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Zeal Network SE — Annual Report 2008
Mar 5, 2009
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Annual Report
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Geschäftsbericht 2008 rund um die Uhr gewinnen!
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Inhalt
Vorwort ... 1 | Aktie & Corporate Governance ... 6 | Konzernlagebericht ... 12 | Konzernabschluss ... 43 Bericht des Aufsichtsrats ... 85 | Kennzahlen-Übersicht ... 88 | Finanzkalender
2007 2008
transaktionsvolumen in Mio. Euro
| 346,8 | 335,9 | |
|---|---|---|
| 128,6 | 91,0 | Q.IV |
| 78,6 | 82,6 | Q.III |
| 70,8 | 75,5 | Q.II |
| 68,8 | 86,8 | Q.I |
2007 2008
2007 2008
Registrierte Kunden in Tsd.
Vorwort
Sehr geehrte Damen und Herren,
das Geschäftsjahr 2008 war nach wie vor von der anhaltenden politischen und rechtlichen Diskussion über den zum 1. Januar 2008 in Kraft getretenen, umstrittenen neuen Glücksspiel-Staatsvertrag (GlüStV) in Deutschland geprägt. Seine negativen Auswirkungen auf den deutschen Markt sowie das Ausbleiben relevanter Jackpots hinderten uns daran, unsere Ziele hinsichtlich der Entwicklung der wesentlichen Kennzahlen zu erreichen.
Wir betrachten es vor diesem Hintergrund als zufriedenstellend, dass es uns gelang, den Umsatz (+1,9 %) der Tipp24 zu steigern und beim Transaktionsvolumen (–3,1 %) nur einen leichten Rückgang hinnehmen zu müssen. Die Anzahl der registrierten Neukunden (+203 Tsd.) litt unter den Auflagen des GlüStV (Schufa-Abfrage und PostIdent-Verfahren). Das EBIT sank gegenüber dem Vorjahr um 0,6 % leicht, die EBIT-Marge erreichte 19,4 % nach 19,9 % im Jahr 2007.
Wesentliche Ursachen dieses Rückgangs waren – neben der schlechten Jackpot-Situation, den Aufwendungen für Erneuerung und Internationalisierung unserer Spielbetriebssoftware sowie den erheblichen Rechtsberatungskosten – auch Anlaufkosten für den Aufbau des Geschäfts in Großbritannien und des neuen Bereichs Skill Based Games. Mit diesen selbst entwickelten Geschicklichkeitsspielen erweiterten wir zum 26. September 2008 unser Kerngeschäft um eine neue Dimension webbasierter Unterhaltung, die nicht den restriktiven Glücksspielregelungen unterliegt.
Seit dem 1. Januar 2009 verbietet der GlüStV generell die Vermittlung von Glücksspielen einschließlich Lotterien über das Internet. Zahlreiche Rechtsexperten und Institutionen halten den GlüStV für verfassungs-, kartell- und europarechtswidrig, eine Vielzahl von Verwaltungsgerichten bestätigt dies mit ihren Urteilen. Zudem wurde in einer ersten Hauptsacheentscheidung zur Lottovermittlung vom Verwaltungsgericht Berlin mit Verweis auf europäisches Recht festgestellt, dass zentrale Beschränkungen des GlüStV für die gewerbliche Lottovermittlung von Tipp24 nicht anwendbar sind. Diese Beurteilung der Rechtslage hat sich aufgrund der Nichtannahme einer Verfassungsklage der Tipp24 AG durch das Bundesverfassungsgericht Ende Oktober sowie die Abweisung einer Klage von Tipp24 durch das Verwaltungsgericht Hannover nicht geändert.
Dennoch haben wir zum 1. Januar 2009 als Konsequenz aus der Situation auf dem deutschen Markt unsere Geschäftsfelder neu geordnet: Der Großteil unserer europäischen Aktivitäten, die in Verbindung mit der Vermittlung oder dem Angebot von Lotterieprodukten stehen, ist seitdem in der bereits seit 2007 in Großbritannien tätigen MyLotto24 Ltd. gebündelt. Mit diesem Schritt schufen wir die Voraussetzungen für eine positive Entwicklung unseres Auslandsgeschäfts.
Wir planen, weiter juristisch gegen den Glücksspiel-Staatsvertrag vorzugehen, da er inhaltlich nicht haltbar ist. Die dem Gesetz zugrunde liegende Behauptung, Lotto mache süchtig, ist nach wie vor durch keine Studie belegt. Wenn dem so wäre, hätten die deutschen Lottogesellschaften aus unserer Sicht 2008 weder die 2005 eingeführte Silvesterlotterie ExtraLotto mit einer garantierten Mindestgewinnsumme von 20 Mio. Euro zum zweiten Mal ausspielen, noch die Einführung einer weiteren neuen europäischen Lotterie mit Jackpothöhen von bis zu 90 Mio. Euro für 2009 ankündigen dürfen.
Sobald sich die Rechtslage eindeutig zu unseren Gunsten geändert hat, sei es durch Gesetzesänderungen oder Gerichtsurteile, streben wir die sofortige Wiederaufnahme des deutschen Geschäfts an.
Unsere USPs
- • Breite und etablierte Produktpalette
- • Einzigartig positioniert in Europa
- • Sichere und zuverlässige Transaktionstechnologie
- • Robustes,skalierbares Geschäftsmodell
- • Direkte Beziehung zu treuen Kunden
- • Effektives und effizientesMarketing
- • Starke Technologie
Unabhängig von der Situation in Deutschland werden wir unsere Aktivitäten im Bereich der Geschicklichkeitsspiele ausweiten und unsere Wachstumsstrategie im europäischen Ausland konsequent fortsetzen.
Wir bekräftigen erneut unsere nach wie vor positive Einschätzung zur zukünftigen Entwicklung der in einem zukunftsträchtigen Markt hervorragend positionierten Tipp24 – eine Aussage, die wir angesichts der erheblichen Risikoabschläge, die der aktuellen Bewertung unserer Anteile offensichtlich zugrunde liegen, mit dem Beschluss zur Durchführung unseres mittlerweile dritten Aktienrückkaufprogramms untermauern.
Vor dem Hintergrund der erheblichen rechtlichen Unsicherheiten in unserem bisherigen Kernmarkt Deutschland ist uns eine verlässliche Umsatz- und Ertragsprognose nicht möglich. Wir gehen jedoch unverändert davon aus, dass wir nach Abschluss des derzeitigen Marktumbruchs und vor dem Hintergrund unserer unternehmerischen Alternativszenarios wieder an die historisch belegten mittelfristigen Wachstumsziele – jährliche Steigerung des Umsatzes von 30 % und überproportionale Steigerung des EBIT – anknüpfen können werden.
Der Vorstand
(Vorsitzender des Vorstands) (stellv. Vorsitzender des Vorstands)
Jens Schumann Dr. Hans Cornehl Marcus Geiß Petra von Strombeck
Vorwort 3
Jens Schumann
35, Jens Schumann, Jurist, ist einer der beiden Gründer der heutigen Tipp24 AG und seit 1999 als Geschäftsführer bzw. Vorstand tätig. Seit März 2008 agiert er als Vorsitzender des Vorstands. Von 1998 an bis zur Gründung von Tipp24 war er als Business Consultant bei der Icon Medialab AG tätig. Herr Schumann studierte von 1993 bis 1998 Rechtswissenschaften an der Universität Münster und schloss das Studium mit dem Ersten Staatsexamen ab.
Dr. Hans Cornehl
41, Dr. Hans Cornehl, promovierter Chemiker, ist seit Juni 2002 Mitglied des Vorstands der Tipp24 AG und seit März 2008 stellvertretender Vorsitzender des Vorstands. Vor seinem Einstieg bei Tipp24 war Herr Dr. Cornehl als Senior Investment Manager bei der Venture Capital Firma Earlybird tätig, wo er auf Investitionen im Medien- und Telekommunikationsbereich spezialisiert war. Vorab sammelte Herr Dr. Cornehl Erfahrungen in der Unternehmensführung als Turnaround Manager in einer Klinik. Seine Berufstätigkeit begann er als Berater für Start-ups, Hightech- und Spin-off-Unternehmen bei McKinsey & Company. Herr Dr. Cornehl studierte Chemie an der TU München und promovierte an der TU Berlin.
Der Vorstand der Tipp24 AG
Marcus GeiSS
38, Diplom-Wirtschaftsinformatiker und Master in Private Equity, ist seit März 2008 Vorstand der Tipp24 AG. Im September 2003 kam er als Geschäftsführer der Puntogioco24 S.r.l., einer 100 %igen Tipp24-Tochter, die in 2005 in Italien operativ gestartet ist, in die Unternehmensgruppe. Anfang 2006 wurde er zum Managing Director International Business berufen. Zuvor war Herr Geiß zwei Jahre lang Managing Director der Advertico AG in Köln. Nach Abschluss seines Studiums in Köln und Mailand begann er seine berufliche Laufbahn 1998 als Senior Consultant bei der Mummert + Partner Consulting AG.
Petra von Strombeck
39, Diplom-Kauffrau, ist seit März 2008 Vorstand der Tipp24 AG, wo sie im November 2007 die Marketingleitung übernommen hatte. Zuvor war sie seit 2004 als Geschäftsführerin einer französischen Tochter von Tchibo tätig. Von 1999 bis 2004 verantwortete sie bei Tchibo als Leiterin E-Commerce die Online-Umsätze des Unternehmens. Davor leitete sie drei Jahre lang bei Premiere Medien das Advertising. Von 1993 bis 1996 war sie bei Danone als Produktmanagerin tätig. Frau von Strombeck hat an der EAP in Paris, Oxford und Berlin ein internationales BWL-Studium absolviert.
Aktie & Corporate Governance
TIPP24 IM SOG DER FINANZKRISE
IM JAHR 2008 WAREN DIE MÄRKTE IN GROSSER BEWEGUNG. IM ZUGE DER VERWERFUNGEN DER FINANZ-INDUSTRIE UND IHRER AUSWIRKUNGEN AUF DIE WELT-KONJUNKTUR BRACHEN DIE BÖRSENBEWERTUNGEN WELTWEIT EIN: DER DAX VERLOR 40,4 %, DER MDAX FIEL UM 43,2 % UND DER SDAX BRACH UM 46,1 % EIN. VOR ALLEM DIE SMALLCAPS WURDEN ÜBERMÄSSIG VON DER ALL-GEMEINEN FLUCHT AUS DER AKTIE GETROFFEN.
Aktie & Corporate Governance
Aktie
Das Börsenjahr 2008 war geprägt von der Finanzmarktkrise, die sich bereits im Sommer 2007 abzeichnete und sich bis Ende 2008 äußerst negativ auf die Realwirtschaft auswirkte. Die deutschen Leitindizes stürzten in diesem Umfeld um bis zu 40 % ab und auch die Tipp24-Aktie konnte sich dem negativen Trend nicht widersetzen: Insbesondere infolge der anhaltenden regulatorischen Diskussion über den deutschen Glücksspielmarkt fiel unser Kurs im Jahresverlauf um 62,8 % − von 15,33 auf 5,71 Euro.
Die Tipp24-Aktie ist zum Handel im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen und wird an den übrigen deutschen Wertpapierbörsen im Freiverkehr gehandelt. Wir erfüllen im »Prime Standard« der Frankfurter Wertpapierbörse international gültige Transparenz-Anforderungen.
Dividende
Infolge einer stetigen Dividendenpolitik und der sehr guten Geschäftsentwicklung der letzten Jahre schlagen Vorstand und Aufsichtsrat vor, für das Geschäftsjahr 2008 eine unveränderte Dividende in Höhe von 50 Cent je Aktie auszuschütten.
Aktionärsstruktur
Im Vergleich zum Vorjahr hat sich unsere Aktionärsstruktur wie folgt verändert: Im Mai 2008 hat unser Großinvestor Günther Holding seine Aktienbeteiligung auf über 25 % aufgestockt. Der CEO der Günther Holding, Oliver Jaster, wurde am 28. Mai 2008 von der Hauptversammlung in den Aufsichtsrat gewählt.
IR-Aktivitäten
Dem Ziel unserer Investor Relations-Arbeit – einen offenen und kontinuierlichen Informationsaustausch mit dem Kapitalmarkt zu führen – sind wir im Berichtsjahr wieder auf Roadshows und Kapitalmarktkonferenzen in verschiedenen Finanzzentren Europas nachgekommen. Dabei bildete nach wie vor die Erörterung der aktuellen regulatorischen Diskussion den Themenschwerpunkt unserer Investor Relations-Arbeit.
Als Ergebnis unseres am 5. Oktober 2007 bekanntgegebenen und zum 13. Mai 2008 abgeschlossenen zweiten Aktienrückkaufprogramms hält die Tipp24 AG zuzüglich der eigenen Aktien aus dem ersten Aktienrückkaufprogramm zum 31. Dezember 2008 insgesamt 887.231 eigene Aktien (10 % minus einer Aktie vom Grundkapital).
Corporate Governance
Verantwortungsbewusste und langfristige Wertsteigerung
Gute Corporate Governance ist für uns ein zentraler Anspruch, der sämtliche Bereiche des Unternehmens umfasst: Wir betrachten sie als eine auf verantwortungsbewusste und langfristige Wertsteigerung ausgerichtete Führung und Kontrolle unseres Unternehmens. Darunter fassen wir neben organisatorischen und geschäftspolitischen Grundsätzen auch die internen und externen Mechanismen zur Kontrolle und Überwachung. Hierzu zählen insbesondere die effiziente Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat, die transparente Vermittlung des Unternehmensgeschehens sowie die Achtung der Aktionärsinteressen.
Aktionärsstruktur
Stand 31.12.2008
Kennzahlen zur Aktie
| Tag der Erstnotiz | 12.10.2005 |
|---|---|
| Jahresanfangskurs | 14,38 Euro |
| Marktkapitalisierung (Jahresanfang) |
127,58 Mio. Euro |
| Jahresschlusskurs | 5,71 Euro |
| Marktkapitalisierung (Jahresende) |
50,66 Mio. Euro |
| Höchstkurs (08.05.2008) | 16,82 Euro |
| Tiefstkurs (23.12.2008) | 5,67 Euro |
| Anzahl der Aktien | 8.872 Tsd. |
| Durchschnittlicher Tagesumsatz (bis 31.12.2008) |
9.345 |
| Ergebnis je Aktie | |
| (unverwässert und verwässert) |
0,82 Euro |
Aktionärsservice
| WKN | 784714 |
|---|---|
| ISIN | DE0007847147 |
| Börsenkürzel | TIM.DE |
| Handelsplatz | Frankfurt |
| Marktsegment | Regulierter Markt, Prime Standard |
| Designated Sponsor | Sal. Oppenheim |
| Coverage | Berenberg, Deutsche Bank, Sal. Oppenheim, Warburg/ SES |
| Reuters | TIMGn.DE |
| Bloomberg | TIM GR |
Gute Corporate Governance fördert das Vertrauen nationaler und internationaler Anleger, der Finanzmärkte, Geschäftspartner und Mitarbeiter sowie der Öffentlichkeit in die Führung und Überwachung eines Unternehmens. Diese Prinzipien haben bei Tipp24 von jeher einen hohen Stellenwert. Tipp24 folgt im Wesentlichen den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) in seiner aktuellen Fassung vom 6. Juni 2008 (www. corporate-governance-code.de). Die Ausnahmen werden in unserer unten wiedergegebenen Entsprechenserklärung dargestellt und erläutert. Die jeweils aktuelle Fassung der Entsprechenserklärung sind auch im Internet unter www. tipp24-ag.de veröffentlicht und allen Aktionären dauerhaft zugänglich. Nicht mehr aktuelle Entsprechenserklärungen stehen dort für einen Zeitraum von jeweils fünf Jahren zur Verfügung. Einzelne Bereiche unserer Corporate Governance möchten wir im Folgenden hervorheben.
Enge Kooperation zwischen Vorstand und Aufsichtsrat
Vorstand und Aufsichtsrat der Tipp24 AG pflegen einen engen Austausch. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Unternehmensplanung und strategischen Weiterentwicklung, über den Gang der Geschäfte und die Lage des Konzerns einschließlich der Risikolage. Ziel- und Planabweichungen des Geschäftsverlaufs sowie die strategische Ausrichtung und Weiterentwicklung des Konzerns werden dem Aufsichtsrat unmittelbar erläutert. Für bedeutende Geschäftsvorgänge sind in der Geschäftsordnung des Vorstands Zustimmungsvorbehalte des Aufsichtsrats festgelegt.
Directors' Dealings nach § 15a WpHG
Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie ihnen nahe stehende Personen sind nach § 15 a Wertpapierhandelsgesetz verpflichtet, den Erwerb oder die Veräußerung von Wertpapieren der Tipp24 AG offenzulegen, sofern der Wert der Geschäfte im Kalenderjahr
5.000 Euro erreicht oder übersteigt. Tipp24 veröffentlicht Angaben zu den Geschäften unverzüglich auf der Internetseite und übersendet der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht einen entsprechenden Beleg.
Der Tipp24 AG wurden für das abgelaufene Geschäftsjahr folgende Erwerbsgeschäfte gemeldet:
| Name/Firma des Meldepflichtigen |
Status | Art der Transaktion | Datum und Ort | Stückzahl | Kurs/Preis in EUR |
Volumen in EUR |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Marcus Geiß | Mitglied des Vorstands | Aktienkauf | 21.05.2008 XETRA |
6.000 | 16,45 | 98.695,64 |
| Marcus Geiß | Mitglied des Vorstands | Aktienkauf | 24.09.2008 XETRA |
7.150 | 13,66 | 97.669,00 |
| Petra von Strombeck | Mitglied des Vorstands | Aktienkauf | 10.10.2008 XETRA |
900 | 10,99 | 9.890,93 |
| Marcus Geiß | Mitglied des Vorstands | Aktienkauf | 14.11.2008 XETRA |
7.745 | 7,85 | 60.782,00 |
| Dr. Hans Cornehl | Mitglied des Vorstands | Rücknahme eines Wertpapierdarlehens |
09.12.2008 außerbörslich |
694 | – | – |
| Jens Schumann | Mitglied des Vorstands | Rücknahme eines Wertpapierdarlehens |
16.12.2008 außerbörslich |
4.653 | – | – |
Vergütungsbericht
Vergütung des Aufsichtsrats
Die Hauptversammlung der Tipp24 AG vom 29. Mai 2008 hat eine Aufsichtsratsvergütung beschlossen, die sich aus einer Festvergütung, einer erfolgsabhängigen Sondervergütung, Nebenleistungen und Auslagenersatz zusammensetzt. Die Vergütungsregelungen wurden mit Wirkung zum Geschäftsjahr 2008 und auch für die Folgejahre beschlossen, soweit in einer neuen Hauptversammlung keine abweichende Beschlussfassung für die Zukunft erfolgt. Diese Vergütung bemisst sich sowohl an der Verantwortung und dem Umfang der Tätigkeit als auch an der wirtschaftlichen Lage und dem Erfolg des Unternehmens. Des Weiteren übernimmt die Gesellschaft die Prämien für angemessenen Versicherungsschutz zur gesetzlichen Haftpflicht aus der Aufsichtsratstätigkeit (D&O-Versicherung).
Danach erhalten die Aufsichtsräte zusätzlich zu dem Ersatz ihrer Auslagen eine feste, nach Ablauf des Geschäftsjahres zahlbare Vergütung in Höhe von 13,8 Tsd. Euro brutto je Geschäftsjahr.
Zusätzlich zu der festen Vergütung erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats eine erfolgsorientierte jährliche Vergütung in Abhängigkeit vom EBIT des Konzerns, wobei diese zusätzliche erfolgsabhängige Vergütung insgesamt auf einen Betrag von höchstens 7 Tsd. Euro beschränkt ist. Weiterhin erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats eine erfolgsorientierte jährliche Vergütung mit langfristiger Anreizwirkung in Abhängigkeit vom Konzerngewinn pro Aktie. Diese weitere zusätzliche Vergütung ist ebenfalls auf einen Betrag von höchstens 7 Tsd. Euro beschränkt.
Der Aufsichtsratsvorsitzende erhält das Zweieinhalbfache, der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende das Eineinhalbfache der oben beschriebenen festen und variablen Vergütung.
| in Euro | Festgehalt | variable Vergütung | 2008 |
|---|---|---|---|
| Klaus F. Jaenecke (Vorsitzender) | 34.500,00 | 21.875,00 | 56.375,00 |
| Oliver Jaster (stellvertretender Vorsitzender; seit 29.05.2008) | 8.625,00 | 5.468,75 | 14.093,75 |
| Dr. Hans-Wilhelm Jenckel (stellvertretender Vorsitzender; bis 29.05.2008) | 13.800,00 | 8.750,00 | 22.550,00 |
| Hendrik Pressmar (seit 19.12.2008) | 0 | 0 | 0 |
| Annet Aris (bis 19.12.2008) | 12.075,00 | 7.656,25 | 19.731,25 |
| Summe | 69.000,00 | 43.750,00 | 112.750,00 |
| in Euro | Festgehalt | variable Vergütung | 2007 |
| Klaus F. Jaenecke (Vorsitzender) | 30.000,00 | 21.250,00 | 51.250,00 |
| Dr. Hans-Wilhelm Jenckel (stellvertretender Vorsitzender; bis 29.05.2008) | 18.000,00 | 12.750,00 | 30.750,00 |
| Annet Aris (bis 19.12.2008) | 12.000,00 | 8.500,00 | 20.500,00 |
| Summe | 60.000,00 | 42.500,00 | 102.500,00 |
Vergütung des Vorstands
Die jährliche, in ihrer Struktur vom Aufsichtsrat der Tipp24 AG festgelegte und mit allen Vorständen entsprechend vereinbarte Vorstandsvergütung setzt sich zusammen aus fixen und variablen Vergütungsbestandteilen. Sie orientiert sich überwiegend an den Vorgaben des DCGK. Für den Fall der vorzeitigen Beendigung des Dienstverhältnisses enthalten die Vorstandsverträge keine speziellen Abfindungsregelungen. Die Vorstandsmitglieder haben keine Versorgungszusagen erhalten.
Die Vorstandsvergütung setzt sich jeweils aus einem Fixgehalt in Höhe von 180 Tsd. Euro und einer variablen Komponente zusammen. Diese variable Komponente wird zu 50 % nach dem Umsatzwachstum des laufenden sowie des Vorjahres und zu weiteren 50 % nach dem Wachstum sowie der absoluten Höhe der EBIT-Marge im laufenden
Geschäftsjahr bemessen. Bei Zielerreichung beträgt die variable Vergütung rund 55 % des Fixums, bei Zielüberschreitung kann sich diese auf bis zu rund 110 % des Fixums erhöhen. Hinzu kommt eine langfristig orientierte variable Vergütung, die sich nach dem Wachstum des 3-Jahres-Durchschnitts des Ergebnisses je Aktie bemisst und bei Zielerreichung ebenfalls bis zu 55 % des Fixums betragen kann. Der Aufsichtsrat kann unter außergewöhnlichen Umständen die variablen Komponenten um bis zu 50 % nach oben oder unten anpassen.
Vergütungshöhe und Vergütungsstruktur werden vom Aufsichtsrat kontinuierlich überprüft und mit jedem Vorstandsmitglied vereinbart und fortgeschrieben.
| in Euro | Festgehalt | variable Vergütung | 2008 |
|---|---|---|---|
| Dr. Hans Cornehl | 180.000,00 | 261.731,28 | 441.731,28 |
| Marcus Geiß | 135.000,00 | 158.798,25 | 293.798,25 |
| Jens Schumann | 180.000,00 | 261.731,28 | 441.731,28 |
| Petra von Strombeck | 135.000,00 | 158.798,25 | 293.798,25 |
| Summe | 630.000,00 | 841.059,06 | 1.471.059,06 |
| in Euro | Festgehalt | variable Vergütung | 2007 |
| Dr. Hans Cornehl | 189.468,00 | 66.658,00 | 256.126,00 |
| Marc Peters | 94.734,00 | 0,00 | 94.734,00 |
| Jens Schumann | 189.468,00 | 66.658,00 | 256.126,00 |
| Summe | 473.670,00 | 133.316,00 | 606.986,00 |
Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der Tipp24 AG zu den Empfehlungen der »Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex« gem. § 161 AktG
Vorstand und Aufsichtsrat der Tipp24 AG geben nach pflichtgemäßer Prüfung die folgende Entsprechenserklärung ab:
Die Tipp24 AG entspricht den vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des elektronischen Bundesanzeigers bekannt gemachten Verhaltensempfehlungen der von der Bundesregierung eingesetzten »Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex« zur Unternehmensleitung und -überwachung in der Fassung vom 6. Juni 2008 mit folgenden Ausnahmen und wird ihnen auch zukünftig mit den genannten Ausnahmen entsprechen:
3.8 – Selbstbehalt D&O-Versicherung
Die Tipp24 AG hat für ihre Organe eine D&O-Versicherung ohne Selbstbehalt abgeschlossen. Vorstand und Aufsichtsrat vertreten die Auffassung, dass der Selbstbehalt einer D&O-Versicherung kein adäquates Mittel für das Erreichen der Ziele des Kodex ist. Solche Selbstbehalte werden in der Regel durch die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtrats selbst versichert, so dass die eigentliche Funktion des Selbstbehaltes in die Leere läuft und es sich somit letztendlich nur um eine Frage der Höhe der Vergütung des Vorstands und des Aufsichtrats handelt.
5.3.1, 5.3.2 und 5.3.3 – Bildung von Ausschüssen, Einrichtung eines Prüfungsausschusses sowie eines Nominierungsausschusses
Im Hinblick darauf, dass der Aufsichtsrat der Tipp24 AG satzungsgemäß aus lediglich drei Personen besteht, hat der Aufsichtsrat keine Ausschüsse, insbesondere keinen Prüfungsausschuss und keinen Nominierungsausschuss gebildet.
7.1.4 – Veröffentlichung der Ergebnisse von Beteiligungsunternehmen
Die von der Gesellschaft veröffentlichte Liste von Drittunternehmen, an denen sie eine Beteiligung von für das Unternehmen nicht untergeordneter Bedeutung hält, enthält die gesetzlichen Angaben.
Seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung im Januar 2007 hat die Tipp24 AG sämtlichen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 6. Juni 2008 mit Ausnahme der Empfehlungen gemäß Ziff. 3.8, 5.3.1, 5.3.2, 5.3.3, und 7.1.4 entsprochen.
Hamburg, 26. November 2008
Für den Aufsichtsrat Für den Vorstand
Klaus F. Jaenecke Jens Schumann
Konzernlagebericht
Stabilität trotz regulatorischer Einschränkung
Das Geschäftsjahr 2008 war nach wie vor von der anhaltenden politischen und rechtlichen Diskussion über den Glücksspielmarkt in Deutschland geprägt. Der umstrittene und aus unserer Sicht rechtswidrige Glücksspiel-Staatsvertrag (GlüStV) ist zum 1. Januar 2008 in Kraft getreten. Trotz der negativen Auswirkungen im deutschen Markt gelang es uns, den Umsatz der Tipp24-Gruppe insgesamt um 1,9 % zu steigern. Dabei lag die EBIT-Marge mit 19,4 % knapp unter dem Vorjahresniveau von 19,9 %.
Negativ beeinflussten das EBIT Aufwendungen für Lobby-Arbeit und Rechtsberatung im Rahmen der regulatorischen Diskussion, Anlaufkosten für den Aufbau des Geschäfts in Großbritannien und des neuen Bereichs Skill Based Games sowie Aufwendungen für die Erneuerung und Internationalisierung unserer Spielbetriebssoftware. Aufgrund des seit dem 1. Januar 2008 durch den GlüStV erschwerten Registrierungsprozesses und der ungünstigen Jackpot-Situation im Berichtsjahr konnten wir die Kundenzahl um lediglich 203 Tsd. Neukunden steigern. Aus Sicht der Kundennachfrage hat der Online-Lotteriemarkt weiterhin ein nachhaltig großes Wachstumspotenzial. Bei einer Deregulierung der Märkte ergäben sich zusätzliche attraktive Expansionschancen, für deren Nutzung der Tipp24-Konzern (im Folgenden: Tipp24) ausgezeichnet positioniert ist.
Bedrohung des Geschäftsmodells in Deutschland
Seit dem 1. Januar 2009 sieht der GlüStV ein generelles Verbot für die Vermittlung jedweden Glücksspiels einschließlich Lotterien über das Internet vor. Bei der staatlichen Lotterie (z. B. Lotto 6 aus 49) handelt es sich gemäß GlüStV um ein öffentliches Glücksspiel, dessen Veranstaltung und Vermittlung im Internet gemäß § 4 Abs. 4 des GlüStV verboten ist. Die Vermittler benötigen in jedem Bundesland eine Erlaubnis, ohne die jegliche Vermittlung verboten ist, und deren Erteilung auch bei Vorliegen aller Voraussetzungen im Ermessen der Bundesländer liegt.
Allerdings verstößt der GlüStV nach unserer Einschätzung gegen Verfassungs-, Kartell- und Europarecht. Diese Einschätzung wird durch diverse rechtliche Gutachten renommierter Rechtsprofessoren sowie der Wissenschaftlichen Dienste der Landtage der Länder Schleswig-Holstein und Niedersachsen, Gerichtsurteile nationaler wie europäischer Gerichte, Beschlüsse und Abmahnungen des Bundeskartellamts sowie eine schriftliche Ablehnung wesentlicher Teile des Gesetzes durch die Europäische Kommission im Rahmen eines eingeleiteten Vertragsverletzungsverfahrens gestützt. Die Abschätzung der künftigen Entwicklung bleibt jedoch wegen widersprüchlicher Aussagen der Gerichte schwierig. So hat in einer ersten Hauptsache-Entscheidung zur Lotterievermittlung das
Verwaltungsgericht Berlin mit Verweis auf europäisches Recht festgestellt, dass zentrale Beschränkungen des GlüStV für die gewerbliche Lotterievermittlung nicht anwendbar sind. Auf der anderen Seite hat das Bundesverfassungsgericht mit Beschluss vom 14. Oktober 2008 eine Verfassungsbeschwerde der Tipp24 AG gegen verschiedene Bestimmungen des GlüStV und der Ausführungsgesetze in Niedersachsen und Berlin nicht zur Entscheidung angenommen. Auch das Verwaltungsgericht Hannover hat einer dem Berliner Verfahren entsprechenden Klage nicht stattgegeben.
Wir gehen nach wie vor davon aus, dass die zuständigen Gerichte im Hinblick auf die zentralen Beschränkungen des GlüStV mit dem Gemeinschaftsrecht Rechtsschutz zur Fortführung der gewerblichen Lotterievermittlung gewähren sollten. Darüber hinaus haben wir seit Anfang 2009 unser Geschäftsmodell in Deutschland durch die Fokussierung auf Skill Based Games und auf das Auslandsgeschäft an das regulatorische Umfeld angepasst. Daher wurde der vorliegende Konzernabschluss unter der Prämisse der Unternehmensfortführung aufgestellt.
Geschäft & Rahmenbedingungen
Geschäftsmodell
Die Tipp24 hat bis zum 31. Dezember 2008 staatlich lizenzierte und garantierte Glücksspielprodukte über elektronische Medien, insbesondere das Internet vermittelt. Das Produktportfolio setzte sich aus den Produkten des Deutschen Lotto- und Totoblocks (DLTB), der Klassenlotteriedirektionen, der Deutschen Fernsehlotterie sowie veredelten Kombiprodukten zusammen. Aufgrund des zum 1. Januar 2008 in Kraft getretenen GlüStV hat Tipp24 das Angebot der staatlichen Sportwette Oddset, die Lotterie Keno und die Rubbellose eingestellt. Außerhalb Deutschlands sind wir seit 2002 durch die Ventura24 S.L. auf dem spanischen Markt, seit Anfang 2005 durch die Puntogioco24 S.r.l. auf dem italienischen und seit November 2007 durch die MyLotto24 Ltd. in Großbritannien vertreten. Zudem bietet die Tipp24 AG seit September 2008 über ihre 100 %ige Tochtergesellschaft Tipp24 Entertainment GmbH Online-Spiele (Skill Based Games) auf einem neuen Internetportal an.
Endkundengeschäft in Deutschland
Zur Abwicklung der Geschäfte setzten wir unsere 100 %ige Tochtergesellschaft GSG Lottery Systems (GSG) ein, welche die Geschäftsbeziehungen zu den Landeslotteriegesellschaften unterhält. Auf der Grundlage der Annahmestellenverträge der GSG mit verschiedenen Landeslotteriegesellschaften waren wir in der Lage, jedes Lotterieprodukt des DLTB im Rahmen des regulatorischen Umfelds in beliebiger Stückzahl für unsere Kunden zu erwerben. Etwaige technische Ausfälle einzelner Partner konnten wir nahtlos durch vollständig getrennte und voneinander unabhängige Anbindungssysteme ausgleichen. Zum Jahreswechsel haben die Landeslotteriegesellschaften versucht die Annahmestellenverträge der GSG zu kündigen oder im Blick auf das Internet-Verbot die Anbindung zu schließen. Hiergegen sucht die GSG einstweiligen Rechtsschutz vor den Zivilgerichten, der ihr durch ein Landgericht und ein Oberlandesgericht auch bislang gewährt worden ist. Andere Gerichte haben gegenteilig entschieden.
Die Abwicklung der Klassenlotterien erfolgte im Geschäftsjahr 2008 auf der Grundlage eines Vertrags mit der Schumann e. K., die mit dem Vorstand Jens Schumann als Alleininhaber besteht. Sie führt ihre Geschäfte basierend auf einer Vertriebsvereinbarung mit der Direktion der Norddeutschen Klassenlotterie (NKL) bzw. einer Bestallung durch die Direktion der Süddeutschen Klassenlotterie (SKL) durch. Auch hier gibt es keine Mengenbeschränkungen bei der Losabnahme. Wegen des monatlichen Spieltaktes bei den Klassenlotterien sind die Anforderungen an Systemredundanzen vergleichsweise niedrig. Das von den Kunden erzeugte Transaktionsvolumen in Deutschland beinhaltet zunächst die Spieleinsätze, die wir an die Spielveranstalter weiterleiten. Die Umsatzerlöse generieren wir durch Provisionen, die wir für weitergeleitete Spielscheine an die Lotteriegesellschaften erhalten. Darüber hinaus entrichten unsere Kunden für bestimmte Produkte Zusatzgebühren an uns.
Der neu geschaffene Skill Based Games-Bereich wird über die Plattform www.tipp24games.de abgewickelt. Hierbei tritt die 100 %ige Tochtergesellschaft Tipp24 Entertainment GmbH als Entwickler der Website und Betreiber der Plattform auf. Die Umsatzerlöse werden im Zeitpunkt der Spielteilnahme realisiert und resultieren dabei im Wesentlichen aus Einbehaltung eines definierten Anteils der eingezahlten Spieleinsätze.
Endkundengeschäft im Ausland
In Spanien bietet unsere 100 %ige Tochtergesellschaft Ventura24 S.L. derzeit das nationale Lotto 6 aus 49 (La Primitiva) und darauf basierende Spielgemeinschaften sowie die Weihnachtslotterie (Sorteo de Navidad), die europäische EuroMillones-Lotterie und weitere spanische Lotterien an. In Italien besteht das Angebot der 100 %igen Tochtergesellschaft Puntogioco24 S.r.l. derzeit aus dem nationalen Lotto 6 aus 90 (SuperEnalotto) sowie aus darauf basierenden Spielgemeinschaften. In Großbritannien veranstaltet unsere 100 %ige Tochtergesellschaft MyLotto24 Ltd. Wetten auf europäische Lotterien (Zweitlotterien). Die Umsatzerlöse in Spanien und Italien generieren wir überwiegend aus Zusatzgebühren, die wir von den Spielteilnehmern erheben. Die Umsatzerlöse in Großbritannien werden aus den eingenommenen Lotteriespieleinsätzen abzüglich der ausgeschütteten Gewinne generiert.
Business Services für Geschäftskunden
Das Endkundengeschäft mit so genannten Business Service Partnern in Deutschland wurde im Zuge der Umsetzung des GlüStV zugunsten einer direkten Abwicklung durch Tipp24 im Berichtsjahr eingeschränkt und zum Jahresende eingestellt. Dieser Service wurde ausgewählten Business Service Partnern für den Betrieb eines Lotterieservices auf deren eigenen Websites unter ihrem eigenen Namen angeboten, wobei für die technische Abwicklung die Tipp24-eigene Transaktionsplattform eingesetzt wurde. Von den Business Service Partnern erhielten wir hierfür in der Regel eine einmalige Einrichtungsgebühr. Im Rahmen der jeweiligen vertraglichen Vereinbarungen waren diese Partner am Umsatz, der über ihre Kunden generiert wurde, beteiligt.
Erfolgsfaktoren
Die Wettbewerbsstärken von Tipp24 liegen insbesondere in unserer Marketingkompetenz, der Einbindung in ein bewährtes Netzwerk mit zahlreichen Landeslotteriegesellschaften und Online-Vertriebspartnern, dem hohen Abwicklungs-Know-how sowie der technischen Zuverlässigkeit unserer selbst entwickelten Technologie. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist die gute und direkte Beziehung zu unseren treuen Kunden.
Wesentliche wirtschaftliche und rechtliche Einflussfaktoren
Hohe Jackpots
Insbesondere dann, wenn Spielinteressenten außergewöhnliche Gewinnerwartungen haben – also vor allem in Zeiten hoher Jackpots –, verzeichnet Tipp24 regelmäßig einen sehr starken Anstieg sowohl der Zahl registrierter Kunden als auch des Transaktionsvolumens.
Diese hohen Jackpots werden aus Spieleinsätzen gebildet, für die keiner der teilnehmenden Spieler die Gewinnbedingungen erfüllt hat, sodass sie bei einer Folgeausspielung zusätzlich an deren Gewinner ausgezahlt werden. Im deutschen Zahlenlotto 6 aus 49 betrifft dies insbesondere die Kombination aus sechs richtigen Zahlen und der Superzahl.
Produktportfolios der Lotteriegesellschaften
Die Weiterentwicklung oder Erweiterung des Produktportfolios in unseren derzeitigen Auslandsmärkten kann unsere Geschäftsentwicklung aufgrund höherer Transaktionsvolumina je Kunde positiv beeinflussen. Vor dem rechtlichen Hintergrund in Deutschland sind derzeit keine Impulse aus Produktneuentwicklungen der Lotteriegesellschaften zu erwarten. Dennoch wurde die im Jahr 2005 eingeführte Silvesterlotterie ExtraLotto im Berichtsjahr zum zweiten Mal ausgespielt. Die Lotteriegesellschaften haben für das Jahr 2009 die Absicht bekannt gegeben, eine neue europäische Lotterie mit Jackpothöhen von bis zu 90 Mio. Euro einführen zu wollen, deren Genehmigung noch unklar ist.
Regulatorisches Umfeld des europäischen Glücksspielmarktes
Der geschäftliche Erfolg von Tipp24 ist abhängig davon, dass sich die rechtlichen Rahmenbedingungen, unter denen wir tätig sind, nicht in einer Weise verändern, die eine Einschränkung unserer Aktivitäten erfordern. Der GlüStV ist zum 1. Januar 2008 in Kraft getreten. Eine einjährige Übergangsregelung bis Ende 2008 für bestehende Marktteilnehmer wie Tipp24 war vorgesehen, sie beinhaltete allerdings bereits faktisch erhebliche Hürden, insbesondere für die Vermittlung im Internet und die Gewinnung von Neukunden. In dem GlüStV sind ein generelles Verbot für die Vermittlung jedweden Glücksspiels einschließlich Lotterien über das Internet ab dem 1. Januar 2009 sowie weitreichende Beschränkungen u. a. im Bereich von Werbung in Deutschland festgeschrieben.
Vor dem Hintergrund der nach unserer Einschätzung offensichtlichen Verfassungs-, Kartellrechts- und Europarechtswidrigkeit des GlüStV (die durch diverse europarechtliche Gutachten renommierter Rechtsprofessoren sowie der Wissenschaftlichen Dienste der Landtage der Länder Schleswig-Holstein und Niedersachsen, Gerichtsurteile nationaler wie europäischer Gerichte, Beschlüsse und Abmahnungen des Bundeskartellamts sowie eine schriftliche Ablehnung wesentlicher Teile des Gesetzes durch die Europäische Kommission im Rahmen eines eingeleiteten Vertragsverletzungsverfahrens gestützt wird) halten wir es für wahrscheinlich, dass er in den wesentlichen, für unser Geschäft kritischen Regelungen nicht anwendbar ist.
Darüber hinaus gibt es ebenfalls wesentliche Hinweise darauf, dass der Glücksspielmarkt in Deutschland und im europäischen Ausland ausgehend von der Europäischen Kommission sowie der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs mittelfristig liberalisiert wird. Im Rahmen einer solchen »Deregulierung« sehen wir die Möglichkeit, Produkte aus anderen europäischen Staaten in den Ländern, in denen Tipp24 bereits aktiv ist, zu vertreiben und dadurch unsere Umsätze zu steigern. Darüber hinaus könnten wir weitere europäische Staaten mit dem bestehenden Produktangebot erschließen und Produkte aus anderen europäischen Ländern grenzüberschreitend anbieten.
Allerdings ist Tipp24 trotz der möglichen Nicht-Anwendbarkeit des GlüStV kurzfristig nicht vor erheblichen faktischen Einschränkungen oder nachhaltigen Beschädigungen ihres Geschäfts in Deutschland im Wege behördlicher Anordnungen oder außerbehördlicher Maßnahmen etwa einzelner Landeslotteriegesellschaften geschützt.
Nutzung des Vertriebswegs Internet
In den europäischen Lotteriemärkten befindet sich der Vertriebsweg Internet noch im Aufbau. Dies zeigen die unverändert hohen Wachstumsraten in den Märkten, in denen dieser Vertriebsweg rechtskonform eingeführt wurde. Insgesamt erwarten wir, dass der Online-Anteil am Lotteriemarkt weiterhin signifikant wächst. Diese Entwicklung wird durch eine stetig steigende Nutzung des Internets sowie die zunehmende Bereitschaft, Waren und Dienstleistungen im Internet zu erwerben, begünstigt.
Wertorientierte Unternehmenssteuerung
Basis: Wert des Kundenstamms
Die Steuerung des Tipp24-Konzerns ist im Wesentlichen auf die Steigerung des Werts unseres Kundenstamms ausgerichtet. Dieser ergibt sich aus den kumulierten Beiträgen der aktiven Kunden zum Transaktionsvolumen, zu Umsatz und Ergebnis sowie aus der geschätzten zukünftigen Entwicklung der Intensität und Dauer der Kundenbeziehung.
Die wesentlichen Kennzahlen, die wir zur Steuerung des Unternehmens nutzen, sind: Anzahl der registrierten und der aktiven Kunden, Transaktionsvolumen je aktivem Kunden, Rohmarge, Akquisitionskosten je Neukunde, Personalaufwendungen und Entwicklung der Renditekennziffern. Vor dem Hintergrund der erheblichen rechtlichen Beschränkungen und Unsicherheiten in unserem bisherigen Kernmarkt Deutschland ist uns eine verlässliche Prognose dieser Kennzahlen nicht möglich.
Anzahl der registrierten und der aktiven Kunden
Unser Ziel ist es, die Anzahl der registrierten Kunden im laufenden Jahr und mittelfristig wesentlich zu steigern. Angesichts der unsicheren Rechtslage in unserem Hauptmarkt Deutschland ist eine genauere Prognose der Neukundenzahlen nicht sachgerecht. Dies trifft ebenfalls auf die durchschnittliche Aktivitätsrate (Verhältnis der aktiven Kunden im Geschäftsjahr zur Anzahl registrierter Kunden im Geschäftsjahr) zu.
Die Anzahl der Kundenregistrierungen beeinflussen wir maßgeblich durch kontinuierlich optimierte Marketingmaßnahmen. Dabei konzentrieren wir uns auf Online-Maßnahmen, die wir sowohl im Rahmen von Kooperationen als auch direkt durchführen. 2008 wuchs die Anzahl der registrierten Kunden im Vergleich zum Vorjahr deutlich unterproportional – insbesondere aufgrund der ungünstigen Jackpot-Situationen des Berichtszeitraums sowie des durch den GlüStV erschwerten Registrierungsprozesses (Erläuterung siehe Sondereffekt Seite 24).
Ein Fokus unserer Arbeit liegt auf der Pflege der Bestandskunden, denen wir – in Abhängigkeit von ihrem Spielverhalten und der jeweils aktuellen Attraktivität bestimmter Produkte – regelmäßig Informationen per E-Mail, SMS oder über unsere Website zukommen lassen.
Die durchschnittliche Aktivitätsrate ist vor dem Hintergrund der bereits in 2008 deutlich wirksamen Beschränkungen des GlüStV im Vergleich zum Vorjahr um 4,0 %- Punkte auf 24,7 % gesunken.
Transaktionsvolumen je aktivem Kunden und Rohmarge
Neben der Entwicklung von registrierter und aktiver Kundenzahl beeinflusst das Transaktionsvolumen je aktivem Kunden unseren Geschäftserfolg signifikant. Er wird maßgeblich von zwei Faktoren beeinflusst: der Vielfalt und Attraktivität unseres Produktportfolios sowie der Effizienz von Kundenbindungsmaßnahmen. 2008 lag das Transaktionsvolumen je aktivem Kunden aufgrund des eingeschränkten Produktportfolios in Deutschland mit 566 Euro unter Vorjahresniveau (588 Euro). Es wird durch regelmäßige Kundenpflege und Aktualisierung unseres Produktportfolios im Lotteriebereich positiv beeinflusst.
Wesentliche rechtliche Beschränkungen im deutschen Markt haben eine Minderung dieser Kennzahl zur Folge.
Die Rohmarge, definiert als Quotient aus Umsatzerlösen und Transaktionsvolumen, betrug in 2008 13,6 % (Vorjahr: 13,0 %). Ihr Wert wurde in 2008 noch stark durch das deutsche Geschäft geprägt, auch wenn die Rohmargen in Spanien, Italien und Großbritannien deutlich höher als in Deutschland sind. Ein im Vergleich stärkeres Wachstum in diesen Märkten führt zu einer Anhebung des Gesamtniveaus der Rohmarge.
Akquisitionskosten je Neukunde
Der Umsatz aus der Vermittlung von Spielprodukten hängt, wie oben beschrieben, stark von der Anzahl der aktiven Kunden ab – somit wird das Umsatzwachstum wesentlich von der Anzahl der gewonnenen Neukunden bestimmt. Wir setzen den überwiegenden Teil der »Marketingaufwendungen für eigene Kunden« zur Gewinnung von Neukunden ein. Ein kleinerer Teil fließt in die laufende Betreuung der bestehenden Spielteilnehmer. Die Marketingaufwendungen für eigene Kunden – deren Erfolg insbesondere vom Preisniveau im Werbemarkt, dem gewählten Marketingmix sowie der Effizienz der gewählten Marketingmaßnahmen abhängt – beeinflussen das Wachstum und die Profitabilität von Tipp24 erheblich.
Im Einklang mit den neuen Gesetzesvorschriften des GlüStV musste Tipp24 seit dem 1. Januar 2008 die Jugendschutzmechanismen bei der Neuregistrierung von Kunden in Form einer Schufa-Abfrage und der Durchführung eines PostIdent-Verfahrens verschärfen. Diese Anforderungen bedeuteten im Berichtsjahr eine faktische Hürde im Registrierungsprozess, dämpften in erheblichem Maße die Entwicklung der Neukundenzahlen und führten zu gestiegenen Kundenakquisitionskosten in Höhe von 46,44 Euro (Vorjahr: 20,11 Euro) pro Neukunde. Verstärkt wurde diese negative Entwicklung durch ein erhöhtes Preisniveau am Werbemarkt sowie die ungünstige Jackpot-Situation. Unser Ziel ist es, Steigerungen der Kundenakquisitionskosten weitestgehend zu begrenzen. Hierzu stellen wir eine kontinuierliche Erfolgskontrolle und die stetige Optimierung unserer Marketingmaßnahmen sicher. Darüber hinaus
suchen wir in regelmäßigen Tests – sowohl im Onlineals auch im Offline-Bereich – nach neuen Möglichkeiten, potenzielle Kunden über Marke und Services zu informieren, um die Effizienz der Marketingmaßnahmen zu stabilisieren und ihre Reichweite zu steigern. Seit Anfang 2009 hat Tipp24 im Einklang mit den Vorschriften des GlüStV sämtliche werblichen Aktivitäten im deutschen Glücksspielbereich vollständig eingestellt.
Personalaufwendungen
Angesichts der Tatsache, dass die Personalaufwendungen nach den Marketingaufwendungen den größten Kostenblock bilden, ist es eines unserer wesentlichen Ziele, die Personalkostenquote weiterhin zu senken. Diese Tendenz ist in 2008 allerdings insbesondere aufgrund von Neueinstellungen im Zusammenhang mit dem Aufbau des Geschäfts mit Skill Based Games seit Februar 2008 überlagert worden. Dieses neue Geschäft hat bislang erwartungsgemäß noch keine wesentlichen Umsatzerlöse erwirtschaftet.
Entwicklung der Renditekennziffern
Wir profitieren von erheblichen Skaleneffekten, die es uns grundsätzlich ermöglichen, unsere EBIT-Marge regelmäßig zu steigern: Die EBIT-Marge lag im Geschäftsjahr 2008 mit 19,4 % aus vorbenannten Gründen unter dem Vorjahresniveau von 19,9 %. Um Einmalaufwendungen in Höhe von 1.772 Tsd. Euro bereinigt, hätte die EBIT-Marge für 2007 bei 23,8 % gelegen.
Die Umsatzrendite lag mit 14,4 % über dem Wert des Vorjahres von 13,9 % – positiv wirkten sich die seit dem 1. Januar 2008 aufgrund der Unternehmenssteuerreform in Deutschland reduzierten Steuersätze in Höhe von 32,3 % sowie Effekte aus einzelnen Finanzanlagen auf das Ergebnis nach Steuern aus. Negative Effekte hatten die Anlaufverluste einzelner Tochtergesellschaften, die nicht mit den positiven Ergebnissen anderer verrechnet werden konnten. Die Eigenkapitalrendite stieg im Berichtszeitraum vor dem Hintergrund eines höheren Konzernergebnisses auf 12,0 % (Vorjahr: 11,3 %).
| 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Anzahl der registrierten Kunden | Tsd. | 1.031 | 1.322 | 1.770 | 2.344 | 2.526 |
| Durchschnittliche Aktivitätsrate | % | 30,9 | 28,6 | 28,6 | 28,7 | 24,7 |
| Anzahl der aktiven Kunden im Geschäftsjahr | Tsd. | 264 | 336 | 442 | 589 | 593 |
| Transaktionsvolumen je aktivem Kunden | Euro | 584 | 609 | 598 | 588 | 566 |
| Rohmarge | % | 12,7 | 12,8 | 13,1 | 13,0 | 13,6 |
| Akquisitionskosten je Neukunde | Euro | 17,01 | 20,12 | 18,81 | 20,11 | 46,44 |
| Personalaufwandsquote | % | 28,3 | 26,8 | 23,9 | 23,0 | 27,6 |
| EBIT-Marge | % | 16,4 | 23,2 | 21,0 | 19,9 | 19,4 |
| Umsatzrendite | % | 8,1 | 12,7 | 21,5 | 13,9 | 14,4 |
| Eigenkapitalrendite | % | 20,1 | 6,2 | 12,3 | 11,3 | 12,0 |
Anzahl der registrierten Kunden: Anzahl der Kunden, die den Anmeldeprozess auf der Website der Gesellschaft sowie die Durchführung eines PostIdent-Verfahrens erfolgreich durchlaufen haben. Sie wird um Mehrfachregistrierungen und um die von der Teilnahme am Lotterieangebot ausgeschlossenen Kunden bereinigt ausgewiesen.
Durchschnittliche Aktivitätsrate: Verhältnis der Anzahl der aktiven Kunden im Geschäftsjahr zur Anzahl registrierter Kunden im Geschäftsjahr.
Anzahl der aktiven Kunden im Geschäftsjahr: Produkt der durchschnittlichen Aktivitätsrate mit der durchschnittlichen Anzahl registrierter Kunden im Geschäftsjahr.
Aktive Kunden: Kunden, die in einem Monat mindestens eine Transaktion durchgeführt haben.
Akquisitionskosten je Neukunde: Verhältnis der Marketingaufwendungen für eigene Kunden (Marketingkosten abzüglich der Business Service Provisionen) zu den im jeweiligen Geschäftsjahr registrierten Neukunden.
Personalaufwandsquote: Verhältnis von Personalaufwand zu Umsatz.
Strategie: Mehrdimensionales Wachstum
Kernziel unserer Strategie für die kommenden Jahre ist die Steigerung der Margen im Rahmen einer angestrebten kontinuierlichen Erhöhung des Kundenwerts. Hierzu wollen wir
- • im Kernmarkt Deutschland eine belastbare rechtliche Klärung der regulatorischen Situation herbeiführen, um damit die Grundlage für nachhaltiges Wachstum erneut herzustellen,
- • das Auslandsgeschäft durch Wachstum in Spanien, Italien und Großbritannien sowie durch den Markteintritt in weitere europäische Länder stärken,
- • die Qualität und den Umfang unseres Angebots kontinuierlich steigern, mit dem Ziel, einen nachhaltig erstklassigen Service zu bieten,
- • im Zuge einer möglichen Deregulierung der Lotteriemärkte in Europa mit einem europäischen Produktportfolio zusätzliche Wachstumsimpulse in den bestehenden und in weiteren europäischen Märkten setzen.
Dieses Wachstum kann durch Einsatz der frei verfügbaren liquiden Mittel in Höhe von rund 21 Mio. Euro sowie kurzfristigen Finanzanlagen von rund 45 Mio. Euro beschleunigt werden.
Vor dem Hintergrund der rechtlich unsicheren Lage des Glücksspielmarktes in Deutschland haben wir Entscheidungen zum konkreten Einsatz der uns zur Verfügung stehenden Liquidität für Wachstumsaktivitäten vorläufig zurückgestellt. Infolge der guten Geschäftsentwicklung der letzten Jahre stellen wir für das Geschäftsjahr 2008 abermals eine Dividende in Höhe von 50 Cent je Aktie in Aussicht. Zudem werden wir nach einer näheren Klärung der rechtlichen Rahmenbedingungen die möglichen strategischen und taktischen Schritte überprüfen und umsetzen. Wir planen, bei investiven Aktivitäten insgesamt sicherzustellen, dass die wesentlichen finanziellen Parameter von Tipp24 – insbesondere die Rohmarge, die Umsatz- und die Eigenkapitalrendite – mittelfristig nicht verschlechtert werden. Wir versprechen uns von der Erweiterung des Produktportfolios wesentliche Impulse für das durchschnittliche Transaktionsvolumen je aktivem Kunden. Die internationale Erweiterung des Geschäfts, welche derzeit im Fokus unserer Aktivitäten liegt, zielt im Wesentlichen auf die Erhöhung der Anzahl registrierter und – darauf folgend – der Anzahl aktiver Kunden ab.
Leitung & Kontrolle
Führungsteam
Der seit dem 1. April 2008 vierköpfige Vorstand leitet den Tipp24-Konzern im Zusammenspiel mit einem operativen Management-Team, das sich aus Bereichsleitern und weiteren Führungskräften in Deutschland zusammensetzt. Die Tochtergesellschaften im Ausland werden durch weitgehend unabhängig handelnde, erfahrene Geschäftsführer geleitet.
Vergütung der Vorstandsmitglieder
Die Vergütung der Vorstände setzt sich aus jeweils einem jährlichen Fixgehalt in Höhe von 180 Tsd. Euro und einer variablen Komponente zusammen. Letztere wird zu 50 % nach dem Umsatzwachstum des laufenden sowie des Vorjahres und zu weiteren 50 % nach dem Wachstum sowie der absoluten Höhe der EBIT-Marge im laufenden Geschäftsjahr bemessen. Bei Zielerreichung beträgt die variable Vergütung rund 55 % des Fixums, bei Zielüberschreitung kann sie sich auf bis zu rund 110 % des Fixums erhöhen. Hinzu kommt eine langfristig orientierte variable Vergütung, die sich nach dem Wachstum des 3-Jahres-Durchschnitts des Ergebnisses je Aktie bemisst und bei Zielerreichung ebenfalls bis zu 55 % des Fixums betragen kann. Der Aufsichtsrat kann unter außergewöhnlichen Umständen die variablen Komponenten um bis zu 50 % nach oben oder unten anpassen.
Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder
Die Aufsichtsratsmitglieder erhalten zusätzlich zu dem Ersatz ihrer Auslagen eine feste, nach Ablauf des Geschäftsjahres zahlbare Vergütung in Höhe von 13,8 Tsd. Euro brutto je Geschäftsjahr.
Zusätzlich zu der festen Vergütung erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats eine erfolgsorientierte jährliche Vergütung in Abhängigkeit vom EBIT des Konzerns, wobei diese zusätzliche erfolgsabhängige Vergütung insgesamt auf einen Betrag von höchstens 7 Tsd. Euro beschränkt ist.
Weiterhin erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats eine erfolgsorientierte jährliche Vergütung mit langfristiger Anreizwirkung in Abhängigkeit vom Konzerngewinn pro Aktie. Diese weitere zusätzliche Vergütung ist ebenfalls auf einen Betrag von höchstens 7 Tsd. Euro beschränkt.
Der Aufsichtsratsvorsitzende erhält das Zweieinhalbfache, der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende das Eineinhalbfache der oben beschriebenen festen und variablen Vergütung.
Vergütung der zweiten Führungsebene: 15–33 % variabel
Die Bereichsleiter in Deutschland erhalten neben ihrem Fixgehalt ebenfalls einen variablen Vergütungsbestandteil. Dieser beträgt je nach Position 15–33 % des Fixgehalts und orientiert sich sowohl an der Erreichung ökonomischer Wachstumsziele des Konzerns (Umsatz, EBIT) als auch an der individuellen Erreichung interner Ziele, wie etwa der erfolgreichen und termingetreuen Umsetzung von Projekten. Darüber hinaus nehmen die Bereichsleiter an unserem Aktienoptionsprogramm teil. Die Geschäftsführer der Auslandsgesellschaften werden analog vergütet, jedoch beziehen sich die mit ihnen vereinbarten ökonomischen Zielsetzungen auf die jeweiligen regionalen Ziele.
Forschung & Entwicklung
Die Forschungsaktivitäten von Tipp24 beziehen sich im Wesentlichen auf die Anpassungen neuer Technologien und Entwicklungsverfahren. Deutlich mehr Gewicht legen wir auf unsere Entwicklungsaktivitäten, die sich insbesondere auf drei Felder konzentrieren:
- • Optimierung der bestehenden Spielbetriebssysteme (Soft- und Hardware),
- • Entwicklung, Implementierung neuer und Update bestehender Systemtechnologien sowie
- • Entwicklung neuer und Verbesserung bestehender Produkte und Dienstleistungsangebote.
Die beiden ersten Punkte werden ausschließlich durch unser IT-Team umgesetzt, der dritte erhält darüber hinaus wesentliche Impulse aus den verschiedenen Bereichen des Unternehmens – insbesondere dem Marketing.
Im Geschäftsjahr 2008 lag der Fokus unserer Entwicklungs-Aktivitäten auf der Erneuerung und Internationalisierung unserer Spielbetriebssoftware. Dieses Projekt, bei dem wir mit externen Dienstleistungsunternehmen zusammenarbeiten, wollen wir planmäßig im Jahr 2009 abschließen. Darüber hinaus setzten wir Schwerpunkte bei folgenden neuen Produkten bzw. Produktverbesserungen:
- • Integration einer innovativen Navigation für Quicktipp-Spiele in den Warenkorb,
- • Integration neuer Features bei Lotto »Jackpot Jäger«, »Editierbarkeit für Dauerscheine«, und »Spielscheine für künftige Ziehungen vordatieren«,
- • Entwicklung einer Spielgemeinschaft »Oster-Lotto«,
- • Entwicklung einer Spielgemeinschaft »Sommer-Lotto«,
- • Einführung einesinteraktiven Lottozahlenarchivs,
- • Erstellung einer neuen Lotto-Minisite,
- • Einführung von Spielgemeinschaftsprodukten auf der Basis der spanischen Lotterien (La Primitiva, El Gordo de la Primitiva Club, Bono Loto),
- • Relaunch der »MyLotto24«-Website.
F&E-Aufwand/F&E-Mitarbeiter
Neben der Erfüllung der Anforderungen des GlüStV durch diverse Anpassungen unserer Software haben wir zusätzlich neue Technologien eingeführt sowie bestehende Systeme verbessert. Im Einzelnen waren dies:
- • Fortlaufende Weiterentwicklung der Softwaresysteme zur Analyse des Spielverhaltens unserer Kunden,
- • Einführung einer erweiterten Kreditkartenvalidierung,
- • fortlaufende Anpassung der Sicherheitssysteme an den jeweils aktuellen Stand,
- • fortlaufende Weiterentwicklung der Softwaresysteme zur Kapazitätserweiterung.
Die oben beschriebenen Projekte haben unsere hauseigenen Entwicklungsabteilungen im Berichtsjahr erfolgreich abgeschlossen. Zudem haben wir in diesem Zeitraum für ausgewählte Projekte externes F&E-Know-how erworben. Die Produktneuentwicklungen und -verbesserungen leisteten wesentliche Beiträge zur Umsatzerlössteigerung. Im Geschäftsjahr 2008 waren durchschnittlich 68 Mitarbeiter (Vorjahr: 58 Mitarbeiter) voll- und teilzeitig mit Forschung und Entwicklung befasst. Der F&E-Aufwand betrug 3.374 Tsd. Euro (Vorjahr: 3.051 Tsd. Euro) und wurde überwiegend durch Personalkosten verursacht.
Überblick über den Geschäftsverlauf
Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen
Konjunkturabschwung setzt sich fort
Während 2008 noch relativ robust mit hohen Energie- und Rohstoffpreisen begann, beschleunigte sich der Konjunkturabschwung im Jahresverlauf. Zwar wuchs die Weltwirtschaft insgesamt mit 3,6 % erneut, allerdings wurden sowohl die Einschätzungen der derzeitigen wirtschaftlichen Lage als auch die Erwartungen für die nächsten sechs Monate deutlich nach unten revidiert. Alle drei großen Weltregionen sind von diesem Rückgang betroffen. Die USA fiel als Konjunkturmotor komplett aus und auch in den bisher starken Schwellenländern verringerte sich der Zuwachs spürbar. Das Welthandelswachstum kam fast vollständig zum Erliegen, die Lage an den Finanzmärkten hat sich trotz staatlicher Eingriffe nicht beruhigt. Sowohl
das Vertrauen unter den Banken als auch die Kreditvergabebedingungen unterliegen noch immer gegenseitigem Misstrauen der Akteure.
Euroraum schlittert in Rezession
Die wirtschaftliche Expansion im Euroraum ist in der zweiten Jahreshälfte 2008 komplett zum Erliegen gekommen – der Staatenverbund befindet sich in der ersten Rezession seit Inkrafttreten der Währungsunion: Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) ging im zweiten Quartal 2008 um 0,7 % zurück und schrumpfte im dritten Quartal 2008 auf eine Jahresrate von –0,8 %.
Bis in das dritte Quartal 2008 hinein dämpften die hohe Inflation und die kriselnde Weltkonjunktur den privaten Konsum, der Außenhandelssaldo verschlechterte sich einhergehend mit der gesamtwirtschaftlichen Aktivität. Die Euro-Aufwertung führte zu einer nachlassenden Investitionsneigung und in deren Folge zu geschwächten Exporten. Die Arbeitslosenquoten stiegen. Dieser Einbruch erfasste alle größeren Länder des Euroraums.
Wachstumsprognose für Deutschland zurückgenommen
Im Dezember 2008 revidierten die Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Wachstumsprognose für Deutschland nach unten: Das reale Wachstum des BIP hätte 2008 statt um 1,9 % lediglich um 1,5 % zugelegt. Dem konjunkturellen Abschwung bei den ausländischen Handelspartnern folgend, waren Exporte und reales BIP bereits im Sommerhalbjahr 2008 eingebrochen, in den letzten Monaten des Jahres 2008 verschlechterten sich nahezu alle Konjunkturindikatoren drastisch. Als Stütze der Konjunktur fielen die stagnierenden Unternehmensinvestitionen infolge von Auftragseinbrüchen, insbesondere im verarbeitenden Gewerbe, aus. Zahlreiche Großunternehmen verhängten Produktionsstopps, die bis weit in das erste Quartal 2009 hinein reichen. Das Geschäftsklima nahm seit Jahresmitte 2008 deutlich ab. Nach einer Schwächephase infolge des hohen Preisanstiegs (3,3 %) bis zu diesem Zeitpunkt erholte sich der private Konsum anschließend trotz einer bis auf 1,4 % gesunkenen Inflationsrate nur leicht.
Auch am Arbeitsmarkt deutete sich die Trendwende an: Der Zuwachs der Erwerbstätigen fiel aus Jahressicht auf 1 % nach 1,6 % in den ersten 6 Monaten 2008, der Abbau der Arbeitslosigkeit ging zu Ende – die Arbeitslosenquote lag mit 7,5 % lediglich um 0,5 %-Punkte unter der zur Jahresmitte 2008.
Trotz des intensiven Eingriffs des Staates zur Stabilisierung der Banken und der unterstützenden Wirkung der Konjunkturpakete dürfte es der Konjunktur im kommenden Jahr nicht gelingen, aus dem Abwärtstrend auszubrechen.
Markt und Branche
Intensive politische und rechtliche Diskussion fortgesetzt
Die rechtlichen Grundlagen der Vermittlung von Lotterien und Glücksspielen in Deutschland fanden sich im Berichtszeitraum zum einen in den jeweiligen Landesgesetzen und zum anderen in den Strafvorschriften des Bundesrechts. Bei den Landesgesetzen handelte es sich um den in allen Ländern umgesetzten Glücksspiel-Staatsvertrag, der für alle Länder Anforderungen an die gewerbliche Vermittlung von Lotterien und Glücksspielen vorsah sowie um die in einzelnen Ländern hierzu ergangenen Ausführungsgesetze.
2008 spielte die Fortsetzung der intensiven politischen und rechtlichen Diskussion über den Glücksspielmarkt in Deutschland und seine rechtlichen Rahmenbedingungen in unserem Segment eine dominierende Rolle. Insbesondere wurden folgende richtungweisenden rechtlichen Entscheidungen getroffen:
• Am 1. Januar 2008 ist der neue Glücksspiel-Staatsvertrag in Kraft getreten. Er enthält Vorschriften, die wesentliche Teile des Geschäfts der Tipp24 AG erheblich beschränken oder sogar vollständig verbieten. Die Vermittlung von Glücksspielen im Internet war 2008 nach dem Wortlaut des Gesetzes stark eingeschränkt und ist ab 2009 vollständig verboten. Während der Übergangsphase im Jahr 2008 musste die Tipp24 AG in allen 16 Bundesländern Genehmigungen für ihre Tätigkeit einholen, die vor dem Inkrafttreten nicht erforderlich waren. Es bestand auf die Erteilung dieser Genehmigungen kein Rechtsanspruch. Von zwei Bundesländern (Hamburg, Hessen) erhielt
die Tipp24 AG die Genehmigung, von 6 Bundesländern wurde die Genehmigung versagt. Alle anderen Bundesländer haben weder eine Genehmigung erteilt noch abgelehnt.
- • Am 31. Januar 2008 hat die Europäische Kommission beschlossen, ein förmliches Vertragsverletzungsverfahren gegen die Bundesrepublik Deutschland einzuleiten. Dieses bezieht sich ausdrücklich auf den neuen GlüStV vom 1. Januar 2008. Die Kommission hat dabei deutlich gemacht, dass sie bei einem Ausbleiben von Änderungen an der gegenwärtigen Rechtslage eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof einreichen werde. Kritikpunkte der EU-Kommission in ihrem ausführlichen Schreiben an die Bundesregierung als zuständige Stelle sind insbesondere das generelle Internetverbot, das Internetwerbeverbot sowie die Bestimmungen zum Genehmigungsverfahren für private Spielvermittler. Für die Tipp24 AG kann das Einleiten des Vertragsverletzungsverfahrens, insbesondere in Verbindung mit dessen ausführlicher Begründung, einen wesentlichen Aspekt bei der rechtlichen Verteidigung des bisherigen Geschäftsmodells darstellen. Am 20. Mai 2008 hat die Bundesregierung als zuständige Stelle ein Antwortschreiben auf das ausführliche Schreiben der EU-Kommission abgegeben.
- • Am 22. September 2008 hat das Verwaltungsgericht Berlin in der ersten Hauptsache-Entscheidung entschieden, dass zentrale Beschränkungen des GlüStV für die gewerbliche Lottovermittlung nicht anwendbar sind. Auf die Feststellungsklage der Tipp24 AG erklärte das Gericht u. a. das Internetverbot, den Erlaubnisvorbehalt und die Werbebeschränkungen für unwirksam.
- • Mit Beschluss vom 14. Oktober 2008 hat eine Kammer des Bundesverfassungsgerichts eine Verfassungsbeschwerde der Tipp24 AG gegen verschiedene Bestimmungen des GlüStV und der Ausführungsgesetze in Niedersachsen und Berlin abgelehnt.
- • Am 24. November 2008 hat das Verwaltungsgericht Hannover eine Klage von der Tipp24 AG über die Zulässigkeit der Vermittlung von staatlich veranstalteten Glücksspielen über das Internet abgewiesen.
Wesentliche für den Geschäftsverlauf ursächliche Ereignisse
Anhaltende regulatorische Diskussion in Deutschland
Die anhaltende regulatorische Diskussion in Deutschland hatte aus verschiedenen Gründen Einfluss auf unsere Geschäftsentwicklung: Wir setzten erhebliche Mittel für Lobby-Arbeit ein, um Tipp24 im Zusammenhang mit den möglichen Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen zu positionieren. Als Ergebnis der regulatorischen Diskussionen hat eine Vielzahl unserer staatlichen Wettbewerber ihre Internet-Angebote eingestellt oder wie Tipp24 den veränderten gesetzlichen Anforderungen angepasst. Diese Anpassungen führten zu einem deutlich erschwerten Registrierungsprozess für potenzielle Kunden.
Blockade unserer italienischen Website
Mitte 2006 war von einer zuständigen Behörde die Internetseite unserer italienischen Tochtergesellschaft gesperrt worden, was zu einer erheblichen Beschränkung der Geschäftstätigkeit und insbesondere des Wachstums in Italien geführt hatte. Die Blockade wurde im September 2007 ohne Begründung aufgehoben und im März 2008 ohne Begründung wieder in Kraft gesetzt. Zudem hat im Oktober 2008 die italienische staatliche Monopolbehörde AAMS der Giochi24 S.r.l., einer 100 %igen Tochtergesellschaft der Tipp24 AG, eine Konzession zur Veranstaltung und zum Vertrieb von Online-Glücksspielen erteilt. Mit dieser Konzession ist es Tipp24 hier grundsätzlich möglich, alle staatlich lizenzierten Glücksspielprodukte Italiens ab 2009 über das Internet zu vertreiben.
Markteintritt in Großbritannien
Mit unserer 100 %igen Tochtergesellschaft MyLotto24 Ltd. haben wir den Markteintritt in Großbritannien begonnen. Unter der Web-Adresse www.mylotto24.co.uk ist Tipp24 seit dem November 2007 mit einem neuen Geschäftsmodell online: Die MyLotto24 Ltd. tritt auf Basis einer entsprechenden Lizenz als Veranstalter von Lotterien, welche sich an dem Ausgang europäischer Lotterien orientieren, auf.
Skill Based Games
Seit dem 26. September 2008 ergänzen Geschicklichkeitsspiele auf dem neuen Online-Spiele-Portal Tipp24games.de unser Produktportfolio. Eine Vielzahl der Spiele wurde von unserer erst zu Beginn des Jahres gegründeten Tochtergesellschaft Tipp24 Entertainment GmbH entwickelt. Da es sich bei den angebotenen Spielen um Wissens- bzw. Geschicklichkeitsspiele handelt, unterliegen sie nicht den restriktiven Regelungen des GlüStV.
Zusammenfassende Beurteilung des Geschäftsverlaufs
Der Vorstand der Tipp24 AG beurteilt den Geschäftsverlauf des Jahres 2008 insgesamt als zufriedenstellend. Unsere Ziele hinsichtlich der Entwicklung von Transaktionsvolumen, Umsatz und EBIT haben wir in dem schwierigen regulatorischen Umfeld in Deutschland sowie aufgrund des Ausbleibens relevanter Jackpots nicht erreichen können.
Die sich in weiten Teilen Europas in Bewegung befindlichen politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen der Lotteriemärkte können mittelfristig zu bedeutenden zusätzlichen Perspektiven für unser Geschäft führen, sie sind allerdings vor dem Hintergrund der jüngsten Entwicklungen im regulatorischen Umfeld in Deutschland zumindest kurzfristig auch mit erheblichen zusätzlichen Risiken behaftet. Die Beschränkung unserer Aktivitäten in Italien in 2008 hatte wegen der geringen Größe des noch jungen Geschäfts lediglich einen geringen negativen Einfluss auf die Umsatzentwicklung des Konzerns.
Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
Ertragslage
Wachstumskurs auf niedrigem Niveau fortgesetzt
Die Tipp24-Gruppe entwickelte sich im Vergleich zum Wachstumskurs der vergangenen Jahre während des Berichtszeitraums deutlich gedämpft. Beim Vorjahresvergleich sind drei Sondereffekte zu berücksichtigen:
- • Im Einklang mit den neuen Gesetzesvorschriften des GlüStV musste Tipp24 seit dem 1. Januar 2008 die Jugendschutzmechanismen bei der Neuregistrierung von Kunden in Form einer Schufa-Abfrage und der Durchführung eines PostIdent-Verfahrens verschärfen. Diese Anforderungen bedeuten eine faktische Hürde im Registrierungsprozess, dämpfen in erheblichem Maße die Entwicklung der Neukundenzahlen und führen zu deutlich erhöhten Kundenakquisitionskosten in Deutschland.
- • Aufgrund des zum 1. Januar 2008 in Kraft getretenen GlüStV hat Tipp24 das Angebot der staatlichen Sportwette Oddset, die Lotterie Keno und die Rubbellose eingestellt. Im Geschäftsjahr 2007 hatten diese Produkte einen Anteil am inländischen Transaktionsvolumen in Höhe von 7,5 %.
- • Anders alsim Geschäftsjahr 2007, in welchem im Dezember der höchste Jackpot der deutschen Lottogeschichte ausgespielt wurde, blieben in 2008 größere Jackpots zufallsbedingt aus.
Insgesamt gelang es uns im Geschäftsjahr 2008 nicht, Transaktionsvolumen, Umsatzerlöse und EBIT im Vergleich zum Vorjahr wesentlich zu steigern.
Ergebnisentwicklung
2008 fiel das EBIT um 0,6 % auf 8.897 Tsd. Euro, die EBIT-Marge lag dabei mit 19,4 % unter dem Vorjahresniveau (19,9 %). Es gelang uns, die Marketingaufwandsquote um 7,4 %-Punkte auf 26,4 % zu senken. Die Personalkostenquote stieg um 4,6 %-Punkte auf 27,6 %. Während die Quote der direkten Kosten des Spielbetriebs mit 7,1 % deutlich zurückging (Vorjahr: 8,8 %), stiegen die sonstigen Kosten des Geschäftsbetriebs um 3,0 %-Punkte auf 17,8 % der Umsatzerlöse.
Das EBIT des deutschen Geschäfts prägte nach wie vor die Entwicklung des Konzern-EBIT und betrug im Berichtsjahr 10.976 Tsd. Euro (+8,9 %). Bereinigt um Einmalaufwendungen aus dem Geschäftsjahr 2007 reduzierte sich das EBIT um 7,4 %. Die EBIT-Marge in Deutschland lag mit 27,5 % um 2,3 %-Punkte über dem Vorjahresniveau, obwohl die Anlaufkosten für den Aufbau des Geschäfts mit Skill Based Games sowie gestiegene sonstige betriebliche Aufwendungen für Rechts- und Projektberatung das Segment belasteten.
Der Ergebnisbeitrag der ausländischen Tochtergesellschaften lag im Berichtszeitraum bei –2.079 Tsd. Euro (Vorjahr: –1.127 Tsd. Euro). Er ist im Wesentlichen durch die Anlaufkosten für den Markteintritt in Großbritannien bedingt. Das spanische Geschäft hat einen relevanten positiven EBIT-Beitrag erzielt.
Das Finanzergebnis sank aufgrund eines niedrigeren durchschnittlichen Bestands an liquiden Mitteln der Gruppe im Geschäftsjahr 2008 gegenüber 2007 auf insgesamt 1.823 Tsd. Euro (Vorjahr: 2.243 Tsd. Euro). Dieser Rückgang resultierte im Wesentlichen aus dem Mittelabfluss für die Dividendenzahlung, Investitionen in die fortgesetzte Erneuerung der internationalen Spielbetriebssoftware sowie die Durchführung eines Aktienrückkaufprogramms.
| 01.01.–31.12.2008 | 01.01.–31.12.2007 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| in Tsd. Euro | % | in Tsd. Euro | % | Veränd. % | |
| Transaktionsvolumen | 335.947 | 346.776 | –3,1 % | ||
| Weitergeleitete Spieleinsätze abzüglich Provisionen | –290.108 | –301.802 | –3,9 % | ||
| Umsatzerlöse | 45.838 | 100,0 | 44.974 | 100,0 | +1,9 % |
| Personalaufwand | –12.667 | –27,6 | –10.324 | –23,0 | +22,7 % |
| Sonstiger betrieblicher Aufwand | –23.496 | –51,3 | –25.774 | –57,3 | –8,8 % |
| . /. abzüglich sonstige betriebliche Erträge | 811 | 1,8 | 944 | 2,1 | –14,1 % |
| Betrieblicher Aufwand | –35.352 | –77,1 | –35.154 | –78,2 | +0,6 % |
| EBITDA | 10.486 | 22,9 | 9.820 | 21,8 | +6,8 % |
| Abschreibungen | –1.589 | –3,5 | –871 | –1,9 | +82,4 % |
| EBIT | 8.897 | 19,4 | 8.949 | 19,9 | –0,6 % |
| Finanzergebnis | 1.823 | 4,0 | 2.243 | 5,0 | –18,7 % |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 10.720 | 23,4 | 11.192 | 24,9 | –4,2 % |
| Ertragsteuern | –4.114 | –9,0 | –4.920 | –10,9 | –16,4 % |
| Ergebnis | 6.606 | 14,4 | 6.272 | 13,9 | +5,3 % |
| Aufriss sonstige betriebliche Aufwendungen | |||||
| Marketingkosten | –12.084 | –26,4 | –15.186 | –33,8 | –20,4 % |
| – Marketingaufwendungen für eigene Kunden | –9.427 | –20,6 | –11.550 | –25,7 | –18,4 % |
| – Business Service Provisionen | –2.657 | –5,8 | –3.636 | –8,1 | –26,9 % |
| Direkte Kosten des Geschäftsbetriebs | –3.247 | –7,1 | –3.941 | –8,8 | –17,6 % |
| Sonstige Kosten des Geschäftsbetriebs | –8.165 | –17,8 | –6.647 | –14,8 | +22,8 % |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | –23.496 | –51,3 | –25.774 | –57,3 | –8,8 % |
(Rundungsdifferenzen durch Darstellung in Tsd. Euro möglich)
Das Konzernergebnis stieg im Jahresvergleich um 5,3 % auf 6.606 Tsd. Euro. Die Umsatzrendite nach Steuern wuchs um 0,5 %-Punkte auf 14,4 %. Die Steuerquote im Konzern sank gegenüber dem Vorjahreswert um 5,6 %- Punkte auf 38,4 %. Positiv wirkten sich die seit dem 1. Januar 2008 aufgrund der Unternehmenssteuerreform in Deutschland reduzierten Steuersätze in Höhe von 32,3 % sowie Effekte aus einzelnen Finanzanlagen auf das Ergebnis nach Steuern aus. Einen negativen Einfluss hatten die Anlaufverluste einzelner Tochtergesellschaften, die nicht mit den positiven Ergebnissen anderer verrechnet werden konnten.
Die Eigenkapitalrendite stieg im Berichtszeitraum von 11,3 % auf 12,0 %.
Das Ergebnis je Aktie (unverwässert und verwässert) erhöhte sich im Geschäftsjahr von 0,74 auf 0,82 Euro.
Der Jahresfehlbetrag nach HGB der Tipp24 AG betrug 2008 1.887 Tsd. Euro. Der Vorstand schlägt vor, für das Geschäftsjahr 2008 erneut eine Dividende in Höhe von 50 Cent je Aktie auszuschütten.
Registrierte/Aktive Kunden
Umsatzentwicklung
Im Geschäftsjahr 2008 stieg die Anzahl der registrierten Kunden um 203 Tsd. auf 2.526 Tsd. Bedingt durch die erheblichen Beschränkungen des GlüStV bei der Registrierung in Deutschland sowie die ungünstige Jackpot-Situation im Berichtszeitraum fiel das Wachstum im Vorjahresvergleich (574 Tsd.) um 371 Tsd. niedriger aus. Zudem haben wir ausstehende Forderungen gegen 22 Tsd. inaktive Kunden an ein Inkasso-Unternehmen verkauft und die entsprechenden Kunden aus unserem Kundenstamm gelöscht.
Die Rate aktiver Kunden lag mit 24,7 % unter dem Vorjahresniveau (28,7 %). Das Transaktionsvolumen je aktivem Kunden lag mit 566 Euro unter den 2007er Wert (588 Euro). Insgesamt lag das Transaktionsvolumen im Berichtsjahr mit 335.947 Tsd. Euro um 3,1 % unter dem des Vorjahres. Der Anteil der Umsatzerlöse am Transaktionsvolumen – die Rohmarge – übertraf mit 13,6 % das Niveau des Jahres 2007 (13,0 %).
Es gelang uns, die Umsatzerlöse um 1,9 % auf 45.838 Tsd. Euro zu steigern, 87,2 % davon wurden in Deutschland generiert. So lagen die inländischen Umsätze mit 39.983 Tsd. Euro auf Vorjahresniveau (–0,1 %). Das inländische Transaktionsvolumen sank um 4,5 % auf 310.979 Tsd. Euro, die Rohmarge lag entsprechend mit 12,9 % über dem Vorjahresniveau (12,3 %).
Auftragsentwicklung
Aufgrund unseres Geschäftsmodells ist der Ausweis einer Auftragsentwicklung nicht sinnvoll. Die Vermittlungsaufträge unserer Kunden werden regelmäßig zeitnah ausgeführt.
Entwicklung wesentlicher GuV-Positionen
Der Personalaufwand stieg im Berichtszeitraum im Vergleich zum Vorjahr um 22,7 % auf 12.667 Tsd. Euro. Bereinigt um einen Einmalaufwand in Höhe von 350 Tsd. Euro aus dem Geschäftsjahr 2007 betrug die Steigerung 27,0 %. Diese zu den Umsatzerlösen überproportionale Entwicklung resultierte überwiegend aus den Neueinstellungen beim Aufbau des Geschäfts mit Skill Based Games seit Februar 2008, die bislang erwartungsgemäß noch keine wesentlichen Umsatzerlöse erwirtschaftet haben. Die Personalaufwandsquote nahm um 4,6 %-Punkte auf 27,6 % zu.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sanken 2008 um 8,8 % auf 23.496 Tsd. Euro, wobei sich die Entwicklung im Einzelnen wie folgt darstellte:
- • Die Marketingkosten gingen um 20,4 % auf 12.084 Tsd. Euro zurück (26,4 % des Umsatzes; –7,4 %-Punkte). Sie teilen sich auf in Marketingkosten für eigene Kunden sowie in Provisionen, die an die Business Service Partner abgeführt werden. Die Marketingkosten für eigene Kunden unterschritten 2008 mit 9.427 Tsd. Euro den Wert des Vorjahres um 18,4 %. Die an Business Service Partner abgeführten Provisionen fielen im Jahresvergleich um 26,9 % auf 2.657 Tsd. Euro.
- • Die direkten Kosten des Geschäftsbetriebs entwickelten sich 2008 unterproportional zur Veränderung des Transaktionsvolumens um –17,6 % auf 3.247 Tsd. Euro: Sie lagen bei 1,0 % des Transaktionsvolumens (Vorjahr: 1,1 %). Hierbei wirkten sich erneut Verbesserungen des Mahnverfahrens sowie der Verkauf von ausstehenden Forderungen an Inkasso-Unternehmen positiv aus.
- • Die sonstigen Kosten des Geschäftsbetriebs nahmen um 22,8 % auf 8.165 Tsd. Euro (Vorjahr: 6.647 Tsd. Euro) zu. Bereinigt um Einmalaufwendungen in Höhe von 1.422 Tsd. Euro aus dem Geschäftsjahr 2007, stiegen sie um 56,3 %. Diese Erhöhung resultierte im Wesentlichen aus Rechtsberatungskosten im schwierigen regulatorischen Umfeld sowie aus Beratungskosten im Rahmen arbeitsintensiver Entwicklungsprojekte, insbesondere der Erneuerung und Internationalisierung der Spielbetriebsplattform.
Die Entwicklung der sonstigen betrieblichen Erträge bewegte sich im Rahmen der für diese Position bei Tipp24 üblichen betrieblichen Schwankungen.
kostenquoten in %
Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sind 2008 im Vergleich zum Vorjahr um 718 Tsd. Euro (+82,4 %) auf 1.589 Tsd. Euro gestiegen. Dies steht im Einklang mit den getätigten Investitionen.
Finanzlage
Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements
Tipp24 betreibt ein globales Finanzmanagement. Alle wesentlichen Entscheidungen zur Finanzierungsstruktur trifft der Vorstand. Das Finanzmanagement findet insgesamt auf Konzernebene statt. Wir verfolgen dabei folgende Ziele:
- • Die Eigenkapitalquote soll mittelfristig etwa 35 % betragen.
- • Die Finanzmittel, die den kurzfristigen Verbindlichkeiten aus dem Spielbetrieb gegenüberstehen, werden in sicheren Anlageformen angelegt (Standard & Poor's Rating mindestens AA/A) und sind zu 100 % vom Einlagensicherungsfonds geschützt. Der überwiegende Teil davon ist mittelfristig mit Fälligkeiten von maximal neun Monaten oder weniger angelegt. Ein statistisch belegter Sockelbetrag wird mittelfristig mit Fälligkeiten zwischen einem und vier Jahren angelegt.
- • Das Eigenkapital, das über die angestrebte Zielgröße für die Eigenkapitalquote von etwa 35 % zur Sicherstellung einer stabilen Finanzierungssituation der Gesellschaft hinausgeht, soll für Investitionen im Rahmen der Geschäftsstrategie eingesetzt werden. Die dem Eigenkapital gegenüberstehenden, noch nicht eingesetzten liquiden Mittel werden ebenfalls kurzfristig in sicheren Anlagen investiert. Mittelfristig halten wir eine Hebelung der Finanzierung von Tipp24 auch durch zinstragendes Fremdkapital grundsätzlich für möglich. Außerdem planen wir, Eigenkapital, das im Rahmen der strategischen Ausrichtung nicht erforderlich ist, zukünftig weiterhin in Form von Dividenden auszuschütten.
Finanzierungsanalyse des Tipp24-Konzerns
Die Finanzierungssituation von Tipp24 ist wesentlich durch zwei Sachverhalte geprägt:
- • Hohe kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten sowohl gegenüber Kunden aus Vorauszahlungen als auch gegenüber Spielveranstaltern aus bereits vermittelten aber noch nicht bezahlten Spielscheinen –, die täglich fällig sind: Sie sind im Wesentlichen durch Liquidität bzw. durch ebenfalls kurzfristige Forderungen aus dem Spielbetrieb gegen Spielveranstalter oder gegen Partner im Zahlungsverkehr, Banken und Kreditkartenunternehmen mit Fälligkeiten von einem Tag bis einer Woche gedeckt. Die kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten erhöhten sich im Berichtsjahr um 3,8 % auf 27.821 Tsd. Euro (Vorjahr: 26.811 Tsd. Euro).
- • Hohes Eigenkapital, das sich zum einen aus den erwirtschafteten Gewinnen abzüglich vorgetragener Verluste der Vergangenheit, zum anderen aus den Kapitalzuführungen in der Frühphase der Gesellschaft (in den Jahren 1999 und 2000) sowie schließlich dem zusätzlichen Eigenkapital aus dem Börsengang zusammensetzt. Insgesamt lagen zum Bilanzstichtag 2008 2.607 Tsd. Euro langfristige Verbindlichkeiten in Form von passiven latenten Steuern vor. Zinstragendes langfristiges Fremdkapital wurde von Tipp24 nicht aufgenommen.
Vor diesem Hintergrund ist die Eigenkapitalquote als Verhältnis des Eigenkapitals zum Gesamtkapital für uns die wesentliche Kennzahl im Rahmen der Finanzierungsanalyse.
Die Tipp24 AG hielt im Berichtszeitraum nach Abschluss des zweiten Aktienrückkaufprogramms am 13. Mai 2008 insgesamt 887.231 eigene Aktien (10 % minus einer Aktie vom Grundkapital), die das Eigenkapital um 14.729 Tsd. Euro reduzierte.
Zudem hat die Tipp24 AG am 30. Mai 2008 eine Dividende in Höhe von 50 Cent pro dividendenberechtigter Stückaktie, insgesamt 3.993 Tsd. Euro, ausgeschüttet. Damit ist das Eigenkapital des Tipp24-Konzerns im Vergleich zum Vorjahr um 708 Tsd. Euro auf 54.922 Tsd. Euro gesunken.
Die Eigenkapitalquote reduzierte sich gegenüber dem 31. Dezember 2007 um 1,6 %-Punkte von 60,6 % auf 59,0 %. Die Bilanzsumme stieg um 1,5 % auf 93.151 Tsd. Euro.
Bedeutung außerbilanzieller Finanzierungsinstrumente für die Finanzlage
Außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente spielen für die Finanzierung des Tipp24-Konzerns keine wesentliche Rolle. Im Konzern wurden Avalkredite zur Absicherung von zukünftigen Verpflichtungen aus Mietverträgen für Büroräume in Höhe von 180 Tsd. Euro aufgenommen. Darüber hinaus hat der Konzern nicht bilanzierte zukünftige Verpflichtungen aus Operating-Leasingverhältnissen für Büroräume, Firmen-Kfz und technische Ausstattung im Wert von 1.527 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.324 Tsd. Euro).
Investitionsanalyse
Im Berichtszeitraum investierten wir insgesamt 47.049 Tsd. Euro. Aus Ein- und Auszahlungen von Finanzinvestitionen resultierte ein Saldo von 37.194 Tsd. Euro. Ein weiterer Teil wurde in die fortgesetzte Erneuerung der internationalen Spielbetriebssoftware und in die Übernahme der Vermögenswerte der Enter.TV GmbH, einem innovativen Anbieter von Skill Based Games, aufgewendet (8.662 Tsd. Euro). Darüber hinaus investierten wir in die Verbesserung unserer Spielbetriebssoftware und bauten unsere Live-Systeme fortlaufend aus. Diese Aktivitäten werden wir 2009 weiterhin den steigenden Kapazitätsanforderungen sowie der fortschreitenden Entwicklung der Sicherheitsstandards entsprechend kontinuierlich weiterführen. Eine laufende Anpassung der Office-Systeme ist ebenfalls vorgesehen.
Liquiditätsanalyse
Cashflow
Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit lag im Berichtszeitraum mit 9.651 Tsd. Euro deutlich unter Vorjahresniveau (17.886 Tsd. Euro). Die Differenz ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass der Saldo der Veränderung von sonstigen Vermögenswerten und sonstigen Verbindlichkeiten – die überwiegend die Bilanzierung des Spielbetriebs (Forderungen gegen Dienstleister im Zahlungsverkehr, Forderungen/Verbindlichkeiten gegen Spielveranstalter, Verbindlichkeiten gegenüber Kunden) darstellen – im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen deutlich kleineren Beitrag zum Cashflow (+907 Tsd. Euro, Vorjahr: +3.319 Tsd. Euro) leistete. Diese Veränderung liegt allerdings im Rahmen der üblichen statistischen Schwankungen bei der Abwicklung des Spielbetriebs. Darüber hinaus sind aus erhöhten Marketingaufwendungen im Umfeld des Rekord-Jackpots im Dezember 2007 vergleichsweise hohe Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zum Vorjahresbilanzstichtag entstanden, die im Laufe des Berichtsjahres wieder ausgeglichen wurden.
| Wesentliche Cashflow-Positionen in Tsd. Euro | 2008 | 2007 |
|---|---|---|
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 9.651 | 17.886 |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | –47.049 | –1.200 |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | –7.386 | –11.335 |
| = Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | –44.784 | 5.351 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu Beginn der Periode | 65.821 | 60.703 |
| Zahlungsunwirksame Erträge/Verluste | –75 | 5 |
| Veränderung der verpfändeten Finanzmittel | –250 | –239 |
| = Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 20.711 | 65.821 |
(Rundungsdifferenzen durch Darstellung in Tsd. Euro möglich)
Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit sank gegenüber dem Vorjahr um 45.849 Tsd. Euro auf –47.049 Tsd. Euro. Wesentliche Ursachen waren die oben beschriebenen Finanzinvestitionen in Summe von 37.194 Tsd. Euro sowie eine deutlich erhöhte Investitionstätigkeit in den operativen Bereichen etwa in die vorbenannte Erneuerung der internationalen Spielbetriebssoftware.
Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit betrug bedingt durch das oben beschriebene Aktienrückkaufprogramm und die am 30. Mai 2008 ausgezahlte Dividende –7.386 Tsd. Euro. Im Vorjahr hatte sein Wert bei –11.335 Tsd. Euro gelegen. Der Free Cashflow erreichte aufgrund der bereits erläuterten Investitionen im Berichtszeitraum einen Wert von –37.398 Tsd. Euro (Vorjahr: 16.686 Tsd. Euro).
Bestehende Guthaben sind zum Stichtag wie folgt investiert: Zu 10 Mio. Euro in mittelfristige Finanzanlagen mit einer fixen und variablen Zinskomponente, zu 35 Mio. Euro in kurzfristige verzinsliche Finanzanlagen sowie zu 21 Mio. Euro in Kassenbeständen und Bankguthaben bei Kreditinstituten, um kurzfristig genügend Liquidität im Spielbetrieb etwa zur Auszahlung von möglichen Jackpot-Gewinnen zur Verfügung zu haben.
Kapitalkosten
Das Fremdkapital von Tipp24 ist wesentlich durch sonstige Verbindlichkeiten, insbesondere aus dem Spielbetrieb geprägt. Zinstragendes Fremdkapital besteht nicht. Kosten des Eigenkapitals setzen wir mit 7,1 % an. Dieser Wert errechnet sich aus dem risikofreien Basiszinssatz in Höhe
von 2,9 % (Umlaufrendite) zuzüglich Risikoprämie von 4,2 %, die sich aus der allgemeinen Marktrisikoprämie in Höhe von 5,1 % (Marktrisiko minus risikofreiem Basiszinssatz), multipliziert mit dem Betawert von 0,83 (Peer Group-Vergleich wird angewendet, Beta zum Eurostoxx ist 0,23) ergibt. Da sich Tipp24 nicht über zinstragendes Fremdkapital finanziert, entstanden zum Stichtag durchschnittliche Kapitalkosten in Höhe von 7,1 % (Vorjahr: 7,9 %).
Sonstige Verbindlichkeiten
Unsere sonstigen Verbindlichkeiten bestehen vor allem aus Verbindlichkeiten gegenüber Spielern aus Vorauszahlungen sowie gegenüber Spielveranstaltern aus vermittelten aber noch nicht bezahlten Spielscheinen. Diese Verbindlichkeiten unterliegen erheblichen statistischen Schwankungen in Abhängigkeit von etwaig vor dem Stichtag entstandenen aber noch nicht ausgeglichenen Ansprüchen auf Großgewinne. Darüber hinaus werden sie wegen wöchentlicher Zyklen bei der Spielvermittlung wie auch bei der Abrechnung einiger Spielveranstalter vom Wochentag des Stichtags stark beeinflusst. Die sonstigen Verbindlichkeiten lagen mit 27.821 Tsd. Euro um 1.011 Tsd. Euro über dem Vorjahresniveau.
Vermögenslage
Vermögensstrukturanalyse
Das Vermögen von Tipp24 wird überwiegend von den kurzfristigen Vermögenswerten in Höhe von 80.848 Tsd. Euro (31. Dezember 2007: 84.526 Tsd. Euro) getragen. Diese bestehen wiederum im Wesentlichen aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten (20.711 Tsd. Euro),
aus sonstigen Vermögenswerten und geleisteten Vorauszahlungen (14.349 Tsd. Euro), kurzfristigen Finanzanlagen (45.211 Tsd. Euro) sowie aus verpfändeten liquiden Mitteln (550 Tsd. Euro). Darüber hinaus verfügt Tipp24 über immaterielle Vermögenswerte – überwiegend Software – in Höhe von 9.620 Tsd. Euro, Anlagen – überwiegend Hardware und Büroausstattung – in Höhe von 2.571 Tsd. Euro sowie aktive latente Steuern in Höhe von 112 Tsd. Euro.
Die Entwicklung des Vermögens spiegelt weitgehend die Steigerung des Transaktionsvolumens, die Entwicklung der Ertragslage, die Effekte aus dem Aktienrückkaufprogramm sowie die Dividendenzahlung wider.
Nicht bilanziertes Vermögen
Tipp24 bilanziert folgende wesentliche Vermögenswerte nicht:
- • Kunden: Knapp 25 % der bei Tipp24 registrierten Kunden sind regelmäßig, das heißt mit mindestens einer Transaktion im Monat, aktiv. Abgesehen von kurzfristigen Schwankungen ist eine wesentliche zeitliche Abnahme ihrer Aktivität bislang nicht zu verzeichnen. Vor dem Hintergrund regelmäßiger zukünftiger Cashflows, die von diesen Kunden voraussichtlich generiert werden, stellen sie unseren zentralen Wert dar.
- • Marke: Die 2005 als Wortmarke im Markenregister eingetragene Marke Tipp24 hat durch kontinuierliche Werbemaßnahmen seit Aufnahme der operativen Tätigkeit in Deutschland erhebliche Bekanntheit erlangt und stellt für Tipp24 somit einen wesentlichen Wert dar.
- • Software: Die von Tipp24 im Spielbetrieb verwendeten Softwaresysteme haben wir im Wesentlichen selbst entwickelt. Dabei sind erhebliche Aufwendungen, insbesondere Personalaufwendungen für die Softwareentwickler und andere am Entwicklungsprozess Beteiligte entstanden. Für diese Entwicklungsaufwendungen wurden nicht alle Kriterien, die IAS 38.57 vorsieht, erfüllt. Daher haben wir keine selbst entwickelte Software aktiviert.
Das nicht bilanzierte Vermögen ist allerdings vor dem Hintergrund der erheblichen Beschränkungen durch den GlüStV in Deutschland zumindest temporär mit erheblichen Risiken behaftet.
Bedeutung außerbilanzieller Finanzierungsinstrumente für die Vermögenslage
Tipp24 hat zukünftige Verpflichtungen aus Verträgen in Höhe von 931 Tsd. Euro. Diese setzen sich aus Verpflichtungen aus Kooperations-, Versicherungs-, Wartungs- und Lizenzverträgen zusammen. Darüber hinaus halten wir Verbindlichkeiten aus Operating-Leasing mit einem Barwert von 1.527 Tsd. Euro.
Mitarbeiter
Der Tipp24-Konzern beschäftigte 2008 neben den Vorständen und den Geschäftsführern ihrer Tochtergesellschaften durchschnittlich 184,5, zum Jahresende 190 feste Mitarbeiter sowie im Durchschnitt vier Auszubildende. Die Fluktuation betrug 19,3 %, das Durchschnittsalter lag bei 33 Jahren. Außerdem waren durchschnittlich 50 studentische Aushilfen, in der Regel auf Basis einer 20-Stunden-Woche, bei uns tätig.
Die regelmäßige Arbeitszeit beträgt 40 Wochenstunden. Es gibt keine Betriebs- und Tarifvereinbarungen, die Anwendung finden. Bis heute hat es keine Arbeitsniederlegungen gegeben. Ein Betriebsrat ist nicht installiert.
Jeder Mitarbeiter nimmt an regelmäßigen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen innerhalb seiner Abteilung teil. Tipp24 hat im Berichtsjahr 304 Tsd. Euro (Vorjahr: 199 Tsd. Euro) für externe Schulungsmaßnahmen aufgewendet.
Der Unfall- und Arbeitsschutz bei Tipp24 entspricht nach heutiger Kenntnis regelmäßig den gesetzlichen Vorschriften. Im Jahr 2008 gab es keine Betriebsunfälle.
Sonstige immaterielle Werte
Der Wert unserer Organisations- und Verfahrensvorteile ergibt sich aus der hohen Abwicklungskompetenz und technischen Zuverlässigkeit unserer selbst entwickelten Software.
Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage
Beurteilung der wirtschaftlichen Lage durch die Unternehmensleitung
Die aktuelle regulatorische Lage begründet insbesondere aufgrund des in allen Bundesländern ratifizierten GlüStV das Risiko einer erheblichen Störung bis hin zur gänzlichen Untersagung unseres derzeitigen Geschäftsmodells ab dem 1. Januar 2009 in Deutschland. In der Folge bedeutet dies das Risiko einer empfindlichen negativen Störung unserer Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage. Insgesamt schätzen wir die Lage von Tipp24 allerdings als robust ein: Tipp24 verfügt über ausreichend Ressourcen, um auch im Umfeld von erheblichen negativen regulatorischen Voraussetzungen erfolgreich zu bestehen. Vor allem aber erscheint ein längerfristiger Bestand der aktuellen Glücksspielgesetze in Deutschland vor dem Hintergrund ihrer offenkundigen Unvereinbarkeit mit Verfassungs,- Gemeinschafts- und Kartellrecht unwahrscheinlich. Der Vorstand sieht gleichzeitig mittelfristig die Chance einer nachhaltig günstigen künftigen Geschäftsentwicklung. Der Online-Lotteriemarkt ist sowohl in Deutschland als auch in Spanien, Italien und Großbritannien im Vergleich zu anderen Branchen stark unterentwickelt.
Vor diesem Hintergrund ist die Wahrscheinlichkeit eines erheblichen Wachstums der Branche in den kommenden Jahren groß. Tipp24 ist hervorragend positioniert, um wesentlich an diesem Wachstum zu partizipieren. Darüber hinaus sehen wir attraktive zusätzliche Potenziale bei neuen Produktkategorien und im Zuge einer möglichen Deregulierung der europäischen Lotteriemärkte. Der Konzern ist mit erheblicher, im Wesentlichen durch Eigenkapital finanzierter Liquidität ausgestattet. Diese gibt uns großen Handlungsspielraum, um Wachstumschancen – etwa durch Akquisitionen – wahrzunehmen. Die globale Finanzkrise hat bisher auf den Tipp24-Konzern keine negativen Auswirkungen gehabt.
Darstellung des Einflusses von Bilanzpolitik auf die wirtschaftliche Lage
Unsere Bilanz ist sehr stark von durch Eigenkapital gedeckten liquiden Mitteln geprägt. Sie bilden die solide Basis für unsere Wachstumsstrategie und die sich aus veränderten regulatorischen Bedingungen zukünftig ergebenden neuen Wachstumschancen.
Angaben hinsichtlich des Übernahmerichtlinie-Umsetzungsgesetzes (§ 315 Abs. 4 HGB)
Folgende verpflichtende Angaben ergeben sich durch das am 8. Juli 2006 verabschiedete Übernahmerichtlinie-Umsetzungsgesetz gemäß § 315 HGB:
- • Zum 31. Dezember 2008 beliefsich das gezeichnete Kapital der Gesellschaft auf 8.872.319,00 Euro, eingeteilt in 8.872.319 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien. Die Aktien sind voll eingezahlt.
- • Folgende direkte oder indirekte Beteiligungen am Grundkapital der Gesellschaft, die 10 vom Hundert der Stimmrechte überschreiten, sind der Gesellschaft gem. § 21 WpHG im Berichtszeitraum gemeldet worden oder zu einem früheren Zeitpunkt gemeldet und im Berichtszeitraum nicht geändert worden:
| Name, Ort | Beteiligung | Meldedatum |
|---|---|---|
| Günther Holding GmbH, Hamburg |
25,45 % | 28. April 2008 |
| Jens Schumann, Hamburg |
10,18 % | 11. November 2005 |
| Kairos Investment Management, London |
10,10 % | 03. April 2008 |
• Gemäß § 84 und § 85 AktG obliegt die Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands dem Aufsichtsrat. Diese Befugnis wird in § 5 der Satzung der Tipp24 AG dahingehend konkretisiert, dass der Aufsichtsrat die Vorstandsmitglieder bestellt, ihre Zahl bestimmt und die Geschäftsverteilung regelt.
- • Gemäß § 119 Abs. 1 Nr. 5 AktG beschließt die Hauptversammlung über Satzungsänderungen. Die entsprechend konkretisierten Verfahrensregeln sind in den §§ 179, 181 AktG i. V. m. § 15 der Satzung (Änderungen der Satzungsfassung) der Tipp24 AG enthalten.
- • Der Beschluss der Hauptversammlung vom 15. September 2005 ermächtigt den Vorstand, das Grundkapital der Gesellschaft in der Zeit bis zum 31. Juli 2010 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe neuer Aktien gegen Baroder Sacheinlage um bis zu 3.331.136,00 Euro zu erhöhen (Genehmigtes Kapital I). Des Weiteren ist die Gesellschaft ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft in der Zeit bis zum 31. Dezember 2010 durch Ausgabe neuer Aktien um bis zu 500.000,00 Euro zu erhöhen (Bedingtes Kapital I). Es dient der Sicherung von Bezugsrechten aus Aktienoptionen, die im Rahmen des Aktienoptionsplans 2005 vom 1. Januar 2006 bis zum 31. Dezember 2010 ausgegeben werden. Weiterhin wurde der Vorstand auf der ordentlichen Hauptversammlung vom 29. Mai 2008 ermächtigt, eigene Aktien bis zu einem anteiligen Betrag von knapp 10 % des Grundkapitals, dies entspricht 887.231 Aktien, zu erwerben. Die Ermächtigung soll die Gesellschaft unter anderem in die Lage versetzen, ohne Beanspruchung der Börse eigene Aktien kurzfristig für den Erwerb von Unternehmen oder Beteiligungen an anderen Unternehmen zur Verfügung zu haben und einem Verkäufer als Gegenleistung anbieten zu können.
Erläuternder Bericht des Vorstands zu den Angaben gemäß § 315 Abs. 4 HGB:
- • Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt per 31. Dezember 2008 8.872.319,00 Euro und ist in 8.872.319 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien eingeteilt. Jede Aktie gewährt eine Stimme und ist maßgebend für den Anteil am Gewinn.
- • Das Unternehmen wird vom Vorstand geleitet und gegenüber Dritten vertreten. Die Bestellung und Ab-
berufung der Mitglieder des Vorstands obliegt gemäß § 84 AktG dem Aufsichtsrat. Herr Marcus Geiß sowie Frau Petra von Strombeck wurden zum 1. April 2008 neu in den Vorstand bestellt.
- • Die letzte Satzungsänderung erfolgte im Rahmen der ordentlichen Hauptversammlung vom 29. Mai 2008; hier wurde der § 14 der Satzung zur Vergütung des Aufsichtsrats neu gefasst.
- • Der Vorstand hat im Berichtsjahr von der Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien Gebrauch gemacht. Bis zum 31. Dezember 2008 wurden insgesamt 887.231 Aktien oder 10 % minus einer Aktie des Grundkapitals zurückgekauft.
Nachtragsbericht
Die Tipp24 AG hat ihre Geschäftsfelder zum 1. Januar 2009 neu geordnet. Dabei haben wir den Großteil unserer Aktivitäten, die in Verbindung mit der Vermittlung oder dem Angebot von Lotterieprodukten stehen, an die bereits seit 2007 in Großbritannien tätigen MyLotto24 Ltd. und deren Tochtergesellschaften übertragen. Dies betraf sowohl die Vermittlung der staatlichen deutschen Lotto-Produkte, als auch die Tochterunternehmen Ventura24 S.L. in Spanien und Puntogioco24 S.r.l. in Italien. Der Vertrieb der deutschen Klassenlotterien NKL und SKL wird hingegen weiterhin über die Schumann e. K. durchgeführt.
Mit der Bündelung des Lotteriegeschäfts bei der Geschäftsführung von MyLotto24 in Großbritannien schaffen wir die Voraussetzungen für eine positive Entwicklung des Auslandsgeschäfts. Damit zogen wir die Konsequenzen aus dem nach unserer Überzeugung rechtswidrigen Glücksspielstaatsvertrag, dessen zweite Stufe, welche die Vermittlung staatlicher Lotterien über das Internet verbietet, zum 1. Januar 2009 in Kraft trat. Der Vorstand der Tipp24 AG wird sich zukünftig auf den Ausbau des Geschäftsbereichs Tipp24Games sowie auf die Identifizierung und Akquisition neuer Geschäftsmodelle in Deutschland und Europa konzentrieren. Die Tipp24 AG beabsichtigt nach einer Klärung der Rechtslage in ihrem Sinne diese Tätigkeit baldmöglichst wieder aus Deutschland aufzunehmen.
Bis zum 8. Januar 2009 vermittelte Tipp24.com ihre Spielscheine direkt an die Landeslotterien. Seitdem übernimmt Tipp24.com die gesamte Abwicklung der Spielscheine selbst. Die Spielscheine werden dabei nicht wie bisher an die Systeme der Landeslotterien abgegeben, sondern im Rahmen der Internationalisierung direkt über die leistungsstarken Systeme von Tipp24 Services Ltd. in England verarbeitet und an die MyLotto24 Ltd. vermittelt, die Veranstalter einer englischen Lotterie auf das deutsche Lotto ist. Anders als die Tipp24 Services Ltd., welche lediglich als Vermittler auftritt, trägt die MyLotto24 Ltd. das Veranstalterrisiko. Aktive Dauerscheine aus dem Jahr 2008 oder früher werden weiterhin an den Deutschen Lottoblock übermittelt. Sie nehmen wie gewohnt gewinnberechtigt an den staatlichen deutschen Lottoziehungen teil. Darüber hinaus werden keine Spielscheine mehr an deutsche Kunden vermittelt.
Seit Januar 2009 befinden wir uns im Rechtsstreit mit verschiedenen Landeslotteriegesellschaften, welche die Annahme von ordnungsgemäß eingebrachten Spielscheinen verweigerten. So verfügte z. B. das OLG Koblenz am 20. Januar 2009, dass die Landeslotterie Rheinland-Pfalz weiterhin Spielscheine annehmen muss, auch wenn diese über das Internet generiert wurden. Entsprechendes entschied das Landgericht Hamburg für die Hamburger Lotteriegesellschaft am 20. Februar 2009.
Der Vorstand der Tipp24 AG hat die Durchführung eines weiteren Aktienrückkaufprogramms beschlossen, mit dem im Zeitraum vom 2. Februar 2009 bis spätestens zum 30. Juni 2009 Aktien der Tipp24 AG im Gesamtgegenwert von bis zu 2.000.000 Euro (einschließlich Transaktionskosten) über die Börse erworben werden sollen. Die Tipp24 AG hatte bereits infolge der Aktienrückkaufprogramme vom Februar und Oktober 2007 insgesamt 887.231 eigene Aktien, entsprechend 10,00 % weniger 1 Aktie des Grundkapitals, erworben. Diese eigenen Aktien wurden am 23. Januar 2009 im Wege der vereinfachten Kapitalherabsetzung unter entsprechender Herabsetzung des Grundkapitals um 887.231 Euro auf 7.985.088 Euro eingezogen.
Risikobericht
Risikomanagement
Tipp24 ist ein international tätiges Unternehmen der Internet-Branche und unterliegt den untrennbar mit diesen unternehmerischen Aktivitäten verbundenen typischen Branchen- und Marktrisiken. Die Realisierung eines oder mehrerer dieser Risiken könnte die Geschäftstätigkeit von Tipp24 beeinträchtigen und erhebliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.
Das Management nimmt diese Risiken sehr ernst und berücksichtigt sie sowohl bei operativen als auch bei strategischen Entscheidungen: Wir beobachten die Entwicklung der relevanten Risiken laufend und betrachten dabei neben den aktuellen auch zukünftige Gefahrenpotenziale. Schwerpunkte setzen wir bei der frühzeitigen Erkennung, Bewertung, Vorbeugung und Beherrschung von Risiken.
2008 haben wir das bestehende Risikomanagementsystem entsprechend der dynamischen Unternehmensentwicklung weiter verfeinert. Unser leistungsfähiges System ermöglicht es uns, die für das Unternehmen relevanten Risiken zeitnah zu erkennen, zu bewerten und rechtzeitig Maßnahmen einzuleiten. Wir folgen zur Implementierung der Risikofrüherkennung Leitlinien, die sich am Umfang der bisherigen Geschäftstätigkeit und der Größe von Tipp24 orientieren.
Im Einzelnen stellt sich das Risikomanagement bei Tipp24 wie folgt dar:
Wir überwachen die operativen Risiken durch regelmäßige Kontrolle relevanter Finanz- und anderer Kennzahlen. Dabei haben wir für jede Kennzahl eine Überwachungsfrequenz, Verantwortlichkeiten für die Überprüfung und Verhaltensregeln bei definierten Abweichungen von Soll-Werten festgelegt. Im Technik-Bereich werden in solchen Fällen entsprechend definierte Notfallprozeduren eingeleitet.
Darüber hinaus werden hier die Entwicklungen von Sicherheitsstandards fortlaufend überwacht und entsprechende Anpassungen an unseren Sicherheitssystemen ebenfalls fortlaufend vorgenommen.
Rechtliche Veränderungen in den Märkten, in denen wir tätig sind, werten wir regelmäßig auch mit Unterstützung kompetenter Rechtsberatung aus. Auf dieser Basis können wir ungewöhnliche Vorkommnisse zeitnah erkennen und gegebenenfalls angemessen reagieren.
Das Risikomanagementsystem ist fest in unserer Führungsebene verankert, es wird fortlaufend überwacht und aktualisiert. Der Vorstand wird regelmäßig über die Ergebnisse der Risikoauswertungen informiert. Wir sind überzeugt, dass die von uns implementierten Risikofrüherkennungsund -management-Systeme insgesamt geeignet sind, die sich aus möglichen Risiken ergebenden Gefahren für Tipp24 rechtzeitig erkennen und ihnen angemessen begegnen zu können. Im Geschäftsjahr 2007 haben wir das Risikofrüherkennungssystem formal dokumentiert, es wird regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst.
Darstellung der Einzelrisiken
Folgende wesentliche spezifische Risiken für das Geschäft von Tipp24 haben wir identifiziert:
Marktrisiken
Unser Geschäft ist abhängig von der Entwicklung der Märkte, in denen wir tätig sind. So könnte insbesondere eine negative Entwicklung der Lotteriemärkte, etwa infolge geringeren Werbeaufkommens, einer Verkleinerung des Produktportfolios seitens der Veranstalter oder wegen eines statistisch ungewöhnlichen längeren Ausbleibens relevanter Jackpots einen negativen Effekt auf unser Wachstum haben.
Darüber hinaus hängt unsere Entwicklung erheblich vom Preisniveau in den Werbemärkten ab, insbesondere im Online-Bereich. Eine erhebliche Erhöhung dieses Preisniveaus würde die Kosten je registriertem Neukunden steigern und in der Folge unser Wachstum und unsere Profitabilität negativ beeinflussen.
Der Zutritt weiterer Wettbewerber in die Lotteriemärkte, insbesondere im Online-Bereich, könnte unser Wachstum ebenfalls beeinträchtigen.
Schließlich besteht die Möglichkeit, dass die Nutzung des Internets an sich abnimmt. Auch dies hätte wesentliche nachteilige Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit von Tipp24, wird von uns jedoch als eher unwahrscheinlich angesehen.
Rechtliche Risiken
• Glücksspiel-Staatsvertrag (GlüStV)
Im Nachgang zum Urteil des BVerfG vom 28. März 2006 hat es diverse richterliche Urteile, behördliche Anordnungen und politische Willensbekundungen auf verschiedenen, auch höchsten Ebenen im Bereich der Glücksspielregulierung gegeben, die teilweise in erheblichem Widerspruch zueinander stehen. Die für Regulierung und Veranstaltung von Glücksspielen zuständigen staatlichen Stellen verfolgen überwiegend den Weg der konsequenten Verteidigung des staatlichen Glücksspiel-Monopols und der Ausweitung desselben auf ein Vertriebs-Monopol unter der Leitlinie der Bekämpfung von Spielsucht. In diesem Zusammenhang haben die Ministerpräsidenten aller Bundesländer einen Glücksspiel-Staatsvertrag unterzeichnet, der von den jeweiligen Landesparlamenten ratifiziert worden ist. Ab dem 1. Januar 2009 ist die zweite Stufe des GlüStV mitsamt ihren Regelungen in Kraft getreten. Daraus folgte, dass Tipp24 ihre Geschäftsfelder neu ordnen musste und die Geschäftsgrundlage des überwiegenden Teils ihres Deutschlandgeschäfts entzogen wurde.
Die Rechtmäßigkeit des GlüStV ist sehr umstritten. Namhafte Juristen wie Prof. Dr. jur. Rupert Scholz (Universität München, emer.), Prof. Dr. jur. Clemens Weidemann (Universität Würzburg), Prof. Dr. jur. Bodo Pieroth (Universität Münster), Prof. Dr. jur. Hans-Detlef Horn (Universität Marburg) und Prof. Dr. jur. Georg Hermes (Universität Frankfurt) haben in uns vorliegenden Gutachten die Verfassungs- und EU-Rechtswidrigkeit dokumentiert. Darüber hinaus kommt auch der Wissenschaftliche Dienst des Landtages Schleswig-Holsteins in einem Gutachten vom 4. Oktober 2007 zu dem Schluss, dass der GlüStV europarechtswidrig und zumindest in Bezug auf Spielvermittler verfassungswidrig ist. Der Wissenschaftliche Dienst
des Landtages Niedersachsens kommt ebenfalls zu dem Ergebnis der Europarechtswidrigkeit. Aufgrund einer EU-Richtlinie musste im Dezember 2006 bei der EU-Kommission ein Notifizierungsverfahren für den Entwurf des GlüStV eingeleitet werden. Am 22. März 2007 wurde der Bundesregierung in einer »Detailed Opinion« mitgeteilt, dass der notifizierte GlüStV in erheblichen Punkten gegen EU-Recht verstößt und die Bundesregierung – als Vertreterin der Bundesländer bei der EU – wurde aufgefordert, bis zum 23. April 2007 den notifizierten GlüStV auf die kritisierten Punkte hin zu überprüfen und zu überarbeiten. In ihrer Antwort beharrten die Bundesländer auf ihrem Entwurf. Dies veranlasste die EU-Kommission zu einem weiteren Schreiben, in dem zusätzliche Verstöße des GlüStV gegen EU-Recht aufgezeigt wurden. Trotz der durch die EU-Kommission bemängelten Verstöße gegen das geltende EU-Recht haben die Ministerpräsidenten der einzelnen Bundesländer den notifizierten GlüStV in seiner jetzigen Fassung unterschrieben und durch die einzelnen Landesparlamente ratifizieren lassen. In Reaktion auf diesen Schritt hat die EU-Kommission Ende Januar 2008 ein Vertragsverletzungsverfahren gegen die Bundesrepublik Deutschland eingeleitet. In einem umfassenden begleitenden Schreiben wurde die Bundesregierung als Adressat für die Bundesländer zu einer Stellungnahme aufgefordert. Diese Stellungnahme wurde der EU-Kommission am 20. Mai 2008 übermittelt. Anfang Februar 2009 hat der zuständige EU-Kommissar auf eine parlamentarische Anfrage bekräftigt, dass die gemeinschaftsrechtlichen Bedenken gegen den GlüStV fortbestehen.
Tipp24 geht davon aus, dass die zuständigen Gerichte die Fortführung der Tätigkeit in Deutschland erteilen werden. Diese Einschätzung gründet vor allem auf der Europarechtswidrigkeit der Vorschriften, die in den Äußerungen der EU-Kommission in ihrer »Detailed Opinion«, in darüber hinausgehenden weiteren offiziellen Äußerungen der Kommission an die Bundesregierung aus dem letzten Jahr sowie im Begleitschreiben der EU-Kommission im Rahmen der Einleitung des Vertragsverletzungsverfahrens zum Ausdruck gebracht wurde. Im Berichtsjahr wurde in Verfahren vor diversen Verwaltungsgerichten, die im Zusammenhang mit dem GlüStV standen, den betroffenen privaten Anbietern von Glücksspielprodukten, insbesondere Sportwetten, einstweiliger Rechtsschutz im Hinblick auf die Fortführung ihrer Tätigkeit gewährt. Allerdings waren auch gegenläufige verwaltungsgerichtliche Entscheidungen insbesondere im Sportwetten-Bereich zu verzeichnen. Zudem hat am 22. September 2008 das Verwaltungsgericht Berlin in der ersten Hauptsache-Entscheidung verfügt, dass zentrale Beschränkungen des GlüStV für die gewerbliche Lottovermittlung nicht anwendbar sind. Auf die Feststellungsklage der Tipp24 AG erklärte das Gericht u. a. das Internetverbot, den Erlaubnisvorbehalt und die Werbebeschränkungen für unwirksam, soweit es um die Vermittlung von Lotterien geht, die mit Erlaubnis eines Bundeslandes veranstaltet werden und bei denen nicht häufiger als zwei Mal in der Woche Ziehungen erfolgen. Hierunter fallen die von Tipp24 vermittelten Produkte Lotto 6 aus 49 mit Zusatzlotterien, Glücksspirale, die Klassenlotterien und die ARD-Fernsehlotterie.
Allerdings hat das Bundesverfassungsgericht mit Beschluss vom 14. Oktober 2008 eine Verfassungsbeschwerde der Tipp24 AG gegen verschiedene Bestimmungen des Glücksspiel-Staatsvertrags und der Ausführungsgesetze in Niedersachsen und Berlin nicht zur Entscheidung angenommen. Auch das Verwaltungsgericht Hannover wies eine entsprechende Klage ab, ließ aber eine Berufung hingegen zu.
Sollten die zuständigen Gerichte wider Erwarten den GlüStV bestätigen, hätte dies nicht nur kurzfristig sondern nachhaltig erhebliche negative Auswirkungen auf die Ertragslage für das Inlandsgeschäft. Zudem würden die zukünftigen Wachstumschancen der Tipp24-Gruppe deutlich geschwächt.
• Elektronische Spielannahme in Italien
Im Zeitraum vom 4. Juli 2006 bis zum 27. August 2007 wurde die Internetseite von Puntogioco24 S.r.l. aufgrund behördlicher Anordnung blockiert und damit die Ausübung der Geschäftstätigkeit in Italien faktisch unterbunden. Puntogioco24 S.r.l. hat gegen diese Verfügung Klage erhoben und dabei auch Schadenersatz geltend gemacht. Ein Urteil in dieser Angelegenheit wird in Kürze erwartet. Bereits im Mai 2005 wurde ein staatsanwaltliches Ermittlungsverfahren gegen den Geschäftsführer von Puntogioco24 S.r.l. wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Verbot der Annahme von Wetten über elektronische Kommunikationsmittel ohne entsprechende Zulassung oder Beauftragung zur Nutzung dieses Annahmewegs eingeleitet. Das am 12. Juli 2006 eingeleitete Strafverfahren endete in der ersten Instanz am 27. September 2007 mit einem Freispruch. Seitens der Staatsanwaltschaft wurde keine Berufung eingelegt, das Urteil ist somit endgültig. Tipp24 ist der Ansicht, dass die Tätigkeit von Puntogioco24 S.r.l. keinen Verstoß gegen die oben genannten Bestimmungen darstellt, da Puntogioco24 S.r.l. keine Vermittlung von Lotterieprodukten betreibt, sondern von Lottospielern beauftragt wird, für selbige die Lottoscheine bei einer autorisierten Lottoannahmestelle abzugeben. Der Spielvertrag kommt dabei direkt zwischen dem Lottospieler und der veranstaltenden Lotteriegesellschaft zustande; Gewinnansprüche entstehen direkt in der Person des Lottospielers. Derzeit ist die Internetseite von Puntogioco24 S.r.l. erneut und ohne Begründung blockiert worden. Die Blockade ist sowohl nach unserer Einschätzung
als auch aufgrund des ergangenen Gerichtsurteils rechtswidrig. Auch bei einer dauerhaften Aufrechterhaltung der Blockade erwarten wir weder für die Umsatzerlöse noch für das Ergebnis negative Auswirkungen, da aufgrund der langen vorhergehenden Blockade kein wesentlicher Beitrag von Puntogioco24 S.r.l. in die Umsatzerlösprognose von Tipp24 eingeflossen ist und die Gesellschaft derzeit auch noch keine Gewinne erwirtschaftet. Allerdings würde das sehr große Potenzial, das der italienische Markt für Tipp24 darstellt und das sich im Geschäftsaufbau vor der Blockade bereits gezeigt hatte, längerfristig für Tipp24 nicht mehr zugänglich sein. Die bisher von Tipp24 bei Puntogioco24 S.r.l. getätigten Investitionen spiegeln sich im Wesentlichen in den kumulierten historischen Anlaufverlusten wider.
Am 28. Oktober 2008 hat die italienische staatliche Monopolbehörde AAMS der Tochtergesellschaft Giochi24 S.r.l. Tipp24 eine Konzession zur Veranstaltung und zum Vertrieb von Online-Glücksspielen erteilt. Mit dieser Konzession ist es Tipp24 in Italien grundsätzlich möglich, alle staatlich lizenzierten Glücksspielprodukte Italiens über das Internet zu vertreiben. Der konkrete Einsatz der Konzession für Lotterieprodukte ist abhängig von staatlicherseits zu erstellenden technischen Spezifikationen, welche wir Anfang 2009 erwarten.
Betriebswirtschaftliche Risiken
• Finanzierungs- und Währungsrisiken
Der Konzern betreibt den Großteil seines Geschäfts im Euroraum, daher ergibt sich für das Kerngeschäft kein Währungsrisiko. Bei der neu gegründeten britischen Tochterfirma, deren Anteil am Konzerngesamtgeschäft noch sehr gering ist, besteht das Währungsrisiko nur gegenüber dem britischen Pfund. Dieses Risiko ist sehr begrenzt, da das operative Geschäft vorwiegend in Landeswährung stattfindet. Die Gewinnmarge der Tochtergesellschaft wird daher nicht von Währungsschwankungen beeinflusst. Die ausländischen Tochterunternehmen agieren in ihren Märkten wirtschaftlich vollkommen selbstständig, was durch die eigenständigen Geschäftsführungen zum Ausdruck kommt. Die innerhalb des Konzerns getätigten Finanzierungen der Auslandsgesellschaften werden im Rahmen der Überwachung operativer Risiken kontrolliert.
• Risiken bei der Durchführung sehr großer Entwicklungsprojekte
Tipp24 investiert derzeit in die internationale Vereinheitlichung und Verbesserung ihrer Spielbetriebssoftware im Rahmen eines sehr großen Entwicklungsprojekts, bei dem mehrere externe Partner involviert sowie in erheblichem Maß interne Ressourcen gebunden sind. Es besteht das Risiko, dass dieses Großprojekt aufgrund seiner Komplexität sowie aufgrund schneller wesentlicher Veränderungen der Anforderungen insbesondere auch vor dem Hintergrund eines zumindest in Deutschland sehr bewegten regulatorischen Umfelds,
nicht im erwarteten Umfang, der erwarteten Qualität und innerhalb des erwarteten Investitionsumfangs beendet wird. Dies könnte eine Teilwertberichtigung dieses immateriellen Vermögensgegenstands erforderlich machen, was wesentliche nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Tipp24 hätte.
• Risiken aus Zahlungsverkehrsbeschränkungen
Es besteht das Risiko, dass Zahlungsverkehrsbeschränkungen hinsichtlich der weiteren Regulierung des Glücksspielmarktes eingeführt werden könnten. Dies hätte wesentliche nachteilige Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit von Tipp24, wird von uns jedoch als eher unwahrscheinlich eingeschätzt.
• Risiken aus Finanzanlagen
Tipp24 ist ausschließlich in Finanzanlagen mit Kapitalerhaltungsgarantie von verschiedenen deutschen Finanzinstituten investiert. Der weitaus überwiegende Teil ist darüber hinaus über den Einlagensicherungsfonds zusätzlich vollständig abgesichert. Sollte sich die globale Finanzkrise nochmals verschärfen und die nationalen Sicherungssysteme der Banken sowie die von den führenden Industriestaaten bereitgestellten Hilfspakete bei einem Zusammenbruch einzelner Finanzinstitute wider erwarten nicht greifen, so könnte dies in der Folge zu einem Ausfall diverser oder auch aller Kreditinstitute sowie sämtlicher nationaler Sicherungssysteme führen. In einem solchen Szenario könnte der Bestand unserer liquiden Mittel und Finanzanlagen teilweise oder gänzlich untergehen. Der Ausfall einzelner Kreditinstitute bei gleichzeitigem Bestand der nationalen Sicherungssysteme könnte teilweise oder gänzlich zu einem Ausfall der aus unseren Finanzanlagen erwarteten Zinserträge führen. Zudem tragen die gehaltenen Finanzanlagen in geringem Umfang ein Zinsänderungsrisiko. Beide Faktoren erstrecken sich lediglich auf einen Teil der potenziellen Rendite, nicht aber auf die investierten Anlagebeträge.
• Risiken aus der Konjunkturentwicklung Das Spielverhalten der Kunden von Tipp24 war bislang
weitgehend unabhängig von den konjunkturellen Schwankungen, die seit Aufnahme des Spielbetriebs im Jahr 2000 zu verzeichnen waren. Ein infolge der globalen Finanzkrise möglicher außergewöhnlich starker konjunktureller Abschwung könnte dennoch negative Auswirkungen auf das Spielverhalten unserer Kunden und mithin auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.
• Risiken aus wesentlichen Verträgen
Tipp24 hatte mit neun deutschen Landeslotteriegesellschaften Verträge abgeschlossen, welche die von Tipp24 betriebene Online-Vermittlung staatlich lizenzierter Lotterieprodukte, insbesondere die Transaktionsabwicklung und die Höhe der für die Vermittlungstätigkeit gezahlten Provisionen regeln. Vier dieser Verträge wurden seitens der jeweiligen Landeslotteriegesellschaften zum 31. Dezember 2008 gekündigt. Es besteht ein erhebliches Risiko, dass auch die verbleibenden Vereinbarungen kurzfristig gekündigt werden oder aber die Annahme von Spielscheinen unabhängig von einer formalen Kündigung faktisch verweigert wird. Dies hätte zur Folge, dass auch der derzeit noch verbleibende Teil des deutschen Geschäfts – die Abwicklung der Spielscheine aus Daueraufträgen, welche vor dem 1. Januar 2009 beauftragt wurden – wegfallen würde.
Risiken bei der Prozessierung des Spielbetriebs
Tipp24 ist zur Abwicklung der Spielverträge auf den Einsatz automatisierter Verfahren angewiesen, deren Effizienz und Zuverlässigkeit wiederum von der Funktionalität, Stabilität und Sicherheit der zugrunde liegenden technischen Infrastruktur abhängen. Die Funktionsfähigkeit der von uns eingesetzten Server und die damit verbundene Hardund Software-Infrastruktur sind für die Geschäftstätigkeit von Tipp24 sowie für unsere Reputation und Attraktivität gegenüber Kunden von erheblicher Bedeutung.
Dem Ausfallrisiko aller für den Spielbetrieb relevanten Komponenten (z. B. DB-Server, Applikationsserver, Webserver, Firewall, Router) begegnen wir grundsätzlich
entweder über redundant ausgelegte Systeme oder über Wartungsverträge mit entsprechend kurzen Reaktionszeiten.
Personalrisiken
Auch bei sorgfältiger Auswahl und verantwortungsbewusster Führung der Mitarbeiter kann nicht ausgeschlossen werden, dass innerhalb einer kurzen Zeitspanne eine größere Anzahl auch erfahrener Mitarbeiter das Unternehmen verlässt. Gleichzeitig könnte die Gewinnung neuer Mitarbeiter für die vakanten Positionen zeitaufwendig und kostspielig sein. Trotz der von uns implementierten Vertretungsregelungen könnte dies wesentliche nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Tipp24 haben. Wir wählen neue Mitarbeiter, oft mit der Unterstützung von Personalberatern, sorgfältig aus. Gleichzeitig werden mit allen Angestellten regelmäßig Verantwortlichkeiten, Ziele und wesentliche Erfolgsparameter ihrer Tätigkeit besprochen. Die Erreichung dieser Ziele und Erfolgsparameter wird kontrolliert und den Mitarbeitern in regelmäßigen Feedbackgesprächen kommuniziert. Dabei wird auch die Mitarbeiterzufriedenheit abgefragt. Die Ergebnisse dieser Personalprozesse werten wir regelmäßig aus und wirken so ungewollten Trends entgegen.
Allgemeine Geschäftsrisiken
Tipp24 ist in den letzten Jahren erheblich gewachsen. Deshalb war und ist eine mit dem Wachstum Schritt haltende Entwicklung und Weiterentwicklung angemessener interner Organisations- und Risikoüberwachungsstrukturen, die eine frühzeitige Erkennung von Fehlentwicklungen und Risiken ermöglichen – insbesondere auch im IT-Bereich –, eine ständige Herausforderung für uns.
Wir planen für die nächsten Jahre den Ausbau unserer Geschäftstätigkeit in neuen Märkten und Produktbereichen. Hierbei wird es auch in Zukunft eine Herausforderung bleiben, bestehende und neuartige Risiken rechtzeitig zu identifizieren und richtig zu bewerten, sowie das bestehende Organisations- und Risikoüberwachungssystem angemessen und zeitnah weiterzuentwickeln.
Sollten sich in der fortlaufenden Praxis Lücken oder Mängel des bestehenden Organisations- und Risikoüberwachungssystems zeigen, oder sollte es uns nicht gelingen, im Zusammenhang mit der weiteren Entwicklung der Tipp24-Gruppe zeitnah angemessene Strukturen und Systeme zu schaffen, könnte dies unsere Fähigkeit einschränken, die Geschäfte erfolgreich zu führen sowie Risiken, Trends und Fehlentwicklungen rechtzeitig zu erkennen und zu steuern.
Gesamtaussage zur Risikosituation des Konzerns
Wie jeder Marktteilnehmer unterliegt auch Tipp24 einigen Geschäftsrisiken, die sich schon aus der bloßen Teilnahme am Marktgeschehen ableiten. Einerseits sind die mit der konjunkturellen Entwicklung verbundenen Risiken eher allgemeiner Natur. Das Gefährdungspotenzial kann durch eine entsprechende Positionierung am Markt insgesamt abgemildert werden.
Andererseits existieren Risiken, die aus dem spezifischen Geschäftsmodell, dem regulatorischen Umfeld und der geografischen Aufstellung eines Unternehmens resultieren. Tipp24 hat unter den gegebenen Umständen eine Konfiguration gefunden, die das Gesamtrisiko des Konzerns begrenzt.
Nach Bewertung der aktuell und zukünftig risikorelevanten Faktoren insbesondere der Risiken, die sich aus der oben beschriebenen rechtlichen Lage im Hinblick auf eine mögliche vollständige Einstellung des derzeitigen Geschäfts in Deutschland ergeben, ist nach unserer Einschätzung der Bestand von Tipp24 aus folgenden Gründen nach wie vor nicht gefährdet:
Die im GlüStV wesentlichen Beschränkungen für unser Geschäft sind nach unserer Kenntnis in erheblichem Maße EU-rechtswidrig und stehen darüber hinaus auch noch in Konflikt mit Entscheidungen des Bundeskartellamts. Daher gehen wir davon aus, dass sich solche Beschränkungen nicht nachhaltig durchsetzen lassen.
Auch im Falle einer nachhaltig rechtskonformen Umsetzung des GlüStV sehen wir keine Gefährdung unseres Bestands. Tipp24 verfügt über die erforderlichen Fertigkeiten und Fähigkeiten, über die personellen Ressourcen sowie über ausreichend finanzielle Mittel, um eine erfolgreiche
Verlagerung der Schwerpunkte unserer Strategie auf die Entwicklung der Auslandsmärkte und auf die Diversifizierung des Produktportfolios sowie weitere noch zu prüfende unternehmerische Alternativen im Hinblick auf eine mittelfristig nachhaltig profitable Fortführung des Geschäfts umzusetzen.
Prognosebericht
Ausrichtung des Konzerns
Insgesamt plant Tipp24 in Deutschland die Klärung der rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen für ihr Geschäftsmodell durch konsequente Ausnutzung der zur Verfügung stehenden Rechtsmittel sowie durch die Fortsetzung der politischen Lobbyarbeit herbeizuführen. Darüber hinaus beabsichtigen wir, unsere Aktivitäten im Bereich der Geschicklichkeitsspiele auszuweiten sowie unsere Wachstumsstrategie im europäischen Ausland konsequent fortzuführen.
Erwartete wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Gesamtwirtschaft
Die Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten für 2009 einen schweren Einbruch der Weltkonjunktur. Die Situation an den Finanzmärkten wird sich ungeachtet der vielfältigen staatlichen Programme zur Stützung des Finanzsektors nur sehr langsam entspannen. Die in jüngster Vergangenheit verabschiedeten finanzpolitischen Konjunkturpakete können den Produktionseinbruch nur dämpfen. Die Frühindikatoren deuten sowohl in den USA als auch in Europa darauf hin, dass der Abschwung sich in den kommenden Monaten weiter verstärkt.
Das reale Bruttoinlandsprodukt gibt nachfragebedingt 2009 sowohl im Euroraum als auch in Großbritannien um über 2 % nach. Exporte, Ausrüstungsinvestitionen und Wohnungsbau werden signifikant zurückgehen, die Finanzierungsbedingungen bleiben zumindest vorerst schlecht. Der private Konsum dürfte die Konjunktur hingegen stützen: Auch wenn die Arbeitslosigkeit steigt, wird die sinkende Inflation zu einem leichten realen Anstieg der verfügbaren Einkommen führen. Mit voraussichtlich 0,4 % wird die
Zuwachsrate der Weltproduktion voraussichtlich noch niedriger ausfallen als im Rezessionsjahr 1982. Die gesamtwirtschaftliche Kapazitätsauslastung wird 2009 weltweit stark abnehmen, der Preisauftrieb sich in den meisten Ländern deutlich abschwächen. Obwohl die Prognose-Unsicherheit zurzeit ungewöhnlich hoch ist, wird für 2010 allgemein eine sanfte Belebung der Weltwirtschaft erwartet.
Für Deutschland wird ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 2,7 % angenommen, die Zahl der Arbeitslosen soll bis Ende 2009 um 750.000 zunehmen, die Arbeitslosenquote auf 8,8 % ansteigen. Die Inflationsrate wird deutlich sinken. Unter der Voraussetzung, dass sich die Finanzkrise in der Zwischenzeit entspannt, wird für Deutschland im Jahr 2010 eine allmähliche Stabilisierung der Konjunktur erwartet: Die Exporte steigen wieder, die Absatzaussichten hellen sich auf, das reale BIP soll in der zweiten Jahreshälfte wieder leicht zunehmen.
Branche
Die europäischen Lotteriemärkte, insbesondere Deutschland, befinden sich derzeit in einer intensiven politischen und rechtlichen Diskussion um die zukünftigen regulatorischen Rahmenbedingungen. In diesem Umfeld ist das Risiko erheblicher zusätzlicher Beschränkungen dieser Märkte, insbesondere im Online-Bereich, ebenso wie die Chance auf erste Schritte zur Öffnung der Märkte durch Deregulierung auf europäischer Ebene gestiegen.
Erwartete Ertragslage
Vor dem Hintergrund der erheblichen rechtlichen Unsicherheiten in unserem bisherigen Kernmarkt Deutschland ist uns eine verlässliche Umsatz- und Ertragsprognose nicht möglich.
Wir gehen davon aus, dass wir nach Abschluss der derzeitigen Umbruchphase der europäischen Lotteriemärkte wieder an die historisch belegten mittelfristigen Wachstumsziele – jährliche Steigerung des Umsatzes von 30 % und überproportionale Steigerung des EBIT – anknüpfen können.
Erwartete Finanzlage
Unsere Eigenkapitalquote wollen wir langfristig durch folgende Maßnahmen senken: Erweiterung des Geschäfts und damit des Fremdkapitals aus Spielbetrieb, den teilweisen Austausch von Eigenkapital durch zinstragendes Fremdkapital und Ausschüttung von Dividenden.
Wir planen, unsere Investitionstätigkeit 2009 auf dem Niveau des Jahres 2008 zu halten. Insbesondere wollen wir die Internationalisierung und Verbesserung der Spielbetriebsoftware fortsetzen. Darüber hinaus setzen wir unsere laufenden Investitionen mit dem Ziel, die Leistungsfähigkeit unserer Spielsysteme kontinuierlich zu erhöhen, die Sicherheitssysteme sowie die eingesetzte Software regelmäßig zu aktualisieren und veraltete Hardware auszutauschen, fort. Wir gehen dabei von einem Investitionsvolumen von insgesamt etwa 7 Mio. Euro für das Jahr 2009 aus.
Chancen
Wir halten es für weniger wahrscheinlich, dass die Politik im Ergebnis der oben beschriebenen Diskussionen der rechtlichen Rahmenbedingungen wider geltenden Rechts und politische Vernunft den Wachstumsmarkt der Online-Vermittlung von Lotterien nachhaltig beschränken können wird. Aus den verschiedenen, in der jüngeren Vergangenheit ergangenen gerichtlichen Entscheidungen des Bundeskartellamts, verschiedener einstweiliger Entscheidungen an deutschen Verwaltungsgerichten und der ersten Hauptsache-Entscheidung zur Lottovermittlung vom Verwaltungsgericht Berlin mit Verweis auf europäisches Recht – sowie aus ergänzenden Regelungen und offiziellen Äußerungen auf europäischer Ebene – könnten sich darüber
hinaus mittelfristig deregulierende Schritte ergeben, die mittelbar oder unmittelbar auch den Lotteriebereich betreffen. Davon könnte Tipp24 als international aufgestelltes Unternehmen überproportional profitieren: Insbesondere würde dies unseren Kunden den Zugang zu weiteren hochattraktiven Produkten aus dem jeweiligen europäischen Ausland eröffnen und Tipp24 den Eintritt mit bestehenden Produkten in neue Märkte ermöglichen.
Gesamtaussage
Der GlüStV begründet das Risiko einer zumindest mittelfristigen erheblichen Störung bis hin zur gänzlichen Untersagung des derzeitigen Geschäftsmodells in Deutschland beginnend mit dem 1. Januar 2009. Zudem besteht vor dem Hintergrund der aktuellen globalen Finanz- und Wirtschaftskrise das Risiko einer beispiellosen und mithin auch die Lotteriemärkte betreffenden Konjunkturschwäche. Beide Faktoren können die Lage des Unternehmens zumindest temporär erheblich negativ beeinflussen. Der Vorstand sieht gleichzeitig die Chance einer mittelfristig nachhaltig günstigen künftigen Geschäftsentwicklung. Tipp24 bewegt sich in sehr dynamischen europäischen Online-Lotteriemärkten, die nachhaltig großes Wachstumspotenzial aufweisen. Darüber hinaus ergeben sich zusätzliche Expansionschancen aus dem Eintritt in neue Märkte sowie aus der Diversifizierung des Produktportfolios. Zudem gibt es zusätzliche Chancen durch die mögliche Einleitung eines Deregulierungsprozesses der europäischen Lotteriemärkte. Tipp24 ist ausgezeichnet positioniert, um diese hervorragenden Potenziale aktiv auszuschöpfen.
Hamburg, 20. Februar 2009
Der Vorstand
Jens Schumann Dr. Hans Cornehl Marcus Geiß Petra von Strombeck
KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER NACH IFRS
| 2008 | 2007 | |
|---|---|---|
| in Euro Anhang Nr. |
||
| Transaktionsvolumen | 335.946.908,84 | 346.776.139,27 |
| Weitergeleitete Spieleinsätze abzüglich Provisionen | –290.108.469,24 | –301.801.785,01 |
| Umsatzerlöse | 45.838.439,60 | 44.974.354,26 |
| Sonstige betriebliche Erträge 20 |
810.782,05 | 944.238,34 |
| Gesamtleistung | 46.649.221,65 | 45.918.592,60 |
| Betriebliche Aufwendungen | ||
| Personalaufwand 18 |
–12.666.797,66 | –10.324.014,31 |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens und Sachanlagen 10, 11 |
–1.589.190,07 | –871.082,49 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen 19 |
–23.496.359,77 | –25.774.473,29 |
| Marketingaufwendungen, gesamt | –12.084.134,55 | –15.186.391,67 |
| Direkte Kosten des Geschäftsbetriebs, gesamt | –3.247.178,41 | –3.940.880,74 |
| Sonstige Kosten des Geschäftsbetriebs, gesamt | –8.165.046,81 | –6.647.200,88 |
| Ergebnis aus der laufenden Geschäftstätigkeit | 8.896.874,15 | 8.949.022,51 |
| Finanzierungserträge | 2.150.192,28 | 2.251.680,64 |
| Finanzierungsaufwendungen | –327.170,75 | –8.450,86 |
| Finanzergebnis 21 |
1.823.021,53 | 2.243.229,78 |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 10.719.895,68 | 11.192.252,29 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 22 |
–4.114.318,75 | –4.920.393,86 |
| Konzernergebnis | 6.605.576,93 | 6.271.858,43 |
| Ergebnis je Aktie (unverwässert und verwässert, in Euro/Aktie) | 0,82 | 0,74 |
| Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Stammaktien (unverwässert und verwässert, in Stück) |
8.032.265 | 8.524.199 |
KONZERN-BILANZ ZUM 31. DEZEMBER NACH IFRS
| 31.12.2008 | 31.12.2007 | ||
|---|---|---|---|
| aktiva in Euro | Anhang Nr. | ||
| Kurzfristige Vermögenswerte | |||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 6 | 20.711.388,10 | 65.820.775,65 |
| Verpfändete liquide Mittel | 6 | 550.000,00 | 300.000,00 |
| Kurzfristige Finanzanlagen | 6 | 45.211.423,06 | 4.144.200,00 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 7 | 5.314,97 | 6.955,12 |
| Ansprüche auf Erstattung von Ertragsteuern | 8 | 20.909,35 | 8.965,81 |
| Sonstige Vermögenswerte und geleistete Vorauszahlungen | 9 | 14.348.744,23 | 14.245.207,31 |
| Kurzfristige Vermögenswerte, gesamt | 80.847.779,71 | 84.526.103,89 | |
| Langfristige Vermögenswerte | |||
| Immaterielle Vermögenswerte | 10 | 9.620.439,39 | 1.581.953,18 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie Leasingobjekte (Sachanlagen) |
11 | 2.571.246,28 | 2.349.101,53 |
| Finanzielle Vermögenswerte | 12 | 0,00 | 3.000.000,00 |
| Aktive latente Steuern | 22 | 111.824,65 | 281.761,02 |
| Langfristige Vermögenswerte, gesamt | 12.303.510,32 | 7.212.815,73 | |
| 93.151.290,03 | 91.738.919,62 |
| 31.12.2008 | 31.12.2007 | ||
|---|---|---|---|
| Pass iva in Euro |
Anhang Nr. | ||
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | |||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 4.822.352,74 | 5.958.519,16 | |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 14 | 27.821.166,83 | 26.810.648,21 |
| Erlösabgrenzung | 16 | 355.632,32 | 416.233,67 |
| Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern | 931.481,90 | 1.693.382,74 | |
| Rückstellungen | 15 | 1.692.280,31 | 894.893,95 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten, gesamt | 35.622.914,10 | 35.773.677,73 | |
| Langfristige Verbindlichkeiten | |||
| Passive latente Steuern | 22 | 2.606.522,15 | 335.258,61 |
| Lang- und mittelfristige Verbindlichkeiten, gesamt | 2.606.522,15 | 335.258,61 | |
| Eigenkapital | |||
| Gezeichnetes Kapital | 17 | 8.872.319,00 | 8.872.319,00 |
| Kapitalrücklage | 17 | 41.143.321,36 | 41.143.321,36 |
| Sonstige Rücklagen | 17 | 135.719,37 | 62.943,49 |
| Angesammelte Ergebnisse | 19.499.242,01 | 16.886.209,08 | |
| Eigene Aktien | 17 | –14.728.747,96 | –11.334.809,65 |
| Eigenkapital, gesamt | 54.921.853,78 | 55.629.983,28 | |
| 93.151.290,03 | 91.738.919,62 | ||
KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG FÜR DEN ZEITRAUM VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER
| 2008 | 2007 | |
|---|---|---|
| in Euro | ||
| Ergebnis aus der laufenden Geschäftstätigkeit | 8.896.874,15 | 8.949.022,51 |
| Berichtigungen für: | ||
| Abschreibungen auf das Anlagevermögen | 1.589.190,07 | 871.082,49 |
| Verlust aus dem Abgang von Anlagevermögen | 4.397,80 | 984,83 |
| Veränderungen der: | ||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 1.640,15 | 11.215,15 |
| Sonstigen Vermögenswerte | –103.536,92 | –4.680.936,44 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | –1.136.166,42 | 3.835.912,57 |
| Sonstigen Verbindlichkeiten | 1.010.518,62 | 8.000.426,12 |
| Rückstellungen | 797.386,36 | 523.848,78 |
| Erlösabgrenzungen | –60.601,35 | 36.755,65 |
| Erhaltene Zinserträge und ähnliche Erträge | 1.401.894,22 | 2.251.680,64 |
| Gezahlte Zinsaufwendungen und ähnliche Aufwendungen | –327.170,75 | –8.450,86 |
| Nicht zahlungswirksame Aufwendungen aus aktienbasierter Vergütung | 23.315,00 | 36.085,00 |
| Gezahlte Steuern | –2.446.963,22 | –1.941.596,45 |
| Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit | 9.650.777,71 | 17.886.029,99 |
| Auszahlungen für Finanzinvestitionen | –44.100.000,00 | 0,00 |
| Einzahlungen für Finanzinvestitionen | 6.905.678,93 | 2.013.814,44 |
| Auszahlungen für Investitionen in imaterielle Vermögenswerte | –8.661.621,05 | –1.476.688,32 |
| Auszahlungen für Sachanlageinvestitionen | –1.192.597,78 | –1.736.885,31 |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | –47.048.539,90 | –1.199.759,19 |
| Erwerb eigener Aktien | –3.393.938,31 | –11.334.809,65 |
| Dividendenzahlung | –3.992.544,00 | 0,00 |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | –7.386.482,31 | –11.334.809,65 |
| Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | –44.784.244,50 | 5.351.461,15 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu Beginn der Periode | 65.820.775,65 | 60.702.758,83 |
| Wechselkursbedingte Änderungen der liquiden Mittel | –83.916,38 | –91.632,39 |
| Zahlungsunwirksame Erträge finanzieller Vermögenswerte | 8.773,33 | 96.800,86 |
| Veränderung der verpfändeten Finanzmittel | –250.000,00 | –238.612,80 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Periode | 20.711.388,10 | 65.820.775,65 |
| Zusammensetzung des Finanzmittelbestandes am Ende der Periode |
||
| Zahlungsmittel | 19.852.614,77 | 11.139.348,87 |
| Zahlungsmitteläquivalente | 1.408.773,33 | 54.981.426,78 |
| Verpfändete liquide Mittel | –550.000,00 | –300.000,00 |
| 20.711.388,10 | 65.820.775,65 |
KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG
| in Euro | Gezeichnetes Kapital |
Kapitalrücklage | Sonstige Rücklagen |
Bilanzgewinn/ -verlust |
Eigene Aktien | Eigenkapital Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Stand am | ||||||
| 01. Januar 2007 | 8.872.319,00 | 41.143.321,36 | 21.690,02 | 10.614.350,65 | 0,00 | 60.651.681,03 |
| Eigene Anteile | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | –11.334.809,65 | –11.334.809,65 |
| Aktienbasierte | ||||||
| Vergütung | 0,00 | 0,00 | 36.085,00 | 0,00 | 0,00 | 36.085,00 |
| Nicht realisierte | ||||||
| Gewinne | 0,00 | 0,00 | 96.800,86 | 0,00 | 0,00 | 96.800,86 |
| Fremdwährungs umrechnung |
0,00 | 0,00 | –91.632,39 | 0,00 | 0,00 | –91.632,39 |
| Summe des direkt im Eigenkapital |
||||||
| erfassten Ergebnisses | 0,00 | 0,00 | 5.168,47 | 0,00 | 0,00 | 5.168,47 |
| Periodenergebnis 2007 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 6.271.858,43 | 0,00 | 6.271.858,43 |
| Gesamtes Periodenergebnis 2007 |
0,00 | 0,00 | 5.168,47 | 6.271.858,43 | 0,00 | 6.277.026,90 |
| Stand am | ||||||
| 01. Januar 2008 | 8.872.319,00 | 41.143.321,36 | 62.943,49 | 16.886.209,08 –11.334.809,65 | 55.629.983,28 | |
| Eigene Anteile | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | –3.393.938,31 | –3.393.938,31 |
| Aktienbasierte Vergütung |
0,00 | 0,00 | 23.315,00 | 0,00 | 0,00 | 23.315,00 |
| Dividendenausschüttung | 0,00 | 0,00 | –3.992.544,00 | 0,00 | –3.992.544,00 | |
| Nicht realisierte | ||||||
| Gewinne | 0,00 | 0,00 | 133.377,26 | 0,00 | 0,00 | 133.377,26 |
| Fremdwährungs umrechnung |
0,00 | 0,00 | –83.916,38 | 0,00 | 0,00 | –83.916,38 |
| Summe des direkt im Eigenkapital |
||||||
| erfassten Ergebnisses | 0,00 | 0,00 | 49.460,88 | 0,00 | 0,00 | 49.460,88 |
| Periodenergebnis 2008 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 6.605.576,93 | 0,00 | 6.605.576,93 |
| Gesamtes Periodenergebnis 2008 |
0,00 | 0,00 | 49.460,88 | 6.605.576,93 | 0,00 | 6.655.037,81 |
| Stand am 31. Dezember 2008 |
8.872.319,00 | 41.143.321,36 | 135.719,37 | 19.499.242,01 –14.728.747,96 | 54.921.853,78 |
Konzernanhang zum 31. Dezember 2008 nach International Financial Reporting Standards (IFRS)
1 Allgemeines
Die Tipp24 AG, Hamburg (im Folgenden Tipp24 AG), wurde 1999 in Hamburg gegründet. Die Tipp24 AG stellt das Mutterunternehmen des Konzerns (im Folgenden Tipp24) dar, welcher aus den weiteren Konzerngesellschaften GSG Lottery Systems GmbH, Hamburg (im Folgenden GSG), Schumann e. K., Hamburg (im Folgenden Schumann e. K.), Tipp24 Entertainment GmbH (im Folgenden Tipp24 Entertainment), Ventura24 S.L., Madrid, Spanien (im Folgenden Ventura24), Puntogioco24 S.r.l., Monza, Italien, (im Folgenden Puntogioco24), Giochi24 S.r.l., Monza, Italien, (im Folgenden Giochi24), MyLotto24 Ltd., London, Großbritannien (im Folgenden MyLotto24), Tipp24 Services Ltd., London, Großbritannien (im Folgenden Tipp24 Services) und Tipp24 Operating Services Ltd., London, Großbritannien (im Folgenden Tipp24 Operating Services) besteht.
Tipp24 war bis Ende des Jahres 2008 im Wesentlichen als gewerblicher Spielvermittler tätig und vermittelt die Teilnahme an fast allen Glücksspielen der staatlichen und staatlich konzessionierten Lotterien über das Internet. Wir ermöglichen es unseren Kunden, Spielscheine 24 Stunden am Tag einfach und bequem über das Internet abzugeben. Den Kunden werden dabei neben umfangreichen Informationen Serviceleistungen, wie die Gewinnbenachrichtigungen per SMS oder E-Mail mit dem sich anschließenden automatisierten Gewinneinzug bei den Spielveranstaltern, angeboten. Seit der Gründung ist Tipp24 stetig gewachsen, wobei wir den Aufbau des Geschäfts zunächst aus Gesellschaftermitteln
finanzierten. Seit 2002 arbeiten wir profitabel. Während sich die Geschäftstätigkeit zunächst ausschließlich auf Deutschland konzentrierte, etablierten wir 2002 unsere Tochtergesellschaften Ventura24 auf dem spanischen, 2005 Puntogioco24 auf dem italienischen Markt und 2007 MyLotto24 auf dem englischen Markt. In 2008 wurde die Tipp24 Entertainment gegründet, die auf der Seite www.tipp24games.de ein Portal für online-Spiele, sogenannte Skill Based Games, anbietet. Der Geschäftsbetrieb wird überwiegend in Deutschland über die Website www.tipp24.com, in Spanien über www.ventura24.es, in Italien über www.puntogioco24.it und in Großbritannien über die www.mylotto24.co.uk abgewickelt. Der Firmensitz der Tipp24 AG befindet sich in der Falkenried-Piazza, Straßenbahnring 11–13, 20251 Hamburg, Deutschland.
Der Bilanzstichtag ist der 31. Dezember 2008. Das Geschäftsjahr 2008 umfasste den Zeitraum vom 1. Januar 2008 bis zum 31. Dezember 2008.
Seit dem 12. Oktober 2005 ist die Tipp24 AG an der Frankfurter Wertpapierbörse (Prime Standard) notiert.
Der vorliegende Konzernabschluss zum 31. Dezember 2008 wurde mit Beschluss des Vorstands vom 20. Februar 2009 aufgestellt und zur Veröffentlichung freigegeben. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit der Hauptversammlung, den Konzernabschluss nach der Freigabe zur Veröffentlichung noch zu ändern.
2 Allgemeine Grundsätze der Rechnungslegung
Die wesentlichen Grundsätze der Rechnungslegung, die die Gesellschaft bei der Aufstellung des Konzernabschlusses angewendet hat, werden im Folgenden dargestellt:
2.1 Darstellung der wesentlichen Bilanzierungsund Bewertungsgrundlagen
2.1.1 Allgemeines
Der Konzernabschluss der Tipp24 AG zum 31. Dezember 2008 wurde unter Berücksichtigung der am Abschlussstichtag gültigen IFRS und IFRIC des International Accounting Standards Board (IASB), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt.
Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen grundsätzlich den im Vorjahr angewandten Methoden mit folgenden Ausnahmen:
Der Konzern hat zum 1. Januar 2008 die nachfolgend aufgelisteten neuen IFRS-Standards und Interpretationen erstmalig angewandt. Aus der Anwendung dieser neuen IFRS-Interpretationen ergaben sich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.
Änderungen zu IAS 39 »Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung« und IFRS 7 »Finanzinstrumente: Angaben«:
Die Änderungen zu IAS 39 und IFRS 7 wurden im Oktober 2008 veröffentlicht und traten rückwirkend zum 1. Juli 2008 in Kraft. Die Änderungen ermöglichen in bestimmten Fällen Umklassifizierungen von nicht-derivativen finanziellen Vermögenswerten. Diese Änderung hatte keine Auswirkung auf den Konzernabschluss.
- • IFRIC 11: IFRS 2 Geschäfte mit eigenen Aktien und Aktien von Konzernunternehmen: Da der Konzern keine Instrumente ausgegeben hat, die in den Anwendungsbereich dieser Interpretation fallen, hat diese Interpretation keine Auswirkung auf den Konzernabschluss.
- • IFRIC 12: Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen: Da kein Unternehmen des Konzerns Inhaber von Konzessionen ist, hat diese Interpretation keine Auswirkung auf den Konzernabschluss.
- • IFRIC 14: IAS 19 Die Begrenzung eines leistungsorientierten Vermögenswertes, Mindestdotierungsverpflichtungen und ihre Wechselwirkung: Da der Konzern derzeit keine Pensionszusagen gegeben hat, ergeben sich aus dieser Interpretation keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.
Ferner hat Tipp24 den folgenden IFRS-Standard zum 1. Januar 2008 vorzeitig angewandt:
- • IFRS 8 Geschäftssegmente tritt am 1. Januar 2009 in Kraft
- Aus der Anwendung dieses Standards ergeben sich keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Die wesentlichen Auswirkungen dieser Änderungen stellen sich wie folgt dar:
IFRS 8 Geschäftssegmente: Der IASB hat IFRS 8 im November 2006 veröffentlicht. Ab dem Zeitpunkt seines Inkrafttretens ersetzt IFRS 8 IAS 14 Segmentberichterstattung (IAS 14). Tipp24 hat diese Änderung zum 1. Januar 2008 vorzeitig angewandt. Angaben gemäß IFRS 8 sind mit angepassten Vergleichsinformationen in Abschnitt 4 ausgewiesen. Tipp24 verfügt nicht über eine komplexe Struktur von Geschäftsfeldern. Aus diesem Grund entsprechen die gemäß IFRS 8 im Konzern identifizierten Geschäftssegmente den zuvor gemäß IAS 14 identifizierten Geschäftssegmenten.
Tipp24 hat die folgenden veröffentlichten, aber noch nicht verpflichtend anzuwendenden Standards nicht angewandt. Aus der künftigen Anwendung dieser Bestimmungen werden sich keine Auswirkungen auf die Ertrags- oder Finanzlage des Konzerns ergeben. Sie führen jedoch ggf. zu zusätzlichen Angaben:
Änderungen zu IFRS 1 Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards und IAS 27 Konzernund separate Einzelabschlüsse nach IFRS: Die Änderungen zu IFRS 1 erlauben einem Unternehmen, die »Anschaffungskosten« der Beteiligungen an Tochterunternehmen, gemeinsam geführten Unternehmen oder assoziierten Unternehmen in seiner IFRS-Eröffnungsbilanz in Übereinstimmung mit IAS 27 oder unter Verwendung der nach vorher angewandten Rechnungslegungsvorschriften ausgewiesenen Beträge bzw. der beizulegenden Zeitwerte als Ersatz für Anschaffungskosten zu bestimmen. Die Änderung zu IAS 27 verlangt, dass sämtliche Dividenden von Tochterunternehmen, gemeinschaftlich geführten Unternehmen oder assoziierten Unternehmen im separaten Einzelabschluss erfolgswirksam erfasst werden. Beide Überarbeitungen sind erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2009 beginnen. Die Änderung von IAS 27 ist prospektiv anzuwenden. Die neuen Anforderungen haben keine Auswirkung auf den Konzernabschluss.
IFRS 2 Aktienbasierte Vergütung: Der IASB hat im Januar 2008 eine Änderung zu IFRS 2 veröffentlicht, worin Ausübungsbedingungen präziser definiert werden und die bilanzielle Behandlung wirksam annullierter Zusagen geregelt wird. Der Konzern erwartet keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, da keine Ereignisse eingetreten sind, die in den Anwendungsbereich dieser Neuregelung fallen.
IFRS 3R Unternehmenszusammenschlüsse und IAS 27R Konzern- und separate Einzelabschlüsse nach IFRS: Die überarbeiteten Standards wurden im Januar 2008 veröffentlicht und sind erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnen. Der Standard führt Änderungen in der bilanziellen Behandlung von nach diesem Zeitpunkt stattfindenden Unternehmenszusammenschlüssen ein, die sich auf die Ansatzhöhe des Geschäfts- oder Firmenwerts, auf die Ergebnisse des Berichtszeitraums, in dem ein Unternehmenserwerb erfolgt ist, und auf künftige Ergebnisse auswirken werden. IAS 27R schreibt vor, dass eine Veränderung der Beteiligungshöhe an einem Tochterunternehmen (ohne Verlust der Beherrschung) als Eigenkapitaltransaktion bilanziert wird. Die Änderungen gemäß IFRS 3R und IAS 27R werden sich auf künftige Erwerbe, Verluste von Beherrschung und Transaktionen mit Minderheitsanteilen auswirken.
IAS 1 Darstellung des Abschlusses (überarbeitet): Der überarbeitete Standard wurde im September 2007 veröffentlicht und ist erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2009 beginnen. Der Standard verlangt separate Darstellungen für Eigenkapitalveränderungen, die aus Transaktionen mit den Anteilseignern in ihrer Eigenschaft als Eigenkapitalgeber entstehen, und sonstige Eigenkapitalveränderungen. Die Eigenkapitalveränderungsrechnung umfasst sämtliche Details zu Geschäftsvorfällen mit Anteilseignern, während sämtliche übrigen Eigenkapitalveränderungen in einer einzigen Zeile dargestellt werden. Zudem führt der Standard eine Darstellung des Gesamtperiodenerfolgs ein, in der sämtliche erfassten Erfolgsbestandteile entweder in einer einzigen Aufstellung oder aber in zwei miteinander verbundenen Aufstellungen dargestellt werden. Der Konzern hat noch nicht entschieden, ob er die Darstellung des Gesamtperiodenerfolgs in einer oder zwei Aufstellungen darstellen wird.
IAS 23 Fremdkapitalkosten (überarbeitet): Der IASB hat im April 2007 eine Änderung zu IAS 23 veröffentlicht. Der überarbeitete IAS 23 fordert eine Aktivierung von Fremdkapitalkosten, die dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts direkt zugerechnet werden können. Da der Konzern derzeit kein Fremdkapital zur Finanzierung von qualifizierten Vermögenswerten einsetzt, werden aus dieser Änderung keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss erwartet.
IAS 32 Finanzinstrumente: Darstellung und IAS 1 Darstellung des Abschlusses – Kündbare Finanzinstrumente und Verpflichtungen im Fall der Liquidation: Diese Änderungen zu IAS 32 und IAS 1 wurden im Februar 2008 veröffentlicht und sind erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2009 beginnen. Die Überarbeitungen erlauben in geringem Umfang Ausnahmen, die eine Klassifizierung kündbarer Finanzinstrumente als Eigenkapital gestatten, sofern sie bestimmte Kriterien erfüllen. Die Änderungen der Standards werden sich nicht auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns auswirken, da der Konzern keine derartigen Instrumente ausgegeben hat.
IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung – Qualifizierende Grundgeschäfte: Diese Änderungen zu IAS 39 wurden im August 2008 veröffentlicht und sind erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnen. Die Änderung konkretisiert, wie die in IAS 39 enthaltenen Prinzipien zur Abbildung von Sicherungsbeziehungen auf die Designation eines einseitigen Risikos in einem Grundgeschäft sowie auf die Designation von Inflationsrisiken als Grundgeschäft anzuwenden sind. Es wird klargestellt, dass es zulässig ist, lediglich einen Teil der Änderungen des beizulegenden Zeitwerts oder der Cashflow-Schwankungen eines Finanzinstruments als Grundgeschäft zu designieren. Der Konzern geht davon aus, dass die Änderung sich nicht auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns auswirken wird, da der Konzern keine derartigen Geschäfte eingegangen ist.
Verbesserungen zu IFRS 2008: Im Mai 2008 veröffentlichte der Board erstmals einen Sammelstandard zur Änderung verschiedener IFRS Standards mit dem primären Ziel, Inkonsistenzen zu beseitigen und Formulierungen klarzustellen. Der Konzern hat die folgenden Änderungen noch nicht angewandt und geht davon aus, dass diese Änderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf den Abschluss haben werden.
- • IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben: Streichung des Verweises auf »Gesamtzinserträge« als Komponente der Finanzierungskosten.
- • IAS 1 Darstellung des Abschlusses: In Übereinstimmung mit IAS 39 werden als zu Handelszwecken gehalten klassifizierte Vermögenswerte und Schuldenwerden in der Bilanz nicht automatisch als kurzfristig klassifiziert. Da der Konzern keine als zu Handelszwecken gehalten klassifizierten Vermögenswerte und Schuldwerte hält, werden aus dieser Änderung keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss erwartet.
- • IAS 8 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Änderungen von Schätzungen und Fehler: Es wird klargestellt, dass nur Anwendungsleitlinien, die einen integralen Bestandteil der IFRS darstellen, bei der Auswahl der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verpflichtend zu beachten sind.
- • IAS 10 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag: Es wird klargestellt, dass nach Ende der Berichtsperiode beschlossene Dividenden keine Verpflichtungen darstellen.
-
• IAS 16 Sachanlagen: Zur Vermietung gehaltene Sachanlagen, die üblicherweise nach der Vermietung im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit veräußert werden, werden in die Vorräte umgebucht, wenn sie nach Ende der Vermietung zur Veräußerung gehalten werden. Zudem wurde der Begriff »Nettoveräußerungspreis« durch den Ausdruck »beizulegender Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten« ersetzt. Der Konzern erwartet keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.
-
• IAS 18 Erträge: Der Begriff »direkte Kosten« wird durch »Transaktionskosten« im Sinne des IAS 39 ersetzt.
- • IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer: Überarbeitung der Definitionen von »nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand«, »Erträge aus Planvermögen« und »kurzfristig fällige« bzw. »andere langfristig fällige« Leistungen für Arbeitnehmer. Planänderungen, die in einer Reduzierung der Leistungen für in künftigen Perioden zu erbringende Arbeitsleistungen resultieren, werden als Plankürzung bilanziert. Der Hinweis auf die Erfassung von Eventualschulden wurde gestrichen, um Übereinstimmung mit IAS 37 zu gewährleisten.
- • IAS 20 Bilanzierung und Darstellung von Zuwendungen der öffentlichen Hand: In der Zukunft gewährte zinslose oder niedrig verzinsliche Darlehen werden nicht von der Anforderung zur Berechnung des Zinsvorteils befreit. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem erhaltenen Betrag und dem abgezinsten Betrag wird als Zuwendung der öffentlichen Hand bilanziert. Zudem wurden einige Formulierungen überarbeitet, um Konsistenz mit anderen IFRS zu gewährleisten.
- • IAS 23 Fremdkapitalkosten: Die Definition von Fremdkapitalkosten wurde dahingehend überarbeitet, als die Leitlinien in IAS 39 zum Effektivzinssatz übernommen werden. Der Konzern erwartet keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.
- • IAS 27 Konzern- und separate Einzelabschlüsse nach IFRS: Bilanziert ein Mutterunternehmen in seinem Einzelabschluss ein Tochterunternehmen in Übereinstimmung mit IAS 39 zum beizulegenden Zeitwert, wird diese Behandlung beibehalten, wenn das Tochterunternehmen nachfolgend als zur Veräußerung gehalten klassifiziert wird.
- • IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen: Wird ein assoziiertes Unternehmen in Übereinstimmung mit IAS 39 zum beizulegenden Zeitwert bilanziert, finden nur die Anforderungen des IAS 28 Anwendung, wonach Art und Umfang erheblicher Beschränkungen der Fähigkeit des assoziierten Unternehmens, Finanzmittel in Form von Barmitteln oder Darlehenstilgungen an das Unternehmen zu transferieren, anzugeben sind. Diese Änderung wirkt sich nicht auf den Konzern aus, da im Konzern keine assoziierten Unternehmen bestehen.
- • IAS 29 Rechnungslegung in Hochinflationsländern: Überarbeitung des Hinweises auf die Ausnahme von der Bewertung von Vermögenswerten und Schulden zu historischen Anschaffungskosten dahingehend, dass lediglich die Sachanlagen als Beispiel angeführt werden, anstatt den Eindruck zu erwecken, dass die Liste Anspruch auf Vollständigkeit erhebe. Zudem wurden einige Formulierungen überarbeitet, um Konsistenz mit anderen IFRS zu gewährleisten.
- • IAS 31 Anteile an Joint Ventures: Wird ein Joint Venture in Übereinstimmung mit IAS 39 zum beizulegenden Zeitwert bilanziert, finden nur die Anforderungen des IAS 31 Anwendung, wonach die Verpflichtungen des Partnerunternehmens und des
Joint Ventures sowie eine Zusammenfassung der Finanzinformationen über die Vermögenswerte, Schulden, Erträge und Aufwendungen anzugeben sind. Diese Änderung wirkt sich nicht auf den Konzern aus, da im Konzern keine Joint Ventures bestehen.
- • IAS 34 Zwischenberichterstattung: Fällt ein Unternehmen in den Anwendungsbereich des IAS 33, wird das Ergebnis je Aktie im Zwischenbericht angegeben.
- • IAS 36 Wertminderung von Vermögenswerten: Sofern der »beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten« auf Basis eines Discounted-Cashflow-Modells ermittelt wird, sind zusätzliche Angaben zum Diskontierungssatz erforderlich, entsprechend den Pflichtangaben, wenn ein Discounted-Cashflow-Modell zur Ermittlung des »Nutzungswerts« herangezogen wird. Diese Änderung wird im Konzernabschluss zu zusätzlichen Angaben führen.
- • IAS 38 Immaterielle Vermögenswerte: Ausgaben für Werbekampagnen und Maßnahmen der Verkaufsförderung werden als Aufwand erfasst, wenn der Konzern das Recht auf Zugang zu den Waren oder die Dienstleistungen erhalten hat. Diese Änderung wirkt sich nicht auf den Konzern aus, da derartige Maßnahmen zur Verkaufsförderung nicht durchgeführt werden.
- • IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung: Derivate können nach der erstmaligen Erfassung aufgrund von veränderten Umständen als »erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet« designiert oder aus dieser Kategorie entfernt werden, weil es sich hierbei nicht um eine Umwidmung i. S. d. IAS 39 handelt. In IAS 39 wurde der Hinweis auf ein »Segment« in Bezug auf die Feststellung gestrichen, ob ein Instrument die Kriterien eines Sicherungsinstruments erfüllt. Die Verwendung des neu berechneten Effektivzinssatzes wird vorgeschrieben, wenn ein Schuldinstrument nach Ende der Bilanzierung der Sicherungsbeziehung zur Absicherung des beizulegenden Zeitwerts neu bewertet wird.
- • IAS 40 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien: Überarbeitung des Anwendungsbereichs dahingehend, dass Immobilien, die für die zukünftige Nutzung als Finanzinvestition erstellt oder entwickelt werden, als »als Finanzinvestition gehaltene Immobilien« klassifiziert werden. Kann der beizulegende Zeitwert nicht verlässlich bestimmt werden, werden die im Bau befindlichen Immobilien zu Herstellungskosten bewertet bis der beizulegende Zeitwert ermittelt werden kann oder der Bau abgeschlossen ist. Die Bedingungen für eine freiwillige Änderung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden stimmen jetzt mit IAS 8 überein. Es wird klargestellt, das der Buchwert einer geleasten, als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien, dem beizulegenden Zeitwert zuzüglich etwaiger erfasster Verbindlichkeiten entspricht.
- • IAS 41 Landwirtschaft: Streichung des Hinweises auf die Verwendung eines Abzinsungssatzes vor Steuern für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts. Streichung des Verbots, bei der Schätzung des beizulegenden Zeitwerts die Cashflows
zu berücksichtigen, die sich aus zusätzlichen Transformationen ergeben. Außerdem wurde der Begriff »Verkaufskosten« durch »Veräußerungskosten« ersetzt.
IFRIC 13 Kundenbindungsprogramme: Das IFRIC hat IFRIC 13 im Juni 2007 veröffentlicht. Gemäß dieser Interpretation sind Treuegutschriften für Kunden als separater Bestandteil der Umsatztätigkeit zu bilanzieren, im Rahmen derer sie gewährt wurden. Ein Teil des beizulegenden Zeitwerts der erhaltenen Gegenleistung wird den Prämienanrechten zugeordnet und abgegrenzt. Dieser Teil wird anschließend in der Berichtsperiode als Ertrag erfasst, in der die Prämiengutschriften eingelöst werden. Der Konzern verfügt über keine derartigen Kundenbindungsprogramme.
IFRIC 15 Vereinbarungen über die Errichtung von Immobi-
lien: IFRIC Interpretation 15 wurde im Juli 2008 veröffentlicht und ist erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2009 beginnen. Diese Interpretation ist rückwirkend anzuwenden. Sie stellt klar, wann und wie Erträge aus der Veräußerung einer Immobilieneinheit und damit verbundene Aufwendungen zu erfassen sind, falls ein Projektentwickler und ein Käufer vor Fertigstellung der Immobilie eine Vereinbarung treffen. Außerdem gibt diese Interpretation Leitlinien zur Bestimmung, ob eine Vereinbarung in den Anwendungsbereich von IAS 11 oder in den Anwendungsbereich von IAS 18 fällt. IFRIC 15 wird keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben, da der Konzern derartige Geschäftstätigkeit nicht durchführt.
IFRIC 16 Absicherung einer Nettoinvestition in einem ausländischen Geschäftsbetrieb
IFRIC 16 wurde im Juli 2008 veröffentlicht und ist erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Oktober 2008 beginnen. Die Interpretation ist prospektiv anzuwenden. IFRIC 16 vermittelt Leitlinien für die Bilanzierung einer Absicherung einer Nettoinvestition. Die Interpretation vermittelt Leitlinien für die Identifizierung der Fremdwährungsrisiken, die im Rahmen der Absicherung einer Nettoinvestition abgesichert werden können, welche Konzernunternehmen die Sicherungsinstrumente zur Absicherung der Nettoinvestition halten können und wie ein Unternehmen den Fremdwährungsgewinn oder -verlust aus der Nettoinvestition und dem Sicherungsinstrument zu ermitteln hat, der bei Veräußerung der Nettoinvestition umzugliedern ist. Der Konzern beurteilt derzeit, welche Bilanzierungs- und Bewertungsmethode für die Umgliederung bei Veräußerung der Nettoinvestition angewendet werden soll.
IFRIC 17 Sachdividenden an Gesellschafter: IFRIC 17 wurde im November 2008 veröffentlicht und ist erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnen. Der Konzern erwartet derzeit keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.
2.1.2 Grundlage der Erstellung
Der Konzernabschluss wurde auf Basis der historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten erstellt. Ausgenommen davon sind zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte, die mit dem beizulegenden Zeitwert bilanziert wurden.
2.1.3 Berichtswährung
Die Berichtswährung lautet auf Euro. Der Ausweis erfolgt, sofern nicht anders angegeben, in ganzen Euro-Zahlen mit Cent-Angaben. Rundungsdifferenzen entstehen im Einzelfall durch die Darstellung in Tsd. Euro.
2.1.4 Schätzungen und Annahmen
Die IFRS-Bilanzierung verlangt die Vornahme von Schätzungen und Annahmen, die in die bilanzierten Beträge und Anhangangaben einfließen. Wesentliche Annahmen und Schätzungen werden für die konzerneinheitlichen Nutzungsdauern des Anlagevermögens, die Realisierbarkeit von Forderungen und die Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen getroffen. Die tatsächliche Entwicklung kann von diesen Schätzungen abweichen.
Darüber hinaus bestehen insbesondere folgende zukunftsbezogene Annahmen sowie sonstige am Stichtag bestehende Schätzungsunsicherheiten aufgrund derer ein Risiko besteht, dass eine künftige Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden erforderlich sein kann:
Aktienbasierte Vergütung
Die Kosten aus der Gewährung von Aktienoptionen an Mitarbeiter werden im Konzern mit dem beizulegenden Zeitwert dieser Aktienoptionen zum Zeitpunkt ihrer Gewährung bewertet. Zur Schätzung des beizulegenden Zeitwerts wurde ein Bewertungsverfahren bestimmt; dieses ist abhängig von den Bedingungen der Gewährung. Es ist weiterhin die Bestimmung geeigneter in dieses Bewertungsverfahren einfließender Daten, darunter insbesondere die voraussichtliche Optionslaufzeit, Volatilität und Dividendenrendite, sowie entsprechender Annahmen erforderlich. Die Annahmen und angewandten Verfahren sind in der Anhangangabe 17.4 ausgewiesen.
Aktive latente Steuern
Aktive latente Steuern werden für alle nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass hierfür zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, sodass die Verlustvorträge tatsächlich genutzt werden können. Bei der Ermittlung der Höhe der aktiven latenten Steuern ist eine Ermessensausübung der Unternehmensleitung bezüglich des erwarteten Eintrittszeitpunkts und der Höhe des künftig zu versteuernden Einkommens sowie der zukünftigen Steuerplanung erforderlich. Weitere Einzelheiten sind in der Anhangangabe 22 dargestellt.
Entwicklungskosten
Entwicklungskosten für immaterielle Vermögenswerte werden entsprechend der in Anhangangabe 2.1.6 dargestellten Bilanzierungsund Bewertungsmethode aktiviert. Die erstmalige Aktivierung der Kosten beruht auf Einschätzungen des Managements, dass die technische und wirtschaftliche Realisierbarkeit nachgewiesen ist. Für Zwecke der Ermittlung des voraussichtlichen künftigen Nutzens trifft das Management Annahmen über die Höhe der erwarteten künftigen Cashflows aus Vermögenswerten, die anzuwendenden Abzinsungssätze und den Zeitraum des Zuflusses von erwarteten zukünftigen Cashflows, die die Vermögenswerte generieren.
2.1.5 Konsolidierungsgrundsätze
In den Konzernabschluss einbezogen sind die Tipp24 AG als Muttergesellschaft und die von ihr beherrschten Tochterunternehmen. Ein beherrschender Einfluss wird vermutet, wenn die Muttergesellschaft über mehr als 50 % der Stimmrechte einer Gesellschaft verfügt und in der Lage ist, die Finanz- und Geschäftspolitik zu ihrem Nutzen zu gestalten. Die Tipp24 AG hält jeweils (direkt oder indirekt) 100 % der Anteile an der GSG, der Ventura24, der Puntogioco24, der Giochi24, der MyLotto24, der Tipp24 Operating Services sowie der Tipp24 Services.
Die Tipp24 AG hält weder eine Kapitalbeteiligung, noch verfügt sie über Stimmrechte an der Schumann e. K.. Dennoch wurde die Schumann e. K. nach IAS 27 und SIC 12.10 in den Konzernabschluss einbezogen, weil
- • die Geschäftstätigkeit der Schumann e. K. im Wesentlichen zugunsten der Tipp24 AG erfolgt,
- • die Tipp24 AG über die Entscheidungsmacht und die Rechte verfügt, um die Mehrheit der Vorteile aus der Geschäftstätigkeit der Schumann e. K. ziehen zu können sowie
- • die eigentümertypischen und kreditgebertypischen Risiken durch Vertrag von der Tipp24 AG getragen werden.
Konzerninterne Aufwendungen und Erträge, Gewinne aus Geschäften zwischen Konzerngesellschaften sowie die zwischenkonsolidierten Gesellschaften bestehenden Forderungen und Verbindlichkeiten werden eliminiert.
Für den Konzernabschluss werden die gleichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze für gleiche Geschäftsvorfälle und Ereignisse unter ähnlichen Bedingungen zugrunde gelegt. Die Abschlüsse aller in den Konsolidierungskreis einbezogenen Gesellschaften sind auf den Abschlussstichtag des Mutterunternehmens aufgestellt. Dieser entspricht dem Konzernstichtag.
2.1.6 Immaterielle Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte werden bei Zugang zu ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Immaterielle Vermögenswerte werden ausgewiesen, wenn es wahrscheinlich ist, dass der dem Vermögenswert zuzuordnende künftige wirtschaftliche Nutzen dem Unternehmen zufließen wird und wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Vermögenswertes zuverlässig bemessen werden können. Nach dem anfänglichen Ausweis werden immaterielle Vermögenswerte zu ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich der kumulierten planmäßigen Abschreibungen und der kumulierten Wertminderungsaufwendungen bewertet. Immaterielle Vermögenswerte werden linear über die geschätzte Nutzungsdauer abgeschrieben. Der Abschreibungszeitraum und die -methode werden jährlich zum Ende eines Geschäftsjahres überprüft. Immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmbaren Nutzungsdauer sind im Konzern nicht vorhanden.
Im Konzernabschluss werden entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte ausgewiesen. Darüber hinaus werden im Rahmen selbst erstellter immaterieller Vermögenswerte Entwicklungskosten aktiviert. Die geschätzte Nutzungsdauer der immateriellen Vermögenswerte variiert zwischen drei und fünf Jahren.
Patente, Schutzrechte und Lizenzen
Patente, Schutzrechte und Lizenzen werden mit den Anschaffungskosten aktiviert und linear über die voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer für Patente, Schutzrechte und Lizenzen beträgt zwischen drei und fünf Jahren.
Software
Kosten für die Anschaffung von neuer Software werden aktiviert und bei den immateriellen Vermögenswerten ausgewiesen, sofern diese Kosten nicht als Bestandteil der zugehörigen Hardware zu betrachten sind. Software wird linear über eine Nutzungsdauer von drei Jahren abgeschrieben.
Kosten, die entstanden sind, um den zukünftigen wirtschaftlichen Nutzen, den ein Unternehmen von dem ursprünglich bemessenen Leistungsgrad vorhandener Softwaresysteme erwarten kann, wiederherzustellen oder zu bewahren, sind als Aufwand zu erfassen, wenn die Arbeiten zur Wiederherstellung oder Bewahrung ausgeführt wurden.
Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen
Aufwendungen für Forschung und Entwicklung von selbst entwickelter Software werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie angefallen sind. Eine Ausnahme bilden aktivierungsfähige Entwicklungskosten, sofern sie die folgenden Kriterien vollständig erfüllen:
- • Das Produkt oder das Verfahren sind klar definiert und die zurechenbaren Kosten können einzeln identifiziert und verlässlich ermittelt werden.
- • Die technische Umsetzung des Produkts ist wahrscheinlich.
- • Das Unternehmen hat die Absicht, den immateriellen Vermögenswert fertig zu stellen sowie ihn zu nutzen oder zu verkaufen.
- • Das Unternehmen hat die Fähigkeit, die immateriellen Vermögenswerte zu nutzen oder zu verkaufen und das Produkt soll verkauft oder für interne Geschäftszwecke genutzt werden.
- • Ein potenzieller Absatzmarkt bei beabsichtigtem Verkauf bzw. ein wirtschaftlicher Nutzen bei interner Verwendung existiert.
- • Angemessene technische, finanzielle und organisatorische Ressourcen, die zur Vollendung des Projekts benötigt werden, sind vorhanden.
- • Das Unternehmen kann den voraussichtlichen künftigen wirtschaftlichen Nutzen des Vermögenswertes nachweisen.
In 2008 wurden Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von 3.374 Tsd. Euro im Vergleich zu 3.051 Tsd. Euro in 2007 als Aufwand erfasst. Die Gesellschaft hat solche Entwicklungskosten aktiviert, die die Kriterien nach IAS 38.57 erfüllten. Hierbei handelt es sich ausschließlich um extern zugekaufte Bestandteile und Dienstleistungen.
2.1.7 Sachanlagen
Sachanlagen werden gem. IAS 16 als Vermögenswert angesetzt, wenn es wahrscheinlich ist, dass ein mit ihm verbundener künftiger wirtschaftlicher Nutzen dem Unternehmen zufließen wird und die Anschaffungs- und Herstellungskosten verlässlich ermittelt werden können. Die Sachanlagen sind mit den Anschaffungs- und Herstellungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger und außerplanmäßiger Abschreibungen zu bewerten. Wenn Sachanlagen veräußert werden oder ausscheiden, werden deren Anschaffungskosten und deren kumulierte Abschreibungen aus der Bilanz ausgebucht und der aus ihrem Verkauf resultierende Gewinn oder Verlust in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Die Anschaffungs- und Herstellungskosten des Sachanlagevermögens beinhalten den Kaufpreis, Importzölle und sonstige nicht erstattungsfähige Steuern sowie alle direkt zurechenbaren Kosten, die entstehen, um den Vermögenswert in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen. Kaufpreisminderungen wie Rabatte, Boni, Skonti werden vom Kaufpreis abgezogen. Nachträglich anfallende Kosten wie Wartungs- und Instandhaltungskosten werden in der Periode, in der sie anfallen, aufwandswirksam erfasst. Wenn solche Kosten nachweislich zu einer Steigerung des zukünftigen wirtschaftlichen Nutzens führen, der aus dem Gebrauch des Vermögenswertes resultiert und der über dem ursprünglichen Leistungsvolumen liegt, werden die Kosten als nachträgliche Anschaffungs- und Herstellungskosten angesetzt.
Das Sachanlagevermögen umfasst ausschließlich Gegenstände der Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die Abschreibung erfolgt linear. Folgende Nutzungsdauern liegen den einzelnen Gruppen von Sachanlagen zugrunde:
| Jahre | |
|---|---|
| Technische Ausstattung | 2–14 |
| Büro- und Geschäftsausstattung | 3–25 |
2.1.8 Wertminderung und Wertaufholung von langfristigen Vermögenswerten
Der Wertansatz von Gegenständen des Sachanlagevermögens sowie von immateriellen Vermögenswerten wird jährlich überprüft bzw. wenn Anzeichen für eine Wertminderung vorliegen. Wenn der Wertansatz eines Vermögenswertes seinen erzielbaren Betrag übersteigt, wird eine außerplanmäßige Abschreibung vorgenommen. Der erzielbare Betrag ist der jeweils höhere Betrag seines Nettoverkaufspreises oder seines Nutzungswertes. Der Nettoverkaufspreis ist der aus einem Verkauf zu marktüblichen Bedingungen erzielbare Betrag; der Nutzungswert ist der Barwert der erwarteten Erträge aus dem weiteren Gebrauch des Vermögenswertes und dem Verkaufswert am Ende der Nutzungsdauer. Der Nutzungswert wird für jeden Vermögenswert einzeln bzw. für die entsprechende Zahlungsmittel generierende Einheit ermittelt.
2.1.9 Leasing
Finanzierungs-Leasing
Finanzierungs-Leasing liegt bei den Vermögenswerten vor, bei denen im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken auf die Gesellschaft übergegangen sind. Das Unternehmen setzt bei Finanzierungs-Leasingverhältnissen die Vermögenswerte und Schulden in gleicher Höhe in seiner Bilanz an, und zwar in Höhe des zu Beginn des Leasingverhältnisses beizulegenden Zeitwerts des Leasingobjekts oder mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen, sofern dieser Wert niedriger ist. Bei der Berechnung des Barwertes der Mindestleasingzahlungen dient der dem Leasingverhältnis zugrunde liegende Zinssatz als Abzinsungsfaktor, soweit er in praktikabler Weise ermittelt werden kann. Ansonsten wird auf den Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingnehmers zurückgegriffen. Bei Beginn des Leasingverhältnisses entstandene Einzelkosten werden als Teil des Vermögenswertes aktiviert. Leasingzahlungen werden in die Finanzierungskosten und den Tilgungsanteil der Restschuld aufgeteilt. Die Finanzierungskosten werden so über die Laufzeit des Leasingverhältnisses verteilt, dass über die Perioden ein konstanter Zinssatz auf die verbliebene Schuld entsteht.
Die Finanzierungs-Leasingverhältnisse führen in jeder Periode zu einem Abschreibungsaufwand des Vermögenswertes sowie zu einem Finanzierungsaufwand. Die Abschreibungsgrundsätze für Leasinggegenstände stimmen mit den Grundsätzen überein, die auf abschreibungsfähige Vermögenswerte angewendet werden, die sich im Eigentum des Unternehmens befinden.
Operating-Leasing
Die Leasingzahlungen innerhalb eines Operating-Leasingverhältnisses, bei dem die mit dem Leasingobjekt verbundenen Risiken im Wesentlichen beim Leasinggeber verbleiben, werden als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erfasst.
2.1.10 Ansatz und Bewertung von Finanzinstrumenten
Finanzinstrumente werden entsprechend in vier Kategorien eingeteilt: zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente, bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente, ausgereichte Kredite und Forderungen sowie zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte.
Finanzinstrumente, die hauptsächlich mit der Absicht erworben wurden, einen Gewinn aus kurzfristigen Schwankungen des Preises zu erzielen, werden als zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente klassifiziert.
Finanzinstrumente mit festen oder bestimmbaren Zahlungen sowie einer festen Laufzeit, die die Gesellschaft bis zur Endfälligkeit halten will und kann, ausgenommen von der Gesellschaft ausgereichte Kredite und Forderungen, werden als bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente klassifiziert.
Alle anderen Finanzinstrumente, ausgenommen von der Gesellschaft ausgereichte Kredite und Forderungen, werden als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifiziert.
Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente mit einer Restlaufzeit von bis zu zwölf Monaten sowie zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte werden in den kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesen.
Käufe und Verkäufe von Finanzinstrumenten werden zum Handelstag bilanziert.
Finanzinstrumente werden beim erstmaligen Ansatz mit den Anschaffungskosten angesetzt, die dem beizulegenden Zeitwert der gegebenen Gegenleistung entsprechen. Transaktionskosten werden bei der erstmaligen Bewertung einbezogen.
Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente und zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte werden bei der Folgebewertung mit dem beizulegenden Zeitwert ohne Abzug von Transaktionskosten bewertet.
Gewinne und Verluste aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert für zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte werden grundsätzlich direkt im Eigenkapital erfasst, bis der finanzielle Vermögenswert verkauft, eingezogen oder anderweitig abgegangen ist oder bis eine Wertminderung für den finanziellen Vermögenswert festgestellt wurde, sodass zu diesem Zeitpunkt der zuvor im Eigenkapital erfasste kumulative Gewinn oder Verlust in das Periodenergebnis einzubeziehen ist.
Gewinne und Verluste aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert für zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente werden in das Ergebnis der Periode einbezogen, in der sie entstanden sind.
Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente werden mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode bewertet.
Ein finanzieller Vermögenswert wird ausgebucht, wenn das Unternehmen die Verfügungsmacht über die vertraglichen Rechte verliert, aus denen der finanzielle Vermögenswert besteht. Eine finanzielle Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn die dieser Verbindlichkeit zugrunde liegende Verpflichtung erfüllt oder gekündigt oder erloschen ist.
Die von der Gesellschaft gehaltenen Wertpapiere wurden zum Teil als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifiziert, sowie zum anderen Teil als bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Schuldscheindarlehen gegenüber deutschen Finanzinstituten. Diese sind mit einer Kapitalgarantie der Unternehmen, und auf einer weiteren Stufe durch den Einlagensicherungsfond mit staatlicher Garantie gesichert. Diese Wertpapiere werden zur kurzfristigen Anlage von Liquiditätsüberhängen eingesetzt.
Darüber hinaus wurde ein kleinerer Teil in Finanzanlagen bei einer unserer Geschäftsbanken in Festgelder investiert, die ebenfalls mit einer Kapitalgarantie ausgestattet sind und die Diversifikation unserer Investments erhöhen und unsere Investmentund Zinsertragsrisiken senken.
2.1.11 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zum beizulegenden Wert der hingegebenen Gegenleistung ausgewiesen und mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Eine Überprüfung der Werthaltigkeit der Forderungen erfolgt regelmäßig.
2.1.12 Sonstige Vermögenswerte
Die sonstigen Vermögenswerte sind zum Nominalwert oder zum niedrigeren erzielbaren Betrag bilanziert. Rücklastschriften aus Kundenzahlungen werden sofort aufwandswirksam erfasst.
2.1.13 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie kurzfristige Finanzanlagen
Die Zahlungsmittel umfassen Bankguthaben und Kassenbestände und werden zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt.
Die Zahlungsmitteläquivalente sind jederzeit in Zahlungsmittelmittel umwandelbar, unterliegen nur unwesentlich Wertschwankungen und haben eine Restlaufzeit von nicht mehr als drei Monaten.
Die kurzfristigen Finanzanlagen umfassen im Wesentlichen Schuldscheindarlehen und Festgeld.
Im Übrigen verweisen wir auf unsere Ausführungen unter »6. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie kurzfristige Finanzanlagen«.
2.1.14 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.
2.1.15 Sonstige Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen werden für rechtliche und faktische Verpflichtungen gebildet, die bis zum Abschlussstichtag wirtschaftlich entstanden sind, wenn es wahrscheinlich ist, dass die Erfüllung der Verpflichtung zu einem Abfluss von Konzernmitteln führt und eine zuverlässige Schätzung der Verpflichtungshöhe vorgenommen werden kann. Rückstellungen werden zu jedem Bilanzstichtag geprüft und an die jeweils beste Schätzung angepasst. Der Rückstellungsbetrag entspricht dem gegenwärtigen Wert der zur Erfüllung der Verpflichtung voraussichtlich notwendigen Aufwendungen. Rückstellungen werden abgezinst, sofern der Zinseffekt wesentlich ist. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Verpflichtungen gegenüber Dritten.
2.1.16 Anteilsbasierte Vergütung
Eine anteilsbasierte Vergütung (Share-based payment) ist eine Transaktion, in der die Unternehmung Güter oder Dienste entweder als Gegenleistung für ihre Anteilsscheine oder gegen Verbindlichkeiten aufgrund des Wertes der Aktien oder sonstigen Anteilsscheine erhält oder erwirbt. IFRS 2 unterscheidet 3 Typen von anteilsbasierten Vergütungen:
- • Transaktionen, die durch Eigenkapitalinstrumente ausgeglichen werden (Equity-settled shares-based transactions) und mit dem Fair Value zum Zeitpunkt der Gewährung bewertet werden
- • Transaktionen, die zwar in bar ausgeglichen werden, deren Höhe aber von einem Eigenkapitalinstrument des Unternehmens abhängig ist (Cash-settled share-based payment transactions) und die mit dem Fair Value zum Bilanzstichtag bewertet werden
- • Transaktionen, bei denen einer oder beide Beteiligte die Wahl haben, ob der Ausgleich durch ein Eigenkapitalinstrument oder in bar zu erfolgen habe.
Die von der Gesellschaft ausgegebenen Aktienoptionen werden als aktienbasierte Vergütungstransaktion mit Erfüllungswahlrecht beim Unternehmen klassifiziert.
Der Standard sieht vor, dass sämtliche, an Mitarbeiter ausgegebene, aktienbasierte Vergütungsinstrumente erfolgswirksam als Personalaufwand zu erfassen sind.
2.1.17 Ertragsteuern
Steueraufwendungen werden auf Basis des für die Periode ermittelten Ergebnisses berechnet und berücksichtigen laufende und latente Steuerabgrenzungen. Steuerabgrenzungen werden nach der »liability method« auf Abweichungen zwischen dem Wert eines Vermögensgegenstandes in den Handelsbilanzen nach IFRS und seinem Wert in den Steuerbilanzen nach nationalem Recht der einbezogenen Gesellschaften vorgenommen, soweit es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das die abzugsfähigen temporären Differenzen, die aus dem Unterschied zwischen dem Buchwert eines Vermögensgegenstands und seinem Steuerwert resultieren, verwendet werden können (»temporary differences«). Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, deren Gültigkeit für die Periode, in der ein Vermögenswert realisiert wird oder eine Schuld erfüllt wird, am Bilanzstichtag gesetzlich festgelegt oder angekündigt waren.
Aktive latente Steuern werden für alle abzugsfähigen temporären Differenzen gebildet. Zu jedem Stichtag erfolgt eine Einschätzung der aktivierten Verlustvorträge bzw. der bisher noch nicht aktivierten latenten Steueransprüche auf steuerliche Verlustvorträge. Aktivierte latente Steueransprüche auf steuerliche Verlustvorträge werden in dem Umfang niedriger bewertet, in dem es nicht länger wahrscheinlich ist, dass zukünftig zu versteuerndes Einkommen zu dessen Nutzung zur Verfügung stehen wird.
Laufende Steueraufwendungen und -erträge sowie latente Steueraufwendungen und -erträge werden direkt mit dem Eigenkapital verrechnet, wenn sie auf Anpassungen des Bilanzgewinns aufgrund von Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze, der Korrektur eines Fehlers, Wechselkursänderungen oder erfolgsneutralen Buchungen wie zur Veräußerung verfügbarer finanzieller Vermögenswerte beruhen.
Eine passive latente Steuerabgrenzung wird für alle steuerbaren zeitlichen Differenzen gebildet.
2.1.18 Umsatzerlöse
Umsatzerlöse werden realisiert, wenn die Leistung oder Lieferung ausgeführt wurde und der Gefahrenübergang auf den Leistungsempfänger oder Käufer stattgefunden hat, es wahrscheinlich ist, dass der wirtschaftliche Nutzen aus dem Geschäft der Gesellschaft zufließt und die Höhe der Umsatzerlöse verlässlich bestimmt werden kann. Die Erlöse werden netto ohne Umsatzsteuer, Skonti, Kundenboni und Rabatte ausgewiesen. Die von der Gesellschaft erzielten Umsatzerlöse resultieren im Wesentlichen aus Provisionen und Gebühren, welche die Gesellschaft aus der Vermittlung von Spieleinsätzen erhält. Die von den Spielern vereinnahmten Spieleinsätze werden in der Gewinn- und Verlustrechnung nachrichtlich als Transaktionsvolumen ausgewiesen. Sie ergeben, vermindert um die weitergeleiteten Spieleinsätze abzüglich Provisionen die eigenen Umsatzerlöse der Gesellschaft. Die Umsatzerlöse sind realisiert, wenn der Spieleinsatz geleistet, die Spieldaten an den Veranstalter des Spiels übermittelt und der Erhalt der Daten von diesem quittiert wurden. Im Unterschied dazu werden die Umsatzerlöse der Gesellschaft aus Vertrieb von Klassenlotterien zum Zeitpunkt der Veranstaltung der Lotterie erfasst. Dieses ist auf die entsprechend abweichenden Vertriebsvereinbarungen zurückzuführen.
Ventura24 und Puntogioco24 erhalten von ihren Kunden teilweise Vorauszahlungen für Abonnements. Diese Verbindlichkeiten für zukünftige Perioden werden abgegrenzt und die Umsatzerlöse gemäß IAS 18 erst realisiert, wenn die Spieldaten an den Veranstalter des Spiels übermittelt und der Erhalt der Daten von diesem quittiert wurden.
Tipp24 Entertainment bietet interaktive Spiele auf Peer-to-Peer und Multiplayer-Online-Game-Basis an. Die Umsatzerlöse werden im Zeitpunkt der Spielteilnahme realisiert und resultieren dabei im Wesentlichen aus Einbehaltung eines Anteils der eingezahlten Spieleinsätze.
2.1.19 Zinserträge
Zinserträge werden zeitanteilig unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung eines finanziellen Vermögenswertes erfasst.
2.1.20 Betriebliche Aufwendungen
Betriebliche Aufwendungen werden zu dem Zeitpunkt gebucht, zu dem die Erzeugnisse oder Waren geliefert bzw. die Leistungen erbracht worden sind.
2.1.21 Fremdkapitalkosten
Fremdkapitalkosten werden als Aufwand in der Periode erfasst, in der sie angefallen sind.
2.1.22 Eventualschulden
Eventualschulden sind im Jahresabschluss nicht bilanziert. Eventualschulden werden angegeben, sofern die Möglichkeit eines Abflusses von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen wahrscheinlich ist.
2.1.23 Fremdwährungsumrechnung
Der Konzernabschluss wird in Euro, der funktionalen Währung des Konzerns, aufgestellt. Das ist die Währung des primären Wirtschaftsumfelds, in dem Tipp24 tätig ist. Jedes Unternehmen innerhalb des Konzerns legt seine eigene funktionale Währung fest. Alle Währungsdifferenzen aus Fremdwährungstransaktionen werden erfolgswirksam erfasst.
Die Vermögenswerte und Schulden der Tochtergesellschaften in Großbritannien werden zum Stichtagskurs von der funktionalen Währung der ausländischen Geschäftsbetriebe zum Stichtagskurs von GBP in Euro umgerechnet. Die Umrechnung von Erträgen und Aufwendungen erfolgt zum Kurs am Tag des jeweiligen Geschäftsvorfalls.
Die hieraus resultierenden Währungsdifferenzen werden als separater Bestandteil des Eigenkapitals erfasst.
2.1.24 Geschäftsvorfälle nach dem Bilanzstichtag
Geschäftsvorfälle, die nach dem Bilanzstichtag bekannt geworden sind, jedoch bis zum Abschlussstichtag wirtschaftlich entstanden sind, werden im Konzernabschluss berücksichtigt. Wesentliche Geschäftsvorfälle, die nach dem Bilanzstichtag wirtschaftlich entstanden sind, werden erläutert.
3 Konzern-Kapitalflussrechung
Die Konzern-Kapitalflussrechnung ist nach IAS 7 (»Cash Flow Statements«) erstellt. Es wird zwischen Zahlungsströmen aus operativer, investiver und Finanzierungstätigkeit unterschieden.
Die Zahlungsströme aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit wurden nach der indirekten Methode ermittelt.
Der Finanzmittelbestand umfasst die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, soweit sie keinen Restriktionen unterliegen. Die Zahlungsmittel umfassen Barmittel und Sichteinlagen. Die Zahlungsmitteläquivalente sind jederzeit in Zahlungsmittelmittel umwandelbar, unterliegen nur unwesentlich Wertschwankungen und haben eine Restlaufzeit von nicht mehr als drei Monaten.
4 Segmentberichterstattung
Zum Zweck der Unternehmenssteuerung ist der Tipp24-Konzern in Geschäftseinheiten organisiert und verfügt über die folgenden berichtspflichtigen Geschäftssegmente:
- • Das Geschäftssegment »Deutschland« beinhaltet die Aktivitäten in Deutschland.
- • Das Geschäftssegment »Ausland« beinhaltet die Aktivitäten in Spanien, Italien und Großbritannien.
Der Umsatz der Geschäftssegmente entspricht hierbei dem Umsatz des Standorts der operativen Einheiten (Konzerntochtergesellschaften), welche den Umsatz generieren. Dieser deckt sich im Wesentlichen mit dem geografischen Standort der entsprechenden Kunden.
Zur Bildung der vorstehenden Geschäftssegmente wurden keine Geschäftssegmente zusammengefasst. Das Betriebsergebnis der Geschäftseinheiten wird vom Management getrennt überwacht, um Entscheidungen über die Verteilung der Ressourcen zu fällen und um die Ertragskraft der beiden Einheiten zu bestimmen. Die Entwicklung der Segmente wird anhand des Transaktionsvolumens, der Umsatzerlöse und des EBIT bewertet. Die Konzernfinanzierung (einschließlich Finanzaufwendungen und -erträge) sowie die Ertragsteuern werden konzerneinheitlich gesteuert und nicht den einzelnen Geschäftssegmenten zugeordnet. Die Verrechnungspreise zwischen den Geschäftssegmenten werden anhand der marktüblichen Konditionen unter fremden Dritten ermittelt.
| in Tsd. Euro | Deutschland | Ausland | Konsolidierung | Konsolidiert | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 01.01.–31.12. | 01.01.–31.12. | 01.01.–31.12. | 01.01.–31.12. | |||||
| 2008 | 2007 | 2008 | 2007 | 2008 | 2007 | 2008 | 2007 | |
| Transaktionsvolumen | 310.979 | 325.540 | 24.968 | 21.236 | 0 | 0 | 335.947 | 346.776 |
| Umsatzerlöse | 39.983 | 40.018 | 5.856 | 4.956 | 0 | 0 | 45.838 | 44.974 |
| Abschreibung | 1.077 | 756 | 512 | 115 | 0 | 0 | 1.589 | 871 |
| EBIT | 10.976 | 10.076 | –2.079 | –1.127 | 0 | 0 | 8.897 | 8.949 |
| Finanzergebnis | 1.823 | 2.243 | ||||||
| Ertragsteuern | –4.114 | –4.920 | ||||||
| Konzernergebnis | 6.606 | 6.272 | ||||||
| Vermögen | 49.222 | 32.170 | 8.694 | 6.477 | –10.109 | –6.324 | 47.807 | 32.323 |
| Überleitung zur Bilanz | ||||||||
| Latente Steuern | 112 | 282 | ||||||
| Ansprüche auf Erstattung von Steuern |
21 | 9 | ||||||
| Kurzfristige Finanzanlagen | 45.211 | 59.126 | ||||||
| Summe Vermögen | 93.151 | 91.739 | ||||||
| Schulden | 29.860 | 29.913 | 8.084 | 5.625 | –3.252 | –1.458 | 34.691 | 34.080 |
| Überleitung zur Bilanz | ||||||||
| Latente Steuern | 2.607 | 335 | ||||||
| Verbindlichkeiten aus Steuern | 931 | 1.693 | ||||||
| Summe Schulden | 38.229 | 36.109 | ||||||
| Investitionen | 8.982 | 1.918 | 872 | 1.295 | 0 | 0 | 9.854 | 3.214 |
Im Segmentergebnis des Segments Deutschland war in 2007 die Ausbuchung von aktivierten Beratungsleistungen mit 1.422 Tsd. Euro als wesentlicher zahlungsunwirksamer Aufwand enthalten. Im Segmentvermögen sind keine latenten Steuern, keine Ansprüche auf Erstattung von Steuern oder kurzfristigen Finanzanlagen enthalten. Die Segmentschulden enthalten keine latenten Steuern, keine Verbindlichkeiten aus Steuern und keine verzinslichen Verbindlichkeiten.
5 Struktur der Tipp24
Im Geschäftsjahr 2008 gab es folgende Veränderungen der Struktur des Tipp24-Konzerns: Tipp24 Entertainment und Giochi24 wurden im Geschäftsjahr 2008 gegründet. MyLotto24, Tipp24 Services und Tipp24 Operating Services wurden im Geschäftsjahr 2007, Puntogioco24 im Geschäftsjahr 2004, Ventura24, Schumann e. K. und GSG im Geschäftsjahr 2001 gegründet. Alle Gesellschaften wurden seit ihrer Gründung im Konzern konsolidiert.
6 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie kurzfristige Finanzanlagen
| in Euro | 31.12.2008 | 31.12.2007 |
|---|---|---|
| Zahlungsmittel | ||
| Guthaben bei Kreditinstituten | 19.816.292,24 | 11.095.304,68 |
| Kassenbestand | 36.322,53 | 44.044,19 |
| 19.852.614,77 | 11.139.348,87 | |
| Zahlungsmitteläquivalente | 1.408.773,33 | 54.981.426,78 |
| 21.261.388,10 | 66.120.775,65 | |
| Verpfändete liquide Mittel | –550.000,00 | –300.000,00 |
| 20.711.388,10 | 65.820.775,65 |
Die zum 31. Dezember 2008 ausgewiesenen Zahlungsmitteläquivalente betreffen zur Veräußerung verfügbare Eurogeldanlagen bei der Commerzbank. Der Bilanzansatz erfolgte zum Marktwert am Bilanzstichtag. Die im Vorjahr ausgewiesenen Zahlungsmitteläquivalente betreffen Anteile am Geldmarktfonds der Deutschen Bank AG mit eintätiger Valuta sowie der Commerzbank mit zwei Tagen Valuta.
| in Euro | 31.12.2008 | 31.12.2007 |
|---|---|---|
| Kurzfristige Finanzanlagen | ||
| Zur Veräußerung verfügbare Finanzanlagen (Available for Sale) | 10.363.125,00 | 4.144.200,00 |
| Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzanlagen (Held to Maturity) | 34.848.298,06 | 0,00 |
| 45.211.423,06 | 4.144.200,00 |
Für die Finanzanlagen, die als bis zur Endfälligkeit zu haltenden Finanzinstrumente klassifiziert wurden, ist der Ertrag unter Verwendung der Effektivzinsmethode erfolgswirksam in der Gewinnund Verlustrechnung erfasst.
Für die zur Veräußerung verfügbaren kurzfristigen Finanzanlagen wurde die Änderung des Marktwerts als positive Eigenkapitaländerung in Höhe von 252 Tsd. Euro (Vorjahr: 97 Tsd. Euro) erfasst.
Für die bis zur Endfälligkeit zu haltenden Finanzanlagen wurden 748 Tsd. Euro in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgswirksam erfasst.
7 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Sämtliche Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Es bestehen keinerlei Beschränkungen von Verfügungsrechten.
8 Ansprüche auf Erstattung von Ertragsteuern
Die Gesellschaft hat zum Bilanzstichtag des Geschäftsjahres 2008 Ansprüche auf Erstattung von Ertragsteuern in Höhe von 21 Tsd. Euro (Vorjahr: 9 Tsd. Euro).
9 Sonstige Vermögenswerte und geleistete Vorauszahlungen
| 31.12.2008 | 31.12.2007 |
|---|---|
| 6.897.484,06 | 7.137.438,04 |
| 5.349.510,83 | 5.041.345,76 |
| 893.802,37 | 680.898,97 |
| 13.140.797,26 | 12.859.682,77 |
| 934.420,04 | 672.292,81 |
| 27,50 | 126.732,50 |
| 56.695,93 | 61.987,34 |
| 56.628,20 | 34.499,68 |
| 160.175,30 | 490.012,21 |
| 273.526,93 | 713.231,73 |
| 14.348.744,23 | 14.245.207,31 |
Die Sicherheitseinbehalte wurden überwiegend von der Nordwest Lotto und Toto Hamburg (250 Tsd. Euro), der Nordwest Lotto Schleswig-Holstein (180 Tsd. Euro), der Lotterie-Treuhandgesellschaft mbH Hessen (400 Tsd. Euro) als Mindestdeckung für die laufenden Spieleinsätze eingefordert.
Die Höhe wurde auf Basis eines vertraglich definierten Prozentsatzes des durchschnittlichen Wochenumsatzes in einem bestimmten Zeitraum festgelegt. Der Sicherheitseinbehalt wird nicht verzinst.
Sämtliche sonstigen Vermögenswerte und geleistete Vorauszahlungen haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Zum Bilanzstichtag lagen keine Gründe für eine Wertminderung vor, die mit einer Wertberichtigung hätten berücksichtigt werden müssen.
10 Immaterielle Vermögenswerte
Zur Veränderung der immateriellen Vermögenswerte verweisen wir auf die in der folgenden Tabelle dargestellte Entwicklung.
| in Euro | 2008 | 2007 |
|---|---|---|
| Anschaffungs-/Herstellungskosten zum 1. Januar | 3.506.964,26 | 2.030.275,94 |
| Zugänge einzeln erworben | 2.749.242,39 | 507.336,68 |
| Zugänge selbst erstellt | 5.856.868,66 | 969.351,64 |
| Umgliederungen | 55.510,00 | 0,00 |
| Abgänge | –1.342,38 | 0,00 |
| Anschaffungskosten zum 31. Dezember | 12.167.242,93 | 3.506.964,26 |
| Kumulierte Abschreibungen zum 1. Januar | –1.925.011,08 | –1.657.444,86 |
| Abschreibungen des Geschäftsjahres | –623.062,61 | –288.382,78 |
| Umgliederungen | 0,00 | 20.816,56 |
| Abgänge | 1.270,15 | 0,00 |
| Kumulierte Abschreibungen zum 31. Dezember | –2.546.803,54 | –1.925.011,08 |
| Buchwert zum 31. Dezember | 9.620.439,39 | 1.581.953,18 |
Die verbleibenden Restnutzungsdauern der Konzessionen, gewerblichen Schutzrechte und ähnlichen Rechte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten liegen zwischen drei und fünf Jahren.
Für die oben aufgeführten immateriellen Vermögenswerte bestehen keine Beschränkungen von Verfügungsrechten. Es wurden
weiterhin keine Vermögenswerte als Sicherheit für Schulden verpfändet.
Bei den selbst erstellten Zugängen handelt es sich überwiegend um die Erneuerung der internationalen Spielbetriebssoftware.
11 Sachanlagen
Zur Veränderung der Sachanlagen verweisen wir auf die in der folgenden Tabelle dargestellte Entwicklung.
| in Euro | 2008 | 2007 |
|---|---|---|
| Anschaffungs-/Herstellungskosten zum 1. Januar | 4.317.049,83 | 2.619.724,85 |
| Zugänge | 1.248.107,78 | 1.736.885,31 |
| Umgliederungen | –55.510,00 | 0,00 |
| Abgänge | –357.271,28 | –39.560,33 |
| Anschaffungskosten zum 31. Dezember | 5.152.376,33 | 4.317.049,83 |
| Kumulierte Abschreibungen zum 1. Januar | –1.967.948,30 | –1.403.007,53 |
| Abschreibungen des Geschäftsjahres | –966.127,46 | –582.699,71 |
| Umgliederungen | 0,00 | –20.816,56 |
| Abgänge | 352.945,71 | 38.575,50 |
| Kumulierte Abschreibungen zum 31. Dezember | –2.581.130,05 | –1.967.948,30 |
| Buchwert zum 31. Dezember | 2.571.246,28 | 2.349.101,53 |
Es bestehen derzeit keine Vermögenswerte aus Finanzierungs-Leasingverhältnissen.
12 Langfristige Finanzielle Vermögenswerte
Zum Bilanzstichtag hielt die Gesellschaft keine langfristigen Vermögenswerte (Vorjahr: 3.000 Tsd. Euro).
Im Vorjahr handelte es sich um eine Form der Inhaberschuldverschreibung auf den Emittenten Deutsche Bank AG, die vom Emittenten, der ein einseitiges Recht zur Kündigung besaß, zum 30. November 2008 gekündigt wurde.
13 Verbindlichkeiten aus Finanzierungs-Leasingverhältnissen
Es bestehen derzeit keine Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverhältnissen.
14 Sonstige Verbindlichkeiten
| in Euro | 31.12.2008 | 31.12.2007 |
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten aus Spielbetrieb | ||
| Verbindlichkeiten gegenüber Spielern | 20.180.414,73 | 19.049.030,62 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Lotteriegesellschaften | 5.837.080,12 | 4.259.057,31 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Spielevermittlern | 277,30 | 266,90 |
| Verbindlichkeiten an Business Service Partner | 379.727,95 | 1.368.426,64 |
| Summe Verbindlichkeiten aus Spielbetrieb | 26.397.500,10 | 24.676.781,47 |
| Verbindlichkeiten aus Steuern | ||
| Umsatzsteuer | 467.126,40 | 1.156.055,42 |
| Lohn- und Kirchensteuer | 268.879,83 | 218.447,03 |
| Summe Verbindlichkeiten aus Steuern | 736.006,23 | 1.374.502,45 |
| Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit | ||
| Sozialversicherungsbeiträge | 111.467,74 | 64.755,27 |
| Summe Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit | 111.467,74 | 64.755,27 |
| Weitere sonstige Verbindlichkeiten | ||
| Urlaubsverpflichtungen | 194.330,63 | 255.932,51 |
| Verbindlichkeiten für Jahresabschlussprüfung/-erstellung | 54.278,41 | 43.979,96 |
| Ausstehende Rechnungen | 48.632,20 | 42.300,48 |
| Erhaltene Anzahlungen | 0,00 | 66.939,28 |
| Abfindungen | 0,00 | 150.000,00 |
| Sonstige | 278.951,52 | 135.456,79 |
| Summe weitere sonstige Verbindlichkeiten | 576.192,76 | 694.609,02 |
| 27.821.166,83 | 26.810.648,21 |
Die sonstigen Verbindlichkeiten haben alle eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.
15 Rückstellungen
| in Euro | Stand 01.01.2008 |
Verbrauch | Erträge aus Auflösung |
Zuführung | Stand 31.12.2008 |
|---|---|---|---|---|---|
| Bonusrückstellungen | 872.825,69 | 358.098,04 | 228.290,74 | 1.385.843,40 | 1.672.280,31 |
| Prozessrückstellungen | 22.068,26 | 3.529,94 | 18.538,32 | 20.000,00 | 20.000,00 |
| Summe | 894.893,95 | 361.627,98 | 246.829,06 | 1.405.843,40 | 1.692.280,31 |
In den Bonusrückstellungen sind langfristige Anreizkomponenten in Höhe von insgesamt 275 Tsd. Euro (Vorjahr: 100 Tsd. Euro) enthalten, die im ersten Quartal 2009 ausgezahlt werden. Darüber hinaus werden sämtliche Rückstellungen voraussichtlich innerhalb eines Jahres verbraucht.
16 Erlösabgrenzungen
Die Gesellschaft hat Erlösabgrenzungen in Höhe von 356 Tsd. Euro (Vorjahr: 416 Tsd. Euro) vor genommen. Hierbei handelt es sich um Erlöse aus Spielaufträgen, die vor dem 31. Dezember 2008
17 Eigenkapital
17.1 Gezeichnetes Kapital
Das gezeichnete Kapital entspricht dem Grundkapital der Gesellschaft von 8.872.319,00 Euro. Es ist in voller Höhe eingezahlt und eingeteilt in 8.872.319 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien.
Der Vorstand hat im Berichtsjahr von der Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien Gebrauch gemacht. Bis zum 31. Dezember 2008 wurden in 2008 insgesamt 233.184 Aktien oder 2,63 % des Grundkapitals zurückgekauft (654.047 Aktien oder 7,37 % des Grundkapitals in 2007). Damit hat die Gesellschaft insgesamt 10 % minus einer Aktie des Grundkapitals erworben. Der Bestand der im Umlauf befindlichen Aktien hat sich im Berichtsjahr von 8.218.272 auf 7.985.088 verringert. Damit ist das Aktienrückkaufprogramm 2008 beendet.
Am 22. Januar 2009 wurden diese eigenen Aktien nunmehr im Wege der vereinfachten Kapitalherabsetzung unter entsprechender Herabsetzung des Grundkapitals um 887.231 Euro auf 7.985.088 Euro eingezogen.
Der Vorstand der Tipp24 AG hat für 2009 die Durchführung eines weiteren Aktienrückkaufprogramms beschlossen, mit dem im Zeitraum vom 2. Februar 2009 bis spätestens zum 30. Juni 2009 Aktien der Tipp24 AG im Gesamtgegenwert von bis zu 2.000.000,00 Euro (einschließlich Transaktionskosten) über die Börse erworben werden sollen.
17.2 Genehmigtes und Bedingtes Kapital
Das Genehmigte Kapital I in Höhe von bis zu insgesamt 3.331.136,00 Euro sowie das Bedingte Kapital in Höhe von bis zu insgesamt 500.000,00 Euro bestehen zum Bilanzstichtag unverändert.
17.3 Kapitalrücklage
Die Kapitalrücklage in Höhe von 41.143.321,36 Euro besteht zum Bilanzstichtag unverändert.
17.4 Aktienbasierte Vergütung
Im Rahmen der Schaffung des Bedingten Kapitals I bei der Hauptversammlung vom 7. September 2005 wurde der Vorstand zur Auflage eines Aktienoptionsplans (Aktienoptionsplan 2005) ermächtigt. Die Aktienoptionen sind mit einer Laufzeit von bis zu fünf Jahren ausschließlich zum Bezug durch Mitglieder des Vorstands, ausgewählte Führungskräfte sowie sonstige Leistungsangenommen wurden, deren Realisierung mit Erbringung der Leistung erst im Folgejahr erfolgt.
träger der Gesellschaft sowie zum Bezug durch Geschäftsführungsmitglieder und ausgewählte Führungskräfte sowie sonstige Leistungsträger von Gesellschaften bestimmt, die im Verhältnis zur Gesellschaft verbundene Unternehmen im Sinn von § 15 AktG sind. Im Rahmen der ersten beiden Tranchen des Aktienoptionsplans 2005 sind derzeit 10 Tsd. Aktienoptionen an Bezugsberechtigte wirksam ausgegeben worden. Im Rahmen der dritten Tranche des Aktienoptionsplans 2005 hat der Vorstand mit Beschluss vom 13. Februar 2008 berechtigten Mitarbeitern insgesamt 18 Tsd. Optionen angeboten, die auch alle angenommen wurden.
Davon halten Mitglieder des Vorstands die nach der Ausgabe berufen wurden 8.000 Aktienoptionen.
Bei dem Aktienoptionsplan der Tipp24 AG handelt es sich um eine aktienbasierte Vergütungstransaktion mit Erfüllungswahlrecht beim Unternehmen. Voraussichtlich soll der Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente erfolgen, so dass der beizulegende Zeitwert (Fair Value) zum Zeitpunkt der Gewährung ermittelt wird. Die Gesellschaft führt die Bewertung des Aktienoptionsplans 2005 der Tipp24 AG seit dem Geschäftsjahr 2007 anhand finanzmathematischer Methoden nach der Black-Scholes-Merton-Formel durch. Insgesamt wurden im Geschäftsjahr 2008 23 Tsd. Euro (Vorjahr: 36 Tsd. Euro) anteilsbasierte Vergütung im Personalaufwand erfasst.
Mit dem Aktienoptionsplan (AOP) 2005 wurden den Berechtigten in zwei jährlichen Tranchen Aktienoptionen eingeräumt. Die Aktienoptionen aus allen Tranchen können frühestens nach Ablauf einer Wartezeit von zwei Jahren nach dem jeweiligen Ausgabetag innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren ausgeübt werden. Optionen können nur dann ausgeübt werden, wenn am Ende der Wartezeit ein absolutes bzw. ein relatives Erfolgsziel erreicht wird. Nach Ablauf des Ausübungszeitraums verfallen nicht ausgeübte Optionen.
Um zu ermitteln, ob und wie die Erfolgsziele erreicht sind, werden der Durchschnittskurs bzw. der Durchschnittsindex während zwei Zeiträumen (Referenzzeitraum und Performancezeitraum) miteinander verglichen. Bei dem Referenzzeitraum handelt es sich um die 20 aufeinander folgende Handelstage vor dem Ausgabetag. Der Performancezeitraum betrifft die letzten 20 Handelstage vor Ablauf der Wartezeit. Der Durchschnittskurs wird aus dem Durchschnitt der Schlusskurse der Tipp24-Aktie im XETRA-Handel oder Nachfolgewert der Deutsche Börse AG ermittelt.
Das absolute Erfolgsziel ist abhängig von der Kursentwicklung der Tipp24-Aktie und gilt als erreicht, wenn die Kurssteigerung der Tipp24-Aktie (Endpreis ./. Ausübungspreis) mindestens 20 % beträgt.
Das relative Erfolgsziel ist an die Kursentwicklung der Aktie im Verhältnis zu dem SDAX-Index gekoppelt. Das relative Erfolgsziel ist erreicht, wenn die Performance der Aktie während des o. g. Performancezeitraums sich positiver entwickelt als der SDAX-Index.
Entwicklung während des Geschäftsjahres
Die folgende Tabelle veranschaulicht die Entwicklung der Aktienoptionen und des gewichteten durchschnittlichen Ausübungspreises (GDAP) während des Geschäftsjahres.
Entwicklung während des Geschäftsjahres
| Dezember 2008 | Dezember 2008 | Dezember 2007 | Dezember 2007 | |
|---|---|---|---|---|
| Anzahl | GDAP | Anzahl | GDAP | |
| Aktienbasierte Vergütung | ||||
| Zu Beginn der Berichtsperiode ausstehend | 20.000,00 | 17,66 | 0,00 | – |
| In der Berichtsperiode gewährt | 25.000,00 | 13,52 | 38.000,00 | 19,07 |
| In der Berichtsperiode kaduziert | 17.000,00 | 15,62 | 18.000,00 | 20,64 |
| In der Berichtsperiode ausgeübt | 0,00 | – | 0,00 | – |
| In der Berichtsperiode verfallen | 0,00 | – | 0,00 | – |
| Zum Ende der Berichtsperiode ausstehend | 28.000,00 | 15,20 | 20.000,00 | 17,66 |
Die Bandbreite der Ausübungspreise für ausstehende Optionen lag im Berichtszeitraum zwischen 13,52 Euro und 17,66 Euro (Vorjahr: 17,66 Euro bis 20,64 Euro). Die durchschnittliche Vertragslaufzeit liegt bei vier Jahren.
Die Vorjahreswerte des GDAP wurden um einen Druckfehler aus dem Vorjahr korrigiert.
Zugrundeliegende Parameter
Die folgende Tabelle enthält die der Bewertung zugrundeliegenden Parameter der drei Tranchen des Aktienoptionsprogramms der Tipp24 AG.
Zugrundeliegende Parameter*
| Tranche 1 | Tranche 2 | Tranche 3 | ||
|---|---|---|---|---|
| Aktienoptionen | ||||
| Dividendenrendite (%) | 0,0 % | 0,0 % | 3,7 % | |
| Erwartete Volatilität (%) | 46,0 % | 47,9 % | 44,3 % | |
| Risikoloser Zinssatz (%) | 3,44 % | 3,98 % | 3,72 % | |
| Antizipierte Laufzeit der Option (Jahre) | 2 | 2 | 2 | |
| Gewichteter durchschnittlicher Aktienkurs (Euro) | 25,08 | 13,67 | 13,52 | |
| Angewandtes Modell | Black-Scholes-Merton-Formel |
* Die Parameter der Tranchen 1 + 2 wurden angepaßt, da zu dem Ausgabetermin die notwendigen, historischen Werte nicht vorlagen.
Die antizipierte Laufzeit der Optionen basiert auf historischen Daten und entspricht nicht zwingend dem tatsächlich eintretenden Ausübungsverhalten der Berechtigten. Der berücksichtigten erwarteten Volatilität liegt die Annahme zugrunde, dass von historischen Volatilitäten auf künftige Trends geschlossen werden kann, wobei die tatsächliche Volatilität auch hier von den getroffenen Annahmen abweichen kann.
17.5 Entwicklung der Sonstigen Rücklagen
| in Euro | Stand 01.01.2008 |
Entnahme | Zuführung | Stand 31.12.2008 |
|---|---|---|---|---|
| Aktienoptionsprogramm | 36.085,00 | 0,00 | 23.315,00 | 59.400,00 |
| Fremdwährungsumrechnung | –91.632,39 | 0,00 | –83.916,38 | –175.548,77 |
| Änderung des beizulegenden Zeitwerts | 118.490,88 | –118.490,88 | 251.868,14 | 251.868,14 |
| Summe | 62.943,49 | –118.490,88 | 191.266,76 | 135.719,37 |
| in Euro | Stand 01.01.2007 |
Entnahme | Zuführung | Stand 31.12.2007 |
|---|---|---|---|---|
| Aktienoptionsprogramm | 0,00 | 0,00 | 36.085,00 | 36.085,00 |
| Fremdwährungsumrechnung | 0,00 | 0,00 | –91.632,39 | –91.632,39 |
| Änderung des beizulegenden Zeitwerts | 21.690,02 | 0,00 | 96.800,86 | 118.490,88 |
| Summe | 21.690,02 | 0,00 | 41.253,47 | 62.943,49 |
In dieser Rücklage werden Änderungen des beizulegenden Zeitwerts in Höhe 252 Tsd. Euro (Vorjahr: 118 Tsd. Euro) von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinvestitionen erfasst. Die Rücklage wird nach Abzug der erwarteten Steuerbelastung ausgewiesen.
Die Rücklage Fremdwährungsumrechnung dient der Erfassung von Differenzen zwischen GBP und Euro aus der Umrechnung der Abschlüsse ausländischer Tochterunternehmen in Großbritannien –176 Tsd. Euro (Vorjahr: –92 Tsd. Euro).
17.6 Ergebnis je Aktie
Das Ergebnis je Aktie (unverwässert und verwässert) erhöhte sich im Geschäftsjahr von 0,74 Euro auf 0,82 Euro je Aktie. Im Vergleich zum Vorjahr fällt das Ergebnis je Aktie mit +11,8 % besser aus als das Konzernergebnis (+5,3 %), da sich die durchschnittliche Anzahl der gewichteten ausstehenden Aktien von 8.524.199 Stück auf 8.032.265 Stück durch das Aktienrückkaufprogramm verringerte.
Entwicklung der im Umlauf befindlichen Aktien
| Status per 31. Dezember 2006 | 8.872.319 |
|---|---|
| Veränderungen in 2007 | –654.047 |
| Status per 31. Dezember 2007 | 8.218.272 |
| Veränderungen in 2008 | –233.184 |
| Status per 31. Dezember 2008 | 7.985.088 |
Bei der Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie wird das den Inhabern von Stammaktien des Mutterunternehmens zuzurechnende Ergebnis durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl an während des Jahres sich im Umlauf befindlichen Stammaktien geteilt.
Bei der Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie wird das den Inhabern von Stammaktien des Mutterunternehmens zuzurechnende Ergebnis durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl an während des Jahres sich im Umlauf befindlichen Stammaktien (erhöht um die verwässernden Effekte aus Aktienoptionen) geteilt. Im Geschäftsjahr 2008 ist kein Verwässerungseffekt aus den Aktienoptionen eingetreten.
18 Personalaufwand
Im Konzern wurden in 2008 Personalaufwendungen in Höhe von 12.667 Tsd. Euro (Vorjahr: 10.324 Tsd. Euro) erfasst. Davon entfielen 10.674 Tsd. Euro (Vorjahr: 8.725 Tsd. Euro) auf Löhne und Gehälter und 1.993 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.599 Tsd. Euro) auf Sozialabgaben. In Deutschland wurden Rentenversicherungsbeiträge
des Arbeitgebers in Höhe von 517 Tsd. Euro (Vorjahr: 469 Tsd. Euro) geleistet. Der Anteil der Rentenversicherungsbeiträge an den sozialen Abgaben des Arbeitgebers wird in den Ländern Spanien und Italien von Amts wegen nicht gesondert ausgewiesen.
19 Sonstige betriebliche Aufwendungen
| in Euro | 2008 | 2007 |
|---|---|---|
| Marketingkosten | ||
| Werbe- und Marketingkosten* | 9.426.997,53 | 11.550.031,58 |
| Fremdvermittlungsprovisionen | 2.657.137,02 | 3.636.360,09 |
| Summe Marketingkosten | 12.084.134,55 | 15.186.391,67 |
| Direkte Kosten des Geschäftsbetriebs | ||
| Abwicklung von Kundenzahlungen | 1.875.319,81 | 1.915.841,90 |
| Datenkommunikation | 775.612,50 | 597.498,69 |
| Betriebskosten Spielbetrieb | 318.943,62 | 309.294,50 |
| Ausbuchung von Forderungen und sonstigen Vermögenswerten | 218.243,96 | 1.118.245,65 |
| Zur Absicherung abgegebene Spielscheine | 59.058,52 | 0,00 |
| Summe direkte Kosten des Geschäftsbetriebs | 3.247.178,41 | 3.940.880,74 |
| Sonstige Kosten des Geschäftsbetriebs | ||
| Beratung | 4.167.476,51 | 2.120.078,12 |
| Ausbuchung aktivierter Beratungsleistung | 0,00 | 1.422.251,26 |
| Miete und Leasing | 1.831.082,66 | 1.141.470,86 |
| Repräsentationskosten | 502.210,80 | 362.190,45 |
| Kosten des Büros | 374.099,28 | 241.611,18 |
| Fortbildung | 303.583,86 | 198.633,73 |
| Lobbyarbeit | 265.277,41 | 214.597,85 |
| Versicherungen | 213.129,21 | 219.593,25 |
| Pressearbeit und Ausgaben für Corporate Social Responsibility | 181.369,77 | 82.344,93 |
| Nicht abzugsfähige Betriebsausgaben | 91.385,13 | 74.528,47 |
| Übrige | 235.432,18 | 569.900,78 |
| Summe sonstige Kosten des Geschäftsbetriebs | 8.165.046,81 | 6.647.200,88 |
| 23.496.359,77 | 25.774.473,29 |
* Die Vorjahreswerte für Werbe- und Marketingkosten und Repräsentations-
kosten wurden um einen Druckfehler aus dem Vorjahr korrigiert.
20 Sonstige betriebliche Erträge
| in Euro | 2008 | 2007 |
|---|---|---|
| Sonstige betriebliche Erträge | ||
| Periodenfremde Erträge | 325.727,84 | 467.225,73 |
| Erträge aus selbst gespielten Lottoscheinen | 66.408,70 | 163.645,85 |
| Auflösung von Rückstellungen | 246.829,06 | 124.817,22 |
| Übrige | 171.816,45 | 188.549,54 |
| Summe sonstige betriebliche Erträge | 810.782,05 | 944.238,34 |
Die periodenfremden Erträge enthalten im Wesentlichen Zahlungen, die die Gesellschaft im Zuge des Verkaufs von wertberichtigten Forderungen in Form eines echten Factorings erhalten hat.
21 Finanzergebnis
| in Euro | 2008 | 2007 |
|---|---|---|
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | ||
| Erträge aus Wertpapieren und anderen Ausleihungen | 1.531.971,70 | 1.488.278,12 |
| Zinserträge und ähnliche Erträge | 618.220,58 | 763.402,52 |
| Finanzierungserträge | 2.150.192,28 | 2.251.680,64 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | ||
| Zinsaufwendungen für kurzfristige Verbindlichkeiten | –2.268,36 | –5.659,15 |
| Zinsaufwendungen und ähnliche Kosten | –324.902,39 | –2.791,71 |
| Finanzierungsaufwendungen | –327.170,75 | –8.450,86 |
| 1.823.021,53 | 2.243.229,78 |
Die durchschnittliche Verzinsung der gesamten finanziellen Vermögenswerte in 2008 lag bei 3,4 % (Vorjahr: 3,6 %) vor Betrachtung der steuerlichen Aspekte.
22 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Als Ertragsteuern sind die gezahlten oder geschuldeten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie die latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen.
Die Ertragsteuern setzen sich aus Körperschaftsteuer, Gewerbeertragsteuer und Solidaritätszuschlag zusammen.
Die Gewerbeertragsteuer wird auf den Gewerbeertrag einer Gesellschaft erhoben. Der Gewerbeertrag ermittelt sich aus dem zu versteuernden Einkommen nach dem Einkommen- und Körperschaftsteuergesetz unter Berücksichtigung von Kürzungen und Hinzurechnungen nach dem Gewerbesteuergesetz. Der effektive Gewerbeertragsteuersatz hängt davon ab, in welcher Gemeinde die Gesellschaft eine Betriebsstätte zur Ausübung ihres Gewerbebetriebs unterhält. Der effektive Gewerbeertragsteuersatz für Hamburg für 2008 beträgt 16,45 % (2007: 19,03 %).
Der Steuersatz für die Körperschaftsteuer beträgt seit 2008 15,0 % (Vorjahr: 25,0 %) der Solidaritätszuschlag unverändert 5,5 % der Körperschaftsteuer.
Für die Bewertung der latenten Steuern werden die gleichen Prozentsätze zugrunde gelegt.
Latente Steuern gemäß IAS 12 werden mit dem bei Aufstellung des Abschlusses erwarteten durchschnittlichen Steuersatz zum Zeitpunkt der Umkehrung der Unterschiede berechnet (32,28 %; Vorjahr: 40,38 %).
Steuerüberleitung per 31.12.2008 – KONZERN
| in Euro | 31.12.2008 | 31.12.2007 |
|---|---|---|
| Tatsächlicher Steueraufwand | –1.924.686,79 | –3.837.550,45 |
| Steueraufwand/-ertrag aus der Bildung/Auflösung aktiver latenter Steuern auf Verlustvorträge/zeitliche Differenzen |
18.082,29 | –815.713,94 |
| Steueraufwand/-ertrag aus der Nutzung/Bildung passiver latenter Steuern aufgrund zeitlicher Differenzen |
–2.207.714,25 | –267.129,47 |
| Latente Steuern | –2.189.631,96 | –1.082.843,41 |
| Tatsächliche und latente Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | –4.114.318,75 | –4.920.393,86 |
| Ergebnis vor Steuern | 10.719.895,63 | 11.192.252,29 |
| Erwarteter Steueraufwand | –3.459.846,31 | –4.520.413,93 |
| Hinzurechnungen nach § 8 GewStG (s. Steuerberechnung) | –7.797,43 | 0,00 |
| Steuereffekte nicht voll abzugsfähiger Betriebsausgaben | –34.683,57 | –31.542,48 |
| Steuersatzunterschied ausländischer Tochterunternehmen | 10.906,39 | –43.984,31 |
| Steuereffekte nicht voll steuerpflichtiger Erträge | 736.714,91 | 30.036,16 |
| Effekt Steuersatzsenkung durch Unternehmensteuerreformgesetz 2008 | 0,00 | 67.067,47 |
| Nicht aktivierte steuerliche Verlustvorträge | –1.359.549,92 | –420.984,99 |
| Nicht steuerpflichtige Aufwendungen/Erträge aus Konsolidierungsvorgängen | –1.214,10 | 140,15 |
| Steuereffekte Vorjahre | 20.324,43 | –711,93 |
| Steuern vom Einkommen und Ertrag | –4.114.318,75 | –4.920.393,86 |
Die aktiven und passiven latenten Steuern haben sich wie folgt entwickelt:
| in Euro | 01.01.2008 | Ertrag/Aufwand | neutral (über EK) | 31.12.2008 |
|---|---|---|---|---|
| Aktive latente Steuern | ||||
| Latente Steueransprüche aufgrund zeitlicher Differenzen | 28.594,79 | –28.594,79 | 0,00 | 0,00 |
| Latente Steueransprüche aufgrund steuerlicher Verlustvorträge | 253.166,23 | 46.677,08 | –188.018,66 | 111.824,65 |
| Aktive latente Steuern | 281.761,02 | 18.082,29 | –188.018,66 | 111.824,65 |
| in Euro | 01.01.2008 | Ertrag/Aufwand | neutral (über EK) | 31.12.2008 |
| Passive latente Steuern | ||||
| Latente Steueransprüche aufgrund zeitlicher Differenzen | 335.258,61 | 2.207.714,25 | 63.549,29 | 2.606.522,15 |
| Passive latente Steuern | 335.258,61 | 2.207.714,25 | 63.549,29 | 2.606.522,15 |
Die im Konzern ausgewiesenen aktiven latenten Steuern betreffen mit 112 Tsd. Euro steuerliche Effekte auf die erwirtschafteten Verluste der Ventura24. Gestützt durch die Planungen der Gesellschaft ist davon auszugehen, dass zukünftig positive Ergebnisse und Cashflows und damit zu versteuerndes Einkommen erwirtschaftet werden. Die zukünftige vollständige Nutzung dieser steuerlichen Verlustvorträge in voller Höhe ist anzunehmen. Die passiven latenten Steuern in Höhe von 2,2 Mio. Euro resultieren im Wesentlichen aus der unterschiedlichen Behandlung der selbst erstellten Software.
Zum 31. Dezember 2008 wurden in Ermangelung einer positiven Geschäftshistorie sowie der erzielten Anlaufverluste keine Erstattungsansprüche auf steuerliche Verlustvorträge für die anderen Tochtergesellschaften in Höhe von 5.794 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.487 Tsd Euro) aktiviert.
Der Vortrag der Verluste für Italien (539 Tsd. Euro, Vorjahr: 445 Tsd. Euro) ist auf fünf Jahre begrenzt.
23 Gezahlte und vorgeschlagene Dividenden
Auf der Hauptversammlung zur Genehmigung vorgeschlagen (zum 31. Dezember 2008 nicht als Verbindlichkeit erfasste) Dividenden auf Stammaktien:
| in Tsd. Euro | 2008 (vorgeschlagen) |
2007 (ausgeschüttet) |
|---|---|---|
| Schlußdividende jeweils 0,50 Euro pro Aktie | 3.868 | 3.993 |
24 Leasingverhältnisse
24.1 Finanzierungs-Leasing
Die Gesellschaft unterhält kein Finanzierungs-Leasing.
24.2 Operating-Leasingverhältnisse
Die Gesellschaft hat mehrere Leasingverträge abgeschlossen, deren wirtschaftliches Eigentum dem Leasinggeber zuzuordnen ist. Tipp24 AG hat die Mietzahlungen für die Büroräume in Höhe von 803 Tsd. Euro (Vorjahr: 650 Tsd. Euro) und Leasingzahlungen für sieben Pkw in Höhe von 37 Tsd. Euro (Vorjahr: 41 Tsd. Euro) erfolgswirksam erfasst.
Die zukünftigen Mindestleasingzahlungen und Barwerte der Mindestleasingzahlungen für die Operating-Leasingverhältnisse betragen:
| in Euro | 31.12.2008 | 31.12.2007 | 31.12.2008 | 31.12.2007 |
|---|---|---|---|---|
| Mindestleasingzahlungen | Barwert der Mindestleasingzahlungen | |||
| Verpflichtungen aus dem folgenden Jahr | 763.062,98 | 611.424,52 | 700.732,24 | 561.424,87 |
| > 1 Jahr–5 Jahre | 1.016.763,63 | 948.269,22 | 826.310,80 | 762.710,29 |
| > 5 Jahre | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Mindestleasingverpflichtungen, gesamt | 1.779.826,61 | 1.559.693,74 | 1.527.043,04 | 1.324.135,16 |
| abzüglich Zinsen | 252.783,57 | 235.558,58 | 0,00 | 0,00 |
| Barwert der Mindestleasingverpflichtungen | 1.527.043,04 | 1.324.135,16 | 1.527.043,04 | 1.324.135,16 |
24.3 Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Darüber hinaus bestehen wesentliche sonstige finanzielle Verpflichtungen aus sonstigen Verträgen, u. a. aus Kooperationsverträgen, Versicherungsverträgen, Lizenzverträgen und Wartungsverträgen in folgender Höhe:
| Sonstige Verträge | 845.925,09 | 32.012,70 | 11.410,80 | 4.018,20 | 37.554,00 | 930.920,79 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| in Euro | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | und später | Summe |
| 2013 |
25 Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen
Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der Tipp24 AG sind als nahestehende Personen im Sinne von IAS 24 anzusehen. Im Berichtsjahr lagen keine wesentlichen Geschäftsbeziehungen zwischen dem Vorstand und dem Aufsichtsrat und den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen vor, mit Ausnahme derer, die hier explizit genannt sind. Hinsichtlich der Vergütung der Vorstandsmitglieder verweisen wir auf Punkt 28.
25.1 Geschäftsführungsvertrag mit der Schumann e. K.
Die Teilnahme an den Klassenlotterien NKL und SKL vermittelt Tipp24 in Kooperation mit der Schumann e. K.. Mit der Direktion der NKL hat die Schumann e. K. einen Vertriebsvertrag abgeschlossen; durch die Direktion der SKL hat die Schumann e. K. eine Bestallung als Staatlicher Lotterieeinnehmer erhalten.
Bei der Schumann e. K. handelt es sich gesellschaftsrechtlich nicht um ein Tochterunternehmen der Tipp24 AG. Alleininhaber der Schumann e. K. ist das Mitglied des Vorstands der Tipp24 AG Jens Schumann. Diese Struktur ist erforderlich, da die Klassenlotterien Vertriebslizenzen nach gegenwärtiger Praxis ausschließlich an natürliche Personen oder Gesellschaften vergeben, bei denen weder die Haftung der Gesellschaft noch die Haftung der unmittelbaren oder mittelbaren Gesellschafter eingeschränkt ist. Zwischen der Tipp24 AG und der Schumann e. K. besteht ein Geschäftsführungsvertrag, der die Abwicklung der Spielteilnahme von Klassenlotteriekunden durch die Schumann e. K. regelt. Nach dem Vertrag hat die Schumann e. K. sämtliche in diesem Zusammenhang eingenommenen Provisionen und sonstigen Vermittlungsgebühren an die Tipp24 AG auszukehren. Die Tipp24 AG stellt der Schumann
e. K. Dienstleistungen in den Bereichen Controlling, Buchhaltung, Marketing und Technik zur Verfügung und trägt die Kosten des Geschäftsbetriebs der Schumann e. K..
Da Jens Schumann das Geschäft der Schumann e. K. im Interesse der Tipp24 AG betreibt, hat die Tipp24 AG diesen gegenüber eine Freistellung von jeglicher persönlicher Inanspruchnahme seitens Dritter aus oder im Zusammenhang mit dem Betrieb der Schumann e. K. abgegeben. Die Freistellung ist insoweit beschränkt, als die Erfüllung der Freistellungsverpflichtung keine Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung der Tipp24 AG herbeiführen darf.
25.2 Beratungsverträge mit der Jaenecke & Cie. GmbH
Die Jaenecke & Cie. GmbH, München, an der der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Herr Klaus F. Jaenecke beteiligt ist, hat die Gesellschaft hinsichtlich ihrer Akquisitionsstrategie beratend unterstützt und dafür Honorare von insgesamt 11 Tsd. Euro erhalten. Die Vergütung entsprach marktüblichen Konditionen.
25.3 Beratungsverträge mit Ulrich Cornehl
Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2008 im Rahmen verschiedener Umbaumaßnahmen Planungsleistungen des Architektenbüros Dr.-Ing. Ulrich Cornehl in Höhe von 19 Tsd. Euro in Anspruch genommen. Dr.-Ing. Ulrich Cornehl ist der Bruder des Mitglieds des Vorstands Dr. Hans Cornehl.
26 Zielsetzung und Methoden des Kapitalmanagements
Tipp24 betreibt ein zentrales Kapitalmanagement. Alle wesentlichen Entscheidungen zur Finanzierungsstruktur trifft der Vorstand. Das Kapitalmanagement findet insgesamt auf Konzernebene statt.
26.1 Finanzinstrumente
Der beizulegende Zeitwert ist der Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögenswert getauscht oder eine Schuld beglichen werden könnte.
Die folgenden Methoden und Annahmen werden angewendet, um den beizulegenden Zeitwert zu ermitteln:
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente sowie kurzfristige Finanzanlagen
Die fortgeführten Anschaffungskosten der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente und der kurzfristigen Wertpapiere entsprechen im Wesentlichen dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert öffentlich gehandelter Finanzinstrumente wird anhand der Preisnotierung für diese oder ähnliche Instrumente ermittelt. Für Finanzinstrumente, die nicht öffentlich gehandelt werden, wird der beizulegende Zeitwert auf Basis einer vernünftigen Schätzung der zukünftigen Zahlungsüberschüsse ermittelt.
Langfristige finanzielle Vermögenswerte
Der beizulegende Zeitwert für langfristige finanzielle Vermögenswerte wird anhand des Marktpreises für die Ausgabe gleicher oder ähnlicher Wertpapiere ermittelt. Er kann teilweise erheblich von den bilanzierten Anschaffungskosten abweichen.
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Der beizulegende Zeitwert für kurzfristige Verbindlichkeiten wird anhand des Marktpreises für die Ausgabe gleicher oder ähnlicher Schuldinstrumente ermittelt. Der beizulegende Zeitwert für kurzfristige Verbindlichkeiten entspricht in etwa dem Rückzahlungsbetrag.
Langfristige Verbindlichkeiten
Der beizulegende Zeitwert für langfristige Verbindlichkeiten wird anhand des Marktpreises für die Ausgabe gleicher oder ähnlicher Schuldinstrumente ermittelt. Der beizulegende Zeitwert für langfristige Verbindlichkeiten entspricht in etwa dem Rückzahlungsbetrag.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Bedeutung von Nettogewinnen oder -verlusten aus wesentlichen Finanzinstrumenten.
Finanzielle Vermögenswerte
| in Euro | 2008 | 2007 | 2008 | 2007 |
|---|---|---|---|---|
| Erfolgsneutral (EK) | Erfolgswirksam (GuV) | |||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 0,00 | 0,00 | 616.619,71 | 754.951,66 |
| Kurzfristige Finanzanlagen | ||||
| Zur Veräußerung verfügbare Finanzinvestitionen | 133.377,27 | 96.800,86 | 458.103,76 | 1.441.278,12 |
| Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen |
0,00 | 0,00 | 748.298,06 | 47.000,00 |
| Langfristige Finanzanlagen | ||||
| Zur Veräußerung verfügbare Finanzinvestitionen | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen |
0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Finanzergebnis | 1.823.021,53 | 2.243.229,78 | ||
| Andere finanzielle Vermögenswerte (kurzfristig) | 0,00 | 0,00 | –31.900,27 | –787.553,15 |
| 133.377,27 | 96.800,86 | 1.791.121,26 | 1.455.676,63 |
Der Nettobetrag aus anderen finanziellen Vermögenswerten enthält die Aufwendungen aus Zahlungsausfällen und die Erträge aus der Realisierung dieser Forderungen, die in den Sonstigen Erträgen bzw. Sonstigen Aufwendungen enthalten sind.
Die in den folgenden Bilanzpositionen enthaltenen Finanzinstrumente lassen sich folgenden Kategorien zuordnen:
Finanzinstrumente
| in Euro | fortgeführte Anschaffungs kosten |
Fair Value Erfassung im EK |
nicht finanzielle Vermögenswerte |
Buchwert 31.12.2008 |
Zeitwert 31.12.2008 |
|
|---|---|---|---|---|---|---|
| Aktiva | ||||||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente |
||||||
| Forderungen | 19.266.292,24 | 19.266.292,24 | ||||
| Zur Veräußerung verfügbare Finanzinvestitionen |
1.408.773,33 | 1.408.773,33 | ||||
| Nicht finanzielle Vermögenswerte |
36.322,53 | 36.322,53 20.711.388,10 20.711.388,10 | ||||
| Verpfändete Liquide Mittel | ||||||
| Forderungen | 550.000,00 | 550.000,00 | 550.000,00 | |||
| Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte |
||||||
| Zur Veräußerung verfügbare Finanzinvestitionen |
10.363.125,00 | 10.363.125,00 | ||||
| Bis zur Endfälligkeit zu halten de Finanzinvestitionen |
34.848.298,06 | 34.848.298,06 45.211.423,06 45.211.423,06 | ||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
||||||
| Forderungen | 5.314,97 | 5.314,97 | 5.314,97 | |||
| Sonstige Vermögensgegenstände |
||||||
| Forderungen | 14.348.744,23 | 14.348.744,23 14.348.744,23 | ||||
| Summe | 80.826.870,36 80.826.870,36 | |||||
| – davon Forderungen | 34.170.351,44 34.170.351,44 | |||||
| – davon zur Veräußerung verfüg bare Finanzinvestitionen |
11.771.898,33 11.771.898,33 | |||||
| – davon bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen |
34.848.298,06 34.848.298,06 | |||||
| Passiva | ||||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
||||||
| Verbindlichkeiten | 4.822.352,74 | 4.822.352,74 | 4.822.352,74 | |||
| Sonstige Verbindlichkeiten | ||||||
| Verbindlichkeiten | 26.704.362,23 | 26.704.362,23 | ||||
| Nicht finanzielle Vermögenswerte |
1.116.804,60 | 1.116.804,60 27.821.166,83 27.821.166,83 | ||||
| Summe | 32.643.519,57 32.643.519,57 | |||||
| – davon Verbindlichkeiten | 31.526.714,97 31.526.714,97 |
Finanzinstrumente
| in Euro | fortgeführte Anschaffungs kosten |
Fair Value Erfassung im EK |
nicht finanzielle Vermögenswerte |
Buchwert 31.12.2007 |
Zeitwert 31.12.2007 |
|
|---|---|---|---|---|---|---|
| Aktiva | ||||||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente |
||||||
| Forderungen | 10.795.304,68 | 10.795.304,68 | ||||
| Zur Veräußerung verfügbare Finanzinvestitionen |
54.981.426,78 | 54.981.426,78 | ||||
| Nicht finanzielle Vermögenswerte |
44.044,19 | 44.044,19 65.820.775,65 65.820.775,65 | ||||
| Verpfändete Liquide Mittel | ||||||
| Forderungen | 300.000,00 | 300.000,00 | 300.000,00 | |||
| Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte |
||||||
| Zur Veräußerung verfügbare Finanzinvestitionen |
4.144.200,00 | 4.144.200,00 | 4.144.200,00 | 4.144.200,00 | ||
| Langfristige finanzielle Vermögenswerte |
||||||
| Bis zur Endfälligkeit zu halten de Finanzinvestitionen |
3.000.000,00 | 3.000.000,00 | 3.000.000,00 | 3.000.000,00 | ||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
||||||
| Forderungen | 6.955,12 | 6.955,12 | 6.955,12 | |||
| Sonstige Vermögensgegenstände |
||||||
| Forderungen | 14.245.207,31 | 14.245.207,31 14.245.207,31 | ||||
| Summe | 87.517.138,08 87.517.138,08 | |||||
| – davon Forderungen | 25.347.467,11 25.347.467,11 | |||||
| – davon zur Veräußerung verfüg bare Finanzinvestitionen |
59.125.626,78 59.125.626,78 | |||||
| – davon bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen |
3.000.000,00 | 3.000.000,00 | ||||
| Passiva | ||||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
||||||
| Verbindlichkeiten | 5.958.519,16 | 5.958.519,16 | 5.958.519,16 | |||
| Sonstige Verbindlichkeiten | ||||||
| Verbindlichkeiten | 25.115.457,98 | 25.115.457,98 | ||||
| Nicht finanzielle | ||||||
| Vermögenswerte | 1.695.190,23 | 1.695.190,23 26.810.648,21 26.810.648,21 | ||||
| Summe | 32.769.167,37 32.769.167,37 | |||||
| – davon Verbindlichkeiten | 31.073.977,14 31.073.977,14 |
26.2 Kreditrisiko
Der Umfang des Kreditrisikos der Tipp24 AG entspricht der Summe der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen Forderungen.
Die Gesellschaft zieht die von den Kunden zu zahlenden Beträge durch Lastschrift oder Kreditkarte unmittelbar ein. Das Risiko aus stornierten Lastschrifteinreichungen oder Kreditkartenbuchungen ist statistisch vor dem Hintergrund einer langjährigen Datenbasis im Zahlungsverkehr begrenzt. Fehlbeträge aus solchen Storni werden unmittelbar aufwandswirksam erfasst und im sonstigen betrieblichen Aufwand ausgewiesen.
Gegen Spielveranstalter wie die Landeslotteriegesellschaften generiert die Gesellschaft Forderungen aus Gewinnen ihrer Kunden, die nach Erhalt unmittelbar an diese weitergeleitet werden. Aufgrund der Bonität der Spielveranstalter erwartet die Gesellschaft keine wesentlichen Zahlungsausfälle.
Forderungen gegen Zahlungssysteme wie z. B. Kreditkartenunternehmen beinhalten vor allem das Risiko, dass die Kunden der Gesellschaft selbst ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen können. Dieses Risiko wird, wie dargestellt, unmittelbar aufwandswirksam bei Ausfall des Kunden erfasst.
26.3 Liquiditätsrisiko
Wegen ausreichender liquider Mittel unterliegt die Gesellschaft keinem wesentlichen Liquiditätsrisiko. Auch im Falle wesentlicher Beschränkungen des Geschäfts vor dem Hintergrund der regulatorischen Entwicklungen ist Tipp24 mit ausreichender Liquidität ausgestattet, um die Verbindlichkeiten der Gesellschaft jederzeit bedienen zu können. Die finanziellen Verbindlichkeiten sind im Wesentlichen sofort fällig und werden nicht abgezinst.
26.4 Zinsänderungsrisiko
| in Euro | kurzfristig | langfristig | Summe |
|---|---|---|---|
| 31.12.2008 | |||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | |||
| Variabel verzinslich | 19.302.614,77 | 0,00 | 19.302.614,77 |
| Fest verzinslich | 1.408.773,33 | 0,00 | 1.408.773,33 |
| 20.711.388,10 | 0,00 | 20.711.388,10 | |
| Verpfändete Liquide Mittel | |||
| Variabel verzinslich | 550.000,00 | 0,00 | 550.000,00 |
| Kurzfristige Finanzanlagen | |||
| Variabel verzinslich | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Fest verzinslich | |||
| Zur Veräußerung verfügbare | |||
| Finanzinvestitionen | 10.363.125,00 | 0,00 | 10.363.125,00 |
| Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen |
34.848.298,06 | 0,00 | 34.848.298,06 |
| 45.211.423,06 | 0,00 | 45.211.423,06 | |
| Langfristige Finanzanlagen | |||
| Variabel verzinslich | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Fest verzinslich | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| 0,00 | 0,00 | 0,00 | |
| Gesamt | 66.472.811,16 | 0,00 | 66.472.811,16 |
| in Euro | kurzfristig | langfristig | Summe |
|---|---|---|---|
| 31.12.2007 | |||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | |||
| Variabel verzinslich | 65.820.775,65 | 0,00 | 65.820.775,65 |
| Fest verzinslich | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| 65.820.775,65 | 0,00 | 65.820.775,65 | |
| Verpfändete Liquide Mittel | |||
| Variabel verzinslich | 300.000,00 | 0,00 | 300.000,00 |
| Kurzfristige Finanzanlagen | |||
| Variabel verzinslich | |||
| Zur Veräußerung verfügbare | |||
| Finanzinvestitionen | 4.144.200,00 | 0,00 | 4.144.200,00 |
| Fest verzinslich | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| 4.144.200,00 | 4.144.200,00 | ||
| Langfristige Finanzanlagen | |||
| Variabel verzinslich | |||
| Bis zur Endfälligkeit zu haltende | |||
| Finanzinvestitionen | 0,00 | 3.000.000,00 | 3.000.000,00 |
| Fest verzinslich | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| 0,00 | 3.000.000,00 | 3.000.000,00 | |
| Gesamt | 70.264.975,65 | 3.000.000,00 | 73.264.975,65 |
Tipp24 ist ausschließlich in Finanzanlagen mit Kapitalerhaltungsgarantie investiert. Die derzeit gehaltenen Finanzanlagen tragen kein Währungsrisiko und nur in sehr geringem Umfang ein Zinsänderungsrisiko. Durch eine diversifizierte Zinsanlagepolitik mindern wir das Zinsänderungsrisiko im kurzfristigen Bereich. Das verbleibende Risiko beträgt bei einem Anlagevolumen von insgesamt knapp 66 Mio. Euro, sollten sich die kurzfristigen Zinssätze um 50 Basispunkte ändern, etwa 150 Tsd. Euro p. a. Unabhängig davon tragen in der derzeitigen Finanzkrise sowohl die im Rahmen der Finanzanlagen etwaig vereinbarten Zinsen als auch die investierten Anlagebeträge einschließlich der Bankguthaben selbst ein erhöhtes Ausfallrisiko. Die Held-to-Maturity klassifizierten Finanzanlagen haben alle eine Fälligkeit unter zwölf Monaten.
26.5 Währungsrisiko
Die Gesellschaft unterlag im Berichtsjahr keinem wesentlichen Währungsrisiko.
26.6 Grundsätze und Ziele des Kapitalmanagements
Tipp24 betreibt ein globales Kapitalmanagement. Alle wesentlichen Entscheidungen zur Finanzierungsstruktur trifft der Vorstand. Das Kapitalmanagement findet insgesamt auf Konzernebene statt. Wir verfolgen dabei folgende Ziele:
- • Die Eigenkapitalquote soll mittelfristig auf etwa 35 % eingestellt werden.
- • Die liquiden Mittel, die den kurzfristigen Verbindlichkeiten aus dem Spielbetrieb gegenüberstehen, werden in sicheren Anlageformen angelegt. Der überwiegende Teil davon ist kurzfristig mit Fälligkeiten von einer Woche oder weniger anzulegen. Ein statistisch belegter Sockelbetrag ist mittelfristig mit Fälligkeiten zwischen einem und vier Jahren anzulegen.
- • Das Eigenkapital, das über die angestrebte Zielgröße für die Eigenkapitalquote von etwa 35 % zur Sicherstellung einer stabilen Finanzierungssituation der Gesellschaft hinausgeht, soll für Investitionen im Rahmen der Wachstumsstrategie eingesetzt werden. Die dem Eigenkapital gegenüberstehenden, noch nicht eingesetzten liquiden Mittel werden ebenfalls kurzfristig in sicheren Anlagen investiert. Mittelfristig ist eine Hebelung der Finanzierung von Tipp24 auch durch zinstragendes Fremdkapital möglich. Außerdem planen wir, Eigenkapital, das im Rahmen der strategischen Ausrichtung nicht erforderlich ist, weiterhin in Form von Dividenden auszuschütten sowie für den Rückkauf eigener Aktien einzusetzen.
Grundsätze und Ziele des Kapitalmanagements
| in Euro | 31.12.2008 | 31.12.2007 |
|---|---|---|
| Eigenkapitalquote | 59,0 % | 60,6 % |
| Liquide Mittel | 20.711.388,10 | 65.820.775,65 |
| Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | 9.854.218,83 | 3.213.573,63 |
| Für das Geschäftsjahr vorgeschlagene Dividende pro Aktie | 0,50 | 0,50 |
27 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Die Tipp24 AG hat ihre Geschäftsfelder zum 1. Januar 2009 neu geordnet. Dabei haben wir den Großteil unserer Aktivitäten, die in Verbindung mit der Vermittlung oder dem Angebot von Lotterieprodukten stehen, an die bereits seit 2007 in Großbritannien tätigen MyLotto24 Ltd. und deren Tochtergesellschaften übertragen. Dies betraf sowohl die Vermittlung der staatlichen deutschen Lotto-Produkte, als auch die Tochterunternehmen Ventura24 S.L. in Spanien und Puntogioco24 S.r.l. in Italien. Der Vertrieb der deutschen Klassenlotterien NKL und SKL wird hingegen weiterhin über die Schumann e. K. durchgeführt.
Mit der Bündelung des Lotteriegeschäfts bei der Geschäftsführung von MyLotto24 in Großbritannien schaffen wir die Voraussetzungen für eine positive Entwicklung des Auslandsgeschäfts. Damit zogen wir die Konsequenzen aus dem nach unserer Überzeugung rechtswidrigen Glücksspielstaatsvertrag, dessen zweite Stufe, welche die Vermittlung staatlicher Lotterien über das Internet verbietet, zum 1. Januar 2009 in Kraft trat. Der Vorstand der Tipp24 AG wird sich zukünftig auf den Ausbau des Geschäftsbereichs Tipp24Games sowie auf die Identifizierung und Akquisition neuer Geschäftsmodelle in Deutschland und Europa konzentrieren. Die Tipp24 AG beabsichtigt nach einer Klärung der Rechtslage in ihrem Sinne diese Tätigkeit baldmöglichst wieder aus Deutschland aufzunehmen.
Bis zum 8. Januar 2009 vermittelte Tipp24.com ihre Spielscheine direkt an die Landeslotterien. Seitdem übernimmt Tipp24.com die gesamte Abwicklung der Spielscheine selbst. Die Spielscheine werden dabei nicht wie bisher an die Systeme der Landeslotterien abgegeben, sondern im Rahmen der Internationalisierung direkt über die leistungsstarken Systeme von Tipp24 Services Ltd. in England verarbeitet und an die MyLotto24 Ltd. vermittelt, die Veranstalter einer englischen Lotterie auf das deutsche Lotto ist. Anders als die Tipp24 Services Ltd., welche lediglich als Vermittler auftritt, trägt die MyLotto24 Ltd. das Veranstalterrisiko. Aktive Dauerscheine aus dem Jahr 2008 oder früher werden weiterhin an den Deutschen Lottoblock übermittelt. Sie nehmen wie gewohnt gewinnberechtigt an den staatlichen deutschen Lottoziehungen teil. Darüber hinaus werden keine Spielscheine mehr an deutsche Kunden vermittelt.
Seit Januar 2009 befinden wir uns im Rechtsstreit mit verschiedenen Landeslotteriegesellschaften, welche die Annahme von ordnungsgemäß eingebrachten Spielscheinen verweigerten. So verfügte z. B. das OLG Koblenz am 20. Januar 2009, dass die Landeslotterie Rheinland-Pfalz weiterhin Spielscheine annehmen muss, auch wenn diese über das Internet generiert wurden. Entsprechendes entschied das Landgericht Hamburg für die Hamburger Lotteriegesellschaft am 20. Februar 2009.
Der Vorstand der Tipp24 AG hat die Durchführung eines weiteren Aktienrückkaufprogramms beschlossen, mit dem im Zeitraum vom 2. Februar 2009 bis spätestens zum 30. Juni 2009 Aktien der Tipp24 AG im Gesamtgegenwert von bis zu 2.000.000 Euro (einschließlich Transaktionskosten) über die Börse erworben werden sollen. Die Tipp24 AG hatte bereits infolge der Aktienrückkaufprogramme vom Februar und Oktober 2007 insgesamt 887.231 eigene Aktien, entsprechend 10,00 % weniger 1 Aktie des Grundkapitals, erworben. Diese eigenen Aktien wurden am 23. Januar 2009 im Wege der vereinfachten Kapitalherabsetzung unter entsprechender Herabsetzung des Grundkapitals um 887.231 Euro auf 7.985.088 Euro eingezogen.
28 Zusätzliche Angaben nach deutschem Handelsrecht
28.1 Vorstand
Folgende Personen waren im Geschäftsjahr 2008 als Vorstand bestellt:
- • Jens Schuman, Vorstand Strategie, Lobbying und Public Relations (Vorsitzender)
- • Dr. Hans Cornehl, Vorstand Finanzen, Investor Relations, Personal und Technik (stellvertretender Vorsitzender)
- • Marcus Geiß, Vorstand Unternehmensentwicklung (seit 1. April 2008)
- • Petra von Strombeck, Vorstand Marketing (seit 1. April 2008)
Die Vorstände übten ihre Tätigkeit hauptberuflich aus. Die Vergütung der Vorstände setzte sich wie folgt zusammen:
| Summe | 630.000,00 | 841.059,06 | 1.471.059,06 |
|---|---|---|---|
| Petra von Strombeck | 135.000,00 | 158.798,25 | 293.798,25 |
| Jens Schumann | 180.000,00 | 261.731,28 | 441.731,28 |
| Marcus Geiß | 135.000,00 | 158.798,25 | 293.798,25 |
| Dr. Hans Cornehl | 180.000,00 | 261.731,28 | 441.731,28 |
| in Euro | Festgehalt | variable Vergütung | 2008 |
| in Euro | Festgehalt | variable Vergütung | 2007 |
|---|---|---|---|
| Dr. Hans Cornehl | 189.468,00 | 66.658,00 | 256.126,00 |
| Marc Peters | 94.734,00 | 0,00 | 94.734,00 |
| Jens Schumann | 189.468,00 | 66.658,00 | 256.126,00 |
| Summe | 473.670,00 | 133.316,00 | 606.986,00 |
Die Gesamtvergütung des Vorstands belief sich im Geschäftsjahr 2008 auf 1.471 (Vorjahr: 607 Tsd. Euro).
28.2 Aufsichtsrat
Dem Aufsichtsrat gehörten im Geschäftsjahr 2008 an:
- • Klaus F. Jaenecke, Geschäftsführender Gesellschafter der Jaenecke & Cie. GmbH & Co. KG (Vorsitzender)
- • Oliver Jaster, Geschäftsführer der Günther Holding (stellvertretender Vorsitzender), seit 29. Mai 2008
- • Dr. Hans-Wilhelm Jenckel, Geschäftsführender Gesellschafter der DWI Grundbesitz GmbH, (stellvertretender Vorsitzender) bis 29. Mai 2008
- • Hendrik Pressmar, Berater, einfaches Mitglied, seit 19. Dezember 2008
- • Annet Aris, außerordentliche Professorin für Strategie am INSEAD, einfaches Mitglied; bis 19. Dezember 2008, zugleich Mitglied des Aufsichtsrats der Hansa-Heemann AG, Hamburg
| in Euro | Festgehalt | variable Vergütung | 2008 |
|---|---|---|---|
| Klaus F. Jaenecke (Vorsitzender) |
34.500,00 | 21.875,00 | 56.375,00 |
| Oliver Jaster (stell vertretender Vorsitzender; seit 29.05.2008) |
8.625,00 | 5.468,75 | 14.093,75 |
| Dr. Hans-Wilhelm Jenckel (stellvertretender Vorsit zender; bis 29.05.2008) |
13.800,00 | 8.750,00 | 22.550,00 |
| Hendrik Pressmar (seit 19.12.2008) |
0 | 0 | 0 |
| Annet Aris (bis 19.12.2008) |
12.075,00 | 7.656,25 | 19.731,25 |
| Summe | 69.000,00 | 43.750,00 | 112.750,00 |
| in Euro | Festgehalt | variable Vergütung | 2007 |
|---|---|---|---|
| Klaus F. Jaenecke (Vorsitzender) |
30.000,00 | 21.250,00 | 51.250,00 |
| Dr. Hans-Wilhelm Jenckel (stellvertretender Vorsit zender; bis 29.05.2008) |
18.000,00 | 12.750,00 | 30.750,00 |
| Annet Aris (bis 19.12.2008) |
12.000,00 | 8.500,00 | 20.500,00 |
| Summe | 60.000,00 | 42.500,00 | 102.500,00 |
28.3 »Directors' Dealings« Bestand an Aktien und Bezugsrechten auf Aktien der Organmitglieder
Die folgende Tabelle zeigt die Bestände an Aktien der Tipp24 AG, die von den Organmitgliedern der Tipp24 AG zum 31. Dezember 2008 gehalten wurden und deren Veränderungen seit 1. Januar 2008. Das Mitglied des Vorstands Petra von Strombeck hält 8.000 Aktienoptionen die im Rahmen des Aktienoptionsprogramms zum 13. Februar 2008 gewährt wurden.
Darüberhinaus hält keines der Organmitglieder Bezugsrechte auf die Aktien der Tipp24 AG.
| 01.01.2008 | Veränderungen | 31.12.2008 | |
|---|---|---|---|
| 134.695 | 694 | 135.389 | |
| 0 | 20.895 | 20.895 | |
| 0 | 900 | 900 | |
| 903.518 | 4653 | 908.171 | |
28.4 Corporate Governance
Entsprechenserklärung zur Übernahme der Empfehlungen der »Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex«
Im November 2007 haben Vorstand und Aufsichtsrat die nach § 161 AktG vorgeschriebene Entsprechenserklärung zum Corporate Governance Kodex abgegeben und den Aktionären auf der Website der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht.
28.5 Mitarbeiter
Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl bei der Tipp24 AG sowie im Konzern stellte sich wie folgt dar:
| 2008 | 2007 | 2008 | 2007 | |
|---|---|---|---|---|
| Konzern | Tipp24 AG | |||
| Vorstand | 4 | 3 | 4 | 3 |
| Geschäftsführer | 3 | 3 | 0 | 0 |
| Angestellte | 185 | 154 | 108 | 96 |
| Auszubildende | 6 | 6 | 3 | 3 |
| Studentische Aushilfen | 50 | 48 | 47 | 47 |
| Summe | 248 | 214 | 162 | 149 |
28.6 Honorar des Abschlussprüfers
Im Geschäftsjahr 2008 wurden für den Abschlussprüfer, Ernst & Young AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft folgende Honorare erfasst:
| Abschlussprüfungen 66 |
61 |
|---|---|
| Steuerberatung 47 |
34 |
| Sonstige Bestätigungs- und Bewertungsleistungen 57 |
52 |
| davon für internationale Partnerunternehmen des Abschlussprüfers 34 |
35 |
| Sonstige Leistungen 66 |
50 |
| Summe 236 |
197 |
28.7 Konsolidierungskreis
Der Konsolidierungskreis besteht aus den unten aufgeführten Tochterunternehmen, an denen die in nachstehender Tabelle aufgeführten Anteile gehalten werden bzw. wurden. Die Giochi24 wurde durch die Tipp24 AG in 2008 gegründet. Es fielen Gründungskosten in Höhe von 31 Tsd. Euro an. Zum Zeitpunkt der Gründung gab es keinen Unterschied zwischen Buch- und Zeitwert. Das Ergebnis des Rumpfgeschäftsjahres dieser Gesellschaft seit dem Gründungsdatum beläuft sich auf –59 Tsd. Euro.
Die Tipp24 Entertainment wurde ebenfalls durch die Tipp24 AG in 2008 gegründet. Es fielen Gründungskosten in Höhe von 78 Tsd. Euro an. Zum Zeitpunkt der Gründung gab es keinen Unterschied zwischen Buch- und Zeitwert. Das Ergebnis des Rumpfgeschäftsjahres dieser Gesellschaft seit dem Gründungsdatum beläuft sich auf –1,5 Mio. Euro.
| in % | 2008 | 2007 | Erstkonsolidierung |
|---|---|---|---|
| Ventura24 S.L., Madrid, Spanien | 100 | 100 | 2001 |
| GSG Lottery Systems GmbH, Hamburg | 100 | 100 | 2001 |
| Puntogioco24 S.r.l., Monza, Italien | 100 | 100 | 2004 |
| MyLotto24 Ltd., London, Großbritannien | 100 | 100 | 2007 |
| Tipp24 Operating Services Ltd., London, Großbritannien | 100 | 100 | 2007 |
| Tipp24 Services Ltd., London, Großbritannien | 100 | 100 | 2007 |
| Tipp24 Entertainment GmbH, Hamburg | 100 | – | 2008 |
| Giochi24 S.r.l., Monza, Italien | 100 | – | 2008 |
Die Schumann e. K., Hamburg, wurde, obwohl keine Kapital- und Stimmrechtsbeteiligung der Tipp24 AG an dieser besteht, nach IAS 27 und SIC 12.10 in den Konzernabschluss einbezogen. Hierzu verweisen wir auf unsere Ausführungen unter »2.1.5 Konsolidierungsgrundsätze«.
Hamburg , 20. Februar 2009
Der Vorstand
Jens Schumann Dr. Hans Cornehl Marcus Geiß Petra von Strombeck
(Vorsitzender des Vorstands) (stellv. Vorsitzender des Vorstands)
Bestätigungsvermerk
Wir haben den von der Tipp24 AG, Hamburg, aufgestellten Konzernabschluss – bestehend aus Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz, Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung und Anhang – sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2008 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt.
Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Hamburg, 20. Februar 2009
Ernst & Young AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft
| Klimmer | Hoyer |
|---|---|
| Wirtschaftsprüfer | Wirtschaftsprüfer |
Bilanzeid
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Der Vorstand
Jens Schumann Dr. Hans Cornehl Marcus Geiß Petra von Strombeck (Vorsitzender des Vorstands) (stellv. Vorsitzender des Vorstands)
Bericht des aufsichtsrats
Beratung und Prüfung der Geschäftsführung
Der Aufsichtsrat der Tipp24 AG hat im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben wahrgenommen, den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten und seine Geschäftsführung überwacht. Wir waren in alle Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen unmittelbar eingebunden. Der Vorstand unterrichtete uns regelmäßig sowohl schriftlich als auch mündlich, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Unternehmensplanung und der strategischen Weiterentwicklung, über den Gang der Geschäfte, die Lage des Konzerns einschließlich der Risikolage sowie über das Risikomanagement. Daneben hat der Vorstand dem Aufsichtsrat umfassende Berichte über den Geschäftsverlauf einschließlich der Umsatzentwicklung und Rentabilität sowie der Lage der Gesellschaft und der Geschäftspolitik vorgelegt. Die Berichte haben jeweils allen Aufsichtsratsmitgliedern vorgelegen. Anhand der Berichte der Tipp24 AG hat der Aufsichtsrat alle wichtigen Geschäftsvorfälle überwacht und beratend begleitet. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats hat sich darüber hinaus regelmäßig vom Vorstand über den Geschäftsverlauf umfassend unterrichten lassen und mit dem Vorstand geschäftspolitische Fragen beraten.
Im Geschäftsjahr 2008 haben 7 Aufsichtsratssitzungen stattgefunden, in denen der Aufsichtsrat jeweils vollständig vertreten war. Daneben haben weitere Beschlussfassungen zu aktuellen Themen im schriftlichen Umlaufverfahren stattgefunden.
Beratungsschwerpunkte
Im Mittelpunkt der Beratungen des Aufsichtsrats standen:
- • die Umsatz- und Ergebnisentwicklung sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowohl des Konzerns als auch der in den Märkten Deutschland, Spanien und Italien operativ tätigen Tochtergesellschaften,
-
• die Unternehmensplanung einschließlich Investitions- und Personalplanung des Konzerns sowie der Tochtergesellschaften,
-
• die Entwicklung des regulatorischen und ökonomischen Umfelds in den Märkten, in denen Tipp24 operativ tätig ist, wobei hier ein besonderer Schwerpunkt auf die Entwicklung der regulatorischen Diskussion im Umfeld des Glücksspiel-Staatsvertrags in Deutschland gesetzt wurde,
- • die strategische Ausrichtung, insbesondere die Wachstumsstrategie des Konzerns,
- • die Weiterentwicklung der Risikofrüherkennungssysteme und
- • die Beratung und Erörterung zustimmungspflichtiger Geschäfte.
Besetzung des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat der Tipp24 AG setzt sich aus drei Mitgliedern zusammen. Vorsitzender des Aufsichtsrats ist Klaus F. Jaenecke. Er gehört dem Aufsichtsrat seit dem 10. August 2005 an und wurde am 29. Mai 2008 erneut bestellt. Stellvertretender Vorsitzender ist Oliver Jaster. Er gehört dem Aufsichtsrat seit dem 29. Mai 2008 an und folgte Dr. Hans-Wilhelm Jenckel. Hendrik Pressmar ist seit dem 19. Dezember 2008 Mitglied des Aufsichtsrats und folgte Annet Aris, die ihr Amt am 10. August 2005 angetreten hatte.
Ausschüsse
Aufgrund der Tatsache, dass der Aufsichtsrat aus lediglich drei Mitgliedern zusammengesetzt ist, wurden keine Ausschüsse gebildet.
Corporate Governance und Entsprechenserklärung
Der Aufsichtsrat hat sich der weiteren Umsetzung der Maßnahmen des »Deutschen Corporate Governance Kodex« gewidmet. Vorstand und Aufsichtsrat haben am 26. November 2008 eine Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und den Aktionären auf der Website der Gesellschaft unter www.tipp24-ag.de dauerhaft zugänglich gemacht.
Jahres- und Konzernabschlussprüfung
Der vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellte Jahresabschluss der Tipp24 AG und der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2008 sowie der nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellte Konzernabschluss und der Konzernlagebericht wurden von der Ernst & Young AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft unter Einbeziehung der Buchführung geprüft und jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Aufsichtsrat hat in Kenntnis dieser Prüfungsberichte den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss, den Lagebericht und den Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns sowie den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht geprüft. An seinen Beratungen am 2. März 2009 haben die Abschlussprüfer der Gesellschaft teilgenommen und über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung berichtet. Der Aufsichtsrat hat sich dem Ergebnis der Prüfung der Abschlussprüfer angeschlossen und als abschließendes Ergebnis seiner eigenen Prüfung keine Einwendungen erhoben. Der Aufsichtsrat billigte in seiner Sitzung am 2. März 2009 den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und den Konzernabschluss. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands über die Verwendung des Bilanzgewinns für das Geschäftsjahr 2008 schließt sich der Aufsichtsrat an.
Personalia
Seit dem 1. April 2008 wurde der Vorstand durch Marcus Geiß und Petra von Strombeck um zwei Personen erweitert.
Schlusswort
Der Aufsichtsrat dankt den Mitgliedern des Vorstands und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Tipp24-Konzerns für ihr Engagement und ihre herausragende Motivation im vergangenen Geschäftsjahr. Auch in Zeiten erheblicher regulatorischer Unsicherheiten, hat das Tipp24-Team den Fokus auf den Dienst am Kunden nicht verloren und erneut mit Leistungswillen und Innovationskraft eine Fortsetzung der Wachstums- und Erfolgsgeschichte des Unternehmens möglich gemacht.
Hamburg, 2. März 2009
Klaus F. Jaenecke (Vorsitzender des Aufsichtsrats)
Konzernkennzahlen der Tipp24 AG
Stand: 20. Februar 2009
| 2008 | 2007 | 2006 | ||
|---|---|---|---|---|
| Kunden | ||||
| Anzahl registrierter Kunden (zum Periodenende) | Tsd. | 2.526 | 2.344 | 1.770 |
| Anzahl registrierter Neukunden (zum Periodenende) | Tsd. | 203 | 574 | 448 |
| Kundenaktivitätsrate | 24,7 % | 28,7 % | 28,6 % | |
| Durchschnittliches Transaktionsvolumen pro Kunde | Euro | 566 | 588 | 598 |
| Akquisitionskosten je Neukunde (Eigenmarketing) | Euro | 46,44 | 20,11 | 18,81 |
| Gewinn- und Verlustrechnung | Tsd. Euro | |||
| Transaktionsvolumen | 335.947 | 346.776 | 264.235 | |
| Umsatzerlöse | 45.838 | 44.974 | 34.575 | |
| EBIT | 8.897 | 8.949 | 7.244 | |
| EBT | 10.720 | 11.192 | 8.365 | |
| Ergebnis | 6.606 | 6.272 | 7.445 | |
| Bilanz | Tsd. Euro | |||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | ||||
| (inkl. verpfändeter Mittel und Wertpapiere) | 21.261 | 66.121 | 60.764 | |
| Weitere kurzfristige Vermögenswerte | 59.586 | 18.405 | 16.290 | |
| Langfristige Vermögenswerte, gesamt | 12.304 | 7.213 | 5.740 | |
| AKTIVA | 93.151 | 91.739 | 82.794 | |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 35.623 | 35.774 | 22.128 | |
| Lang- und mittelfristige Verbindlichkeiten | 2.607 | 335 | 14 | |
| Eigenkapital | 54.922 | 55.630 | 60.652 | |
| PASSIVA | 93.151 | 91.739 | 82.794 | |
| Cashflow | Tsd. Euro | |||
| Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit | 9.651 | 17.886 | 8.360 | |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | –47.049 | –1.200 | –4.769 | |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | –7.386 | –11.335 | – | |
| Personal | ||||
| Anzahl Mitarbeiter (Durchschnitt Festangestellte | ||||
| ohne Vorstand/GF/Praktikanten/Auszubildende) | Pers. | 185 | 154 | 144 |
| Personalaufwand | Tsd. Euro | 12.667 | 10.324 | 8.277 |
| Aufwand je Mitarbeiter | Tsd. Euro | 69 | 67 | 58 |
| Aufwand für Forschung & Entwicklung | Tsd. Euro | 3.374 | 3.051 | 2.767 |
| Mitarbeiter Forschung & Entwicklung | Pers. | 68 | 58 | 56 |
| Aktie (ab 2004) | ||||
| Durchschnittliche Anzahl Aktien (unverwässert) | Stück | 8.032.265 | 8.524.199 | 8.872.319 |
| Ergebnis je Aktie (unverwässert) | Euro | 0,82 | 0,74 | 0,84 |
| Operating Cashflow je Aktie (unverwässert) | Euro | 1,20 | 2,10 | 0,94 |
| Renditen | % | |||
| Rohmarge | 13,6 % | 13,0 % | 13,1 % | |
| EBIT–Marge | 19,4 % | 19,9 % | 21,0 % | |
| Umsatzrendite | 14,4 % | 13,9 % | 21,5 % | |
| Eigenkapitalrendite (ROE) | 12,0 % | 11,3 % | 12,3 % | |
*1999–2003: ungeprüft; 1999: Rumpfgeschäftsjahr 31.07.–31.12.1999
| 2003* | 2004 | 2005 |
|---|---|---|
| 675 | 1.031 | 1.322 |
| 234 | 356 | 291 |
| 30,3 % | 30,9 % | 28,6 % |
| 620 | 584 | 609 |
| 17,52 | 17,01 | 20,12 |
| 104.812 | 154.094 | 204.696 |
| 14.085 | 19.504 | 26.119 |
| 1.000 | 3.207 | 6.048 |
| 1.070 | 3.324 | 6.490 |
| 2.994 | 1.575 | 3.318 |
| 8.251 | 13.202 | 57.174 |
| 3.940 | 3.092 | 7.666 |
| 3.845 | 2.602 | 7.296 |
| 16.036 | 18.896 | 72.135 |
| 9.872 | 10.955 | 18.854 |
| 99 | 124 | 96 |
| 6.065 | 7.817 | 53.185 |
| 16.036 | 18.896 | 72.135 |
| 4.570 | 5.375 | 10.308 |
| –506 | –600 | –6.371 |
| –30 | 175 | 40.035 |
| 72 | 95 | 114 |
| 4.285 | 5.522 | 6.990 |
| 60 | 58 | 61 |
| 1.420 | 1.938 | 2.151 |
| 30 | 38 | 44 |
| n/a | 6.451.928 | 7.191.100 |
| n/a | 0,24 | 0,46 |
| n/a | 0,83 | 1,43 |
| 13,4 % | 12,7 % | 12,8 % |
| 7,1 % | 16,4 % | 23,2 % |
| 21,3 % | 8,1 % | 12,7 % |
| 49,4 % | 20,1 % | 6,2 % |
Finanzkalender 2009
| 5. März 2009 | Bilanzpressekonferenz |
|---|---|
| 4. Mai 2009 | Bericht zum 1. Quartal 2009 |
| 28. Mai 2009 | Hauptversammlung |
| 3. August 2009 | Halbjahresbericht 2009 |
| 2. November 2009 | Neunmonatsbericht 2009 |
| November 2009 | Analystenkonferenz (Frankfurt) |
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