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1&1 AG Interim / Quarterly Report 2023

Nov 10, 2023

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Interim / Quarterly Report

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Finanzbericht: 33232668

1&1 AG

Montabaur

Quartalsmitteilung Q3 2023

Quartalsmitteilung Q3 2023

Daten & Fakten

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Ausgewählte Kennziffern 9M 2023 9M 2022 Veränderung Q3 2023 Q3 2022 Veränderung
Ergebnis (in Mio. €)
--- --- --- --- --- --- ---
Umsatz 3.031,8 2.950,3 2,8% 1.038,7 998,3 4,0%
Service-Umsatz 2.418,9 2.386,7 1,3% 834,3 804,8 3,7%
Hardware- und Sonstiger Umsatz 612,9 563,6 8,7% 204,4 193,5 5,6%
EBITDA 511,1 549,0 -6,9% 159,1 180,8 -12,0%
EBITDA Segment Access 584,9 575,8 1,6% 192,1 191,5 0,3%
EBITDA Segment 1&1 Mobilfunknetz -73,8 -26,8 -33,0 -10,7
EBIT 363,7 428,8 -15,2% 109,6 141,1 -22,3%
EBIT ohne PPA-Abschreibungen 406,5 491,3 -17,3% 123,8 161,3 -23,2%
EBT 370,0 424,2 -12,8% 112,4 139,7 -19,5%
EBT ohne PPA-Abschreibungen 412,8 486,7 -15,2% 126,6 159,9 -20,8%
Ergebnis je Aktie in EUR 1,44 1,68 -14,3% 0,42 0,55 -23,6%
Ergebnis je Aktie in EUR ohne PPA-Abschreibungen 1,60 1,93 -17,1% 0,47 0,63 -25,4%
Cashflow (in Mio. €) *
Nettoeinzahlungen der betrieblichen Tätigkeit 213,0 179,5 18,7% 190,0 -60,8
Nettoauszahlungen im Investitionsbereich -181,4 -155,7 16,5% -180,6 64,0
Free Cashflow 79,2 96,1 -17,6% 137,2 -93,0

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Ausgewählte Kennziffern Q2 2023 Q1 2023 Q4 2022
Ergebnis (in Mio. €)
--- --- --- ---
Umsatz 972,1 1.021,0 1.013,4
Service-Umsatz 795,7 788,9 788,7
Hardware- und Sonstiger Umsatz 176,4 232,1 224,7
EBITDA 169,9 182,1 144,3
EBITDA Segment Access 191,5 201,3 169,9
EBITDA Segment 1&1 Mobilfunknetz -21,6 -19,2 -25,6
EBIT 120,7 133,4 106,1
EBIT ohne PPA-Abschreibungen 135,0 147,7 107,3
EBT 122,8 134,8 107,3
EBT ohne PPA-Abschreibungen 137,1 149,1 108,5
Ergebnis je Aktie in EUR 0,49 0,53 0,40
Ergebnis je Aktie in EUR ohne PPA-Abschreibungen 0,54 0,59 0,41
Cashflow (in Mio. €) *
Nettoeinzahlungen der betrieblichen Tätigkeit -76,8 99,8 0,1
Nettoauszahlungen im Investitionsbereich 92,6 -93,4 60,6
Free Cashflow -117,6 59,6 -161,6

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30.09.2023 31.12.2022 Veränderung 30.09.2023 31.12.2022 Veränderung
Mitarbeiter (inkl. Vorstand)
--- --- --- --- --- --- ---
Gesamt per Ende September 3.244 3.163 2,6% 3.244 3.163 2,6%
Kundenverträge (in Mio.)
Access, Verträge 16,11 15,78 2,1% 16,11 15,78 2,1%
davon Mobile Internet 12,10 11,68 3,6% 12,10 11,68 3,6%
davon Breitband (ADSL, VDSL, FTTH) 4,01 4,10 -2,2% 4,01 4,10 -2,2%
Bilanz (in Mio. €)
Kurzfristige Vermögenswerte 2.043,2 1.855,2 10,1% 2.043,2 1.855,2 10,1%
Langfristige Vermögenswerte 5.627,4 5.401,9 4,2% 5.627,4 5.401,9 4,2%
Eigenkapital 5.825,4 5.579,8 4,4% 5.825,4 5.579,8 4,4%
Bilanzsumme 7.670,6 7.257,1 5,7% 7.670,6 7.257,1 5,7%
Eigenkapitalquote 75,9% 76,9% 75,9% 76,9%

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30.06.2023 31.03.2023 31.12.2022
Mitarbeiter (inkl. Vorstand)
--- --- --- ---
Gesamt per Ende September 3.237 3.218 3.163
Kundenverträge (in Mio.)
Access, Verträge 15,96 15,87 15,78
davon Mobile Internet 11,91 11,80 11,68
davon Breitband (ADSL, VDSL, FTTH) 4,05 4,07 4,10
Bilanz (in Mio. €)
Kurzfristige Vermögenswerte 1.891,2 1.963,3 1.855,2
Langfristige Vermögenswerte 5.610,9 5.390,2 5.401,9
Eigenkapital 5.751,8 5.674,2 5.579,8
Bilanzsumme 7.502,2 7.353,5 7.257,1
Eigenkapitalquote 76,7% 77,2% 76,9%

* Für das Berichtsjahr 2022 erfolgten Anpassungen des Ausweises der Ein- und Auszahlungen für Zinsen in der Konzern-Kapitalflussrechnung.

An die Aktionäre

Brief des Vorstands

Sehr geehrte Damen und Herren,

1&1 hat seinen Wachstumskurs in den ersten neun Monaten 2023 fortgesetzt und die Kundenverträge sowie den Service-Umsatz erneut gesteigert. Das EBITDA im operativen Segment Access legte ebenfalls zu.

Auch in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres stand der Aufbau des 1&1 Mobilfunknetzes im Vordergrund. Ab Dezember wollen wir auch Smartphone-Tarife auf Basis unseres innovativen OpenRANs anbieten. Dann ist unser Netz voll funktionsfähig.

Für diesen nächsten großen Meilenstein haben wir in den vergangenen Monaten zentrale Weichen gestellt: So wurde unser Netz mit allen nationalen und internationalen Netzen zusammengeschaltet und die Funktionalität der mobilen Dienste mit externen Kundengruppen geprüft.

Derzeit sind 2 Core-Rechenzentren sowie 23 dezentrale Edge-Rechenzentren in Betrieb. Daran sind via Glasfaser bereits 81 regionale Far-Edge-Rechenzentren angeschlossen.

Um unsere Kunden und Kundinnen bereits während der Bauphase des 1&1 Mobilfunknetzes auch überall dort mit dem Marktstandard 5G zu versorgen, wo wir zunächst noch über keine eigene Netzabdeckung verfügen, haben wir im August eine weitreichende Roaming-Partnerschaft mit Vodafone vereinbart. 5G-National-Roaming im Netz von Vodafone wird nun technisch entwickelt und steht uns ab Sommer 2024 vollumfänglich zur Verfügung.

Selbstverständlich werden wir auch in der Zwischenzeit bis Sommer 2024 marktfähige Smartphone-Tarife anbieten. 5G-Neukunden wollen wir bis dahin übergangsweise auf Basis von 5G MVNO-Vorleistungen versorgen. 4G Smartphone-Tarife bieten wir ab Dezember 2023 in Kombination mit Telefónica-Roaming über unser eigenes Netz an.

Über einen entsprechenden Antrag, den wir bei der Bundesnetzagentur gestellt haben, wird erwartungsgemäß im November entschieden.

Dass die OpenRAN-Technologie voll funktionsfähig ist, haben wir bereits mit dem Start unseres ersten Services "5G zu Hause" im Dezember 2022 gezeigt. Bei der aktiven Technik sind wir also sehr gut aufgestellt. Umso mehr freut es uns, dass wir nun auch bei der passiven Infrastruktur - den Antennenstandorten - spürbare Fortschritte machen.

Denn trotz erneuter Lieferausfälle bei unserem Hauptpartner, laufen die Bereitstellungen von Funkmasten insgesamt zunehmend besser - der Ramp-up hat wie angekündigt in der zweiten Jahreshälfte an Fahrt gewonnen. So verfügten wir zum Ende des dritten Quartals über 503 Antennenstandorte (passive Infrastruktur als Kollokation). Bis zum Ende des Jahres wollen wir diese Zahl auf circa 1.000 Standorte steigern, die uns für die Anbringung unserer 5G-Hochleistungsantennen und die Anbindung an Glasfaser zur Verfügung stehen.

Durch das Hochlaufen der Kapazitäten unserer Ausbaupartner behalten wir unsere Ziele bis zum Ende des Jahres 2025 ein Viertel und bis Ende 2030 die Hälfte der deutschen Haushalte zu versorgen weiter fest im Blick.

Mit dem 1&1 OpenRAN bauen wir das modernste Mobilfunknetz Europas - vollständig virtualisiert in einer privaten Cloud und bereit für Echtzeitanwendungen. Anders als in herkömmlichen Architekturen, die häufig nur von einem Netzausrüster bereitgestellt werden, verfügt unser Netz über standardisierte Schnittstellen, über die wir flexibel mit den sichersten und besten Anbietern am Markt zusammenarbeiten. Bereits heute sind rund 100 Unternehmen mit Hardware, Software und Dienstleistungen am Bau unseres Netzes beteiligt. So entsteht ein neues digitales Ökosystem ohne dominierende Ausrüster wie Huawei. Dass die OpenRAN-Technologie die souveräne Zukunft im Mobilfunknetz ist, zeigen auch die Bestrebungen der etablierten Netzbetreiber, ihre bestehenden Netze zumindest teilweise auf die neue Technologie umzurüsten.

Wir freuen uns darauf, das vierte Mobilfunknetz erfolgreich an den Start zu bringen und als Innovationstreiber einen Unterschied im deutschen Mobilfunkmarkt zu machen.

Seit nunmehr 30 Jahren steht 1&1 als einer der führenden deutschen Telekommunikationsanbieter dafür, den Wettbewerb mit innovativen und attraktiven Angeboten zu beleben und zu gestalten. Dabei sind wir für ein attraktives Preis/​Leistungs-Verhältnis bekannt. Doch neben attraktiven Preisen zählen vor allem auch Qualität und Service zu unseren zentralen Differenzierungsmerkmalen gegenüber Privat- und Geschäftskunden. Auch in den ersten neun Monaten konnten wir uns über Auszeichnungen freuen, die unsere hohen Ansprüche unterstreichen.

So wurden die Breitband-Tarife von 1&1 im "Komplettcheck der Festnetzanbieter" der renommierten Fachzeitschrift connect mit "sehr gut" bewertet. In gleich zwei Nutzerprofilen "Budgetnutzer" und "Normalnutzer" erhielt 1&1 als zweifacher Testsieger die Bestnote "überragend". Im Fokus der Bewertung standen die Kategorien Preis, Netzqualität und Serviceleistung.

Besonders freut uns auch das Ergebnis aus dem diesjährigen connect "Mobilfunk-Hotline-Test". Hier wurde 1&1 mit 435 von 500 möglichen Punkten mit "sehr gut" bewertet. Besonders gepunktet haben wir in den Kategorien Erreichbarkeit, Wartezeit, Sprachdialogsystem und Freundlichkeit.

Und auch unser IPTV-Angebot konnte überzeugen: Im Test des Verbrauchermagazins der FUNKE Mediengruppe IMTEST ging 1&1 im April als Testsieger hervor. Mit der Gesamtnote "sehr gut" erzielte 1&1 IPTV den ersten Platz vor der Deutschen Telekom und Vodafone.

Und nun zum operativen Geschäft

1&1 hat in den ersten neun Monaten 2023 seinen Wachstumskurs fortgesetzt und den Kundenbestand, den Service-Umsatz sowie das EBITDA im operativen Segment Access erneut gesteigert.

Die Zahl der Kundenverträge legte um 330.000 auf 16,11 Millionen Verträge (31. Dezember 2022: 15,78 Millionen Verträge) zu. Das Wachstum basierte auf 420.000 neu gewonnenen Mobile Internet- Verträgen, die sich zum Ende des dritten Quartals 2023 auf 12,10 Millionen beliefen, während die Zahl der Breitband-Anschlüsse im Vergleichszeitraum erwartungsgemäß um 90.000 auf 4,01 Millionen abnahm.

Der margenstarke Service-Umsatz stieg in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2023 um 1,3 Prozent auf 2,419 Milliarden Euro (9M 2022: 2,387 Milliarden Euro). Der gesamte Umsatz stieg um 2,8 Prozent auf 3,032 Milliarden Euro (9M 2022: 2,950 Milliarden Euro).

Sonstige Umsatzerlöse, die im Wesentlichen aus der vorgezogenen Realisierung von Hardware-Umsätzen (insbesondere aus Investitionen in Smartphones, die von den Kunden über die vertragliche Mindestlaufzeit in Form von höheren Paketpreisen zurückgezahlt werden) resultieren, erhöhten sich aufgrund höherer Verkaufsmengen und steigender Endgerätepreise um 8,7 Prozent bzw. 49,3 Millionen Euro auf 612,9 Millionen Euro (9M 2022: 563,6 Millionen Euro). Das Hardware-Geschäft schwankt saisonal und hängt von der Attraktivität neuer Geräte und den Modellzyklen der Hersteller ab.

Das Konzern-EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) ging in den ersten neun Monaten um 6,9 Prozent oder 37,9 Millionen Euro auf 511,1 Millionen Euro zurück (9M 2022: 549,0 Millionen Euro). Das im gesamten EBITDA enthaltene EBITDA des Segments 1&1 Mobilfunknetz betrug in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2023 -73,8 Millionen Euro (9M 2022: -26,8 Millionen Euro) und beinhaltete plangemäß höhere Kosten für den Aufbau unseres Mobilfunknetzes. Das EBITDA in unserem operativen Segment Access konnte mit einem Anstieg von 1,6 Prozent erneut zulegen und belief sich auf 584,9 Millionen Euro (9M 2022: 575,8 Millionen Euro).

Das Ergebnis je Aktie betrug in den ersten neun Monaten 2023 1,44 Euro (9M 2022: 1,68 Euro). Ohne die Auswirkungen aus PPA-Abschreibungen betrug das Ergebnis je Aktie 1,60 Euro (9M 2022: 1,93 Euro).

Der Free Cashflow lag in den ersten neun Monaten 2023 bei 79,2 Millionen Euro (9M 2022: 96,1 Millionen Euro). Im Free Cashflow enthalten sind Investitionen in Höhe von 123,3 Millionen Euro (9M 2022: 75,4 Millionen Euro), vor allem für den Aufbau unseres Mobilfunknetzes. Diese Investitionen werden im vierten Quartal entsprechend unserer Prognose noch weiter zulegen.

Für das Geschäftsjahr 2023 bestätigen wir unsere Guidance und erwarten unverändert einen Anstieg der Kundenverträge um ca. 500.000. Der Service-Umsatz soll um ca. 2 Prozent auf ca. 3,23 Milliarden Euro (2022: 3,175 Milliarden Euro) steigen und das EBITDA bei ca. 655 Millionen Euro (2022: 693,3 Millionen Euro) liegen. Dazu sollen das Segment Access mit einem Wachstum von ca. 4 Prozent auf ca. 775 Millionen Euro (2022: 745,7 Millionen Euro) beitragen, während wir im Segment 1&1 Mobilfunknetz mit Anlaufkosten für den Bau des 5G-Netzes in Höhe von ca. -120 Millionen Euro (2022: -52,4 Millionen Euro) rechnen. Das Investitionsvolumen (Cash-Capex) wird in Höhe von rund 320 Millionen Euro (2022: rund 250 Millionen Euro) erwartet.

1&1 ist für die nächsten Schritte der Unternehmensentwicklung gut aufgestellt. Wir blicken optimistisch in die Zukunft. Unser besonderer Dank gilt allen Mitarbeitenden für den engagierten Einsatz sowie unseren Aktionären und Geschäftspartnern für das der 1&1 entgegengebrachte Vertrauen.

Beste Grüße aus Montabaur

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Ralph Dommermuth Markus Huhn Alessandro Nava

Montabaur, im November 2023

Quartalsmitteilung zum 30. September 2023

Grundlagen des Konzerns

Geschäftsmodell

1&1 - einziger MBA MVNO im deutschen Mobilfunkmarkt und Aufbau des 1&1 Mobilfunknetzes

Die 1&1 Gruppe mit der 1&1 Aktiengesellschaft, Montabaur als börsennotiertem Mutterunternehmen (im Folgenden "1&1 AG" oder zusammen mit ihren Tochterunternehmen "1&1" bzw. "Konzern") ist ein in Deutschland tätiger Telekommunikationsanbieter. Die Steuerung des Konzerns erfolgt über zwei Geschäftssegmente: Access und 1&1 Mobilfunknetz.

Über die zum Konzernverbund der United Internet AG zugehörige Schwestergesellschaft 1&1 Versatel GmbH, Düsseldorf, (im Folgenden "1&1 Versatel") kann 1&1 eines der größten Glasfasernetze Deutschlands nutzen. Als virtueller Mobilfunk-Netzbetreiber hat 1&1 außerdem garantierten Zugriff auf bis zu 30 Prozent der Kapazität des Mobilfunknetzes von Telefónica in Deutschland (sogenannter Mobile Bitstream Access Mobile Virtual Network Operator = MBA MVNO). Zusätzlich nutzt 1&1 Kapazitäten im Mobilfunknetz von Vodafone sowie von weiteren Festnetzbetreibern.

1&1 bietet im Segment Access breitband- und mobilfunkbasierte Internetzugangsprodukte an. Im Segment 1&1 Mobilfunknetz errichtet 1&1 derzeit unter Nutzung der im Jahr 2019 ersteigerten 5G Frequenzen das europaweit erste vollständig virtualisierte Mobilfunknetz auf Basis der neuartigen OpenRAN-Technologie. Zum Jahresende 2022 wurde das 1&1 Mobilfunknetz mit "5G zu Hause" in Betrieb genommen. Die Zuschaltung der mobilen Dienste ist für Dezember 2023 geplant. Dann ist das neue Netz voll funktionsfähig.

Geschäftsverlauf

Entwicklung im Segment Access

Im Segment Access sind die kostenpflichtigen Mobile-Internet und Breitband-Produkte des Konzerns inklusive der damit verbundenen Anwendungen (wie Heimvernetzung, Online-Storage, Telefonie, Video-on-Demand oder IPTV) zusammengefasst.

1&1 nutzt das Festnetz der zum Konzernverbund der United Internet AG gehörigen Schwestergesellschaft 1&1 Versatel sowie das Zugangsrecht zum Telefónica-Netz (MBA MVNO). Zusätzlich mietet 1&1 bei weiteren Vorleistungsanbietern standardisierte Netzleistungen. Über die Vereinbarung mit 1&1 Versatel hat 1&1 auch Zugang zu regionalen Netzen und Breitband-Haushaltsanschlüssen von City Carriern sowie der Deutschen Telekom. Die von 1&1 Versatel bereitgestellten Komplettpakete werden mit Endgeräten, selbstentwickelten Applikationen und Services erweitert, um sich so vom Wettbewerb zu differenzieren.

Angeboten werden die Access-Produkte über bekannte Marken wie 1&1, smartmobil.de oder yourfone, mit denen der Markt zielgruppenspezifisch adressiert wird. Die 1&1-Gruppe deckt dabei die gesamte Bandbreite von Premium-Tarifen, mit einem überdurchschnittlich hohen Service-Anspruch, bis zu Discount-Tarifen für preisbewusste Kunden ab.

Auch in den ersten drei Quartalen 2023 hat 1&1 weiter in die Gewinnung neuer Kunden sowie in den Erhalt bestehender Kundenbeziehungen investiert. Der Fokus lag auf der Vermarktung von Mobile-Internet-Verträgen.

So stieg die Zahl der kostenpflichtigen Verträge im Segment Access in den ersten drei Quartalen des Jahres 2023 um 330.000 Verträge auf 16,11 Millionen. Im Mobile Internet-Geschäft konnten 420.000 Kundenverträge hinzugewonnen und damit die Vertragszahl auf 12,10 Millionen gesteigert werden. Die Breitband-Anschlüsse reduzierten sich um 90.000 Verträge auf 4,01 Millionen. Aufgrund der laufenden Migration von ADSL-Anschlüssen auf VDSL-Anschlüsse geht 1&1 davon aus, den Trend im vierten Quartal 2023 stoppen zu können und dann keine Breitbandkunden mehr zu verlieren.

Entwicklung der Verträge in den ersten neun Monaten 2023 (in Millionen)

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30.9.2023 30.6.2023 31.3.2023 31.12.2022 Veränderung 9M
Verträge gesamt 16,11 15,96 15,87 15,78 +0,33
davon Mobile Internet 12,10 11,91 11,80 11,68 +0,42
davon Breitband-Anschlüsse 4,01 4,05 4,07 4,10 -0,09

Die Vermarktung der Kundenverträge erfolgt im Berichtssegment Access, während das Segment 1&1 Mobilfunknetz als Infrastrukturanbieter den Zugang zum Mobilfunknetz sicherstellt. Entsprechend werden die Umsatzerlöse ausschließlich im Segment Access erzielt. Die Segmentberichterstattung orientiert sich an der internen Organisations- und Berichtsstruktur.

Der Umsatz im Segment Access erhöhte sich um 81,5 Millionen Euro bzw. 2,8 Prozent auf 3.031,8 Millionen Euro (9M 2022: 2.950,3 Millionen Euro), der darin enthaltene margenstarke Service-Umsatz stieg um 1,3 Prozent auf 2.418,9 Millionen Euro (9M 2022: 2.386,7 Millionen Euro).

Das Segment-EBITDA stieg um 1,6 Prozent auf 584,9 Millionen Euro (9M 2022: 575,8 Millionen Euro).

Wesentliche Umsatz- und Ergebniskennzahlen im Segment Access

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9M 2023 9M 2022 Veränderung
Umsatz (in Mio. Euro) 3.031,8 2.950,3 +81,5
Service-Umsatz (in Mio. Euro) 2.418,9 2.386,7 +32,2
EBITDA (in Mio. Euro) 584,9 575,8 +9,1

Quartalsentwicklung: Veränderung zum Vorjahresquartal im Segment Access

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Q3 2023 Q3 2022 Veränderung
Umsatz (in Mio. Euro) 1.038,7 998,3 +40,4
Service-Umsatz (in Mio. Euro) 834,3 804,8 +29,5
EBITDA (in Mio. Euro) 192,1 191,5 +0,6

Segment 1&1 Mobilfunknetz

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2023 standen im Segment 1&1 Mobilfunknetz der Aufbau des Mobilfunknetzes sowie die Vorbereitungen für den Start mobiler Dienste im Vordergrund.

Um Kunden auch während der Bauphase des 1&1 Mobilfunknetzes auch dort mit dem Marktstandard 5G versorgen zu können, wo 1&1 noch über keine eigene Netzabdeckung verfügt, hat die 1&1 Mobilfunk GmbH im August 2023 einen verbindlichen Vorvertrag mit der Vodafone GmbH für eine langfristige National Roaming Partnerschaft geschlossen.

In dem bindenden Vorvertrag haben sich die Parteien zum schnellstmöglichen Abschluss eines finalen National Roaming-Vertrags verpflichtet. Die National Roaming-Kooperation wird die diskriminierungsfreie Bereitstellung von National Roaming-Leistungen in noch nicht vom neuen 1&1 Mobilfunknetz versorgten Gebieten beinhalten und insbesondere Zugang zum 5G-Netz von Vodafone inklusive den Mobilfunkstandards 2G und 4G sowie zukünftigen Technologien umfassen.

Die National Roaming-Leistungen von Vodafone werden voraussichtlich ab Sommer 2024 zur Verfügung stehen. Die Grundlaufzeit der National Roaming-Kooperation wird von da an fünf Jahre betragen. 1&1 Mobilfunk hat das Recht, die Laufzeit der National Roaming-Kooperation bis zu zweimal um jeweils weitere fünf Jahre - also um bis zu weitere 10 Jahre - zu verlängern. An das Vertragsende schließt sich eine dreijährige Übergangszeit an.

Berechnungsbasis ist ein sogenanntes Kapazitätsmodell, bei dem 1&1 den von seinen Kunden jeweils prozentual genutzten Anteil des Vodafone-Netzes zu einem Festpreis je Prozentpunkt vergütet. Dieser Festpreis ändert sich von Zeit zu Zeit analog zur prozentualen Kostenentwicklung des Vodafone-Netzes. Die Konditionen orientieren sich somit an der zukünftigen Marktentwicklung und ermöglichen 1&1 dauerhaft wettbewerbsfähige Angebote.

Um seinen Kunden bereits vor dem Start der National Roaming-Leistungen durch Vodafone marktfähige Smartphone-Tarife anbieten zu können, plant 1&1 seinen 5G Neukunden bis Sommer 2024 5G MVNO-Vorleistungen von Vodafone anzubieten. Dafür hat 1&1 bei der Bundesnetzagentur einen Antrag auf Verlängerung des Parallelbetriebs als MNO und MVNO gestellt, über den erwartungsgemäß im November 2023 entschieden wird.

Sobald alle 1&1 Kunden für National Roaming-Leistungen durch Vodafone aktiviert sind, wird 1&1 für die Dauer der Vertragslaufzeit National Roaming-Leistungen exklusiv von Vodafone beziehen.

Der langfristig gesicherte Zugang zu flächendeckendem 5G-National-Roaming ist ein weiterer Meilenstein beim Bau des innovativsten Mobilfunknetzes Europas.

Der Aufbau der Antennenstandorte lief im dritten Quartal zunehmend besser und der Ramp-Up hat, wie bereits angekündigt, an Fahrt gewonnen. Zum 30. September 2023 verfügte 1&1 über 503 Antennenstandorte, die für die Anbringung von 5G Hochleistungsantennen und die Anbindung an Glasfaser zur Verfügung stehen (passive Infrastruktur als Kollokation). Bis zum Jahresende will 1&1 diese Zahl auf ca. 1.000 Antennenstandorte steigern.

Ab 2024 sollen planmäßig jährlich insgesamt weitere 2.000 Antennenstandorte hinzukommen. Ziel ist, bis zum Ende des Jahres 2025 ein Viertel und bis Ende 2030 die Hälfte der deutschen Haushalte zu versorgen.

Neben der passiven Infrastruktur stehen insbesondere der Aufbau des Kernnetzes, der dezentralen und regionalen Rechenzentren sowie die Implementierung der Netz-Software im Fokus. Am 30. September 2023 waren 2 von insgesamt 4 Core-Rechenzentren, 23 von 24 dezentralen Edge-Rechenzentren und 81 von über 500 geplanten Far-Edge-Rechenzentren in Betrieb.

Das 1&1 Mobilfunknetz wurde bereits mit allen nationalen und internationalen Netzen zusammengeschaltet und es fanden erfolgreiche Prüfungen über die Funktionalität der mobilen Dienste mit externen Kundengruppen statt. Im Dezember 2023 soll die Zuschaltung der mobilen Dienste erfolgen, dann ist das neue Netz voll funktionsfähig.

Als vierter Netzbetreiber hat 1&1 das Ziel, Deutschland im Bereich von 5G weiter nach vorne zu bringen. Dafür setzt 1&1 als europaweit erster Anbieter vollständig auf die neue OpenRAN-Technologie und baut darauf basierend das modernste Mobilfunknetz Europas.

Wie 1&1 bereits berichtet hat, hat die Bundesnetzagentur im April 2023 aufgrund der Verfehlung der Ausbauverpflichtung von 1.000 Antennenstandorten im Jahr 2022 ein Bußgeldverfahren gegen 1&1 eingeleitet. 1&1 hatte in diesem Verfahren zwischenzeitlich die Möglichkeit, seine Position gegenüber der Bundesnetzagentur zu erklären. Ob bzw. in welcher Höhe die Bundesnetzagentur am Ende dieses Verfahrens ein Bußgeld verhängen wird, ist derzeit noch nicht absehbar. 1&1 hat diesen Sachverhalt durch Dotierung einer Rückstellung bereits vorsorglich berücksichtigt. Potentielle Regressansprüche gegen säumige Ausbaupartner werden durch 1&1 weiterverfolgt, sofern die Bundesnetzagentur ein Bußgeld verhängen sollte.

In diesem Zusammenhang prüft das Bundeskartellamt auf Veranlassung von 1&1, ob der für die Verfehlung der Ausbauziele ursächliche nahezu vollständige Ausfall des Ausbaupartners Vantage Towers auf eine unzulässige Einflussnahme durch Vodafone als beherrschender Gesellschafter der Vantage Towers, zurückzuführen ist.

Das EBITDA im Segment 1&1 Mobilfunknetz betrug in den ersten neun Monaten 2023 -73,8 Millionen Euro (9M 2022: -26,8 Millionen Euro). Die höheren Verluste resultieren plangemäß aus gestiegenen Anlaufkosten für den Aufbau des 1&1 Mobilfunknetzes und sind auf den weiteren Fortschritt im Ausbau zurückzuführen.

Lage des Konzerns

Ertragslage

Der 1&1 Konzern hat seinen Wachstumskurs in den ersten drei Quartalen des Jahres 2023 unverändert fortgesetzt. Getragen wurde dieses Wachstum vor allem durch das Vertragskundengeschäft. So konnte die Zahl der kostenpflichtigen Kundenverträge gegenüber dem Vorjahr um 2,1 Prozent auf 16,11 Millionen Verträge gesteigert werden.

Die Umsatzerlöse stiegen in den ersten neun Monaten des Jahres 2023 von 2.950,3 Millionen Euro um 2,8 Prozent auf 3.031,8 Millionen Euro. Die Service-Umsätze liegen dabei trotz der steigenden Anzahl der Kundenverträge mit 2.418,9 Millionen Euro (9M 2022: 2.386,7 Millionen Euro) nur leicht über dem Vorjahresniveau. Die Ursache hierfür liegt insbesondere in den rückläufigen Vertragszahlen für höherpreisige Breitbandverträge.

Die sonstigen Umsätze, welche im Wesentlichen aus der Realisierung von Hardware-Umsätzen (insbesondere aus Investitionen in Smartphones, die von den Kunden über die vertragliche Mindestlaufzeit in Form von höheren Paketpreisen zurückgezahlt werden) resultieren, sind mit 8,7 Prozent auf 612,9 Millionen Euro (9M 2022: 563,6 Millionen Euro) gestiegen. Das Geschäft mit Hardware schwankt jedoch saisonal und hängt von der Attraktivität neuer Geräte und den Modellzyklen der Hersteller ab. Diese Umsatzschwankungen haben keine nennenswerten Auswirkungen auf die EBITDA-Entwicklung.

Die Umsatzkosten erhöhten sich in den ersten neun Monaten des Jahres 2023 um 125,2 Millionen Euro bzw. 6,2 Prozent auf 2.135,8 Millionen Euro (9M 2022: 2.010,6 Millionen Euro). Die Umsatzkosten im Segment Access betrugen dabei 2.046,0 Millionen Euro (9M 2022: 1.989,9 Millionen Euro). Die Erhöhung resultiert vor allem aus dem höheren Wareneinsatz für die verkaufte Hardware. Die Umsatzkosten im Geschäftssegment 1&1 Mobilfunknetz betrugen in den ersten neun Monaten des Jahres 2023 89,8 Millionen Euro (9M 2022: 20,7 Millionen Euro). Die Umsatzkosten des Segments 1&1 Mobilfunknetz beinhalteten dabei erstmalig Abschreibungen in Höhe von 34,5 Millionen Euro, die im Wesentlichen auf die planmäßigen Abschreibungen der bereits nutzbaren 5G Frequenzen entfallen.

Die Bruttomarge betrug 29,6 Prozent (9M 2022: 31,9 Prozent). Das Bruttoergebnis vom Umsatz verringerte sich in den ersten neun Monaten des Jahres 2023 von 939,7 Millionen Euro um 4,7 Prozent bzw. 43,7 Millionen Euro auf 896,0 Millionen Euro.

Die Vertriebskosten stiegen in den ersten neun Monaten des Jahres 2023 infolge gesteigerter Werbeaktivitäten um 3,4 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres und betrugen 387,0 Millionen Euro (9M 2022: 374,2 Millionen Euro). Bezogen auf den Umsatz betrugen die Vertriebskosten in den ersten drei Quartalen des Jahres 2023 12,8 Prozent (9M 2022: 12,7 Prozent).

Die Verwaltungskosten stiegen in den ersten neun Monaten des Jahres 2023 von 80,7 Millionen Euro (2,7 Prozent vom Umsatz) auf 92,8 Millionen Euro (3,1 Prozent vom Umsatz). Die Verwaltungskosten im Segment Access blieben mit 75,3 Millionen Euro im Wesentlichen konstant zum Vorjahr (9M 2022: 74,3 Millionen Euro). Die Verwaltungskosten im Geschäftssegment 1&1 Mobilfunknetz betrugen 17,5 Millionen Euro (9M 2022: 6,4 Millionen Euro), der Anstieg betraf überwiegend steigende Aufwendungen für die administrativen Tätigkeiten durch den Aufbau des 1&1 Mobilfunknetzes.

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 27,7 Millionen Euro (9M 2022: 23,1 Millionen Euro) und die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 2,9 Millionen Euro (9M 2022: 2,4 Millionen Euro) stiegen im Vergleich zum Vorjahr leicht an. Die Wertminderungen auf Forderungen und Vertragsvermögenswerte betrugen 77,4 Millionen Euro (9M 2022: 76,8 Millionen Euro).

Das EBITDA betrug 511,1 Millionen Euro (9M 2022: 549,0 Millionen Euro) in den ersten neun Monaten des Jahres 2023 und lag damit aufgrund der gestiegenen Aufwendungen für den Bau des 1&1 Mobilfunknetzes um 6,9 Prozent unter dem Wert für den vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die EBITDA-Marge betrug 16,9 Prozent (9M 2022: 18,6 Prozent). Das EBITDA im Segment Access legte um 1,6 Prozent auf 584,9 Millionen Euro (9M 2022: 575,8 Millionen Euro) zu, während sich das EBITDA im Segment 1&1 Mobilfunknetz auf -73,8 Millionen Euro (9M 2022: -26,8 Millionen Euro) verschlechterte.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug in den ersten drei Quartalen des aktuellen Jahres 363,7 Millionen Euro (9M 2022: 428,8 Millionen Euro). Die EBIT-Marge betrug 12,0 Prozent (9M 2022: 14,5 Prozent). Ohne die Auswirkungen aus PPA-Abschreibungen betrug das EBIT 406,5 Millionen Euro und die EBIT-Marge 13,4 Prozent (9M 2022: 491,3 Millionen Euro bzw. 16,7 Prozent).

Die Finanzierungsaufwendungen betrugen 7,6 Millionen Euro (9M 2022: 5,8 Millionen Euro) in den ersten neun Monaten 2023.

Die Finanzerträge betrugen 13,9 Millionen Euro (9M 2022: 1,2 Millionen Euro) und resultieren wie im Vorjahr überwiegend aus der Verzinsung der Geldanlage bei der United Internet AG. Der Anstieg ergibt sich aus dem gestiegenen Zinsniveau.

Das Ergebnis vor Steuern (EBT) betrug in den ersten neun Monaten des aktuellen Jahres 370,0 Millionen Euro (9M 2022: 424,2 Millionen Euro).

Nach Steueraufwendungen in Höhe von 117,0 Millionen Euro (9M 2022: 127,5 Millionen Euro) belief sich das Konzernergebnis auf 253,0 Millionen Euro (9M 2022: 296,7 Millionen Euro).

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie betrug in den ersten drei Quartalen des Jahres 2023 1,44 Euro (9M 2022: 1,68 Euro). Ohne die Auswirkungen aus PPA-Abschreibungen betrug das unverwässerte Ergebnis je Aktie in den ersten drei Quartalen des Jahres 2023 1,60 Euro (9M 2022: 1,93 Euro).

Wesentliche Umsatz- und Ergebniskennzahlen (in Millionen Euro)

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9M 2023 9M 2022 Veränderung
Umsatz 3.031,8 2.950,3 +81,5
Service-Umsatz 2.418,9 2.386,7 +32,2
EBITDA 511,1 549,0 -37,9
EBIT 363,7 428,8 -65,1

Finanzlage

Der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit belief sich in den ersten neun Monaten 2023 auf 383,7 Millionen Euro und ist gegenüber dem Vorjahreswert um 31,7 Millionen Euro gesunken (9M 2022: 415,4 Millionen Euro). Die Nettoeinzahlungen der betrieblichen Tätigkeit lagen bei 213,0 Millionen Euro und somit um 33,5 Millionen Euro über dem Wert für den vergleichbaren Vorjahreszeitraum von 179,5 Millionen Euro. Die Nettoeinzahlungen aus der betrieblichen Tätigkeit beinhalten wie im Vorjahr Vorauszahlungen im Rahmen des bestehenden FTTH-/​VDSL-Kontingentvertrags mit der Deutschen Telekom.

Im Cashflow aus Investitionstätigkeit haben sich in den ersten neun Monaten des Jahres 2023 die Investitionen in das 1&1 Mobilfunknetz erhöht, wodurch die Investitionen in die immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen auf 133,8 Millionen Euro (9M 2022: 84,5 Millionen Euro) zulegten. Die im Cashflow aus Investitionstätigkeit ausgewiesenen Auszahlungen aus kurzfristiger Geldanlage in Höhe von 57,5 Millionen Euro (9M 2022: 73,0 Millionen Euro) betreffen die kurzfristige Anlage freier liquider Mittel bei der United Internet AG im Rahmen der bestehenden Cash-Management Vereinbarung.

Der Free Cashflow, definiert als Nettoeinzahlungen der betrieblichen Tätigkeit verringert um Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen zuzüglich Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen, lag in den ersten neun Monaten des Jahres 2023 bei 79,2 Millionen Euro (9M 2022: 96,1 Millionen Euro). Der Rückgang gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum resultiert aus den höheren Investitionen in das Mobilfunknetz.

Der Cashflow aus dem Finanzierungsbereich betraf wie im Vorjahr die Dividendenzahlung (unverändert zum Vorjahr -8,8 Millionen Euro), Auszahlungen aus der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten (9M 2023: -19,0 Millionen Euro; 9M 2022: -11,2 Millionen Euro) sowie aus gezahlten Zinsen (9M 2023: -4,7 Millionen Euro; 9M 2022: -2,9 Millionen Euro).

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beliefen sich zum 30. September 2023 auf 3,7 Millionen Euro (31. Dezember 2022: 4,7 Millionen Euro).

Vermögenslage

Die Bilanzsumme erhöhte sich von 7.257,1 Millionen Euro per 31. Dezember 2022 auf 7.670,6 Millionen Euro zum 30. September 2023.

Der Anstieg entfiel auf der Aktivseite mit 188,0 Millionen Euro auf kurzfristige Vermögenswerte und mit 225,5 Millionen Euro auf langfristige Vermögenswerte.

Zum 30. September 2023 betrugen die liquiden Mittel 3,7 Millionen Euro (31. Dezember 2022: 4,7 Millionen Euro) und die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 328,6 Millionen Euro (31. Dezember 2022: 267,8 Millionen Euro). Der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist abrechnungsbedingt und schwankt monatlich. Die Forderungen gegen nahestehende Unternehmen erhöhten sich von 570,8 Millionen Euro zum 31. Dezember 2022 auf 631,8 Millionen Euro zum 30. September 2023 und betrafen mit 622,5 Millionen Euro (31. Dezember 2022: 565,0 Millionen Euro) überwiegend Forderungen aus der kurzfristigen Anlage freier liquider Mittel bei der United Internet AG.

Die Vorräte lagen mit 103,6 Millionen Euro unter dem Niveau zum Jahresende (31. Dezember 2022: 120,4 Millionen Euro). Die kurzfristigen Vertragsvermögenswerte stiegen gegenüber dem Jahresende um 19,5 Millionen Euro auf 658,4 Millionen Euro und beinhalteten insbesondere Forderungen aus dem Hardware-Verkauf. Die kurzfristigen abgegrenzten Aufwendungen erhöhten sich von 214,0 Millionen Euro auf 258,3 Millionen Euro und betrafen Vertragskosten sowie vorausbezahlte Nutzungsentgelte, die erst in den Folgeperioden aufwandswirksam erfasst werden. Außerdem beinhalteten die abgegrenzten Aufwendungen geleistete Vorauszahlungen für FTTH- und VDSL-Vorleistungsbezug für den seit April 2021 wirksamen Kontingentvertrag mit der Deutschen Telekom.

Die sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte betragen 44,7 Millionen Euro (31. Dezember 2022: 25,3 Millionen Euro). Darin enthalten waren vor allem Rückzahlungen von Smartphone-Herstellern, die abhängig von den aktuellen Kampagnen schwanken.

Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte erhöhten sich von 7,3 Millionen Euro auf 8,7 Millionen Euro. Die Ertragsteueransprüche verringerten sich um 0,6 Millionen Euro auf 5,5 Millionen Euro zum 30. September 2023.

Langfristige Vermögenswerte lagen zum 30. September 2023 mit 5.627,4 Millionen Euro über dem Wert zum 31. Dezember 2022 (5.401,9 Millionen Euro).

Das Sachanlagevermögen hat sich gegenüber dem Jahresende um 93,0 Millionen Euro erhöht. Die Zugänge betrafen insbesondere Investitionen in das 1&1 Mobilfunknetz. Die immateriellen Vermögenswerte sind infolge planmäßiger Abschreibungen um 57,2 Millionen Euro gesunken. Während die Zugänge zu den immateriellen Vermögenswerten vor allem Software für den Betrieb des Mobilfunknetzes betrafen, entfielen die Abschreibungen vor allem auf die 5G Frequenzen sowie die im Rahmen der Kaufpreisallokation anlässlich des Zusammenschlusses von 1&1 und Drillisch ermittelten Vermögenswerte. Der Firmenwert betrug unverändert 2.932,9 Millionen Euro.

Die langfristigen Vertragsvermögenswerte verringerten sich um 18,6 Millionen Euro auf 198,0 Millionen Euro zum 30. September 2023. Langfristig abgegrenzte Aufwendungen erhöhten sich von 396,9 Millionen Euro zum 31. Dezember 2022 auf 605,0 Millionen Euro zum 30. September 2023 und betrafen im Wesentlichen geleistete Vorauszahlungen im Rahmen langfristiger Einkaufsverträge sowie langfristige aktivierte Vertragserfüllungs- und Vertragsanbahnungskosten.

Der Anstieg auf der Passivseite entfiel mit 168,0 Millionen Euro auf Schulden sowie mit 245,6 Millionen Euro auf das Eigenkapital.

Die kurzfristigen Schulden haben sich von 549,7 Millionen Euro zum 31. Dezember 2022 auf 695,5 Millionen Euro zum 30. September 2023 erhöht. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen beliefen sich auf 290,7 Millionen Euro (31. Dezember 2022: 229,1 Millionen Euro). Die Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen haben sich auf 145,6 Millionen Euro (31. Dezember 2022: 77,9 Millionen Euro) erhöht.

Die kurzfristigen Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von 50,3 Millionen Euro (31. Dezember 2022: 48,3 Millionen Euro) beinhalteten unverändert insbesondere abzugrenzende Erträge aus Einmalgebühren. Die kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten erhöhten sich von 121,5 Millionen Euro um 22,7 Millionen Euro auf 144,2 Millionen Euro. Die Ertragsteuerschulden betrugen 54,9 Millionen Euro (31. Dezember 2022: 28,8 Millionen Euro).

Die langfristigen Schulden zum 30. September 2023 betrugen 1.149,7 Millionen Euro 2023 nach 1.127,5 Millionen Euro zum 31. Dezember 2022. Mit 763,9 Millionen Euro entfallen die langfristigen Schulden unverändert auf die unter den sonstigen finanziellen Verpflichtungen ausgewiesenen Kaufpreisverbindlichkeiten aus der Ersteigerung der 5G Mobilfunkfrequenzen. Latente Steuerschulden betrugen 212,3 Millionen Euro zum 30. September 2023 (31. Dezember 2022: 224,1 Millionen Euro). Die langfristigen Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von 10,2 Millionen Euro (31. Dezember 2022: 7,3 Millionen Euro) beinhalteten abzugrenzende langfristige Erträge aus Einmalgebühren.

Das Eigenkapital des Konzerns stieg von 5.579,8 Millionen Euro per 31. Dezember 2022 auf 5.825,4 Millionen Euro zum 30. September 2023. Das Grundkapital betrug unverändert 193,9 Millionen Euro. Das Grundkapital ist eingeteilt in 176.764.649 auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von 1,10 Euro und entspricht dem Grundkapital der 1&1 AG. Die 1&1 AG hielt am 30. September 2023 unverändert zum 31. Dezember 2022 465.000 eigene Aktien, sodass sich die Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien auf 176.299.649 beläuft.

Die Veränderung des Eigenkapitals ergab sich im Wesentlichen aus dem Konzernergebnis von 253,0 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote lag bei 75,9 Prozent (31. Dezember 2022: 76,9 Prozent).

Risiko- und Chancenbericht

Die Risiko- und Chancenpolitik des 1&1 Konzerns orientiert sich an dem Ziel, die Werte des Unternehmens zu erhalten und nachhaltig zu steigern, indem Chancen wahrgenommen und Risiken frühzeitig erkannt und gesteuert werden. Das gelebte Risiko- und Chancen-Management stellt sicher, dass 1&1 ihre Geschäftstätigkeiten in einem kontrollierten Unternehmensumfeld ausüben kann.

Das Risiko- und Chancen-Management regelt den verantwortungsvollen Umgang mit Unsicherheiten, die mit unternehmerischem Handeln immer verbunden sind.

Gesamtaussage des Vorstands zur Risiko- und Chancensituation des Konzerns

Die Einschätzung der Gesamtrisikosituation ist das Ergebnis der konsolidierten Betrachtung aller wesentlichen Risikofelder bzw. Einzelrisiken unter Berücksichtigung von Interdependenzen.

Die Gesamtrisiko- und Chancensituation blieb in den ersten neun Monaten 2023 im Vergleich zur Risiko- und Chancenberichterstattung im Rahmen des Konzernabschlusses 2022 weitgehend stabil. Bestandsgefährdende Risiken für 1&1 waren im Berichtszeitraum sowie zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Quartalsmitteilung weder aus Einzelrisikopositionen noch aus der Gesamtrisikosituation erkennbar.

Durch den kontinuierlichen Ausbau des Risikomanagements begegnet 1&1 diesen Risiken und begrenzt sie, soweit sinnvoll, mit der Umsetzung konkreter Maßnahmen auf ein Minimum.

Prognosebericht

An dem im Rahmen des Konzernabschlusses 2022 prognostizierten Wachstumszielen hält 1&1 unverändert fest. Der Vorstand der 1&1 AG erwartet für das Geschäftsjahr 2023 einen Anstieg des Service-Umsatzes um ca. 2 Prozent auf ca. 3,23 Milliarden Euro (2022: 3,175 Milliarden Euro). Das operative EBITDA wird in Höhe von ca. 655 Millionen Euro (2022: 693,3 Millionen Euro) erwartet. Dazu sollen das Geschäftssegment Access mit einem Wachstum von ca. 4 Prozent auf ca. 775 Millionen Euro (2022: 745,7 Millionen Euro) und das Segment 1&1 Mobilfunknetz mit ca. -120 Millionen Euro (2022: -52,4 Millionen Euro) beitragen. Das operative Wachstum der Kundenverträge wird in 2023 mit +500.000 (2022: +600.000 Kundenverträge operatives Wachstum) erwartet. Das Investitionsvolumen (Cash-Capex) soll rund 320 Millionen Euro betragen (2022: rund 250 Millionen Euro).

Zukunftsgerichtete Aussagen und Prognosen

Diese Quartalsmitteilung enthält zukunftsgerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Erwartungen, Annahmen und Prognosen des Vorstands der 1&1 AG sowie den ihm derzeit verfügbaren Informationen basieren. Die zukunftsgerichteten Aussagen sind verschiedenen Risiken und Unwägbarkeiten unterworfen und beruhen auf Erwartungen, Annahmen und Prognosen, die sich künftig möglicherweise als nicht zutreffend erweisen könnten. Die 1&1 AG garantiert nicht, dass sich die zukunftsgerichteten Aussagen als richtig erweisen, übernimmt keine Verpflichtung und hat auch nicht die Absicht, die in dieser Quartalsmitteilung gemachten zukunftsgerichteten Aussagen anzupassen bzw. zu aktualisieren.

Erläuterungen zur Quartalsmitteilung

Informationen zum Unternehmen

Die 1&1 Gruppe mit der 1&1 Aktiengesellschaft, Montabaur, als börsennotiertem Mutterunternehmen (im Folgenden "1&1 AG" oder zusammen mit ihren Tochterunternehmen "1&1" bzw. "Konzern") ist ein ausschließlich in Deutschland tätiger Telekommunikationsanbieter. Die Steuerung des Konzerns erfolgt über die zwei Geschäftssegmente Access und 1&1 Mobilfunknetz.

1&1 hält mehr als 16,1 Millionen Verträge in den Produktbereichen Breitband und Mobilfunk. Über die zum Konzernverbund der United Internet AG zugehörige Schwestergesellschaft 1&1 Versatel GmbH, Düsseldorf, kann 1&1 eines der größten Glasfasernetze Deutschlands nutzen. Als virtueller Mobilfunk-Netzbetreiber hat 1 &1 garantierten Zugriff auf bis zu 30 Prozent der Kapazität des Mobilfunknetzes von Telefónica in Deutschland (sogenannter Mobile Bitstream Access Mobile Virtual Network Operator = MBA MVNO). Außerdem nutzt 1&1 Kapazitäten anderer Vorleistungsanbieter, zum Beispiel das Mobilfunknetz von Vodafone.

1&1 bietet im Segment Access festnetz- und mobilfunkbasierte Internetzugangsprodukte an. Im Segment 1&1 Mobilfunknetz baut 1&1 derzeit unter Nutzung der im Jahr 2019 ersteigerten 5G Mobilfunkfrequenzen das europaweit erste vollständig virtualisierte Mobilfunknetz auf Basis der neuartigen OpenRAN-Technologie.

Nachdem zum Jahresende 2022 das neue OpenRAN Mobilfunknetz startete, wurden bisher ausschließlich sogenannte Festnetz-Ersatzprodukte angeboten, als Alternative zu herkömmlichen DSL-, Kabel-Internet oder Glasfaser-Anschlüssen. Die Zuschaltung mobiler Dienste ist für Dezember 2023 vorgesehen. Dann ist das neue Netz voll funktionsfähig.

Anschrift und Sitz der 1&1 AG als Konzernobergesellschaft ist die Elgendorfer Straße 57 in 56410 Montabaur, Deutschland. Die Gesellschaft ist beim Amtsgericht Montabaur unter HRB 28530 eingetragen.

Wesentliche Bilanzierungs-, Bewertungs- und Konsolidierungsgrundsätze

Die Quartalsmitteilung der 1&1 AG zum 30. September 2023 wurde, wie schon der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022, in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, aufgestellt.

Die Quartalsmitteilung stellt keinen Zwischenbericht im Sinne des IAS 34 dar. Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze der Quartalsmitteilung entsprechen grundsätzlich den zum 31. Dezember 2022 angewandten Methoden mit Ausnahme der pflichtmäßig neu anzuwendenden Standards und sind im Kontext mit dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 zu lesen.

Änderung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Um EBITDA und Free Cashflow besser in Einklang zu bringen, hat der Konzern die Ein- und Auszahlungen für Zinsen in der Kapitalflussrechnung angepasst und stellt diese nicht mehr im operativen Bereich dar. Einzahlungen aus Zinsen werden nun im Cashflow aus dem Investitionsbereich, Auszahlungen aus Zinsen im Cashflow aus dem Finanzierungsbereich ausgewiesen. Durch die Umgliederung der Zinszahlungen werden die finanziellen Ergebnisse des Unternehmens besser dargestellt und eine höhere Konsistenz zwischen dem EBITDA und dem Free Cashflow erreicht.

Damit trägt diese Maßnahme zu einer genaueren Analyse der finanziellen Leistungsfähigkeit des Unternehmens bei und ermöglicht eine transparentere Darstellung hinsichtlich der Kapitalstruktur und der Fähigkeit zur Rückzahlung von Schulden. Anlegern und anderen Stakeholdern wird dadurch zudem ein besseres Verständnis der finanziellen Performance des Unternehmens vermittelt.

Verwendung von Annahmen und Schätzungen

Bei der Erstellung der Quartalsmitteilung werden vom Management Ermessensentscheidungen getroffen sowie Schätzungen und Annahmen gemacht, die sich auf die Höhe der zum Stichtag ausgewiesenen Erträge, Aufwendungen, Vermögenswerte und Schulden sowie den Ausweis von Eventualschulden auswirken. Durch die mit diesen Annahmen und Schätzungen verbundene Unsicherheit könnten Ergebnisse entstehen, die in der Zukunft zu erheblichen Anpassungen des Buchwerts der betroffenen Vermögenswerte oder Schulden führen.

Verwendung von betriebswirtschaftlich relevanten finanziellen Kennzahlen

Für eine klare und transparente Darstellung der Geschäftsentwicklung von 1&1 werden in den Jahres- und Zwischenabschlüssen der Gesellschaft - neben den nach International Financial Reporting Standards (IFRS) geforderten Angaben - weitere finanzielle Kennzahlen wie z. B. EBITDA, EBITDA-Marge, operatives EBIT(DA), EBIT, EBIT-Marge oder Free Cashflow angegeben. Informationen zur Verwendung, Definition und Berechnung dieser Kennzahlen stehen im Geschäftsbericht 2022 der 1&1 AG ab Seite 57 zur Verfügung.

Die von 1&1 verwendeten Kennzahlen werden, soweit es für eine klare und transparente Darstellung notwendig ist, um Sondereffekte bereinigt. Die Sondereffekte betreffen in der Regel nur solche Effekte, die aufgrund ihrer Art, ihrer Häufigkeit und /​ oder ihres Umfangs geeignet sind, die Aussagekraft der finanziellen Kennzahlen für die Finanz- und Ertragsentwicklung der Gesellschaft zu beeinträchtigen. Diese Sondereffekte werden zum Zwecke der Überleitung zu den unbereinigten finanziellen Kennzahlen im jeweiligen Abschnitt des Abschlusses aufgezeigt und erläutert.

Sonstiges

In den Konzernzwischenabschluss sind alle Tochterunternehmen einbezogen. Der Konsolidierungskreis hat sich im Vergleich zum Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 nicht verändert.

Im Berichtszeitraum wurden, wie im Vorjahr, keine Gesellschaften veräußert.

Die Quartalsmitteilung ist keiner Prüfung entsprechend § 317 HGB oder einer prüferischen Durchsicht durch einen Abschlussprüfer unterzogen worden.

Konzern-Zwischenabschluss zum 30. September 2023

Konzern-Gesamtergebnisrechnung vom 1. Januar bis zum 30. September 2023

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2023 Januar - September 2022 Januar - September
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Umsatzerlöse 3.031.758 2.950.278
Umsatzkosten * -2.135.748 -2.010.535
Bruttoergebnis vom Umsatz 896.010 939.743
Vertriebskosten -386.981 -374.168
Verwaltungskosten * -92.826 -80.687
Sonstige betriebliche Erträge 27.745 23.103
Sonstige betriebliche Aufwendungen * -2.900 -2.422
Wertminderungsaufwendungen auf

Forderungen und Vertragsvermögenswerte
-77.365 -76.798
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 363.683 428.771
Finanzierungsaufwendungen -7.615 -5.847
Finanzerträge 13.933 1.237
Ergebnis vor Steuern 370.001 424.161
Steueraufwendungen -116.982 -127.448
Konzernergebnis 253.019 296.713
Ergebnis je Aktie (in €)
- unverwässert 1,44 1,68
- verwässert 1,44 1,68
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf

befindlichen Aktien (in Mio. Stück)
- unverwässert 176,30 176,30
- verwässert 176,30 176,31
Überleitung zum gesamten Konzernergebnis
Konzernergebnis 253.019 296.713
Sonstiges Ergebnis 0 0
Gesamtes Konzernergebnis 253.019 296.713

* Zur besseren Vergleichbarkeit erfolgte eine Anpassung der Umsatz- und Verwaltungskosten sowie der sonstigen betrieblichen Aufwendungen im Segment 1&1 Mobilfunknetz für den Berichtszeitraum 2022.

Konzernbilanz zum 30. September 2023

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30.09.2023 31.12.2022
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Vermögenswerte
Kurzfristige Vermögenswerte
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 3.687 4.677
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 328.591 267.820
Forderungen gegen nahestehende Unternehmen 631.807 570.763
Vorräte 103.646 120.385
Vertragsvermögenswerte 658.382 638.922
Abgegrenzte Aufwendungen 258.316 213.992
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 44.653 25.286
Ertragsteueransprüche 5.482 6.061
Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte 8.670 7.291
2.043.234 1.855.197
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 2.505 2.268
Sachanlagen 355.675 262.655
Immaterielle Vermögenswerte 1.533.343 1.590.541
Firmenwerte 2.932.943 2.932.943
Vertragsvermögenswerte 197.963 216.533
Abgegrenzte Aufwendungen 604.984 396.948
5.627.413 5.401.888
Summe Vermögenswerte 7.670.647 7.257.085
Schulden und Eigenkapital
Kurzfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 290.650 229.137
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen 145.635 77.927
Vertragsverbindlichkeiten 50.259 48.298
Sonstige Rückstellungen 4.718 4.413
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 144.160 121.451
Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 5.181 39.704
Ertragsteuerschulden 54.883 28.765
695.486 549.695
Langfristige Schulden
Vertragsverbindlichkeiten 10.193 7.297
Sonstige Rückstellungen 38.702 38.551
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 888.559 857.650
Latente Steuerschulden 212.262 224.051
1.149.716 1.127.549
Summe Schulden 1.845.202 1.677.244
Eigenkapital
Grundkapital 194.442 194.442
Eigene Anteile -512 -512
Kapitalrücklage 2.439.340 2.437.940
Kumuliertes Konzernergebnis 3.192.761 2.948.557
Sonstiges Eigenkapital -586 -586
Summe Eigenkapital 5.825.445 5.579.841
Summe Schulden und Eigenkapital 7.670.647 7.257.085

Konzern-Kapitalflussrechnung vom 1. Januar bis zum 30. September 2023

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2023 Januar - September 2022 * Januar - September
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Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit
Konzernergebnis 253.019 296.713
Berichtigungen zur Überleitung des

Konzernergebnisses zu den Ein- und Auszahlungen
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 82.751 49.046
Abschreibungen auf im Rahmen von

Unternehmenserwerben aktivierte Vermögenswerte
64.633 71.223
Personalaufwand aus Mitarbeiterbeteiligungen 1.400 1.941
Veränderungen der Ausgleichsposten für latente Steueransprüche -11.789 -8.114
Korrektur Gewinne /​ Verluste aus der Veräußerung von Sachanlagen 9 18
Finanzergebnis -6.318 4.611
Sonstige nicht zahlungswirksame Positionen 5 0
Cashflow der betrieblichen Tätigkeit 383.710 415.438
Veränderungen der Vermögenswerte und Schulden
Veränderung der Forderungen und sonstigen Vermögenswerte -80.940 -28.731
Veränderung der Vertragsvermögenswerte -890 -10.836
Veränderung der Vorräte 16.739 -17.064
Veränderung der abgegrenzten Aufwendungen -252.359 -126.896
Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 61.512 -4.591
Veränderung der sonstigen Rückstellungen 457 -3.341
Veränderung der Ertragsteuerschulden 26.118 -8.481
Veränderung der sonstigen Verbindlichkeiten -14.230 -18.187
Veränderung der Forderungen /​ Verbindlichkeiten

nahestehende Unternehmen
68.015 -17.962
Veränderung der Vertragsverbindlichkeiten 4.857 178
Veränderungen der Vermögenswerte und Schulden, gesamt -170.721 -235.911
Nettoeinzahlungen der betrieblichen Tätigkeit 212.989 179.527
Cashflow aus dem Investitionsbereich
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen -133.846 -84.510
Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen

Vermögenswerten und Sachanlagen
76 1.101
Investitionen in sonstige finanzielle Vermögenswerte -235 -379
Auszahlungen aus kurzfristiger Geldanlage -57.500 -73.000
Erhaltene Zinsen 10.082 1.047
Nettoauszahlungen im Investitionsbereich -181.423 -155.741
Cashflow aus dem Finanzierungsbereich
Dividendenzahlung -8.815 -8.815
Tilgung von Leasingverbindlichkeiten -18.995 -11.179
Gezahlte Zinsen -4.746 -2.921
Nettoauszahlungen im Finanzierungsbereich -32.556 -22.915
Nettoanstieg/​-rückgang der Zahlungsmittel

und Zahlungsmitteläquivalente
-990 871
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

zu Beginn des Geschäftsjahres
4.677 4.555
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

zum Ende der Berichtsperiode
3.687 5.426

* Für den Berichtszeitraum Januar bis September 2022 erfolgten Anpassungen des Ausweises der Ein- und Auszahlungen für Zinsen in der Konzern-Kapitalflussrechnung.

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung im Geschäftsjahr 2023 und 2022

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Grundkapital Eigene Anteile Kapitalrücklage Kumuliertes

Konzernergebnis
Stückelung T€ Stückelung T€ T€ T€
--- --- --- --- --- --- ---
Stand am 1. Januar 2022 176.764.649 194.442 465.000 -512 2.436.106 2.590.044
Konzernergebnis 296.713
Gesamtergebnis 296.713
Dividendenzahlungen -8.815
Mitarbeiterbeteiligungsprogramm 1.941
Stand am 30. September 2022 176.764.649 194.442 465.000 -512 2.438.047 2.877.942
Stand am 1. Januar 2023 176.764.649 194.442 465.000 -512 2.437.940 2.948.557
Konzernergebnis 253.019
Gesamtergebnis 253.019
Dividendenzahlungen -8.815
Mitarbeiterbeteiligungsprogramm 1.400
Stand am 30. September 2023 176.764.649 194.442 465.000 -512 2.439.340 3.192.761

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Sonstiges

Eigenkapital
Summe

Eigenkapital
T€ T€
--- --- ---
Stand am 1. Januar 2022 -879 5.219.201
Konzernergebnis 296.713
Gesamtergebnis 296.713
Dividendenzahlungen -8.815
Mitarbeiterbeteiligungsprogramm 1.941
Stand am 30. September 2022 -879 5.509.040
Stand am 1. Januar 2023 -586 5.579.841
Konzernergebnis 253.019
Gesamtergebnis 253.019
Dividendenzahlungen -8.815
Mitarbeiterbeteiligungsprogramm 1.400
Stand am 30. September 2023 -586 5.825.445

Segmentberichterstattung vom 1. Januar bis zum 30. September 2023

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Access 1&1 Mobilfunknetz Gesamt
T€ T€ T€
--- --- --- ---
Service-Umsatz 2.418.859 0 2.418.859
Hardware- und Sonstiger Umsatz 612.899 0 612.899
Segmentumsätze 3.031.758 0 3.031.758
Segmentmaterialaufwand -2.022.413 -50.588 -2.073.001
Segmentrohertrag 1.009.345 -50.588 958.757
Segment EBITDA 584.854 -73.787 511.067
Kundenverträge (in Mio.) 16,11 - 16,11

vom 1. Januar bis zum 30. September 2022

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Access 1&1 Mobilfunknetz Gesamt
T€ T€ T€
--- --- --- ---
Service-Umsatz 2.386.688 0 2.386.688
Hardware- und Sonstiger Umsatz 563.590 0 563.590
Segmentumsätze 2.950.278 0 2.950.278
Segmentmaterialaufwand * -1.977.343 -8.334 -1.985.677
Segmentrohertrag 972.935 -8.334 964.601
Segment EBITDA 575.798 -26.758 549.040
Kundenverträge (in Mio.) 15,65 - 15,65

* Zur besseren Vergleichbarkeit wurde der Materialaufwand für das Segment 1&1 Mobilfunknetz für den Berichtszeitraum 1. Januar bis 30. September 2022 angepasst.

Sonstiges

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Finanzkalender *

10. November 2023 Quartalsmitteilung Q3 2023

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Sitz der Gesellschaft

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HRB 28530 Montabaur

Umsatzsteuer-IdNr.: DE 812458592

Steuernummer: 03522506037

Finanzamt Offenbach-Stadt

Vorstand

Ralph Dommermuth (Vorstandsvorsitzender)

Markus Huhn

Alessandro Nava

Aufsichtsrat

Kurt Dobitsch (Aufsichtsratsvorsitzender)

Norbert Lang (Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender

seit dem 16. Mai 2023)

Matthias Baldermann

Vlasios Choulidis

Friedrich Joussen (seit dem 16. Mai 2023)

Christine Schöneweis (seit dem 16. Mai 2023)

Dr. Claudia Borgas-Herold (bis zum 16. Mai 2023)

Kai-Uwe Ricke (bis zum 16. Mai 2023)

Hinweis

Aus rechentechnischen Gründen können in Tabellen und bei Verweisen Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch exakt ergebenden Werten (Geldeinheiten, Prozentangaben usw.) auftreten.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird in diesem Bericht auf die zusätzliche Formulierung der weiblichen Form verzichtet. 1&1 weist darauf hin, dass die Verwendung der männlichen Form explizit als geschlechtsunabhängig zu verstehen ist. Dieser Bericht liegt in deutscher und englischer Sprache vor. Beide Fassungen stehen auch im Internet unter www.1und1.ag zum Download bereit. Im Zweifelsfall ist die deutsche Version maßgeblich.

Haftungsausschluss

Dieser Bericht enthält zukunftsbezogene Aussagen, welche die gegenwärtigen Ansichten des Vorstands von 1&1 hinsichtlich zukünftiger Ereignisse widerspiegeln. Diese zukunftsbezogenen Aussagen basieren auf unseren derzeit gültigen Plänen, Einschätzungen und Erwartungen. Zukunftsbezogene Aussagen entsprechen nur dem Sachstand zu dem Zeitpunkt, in dem sie getroffen werden. Diese Aussagen sind abhängig von Risiken und Unsicherheiten sowie sonstigen Faktoren, auf die 1&1 vielfach keinen Einfluss hat und die zu erheblichen Abweichungen der tatsächlichen Ergebnisse von diesen Aussagen führen können. Diese Risiken und Unsicherheiten sowie sonstigen Faktoren werden im Rahmen unserer Risikoberichterstattung in den Geschäftsberichten der 1&1 AG ausführlich beschrieben. Die 1&1 AG hat nicht die Absicht, solche vorausschauenden Aussagen zu aktualisieren.

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