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thyssenkrupp AG — Interim / Quarterly Report 2011
Feb 20, 2012
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Interim / Quarterly Report
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Publication

ThyssenKrupp AG
Duisburg und Essen
Quartalsfinanzbericht 1. Quartal 2011/2012 vom 01. Oktober bis 31. Dezember 2011
Zwischenlagebericht
STRATEGISCHE WEITERENTWICKLUNG DES KONZERNS
Diversifizierter Industriekonzern auf attraktiven Wachstumsmärkten
Im 1. Quartal 2011/2012 hat ThyssenKrupp die im Mai 2011 beschlossene strategische Weiterentwicklung weiter erfolgreich vorangetrieben. Wir wollen unsere Ertragskraft deutlich verbessern und uns zu einem diversifizierten Industriekonzern mit starken Geschäftsfeldern in attraktiven Wachstumsmärkten entwickeln. Von Aktivitäten, die nicht mehr zum Kerngeschäft gehören und für die alternative Optionen außerhalb des Konzerns tragfähiger sind, werden wir uns im Rahmen unserer Portfoliooptimierung trennen.
Werkstoffe bleiben eine wichtige Säule unseres Geschäfts; künftig werden wir aber stärker als bisher unsere Technologiebereiche fördern. Aus den weltweiten Trends wie Bevölkerungswachstum, Urbanisierung und Globalisierung ergeben sich für unseren Konzern vielfältige Chancen insbesondere in den Wachstumsregionen dieser Welt; dort wollen wir unsere Präsenz weiter ausbauen.
Portfoliooptimierung fortgesetzt
Die strategische Portfoliooptimierung wurde im Berichtsquartal konsequent fortgesetzt:
o ThyssenKrupp und der finnische Edelstahlhersteller Outokumpu haben am 31. Januar 2012 den Zusammenschluss von Outokumpu und Inoxum, der Edelstahlsparte von ThyssenKrupp, beschlossen. Durch den Zusammenschluss entsteht ein neuer Weltmarktführer im Edelstahlsektor mit einem Umsatz von 11,8 Mrd € und mehr als 19.000 Mitarbeitern. Der Zusammenschluss steht unter anderem unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die zuständigen Regulierungsbehörden. Die Transaktion soll bis zum Jahresende 2012 abgeschlossen werden.
o Für die Xervon-Gruppe haben wir mit dem Industriedienstleister REMONDIS einen Best Owner gefunden. Das Closing als rechtlicher Vollzug eines Unternehmensverkaufs erfolgte am 30. November 2011.
o Das Closing für den Verkauf der brasilianischen Automotive-System-Aktivitäten an eine Tochtergesellschaft des Automobilzulieferers Magna fand am 06. Dezember 2011 statt.
o Die Restrukturierung der Werften ist im Wesentlichen abgeschlossen. Für die zivilen Schiffbauaktivitäten von ThyssenKrupp Marine Systems haben wir am 11. Dezember 2011 mit Star Capital Partners aus Großbritannien einen Kaufvertrag unterzeichnet. Das Closing folgte am 31. Januar 2012. Veräußert wurden die Gesellschaften Blohm + Voss Shipyards, Blohm + Voss Repair (inklusive Blohm + Voss Oil Tools) und Blohm + Voss Industries sowie deren Tochtergesellschaften. ThyssenKrupp wird sich künftig auf den Bau von Über- und Unterwasser-Marineschiffen konzentrieren.
o Die Integration der Fahrwerksgeschäfte der Bilstein-Gruppe und von Presta Steering ist angelaufen; die Führungsstruktur der neuen Einheit steht fest. Damit entsteht einer der größten Chassis-Full-Service-Provider mit globalem Auftritt und einem Umsatz von rund 3 Mrd €.
o Die ersten Angebote für den Kauf unserer US-amerikanischen Eisengießerei Waupaca werden ausgewertet.
impact läuft an
Vielversprechend entwickelt sich auch unser konzernweites Programm impact, das uns helfen soll, die anspruchsvollen Ziele der strategischen Weiterentwicklung zu erreichen. Mit einem Bündel von Maßnahmen werden wir die Produktivität, Kundenorientierung und Innovationskraft unseres Konzerns steigern. Allein im laufenden Geschäftsjahr wird impact nach dem derzeitigen Planungsstand mit rund 300 Mio € Kosteneinsparungen zum Ergebnis beitragen.
ÜBERBLICK ÜBER DEN GESCHÄFTSVERLAUF IM KONZERN
ThyssenKrupp im 1. Quartal 2011/2012 – Geschäftsentwicklung konjunkturell belastet
Die gedrückte konjunkturelle Entwicklung in unseren Kernmärkten hat die Geschäftsentwicklung des Konzerns im 1. Quartal 2011/2012 (01. Oktober – 31. Dezember 2011) erheblich belastet. Der Auftragseingang der fortgeführten Aktivitäten lag nur leicht über dem Wert des Vorjahresquartals, der Umsatz leicht darunter. Der Auftragseingang erreichte 10,1 Mrd €, der Umsatz 9,9 Mrd €. Einschließlich der nicht fortgeführten Aktivität Stainless Global, die unter dem Namen Inoxum firmiert, befand sich der Konzern-Auftragseingang mit 11,3 Mrd € auf Vorjahresniveau; der Konzern-Umsatz fiel im Vergleich zum Vorjahr um 2 % auf 11,1 Mrd €.
Die konjunkturelle Abschwächung hat sich insbesondere in der Ergebnisentwicklung niedergeschlagen. Das Bereinigte EBIT der fortgeführten Aktivitäten betrug 83 Mio € gegenüber 261 Mio € im Vorjahresquartal. Mit Ausnahme von Steel Americas wiesen alle fortgeführten Business Areas im 1. Quartal 2011/2012 ein positives Bereinigtes EBIT aus. In der Division Materials konnte der Verlust von Steel Americas in Höhe von 288 Mio € allerdings nicht durch die übrigen Business Areas Steel Europe und Materials Services ausgeglichen werden. In der Division Technologies (Elevator Technology, Plant Technology, Components Technology, Marine Systems) erreichte das Bereinigte EBIT 409 Mio €. Die Corporate-Kosten und Konsolidierungseffekte beliefen sich auf −180 Mio €. Einschließlich Stainless Global verminderte sich das Bereinigte EBIT von 273 Mio € auf 25 Mio €.
Das EBIT der fortgeführten Aktivitäten ging auf −33 Mio € nach 261 Mio € im 1. Quartal des vorherigen Geschäftsjahres zurück. Einschließlich Stainless Global betrug das EBIT −357 Mio €, im Vorjahresquartal waren es 273 Mio €.
Wesentliche Kennzahlen für das 1. Quartal 2011/2012:
o Der Auftragseingang unserer fortgeführten Aktivitäten erhöhte sich im Vergleich zum 1. Quartal 2010/2011 um 1 % oder 81 Mio € auf 10,1 Mrd €.
o Der Umsatz der fortgeführten Aktivitäten verringerte sich um 1 % oder 124 Mio € auf 9,9 Mrd €.
o Das EBITDA der fortgeführten Aktivitäten verminderte sich um 20 % auf 471 Mio € nach 592 Mio € im Vorjahr.
o Das Bereinigte EBIT der fortgeführten Aktivitäten betrug 83 Mio € nach 261 Mio € im Vorjahr.
o Das EBIT der fortgeführten Aktivitäten lag mit −33 Mio € unter dem Vorjahreswert von 261 Mio €. Die EBIT-Marge bezogen auf den Umsatz gab von 2,6 % auf −0,3 % nach.
o Das Ergebnis je Aktie der fortgeführten Aktivitäten ging von 0,29 € auf −0,30 € zurück.
o Die Netto-Finanzschulden, einschließlich Stainless Global, beliefen sich zum 31. Dezember 2011 auf 5.937 Mio €, eine Zunahme um 2.359 Mio € gegenüber dem 30. September 2011, als Netto-Finanzschulden in Höhe von 3.578 Mio € bestanden. Am 31. Dezember 2010 betrugen die Netto-Finanzschulden 5.814 Mio €.
Unser Ziel im Geschäftsjahr 2011/2012 ist es weiterhin, die Komplexität im Konzern zu reduzieren, Kosten zu senken und die Cash-Generierung nachhaltig zu verbessern. Daneben streben wir die Reduzierung der Netto-Finanzschulden an.
Weltkonjunktur spürbar abgekühlt
Das globale Wirtschaftswachstum hat im vergangenen Jahr deutlich nachgelassen. Weltweit dürfte der Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) 2011 nur 3,3 % betragen haben, nach einem Plus von 4,6 % im Jahr zuvor. Insbesondere in der 2. Jahreshälfte 2011 hat das Wachstum merklich an Schwung verloren. Das betraf vor allem die Industrieländer, die 2011 insgesamt nur noch auf ein BIP-Wachstum von 1,7 % kamen. In den Schwellenländern dagegen schwächte sich die Konjunktur lediglich leicht auf 5,6 % ab.
Im Euro-Raum hat sich das Wachstum im Verlauf des Jahres 2011 spürbar abgeflacht. Die von der Euro-Verschuldungskrise ausgehenden Unsicherheiten führten bei Verbrauchern und Unternehmen zu einer merklichen Konsum- und Investitionszurückhaltung. In der 2. Jahreshälfte 2011 dürften viele Länder der Euro-Zone gesamtwirtschaftlich stagniert bzw. rückläufige Wachstumsraten aufgezeigt haben. Auch die deutsche Wirtschaft ist nach gutem Start im weiteren Jahresverlauf kaum noch gewachsen; das BIP lag 2011 mit 3,0 % aber über dem Wert aller Euro-Länder, deren Wirtschaftsleistung um 1,5 % zulegte.
Auch die US-Konjunktur hat sich 2011 mit einem Wachstum von 1,7 % spürbar abgekühlt. Belastet haben die anhaltende Schwäche am Arbeits- und Immobilienmarkt sowie die Konsolidierungszwänge bei den öffentlichen Haushalten. Gegen Jahresende mehrten sich jedoch die Anzeichen für eine konjunkturelle Stabilisierung. Das Wirtschaftswachstum in Japan war mit −0,5 % infolge der Naturkatastrophe im Frühjahr 2011 rückläufig; in der 2. Jahreshälfte hat sich die japanische Wirtschaft aber wieder leicht erholt.
Die BRIC-Länder wiesen 2011 trotz moderater Abschwächung zum Teil hohe Wachstumsraten auf: In Brasilien und Russland stieg das BIP um 2,9 % bzw. 3,9 %, in Indien und China um 6,8 % bzw. 9,2 %.

Branchenkonjunktur unterschiedlich
Qualitätsflachstahl – Die internationale Stahlkonjunktur hat sich im Verlauf des Jahres 2011 spürbar eingetrübt. Die Weltrohstahlproduktion gab im Schlussquartal 2011 nach, da in vielen Ländern einschließlich China die Kapazitäten an die im Jahresverlauf niedrigere Nachfrage angepasst wurden. Die weltweite Rohstahlproduktion übertraf aber im 4. Quartal 2011 das Volumen des vergleichbaren Vorjahresquartals noch um 3 %. Im Gesamtjahr 2011 wurden weltweit 1,5 Mrd t Rohstahl erzeugt, knapp 7 % mehr als 2010. Die USA verzeichneten einen Anstieg um 7 % auf 86 Mio t, und in der EU wurde mit 177 Mio t 3 % mehr Rohstahl produziert. Die deutsche Stahlindustrie steigerte den Ausstoß um 1 % auf 44,3 Mio t.
Die Nachfrage auf dem europäischen Qualitätsflachstahlmarkt hatte sich ab dem Frühsommer 2011 abgeschwächt. Der Stahlbedarf reduzierte sich auf ein niedrigeres, aber stabiles Niveau, und die Verbraucher versorgten sich vermehrt aus ihren Beständen. Entsprechend verzeichnete die europäische Stahlindustrie niedrige Auftragseingänge. Die Stahlpreise gaben auch infolge temporär gesunkener Rohstoffpreise nach und verstärkten die Kaufzurückhaltung der Kunden. Die Importe aus Drittländern zeigten ab Mitte 2011 eine abnehmende Tendenz. Zusammen mit den Angebotsanpassungen der europäischen Produzenten führte dies gegen Jahresende zu einer Stabilisierung des Marktes. Auf dem US-amerikanischen Markt, der in den Sommermonaten ebenfalls durch Angebotsüberhang und Preisdruck gekennzeichnet war, setzte eine Erholung noch im letzten Quartal 2011 ein. Niedrige Lagerbestände und eine leichte Aufhellung der konjunkturellen Perspektiven führten zu einer Belebung der Stahlnachfrage.
Automobilbau – Die weltweite Automobilproduktion ist 2011 nach vorläufigen Schätzungen um 4 % auf 74 Mio Personenkraftwagen und leichte Nutzfahrzeuge gestiegen. In den USA führte ein starker Nachholbedarf zu einem kräftigen Produktionsanstieg um 11 %. Im 4. Quartal 2011 lagen die Verkaufszahlen um 10 % über dem Vorjahresniveau. In China dagegen dämpften staatliche Konjunkturmaßnahmen das Produktionswachstum 2011 auf nur noch knapp 3 %.
In Westeuropa einschließlich der Türkei liefen 2011 nahezu 15,0 Mio Personenkraftwagen und leichte Nutzfahrzeuge vom Band, 3 % mehr als ein Jahr zuvor. Dagegen gingen in der EU die Neuzulassungen um 2 %, im 4. Quartal 2011 sogar um 4 % zurück. Die Automobilhersteller in Deutschland konnten im vergangenen Jahr mit einer Stückzahl von 6,1 Mio Fahrzeugen, davon knapp 5,9 Mio PKW, die Vorjahresproduktion um gut 6 % übertreffen. Sie profitierten dabei sowohl von gestiegenen Exporten wie auch von der höheren Inlandsnachfrage. Im Schlussquartal 2011 stiegen die PKW-Neuzulassungen noch um 3 %. Ganzjährig positiv entwickelte sich in Deutschland auch der Markt für schwere Nutzfahrzeuge.
Maschinenbau – Die großen Maschinenbaumärkte verzeichneten 2011 noch hohe Wachstumsraten. Lediglich in Japan ging die Produktion wegen der Naturkatastrophe und deren Folgen um 2 % zurück. In China stieg die Produktion um 13 % und in den USA um 11 %.
Die deutschen Maschinenbauer erzielten 2011 mit einem Plus von 10 % hohe Auftragseingänge. Die Bestellungen aus dem In- und Ausland zogen zunächst kräftig, seit den Sommermonaten etwas leichter an. Insgesamt nahm die Maschinenbauproduktion 2011 um 15 % zu. Die Kapazitätsauslastung lag zuletzt über dem langfristigen Durchschnitt. Auch die Lage im deutschen Großanlagenbau sowie bei Aufzügen und Fahrtreppen hat sich verbessert.
Bauwirtschaft – Die Bauwirtschaft entwickelte sich 2011 weiterhin regional sehr differenziert. Ein höheres Wachstum verzeichneten Schwellenländer wie China und Indien. In den Industrieländern blieb die Baukonjunktur überwiegend schwach. Stark gedrückt war weiterhin die Lage auf dem US-Immobilienmarkt; zuletzt hat sie sich auf niedrigem Niveau stabilisiert.
Die deutsche Bauwirtschaft zeigte sich 2011 in einer robusten Verfassung. Positiv entwickelten sich die Aufträge im Wirtschafts- und vor allem im Wohnungsbau; die Lage im öffentlichen Bau war weiterhin schwächer. Die deutsche Bauproduktion nahm 2011 insgesamt um 3,6 % zu.
Auftragseingang und Umsatz etwa auf Vorjahresniveau
Die konjunkturell stark angespannte Lage gegen Jahresende 2011 hat die Geschäftsentwicklung von ThyssenKrupp im 1. Quartal 2011/2012 spürbar belastet. Gegenüber dem Vorjahresquartal ist der Auftragseingang nur wenig gewachsen und der Umsatz war leicht rückläufig, gegenüber dem Vorquartal gingen beide zurück. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag deutlich unter dem Vergleichsquartal des Vorjahres.
Fortgeführte Aktivitäten ThyssenKrupp in Zahlen
| 1. Quartal 2010/2011 | 1. Quartal 2011/2012 | Veränderung in % |
||
|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 9.997 | 10.078 | 1 |
| Umsatz | Mio € | 10.020 | 9.896 | – 1 |
| EBITDA | Mio € | 592 | 471 | – 20 |
| EBIT | Mio € | 261 | – 33 | -- |
| EBIT-Marge | % | 2,6 | – 0,3 | — |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 261 | 83 | – 68 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 2,6 | 0,8 | — |
| EBT | Mio € | 136 | – 183 | -- |
| Bereinigtes EBT | Mio € | 136 | – 66 | -- |
| Mitarbeiter (31.12.) | 167.095 | 159.682 | – 4 |
Der Auftragseingang der fortgeführten Aktivitäten betrug 10,1 Mrd € und übertraf den Vorjahreswert um 81 Mio € bzw. 1 %, während gleichzeitig der Umsatz um 1 % auf 9,9 Mrd € zurückging. Sowohl beim Auftragseingang als auch beim Umsatz haben sich im Werkstoffgeschäft – beispielsweise Qualitätsflachstahl – das niedrige Preisniveau und rückläufige Mengen negativ ausgewirkt. Überwiegend freundlich entwickelte sich dagegen die Nachfrage im Technologiegeschäft, wie etwa bei Aufzügen oder den Komponenten für die Automobilindustrie.

Einschließlich Stainless Global befand sich der Konzern-Auftragseingang mit 11,3 Mrd € auf Vorjahresniveau, der Konzern-Umsatz fiel im Vergleich zum Vorjahr um 2 % auf 11,1 Mrd €.
Bereinigtes EBIT positiv
Das Bereinigte EBIT der fortgeführten Aktivitäten war mit 83 Mio € positiv, wenn es auch um 178 Mio € niedriger lag als im Vorjahresquartal mit 261 Mio €.
Mit Ausnahme von Steel Americas wiesen alle fortgeführten Business Areas im 1. Quartal 2011/2012 ein positives Ergebnis aus. In der Division Materials konnte der Verlust von Steel Americas in Höhe von 288 Mio € nicht durch die übrigen Business Areas Steel Europe und Materials Services ausgeglichen werden, so dass Materials insgesamt ein negatives Bereinigtes EBIT von 146 Mio € verzeichnete. In der Division Technologies (Elevator Technology, Plant Technology, Components Technology, Marine Systems) erreichte das Bereinigte EBIT 409 Mio €. Die Corporate-Kosten und Konsolidierungseffekte beliefen sich auf −180 Mio €.
Die Bereinigte-EBIT-Marge der fortgeführten Aktivitäten gemessen am Umsatz verminderte sich im Berichtsquartal auf 0,8 % nach 2,6 % im Vorjahr.
Einschließlich Stainless Global ging das Bereinigte EBIT des Konzerns von 273 Mio € auf 25 Mio € zurück, die Bereinigte-EBIT-Marge sank von 2,4 % auf 0,2 %.

EBIT der fortgeführten Aktivitäten durch Sondereffekte belastet
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) der fortgeführten Aktivitäten betrug im Berichtsquartal −33 Mio €. Wertberichtigungen in Höhe von 155 Mio € bei Marine Systems, die im Zuge des Verkaufs der zivilen Schiffbauaktivitäten anfielen, haben das Ergebnis negativ beeinflusst. Hinzu kamen Sondereffekte über 29 Mio € bei Elevator Technology, die im Wesentlichen Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen betrafen. Mit 65 Mio € fielen bei Components Technology dagegen positive Sondereffekte an: Sie betrafen Gewinne aus der Veräußerung des Chassis-Komponenten-Herstellers ThyssenKrupp Automotive Systems Industrial do Brasil sowie Health-Care-Einsparungen bei der US–amerikanischen Gießereigruppe Waupaca.
Einschließlich Stainless Global gab das Konzern-EBIT von 273 Mio € auf −357 Mio € nach, die EBIT-Marge sank von 2,4 % auf −3,2 %. Ursächlich hierfür war der negative Ergebnisbeitrag der nicht fortgeführten Aktivitäten, der im Wesentlichen durch eine weitere Zeitwert-Anpassung in Höhe von 265 Mio € beeinflusst wurde, die im Zusammenhang mit der Trennung von Stainless Global steht.
Bereinigte Sondereffekte in Mio €
| 1. Quartal 2010/2011 | 1. Quartal 2011/2012 | Veränderung in % |
|
|---|---|---|---|
| EBIT | 273 | – 357 | -- |
| +/- Veräußerungsverluste/-gewinne | — | – 52 | — |
| + Restrukturierungsaufwendungen | — | 34 | — |
| + Wertminderungsaufwendungen (Impairment-Abschreibungen) | — | 420 | — |
| + Weitere nicht operative Aufwendungen | — | 9 | — |
| - Weitere nicht operative Erträge | — | – 29 | — |
| Bereinigtes EBIT | 273 | 25 | – 91 |
Analyse der Gewinn- und Verlustrechnung
Die Umsatzerlöse der fortgeführten Aktivitäten lagen im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2011/2012 mit 9.896 Mio € um 124 Mio € oder 1 % unter dem entsprechenden Vorjahreswert. Die Umsatzkosten bewegten sich mit 8.601 Mio € auf dem Niveau des Vorjahresquartals. Das Bruttoergebnis vom Umsatz der fortgeführten Aktivitäten verminderte sich hierdurch insgesamt auf 1.295 Mio €, die Brutto-Umsatzmarge ging von 14 % auf 13 % zurück.
Die Forschungs- und Entwicklungskosten der fortgeführten Aktivitäten lagen auf dem Niveau des Vorjahresquartals.
Die Zunahme der Vertriebskosten der fortgeführten Aktivitäten um 39 Mio € resultierte insbesondere aus höheren Aufwendungen für Frachten und Verkaufsversicherungen. Die allgemeinen Verwaltungskosten der fortgeführten Aktivitäten gingen um 21 Mio € zurück; dies lag vor allem an geringeren Personalaufwendungen.
Der Anstieg der sonstigen Aufwendungen der fortgeführten Aktivitäten um 98 Mio € betraf insbesondere Wertminderungsaufwendungen auf Firmenwerte im Zusammenhang mit dem eingeleiteten Verkauf der zivilen Bereiche von Blohm + Voss an einen britischen Finanzinvestor.
Der Rückgang der auf die fortgeführten Aktivitäten entfallenden sonstigen Gewinne und Verluste um 17 Mio € betraf insbesondere negative Wechselkurseffekte aus ertragsunabhängigen Steuern; gegenläufig wirkten die im 1. Quartal 2011/2012 erfassten Gewinne aus der Veräußerung der Xervon-Gruppe und der brasilianischen Automotive-Systems-Aktivitäten.
Wesentliche Ursache für die um 86 Mio € höheren Finanzierungserträge sowie die um 104 Mio € höheren Finanzierungsaufwendungen der fortgeführten Aktivitäten waren Wechselkurseffekte im Zusammenhang mit Finanztransaktionen.
Die sich für das 1. Quartal 2011/2012 bei einem Steuerertrag der fortgeführten Aktivitäten von 11 Mio € ergebende effektive Steuerentlastung von 6,0 % lag im Wesentlichen an Wertberichtigungen aktiver latenter Ertragsteuern.
Nach Berücksichtigung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag belief sich der Verlust aus fortgeführten Aktivitäten auf 172 Mio €; dies war gegenüber dem Vorjahresquartal eine Verschlechterung um 262 Mio €.
Unter Einbeziehung des Verlustes nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten von 308 Mio €, der auf die Business Area Stainless Global entfiel, ergab sich insgesamt ein Periodenfehlbetrag von 480 Mio €; im Vorjahr wurde demgegenüber ein Periodenüberschuss von 101 Mio € erzielt.
Auf die nicht beherrschenden Anteile entfiel ein Periodenfehlbetrag von 20 Mio €; im Vorjahresquartal fiel hier noch ein Fehlbetrag von 41 Mio € an. Die Verbesserung um 21 Mio € betraf im Wesentlichen das geringere negative Ergebnis bei ThyssenKrupp CSA.
Das Ergebnis je Aktie bezogen auf das Periodenergebnis, das auf die Aktionäre der ThyssenKrupp AG entfällt, verminderte sich um 1,20 € auf –0,89 €. Das Ergebnis je Aktie der fortgeführten Aktivitäten betrug –0,30 €, gegenüber dem Vorjahresquartal ein Rückgang um 0,59 €.
Netto-Finanzschulden und Investitionen
Die Netto-Finanzschulden einschließlich Stainless Global beliefen sich zum 31. Dezember 2011 auf 5.937 Mio € – eine Zunahme um 2.359 Mio € gegenüber dem 30. September 2011, als Netto-Finanzschulden in Höhe von 3.578 Mio € bestanden. Diese Zunahme ist sowohl auf den Aufbau des Net Working Capital als auch den Hochlauf der neuen Stahl- und Edelstahlwerke in Brasilien und den USA zurückzuführen. Am 31. Dezember 2010 betrugen die Netto-Finanzschulden 5.814 Mio €.

Im 1. Quartal 2011/2012 investierte ThyssenKrupp insgesamt 558 Mio € und lag damit 28 % unter dem Niveau des Vorjahres. 502 Mio € wurden für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte ausgegeben; auf den Erwerb von Unternehmen und Beteiligungen sowie auf andere finanzielle Vermögenswerte entfielen 56 Mio €. Ohne die Großprojekte in Brasilien und den USA betrugen die Investitionen 405 Mio € gegenüber 249 Mio € im Vorjahr.
Aktuelle Emittenten-Ratings
ThyssenKrupp verfügt seit 2001 über Emittenten-Ratings der Rating-Agenturen Moody’s und Standard & Poor’s sowie seit 2003 von Fitch. Im 1. Quartal 2009/2010 hatte Standard & Poor’s unser Langfrist-Rating auf BB+ heruntergestuft, womit der Konzern bei dieser Rating-Agentur den Investment-Grade-Status verlor. Bei Moody’s und Fitch befindet sich unser Rating dagegen weiterhin im Investment-Grade-Bereich.
| Langfrist-Rating | Kurzfrist-Rating | Ausblick | |
|---|---|---|---|
| Standard & Poor's | BB+ | B | stabil |
| Moody's | Baa3 | Prime-3 | stabil |
| Fitch | BBB- | F3 | stabil |
GESCHÄFTSVERLAUF IN DEN BUSINESS AREAS
STEEL EUROPE
| Steel Europe in Zahlen | 1. Quartal 2010/2011 | 1. Quartal 2011/2012 | Veränderung in % |
|
|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 2.929 | 2.705 | – 8 |
| Umsatz | Mio € | 2.958 | 2.530 | – 14 |
| EBIT | Mio € | 258 | 102 | – 60 |
| EBIT-Marge | % | 8,7 | 4,0 | — |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 258 | 102 | – 60 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 8,7 | 4,0 | — |
| Mitarbeiter (31.12.) | 34.204 | 28.273 | – 17 |
Die Business Area Steel Europe bündelt die Qualitätsflachstahlaktivitäten des Konzerns vor allem im europäischen Markt. Die hochwertigen Flacherzeugnisse werden an Kunden in der Automobilindustrie und anderen stahlverarbeitenden Branchen geliefert. Zum Programm gehören auch Produkte für attraktive Spezialmärkte wie die Verpackungsindustrie.
Bestellungen und Umsatz rückläufig
Der wertmäßige Auftragseingang von Steel Europe lag im 1. Quartal 2011/2012 mit 2,7 Mrd € um 8 % unter dem entsprechenden Vorjahreswert. Dieser Rückgang war allerdings durch die Veräußerung des Metal-Forming-Geschäfts bedingt, das in den Vorjahreszahlen noch enthalten war. Ohne diesen Effekt war wertmäßig ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Die Bestellmengen erreichten im Berichtsquartal 2,9 Mio t, 7 % weniger als ein Jahr zuvor. Im Dezember 2011 verbesserte sich der Auftragszulauf allerdings spürbar; viele Kunden dürften ihre Lagerbestände mittlerweile so weit reduziert haben, dass Lagerergänzungen erforderlich wurden.
Der Umsatz verminderte sich um 14 % auf 2,5 Mrd €. Dies war – abgesehen von der Änderung im Konsolidierungskreis – auf die um 18 % niedrigeren Versandmengen zurückzuführen. Das Erlösniveau wurde positiv durch den hohen Anteil längerfristiger Kontraktgeschäfte beeinflusst. Unser Geschäft mit Kunden in der Automobilindustrie blieb auf hohem Niveau relativ stabil, während der Absatz an andere Abnehmer teilweise stärker rückläufig war. Der Umsatz mit Weißblech und Elektroband ging mengenbedingt zurück. Dagegen stieg der Umsatz bei Grobblech und Mittelband infolge verbesserter Erlöse leicht. Im Durchschnitt übertrafen unsere Erlöse das Vorjahresniveau und konnten gegen den negativen Trend auf den Spotmärkten im Vergleich zum vorangegangenen Quartal stabil gehalten werden.
Produktion gedrosselt
Die Rohstahlerzeugung einschließlich der Zulieferungen von den Hüttenwerken Krupp Mannesmann wurde im Berichtsquartal um 21 % auf 2,8 Mio t zurückgefahren und die Produktion in den Verarbeitungsstufen ebenfalls gedrosselt. Wegen der schwächeren Marktnachfrage haben wir die für 2014 geplante Neuzustellung des Hochofens 9 auf Anfang 2012 vorgezogen.
EBIT unter Vorjahresniveau
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von Steel Europe lag im Berichtszeitraum mit 102 Mio € unter dem Vorjahreswert von 258 Mio €. Gleichzeitig verminderte sich die EBIT-Marge von 8,7 % auf 4,0 %. Der Ergebnisrückgang war durch konjunkturell bedingt rückläufige Mengen sowie gestiegene Rohstoffkosten verursacht.

STEEL AMERICAS
| Steel Americas in Zahlen | 1. Quartal 2010/2011 | 1. Quartal 2011/2012 | Veränderung in % |
|
|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 84 | 583 | 594 |
| Umsatz | Mio € | 86 | 498 | 479 |
| EBIT | Mio € | – 378 | – 288 | 24 |
| EBIT-Marge | % | — | — | — |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | – 378 | – 288 | 24 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | — | — | — |
| Mitarbeiter (31.12.) | 3.571 | 4.081 | 14 |
Mit ihren Stahl- und Weiterverarbeitungswerken in Brasilien und den USA erschließt die Business Area Steel Americas den nordamerikanischen Markt für hochwertige Flachstahlprodukte.
Markteintritt macht Fortschritte
Im 1. Quartal 2011/2012 konnte Steel Americas das operative Geschäft im NAFTA-Markt weiter ausbauen. Mit fortschreitendem Hochlauf haben wir das Produktspektrum für Premium-Flachstahlprodukte kontinuierlich erweitert und optimiert. Bei unseren nordamerikanischen Kunden stoßen die qualitativ hochwertigen Stahlgüten auf eine starke Resonanz. Neue Kunden wurden in der Elektrogeräte- sowie der Land- und Baumaschinenindustrie gewonnen. Darüber hinaus haben wir die Zertifizierungsprozesse, insbesondere für die Automobilindustrie, weiter vorangetrieben.
Auftragseingang und Umsatz sind im Berichtsquartal kräftig gestiegen. Der Auftragseingang erreichte 583 Mio €, der Umsatz 498 Mio €. Auf dem nordamerikanischen Markt konnten wir insgesamt 0,6 Mio t Flachstahl absetzen.
EBIT durch höhere Anlaufkosten belastet
Das EBIT betrug −288 Mio € nach −378 Mio € im Vorjahresquartal. Negativ wirkten sich vor allem Reparaturaufwendungen für die Kokerei im brasilianischen Hüttenwerk aus. Außerdem belastete ein mehrwöchiger, ungeplanter Stillstand des Hochofens 1 das Ergebnis. Hinzu kam die schwache Stahlpreisentwicklung auf dem nordamerikanischen Markt.
Fortschritte beim Hochlauf der neuen Werke
Das neue integrierte Hüttenwerk bei Rio de Janeiro hat im 1. Quartal 2011/2012 rund 0,8 Mio t Brammen produziert und daraus das US-Weiterverarbeitungswerk und Steel Europe beliefert. Im Frühjahr 2012 soll die letzte Batterie der Kokerei in Betrieb gehen, so dass gegen Ende des laufenden Geschäftsjahres der Energieverbund weiter verbessert sein wird. Die Rohstahlkapazität wird insgesamt mehr als 5 Mio t jährlich betragen.
Mit Inbetriebnahme der Beize im letzten Geschäftsjahr sind die Bauarbeiten für das Warm- und Kaltwalzwerk in den USA abgeschlossen. Drei der vier Feuerverzinkungsanlagen sind ebenfalls schon in Betrieb. Die letzte Feuerverzinkungslinie folgt voraussichtlich gegen Ende des Geschäftsjahres 2011/2012. Die Warmwalzkapazität wird insgesamt über 5 Mio t jährlich betragen.

MATERIALS SERVICES
| Materials Services in Zahlen | 1. Quartal 2010/2011 | 1. Quartal 2011/2012 | Veränderung in % |
|
|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 3.259 | 3.201 | – 2 |
| Umsatz | Mio € | 3.311 | 3.145 | – 5 |
| EBIT | Mio € | 85 | 40 | – 53 |
| EBIT-Marge | % | 2,6 | 1,3 | — |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 85 | 40 | – 53 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 2,6 | 1,3 | — |
| Mitarbeiter (31.12.) | 34.196 | 27.910 | – 18 |
Die Business Area Materials Services ist an 500 Standorten in 40 Ländern auf die Distribution von Roh- und Werkstoffen einschließlich technischer Dienstleistungen spezialisiert.
Preise und Margen stark unter Druck
Materials Services erzielte im 1. Quartal 2011/2012 einen Umsatz von 3,1 Mrd €; das waren 5 % weniger als im 1. Quartal des Vorjahres. Vergleichbar – ohne die zwischenzeitlich veräußerte Xervon-Gruppe – belief sich der Umsatzrückgang auf 108 Mio € oder 3,5 %.
Auslastung und Bedarf der wesentlichen Abnehmerindustrien waren weitgehend gut bis befriedigend. In Anbetracht der Finanzkrise herrschte jedoch vielfach Verunsicherung mit der Folge, dass sehr vorsichtig disponiert wurde und ein Lagerabbau bei den Verarbeitern stattfand. Dadurch ist unser Absatz im Lagergeschäft mit metallischen Werkstoffen gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht gesunken; die Nachfrage schwächte sich vor allem zum Ende des Quartals ab. Dies betraf besonders Deutschland und die westeuropäischen Länder. Dagegen bewegte sich das Absatzvolumen in Osteuropa und Nordamerika über dem des Vorjahres. In allen Regionen hat sich jedoch der Preis- und Margendruck seit Mitte letzten Jahres verstärkt. Dies gilt auch für das internationale Strecken- und Projektgeschäft. Sehr intensiver Wettbewerb und zunehmende Auftragsverschiebungen waren an der Tagesordnung. Während das Aerospace-Geschäft weitgehend positiv verlief, war die Entwicklung im Kunststoff-Bereich ähnlich wie bei den metallischen Werkstoffen.
Die Nachfrage nach metallurgischen Rohstoffen ging im Zuge zahlreicher Produktionsdrosselungen in der Stahlindustrie zurück. Besonders drastisch war der Rückgang bei Koks; zusätzlich hat das weltweite Überangebot die Preise erheblich fallen lassen. Auslastung und Umsatz der stahlwerksnahen Dienstleistungen blieben auf hohem Niveau stabil.
EBIT mehr als halbiert
Der hohe Preis- und Wettbewerbsdruck im Werkstoffgeschäft sowie die deutlichen Mengen- und Umsatzeinbußen in der Rohstoffdistribution waren die Hauptursachen für den Rückgang des EBIT von 85 Mio € auf 40 Mio €; die EBIT-Marge hat sich dadurch von 2,6 % auf 1,3 % halbiert.

ELEVATOR TECHNOLOGY
| Elevator Technology in Zahlen | 1. Quartal 2010/2011 | 1. Quartal 2011/2012 | Veränderung in % |
|
|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 1.306 | 1.466 | 12 |
| Umsatz | Mio € | 1.299 | 1.348 | 4 |
| EBIT | Mio € | 171 | 113 | – 34 |
| EBIT-Marge | % | 13,2 | 8,4 | — |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 171 | 142 | – 17 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 13,2 | 10,5 | — |
| Mitarbeiter (31.12.) | 44.489 | 46.581 | 5 |
Das Produktprogramm der Business Area Elevator Technology umfasst Personen- und Lastenaufzüge, Fahrtreppen und Fahrsteige, Fluggastbrücken, Treppen- und Plattformlifte sowie den Service für die gesamte Produktpalette. Über 900 Standorte sorgen für ein dichtes Service- und Dienstleistungsnetz und somit für eine optimale Nähe zum Kunden.
Höherer Auftragseingang und Umsatz
Trotz eines bisweilen schwierigen Marktumfeldes zeigte Elevator Technology im 1. Quartal 2011/1012 eine positive Geschäftsentwicklung.
Der Auftragseingang verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12 % auf 1,5 Mrd €. Wechselkurseffekte hatten keinen signifikanten Einfluss. Sowohl das Neuanlagen- als auch das Service- und Modernisierungsgeschäft erzielten Zuwächse. Während in Europa das Niveau konstant blieb, wurde das Geschäftsvolumen auf dem nordamerikanischen und dem asiatischen Markt sowie in der Golfregion teilweise deutlich ausgeweitet.
Der Umsatz betrug 1,3 Mrd € und lag damit um 4 % über dem Niveau des Vorjahresquartals. Wechselkurseffekte hatten keinen nennenswerten Einfluss. Umsatzrückgänge durch das teilweise schwierige Marktumfeld in einigen Regionen Europas konnten durch den kontinuierlichen Ausbau des Wartungsportfolios sowie Wachstum auf dem US-amerikanischen, dem brasilianischen und dem asiatischen – insbesondere dem chinesischen – Markt mehr als kompensiert werden.
Ergebnis unter Vorjahresniveau
Im 1. Quartal 2011/2012 erzielte Elevator Technology ein EBIT von 113 Mio €. Bereinigt um Sondereffekte, die im Wesentlichen aus Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen resultierten, lag das Ergebnis bei 142 Mio €. Wegen der schwächeren Entwicklung auf dem spanischen und dem nordamerikanischen Markt konnte das sehr hohe Vorjahresniveau nicht erreicht werden. Die Bereinigte-EBIT-Marge betrug 10,5 % nach 13,2 % im Vorjahresquartal.

PLANT TECHNOLOGY
| Plant Technology in Zahlen | 1. Quartal 2010/2011 | 1. Quartal 2011/2012 | Veränderung in % |
|
|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 1.016 | 871 | – 14 |
| Umsatz | Mio € | 897 | 943 | 5 |
| EBIT | Mio € | 107 | 125 | 17 |
| EBIT-Marge | % | 11,9 | 13,3 | — |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 107 | 125 | 17 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 11,9 | 13,3 | — |
| Mitarbeiter (31.12.) | 13.001 | 13.786 | 6 |
Das Produktportfolio der Business Area Plant Technology reicht von Chemie- und Raffinerieanlagen über Anlagen für die Zementindustrie und innovative Lösungen zum Abbau und zur Gewinnung von Rohstoffen bis hin zu Produktionssystemen für die Automobilindustrie. Die Anlagen und Verfahren eröffnen neue Möglichkeiten für Umweltschutz und Nachhaltigkeit.
Weiterhin gute Auftragslage
Plant Technology erzielte in den ersten drei Monaten 2011/2012 einen Auftragseingang von 871 Mio €, 14 % weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Bei weiterhin guter Marktsituation verzögerten allerdings Projektverschiebungen – insbesondere von großen Chemieanlagen – die Erteilung von Aufträgen. Dies lag vor allem an den politischen Umwälzungen in Teilen Nordafrikas. Die Auftragssituation bei Kokereianlagen war nach wie vor sehr gut. Auf stabil hohem Niveau bewegten sich die Bestellungen im Zement- und Minerals-Bereich. Darüber hinaus konnten wir wesentlich höhere Auftragseingänge bei Produktionssystemen für die Automobilindustrie gewinnen.
Im 1. Quartal 2011/2012 erzielte Plant Technology einen Umsatz von 943 Mio €; er lag damit um 5 % über dem Vergleichswert des Vorjahres.
Der Auftragsbestand zum 31. Dezember 2011 verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr leicht auf 6,5 Mrd €. Dieser hohe Wert resultiert aus dem längerfristigen Projektgeschäft und sichert sowohl die Beschäftigung als auch den Umsatz über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr.
Im Zuge der Ausweitung unserer Marktpräsenz in der Kokereitechnik haben wir die in Tokio ansässige Otto Corporation erworben.
Erfreuliches Ergebnis
Plant Technology konnte mit einem EBIT von 125 Mio € den Vorjahreswert um 18 Mio € übertreffen. Diese erfreuliche Entwicklung war vornehmlich auf die erfolgreiche Abrechnung von Aufträgen zurückzuführen. Die EBIT-Marge lag folglich mit 13,3 % deutlich über dem Vorjahreswert von 11,9 %.

COMPONENTS TECHNOLOGY
| Components Technology in Zahlen | 1. Quartal 2010/2011 | 1. Quartal 2011/2012 | Veränderung in % |
|
|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 1.602 | 1.778 | 11 |
| Umsatz | Mio € | 1.599 | 1.753 | 10 |
| EBIT | Mio € | 127 | 169 | 33 |
| EBIT-Marge | % | 7,9 | 9,6 | — |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 127 | 103 | – 19 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 7,9 | 5,9 | — |
| Mitarbeiter (31.12.) | 29.649 | 30.936 | 4 |
Die Business Area umfasst das Liefer- und Leistungsspektrum von Hightech-Komponenten für Windkraftanlagen, Baumaschinen und für Anwendungen im allgemeinen Maschinenbau. Im Automobilsektor liegen die Schwerpunkte unserer Aktivitäten in den Geschäftsfeldern Kurbel- und Nockenwellen, Lenksysteme, Dämpfer, Federn und Montage von Achsmodulen.
Auftragseingang und Umsatz nochmals gesteigert
Die Business Area Components Technology ist erfolgreich in das Geschäftsjahr 2011/2012 gestartet. Der Auftragseingang stieg im 1. Quartal gegenüber dem Vorjahr um 11 % auf 1,8 Mrd €. Im Vergleich zum Vorjahresquartal erhöhte sich die Nachfrage sowohl bei Automobilkomponenten für PKW- und Nutzfahrzeuge als auch bei Anwendungen für den allgemeinen Maschinenbau und den Baumaschinenbereich. Im Automobilgeschäft entwickelte sich der Markt insbesondere in den USA und Brasilien weiterhin positiv. Die Business Area profitierte auch von der guten Nachfrage im Mittelklasse- und Premiumsegment sowie vom Wachstum einzelner wichtiger Kunden. Dagegen führten in China inflationsdämpfende Maßnahmen der Regierung zu einem langsameren Wachstum. Außerdem verzögerte sich der Netzausbau für Windkraftanlagen, was zu geringeren Auftragsvergaben für Komponentenzulieferungen führte.
Der Umsatz folgte der erfreulichen Auftragsentwicklung und lag mit ebenfalls 1,8 Mrd € um 10 % über dem Vorjahresniveau.
Gewinn gesteigert
Components Technology übertraf mit einem EBIT von 169 Mio € den guten Wert des Vorjahresquartals. Es enthält als Sondereffekte den Gewinn aus der Veräußerung des Chassis-Komponenten-Herstellers ThyssenKrupp Automotive Systems Industrial do Brasil sowie weitere deutliche Health-Care-Einsparungen bei der US-amerikanischen Gießereigruppe Waupaca.
Das Bereinigte EBIT in Höhe von 103 Mio € blieb unter dem Vorjahreswert. Dies lag an der rückläufigen Nachfrage im Windenergiebereich in China, höheren Entwicklungskosten für neue Produkte, Kosten für die Wiederinbetriebnahme des ehemals stillgesetzten Werkes Etowah von Waupaca in den USA, Anlaufkosten neuer Werke in China und Indien sowie an negativen Wechselkurseffekten bei Exporten von Brasilien in die USA. Die Bereinigte-EBIT-Marge verminderte sich daher von 7,9 % auf 5,9 %.

MARINE SYSTEMS
| Marine Systems in Zahlen | 1. Quartal 2010/2011 | 1. Quartal 2011/2012 | Veränderung in % |
|
|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 426 | 222 | – 48 |
| Umsatz | Mio € | 504 | 366 | – 27 |
| EBIT | Mio € | 46 | – 116 | -- |
| EBIT-Marge | % | 9,1 | -31,7 | — |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 46 | 39 | – 15 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 9,1 | 10,7 | — |
| Mitarbeiter (31.12.) | 5.407 | 5.301 | – 2 |
Nach der Restrukturierung der Werften konzentriert sich die Business Area Marine Systems künftig ausschließlich auf den Marineschiffbau; dies ist ein Element der strategischen Weiterentwicklung des Konzerns.
Auftragseingang und Umsatz rückläufig
Das Marktumfeld für Marineaufträge war trotz des unsicheren politischen Umfeldes in wichtigen Regionen wie Mittelost und Nordafrika insgesamt stabil. Im zivilen Schiffbau belasteten dagegen die erneut rückläufigen Frachtraten. Die Auswirkungen auf unsere Aktivitäten blieben allerdings begrenzt.
Der Auftragseingang von Marine Systems erreichte im Berichtsquartal 222 Mio € und war im Wesentlichen durch die Bereiche Reparatur und Schiffskomponenten geprägt. Im Vorjahr ging der höhere Wert der Neubestellungen auf Einmaleffekte aus der Neuordnung der U-Boot-Aufträge aus Griechenland zurück.
Mit einem Umsatz von 366 Mio € hat sich Marine Systems insgesamt gut behauptet. Der ungewöhnlich hohe Vergleichswert des Vorjahresquartals war stark durch die erwähnten Einmaleffekte der Griechenlandaufträge geprägt.
Negatives Ergebnis durch Sondereffekte
Mit −116 Mio € lag das EBIT der Business Area unter dem Vorjahreswert von 46 Mio €. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass der Vorjahreswert durch die Einmaleffekte aus der Neuordnung des Griechenlandgeschäfts positiv beeinflusst war. Außerdem belasteten im Berichtsquartal Sondereffekte von 155 Mio € durch Wertberichtigungen insbesondere auf den Firmenwert, die im Zuge des Verkaufs der zivilen Schiffbauaktivitäten anfielen. Bei einem Bereinigten EBIT von 39 Mio € stieg die Bereinigte-EBIT-Marge von 9,1 % im Vorjahr auf 10,7 %.
Restrukturierung der Werften
Die Restrukturierung der Werften ist im Wesentlichen abgeschlossen. Der britische Finanzinvestor Star Capital Partners hat die Werft Blohm + Voss Shipyards am Standort Hamburg und damit den Megayachtbau vollständig übernommen. Außerdem sind Blohm + Voss Industries und Blohm + Voss Repair an Star Capital Partners übergegangen. Im Berichtsquartal wurden die entsprechenden Verträge unterzeichnet; das Closing erfolgte am 31. Januar 2012.

BEREICH CORPORATE DER THYSSENKRUPP AG
Der Bereich Corporate umfasst die Konzernverwaltung einschließlich der Führung der Business Areas. Ferner sind hier die Business-Services-Aktivitäten in den Bereichen Finanzen, Kommunikation, IT und Personal erfasst. Hinzu kommen die nicht betriebsnotwendigen Immobilien sowie inaktive Gesellschaften. Der Umsatz, den Corporate-Gesellschaften mit marktgängigen Dienstleistungen für Konzernunternehmen erbringen, lag in der Berichtszeit mit 35 Mio € über dem Vorjahreswert von 31 Mio €.
Das EBIT betrug −99 Mio € nach −88 Mio € im Vorjahreszeitraum. Der Anstieg resultierte im Wesentlichen aus höheren Verwaltungskosten. Das Bereinigte EBIT belief sich auf −101 Mio €. Im Vorjahresquartal lagen keine Sondereffekte vor.
STAINLESS GLOBAL (NICHT FORTGEFÜHRTE AKTIVITÄT)
| Stainless Global in Zahlen | 1. Quartal 2010/2011 | 1. Quartal 2011/2012 | Veränderung in % |
|
|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 1.483 | 1.372 | – 7 |
| Umsatz | Mio € | 1.605 | 1.438 | – 10 |
| EBIT | Mio € | 7 | – 321 | -- |
| EBIT-Marge | % | 0,4 | -22,3 | — |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 7 | – 56 | -- |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 0,4 | -3,9 | — |
| Mitarbeiter (31.12.) | 11.196 | 11.630 | 4 |
Die nicht fortgeführte Aktivität Stainless Global steht für höchste Ansprüche bei Edelstahl-Rostfrei-Flachprodukten sowie Hochleistungswerkstoffen wie Nickellegierungen, Titan und Zirkonium.
Auftragseingang und Umsatz rückläufig
Die Geschäftsentwicklung bei Stainless Global war im Berichtsquartal rückläufig. Obwohl der Auftragseingang mengenmäßig mit 496.000 t nur knapp unter dem Vorjahresniveau lag, nahm er wertmäßig vor allem wegen gesunkener Legierungszuschläge um 7 % auf 1,4 Mrd € ab. Die Produktion von Edelstahl-Rostfrei-Flachprodukten betrug 573.000 t und von Hochleistungswerkstoffen 10.200 t.
Die Gesamtlieferungen lagen mit 491.000 t um 1 % unter dem Vorjahr. Wegen der insgesamt niedrigeren Preise und der gesunkenen Legierungszuschläge verringerte sich der Umsatz um 10 % auf 1,4 Mrd €.
Ergebnis schwächer
Nach einer weiteren Anpassung des Zeitwertes um 265 Mio €, die im Zusammenhang mit der Trennung von Stainless Global steht, hat sich das EBIT von 7 Mio € im 1. Quartal des Vorjahres auf −321 Mio € verringert. Auf den Umsatz bezogen nahm die EBIT-Marge von 0,4 % auf −22,3 % ab. Darüber hinaus wurde das Ergebnis durch ein nach wie vor schwieriges Marktumfeld und den damit verbundenen Preisdruck belastet. Effekte aus dem gesunkenen Nickelpreis sowie Anlaufkosten des neuen Edelstahlwerks in den USA von 51 Mio € wirkten sich ebenfalls negativ aus. Hingegen profitierte der Bereich High Performance Alloys von der weiterhin stabilen Marktlage bei Nickellegierungen und Titan und baute sein positives Ergebnis aus. Außerdem werden mit der Klassifizierung als nicht fortgeführte Aktivität langfristige Vermögenswerte nicht mehr planmäßig abgeschrieben. Im 1. Quartal 2011/2012 sind daher Aufwendungen für planmäßige Abschreibungen in Höhe von 46 Mio € entfallen.
Edelstahlwerk in den USA
Am US-Standort Calvert schreiten die Bauarbeiten sowie der Hochlauf der bereits in Betrieb genommenen Anlagen weiter planmäßig voran. Im Kaltwalzbereich befindet sich derzeit die Warmbandglüh- und -beizlinie nach erfolgreichem Produktionsstart im Hochlauf. Das dritte Walzgerüst wird gegenwärtig errichtet und soll im Sommer 2012 in Betrieb gehen. Voraussichtlich im Dezember 2012 wird das Stahlwerk mit einer Jahreskapazität von bis zu 1 Mio t die Produktion aufnehmen. Bis dahin erhält der Standort weiterhin Warmband und Brammen aus den europäischen Werken.
ThyssenKrupp einschließlich Stainless Global
| ThyssenKrupp einschließlich Stainless Global in Zahlen | 1. Quartal 2010/2011 | 1. Quartal 2011/2012 | Veränderung in % |
|
|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 11.260 | 11.260 | — |
| Umsatz | Mio € | 11.370 | 11.138 | – 2 |
| EBITDA | Mio € | 645 | 412 | – 36 |
| EBIT | Mio € | 273 | – 357 | -- |
| EBIT-Marge | % | 2,4 | – 3,2 | — |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 273 | 25 | – 91 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 2,4 | 0,2 | — |
| EBT | Mio € | 145 | – 514 | -- |
| Bereinigtes EBT | Mio € | 145 | – 131 | -- |
| Mitarbeiter (31.12.) | 178.291 | 171.312 | – 4 |
Einschließlich Stainless Global erreichte der Auftragseingang des Konzerns mit 11,3 Mrd € das Niveau des Vorjahresquartals, der Umsatz fiel um 2 % auf 11,1 Mrd €.
Unter Berücksichtigung von Stainless Global betrug das EBIT des Konzerns −357 Mio € und lag um 630 Mio € unter dem Wert des Vorjahresquartals. Entsprechend fiel die EBIT-Marge von 2,4 % auf −3,2 %.
THYSSENKRUPP AKTIE
Wie bereits im vorangegangenen Quartal wurden die Aktienkurse weiterhin von der Entwicklung der Schuldenkrise und den unsicheren gesamtwirtschaftlichen Erwartungen bestimmt.
Die ThyssenKrupp Aktie hat in den ersten Wochen des Geschäftsjahres 2011/2012 zunächst von konjunkturellen Hoffnungen infolge von Maßnahmen zur Lösung der Schuldenkrise in Europa profitiert. Schnell traten dann jedoch wieder Konjunktursorgen in den Vordergrund. Zusätzlich belastete der unsichere Ausblick auf das neue Geschäftsjahr des Konzerns. Im Zuge dieser Entwicklung hat die Aktie den Berichtszeitraum mit einem Kursrückgang abgeschlossen.
Nach dem Höchststand im Quartal bei 22,30 € am 28. Oktober 2011 notierte die ThyssenKrupp Aktie am 30. Dezember 2011 bei 17,73 € und damit fast 5 % niedriger als noch am 30. September 2011. Im gleichen Zeitraum haben sich die Indizes DAX und DJ STOXX mit einem Zuwachs von 7 % bzw. fast 9 % besser entwickelt.
Division Technologies im Fokus beim Capital Markets Day
Im Zuge der Positionierung des Konzerns als diversifiziertes Industrieunternehmen waren Anfang Dezember 2011 internationale Kapitalmarktexperten zum Capital Markets Day der Division Technologies eingeladen. Dabei haben wir den Analysten und institutionellen Investoren, die überwiegend den Stahlsektor betreuen, auf Basis detaillierter Informationen die Geschäftsmodelle, Marktpotenziale und Management-Qualität der Business Areas Elevator Technology, Plant Technology, Components Technology und Marine Systems nähergebracht.
In den einzelnen Präsentationen machte das Management außerdem deutlich, welche globalen Wachstumstrends das jeweilige Geschäft treiben und welche Produkte und Dienstleistungen ThyssenKrupp den Kunden außerhalb seiner Materials-Geschäfte anbietet. Die Veranstaltung wurde durch eine TechShow abgerundet, die Produkte wie z.B. Komponenten für die Automobilindustrie erlebbar und begreifbar machte.
Das positive Feedback der Teilnehmer bestärkt uns darin, Capital Market Days zukünftig regelmäßig fortzusetzen. Wir sind davon überzeugt, dass wir mit gezielten IR-Maßnahmen zur strategischen Weiterentwicklung des Konzerns zusätzliche positive Effekte bei der Bewertung der ThyssenKrupp Aktie erreichen können.

INNOVATIONEN
Innovative Werkstoffe für den Automobilbau sollten eine höhere Qualität der hergestellten Komponenten ermöglichen und gleichzeitig zu den angewendeten Fertigungsprozessen passen. Beides gilt für Stahlbleche mit der neuen Beschichtung GammaProtect®, die wir für die einstufige Warmumformung zu crash-relevanten Bauteilen anbieten. Es handelt sich um eine elektrolytische Beschichtung mit höherem Schmelzpunkt als eine verzinkte Oberfläche; sie hält deshalb den extrem hohen Temperaturen der Warmumformung stand. Wie eine klassische Verzinkung verhindert sie neben dem Verzundern außerdem aktiv Korrosion. So geschützte warmumgeformte Stahlteile können auch im besonders korrosionsgefährdeten Nassbereich der Karosserie eingesetzt werden. Weil durch die wirtschaftlich attraktive Warmumformung sowohl strenge Sicherheits- als auch hohe Leichtbau-Anforderungen erfüllt werden, ist dieses Umformverfahren zurzeit im Automobilbau besonders gefragt.
Effiziente und kostengünstige Antriebsbatterien von höchster Qualität sind Voraussetzung für den zukünftigen Erfolg von Elektrofahrzeugen. Unsere Spezialisten für Automatisierungstechnik haben den Auftrag eines französischen Automobilherstellers erhalten, eine Montagelinie für Batteriesysteme mit Lithium-Ionen-Zellen zu bauen. Im neuen Technikum bei Chemnitz entwickeln sie die Anlagen für die Zellherstellung sowie die Modul- und Batteriemontage. Der Fokus liegt dabei nicht auf einzelnen Maschinen; vielmehr ist die Gesamtanlage als schlüsselfertiges Produkt zu realisieren.
MITARBEITER
Zum 31. Dezember 2011 zählten die fortgeführten Aktivitäten des Konzerns 159.682 Mitarbeiter, 7.413 oder 4,4 % weniger als ein Jahr zuvor.
Durch den Bau der neuen Stahl- und Weiterverarbeitungswerke in Brasilien und den USA wurden viele neue Arbeitsplätze in der Business Area Steel Americas geschaffen. Auch Elevator Technology, Plant Technology sowie Components Technology haben neue Mitarbeiter eingestellt. Bei Steel Europe ging indessen die Mitarbeiterzahl wegen Restrukturierungsmaßnahmen und bei Materials Services sowie Marine Systems wegen Unternehmensverkäufen zurück.
Ende Dezember 2011 hatten 13,5 % aller Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz in Südamerika und 14,5 % im NAFTA-Raum, 20 % im europäischen Ausland, 13,5 % in Asien – insbesondere in China und Indien – sowie 1,5 % in den übrigen Regionen.
Einschließlich Stainless Global beschäftigte ThyssenKrupp Ende 2011 weltweit 171.312 Mitarbeiter, 6.979 oder 3,9 % weniger als ein Jahr zuvor. Gegenüber dem 30. September 2011 hat sich diese Belegschaftszahl damit um 8.738 oder 4,9 % vermindert.

FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE
Analyse der Kapitalflussrechnung
Der in der Kapitalflussrechnung insgesamt betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition „Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente” und enthält auch die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, die die Veräußerungsgruppen einschließlich der nicht fortgeführten Aktivitäten betreffen. Die nicht fortgeführten Aktivitäten umfassen für den Berichtszeitraum sowie für das entsprechende Vorjahresquartal die Aktivitäten der Business Area Stainless Global.
Im 1. Quartal 2011/2012 ergab sich insgesamt ein Mittelabfluss aus der operativen Geschäftstätigkeit in Höhe von 1.815 Mio €, im Vorjahresquartal waren es 1.435 Mio €. Der Mittelabfluss der fortgeführten Aktivitäten erhöhte sich ebenfalls, und zwar um 484 Mio € auf 1.578 Mio €. Eine wesentliche Ursache war die insgesamt um 376 Mio € höhere Mittelbindung in den übrigen Aktiva/Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit, die mit 298 Mio € hauptsächlich Verbindlichkeiten aus Fertigungsaufträgen betraf. Darüber hinaus verminderte sich das Periodenergebnis vor Abschreibungen und latenten Steuern um 120 Mio €. Bei den nicht fortgeführten Aktivitäten waren 176 Mio € weniger in den Vorräten und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gebunden, so dass sich der Operating Cash-Flow um insgesamt 104 Mio € auf –237 Mio € verbesserte.
Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit verminderte sich im Vergleich zum Vorjahresquartal deutlich um 414 Mio € auf 239 Mio €. Bei den fortgeführten Aktivitäten waren es 442 Mio € weniger. Ursache hierfür waren die um 272 Mio € niedrigeren Investitionen in Sachanlagen sowie die um 275 Mio € höheren Einnahmen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Unternehmen – hauptsächlich der Xervon-Gruppe sowie der brasilianischen Automotive-Systems-Aktivitäten. Die nicht fortgeführten Aktivitäten verzeichneten einen geringen Anstieg des Mittelabflusses aus der Investitionstätigkeit um 28 Mio €; Grund waren vor allem höhere Investitionen in Sachanlagen.
Der Free Cash-Flow, d.h. die Summe von Operating Cash-Flow und Cash-Flow aus Investitionstätigkeit, war sowohl bei den fortgeführten Aktivitäten als auch bei den nicht fortgeführten Aktivitäten negativ und lag jeweils auf dem Niveau des Vorjahresquartals. Insgesamt betrug der Free Cash-Flow im 1. Quartal 2011/2012 –2.054 Mio €.
Aus der Finanzierungstätigkeit flossen den fortgeführten Aktivitäten 75 Mio € zu, das waren 708 Mio € weniger als der Vorjahreswert. Zum einen wurden 454 Mio € weniger Finanzschulden aufgenommen; zum anderen stieg der Mittelabfluss aus sonstigen Finanzierungsvorgängen um 297 Mio € – insbesondere durch die Rückführung von Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen. Den nicht fortgeführten Aktivitäten flossen aus Finanzierungstätigkeit 324 Mio € zu; das war 70 Mio € weniger als im Vorjahresquartal und betraf insbesondere die Einbindung der Business Area Stainless Global in die Konzernfinanzierung. Insgesamt ging im Konzern der Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit um 778 Mio € auf 399 Mio € zurück.
Analyse der Bilanzstruktur
Insgesamt verminderte sich die Bilanzsumme gegenüber dem 30. September 2011 um 498 Mio € auf 43.105 Mio €. Hierin enthalten ist eine umrechnungsbedingte Erhöhung um 866 Mio €.
Die langfristigen Vermögenswerte erhöhten sich um insgesamt 739 Mio €. Der Anstieg der immateriellen Vermögenswerte um 186 Mio € betraf hauptsächlich Wechselkurseffekte sowie höhere Firmenwerte im Zusammenhang mit Unternehmenserwerben in den Business Areas Elevator Technology und Plant Technology. Auf die Sachanlagen entfiel ein im Wesentlichen währungsbedingter Anstieg um 341 Mio €. Die Zunahme der aktiven latenten Steuern um 155 Mio € war, neben Effekten aus der Währungsumrechnung, insbesondere durch den Aufbau steuerlich nutzbarer Verluste im In- und Ausland verursacht.
Die kurzfristigen Vermögenswerte verminderten sich insgesamt um 1.237 Mio €.
Die Vorräte lagen mit 8.760 Mio € zum 31. Dezember 2011 um 655 Mio € über dem Wert vom 30. September 2011. Wechselkurseffekte führten zu einem Anstieg um 118 Mio €. Weitere Erhöhungen ergaben sich insbesondere in den Business Areas Steel Europe und Materials Services und resultierten vor allem aus niedrigeren Versandmengen und Umsätzen im Dezember 2011.
Die kurzfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte stiegen um 106 Mio €, im Wesentlichen durch Ansprüche gegenüber Rohstofflieferanten aus Rabatten und vertraglich vereinbarten Preisanpassungen. Die kurzfristigen sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte erhöhten sich um 294 Mio €; Ursachen waren insbesondere gestiegene Erstattungsansprüche im Zusammenhang mit ertragsunabhängigen Steuern sowie erhöhte Vorauszahlungen für die Beschaffung von Vorräten.
Der deutliche Rückgang der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente um 1.463 Mio € resultierte hauptsächlich aus dem im 1. Quartal 2011/2012 hohen negativen Free Cash-Flow der fortgeführten Aktivitäten von –1.733 Mio €.
Die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte verminderten sich um 828 Mio € auf 4.933 Mio €. Der Rückgang betraf insbesondere die im Geschäftsjahr 2010/2011 eingeleiteten und im November 2011 erfolgten Verkäufe der Xervon-Gruppe in der Business Area Materials Services (451 Mio €) und der chinesischen Aktivitäten der Metal-Forming-Gruppe in der Business Area Steel Europe (65 Mio €). Darüber hinaus ergaben sich 155 Mio € Wertminderungsaufwendungen auf langfristige Vermögenswerte im Zusammenhang mit dem eingeleiteten Verkauf der zivilen Bereiche von Blohm + Voss an einen britischen Finanzinvestor sowie eine Verminderung in der Business Area Stainless Global um 32 Mio € – hier wurden Erhöhungen als Folge der weiterlaufenden Geschäftstätigkeit durch Abwertungsaufwendungen in Höhe von 265 Mio € auf Basis des Vertrags mit Outokumpu überkompensiert.
Das Eigenkapital verminderte sich zum 31. Dezember 2011 im Vergleich zum 30. September 2011 um 382 Mio € auf 10.000 Mio €. Der Periodenfehlbetrag von 480 Mio € sowie insbesondere die im Sonstigen Ergebnis berücksichtigten versicherungsmathematischen Verluste aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen (259 Mio € nach Steuern) verminderten das Eigenkapital deutlich. Kompensierend wirkten vor allem die im Sonstigen Ergebnis erfassten unrealisierten Gewinne aus der Währungsumrechnung (327 Mio €) und unrealisierten Gewinne aus derivativen Finanzinstrumenten (52 Mio € nach Steuern).
Die langfristigen Verbindlichkeiten erhöhten sich insgesamt um 777 Mio €. Dieser Anstieg enthielt mit 345 Mio € eine Zunahme der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen, die mit 378 Mio € insbesondere auf die im Rahmen der Neubewertung der Pensions- und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen zum 31. Dezember 2011 berücksichtigten aktualisierten Zinssätze zurückzuführen war. Darüber hinaus stiegen die langfristigen Finanzschulden um 469 Mio €, was nahezu vollständig die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betraf.
Die kurzfristigen Verbindlichkeiten verminderten sich insgesamt um 893 Mio €.
Im Wesentlichen durch Inanspruchnahmen gingen die kurzfristigen Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer um 108 Mio € zurück. Der Anstieg der kurzfristigen Finanzschulden um 587 Mio € betraf insbesondere Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit einem Commercial Paper Programm.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gingen um 497 Mio € zurück, hauptsächlich weil diese in den Business Areas Materials Services und Components Technology verstärkt zurückgeführt wurden.
Die Abnahme der kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten um 128 Mio € resultierte insbesondere aus der Rückführung von Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen.
Die Abnahme der Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten um 636 Mio € auf 2.588 Mio € betraf mit 397 Mio € hauptsächlich den bereits erwähnten Verkauf der Xervon-Gruppe; weitere Verminderungen ergaben sich insbesondere aus der weiterlaufenden Geschäftstätigkeit der Business Area Stainless Global.
NACHTRAGSBERICHT
Der Aufsichtsrat der ThyssenKrupp AG hat am 31. Januar 2012 zugestimmt, die Edelstahl-Aktivitäten des Konzerns mit dem finnischen Edelstahlhersteller Outokumpu Oyj zusammenzuführen. Auch das Board of Directors von Outokumpu hat seine Zustimmung gegeben. An dem neuen Unternehmen wird ThyssenKrupp einen Minderheitsanteil von 29,9 % halten. Der Zusammenschluss steht unter anderem unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die zuständigen Regulierungsbehörden. Bis zum Jahresende 2012 soll die Transaktion abgeschlossen werden. Weitere Einzelheiten erfahren Sie im Kapitel „Strategische Weiterentwicklung des Konzerns“.
VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG MIT IHREN WESENTLICHEN CHANCEN UND RISIKEN
Konjunkturprognosen mit Unsicherheiten behaftet
Die Erwartungen zur gesamt- und branchenwirtschaftlichen Entwicklung für 2012 sind mit hohen Unsicherheiten verbunden. Insbesondere für die Industrieländer hat sich das Risiko einer weiteren Abschwächung erhöht, vor allem im 1. Halbjahr. Ausschlaggebend dafür sind die Turbulenzen auf den Finanzmärkten und die Folgen der Staatsschuldenkrise. Andererseits zeigen die meisten Schwellenländer trotz mittlerweile spürbarer Abschwächungstendenzen noch eine relativ solide Wachstumsdynamik, was das Risiko einer globalen Rezession begrenzt.
Für 2012 erwarten wir ein weltwirtschaftliches Wachstum von 2,9 % nach 3,3 % im Vorjahr. Dabei sollten die Schwellenländer insgesamt um 5,3 % expandieren, die Industrieländer dagegen nur um 1,3 %. Für 2013 rechnen wir mit einer ähnlichen Entwicklung.
Im Euro-Raum dürfte das BIP 2012 voraussichtlich leicht rückläufig sein; hier belasten der Konsolidierungszwang der öffentlichen Haushalte und die zurückhaltenden Unternehmensinvestitionen. Für Deutschland rechnen wir mit einem Plus von lediglich 0,5 %; dabei kann es im 1. Quartal auch zu negativen Wachstumsraten kommen.
In den USA könnte sich das gesamtwirtschaftliche Wachstum 2012 leicht auf 2,0 % erhöhen. Die Industriekonjunktur zeigt sich weiterhin relativ robust, und vom Arbeitsmarkt kommen erste positive Signale, die dem privaten Verbrauch verstärkt Impulse verleihen könnten. In Japan wird der Aufholprozess nach der Naturkatastrophe zu einer Expansion von 2,5 % führen.
Wachstumsstützen der Weltwirtschaft bleiben auch 2012 die Schwellenländer. Für China wird ein BIP-Zuwachs von 7,8 % erwartet. Auch die übrigen BRIC-Länder werden voraussichtlich solide Zuwachsraten aufweisen.
Industriebranchen überwiegend positiv
Qualitätsflachstahl – Der Weltstahlmarkt wird auch 2012 wachsen, voraussichtlich aber etwas langsamer als im vergangenen Jahr. In Europa und dem NAFTA-Raum dürfte die Stahlmarktversorgung vor dem Hintergrund der nachlassenden konjunkturellen Dynamik allenfalls wenig zunehmen. Die wesentlichen Impulse werden erneut von den Schwellenländern ausgehen. In China wird sich das Nachfragewachstum nur geringfügig abschwächen. Da vor dem Hintergrund des fortgesetzten Kapazitätsaufbaus in China und anderen aufstrebenden Ländern die Stahlproduktion weiter expandieren wird, dürfte sich die Lage auf den Rohstoffmärkten auch 2012 nicht wesentlich entspannen. Die Kosten für die Einsatzstoffe in der Stahlerzeugung werden daher tendenziell hoch bleiben. Die globale Walzstahlmarktversorgung wird 2012 voraussichtlich um 4 % steigen; dies entspricht einer Rohstahlproduktion von etwa 1,6 Mrd t. In Deutschland wird die Stahlnachfrage mit 40,5 Mio t das Vorjahresniveau wieder erreichen.
Automobilbau – Der globale Automobilmarkt bleibt 2012 auf moderatem Wachstumskurs. Weltweit dürften 77,4 Mio Personen- und leichte Nutzfahrzeuge produziert werden – etwa 4 % mehr als im Jahr zuvor. In den USA könnte die Produktion um 3 % zulegen, und in Japan wird der Nachholbedarf eine überdurchschnittliche Expansionsrate von voraussichtlich 22 % zur Folge haben. In China begrenzen staatliche Dämpfungsmaßnahmen das Wachstum auf knapp 6 %. Die westeuropäische und die deutsche Automobilindustrie werden wahrscheinlich auf dem Produktionsniveau von 2011 stagnieren.
Maschinenbau – Die Branche wird das sehr hohe Expansionstempo des Vorjahres 2012 nicht fortsetzen können, denn mehrere Länder zeigen eine verhaltene Investitionsneigung. In den USA könnte sich das Wachstum auf 5 % verlangsamen, in China ebenfalls leicht auf 11 %. Demgegenüber dürfte in Japan – nach dem Rückgang im Vorjahr – die Produktion um 7 % zulegen. In Deutschland wird zumindest eine Stabilisierung auf dem hohen Niveau des Vorjahres prognostiziert. Auch der deutsche Großanlagenbau ist 2012 gut beschäftigt.
Bauwirtschaft – Die Bauwirtschaft zeigt sich auch 2012 regional gespalten. In Westeuropa wird sie über eine Stagnation kaum hinauskommen; günstiger sind die Perspektiven für einige mittel- und osteuropäische Länder. Die US-Bauindustrie könnte sich mit einem Zuwachs von rund 3 % leicht erholen. Relativ kräftig bleibt die Baukonjunktur weiterhin in Indien und China mit Wachstumsraten von 8 % bzw. 10 %.
| Entwicklung in wichtigen Absatzmärkten | 2011 | 2012* |
|---|---|---|
| Marktversorgung Walzstahl, in Mio t | ||
| Welt | 1.395 | 1.456 |
| Deutschland | 40,5 | 40,5 |
| USA | 89 | 91 |
| China | 635 | 668 |
| Fahrzeugproduktion, in Mio PKW und leichte Nutzfahrzeuge | ||
| Welt | 74,1 | 77,4 |
| Westeuropa/Türkei | 15,0 | 14,9 |
| Deutschland | 6,1 | 6,1 |
| USA | 8,5 | 8,7 |
| Japan | 7,4 | 9,0 |
| China | 16,1 | 17,0 |
| Brasilien | 3,5 | 3,8 |
| Maschinenbauproduktion, real, in % gegenüber Vorjahr | ||
| Deutschland | 15,0 | 0,0 |
| USA | 11,0 | 5,0 |
| Japan | – 2,0 | 7,0 |
| China | 13,0 | 11,0 |
| Bauproduktion, real, in % gegenüber Vorjahr | ||
| Deutschland | 3,6 | 1,7 |
| USA | 1,6 | 3,1 |
| China | 10,4 | 9,9 |
* Prognose
Erwartete Ertragslage
Die Geschäftsentwicklung wird 2011/2012 ganz wesentlich von den Auswirkungen der Staatsschuldenkrise auf unsere Kernmärkte in Europa und im NAFTA-Raum geprägt. Deren Umfang lässt sich derzeit immer noch nicht konkret abschätzen. Wir können deshalb momentan keine verlässliche Gesamtjahresprognose geben.
Unsere Sicht auf das 2. Quartal 2011/2012 im Vergleich zum vorangegangenen Quartal ist wie folgt:
o Bei Materials erwartet ThyssenKrupp, dass die Versand- und Absatzmengen gegenüber dem 1. Quartal zulegen. Dabei werden nachgebende Preise im Vertragsgeschäft – resultierend aus dem schwächeren Umfeld im 1. Quartal – steigenden Preisen im kurzfristigeren Geschäft und im Spotmarkt gegenüberstehen. Bei Steel Americas sollten die Verluste geringer ausfallen. Den höheren Mengen und verbesserter Produktivität werden jedoch weiterhin technische Anlaufkosten gegenüberstehen.
o Bei Technologies sehen wir das Bereinigte EBIT auf dem Niveau des Vorquartals. Höhere Ergebnisbeiträge sollten sich aus dem Komponentengeschäft auf Grund der weiterhin sehr guten Nachfrage der Automobilhersteller ergeben. Gegenläufig dürften sich die vorübergehend schwächeren Ergebnisbeiträge des Anlagenbaus auswirken; dort werden die zur Abrechnung anstehenden Projekte zu einem rückläufigen Bereinigten EBIT führen.
Mit Blick auf die 2. Hälfte des aktuellen Geschäftsjahres erwarten wir folgende Entwicklung:
o Bei Materials erhalten wir derzeit ermutigende Signale auf der Preis- und Mengenseite. Wegen der unsicheren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen lässt sich deren Niveau im 3. und 4. Quartal trotzdem noch nicht zuverlässig abschätzen. Bei Steel Americas sollten sich die Verluste weiter verringern.
o Bei Technologies haben wir im Anlagenbau auf Grund der Struktur des Auftragsbestands weiterhin gute Planungssicherheit; die Ergebnisbeiträge dieses Geschäfts dürften in der 2. Geschäftsjahreshälfte höher als in der ersten liegen. Im zyklischeren Geschäft mit Komponenten können wir noch nicht davon ausgehen, dass die derzeit insgesamt gute Auslastung auch in der 2. Geschäftsjahreshälfte anhält. Die Ergebnisbeiträge von Marine Systems sollten sich in der 2. Jahreshälfte auf normalisiertem Niveau entwickeln.
Unser Ziel im Geschäftsjahr 2011/2012 ist es weiterhin, die Komplexität im Konzern zu reduzieren, Kosten zu senken und die Cash-Generierung nachhaltig zu verbessern. Daneben streben wir die Reduzierung der Netto-Finanzschulden an.
Für das Geschäftsjahr 2012/2013 gilt:
o Wir werden weiterhin an der strukturellen Verbesserung des Konzerns arbeiten und das ganzheitliche Konzept zur strategischen Weiterentwicklung mit Nachdruck umsetzen. Dies kann unter anderem Maßnahmen für nachhaltige Kostensenkungen oder Optimierungen des Portfolios umfassen.
o Sofern sich die wirtschaftlichen Auswirkungen der Staatsschuldenkrise nicht auf unser Geschäftsjahr 2012/2013 erstrecken, gehen wir im Zuge des allgemeinen Wirtschaftswachstums auch von einer Steigerung des Umsatzes aus. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich gegebenenfalls gegenläufige Effekte aus Portfoliomaßnahmen ergeben können. Ein steigender Umsatz und strukturelle Verbesserungen sollten sich entsprechend positiv auf das Ergebnis auswirken. Weiteres positives Potenzial sollte sich aus operativen Verbesserungen bei Steel Americas ergeben. Bei unseren Netto-Finanzschulden streben wir weiterhin eine Reduzierung an.
Chancen durch Wachstum in den Schwellenländern
Für ThyssenKrupp mit seinen anspruchsvollen Innovationen bei Produkten und Verfahren bestehen erhebliche Chancen in Schwellenländern und anderen Wachstumsmärkten, insbesondere bei einer Verbesserung des gesamtwirtschaftlichen Umfeldes. In den Anwendungsfeldern „Material“, „Mechanical“ und „Plant“ erarbeiten wir uns Vorteile im weltweiten Wettbewerb und können unseren Kunden innovative Produkte wirtschaftlich und ressourcenschonend anbieten. Darüber hinaus verbessern wir kontinuierlich unsere Produktivität und führen Wertsteigerungsmaßnahmen in allen Konzernbereichen durch.
Im Geschäftsbericht 2010/2011 haben wir auf den Seiten 106–108 unsere operativen und strategischen Chancen auf den einzelnen Märkten dargestellt; diese Aussagen sind weiterhin gültig.
Risiken weiterhin überschaubar und begrenzt
Aus konjunktureller Sicht belasten die Schuldenkrisen in den USA und einigen europäischen Ländern sowie die Unsicherheiten auf den Finanzmärkten weiterhin unsere Aktivitäten. Dies bedeutet gesamtwirtschaftliche Risiken für unsere relevanten Märkte. Unser kontinuierliches und systematisches Risikomanagement hilft, die Risiken überschaubar und begrenzt zu halten sowie bestandsgefährdende Risiken zu vermeiden. Unser Konzernprogramm impact ist erfolgreich angelaufen und trägt dazu bei, in allen Konzernbereichen nachhaltig die Kosten zu senken und die Effizienz zu verbessern.
ThyssenKrupp steuert seine Liquiditäts- und Kreditrisiken vorausschauend. Die Finanzierung und Liquidität des Konzerns stehen auch im Geschäftsjahr 2011/2012 auf einer gesicherten Basis. Der Konzern verfügte zum 31. Dezember 2011 über 6,0 Mrd € an flüssigen Mitteln und freien, zugesagten Kreditlinien.
Das Kreditrisiko (Ausfallrisiko) ergibt sich daraus, dass der Konzern bei Finanzinstrumenten, z.B. bei Geldanlagen, dem Risiko einer möglichen Nichterfüllung durch eine Vertragspartei ausgesetzt ist. In Krisenzeiten steigt die Bedeutung des Ausfallrisikos zusätzlich; wir steuern es durch unsere Geschäftspolitik mit besonderer Vorsicht. Finanzinstrumente im Finanzierungsbereich werden unter Einhaltung vorgegebener Risikolimits grundsätzlich nur mit solchen Kontrahenten abgeschlossen, die über eine sehr gute Bonität verfügen bzw. einem Einlagensicherungsfonds angeschlossen sind.
Darüber hinausgehende finanzwirtschaftliche Risiken wie das Währungs-, Zins- und Warenpreisrisiko werden durch den Abschluss derivativer Finanzinstrumente verringert. Bei Abschluss dieser Finanzinstrumente gelten ebenfalls restriktive Grundsätze zur Auswahl möglicher Kontrahenten.
Unsere Stahlaktivitäten sind derzeit durch einen sich abschwächenden Markt sowie schwankende Rohstoff- und steigende Energiepreise belastet. Wir sichern unsere Wettbewerbsfähigkeit durch umfassende Maßnahmen wie angepasste Verkaufspreise und soweit möglich alternative Beschaffungsquellen. Im fortschreitenden Hochlauf der Werke von Steel Americas kann es noch zu Zeitverzögerungen oder Qualitätsproblemen kommen, die in enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit unseren Experten bei Steel Europe minimiert werden.
Unsere weltweite Präsenz erhöhen wir kontinuierlich, insbesondere in den identifizierten Wachstumsmärkten in den Schwellenländern. So bauen wir unsere guten und langjährigen Kundenbeziehungen weiter aus und sind unabhängiger von einzelnen Absatzmärkten und Branchen.
Risiken aus länderspezifischen Entwicklungen und politischen Unruhen in den Ländern von Mittelost und Nordafrika bewerten wir kontinuierlich in Hinblick auf unsere aktuellen und geplanten Geschäftsaktivitäten. Derzeit sehen wir keine bedeutenden Einschränkungen aus diesen Risiken.
Anpassungen von rechtlichen Rahmenbedingungen auf nationaler oder europäischer Ebene können für uns mit Risiken verbunden sein, wenn sie für unsere Aktivitäten zu höheren Kosten oder Wettbewerbsnachteilen führen. Hier begleiten wir intensiv den Diskussionsprozess durch enge Arbeitskontakte zu den relevanten Institutionen.
Darüber hinaus gelten die im Geschäftsbericht 2010/2011 auf den Seiten 108-119 detaillierten Aussagen des Risikoberichts weiterhin.
Über schwebende Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche sowie sonstige Risiken berichten wir unter Anhang-Nr. 5.
Konzern-Bilanz
Aktiva
| Mio € | Anhang-Nr. | 30.09.2011 | 31.12.2011 |
|---|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | 4.166 | 4.352 | |
| Sachanlagen | 12.649 | 12.990 | |
| Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 301 | 301 | |
| Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen | 593 | 619 | |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 71 | 74 | |
| Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | 453 | 481 | |
| Aktive latente Steuern | 940 | 1.095 | |
| Langfristige Vermögenswerte | 19.173 | 19.912 | |
| Vorräte | 8.105 | 8.760 | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen* | 5.138 | 5.128 | |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte* | 499 | 605 | |
| Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | 1.563 | 1.857 | |
| Laufende Ertragsteueransprüche | 134 | 143 | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 3.230 | 1.767 | |
| Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte | 02 | 5.761 | 4.933 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 24.430 | 23.193 | |
| Summe Vermögenswerte | 43.603 | 43.105 | |
| Passiva | |||
| Anhang-Nr. | 30.09.2011 | 31.12.2011 | |
| Gezeichnetes Kapital | 1.317 | 1.317 | |
| Kapitalrücklage | 4.684 | 4.684 | |
| Gewinnrücklagen | 2.833 | 2.103 | |
| Kumuliertes sonstiges Ergebnis | 178 | 510 | |
| davon entfallen auf Veräußerungsgruppen bzw. nicht fortgeführte Aktivitäten (30.09.2011: -19; 31.12.2011: 1) | |||
| Eigenkapital der Aktionäre der ThyssenKrupp AG | 9.012 | 8.614 | |
| Nicht beherrschende Anteile | 1.370 | 1.386 | |
| Eigenkapital | 10.382 | 10.000 | |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 04 | 6.940 | 7.285 |
| Rückstellungen für sonstige Leistungen an Arbeitnehmer* | 197 | 176 | |
| Sonstige Rückstellungen* | 451 | 501 | |
| Passive latente Steuern | 324 | 257 | |
| Finanzschulden | 6.494 | 6.963 | |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 1 | 2 | |
| Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 7 | 7 | |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 14.414 | 15.191 | |
| Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer* | 300 | 192 | |
| Sonstige Rückstellungen* | 1.200 | 1.160 | |
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 409 | 338 | |
| Finanzschulden | 178 | 765 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen* | 4.926 | 4.429 | |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten* | 1.238 | 1.110 | |
| Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 7.332 | 7.332 | |
| Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten | 02 | 3.224 | 2.588 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 18.807 | 17.914 | |
| Verbindlichkeiten | 33.221 | 33.105 | |
| Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten | 43.603 | 43.105 |
* Der Vorjahresausweis wurde angepasst. Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im verkürzten Anhang
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
| Mio €, mit Ausnahme Ergebnis je Aktie in € |
Anhang-Nr. | 1. Quartal 2010/2011* | 1. Quartal 2011/2012 |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 08 | 10.020 | 9.896 |
| Umsatzkosten | 09 | – 8.562 | – 8.601 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 1.458 | 1.295 | |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | – 41 | – 37 | |
| Vertriebskosten | – 640 | – 679 | |
| Allgemeine Verwaltungskosten | – 558 | – 537 | |
| Sonstige Erträge | 54 | 52 | |
| Sonstige Aufwendungen | – 55 | – 153 | |
| Sonstige Gewinne und Verluste | 25 | 8 | |
| Betriebliches Ergebnis | 243 | – 51 | |
| Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen | 14 | 7 | |
| Finanzierungserträge | 226 | 312 | |
| Finanzierungsaufwendungen | – 347 | – 451 | |
| Finanzergebnis | – 107 | – 132 | |
| Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) | 136 | – 183 | |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | – 46 | 11 | |
| Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) | 90 | – 172 | |
| Nicht fortgeführte Aktivitäten (nach Steuern) | 11 | – 308 | |
| Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) | 101 | – 480 | |
| Davon: | |||
| Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG | 142 | – 460 | |
| Nicht beherrschende Anteile | – 41 | – 20 | |
| Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) | 101 | – 480 | |
| Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) bezogen auf | 10 | ||
| Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) | 0,29 | – 0,30 | |
| Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) | 0,31 | – 0,89 |
* Der Vorjahresausweis wurde angepasst. Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im verkürzten Anhang.
Konzern-Gesamtergebnisrechnung
| Mio € | 1. Quartal 2010/2011 | 1. Quartal 2011/2012 |
|---|---|---|
| Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) | 101 | – 480 |
| Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung | ||
| Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) | 449 | 334 |
| Realisierte (Gewinne)/Verluste | 0 | – 7 |
| Unrealisierte Gewinne/(Verluste), gesamt | 449 | 327 |
| Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten | ||
| Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) | – 2 | 0 |
| Realisierte (Gewinne)/Verluste | 0 | 0 |
| Steuereffekt | 0 | 0 |
| Unrealisierte Gewinne/(Verluste), gesamt | – 2 | 0 |
| Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen | ||
| Veränderung der versicherungsmathematischen Gewinne/(Verluste) | 604 | – 370 |
| Steuereffekt | – 185 | 111 |
| Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen, gesamt | 419 | – 259 |
| Gewinne/(Verluste) aus "asset ceiling" | ||
| Veränderung der Gewinne/(Verluste) | – 25 | 8 |
| Steuereffekt | 8 | – 2 |
| Gewinne/(Verluste) aus "asset ceiling", gesamt | – 17 | 6 |
| Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus derivativen Finanzinstrumenten | ||
| Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) | 24 | 64 |
| Realisierte (Gewinne)/Verluste | – 4 | 7 |
| Steuereffekt | – 5 | – 19 |
| Unrealisierte Gewinne/(Verluste), gesamt | 15 | 52 |
| Anteil an den unrealisierten Gewinnen/(Verlusten), der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt | 7 | 10 |
| Sonstiges Ergebnis | 871 | 136 |
| Gesamtergebnis | 972 | – 344 |
| Davon: | ||
| Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG | 940 | – 384 |
| Nicht beherrschende Anteile | 32 | 40 |
Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im verkürzten Anhang.
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
| Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl | Eigenkapitalanteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kumuliertes sonstiges Ergebnis | ||||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Aktienanzahl im Umlauf | Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklage | Gewinnrücklagen | Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung | Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Stand am 30.09.2010 | 464.394.337 | 1.317 | 4.684 | 3.703 | 127 | 5 |
| Periodenüberschuss | 142 | |||||
| Sonstiges Ergebnis | 401 | 376 | – 2 | |||
| Gesamtergebnis | 543 | 376 | – 2 | |||
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | ||||||
| Aktienbasierte Vergütung | 5 | |||||
| Sonstige Veränderungen | – 3 | |||||
| Stand am 31.12.2010 | 464.394.337 | 1.317 | 4.684 | 4.248 | 503 | 3 |
| Stand am 30.09.2011 | 514.489.044 | 1.317 | 4.684 | 2.833 | 170 | 2 |
| Periodenfehlbetrag | – 460 | |||||
| Sonstiges Ergebnis | – 256 | 277 | 0 | |||
| Gesamtergebnis | – 716 | 277 | 0 | |||
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | ||||||
| Sonstige Veränderungen | – 14 | |||||
| Stand am 31.12.2011 | 514.489.044 | 1.317 | 4.684 | 2.103 | 447 | 2 |
Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im verkürzten Anhang.
| Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl | Eigenkapitalanteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kumuliertes sonstiges Ergebnis | ||||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Derivative Finanzinstrumente | Anteil, der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt | Eigene Anteile | Gesamt | Nicht beherrschende Anteile | Gesamtes Eigenkapital | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Stand am 30.09.2010 | 50 | 10 | – 1.396 | 8.500 | 1.888 | 10.388 |
| Periodenüberschuss | 142 | – 41 | 101 | |||
| Sonstiges Ergebnis | 15 | 8 | 798 | 73 | 871 | |
| Gesamtergebnis | 15 | 8 | 940 | 32 | 972 | |
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | 0 | – 12 | – 12 | |||
| Aktienbasierte Vergütung | 5 | 0 | 5 | |||
| Sonstige Veränderungen | – 3 | 1 | – 2 | |||
| Stand am 31.12.2010 | 65 | 18 | – 1.396 | 9.442 | 1.909 | 11.351 |
| Stand am 30.09.2011 | – 22 | 28 | 0 | 9.012 | 1.370 | 10.382 |
| Periodenfehlbetrag | – 460 | – 20 | – 480 | |||
| Sonstiges Ergebnis | 42 | 13 | 76 | 60 | 136 | |
| Gesamtergebnis | 42 | 13 | – 384 | 40 | – 344 | |
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | 0 | – 21 | – 21 | |||
| Sonstige Veränderungen | – 14 | – 3 | – 17 | |||
| Stand am 31.12.2011 | 20 | 41 | 0 | 8.614 | 1.386 | 10.000 |
Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im verkürzten Anhang.
Konzern-Kapitalflussrechnung
| Mio € | 1. Quartal 2010/2011 | 1. Quartal 2011/2012 |
|---|---|---|
| Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) | 101 | – 480 |
| Anpassungen des Periodenüberschusses/(-fehlbetrages) für die Überleitung zum Operating Cash-Flow: | ||
| Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) | – 11 | 308 |
| Latente Steueraufwendungen/(-erträge) | – 56 | – 87 |
| Abschreibungen und Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte | 342 | 515 |
| Zuschreibungen langfristiger Vermögenswerte | – 2 | – 1 |
| Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, soweit nicht zahlungswirksam | – 11 | – 6 |
| Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte | – 21 | – 60 |
| Veränderungen bei Aktiva und Passiva, bereinigt um Effekte aus Konsolidierungskreis- und anderen nicht zahlungswirksamen Veränderungen: | ||
| - Vorräte | – 854 | – 551 |
| - Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 37 | 69 |
| - Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | – 76 | – 81 |
| - Sonstige Rückstellungen | – 28 | – 134 |
| - Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | – 376 | – 555 |
| - Übrige Aktiva/Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit | – 139 | – 515 |
| Operating Cash-Flow - fortgeführte Aktivitäten | – 1.094 | – 1.578 |
| Operating Cash-Flow - nicht fortgeführte Aktivitäten | -341 | – 237 |
| Operating Cash-Flow - gesamt | – 1.435 | – 1.815 |
| Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und in langfristige finanzielle Vermögenswerte | – 21 | – 10 |
| Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Gesellschaften abzüglich übernommener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | – 44 | – 39 |
| Investitionen in Sachanlagen (einschl. geleisteter Anzahlungen) und in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | – 636 | – 366 |
| Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (einschl. geleisteter Anzahlungen) | – 15 | – 51 |
| Desinvestitionen von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und langfristigen finanziellen Vermögenswerten | 5 | 0 |
| Einzahlungen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Gesellschaften abzüglich abgegebener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 15 | 290 |
| Desinvestitionen von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien | 96 | 14 |
| Desinvestitionen von immateriellen Vermögenswerten | 3 | 7 |
| Cash-Flow aus Investitionstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten | – 597 | – 155 |
| Cash-Flow aus Investitionstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten | – 56 | – 84 |
| Cash-Flow aus Investitionstätigkeit - gesamt | – 653 | – 239 |
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 1.103 | 954 |
| Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | – 61 | – 338 |
| Zunahme Verbindlichkeiten Schuldschein-/Sonstige Darlehen | 171 | 149 |
| Zunahme Akzeptverbindlichkeiten | 9 | 3 |
| Einzahlungen in das Eigenkapital durch nicht beherrschende Anteile | 2 | 0 |
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | – 12 | – 21 |
| Auszahlungen für den Erwerb von Anteilen an bereits konsolidierten Gesellschaften | 0 | – 15 |
| Finanzierung nicht fortgeführter Aktivitäten | – 460 | – 391 |
| Sonstige Finanzierungsvorgänge | 31 | – 266 |
| Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten | 783 | 75 |
| Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten | 394 | 324 |
| Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit - gesamt | 1.177 | 399 |
| Zahlungswirksame Abnahme der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - gesamt | – 911 | – 1.655 |
| Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 101 | 61 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn der Berichtsperiode | 3.673 | 3.568 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode - gesamt | 2.863 | 1.974 |
| (davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Veräußerungsgruppen) | (294) | (136) |
| (davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der nicht fortgeführten Aktivitäten) | (-) | (71) |
| Ergänzende Informationen zu Zahlungsvorgängen, die im Operating Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten enthalten sind: | ||
| Zinseinzahlungen | 53 | 40 |
| Zinsauszahlungen | – 62 | – 52 |
| Erhaltene Dividenden | 4 | 2 |
| Auszahlungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag | – 85 | – 138 |
Siehe Anhang-Nr. 11 zum verkürzten Konzern-Zwischenabschluss.
Verkürzter Konzern-Anhang
Unternehmensinformation
Die ThyssenKrupp Aktiengesellschaft („ThyssenKrupp AG“ oder „Gesellschaft“) ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Sitz in Deutschland. Der vorliegende Konzern-Zwischenabschluss der ThyssenKrupp AG und ihrer Tochtergesellschaften („Konzern“) für den Zeitraum vom 01. Oktober 2011 bis 31. Dezember 2011 wurde mit Beschluss des Vorstands vom 13. Februar 2012 zur Veröffentlichung freigegeben.
Grundlagen der Berichterstattung
Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss wurde gemäß § 37x Abs. 3 WpHG i.V.m. § 37w Abs. 2 WpHG sowie im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den diesbezüglichen Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB) für die Zwischenberichterstattung erstellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Demzufolge enthält dieser Abschluss zum Zwischenbericht nicht sämtliche Informationen und Anhangangaben, die gemäß IFRS für einen Konzernabschluss zum Ende des Geschäftsjahres erforderlich sind.
Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss wurde einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Der Abschluss enthält nach Ansicht des Vorstands alle erforderlichen Anpassungen, die für eine den tatsächlichen Verhältnissen entsprechende Darstellung der Ertragslage zum Zwischenergebnis erforderlich sind. Die Ergebnisse der zum 31. Dezember 2011 endenden Berichtsperiode lassen nicht notwendigerweise Rückschlüsse auf die Entwicklung zukünftiger Ergebnisse zu.
Im Rahmen der Erstellung eines Konzern-Zwischenabschlusses in Übereinstimmung mit IAS 34 „Interim Financial Reporting“ muss der Vorstand Beurteilungen und Schätzungen vornehmen sowie Annahmen treffen, die die Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen im Konzern und den Ausweis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen beeinflussen. Die tatsächlichen Beträge können von diesen Schätzungen abweichen.
Die im Konzern-Zwischenabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen des letzten Konzernabschlusses zum Ende des Geschäftsjahres. Eine detaillierte Beschreibung der Grundsätze der Rechnungslegung ist im Anhang zum Konzernabschluss unseres Geschäftsberichts 2010/2011 veröffentlicht.
Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften
Im Geschäftsjahr 2011/2012 hat ThyssenKrupp die nachfolgenden Standards, Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards erstmalig angewendet:
Im November 2009 hat das IASB eine überarbeitete Fassung von IAS 24 „Related Party Disclosures“ veröffentlicht. Die Überarbeitung beinhaltet eine Vereinfachung der Anhangangabepflichten für Unternehmen, die Regierungen nahe stehend sind (sog. „government-related entities“) und eine Klarstellung der Definition nahe stehender Unternehmen und Personen. Der geänderte Standard ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2011 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Die Erstanwendung der überarbeiteten Fassung hatte keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse.
Im November 2009 hat das IASB eine Änderung von IFRIC 14, der eine Interpretation des IAS 19 „Employee Benefits“ ist, mit dem Titel „Prepayments of a Minimum Funding Requirement“ veröffentlicht. Die Änderung ist in den seltenen Fällen relevant, in denen ein Unternehmen Mindestdotierungsverpflichtungen unterliegt und Beitragsvorauszahlungen leistet, um diese Mindestdotierungsverpflichtungen zu erfüllen. Die Änderung erlaubt dem Unternehmen in diesem Fall, den Vorteil einer solchen Vorauszahlung als Vermögenswert zu bilanzieren. Die Änderung der Interpretation ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2011 beginnen. Die Erstanwendung der Interpretation hatte keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse.
Im Mai 2010 hat das IASB im Rahmen des Annual Improvements Process-Projekts den dritten Sammelband „Improvements to IFRSs“ veröffentlicht. Hierdurch werden an sechs Standards und an einer Interpretation kleinere Änderungen vorgenommen. Soweit im Einzelfall nicht anders geregelt, sind die Änderungen anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2011 beginnen. Die Erstanwendung der überarbeiteten Fassungen hatte keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse.
Im Oktober 2010 hat das IASB Änderungen zu IFRS 7 „Financial Instruments: Disclosures“ veröffentlicht. Durch diese Änderungen wird den Nutzern von Finanzberichten ein besserer Einblick in Transaktionen zur Übertragung von finanziellen Vermögenswerten gewährt. Die Änderungen sind anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Juli 2011 beginnen. Im ersten Jahr der Anwendung sind Vergleichsangaben nicht erforderlich. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Erstanwendung der Änderungen im Konzernanhang zum 30. September 2012 einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung haben wird.
Neu herausgegebene Rechnungslegungsvorschriften
Im Geschäftsjahr 2011/2012 hat das IASB die nachfolgend dargestellten Änderungen zu bestehenden Standards herausgegeben, deren Anwendung noch die Übernahme in EU-Recht („Endorsement“) erfordert:
Im Oktober 2011 hat das IASB die IFRIC-Interpretation 20 „Stripping Costs in the Production Phase of a Surface Mine“ veröffentlicht. Die Interpretation regelt die Bilanzierung von Abraumbeseitigungskosten im Rahmen der Produktionsphase im Tagebergbau. Die Interpretation stellt klar, unter welchen Voraussetzungen ein Vermögenswert für entsprechende Abraumbeseitigungsmaßnahmen anzusetzen ist und wie die Erst- und Folgebewertung des Vermögenswertes zu erfolgen hat. Die Interpretation ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2013 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Interpretation, sofern sie von der EU in dieser Form übernommen wird, einen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben wird.
Im Dezember 2011 hat das IASB eine Änderung zu IAS 32 „Financial Instruments: Presentation“ veröffentlicht, welche die Voraussetzungen für die Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten in der Bilanz klarstellt, um derzeit bestehende Inkonsistenzen bei der praktischen Handhabung zu beseitigen. Die Ergänzung ist verpflichtend retrospektiv anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2014 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Ergänzung, sofern sie von der EU in dieser Form übernommen wird, einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben wird.
Im Dezember 2011 hat das IASB eine Änderung zu IFRS 7 „Financial Instruments: Disclosures“ veröffentlicht, die Anhangangaben im Zusammenhang mit bestimmten Aufrechnungsvereinbarungen verlangen. Die Pflicht zur Offenlegung gilt ungeachtet dessen, ob die Aufrechnungsvereinbarung tatsächlich zu einer Aufrechnung der betroffenen finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten geführt hat. Durch diese neuen Angaben sollen Vergleiche zwischen Unternehmen, die IFRS-Abschlüsse aufstellen, und Unternehmen, die US-GAAP-Abschlüsse aufstellen, vereinfacht werden. Die Ergänzung ist verpflichtend retrospektiv anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2013 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Ergänzung, sofern sie von der EU in dieser Form übernommen wird, einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben wird.
Im Dezember 2011 hat das IASB Änderungen zu IFRS 9 „Financial Instruments“ und IFRS 7 „Financial Instruments: Disclosures“ veröffentlicht. Dadurch wird der verpflichtende Erstanwendungszeitpunkt von IFRS 9 vom 01. Januar 2013 auf den 01. Januar 2015 verschoben. Zusätzlich wird durch die Änderungen die Verpflichtung zur Angabe von angepassten Vorjahreszahlen im Rahmen der Erstanwendung von IFRS 9 erlassen. Stattdessen werden in IFRS 7 zusätzliche Anhangangabepflichten eingefügt, die es den Adressaten der Abschlüsse ermöglichen sollen, die Effekte, die die Erstanwendung von IFRS 9 auf den Ansatz und die Bewertung von Finanzinstrumenten hat, zu beurteilen. Eine frühere Anwendung von IFRS 9 ist weiterhin zulässig. Der Konzern kann derzeit noch nicht abschließend beurteilen, welche Auswirkungen die Erstanwendung von IFRS 9 haben wird, sofern der Standard von der EU in dieser Form übernommen wird.
01 Erwerbe und Veräußerungen
Nachdem im August 2011 im Rahmen der Portfoliobereinigung in der Business Area Materials Services der Verkauf der ThyssenKrupp Xervon-Gruppe eingeleitet worden war, erfolgte im November 2011 der Vollzug der Veräußerung. Die Gruppe zählt zu den führenden Unternehmen für technische Dienstleistungen zur Errichtung und Instandhaltung von Industrieanlagen weltweit. Diese Veräußerung, die Veräußerung der chinesischen Aktivitäten der Metal-Forming-Gruppe, die im April 2011 eingeleitet und im November 2011 vollzogen wurde, die Veräußerung von ThyssenKrupp Automotive Systems Industrial do Brasil Ltda., sowie weitere kleinere Verkäufe, die jeder für sich genommen nicht wesentlich waren, haben sich in Summe auf Basis der Werte zum jeweiligen Veräußerungszeitpunkt wie folgt auf den Konzernabschluss ausgewirkt:
| Mio € | 1. Quartal 2011/2012 |
|---|---|
| Firmenwert | 18 |
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte | 3 |
| Sachanlagen | 161 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 1 |
| Aktive latente Steuern | 5 |
| Vorräte | 118 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 209 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 31 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte | 26 |
| Laufende Ertragsteueransprüche | 1 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 50 |
| Insgesamt abgegebene Vermögenswerte | 623 |
| Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen | 44 |
| Sonstige langfristige Rückstellungen | 1 |
| Passive latente Steuern | 7 |
| Langfristige Finanzschulden | 2 |
| Sonstige kurzfristige Rückstellungen | 36 |
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 5 |
| Kurzfristige Finanzschulden | 29 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 79 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 171 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 95 |
| Insgesamt abgegebene Verbindlichkeiten | 469 |
| Abgehendes Reinvermögen | 154 |
| Kumuliertes sonstiges Ergebnis | -14 |
| Nicht beherrschende Anteile | 1 |
| Gewinn/(Verlust) aus den Verkäufen | 52 |
| Verkaufspreise | 191 |
| davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen | 187 |
Darüber hinaus tätigte der Konzern im 1. Quartal 2011/2012 kleinere Erwerbe, die jeder für sich genommen nicht wesentlich waren und die sich in Summe auf Basis der Werte zum jeweiligen Erwerbszeitpunkt wie folgt auf den Konzernabschluss auswirkten:
| Mio € | 1. Quartal 2011/2012 |
|---|---|
| Firmenwert | 59 |
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte | 23 |
| Sachanlagen | 3 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 2 |
| Aktive latente Steuern | 6 |
| Vorräte | 1 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 13 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 1 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte | 2 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 7 |
| Insgesamt erworbene Vermögenswerte | 117 |
| Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen | 1 |
| Passive latente Steuern | 1 |
| Langfristige Finanzschulden | 1 |
| Kurzfristige Finanzschulden | 1 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 15 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 14 |
| Insgesamt übernommene Verbindlichkeiten | 33 |
| Erworbenes Reinvermögen | 84 |
| Nicht beherrschende Anteile | 0 |
| Kaufpreise | 84 |
| davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen | 76 |
02 Nicht fortgeführte Aktivitäten (Discontinued Operations) und Veräußerungsgruppen (Disposal Groups)
Im Rahmen des Programms zur Portfoliooptimierung und des im Mai 2011 beschlossenen Konzepts zur strategischen Weiterentwicklung wurden in 2009/2010 bzw. in 2010/2011 der Verkauf von Teilen der Business Area Marine Systems und die Abgabe der gesamten Business Area Stainless Global eingeleitet, die beide zum Stichtag noch nicht vollzogen sind. Der Verkauf von Teilen der Business Area Marine Systems erfüllt nicht die Voraussetzungen von IFRS 5 für den Ausweis einer nicht fortgeführten Aktivität. Damit werden die Aufwendungen und Erträge bis zum Zeitpunkt des Abgangs weiterhin im Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen. Die eingeleitete Abgabe der gesamten Business Area Stainless Global erfüllte hingegen erstmals zum 30. September 2011 die Kriterien für einen Ausweis als nicht fortgeführte Aktivität. Daher werden in der Berichtsperiode alle Aufwendungen und Erträge dieser Business Area separat in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Zeile „Nicht fortgeführte Aktivitäten (nach Steuern)“ ausgewiesen und der Vorperiodenausweis entsprechend angepasst. Sofern der Verkauf zum Stichtag der Berichtsperiode noch nicht abgeschlossen ist, werden die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Veräußerungsgruppe und der nicht fortgeführten Aktivität in der Bilanz der Berichtsperiode separat in den Zeilen „Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte“ bzw. „Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten“ ausgewiesen.
Im April 2010 wurde die Veräußerung von Teilen der Business Area Marine Systems eingeleitet. Die Transaktion umfasste den Verkauf der Blohm + Voss Shipyards GmbH, die im Schiffsneubau insbesondere von Megayachten tätig ist, und den Verkauf der Blohm + Voss Repair GmbH und der Blohm + Voss Industries GmbH, die Schiffsreparatur und Komponentenfertigung betreiben. Daneben waren die Fertigungskapazitäten für den zivilen Schiffbau der ehemaligen HDW Gaarden Bestandteil der Veräußerungsgruppe. In 2010/2011 wurde bereits der Abgang des zivilen Teils der ehemaligen HDW Gaarden vollzogen. Zusätzlich wurden auf Grund der Beendigung der Verhandlungen mit der Abu Dhabi MAR-Gruppe über die komplette Übernahme der zivilen Schiffbauaktivitäten sowie ein Joint Venture im Marine-Überwasserschiffbau zum 30. Juni 2011 zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte von 133 Mio € und Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten von 145 Mio € wieder den entsprechenden Bilanzpositionen zugeordnet. Zum 31. Dezember 2011 ist wie bereits zum 30. September 2011 der Verkauf der zivilen Bereiche von Blohm + Voss noch Bestandteil der Veräußerungsgruppe; dabei handelt es sich um den Yachtbau sowie das Reparatur- und Komponentengeschäft in Hamburg. Die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten führte zu Wertminderungsaufwendungen auf Firmenwerte von 125 Mio €, die in den sonstigen Aufwendungen ausgewiesen werden, sowie Wertminderungsaufwendungen auf sonstige immaterielle Vermögenswerte von 6 Mio € und auf Sachanlagen von 24 Mio €, die in den Umsatzkosten ausgewiesen werden.
Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Veräußerungsgruppe zum 31. Dezember 2011 sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:
| Mio € | 31.12.2011 |
|---|---|
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte | 6 |
| Sachanlagen | 26 |
| Aktive latente Steuern | 3 |
| Vorräte | 47 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 113 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 3 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte | 4 |
| Laufende Ertragsteueransprüche | 2 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 136 |
| Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte | 340 |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 45 |
| Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer | 4 |
| Sonstige langfristige Rückstellungen | 2 |
| Passive latente Steuern | 4 |
| Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 3 |
| Sonstige kurzfristige Rückstellungen | 17 |
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 6 |
| Kurzfristige Finanzschulden | 10 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 32 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 5 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 132 |
| Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten | 260 |
Die Veräußerung wurde zwischenzeitlich vollzogen.
Nicht fortgeführte Aktivität: Business Area Stainless Global
Im Rahmen des Konzepts zur strategischen Weiterentwicklung unter den wesentlichen Eckpunkten der Reduzierung der Konzernverschuldung, der Ermöglichung eines nachhaltigen Wachstums sowie der Schaffung von Werten und der Steigerung der Ertragskraft hat der Konzern im Mai 2011 eine Fokussierung des Portfolios und eine Trennung von Geschäften, für die alternative strategische Optionen tragfähiger sind, beschlossen.
Zum 30. September 2011 wurden daher als eine Maßnahme die gesellschaftsrechtlichen, organisatorischen und vertraglichen Voraussetzungen für eine zukünftige Eigenständigkeit der Business Area Stainless Global und somit für den erstmaligen Ausweis als nicht fortgeführte Aktivität im Konzern geschaffen. Die geplante Verselbstständigung soll als IPO, Spin-off oder Verkauf erfolgen und innerhalb von 18 Monaten ab Beschlussfassung durchgeführt werden.
In Verbindung mit der eingeleiteten Abgabe erfolgte zum 30. September 2011 die Bewertung der nicht fortgeführten Aktivität zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten auf Basis interner Berechnungen und Einschätzungen von Marktteilnehmern; hieraus resultierte ein Abwertungsaufwand von 510 Mio €. Davon entfielen 45 Mio € auf Firmenwerte, der restliche Abwertungsbetrag wurde auf die Sachanlagen verteilt. Der Aufwand ist im 4. Quartal 2010/2011 im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten enthalten.
Auf Basis des Vertrags mit Outokumpu über den geplanten Verkauf ergab sich hinsichtlich der Bewertung zum 31. Dezember 2011 ein Abwertungsaufwand in Höhe von 265 Mio €, der auf die Sachanlagen verteilt wurde. Der Aufwand wird im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten im 1. Quartal 2011/2012 ausgewiesen.
Für die Bewertung der Anteilskomponente an dem neuen Unternehmen wurde der Schlusskurs der Outokumpu Aktie vom 02. Februar 2012 zu Grunde gelegt. Bis zur endgültigen Feststellung der Wertverhältnisse am Tag des Vollzugs der Transaktion können erhebliche Wertschwankungen eintreten.
Die Ergebnisse der als nicht fortgeführte Aktivität klassifizierten Business Area Stainless Global stellen sich im 1. Quartal wie folgt dar:
| Mio € | 1. Quartal 2010/2011 | 1. Quartal 2011/2012 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 1.428 | 1.307 |
| Sonstige Erträge | 10 | 5 |
| Aufwendungen | – 1.429 | – 1.378 |
| Laufendes Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) | 9 | – 66 |
| Steuern vom Einkommen und Ertrag | 2 | 23 |
| Laufendes Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) | 11 | – 43 |
| Ergebnis aus Bewertungsanpassung (vor Steuern) | — | – 265 |
| Steuern vom Einkommen und Ertrag | — | — |
| Ergebnis aus Bewertungsanpassung aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) | 0 | – 265 |
| Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) | 11 | – 308 |
| Davon: | ||
| Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG | 10 | – 307 |
| Nicht beherrschende Anteile | 1 | – 1 |
Mit der Klassifizierung als nicht fortgeführte Aktivität werden langfristige Vermögenswerte nicht mehr planmäßig abgeschrieben; im 1. Quartal 2011/2012 sind daher Aufwendungen für planmäßige Abschreibungen von 46 Mio € entfallen.
Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der nicht fortgeführten Aktivität zum 31. Dezember 2011 sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:
| Mio € | 31.12.2011 |
|---|---|
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte | 26 |
| Sachanlagen | 1.644 |
| Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 12 |
| Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen | 16 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 2 |
| Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | 2 |
| Aktive latente Steuern | 145 |
| Vorräte | 1.888 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 648 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 26 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte | 97 |
| Laufende Ertragsteueransprüche | 16 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 71 |
| Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte | 4.593 |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 281 |
| Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer | 22 |
| Sonstige langfristige Rückstellungen | 82 |
| Passive latente Steuern | 117 |
| Langfristige Finanzschulden | 55 |
| Sonstige langfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 1 |
| Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer | 3 |
| Sonstige kurzfristige Rückstellungen | 56 |
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 18 |
| Kurzfristige Finanzschulden | 124 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1.342 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 102 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 125 |
| Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten | 2.328 |
03 Aktienbasierte Vergütung
Management Incentivepläne
Im 1. Quartal 2011/2012 resultieren aus den Management Incentiveplänen MTI und LTI auf Grund der rückläufigen Entwicklung des TKVA aus der Auflösung der Rückstellungen Erträge von 9,8 Mio € (1. Quartal 2010/2011: Aufwendungen von 3,4 Mio €); hiervon werden Erträge von 0,4 Mio € (1. Quartal 2010/2011: Aufwendungen von 0,2 Mio €) im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen.
Im September 2010 wurde die Ausgestaltung der variablen Vergütung der Mitglieder des Vorstands der ThyssenKrupp AG angepasst. Dementsprechend werden 25 % der für das jeweilige Geschäftsjahr gewährten Tantieme sowie 55 % des in Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Situation zusätzlich für das jeweilige Geschäftsjahr gewährten Bonuses verpflichtend in Wertrechte der ThyssenKrupp AG umgewandelt werden und erst nach Ablauf einer dreijährigen Sperrfrist auf Basis des Durchschnittskurses der ThyssenKrupp Aktie im 4. Quartal des 3. Geschäftsjahres in bar ausgezahlt werden. Im 3. Quartal 2010/2011 wurde die Ausgestaltung der variablen Vergütung für weitere ausgewählte Führungskräfte in der Form angepasst, dass 20 % der für das jeweilige Geschäftsjahr gewährten Tantieme verpflichtend in Wertrechte der ThyssenKrupp AG umgewandelt werden und erst nach Ablauf einer dreijährigen Sperrfrist auf Basis des Durchschnittskurses der ThyssenKrupp Aktie im 4. Quartal des 3. Geschäftsjahres in bar ausgezahlt werden. Aus dieser Vergütungskomponente enthält das Ergebnis des 1. Quartals 2011/2012 Aufwendungen von 0,1 (1. Quartal 2010/2011: 1,2) Mio €.
04 Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Auf Basis aktualisierter Zinssätze und Marktwerte des Planvermögens wurde bei sonst unveränderten Prämissen eine Neubewertung der Rückstellungen für Pensionen und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen zum 31. Dezember 2011 vorgenommen.
| Mio € | 30.09.2011 | 31.12.2011 |
|---|---|---|
| Pensionen | 6.007 | 6.245 |
| Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen | 1.080 | 1.190 |
| Sonstige pensionsähnliche Verpflichtungen | 210 | 176 |
| Umgliederung w/ Ausweis als Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten | – 357 | – 326 |
| Insgesamt | 6.940 | 7.285 |
Bei der Berechnung der Pensions- und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen wurden folgende Zinssätze (= gewichteter Durchschnitt) zu Grunde gelegt:
| in % | 30.09.2011 | 31.12.2011 | ||
|---|---|---|---|---|
| Deutschland | Übrige Länder | Deutschland | Übrige Länder | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Diskontierungssatz für Pensionen | 5,00 | 4,41 | 4,70 | 4,66 |
| Diskontierungssatz für Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen (nur USA) | — | 4,75 | — | 4,00 |
Die Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen setzen sich wie folgt zusammen:
| Mio € | 1. Quartal 2010/2011 | 1. Quartal 2011/2012 | ||
|---|---|---|---|---|
| Deutschland | Übrige Länder | Deutschland | Übrige Länder | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche | 20 | 9 | 19 | 8 |
| Zinsaufwand: Aufzinsung der bereits erworbenen Ansprüche | 62 | 26 | 67 | 23 |
| Erwarteter Kapitalertrag des Planvermögens | – 3 | – 28 | – 3 | – 25 |
| Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen | 79 | 7 | 83 | 6 |
Von den in der Tabelle angegebenen Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen in Deutschland in Höhe von 83 (1. Quartal 2010/2011: 79) Mio € und in den übrigen Ländern in Höhe von 6 (1. Quartal 2010/2011: 7) Mio € entfallen 3 (1. Quartal 2010/2011: 3) Mio € bzw. 0 (1. Quartal 2010/2011: 0) Mio € auf nicht fortgeführte Aktivitäten; diese Aufwendungen werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen.
Die Netto-Aufwendungen für Zuschussverpflichtungen für die Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre setzen sich wie folgt zusammen:
| Mio € | 1. Quartal 2010/2011 USA/Kanada | 1. Quartal 2011/2012 USA |
|---|---|---|
| Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche | 2 | 1 |
| Zinsaufwand: Aufzinsung der bereits erworbenen Ansprüche | 14 | 11 |
| Erwarteter Ertrag aus Erstattungsansprüchen | – 1 | – 1 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | – 2 | – 30 |
| Netto-Aufwendungen/(Erträge) der Zuschussverpflichtungen für Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre | 13 | – 19 |
05 Sonstige Verpflichtungen einschließlich schwebender Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche
Bürgschaften und Garantien
Die ThyssenKrupp AG sowie in Einzelfällen auch Tochtergesellschaften haben Bürgschaften oder Garantien zu Gunsten von Geschäftspartnern oder Kreditgebern ausgestellt. Die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Verpflichtungen zeigen Haftungsverhältnisse, bei denen der Hauptschuldner kein konsolidiertes Unternehmen ist:
| Mio € | Maximales Haftungsvolumen 31.12.2011 | Rückstellung 31.12.2011 |
|---|---|---|
| Anzahlungsgarantien | 365 | 1 |
| Gewährleistungs- und Vertragserfüllungsgarantien | 187 | 1 |
| Kreditaufträge | 50 | 0 |
| Restwertgarantien | 60 | 2 |
| Sonstige Haftungserklärungen | 41 | 0 |
| Insgesamt | 703 | 4 |
Grundlage für eine mögliche Inanspruchnahme durch den Begünstigten ist die nicht vertragskonforme Erfüllung von vertraglich eingegangenen Verpflichtungen durch den Hauptschuldner, wie z.B. nicht rechtzeitige oder nicht ordnungsgemäße Lieferung, Nichteinhaltung von zugesicherten Leistungsparametern oder nicht ordnungsgemäße Rückzahlung von Krediten.
Alle durch die ThyssenKrupp AG oder durch Tochtergesellschaften ausgestellten oder in Auftrag gegebenen Bürgschaften oder Garantien erfolgen im Auftrag und unter Rückhaftung des jeweiligen aus dem zu Grunde liegenden Vertragsverhältnis entsprechend verpflichteten Unternehmens (Hauptschuldner). Besteht die Rückhaftung gegen einen Hauptschuldner, an dem ganz oder teilweise ein konzernfremder Dritter beteiligt ist, so wird mit diesem grundsätzlich die Stellung zusätzlicher Sicherheiten in entsprechender Höhe vereinbart.
Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken
Die in den Business Areas Steel Europe und Steel Americas bestehenden langfristigen Lieferverträge für Eisenerz und Eisenerz-Pellets werden auf Grund der hohen Volatilität der Preisentwicklung für Eisenerz für die gesamte Vertragslaufzeit mit dem zum jeweiligen Berichtsstichtag gültigen Erzpreisen bewertet. Im Vergleich zum 30. September 2011 verringerten sich die Abnahmeverpflichtungen auf Grund der auf US-Dollar-Basis gesunkenen Erzpreise trotz des gegenläufig wirkenden schwächeren Euro um 3,3 Mrd € auf 25,1 Mrd €.
Schwebende Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche
ThyssenKrupp ist im Zusammenhang mit dem Erwerb und der Veräußerung von Unternehmen in gerichtliche, schiedsgerichtliche und außergerichtliche Auseinandersetzungen verwickelt, die zur Rückerstattung von Teilen des Kaufpreises oder zur Gewährung von Schadenersatz führen können. Aus verschiedenen Verträgen wie Bau-, Anlagenbau-, Liefer- und Leistungsverträgen werden von Vertragspartnern, Kunden, Konsortialpartnern und Subunternehmern Ansprüche erhoben. Bei einigen Rechtsstreitigkeiten haben sich die Ansprüche im Verlauf des Geschäftsjahres als unbegründet erwiesen, sind durch Vergleich beendet worden oder verjährt. Eine Reihe von Verfahren ist noch anhängig.
Darüber hinaus sind bei den sonstigen Verpflichtungen einschließlich schwebender Rechtsstreitigkeiten keine wesentlichen Veränderungen seit dem vorangegangenen Geschäftsjahresende eingetreten.
06 Derivative Finanzinstrumente
Die Nominalwerte und beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente des Konzerns stellen sich wie folgt dar:
| Mio € | Nominalwert 30.09.2011 | Beizulegender Zeitwert 30.09.2011 | Nominalwert 31.12.2011 | Beizulegender Zeitwert 31.12.2011 |
|---|---|---|---|---|
| Derivative Finanzinstrumente | ||||
| Aktiva | ||||
| Währungsderivate inklusive eingebettete Derivate | 4.429 | 136 | 4.662 | 165 |
| Zinsderivate* | 299 | 5 | 310 | 5 |
| Warenderivate | 511 | 78 | 326 | 43 |
| Insgesamt | 5.239 | 219 | 5.298 | 213 |
| Passiva | ||||
| Währungsderivate inklusive eingebettete Derivate | 5.489 | 275 | 3.638 | 210 |
| Zinsderivate* | 750 | 35 | 1.122 | 72 |
| Warenderivate | 384 | 68 | 422 | 70 |
| Insgesamt | 6.623 | 378 | 5.182 | 352 |
* inklusive Zins-/Währungsderivate
07 Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen (Related Parties)
Die Heitkamp & Thumann Group mit Sitz in Düsseldorf sowie die Heitkamp Baugruppe mit Sitz in Herne sind auf Grund der Tatsache, dass ein Mitglied des Aufsichtsrats maßgeblichen Einfluss auf die Gruppen hat, als nahe stehende Unternehmen des Konzerns einzustufen. Im 1. Quartal 2011/2012 hat der Konzern mit der Heitkamp & Thumann Group einen Umsatz in Höhe von 5,0 (1. Quartal 2010/2011: 5,1) Mio € aus dem Verkauf von Stahl- und Edelstahlwerkstoffen sowie aus der Erbringung von Industriedienstleistungen und mit der Heitkamp Baugruppe einen Umsatz von 0,1 (1. Quartal 2010/2011: 0,1) Mio € aus der Erbringung von Leistungen realisiert. Im gleichen Zeitraum wurden vom Konzern von der Heitkamp Baugruppe Leistungen in Höhe von 82 (1. Quartal 2010/2011: 4) Tsd € bezogen. Die Transaktionen erfolgten zu marktüblichen Konditionen. Zum 31. Dezember 2011 hatte der Konzern aus der Geschäftsbeziehung mit der Heitkamp & Thumann Group Forderungen von 2,1 (31. Dezember 2010: 1,1) Mio € sowie aus der Geschäftsbeziehung mit der Heitkamp Baugruppe Verbindlichkeiten von 0,1 (31. Dezember 2010: 0,1) Mio €.
08 Segmentberichterstattung
Die Segmentinformationen für das 1. Quartal 2010/2011 und das 1. Quartal 2011/2012 stellen sich wie folgt dar:
| Mio € | Steel Europe | Steel Americas | Materials Services | Elevator Technology | Plant Technology | Components Technology |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Quartal 2010/2011 | ||||||
| Außenumsätze | 2.444 | 74 | 3.129 | 1.298 | 881 | 1.595 |
| konzerninterne Umsätze | 514 | 12 | 182 | 1 | 16 | 4 |
| Umsatzerlöse gesamt | 2.958 | 86 | 3.311 | 1.299 | 897 | 1.599 |
| EBIT | 258 | – 378 | 85 | 171 | 107 | 127 |
| 1. Quartal 2011/2012 | ||||||
| Außenumsätze | 2.079 | 327 | 3.008 | 1.351 | 940 | 1.754 |
| konzerninterne Umsätze | 451 | 171 | 137 | – 3 | 3 | – 1 |
| Umsatzerlöse gesamt | 2.530 | 498 | 3.145 | 1.348 | 943 | 1.753 |
| EBIT | 102 | – 288 | 40 | 113 | 125 | 169 |
| Mio € | Marine Systems | Corporate | Stainless Global* | Konsolidierung | Konzern |
|---|---|---|---|---|---|
| 1. Quartal 2010/2011 | |||||
| Außenumsätze | 504 | 17 | 1.428 | 0 | 11.370 |
| konzerninterne Umsätze | 0 | 14 | 177 | – 920 | 0 |
| Umsatzerlöse gesamt | 504 | 31 | 1.605 | – 920 | 11.370 |
| EBIT | 46 | – 88 | 7 | – 62 | 273 |
| 1. Quartal 2011/2012 | |||||
| Außenumsätze | 366 | 6 | 1.307 | 0 | 11.138 |
| konzerninterne Umsätze | 0 | 29 | 131 | – 918 | 0 |
| Umsatzerlöse gesamt | 366 | 35 | 1.438 | – 918 | 11.138 |
| EBIT | – 116 | – 99 | – 321 | – 82 | – 357 |
* Nicht fortgeführte Aktivität
Nachfolgend werden die Überleitungsrechnungen der Umsatzerlöse und der Ertragskennzahl EBIT zum EBT aus fortgeführten Aktivitäten gemäß der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt:
| Mio € | 1. Quartal 2010/2011 | 1. Quartal 2011/2012 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse gemäß Segmentberichterstattung | 11.370 | 11.138 |
| - Umsatzerlöse Stainless Global | – 1.605 | – 1.438 |
| + Umsatzerlöse von Stainless Global mit Konzerngesellschaften | 177 | 131 |
| + Umsatzerlöse von Konzerngesellschaften mit Stainless Global | 78 | 65 |
| Umsatzerlöse gemäß Gewinn- und Verlustrechnung | 10.020 | 9.896 |
| Mio € | 1. Quartal 2010/2011 | 1. Quartal 2011/2012 |
|---|---|---|
| EBIT gemäß Segmentberichterstattung | 273 | – 357 |
| - Im EBIT eliminierte Abschreibungen auf aktivierte Bauzeitzinsen | – 9 | – 11 |
| + Finanzierungserträge | 227 | 314 |
| - Finanzierungsaufwendungen | – 352 | – 459 |
| - Bestandteile der Finanzierungserträge, die nach wirtschaftlicher Abgrenzung dem EBIT zugeordnet werden | – 3 | – 1 |
| + Bestandteile der Finanzierungsaufwendungen, die nach wirtschaftlicher Abgrenzung dem EBIT zugeordnet werden | 9 | 0 |
| EBT - Konzern | 145 | – 514 |
| - EBT Stainless Global | – 9 | 331 |
| EBT aus fortgeführten Aktivitäten gemäß Gewinn- und Verlustrechnung | 136 | – 183 |
09 Umsatzkosten
Die Umsatzkosten des 1. Quartals 2011/2012 enthalten Wertberichtigungen auf das Vorratsvermögen in Höhe von 19 Mio €, die im Wesentlichen die Business Areas Steel Europe und Steel Americas betreffen. Zum 30.09.2011 betrugen die Wertberichtigungen 232 Mio €. Darüber hinaus enthält das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten des 1. Quartals 2011/2012 Wertberichtigungen auf das Vorratsvermögen von 42 Mio €.
10 Ergebnis je Aktie
Das Ergebnis je Aktie („basic earnings per share“) berechnet sich wie folgt:
| 1. Quartal 2010/2011 | 1. Quartal 2011/2012 | |||
|---|---|---|---|---|
| Gesamtbetrag in Mio € |
Ergebnis je Aktie in € |
Gesamtbetrag in Mio € |
Ergebnis je Aktie in € |
|
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) | 132 | 0,29 | – 153 | – 0,30 |
| Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) | 10 | 0,02 | – 307 | – 0,59 |
| Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) | 142 | 0,31 | – 460 | – 0,89 |
| Gewichteter Durchschnitt der Aktien (in Stück) | 464.394.337 | 514.489.044 |
Ermittlung der für die Kalkulation des Ergebnisses je Aktie relevanten Aktienanzahl
Das Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des den Aktionären der ThyssenKrupp AG zurechenbaren Periodenüberschusses/ (-fehlbetrages) durch die Anzahl der durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien. Veräußerte oder zurückgekaufte Aktien während einer Periode werden zeitanteilig für den Zeitraum, in dem sie sich im Umlauf befinden, berücksichtigt.
In 2010/2011 erhöhte sich der gewichtete Durchschnitt der Aktien durch die Veräußerung eigener Anteile im Februar 2011 im Rahmen des rabattierten Aktienkaufs, durch die Veräußerung eigener Anteile im Mai 2011 im Rahmen des Belegschaftsaktienprogramms sowie durch den Verkauf eigener Anteile an vorwiegend institutionelle Investoren durch das „Accelerated Bookbuilding-Verfahren“ im Juli 2011.
In den dargestellten Berichtsperioden gab es keine Verwässerungseffekte.
11 Zusätzliche Informationen zur Konzern-Kapitalflussrechnung
Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition „Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente“ unter Berücksichtigung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, die die Veräußerungsgruppen einschließlich der nicht fortgeführten Aktivitäten betreffen.
Nicht zahlungswirksame Investitionstätigkeiten
Im 1. Quartal 2011/2012 ergab sich aus dem Erwerb und der Erstkonsolidierung von Gesellschaften ein Zugang von langfristigen Vermögenswerten von 62 (1. Quartal 2010/2011: 0) Mio €.
Der zahlungsunwirksame Zugang von Vermögenswerten aus Finance Lease betrug im 1. Quartal 2011/2012 1 (1. Quartal 2010/2011: 13) Mio €.
Nicht zahlungswirksame Finanzierungstätigkeiten
Im 1. Quartal 2011/2012 erfolgte durch den Erwerb und die Erstkonsolidierung von Gesellschaften ein Zugang von Brutto-Finanzschulden von 2 (1. Quartal 2010/2011: 0) Mio €.
12 Besondere Ereignisse nach dem Stichtag
Der Aufsichtsrat der ThyssenKrupp AG hat am 31. Januar 2012 zugestimmt, die Edelstahl-Aktivitäten des Konzerns mit dem finnischen Edelstahlhersteller Outokumpu Oyj zusammenzuführen. Auch das Board of Directors von Outokumpu hat seine Zustimmung gegeben. An dem neuen Unternehmen wird ThyssenKrupp einen Minderheitsanteil von 29,9 % halten. Der Zusammenschluss steht unter anderem unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die zuständigen Regulierungsbehörden. Bis zum Jahresende 2012 soll die Transaktion abgeschlossen werden.
Essen, den 13. Februar 2012
ThyssenKrupp AG
Der Vorstand
Hiesinger
Berlien
Claassen
Eichler
Kerkhoff
Labonte
Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht
An die ThyssenKrupp AG, Duisburg und Essen
Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung sowie ausgewählten Anhangangaben – und den Konzernzwischenlagebericht der ThyssenKrupp AG, Duisburg und Essen, für den Zeitraum vom 1. Oktober 2011 bis 31. Dezember 2011, die Bestandteile des Quartalsfinanzberichts nach § 37x Abs. 3 WpHG i.V.m. § 37w Abs. 2 WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.
Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen sowie ergänzend unter Beachtung des International Standard on Review Engagements 2410 (ISRE 2410) vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für die Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.
Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist.
Düsseldorf, den 13. Februar 2012
**KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Klaus Becker, Wirtschaftsprüfer
Michael Gewehr, Wirtschaftsprüfer