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EnviTec Biogas AG

Interim / Quarterly Report Oct 1, 2020

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Interim / Quarterly Report

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HALBJAHRES-BERICHT

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ZWISCHEN-BERICHT GESCHÄFTSJAHR 2020

der EnviTec Biogas AG für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2020

ENVITEC BIOGAS ZWISCHENBERICHT H1/2020 Inhalt Vorwort Konzern-Zwischenlagebericht Konzern-Zwischenabschluss Konzern-Anhang Impressum

Konzern-Zwischenlagebericht

Kennzahlenüberblick 04
Vorwort 06
Konzern-Zwischenlagebericht
Grundlagen des Konzerns 10
Wirtschaftsbericht 10
Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr 12
Ertragslage 14
Vermögens- und Finanzlage 16
Liquiditätslage 17
Chancen- und Risikobericht 17
Prognosebericht 17
Konzern-Zwischenabschluss
Konzernbilanz 20
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 23
Konzern-Anhang 25
Impressum 35

Konzern-Zwischenabschluss

INHALT

Kennzahlenüberblick

(Mio. Euro) H1 2020 H1 2019 Entwicklung
Umsatzerlöse 89,6 96,9 -7,3
Rohergebnis 37,2 31,9 5,3
EBITDA 16,8 13,2 3,6
EBIT 8,8 5,4 3,4
Konzernergebnis 7,5 4,5 3,0
Mitarbeiter (Anzahl) 456 428 28
Auftragsbestand 147,3 110,4 36,9
davon Ausland 146,9 109,7 37,2
Auftragseingänge 39,5 60,1 -20,6
davon Ausland 39,5 59,9 -20,4
Abgearbeitete Aufträge 16,5 17,1 -0,6

In den Tabellen und Grafiken dieses Geschäftsberichts können aus rechentechnischen Gründen in Einzelfällen Rundungsdifferenzen auftreten.

Biogasbereich zu verringern. Unsere starke Eigenkapitalausstattung und die weiter verringerte Verschuldung bilden für uns ein gutes Fundament für mögliche weitere Wachstumschancen auf den internationalen Biogasmärkten.

Hier sind es vor allem in Europa Frankreich und Dänemark, die aufgrund ihrer günstigen Rahmenbedingungen gute Marktchancen für uns bieten. Auch in China stehen die Zeichen weiterhin auf Wachstum. Zwar wurden hier die Ziele der jährlichen Biogasproduktion verringert, bleiben aber dennoch mit über 10 Milliarden Kubikmeter bis 2025 und 20 Milliarden bis 2030 vielversprechend. Weitere dynamische Märkte sind Italien, sowie aktuell süd- und osteuropäische Staaten wie Griechenland und Estland.

Olaf von Lehmden Jürgen Tenbrink CEO CTO

Jörg Fischer CFO

ungeachtet der gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie verzeichnet die EnviTec Gruppe im ersten Halbjahr 2020 eine sehr gute Geschäftsentwicklung – vor allem im Segment Anlagenbau.

Im Geschäftsjahr 2020 erwarten wir sogar bei einer steigenden Konzerngesamtleistung ein EBT von 17 bis 19 Mio. Euro. Bislang hatten wir eine moderat steigende Gesamtleistung und ein EBT von 12,5 Mio. Euro prognostiziert. Im Geschäftsjahr 2019 verzeichneten wir eine Gesamtleistung von 202,6 Mio. Euro und ein EBT von 10,3 Mio. Euro. Die tatsächliche Umsatz-/Gesamtleistungsentwicklung wird – wie in den Vorjahren auch – natürlich davon abhängen, wie viele Projekte im Anlagenbau zum Jahresende tatsächlich schlussgerechnet werden können und wie stark etwaige zukünftige Reiseund Kontaktbeschränkungen unsere Leistungserbringung einschränken.

Ganz aktuell beschäftigen wir uns intensiv mit dem von der Bundesregierung im September verabschiedeten Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2020 sowie mit dem ersten Entwurf des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) zum Gesetz zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungs-Quote (THG-Quote). Erfreulich ist, dass zumindest das EEG den Beitrag der Bioenergie zur Energiewende würdigt und eine auskömmliche Regelung zum weiteren Betrieb von Bestandsanlagen umgesetzt wird. Anreize für den zumindest formulierten Ausbaupfad sind jedoch bisher ausgeblieben. Das BMU ist gleichwohl immer noch in seiner dogmatischen Förderung der E-Mobilität verfestigt und versucht das Treibhausgas-Emissionshandelsgesetzes (TEHG) in ein Gesetz zur Förderung der E-Mobilität umzumünzen. Nicht nur versäumt es dieses Papier damit, einen ambitionierten Ausbaupfad für die THG-Quote zu verankern, es bringt auch weitere "Erfüllungsoptionen" ins Spiel, die den Markt für die Quote völlig verwässern und Investitionen in THG-Minderung verhindern. Diesen wenig ausgereiften Entwurf kann man, aus unserer Sicht, leider nur als verfehlt bezeichnen. Wir werden daher gemeinsam mit dem Biogasrat im weiteren Gesetzgebungsverfahren dafür kämpfen, dass die daliegende Chance für echten Klimaschutz im Verkehr ambitioniert genutzt wird.

Mit unserer sehr guten Bilanzstruktur, die im Berichtszeitraum noch weiter gestärkt wurde, sind wir aber insgesamt auf einem guten Weg, die Abhängigkeit von Subventionen im

VEREHRTE AKTIONÄRE, LIEBE KUNDEN, MITARBEITER UND FREUNDE DER ENVITEC BIOGAS AG,

KONZERN-ZWISCHEN-LAGEBERICHT

für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2020 der EnviTec Biogas AG

Grundlagen des Konzerns

Geschäftsmodell des EnviTec Konzerns

Der EnviTec Biogas Konzern mit Sitz in Lohne ist einer der führenden Anbieter und Betreiber von Biogasanlagen. EnviTec deckt als Biogas-Allrounder die gesamte Wertschöpfungskette für die Herstellung von Biogas ab. Dazu gehören die Planung und der schlüsselfertige Bau von Biogasanlagen und Biogasaufbereitungsanlagen ebenso wie deren Inbetriebnahme. Das Unternehmen übernimmt bei Bedarf den biologischen und technischen Service und bietet außerdem das gesamte Anlagenmanagement sowie die Betriebsführung an. EnviTec betreibt außerdem eigene Anlagen und ist damit einer der größten Biogas- und Biomethanproduzenten in Deutschland.

Mit unserer kundenorientierten Bauweise setzen wir Maßstäbe bei der Zuverlässigkeit und Profitabilität. EnviTec-Anlagen können aus sämtlichen Inputstoffen, von organischen Abfällen bis zu nachwachsenden Rohstoffen, saubere Energie erzeugen. Das Unternehmen wurde 2002 gegründet und ist inzwischen weltweit in 16 Ländern (inkl. Deutschland) vertreten.

Konzernstruktur und Geschäftsbereiche

Die Konzernstruktur gliedert sich entlang der drei Bereiche Eigenbetrieb, Service und Anlagenbau. Alle Bereiche sind strategisch, technisch und wirtschaftlich eng miteinander verknüpft. Der Mutterkonzern fungiert als Holding, die Leistungen wie beispielsweise Controlling, Personalmanagement, Rechtsberatung, Treasury und Marketing für die drei Geschäftsbereiche erbringt. Weiterer Geschäftszweck der Holding ist das Halten von Beteiligungen im Eigenbetrieb sowie die Anlauffinanzierung der jeweiligen Projektgesellschaften. Der Konsolidierungskreis für den Halbjahresabschluss 2020 umfasst wie im Vorjahreszeitraum 107 vollkonsolidierte Gesellschaften.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die Weltwirtschaft wird gemäß der Juni-Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) im Gesamtjahr 2020 um 4,9 % schrumpfen. Hauptursache hierfür sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie, die in vielen Staaten rund um den Globus in einer schweren Rezession resultierten. Besonders stark betroffen sind die Industriestaaten. Hier geht der IWF von einem Rückgang der Wirtschaftskraft um 8,0 % für das Gesamtjahr 2020 aus. In den Schwellen- und Entwicklungsländern wird das Bruttoinlandsprodukt voraussichtlich um 3,0 % schrumpfen. In den Staaten der Eurozone prognostiziert der IWF einen deutlichen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 10,2 %. Dabei sind die für EnviTec wichtigen Märkte wie Deutschland (-7,8 %), Frankreich (-12,5 %) und Großbritannien (-10,2 %) ebenfalls negativ betroffen. In einer aktuellen Prognose der Bundesregierung wird die Erholung im zweiten Halbjahr zumindest in Deutschland schneller als bisher erwartet erfolgen und es wird auf Gesamtjahresbasis nur noch ein Rückgang um 5,8 % prognostiziert.

Entwicklung der Biogasbranche

Technologie

Der aktuell dynamischste Markt für Biogasanlagen ist die Biogasaufbereitung. Das gewonnene Biomethan dient dann zur Einspeisung ins Erdgasnetz. Zudem kann das Biomethan als CO2-armer Treibstoff insbesondere im Verkehrssektor eingesetzt werden. Dass dies sinnvoll und notwendig wäre, belegt eine vom Fraunhofer-Institut für System und Innovationsforschung (ISI), der Technischen Universität Hamburg (TUHH) und dem Institut für Ressourceneffizienz und Energiestrategien IREES GmbH herausgegebene Untersuchung. Demnach weist Biomethan eindeutig die beste Treibhausgasbilanz auf. Als nachhaltiger gasförmiger (Bio-CNG) oder flüssiger (Bio-LNG) Treibstoff können bereits heute mehr als 90 % der klimaschädlichen Treibhausgasemissionen eingespart und gleichzeitig fast 100 % der gesundheitsschädigenden Feinstaub- und Stickoxidemissionen vermieden werden. Darüber hinaus ergeben sich für den Einsatz von Biomethan im Mobilitätssektor sogar negative Treibhausgasminderungspotenziale, sofern Gutschriften gemäß der europäischen Gesetzgebung (RED II) berücksichtigt werden.

Rohstoffmarkt

Die Inputversorgung von Biogasanlagen in Deutschland ist im laufenden Jahr 2020 geprägt von der einerseits gebietsabhängig großen Trockenheit sowie andererseits einem deutlichen Rückgang des Preisniveaus auf den Rohstoffmärkten. So lag der deutsche Agrarrohstoff-Index der Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) im August mit 125 Punkten deutlich unter dem Wert zu Jahresende 2019 von 138 Punkten. Bei einzelnen Getreidesorten wie Mais machte sich aber die angespannte Erntesituation bemerkbar. EnviTec profitiert jedoch auf Basis langfristiger Lieferverträge, hoher Lagerbevorratung und der engen Zusammenarbeit mit regionalen landwirtschaftlichen Betrieben auch im laufenden Jahr von moderaten Preisen für die als Einsatzstoff genutzten Agrarrohstoffe. Aufgrund der insgesamt guten Ergebnisse der landwirtschaftlichen Partner im bisherigen Erntejahr ist bis ins Jahr 2022 von einer komfortablen Rohstoffversorgung auszugehen.

Geographische Märkte

Insbesondere aufgrund fester Vergütungen ist die Biogasbranche aktuell nur partiell von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen. Entscheidend sind primär die gesetzlichen Rahmenbedingungen vor Ort.

In Deutschland ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) die wesentliche Gesetzesgrundlage. Daneben regelt die Gasnetzzugangsverordnung die Einleitung von aufbereitetem Biogas in das Erdgasnetz. Seit der deutlichen Reduzierung der Einspeisevergütungen in der vierten EEG-Novelle von 2014

ist der Anlagenneubau in Deutschland fast vollständig zum Erliegen gekommen.

Für dieses Jahr geht der Deutsche Fachverband Biogas sogar davon aus, dass erstmals seit Inkrafttreten des EEG in Deutschland ein signifikanter Rückgang im Anlagenbestand zu beobachten sein wird. Während voraussichtlich 100 Neuanlagen im Gesamtjahr 2020 errichtet werden, könnten bis zu 250 Biogasanlagen aufgrund steigender technischer Anforderungen, zunehmender Auflagen sowie fehlender Perspektiven zurückgebaut werden. Demnach wird die arbeitsrelevante Leistung leicht von 3.810 auf 3.794 MW sinken. Immerhin wurde in einer im Mai 2020 verabschiedeten Mini-Novelle des EEG der Übergangszeitraum für die Geltendmachung der Flexibilitätsprämie um acht Monate bis zum 31. Juli 2021 verlängert, wodurch Flexibilisierungs- und Repowering-Projekte in Deutschland zumindest kurzfristig weiter umgesetzt werden können.

Insgesamt kalkuliert der Fachverband, dass zum Jahresende 2020 voraussichtlich 9.359 Biogasanlagen mit einer installierten Leistung (inkl. Stromeinspeisung durch Biomethan) von 5.030 MW in Deutschland betrieben werden. Dies entspricht einer Stromproduktion von 33,3 Mrd. kWh oder 9,5 Mio. mit Biogas versorgten Haushalten. Der Anteil von Biogas an der gesamten Bruttostromerzeugung in Deutschland lag laut Destatis im ersten Quartal 2020 bei 5,5 % (Q1 2019: 5,1 %).

Für eine nachhaltige Weiterentwicklung der Biogas- und Biomethanerzeugung in Deutschland und eine Sicherung der bestehenden Erzeugungsleistung fehlen dennoch weiterhin gesicherte Rahmenbedingungen. Notwendig wären ein klarer Ausbaupfad bis zum Jahr 2030 und eine Anpassung der Gebotshöchstwerte im EEG-Ausschreibungsverfahren für neue und bestehende Biogasanlagen. Darüber hinaus müssten die Instrumente zur Flexibilisierung bestehender Biogasanlagen und die Gasaufbereitung von Biogas zu Biomethan weiter gestärkt werden. Zumindest für den Bestand zeigt der vom Bundeskabinett verabschiedete Entwurf eine auskömmliche Perspektive auf. Für den ebenfalls

samt betreute EnviTec zum Stichtag im biologischen Service Anlagen mit einer elektrischen Leistung von insgesamt 76 MW und 7 MW äquivalent (EnviThan) (31. Dezember 2019: 74 MW / 7 MW) und im technischen Service Anlagen mit einer elektrischen Leistung von insgesamt 270 MW und 13 MW äquivalent (31. Dezember 2019: 267 MW / 13 MW ).

Im Anlagenbau verzeichnete EnviTec im ersten Halbjahr 2020 eine sehr dynamische Entwicklung. Trotz der zwischenzeitlichen Einschränkungen der Reise- und Bewegungsfreiheit im Zuge der Corona-Pandemie konnten die in Bearbeitung befindlichen Projekte und Baustellen zügig vorangetrieben werden. Weiterhin wichtigster Markt ist Frankeich. Auch in Dänemark ist EnviTec weiterhin sehr aktiv. Zudem konnten im ersten Halbjahr in China zwei weitere Projekte gestartet werden. Ausgewählte Perspektiven bieten sich in weiteren süd- und osteuropäischen Ländern. So konnte EnviTec nach dem Ende des Berichtszeitraum, im Juli 2020, den Baustart einer 1-MWstarken Anlage in Griechenland vermelden.

Ein potentialreiches, neues Geschäftsfeld ist die Herstellung und Verwendung von Biomethan als CO2-armer Treibstoff bzw. als bioCNG (Compressed Natural Gas) im Verkehrssektor. So feierte EnviTec mit seinem Partner BAUER Kompressoren nach zwei gemeinsamen Projekten in Frankreich erstmals die Fertigstellung einer CNG-Erdgastankstelle in Deutschland. In Estland feierte EnviTec im Juni 2020 die Fertigstellung zweier EnviThan-Gasaufbereitungsanlagen, die umweltfreundliches Biomethan für den Transportsektor bereitstellen sollen.

Auftragsbestand im Anlagenbau

Der Auftragsbestand im Anlagenbau summierte sich per Ende Juni 2020 auf 147,3 Mio. Euro. Davon sind 87,9 Mio. Euro bereits im Bau und teilweise in der Bestandsveränderung berücksichtigt. Mit 146,9 Mio. Euro entfällt der Großteil des Auftragsbestands auf die internationalen Biogas-Märkte. Dabei handelt es sich zu wesentlichen Teilen um Aufträge in Frankreich, Dänemark und China. Weitere wichtige Märkte sind Estland und Griechenland. Gegenüber dem Jahresanfang stieg der Auftragsbestand um 18,5 % (31. Dezember 2019: 124,3 Mio. Euro).

Mitarbeiter

EnviTec Biogas beschäftigte zum Stichtag 30. Juni 2020 weltweit 456 Mitarbeiter (30. Juni 2019: 428). Davon ist mit 355 (Vorjahr: 340) der wesentliche Teil in Deutschland beschäftigt. An den Auslandsstandorten sind 101 Mitarbeiter (Vorjahr: 88) für EnviTec Biogas im Einsatz.

erklärten Ausbaupfad für Biomasse fehlt aber jedweder Umsetzungsansatz.

Im Gegensatz zu Deutschland stehen nach Angaben des aktuellen Branchenbarometers der Deutschen Energie-Agentur (dena) die Zeichen in Europa und auch in außereuropäischen Märkten wie China weiter auf Wachstum. Auf Basis seiner diversifizierten Geschäftstätigkeit erwirtschaftet EnviTec bereits seit vielen Jahren in allen Unternehmenssegmenten maßgebliche Umsätze in internationalen Märkten. Im Folgenden ist die aktuelle Marktentwicklung in den wichtigsten internationalen Märkten des Unternehmens dargelegt.

In Europa gehört Frankreich weiterhin zu den dynamischsten Ländern der Branche. Feste Einspeisetarife für Biogas und Biomethan sorgen hier für attraktive Rahmenbedingungen. Die Verringerung des Kernenergieanteils auf 50 % der Stromerzeugung soll zwar gegenüber der bisherigen Strategie um zehn Jahre auf 2035 verschoben werden. Dennoch wird die Energiewende weiterhin mit Hochdruck vorangetrieben, und die Rahmenbedingungen werden am französischen Markt auf absehbare Zeit als vorteilhaft eingeschätzt.

Auch in Dänemark sind die Rahmenbedingungen weiterhin günstig. So wurde im Dezember 2019 ein neues Klimagesetz verabschiedet, das das Land verpflichtet, die Emissionen bis 2030 um 70 % unter den Stand von 1990 zu senken. Das Gesetz zielt zudem auf Klimaneutralität bis 2050 ab und beinhaltet ein robustes Überwachungssystem sowie rechtsverbindliche Zehnjahrespläne. Gemäß der dänischen Energiebehörde soll die Biogas-Produktion in Dänemark im Jahr 2020 insgesamt 4,2 TWh erreichen, was einer Verdreifachung seit 2012 entspricht.

Ebenfalls positiv entwickelt sich der Bioenergiesektor in China. Im Dezember 2019 stellte die chinesische Regierung einen neuen Leitfaden zur Entwicklung der Biogasindustrie vor. Die Ziele für die jährliche Biogasproduktion des Landes wurden zwar verringert, bleiben aber mit über 10 Milliarden Kubikmeter bis 2025 und über 20 Milliarden Kubikmeter bis

2030 weiterhin vielversprechend.

In Großbritannien sorgten die fortgesetzten Unsicherheiten rund um den Brexit auch in 2019 für eine Investitionszurückhaltung im Biogassektor. Ende April 2020 kündigte die britische Regierung nach zweijährigem Stillstand an, den aktuellen Förderrahmen für erneuerbare Energien bis 31. März 2022 zu verlängern. Dadurch besteht zumindest in begrenztem Umfang die Aussicht auf neue Projekte.

In Italien wurde im März 2018 ein neues Fördergesetz für die Produktion von Biomethan in Kraft gesetzt. Es sieht vor, dass von 2018 bis 2022 staatliche Mittel in Höhe von 4,7 Milliarden Euro für die Förderung der Biomethanproduktion bereitgestellt werden.

Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr 2020

Die EnviTec Gruppe verzeichnete im ersten Halbjahr 2020 ungeachtet der gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie eine sehr gute Geschäftsentwicklung. Vor allem im Segment Anlagenbau war eine sehr erfreuliche Entwicklung zu verzeichnen.

Im Segment Eigenbetrieb erwirtschaftet EnviTec in den ersten sechs Monaten 2020 leicht sinkende Erlöse, was primär auf den gesunkenen Strompreis im Bereich Energy zurückzuführen ist. Die weiterhin komfortable Inputversorgung sichert dabei einen kontinuierlich ertragreichen Betrieb.

Im Bereich Service war im Berichtszeitraum ungeachtet der Corona-Krise ebenfalls eine gute Geschäftsentwicklung zu verzeichnen. Neben dem laufenden Servicegeschäft machte sich hier vor allem die Verlängerung der Flexibilitätsprämie in Deutschland positiv bemerkbar. Neben Deutschland sind die wichtigsten Märkte im Service weiterhin Italien, Tschechien und Großbritannien sowie Dänemark und Frankreich. Insge-

Ergebnisentwicklung

Die EnviTec Gruppe konnte in den ersten sechs Monaten 2020 die erfolgreiche Entwicklung der Vorjahre fortsetzen und die Profitabilität im Konzern weiter steigern. So verbesserte sich das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 5,4 Mio. Euro in der Vorjahresperiode auf 8,8 Mio. Euro im Berichtszeitraum. Das Finanzergebnis betrug per Saldo aufgrund des höheren Ergebnisses von at-Equity-Beteiligungen 0,4 Mio. Euro, woraus ein Ergebnis vor Steuern (EBT) in Höhe von 9,2 Mio. Euro (H1 2019: 5,5 Mio. Euro) resultierte. Der Konzernperiodenüberschuss nach Minderheiten stieg von 4,5 Mio. Euro auf 7,5 Mio. Euro. Das Ergebnis je Aktie lag im ersten Halbjahr 2020 im Konzern bei 0,55 Euro nach 0,32 Euro im Vorjahreszeitraum.

stieg die Quote von 10,4 auf 11,9 %. Die Abschreibungen erhöhten sich im Berichtszeitraum um 2,7% auf 8,0 Mio. Euro, da bei den vollkonsolidierten Unternehmen ein Zugang zu verzeichnen war sowie weitere Investitionen getätigt wurden. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen, zu denen Betriebs-, Verwaltungs- und Vertriebskosten zählen, stiegen um 11,4 % auf 9,7 Mio. Euro (H1 2019: 8,7 Mio. Euro). MW (31. Dezember 2019: 65,6 MW) – davon 38,2 MW (31. Dezember 2019: 37,1 MW) vollkonsolidiert und 27,9 MW (31. Dezember 2019: 28,5 MW) at-Equity bewertet. Da die Materialkosten mit 7,6 % überproportional auf 32,0 Mio. Euro sanken, verbesserte sich das operative Ergebnis

Segmententwicklung

Der EnviTec Konzern ist in den drei Segmenten Eigenbetrieb, Service und Anlagenbau tätig. Die in diesem Abschnitt dargestellten Werte und Entwicklungen sind um konzerninterne Transaktionen zwischen den einzelnen Geschäftsbereichen bereinigt.

Eigenbetrieb

Der Segmentumsatz im Eigenbetrieb sank im ersten Halbjahr 2020 um 4,0 % auf 53,0 Mio. Euro (H1 2019: 55,2 Mio. Euro), die Gesamtleistung verringerte sich um 1,0 % auf 55,9 Mio. Euro (H1 2019: 56,5 Mio. Euro). Die elektrische Leistung der eigenen Anlagen am Netz stieg zum Bilanzstichtag auf 66,1

vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 8,2 Mio. Euro auf 9,5 Mio. Euro. Die EBIT-Marge (bezogen auf die Gesamtleistung) betrug 17,0 % (H1 2019: 14,5 %). Das Ergebnis vor Steuern betrug 10,0 Mio. Euro (H1 2019: 8,2 Mio. Euro). Die eigenbetriebenen Anlagen waren somit dank der starken, kontinuierlichen Cashflows weiterhin der wesentliche Ergebnistreiber in der Gruppe.

Service

Im Segment Service war in den ersten sechs Monaten 2020 im Zusammenhang mit einer im Vorjahr überdurchschnittlich hohen Anzahl schlussgerechneter Flexibilisierungs- und Repowering-Projekte ein Rückgang der Umsätze um 20,7 % auf 18,4 Mio. Euro (H1 2019: 23,2 Mio. Euro) zu verzeichnen. Im Zuge der Verlängerung der Flexibilisierung-Prämie in der EEG-Mini-Novelle war jedoch entgegen der ursprünglichen Planungen im laufenden Geschäftsjahr weiterhin eine gute Nachfrage nach entsprechenden Projekten zu verzeichnen, ablesbar an einer Bestanderhöhung um 2,6 Mio. Euro in den ersten sechs Monaten 2020 (H1 2019: -1,7 Mio. Euro). Die Gesamtleistung ging entsprechend nur leicht um 1,9 % auf 21,1 Mio. Euro zurück.

Ertragslage

Vergleich der tatsächlichen mit der ursprünglich in Aussicht gestellten Entwicklung

Die EnviTec Gruppe verzeichnete im ersten Halbjahr 2020 eine sehr positive Entwicklung, die deutlich über den ursprünglichen, konservativen Planungen des Unternehmens lag. Wie in einer Ad-hoc-Mitteilung vom 28. September 2020 bekanntgegeben, erwartet die EnviTec Biogas AG nunmehr, im Geschäftsjahr 2020 bei einer steigenden Konzerngesamtleistung ein EBT von 17 bis 19 Mio. Euro zu erzielen. Bislang hatte der Vorstand eine moderat steigende Konzergesamtleistung und ein EBT von mindestens 12,5 Mio. Euro erwartet. Im Geschäftsjahr 2019 waren eine Gesamtleistung von 202,6 Mio. Euro und ein EBT von 10,3 Mio. Euro erwirtschaftet worden.

Umsatz und Gesamtleistung

Die Umsatzerlöse von EnviTec Biogas sanken im ersten Halbjahr 2020 auf Konzernebene um 7,6 % auf 89,6 Mio. Euro. Ursächlich für den Umsatzrückgang ist die im Vorjahr überproportionale Zahl schlussgerechneter Projekte im Servicesegment. Die Gesamtleistung, die auch im Bau befindliche Anlagen über die Bestandsveränderungen berücksichtigt, erhöhte sich von 91,4 Mio. Euro um 17,7 % auf 107,6 Mio. Euro. Die größte Bestandveränderung war dabei im Anlagenbau zu verzeichnen. Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen von 2,4 Mio. Euro auf 4,0 Mio. Euro.

Den Großteil seiner Erlöse generiert das Unternehmen weiterhin im Segment Eigenbetrieb. Zudem wurden rund 65,3 % der Konzernumsätze in Deutschland erwirtschaftet.

Aufwandsentwicklung

Die Materialkosten, wesentlicher Aufwandsposten im Konzern, stiegen im ersten Halbjahr um 18,4 % auf 70,5 Mio. Euro (H1 2019: 59,5 Mio. Euro). Hierfür war im Wesentlichen die hohe Auslastung im Segment Anlagenbau ausschlaggebend. Die Materialkostenquote (bezogen auf die Gesamtleistung) stieg von 65,1 % im Vorjahres- auf 65,5 % im Berichtszeitraum. Das Rohergebnis verbesserte sich deutlich von 31,9 Mio. Euro auf 37,2 Mio. Euro.

Der Personalaufwand stieg im Zuge einer expansiven Geschäftstätigkeit in den ersten sechs Monaten um 6,1 % auf 10,7 Mio. Euro (H1 2019: 10,1 Mio. Euro). Die Personalkostenquote bezogen auf die Gesamtleistung lag mit 9,9 % unter Vorjahresniveau (H1 2019: 11,0 %). Bezogen auf den Umsatz

Die Materialkosten erhöhten sich um 2,4 % auf 16,3 Mio. Euro. Der Personalaufwand stieg im Zuge eines höheren Serviceaufwands für die Eigenbetriebsanlagen um 5,1 % auf 4,1 Mio. Euro. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrugen rund 1,7 Mio. Euro (H1 2019: 1,6 Mio. Euro). Das operative Segmentergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank in der Folge von -0,1 Mio. Euro auf -1,3 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Steuern betrug -1,3 Mio. Euro nach -0,2 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Das negative Segmentergebnis im Servicebereich ist primär durch die Geschäftsumsätze mit Eigenbetriebsgesellschaften zu erklären, die in der Konsolidierung auf Konzernebene bereinigt werden. Unbereinigt ist das operative Ergebnis des Servicesegments weiterhin deutlich positiv.

Anlagenbau (inkl. Holding)

Im Anlagenbau verzeichnete EnviTec im Berichtszeitraum eine sehr dynamische Geschäftsentwicklung. Bei einem leichten Rückgang der Umsatzerlöse auf 18,2 Mio. Euro (H1 2019: 18,6 Mio. Euro) stieg die Gesamtleistung, die auch im Bau befindliche Anlagen über die Bestandsveränderungen berücksichtigt, um 128,7 % auf 30,5 Mio. Euro. Durch die höhere Auslastung stieg der Materialaufwand um 149,4 % auf 22,1 Mio. Euro. In der Folge konnte das Rohergebnis mit 8,5 Mio. Euro (H1 2019: 4,5 Mio. Euro) nahezu verdoppelt werden. Der Personalaufwand stieg um 4,1 %, die sonstigen Aufwendungen erhöhten sich um 19,8 %. Insgesamt erwirtschaftete EnviTec damit im Segment Anlagenbau erstmals seit Jahren wieder ein positives Ergebnis. So betrug das operative Ergebnis (EBIT) nach sechs Monaten 0,6 Mio. Euro (H1 2019: -2,6 Mio. Euro), das Ergebnis vor Steuern (EBT) belief sich auf 0,4 Mio. Euro.

Vermögens- und Finanzlage

Die sehr gute Bilanzstruktur des EnviTec Konzerns wurde im Berichtzeitraum weiter gestärkt.

Auf der Aktivseite verringerte sich das Anlagevermögen in Folge planmäßiger Abschreibungen auf Sachanlagen auf 117,3 Mio. Euro (31. Dezember 2019: 126,0 Mio. Euro). Mit Sachanlagen im Wert von 85,4 Mio. Euro – im Wesentlichen technische Anlagen und Maschinen – verfügt der EnviTec Konzern weiterhin über erhebliche langfristige Vermögenswerte in seiner Bilanz. Die Vorräte sanken um 4,3 % auf 44,6 Mio. Euro (31. Dezember 2019: 46,6 Mio. Euro). Der deutliche Anstieg der unfertigen Erzeugnisse und Leistungen um 48,6 % auf 42,1 Mio. Euro ist dabei Ausdruck der deutlich höheren Auslastung im Segment Anlagenbau. Der für das erste Halbjahr typische, geringere Working Capital-Bedarf resultierte in einer Erhöhung der liquiden Mittel auf 34,6 Mio. Euro zum Zwischenbilanzstichtag, dem 30. Juni 2020 (31. Dezember 2019: 11,4 Mio. Euro).

Auf der Passivseite stieg das Eigenkapital in Folge der positiven Geschäftsentwicklung um 5,6 % auf 144,0 Mio. Euro. Die Gesamtverbindlichkeiten lagen mit 91,4 Mio. Euro auf Vorjahresniveau (31. Dezember 2019: 91,1 Mio. Euro). Bei einer Bilanzsumme von 249,1 Mio. Euro stieg die Eigenkapitalquote auf 57,8 % zum Bilanzstichtag (31. Dezember 2019: 56,8 %). Die starke Eigenkapitalausstattung bildet ein gutes Fundament für die Wahrnehmung von Wachstumschancen auf den internationalen Biogasmärkten.

Liquiditätslage

Die Liquiditätssituation der EnviTec Biogas gestaltete sich zum Bilanzstichtag wie in den Vorperioden sehr solide. Die Summe der liquiden Mittel stieg im Konzern auf 34,6 Mio. Euro zum Zwischenbilanzstichtag 30. Juni 2020 (31. Dezember 2019: 11,4 Mio. Euro). Der höhere Cashbestand ist wie geschildert auf den im Bereich Eigenbetrieb typischerweise im ersten Halbjahr geringeren Wareneinkauf zurückzuführen.

Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte beliefen sich auf 13,7 Mio. Euro (31. Dezember 2019: 12,8 Mio. Euro). Darüber hinaus standen EnviTec Biogas am 30. Juni 2020 nicht ausgenutzte Kontokorrentlinien in Höhe von 20,3 Mio. Euro zur Verfügung.

Chancen- und Risikobericht

Der bewusste und kontrollierte Umgang mit Chancen und Risiken ist die Grundlage für eine langfristig erfolgreiche Unternehmensentwicklung. In einem sich verändernden globalen Energiemarkt ergeben sich für EnviTec Biogas Chancen, die wir erfolgreich nutzen wollen. Den Chancen stehen naturgemäß Risiken gegenüber. Sie müssen angemessen gesteuert und minimiert werden, um eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung zu gewährleisten. EnviTec Biogas hat daher ein Managementsystem eingeführt, das potenzielle Risiken systematisch erfasst und Maßnahmen zur Risikominimierung aufzeigt. Alle Führungskräfte sind darin geschult, Risiken zu erkennen und darauf zu reagieren. Sie halten ihre Mitarbeiter

an, unternehmerisch zu denken und Risiken zu vermeiden. Das Risikomanagement ist Basis der Unternehmenssteuerung und dient dem Erreichen der Unternehmensziele. Es ist fest in allen Geschäftsprozessen und Unternehmensbereichen verankert.

Die Risikosituation der EnviTec Biogas Gruppe wurde im zusammengefassten Lagebericht des EnviTec Konzerns und der EnviTec Biogas AG zum 31. Dezember 2019 ausführlich dargestellt. Hierin wurden die Risiken aufgeführt und detailliert erläutert. Aus Sicht des Vorstands bestehen derzeit keine weiteren Risiken und Chancen, die über die im Lagebericht zum 31. Dezember 2019 dargestellten Aspekte hinausgehen. Bestandsgefährdende Risiken bestehen nach Ansicht des Vorstands zurzeit nicht.

Prognosebericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaft und Branchenentwicklung

Nach aktueller IWF-Prognose von Juni 2020 wird die Weltwirtschaft im Zuge der Corona-Pandemie im Gesamtjahr um 4,9 % schrumpfen. In den Industriestaaten geht der IWF von einem Rückgang der Wirtschaftskraft um 8,0 % aus. In den Schwellen- und Entwicklungsländern soll das Bruttoinlandsprodukt um 3,0 % sinken. In den Ländern der Eurogruppe wird sich die Wirtschaftsleistung um voraussichtlich 10,2 % reduzieren. Nach jüngsten Prognosen der Bundesregierung von September 2020 wird der Rückgang in Deutschland jedoch mit 5,8 % deutlich schwächer als bisher angenommen ausfallen.

19

Biogasmarkt – kaum Auswirkungen der Corona-Krise, Wachstum primär auf den internationalen Märkten

Insbesondere aufgrund fester Vergütungen ist die Biogasbranche aktuell nur partiell von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen. In Deutschland wurden zudem Ende April 2020 Änderungen am Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) beschlossen, um einigen Herausforderungen resultierend aus der Corona-Pandemie zu begegnen. Zumindest für den Bestand zeigt der vom Bundeskabinett verabschiedete Entwurf eine auskömmliche Perspektive auf. Für den ebenfalls erklärten Ausbaupfad für Biomasse fehlt aber jedweder Umsetzungsansatz.

In anderen europäischen Märkten wie Dänemark und Frankreich sind die Rahmenbedingungen insbesondere für den Anlagenbau hingegen deutlich attraktiver, was primär auf eine konsequente, von der Politik vorangetriebene Energiewende in diesen Ländern zurückzuführen ist. Weitere dynamische Märkte sind China, Italien sowie aktuell süd- und osteuropäische Staaten wie Griechenland und Estland.

Entwicklung von EnviTec Biogas

Die EnviTec Gruppe sieht sich in der aktuell gesamtwirtschaftlich angespannten Lage als führender, integrierter Biogas-Allrounder gut gerüstet, um die Folgen der Corona-Pandemie weitestgehend unbeschadet zu überstehen. Die Geschäftsentwicklung verlief im bisherigen Jahresverlauf in allen Geschäftsbereichen sehr erfolgreich und teilweise deutlich über den Planungen. Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass bisher nur moderate Beeinträchtigungen des Geschäftsbetriebs zu konstatieren waren. Gleichwohl könnten sich zusätzliche Beeinträchtigungen ergeben, sollten die restriktiven Zugangs- und Reisebeschränkungen im Zuge der Corona-Pandemiebekämpfung wieder deutlich und auf einen längeren Zeitraum ausgeweitet werden. Dies könnte sich insbesondere im Anlagenbau und in geringerem Ausmaß im Service-Segment negativ auswirken, wohingegen der

Eigenbetrieb, der umsatzstärkste und profitabelste Geschäftsbereich des Konzerns, hiervon kaum betroffen sein dürfte. Das EnviTec-Management hält jedoch weiterhin das Szenario moderater Zugangs- und Reisebeschränkungen für realistischer, weshalb dieses Szenario als Basis für die folgende Segment- und Konzernprognose gewählt wurde.

Der cashflow-starke Eigenbetrieb wird im laufenden Geschäftsjahr wie prognostiziert beim Umsatz erneut das Vorjahresniveau zu erreichen. Das Ergebnis (EBT) wird entgegen der ursprünglichen Planungen voraussichtlich leicht über dem Niveau des Vorjahres liegen.

Im Geschäftsfeld Service erwartet EnviTec im Gesamtjahr einen gleichbleibenden bis leicht sinkenden Umsatz, auch wenn aktuell mehr Flexibilisierungs- und Repowering-Projekte als ursprünglich angenommen abgewickelt werden.

Im Anlagenbau profitiert EnviTec von den positiven Rahmenbedingungen in ausgewählten europäischen und außereuropäischen Märkten. Auf Basis der hohen, bereits in den ersten sechs Monaten erzielten Gesamtleistung, einem Auftragsbestand im Volumen von 147,3 Mio. Euro per Ende Juni 2020 und einer kontinuierlich hohen Auslastung in den Monaten Juli, August und September liegen die Resultate in diesem Segment bereits jetzt weit über den ursprünglichen Planungen. Daher wird die beabsichtige Marke einer Gesamtleistung von mind. 40 Mio. Euro mit großer Wahrscheinlichkeit deutlich übertroffen werden und ein positives Segmentergebnis (EBIT) erwirtschaftet. Ungeachtet dessen ist die weitere Entwicklung im Anlagenbau abhängig vom Verlauf der Corona-Pandemie sowie der Anzahl der bis zum Jahresende 2020 gemäß HGB schlussgerechneten Projekte.

Für das Gesamtjahr 2020 bestätigt der Vorstand der EnviTec Biogas die erhöhte Prognose vom 28. September 2020 und geht auf Konzernebene bei einer steigenden Gesamtleistung von einem EBT von 17 bis 19 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2020 aus.

KONZERN-ZWISCHEN-ABSCHLUSS

Aktiva

Konzernbilanz

A. Anlagevermögen 30.06.2020 31.12.2019
in EUR in TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte
und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
776.732,22 816
2. Geschäfts- oder Firmenwert 6.897.332,79 6.021
3. Geleistete Anzahlungen 105.872,32 5.032
7.779.937,33 11.868
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf
fremden Grundstücken
25.421.249,10 26.040
2. Technische Anlagen und Maschinen 49.843.062,54 52.667
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.610.504,14 8.203
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.516.752,61 1.046
85.391.568,39 87.957
III. Finanzanlagen
1. Anteile an at-Equity bewerteten Beteiligungen 12.810.128,07 14.565
2. Beteiligungen 335.119,19 335
3. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 4.657.507,20 4.978
4. Sonstige Ausleihungen 6.337.144,60 6.292
24.139.899,06 26.170
B. Umlaufvermögen 30.06.2020
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 31.219.184,52
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 42.100.836,43
abzüglich erhaltene Anzahlungen -34.799.103,05
3. Fertige Erzeugnisse 1.227.703,89
4. Geleistete Anzahlungen 4.860.938,42
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 28.018.743,82
2. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 3.538.675,78
3. Sonstige Vermögensgegenstände 13.715.231,57
45.272.651,17
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 34.628.311,18
C. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 3.401.030,89
D. Aktive latente Steuern 3.897.659,15
B. Umlaufvermögen 30.06.2020 31.12.2019
in EUR in TEUR
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 31.219.184,52 38.291
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 42.100.836,43 28.336
abzüglich erhaltene Anzahlungen -34.799.103,05 - 27.249
7.301.733,38 1.086
3. Fertige Erzeugnisse 1.227.703,89 1.597
4. Geleistete Anzahlungen 4.860.938,42 5.635
44.609.560,21 46.610
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 28.018.743,82 31.062
2. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 3.538.675,78 5.976
3. Sonstige Vermögensgegenstände 13.715.231,57 12.793
45.272.651,17 49.830
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 34.628.311,18 11.422
C. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 3.401.030,89 2.247
D. Aktive latente Steuern 3.897.659,15 3.986
Summe 249.120.617,38 240.089

Passiva

A. Eigenkapital 30.06.2020 31.12.2019
in EUR in TEUR
I. Gezeichnetes Kapital 15.000.000,00 15.000
Abzüglich Nennbetrag eigener Anteile -150.000,00 - 150
Ausgegebenes Kapital 14.850.000,00 14.850
II. Kapitalrücklage 89.328.633,67 89.329
III. Gewinnrücklagen
Andere Gewinnrücklagen 10.150.000,00 10.150
IV. Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung -450.382,84 -374
V. Bilanzgewinn 27.399.678,95 19.857
VI. Ausgleichsposten für Anteile im Fremdbesitz 2.695.981,08 2.489
143.973.910,86 136.302
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 881.272,05 754
2. Sonstige Rückstellungen 8.370.334,99 9.334
9.251.607,04 10.088
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 56.250.553,36 58.409
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 15.604.085,89 12.691
3. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht
1.925.070,66 2.010
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 676.168,98 4.336
5. Sonstige Verbindlichkeiten 16.933.196,37 13.655
91.389.075,26 91.101
D. Passive Rechnungsabgrenzungsposten 4.506.024,22 2.598
Summe 249.120.617,38 240.089

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

in EUR 01.01.-30.06.2020 01.01.-30.06.2019
1. Umsatzerlöse 89.550.286,87 96.936.875,19
2. Erhöhung (Vorjahr: Verminderung) des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 14.091.947,70 -7.856.744,13
3. Sonstige betriebliche Erträge 3.981.157,64 2.360.793,72
Gesamtleistung 107.623.392,21 91.440.924,78
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 60.981.844,81 53.314.182,36
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 9.470.239,39 6.181.858,70
70.452.084,20 59.496.041,06
Rohergebnis 37.171.308,01 31.944.883,72
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 8.642.888,47 8.067.291,32
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Alterversorgung und Unterstützung 2.026.790,34 1.989.320,39
10.669.678,81 10.056.611,71
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens
und Sachanlagen
7.958.177,09 7.748.996,01
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 9.708.479,34 8.714.013,52
Betriebsergebnis (EBIT) 8.834.972,77 5.425.262,48
8. Ergebnis aus Equity Beteiligungen 958.882,12 816.137,74
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 218.160,51 209.752,23
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 807.877,11 921.136,04
Ergebnis vor Steuern 9.204.138,29 5.530.016,41
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 999.476,43 765.337,65
12. Ergebnis nach Steuern 8.204.661,86 4.764.678,76
13. Sonstige Steuern 63.114,19 35.529,24
14. Konzernergebnis vor Minderheiten 8.141.547,67 4.729.149,52
15. Konzernfremden zustehender Gewinn 599.280,88 227.348,52
16. Konzernhalbjahresüberschuss 7.542.266,79 4.501.801,00

KONZERN-ANHANG

zum 30. Juni 2020 der EnviTec Biogas AG, Lohne

1. Allgemeine Informationen

Die EnviTec Biogas AG, mit Sitz in Lohne, eingetragen beim Amtsgericht Oldenburg im Handelsregister unter HRB 201466, ist ein in Deutschland ansässiges, international aufgestelltes Unternehmen, dessen Unternehmenszweck neben dem Bau und Vertrieb von Biogasanlagen über Tochtergesellschaften, auch der Betrieb von eigenen Biogasanlagen, der technische und biologische Service sowie die Vermarktung von Strom ist.

Die EnviTec Biogas AG ist zum Stichtag 30. Juni 2020 eine kleine Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 1 HGB. Die Aktien werden im Basic Board der Frankfurter Wertpapierbörse der Deutschen Börse AG gehandelt.

Der vorliegende Konzernzwischenabschluss umfasst das bisherige Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 30. Juni 2020. Die Vorjahreszahlen der Bilanz beziehen sich auf den Stichtag 31. Dezember 2019, die Vergleichszahlen der Gewinnund Verlustrechnung auf den vergleichbaren Geschäftszeitraum 1. Januar bis 30. Juni 2019. Der Konzernzwischenabschluss und der Konzernzwischenlagebericht zum 30. Juni 2020 wurden weder einer prüferischen Durchsicht unterzogen noch entsprechend § 317 HGB geprüft.

Die Konzernbilanz folgt dem in § 266 HGB vorgegebenen Gliederungsschema. Davon Vermerke erfolgen vorrangig im Anhang.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

2. Grundlagen des Konzernabschlusses

2.1.Konsolidierungsmethoden

Der Konzernabschluss beinhaltet diejenigen Gesellschaften, bei denen die EnviTec Biogas AG unmittelbar oder mittelbar über die Mehrheit der Stimmrechte (Tochtergesellschaften) verfügt, soweit deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanzund Ertragslage des Konzerns nicht von untergeordneter Bedeutung ist. Die Einbeziehung beginnt zu dem Zeitpunkt, ab dem die Möglichkeit der Beherrschung besteht. Sie endet, wenn die Möglichkeit der Beherrschung wegfällt.

Sofern erforderlich, werden die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der Jahresabschlüsse von Tochterunternehmen an die im Konzern geltenden Methoden angepasst.

Kapitalkonsolidierung

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt gemäß § 301 HGB nach der Erwerbsmethode durch Verrechnung der Beteiligungsbuchwerte mit dem neu bewerteten Eigenkapital der Tochterunternehmen zum Zeitpunkt ihres Erwerbs. Dabei werden Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Ein nach Kaufpreisallokation verbleibender positiver Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert.

Schuldenkonsolidierung

Wechselseitige Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden gemäß § 303 HGB gegenseitig aufgerechnet.

Aufwands- und Ertragskonsolidierung

Aufwendungen und Erträge zwischen vollkonsolidierten Unternehmen des Konzerns werden gemäß § 305 HGB verrechnet.

Zwischenergebniseliminierung

Zwischenergebnisse gemäß § 304 HGB aus konzerninternen Lieferungen und Leistungen werden eliminiert und latente Steuerbe- und Entlastungen aus ergebniswirksamen Konsolidierungen berücksichtigt. Konzerninterne Umsätze sind ebenso wie alle konzerninternen Erträge mit den entsprechenden Aufwendungen ohne Erfolgsauswirkung verrechnet worden.

Equity-Bewertung

Nach der Equity-Methode werden Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen bewertet, bei denen die EnviTec Biogas AG die gemeinschaftliche Führung ausübt (Gemeinschaftsunternehmen) oder einen maßgeblichen Einfluss besitzt (assoziierte Unternehmen). Bei Beteiligungen, die at-Equity in den Konzernabschluss einbezogen werden, werden die Anschaffungskosten jährlich um die dem EnviTec-Kapitalanteil entsprechenden Eigenkapitalveränderungen erhöht bzw. vermindert. Bei der erstmaligen Einbeziehung von Beteiligungen nach der Equity-Methode werden Unterschiedsbeträge aus der Erstkonsolidierung entsprechend den Grundsätzen der Vollkonsolidierung behandelt. Die erfolgswirksamen Veränderungen des anteiligen Eigenkapitals werden in der Gewinn- und Verlustrechnung gesondert ausgewiesen. Die Anhangangaben des Konzernabschlusses enthalten weitere Informationen über die im EnviTec-Konzern bilanzierten at-Equity Beteiligungen.

2.2. Konsolidierungskreis

Der Konsolidierungskreis hat sich in der Zeit vom 01.01.2020 bis zum 30.06.2020 wie folgt entwickelt:

Der EnviTec-Konzern umfasste zum Bilanzstichtag einschließlich der EnviTec Biogas AG 166 (31.12.2019: 168) Unternehmen, von denen 107 (31.12.2019: 106) im Rahmen der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen wurden.

Der Abgang bei den vollkonsolidierten Unternehmen resultiert aus der Anwachsung der Fünfte Biogas Bützow GmbH & Co. KG auf die Fünfte Biogas Bützow GmbH & Co. KG (vormals Dritte EnviTec Beteiligungs GmbH & Co. KG).

Inland Ausland Gesamt
EnviTec Biogas AG und konsolidierte Unternehmen
31.12.2019 83 23 106
Zugänge von Tochterunter
nehmen
2 0 2
Abgänge von Tochterunter
nehmen
1 0 1
30.06.2020 84 23 107
At-Equity bewertete Unternehmen
31.12.2019 53 9 62
Zugänge von at-Equity
bewerteten Unternehmen
0 0 0
Abgänge von at-Equity
bewerteten Unternehmen
2 1 3
30.06.2020 51 8 59

Mit Vertrag vom 08.05.2020 hat die Zweite EnviTec Beteiligungs GmbH & Co. KG weitere 44% des Kommanditkapitals der Biogas Golzow GmbH & Co. KG erworben. Ebenfalls mit Vertrag vom 08.05.2020 wurden die restlichen 50% der Anteile an der Biogas Golzow Verwaltungs GmbH erworben. Beide Gesellschaften werden nunmehr vollkonsolidiert und nicht länger unter den at-Equity Beteiligungen ausgewiesen.

Der weitere Abgang bei den at-Equity Beteiligungen resultiert aus dem Verkauf der Biowatt Sarl, Frankreich.

Aus Wesentlichkeitsgründen wurde die EnviTec Biogas (India) Private Limited, Indien, sowie die LZ Biogas GmbH & Co. KG, Lohne gemäß § 296 Abs. 2 HGB nicht in den Konzernabschluss einbezogen.

3. Angaben zur Bilanzierung und Bewertung

Bei der Aufstellung des Konzern-Zwischenabschlusses und der Ermittlung der Vergleichszahlen des Vorjahres wurden grundsätzlich dieselben Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze wie im Konzernabschluss 2019 angewandt. Eine detaillierte Beschreibung dieser Methoden ist im Anhang des Konzernabschlusses im Geschäftsbericht 2019 veröffentlicht. Dieser kann auch im Internet unter www.envitec-biogas.de abgerufen werden.

Den Zwischenabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungsund Bewertungsmethoden zugrunde.

Forderungen und Verbindlichkeiten entstehen grundsätzlich auf Euro-Basis, so dass insoweit eine Währungsumrechnung entfällt. Die Jahresabschlüsse der einbezogenen Gesellschaften sind bis auf fünf Ausnahmen in Euro aufgestellt. Das Eigenkapital wird zu historischen Kursen umgerechnet, die Vermögenswerte und Schulden des in Fremdwährung aufgestellten Zwischenabschlusses werden mit den Mittelkursen am Bilanzstichtag umgerechnet. Aufwands- und Ertragsposten werden mithilfe von Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Entstandene Währungsdifferenzen werden ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst. Die in Fremdwährung aufgestellten Jahresabschlüsse der at-Equity bewerteten Unternehmen werden ebenfalls nach der Stichtagskursmethode umgerechnet.

3.1. Immaterielle Vermögensgegenstände

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte sind mit den Anschaffungskosten angesetzt. Soweit sie eine bestimmbare Nutzungsdauer haben, werden sie dieser entsprechend über einen Zeitraum von bis zu 10 Jahren linear abgeschrieben, sofern nicht durch den tatsächlichen Wertverzehr ein anderer Abschreibungsverlauf geboten ist.

Geschäfts- oder Firmenwerte werden planmäßig über 5 bis 20 Jahre linear abgeschrieben. Diese sind im Konzernabschluss der EnviTec Biogas AG einzig beim Kauf von Gesellschaften, deren Unternehmenszweck der Betrieb von einer oder mehreren Biogasanlagen ist, aktiviert worden. Die Nutzungsdauer resultiert aus dem Lebenszyklus der erworbenen Unternehmen. Aufgrund der in den entsprechenden Gesetzen festgeschriebenen Förderdauer werden die Geschäfts- oder Firmenwerte über die Restlaufzeit der Förderung (länger als 5 Jahre) abgeschrieben.

3.2. Sachanlagen

Die Anschaffungskosten setzen sich aus dem Anschaffungspreis, den Anschaffungsnebenkosten und nachträglichen Anschaffungskosten abzüglich erhaltener Anschaffungspreisminderungen zusammen.

Die Herstellungskosten umfassen alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der fertigungsbezogenen Gemeinkosten. Finanzierungskosten werden nicht angesetzt.

Die Bilanzierung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungsbzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige, lineare Abschreibungen – mit Ausnahme von Grund und Boden sowie grundstücksgleichen Rechten - sowie etwaige außerplanmäßige Wertverluste. Vermögensgegenstände des Finanzanlagevermögens sind zu Anschaffungskosten bzw. dem zum Stichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Die planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen werden nach der linearen oder soweit zulässig nach der degressiven Methode vorgenommen.

Die zugrunde gelegten Nutzungsdauern entsprechen den geschätzten/erwarteten Nutzungsdauern im Konzern und stellen

sich wie folgt dar:

Nutzungsdauer
Gebäude 20 bis 40 Jahre
Andere Baulichkeiten 10 bis 20 Jahre
Technische Anlagen 6 bis 20 Jahre
Maschinen und Apparate 6 bis 12 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 11 Jahre
Fahrzeuge 5 bis 8 Jahre
EDV-Anlagen 3 bis 5 Jahre

3.3. Finanzanlagevermögen

3.4. Vorräte

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe (RHB Stoffe) werden zu Anschaffungskosten bzw. zum Stichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Unfertige Erzeugnisse und Leistungen sind zu Herstellungskosten bilanziert. In die Herstellungskosten werden neben den Material- und Fertigungskosten auch angemessene Gemeinkosten einbezogen. Fremdkapitalzinsen werden bei der Bewertung nicht mit einbezogen. Das Niederstwertprinzip wurde bei der Bewertung der Erzeugnisse beachtet.

Geleistete Anzahlungen sind mit ihrem Nennbetrag angesetzt.

Erhaltene Anzahlungen werden, soweit sie für unfertige Erzeugnisse und Leistungen geleistet wurden und diese nicht übersteigen, von den unfertigen Erzeugnissen abgesetzt.

3.5. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind mit dem Nominalwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert ausgewiesen. Soweit erforderlich, wurden Einzelwertberichtigungen gebildet. Für das allgemeine Ausfallrisiko bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden angemessene Pauschalwertberichtigungen gebildet.

3.6. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten

Die Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nominalwert angesetzt.

3.7. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Die Bildung von aktiven Rechnungsabgrenzungsposten erfolgte unter Berücksichtigung von § 250 Abs. 1 HGB bei Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen, zum Nominalwert.

3.8. Latente Steuern

Latente Steuern sind auf temporäre Unterschiede zwischen Handels- und Steuerbilanz sowie auf steuerliche Verlustvorträge, die innerhalb von fünf Jahren verrechnet werden können, gebildet worden. Konzerneinheitlich wird ein Steuersatz von 28,08 % angewendet.

3.9. Rückstellungen

Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Sie wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

3.10. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind mit dem jeweiligen Erfüllungsbetrag passiviert worden.

3.11. Passive Rechnungsabgrenzungsposten

Die Bildung von passiven Rechnungsabgrenzungsposten erfolgte unter Berücksichtigung von § 250 Abs. 2 HGB bei Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Ertrag für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen, zum Nominalwert.

4. Erläuterungen zu den Posten der Bilanz

Im Folgenden werden wesentliche Änderungen bei den Posten der Bilanz im Vergleich zu den Bilanzposten zum 31. Dezember 2019 erläutert. Posten die nicht erläutert werden, haben sich im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert bzw. zum Verständnis der Veränderung bedarf es keiner näheren Erläuterung. Deren Zusammensetzung kann dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019 entnommen werden.

4.1. Immaterielle Vermögenswerte

Geschäfts- oder Firmenwerte

Der Geschäfts- oder Firmenwert wird planmäßig abgeschrieben. Im Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2020 wurden planmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 444 vorgenommen.

4.2. Sachanlagen

Der Rückgang der Sachanlagen resultiert im Wesentlichen aus planmäßigen Abschreibungen, welchen Investitionen, besonders im Posten Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, in Höhe von TEUR 1.089 entgegenstehen. Die Investitionen resultieren im Wesentlichen aus Neuanschaffungen von Fahrzeugen (PKW, Radlader).

4.3. Vorräte

Der Rückgang der Vorräte in Höhe von TEUR 2.000 ist im Wesentlichen auf den Abbau/Verbrauch des Bestandes der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe (TEUR 7.072) und den Anstieg der unfertigen Erzeugnisse/ unfertige Leistungen aufgrund von noch im Bau befindlichen Projekten in Höhe von TEUR 6.215 zurückzuführen.

4.4. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Auf die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden Wertberichtigungen in Höhe von TEUR 5.500 vorgenommen.

4.5. Eigenkapital

Das Eigenkapital beträgt zum 30.06.2020 TEUR 143.974 und ist gegenüber dem 31.12.2019 um TEUR 7.672 angestiegen. Ursächlich hierfür waren im Wesentlichen ein Periodenergebnis in Höhe von TEUR 8.142 und eine Erhöhung des Postens Ausgleichsposten für Anteile im Fremdbesitz von TEUR 207.

Entwicklung des Bilanzgewinns

TEUR
Halbjahresüberschuss 8.142
Gewinnvortrag zum 1. Januar 2020 19.857
Konzernfremden zuzurechnender Gewinn 599
Bilanzgewinn zum 30. Juni 2020 27.400

4.6. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten setzen sich folgendermaßen zusammen:

Verbindlichkeitenspiegel Restlaufzeit
unter 1 Jahr
Restlaufzeit
1 bis 5 Jahre
Restlaufzeit
über 5 Jahre
Summe
30.06.2020 in EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 12.789.077,79 35.922.840,12 7.538.635,45 56.250.553,36
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 15.604.085,89 0,00 0,00 15.604.085,89
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
1.925.070,66 0,00 0,00 1.925.070,66
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 676.168,98 0,00 0,00 676.168,98
Sonstige Verbindlichkeiten 16.933.196,37 0,00 0,00 16.933.196,37
47.927.599,69 35.922.840,12 7.538.635,45 91.389.075,26
davon aus Steuern 2.987.364,57
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 90.885,25
31.12.2019 in EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 23.089.425,55 28.622.133,81 6.697.651,18 58.409.210,54
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 12.691.153,70 0,00 0,00 12.691.153,70
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
2.009.625,74 0,00 0,00 2.009.625,74
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 4.336.251,76 0,00 0,00 4.336.251,76
Sonstige Verbindlichkeiten 13.654.887,34 0,00 0,00 13.654.887,34
55.781.344,09 28.622.133,81 6.697.651,18 91.101.129,08
davon aus Steuern 3.144.882,45
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 175.769,68

5. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Im Folgenden werden wesentliche Änderungen bei den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung zum 1. Januar bis 30. Juni 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 1. Januar 2019 bis 30. Juni 2019 erläutert. Posten, die nicht erläutert werden, haben sich im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert bzw. zum Verständnis der Veränderung bedarf es keiner näheren Erläuterung.

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse gliedern sich nach folgenden Tätigkeitsbereichen:

in TEUR
Anlagenbau 18.180
Service 18.371
Eigenbetrieb 52.999
Summe 89.550

Bestandsveränderungen

Die Erhöhung des Bestands im ersten Halbjahr 2020 resultiert aus im Bau befindlichen Projekten in den Segmenten Anlagenbau (TEUR 11.518) und Service (TEUR 2.574).

Materialaufwand

Der Materialaufwand ist gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um TEUR 10.956 gestiegen. Dieser Anstieg resultiert aus dem Segment Anlagenbau in Höhe von TEUR 13.216, dem Segment Service in Höhe von TEUR 383 sowie dem Segment Eigenbetrieb mit TEUR -2.643.

Abschreibungen

In den Abschreibungen sind Abschreibungen auf den Geschäftsoder Firmenwert in Höhe von TEUR 444 enthalten.

6. Sonstige Erläuterungen

Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die Haftungsverhältnisse und sonstigen finanziellen Verpflichtungen, die zum 31. Dezember 2019 bestanden, bestehen unverändert weiter.

Mitarbeiterzahlen

Bei den Konzerngesellschaften des EnviTec Konzerns waren zum Stichtag 30. Juni 2020 weltweit 456 Mitarbeiter (31. Dezember 2019: 433) beschäftigt.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch Grundschulden, die Übereignung von Sachanlagevermögen, die Abtretung von Ansprüchen aus bestehenden Verträgen sowie die Verpfändung von Geschäftsguthaben besichert.

Für eine genaue Aufstellung der gewährten Sicherheiten und deren Buchwerte wird auf den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 verwiesen.

7. Nachtragsbericht

In der Hauptversammlung am 7. Juli 2020 wurde eine Dividendenzahlung in Höhe von EUR 1,00 je Aktie beschlossen. Die Auszahlung der Dividende erfolgte am 10. Juli 2020.

Organe der Gesellschaft

Vorstand

Der Vorstand setzte sich im Berichtszeitraum aus folgenden Mitgliedern zusammen:

Kaufmann Olaf von Lehmden, Lohne, Sprecher des Vorstands (CEO) seit 1. Juli 2007

Kaufmann Jörg Fischer, Weyhe, Vorstand Finanzen (CFO) seit 1. Juli 2007

Ingenieur Jürgen Tenbrink, Steinfurt, Vorstand Technik (CTO) seit 1. Juli 2010

Aufsichtsrat

Zu Mitgliedern des Aufsichtsrats waren im Berichtszeitraum bestellt:

Herr Kaufmann Tobias Schulz (Vorsitzender) Geschäftsführender Gesellschafter von Schulz Systemtechnik, Visbek Aufsichtsratmitglied Boom Software AG, Leibnitz (Österreich)

  • Herr Kaufmann Michael Böging Geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensgruppe Weiße Köpfe GmbH, Emstek

  • Herr Kaufmann Franz-Josef Holzenkamp (stellvertretender Vorsitzender) Landwirtschaftlicher Unternehmer Aufsichtsratsvorsitzender der AGRAVIS Raiffeisen AG Aufsichtsratsmitglied LVM Krankenversicherungs-AG Aufsichtsratsmitglied LVM Lebensversicherungs-AG Aufsichtsratsmitglied LVM Landwirtschaftlicher Versicherungsverein Münster a.G Präsident des Deutschen Raiffeisenverband e.V. (DRV)

Lohne, den 30. September 2020

Olaf von Lehmden CEO

Jörg Fischer CFO

Jürgen Tenbrink CTO

EnviTec Biogas AG Industriering 10 a 49393 Lohne Tel.: +49 (0) 4442 / 8016-8100 Fax: +49 (0) 4442 / 8016-98100 E-Mail: [email protected] www.envitec-biogas.de

INVESTOR RELATIONS/ MARKETING/PUBLIC RELATIONS

Anne Selzer Tel.: +49 (0) 2574 8888-245 Fax: +49 (0) 2574 8888-800 E-Mail: [email protected]

KONZEPT, REALISATION

Kreutzmann Unternehmenskommunikation, Hamburg

TEXT

IR.on Aktiengesellschaft, Köln

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

IMPRESSUM

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Halbjahresfinanzberichterstattung der Konzernhalbjahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

Lohne, 30. September 2020

Olaf von Lehmden CEO

Jörg Fischer CFO

Jürgen Tenbrink CTO

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