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thyssenkrupp AG — Interim / Quarterly Report 2012
May 24, 2012
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Interim / Quarterly Report
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Publication

ThyssenKrupp AG
Duisburg und Essen
Halbjahresfinanzbericht zum 31. März 2012
Zwischenlagebericht
STRATEGISCHE WEITERENTWICKLUNG DES KONZERNS
Ausbau der Technologiebereiche
ThyssenKrupp will sich künftig als diversifizierter Industriekonzern auf attraktiven Wachstumsmärkten bei seinen Kunden positionieren. Obwohl Werkstoffe weiterhin eine wichtige Säule des Geschäfts sind, werden insbesondere die Technologiebereiche ausgebaut. Bevölkerungswachstum, Urbanisierung und Globalisierung – die Chancen dieser weltweiten Trends wollen wir für das Wachstum unseres Konzerns nutzen. Dazu gehört auch, das Portfolio ständig zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen; die Käufe und Verkäufe von Unternehmen sind Teil der Maßnahmen, um den Konzern strategisch optimal aufzustellen.
Portfolio weiter optimiert
Im 1. Halbjahr 2011/2012 haben wir die strategische Portfoliooptimierung weiter vorangetrieben:
– Am 31. Januar 2012 hatten ThyssenKrupp und der finnische Edelstahlhersteller Outokumpu den Zusammenschluss von Outokumpu und Inoxum, der Edelstahlsparte von ThyssenKrupp, beschlossen. Als weiteren Meilenstein der Transaktion hat Outokumpu im April 2012 eine Kapitalerhöhung von rund 1 Mrd € erfolgreich platziert. Der Zusammenschluss steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die zuständigen Regulierungsbehörden. Nach bisheriger Planung soll die Transaktion bis zum Jahresende 2012 abgeschlossen werden. Durch das Zusammengehen soll ein neuer globaler Anbieter im Edelstahlsektor mit einem Umsatz von 11,8 Mrd € und mehr als 19.000 Mitarbeitern entstehen.
– Zum 30. November 2011 wurde der Verkauf der Xervon-Gruppe an den Industriedienstleister REMONDIS vollzogen.
– Die brasilianischen Automotive-Systems-Aktivitäten wurden am 06. Dezember 2011 an eine Tochtergesellschaft des Automobilzulieferers Magna verkauft.
– Am 31. Januar 2012 kaufte Star Capital Partners aus Großbritannien die zivilen Schiffbauaktivitäten von ThyssenKrupp Marine Systems. Die Restrukturierung unserer Werften ist damit im Wesentlichen abgeschlossen.
– Wir haben die Integration der Fahrwerksgeschäfte der Bilstein-Gruppe und von Presta Steering zu ThyssenKrupp Chassis planmäßig abgeschlossen. Damit ist einer der größten Chassis-Full-Service-Provider mit globalem Auftritt und einem Umsatz von rund 3 Mrd € entstanden.
– Die Verkaufsprozesse für unsere US-amerikanische Eisengießerei Waupaca, das Federn- und Stabilisatoren-Geschäft sowie ThyssenKrupp Tailored Blanks wurden intensiv fortgesetzt. Für alle drei Verkäufe führen wir derzeit Gespräche mit verschiedenen Interessenten.
– Im 1. Geschäftsjahreshalbjahr konnte die Business Area Elevator Technology mit Akquisitionen in Nordamerika sowie dem Erwerb von Beteiligungen im asiatischen Wachstumsmarkt ihre Marktposition ausbauen.
– Im Zuge der Ausweitung der Marktpräsenz im Bereich Kokereitechnik hat ThyssenKrupp Uhde im Oktober 2011 die in Tokio ansässige Otto Corporation erworben.
Erfolgreiches impact
Das 2011 aufgelegte konzernweite Programm impact soll die Produktivität, Kundenorientierung und Innovationskraft des Konzerns steigern. Die ersten Maßnahmen haben bereits zu guten Ergebnissen geführt. Nach derzeitigem Planungsstand kann impact schon im laufenden Geschäftsjahr die Kosten konzernweit um rund 300 Mio € senken; in der 1. Jahreshälfte wurde rund die Hälfte der angestrebtenEinsparungen realisiert.
ÜBERBLICK ÜBER DEN GESCHÄFTSVERLAUF IM KONZERN
ThyssenKrupp im 1. Halbjahr 2011/2012 – Geschäftsentwicklung konjunkturell eingetrübt
Die angespannte Konjunkturlage hat die Geschäftsentwicklung des Konzerns im 1. Halbjahr 2011/2012 (01. Oktober 2011 – 31. März 2012) insgesamt spürbar beeinträchtigt. Der Auftragseingang der fortgeführten Aktivitäten lag mit 21,7 Mrd € nur leicht über dem Vorjahresniveau, der Umsatz sank um 1 % auf 20,5 Mrd €. Ursächlich hierfür waren die Mengen- und Preisentwicklungen in unseren Werkstoff-Aktivitäten; die Nachfrage nach Produkten aus dem Industriegüter-Bereich hingegen entwickelte sich deutlich stabiler. Im Vergleich zum 1. Quartal zeigten sowohl der Auftragseingang als auch der Umsatz im 2. Quartal eine Verbesserung. Einschließlich der nicht fortgeführten Aktivität Stainless Global, die unter dem Namen Inoxum firmiert, lag der Auftragseingang im 1. Halbjahr 2011/2012 bei 24,3 Mrd €, der Umsatz bei 23,3 Mrd €.
Das Bereinigte EBIT der fortgeführten Aktivitäten verminderte sich gegenüber dem 1. Halbjahr des Vorjahres von 696 Mio € auf 217 Mio €. Dabei hatten alle Business Areas mit Ausnahme von Steel Americas ein positives Bereinigtes EBIT ausgewiesen. Der Verlust von Steel Americas konnte auf −516 Mio € reduziert werden. Die übrigen sechs Business Areas erzielten ein Bereinigtes EBIT von insgesamt 1.124 Mio €. Die Corporate-Kosten und Konsolidierungseffekte beliefen sich auf −391 Mio €. Einschließlich Stainless Global verminderte sich das Bereinigte EBIT von 770 Mio € auf 177 Mio €. Im Vergleich mit dem 1. Quartal konnte das Bereinigte EBIT der fortgeführten Aktivitäten im 2. Quartal deutlich auf 134 Mio € gesteigert werden.
Wesentliche Kennzahlen für das 1. Halbjahr 2011/2012:
– Der Auftragseingang unserer fortgeführten Aktivitäten stieg gegenüber dem 1. Halbjahr des Vorjahres um 2 % auf 21,7 Mrd €. Mit deutlichen Zuwächsen haben Elevator Technology und Marine Systems dazu beigetragen. Im 2. Quartal 2011/2012 haben die Auftragseingänge zugenommen und lagen um 15 % über dem Vorquartal.
– Der Umsatz der fortgeführten Aktivitäten verminderte sich im 1. Halbjahr 2011/2012 um 1 % auf 20,5 Mrd €. Höhere Umsätze bei Steel Americas konnten Rückgänge bei den anderen Werkstoff-Aktivitäten nicht kompensieren. Die Industriegüter-Aktivitäten haben bis auf Marine Systems den Umsatz gesteigert. Im 2. Quartal übertraf der Umsatz den Vorquartalswert um 7 %.
– Das Bereinigte EBIT der fortgeführten Aktivitäten belief sich auf 217 Mio €, im Vorjahr waren es 696 Mio €. Gegenüber dem 1. Quartal konnte es von 83 Mio € auf 134 Mio € gesteigert werden. Bis auf Steel Americas haben alle Business Areas einen positiven Beitrag geleistet.
– Das EBIT der fortgeführten Aktivitäten lag mit 43 Mio € unter dem Vorjahreswert von 696 Mio €. Bezogen auf den Umsatz ging die EBIT-Marge von 3,4 % auf 0,2 % zurück.
– Das Ergebnis je Aktie der fortgeführten Aktivitäten verringerte sich von 0,80 € auf −0,89 €.
– Die Netto-Finanzschulden, einschließlich Stainless Global, beliefen sich zum 31. März 2012 auf 6.480 Mio € und blieben damit auf nahezu gleicher Höhe wie zum Vorjahresstichtag. Am 31. März 2011 hatten sie 6.492 Mio € betragen. Gegenüber dem 31. Dezember 2011 verzeichneten die Netto-Finanzschulden einen saisonal typischen Anstieg, zu dem im Wesentlichen der operativ erforderliche Aufbau des Net Working Capital sowie die Dividendenzahlung beigetragen haben.
Weltkonjunktur spürbar schwächer
Das globale Wirtschaftswachstum hat sich 2011 auf 3,3 % verlangsamt. Insbesondere in der 2. Jahreshälfte 2011 verlor die Weltkonjunktur merklich an Schwung. Auch im 1. Quartal 2012 dürfte die Wachstumsdynamik nach gegenwärtiger Einschätzung eher schwach ausgefallen sein.
Die Wirtschaft im Euro-Raum befand sich im 4. Quartal 2011 in einer ausgeprägten Schwächephase. Im Vergleich zum vorangegangenen Quartal fiel das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,3 %. Auch im 1. Quartal 2012 dürften viele Länder der Euro-Zone gesamtwirtschaftlich stagniert haben. Wesentlicher Grund dafür sind die von der Euro-Verschuldungskrise ausgehenden Unsicherheiten. Nur geringfügig besser entwickelte sich zuletzt die deutsche Wirtschaft. Nach einem Minus von 0,2 % im 4. Quartal 2011 könnte das BIP in den ersten drei Monaten 2012 wieder leicht zugenommen haben.
Nach einem schwachen Start hat sich die US-Konjunktur gegen Ende des Jahres 2011 spürbar belebt. Das BIP wuchs im 4. Quartal 2011 dank einer stärkeren Binnennachfrage um 0,7 % und im 1. Quartal 2012 um 0,6 %. In Japan war das Wirtschaftswachstum infolge der Naturkatastrophe im Frühjahr 2011 zunächst rückläufig, im weiteren Jahresverlauf hat sich die wirtschaftliche Lage jedoch insgesamt verbessert.
Besser als in den Industrieländern verlief die konjunkturelle Entwicklung in den Schwellenländern. Die chinesische Wirtschaft zeigte im 4. Quartal 2011 mit einem BIP-Wachstum von 2,0 % im Vergleich zum Vorquartal ein hohes Expansionstempo, das sich im 1. Quartal 2012 leicht auf 1,8 % verlangsamt hat.

Industriekonjunktur uneinheitlich
Qualitätsflachstahl – Der internationalen Stahlkonjunktur fehlten zuletzt nennenswerte Wachstumsimpulse. Nachdem die weltweite Rohstahlproduktion 2011 das Vorjahresvolumen um 6 % übertraf, war sie in den ersten drei Monaten 2012 nur um 1 % höher als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Dieser Anstieg lag vor allem an China. Hier wurde die Produktion im 1. Quartal 2012 trotz der merklichen Abkühlung der Inlands- und Exportkonjunktur um 2 % erhöht. In der übrigen Welt blieb der Stahlausstoß insgesamt konstant – mit deutlichen regionalen Unterschieden. Insbesondere die Stahlindustrie in der EU produzierte infolge der zuvor schwächeren Nachfrage weiter mit reduzierter Kapazität und verzeichnete einen Rückgang um 4 %. Bei den deutschen Stahlwerken war der Ausstoß um 5 % geringer als vor einem Jahr. Entgegen diesem Trend haben die USA die Produktion um 8 % gesteigert.
Auf dem europäischen Qualitätsflachstahlmarkt hat sich die Nachfrage nach der ausgeprägten Schwächephase im 2. Halbjahr 2011 seit dem Jahreswechsel leicht belebt. Vor allem die Bestellungen des Handels nahmen zu; nach abgeschlossener Lagerbereinigung wurden Vorratsbestände wieder aufgebaut. Dabei agierten Handel wie Endverbraucher in dem anhaltend schwierigen konjunkturellen Umfeld weiterhin vorsichtig. Der EU-Versand der europäischen Produzenten von Qualitätsflachstahl lag in den ersten drei Monaten 2012 leicht unter dem hohen Vorjahresniveau. Der Importdruck blieb relativ gering, und auf den Spotmärkten wurden höhere Preise realisiert. Der US-amerikanische Qualitätsflachstahlmarkt entwickelte sich besser als erwartet. Die Nachfrage aus der Automobilindustrie, aber auch aus anderen Sektoren des verarbeitenden Gewerbes nahm im Vorjahresvergleich kräftig zu. Das deutlich gestiegene Stahlangebot stoppte allerdings den seit dem Schlussquartal 2011 erkennbar positiven Stahlpreistrend.
Automobilbau – Die Automobilkonjunktur blieb vor allem in Nordamerika gut in Fahrt. In den USA lagen wegen eines starken Nachholbedarfs die Verkaufszahlen für Personenkraftwagen und leichte Nutzfahrzeuge im 4. Quartal 2011 um 10 % und im 1. Quartal 2012 um 13 % über dem Vorjahresniveau. Der chinesische Automobilmarkt wurde in den letzten beiden Jahren durch staatliche Eingriffe erheblich beeinflusst. So gingen im 4. Quartal 2011 die Neuzulassungen gegenüber dem Vorjahr um 23 % zurück, konnten aber im 1. Quartal 2012 wieder um etwa 90 % auf 3,9 Mio Personenkraftwagen und leichte Nutzfahrzeuge zulegen.
In der Europäischen Union gaben die PKW-Neuzulassungen im Schlussquartal 2011 um 4 % nach und lagen in den folgenden drei Monaten mit 3,3 Mio Fahrzeugen um 8 % unter dem Vorjahresniveau. Die deutschen PKW-Neuzulassungen legten im 4. Quartal 2011 um 3 % zu und übertrafen im darauf folgenden Quartal mit 774.000 Fahrzeugen den Vorjahresstand um 1 %. Bei unverändert hohen Exporten blieb die PKW-Produktion in den ersten drei Monaten 2012 mit 1,5 Mio Einheiten auf Vorjahresniveau. Leicht negativ entwickelte sich zuletzt der Markt für schwere Nutzfahrzeuge.
Maschinenbau – Die großen Maschinenbaumärkte verzeichneten 2011 noch hohe Wachstumsraten. In China stieg die Produktion um 17 %, in den USA um 10 % und in Deutschland um 12 %.
Die deutschen Maschinenbauer erzielten 2011 mit einem Plus von 10 % hohe Auftragseingänge, die vor allem auf eine sehr rege Bestelltätigkeit aus dem In- und Ausland zu Beginn des Jahres zurückgingen. Die schwächere Investitionsgüternachfrage führte danach zu niedrigeren Zuwächsen. Im 4. Quartal 2011 lagen die Bestellungen um 7 % und im 1. Quartal dieses Jahres um 9 % unter den hohen Vorjahresniveaus.
Bauwirtschaft – Die Bauindustrie in den Industrieländern blieb überwiegend schwach. Der US-Immobilienmarkt entwickelte sich auf niedrigem Niveau etwas besser, ohne dass bisher ein nachhaltiger Aufwärtstrend erkennbar ist. Ein höheres Wachstum verzeichnete die Bauwirtschaft in Schwellenländern wie China und Indien.
Die deutsche Bauwirtschaft zeigte sich 2011 in einer sehr robusten Verfassung. Positiv entwickelten sich die Aufträge im Wirtschafts- und vor allem im Wohnungsbau. Die Bauproduktion nahm 2011 insgesamt unerwartet stark um 13 % zu. Auch zu Beginn des Jahres 2012 verzeichnete die Branche höhere Auftragseingänge.
Auftragseingang und Umsatz auf Vorjahresniveau
Die gedrückte konjunkturelle Entwicklung hat die Geschäftsentwicklung von ThyssenKrupp spürbar belastet. Im 1. Halbjahr 2011/2012 lag der Auftragseingang leicht über, der Umsatz geringfügig unter dem Vorjahresniveau. Das Bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) war erheblich niedriger als der Vergleichswert des Vorjahres.
| Fortgeführte Aktivitäten ThyssenKrupp in Zahlen | 1. Halbjahr 2010/2011 | 1. Halbjahr 2011/2012 | Veränderung in % |
|
|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 21.325 | 21.674 | 2 |
| Umsatz | Mio € | 20.700 | 20.509 | – 1 |
| EBITDA | Mio € | 1.419 | 903 | – 36 |
| EBIT | Mio € | 696 | 43 | – 94 |
| EBIT-Marge | % | 3,4 | 0,2 | — |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 696 | 217 | – 69 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 3,4 | 1,1 | — |
| EBT | Mio € | 433 | – 274 | -- |
| Bereinigtes EBT | Mio € | 433 | – 100 | -- |
| Mitarbeiter (31.03.) | 169.120 | 159.009 | – 6 | |
| Fortgeführte Aktivitäten ThyssenKrupp in Zahlen | 2. Quartal 2010/2011 | 2. Quartal 2011/2012 | Veränderung in % |
|
| Auftragseingang | Mio € | 11.328 | 11.596 | 2 |
| Umsatz | Mio € | 10.680 | 10.613 | – 1 |
| EBITDA | Mio € | 827 | 432 | – 48 |
| EBIT | Mio € | 435 | 76 | – 83 |
| EBIT-Marge | % | 4,1 | 0,7 | — |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 435 | 134 | – 69 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 4,1 | 1,3 | — |
| EBT | Mio € | 297 | – 91 | -- |
| Bereinigtes EBT | Mio € | 297 | – 34 | -- |
| Mitarbeiter (31.03.) | 169.120 | 159.009 | – 6 |
Die fortgeführten Aktivitäten erzielten einen Auftragseingang von 21,7 Mrd € und einen Umsatz von 20,5 Mrd €. Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sich der Auftragseingang um 2 %. Der Vorjahreswert des Umsatzes wurde um 1 % nur leicht unterschritten. Sowohl beim Auftragseingang als auch beim Umsatz haben sich im Werkstoff-Geschäft – beispielsweise Qualitätsflachstahl – das niedrige Preisniveau und rückläufige Mengen ausgewirkt. Überwiegend freundlich entwickelte sich dagegen die Nachfrage im Industriegüter-Geschäft, wie etwa bei Aufzügen oder Komponenten für die Automobilindustrie. Im Vergleich zum 1. Quartal 2011/2012 legten sowohl die Auftragseingänge als auch der Umsatz im 2. Quartal mit 15 % bzw. 7 % spürbar zu.
Einschließlich Stainless Global lag der Konzern-Auftragseingang mit 24,3 Mrd € um 1 % über dem Vorjahresniveau, der Konzern-Umsatz fiel um 1 % auf 23,3 Mrd €.

Bereinigtes EBIT positiv
ThyssenKrupp erzielte mit den fortgeführten Aktivitäten ein Bereinigtes EBIT von 217 Mio €, 479 Mio € weniger als im 1. Halbjahr des Vorjahres. Mit Ausnahme von Steel Americas wiesen alle fortgeführten Business Areas im 1. Halbjahr 2011/2012 ein positives Bereinigtes EBIT aus. Der Verlust von Steel Americas konnte auf −516 Mio € reduziert werden. Die übrigen sechs Business Areas erzielten ein Bereinigtes EBIT von insgesamt 1.124 Mio €. Die Corporate-Kosten und Konsolidierungseffekte beliefen sich auf −391 Mio €.
Die Bereinigte-EBIT-Marge der fortgeführten Aktivitäten bezogen auf den Umsatz ging von 3,4 % auf 1,1 % zurück.

Einschließlich Stainless Global verminderte sich das Bereinigte EBIT des Konzerns von 770 Mio € auf 177 Mio €, die Bereinigte-EBIT-Marge von 3,3 % auf 0,8 %.
EBIT der fortgeführten Aktivitäten durch Sondereffekte belastet
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) der fortgeführten Aktivitäten betrug im Berichtszeitraum 43 Mio €. Sondereffekte in Höhe von 172 Mio € bei Marine Systems, die wesentlich im Zuge des Verkaufs der zivilen Schiffbauaktivitäten anfielen, haben das Ergebnis negativ beeinflusst. Mit 66 Mio € fielen bei Components Technology dagegen positive Sondereffekte an: Sie betrafen Gewinne aus der Veräußerung des Chassis-Komponenten-Herstellers ThyssenKrupp Automotive Systems Industrial do Brasil sowie Health-Care-Einsparungen bei der US-amerikanischen Gießereigruppe Waupaca. Bei Materials Services wurde eine Wertberichtigung auf eine Beteiligung in China in Höhe von 16 Mio € bereinigt. Die in der nachfolgenden Tabelle aufgeführten Restrukturierungsaufwendungen betrafen vor allem Elevator Technology und Materials Services.
| Bereinigte Sondereffekte der fortgeführten Aktivitäten in Mio € |
1. Halbjahr 2010/2011 | 1. Halbjahr 2011/2012 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| EBIT | 696 | 43 | – 94 |
| +/- Veräußerungsverluste/-gewinne | 0 | – 49 | — |
| + Restrukturierungsaufwendungen | 0 | 40 | — |
| + Wertminderungsaufwendungen (Impairment-Abschreibungen) | 0 | 191 | — |
| + Weitere nicht operative Aufwendungen | 0 | 20 | — |
| - Weitere nicht operative Erträge | 0 | – 28 | — |
| Bereinigtes EBIT | 696 | 217 | – 69 |
| Bereinigte Sondereffekte der fortgeführten Aktivitäten in Mio € | 2. Quartal 2010/2011 | 2. Quartal 2011/2012 | Veränderung in % |
| EBIT | 435 | 76 | – 83 |
| +/- Veräußerungsverluste/-gewinne | 0 | 3 | — |
| + Restrukturierungsaufwendungen | 0 | 8 | — |
| + Wertminderungsaufwendungen (Impairment-Abschreibungen) | 0 | 36 | — |
| + Weitere nicht operative Aufwendungen | 0 | 11 | — |
| - Weitere nicht operative Erträge | 0 | 0 | — |
| Bereinigtes EBIT | 435 | 134 | – 69 |
Einschließlich Stainless Global sank das Konzern-EBIT von 770 Mio € auf −585 Mio €, die EBIT-Marge von 3,3 % auf −2,5 %. Ursächlich hierfür war der negative Ergebnisbeitrag der nicht fortgeführten Aktivitäten, der im Wesentlichen durch weitere Zeitwert-Anpassungen in Höhe von 250 Mio € beeinflusst wurde, die im Zusammenhang mit der Trennung von Stainless Global stehen.
Analyse der Gewinn- und Verlustrechnung
Die Umsatzerlöse der fortgeführten Aktivitäten lagen im 1. Halbjahr 2011/2012 mit 20.509 Mio € um 191 Mio € oder 1 % unter dem entsprechenden Vorjahreswert. Die Umsatzkosten der fortgeführten Aktivitäten übertrafen mit 17.927 Mio € das Vorjahresniveau um 292 Mio €; der Anstieg betraf hauptsächlich die Produktionsfixkosten. Das Bruttoergebnis vom Umsatz der fortgeführten Aktivitäten verminderte sich hierdurch insgesamt auf 2.582 Mio €, die Brutto-Umsatzmarge ging von 15 % auf 13 % zurück.
Die Forschungs- und Entwicklungskosten der fortgeführten Aktivitäten lagen auf Vorjahresniveau.
Die Zunahme der Vertriebskosten der fortgeführten Aktivitäten um 71 Mio € resultierte insbesondere aus höheren Aufwendungen für Frachten und Verkaufsversicherungen. Die allgemeinen Verwaltungskosten der fortgeführten Aktivitäten gingen um 39 Mio € zurück; dies lag insbesondere an geringeren Personalaufwendungen.
Die sonstigen Aufwendungen der fortgeführten Aktivitäten erhöhten sich um 150 Mio €, insbesondere durch Wertminderungsaufwendungen auf Firmenwerte im Zusammenhang mit dem Verkauf der zivilen Bereiche von Blohm + Voss.
Auf die fortgeführten Aktivitäten entfielen sonstige Gewinne und Verluste, die auf dem Niveau des entsprechenden Vorjahreswertes lagen. Im 1. Halbjahr 2011/2012 wurden Gewinne aus der Veräußerung der Xervon-Gruppe und der brasilianischen Automotive-Systems-Aktivitäten erfasst, denen insbesondere negative Wechselkurseffekte aus ertragsunabhängigen Steuern gegenüberstanden.
Wesentliche Ursache für die um 65 Mio € verminderten Finanzierungserträge sowie die um 60 Mio € gesunkenen Finanzierungsaufwendungen der fortgeführten Aktivitäten waren Wechselkurseffekte im Zusammenhang mit Finanztransaktionen.
Für das 1. Halbjahr 2011/2012 ergab sich bei einem Steueraufwand der fortgeführten Aktivitäten von 202 Mio € eine effektive Steuerbelastung von −73,8 %, was im Wesentlichen an Wertberichtigungen aktiver latenter Ertragsteuern lag.
Nach Berücksichtigung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag belief sich der Verlust aus fortgeführten Aktivitäten auf 476 Mio €, gegenüber dem Vorjahr hat sich damit das Ergebnis um 766 Mio € verschlechtert.
Unter Einbeziehung des Verlustes nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten von 591 Mio €, der auf Stainless Global entfiel, ergab sich insgesamt ein Periodenfehlbetrag von 1.067 Mio €; im Vorjahr wurde noch ein Periodenüberschuss von 334 Mio € erzielt.
Auf die nicht beherrschenden Anteile entfiel ein Periodenfehlbetrag von 20 Mio €; im Vorjahreshalbjahr fiel hier noch ein Fehlbetrag von 80 Mio € an. Die Verbesserung um 60 Mio € betraf im Wesentlichen das geringere negative Ergebnis bei ThyssenKrupp CSA.
Das Ergebnis je Aktie bezogen auf das Periodenergebnis, das auf die Aktionäre der ThyssenKrupp AG entfällt, lag mit –2,03 € um 2,92 € unter dem Vorjahreswert. Das Ergebnis je Aktie der fortgeführten Aktivitäten ging um 1,69 € auf –0,89 € zurück.
Netto-Finanzschulden und Investitionen
Die Netto-Finanzschulden, einschließlich Stainless Global, beliefen sich zum 31. März 2012 auf 6.480 Mio € und blieben damit auf nahezu gleicher Höhe wie zum Vorjahresstichtag. Am 31. März 2011 hatten sie 6.492 Mio € betragen. Gegenüber dem 31. Dezember 2011 verzeichneten die Netto-Finanzschulden einen saisonal typischen Anstieg, zu dem im Wesentlichen der operativ erforderliche Aufbau des Net Working Capital sowie die Dividendenzahlung beigetragen haben.

Im 1. Halbjahr 2011/2012 investierte ThyssenKrupp insgesamt 1.062 Mio € und lag damit 26 % unter dem Niveau des Vorjahres. 998 Mio € wurden für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte ausgegeben; auf den Erwerb von Unternehmen und Beteiligungen sowie auf andere finanzielle Vermögenswerte entfielen 64 Mio €. Ohne die Großprojekte in Brasilien und den USA betrugen die Investitionen 750 Mio € gegenüber 443 Mio € im Vorjahr.
Anleihe erfolgreich platziert
Die ThyssenKrupp AG hat am 21. Februar 2012 unter Federführung von BNP Paribas, Commerzbank, The Royal Bank of Scotland und UniCredit Bank im Rahmen ihres 10-Mrd-€-Debt-Issuance-Programms eine Anleihe im Volumen von 1,25 Mrd € mit einer Laufzeit von fünf Jahren begeben. Der Zinskupon beträgt 4,375 % jährlich bei einem Emissionskurs von 99,753 %. Mit der Anleiheemission wurde das günstige Marktumfeld genutzt und das Fälligkeitenprofil der Finanzschulden verlängert. Die Stückelung von 1.000 € hat es Privatpersonen erleichtert, die Anleihe über die Börse zu erwerben.
Aktuelle Emittenten-Ratings
ThyssenKrupp verfügt seit 2001 über Emittenten-Ratings der Rating-Agenturen Moody’s und Standard & Poor’s sowie seit 2003 von Fitch. Im 1. Quartal 2009/2010 hatte Standard & Poor’s unser Langfrist-Rating auf BB+ heruntergestuft, womit der Konzern bei dieser Rating-Agentur den Investment-Grade-Status verlor. Bei Moody’s und Fitch befindet sich unser Rating dagegen weiterhin im Investment-Grade-Bereich.
| Langfrist-Rating | Kurzfrist-Rating | Ausblick | |
|---|---|---|---|
| Standard & Poor's | BB+ | B | stabil |
| Moody's | Baa3 | Prime-3 | stabil |
| Fitch | BBB- | F3 | stabil |
GESCHÄFTSVERLAUF IN DEN BUSINESS AREAS
STEEL EUROPE
| Steel Europe in Zahlen | 1. Halbjahr 2010/2011 | 1. Halbjahr 2011/2012 | Veränderung in % |
|
|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 6.650 | 5.695 | – 14 |
| Umsatz | Mio € | 6.245 | 5.416 | – 13 |
| EBIT | Mio € | 558 | 123 | – 78 |
| EBIT-Marge | % | 8,9 | 2,3 | — |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 558 | 132 | – 76 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 8,9 | 2,4 | — |
| Mitarbeiter (31.03.) | 33.917 | 28.137 | – 17 | |
| Steel Europe in Zahlen | 2. Quartal 2010/2011 | 2. Quartal 2011/2012 | Veränderung in % |
|
| Auftragseingang | Mio € | 3.721 | 2.990 | – 20 |
| Umsatz | Mio € | 3.287 | 2.886 | – 12 |
| EBIT | Mio € | 300 | 21 | – 93 |
| EBIT-Marge | % | 9,1 | 0,7 | — |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 300 | 30 | – 90 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 9,1 | 1,0 | — |
| Mitarbeiter (31.03.) | 33.917 | 28.137 | – 17 |
Die Business Area Steel Europe bündelt die Qualitätsflachstahlaktivitäten des Konzerns vor allem im europäischen Markt. Die hochwertigen Flacherzeugnisse werden an Kunden in der Automobilindustrie und anderen stahlverarbeitenden Branchen geliefert. Zum Programm gehören auch Produkte für attraktive Spezialmärkte wie die Verpackungsindustrie.
Niedrigerer Auftragseingang und Umsatz
Trotz der seit Jahresbeginn gefestigten Marktlage verringerte sich der wertmäßige Auftragseingang von Steel Europe im 1. Halbjahr 2011/2012 um 14 % auf 5,7 Mrd €. Ursächlich waren vor allem die um insgesamt 9 % geringeren Bestellmengen. Der Rückgang ist darüber hinaus auf die Veräußerung des Metal-Forming-Geschäfts zurückzuführen, das in den Vorjahreszahlen noch enthalten war.
Der Umsatz erreichte 5,4 Mrd €, 13 % weniger als im Vorjahr, das noch das Metal-Forming-Geschäft enthielt. Bei im Durchschnitt höheren Erlösen lag der Versand um 11 % unter dem Vorjahr. Im Vergleich zum 1. Quartal 2011/2012 nahmen der Versand und der Umsatz allerdings im 2. Quartal zu. Der Umsatz mit Weißblech, Grobblech und Mittelband ging im 1. Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr mengenbedingt leicht zurück. Bei Elektroband standen zudem die Erlöse für kornorientierte Produkte erheblich unter Druck.
Produktion weiter gedrosselt
Die Rohstahlerzeugung einschließlich der Zulieferungen von den Hüttenwerken Krupp Mannesmann wurde wegen der insgesamt schwachen Nachfrage um 16 % auf 5,9 Mio t zurückgefahren. Auch in den nachgeschalteten Walz- und Veredelungsstufen musste die Beschäftigung teilweise angepasst werden. Die Wiederinbetriebnahme des zurzeit wegen Neuzustellung stillgesetzten Hochofens 9 wird flexibel terminiert.
EBIT unter Vorjahresniveau
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) der Business Area erreichte im Berichtszeitraum 123 Mio €, 435 Mio € weniger als im Vorjahr. Die EBIT-Marge sank von 8,9 % auf 2,3 %. Ursächlich dafür waren vor allem die schwache Mengenkonjunktur sowie zunehmender Erlösdruck infolge gestiegener Wettbewerbsintensität.

STEEL AMERICAS
| Steel Americas in Zahlen | 1. Halbjahr 2010/2011 | 1. Halbjahr 2011/2012 | Veränderung in % |
|
|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 352 | 1.215 | 245 |
| Umsatz | Mio € | 346 | 1.044 | 202 |
| EBIT | Mio € | – 697 | – 518 | 26 |
| EBIT-Marge | % | — | — | — |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | – 697 | – 516 | 26 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | — | — | — |
| Mitarbeiter (31.03.) | 3.748 | 4.258 | 14 | |
| Steel Americas in Zahlen | 2. Quartal 2010/2011 | 2. Quartal 2011/2012 | Veränderung in % |
|
| Auftragseingang | Mio € | 268 | 632 | 136 |
| Umsatz | Mio € | 260 | 546 | 110 |
| EBIT | Mio € | – 319 | – 230 | 28 |
| EBIT-Marge | % | — | — | — |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | – 319 | – 228 | 29 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | — | — | — |
| Mitarbeiter (31.03.) | 3.748 | 4.258 | 14 |
Die Business Area Steel Americas erschließt mit ihren Stahl- und Weiterverarbeitungswerken in Brasilien und den USA den NAFTA-Markt für Premium-Flachstahlprodukte.
Präsenz im nordamerikanischen Markt ausgebaut
Im operativen Geschäft hat Steel Americas im Berichtszeitraum weiter Fortschritte gemacht. Die Kundenbasis wurde mit fortschreitendem Hochlauf der Anlagen stabilisiert. Wir haben neue Kunden in der Rohrband-, Land- und Baumaschinenindustrie gewonnen und den Zertifizierungsprozess, mit Schwerpunkt auf die Automobilindustrie und Pipe & Tube, weiter vorangetrieben. Auftragseingang und Umsatz lagen im 1. Halbjahr 2011/2012 deutlich über den Vorjahreswerten. Der Auftragseingang erreichte 1,2 Mrd €, der Umsatz 1,0 Mrd €. Insgesamt wurden 1,4 Mio t Flachstahl auf dem nordamerikanischen Markt abgesetzt.
Höhere Anlaufkosten belasten das EBIT
Im 1. Halbjahr 2011/2012 betrug das EBIT −518 Mio € nach −697 Mio € im Vorjahreszeitraum. Im Wesentlichen wurde das Ergebnis durch die insgesamt weiterhin schwache Entwicklung der Stahlpreise auf dem nordamerikanischen Markt, Reparaturaufwendungen für die Kokerei im Hüttenwerk in Brasilien und ungeplante Stillstände der Hochöfen belastet. Gegenüber dem Vorquartal konnte das EBIT von −288 Mio € auf −230 Mio € im 2. Quartal verbessert werden.
Hochlauf der neuen Werke macht Fortschritte
Das integrierte Hüttenwerk bei Rio de Janeiro hat im 1. Halbjahr rund 1,7 Mio t Stahl produziert und mit den Brammen ThyssenKrupp Steel USA und Steel Europe beliefert. Gegen Ende des 2. Quartals wurde die letzte Batterie der Kokerei fertiggestellt und hat im April erste nennenswerte Mengen Koks produziert. Mit zunehmendem Hochlauf der Kokerei wird sich auch der Energieverbund weiter verbessern. Die Rohstahlkapazität wird insgesamt mehr als 5 Mio t jährlich betragen. In den USA sind mit Ausnahme der letzten Feuerverzinkungsanlage alle Aggregate in Betrieb. Die letzte Feuerverzinkungslinie wird voraussichtlich gegen Ende des Geschäftsjahres 2011/2012 in Betrieb gehen. Nach vollständigem Hochlauf liegt die Warmwalzkapazität bei über 5 Mio t jährlich.
Bewertungsrisiken
Die Buchwerte der Sachanlagen von Steel Americas sind weiterhin Bewertungsrisiken ausgesetzt. Wesentliche Änderungen von Kapitalmarktparametern oder Erwartungen zur langfristigen Wechselkursentwicklung, aber auch eine Änderung der Einschätzung zur strategischen Entwicklung der Business Area können Bewertungsanpassungen notwendig machen, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns wesentlich beeinflussen.

MATERIALS SERVICES
| Materials Services in Zahlen | 1. Halbjahr 2010/2011 | 1. Halbjahr 2011/2012 | Veränderung in % |
|
|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 7.177 | 6.774 | – 6 |
| Umsatz | Mio € | 7.015 | 6.553 | – 7 |
| EBIT | Mio € | 248 | 114 | – 54 |
| EBIT-Marge | % | 3,5 | 1,7 | — |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 248 | 130 | – 48 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 3,5 | 2,0 | — |
| Mitarbeiter (31.03.) | 35.391 | 28.123 | – 21 | |
| Materials Services in Zahlen | 2. Quartal 2010/2011 | 2. Quartal 2011/2012 | Veränderung in % |
|
| Auftragseingang | Mio € | 3.918 | 3.573 | – 9 |
| Umsatz | Mio € | 3.704 | 3.408 | – 8 |
| EBIT | Mio € | 163 | 74 | – 55 |
| EBIT-Marge | % | 4,4 | 2,2 | — |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 163 | 90 | – 45 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 4,4 | 2,6 | — |
| Mitarbeiter (31.03.) | 35.391 | 28.123 | – 21 |
Die Business Area Materials Services ist an 500 Standorten in 40 Ländern auf die Distribution von Roh- und Werkstoffen einschließlich technischer Dienstleistungen spezialisiert.
Preise und Margen weiterhin unter Druck
Materials Services erzielte im 1. Halbjahr 2011/2012 einen Umsatz von 6,6 Mrd €, 7 % weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Vergleichbar gerechnet, ohne die im 1. Quartal veräußerte Xervon-Gruppe, betrug der Umsatzrückgang 4 %.
Die wesentlichen Abnehmerindustrien in Westeuropa haben vor dem Hintergrund der Finanzkrise sehr vorsichtig disponiert und die Läger weiter abgebaut. Dadurch ging der Absatz im Lagergeschäft mit Stahl, Edelstahl, Rohren und NE-Metallen leicht zurück. Ein leichtes Mengenplus erzielten wir dagegen in Osteuropa und Nordamerika.
In allen Regionen hat sich seit Mitte letzten Jahres der Preis- und Margendruck weiter fortgesetzt. Dies gilt auch für das internationale Strecken- und Projektgeschäft, vor allem in Europa. Bei den Kunststoffaktivitäten war eine ähnliche Entwicklung wie bei den metallischen Werkstoffen zu verzeichnen; besonders schwach blieb die Nachfrage in Südeuropa. In Deutschland wurde die Vertriebs- und Lagerorganisation weiter gestrafft. Sehr gut entwickelte sich das Werkstoff- und Logistikgeschäft mit der Luftfahrtindustrie, wo zahlreiche Projekte erweitert bzw. neu akquiriert wurden. Wir haben den Umsatz in Europa und Nordamerika deutlich ausgeweitet.
Produktionskürzungen in der Stahlindustrie haben den Absatz von metallurgischen Rohstoffen negativ beeinflusst. Besonders drastisch war der Rückgang bei Koks; das weltweite Überangebot hat zusätzlich zu deutlich fallenden Preisen geführt. Trotz der rückläufigen Beschäftigung in der Stahlindustrie sind Auslastung und Umsatz der stahlwerksnahen Dienstleistungen im 1. Halbjahr weitgehend stabil geblieben.
EBIT deutlich geringer
Das EBIT der Business Area ist von 248 Mio € auf 114 Mio € zurückgegangen. Hauptursachen waren der starke Preis- und Wettbewerbsdruck im Werkstoffgeschäft sowie die massiven Mengen- und Umsatzeinbußen in der Rohstoffdistribution. Hinzu kam eine Wertberichtigung auf eine Beteiligung in China. Das Bereinigte EBIT erreichte 130 Mio €; die Bereinigte-EBIT-Marge ging von 3,5 % auf 2,0 % zurück.

ELEVATOR TECHNOLOGY
| Elevator Technology in Zahlen | 1. Halbjahr 2010/2011 | 1. Halbjahr 2011/2012 | Veränderung in % |
|
|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 2.664 | 3.007 | 13 |
| Umsatz | Mio € | 2.566 | 2.670 | 4 |
| EBIT | Mio € | 318 | 231 | – 27 |
| EBIT-Marge | % | 12,4 | 8,7 | — |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 318 | 274 | – 14 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 12,4 | 10,3 | — |
| Mitarbeiter (31.03.) | 44.937 | 46.605 | 4 | |
| Elevator Technology in Zahlen | 2. Quartal 2010/2011 | 2. Quartal 2011/2012 | Veränderung in % |
|
| Auftragseingang | Mio € | 1.358 | 1.541 | 13 |
| Umsatz | Mio € | 1.267 | 1.322 | 4 |
| EBIT | Mio € | 147 | 118 | – 20 |
| EBIT-Marge | % | 11,6 | 8,9 | — |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 147 | 132 | – 10 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 11,6 | 10,0 | — |
| Mitarbeiter (31.03.) | 44.937 | 46.605 | 4 |
Das Produktprogramm der Business Area Elevator Technology umfasst Personen- und Lastenaufzüge, Fahrtreppen und Fahrsteige, Fluggastbrücken, Treppen- und Plattformlifte sowie den Service für die gesamte Produktpalette. Über 900 Standorte sorgen für ein dichtes Service- und Dienstleistungsnetz und somit für eine optimale Nähe zum Kunden.
Rekordwert beim Auftragseingang, kontinuierliche Umsatzsteigerung
Elevator Technology hat im 1. Halbjahr 2011/2012 erfolgreich im Markt agiert. Beim Auftragseingang erreichte die Business Area ein Rekordniveau. Die Umsatzentwicklung zeigte sich ebenfalls weiterhin positiv.
Der Auftragseingang stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13 % auf 3,0 Mrd €. Hierzu haben sowohl das Neuinstallationsgeschäft als auch das Wartungs- und Modernisierungsgeschäft beigetragen. Insbesondere auf dem amerikanischen Markt, und dort vor allem in den USA, wurde das Geschäft deutlich ausgebaut. In Europa blieb das Geschäft stabil. Ein Auftragsplus von mehr als 40 % erzielten die chinesischen Aktivitäten dank der starken Nachfrage nach Neuanlagen.
Der Umsatz von Elevator Technology erreichte 2,7 Mrd €. Der Anstieg um 4 % ist insbesondere auf das expandierende Servicegeschäft zurückzuführen. Das Wachstum in Amerika und Asien konnte Umsatzrückgänge durch das teilweise schwierige Marktumfeld in einigen europäischen Märkten mehr als kompensieren.
Mit der Akquisition von United Elevator Company in den USA sowie von Sterling Elevator Services Corporation in Kanada hat Elevator Technology die Marktposition auf dem nordamerikanischen Markt weiter ausgebaut.
Bereinigtes Ergebnis bei 274 Mio €
Das EBIT von Elevator Technology belief sich im 1. Halbjahr 2011/2012 auf 231 Mio € nach 318 Mio € im Vorjahr. Bereinigt um Sondereffekte, die im Wesentlichen aus Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen resultierten, lag das Ergebnis bei 274 Mio €. Die Bereinigte-EBIT-Marge betrug 10,3 %, bedingt unter anderem durch die schwache Baukonjunktur vor allem in Südeuropa. Im Vergleich zum Vorquartal verbesserte sich das EBIT im 2. Quartal leicht auf 118 Mio €.

PLANT TECHNOLOGY
| Plant Technology in Zahlen | 1. Halbjahr 2010/2011 | 1. Halbjahr 2011/2012 | Veränderung in % |
|
|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 1.912 | 1.805 | – 6 |
| Umsatz | Mio € | 1.866 | 1.926 | 3 |
| EBIT | Mio € | 246 | 239 | – 3 |
| EBIT-Marge | % | 13,2 | 12,4 | — |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 246 | 240 | – 2 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 13,2 | 12,5 | — |
| Mitarbeiter (31.03.) | 13.026 | 13.956 | 7 | |
| Plant Technology in Zahlen | 2. Quartal 2010/2011 | 2. Quartal 2011/2012 | Veränderung in % |
|
| Auftragseingang | Mio € | 896 | 934 | 4 |
| Umsatz | Mio € | 969 | 983 | 1 |
| EBIT | Mio € | 139 | 114 | – 18 |
| EBIT-Marge | % | 14,3 | 11,6 | — |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 139 | 115 | – 17 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 14,3 | 11,7 | — |
| Mitarbeiter (31.03.) | 13.026 | 13.956 | 7 |
Die Business Area Plant Technology ist ein international führender Anbieter im Spezial- und Großanlagenbau. Das Produktportfolio reicht von Chemie- und Raffinerieanlagen über Anlagen für die Zementindustrie und innovative Lösungen zum Abbau und zur Gewinnung von Rohstoffen bis hin zu Produktionssystemen für die Automobilindustrie. Die Anlagen und Verfahren eröffnen neue Möglichkeiten für Umweltschutz und Nachhaltigkeit.
Stabile Auftragslage
Die Auftragseingänge der Business Area haben sich im 1. Halbjahr 2011/2012 insgesamt stabil entwickelt. Trotz eines verstärkten Wettbewerbs bei Kokereianlagen sowie der weiterhin angespannten politischen Situation im Mittleren Osten und der damit verbundenen Investitionszurückhaltung konnte Plant Technology einen Auftragseingang von 1,8 Mrd € erzielen – er lag damit nur knapp unter dem Vorjahresniveau. Weiterhin gute Bestellungen im Bereich Mining und Minerals und die hohe Nachfrage nach Produktionssystemen für die Automobilindustrie wirkten sich positiv aus. Zu den neu akquirierten Projekten zählten Anlagen und Komponenten im Bereich des Material Handling für Kunden in Kanada. Im Minerals- und Zementbereich konnten zudem Aufträge u.a. in Afrika, Russland und Südamerika gewonnen werden.
In den ersten sechs Monaten 2011/2012 übertraf der Umsatz von Plant Technology mit 1,9 Mrd € das Niveau des Vorjahres.
Der Auftragsbestand von 6,5 Mrd € zum 31. März 2012, der hauptsächlich aus dem langfristigen Projektgeschäft stammt, verspricht weiterhin eine gute Planungssicherheit und konnte im Verlauf des Berichtshalbjahres weiter aufgestockt werden.
Ergebnis weiterhin auf hohem Niveau
Mit einem EBIT von 239 Mio € erreichte Plant Technology im 1. Halbjahr 2011/2012 nahezu den Vorjahreswert von 246 Mio €. Die EBIT-Marge lag mit 12,4 % abrechnungsbedingt leicht unter dem Vorjahresniveau von 13,2 %.

COMPONENTS TECHNOLOGY
| Components Technology in Zahlen | 1. Halbjahr 2010/2011 | 1. Halbjahr 2011/2012 | Veränderung in % |
|
|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 3.397 | 3.636 | 7 |
| Umsatz | Mio € | 3.368 | 3.633 | 8 |
| EBIT | Mio € | 241 | 297 | 23 |
| EBIT-Marge | % | 7,2 | 8,2 | — |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 241 | 231 | – 4 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 7,2 | 6,4 | — |
| Mitarbeiter (31.03.) | 30.080 | 31.304 | 4 | |
| Components Technology in Zahlen | 2. Quartal 2010/2011 | 2. Quartal 2011/2012 | Veränderung in % |
|
| Auftragseingang | Mio € | 1.795 | 1.858 | 4 |
| Umsatz | Mio € | 1.769 | 1.880 | 6 |
| EBIT | Mio € | 114 | 128 | 12 |
| EBIT-Marge | % | 6,4 | 6,8 | — |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 114 | 128 | 12 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 6,4 | 6,8 | — |
| Mitarbeiter (31.03.) | 30.080 | 31.304 | 4 |
Die Business Area umfasst das Liefer- und Leistungsspektrum von Hightech-Komponenten für den allgemeinen Maschinenbau, Baumaschinen und Windkraftanlagen. Im Automobilsektor liegen die Schwerpunkte unserer Aktivitäten in den Geschäftsfeldern Kurbel- und Nockenwellen, Lenksysteme, Dämpfer, Federn und Montage von Achsmodulen.
Auftragseingang und Umsatz erneut höher
Für die Business Area ist das 1. Halbjahr 2011/2012 erfolgreich verlaufen. Trotz der Veräußerung des Chassis-Komponenten-Herstellers ThyssenKrupp Automotive Systems Industrial do Brasil stieg der Auftragseingang gegenüber dem Vorjahr um 7 % auf 3,6 Mrd €. Sowohl die Komponenten für PKW- und Nutzfahrzeuge als auch die Anwendungen für den Baumaschinenbereich erzielten Zuwächse. Insbesondere das Zuliefergeschäft für die US-Automobilindustrie zeigte eine sehr positive Entwicklung. Zudem profitierte die Business Area von der guten Nachfrage im Mittelklasse- und Premiumsegment sowie vom Wachstum einzelner wichtiger Kunden. Neue Abgasvorschriften in Brasilien lösten dagegen vorgezogene LKW-Käufe aus, so dass die Nachfrage im 2. Berichtsquartal schwächer ausfiel. In China führten die inflationsdämpfenden Maßnahmen der Regierung zu einem langsameren Wachstum. Außerdem verzögerte sich der Netzausbau für Windkraftanlagen, was geringere Auftragsvergaben für Komponentenzulieferungen zur Folge hatte.
Der Umsatz folgte der insgesamt erfreulichen Auftragsentwicklung und lag mit 3,6 Mrd € um 8 % über dem Vorjahresniveau.
EBIT weiter gesteigert
Components Technology erzielte im 1. Halbjahr 2011/2012 ein EBIT von 297 Mio € und übertraf damit den guten Wert des Vorjahres. Hierin enthalten sind Sondereffekte aus der Veräußerung von ThyssenKrupp Automotive Systems Industrial do Brasil sowie weitere deutliche Health-Care-Einsparungen bei der US-amerikanischen Gießereigruppe Waupaca im 1. Quartal.
Das Bereinigte EBIT lag mit 231 Mio € unter dem vergleichbaren Vorjahreswert. Eine schwächere Nachfrage im Windenergiebereich in China, höhere Entwicklungskosten für neue Produkte, Kosten für die Wiederinbetriebnahme des ehemals stillgesetzten Werkes Etowah von Waupaca in den USA, Anlaufkosten neuer Werke in China und Indien sowie negative Wechselkurseffekte bei Exporten von Brasilien in die USA waren die Hauptursachen. Die Bereinigte-EBIT-Marge ging von 7,2 % auf 6,4 % zurück.

MARINE SYSTEMS
| Marine Systems in Zahlen | 1. Halbjahr 2010/2011 | 1. Halbjahr 2011/2012 | Veränderung in % |
|
|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 575 | 953 | 66 |
| Umsatz | Mio € | 723 | 586 | – 19 |
| EBIT | Mio € | 130 | – 55 | -- |
| EBIT-Marge | % | 18,0 | – 9,4 | — |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 130 | 117 | – 10 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 18,0 | 20,0 | — |
| Mitarbeiter (31.03.) | 5.372 | 3.731 | – 31 | |
| Marine Systems in Zahlen | 2. Quartal 2010/2011 | 2. Quartal 2011/2012 | Veränderung in % |
|
| Auftragseingang | Mio € | 149 | 731 | 391 |
| Umsatz | Mio € | 219 | 220 | 0 |
| EBIT | Mio € | 84 | 61 | – 27 |
| EBIT-Marge | % | 38,4 | 27,7 | — |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 84 | 78 | – 7 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 38,4 | 35,5 | — |
| Mitarbeiter (31.03.) | 5.372 | 3.731 | – 31 |
Die im Dezember 2011 unterzeichneten Verträge für den Verkauf der zivilen Schiffbauaktivitäten an den englischen Finanzinvestor Star Capital Partners sind zum 31. Januar 2012 wirksam geworden. Damit konzentriert sich die Business Area Marine Systems jetzt ausschließlich auf den Marineschiffbau.
Auftragseingang erfreulich gestiegen
Das Marktumfeld für Marineaufträge hat sich als erfreulich stabil erwiesen. Unbeschadet der in wichtigen Regionen wie Mittlerer Osten und Nordafrika angespannten politischen Situation sowie der Budgetrestriktionen vieler Staatshaushalte haben sich unsere Projekte weitgehend plangemäß entwickelt. Der Auftragseingang von Marine Systems übertraf im 1. Halbjahr 2011/2012 mit 953 Mio € den Vorjahreswert um 66 %.
Marine Systems hat sich mit einem Umsatz von 586 Mio € insgesamt gut behauptet. Beim Vergleichswert des Vorjahres von 723 Mio € ist zu beachten, dass ab Februar 2012 die zivilen Aktivitäten nicht mehr enthalten sind und zudem im Vorjahr Einmaleffekte aus der vertraglichen Einigung mit Griechenland über eine Neuordnung der U-Boot-Aufträge den Umsatz maßgeblich beeinflusst haben.
Im Verlauf des 1. Halbjahres 2011/2012 konnte der Auftragsbestand weiter aufgestockt werden und erreichte zum 31. März 2012 6,8 Mrd €.
Bereinigtes Ergebnis auf hohem Niveau gehalten
Das EBIT von Marine Systems lag mit −55 Mio € unter dem Vorjahreswert von 130 Mio €. Allerdings belasteten im Berichtshalbjahr Sondereffekte in Höhe von 172 Mio € das Ergebnis; sie betrafen Wertberichtigungen insbesondere auf den Firmenwert, die beim Verkauf der zivilen Schiffbauaktivitäten anfielen. Das Bereinigte EBIT erreichte mit 117 Mio € ein sehr erfreuliches Niveau, und die Bereinigte-EBIT-Marge verbesserte sich von 18,0 % auf 20,0 %.
BEREICH CORPORATE DER THYSSENKRUPP AG
Der Bereich Corporate umfasst die Konzernverwaltung einschließlich der Führung der Business Areas. Ferner sind hier die Business-Services-Aktivitäten in den Bereichen Finanzen, Kommunikation, IT und Personal erfasst. Hinzu kommen die nicht betriebsnotwendigen Immobilien sowie inaktive Gesellschaften. Der Umsatz, den Corporate-Gesellschaften mit marktgängigen Dienstleistungen für Konzernunternehmen erbringen, lag im 1. Halbjahr 2011/2012 mit 72 Mio € über dem Vorjahreswert von 64 Mio €.
Das EBIT betrug −218 Mio € nach −199 Mio € im Vorjahreszeitraum. Der Anstieg resultierte im Wesentlichen aus höheren Verwaltungskosten. Das Bereinigte EBIT belief sich auf −221 Mio €. Im Vorjahreshalbjahr lagen keine Sondereffekte vor.

STAINLESS GLOBAL (NICHT FORTGEFÜHRTE AKTIVITÄT)
| Stainless Global in Zahlen | 1. Halbjahr 2010/2011 | 1. Halbjahr 2011/2012 | Veränderung in % |
|
|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang* | Mio € | 3.273 | 2.990 | – 9 |
| Umsatz* | Mio € | 3.461 | 3.206 | – 7 |
| EBIT | Mio € | 66 | – 624 | -- |
| EBIT-Marge | % | 2,1 | – 21,5 | — |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 66 | – 36 | -- |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 2,1 | – 1,2 | — |
| Mitarbeiter (31.03.) | 11.292 | 11.771 | 4 | |
| Stainless Global in Zahlen | 2. Quartal 2010/2011 | 2. Quartal 2011/2012 | Veränderung in % |
|
| Auftragseingang* | Mio € | 1.790 | 1.618 | – 10 |
| Umsatz* | Mio € | 1.856 | 1.768 | – 5 |
| EBIT | Mio € | 59 | – 303 | -- |
| EBIT-Marge | % | 3,5 | – 19,0 | — |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 59 | 20 | – 66 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 3,5 | 1,3 | — |
| Mitarbeiter (31.03.) | 11.292 | 11.771 | 4 | |
| * einschließlich konzerninterne Auftragseingänge / Umsätze |
Die nicht fortgeführte Aktivität Stainless Global steht für höchste Ansprüche bei Edelstahl-Rostfrei-Flachprodukten sowie Hochleistungswerkstoffen wie Nickellegierungen, Titan und Zirkonium.
Auftragseingang und Umsatz rückläufig
Niedrigere Rohstoffpreise führten bei Stainless Global zu einer rückläufigen Geschäftsentwicklung. Obwohl im 1. Halbjahr 2011/2012 der mengenmäßige Auftragseingang um 3 % auf 1,1 Mio t anzog, nahm der wertmäßige Auftragseingang vor allem wegen gesunkener Legierungszuschläge um 9 % auf 3,0 Mrd € ab. Die Produktion von Edelstahl-Rostfrei-Flachprodukten betrug 1,2 Mio t und von Hochleistungswerkstoffen 21.800 t. Dabei ist zu berücksichtigen, dass das Preisniveau der Hochleistungswerkstoffe um ein Vielfaches höher liegt als das der Edelstahl-Rostfrei-Produkte.
Die Gesamtlieferungen lagen mit 1,1 Mio t um 2 % über dem Niveau des Vorjahres. Wegen des insgesamt niedrigeren Preisniveaus und der gesunkenen Legierungszuschläge verringerte sich der Umsatz dennoch um 7 % auf rund 3,2 Mrd €.
EBIT unter Vorjahresniveau
Nach weiteren Anpassungen des Zeitwertes um 250 Mio €, die im Zusammenhang mit der Trennung von Stainless Global stehen, hat sich das EBIT von 66 Mio € im 1. Halbjahr des Vorjahres auf −624 Mio € verringert, die EBIT-Marge von 1,9 % auf −19,5 %. Darüber hinaus wurde die insgesamt schwächere Ergebnissituation durch das nach wie vor schwierige Marktumfeld bei Edelstahl-Flachprodukten und den damit verbundenen Preisdruck belastet. Effekte aus dem gesunkenen Nickelpreis wirkten sich zudem negativ aus. Das Ergebnis beinhaltet auch Anlaufkosten von 82 Mio € für das neue Edelstahlwerk in den USA. Die Hochleistungswerkstoffe profitierten hingegen von der weiterhin stabilen Marktlage bei Nickellegierungen. Außerdem werden mit der Klassifizierung als nicht fortgeführte Aktivität langfristige Vermögenswerte nicht mehr planmäßig abgeschrieben. Im 1. Halbjahr 2011/2012 sind daher Aufwendungen für planmäßige Abschreibungen in Höhe von 94 Mio € entfallen. Die außerplanmäßigen Abschreibungen im 1. Halbjahr 2011/2012 betrugen 47 Mio €.
Edelstahlwerk in den USA
Am US-Standort Calvert schreiten die Bauarbeiten sowie der Hochlauf der in Betrieb genommenen Anlagen weiterhin planmäßig voran. Im Kaltwalzbereich befindet sich derzeit die Warmbandglüh- und -beizlinie nach erfolgreichem Produktionsstart im Hochlauf. Das dritte Walzgerüst soll im Dezember 2012 in Betrieb gehen. Die Bauarbeiten für das Stahlwerk mit einer Jahreskapazität von bis zu 1 Mio t verlaufen planmäßig; der Produktionsbeginn soll im Dezember 2012 erfolgen. Bis dahin wird der Standort weiterhin mit Warmband bzw. Brammen aus den europäischen Werken versorgt.
ThyssenKrupp einschließlich Stainless Global
| ThyssenKrupp einschließlich Stainless Global in Zahlen | 1. Halbjahr 2010/2011 | 1. Halbjahr 2011/2012 | Veränderung in % |
|
|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 24.108 | 24.268 | 1 |
| Umsatz | Mio € | 23.636 | 23.293 | – 1 |
| EBITDA | Mio € | 1.577 | 836 | – 47 |
| EBIT | Mio € | 770 | – 585 | -- |
| EBIT-Marge | % | 3,3 | -2,5 | — |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 770 | 177 | – 77 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 3,3 | 0,8 | — |
| EBT | Mio € | 497 | – 915 | -- |
| Bereinigtes EBT | Mio € | 497 | – 153 | -- |
| Mitarbeiter (31.03.) | 180.412 | 170.780 | – 5 | |
| ThyssenKrupp einschließlich Stainless Global in Zahlen | 2. Quartal 2010/2011 | 2. Quartal 2011/2012 | Veränderung in % |
|
| Auftragseingang | Mio € | 12.848 | 13.008 | 1 |
| Umsatz | Mio € | 12.266 | 12.155 | – 1 |
| EBITDA | Mio € | 932 | 424 | – 55 |
| EBIT | Mio € | 497 | – 228 | -- |
| EBIT-Marge | % | 4,1 | -1,9 | — |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 497 | 152 | – 69 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 4,1 | 1,3 | — |
| EBT | Mio € | 352 | – 402 | -- |
| Bereinigtes EBT | Mio € | 352 | – 22 | -- |
| Mitarbeiter (31.03.) | 180.412 | 170.780 | – 5 |
Einschließlich Stainless Global lagen der Auftragseingang des Konzerns mit 24,3 Mrd € und der Umsatz mit 23,3 Mrd € jeweils nahezu auf Vorjahresniveau. Das EBIT des Konzerns betrug −585 Mio € nach 770 Mio € im Vorjahreshalbjahr. Entsprechend fiel die EBIT-Marge von 3,3 % auf −2,5 %.
THYSSENKRUPP AKTIE
Die Entwicklung der Aktienkurse war im Berichtszeitraum unverändert von der Schuldenkrise und den insgesamt unsicheren gesamtwirtschaftlichen Erwartungen geprägt.
Im 1. Quartal 2011/2012 konnte die ThyssenKrupp Aktie anfangs von einem Marktumfeld profitieren, das durch Maßnahmen zur Lösung der Schuldenkrise in Europa gekennzeichnet war. Im weiteren Verlauf des Quartals überwogen dann allerdings globale Konjunktursorgen.
Im 2. Quartal haben sich die Rahmenbedingungen nicht wesentlich verändert. In der 1. Quartalshälfte konnte die Aktie wieder zu den Vergleichsindizes aufschließen. In der Folgezeit geriet sie jedoch im Zuge der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und als frühzyklischer Wert wieder stärker unter Druck als DAX und DJ STOXX.
Nach dem Höchststand bei 22,86 € am 09. Februar 2012 notierte die ThyssenKrupp Aktie am 30. März 2012 bei 18,66 € und damit nahezu unverändert im Vergleich zum 30. September 2011. Die Indizes DAX und DJ STOXX verbesserten sich dagegen im gleichen Zeitraum um rund 27 % bzw. fast 18 %.

Aktionärsbasis im schwierigen Umfeld sehr stabil
Die zum Ende März 2012 durchgeführte Analyse der Aktionärsstruktur zeigt einmal mehr, dass die Anleger in ThyssenKrupp Aktien eine sehr zuverlässige Basis – auch regional – bilden. Die halbjährliche Untersuchung ist eine wichtige Grundlage, um unsere Gespräche mit bestehenden und potenziellen Investoren auf Roadshows und Investoren-Konferenzen zu planen. Im Vergleich zur Erhebung vom September 2011 hat es praktisch nur in Europa sehr geringe regionale Verschiebungen gegeben.
Die unverändert bedeutendste Region ist Nordamerika. Dort ansässige institutionelle Investoren hielten zum Stichtag 15,4 % vom Grundkapital (vorher 15,3 %). Investoren in Großbritannien und Irland hielten 9,3 % vom Grundkapital (vorher 9,4 %). Mit 8,6 % (vorher 9,2 %) stellten Investoren in Deutschland die drittgrößte Gruppe dar. Investoren in weiteren 16 europäischen Ländern waren mit 12,9 % am Grundkapital beteiligt (vorher 12,2 %); ihr Anteil legte damit um 0,7-%-Punkte zu. Die wichtigsten einzelnen Länder darunter sind Frankreich (4,1 %) und die Schweiz (2,0 %). Aus diesen beiden Ländern kommt auch ganz wesentlich der in Europa verzeichnete Anstieg im Anteil am Grundkapital. Investoren in allen restlichen Weltregionen hielten unverändert 0,6 % am Grundkapital.
Insgesamt ist die Anzahl der identifizierten Institutionen mit ThyssenKrupp Aktien im Portfolio mit 456 Investoren ebenfalls nahezu unverändert auf hohem Niveau geblieben. Privatanleger halten schätzungsweise 10 % vom Grundkapital.
Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung mit Sitz in Essen ist nach wie vor größter Aktionär der ThyssenKrupp AG. Die Stiftung hat ThyssenKrupp informiert, dass sich ihr Anteil an den Stimmrechten der Gesellschaft auf 25,33 % beläuft.
Unter Berücksichtigung des Anteils der Krupp-Stiftung beträgt der Free Float oder Streubesitz, der in der Regel zur Gewichtung der ThyssenKrupp Aktie in Aktienindizes herangezogen wird, 74,67 % des Grundkapitals.
INNOVATIONEN
Light-eBody – Elektromobilität in Großserie
Gemeinsam mit 13 Kooperationspartnern, darunter Automobilhersteller und Hochschulen, entwickelt ThyssenKrupp im Projekt Light-eBody ein innovatives Leichtbau-Karosseriekonzept für Elektrofahrzeuge. Das Projekt soll dazu beitragen, dass bis 2020 – wie im Nationalen Entwicklungsplan der Bundesregierung vorgesehen – rund eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen fahren. Die Aktivitäten werden durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Durch maßgeschneiderte Kombinationen von innovativen Stahlwerkstoffen wollen die ThyssenKrupp Ingenieure die Elektromobilität fördern.
Mit der neuartigen Karosserie sollen die künftigen Elektroautos über eine Reichweite von 150 km bei einer Batteriekapazität von 25 Kilowattstunden verfügen. Der Fahrzeugaufbau wird – auch dank der innovativen Werkstoffe – in Großserienproduktion rund 25 % leichter als konventionelle Karosserien sein. Außerdem wollen die Forscher die Klimabilanz für den gesamten Lebenszyklus verbessern. Dabei werden die CO2-Einsparungen nicht nur im Fahrbetrieb berücksichtigt, sondern auch bei der Produktion der Materialien und Bauteile sowie beim Recycling am Ende des Produkt-Lebenszyklus.
Laborautomation für die Zementindustrie
Die Anforderungen an die Qualitätsüberwachung in einem Zementwerk werden immer anspruchsvoller, da die geforderten Eigenschaften während der Herstellung punktgenau eingehalten werden müssen – und das bei einer Produktion von mehreren Tausend Tonnen am Tag.
ThyssenKrupp hat dafür einen völlig neuen Ansatz entwickelt und zur industriellen Reife geführt: das POLAB® Shuttle. Direkt aus dem laufenden Zementherstellungsprozess heraus lassen sich damit Materialproben automatisch untersuchen. Dafür steuert ein Roboter auf einem Schienensystem die verschiedenen Analysestationen im Labor flexibel an.
Bei bisherigen Automationskonzepten musste die Probenanalyse gestoppt werden, sobald sich Mitarbeiter im Arbeitsbereich der Roboter bewegten. Durch das innovative Sicherheitskonzept des POLAB® Shuttle wird das Labor jetzt zu einem gemeinsamen Arbeitsraum für Mensch und Maschine.
MITARBEITER
Am 31. März 2012 waren 159.009 Mitarbeiter in den fortgeführten Aktivitäten des Konzerns beschäftigt, 10.111 oder 6,0 % weniger als ein Jahr zuvor.
Durch den Bau der neuen Stahl- und Weiterverarbeitungswerke in Brasilien und den USA wurden viele neue Arbeitsplätze in der Business Area Steel Americas geschaffen. Auch Elevator Technology, Plant Technology sowie Components Technology haben neue Mitarbeiter eingestellt. Bei Steel Europe ging indessen die Mitarbeiterzahl wegen Restrukturierungsmaßnahmen und bei Materials Services sowie Marine Systems wegen Unternehmensverkäufen zurück.
Gegenüber dem 30. September 2011 verminderte sich die Mitarbeiterzahl um 9.551 oder 5,7 %. In Deutschland ging sie um 5.472 oder 8,7 % auf 57.739 zurück; der Anteil an der Gesamtbelegschaft betrug damit 36 %.
Ende März 2012 hatten 15 % aller Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz im NAFTA-Raum und 14 % in Südamerika, 20 % im europäischen Ausland, 14 % in Asien – insbesondere in China und Indien – sowie 1 % in den übrigen Regionen.
Einschließlich Stainless Global beschäftigte ThyssenKrupp Ende März 2012 weltweit 170.780 Mitarbeiter, 9.632 oder 5,3 % weniger als ein Jahr zuvor. Gegenüber dem 30. September 2011 hat sich diese Belegschaftszahl damit um 9.270 oder 5,1 % vermindert.

Competence Center Global Assignments gegründet
In der Konzernzentrale wurde zur Bündelung aller internationalen Versetzungen das Competence Center Global Assignments gegründet. Es besteht aus einem Team von hochqualifizierten Experten, die die komplette Abwicklung der internationalen Versetzungen in Abstimmung mit den jeweiligen Heimat- und Gastunternehmen übernehmen. Das Competence Center führt Beratungsgespräche mit den Expatriates, leitet die notwendigen Vorbereitungsmaßnahmen ein – vom Visa-Antrag und Umzug bis zur interkulturellen und sprachlichen Vorbereitung –, ermittelt das Auslandsgehalt, bereitet die Verträge vor, klärt die Sozialabsicherung sowie weitere Versicherungsthemen. Nach der Ausreise stehen die Mitarbeiter des Competence Center den Expatriates für alle mit der Versetzung verbundenen Fragen bis hin zur Reintegration zur Seite.
FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE
Analyse der Kapitalflussrechnung
Der in der Kapitalflussrechnung insgesamt betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition „Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente” und enthält auch die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, die die Veräußerungsgruppen einschließlich der nicht fortgeführten Aktivitäten betreffen. Die nicht fortgeführten Aktivitäten umfassen für den Berichtszeitraum sowie für das entsprechende Vorjahreshalbjahr die Aktivitäten von Stainless Global.
Im 1. Halbjahr 2011/2012 ergab sich insgesamt ein Mittelabfluss aus der operativen Geschäftstätigkeit in Höhe von 1.719 Mio €, im Vorjahr waren es 1.514 Mio €. Der Mittelabfluss der fortgeführten Aktivitäten erhöhte sich ebenfalls, und zwar um 189 Mio € auf 1.428 Mio €. Eine wesentliche Ursache dafür war das um insgesamt 516 Mio € verminderte Periodenergebnis vor Abschreibungen und Zuschreibungen sowie vor latenten Steuern. Gegenläufig wirkte eine um 338 Mio € niedrigere Mittelbindung in den operativen Aktiva und Passiva. Bei den nicht fortgeführten Aktivitäten lag der Operating Cash-Flow mit –291 Mio € auf dem Vorjahresniveau.
Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit ging im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr deutlich um 536 Mio € auf 756 Mio € zurück. Bei den fortgeführten Aktivitäten waren es 607 Mio € weniger. Ursache hierfür waren die um 482 Mio € niedrigeren Investitionen in Sachanlagen sowie die um 246 Mio € höheren Einnahmen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Unternehmen – hauptsächlich der Xervon-Gruppe sowie der brasilianischen Automotive-Systems-Aktivitäten. Bei den nicht fortgeführten Aktivitäten stieg der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit um 71 Mio €; Grund waren vor allem höhere Investitionen in Sachanlagen.
Der Free Cash-Flow, d.h. die Summe von Operating Cash-Flow und Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit, war sowohl bei den fortgeführten Aktivitäten als auch bei den nicht fortgeführten Aktivitäten negativ; die fortgeführten Aktivitäten verzeichneten jedoch eine Verbesserung um 418 Mio € gegenüber Vorjahr. Insgesamt betrug der Free Cash-Flow im Berichtshalbjahr –2.475 Mio €.
Aus der Finanzierungstätigkeit flossen den fortgeführten Aktivitäten 950 Mio € zu, 172 Mio € mehr als im Vorjahr. Diese Erhöhung resultierte im Wesentlichen aus zwei gegenläufigen Effekten. Zum einen wurden 678 Mio € mehr Finanzschulden aufgenommen. Zum anderen flossen aus sonstigen Finanzierungsvorgängen 157 Mio € ab, nach einem Mittelzufluss in Höhe von 149 Mio € im Vorjahr. Der sich aus der Veränderung ergebende Mittelabfluss von 306 Mio € betraf insbesondere die Rückführung von Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen sowie die Weiterleitung von Zahlungseingängen von Kunden für bereits verkaufte Forderungen an den Factorer im Berichtshalbjahr. Den nicht fortgeführten Aktivitäten flossen aus der Finanzierungstätigkeit mit 436 Mio € 55 Mio € mehr als im Vorjahr zu – vor allem aus der Einbindung von Stainless Global in die Konzernfinanzierung. Insgesamt erhöhte sich der Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit um 227 Mio € auf 1.386 Mio €.
Analyse der Bilanzstruktur
Insgesamt verminderte sich die Bilanzsumme gegenüber dem 30. September 2011 um 746 Mio € auf 42.857 Mio €. Hierin ist eine umrechnungsbedingte Erhöhung um 365 Mio € enthalten.
Die langfristigen Vermögenswerte erhöhten sich um insgesamt 292 Mio €. Der Anstieg der immateriellen Vermögenswerte um 139 Mio € betraf neben Wechselkurseffekten hauptsächlich höhere Firmenwerte im Zusammenhang mit Unternehmenserwerben in den Business Areas Elevator Technology und Plant Technology. Der insgesamt leichte Anstieg der Sachanlagen resultierte insbesondere aus der Währungsumrechnung. Die aktiven latenten Steuern nahmen um 71 Mio € zu; ursächlich war neben Effekten aus der Währungsumrechnung insbesondere der Aufbau steuerlich nutz-barer Verluste im In- und Ausland.
Die kurzfristigen Vermögenswerte verminderten sich insgesamt um 1.038 Mio €.
Die Vorräte lagen mit 8.351 Mio € zum 31. März 2012 um 246 Mio € über dem Wert vom 30. September 2011. Neben Wechselkurseffekten betraf der Anstieg insbesondere die Business Area Materials Services.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen um 498 Mio €, vor allem durch die insgesamt positive Umsatzentwicklung im 2. Quartal 2011/2012 sowie den Hochlauf der neuen Stahlwerke. Darüber hinaus wirkte sich die im Vergleich zum Vorjahr höhere Anarbeitung bei den Fertigungsaufträgen in der Business Area Plant Technology aus.
Die kurzfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte verminderten sich um 59 Mio €, dies war im Wesentlichen auf die Derivatebilanzierung zurückzuführen. Die kurzfristigen sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte erhöhten sich um 272 Mio €; Ursachen waren insbesondere gestiegene Erstattungsansprüche im Zusammenhang mit ertragsunabhängigen Steuern sowie erhöhte Vorauszahlungen für die Beschaffung von Vorräten.
Der Rückgang der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente um 733 Mio € resultierte in erster Linie aus dem im 1. Halbjahr 2011/2012 hohen negativen Free Cash-Flow der fortgeführten Aktivitäten von –2.001 Mio €; gegenläufig wirkte insbesondere die Platzierung einer neuen Anleihe mit einem Volumen von 1.250 Mio € im Februar 2012.
Die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte verminderten sich um 1.258 Mio € auf 4.503 Mio € – vor allem durch den Verkauf der zivilen Bereiche von Blohm + Voss (620 Mio €) im 2. Quartal 2011/2012 sowie die Verkäufe der Xervon-Gruppe in der Business Area Materials Services (451 Mio €) und der chinesischen Aktivitäten der Metal-Forming-Gruppe in der Business Area Steel Europe (65 Mio €) im November 2011. Darüber hinaus ergab sich bei Stainless Global insgesamt eine Verminderung um 122 Mio € – hier wurden Erhöhungen als Folge der weiterlaufenden Geschäftstätigkeit durch Abwertungsaufwendungen in Höhe von 515 Mio € auf Basis des Vertrags mit Outokumpu überkompensiert.
Das Eigenkapital verminderte sich zum 31. März 2012 im Vergleich zum 30. September 2011 um 1.510 Mio € auf 8.872 Mio €. Wesentliche Faktoren dafür waren der Periodenfehlbetrag von 1.067 Mio €, Dividendenzahlungen von 280 Mio € sowie insbesondere die im Sonstigen Ergebnis berücksichtigten versicherungsmathematischen Verluste aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen (304 Mio € nach Steuern). Kompensierend wirkten vor allem die im Sonstigen Ergebnis erfassten unrealisierten Gewinne aus der Währungsumrechnung (149 Mio €) und die unrealisierten Gewinne aus derivativen Finanzinstrumenten (15 Mio € nach Steuern).
Die langfristigen Verbindlichkeiten erhöhten sich insgesamt um 1.163 Mio €. Dieser Anstieg enthielt mit 296 Mio € eine Zunahme der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen, die mit 490 Mio € insbesondere auf die im Rahmen der Neubewertung der Pensions- und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen zum 31. März 2012 berücksichtigten aktualisierten Zinssätze zurückzuführen war; gegenläufig wirkten hauptsächlich Unternehmensverkäufe sowie Planänderungen. Darüber hinaus stiegen die langfristigen Finanzschulden um 854 Mio €, was mit 619 Mio € hauptsächlich die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betraf. Zusätzlich erhöhten sich die Anleihen um insgesamt 242 Mio €; dies resultierte aus der oben erwähnten Anleiheemission im Februar 2012, der eine Umbuchung von 1.002 Mio € in die kurzfristigen Finanzschulden im Zusammenhang mit einer im Februar 2013 fälligen Anleihe gegenüberstand.
Die kurzfristigen Verbindlichkeiten verminderten sich insgesamt um 399 Mio €.
Im Wesentlichen durch Inanspruchnahmen gingen die kurzfristigen Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer um 85 Mio € zurück. Der Rückgang der sonstigen kurzfristigen Rückstellungen um 129 Mio € betraf insbesondere die Umsetzung von Restrukturierungsmaßnahmen sowie Rückstellungen für Absatz-, Prozess- und Finanzierungsrisiken. Die kurzfristigen Finanzschulden stiegen insbesondere durch die angesprochene Umgliederung einer Anleihe um 1.322 Mio €.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gingen um 444 Mio € zurück; hauptsächlich wurden sie in den Business Areas Steel Europe, Materials Services und Elevator Technology zurückgeführt.
Die Abnahme der kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten um 465 Mio € resultierte insbesondere aus der Derivatebilanzierung sowie der Rückführung von Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen. Zum Anstieg der kurzfristigen sonstigen nicht-finanziellen Verbindlichkeiten um 261 Mio € trugen hauptsächlich erhöhte Kundenanzahlungen bei.
Die Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten gingen um 777 Mio € auf 2.447 Mio € zurück, hauptsächlich wegen der bereits erwähnten Verkäufe der Xervon-Gruppe (397 Mio €) sowie der zivilen Bereiche von Blohm + Voss (325 Mio €).
NACHTRAGSBERICHT
Die zwischen dem Stichtag des 1. Halbjahres (31. März 2012) und der Freigabe des Berichts zur Veröffentlichung (10. Mai 2012) eingetretenen besonderen Ereignisse sind unter Anhang-Nr. 13 im Zwischenabschluss dargestellt.
VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG MIT IHREN WESENTLICHEN CHANCEN UND RISIKEN
Konjunkturprognosen mit hohen Unsicherheiten behaftet
Die Erwartungen zur gesamt- und branchenwirtschaftlichen Entwicklung für 2012 sind mit hohen Unsicherheiten verbunden. Ausschlaggebend dafür sind die Auswirkungen der Staatsschuldenkrise sowie die Gefahr steigender Rohstoff- und Energiepreise. Andererseits zeigen die meisten Schwellenländer trotz mittlerweile spürbarer Abschwächungstendenzen noch eine relativ solide Wachstumsdynamik, was das Risiko einer globalen Rezession begrenzt.
Für 2012 erwarten wir ein weltwirtschaftliches Wachstum von 2,9 % nach 3,3 % im Vorjahr. Dabei sollten die Schwellenländer insgesamt um 5,3 % expandieren, die Industrieländer dagegen nur um 1,2 %. Für 2013 rechnen wir mit einer etwas stärkeren Konjunkturdynamik.
Im Euro-Raum dürfte das BIP 2012 voraussichtlich leicht rückläufig sein; hier belasten der Konsolidierungszwang bei den öffentlichen Haushalten und die zurückhaltenden Unternehmensinvestitionen. Für Deutschland rechnen wir mit einem Plus von lediglich 0,5 %.
In den USA könnte sich das gesamtwirtschaftliche Wachstum 2012 leicht auf 2,1 % erhöhen. Die Industriekonjunktur zeigt sich weiterhin relativ robust, und vom Arbeitsmarkt kommen erste positive Signale, die den privaten Verbrauch stärken könnten. In Japan wird der Aufholprozess nach der Naturkatastrophe im Vorjahr zu einer Expansion von 1,4 % führen.
Wachstumsstützen der Weltwirtschaft bleiben auch 2012 die Schwellenländer. Für China wird ein BIP-Zuwachs von 7,8 % erwartet. Auch die übrigen BRIC-Länder werden voraussichtlich noch relativ solide Zuwachsraten aufweisen.
Industriebranchen teilweise positiv
Qualitätsflachstahl – Der Weltstahlmarkt wird auch 2012 wachsen, allerdings mit einem Plus von knapp 4 % gegenüber dem Vorjahr voraussichtlich etwas moderater als noch vor einigen Monaten erwartet. Vor allem die Nachfrage in den Schwellenländern bleibt robust. Sie dürften 2012 erneut ihre Stahlnachfrage ausweiten. Allerdings wird der chinesische Stahlmarkt mit rund 4 % weniger stark expandieren als in der Vergangenheit. Auf Grund der zuletzt wieder etwas positiveren konjunkturellen Signale aus dem US-Markt wird dort mit einem überdurchschnittlichen Plus von etwa 6 % gerechnet. In der Europäischen Union ist aus heutiger Sicht eine moderat rückläufige Stahlmarktversorgung wahrscheinlich. Der reale Verbrauch wird nachgeben, und positive Lagereffekte sind nicht zu erwarten. Eine stabile Entwicklung zeichnet sich indes für die deutsche Stahlnachfrage ab; sie dürfte bei annähernd 41 Mio t liegen.
Automobilbau – Der globale Automobilmarkt bleibt 2012 auf moderatem Wachstumskurs. Weltweit dürften 78,3 Mio Personen- und leichte Nutzfahrzeuge produziert werden – etwa 6 % mehr als im Jahr zuvor. In den USA könnte die Produktion um weitere 12 % zulegen, und in Japan wird der Nachholbedarf ein Plus von voraussichtlich 15 % zur Folge haben. In China begrenzen staatliche Dämpfungsmaßnahmen das Wachstum auf 9 %. Die westeuropäische Automobilindustrie wird wahrscheinlich die Stückzahl von 2011 um 6 % verfehlen. In Deutschland bleibt das Produktionsniveau stabil; auf Grund statistischer Änderungen wird aber ein Minus von 4 % ausgewiesen.
Maschinenbau – Die Branche wird 2012 das sehr hohe Expansionstempo des Vorjahres nicht fortsetzen können, denn mehrere Länder zeigen eine verhaltene Investitionsneigung. In den USA könnte sich das Wachstum auf 6 % verlangsamen, in China auf 12 %. In Japan steigt die Produktion voraussichtlich um 2 %. In Deutschland wird zumindest eine Stabilisierung auf dem hohen Niveau des Vorjahres prognostiziert.
Bauwirtschaft – Die Bauwirtschaft zeigt sich auch 2012 regional gespalten. In Westeuropa wird sie über eine Stagnation kaum hinauskommen; günstiger sind die Perspektiven für einige mittel- und osteuropäische Länder. Die US-Bauindustrie kann sich spürbar erholen. Relativ kräftig bleibt die Baukonjunktur weiterhin in Indien und China mit Wachstumsraten von 6 % bzw. 8 %.
| Entwicklung in wichtigen Absatzmärkten | 2011 | 2012* |
|---|---|---|
| Marktversorgung Walzstahl, in Mio t | ||
| Welt | 1.373 | 1.422 |
| Deutschland | 40,7 | 40,8 |
| USA | 89 | 94 |
| China | 624 | 649 |
| Fahrzeugproduktion, in Mio PKW und leichte Nutzfahrzeuge | ||
| Welt | 73,8 | 78,3 |
| Westeuropa/Türkei | 15,1 | 14,2 |
| Deutschland** | 6,1 | 5,8 |
| USA | 8,5 | 9,5 |
| Japan | 7,9 | 9,1 |
| China** | 16,0 | 17,5 |
| Brasilien** | 3,1 | 3,1 |
| Maschinenbauproduktion, real, in % gegenüber Vorjahr | ||
| Deutschland | 12,1 | 0,0 |
| USA | 9,5 | 6,0 |
| Japan | 10,5 | 2,0 |
| China | 17,2 | 12,0 |
| Bauproduktion, real, in % gegenüber Vorjahr | ||
| Deutschland | 13,4 | 1,7 |
| USA | 1,1 | 5,1 |
| China | 14,6 | 7,8 |
* Prognose ** 2012 geänderte statistische Erfassung: ohne CKD (Complete Knock-Down, Bausätze)
Erwartete Ertragslage (fortgeführte Aktivitäten)
Die Folgen der Staatsschuldenkrise führten im Geschäftsjahr 2011/2012 bislang zu erkennbaren abschwächenden Auswirkungen auf die Entwicklung in unseren Kernmärkten; weiter anhaltende konjunkturelle Verunsicherungen können nicht ausgeschlossen werden.
Auf Grund der Stabilität unserer weniger zyklischen Industriegüter-Geschäfte sowie Verbesserungen bei unseren Werkstoff-Geschäften gehen wir für die 2. Hälfte des aktuellen Geschäftsjahres gegenüber der 1. Hälfte allerdings von einem moderaten Anstieg unseres Bereinigten EBIT aus:
– Bei den Werkstoff-Aktivitäten erwarten wir, dass sich bei einer von anhaltend hoher Wettbewerbsintensität geprägten Mengen- und Preisentwicklung das Ergebnis für Steel Europe auf dem Niveau des 1. Halbjahres einstellt, während das Ergebnis von Materials Services im 2. Halbjahr besser ausfallen sollte. Bei Steel Americas werden sich durch den stabileren technischen Hochlauf Verbesserungen ergeben; gegenläufig wird sich weiterhin der durch den Markteintritt bedingte Erlösdruck auswirken.
– Bei den Industriegüter-Geschäften werden sich die Ergebnisbeiträge aus dem Anlagenbau verbessern und bei den Aufzügen stabilisieren. Im vergleichsweise zyklischeren Geschäft mit Komponenten gehen wir davon aus, dass die derzeit insgesamt gute Auslastung auch in die 2. Geschäftsjahreshälfte hinein anhält. Die Ergebnisbeiträge von Marine Systems werden sich normalisieren.
Für das Geschäftsjahr 2011/2012 erwarten wir auf Konzernebene ein Bereinigtes EBIT im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.
Unser Ziel im Geschäftsjahr 2011/2012 ist es weiterhin, die Komplexität im Konzern zu reduzieren, Kosten zu senken und die Cash-Generierung nachhaltig zu verbessern. Die Reduzierung der Netto-Finanzschulden besitzt weiterhin hohe Priorität.
Für das Geschäftsjahr 2012/2013 gilt:
– Wir werden weiterhin an der strukturellen Verbesserung des Konzerns arbeiten und das ganzheitliche Konzept zur strategischen Weiterentwicklung mit Nachdruck umsetzen. Dies kann unter anderem Maßnahmen für nachhaltige Kostensenkungen oder Optimierungen des Portfolios umfassen.
– Sofern sich die wirtschaftlichen Auswirkungen der Staatsschuldenkrise nicht auf unser Geschäftsjahr 2012/2013 erstrecken, gehen wir im Zuge des allgemeinen Wirtschaftswachstums auch von einer Steigerung des Umsatzes aus. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich gegebenenfalls gegenläufige Effekte aus Portfoliomaßnahmen ergeben können.
– Ein steigender Umsatz und strukturelle Verbesserungen sollten sich entsprechend positiv auf das Ergebnis auswirken. Weiteres positives Potenzial sollte sich aus operativen Verbesserungen bei Steel Americas ergeben. Bei unseren Netto-Finanzschulden streben wir weiterhin eine Reduzierung an.
Chancen bei Verbesserung der Weltkonjunktur
Bei einer weiteren Verbesserung des gesamtwirtschaftlichen Umfeldes insbesondere in den Schwellenländern sehen wir für ThyssenKrupp mit seinen anspruchsvollen Innovationen erhebliche Wachstumschancen. Unsere wirtschaftlichen und ressourcenschonenden Produkte und Verfahren bringen uns Vorteile im weltweiten Wettbewerb. Das Unternehmensprogramm impact trägt darüber hinaus wesentlich dazu bei, in allen Konzernbereichen Wertsteigerungsmaßnahmen umzusetzen und unsere Produktivität zu erhöhen.
Risiken durch systematisches Risikomanagement überschaubar
Die Schuldenkrisen in einigen Ländern und die Unsicherheiten auf den Finanzmärkten belasten unser konjunkturelles Umfeld. Den Einfluss dieser gesamtwirtschaftlichen Risiken auf unsere Märkte verfolgen wir kontinuierlich durch unser systematisches Risikomanagement. So vermeiden wir bestandsgefährdende Risiken und begrenzen die anderen Risiken auf ein überschaubares Maß.
ThyssenKrupp steuert seine Liquiditäts- und Kreditrisiken vorausschauend. Die Finanzierung und Liquidität des Konzerns stehen auch im Geschäftsjahr 2011/2012 auf einer gesicherten Basis. Der Konzern verfügte zum 31. März 2012 über 6,4 Mrd € an flüssigen Mitteln und freien, zugesagten Kreditlinien.
Das Kreditrisiko (Ausfallrisiko) ergibt sich daraus, dass der Konzern bei Finanzinstrumenten, z.B. bei Geldanlagen, dem Risiko einer möglichen Nichterfüllung durch eine Vertragspartei ausgesetzt ist. In Krisenzeiten steigt die Bedeutung des Ausfallrisikos zusätzlich; wir steuern es durch unsere Geschäftspolitik mit besonderer Vorsicht. Finanzinstrumente im Finanzierungsbereich werden unter Einhaltung vorgegebener Risikolimits grundsätzlich nur mit solchen Kontrahenten abgeschlossen, die über eine sehr gute Bonität verfügen bzw. einem Einlagensicherungsfonds angeschlossen sind.
Darüber hinausgehende finanzwirtschaftliche Risiken wie das Währungs-, Zins- und Warenpreisrisiko werden durch den Abschluss derivativer Finanzinstrumente verringert. Bei Abschluss dieser Finanzinstrumente gelten ebenfalls restriktive Grundsätze zur Auswahl möglicher Kontrahenten.
Mengen- und Erlösrisiken ergeben sich für unsere Stahlaktivitäten durch ein weiter schwaches Marktumfeld sowie schwankende Rohstoff- und steigende Energiepreise. Angepasste Verkaufspreise und soweit möglich alternative Beschaffungsquellen tragen dazu bei, unsere Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Der Hochlauf der neuen Stahlwerke von Steel Americas schreitet kontinuierlich voran. Mögliche Zeitverzögerungen und vereinzelte Qualitätsprobleme minimieren wir in enger Abstimmung mit unseren Experten bei Steel Europe. Allerdings sind die Buchwerte der Sachanlagen von Steel Americas weiterhin Bewertungsrisiken ausgesetzt. Die relevanten Einflussgrößen für die Bewertung werden von uns kontinuierlich beobachtet. Wesentliche Änderungen von Kapitalmarktparametern oder Erwartungen zur langfristigen Wechselkursentwicklung, aber auch eine Änderung der Einschätzung zur strategischen Entwicklung der Business Area können Bewertungsanpassungen notwendig machen, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns wesentlich beeinflussen.
Durch die guten und langjährigen Beziehungen zu unseren weltweiten Kunden und durch den weiteren Ausbau der Präsenz in den wachstumsstarken Schwellenländern gelingt es uns, die Abhängigkeit von einzelnen Absatzmärkten und Branchen zu reduzieren.
Aus politischen Unruhen in Krisenregionen können länderspezifische Risiken für unsere aktuellen und geplanten Geschäftsaktivitäten entstehen. Unsere kontinuierliche Bewertung der aktuellen Entwicklungen sieht derzeit aber keine bedeutenden Einschränkungen aus diesen Risiken.
Veränderte rechtliche Rahmenbedingungen auf nationaler oder europäischer Ebene sind für uns mit Risiken verbunden, sofern sie unsere Geschäftsaktivitäten betreffen und im Vergleich zu unseren Wettbewerbern höhere Kosten oder sonstige Nachteile bedeuten. Durch enge Arbeitskontakte zu den relevanten Institutionen begleiten wir den diesbezüglichen Diskussionsprozess und minimieren die entsprechenden Risiken.
Darüber hinaus gelten die im Geschäftsbericht 2010/2011 auf den Seiten 108-119 detaillierten Aussagen des Risikoberichts weiterhin.
Über schwebende Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche sowie sonstige Risiken berichten wir unter Anhang-Nr. 7.
Konzern-Bilanz
Aktiva Mio €
| Anhang-Nr. | 30.09.2011 | 31.03.2012 | |
|---|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | 4.166 | 4.305 | |
| Sachanlagen | 12.649 | 12.716 | |
| Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 301 | 294 | |
| Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen | 593 | 618 | |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 71 | 93 | |
| Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | 453 | 428 | |
| Aktive latente Steuern | 940 | 1.011 | |
| Langfristige Vermögenswerte | 19.173 | 19.465 | |
| Vorräte | 8.105 | 8.351 | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen* | 5.138 | 5.636 | |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte* | 499 | 440 | |
| Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | 1.563 | 1.835 | |
| Laufende Ertragsteueransprüche | 134 | 130 | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 3.230 | 2.497 | |
| Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte | 02 | 5.761 | 4.503 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 24.430 | 23.392 | |
| Summe Vermögenswerte | 43.603 | 42.857 | |
| Passiva Mio € | |||
| Anhang-Nr. | 30.09.2011 | 31.03.2012 | |
| Gezeichnetes Kapital | 1.317 | 1.317 | |
| Kapitalrücklage | 4.684 | 4.684 | |
| Gewinnrücklagen | 2.833 | 1.235 | |
| Kumuliertes sonstiges Ergebnis | 178 | 326 | |
| davon entfallen auf Veräußerungsgruppen bzw. nicht fortgeführte Aktivitäten (30.09.2011: -19; 31.03.2012: -3) | |||
| Eigenkapital der Aktionäre der ThyssenKrupp AG | 9.012 | 7.562 | |
| Nicht beherrschende Anteile | 1.370 | 1.310 | |
| Eigenkapital | 03 | 10.382 | 8.872 |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 05 | 6.940 | 7.236 |
| Rückstellungen für sonstige Leistungen an Arbeitnehmer* | 197 | 201 | |
| Sonstige Rückstellungen* | 451 | 496 | |
| Passive latente Steuern | 324 | 288 | |
| Finanzschulden | 6.494 | 7.348 | |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 1 | 1 | |
| Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 7 | 7 | |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 14.414 | 15.577 | |
| Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer* | 300 | 215 | |
| Sonstige Rückstellungen* | 1.200 | 1.071 | |
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 409 | 327 | |
| Finanzschulden | 178 | 1.500 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen* | 4.926 | 4.482 | |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten* | 1.238 | 773 | |
| Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 7.332 | 7.593 | |
| Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten | 02 | 3.224 | 2.447 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 18.807 | 18.408 | |
| Verbindlichkeiten | 33.221 | 33.985 | |
| Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten | 43.603 | 42.857 |
* Der Vorjahresausweis wurde angepasst. Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im verkürzten Anhang
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
| Mio €, mit Ausnahme Ergebnis je Aktie in € |
|||||
|---|---|---|---|---|---|
| Anhang-Nr. | 1. Halbjahr 2010/2011* | 1. Halbjahr 2011/2012 | 2. Quartal 2010/2011* | 2. Quartal 2011/2012 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Umsatzerlöse | 09 | 20.700 | 20.509 | 10.680 | 10.613 |
| Umsatzkosten | 10 | – 17.635 | – 17.927 | – 9.073 | – 9.326 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 3.065 | 2.582 | 1.607 | 1.287 | |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | – 81 | – 80 | – 40 | – 43 | |
| Vertriebskosten | – 1.314 | – 1.385 | – 674 | – 706 | |
| Allgemeine Verwaltungskosten | – 1.116 | – 1.077 | – 558 | – 540 | |
| Sonstige Erträge | 111 | 102 | 57 | 50 | |
| Sonstige Aufwendungen | – 51 | – 201 | 4 | – 48 | |
| Sonstige Gewinne und Verluste | 33 | 37 | 8 | 29 | |
| Betriebliches Ergebnis | 647 | – 22 | 404 | 29 | |
| Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen | 45 | 12 | 31 | 5 | |
| Finanzierungserträge | 443 | 378 | 217 | 66 | |
| Finanzierungsaufwendungen | – 702 | – 642 | – 355 | – 191 | |
| Finanzergebnis | – 214 | – 252 | – 107 | – 120 | |
| Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) | 433 | – 274 | 297 | – 91 | |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | – 143 | – 202 | – 97 | – 213 | |
| Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) | 290 | – 476 | 200 | – 304 | |
| Nicht fortgeführte Aktivitäten (nach Steuern) | 44 | – 591 | 33 | – 283 | |
| Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) | 334 | – 1.067 | 233 | – 587 | |
| Davon: | |||||
| Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG | 414 | – 1.047 | 272 | – 587 | |
| Nicht beherrschende Anteile | – 80 | – 20 | – 39 | 0 | |
| Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) | 334 | – 1.067 | 233 | – 587 | |
| Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) bezogen auf | 11 | ||||
| Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) | 0,80 | – 0,89 | 0,51 | – 0,59 | |
| Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) | 0,89 | – 2,03 | 0,58 | – 1,14 |
* Der Vorjahresausweis wurde angepasst. Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im verkürzten Anhang.
Konzern-Gesamtergebnisrechnung
| Mio € | 1. Halbjahr 2010/2011 | 1. Halbjahr 2011/2012 | 2. Quartal 2010/2011 | 2. Quartal 2011/2012 |
|---|---|---|---|---|
| Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) | 334 | – 1.067 | 233 | – 587 |
| Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung | ||||
| Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) | – 198 | 157 | – 647 | – 177 |
| Realisierte (Gewinne)/Verluste | 0 | – 8 | 0 | – 1 |
| Unrealisierte Gewinne/(Verluste), gesamt | – 198 | 149 | – 647 | – 178 |
| Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten | ||||
| Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) | – 3 | 1 | – 1 | 1 |
| Realisierte (Gewinne)/Verluste | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Steuereffekt | 1 | 0 | 1 | 0 |
| Unrealisierte Gewinne/(Verluste), gesamt | – 2 | 1 | 0 | 1 |
| Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen | ||||
| Veränderung der versicherungsmathematischen Gewinne/(Verluste) | 795 | – 434 | 191 | – 64 |
| Steuereffekt | – 261 | 130 | – 76 | 19 |
| Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen, gesamt | 534 | – 304 | 115 | – 45 |
| Gewinne/(Verluste) aus "asset ceiling" | ||||
| Veränderung der Gewinne/(Verluste) | – 26 | – 4 | – 1 | – 12 |
| Steuereffekt | 9 | 1 | 1 | 3 |
| Gewinne/(Verluste) aus "asset ceiling", gesamt | – 17 | – 3 | 0 | – 9 |
| Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus derivativen Finanzinstrumenten | ||||
| Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) | – 78 | 23 | – 151 | – 53 |
| Realisierte (Gewinne)/Verluste | – 59 | – 3 | – 6 | 2 |
| Steuereffekt | 45 | – 5 | 50 | 14 |
| Unrealisierte Gewinne/(Verluste), gesamt | – 92 | 15 | – 107 | – 37 |
| Anteil an den unrealisierten Gewinnen/(Verlusten), der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt | – 24 | – 1 | – 31 | – 11 |
| Sonstiges Ergebnis | 201 | – 143 | – 670 | – 279 |
| Gesamtergebnis | 535 | – 1.210 | – 437 | – 866 |
| Davon: | ||||
| Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG | 687 | – 1.208 | – 253 | – 824 |
| Nicht beherrschende Anteile | – 152 | – 2 | – 184 | – 42 |
Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im verkürzten Anhang.
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
| Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl | Eigenkapitalanteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kumuliertes sonstiges Ergebnis | ||||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Aktienanzahl im Umlauf | Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklage | Gewinnrücklagen | Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung | Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Stand am 30.09.2010 | 464.394.337 | 1.317 | 4.684 | 3.703 | 127 | 5 |
| Periodenüberschuss | 414 | |||||
| Sonstiges Ergebnis | 506 | – 148 | – 2 | |||
| Gesamtergebnis | 920 | – 148 | – 2 | |||
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | ||||||
| Dividendenzahlung | – 209 | |||||
| Veräußerung eigener Anteile | 209.770 | 0 | ||||
| Steuereffekt aus der Abschreibung eigener Anteile | 1 | |||||
| Sonstige Veränderungen | 3 | |||||
| Stand am 31.03.2011 | 464.604.107 | 1.317 | 4.684 | 4.418 | – 21 | 3 |
| Stand am 30.09.2011 | 514.489.044 | 1.317 | 4.684 | 2.833 | 170 | 2 |
| Periodenfehlbetrag | – 1.047 | |||||
| Sonstiges Ergebnis | – 309 | 133 | 1 | |||
| Gesamtergebnis | – 1.356 | 133 | 1 | |||
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | ||||||
| Dividendenzahlung | – 232 | |||||
| Sonstige Veränderungen | – 10 | |||||
| Stand am 31.03.2012 | 514.489.044 | 1.317 | 4.684 | 1.235 | 303 | 3 |
Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im verkürzten Anhang.
| Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Eigenkapitalanteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG | ||||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Kumuliertes sonstiges Ergebnis | ||||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Derivative Finanzinstrumente | Anteil, der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt | Eigene Anteile | Gesamt | Nicht beherrschende Anteile | Gesamtes Eigenkapital | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Stand am 30.09.2010 | 50 | 10 | – 1.396 | 8.500 | 1.888 | 10.388 |
| Periodenüberschuss | 414 | – 80 | 334 | |||
| Sonstiges Ergebnis | – 70 | – 13 | 273 | – 72 | 201 | |
| Gesamtergebnis | – 70 | – 13 | 687 | – 152 | 535 | |
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | 0 | – 20 | – 20 | |||
| Dividendenzahlung | – 209 | 0 | – 209 | |||
| Veräußerung eigener Anteile | 7 | 7 | 0 | 7 | ||
| Steuereffekt aus der Abschreibung eigener Anteile | – 1 | 0 | 0 | 0 | ||
| Sonstige Veränderungen | 3 | 2 | 5 | |||
| Stand am 31.03.2011 | – 20 | – 3 | – 1.390 | 8.988 | 1.718 | 10.706 |
| Stand am 30.09.2011 | – 22 | 28 | 0 | 9.012 | 1.370 | 10.382 |
| Periodenfehlbetrag | – 1.047 | – 20 | – 1.067 | |||
| Sonstiges Ergebnis | 13 | 1 | – 161 | 18 | – 143 | |
| Gesamtergebnis | 13 | 1 | – 1.208 | – 2 | – 1.210 | |
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | 0 | – 48 | – 48 | |||
| Dividendenzahlung | – 232 | 0 | – 232 | |||
| Sonstige Veränderungen | – 10 | – 10 | – 20 | |||
| Stand am 31.03.2012 | – 9 | 29 | 0 | 7.562 | 1.310 | 8.872 |
Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im verkürzten Anhang.
Konzern-Kapitalflussrechnung
| Mio € | ||||
|---|---|---|---|---|
| 1. Halbjahr 2010/2011 | 1. Halbjahr 2011/2012 | 2. Quartal 2010/2011 | 2. Quartal 2011/2012 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) | 334 | – 1.067 | 233 | – 587 |
| Anpassungen des Periodenüberschusses/(-fehlbetrages) für die Überleitung zum Operating Cash-Flow: | ||||
| Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) | – 44 | 591 | – 33 | 283 |
| Latente Steueraufwendungen/(-erträge) | – 81 | 29 | – 25 | 116 |
| Abschreibungen und Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte | 743 | 882 | 401 | 367 |
| Zuschreibungen langfristiger Vermögenswerte | – 2 | – 1 | 0 | 0 |
| Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, soweit nicht zahlungswirksam | – 41 | – 11 | – 30 | – 5 |
| Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte | – 19 | – 60 | 2 | 0 |
| Veränderungen bei Aktiva und Passiva, bereinigt um Effekte aus Konsolidierungskreis- und anderen nicht zahlungswirksamen Veränderungen: | ||||
| - Vorräte | – 1.384 | – 219 | – 530 | 332 |
| - Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | – 579 | – 498 | – 616 | – 567 |
| - Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | – 132 | – 140 | – 56 | – 59 |
| - Sonstige Rückstellungen | – 134 | – 172 | – 106 | – 38 |
| - Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 94 | – 465 | 470 | 90 |
| - Übrige Aktiva/Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit | 6 | – 297 | 145 | 218 |
| Operating Cash-Flow - fortgeführte Aktivitäten | – 1.239 | – 1.428 | – 145 | 150 |
| Operating Cash-Flow - nicht fortgeführte Aktivitäten | – 275 | – 291 | 66 | – 54 |
| Operating Cash-Flow - gesamt | – 1.514 | – 1.719 | – 79 | 96 |
| Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und in langfristige finanzielle Vermögenswerte | – 22 | – 18 | – 1 | – 8 |
| Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Gesellschaften abzüglich übernommener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | – 44 | – 39 | 0 | 0 |
| Investitionen in Sachanlagen (einschl. geleisteter Anzahlungen) und in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | – 1.225 | – 743 | – 589 | – 377 |
| Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (einschl. geleisteter Anzahlungen) | – 28 | – 72 | – 13 | – 21 |
| Desinvestitionen von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und langfristigen finanziellen Vermögenswerten | 12 | 1 | 7 | 1 |
| Einzahlungen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Gesellschaften abzüglich abgegebener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 17 | 263 | 2 | – 27 |
| Desinvestitionen von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien | 107 | 28 | 11 | 14 |
| Desinvestitionen von immateriellen Vermögenswerten | 3 | 7 | 0 | 0 |
| Cash-Flow aus Investitionstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten | – 1.180 | – 573 | – 583 | – 418 |
| Cash-Flow aus Investitionstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten | – 112 | – 183 | – 56 | – 99 |
| Cash-Flow aus Investitionstätigkeit - gesamt | – 1.292 | – 756 | – 639 | – 517 |
| Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen | 0 | 1.250 | 0 | 1.250 |
| Tilgung von Anleihen | – 750 | 0 | – 750 | 0 |
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 1.674 | 1.847 | 571 | 893 |
| Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | – 178 | – 1.187 | – 117 | – 849 |
| Zunahme/(Abnahme) Verbindlichkeiten Schuldschein-/Sonstige Darlehen | 483 | – 8 | 312 | – 157 |
| Zunahme/(Abnahme) Akzeptverbindlichkeiten | – 4 | 1 | – 13 | – 2 |
| Abnahme kurzfristige Wertpapiere | 1 | 0 | 1 | 0 |
| Einzahlungen in das Eigenkapital durch nicht beherrschende Anteile | 32 | 0 | 30 | 0 |
| Einzahlungen aus der Veräußerung eigener Anteile | 1 | 0 | 1 | 0 |
| Dividendenzahlung der ThyssenKrupp AG | – 209 | – 232 | – 209 | – 232 |
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | – 20 | – 48 | – 8 | – 27 |
| Auszahlungen für den Erwerb von Anteilen an bereits konsolidierten Gesellschaften | 0 | – 15 | 0 | 0 |
| Finanzierung nicht fortgeführter Aktivitäten | – 401 | – 501 | 59 | – 110 |
| Sonstige Finanzierungsvorgänge | 149 | – 157 | 118 | 109 |
| Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten | 778 | 950 | – 5 | 875 |
| Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten | 381 | 436 | – 13 | 112 |
| Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit - gesamt | 1.159 | 1.386 | – 18 | 987 |
| Zahlungswirksame Zunahme/(Abnahme) der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - gesamt | – 1.647 | – 1.089 | – 736 | 566 |
| Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - gesamt | – 10 | 46 | – 111 | – 15 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn der Berichtsperiode - gesamt | 3.673 | 3.568 | 2.863 | 1.974 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode - gesamt | 2.016 | 2.525 | 2.016 | 2.525 |
| (davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Veräußerungsgruppen) | (282) | (-) | (282) | (-) |
| (davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der nicht fortgeführten Aktivitäten) | (-) | (28) | (-) | (28) |
| Ergänzende Informationen zu Zahlungsvorgängen, die im Operating Cash-Flow fortgeführter Aktivitäten enthalten sind: | ||||
| Zinseinzahlungen | 102 | 81 | 49 | 41 |
| Zinsauszahlungen | – 332 | – 297 | – 270 | – 245 |
| Erhaltene Dividenden | 6 | 4 | 2 | 2 |
| Auszahlungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag | – 161 | – 202 | – 76 | – 64 |
Siehe Anhang-Nr. 12 zum verkürzten Konzern-Zwischenabschluss.
Verkürzter Konzern-Anhang
Unternehmensinformation
Die ThyssenKrupp Aktiengesellschaft („ThyssenKrupp AG“ oder „Gesellschaft“) ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Sitz in Duisburg und Essen in Deutschland. Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss der ThyssenKrupp AG und ihrer Tochtergesellschaften („Konzern“) für den Zeitraum vom 01. Oktober 2011 bis 31. März 2012 wurde mit Beschluss des Vorstands vom 10. Mai 2012 zur Veröffentlichung freigegeben.
Grundlagen der Berichterstattung
Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss wurde gemäß § 37w WpHG sowie im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den diesbezüglichen Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB) für die Zwischenberichterstattung erstellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Demzufolge enthält dieser Abschluss zum Zwischenbericht nicht sämtliche Informationen und Anhangangaben, die gemäß IFRS für einen Konzernabschluss zum Ende des Geschäftsjahres erforderlich sind.
Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss wurde einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Der Abschluss enthält nach Ansicht des Vorstands alle erforderlichen Anpassungen, die für eine den tatsächlichen Verhältnissen entsprechende Darstellung der Ertragslage zum Zwischenergebnis erforderlich sind. Die Ergebnisse der zum 31. März 2012 endenden Berichtsperiode lassen nicht notwendigerweise Rückschlüsse auf die Entwicklung zukünftiger Ergebnisse zu.
Im Rahmen der Erstellung eines Konzern-Zwischenabschlusses in Übereinstimmung mit IAS 34 „Interim Financial Reporting“ muss der Vorstand Beurteilungen und Schätzungen vornehmen sowie Annahmen treffen, die die Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen im Konzern und den Ausweis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen beeinflussen. Die tatsächlichen Beträge können von diesen Schätzungen abweichen.
Die im verkürzten Konzern-Zwischenabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen des letzten Konzernabschlusses zum Ende des Geschäftsjahres. Eine detaillierte Beschreibung der Grundsätze der Rechnungslegung ist im Anhang des Konzernabschlusses unseres Geschäftsberichts 2010/2011 veröffentlicht.
Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften
Im Geschäftsjahr 2011/2012 hat ThyssenKrupp die nachfolgenden Standards, Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards erstmalig angewendet:
Im November 2009 hat das IASB eine überarbeitete Fassung von IAS 24 „Related Party Disclosures“ veröffentlicht. Die Überarbeitung beinhaltet eine Vereinfachung der Anhangangabepflichten für Unternehmen, die Regierungen nahe stehend sind (sog. „government-related entities“) und eine Klarstellung der Definition nahe stehender Unternehmen und Personen. Der geänderte Standard ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2011 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Die Erstanwendung der überarbeiteten Fassung hatte keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse.
Im November 2009 hat das IASB eine Änderung von IFRIC 14, der eine Interpretation des IAS 19 „Employee Benefits“ ist, mit dem Titel „Prepayments of a Minimum Funding Requirement“ veröffentlicht. Die Änderung ist in den seltenen Fällen relevant, in denen ein Unternehmen Mindestdotierungsverpflichtungen unterliegt und Beitragsvorauszahlungen leistet, um diese Mindestdotierungsverpflichtungen zu erfüllen. Die Änderung erlaubt dem Unternehmen in diesem Fall, den Vorteil einer solchen Vorauszahlung als Vermögenswert zu bilanzieren. Die Änderung der Interpretation ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2011 beginnen. Die Erstanwendung der Interpretation hatte keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse.
Im Mai 2010 hat das IASB im Rahmen des Annual Improvements Process-Projekts den dritten Sammelband „Improvements to IFRSs“ veröffentlicht. Hierdurch werden an sechs Standards und an einer Interpretation kleinere Änderungen vorgenommen. Soweit im Einzelfall nicht anders geregelt, sind die Änderungen anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2011 beginnen. Die Erstanwendung der überarbeiteten Fassungen hatte keinen wesent-lichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse.
Im Oktober 2010 hat das IASB Änderungen zu IFRS 7 „Financial Instruments: Disclosures“ veröffentlicht. Durch diese Änderungen wird den Nutzern von Finanzberichten ein besserer Einblick in Transaktionen zur Übertragung von finanziellen Vermögenswerten gewährt. Die Änderungen sind anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Juli 2011 beginnen. Im ersten Jahr der Anwendung sind Vergleichsangaben nicht erforderlich. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Erstanwendung der Änderungen im Konzernanhang zum 30. September 2012 einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung haben wird.
Neu herausgegebene Rechnungslegungsvorschriften
Im Geschäftsjahr 2011/2012 hat das IASB die nachfolgend dargestellten Änderungen zu bestehenden Standards herausgegeben, deren Anwendung noch die Übernahme in EU-Recht („Endorsement“) erfordert:
Im Oktober 2011 hat das IASB die IFRIC-Interpretation 20 „Stripping Costs in the Production Phase of a Surface Mine“ veröffentlicht. Die Interpretation regelt die Bilanzierung von Abraumbeseitigungskosten im Rahmen der Produktionsphase im Tagebergbau. Die Interpretation stellt klar, unter welchen Voraussetzungen ein Vermögenswert für entsprechende Abraumbeseitigungsmaßnahmen anzusetzen ist und wie die Erst- und Folgebewertung des Vermögenswertes zu erfolgen hat. Die Interpretation ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2013 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Interpretation, sofern sie von der EU in dieser Form übernommen wird, einen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben wird.
Im Dezember 2011 hat das IASB eine Änderung zu IAS 32 „Financial Instruments: Presentation“ veröffentlicht, welche die Voraussetzungen für die Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten in der Bilanz klarstellt, um derzeit bestehende Inkonsistenzen bei der praktischen Handhabung zu beseitigen. Die Ergänzung ist verpflichtend retrospektiv anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2014 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Ergänzung, sofern sie von der EU in dieser Form übernommen wird, einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben wird.
Im Dezember 2011 hat das IASB eine Änderung zu IFRS 7 „Financial Instruments: Disclosures“ veröffentlicht, die Anhangangaben im Zusammenhang mit bestimmten Aufrechnungsvereinbarungen verlangen. Die Pflicht zur Offenlegung gilt ungeachtet dessen, ob die Aufrechnungsvereinbarung tatsächlich zu einer Aufrechnung der betroffenen finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten geführt hat. Durch diese neuen Angaben sollen Vergleiche zwischen Unternehmen, die IFRS-Abschlüsse aufstellen, und Unternehmen, die US-GAAP-Abschlüsse aufstellen, vereinfacht werden. Die Ergänzung ist verpflichtend retrospektiv anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2013 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Ergänzung, sofern sie von der EU in dieser Form übernommen wird, einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben wird.
Im Dezember 2011 hat das IASB Änderungen zu IFRS 9 „Financial Instruments“ und IFRS 7 „Financial Instruments: Disclosures“ veröffentlicht. Dadurch wird der verpflichtende Erstanwendungszeitpunkt von IFRS 9 vom 01. Januar 2013 auf den 01. Januar 2015 verschoben. Zusätzlich wird durch die Änderungen die Verpflichtung zur Angabe von angepassten Vorjahreszahlen im Rahmen der Erstanwendung von IFRS 9 erlassen. Stattdessen werden in IFRS 7 zusätzliche Anhangangabepflichten eingefügt, die es den Adressaten der Abschlüsse ermöglichen sollen, die Effekte, die die Erstanwendung von IFRS 9 auf den Ansatz und die Bewertung von Finanzinstrumenten hat, zu beurtei- len. Eine frühere Anwendung von IFRS 9 ist weiterhin zulässig. Der Konzern kann derzeit noch nicht abschließend beurteilen, welche Auswirkungen die Erstanwendung von IFRS 9 haben wird, sofern der Standard von der EU in dieser Form übernommen wird.
01 Erwerbe und Veräußerungen
Nachdem im August 2011 im Rahmen der Portfoliobereinigung in der Business Area Materials Services der Verkauf der ThyssenKrupp Xervon-Gruppe eingeleitet worden war, erfolgte im November 2011 der Vollzug der Veräußerung. Die Gruppe zählt zu den führenden Unternehmen für technische Dienstleistungen zur Errichtung und Instandhaltung von Industrieanlagen weltweit. Diese Veräußerung, die Veräußerung der chinesischen Aktivitäten der Metal-Forming-Gruppe, die im April 2011 eingeleitet und im November 2011 vollzogen wurde, die Veräußerung von ThyssenKrupp Automotive Systems Industrial do Brasil Ltda., die Veräußerung von Teilen der Business Area Marine Systems, die im April 2010 eingeleitet und Ende Januar 2012 vollzogen wurde, sowie weitere kleinere Verkäufe, die jeder für sich genommen nicht wesentlich waren, haben sich in Summe auf Basis der Werte zum jeweiligen Veräußerungszeitpunkt wie folgt auf den Konzernabschluss ausgewirkt:
| Mio € | 1. Halbjahr 2011/2012 |
|---|---|
| Firmenwert | 19 |
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte | 9 |
| Sachanlagen | 197 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 1 |
| Aktive latente Steuern | 7 |
| Vorräte | 167 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 312 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 64 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte | 28 |
| Laufende Ertragsteueransprüche | 1 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 136 |
| Insgesamt abgegebene Vermögenswerte | 941 |
| Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen | 94 |
| Sonstige langfristige Rückstellungen | 3 |
| Passive latente Steuern | 10 |
| Langfristige Finanzschulden | 2 |
| Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 3 |
| Sonstige kurzfristige Rückstellungen | 52 |
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 8 |
| Kurzfristige Finanzschulden | 29 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 114 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 175 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 222 |
| Insgesamt abgegebene Verbindlichkeiten | 712 |
| Abgehendes Reinvermögen | 229 |
| Kumuliertes sonstiges Ergebnis | – 16 |
| Nicht beherrschende Anteile | 6 |
| Gewinn/(Verlust) aus den Verkäufen | 56 |
| Verkaufspreise | 263 |
| davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen | 255 |
Darüber hinaus tätigte der Konzern im 1. Halbjahr 2011/2012 kleinere Erwerbe, die jeder für sich genommen nicht wesentlich waren und die sich in Summe auf Basis der Werte zum jeweiligen Erwerbszeitpunkt wie folgt auf den Konzernabschluss auswirkten:
| Mio € | 1. Halbjahr 2011/2012 |
|---|---|
| Firmenwert | 73 |
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte | 20 |
| Sachanlagen | 3 |
| Vorräte | 1 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 13 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 2 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte | 2 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 8 |
| Insgesamt erworbene Vermögenswerte | 122 |
| Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen | 1 |
| Passive latente Steuern | 1 |
| Langfristige Finanzschulden | 1 |
| Kurzfristige Finanzschulden | 1 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 19 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 14 |
| Insgesamt übernommene Verbindlichkeiten | 37 |
| Erworbenes Reinvermögen | 85 |
| Nicht beherrschende Anteile | 0 |
| Kaufpreise | 85 |
| davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen | 77 |
02 Nicht fortgeführte Aktivitäten (Discontinued Operations) und Veräußerungsgruppen (Disposal Groups)
Im Rahmen des Programms zur Portfoliooptimierung und des im Mai 2011 beschlossenen Konzepts zur strategischen Weiterentwicklung wurden in 2009/2010 bzw. in 2010/2011 der Verkauf von Teilen der Business Area Marine Systems und die Abgabe der gesamten Business Area Stainless Global eingeleitet. Während die Veräußerung von Teilen der Business Area Marine Systems im 2. Quartal 2011/2012 erfolgte, ist die Abgabe der Business Area Stainless Global zum Stichtag noch nicht vollzogen.
Der Verkauf von Teilen der Business Area Marine Systems erfüllte nicht die Voraussetzungen von IFRS 5 für den Ausweis einer nicht fortgeführten Aktivität. Damit wurden die Aufwendungen und Erträge bis zum Zeitpunkt des Abgangs am 31. Januar 2012 weiterhin im Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen. Die eingeleitete Abgabe der gesamten Business Area Stainless Global erfüllte hingegen erstmals zum 30. September 2011 die Kriterien für einen Ausweis als nicht fortgeführte Aktivität. Daher werden in der Berichtsperiode alle Aufwendungen und Erträge dieser Business Area separat in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Zeile „Nicht fortgeführte Aktivitäten (nach Steuern)“ ausgewiesen und der Vorperiodenausweis entsprechend angepasst. Sofern der Verkauf zum Stichtag der Berichtsperiode noch nicht abgeschlossen ist, werden die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Veräußerungsgruppe und der nicht fortgeführten Aktivität in der Bilanz der Berichtsperiode separat in den Zeilen „Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte“ bzw. „Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten“ ausgewiesen.
Im April 2010 wurde die Veräußerung von Teilen der Business Area Marine Systems eingeleitet. Die Transaktion umfasste den Verkauf der Blohm + Voss Shipyards GmbH, die im Schiffsneubau insbesondere von Mega-yachten tätig ist, und den Verkauf der Blohm + Voss Repair GmbH und der Blohm + Voss Industries GmbH, die Schiffsreparatur und Komponentenfertigung betreiben. Daneben waren die Fertigungskapazitäten für den zivilen Schiffbau der ehemaligen HDW Gaarden Bestandteil der Veräußerungsgruppe. In 2010/2011 wurde bereits der Abgang des zivilen Teils der ehemaligen HDW Gaarden vollzogen. Zusätzlich wurden auf Grund der Beendigung der Verhandlungen mit der Abu Dhabi MAR-Gruppe über die komplette Übernahme der zivilen Schiffbauaktivitäten sowie ein Joint Venture im Marine-Überwasserschiffbau zum 30. Juni 2011 zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte von 133 Mio € und Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten von 145 Mio € wieder den entsprechenden Bilanzpositionen zugeordnet. Zum 31. Dezember 2011 war wie bereits zum 30. September 2011 der Verkauf der zivilen Bereiche von Blohm + Voss noch Bestandteil der Veräußerungsgruppe; dabei handelte es sich um den Yachtbau sowie das Reparatur- und Komponentengeschäft in Hamburg. Die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten führte im 1. Quartal 2011/2012 zu Wertminderungsaufwendungen auf Firmenwerte von 125 Mio €, die in den sonstigen Aufwendungen ausgewiesen werden, sowie Wertminderungsaufwendungen auf sonstige immaterielle Vermögenswerte von 6 Mio € und auf Sachanlagen von 24 Mio €, die in den Umsatzkosten ausgewiesen werden.
Nicht fortgeführte Aktivität: Business Area Stainless Global
Im Rahmen des Konzepts zur strategischen Weiterentwicklung unter den wesentlichen Eckpunkten der Reduzierung der Konzernverschuldung, der Ermöglichung eines nachhaltigen Wachstums sowie der Schaffung von Werten und der Steigerung der Ertragskraft hat der Konzern im Mai 2011 eine Fokussierung des Portfolios und eine Trennung von Geschäften, für die alternative strategische Optionen tragfähiger sind, beschlossen.
Zum 30. September 2011 wurden daher als eine Maßnahme die gesellschaftsrechtlichen, organisatorischen und vertraglichen Voraussetzungen für eine zukünftige Eigenständigkeit der Business Area Stainless Global und somit für den erstmaligen Ausweis als nicht fortgeführte Aktivität im Konzern geschaffen.
In Verbindung mit der eingeleiteten Abgabe erfolgte zum 30. September 2011 die Bewertung der nicht fortgeführten Aktivität zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten auf Basis interner Berechnungen und Einschätzungen von Marktteilnehmern; hieraus resultierte ein Abwertungsaufwand von 510 Mio €. Davon entfielen 45 Mio € auf Firmenwerte, der restliche Abwertungsbetrag wurde auf die Sachanlagen verteilt. Der Aufwand ist im 4. Quartal 2010/2011 im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten enthalten.
Auf Basis des Vertrags mit Outokumpu über den geplanten Verkauf ergab sich hinsichtlich der Bewertung zum 31. Dezember 2011 ein Abwertungsaufwand in Höhe von 265 Mio €, der auf die Sachanlagen verteilt wurde. Aus der Aktualisierung der Bewertung zum 31. März 2012 resultierte ein zusätzlicher Abwertungsaufwand von 250 Mio €, der wiederum auf die Sachanlagen verteilt wurde. Der Aufwand wird im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten im 1. Quartal 2011/2012 bzw. 2. Quartal 2011/2012 ausgewiesen.
Für die Bewertungen der Anteilskomponente in Höhe von 29,9 % an dem neuen Unternehmen per 31. Dezember 2011 und per 31. März 2012 wurden der Schlusskurs der Outokumpu Aktie vom 02. Februar 2012 bzw. 08. Mai 2012 zu Grunde gelegt. Bis zur endgültigen Feststellung der Wertverhältnisse am Tag des Vollzugs der Transaktion können erhebliche Wertschwankungen eintreten.
Darüber hinaus wurden im 2. Quartal 2011/2012 auf Grund der Schließung des Stahlwerks in Krefeld bis Ende 2013 Wertberichtigungen auf Sachanlagen in Höhe von 42 Mio € erforderlich, die im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten im 2. Quartal 2011/2012 ausgewiesen werden.
Die Ergebnisse der als nicht fortgeführte Aktivität klassifizierten Business Area Stainless Global stellen sich im 1. Halbjahr bzw. im 2. Quartal wie folgt dar:
| Mio € | ||||
|---|---|---|---|---|
| 1. Halbjahr 2010/2011 | 1. Halbjahr 2011/2012 | 2. Quartal 2010/2011 | 2. Quartal 2011/2012 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Umsatzerlöse | 3.091 | 2.904 | 1.663 | 1.597 |
| Andere Erträge | 10 | 14 | 0 | 9 |
| Aufwendungen | – 3.037 | – 3.045 | – 1.608 | – 1.667 |
| Laufendes Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) | 64 | – 127 | 55 | – 61 |
| Steuern vom Einkommen und Ertrag | – 20 | 51 | – 22 | 28 |
| Laufendes Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) | 44 | – 76 | 33 | – 33 |
| Ergebnis aus Bewertungsanpassung (vor Steuern) | — | – 515 | — | – 250 |
| Steuern vom Einkommen und Ertrag | — | — | — | — |
| Ergebnis aus Bewertungsanpassung aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) | 0 | – 515 | 0 | – 250 |
| Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) | 44 | – 591 | 33 | – 283 |
| Davon: | ||||
| Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG | 43 | – 589 | 33 | – 282 |
| Nicht beherrschende Anteile | 1 | – 2 | 0 | – 1 |
Mit der Klassifizierung als nicht fortgeführte Aktivität werden langfristige Vermögenswerte nicht mehr planmäßig abgeschrieben; im 1. Halbjahr 2011/2012 sind daher Aufwendungen für planmäßige Abschreibungen von 94 Mio € entfallen; davon im 2. Quartal 2011/2012 48 Mio €.
Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der nicht fortgeführten Aktivität zum 31. März 2012 sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:
| Mio € | 31.03.2012 |
|---|---|
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte | 27 |
| Sachanlagen | 1.421 |
| Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 12 |
| Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen | 17 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 2 |
| Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | 3 |
| Aktive latente Steuern | 168 |
| Vorräte | 1.960 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 703 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 38 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte | 106 |
| Laufende Ertragsteueransprüche | 18 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 28 |
| Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte | 4.503 |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 292 |
| Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer | 22 |
| Sonstige langfristige Rückstellungen | 82 |
| Passive latente Steuern | 107 |
| Langfristige Finanzschulden | 53 |
| Sonstige langfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 1 |
| Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer | 3 |
| Sonstige kurzfristige Rückstellungen | 54 |
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 10 |
| Kurzfristige Finanzschulden | 110 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1.433 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 143 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 137 |
| Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten | 2.447 |
03 Eigenkapital
Auf Grund des Auslaufens der bestehenden und bisher nicht ausgenutzten Ermächtigung zur Erhöhung des Grundkapitals um bis zu 500 Mio € (Genehmigtes Kapital) am 18. Januar 2012 wurde der Vorstand durch Beschluss der Hauptversammlung am 20. Januar 2012 erneut ermächtigt, das Grundkapital bis zum 19. Januar 2017 mit Zustimmung des Aufsichtsrates um bis zu 500 Mio € durch die Ausgabe von bis zu 195.312.500 neuen, auf den Inhaber lautende Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals zu erhöhen. Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht zu; die Möglichkeit zum Bezugsrechtsausschluss wird auf insgesamt 20 % des Grundkapitals beschränkt. § 5 Abs. 5 der Satzung der ThyssenKrupp AG ist entsprechend neu gefasst worden.
04 Aktienbasierte Vergütung
Management Incentivepläne
Im 2. Quartal 2011/2012 gewährte ThyssenKrupp den Mitgliedern des Vorstands der ThyssenKrupp Wertrechte für die 2. Tranche des Long Term Incentiveplans (LTI). Daneben wurden LTI-Wertrechte an weitere Führungskräfte gewährt. Gleichzeitig sind im 2. Quartal 2011/2012 die im Rahmen der 7. Tranche des Mid Term Incentiveplans (MTI) gewährten Wertrechte auf Grund des Rückgangs des durchschnittlichen ThyssenKrupp Value Added (TKVA) im dreijährigen Performance-Zeitraum im Vergleich zum durchschnittlichen TKVA der vorangegangenen drei Geschäftsjahre ohne die Zahlung einer Vergütung verfallen. Im 1. Halbjahr 2011/2012 resultieren aus den Management Incentiveplänen MTI und LTI Aufwendungen von 1,4 (1. Halbjahr 2010/2011: 5,9) Mio €; hiervon sind Erträge von 0,4 (1. Halbjahr 2010/2011: Aufwendungen von 0,2) Mio € im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten enthalten. Im 2. Quartal 2011/2012 enthält das Ergebnis aus diesen Plänen Aufwendungen von 11,2 (2. Quartal 2010/2011: 2,5) Mio €; hiervon entfallen wie im 2. Quartal 2010/2011 keine Aufwendungen auf das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten.
Im September 2010 wurde die Ausgestaltung der variablen Vergütung der Mitglieder des Vorstands der ThyssenKrupp AG angepasst. Dementsprechend werden 25 % der für das jeweilige Geschäftsjahr gewährten Tantieme sowie 55 % des in Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Situation zusätzlich für das jeweilige Geschäftsjahr gewährten Bonuses verpflichtend in Wertrechte der ThyssenKrupp AG umgewandelt werden und erst nach Ablauf einer dreijährigen Sperrfrist auf Basis des Durchschnittskurses der ThyssenKrupp Aktie im 4. Quartal des 3. Geschäftsjahres in bar ausgezahlt werden. Im 3. Quartal 2010/2011 wurde die Ausgestaltung der variablen Vergütung für weitere ausgewählte Führungskräfte in der Form angepasst, dass 20 % der für das jeweilige Geschäftsjahr gewährten Tantieme verpflichtend in Wertrechte der ThyssenKrupp AG umgewandelt werden und erst nach Ablauf einer dreijährigen Sperrfrist auf Basis des Durchschnittskurses der ThyssenKrupp Aktie im 4. Quartal des 3. Geschäftsjahres in bar ausgezahlt werden. Aus dieser Vergütungskomponente enthält das Ergebnis des 1. Halbjahrs 2011/2012 Aufwendungen von 4,4 (1. Halbjahr 2010/2011: 2,0) Mio € bzw. des 2. Quartals 2011/2012 Aufwendungen von 4,3 (2. Quartal 2010/2011: 0,8) Mio €.
05 Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Auf Basis aktualisierter Zinssätze und Marktwerte des Planvermögens wurde bei sonst unveränderten Prämissen eine Neubewertung der Rückstellungen für Pensionen und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen zum 31. März 2012 vorgenommen.
| Mio € | ||
|---|---|---|
| 30.09.2011 | 31.03.2012 | |
| --- | --- | --- |
| Pensionen | 6.007 | 6.316 |
| Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen | 1.080 | 1.057 |
| Sonstige pensionsähnliche Verpflichtungen | 210 | 155 |
| Umgliederung w/ Ausweis als Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten | – 357 | – 292 |
| Insgesamt | 6.940 | 7.236 |
Bei der Berechnung der Pensions- und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen wurden folgende Zinssätze (= gewichteter Durchschnitt) zu Grunde gelegt:
| in % | ||||
|---|---|---|---|---|
| 30.09.2011 | 31.03.2012 | |||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Deutschland | Übrige Länder | Deutschland | Übrige Länder | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Diskontierungssatz für Pensionen | 5,00 | 4,41 | 4,20 | 4,09 |
| Diskontierungssatz für Gesundheitsfürsorge-verpflichtungen (nur USA) | — | 4,75 | — | 4,25 |
Die Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen setzen sich wie folgt zusammen:
| Mio € | 1. Halbjahr 2010/2011 | 1. Halbjahr 2011/2012 | ||
|---|---|---|---|---|
| Deutschland | Übrige Länder | Deutschland | Übrige Länder | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche | 39 | 18 | 38 | 17 |
| Zinsaufwand: Aufzinsung der bereits erworbenen Ansprüche | 125 | 51 | 134 | 45 |
| Erwarteter Kapitalertrag des Planvermögens | – 6 | – 56 | – 6 | – 50 |
| Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen | 158 | 13 | 166 | 12 |
| Mio € | 2. Quartal 2010/2011 | 2. Quartal 2011/2012 | ||
|---|---|---|---|---|
| Deutschland | Übrige Länder | Deutschland | Übrige Länder | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche | 19 | 9 | 19 | 9 |
| Zinsaufwand: Aufzinsung der bereits erworbenen Ansprüche | 63 | 25 | 67 | 22 |
| Erwarteter Kapitalertrag des Planvermögens | – 3 | – 28 | – 3 | – 25 |
| Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen | 79 | 6 | 83 | 6 |
Von den in der Tabelle angegebenen Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen in Deutschland entfallen auf die nicht fortgeführten Aktivitäten im 1. Halbjahr 2011/2012 Aufwendungen von 7 (1. Halbjahr 2010/2011: 7) Mio € und im 2. Quartal 2011/2012 Aufwendungen von 4 (2. Quartal 2010/2011: 4) Mio €. Von den oben angegebenen Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen in übrigen Ländern entfallen auf die nicht fortgeführten Aktivitäten im 1. Halbjahr 2011/2012 Aufwendungen von 1 (1. Halbjahr 2010/2011: 1) Mio € und im 2. Quartal 2011/2012 Aufwendungen von 1 (2. Quartal 2010/2011: 1) Mio €. Diese Aufwendungen werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen.
Die Netto-Aufwendungen für Zuschussverpflichtungen für die Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre setzen sich wie folgt zusammen:
| Mio € | ||||
|---|---|---|---|---|
| 1. Halbjahr 2010/2011 USA/Kanada | 1. Halbjahr 2011/2012 USA | 2. Quartal 2010/2011 USA/Kanada | 2. Quartal 2011/2012 USA | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche | 4 | 2 | 2 | 1 |
| Zinsaufwand: Aufzinsung der bereits erworbenen Ansprüche | 28 | 22 | 14 | 11 |
| Erwarteter Ertrag aus Erstattungsansprüchen | – 2 | – 2 | – 1 | – 1 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | – 4 | – 33 | – 2 | – 3 |
| Netto-Aufwendungen/(Erträge) der Zuschussverpflichtungen für Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre | 26 | – 11 | 13 | 8 |
06 Begebung einer Anleihe
Im Februar 2012 hat die ThyssenKrupp AG im Rahmen des bestehenden 10-Mrd-Euro-Debt-Issuance-Programmes eine Anleihe im Volumen von 1,25 Mrd € mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einem Zinskupon von 4,375 % p.a. bei einem Emissionskurs von 99,753 % begeben.
Mit der Anleiheemission wurde das günstige Marktumfeld genutzt und das Fälligkeitenprofil der Finanzschulden verlängert.
07 Sonstige Verpflichtungen einschließlich schwebender Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche
Bürgschaften und Garantien
Die ThyssenKrupp AG sowie in Einzelfällen auch Tochtergesellschaften haben Bürgschaften oder Garantien zu Gunsten von Geschäftspartnern oder Kreditgebern ausgestellt. Die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Verpflichtungen zeigen Haftungsverhältnisse, bei denen der Hauptschuldner kein konsolidiertes Unternehmen ist:
| Mio € | ||
|---|---|---|
| Maximales Haftungsvolumen 31.03.2012 | Rückstellung 31.03.2012 | |
| --- | --- | --- |
| Anzahlungsgarantien | 246 | 1 |
| Gewährleistungs- und Vertragserfüllungsgarantien | 166 | 1 |
| Kreditaufträge | 44 | 0 |
| Restwertgarantien | 60 | 2 |
| Sonstige Haftungserklärungen | 35 | 0 |
| Insgesamt | 551 | 4 |
Grundlage für eine mögliche Inanspruchnahme durch den Begünstigten ist die nicht vertragskonforme Erfüllung von vertraglich eingegangenen Verpflichtungen durch den Hauptschuldner, wie z.B. nicht rechtzeitige oder nicht ordnungsgemäße Lieferung, Nichteinhaltung von zugesicherten Leistungsparametern oder nicht ordnungsgemäße Rückzahlung von Krediten.
Alle durch die ThyssenKrupp AG oder durch Tochtergesellschaften ausgestellten oder in Auftrag gegebenen Bürgschaften oder Garantien erfolgen im Auftrag und unter Rückhaftung des jeweiligen aus dem zu Grunde liegenden Vertragsverhältnis entsprechend verpflichteten Unternehmens (Hauptschuldner). Besteht die Rückhaftung gegen einen Hauptschuldner, an dem ganz oder teilweise ein konzernfremder Dritter beteiligt ist, so wird mit diesem grundsätzlich die Stellung zusätzlicher Sicherheiten in entsprechender Höhe vereinbart.
Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken
Die in den Business Areas Steel Europe und Steel Americas bestehenden langfristigen Lieferverträge für Eisenerz und Eisenerz-Pellets werden auf Grund der hohen Volatilität der Preisentwicklung für Eisenerz für die gesamte Vertragslaufzeit mit dem zum jeweiligen Berichtsstichtag gültigen Erzpreisen bewertet. Im Vergleich zum 30. September 2011 verringerten sich die Abnahmeverpflichtungen auf Grund der auf US-Dollar-Basis gesunkenen Erzpreise trotz des gegenläufig wirkenden leicht schwächeren Euro um 8,3 Mrd € auf 20,1 Mrd €.
Schwebende Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche
ThyssenKrupp ist im Zusammenhang mit dem Erwerb und der Veräußerung von Unternehmen in gerichtliche, schiedsgerichtliche und außergerichtliche Auseinandersetzungen verwickelt, die zur Rückerstattung von Teilen des Kaufpreises oder zur Gewährung von Schadenersatz führen können. Aus verschiedenen Verträgen wie Bau-, Anlagenbau-, Liefer- und Leistungsverträgen werden von Vertragspartnern, Kunden, Konsortialpartnern und Subunternehmern Ansprüche erhoben. Bei einigen Rechtsstreitigkeiten haben sich die Ansprüche im Verlauf des Geschäftsjahres als unbegründet erwiesen, sind durch Vergleich beendet worden oder verjährt. Eine Reihe von Verfahren ist noch anhängig.
Darüber hinaus sind bei den sonstigen Verpflichtungen einschließlich schwebender Rechtsstreitigkeiten keine wesentlichen Veränderungen seit dem vorangegangenen Geschäftsjahresende eingetreten.
08 Derivative Finanzinstrumente
Die Nominalwerte und beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente des Konzerns stellen sich wie folgt dar:
| Mio € | ||||
|---|---|---|---|---|
| Nominalwert 30.09.2011 | Beizulegender Zeitwert 30.09.2011 | Nominalwert 31.03.2012 | Beizulegender Zeitwert 31.03.2012 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Derivative Finanzinstrumente | ||||
| Aktiva | ||||
| Währungsderivate inklusive eingebettete Derivate | 4.429 | 136 | 4.449 | 93 |
| Zinsderivate* | 299 | 5 | 308 | 7 |
| Warenderivate | 511 | 78 | 447 | 40 |
| Insgesamt | 5.239 | 219 | 5.204 | 140 |
| Passiva | ||||
| Währungsderivate inklusive eingebettete Derivate | 5.489 | 275 | 3.641 | 88 |
| Zinsderivate* | 750 | 35 | 1.122 | 30 |
| Warenderivate | 384 | 68 | 206 | 56 |
| Insgesamt | 6.623 | 378 | 4.969 | 174 |
* inklusive Zins-/Währungsderivate
09 Segmentberichterstattung
Die Segmentinformationen für das 1. Halbjahr 2010/2011 und das 1. Halbjahr 2011/2012 sowie das 2. Quartal 2010/2011 und das 2. Quartal 2011/2012 stellen sich wie folgt dar:
| Mio € | Steel Europe | Steel Americas | Materials Services | Elevator Technology | Plant Technology | Components Technology |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Halbjahr 2010/2011 | ||||||
| Außenumsätze | 5.156 | 249 | 6.616 | 2.565 | 1.844 | 3.361 |
| konzerninterne Umsätze | 1.089 | 97 | 399 | 1 | 22 | 7 |
| Umsatzerlöse gesamt | 6.245 | 346 | 7.015 | 2.566 | 1.866 | 3.368 |
| EBIT | 558 | – 697 | 248 | 318 | 246 | 241 |
| 1. Halbjahr 2011/2012 | ||||||
| Außenumsätze | 4.461 | 770 | 6.324 | 2.670 | 1.917 | 3.629 |
| konzerninterne Umsätze | 955 | 274 | 229 | 0 | 9 | 4 |
| Umsatzerlöse gesamt | 5.416 | 1.044 | 6.553 | 2.670 | 1.926 | 3.633 |
| EBIT | 123 | – 518 | 114 | 231 | 239 | 297 |
| 2. Quartal 2010/2011 | ||||||
| Außenumsätze | 2.712 | 175 | 3.487 | 1.267 | 963 | 1.766 |
| konzerninterne Umsätze | 575 | 85 | 217 | 0 | 6 | 3 |
| Umsatzerlöse gesamt | 3.287 | 260 | 3.704 | 1.267 | 969 | 1.769 |
| EBIT | 300 | – 319 | 163 | 147 | 139 | 114 |
| 2. Quartal 2011/2012 | ||||||
| Außenumsätze | 2.382 | 443 | 3.316 | 1.319 | 977 | 1.875 |
| konzerninterne Umsätze | 504 | 103 | 92 | 3 | 6 | 5 |
| Umsatzerlöse gesamt | 2.886 | 546 | 3.408 | 1.322 | 983 | 1.880 |
| EBIT | 21 | – 230 | 74 | 118 | 114 | 128 |
*Nicht fortgeführte Aktivität
| Marine Systems | Corporate | Stainless Global* | Konsolidierung | Konzern | |
|---|---|---|---|---|---|
| 1. Halbjahr 2010/2011 | |||||
| Außenumsätze | 721 | 33 | 3.091 | 0 | 23.636 |
| konzerninterne Umsätze | 2 | 31 | 370 | – 2.018 | 0 |
| Umsatzerlöse gesamt | 723 | 64 | 3.461 | – 2.018 | 23.636 |
| EBIT | 130 | – 199 | 66 | – 141 | 770 |
| 1. Halbjahr 2011/2012 | |||||
| Außenumsätze | 586 | 32 | 2.904 | 0 | 23.293 |
| konzerninterne Umsätze | 0 | 40 | 302 | – 1.813 | 0 |
| Umsatzerlöse gesamt | 586 | 72 | 3.206 | – 1.813 | 23.293 |
| EBIT | – 55 | – 218 | – 624 | – 174 | – 585 |
| 2. Quartal 2010/2011 | |||||
| Außenumsätze | 217 | 16 | 1.663 | 0 | 12.266 |
| konzerninterne Umsätze | 2 | 17 | 193 | – 1.098 | 0 |
| Umsatzerlöse gesamt | 219 | 33 | 1.856 | – 1.098 | 12.266 |
| EBIT | 84 | – 111 | 59 | – 79 | 497 |
| 2. Quartal 2011/2012 | |||||
| Außenumsätze | 220 | 26 | 1.597 | 0 | 12.155 |
| konzerninterne Umsätze | 0 | 11 | 171 | – 895 | 0 |
| Umsatzerlöse gesamt | 220 | 37 | 1.768 | – 895 | 12.155 |
| EBIT | 61 | – 119 | – 303 | – 92 | – 228 |
*Nicht fortgeführte Aktivität
Nachfolgend werden die Überleitungsrechnungen der Umsatzerlöse und der Ertragskennzahl EBIT zum EBT aus fortgeführten Aktivitäten gemäß der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt:
| Mio € | ||||
|---|---|---|---|---|
| 1. Halbjahr 2010/2011 | 1. Halbjahr 2011/2012 | 2. Quartal 2010/2011 | 2. Quartal 2011/2012 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Umsatzerlöse gemäß Segmentberichterstattung | 23.636 | 23.293 | 12.266 | 12.155 |
| - Umsatzerlöse Stainless Global | – 3.461 | – 3.206 | – 1.856 | – 1.768 |
| + Umsatzerlöse von Stainless Global mit Konzerngesellschaften | 370 | 302 | 193 | 171 |
| + Umsatzerlöse von Konzerngesellschaften mit Stainless Global | 155 | 120 | 77 | 55 |
| Umsatzerlöse gemäß Gewinn- und Verlustrechnung | 20.700 | 20.509 | 10.680 | 10.613 |
| Mio € | ||||
|---|---|---|---|---|
| 1. Halbjahr 2010/2011 | 1. Halbjahr 2011/2012 | 2. Quartal 2010/2011 | 2. Quartal 2011/2012 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| EBIT gemäß Segmentberichterstattung | 770 | – 585 | 497 | – 228 |
| - Im EBIT eliminierte Abschreibungen auf aktivierte Bauzeitzinsen | – 19 | – 21 | – 10 | – 11 |
| + Finanzierungserträge | 446 | 385 | 219 | 71 |
| - Finanzierungsaufwendungen | – 716 | – 667 | – 364 | – 208 |
| - Bestandteile der Finanzierungserträge, die nach wirtschaftlicher Abgrenzung dem EBIT zugeordnet werden | – 5 | – 64 | – 2 | – 63 |
| + Bestandteile der Finanzierungsaufwendungen, die nach wirtschaftlicher Abgrenzung dem EBIT zugeordnet werden | 21 | 37 | 12 | 37 |
| EBT - Konzern | 497 | – 915 | 352 | – 402 |
| - EBT Stainless Global | – 64 | 641 | – 55 | 311 |
| EBT aus fortgeführten Aktivitäten gemäß Gewinn- und Verlustrechnung | 433 | – 274 | 297 | – 91 |
10 Umsatzkosten
Die Umsatzkosten des 1. Halbjahres 2011/2012 enthalten Wertberichtigungen auf das Vorratsvermögen in Höhe von 35 Mio €, die im Wesentlichen die Business Areas Steel Europe und Materials Services betreffen. Zum 30.09.2011 betrugen die Wertberichtigungen 232 Mio €. Im 1. Halbjahr 2010/2011 enthielten die Umsatzkosten Wertberichtigungen auf das Vorratsvermögen von 38 Mio €, die im Wesentlichen auf Steel Americas entfielen. Darüber hinaus enthält das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten des 1. Halbjahres 2011/2012 Wertberichtigungen auf das Vorratsvermögen von 31 (1.Halbjahr 2010/2011: 16) Mio €.
11 Ergebnis je Aktie
Das Ergebnis je Aktie („basic earnings per share“) berechnet sich wie folgt:
| 1. Halbjahr 2010/2011 | 1. Halbjahr 2011/2012 | |||
|---|---|---|---|---|
| Gesamtbetrag in Mio € |
Ergebnis je Aktie in € |
Gesamtbetrag in Mio € |
Ergebnis je Aktie in € |
|
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) | 371 | 0,80 | – 458 | – 0,89 |
| Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) | 43 | 0,09 | – 589 | – 1,14 |
| Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) | 414 | 0,89 | – 1.047 | – 2,03 |
| Gewichteter Durchschnitt der Aktien (in Stück) | 464.463.095 | 514.489.044 |
| 2. Quartal 2010/2011 | 2. Quartal 2011/2012 | |||
|---|---|---|---|---|
| Gesamtbetrag in Mio € |
Ergebnis je Aktie in € |
Gesamtbetrag in Mio € |
Ergebnis je Aktie in € |
|
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) | 239 | 0,51 | – 305 | – 0,59 |
| Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) | 33 | 0,07 | – 282 | – 0,55 |
| Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) | 272 | 0,58 | – 587 | – 1,14 |
| Gewichteter Durchschnitt der Aktien (in Stück) | 464.531.852 | 514.489.044 |
Ermittlung der für die Kalkulation des Ergebnisses je Aktie relevanten Aktienanzahl
Das Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des den Aktionären der ThyssenKrupp AG zurechenbaren Periodenüberschusses/ (-fehlbetrages) durch die Anzahl der durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien. Veräußerte oder zurückgekaufte Aktien während einer Periode werden zeitanteilig für den Zeitraum, in dem sie sich im Umlauf befinden, berücksichtigt.
In 2010/2011 erhöhte sich der gewichtete Durchschnitt der Aktien durch die Veräußerung eigener Anteile im Februar 2011 im Rahmen des rabattierten Aktienkaufs, durch die Veräußerung eigener Anteile im Mai 2011 im Rahmen des Belegschaftsaktienprogramms sowie durch den Verkauf eigener Anteile an vorwiegend institutionelle Investoren durch das „Accelerated Bookbuilding-Verfahren“ im Juli 2011.
In den dargestellten Berichtsperioden gab es keine Verwässerungseffekte.
12 Zusätzliche Informationen zur Konzern-Kapitalflussrechnung
Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition „Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente“ unter Berücksichtigung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, die die Veräußerungsgruppen einschließlich der nicht fortgeführten Aktivitäten betreffen.
Nicht zahlungswirksame Investitionstätigkeiten
Im 1. Halbjahr 2011/2012 ergab sich aus dem Erwerb und der Erstkonsolidierung von Gesellschaften ein Zugang von langfristigen Vermögenswerten von 65 (1. Halbjahr 2010/2011: 0) Mio €. Im 2. Quartal 2011/2012 beliefen sich die Zugänge auf 3 (2. Quartal 2010/2011: 0) Mio €.
Der zahlungsunwirksame Zugang von Vermögenswerten aus Finance Lease betrug im 1. Halbjahr 2011/2012 3 (1. Halbjahr 2010/2011: 15) Mio € bzw. im 2. Quartal 2011/2012 1 (2. Quartal 2010/2011: 2) Mio €.
Nicht zahlungswirksame Finanzierungstätigkeiten
Im 1. Halbjahr 2011/2012 erfolgte durch den Erwerb und die Erstkonsolidierung von Gesellschaften ein Zugang von Brutto-Finanzschulden von 2 (1. Halbjahr 2010/2011: 0) Mio €; im 2. Quartal 2011/2012 gab es wie im Vorjahresquartal keinen Zugang.
13 Besondere Ereignisse nach dem Stichtag
Im Mai 2012 hat Inoxum im Zusammenhang mit den Konsolidierungsmaßnahmen betreffend die Verlagerung des Standorts Düsseldorf-Benrath und den damit verbundenen Personalabbau mit dem zuständigen Betriebsrat einen Sozialplan abgeschlossen. Der Sozialplan beinhaltet neben Vorruhestandsregelungen und Abfindungszahlungen für Mitarbeiter, die Inoxum verlassen werden, auch Ausgleichszahlungen für Mitarbeiter, die versetzt werden. Der Sozialplan wird entsprechend auf die geplante Schließung des Stahlwerks in Krefeld Anwendung finden, sobald die Inoxum Transaktion vollzogen ist. Nach ersten Einschätzungen wird für den Sozialplan Düsseldorf-Benrath und Krefeld mit einem Gesamtaufwand von rund 60 Mio € gerechnet.
Essen, den 10. Mai 2012
ThyssenKrupp AG
Der Vorstand
Hiesinger
Berlien
Claassen
Eichler
Kerkhoff
Labonte
Bescheinigung zum Halbjahresfinanzbericht nach prüferischer Durchsicht
An die ThyssenKrupp AG, Duisburg und Essen
Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung sowie ausgewählten Anhangangaben – und den Konzernzwischenlagebericht der ThyssenKrupp AG, Duisburg und Essen, für den Zeitraum vom 1. Oktober 2011 bis 31. März 2012, die Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts nach § 37w WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.
Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen sowie ergänzend unter Beachtung des International Standard on Review Engagements 2410 (ISRE 2410) vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für die Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Über-einstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.
Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist.
Düsseldorf, den 10. Mai 2012
**KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Klaus Becker, Wirtschaftsprüfer
Michael Gewehr, Wirtschaftsprüfer
Versicherung der gesetzlichen Vertreter
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der verkürzte Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.
Essen, den 10. Mai 2012
ThyssenKrupp AG
Der Vorstand
Hiesinger
Berlien
Claassen
Eichler
Kerkhoff
Labonte