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EnviTec Biogas AG

Interim / Quarterly Report Sep 30, 2021

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Interim / Quarterly Report

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HALBJAHRES-BERICHT

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ZWISCHEN-BERICHT GESCHÄFTSJAHR 2021

der EnviTec Biogas AG für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2021

Konzernzwischenlagebericht

Kennzahlenüberblick 04
Vorwort 06
Konzernzwischenlagebericht
Grundlagen des Konzerns 10
Wirtschaftsbericht 10
Geschäftsverlauf und Segmententwicklung im ersten Halbjahr 2021 13
Ertragslage 16
Vermögens- und Finanzlage 18
Liquiditätslage 18
Chancen- und Risikobericht 18
Prognosebericht 19
Konzernzwischenabschluss
Konzernbilanz 22
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 25
Konzern-Anhang 27
Impressum 37

Konzernzwischenabschluss

Kennzahlenüberblick

INHALT

(Mio. Euro) H1 2021 H1 2020 Entwicklung
Umsatzerlöse 108,3 89,6 18,7
Rohergebnis 37,7 37,2 0,5
EBITDA 15,2 16,8 -1,6
EBT 7,9 9,2 -1,3
Konzernergebnis 6,6 7,5 -0,9
Mitarbeiter (Anzahl) 509 456 53
Auftragsbestand 152,5 147,3 5,2
davon Ausland 152,5 146,9 5,6
Auftragseingänge 33,5 39,5 -6
davon Ausland 33,5 39,5 -6
Auftragsstornierungen 0,3 0 0,3
Abgearbeitete Aufträge 22,7 16,5 6,2

In den Tabellen und Grafiken dieses Geschäftsberichts können aus rechentechnischen Gründen in Einzelfällen Rundungsdifferenzen auftreten.

Die Umrüstung des Standorts Güstrow erfordert Investitionen in eine CO2-Verflüssigungsanlage, eine LNG-Anlage zur Biomethanverflüssigung sowie umfangreiche Ersatzinvestitionen, wie beispielsweise in Dächer und Rührwerke, im Gesamtvolumen von rund 35-40 Mio. Euro bis einschließlich 2023. Nach abgeschlossenem Umbau sind mit dem Volllastbetrieb der Anlage ab 2023 ein zusätzliches jährliches Umsatzpotenzial in niedriger zweistelliger Millionenhöhe sowie maßgebliche, positive Ergebnisbeiträge zu erwarten.

Erste Verträge mit Kunden sind bereits geschlossen. Dazu gehört die Kooperation mit LIQVIS, einer Uniper-Tochter, über die Lieferung von Bio-LNG. Das Unternehmen plant einen konsequenten Ausbau der deutschen Tankstelleninfrastruktur, um der steigenden Nachfrage nach dem Alternativkraftstoff LNG gerecht zu werden. Auch LIQUIND 24/7 wird ab Herbst 2022 Bio-LNG aus der neuen Verflüssigungsanlage beziehen, die Transportlogistik organisieren und den grünen Treibstoff über das eigene Tankstellennetz den Kunden aus dem Schwerlastverkehr zur Verfügung stellen.

Mit der Inverkehrbringung von Bio-LNG an den Tankstellen leisten wir gemeinsam mit unseren Partnern einen signifikanten Beitrag zur Dekarbonisierung des Schwerlastverkehrs und damit zur Verkehrswende in Deutschland. Kritisch sehen wir die einseitige Fokussierung auf die E-Mobilität, die in vielen Anwendungsfällen zu keinen nennenswerten Emissionseinsparungen führt. Wir sind der festen Überzeugung, dass es, um die Herkulesaufgabe Klimaschutz zu bewältigen, eines technologieoffenen und -neutralen Ansatzes bedarf. Es müssen sämtliche verfügbaren Optionen betrachtet und eine möglichst breite Strategie verfolgt werden.

Mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr sehen wir einzig die weiter zu beobachtenden Preisanstiege für Rohstoffe und Baumaterialien mit etwas Sorge, konnten dies aber bisher durch unsere langjährigen, guten Lieferbeziehungen kompensieren. Im Segment Anlagenbau sind wir trotz einer Vielzahl von Neueinstellungen weiterhin voll ausgelastet und werden hier unsere bisherigen Jahresziele übertreffen. Im Eigenbetrieb, dem größten Segment unserer Gruppe, werden wir weiter hohe Cashflows generieren, aber aufgrund erhöhter Investitionen und Wartungsaufwendungen u.a. im Zusammenhang mit dem Erwerb des Bioenergieparks Güstrow und gestiegener Rohstoffpreise beim Ergebnis das Vorjahresniveau nicht erreichen. Im Geschäftsfeld Service sehen wir nach einem soliden, guten ersten Halbjahr und dem Ende der Lockdowns in unseren wichtigsten Märkten im laufenden Geschäftsjahr eine steigende Dynamik.

Insgesamt gehen wir nach einem planmäßigen Verlauf in den ersten sechs Monaten 2021 davon aus, den Wachstumskurs der Gruppe bis Jahresende weiter fortzusetzen und die Gesamtleistung bzw. den Umsatz, abhängig von der Zahl der schlussgerechneten Projekte, zu steigern. Beim Ergebnis vor Steuern (EBT) erwarten wir weiterhin eine Größenordnung von 17 bis 19 Mio. Euro.

Auch mit Blick auf die kommenden Jahre sind wir dank der anhaltenden Dynamik in unseren Märkten und der neuen Chancen, die sich uns bieten, optimistisch gestimmt. Ein wichtiger Faktor für die langfristige Entwicklung unserer Branche werden die politischen Weichenstellungen der kommenden deutschen Regierung sein, die sich auch auf das Handeln auf europäischer Ebene auswirken werden.

Mit besten Grüßen Ihr Vorstand der EnviTec Biogas AG

Olaf von Lehmden Jürgen Tenbrink CEO CTO

Jörg Fischer CFO

in den ersten sechs Monaten 2021 ist es uns gelungen, der Corona-Pandemie weiter erfolgreich zu trotzen und unseren Wachstumskurs fortzusetzen. Das ist keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis der guten Arbeit, die wir als EnviTec Gruppe mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern jeden Tag leisten. Zudem zeigt sich einmal mehr, dass wir über ein sehr robustes und bewährtes Geschäftsmodell verfügen.

Was in den vergangenen Monaten einmal mehr deutlich zu Tage getreten ist, sind die Folgen der globalen Erderwärmung. Die Vehemenz, mit der sich der Klimawandel bemerkbar macht, sorgt dafür, dass dessen Bekämpfung endlich stärker in den Fokus rückt und der Handlungsdruck auf die politischen Entscheider weiter zunimmt. Wir erwarten daher, dass in Deutschland – unabhängig von der künftigen Regierungszusammensetzung – die Klimapolitik vermehrt im Mittelpunkt stehen muss und wird.

Als international tätiger, integrierter Biogas-Allrounder profitieren wir natürlich vom weltweiten Umbau hin zu einer klimaneutralen Energieversorgung. Besonders deutlich wird dies im Segment Anlagenbau. Hier war im ersten Halbjahr 2021 erneut eine sehr erfreuliche Entwicklung zu verzeichnen, wodurch die Trendwende der letzten Perioden in diesem Segment nachhaltig manifestiert wurde. Mit einem Volumen von 152,5 Mio. Euro per Ende Juni 2021 lag der Auftragsbestand auf

dem höchsten Wert seit zehn Jahren. Wir sehen, dass unser Know-how, unsere Erfahrung und unsere Technologie immer gefragter sind. Allerdings findet der Anlagenneubau weiterhin ausschließlich außerhalb Deutschlands statt.

Neue Anreize hierzulande liefert das im September 2021 vom Bundesrat verabschiedete Gesetz zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungsquote (THG). Ziel des Gesetzes sind Treibhausgaseinsparungen in den Sektoren Strom, Wärme und vor allem nun auch im Verkehrssektor. Hier hat sich Deutschland das ambitionierte Ziel gesetzt, den Anteil erneuerbarer Energien am Kraftstoffmix bis 2030 auf 28 % anzuheben.

Dadurch ergibt sich großes Wachstumspotenzial bei der Produktion fortschrittlicher Biokraftstoffe und wir wollen dieses Geschäftsfeld durch den Betrieb eigener Anlagen neu erschließen. Die Voraussetzungen sind ideal. Wir sind als einer der größten Biogasanlagenbetreiber Deutschlands bestens mit der Betriebsführung vertraut und haben bereits eine Vielzahl von Aufbereitungsanlagen im In- und Ausland gebaut. Mit dem Erwerb des BioEnergie Parks Güstrow im Frühjahr 2021 wurde hier nun ein Meilenstein für den Einstieg in die Biokraftstoffproduktion gesetzt. In der deutschlandweit bislang größten Biogasanlage sollen ab Herbst 2022 signifikante Mengen aufbereitetes Bio-LNG für einen grüneren Schwerlastverkehr produziert werden.

VEREHRTE AKTIONÄRE, LIEBE KUNDEN, MITARBEITER UND FREUNDE DER ENVITEC BIOGAS AG,

KONZERN-ZWISCHEN-LAGEBERICHT

für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2021 der EnviTec Biogas AG

Grundlagen des Konzerns

Geschäftsmodell des EnviTec Konzerns

Der EnviTec Biogas-Konzern mit Sitz in Lohne ist einer der führenden Anbieter und Betreiber von Biogasanlagen. EnviTec deckt als Biogas-Allrounder die gesamte Wertschöpfungskette für die Herstellung von Biogas ab. Dazu gehören die Planung und der schlüsselfertige Bau von Biogasanlagen und Biogasaufbereitungsanlagen ebenso wie deren Inbetriebnahme. Das Unternehmen übernimmt bei Bedarf den biologischen und technischen Service und bietet außerdem das gesamte Anlagenmanagement sowie die Betriebsführung an. EnviTec betreibt außerdem eigene Anlagen und ist damit einer der größten Biogas- und Biomethanproduzenten in Deutschland.

Mit unserer kundenorientierten Bauweise setzen wir Maßstäbe bei der Zuverlässigkeit und Profitabilität. EnviTec-Anlagen können aus sämtlichen Inputstoffen, von organischen Abfällen bis zu nachwachsenden Rohstoffen, saubere Energie erzeugen. Das Unternehmen wurde 2002 gegründet und ist inzwischen weltweit in 16 Ländern (inkl. Deutschland) vertreten.

Konzernstruktur und Geschäftsbereiche

Die Konzernstruktur gliedert sich entlang der drei Bereiche Eigenbetrieb, Service und Anlagenbau. Alle Bereiche sind strategisch, technisch und wirtschaftlich eng miteinander verknüpft. Der Mutterkonzern fungiert als Holding, die Leistungen wie beispielsweise Controlling, Personalmanagement, Rechtsberatung, Treasury und Marketing für die drei Geschäftsbereiche erbringt. Weiterer Geschäftszweck der Holding ist das Halten von Beteiligungen im Eigenbetrieb sowie die Anlauffinanzierung der jeweiligen Projektgesellschaften.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Im Zuge der steigenden Verfügbarkeit von Impfstoffen und fortgesetzten geldpolitischen Unterstützungsmaßnahmen wird sich die Weltwirtschaft nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) im Jahr 2021 deutlich vom Pandemie-Schock erholen und um 6,0 % wachsen. Gleichzeitig weist der IWF in seiner Juli-Prognose auf erhebliche Risiken für eine erneute Abkühlung hin, die primär im Zusammenhang mit der COVID-19 Pandemie und den Gefahren einer stockenden globalen Impfstoffverteilung und dem Auftreten weiterer Mutationen stehen.

Für die Industriestaaten rechnet der IWF gemäß seiner aktuellen Prognose von Juli 2021 für das Gesamtjahr 2021 mit einem Wachstum von 5,6 %. In den Schwellen- und Entwicklungsländern wird das Bruttoinlandsprodukt voraussichtlich um 6,3% zulegen. In den Staaten der Eurozone wird ein Anstieg der Wirtschaftsleistung um 4,6 % prognostiziert. In den für EnviTec besonders wichtigen Märkten wie Deutschland (+3,6%), Frankreich (+5,8 %) und Großbritannien (+7,0 %) wird sich die Wirtschaft ebenfalls deutlich positiv entwickeln.

Entwicklung des Biogasmarkts und Auswirkungen auf den EnviTec Konzern

Technologie

Der aktuell dynamischste Markt für Biogasanlagen ist die Biogasaufbereitung. Das gewonnene Biomethan dient zur Einspeisung in das Erdgasnetz. Zudem kann das Biomethan als CO2-armer Treibstoff insbesondere im Verkehrssektor eingesetzt werden. Durch die Verwendung als nachhaltiger gasförmiger (Bio-CNG) oder flüssiger (Bio-LNG) Treibstoff können bereits heute mehr als 90 % der klimaschädlichen

Treibhausgasemissionen eingespart und gleichzeitig fast 100% der gesundheitsschädigenden Feinstaub- und Stickoxidemissionen vermieden werden. Darüber hinaus ergeben sich für den Einsatz von Biomethan im Mobilitätssektor sogar negative THG-Emissionen, sofern Gutschriften gemäß der europäischen Gesetzgebung (RED II) berücksichtigt werden. Diese Gutschriften resultieren aus der Emissionsvermeidung in der Landwirtschaft durch Nutzung von Reststoffen in der Biogasanlage.

Rohstoffmarkt

Die Preise am deutschen Agrarmarkt waren im Berichtszeitraum geprägt von der unbeständigen Wetterlage der vergangenen Perioden. In der Folge stieg der deutsche Agrarrohstoff-Index der Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) im August 2021 auf 142 Punkte und damit den höchsten Stand seit sieben Jahren. Mit Blick auf die Inputversorgung von Biogasanlagen in Deutschland waren zwar bei einigen Inputstoffen wie Raps aufgrund der feuchten Witterung Ernteeinbußen zu beklagen, bei anderen Ackerkulturen wie Mais wurden dafür unter dem Strich überdurchschnittliche Erträge erwartet, so der Erntebericht des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. EnviTec profitierte trotz der Preissteigerungen im Berichtszeitraum auf Basis langfristiger Lieferverträge, hoher Lagerbevorratung und der engen Zusammenarbeit mit regionalen landwirtschaftlichen Betrieben weiterhin von moderaten Preisen für die als Einsatzstoff genutzten Agrarrohstoffe. Aufgrund der insgesamt guten Ergebnisse der landwirtschaftlichen Partner im Erntejahr 2020 und der zu erwartenden, soliden Ernte 2021, ist bis in das Jahr 2023 von einer komfortablen Rohstoffversorgung auszugehen.

Geographische Märkte

Für Biogasanlagenhersteller und -betreiber sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen von großer Bedeutung. In Deutschland ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) die wesentliche Gesetzesgrundlage. Daneben regelt die Gasnetzzugangsverordnung die Einleitung von aufbereitetem Biogas in das Erdgasnetz. Seit der deutlichen Reduzierung der Einspeisevergütungen in der vierten EEG-Novelle von 2014 ist der Anlagenneubau in Deutschland fast vollständig zum Erliegen gekommen.

Der Fachverband Biogas hat im Jahr 2020 erstmals seit Inkrafttreten des EEG in Deutschland einen signifikanten Rückgang im Anlagenbestand beobachtet. Während 100 Neuanlagen errichtet wurden, wurden nach vorläufigen Prognosen bis zu 250 Biogasanlagen aufgrund steigender technischer Anforderungen, zunehmender Auflagen sowie fehlender Perspektive zurückgebaut. Die arbeitsrelevante Leistung sank leicht von 3.810 auf 3.794 MW. Laut Destatis betrug der Anteil von Biogas an der eingespeisten Strommenge im 1. Halbjahr 2021 rund 15,2 Mrd. kWh. Der Anteil von Biogas an der gesamten Bruttostromerzeugung in Deutschland lag damit in den ersten sechs Monaten diesen Jahres bei 5,9 % (H1 2020: 6,1 %).

Neue Impulse liefert die im Dezember 2020 verabschiedete 9. Reform des EEG, die am 1. Januar 2021 in Kraft trat. Positiv zu bewerten ist die darin festgeschriebene Anhebung des Gebotshöchstwertes in den EEG-Ausschreibungsverfahren für Bestandsanlagen, wodurch eine wirtschaftliche Fortführungsperspektive für einige dieser Anlagen geschaffen wird. Auch die Anhebung der Ausschreibungsvolumina für Neuanlagen auf 600 MW jährlich (zuzüglich 150 MW pro Jahr für Biomethan) ist zu begrüßen. Die Förderung der Flexibilisierung von Altanlagen wurde ebenfalls weiter gestärkt. Gleichzeitig sind im Detail weiterhin große Hürden in den Ausschreibungsverfahren angelegt, die einen Neubau von Biogasanlagen nicht erwarten lassen. Wichtige Nachbesserungen – insbesondere für die Anlagenflexibilisierung – brachte zuletzt eine im Juni 2021 verabschiedete Mini-Novelle des EEG.

Für eine nachhaltige Weiterentwicklung der gesamten Biogasund Biomethanerzeugung in Deutschland wäre jedoch eine weitere Reform des EEG nötig. Nur so kann die Bioenergie ihren vollen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele in 2030

In den USA ergibt sich aktuell das größte Potenzial auf einzelstaatlicher Ebene. Vor allem der größte US-Bundesstaat Kalifornien hat sich ambitionierte Ziele gesetzt. So soll der CO2-Austoß bis 2030 um 40 % im Vergleich zu 1990 zu verringert werden. Da der Transportsektor 40 % der gesamten Treibhausgas-Emissionen verursacht, werden vor allem alternative Antriebssysteme und -kraftstoffe gefördert. Auf Bundesebene könnte es unter der neuen Regierung Biden, die eine ambitionierte Klimaschutzpolitik verfolgt, ebenfalls zu zusätzlichen Impulsen für die Bioenergiebranche kommen.

Geschäftsverlauf und Segmententwicklung im ersten Halbjahr 2021

Die EnviTec Gruppe verzeichnete im ersten Halbjahr 2021 ungeachtet der weiterhin spürbaren Beeinträchtigungen durch die Corona-Pandemie eine sehr gute Geschäftsentwicklung, die im Rahmen der Planungen lag. Vor allem im Segment Anlagenbau war erneut eine sehr erfreuliche Performance zu verzeichnen, wodurch die Trendwende der letzten Perioden in diesem Segment nachhaltig manifestiert wird.

das 25-Bar-Erdgasnetz ein. Durch eine Umrüstung der Anlage

wird eine Produktion von mehr als 9.000 Tonnen Bio-LNG pro Jahr ermöglicht. Die Umrüstung des Standorts Güstrow erfordert Investitionen in eine CO2-Verflüssigungsanlage, eine LNG-Anlage zur Biomethanverflüssigung sowie umfangreiche Ersatzinvestitionen, wie beispielsweise in Dächer und Rührwerke, im Gesamtvolumen von rund 35-40 Mio. Euro bis einschließlich 2023. Nach abgeschlossenem Umbau ist mit dem Volllastbetrieb der Anlage ein zusätzliches jährliches Umsatzpotenzial in niedriger zweistelliger Millionenhöhe verbunden. Für das laufende und das kommende Geschäftsjahr sind keine positiven Ergebnisbeiträge geplant.

EnviTec Biogas übernimmt BioEnergie Park Güstrow und stellt Produktion auf fortschrittliche Biokraftstoffe um Ein wichtiger Baustein der aktuellen Strategie von EnviTec Biogas ist die Erschließung des Geschäftsfelds fortschrittlicher Biokraftstoffe. Mit dem Erwerb des BioEnergie Parks Güstrow im Frühjahr 2021 wurde hier nun ein Meilenstein gesetzt. In der deutschlandweit bislang größten Biogasanlage bei Güstrow, Mecklenburg-Vorpommern, sollen ab Herbst 2022 signifikante Mengen aufbereitetes Bio-LNG für einen grüneren Schwerlastverkehr produziert werden. Die rund 500 GWh-starke Biogasaufbereitung speiste bislang in Im September 2021 stellte EnviTec ein weiteres neues Konzept für Bio-LNG vor. So werden in den nächsten Jahren bundesweit tausende Biogasanlagen aus der ersten Förderperiode auslaufen. Viele Anlagenbetreiber stehen daher vor der existentiellen Frage, ob und in welchem Maße sie dann in ihre Anlage investieren sollen. Der Einstieg in die Gasaufbereitung und die anschließende mögliche Verflüssigung von Biomethan zu Bio-LNG ist eine nachhaltige Lösung, Biogasanlagen wirtschaftlich weiter zu betreiben. EnviTec-Kunden können künftig per Baukastenprinzip entweder ihre Anlage auf die Gasaufbereitung umrüsten und das produzierte Biomethan zu einem fixen Preis an das Unternehmen verkaufen. Alternativ stellt EnviTec Kapazitäten der unternehmenseigenen Verflüssigungsanlage bereit, damit Kunden das Bio-LNG selbst vermarkten und verkaufen

Erste Verträge mit Kunden sind bereits geschlossen. So konnte EnviTec im Sommer die Kooperation mit LIQVIS, einer Uniper-Tochter, verkünden. Das Unternehmen plant einen konsequenten Ausbau der deutschen Tankstelleninfrastruktur, um der steigenden Nachfrage nach dem Alternativkraftstoff LNG gerecht zu werden. Auch LIQUIND 24/7 wird ab Herbst 2022 Bio-LNG aus der neuen Verflüssigungsanlage beziehen, die Transportlogistik organisieren und den grünen Treibstoff über das eigene Tankstellennetz den Kunden aus dem Schwerlastverkehr zur Verfügung stellen. Die Inverkehrbringung von Bio-LNG an den Tankstellen leistet einen signifikanten Beitrag zur Dekarbonisierung des Schwerlastverkehrs und damit zur Verkehrswende in Deutschland.

und 2050 leisten. Aus Sicht von EnviTec bestehen daher im Anlagenbau in Deutschland nach aktuellem Stand weiterhin nur punktuelle Chancen.

Großes Potenzial für Biokraftstoffe als künftiger Wachstumstreiber hat das im September 2021 vom Bundesrat beschlossene Gesetz zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungsquote (THG), das zum 1. Januar 2022 in Kraft tritt. Mit der Gesetzesnovelle wird die EU-Richtlinie für erneuerbare Energien im Verkehr (RED II) umgesetzt. Laut der RED II muss der Anteil erneuerbarer Energien im Jahr 2030 bei 14% des gesamten Energieverbrauchs im Verkehrssektor liegen. Deutschland hat sich nun das ambitionierte Ziel gesetzt, den Anteil erneuerbarer Energien am Kraftstoffmix bis 2030 auf sogar 28% anzuheben. Wie groß das Potenzial ist, zeigt ein Blick in die nahe Vergangenheit. So betrug der Anteil von Biomethan am Kraftstoffverbrauch im Jahr 2019 nur 0,1 %, so die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe FNR. Würden jedoch die heute zur Verfügung stehenden Biomethanmengen und die erschließbaren Biomethanpotenziale genutzt, so könnten damit bis zu 18 Millionen Mittelklasse-Pkw – das sind mehr als ein Drittel des derzeitigen PKW-Bestands – betrieben werden. Dies hatte die Klimabilanz-Studie vom Fraunhofer-Institut für System und Innovationsforschung (ISI) der Technischen Universität Hamburg (TUHH) und dem Institut für Ressourceneffizienz und Energiestrategien IREES GmbH ergeben.

Auf den internationalen Märkten sind Treibstoffe auf Biomethanbasis bereits auf dem Vormarsch, vor allem im Schwerlastbereich. In Nordamerika sowie Teilen von Europa und China bilden Bio-LNG (Liquified Natural Gas) und Bio-CNG (Compressed Natural Gas) einen strategischen Grundpfeiler der umweltfreundlichen und wettbewerbsfähigen Logistik von morgen und werden bereits erfolgreich als Kraftstoff genutzt.

EnviTec hat frühzeitig auf die Internationalisierung und Flexibilisierung seiner Geschäftstätigkeit gesetzt und erwirtschaftet heute in allen Unternehmenssegmenten maßgebliche Umsätze in internationalen Märkten.

In Europa gehört Frankreich aktuell zu den dynamischsten Ländern der Branche. Feste Einspeisetarife für Biogas und Biomethan sorgen hier für attraktive Rahmenbedingungen. So waren allein im Jahr 2020 nach Schätzungen rund 200 Biomethananlagen in Bau. Zwar dürfte sich das dynamische Ausbautempo aufgrund sinkender Einspeisevergütungen in den kommenden Jahren verlangsamen. Dennoch wird die Energiewende weiterhin mit Hochdruck vorangetrieben, und die Rahmenbedingungen werden am französischen Markt auf absehbare Zeit als vorteilhaft eingeschätzt.

Auch in Dänemark sind die Rahmenbedingungen weiterhin günstig. So wurde im Dezember 2019 ein neues Klimagesetz verabschiedet, das das Land verpflichtet, die Emissionen bis 2030 um 70 % unter den Stand von 1990 zu senken. So wird sich die Biogasproduktion von unter 1,4 TWh im Jahr 2018 auf rund 6 TWh im Jahr 2023 mehr als vervierfachen. Im Jahr 2030, so die dänische Energieagentur, wird die Biogasproduktion voraussichtlich 11 TWh übersteigen.

Ebenfalls positiv entwickelt sich der Bioenergiesektor in China. Im Dezember 2019 stellte die chinesische Regierung einen neuen Leitfaden zur Entwicklung der Biogasindustrie vor. Die Ziele für die jährliche Biogasproduktion des Landes wurden zwar verringert, bleiben aber mit über 10 Mrd. Kubikmetern bis 2025 und über 20 Mrd. Kubikmetern bis 2030 weiterhin vielversprechend.

In Großbritannien kündigte die britische Regierung Ende April 2020 nach zweijährigem Stillstand an, den aktuellen Förderrahmen für erneuerbare Energien bis zum 31. März 2022 zu verlängern. Dadurch besteht zumindest in begrenztem Umfang die Aussicht auf neue Projekte.

In Italien wurde im März 2018 ein neues Fördergesetz für die Produktion von Biomethan in Kraft gesetzt. Es sieht vor, dass von 2018 bis 2022 staatliche Mittel in Höhe von 4,7 Mrd. Euro für die Förderung der Biomethanproduktion bereitgestellt werden, was bereits in begrenztem Umfang zum Neubau von Anlagen und technischen Upgrades geführt hat.

von Neueinstellungen sowie Gehaltsanpassungen um 3,1 % auf 4,2 Mio. Euro zu. Infolge der gestiegenen Kostenpositionen sank das operative Segmentergebnis (EBIT) von -1,3 Mio. Euro in den ersten sechs Monaten 2020 auf -2,0 Mio. Euro im Berichtszeitraum. Wie in den Vorperioden ist das negative Segmentergebnis primär durch die Bereinigung der Umsätze um Geschäfte mit Eigenbetriebsgesellschaften in der Konsolidierung auf Konzernebene zu erklären. In der Einzelbetrachtung ist das operative Ergebnis des Servicesegments weiterhin deutlich positiv.

elektrischen Leistung von insgesamt 76 MW und 7 MW äquivalent (EnviThan) (31. Dezember 2020: 73 MW / 7 MW) und im technischen Service Anlagen mit einer elektrischen Leistung von insgesamt 265 MW und 13 MW äquivalent (31. Dezember 2020: 267 MW / 13 MW). Die Materialkosten erhöhten sich um 3,1 % auf 16,8 Mio. Euro, wofür vor allem für den Eigenbetrieb erbrachte Wartungsaufgaben verantwortlich waren. Die Personalkosten legten aufgrund Biomethanaufbereitungsanlagen. So fand beispielsweise im Frühsommer 2021 die Inbetriebnahme der nun dritten von EnviTec Biogas realisierten EnviThan-Anlage in Estland statt. Die von EnviTec Biogas errichteten Anlagen sollen zur Umstellung des estnischen öffentlichen Nahverkehrs einen wichtigen Beitrag leisten: Insgesamt liefern die EnviThan Anlagen jährlich 8,2 Mio. Kilogramm CNG, wodurch 26.000 Tonnen umweltschädliches CO2 im Unterschied zu Euro VI Dieselbussen gespart werden können.

Anlagenbau (inkl. Holding)

Im Anlagenbau setzte EnviTec den Wachstumskurs des vergangenen Jahres auch im Berichtszeitraum fort. Trotz der fortgesetzten Beeinträchtigungen durch die weltweite Pandemie konnten die in Bearbeitung befindlichen Projekte und Baustellen zügig vorangetrieben und der Auftragsbestand weiter erhöht werden.

Besonders dynamisch ist derzeit der Markt für den Bau von

Die Umsatzerlöse erhöhten sich im Anlagenbau durch Schlussrechnung mehrerer erfolgreicher Projekte im ersten Halbjahr um 40,6 % auf 25,6 Mio. Euro. Die Gesamtleistung, die auch im Bau befindliche Anlagen über die Bestandsveränderungen berücksichtigt, stieg um 5,8 % auf 32,3 Mio. Euro. Nachdem die Materialkosten im Zuge des massiven Bestandaufbaus im Vorjahr erheblich gestiegen waren, lag dieser Wert in den ersten sechs Monaten 2021 mit 22,2 Mio. Euro nur leicht über dem Wert des Vorjahres von 22,1 Mio. Euro. Das Rohergebnis stieg um 19,3 % auf 10,1 Mio. Euro. In Folge der nachhaltigen Trendwende in diesem Segment in den vergangenen Perioden wurde auch der Personalbestand deutlich erhöht. Hinzukommen für das Vorjahr ausgezahlte, erfolgsbasierte Gehaltsbestandteile, die nun zu Buche schlugen. Dadurch erhöhten sich die Personalkosten um 32,2 % auf 5,2 Mio. Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) verbesserte sich deutlich von 0,6 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum auf 1,6 Mio. Euro in den ersten sechs Monaten 2021. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) belief sich auf 1,7 Mio. Euro nach 0,4 Mio. Euro im Vergleichszeitraum.

können. Diese Art von Lohnverflüssigung von Bio-LNG ist deutschlandweit bislang einzigartig.

Entwicklung in den Segmenten

Der EnviTec Konzern ist in den drei Segmenten Eigenbetrieb, Service und Anlagenbau tätig. Die in diesem Abschnitt dargestellten Werte und Entwicklungen sind um konzerninterne Transaktionen zwischen den einzelnen Geschäftsbereichen bereinigt.

Eigenbetrieb

Im Eigenbetrieb, dem wichtigsten Segment des Unternehmens, erwirtschaftet EnviTec im ersten Halbjahr 2021 ein deutliches Umsatzwachstum, was primär auf die stark gestiegenen Stromhandelspreise im Geschäftsbereich Energy zurückzuführen ist. Zudem trug eine gegenüber Vorjahr vollkonsolidierte Anlage positiv zum Umsatz bei. Der Segmentumsatz stieg insgesamt um 18,7 % auf 62,9 Mio. Euro, die Gesamtleistung erhöhte sich um 13,9 % auf 63,7 Mio. Euro.

Der Materialaufwand, der neben den Kosten für den Bezug von Inputstoffen auch den Stromeinkauf umfasst, erhöhte sich mit 24,2 % überproportional auf 39,8 Mio. Euro, was im Wesentlichen auf den gestiegenen Stromhandelspreis zurückzuführen ist. Hinzu kam ein Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 37,1 % auf 6,0 Mio. Euro. Die gestiegenen Kosten sind im Wesentlichen auf außerordentliche Instandhaltungsund Reparaturaufwendungen für die im Frühjahr neu erworbene Anlage in Güstrow sowie weitere Eigenbetriebsanlagen zurückzuführen. Die Anlage in Güstrow ermöglicht EnviTec den Einstieg in die eigenständige Produktion fortschrittlicher Biokraftstoffe und wird nach einem Teilbetrieb ab Ende 2022 maßgeblich zum Umsatz- und Ergebnis beitragen.

Bei den bestehenden Anlagen war weiterhin eine komfortable Inputversorgung zu verzeichnen, wodurch ein kontinuierlich ertragreicher Betrieb gewährleistet wurde. Die elektrische Leistung der eigenen Anlagen am Netz stieg zum Bilanzstichtag auf 69,9 MW (31. Dezember 2020: 63,8 MW) – davon 47,8 MW

(31. Dezember 2020: 41,7 MW) vollkonsolidiert und 22,1 MW (31. Dezember 2020: 22,1 MW) at-Equity bewertet.

Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank in Folge der gestiegenen Kosten von 9,5 Mio. Euro auf 8,0 Mio. Euro. Die EBIT-Marge (bezogen auf die Gesamtleistung) sank auf immer noch sehr gute 12,5 % (H1 2020: 17,0 %). Das Ergebnis vor Steuern betrug 8,2 Mio. Euro (H1 2020: 10,0 Mio. Euro). Die eigenbetriebenen Anlagen waren somit dank der starken, kontinuierlichen Cashflows weiterhin der wesentliche Ergebnistreiber in der Gruppe.

Service

Im Bereich Service war im Berichtszeitraum ungeachtet der erneuten pandemiebedingten Einschränkungen der Bewegungsund Reisefreiheit in den wichtigsten Servicemärkten eine gute Geschäftsentwicklung zu verzeichnen. Der Segmentumsatz erhöhte sich im Zuge der Schlussrechnung von Repoweringund Flexibilisierungsprojekten um 7,7 % auf 19,8 Mio. Euro. Der Bestandsaufbau an fertigen und unfertigen Erzeugnissen, ebenfalls im Wesentlichen Repowering- und Flexibilisierungsprojekte, betrug 0,7 Mio. Euro (H1 2020: 2,6 Mio. Euro). Die Gesamtleistung ging entsprechend um 2,6 % auf 20,6 Mio. Euro zurück.

Neben Deutschland sind die wichtigsten Märkte im Servicesegment weiterhin Italien, Tschechien und Großbritannien sowie Dänemark und Frankreich. Insgesamt betreute EnviTec zum 30. Juni 2021 im biologischen Service Anlagen mit einer

Auftragsbestand im Anlagenbau

Der Auftragsbestand im Anlagenbau summierte sich per Ende Juni 2021 auf 152,5 Mio. Euro und damit den höchsten Wert seit zehn Jahren. Gegenüber Jahresanfang stieg der Auftragsbestand um 7,4% (31. Dezember 2020: 142,1 Mio. Euro). Davon sind 111,3 Mio. Euro bereits im Bau und teilweise in der Bestandsveränderung berücksichtigt. Der Auftragsbestand entfällt vollständig auf die internationalen Biogas-Märkte. Dabei handelt es sich zu wesentlichen Teilen um Aufträge in Frankreich, Dänemark und China. Weitere wichtige Märkte sind Griechenland, die Slowakei und die USA.

Mitarbeiter

EnviTec Biogas beschäftigte zum Stichtag 30. Juni 2021 weltweit 509 Mitarbeiter (30. Juni 2020: 456). Davon ist mit 394 (Vorjahr: 355) der wesentliche Teil in Deutschland beschäftigt. An den Auslandsstandorten sind 115 Mitarbeiter (Vorjahr: 101) für EnviTec Biogas im Einsatz.

Ertragslage

Umsatz und Gesamtleistung

Die Umsatzerlöse der EnviTec Biogas stiegen im ersten Halbjahr 2021 auf Konzernebene um 20,9 % auf 108,3 Mio. Euro. Wesentlicher Faktor für die gute Entwicklung war neben gestiegenen Stromhandelsumsätzen im Bereich Energy (Segment Eigenbetrieb) vor allem die nachhaltige Trendwende im Segment Anlagenbau, die sich zunehmend manifestiert. Trotz eines erheblichen Bestandsaufbaus in der Vergleichsperiode und einer hohen Zahl schlussgerechneter Projekte in den Segmenten Service und Anlagenbau erhöhte sich auch in der Berichtsperiode der Bestand abermals um 7,0 Mio. Euro. Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken von 4,0 Mio. Euro auf 1,3 Mio. Euro. Die Gesamtleistung, die auch im Bau befindliche Anlagen über die Bestandsveränderungen berücksichtigt, erhöhte sich von 107,6 Mio. Euro um 8,4 % auf 116,6 Mio. Euro.

Den Großteil der Erlöse generiert das Unternehmen mit 58,1% weiterhin im Segment Eigenbetrieb. Zudem wurden rund 63,7% der Konzernumsätze in Deutschland erwirtschaftet.

Die Materialkostenquote (bezogen auf die Gesamtleistung) stieg von 65,5 % im Vorjahres- auf 67,6 % im Berichtszeitraum. Das Rohergebnis verbesserte sich mit 1,5 % leicht auf 37,7 Mio. Euro.

Im Zusammenhang mit einer weiterhin expansiven Geschäftstätigkeit und einer deutlichen Erhöhung der Zahl der beschäftigten Mitarbeiter stiegen die Personalkosten in den ersten sechs Monaten 2021 um 15,6 % auf 12,3 Mio. Euro (H1 2020: 10,7 Mio. Euro). Die Personalkostenquote, bezogen auf die Gesamtleistung, erhöhte sich auf 10,6 % (H1 2020: 9,9 %). Bezogen auf den Umsatz sank die Quote von 11,9 auf 11,4%.

Aufwandsentwicklung Die Materialkosten, wesentlicher Aufwandsposten im Konzern, stiegen im ersten Halbjahr 2021 um 12,0 % auf 78,9 Mio. Euro (H1 2020: 70,4 Mio. Euro). Hierfür waren im Wesentlichen die gestiegenen Stromhandelspreise im Segment Eigenbetrieb verantwortlich. Ebenfalls zum Tragen bei den erhöhten Materialkosten kamen die Preisanstiege für Roh- bzw. Inputstoffe und Baumaterialien, die sich insbesondere aufgrund der guten Lieferbeziehungen im bisherigen Jahresverlauf für EnviTec in einem beherrschbaren Umfang bewegten. Die EnviTec Gruppe verzeichnete im ersten Halbjahr 2021 trotz der gestiegenen Kostenbasis und erhöhter Investitionen eine hohe Profitabilität, ablesbar an einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in Höhe von 15,2 Mio. Euro (H1 2020: 16,8 Mio. Euro). Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich auf 7,5 Mio. Euro (H1 2020: 8,8 Mio. Euro). Das Finanzergebnis betrug per Saldo wie im Vorjahr 0,4 Mio. Euro, woraus ein Ergebnis vor Steuern (EBT) in Höhe von 7,9 Mio. Euro (H1 2020: 9,2 Mio. Euro) resultierte. Aus den genannten Entwicklungen resultierte ein Konzernperiodenüberschuss in Höhe von 7,3 Mio. Euro, nach 8,1 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis je Aktie lag im ersten Halbjahr 2021 im Konzern bei 0,49 Euro, nach 0,55 Euro im Vorjahreszeitraum.

Die Abschreibungen verringerten sich im Berichtszeitraum um 4,0 % auf 7,6 Mio. Euro. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen, zu denen Betriebs-, Verwaltungs- und Vertriebskosten zählen, stiegen um 5,4 % auf 10,2 Mio. Euro (H1 2020: 9,7 Mio. Euro). Der Anstieg im Berichtszeitraum ist vor allem auf anfallende Reparaturaufwendungen im Zusammenhang mit der neu erworbenen Anlage in Güstrow sowie weiterer Eigenbetriebsanlagen zurückzuführen.

Ergebnisentwicklung

Vermögens- und Finanzlage

Die sehr gute Bilanzstruktur des EnviTec Konzerns wurde im Berichtszeitraum weiter gestärkt.

Auf der Aktivseite standen bei den Sachanlagen den planmäßigen Abschreibungen im Wesentlichen Investitionen aufgrund des Zukaufs der Anlage Güstrow entgegen, so dass hier zum Bilanzstichtag mit 81,5 Mio. Euro – im Wesentlichen technische Anlagen und Maschinen – nahezu der gleiche Wert wie zum Ende des Jahres 2020 erreicht wurde. Damit verfügt der EnviTec Konzern weiterhin über erhebliche langfristige Vermögenswerte in der Bilanz. In den kommenden Perioden werden sich hier die Investitionen in die Neuanlage in Güstrow deutlich bemerkbar machen. Das gesamte Anlagevermögen sank leicht von 115,5 Mio. Euro zum 31. Dezember 2020 auf 114,1 Mio. Euro zum Bilanzstichtag.

Der Wert der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sank in Folge des üblicherweise saisonal niedrigeren Wareneinkaufs von Substraten für die Eigenanlagen des Konzerns um 22,7 % auf 36,9 Mio. Euro zum Bilanzstichtag (31. Dezember 2020: 47,7 Mio. Euro).

Der deutliche Anstieg der unfertigen Erzeugnisse und Leistungen um 13,2 % auf 60,6 Mio. Euro spiegelt die weiter gestiegene Auslastung im Segment Anlagenbau wider. Der für das erste Halbjahr typische, geringere Working Capital-Bedarf resultierte in einer Erhöhung der liquiden Mittel auf 25,4 Mio. Euro zum Zwischenbilanzstichtag (31. Dezember 2020: 14,8 Mio. Euro). Insgesamt verringerten sich die Vorräte somit vor allem saisonal bedingt um 19,7 % auf 42,7 Mio. Euro.

Auf der Passivseite stieg das Eigenkapital in Folge der positiven Geschäftsentwicklung um 5,2 % auf 140,1 Mio. Euro. Die Gesamtverbindlichkeiten sanken aufgrund planmäßiger Tilgungen sowie im Zuge des geringeren Finanzierungsbedarfs für Substrateinkauf um 13,3 % auf 79,4 Mio. Euro (31. Dezember 2020: 91,6 Mio. Euro). Die Bankverbindlichkeiten

nahmen deutlich um 26,6 % auf 41,8 Mio. Euro ab. Bei einer Bilanzsumme von 232,1 Mio. Euro stieg die Eigenkapitalquote auf 60,4 % zum Bilanzstichtag (31. Dezember 2020: 55,8 %). Die starke Eigenkapitalausstattung und die weiter verringerte Verschuldung bilden ein starkes finanzielles Fundament, um in den kommenden Jahren die eigene Position auf den internationalen Biogasmärkten weiter auszubauen und gleichzeitig durch gezielte Investitionen neue, chancenreiche Geschäftsfelder zu erschließen.

Liquiditätslage

Die Liquiditätssituation des EnviTec Biogas Konzerns gestaltete sich zum Bilanzstichtag wie in den Vorperioden sehr solide. Zum 30. Juni 2021 standen liquide Mittel in Höhe von 25,4 Mio. Euro (31. Dezember 2020: 14,8 Mio. Euro) im Konzern zur Verfügung. Der höhere Cashbestand ist auf den typischerweise im ersten Halbjahr geringeren Wareneinkauf (insb. im Eigenbetrieb) zurückzuführen. Die sonstigen kurzfristigen Vermögensgegenstände beliefen sich auf 12,4 Mio. Euro (31. Dezember 2020: 13,6 Mio. Euro). Die Summe der kurzfristigen Vermögensgegenstände und der liquiden Mittel in Höhe von 37,8 Mio. Euro deckt die kurzfristigen Bankverbindlichkeiten in Höhe von 10,2 Mio. Euro (31. Dezember 2020: 20,7 Mio. Euro) vollständig ab. Darüber hinaus standen EnviTec Biogas zum Bilanzstichtag nicht ausgenutzte Kontokorrentlinien in Höhe von rund 19,3 Mio. Euro zur Verfügung.

Chancen- und Risikobericht

Der bewusste und kontrollierte Umgang mit Chancen und Risiken ist die Grundlage für eine langfristig erfolgreiche Unternehmensentwicklung. In einem sich verändernden globalen Energiemarkt ergeben sich für EnviTec Biogas Chancen, die der Konzern erfolgreich nutzen will. Den Chancen stehen naturgemäß Risiken gegenüber. Sie müssen angemessen gesteuert und minimiert werden, um eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung zu gewährleisten. EnviTec Biogas hat daher ein Managementsystem eingeführt, das potenzielle Risiken systematisch erfasst und Maßnahmen zur Risikominimierung aufzeigt. Alle Führungskräfte sind darin geschult, Risiken zu erkennen und darauf zu reagieren. Sie halten ihre Mitarbeiter an, unternehmerisch zu denken und Risiken zu vermeiden. Das Risikomanagement ist Basis der Unternehmenssteuerung und dient dem Erreichen der Unternehmensziele. Es ist fest in allen Geschäftsprozessen und Unternehmensbereichen

Prognosebericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaft und Branchenentwicklung

verankert. Die Risikosituation der EnviTec Biogas Gruppe wurde im zusammengefassten Lagebericht des EnviTec Konzerns und der EnviTec Biogas AG zum 31. Dezember 2020 ausführlich dargestellt. Hierin wurden die Risiken aufgeführt und detailliert erläutert. Aus Sicht des Vorstands bestehen derzeit keine weiteren Risiken und Chancen, die über die im Lagebericht zum 31. Dezember 2020 dargestellten Aspekte hinausgehen. Bestandsgefährdende Risiken bestehen nach Ansicht des Vorstands zurzeit nicht. Aufgrund fester Vergütungen ist die Biogasbranche weiterhin nur partiell von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen. In Deutschland wurde darüber hinaus Ende 2020 eine neue EEG-Novelle beschlossen, die für einige Bestandsanlagen auskömmliche Anschlussvergütungen und neue Anreize für die Anlagenflexibilisierung schafft. Gleichzeitig wächst der politische und wirtschaftliche Druck auf die kommende Regierung, egal welcher Zusammensetzung, den Klimaschutz in Deutschland noch konsequenter voranzutreiben, um den Klimawandel und seine Folgen einzudämmen und neuen Technologien und Konzepten den Weg zu ebnen. Einer der wichtigsten Hebel hierzulande ist dabei der Verkehrssektor. Neue Anreize für Treibhausgaseinsparungen im Kraftstoffmix durch Biokraftstoffe liefert hier das im September 2021 verabschiedete Gesetz zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungsquote (THG).

Biogasmarkt – Wachsende Bedeutung des Klimaschutzes – international hohes Interesse an neuen Technologien und Konzepten

Nach aktueller IWF-Prognose vom Juli 2021 wird sich die Weltwirtschaft im Gesamtjahr 2021 vom Corona-Schock des Vorjahres erholen und mit einem Wachstum von 6,0% wieder deutlich zulegen. In den Industriestaaten soll der Zuwachs demnach bei 5,6 % liegen. In den Schwellen- und Entwicklungsländern wird das Bruttoinlandsprodukt voraussichtlich um 6,3 % steigen. Für die Staaten der Eurozone wird ein Wachstum von 4,6 % prognostiziert. In den für EnviTec besonders wichtigen Märkten Deutschland (+3,6 %), Frankreich (+5,8 %) und Großbritannien (+7,0 %) wird ebenfalls ein deutlicher Anstieg der Wirtschaftsleistung erwartet. die Aufbereitung von Biogas zu Bio-LNG oder -CNG ist hier derzeit der größte Treiber für den Neubau von Anlagen und deutsche Technologie und Expertise sind auf den internationalen Märkten stark gefragt. Entwicklung von EnviTec Biogas Die EnviTec Gruppe hat mit der frühzeitigen internationalen Ausrichtung der Geschäftstätigkeit strategische Weitsicht bewiesen und kann nun auf Basis einer gesunden finanziellen Grundlage, ihrer technologischen Stärke und einem profitab-

Die attraktivsten Märkte für den Anlagenbau bleiben weiterhin Staaten wie Dänemark und Frankreich, was primär auf eine konsequent vorangetriebene Energiewende in diesen Ländern zurückzuführen ist. Weitere dynamische Märkte sind China sowie aktuell süd- und osteuropäische Staaten. In den USA ergeben sich vor allem auf Ebene der Einzelstaaten vermehrt Chancen für die Bioenergiebranche. Vor allem

21

KONZERN-ZWISCHEN-ABSCHLUSS

len, integrierten Geschäftsmodell schnell und effizient Chancen auf den internationalen Biogasmärkten wahrnehmen.

Neue, vielversprechende Chancen in Deutschland bietet das kürzliche verabschiedete THG-Gesetz. Daher investiert EnviTec aktiv in diesen Zukunftsmarkt. Der Erwerb und Umbau von Deutschlands bisher größter Biogasanlage in Güstrow, Mecklenburg-Vorpommern, erschließt zum einen zusätzliches Umsatzpotenzial in niedriger zweistelliger Millionenhöhe, wobei mit positiven Ergebnisbeiträgen erst ab 2023 zu rechnen ist. Zum anderen besetzt EnviTec damit ein neues attraktives Geschäftsmodell, den Betrieb eigener Anlagen zur Herstellung von Bio-LNG und -CNG.

Mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr ist EnviTec als führender, integrierter Biogas-Allrounder weiterhin gut gerüstet, um die Folgen der Corona-Pandemie weitestgehend unbeschadet zu überstehen. Das Geschäftsjahr 2021 ist im bisherigen Jahresverlauf in allen Geschäftsbereichen sehr erfolgreich verlaufen und trotz vielfach verhängter Beschränkungen zur Pandemiebekämpfung, sind nur moderate Beeinträchtigungen des Geschäftsbetriebs zu konstatieren. Die derzeit zu beobachtenden Preisanstiege für Rohstoffe und Baumaterialien, die insbesondere durch die Störung der internationalen Lieferketten ausgelöst wurden, haben zwar das Potenzial sich mittelfristig negativ auf die Profitabilität auszuwirken. Das EnviTec-Management hält jedoch weiterhin moderate Effekte der Pandemie auf den Geschäftsverlauf für realistischer, weshalb dieses Szenario als Basis für die folgende Segment- und Konzernprognose gewählt wurde.

Der Anlagenbau ist trotz einer Vielzahl von Neueinstellungen weiterhin voll ausgelastet. So summierte sich der Auftragsbestand per Ende Juni 2021 auf 152,5 Mio. Euro und damit den höchsten Wert seit zehn Jahren. Daher wird davon ausgegangen, dass die bisherige Jahresplanung einer Gesamtleistung/ Umsatz von mind. 55 Mio. Euro deutlich übertroffen wird. Das Segmentergebnis (EBT) dürfte sich gegenüber dem Vorjahr verbessern und deutlich positiv ausfallen, ist aber abhängig

von der Zahl der letztlich bis zum Jahresende tatsächlich schlussgerechneten Projekte.

Im Segment Eigenbetrieb wird EnviTec weiterhin kontinuierlich hohe Cashflows generieren, aber aufgrund erhöhter Investitionen und Wartungsaufwendungen u.a. im Zusammenhang mit dem Erwerb des Bioenergieparks Güstrow und gestiegener Rohstoffpreise beim Ergebnis das Vorjahresniveau nicht erreichen.

Im Geschäftsfeld Service erwartet EnviTec im laufenden Geschäftsjahr ein verstärktes Interesse an Flexibilisierungsund Repoweringmaßnahmen. Daher wird für das Gesamtjahr 2021 im Servicebereich insgesamt eine Gesamtleistung (oder Umsatz) und ein Ergebnis vor Steuern (EBT) auf gleichbleibendem bis leicht steigendem Niveau prognostiziert.

Auf Konzernebene wird im Geschäftsjahr 2021 auf Basis der beschriebenen Entwicklung in den Segmenten weiterhin eine erneut leicht steigende Gesamtleistung (oder Umsatz) prognostiziert. Beim Ergebnis vor Steuern (EBT) erwartet der EnviTec-Vorstand eine Größenordnung von 17 bis 19 Mio. Euro. Ausschlaggebend für das Erreichen der wirtschaftlichen Ziele wird der Geschäftsverlauf in den wichtigsten internationalen Märkten des Anlagenbau-Segments und die Anzahl der schlussgerechneten Projekte sein.

Aktiva

Konzernbilanz zum 30. Juni 2021

A. Anlagevermögen 30.06.2021 31.12.2020
in EUR in TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte
und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
634.827,42 588
2. Geschäfts- oder Firmenwert 6.318.015,48 6.755
3. Geleistete Anzahlungen 110.346,08 109
7.063.188,98 7.452
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf
fremden Grundstücken
25.920.907,55 24.026
2. Technische Anlagen und Maschinen 45.540.646,20 47.751
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 9.204.025,97 9.009
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 836.474,94 769
81.502.054,66 81.555
III. Finanzanlagen
1. Anteile an at-Equity bewerteten Beteiligungen 12.758.477,42 12.780
2. Beteiligungen 335.119,19 335
3. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 5.040.620,61 5.979
4. Sonstige Ausleihungen 7.443.883,46 7.413
25.578.100,68 26.506
B. Umlaufvermögen 30.06.2021 31.12.2020
in EUR in TEUR
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 36.871.163,92 47.725
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 60.631.060,61 53.577
abzüglich erhaltene Anzahlungen -59.784.546,75 - 52.526
846.513,86 1.052
3. Fertige Erzeugnisse 943.641,01 1.297
4. Geleistete Anzahlungen 4.087.225,68 3.163
42.748.544,47 53.236
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 27.765.620,02 29.375
2. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 2.857.808,99 6.527
3. Sonstige Vermögensgegenstände 12.396.186,95 13.581
43.019.615,96 49.483
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 25.444.976,80 14.788
C. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 3.369.189,36 2.682
D. Aktive latente Steuern 3.387.334,17 2.861
B. Umlaufvermögen 30.06.2021 31.12.2020
in EUR in TEUR
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 36.871.163,92 47.725
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 60.631.060,61 53.577
abzüglich erhaltene Anzahlungen -59.784.546,75 - 52.526
846.513,86 1.052
3. Fertige Erzeugnisse 943.641,01 1.297
4. Geleistete Anzahlungen 4.087.225,68 3.163
42.748.544,47 53.236
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 27.765.620,02 29.375
2. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 2.857.808,99 6.527
3. Sonstige Vermögensgegenstände 12.396.186,95 13.581
43.019.615,96 49.483
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 25.444.976,80 14.788
C. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 3.369.189,36 2.682
D. Aktive latente Steuern 3.387.334,17 2.861
Summe 232.113.005,08 238.564

Passiva

A. Eigenkapital 30.06.2021 31.12.2020
in EUR in TEUR
I. Gezeichnetes Kapital 15.000.000,00 15.000
Abzüglich Nennbetrag eigener Anteile -150.000,00 -150
Ausgegebenes Kapital 14.850.000,00 14.850
II. Kapitalrücklage 89.328.633,67 89.329
III. Gewinnrücklagen
Andere Gewinnrücklagen 10.150.000,00 10.150
IV. Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung -198.332,15 -219
V. Bilanzgewinn 22.012.433,28 15.555
VI. Ausgleichsposten für Anteile im Fremdbesitz 3.938.502,85 3.472
140.081.237,65 133.136
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 1.571.553,69 1.652
2. Sonstige Rückstellungen 7.482.287,90 7.430
9.053.841,59 9.082
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 41.756.507,26 56.912
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 16.774.898,97 16.071
3. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht
2.518.239,00 1.686
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 328.792,76 673
5. Sonstige Verbindlichkeiten 18.023.404,57 16.271
79.401.842,56 91.613
D. Passive Rechnungsabgrenzungsposten 3.576.083,28 4.733
Summe 232.113.005,08 238.564

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum 1. Januar bis 30. Juni 2021

in EUR 01.01.-30.06.2021 01.01.-30.06.2020
1. Umsatzerlöse 108.288.744,21 89.550.286,87
2. Erhöhung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 7.045.746,70 14.091.947,70
3. Sonstige betriebliche Erträge 1.276.247,39 3.981.157,64
Gesamtleistung 116.610.738,30 107.623.392,21
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 66.150.097,40 60.981.844,81
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 12.729.264,42 9.470.239,39
78.879.361,82 70.452.084,20
Rohergebnis 37.731.376,48 37.171.308,01
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 9.969.744,72 8.642.888,47
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Alterversorgung und Unterstützung 2.365.331,31 2.026.790,34
12.335.076,03 10.669.678,81
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens
und Sachanlagen
7.643.570,60 7.958.177,09
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 10.230.854,03 9.708.479,34
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 7.521.875,82 8.834.972,77
8. Ergebnis aus Equity Beteiligungen 728.348,48 958.882,12
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 229.551,19 218.160,51
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 572.216,50 807.877,11
Ergebnis vor Steuern (EBT) 7.907.558,99 9.204.138,29
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 403.406,76 999.476,43
12. Ergebnis nach Steuern 7.504.152,23 8.204.661,86
13. Sonstige Steuern 191.588,13 63.114,19
14. Konzernhalbjahresüberschuss 7.312.564,10 8.141.547,67

Zur Entwicklung des Bilanzgewinns wird auf den Anhang verwiesen.

KONZERN-ANHANG

zum 30. Juni 2021 der EnviTec Biogas AG, Lohne

1. Allgemeine Informationen

Die EnviTec Biogas AG, mit Sitz in Lohne, eingetragen beim Amtsgericht Oldenburg im Handelsregister unter HRB 201466, ist ein in Deutschland ansässiges, international aufgestelltes Unternehmen, dessen Unternehmenszweck neben dem Bau und Vertrieb von Biogasanlagen über Tochtergesellschaften, auch der Betrieb von eigenen Biogasanlagen, der technische und biologische Service sowie die Vermarktung von Strom ist.

Die EnviTec Biogas AG ist zum Stichtag 30. Juni 2021 eine kleine Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 1 HGB. Die Aktien werden im Basic Board der Frankfurter Wertpapierbörse der Deutschen Börse AG gehandelt.

Der vorliegende Konzernzwischenabschluss umfasst das bisherige Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 30. Juni 2021. Die Vorjahreszahlen der Bilanz beziehen sich auf den Stichtag 31. Dezember 2020, die Vergleichszahlen der Gewinn- und Verlustrechnung auf den vergleichbaren Geschäftszeitraum 1. Januar bis 30. Juni 2020. Der Konzernzwischenabschluss und der Konzernzwischenlagebericht zum 30. Juni 2021 wurden weder einer prüferischen Durchsicht unterzogen noch entsprechend § 317 HGB geprüft.

Die Konzernbilanz folgt dem in § 266 HGB vorgegebenen Gliederungsschema. Davon Vermerke erfolgen vorrangig im Anhang.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

2. Grundlagen des Konzernabschlusses

2.1.Konsolidierungsmethoden

Der Konzernabschluss beinhaltet diejenigen Gesellschaften, bei denen die EnviTec Biogas AG unmittelbar oder mittelbar über die Mehrheit der Stimmrechte (Tochtergesellschaften) verfügt, soweit deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanzund Ertragslage des Konzerns nicht von untergeordneter Bedeutung ist. Die Einbeziehung beginnt zu dem Zeitpunkt, ab dem die Möglichkeit der Beherrschung besteht. Sie endet, wenn die Möglichkeit der Beherrschung wegfällt.

Sofern erforderlich, werden die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der Jahresabschlüsse von Tochterunternehmen an die im Konzern geltenden Methoden angepasst.

Kapitalkonsolidierung

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt gemäß § 301 HGB nach der Erwerbsmethode durch Verrechnung der Beteiligungsbuchwerte mit dem neu bewerteten Eigenkapital der Tochterunternehmen zum Zeitpunkt ihres Erwerbs. Dabei werden Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Ein nach Kaufpreisallokation verbleibender positiver Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert.

Schuldenkonsolidierung

Wechselseitige Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden gemäß § 303 HGB gegenseitig aufgerechnet.

Aufwands- und Ertragskonsolidierung

Aufwendungen und Erträge zwischen vollkonsolidierten Unternehmen des Konzerns werden gemäß § 305 HGB verrechnet.

Zwischenergebniseliminierung

Zwischenergebnisse gemäß § 304 HGB aus konzerninternen Lieferungen und Leistungen werden eliminiert und latente Steuerbe- und Entlastungen aus ergebniswirksamen Konsolidierungen berücksichtigt. Konzerninterne Umsätze sind ebenso wie alle konzerninternen Erträge mit den entsprechenden Aufwendungen ohne Erfolgsauswirkung verrechnet worden.

Equity-Bewertung

2.2. Konsolidierungskreis

Nach der Equity-Methode werden Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen bewertet, bei denen die EnviTec Biogas AG die gemeinschaftliche Führung ausübt (Gemeinschaftsunternehmen) oder einen maßgeblichen Einfluss besitzt (assoziierte Unternehmen). Bei Beteiligungen, die at-Equity in den Konzernabschluss einbezogen werden, werden die Anschaffungskosten jährlich um die dem EnviTec-Kapitalanteil entsprechenden Eigenkapitalveränderungen erhöht bzw. vermindert. Bei der erstmaligen Einbeziehung von Beteiligungen nach der Equity-Methode werden Unterschiedsbeträge aus der Erstkonsolidierung entsprechend den Grundsätzen der Vollkonsolidierung behandelt. Die erfolgswirksamen Veränderungen des anteiligen Eigenkapitals werden in der Gewinn- und Verlustrechnung gesondert ausgewiesen. Die Anhangangaben des Konzernabschlusses enthalten weitere Informationen über die im EnviTec-Konzern bilanzierten at-Equity Beteiligungen. Der EnviTec-Konzern umfasste zum Bilanzstichtag einschließlich der EnviTec Biogas AG 164 (31.12.2020: 163) Unternehmen, von denen 105 (31.12.2020: 105) im Rahmen der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen wurden. Neu als at-Equity Beteiligung wird seit Januar 2021 die MEV Biomethane, Frankreich, ausgewiesen. 31.12.2020 51 7 58 Zugänge von at-Equity bewerteten Unternehmen 0 1 1 Abgänge von at-Equity bewerteten Unternehmen 0 0 0 30.06.2021 51 8 59

Der Konsolidierungskreis hat sich in der Zeit vom 01.01.2021 bis zum 30.06.2021 wie folgt entwickelt:

Aus Wesentlichkeitsgründen wurde die EnviTec Biogas (India) Private Limited, Indien, sowie die LZ Biogas GmbH & Co. KG, Lohne, gemäß § 296 Abs. 2 HGB nicht in den Konzernabschluss einbezogen.

Inland Ausland Gesamt
EnviTec Biogas AG und konsolidierte Unternehmen
31.12.2020 83 22 105
Zugänge von Tochterunter
nehmen
0 0 0
Abgänge von Tochterunter
nehmen
0 0 0
30.06.2021 83 22 105
At-Equity bewertete Unternehmen
31.12.2020 51 7 58
Zugänge von at-Equity
bewerteten Unternehmen
0 1 1
Abgänge von at-Equity
bewerteten Unternehmen
0 0 0
30.06.2021 51 8 59

3. Angaben zur Bilanzierung und Bewertung

Bei der Aufstellung des Konzern-Zwischenabschlusses und der Ermittlung der Vergleichszahlen des Vorjahres wurden grundsätzlich dieselben Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze wie im Konzernabschluss 2020 angewandt. Eine detaillierte Beschreibung dieser Methoden ist im Anhang des Konzernabschlusses im Geschäftsbericht 2020 veröffentlicht. Dieser kann auch im Internet unter www.envitec-biogas.de abgerufen werden.

Den Zwischenabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungsund Bewertungsmethoden zugrunde.

Forderungen und Verbindlichkeiten entstehen grundsätzlich auf Euro-Basis, so dass insoweit eine Währungsumrechnung entfällt. Die Jahresabschlüsse der einbezogenen Gesellschaften sind bis auf fünf Ausnahmen in Euro aufgestellt. Das Eigenkapital wird zu historischen Kursen umgerechnet, die Vermögenswerte und Schulden des in Fremdwährung aufgestellten Jahresabschlusses werden mit den Mittelkursen am Bilanzstichtag umgerechnet. Aufwands- und Ertragsposten werden mithilfe von Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Entstandene Währungsdifferenzen werden ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst. Die in Fremdwährung aufgestellten Jahresabschlüsse der at-Equity bewerteten Unternehmen werden ebenfalls nach der Stichtagskursmethode umgerechnet.

3.1. Immaterielle Vermögensgegenstände

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte sind mit den Anschaffungskosten angesetzt. Soweit sie eine bestimmbare Nutzungsdauer haben, werden sie dieser entsprechend über einen Zeitraum von bis zu 10 Jahren linear abgeschrieben, sofern nicht durch den tatsächlichen Wertverzehr ein anderer Abschreibungsverlauf geboten ist.

Geschäfts- oder Firmenwerte werden planmäßig über 5 bis 20 Jahre linear abgeschrieben. Diese sind im Konzernabschluss der EnviTec Biogas AG einzig beim Kauf von Gesellschaften aktiviert worden. Die Nutzungsdauer resultiert aus dem Lebenszyklus der erworbenen Unternehmen. Aufgrund der in den entsprechenden Gesetzen festgeschriebenen Förderdauer werden die Geschäfts- oder Firmenwerte für Unternehmen, deren Zweck der Betrieb einer oder mehrerer Biogasanlagen ist, über die Restlaufzeit der Förderung (länger als 5 Jahre) abgeschrieben. Die sonstigen werden planmäßig über 5 bis 8 Jahre abgeschrieben.

3.2. Sachanlagen

Die Bilanzierung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungsbzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige, lineare Abschreibungen – mit Ausnahme von Grund und Boden sowie grundstücksgleichen Rechten - sowie etwaige außerplanmäßige Wertverluste.

Die Anschaffungskosten setzen sich aus dem Anschaffungspreis, den Anschaffungsnebenkosten und nachträglichen Anschaffungskosten abzüglich erhaltener Anschaffungspreisminderungen zusammen.

Die Herstellungskosten umfassen alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der fertigungsbezogenen Gemeinkosten. Finanzierungskosten werden nicht angesetzt.

Die planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen werden nach der linearen oder soweit zulässig nach der degressiven Methode vorgenommen.

Die zugrunde gelegten Nutzungsdauern entsprechen den geschätzten/erwarteten Nutzungsdauern im Konzern und stellen sich wie folgt dar:

Nutzungsdauer
Gebäude 20 bis 40 Jahre
Andere Baulichkeiten 10 bis 20 Jahre
Technische Anlagen 6 bis 20 Jahre
Maschinen und Apparate 6 bis 12 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 11 Jahre
Fahrzeuge 5 bis 8 Jahre
EDV-Anlagen 3 bis 5 Jahre

3.3. Finanzanlagevermögen

Vermögensgegenstände des Finanzanlagevermögens sind zu Anschaffungskosten bzw. dem zum Stichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

3.4. Vorräte

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe (RHB Stoffe) werden zu Anschaffungskosten bzw. zum Stichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Unfertige Erzeugnisse und Leistungen sind zu Herstellungskosten bilanziert. In die Herstellungskosten werden neben den Material- und Fertigungskosten auch angemessene Gemeinkosten einbezogen. Fremdkapitalzinsen werden bei

der Bewertung nicht mit einbezogen. Das Niederstwertprinzip wurde bei der Bewertung der Erzeugnisse beachtet.

Geleistete Anzahlungen sind mit ihrem Nennbetrag angesetzt.

Erhaltene Anzahlungen werden, soweit sie für unfertige Erzeugnisse und Leistungen geleistet wurden und diese nicht übersteigen, von den unfertigen Erzeugnissen abgesetzt.

3.5. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind mit dem Nominalwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert ausgewiesen. Soweit erforderlich, wurden Einzelwertberichtigungen gebildet. Für das allgemeine Ausfallrisiko bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden angemessene Pauschalwertberichtigungen gebildet.

3.6. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten

Die Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nominalwert angesetzt.

3.7. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Die Bildung von aktiven Rechnungsabgrenzungsposten erfolgte unter Berücksichtigung von § 250 Abs. 1 HGB bei Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen, zum Nominalwert.

3.8. Latente Steuern

Latente Steuern sind auf temporäre Unterschiede zwischen Handels- und Steuerbilanz sowie auf steuerliche Verlustvorträge, die innerhalb von fünf Jahren verrechnet werden können, gebildet worden. Konzerneinheitlich wird ein Steuersatz von 28,08 % angewendet.

3.9. Rückstellungen

Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Sie wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

3.10. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind mit dem jeweiligen Erfüllungsbetrag passiviert worden.

3.11. Passive Rechnungsabgrenzungsposten

Die Bildung von passiven Rechnungsabgrenzungsposten erfolgte unter Berücksichtigung von § 250 Abs. 2 HGB bei Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Ertrag für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen, zum Nominalwert.

4. Erläuterungen zu den Posten der Bilanz

Im Folgenden werden wesentliche Änderungen bei den Posten der Bilanz im Vergleich zu den Bilanzposten zum 31. Dezember 2020 erläutert. Posten die nicht erläutert werden, haben sich im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert bzw. zum Verständnis der Veränderung bedarf es keiner näheren Erläuterung. Deren Zusammensetzung kann dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2020 entnommen werden.

4.1. Immaterielle Vermögenswerte

Geschäfts- oder Firmenwerte

Der Geschäfts- oder Firmenwert wird planmäßig abgeschrieben. Im Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2021 wurden planmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 437 vorgenommen.

4.2. Sachanlagen

Der Rückgang der Sachanlagen resultiert im Wesentlichen aus planmäßigen Abschreibungen, welchen Investitionen, besonders in den Posten Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken (TEUR 2.905), Technische Anlagen und Maschinen (TEUR 2.509) und Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung (TEUR 729) entgegenstehen. Die Investitionen resultieren im Wesentlichen aus dem Ankauf des BioEnergie Parks Güstrow und Neuanschaffungen von Fahrzeugen (PKW, Radlader).

4.3. Vorräte

Der Rückgang der Vorräte in Höhe von TEUR 10.487 ist im Wesentlichen auf den Abbau/Verbrauch des Bestandes der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe (TEUR 10.854) und dem Rückgang der unfertigen Erzeugnisse/ unfertige Leistungen (inkl. der Absetzung von erhaltenen Anzahlungen) in Höhe von TEUR 205 zurückzuführen.

4.4. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Auf die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden Wertberichtigungen in Höhe von TEUR 6.298 vorgenommen.

4.5. Eigenkapital

Das Eigenkapital beträgt zum 30.06.2021 TEUR 140.081 und ist gegenüber dem 31.12.2020 um TEUR 6.945 angestiegen. Ursächlich waren hierfür im Wesentlichen ein Periodenergebnis in Höhe von TEUR 7.313 und eine Erhöhung des Postens Ausgleichsposten für Anteile im Fremdbesitz von TEUR 466.

Entwicklung des Bilanzgewinns

TEUR
Konzernhalbjahresüberschuss 7.313
Gewinnvortrag zum 1. Januar 2021 15.555
Konzernfremden zuzurechnender Gewinn 715
Erfolgsneutrale Aufstockung von Anteilen an Tochter
gesellschaften
-141
Bilanzgewinn zum 30. Juni 2021 22.012

4.6. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten setzen sich folgendermaßen zusammen:

Verbindlichkeitenspiegel Restlaufzeit
unter 1 Jahr
Restlaufzeit
1 bis 5 Jahre
Restlaufzeit
über 5 Jahre
Summe
30.06.2021 in EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 10.171.506,00 28.969.400,06 2.615.601,20 41.756.507,26
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 16.774.898,97 0,00 0,00 16.774.898,97
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
2.518.239,00 0,00 0,00 2.518.239,00
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 328.792,76 0,00 0,00 328.792,76
Sonstige Verbindlichkeiten 18.023.404,57 0,00 0,00 18.023.404,57
47.816.841,30 28.969.400,06 2.615.601,20 79.401.842,56
davon aus Steuern 3.828.247,52
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 256.166,61
31.12.2020 in EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 20.661.553,02 31.646.611,18 4.604.196,12 56.912.360,32
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 16.070.729,85 0,00 0,00 16.070.729,85
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
1.686.237,76 0,00 0,00 1.686.237,76
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 672.980,17 0,00 0,00 672.980,17
Sonstige Verbindlichkeiten 16.270.680,76 0,00 0,00 16.270.680,76
55.362.181,56 31.646.611,18 4.604.196,12 91.612.988,86
davon aus Steuern 4.634.945,88
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 189.253,27

5. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Im Folgenden werden wesentliche Änderungen bei den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung zum 1. Januar bis 30. Juni 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 1. Januar 2020 bis 30. Juni 2020 erläutert. Posten, die nicht erläutert werden, haben sich im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert bzw. zum Verständnis der Veränderung bedarf es keiner näheren Erläuterung.

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse gliedern sich nach folgenden Tätigkeitsbereichen:

in TEUR
Anlagenbau 25.560
Service 19.795
Eigenbetrieb 62.934
Summe 108.289

Bestandsveränderungen

Die Erhöhung des Bestands im ersten Halbjahr 2021 resultiert aus im Bau befindlichen Projekten in den Segmenten Anlagenbau (TEUR 6.370) und Service (TEUR 676).

Materialaufwand

Der Materialaufwand ist gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um TEUR 8.427 gestiegen. Dieser Anstieg resultiert aus dem Segment Anlagenbau in Höhe von TEUR 147, dem Segment Service in Höhe von TEUR 509 sowie dem Segment Eigenbetrieb mit TEUR 7.771.

Abschreibungen

Die Abschreibungen im Konzernhalbjahresabschluss 2021 nach handelsrechtlichen Vorschriften umfassen planmäßige Abschreibungen auf aktivierte Geschäfts- und Firmenwerte in Höhe von TEUR 437.

6. Sonstige Erläuterungen

Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die Haftungsverhältnisse und sonstigen finanziellen Verpflichtungen, die zum 31. Dezember 2020 bestanden, bestehen unverändert weiter.

Mitarbeiterzahlen

Bei den Konzerngesellschaften des EnviTec Konzerns waren weltweit im ersten Halbjahr durchschnittlich 515 Mitarbeiter (31. Dezember 2020: 477) beschäftigt.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch Grundschulden, die Übereignung von Sachanlagevermögen, die Abtretung von Ansprüchen aus bestehenden Verträgen sowie die Verpfändung von Geschäftsguthaben besichert.

Für eine genaue Aufstellung der gewährten Sicherheiten und deren Buchwerte wird auf den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 verwiesen.

7. Nachtragsbericht

In der Hauptversammlung am 6. Juli 2021 wurde eine Dividendenzahlung in Höhe von EUR 1,00 je Aktie beschlossen. Die Auszahlung der Dividende erfolgte am 9. Juli 2021.

Organe der Gesellschaft

Vorstand

Der Vorstand setzte sich im Berichtszeitraum aus folgenden Mitgliedern zusammen:

Kaufmann Olaf von Lehmden, Lohne, Sprecher des Vorstands (CEO) seit 1. Juli 2007

Kaufmann Jörg Fischer, Weyhe, Vorstand Finanzen (CFO) seit 1. Juli 2007

Ingenieur Jürgen Tenbrink, Steinfurt, Vorstand Technik (CTO) seit 1. Juli 2010

Weitere Mandate werden durch den Vorstand nicht wahrgenommen.

Aufsichtsrat

Zu Mitgliedern des Aufsichtsrats waren im Berichtszeitraum bestellt:

Herr Kaufmann Tobias Schulz (Vorsitzender) Geschäftsführender Gesellschafter von Schulz Systemtechnik, Visbek Aufsichtsratmitglied Boom Software AG, Leibnitz (Österreich)

  • Herr Kaufmann Michael Böging Geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensgruppe Weiße Köpfe GmbH, Emstek

  • Herr Kaufmann Franz-Josef Holzenkamp (stellvertretender Vorsitzender)

Landwirtschaftlicher Unternehmer Aufsichtsratsvorsitzender der AGRAVIS Raiffeisen AG Aufsichtsratsmitglied LVM Krankenversicherungs-AG Aufsichtsratsmitglied LVM Lebensversicherungs-AG Aufsichtsratsmitglied LVM Landwirtschaftlicher Versicherungsverein Münster a.G Präsident des Deutschen Raiffeisenverband e.V. (DRV)

Lohne, den 30. September 2021

Olaf von Lehmden CEO

Jörg Fischer CFO

Jürgen Tenbrink CTO

EnviTec Biogas AG Industriering 10 a 49393 Lohne Tel.: +49 (0) 4442 / 8016-8100 Fax: +49 (0) 4442 / 8016-98100 E-Mail: [email protected] www.envitec-biogas.de

INVESTOR RELATIONS/ MARKETING/PUBLIC RELATIONS

Katrin Hackfort Tel.: +49 (0) 2574 8888-810 Fax: +49 (0) 2574 8888-100 E-Mail: [email protected]

KONZEPT, REALISATION

Kreutzmann Unternehmenskommunikation, Hamburg

TEXT

IR.on Aktiengesellschaft, Köln

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

IMPRESSUM

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Halbjahresfinanzberichterstattung der Konzernhalbjahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

Lohne, 30. September 2021

Olaf von Lehmden CEO

Jörg Fischer CFO

Jürgen Tenbrink CTO

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