AI Terminal

MODULE: AI_ANALYST
Interactive Q&A, Risk Assessment, Summarization
MODULE: DATA_EXTRACT
Excel Export, XBRL Parsing, Table Digitization
MODULE: PEER_COMP
Sector Benchmarking, Sentiment Analysis
SYSTEM ACCESS LOCKED
Authenticate / Register Log In

va-Q-tec AG

Annual Report Mar 29, 2021

459_10-k_2021-03-29_0394f190-30fb-4aa4-b581-3a63a124c65d.pdf

Annual Report

Open in Viewer

Opens in native device viewer

2020 Geschäftsbericht

Die Aktie

TOP10 Aktie im Prime Standard

>20.000 Aktionäre am Jahresende

+113,7 seit Jahresanfang 2020

IR Meilensteine 2020

6 Investment-Banken (+3 in 2020), die die va-Q-tec Aktie analysieren

Virtuelle Hauptversammlung in "The Curve"

Deutlich verbreiterte öffentliche Aufmerksamkeit

Aktienkursperformance erneut Share Price Performance YTD unter den Top 10 im Prime Standard –

VQT ranks #6 among Prime Standard Stocks Veränderung des Aktienkurses, Januar - Dezember 2020, in %:

1

INHALT

An die Aktionäre

  • Brief des Vorstands
  • Bericht des Aufsichtsrats
  • Corporate Story Case Study
  • Corporate Governance-Bericht

Konzernlagebericht

  • Grundlagen des va-Q-tec Konzerns
  • Wirtschaftsbericht
  • Prognosebericht
  • Chancen und Risikobericht
  • Vergütungsbericht
  • Übernahmerechtliche Angaben und Erläuterungen gemäß § 315a HGB
  • Erklärung zur Unternehmensführung

Konzernabschluss und Anhang

  • Konzerngewinn- und Verlustrechnung
  • Konzerngesamtergebnisrechnung
  • Konzernbilanz
  • Konzernkapitalflussrechnung
  • Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung
  • Konzernanhang

Weitere Informationen

  • Versicherung der gesetzlichen Vertreter
  • Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
  • Impressum
  • Finanzkalender
2020 2019 Veränderung
72,1 64,7 +12 %
11,4 9,7 +18 %
14 % 13 %
35 % 40 %
519 464 +55

2020 die wichtigsten Zahlen auf einen Blick

*bereinigt um einmalige Aufwendungen für den Börsegang.

va-Q-tec weltweit

519 Mitarbeiterinen und Mitarbeiter

8 Konzerngesellschaften

Umsatz nach Geschäftsbereichen 2020 Produkte: 18,3 Mio. EUR Dienstleistungen: 32,7 Mio. EUR Systeme: 19,5 Mio. EUR

1 AN UNSERE AKTIONÄRE

1.1 BRIEF DES VORSTANDS

Dr. Joachim Kuhn (CEO), Stefan Döhmen (CFO)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Aktionärinnen und Aktionäre, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Partnerinnen und Partner, Freundinnen und Freunde, Kundinnen und Kunden,

das Jahr 2020 war für die gesamte va-Q-tec Gruppe in vielerlei Hinsicht ein herausforderndes, wenig planbares, aber am Ende ein sehr erfolgreiches Jahr – das erfolgreichste der bisherigen Unternehmensgeschichte.

Nach Ausbruch der CoVid-19-Pandemie wurde bereits in den ersten Monaten 2020 klar, es gibt kein kurzfristiges Zurück in die alte Normalität. Wir erkannten schnell, dass wir mit unserer einzigartigen Technologie einen Beitrag dazu leisten können, dass diese außergewöhnliche Situation wieder zu einer neuen, lebenswerten Normalität werden kann. Denn, es braucht spezielle Möglichkeiten für den temperaturstabilen Transport der Corona Test Kits und der Impfstoffe. Dafür haben wir bei va-Q-tec sofort zusätzliche Kapazitäten geschaffen und bereits im Q2 2020 wurden viele Millionen Testkits in unseren Containern unter äußerst anspruchsvollen, logistischen Umständen sicher auf der ganzen Welt ausgeliefert. Seit Ende des dritten Quartals 2020 werden auch die ersten Impfstoffe weltweit in unseren Containern transportiert, seit Dezember 2020 in Deutschland zudem auf nationaler Ebene in großem Stil.

Konzernanhang

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

Die Funktionsweise von Impfstoffen und die Herausforderungen des temperaturkontrollierten Transports sind in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Ob bei extremen Minustemperaturen während des globalen Transports oder bei Kühlschranktemperatur, also zwischen 2 °C und 8 °C auf der sogenannten "Letzte Meile" zu den Impfstationen, Altenheimen oder Arztpraxen: va-Q-tec bietet für alle Abschnitte dieser besonders temperatursensitiven Lieferketten (engl. TempChain) zuverlässige, sichere Lösungen an. Durchgängige Temperaturstabilität und die Protokollierung einer gesicherten Temperaturkette sind absolut entscheidend für eine erfolgreiche und zügige Verteilung der Impfstoffe. Unsere Hightech-Produkte 'Made in Germany' gewährleisten selbst bei extremen und schwankenden Außentemperaturen bis zu 200 Stunden lang stabile Temperaturfenster – und dies vollkommen autark ohne aufwendige und oftmals unsichere externe Energiezufuhr.

Das Jahr 2020 hat auch die öffentliche Wahrnehmung der va-Q-tec in neue, bisher kaum vorstellbare Dimensionen geführt. So stieg der Bekanntheitsgrad unseres Unternehmens auch international extrem stark an. Unzählige internationale Medien, darunter auch zahlreiche internationale Fernseh-Teams, berichteten über unseren Beitrag zur Pandemiebekämpfung. Wir wurden in einer Reihe mit großen internationalen Impfstoff-Herstellern genannt. All dies, weil wir gerade bei Transporten mit Minus-Temperaturen (engl. SubZero) einige unverwechselbare Alleinstellungsmerkmale haben. Frühzeitig und fast alleine waren wir bereits seit 10 Jahren dieses Thema visionär angegangen.

Angesichts der starken Performance unserer Transportlösungen sind wir auch sehr stolz, 2020 trotz aller pandemiebedingter Widrigkeiten unseren profitablen Wachstumskurs weiter fortgesetzt und das beste Geschäftsjahr der Unternehmensgeschichte realisiert zu haben. Der Umsatz wuchs um 12% auf 72 Mio. EUR. Damit haben wir unseren Umsatz seit 2015 (der Basis für den IPO 2016) mittlerweile mehr als verdreifacht. Vor Währungseffekten kletterte der operative Gewinn (EBITDA) sogar um 27% auf 12 Mio. EUR. Unsere Prognose für 2020 haben wir damit gut erreicht. Insbesondere der Bereich der TempChain-Logistik hat sich dabei erneut als Wachstumstreiber erwiesen. Coronabedingte Umsatzeinbußen im Produktsegment oder beim Transport von klinischen Studien konnten wir etwa durch den Transport von Testkits teilweise ausgleichen.

Die gute Unternehmensentwicklung freut uns umso mehr, als dass sie uns in der Überzeugung bestärkt, dass ein nachhaltiges und verantwortungsvolles Geschäftsmodell nicht nur von hohem Nutzen für die Gesellschaft ist, sondern sich auch wirtschaflich für das Unternehmen auszahlt. Dabei ist Verantwortung für Produktsicherheit und Umwelt zu übernehmen für uns nichts Neues. Denn bereits seit der Gründung vor 20 Jahren trägt unsere Technologie zur Energieeffizienz von Produkten unterschiedlichster Branchen bei. Ob in der Kühlschrankindustrie, bei Warmwasserspeicherm, in Industrieanlagen, auf dem Bau oder in der Luftfahrt. Daher sind wir 2020 auch bei uns selbst einen Schritt weitergegangen: Wir haben als erster Anbieter temperaturstabiler Transportlösungen wie auch als erster Produzent von Hightech-Dämmstoffen die Klimaneutralität der Produktionsstandorte erreicht. Im vergangenen Jahr konnten Emissionen in Höhe von 1.700 t CO2 durch Prozessoptimierungen und verschiedene Energiesparmaßnahmen reduziert werden. Durch die Förderung international anerkannter Klimaschutzprojekte in Deutschland und Uruguay haben wir die übrigen Emissionen kompensiert. In unserem Jubiläumsjahr 2021 planen wir weitere Maßnahmen zur Steigerung unserer eigenen Energieeffizienz und für einen weiter optimierten Umgang mit natürlichen Ressourcen. Neben der fortlaufenden Verbesserung der Prozesse in der temperatur-kontrollierten Logistik entwickeln wir zum Beispiel auch noch umweltfreundlichere und gleichzeitig hochgradig energieeffiziente Thermoboxen.

va-Q-tec fördert auch Unternehmen, deren Geschäftsmodell und Produkte gut zu unserer Strategie passen. So hat sich va-Q-tec in 2020 am 3D-Druck-Start-up ING3D GmbH beteiligt. Mit der von ING3D entwickelten 3D-Drucktechnik ist es möglich, extrem leichte, nicht brennbare und beliebig geformte Leichtmaterialien herzustellen. Das von ING3D zum Patent angemeldete Verfahren "Mineral Direct Laser Sintering" (MDLS) ist das erste rein mineralisch/keramische 3D-Druckverfahren weltweit und eröffnet völlig neue Möglichkeiten in der Materialerzeugung. ING3D hat in 2020 den sehr bekannten Businessplan Wettbewerb Nordbayern gewonnen, genau 20 Jahren nachdem va-Q-tec diesen Wettbewerb für sich entscheiden konnte. Bei der SUMTEQ GmbH, an der die va-Q-tec bereits längere Zeit eine Beteiligung hält, ging in 2020 eine Pilotanlage erfolgreich in Betrieb. SUMTEQ entwickelt ein innovatives High-Tech-Produktionsverfahren zur Herstellung eines stabilen nanoporösen Schaums, einem Dämmschaum für die nächsten Dekaden. Die SUMTEQ GmbH konnte in 2020 eine Finanzierungsrunde unter Beteiligung aller Bestandsinvestoren abschliessen.

Die Tochtergesellschaften in UK, Singapur, Korea, der Schweiz, Japan, Uruguay und den USA entwickelten sich in 2020 besonders erfreulich. Sie alle sind besonders wichtig für die lokale Präsenz, den Ausbau der regionalen Geschäftstätigkeit und die Wahrnehmung von va-Q-tec als verlässlicher globaler und regionaler Partner.

Die va-Q-tec Aktie zeigte wie schon in 2019 auch im Jahr 2020 eine fulminant positive Entwicklung. Nach einem Plus von fast 180% in 2019 und Rang 7 unter allen Prime Standard Werten, konnten wir in 2020 nochmals um hervorragende über 200% zulegen und damit einen 4. Rang im Prime Standard belegen. In beiden Jahren zusammen wird va-Q-tec auf Rang 2 unter den über 1.000 Aktien der Premium Klasse geführt. Damit hat va-Q-tec den mit Abstand besten Wert unter allen Industrieunternehmen. Auch die Zahl der Aktionäre hat enorm zugenommen und zwar um 400% von 4.000 auf über 20.000 Aktionäre.

Mit unserem zukunftsträchtigen Geschäftsmodell, dem zusätzlichen Rückenwind für internationale, temperaturstabile Lieferketten und den zahlreichen potenziellen Anwendungsfeldern für unsere Technologie, sehen wir für va-Q-tec eine sehr positive Zukunft im Jahr 2021 und darüber hinaus. So haben wir Ende 2020 mit einem der größten Pharmaunternehmen weltweit eine globale Vereinbarung zur internationalen Distribution eines Corona-Impfstoffes getroffen. Die Vereinbarung ist die umfangreichste unserer 20-jährigen Unternehmensgeschichte. Im vergangenen Jahr haben wir unser Know-how bereits eindrucksvoll belegt und werden daher auch bei der bevorstehenden weltweiten Distribution von Corona-Impfstoffen bei den meisten Vakzinen eine starke Rolle spielen. Für das Geschäftsjahr 2021 gehen wir in Abhängigkeit davon, wann und in welchem Umfang Produktionsniveaus für CoVid-19-Impfstoffe hochgefahren werden und wie eine flächendeckende weltweite Distribution erfolgt, von einem besonders starken Umsatzwachstum auf 90 Mio. EUR bis 100 Mio. EUR bei einer weiteren Steigerung der EBITDA-Marge, hauptsächlich durch Skaleneffekte, aus.

Gleichzeitig sind wir aber auch darüber hinaus langfristig mit unseren innovativen Hightech-Lösungen in einer ausgezeichneten Position, von den Megatrends thermische Energieeffizienz und der wachsenden Anzahl an "TempChain"-Transporten zu profitieren. Entsprechend werden wir unser Geschäft auch noch stärker auf diese zwei Themen fokussieren und operativ ausrichten. Durch den Einsatz von Vakuumisolationspaneelen wollen wir die thermische Energieeffizienz in Industrie, Technik, Bau und Mobilität verbessern. Mit Blick auf die Temperature Controlled Supply Chain werden wir unseren Footprint weiter ausbauen, da immer mehr Produkte der (bio-pharmazeutischen) Industrie temperaturkontrolliert transportiert und gelagert werden müssen.

Wir haben für va-Q-tec eine klare Vision. Wir wollen uns zu der führenden High-Performance-Company im Bereich der thermischen Energieeffizienz und der Thermoverpackungen entwickeln. Diese Vision werden wir nur mit einem hervorragenden Team erreichen. Im Jahr 2020, das für uns alle persönlich und beruflich eine große Herausforderung war, haben unsere Mitarbeiter Teamgeist und Leistungsfähigkeit bewiesen. Unter diesen außergewöhnlichen Bedingungen wurde sehr viel zusätzliches Engagement geleistet, um die Stabilität der Lieferketten zu gewährleisten, die Produktion aufrechtzuerhalten und Kapazitäten hochzufahren. Der Dank gilt daher allen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit für ihren unermüdlichen Einsatz, ihre große Flexibilität und ihren starken Zusammenhalt.

Danken möchten wir aber auch Ihnen, unseren geschätzten Kunden, Geschäftspartnern und Aktionären. Mit Mut, Leidenschaft und Verantwortung gestalten wir unser Geschäft. Wir freuen uns, wenn Sie uns weiterhin auf diesem Weg begleiten.

Dr. Joachim Kuhn (Vorsitzender des Vorstands)

Stefan Döhmen (Finanzvorstand)

Konzernanhang

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

10

1.2 BERICHT DES AUFSICHTSRATS

Dr. Gerald Hommel, Aufsichtsratsvorsitzender

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

im Jahr 2020 ist die Leistungsfähigkeit der va-Q-tec AG und ihrer Produkte deutlicher denn je zutage getreten. Das Unternehmen konnte in der Corona-Krise erneut unter Beweis stellen, dass es schnell und präzise überall auf der Welt temperaturkontrollierte Lieferketten sicherstellen kann. Auf diese Leistung sind wir als Aufsichtsrat besonders stolz.

Der Aufsichtsrat hielt im Geschäftsjahr 2020 sieben Sitzungen ab. Hauptaufgabe des Aufsichtsrates ist die Beratung und Kontrolle des Vorstandes. Gegenstand unserer regelmäßigen Beratungen im Plenum waren unter anderem die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Organisationsstruktur der va-Q-tec AG. Ein wichtiger Fokus lag auch auf den Chancen und Risiken, letztere insbesondere im Zusammenhang mit möglichen Auswirkungen der CoVid-19-Pandemie auf die Mitarbeiter, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und die Lieferketten. Weitere Themen unserer Tätigkeit im Berichtszeitraum lagen insbesondere in der kritischen Bewertung der Strategie und Geschäftsfeldentwicklung, der internationalen Ausrichtung der va-Q-tec AG sowie der Unternehmensfinanzierung und -liquidität.

Am 14. August 2020 fand die vierte Hauptversammlung nach dem Börsengang statt. Infolge der allgemeinen Einschränkungen durch die CoVid-19-Pandemie wurde die Hauptversammlung erstmals virtuell durchgeführt. Mit 64,9 % des Grundkapitals war die Präsenz trotz des neuen Formats hoch. Sämtliche Tagesordnungspunkte wurden mit großer Zustimmung verabschiedet. Aus dem innovativen, multimedialen Eventraum "The Curve" im Würzburger Vogel Convention Center berichtete der Vorstand ausführlich über die Entwicklung der va-Q-tec AG im Geschäftsjahr 2019, für das Vorstand und Aufsichtsrat mit jeweils deutlicher Mehrheit entlastet wurden. Fast 300 Fragen von Aktionären wurden beantwortet.

Konzernanhang

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

An die Aktionäre

Im Berichtsjahr hat der Aufsichtsrat der va-Q-tec AG alle ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben mit der erforderlichen Sorgfalt wahrgenommen und sich dabei am Deutschen Corporate Governance Kodex ("DCGK") orientiert. Wir haben den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens beratend begleitet und überwacht. Der Vorstand hat uns in alle grundlegenden Entscheidungen unmittelbar, frühzeitig und umfassend eingebunden. Er hat uns durch schriftliche und mündliche Berichte innerhalb und außerhalb von Sitzungen regelmäßig, zeitnah und umfassend unterrichtet. Hierbei wurden wir über alle relevanten Aspekte der Geschäftsplanung, einschließlich der Finanz-, Investitions- und Personalplanung, der Finanzlage sowie der Rentabilität des Unternehmens informiert. Wir bzw. die jeweils zuständigen Aufsichtsratsausschüsse haben die Beschlussvorschläge des Vorstands gründlich geprüft und beraten. Der Aufsichtsrat stand darüber hinaus mit dem Vorstand in regelmäßigem Kontakt und wurde über die aktuelle Entwicklung der Geschäftslage, insbesondere auch mit Blick auf die CoVid-19-Thematik und die wesentlichen Geschäftsvorfälle unmittelbar informiert. Im Besonderen fanden aufgrund der aktuellen Entwicklung der va-Q-tec AG in Zeiten der Pandemie von April bis Juli 2020 neben den regelmäßigen Sitzungen insgesamt sechs Telefonkonferenzen unter Teilnahme des Vorstands und des gesamten Aufsichtsrats statt.

Die va-Q-tec AG hat, wie im vorliegenden Geschäftsbericht dargestellt, eine starke Basis für die weitere Unternehmensentwicklung geschaffen. Die dafür zentralen Geschäftsvorgänge wurden vom Aufsichtsrat kritisch beleuchtet und entsprechende Anregungen zur Diskussion mit dem Vorstand eingebracht. Die zustimmungspflichtigen Maßnahmen und Geschäftsvorgänge wurden zwischen Vorstand und Aufsichtsrat beraten und sachgerecht entschieden.

Personelle Veränderungen in Aufsichtsrat und Vorstand

Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Gesellschaft, Herr Uwe H. Lamann, ist am 23. Juli 2020 verstorben. Aufsichtsrat, Vorstand und Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen trauern um eine herausragende Persönlichkeit, die die positive Entwicklung des Unternehmens in seiner Zeit als Mitglied des Aufsichtsrates seit 2014 maßgeblich begleitet hat.

Die Aufgabe der stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden übernimmt durch den Beschluss des Aufsichtsrates vom 14.08.2020 Frau Dr. Barbara Ooms-Gnauck. Herr Dr. Eberhard Kroth wird mit gleichem Datum als neues Mitglied in den Präsidialausschuss gewählt. Der Nominierungsausschuss besteht zukünftig aus Herrn Dr. Hommel (Vorsitz), Frau Dr. Ooms-Gnauck und Herrn Krämer.

Im Vorstand haben sich im Berichtszeitraum keine personellen Veränderungen ergeben. Herr Dr. Joachim Kuhn ist Vorsitzender des Vorstands (CEO). Herr Stefan Döhmen ist ebenfalls unverändert Finanzvorstand (CFO) der Gesellschaft.

Aus- und Fortbildung des Aufsichtsrates

Seinen Aus- und Fortbildungspflichten ist der Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2020 verantwortungsbewusst, angemessen und in vielfältiger Form nachgekommen. Die für ihre Aufgaben erforderlichen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen, wie zum Beispiel zu Fragen der Corporate Governance sowie zu Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen (bspw. durch ARUG II und des neuen DCGK), nehmen die Mitglieder des Aufsichtsrats eigenverantwortlich wahr und werden dabei von der Gesellschaft unterstützt. Der Aufsichtsrat bildet sich ferner regelmäßig im Hinblick auf neue Technologien oder den Bereich Digitalisierung weiter.

Zudem wurde der Aufsichtsrat jeweils frühzeitig über die vom Unternehmen neu entwickelten Produkte durch die verantwortlichen Führungskräfte unterrichtet, so dass alle Aufsichtsratsmitglieder stets über die aktuellen, das Unternehmen betreffenden Themen, gut informiert waren. Darüber hinaus bildeten sich die einzelnen Aufsichtsräte eigenverantwortlich durch Selbststudium der einschlägigen Fachzeitschriften und Literatur sowie durch Teilnahme an außerhalb des Unternehmens angebotenen Fortbildungsmaßnahmen fort.

Neuen Mitgliedern des Aufsichtsrats wird die Möglichkeit gegeben, mit dem Vorstand sowie mit Mitarbeitern der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands im Rahmen eines On-Boarding-Prozesses einen Einblick in die jeweiligen Bereiche des Unternehmens zu erhalten.

Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse

Der Aufsichtsrat hat sich im Rahmen seiner regelmäßigen Beratungen mit der operativen und strategischen Lage der va-Q-tec AG befasst und sich durch die schriftlichen und mündlichen Berichte des Vorstandes umfassend über die wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung informiert. Der Aufsichtsrat traf sich zu insgesamt sieben Plenarsitzungen. Telefon- und Videokonferenzen sollen gemäß den Anregungen des DCGK nicht die Regel sein. Bei der va-Q-tec AG ist die persönliche Sitzungsteilnahme der Regelfall. Aufgrund der besonderen Umstände der CoVid-19-Pandemie fanden im Geschäftsjahr 2020 eine Sitzung des Aufsichtsrats und eine Prüfungsausschusssitzung als virtuelle Sitzung statt. Alle weiteren Sitzungen des Gesamtgremiums sowie der Ausschüsse fanden als Präsenzsitzungen mit der Möglichkeit der Teilnahme in virtueller Form statt. Die Möglichkeit der Teilnahme in virtueller Form wurde nur in wenigen Einzelfällen genutzt.

Der zentrale Teil der ersten Sitzung am 19. und 20. März 2020 war situationsbedingt die Information des Aufsichtsrats über die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die va-Q-tec AG und die vom Unternehmen diesbezüglich getroffenen Maßnahmen. So berichtete der Vorstand über einen normalen und stabilen Geschäftsbetrieb. Alle Unternehmensbereiche würden mit höchster Aufmerksamkeit handeln, um Beeinflussungen des Geschäftsbetriebes sowohl in der Produktion als auch im Miet- bzw. Service-Geschäft so weit wie möglich zu verhindern. Zu diesem Zweck wurden auch mehrere CoVid-19- Task Forces eingerichtet, die täglich die Lage beurteilen und notwendige Entscheidungen zur Sicherstellung der Supply Chain, Produktion, Sicherheitsmaßnahmen im Personalbereich etc. treffen sollten. Auch die Maßnahmen zur Sicherstellung der Liquidität in Worst-Case-Szenarien, u.a. durch Investitionsverschiebungen und zusätzliche Finanzierungsmaßnahmen, wurden dem Aufsichtsrat erläutert. Insgesamt spiegeln diese Ausführungen auch den Stand der Einschätzung und Bewertung der Lage wieder, die im Risiko- und Chancen-Bericht und im Anhang unter den Erkenntnissen nach dem Bilanzstichtag im gerade fertiggestellten Konzernabschluss kommuniziert werden. Die Vorstellung, Erörterung und Beschlussfassung über Jahresabschluss, Lagebericht und Anhang des Einzel- und des Konzernabschlusses der va-Q-tec für das Geschäftsjahr 2019 war neben der aktuellen Entwicklung maßgebliches Thema dieses Aufsichtsratstermins. Im Rahmen der Sitzung berichteten die Abschlussprüfer zusammenfassend über das Ergebnis der Prüfung, insbesondere auch unter Berücksichtigung der CoVid-19-Situation. Nach ausführlicher Diskussion beschloss der Aufsichtsrat einstimmig die Billigung und Feststellung des Jahresabschlusses 2019 sowie die Billigung des Konzernabschlusses 2019 unter Einbeziehung der Lageberichte.

Im Fokus der zweiten Sitzung am 27. April 2020 stand die Erörterung der aktuellen Geschäftsentwicklung sowie der Liquidität des Konzerns anhand der Zahlen des ersten Quartals 2020. Im Mittelpunkt standen erneut die Auswirkungen der Pandemie auf die Geschäftstätigkeit sowie im Besonderen auf die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage der va-Q-tec AG. Der Vorstand hatte dazu eine Szenario-Analyse ausgearbeitet. Ein weiteres Thema der Sitzung war das Risikomanagement nebst der durchgeführten Risikoinventur im zweiten Halbjahr 2019. Abschließend wurden mit dem Aufsichtsrat die Vorbereitungen auf die Hauptversammlung der va-Q-tec AG besprochen. Diese sollte ursprünglich physisch stattfinden, musste aber aufgrund der CoVid-19-Situation verschoben und auf ein virtuelles Format umgestellt werden.

Im Fokus der dritten Sitzung am 29. Juni 2020 stand die Erörterung der aktuellen Geschäftsentwicklung der Gruppe anhand der Zahlen bis einschließlich Mai 2020. Demnach war die Geschäftsentwicklung trotz Corona deutlich über dem Vorjahresniveau, was zu einem guten Teil auf die sehr gute Entwicklung des Container-Rental-Geschäfts in der va-Q-tec Ltd. (UK) zurückzuführen war. Zusätzlich ging der Vorstand auf die aktuelle Umsatzentwicklung im VIP-Bereich ein, die aufgrund von corona-bedingten Werksschließungen bei einigen Kunden der va-Q-tec AG gebremst wurde. Ein weiterer Schwerpunkt der Aufsichtsratssitzung war das Thema Finanzierung und Liquidität. Dazu stellte der Vorstand verschiedene Initiativen betreffend die lang- und kurzfristigen Finanzierungen vor, die parallel vorangetrieben werden sollen. Daneben wurden die Investitionen im Jahr 2020 thematisiert: Die Übersicht über die Investitionen durch den Vorstand zeigte, dass diese aufgrund der Investitionszurückhaltung in Anbetracht der Corona-Pandemie deutlich unter dem ursprünglichen Budget lagen, gleichzeitig jedoch punktuell aufgrund sich bietender Chancen weiter in Wachstum investiert wurde. Weitere Themen waren die mögliche Beteiligung an der ING3D GmbH und die Kapitalerhöhung bei der bereits bestehenden Beteiligung SUMTEQ GmbH sowie die Vorbereitung der Hauptversammlung.

In der vierten Sitzung am 14. August 2020 im Anschluss an die Hauptversammlung wurde ein Wandeldarlehen für die SUMTEQ GmbH sowie verschiedene gesellschaftsrechtliche Änderungen auf Ebene der SUMTEQ GmbH diskutiert und beschlossen. Des Weiteren stellte der Vorstand in dieser Sitzung auch den Antrag zur Beteiligung an der ING3D GmbH. Gegenstand des Unternehmens ist die Einführung des von der ING3D GmbH entwickelten und zum Patent angemeldeten Fertigungsverfahrens "Mineral Direct Laser Sintering" (MDLD) für Hochtemperaturanwendungen. Aktuell arbeiten die va-Q-tec AG und die ING3D GmbH bereits gemeinsam an verschiedenen Projekten im Bereich Mobility und Hochtemperatur-Dämmung. Der Vorstand sieht für eigene Produkte mit 3D-Druckerzeugnissen der ING3D GmbH ein substanzielles Umsatzpotenzial in verschiedenen Endmärkten. Der Vorstand berichtete über den aktuellen Stand der Finanzierungsmaßnahmen. Weiterhin wurde als weitere Finanzierungsalternative die Platzierung einer Anleihe in Schweizer Franken am Schweizer Kapitalmarkt besprochen. Zu beachten war, dass dieses Segment in der Schweiz eine einwandfreie Reputation genießt und auch für die va-Q-tec AG attraktive Finanzierungskonditionen bot. Die emittierende Bank hatte darüber hinaus erklärt, für das Grundvolumen der Transaktionen eine Übernahmeverpflichtung abzugeben, was der va-Q-tec AG eine hohe Transaktionssicherheit und den Investoren Sicherheit bezüglich des Risikoprofils des Unternehmens verschaffen würde. Aufgrund des Todes von Herrn Lamann hat der Aufsichtsrat im Rahmen einer internen Sitzung den stellvertretenden Vorsitz und die Zusammensetzung der Ausschüsse erneut bestimmt.

In der fünften Sitzung am 24. September wurde die Geschäftsentwicklung des Konzerns bis einschließlich Ende August intensiv analysiert und diskutiert. Insgesamt bewegte sich der Konzern zum Ende August erfreulicherweise deutlich über dem Vorjahresniveau, aber zugleich CoVid-19-bedingt hinter dem ursprünglichen Plan. Das VIP-Geschäft war im ersten Halbjahr am stärksten von CoVid-19 betroffen. Allerdings hatte zum Sitzungszeitpunkt die Hauptkundengruppe der va-Q-tec AG, die europäischen Kühlschrankhersteller, wieder deutlich mehr bestellt. Zusätzlich gelang in einem Projekt mit einem finnischen Hersteller von Warmwasser-Rohren ein wichtiger Durchbruch im Bereich der VIP-Isolierung, über das der Leiter des Bereichs Technik & Industrie im Zuge dafür geplanter Investitionsvorhaben ebenfalls berichtete. Sehr positiv auf das Wachstum und die Resilienz wirkte sich der hohe Anteil der Pharma-Branche an den Umsätzen aus, da dieser Bereich von Corona-Beschränkungen am wenigsten betroffen war und ist bzw. tendenziell davon sogar profitiert. Im Rahmen seiner Ausführungen zur Finanzierung bzw. Liquidität berichtete der Vorstand über die zwischenzeitlich gemeinsam mit der Helvetischen Bank begonnene "Due Diligence" für die Schweizer Anleihe. Der Vorstand hatte zuvor in einem umfangreichen Auswahlprozess seit Beginn des Jahres anhand verschiedener Kriterien (Laufzeit, Zinsen, Einmalkosten, Covenants, Dokumentationspflichten) Alternativen für eine mittelfristige Finanzierung evaluiert und nach Ausbruch der CoVid-19- Pandemie aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen noch einmal neu analysiert. Letztendlich fiel die Wahl auf die Schweizer Anleihe. Gründe hierfür waren relativ einfache Dokumentationspflichten, geringere Covenant-Anforderungen, eine schnellere Umsetzbarkeit und gegenüber den anderen Kapitalmarkt-Alternativen deutlich niedrigere Gesamtkosten. Weiterhin berichtete der Vorstand über die geplante Mittel- und Langfriststrategie sowie die damit verknüpften Langfristziele des Unternehmens. Die Vision des Managements sieht vor, die va-Q-tec AG zu der führenden High-Performance-Company im Bereich der Thermischen Energieeffizienz (Thermoverpackungen und Isolationsmaterialien) zu entwickeln. Aus organisatorischer Hinsicht sollen dazu Geschäftseinheiten noch stärker anhand der Themen bzw. Megatrends" "Thermischer Energieeffizienz" und "TempChain-Logistik" gebündelt werden. Daraus sollen Wissenstransfer vereinfacht und Synergien genutzt werden. Gleichzeitig soll hiermit die Kommunikation nach außen und innen verbessert, und insgesamt die Schlagkraft erhöht werden.

In der sechsten Sitzung am 20. November berichteten der Vorstand und die Leitung des Bereichs Business Development über die potenzielle Organisationsstruktur für eine Neufassung von Geschäftsbereichen entlang der Megatrends "Thermischer Energieeffizienz" und "TempChain-Logistik". Ein Thema war auch die aktuelle Geschäftsentwicklung sowie der Planungsstand für das Jahr 2021. Dazu berichtete der Vertriebsleiter über die gegenwärtigen Planzahlen und gab einen Ausblick auf das folgende Geschäftsjahr. Die Verteilung der Corona Impfstoffe bot und bietet weiterhin erhebliche Marktchancen für die va-Q-tec AG. Die Systeme ermöglichen auch einen längeren Transport von Arzneimitteln bzw. Impfstoffen bei gleichbleibend (sehr) tiefen Temperaturen. Solche Transport-Temperaturen werden gerade am Anfang bei unsicherer thermischer Stabilität der Impfstoffe benötigt. Unabhängig davon hat die va-Q-tec AG auch die Chance, sich im sehr sensiblen Bereich des Impfstofftransports als zuverlässiger Partner am Markt für TempChain-Logistik zu demonstrieren und dadurch nachhaltig Marktanteile hinzuzugewinnen. Weitere Themen der Sitzung waren die Liquidität, Eigenkapital und Finanzierung sowie die aktuell stattfindende Vermarktungsphase ("Roadshow") für die CHF-Anleihe. Insgesamt ergab sich aus den Gesprächen ein sehr positives Investoreninteresse.

Konzernanhang

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

Die siebte und letzte Sitzung des Aufsichtsratsplenums im Geschäftsjahr 2020 fand am 16. Dezember 2020 statt. Zentrales Thema war die Präsentation und Erläuterung der Planzahlen für 2021 sowie die Mittelfristplanung durch den Vorstand und die Geschäftsleitung der va-Q-tec Ltd. (UK). Insgesamt soll die Gesellschaft die sehr positive Entwicklung im Jahr 2020 auch im Jahr 2021 und darüber hinaus fortsetzen. Im Jahr 2021 soll dabei die Corona-Impfstofflogistik wesentlich zum Umsatzwachstum beitragen. Auch die anderen Zielbranchen außerhalb des Healthcare-Bereichs stellen vielversprechende Chancen in Aussicht. Nach ausführlicher Diskussion genehmigte der Aufsichtsrat das Konzernbudget einschließlich des Investitionsbudgets für das Geschäftsjahr 2021 sowie die mittelfristige Planung. Ein Thema der Sitzung war auch die erneut sehr erfreuliche Aktienkursentwicklung im Jahr 2020, die sich neben der großen öffentlichen Aufmerksamkeit im Zuge der Corona-Impfstofflogistik auch auf die zahlreichen und intensiven IR-Aktivitäten zurückführen lässt.

Die Arbeit in den Ausschüssen des Aufsichtsrats

Zur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der Aufsichtsrat gegenwärtig drei Ausschüsse eingerichtet. Im Einzelnen sind dies der Präsidial-, der Prüfungs- und der Nominierungsausschuss. Diese bereiten Beschlüsse und Themen vor, die im Plenum des Aufsichtsrats zu behandeln sind. Im gesetzlich zulässigen Rahmen sind Entscheidungsbefugnisse des Aufsichtsrats auf Ausschüsse übertragen worden. Die Ausschussvorsitzenden berichten dem Aufsichtsrat über die Ausschussarbeit in der jeweils folgenden Sitzung des Gesamtaufsichtsrats. Aufgrund der Corona-Pandemie und der Reduzierung des Aufsichtsrats auf fünf Mitglieder durch den Tod des stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden wurden im Jahr 2020 die Themen des Präsidialausschusses und des Nominierungsausschusses direkt im Rahmen der Aufsichtsratssitzungen, an denen alle Aufsichtsratsmitglieder teilnahmen, besprochen.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die individualisierte Teilnahme der einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrates an den Sitzungen des Plenums sowie des Prüfungsausschusses:

Aufsichtsratsplenum Prüfungsausschuss
(Sitzungsanzahl/Teilnahme in %) Anzahl in % Anzahl in %
Dr. Gerald Hommel
Vorsitzender
7/7 100% 3/3 100%
Dr. Barbara Ooms-Gnauck
(stellv. Vorsitzende seit 14.08.2020)
7/7 100% - -
Uwe Lamann
(† 23.07.2020)
3/3 100% - -
Uwe Andreas Kraemer 7/7 100% - -
Winfried Klar 7/7 100% 3/3 100%
Dr. Eberhard Kroth 7/7 100% 3/3 100%

Individualisierte Offenlegung der Sitzungsteilnahme der Aufsichtsratsmitglieder

Interessenkonflikte im Aufsichtsrat sind im Berichtszeitraum nicht aufgetreten.

Jahres- und Konzernabschlussprüfung

Der Konzernabschluss der va-Q-tec AG wurde auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, sowie den nach § 315e Abs. 1 HGB geltenden Vorgaben, aufgestellt. Den Jahresabschluss der va-Q-tec AG sowie den Konzernabschluss, beide zum 31. Dezember 2020, mit den jeweiligen Lageberichten haben die von der Hauptversammlung gewählten Abschlussprüfer, die Rödl & Partner GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Nürnberg, unter Einbeziehung der Buchführung geprüft und am 25. März 2021 jeweils mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Die Abschlussprüfer haben sich ferner vergewissert, dass der Vorstand ein internes Kontroll- und Risikomanagementsystem eingerichtet hat, das in seiner Umsetzung und Konzeption geeignet ist, Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden könnten, frühzeitig zu erkennen.

Die Abschlussunterlagen der va-Q-tec AG und des va-Q-tec-Konzerns, der Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzergebnisses sowie die Berichte des Abschlussprüfers wurden in der Sitzung des Prüfungsausschusses am 25. März 2021 und der Sitzung des Aufsichtsrates am 26. März 2021 mit den Abschlussprüfern diskutiert und eingehend durch den Aufsichtsrat geprüft. Die Prüfer nahmen an der Beratung über die Abschlussunterlagen in dieser Aufsichtsratssitzung teil und informierten den Aufsichtsrat über die Prüfungsfeststellungen und ihre Erkenntnisse zum internen Kontroll- und Risikomanagementsystem.

Der Aufsichtsrat folgt der Empfehlung des Prüfungsausschusses und billigt den Jahresabschluss und Lagebericht sowie den Konzernabschluss und Konzernlagebericht der va-Q-tec AG für das Geschäftsjahr 2020. Damit ist der Jahresabschluss der va-Q-tec AG festgestellt. Der Aufsichtsrat stimmt darüber hinaus dem Vorschlag des Vorstandes zur Ergebnisverwendung zu.

Dank und Ausblick

Der Aufsichtsrat ist von dem herausragenden Erfolgspotenzial der va-Q-tec AG weiterhin überzeugt und schätzt die vertrauensvolle und offene Zusammenarbeit mit dem Vorstand. Im Namen des Aufsichtsrats danke ich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der va-Q-tec AG für ihren außerordentlich engagierten Einsatz in einem Jahr, das durch die Pandemie sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld von besonderen Herausforderungen für jeden Einzelnen geprägt war. Ihnen als Aktionärinnen und Aktionären gilt unser Dank für das Vertrauen in das Unternehmen, das Management und unsere Arbeit.

Dr. Gerald Hommel Vorsitzender des Aufsichtsrats der va-Q-tec AG

Konzernanhang

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

va-Q-tec - Einsatz im Kampf gegen CORONA

Vor genau 20 Jahren wurde va-Q-tec in Würzburg gegründet. Im Jahr 2011 begann die Vermietung von Thermocontainern, seit 2016 werden auch die Boxen zur Miete angeboten. Diese ermöglichen seitdem sichere Transporte temperaturempfindlicher Güter rund um den Globus. Heute, zum zwanzigjährigen Firmenjubiläum, sind die sicheren Transportlösungen des international agierenden Unternehmens wichtiger denn je: als Beitrag zur Bekämpfung der Corona-Pandemie.

Das Spezialgebiet von va-Q-tec: Transporte für Healthcare-Kunden

Medizin hilft – aber nur, wenn sie auch wirkt. Eine Grundvoraussetzung dafür sind stabile Temperaturen während ihrer Logistik. 70 der 100 umsatzstärksten Medikamente weltweit müssen in einem individuellen, genau definierten Temperaturkorridor transportiert werden, um die Wirksamkeit der Medikamente sicherzustellen. Kleinste Temperaturabweichungen beim Transport können die wertvolle Fracht unwiederbringlich zerstören. Mit dramatischen Konsequenzen: Dringend benötigte Medikamente gehen verloren.

Seit knapp zehn Jahren helfen die Transportcontainer und -boxen von va-Q-tec dabei, solche und ähnliche Probleme zu vermeiden. Im Innenraum sind diese mit hochinnovativen Vakuumisolationspaneelen (VIP) verkleidet. Dadurch können die Boxen und Container Medizinprodukte bis zu zehn Tage lang bei konstanten Innentemperaturen in einer Bandbreite von -70 °C bis +25 °C transportieren. Dabei gewährleistet das Unternehmen nicht nur die Wirksamkeit und Sicherheit der wertvollen Fracht, sondern hilft auch noch dabei, die Umwelt zu schützen. Dank der Temperier-Technologie wird Energie gespart – und Gewicht. Gewicht, das ansonsten in Form von Trockeneis mit in die Container müsste. Auf dieses kann der Würzburger Mittelständler bei einem Großteil der Transporte verzichten und trägt damit zu mehr Sicherheit bei – denn Trockeneis ist festes Kohlendioxid, das sich bei zu warmen Temperaturen direkt in ein Gasgemisch verwandelt, an dem Menschen ersticken können – in beengten Räumen wie Flugzeugen ein besonders großes Risiko, weshalb es im Flugverkehr nur in begrenzten Mengen zugelassen ist. Gerade beim Transport von Medikamenten im Niedrigtemperaturbereich stellen die Boxen und Container von va-Q-tec deshalb häufig die einzige sichere Lösung dar.

Diese Kompetenz hat das Unternehmen binnen kürzester Zeit zu einem weltweit gefragten Transportpartner gemacht. 2019 hat va-Q-tec bereits 68% des Umsatzes mit Transportlösungen für die Healthcare-Branche erzielt. 2020 stieg der Umsatzanteil sogar noch weiter auf insgesamt 74%.

Als verlässlicher Partner zahlreicher internationaler Pharmakonzerne und weltweit tätiger Logistikunternehmen fliegen die Hightech-Boxen und -Container von va-Q-tec um die ganze Welt und bringen ihre wertvolle Fracht dorthin, wo sie am dringendsten benötigt wird: von Corona-Testkits, die am Anfang halfen, die erste große Welle zu bewältigen, bis zu den Impfstoffen gegen die Viruserkrankung, um das Ende der Pandemie Stück für Stück näher zu bringen.

Eine entscheidende Rolle kam dabei dem globalen TempChain Service Netzwerk von va-Q-tec zu, das mittlerweile rund 40 Stationen weltweit umfasst. Dieses Netzwerk bietet den Kunden einen reibungslosen Boxen- und Container-Mietservice und wächst weiter: Alleine im ersten Quartal 2021 kommen vier weitere Stationen auf drei Kontinenten hinzu.

Konzernanhang

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

18

Gleich zu Beginn der Corona-Pandemie, im Frühjahr 2020, war der Würzburger Mittelständler zur Bekämpfung der globalen Krise im Einsatz. Dringend benötigte Testkits wurden bei Temperaturen von bis zu -20 °C in einer Vielzahl von Containern rund um den Erdball transportiert. Die Transporte erfolgten teilweise unter widrigen Umständen: Der Flugverkehr war weitgehend eingeschränkt und dadurch der Gütertransport per Luftfracht besonders teuer. Umso wichtiger also für die Kunden, dass va-Q-tec gewährleisten konnte, dass die Testkits wie geplant am Zielort ankamen. Eine Herausforderung, die das Unternehmen annahm – und meisterte.

Zur Hochphase der Corona-Testkit-Transporte wurde jedes zweite weltweit transportierte Testkit dank einer Transportlösung des deutschen Anbieters sicher ans Ziel gebracht. Die Container und Boxen reisten dazu in 120 Länder und konnten Tests für über 75 Millionen Menschen ausliefern.

Dabei waren die Anforderungen hoch – bei vielen Aufträgen mussten die Testkits über den halben Globus transportiert werden. Im April 2020 waren beispielsweise die Container von va-Q-tec dafür verantwortlich, eine Ladung von über 700.000 Testkits sicher vom weltweit größten Hersteller im koreanischen Seoul über einen Zwischenstopp in Frankfurt bis ins brasilianische São Paulo zu transportieren. Wichtig war es dabei, während des gesamten Transports eine konstante Temperatur zwischen -15 und -25 °C zu halten. Der zweitägige Transport in den va-Q-tainern gelang ohne Temperaturabweichung und damit ohne Verluste der wertvollen Tests – und das ganz ohne Trockeneis.

Von der Produktion bis hin zur Verimpfung –

CoVid-19 Vakzine müssen bei unterschiedlichen Temperaturen transportiert werden

Erforderliche Temperaturen während der REGIONALEN Verteilung: +2 °C to + 8 °C (mRNA & vektorbasierte Impfstoffe) Erforderliche Temperaturen während der GLOBALEN Verteilung/Zwischenlagerung: -20 °C (mRNA & vektorbasierte Impfstoffe) -70 °C (mRNA & vektorbasierte Impfstoffe) oder

Quellen: TIACA | PHARMA.AERO | jeweiligen Unternehmen

Impfstoff-Tests: Von Anfang an dabei

Ab dem Sommer erreichte die Impfstoffentwicklung der führenden Hersteller die heiße Phase. Um ihre Wirksamkeit zu testen, wurden die entwickelten Impfstoffe zehntausenden Probanden rund um den Globus im Rahmen der klinischen Phase-III-Studien verabreicht. Weil die Zeit drängte, musste es schnell und gleichzeitig sicher gehen – ein Fall für die Transportlösungen von va-Q-tec.

Doch das war nur der Anfang: Als im Herbst die Zulassung der neu entwickelten Impfstoffe immer näher rückte, war der internationale Anbieter für temperaturgeführte Transportlösungen bereits an vorderster Front involviert. Schon vorab wurde die lebensrettende Fracht mit der Unterstützung des Unternehmens an die jeweiligen Zielorte transportiert, um unmittelbar nach der Zulassung mit den Impfungen starten zu können.

Die Erfolge dieser ersten Impfstofftransporte blieben nicht unbemerkt. Im Herbst konnte das Würzburger Unternehmen eine umfassende Vereinbarung für die globale Impfstoffdistribution mit einem der weltweit größten Pharmahersteller schließen. Für die gesamte Kampagne dieses Herstellers werden mehrere tausend Thermo-Container zur Verfügung gestellt – es war der wohl erste und größte Auftrag für einen Impfstofftransport in der Thermocontainer-Branche überhaupt, mit einem angepeilten Umsatzvolumen im hohen einstelligen Millionen-Euro-Bereich.

Doch auch vielen weiteren Akteuren in der Logistikkette für das Corona-Vakzin konnten und können die Transportlösungen aus Würzburg helfen. Das Ergebnis: Mittlerweile ist va-Q-tec an über 100 Projekten zur Verteilung des Corona-Impfstoffes beteiligt. Beispielsweise unterstützt das Unternehmen den Logistiker Kühne + Nagel seit dem Winter bei der Verteilung des Impfstoffs von Moderna. So gelangt dieser sicher selbst ans von Europa aus betrachtet andere Ende der Welt. In einem va-Q-case erhielten US-Soldaten an zwei Luftwaffenstützpunkten in Japan Ende 2020 die ersten Vakzine für US-Streitkräfte im westlichen Pazifik.

Aber die Boxen und Container sind nicht nur global im Einsatz, sondern auch innerhalb Deutschlands. Dank umfassender Vereinbarungen mit den Landesregierungen mehrerer Bundesländer bekommt fast jeder zweite Deutsche einen CoVid-19-Impfstoff verabreicht, der zuvor in einer Transportlösung von va-Q-tec unterwegs war. va-Q-tec ist sich der hohen Verantwortung bei der Corona-Bekämpfung sehr bewusst – insbesondere in Anbetracht des bevorstehenden weltweiten Impfstoff-Rollouts. Dank der Hightech-Transportlösungen "Made in Germany" und der jahrelangen Erfahrung des Unternehmens können Impfstofftransporte mithilfe von va-Q-tec extrem sicher durchgeführt werden. Gleichzeitig will va-Q-tec der Nachfrage weiterhin gerecht werden, um sichere Transporte für so viele Impfstoffe wie möglich zu gewährleisten. Aus diesem Grund wird kontinuierlich die umfassende Boxen- und Containerflotte weiter ausgebaut.

Das Wissen über temperaturkontrollierte Logistik teilt der Würzburger Transportspezialist indes gerne: Im digital veranstalteten TempChain Experts Dialog informierte das Unternehmen zusammen mit hochrangigen Gästen aus dem Transport- und Gesundheitsbereich umfassend über die Herausforderungen der weltweiten Impfstoff-Distribution. Mehrere hundert Zuschauer aus über 30 Ländern nahmen an dem virtuellen Event teil. Die Aufzeichnung ist über va-Q-tec Virtual Forum on demand verfügbar.

Und so möchte va-Q-tec auch 2021 als zuverlässiger Partner für temperaturgeführte Lieferketten zusammen mit unzähligen weiteren Akteuren einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass diese beispiellose Krise möglichst bald zu Ende geht.

Konzernanhang

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

20

va-Q-tec erreicht klimaneutrale Produktion ab 2020

Als va-Q-tec im Jahr 2001 gegründet wurde, lag die Vision, thermische Energie weltweit optimal zu nutzen, im Fokus. Aus dieser Vision ist in der Zwischenzeit Realität geworden: Das Unternehmen trägt mithilfe seiner innovativen Technologie bereits heute in vielen Märkten zu diesem Ziel bei: Nicht nur die Produkte, sondern auch eine Vielzahl an Inhouse-Prozessoptimierungen und zertifizierten Kompensationsmaßnahmen sorgen für bestmögliche Nutzung von Energie und tragen so zur weltweiten Reduzierung von CO2 -Emissionen bei. Für das Jahr 2020 erreicht va-Q-tec sowohl als erster Anbieter temperaturgeführter Verpackungslösungen als auch als Produzent von Hightech-Dämmstoffen die Klimaneutralität seiner Produktionsstandorte.

Thermische Energieeffizienz durch Vakuumisolation

Die Schlüsseltechnologie der Vakuumisolationspaneele (VIPs) von va-Q-tec birgt enormes Potenzial zum Einsparen thermischer Energie in sich. Es handelt sich hierbei um superdämmende Isoliermaterialien, die das Unternehmen in verschiedensten, auch frei gestaltbaren (3D-) Formen herstellt. Sie isolieren zehnmal besser als konventionelle Dämmmaterialien und eignen sich u.a. besonders dann, wenn trotz geringem Platzangebot maximal gedämmt werden muss. Aufgrund dieser hervorragenden Materialeigenschaften werden VIPs in verschiedenen Bereichen, wie z. B. dem Bauwesen, Kühl- und Gefriergeräten, verschiedenen industriellen Anwendungen, wie z.B. Rohrleitungen oder Warmwasserspeichern, und in verschiedenen Fahrzeugen zu Wasser, Luft und Land eingesetzt und tragen daher bereits jetzt an vielen Stellen zur Einsparung thermischer Energie bei. So spart allein die VIP-Jahresproduktion für den Einbau in Kühlgeräten den jährlich erzeugten Strom von 120 großen Windkraftanlagen ein.

Thermische Energieeffizienz in temperaturkontrollierten Lieferketten

Im Jahr 2004 ging die Idee, aus den eigenen VIPs auch Hochleistungs-Thermoboxen und -containern zu bauen, in Serie. Grundstein war die zu diesem Zeitpunkt aufkommende Biotech-Industrie, die vermehrt nach temperaturkontrollierten Transportlösungen verlangte. Als solche konzipiert, sparen die Hightech-Thermobehälter von va-Q-tec aufgrund ihrer hervorragenden Temperaturhalteeigenschaften viel Energie ein, ohne Einbußen hinsichtlich ihrer Leistung zu verzeichnen. So kann z. B. beim Transport temperatursensitiver Güter auf Kühlaggregate und andere externe Energiequellen verzichtet werden. Bis heute benötigen konventionelle Lösungen energieintensive Stromaggregate oder große Mengen Trockeneis, um selbst Temperaturen um -20 °C über wenige Tage hinweg zu halten. va-Q-tec setzt hierfür vielfach verwendbare Temperaturspeicherelemente ein, die für verschiedene Bereiche zwischen -70 °C und +25 °C verfügbar sind. Lediglich für Temperaturen von unter -60 °C benötigen die Thermocontainer und -boxen geringe Mengen von Trockeneis.

Thermische Energieeffizienz durch Prozessoptimierungen

Doch va-Q-tec spart nicht nur mithilfe seiner Produkte thermische Energie ein. Die permanente Optimierung der Herstellungsprozesse hinsichtlich ihrer Energieeffizienz steht ebenfalls im Fokus der Nachhaltigkeitsstrategie. Die bereits im März 2020 erfolgte Zertifizierung durch das Deutsche Institut für Nachhaltigkeit ergab, dass mehr als 1.700 t CO2 – und damit der überwiegende Teil der bei der Produktproduktion anfallenden Emissionen – durch bereits erfolgte Maßnahmen und Prozessoptimierungen von va-Q-tec vermieden werden. Der Energie- und Wärmeverbrauch des Hauptsitzes des Unternehmens in Würzburg wird zum weitaus größten Teil durch ein hauseigenes Blockheizkraftwerk gespeist. Die erzeugte Wärmeenergie wird in einem ersten Schritt als Produktionswärme eingesetzt. Die verbleibende Restwärme dient der Raumklimatisierung – im Winter zur Heizung, im Sommer durch Einsatz spezieller Kälte-Wärme-Transformation zur Raumkühlung. Auch die entstehende Produktionsabwärme wird erneut in diesen Energiekreislauf zurückgeführt, um die Wärme bestmöglich zu nutzen. Durch die optimale Isolation des Kraftwerks sowie weiterer Wärme- und Kälteleitungen mit eigenproduzierten VIPs als Superdämmung wird zusätzlich sichergestellt, dass die wertvolle thermische Energie nicht verloren geht. Durch das Blockheizkraftwerk sparte das Unternehmen Emissionen in Höhe von 371t CO2 im Vergleich zum Vorjahr ein. Auch im Werk Kölleda werden erneuerbare Energiequellen durch eine große Photovoltaikanlage genutzt, wodurch der Ausstoß im Vergleich zu 2019 um 56t CO2 reduziert wurde.

Für permanente Optimierung sorgt daneben das 2013 implementierte, TÜV-zertifizierte Energiemanagement (ISO 50001:2018) sowie das seit 2014 regelmäßig durchgeführte Umweltmanagement (ISO 14001:2015). Jährliche Überwachungsaudits stellen die Wirksamkeit der Zertifikate sicher und bilden die Basis für weitere Optimierungen.

Förderung zertifizierter Ausgleichsprojekte

Um den verbleibenden, kleineren Teil der Emissionen für das Jahr 2020 auszugleichen, investiert das Unternehmen in zwei besondere Klimaschutzprojekte: Eines davon befindet sich in der Rhön, unweit des Würzburger Hauptquartiers. In diesem Biosphärenreservat werden mithilfe der Investitionen des Unternehmens Moore renaturiert und bestehende Wälder aufgeforstet und gepflegt. Das zweite Projekt befindet sich in Uruguay, wo va-Q-tec eine Auslandsniederlassung in der Hauptstadt Montevideo hat, die Lateinamerika betreut. In dem südamerikanischen Land werden ehemalige Viehweiden wieder aufgeforstet, um kontinuierlich die ursprüngliche Bewaldung wiederherzustellen. In beiden Fällen werden die Planung und Umsetzung streng von regionalen Forstämtern überwacht und umgesetzt.

Energieeinsparungen: Einsparung von 421t CO2

Auorstungsprojekt in Uruguay : ca. 400 ha Fläche neu bepanzt

Optimierte Logistikprozesse : Einsparung von 200 t CO2

Seit 2020 Klimaneutralität an allen Produktionsstandorten

Langjährige Abfallvermeidung: 15 % weniger Müll seit 2016

Konzernanhang

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

22

TempChain 4.0: intelligente Boxen und vernetzte Container

Die innovativen Thermocontainer und -boxen von va-Q-tec überzeugen nicht nur aufgrund der hervorragenden Dämmung durch den Einsatz von Vakuumisolationspaneelen, womit Temperaturen im Inneren der Behälter selbst bei extremen Außentemperaturen über mehrere Tage hinweg aufrechterhalten werden. Die Container sind auch noch smart: Der Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien ermöglicht Kunden unter anderem eine schnellere und präzisere Nachvollziehbarkeit der kompletten Temperaturkette (TempChain) während des Transports. All das ist Teil der innovativen TempChain 4.0-Services von va-Q-tec.

Zentrales Element dieser digitalen Services ist die TempChain Service Software, eine Online-Plattform, auf welcher der Kunde den gesamten Logistikprozess – von der Bestellung der Thermoboxen bis zu deren Abholung am Auftragsende – zentral steuern und in Echtzeit auswerten kann. Der Vorteil: Wenn mit den innovativen Thermobehältern fehlerhaft umgegangen wird oder andere Störungen der TempChain drohen, kann schneller reagiert werden, um die Konstanz der Temperaturkette noch während des Transports sicherzustellen. Schließlich kann der Kunde die Transportbedingungen dank der Plattform, auf der die erforderlichen Daten verfügbar sind, selbstständig überwachen und, falls nötig, sofort Änderungen veranlassen. Dadurch spart er nicht nur wertvolle Zeit, sondern auch die Kosten, die mit eventuellen Transportfehlern einhergehen.

Es gibt viele Güter, die in einem bestimmten, konstanten Temperaturbereich transportiert werden müssen, um Qualität, Wirksamkeit oder Benutzbarkeit zu gewährleisten. Das erfordern unter anderem auch die strengen GDP-Vorschriften1 der europäischen Kommission. Diese dienen dazu, die Qualität und Unversehrtheit medizinischer Produkte aufrechtzuerhalten und die Kontrolle der Logistikkette sicherzustellen. Das gilt beispielsweise nicht nur für Impfstoffe, sondern auch für Materialien klinischer oder wissenschaftlicher Studien. Diese dürfen während eines Transports ausschließlich stabilen (Temperatur-)Bedingungen ausgesetzt sein, zum Beispiel, um Testergebnisse nicht zu verfälschen. Gerade die letzte Meile, also die Lieferung vom letzten Distributionsort zu wissenschaftlichen oder medizinischen Einrichtungen, ist hierbei besonders kritisch. Dabei sind die Lieferzeiten zwar kurz, aber es finden sehr viele Transporte unter verschiedensten Bedingungen statt. Mit seinen smarten Hightech-Thermobehältern bietet va-Q-tec hierfür eine Lösung. Schließlich machen sie die erforderliche Protokollierung sehr viel einfacher.

Der Barcode auf der Box wird mithilfe der App auf mobilem Endgerät gescannt

Konzernanhang

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

24

1 GDP: Good Distribution Practice.

Um das zu ermöglichen, sind die smarten Thermoboxen mit einem Bluetooth-Datenlogger ausgestattet. Dieser reagiert auf Lichteinfall: Wenn der Kunde zu Beginn des Transports die Box öffnet, wird der Datenlogger automatisch aktiviert. Dieser misst nicht nur die Innentemperatur und perspektivisch auch die Außentemperatur des Behältnisses, sondern registriert ebenso andere Faktoren, wie z.B. Luftfeuchtigkeit und Helligkeit. Bei Auftragsende kann der Kunde diese Daten dann in einer speziellen App auf seinem Telefon, oder in der Datencloud einsehen. Zur Datensicherheit trägt BlockChain-Technologie bei, die eine dezentrale Verarbeitung und Speicherung der Daten auf verschiedenen Servern ermöglicht und eventuelle Änderungen nachverfolgt und dokumetiert. Das Ergebnis dieser Services ist, dass Kunden von va-Q-tec sich über die Transportbedingungen der Sendung selbstständig und bei Bedarf informieren können – ohne dafür Abstriche bei der Sicherheit der Daten zu machen.

Dieses TempChain 4.0-Konzept ist ein Paradebeispiel für das Internet of Things (IoT), womit eine selbstständige Vernetzung und Kommunikation von Objekten untereinander bezeichnet wird und das seit einiger Zeit immer mehr zur Realität wird. va-Q-tec strebt danach, diese Vernetzung weiter voranzutreiben und deren Vorteile für die Entwicklung neuer Dienstleistungen zu nutzen. Zukünftig könnte zum Beispiel ein va-Q-tainer, der zu lange ungeplant bei über 50 Grad Celsius in Dubai steht, selbständig die Prüfung eines alternativen, besseren Standorts veranlassen. Erst dann, wenn so ein Standort tatsächlich vorhanden ist, müssten Menschen in den Prozess eingreifen, um den Container an den jeweiligen Ort zu bringen.

Doch nicht nur Kunden, sondern auch va-Q-tec selbst profitiert von diesen Daten, die mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) auswertet werden. So kann zum Beispiel die Wartung der Boxen und Container flexibler und genauer gestaltet werden: Mit den gesammelten Daten kann der technische Zustand jedes einzelnen Behälters bereits im Vorhinein besser eingeschätzt werden. Wartungen finden nur dann statt, wenn sie notwendig sind – und nicht früher oder später. Das spart einerseits Ressourcen für überflüssige Reparaturen und sorgt andererseits dafür, dass Container nicht unnötig aus dem Betrieb genommen werden. Des Weiteren kann va-Q-tec dank der Daten beispielsweise genauere Vorhersagen über die Verfügbarkeit seiner Flotte treffen – Grundlage für die Entwicklung weiterer Services, von denen wiederum die Kunden profitieren.

26 An unsere Aktionäre | Corporate Story

Konzernanhang

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

1.3 CORPORATE GOVERNANCE-BERICHT / ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG NACH §289F UND § 315D HGB

1.3.1 Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex

Vorstand und Aufsichtsrat der va-Q-tec AG haben die folgende Erklärung gemäß § 161 AktG zum 26.03.2021 verabschiedet:

Erklärung von Vorstand und Aufsichtsrat der va-Q-tec AG zu den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" gemäß § 161 AktG

Die va-Q-tec AG hat seit Abgabe der letzten Entsprechungserklärung am 30. Januar 2021 mit den dort aufgeführten Abweichungen den Empfehlungen des vom Bundesministerium der Justiz und Verbraucherschutz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in der Fassung vom 16. Dezember 2019 ("DCGK 2020") entsprochen und wird künftig mit Ausnahme der nachfolgend erklärten Abweichungen entsprechen:

a. Der Empfehlung G.1, Spiegelstrich 1, im Vorstandsvergütungssystem zu bestim-men, wie für die einzelnen Vorstandsmitglieder die Ziel-Gesamtvergütung bestimmt wird und welche Höhe die Gesamtvergütung nicht übersteigen darf (Maximalvergütung),

b. Der Empfehlung G.1, Spiegelstrich 2, im Vorstandsvergütungssystem zu bestim-men, welchen relativen Anteil die Festvergütung einerseits sowie kurzfristig va-riable und langfristig variable Vergütungsbestandteile andererseits an der Ziel-Gesamtvergütung haben,

c. Der Empfehlung G.1, Spiegelstrich 3, soweit darin empfohlen wird, im Vor-standsvergütungssystem zu bestimmen, welche nichtfinanziellen Leistungskrite-rien für die Gewährung der variablen Vergütungsbestandteile maßgeblich sind, weil das aktuelle Vorstandsvergütungssystem keine nichtfinanziellen Leistungs-kriterien enthält,

d. Der Empfehlung G.3, Satz 1, soweit darin empfohlen wird, die vom Aufsichtsrat zur Beurteilung der Üblichkeit der konkreten Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder im Vergleich zu anderen Unternehmen herangezogene Vergleichs-gruppe anderer Unternehmen offenzulegen,

e. Der Empfehlung G.4, zur Beurteilung der Üblichkeit innerhalb des Unterneh-mens das Verhältnis der Vorstandsvergütung zur Vergütung des oberen Führungskreises und der Belegschaft insgesamt und dieses auch in der zeitlichen Entwicklung zu berücksichtigen,

f. Der Empfehlung G.11, Satz 2, in begründeten Fällen die variable Vergütung ein-behalten oder zurückfordern zu können, und

g. Der Empfehlung G.12, soweit darin empfohlen wird, dass im Falle der Beendi-gung eines Vorstandsvertrags die Auszahlung noch offener variabler Vergütungsbestandteile, die auf die Zeit bis zur Vertragsbeendigung entfallen, nach den im Vertrag festgelegten Haltedauern erfolgen soll.

Der Aufsichtsrat hat im Jahr 2018 ein neues System der Vorstandsvergütung beschlos-sen, welches sämtliche diesbezüglichen Empfehlungen des DCGK 2017 berücksichtigte. Mit der Reform des Kodex ("DCGK 2020") wurden die Empfehlungen zur Vorstandsvergütung stark modifiziert, mit der Folge, dass das aktuelle Vergütungssystem den neuen Empfehlungen teilweise nicht entspricht. Der Aufsichtsrat überarbeitet derzeit das Vergütungssystem im Hinblick auf die neuen aktienrechtlichen Anforderungen an das Vergütungssystem für den Vorstand und prüft hierbei auch, ob und inwieweit die neuen Empfehlungen des Kodex zur Vorstandsvergütung berücksichtigt werden sollen. Neuabschlüsse oder Verlängerungen laufender Vorstandsdienstverträge haben seit Inkrafttreten des DCGK 2020 nicht stattgefunden, ferner unterliegen aktuell laufende Vorstands-dienstverträge einem Bestandsschutz

1.3.2 Relevante Angaben zu Unternehmensführungspraktiken

Die va-Q-tec AG hat als deutsche Aktiengesellschaft deutschen Rechts drei Organe – die Hauptversammlung, den Aufsichtsrat und den Vorstand. Aufgaben und Befugnisse ergeben sich insbesondere aus den gesetzlichen Regularien sowie aus der Satzung der Gesellschaft. Mindestens einmal jährlich findet eine Hauptversammlung statt. In der ordentlichen Hauptversammlung beschließen die Aktionäre regelmäßig über die Verwendung des Bilanzgewinns, die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat und die Wahl des Abschlussprüfers.

Konzernanhang

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

Jeder Aktionär, der sich rechtzeitig anmeldet, ist zur Teilnahme an der Hauptversammlung berechtigt. Aktionäre, die nicht persönlich teilnehmen können, haben die Möglichkeit, ihr Stimmrecht durch ein Kreditinstitut, eine Aktionärsvereinigung, die von der va-Q-tec AG eingesetzten weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter oder einen sonstigen Bevollmächtigten ihrer Wahl ausüben zu lassen.

Vorstand und Aufsichtsrat legen großen Wert auf eine offene Unternehmens- und Führungskultur. Ein positives Miteinander im Unternehmen - ein "gutes Betriebsklima" - ist sehr wichtig für den wirtschaftlichen Unternehmenserfolg und zufriedene Kunden, Mitarbeiter, Partner und Aktionäre. Ein solches Klima des Miteinanders und der offenen internen Kommunikation fördert das Bewusstsein für die Einhaltung von Gesetzen, ethischen Standards und wirtschaftlichen sowie sozialen Vorgaben.

Zur Sicherstellung des ethischen Handelns hat die va-Q-tec AG entsprechende Standards in einer konzernweiten Corporate Compliance Policy festgelegt. Kernelemente sind zum einen die darin kodifizierten Grundwerte wie z. B. persönliche Integrität, Beachtung der Vielfalt und Rechtstreue im Geschäftsleben. Zusätzlich legt die Corporate Compliance Policy in konzernweit gültigen Richtlinien Anweisungen für das Geschäftsgebaren für den eventuellen Fall ethisch zweifelhafter Situationen fest. Das Compliance-Programm wird in Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat aktiv gelebt und weiterentwickelt.

Die va-Q-tec AG beachtet alle gesetzlichen Anforderungen an die gute Unternehmensführung sowie mit den in der Entsprechenserklärung genannten, begründeten Ausnahmen die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Vorstand und Aufsichtsrat informieren die Mitarbeiter im Zuge der Kapitalmarktnotierung zu den relevanten Fragen des Kapitalmarktrechtes, auch mit entsprechenden schriftlichen Unterlagen.

1.3.3 Zusammensetzung und Arbeitsweise des Vorstands

Der Vorstand der va-Q-tec AG leitet die Geschäfte der Gesellschaft in eigener Verantwortung. Er ist dabei an das Unternehmensinteresse gebunden und der Steigerung des nachhaltigen Unternehmenswerts verpflichtet. Er entwickelt die strategische Ausrichtung des Unternehmens, stimmt sie mit dem Aufsichtsrat der Gesellschaft ab und sorgt für ihre Umsetzung. Der Vorstand erörtert den aktuellen Stand der Strategieumsetzung in regelmäßigen Abständen mit dem Aufsichtsrat. Zudem sorgt er für ein angemessenes Risikomanagement und Risikocontrolling im Unternehmen. Die Vorstandsmitglieder üben ihre Tätigkeit nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen, der Satzung der Gesellschaft, der Beschlüsse der Hauptversammlung und des Aufsichtsrats, ihrer jeweiligen Dienstverträge sowie der Geschäftsordnung des Vorstandes aus und wirken auf deren Beachtung durch die Gesellschaft und die Tochtergesellschaften hin.

Der Vorstand arbeitet mit dem Aufsichtsrat zum Wohle des Unternehmens vertrauensvoll und eng zusammen. Gemeinsames Ziel von Vorstand und Aufsichtsrat ist die Umsetzung der Wachstumsstrategie und die Nutzung der vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten, die sich für die Technologien des Konzerns bieten. Der Aufsichtsrat bestellt die Vorstandsmitglieder, beruft diese ab und bestimmt die Verteilung ihrer Verantwortlichkeiten. Er kann außerdem einen Vorstandsvorsitzenden (CEO) bestellen.

Für die Mitglieder des Vorstands hat der Aufsichtsrat entsprechend der Empfehlung des DCGK eine Altersgrenze bestimmt. Die Mitglieder des Vorstands sollen zum Zeitpunkt Ihrer Bestellung nicht älter als 65 Jahre alt sein.

Zum 31. Dezember 2020 umfasst der Vorstand der va-Q-tec AG zwei Mitglieder:

Name Funktion Mitglied des
Vorstands seit
Vertragsende
Dr. Joachim Kuhn Chief Executive Officer, Vorstandsvorsitzender 1.4.2001 31.12.2023
Stefan Döhmen Chief Financial Officer, Finanzvorstand 1.7.2017 31.12.2022

Der Vorstand führt die Geschäfte der Gesellschaft gesamtverantwortlich zum Wohl des Konzerns. Jedes Vorstandsmitglied handelt in dem ihm zugewiesenen Ressort eigenverantwortlich. Der Geschäftsverteilungsplan weist die Aufgaben der einzelnen Vorstandsmitglieder zum 31. Dezember 2020 wie folgt aus:

Dr. Joachim Kuhn: Chief Executive Officer – CEO:

  • Technik
  • Produktion
  • Vertrieb
  • Personal

Stefan Döhmen: Chief Financial Officer – CFO:

  • Finanzen
  • Finanzkommunikation (IR)
  • Einkauf
  • IT
  • Recht

Herr Dr. Kuhn ist neben seiner Tätigkeit im Vorstand der va-Q-tec AG Mitglied des Beirates der SUMTEQ GmbH, an der die va-Q-tec AG eine Minderheitsbeteiligung hält. Zusätzlich ist Herr Dr. Kuhn Kuratoriumsvorsitzender des ZAE Bayern, dem Forschungsinstitut aus dem va-Q-tec AG hervorgegangen ist. Anderen Nebentätigkeiten gehen die Vorstandsmitglieder nicht nach.

Die Geschäftsordnung des Vorstandes wurde zuletzt am 30. April 2019 vom Aufsichtsrat aktualisiert und beschlossen. Sie enthält insbesondere Regelungen zur Arbeitsweise des Vorstands und zur Verteilung der Verantwortlichkeiten zwischen den Vorstandsmitgliedern sowie zur Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsrat. Sie legt einen Katalog durch den Aufsichtsrat zustimmungspflichtiger Geschäfte fest. Alle Beschlüsse des Vorstands werden mit einfacher Stimmenmehrheit gefasst, soweit nicht zwingendes Gesetz eine andere Mehrheit vorschreibt. Vorstandssitzungen finden regelmäßig mehrmals monatlich statt. Darüber hinaus hatte der Vorstand auch zwischen den regelmäßigen Sitzungen ständig einen engen Kontakt untereinander und mit dem Aufsichtsrat.

1.3.4 Zusammensetzung und Arbeitsweise des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat der va-Q-tec AG berät und überwacht den Vorstand regelmäßig bei der Leitung des Unternehmens. Der Aufsichtsrat übt seine Tätigkeit nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen, der Satzung der Gesellschaft und seiner Geschäftsordnung aus. Die den Aufsichtsrat betreffenden Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex werden beachtet, soweit sich aus der auf der Webseite der Gesellschaft veröffentlichten Entsprechungserklärung des Vorstands und Aufsichtsrats nach § 161 AktG nichts Abweichendes ergibt. Er arbeitet bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben vertrauensvoll und eng mit dem Vorstand zum Wohle des Unternehmens zusammen und bestellt und entlässt die Mitglieder des Vorstands. Zusätzlich achtet er bei der Zusammensetzung des Vorstands auch auf Vielfalt (Diversity) und strebt dabei insbesondere eine angemessene Berücksichtigung von Frauen an. Die Mitglieder des Vorstandes sollen sich im Hinblick auf ihren Hintergrund, die berufliche Erfahrung und Fachkenntnisse ergänzen, sodass das Gremium auf einen möglichst breit gefächerten Erfahrungsfundus und unterschiedliche Spezialkenntnisse zurückgreifen kann. Er sorgt gemeinsam mit dem Vorstand für eine langfristige Unternehmensplanung.

Die Aufsichtsratsbeschlüsse werden in der Regel in Sitzungen gefasst. Sie können auch ohne Einberufung einer Sitzung gefasst werden und die Abstimmung kann auch mündlich, schriftlich, fernmündlich, fernschriftlich (Telefax) oder per E-Mail erfolgen, wenn der Aufsichtsratsvorsitzende dies anordnet und kein Mitglied des Aufsichtsrats diesem Verfahren unverzüglich widerspricht. Beschlüsse des Aufsichtsrats werden, soweit nicht gesetzlich oder nach dieser Satzung etwas anderes vorgeschrieben ist, mit einfacher Mehrheit gefasst.

Jedes Mitglied des Aufsichtsrats ist dem Unternehmensinteresse verpflichtet. Es darf bei seinen Entscheidungen weder persönliche Interessen verfolgen noch Geschäftschancen des Unternehmens für sich, für eine ihm nahestehende natürliche oder juristische Person oder für eine sonstige Institution oder Vereinigung, in der bzw. für die es tätig ist, nutzen. Jedes Aufsichtsratsmitglied legt Interessenkonflikte, insbesondere solche, die aufgrund einer Beratung oder Organfunktion bei Kunden, Lieferanten, Kreditgebern oder sonstigen Dritten entstehen können, dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offen.

Die Mitglieder des Aufsichtsrates sollen gemäß § 2 Abs. 1 der Geschäftsordnung in ihrer Gesamtheit über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Gemäß § 100 Abs. 5 AktG und § 324 Abs. 2 HGB muss ferner mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats über Expertise auf den Gebieten Rechnungslegung oder Abschlussprüfung verfügen. Der Aufsichtsrat benennt unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Deutsche Corporate Governance Kodex konkrete Ziele für seine Zusammensetzung.

Über Einzelheiten der Arbeit des Gremiums informiert der Bericht des Aufsichtsrats. Die Lebensläufe der Aufsichtsratsmitglieder sind auf der Internetseite des Unternehmens unter https://va-q-tec.com/unternehmen/management/ verfügbar. Informationen zur Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder finden sich im Vergütungsbericht.

Im Geschäftsjahr 2020 gehörten dem Aufsichtsrat folgende Mitglieder an:

Ausgeübter Beruf Ge
burts
jahr
Mit
glied
seit
Mitglied in gesetz
lich zu bildenden
Aufsichtsräten in
vergleichbaren in
oder ausländischen
Wirtschaftsunter
nehmen/Weitere
Mandate
Selbstständiger Pharmaunternehmer
und geschäftsführender Gesellschafter
der pharmarissano Arzneimittel GmbH
1959 2014 -
Rechtsanwältin und Fachanwältin
für Verwaltungsrecht bei der Gnauck
Rechtsanwälte GbR
Mitgesellschafterin der Gnauck
Rechtsanwälte GbR
1957 2014 -
- 1949 2014–
2020
Mitglied des Beirats
der Baumüller Nürn
berg GmbH
Group CFO des Enterprise Software
Unternehmens Scandit AG, Zürich
1978 2015 -
Unternehmensberater, ehemaliger
WP, StB und CFO
1954 2013 -
Geschäftsführender Gesellschafter
der RoPro4.0 GmbH
1956 2013 -

Der Aufsichtsrat strebt im Interesse eines ergänzenden Zusammenwirkens eine hinreichende Vielfalt im Hinblick auf Geschlecht, Internationalität sowie unterschiedliche berufliche Hintergründe, Fachkenntnisse und Erfahrungen an.

Der Aufsichtsrat hat unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) Ziele für seine Zusammensetzung einschließlich eines Kompetenzprofils für das Gesamtgremium, die im Abschnitt "Ziele für Zusammensetzung, Kompetenzprofil und Diversitätskonzept für den Aufsichtsrat" dargestellt sind.

Zusammensetzung und Arbeitsweise der Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der va-Q-tec AG verfügt gegenwärtig über drei Ausschüsse: Einen Prüfungsausschuss, einen Nominierungsausschuss sowie einen Präsidialausschuss.

Der Prüfungsausschuss besteht bis zum Ablauf der jeweiligen Amtsperiode aus folgenden Mitgliedern:

  • Winfried Klar: Vorsitzender
  • Dr. Gerald Hommel: stellvertretender Vorsitzender
  • Dr. Eberhard Kroth: Mitglied

30

Konzernanhang

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

Der Prüfungsausschuss befasst sich insbesondere mit Fragen der Rechnungslegung und Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des Internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems, der Compliance und des Internen Revisionssystems, sowie der Abschlussprüfung. Letzteres insbesondere im Hinblick auf die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, den vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen, die Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer, die Bestimmung von Prüfungsschwerpunkten und der Honorarvereinbarung.

Der Nominierungsausschuss besteht bis zum Ablauf der jeweiligen Amtsperiode aus folgenden Mitgliedern:

  • Dr. Gerald Hommel: Vorsitzender
  • Uwe Lamann: stellvertretender Vorsitzender1 (bis 23.07.2020)
  • Uwe Andreas Kraemer: stellvertretender Vorsitzender (seit 14.08.2020, zuvor Mitglied)
  • Dr. Barbara Ooms-Gnauck: Mitglied

Der Nominierungsausschuss schlägt dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten vor.

Der Präsidialausschuss besteht bis zum Ablauf der jeweiligen Amtsperiode aus folgenden Mitgliedern:

  • Dr. Gerald Hommel: Vorsitzender
  • Uwe Lamann: stellvertretender Vorsitzender2 (bis 23.07.2020)
  • Dr. Barbara Ooms-Gnauck: stellvertretendeVorsitzende (seit 14.08.2020, zuvor Mitglied)
  • Dr. Eberhard Kroth: Mitglied (seit 14.08.2020)

Den Vorsitz des Präsidialausschusses führt der Aufsichtsratsvorsitzende. Der Präsidialausschuss berät über Schlüsselthemen der Corporate Governance und bereitet Beschlüsse des Aufsichtsrats vor. Neben der langfristigen Nachfolgeplanung für den Vorstand bereitet der Präsidialausschuss die Beschlüsse des Aufsichtsrats insbesondere über folgende Angelegenheiten vor:

  • Bestellung und Abberufung von Mitgliedern des Vorstands sowie Ernennung eines Vorstandsvorsitzenden
  • Abschluss, Änderung und Beendigung der Anstellungsverträge mit den Mitgliedern des Vorstands
  • Struktur des Vergütungssystems für den Vorstand einschließlich der wesentlichen Vertragselemente und der Gesamtvergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder.

Selbstbeurteilung der Arbeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse

Der Aufsichtsrat und seine Ausschüsse überprüfen regelmäßig entweder intern oder unter Einbeziehung von externen Beratern, wie wirksam der Aufsichtsrat insgesamt und seine Ausschüsse ihre Aufgaben erfüllen.

Der Aufsichtsrat der va-Q-tec AG hat unmittelbar im Anschluss an das Geschäftsjahr 2020 für das Geschäftsjahr 2020 eine interne Selbstkontrolle durchgeführt. Hierzu wurde von jedem einzelnen Aufsichtsratsmitglied ein umfangreicher Fragenkatalog beantwortet und dessen eigene Tätigkeit kritisch beurteilt. Als Ergebnis der Auswertung der Selbstbeurteilung ist festzuhalten, dass sich der Aufsichtsrat nicht nur durch eine harmonische Zusammenarbeit der einzelnen Mitglieder untereinander sowie mit dem Vorstand auszeichnet, sondern auch durch ein hohes und qualifiziertes Engagement und durch spezifisches Fachwissen eines jeden einzelnen Mitgliedes. Grundsätzlicher Veränderungsbedarf hat sich nicht gezeigt.

Insgesamt ist der Aufsichtsrat nach eingehender Diskussion über das Ergebnis der internen Selbstkontrolle der Überzeugung, dass er seine Aufgaben im Geschäftsjahr 2020 verantwortungsbewusst und effizient wahrgenommen hat.

1,2 Bis zu seinem Tode am 23.07.2020. Die Aufgabe der stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden übernimmt Frau Dr. Barbara Ooms-Gnauck. Herr Dr. Eberhard Kroth rückt in den Präsidialausschuss nach. Der Nominierungsausschuss wird auf drei Mitglieder reduziert.

Konzernanhang

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

32

1.3.5 Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand und in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands; Zielgröße für den Frauenanteil im Aufsichtsrat

Aufgrund der geringen Anzahl der Vorstände hat der Aufsichtsrat den Anteil von Frauen im Vorstand auf 0% festgelegt.

Für die erste Ebene unterhalb des Vorstands wurde ein Frauenanteil von 10% festgelegt. Zum 31. Dezember 2020 beträgt der Frauenanteil auf der ersten Managementebene unterhalb des Vorstands 15%.

Für sich selbst hat der Aufsichtsrat die Frauenquote auf 16,66% festgelegt, dies entspricht einem von sechs Mitgliedern. Mit der aktuellen Besetzung des Aufsichtsrats ist diese Quote erfüllt.

1.3.6 Diversitätskonzept für den Vorstand und langfristige Nachfolgeplanung

Der Aufsichtsrat lässt sich bei den Vorschlägen für die Bestellung von Mitgliedern des Vorstands von dem Ziel leiten, eine möglichst vielfältige, sich gegenseitig ergänzende Zusammensetzung eines führungsstarken Vorstands sicherzustellen. Es wird angestrebt, dass im Vorstand insgesamt sämtliche Kenntnisse und Erfahrungen vorhanden sind, die angesichts der Aktivitäten von va-Q-tec als wesentlich erachtet werden. Der Aufsichtsrat achtet bei der Auswahl von Mitgliedern des Vorstands auf deren persönliche Eignung, Integrität, überzeugende Führungsqualitäten, internationale Erfahrung, die fachliche Qualifikation für das zu übernehmende Ressort, die bisherigen Leistungen, Kenntnisse über das Unternehmen sowie die Fähigkeit zur Anpassung von Geschäftsmodellen und Prozessen in einer sich verändernden Welt. Der Aspekt der Diversität ist bei der Besetzung von Vorstandspositionen ein wichtiges Auswahlkriterium, auch in Bezug auf Aspekte wie Alter, Geschlecht sowie Bildungs- und Berufshintergrund. Bei der Auswahl von Mitgliedern des Vorstands berücksichtigt der Aufsichtsrat daher insbesondere auch folgende Gesichtspunkte:

  • Neben den erforderlichen spezifischen Fachkenntnissen sowie Management- und Führungserfahrungen für die jeweilige Aufgabe sollen die Vorstandsmitglieder möglichst ein breites Spektrum von Kenntnissen und Erfahrungen abdecken.
  • Mit Blick auf die internationale Ausrichtung des Unternehmens soll bei der Zusammensetzung des Vorstands auf Internationalität im Sinne von unterschiedlichen kulturellen Hintergründen oder internationalen Erfahrungen (zum Beispiel längere, für va-Q-tec relevante berufliche Erfahrungen im Ausland oder Betreuung ausländischer Geschäftsaktivitäten) geachtet werden.
  • Der Vorstand soll in seiner Gesamtheit über Erfahrungen aus den für va-Q-tec wichtigen Geschäftsfeldern verfügen.

Der Vorstand soll in seiner Gesamtheit über langjährige Erfahrung auf den Gebieten Technologie (einschließlich Informationstechnologie und Digitalisierung), Transformationsprozesse, unternehmerische Initiative, Forschung und Entwicklung, Einkauf, Produktion und Vertrieb, Finanzen sowie Recht (einschließlich Compliance) und Personal verfügen. Es wird als hilfreich angesehen, wenn im Vorstand unterschiedliche Altersgruppen vertreten sind.

Maßgeblich für die Entscheidung über die Besetzung einer konkreten Vorstandsposition ist stets das Unternehmensinteresse unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls.

Umsetzung des Diversitätskonzepts für den Vorstand

Die Umsetzung des Diversitätskonzepts erfolgt im Rahmen des Verfahrens zur Vorstandsbestellung durch den Aufsichtsrat. Bei der Auswahl von Kandidaten berücksichtigt der Aufsichtsrat die im Diversitätskonzept für den Vorstand definierten Anforderungen.

Im Berichtszeitraum wurden keine Entscheidungen über die Bestellung von Vorstandsmitgliedern getroffen. Künftig wird das Diversitätskonzept im Rahmen des strukturierten Besetzungsprozesses durch den Aufsichtsrat angemessen berücksichtigt werden. Bei Wiederbestellungen steht die bisherige Amtsführung im Vordergrund der Entscheidungsfindung.

Langfristige Nachfolgeplanung für den Vorstand

Personalthemen wie die langfristige Nachfolgeplanung werden im Präsidialausschuss vorbereitet und im Aufsichtsrat sowie gemeinsam mit dem Vorstand erörtert. Die Nachfolgeplanung erfolgt unter Berücksichtigung der Laufzeit derzeitiger Vorstandsverträge. Der Aufsichtsrat entwirft ein Bewerberprofil für offene Positionen im Vorstand. Er achtet darauf, dass die Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen aller Mitglieder des Vorstands unterschiedlich und ausgewogen sind. Auf Basis der jeweils spezifischen Anforderungen und genannten Kriterien des Diversitätskonzepts werden geeignete Kandidatinnen und Kandidaten zu Gesprächen geladen. Die Empfehlung zur Beschlussfassung wird durch den Präsidialausschuss vorbereitet und dem Gesamtgremium vorgelegt. Zudem lässt sich der Aufsichtsrat regelmäßig über die Nachfolgeplanung für die Ebene unterhalb des Vorstands informieren und berät den Vorstand insoweit. Die Bestellung der Inhaber bestimmter Leitungsfunktionen auf der ersten Ebene unterhalb des Vorstands bedarf der Zustimmung des Aufsichtsrats.

1.3.7 Ziele für die Zusammensetzung, Kompetenzprofil und Diversitätskonzept für den Aufsichtsratt

Kompetenzprofil

Die zur Wahl in den Aufsichtsrat vorgeschlagenen Kandidaten sollen aufgrund ihrer Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen in der Lage sein, die Aufgaben eines Aufsichtsratsmitglieds in einem international tätigen Unternehmen wahrzunehmen. Dabei soll insbesondere auf die Persönlichkeit, Integrität, Leistungsbereitschaft und Professionalität der zur Wahl vorgeschlagenen Personen geachtet werden. Ziel ist es, dass im Aufsichtsrat insgesamt sämtliche Kenntnisse und Erfahrungen vorhanden sind, die angesichts der Aktivitäten von va-Q-tec als wesentlich erachtet werden. Hierzu gehören unter anderem Kompetenzen und Erfahrungen in den Bereichen Healthcare, Einkauf, Produktion, Finanzen, Recht (einschließlich Compliance). Zudem sollen im Aufsichtsrat Kenntnisse und Erfahrungen aus den va-Q-tec wichtigen Geschäftsfeldern vorhanden sein. Dem Aufsichtsrat sollen insbesondere auch Personen angehören, die aufgrund der Wahrnehmung einer leitenden Tätigkeit oder als Mitglied eines Aufsichtsrats oder eines vergleichbaren Gremiums Führungserfahrung in einem international tätigen Großunternehmen haben.

Mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats muss über Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung oder Abschlussprüfung verfügen. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses soll über besondere Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollverfahren verfügen sowie mit der Abschlussprüfung vertraut sein. Im Falle

einer anstehenden Neubesetzung ist zu prüfen, welche der wünschenswerten Kenntnisse im Aufsichtsrat verstärkt werden sollen.

Internationalität

Mit Blick auf die internationale Ausrichtung des Unternehmens soll darauf geachtet werden, dass dem Aufsichtsrat eine ausreichende Anzahl an Mitgliedern mit einer langjährigen internationalen Erfahrung angehört.

Diversität

Bei der Zusammensetzung des Aufsichtsrats soll auf hinreichende Diversität geachtet werden. Dies umfasst neben einer angemessenen Berücksichtigung von Frauen auch die Vielfalt hinsichtlich der kulturellen Herkunft, der Religion und des ethnischen Hintergrunds sowie die Unterschiedlichkeit von beruflichen Hintergründen, Erfahrungen und Denkweisen. Bei der Prüfung potenzieller Kandidaten für die Besetzung von Aufsichtsratspositionen soll der Gesichtspunkt der Diversität frühzeitig im Auswahlprozess angemessen berücksichtigt werden.

Unabhängigkeit

Nach dem DCGK soll mehr als die Hälfte der Anteilseignervertreter unabhängig von der Gesellschaft und vom Vorstand sein. Ein Aufsichtsratsmitglied ist unabhängig von der Gesellschaft und deren Vorstand, wenn es in keiner persönlichen oder geschäftlichen Beziehung zu der Gesellschaft oder deren Vorstand steht, die einen wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt begründen kann. Die Anteilseignerseite soll, wenn sie die Unabhängigkeit ihrer Mitglieder von der Gesellschaft und vom Vorstand einschätzt, insbesondere berücksichtigen, ob das Aufsichtsratsmitglied selbst oder ein naher Familienangehöriger des Aufsichtsratsmitglieds:

  • in den zwei Jahren vor der Ernennung Mitglied des Vorstands der Gesellschaft war,
  • aktuell oder in dem Jahr bis zu seiner Ernennung direkt oder als Gesellschafter oder in verantwortlicher Funktion eines konzernfremden Unternehmens eine wesentliche geschäftliche Beziehung mit der Gesellschaft oder einem von dieser abhängigen Unternehmen unterhält oder unterhalten hat (z. B. als Kunde, Lieferant, Kreditgeber oder Berater),
  • ein naher Familienangehöriger eines Vorstandsmitglieds ist oder,
  • dem Aufsichtsrat seit mehr als 12 Jahren angehört

Nach Einschätzung des Aufsichtsrats sind gegenwärtig alle Mitglieder des Aufsichtsrats unabhängig von der Gesellschaft und ihrem Vorstand. Zwei Mitglieder des Aufsichtsrats sind beratend für die Gesellschaft tätig. Der Aufsichtsrat ist der Ansicht, dass keine dieser Beziehungen als wesentlich einzustufen sind.

Zeitliche Verfügbarkeit

Jedes Aufsichtsratsmitglied achtet darauf, dass ihm für die Wahrnehmung seiner Aufgaben genügend Zeit zur Verfügung steht. Die gesetzlichen Mandatsbeschränkungen und die vom DCGK empfohlene Obergrenzen werden berücksichtigt. Gemäß des DCGK soll ein Aufsichtsratsmitglied, das keinem Vorstand einer börsennotierten Gesellschaft angehört, insgesamt nicht mehr als fünf Aufsichtsratsmandate bei konzernexternen börsennotierten Gesellschaften oder vergleichbare Funktionen wahrnehmen, wobei ein Aufsichtsratsvorsitz doppelt zählt. Wer dem Vorstand einer solchen Gesellschaft angehört, soll insgesamt nicht mehr als zwei Aufsichtsratsmandate in konzernexternen börsennotierten Gesellschaften oder vergleichbare Funktionen und keinen Aufsichtsratsvorsitz in einer konzernexternen börsennotierten Gesellschaft wahrnehmen. Hinsichtlich der Mandatsausübung bei va-Q-tec ist zu berücksichtigen, dass

  • jährlich mindestens vier, in der Regel jedoch sechs ordentliche Aufsichtsratssitzungen abgehalten werden, die jeweils angemessener Vorbereitung bedürfen,
  • ausreichend Zeit für die Prüfung der Jahres- und Konzernabschlussunterlagen vorzusehen ist
  • abhängig von der Mitgliedschaft in einem oder mehreren der derzeit bestehenden drei Aufsichtsratsausschüssen zusätzlicher zeitlicher Aufwand für die Teilnahme an den Ausschusssitzungen und die angemessene Vorbereitung hierfür entsteht; dies gilt insbesondere für den Prüfungsausschuss,
  • zusätzlich außerordentliche Sitzungen des Aufsichtsrats oder eines Ausschusses zur Behandlung von Sonderthemen notwendig werden können

Altersgrenze und Zugehörigkeitsdauer

Unter Wahrung der vom Aufsichtsrat in seiner Geschäftsordnung niedergelegten Altersgrenze soll die Amtsperiode eines Aufsichtsratsmitglieds in der Regel mit dem Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung, die auf die Vollendung des 75. Lebensjahres des Aufsichtsratsmitglieds folgt, enden.

Umsetzung der Ziele für die Zusammensetzung einschließlich Kompetenzprofil und Diversitätskonzept; unabhängige Mitglieder im Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat berücksichtigt die Ziele für die Zusammensetzung und die im Diversitätskonzept niedergelegten Anforderungen im Rahmen des Auswahlprozesses und der Nominierung von Kandidaten für den Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat erfüllt in seiner derzeitigen Zusammensetzung die Ziele zur Zusammensetzung und füllt das Kompetenzprofil und das Diversitätskonzept aus. Die Aufsichtsratsmitglieder verfügen über die als erforderlich angesehenen fachlichen und persönlichen Qualifikationen. Sie sind in ihrer Gesamtheit mit dem Sektor, in dem das Unternehmen tätig ist, vertraut und verfügen über die für va-Q-tec wesentlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen. Ein beachtlicher Anteil an Aufsichtsratsmitgliedern ist international tätig beziehungsweise verfügt über langjährige internationale Erfahrung. Im Geschäftsjahr 2020 gehörte dem Aufsichtsrat ein weibliches Mitglied an. Dem Aufsichtsrat gehört zudem eine angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder an. Nach Einschätzung des Aufsichtsrats sind gegenwärtig alle Mitglieder des Aufsichtsrats unabhängig von der Gesellschaft und ihrem Vorstand. Derzeit gibt es keinen kontrollierenden Aktionär.

Anteilsbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat

Mitglieder des Vorstandes, Gründer und Mitglieder des Aufsichtsrates hielten zum Ende des Geschäftsjahres 2020 folgende direkte Beteiligungen am Grundkapital der va-Q-tec AG:

Aktionär Anzahl der Aktien
CEO und Gründerfamilien 3.496.044
CFO und Aufsichtsrat 58.281

Konzernanhang

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

KONZERNLAGEBERICHT

  • Grundlagen des va-Q-tec Konzerns
  • Wirtschaftsbericht
  • Prognosebericht
  • Chancen und Risikobericht
  • Vergütungsbericht
  • Übernahmerechtliche Angaben und Erläuterungen gemäß § 315a HGB
  • Erklärung zur Unternehmensführung

2 KONZERNLAGEBERICHT

2.1 GRUNDLAGEN DES VA-Q-TEC KONZERNS

2.1.1 Geschäftsmodell, Markt und strategische Ausrichtung

2.1.1.1 Geschäftsmodell und Markt

va-Q-tec ist ein weltweit technologisch führender Anbieter hocheffizienter Produkte und Gesamtlösungen im Bereich der thermischen Isolation. Kunden unterschiedlichster Branchen bietet va-Q-tec leistungsstarke Isolationslösungen, durch die sie ihre Energieeffizienz signifikant steigern können. Die Angebote der va-Q-tec in den Geschäftsbereichen Produkte, Systeme und Dienstleistungen des Konzerns finden Anwendung in der Thermologistik, der Kühlschrankund Lebensmittelindustrie, in technischen Anwendungen wie Warmwasserspeichern, der Bauindustrie und im Mobilitätsbereich.

Im Geschäftsbereich "Produkte" entwickelt, produziert und vertreibt das Unternehmen hocheffiziente, dünne Vakuumisolationspaneele ("VIPs") zur Dämmung sowie thermische Energiespeicherkomponenten (Phase Change Materials – "PCMs") zur zuverlässigen und energieeffizienten Temperaturkontrolle. VIPs sind zwischen 5mm und 50mm dicke Hochleistungsdämmplatten, die für eine besonders raumsparende und energieeffiziente thermische Dämmung geeignet sind. PCMs sind Wärme- und Kältespeichermaterialien, die thermische Energie absorbieren und freigeben können. Durch den Einsatz unterschiedlicher Speichermaterialien wie Paraffine oder Salzlösungen können verschiedenste Temperaturbereiche abgebildet werden.

va-Q-tec fertigt im Geschäftsbereich "Systeme" durch die Kombination von VIPs und PCMs passive thermische Verpackungen, Container und Boxen, die ohne Zufuhr von externer Energie für bis zu 200 Stunden konstant einen definierten Temperaturkorridor halten können.

Zur Durchführung von temperatursensiblen Logistikketten unterhält va-Q-tec im Geschäftsbereich "Dienstleistungen" (Serviced Rental) in einem globalen Partnernetzwerk eine Flotte von Mietcontainern und -boxen, mit denen anspruchsvolle Thermoschutzstandards erfüllt werden können. So betreibt die Tochtergesellschaft in Großbritannien seit 2011 eine Flotte von eigenproduzierten Mietcontainern, mit denen temperatursensible Transporte im Vergleich zu aktiv gekühlten Containern kosteneffizienter und sicher durchgeführt werden können. Hierzu hat va-Q-tec ein umfassendes globales Partnernetzwerk aufgebaut, bestehend aus Fluggesellschaften, Spediteuren und Servicepartnern, wie z. B. Lufthansa, IAG, Turkish Cargo oder SWISS. Seit 2015 betreibt die va-Q-tec AG zusätzlich ein Mietgeschäft für eigenproduzierte Thermo-Transportboxen. Darüber hinaus übernimmt va-Q-tec für namhafte Kunden wie Kühne & Nagel oder Die Schweizerische Post begleitende Dienstleistungen im Bereich der Vorkonditionierung, der Aufbereitung und der Versandvorbereitung thermischer Verpackungssysteme. Solche integrierten und mietbasierten Transportlösungen ("TempChain as a Service"-) aus einer Hand werden von der Healthcare-Industrie verstärkt nachgefragt.

Ergänzend bietet va-Q-tec Beratungsdienstleistungen rund um die thermische Isolation an, beispielsweise um technische Geräte durch eine effizientere Isolation höheren Energieeffizienzklassen zuordnen zu können.

Auch im Jahr 2020 machte der Zielmarkt "Healthcare und Logistik" mit rund 74% den größten Umsatzanteil aus. Der Umsatz aus diesem Zielmarkt wird in den beiden Geschäftsbereichen "Systeme" und "Dienstleistungen" erwirtschaftet ("Temperature Controlled Supply Chain"). Die thermischen Verpackungen von va-Q-tec werden primär als leistungsfähige Lösungen für eine sichere, zuverlässige und ununterbrochene Temperaturkette für die globale Healthcare-Industrie eingesetzt. Die thermischen Verpackungen von va-Q-tec erlauben den Transport und die zwischenzeitliche Lagerung von Prüfpräparaten und klinischen Proben, Medikamenten, Impfstoffen und weiteren pharmazeutischen und biotechnologischen Produkten aller Art, Lebensmitteln sowie elektronischen und optischen Geräten. So wurden kleinere thermische Verpackungen von va-Q-tec beispielsweise für den Transport von Urin- und Blutproben im Zusammenhang mit Dopingtests von großen internationalen Sportanlässen sowie Corona-Virus Testkits genutzt. Außerhalb des Healthcare-Bereiches können die thermischen Verpackungen auch eingesetzt werden, so eignen sie sich ebenfalls für den Transport von wertvollen und sensiblen Kunstgegenständen oder archäologischen Fundstücken.

Im Geschäftsbereich Produkte werden unter dem Schlagwort Thermal Energy Efficiency Kunden aus folgenden Marktsegmenten angesprochen:

  • Kühlgeräte und Lebensmittel, z. B. Isolierung von Kühl-/Gefriergeräten oder Lebensmittelcontainern
  • Technik und Industrie, z. B. Isolierung von Warmwasserspeichern, Pipelines, Laborgeräten und Ultratiefkühlschränken
  • Bau, z. B. Gebäudedämmung (Fassade, Dach, Boden)
  • Mobilität, z. B. Isolierung in Kühl-LKWs, Automobilen, Schienenfahrzeugen und Flugzeugen

An die Aktionäre

Konzernabschluss

Konzernanhang

Im Geschäftsbereich Produkte bedient va-Q-tec verschiedene Industrien, wovon der größte Anteil auf den Bereich Appliances & Food (Kühl- und Klimageräte sowie Lebensmittel) entfällt.

Alle Produkte von va-Q-tec unterliegen in den Anwendungsgebieten bei meist sehr beschränktem Bauraum hohen Anforderungen an die Leistungsfähigkeit und Lebensdauer der thermischen Isolierung.

Wachstumspotenziale im Zielmarkt Healthcare und Logistik ergeben sich durch eine zunehmende Globalisierung der klinischen Forschung und Pharmaproduktion. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach temperatursensiblen Biotech-Medikamenten stetig. Die Anforderungen an die Produktsicherheit ("Good Distribution Practice of medicinal products for human use" - GDP) werden zunehmend strenger. Auch die Corona-Krise unterstreicht die Bedeutung temperaturkontrollierter, sicherer Transportketten.

va-Q-tec ist in attraktiven, strukturell wachsenden Märkten gut vertreten. Langfristiger Wachstumstreiber ist das Thema thermische Energieeffizienz: So dürften die globalen Bestrebungen zur Verbesserung der Energieeffizienz in allen Lebens- und Produktionsbereichen vor dem Hintergrund des fortschreitenden Klimawandels die Nachfrage nach energieeffizienten Produkten, Systemen und Dienstleistungen von va-Q-tec stärken. Dies gilt aus Sicht des Vorstandes vor allem in den aus heutiger Sicht von va-Q-tec noch kleinen Zielmärkten wie Bau, Mobilität sowie Technik und Industrie. Auch der europäische "Green-Deal" bzw. die im Zuge der Klimaschutzprogramme vereinbarte Bepreisung von CO2 -Emissionen wird zu einer steigenden Nachfrage nach guter Isolation in verschiedenen Bereichen, wie zum Beispiel in der Bauindustrie, führen. Dort kann durch die Verwendung von VIPs besonders in dicht besiedelten Gebieten wertvoller Platz gespart werden. Weil die Energie-Effizienzanforderungen in der Industrie stetig steigen und die Fehlertoleranzen sinken, werden auch immer mehr Produktionskomponenten temperaturempfindlich bzw. müssen besser isoliert werden. Dies eröffnet für va-Q-tec weitere Anwendungsmöglichkeiten, vor allem im Hochtemperaturbereich. Weitere aktuelle Beispiele sind: Laborgeräte, Rohrsysteme, Warmwasserspeicher oder elektronische Geräte.

2.1.1.2 Strategische Ausrichtung

va-Q-tec bewegt sich in einem sehr dynamischen, innovationsgetriebenen und globalen Marktumfeld. Vor dem Hintergrund der beschriebenen Trends in den Zielmärkten hat va-Q-tec drei strategische Fokusthemen definiert, um kurzfristig Potenziale zu nutzen und den Wachstumspfad mittel- und langfristig fortzusetzten. Damit soll die Position des Unternehmens als einer der weltweit führenden Anbieter hocheffizienter Produkte und Lösungen im Bereich der thermischen Isolation ausgebaut und die temperaturgeführte Logistik nachhaltig mitgestaltet werden. Die drei strategischen Fokusthemen sind: Technologieführerschaft, Wachstum und Profitabilität.

I. Technologieführerschaft

va-Q-tec konzentriert sich darauf, seine Innovations- und Technologieführerschaft im Bereich der thermischen Isolation zu festigen und weiter auszubauen. va-Q-tec arbeitet kontinuierlich an innovativen Technologien, Prozessinnovationen und neuen Geschäftsmodellen, die nicht nur die Temperaturketten-Logistik, sondern die thermische Isolation in vielen Industrien, wie z. B. im Bereich Mobilität und Technik, verändern können. va-Q-tec zielt darauf ab, die eigene Innovationskraft stetig zu steigern. Fortschrittliche VIP-Typen, die z. B. für höhere Temperaturen geeignet sind, sowie neue thermische Verpackungen und neuartige Materialien stehen im Mittelpunkt dieses Ansatzes. Zusätzlich ist va-Q-tec bestrebt, durch "intelligente" Boxen und Container in Verbindung mit entsprechenden Software- und Simulationstools die Thermologistik unter dem Stichwort "TempChain 4.0" weiter zu verbessern. Entsprechend dieser Zielsetzung investiert der Konzern in hochqualifiziertes Personal, die Produktentwicklung und die Grundlagenforschung. Teil der Strategie sind auch ausgewählte Beteiligungen, wie z.B. das Investment in das Material-Start-up SUMTEQ GmbH oder das Hightech-Startup ING3D GmbH, das eine neuartige Technologie zur Herstellung rein mineralischer Leichtmaterialien, darunter 3D-gedruckter Dämmstoffe, entwickelt. Im Rahmen der Zusammenarbeit sollen die innovativen Herstellungsverfahren und Produkte der beiden Unternehmen kombiniert werden. So soll der erste 3D-gedruckte keramische Dämmstoffe entwickelt werden. Darüber hinaus verfolgt va-Q-tec auch die Zusammenarbeit mit Technologiepartnern in extern geförderten Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Mittelfristig bleibt es das Ziel, die führende Technologieposition zu verteidigen und weiter auszubauen.

II. Wachstum

Die Endmärkte von va-Q-tec bieten große Wachstumsmöglichkeiten durch die breit gefächerten Anwendungsmöglichkeiten der Technologieplattform, bestehend aus Produkten, Systemen und Dienstleistungen. va-Q-tec ist stark auf Wachstum ausgerichtet: Prozesse, Aufbauorganisation und Geschäftsmodell des Unternehmens sind auf Skalierbarkeit und die konsequente Nutzung von Wachstumschancen ausgelegt. Mit ihrer zunehmenden internationalen Präsenz, dem Erhalt einer soliden Finanzierungsbasis sowie dem Fokus auf Geschäftsbeziehungen mit Großkunden befindet sich die Gesellschaft auf einem klar definierten Wachstumskurs.

va-Q-tec richtet sich an wachstumsstarken Märkten aus, die dem Unternehmen attraktive Zielmargen bieten, aber gleichzeitig auch Vorlaufkosten bei der Gesellschaft verursachen. Die Pharma- und Biotech-Kunden sind für va-Q-tec von großer Bedeutung: Im Zielmarkt Healthcare und Logistik als wichtigstem Standbein erzielte va-Q-tec in 2020 74% des Umsatzes (2019: 69%). Die globale Healthcare-Industrie setzt im Bereich der temperaturgeführten Logistik zunehmend auf die qualitativ hochwertigen passiven Lösungen von va-Q-tec.

Häufig nutzen die potenziellen Healthcare-Kunden gegenwärtig noch Verpackungslösungen, die auf konventionellen Dämmstoffen und einfachen Wasser-Eis-Gemischen beruhen. Mit wachsenden Qualitätsanforderungen an die Temperaturkette ("Good Distribution Practices") ersetzen Kunden diese einfachen Lösungen durch Hochleistungs-Thermo-Verpackungen. Gleichzeitig zielt va-Q-tec mit den Vermietungsmodellen ("Serviced Rental") auf Kunden ab, für die ein Kauf solcher Verpackungslösungen wirtschaftlich nicht rentabel ist. Auch ihnen bietet va-Q-tec mit passgenauen Mietlösungen für Hochleistungs-Thermo-Verpackungen ein Produkt mit attraktivem Preis-Leistungsverhältnis. Daher erwartet va-Q-tec in den kommenden Jahren im Zielmarkt Healthcare und Logistik weiter global zu wachsen und dabei das Wachstum derzugrundeliegenden Märkte für (Healthcare-) Kühlketten-Logistik übertreffen zu können. Ziel ist es, in diesem Zielmarkt der weltweit führende Anbieter für Dienstleistungen und Verpackungslösungen zu werden.

Auch in den übrigen Zielmärkten strebt das Unternehmen an, überproportional von den Wachstumschancen zu profitieren, die sich etwa aus dem Trend zur Energieeffizienz ergeben. Die über die vergangenen Jahre gewachsene Technologieplattform der Gesellschaft soll in den definierten Zielmärkten etabliert werden.

  • Im Bereich Kühlgeräte und Lebensmittel erwartet va-Q-tec mittelfristig weiteres Wachstum, da mit höheren regulatorischen Anforderungen an die Energieeffizienzklassen der Kühlschränke vermehrt VIPs zum Einsatz kommen müssen. Die VIPs von va-Q-tec mit ihrer im Herstellungsprozess des Original Equipment Manufacturers (OEM) überprüfbaren Dämmleistung werden nach Einschätzung des Vorstands besonders von dieser Entwicklung profitieren. Gleichzeitig unterstreicht die Corona-Pandemie auch die Bedeutung sicherer, produktionsnaher Lieferketten: Mit einer Produktion in Deutschland bzw. Europa lässt sich die Wahrscheinlichkeit einer zuverlässigen, verbesserten, kontinuierlichen Versorgung der OEMs mit VIPs erhöhen – bei, verglichen mit Wettbewerbern, gleichzeitig kürzeren und insgesamt geringeren Transportwegen.
  • Im Bereich e-Commerce entwickeln Start-ups und große internationale Anbieter, auch aufgrund der corona-bedingter Lockdown-Maßnahmen, aktuell beschleunigt neue Geschäftsmodelle für die Lieferung online bestellter Lebensmittel direkt an den Endverbraucher. Dabei dürfte insbesondere der Transport gefrorener und leicht verderblicher Lebensmittel zum Endkunden künftig noch stärker reguliert werden. Insgesamt nimmt nach Einschätzung des Vorstands durch die Corona-Krise die Bedeutung sicherer TempChains zu. Für solche Transporte sind die Hochleistungs-Thermoverpackungen von va-Q-tec besonders geeignet.
  • Zusätzliches Wachstum im Produktverkauf von VIPs ist auch im Zielmarkt Technik und Industrie zu erwarten, z. B. durch die erfolgte Einführung von Energieeffizienzklassen bei Warmwasserspeichern oder Rohrleitungsisolierungen. Auch hier rüsten Hersteller ihre Premium-Produkte mit va-Q-tec-VIPs aus, um die Einstufung in der besten Energieeffizienzklasse zu erreichen.

Bei Betrachtung der letzten drei Jahre zeigen sich die für die dynamischen Wachstumsmärkte von va-Q-tec typischen mittelfristigen Wachstumsschübe: So verdoppelte sich der Umsatz im Bereich "Produkte" seit 2016 nahezu und hat sich aktuell auf hohem Niveau eingependelt.

Die Endmärkte Mobilität und Bau bieten mittel- und langfristig zusätzliche Wachstumsfelder.

An die Aktionäre

Konzernabschluss

Konzernanhang

Insgesamt wird in den nächsten drei Jahren im Mittel nach Einschätzung des Vorstands unter sich wieder normalisierendeten konjunkturellen Umständen ein kontinuierliches mittelstarkes bis starkes Umsatzwachstum gegenüber dem jeweiligen Vorjahr erwartet. Diese Wachstumserwartungen sind hauptsächlich durch das Service- und dem Systemgeschäft getrieben. Chancen auf noch stärkeres Wachstum resultieren aus der corona-bedingt stärkeren erwarteten Regulierung und Nachfrage nach sicheren TempChain-Transporten.

III. Profitabilität

Zur Sicherung des langfristigen Unternehmenserfolges und der Wettbewerbsfähigkeit ist Profitabilität unabdingbar. EBITDA-Profitabilität bildet den dritten Pfeiler der Unternehmensstrategie und eine wesentliche Größe der Unternehmenssteuerung. Angesichts sehr hoher Entwicklungs-, Aufbau- und sonstiger Vorlaufkosten ist dieses Ziel von besonderer Bedeutung.

Um profitables Wachstum zu ermöglichen, werden fortlaufend verschiedene Maßnahmen im Bereich Operational Excellence vorangetrieben. Die Initiativen des Vorstandes auf der Kostenseite betreffen in erster Linie Maßnahmen, um die Qualität, die vertrieblichen Abläufe, die Organisation, die Ressourcenverbräuche und -beschaffung sowie die IT-Systeme konzernweit fortlaufend zu optimieren und zu harmonisieren. Skaleneffekte gehen mit der Ausweitung der Geschäftsaktivitäten des Konzerns und entsprechendem Umsatzwachstum einher: Die Einkaufskonditionen, zu denen der Konzern Vorprodukte und Leistungen Dritter beziehen kann, verbessern sich mit zunehmendem Geschäftsumfang und damit steigendem Einkaufsvolumen deutlich. Die Kosten für unterstützende Konzernfunktionen wie Personalwesen, Marketing, Rechnungswesen und Controlling wachsen relativ zum Umsatz unterproportional. Allerdings erfordert die Börsennotierung höchste Qualität mit entsprechenden Aufwendungen. Zur Verbesserung der Profitabilität tragen unterschiedliche Aspekte der vertikalen Integration in nachgelagerte Stufen der Wertschöpfungskette bei. Hierzu gehören Dienstleistungen und Geschäftsmodelle wie die Vermietung von Boxen und Containern ("Serviced Rental"). Diese Vorwärts-Integration und Kontrolle vorgelagerter Wertschöpfungsstufen zur Verbesserung der Profitabilität ist zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie. In der bisherigen Phase der Unternehmensentwicklung dominierte noch der Fokus auf das Umsatzwachstum. Durch die beschriebenen operativen und strategischen Maßnahmen soll unter sich normalisierten konjunkturellen Umständen eine mittelbis langfristige Verbesserung der EBITDA-Marge auf über 20% erreicht werden.

Konzernstruktur, Mitarbeiter, Beteiligungen und Steuerung

Während des Berichtszeitraums wurden keine neuen Tochtergesellschaften gegründet. Damit gehörten dem va-Q-tec Konzern zum Ende des Berichtszeitraums insgesamt acht Unternehmen an, bestehend aus der deutschen Muttergesellschaft und sieben ausländischen Tochtergesellschaften. Aus diesen acht Unternehmen leiten sich die drei Berichtssegmente des Konzerns ab – das deutsche Segment (va-Q-tec AG), das UK-Segment (va-Q-tec Ltd.,Vereinigtes Königreich) und das Segment Sonstige, bestehend aus va-Q-tec Ltd. (Südkorea), va-Q-tec Inc. (USA), va-Q-tec Switzerland AG (Schweiz), va-Q-tec Japan G.K. (Japan), va-Q-tec Uruguay S.A. (Uruguay) und va-Q-tec SG Pte. Ltd. (Singapur).

Die Muttergesellschaft va-Q-tec AG hielt zum 31. Dezember 2020 an allen sieben ausländischen Tochtergesellschaften jeweils 100%.

Im deutschen Segment werden durch die va-Q-tec AG alle drei Geschäftsbereiche (Produkte, Systeme und Dienstleistungen) abgedeckt. Im Geschäftsbereich "Dienstleistungen" wird seit 2015 das Geschäft mit Mietboxen abgebildet. Das UK-Segment mit der va-Q-tec Ltd. (UK) umfasst in erster Linie den Geschäftsbereich "Dienstleistungen" mit Fokus auf das Vermietungsgeschäft von Containern und Boxen.

Das Segment "Sonstige" umfasst die hauptsächlich den Geschäftsbereichen Systeme und Dienstleistungen zuzuordnenden Geschäftsaktivitäten der übrigen Tochtergesellschaften. Die südkoreanische Tochtergesellschaft ist sowohl für die Beschaffung von Roh- und Einsatzstoffen für den Konzern als auch für den Vertrieb der va-Q-tec-Produkte im eigenen Land zuständig. Die Tochtergesellschaft in den USA betreibt neben vertrieblichen Aktivitäten vor allem das Business Development in Nordamerika. In der US-Tochtergesellschaft wurde erneut deutlich in Personalaufbau und in die Geschäftsentwicklung investiert. Die va-Q-tec Switzerland AG erbringt Dienstleistungen (Temperieren und Reinigen von Mietboxen, "fulfillment services") für die Schweizerische Post und weitere Kunden im Bereich Kühlketten-Logistik. Die Schweizerische Post greift für ihre Flotte an Thermo-Boxen auf die Technologie- und Prozesserfahrung der va-Q-tec AG in Deutschland zurück. Die Tochtergesellschaft in Japan verfolgt als Vertriebsgesellschaft das Ziel, die Wahrnehmung der va-Q-tec als lokal verwurzelter Anbieter in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt zu erhöhen und die Produkte und Dienstleistungen der va-Q-tec dort zu vertreiben. Mit den Tochtergesellschaften in Uruguay und Singapur wird das Ziel verfolgt, die vertriebliche Präsenz in Lateinamerika und Singapur bzw. Südostasien weiter zu intensivieren. Hierbei konnten im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020 deutliche Fortschritte erzielt werden.

Zur Steuerung der drei Berichtssegmente werden diese vom Management individuell und aus übergreifender Konzernsicht anhand detaillierter und regelmäßiger Berichte überwacht. Auf Basis dieser Informationen steuert das Management die Ressourcenverteilung und ergreift bei nicht zielkonformer Entwicklung Gegenmaßnahmen. Aufgrund der schlanken Konzernstruktur ist eine gute Kontrolle und Abstimmung des Konzern-Managements bei wesentlichen Geschäftsentscheidungen der Tochtergesellschaften gewährleistet.

Zentrale Kennzahlen, die das Management für die Unternehmenssteuerung des va-Q-tec-Konzerns nutzt, sind Umsatz, Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) sowie die Eigenkapitalquote. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Steuerungssystem der va-Q-tec AG nicht geändert. Die konzernspezifischen Steuerungsgrößen sind wie folgt näher spezifiziert.

Grundlegender Indikator der wirtschaftlichen Entwicklung und der Attraktivität der Produkte, Systeme und Dienstleistungen des Konzerns, ist das Umsatzwachstum. Auf Ebene der Berichtssegmente und der geographischen Verteilung betrachtet, dient der Umsatz auch als Indikator für den Erfolg der Geschäftsmodelle des Konzerns.

Als Ergebniskennzahl dient das EBITDA. Ergänzend wird nachgeordnet die EBITDA-Marge gemessen an den Gesamterträgen als Maßstab für die operative Leistung und Profitabilität des Konzerns herangezogen. Als stark wachsendes Technologieunternehmen investiert va-Q-tec große Teile der Finanzmittel in Maschinen, Anlagen und die Flotte von Containern und Boxen für Mietdienstleistungen. Hohe Abschreibungen in der gegenwärtigen Phase des Aufbaus von Infrastruktur und Flotten verzerren das tatsächliche Bild der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Das EBITDA als Ergebniskennzahl vor Abschreibungen ist daher eine aussagekräftige Größe für die Leistungsfähigkeit des Unternehmens.

Die Eigenkapitalquote informiert über die Bilanzstärke, die Widerstandsfähigkeit gegen Krisen, die Kreditwürdigkeit und das Gläubigerrisiko des va-Q-tec Konzerns. Mittelfristig betrachtet die Gesellschaft für die Eigenkapitalquote einen Zielwert in einem Korridor zwischen 35% und 40% als ausgewogene Bandbreite zwischen Fremd- und Eigenkapital und somit zwischen dem Risiko der Eigenkapitalgeber und der Gläubiger.

Im Bereich der nicht-finanziellen Leistungsindikatoren dient die Mitarbeiteranzahl als Indikator und zentrale Steuerungsgröße für das Wachstum der Geschäftstätigkeit des Konzerns.

Die nachfolgende Übersicht zeigt das Wachstum in den relevanten Steuerungsgrößen.

Eine ausführliche Analyse der Kennzahlen findet sich unter dem Abschnitt "Ertrags-, Finanz-, und Vermögenslage".

in TEUR falls nicht
anders angegeben
2020 2019 Δ
20/ 19
Umsatz 72.106 64.667 12%
EBITDA (IFRS) 11.399 9.673 18%
EBITDA-Marge (IFRS) 14% 13% +1%
-Pkt
Eigenkapitalquote 35% 40% -5%
-Pkt
Mitarbeiteranzahl
im Jahresdurchschnitt
519 464 +12%

2.1.2 Forschung und Entwicklung

va-Q-tec ist einer der führenden Technologieinnovatoren bei der Entwicklung und Herstellung von energieeffizienten und platzsparenden VIPs, Hochleistungs-PCMs sowie Thermoverpackungssystemen. Um die Technologieführerschaft im Bereich der thermischen Isolation zu festigen und weiter auszubauen, ist der Bereich Forschung und Entwicklung von strategischer Bedeutung. Die va-Q-tec Konzernforschung ist unternehmensübergreifend tätig und entwickelt Technologien für zukunftsfähige Produkte und Lösungen der Konzerngesellschaften.

va-Q-tec betreibt interne und externe Forschungs- und Entwicklungsprojekte (FuE) mit Partnerunternehmen und -Instituten. Diese Projekte dienen zum einen der Grundlagenforschung an VIPs und adressieren zum anderen die fünf von va-Q-tec definierten Zielmärkte, die hervorragende thermische Wärmedämmung und die Speicherung thermischer Energie benötigen.

An die Aktionäre

Konzernabschluss

Konzernanhang

42

Ausgehend von ihrer Gründung aus dem universitätsnahen Zentrum für angewandte Energieforschung Bayern (ZAE Bayern) unterhält va-Q-tec Kooperationen mit internationalen Verbänden, Forschungsinstituten, Universitäten und Hochschulen wie beispielsweise der Universität Würzburg. Intern wurde eine eigene FuE-Organisation mit umfassenden Kapazitäten zur Grundlagen- und insbesondere zur anwendungsorientierten Forschung aufgesetzt.

Aus den erfolgreichen FuE-Aktivitäten der vergangenen Jahre resultiert ein Patentportfolio, das sich in unserer führenden Technologieplattform widerspiegelt.

Durch das patentierte, weltweit einzigartige Qualitäts-Kontrollsystem va-Q-check® kann die Isolation vor der Nutzung der VIPs oder der Freigabe von Boxen und Containern durch Messung des Gasinnendrucks kontrolliert werden. va-Q-tec VIPs sind dadurch die einzige Wärmedämmung, deren Leistung und Wirkung am Anwendungsort gemessen und kontrolliert werden kann. Dies schafft Vertrauen in die VIP-Technologie und ermöglicht es va-Q-tec, die hohen Qualitätsanforderungen des anspruchsvollen Kundenkreises zu erfüllen. So können beispielsweise die geforderten Thermoschutzanforderungen für Kühlkettentransporte sicher und nachweislich eingehalten werden.

Das patentierte va-Q-pro ist ein weitgehend frei formbares, pulvergefülltes Vakuumisolationspaneel, das produktionsseitig mit Ausschnitten und Löchern versehen und in dreidimensionaler Geometrie gefertigt werden kann. Durch diese Eigenschaften und flexiblen Gestaltungsmöglichkeiten kann va-Q-pro in verschiedensten Anwendungsbereichen eingesetzt werden, zum Beispiel bei der Dämmung von Batterien in E-Fahrzeugen oder bei der Dämmung von Flugzeugbereichen, z.B. der Bordküche.

2020 betrieb die va-Q-tec auch weiterhin Grundlagenforschung, beispielsweise bei der Anwendung von VIPs in gänzlich neuen Temperaturbereichen. Während konventionelle VIPs typischerweise im Temperaturbereich von -80 bis +80 °C zum Einsatz kommen, arbeitet va-Q-tec daran, diesen Temperaturbereich durch die optimale Kombination verschiedener Hüllmaterialien und Kernstoffe zu erweitern, damit z.B. Temperaturklassen von 80 bis 180 °C oder auch mehr als 400 °C abgedeckt werden können. Von strategischer Bedeutung im Bereich der Grundlagenforschung für VIP-Kernmaterialien ist die Zusammenarbeit mit dem Kölner Start-up SUMTEQ, an dem va-Q-tec auch eine Beteiligung hält. Gemeinsames Ziel von va-Q-tec und SUMTEQ bleibt die Pilotierung und Markteinführung der submikro-porösen Schäume von SUMTEQ als weiterer Hochleistungsdämmstoff. Die strategische Partnerschaft bietet beiden Unternehmen die Möglichkeit, ihre jeweilige Fachkompetenz in Forschung und Entwicklung einzubringen und somit zusätzlichen Wert für die Kunden zu schaffen. Begleitet durch die Expertise von va-Q-tec konnte SUMTEQ im Berichtszeitraum die Kleinserienproduktion aufnehmen und damit einen wesentlichen Meilenstein zur Großproduktion und Vermarktung erreichen.

Von strategischer Bedeutung im Bereich der anwendungsorientierten Forschung ist auch die Beteiligung an der ING3D GmbH. Mit der von ING3D entwickelten 3D-Drucktechnik ist es möglich, extrem leichte, nicht brennbare und beliebig geformte Leichtmaterialien herzustellen. Das von ING3D zum Patent angemeldete Verfahren "Mineral Direct Laser Sintering" (MDLS) ist das erste rein mineralisch/keramische 3D-Druckverfahren weltweit und eröffnet völlig neue Möglichkeiten in der Materialerzeugung: Der verwendete keramisch Rohstoff kann zu ökologisch verträglichen und gleichzeitig kostengünstigen Formteilen verarbeitet werden. Dies geschieht ohne den bisher notwendigen Kunststoffanteil im Ausgangsmaterial. Damit entstehen sortenreine und ökologisch unbedenkliche, leichte Objekte. Die Endprodukte können multifunktional eingesetzt werden und bieten dadurch vor allem auf kleinem Raum Vorteile hinsichtlich akustischer und thermischer Dämmung sowie Brandschutz. Diese Eigenschaften und die Kombination mit der va-Q-tec-VIP-Dämmstofftechnologie ermöglichen damit auch völlig neue Ansätze in der Bau- und Fahrzeugbranche.

Im Berichtsjahr arbeitete va-Q-tec vor allem daran, das bestehende Produktportfolio zu erweitern und zu verbessern:

Im Bereich der Produkte (Vakuumisolationspaneele, kurz: VIPs) wurde an der Weiterentwicklung des bestehenden Portfolios sowie der Neuentwicklung einer Paneelklasse für mittelhohe und hohe Temperaturen gearbeitet. Solche Paneele können überall dort zum Einsatz kommen, wo einerseits Temperaturen mehr als 400 °C vorherrschen und andererseits sehr gut gedämmt werden muss, z. B. bei Öfen für Industrie und Lebensmittel.

Mit dem in 2020 entwickelte Dämmsystem "va-Q-shell pipe" können Rohrleitungen kosteneffizient, sicher und umweltschonend thermisch isoliert werden. Dies erhöht die Energieeffizienz beispielsweise in industriellen Anlagen, Gebäudeinstallationen sowie in Nah- und Fernwärmenetzen. va-Q-shell pipe ist für die Isolation von werkseitig ungedämmten Rohren und auch zum Nachrüsten geeignet. Durch seine Materialeigenschaften verbessert es so die Energieeffizienz bei gleichzeitiger Reduzierung der Dämmstärke um bis zu 50%. Mit va-Q-shell pipe hat va-Q-tec sein Produktportfolio zur Steigerung der Energieeffizienz von industriellen Anlagen, Gebäudeinstallationen sowie Nah- und Fernwärmenetzen erfolgreich weiter ausgebaut.

Um auch Regionen der Erde, deren Logistikinfrastruktur eher mangelhaft ist, mit Medikamenten und insbesondere mit Corona-Testkits sowie lebenswichtigen Impfstoffen versorgen zu können, hat va-Q-tec 2020 den Paletten-Container va-Q-pal SI weiterentwickelt. Der va-Q-pal SI besteht aus umweltfreundlichen Materialen und ist mehrfach wiederverwendbar. Gleichzeitig weist er vergleichbare Isolationseigenschaften wie der va-Q-tainer im Mietnetzwerk auf und eignet sich daher hervorragend für temperaturkontrollierte Transporte in Länder, aus denen die Rückführung leerer Mietcontainer schwierig ist.

Mit dem stapelbaren "va-Q-tray", einem thermischen Verpackungssystem, lassen sich Lebensmittel so transportieren, dass sie bis zu mehreren Tagen warm, kalt oder gefroren bleiben. Die Temperaturhaltedauer kann optional durch PCM-Akkus verlängert werden. Mit dem va-Q-tray lassen sich beispielsweise Bäckereifilialen effizient mit frischer Ware beliefern: Im Gegensatz zu existierenden Systemen aus Styropor genügt va-Q-tray höchsten Anforderungen bezüglich Hygiene und Temperaturkette, ist das System universell, z.B. auch als portabler Kühlschrank, einsetzbar und lässt sich mit nicht-isolierten Standardbehältern kombinieren. Neben den hygienischen Vorteilen ergibt sich daraus auch eine Kostenersparnis, da auf zusätzliche gekühlte Fahrzeuge verzichtet werden kann.

Das Transportsystem "va-Q-med" wurde 2020 mit externen Logistikpartnern deutlich weiterentwickelt. va-Q-med gewährleistet auf der letzten Meile einen sicheren Transport ohne Temperaturabweichungen, direkt bis zum Empfänger. Anders als herkömmliche, ineffiziente Einwegverpackungen oder CO2 -intensive Extra-Transporte mit Kühlfahrzeugen in überlasteten Innenstädten, ermöglichen die va-Q-med Boxen eine umweltfreundliche, verkehrsvermeidende und gleichzeitig sichere Transportlogistik. Das Transportsystem besteht zu einem großen Teil aus VIPs. Thermische Energiespeicherkomponenten von va-Q-tec ergänzen die starke Dämmleistung der VIPs. Die PCMs sorgen für eine zuverlässige und energieeffiziente Temperaturkontrolle im benötigten Bereich.

Zur Steuerung der logistischen Prozessabläufe entwickelt va-Q-tec unter dem Stichwort "TempChain 4.0" vermehrt auch modernste Software- und Simulationslösungen. Damit macht va-Q-tec den TempChain smart, weil sich diese in Kombination mit den va-Q-tec Thermoverpackungen intelligent steuern lässt. Hierfür wurden 2020 die Ressourcen im IT-Bereich weiter gestärkt. So unterstützt beispielsweise neu entwickelte Servicelösung va-Q-nection die Kunden bei der sicheren und regulatorisch konformen Überwachung der TempChain während des Transports. Diese Innovation ermöglicht die Nachvollziehbarkeit der Temperatur im Innenraum der Thermoboxen auf unkomplizierte und sichere Weise. Die va-Q-nection App und die TempChain Service Software ermöglichen es dem Empfänger, den Temperaturbericht ortsunabhängig mit einem Mobilgerät auszulesen, ohne, dass er dabei auf die Sendung zugreifen und die TempChain durch Öffnen der Transportverpackung unterbrechen muss.

Die Technologieplattform ist durch über 180 Schutzrechte und Schutzrechtsanmeldungen gesichert. Sie betreffen vorwiegend effiziente Fertigungsmethoden für pulvergefüllte VIPs sowie das Qualitäts-Kontrollsystem va-Q-check®, eine Sensortechnologie zur Vakuummessung in VIPs. Im Berichtszeitraum wurden elf Schutzrechte insgesamt angemeldet, davon fümf Patentanmeldungen und sechs Gebrauchsmusteranmeldungen.

An die Aktionäre

Konzernabschluss

Konzernanhang

Im Berichtsjahr investierte das Unternehmen erneut in den Bereich Forschung und Entwicklung. Der Aufwand für diesen Bereich belief sich auf 2.694 TEUR und lag somit über dem Wert des Vorjahrs (2.417 TEUR). Insgesamt wurden im Berichtszeitraum Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von 359 TEUR (Vorjahr: 300 TEUR) aktiviert.

2.2 WIRTSCHAFTSBERICHT

2.2.1 Makroökonomisches Umfeld und konzernspezifische Rahmenbedingungen

Weltweit führte der Ausbruch des Coronavirus SARS-CoV-2 in Verbindung mit restriktiven Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie 2020 zu einem signifikanten Einbruch der Konjunktur. Nachdem im März und April 2020 die Konjunkturprognosen weltweit scharf nach unten korrigiert werden mussten, hat sich die Wirtschaft von Mai bis Oktober 2020, zwischen den beiden großen Wellen der Pandemie, rasch erholt. Die vom Virus besonders hart getroffene Eurozone hat im dritten Quartal 2020 sogar fast den gesamten Verlust des zweiten Quartals ausgleichen können. Dies spricht dafür, dass die Konjunktur nach dem Abklingen der aktuell schweren zweiten Welle im Frühling 2021 wieder an Dynamik gewinnen kann. Risiken resultieren aus der geringen Impfgeschwindigkeit in Europa sowie möglichen Virusmutationen, für die bisherige Impfstoffe möglicherweise weniger wirksam sein könnten. Seit dem Beginn der Pandemie haben die Notenbanken zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, um zu verhindern, dass die Rezession zusätzlich eine Finanzkrise auslöst. Darüber hinaus wurden weltweit umfangreiche Konjunkturprogramme beschlossen. Die konsensorientierte Handels- und Wirtschaftspolitik des neuen US-Präsidenten dürfte sich ebenfalls positiv auf den Welthandel auswirken – und damit auf die stark ausfuhrorientierten Wirtschaften in Europa, allem voran die hiesige Volkswirtschaft. Weitere Ausführungen zum Coronavirus im Zusammenhang mit va-Q-tec enthält der Chancen- und Risikobericht.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostizierte für das Jahr 2020 coronabedingt eine Schrumpfung der Weltwirtschaft um 3,5%. Sofern die corona-bedingten Risiken 2021 nachlassen und die Geld- und Fiskalpolitik weiterhin unterstützend wirkt, könnte sich die konjunkturelle Erholung aus der Corona-Krise in 2021 beschleunigen. Der IWF erwartet daher für 2021 wieder ein Wachstum von 5,5%. Die Entwicklungs- und Schwellenländer werden laut der Prognose überproportional zum globalen Wachstum beitragen. Als weltweit agierender Konzern sieht sich va-Q-tec daher makroökonomisch sowohl Chancen als auch Risiken ausgesetzt.

Wesentliche Umsatztreiber für den va-Q-tec Konzern sind die beiden Zielmärkte Healthcare und Logistik sowie Kühlgeräte und Lebensmittel, die zusammen einen Umsatzanteil von 88% am Konzernumsatz ausmachen.

Der Markt für temperaturkontrollierte Verpackungssysteme im Pharmabereich wird weltweit von nachhaltigen Trends beeinflusst, die auch durch die CoVid-19-Pandemie kaum beeinflusst bzw. tendenziell weiter beschleunigt werden. Immer mehr Medikamente sind temperaturempfindlich, die Regulierung der Transportketten nimmt zu und Medikamente werden global relativ dezentral entwickelt und produziert.

Die Marktforschungsagentur ResearchAndMarkets zeigt sich hinsichtlich des Wachstums dieses Marktes für die kommenden Jahre optimistisch: Im Zeitraum von 2018 bis 2023 erwartet ResearchAndMarkets eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 9,1%, wobei va-Q-tec davon ausgeht, dass die relevanten Subsegmente des Marktes (High Performance-Verpackungssysteme) stärker wachsen werden. Strengere regulatorische Anforderungen an die TempChain-Logistik (unter dem Stichwort "Good Distribution Practices") erfordern für die Kunden in der Pharmaindustrie schließlich immer leistungsfähigere und sicherere Verpackungssysteme. Von den Top-100 Medikamenten weltweit sind ca. 70% temperaturempfindlich.

Mehr als die Hälfte der temperaturempfindlichen Arzneimittel sind Biopharmazeutika – Arzneimittel, die der Hersteller aus biologischen Quellen produziert. Der Branchenspezialist Pharmaceutical Commerce rechnet damit, dass temperaturempfindliche Biopharmazeutika zwischen 2017 und 2023 eine überdurchschnittliche jährliche Wachstumsrate von rund 8% verzeichnen werden. Das Wachstumspotenzial von va-Q-tec wird auch gestützt von der Tatsache, dass die Pharmamärkte in den Emerging Markets stärker wachsen, was mehr Transporte durch unterschiedliche und extremere Klimazonen zur Folge hat. Dadurch wird eine gute Temperaturkontrolle bei den Transporten immer wichtiger.

Die Funktionsweise von SARS-CoV-2-Impfstoffen und Impfstoffen allgemein wie z. B. vektorbasierten und mRNA-Impfstoffe, sowie die Herausforderungen für deren temperaturkontrollierten Transport sind im Zuge der Corona-Krise in den öffentlichen Fokus gerückt. Bereits während des Herstellungsprozesses ist der zuverlässige, sichere Transport der für die Impfstoffproduktion notwendigen Rohstoffe vonnöten. Diese müssen in vielen Fällen bei einer konstanten Temperatur, z. B. bei bis zu -70 °C, transportiert werden – oftmals über mehrere Tage hinweg. va-Q-tec ist davon überzeugt, sowohl mit den qualitativ hochwertigen Systemlösungen im Verkauf als auch mit den Mietlösungen ("Serviced Rental" von thermischen Verpackungssystemen) im Vergleich zum Markt überproportional wachsen zu können. Insbesondere mit zukunftsweisenden Mietlösungen beabsichtigt va-Q-tec in Märkte einzutreten, die bislang nur mit konventionellen thermischen Verpackungssystemen bedient wurden.

Zweitwichtigste Abnehmer nach der Healthcare-Industrie sind die Hersteller von Kühl- und Gefriergeräten. Nach einer Einschätzung von ResearchAndMarkets wächst der Markt für Vakuumisolationspaneele im Zeitraum von 2019–2026 um jährlich 20%.

Insgesamt wendet sich va-Q-tec mit seinem Produktgeschäft und seinen VIPs wachsenden Märkten zu. In Deutschland wird der "Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen" zufolge ca. 60% der Primärenergie für thermische Zwecke, also Kühlen oder Erwärmen, verwendet. Seit der Gründung von va-Q-tec ist es ein wichtiges Ziel, den weltweiten Verbrauch von Energie für thermische Zwecke durch Produkte des Unternehmens so effizient wie möglich zu gestalten und durch ihren Einsatz die Emission von Treibhausgasen zu reduzieren. So sparen bereits heute

die jährlich für die Kühlschrankindustrie produzierten Vakuumisolationspaneele die erzeugte Energie vieler Windkraftanlagen ein. Mit weltweit steigenden Verbraucherpreisen für Primärenergie, wachsendem Kundenbewusstsein für Energieeinsparungen ("Fridays for Future") und strengeren gesetzlichen Regulierungen nimmt der ökonomische und politische Anreiz zu, in Energieeffizienz zu investieren. Daraus ergeben sich sehr interessante Geschäftschancen für die die Produkte von va-Q-tec im Bereich der thermischen Energieeffizienz..

2.2.2 Geschäftsverlauf

Im ersten Quartal 2020 hatten die globale Ausbreitung des SARS-CoV-2-Virus und die notwendigen Gegenmaßnahmen die wirtschaftlichen Aktivitäten weltweit erheblich eingeschränkt. Diese Entwicklung hat sich im zweiten Quartal fortgesetzt. Im dritten und vierten Quartal – vor dem erneuten Lockdown – erholte sich die Wirtschaft spürbar. Als Spezialist für Hightech-Isolationsboxen und -Container war va-Q-tec 2020 von den weltwirtschaftlichen Auswirkungen unter Berücksichtigung der positiven und negativen Folgen insgesamt allerdings eher geringfügig betroffen. Vielmehr zeigte sich, dass die Transportlösungen von va-Q-tec die globalen Anstrengungen

An die Aktionäre

Konzernanhang

Konzernabschluss

zur CoVid-19-Bekämpfung wesentlich unterstützen, unter anderem beim Transport temperaturempfindlicher Testkits und Arzneien. So wurden mithilfe von va-Q-tec weltweit mehrere 100 Millionen Corona-Testkits per Luftfracht versendet. Doch auch für andere dringend benötigte Arzneimittel sind die Hightech-Boxen und -Container von va-Q-tec weltweit im Einsatz: variierend von internationalen Langstreckenlieferungen bis hin zu Kurzstreckentransporten auf der letzten Meile zum Patienten. Der Bedarf an solchen Transportlösungen zum temperaturkontrollierten Versand von Pharma- und Biotechprodukten stieg auch in Zeiten der Corona-Krise weiter an, sodass 2020 der Umsatzanteil mit Lösungen für die Healthcare-Branche auf 74% gewachsen ist (2019: 69%). Gleichwohl zeigte das Geschäft mit Vakuumisolationspaneelen Rückschläge, vor allem da Produktionsstätten, beispielsweise die der Kühlgeräte-Kunden, pandemiebedingt zeitweise schließen mussten. Ebenso ist va-Q-tec im Geschäft mit klinischen Studien international stark involviert. Auch hier gab es einen Rückgang in 2020, weil corona-bedingt wesentlich weniger neue Studien begonnen wurden.

Eine weitere Herausforderung, die immer mehr in den Vordergrund rückt, ist die globale Verteilung der Corona-Impfstoffe. Diese müssen bei konstanten Temperaturen transportiert werden, um die Wirksamkeit am Zielort noch garantieren zu können. Besonders die mRNA-Impfstoffe benötigen eine kontrollierte und konstante Kühlkette in diesem extremen Niedrigtemperaturbereich, um die Wirksamkeit zu garantieren. Im schlimmsten Fall können Temperaturabweichungen bei einem Impfstoff zum Verderben des wertvollen Gutes führen. Bislang wurde dieser Temperaturbereich innerhalb der Thermologistik nur selten benötigt, vor allem nicht in den nun erforderlichen Transportvolumina. va-Q-tec bereitete sich deshalb bereits seit Sommer 2020 intensiv auf diese Aufgabe vor. Die durch die Corona-Beschränkungen drastisch gesunkenen Luftfracht-Kapazitäten sind gerade für die Pharmalogistik zusätzlich eine große Herausforderung. Die passiven Hochleistungs-Container und -Boxen von va-Q-tec sind für Transporte dieser Art ideal. Sie sind durch ihre Produkteigenschaften in der Lage, selbst bei extremen oder schwankenden Außentemperaturen die Innentemperatur bis zu über 200 Stunden lang konstant zu halten – und das ohne teure und umständliche externe Energiezufuhr während des Transports.

Bereits im vierten Quartal 2020 hat va-Q-tec daher damit begonnen, die bestehende Thermo-Containerflotte weiter aufzustocken, um die Verfügbarkeit und hohen Qualitätsstandards der Container auch bei einem sehr kurzfristigen Hochfahren der weltweiten Impfstoffproduktion und -verteilung sicherzustellen. Aus dem gleichen Grund wurde auch zusätzlich verstärkt in die technische Infrastruktur des weltweiten TempChain Netzwerks und den globalen Aufbau weiterer Stationen investiert.

Insgesamt entwickelte sich das Geschäft in 2020 auch dank des in Krisenzeiten gefragten Portfolios erfreulich. Mit einem Umsatzplus von 12 % setzte sich die dynamische Umsatzentwicklung fort. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 18 % von 9.673 TEUR auf 11.399 TEUR. Damit stieg die Marge von 13% auf 14% in Bezug auf die Gesamterträge sowie von 15% auf 16% gemessen an den Umsätzen.

Geschäftsbereich Systeme (Verkauf von thermischen Verpackungssystemen)

Im Geschäftsbereich Systeme stieg der Umsatz gegenüber 2019 von 15.054 TEUR um 30% auf 19.520 TEUR. Besonders bedeutsam waren für va-Q-tec in 2020 Großaufträge aus Skandinavien über mehrere tausend Thermoboxen auf Basis der va-Q-med®-Technologie. Die Boxen wurden für den speziellen Anwendungsfall zusätzlich an die Kundenbedürfnisse angepasst: Um die Thermoverpackung in die lokalen Betriebsabläufe zu integrieren und in den strengen skandinavischen Wintern problemlos einsetzen zu können, wurden auf Wunsch des Kunden Änderungen am thermischen Design der Boxen vorgenommen.

Die Aufträge reihen sich ein in weitere Last-Mile-Projekte in Deutschland (kohlpharma), der Schweiz (Die Schweizerische Post), Singapur und anderen Ländern und unterstreichen die wachsende internationale Bedeutung von "Last Mile"-Lösungen von va-Q-tec. Diese "Last Mile", die letzte Meile vom Großhändler zur Apotheke oder von der (Online)-Apotheke direkt zum Patienten, stellt die Lieferanten weltweit vor große Herausforderungen. Die bei der Arzneilogistik erforderliche TempChain muss strikt eingehalten und dokumentiert werden, um die Wirksamkeit temperaturempfindlicher Medikamente sicherzustellen.

Um schwierig zu erreichende Regionen ebenfalls mit den temperatursensiblen Medikamenten, CoVid-19-Diagnostik-Kits und Corona-Impfstoffe versorgen zu können, hat va-Q-tec innerhalb kürzester Zeit für den Geschäftsbereich Systeme eine Transportlösung speziell für Corona-Testkits und -Impfstoffe entwickelt: den va-Q-pal SI (SI für Super-Insulation). Diese Lösung ist vollständig auf der Größe der verbreiteten Paletten abgestimmt und weist eine sehr gute Temperaturhaltedauer auf. So kann diese Lösung z. B. den bei Corona-Testkits häufig erforderlichen Temperaturbereich von -20 °C über 120 Stunden lang und auch bei extremen Außentemperaturen halten, ohne von externer Energiezufuhr oder gar einer ständigen Nachfüllung von Trockeneis abhängig zu sein.

Geschäftsbereich Dienstleistungen ("Serviced Rental" von thermischen Verpackungssystemen)

Das Servicegeschäft von va-Q-tec umfasst das Containerund Boxen-Vermietungsgeschäft für den Transport temperatursensibler Güter, die mehrheitlich aus dem Pharmaund Biotech-Bereich kommen. Im Geschäftsjahr 2020 verzeichnete dieser Bereich mit 32.657 TEUR ein Plus von 10% gegenüber dem Vorjahreszeitraum (2019: 29.811 TEUR). Insgesamt verbreiterte sich die Kundenbasis weiter und mehr Versorgungslinien wurden in Betrieb genommen. Während corona-bedingt die Vermietung von Thermoboxen für klinische Studien 2020 rückläufig war, profitierte der Bereich andererseits von einer Vielzahl internationaler Transporte von CoVid-19-Diagnostik-Kits sowie erster Impfstoff-Transporte. Auch in Zukunft wird der Ausbau des Servicesegments vorangetrieben und als entscheidender Wachstumsfaktor für va-Q-tec angesehen.

Geschäftsbereich Produkte (Verkauf von Vakuumisolationspaneelen und Phase Change Materials)

Die Lösungen von va-Q-tec im Geschäftsbereich Produkte helfen Unternehmen dabei, in zahlreichen Anwendungsfeldern und Produkten für mehr Energieeffizienz und Nachhaltigkeit zu sorgen. Kunden von va-Q-tec, die davon bereits profitieren, sind, neben Kühlschrankherstellern, zum Beispiel im Baugewerbe (Gebäudedämmung) oder in der Nutzfahrzeugbranche (Kühl-LKW) zu finden.

Der Umsatz 2020 zeigte sich mit 18.303 TEUR gegenüber der Vorjahresbasis stabil (2019: 18.440 TEUR). Einerseits wirkten sich im ersten Halbjahr pandemiebedingte Schließungen von Produktionswerken der Kunden im Kühlschrankbereich negativ auf das Geschäft von va-Q-tec aus. Zum Teil bestand diese Situation bis Ende Mai fort. Gleichzeitig verspüren die europäischen Kunden der va-Q-tec in den Konsumentenmärkten für Kühl- und Gefriergeräte bereits seit Beginn des Vorjahres (2019) einen steigenden Wettbewerbsdruck aus Asien und Osteuropa. Zum Ende des zweiten Quartals 2020 zeigten sich beim Verkauf von VIPs erste Aufholeffekte, die im dritten und vierten Quartal 2020 anhielten.

Im September 2020 hat va-Q-tec zusammen mit einem Co-Investor im Rahmen einer strategischen Erstrunden-Finanzierung in das 3D-Druck-Startup ING3D aus Fürth investiert. Mit einem zum Patent angemeldeten Verfahren gelang ING3D der erste rein mineralische 3D-Druck weltweit. Ziel der Zusammenarbeit mit ING3D ist es, mittelfristig einen neuartigen, 3D-gedruckten Dämmstoff zu entwickeln, der komplexe Bauformen ermöglicht, beispielsweise für den Hochtemperaturbereich. Obwohl sich das Projekt noch in einer frühen Phase befindet, reiht es sich in andere bereits kommerziell bedeutende Projekte ein, z.B. in den Bereichen Technics & Industry sowie Mobility. So stellte va-Q-tec im dritten Quartal 2020 seine neueste Produktentwicklung vor, die "va-Q-shell pipe". Mit dieser Isolationslösung können Rohrleitungen, über die heutzutage noch ein signifikanter Teil an Wärmeenergie verloren geht, kosteneffizient, sicher und umweltschonend thermisch isoliert werden. Damit forciert va-Q-tec das Thema "Energieeffizienz in technischen Anwendungen" und entwickelt den Geschäftsbereich Produkte weiter, um sich mit margenstarken High-Tech-Lösungen weiter vom Wettbewerb zu differenzieren.

Nationale und internationale Geschäftsentwicklung

Im November 2020 konnte va-Q-tec den erfolgreichen Abschluss einer umfangreichen Eckpunktevereinbarung mit einem globalen Pharmahersteller zur Bereitstellung von Thermocontainern für die internationale Distribution eines Corona-Impfstoffes vermelden. Mit dem Partner ist vereinbart, dass die großvolumige Distribution seiner Vakzine mithilfe der Thermocontainer von va-Q-tec global starten soll. Das mögliche Auftragsvolumen erstreckt sich über mehrere tausend der Hochleistungs- Thermocontainer und liegt damit umsatzseitig im hohen einstelligen Millionen-Euro-Bereich. Wesentliche Voraussetzung hierfür ist unter anderem die Zulassung des Wirkstoffes, von der zum jetzigen Zeitpunkt ausgegangen wird.

Angesichts der zu erwartenden großen Anzahl von Impfstofftransporten weltweit hat va-Q-tec bereits 2020 die technische Infrastruktur des konzerneigenen, weltweiten TempChain-Netzwerks weiter ausgebaut. Im zweiten Halbjahr öffneten zwei neue TempChain Service Center in Kansas (USA) und in Glasgow (UK). Vier weitere Stationen auf drei Kontinenten werden noch im ersten Quartal 2021 folgen. Durch seine 40 internationalen Stationen ermöglicht va-Q-tec Pharmaunternehmen den Zugriff auf eine Flotte von mehreren tausend passiv temperierten Hightech-Mietcontainern. Insgesamt verfügt va-Q-tec nach eigener Einschätzung über die weltweit größte Flotte passiv temperierter Hochleistungs-Thermocontainer.

Im November 2020 hat va-Q-tec eine Anleihe mit einem Volumen von 25 Mio. Schweizer Franken begeben. Die Anleihe wurde ausschließlich in der Schweiz öffentlich zum Kauf angeboten und soll weiteren Investitionen in die Container- und Boxenflotten, der planmäßigen Refinanzierung bestehender Finanzschulden, sowie allgemeinen Finanzierungszwecken dienen.

2.2.3 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Mitarbeiter der va-Q-tec

Als Technologieunternehmen mit umfänglicher Abdeckung der Wertschöpfungskette misst va-Q-tec den Mitarbeitenden und ihrer Qualifikation besonders große Bedeutung bei. Das Wissen, die Fähigkeiten, die Weiterentwicklung und das Engagement der Mitarbeitenden sind essentiell für den weiteren Erfolg der va-Q-tec. Die Mitarbeitenden wurden im Berichtsjahr durch inner- und außerbetriebliche Bildungsmaßnahmen geschult. Schwerpunktthema war neben den entsprechenden funktionalen Schulungen der Mitarbeiter das übergreifende Thema Projektmanagement. Die va-Q-tec beschäftigt eine hohe Anzahl an Studenten, besonders in Forschung und Entwicklung. Im Berichtsjahr waren im Durchschnitt 20 Werkstudenten bei der va-Q-tec beschäftigt (Vj.: 14). Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter (inkl. Vorstand und Auszubildende) stieg im Geschäftsjahr 2020 von 464 im Vorjahr um 55 auf 519.

An die Aktionäre

Konzernanhang

Konzernabschluss

2.2.4 Erläuterung des Geschäftsergebnisses und Analyse der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Ertragslage

in TEUR falls nicht anders angegeben 2020 2019 Δ 20/19
Umsatzerlöse 72.106 64.667 +12%
Gesamterträge 84.132 72.817 +16%
Materialaufwand -32.751 -28.993 +13%
Rohergebnis 51.381 43.824 +17%
Personalaufwand -26.111 -22.389 +17%
Sonstiger betrieblicher Aufwand -13.871 -11.762 +18%
EBITDA 11.399 9.673 +18%
EBITDA-Marge an den Gesamterträgen 14% 13% +1%-Pkt
EBITDA-Marge am Umsatz 16% 15% +1%-Pkt
Abschreibungen -12.299 -12.232 +1%
EBIT -900 -2.559 +65%
Ergebnis aus at equity-Beteiligungen - -68 -
Fair value Bewertung SUMTEQ 647 1.771 -63%
Finanzergebnis -1.259 -1.063 -18%
EBT -1.512 -1.919 +21%

Die Auftragseingänge lagen im Geschäftsjahr 2020 insgesamt deutlich über dem Vorjahresniveau. Zum 31.12.2020 war die Auftragslage gegenüber dem Vorjahr ebenfalls weiter erhöht, was den positiven Ausblick des Unternehmens unterstützt. Vor diesem Hintergrund konnte va-Q-tec die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2020 um 12% auf 72.106 TEUR steigern. Das Umsatzwachstum wurde dabei aus dem Geschäftsbereich Systeme (Verkauf von thermischen Verpackungssystemen) und dem Geschäftsbereich Dienstleistungen ("Serviced Rental" von thermischen Verpackungssystemen) gespeist, wohingegen der Geschäftsbereich "Produkte" corona-bedingt leicht rückläufig war.

Mit den Halbjahreszahlen hatte der Vorstand die Umsatzund EBITDA-Prognose für das Geschäftsjahr 2020 konkretisiert. Die Gesellschaft ging im Rahmen der Konkretisierung von einem Umsatzwachstum von 10–15% gegenüber dem Vorjahr aus. Daneben erwartete va-Q-tec weiter eine leichte Verbesserung der EBITDA-Marge für das Geschäftsjahr 2020 gegenüber dem Vorjahr. Diese konkretisierte Prognose wurde mit den endgültigen Zahlen erreicht.

Das deutsche Segment (va-Q-tec AG) trug 34.847 TEUR (Vj.: 34.442 TEUR), das UK-Segment (va-Q-tec UK) trug 28.776 TEUR (Vj.: 24.917 TEUR) und das sonstige Segment trug 8.483 TEUR (Vj.: 5.308 TEUR) zu den konsolidierten Umsatzerlösen bei.

Im Geschäftsjahr 2020 ging der Umsatz mit Produkten (Verkauf von Vakuumisolationspaneelen) um 137 TEUR von 18.440 TEUR auf 18.303 TEUR zurück (-1%). Im Bereich Systeme (Verkauf von thermischen Verpackungen) stieg der Umsatz im Jahresvergleich von 15.054 TEUR um 4.466 TEUR auf 19.520 TEUR (+30%). Mit Dienstleistungen ("Serviced Rental" von thermischen Verpackungen) erzielte der Konzern einen Umsatz in Höhe von 32.657 TEUR gegenüber 29.811 TEUR im vorangegangenen Geschäftsjahr (+2.846 TEUR; +10%).

Die Gesamterträge wuchsen im Berichtszeitraum überproportional zum Umsatz um 16% auf 84.132 TEUR (Vj.: 72.817 TEUR). Hierin enthaltene Aktivierte Eigenleistungen i.H.v. 6.379 TEUR (3.947 TEUR) ergaben sich im Berichtszeitraum vor allem aus der fortgeführten Expansion der eigenproduzierten Container- und Boxenflotten. Sonstige betriebliche Erträge i.H.v. 4.669 TEUR (4.498 TEUR ) resultierten zum größten Teil aus der Auflösung des Sonderpostens aus Container-Sale-and-Leaseback Transaktionen. Dieser passivische Sonderposten entstand bis Ende 2018 beim Verkauf der selbst hergestellten Container durch die Muttergesellschaft va-Q-tec AG oder die va-Q-tec UK Ltd. an Leasinggesellschaften und anschließendem Finance-lease-back durch die britische Tochtergesellschaft und wird über einen Zeitraum von fünf Jahren aufgelöst (für weitere Erläuterungen verweisen wir auf das Kapitel "Sale-and-finance-leaseback Transaktionen" im Konzernanhang).

Der Aufwand für Material und bezogene Dienstleistungen stieg von 28.993 TEUR im Vorjahr um 13% auf 32.751 TEUR. Der Anstieg ist vor allem auf die erhöhten Umsätze im Systemgeschäft sowie die Logistik-Kosten im "Serviced Rental" zurückzuführen. Trotz CoVid-19-bedingt stark reduzierter Luftfracht-Kapazitäten konnte die Quote für Materialaufwand und bezogene Leistungen bezogen auf die Gesamterträge von 40% in 2019 um 1 Prozentpunkt auf 39% im Berichtszeitraum verringert werden. Parallel dazu verbesserte sich die Rohertragsquote in 2020 auf 61% (Vj.: 60%).

Die Personalaufwendungen stiegen in 2020 gegenüber dem Vorjahr von 22.389 TEUR um 3.722 TEUR auf 26.111 TEUR (+17%). Gemessen an den Gesamterträgen entspricht dies einer stabilen Quote von 31% (Vorjahr: 31%). Die absolute Zunahme ist neben üblichen Lohn- und Gehaltssteigerungen im Wesentlichen auf die im Durchschnitt zum vorangegangenen Geschäftsjahr um 55 Personen gestiegene Mitarbeiteranzahl zurückzuführen.

Der sonstige betriebliche Aufwand (SBA) stieg von 11.762 TEUR im Vorjahreszeitraum um 2.109 TEUR auf 13.871 TEUR in 2020 (+18%). Gemessen an den Gesamterträgen resultiert daraus eine stabile und im Vergleich zum Vorjahr unveränderten SBA-Quote von 16% (Vj.: 16%). Negativ wirkten sich im dritten und vierten Quartal vor allem die erhöhten Frachtkosten und der schwache US-Dollar auf den SBA aus.

An die Aktionäre

Konzernanhang

Konzernabschluss

50

Insgesamt konnte das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 9.673 im Vorjahr um 1.726 TEUR auf 11.399 TEUR gesteigert werden (+18%). Dies entspricht einer leicht verbesserten EBITDA-Marge von 14% in 2020 gegenüber 13% in 2019, gemessen an den Gesamterträgen. Bezogen auf die Umsätze entspricht dies einer Verbesserung von 15% in 2019 auf 16% in 2020. Bereinigt um den erhöhten Saldo aus Fremdwährungserträgen und -aufwendungen wäre das EBITDA von 9.598 TEUR im Vorjahr um 2.622 TEUR auf 12.220 TEUR gewachsen (+27%). Dies entspräche einer um den erhöhten Saldo aus Fremdwährungserträgen und -aufwendungen bereinigten EBITDA-Marge von 15% in 2020 gegenüber 13% in 2019, gemessen an den Gesamterträgen. Bezogen auf die Umsätze entspräche dies einer Verbesserung von 15% in 2019 auf 17% in 2020.

Die Abschreibungen erhöhten sich angesichts der moderaten Investitionstätigkeit nur leicht auf 12.299 TEUR (Vj.: 12.232 TEUR).

Das operative Ergebnis (EBIT) betrug in 2020 -900 TEUR. Gegenüber dem vorangegangenen Geschäftsjahr bedeutet dies eine deutliche EBIT-Verbesserung um 1.659 TEUR (Vj.: -2.559 TEUR). Bereinigt um den erhöhten Saldo aus Fremdwährungserträgen und -aufwendungen wäre das EBIT von -2.633 TEUR im Vorjahr sogar um 2.554 TEUR auf -79 TEUR gewachsen.

Das Finanzergebnis belief sich auf -1.259 TEUR nach -1.063 TEUR im Vorjahr und reflektiert die erhöhte Inanspruchnahme von Fremdkapital.

Für das Geschäftsjahr 2020 verbesserte sich das Vorsteuerergebnis (EBT) mit -1.512 TEUR gegenüber dem vorangegangenen Geschäftsjahr (Vj.: -1.919 TEUR) leicht. Der hierin enthaltene, erfolgswirksam erfasste Gewinn aufgrund der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts der Beteiligung an der SUMTEQ GmbH in Folge einer weiteren Kapitalerhöhung der Gesellschaft beträgt 647 TEUR (Vj.: 1.771 TEUR).

Deutsches Berichtssegment (va-Q-tec AG)

in TEUR falls nicht
anders angegeben
2020
(IFRS)
2019
(IFRS)
Δ
20/19
Umsatzerlöse 49.363 44.028 +12%
EBITDA 1.718 1.009 +70%
Eigenkapitalquote 46% 56% -10%
-Pkt.
Durchschnittliche
Mitarbeiteranzahl
440 398 +42

Im deutschen Berichtssegment (va-Q-tec AG) nahm der Umsatz von 44.028 TEUR im Vorjahr auf 49.363 TEUR in 2020 zu (+12%). Das EBITDA stieg in 2020 um 70% auf 1.718 TEUR (Vj.: 1.009 TEUR). Der Umsatz- und Ergebnisanstieg war vor allem auf zunehmende Verkäufe von eigenproduzierten Containern an die Tochtergesellschaft in UK sowie das wachsende Geschäft mit Systemen (integrierte Thermoverpackungen) zurückzuführen. Die Mitarbeiteranzahl stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 42 auf 440 (Vj.: 398).

Britisches Berichtssegment (va-Q-tec UK Ltd.)

in TEUR falls nicht
anders angegeben
2020
(IFRS)
2019
(IFRS)
Δ
20/19
Umsatzerlöse 30.038 26.255 +14%
EBITDA 11.348 8.665 +31%
Eigenkapitalquote 26% 16% +10%
-Pkt.
Durchschnittliche
Mitarbeiteranzahl
49 41 +8

52

An die Aktionäre

Konzernanhang

Konzernabschluss

Das britische Berichtssegment umfasst im Wesentlichen die Vermietung von temperaturgeführten Containern für die globale Pharma-Industrie. Die Umsatzerlöse in diesem Segment stiegen von 26.255 TEUR im Vorjahr deutlich um 3.783 TEUR (+14%) auf 30.038 TEUR in 2020. Das britische Berichtssegment profitierte dabei auch von Coronabedingten Test-Kit-, Medikamenten- und ersten Impfstoff-Lieferungen, musste jedoch auch corona-bedingt eine verzögerte Entwicklung von Neuprojekten hinnehmen. So wurde unter anderem eine Rekordanzahl an Transporten im globalen Container-Mietgeschäft vom Logistik-Team der va-Q-tec Ltd. trotz deutlich reduzierter Luftfrachtkapazitäten unter hoher Kostendisziplin abgewickelt. Das EBITDA stieg in diesem Segment aufgrund des deutlichen Umsatzwachstums sowie unterproportionalen Kostensteigerungen durch optimierte Logistikprozesse im Jahresvergleich um 31% von 8.665 TEUR in 2019 auf 11.348 TEUR in 2020 an. Die Mitarbeiteranzahl stieg um 8 auf 49 (Vj.: 41).

Sonstiges Berichtssegment

in TEUR falls nicht
anders angegeben
2020
(IFRS)
2019
(IFRS)
Δ
20/19
Umsatzerlöse 9.768 6.511 +50%
EBITDA -289 -186 -55%
Eigenkapitalquote -17% -7% -11%
-Pkt.
Durchschnittliche
Mitarbeiteranzahl
30 25 +5

Die Tochtergesellschaften in Singapur, Korea, der Schweiz, Japan, Uruguay und den USA, welche zusammen das Sonstige Berichtssegment bilden, trugen überproportional zur Umsatzsteigerung im Konzern bei. Der Umsatzanteil des Segments wuchs in 2020 auf 12% (2019: 8%) Dieser speiste sich im Wesentlichen aus deutlich wachsenden Eigenumsätzen in den Regionen. Die Tochtergesellschaften in Korea und Uruguay haben sich hinsichtlich ihrer Umsatzentwicklung besonders erfreulich entwickelt. Die koreanische Tochtergesellschaft konnte sogar ein leicht positives EBT erzielen. Alle Tochtergesellschaften im Sonstigen Berichtssegment sind besonders wichtig für die lokale Präsenz, den Ausbau der regionalen Geschäftstätigkeit und die Wahrnehmung von va-Q-tec als verlässlicher globaler und regionaler Partner. Der Umsatz stieg um 3.257 TEUR von 6.511 TEUR im Vorjahr auf 9.768 TEUR in 2020 (+50%). Das EBITDA lag bei -289 TEUR (Vj.: -186 TEUR, -55%). Die Mitarbeiteranzahl stieg zum 31.12.2020 auf 30 (Vj.: 25).

Finanzlage

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Die Finanzierungsstrategie der va-Q-tec ist auf die Bereitstellung der notwendigen finanziellen Mittel für starkes Wachstum ausgerichtet. Dabei werden unterschiedliche Finanzierungsinstrumente wie z.B. Darlehen, Leasing, Factoring, Kontokorrentlinien und staatliche Förderungen in Anspruch genommen. Bestehende Finanzierungsinstrumente werden fortlaufend bezüglich ihrer Struktur und Verzinsung optimiert. Insgesamt verfügt va-Q-tec zum 31.12.2020 mit Bankguthaben zuzüglich offener Kreditlinien von mehr als 28 Mio. EUR über eine für die Bedürfnisse eines schnell wachsenden Unternehmens sehr gute Ausstattung mit Finanzmitteln.

Im November 2020 hat die Gesellschaft als erste Transaktion am Debt Capital Market (DCM) eine CHF-Anleihe unter Federführung der Helvetische Bank AG platziert. Der Kupon der 5-jährigen Anleihe wurde auf 3¾% p.a. und der Emissionsbetrag auf CHF 25 Mio. festgelegt. Der Multibank-Rahmenkreditvertrag wurde um 3 Jahre (bis 31.12.2023) verlängert. Im Rahmen des Multibankenvertrages hat die va-Q-tec den Konsortialbanken das Vorratsvermögen als Sicherheit für die Kreditlinien zur Verfügung gestellt und sich zur Einhaltung einer Mindest-Eigenkapitalquote von 30% sowie von Mindest-EBITDA-Werten verpflichtet. Zudem hat sich die Gesellschaft verpflichtet, für die Laufzeit der Anleihe eine Liquidität von 5.000 TEUR nicht zu unterschreiten. Darüber hinaus ist der Vorstand kontinuierlich in Gesprächen mit Banken und Finanzinstitutionen in Bezug auf kurz- und mittelfristige Fremdfinanzierungsinstrumente.

Liquidität

in TEUR 2020 2019
Netto-Cashflow aus
betrieblicher Tätigkeit
7.405 7.188
Netto-Cashflow aus
Investitionstätigkeit
-11.819 -8.942
Netto-Cashflow aus
Finanzierungstätigkeit
14.124 -2.972
Veränderung der Zahlungsmittel
und Zahlungsmitteläquivalente
9.644 -4.664

Der Netto-Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit einschließlich der Änderungen im Working Capital belief sich in 2020 auf 7.405 TEUR und lag damit um 217 TEUR über dem Wert des Vorjahreszeitraums in Höhe von 7.188 TEUR. Vor Änderungen im Working Capital erzielt va-Q-tec zum Stichtag einen positiven Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit in Höhe von 6.745 TEUR gegenüber 5.808 TEUR in 2019.

Insgesamt wirkten sich die Änderungen im Working Capital positiv auf den Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit aus. Den Effekten aus der Erhöhung des Vorratsvermögens in Höhe von 981 TEUR , welches zur Erhöhung der Sicherheitsbestände an produktionsnotwendigem Material und der Ausstattung der Tochtergesellschaften im Ausland aufgestockt wurde (Vj.: 333 TEUR) standen Effekte aus der Erhöhung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 1.617 TEUR (Vj.: 127 TEUR) entgegen. Dabei blieben die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Jahresvergleich aufgrund gegenläufiger Effekte (Ausweitung des Geschäftsvolumens einerseits, Ausweitung des Factorings in der Tochtergesellschaft in UK anderseits) mit 24 TEUR nach 920 TEUR im Vorjahr nahezu unverändert. In Summe war der Effekt aus der Veränderung des Working Capitals auf den operativen Cashflow mit 660 TEUR damit deutlich geringer als im Vorjahr (1.380 TEUR).

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit veränderte sich von -8.942 TEUR im Vorjahreszeitraum auf -11.819 TEUR in 2020. Aus dem Erwerb von Sachanlagen resultiert ein Cashflow von -11.351 TEUR gegenüber -8.746 TEUR im Vorjahreszeitraum. Aufgrund der zu erwartenden Mehrnachfrage im Zuge der Corona-Pandemie ist ein punktuell erhöhter Investitionsbedarf erkannt worden. Grundsätzlich wurden aber bereits 2018 die wichtigsten Investitionen und Initiativen für das weitere Wachstum in Richtung 100 Mio. EUR Umsatz schneller als ursprünglich geplant zum größten Teil abgeschlossen.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von 14.124 TEUR (Vj.: -2.972 TEUR) resultiert ganz wesentlich aus der Begebung der CHF-Anleihe zur Finanzierung der langfristigen Investitionen und des Unternehmenswachstums einschließlich des Working Capital-Bedarfs bei gleichzeitiger Reduzierung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und der Schulden aus Leasingverträgen.

Vermögenslage und Kapitalstruktur

Aktiva

in TEUR 31.12.2020 31.12.2019
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 2.955 2.233
Sachanlagen 69.636 68.879
Als Finanzanlagen gehaltene Immobilien 1.614 1.614
Aktivierte Vertragsvermögenswerte 73 158
Finanzielle Vermögenswerte 3.503 2.474
Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte 1.056 1.100
Latente Steueransprüche 2.471 2.319
Summe langfristige Vermögenswerte 81.308 78.777
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 11.615 10.676
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.532 6.666
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 927 586
Steueransprüche 3 230
Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte 1.549 1.364
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 17.134 7.490
Summe kurzfristige Vermögenswerte 37.760 27.012
Bilanzsumme 119.068 105.789

Das Sachanlagevermögen ist zum 31.12.2020 gegenüber dem 31.12.2019 insgesamt von 68.879 TEUR um 757 TEUR auf 69.636 TEUR leicht gestiegen. Die Summe der langfristigen Vermögenswerte stieg zum 31.12.2020 von 78.777 TEUR um 2.531 TEUR auf 81.308 TEUR. Dieser leichte Anstieg ist neben der "Fair-value"-Bewertung der SUMTEQ-Beteiligung vor allem auf die Investitionen in Produktionskapazitäten und immaterielle Vermögenswerte zurückzuführen.

Das Vorratsvermögen nahm im Zuge des Umsatzwachstums um 939 TEUR auf 11.615 TEUR (Vj. 10.676 TEUR) zu, was auch auf erhöhte Sicherheitsbestände, die Vorproduktion aufgrund CoVid-19 sowie die Ausstattung der Auslandsgesellschaften zurückzuführen ist. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nahmen trotz des Umsatzwachstums um 134 TEUR auf 6.532 TEUR zum 31.12.2020 gegenüber dem 31.12.2019 leicht ab (Vj.: 6.666 TEUR). Dies ist unter anderem auf eine Ausweitung des Factorings im Geschäftsjahr 2020 auf die Forderungen der britischen Tochtergesellschaft zurückzuführen. Die kurzfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte nahmen aufgrund von Forderungen gegenüber der Factoring-Gesellschaft, z.B. für Sicherheitseinbehalte, von 586 TEUR um 341 TEUR auf 927 TEUR zum 31.12.2020 zu. Die Summe der kurzfristigen Vermögenswerte erhöhte sich von 27.012 TEUR zum 31.12.2019 auf 37.760 TEUR zum 31.12.2020. Dies ist vorrangig auf den deutlich gestiegenen Bestand an liquiden Mitteln zurückzuführen, deren Summe sich von 7.490 TEUR um 9.644 TEUR auf 17.134 TEUR erhöhte. Die Bilanzsumme nahm im gleichen Zeitraum von 105.789 TEUR auf 119.068 TEUR zum 31.12.2020 aus den oben genannten Gründen deutlich zu.

An die Aktionäre

Konzernanhang

Konzernabschluss

Investitionen

Der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit in 2020 lag in den fortgeführten Investitionen in Produktionskapazitäten in Würzburg und Kölleda, dem Ausbau der Containerflotte für das globale Container-Vermietgeschäft und im Flottenaufbau der Thermo-Boxen. Insgesamt wurden in Sachanlagen brutto 12.433 TEUR (Vj.: 11.310 TEUR) investiert, davon 4.034 TEUR in die Containerflotte (Vj.: 2.404 TEUR) und 1.853 TEUR in Immaterielle Vermögenswerte (Vj.: 710 TEUR).

Das Sachanlagevermögen ist netto nach Abschreibungen und anderen Bewegungen von 68.879 TEUR auf 69.636 TEUR leicht gestiegen. Nachdem bereits in den Jahren 2017 und 2018 ein Großteil der Basis-Investitionen für eine Umsatzgröße von 100 Mio. EUR getätigt worden war, waren im Zuge der erwarteten stark erhöhten Nachfrage in 2021 (Corona-Impfstofftransporte) punktuelle Investitionen in neue Kapazitäten unumgänglich.

Passiva

in TEUR 31.12.2020 31.12.2019
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 13.090 13.090
Eigene Anteile -54 -54
Kapitalrücklage 46.158 46.158
Kumuliertes sonstiges Ergebnis -42 -26
Gewinnrücklage -17.896 -16.461
Summe Eigenkapital 41.256 42.707
Langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen
Rückstellungen 96 73
Anleihe 22.064 -
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 25.170 22.840
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 3.857 5.333
Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 5.425 6.547
Latente Steuerverbindlichkeiten - -
Summe langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen 56.612 34.793
Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen
Rückstellungen 190 130
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3.919 11.404
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 6.434 6.867
Vertragsverbindlichkeiten 40 308
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.978 4.485
Steuerverbindlichkeiten 44 42
Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 4.595 5.053
Summe kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen 21.200 28.289
Bilanzsumme 119.068 105.789

56

Das Eigenkapital des Konzerns hat sich infolge des Konzerngesamtverlusts um -1.451 TEUR auf 41.256 TEUR reduziert, was aufgrund der gleichzeitig signifikant gestiegenen Bilanzsumme zu einer Reduzierung der Eigenkapitalquote auf 35% zum 31.12.2020 entspricht (31.12.2019: 40 %). Der Wert liegt damit am unteren Ende des Zielkorridors von 35–40%.

Die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen vorwiegend aus Immobiliendarlehen, die mit 15- bis 20-jährigen Laufzeiten und fixen Zinskonditionen zum aktuell niedrigen Niveau abgeschlossen wurden. Die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und aus begebenen Anleihen erhöhten sich vor allem aufgrund der erstmaligen Begebung Schweizer-Franken-Anleihe in der Schweiz, im Zuge eines auch coronabedingten Mehrbedarfs, von 22.840 TEUR insgesamt auf 47.234 TEUR. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten nahmen aufgrund der Rückführung von Kontokorrent-Linien gleichzeitig von 11.404 TEUR um 7.485 TEUR auf 3.919 TEUR ab.

Die langfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten nahmen von 5.333 TEUR auf 3.857 TEUR ab. Innerhalb dieser Position verringerten sich vor allem die Sale-andfinance-lease-back-Finanzierungen für die Containerflotte planmäßig von 3.956 TEUR auf 2.241 TEUR. Die langfristigen sonstigen nicht-finanziellen Verbindlichkeiten nahmen vor allem aufgrund der planmäßig auslaufenden Sonderposten für Containergewinne von 6.547 TEUR um 1.122 TEUR auf 5.425 TEUR deutlich ab. Von Förderbanken wurden im Berichtszeitraum Zuschüsse für Investitionen an die va-Q-tec in Höhe von 265 TEUR gezahlt (Vj.: 0 TEUR), hauptsächlich für den Ausbau des Standorts Kölleda. Die sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten sanken um 433 TEUR insgesamt von 6.867 TEUR auf 6.434 TEUR. Die sonstigen kurzfristigen nicht-finanziellen Verbindlichkeiten reduzierten sich per Saldo um 458 TEUR auf 4.595 TEUR (Vj.: 5.053 TEUR). Innerhalb dieser Position reduzierte sich ebenfalls vor allem der Sonderposten für abgegrenzte Containergewinne planmäßig um 746 TEUR, wohingegen sich u.a. die Verbindlichkeiten für Mitarbeiterboni und -tantiemen infolge der deutlich verbesserten Ergebnisse um 169 TEUR erhöhten.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten zuzüglich Anlagen-Leasing machten mit 33.051 TEUR somit 28% der Bilanzsumme aus (Vj.: 40.195 TEUR, 38%). Auf Ebene des britischen Berichtssegments wurden weitere Finanzierungstransaktionen im Rahmen der Containerflotten-Erweiterung abgeschlossen. Diese werden den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten zugeordnet.

Das Volumen des Finance-Leasings sank deshalb insgesamt von 5.943 TEUR im Geschäftsjahr 2019 um -1.987 TEUR auf 3.955 TEUR im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen betrugen im Geschäftsjahr 21.200 TEUR, entsprechend 18% der Bilanzsumme (Vj.: 28.289 TEUR, 27%). Langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen des Konzerns betrugen zum 31.12.2020 56.612 TEUR und machten damit 48% der Bilanzsumme aus (Vj.: 34.793 TEUR, 33%). Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen auf 5.978 TEUR gegenüber 4.485 TEUR im Vorjahr.

Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf

va-Q-tec kann unter Berücksichtigung der positiven und negativen Folgen von CoVid-19 auf das erfolgreichste Geschäftsjahr der Unternehmenshistorie zurückblicken. Das Unternehmen hat zum Schutz der Mitarbeiter und Partner zu Beginn der Pandemie vielfältige Maßnahmen beschlossen und umgesetzt, z. B. Hygiene-Konzepte oder die Möglichkeit, von Zuhause aus zu arbeiten. Kurzarbeit gab es nicht und Einschränkungen im operativen Betrieb des global agierenden Konzerns gab es kaum. Dabei ist es auch gelungen, trotz der Einschränkungen bei den Luftfrachtkapazitäten alle Kundenaufträge bei strikter Kostenkontrolle zu bedienen. Das Wachstum beim Umsatz und Ergebnis konnte insgesamt beibehalten und die Profitabilität weiter verbessert werden. Der Konzern-Umsatz wuchs weiter zweistellig um 12%auf 72.106 TEUR. Das mit Abstand stärkste Umsatzwachstum wurde erneut bei Thermoverpackungen, insbesondere für Healthcare-Anwendungen erzielt. Insgesamt beträgt der Umsatzanteil des Zielmarktes "Healthcare" 74% und konnte gegenüber dem Vorjahreszeitraum (69% Umsatzanteil) noch einmal deutlich gesteigert werden. Die CoVid-19-Krise führt die Bedeutung stabiler und sicherer Lieferketten, besonders in der Pharmaindustrie, vor Augen. va-Q-tec leistet mit Thermotransporten, beispielsweise für Medikamente und Testkits, seinen Beitrag im Kampf gegen CoVid-19. Das hat auch die öffentliche Wahrnehmung von va-Q-tec als verlässlicher Partner für die Life-Science-Industrie noch einmal deutlich erhöht. Die Kundennachfrage ist ungebrochen hoch, in einem Markt, der jährlich um fast 10% wächst. va-Q-tec profitiert als Technologie- und Innovationsführer davon überproportional. va-Q-tec setzt den Trend hin zu passiven, energieeffizienten und CO2 -sparenden Thermotransport-Lösungen. Im Produktgeschäft (Verkauf von VIPs und PCMs) hatte sich die Coronakrise im ersten Halbjahr am deutlichsten bemerkbar gemacht. Dieser Effekt konnte jedoch im zweiten Halbjahr durch eine beschleunigte Nachfrage nach VIPs nahezu ausgeglichen werden. Insgesamt konnte die sehr solide Finanzierungsstruktur und Liquiditätslage noch nachhaltig verbessert werden.

An die Aktionäre

Konzernanhang

Konzernabschluss

Das EBITDA erhöhte sich um 18% auf 11.399 TEUR. Gemessen an den Gesamterträgen resultiert daraus eine leicht verbesserte Marge von 14%. Gemessen an den Umsätzen entspricht dies einer leicht verbesserten Marge von 16%.

Das um Währungseffekte bereinigte EBITDA wuchs überproportional um 27% auf 12. 220 TEUR. Die um Währungseffekte bereinigte EBITDA-Marge im Verhältnis zu den Umsätzen verbesserte sich deutlich um 2 Prozentpunkte auf 17%. Gemessen an den Gesamterträgen resultiert daraus eine bereinigte Marge von 15%. Das bereinigte EBIT fiel mit -79 TEUR nahezu ausgeglichen aus. Damit wurde die um Währungseffekte bereinigte Profitabilität insgesamt trotz CoVid-19 verbessert. Der Netto-Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit verbesserte sich erneut auf 7.405 TEUR.

2.3 PROGNOSEBERICHT

2.3.1 Ausblick

Die nachfolgenden Prognosen für die Entwicklung der Steuerungsgrößen wurden unter Annahme der beschriebenen makroökonomischen Rahmenbedingungen im Jahr 2021 getroffen. Daneben stützen sie sich auf die erwarteten positiven Wachstumsraten im Markt für VIPs und Isolationsmaterialien insgesamt. Im Markt für thermische Verpackungen und Dienstleistungen wird eine hohe Wachstumsdynamik erwartet, besonders im Segment thermischer Hochleistungs-Verpackungen. Diese Annahmen werden durch die Einschätzungen der Marktforschungsinstitute IMARC und ResearchAndMarkets untermauert, die bereits ein Wachstum im (unteren) zweistelligen Prozentbereich erwarten (siehe 2.2.1 Makroökonomisches Umfeld und konzernspezifische Rahmenbedingungen). va-Q-tec erwartet, von den Megatrends Energieeffizienz, Regulierung der Kühlketten (Produktsicherheit) und Globalisierung der Wertschöpfungsketten überproportional zu profitieren. Auch unter Berücksichtigung der unter 2.4.2. beschriebenen Chancen und Risiken der Geschäftstätigkeit sieht die Gesellschaft Wachstumshebel in der Erschließung neuer Märkte und Anwendungsfelder (z. B. last mile to the pharmacy, Nutzung der Mietcontainer für temperaturempfindliche Güter außerhalb der Pharmaindustrie, TempChain 4.0 Anwendungen, Bedürfnisse personalisierter Medikamente) und in geographischer Hinsicht (neue und weiterentwickelte Ländermärkte wie z.B. Lateinamerika, Indien).

Gesamtaussage

Für das Geschäftsjahr 2021 geht va-Q-tec in Abhängigkeit davon, wann und in welchem Umfang Produktionsniveaus für CoVid-19-Impfstoffe hochgefahren werden und wie eine flächendeckende weltweite Distribution erfolgt, von einem besonders starken Umsatzwachstum auf 90 Mio. EUR bis 100 Mio. EUR aus.

Für das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) erwartet das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2021 ein gegenüber dem Vorjahr im Verhältnis zum Umsatz überproportionales Wachstum aufgrund operativer Skaleneffekte und eines veränderten Produktmixes mit einem wachsenden Anteil höhermargiger Produktgruppen. Das Unternehmen erwartet dementsprechend auch eine im Vergleich zum Vorjahr stärkere Margenverbesserung gegenüber 2020.

Die Eigenkapitalquote wird im Geschäftsjahr 2021 nach Erwartung des Unternehmens konstant bleiben.

Die Mitarbeiteranzahl wird in 2021 im Zuge der internationalen Geschäftsausweitung sowie im Zuge der corona-bedingten Mehrnachfrage leicht steigen.

Der Vorstand der va-Q-tec AG erwartet somit insgesamt einen im Vergleich zu den Zielmärkten überproportional wachsenden Umsatz bei einer gegenüber 2020 weiter verbesserten EBITDA-Profitabilität.

2.3.2 Zukunftsgerichtete Aussagen

Dieser Bericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung der va-Q-tec AG beruhen. Solche Aussagen sind Risiken und Ungewissheiten unterworfen. Diese und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Leistungsfähigkeit der Gesellschaft wesentlich von den hier geäußerten Einschätzungen abweichen. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an künftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

Dieses Dokument liegt ebenfalls in englischer Übersetzung vor, bei Abweichungen ist die deutsche Fassung maßgeblich und geht der englischen Übersetzung des Dokuments vor. Aus technischen Gründen kann es zu Abweichungen in der Formatierung zwischen den in diesem Dokument enthaltenen und den aufgrund gesetzlicher Vorgaben veröffentlichten Rechnungslegungsunterlagen kommen.

An die Aktionäre

Konzernabschluss

Konzernanhang

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird in diesem Geschäftsbericht überwiegend die männliche Form verwendet. Die Information bezieht sich dennoch auf Personen jeglichen Geschlechts.

2.4 CHANCEN UND RISIKOBERICHT

2.4.1 Risikomanagement- und internes Kontrollsystem

Das Risikomanagement bei va-Q-tec basiert auf drei wesentlichen Punkten:

  • Risikobewusste Unternehmenskultur
  • Formalisiertes Risikomanagement-System
  • Internes Kontrollsystem

Verankerung des Risikobewusstseins in der Unternehmenskultur

Jedes erfolgreiche unternehmerische Handeln ist mit dem bewussten Eingehen von Risiken verbunden. Entscheidend für die Unternehmensführung der va-Q-tec ist es, mit bestehenden und neu hinzukommenden Risiken so umzugehen, dass sie aktiv gesteuert werden und möglichst keine Schäden verursachen. Chancen in unternehmerischer Hinsicht sollen zugleich im Sinn der Steigerung des Unternehmenswertes für alle Stakeholder genutzt werden. va-Q-tec verfügt über ein hohes "Risikobewusstsein", das offen und transparent kommuniziert wird. Aus Sicht des Vorstandes ist ein gelebtes Risikobewusstsein eines der effizientesten Instrumente für den Umgang mit Risiken. Nehmen die Mitarbeiter Risiken bewusst wahr und gehen mit ihnen unternehmerisch um, so verringert sich die Gefahr von Schäden aufgrund tatsächlich eintretender Risiken. In einem solchen Umfeld werden Risiken proaktiv und transparent offengelegt und gesteuert. Zusätzlich dienen die Festlegung und unternehmensweite Kommunikation von Compliance Richtlinien dem stärkeren Bewusstsein zu regelkonformem Verhalten. Es existiert ein Compliance Management-System, das wesentliche Verhaltensregeln im internen und externen geschäftlichen Handeln definiert. Der in diesem Zusammenhang nominierte Compliance-Beauftragte erfasst, bearbeitet und berichtet dem Aufsichtsrat bzw. dessen Prüfungssauschuss über alle relevanten Compliance-Vorfälle.

Risikomanagementsystem

Risikomanagement bei va-Q-tec bedeutet die systematische Auseinandersetzung mit Risiken, verstanden als negative Ereignisse, deren Eintritt Schäden und/oder unvorhergesehene Kosten im Unternehmen erzeugen kann. Um diesen Anspruch erfüllen zu können, werden mit dem Risikomanagementsystem interne und externe Risiken für alle Segmente und Tochtergesellschaften systematisch ermittelt, bewertet, gelenkt, gesteuert und an Vorstand und Aufsichtsrat berichtet.

Zu diesem Zweck hat das Konzern-Management der va-Q-tec in Ergänzung zum bestehenden internen und externen Kontrollwesen bereits im Geschäftsjahr 2016 ein weiterentwickeltes und formalisiertes Risikomanagementsystem (RMS) implementiert. In das RMS fließen die Erfahrungen der vergangenen Jahre bei der Identifizierung der Risiken ein, z.B. die bei der Erstellung der Risikoinventuren seit 2017 gewonnenen Erkenntnisse zum Risikoinventar. Im Rahmen der Sitzungen des Vorstandes, des Prüfungsausschusses und des Aufsichtsrates sind die Entwicklungen beziehungsweise Veränderungen bestehender Risiken sowie das Auftreten neuer Risiken regelmäßig Thema der Konsultationen. Im Geschäftsjahr 2020 wurde die Risikosituation wie im Vorjahr durch zwei Risikoinventuren stichtagsbezogen evaluiert. Auch zwischen den Risikoverantwortlichen, den Risikomanagement-Verantwortlichen, Vorstand und Aufsichtsrat ein regelmäßiger Austausch über die Risikosituation statt. Im Laufe des Geschäftsjahres 2020 wurde das RMS darüber hinaus kontinuierlich weiterentwickelt.

Ziele des Risikomanagementsystems der va-Q-tec sind grundlegend die Vermeidung, die Verminderung und der Transfer von Risiken, z. B. durch entsprechenden Versicherungsschutz. Neben der Erfüllung der regulatorischen Vorgaben stellt ein systematisches Risikomanagement die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit sicher. Es soll auch potenziell bestandsgefährdende Risiken frühzeitig identifizieren. Das Risikomanagement bei va-Q-tec ist nicht nur ein Sicherheits-, sondern auch ein Steuerungsinstrument. Erkannte Risiken bieten auch neue Geschäftschancen und Wettbewerbsvorteile.

Dem RMS liegen ein Meldeprozess, eine definierte Risikoinventur sowie eine unterjährige Risikobewertung zugrunde. Im Rahmen der Risikoinventur werden alle wesentlichen Risiken durch die relevanten Entscheidungs- und Wissensträger in den Fachbereichen bewertet. Erkannte Risiken werden im va-Q-tec Konzern nach ihrem potenziellen Schaden unter Berücksichtigung von Eintrittswahrscheinlichkeiten quantitativ bewertet. Die im Rahmen der Risikoanalyse identifizierten Risiken werden anhand ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihrer Auswirkung in Risikoklassen eingestuft, indem ihre jeweilige Auswirkung mit der jeweiligen Eintrittswahrscheinlichkeit multipliziert wird. Die Bandbreite der Eintrittswahrscheinlichkeiten und Auswirkungen beginnt mit "sehr niedrig" und endet mit "sehr hoch". Danach können die Risiken anhand des sich daraus ergebenden Risikoerwartungswertes unterschieden und priorisiert werden. Im Rahmen der unterjährigen Risikobewertung sind die Fachbereiche verpflichtet, neue Risiken zu identifizieren und zu melden. Die so zusammengetragenen Informationen werden in Risikosteckbriefen, die an den Vorstand des va-Q-tec Konzerns adressiert sind, zusammengefasst und gemeldet. Alle Risiken – neu hinzukommende als auch bestehende – sind auch kontinuierlich zu beobachten und zu melden. Erforderliche Gegenmaßnahmen werden zeitnah ergriffen und kontrolliert.

Neue Risiken und wesentlich veränderte Risiken sind ferner feste Bestandteile in den regelmäßigen Sitzungen des Leitungskreises, in jeder Vorstandssitzung und in jeder Sitzung des Aufsichtsrates. Sie werden im Rahmen von Ergebnisdurchsprachen zwischen dem Vorstand des va-Q-tec Konzerns und den Fachbereichsverantwortlichen besprochen. Es wird außerdem überprüft, ob die bereits getroffenen Maßnahmen zur Risikominimierung ausreichend sind oder ob weitere Schritte (beispielsweise hinsichtlich Ad-hoc Kapitalmarktmitteilungen) einzuleiten sind. Das Risikomanagementsystem des Konzerns ermöglicht der Unternehmensleitung, wesentliche Risiken frühzeitig zu erkennen, Maßnahmen zur Gegensteuerung einzuleiten und deren Umsetzung zu überwachen. Der Abschlussprüfer prüft ferner das Risikofrüherkennungssystem auf seine Eignung, um Entwicklungen, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten, frühzeitig zu erkennen.

Rechnungslegungsbezogenes Internes Kontrollsystem

va-Q-tec verfügt über eine klare Organisations-, Unternehmens- sowie Kontroll- und Überwachungsstruktur. Zur ganzheitlichen Analyse und Steuerung ertragsrelevanter Risikofaktoren und bestandsgefährdender Risiken existieren unternehmensweit abgestimmte Planungs-, Reporting-, Controlling- sowie Frühwarnsysteme und -prozesse. Die Funktionen in sämtlichen Bereichen des (Konzern-) Rechnungslegungsprozesses (z. B. Rechnungswesen, Finanzbuchhaltung und Controlling) sind eindeutig zugeordnet. Aufgrund ihrer eher geringen Größe und Komplexität verzichtete die va-Q-tec AG bisher auf eine separate Revisionsabteilung. Die vom Prüfungsausschuss vorgegebenen internen Revisionsaufgaben werden von qualifizierten Mitarbeitern umgesetzt.

Im Bereich der eingesetzten Finanzsysteme wird überwiegend auf Standardsoftware (Navision) zurückgegriffen. Zur Erstellung der Einzel- und Konzernabschlüsse wird Standard-Konsolidierungssoftware genutzt. Die bestehenden Strukturen müssen dabei ständig an das Wachstum und sich wandelnde Rahmenbedingungen, z.B. Kapitalmarktanforderungen, angepasst werden.

Der IFRS-Konzernabschluss wird auf Grundlage eines einheitlichen Berichtsformats, das von sämtlichen Konzerngesellschaften erstellt wird, in der Hauptverwaltung in Würzburg erstellt. Die dort vorhandenen Validierungsprozesse und zusätzlichen Plausibilitätsprüfungen sichern die Richtigkeit und Vollständigkeit der Jahresabschlüsse der Tochtergesellschaften und der va-Q-tec AG.

Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess stellt sicher, dass unternehmerische Sachverhalte bilanziell richtig erfasst, aufbereitet und gewürdigt und so in die externe Rechnungslegung übernommen werden.

Der Zahlungsverkehr erfolgt elektronisch mit hinterlegten Kontrollmechanismen (Vier-Augen-Prinzip eines ausgewählten Personenkreises). Die Lohn- und Gehaltsabrechnungen werden von externen Dienstleistern durchgeführt.

Die Organisations-, Unternehmens- sowie Kontroll- und Überwachungsstruktur bestimmen den Rahmen des IKS. Klare gesetzliche und unternehmensinterne Vorgaben und Leitlinien sorgen für einen einheitlichen und ordnungsgemäßen Rechnungslegungsprozess. Überprüfungsmechanismen innerhalb der an der Rechnungslegung selbst beteiligten Bereiche, die Überprüfung durch das interne Controlling, die Begleitung durch die Wirtschaftsprüfer und eine frühzeitige Risikoerkennung durch das Risikomanagement sollen eine fehlerfreie (Konzern-) Rechnungslegung gewährleisten.

2.4.2 Risiken der Geschäftstätigkeit

va-Q-tec bewertet Risiken anhand ihrer geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit und ihrer möglichen Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage sowie die Reputation des Unternehmens. Die Bewertung von Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit der Risiken führt zu nachfolgenden beispielhaft dargestellten Risikokennziffern.

Eintritts
wahrschein
lichkeit
Schadenshöhe
in EUR
Risiko
kennziffer
sehr gering 0 - 50.000 1
gering 50.000 - 500.000 4
mittel 500.000 - 1.000.000 9
hoch 1.000.000 - 5.000.000 16
sehr hoch >5.000.000 25

Der Vorstand bewertet die Ausprägung eines Risikos anhand seiner Risikokennziffer nach dem folgenden Schema:

Risikokennziffern Ausprägung des Risikos
0 - 5 Gering
5 - 15 Mittel
> 15 Hoch

Insgesamt werden im Folgenden die Risiken nach dem Ergreifen von Gegenmaßnahmen dargestellt.

Risiken in der Wertschöpfungskette

Als Unternehmen im produzierenden Gewerbe ist va-Q-tec auf Lieferanten für Vorprodukte angewiesen. va-Q-tec bezieht die wesentlichen Rohstoffe, Materialien und Vorprodukte von einer begrenzten Anzahl von Schlüssellieferanten. Für einige Materialien liegen auch aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften nur wenige Bezugsquellen vor. In der Einkaufsstrategie von va-Q-tec ist es daher das Ziel, die Abhängigkeit von einzelnen oder wenigen Lieferanten durch Qualifikation und Auswahl neuer Lieferanten zu reduzieren ("dual" bzw. "multiple sourcing"). Wie in den Vorjahren wurden auch in 2020 wieder Zweitund Drittlieferanten für Vorprodukte und Materialien neu qualifiziert und ausgewählt. Bei der Auswahl werden bewusst auch internationale Lieferanten eingebunden, um eine regionale Abhängigkeit zu vermeiden. Für die va-Q-tec AG insgesamt liegt durch die begrenzte Anzahl an Lieferanten ein mittleres Risiko vor.

Ein weiteres Risiko können Produktionsausfälle und Betriebsunterbrechungen darstellen. Der Konzern ist auf den kontinuierlichen Betrieb der Produktionsanlagen angewiesen, um Liefertreue insbesondere gegenüber den industriellen Großkunden sicherzustellen, deren Wertschöpfungsketten eng mit der von va-Q-tec verwoben sind. va-Q-tec produziert an zwei räumlich voneinander getrennten Standorten in Würzburg und Kölleda. Ein Ausfall an einem Standort hat keine signifikanten Auswirkungen auf den anderen Standort, an dem weiter produziert werden kann. Zusätzlich sind die einzelnen Produktionsanlagen, soweit wie möglich und ökonomisch sinnvoll, durch technische Maßnahmen voneinander entkoppelt, sodass der Ausfall einer einzelnen Anlage den Betrieb anderer Anlagen nicht einschränkt.

An die Aktionäre

Konzernanhang

Konzernabschluss

Neben dem Ausfall von bestehenden Anlagen kann ein Risiko in der nicht ausreichenden Gesamtkapazität der Produktionsanlagen entstehen. Das starke Wachstum des Unternehmens bedingt neben Produktivitäts- und Effizienzverbesserungen mit den bestehenden Anlagen auch eine frühzeitige und vorausschauende Investition in Kapazitätserweiterungen, da die benötigten Anlagen teilweise lange Lieferzeiten haben. Dennoch kann das Unternehmen von plötzlichen Marktentwicklungen überrascht werden und unter Umständen nicht alle Kundenaufträge zum Wunschtermin der Kunden erfüllen. Durch regelmäßige Ad-hoc-Berichterstattung über die Auftragsentwicklung zwischen den Vertriebsbereichen und dem Vorstand versucht das Unternehmen solche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und mit geeigneten Maßnahmen gegenzusteuern. Diese können temporär zum Beispiel in erhöhten Sicherheitsbeständen, zusätzlichen Arbeitsschichten oder der Nutzung von weniger geeigneten Anlagen für die Produktion liegen, um die Zeit bis zur Inbetriebnahme zusätzlicher Kapazitäten zu überbrücken. Der Vorstand schätzt das Risiko eines andauernden Produktionsausfalls aus den oben genannten Gründen als gering, das Risiko einer nicht ausreichenden Kapazität nach den nahezu abgeschlossenen Wachstumsinvestitionen ebenfalls als gering ein.

Die Vermiet-Dienstleistungen ("Serviced Rental") sind in besonders hohem Maße von externen Logistikanbietern abhängig, die zum einen für die operativen Abläufe in den Netzwerkstationen verantwortlich sind, d.h. für die Reinigungs-, Lagerungs- und Kühlungsprozesse, zum anderen die vorkonditionierten Container und Boxen zu den Endkunden transportieren. Dies kann in betrieblichen Störungen,Schadensersatzforderungen und Reputationsschäden münden. Auditierung und engmaschige Kontrolle durch eigene Logistikspezialisten dienen dazu, die Qualität des "Serviced Rental" für die Pharmaindustrie global sicherzustellen. Dieses Risiko schätzt der Vorstand daher als mittel ein.

Personal-Risiken

Die Geschäftstätigkeit und der Erfolg sind von qualifizierten Führungs- und Schlüsselmitarbeitern abhängig. Das gut ausgebildete Personal hat in teilweise langjähriger Unternehmenszugehörigkeit spezifisches Wissen, Fähigkeiten und kommerzielle Kontakte entwickelt. Dem Risiko des Verlustes solcher Mitarbeiter wirkt die va-Q-tec einerseits durch Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung, andererseits durch die Diversifizierung der Wissensbasis über den Mitarbeiterstamm entgegen: Die Entwicklung von Mitarbeitern, die Diversifizierung der Wissensbasis im Unternehmen, sowie die marktgerechte Entlohnung vermeiden bei va-Q-tec die Abwanderung von Schlüsselmitarbeitern. Zusätzlich steigern leistungsabhängige Entlohnungskomponenten, regelmäßige Weiterbildungen und die gute Unternehmenskultur mit der Möglichkeit an disruptiven Geschäftsmodellen mitwirken zu dürfen die Mitarbeiterzufriedenheit. Die Risiken, denen va-Q-tec sich aufgrund des Wechsels von Schlüsselmitarbeitern ausgesetzt sieht, werden mit mittlerem Risiko eingeschätzt.

Markt- und Wettbewerbsrisiken

Der Konzern fokussiert sich in seiner Geschäftstätigkeit stark auf große industrielle Kunden. Dies führt anfänglich zu einer erhöhten Kundenkonzentration. Das daraus entstehende Risiko wird durch die steigende Kundenanzahl und Diversifizierung ständig verringert. Ein weiterer Schutz besteht durch hohe Kundenbindungen, speziell in der Healthcare-Industrie. Grundsätzlich ist der Konzern bestrebt, zu allen Partnern, Mitarbeitern und auch Kunden ein enges, vertrauensvolles und nachhaltiges Verhältnis aufzubauen und zu erhalten und schätzt dieses Risiko daher als mittel und weiter reduzierbar ein.

Die Wachstumserwartung in 2021 fußt zu einem nicht unerheblichen Teil auf der Thermologistik für CoVid-19-Impfstoffe. Sollte deren Produktions-Hochlauf und globale Distribution nicht im erwarteten Maße erfolgen bzw. sollte va-Q-tec nicht im geplanten Umfang daran partizipieren können, könnte dies materielle Auswirkungen auf die Umsatz und Ertragserwartungen der Gesellschaft haben.

An die Aktionäre

Konzernabschluss

Konzernanhang

62

va-Q-tec als stark wachsendes Unternehmen könnte möglicherweise nicht in der Lage sein, das Wachstum effektiv voranzutreiben und zu gestalten. Der Konzern hat eine Phase starker Investitionen in Personal, Vertriebsaktivitäten, Vermietflotten, Infrastruktur und Forschung und Entwicklung nahezu abgeschlossen und passt sich darüber hinaus agil an die kurzfristigen Chancen im Zuge der Corona-Pandemie an. Insofern besteht bei einem geringeren tatsächlichen Wachstum als geplant das Risiko einer negativen Auswirkung auf das betriebliche Ergebnis. Grundsätzlich werden diese Zukunftsinvestitionen durch den Vorstand mit Augenmaß und immer auf der Basis konkreter Erwartungen über die Marktentwicklung und unter Berücksichtigung ihrer Finanzierbarkeit entschieden. So werden wenig fundierte und/oder verfrühte Investitionen vermieden.

Gleichzeitig entsteht bei einem deutlich höheren tatsächlichen Wachstum als geplant das Risiko einer negativen Auswirkung auf das Kundenverhältnis durch Nichteinhaltung von Lieferterminen, Lieferengpässen etc. und damit ebenfalls auf das betriebliche Ergebnis. Auch hier ist das Augenmaß und das frühzeitige Erkennen von Marktentwicklungen durch die regelmäßige Abstimmung mit den Vertriebsbereichen ein wichtiges Instrument zur Reduzierung des Risikos, damit die Notwendigkeit für Kapazitätserweiterungen rechtzeitig erkannt wird und in den Vorstands- und Aufsichtsratsgremien frühzeitig über die erforderlichen Investitionen in die Produktionsanlagen und -gebäude entschieden wird. Das verbleibende Risiko schätzt der Vorstand als mittel ein.

Ein wesentliches Risiko stellt auch die Verschärfung des Wettbewerbsumfeldes dar. Dadurch kann ein erhöhter Druck auf Preise und Margen entstehen. Die Gesellschaft schützt sich vor diesem Risiko durch zwei strategische Hebel, nämlich durch Kostenoptimierungsmaßnahmen und durch innovative Produkte und Dienstleistungen. Zur Kostenoptimierung gehören etwa die zunehmend automatisierte Produktion und der besonders effiziente Einkauf von Vorprodukten mit selektiver Rückwärtsintegration auf vorgelagerte Wertschöpfungsstufen. Zum Thema Innovation gehören die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, die seit Gründung der Gesellschaft stets zu kommerziell erfolgreichen, qualitativ hochwertigen und besonders differenzierten Produkten geführt haben. Das Produkt- und Leistungsspektrum der Gesellschaft unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von dem seiner Wettbewerber: Die Möglichkeit, die Qualität der Dämmung "in situ", also am Einbauort, zu testen oder die Produktion von VIPs mit Ausschnitten und in dreidimensionaler Form seien hier beispielhaft genannt. Insgesamt schätzt der Konzern das Risiko aufgrund neu hinzukommender Wettbewerber bzw. einer aggressiveren Wettbewerbssituation als mittel ein.

Brexit

Um die va-Q-tec fortlaufend auf den mittlerweile vollzogenen Austritt Großbritanniens aus der EU einzustellen, wurde ein bereichs- und länderübergreifendes Brexit-Team gebildet. Gemeinsam mit operativen Einheiten des britischen Tochterunternehmen va-Q-tec Ltd., der übrigen Konzerngesellschaften, und mit Vertretern von Kunden und Logistikpartnern wurden und werden die Brexit-Risiken eruiert und Maßnahmen zur Vermeidung von Störungen in der Lieferkette entwickelt. Diese beinhalten zum Beispiel technische Erweiterungen in den konzernweiten ERP-Systemen, um auf erweiterte Zollanforderungen auch systemseitig reagieren zu können. Aus dem "Brexit" ergeben sich Risiken für unser Geschäft beispielsweise durch eine mögliche Abschwächung der Konjunktur. Gegebenenfalls verlagern sich auch Lieferketten und werden Medikamente oder ihre Vorprodukte nicht mehr ins Vereinigte Königreich sondern nach Frankreich, Deutschland und in die Niederlande transportiert. Sofern die Medikamente oder Vorprodukte ihren Ursprung in den USA haben, müssen diese aber immer noch über den Atlantik transportiert werden. va-Q-tec verfügt mit Temp-Chain Servicecentern auf dem europäischen Festland über Möglichkeiten, mit derartig veränderten Logistikketten umzugehen. Grundsätzlich werden weniger Umsätze in Britischem Pfund berechnet, als Kosten in Britischem Pfund anfallen. Bei einer Abwertung des Pfunds gegenüber dem Euro ergeben sich daher auch Chancen für va-Q-tec. Auch aus möglichen steuerlichen Vergünstigungen könnten für va-Q-tec Chancen entstehen. Insgesamt schätzt va-Q-tec das Brexit-Risiko folglich als gering ein.

Corona (CoVid-19)

Die Supply Chain von va-Q-tec ist im Gegensatz zu anderen Branchen weniger auf Just-in-Time-Prozesse ausgelegt. Kurzfristige Störungen der Lieferkette können so teilweise ausgeglichen werden. Aktuelle Entwicklungen in der Welt als Reaktion auf die Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus, wie beispielsweise Fabrikschließungen und Einschränkungen des öffentlichen Lebens stellen weiterhin ein konkretes Risiko dar, da sie zu signifikanten Rückgängen des globalen Wirtschaftswachstums bzw. des weltweiten privaten Konsums führten und weiter führen können. Aufgrund der Pandemie könnte es zu Schließungen von Fabriken oder Netzwerkstationen des Konzerns kommen, sofern die eigenen Mitarbeiter oder Partnerunternehmen in der Supply Chain von Quarantänemaßnahmen betroffen sind. Auch Veranstaltungen und Messen, an denen va-Q-tec regelmäßig teilnimmt, sind von diesen Auswirkungen betroffen. Nach Einschätzung der Konsequenzen betrachtet der Vorstand dieses Risiko differenziert und bewertet es unter Berücksichtigung der bisher identifizierten Risiken und Erfahrungen mit der Pandemie in 2020 insgesamt als mittleres Risiko. Durch die pandemiebedingte Zunahme der Medikamenten- und Impfstofflieferungen ergibt sich für va-Q-tec eine Chance auf steigende Nachfrage im Bereich Healthcare und Logistik. Somit verbleibt in der Gesamtschau ein mittleres Risiko aufgrund Corona (CoVid-19). Die aktuellen Entwicklung und Restriktionen werden gemeinsam mit unseren Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten und Partnern fortlaufend intensiv beobachtet.

Konjunkturabhängige Zielmärkte

Insbesondere die Zielbranchen Kühlgeräte und Lebensmittel, Technik und Industrie und Bau sind von der konjunkturellen Lage abhängig. Dieses Risiko schätzt der Vorstand als gering ein, da die zugrunde liegenden Treiber des Geschäfts der va-Q-tec (zunehmende Regulierung und Energieeffizienz) weniger konjunktursensibel sind.

Finanzielle Risiken

Das Liquiditätsrisiko der va-Q-tec wird zentral von der Finanzabteilung mittels revolvierender Liquiditätsplanungen überwacht. Die Zahlungsfähigkeit der Gruppe war und ist jederzeit gegeben. Die Zinsrisiken, die sich aus bestehenden langfristigen Krediten ergeben, sind über Zins-Sicherungsgeschäfte ("Swaps") teilweise gesichert. Bei den kurzfristigen Kontokorrent-Linien ist der Konzern – dem aktuell eher unwahrscheinlichen – Zinsänderungsrisiko ausgesetzt.

va-Q-tec ist ein international aktives Unternehmen, dessen Aktiva, Verbindlichkeiten, Erträge, Kosten und Gewinne in unterschiedlichen Währungen anfallen, wobei der US Dollar (USD), das Britische Pfund (GBP), der Schweizer Franken (CHF) und der Südkoreanische Won (KRW) aktuell die wichtigsten Fremdwährungen darstellen. Die Währungsrisiken sind aufgrund der überwiegenden Rechnungsstellung in Euro (funktionale Währung der Gesellschaft) auch im Zuge der Internationalisierung begrenzt. Signifikante Veränderungen der Wechselkurse könnten sich dennoch materiell auf die in Euro erfasste Finanz-, Vermögens und Ertragslage der va-Q-tec auswirken.

Die durch die Begebung der CHF-Anleihe entstandenen Währungsrisiken wurden durch derivate Sicherungsgeschäfte (Cross-Currency-Swaps/CCS) für den Teil von 24 Mio. Schweizer Franken über die Laufzeit der Anleihe abgesichert. Die CCS eliminieren somit das aus den Zins- und Tilgungszahlungen resultierende EUR-CHF-Währungsrisiko für die gesamte Laufzeit der Anleihe für den besicherten Teil.

Insgesamt schätzt der Konzern die Risiken im finanziellen Bereich als mittel ein.

Die Liquidität war im Geschäftsjahr 2020 jederzeit gesichert und für die Bedürfnisse eines schnell wachsenden Unternehmens angemessen. Es bestanden zum Stichtag in komfortablem Maß nicht genutzte Kontokorrentlinien. Insgesamt schätzt der Vorstand das aktuelle Liquiditätsrisiko daher als gering ein.

In der Gesamtbetrachtung der Risiken ist va-Q-tec überwiegend generellen (leistungs-) wirtschaftlichen Risiken sowie finanzwirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Es sind für den Vorstand keine einzelnen oder aggregierten Risiken zu erkennen, die den Bestand des Unternehmens gefährden könnten. Strategisch und auch finanziell ist das Unternehmen so aufgestellt, dass die sich bietenden Geschäftschancen genutzt werden können.

64

2.4.3 Chancen der künftigen Entwicklung

va-Q-tec besitzt ein umfassendes Wissen zur Erfüllung der Vorschriften und Regularien in den relevanten Ländern und Regionen. Die aufwendigen Qualifizierungsmaßnahmen bei den Kunden aus der Healthcare-Industrie, mit entsprechenden Qualitätssicherungs- und Prozessdokumentationen, liefern das notwendige Know-how für die erfolgreiche Implementierung der Verpackungslösungen beim Kunden. Die nötigen Eigenschaften thermischer Verpackungen erfolgreich in einem komplexen, zuverlässigen und gleichzeitig benutzerfreundlichen Angebot zu vereinen, ist derzeit nur wenigen Unternehmen möglich. va-Q-tec kann als eines der wenigen Unternehmen weltweit mit seiner Technologieplattform den hohen Anforderungen gerecht werden. Die zunehmende Komplexität der Regulierung macht es notwendig, sich als Unternehmen stetig weiterzuentwickeln und neue Technologien zu erforschen. In diesem Umfeld sind die hohen Markteintrittsbarrieren im Markt für thermische Verpackungen vorteilhaft für va-Q-tec.

Die Corona-Krise führt die Bedeutung stabiler und sicherer Lieferketten eindrucksvoll vor Augen. Dies gilt im besonderen Maße für die Pharmaindustrie – setzt doch der Transport zahlreicher Medikamente verlässliche Transportlösungen mit stabilen Temperaturen voraus. Angesichts der wachsenden Wertschätzung für unsere temperaturkontrollierten Logistiklösungen erwarten wir daher auch nach Überwindung der Corona-Krise mittelfristig zusätzliche Nachfrageimpulse – insbesondere seitens der Pharmaindustrie.

Auch in den übrigen Zielmärkten nimmt die Nachfrage nach VIPs durch Regulierungen zu: Die Kunden im Zielmarkt "Technik und Industrie" sehen sich aktuell einem Wandel des regulatorischen Umfeldes in wichtigen Kernmärkten gegenüber: Warmwasserspeicher für Heizungen unterliegen mittlerweile – wie viele Haushaltsgeräte – der "Ökodesign-Richtlinie", d.h. ihre Energie-Effizienz wird dem Endverbraucher über ein Labeling-System in Energie-Effizienz-Klassen transparent gemacht. Zusätzlich werden Geräte mit hohem Energieverbrauch und niedriger Energie-Effizienz-Klasse vom europäischen Binnenmarkt ausgeschlossen. Kunden von va-Q-tec nutzen VIPs aktuell vor allem, um Premium-Warmwasserspeicher in den höchsten Effizienzklassen zu positionieren. In Zukunft und mit schärferer Regulierung dürften VIP-isolierte Warmwasserspeicher aus dem Premium-Bereich auch im Massenmarkt Nachfrage finden.

Neue Märkte

Seit Gründung arbeitet va-Q-tec an der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen, die der Vakuumisolation zusätzliche Märkte und Anwendungsmöglichkeiten eröffnen. Neben Grundlagenforschung und Produkt-Vorentwicklung wie etwa VIPs für gänzlich neue Temperaturbereiche, sei hier exemplarisch auf die Lebensmittellogistik und den Bereich Mobilität verwiesen.

An die Aktionäre

Konzernanhang

Konzernabschluss

Mit va-Q-med-Thermoboxen kann va-Q-tec eine sichere Logistik ohne Temperaturabweichungen direkt bis zu den Apotheken gewährleisten. Alleine in Deutschland gibt es knapp 20.000 Apotheken, die mit Transport- und Temperaturlogistik unter dem Stichwort "Good Distribution Practices" versorgt werden müssen. Mit der va-Q-med-Box hat va-Q-tec die Möglichkeit, die Zukunft der Apothekenbeziehungsweise Last-Mile-Logistik maßgeblich mitzugestalten. Hier bieten sich auch Chancen im Bereich der Logistik für Online-Apotheken.

In der personalisierten Medizin soll jeder Patient unter weitgehender Einbeziehung individueller Gegebenheiten, über die funktionale Krankheitsdiagnose hinaus, behandelt werden. Das schließt auch das fortlaufende Anpassen der Therapie an den Gesundungsfortschritt und genbasierte Medikamente ein. Solche Therapieformen werden zukünftig immer stärker an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig sind sie häufig sehr temperaturempfindlich. Für solche Medikamente sind die besonders temperaturstabilen und leistungsfähigen Thermoboxen- und -container von va-Q-tec besonders geeignet.

Bis dato kommen die bestehenden und in Entwicklung befindlichen thermischen Verpackungen sowie das "Serviced Rental" von va-Q-tec fast ausschließlich in der Healthcare-Industrie zum Einsatz. Aktuell lässt sich aber in vielen Industrien ein Trend zu immer temperaturempfindlicheren Gütern und Herstellungsprozessen erkennen. Infolge ergeben sich Wachstumschancen aus der Erschließung neuer Anwendungsfelder mit va-Q-tec Technologien, wie beispielsweise Lebensmitteltransporte und in der opto-elektronischen Industrie.

Im Bereich e-Commerce entwickeln Start-ups und große internationale Anbieter, auch aufgrund der Coronabedingten Lockdown-Maßnahmen, aktuell beschleunigt neue Geschäftsmodelle für die Lieferung online bestellter Lebensmittel direkt an den Endverbraucher. Insbesondere der Transport leicht verderblicher Lebensmittel zum Endkunden dürfte künftig noch stärker reguliert werden. Für solche Transporte sind die Hochleistungs-Thermoverpackungen von va-Q-tec sehr gut geeignet.

Im Zielmarkt Mobilität bieten sich ebenfalls starke Wachstumschancen für va-Q-tec: Künftig wird das Thermomanagement in Fahrzeugen mit konventionellen wie auch mit elektrischen Antrieben immer größere Bedeutung gewinnen. In konventionellen Fahrzeugen lässt sich über Isolationsmaßnahmen an der Fahrzeugkabine und mit der Speicherung der Wärmeenergie aus dem Kühlkreislauf CO2 einsparen. In Fahrzeugen mit Elektroantrieb ist die Reichweite abhängig von der optimalen Arbeitstemperatur der Fahrzeugbatterie sowie vom Stromverbrauch peripherer Funktionen, wie etwa Heizung und Innenraumklimatisierung. Fahrzeughersteller und deren Zulieferer könnten aus Sicht von va-Q-tec durch Einsatz der Vakuumisolation die Reichweite der Fahrzeuge vergrößern. Im Bereich Bau ergibt sich die Chance, von der aktuell immer noch guten Baukonjunktur bei zugleich immer strengeren Energieeffizienz-Standards für Neubauten und Renovierungen zu profitieren. Hier könnten VIPs von va-Q-tec zur Steigerung der Energieeffizienz zum Einsatz kommen.

Neben den oben erwähnten Marktchancen hinsichtlich Produkten und Dienstleistungen sieht der Vorstand auch in der geographischen Expansion beträchtliche Chancen für die künftige Entwicklung. Die Internationalisierung der Geschäftstätigkeit und der Eintritt in neue globale Märkte eröffnen große Absatzchancen für den Konzern. Gleichermaßen kann die internationale Präsenz zur Erschließung neuer Quellen für Rohstoffe, Materialien und Vorprodukte und zum effizienten Einkauf genutzt werden.

Neuartige Leistungen und Angebote

Im Bereich der Produkte (Vakuumisolationspaneele) wurde an der Weiterentwicklung des bestehenden Portfolios sowie der Neuentwicklung einer Paneelklasse für mittelhohe und hohe Temperaturen gearbeitet. Neuartige Hochtemperatur-Paneele können überall dort zum Einsatz kommen, wo einerseits Temperaturen bis ca. 400°C vorherrschen und andererseits sehr gut gedämmt werden muss, z.B. bei Öfen für Industrie und Lebensmittel. Mit solchen VIPs kann va-Q-tec den Markt für Hochtemperatur-Dämmung revolutionieren.

An die Aktionäre

Konzernabschluss

Konzernanhang

Mit dem stapelbaren "va-Q-tray", einem thermischen Verpackungssystem, lassen sich Lebensmittel so transportieren, dass sie stunden- oder teilweise tagelang warm, kalt oder gefroren bleiben. Die Temperaturhaltedauer kann optional durch PCM-Akkus verlängert werden. Mit dem va-Q-tray lassen sich beispielsweise Bäckereifilialen effizient mit frischer Ware beliefern: Im Gegensatz zu existierenden Systemen aus Styropor genügt va-Q-tray höchsten Hygieneund Temperaturketten-Anforderungen, ist universell einsetzbar z.B. auch als portabler Kühlschrank, und lässt sich als kombinierbares System mit nicht isolierten Standard-Behältern nutzen. Neben den hygienischen Vorteilen ergibt sich daraus auch eine Kostenersparnis, weil auf zusätzliche gekühlte Fahrzeuge verzichtet werden kann.

Zukünftig wird die innovative Kombination aus Hardware und IT-Lösungen – Stichwort TempChain 4.0 – immer wichtiger werden. Solche neuen Leistungen und Angebote, bestehend aus intelligenten Boxen, Flottendaten-Management, Live Tracking von Temperaturdaten und Predictive Analysis im Bereich temperaturkontrollierter Transporte, können den Kunden als Premium-Angebot unterbreitet werden.

Zusammenfassend überwiegen aus Sicht des Vorstands die Chancen der Geschäftsentwicklung im Vergleich zu den beschriebenen Risiken.

2.4.4 Risikoberichterstattung hinsichtlich der Verwendung von Finanzinstrumenten

Der Konzern ist durch seine Geschäftstätigkeit verschiedenen finanziellen Risiken ausgesetzt. Das Risikomanagement des Konzerns zielt darauf ab, die potenziell negativen Auswirkungen auf die Finanzlage des Konzerns zu minimieren. Bei va-Q-tec werden Finanzinstrumente nur in geringem Umfang in Anspruch genommen.

Im deutschen Berichtssegment wurden knapp 85% der Verkäufe und ca. 95% der Einkäufe in Euro abgewickelt. Im britischen Berichtssegment wurde ein Teil der Umsätze in USD erzielt. Die diesen Umsätzen zuzuordnenden Kosten fallen zu einem großen Teil ebenfalls in USD an. Infolgedessen besteht bezüglich des USD ein risikominderndes "natural hedging". Bei stärkeren Wechselkursschwankungen könnten dennoch signifikante Fremdwährungsverluste entstehen. Das verbleibende Währungsrisiko bezüglich des USD schätzt der Vorstand daher als mittel ein.

Zur Absicherung von Kreditzinsen für langfristige Darlehen auf ein marktübliches Zinsniveau bestehen Zinsabsicherungsinstrumente. Der zur Absicherung der aus der CHF-Anleihe resultierenden Währungsrisiken abgeschlossene Cross-Currency-Swap wird als Hedge-Accounting nach IFRS abgebildet. Die in 2018 aufgenommenen Immobilien-Darlehen wurden größtenteils mit über die Laufzeit fixen Zinssätzen auf Basis des aktuellen, niedrigen Zinsniveaus langfristig finanziert. Für die bestehenden variabel verzinsten Kontokorrentlinien wurde keine Zins-sicherung vereinbart.

Zur Absicherung von Forderungsausfällen werden keine gesonderten Finanzinstrumente gehalten. Aufgrund der hohen Bonität des Kundenstamms sind die Risiken von Forderungsausfällen relativ gering. Zur weiteren Verbesserung der Liquidität wurde das in 2019 in der va-Q-tec AG implementierte Factoring auch in 2020 fortgeführt und zusätzlich bei der britischen Tochtergesellschaft va-Q-tec Ltd. eingeführt. Reverse Factoring wird derzeit bei nur wenigen Kunden mit marktüblich langen Forderungslaufzeiten (z.B. in Italien) betrieben.

Über die hier beschriebenen Finanzinstrumente hinaus hält der Konzern keine weiteren Finanzinstrumente, die für die Beurteilung der Lage oder der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns wesentlich sind. Bezüglich weiterer Details verweisen wir auf die Abschnitte "Finanzinstrumente" und "Risikomanagement" in den Kapiteln 4.4 und 4.6 des Konzernanhangs.

2.5 VERGÜTUNGSBERICHT

va-Q-tec berichtet über die Vergütung ensprechend dem deutschen Handelsgesetzbuch und internationalen Rechnungslegungsstandards. Die Vergütung setzt sich aus festen und variablen Komponenten zusammen. Mit der Reform des Kodex ("DCGK 2020") wurden die Empfehlungen zur Vorstandsvergütung stark modifiziert, mit der Folge, dass das aktuelle Vergütungssystem den neuen Empfehlungen teilweise nicht entspricht. Der Aufsichtsrat überarbeitet derzeit das Vergütungssystem im Hinblick auf die neuen aktienrechtlichen Anforderungen an das Vergütungssystem für den Vorstand und prüft hierbei auch, ob und inwieweit die neuen Empfehlungen des Kodex zur Vorstandsvergütung berücksichtigt werden sollen. Neuabschlüsse oder Verlängerungen laufender Vorstandsdienstverträge haben seit Inkrafttreten des DCGK 2020 nicht stattgefunden, ferner unterliegen aktuell laufende Vorstandsdienstverträge einem Bestandsschutz.

Vorstand

Entsprechend den Anforderungen des Aktiengesetzes besteht die Vergütung der Vorstandsmitglieder aus festen und variablen Bestandteilen. Die variablen Bezüge bestehen aus einer als Jahresbonus gezahlten Barkomponente. Alle Vergütungsbestandteile sind im Einzelnen und in ihrer Gesamtheit angemessen. Der Aufsichtsrat befasst sich intensiv mit der Angemessenheit und Üblichkeit der Vorstandsvergütung und berücksichtigt sämtliche in § 87 des Aktiengesetzes aufgeführten Kriterien, wie z.B. die Aufgaben des einzelnen Vorstandsmitglieds, seine persönliche Leistung sowie die wirtschaftliche Lage, den Erfolg und die Zukunftsaussichten der va-Q-tec AG.

Externe Vergütungsexperten haben dem Aufsichtsrat im März 2017 und erneut im Dezember 2019 die grundsätzliche Angemessenheit der Vorstandsvergütung bestätigt. Die Festvergütung entspricht dem jährlichen Festgehalt; daneben nahmen beide Vorstände einen Dienstwagen in Anspruch. Für alle Organe der va-Q-tec Gruppe besteht eine D&O-Versicherung. Den 10%-igen Selbstbehalt tragen die Vorstände persönlich.

Im Geschäftsjahr 2018 wurde ein Vergütungssystem für die Mitglieder des Vorstands festgelegt, in dem die Langfristkomponente der Boni verankert werden soll. Das Vergütungssystem gilt für alle Geschäftsjahre ab dem 1. Januar 2018. Die laufenden Vorstandsverträge sind zum Geschäftsjahr 2018 entsprechend angepasst worden. Auch das neue Vergütungssystem wurde durch externe Gutachter betrachtet, dieses entspricht demnach den Anforderungen des Deutschen Corporate Governance Codex in der Fassung vom 7. Februar 2017. Bei der Entwicklung des Systems ist der Aufsichtsrat von den Grundzügen des nach wie vor für sinnvoll erachteten bisherigen Vergütungssystems ausgegangen und hat dieses noch stärker auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet. So teilt sich die jährliche variable Vergütung nunmehr auf in eine kurzfristige und eine langfristige variable Vergütungskomponente. Für beide wird ein Bonuszielbetrag bei 100%iger Zielerreichung festgelegt. Beide Komponenten sind einerseits nach oben begrenzt, können andererseits aber auch auf Null sinken. Für die kurzfristige variable Vergütung sind drei Kennzahlen maßgeblich, die jeweils zu 1/3 gewichtet werden, nämlich Umsatz, das EBITDA der Gruppe und der Return on Capital Employed (ROCE). Für jeden dieser Parameter legt der Aufsichtsrat Zielgrößen fest, wobei die Eintrittshürde, um überhaupt eine kurzfristige variable Vergütung zu erhalten, bei 80% der jeweiligen Zielwerte liegt. Im Bereich der Zielerreichung zwischen 80% und 115% werden bestimmte Faktoren für die Berechnung des Bonus ermittelt, wobei der maximale Faktor grundsätzlich 1,3 beträgt und der jeweilige Vergütungsbestandteil hierdurch gedeckelt wird. Ausnahme ist der EBITDA-Anteil der kurzfristigen variablen Vergütung, bei dem sich unter bestimmten Voraussetzungen der Faktor bis auf 1,5 erhöhen kann. Bei der langfristigen variablen Vergütung wird auf die Entwicklung des Börsenkurses der Gesellschaft zwischen zwei Vergleichszeiträumen abgestellt. Auch hier gibt es eine Eintrittshürde dergestalt, dass mindestens eine positive Kursentwicklung von 5% erfolgt sein muss. Ferner gibt es eine Kappungsgrenze bei einer Kursentwicklung von über 15%. Von der etwaigen als langfristige variable Vergütung erhaltenen Bruttovergütung muss das Vorstandsmitglied mindestens 50% in Aktien der Gesellschaft investieren bzw. in einem Depot nachweisen und einer vierjährigen Veräußerungssperre unterwerfen. Vergütungsbeträge oberhalb der Kappungsgrenze werden nicht ausgezahlt, sondern – wiederum bis zu einem bestimmten Höchstbetrag – auf einem virtuellen Nachhaltigkeitsbonus-Konto des Vorstandsmitglieds gutgeschrieben und können in bestimmten Grenzen verwendet werden, um Börsenkurssteigerungen in relevanten Vergleichszeiträumen, die unter 10%, aber über 5% liegen, auszugleichen. Aus einem derartigen Ausgleich resultierende Teile der langfristigen variablen Vergütung sind ausschließlich in Aktien der Gesellschaft zu investieren, die der vorgenannten Sperrfrist unterliegen.

Die jährlichen Konzernziele zur Bemessung der variablen Barkomponente beschließt der Aufsichtsrat. Dieser stellt auch die Zielerreichung fest.

Die Dienstverträge der Vorstandsmitglieder sehen für den Fall der Beendigung des Dienstverhältnisses aufgrund eines Kontrollwechsels keine gesonderten Vergütungen vor.

Im Berichtsjahr 2020 betrug die Gesamtvergütung des Vorstands 736 TEUR (Vj.: 659 TEUR). Die festen Bezüge betrugen 470 TEUR (Vj.: 416 TEUR); darin enthalten sind auch die Bezüge für Nebenleistungen (z.B. Dienstwagen). Die variable Barvergütung summierte sich auf insgesamt 250 TEUR (Vj.: 228 TEUR). Seit 2014 bestehen für die Vorstände beitragsorientierte Leistungszusagen. Hierfür wurden im Berichtsjahr 16 TEUR (Vj.: 15 TEUR) in eine externe, kongruent rückgedeckte Unterstützungskasse eingezahlt. Bilanzielle Rückstellungen für Altersversorgungen wurden daher nicht gebildet. Danach entfällt auf die Festvergütungen des Vorstands inkl. Nebenleistungen und Beiträgen zur Altersversorgung ein Anteil von 66% (Vj.: 65%) an der Gesamtvergütung.

Kredite oder Vorschüsse wurden Mitgliedern des Vorstandes nicht gewährt.

in TEUR Vorstandsver
gütung 2020
Vorstandsver
gütung 2019
Feste Bezüge 442 382
Nebenleistungen 28 34
Einjährige variable
Vergütung
41 47
Mehrjährige vari
able Vergütung
209 181
Beitragsorientierte
Leistungszusagen
16 15
Gesamtvergütung 736 659

va-Q-tec legt die Gesamtvergütung des Vorstandes, jedoch ohne individuelle Anteile der einzelnen Mitglieder, entsprechend dem Hauptversammlungsbeschluss vom 31.05.2016, offen. Dies ist konform mit den §§ 314 Abs. 1 Nr. 6, 286 Abs. 5 HGB.

Aufsichtsrat

Die Vergütung des Aufsichtsrats wird von der Hauptversammlung festgelegt. Die Vergütung des Aufsichtsrats der va-Q-tec AG ist in §14 der Satzung der va-Q-tec AG geregelt.

Mit Wirkung ab 1. September 2020 wurde die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats durch Beschluss der Hauptversammlung vom 14. August 2020 wie folgt neu geregelt: Jedes Mitglied des Aufsichtsrats, das nicht Aufsichtsratsvorsitzender oder stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender ist, erhält eine monatliche Festvergütung in Höhe von 2.200 EUR ("Festvergütung"). Der Aufsichtsratsvorsitzende erhält unverändert das 2-fache und der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende unverändert das 1,5-fache der Festvergütung. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses erhält unverändert, sofern er nicht zugleich Vorsitzender oder stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats ist, das 1,5-fache der Festvergütung. Der Vorsitzende eines Aufsichtsratsausschusses, der nicht der Prüfungsausschuss ist, erhält unverändert, sofern er nicht zugleich Vorsitzender oder stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats ist, das 1,25- fache der Festvergütung. Wenn ein Mitglied des Aufsichtsrats Vorsitzender von mehreren Ausschüssen des Aufsichtsrats ist, erhält es nur die Vergütung für einen Ausschuss, und zwar den Ausschuss, bei dem sich die höchste Vergütung für das Aufsichtsratsmitglied ergibt.

Die Neufassung der Aufsichtsratsvergütung umfasst eine Anhebung der monatlichen Festvergütung für die Tätigkeit im Aufsichtsrat für jedes Aufsichtsratsmitglied von zuvor 1.200 EUR auf 2.200 EUR vor. Im Gegenzug sind sämtliche Sitzungsgelder für die Teilnahme an Sitzungen des Aufsichtsrats entfallen. Diese Änderungen der Aufsichtsratsvergütung sollen gewährleisten, dass den steigenden Anforderungen, dem erhöhten Tätigkeitsumfang und der stetig steigenden Verantwortung der Aufsichtsratsmitglieder Rechnung getragen wird. Zugleich soll die Anpassung der Festvergütung die wegfallenden Sitzungsgelder kompensieren.

An die Aktionäre

Konzernanhang

Konzernabschluss

Für das Berichtsjahr 2020 erhielt der Aufsichtsrat eine Vergütung in Höhe von 161 TEUR (Vj.: 155 TEUR). In dieser Summe sind die Erstattungen der jedem Aufsichtsratsmitglied erwachsenden Auslagen enthalten. Die Prämie der auch für die Mitglieder des Aufsichtsrats bestehenden D&O-Versicherung wurde im Geschäftsjahr 2020 von der Gesellschaft getragen. Durch den Beschluss der Hauptversammlung vom 19.06.2017 wurde ein persönlich getragener Selbstbehalt der Aufsichtsratsmitglieder zur D&O-Versicherung in Höhe von 100 TEUR für jedes einzelne Mitglied umgesetzt. Den Selbstbehalt tragen die Aufsichtsräte persönlich. Außerdem wurden Beratungsleistungen und sonstige Leistungen i.H.v. 44 TEUR (Vj.: 40 TEUR) vergütet. Diese wurden zur Begleitung des Power20+ Programmes sowie der Finanzierung beauftragt und erbracht.

Geschäftsjahr 2020

in TEUR Vergü
tung
Spesen Bera
tung
Dr. Gerald Hommel 41 2 -
Winfried Klar 32 5 25
Uwe Andreas
Krämer
18 - -
Dr. Eberhard Kroth 23 1 19
Uwe Lamann 13 1 -
Dr. Barbara Ooms
Gnauck
23 2 -
Summe 150 11 44

Geschäftsjahr 2019

in TEUR Vergü
tung
Spesen Bera
tung
Dr. Gerald Hommel 36 2 -
Winfried Klar 29 5 15
Uwe Andreas
Krämer
15 - -
Dr. Eberhard Kroth 17 1 25
Uwe Lamann 26 3 -
Dr. Barbara Ooms
Gnauck
19 2 -
Summe 142 13 40

2.6 ÜBERNAHMERECHTLICHE ANGABEN UND ERLÄUTERUNGEN GEMÄSS § 315A HGB

Im Folgenden sind die nach Art. 9 Abs. 1 lit. c) (ii) SE-VO, § 22 Abs. 6 SEAG i.V.m. § 289a, § 315a Abs. 1 HGB geforderten Angaben zum 31. Dezember 2020 dargestellt. Tatbestände der § 289a Abs. 1, § 315a Abs. 1 HGB, die bei der va-Q-tec AG nicht erfüllt sind, werden nicht erwähnt. Das nachfolgende Unterkapitel gibt einen Einblick in die übernahmerechtlichen Verhältnisse zum Bilanzstichtag 31.12.2020 und erläutert diese näher.

2.6.1 Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das Grundkapital der va-Q-tec AG beträgt 13.089.502,00 EUR eingeteilt in 13.089.502 auf den Namen lautende Stammaktien. Das Grundkapital ist voll erbracht. Die Aktien sind mit identischen Rechten und Pflichten ausgestattet. Jede Aktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme. Ausgenommen davon sind die von der Gesellschaft selbst gehaltenen Aktien (treasury shares), aus denen der va-Q-tec AG keine Rechte wie beispielsweise das Abstimmungsrecht auf der Hauptversammlung erwachsen. Die va-Q-tec AG hielt zum Bilanzstichtag 13.566 eigene Aktien (Vj.: 13.566). Für die Entwicklung der eigenen Anteile wird auch auf den Konzernanhang des vorliegenden Geschäftsberichts verwiesen.

2.6.2 Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen

Die im Aktienpool zusammengeschlossenen Gesellschafter haben sich dazu verpflichtet ihre Stimmrechte einheitlich auszuüben. Weitere aktuell gültige Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind dem Vorstand nicht bekannt.

2.6.3 Kapitalbeteiligungen, die 10% der Stimmrechte überschreiten

Gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) hat jeder Anleger, der durch Erwerb, Veräußerung oder auf sonstige Weise die Stimmrechtsschwellen gemäß § 21 WpHG erreicht, überschreitet oder unterschreitet, dies der betreffenden Gesellschaft und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) mitzuteilen. Demzufolge sind dem Vorstand der va-Q-tec AG die nachstehenden Personen bekannt, deren Beteiligungen 10% der Stimmrechte überschreiten:

An die Aktionäre

Konzernabschluss

Konzernanhang

Name Land Anzahl
der Aktien
Anteil am
Grundkapital
Aktienpool
Familien Dr.
Joachim Kuhn
und Dr. Roland
Caps
DE 3.275.000 25,02%
TOTAL 3.275.000 25,02%

Regeln zur Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern

Nach § 84 AktG und nach der Satzung der va-Q-tec AG werden die Mitglieder des Vorstands vom Aufsichtsrat bestellt. Satzungsgemäß besteht der Vorstand aus einer oder mehreren Personen. Die Anzahl der Vorstandsmitglieder bestimmt der Aufsichtsrat. Besteht der Vorstand aus mehreren Mitgliedern, werden Beschlüsse des Vorstands mit einfacher Stimmenmehrheit gefasst. Hat der Aufsichtsrat einen Vorsitzenden des Vorstands ernannt und besteht der Vorstand aus mindestens drei Mitgliedern, ist bei Stimmengleichheit dessen Stimme ausschlaggebend.

Regeln zu Änderungen der Satzung

Änderungen der Satzung bedürfen eines Beschlusses der Hauptversammlung. Die Beschlüsse der Hauptversammlung bedürfen der einfachen Stimmenmehrheit, sofern nicht das Gesetz zwingend eine größere Mehrheit vorschreibt.

Vorstandsbefugnisse bezüglich Ausgabe und Rückkauf von Aktien

Die va-Q-tec AG verfügt über genehmigtes und bedingtes Kapital wie folgt:

Genehmigtes Kapital

Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 14. August 2020 ermächtigt, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrates bis zum 13. August 2025 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu insgesamt 6.544.751,00 EUR zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2020/1), wobei das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen werden kann.

Bedingtes Kapital

Gemäß § 6.5 der Satzung ist das Grundkapital um 6.500.000 EUR durch die Ausgabe von bis zu 6.500.000 neuer, auf den Namen lautender Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2020 / 1). Das bedingte Kapital 2020 / 1 dient ausschließlich der Gewährung von Aktien zur Ausübung von Wandlungs- und Optionsrechten oder bei Erfüllung von Wandlungspflichten an die Inhaber bzw. Gläubiger der aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 14. August 2020 unter Tagesordnungspunkt 7 lit. b) ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen und / oder Gewinnschuldverschreibungen bzw. Kombinationen dieser Instrumente (zusammen "Schuldverschreibungen").

Wesentliche Vereinbarungen für den Fall eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots sowie Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebots

Es bestehen keine wesentlichen Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen.

2.7 ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG

Der Abschnitt Corporate Governance-Bericht/ Erklärung zur Unternehmensführung als Teil dieses Geschäftsberichts umfasst neben relevanten Angaben zu Unternehmensführungspraktiken sowie einer Beschreibung der Zusammensetzung und Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat auch die Entsprechenserklärung gemäß § 161 des Aktiengesetzes. Die Erklärung zur Unternehmensführung nebst Entsprechenserklärung gemäß § 161 des Aktiengesetzes steht auch im Internet unter www.va-Q-tec.com im Bereich Investor Relations zur Verfügung.

KONZERNABSCHLUSS UND ANHANG

  • Konzerngewinn- und Verlustrechnung
  • Konzerngesamtergebnisrechnung
  • Konzernbilanz
  • Konzernkapitalflussrechnung
  • Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung
  • Konzernanhang

3 KONZERNABSCHLUSS DER VA-Q-TEC AG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2020

KONZERNGEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

in TEUR Konzernanhang 2020 2019
Umsatzerlöse 4.1.1 72.106 64.667
Bestandsveränderungen 978 -295
Aktivierte Eigenleistungen 4.1.2 6.379 3.947
Sonstige betriebliche Erträge 4.1.3 4.669 4.498
Gesamterträge 84.132 72.817
Materialaufwand 4.1.4 -32.751 -28.993
Rohergebnis 51.381 43.824
Personalaufwand 4.1.5 -26.111 -22.389
Sonstiger betrieblicher Aufwand 4.1.6 -13.871 -11.762
EBITDA 11.399 9.673
Abschreibungen 4.1.7 -12.299 -12.232
Operatives Ergebnis (EBIT) -900 -2.559
Ergebnis aus Bewertung von Beteiligungen nach
at-Equity-Methode
- -68
Ergebnis aus Fair Value Bewertung von Beteiligungen 4.1.8 647 1.771
Finanzerträge 12 16
Finanzaufwendungen -1.271 -1.079
Finanzergebnis 4.1.9 -1.259 -1.063
Ergebnis vor Steuern (EBT) -1.512 -1.919
Ertragsteuern 4.1.10 77 -647
Konzernergebnis -1.435 -2.566
Konzernergebnis, das den Eigentümern
der va-Q-tec AG zuzurechnen ist
-1.435 -2.566
Konzernergebnis je Aktie – unverwässert/verwässert 4.1.11 -0,11 -0,20

KONZERNGESAMTERGEBNISRECHNUNG

in TEUR Konzernanhang 2020 2019
Konzernergebnis -1.435 -2.566
Sonstiges Konzernergebnis 4.2.2.1
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung 129 13
Derivative Finanzinstrumente
Unrealisierte Gewinne/Verluste (vor Steuern) -208 -
Steuern auf unrealisierte Gewinne/Verluste 63 -
Derivative Finanzinstrumente (nach Steuern) -145 -
Summe der direkt im Eigenkapital erfassten
Aufwendungen und Erträge mit künftiger
ergebniswirksamer Umgliederung -16 13
Konzerngesamtergebnis -1.451 -2.553
Konzerngesamtergebnis, das den Eigentümern
der va-Q-tec AG zuzurechnen ist
-1.451 -2.553

Konzernlagebericht

An die Aktionäre

Konzernanhang

KONZERNBILANZ

Aktiva

in TEUR Konzernanhang 31.12.2020 31.12.2019
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 4.2.1.1 2.955 2.233
Sachanlagen 4.2.1.2 69.636 68.879
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 4.2.1.3 1.614 1.614
Vertragsvermögenswerte 4.2.1.8 73 158
Finanzielle Vermögenswerte 4.2.1.4 3.503 2.474
Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte 4.2.1.5 1.056 1.100
Latente Steueransprüche 4.1.11 2.471 2.319
Summe langfristige Vermögenswerte 81.308 78.777
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 4.2.1.6 11.615 10.676
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.2.1.7 6.532 6.666
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 4.2.1.4 927 586
Steueransprüche 3 230
Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte 4.2.1.5 1.549 1.364
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 4.2.1.9 17.134 7.490
Summe kurzfristige Vermögenswerte 37.760 27.012
Zur Veräußerung gehaltene langfristige
Vermögenswerte
- -
Bilanzsumme 119.068 105.789

Passiva

in TEUR Konzernanhang 31.12.2020 31.12.2019
Eigenkapital 4.2.2.1
Gezeichnetes Kapital 13.090 13.090
Eigene Anteile -54 -54
Kapitalrücklage 46.158 46.158
Kumuliertes sonstiges Ergebnis -42 -26
Gewinnrücklage -17.896 -16.461
Summe Eigenkapital 41.256 42.707
Langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen
Rückstellungen 4.2.2.2 96 73
Verbindlichkeiten aus begebenen Anleihen 4.2.2.3 22.064 -
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4.2.2.4 25.170 22.840
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 4.2.2.5 3.857 5.333
Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 4.2.2.6 5.425 6.547
Summe langfristige Verbindlichkeiten
und Rückstellungen
56.612 34.793
Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen
Rückstellungen 4.2.2.2 190 130
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4.2.2.4 3.919 11.404
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 4.2.2.5 6.434 6.867
Vertragsverbindlichkeiten 4.2.2.8 40 308
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.2.2.7 5.978 4.485
Steuerverbindlichkeiten 44 42
Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 4.2.2.6 4.595 5.053
Summe kurzfristige Verbindlichkeiten
und Rückstellungen
21.200 28.289
Bilanzsumme 119.068 105.789

Konzernlagebericht

An die Aktionäre

Konzernanhang

KONZERNKAPITALFLUSSRECHNUNG

in TEUR 2020 2019
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit
Konzernergebnis -1.435 -2.566
Erfolgswirksam erfasste tatsächliche Ertragsteuern 25 3
Gezahlte Ertragsteuern -17 -161
Erfolgswirksam erfasstes Finanzergebnis 1.259 1.063
Gezahlte Zinsen -1.147 -1.055
Abschreibung auf Vertragsvermögenswerte 126 70
Nicht zahlungswirksame Verluste aus at-equity bilanzierten Beteiligungen - 68
Nicht zahlungswirksame Erträge aus Fair Value Bewertung von Beteiligungen -647 -1.771
Abschreibungen 12.299 12.232
Ergebnis aus dem Abgang von Anlagevermögen -518 -555
Minderung (Erhöhung) übrige Vermögenswerte -1.311 -644
Erhöhung (Minderung) übrige Schulden 1.037 1.702
Erhöhung (Minderung) Rückstellungen 83 61
Sonstige zahlungsunwirksame Posten -3.009 -2.639
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit vor Änderungen im Working Capital 6.745 5.808
Minderung (Erhöhung) von Vorräten -981 333
Minderung (Erhöhung) von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 24 920
Erhöhung (Minderung) von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.617 127
Netto-Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 7.405 7.188
Cashflow aus Investitionstätigkeit
Auszahlungen aus dem Erwerb von von immateriellen Vermögenswerten -1.257 -1.162
Einzahlungen aus dem Verkauf von Sachanlagen 830 1.037
Auszahlungen aus dem Erwerb von Sachanlagen -11.351 -8.746
Auszahlungen aus der Zunahme von Vertragsvermögenswerten -41 -71
Netto-Cashflow aus Investitionstätigkeit -11.819 -8.942
in TEUR 2020 2019
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
Einzahlungen aus Aufnahmen von Anleihen 23.059 -
Auszahlungen für Transaktionskosten aus Aufnahme von Anleihen -1.099 -
Einzahlungen aus Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 13.328 9.375
Tilgung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -18.413 -9.270
Einzahlungen aus Investitionszulagen und -zuschüssen 265 -
Auszahlung für Schulden aus Leasingverträgen -3.016 -3.077
Netto-Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 14.124 -2.972
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungs
mitteläquivalente vor Wechselkursen
9.710 -4.726
Wechselkursbedingte Veränderung der Zahlungsmittel
und Zahlungsmitteläquivalente
-66 62
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 9.644 -4.664
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
zu Beginn des Geschäftsjahres
7.490 12.154
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
am Ende des Geschäftsjahres
17.134 7.490

Konzernlagebericht

An die Aktionäre

Konzernanhang

KONZERNEIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG

in TEUR
Kapital
Eigene Anteile
rücklage
Gezeichnetes Kapital

Gewinnrücklagen Kumuliertes sonstiges Konzernergebnis

Derivative Finanzinstrumente

Rücklage für Währungsumrechnung

Eigenkapital, das den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnen ist

Summe Eigenkapital

01.01.2019 13.090 -54 46.158
Konzernergebnis - - -
Sonstiges Konzernergebnis - - -
Konzerngesamtergebnis - - -
31.12.2019 13.090 -54 46.158
01.01.2020 13.090 -54 46.158
Konzernergebnis - - -
Sonstiges Konzernergebnis - - -
Konzerngesamtergebnis - - -
31.12.2020 13.090 -54 46.158
Derivative
Rücklage
Finanz
für
instru
Währungs
mente
umrech
nung
13.090
-54
46.158
-13.895
-39
-
45.260
-
-
-
-2.566
-
-
-2.566
-
-
-
-
13
-
13
-
-
-
-2.566
13
-
-2.553
13.090
-54
46.158
-16.461
-26
-
42.707
13.090
-54
46.158
-16.461
-26
-
42.707
-
-
-
-1.435
-
-
-1.435
-
-
-
-
129
-145
-16
-
-
-
-1.435
129
-145
-1.451
13.090
-54
46.158
-17.896
103
-145
41.256
Summe
Eigenkapital
Eigenkapital, das
den Eigentümern des
Mutterunternehmens
zuzurechnen ist
Kumuliertes
sonstiges
Konzern
ergebnis
Gewinn
rücklagen
45.260
-2.566
13
-2.553
42.707
42.707
-1.435
-16
-1.451
41.256

Konzernlagebericht

An die Aktionäre

Konzernanhang

1 ALLGEMEINE ANGABEN

1.1 UNTERNEHMENSINFORMATIONEN

Die va-Q-tec AG mit Sitz in Deutschland, 97080 Würzburg, Alfred-Nobel-Str. 33, ist im Handelsregister Würzburg unter der Nummer HRB 7368 eingetragen. Der Konzernabschluss der va-Q-tec AG beinhaltet neben der va-Q-tec AG selbst auch ihre Tochtergesellschaften (im Folgenden auch "va-Q-tec", "va-Q-tec Konzern" oder "Gesellschaft" genannt). va-Q-tec ist ein technologisch führender Anbieter hocheffizienter Produkte und Lösungen im Bereich der thermischen Isolation. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt innovative Produkte zur zuverlässigen und energieeffizienten Temperaturkontrolle bzw. Dämmung – Vakuumisolationspaneele ("VIPs") und Phasenübergangsmaterialien ("PCMs"). Darüber hinaus fertigt va-Q-tec durch die optimale Kombination von VIPs und PCMs passive thermische Verpackungssysteme (Container und Boxen). Zur Durchführung von temperatursensiblen Logistikketten bietet va-Q-tec in einem globalen Partnernetzwerk die Vermietung von Containern und Boxen an, mit denen anspruchsvolle Thermoschutzstandards erfüllt werden können. Neben Healthcare & Logistik als Hauptmarkt werden folgende weitere Märkte von va-Q-tec adressiert: Kühlgeräte & Lebensmittel, Technik & Industrie, Bau und Mobilität.

Der vorliegende Konzernabschluss der va-Q-tec für das Geschäftsjahr vom 01.01. –31.12.2020 wurde am 26.03.2021 vom Vorstand zur Veröffentlichung freigegeben.

1.2 GRUNDLAGEN DER ABSCHLUSSERSTELLUNG

Die va-Q-tec AG ist oberstes Mutterunternehmen der va-Q-tec Gruppe und stellt somit für den kleinsten und größten Kreis von Unternehmen den Konzernabschluss auf. Seit dem 30. September 2016 ist die va-Q-tec AG börsennotiert und daher ab diesem Zeitpunkt kapitalmarktorientiert. Hiermit ist sie trotz Unterschreiten der Größenkriterien nach § 293 HGB aufgrund § 293 Abs. 5 HGB zur Aufstellung eines Konzernabschlusses verpflichtet. va-Q-tec erstellt den Konzernabschluss zum 31.12.2020 nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften. Der Begriff IFRS umfasst auch alle noch gültigen International Accounting Standards (IAS) sowie sämtliche Interpretationen und Änderungen des International Financial Reporting Standards Interpretations Committee (IFRS IC) – vormals International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) – und des ehemaligen Standing Interpretations Committee (SIC).

Der Konzernabschluss wurde auf Grundlage der historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten aufgestellt. Davon ausgenommen sind derivative Finanzinstrumente und Beteiligungen, die zum beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag angesetzt wurden. Eine entsprechende Erläuterung erfolgt im Rahmen der jeweiligen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden.

Historische Anschaffungs- oder Herstellungskosten basieren im Allgemeinen auf dem beizulegenden Zeitwert, der die im Austausch für den Vermögenswert entrichtete Gegenleistung darstellt.

Der beizulegende Zeitwert ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt werden würde. Dies gilt unabhängig davon, ob der Preis direkt beobachtbar oder unter Anwendung einer Bewertungsmethode geschätzt werden muss.

Der beizulegende Zeitwert, welcher für bestimmte Angaben und Rechnungsmethoden zu bestimmen ist, ist nicht immer als Marktpreis verfügbar. Häufig muss er auf Basis verschiedener Bewertungsparameter ermittelt werden. In Abhängigkeit von der Verfügbarkeit beobachtbarer Parameter und der Bedeutung dieser Parameter für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts im Ganzen, wird der beizulegende Zeitwert den Stufen 1, 2 oder 3 zugeordnet (Fair-Value-Hierarchie). Die Unterteilung erfolgt nach folgender Maßgabe:

82

  • Inputfaktoren der Stufe 1 sind notierte Preise (unbereinigt) auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden, auf die va-Q-tec am Bewertungsstichtag zugreifen kann.
  • Inputfaktoren der Stufe 2 sind andere Eingangsparameter als die auf Stufe 1 enthaltenen notierten Preise, die für den Vermögenswert oder die Schuld entweder direkt beobachtbar sind oder indirekt aus anderen Preisen abgeleitet werden können.
  • Inputfaktoren der Stufe 3 sind für den Vermögenswert oder die Schuld nicht beobachtbare Parameter.

In der Regel klassifiziert der Konzern Vermögenswerte und Schulden als kurzfristig, wenn diese voraussichtlich innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag realisiert oder ausgeglichen werden. Soweit Vermögenswerte und Schulden sowohl einen kurzfristigen als auch einen langfristigen Anteil aufweisen, werden diese in ihre Fristigkeitskomponenten aufgeteilt und entsprechend dem Bilanzgliederungsschema als kurzfristige und langfristige Vermögenswerte bzw. Schulden ausgewiesen.

Die Konzerngewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Der Konzernabschluss wird in Tausend Euro (TEUR), der funktionalen sowie Darstellungswährung von va-Q-tec, aufgestellt. Bei Abweichungen von bis zu einer Einheit (TEUR, %) handelt es sich um rechentechnisch begründete Rundungsdifferenzen.

1.3 AUSWIRKUNGEN NEUER RECHNUNGSLEGUNGSSTANDARDS

Der va-Q-tec Konzern hat für sämtliche in seinem IFRS-Konzernabschluss dargestellten Perioden einheitliche Rechnungslegungsmethoden angewandt. Diese entsprechen den IFRS, wie sie verpflichtend in der EU im Geschäftsjahr 2020 anzuwenden waren.

Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen grundsätzlich den im Vorjahr angewandten Methoden.

Folgende neue Standards und Interpretationen bzw. Änderungen von bestehenden Standards und Interpretationen sind für Geschäftsjahre, die ab dem 01.01.2020 beginnen, verpflichtend geltend, und wurden von der Gesellschaft erstmalig angewandt.

Standard Titel Verpflichtende Anwendung für
Geschäftsjahre beginnend ab
Änderungen an IFRS 3 Definition eines Geschäftsbetriebs 1. Januar 2020
Änderungen an IAS 39,
IFRS 7 und IFRS 9
Interest Rate Benchmark Reform 1. Januar 2020
Änderungen an IFRS 16 Ergänzung hinsichtlich CoVid-19-
bezogener Mietkonzessionen
1. Januar 2020
Änderungen an IAS 1
und IAS 8
Definition von Wesentlichkeit 1. Januar 2020
Überarbeitung des
Rahmenkonzepts und
Änderungen von Quer
verweisen zum Rahmen
konzept in verschiedenen
IFRS
1. Januar 2020

Sämtliche in der Tabelle dargestellten, neu anzuwendenden Rechnungslegungsmethoden hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

Die nachfolgenden Standards und Interpretationen bzw. Änderungen von bestehenden Standards und Interpretationen wurden sowohl vom IASB verabschiedet, als auch von der EU mit Inkrafttreten für nach dem 01.01.2021 beginnende Geschäftsjahre übernommen. Die Gesellschaft hat die Regelungen nicht vorzeitig angewandt.

Standard Titel Verpflichtende Anwendung für
Geschäftsjahre beginnend ab
Änderungen an IAS 39,
IFRS 4, IFRS 7, IFRS 9 und
IFRS 16
Interest Rate Benchmark Reform - Phase 2 1. Januar 2021

Alle aufgeführten Standards werden von der va-Q-tec erst ab dem Zeitpunkt der verpflichtenden Erstanwendung angewendet. Für das Geschäftsjahr 2021 werden sich gemäß den durchgeführten Analysen keine wesentlichen Auswirkungen auf Bilanzierung und Bewertung ergeben.

Folgende in den kommenden Jahren in Kraft tretende Standards wurden noch nicht in geltendes EU-Recht übernommen:

Standard Titel Verpflichtende Anwendung für
Geschäftsjahre beginnend ab
Jährliche Verbesserungen
an den IFRS
Zyklus 2018–2020 1. Januar 2022
Änderungen an IFRS 3,
IAS 16 und IAS 37
1. Januar 2022
IFRS 17 Versicherungsverträge 1. Januar 2023
Änderungen an IAS 1 Klassifizierung von Schulden als
kurz- oder langfristig
1. Januar 2023
Änderungen an IAS 1 Angabe der Rechnungslegungsmethoden 1. Januar 2023
Änderungen an IAS 8 Definition von
rechnungslegungsbezogenen Schätzungen
1. Januar 2023

Mögliche Auswirkungen der noch nicht in geltendes EU-Recht übernommenen Standards oder Änderungen an Standards auf den Konzernabschluss der va-Q-tec werden derzeit geprüft.

1.4 WESENTLICHE ERMESSENSENTSCHEIDUNGEN BEI SCHÄTZUNGEN UND BEURTEILUNGEN

Bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden hat die Konzernleitung Ermessensentscheidungen, die sich auf ausgewiesene Beträge im Konzernabschluss auswirken, getroffen. Danach sind bei der Aufstellung des Konzernabschlusses zu einem gewissen Grad Annahmen zu treffen und Schätzungen vorzunehmen, die einen Effekt auf die Höhe und den Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualschulden der Berichtsperiode haben.

Den Annahmen und Schätzungen liegen Prämissen zugrunde, die auf dem jeweils aktuell verfügbaren Kenntnisstand fußen. Insbesondere wurden hinsichtlich der erwarteten künftigen Geschäftsentwicklung die zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses vorliegenden Umstände ebenso, wie die als realistisch unterstellte künftige Entwicklung des Umfelds zugrunde gelegt. Durch von den Annahmen abweichende und außerhalb des Einflussbereichs des Managements liegende Entwicklungen dieser Rahmenbedingungen können die sich einstellenden Beträge von den ursprünglich erwarteten Schätzwerten abweichen.

Die verwendeten Schätzungen und Annahmen sind in den Erläuterungen der einzelnen Bilanz- und GuV-Positionen in Abschnitt 3 "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" dargestellt. Die wesentlichen betragsmäßigen Auswirkungen ergeben sich in den nachfolgend genannten Bereichen:

  • Festlegung wirtschaftlicher Nutzungsdauern für immaterielle Vermögenwerte und Sachanlagen inklusive der im Wege eines Finanzierungsleasings gemieteten Vermögenswerte.
  • Beurteilung der Leasinglaufzeit sowie die Bestimmung des maßgeblichen Diskontierungszinssatzes bei der bilanziellen Abbildung von Leasingverhältnissen.
  • Beurteilung der Werthaltigkeit von Vermögenswerten auf Grundlage der Einschätzung erkennbarer Risiken.
  • Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern auf steuerliche Verlustvorträge.
  • Beurteilung der Ausbuchungskriterien von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Rahmen von Factoring-Vereinbarungen.
  • Schätzung marktgerechter Zinsstrukturkurven im Rahmen der Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten.
  • Bestmögliche Schätzung des wahrscheinlichsten Erfüllungsbetrags im Rahmen der Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen.
  • Beurteilung der etwaigen Trennungspflicht und die Bewertung von eingebetteten Derivaten.
  • Erfassung von zusätzlichen Kosten in der Zeit der Anbahnung von Verträgen mit Kunden.
  • Ermittlung des erwarteten Kreditverlustes mittels des vereinfachten Verfahrens (Simplified Approach) für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie für Vertragsvermögenswerte.

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

2 KONSOLIDIERUNG

2.1 KONSOLIDIERUNGSKREIS

Der Konsolidierungskreis leitet sich aus der Anwendung von IFRS 10 (Konzernabschlüsse) ab. Im Konzernabschluss der va-Q-tec AG zum 31.12.2020 wurden die folgenden Tochtergesellschaften vollkonsolidiert:

Sitz Kapitalanteil 31.12.2020 Kapitalanteil 31.12.2019
Rochester, UK 100% 100%
East Rutherford, NJ, USA 100% 100%
Joong-gu, Incheon, Republik Korea 100% 100%
Zürich, Schweiz 100% 100%
Tokyo, Japan 100% 100%
Montevideo, Uruquay 100% 100%
Singapur, Singapur 100% 100%

Die va-Q-tec AG und ihre Tochtergesellschaften bilden zusammen den va-Q-tec Konzern. Im Hinblick auf wesentliche Finanzinformationen der Tochterunternehmen wird auf die Segmentberichterstattung verwiesen.

2.2 VERÄNDERUNGEN DES KONSOLIDIERUNGSKREISES UND SONSTIGE ERWERBE UND VERÄUSSE-RUNGEN

Im Geschäftsjahr 2020 ergaben sich keine Veränderungen bei den vollkonsolidierten Tochtergesellschaften der va-Q-tec.

Die in den finanziellen Vermögenswerten zum Fair Value bilanzierte Beteiligung an der SUMTEQ GmbH hat sich aufgrund einer weiteren Kapitalerhöhung der Gesellschaft, an der die va-Q-tec AG nicht vollumfänglich partizipiert hat, auf 15,00% (Vj.: 15,22%) reduziert.

Die im Geschäftsjahr aus strategischen Gründen von der va-Q-tec erworbenen Anteile von 15,00% (Vj.: 0,00%) an der ING3D GmbH werden entsprechend zum Fair Value in den Finanziellen Vermögenswerten bilanziert. Es besteht kein maßgeblicher Einfluss auf die Gesellschaft durch die va-Q-tec AG.

2.3 KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZE

Dem Konzernabschluss liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zugrunde. Soweit erforderlich, werden die Jahresabschlüsse der einbezogenen Unternehmen angepasst, um sie an die im Konzern angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden anzugleichen. Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen sind jeweils auf den Stichtag des Konzernabschlusses aufgestellt.

86

Tochterunternehmen sind diejenigen Gesellschaften, bei denen der Konzern über bestehende Rechte verfügt, die ihm die gegenwärtige Fähigkeit verleihen, die maßgeblichen Tätigkeiten der Gesellschaften zu lenken. Die maßgeblichen Tätigkeiten sind die Tätigkeiten, die die Profitabilität der Gesellschaften wesentlich beeinflussen. Beherrschung ist daher gegeben, wenn der Konzern variablen Rückflüssen aus der Beziehung zu einer Gesellschaft ausgesetzt ist und mithilfe seiner Verfügungsgewalt über die maßgeblichen Tätigkeiten die Möglichkeit hat, diese Rückflüsse zu beeinflussen. Im va-Q-tec Konzern beruht die Beherrschungsmöglichkeit jeweils auf einer unmittelbaren Stimmrechtsmehrheit der va-Q-tec AG. Die Einbeziehung von Unternehmen in den Konzernabschluss der va-Q-tec AG beginnt zu dem Zeitpunkt, ab dem die Möglichkeit der Beherrschung besteht. Sie endet, wenn diese nicht mehr besteht.

Im Rahmen der Kapitalkonsolidierung werden die Beteiligungsbuchwerte mit dem anteiligen Eigenkapital des Tochterunternehmens verrechnet. Da es sich bei sämtlichen Tochterunternehmen um selbst gegründete Gesellschaften handelt, haben sich aus der Erstkonsolidierung jeweils keine Unterschiedsbeträge ergeben.

Konzerninterne Geschäftsvorfälle werden vollständig bereinigt. Dabei werden maßgebliche Forderungen, Verbindlichkeiten und Rückstellungen zwischen den konsolidierten Gesellschaften gegeneinander aufgerechnet sowie Zwischengewinne und -verluste eliminiert. Konzerninterne Erträge werden mit den korrespondierenden Aufwendungen verrechnet. Auf etwaige temporäre Unterschiede aus der Konsolidierung werden die nach IAS 12 erforderlichen Steuerabgrenzungen vorgenommen.

Ein assoziiertes Unternehmen ist ein Unternehmen, bei dem va-Q-tec über maßgeblichen Einfluss verfügt. Maßgeblicher Einfluss ist dabei definiert als die Möglichkeit, an den finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen des Beteiligungsunternehmens mitzuwirken, ohne zu beherrschen oder gemeinschaftlich zu führen. Wenn die va-Q-tec AG direkt oder indirekt zwischen 20% und 50% der Stimmrechte an einem Beteiligungsunternehmen hält, besteht die Vermutung, dass ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann. Bei einem direkt oder indirekt gehaltenen Stimmrechtsanteil von weniger als 20% wird kein maßgeblicher Einfluss vermutet, außer er kann eindeutig nachgewiesen werden.

Anteile an at-Equity-bilanzierten Beteiligungen werden zunächst mit den Anschaffungskosten und in den Folgeperioden mit dem fortgeschriebenen anteiligen Nettovermögen bilanziert. Dabei werden die Buchwerte jährlich um die anteiligen Ergebnisse, Ausschüttungen und alle weiteren Eigenkapitalveränderungen erhöht bzw. vermindert. Unrealisierte Gewinne auf der Basis von Transaktionen mit assoziierten Unternehmen werden nach Maßgabe des Anteils der va-Q-tec gegen den Beteiligungsbuchwert eliminiert. Unrealisierte Verluste werden in gleicher Weise eliminiert, jedoch nur in dem Maße, in dem kein Anzeichen auf eine Wertminderung vorliegt. Geschäfts- oder Firmenwerte werden nicht gesondert ausgewiesen, sondern sind im Wertansatz der Beteiligung enthalten. Eine planmäßige Abschreibung der Geschäfts- oder Firmenwerte findet nicht statt. Aufgedeckte stille Reserven werden planmäßig abgeschrieben. Nach der at-Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen werden außerplanmäßig abgeschrieben, wenn der erzielbare Betrag den Buchwert unterschreitet.

2.4 FREMDWÄHRUNGSUMRECHNUNG

Der Konzernabschluss ist unter Beachtung des Konzepts der funktionalen Währung aufgestellt worden. Die funktionale Währung der va-Q-tec AG ist die primäre Währung des Wirtschaftsumfeldes, in dem der va-Q-tec Konzern tätig ist. Sie entspricht dem Euro, welcher zugleich der Darstellungswährung des Konzernabschlusses entspricht. Funktionale Währung der Tochtergesellschaften in den USA, Südkorea, Schweiz, Japan und Singapur ist jeweils die Landeswährung, da diese Tochtergesellschaften ihre Geschäfte in den jeweiligen Märkten selbstständig betreiben. Die funktionale Währung der britischen Tochtergesellschaft entspricht dem Euro. Die funktionale Währung der Tochtergesellschaft in Uruguay entspricht dem US-Dollar.

In den Abschlüssen jedes einzelnen Konzernunternehmens werden Geschäftsvorfälle in Fremdwährung mit den am Tag der Transaktion gültigen Kursen in die funktionale Währung umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Schulden in Fremdwährung werden an jedem Abschlussstichtag mit dem gültigen Stichtagskurs umgerechnet. Zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertete nicht-monetäre Vermögenswerte und Schulden werden mit dem Wechselkurs zum Zeitpunkt der erstmaligen bilanziellen Erfassung umgerechnet. Die aus diesen Umrechnungen entstandenen Fremdwährungsgewinne und -verluste werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung unter den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

Zur Aufstellung des Konzernabschlusses werden die Vermögenswerte und Schulden der ausländischen Tochtergesellschaften des Konzerns, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, in Euro umgerechnet, wobei die am Abschlussstichtag gültigen Wechselkurse herangezogen werden. Erträge und Aufwendungen werden zum Durchschnittskurs der Periode umgerechnet, es sei denn, die Umrechnungskurse während der Periode würden starken Schwankungen unterliegen. In diesem Fall würden die Umrechnungskurse zum Zeitpunkt der Transaktion Anwendung finden. Umrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe in Konzernwährung werden im sonstigen Konzernergebnis erfasst und im Eigenkapital angesammelt.

Die für die Umrechnung in Euro verwendeten Wechselkurse der wesentlichen Währungen im Konzern ergeben sich aus folgender Tabelle:

Stichtagskurs Durchschnittskurs
31.12.2020 31.12.2019 2020 2019
Britisches Pfund 0,8990 0,8508 0,8887 0,8773
US-Dollar 1,2271 1,1234 1,1396 1,1196
Südkoreanischer Won 1.336,0000 1.296,2800 1.344,3756 1.304,8974
Schweizer Franken 1,0802 1,0854 1,0702 1,1127
Japanischer Yen 126,4900 121,9400 121,7004 122,0561
Singapur-Dollar 1,6218 1,5111 1,5726 1,5272

3 BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

3.1 KONZERNGEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Umsatzerlöse

Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Gütern werden ausgewiesen, wenn ein Vermögenswert übertragen wird und der Kunde die Verfügungsgewalt über diesen Vermögenswert erlangt, ein Transaktionspreis vereinbart wurde oder ermittelt werden kann und wenn die Zahlung wahrscheinlich ist. Umsätze aus Dienstleistungen werden erfasst, sobald die Leistung erbracht wurde und die Höhe der Erlöse verlässlich bestimmt werden kann. Zahlungen für nicht zurückgelieferte Thermoboxen im Zusammenhang mit erbrachten Vermietdienstleistungen werden als Umsatzerlöse ausgewiesen. Von den Umsatzerlösen werden Rabatte, Boni, Umsatzsteuern und andere im Zusammenhang mit der Leistung stehende Steuern abgesetzt. Alle ausgewiesenen Umsatzerlöse stellen Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden dar.

Umsatzerlöse werden zum Transaktionspreis der erhaltenen oder zu erhaltenden Gegenleistung erfasst und stellen die Beträge dar, die für Güter und Dienstleistungen im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zu erhalten sind.

Die mit den Kunden branchenüblichen Zahlungsziele enthalten keine wesentlichen Finanzierungskomponenten. Gewährleistungsverpflichtungen aus Verträgen der Gesellschaft mit ihren Kunden stellen keine separaten Leistungsverpflichtungen dar und werden als Rückstellung erfasst.

Hinsichtlich der Eröffnungs- und Schlusssalden sowie Wertminderungen auf Forderungen aus Verträgen mit Kunden verweisen wir auf die Erläuterungen zu den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Für die Aufgliederung der Umsatzerlöse nach Unternehmensbereichen wird auf die Erläuterungen zu den Umsatzerlösen und für die Aufteilung nach Regionen auf die Segmentberichterstattung verwiesen.

Finanzergebnis

In der Position Finanzergebnis ausgewiesene Zinserträge und -aufwendungen werden periodengerecht unter Berücksichtigung der ausstehenden Darlehenssumme und des anzuwendenden Zinssatzes abgegrenzt. Dabei findet die Effektivzinsmethode Anwendung.

Ertragsteuern

Der Aufwand aus Ertragsteuern stellt die Summe des laufenden Steueraufwands und der latenten Steuern dar. Der laufende Steueraufwand wird auf Basis des zu versteuernden Einkommens für das Jahr ermittelt. Der zu versteuernde Gewinn unterscheidet sich von dem in der Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns ausgewiesenen Gewinn vor Steuern, da Ertragsund Aufwandsposten, die in anderen Jahren zu versteuern oder abzugsfähig sind, sowie Posten, auf die grundsätzlich keine Steuern anfallen oder die grundsätzlich nicht abzugsfähig sind, hierin nicht enthalten sind.

Latente Steuern werden in Übereinstimmung mit der in IAS 12 (Ertragsteuern) dargelegten bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode erfasst. Danach werden Steuerabgrenzungsposten für temporäre Differenzen zwischen den steuerlichen Wertansätzen und den Wertansätzen in der Konzernbilanz sowie für steuerliche Verlustvorträge gebildet. Aktive latente Steuern werden nur dann berücksichtigt, wenn es wahrscheinlich ist, dass die entsprechenden Steuervorteile auch realisiert werden. Die Verlustvorträge, auf die aktive latente Steuern gebildet wurden, werden erwartungsgemäß innerhalb des Planungszeitraums von fünf Jahren genutzt. Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird jedes Jahr am Abschlussstichtag geprüft und im Wert gemindert, falls es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass genügend zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung steht, um den Anspruch vollständig oder teilweise zu realisieren.

Für zu versteuernde temporäre Differenzen, die aus Anteilen an Tochterunternehmen entstehen, werden latente Steuerschulden gebildet, es sei denn, dass der Konzern die Umkehrung der temporären Differenzen steuern kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporäre Differenz in absehbarer Zeit nicht umkehren wird.

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

Aktive und passive latente Steuern werden saldiert, soweit sie denselben Steuerpflichtigen betreffen und gegenüber derselben Steuerbehörde bestehen.

Zur Bewertung latenter Steuern werden die Steuersätze zukünftiger Jahre herangezogen, soweit sie bereits gesetzlich festgeschrieben sind bzw. der Gesetzgebungsprozess im Wesentlichen abgeschlossen ist. Latente Steuern werden grundsätzlich erfolgswirksam erfasst. Sofern die den Steuerlatenzen zugrunde liegenden Be- oder Entlastungen ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst werden, erfolgt die Bildung bzw. Auflösung der latenten Steuern ebenfalls ergebnisneutral.

Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie (Basic Earnings per Share) wird nach IAS 33 (Ergebnis je Aktie) ermittelt. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie ermittelt sich aus der Division des Ergebnisanteils nach Steuern der Gesellschafter des Mutterunternehmens durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der während des Geschäftsjahrs in Umlauf befindlichen Aktien. Zum Ende des Geschäftsjahres waren wie im Vorjahr nur Stammaktien ausgegeben, sodass das Konzernergebnis nicht auf verschiedenen Aktiengattungen aufzuteilen ist. Ein verwässertes Ergebnis je Aktie wird nicht gesondert ausgewiesen, da zum 31.12.2020 wie im Vorjahr keine potentiell verwässernden Instrumente ausstehend waren.

3.2 KONZERNBILANZ

3.2.1 Aktiva

Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte werden gemäß IAS 38 aktiviert, wenn ein zukünftiger wirtschaftlicher Nutzen aus der Nutzung des Vermögenswerts zu erwarten ist und die Kosten des Vermögenswerts verlässlich ermittelt werden können.

Einzeln erworbene immaterielle Vermögenswerte werden beim erstmaligen Ansatz zu Anschaffungskosten, selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte zu Herstellungskosten angesetzt. In den Folgeperioden werden die immateriellen Vermögenswerte zu ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und gegebenenfalls kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Forschungskosten werden erfolgswirksam in der Periode erfasst, in der sie anfallen.

Immaterielle Vermögenswerte mit einer begrenzten Nutzungsdauer werden linear über die Nutzungsdauer abgeschrieben und, sobald es Anhaltspunkte für eine Wertminderung des immateriellen Vermögenswerts gibt, auf möglichen Wertminderungsbedarf geprüft. Die geschätzte Nutzungsdauer und die Abschreibungsmethode werden am Ende der jährlichen Berichtsperiode überprüft und eventuelle Änderungen der Schätzung werden bei der Folgebewertung berücksichtigt. Den planmäßigen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde:

Software 3 – 5 Jahre
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte 6 Jahre

Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung immaterieller Vermögenswerte werden als Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswerts ermittelt und in der Periode, in der der Vermögenswert ausgebucht wird, erfolgswirksam im sonstigen betrieblichen Ertrag bzw. den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.

Ein aus interner Entwicklung (oder der Entwicklungsphase eines internen Projekts) entstehender immaterieller Vermögenswert wird angesetzt, sofern die entsprechenden Voraussetzungen des IAS 38.57 nachgewiesen werden können. Die aktivierten Herstellungskosten selbst erstellter immaterieller Vermögenswerte umfassen die dem Entwicklungsprozess direkt zurechenbaren Kosten sowie entwicklungsbezogene Gemeinkosten.

90

Sachanlagen

Sachanlagen werden für Geschäftszwecke genutzt und zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich der kumulierten planmäßigen Abschreibungen und kumulierten Wertminderungsaufwendungen bewertet.

Die Anschaffungskosten einer Sachanlage umfassen sämtliche direkt dem Erwerb des Vermögenswertes zurechenbaren Kosten. Reparaturen und Wartungen werden in dem Geschäftsjahr aufwandswirksam in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, in dem sie angefallen sind. Selbst erstellte Vermögenswerte werden erstmalig mit den direkt zurechenbaren Herstellungskosten sowie produktionsbezogenen Gemeinkosten bewertet.

Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, Bau oder der Herstellung eines sogenannten qualifizierten Vermögenswertes zugeordnet werden können, sind nach IFRS als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten zu aktivieren.

Sachanlagen werden gemäß der Nutzungsart und Nutzungsdauer der Vermögenswerte linear abgeschrieben. Die Abschreibung beginnt zu dem Zeitpunkt, an dem die Vermögenswerte für die beabsichtigte Nutzung zur Verfügung stehen. Die Restwerte, Abschreibungsmethoden und Nutzungsdauern werden jährlich überprüft und gegebenenfalls angepasst. Den planmäßigen Abschreibungen werden überwiegend folgende Nutzungsdauern zugrunde gelegt:

Gebäude, Außenanlagen und Gebäudeeinrichtungen
Gebäude 33–40 Jahre
Außenanlagen und Gebäudeeinrichtungen 5–20 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen
Produktionsanlagen 8–21 Jahre
Sonstige technische Anlagen und Maschinen 3–25 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3–15 Jahre
Containerflotte 5 Jahre
Boxenflotte 2–5 Jahre

Sofern Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen, werden die Sachanlagen auf einen möglichen Wertminderungsbedarf geprüft.

Gewinne oder Verluste, die durch Veräußerung oder Ausbuchung eines Sachanlagenpostens entstehen, werden als Differenz zwischen dem Verkaufserlös und dem Buchwert des Vermögenswerts ermittelt und erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder Aufwendungen erfasst.

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien umfassen Grundstücke und Gebäude, die zur Erzielung von Mieteinnahmen oder zum Zwecke der Wertsteigerung gehalten und nicht für die eigene Produktion, für die Lieferung von Gütern oder die Erbringung von Dienstleistungen, für Verwaltungszwecke oder für den Verkauf im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit genutzt werden. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bewertet.

Sofern Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen, werden als Finanzinvestition gehaltene Immobilien auf einen möglichen Wertminderungsbedarf geprüft.

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

Vertragsvermögenswerte

Die Vertragsvermögenswerte beinhalten Entwicklungskosten, die nicht bereits die Voraussetzungen für eine Aktivierung nach anderen Standards erfüllen. Dabei handelt es sich vorwiegend um kundenspezifische Entwicklungen, die in der Zeit der Vertragsanbahnung erbracht werden, unmittelbar mit einem erwarteten Vertrag zusammenhängen und für die eine Wiederlangung der dabei entstehenden Kosten erwartet wird. Zum einen fallen solche Kosten bei der Modifikation oder Qualifizierung von Produkten aus dem bestehenden Sortiment der Gesellschaft nach kundenspezifischen Anforderungen und zum anderen bei Implementierungen von Produkten oder Leistungen der va-Q-tec in die Prozesse der Kunden an. Zudem schaffen diese Kosten neue bzw. verbessern bestehende Ressourcen der Gesellschaft, die für die künftige Erfüllung von Leistungsverpflichtungen genutzt werden.

Zusätzliche Kosten für kundenspezifische Entwicklungen in der Zeit der Vertragsanbahnung, für die der Abschreibungszeitraum nicht mehr als ein Jahr betragen würden, werden sofort als Aufwand erfasst.

Die aktivierten Vertragsvermögenswerte werden gleichlaufend mit der Übertragung der Güter bzw. Dienstleistungen abgeschrieben, auf die sich die Vertragsvermögenswerte beziehen.

Werthaltigkeitstest

Immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer sowie noch nicht nutzungsbereite immaterielle Vermögenswerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich auf Wertminderungen geprüft. Vermögenswerte, die einer planmäßigen Abschreibung unterliegen, werden auf Wertminderungen geprüft, wenn irgendein Anhaltspunkt dafür vorliegt, dass der Buchwert des Vermögenswerts nicht mehr erzielt werden kann. Ein Wertminderungsverlust wird in Höhe des Betrags erfasst, um den der Buchwert des Vermögenswerts seinen erzielbaren Betrag übersteigt. Der erzielbare Betrag des Vermögenswerts ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten und Nutzungswert. Der Nutzungswert wird dabei auf Basis der geschätzten künftigen Cashflows aus der Nutzung und dem Abgang des Vermögenswerts mit Hilfe des Discounted-Cashflow-Verfahrens ermittelt. Als Diskontierungssatz wird ein den Marktbedingungen entsprechender Zinssatz vor Steuern verwendet. Sofern kein erzielbarer Betrag für einen einzelnen Vermögenswert ermittelt werden kann, wird der erzielbare Betrag für die kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten (Cash Generating Unit) bestimmt, der der betreffende Vermögenswert zugeordnet werden kann.

Entfallen zu einem späteren Zeitpunkt die Gründe für die vorgenommene Wertminderung, so erfolgt grundsätzlich eine Zuschreibung auf den neuen erzielbaren Betrag. Die Wertaufholung ist begrenzt auf den fortgeführten Buchwert, der sich ohne die Wertberichtigung in der Vergangenheit ergeben hätte.

Es wurden keine Indikatoren für eine mögliche Wertminderung identifiziert. Außerplanmäßige Wertminderungen oder Zuschreibungen gemäß IAS 36 wurden im Berichtszeitraum sowie im Vorjahr entsprechend nicht vorgenommen.

Leasingverhältnisse

Leasing

Als Leasingverhältnisse gelten alle Verträge, die das Recht zur Nutzung eines bestimmten Vermögenswerts für einen festgelegten Zeitraum gegen Entgelt übertragen. Dies gilt auch für Verträge, bei denen die Übertragung eines solchen Rechts nicht ausdrücklich beschrieben ist. Die va-Q-tec nutzt als Leasingnehmer insbesondere Immobilien und Fahrzeuge.

Konzern als Leasingnehmer

Anhand der Chancen und Risiken an einem Leasinggegenstand wurde bis zum 31.12.2018 beurteilt, ob dem Leasingnehmer (sogenannte Finance Leases) oder dem Leasinggeber (sogenannte Operating Leases) das wirtschaftliche Eigentum am Leasinggegenstand gemäß IAS 17 zuzurechnen war.

Im Falle eines Operating Leasings wurden die Leasingraten bzw. Mietzahlungen linear aufwandswirksam in der Gewinnund Verlustrechnung erfasst. Vermögenswerte, die im Rahmen eines Finanzierungsleasings bilanziert wurden, wurden zu Beginn des Leasingvertrages mit dem niedrigeren Wert aus dem Barwert der Leasingzahlungen und dem Zeitwert des Leasinggegenstands und in den Folgeperioden abzüglich kumulierter Abschreibungen und sonstiger kumulierter Wertminderungen berücksichtigt. Die Abschreibung erfolgte linear unter entsprechender Berücksichtigung eines Restwertes des Vermögenswertes. Die aus den künftigen Leasingraten resultierenden Zahlungsverpflichtungen wurden diskontiert unter den Finanzierungsverbindlichkeiten passiviert.

Seit dem 1. Januar 2019 bilanziert der Konzern als Leasingnehmer grundsätzlich für alle Leasingverhältnisse in der Bilanz Nutzungsrechte an den Leasinggegenständen im Sachanlagevermögen und Verbindlichkeiten für die eingegangenen Zahlungsverpflichtungen zu Barwerten unter den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten. Die Leasingverbindlichkeiten beinhalten folgende Leasingzahlungen:

  • Feste Zahlungen, einschließlich defacto feste Zahlungen, abzüglich vom Leasinggeber noch zu leistender Leasinganreize,
  • variable Zahlungen, die an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind,
  • erwartete Beträge, die aufgrund von Restwertgarantien voraussichtlich zu zahlen sind,
  • den Ausübungspreis einer Kaufoption, wenn die Ausübung als hinreichend sicher eingeschätzt wird und
  • Vertragsstrafen für die Kündigung des Leasingverhältnisses, wenn in dessen angenommener Laufzeit berücksichtigt ist, dass eine Kündigungsoption in Anspruch genommen wird.

Die Leasingzahlungen werden mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz diskontiert. Der Zinssatz wird auf Basis des risikofreien Referenzzinssatzes unter Berücksichtigung der Laufzeit der Leasingverträge in der relevanten Konzernwährung (TEUR) zuzüglich eines dem Rating der va-Q-tec entsprechenden Risikoaufschlages ermittelt. Falls notwendig, erfolgen länderund währungsspezifische Anpassungen des Basiszinssatzes. Der Risikoaufschlag ist konzernweit einheitlich ausgestaltet, da sich innerhalb des Konzernverbundes keine wesentlichen Unterschiede in Bezug auf das Kreditrisiko ergeben. Leasingspezifische Adjustierungen waren im Geschäftsjahr nicht erforderlich, da beispielsweise vorliegende Besicherungen keinen materiellen Einfluss auf den Zinssatz haben. Änderungen der Leasingverhältnisse und Neubewertungen der Leasingverbindlichkeiten werden grundsätzlich erfolgsneutral gegen das Nutzungsrecht erfasst. Eine erfolgswirksame Erfassung in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt, wenn der Buchwert des Nutzungsrechts bereits auf Null reduziert ist oder diese aufgrund einer teilweisen bzw. vorzeitigen Beendigung des Leasingverhältnisses resultiert.

Das Nutzungsrecht am Leasinggegenstand wird korrespondierend zur Leasingverbindlichkeit aktiviert. Zu Beginn des Leasingverhältnisses entspricht der Wert des Nutzungsrechts dem Barwert der entsprechenden Leasingverbindlichkeit. In den Folgeperioden wird das Nutzungsrecht zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Der Konzern führt bei Vorliegen entsprechender Indikatoren zudem Werthaltigkeitsprüfungen durch.

Der Konzern macht von den Erleichterungsmöglichkeiten des IFRS 16 für Short Term Leases (Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von unter 12 Monaten) sowie für Low-Value Vermögenswerte Gebrauch. Für die Low-Value Vermögenswerte wird ein Richtwert von 5 TEUR herangezogen. Zahlungen aus Leasingverpflichtungen mit einer Laufzeit von nicht mehr als zwölf Monaten werden dem Wahlrecht entsprechend im Zahlungszeitpunkt aufwandswirksam erfasst. va-Q-tec stellt außerdem entsprechend dem Wahlrecht des Standards die Leasing- und Servicekomponenten grundsätzlich nicht separat voneinander dar.

Sale-and-finance-leaseback-Transaktionen

Im Rahmen von Sale-and-finance-leaseback-Transaktionen hat der Konzern bis zum 31. Dezember 2018 Container an Leasinggesellschaften verkauft und diese anschließend wieder zurück geleast. Durch die Rückmietung übernahm der Konzern wieder alle wesentlichen mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken und klassifizierte das Leasingverhältnis als Finanzierungsleasing. Die Umsatzerlöse aus diesen Sale-and-finance-leaseback-Transaktionen wurden vollständig eliminiert. Da sämtliche Container in der gleichen Periode hergestellt und im Wege von Sale-and-finance-leaseback-Transaktionen zurückgeleast wurden, sind die diesbezüglichen Zugänge aus den aktivierten Eigenleistungen mit den betragsmäßig gleichen Abgängen saldiert in der Entwicklung der Anschaffungs- und Herstellungskosten der Containerflotte im Sachanlagevermögen ausgewiesen worden. Die erstmalige Bewertung des Vermögenswerts aus Finanzierungsleasing erfolgte nach den allgemeinen Regeln des IAS 17 und führte zur Aktivierung des Leasinggegenstands und der korrespondierenden Verbindlichkeit.

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

Der Überschuss aus den va-Q-tec zufließenden finanziellen Mitteln (Verkaufspreis) und dem Buchwert bzw. den aktivierten Eigenleistungen der Container aus dem Verkauf durfte bei Sale-and-finance-leaseback-Transaktionen nicht sofort erfolgswirksam erfasst werden, sondern wurde als passiver Sonderposten unter den nicht-finanziellen Verbindlichkeiten abgegrenzt. Der Sonderposten wird über die Laufzeit des Leasingverhältnisses von 5 Jahren erfolgswirksam aufgelöst und in den sonstigen betrieblichen Erträgen in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Die Auflösung des bestehenden Sonderpostens erfolgt bis zum 31. August 2023.

Seit dem 1. Januar 2019 ist im Rahmen einer Sale-and-Leaseback-Transaktion zunächst anhand der Kriterien aus IFRS 15 zu prüfen, ob die Übertragung eines Vermögenswerts einen Verkauf darstellt. Wenn die Übertragung eines Vermögenswerts die in IFRS 15 festgelegten Anforderungen für die Bilanzierung als Verkauf nicht erfüllt, wird der Vermögenswert weiterhin bilanziert und die erhaltenen Erlöse als finanzielle Verbindlichkeit gemäß IFRS 9 erfasst. Wenn die Übertragung des Vermögenswerts einen Verkauf darstellt, werden die zurückgemieteten Vermögenswerte im Konzernabschluss nach den oben dargestellten Grundsätzen der Leasingnehmerbilanzierung abgebildet.

Konzern als Leasinggeber

Der Konzern tritt als Leasinggeber im Rahmen von Operating-Leasingverträgen auf. Dies betrifft die kurzfristige Vermietung von Containern und Boxen an Dritte, die in der Regel von kurzer Dauer ist. Im Zuge dieser Leasingverhältnisse erfolgt keine Übertragung der mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken auf den Leasingnehmer, sodass die vermieteten Container und Boxen im Anlagevermögen ausgewiesen werden. Die Erlöse aus der Vermietung werden innerhalb der Umsatzerlöse dargestellt. Erlöse aus der vorübergehenden Vermietung von nicht durchgehend durch das Unternehmen genutzten Räumlichkeiten werden in den sonstigen betrieblichen Erträge ausgewiesen.

Vorräte

Vorräte werden zum niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Bei der Ermittlung der Anschaffungskosten werden Anschaffungsnebenkosten zugerechnet und Anschaffungspreisminderungen abgezogen. Die Herstellungskosten enthalten die direkten Material- und Fertigungskosten sowie den produktionsbezogenen Anteil der fixen und variablen Gemeinkosten. Der Nettoveräußerungswert entspricht dem geschätzten, im normalen Geschäftsbetrieb erzielbaren Verkaufserlös abzüglich der geschätzten Kosten bis zur Fertigstellung und der notwendigen Vertriebskosten. Zur verlustfreien Bewertung werden u.a. Bewertungsabschläge aufgrund von Gängigkeiten vorgenommen.

Finanzinstrumente und finanzielle Vermögenswerte

Die finanziellen Vermögenswerte setzen sich insbesondere aus Forderungen und Zahlungsmitteln zusammen. Die Bilanzierung und Bewertung erfolgt nach IFRS 9. Finanzielle Vermögenswerte werden bilanziert, wenn dem Konzern ein vertragliches Recht zusteht, Zahlungsmittel oder andere finanzielle Vermögenswerte von Dritten zu erhalten. Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden grundsätzlich zum Erfüllungstag bilanziert. Der erstmalige Ansatz eines finanziellen Vermögenswertes erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, gegebenenfalls zuzüglich der Transaktionskosten. Transaktionskosten von finanziellen Vermögenswerten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind, werden aufwandswirksam erfasst. Die Folgebewertung erfolgt gemäß der Zuordnung der finanziellen Vermögenswerte zu den Kategorien nach IFRS 9.

Die Klassifizierung und Bewertung finanzieller Vermögenswerte basieren zum einen auf der sogenannten Zahlungsstrombedingung (ausschließlich Zahlungsströme aus Zinsen und Kapitalrückzahlung) entsprechend der konkreten Ausgestaltung der vertraglich vereinbarten Zahlungsströme eines einzelnen finanziellen Vermögenswerts. Zum anderen hängen sie auch vom Geschäftsmodell ab, nach dem Portfolios finanzieller Vermögenswerte gesteuert werden. Das Geschäftsmodell von va-Q-tec zur Steuerung von Portfolios der finanziellen Vermögenswerte widerspiegelt, wie das Unternehmen seine finanziellen Vermögenswerte steuert, um seine Zahlungsströme zu generieren. In Abhängigkeit des Geschäftsmodells entstehen die Zahlungsströme durch die Vereinnahmung vertraglicher Zahlungsströme, den Verkauf der finanziellen Vermögenswerte oder durch beides.

94

Auf Basis dieser Kriterien finden bei va-Q-tec für finanzielle Vermögenswerte folgende Bewertungskategorien Anwendung:

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte umfassen sämtliche Vermögenswerte, deren vertragliche Bestimmungen zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen führen, die ausschließlich Zinsund Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag im Einklang mit der Zahlungsstrombedingung des IFRS 9 darstellen, sofern diese Vermögenswerte mit der Absicht gehalten werden, die über ihre jeweilige Laufzeit erwarteten vertraglichen Zahlungsströme zu vereinnahmen. Dieser Bewertungskategorie werden die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten enthaltenen Forderungen sowie die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zugeordnet. Die Zugangsbewertung dieser Vermögenswerte erfolgt grundsätzlich zum Fair Value. Dieser entspricht regelmäßig dem Transaktionspreis zum Zugangszeitpunkt. Die erfolgswirksame Folgebewertung erfolgt anhand der Effektivzinsmethode.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte umfassen sämtliche finanziellen Vermögenswerte, deren Zahlungsströme durch Verkauf vereinnahmt werden oder nicht ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen in Übereinstimmung mit der in IFRS 9 etablierten Zahlungsstrombedingung darstellen. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts finanzieller Vermögenswerte dieser Kategorie einschließlich derivativer Finanzinstrumente werden erfolgswirksam erfasst. Der aus der Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten resultierende Gewinn oder Verlust wird erfolgswirksam im Finanzergebnis erfasst, es sei denn, das Derivat wird als Sicherungsinstrument im Rahmen einer Sicherungsbeziehung einbezogen (Hedge Accounting) und ist als solches wirksam. Im Berichtsjahr sowie im Vorjahr wurde jeweils keine Sicherungsgeschäfte für finanzielle Vermögenswerte getätigt.

Einzelne finanzielle Vermögenswerte werden nach IFRS 9 zu jedem Abschlussstichtag auf mögliche Wertminderungen untersucht. Liegen objektive Hinweise für eine Wertminderung vor, wird eine aufwandswirksame Wertberichtigung in Höhe der Differenz zwischen dem Buchwert des Vermögenswerts und dem Barwert der erwarteten künftigen Cashflows vorgenommen und auf einem separaten Wertberichtigungskonto erfasst. Verringert sich die Höhe der Wertberichtigung in Folgeperioden aufgrund von Ereignissen, die objektiv nach dem Zeitpunkt der Erfassung der Wertberichtigung eingetreten sind, wird die Wertminderung in entsprechendem Umfang erfolgswirksam zurückgenommen. Wertgeminderte Forderungen werden ausgebucht, wenn sie als uneinbringlich bewertet werden. Zudem wird entsprechend IFRS 9 der vereinfachte Ansatz für die Bestimmung der erwarteten Kreditverluste bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen angewendet und erwartete Kreditverluste über die jeweilige Gesamtlaufzeit der Forderungen als Wertminderung berücksichtigt. Der Konzern wendet den vereinfachten Ansatz auch für Vertragsvermögenswerte an.

Der Konzern bucht einen finanziellen Vermögenswert aus, wenn die vertraglichen Rechte hinsichtlich der Cashflows aus einem Vermögenswert auslaufen oder er die Rechte zum Erhalt der Cashflows in einer Transaktion überträgt, in der auch alle wesentlichen mit dem Eigentum des finanziellen Vermögenswertes verbundenen Risiken und Chancen übertragen werden. Ein Anteil an solchen übertragenen finanziellen Vermögenswerten, die im Konzern entstehen oder verbleiben, wird als separater Vermögenswert oder separate Verbindlichkeit bilanziert.

3.2.2 Passiva

Eigenkapital

Als Eigenkapital werden Geld- und Sacheinlagen definiert, die einen Residualanspruch an den Vermögenswerten eines Unternehmens nach Abzug aller dazugehörigen Schulden begründen. Eigenkapitalinstrumente werden zum erhaltenen Ausgabeerlös abzüglich direkt zurechenbarer Transaktionskosten erfasst. Transaktionskosten sind Kosten, welche ohne die Ausgabe des Eigenkapitalinstruments nicht angefallen wären. Diese werden unter Berücksichtigung sämtlicher Steuereffekte von der Kapitalrücklage in Abzug gebracht. Die Entwicklung des Eigenkapitals des va-Q-tec-Konzerns ist für die Geschäftsjahre 2020 und 2019 in der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt.

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

Eigene Anteile

va-Q-tec bilanziert die in 2016 erstmals erworbenen eigenen Anteile nach der sogenannten cost method, wonach die Anschaffungskosten der eigenen Anteile in einem separaten Posten innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesen werden.

Anteilsbasierte Vergütungen

Das Unternehmen hat aktuell keine Vereinbarungen über anteilsbasierte Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente an Arbeitnehmer. Weitere Informationen zu anteilsbasierten Vergütungen im va-Q-tec Konzern sind im Abschnitt "Sonstige Angaben" dargestellt.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden nur erfasst, wenn eine angemessene Sicherheit darüber besteht, dass die damit verbundenen Bedingungen erfüllt und die Zuwendungen auch gewährt werden. Sie werden ertragswirksam in den Perioden erfasst, in denen der Konzern die entsprechenden Aufwendungen trägt, welche durch die Zuwendungen kompensiert werden sollen. Zuwendungen der öffentlichen Hand, deren wichtigste Bedingung der Kauf, der Bau oder die sonstige Anschaffung langfristiger Vermögenswerte ist, werden als nicht-finanzielle Verbindlichkeit in der Bilanz erfasst. Die Auflösung erfolgt erfolgswirksam im sonstigen betrieblichen Ertrag auf Grundlage der Nutzungsdauer des entsprechenden Vermögenswertes. In 2020 hat die va-Q-tec AG Zuwendungen der öffentlichen Hand zur Anschaffung langfristiger Vermögenswerte i.H.v. 265 TEUR (Vj.: 0 TEUR) erhalten.

Rückstellungen

Rückstellungen werden ausgewiesen, wenn dem Konzern aus einem Ereignis der Vergangenheit eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung entstanden ist, die künftig wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen führt und die Höhe dieser Verpflichtung verlässlich geschätzt werden kann.

Der als Rückstellung erfasste Betrag entspricht der bestmöglichen Schätzung des für die Erfüllung der gegenwärtigen Verpflichtung notwendigen Gegenwerts zum Bilanzstichtag, wobei die Risiken und Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Verpflichtung berücksichtigt werden. In die Bewertung der Rückstellungen fließen sämtliche maßgeblichen Kostenfaktoren ein. Langfristige Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden, sofern der Zinseffekt wesentlich ist, zum Bilanzstichtag mit ihrem abgezinsten Erfüllungsbetrag ausgewiesen. Wenn zu erwarten ist, dass der zur Erfüllung einer zurückgestellten Verpflichtung erforderliche wirtschaftliche Nutzen ganz oder teilweise von Dritten erstattet wird, so wird die Forderung als Vermögenswert erfasst, wenn es so gut wie sicher ist, dass die Erstattung erfolgt und die Höhe der Forderung verlässlich bewertet werden kann.

Rückstellungen für Gewährleistungen werden zum Zeitpunkt des Verkaufs der betreffenden Waren oder der Erbringung der entsprechenden Dienstleistungen gebildet. Die Höhe der Rückstellung basiert auf der historischen Entwicklung sowie einer Schätzung der zukünftigen Gewährleistungsfälle.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten umfassen im Wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Verbindlichkeiten. Sie werden bei der erstmaligen Erfassung mit ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt und in der Folge — mit Ausnahme der derivativen Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden — gemäß der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten, gegebenenfalls abzüglich direkt zurechenbarer Transaktionskosten, bewertet.

Zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken werden bestimmte derivative Finanzinstrumente festen, in Fremdwährung vereinbarten Verpflichtungen als Sicherungsinstrument zugeordnet, um das damit verbundene Risiko abzusichern. Diese derivativen Finanzinstrumente werden zum beizulegenden Wert als sonstige finanzielle Verbindlichkeiten bilanziert. Der nach IFRS 9 ermittelte effektive Teil der Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts der derivativen Finanzinstrumente, die zur Absicherung von Zahlungsströmen (Cashflow Hedge) designiert sind und die Vorraussetzungen zur Bilanzierung als Teil einer Sicherungsbeziehung erfüllen, wird unmittelbar im Eigenkapital erfasst. Ein eventuell ermittelter ineffektiver Teil der Veränderung wird erfolgswirksam gebucht. Der im Eigenkapital bilanzierte Betrag wird in der Periode in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, in der das Grundgeschäft erfolgswirksam wird bzw. stattfindet.

96

4 ERLÄUTERUNGEN

4.1 KONZERNGEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

4.1.1 Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse gliedern sich wie folgt auf:

in TEUR 2020 2019
Produkte 18.303 18.440
Systeme 19.520 15.054
Dienstleistungen 32.657 29.811
Sonstige 1.626 1.362
Gesamt Konzern 72.106 64.667

Das Produktgeschäft umfasst die Produktion und den Vertrieb von Vakuumisolationspaneelen und Wärmespeicherkomponenten. Diese Produkte werden in folgende Branchen verkauft: Healthcare & Logistik, Kühlgeräte & Lebensmittel, Technik & Industrie, Bau und Mobilität. Der Umsatz zeigte sich in diesem Bereich unter Betrachtung des gesamten Geschäftsjahres stabil. Zwar ging der Umsatz zunächst im ersten Halbjahr aufgrund von pandemiebedingten Schließungen von Produktionswerken der Kunden in der Kühlgerätebranche zurück. Jedoch erholte sich der Markt für Vakuumisolationspaneele im zweiten Halbjahr.

Das Systemgeschäft umfasst den Vertrieb von thermischen Verpackungen, die an Unternehmen aus der Healthcare & Logistik-Branche verkauft werden. Der Anstieg des Umsatzes im Bereich Systeme von 30% wurde im Geschäftsjahr neben der Gewinnung neuer Kunden insbesondere durch Großprojektgeschäfte beinflusst.

Das Geschäft mit Dienstleistungen umfasst das Container- und Boxen-Vermietungsgeschäft für den Transport von temperatursensiblen Gütern, mehrheitlich für Produkte aus der Pharma- und Biotech-Branche. Gegenüber dem Vorjahr konnte die positive Umsatzentwicklung erfolgreich fortgeführt werden. Der Ausbau des Container- und Boxenvermietungsgeschäfts führte mit einer Verbreiterung der Kundenbasis und der Inbetriebnahme weiterer Versorgungslinien zu einem weiteren Umsatzwachstum von 10%. Pandemiebedingte Effekte wie der Transport von Testkits und ersten Impfstoffen trugen ebenfalls zu dieser Entwicklung bei. Negativ machte sich demgegenüber vor allem der ebenfalls pandemiebedingte Rückgang der Boxenvermietungen für klinische Studien bemerkbar. Sonstige Umsatzerlöse werden durch thermische Beratung und staatlich geförderte Forschungsprojekte erzielt.

Gegenüber dem Vorjahr konnte die dynamische Entwicklung in den drei wesentlichen Bereichen Produkte, Systeme und Dienstleistungen mit einem Umsatzwachstum von 12% fortgeführt werden. In den Umsatzerlösen des Bereichs Dienstleistungen sind auch Kompensationszahlungen durch Kunden für im Vermietnetzwerk nicht zurückgelieferte Thermo-Boxen im Umfang von 543 TEUR (Vj.: 784 TEUR) enthalten. Für weitere Informationen verweisen wir auf die Segmentberichterstattung.

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

4.1.2 Aktivierte Eigenleistungen

Die nachfolgende Tabelle illustriert die Entwicklung der aktivierten Eigenleistungen in den Geschäftsjahren 2019 und 2020. Aufgrund der weiteren Expansion des Container- und Boxenvermietgeschäfts sowie der CoVid-19 bedingten, erhöhten Nachfrage nach diesen Dienstleistungen wurde das Investitionsvolumen in diesem Bereich wieder erhöht.

in TEUR 2020 2019
Aktivierte Eigenleistungen aus Aufbau Containerflotte 3.827 2.173
Aktivierte Eigenleistungen aus Aufbau Mietboxenflotte 1.101 806
Sonstige aktivierte Eigenleistungen 1.451 968
Gesamt Konzern 6.379 3.947

Von den im Jahr 2020 insgesamt angefallenen Forschungs- und Entwicklungskosten i.H.v. 2.694 TEUR (Vj.: 2.417 TEUR) erfüllen 359 TEUR (Vj.: 300 TEUR) die Aktivierungskriterien nach IFRS. Die übrigen Forschungs- und Entwicklungskosten wurden in den entsprechenden Positionen der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, überwiegend im Personalaufwand, erfasst.

4.1.3 Sonstige betriebliche Erträge

in TEUR 2020 2019
Auflösung Sonderposten aus Container
Sale-and-finance-leaseback Transaktionen
2.397 2.866
Kursgewinne 512 417
Auflösung Sonderposten aus Zuwendungen der öffentlichen Hand 487 442
Gewinne aus Anlagenverkäufen 287 213
Aperiodische Erträge 263 235
Einspeisevergütungen von Photovoltaikanlagen 23 26
Sonstige Erträge 700 299
Gesamt Konzern 4.669 4.498

Sonstige betriebliche Erträge i.H.v. 4.669 TEUR (Vj.: 4.498 TEUR) resultierten vorrangig aus planmäßigen und kontinuierlichen Auflösungen des Sonderpostens aus Sale-and-finance-leaseback Transaktionen und Zuwendungen der öffentlichen Hand sowie aus Fremdwährungsgeschäften, Gewinnen aus Anlagenverkäufen und aperiodischen Erträgen.

4.1.4 Materialaufwand

in TEUR 2020 2019
Aufwand für Roh-, Hilfs-, und Betriebsstoffe 19.645 16.351
Aufwendungen für bezogene Leistungen 13.106 12.642
Gesamt Konzern 32.751 28.993

98

Der Materialaufwand stieg im Vergleich zu den Gesamterträgen leicht unterproportional von 28.993 TEUR auf 32.751 TEUR (+13%), was zu einer Reduzierung der Materialaufwands-Quote um 1%-Punkt auf 39% führt (Vj.: 40%). Der Materialaufwand beinhaltet neben Kosten für Rohmaterialien und für bezogene Leistungen insbesondere Logistikdienstleistungen im Container-Rental-Geschäft. In den Aufwendungen für bezogene Leistungen sind Aufwendungen aus kurzfristigen Leasingvereinbarungen von 32 TEUR ausgewiesen.

4.1.5 Personalaufwand

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Personalaufwendungen in den Geschäftsjahren 2020 und 2019:

in TEUR 2020 2019
Löhne und Gehälter 21.984 18.900
Soziale Abgaben 4.127 3.489
Gesamt Konzern 26.111 22.389

Der Personalaufwand veränderte sich von 22.389 TEUR im Vorjahr auf 26.111 TEUR im Berichtszeitraum 2020 (+17%); die Personalaufwandsquote ist mit 31% konstant geblieben. Der absolute Anstieg ist vor allem auf Neueinstellungen in der va-Q-tec AG, höhere Boni und Tantiemen auf Basis der im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbesserten Ergebnisse sowie Gehaltsannualisierungen von Personaleinstellungen aus 2019 zurückzuführen. Die sozialen Abgaben enthalten im Wesentlichen die Arbeitgeberanteile zur gesetzlichen Sozialversicherung. Für Mitarbeiter in Deutschland besteht ein beitragsorientierter Pensionsplan im Rahmen der deutschen gesetzlichen Rentenversicherung, in die der va-Q-tec-Konzern in Höhe eines im Berichtszeitraum gültigen Beitragssatzes von 9,3% (Vj.: 9,3%) (Arbeitgeberanteil) der rentenpflichtigen Vergütung einzuzahlen hat. Die geleisteten Beiträge betrugen im Berichtsjahr 1.426 TEUR (Vj.: 1.269 TEUR). Zusätzlich leistet die va-Q-tec AG im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge für ihre Mitarbeiter Zuschüsse zu Direktversicherungen i.H.v. 120 TEUR (Vj.: 119 TEUR). Darüber hinaus besteht ein beitragsorientierter Pensionsplan in den Tochtergesellschaften UK, Korea, Japan und Singapur. In der englischen Gesellschaft wurden Beiträge in Höhe von 82 TEUR (Vj.: 69 TEUR), in der US-amerikanischen Gesellschaft 32 TEUR (Vj.: 0 TEUR), in der koreanischen Gesellschaft 18 TEUR (Vj.: 17 TEUR), in der japanischen Gesellschaft 24 TEUR (Vj.: 15 TEUR) und in der singapurischen Gesellschaft 26 TEUR (Vj.: 22 TEUR) aufwandswirksam erfasst. Für die Vorstandsmitglieder bestehen darüber hinaus seit 2014 beitragsorientierte Leistungszusagen, für die im Berichtsjahr 18 TEUR (Vj.: 15 TEUR) in eine externe kongruent rückgedeckte Unterstützungskasse eingezahlt wurden. Insgesamt wurden somit Aufwendungen zu beitragsorientierten Pensionsplänen i.H.v. 1.746 TEUR (Vj.: 1.526 TEUR) erfasst. Die Löhne und Gehälter enthalten für das Geschäftsjahr 2020 erneut keine Kosten aus der Gewährung von Optionen an Mitarbeiter (Vj.: 0 TEUR). Für weitere Erläuterungen zu anteilsbasierter Vergütung verweisen wir auf Kapitel 5.3.

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter in den Geschäftsjahren 2019 und 2020 stellt sich wie folgt dar:

2020 2019
Männliche Beschäftigte 370 329
Weibliche Beschäftigte 149 135
Gesamt Konzern 519 464

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

4.1.6 Sonstiger betrieblicher Aufwand

in TEUR 2020 2019
Rechts-, Patent- und Beratungskosten 3.053 2.322
Frachten 2.436 1.421
Reparatur und Instandhaltung 1.430 1.317
Kursverluste 1.333 342
Marketing und Vertrieb 1.182 1.904
Mieten, Leasing und Gebäudenebenkosten 1.035 984
IT und sonstige Bürokosten 812 846
Versicherungen und Beiträge 695 478
Sonstiger Personalaufwand 514 520
Aufwendungen für Anlagenabgang (Boxen) 231 433
Vergütung des Aufsichtsrats 161 155
Aperiodische Aufwendungen 84 217
Sonstiges 905 823
Gesamt Konzern 13.871 11.762

Der sonstige betriebliche Aufwand verzeichnet im Berichtszeitraum 2020 eine Erhöhung um 18% auf 13.871 TEUR (Vj.: 11.762 TEUR). Grund hierfür waren im Wesentlichen die weltweit, pandemiebedingt hohen Preissteigerungen bei Frachkosten sowie Währungsverluste aufgrund der Kursentwicklung des US-Dollars. Bedingt durch das Unternehmenswachstum und das wachsende Vermietgeschäft mit Boxen weisen zudem die Versicherungen und Beiträge einen Anstieg aus. Gegenläufig entwickelten sich insbesondere die Marketing- und Messekosten aufgrund der Covid-19 bedingten Kontakt- und Reisebeschränkungen. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen werden Aufwendungen aus Leasingverträgen mit einer Laufzeit von unter 12 Monaten i.H.v. 93 TEUR (Vj.: 43 TEUR) sowie für Low-Value Vermögenswerte i.H.v. 2 TEUR (Vj.: 3 TEUR) ausgewiesen.

4.1.7 Abschreibungen

Im Geschäftsjahr 2020 wurden planmäßige Abschreibungen i.H.v. 12.299 TEUR (Vj.: 12.232 TEUR) vorgenommen. Es gab in beiden Geschäftsjahren keine außerplanmäßigen Wertminderungen oder Zuschreibungen. Die Abschreibungen auf Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen betrugen im Geschäftsjahr 1.049 TEUR (Vj.: 976 TEUR).

4.1.8 Ergebnis aus der Fair-Value-Bewertung von Beteiligungen

Der erfolgswirksam erfasste Gewinn aufgrund der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts der Beteiligung an der SUMTEQ GmbH in Folge einer weiteren Kapitalerhöhung der Gesellschaft beträgt 647 TEUR (Vj.: 1.771 TEUR).

4.1.9 Finanzergebnis

in TEUR 2020 2019
Erträge aus derivativen Finanzinstrumenten 12 16
Finanzerträge 12 16
Zinsaufwendungen -1.058 -770
Zinsen aus Leasing -213 -309
Finanzaufwendungen -1.271 -1.079
Finanzergebnis -1.259 -1.063

Die Erhöhung der Zinsaufwendungen ist auf die im 1. Halbjahr 2020 zusätzlich aufgenommenen Darlehen sowie auf den Aufwand für Zinsabgrenzung für die im November 2020 begebene Anleihe zurückzuführen.

4.1.10 Ertragsteuern

in TEUR 2020 2019
Tatsächlicher Steueraufwand (Steuerertrag)
Laufende Periode 34 3
Vorperioden -9 -
Latenter Steueraufwand (Steuerertrag) -102 644
Gesamt Konzern -77 647

Latente Steuern werden anhand der Steuersätze ermittelt, die nach der derzeitigen Rechtslage in den einzelnen Ländern zum Realisationszeitpunkt gelten bzw. erwartet werden.

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

Die steuerliche Überleitungsrechnung erläutert den Zusammenhang zwischen dem erwarteten Steueraufwand und dem tatsächlich ausgewiesenen Steueraufwand, der sich aus dem IFRS-Konzernergebnis (vor Ertragsteuern) durch Anwendung eines Ertragsteuersatzes von 30,3% (Vj.: 30,3%) ergibt. Der verwendete Ertragsteuersatz entspricht jeweils dem durchschnittlichen inländischen Steuersatz der va-Q-tec AG, der sich aus der Körperschaftsteuer (zzgl. Solidaritätszuschlag) und der Gewerbesteuer zusammensetzt.

in TEUR 2020 2019
Konzernergebnis vor Steuern -1.511 -1.920
Ertragssteuersatz 30,3% 30,3%
Erwarteter Ertragssteueraufwand (Steuerertrag) -457 -581
Steuerfreie Erträge -214 -526
Steuerlich nicht abzugsfähige Betriebsausgaben 62 104
Wertberichtigung und Nichtansatz aktive latente Steuern
auf temporäre Differenzen
1.092 1.321
Gewinn/Verlust des laufenden Jahres, für die keine
latente Steuer angesetzt wurde (IAS 12.15b)
-59 -31
Effekte Steuersatzänderung -75 -1
Verwendung von nicht aktivierten Verlustvorträgen -506 -
Periodenfremde Ertragssteuern 9 -10
Abweichende ausländische Steuerersätze 59 377
Sonstige Effekte 12 -6
Ausgewiesener Steueraufwand (Steuerertrag) -77 647
Aktive latente
Steuer
Passive latente
Steuer
in TEUR 31.12.2020 31.12.2020
AKTIVA
Immaterielle Vermögenswerte - 732
Sachanlagen 1.321 550
Vertragsvermögenswerte - 22
Anteile an Tochterunternehmen, Joint Ventures
und assoziierten Unternehmen
- -
Langfristige finanzielle Vermögenswerte - 44
Vorräte 249 23
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - -
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte - -
Sonstige kurzfristige nicht-finanzielle finanzielle Vermögenswerte - -
PASSIVA
Langfristige Rückstellungen - -
Langfristige Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten - 4
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 218 -
Sonstige langfristige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 593 120
Kurzfristige Rückstellungen 62 2
Kurzfristige Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten - 2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - -
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 135 -
Sonstige kurzfristige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 509 -
Verlustvorträge 883 -
Summe latente Steuern vor Saldierung 3.970 1.499
Saldierung -1.499 -
Bilanzausweis 2.471 -

Die nachfolgende Übersicht gibt an, welchen Bilanzpositionen die aktiven und passiven latenten Steuern zuzuordnen sind:

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

Aktive latente
Steuer
Passive latente
Steuer
in TEUR 31.12.2019 31.12.2019
AKTIVA
Immaterielle Vermögenswerte - 647
Sachanlagen 740 503
Vertragsvermögenswerte - 48
Anteile an Tochterunternehmen, Joint Ventures
und assoziierten Unternehmen
- -
Langfristige finanzielle Vermögenswerte - 50
Vorräte 229 25
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - -
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte - -
Sonstige kurzfristige nicht-finanzielle Vermögenswerte - -
PASSIVA
Langfristige Rückstellungen - -
Langfristige Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten - -
Langfristige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 182 -
Sonstige langfristige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 1.115 133
Kurzfristige Rückstellungen 13 8
Kurzfristige Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten - 2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - -
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 98 -
Sonstige kurzfristige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 740 -
Verlustvorträge 618 -
Summe latente Steuern vor Saldierung 3.735 1.416
Saldierung -1.416 -
Bilanzausweis 2.319 -

Aktive latente Steuern werden nur dann angesetzt, wenn die Realisierbarkeit dieser Steuervorteile wahrscheinlich ist. Dabei werden alle zurzeit bekannten positiven und negativen Einflussfaktoren auf die zukünftigen steuerlichen Ergebnisse berücksichtigt. Von den aktiven latenten Steuern entfallen 883 TEUR (Vj.: 618 TEUR) auf Einzelgesellschaften, die in der laufenden Periode oder in der Vorperiode steuerliche Verluste erlitten haben. Insbesondere in der Produktionsgesellschaft (va-Q-tec AG) als auch im Container-Service Geschäft (va-Q-tec Ltd. (UK)) wurden in den Jahren 2012 bis 2019 umfangreiche Investitionen in Personal, Technologie und Kapazität getätigt, die die notwendige Basis für Wachstum bieten. Mittelfristig wird von einer dauerhaften Profitabilität ausgegangen, bei der die latenten Steueransprüche genutzt werden können.

Zum 31.12.2020 minderten sich die steuerlichen Verlustvorträge, auf die keine latenten Steuern aktiviert wurden, auf 12.920 TEUR (Vj.: 13.394 TEUR). Diese steuerlichen Verlustvorträge resultieren aus der Tochtergesellschaft in den USA sowie der deutschen Muttergesellschaft. In 2020 wurden in der Tochtergesellschaft in UK aufgrund des im Geschäftsjahr erzielten Gewinnes und der Erwartung zukünftiger Gewinne aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge nach Saldierung mit den passiven latenten Steuern in Höhe von 292 TEUR (Vj.: 58 TEUR) gebildet.

Die steuerlichen Verlustvorträge in sämtlichen Gesellschaften sind unbegrenzt nutzbar.

4.1.11 Ergebnis je Aktie

Die Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie basiert auf dem den Stammaktionären zurechenbaren Gewinn und einem gewichteten Durchschnitt der im Umlauf gewesenen Stammaktien.

Eine Verwässerung des Ergebnisses je Aktie wird im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht ausgewiesen, da sich zur Zeit keine verwässernden Aktienoptionen der va-Q-tec im Umlauf befinden.

Das Ergebnis je Aktie stellt sich wie folgt dar:

Ergebnis je Aktie 2020 2019
Konzernergebnis (in TEUR) -1.435 -2.566
Gewichtete durchschnittliche Anzahl der Aktien 13.075.936 13.075.936
Ergebnis je Aktie (in EUR) -0,11 -0,20

Gewichteter Durchschnitt der Aktien

in Aktien 2020 2019
Ausgegebene Aktien zum 1. Januar 13.075.936 13.075.936
Auswirkung aus Erwerb eigener Anteile - -
Auswirkungen der Ausübung von Aktienoptionen - -
Gewichteter Durchschnitt der Stammaktien
(unverwässert/verwässert) zum 31. Dezember
13.075.936 13.075.936

Zur Zusammensetzung des Grundkapitals verweisen wir auf die Erläuterungen zum Eigenkapital unter 4.2.2.1.

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

4.2 BILANZ

4.2.1 Aktiva

4.2.1.1 Immaterielle Vermögenswerte

Anlagespiegel

Anschaffungs- und Herstellungskosten
in TEUR Stand am
01.01.2020
Kurs
diffe
renzen
Zugänge Um
buch
ungen
Abgänge Stand am
31.12.2020
1. Software und sonstige erworbene
immaterielle Vermögenswerte
1.593 - 414 - - 2.007
2. Selbsterstellte
immaterielle
Vermögenwerte
2.599 - 1.390 - - 3.989
3. Selbsterstellte
immaterielle
Vermögenswerte
im Bau
- - 49 - - 49
Summe immaterielle
Vermögenswerte
4.192 - 1.853 - - 6.045

Anlagespiegel

Abschreibung Buchwerte
in TEUR Stand am
01.01.2020
Kurs
diffe
renzen
Abschrei
bungen im
Geschäfts
jahr
Um
buch
ungen
Ab
gänge
Stand am
31.12.2020
Stand am
31.12.2020
Stand am
31.12.2019
1. Software und
sonstige erwor
bene immateri
elle Vermögens
werte
919 - 255 - - 1.174 833 674
2. Selbsterstellte
immaterielle
Vermögenwerte
1.040 - 876 - - 1.916 2.073 1.559
3. Selbsterstellte
immaterielle
Vermögens
werte
im Bau
- - - - - - 49 -
Summe imma
terielle Vermö
genswerte
1.959 - 1.131 - - 3.090 2.955 2.233

Anlagespiegel

in TEUR Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand am
01.01.2019
Kurs
differenzen
Zugänge Um
buchungen
Abgänge Stand am
31.12.2019
1. Software und
sonstige erworbene
immaterielle Vermö
genswerte
1.345 - 248 - - 1.593
2. Selbsterstellte
immaterielle
Vermögenswerte
2.137 - 462 - - 2.599
3. Selbsterstellte
immaterielle Vermö
genswerte im Bau
12 - - - 12 -
Summe immaterielle
Vermögenswerte
3.494 - 710 - 12 4.192

Anlagespiegel

Abschreibung Buchwerte
in TEUR Stand am
01.01.2019
Kurs
diffe
renzen
Abschrei
bungen im
Geschäfts
jahr
Um
buch
ungen
Ab
gänge
Stand am
31.12.2019
Stand am
31.12.2019
Stand am
31.12.2018
1. Software und
sonstige erwor
bene immateri
elle Vermögens
werte
669 - 250 - - 919 674 676
2. Selbsterstellte
immaterielle
Vermögens
werte
388 - 652 - - 1.040 1.559 1.749
3. Selbsterstellte
immaterielle
Vermögens
werte im Bau
- - - - - - - 12
Summe imma
terielle Vermö
genswerte
1.057 - 902 - - 1.959 2.233 2.437

Die Zugänge der Position Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte enthalten aktivierte Eigenleistungen aus Produktund Softwareentwicklungen.

Es wurden keine Indikatoren für eine mögliche Wertminderung identifiziert. Außerplanmäßige Wertminderungen oder Zuschreibungen gemäß IAS 36 wurden im Berichtszeitraum sowie im Vorjahr entsprechend nicht vorgenommen.

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

4.2.1.2 Sachanlagevermögen

Anlagenspiegel

Anschaffungs- und Herstellungskosten
in TEUR Stand am
01.01.2020
Kurs
diffe
renzen
Zugänge Um
buch
ungen
Abgänge Stand am
31.12.2020
1. Grundstücke
und Gebäude
38.140 -96 1.638 634 223 40.093
2. Technische Anlagen
und Maschinen
21.036 - 952 2.062 7 24.043
3. Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäftsausstattung
10.905 -65 2.923 232 766 13.229
4. Containerflotte 29.609 1 4.034 - 387 33.257
5. Anlagen im Bau 3.656 - 2.886 -2.928 8 3.606
Summe Sachanlagen-vermögen 103.346 -160 12.433 - 1.391 114.228

Anlagenspiegel

Buchwerte
in TEUR Stand am
01.01.2020
Kurs
diffe
ren
zen
Abschrei
bungen im
Geschäfts
jahr
Um
buchun
gen
Ab
gänge
Stand am
31.12.2020
Stand am
31.12.2020
Stand am
31.12.2019
1. Grundstücke
und Gebäude
3.135 -38 1.201 6 139 4.165 35.928 35.005
2. Technische
Anlagen und
Maschinen
9.639 - 1.756 1 7 11.389 12.654 11.397
3. Andere
Anlagen,
Betriebs- und
Geschäftsaus
stattung
5.496 -24 2.041 -7 558 6.948 6.281 5.409
4. Container
flotte
16.197 - 6.170 - 277 22.090 11.167 13.412
5. Anlagen
im Bau
- - - - - - 3.606 3.656
Summe
Sachanlage
vermögen
34.467 -62 11.168 - 981 44.592 69.636 68.879

Anlagenspiegel

Anschaffungs- und Herstellungskosten
in TEUR Stand am
01.01.2019
Kurs
differenzen
Zugänge Umbuch
ungen
Abgänge Stand am
31.12.2019
1. Grundstücke
und Gebäude
34.702 4 3.416 18 - 38.140
2. Technische Anlagen
und Maschinen
19.382 - 1.079 668 93 21.036
3. Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäftsaus
stattung
8.602 13 3.150 124 984 10.905
4. Containerflotte 33.140 - 2.404 - 5.935 29.609
5. Anlagen im Bau 3.340 - 1.261 -810 135 3.656
Summe Sachan
lagevermögen
99.166 17 11.310 - 7.147 103.346

Anlagenspiegel

Abschreibung Buchwerte
in TEUR Stand am
01.01.2019
Kurs
diffe
renzen
Abschrei
bungen im
Geschäfts
jahr
Um
buchun
gen
Ab
gänge
Stand am
31.12.2019
Stand am
31.12.2019
Stand am
31.12.2018
1. Grundstücke
und Gebäude
1.790 -2 1.347 - - 3.135 35.005 32.912
2. Technische
Anlagen und
Maschinen
8.060 - 1.665 - 86 9.639 11.397 11.322
3. Andere
Anlagen,
Betriebs- und
Geschäftsaus
stattung
4.313 2 1.806 - 625 5.496 5.409 4.289
4. Container
flotte
15.613 - 6.512 - 5.928 16.197 13.412 17.527
5. Anlagen
im Bau
- - - - - - 3.656 3.340
Summe
Sachanlage
vermögen
29.776 - 11.330 - 6.639 34.467 68.879 69.390

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

Die Zugänge des Sachanlagevermögens resultieren in erster Linie aus der Investition in den weiteren Ausbau der Containerflotte und in den Flottenaufbau der Thermo-Boxen für das weltweite Vermietgeschäft sowie in die Erweiterung der Produktionskapazitäten in Würzburg und in Kölleda. Die Zusammensetzung der Nutzungsrechte sowie die Entwicklung der Nutzungsrechte im Berichtszeitraum können der folgenden Tabelle entnommen werden:

Anlagespiegel - Nutzungsrechte

Anschaffungs- und Herstellungskosten
in TEUR Stand am
01.01.2020
Kurs
differenzen
Zu
gänge
Um
buch
ungen
Ab
gänge
Stand am
31.12.2020
1. Grundstücke
und Gebäude
1.520 -96 590 - 223 1.791
2. Technische Anlagen
und Maschinen
1.356 - 3 - - 1.359
3. Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäftsaus
stattung
1.632 -2 490 - 168 1.952
4. Containerflotte 24.662 - - - 68 24.594
Summe Sachan
lagevermögen
29.170 -98 1.083 - 459 29.696

Anlagespiegel - Nutzungsrechte

Abschreibung Buchwerte
in TEUR Stand am
01.01.2020
Kurs
diffe
renzen
Abschrei
bungen im
Geschäfts
jahr
Um
buchun
gen
Ab
gänge
Stand am
31.12.2020
Stand am
31.12.2020
Stand am
31.12.2019
1. Grundstücke
und Gebäude
508 -39 543 - 139 873 918 1.012
2. Technische
Anlagen und
Maschinen
318 - 130 - 448 911 1.038
3. Andere
Anlagen,
Betriebs- und
Geschäftsaus
stattung
461 -2 505 - 153 810 1.142 1.171
4. Container
flotte
14.462 - 4.700 - -15 19.178 5.416 10.200
Summe
Sachanlage
vermögen
15.749 -41 5.878 277 21.309 8.387 13.421

Anlagespiegel - Nutzungsrechte

Anschaffungs- und Herstellungskosten
in TEUR Stand am
01.01.2019
Kurs
differenzen
Zu
gänge
Um
buch
ungen
Ab
gänge
Stand am
31.12.2019
1. Grundstücke
und Gebäude
- 5 1.515 - - 1.520
2. Technische Anlagen
und Maschinen
2.428 - 13 -1.085 - 1.356
3. Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäftsaus
stattung
- 3 1.674 - 45 1.632
4. Containerflotte 30.573 - - - 5.911 24.662
Summe Sachan
lagevermögen
33.001 8 3.202 -1.085 5.956 29.170

Anlagespiegel - Nutzungsrechte

Buchwerte
in TEUR Stand am
01.01.2019
Kurs
diffe
renzen
Abschrei
bungen im
Geschäfts
jahr
Um
buchun
gen
Ab
gänge
Stand am
31.12.2019
Stand am
31.12.2019
Stand am
31.12.2018
1. Grundstücke
und Gebäude
- -1 509 - - 508 1.012 -
2. Technische
Anlagen und
Maschinen
437 - 128 -247 - 318 1.038 1.991
3. Andere
Anlagen,
Betriebs- und
Geschäftsaus
stattung
- 1 467 - 7 461 1.171 -
4. Container
flotte
14.577 - 5.796 - 5.911 14.462 10.200 15.996
Summe
Sachanlage
vermögen
15.014 - 6.900 -247 5.918 15.749 13.421 17.987

In den Nutzungsrechten sind Vermögenswerte aus Finanzierungsleasing ausgewiesen, die zum 31.12.2020 mit einem Nettobuchwert i.H.v. 5.416 TEUR (Vj.: 10.200 TEUR) auf die Containerflotte entfallen. In den technischen Anlagen und Maschinen sind weitere Vermögenswerte aus Finanzierungsleasing-Vereinbarungen mit einem Nettobuchwert zum 31.12.2020 von 911 TEUR (Vj.: 1.038 TEUR) enthalten. Zum Bilanzstichtag haben sich die Anlagen im Bau geringfügig auf 3.606 TEUR (Vj.: 3.656 TEUR) gemindert.

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

Folgende Sachanlagen dienen zur Besicherung von Finanzschulden:

  • Sämtliche Gebäude und Grundstücke in Kölleda dienen als Sicherheiten (Grundschuld von 6.672 TEUR) für langfristige Bankdarlehen.
  • Die Immobilie AN33 in Würzburg dient mit einer Grundschuld von 14.300 TEUR als Sicherheit für drei langfristige Bankdarlehen.
  • Das Gebäude und die Grundstücke "Heuchelhof" in Würzburg dienen mit einer Grundschuld in Höhe von 4.280 TEUR als Sicherheit für zwei langfristige Bankdarlehen.
  • Die Photovoltaik-Anlage sowie eine Produktionsanlage am Standort Kölleda mit einem Buchwert von 911 TEUR (Vj.: 1.038 TEUR) dienen als Sicherheiten für die Finanzierung der Bank bzw. der Leasinggesellschaft. Von den übrigen technischen Anlagen und Maschinen der Gesellschaft dient ein Anteil mit einem Buchwert von 9.235 TEUR (Vj.: 8.010 TEUR) als Sicherheit für langfristige Bankdarlehen.
  • Aus der Kategorie "Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung" dienen Vermögenswerte i.H.v. 1.101 TEUR (Vj.: 939 TEUR) als Sicherheiten für langfristige Bankdarlehen der Gesellschaft.
  • Das sich am Standort Würzburg befindende Blockheizkraftwerk mit einem Buchwert in Höhe von 587 TEUR (Vj.: 605 TEUR) wurde als Sicherheit für die langfristige Finanzierung der Bank übereignet.
  • Die Containerflotte aus Sale-and-finance-leaseback-Transaktionen dient den Leasinggesellschaften als Sicherheit für die von ihnen gewährten Finanzierungen.

Es wurden keine Indikatoren für eine mögliche Wertminderung identifiziert. Außerplanmäßige Wertminderungen oder Zuschreibungen gemäß IAS 36 wurden im Berichtszeitraum sowie im Vorjahr entsprechend nicht vorgenommen.

4.2.1.3 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Anlagespiegel

Anschaffungs- und Herstellungskosten
in TEUR Stand am
01.01.2020
Kurs
diffe
renzen
Zu
gänge
Umbuch
ungen
Ab
gänge
Stand am
31.12.2020
Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien 1.614 - - - - 1.614

Anlagespiegel

Buchwerte
Kurs
Abschrei
diffe
bungen im
Um
Stand am ren Geschäfts buchun Ab Stand am Stand am Stand am
in TEUR 01.01.2020 zen jahr gen gänge 31.12.2020 31.12.2020 31.12.2019
Als Finanzin
vestitionen
gehaltene
Immobilien - - - - - - 1.614 1.614

Anlagespiegel

Anschaffungs- und Herstellungskosten
in TEUR Stand am
01.01.2019
Kurs
differen
zen
Zu
gänge
Umbuch
ungen
Ab
gänge
Stand am
31.12.2019
Als Finanzinvestitionen
gehaltene Immobilien
1.614 - - - - 1.614

Anlagespiegel

Abschreibung Buchwerte
in TEUR Stand am
01.01.2019
Kurs
diffe
renzen
Abschrei
bungen im
Geschäfts
jahr
Um
buchun
gen
Ab
gänge
Stand am
31.12.2019
Stand am
31.12.2019
Stand am
31.12.2018
Als Finanzin
vestitionen
gehaltene
Immobilien
- - - - - - 1.614 1.614

Am Standort Würzburg wurde im Februar 2017 eine an das bereits 2016 erworbene Grundstück angrenzende Fläche samt Lagerhalle erworben, um dort eine integrierte Produktions- und Verwaltungsstätte bauen zu können. Aufgrund einer kurzfristig eingetretenen Marktchance wurde im April 2017 ein weiteres größeres Grundstück samt bestehender Produktions- und Verwaltungsgebäude in der Alfred-Nobel-Str. 33 in Würzburg erworben, um diese für die Zusammenlegung der Würzburger Standorte zu einer Management-, Technologie- und Logistikzentrale zu nutzen. Die Zusammenlegung der Würzburger Standorte wurde in 2018 abgeschlossen.

Die in 2016 erworbenen, unbebauten Grundstücke werden zum 31.12. entgegen der ursprünglichen Planung zum Zwecke der Wertsteigerung gehalten, da zur Zeit geprüft wird, welcher künftigen Nutzung die Grundstücke zugeführt werden. Aus diesem Grund werden diese Grundstücke zum Stichtag in die "als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien" mit ihrem Buchwert von 1.614 TEUR ausgewiesen. Aufgrund der derzeit am Markt erzielbaren Preise für Grundstücke dieser Art und vertraglicher Vereinbarungen mit der Stadt Würzburg hinsichtlich Rückkauf- und Weiterveräußerungsoptionen entspricht der Fair Value der Grundstücke dem ausgewiesen Buchwert. Der Fair Value der als Finanzinvestierung gehaltenen Immobilien bemisst sich nach der Hierarchiestufe 2 im Sinne des IFRS 13.

Es wurden keine Indikatoren für eine mögliche Wertminderung identifiziert. Außerplanmäßige Wertminderungen gemäß IAS 36 wurden im Berichtszeitraum entsprechend nicht vorgenommen.

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

4.2.1.4 Sonstige langfristige und kurzfristige finanzielle Vermögenswerte

Sonstige finanzielle Vermögenswerte

in TEUR Langfristig Kurzfristig Stand am
31.12.2020
Beteiligungen 3.300 - 3.300
Debitorische Kreditoren - 85 85
Kautionen 177 20 197
Übrige 26 822 848
Gesamt Konzern 3.503 927 4.430

Sonstige finanzielle Vermögenswerte

in TEUR Langfristig Kurzfristig Stand am
31.12.2019
Beteiligungen 2.283 - 2.283
Debitorische Kreditoren - 79 79
Kautionen 165 20 185
Übrige 26 487 513
Gesamt Konzern 2.474 586 3.060

Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte enthalten zum 31.12.2020 die zum Fair Value bilanzierte Beteiligungen an der SUMTEQ GmbH in Höhe von 3.000 TEUR (Vj.: 2.283 TEUR) sowie der ING3D GmbH in Höhe von 300 TEUR (Vj.: 0 TEUR).

Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte sind weder überfällig noch wertgemindert.

4.2.1.5 Sonstige langfristige und kurzfristige nicht-finanzielle Vermögenswerte

Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte

in TEUR Langfristig Kurzfristig Stand am
31.12.2020
Geleistete Anzahlungen auf
immaterielle Vermögenswerte
808 - 808
Geleistete Anzahlungen auf Vorräte - 82 82
Forderungen aus Umsatzsteuer - 928 928
Aktive Rechnungsabgrenzung 157 395 552
Übrige 91 141 232
Gesamt Konzern 1.056 1.549 2.605

Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte

in TEUR Langfristig Kurzfristig Stand am
31.12.2019
Geleistete Anzahlungen auf
immaterielle Vermögenswerte
813 - 813
Geleistete Anzahlungen auf Vorräte - 40 40
Forderungen aus Umsatzsteuer - 875 875
Aktive Rechnungsabgrenzung 200 355 555
Übrige 87 94 181
Gesamt Konzern 1.100 1.364 2.464

Die sonstigen nicht-finanziellen Vermögenswerte beinhalten neben geleisteten Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte im Wesentlichen Ansprüche auf Rückerstattung der Energiesteuer sowie Ansprüche aus Kundenbeziehungen.

4.2.1.6 Vorräte

Der Bestand der Vorräte hat sich wegen der gestiegenen Geschäftstätigkeit der va-Q-tec und der pandemie-bedingten Erhöhung der Sicherheitsbestände insgesamt um 939 TEUR erhöht (Vj.: Reduzierung um 248 TEUR).

Vorräte

in TEUR 31.12.2020 31.12.2019
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 4.408 4.730
Unfertige Erzeugnisse 358 210
Fertige Erzeugnisse und Waren 6.849 5.736
Gesamt Konzern 11.615 10.676

In den Vorräten sind zum 31.12.2020 Wertminderungen i.H.v. 681 TEUR (Vj.: 679 TEUR) berücksichtigt. Die Veränderungen der Wertberichtigungen wurden jeweils erfolgswirksam in den Bestandsveränderungen erfasst. Wertaufholungen sind im Berichtszeitraum sowie im Vorjahr nicht erfolgt. Der Buchwert der zum Nettoveräußerungswert angesetzten Vorräte beträgt zum 31.12.2020 1.069 TEUR (Vj.: 1.051 TEUR).

4.2.1.7 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind aufgrund der Erweiterung des Factoring-Programms der va-Q-tec auf die Forderungen aus Leistungen und Lieferungen der englischen Tochtergesellschaft trotz der deutlich gestiegenen Umsätze um 134 TEUR von 6.666 TEUR auf 6.532 TEUR gesunken.

Falls ein Ausfallrisiko eines Kunden besteht, werden Einzelwertberichtigungen vorgenommen. Die Beurteilung der Höhe des Risikos erfolgt durch den jeweiligen Geschäftsbereichsleiter auf Basis einer Einzelfallanalyse.

Zudem werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen unter Anwendung des vereinfachten Modells der erwarteten Kreditverluste für Forderungen gemäß des IFRS 9 wertberichtigt.

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

in TEUR 2020 2019
Stand 01.01. 171 134
Verbrauch - -
Auflösung 92 73
Zuführung 83 110
Stand 31.12. 162 171

Entwicklung der Wertberichtigung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

86 TEUR (Vj.: 105 TEUR) der dargestellten Wertminderungen sind Wertminderungen auf Forderungen, die auf Einzelsachverhalte zurückzuführen sind. Erwartete Kreditverluste über die Gesamtlaufzeit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betragen zum Bilanzstichtag 76 TEUR (Vj.: 66 TEUR).

Die va-Q-tec hat im Rahmen des Factoringsprogramms der deutschen Muttergesellschaft sowie der englischen Tochtergesellschaft zudem Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einem Buchwert von 2.893 TEUR (Vj.: 632 TEUR) an Dritte auf Basis von Factoring-Vereinbarungen veräußert, zu denen keine wesentlichen Chancen und Risiken für die Gruppe verbleiben. Somit wurden diese Forderungen gemäß IFRS 9.3.2.6 (a) ausgebucht. Vorübergehende Sicherungseinbehalte werden einheitlich als sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte zum 31. Dezember 2020 in Höhe von 476 TEUR (Vj.: 154 TEUR) ausgewiesen. Aufgrund der Kurzfristigkeit der verkauften Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht der beizulegende Zeitwert näherungsweise dem Buchwert.

Für weitere Informationen zu den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verweisen wir auf die Erläuterungen zu Finanzinstrumenten (Kapitel 4.4) und zum Risikomanagement (Kapitel 4.6).

4.2.1.8 Vertragsvermögenswerte

Im Geschäftsjahr hat die Gesellschaft Vertragsvermögenswerte neben den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen für Vertragskosten (Vertragserfüllungskosten) wie folgt bilanziert:

Vertragsvermögenswerte

in TEUR 31.12.2020 31.12.2019
Vertragsvermögenswerte 73 158

Die Abschreibungen auf Vertragsvermögenswerte betrug im Berichtszeitraum 2020 126 TEUR (Vj.: 70 TEUR). Anzeichen für eine Wertminderung der aktivierten Vermögenswerte lagen am Bilanzstichtag nicht vor. Aufgrund der geringen einzelfallbezogenen Sachverhalte ist keine Wertberichtigung aufgrund wesentlicher erwarteter Kreditverluste zu bilden gewesen.

4.2.1.9 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Kassenbestände sowie Geldkonten und kurzfristige Geldanlagen bei Kreditinstituten, die beim Zugang eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten haben.

in TEUR 31.12.2020 31.12.2019
Giroguthaben 17.123 7.478
Sparguthaben 10 10
Kassenstand 1 2
Gesamt Konzern 17.134 7.490

4.2.2 Passiva

4.2.2.1 Eigenkapital

Die Entwicklung des Eigenkapitals und des Gesamtergebnisses sind in der "Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung" gesondert dargestellt. Die Bestandteile des Gesamtergebnisses sind in der Gesamtergebnisrechnung aggregiert dargestellt.

Gezeichnetes Kapital

Als gezeichnetes Kapital wird das Grundkapital des Mutterunternehmens va-Q-tec AG ausgewiesen. Das Grundkapital der va-Q-tec AG beträgt 13.090 TEUR eingeteilt in 13.089.502 auf den Inhaber lautende, nennwertlose Namensaktien. Das Grundkapital ist voll eingezahlt. Die Aktien notieren im Börsensegment "Prime Standard" der Frankfurter Wertpapierbörse. Die Aktien sind alle mit identischen Rechten und Pflichten ausgestattet. Jede Aktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme. Ausgenommen davon sind die von der Gesellschaft selbst gehaltenen Aktien, aus denen der va-Q-tec AG keine Rechte wie beispielsweise das Abstimmungsrecht auf der Hauptversammlung erwachsen. Die va-Q-tec AG hielt zum Bilanzstichtag 13.566 eigene Aktien. Das ausgegebene Kapital beträgt zum Bilanzstichtag daher 13.075.936 Aktien.

Anzahl der Aktien Nominalwert
in TEUR
Stammaktien 13.089.502 13.090
Stand 31.12.2020 13.089.502 13.090
Stammaktien 13.089.502 13.090
Stand 31.12.2019 13.089.502 13.090

Genehmigtes Kapital

Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 14. August 2020 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis einschließlich zum 13. August 2025 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu insgesamt 6.545 TEUR zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2020/1), wobei das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen werden kann.

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

Bedingtes Kapital

Gemäß § 6.5 der Satzung ist das Grundkapital um 6.500 TEUR durch die Ausgabe von bis zu 6.500.000 neuer, auf den Namen lautender Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2020/1). Das bedingte Kapital 2020/1 dient ausschließlich der Gewährung von Aktien zur Ausübung von Wandlungs- und Optionsrechten oder bei Erfüllung von Wandlungspflichten an die Inhaber bzw. Gläubiger der aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 14. August 2020 unter Tagesordnungspunkt 7 lit. b) ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen und/ oder Gewinnschuldverschreibungen bzw. Kombinationen dieser Instrumente (zusammen "Schuldverschreibungen").

Eigene Anteile

Die eigenen Anteile haben sich in 2020 nicht verändert und die Anzahl liegt weiterhin bei 13.566 Aktien.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage enthält im Wesentlichen die Einzahlungen und Sacheinlagen von Aktionären. Zum Bilanzstichtag beträgt die Kapitalrücklage 46.158 TEUR (Vj.: 46.158 TEUR).

Kumuliertes sonstiges Konzernergebnis

Das kumulierte sonstige Konzernergebnis enthält die Rücklage aus der Währungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Tochterunternehmen.

Weiterhin sind die effektiven Anteile von Sicherungsbeziehungen sowie die korrespondierenden latenten Steuern im Rahmen der Bilanzierung von Cash-flow-Hedges erfolgsneutral im sonstigen Konzernergebnis erfasst.

Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen beinhalten im Wesentlichen die kumulierten Ergebnisvorträge, die Unterschiedsbeträge aus der erstmaligen Anwendung von IFRS sowie den Anteil an dem Konzernergebnis der Periode, welcher den Eigentümern der va-Q-tec AG zuzurechnen ist.

4.2.2.2 Langfristige und kurzfristige Rückstellungen

Rückstellungen

in TEUR Gewähr
leistungen
Archivierung Prozess
kosten
Sonstiges Gesamt
Stand 01.01.2020 20 17 72 94 203
Zuführung 2 - 136 32 170
Inanspruchname 2 - - 16 18
Auflösung - - 26 43 69
Stand 31.12.2020 20 17 182 67 286
Langfristig 20 17 - 59 96
Kurzfristig - - 182 8 190

Rückstellungen

in TEUR Gewähr
leistungen
Archivierung Prozess
kosten
Sonstiges Gesamt
Stand 01.01.2019 35 17 45 44 141
Zuführung 20 - 72 50 142
Inanspruchname 35 - 45 - 80
Auflösung - - - - -
Stand 31.12.2019 20 17 72 94 203
Langfristig 20 17 - 36 73
Kurzfristig - - 72 58 130

Die Prozesskostenrückstellungen beinhalten die erwarteten Kosten aus laufenden und drohenden Rechtsstreitigkeiten. Die sonstigen Rückstellungen sind im Wesentlichen Rückstellungen für drohende Verluste aus nicht kostendeckenden Produktverkäufen an Kunden und Rückstelllungen für offene Dienstleistungen von Lieferanten.

Auf die Abzinsung langfristiger Rückstellungen wurde unter Wesentlichkeitsaspekten verzichtet.

4.2.2.3 Langfristige und kurzfristige Verbindlichkeiten aus begebenen Anleihen

Im November 2020 hat die va-Q-tec eine Anleihe mit einem Nominalvolumen von 25 Mio. Schweizer Franken begeben. Die Anleihe wird mit einem Kupon in Höhe von 3,75% p.a. verzinst und hat eine Laufzeit von 5 Jahren. Das Unternehmen hat die Anleihe am Handelstag zu ihrem beizulegenden Zeitwert abzüglich der direkt zurechenbaren Transaktionskosten erfasst. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode. Die Anleihe wird zum Stichtagskurs umgerechnet.

Die Währungsrisiken hat die va-Q-tec mit derivaten Sicherungsgeschäften (Cross-Currency-Swaps/CCS) für den Teil von 24 Mio. Schweizer Franken über die Laufzeit der Anleihe abgesichert. Die CCS eliminieren somit das aus den Zins- und Tilgungszahlungen resultierende EUR-CHF-Währungsrisiko für die gesamte Laufzeit der Anleihe für den besicherten Teil. Für diese Sicherungsgeschäfte wendet die Gesellschaft Hedge-Accounting nach IFRS 9 an. Die wesentlichen Parameter der Währungsswaps stellen sich wie folgt dar:

in TEUR Nominal
betrag
CHF
Nominal
betrag
EUR
Laufzeit
beginn
von
Laufzeit
ende bis
Zinssatz
CHF
Zinssatz
EUR
Sicher
ungskurs
CHF/EUR
Grundgeschäft 24.000 22.218 30.11.2020 30.11.2025 3,75%
CCS 1 12.000 11.059 01.12.2020 30.11.2025 4,06% 1,08505
CCS 2 12.000 11.074 01.12.2020 30.11.2025 4,07% 1,08360

Die vereinbarten CCS orientieren sich in ihrer Ausgestaltung direkt an dem Grundgeschäft. Laufzeit, Zinszahlungstermine und Nominalvolumen sind deckungsgleich.

Die Anleihe dient weiteren Investitionen in die Container- und Boxenflotten, der planmäßigen Refinanzierung bestehender Finanzschulden sowie allgemeinen Finanzierungszwecken.

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

Die in der Zukunft fälligen Leasingzahlungen mit ihren Barwerten ergeben sich im Vorjahr aus der unten

Die Position derivative Finanzinstrumente beinhaltet die negativen Marktwerte aus Zinsswaps zur Absicherung variabel verzinster langfristiger Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten i.H.v. 19 TEUR

Künftige Mindest-

bis zu einem Jahr 2.368 256 2.112 länger als 1 Jahr und bis zu 5 Jahre 6.128 319 5.809 über 5 Jahre 134 1 133 Summe Mindestleasingzahlungen 8.630 576 8.054

leasingzahlungen Zinsen

Barwert

leasing)

(Verbindlichkeiten aus Finanzierungs-

stehenden Tabelle:

31.12.2018 in TEUR

(Vj.: 35 TEUR).

4.2.2.4 Langfristige und kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen aus langfristigen Investitionsdarlehen zur Finanzierung von Grundstücken, Gebäuden und Anlagen sowie aus kurzfristigen Kontokorrentlinien zur Finanzierung des Umlaufvermögens.

Die langfristigen Investitionsdarlehen sind besichert durch Grundschulden und Sicherungsübereignungen von Maschinen und Einrichtungsgegenständen. Die langfristigen Darlehen haben überwiegend Laufzeiten zwischen 15 und 20 Jahren mit fixer Verzinsung. Das Risiko aus variablen Verzinsungen von Darlehen wurde zum Teil durch Zinsswaps abgesichert. Hedge Accounting nach IFRS 9 wird dabei nicht angewandt.

Der bestehende Multibankenvertrag der va-Q-tec AG mit den Hausbanken wurde zuletzt im November 2020 unter vergleichbaren Konditionen verlängert und ist aktuell bis zum 31.12.2023 befristet. Dieser Finanzierungsrahmen beläuft sich auf 11.000 TEUR und deckt Kontokorrentlinien sowohl der Muttergesellschaft als auch der britischen Tochtergesellschaft ab.

Das Vorratsvermögen der va-Q-tec AG dient als Sicherheit für die Kreditlinien. Außerdem hat sich das Unternehmen zur Einhaltung einer Mindest-Eigenkapitalquote von 30% sowie von Mindest-EBITDA-Werten verpflichtet.

4.2.2.5 Finanzielle langfristige und kurzfristige Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten

in TEUR Langfristig Kurzfristig Stand am
31.12.2020
Leasingverbindlichkeiten 3.410 2.635 6.045
Derivative Finanzinstrumente 144 - 144
Abgegrenzte Schulden für ausstehende
Rechnungen
- 3.403 3.403
Abgegrenzte externe Jahresabschlusskosten - 87 87
Kreditorische Debitoren - 173 173
Übrige 303 136 439
Gesamt Konzern 3.857 6.434 10.291

Finanzielle Verbindlichkeiten

in TEUR Langfristig Kurzfristig Stand am
31.12.2019
Leasingverbindlichkeiten 5.254 2.883 8.137
Derivative Finanzinstrumente 19 - 19
Abgegrenzte Schulden für ausstehende
Rechnungen
- 2.975 2.975
Abgegrenzte externe Jahresabschlusskosten - 114 114
Kreditorische Debitoren - 155 155
Übrige 60 740 800
Gesamt Konzern 5.333 6.867 12.200

Die Leasingverbindlichkeiten resultieren vor allem aus Leasingvereinbarungen zur Finanzierung der Containerflotte der englischen Tochtergesellschaft, welche bis Ende 2018 im Wesentlichen über Sale-and-finance-leaseback-Transaktionen finanziert wurden, sowie zur Finanzierung von Produktionsanlagen an den Standorten Kölleda und Würzburg. Weiterhin enthalten sind Verbindlichkeiten aus Leasingvereinbarungen über Büro- und Lagerräumlichkeiten sowie über Firmen- und Dienstfahrzeuge. Die geleasten Vermögenswerte werden im Anlagevermögen als Nutzungsrechte ausgewiesen.

Die Position derivative Finanzinstrumente beinhaltet die negativen Marktwerte aus Zinsswaps zur Absicherung variabel verzinster langfristiger Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten i.H.v. 7 TEUR (Vj.: 19 TEUR) sowie die negativen Marktwerte aus Cross-Currency-Swaps zur Absicherung der Währungsrisiken in Verbindung der in Schweizer Franken begegebenen Anleihe in Höhe von 137 TEUR (Vj.: 0 TEUR).

4.2.2.6 Sonstige langfristige und kurzfristige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten

Nicht-finanzielle Verbindlichkeiten

in TEUR Langfristig Kurzfristig Stand am
31.12.2020
Sonderposten für Zuwendungen 4.185 385 4.570
Sonderposten für abgegrenzte
Containergewinne
1.162 1.651 2.813
Boni und Tantiemen Mitarbeiter - 1.049 1.049
Abgegrenzte Schulden für nicht
genommenen Urlaub
- 297 297
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen - 335 335
Verbindlichkeit aus sonstigen Steuern - 265 265
Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer - 65 65
Andere sonstige nicht finanzielle
Verbindlichkeiten
78 548 626
Sonstige Personalverbindlichkeiten - 250 250
Verbindlichkeit aus Sozialversicherung - 128 128
Übrige 78 170 248
Gesamt Konzern 5.425 4.595 10.020

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

Nicht-finanzielle Verbindlichkeiten

in TEUR Langfristig Kurzfristig Stand am
31.12.2019
Sonderposten für Zuwendungen 3.734 360 4.094
Sonderposten für abgegrenzte
Containergewinne
2.813 2.397 5.210
Boni und Tantiemen Mitarbeiter - 880 880
Abgegrenzte Schulden für nicht
genommenen Urlaub
- 147 147
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen - 443 443
Verbindlichkeit aus sonstigen Steuern - 273 273
Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer - 164 164
Andere sonstige nicht finanzielle
Verbindlichkeiten
- 389 389
Sonstige Personalverbindlichkeiten - 246 246
Verbindlichkeit aus Sozialversicherung - 85 85
Übrige - 58 58
Gesamt Konzern 6.547 5.053 11.600

Sonderposten für Zuwendungen der öffentlichen Hand

Die Gesellschaft erhielt zwischen 2017 und 2020 von der Regierung von Unterfranken Investitionszuschüsse für die Investitionen am neuen Standort in Würzburg. Die Investitionszuschüsse dienten den baulichen Investitionen, Maschinen und Einrichtungen sowie der Gesamtinvestition für das Gebäude in Würzburg. Weiterhin hat die Gesellschaft von der Thüringischen Aufbaubank zwischen 2008 und 2020 Investitionszuschüsse für die verschiedenen Bauabschnitte, Maschinen und Einrichtungen am Standort Kölleda erhalten. Sofern die Förderungsbedingungen, wie erwartet, eingehalten werden, sind diese Zuwendungen nicht zurückzuerstatten.

Sonderposten für Zuwendungen

in TEUR 2020 2019
Stand 01.01. 4.094 4.536
Zuführung 961 -
Auflösung 485 442
Stand 31.12. 4.570 4.094
-davon langfristig 4.185 3.734
-davon kurzfristig 385 360

Sonderposten für abgegrenzte Gewinne aus Sale-and-finance-leaseback-Transaktionen

Bis zum 31.12.2018 wurden Container, welche im Rahmen der Containerflotte eingesetzt werden, im Wege von Sale-andfinance-leaseback-Transaktionen veräußert. Die beim Containerverkauf über die Herstellungskosten hinaus entstandenen Gewinne wurden als passivischer Sonderposten abgegrenzt. Dieser Sonderposten wird bis Ende 2023 über die jeweilige fünfjährige Nutzungsdauer der Container im sonstigen betrieblichen Ertrag aufgelöst. Mit Anwendung des neuen Standards zu Bilanzierung von Leasingverhältnissen IFRS 16 entstehen ab dem 01.01.2019 keine Gewinne, die entsprechend als passiver Sonderposten abgegrenzt werden dürfen.

4.2.2.7 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Ihre Bilanzwerte entsprechen im Wesentlichen den Marktwerten. Sie sind innerhalb eines Jahres fällig.

4.2.2.8 Vertragsverbindlichkeiten

Im Geschäftsjahr hat die Gesellschaft Verpflichtungen aus Verträgen mit Kunden wie folgt bilanziert:

Vertragsverbindlichkeiten

in TEUR 31.12.2020 31.12.2019
Vertragsverbindlichkeiten 40 308

Die Vertragsverbindlichkeiten enthalten insbesondere Verpflichtungen aus erhaltenen Anzahlungen sowie Rückstellungen für Kundenboni.

4.3 KAPITALFLUSSRECHNUNG

Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel der va-Q-tec im Laufe des Berichtsjahres durch Mittelzu- und Mittelabflüsse verändert haben. Entsprechend IAS 7 (Kapitalflussrechnung) werden Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit, Investitionstätigkeit sowie Finanzierungstätigkeit unterschieden. Die auf Änderungen der Wechselkurse beruhende Veränderung der flüssigen Mittel ist gesondert ausgewiesen.

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Kapitalflussrechnung umfassen alle in der Bilanz ausgewiesenen Kassenbestände sowie Geldkonten und kurzfristige Geldanlagen bei Kreditinstituten, die beim Zugang eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten haben, nur unwesentlichen Wertschwankungen unterliegen und nicht verfügungsbeschränkt sind.

Die Zahlungsmittelzuflüsse und -abflüsse aus der lnvestitions- und Finanzierungstätigkeit werden nach der direkten Methode dargestellt. Die Mittelzu- und Mittelabflüsse aus der Investitionstätigkeit umfassen Zugänge bei den immateriellen Vermögenswerten sowie Abgänge bzw. Zugänge im Sachanlagevermögen. In der Finanzierungstätigkeit sind die Zahlungsmittelzuflüsse aus der Immobilien- und Anlagenfinanzierung, die Zahlungsmittelabflüsse aus der Tilgung von finanziellen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie die Ein- und Auszahlungen aufgrund von Finanzierungsleasing ausgewiesen. In separaten Positionen innerhalb des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit werden im Vorjahr die Zahlungsmittelzuflüsse aus Sale-and-finance-leaseback-Transaktionen sowie aus erhaltenen Investitionszulagen und -zuschüssen gezeigt.

Demgegenüber wird ausgehend vom Konzernergebnis der Mittelzufluss und -abfluss aus betrieblicher Tätigkeit indirekt abgeleitet. Dazu wird das Konzernergebnis um die nicht zahlungswirksamen Aufwendungen und Erträge, das sind im Wesentlichen Abschreibungen, latente Steuern, die Auflösung der Sonderposten, die Bewertung von Finanzinstrumenten und Veränderungen der Rückstellungen, korrigiert. Zudem werden die Veränderungen der übrigen Vermögenswerte und Schulden sowie des Working Capitals ergänzt.

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

Investitions- und Finanzierungsvorgänge, welche nicht zu einer Veränderung von Zahlungsmitteln oder Zahlungsmitteläquivalenten geführt haben, sind nicht Bestandteil der Kapitalflussrechnung.

Überleitung von Schulden aus Finanzierungstätigkeit nach IAS 7

Buchwert
31.12.2019
Zahlungs
wirksame
Verän
derungen
Zahlungsunwirksame Veränderungen Buchwert
31.12.2020
in TEUR Wechsel
kursveränder
ungen
Bewer
tungs
änderungen
Sonstige
Änderun
gen
Anleihen - 21.961 84 - 19 22.064
Verbindlichkeiten
ggü. Kreditinstituten
34.244 -5.085 - - -70 29.089
Leasingverbindlichkeiten 8.137 -3.026 -48 - 982 6.045
Finanzschulden 42.381 13.850 36 - 931 57.198

Überleitung von Schulden aus Finanzierungstätigkeit nach IAS 7

Buchwert
31.12.2018
Zahlungs
wirksame
Verän
derungen
Zahlungsunwirksame Veränderungen Buchwert
31.12.2019
in TEUR Wechsel
kursveränder
ungen
Bewer
tungs
änderungen
Sonstige
Änderun
gen
Verbindlichkeiten
ggü. Kreditinstituten
34.132 105 - - 7 34.244
Leasingverbindlichkeiten 8.054 -3.077 - - 3.160 8.137
Finanzschulden 42.186 -2.972 - - 3.167 42.381

4.4 FINANZINSTRUMENTE

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Finanzinstrumente mit den Buchwerten und beizulegenden Zeitwerten, aufgeteilt nach den Bewertungskategorien gemäß IFRS 9. Die beizulegenden Zeitwerte sind dabei jeweils den Bewertungsstufen der Fair-Value-Hierarchie zugeordnet. Soweit keine entsprechende Zuordnung erfolgt ist, wird davon ausgegangen, dass der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert entspricht. Dies betrifft im Wesentlichen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsmittel und Zahlungmitteläquivalente, übrige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und übrige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten, die jeweils kurze Restlaufzeiten aufweisen.

Eine Definition der Stufen der Fair-Value-Hierarchie findet sich in Abschnitt 1.2 "Grundlagen der Abschlusserstellung". Die Zuordnungen zu den Stufen werden jeweils zum Ende der Berichtsperiode überprüft. Umgliederungen zwischen den Stufen sind im Berichtsjahr sowie im Vorjahr nicht erfolgt.

Die nachstehende Tabelle zeigt die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Schulden, einschließlich ihrer Stufen in der Fair-Value-Hierarchie.

Werte nach Bewertungskategorien zum 31.12.2020

Bewer
tungs
kategorie
nach
IFRS 9
Buchwert Beizule
gender
Zeitwert
Beizulegender Zeitwert nach
Bewertungsstufen
Fortgeführ
te Anschaf
fungs
kosten
Beizule
gender
Zeitwert
in TEUR 31.12.2020 31.12.2020 31.12.2020 Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
Finanzielle Vermögenswerte
Beteiligungen FVtPL - 3.300 3.300 - 3.300 -
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
AC 1.873 - 1.873 - - -
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
FVtPL - 4.659 4.659 - 4.659 -
Sonstige finanzielle
Vermögenswerte
AC 1.130 - 1.125 - - -
Zahlungsmittel und Zahlungs
mitteläquivalente
AC 17.134 - 17.134 - - -
Summe 20.137 7.959 28.091
Finanzielle Verbindlichkeiten
Anleihen AC 22.064 - 23.552 23.552 - -
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
AC 29.089 - 29.760 - 29.760 -
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
AC 5.978 - 5.978 - - -
Sonstige finanzielle
Verbindlichkeiten
davon derivative
Finanzinstrumente mit
Hedging Beziehung
FVtOCI - 137 137 - 137 -
davon derivative
Finanzinstrumente ohne
Hedging Beziehung
FVtPL - 7 7 - 7 -
davon übrige sonstige
finanzielle Verbindlichkeiten
AC 4.142 - 4.133 - 4.133 -
Summe 61.273 144 63.567

Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

in TEUR Buchwert Beizulegen
der Zeitwert
Amortised Cost (asset) AC 20.137 20.132
At fair value through P&L (asset) FVtPL 7.959 7.959
Amortised Cost (liability) AC 61.273 63.423
At fair value through OCI (liability) FVtOCI 137 137
At fair value through P&L (liability) FVtPL 7 7

Werte nach Bewertungskategorien zum 31.12.2019

Bewer
tungs
kategorie
nach
IFRS 9
Beizule
gender
Buchwert
Zeitwert Beizulegender Zeitwert nach
Bewertungsstufen
Fortgeführ
te Anschaf
fungs
kosten
Beizule
gender
Zeitwert
in TEUR 31.12.2019 31.12.2019 31.12.2019 Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
Finanzielle Vermögenswerte
Beteiligungen FVtPL - 2.283 2.283 - 2.283 -
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
AC 5.228 - 5.228 - - -
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
FVtPL - 1.438 1.438 - 1.438 -
Sonstige finanzielle
Vermögenswerte
AC 777 - 772 - - -
Zahlungsmittel und Zahlungs
mitteläquivalente
AC 7.490 - 7.490 - - -
Summe 13.495 3.721 17.211
Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
AC 34.244 - 35.008 - 35.008 -
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
AC 4.485 - 4.485 - - -
Sonstige finanzielle
Verbindlichkeiten
- - - - - - -
davon derivative
Finanzinstrumente ohne
Hedging Beziehung
FVtPL - 19 19 - 19 -
davon übrige sonstige
finanzielle Verbindlichkeiten
AC 4.352 - 4.340 - 4.340 -
Summe 43.082 19 43.852

Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9

in TEUR Buchwert Beizulegen
der Zeitwert
Amortised Cost (asset) AC 13.495 13.490
At fair value through P&L (asset) FVtPL 3.721 3.721
Amortised Cost (liability) AC 43.082 43.833
At fair value through P&L (liability) FVtPL 19 19

Der beizulegende Zeitwert der durch die va-Q-tec AG emittierten Anleihe wird auf Basis des notierten, unangepassten Preises auf einem aktiven Markt ermittelt und ist daher der Bewertungsstufe 1 zugeordnet.

Der beizulegende Zeitwert von der Bewertungsstufe 2 zugeordneten festverzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie im Vorjahr Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Cashflows. Die Abzinsung erfolgt zu marktüblichen Zinsen am Bilanzstichtag. Bei variabel verzinslichen Verbindlichkeiten entsprechen die Buchwerte grundsätzlich den beizulegenden Zeitwerten. Die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert der Beteiligungen an der SUMTEQ GmbH und an der ING3D GmbH zum 31. Dezember 2020 erfolgte auf Basis von naheliegenden Transaktionen im Geschäftsjahr der durchgeführten Kapitalerhöhungen dieser Gesellschaften und somit auf Basis beobachtbarer Marktpreise (Bewertungsstufe 2).

Bei den der Stufe 2 zugeordneten Zinsswaps wird der beizulegende Zeitwert durch Abzinsung der zukünftig zu erwartenden Cashflows ermittelt, wobei die für die Restlaufzeit der Kontrakte zum jeweiligen Stichtag geltenden Marktzinssätze zugrunde gelegt werden. Der der Bewertungsstufe 2 zugeordnete beizulegende Wert der Cross-Currency-Swaps wird auf Basis der am Bilanzstichtag geltenden aktuelle Referenzkurse der Europäischen Zentralbank ermittelt. Dies erfolgt unter Berücksichtigung von Terminaufschlägen und -abschlägen für die jeweilige Restlaufzeit der Kontrakte im Vergleich zum kontrahierenden Devisenkurs.

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

4.5 NETTOERGEBNIS DER FINANZINSTRUMENTE

Das in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Nettoergebnis in Bezug auf Finanzinstrumente setzt sich wie folgt zusammen:

Nettoergebnisse 2020 aus

Kategorie nach Wertberichti Folgebewer
tung zum
Währungs
IFRS 9/IFRS 16 in TEUR Zinsertrag Zinsaufwand gungen Fair Value umrechnung
Amortised Cost (asset) - - - - -771
At fair value through P&L
(assets)
- - - 647 -
Amortised Cost (liability) - -888 - - -16
At fair value through P&L
(liability)
- - 12 -
IFRS 16 - -383 - - -
Sonstiges - - - - -34
Summe - -1.271 - 659 -821

Nettoergebnisse 2019 aus

Kategorie nach
IFRS 9 / IFRS 16 in TEUR
Zinsertrag Zinsaufwand Wertberichti
gungen
Folgebewer
tung zum
Fair Value
Währungs
umrechnung
Amortised Cost (asset) - - - - 104
At fair value
through P&L (assets)
- - - 1.771 -
Amortised Cost
(liability)
- -705 - - -31
At fair value through
P&L (liability)
- - - 16 -
IFRS 16 - -309 - - -1
Sonstiges - -65 - - 2
Summe - -1.079 - 1.787 74

4.6 RISIKOMANAGEMENT

va-Q-tec ist als international tätiges Unternehmen bei seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit unter anderem Kredit-, Liquiditäts- und Marktrisiken ausgesetzt. Marktrisiken resultieren insbesondere aus Änderungen von Währungskursen und Zinssätzen. Aufgabe des finanziellen Risikomanagements ist es, diese Marktrisiken durch die laufenden operativen und finanziellen Aktivitäten zu steuern und zu begrenzen. Je nach Risikoeinschätzung werden derivative Sicherungsinstrumente eingesetzt, wobei grundsätzlich nur Cashflow-Risiken gesichert werden. Derivative Finanzinstrumente kommen ausschließlich zu betriebswirtschaftlichen Sicherungszwecken zum Einsatz und werden somit nicht als Handels- oder Spekulationsposition gehalten. Zur Reduzierung des Ausfallrisikos werden Sicherungsgeschäfte ausschließlich mit Finanzinstituten mit einwandfreier Bonität abgeschlossen. Im Einzelfall wird Hedge Accounting nach IFRS 9 angewandt, um Ergebnisschwankungen aus Marktwerveränderungen von derivativen Finanzinstrumenten zu vermeiden.

Die Grundzüge der Finanzpolitik werden regelmäßig im Vorstand abgestimmt und vom Aufsichtsrat überwacht.

Kreditrisiken

Kreditrisiko ist das Risiko, dass Geschäftspartner ihrer vertraglichen Verpflichtung nicht nachkommen können und dem va-Q-tec Konzern somit ein finanzieller Verlust entsteht. Der Konzern ist im Rahmen seiner operativen Geschäftstätigkeit Ausfallrisiken, insbesondere bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sowie Risiken im Rahmen der Finanzierungstätigkeit, u.a. bei derivativen Finanzinstrumenten, ausgesetzt.

Das Kreditausfallrisiko aus Forderungen gegen Kunden wird auf Gesellschaftsebene (lokal) gesteuert und fortlaufend überwacht. Soweit bei finanziellen Vermögenswerten Ausfallrisiken erkennbar sind, werden diese Risiken durch Wertberichtigungen erfasst.

Das maximale Kreditrisiko der finanziellen Vermögenswerte entspricht dem in der Bilanz angesetzten Buchwert. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 beträgt das maximale Kreditrisiko 7.662 TEUR (Vj.: 7.443 TEUR).

Nach IFRS 9 werden Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste ("Expected-loss-Modell") für sämtliche zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte sowie für erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Schuldinstrumente erfasst.

Grundsätzlich sieht IFRS 9 hierfür ein dreistufiges Verfahren vor. Eine Risikovorsorge wird entweder auf Basis der erwarteten 12-Monats-Kreditverluste gebildet (Stufe 1) oder auf Basis der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste, falls sich das Kreditrisiko seit dem erstmaligen Ansatz signifikant erhöht hat (Stufe 2) oder falls eine beeinträchtigte Bonität festgestellt wird (Stufe 3). Für den Großteil der finanziellen Vermögenswerte, einschließlich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die keine wesentliche Finanzierungskomponente beinhalten, wird das vereinfachte Verfahren angewandt. Hierbei werden die erwarteten Kreditverluste immer über die gesamte Laufzeit der Finanzinstrumente ermittelt.

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

Aufgrund der Anwendung des vereinfachten Verfahrens ergeben sich folgende Ausfallrisikoklassifizierungen für die finanziellen Vermögenswerte:

Ausfallrisiko für finanzielle Vermögenswerte 2020

in TEUR Forderungen
aus Lieferungen
und Leistungen
Vertrags
vermögenswerte
Sonstige finanzielle
Vermögenswerte
Zahlungsmittel
und Zahlungsmittel
äquivalente
Risikostufe 1 - - 927 17.134
Risikostufe 2 6.617 73 203 -
Risikostufe 3 77 - - -
Summe 6.694 73 1.130 17.134

Ausfallrisiko für finanzielle Vermögenswerte 2019

in TEUR Forderungen
aus Lieferungen
und Leistungen
Vertrags
vermögenswerte
Sonstige finanzielle
Vermögenswerte
Zahlungsmittel
und Zahlungsmittel
äquivalente
Risikostufe 1 - - 586 7.490
Risikostufe 2 6.728 158 191 -
Risikostufe 3 109 - - -
Summe 6.837 158 777 7.490

Bei Vorliegen entsprechender einzelfallbezogener Umstände und Risikoindikationen werden individuelle Wertberichtigungen gebildet. Es werden sowohl vergangenheitsbezogene Daten, zum Beispiel historische Ausfallquoten, als auch zukunftsbezogene Informationen, zum Beispiel individuelle und makroökonomische Gegebenheiten, in die Bestimmung der Höhe der Wertberichtigungen einbezogen. Für die initiale Bestimmung der Ausfallquoten wurden Daten sowohl von externen Anbietern genutzt als auch auf der Basis der tatsächlichen Ausfälle bestimmt. Zukünftig werden diese Informationen alleine auf Basis der erwarteten Ausfälle bestimmt.

Der Ausfall eines Kontrahenten führt zur Wertberichtigung sämtlicher offenen Positionen mit dem Kontrahenten. Hierbei wird der Ausfall auf Basis individueller Beurteilung bestimmt, zum Beispiel bei auffälligen Veränderungen des Zahlungsverhaltens oder Insolvenzanmeldung. Ein Finanzinstrument wird ausgebucht, wenn nach angemessener Einschätzung nicht davon auszugehen ist, dass ein finanzieller Vermögenswert ganz oder teilweise realisierbar ist, zum Beispiel nach Beendigung des Insolvenzverfahrens oder in Abhängigkeit anderer lokalrechtlicher Gegebenheiten.

Für die nicht wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden Wertberichtigungen bemessen nach IFRS 9 in Höhe der erwarteten Kreditverluste von 76 TEUR (Vj.: 66 TEUR) gebildet. Die Werthaltigkeit der nicht überfälligen Forderungen wird als sehr hoch angesehen. Diese Einschätzung wird dabei vor allem auf die langjährige Geschäftsbeziehung zu den meisten Abnehmern und die Bonität der Kunden zurückgeführt. Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte sind weder überfällig noch wertgemindert.

Aufgrund der verhältnismäßig hohen Konzentration der Umsatzerlöse auf einige Großkunden liegt ein starker Fokus des Vertriebs auf Neukundengewinnung in allen durch die va-Q-tec adressierten Marktbereichen.

Liquiditätsrisiken

Die Liquiditätsrisiken, d. h. das Risiko, dass va-Q-tec seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen kann, werden sowohl durch Schaffung der notwendigen finanziellen Flexibilität als auch durch ein effektives Cash-Management begrenzt. Zur Steuerung der zukünftigen Liquiditätssituation setzt va-Q-tec entsprechende Liquiditätsplanungsinstrumente ein. Zum Bilanzstichtag waren keine Liquiditätsengpässe erkennbar. Es bestanden in ausreichendem Maß nicht genutzte Kontokorrentlinien.

Spezifische Liquiditätsrisiken des Konzerns ergeben sich aus dem verhältnismäßig hohen Anteil einzelner Großkunden, mit denen keine Langzeitverträge bestehen und den damit zusammenhängenden theoretischen Ausfall- oder Abwanderungsrisiken dieser Kunden, sowie aus möglichen Rückzahlungsverpflichtungen gegenüber Kreditinstituten bei eventueller Nichteinhaltung von Covenants und gegenüber Förderinstituten bei eventueller Nichteinhaltung von Förderbedingungen. Diese potenziellen Liquiditätsrisiken werden durch gezielte kommerzielle, finanzielle und organisatorische Maßnahmen durch das Management gesteuert.

Die nachfolgenden Aufstellungen zeigen die vertraglich vereinbarten undiskontierten Zins- und Tilgungszahlungen für die unter IFRS 7 fallenden originären und derivativen finanziellen Verbindlichkeiten. Ist der Fälligkeitstermin nicht fixiert, wird die Verbindlichkeit auf den frühesten Fälligkeitstermin bezogen. Zinszahlungen mit variabler Verzinsung werden entsprechend den Konditionen zum Stichtag berücksichtigt. Im Wesentlichen wird davon ausgegangen, dass die Zahlungsmittelabflüsse nicht früher als dargestellt eintreten werden.

Die nachfolgende Tabelle enthält die Rückzahlungsbeträge (einschließlich angenommener, zukünftig zu leistender Zinsen) zur jeweils angegebenen Fälligkeit:

2020| Rückzahlungsbeträge zur jeweiligen Fälligkeit

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
in TEUR Anleihe Verbindlich
keiten gegen
über Kredit
instituten
Verbindlich
keiten aus
Leasing
Derivative
Finanzinstru
mente
Übrige sons
tige finanzi
elle Verbind
lichkeiten
Verbindlich
keiten aus
Lieferung
und Leistung
Gesamt
2021 865 6.411 2.755 4 4.107 5.973 20.115
2022 865 5.847 2.198 - - - 8.910
2023 865 1.857 1.001 - - - 3.723
2024 865 2.404 243 - - - 3.512
2025 23.924 1.310 46 - - - 25.280
2026 und
später
- 14.663 - - - - 14.663
Summe
31.12.2020
27.384 32.492 6.243 4 4.107 5.973 76.203

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

2019 | Rückzahlungsbeträge zur jeweiligen Fälligkeit

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

in TEUR Verbind
lichkeiten
gegenüber
Kreditinsti
tuten
Verbindlich
keiten aus
Finanzie
rungsleasing
Derivative
Finanzinstru
mente
Übrige sons
tige finanzi
elle Verbind
lichkeiten
Verbindlich
keiten aus
Lieferung
und Leistung
Gesamt
2020 11.963 3.074 10 3.980 4.469 23.496
2021 3.997 1.880 4 60 - 5.941
2022 2.806 2.114 - - - 4.920
2023 1.854 1.052 - - - 2.906
2024 1.442 391 - - - 1.833
2025 und später 15.973 11 - - - 15.984
Summe
31.12.2019
38.035 8.522 14 4.040 4.469 55.080

Für die zum Bilanzstichtag in Anspruch genommenen Kredite der va-Q-tec gegenüber Kreditinstituten bestehen Sicherheiten in Form von Grundschulden auf die Grundstücke und Gebäude am Standort Kölleda und am neuen Hauptquartier in Würzburg, Sicherungsübereignungen von Maschinen und Einrichtungsgegenständen, sowie Sicherheiten für Finanzierungsleasing in Form von Produktionsanlagen. Darüberhinaus sind Container der englischen Tochtergesellschaft, welche im Rahmen der Containerflotte vermietet werden, als Sicherheiten für Finanzierungsleasing bestellt. Die im Rahmen des Multibankenvertrags in Anspruch genommenen Kontokorrentlinien sind zum Bilanzstichtag durch das Vorratsvermögen besichert. Die va-Q-tec AG hat sich darüber hinaus zur Einhaltung einer Mindesteigenkapitalquote und Mindest-EBITDA-Werten verpflichtet.

Währungsrisiken

Währungsrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cashflows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Wechselkurse schwanken. Die va-Q-tec ist diesem Risiko vor allem aus ihrer Geschäftstätigkeit (wenn Umsatzerlöse und/oder Aufwendungen auf eine von der funktionalen Währung der jeweiligen Konzerngesellschaft abweichende Währung lauten) ausgesetzt. Sofern wirtschaftlich sinnvoll, sichert die va-Q-tec ausgewählte Wechselkursrisiken mit Devisentermingeschäften ab. Bei der Absicherung von Wertschwankungen künftiger Cashflows aus erwarteten Transaktionen handelt es sich um geplante Kosten in Fremdwährung. Wechselkursbedingte Differenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen in die Konzernwährung bleiben unberücksichtigt.

Zur Darstellung von Marktrisiken verlangt IFRS 7 Sensitivitätsanalysen, welche mögliche Auswirkungen aus Veränderungen relevanter Risikovariablen (z. B. Wechselkurse, Zinssätze) auf Ergebnis und Eigenkapital zeigen. Um die periodischen Auswirkungen zu ermitteln, wird eine mögliche Änderung der Risikovariablen auf den Bestand an Finanzinstrumenten zum Abschlussstichtag vorgenommen. Dabei wird unterstellt, dass der Bestand zum Jahresultimo repräsentativ für das Geschäftsjahr ist.

Die folgende Sensitivitätsanalyse legt den USD, das GBP, den CHF, den SGD und den KRW als wesentliche Fremdwährung für den va-Q-tec Konzern zugrunde. Die Analyse bezieht sich jeweils auf den Stand der zum 31.12.2020 bestehenden Forderungen, liquiden Mittel und Verbindlichkeiten in USD, GBP, CHF, SGD und KRW. Es wurden die Effekte auf Konzernergebnis und Eigenkapital berechnet, die sich aus dem simulierten USD-Kurs, GBP-Kurs, CHF-Kurs, SGD-Kurs und KRW-Kurs zum Stichtag ergeben.

Es ergeben sich folgende Währungsszenarien:

2020| Eigenkapitalveränderung erfolgswirksam

in TEUR USD GBP CHF KRW SGD Summe
+ 100 Basis
punkte
255 25 40 28 46 394
- 100 Basis
punkte
-311 -31 -49 -35 -57 -483

2019| Eigenkapitalveränderung erfolgswirksam

in TEUR USD GBP CHF KRW SGD Summe
+ 100 Basis
punkte
287 30 99 19 8 443
- 100 Basis
punkte
-287 -30 -99 -19 -8 -443

Ausgehend von der Bewertung zum 31.12.2020 wurde eine Sensitivitätsanalyse zur Ermittlung der Eigenkapitalveränderung bei einer parallelen Verschiebung der Fremdwährungsbewertung des Schweizer Franken um jeweils 100 Basispunkte für den besicherten Teil der Anleihe und die damit verbundenen Sicherungsgeschäfte durchgeführt. Eine Aufwertung des CHF gegenüber dem EUR zum Bilanzstichtag um 100 Basispunkte würde das Sonstige Ergebnis erfolgsneutral um 2.562 TEUR mindern. Eine Abwertung des CHF gegenüber dem EUR würde das Sonstige Ergebnis im Eigenkapital erfolgsneutral um 1.942 TEUR erhöhen.

Zinsrisiken

Zinsrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cashflows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Marktzinssätze schwanken. Das Risiko von Schwankungen der Marktzinssätze, dem der Konzern ausgesetzt ist, resultiert überwiegend aus den variabel verzinslichen Darlehen und Kontokorrentlinien. Der Konzern steuert in geringem Umfang sein Zinsrisiko bei den Finanzschulden durch den Einsatz von Zinsderivaten in Form von Zinsswaps auf langfristige Darlehen, wobei kein Hedge Accounting angewendet wird.

Zinsrisiken im Sinne von IFRS 7 werden mittels Sensitivitätsanalyse ermittelt. Die folgende Sensitivitätsanalyse bezieht sowohl Auswirkungen auf das Zinsergebnis aufgrund der zum jeweiligen Bilanzstichtag bestehenden variabel verzinslichen Finanzinstrumente als auch Wertänderungen der abgeschlossenen Zinsswaps ein. Es wurden die Effekte der risikovariablen Marktzinssätze auf Konzernergebnis und Eigenkapital berechnet.

Wenn das Marktzinsniveau zum Bilanzstichtag um 100 Basispunkte höher gewesen wäre, wäre das Konzernergebnis um 6 TEUR niedriger (Vj.: 46 TEUR niedriger) und das Konzerneigenkapital um 6 TEUR niedriger (Vj.: 46 TEUR niedriger) gewesen. Wenn das Marktzinsniveau zum Bilanzstichtag um 100 Basispunkte niedriger gewesen wäre, wäre das Konzernergebnis um 1 TEUR höher (Vj.: 41 TEUR höher) und das Konzerneigenkapital um 1 TEUR höher (Vj.: 41 TEUR höher) gewesen.

Kapitalmanagement

Vorrangiges Ziel des Kapitalmanagements der va-Q-tec ist eine kontinuierliche und langfristige Steigerung des Unternehmenswertes und die Sicherung der Liquidität. Ein hohes Bonitätsrating und eine gute Eigenkapitalquote sind hierzu wichtige Bausteine. Der Konzern steuert seine Kapitalstruktur und nimmt Anpassungen unter Berücksichtigung des Wandels der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vor.

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

Die va-Q-tec überwacht ihr Kapital regelmäßig auf der Basis verschiedener Kennzahlen. Die Eigenkapitalquote ist hierbei eine wichtige Kennzahl. Der Vorstand hat als mittelfristiges Ziel einen Korridor für die Eigenkapitalquote zwischen 35 und 40% definiert. Die Eigenkapitalquote betrug zum Bilanzstichtag 35% (Vj.: 40%) und erfüllte damit im Geschäftsjahr 2020 das vom Vorstand gesetzte Ziel. Nach aktuellen Plänen ist davon auszugehen, dass die Eigenkapitalquote des Unternehmens in den kommenden Jahren im beschriebenen Korridor von 35–40% bleiben wird.

Mit der Begebung der Anleihe und den verfügbaren Kontokorrentlinien im Rahmen des im November 2020 verlängerten Multibankenvertrags hat die va-Q-tec AG eine solide Liquiditätsbasis für die Geschäftsplanung der nächsten Jahre geschaffen.

Zum 31.12.2020 unterlagen Finanzverbindlichkeiten der Muttergesellschaft va-Q-tec AG i.H.v. 598 TEUR (Vj.: 1.096 TEUR) Covenant-Regelungen in Bezug auf den Einzel- und Konzernabschluss der va-Q-tec AG. Die Covenant-Regelungen der langfristigen Darlehen schreiben neben Grundschulden und anderen Sicherheiten jeweils eine Mindesteigenkapitalquote von 30% vor. Diese Kennzahl wurde eingehalten. Im Rahmen des Multibankenvertrages hat die va-Q-tec den Konsortialbanken das Vorratsvermögen als Sicherheit für die Kreditlinien zur Verfügung gestellt und sich zur Einhaltung einer Mindest-Eigenkapitalquote von 30% sowie von Mindest-EBITDA-Werten verpflichtet. Finanzverbindlichkeiten der va-Q-tec Ltd. (UK) aus Finanzierungsleasing und Darlehen i.H.v. 3.236 TEUR per 31.12.2020 (Vj.: 6.019 TEUR) unterliegen einer Covenant-Regelung in Bezug auf den Einzelabschluss der va-Q-tec Ltd. (UK). Diese Covenant-Regelung schreibt ein bilanzielles Eigenkapital von mindestens 2.500 TEUR zum Bilanzstichtag vor. Wie im Vorjahr wurde dieser Covenant zum Bilanzstichtag erfüllt. Zudem hat sich die Gesellschaft verpflichtet, für die Laufzeit der Anleihe eine Liquidität von 5.000 TEUR nicht zu unterschreiten. Zum Bilanzstichtag beträgt die kurzfristig verfügbare Liquidität unter Berücksichtigung der nicht in Anspruch genommenen Kontokorrentlinie 27.992 TEUR und erfüllt damit die abgegebene Verpflichtungserklärung.

5 SONSTIGE ANGABEN

5.1 SEGMENTINFORMATIONEN

Im Rahmen der Segmentberichterstattung werden die Aktivitäten des va-Q-tec Konzerns gemäß den Regeln von IFRS 8 (Geschäftssegmente) nach Geschäftsbereichen abgegrenzt. Diese Aufgliederung orientiert sich an der internen Steuerung und Berichterstattung nach legalrechtlichen Einheiten. Der va-Q-tec Konzern ist in den drei Berichtssegmenten "va-Q-tec AG", "va-Q-tec Ltd. (UK)" und "Sonstige" tätig.

Die Aktivitäten des deutschen und britischen Berichtssegments sind unverändert zum Vorjahr. In der Schweiz wird ein Fulfillment Center (Temperieren und Reinigen von Mietboxen) betrieben. Die koreanische Tochtergesellschaft erbringt neben Einkaufs- und Verkaufsdienstleistungen auch selbstständige Dritt-Umsätze für den Konzern. Die Tochtergesellschaften in den USA, Uruguay, Singapur und Japan erbringen neben Verkaufsdienstleistungen selbstständige Dritt-Umsätze.

Die Berichterstattung und -steuerung der einzelnen Segmente bei der va-Q-tec erfolgt unmittelbar nach IFRS. Die Liefer- und Leistungsbeziehungen innerhalb der Berichtssegmente sind, sofern wesentlich, konsolidiert ausgewiesen.

Ausgehend von der Gesamtsumme der Berichtssegmente werden in der Spalte "Konsolidierung" die konzerninternen Geschäftsvorfälle eliminiert sowie insbesondere die Auswirkungen aus Sale-and-finance-leaseback-Transaktionen berücksichtigt.

Segmentberichtserstattung für das Geschäftsjahr 2020

va-Q-tec AG va-Q-tec Ltd.
(UK)
Sonstige Gesamt
summe
Geschäfts
bereiche
Konsoli
dierung
Konzern
in TEUR IFRS IFRS IFRS
Außenumsatz 34.847 28.776 8.483 72.106 - 72.106
Innenumsatz 14.516 1.262 1.285 17.063 -17.063 -
Gesamtumsatz 49.363 30.038 9.768 89.169 -17.063 72.106
Zeitpunktbezogen 46.719 - 7.228 53.947 -14.497 39.450
Zeitraumbezogen 2.644 30.038 2.540 35.222 -2.566 32.656
Gesamterträge 56.698 30.918 9.831 97.447 -13.315 84.132
Materialaufwand -22.879 -12.386 -6.067 -41.332 8.581 -32.751
Personalaufwand -21.797 -3.100 -2.125 -27.022 911 -26.111
Sonstiger betrieb
licher Aufwand
-10.304 -4.084 -1.928 -16.316 2.445 -13.871
EBITDA 1.718 11.348 -289 12.777 -1.378 11.399
Abschreibungen -4.889 -8.131 -618 -13.638 1.339 -12.299
EBIT -3.171 3.217 -907 -861 -39 -900
Ergebnis aus at
equity bilanzierten
Beteiligungen
- - - - - -
Ergebnis aus fair
value Bewertung
von Beteiligungen
- - - - 647 647
Finanzerträge 271 - - 271 -259 12
Finanzauf
wendungen
-916 -562 -52 -1.530 259 -1.271
EBT -3.816 2.655 -959 -2.120 608 -1.512
Investitionen per
31.12.2020
8.849 8.282 963 18.094 -3.812 14.282
Vermögen
31.12.2020
115.812 27.936 6.776 150.524 -31.456 119.068
Langfristige
Vermögenswerte
31.12.2020
58.684 18.660 1.529 78.873 -6.282 72.591
Schulden
31.12.2020
62.989 20.598 7.984 91.571 -13.758 77.813
Mitarbeiter 1) 440 49 30 519 - 519

1) Die Anzahl der Mitarbeiter beinhaltet Vorstände und Auszubildende (2020: 17, Vj: 17)

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

Segmentberichtserstattung für das Geschäftsjahr 2019

IFRS
IFRS
IFRS
in TEUR
Außenumsatz
34.442
24.917
5.308
64.667
-
64.667
Innenumsatz
9.586
1.338
1.203
12.127
-12.127
-
Gesamtumsatz
44.028
26.255
6.511
76.794
-12.127
64.667
Zeitpunktbezogen
40.232
-
3.979
44.211
-9.355
34.856
Zeitraumbezogen
3.796
26.255
2.532
32.583
-2.772
29.811
Gesamterträge
48.717
26.790
6.635
82.142
-9.325
72.817
Materialaufwand
-19.591
-12.171
-3.828
-35.590
6.597
-28.993
Personalaufwand
-18.772
-2.605
-1.601
-22.978
589
-22.389
Sonstiger betriebli
cher Aufwand
-9.345
-3.349
-1.392
-14.086
2.324
-11.762
EBITDA
1.009
8.665
-186
9.488
185
9.673
Abschreibungen
-4.636
-7.804
-526
-12.966
734
-12.232
EBIT
-3.627
861
-712
-3.478
919
-2.559
Ergebnis aus at
equity bilanzierten
Beteiligungen
-
-
-
-
-68
-68
Ergebnis aus fair
value Bewertung
von Beteiligungen
-
-
-
-
1.771
1.771
Finanzerträge
282
-
-
282
-266
16
Finanzauf
wendungen
-738
-559
-49
-1.346
267
-1.079
EBT
-4.083
302
-761
-4.542
2.623
-1.919
Investitionen per
31.12.2019
7.298
7.825
1.557
16.680
-4.398
12.282
Vermögen
31.12.2019
101.723
27.649
5.004
134.376
-28.587
105.789
Langfristige
Vermögenswerte
31.12.2019
54.919
18.648
1.369
74.936
-3.824
71.112
Schulden
31.12.2019
44.958
23.258
5.347
73.563
-10.480
63.083
Mitarbeiter 1)
398
41
25
464
-
464
va-Q-tec AG va-Q-tec Ltd.
(UK)
Sonstige Gesamt
summe
Geschäfts
bereiche
Konsoli
dierung
Konzern

1) Die Anzahl der Mitarbeiter beinhaltet Vorstände und Auszubildende (2019: 17, Vj: 16)

Im Geschäftsjahr 2020 gab es bei der va-Q-tec AG keinen Kunden, dessen Umsatzanteil über 10% am Gesamt-Konzernumsatz lag. Im Vorjahr wurden mit einem Kunden Umsätze in Höhe von 8.425 TEUR erlöst, dessen Anteil damit über 10% am Gesamtzumsatz lag.

Die Umsatzerlöse verteilen sich geographisch wie folgt:

in TEUR 2020 2019
Deutschland 20.923 20.827
Übrige Europäische Union 20.699 19.156
Andere 30.484 24.684
Gesamt Konzern 72.106 64.667

Die Zuordnung von Umsätzen mit externen Kunden zu einer geographischen Region richtet sich nach dem Standort des Kunden. Die geographische Zuordnung der langfristigen Vermögenswerte richtet sich nach dem Sitz des Eigentümers der Vermögenswerte und ist entsprechend aus der oben dargestellten Segmentberichterstattung nach legalrechtlichen Einheiten ersichtlich.

Die Zuordnung der Umsätze auf Produkte, Systeme und Dienstleistungen ergibt sich wie folgt: Mit Produkten (Vakuumisolationspaneele und isoliert verkaufte Wärmespeicherkomponenten) wurden im Geschäftsjahr Umsätze i.H.v. 18.303 TEUR (Vj.: 18.440 TEUR) erzielt. Mit Systemen (thermische Verpackungen und deren Komponenten) konnte der Konzern im Geschäftsjahr Umsätze i.H.v. 19.520 TEUR (Vj.: 15.054 TEUR) erzielen. Aus Dienstleistungen resultierten im Geschäftsjahr Umsätze i.H.v. 32.657 TEUR (Vj.: 29.811 TEUR). Sonstige Umsatzerlöse betrugen im Geschäftsjahr 1.626 TEUR (Vj.: 1.362 TEUR).

5.2 EVENTUALVERPFLICHTUNGEN UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN

Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen, die im Wesentlichen aus Abnahmeverpflichtungen und Marketingkosten resultieren.

Die Fälligkeiten der sonstigen finanziellen Verpflichtungen stellen sich wie folgt dar:

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (Eventualverpflichtungen)

in TEUR 31.12.2020 31.12.2019
Gesamt Konzern 10.246 1.746
Fällig innerhalb eines Jahres 7.627 1.207
Fällig zwischen einem und fünf Jahren 2.619 539
Fällig später als fünf Jahre - -

Außerdem besteht eine Avallinie in Höhe von 24 TEUR (Vj.: 24 TEUR) mit der Commerzbank AG, für welche die va-Q-tec AG aus der Kreditvergabe gegenüber fremden Dritten haftet.

Das im Dezember 2017 eingeführte Aktienkaufprogramm für va-Q-tec-Mitarbeiter, das die Erstattung eines Teils des gezahlten Preises für nachweislich erworbene va-Q-tec-Aktien vorsieht, führte 2020 zu Auszahlungen in Höhe von 2 TEUR (Vj.: 8 TEUR). Das Programm wurde bis zum 31.12.2021 verlängert, was auch in 2021 in geringem Umfang zu Eventualverbindlichkeiten führt. Das Aktienkauf-Programm "va-Q-share" der va-Q-Tec AG ist Bestandteil der auf eine nachhaltig positive Unternehmensentwicklung ausgerichteten Zusatzleistungen für Mitarbeiter der Gesellschaft mit einzelvertraglichen Zielvereinbarungen. Das Programm va-Q-share Plus schafft einen langfristig angelegten Anreiz für die Teilnehmer, sich für den Erfolg der Gesellschaft einzusetzen. Zu diesem Zweck wird den Teilnehmern dieses Programms ein monetärer Zuschuss zum selbständigen Erwerb von Aktien der Gesellschaft am Markt gewährt. Aus dem Programm resultieren keine wesentlichen Auswirkungen bzw. Zahlungsverpflichtungen.

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

5.3 AKTIENBASIERTE VERGÜTUNG

va-Q-tec hat aktuell keine Vereinbarungen über anteilsbasierte Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente an Arbeitnehmer.

5.4 NAHESTEHENDE PERSONEN UND UNTERNEHMEN

Gemäß IAS 24 sind die Existenz von, Geschäftsvorfälle mit, sowie ausstehende Salden gegenüber nahestehenden Unternehmen, soweit sie nicht bereits als konsolidierte Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen wurden, sowie nahestehenden Personen anzugeben. Die va-Q-tec AG ist oberstes Konzernunternehmen.

Als nahestehende Personen in der va-Q-tec Gruppe gelten grundsätzlich Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen einschließlich deren nahe Familienangehörige. Die Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen setzen sich zusammen aus den Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern der va-Q-tec AG sowie den Geschäftsführern der ausländischen Tochtergesellschaften in Korea und UK.

Als nahestehende Unternehmen in der va-Q-tec Gruppe gelten solche Unternehmen oder Personenvereinigungen, auf die die va-Q-tec AG, die Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder und deren nahe Familienangehörige zumindest einen maßgeblichen Einfluss ausüben können, oder die ihrerseits auf va-Q-tec einen maßgeblichen Einfluss ausüben können.

Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen der va-Q-tec Gruppe

Vorstand
Dr. Joachim Kuhn seit 01.04.2001
Stefan Döhmen seit 01.07.2017
Aufsichtsrat
Dr. Gerald Hommel
Vorsitzender
seit 27.06.2014
Uwe Lamann
Stellv. Vorsitzender
vom 27.06.2014
bis 23.07.2020
Dr. Barbara Ooms-Gnauck
Stellv. Vorsitzende
seit 27.06.2014
Winfried Klar seit 20.03.2013
Uwe Krämer seit 01.10.2015
Dr. Eberhard Kroth seit 20.03.2013
Geschäftsführer der Tochtergesellschaften
in UK, Korea und Japan
Insook Yoo – va-Q-tec Ltd. (Korea) seit 07.07.2011
Insook Yoo – va-Q-tec G.K. (Japan) seit 05.04.2017
Sven Larsen – va-Q-tec Ltd. (UK) seit 01.01.2017
Roland Rappl – va-Q-tec Ltd. (UK) seit 01.03.2018

Anteilseigner mit maßgeblichem Einfluss auf die va-Q-tec AG

Aktienpool Familien Dr. Joachim Kuhn und Anteil am Grundkapital: 25,02%
Dr. Roland Caps

Gesamtvergütung der Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen der va-Q-tec Gruppe

in TEUR 2020 2019
Kurzfristig fällige Leistungen 1.574 1.370
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 25 24
Gesamtvergütung der Mitglieder des Managements
in Schlüsselpositionen der va-Q-tec Gruppe
1.599 1.394
Vergütung des Vorstands
in TEUR 2020 2019
Kurzfristig fällige Leistungen 720 644
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 16 15
Gesamtvergütung des Vorstands 736 659

Der Vorstand wurde in 2020 mit einem Gesamtwert i.H.v. 736 TEUR vergütet (Vj.: 659 TEUR). Diese Vergütung bestand aus fester Vergütung i.H.v. 470 TEUR (Vj.: 416 TEUR), erfolgsabhängiger einjähriger variabler Vergütung i.H.v. 41 TEUR (Vj.: 47 TEUR), mehrjähriger variabler Vergütung i.H.v. 209 TEUR (Vj.: 181 TEUR) sowie Zuschüssen zur betrieblichen Altersvorsorge. Seit 2014 bestehen für die Vorstände beitragsorientierte Leistungszusagen. Hierfür wurden im Berichtsjahr 16 TEUR (Vj.: 15 TEUR) in eine externe rückgedeckte Unterstützungskasse eingezahlt.

Im Berichtsjahr bestanden wie im Vorjahr keine Vorschüsse und Kredite gegenüber Mitgliedern des Vorstands.

Zum 31.12.2020 hatte ein Vorstandsmitglied gegenüber der Thüringer Aufbaubank eine persönliche Bürgschaft i.H.v. 200 TEUR (Vj.: 200 TEUR) ausstehen. Diese Bürgschaft wurde 2011 ohne Gegenleistung der va-Q-tec AG abgegeben.

va-Q-tec legt die Gesamtvergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder nicht unter Nennung der Namen offen, da die §§ 314 Abs. 3 S. 1, 286 Abs. 5 HGB dies ausdrücklich unter den Vorbehalt eines abweichenden Beschlusses der Hauptversammlung mit qualifizierter Mehrheit des bei Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals stellen. Einen entsprechenden Beschluss hat die Hauptversammlung der va-Q-tec AG am 31.05.2016 mit der erforderlichen Mehrheit gefasst.

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

Vergütung des Aufsichtsrats

Vergütung des Aufsichtsrats 2020

in TEUR Vergütung Spesen Beratung
Dr. Gerald Hommel 41 2 -
Winfried Klar 32 5 25
Uwe Andreas Krämer 18 - -
Dr. Eberhard Kroth 23 1 19
Uwe Lamann 13 1 -
Dr. Barbara Ooms-Gnauck 23 2 -
Summe 150 11 44

Vergütung des Aufsichtsrats 2019

in TEUR Vergütung Spesen Beratung
Dr. Gerald Hommel 36 2 -
Winfried Klar 29 5 15
Uwe Andreas Krämer 15 - -
Dr. Eberhard Kroth 17 1 25
Uwe Lamann 26 3 -
Dr. Barbara Ooms-Gnauck 19 2 -
Summe 142 13 40

Für das Geschäftsjahr 2020 wurde den Mitgliedern des Aufsichtsrats eine Vergütung von 161 TEUR (Vj.: 155 TEUR) gewährt. Die Vergütung beinhaltet sowohl im Berichtsjahr als auch im Vorjahr nur einen kurzfristigen Bestandteil und besteht aus der Vergütung der gewöhnlichen Aufsichtsratstätigkeit und Spesen. Zusätzlich wurden Beratungsleistungen i.H.v. 44 TEUR (Vj.: 40 TEUR) vergütet, die insbesondere im Rahmen des Power 20+-Programms bzw. im Zusammenhang mit der Finanzierung der va-Q-tec AG beauftragt und erbracht wurden.

Zum 31.12.2020 bestanden aus dieser Vergütung des Aufsichtsrats Zahlungsverpflichtungen der Gesellschaft i.H.v. 108 TEUR (zum 31.12.2019: 36 TEUR).

Im Berichtsjahr bestanden wie im Vorjahr keine Vorschüsse und Kredite gegenüber Mitgliedern des Aufsichtsrats.

Anteilsbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat

Mitglieder des Vorstandes, Gründer und Mitglieder des Aufsichtsrates hielten zum Ende des Geschäftsjahres 2020 folgende direkte Beteiligungen am Grundkapital der va-Q-tec AG:

Aktionär Anzahl der Aktien
CEO und Gründerfamilien 3.496.044
CFO und Aufsichtsrat 58.281

Übrige Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Im Geschäftsjahr 2020 wurden keine Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen getätigt.

5.5 EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Nach dem 31. Dezember 2020 sind keine berichtspflichtigen Ereignisse mit einer wesentlichen Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns eingetreten.

5.6 ANGABEN ZU ABSCHLUSSPRÜFERHONORAREN

Die Honorare des Abschlussprüfers Rödl & Partner GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Nürnberg für Dienstleistungen i.H.v. 207 TEUR (Vj.: 168 TEUR) setzten sich wie folgt zusammen:

in TEUR 2020 2019
Abschlussprüfung (davon Vorjahre: 29 TEUR) 148 123
Sonstige Bestätigungsleistungen 39 -
Steuerberatungsleistungen (davon Vorjahre: 2 TEUR) 19 16
Sonstige Leistungen 12 29
Gesamt Konzern 218 168

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

5.7 ENTSPRECHENSERKLÄRUNG ZUM CORPORATE-GOVERNANCE-KODEX

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der va-Q-tec AG haben die Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG abgegeben. Die Erklärung ist dauerhaft auf der Internetseite www.va-q-tec.com im Bereich Investor Relations abrufbar unter:

https://ir.va-q-tec.com/websites/vaqtec/German/530/erklaerung-zur-unternehmensfuehrung.html

Würzburg, den 26.03.2021

va-Q-tec AG

Der Vorstand

Dr. Joachim Kuhn Stefan Döhmen

VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Würzburg, den 26.03.2021

Dr. Joachim Kuhn (Vorsitzender des Vorstands)

Stefan Döhmen (Finanzvorstand)

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

An die Aktionäre

142

Der nachfolgend wiedergegebene Bestätigungsvermerk umfasst auch einen "Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Abschlusses und des Lageberichts nach § 317 Abs. 3b HGB" ("ESEF-Vermerk"). Der dem ESEF Vermerk zugrunde liegende Prüfungsgegenstand (zu prüfende ESEF-Unterlagen) ist nicht beigefügt. Die geprüften ESEF-Unterlagen können nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger eingesehen bzw. aus diesem abgerufen werden.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die va-Q-tec AG, Würzburg

Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der va-Q-tec AG, Würzburg, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) – bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2020, der Konzerngewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden – geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der va-Q-tec AG, Würzburg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 geprüft. Den Abschnitt "Erklärung zur Unternehmensführung" im Konzernlagebericht haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

  • entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2020 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 und
  • vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf die oben genannten nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Konzernlageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Aus unserer Sicht war der im Folgenden dargestellte Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung am bedeutsamsten.

Periodengerechte Umsatzrealisierung aus Verträgen mit Kunden

• Gründe für die Bestimmung als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt

Im Geschäftsjahr hat der va-Q-tec Konzern Umsatzerlöse in Höhe von 72.106 TEUR (Vj. 64.667 TEUR) realisiert. Dies entspricht einem Anstieg der Umsätze auf Konzernebene von 12%, wozu der Bereich Systeme (Verkauf von thermischen Transportbehältern) mit einem Umsatzplus von 30% auf 19.520 TEUR überproportional beitrug. Die Umsätze des va-Q-tec Konzerns sind heterogen und umfassen den Verkauf von thermischen Transportbehältern (Systeme), Vakuumisolationspaneele und thermische Energiespeicherkomponenten (Produkte) sowie die kurzfristige Vermietung von auftragsspezifisch vortemperierten Transportbehältern aus einer Vielzahl von weltweit verteilten Netzwerkstationen (Dienstleistungen). Hinzu kommen Beratungs- und Serviceleistungen, die sowohl Bestandteil des Verkaufs- als auch des Vermietungsgeschäfts sein können. Angesichts der Heterogenität und Komplexität der Geschäftsvorfälle sind angemessen ausgestaltete Prozesse und darin implementierte Kontrollen für eine periodengerechte Umsatzrealisierung erforderlich und bedürfen einer besonderen Befassung in der Prüfung.

Aus unserer Sicht war die periodengerechte Umsatzrealisierung vor diesem Hintergrund im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

• Unsere Vorgehensweise in der Prüfung

Wir haben die implementierten Prozesse für das Verkaufs- und Vermietungsgeschäft konzernweit analysiert. Dabei haben wir konzernweite Kontrollmechanismen zur periodengerechten Erfassung der Umsatzerlöse im Verkaufsprozess identifiziert, deren Angemessenheit beurteilt und Funktionsprüfungen durchgeführt. Ergänzend haben wir die Bilanzierung ausgewählter Verträge mit Neukunden sowie Vertragsanpassungen mit Bestandskunden auf IFRS-Konformität untersucht. Neben analytischen Prüfungshandlungen haben wir eine Auswahl an Umsatztransaktionen sowohl unterjährig als auch kurz vor und nach dem Bilanzstichtag im Hinblick auf die zutreffende Erfassung untersucht. Zum Nachweis des Vorhandenseins der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und damit der Realisierung der Umsatzerlöse haben wir für eine Auswahl von Kunden Saldenbestätigungen eingeholt bzw. korrespondierende Zahlungseingange oder weiterführende Dokumente gewürdigt. Unsere Auswahl bestimmten wir risikoorientiert anhand von qualitativen und quantitativen Merkmalen. Zusätzlich haben wir die Einhaltung der Berichterstattungserfordernisse nach IFRS 15 im Konzernanhang nachvollzogen.

• Verweis auf zugehörige Angaben

Zu den Angaben verweisen wir auf den Abschnitt "Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im Konzernanhang. Die Angaben zu den Umsatzerlösen und Forderungen finden sich in den Abschnitten "Umsatzerlöse" und "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen" des Konzernanhangs.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:

  • die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB i.V.m. § 315d HGB, auf die im Abschnitt "Erklärung zur Unternehmensführung" im Konzernlagebericht verwiesen wird,
  • den Bericht des Aufsichtsrats,
  • die Versicherung nach § 297 Abs. 2 Satz 4 HGB zum Konzernabschluss und die Versicherung nach § 315 Abs. 1 Satz 5 HGB zum Konzernlagebericht,
  • die übrigen Teile des Geschäftsberichts, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses und der inhaltlich geprüften Bestandteile des Konzernlageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Der Aufsichtsrat ist für den Bericht des Aufsichtsrats verantwortlich. Für die Erklärung nach §161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex, auf die im Konzernlagebericht als Bestandteil der Erklärung zur Unternehmensführung verwiesen wird, sind die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat verantwortlich. Im Übrigen sind die gesetzlichen Vertreter für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Konzernabschlussprüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

  • wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zu den inhaltlich geprüften Angaben im Konzernlagebericht oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
  • anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

  • identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher beabsichtigter oder unbeabsichtigter falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.
  • beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
  • ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
  • beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.
  • holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.
  • beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.
  • führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

148

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach § 317 Abs. 3b HGB

Prüfungsurteil

Wir haben gemäß § 317 Abs. 3b HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der beigefügten Datei "va-Q-tec_AG_KA+KLB_ESEF_2020-12-31.zip"(SHA256-Hashwert:91b381697cfee92b0c907315486112471601932c5 8464f29c39c6894a32d7662) enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen.

Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten beigefügten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Konzernabschluss und zum beigefügten Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten beigefügten Datei enthaltenen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3b HGB unter Beachtung des Entwurfs des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3b HGB (IDW EPS 410) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist im Abschnitt "Verantwortung des Konzernabschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen" weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für die ESEF-Unterlagen

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB und für die Auszeichnung des Konzernabschlusses nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 2 HGB.

Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind.

Die gesetzlichen Vertreter sind zudem verantwortlich für die Einreichung der ESEF-Unterlagen zusammen mit dem Bestätigungsvermerk und dem beigefügten geprüften Konzernabschluss und geprüften Konzernlagebericht sowie weiteren offenzulegenden Unterlagen beim Betreiber des Bundesanzeigers.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses.

Verantwortung des Konzernabschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

  • identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher beabsichtigter oder unbeabsichtigter Verstöße gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.
  • gewinnen wir ein Verständnis von den für die Prüfung der ESEF-Unterlagen relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Kontrollen abzugeben.
  • beurteilen wir die technische Gültigkeit der ESEF-Unterlagen, d.h. ob die die ESEF-Unterlagen enthaltende Datei die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der zum Abschlussstichtag geltenden Fassung an die technische Spezifikation für diese Datei erfüllt.
  • beurteilen wir, ob die ESEF-Unterlagen eine inhaltsgleiche XHTML-Wiedergabe des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften Konzernlageberichts ermöglichen.
  • beurteilen wir, ob die Auszeichnung der ESEF-Unterlagen mit Inline XBRL-Technologie (iXBRL) eine angemessene und vollständige maschinenlesbare XBRL-Kopie der XHTML-Wiedergabe ermöglicht.

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 14. August 2020 als Konzernabschlussprüfer ge-wählt. Wir wurden am 15. Dezember 2020 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbro-chen seit dem Geschäftsjahr 2011 als Abschlussprüfer des Jahresabschlusses und seit dem Geschäftsjahr 2014 als Konzernabschlussprüfer der va-Q-tec AG, Würzburg, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Thomas Rattler.

Nürnberg, den 26. März 2021

Rödl & Partner GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft

gez. Fehlauer (Wirtschaftsprüfer)

gez. Rattler (Wirtschaftsprüfer)

Konzernabschluss

Konzernlagebericht

IMPRESSUM

HERAUSGEBER

va-Q-tec AG

Alfred-Nobel-Straße 33 97080 Würzburg

Tel.: +49 (0)931 35 94 2-0 Fax: +49 (0)931 35 94 2-10

E-mail: [email protected] www.va-q-tec.com

IR-KONTAKT

va-Q-tec AG Felix Rau

Tel.: +49 (0)931 35 94 2-2973 E-mail: [email protected]

LAYOUT & SATZ

cometis AG

Unter den Eichen 7 65195 Wiesbaden

Tel.: +49 (0)611 20 58 55-0 Fax: +49 (0)611 20 85 55-66

E-mail: [email protected] www.cometis.de

FINANZKALENDER

11.05.2021 Veröffentlichung Quartalsfinanzbericht (Stichtag Q1)
21.05.2021 Hauptversammlung
12.08.2021 Veröffentlichung Halbjahresfinanzbericht
11.11.2021 Veröffentlichung Quartalsfinanzbericht (Stichtag Q3)

REDAKTION

va-Q-tec AG

Alfred-Nobel-Straße 33 97080 Würzburg

Tel.: +49 (0)931 35 942 0 Fax: +49 (0)931 35 942 10

E-mail: [email protected] www.va-q-tec.com

BILDNACHWEIS

va-Q-tec AG

Talk to a Data Expert

Have a question? We'll get back to you promptly.