 76

TEUR 2008 2007
Zahlungswirksame Vorgänge aus Veräußerung von Beteiligungen 720
zzgl. veräußerter Finanzschulden
abzgl. veräußerter Finanzmittel – 5
Nettoveräußerungserlös 715
Zahlungswirksame Vorgänge aus Neuerwerben von Beteiligungen – 11.111 – 19.452
zzgl. übernommener Finanzschulden
abzgl. erworbener Finanzmittel 1.757 1.517
Nettokaufpreis – 9.354 – 17.935

* Vorjahreszahlen angepasst

Die liquiden Mittel enthalten ein Konto mit eingeschränkter Verfügungsmacht in Höhe von 318 TEUR (Vorjahr: 282 TEUR). Investitions- und Finanzierungsvorgänge in Höhe von 9.495 TEUR (Vorjahr: 1.520 TEUR), welche nicht zu einer Veränderung der liquiden Mittel führten, sind nicht Bestandteil der Kapitalflussrechnung und betrafen im Wesentlichen die Sachkapitalerhöhung im Zusammenhang mit der Beteiligungsaufstockung bei SELZER (siehe [19]).

In der Bilanz gesondert ausgewiesene Mittel der aufgegebenen Geschäftsbereiche betragen 0 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR).

Allgemeines

Die INDUS Holding AG mit Sitz in Bergisch Gladbach, Deutschland, eingetragen im Handelsregister Köln unter HRB 46360, hat ihren Konzernabschluss für das vom 1. Januar 2008 bis zum 31. Dezember 2008 dauernde Geschäftsjahr 2008 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und deren Auslegungen durch das International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, erstellt. Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt. Sofern nicht anders vermerkt, werden alle Beträge in Tausend Euro (TEUR) angegeben. Der Konzernabschluss ist auf der Basis historischer Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten erstellt, mit Ausnahme der Bilanzierung der Finanzinstrumente, bei denen eine Bewertung zum Marktwert verpflichtend ist. Die Jahresabschlüsse der einbezogenen Unternehmen sind auf den Bilanzstichtag der INDUS Holding AG erstellt und basieren auf einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Gemäß § 315 a HGB ist die INDUS Holding AG verpflichtet, den Konzernabschluss nach IFRS Standards zu erstellen. Grundlage ist die Verordnung Nr.1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Anwendung Internationaler Rechnungslegungsstandards in der Europäischen Union. Nach HGB erforderliche Anhangangaben, die über die nach IFRS erforderlichen Angaben hinausgehen, werden ebenfalls im Konzernanhang dargestellt. Bedingt durch die Umgliederung aufgegebener Geschäftsbereiche sind die Vorjahreszahlen in allen relevanten Aufstellungen angepasst worden. Der Abschluss wurde am 24. April 2009 durch Beschluss des Vorstandes zur Vorlage an den Aufsichtsrat freigegeben.

Anwendung und Auswirkung von neuen und geänderten Standards

Alle zum 31. Dezember 2008 verpflichtend anzuwendenden Standards wurden berücksichtigt. Von der Möglichkeit, zukünftig verpflichtende Standards vorzeitig anzuwenden, wurde kein Gebrauch gemacht.

Im Geschäftsjahr 2008 verpflichtend anzuwendende Standards und Interpretationen:

Im Oktober 2008 hat das IASB Änderungen an den Standards IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" und IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben" beschlossen. Diese Änderung hatte keinen Einfluss auf den Konzernabschluss.

Bis zum 31. Dezember 2008 durch die EU übernommene Standards, die im vorliegenden Abschluss nicht vorzeitig angewendet wurden:

Am 2. November 2006 hat das IFRIC den IFRIC 11 "IFRS 2 – Geschäfte mit eigenen Aktien und Aktien von Konzernunternehmen" veröffentlicht. Diese Interpretation ist verpflichtend im INDUS-Konzernabschluss 2009 anzuwenden, Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben sich daraus nicht.

Am 30. November 2006 veröffentlichte das IASB den IFRS 8 "Geschäftssegmente", der ab 1. Januar 2009 verpflichtend anzuwenden ist. Der Standard führt zu Änderungen in der Segmentberichterstattung des Konzernabschlusses.

78 KONZERNANHANG

Am 29. März 2007 veröffentlichte das IASB den IAS 23 "Fremdkapitalkosten" , der ab 1. Januar 2009 verpflichtend anzuwenden ist. Durch die Anwendung erhöht sich der Bilanzansatz von qualifizierten Vermögenswerten.

Am 5. Juli 2007 veröffentlichte das IFRIC den IFRIC 13 "Kundenbindungsprogramme", der ab 1. Januar 2009 bei der Erstellung des INDUS-Konzernabschlusses zu berücksichtigen ist. Aus der Anwendung ergeben sich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Am 5. Juli 2007 veröffentlichte das IFRIC den IFRIC 14 "IAS 19 – Die Begrenzung eines leistungsorientierten Vermögenswertes, Mindestdotierungsverpflichtungen und ihre Wechselwirkung". Die ab 1. Januar 2009 verpflichtende Anwendung hat keinen Einfluss auf den Konzernabschluss.

Am 17. Januar 2008 veröffentlichte das IASB Änderungen am International Financial Reporting Standard IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung", die ab 1. Januar 2009 anzuwenden sind. Die Änderungen haben keinen Einfluss auf den Konzernabschluss.

Im Mai 2008 veröffentlichte das IASB im Rahmen seiner jährlichen Aktualisierungen, die darauf abzielen, die internationalen Rechnungslegungsstandards zu straffen und ihr Verständnis zu erleichtern, Verbesserungen an den International Financial Reporting Standards. Diese umfassen 35 Änderungen an den Standards und bestehen aus zwei Teilen, von denen der erste Änderungen der Rechnungslegung zu Darstellungs-, Ansatz- und Bewertungszwecken nach sich zieht, während Teil II terminologische und redaktionelle Änderungen umfasst. Diese Interpretation ist verpflichtend im INDUS-Konzernabschluss 2010 anzuwenden; wesentliche Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben sich daraus nicht.

Konsolidierungsgrundsätze

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode. Bei Unternehmenszusammenschlüssen sind Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden mit ihrem Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt zu bewerten. Der Goodwill wird ermittelt als Differenz zwischen den Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlusses und dem Anteil des Erwerbers an den Zeitwerten der erworbenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden. Ein positiver Goodwill wird nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens jährlich auf Wertminderungen geprüft. Eine negative Differenz ist sofort ergebniswirksam zu erfassen.

Bei der erstmaligen Einbeziehung von erworbenen Gesellschaften in den Konsolidierungskreis werden deren Beteiligungsbuchwerte bei der Muttergesellschaft gegen die Vermögenswerte und Schulden verrechnet. In den Folgeperioden wird der Beteiligungsbuchwert der Muttergesellschaft gegen das fortgeführte Eigenkapital der Tochtergesellschaften aufgerechnet.

Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Aufwendungen und Erträge zwischen konsolidierten Unternehmen werden gegeneinander aufgerechnet. Vorräte und Anlagevermögen werden um Zwischenergebnisse bereinigt. Auf ergebniswirksame Konsolidierungsvorgänge werden latente Steuern abgegrenzt.

KONZERNANHANG 7 9

Währungsumrechnung

In den Einzelabschlüssen werden Fremdwährungsgeschäfte mit den Kursen zum Zeitpunkt der Geschäftsvorfälle umgerechnet. Am Bilanzstichtag erfolgt für monetäre Posten eine ergebniswirksame Bewertung zum Zeitwert mit dem entsprechenden Stichtagskurs.

Nach dem Konzept der funktionalen Währung erstellen die Gesellschaften außerhalb des Euroraums ihre Abschlüsse in der jeweiligen Landeswährung. Die Umrechnung dieser Abschlüsse in Euro erfolgt für Vermögenspositionen und Schulden mit dem Stichtagskurs. Das Eigenkapital wird mit Ausnahme der direkt im Eigenkapital erfassten Positionen zu historischen Kursen geführt. Die Positionen der Gewinnund Verlustrechnung werden mit Durchschnittskursen umgerechnet und die sich hieraus ergebenden Währungsdifferenzen werden ergebnisneutral weiterentwickelt. Die verwendeten Kurse ergeben sich aus folgender Tabelle:

Stichtagskurs Durchschnittskurs
1 EUR = 2008 2007 2008 2007
Brasilien BRL 3,244 2,613 2,674 2,669
China CNY 9,496 10,772 10,224 10,435
Kanada CAD 1,700 1,445 1,559 1,468
Mexiko MXN 19,233 16,089 16,291 14,989
Polen PLN 4,154 3,594 3,512 3,784
Schweiz CHF 1,485 1,655 1,587 1,643
Serbien RSD 90,197 81,390 82,039 81,070
Slowakei SKK 30,126 33,583 31,262 33,775
Südafrika ZAR 13,067 10,030 12,059 9,660
Tschechien CZK 26,875 26,628 24,946 27,766
Türkei TRY 2,149 1,717 1,906 1,786
USA USD 1,392 1,472 1,471 1,370

In der Darstellung der Entwicklung der Sachanlagen, der Rückstellungen und des Eigenkapitals werden die Anfangs- und Endbestände mit Stichtagskursen umgerechnet, die innerjährlichen Bewegungen mit dem Durchschnittskurs. Daraus resultierende Währungsdifferenzen werden gesondert ausgewiesen und erfolgsneutral behandelt.

Bilanzierung und Bewertung

Goodwill wird aufgrund seiner unbestimmten Nutzungsdauer nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich auf Werthaltigkeit geprüft. Dabei wird grundsätzlich der Nutzungswert herangezogen, basierend auf der vom Management erstellten aktuellen Planung. In die Planungsprämissen fließen sowohl aktuelle Erkenntnisse als auch historische Entwicklungen ein. Nach dem Planungszeitraum von 3 Jahren werden die zukünftigen Cashflows mit einer Wachstumsrate von 1% hochgerechnet. Die so ermittelten Zahlungsreihen werden

80 KONZERNANHANG

mit einem Kapitalkostensatz von 10% abgezinst. Die Überprüfung der Werthaltigkeit des Goodwills erfolgt auf der Ebene, auf der unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten eine Zuordnung sinnvoll möglich ist. In den meisten Fällen wird der Goodwill der Beteiligungsgesellschaft einschließlich ihrer Tochtergesellschaften zugeordnet. Das entspricht den operativen Gesellschaften, wie sie im Anhang aufgelistet sind. In den wenigen Fällen, in denen eine enge Liefer- und Leistungsverknüpfung zwischen diesen Gesellschaften besteht, werden diese zu operativen Einheiten zusammengefasst und die Werthaltigkeit des Goodwills auf dieser Basis überprüft.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten bewertet und – sofern bestimmbar – linear über ihre wirtschaftliche Nutzungsdauer von 3 bis 10 Jahren abgeschrieben. Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte, die die Ansatzkriterien des IAS 38 erfüllen, werden zu Herstellungskosten aktiviert, sonst werden die Aufwendungen im Jahr ihrer Entstehung ergebniswirksam erfasst. Die Abschreibung erfolgt mit dem Beginn der Nutzung linear über 5 bis 10 Jahre.

Sachanlagen werden bewertet zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige und gegebenenfalls auch außerplanmäßige Abschreibungen. In Abhängigkeit vom tatsächlichen Nutzungsverlauf kommen sowohl die lineare als auch die degressive Methode zur Anwendung. Bei Entfall der Gründe für eine in der Vergangenheit durchgeführte außerplanmäßige Abschreibung werden Wertaufholungen vorgenommen. Investitionszuschüsse werden passiviert und über die wirtschaftliche Nutzungsdauer aufgelöst. Die Herstellungskosten selbst erstellter Sachanlagen umfassen Einzelkosten und anteilige Gemeinkosten, Zinsen werden nicht einbezogen. Aufwendungen für Instandhaltungen und Reparaturen werden ergebniswirksam erfasst, soweit sie nicht aktivierungspflichtig sind. Den planmäßigen Abschreibungen liegen hauptsächlich folgende Nutzungsdauern zugrunde:

Jahre
Gebäude 20 bis 50
Grundstückseinrichtungen 8 bis 20
Maschinen und technische Anlagen 5 bis 15
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 15

Abhängig von der Verteilung der wesentlichen Chancen und Risiken werden Leasingverträge als Operating Leasing oder Finanzierungsleasing klassifiziert, mit der Folge, dass Finanzierungsleasing als Vermögenswert zu bilanzieren ist. Bei Sale-and-Leaseback-Transaktionen ist das Ergebnis aus der Transaktion differenziert zu behandeln. Das Ergebnis wird über die Laufzeit verteilt, wenn das Grundgeschäft ein Finanzierungsleasing darstellt oder wenn bei einem Operating Leasing der Verkaufswert über dem Marktwert liegt.

Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder niedrigerem Nettoveräußerungswert bewertet. Die Herstellungskosten umfassen Einzelkosten und anteilige Gemeinkosten, Zinsen werden nicht einbezogen. Die zugerechneten Gemeinkosten werden überwiegend auf der Basis der Ist-Beschäftigung ermittelt, wenn diese im Wesentlichen der Normalauslastung entspricht.

Rohstoffe und Handelswaren werden zu durchschnittlichen Anschaffungskosten bewertet. Bei erhöhter Lagerdauer oder geminderter Verwertbarkeit werden Vorräte auf den niedrigeren Nettoveräußerungswert abgewertet.

Kundenspezifische Fertigungsaufträge werden nach ihrem Leistungsfortschritt nach der Methode "Percentage of Completion" (POC) bilanziert. Die Umsatzerlöse werden nach dem Leistungsfortschritt erfasst. Das Auftragsergebnis wird nicht erst bei Risikoübergang realisiert, sondern mit dem Grad der Fertigstellung. Grundlage sind die mit dem Kunden vereinbarten Auftragserlöse und die erwarteten Auftragskosten. Der Grad der Fertigstellung errechnet sich aus dem Anteil der angefallenen Kosten an den gesamten Auftragskosten.

Erwartete Verluste aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen werden bei Feststellung sofort als Aufwand erfasst. Sofern das Ergebnis eines kundenspezifischen Fertigungsauftrags noch nicht hinreichend sicher ist, wird der Erlös nur in Höhe der angefallenen Auftragskosten erfasst.

Finanzinstrumente sind Verträge, die gleichzeitig bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder zu einem Eigenkapitalinstrument führen. Bei einem üblichen Kauf erfolgt die Bilanzierung von Finanzinstrumenten zum Erfüllungstag. Die erstmalige Bewertung erfolgt zum Zeitwert. Die Folgebewertung von Vermögenswerten ist in den vier Kategorien "erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet","gehalten bis zur Endfälligkeit","ausgereichte Kredite und Forderungen" und "zur Veräußerung verfügbar" vorzunehmen. Finanzielle Schulden sind in den zwei Kategorien "erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet" oder "zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet" zu bilanzieren.

Die Marktwerte von Finanzinstrumenten werden anhand der am Bilanzstichtag vorhandenen Marktinformationen oder durch anerkannte Bewertungsverfahren, z. B. Discounted-Cashflow-Methoden, ermittelt und durch Bestätigungen der Banken, die die Geschäfte abwickeln, überprüft. Die Zinssätze sind der Laufzeit und dem Risiko des zugrunde liegenden Finanzinstruments angepasst.

Originäre Finanzinstrumente: Ausgereichte Kredite und Forderungen und Verbindlichkeiten sowie bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte werden zum Zeitwert angesetzt. Die Änderung des Zeitwerts wird in der Folge unter Berücksichtigung latenter Steuern ergebnisneutral im Eigenkapital abgebildet. Änderungen des Zeitwerts von Finanzinstrumenten, die als "erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet" designiert sind, beeinflussen direkt das Periodenergebnis.

Die im Finanzanlagevermögen ausgewiesenen Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten bewertet, da für sie kein notierter Marktpreis auf einem aktiven Markt existiert und ein beizulegender Zeitwert mit vertretbarem Aufwand nicht verlässlich bestimmt werden kann. Assoziierte Unternehmen, auf die die INDUS-Gruppe einen maßgeblichen Einfluss (in der Regel bei einem Stimmrechtsanteil zwischen 20 % und 50 %) ausübt, werden nach der Equity-Methode

82 KONZERNANHANG

bilanziert. Die erstmalige Bewertung erfolgt zu Anschaffungskosten. In der Folgebewertung wird der Buchwert um die anteiligen Veränderungen des Eigenkapitals des assoziierten Unternehmens fortgeschrieben.

Forderungen und sonstige Vermögenswerte werden zum Nennwert bilanziert. Einzelrisiken werden durch angemessene Wertberichtigungen berücksichtigt. Allgemeine Kreditrisiken werden durch Wertberichtigungen auf den Forderungsbestand berücksichtigt, die auf Erfahrungswerten der Vergangenheit oder aktuelleren Erkenntnissen beruhen. Wertberichtigungen auf Forderungen werden grundsätzlich auf separaten Konten erfasst.

Bei kurzfristigen Forderungen und Verbindlichkeiten entsprechen die fortgeführten Anschaffungskosten grundsätzlich dem Nennbetrag bzw. dem Rückzahlungsbetrag.

Derivative Finanzinstrumente werden bei INDUS zur Absicherung von auf zukünftigen Zahlungsströmen basierenden Grundgeschäften eingesetzt. Bei den als Sicherungsinstrumente eingesetzten Derivaten handelt es sich überwiegend um Swaps, aber auch um Termingeschäfte und geeignete Optionsgeschäfte. Voraussetzung für eine Bilanzierung als Sicherungsbeziehung ist, dass die Sicherung zwischen Grundgeschäft und Sicherungsinstrument effektiv ist und dies dokumentiert und laufend überwacht wird.

Die Bilanzierung dokumentierter Sicherungsbeziehungen ist abhängig von der Art der Beziehung. Grundgeschäft und Sicherungsgeschäft werden bei Absicherungen des Zeitwertes von Bilanzpositionen (Fair-Value Hedge) mit gegenläufigen Effekten ergebniswirksam erfasst. Im Falle der Absicherung von Zahlungsströmen (Cash Flow Hedge) wird die Änderung des Zeitwertes unter Berücksichtigung latenter Steuern ergebnisneutral im Eigenkapital fortgeführt. Eine ergebniswirksame Auflösung dieser Position erfolgt entweder mit Realisierung des Grundgeschäfts oder mit Feststellung einer Ineffektivität der Sicherung.

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte werden als solche klassifiziert, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch Veräußerung und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert werden soll. Dies ist dann der Fall, wenn die Veräußerung hoch wahrscheinlich ist und durch objektive Merkmale bereits konkretisiert ist. Die Bilanzierung erfolgt zum niedrigeren Ansatz aus Buchwert und Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Planmäßige Abschreibungen werden nicht weiter vorgenommen.

Bei einem aufgegebenen Geschäftsbereich handelt es sich um abgrenzbare Geschäftsbereiche, die entweder bereits veräußert wurden oder zur Veräußerung vorgesehen sind. Bis zum Abschluss des Verkaufs werden Vermögen und Schulden in der Bilanz als zum Verkauf stehende Aktiva und Passiva umgegliedert. Die Bewertung erfolgt nach den gleichen Prinzipien wie bei den zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten. Das Ergebnis dieser Bewertung, das laufende Ergebnis und das Veräußerungsergebnis werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als "Ergebnis aufgegebener Geschäftsbereiche" ausgewiesen. Die Vorjahreswerte der Gewinn- und Verlustrechnung werden entsprechend angepasst.

Pensionen: Es existieren mehrere Versorgungspläne in unterschiedlicher Ausgestaltung, teilweise für ehemalige Gesellschafter. Alle bilanzierten Versorgungspläne sind geschlossen.

Aufwand aus beitragsorientierten Plänen ("Defined Contribution Plan") betrifft Zahlungen von INDUS an externe Einrichtungen, ohne mit der Zahlung eine darüber hinausgehende Verpflichtung gegenüber dem Begünstigten einzugehen.

Bei leistungsorientierten Versorgungsplänen ("Defined Benefit Obligation") werden Pensionen und andere Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren berechnet (Projected Unit Credit Method). Die künftigen Verpflichtungen werden auf der Grundlage der zum Bilanzstichtag anteilig erworbenen Leistungsansprüche bewertet und zeigen somit den Teil der Versorgungsverpflichtungen, der bis zum Bilanzstichtag erfolgswirksam erfasst wurde. Die Bewertung berücksichtigt Annahmen über die zukünftige Entwicklung verschiedener Parameter, insbesondere Steigerungen der Gehälter und Renten.

Für jeden Pensionsplan wird der Anwartschaftsbarwert um den Zeitwert eines qualifizierten Planvermögens vermindert. Versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste werden nicht erfasst, wenn sich die kumulierten Werte innerhalb eines sogenannten "Korridors" bewegen. Dieser Korridor wird pro Pensionsplan ermittelt als 10 % des höheren Betrages aus leistungsorientierter Verpflichtung oder Zeitwert des qualifizierten Planvermögens. Die versicherungsmathematischen Gewinne oder Verluste, die außerhalb des Korridors liegen, werden prospektiv über die erwartete durchschnittliche Restlebensarbeitszeit der vom Plan erfassten Arbeitnehmer erfolgswirksam verteilt. Dabei kommen Zeiträume von 1 bis 15 Jahren zur Anwendung.

Sonstige Rückstellungen werden berechnet für gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtungen gegenüber Dritten, resultierend aus einem Ereignis der Vergangenheit, die wahrscheinlich zu einem Ressourcenabfluss führen und deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann. Der Erfüllungsbetrag wird auf Basis einer bestmöglichen Schätzung berechnet. Rückstellungen werden abgezinst, wenn der Effekt hieraus wesentlich ist. Für bekannte Schäden werden Einzelrückstellungen gebildet. Gewährleistungsrückstellungen werden für den gewährleistungsbehafteten Umsatz und den relevanten Gewährleistungszeitraum auf der Basis von gesicherten Erfahrungswerten berechnet. Rückstellungen für ausstehende Kosten, drohende Verluste aus Aufträgen und übrige Verpflichtungen aus dem Absatzgeschäft sind auf der Basis der zu erbringenden Leistungen berechnet.

Erfolgsunsicherheiten (Eventualschulden und -forderungen) sind im Wesentlichen mögliche Verpflichtungen oder Vermögenswerte, die aus Ereignissen der Vergangenheit resultieren und deren Existenz durch unsichere künftige Ereignisse begründet wird, die nicht vollständig von INDUS beeinflusst werden können. Sofern ein Abfluss von wirtschaftlichem Nutzen nicht völlig unwahrscheinlich ist, werden im Anhang Angaben zu Eventualschulden gemacht.

84 KONZERNANHANG

Latente Steuern werden auf alle temporären Unterschiede zwischen dem Wertansatz in der IFRS-Bilanz und dem entsprechenden steuerlichen Wert nach dem bilanzorientierten Konzept ermittelt. Temporäre Differenzen entstehen, wenn die Realisierung des Vermögenswertes oder die Erfüllung der Schuld zu steuerlich abweichenden Erträgen oder Aufwendungen führt. Latente Steuern auf einen Goodwill werden nur in dem Maße, in dem dieser steuerlich abzugsfähig ist, gebildet. Das ist bei deutschen Personengesellschaften grundsätzlich der Fall. Latente Steuern müssen auch dann berechnet werden, wenn die Realisierung dieses Goodwills, z. B. über die Veräußerung der zugehörigen Personengesellschaft, nicht geplant ist. Dies führt zu einem dauerhaften Aufbau an passiven latenten Steuern bei INDUS.

Für steuerliche Verlustvorträge, bei denen es wahrscheinlich ist, dass in einem Planungshorizont von 5 Jahren ausreichend zu versteuerndes Ergebnis verfügbar ist, werden aktive latente Steuern bilanziert.

Aktive latente Steuern werden angesetzt, sofern es wahrscheinlich ist, dass ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähige temporäre Differenz verrechnet werden kann.

Latente Steuern sind mit dem Steuersatz zu bewerten, der in der Periode, in der sich die Differenzen voraussichtlich umkehren werden, gültig sein wird. Unabhängig von der Fristigkeit sind latente Steuern nicht abzuzinsen. Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze gebildet, die nach der derzeitigen Rechtslage in den verschiedenen Ländern gültig bzw. verabschiedet sind. Aufgrund des überwiegend langfristigen Charakters der latenten Steuern bei INDUS werden kurzfristige vorübergehende Änderungen von Steuersätzen nicht berücksichtigt. Mit der Unternehmenssteuerreform 2008 gilt in Deutschland ein Körperschaftsteuersatz von 15 %. Unter Berücksichtigung eines durchschnittlichen Gewerbesteuer-Hebesatzes von 370 % sowie des Solidaritätszuschlags von 5,5 % errechnet sich für inländische Unternehmen ein Ertragsteuersatz von 28,8 % für alle Berichtsperioden. Die ausländischen Steuersätze liegen zwischen 10 % und 40 %.

Aufwands- und Ertragsrealisierung: Die Erfassung von Umsatzerlösen erfolgt – mit Ausnahme der Erlöse aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen (s. o.) –, wenn die Leistungen erbracht bzw. die Waren oder Erzeugnisse geliefert worden sind und somit der Gefahrenübergang an den Kunden stattgefunden hat. Umsatzerlöse sind gekürzt um Erlösschmälerungen. Allgemeine Voraussetzung ist, dass die Höhe der Erträge verlässlich bestimmbar ist und hinreichende Wahrscheinlichkeit besteht, dass INDUS ein wirtschaftlicher Nutzen hieraus zufließen wird. Die Erfassung aller Ertrags- und Aufwandspositionen erfolgt in Übereinstimmung mit dem Prinzip der Periodenabgrenzung im IAS-Rahmenkonzept.

Die Kapitalflussrechnung ist in Übereinstimmung mit den Bestimmungen des IAS 7 in die Bereiche Cashflow aus Geschäftstätigkeit, aus Investitionstätigkeit und aus Finanzierungstätigkeit aufgeteilt. Veränderungen des Konsolidierungskreises sind in den entsprechenden Positionen eliminiert, Zinsen und erhaltene Dividenden sind dem Cashflow aus Geschäftstätigkeit zugeordnet. Der Finanzmittelbestand entspricht der Bilanzposition liquide Mittel und enthält Guthaben

KONZERNANHANG 8 5

bei Kreditinstituten und Kassenbestände. Die Ermittlung des Cashflows aus Geschäftstätigkeit erfolgt nach der indirekten Methode. Im Cashflow aus Geschäftstätigkeit sind die nicht zahlungswirksamen operativen Aufwendungen und Erträge eliminiert. Deshalb sind die Angaben der Kapitalflussrechnung nicht unmittelbar aus der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung zu entnehmen.

Schätzungen und Annahmen: Die Erstellung des Konzernabschlusses ist beeinflusst von Ansatz- und Bewertungsmethoden sowie Annahmen und Schätzungen, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden sowie Aufwendungen und Erträge auswirken. Wenn Zukunftserwartungen abzubilden sind, können die tatsächlichen Werte von den Schätzungen abweichen. Verändert sich die ursprüngliche Schätzungsgrundlage, so wird die Bilanzierung der entsprechenden Positionen erfolgswirksam angepasst.

Die Realisierung von Bilanzpositionen kann durch zukünftige Ereignisse, die nicht kontrolliert werden können, beeinflusst werden. Dies kann Forderungsausfälle, Nutzungsdauern von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen oder ähnliche Sachverhalte betreffen, Risiken, die grundsätzlich eng mit unternehmerischer Tätigkeit verbunden sind. Die Bilanzierung solcher Positionen beruht auf langjähriger Erfahrung und der Beurteilung des aktuellen Umfelds.

Systembedingte Unsicherheiten resultieren aus Bilanzpositionen, bei denen erwartete zukünftige Zahlungsreihen diskontiert werden. Der Verlauf der Zahlungsreihen ist von zukünftigen Ereignissen abhängig, über deren Entwicklung Annahmen getroffen werden müssen. Das ist insbesondere der Fall bei der Prüfung auf Wertminderungen von Vermögenswerten mittels Nutzungswert sowie der Berechnung der Pensionsrückstellungen nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren.

Relevante Unsicherheiten resultieren auch aus Positionen, die aus einer Bandbreite möglicher zukünftiger Ausprägungen zu ermitteln sind, und betreffen insbesondere die sonstigen Rückstellungen.

Globale Entwicklungen haben im abgelaufenen Geschäftsjahr zu Verwerfungen auf den Finanzmärkten geführt. Die Auswirkungen auf die Realwirtschaft und damit die für INDUS relevanten Absatzmärkte sind zurzeit hinsichtlich der langfristigen Entwicklungen schwer prognostizierbar. Dadurch sind unsere Annahmen und Schätzungen im aktuellen Konzernabschluss mit höheren Unsicherheiten als in den zurückliegenden Jahren versehen. Dies gilt besonders für die prognostizierten Cashflows und die Diskontierungssätze bei der Bewertung langfristiger Bilanzpositionen.

Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses lagen beim Management keine signifikanten neueren Erkenntnisse vor, die zu einer wesentlich geänderten Bewertung von Bilanzpositionen führen würden.

Anpassung der Vorjahreszahlen

Die Bilanzierung aufgegebener Geschäftsbereiche nach IFRS 5.34 erfordert eine Anpassung der Vorjahreszahlen, wie im Folgenden dargestellt. Die entsprechenden, das Vorjahr betreffenden Detailinformationen und Anhangsangaben wurden ebenfalls angepasst.

Gewinn- und Verlustrechnung

Anpassung der Gewinn- und Verlust-
rechnung des Vorjahres
TEUR
2007
veröffentlicht
Anpassung
IFRS 5
2007
vergleichbar
Umsatzerlöse 929.775 – 14.744 915.031
Sonstige betriebliche Erträge 15.145 – 615 14.530
Aktivierte Eigenleistungen 5.081 5.081
Bestandsveränderung – 137 – 97 – 234
Materialaufwand – 437.104 4.072 – 433.032
Personalaufwand – 245.236 8.314 – 236.922
Abschreibungen – 40.685 – 40.685
Sonstiger betrieblicher Aufwand – 126.460 3.533 – 122.927
Ergebnis aus at equity bewerteten Anteilen 1.196 1.196
Übriges Finanzergebnis 368 368
Operatives Ergebnis (EBIT) 101.943 463 102.406
Zinserträge 3.706 – 122 3.584
Zinsaufwendungen – 28.709 128 – 28.581
Zinsergebnis – 25.003 6 – 24.997
Ergebnis vor Steuern 76.940 469 77.409
Steuern – 26.579 – 124 – 26.703
Ergebnis aufgegebener Geschäftsbereiche 582 – 345 237
Ergebnis nach Steuern 50.943 50.943
– davon Minderheitsanteile – 999 – 999
– davon Anteile der INDUS-Aktionäre 49.944 49.944
Ergebnis je Aktie verwässert in EUR 2,72 0,02 2,74
Ergebnis je Aktie unverwässert in EUR 2,72 0,02 2,74

Konsolidierung und Konsolidierungskreis

Im Konzernabschluss werden alle Tochterunternehmen voll konsolidiert, bei denen die INDUS-Gruppe mittelbar oder unmittelbar über die Möglichkeit verfügt, deren Finanz- und Geschäftspolitik zum Nutzen der INDUS-Gruppe zu bestimmen. Assoziierte Unternehmen, auf deren Finanz- und Geschäftspolitik ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann, werden nach der Equity-Methode einbezogen. Gesellschaften, die im Laufe des Geschäftsjahres erworben wurden, sind ab dem Zeitpunkt des Übergangs der Kontrolle über die Finanz- und Geschäftspolitik einbezogen. Gesellschaften, die abgehen, sind ab dem Zeitpunkt des wirtschaftlichen Übergangs nicht mehr einbezogen. Ab dem Zeitpunkt des Beschlusses zur Veräußerung werden die Gesellschaften als "zur Veräußerung gehalten" klassifiziert.

Anzahl der einbezogenen Unternehmen Inland Ausland Gesamt
Voll konsolidierte Tochterunternehmen
1. Januar 2007 98 18 116
Zugänge
Abgänge
3
3
2
1
5
4
1. Januar 2008 98 19 117
Zugänge
Abgänge
4
3
4
0
8
3
31. Dezember 2008 99 23 122
At equity bewertete Unternehmen
1. Januar 2007 1 3 4
Zugänge
Abgänge
0
0
0
1
0
1
1. Januar 2008 1 2 3
Zugänge
Abgänge
0
0
0
0
0
0
31. Dezember 2008 1 2 3

Vier andere assoziierte Unternehmen, die wegen ihrer geringen Größe oder wegen geringfügiger wirtschaftlicher Aktivität für den Konzernabschluss von untergeordneter Bedeutung sind, wurden gemäß IAS 39 (Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung) mit den fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt.

Abgänge an voll konsolidierten Tochterunternehmen resultieren aus Verschmelzung bzw. Anwachsung auf andere Gesellschaften. Diese Angaben enthalten am 31. Dezember 2008 35 Komplementär-GmbHs, die mit der zugehörigen KG eine Einheitsgesellschaft bilden (31. Dezember 2007: 36 Komplementär-GmbHs). Die wesentlichen operativen Gesellschaften sind im Anhang dargestellt. Die vollständige Anteilsbesitzliste wird beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers eingereicht.

Im Jahr 2008 wurde die SELZER Automotive LP, USA, aufgebaut, um den Kunden GETRAG Transmission Manufacturing LLC, USA, vor Ort mit Teilen beliefern zu können. Mit der Insolvenz dieses Kunden stellte die SELZER LP ihren Geschäftsbetrieb

88 KONZERNANHANG

ein. Aufgrund der eingestellten Geschäftstätigkeit wurde die SELZER LP nicht im Konzernabschluss konsolidiert. Alle bereits angefallenen Kosten sowie die noch bekannten Risiken sind im Abschluss der SELZER Fertigungstechnik GmbH & Co. KG berücksichtigt. Durch dieses Projekt ist der Konzernabschluss mit einmaligen Kosten in Höhe von 10.249 TEUR belastet. Dies führt im Wesentlichen zum Anstieg des sonstigen betrieblichen Aufwands (siehe [7]).

Unternehmenszusammenschlüsse

Mit Kaufvertrag vom 15. September 2008 hat die INDUS Holding AG 100 % der Anteile der Anneliese KÖSTER GmbH & Co. KG sowie deren Tochtergesellschaften übernommen. Die acht Gesellschaften wurden per Oktober 2008 erstmals in den Konzernabschluss einbezogen.

Weiterhin wurden in 2008 Anteile an bestehenden Mehrheitsbeteiligungen aufgestockt durch den Kauf von 10 % der Anteile der ASS Maschinenbau GmbH sowie 15 % der Anteile der SELZER Automotiva Ltda., Brasilien, über die INDUS-Tochter SELZER Fertigungstechnik GmbH & Co. KG. An der ASS Maschinenbau GmbH hält die INDUS nun 100 % der Anteile, an der SELZER Automotiva Ltda. 76,5 % der Anteile.

Die Anschaffungskosten aller Zugänge inklusive der erworbenen Minderheitsbeteiligungen betrugen 12.136 TEUR (Vorjahr: 30.830 TEUR). Die Kaufpreisfindung basiert auf einem standardisierten Unternehmensbewertungsmodell.

Angaben zur Erstkonsolidierung für das aktuelle Geschäftsjahr:

TEUR Buchwerte im
Zugangszeitpunkt
Mehrwerte aus
Erstkonsolidierung
Zugang
Konzernbilanz
Langfristige Vermögenswerte 1.412 4.974 6.386
Kurzfristige Vermögenswerte 8.968 789 9.757
Summe Vermögenswerte 10.380 5.763 16.143
Langfristige Schulden 791 22 813
Kurzfristige Schulden 3.777 442 4.219
Summe Schulden 4.568 464 5.032

Neuerwerbe 2008: KÖSTER-Gruppe

Die Anschaffungskosten inklusive Nebenkosten betrugen 11.111 TEUR und wurden in Barmitteln beglichen. Dabei wurden Finanzmittel in Höhe von 1.757 TEUR übernommen. Die langfristigen Vermögenswerte enthalten einen Goodwill von 1.798 TEUR. Der Goodwill repräsentiert nicht separierbare Werte, wie das Know-how der Belegschaft sowie positive Ertragserwartungen in der Zukunft. Zum Konzernabschluss trug die KÖSTER-Gruppe mit einem Umsatz von 5.407 TEUR und einem Ergebnis von –437 TEUR bei. Wäre die Erstkonsolidierung bereits zum 1. Januar 2008 erfolgt, wäre die KÖSTER-Gruppe mit einem Umsatz von 23.785 TEUR und einem Ergebnis von 1.989 TEUR in den Konzernabschluss eingegangen.

Die KÖSTER-Gruppe produziert am Stammsitz Ennepetal und in Tschechien als Systemanbieter Verbindungselemente für die Bolzenschweißtechnik inklusive der dazugehörigen Bolzenschweißmaschinen. Die Produkte genießen dank eines weltweiten Vertriebsnetzes in über 80 Ländern eine ausgezeichnete Marktstellung. Die KÖSTER-Gruppe ist dem Segment "Übrige Beteiligungen" zugeordnet.

Angaben zum Vorjahr:

Neuerwerbe 2007

TEUR Buchwerte im
Zugangszeitpunkt
Mehrwerte aus
Erstkonsolidierung
Zugang
Konzernbilanz
Langfristige Vermögenswerte 1.330 18.071 19.401
Kurzfristige Vermögenswerte 5.680 420 6.100
Summe Vermögenswerte 7.010 18.491 25.501
Langfristige Schulden 347 59 406
Kurzfristige Schulden 4.449 1.194 5.643
Summe Schulden 4.796 1.253 6.049

Das Umsatzvolumen aller erstmals konsolidierten Gesellschaften für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2007 würde 21,9 Mio. EUR betragen. Zum Konzernabschluss 2007 trugen diese Gesellschaften ein Umsatzvolumen von 21,7 Mio. EUR bei, davon entfielen 19,0 Mio. auf OBUK und auf TOMCAST 2,7 Mio. EUR.

Die Kaufpreisallokation der Neuerwerbe führte zu einem Goodwill von 16,0 Mio. EUR. Davon entfielen in 2007 auf das Segment Bauindustrie 15,7 Mio. EUR und auf das Segment Übrige Beteiligungen 0,3 Mio. EUR.

Unternehmensabgänge

Die Beteiligung an der MAPOTRIX Dehnfugen GmbH & Co. KG wurde zum 1. Januar 2007 veräußert. Die Gesellschaft wurde im Rahmen eines Management-Buy-outs (MBO) von dem langjährigen Geschäftsführer erworben.

Im Geschäftsjahr 2008 hat die INDUS entschieden, das operative Geschäft der NEUTRASOFT GmbH & Co. KG zu veräußern. Dazu wurden wesentliche Teile des Vermögens und der Schulden der NEUTRASOFT GmbH & Co. KG auf eine neue Gesellschaft übertragen; diese Werte werden dementsprechend als zu veräußernde Aktiva und Passiva ausgewiesen. Die zu veräußernde Gesellschaft firmiert als WILKEN NEUTRASOFT GmbH und wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2009 an die WILKEN-Gruppe, Ulm, verkauft.

Die Gewinn- und Verlustrechnung des Vorjahres wurde angepasst. Die Details können der vorgenannten Überleitungsrechnung entnommen werden (siehe: Anpassung der Vorjahreszahlen).

90 KONZERNANHANG

Die Erlöse und Aufwendungen der aufgegebenen Geschäftsbereiche betrugen in den Geschäftsjahren 2008 und 2007:

Angaben zu IFRS 5

2008 2007
13.428 15.171
– 16.012 – 15.727
– 2.584 – 556
– 30 – 26
– 2.614 – 582
465 153
– 2.149 – 429
665
– 2.149 236
– 79

Bei einem Verkaufserlös für die WILKEN NEUTRASOFT GmbH von 2.000 TEUR ergibt sich in 2009 voraussichtlich ein Ergebnis aus Entkonsolidierung von 1.565 TEUR.

Umgliederungen von Bilanzpositionen in die Kategorie "zum Verkauf stehende Aktiva" bzw. Passiva sind der folgenden Aufstellung zu entnehmen. Der Buchwert des Goodwills in den Umgliederungen betrug 0 TEUR.

TEUR 2008 2007
Langfristige Vermögenswerte 630
Kurzfristige Vermögenswerte 226
Summe Vermögenswerte 856
Langfristige Schulden
Kurzfristige Schulden 715
Summe Schulden 715

Call- und Put-Rechte

Bezüglich der Minderheitsanteile an voll konsolidierten Gesellschaften existieren Call- und Put-Optionen. In allen wesentlichen Fällen existieren Kaufpreismodelle, die unter Berücksichtigung der gesellschaftsspezifischen Risikostruktur eine objektivierte Bewertung der Anteile zulassen, die einen Austausch der Minderheitsanteile zum Fair Value gewährleistet. Die Ausübung der Rechte ist in der Regel durch beide Vertragsparteien möglich. In einigen Fällen existieren Regelungen zum erstmaligen Ausübungszeitpunkt der Call- oder Put-Option.

Erläuterungen zur Konzern Gewinn- und Verlustrechnung

[1] Umsatzerlöse

In den Umsatzerlösen enthalten sind Erlöse für Dienstleistungen von 4.914 TEUR (Vorjahr: 4.665 TEUR) sowie Nutzungsentgelte von 232 TEUR (Vorjahr: 261 TEUR). Weiterhin sind in den Umsatzerlösen 59.880 TEUR Umsätze aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen enthalten (Vorjahr: 41.093 TEUR). Die Steigerung der Umsatzerlöse um 13.398 TEUR resultiert zu 5.407 TEUR aus der erstmaligen Konsolidierung von Gesellschaften im Jahr 2008. Im Jahr 2007 wurden –14.744 TEUR an Umsatzerlösen umgegliedert in das Ergebnis aufgegebener Geschäftsbereiche. Im Jahr 2008 verringerte sich durch die Umgliederung nach IFRS 5 der Umsatz von 941.857 TEUR um 13.428 TEUR auf 928.429 TEUR.

Eine erweiterte Darstellung der Umsatzerlöse findet sich im Bereich der Segmentberichterstattung.

[2] Sonstige betriebliche Erträge

TEUR 2008 2007
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 1.876 2.000
Erträge aus der Währungsumrechnung 1.647 1.319
Auflösung von Wertberichtigungen 1.328 971
Ertragszuschüsse/Auflösung passivischer
Abgrenzung
781 702
Erträge aus Anlagenabgängen 747 534
Versicherungsentschädigungen für Abgänge
im Sachanlagevermögen
679 639
Übrige sonstige betriebliche Erträge 7.178 8.365
Summe 14.236 14.530

Den Erträgen aus Währungsumrechnung stehen Aufwendungen in Höhe von –3.692 TEUR gegenüber (Vorjahr: –2.728 TEUR). Der Betrag der Währungsumrechnungsdifferenzen, die im Ergebnis erfasst sind, beträgt somit –2.045 TEUR (Vorjahr: –1.409 TEUR).

[3] Aktivierte Eigenleistungen

Summe 4.543 5.081
Aktivierte Eigenleistungen nach IAS 38 2.375 2.225
Andere aktivierte Eigenleistungen 2.168 2.856
TEUR 2008 2007

Weiterhin wurden Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen in Höhe von 7.609 TEUR im Periodenaufwand erfasst (Vorjahr: 7.757 TEUR).

92 KONZERNANHANG

Bestandsveränderung

TEUR 2008 2007
Unfertige Erzeugnisse 3.413 5.137
Fertige Erzeugnisse 4.604 – 5.371
Summe 8.017 – 234

[4] Materialaufwand

TEUR 2008 2007
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren – 393.624 – 388.626
Bezogene Leistungen – 50.056 – 44.406
Summe – 443.680 – 433.032

[5] Personalaufwand

Summe – 245.416 – 236.922
Aufwendungen für Altersversorgung – 2.048 – 2.002
Soziale Abgaben – 37.191 – 36.571
Löhne und Gehälter – 206.177 – 198.349
TEUR 2008 2007

Der Personalaufwand enthält nicht den Zinsanteil der Zuführung zu den Pensionsrückstellungen. Dieser ist mit –845 TEUR im Zinsergebnis verarbeitet (Vorjahr: –768 TEUR).

[6] Abschreibungen

TEUR 2008 2007
Abschreibungen auf Sachanlagen und
immaterielle Vermögenswerte
– 33.086 – 32.453
Planmäßige Abschreibungen auf
Mehrwerte im Konzern
– 7.125 – 8.232
Außerplanmäßige Abschreibungen aus
Erstkonsolidierung
– 6.801
Summe – 47.012 – 40.685

Die außerplanmäßigen Abschreibungen aus Erstkonsolidierung betreffen Goodwill-Abschreibungen infolge gesunkener Ertragskraft von Geschäftsbereichen. Goodwill-Abschreibungen wurden bei Geschäftsbereichen vorgenommen, bei denen der Nutzungswert kleiner war als der Buchwert. Der Aufriss der außerplanmäßigen Abschreibung aus Erstkonsolidierung nach Segmenten erfolgt im Segmentbericht. Weiterhin wurden an außerplanmäßigen Abschreibungen im Sachanlagevermögen 658 TEUR verbucht (Vorjahr: 309 TEUR), bei immateriellen Vermögenswerten 0 TEUR (Vorjahr: 3 TEUR).

[7] Sonstiger betrieblicher Aufwand

TEUR 2008 2007
Betriebsaufwendungen – 42.921 – 43.394
Vertriebsaufwendungen – 50.384 – 49.323
Verwaltungsaufwendungen – 23.939 – 22.935
Übrige Aufwendungen – 15.682 – 7.275
Summe – 132.926 – 122.927

[8] Finanzergebnis

TEUR 2008 2007
Abschreibungen auf Finanzanlagen – 191 – 48
Erträge Finanzanlagen 454 416
Summe 263 368

[9] Zinsergebnis

TEUR 2008 2007
Zinsen und ähnliche Erträge 3.951 3.584
Zinsen und ähnliche Aufwendungen – 31.212 – 29.436
= Zinsen operatives Geschäft – 27.261 – 25.852
Zinsen IFRS: Marktwerte Zinsswaps – 3.617 2.049
Zinsen IFRS: Minderheitsanteile 413 – 1.194
= Zinsen IFRS – 3.204 855
Summe – 30.465 – 24.997

Obwohl bei einigen Zinsderivaten wirtschaftlich betrachtet eine hochgradig wirksame Sicherungsbeziehung existiert, werden diese aus rein formalen Gründen nicht als Sicherungsbeziehung bilanziert. In der Folge wird die Veränderung der Marktwerte dieser Zinsderivate ergebniswirksam in der Position "Zinsen IFRS: Marktwerte Zinsswaps" angepasst.

Die Position "Zinsen IFRS: Minderheitsanteile" beinhaltet die Nachsteuerergebnisse, die konzernfremden Gesellschaftern von Personengesellschaften zustehen. Aufgrund der prinzipiellen Kündbarkeit von Gesellschaftsanteilen an Personengesellschaften durch die Minderheitsgesellschafter wird deren Kapitalanteil unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen und die damit zusammenhängenden Veränderungen als Verzinsung dieser Position dargestellt.

[10] Steuern

TEUR 2008 2007
Aperiodische Steuern – 1.723 – 281
Laufende Steuern – 22.575 – 28.316
Latente Steuern – 1.923 1.894
Summe – 26.221 – 26.703

Der Ertrag aus latenten Steuern im Jahr 2007 ist durch die mit der Steuerreform 2008 verbundene Änderung der Steuersätze begründet. Die aperiodischen Steuern in 2008 resultieren aus Betriebsprüfungen.

Steuerliche Besonderheiten

Das Geschäftsmodell der INDUS Holding AG beruht auf der Bündelung mittelständischer Nischenanbieter, die eine führende Position in ihrem jeweiligen Markt besitzen. Synergien spielen beim Erwerb eine untergeordnete Rolle. Jede Gesellschaft steht eigenständig für ihren Erfolg ein, bedarfsweise unterstützt durch Ressourcen der Holding.

Erworben werden insbesondere deutsche Personengesellschaften. Der Erwerb einer Personengesellschaft führt zu folgenden steuerlichen Konsequenzen:

Die Mehrwerte aus der steuerlichen Kaufpreisallokation sind in Form von Abschreibungen aus Ergänzungsbilanzen, verteilt auf die jeweilige Nutzungsdauer, abzugsfähig. Dies führt zu einer um die Abschreibungen geminderten steuerlichen Bemessungsgrundlage und kann auch bei ertragsstarken Gesellschaften dazu führen, dass ein steuerlicher Verlust mit entsprechenden Steuerersparnissen – Gewerbesteuer bei der Personengesellschaft und Körperschaftsteuer bei der INDUS Holding – entsteht. Positive Ergebniseffekte entstehen durch die Bilanzierung von latenten Steuern nach dem bilanzorientierten Temporary-Konzept nach IFRS nicht mehr. Eine Aktivierung von latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge erfolgt im Konzern nur, wenn eine Realisierung in einem 5-Jahres-Planungszeitraum wahrscheinlich möglich ist.

Gewerbesteuer fällt auf Ebene der Personengesellschaft an. Eine Ergebnisverrechnung steuerlicher Gewinne und Verluste für die Gewerbesteuer ist zwischen Personengesellschaften nicht möglich. Die steuerlichen Ergebnisse nach Gewerbesteuer werden der INDUS Holding AG zugerechnet und in Summe der Körperschaftsteuer unterworfen. Steuerliche Organschaftsverträge mit Kapitalgesellschaften existieren nicht für die operativen Gesellschaften. Dies drückt sich in der Position "keine Ergebnisverrechnung aufgrund eigenständiger Tochtergesellschaften" aus.

Die Holding übernimmt gemäß der Unternehmensphilosophie die Finanzierungsfunktion für alle Gesellschaften. Der Finanzierungsaufwand des Konzerns fällt zum ganz überwiegenden Teil in der AG an. Die Finanzierungsaufwendungen für Kapitalgesellschaften sind bei der AG steuerlich abzugsfähig, während Ausschüttungen steuerfrei sind. In der Folge entstehen in der Regel bei der AG gewerbesteuerliche Verluste, die die Steuerquote im Konzern erhöhen.

Überleitung vom erwarteten zum tatsächlichen Steueraufwand

TEUR 2008 2007
Ergebnis vor Ertragsteuern 56.675 77.409
Erwarteter Steueraufwand* 28,8 % 16.322 29.261
Überleitung
Abschreibung von Goodwill 1.959
Aktivierung oder Wertberichtigung
von Verlustvorträgen latenter Steuern
1.496 – 969
Aperiodische Steuern 1.723 281
Equity-Bewertung von
assoziierten Unternehmen
– 198 – 452
Struktureffekte aus:
– abweichenden lokalen Steuersätzen
– abweichenden nationalen Steuersätzen
– 209
– 285
– 198
129
Gewerbesteuerliche Verluste INDUS Holding AG 40 823
Keine Ergebnisverrechnung aufgrund
eigenständiger Tochtergesellschaften
1.507 704
Ausländische Quellensteuer auf
steuerfreie Dividenden
13
Auswirkung der Zinsschranke bei der
INDUS AG
1.572
Sonstige nicht abzugsfähige Aufwendungen
oder steuerfreie Erträge
3.102 2.941
Nutzung tatsächlicher steuerlicher
Verlustvorträge
– 821 – 1.064
Änderung inländischer Steuersätze – 4.753
Tatsächlicher Steueraufwand 26.221 26.703
in % vom Ergebnis 46,3 34,5

* Vorjahr: 37,8 %

Bei einem Körperschaftsteuersatz von 15 % errechnet sich für inländische Unternehmen unter Berücksichtigung eines durchschnittlichen Gewerbesteuer-Hebesatzes von 370 % sowie des Solidaritätszuschlags von 5,5 % ein Ertragsteuersatz von 28,8 %.

[11] Ergebnis aufgegebener Geschäftsbereiche

Das Ergebnis aufgegebener Geschäftsbereiche enthält im aktuellen Jahr und im Vorjahr das Nachsteuerergebnis der NEUTRASOFT GmbH & Co. KG. In 2007 ist außerdem das Nachsteuerergebnis der MAPOTRIX Dehnfugen GmbH & Co. KG hierin enthalten.

[12] Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie beträgt 1,63 EUR je Aktie (Vorjahr: 2,74 EUR je Aktie). Die gewichtete durchschnittliche Anzahl der Aktien betrug in 2008 18.370.033 Stück (Vorjahr 18.154.180 Stück). Zu weiteren Details verweisen wir auf Textziffer [19].

Das zugrunde gelegte Ergebnis ermittelt sich aus dem Ergebnis der INDUS-Aktionäre, bereinigt um das Ergebnis der aufgegebenen Geschäftsbereiche. Die Einbeziehung des Ergebnisses der aufgegebenen Geschäftsbereiche in die Berechnungsgrundlage reduziert das Ergebnis je Aktie für 2008 um 0,12 EUR je Aktie und erhöht das Ergebnis für 2007 um 0,01 EUR je Aktie.

Erläuterungen zur Konzernbilanz

[13] Entwicklung des immateriellen und des Sachanlagevermögens

Anschaffungs-/ Verände
Herstellungskosten 2008 Anfangs- rung Kon- End
bestand solidie- Um- Währungs- bestand
TEUR 1.1. 2008 rungskreis Zugang Abgang buchung differenz 31.12. 2008
Geschäftswert/Goodwill 325.179 125 413 325.717
Aktivierte Entwicklungskosten 8.221 2.375 10.596
Schutzrechte, Konzessionen, sonstige
immaterielle Vermögenswerte 92.465 – 8.535 2.319 448 85.801
Summe immaterielle Vermögenswerte 100.686 – 8.535 4.694 448 96.397
Grundstücke und Gebäude 152.686 2.708 3.437 9 631 159.453
Technische Anlagen und Maschinen 258.828 693 21.166 8.326 4.936 277.297
Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung 91.521 – 1.685 10.115 4.402 181 95.730
Geleistete Anzahlungen und Anlagen
im Bau 6.988 – 7 10.148 860 – 5.748 – 38 10.483
Summe Sachanlagen 510.023 1.709 44.866 13.597 – 38 542.963
Anschaffungs-/
Herstellungskosten 2007
Anfangs- Verände
rung Kon-
End
bestand solidie- Um- Währungs- bestand
TEUR 1.1. 2007 rungskreis Zugang Abgang buchung differenz 31.12. 2007
Geschäftswert/Goodwill 302.768 15.950 6.478 17 325.179
Aktivierte Entwicklungskosten 6.251 2.225 255 8.221
Schutzrechte, Konzessionen, sonstige
immaterielle Vermögenswerte 90.885 282 2.637 1.332 – 7 92.465
Summe immaterielle Vermögenswerte 97.136 282 4.862 1.587 – 7 100.686
Grundstücke und Gebäude 143.266 9 7.810 1.262 2.863 152.686
Technische Anlagen und Maschinen 235.950 2.153 21.022 3.016 2.719 258.828
Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung 83.893 616 9.978 3.562 596 91.521
Geleistete Anzahlungen und Anlagen
im Bau 4.886 8.373 100 – 6.171 6.988
Summe Sachanlagen 467.995 2.778 47.183 7.940 7 510.023
Abschreibungen 2008 Verände
Anfangs- rung Kon- Abgang End
bestand solidie- Wert- und Um- Währungs- bestand
TEUR 1.1. 2008 rungskreis Zugang aufholung buchung differenz 31.12. 2008
Geschäftswert/Goodwill 39.573 – 1.673 6.801 44.701
Aktivierte Entwicklungskosten 965 870 1.835
Schutzrechte, Konzessionen, sonstige
immaterielle Vermögenswerte 81.574 – 8.931 4.924 364 – 1 77.202
Summe immaterielle Vermögenswerte 82.539 – 8.931 5.794 364 – 1 79.037
Grundstücke und Gebäude 33.477 5.170 9 5 38.643
Technische Anlagen und Maschinen 173.337 20.792 7.186 102 187.045
Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung 63.828 – 1.767 8.455 3.896 – 8 66.612
Geleistete Anzahlungen und Anlagen
im Bau
Summe Sachanlagen 270.642 – 1.767 34.417 11.091 99 292.300
Abschreibungen 2007 Verände
Anfangs- rung Kon- Abgang End
bestand solidie- Wert- und Um- Währungs- bestand
TEUR 1.1. 2007 rungskreis Zugang aufholung buchung differenz 31.12. 2007
Geschäftswert/Goodwill 39.573 39.573
Aktivierte Entwicklungskosten 452 513 965
Schutzrechte, Konzessionen, sonstige
immaterielle Vermögenswerte 77.638 5.275 1.343 4 81.574
Summe immaterielle Vermögenswerte 78.090 5.788 1.343 4 82.539
Grundstücke und Gebäude 28.850 4.833 212 6 33.477
Technische Anlagen und Maschinen 155.067 – 56 20.603 2.609 332 173.337
Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung 57.287 – 34 9.461 2.871 – 15 63.828
Geleistete Anzahlungen und Anlagen
im Bau
Summe Sachanlagen 241.204 – 90 34.897 5.692 323 270.642

Die immateriellen Wirtschaftsgüter haben bestimmbare Nutzungsdauern.

Die Veränderung des Konsolidierungskreises betrifft die Zugänge nach IFRS 3 und die Abgänge nach IFRS 5. Darin enthalten sind Umgliederungen nach IFRS 5: Firmenwert (Anschaffungskosten: 1.673 TEUR, Abschreibung: 1.673 TEUR, Restbuchwert: 0 TEUR), immaterielle Vermögenswerte (Anschaffungskosten: 9.295 TEUR, Abschreibung: 8.931 TEUR, Restbuchwert: 364 TEUR) sowie Sachanlagen (Anschaffungskosten: 2.033 TEUR, Abschreibung: 1.767 TEUR, Restbuchwert: 266 TEUR).

Die Restbuchwerte des Anlagevermögens entwickelten sich wie folgt:

TEUR 31.12. 2008 1.1. 2008 1.1. 2007
Geschäftswert/Goodwill 281.016 285.606 263.195
Aktivierte Entwicklungskosten 8.761 7.256 5.799
Schutzrechte, Konzessionen, sonstige
immaterielle Vermögenswerte
8.599 10.891 13.247
Summe immaterielle
Vermögenswerte
17.360 18.147 19.046
Grundstücke und Gebäude 120.810 119.209 114.416
Technische Anlagen und Maschinen 90.252 85.491 80.883
Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
29.118 27.693 26.606
Geleistete Anzahlungen und
Anlagen im Bau
10.483 6.988 4.886
Summe Sachanlagen 250.663 239.381 226.791

[14] Finanzanlagen und at equity bewertete Anteile

TEUR 2008 2007
Andere Beteiligungen 243 173
Sonstige Ausleihungen 7.947 7.680
At equity bewertete Anteile 4.663 4.657
Summe 12.853 12.510

Die Ausleihungen betreffen selbst ausgereichte Darlehen, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden. Die Ausleihungen werden teilweise unverzinslich, überwiegend mit fristadäquaten Zinssätzen und mit langfristiger Zinsbindung abgerechnet. Leistungsstörungen traten in beiden Geschäftsjahren nicht auf.

Weitere Angaben zu assoziierten Unternehmen enthält die folgende Übersicht:

KONZERNANHANG

Assoziierte Unternehmen

2008 2007
2.857 2.857
686 1.196
8.514 9.657
3.888 5.084
4.626 4.573
27.248 31.224
1.857 2.352
1.030 1.039
2.187 2.067
1.344 1.955

[15] Sonstige Vermögenswerte

TEUR 2008 2007
Übrige Steuererstattungsansprüche 3.692 2.243
Abgrenzung periodenfremder Zahlungen 1.850 2.378
Deckungskapital Rückdeckungsversicherung 2.423 1.747
Darlehen und andere Forderungen 728 860
Positive Marktwerte von Derivaten 842 1.964
Übrige Vermögenswerte 3.593 3.359
Summe 13.128 12.551
– davon kurzfristig
– davon langfristig
9.960
3.168
10.442
2.109

[16] Laufende Ertragsteuern

Die aktiven laufenden Ertragsteuern sind zu 632 TEUR langfristig (Vorjahr: 725 TEUR) und resultieren im Wesentlichen aus aktivierten Körperschaftsteuerguthaben. Von den passiven laufenden Ertragsteuern entfallen 4.487 TEUR auf Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern (Vorjahr: 372 TEUR) und 8.567 TEUR auf Rückstellungen für Ertragsteuern (Vorjahr: 10.011 TEUR).

Die Herkunft der aktiven und passiven latenten Steuern nach Bilanzpositionen wird im Folgenden erläutert:

2008
TEUR Aktiv Passiv Saldo
Goodwill Personengesellschaften 1.351 – 21.376 – 20.025
Immaterielle Vermögenswerte 932 – 1.906 – 974
Sachanlagen 2.964 – 1.659 1.305
Sonstige langfristige Aktiva 240 240
Forderungen und Vorräte 7.453 – 3.506 3.947
Sonstige kurzfristige Aktiva 150 150
Langfristige Rückstellung 787 – 74 713
Kurzfristige Passiva 3.413 – 6.312 – 2.899
Aktivierung von Verlustvorträgen 1.396 1.396
Saldierung in der Gesellschaft – 12.235 12.235
Saldierung im Konzern – 2.617 2.617
Latente Steuern 3.834 – 19.981 – 16.147
2007
TEUR Aktiv Passiv Saldo
Goodwill Personengesellschaften 1.559 – 20.969 – 19.410
Immaterielle Vermögenswerte 2.329 – 1.669 660
Sachanlagen 3.614 – 1.987 1.627
Sonstige langfristige Aktiva 240 – 2 238
Forderungen und Vorräte 5.611 – 2.273 3.338
Sonstige kurzfristige Aktiva 152 152
Langfristige Rückstellung 802 – 81 721
Kurzfristige Passiva 910 – 5.690 – 4.780
Aktivierung von Verlustvorträgen 2.893 2.893
Saldierung in der Gesellschaft – 12.230 12.230
Saldierung im Konzern – 1.736 1.736
Latente Steuern 4.144 – 18.705 – 14.561

102 KONZERNANHANG

Die Saldierung von aktiven und passiven latenten Steuern auf Gesellschaftsebene (gleiches Steuersubjekt) betrifft überwiegend die Forderungen, Vorräte und kurzfristigen Passiva, resultierend aus der Bilanzierung nach IAS 11 (Auftragsfertigung). Die Saldierung im Konzern (unterschiedliche Steuersubjekte) erfolgt bei Ertragsteuern, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden. Im Wesentlichen betrifft das die Körperschaftsteuer der INDUS Holding AG und ihrer deutschen Tochtergesellschaften in der Rechtsform der Kapitalgesellschaft.

Die passiven latenten Steuern resultieren überwiegend aus der Berechnung latenter Steuern auf den steuerlich abzugsfähigen Goodwill von Personengesellschaften. Zu steuerlichen Zwecken erfolgt bei Personengesellschaften eine IFRSähnliche Kaufpreisallokation, die entstehenden Mehrwerte – auch der steuerliche Goodwill – sind steuerlich abzugsfähig. Da der Goodwill nach IFRS nicht planmäßig abgeschrieben wird, sind nach den Voraussetzungen des IAS 12.21B in der Folge mit der Abschreibung des steuerlichen Goodwills latente Steuern zu bilden. Die latenten Steuern müssen bis zur Veräußerung der Gesellschaft bilanziert werden. Da INDUS Tochterunternehmen grundsätzlich dauerhaft hält, wird diese Position zukünftig permanent aufgebaut.

Die Veränderung des Saldos der latenten Steuern erfolgte mit –1.923 TEUR (Vorjahr: +1.894 TEUR) ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung und resultiert im Übrigen aus erfolgsneutralen Anpassungen der Bestände im Rahmen der Kapitalkonsolidierung und der Rücklage der Marktbewertung der Finanzinstrumente.

Aufgrund geringer Realisierungsmöglichkeit wurden aktive latente Steuern in Höhe von 1.445 TEUR nicht angesetzt (Vorjahr: 550 TEUR). Verlustvorträge in Höhe von 10.740 TEUR (Vorjahr: 22.200 TEUR) werden in einem Planungshorizont von 5 Jahren als realisierbar angesehen. Verlustvorträge in Höhe von zusammen 103.152 TEUR (Vorjahr: 89.475 TEUR), bei denen die Realisierungsmöglichkeit unwahrscheinlich ist, wurden nicht aktiviert. Es handelt sich zum ganz überwiegenden Teil um gewerbesteuerliche Verlustvorträge, resultierend aus den steuerlichen Besonderheiten der INDUS Holding AG, wie sie unter [10] erläutert wurden. Zukünftige potenzielle Realisierungsmöglichkeiten sind dementsprechend durch den dann geltenden Gewerbesteuersatz bestimmt. Größte Einzelposition ist der gewerbesteuerliche Verlustvortrag der Holding. Die Verwertung dieser Verlustvorträge unterliegt keinen zeitlichen Beschränkungen.

Unter Berücksichtigung der spezifischen Steuersätze ergeben sich bilanziell somit aktivierte Verlustvorträge in Höhe von 1.397 TEUR (Vorjahr: 2.893 TEUR). Die Ergebnisauswirkung hieraus beträgt –1.496 TEUR (Vorjahr: 969 TEUR).

Auf die im Eigenkapital ergebnisneutral gebildeten Positionen wurden im Geschäftsjahr 2008 latente Steuern in Höhe von 711 TEUR verbucht (Vorjahr: –118 TEUR).

[17] Forderungen

TEUR 2008 2007
Forderungen an Kunden 95.068 109.140
Zukünftige Forderungen aus kunden
spezifischen Fertigungsaufträgen
8.448 5.364
Forderungen an assoziierte Unternehmen 1.030 1.039
Summe 104.546 115.543

Im aktuellen Berichtsjahr sind 487 TEUR an Forderungen an Kunden aufgrund eines Zahlungsziels von mehr als einem Jahr in den langfristigen Vermögensgegenständen ausgewiesen.

Die zukünftigen Forderungen aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen sind in Höhe von 922 TEUR langfristig fällig (Vorjahr: 893 TEUR). Weitere Angaben zur Auftragsfertigung enthält die folgende Tabelle:

Auftragsfertigung

TEUR 2008 2007
Angefallene Kosten zuzüglich anteiliger Ergebnisse 27.250 21.724
Erhaltene Anzahlungen 21.915 19.520
Fertigungsaufträge mit aktivem Saldo 8.448 5.364
Fertigungsaufträge mit passivem Saldo 3.113 3.160
Eventualschulden 13.935 11.905

Die Fertigungsaufträge mit passivem Saldo werden unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Wesentliche Sicherheitseinbehalte existieren nicht.

Die Forderungen enthalten Wertberichtigungen in Höhe von 5.744 TEUR (Vorjahr: 4.337 TEUR). Die Entwicklung wird im Folgenden dargestellt:

TEUR 2008 2007
Stand Wertberichtigungen am 1. Januar 4.337 4.840
Währungsdifferenz 13 – 3
Veränderung Konsolidierungskreis 18 – 17
Zuführungen 3.491 1.908
Verbrauch – 700 – 1.388
Auflösungen – 1.415 – 1.003
Stand Wertberichtigungen am 31. Dezember 5.744 4.337

[18] Vorräte

Summe 172.047 161.351
Für Vorräte geleistete Anzahlungen 853 1.399
Fertige Erzeugnisse und Waren 65.593 60.680
Unfertige Erzeugnisse 44.864 40.552
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 60.737 58.720
TEUR 2008 2007

Die Buchwerte der Vorräte enthalten Abwertungen in Höhe von 10.069 TEUR (Vorjahr: 6.557 TEUR), davon 2.274 TEUR auf den beizulegenden Zeitwert (Vorjahr: 1.387 TEUR). Es wurden keine Vorräte als Sicherheiten für Verbindlichkeiten verpfändet.

[19] Eigenkapital

Gezeichnetes Kapital

Das Grundkapital beträgt zum Bilanzstichtag 47.762.086 EUR. Das Grundkapital ist eingeteilt in 18.370.033 nennwertlose Stückaktien. Die Aktien lauten auf den Inhaber und gewähren in der Hauptversammlung jeweils eine Stimme. Die Aktien sind in Düsseldorf und Frankfurt zum Geregelten Markt und in Berlin, Hamburg und Stuttgart zum Freiverkehr zugelassen. Die Gesellschaft ist im SDAX und CDAX gelistet.

Mit Schreiben vom 23. Juli 2007 hat der Mitgesellschafter der SELZER Fertigungstechnik GmbH & Co. KG sein Andienungsrecht hinsichtlich der Übertragung von Kommanditanteilen in Höhe von 15 % gegenüber der INDUS Holding Aktiengesellschaft wahrgenommen. Die Anteilsübertragung auf die INDUS Holding Aktiengesellschaft erfolgte im Wege der Sacheinlage mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. August 2007 zu einem Einlagewert von 9.975.000 EUR. Die zur Durchführung der Einbringung erforderliche Kapitalerhöhung wurde vom Vorstand am 14. November 2007 beschlossen, am 5. Dezember 2007 vom Aufsichtsrat genehmigt und am 26. März 2008 ins Handelsregister eingetragen. In dem Zusammenhang wurden 370.033 neue Aktien ausgegeben, die das gezeichnete Kapital um 962.086 EUR auf 47.762.086 EUR erhöhen. Der Differenzbetrag ist als Agio zur Einstellung in die Kapitalrücklage eingestellt worden.

Der Vorstand ist gemäß Punkt 4.3 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 30. Juni 2009 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bareinlagen einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 18.720.000 EUR zu erhöhen (Genehmigtes Kapital I). Den Aktionären ist bei der Kapitalerhöhung ein Bezugsrecht einzuräumen. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats Spitzenbeträge von dem Bezugsrecht der Aktionäre auszunehmen.

Der Vorstand ist gemäß Punkt 4.4 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 30. Juni 2009 mit Zustimmung des Aufsichtsrats zusätzlich um bis zu 3.717.914 EUR durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bareinlagen und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital II). Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats über den Ausschluss des Bezugsrechts zu entscheiden und die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung festzulegen. Die Ermächtigung zum Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre gilt jedoch nur mit der Maßgabe, dass auf die durch § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG angeordnete Begrenzung auf 10 % des Grundkapitals diejenigen Aktien anzurechnen sind, die in der Zeit vom 5. Juli 2004 bis zur Ausübung dieser Ermächtigung aufgrund einer Ermächtigung zur Veräußerung eigener Aktien seitens der Gesellschaft unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre veräußert sind.

Des Weiteren hat die Hauptversammlung vom 1. Juli 2008 die Gesellschaft ermächtigt, gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG bis zum 31. Dezember 2009 eigene Aktien bis zu einer Anzahl von 1.837.000 Stück, was einem Anteil von annähernd 10 % der derzeitigen Stückaktien und damit einem Anteil von annähernd 10 % des derzeitigen Grundkapitals entspricht, zu erwerben. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen sowie ein- oder mehrmals ausgeübt werden. Insgesamt dürfen jedoch nicht mehr als 10 % des Grundkapitals erworben werden, wobei andere Aktien der Gesellschaft, welche die Gesellschaft bereits erworben hat und besitzt, anzurechnen sind. Der Erwerb erfolgt über die Börse. Der Kaufpreis je Aktie darf den Durchschnitt der Schlusskurse der INDUS-Aktie an der Frankfurter Wertpapierbörse an den dem Erwerbsgeschäft vorangehenden fünf Börsenhandelstagen um nicht mehr als 5 % (ohne Erwerbsnebenkosten) übersteigen oder unterschreiten. Der Vorstand wird ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien über die Börse oder mit Zustimmung des Aufsichtsrats unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre auch in anderer Weise zu veräußern. Bei einer Veräußerung im Börsenhandel darf der Veräußerungspreis pro Aktie den durchschnittlichen Börsenschlusskurs an der Frankfurter Wertpapierbörse an den dem Veräußerungsgeschäft vorangehenden fünf Börsenhandelstagen um nicht mehr als 5% (ohne Veräußerungsnebenkosten) unterschreiten. Bei einer Veräußerung außerhalb des Börsenhandels darf der Veräußerungspreis die durchschnittlichen Börsenschlusskurse an der Frankfurter Wertpapierbörse an den fünf vorangegangenen Börsenhandelstagen vor der Abgabe des Veräußerungsangebotes um nicht mehr als 5 % (ohne Erwerbsnebenkosten) unterschreiten. Der Veräußerungspreis darf den rechnerischen Nennbetrag der Aktien nicht unterschreiten. Die Ermächtigung zum Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre gilt jedoch nur mit der Maßgabe, dass auf die durch § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG angeordnete Begrenzung auf 10 % des Grundkapitals diejenigen Aktien anzurechnen sind, die nach Schaffung des Genehmigten Kapitals II unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre veräußert worden sind. Der Vorstand wird ferner ermächtigt, die erworbenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats einzuziehen, ohne dass die Einziehung oder ihre Durchführung eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf.

106 KONZERNANHANG

Rücklagen und Konzernbilanzgewinn

Die Entwicklung der Rücklagen ist in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt und beinhaltet die Kapitalrücklage der INDUS Holding Aktiengesellschaft. Für den Bilanzstichtag ergibt sich eine Eigenkapitalquote von 26,0 % (Vorjahr: 25,1%).

Anteile anderer Gesellschafter

Die Anteile anderer Gesellschafter umfassen im Wesentlichen die Minderheitsanteile an den Kapitalgesellschaften WEIGAND Bau GmbH sowie der SELZER Automotiva Ltda. Die Anteile fremder Gesellschafter von Personengesellschaften wurden in die sonstigen Verbindlichkeiten umgegliedert [23]. Dies betrifft im Wesentlichen die SELZER Fertigungstechnik GmbH & Co. KG, die OBUK Haustürfüllungen GmbH & Co. KG und die Helmut RÜBSAMEN GmbH & Co. KG.

Gewinnverwendung

Der Vorstand wird der Hauptversammlung folgende Dividendenzahlung vorschlagen:

Zahlung einer Dividende von 0,80 EUR je Stückaktie. Dies entspricht bei 18.370.033 Aktien einer Zahlung von 14.696.026,40 EUR.

Der vollständige Gewinnverwendungsvorschlag ist separat veröffentlicht.

Kapitalmanagement

Die INDUS Holding AG steuert ihr Kapital mit dem Ziel, die Kapitalrendite zu erhöhen. In diesem Zusammenhang steht auch die fortlaufende Optimierung des Verhältnisses von Eigenkapital zum verzinslichem Gesamtkapital, bestehend aus verzinslichem Fremdkapital und Eigenkapital. Das verzinsliche Fremdkapital umfasst die Pensionsrückstellungen und die Finanzschulden, vermindert um die liquiden Mittel, und beträgt 454.627 TEUR (Vorjahr: 455.485 TEUR). Bezogen auf das eingesetzte verzinsliche Gesamtkapital steigt der Anteil des Eigenkapitals von 34,0 % in 2007 auf 35,2% in 2008.

Die INDUS Holding AG unterliegt keinen satzungsmäßigen Kapitalerfordernissen.

[20] Angaben zu Finanzschulden und zugeordneten Derivaten enthalten die folgenden Tabellen:

Angaben zu vertraglichen
Tilgungsvereinbarungen/
31.12. 2008
Buchwert
Rückzahlungsverpflichtung
Restlaufzeiten Berichts- über ein über
TEUR periode 1 Jahr bis 5 Jahre 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
– in Konzernwährung Euro 422.310 78.836 240.258 103.216
– in Schweizer Franken 23.709 1.575 20.220 1.914
– in übrigen Währungen 3.070 265 1.282 1.523
ABS-Finanzierung 44.665 44.665
Schuldscheindarlehen 32.500 22.500 10.000
Summe Finanzschulden 526.254 147.841 271.760 106.653
Derivate/Zinsswaps (Nennwerte) 282.111 115.428 110.180 56.503
Angaben zu vertraglichen
Tilgungsvereinbarungen/
1.1. 2008
Buchwert
Rückzahlungsverpflichtung
Restlaufzeiten
TEUR
Berichts-
periode
1 Jahr über ein
bis 5 Jahre
über
5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
– in Konzernwährung Euro 407.797 78.721 231.127 97.949
– in Schweizer Franken 25.183 3.261 19.901 2.021
– in übrigen Währungen 3.316 246 1.189 1.881
ABS-Finanzierung 46.682 46.682
Schuldscheindarlehen 35.000 2.500 30.000 2.500
Summe Finanzschulden 517.978 131.410 282.217 104.351
Derivate/Zinsswaps (Nennwerte) 260.393 33.282 177.529 49.582
TEUR Auf Basis
des Buch-
Nominal Finanzschulden Derivate: Zinsswaps
Restzins-
bindungsfrist
Risikoloser
Marktzins
werts ge-
wichteter
Zinssatz
volumen/
historische
AHK
Buchwert
zum
31.12. 2008
Buchwert
zum
31.12. 2007
Nennwert
zum
31.12. 2008
Nennwert
zum
31.12. 2007
< 1 Jahr 1,61% 5,06% 346.810 282.044 224.861 103.323 32.500
1 bis < 2 Jahre 1,83 % 5,89 % 70.705 41.601 47.676 10.546 113.579
2 bis < 3 Jahre 2,04 % 4,63 % 45.113 31.347 47.250 13.052 11.385
3 bis < 4 Jahre 2,26 % 4,91 % 63.766 38.073 34.104 5.832 9.775
4 bis < 5 Jahre 2,46 % 4,76 % 51.836 32.595 41.904 11.500 6.546
> 5 Jahre 3,28 % 5,23 % 118.660 100.594 122.183 137.858 86.608
Summe 696.890 526.254 517.978 282.111 260.393
Marktwerte der originären und
derivativen Finanzinstrumente
507.453 517.810 – 7.918 327

Im Rahmen der ABS-Finanzierung wurden zum Stichtag Forderungen in Höhe von 50.062 TEUR transferiert (Vorjahr: 52.917 TEUR), die wegen eines verbleibenden Ausfallrisikos nicht für eine Ausbuchung infrage kommen. In diesem Zusammenhang wurden Finanzierungen von 44.665 TEUR (Vorjahr: 46.682 TEUR) bilanziert, die im Konzernabschluss als besicherter Kredit eingestuft wurden.

Der Finanzmittelzufluss aus dem Forderungsverkauf wird in den Finanzschulden mit kurzfristiger Fälligkeit und Zinsanpassung ausgewiesen.

[21] Angaben nach IAS 19: Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung

TEUR 2008 2007 Abweichung
Veränderung
Konsolidie-
rungskreis
Übrige
Abwei
chung
Gewinn- und Verlustrechnung
Laufender Dienstzeitaufwand 230 243 – 13
Zinsaufwand 845 768 77
Erträge aus Planvermögen – 67 – 58 – 9
Erfasster versicherungsmathe
matischer Gewinn oder Verlust
– 20 – 16 – 4
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 40 40
Aufwand für DBO-Versorgungs
zusagen
1.028 977 51
+ Aufwand aus beitragsorientierten
Plänen
1.798 1.485 313
= GuV-Periodenaufwand für
Pensionszusagen
2.826 2.462 364
Abweichung
Veränderung
Übrige
Konsolidie- Abwei
TEUR 2008 2007 rungskreis chung
Bilanzansatz
Barwert der rückstellungsfinanzier
ten Versorgungsansprüche
16.211 14.910 842 459
Barwert der fondsfinanzierten
Versorgungsansprüche
1.565 1.587 – 22
DBO: Anwartschaftsbarwert der
Versorgungszusagen 17.776 16.497 842 437
Fondsvermögen zu Marktwerten – 1.565 – 1.587 22
Nettoverpflichtungen 16.211 14.910 842 459
Nicht erfasstes versicherungs
mathematisches Ergebnis – 47 214 – 261
Endbestand: Bilanzwert
zum 31. Dezember 16.164 15.124 842 198
Aufwendungen aus Pensions
verpflichtungen
1.028 977 51
Rentenzahlungen – 830 – 816 – 14
Veränderung Konsolidierungskreis 842 170
Anfangsbestand:
Bilanzwert zum 1. Januar 15.124 14.793
Zugrunde liegende Annahmen
Abzinsungsfaktor 5,25 % 5,25 %
Gehaltstrend 2,50 % 2,00 %
Rententrend 1,75 % 1,50 %
Erwartete Erträge aus Planvermögen 4,25 % 4,25 %

Der Zinsaufwand ist unter der Position Zinsergebnis erfasst. Die erwarteten Erträge aus Planvermögen entsprechen im Wesentlichen den tatsächlichen Erträgen. Die Veränderung des Konsolidierungskreises beruht in 2008 auf der erstmaligen Einbeziehung der KÖSTER & Co. GmbH.

Das Fondsvermögen besteht ausschließlich aus Rückdeckungsversicherungen. Die Entwicklung des Fondsvermögens stellt sich folgendermaßen dar:

110 KONZERNANHANG

Entwicklung des Planvermögens

TEUR 2008 2007
Vermögenswerte zum 1. Januar 1.587 1.375
Erwartete Erträge des Planvermögens 67 58
Laufende Beiträge durch den Arbeitgeber 50 64
Pensionszahlungen – 156 – 74
Umklassifizierung Altersversorgung
Veränderung des Konsolidierungskreises 195
Sonstiges 17 – 31
Vermögenswerte zum 31. Dezember 1.565 1.587

Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Entwicklung der Beträge für das laufende Jahr und die vier Vorjahre für Pensionsverpflichtungen, den beizulegenden Zeitwert des Planvermögens und die das Vermögen übersteigende Leistungsverpflichtung. Wesentliche erfahrungsbedingte Anpassungen von Pensionsverpflichtungen und Vermögenswerten, die nicht aus Änderung der versicherungsmathematischen Prämissen resultieren, existieren nicht.

Entwicklung der Eckzahlen

TEUR 2008 2007 2006 2005 2004
Pensionsverpflichtungen (DBO) 17.776 16.497 16.565 16.811 10.266
Fondsvermögen zu Marktwerten – 1.565 – 1.587 – 1.375 – 755 – 757
Leistungsverpflichtung 16.211 14.910 15.190 16.056 9.509
Nicht erfasstes versicherungs
mathematisches Ergebnis
– 47 214 – 397 –1.337 – 601
Endbestand: Bilanzwert
zum 31. Dezember
16.164 15.124 14.793 14.719 8.908

[22] Rückstellungen

Übrige Rückstellungen
Summe
8.556
31.286
142
– 66
5.427
22.669
672
2.295
10.955
30.199
34
124
13.588
36.579
Kosten der Belegschaft 11.138 – 252 8.796 348 8.426 52 10.220
Verpflichtungen aus Absatz
und Beschaffung
11.592 44 8.446 1.275 10.818 38 12.771
2008
TEUR
Anfangs-
bestand
1.1. 2008
Verände
rung
Konsolidie-
rungskreis
Verbrauch Auflösung Zuführung/
Neu-
bildung
Währungs-
differenz
End
bestand
31.12. 2008
2007 Anfangs- Verände
rung
Zuführung/ End
TEUR bestand
1.1. 2007
Konsolidie-
rungskreis
Verbrauch Auflösung Neu-
bildung
Währungs-
differenz
bestand
31.12. 2007
Verpflichtungen aus Absatz
und Beschaffung
10.074 348 7.650 970 9.799 – 9 11.592
Kosten der Belegschaft 11.529 162 8.262 609 8.333 – 15 11.138
Übrige Rückstellungen 10.972 22 4.622 876 3.089 – 29 8.556
Summe 32.575 532 20.534 2.455 21.221 – 53 31.286

Die Zuführung zu den Pensionsrückstellungen [21] enthält Aufzinsungen von 845 TEUR (Vorjahr: 768 TEUR). Weitere wesentliche Aufzinsungen existieren nicht. Die Verpflichtungen aus Absatz und Beschaffung enthalten Rückstellungen für Gewährleistungen aufgrund rechtlicher oder faktischer Verpflichtungen, Verpflichtungen für Kundenboni und Erlösschmälerungen sowie geschätzte Werte für erwartete Rechnungen. Die Kosten der Belegschaft werden gebildet für Zeitguthaben der Belegschaft, Jubiläen, Altersteilzeit, Abfindungen und ähnliche Verpflichtungen. Die übrigen Rückstellungen betreffen eine Vielzahl von möglichen Einzelrisiken, die hinsichtlich ihres wahrscheinlichen Eintritts bewertet wurden. Nennenswerte zu erwartende Erstattungen im Zusammenhang mit nach IAS 37 bilanzierten Verpflichtungen liegen nicht vor.

[23] Sonstige Verbindlichkeiten

TEUR 2008 Kurz-
fristig
Lang-
fristig
2007 Kurz-
fristig
Lang
fristig
Verbindlichkeiten gegen Fremdgesellschafter 7.401 7.401 18.674 18.674
Verbindlichkeiten aus dem Personalbereich 9.120 9.120 9.202 9.202
Sonstige Steuerverbindlichkeiten 8.828 8.828 8.214 8.214
Abgrenzung periodenfremder Zahlungen 6.254 2.638 3.616 7.347 2.646 4.701
Erhaltene Anzahlungen 4.096 4.096 5.765 5.765
Fertigungsaufträge mit passivem Saldo 3.113 3.113 3.160 3.160
Investitionszuschüsse 3.116 365 2.751 3.488 382 3.106
Derivative Finanzinstrumente 7.686 7.686 1.536 1.536
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 12.709 12.002 707 13.035 12.407 628
Summe 62.323 55.249 7.074 70.421 61.986 8.435

Bei Personengesellschaften, an denen Fremdgesellschafter beteiligt sind, wird deren Minderheitsanteil am Kapital (3.818 TEUR; Vorjahr: 4.887 TEUR) unter den Verbindlichkeiten gegen Fremdgesellschafter ausgewiesen.

Informationen zur Bedeutung von Finanzinstrumenten

Finanzinstrumente: Aktiva

TEUR 2008 Bewertet
nach
anderen
Standards*
Finanz-
instru-
mente
IFRS 7
2007 Bewertet
nach
anderen
Standards*
Finanz
instru
mente
IFRS 7
Finanzanlagen 8.190 8.190 7.853 7.853
Liquide Mittel 87.791 87.791 77.617 77.617
Forderungen 104.546 8.448 96.098 115.543 5.364 110.179
Sonstige Vermögenswerte 13.128 3.692 9.436 12.551 2.243 10.308
Summe 201.515 205.957

* IAS 11, IAS 12

Finanzinstrumente: Passiva

2008 Bewertet Finanz- 2007 Bewertet Finanz
nach instru- nach instru
anderen mente anderen mente
TEUR Standards* IFRS 7 Standards* IFRS 7
Finanzschulden 526.254 526.254 517.978 517.978
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 28.109 28.109 33.286 33.286
Sonstige Verbindlichkeiten 63.323 15.068 47.255 70.421 14.862 55.559
Summe 601.618 606.823

* IAS 11, IAS 12 und IAS 20

Finanzinstrumente nach Bewertungskategorien

2008 Netto
Buch- Markt- gewinne/
TEUR wert wert -verluste
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
bewertet
Zu Handelszwecken 842 842 842
Designiertes Instrument
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen
Kredite und Forderungen 200.430 200.700 – 2.628
Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente 243 243 228
Finanzinstrumente: Aktiva 201.515 201.785 – 1.558
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
bewertet
Zu Handelszwecken 7.686 7.686 – 3.617
Designiertes Instrument
Finanzielle Verbindlichkeiten zum Restbuchwert 593.932 574.828 – 2.067
Finanzinstrumente: Passiva 601.618 582.514 – 5.684

114 KONZERNANHANG

Finanzinstrumente nach Bewertungskategorien

2007 Netto
Buch- Markt- gewinne/
TEUR wert wert -verluste
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
bewertet
Zu Handelszwecken 1.964 1.964 * _
Designiertes Instrument
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen
Kredite und Forderungen 203.820 203.618 – 2.078
Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente 173 173
Finanzinstrumente: Aktiva 205.957 205.755 – 2.078
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
bewertet
Zu Handelszwecken 1.536 1.536 * 2.049
Designiertes Instrument
Finanzielle Verbindlichkeiten zum Restbuchwert 605.287 604.351 – 1.227
Finanzinstrumente: Passiva 606.823 605.887 822

* Nettogewinne und -verluste aus Derivaten werden passivisch ausgewiesen.

Die zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumente betreffen grundsätzlich langfristig gehaltene Finanzbeteiligungen, für die kein auf einem aktiven Markt notierter Preis vorliegt und deren beizulegender Zeitwert nicht verlässlich ermittelt werden kann. Diese werden nach IAS 39.46c mit Anschaffungskosten bewertet.

Nettogewinne und -verluste von Krediten und Forderungen sowie finanziellen Verbindlichkeiten zum Restbuchwert resultieren im Wesentlichen aus Wertberichtigungen (4.013 TEUR; Vorjahr: 2.506 TEUR), Erträgen aus Zahlungseingängen und Währungsumrechnungen. Nettogewinne und -verluste von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten entsprechen dem Ergebnis dieser Finanzbeteiligungen.

Nettogewinne und -verluste von erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten enthalten die Veränderung der Marktwerte von Zins- und Währungssicherungen, für die die formalen Voraussetzungen des Hedge Accounting nicht erfüllt sind.

Die Gesamtzinserträge und Gesamtzinsaufwendungen für Finanzinstrumente, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, betragen –26.416 TEUR (Vorjahr: –25.084 TEUR).

Art und Ausmaß von Risiken, die sich aus Finanzinstrumenten ergeben

Grundsätze des finanziellen Risikomanagements

Entsprechend der Philosophie der INDUS Holding AG wird die Finanzierung der Gesellschaften zentral gesteuert, während die Einschätzung und das Management der operativen Risiken in der Verantwortung der einzelnen Gesellschaften und ihrer Geschäftsführer liegen. Grundsätzlich werden die Risiken besichert, die Auswirkungen auf den Cashflow des Konzerns haben. Die Sicherung erfolgt durch originäre und derivative Finanzinstrumente, Letztere werden ausschließlich zu Sicherungszwecken abgeschlossen.

Risikomanagement und Finanzderivate

Die INDUS-Gruppe unterhält ein leistungsfähiges Risikomanagementsystem zur Früherkennung wirtschaftlicher Risiken, deren Schwerpunkt auf den substanziellen Problemstellungen eines diversifizierten Beteiligungsportfolios beruht. Darin eingebettet sind die spezifischen Fragestellungen des finanziellen Risikomanagements gemäß der Definition nach IFRS 7. Die Grundzüge der Finanzpolitik werden jährlich vom Vorstand festgelegt und vom Vorstand überwacht.

Liquiditätsrisiko

Die einzelnen Beteiligungen finanzieren sich grundsätzlich selbst aus ihren operativen Ergebnissen. Je nach Liquiditätssituation erfolgen Transfers zur INDUS Holding AG. Die AG verfügt über ausreichende liquide Mittel als strategische Reserve, die die Handlungsfähigkeit zu jedem Zeitpunkt sicherstellt. Die breit diversifizierte Fremdfinanzierung verhindert eine Abhängigkeit von einzelnen Kreditgebern. Durch vorhandene Liquidität und feste Finanzierungszusagen können sich bietende Chancen jederzeit wahrgenommen werden. Durch die langfristig angelegte Planung der Finanzierung und das bereits in der Vergangenheit erkannte und aufgelöste Klumpenrisiko bei der revolvierenden Neufinanzierung des bestehenden Finanzbedarfs ist das Finanzierungsrisiko begrenzt.

Unter Berücksichtigung der am Abschlussstichtag fixierten Konditionen für Finanzinstrumente wurden folgende Zahlungsmittelabflüsse ermittelt, die in die langfristig angelegte Finanzplanung der INDUS-Gruppe eingehen:

Zahlungsmittelabfluss

Summe Finanzinstrumente 249.042 327.991 120.291
Sonstige Verbindlichkeiten 47.198 4.323
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 28.109
Zinsderivate 2.732 4.089 927
Finanzschulden 171.003 319.579 119.364
TEUR 1 Jahr Über ein
bis 5 Jahre
Über
5 Jahre

Die Zahlungsströme bestehen aus Tilgungszahlungen und den entsprechenden Zinsen. Sie enthalten auch Zinszahlungen von Derivaten mit positivem Marktwert, die in einer wirtschaftlichen Sicherungsbeziehung zu den Finanzschulden stehen.

Ausfallrisiko

Im Finanzierungsbereich werden nur Kontrakte mit Kontrahenten erster Bonität abgeschlossen. Im operativen Bereich erfolgt eine dezentrale laufende Überwachung durch die Beteiligungen. Ausfallrisiken wird durch adäquate Wertberichtigungen Rechnung getragen. Das maximale Ausfallrisiko entspricht dem Bilanzansatz der selbst ausgereichten Kredite und Forderungen, bei Derivaten der Summe ihrer positiven Marktwerte.

Durch die Eigenständigkeit der Unternehmen der INDUS-Gruppe, die ihre Aktivitäten auf verschiedenen Märkten und mit unterschiedlichen Produkten entfalten, wird eine breite Streuung des unternehmerischen Risikos erreicht.

Eine Konzentration von Ausfallrisiken aus Geschäftsbeziehungen zu einzelnen Schuldnern ist nur im Segment Automobilindustrie, resultierend aus dessen oligopolistischer Abnehmerstruktur, festzustellen. Bezogen auf den Gesamtbestand der Forderungen gegen Kunden existieren an beiden Stichtagen ca. 10 Kunden mit einem Anteil von jeweils mehr als 1 %. In Summe vereinigen diese Kunden ca. 20 % des Forderungsbestandes auf sich. Das entspricht im Wesentlichen auch dem Umsatzanteil in den Geschäftsjahren 2007 und 2008 der 10 größten Kunden.

Am Bilanzstichtag bestehen wie im Vorjahr keine Forderungen an Kunden und assoziierte Unternehmen, die ohne neue Verhandlungen überfällig gewesen wären. Weiterhin bestehen Forderungen an Kunden und assoziierte Unternehmen, die überfällig sind, aber nicht einzeln wertberichtigt wurden. Im Laufzeitband bis drei Monate treten in der Regel keine wesentlichen Zahlungsausfälle ein, da die Überfälligkeiten überwiegend auf zeitlichen Buchungsunterschieden beruhen. Hinsichtlich des weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Bestandes an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen deuten am Abschlussstichtag keine Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden.

TEUR 2008 2007
Buchwert Bilanz* 96.514 110.179
+ darin enthaltene Wertberichtigungen 5.744 4.337
= Bruttowert der Forderungen
vor Wertberichtigung
102.258 114.516
Davon zum Abschlussstichtag
– weder wertgemindert noch überfällig
67.480 80.006
– nicht wertgemindert und in folgenden
Zeitbändern überfällig
– weniger als 3 Monate 23.110 26.529
– zwischen 3 und 6 Monaten 3.586 2.292
– zwischen 6 und 9 Monaten 646 528
– zwischen 9 und 12 Monaten 559 237
– mehr als 12 Monate 965 646

Forderungen an Kunden und assoziierte Unternehmen

* ohne Forderungen aus Fertigungsaufträgen nach IAS 11

Zinsrisiko

Die INDUS Holding AG sichert und koordiniert die Finanzierung und Liquidität aller Gesellschaften. Im Vordergrund steht die Finanzierung des langfristig ausgerichteten Beteiligungsportfolios. Dementsprechend wird mit dem Erwerb von Beteiligungen eine fristenadäquate Finanzierung abgeschlossen. Zum Einsatz gelangen festverzinsliche Finanzierungen oder variabel verzinsliche Finanzierungen, die per Zinsswaps in festverzinsliche Finanzierungen transferiert werden.

Änderungen der Zinssätze könnten Marktwert und Cashflow von Finanzinstrumenten beeinflussen. Die Berechnung dieser Auswirkungen erfolgt durch eine Sensitivitätsanalyse, bei der die relevanten Zinsstrukturkurven jeweils um 100 Basispunkte parallel verschoben werden. Die Auswirkungen werden ermittelt für die fixierten Konditionen des am Abschlussstichtag vorliegenden Bestands an Finanzinstrumenten.

Die Veränderung von Marktwerten hat Einfluss auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, abhängig von den Bewertungskategorien der zugrunde liegenden Finanzinstrumente. Mit Veränderung des Zinsniveaus um ±100 Basispunkte verändern sich die Marktwerte aller Finanzinstrumente um ca. ±16,5 Mio. EUR (Vorjahr: ±15,0 Mio. EUR) . Die Marktwerte der Zinsderivate verändern sich um ca. ±6,2 Mio. EUR (Vorjahr: ±5,0 Mio. EUR), davon würden aufgrund geschlossener Sicherungsbeziehungen ±2,6 Mio. EUR (Vorjahr: ±1,5 Mio. EUR) erfolgsneutral im Eigenkapital verarbeitet, die Auswirkung auf das Zinsergebnis würde ±3,6 Mio. EUR (Vorjahr: ±3,5 Mio. EUR) betragen. Die Auswirkungen auf Ergebnis und Eigenkapital kehren sich in Folgeperioden bis zur Endfälligkeit der Derivate um.

118 KONZERNANHANG

Da wirtschaftlich betrachtet die Zinsänderungsrisiken fast vollständig abgesichert sind, würden Veränderungen des Zinsniveaus bei variabel verzinslichen Finanzschulden und derivativen Finanzinstrumenten sich kompensieren. Wesentliche Auswirkungen auf den zukünftigen Cashflow existieren somit nicht.

Währungsrisiko

Die Währungsrisiken resultieren im Wesentlichen aus der operativen Tätigkeit der Konzernunternehmen sowie aus Finanztransaktionen zwischen den ausländischen Beteiligungsunternehmen und der jeweiligen Muttergesellschaft. Die Risikoanalyse erfolgt auf Nettobasis, die Absicherung entsprechend der unternehmerischen Eigenverantwortung fallweise durch die Beteiligungen. Als Instrumente werden Devisentermingeschäfte und geeignete Optionsgeschäfte eingesetzt.

Auswirkungen von Währungsrisiken auf die Darstellung der Vermögens-, Finanzund Ertragslage entstehen, wenn Finanzinstrumente in einer anderen Währung als der funktionalen Währung der jeweiligen Konzerngesellschaft notieren. Wechselkursbedingte Risiken aus der Umrechnung von Abschlüssen in die Konzernwährung bleiben unberücksichtigt. Da Währungssicherungen nicht formal als Sicherungsbeziehungen bilanziert werden, ergeben sich hieraus keine Auswirkungen auf die Rücklagen für Marktbewertungen von Finanzinstrumenten.

Unter der Annahme, dass am Abschlussstichtag die Umrechnungskurse aller Fremdwährungen gegenüber dem Euro um 10 % höher lägen, würde das Nettoergebnis aus der Währungsumrechnung um 4,0 Mio. EUR steigen (Vorjahr: 3,1 Mio. EUR). Hauptursache sind in Schweizer Franken aufgenommene Darlehen bei der INDUS Holding AG mit +2,8 Mio. EUR (Vorjahr: +2,9 Mio. EUR) sowie die Termingeschäfte in US Dollar mit +1,1 Mio. EUR (Vorjahr: –0,2 Mio. EUR).

Bilanzierung von Sicherungsgeschäften

Sicherungsmaßnahmen

Zu den Abschlussstichtagen liegen Währungssicherungen, fast ausschließlich auf USD, mit einem Nominalvolumen von 20,4 Mio. EUR vor. (Vorjahr: 3,4 Mio. EUR). Diese Sicherungskontrakte weisen in 2008 einen positiven Marktwert von 842 TEUR auf (Vorjahr: –231 TEUR).

Zinssicherungen existieren mit einem Nominalvolumen von 282 Mio. EUR (Vorjahr: 260 Mio. EUR). Die Marktwerte betragen –7.918 TEUR (Vorjahr: +327 TEUR). Weitere Details zu Fälligkeiten und Laufzeiten finden sich bei der Berichterstattung zu Finanzschulden.

Segmentberichterstattung

Primäres Berichtsformat: nach Geschäftsbereichen

2008 Bau- Maschinen- Automobil- Konsum- Übrige Be
TEUR industrie bau industrie güter teiligungen Summe
Umsatzerlöse 224.900 155.772 288.635 107.593 203.015 979.915
Innenumsätze – 8.279 – 2.466 – 15.037 – 9.347 – 16.357 – 51.486
Segmentumsatz mit Dritten 216.621 153.306 273.598 98.246 186.658 928.429
EBIT 24.141 15.475 16.780 14.086 16.658 87.140
Ergebnis aufgegebener Geschäftsbereiche (EBIT) – 2.584 – 2.584
Investitionen 5.657 3.498 25.605 6.888 14.627 56.275
– davon aus Änderungen des Konsolidierungskreises 6.301 6.301
– davon übrige Investitionen 5.657 3.498 25.605 6.888 8.325 49.973
Abschreibungen 5.344 5.076 22.655 6.172 7.765 47.012
– davon aus Erstkonsolidierung 1.444 211 3.545 21 1.904 7.125
– davon Impairment 3.301 3.500 6.801
Mitarbeiter 891 686 2.051 758 1.476 5.862
Segmentvermögen 198.863 117.459 303.497 128.345 195.930 944.094
Segmentschulden 141.860 79.401 235.021 87.764 146.078 690.124
Nicht zahlungswirksame Aufwendungen 1.108 187 2.303 251 1.035 4.884
At equity bewertete Gesellschaften
– Ergebnis 228 458 686
– Vermögen 1.216 3.447 4.663
2007*
TEUR
Bau-
industrie
Maschinen-
bau
Automobil-
industrie
Konsum-
güter
Übrige Be
teiligungen
Summe
Umsatzerlöse 229.890 154.226 287.613 104.488 177.735 953.952
Innenumsätze – 2.635 – 1.321 – 15.903 – 8.356 – 10.706 – 38.921
Segmentumsatz mit Dritten 227.255 152.905 271.710 96.132 167.029 915.031
EBIT 31.328 16.275 26.003 11.590 17.210 102.406
Ergebnis aufgegebener Geschäftsbereiche (EBIT) 572 – 463 109
Investitionen
– davon aus Änderungen des Konsolidierungskreises
– davon übrige Investitionen
22.952
18.933
4.019
3.182

3.182
31.812

31.812
8.094

8.094
11.764
347
11.417
77.804
19.280
58.524
Abschreibungen
– davon aus Erstkonsolidierung
– davon Impairment
5.179
1.773
2.930
338
18.730
3.754
5.999
131
7.847
2.236
40.685
8.232
Mitarbeiter 984 683 2.046 784 1.280 5.777
Segmentvermögen 202.154 122.328 303.982 128.087 170.299 926.850
Segmentschulden 151.216 85.634 229.206 91.545 129.199 686.800
Nicht zahlungswirksame Aufwendungen 827 345 1.051 371 925 3.519
At equity bewertete Gesellschaften
– Ergebnis
– Vermögen
673
1.144


523
3.513

1.196
4.657

* Vorjahreszahlen angepasst

Die Zuordnung der Gesellschaften auf die Segmente wird durch ihre Absatzmärkte bestimmt.

Sekundäres Berichtsformat: nach Regionen

2008
TEUR Deutschland Europa Rest der Welt Summe
Umsatzerlöse 590.432 209.737 179.746 979.915
Innenumsätze – 40.808 – 1.331 – 9.347 – 51.486
Segmentumsatz mit Dritten 549.624 208.406 170.399 928.429
Segmentvermögen 857.827 53.196 33.071 944.094
Investitionen in Sachanlagen und
immaterielle Vermögenswerte 50.829 2.465 2.981 56.275
2007
TEUR Deutschland Europa Rest der Welt Summe
Umsatzerlöse 589.297 210.264 154.391 953.952
Innenumsätze – 37.984 – 450 – 487 – 38.921
Segmentumsatz mit Dritten 551.313 209.814 153.904 915.031
Segmentvermögen 843.525 53.481 29.844 926.850

immaterielle Vermögenswerte 69.520 2.411 5.873 77.804

Die Regionalisierung des Umsatzes bezieht sich auf die Absatzmärkte. Die übrigen Angaben beziehen sich auf den Sitz der Gesellschaften. Eine weitere Differenzierung ist nicht sinnvoll, da sich der Sitz der Gesellschaften überwiegend in Deutschland befindet.

Die Verrechnungspreise zwischen den Segmenten beruhen auf Marktpreisen, soweit diese verlässlich bestimmbar sind, und werden im Übrigen nach der Kostenzuschlagsmethode ermittelt.

Investitionen in Sachanlagen und

Sonstige Angaben

Haftungsverhältnisse aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen sind gesondert im Bereich Forderungen und Vorräte aufgeführt. Gestellte Sicherheiten für Finanzschulden sind in der folgenden Tabelle dargestellt.

Haftungsverhältnisse

TEUR 2008 2007
Verbindlichkeiten aus der Begebung
und Übertragung von Wechseln
50

Verpfändete Vermögenswerte

Sonstige Sicherungen
Summe Sicherungen
50.605
83.467
55.656
78.578
Grundschulden 32.862 22.922
TEUR 2008 2007

Die sonstigen Sicherheiten beinhalten neben sicherungsübereigneten Sachanlagen verpfändete Forderungen als Basis der kurzfristigen, rollierenden ABS-Finanzierung in Höhe von 50.062 TEUR (Vorjahr: 52.917 TEUR).

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Operating-Leasing-Verträgen werden mit der Summe der Beträge ausgewiesen, die bis zum frühesten Kündigungstermin anfallen:

Fälligkeit

Summe 81.837 83.634
Über 5 Jahre 45.125 46.749
Zwischen 1 und 5 Jahren 25.954 25.437
Bis 1 Jahr 10.758 11.448
TEUR 2008 2007

Daneben bestehen Verpflichtungen aus möglichen Kaufpreiszahlungen in Höhe von 16.544 TEUR, die sich bei der Ausübung von Optionsrechten durch Minderheitsgesellschafter zum wahrscheinlichen Ausübungszeitpunkt ergeben würden (Vorjahr: 29.759 TEUR).

122 KONZERNANHANG

Die Verpflichtungen aus dem Bestellobligo für das Anlagevermögen belaufen sich auf 5.505 TEUR (Vorjahr: 6.605 TEUR), davon für Sachanlagen 5.397 TEUR (Vorjahr: 6.538 TEUR) und für immaterielle Vermögenswerte auf 108 TEUR (Vorjahr: 67 TEUR).

Immobilienleasingverträge werden mit Mietanpassungsklauseln, die auf der Entwicklung von Preisindizes beruhen, abgeschlossen. Die Verträge beinhalten regelmäßig Kaufoptionen. Der Ausübungspreis der Option am Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses liegt erwartungsgemäß nicht deutlich niedriger als der Marktwert.

Die Leasingzahlungen des aktuellen Jahres betrugen 12.044 TEUR (Vorjahr: 12.275 TEUR).

Mitarbeiter

Im Durchschnitt des Geschäftsjahres 2008 2007
Gewerbliche 3.847 3.869
Angestellte 2.015 1.908
Gesamt 5.862 5.777

Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen und nahestehende Personen

Entsprechend der Struktur der INDUS-Gruppe zählen zu den Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen der Aufsichtsrat (7 Mitglieder in 2008 und 8 Mitglieder in 2007), der Vorstand der INDUS Holding AG (2008: 4 Personen, Vorjahr: 4 Personen) sowie die Geschäftsführer/Vorstände der operativen Einheiten (2008: 62 Personen, Vorjahr: 56 Personen). In 2008 besitzen 4 Geschäftsführer Minderheitsanteile an der entsprechenden Gesellschaft (Vorjahr: 5). Diese Ergebnisbestandteile sind im Anteil von Minderheitsgesellschaftern am Ergebnis enthalten.

Anteilsbasierte Vergütungen im Sinne des IFRS 2, insbesondere in Form von Aktienoptionsplänen, existieren nicht. Bilanzierungspflichtige Pensionszusagen der INDUS Holding AG für Mitglieder des Vorstands existieren nicht. Im Rahmen eines beitragsorientierten Versorgungsplans für Mitglieder des Vorstands wurden im Geschäftsjahr Beiträge von 54 TEUR geleistet (Vorjahr: 154 TEUR).

Übersicht Vergütungen

492 492
11.336 361 10.859 116
1.798 1.798
Aufwand
der Periode
Davon
Abfindung
Davon
Gehälter
Davon
Pensionen
227 227
2007
TEUR
Aufwand
der Periode
Davon
Abfindung
Davon
Gehälter
Davon
Pensionen
INDUS Holding AG
– Aufsichtsrat 233 233
– Vorstand 2.113 2.113
Tochterunternehmen
– Geschäftsführer 10.959 10.902 57
– Familienmitglieder 594 592 2
Summe 13.899 13.840 59

In 2008 waren 9 Familienmitglieder von Gesellschaftern oder Geschäftsführern in den operativen Beteiligungsgesellschaften beschäftigt (Vorjahr: 11 Personen).

Vergütungen des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat tagte in 2008 vier Mal und in 2007 sechs Mal. Für diese Tätigkeit erhält jedes Aufsichtsratsmitglied den Ersatz der Auslagen sowie eine Grundvergütung in Höhe von 10 TEUR und eine variable Vergütung in Abhängigkeit von der Höhe der Dividende. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält das Doppelte, der Stellvertreter das 1,5-Fache der fixen und variablen Vergütung. Die variable Vergütung betrug 2008 154 TEUR (Vorjahr 158 TEUR).

Vergütungen des Vorstands

Der variable Anteil der Gesamtbezüge des Vorstands ist erfolgsbezogen und bemisst sich nach dem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit der INDUS Holding AG. Der erfolgsabhängige Anteil des Gehalts betrug 537 TEUR (Vorjahr: 768 TEUR).

Sonstige Beziehungen

Ehemalige Vorstände erhielten 150 TEUR für Beratungsleistungen (Vorjahr: 101 TEUR) sowie sonstige Bezüge in Höhe von 49 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR). An Mitglieder des Aufsichtsrates wurden im Geschäftsjahr 2008 für persönlich erbrachte Beratungsleistungen an Konzerngesellschaften Zahlungen in Höhe von 27 TEUR (Vorjahr: 8 TEUR) und für eine Erbbaurechtsverpflichtung Zahlungen von 88 TEUR (Vorjahr: 105 TEUR) geleistet.

124 KONZERNANHANG

Darüber hinaus bestanden Geschäftsbeziehungen zu Minderheitsgesellschaftern hinsichtlich Beratung (325 TEUR; Vorjahr: 245 TEUR), Miete von Grundstücken und Gebäuden (892 TEUR; Vorjahr: 663 TEUR) sowie sonstiger Sachleistungen (1.250 TEUR; Vorjahr: 1.464 TEUR). Zum Bilanzstichtag bestanden offene Forderungen gegen nahestehende Unternehmen in Höhe von 73 TEUR (Vorjahr: 228 TEUR). Weiterhin existieren Ausleihungen in Höhe von 450 TEUR (Vorjahr: 484 TEUR), die marktüblich verzinst werden.

Die Angaben zu Geschäftsvorgängen mit assoziierten Unternehmen erfolgen aus Gründen der Übersichtlichkeit im Bereich der entsprechenden Eckdaten [14, 17].

Kosten der Jahresabschluss- und Konzernabschlussprüfung

Das Honorar der Treuhand- und Revisions-Aktiengesellschaft Niederrhein für die Abschlussprüfungen betrug 156 TEUR (Vorjahr: 176 TEUR), für sonstige Bestätigungen oder Bewertungsleistungen 3 TEUR (Vorjahr: 3 TEUR), für Steuerberatungsleistungen 49 TEUR (Vorjahr: 37 TEUR) und für sonstige Leistungen 10 TEUR (Vorjahr: 17 TEUR).

Corporate Governance Kodex

Der Vorstand und der Aufsichtsrat haben im Dezember 2008 gemäß § 161 AktG eine Erklärung zum Corporate Governance Kodex abgegeben und diese den Aktionären auf der Website der INDUS Holding Aktiengesellschaft (http://www.indus.de) zugänglich gemacht.

Inanspruchnahme der Erleichterungen nach § 264 Abs. 3 bzw. § 264 b HGB

In der beim elektronischen Handelsregister hinterlegten Aufstellung des Anteilsbesitzes sind die Tochtergesellschaften bezeichnet, die die Befreiung von der Offenlegungspflicht nach § 264 Abs. 3 bzw. § 264 b HGB in Anspruch nehmen.

Bergisch Gladbach, den 14. April 2009

Der Vorstand

Helmut Ruwisch Jürgen Abromeit Dr. Wolfgang E. Höper Dr. Johannes Schmidt

BILANZEID 125

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie wesentliche Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Bergisch Gladbach, den 14. April 2009 INDUS Holding AG

Der Vorstand

Helmut Ruwisch Jürgen Abromeit Dr. Wolfgang E. Höper Dr. Johannes Schmidt

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den von der INDUS Holding Aktiengesellschaft, Bergisch Gladbach, aufgestellten Konzernabschluss – bestehend aus Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang – sowie den Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht zum Jahresabschluss zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2008 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften sowie den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315 a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften sowie den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung zutreffend dar.

Krefeld, den 23. April 2009

Treuhand- und Revisions-Aktiengesellschaft Niederrhein Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft

(Dr. Schlotter) (ppa. Oymanns) Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

AG-Bilanz

31. 12. 2008 31. 12. 2007
20.992,00 12.477,00
2.832.132,00 3.074.394,00
450.051,00 413.299,00
3.282.183,00 3.487.623,00
591.093.510,24 612.725.071,68
177.096.166,57 144.900.267,00
1.408.579,88 1.080.966,77
769.598.256,69 758.706.305,45
148.369.044,99 146.133.429,27
9.131.191,78 6.757.485,30
157.500.236,77 152.890.914,57
23.098.683,51 19.385.178,67
151.930,00 212.230,00
953.652.281,97 934.694.728,69

AG-Bilanz

EUR 31. 12. 2008 31. 12. 2007
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 47.762.086,00 46.800.000,00
Kapitalrücklage 125.168.108,86 116.155.194,86
Gewinnrücklagen
Gesetzliche Rücklage 1.022.583,76 1.022.583,76
Andere Gewinnrücklagen 302.000.000,00 271.000.000,00
Bilanzgewinn
Gewinnvortrag 601.350,22 669.986,22
Jahresüberschuss 30.146.994,75 52.716.380,50
506.701.123,59 488.364.145,34
Rückstellungen
Rückstellungen für Pensionen 517.000,00 457.500,00
Steuerrückstellungen 503.000,00 1.030.000,00
Sonstige Rückstellungen 3.602.000,00 3.588.000,00
4.622.000,00 5.075.500,00
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 402.363.836,41 390.172.665,42
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 287.648,31 414.063,03
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.221.826,73 –,––
Sonstige Verbindlichkeiten 38.455.846,93 50.668.354,90
– davon aus Steuern:
261.221,64
im Vorjahr:
209.980,43
442.329.158,38 441.255.083,35
953.652.281,97 934.694.728,69

AG-Gewinn- und Verlustrechnung

EUR 2008 2007
Umsatzerlöse 6.064.050,25 3.597.947,40
Sonstige betriebliche Erträge 3.301.661,61 2.775.392,86
9.365.711,86 6.373.340,26
Personalaufwand
Löhne und Gehälter 2.749.120,59 3.350.195,46
Soziale Abgaben und Aufwendungen
für Altersversorgung
243.507,64 299.321,42
– davon für Altersversorgung:
92.068,32
– im Vorjahr:
145.346,11
2.992.628,23 3.649.516,88
Abschreibungen auf immaterielle
Vermögensgegenstände des
Anlagevermögens und Sachanlagen
412.107,87 412.903,34
Sonstige betriebliche Aufwendungen 7.773.568,09 7.374.654,71
Erträge aus Beteiligungen 51.549.466,54 78.955.608,71
– davon aus verbundenen Unternehmen:
51.549.466,54
– im Vorjahr:
78.955.608,71
Erträge aus Ausleihungen des
Finanzanlagevermögens
35.012.837,11 5.299.892,12
– davon aus verbundenen Unternehmen:
34.951.908,80
– im Vorjahr:
5.254.876,84
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 6.378.021,27 7.141.896,24
– davon aus verbundenen Unternehmen:
4.081.255,20
– im Vorjahr:
6.039.347,53
Abschreibungen auf Finanzanlagen 29.295.000,00 2.076.370,34
Aufwendungen aus Verlustübernahme 1.300.919,72 603.559,90
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 24.986.422,97 23.639.739,18
– davon an verbundene Unternehmen:
352.942,93
– im Vorjahr:
195.469,37
37.357.982,23 65.077.727,65
Ergebnis der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit
35.545.389,90 60.013.992,98
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 5.398.395,15 7.297.612,48
Jahresüberschuss 30.146.994,75 52.716.380,50
Gewinnvortrag 601.350,22 669.986,22
Bilanzgewinn 30.748.344,97 53.386.366,72

Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns

Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2008 in Höhe von 30.748.344,97 EUR wie folgt zu verwenden:

Zahlung einer Dividende von 0,80 EUR
je Stückaktie (18.370.033)
auf das Grundkapital von 47.762.086,00 EUR 14.696.026,40 EUR
Einstellung in andere Gewinnrücklagen 15.000.000,00 EUR
Gewinnvortrag 1.052.318,57 EUR
Bilanzgewinn 30.748.344,97 EUR

Bergisch Gladbach, den 14. April 2009

Der Vorstand

Helmut Ruwisch Jürgen Abromeit Dr. Wolfgang E. Höper Dr. Johannes Schmidt

132 BETEILIGUNGSGESELLSCHAFTEN DER INDUS HOLDING AG

Bauindustrie
BETOMAX Kunststoff- und Metallwarenfabrik GmbH & Co. KG, Neuss
3,19
100 %
FS Kunststofftechnologie GmbH & Co. KG
, Reichshof/Hahn
0,72
100 %
HAUFF-TECHNIK GmbH & Co. KG, Herbrechtingen
1,58
100 %
MIGUA Fugensysteme GmbH & Co. KG, Wülfrath
1,85
100 %
OBUK Haustürfüllungen GmbH & Co. KG
, Oelde
0,29
75 %
REMKO GmbH & Co. KG Klima- und Wärmetechnik, Lage
1,56
100 %
Max SCHUSTER Wärme • Kälte • Klima GmbH & Co. KG, Neusäß
1,05
100 %
SEMET Maschinenbau GmbH & Co. KG, Meimsheim
0,80
100 %
WEIGAND Bau GmbH, Bad Königshofen
1,00
80 %
WEINISCH GmbH & Co. KG, Oberviechtach
0,53
100 %
Maschinenbau
ASS Maschinenbau GmbH
, Overath
0,54
100 %
BACHER AG, Reinach/Schweiz
3,70

100 %
Maschinenfabrik BERNER GmbH & Co. KG, Bischofsheim
1,31
100 %
BETEK Bergbau- und Hartmetalltechnik Karl-Heinz Simon GmbH & Co. KG, Aichhalden
1,56
100 %
GSR Ventiltechnik GmbH & Co. KG
, Vlotho
0,57
100 %
MEWESTA Hydraulik GmbH & Co. KG, Münsingen
0,54
100 %
NISTERHAMMER Maschinenbau GmbH & Co. KG, Nister
0,80
100 %
PLANETROLL GmbH & Co. KG, Munderkingen
0,54
100 %
Automobilindustrie
AURORA Konrad G. Schulz GmbH & Co. KG, Mudau
3,07
100 %
BILSTEIN & SIEKERMANN GmbH + Co. KG, Hillesheim
1,03
100 %
Emil FICHTHORN Metallwarenfabrik GmbH & Co. KG, Hattingen
0,65
100 %
IPETRONIK GmbH & Co. KG
, Baden-Baden
0,55
100 %
KIEBACK GmbH & Co. KG, Osnabrück
0,54
100 %
REBOPLASTIC GmbH & Co. KG, Kalletal
0,80
100 %
Konrad SCHÄFER GmbH, Osnabrück
1,50
100 %
SELZER Fertigungstechnik GmbH & Co. KG
, Driedorf-Roth
7,54
85 %
SITEK-Spikes GmbH & Co. KG, Aichhalden
1,05
100 %
S.M.A. Metalltechnik GmbH & Co. KG, Backnang
1,08
100 %
WFV Werkzeug-, Formen- und Vorrichtungsbau GmbH & Co. KG, Lampertheim-Hüttenfeld
0,54
100 %
WIESAUPLAST Kunststoff und Formenbau GmbH & Co. KG
, Wiesau
1,76
100 %
Konsumgüter
IMECO Einwegprodukte GmbH & Co. KG Vliesstoffvertrieb, Hösbach
0,88
100 %
OFA Bamberg GmbH, Bamberg
1,50
100 %
SIKU GmbH, Rickenbach/Schweiz
0,80

100 %
Karl SIMON GmbH & Co. KG, Aichhalden
2,19
100 %
Übrige Beteiligungen
M. BRAUN Inertgas-Systeme GmbH
, Garching
1,32
100 %
HORN GmbH & Co. KG, Flensburg
1,33
100 %
Anneliese KÖSTER GmbH & Co. KG, Ennepetal
2,57
100 %
MIKROP AG
, Wittenbach/Schweiz
0,05*
100 %
Helmut RÜBSAMEN GmbH & Co. KG, Metalldrückerei · Umformtechnik, Bad Marienberg
0,53
88,89 %
TSN Turmbau Steffens & Nölle GmbH, Berlin
0,50
100 %
VULKAN INOX GmbH
, Hattingen
1,11
100 %
Nach Segmenten Kapital Mio. EUR Beteiligungsquote

* einschließlich Tochtergesellschaften ** Mio. CHF

IMPRESSUM 133

INDUS Holding AG Kölner Straße 32 51429 Bergisch Gladbach Postfach 10 03 53 51403 Bergisch Gladbach Telefon: 0 22 04/40 00-0 Telefax: 0 22 04/40 00-20 Internet: www.indus.de E-Mail: indus @ indus.de

Ansprechpartnerin für Öffentlichkeitsarbeit & Investor Relations: Regina Wolter Telefon: 0 22 04/40 00-70 Telefax: 0 22 04/40 00-20 E-Mail: wolter@ indus.de

Herausgeber: INDUS Holding AG, Bergisch Gladbach

Redaktion: Haubrok Investor Relations GmbH, Düsseldorf

Konzept/Gestaltung: Baisch Creative Consulting, Düsseldorf

Fotos: Andreas Wiese, Düsseldorf

Satz und Litho: ADDON Technical Solutions, Düsseldorf

Druck: Druckpartner, Essen

Dieser Geschäftsbericht ist auch in englischer Sprache erhältlich. Im Zweifelsfall ist die deutsche Version maßgeblich.

Wichtiger Hinweis:

Dieser Geschäftsbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Schätzungen des Vorstands der INDUS Holding AG beruhen. Auch wenn der Vorstand der Ansicht ist, dass diese Annahmen und Schätzungen zutreffend sind, unterliegen sie gewissen Risiken und Unsicherheiten. Die künftigen tatsächlichen Ergebnisse können aufgrund vielfältiger Faktoren erheblich von diesen Annahmen und Schätzungen abweichen. Zu diesen Faktoren gehören unter anderem Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage, der Geschäfts-, Wirtschafts- und Wettbewerbssituation, der Wechselkurse und Zinssätze sowie der Gesetzeslage. Die INDUS Holding AG übernimmt keinerlei Gewährleistung und Haftung dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftigen tatsächlichen Ergebnisse mit den in diesem Geschäftsbericht geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen. Die in diesem Bericht getroffenen Annahmen und Schätzungen werden nicht aktualisiert.

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