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thyssenkrupp AG — Interim / Quarterly Report 2010
Mar 18, 2011
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Interim / Quarterly Report
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Publication

ThyssenKrupp AG
Duisburg und Essen
Quartalsfinanzbericht vom 1. Oktober 2010 bis 31. Dezember 2010
Zwischenlagebericht
Überblick über den Geschäftsverlauf im Konzern
ThyssenKrupp – Aufwärtstrend im 1. Quartal 2010/2011 fortgesetzt
ThyssenKrupp ist gut in das neue Geschäftsjahr 2010/2011 gestartet. Mit konjunkturellem Rückenwind haben wir den Auftragseingang und den Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal spürbar ausgebaut und ein positives Ergebnis erwirtschaftet.
Auf Grund unserer Anstrengungen zu nachhaltigen Kosteneinsparungen hat sich die strukturelle Ertragskraft des Konzerns mittlerweile erheblich verbessert: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) erreichte in den ersten drei Monaten des neuen Geschäftsjahres 273 Mio € nach 353 Mio € im Vorjahr. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass das Ergebnis im 1. Quartal des laufenden Jahres erheblich stärker von dem negativen Ergebnisbeitrag der Business Area Steel Americas in Höhe von −378 Mio € (Vorjahr: −71 Mio €) belastet war, der infolge der Anlaufverluste der neuen Stahlwerke eintrat. Daneben war das Vorjahresergebnis durch Sondereffekte in Höhe von 76 Mio € positiv beeinflusst. Das Bereinigte EBIT lag trotz der deutlich höheren Ergebnisbelastungen durch die Business Area Steel Americas mit 273 Mio € auf Vorjahresniveau. Alle Business Areas, mit Ausnahme von Steel Americas, haben einen positiven Ergebnisbeitrag geleistet. Mit diesem Quartalsergebnis sind wir auf gutem Weg, unsere anspruchsvollen Ziele für das Geschäftsjahr 2010/2011 zu erreichen.
Zu Beginn des Berichtsjahres hat ThyssenKrupp die Unternehmenssteuerung auf die Ertragskennzahl EBIT umgestellt; Erläuterungen finden sich hierzu im Lageberichtskapitel „Ertragskennzahl EBIT – Weiterentwicklung des wertortientierten Managements“.
Wesentliche Kennzahlen für das 1. Quartal 2010/2011:
· Der Auftragseingang erhöhte sich im Vergleich zum 1. Quartal des vorangegangenen Geschäftsjahres um 21 % auf 11,3 Mrd €.
· Der Umsatz stieg um 22 % auf 11,4 Mrd €.
· Das EBITDA erreichte 645 Mio € nach 683 Mio € im Vorjahr.
· Das EBIT lag mit 273 Mio € unter dem Vorjahreswert von 353 Mio €, der durch Sondereffekte in Höhe von 76 Mio € positiv beeinflusst war. Im Berichtsquartal bestanden keine Sondereffekte.
· Das Bereinigte EBIT betrug 273 Mio € und lag damit trotz des deutlich negativeren Ergebnisbeitrags der Business Area Steel Americas in Höhe von −378 Mio € (Vorjahr: −71 Mio €) auf Vorjahresniveau.
· Das EBT verminderte sich auf 145 Mio € nach 313 Mio € im Vorjahr.
· Das Bereinigte EBT betrug, da keine Sondereffekte vorlagen, ebenfalls 145 Mio €; im Vorjahr belief sich der Wert auf 237 Mio €.
· Das Ergebnis je Aktie lag bei 0,31 € nach 0,35 € im Vorjahr.
· Die Netto-Finanzschulden beliefen sich zum 31. Dezember 2010 auf 5.814 Mio €, eine Zunahme um 2.034 Mio € gegenüber dem 30. September 2010, als Netto-Finanzschulden in Höhe von 3.780 Mio € bestanden. Die Zunahme der Netto-Finanzschulden ist ganz wesentlich auf den hohen Finanzbedarf im Zuge der Investitionen für die neuen Stahl- und Edelstahlwerke in Brasilien und den USA sowie den Aufbau des Net Working Capital (NWC) für deren Hochlauf zurückzuführen. Zusätzlich erforderte die deutlich gestiegene Nachfrage unserer Kunden einen entsprechenden Aufbau von Vorräten, mit denen wir die Nachfrage auch in den Folgeperioden bedienen. Nicht zuletzt wirkten sich dabei die mittlerweile erheblich gestiegenen Rohstoffpreise erhöhend auf das NWC aus. Am 31. Dezember 2009 betrugen die Netto-Finanzschulden 2.130 Mio €.
Weltwirtschaft erholt
Die Weltwirtschaft hat sich spürbar erholt. Nach dem Rückgang um knapp 1 % im Jahr 2009 dürfte das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2010 um 4,6 % gewachsen sein. Die Impulse seitens der expansiven Geld- und Fiskalpolitik vieler Länder sowie vom kräftig anziehenden Welthandel haben sich schneller und nachhaltiger als erwartet ausgewirkt. In der 2. Jahreshälfte konnte das Wachstumstempo nicht ganz gehalten werden.
Die Konjunkturentwicklung im Euro-Raum wies im vergangenen Jahr zwischen den einzelnen Ländern erhebliche Unterschiede aus. Infolge der Verschuldungskrise und fallender Immobilienpreise hat die Wirtschaft in einigen Euro-Ländern stagniert oder war rückläufig. Insgesamt blieb das Wachstum im Euro-Raum mit 1,7 % verhalten. Mit 3,6 % war der BIP-Zuwachs in Deutschland dagegen mehr als doppelt so stark. Hohe Wachstumsbeiträge lieferten die Exporte und die Ausrüstungsinvestitionen, aber auch vom privaten Verbrauch gingen angesichts der erfreulichen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt positive Impulse aus.
Mit einem BIP-Plus von 2,9 % hat sich die US-Wirtschaft 2010 erholt. Konjunkturbremsend wirkten die anhaltend schwache Bauwirtschaft sowie geringe öffentliche Investitionen; der private Verbrauch entwickelte sich besser als angenommen, zeigte auf Grund der weiterhin hohen Arbeitslosigkeit aber nur wenig Dynamik. Nach der schwachen Entwicklung zur Jahresmitte zeigte das Schlussquartal 2010 wieder ein höheres Wachstum. Dagegen hat die Konjunkturentwicklung in Japan wegen der nachlassenden Exportdynamik gegen Jahresende an Schwung verloren.
Positive Impulse kamen erneut von den Schwellenländern. China verzeichnete 2010 auf Grund vielfältiger Konjunkturprogramme ein Wachstum von rund 10 %. Indiens Wachstumsdynamik hat sich auf gut 9 % beschleunigt. Auch die brasilianische und die russische Wirtschaft sind wieder auf einen Expansionskurs zurückgekehrt.
In den für ThyssenKrupp wichtigen Branchen ergaben sich folgende Entwicklungen:
· Die internationalen Stahlmärkte präsentierten sich in recht stabiler Verfassung. Die Weltrohstahlerzeugung übertraf auch im Schlussquartal 2010 die vergleichbaren Vorjahresvolumina. Im Gesamtjahr lag die Produktion mit 1,4 Mrd t um 15 % über der 2009 erzeugten Menge. Während in den Industrieländern die Vorkrisenniveaus noch nicht wieder erreicht wurden, verzeichneten die meisten Schwellenländer neue Produktionsrekorde. Die chinesische Rohstahlproduktion stieg 2010 um 9 % auf 627 Mio t. In Deutschland konnte dank der kräftigen konjunkturellen Erholung die Erzeugung um 34 % auf fast 44 Mio t Rohstahl gesteigert werden; hier erreichte die Kapazitätsauslastung der Stahlindustrie im Jahresdurchschnitt wieder 84 %. Die EU-Produktion nahm um 25 % auf 173 Mio t zu.
Auf dem europäischen Qualitätsflachstahlmarkt hat die Nachfrage nach einer vorübergehend ruhigeren Phase in den Sommermonaten im Schlussquartal 2010 wieder kräftig angezogen. Die europäischen Produzenten verzeichneten ab November einen deutlichen Anstieg ihrer Auftragseingänge, insbesondere aus der EU. Die wieder bessere Beschäftigung vor allem bei Automobilherstellern und ihren Zulieferern, aber auch in anderen Sektoren der Investitionsgüterindustrie ließ den Stahlbedarf spürbar steigen. Teilweise dürfte eine sich abzeichnende Aufwärtsbewegung der Stahlpreise die Nachfrage zusätzlich forciert haben. Seit Dezember tendieren die Preise auf dem europäischen Spotmarkt, die in den nachfrageschwächeren Sommermonaten nachgegeben hatten, überwiegend nach oben. Dabei sind die realisierten und zukünftigen Preiserhöhungen wesentlich durch den zunehmenden Druck bei den Rohstoffkosten verursacht. Günstig wirkte sich überdies aus, dass die Importe aus Drittländern auch zum Jahresende relativ niedrig blieben und einige europäische Anbieter Produktionskürzungen verzeichneten. Eine ähnliche Entwicklung kennzeichnete die Lage auf dem US‑amerikanischen Markt für Qualitätsflachstahlprodukte. Hier setzte die Preiswende bereits im November ein; massiver Kostendruck war der primäre Auslöser für die Preiserhöhungen, die deutlich über die in Europa erreichten hinausgingen. Die Nachfrage blieb zunächst noch verhalten, obwohl sich die konjunkturelle Erholung gegen Jahresende beschleunigte.
· Der Markt für rost-, säure- und hitzebeständige Edelstahlflachprodukte hat sich weiter erholt. Die globale Nachfrage stieg 2010 um 20 % auf über 16 Mio t und hat damit das Vorkrisenniveau übertroffen. China verzeichnete ein Wachstum von 7 %. In Nordamerika und Westeuropa nahm die Nachfrage nach dem tiefen Einbruch im Jahr zuvor um 24 % bzw. 25 % zu. Positiv wirkten sich sowohl die Nachdispositionen des Handels als auch ein steigender Bedarf verschiedener Endverbrauchersegmente aus. Auch gegen Jahresende blieben die Lagerbestände im Handel auf einem geringen Stand.
Der Basispreis für Edelstahl verharrte in Westeuropa und in Deutschland im gesamten Jahr 2010 auf einem niedrigen Niveau. Seit Jahresmitte sind hingegen infolge der Nickelpreisentwicklung die Legierungszuschläge gestiegen. Ähnlich war die Preisentwicklung in den USA. In China gaben die Preise Mitte des Jahres 2010 nach und verzeichneten seitdem einen leichten Anstieg. Auf Grund des insgesamt aber niedrigeren chinesischen Preisniveaus wurde sowohl der europäische als auch der amerikanische Markt durch hohe Importe aus dem asiatischen Raum belastet.
Die Nachfrage nach Nickellegierungen und Titanprodukten hat sich spürbar erholt. Sowohl vom Industrie- als auch vom Luftfahrtbereich gingen wieder deutlich positive Impulse aus.
· Die internationale Automobilindustrie zeigte sich nach der tiefen Rezession 2009 merklich erholt. Weltweit stieg 2010 die Fahrzeugproduktion um 20 % auf 69 Mio Personen- und leichte Nutzfahrzeuge. Damit konnte die Branche früher als erwartet wieder das Vorkrisenniveau erreichen. Besonders kräftig war die Belebung in Nordamerika. In den USA nahm die Produktion um 36 % auf fast 7,6 Mio Fahrzeuge zu und in Mexiko um 47 % auf 2,2 Mio Fahrzeuge. In China haben sich die zuvor sehr hohen Zuwachsraten nur leicht zurückgebildet: Dort wurden im vergangenen Jahr 14,9 Mio Fahrzeuge produziert, 25 % mehr als im Jahr zuvor. Auch die übrigen asiatischen Länder zeigten weiterhin ein hohes Produktionstempo. Verhalten blieb dagegen das Wachstum in Brasilien.
In Westeuropa rollten 2010 auf Grund der gestiegenen Exporte 14,2 Mio Fahrzeuge vom Band, 10 % mehr als im Jahr zuvor. Auch in Deutschland waren die Automobilwerke wegen der kräftigen Auslandsnachfrage wieder gut ausgelastet. Trotz rückläufiger Neuzulassungen wuchs die Produktion um 11 % auf 5,7 Mio Personen- und leichte Nutzfahrzeuge. Sehr positiv entwickelte sich auch der Markt für schwere Nutzfahrzeuge.
· Die internationalen Maschinenbaumärkte waren im abgelaufenen Jahr wieder aufwärts gerichtet. Auch 2010 setzte der chinesische Maschinenbau sein hohes Wachstumstempo fort. Die USA, Japan und die meisten europäischen Länder konnten die zuvor erlittenen tiefen Einbrüche 2010 teilweise wieder wettmachen.
Erfreulich war die Entwicklung im deutschen Maschinenbau. Die starke Exportnachfrage, aber auch höhere Bestellungen aus dem Inland führten zu einem kräftigen Anstieg der Auftragseingänge, und die Produktion legte um 6 % zu. Mit zuletzt rund 84 % lag die Kapazitätsauslastung wieder auf dem langjährigen Durchschnittsniveau. In den letzten Monaten 2010 hatte die Nachfrage nach Aufzügen und Fahrtreppen spürbar zugenommen. Auch im deutschen Großanlagenbau hat sich im Jahresverlauf die positive Vergabetendenz fortgesetzt.
· Weniger günstig entwickelte sich die Bauindustrie. Lediglich einige Schwellenländer wie China, Indien und Brasilien verzeichneten höhere Wachstumsraten. In den Industrieländern gab die Bautätigkeit zumeist weiter nach. Allenfalls Stabilisierungstendenzen auf niedrigem Niveau waren 2010 in den USA zu erkennen. Weiterhin rückläufig verlief die Baukonjunktur auch in Westeuropa. Die deutsche Bauwirtschaft konnte dabei wegen des sich erholenden Wohnungsbaus und des nur leicht expandierenden gewerblichen Baus ein Plus von 0,5 % erzielen.
Auftragseingang und Umsatz spürbar gestiegen
Das wieder verbesserte gesamtwirtschaftliche Umfeld hat sich positiv auf die Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen von ThyssenKrupp ausgewirkt. Die Auftragslage hat sich ebenso wie die Umsatzentwicklung spürbar verbessert. Damit kehren wir wieder auf unseren langfristigen Wachstumspfad zurück, ohne allerdings die Vorkrisenniveaus bisher erreicht zu haben.
| ThyssenKrupp in Zahlen | |||
|---|---|---|---|
| 1. Quartal 2009/2010 | 1. Quartal 2010/2011 | ||
| --- | --- | --- | --- |
| Auftragseingang | Mio € | 9.328 | 11.260 |
| Umsatz | Mio € | 9.351 | 11.370 |
| EBITDA | Mio € | 683 | 645 |
| EBIT | Mio € | 353 | 273 |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 277 | 273 |
| EBT | Mio € | 313 | 145 |
| Bereinigtes EBT | Mio € | 237 | 145 |
| Investitionen | Mio € | 777 | 778 |
| Mitarbeiter | 31.12. | 174.763 | 178.291 |
Der Auftragseingang hat im 1. Quartal 2010/2011 im Vergleich zum Vorjahr Fahrt aufgenommen. Die Bestellungen legten um 21 % auf 11,3 Mrd € zu. Dazu haben mit Ausnahme von Plant Technology alle Business Areas beigetragen. Besonders lebhaft war die Nachfrage nach Qualitätsflachstahl und Edelstahl sowie nach Komponenten für die Automobilindustrie.
Der Umsatz stieg im gleichen Zeitraum um 22 % auf 11,4 Mrd €. Im Anlagenbau war der Umsatz abrechnungsbedingt rückläufig. Hohe Zuwächse gab es dagegen – ähnlich der Entwicklung beim Auftragseingang – im Geschäft mit Qualitätsflachstahl, Edelstahl und industriellen Komponenten.

Ergebnis vor Zinsen und Steuern bei 273 Mio €
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) des Konzerns erreichte in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres 273 Mio € und lag damit unter dem Vorjahreswert von 353 Mio €. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Vorjahreswert durch Sondereffekte von im Saldo insgesamt 76 Mio € positiv beeinflusst wurde. Erträgen von 81 Mio € aus der Veräußerung von ThyssenKrupp Industrieservice und ThyssenKrupp Safway der Business Area Materials Services standen Restrukturierungsaufwendungen von 5 Mio € bei Marine Systems gegenüber.

Das Bereinigte EBIT lag mit 273 Mio € nahezu auf dem Vorjahresniveau – trotz des infolge der Anlaufverluste deutlich negativeren Ergebnisbeitrags der Business Area Steel Americas in Höhe von −378 Mio € (Vorjahr: −71 Mio €). Im Berichtsquartal traten keine Sondereffekte ein. Das Konzernergebnis für das 1. Quartal 2010/2011 verdeutlicht, dass ThyssenKrupp die strukturelle Ertragskraft erheblich verbessert hat. Bis auf Steel Americas erzielten alle Business Areas ein positives EBIT und konnten ihr Ergebnis, mit Ausnahme von Plant Technology, gegenüber dem Vorjahresquartal zum Teil beträchtlich ausweiten. Der negative Ergebnisbeitrag der Business Area Steel Americas, verursacht durch Anlaufkosten und Abschreibungen, war um 307 Mio € höher als im Vergleichsquartal des Vorjahres.
| Bereinigte Sondereffekte in Mio € | ||
|---|---|---|
| 1. Quartal 2009/2010 | 1. Quartal 2010/2011 | |
| --- | --- | --- |
| EBIT | 353 | 273 |
| +/- Veräußerungsverluste/-gewinne | – 81 | 0 |
| + Restrukturierungsaufwendungen | 0 | 0 |
| + Wertminderungsaufwendungen (Impairment-Abschreibungen) | 0 | 0 |
| + Weitere nicht operative Aufwendungen | 5 | 0 |
| - Weitere nicht operative Erträge | 0 | 0 |
| Bereinigtes EBIT | 277 | 273 |
Analyse der Gewinn- und Verlustrechnung
Die Umsatzerlöse lagen im 1. Quartal 2010/2011 mit 11.370 Mio € um 2.019 Mio € oder 22 % über dem Wert für das entsprechende Vorjahresquartal. Gleichzeitig erhöhten sich die Umsatzkosten um 1.937 Mio € oder 25 % überproportional zum Umsatzanstieg. Hierzu trugen insbesondere höhere Materialaufwendungen als Folge der Rohstoffpreissteigerungen bei. Das Brutto-Ergebnis vom Umsatz verbesserte sich um 6 % auf 1.555 Mio €, verbunden mit einer von 16 % auf 14 % verminderten Brutto-Umsatzmarge.
Die Zunahme der Vertriebskosten um 45 Mio € resultierte insbesondere aus gestiegenen Personalaufwendungen (9 Mio €) sowie aus umsatzbedingt erhöhten Aufwendungen für Verkaufsfrachten und Verkaufsversicherungen (26 Mio €). Die allgemeinen Verwaltungskosten lagen mit 595 Mio €, ohne dass sich hier besondere Einflüsse ergaben, auf dem Niveau des Vorjahresquartals.
Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge um 14 Mio € betraf mit 16 Mio € im Berichtszeitraum erzielte Erträge aus dem Verkauf von Sachanlagen in der Business Area Steel Americas.
Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 17 Mio € beruhte insbesondere auf nicht aktivierungsfähigen Aufwendungen für noch nicht in Betrieb genommene Aggregate in Höhe von 61 Mio € im Zusammenhang mit den Großprojekten in Brasilien und den USA. Gegenläufig wirkte die Auflösung von Rückstellungen für Risiken aus der Rückerstattung von Anzahlungen in Höhe von 43 Mio € in der Business Area Marine Systems als Folge der vertraglichen Einigung mit Griechenland über die Neuordnung der U-Boot-Aufträge.
Die Abnahme des Ergebnisses aus dem Verkauf konsolidierter Unternehmen um 90 Mio € betraf hauptsächlich den Wegfall der im Vorjahresquartal enthaltenen Erträge aus der Veräußerung von ThyssenKrupp Industrieservice und ThyssenKrupp Safway.
Die Verschlechterung des Finanzergebnisses um 93 Mio € betraf hauptsächlich das innerhalb des sonstigen Finanzergebnisses erfasste Kursergebnis aus Finanztransaktionen, das sich um 69 Mio € verminderte.
Der Steueraufwand ging um 74 Mio € zurück. Dies ist insbesondere im Zusammenhang mit der Belastung der Steuerquote im Vorjahresquartal auf Grund der Veräußerung von Unternehmen zu sehen. Insoweit verringerte sich die effektive Steuerbelastung um 7 Prozentpunkte von 38 % auf 31 % für das Berichtsquartal.
Nach Berücksichtigung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ergab sich im Berichtszeitraum ein gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal um 94 Mio € auf 101 Mio € verminderter Periodenüberschuss.
Auf die nicht beherrschenden Anteile entfiel ein Periodenverlust von 41 Mio €; im Vorjahresquartal wurde hier ein Gewinn von 31 Mio € erfasst. Die insgesamt eingetretene Verschlechterung um 72 Mio € betraf im Wesentlichen die Ergebnisentwicklung bei ThyssenKrupp CSA.
Unter Einbezug der Periodenergebnisse, die auf nicht beherrschende Anteile entfallen, verminderte sich das Ergebnis je Aktie im 1. Quartal 2010/2011 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreswert um 0,04 € auf 0,31 €.
Ertragskennzahl EBIT – Weiterentwicklung des wertorientierten Managements
ThyssenKrupp hat zu Beginn des Geschäftsjahres 2010/2011 die Unternehmenssteuerung auf die Ertragskennzahl EBIT umgestellt, während zuvor das EBT maßgeblich war. Dadurch richten wir die Steuerung des Konzerns noch konsequenter an den durch das operative Management beeinflussbaren Erfolgsgrößen aus. Faktoren, die sich nur im Konzernverbund optimieren und beurteilen lassen – insbesondere sind dies das nicht operative Finanzergebnis und die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag – bleiben bei der Beurteilung der operativen Einheiten außer Betracht. Ein weiterer Vorteil einer auf EBIT basierenden Steuerung liegt darin, dass das EBIT die für die Ermittlung des ThyssenKrupp Value Added (TKVA) relevante Erfolgsgröße darstellt. Auf diese Weise sind die operative Steuerung und das Wertmanagement optimal verzahnt.
Im Zusammenhang mit der Einführung der EBIT-Steuerung haben wir die Definitionen des EBIT und des Capital Employed – eingesetztes verzinsliches Kapital – angepasst. Dabei wurde die Einteilung des Finanzergebnisses in operative und nicht operative Bestandteile geändert. Das EBIT enthält lediglich die Bestandteile des Finanzergebnisses, die operativen Charakter haben. Nicht operativen Charakter haben die Zinserträge, die Zinsaufwendungen und der weit überwiegende Teil des Sonstigen Finanzergebnisses. Aus den Anpassungen resultiert unter anderem, dass der innerhalb der Zinsaufwendungen berücksichtigte Ergebniseffekt aus der Aktivierung von Bauzeitzinsen nicht mehr Bestandteil des EBIT ist. Dementsprechend umfasst das EBIT auch nicht mehr die Abschreibungen auf aktivierte Bauzeitzinsen. Das Capital Employed wurde entsprechend der geänderten Definition des EBIT ebenfalls hinsichtlich seiner operativen Bestandteile angepasst.
Die Anpassung des EBIT und des Capital Employed findet sich in der Berichterstattung auch auf der Ebene der Business Areas wieder. Dabei berücksichtigen wir, dass der Erhalt von Anzahlungen insbesondere in den Business Areas mit langfristigen Fertigungsaufträgen ein integraler Bestandteil des Risikomanagements – zur Vermeidung von Ausfallrisiken auf Kundenseite – und damit des operativen Geschäfts ist. Um diese Anzahlungen bzw. die damit erzielbaren Zins- und Finanzierungseffekte adäquat im Wertmanagement zu berücksichtigen, wird das EBIT der entsprechenden Business Areas um einen kalkulatorischen Ergebnisbeitrag erhöht, der sich aus der Verzinsung des durchschnittlichen Nettoanzahlungsüberschusses – d.h. im Wesentlichen die Differenz aus von Kunden erhaltenen und an Zulieferer gewährten Anzahlungen – mit den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkostensätzen der Business Areas ergibt. Analog dazu wird bei den Business Areas das in den TKVA eingehende Capital Employed ebenfalls um die Nettoanzahlungsüberschüsse erweitert. Da die Nettoanzahlungsüberschüsse zwischen den Business Areas verwendet werden, sind die positiven kalkulatorischen Ergebnisbeiträge im EBIT sowie Erhöhungen des Capital Employed auf der Konzernebene in der Konsolidierung wieder zu eliminieren; sie treten damit in den Kennzahlen für den Konzern nicht mehr auf.
Netto-Finanzschulden und Investitionen
Die Netto-Finanzschulden beliefen sich zum 31. Dezember 2010 auf 5.814 Mio €, eine Zunahme um 2.034 Mio € gegenüber dem 30. September 2010, als Netto-Finanzschulden in Höhe von 3.780 Mio € bestanden. Die Zunahme der Netto-Finanzschulden ist ganz wesentlich auf den hohen Finanzbedarf im Zuge der Investitionen für die neuen Stahl- und Edelstahlwerke in Brasilien und den USA sowie den Aufbau des Net Working Capital (NWC) für deren Hochlauf zurückzuführen. Zusätzlich erforderte die deutlich gestiegene Nachfrage unserer Kunden einen entsprechenden Aufbau von Vorräten, mit denen wir die Nachfrage auch in den Folgeperioden bedienen. Nicht zuletzt wirkten sich dabei die mittlerweile erheblich gestiegenen Rohstoffpreise erhöhend auf das NWC aus. Am 31. Dezember 2009 betrugen die Netto-Finanzschulden 2.130 Mio €.

Im 1. Quartal 2010/2011 investierte ThyssenKrupp insgesamt 778 Mio € und lag damit auf dem Niveau des Vorjahres. Hiervon wurden 713 Mio € für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte ausgegeben; auf den Erwerb von Unternehmen und Beteiligungen sowie auf andere finanzielle Vermögenswerte entfielen 65 Mio €. Ohne die Großprojekte in Brasilien und den USA betrugen die Investitionen 249 Mio € gegenüber 295 Mio € im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.
Aktuelle Emittenten-Ratings
ThyssenKrupp verfügt seit 2001 über Emittenten-Ratings der Rating-Agenturen Moody’s und Standard & Poor’s sowie seit 2003 von Fitch. Im 1. Quartal 2009/2010 hatte Standard & Poor’s unser Langfrist-Rating auf BB+ heruntergestuft, womit der Konzern bei dieser Rating-Agentur den Investment-Grade-Status verlor. Bei Moody’s und Fitch befindet sich unser Rating dagegen weiterhin im Investment-Grade-Bereich.
Derzeit wird die Kreditwürdigkeit von ThyssenKrupp wie folgt bewertet:
| Langfrist-Rating | Kurzfrist-Rating | Ausblick | |
|---|---|---|---|
| Standard & Poor’s | BB+ | B | stabil |
| Moody’s | Baa3 | Prime–3 | stabil |
| Fitch | BBB- | F3 | stabil |
Geschäftsverlauf in den Business Areas
Steel Europe
| Steel Europe in Zahlen | |||
|---|---|---|---|
| 1. Quartal 2009/2010 | 1. Quartal 2010/2011 | ||
| --- | --- | --- | --- |
| Auftragseingang | Mio € | 2.500 | 2.929 |
| Umsatz | Mio € | 2.281 | 2.958 |
| EBIT | Mio € | 127 | 258 |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 127 | 258 |
| Mitarbeiter | 31.12. | 35.582 | 34.204 |
Die Business Area Steel Europe bündelt die Qualitätsflachstahlaktivitäten des Konzerns vor allem im europäischen Markt. Als größter Umsatzträger beliefert die Operating Unit ThyssenKrupp Steel Europe den Markt direkt mit hochwertigen Qualitätsflachstahlerzeugnissen. Weißblech, Elektroband und beispielsweise Tailored Blanks werden von der Operating Unit Processing hergestellt, die überwiegend in nachgeschalteten Produktionsbereichen tätig ist und das Vormaterial von ThyssenKrupp Steel Europe erhält.
Umsatz und Gewinn erhöht
Die Business Area Steel Europe weitete ihr Geschäft im 1. Quartal 2010/2011 in einem sich weiter erholenden Markt signifikant aus. Gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum erhöhte sich der mengenmäßige Auftragseingang um 5 % auf 3,1 Mio t; wertmäßig nahm er um 17 % auf 2,9 Mrd € zu. Dies war bei nur moderat gestiegenen Bestellmengen, die bereits im Vorjahresquartal wieder auf relativ hohem Niveau gelegen hatten, vor allem auf die höheren Preise zurückzuführen. Der Umsatz wurde um 30 % auf knapp 3,0 Mrd € gesteigert. Dazu haben insbesondere der um 24 % auf 3,1 Mio t gestiegene Versand und zu einem geringeren Anteil auch höhere Durchschnittspreise beigetragen.
Vor dem Hintergrund der wieder günstigeren Marktentwicklung und der realisierten Kostensenkungen wuchs auch das Ergebnis spürbar. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) hat sich verdoppelt und erreichte 258 Mio €. Die Operating Units erzielten positive Ergebnisse.
Die Unternehmen der Business Area beschäftigten am 31. Dezember 2010 insgesamt 34.204 Mitarbeiter, 1.378 weniger als ein Jahr zuvor. Der Personalabbau resultierte im Wesentlichen aus der Fortführung des Programms 20/10.
Entwicklung der Operating Units
Durch höhere Mengen und Erlöse konnte die Operating Unit ThyssenKrupp Steel Europe das Geschäft ausweiten. Die Beschäftigungssituation in der Automobil- und Zulieferindustrie, die sich im Vergleich mit dem Vorjahr spürbar verbessert hat, ließ die Versandmengen an Automobilkunden steigen. Aber auch bei den Kunden unseres Vertriebsbereichs Industrie – das sind die nicht dem Automobilsektor zugeordneten stahlverarbeitenden Branchen – lagen Nachfrage und Versand höher. Der Maschinenbau und die metallverarbeitende Industrie waren vor allem in Deutschland wieder gut ausgelastet. Rückläufig im Vergleich zum Vorjahr war dagegen unser Absatz an die Rohrindustrie und, nicht zuletzt witterungsbedingt, an das Baugewerbe. Vor dem Hintergrund des insgesamt verbesserten Marktumfelds steigerte die Operating Unit das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) erheblich. Die Rohstahlerzeugung einschließlich der Zulieferungen von den Hüttenwerken Krupp Mannesmann lag im 1. Quartal 2010/2011 bei 3,5 Mio t. Das waren 20 % mehr als im Vorjahresquartal, in dem als Folge der Krise zwei Hochöfen noch vorübergehend stillgesetzt waren und Kurzarbeit verfahren werden musste. Die Metallurgiestufe war wieder voll ausgelastet. Auch in den nachgeschalteten Produktionsanlagen hat sich die Kapazitätsauslastung im Rahmen der begrenzten Rohstahlverfügbarkeit weiter normalisiert. Die tendenziell noch leicht angespannte Vormaterialsituation wird sich mit den zusätzlichen Brammenlieferungen von ThyssenKrupp CSA aus Brasilien im Verlauf des Geschäftsjahres auflösen.
Alle in der Operating Unit Processing gebündelten Weiterverarbeitungsaktivitäten erwirtschafteten einen höheren Umsatz als im Vorjahr; insgesamt stieg auch das Ergebnis (EBIT) deutlich.
Bei Weißblech, das mit rund einem Viertel am Gesamtumsatz von Processing beteiligt ist, war das Geschäftsvolumen im Wesentlichen mengenbedingt höher als in der Vergleichsperiode. Im Berichtsquartal erfolgten erste Abschlüsse mit Kunden, die den rohstoffbedingt gestiegenen Vormaterialpreisen Rechnung tragen. Das Mittelbandgeschäft bei Hoesch Hohenlimburg erhöhte den Umsatz dank der weiterhin guten Beschäftigung in der Automobilzuliefer- und Kaltwalzindustrie spürbar, was auf gestiegene Mengen und verbesserte Erlöse zurückzuführen war. Der Umsatz mit Elektroband konnte bei einem wieder deutlich höheren Versand gesteigert werden. Die Erlöse gaben jedoch auf breiter Front nach; insbesondere bei kornorientiertem Elektroband hat sich der Wettbewerb infolge zunehmender Überkapazitäten erheblich verschärft. Bei Grobblech waren neben Mengensteigerungen auch höhere Erlöse maßgeblich für die Umsatzausweitung.
Tailored Blanks profitierte von höheren Abrufen der Automobilindustrie: Der Umsatz hat sich sowohl mengen- als auch erlösbedingt erhöht. Auch das Metal-Forming-Geschäft erhielt daraus positive Impulse und konnte den Umsatz steigern. Die Gespräche mit potenziellen Interessenten über die Veräußerung des Bereichs dauern an. Bei Color/Construction nahm das Geschäftsvolumen ebenfalls zu. Dabei wurde der leicht rückläufige Versand durch geringfügig höhere Erlöse kompensiert.
Steel Americas
| Steel Americas in Zahlen | |||
|---|---|---|---|
| 1. Quartal 2009/2010 | 1. Quartal 2010/2011 | ||
| --- | --- | --- | --- |
| Auftragseingang | Mio € | 0 | 84 |
| Umsatz | Mio € | 0 | 86 |
| EBIT | Mio € | – 71 | – 378 |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | – 71 | – 378 |
| Mitarbeiter | 31.12. | 1.794 | 3.571 |
Mit der Business Area Steel Americas erschließen wir den nordamerikanischen Markt für hochwertige Flachstahlprodukte. Sie umfasst die Stahl- und Weiterverarbeitungswerke in Brasilien und den USA und organisiert die Brammenlogistik zwischen Brasilien, Deutschland und den USA.
Hüttenwerk in Brasilien
Das neue integrierte Hüttenwerk von ThyssenKrupp CSA bei Santa Cruz im Westen von Rio de Janeiro hat die Produktion aufgenommen. Bereits im letzten Geschäftsjahr wurde der erste Hochofen angeblasen und die Batterie A der Kokerei in Betrieb genommen. Anfang September produzierte das Werk die erste Bramme, danach wurde die erste Brammenladung für die Business Area Steel Europe verschifft.
Im 1. Quartal 2010/2011 erfolgte die erste Brammenlieferung für ThyssenKrupp Steel USA und der zweite Hochofen wurde angeblasen. Auch die Arbeiten für die Nebenanlagen, die beispielsweise Strom verteilen oder Wasser aufbereiten, sowie für die sonstigen Infrastruktureinrichtungen sind nahezu beendet. Die Arbeiten an der Kokerei werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen: Aus heutiger Sicht gehen wir von einer Inbetriebnahme der Batterie B im 2. Quartal 2011 und der Batterie C im Geschäftsjahr 2011/2012 aus. Im Rahmen der erteilten vorläufigen Betriebsgenehmigung ist die Kapazitätsauslastung in der Anlaufphase bis zum 30. April 2011 auf 70 % begrenzt, bis das Werk die Produktion im kommenden Geschäftsjahr voll aufnimmt. Das gesamte Investitionsbudget für das Stahlwerk in Brasilien mit Kraftwerk, Sinteranlage, Kokerei und zwei Stahlwerkslinien mit einer Kapazität von insgesamt über 5 Mio t Rohstahl jährlich beträgt 5,2 Mrd €.
ThyssenKrupp CSA hatte sich im Genehmigungsverfahren für das Stahlwerk verpflichtet, alle Umweltvorschriften nach dem heutigen internationalen Stand der Technik einzuhalten. Brasilianische Regierungsstellen bestätigten schriftlich, dass die Verpflichtungen für den Umweltschutz im vollen Umfang eingehalten wurden und erstklassige Umwelttechnologie eingesetzt wird. Dazu gehören auch angemessene Filteranlagen.
Bei der Inbetriebnahme des ersten Hochofens in einem neuen Hüttenwerk ist es unvermeidbar und wird weltweit praktiziert, dass in der ersten Phase Roheisen in sogenannte Abkühlungsbecken abgegossen wird und dort erkaltet. ThyssenKrupp hatte die brasilianischen Genehmigungsbehörden im Vorfeld darüber informiert. Bei dem Abgießen kommt es zeitweise zu Graphitstaubemissionen. Dies geschah auch bei der Inbetriebnahme des ersten Hochofens von ThyssenKrupp CSA im Juli 2010. Darüber hinaus kam es am 26. Dezember 2010 durch das Abgießen von flüssigem Roheisen als Folge einer Betriebsstörung zu weiteren Emissionen. Es wurden Maßnahmen ergriffen, um das Entweichen von freien Graphiten in die Luft zu verringern und diese soweit wie möglich aufzufangen.
Die Gesundheit von Mitarbeitern und Anwohnern war zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Alle Emissionen seit der Inbetriebnahme des neuen Stahlwerks sind innerhalb der von den brasilianischen Umweltbehörden vorgegebenen Grenzen geblieben.
Ende Dezember 2010 waren circa 14.000 Personen auf der Baustelle beschäftigt; mehr als 2.300 Mitarbeiter gehörten zur Belegschaft von ThyssenKrupp CSA in Brasilien.
Weiterverarbeitungswerk in den USA eingeweiht
Nach dreijähriger Bauzeit wurde am 10. Dezember 2010 das neue Weiterverarbeitungswerk von ThyssenKrupp Steel USA in Calvert im US-Bundesstaat Alabama offiziell eingeweiht. Das Investitionsbudget beträgt 3,6 Mrd US-Dollar. Die Warmwalzkapazität wird insgesamt über 5 Mio t jährlich betragen; darin ist auch die erforderliche Walzkapazität für das benachbarte Rostfrei-Werk von Stainless Global enthalten.
Die Bauarbeiten für das Warm- und Kaltwalzwerk sind abgeschlossen. Am 31. Juli 2010 wurde die Warmbandstraße mit der Produktion des ersten Coils in Betrieb genommen. Die Kaltbandstraße folgte im September und die Beize im November 2010. Die vier Veredelungsanlagen nehmen die Fertigung sukzessive in der 1. Jahreshälfte 2011 auf.
Ende Dezember 2010 waren etwa 1.700 Personen auf der Baustelle tätig; über 1.200 Mitarbeiter arbeiteten bei ThyssenKrupp Steel USA.
Umsatz und Ergebnis
Die Business Area Steel Americas hat das operative Geschäft aufgenommen. Der Auftragseingang erreichte 84 Mio €, der Umsatz 86 Mio €.
Im 1. Quartal 2010/2011 entstand ein negatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 378 Mio €. Dieses Ergebnis war im Wesentlichen durch die mit der Fertigstellung der Projekte und dem beginnenden Eintritt in den NAFTA-Markt verbundenen Anlaufkosten beeinflusst.
Am 31. Dezember 2010 beschäftigte Steel Americas 3.571 Mitarbeiter, rund doppelt soviel wie ein Jahr zuvor.
Markteintritt NAFTA
Das erste Coil ging im September 2010 an einen Kunden. Bis Ende 2010 wurden über 100.000 t an Fertigmaterial in den nordamerikanischen Markt verkauft. Das Material war mehrheitlich Warmbreitband und wurde hauptsächlich an Stahlhändler und Stahl-Service-Center geliefert. Mit zunehmendem Hochlauf und sukzessiver Inbetriebnahme der weiteren Produktionsanlagen wird das Produktportfolio kontinuierlich erweitert, um weitere Kundengruppen zu erreichen.
Die Produkte von ThyssenKrupp Steel USA stoßen auf ein starkes Interesse im nordamerikanischen Flachstahlmarkt. Insbesondere würdigen die Kunden die Oberflächenqualität unserer Produkte. Sie haben ein starkes Interesse an den qualitativ höherwertigen Stahlgüten und Abmessungen, die ThyssenKrupp Steel USA anbietet bzw. anbieten wird. Darüber hinaus wird die Diversifikation auf der Angebotsseite durch den Markteintritt eines neuen Anbieters begrüßt.
Stainless Global
| Stainless Global in Zahlen | |||
|---|---|---|---|
| 1. Quartal 009/2010 | 1. Quartal 010/2011 | ||
| --- | --- | --- | --- |
| Auftragseingang | Mio € | 943 | 1.483 |
| Umsatz | Mio € | 1.210 | 1.605 |
| EBIT | Mio € | – 42 | 7 |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | – 42 | 7 |
| Mitarbeiter | 31.12. | 11.597 | 11.196 |
Als einer der weltweit führenden Edelstahlproduzenten steht die Business Area Stainless Global für höchste Ansprüche bei Edelstahl-Rostfrei-Flachprodukten sowie Hochleistungswerkstoffen wie Nickellegierungen und Titan. Teil der Business Area ist auch das Edelstahlwerk in Alabama, das in Kooperation mit Steel Americas errichtet wurde.
Auftragslage und Umsatz verbessert, Ergebnis positiv
Die Geschäftslage der Business Area Stainless Global hat sich im 1. Quartal 2010/2011 merklich verbessert. Im Vergleich zum Vorjahresquartal stieg der mengenmäßige Auftragseingang um 18 %, vor allem dank der um 21 % gestiegenen Nachfrage nach Kaltband im Bereich Edelstahl Rostfrei. Auch bei den Nickellegierungen und Titan erhöhten sich die Auftragsmengen. Der wertmäßige Auftragseingang der Business Area nahm auch wegen der im Vergleich zum Vorjahr höheren Legierungszuschläge um 57 % auf 1,5 Mrd € zu.
Die Gesamtlieferungen lagen mit 494.000 t auf dem Niveau des Vorjahresquartals. Dennoch erhöhte sich der Umsatz um 33 % auf 1,6 Mrd €; dies war vor allem auf die gestiegenen Legierungszuschläge zurückzuführen.
Stainless Global hat das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von -42 Mio € im Vorjahr auf 7 Mio € verbessert. Bis auf das sich im Hochlauf befindliche Werk in den USA konnten alle Operating Units ihre Ergebnisse steigern. Mit Ausnahme von ThyssenKrupp Stainless International sowie ThyssenKrupp Stainless USA erzielten alle Operating Units einen Gewinn. Ausschlaggebend für die insgesamt bessere Ergebnissituation waren die konjunkturell günstigere Marktlage und die Optimierung des Produktmix, die höhere Preise ermöglichten. Darüber hinaus senkten die Operating Units ihre Kosten weiter, im Wesentlichen in der Produktion und Verwaltung.
Ende 2010 beschäftigte Stainless Global 11.196 Mitarbeiter, 401 weniger als ein Jahr zuvor.
Entwicklung der Operating Units
Die steigende Nachfrage nach Rostfrei-Flachprodukten führte bei ThyssenKrupp Nirosta zu einer mengenmäßig deutlich besseren Auftragslage. Trotz leicht rückläufiger Versandmengen nahm der Umsatz wegen eines verbesserten Produktmix und gestiegener Legierungszuschläge zu. Das Ergebnis (EBIT) fiel dadurch im Vergleich zum Vorjahresquartal leicht höher aus. Im Rahmen der Vorwärtsstrategie arbeitet ThyssenKrupp Nirosta derzeit intensiv an der Erhaltung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Dieses Zukunftskonzept erfordert unter anderem, die Werksstandorte weiterzuentwickeln und zu optimieren. So wird ThyssenKrupp Nirosta die Ferrit-Produktion in Düsseldorf-Benrath in den kommenden Jahren schrittweise nach Krefeld verlagern.
Bei ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni lag der mengenmäßige Auftragseingang auf Vorjahreshöhe, während der Versand etwas niedriger war. Der Umsatz nahm vor allem wegen gestiegener Legierungszuschläge zu, so dass ein positives Ergebnis (EBIT) erreicht wurde. Die unverändert stabile Entwicklung im Schmiedebereich stützte das Ergebnis zusätzlich.
Der mengenmäßige Auftragseingang bei Shanghai Krupp Stainless war stabil; bei ThyssenKrupp Mexinox konnte er ausgebaut werden. Beide Operating Units steigerten Versandmengen sowie Umsatz. Dies hat sich deutlich positiv auf die Ergebnisse (EBIT) ausgewirkt. Bei Shanghai Krupp Stainless führten insbesondere Lohnwalzaufträge aus dem chinesischen Markt zu einer besseren Auslastung der Kaltbandkapazitäten.
Bei ThyssenKrupp Stainless International blieben sowohl der mengenmäßige Auftragseingang als auch der Umsatz unter dem Vorjahresniveau. Das Ergebnis (EBIT) lag dennoch über dem Vergleichswert des Vorjahres.
Bei ThyssenKrupp VDM legten sowohl der Auftragseingang als auch der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal zu, was sich auch in einem deutlich gestiegenen Ergebnis widerspiegelte.
Edelstahlwerk in den USA
Am 10. Dezember 2010 wurde das neue integrierte Rostfrei-Werk in Calvert im US-Bundesstaat Alabama offiziell eingeweiht. Das Investitionsvolumen beträgt insgesamt rund 1,4 Mrd US-Dollar.
Bereits im Juni 2010 waren in der Adjustage die Querzerteilanlage und die Coil-Polier-Anlage in Betrieb gegangen. Ende September 2010 startete die Inbetriebnahme des ersten Walzgerüsts, gefolgt von der Kaltband-Glüh- und -Beizlinie und dem Dressiergerüst. Im November 2010 ist die erste Spaltanlage angefahren worden. Im September 2010 begann der Aufbau der Anlagen für die Warmband-Glüh- und -Beizlinie und des zweiten Walzgerüsts; die Inbetriebnahme ist für Oktober 2011 vorgesehen.
Ende 2010 wurde zudem der Baubeginn eines Stahlwerks bei ThyssenKrupp Stainless USA beschlossen, bestehend aus einem Elektro-Lichtbogenofen mit einem Fassungsvolumen von 160 t, einem AOD‑Konverter (Argon Oxygen Decarburization) mit 180 t Fassungsvolumen und einer Stranggießanlage, die 1.900 mm breite Brammen produzieren kann. Die Jahreskapazität des Stahlwerks wird bis zu 1 Mio t betragen. Im Dezember 2012 soll das Werk in Betrieb gehen. Bis dahin wird der Standort mit Warmband aus den europäischen Werken versorgt.
Materials Services
| Materials Services in Zahlen | |||
|---|---|---|---|
| 1. Quartal 009/2010 | 1. Quartal 010/2011 | ||
| --- | --- | --- | --- |
| Auftragseingang | Mio € | 2.681 | 3.259 |
| Umsatz | Mio € | 2.760 | 3.311 |
| EBIT | Mio € | 129 | 85 |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 48 | 85 |
| Mitarbeiter | 31.12. | 31.972 | 34.196 |
Die Business Area Materials Services ist an 500 Standorten in über 40 Ländern auf Distribution von Roh- und Werkstoffen einschließlich technischer Dienstleistungen spezialisiert. Über die Produkte hinaus reicht der Service von Anarbeitung und Logistik über Lager- und Bestandsmanagement bis hin zu Supply-Chain- sowie Projektmanagement.
Nachfrage, Preise und Bereinigtes EBIT deutlich verbessert
Materials Services erreichte im 1. Quartal 2010/2011 einen Umsatz von 3,3 Mrd €; dies sind 20 % mehr als im 1. Quartal des Vorjahres, in dem noch anteilig die Umsätze von ThyssenKrupp Industrieservice und ThyssenKrupp Safway enthalten waren. Lässt man die im Vorjahr veräußerten Bereiche außer Betracht, betrug der Umsatzzuwachs 28 %.
Das EBIT erreichte im 1. Quartal 85 Mio €. Das entsprechende Vorjahresergebnis von 129 Mio € enthielt 81 Mio € Erträge aus der Veräußerung der oben genannten Gesellschaften. Das Bereinigte EBIT hat sich gegenüber dem Vorjahr damit um 37 Mio € oder 77 % verbessert. In diesen Zahlen spiegelt sich die wirtschaftliche Erholung genauso wider wie die nachhaltige Kostensenkung in nahezu allen Bereichen.
Die Gesellschaften der Business Area beschäftigten zum Ende des Berichtszeitraums 34.196 Mitarbeiter, 2.224 mehr als ein Jahr zuvor. In Deutschland blieb die Mitarbeiterzahl fast unverändert. Im Ausland – vor allem auf Grund neuer Dienstleistungsprojekte in Brasilien – erhöhte sich die Mitarbeiterzahl um mehr als 2.000.
Entwicklung der Operating Units
Die Operating Unit Metals Services fasst die weltweiten Werkstoffaktivitäten im Lager-, Service- und Streckengeschäft zusammen – insbesondere mit Walzstahl, Edelstahl, Rohren und NE-Metallen in allen Qualitäten und Ausführungen. Die Nachfrage aus dem Maschinen- und Anlagenbau, der Automobilindustrie und dem verarbeitenden Gewerbe stieg im 1. Quartal gegenüber dem Vergleichszeitraum deutlich, während die Bestellungen aus der Bauwirtschaft schwach blieben. Dadurch erhöhte sich der Absatz im Lagergeschäft substanziell. Dies gilt für Deutschland, Osteuropa und – mit Ausnahme von Spanien – auch für die übrigen westeuropäischen Länder. Allerdings herrschte unverändert ein relativ hoher Margendruck. In Nordamerika profitierte insbesondere der NE‑Metallbereich von der dortigen Konjunkturerholung. Das internationale Streckengeschäft mit Walzstahl und Rohren litt weiterhin unter zurückhaltender Nachfrage und einem sehr harten Wettbewerb; neue Großprojekte blieben rar. Der Umsatz der Operating Unit übertraf den Vorjahreswert. Zusätzlich zur konjunkturellen Erholung haben umfangreiche strukturelle Maßnahmen die Absatzsituation verbessert; die Ertragslage blieb allerdings relativ schwach.
In der Operating Unit Special Services haben wir die Werkstoff- und Supply-Chain-Aktivitäten für die Luft- und Raumfahrtindustrie sowie das Lager- und Servicegeschäft mit Kunststoffen gebündelt. Hinzu kommt die Distribution von Rohstoffen wie Metalle, Legierungen, Koks/Kohle und Mineralien. Beratungs- und serviceintensive Produkte für die Bau- und Gleistechnik zusammen mit Technik-, Projektmanagement- und Stahlwerksdienstleistungen runden das Portfolio ab. Special Services hat Umsatz und EBIT gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum nennenswert ausgeweitet. Exzellent entwickelte sich der Bereich Aerospace vor allem in Nordamerika, aber auch in Europa wurden neue Aufträge gewonnen und Verträge abgeschlossen. In der Kunststoffdistribution, in der wir zu den weltweit führenden Anbietern gehören, war die konjunkturelle Belebung ebenfalls spürbar. Die Nachfragesteigerung kam jedoch im Wesentlichen aus der Industrie. Das Geschäft mit der Bauwirtschaft blieb schwach, auch wegen des frühen und strengen Winters. Die Neustrukturierung der gesamten deutschen Organisation hat sich positiv auf die Profitabilität ausgewirkt. Das Rohstoffgeschäft mit Legierungen, Metallen und Koks/Kohle ist im 1. Quartal 2010/2011 gewachsen. Durch weitere Großaufträge und neue Projekte haben wir unsere stahlwerksnahen Dienstleistungen in Brasilien erheblich ausgeweitet. Auch in Deutschland war die Auslastung deutlich besser als im Vorjahresquartal.
Die Operating Unit Industrial Services, die nach Veräußerung von ThyssenKrupp Industrieservice und ThyssenKrupp Safway im 1. Quartal 2009/2010 nur noch aus den Xervon-Aktivitäten besteht, konnte Umsatz und Bereinigtes EBIT verbessern. Xervon Spanien wurde im Oktober 2010 veräußert; der Verkaufsprozess für den übrigen Bereich wurde neu gestartet.
Elevator Technology
| Elevator Technology in Zahlen | |||
|---|---|---|---|
| 1. Quartal 009/2010 | 1. Quartal 010/2011 | ||
| --- | --- | --- | --- |
| Auftragseingang | Mio € | 1.230 | 1.306 |
| Umsatz | Mio € | 1.226 | 1.299 |
| EBIT | Mio € | 165 | 171 |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 165 | 171 |
| Mitarbeiter | 31.12. | 42.926 | 44.489 |
Das Produktprogramm der Business Area Elevator Technology umfasst Personen- und Lastenaufzüge, Fahrtreppen und Fahrsteige, Fluggastbrücken, Treppen- und Plattformlifte sowie den Service für die gesamte Produktpalette. Fast 44.500 Mitarbeiter an über 900 Standorten sorgen für ein dichtes Service- und Dienstleistungsnetz und somit für eine optimale Nähe zum Kunden.
Positive Entwicklung fortgesetzt
Elevator Technology setzte trotz eines anhaltend schwierigen Marktumfeldes für Aufzüge und Fahrtreppen im 1. Quartal 2010/2011 die gute Geschäftsentwicklung fort. Der Auftragseingang verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr um 6 % auf 1,3 Mrd €; bereinigt um positive Wechselkurseffekte blieb er auf Vorjahresniveau. Der Service- und Modernisierungsbereich wuchs, während das Neuanlagengeschäft stabil blieb. Zu der erfreulichen Entwicklung haben fast alle Operating Units beigetragen. Lediglich Southern Europe/Africa/Middle East blieb unter dem Wert des Vorjahres.
Der Umsatz erhöhte sich ebenfalls um 6 % auf 1,3 Mrd €; ohne positive Wechselkurseffekte ist er stabil geblieben. Das Servicegeschäft wurde weiter ausgebaut, und auch der Bereich Neuanlagen hat sich leicht erholt. Die Anzahl der unter Vertrag stehenden Wartungseinheiten stieg weiter und hat inzwischen die 1-Mio-Grenze überschritten. Während die Operating Units Americas, Asia/Pacific, Escalators/Passenger Boarding Bridges sowie Accessibility ihre Umsätze zum Teil deutlich ausweiteten, erreichte Central/Eastern/Northern Europe das Vorjahresniveau. Umsatzeinbußen verzeichnete dagegen Southern Europe/Africa/Middle East.
Elevator Technology erwirtschaftete ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 171 Mio € und übertraf damit den Wert des Vorjahres. Alle Operating Units leisteten einen positiven Ergebnisbeitrag. Während Southern Europe/Africa/Middle East sowie Escalators/Passenger Boarding Bridges Rückgänge verbuchten, konnten alle anderen Operating Units ihr Ergebnis halten oder ausbauen. Auch beim EBIT wirkten sich Wechselkurseffekte positiv aus.
Die Zahl der Mitarbeiter lag am 31. Dezember 2010 bei 44.489 und damit um 1.563 über dem Vorjahresstand.
Entwicklung der Operating Units
Die Operating Unit Central/Eastern/Northern Europe erzielte einen höheren Auftragseingang als im Vorjahr. Mit Ausnahme von Russland/Ukraine sowie der Benelux-Staaten konnten alle Regionen den Auftragseingang des Vorjahres wieder erreichen oder übertreffen. Hervorzuheben sind insbesondere die Steigerungen der britischen und der französischen Aktivitäten. Der Umsatz lag auf Vorjahresniveau. Zuwächsen in Russland, Österreich und der Schweiz standen Rückgänge in den anderen Regionen gegenüber. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag leicht über dem Vorjahreswert. Rückgänge in Frankreich wurden durch Steigerungen vor allem in Großbritannien, aber auch in anderen Regionen überkompensiert.
Auftragseingang und Umsatz der Operating Unit Southern Europe/Africa/Middle East fielen deutlich geringer aus als im Vorjahr. Ursächlich war die anhaltend schwierige Situation des Neuanlagengeschäfts in Spanien sowie in der Golfregion. Auch das EBIT konnte nicht an das sehr gute Vorjahresniveau anknüpfen.
Der Auftragseingang der Operating Unit Americas lag merklich höher als im Vorjahr. Dazu trugen alle Regionen bei – insbesondere die US-amerikanischen und die brasilianischen Aktivitäten. Positiv wirkten dabei Wechselkurseffekte beim amerikanischen und kanadischen Dollar sowie beim brasilianischen Real. Dank des wachsenden Neuinstallations-, Service- und Modernisierungsgeschäfts zeigte sich auch der Umsatz deutlich verbessert, insbesondere in Brasilien. Das EBIT übertraf signifikant das Vorjahresniveau – vor allem die brasilianischen und die kanadischen Aktivitäten wiesen höhere Ergebnisse aus.
Die Operating Unit Asia/Pacific setzte ihre positive Entwicklung fort. Der deutliche Zuwachs beim Auftragseingang war auf den anhaltenden Boom im Neuinstallationsbereich, aber auch auf das anziehende Servicegeschäft in den Wachstumsmärkten China und Indien zurückzuführen. Negativ entwickelten sich dagegen die koreanischen Aktivitäten. Die Operating Unit erzielte eine kräftige Umsatzsteigerung; mit Ausnahme von Korea haben dazu alle Regionen beigetragen, allen voran China. Das Ergebnisniveau (EBIT) des Vorjahres wurde erneut erreicht.
Der Auftragseingang der Operating Unit Escalators/Passenger Boarding Bridges lag beachtlich über dem Vorjahreswert. Rückgänge bei Fluggastbrücken wurden durch die sehr erfreuliche Entwicklung bei Fahrtreppen mehr als kompensiert. Beide Geschäftsfelder steigerten die Umsätze. Das EBIT fiel hingegen etwas niedriger aus als im Vorjahr.
Während der Auftragseingang der Operating Unit Accessibility etwas zurückging, wuchs der Umsatz. Umsatzzuwächse der europäischen Aktivitäten kompensierten dabei einen leichten Rückgang bei den US-amerikanischen Aktivitäten. Das EBIT übertraf leicht den Vorjahreswert.
Plant Technology
| Plant Technology in Zahlen | |||
|---|---|---|---|
| 1. Quartal 2009/2010 | 1. Quartal 2010/2011 | ||
| --- | --- | --- | --- |
| Auftragseingang | Mio € | 1.324 | 1.016 |
| Umsatz | Mio € | 954 | 897 |
| EBIT | Mio € | 111 | 107 |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 111 | 107 |
| Mitarbeiter | 31.12. | 12.977 | 13.001 |
Die Business Area Plant Technology ist ein international führender Anbieter im Spezial- und Großanlagenbau. Das Produktportfolio reicht von Chemie- und Raffinerieanlagen über Anlagen für die Zementindustrie und innovative Lösungen zum Abbau und zur Gewinnung von Rohstoffen und Mineralien bis hin zu Produktionssystemen und Montageanlagen für die Automobilindustrie. Die Anlagen und Verfahren der Business Area eröffnen neue Möglichkeiten für Umweltschutz und Nachhaltigkeit.
Gute Auftragslage, erfreuliches Ergebnis
Die Business Area hat sich im 1. Quartal 2010/2011 vor dem Hintergrund einer sich wieder leicht aufhellenden Nachfrageentwicklung im internationalen Großanlagenbau stabil entwickelt. Dank der weiterhin guten Auftragslage bei Uhde und Fördertechnik erzielte Plant Technology einen Auftragseingang von 1,0 Mrd € nach 1,3 Mrd € im Vorjahr.
Der Umsatz lag mit 897 Mio € abrechnungsbedingt leicht unter dem Vorjahresniveau. Der Auftragsbestand von rund 6,4 Mrd € zum 31. Dezember 2010, der hauptsächlich aus dem längerfristigen Projektgeschäft stammt, sichert nach wie vor mehr als einen Jahresumsatz und konnte im Verlauf des 1. Quartals weiter aufgestockt werden.
Mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 107 Mio € erzielte Plant Technology im 1. Quartal 2010/2011 wiederum ein erfreuliches Niveau. Es stammt im Wesentlichen aus dem Anlagenbau für die Chemie-, Mining- und Zement-Industrie.
Ende Dezember 2010 beschäftigte Plant Technology 13.001 Mitarbeiter; ein Jahr zuvor waren es 12.977. Wegen der guten Nachfrageentwicklung wurden insbesondere bei Fördertechnik, Polysius und Uhde im Ausland mehr Mitarbeiter beschäftigt. Im Inland entwickelte sich die Mitarbeiterzahl vor allem bei System Engineering rückläufig.
Entwicklung der Operating Units
Uhde konnte im 1. Quartal 2010/2011 den Auftrag für eine Kokereierweiterung in Deutschland und eine Harnstoffanlage in Indien gewinnen. Auf Grund von Verzögerungen bei der Auftragsabrechnung und geringerer Auftragsanarbeitung blieben der Umsatz und infolge davon auch das Ergebnis (EBIT) unter den Vorjahreswerten.
Als ein führender Anlagenbauer für die Zement- und Minerals-Industrie steigerte die Operating Unit Polysius den Auftragseingang erheblich. Dazu haben ein Auftrag für eine Zementmühle in Mexiko und ein Auftrag für den Minerals-Bereich in China beigetragen. Der hohe Umsatz des Vorjahres wurde nicht erreicht, das Vorjahresergebnis (EBIT) konnte jedoch verbessert werden.
Die Operating Unit Fördertechnik hat im Berichtsquartal weitere Aufträge für eine Ölsandaufbereitungsanlage in Kanada erhalten und das Projekt einer Kohlebehandlungsanlage in Indien akquiriert. Der Umsatz nahm deutlich zu, und auch das gute Ergebnisniveau (EBIT) des Vorjahres konnte weiter ausgebaut werden.
System Engineering – spezialisiert auf Produktionssysteme für die Automobilindustrie – wies im 1. Quartal 2010/2011 einen erfreulichen Auftragseingang aus; der hohe Wert des Vorjahres, als ein Großprojekt gewonnen werden konnte, wurde jedoch nicht erreicht. Der Umsatz lag dank der guten Auftragslage über dem Vorjahreswert. Das EBIT stieg ebenfalls signifikant; hierzu haben die erfolgreichen Restrukturierungsmaßnahmen beigetragen.
Components Technology
| Components Technology in Zahlen | |||
|---|---|---|---|
| 1. Quartal 2009/2010 | 1. Quartal 2010/2011 | ||
| --- | --- | --- | --- |
| Auftragseingang | Mio € | 1.169 | 1.602 |
| Umsatz | Mio € | 1.237 | 1.599 |
| EBIT | Mio € | 57 | 127 |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 57 | 127 |
| Mitarbeiter | 31.12. | 27.997 | 29.649 |
Die Business Area Components Technology umfasst das Liefer- und Leistungsspektrum von Hightech-Komponenten für Windkraftanlagen, für die Automobil- und Baumaschinenindustrie sowie für Anwendungen im allgemeinen Maschinenbau. Schwerpunkte unserer Aktivitäten für die Automobilindustrie liegen in den Geschäftsfeldern Kurbel- und Nockenwellen, Lenksysteme, Dämpfer, Federn und Montage von Achsmodulen.
Stabiler Aufwärtstrend
Die Business Area Components Technology hat im 1. Quartal 2010/2011 die erfreuliche Geschäftsentwicklung fortgesetzt. Der Auftragseingang stieg um 37 % auf 1,6 Mrd €. Ursächlich hierfür war das globale Wachstum in der Automobilindustrie sowohl im PKW- als auch im Nutzfahrzeug-Bereich. Insbesondere die hohe Nachfrage aus den asiatischen Ländern und aus Brasilien sowie der konjunkturelle Aufwärtstrend in den USA wirkten sich positiv aus. Hinzu kamen eine leichte Nachfragebelebung der Baumaschinenkonjunktur sowie positive Währungskurseffekte aus dem nordamerikanischen, brasilianischen und chinesischen Raum. Der Umsatz folgte der guten Auftragsentwicklung und lag mit 1,6 Mrd € um 29 % über dem Vorjahresquartal.
Die stabile Ergebnisentwicklung der Vorquartale setzte sich auch im 1. Quartal 2010/2011 fort. Mit einem Ergebnis (EBIT) von 127 Mio € wurde der Wert des Vorjahresquartals mehr als verdoppelt. Alle Operating Units erzielten dabei einen positiven Beitrag. Ausschlaggebend war neben der guten Geschäftsentwicklung die Vielzahl der erfolgreich durchgeführten Restrukturierungsmaßnahmen, vor allem im Automobilzulieferbereich. Sie konnten das Kostenniveau auf Grund von strukturellen Kapazitätsanpassungen nachhaltig reduzieren und dadurch die Ergebnismargen verbessern. Zusätzliche Schritte, die Kosten zu senken und die Produktivität zu erhöhen, werden verfolgt.
Zum 31. Dezember 2010 beschäftigte Components Technology 29.649 Mitarbeiter, 1.652 mehr als ein Jahr zuvor. Wegen der guten Nachfrageentwicklung auf den internationalen Automobilmärkten wurde insbesondere in den USA, Brasilien und China die Mitarbeiterzahl erhöht. Im Inland sowie in Westeuropa entwickelte sie sich insgesamt rückläufig.
Entwicklung der Operating Units
Das Geschäft in den einzelnen Operating Units verlief insgesamt sehr positiv.
Das Automobilzuliefergeschäft setzte die erfreuliche Entwicklung des vergangenen Geschäftsjahres fort und übertraf im 1. Quartal deutlich den Umsatz des Vorjahres. Das Geschäft von Presta Camshafts, Presta Steering und der Bilstein-Gruppe mit gebauten Nockenwellen, Lenksystemen, Dämpfern, Federn und der Montage von Achsmodulen realisierte auf Grund der gestiegenen Abrufe aus der Automobilindustrie deutlich höhere Umsätze und Ergebnisse vor Zinsen und Steuern.
Auch die Forging-Group erzielte mit geschmiedeten Kurbelwellen für PKW und Nutzfahrzeuge eine kräftige Umsatzsteigerung und einen beachtlichen Ergebnisbeitrag (EBIT). Sowohl auf dem brasilianischen als auch auf dem US-Markt war eine höhere Nachfrage zu verzeichnen, aber auch in Westeuropa setzte eine spürbare Marktbelebung ein.
Die amerikanischen Gießereien von Waupaca, die Komponenten für PKW, Nutzfahrzeuge und übrige industrielle Anwendungsfelder produzieren, profitierten von der höheren Nachfrage auf dem US‑Markt und den strukturellen Kostensenkungen. Im Vergleich zum Vorjahresquartal erhöhte sich der Umsatz erheblich. Das EBIT lag jedoch unter dem durch positive Einmaleffekte aus der Umstellung von Health-Care-Programmen begünstigten Vorjahresquartal.
Im Baumaschinengeschäft von Berco hat sich die bereits im 2. Halbjahr 2009/2010 erkennbare leichte Nachfragebelebung fortgesetzt. Ausgehend von einem niedrigen Vorjahresniveau wurde der Umsatz nahezu verdoppelt; Berco kehrte in die Gewinnzone (EBIT) zurück. Die eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit zeigten erste Erfolge und wurden fortgesetzt.
Rothe Erde mit Großwälzlagern und Ringen profitierte von der Nachfragebelebung im allgemeinen Maschinenbau und bei den Windenergiekunden. Trotz regionaler Unterschiede und einem Abrufverhalten der Kunden, das sich weiterhin am kurzfristigen Bedarf orientierte, konnte der Bereich gegenüber dem schwachen Vorjahresquartal Auftragseingang und Umsatz erheblich steigern. Auch das Ergebnis vor Zinsen und Steuern lag deutlich über dem Vorjahresniveau.
Marine Systems
| Marine Systems in Zahlen | |||
|---|---|---|---|
| 1. Quartal 2009/2010 | 1. Quartal 2010/2011 | ||
| --- | --- | --- | --- |
| Auftragseingang | Mio € | 110 | 426 |
| Umsatz | Mio € | 254 | 504 |
| EBIT | Mio € | 16 | 46 |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 21 | 46 |
| Mitarbeiter | 31.12. | 7.593 | 5.407 |
Mit der Restrukturierung unserer Werften wird sich die Business Area Marine Systems in Zukunft verstärkt auf ihre weltweit herausragende Position im Marineschiffbau konzentrieren.
Auftragseingang und Umsatz gestiegen, Ergebnis positiv
Das Marktumfeld für Marine Systems blieb weiterhin überwiegend schwierig. Im Marineschiffbau wirkte sich die angespannte Lage vieler Staatshaushalte aus, so dass Projekte verschoben wurden. Marine Systems hat im Berichtszeitraum aus diesem Grund aber kein Projekt aufgeben müssen. Zugleich hielt die bereits im Vorjahr eingetretene vorsichtige Markterholung der Seeschifffahrt, des zivilen Schiffbaus und der Schiffsreparatur an.
Vor diesem Hintergrund hat sich Marine Systems im 1. Quartal 2010/2011 mit einem gestiegenen Auftragseingang und Umsatz gut behauptet. Der Auftragseingang lag mit 426 Mio € erheblich über dem niedrigen Vorjahreswert von 110 Mio €. Der Umsatz erreichte nach 254 Mio € im Vorjahresquartal 504 Mio €. Sowohl im Auftragseingang als auch im Umsatz des Berichtsquartals sind Effekte in Höhe von 185 Mio € aus der vertraglichen Einigung mit Griechenland über eine Neuordnung der U-Boot-Aufträge enthalten.
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbesserte sich auf 46 Mio €. Es war durch positive Effekte aus der oben genannten Einigung mit Griechenland geprägt. Das Bereinigte EBIT des Vorjahresquartals berücksichtigt Restrukturierungsaufwendungen von 5 Mio €.
Zum 31. Dezember 2010 beschäftigte Marine Systems 5.407 Mitarbeiter; dies waren 2.186 weniger als ein Jahr zuvor. Der Rückgang war im Wesentlichen auf den Verkauf von Hellenic Shipyards in Griechenland mit rund 1.100 Mitarbeitern zurückzuführen; außerdem waren am Standort Emden rund 700 Mitarbeiter auf die SIAG-Gruppe übergegangen.
Entwicklung der Operating Units
Die Operating Unit Naval hat im Berichtsquartal je ein U-Boot an die Marinen von Griechenland und Portugal abgeliefert. Im Falle Griechenlands war dies Teil einer umfassenden Einigung mit dem Kunden über die Beilegung eines mehrjährigen Streits, der 2008/2009 zur Kündigung der Bauverträge auf Grund anhaltender kundenseitiger Zahlungsverzüge geführt hatte. Die Verhandlungen der Republik Türkei mit den Banken über eine Finanzierung des Großauftrags über sechs U-Boot-Materialpakete des Typs 214 dauerten auch im Berichtsquartal an.
In der Operating Unit Shipyards und Services wurde die mit über 160 Meter Länge weltweit größte Megayacht „Eclipse“ an den Kunden übergeben. Damit sind zunächst alle Yachtaufträge abgearbeitet. Die Fertigung von Blohm + Voss Shipyards am Standort Hamburg bereitet sich nun auf die Fertigung der Fregatten F125 für die deutsche Marine vor. Die Fertigung von Schiffskomponenten war weiterhin gut ausgelastet, bei den Reparaturaktivitäten zog das Geschäft nach einer Phase geringer Beschäftigung wieder an.
Restrukturierung der Werften
Die umfassende Restrukturierung der Business Area Marine Systems befindet sich vor dem Abschluss. Im Berichtsquartal wurden die Vorbereitungen zur Übertragung der entsprechenden Aktivitäten in intensiven Gesprächen mit der Abu Dhabi MAR-Gruppe weiter vorangetrieben.
Im Marineschiffbau wird für die Überwassereinheiten – Fregatten und Korvetten – ein Joint Venture gebildet, an dem sich ThyssenKrupp Marine Systems und Abu Dhabi MAR mit je 50 % beteiligen. Zeitgleich ist vorgesehen, die Werft Blohm + Voss Shipyards am Standort Hamburg und damit den Megayachtbau zu 100 % an Abu Dhabi MAR zu übertragen. Zudem soll Blohm + Voss Industries veräußert werden.
Im Berichtsquartal wurde ThyssenKrupp Fahrzeugtechnik an die ebenfalls in Emden ansässige Dirks-Gruppe veräußert.
Bereich Corporate der ThyssenKrupp AG
Der Bereich Corporate umfasst die Konzernverwaltung einschließlich der Führung der Business Areas. Ferner sind hier die Business-Services-Aktivitäten in den Bereichen Finanzen, Kommunikation, IT und Personal erfasst. Hinzu kommen die nicht betriebsnotwendigen Immobilien sowie inaktive Gesellschaften. Der Umsatz, den Corporate-Gesellschaften mit marktgängigen Dienstleistungen für Konzernunternehmen erbringen, entsprach in der Berichtszeit mit 31 Mio € dem Vorjahresniveau.
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von Corporate betrug −88 Mio €; gegenüber dem Vorjahr hat es sich um 23 Mio € verschlechtert.
Die Position Konsolidierung enthält im Wesentlichen die Ergebnisse aus der Eliminierung der Konzernzwischengewinne.
ThyssenKrupp Aktie
Die ThyssenKrupp Aktie hat im 1. Quartal 2010/2011 von der Erholungsphase an den weltweiten Aktienmärkten profitiert. Die positive gesamtwirtschaftliche Entwicklung, aber vor allem die deutlich verbesserte Profitabilität sowie die Fortsetzung der eingeleiteten Projekte und Maßnahmen bei ThyssenKrupp führten zu einem Kursanstieg, der erheblich höher als der allgemeine Markttrend lag.
Nach dem Höchststand im Quartal bei 32,00 € am 21. Dezember 2010 notierte die ThyssenKrupp Aktie am 30. Dezember 2010 bei 30,99 € und damit fast 30 % höher als am 30. September 2010. Im Vergleich zu DAX und DJ STOXX entwickelte sich die Aktie um gut 20 Prozentpunkte besser.

Americas-Strategie im Fokus der Investoren
Der Hochlauf der neuen Stahl- und Weiterverarbeitungswerke in Brasilien und den USA wird von den Investoren mit großem Interesse verfolgt. Unser Investor-Relations-Bereich hat deshalb den Dialog mit Analysten und Investoren an diesem gesteigerten Informationsbedürfnis ausgerichtet, um insbesondere das Wertpotenzial deutlich zu machen. Den Startschuss gab ein Analysten-Briefing, das im Rahmen der Eröffnungsfeierlichkeiten für das Weiterverarbeitungswerk in Alabama Anfang Dezember 2010 stattfand. Rund 20 Finanzanalysten machten sich bei einer Werksbesichtigung ein Bild von der Produktion sowie dem Standort und diskutierten anschließend mit dem Management die Americas-Strategie und die Marktbearbeitung in den USA.
In zahlreichen Veranstaltungen können sich künftig Analysten und Investoren umfassend über die neuen Werke und das transatlantische Konzept informieren. Gleichzeitig werden wir den Bekanntheitsgrad von ThyssenKrupp am US-amerikanischen Kapitalmarkt weiter gezielt erhöhen. Dazu gehört vor allem die Kontaktaufnahme mit lokalen Analysten und institutionellen Investoren im Rahmen von Roadshows oder Investorenkonferenzen.
Basisinformationen zur Börsennotiz
Die ThyssenKrupp Aktie ist an den Börsenplätzen Frankfurt und Düsseldorf notiert.
| Stammdaten der ThyssenKrupp Aktie | ||
|---|---|---|
| Wertpapier-Kenn-Nummer | ||
| --- | --- | --- |
| Börsenplätze | ||
| Frankfurt (Prime Standard), Düsseldorf | DE 000 750 0001 | |
| Kürzel | ||
| Börsen | Frankfurt, Düsseldorf | TKA |
| Reuters | Börse Frankfurt | TKAG.F |
| Xetra-Handel | TKAG.DE | |
| Bloomberg | Xetra-Handel | TKA GY |
Innovationen
Im Fokus unserer Entwicklungsaktivitäten steht die verbesserte Energie- und Ressourceneffizienz unserer Produkte, Verfahren und Dienstleistungen – ein wichtiger Baustein zum nachhaltigen Umgang mit der Umwelt.
Die Business Area Steel Europe hat gemeinsam mit der Technischen Universität Bergakademie Freiberg ein neues Warmwalzwerk für Magnesium in Betrieb genommen. Es erweitert eine bestehende innovative Produktionslinie für Magnesium-Flachprodukte und wird durch das Institut für Metallformung der Universität betrieben. Magnesium ist der leichteste metallische Konstruktionswerkstoff: Es wiegt nur etwa ein Viertel von Stahl und zwei Drittel von Aluminium. Bauteile aus dem Metall sind vor allem für Automobilhersteller interessant, weil damit Gewicht gespart wird und so CO2‑Emissionen im Fahrbetrieb verringert werden. Das neue Warmwalzwerk verwandelt 4 mm bis 7 mm dicke Magnesiumbänder aus der Gießwalzanlage, die direkt aus geschmolzenem Magnesium hergestellt werden, in fast 1 mm dünne Bleche.
Dieses Verfahren ist äußerst kostengünstig, weil es mit deutlich preiswerteren Vorprodukten, geringerem Material- und Energieverbrauch sowie weniger Fertigungsschritten auskommt als der konventionelle Weg. So hergestellte Magnesiumbleche können überall dort eingesetzt werden, wo es auf Leichtbau ankommt.
Im Bereich Minerals gründet die Business Area Plant Technology ein neues Kompetenz-Zentrum für Ölschiefertechnologie mit Sitz in Calgary, Kanada. Hierzu werden Know-how und Mitarbeiter einer kanadischen Firma übernommen, die ein innovatives Verfahren zur Gewinnung von Kohlenwasserstoffen aus Ölschiefer entwickelt hat. Als einer der weltweit führenden Engineeringspezialisten für Zement und Minerals erfüllt die Business Area die hohen Ansprüche der Kunden hinsichtlich Produktivität und Wirtschaftlichkeit, insbesondere durch den hohen Automatisierungsgrad der Anlagen. Das Leistungsspektrum umfasst Systeme, die Prozesse überwachen, steuern, regeln und optimieren sowie die konstante Produktqualität sichern. Kürzlich wurde eine solche Anlage in China aufgebaut, die Rohöl aus Ölschiefer gewinnt.
Mitarbeiter
Mitarbeiterzahl gestiegen
Im Zuge der gesamtwirtschaftlichen Erholung und der besseren Geschäftslage ist die Zahl der Mitarbeiter im vergangenen Jahr wieder gestiegen. ThyssenKrupp beschäftigte am 31. Dezember 2010 weltweit 178.291 Mitarbeiter, 3.528 oder 2,0 % mehr als ein Jahr zuvor. Durch den Anlauf der neuen Stahl- und Weiterverarbeitungswerke in Brasilien und den USA wurden insbesondere in der Business Area Americas neue Stellen geschaffen. Auch die Business Areas Materials Services, Elevator Technology sowie Components Technology haben neue Mitarbeiter eingestellt.
Gegenüber dem 30. September 2010 erhöhte sich die Mitarbeiterzahl um 945 oder 0,5 %. Dabei ging sie in Deutschland um 0,7 % auf 70.601 zurück und nahm in den übrigen Ländern um 1,3 % auf 107.690 zu. Ende Dezember 2010 waren 40 % der Mitarbeiter in Deutschland beschäftigt, 22 % hatten ihren Arbeitsplatz im europäischen Ausland, 13 % im NAFTA-Raum, 12 % in Asien – insbesondere in China und Indien –, 11 % in Südamerika sowie 2 % in den übrigen Regionen.

Die Kurzarbeit konnte nahezu vollständig abgebaut werden. Ende Dezember 2010 waren im Konzern weltweit nur noch 1.979 Mitarbeiter von Kurzarbeit betroffen. Der Höchststand lag im April 2009 bei 38.020.
Nachwuchsgewinnung
Um unsere Innovationskraft und unseren technologischen Vorsprung dauerhaft halten und ausbauen zu können, benötigen wir gut ausgebildeten Nachwuchs. Die Zahl von durchschnittlich 22 Bewerbungen auf einen Ausbildungsplatz zeigt, dass eine Ausbildung bei ThyssenKrupp nach wie vor als attraktives Angebot wahrgenommen wird.
Der Anteil der Auszubildenden, die ein duales Studium absolvieren, hat sich in den letzten Jahren fast verdoppelt. Auch dies ist eine erfreuliche Entwicklung, insbesondere mit Blick auf den zunehmenden Bedarf an qualifizierten Fachkräften.
Darüber hinaus bieten wir jungem akademischem Nachwuchs eine gute berufliche Perspektive bei ThyssenKrupp. Der geplante Einstellungsbedarf für Trainees und Führungsnachwuchskräfte ist im laufenden Jahr erheblich höher als in den letzten beiden Geschäftsjahren.
Finanz- und Vermögenslage
Analyse der Kapitalflussrechnung
Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition „Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente”.
Im 1. Quartal 2010/2011 ergab sich ein Mittelabfluss aus der operativen Geschäftstätigkeit von 1.435 Mio € nach 308 Mio € im Vorjahr. Die deutliche Erhöhung um 1.127 Mio € resultierte insbesondere aus der im Vergleich zum Vorjahr insgesamt um 1.139 Mio € verschlechterten Mittelbindungssituation bei den Vorräten, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie bei den sonstigen Rückstellungen.
Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahresquartal um 364 Mio € auf 653 Mio €. Wesentliche Ursache hierfür waren die um 461 Mio € verminderten Einzahlungen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Gesellschaften; im Vorjahresquartal waren hier die entsprechenden Einzahlungen im Zusammenhang mit den erfolgten Veräußerungen von ThyssenKrupp Industrieservice und ThyssenKrupp Safway enthalten. Gegenläufig wirkten um 89 Mio € erhöhte Einzahlungen aus dem Verkauf von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien.
Der Free Cash-Flow, d.h. die Summe aus Operating Cash-Flow und Cash-Flow aus Investitionstätigkeit, wies wie im Vorjahresquartal einen negativen Wert auf. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum ergab sich eine deutliche Erhöhung des negativen Free Cash-Flows um 1.491 Mio € auf −2.088 Mio €, die hauptsächlich auf den im Vergleich zum Vorjahresquartal erheblichen Anstieg des Mittelabflusses aus der operativen Geschäftstätigkeit zurückzuführen war.
Der Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit belief sich auf 1.177 Mio €, nach einem Mittelzufluss von 247 Mio € im Vorjahresquartal. Die Erhöhung um 930 Mio € resultierte hauptsächlich aus den im Berichtsquartal erfolgten Aufnahmen von Finanzschulden in Höhe von 1.155 Mio €, denen im Vorjahresquartal eine Rückzahlung von Finanzschulden in Höhe von 393 Mio € gegenüberstand. Gegenläufig wirkte die Verminderung um 498 Mio € bei den Einzahlungen in das Eigenkapital; im Vorjahresquartal waren hier Einzahlungen in Höhe von 500 Mio € im Zusammenhang mit der Erhöhung des Anteils von Vale an ThyssenKrupp CSA berücksichtigt.
Analyse der Bilanzstruktur
Insgesamt erhöhte sich die Bilanzsumme gegenüber dem 30. September 2010 um 1.417 Mio € auf 45.129 Mio €. Dieser Anstieg war in Höhe von 770 Mio € durch Effekte aus der Währungsumrechnung, insbesondere auf Grund der rückläufigen US-Dollarkursentwicklung im Berichtszeitraum, beeinflusst.
Die langfristigen Vermögenswerte erhöhten sich um insgesamt 656 Mio €. Der Anstieg betraf mit 531 Mio € hauptsächlich eine Zunahme der Sachanlagen. Die Erhöhung resultierte mit 375 Mio € überwiegend aus Wechselkurseffekten; darüber hinaus trugen die Großprojekte in Brasilien und den USA zu einem weiteren Anstieg bei. Die immateriellen Vermögenswerte erhöhten sich, im Wesentlichen umrechnungsbedingt, um 57 Mio €.
Die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich insgesamt um 761 Mio €.
Die Vorräte stiegen insgesamt um 1.063 Mio €; hiervon entfielen 93 Mio € auf Wechselkurseffekte. In der Business Area Steel Europe ergab sich eine mengenbedingte und durch gestiegene Rohstoffkosten beeinflusste Erhöhung der Vorräte um 418 Mio €. Die Zunahme in der Business Area Materials Services (266 Mio €) betraf Preis- und Mengenänderungen. Die Erhöhung der Vorräte in der Business Area Stainless Global (122 Mio €) war durch Preissteigerungen sowie durch den Hochlauf des Stahlwerks in den USA beeinflusst. Der Anstieg in der Business Area Steel Americas (261 Mio €) stand im Zusammenhang mit der Produktionsaufnahme der neuen Stahlwerke. Gegenläufig wirkte eine Abnahme der Vorräte in der Business Area Marine Systems (279 Mio €) als Folge der Ablieferung eines U-Boots an die griechische Marine.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich gegenüber dem 30. September 2010 insgesamt leicht um 89 Mio € auf 5.971 Mio € erhöht. Wechselkurseffekte führten zu einem Anstieg um 76 Mio €. Die deutliche Abnahme in der Business Area Materials Services (272 Mio €) resultierte insbesondere aus der Ausweitung von Forderungsverkaufsprogrammen sowie einer im Berichtszeitraum im Vergleich zum Geschäftsjahresende 2009/2010 eingetretenen Normalisierung der Kundenzahlungen. Der Anstieg in der Business Area Marine Systems (96 Mio €) ergab sich insbesondere aus Wertaufholungen als Folge der vertraglichen Einigung mit Griechenland über die Neuordnung der U-Boot-Aufträge. Die Business Area Stainless Global verzeichnete eine insgesamt umsatzbedingte Erhöhung um 113 Mio €.
Die kurzfristigen sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte haben sich deutlich um 531 Mio € auf 2.177 Mio € erhöht. Die Zunahme resultierte hauptsächlich aus erhöhten Steuererstattungsansprüchen im Zusammenhang mit sonstigen Steuern (231 Mio €) sowie gestiegenen geleisteten Anzahlungen im Zusammenhang mit dem Einkauf von Vorräten (164 Mio €).
Der Rückgang der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente um 811 Mio € auf 2.569 Mio € resultierte hauptsächlich aus dem im Berichtszeitraum negativen Free Cash-Flow in Höhe von −2.088 Mio €. Gegenläufig wirkten insbesondere Wechselkurseffekte (101 Mio €) sowie Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzschulden in Höhe von insgesamt 1.155 Mio €.
Die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte verminderten sich um 16 Mio € auf 777 Mio €. Rückgängen als Folge der im Berichtszeitraum erfolgten Verkäufe von ThyssenKrupp Xervon S.A. in der Business Area Materials Services sowie der zum 30. September 2010 zur Veräußerung vorgesehenen Sachanlagen in der Business Area Steel Americas standen Erhöhungen aus der weiterlaufenden Geschäftstätigkeit der umgegliederten Disposal Groups im Zusammenhang mit den eingeleiteten Verkäufen von Teilen der Business Area Marine Systems und von ThyssenKrupp Assanbar PJSC (Business Area Elevator Technology) gegenüber.
Die Zunahme des Eigenkapitals um 963 Mio € auf 11.351 Mio € war mit 101 Mio € auf den im Berichtszeitraum erzielten Periodenüberschuss sowie insbesondere auf die im sonstigen Ergebnis insgesamt erfassten unrealisierten Gewinne aus der Währungsumrechnung (449 Mio €) und versicherungsmathematischen Gewinne aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen (419 Mio € nach Steuern) zurückzuführen.
Die langfristigen Verbindlichkeiten erhöhten sich insgesamt um 466 Mio €. Für diesen Anstieg sind im Wesentlichen zwei gegenläufige Entwicklungen maßgebend: Die in den Finanzschulden enthaltenen langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten nahmen, nach Bereinigung eines wechselkursbedingten Anstiegs von 47 Mio €, um 907 Mio € zu. Gegenläufig wirkte die Abnahme der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen um 594 Mio €, die mit 610 Mio € insbesondere auf die im Rahmen der Neubewertung der Pensions- und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen zum 31. Dezember 2010 berücksichtigten aktualisierten Zinssätze zurückzuführen war; erhöhend wirkten Effekte aus der Währungsumrechnung von 58 Mio €. Der Anstieg der passiven latenten Steuern um 112 Mio € resultierte neben Wechselkurseffekten insbesondere aus einer Vielzahl von Abweichungen zu den steuerlichen Bilanzansätzen, die insgesamt zu Steuerbelastungen in der Zukunft führen.
Die kurzfristigen Verbindlichkeiten nahmen insgesamt um 12 Mio € ab. Dieser Rückgang resultierte aus verschiedenen gegenläufigen Effekten.
Die kurzfristigen Finanzschulden erhöhten sich insgesamt um 265 Mio €.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen verminderten sich demgegenüber um 351 Mio €. Unter Berücksichtigung gegenläufiger Wechselkurseffekte (43 Mio €) resultierte der Rückgang mit 394 Mio € hauptsächlich aus einer verstärkten Rückführung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in der Business Area Materials Services.
Der Rückgang der kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten um 135 Mio € war mit 166 Mio € hauptsächlich durch einen Rückgang der Verbindlichkeiten aus dem Kauf von Sachanlagen, insbesondere für das Großprojekt in den USA, beeinflusst. Gegenläufig wirkte eine wechselkursbedingte Zunahme von 24 Mio €.
Der Anstieg der kurzfristigen sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten um 186 Mio € betraf mit 266 Mio € insbesondere eine Erhöhung der Verbindlichkeiten aus Fertigungsaufträgen sowie mit 92 Mio € Effekte aus der Währungsumrechnung. Gegenläufig wirkte eine Abnahme der Verbindlichkeiten gegenüber der Belegschaft um 129 Mio €.
Die Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten erhöhten sich insgesamt um 54 Mio € auf 598 Mio €. Die Veränderung ergab sich aus dem im Berichtszeitraum erfolgten Verkauf von ThyssenKrupp Xervon S.A. in der Business Area Materials Services sowie aus der weiterlaufenden Geschäftstätigkeit der umgegliederten Disposal Groups im Zusammenhang mit den eingeleiteten Verkäufen von Teilen der Business Area Marine Systems und von ThyssenKrupp Assanbar PJSC (Business Area Elevator Technology).
Nachtragsbericht
Es lagen keine berichtspflichtigen Ereignisse vor.
Voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken
Weltwirtschaft wächst 2011 etwas langsamer
Das globale Wirtschaftswachstum wird sich in diesem Jahr aller Voraussicht nach etwas verlangsamen. Das Welt-BIP dürfte 2011 um rund 4 % wachsen, nach 4,6 % im Jahr zuvor. Dabei werden die Wachstumsdifferenzen zwischen den Industrie- und Schwellenländern groß bleiben. Für 2012 rechnen wir mit einer weltweiten Wachstumsrate von ebenfalls rund 4 %. Die Risiken für die weitere gesamtwirtschaftliche Entwicklung liegen 2011 nach wie vor insbesondere in der Schuldenkrise einiger Länder, der Preisentwicklung bei Energie und Rohstoffen sowie in der Wechselkursentwicklung. Das Risiko eines zeitnahen erneuten Konjunktureinbruchs in den Industrieländern („double-dip“), speziell in den USA und Deutschland, hat sich verringert.
Im Euro-Raum wird das BIP-Wachstum 2011 voraussichtlich bei 1,6 % liegen. Die Verschuldungskrise einiger Euro-Länder wird das Ausgabeverhalten der privaten und öffentlichen Haushalte weiter belasten. Mit einem Plus von etwa 2,5 % leistet Deutschland den größten Wachstumsbeitrag und bleibt somit die Konjunkturlokomotive in der Region. Hauptstützen der deutschen Konjunktur werden der private Verbrauch sowie die Investitionen der Unternehmen sein.
Die Wirtschaft der USA wird sich 2011 mit einem Wachstum von gut 3 % erholen. Die Ende 2010 beschlossene Verlängerung der Steuerentlastungen dürfte den privaten Konsum trotz der weiterhin schwierigen Lage auf dem Arbeits- und Immobilienmarkt stützen. In Japan wird sich die Konjunktur auf Grund der geringeren Wachstumsdynamik bei den Exporten und dem privaten Verbrauch spürbar abschwächen.
Die Schwellenländer werden auch 2011 beträchtliche Zuwachsraten ausweisen. Die Maßnahmen der chinesischen Regierung, die Konjunktur abzukühlen, werden das Expansionstempo nur begrenzt verlangsamen. Auch in den übrigen großen Schwellenländern bleibt die wirtschaftliche Entwicklung relativ erfreulich.
In den für ThyssenKrupp wichtigen Absatzmärkten gehen wir von folgenden Entwicklungen aus:
· Der Weltstahlmarkt bleibt 2011 aufwärts gerichtet. In Europa und im NAFTA-Raum wird die Stahlmarktversorgung weiter zunehmen, wenn auch mit moderateren Zuwächsen. Die in den Vorkrisenjahren 2007 und 2008 erreichten Stahlmarktvolumina werden allerdings noch bei weitem unterschritten. In den Schwellenländern setzt sich das Stahlverbrauchswachstum ebenfalls fort. China bleibt die treibende Kraft des globalen Stahlmarkts, selbst wenn die sehr hohen zweistelligen Wachstumsraten der Jahre 2009 und 2010 voraussichtlich nicht fortgeschrieben werden. Da auch vor dem Hintergrund des anhaltenden Kapazitätsaufbaus in China die dortige Produktion weiter expandieren wird, dürfte sich die Lage auf den Rohstoffmärkten vorerst nicht wesentlich entspannen. Die Kosten für die Einsatzstoffe in der Stahlerzeugung bleiben daher voraussichtlich hoch. Ein zusätzliches Kostenrisiko stellt die temporäre Verknappung bei Kokskohle dar, die infolge der Überschwemmungen in Australien zu erwarten ist. Die globale Walzstahlmarktversorgung wird 2011 voraussichtlich um 5 % auf 1,34 Mrd t steigen; dies entspräche einer Rohstahlproduktion von 1,48 Mrd t. Für Deutschland wird ebenfalls eine um 5 % höhere Stahlnachfrage erwartet.
· Die Nachfrage nach rost-, säure- und hitzebeständigen Edelstahlflachprodukten wird sich weiter erholen. Nachdem 2010 die weltweite Nachfrage nach dem vorangegangenen tiefen Einbruch um 20 % gestiegen ist, wird sich 2011 das Wachstum auf voraussichtlich 6 % normalisieren. Für den westeuropäischen und den nordamerikanischen Markt wird eine Zunahme von 4 % bzw. 5 % erwartet. In China wird das Nachfragewachstum auf 8 % geschätzt. Auch bei den Hochleistungswerkstoffen Nickellegierungen und Titan dürfte der Bedarf weiter zunehmen. Nahezu alle Branchen erwarten in diesem Geschäftsjahr eine weiter anziehende Nachfrage.
· Der Aufschwung im Automobilmarkt wird sich 2011 fortsetzen. Weltweit dürfte die Produktion um 8 % auf knapp 75 Mio Personen- und leichte Nutzfahrzeuge steigen. Die Produktionsschwerpunkte verlagern sich weiter nach Asien. In China wächst die Produktion voraussichtlich um 10 %, in Indien um 18 % und in Brasilien um 11 %. Ein hoher Ersatzbedarf für den alternden Fahrzeugbestand führt in den USA zu einem Produktionsanstieg von 10 %. Eine ähnliche Größenordnung wird auch für die japanische Automobilindustrie erwartet. Mit 4 % bzw. 5 % bleibt das Wachstum in Deutschland und in Westeuropa moderat. Die Hersteller in Deutschland profitieren in diesem Jahr neben dem Export vor allem von den wieder steigenden Neuzulassungen im Inland.
· Die Maschinenbauindustrie setzt auch 2011 ihren Wachstumskurs fort, ohne allerdings im Durchschnitt das Vorkrisenniveau schon zu erreichen. In China wird sich das bisher hohe Produktionswachstum nach dem Auslaufen staatlicher Konjunkturmaßnahmen leicht auf 14 % abschwächen. Für die USA wird ein Produktionsanstieg von 6 % erwartet. Wegen der verbesserten Auftragslage ist für den deutschen Maschinenbau ein Wachstum von 9 % wahrscheinlich. Auch die Aussichten für den deutschen Großanlagenbau haben sich verbessert.
· Die Baukonjunktur bleibt auch 2011 regional gespalten. Deutschland sowie die meisten westeuropäischen Länder werden über eine Stagnation kaum hinauskommen; auf der iberischen Halbinsel ist ein weiterer Rückgang absehbar. In Mittel- und Osteuropa ist mit einem moderaten Wachstum der Bauproduktion zu rechnen. Die Bauwirtschaft in den USA wird sich nach den tiefen Einbrüchen in den Vorjahren erholen. Kräftig bleibt die Baukonjunktur in China und Indien.
Risiken überschaubar und begrenzt
Trotz des konjunkturellen Aufschwungs der Weltwirtschaft bestehen weiterhin Risiken aus dem gesamtwirtschaftlichen Umfeld und in unseren Märkten. Da unser Risikomanagement systematisch, transparent und effizient aufgestellt ist, halten wir die Risiken für unsere Geschäftsaktivitäten für begrenzt und überschaubar. Bestandsgefährdende Risiken liegen nicht vor. Die konsequente Fortsetzung von Maßnahmenprogrammen trägt weiter dazu bei, die Kostensituation und die Effizienz in allen Konzernbereichen nachhaltig zu verbessern.
Vor dem Hintergrund der Finanzkrise sind finanzwirtschaftliche Risiken wie das Liquiditäts- und das Kreditrisiko verstärkt in den Fokus gerückt. ThyssenKrupp berücksichtigt diese Risiken und steuert den Liquiditätsbedarf vorausschauend. Die Finanzierung und Liquidität des Konzerns stehen auch im Geschäftsjahr 2010/2011 auf einer gesicherten Basis. Der Konzern verfügte zum 31. Dezember 2010 über 6,8 Mrd € an flüssigen Mitteln und freien, zugesagten Kreditlinien.
Das Kreditrisiko (Ausfallrisiko) ergibt sich daraus, dass der Konzern bei Finanzinstrumenten, z.B. bei Geldanlagen, dem Risiko einer möglichen Nichterfüllung durch eine Vertragspartei ausgesetzt ist. In Krisenzeiten steigt die Bedeutung des Ausfallrisikos zusätzlich; wir steuern es durch unsere Geschäftspolitik mit besonderer Vorsicht. Finanzinstrumente im Finanzierungsbereich werden unter Einhaltung vorgegebener Risikolimits grundsätzlich nur mit solchen Kontrahenten abgeschlossen, die über eine sehr gute Bonität verfügen bzw. einem Einlagensicherungsfonds angeschlossen sind.
Darüber hinausgehende finanzwirtschaftliche Risiken wie das Währungs-, Zins- und Warenpreisrisiko werden durch den Abschluss derivativer Finanzinstrumente verringert. Bei Abschluss dieser Finanzinstrumente gelten ebenfalls restriktive Grundsätze zur Auswahl möglicher Kontrahenten.
Risiken für unsere Stahlaktivitäten bestehen weiterhin in steigenden Preisen für die Rohstoffe Eisenerz und Kokskohle sowie für Energie. Um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, reagieren wir mit entsprechend angepassten Verkaufspreisen und möglichst alternativen Beschaffungsquellen. Unsere neuen Werke in Brasilien und den USA sind erfolgreich angelaufen. Die Risiken aus dem Produktionsbeginn sind begrenzt, denn unsere weltweite Präsenz mit guten und langjährigen Kundenbeziehungen in allen für ThyssenKrupp relevanten Märkten reduziert die Abhängigkeit von einzelnen Absatzmärkten und Branchen und kann Nachfragerückgänge abfedern. In der Business Area Marine Systems haben wir die Restrukturierungen erfolgreich vorangetrieben. Insbesondere der Verkauf der griechischen Schiffbauaktivitäten hat das Risikoportfolio erheblich reduziert.
Veränderungen in politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen beobachten wir regelmäßig, um auf Risiken für unsere Geschäftsaktivitäten wie steigende Ölpreise oder politisch bedingte Einschränkungen frühzeitig reagieren zu können. Aus heutiger Sicht sind keine für den Konzern bedeutenden Risiken erkennbar. Auch anderen Risiken wie Forderungsausfällen begegnen wir mit einem kontinuierlichen Monitoring. Darüber hinaus gelten die im Geschäftsbericht 2009/2010 auf den Seiten 163–174 detaillierten Aussagen des Risikoberichts weiterhin.
Über schwebende Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche sowie sonstige Risiken berichten wir unter Anhang-Nr. 05.
Wachstumschancen im internationalen Geschäft
Die Erholung der weltwirtschaftlichen Lage, unsere anspruchsvollen Innovationen bei Produkten und Verfahren sowie die ständig verbesserte Produktivität bieten ThyssenKrupp erhebliche Chancen im Geschäft mit internationalen Kunden. Auch die Konzerninitiative ThyssenKrupp best und die bereichsspezifischen Programme werden weiter zum nachhaltigen Erfolg des Unternehmens beitragen. Hinzu kommen Synergiechancen durch die leistungsfähige Organisationsstruktur des Konzerns. Im Geschäftsbericht 2009/2010 haben wir auf den Seiten 178–180 unsere operativen und strategischen Chancen auf den einzelnen Märkten dargestellt; diese Aussagen sind weiterhin gültig.
Ausblick
Mit Blick auf das Geschäftsjahr 2010/2011 sind wir hinsichtlich der Entwicklung in unseren Kernmärkten und Hauptabsatzbranchen optimistisch.
Unser Fokus liegt unverändert auf der strukturellen Optimierung des Unternehmens, was auch weitere gezielte Veräußerungen aus dem Konzernportfolio einschließt. Daneben konzentrieren wir uns auf den effizienten Hochlauf unserer neuen Stahl- und Weiterverarbeitungswerke sowie den damit verbundenen Markteintritt in den USA.
Umsatz und Ergebnis: Im Geschäftsjahr 2010/2011 erwarten wir für den Konzern eine weitere Steigerung des Umsatzes um 10 % bis 15 % (2009/2010: 42,6 Mrd €). Für das Konzernergebnis gehen wir von einer im Verhältnis zum Umsatz überproportionalen Steigerung aus. Diese Entwicklung folgt weiteren operativen Verbesserungen und der Erholung unserer Absatzmärkte, die die erhebliche Ergebnisbelastung durch die Business Area Steel Americas im höheren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich mehr als kompensieren.
Der Aufwärtstrend in allen übrigen Business Areas bestätigt unsere Erwartungen, dass das Bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (um Sondereinflüsse bereinigtes EBIT) voraussichtlich um 2 Mrd € liegen wird (2009/2010: 1,2 Mrd €). Der Vergleichswert des Vorjahres basiert – ebenso wie der Ausblick für das Geschäftsjahr 2010/2011 – auf der angepassten Definition des EBIT.
Die Erwartungen für die einzelnen Business Areas sind wie folgt:
· Steel Europe – Weiterhin gute Auslastung; Verbesserung der Versandmengen und der Durchschnittserlöse
· Steel Americas – Negatives EBIT im höheren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich, das sich im Wesentlichen aus höheren Abschreibungen, Anlaufverlusten für die neuen Werke sowie durch im Hochlauf höhere Aufwendungen für Einsatzstoffe bei ThyssenKrupp CSA in Brasilien ergibt und sich mit fortschreitendem Hochlauf der Anlagen verbessern wird
· Stainless Global – Verbesserung der Mengen und Basispreise
· Materials Services – Verbesserung der Mengen und Erlöse
· Elevator Technology – Weiterhin hoher Ergebnisbeitrag dank des guten Auftragsbestands sowie des stabilen Wartungsgeschäfts
· Plant Technology – Stabile Umsatz- und Ergebnisentwicklung aus dem hohen Auftragsbestand im Projektgeschäft; steigender Auftragseingang
· Components Technology – Steigerung von Umsatz und Ergebnis bei Komponenten für die Automobilindustrie, den Bausektor und den Maschinenbau
· Marine Systems – Positiver Ergebnisbeitrag aus verbleibendem Geschäft mit U-Booten und Marine-Überwasserschiffen
Im Geschäftsjahr 2011/2012 werden wir unsere Anstrengungen zur strukturellen Verbesserung des Konzerns weiter fortsetzen. Hierzu gehören Maßnahmen für nachhaltige Kostensenkungen wie auch weitere gezielte Anpassungen unseres Portfolios. Zusätzliche positive Einflüsse auf die Ergebnisentwicklung des Konzerns sollten sich aus gesteigerten Versandmengen bzw. der zunehmenden Fixkostendegression in der Business Area Steel Americas ergeben. Daneben streben wir eine Reduzierung unserer Netto-Finanzschulden an.
Personelle Veränderungen im Vorstand
Mit Ablauf der Hauptversammlung der ThyssenKrupp AG am 21. Januar 2011 hat Dr. Heinrich Hiesinger als Nachfolger von Dr. Ekkehard D. Schulz den Vorstandsvorsitz der ThyssenKrupp AG übernommen. Zum gleichen Zeitpunkt wurde Dr. Jürgen Claassen zum Mitglied des Vorstands bestellt. Dr. Alan Hippe, seit dem 01. April 2009 Finanzvorstand der ThyssenKrupp AG, wird das Unternehmen mit Ablauf des 31. März 2011 auf eigenen Wunsch verlassen. Der Aufhebung seiner Bestellung zum Vorstandsmitglied hat der Aufsichtsrat der ThyssenKrupp AG in seiner Sitzung am 21. Januar 2011 zugestimmt.
Konzern-Bilanz
AKTIVA
| Mio € | |||
|---|---|---|---|
| Anhang-Nr. | 30.09.2010 | 31.12.2010 | |
| --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögenswerte | 4.651 | 4.708 | |
| Sachanlagen | 16.322 | 16.853 | |
| Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 337 | 334 | |
| Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen | 522 | 559 | |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 127 | 128 | |
| Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | 200 | 225 | |
| Aktive latente Steuern | 590 | 598 | |
| Langfristige Vermögenswerte | 22.749 | 23.405 | |
| Vorräte | 8.262 | 9.325 | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 5.882 | 5.971 | |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 685 | 624 | |
| Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | 1.646 | 2.177 | |
| Laufende Ertragsteueransprüche | 315 | 281 | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 3.380 | 2.569 | |
| Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte | 02 | 793 | 777 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 20.963 | 21.724 | |
| Summe Vermögenswerte | 43.712 | 45.129 | |
| PASSIVA | |||
| Mio € | Anhang-Nr. | 30.09.2010 | 31.12.2010 |
| Gezeichnetes Kapital | 1.317 | 1.317 | |
| Kapitalrücklage | 4.684 | 4.684 | |
| Gewinnrücklagen | 3.703 | 4.248 | |
| Kumuliertes sonstiges Ergebnis | 192 | 589 | |
| davon entfallen auf Disposal Groups (30.09.2010: 0; 31.12.2010: 0) | |||
| Eigene Anteile | -1.396 | -1.396 | |
| Eigenkapital der Aktionäre der ThyssenKrupp AG | 8.500 | 9.442 | |
| Nicht beherrschende Anteile | 1.888 | 1.909 | |
| Eigenkapital | 10.388 | 11.351 | |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 04 | 8.086 | 7.492 |
| Sonstige Rückstellungen | 829 | 812 | |
| Passive latente Steuern | 139 | 251 | |
| Finanzschulden | 6.157 | 7.121 | |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 0 | 0 | |
| Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 23 | 24 | |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 15.234 | 15.700 | |
| Sonstige Rückstellungen | 1.778 | 1.786 | |
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 532 | 493 | |
| Finanzschulden | 1.278 | 1.543 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 5.411 | 5.060 | |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 1.641 | 1.506 | |
| Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 6.906 | 7.092 | |
| Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten | 02 | 544 | 598 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 18.090 | 18.078 | |
| Verbindlichkeiten | 33.324 | 33.778 | |
| Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten | 43.712 | 45.129 |
Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang zum verkürzten Konzern-Zwischenabschluss.
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
| Mio €, mit Ausnahme Ergebnis je Aktie in € | |||
|---|---|---|---|
| Anhang-Nr. | 1. Quartal 2009/2010 | 1. Quartal 2010/2011 | |
| --- | --- | --- | --- |
| Umsatzerlöse | 08 | 9.351 | 11.370 |
| Umsatzkosten | 09 | -7.878 | -9.815 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 1.473 | 1.555 | |
| Vertriebskosten | -643 | -688 | |
| Allgemeine Verwaltungskosten | -576 | -595 | |
| Sonstige betriebliche Erträge | 77 | 91 | |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -95 | -112 | |
| Ergebnis aus dem Verkauf konsolidierter Unternehmen | 93 | 3 | |
| Betriebliches Ergebnis | 329 | 254 | |
| Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen | 7 | 16 | |
| Zinserträge | 95 | 85 | |
| Zinsaufwendungen* | -185 | -197 | |
| Sonstiges Finanzergebnis* | 67 | -13 | |
| Finanzergebnis | -16 | -109 | |
| Ergebnis vor Steuern | 313 | 145 | |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -118 | -44 | |
| Periodenüberschuss | 195 | 101 | |
| Davon: | |||
| Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG | 164 | 142 | |
| Nicht beherrschende Anteile | 31 | -41 | |
| Periodenüberschuss | 195 | 101 | |
| Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) bezogen auf | 10 | ||
| Periodenüberschuss (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) | 0,35 | 0,31 |
* Der Vorjahresbetrag wurde angepasst.
Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang zum verkürzten Konzern-Zwischenabschluss.
Konzern-Gesamtergebnisrechnung
| Mio € | ||
|---|---|---|
| 1. Quartal 2009/2010 | 1. Quartal 2010/2011 | |
| --- | --- | --- |
| Periodenüberschuss | 195 | 101 |
| Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung | ||
| Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) | 112 | 449 |
| Realisierte (Gewinne)/Verluste | 14 | 0 |
| Unrealisierte Gewinne/(Verluste), gesamt | 126 | 449 |
| Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten | ||
| Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) | 0 | -2 |
| Realisierte (Gewinne)/Verluste | 0 | 0 |
| Steuereffekt | 0 | 0 |
| Unrealisierte Gewinne/(Verluste), gesamt | 0 | -2 |
| Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen | ||
| Veränderung der versicherungsmathematischen Gewinne/(Verluste) | 75 | 604 |
| Steuereffekt | -23 | -185 |
| Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen, gesamt | 52 | 419 |
| Gewinne/(Verluste) aus "asset ceiling" | ||
| Veränderung der Gewinne/(Verluste) | -63 | -25 |
| Steuereffekt | 19 | 8 |
| Gewinne/(Verluste) aus "asset ceiling", gesamt | -44 | -17 |
| Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus derivativen Finanzinstrumenten | ||
| Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) | 56 | 24 |
| Realisierte (Gewinne)/Verluste | -5 | -4 |
| Steuereffekt | -19 | -5 |
| Unrealisierte Gewinne/(Verluste), gesamt | 32 | 15 |
| Anteil an den unrealisierten Gewinnen/(Verlusten), der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt | 1 | 7 |
| Sonstiges Ergebnis | 167 | 871 |
| Gesamtergebnis | 362 | 972 |
| Davon: | ||
| Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG | 311 | 940 |
| Nicht beherrschende Anteile | 51 | 32 |
Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang zum verkürzten Konzern-Zwischenabschluss.
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
| Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Eigenkapitalanteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG | ||||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Kumuliertes sonstiges Ergebnis | ||||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Aktienanzahl im Umlauf | Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklage | Gewinnrücklagen | Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung | Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Stand am 30.09.2009 | 463.473.492 | 1.317 | 4.684 | 3.643 | -329 | 5 |
| Periodenüberschuss | 164 | |||||
| Sonstiges Ergebnis | 5 | 117 | 0 | |||
| Gesamtergebnis | 169 | 117 | 0 | |||
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | ||||||
| Veräußerung eigener Anteile | 350.924 | -2 | ||||
| Aktienbasierte Vergütung | -7 | |||||
| Sonstige Veränderungen | -5 | |||||
| Stand am 31.12.2009 | 463.824.416 | 1.317 | 4.684 | 3.798 | -212 | 5 |
| Stand am 30.09.2010 | 464.394.337 | 1.317 | 4.684 | 3.703 | 127 | 5 |
| Periodenüberschuss | 142 | |||||
| Sonstiges Ergebnis | 401 | 376 | -2 | |||
| Gesamtergebnis | 543 | 376 | -2 | |||
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | ||||||
| Aktienbasierte Vergütung | 5 | |||||
| Sonstige Veränderungen | -3 | |||||
| Stand am 31.12.2010 | 464.394.337 | 1.317 | 4.684 | 4.248 | 503 | 3 |
Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang zum verkürzten Konzern-Zwischenabschluss.
| Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Eigenkapitalanteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG | ||||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Kumuliertes sonstiges Ergebnis | ||||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Derivative Finanzinstrumente | Anteil, der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt | Eigene Anteile | Gesamt | Nicht beherrschende Anteile | Gesamtes Eigenkapital | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Stand am 30.09.2009 | 33 | -5 | -1.421 | 7.927 | 1.769 | 9.696 |
| Periodenüberschuss | 164 | 31 | 195 | |||
| Sonstiges Ergebnis | 21 | 4 | 147 | 20 | 167 | |
| Gesamtergebnis | 21 | 4 | 311 | 51 | 362 | |
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | 0 | -13 | -13 | |||
| Veräußerung eigener Anteile | 11 | 9 | 0 | 9 | ||
| Aktienbasierte Vergütung | -7 | 0 | -7 | |||
| Sonstige Veränderungen | -5 | -1 | -6 | |||
| Stand am 31.12.2009 | 54 | -1 | -1.410 | 8.235 | 1.806 | 10.041 |
| Stand am 30.09.2010 | 50 | 10 | -1.396 | 8.500 | 1.888 | 10.388 |
| Periodenüberschuss | 142 | -41 | 101 | |||
| Sonstiges Ergebnis | 15 | 8 | 798 | 73 | 871 | |
| Gesamtergebnis | 15 | 8 | 940 | 32 | 972 | |
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | 0 | -12 | -12 | |||
| Aktienbasierte Vergütung | 5 | 0 | 5 | |||
| Sonstige Veränderungen | -3 | 1 | -2 | |||
| Stand am 31.12.2010 | 65 | 18 | -1.396 | 9.442 | 1.909 | 11.351 |
Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang zum verkürzten Konzern-Zwischenabschluss.
Konzern-Kapitalflussrechnung
| Mio € | ||
|---|---|---|
| 1. Quartal 2009/2010 | 1. Quartal 2010/2011 | |
| --- | --- | --- |
| Periodenüberschuss | 195 | 101 |
| Anpassungen des Periodenüberschusses für die Überleitung zum Operating Cash-Flow: | ||
| Latente Steueraufwendungen/(-erträge) | -54 | -62 |
| Abschreibungen und Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte | 334 | 382 |
| Zuschreibungen langfristiger Vermögenswerte | -3 | -2 |
| Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, soweit nicht zahlungswirksam | -7 | -11 |
| Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte | -94 | -22 |
| Veränderungen bei Aktiva und Passiva, bereinigt um Effekte aus Konsolidierungskreis- und anderen nicht zahlungswirksamen Veränderungen: | ||
| - Vorräte | -154 | -976 |
| - Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 376 | -84 |
| - Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | -85 | -77 |
| - Sonstige Rückstellungen | -231 | -31 |
| - Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -343 | -400 |
| - Übrige Aktiva/Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit* | -242 | -253 |
| Operating Cash-Flow* | -308 | -1.435 |
| Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und in langfristige finanzielle Vermögenswerte | -21 | -21 |
| Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Gesellschaften | -46 | -44 |
| Investitionen in Sachanlagen (einschl. geleisteter Anzahlungen) und in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | -686 | -697 |
| Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (einschl. geleisteter Anzahlungen) | -24 | -16 |
| Desinvestitionen von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und langfristigen finanziellen Vermögenswerten | 1 | 6 |
| Einzahlungen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Gesellschaften* | 478 | 17 |
| Abgegebene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aus dem Verkauf von konsolidierten Gesellschaften | -5 | -2 |
| Desinvestitionen von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien | 12 | 101 |
| Desinvestitionen von immateriellen Vermögenswerten | 2 | 3 |
| Cash-Flow aus Investitionstätigkeit* | -289 | -653 |
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 168 | 1.112 |
| Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | -588 | -137 |
| Zunahme Verbindlichkeiten Schuldschein-/Sonstige Darlehen | 19 | 171 |
| Zunahme Akzeptverbindlichkeiten | 8 | 9 |
| Abnahme kurzfristige Wertpapiere | 168 | 0 |
| Einzahlungen in das Eigenkapital durch nicht beherrschende Anteile | 500 | 2 |
| Einzahlungen aus der Veräußerung eigener Anteile | 2 | 0 |
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | -13 | -12 |
| Sonstige Finanzierungsvorgänge | -17 | 32 |
| Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit | 247 | 1.177 |
| Zahlungswirksame Abnahme der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | -350 | -911 |
| Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 42 | 101 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn der Berichtsperiode | 5.375 | 3.673 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode | 5.067 | 2.863 |
| (davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Disposal Groups) | (0) | (294) |
| Ergänzende Informationen zu Zahlungsvorgängen, die im Operating Cash-Flow enthalten sind: | ||
| Zinseinzahlungen | 68 | 52 |
| Zinsauszahlungen | -72 | -65 |
| Erhaltene Dividenden | 0 | 4 |
| Auszahlungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag | -62 | -85 |
* Der Vorjahresbetrag wurde angepasst.
Siehe Anhang-Nr. 11 zum verkürzten Konzern-Zwischenabschluss.
Konzern-Anhang
Unternehmensinformation
Die ThyssenKrupp Aktiengesellschaft („ThyssenKrupp AG“ oder „Gesellschaft“) ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Sitz in Deutschland. Der vorliegende Konzern-Zwischenabschluss der ThyssenKrupp AG und ihrer Tochtergesellschaften („Konzern“) für den Zeitraum vom 01. Oktober 2010 bis 31. Dezember 2010 wurde mit Beschluss des Vorstands vom 07. Februar 2011 zur Veröffentlichung freigegeben.
Grundlagen der Berichterstattung
Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss wurde gemäß § 37x Abs. 3 WpHG i.V.m. § 37w Abs. 2 WpHG sowie im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den diesbezüglichen Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB) für die Zwischenberichterstattung erstellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Demzufolge enthält dieser Abschluss zum Zwischenbericht nicht sämtliche Informationen und Anhangangaben, die gemäß IFRS für einen Konzernabschluss zum Ende des Geschäftsjahres erforderlich sind.
Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss wurde einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Der Abschluss enthält nach Ansicht des Vorstands alle erforderlichen Anpassungen, die für eine den tatsächlichen Verhältnissen entsprechende Darstellung der Ertragslage zum Zwischenergebnis erforderlich sind. Die Ergebnisse der zum 31. Dezember 2010 endenden Berichtsperiode lassen nicht notwendigerweise Rückschlüsse auf die Entwicklung zukünftiger Ergebnisse zu.
Im Rahmen der Erstellung eines Konzern-Zwischenabschlusses in Übereinstimmung mit IAS 34 „Interim Financial Reporting“ muss der Vorstand Beurteilungen und Schätzungen vornehmen sowie Annahmen treffen, die die Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen im Konzern und den Ausweis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen beeinflussen. Die tatsächlichen Beträge können von diesen Schätzungen abweichen.
Die im Konzern-Zwischenabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen des letzten Konzernabschlusses zum Ende des Geschäftsjahres. Eine detaillierte Beschreibung der Grundsätze der Rechnungslegung ist im Anhang zum Konzernabschluss unseres Geschäftsberichts 2009/2010 veröffentlicht. Zum 01. Oktober 2010 wurde bei der Gesellschaft ThyssenKrupp CSA die funktionale Währung von Euro auf US-Dollar umgestellt, da mit dem Ende der Investitionsphase und dem Einstieg in die Produktionsphase die Gesellschaft ihre Transaktionen im Wesentlichen im US-Dollar-Raum abwickelt.
Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften
Im Geschäftsjahr 2010/2011 hat ThyssenKrupp die nachfolgenden Standards, Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards erstmalig angewendet:
Im Oktober 2009 hat das IASB eine Änderung zu IAS 32 „Financial Instruments: Presentation“ veröffentlicht. Die Änderung regelt die Bilanzierung von Bezugsrechten, Optionen und Optionsscheinen beim Emittenten, die in einer anderen Währung als der funktionalen Währung des Emittenten denominiert sind. Der geänderte Standard ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Februar 2010 beginnen. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendung der überarbeiteten Fassung einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse hat.
Im Juni 2009 hat das IASB Änderungen zu IFRS 2 „Share-based Payment – Group Cash-settled Share-based Payment Transactions“ veröffentlicht, mit denen die Bilanzierung von anteilsbasierten Vergütungen mit Barausgleich innerhalb des Konzerns im Einzelabschluss einer Tochtergesellschaft klargestellt wird. Darüber hinaus werden mit der Änderung auch Regelungen in IFRS 2 aufgenommen, die bislang in IFRIC 8 „Scope of IFRS 2“ und in IFRIC 11 „IFRS 2 – Group and Treasury Share Transactions“ enthalten waren. Der geänderte Standard ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2010 beginnen. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendung der überarbeiteten Fassung einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse hat.
Im November 2008 hat das IFRIC die Interpretation IFRIC 17 „Distributions of Non-cash Assets to Owners“ veröffentlicht. Die Interpretation regelt Bilanzierungsfragen im Zusammenhang mit Sachdividendenausschüttungen an die Anteilseiger. IFRIC 17 ist zwingend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die nach dem 31. Oktober 2009 beginnen. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendung der Interpretation einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse hat.
Im Januar 2009 hat das IFRIC die Interpretation IFRIC 18 „Transfers of Assets from Customers“ veröffentlicht, die zusätzliche Hinweise zur Bilanzierung der Übertragung eines Vermögenswerts durch einen Kunden liefert. IFRIC 18 stellt die Anforderungen der IFRSs für Vereinbarungen klar, bei denen ein Unternehmen von einem Kunden ein Objekt, eine Anlage oder Betriebsmittel erhält, die das Unternehmen dann entweder dazu verwenden muss, den Kunden mit einem Leitungsnetz zu verbinden oder dem Kunden einen permanenten Zugang zur Versorgung mit Gütern oder Dienstleistungen zu gewähren. Die Interpretation ist zwingend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die nach dem 31. Oktober 2009 beginnen. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendung der Interpretation einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse hat.
Im November 2009 hat das IFRIC die Interpretation IFRIC 19 „Extinguishing Financial Liabilities with Equity Instruments“ veröffentlicht. Diese Interpretation stellt die Anforderungen klar, die IFRS hat, wenn ein Unternehmen die Bedingungen einer finanziellen Verbindlichkeit mit dem Gläubiger neu verhandelt und der Gläubiger dabei akzeptiert, dass die finanzielle Verbindlichkeit vollständig oder teilweise mit Aktien oder anderen Eigenkapitalinstrumenten des Unternehmens getilgt wird. Die Interpretation ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Juli 2010 beginnen. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendung der Interpretation einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse hat.
Im April 2009 hat das IASB im Rahmen des Annual Improvements Process-Projekts den zweiten Sammelstandard „Improvements to IFRSs“ veröffentlicht. Hierdurch werden an bestehenden zehn Standards und zwei Interpretationen insgesamt fünfzehn kleinere Änderungen vorgenommen. Soweit im Einzelfall nichts anderes geregelt, sind die Änderungen anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2010 beginnen. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendung der überarbeiteten Fassungen einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse hat.
Neu herausgegebene Rechnungslegungsvorschriften
Im Geschäftsjahr 2010/2011 hat das IASB die nachfolgend dargestellten Änderungen zu bestehenden Standards herausgegeben, deren Anwendung noch die Übernahme in EU-Recht („Endorsement“) erfordert:
Im Dezember 2010 hat das IASB Änderungen zu IAS 12 „Income Taxes“ veröffentlicht. Nach IAS 12 hängt die Bewertung latenter Steuern davon ab, ob der Buchwert eines Vermögenswerts durch Nutzung oder durch Veräußerung realisiert wird. Diese Beurteilung ist oftmals schwierig, insbesondere wenn der Vermögenswert nach dem Zeitwertmodell von IAS 40 für als Finanzinvestition gehaltene Immobilien bewertet wird. Die Änderung sieht daher vor, bei als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien, die zum Zeitwert bewertet werden, grundsätzlich von einer Realisierung durch Veräußerung auszugehen. Der geänderte Standard ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2012 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendung der überarbeiteten Fassung, sofern sie von der EU in dieser Form übernommen wird, einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben wird.
01 / Veräußerungen
Nachdem im September 2010 im Rahmen der Portfoliobereinigung in der Business Area Materials Services der Verkauf der ThyssenKrupp Xervon S.A. in Spanien eingeleitet worden war, erfolgte im Oktober 2010 der Vollzug der Veräußerung. Die Gesellschaft ist im Bereich der industriellen Dienstleistungen mit Gerüstbau und Isolierungen tätig. Diese Veräußerung sowie weitere kleinere Verkäufe, die jeder für sich genommen nicht wesentlich waren, haben sich in Summe auf Basis der Werte zum jeweiligen Veräußerungszeitpunkt wie folgt auf den Konzernabschluss ausgewirkt:
| Mio € | |
|---|---|
| 1. Quartal 2010/2011 | |
| --- | --- |
| Firmenwert | 2 |
| Sachanlagen | 4 |
| Aktive latente Steuern | 1 |
| Vorräte | 15 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 15 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 3 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte | 1 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 2 |
| Insgesamt abgegebene Vermögenswerte | 43 |
| Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen | 3 |
| Passive latente Steuern | 1 |
| Sonstige kurzfristige Rückstellungen | 6 |
| Kurzfristige Finanzschulden | 7 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 3 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 1 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 15 |
| Insgesamt abgegebene Verbindlichkeiten | 36 |
| Abgehendes Reinvermögen | 7 |
| Kumuliertes sonstiges Ergebnis | 0 |
| Nicht beherrschende Anteile | 0 |
| Gewinn/(Verlust) aus den Verkäufen | 3 |
| Verkaufspreise | 10 |
| davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen | 10 |
02 / Disposal Groups
Im Rahmen der Portfoliooptimierung wurden in 2009/2010 die Veräußerungen von zwei Bereichen eingeleitet, die noch nicht vollzogen sind. Diese beiden Transaktionen erfüllen nicht die Voraussetzungen von IFRS 5 für den Ausweis einer nicht fortgeführten Aktivität. Damit werden die Aufwendungen und Erträge bis zum Zeitpunkt des Abgangs weiterhin im Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen.
Im April 2010 wurde die Veräußerung von Teilen der Business Area Marine Systems eingeleitet. Die Transaktion umfasst zum einen die Abgänge bei der Blohm + Voss Naval GmbH im Zusammenhang mit der Gründung eines 50/50-Joint-Ventures für den Bereich Design und Projektmanagement im Überwassermarineschiffbau sowie zum anderen den Verkauf von 100 % an der Blohm + Voss Shipyards GmbH, die im Schiffsneubau insbesondere von Megayachten tätig ist, und den Verkauf von zunächst jeweils 80 % an der Blohm + Voss Repair GmbH und an der Blohm + Voss Industries GmbH, die Schiffsreparatur und Komponentenfertigung betreiben. Daneben werden die Fertigungskapazitäten für den zivilen Schiffbau der ehemaligen HDW Gaarden abgegeben. In Verbindung mit dem eingeleiteten Verkauf entstanden aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten Wertminderungsaufwendungen auf Sachanlagen in Höhe von 6 Mio €, die im 2. Quartal 2009/2010 in den Umsatzkosten ausgewiesen wurden. Im Hinblick auf die bis zum Vollzug der Transaktion endgültig abgehenden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sind die zum 31. Dezember 2010 in der nachfolgenden Tabelle ausgewiesenen Werte nur vorläufig:
| Mio € | |
|---|---|
| 31.12.2010 | |
| --- | --- |
| Firmenwert | 120 |
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte | 12 |
| Sachanlagen | 52 |
| Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte | 7 |
| Aktive latente Steuern | 9 |
| Vorräte | 48 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 120 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 21 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte | 67 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 291 |
| Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte | 747 |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 117 |
| Sonstige langfristige Rückstellungen | 7 |
| Passive latente Steuern | 30 |
| Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 4 |
| Sonstige kurzfristige Rückstellungen | 51 |
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 4 |
| Kurzfristige Finanzschulden | 11 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 46 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 4 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 294 |
| Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten | 568 |
Ende September 2010 wurde in der Business Area Elevator Technology der Verkauf der iranischen Gesellschaft ThyssenKrupp Assanbar PJSC eingeleitet. Die Gesellschaft ist sowohl in der Herstellung von Aufzügen als auch im Einbau und der Wartung von Aufzügen und Fahrtreppen tätig. In Verbindung mit dem eingeleiteten Verkauf entstanden aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten Wertminderungsaufwendungen auf Firmenwerte von 3 Mio €, die im 4. Quartal 2009/2010 in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen wurden, sowie Wertminderungsaufwendungen auf sonstige immaterielle Vermögenswerte von 1 Mio € und auf Sachanlagen von 1 Mio €, die im 4. Quartal 2009/2010 in den Umsatzkosten ausgewiesen wurden. Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Disposal Group zum 31. Dezember 2010 sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:
| Mio € | |
|---|---|
| 31.12.2010 | |
| --- | --- |
| Aktive latente Steuern | 1 |
| Vorräte | 12 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 9 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte | 5 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 3 |
| Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte | 30 |
| Langfristige Finanzschulden | 7 |
| Sonstige kurzfristige Rückstellungen | 1 |
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 1 |
| Kurzfristige Finanzschulden | 1 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 4 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 16 |
| Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten | 30 |
03 / Aktienbasierte Vergütung
Management Incentivepläne
Im 1. Quartal 2010/2011 resultieren aus dem Mid Term Incentiveplan Aufwendungen von 3,4 Mio € (1. Quartal 2009/2010: 0).
Im September 2010 wurde die Neuauflage des Programms zum rabattierten Aktienkauf für das Geschäftsjahr 2009/2010 beschlossen. Hieraus entstanden im 1. Quartal 2010/2011 Aufwendungen von 8,4 (1. Quartal 2009/2010: 0,9) Mio €.
Darüber hinaus wurde im September 2010 die Ausgestaltung der variablen Vergütung der Mitglieder des Vorstands der ThyssenKrupp AG dahingehend angepasst, dass 25 % der für das jeweilige Geschäftsjahr gewährten Tantieme sowie 55 % des in Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Situation zusätzlich für das jeweilige Geschäftsjahr gewährten Bonuses verpflichtend in Wertrechte der ThyssenKrupp AG umgewandelt werden und erst nach Ablauf von drei Geschäftsjahren auf Basis des Durchschnittskurses der ThyssenKrupp Aktie im 4. Quartal des 3. Geschäftsjahres in bar ausgezahlt werden. Aus dieser Vergütungskomponente enthält das Ergebnis des 1. Quartals 2010/2011 Aufwendungen von 1,2 Mio € (1. Quartal 2009/2010: 0).
04 / Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Auf Basis aktualisierter Zinssätze und Marktwerte des Planvermögens wurde bei sonst unveränderten Prämissen eine Neubewertung der Rückstellungen für Pensionen und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen zum 31. Dezember 2010 vorgenommen.
| Mio € | ||
|---|---|---|
| 30.09.2010 | 31.12.2010 | |
| --- | --- | --- |
| Pensionen | 6.669 | 6.129 |
| Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen | 1.257 | 1.232 |
| Sonstige pensionsähnliche Verpflichtungen | 285 | 248 |
| Umgliederung w/ Ausweis als Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten | – 125 | – 117 |
| Insgesamt | 8.086 | 7.492 |
Bei der Berechnung der Pensions- und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen wurden folgende Zinssätze (= gewichteter Durchschnitt) zu Grunde gelegt:
| in % | ||||
|---|---|---|---|---|
| 30.09.2010 | 31.12.2010 | |||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Deutschland | Übrige Länder | Deutschland | Übrige Länder | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Diskontierungssatz für Pensionen | 4,10 | 4,47 | 4,80 | 4,83 |
| Diskontierungssatz für Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen (nur USA/Kanada) | — | 4,77 | — | 5,25 |
Die Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen setzen sich wie folgt zusammen:
| Mio € | ||||
|---|---|---|---|---|
| 1. Quartal 2009/2010 | 1. Quartal 2010/2011 | |||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Deutschland | Übrige Länder | Deutschland | Übrige Länder | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche | 17 | 7 | 20 | 9 |
| Zinsaufwand: Aufzinsung der bereits erworbenen Ansprüche | 72 | 26 | 62 | 26 |
| Erwarteter Kapitalertrag des Planvermögens | – 3 | – 25 | – 3 | – 28 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Aufwand/(Ertrag) aus Plankürzungen und Planabgeltungen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Aufwand aus Leistungen aus Anlass der Beendigung von Arbeitsverhältnissen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen | 86 | 8 | 79 | 7 |
Die Netto-Aufwendungen für Zuschussverpflichtungen für die Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre setzen sich wie folgt zusammen:
| Mio € | ||
|---|---|---|
| 1. Quartal 2009/2010 | 1. Quartal 2010/2011 | |
| --- | --- | --- |
| USA/Kanada | USA/Kanada | |
| --- | --- | --- |
| Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche | 1 | 2 |
| Zinsaufwand: Aufzinsung der bereits erworbenen Ansprüche | 13 | 14 |
| Erwarteter Ertrag aus Erstattungsansprüchen | – 1 | – 1 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | – 14 | – 2 |
| Aufwand/(Ertrag) aus Plankürzungen und Planabgeltungen | 0 | 0 |
| Netto-Aufwendungen der Zuschussverpflichtungen für Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre | -1 | 13 |
05 / Sonstige Verpflichtungen einschließlich schwebender Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche
Bürgschaften und Garantien
Die ThyssenKrupp AG sowie in Einzelfällen auch Tochtergesellschaften haben Bürgschaften oder Garantien zu Gunsten von Geschäftspartnern oder Kreditgebern ausgestellt. Die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Verpflichtungen zeigen Haftungsverhältnisse, bei denen der Hauptschuldner kein konsolidiertes Unternehmen ist:
| Mio € | ||
|---|---|---|
| Maximales Haftungsvolumen 31.12.2010 | Rückstellung 31.12.2010 | |
| --- | --- | --- |
| Anzahlungsgarantien | 315 | 1 |
| Gewährleistungs- und Vertragserfüllungsgarantien | 82 | 1 |
| Kreditaufträge | 42 | 0 |
| Restwertgarantien | 45 | 1 |
| Sonstige Haftungserklärungen | 51 | 0 |
| Insgesamt | 535 | 3 |
Die Laufzeiten variieren je nach Art der Garantie von 3 Monaten bis zu 10 Jahren (z.B. bei Miet- und Pachtgarantien).
Grundlage für eine mögliche Inanspruchnahme durch den Begünstigten ist die nicht vertragskonforme Erfüllung von vertraglich eingegangenen Verpflichtungen durch den Hauptschuldner, wie z.B. nicht rechtzeitige oder nicht ordnungsgemäße Lieferung, Nichteinhaltung von zugesicherten Leistungsparametern oder nicht ordnungsgemäße Rückzahlung von Krediten.
Alle durch die ThyssenKrupp AG oder durch Tochtergesellschaften ausgestellten oder in Auftrag gegebenen Bürgschaften oder Garantien erfolgen im Auftrag und unter Rückhaftung des jeweiligen aus dem zu Grunde liegenden Vertragsverhältnis entsprechend verpflichteten Unternehmens (Hauptschuldner). Besteht die Rückhaftung gegen einen Hauptschuldner, an dem ganz oder teilweise ein konzernfremder Dritter beteiligt ist, so wird mit diesem grundsätzlich die Stellung zusätzlicher Sicherheiten in entsprechender Höhe vereinbart.
Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken
Im Vergleich zum 30. September 2010 verringerte sich in den Business Areas Steel Americas und Stainless Global das Bestellobligo für Investitionsvorhaben in Brasilien und Nordamerika um rund 150 Mio € auf 0,9 Mrd €.
Schwebende Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche
ThyssenKrupp ist im Zusammenhang mit dem Erwerb und der Veräußerung von Unternehmen in gerichtliche, schiedsgerichtliche und außergerichtliche Auseinandersetzungen verwickelt, die zur Rückerstattung von Teilen des Kaufpreises oder zur Gewährung von Schadenersatz führen können. Aus verschiedenen Verträgen wie Bau-, Anlagenbau-, Liefer- und Leistungsverträgen werden von Vertragspartnern, Kunden, Konsortialpartnern und Subunternehmern Ansprüche erhoben. Bei einigen Rechtsstreitigkeiten haben sich die Ansprüche im Verlauf des Geschäftsjahres als unbegründet erwiesen, sind durch Vergleich beendet worden oder verjährt. Eine Reihe von Verfahren ist noch anhängig.
Darüber hinaus sind bei den sonstigen Verpflichtungen einschließlich schwebender Rechtsstreitigkeiten keine wesentlichen Veränderungen seit dem vorangegangenen Geschäftsjahresende eingetreten.
06 / Derivative Finanzinstrumente
Die Nominalwerte und beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente des Konzerns stellen sich wie folgt dar:
| Mio € | ||||
|---|---|---|---|---|
| Nominalwert 30.09.2010 | Beizulegender Zeitwert 30.09.2010 | Nominalwert 31.12.2010 | Beizulegender Zeitwert 31.12.2010 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Derivative Finanzinstrumente | ||||
| Aktiva | ||||
| Währungsderivate inklusive eingebettete Derivate | 4.654 | 214 | 4.965 | 194 |
| Zinsderivate* | 1.007 | 4 | 769 | 5 |
| Warenderivate | 536 | 108 | 463 | 100 |
| Insgesamt | 6.197 | 326 | 6.197 | 299 |
| Passiva | ||||
| Währungsderivate inklusive eingebettete Derivate | 3.022 | 108 | 2.219 | 74 |
| Zinsderivate* | 752 | 34 | 999 | 56 |
| Warenderivate | 438 | 62 | 583 | 81 |
| Insgesamt | 4.212 | 204 | 3.801 | 211 |
* inklusive Zins-/Währungsderivate
07 / Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen (Related Parties)
Die ESG Legierungen GmbH ist auf Grund der Tatsache, dass ein naher Familienangehöriger eines Vorstandsmitglieds als Geschäftsführer tätig ist, als nahe stehendes Unternehmen des Konzerns einzustufen. Im 1. Quartal 2010/2011 hat der Konzern mit der ESG Legierungen GmbH einen Umsatz in Höhe von 0,1 Mio € aus dem Verkauf von Feinzink realisiert. Die Transaktionen erfolgten zu marktüblichen Konditionen. Zum 31. Dezember 2010 hatte der Konzern aus der Geschäftsbeziehung Forderungen von 51 Tsd €.
Die Heitkamp & Thumann Group mit Sitz in Düsseldorf sowie die Heitkamp Baugruppe mit Sitz in Herne sind auf Grund der Tatsache, dass ein Mitglied des Aufsichtsrats maßgeblichen Einfluss auf die Gruppen hat, als nahe stehende Unternehmen des Konzerns einzustufen. Im 1. Quartal 2010/2011 hat der Konzern mit der Heitkamp & Thumann Group einen Umsatz in Höhe von 5,1 Mio € aus dem Verkauf von Stahl- und Edelstahlwerkstoffen sowie aus der Erbringung von Industriedienstleistungen und mit der Heitkamp Baugruppe einen Umsatz von 95 Tsd € aus der Erbringung von Leistungen realisiert.
Im gleichen Zeitraum wurden vom Konzern von der Heitkamp Baugruppe Leistungen in Höhe von 4 Tsd € bezogen. Die Transaktionen erfolgten zu marktüblichen Konditionen. Zum 31. Dezember 2010 hatte der Konzern aus der Geschäftsbeziehung mit der Heitkamp & Thumann Group Forderungen von 1,1 Mio € sowie aus der Geschäftsbeziehung mit der Heitkamp Baugruppe Verbindlichkeiten von 0,1 Mio €.
08 / Segmentberichterstattung
Zum 01. Oktober 2010 hat ThyssenKrupp die Unternehmenssteuerung auf die Ertragskennzahl EBIT umgestellt, nachdem zuvor das EBT die Kennzahl für die Ertragskraft der Segmente war. Die Abgrenzung des EBIT richtet sich nach wirtschaftlichen Kriterien und ist unabhängig von den IFRS Vorschriften. Einzelheiten zur Definition der neuen Ertragskennzahl sind im Zwischenlagebericht im Kapitel "Ertragskennzahl EBIT - Weiterentwicklung des wertorientierten Managements" dargestellt.
Die Werte der Vorjahresperiode sind entsprechend angepasst.
Segmentinformationen für das 1. Quartal 2009/2010 und das 1. Quartal 2010/2011:
| Steel Europe | Steel Americas | Stainless Global | Materials Services | Elevator Technology | Plant Technology | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Quartal 2009/2010 | ||||||
| Außenumsätze | 1.954 | 0 | 1.087 | 2.634 | 1.224 | 944 |
| konzerninterne Umsätze | 327 | 0 | 123 | 126 | 2 | 10 |
| Umsatzerlöse gesamt | 2.281 | 0 | 1.210 | 2.760 | 1.226 | 954 |
| EBIT | 127 | – 71 | – 42 | 129 | 165 | 111 |
| 1. Quartal 2010/2011 | ||||||
| Außenumsätze | 2.444 | 74 | 1.428 | 3.129 | 1.298 | 881 |
| konzerninterne Umsätze | 514 | 12 | 177 | 182 | 1 | 16 |
| Umsatzerlöse gesamt | 2.958 | 86 | 1.605 | 3.311 | 1.299 | 897 |
| EBIT | 258 | – 378 | 7 | 85 | 171 | 107 |
| Components Technology | Marine Systems | Corporate | Konsolidierung | Konzern | |
|---|---|---|---|---|---|
| 1. Quartal 2009/2010 | |||||
| Außenumsätze | 1.234 | 254 | 20 | 0 | 9.351 |
| konzerninterne Umsätze | 3 | 0 | 11 | – 602 | 0 |
| Umsatzerlöse gesamt | 1.237 | 254 | 31 | -602 | 9.351 |
| EBIT | 57 | 16 | – 65 | – 74 | 353 |
| 1. Quartal 2010/2011 | |||||
| Außenumsätze | 1.595 | 504 | 17 | 0 | 11.370 |
| konzerninterne Umsätze | 4 | 0 | 14 | – 920 | 0 |
| Umsatzerlöse gesamt | 1.599 | 504 | 31 | -920 | 11.370 |
| EBIT | 127 | 46 | – 88 | – 62 | 273 |
In der nachfolgenden Tabelle ist die Überleitung der Ertragskennzahl EBIT zum EBT (Ergebnis vor Steuern) gemäß der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt:
| Mio € | ||
|---|---|---|
| 1. Quartal 2009/2010 | 1. Quartal 2010/2011 | |
| --- | --- | --- |
| EBIT | 353 | 273 |
| - Im EBIT eliminierte Abschreibungen auf aktivierte Bauzeitzinsen | – 2 | – 9 |
| + Zinserträge | 95 | 85 |
| - Zinsaufwendungen | – 185 | – 197 |
| + Sonstiges Finanzergebnis | 67 | – 13 |
| - Bestandteile des Sonstigen Finanzergebnisses, die nach wirtschaftlicher Abgrenzung dem EBIT zugeordnet werden | – 15 | 6 |
| EBT | 313 | 145 |
09 / Umsatzkosten
Die Umsatzkosten des 1. Quartals 2010/2011 enthalten Wertberichtigungen auf das Vorratsvermögen in Höhe von 99 Mio €, die im Wesentlichen die Business Areas Steel Americas und Stainless Global betreffen. Zum 30.09.2010 betrugen die Wertberichtigungen 109 Mio €.
10 / Ergebnis je Aktie
Das Ergebnis je Aktie („basic earnings per share“) berechnet sich wie folgt:
| 1. Quartal 2009/2010 | 1. Quartal 2010/2011 | |||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Gesamtbetrag in Mio € |
Ergebnis je Aktie in € |
Gesamtbetrag in Mio € |
Ergebnis je Aktie in € |
|
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Zähler: | ||||
| Periodenüberschuss (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) | 164 | 0,35 | 142 | 0,31 |
| Nenner: | ||||
| Gewichteter Durchschnitt der Aktien (in Stück) | 463.586.567 | 464.394.337 |
Ermittlung der für die Kalkulation des Ergebnisses je Aktie relevanten Aktienanzahl
Das Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des den Aktionären der ThyssenKrupp AG zurechenbaren Periodenüberschusses durch die Anzahl der durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien. Veräußerte oder zurückgekaufte Aktien während einer Periode werden zeitanteilig für den Zeitraum, in dem sie sich im Umlauf befinden, berücksichtigt.
Der gewichtete Durchschnitt der Aktien erhöhte sich in 2009/2010 durch die Veräußerung eigener Anteile im Dezember 2009 und im März 2010 im Rahmen des rabattierten Aktienkaufs sowie durch die Veräußerung eigener Anteile im Mai 2010 im Rahmen des Belegschaftsaktienprogramms. Im 1. Quartal 2010/2011 gab es keine Transaktionen mit eigenen Anteilen.
In den dargestellten Berichtsperioden gab es keine Verwässerungseffekte.
11 / Zusätzliche Informationen zur Konzern-Kapitalflussrechnung
Nicht zahlungswirksame Investitionstätigkeiten
Im 1. Quartal 2010/2011 ergab sich wie im Vorjahresquartal aus dem Erwerb und der Erstkonsolidierung von Gesellschaften kein Zugang von langfristigen Vermögenswerten.
Der zahlungsunwirksame Zugang von Vermögenswerten aus Finance Lease betrug im 1. Quartal 2010/2011 13 (1. Quartal 2009/2010: 4) Mio €.
Nicht zahlungswirksame Finanzierungstätigkeiten
Im 1. Quartal 2010/2011 erfolgte wie im Vorjahresquartal durch den Erwerb und die Erstkonsolidierung von Gesellschaften kein Zugang von Brutto-Finanzschulden.
12 / Besondere Ereignisse nach dem Stichtag
Es lagen keine berichtspflichtigen Ereignisse vor.
Essen, den 07. Februar 2011
ThyssenKrupp AG
Der Vorstand
Hiesinger
Berlien
Claassen
Eichler
Hippe
Labonte
Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht
An die ThyssenKrupp AG, Duisburg und Essen
Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung sowie ausgewählten Anhangangaben – und den Konzernzwischenlagebericht der ThyssenKrupp AG, Duisburg und Essen, für den Zeitraum vom 1. Oktober 2010 bis 31. Dezember 2010, die Bestandteile des Quartalsfinanzberichts nach § 37x Abs. 3 WpHG i.V.m. § 37w Abs. 2 WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.
Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen sowie ergänzend unter Beachtung des International Standard on Review Engagements 2410 (ISRE 2410) vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für die Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.
Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist.
Düsseldorf, den 7. Februar 2011
**KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Prof. Dr. Rolf Nonnenmacher, Wirtschaftsprüfer
Michael Gewehr, Wirtschaftsprüfer