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thyssenkrupp AG — Audit Report / Information 2015
Apr 4, 2016
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Audit Report / Information
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Publication

ThyssenKrupp Steel Europe AG
Duisburg
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2014 bis zum 30.09.2015
Bericht über das Geschäftsjahr 2014/2015 vom 1. Oktober 2014 bis zum 30. September 2015
der ThyssenKrupp Steel Europe AG
Inhaltsverzeichnis
Auf einen Blick
Bericht des Aufsichtsrats
Jahresabschluss 2014/2015
Lagebericht
| Geschäftsjahr | 2012/2013 | 2013/2014 | 2014/2015 | |
|---|---|---|---|---|
| Umsatz | Mio € | 8.107 | 7.720 | 7.552 |
| hiervon mit Kunden im Ausland | % | 28 | 27 | 29 |
| Produktion | ||||
| Rohstahl1) | 1.000 t | 11.646 | 12.249 | 12.393 |
| Walzstahl2) | 1.000 t | 11.058 | 11.033 | 11.042 |
| Mitarbeiter (Durchschnitt) | 19.385 | 19.504 | 19.270 | |
| Personalaufwand | Mio € | 1.324 | 1.325 | 1.327 |
| Bilanzsumme | Mio € | 4.422 | 4.306 | 4.465 |
| Eigenkapital | Mio € | 1.390 | 1.390 | 1.390 |
| Anlagevermögen (netto) | Mio € | 1.795 | 1.771 | 1.696 |
| Sachinvestitionen3) | Mio € | 255 | 255 | 182 |
| Abschreibungen4) | Mio € | 304 | 277 | 259 |
| Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit | Mio € | 263 | 550 | 701 |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | Mio € | -19 | 187 | 245 |
| Jahresüberschuss/-fehlbetrag | Mio € | -74 | - | - |
1) einschließlich Produktionsanteil Hüttenwerke Krupp Mannesmann
2) einschließlich Lohnwalzungen
3) einschließlich Investitionen in Immaterielle Vermögensgegenstände
4) einschließlich Abschreibungen auf Finanzanlagen
Bericht des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat ist vom Vorstand regelmäßig schriftlich und mündlich über die Lage und Entwicklung der ThyssenKrupp Steel Europe AG sowie über alle wichtigen Geschäftsvorfälle unterrichtet worden. Alle Maßnahmen des Vorstands, die nach Gesetz und Satzung der Zustimmung des Aufsichtsrats bedurften, wurden ihm zur Beschlussfassung vorgelegt.
Im Geschäftsjahr 2014/2015 fanden zwei ordentliche Sitzungen des Aufsichtsrats statt. In einzelnen Fällen hat der Aufsichtsrat außerhalb von Sitzungen Beschlüsse im schriftlichen Verfahren gefasst.
Schwerpunkte der Beratungen im Aufsichtsrat
Regelmäßiger Bestandteil der Beratungen im Aufsichtsrat war die Unterrichtung über die aktuelle Unternehmenslage. Der Vorstand informierte ausführlich über die Entwicklung der Rohstoffsituation, des Absatzes, der Beschäftigung, des Ergebnisses und der Finanzen sowie die Umsetzung der Kostensenkungsprogramme. Dabei wurden Soll-Ist-Vergleiche mit der Jahresplanung einbezogen.
In der Sitzung vom 3. Dezember 2014 befasste sich der Aufsichtsrat mit der Feststellung des testierten Jahresabschlusses der ThyssenKrupp Steel Europe AG zum 30. September 2014. Nach entsprechender Präsentation des konsolidierten Abschlusses für die Business Area Steel Europe nach IFRS, des Jahresabschlusses der ThyssenKrupp Steel Europe AG nach HGB sowie der Darstellung der Risikoinventur zum 30. September 2014 und entsprechender Diskussion wurde der Jahresabschluss 2013/2014 gebilligt und damit festgestellt. Der Aufsichtsrat stimmte der vorgelegten Fassung des Berichts des Aufsichtsrats zu.
Daneben informierte der Vorstand den Aufsichtsrat über die Konjunktur in der Gesamtwirtschaft und auf den Stahlmärkten und die aktuelle Geschäftsentwicklung in der Business Area Steel Europe. Zudem wurde der Status der Anlagen des Werks in Brasilien sowie ausführlich die Fortschritte in dem Bereich Kundenorientierung im Projekt „Best-in-Class Reloaded“ vorgestellt. Der Aufsichtsrat stimmte der Investitionsabrechnung per 30. September 2014 und der Investitionsplanung für das Geschäftsjahr 2014/2015 sowie der Finanzierung zu.
Auch in der Sitzung am 6. Mai 2015 gab der Vorstand dem Gremium zunächst einen Überblick über die Konjunktur in der Gesamtwirtschaft und auf den Stahlmärkten sowie die aktuelle Geschäftslage in der Business Area Steel Europe, bevor er detailliert über Preisentwicklungen auf den EU-Zielmärkten und über bedeutsame Entwicklungen bei wesentlichen Wettbewerbern sowie zur Unfallquote bei ThyssenKrupp Steel Europe informierte. Ferner gab der Vorstand einen Überblick über den Stand des Projekts „Best-in-Class Reloaded“ mit den Schwerpunkten Kostensenkungsinitiativen und Kundenorientierung. Hieran schloss sich ein Bericht zur wirtschaftlichen Lage in Brasilien, zum Status der Produktion in dem dortigen Werk, zur Entwicklung des Brammenversands und zu wesentlichen Kennzahlen der Business Area Steel Americas an. Das Gremium wurde in der Sitzung zudem umfassend über ein Projekt zur Verwertung der bei der Stahlproduktion entstehenden Hüttengase zu Basis-Chemikalien mit dem Ziel eines energieoptimierten, crossindustriellen Netzwerks (Carbon2Chem) unterrichtet.
Weitere Themen waren das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen und dessen Umsetzung im ThyssenKrupp Konzern, zu dem das Gremium sodann im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres fristgerecht im schriftlichen Umlaufverfahren Beschlüsse gefasst hat.
Der Aufsichtsrat stimmte in der Sitzung dem Verkauf der indirekt gehaltenen Anteile an der Transporten Handelsmaatschappij Steenkolen Utrecht B.V. sowie der Anteile an der TKAS (Changchun) Tailored Blanks Ltd. und TKAS (Changchun) Steel Service Center Ltd. in China zu. Der Aufsichtsrat erteilte zudem den Prüfungsauftrag an PwC PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, als Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2014/2015 und ermächtigte den Aufsichtsratsvorsitzenden zum Abschluss des entsprechenden Vertrages.
Jahresabschlussprüfung 2014/2015
Der Jahresabschluss ist unter Einbeziehung der Buchführung durch die PwC PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft worden. Die Prüfung ergab keine Beanstandungen und wurde mit der Erteilung des uneingeschränkten Bestätigungsvermerks abgeschlossen. Der Prüfungsbericht ist jedem Aufsichtsratsmitglied ausgehändigt worden. Der Abschlussprüfer nahm an der Aufsichtsratssitzung teil, in welcher der Jahresabschluss festgestellt wurde, und berichtete über wesentliche Ergebnisse der Prüfung.
Dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer stimmt der Aufsichtsrat zu; er hat nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen Prüfung keine Einwendungen gegen den Jahresabschluss. Am 3. Dezember 2015 wurde der Jahresabschluss durch den Aufsichtsrat gebilligt und damit festgestellt.
Besetzung von Aufsichtsrat und Vorstand
Aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden sind Premal A. Desai, Reinhard Dombre, Wolfgang Otto und Marie Seyboth. Der Aufsichtsrat spricht den Herren Desai, Dombre und Otto sowie Frau Seyboth Dank und Anerkennung für ihr Engagement im Interesse des Unternehmens aus. Neu bestellt wurden im Geschäftsjahr 2014/2015 durch Hauptversammlungsbeschluss zum 1. Dezember 2014 Ilse Henne, durch gerichtlichen Beschluss vom 16. Januar 2015 Sabine Birkenfeld sowie durch gerichtlichen Beschluss vom 13. Juli 2015 Marika Höhn.
In der Sitzung vom 3. Dezember 2014 beschloss der Aufsichtsrat die Verlängerung der Bestellung von Andreas J. Goss zum Mitglied des Vorstands und seiner Ernennung zum Vorsitzenden des Vorstands für den Zeitraum vom 1. Oktober 2015 bis zum 30. September 2020. In der gleichen Sitzung beschloss der Aufsichtsrat die Bestellung von Herrn Premal A. Desai zum Mitglied des Vorstands für den Zeitraum vom 1. Januar 2015 bis zum 31. Dezember 2017 sowie die Verlängerung der Bestellung von Thomas Schlenz zum Mitglied des Vorstands und zum Arbeitsdirektor für den Zeitraum vom 1. Oktober 2015 bis zum 31. März 2020.
Vorstand, Betriebsräte, Unternehmenssprecherausschuss und Mitarbeiter haben im Geschäftsjahr 2014/2015 engagiert und verantwortungsbewusst zusammengearbeitet und damit zur erfolgreichen Entwicklung des Unternehmens beigetragen. Der Aufsichtsrat spricht ihnen dafür seinen Dank und seine Anerkennung aus.
Der Aufsichtsrat
Dr. Heinrich Hiesinger) Vorsitzender
Bilanz zum 30. September 2015
Aktiva
| Mio € | Anhang-Nr. | 30.09.2014 | 30.09.2015 |
|---|---|---|---|
| Anlagevermögen | |||
| Immaterielle Vermögensgegenstände | (3) | 13,7 | 11,3 |
| Sachanlagen | (3) | 1.231,3 | 1.148,4 |
| Finanzanlagen | (4) | 526,1 | 536,2 |
| 1.771,1 | 1.695,9 | ||
| Umlaufvermögen | |||
| Vorräte | (5) | 1.170,9 | 1.202,2 |
| Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände | (6) | ||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 331,1 | 288,8 | |
| Übrige Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände | 1.027,7 | 1.273,5 | |
| 1.358,8 | 1.562,3 | ||
| Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten | 0,2 | 0,2 | |
| 2.529,9 | 2.764,7 | ||
| Rechnungsabgrenzungsposten | (7) | 4,5 | 4,5 |
| Summe der Aktiva | 4.305,5 | 4.465,1 | |
| Passiva | |||
| Anhang-Nr. | 30.09.2014 | 30.09.2015 | |
| Eigenkapital | |||
| Gezeichnetes Kapital | (8) | 438,8 | 438,8 |
| Kapitalrücklage | (8) | 808,5 | 808,5 |
| Gewinnrücklagen | (9) | 97,8 | 97,8 |
| Bilanzgewinn | 44,8 | 44,8 | |
| 1.389,9 | 1.389,9 | ||
| Rückstellungen | (10) | ||
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 1.137,1 | 1.254,1 | |
| Übrige Rückstellungen | 431,7 | 489,9 | |
| 1.568,8 | 1.744,0 | ||
| Verbindlichkeiten | (11) | ||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 0,2 | 0,0 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 564,4 | 593,6 | |
| Übrige Verbindlichkeiten | 782,2 | 737,6 | |
| 1.346,8 | 1.331,2 | ||
| Summe der Passiva | 4.305,5 | 4.465,1 |
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Oktober 2014 bis zum 30. September 2015
| Mio € | Anhang-Nr. | 2013/2014 | 2014/2015 |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | (17) | 7.720,4 | 7.552,2 |
| Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen | 0,2 | 15,8 | |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | 11,4 | 11,0 | |
| Gesamtleistung | 7.732,0 | 7.579,0 | |
| Sonstige betriebliche Erträge | (18) | 319,9 | 346,4 |
| Materialaufwand | (19) | 5.764,0 | 5.428,7 |
| Personalaufwand | (20) | 1.324,7 | 1.326,7 |
| Abschreibungen auf Immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | (3) | 277,4 | 259,3 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | (22) | 566,8 | 759,1 |
| Beteiligungsergebnis | (23) | 131,3 | 153,7 |
| Zinsergebnis | (24) | -63,6 | -60,6 |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 186,7 | 244,7 | |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | (25) | -6,0 | -11,2 |
| Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrages abgeführter Gewinn | -180,7 | -233,5 | |
| Jahresüberschuss/fehlbetrag | 0,0 | 0,0 | |
| Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 44,8 | 44,8 | |
| Bilanzgewinn | 44,8 | 44,8 |
Anhang
Die ThyssenKrupp Steel Europe AG, Duisburg ist über die Thyssen Stahl GmbH, Düsseldorf ein Tochterunternehmen der ThyssenKrupp AG, Duisburg und Essen. Zwischen der ThyssenKrupp Steel Europe AG und der Thyssen Stahl GmbH besteht ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag.
Eine gesetzliche Pflicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses und eines Konzernlageberichts für den Teilkonzern der ThyssenKrupp Steel Europe AG besteht nach § 291 HGB nicht, da die ThyssenKrupp Steel Europe AG und ihre Tochterunternehmen in den Konzernabschluss der ThyssenKrupp AG, Duisburg und Essen, welcher nach den International Financial Accounting Standards (IFRS) und den diesbezüglichen Interpretationen des International Accounting Standard Board (IASB), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, erstellt wird, einbezogen werden und kein Antrag von Minderheitsgesellschaftern zur Aufstellung eines Konzernabschlusses und eines Konzernlageberichts nach § 291 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 HGB vorliegt sowie die weiteren Voraussetzungen des § 291 Abs. 2 Nr. 2 (Anforderungen an den befreienden Konzernabschluss und Konzernlagebericht) und Nr. 3 HGB (erforderliche Anhangangaben im Anhang des zu befreienden Unternehmens) erfüllt sind.
Die ThyssenKrupp Steel Europe AG wird in den Konzernabschluss der ThyssenKrupp AG, Duisburg und Essen, (größter und kleinster Konsolidierungskreis) einbezogen. Der Konzernabschluss wird im Bundesanzeiger elektronisch offen gelegt.
(1) Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
Der Jahresabschluss ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) unter Berücksichtigung der ergänzenden Regelungen des Energiewirtschaftsgesetztes (EnWG) aufgestellt.
Die entgeltlich von Dritten erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten aktiviert und ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer entsprechend linear, im Zugangsjahr zeitanteilig, planmäßig abgeschrieben. Entgeltlich erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte werden generell aktiviert und planmäßig über 5 Jahre abgeschrieben. Soweit notwendig erfolgen außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung, wenn die beizulegenden Werte einzelner immaterieller Vermögenswerte des Anlagevermögens ihren Buchwert unterschreiten. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert.
Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten für selbsterstellte Anlagen enthalten neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie fertigungsbedingte Abschreibungen. Darüber hinaus werden in der Bewertung auch angemessene Teile der allgemeinen Verwaltungs- und Sozialkosten einbezogen. Fremdkapitalzinsen werden nicht aktiviert. Abnutzbare Gegenstände des Sachanlagevermögens werden planmäßig abgeschrieben. Soweit notwendig erfolgen außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung, wenn die beizulegenden Werte einzelner Gegenstände des Sachanlagevermögens ihren Buchwert unterschreiten.
Für planmäßige Abschreibungen werden überwiegend folgende Nutzungsdauern zugrunde gelegt: Gebäude 5 - 33 Jahre, Grundstückseinrichtungen 5 - 20 Jahre, Betriebsvorrichtungen 10 - 33 Jahre, technische Anlagen und Maschinen 4 - 15 Jahre, andere Anlagen 3 - 25 Jahre sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 - 10 Jahre. Die Nutzungsdauer für die Neuzustellung von Hochöfen beträgt 10 Jahre.
Die planmäßigen Abschreibungen des abnutzbaren beweglichen Sachanlagevermögens werden nach der linearen Methode vorgenommen. Im Zugangsjahr erfolgt die Abschreibung pro rata temporis. Im Falle von Nachaktivierungen wird mit einem einheitlichen Abschreibungssatz unter Zugrundelegung einer einheitlichen Nutzungsdauer ab dem 1. Oktober des jeweiligen Geschäftsjahres abgeschrieben.
Geringwertige Anlagegüter, das sind Gegenstände mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis einschließlich 150 €, werden im Jahr des Zugangs ergebniswirksam erfasst. Für Anlagenzugänge eines Geschäftsjahres, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten für das einzelne Anlagegut mehr als 150 €, aber nicht mehr als 1.000 € betragen, wird ein Sammelposten gebildet. Der jeweilige Sammelposten wird im Jahr der Bildung und in den folgenden vier Geschäftsjahren mit jeweils einem Fünftel ergebniswirksam aufgelöst.
Für bestimmte Werksgeräte und Reserveteile bestehen Festwerte in Höhe von 40% der Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Reserveteile mit Einzelwerten bis einschließlich 205 € werden in den Vorräten ausgewiesen.
Die Anteile an verbundenen Unternehmen und die Beteiligungen werden grundsätzlich mit den Anschaffungskosten bilanziert. Niedrigere beizulegende Werte werden angesetzt, wenn voraussichtlich dauernde Wertminderungen vorliegen.
Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Ausleihungen werden auf den Barwert abgezinst; die übrigen Ausleihungen werden zum Nennwert bilanziert.
Die Vorräte sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips bewertet.
In den Vorräten werden die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe mit den Anschaffungskosten oder niedrigeren Wiederbeschaffungskosten bewertet. Unfertige und fertige Erzeugnisse werden mit Herstellungskosten bewertet, die neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie fertigungsbedingte Abschreibungen enthalten. Darüber hinaus werden in die Bewertung der Vorräte auch angemessene Teile der allgemeinen Verwaltungs- und Sozialkosten einbezogen. Ist der voraussichtliche Verkaufserlös abzüglich der bis zum Verkauf noch anfallenden Kosten niedriger, wird dieser Wert angesetzt. Handelswaren sind mit den Anschaffungskosten oder mit dem niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Bei der Ermittlung des Wertansatzes gleichartiger Vorräte wird unterstellt, dass die zuletzt angeschafften oder hergestellten Vermögensgegenstände zuerst verbraucht oder veräußert werden (Lifo-Verfahren). Vertriebsrisiken und Risiken aus eingeschränkter Verwertbarkeit sind angemessen berücksichtigt.
Unentgeltlich erworbene Emissionsrechte werden zum Wert von 0 €, entgeltlich erworbene Emissionsrechte werden zu Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert bilanziert. Der Ausweis erfolgt in den Vorräten, da der Einsatz im Rahmen des Produktionsprozesses kurzfristig erfolgt.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden grundsätzlich mit dem Nennwert angesetzt. Bei den Forderungen und Sonstigen Vermögensgegenständen sind die erkennbaren Risiken durch entsprechende Bewertungsabschläge auf den niedrigeren beizulegenden Wert berücksichtigt; dem allgemeinen Ausfallrisiko wird durch Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Forderungen werden auf den Barwert abgezinst.
Die flüssigen Mittel sind zum Nennwert am Bilanzstichtag angesetzt.
Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.
Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken sowie alle ungewissen Verpflichtungen und werden in Flöhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzins der vergangenen 7 Geschäftsjahre abgezinst.
Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind nach dem versicherungs-mathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren (projected unit credit method) bewertet. Die Bewertung erfolgt auf Basis der an konzernspezifische Verhältnisse angepassten „Richttafeln 2005 G“ von Prof. Dr. Klaus Heubeck und unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen Gehaltssteigerungsrate von unverändert 2,50%, sowie einer Rentendynamik von unverändert 1,50% (für Versorgungsberechtigte der betrieblichen Leistungsordnung) bzw. einer fest zugesagten Dynamik (für Versorgungsberechtigte nach der Leistungsordnung des Essener Verbands).
Die Abzinsung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen erfolgt pauschal mit dem veröffentlichten durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Jahre, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Inventurstichtag der Pensionsverpflichtungen ist der 1. Juli 2015. Zum Inventurstichtag der Pensionsverpflichtung wurde für die Bewertung der Pensionsverpflichtung ein für den 30. September 2015 prognostizierter Zinssatz von 4,06% verwendet (im Vorjahr betrug der Rechnungszins 4,67 %).
Die bilanzielle Behandlung der Aufstockungsbeträge für Altersteilzeitverhältnisse mit Entlohnungscharakter erfolgt ab dem 30. September 2014 unter Anwendung des IDW RS HFA 3.
Für weitere Risiken oder Verpflichtungen im Personalbereich, wie beispielsweise Restrukturierungsverpflichtungen, Jubiläumszuwendungen und Urlaubsansprüche werden Rückstellungen nach handelsrechtlichen Grundsätzen gebildet.
Die Altersteilzeit- und Restrukturierungsrückstellungen wurden unter Berücksichtigung einer Gehaltssteigerungsrate von 2,50 % sowie einem Abzinsungssatz von 2,59 % ermittelt. Für die Bewertung der Jubiläumsrückstellungen wurde ein zum 30. September 2015 prognostizierter Zinssatz von 4,06 % verwendet und ebenfalls eine Gehaltssteigerungsrate von 2,50 % angenommen.
Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Bei Rentenverpflichtungen erfolgt der Ansatz mit dem Rentenbarwert.
Eventualverbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen werden nach dem Stand der jeweiligen Hauptschuld bewertet.
Es werden grundsätzlich derivative Finanzinstrumente eingesetzt, um Risiken aus Fremdwährungs- und Rohstoffpreisrisiken entgegenzuwirken, die im Rahmen der laufenden Geschäftstätigkeit sowie im Rahmen von Investitions- und Finanztransaktionen entstehen können. Vermögensgegenstände, Schulden, schwebende Geschäfte oder mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Transaktionen (Grundgeschäfte) werden bei Vorliegen der handelsrechtlichen Voraussetzungen zum Ausgleich gegenläufiger Wertänderungen oder Zahlungsströme aus dem Eintritt vergleichbarer Risiken mit diesen derivativen Finanzinstrumenten (Sicherungsgeschäfte) im Rahmen von Mikro-Hedges zu Bewertungseinheiten zusammengefasst. Soweit die Voraussetzungen für Bewertungseinheiten mit den jeweiligen Grundgeschäften nicht erfüllt sind, erfolgt die Bilanzierung nach allgemeinen Bewertungsgrundsätzen.
In dem Umfang, in dem die durch die jeweilige Bewertungseinheit gebildete Sicherungsbeziehung effektiv ist, werden die sich ausgleichenden Wertänderungen aus Grundgeschäft und Sicherungsgeschäft im Rahmen der sog. Einfrierungsmethode nicht erfasst. Die Effektivität der Sicherungsbeziehung wird auf Basis der Critical Term Match-Methode und der Dollar Offset-Methode beurteilt. In dem Umfang, in dem eine Sicherung ineffektiv ist, werden insgesamt verbleibende Verluste sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst; ein insgesamt verbleibender Gewinn bleibt dagegen unberücksichtigt.
(2) Währungsumrechnung
Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden grundsätzlich mit dem historischen Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung erfasst. Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit einer Laufzeit über 1 Jahr werden zum Anschaffungskurs oder zum jeweiligen ungünstigeren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von 1 Jahr oder weniger werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag bewertet.
(3) Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen
Die Entwicklung der Immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen ist im Einzelnen im nachfolgend wiedergegebenen Anlagespiegel dargestellt.
Die Anlagenzugänge sind im Lagebericht in den Ausführungen zu den Investitionen erläutert.
(4) Finanzanlagen
Die Entwicklung der Finanzanlagen ist im nachfolgend wiedergegebenen Anlagespiegel dargestellt. Die wesentlichen verbundenen Unternehmen und Beteiligungen der ThyssenKrupp Steel Europe AG sind im Anteilsverzeichnis aufgeführt.
Die Beteiligungen erhöhten sich infolge einer Einzahlung in die Kapitalrücklage der Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH, Duisburg, um 10,0 Mio €.
Entwicklung des Anlagevermögens
| Bruttowerte | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Mio € | 01.10.2014 | Zugänge | Umbuchungen | Abgänge | 30.09.2015 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögensgegenstände | |||||
| Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 94,5 | 2,1 | 0,0 | 0,9 | 95,7 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | 21,1 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 21,1 |
| Geleistete Anzahlungen | 0,0 | 0,1 | 0,0 | 0,0 | 0,1 |
| 115,6 | 2,2 | 0,0 | 0,9 | 116,9 | |
| Sachanlagen | |||||
| Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 1.357,4 | 7,9 | 6,8 | 17,0 | 1.355,1 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 7.469,1 | 87,2 | 99,4 | 53,5 | 7.602,2 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 504,8 | 13,6 | 3,5 | 13,7 | 508,2 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 158,9 | 71,3 | -109,7 | 0,0 | 120,5 |
| 9.490,2 | 180,0 | 0,0 | 84,2 | 9.586,0 | |
| Finanzanlagen | |||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 266,3 | 0,1 | 0,0 | 0,0 | 266,4 |
| Beteiligungen | 250,5 | 10,0 | 0,0 | 0,0 | 260,5 |
| Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 15,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 15,0 |
| 531,8 | 10,1 | 0,0 | 0,0 | 541,9 | |
| Insgesamt | 10.137,6 | 192,3 | 0,0 | 85,1 | 10.244,8 |
| Abschreibungen | Nettowerte | |||
|---|---|---|---|---|
| Mio € | Abschreibungen 2014/2015 | Aufgelaufene Abschreibungen am 30.09.2015 | 30.09.2014 | 30.09.2015 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||
| Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 4,4 | 84,6 | 13,5 | 11,1 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | 0,1 | 21,0 | 0,2 | 0,1 |
| Geleistete Anzahlungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,1 |
| 4,5 | 105,6 | 13,7 | 11,3 | |
| Sachanlagen | ||||
| Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 25,2 | 1.032,1 | 342,1 | 323,0 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 208,2 | 6.957,0 | 667,5 | 645,2 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 21,4 | 448,5 | 62,8 | 59,7 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 0,0 | 0,0 | 158,9 | 120,5 |
| 254,8 | 8.437,6 | 1.231,3 | 1.148,4 | |
| Finanzanlagen | ||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 0,0 | 5,7 | 260,6 | 260,7 |
| Beteiligungen | 0,0 | 0,0 | 250,5 | 260,5 |
| Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 0,0 | 0,0 | 15,0 | 15,0 |
| 0,0 | 5,7 | 526,1 | 536,2 | |
| Insgesamt | 259,3 | 8.548,9 | 1.771,1 | 1.695,9 |
(5) Vorräte
| Mio € | 30.09.2014 | 30.09.2015 |
|---|---|---|
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 392,9 | 408,4 |
| Unfertige Erzeugnisse, Unfertige Leistungen | 99,6 | 94,6 |
| Fertige Erzeugnisse und Waren | 678,4 | 699,2 |
| Insgesamt | 1.170,9 | 1.202,2 |
Der Buchwert der nach der Ufo-Methode bewerteten Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Handelswaren sowie Erzeugnisse liegt um 157,0 Mio € unter ihrem Marktwert am Bilanzstichtag. Davon entfallen 133,0 Mio € auf fertige Erzeugnisse, 7,2 Mio € auf Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe und Handelswaren und 16,8 Mio € auf unfertige Erzeugnisse.
(6) Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände
| Mio € | 30.09.2014 | 30.09.2015 | davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr |
|---|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 331,1 | 288,8 | 0,0 |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 800,8 | 1.128,0 | 0,0 |
| Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 14,0 | 8,5 | 0,0 |
| Sonstige Vermögensgegenstände | 212,9 | 137,0 | 0,4 |
| Übrige Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände | 1.027,7 | 1.273,5 | 0,4 |
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen und die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen im Wesentlichen konzerninterne Finanzierungsvorgänge, Forderungen aus Ergebnisabrechnungen sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.
Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten vor allem Abgrenzungen mit Forderungscharakter (Boni, Rabatte, Energien) in Höhe von 40,9 (i. Vj. 107,6) Mio €, Glattstellungszahlungen für Warentermingeschäfte (Variation Margin) in Höhe von 24,3 (i.Vj. 36,5) Mio €, einbehaltene Reserven für Forderungsverkäufe in Höhe von 24,2 (i. Vj. 23,9) Mio € sowie geleistete Anzahlungen in Höhe von 8,2 (i. Vj. 10,8) Mio €.
(7) Rechnungsabgrenzungsposten
Die Rechnungsabgrenzungsposten enthalten unter anderem vorschüssig geleistete Pensionszahlungen von 0,2 Mio €.
(8) Gezeichnetes Kapital und Kapitalrücklage
Das zum Nennwert angesetzte gezeichnete Kapital der ThyssenKrupp Steel Europe AG beträgt wie im Vorjahr 438,8 Mio €. Es ist eingeteilt in 171.395.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien. Sie werden zu 99,5332 % von der Thyssen Stahl GmbH, Düsseldorf, und zu 0,4668 % von der Deutsche Bank AG, Frankfurt, gehalten.
Die Kapitalrücklage besteht unverändert aus Agiobeträgen, die aus Gründungs- und Einbringungsvorgängen sowie Kapitalerhöhungen stammen. Ferner sind Einzahlungen in die Kapitalrücklage in Höhe von 503,0 Mio € enthalten.
(9) Gewinnrücklagen
Bei den Gewinnrücklagen handelt es sich um Andere Gewinnrücklagen. Diese bestehen unverändert.
(10) Rückstellungen
| Mio € | 30.09.2014 | 30.09.2015 |
|---|---|---|
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 1.137,1 | 1.254,1 |
| Steuerrückstellungen | 4,9 | 7,2 |
| Sonstige Rückstellungen | 426,8 | 482,7 |
| Übrige Rückstellungen | 431,7 | 489,9 |
Den Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr 122,3 (i. Vj. 112,9) Mio € für Pensionen sowie für Verpflichtungen gegenüber dem Pensionssicherungs-Verein ergebniswirksam zugeführt. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen enthalten insbesondere Pensionsverpflichtungen (1.203,0 Mio €) und Altersteilzeitverpflichtungen (46,7 Mio €).
Sonstige Rückstellungen bestehen im Wesentlichen für Verpflichtungen aus dem Personalbereich, insbesondere für laufende Personalstrukturmaßnahmen, Jubiläumszuwendungen und Urlaubsansprüche, drohende Verluste aus schwebenden Geschäften, Absatzrisiken sowie Entfernungs-/Rekultivierungsverpflichtungen.
Die Position enthält ferner Rückstellungen für im Geschäftsjahr unterlassene Aufwendungen für Instandhaltung, die in den ersten drei Monaten des folgenden Geschäftsjahres nachgeholt werden.
(11) Verbindlichkeiten
| Mio € | 30.09.2014 | 30.09.2015 | davon Restlaufzeit | ||
|---|---|---|---|---|---|
| bis 1 Jahr | über 1 bis 5 Jahre | über 5 Jahre | |||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 0,2 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 564,4 | 593,6 | 593,6 | 0,0 | 0,0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 365,7 | 412,5 | 412,5 | 0,0 | 0,0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 205,7 | 123,1 | 123,1 | 0,0 | 0,0 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 210,8 | 202,0 | 199,2 | 0,2 | 2,6 |
| Übrige Verbindlichkeiten | 782,2 | 737,6 | 734,8 | 0,2 | 2,6 |
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stammen im Wesentlichen aus Ergebnisabrechnungen.
Zu den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, gehören auch Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Sonstige Verbindlichkeiten.
Wesentlicher Bestandteil der Sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten aus der laufenden Entgeltabrechnung sowie tarifliche und erfolgsabhängige Sonderzahlungen in Höhe von 91,4 (i. Vj. 99,1) Mio €. Darüber hinaus betreffen sie Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von 22,1 (i. Vj. 24,5) Mio € sowie Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von 10,8 (i. Vj. 12,8) Mio €.
Die in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten sind wie folgt besichert:
| Mio € | 30.09.2014 | 30.09.2015 |
|---|---|---|
| Durch Grundpfandrechte besichert: | ||
| Sonstige Verbindlichkeiten | 0,9 | 0,8 |
(12) Haftungsverhältnisse
| Mio € | 30.09.2014 | 30.09.2015 |
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten aus Bürgschaften | 1,8 | 0,3 |
| (davon gegenüber verbundenen Unternehmen) | (0,3) | (0,3) |
| Verbindlichkeiten aus Gewährleistungsverträgen | 61,2 | 43,5 |
| 63,0 | 43,8 |
Die Verbindlichkeiten aus Gewährleistungsverträgen betreffen die Restwertgarantie für die Kokerei Schwelgern. Die ThyssenKrupp Steel Europe AG ist berechtigt, nach Ablauf der Mietperiode im Jahr 2019 die Kokerei zu einem zu diesem Zeitpunkt gutachterlich ermittelten Zeitwert zu erwerben. Wird von diesem Ankaufsrecht kein Gebrauch gemacht, haftet die ThyssenKrupp Steel Europe AG für einen eventuell eintretenden Mindererlös beim Verkauf der Kokerei in Form der Restwertgarantie, deren Nominalwert zum 30. September 2015 61,2 Mio € beträgt. Für drohende Verluste bei Verkauf oder Verwertung der Kokerei Schwelgern wurde eine Rückstellung in Flöhe von 17,7 Mio € gebildet. Daneben besteht eine vertragliche Mithaftung gegenüber Vale S.A. betreffend potentielle Ausgleichsverpflichtungen der ThyssenKrupp Steel Americas, LLC im Zusammenhang mit dem Bau des Stahlwerks in Brasilien (Indemnification und Reimbursement Agreement).
Nach derzeitigem Stand gehen wir von einer geringen Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme aus.
(13) Sonstige finanzielle Verpflichtungen
An sonstigen finanziellen Verpflichtungen werden in den folgenden Geschäftsjahren fällig:
| Mio € | 2015/16 | 2016/17 | 2017/18 | 2018/19 | 2019/20 | > 5 Jahre |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Verpflichtungen | 926,1 | 832,6 | 774,0 | 753,3 | 402,9 | 819,3 |
| darin enthaltene Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen | (66,9) | (69,7) | (69,6) | (5,6) | (5,6) | (33,5) |
Bei den Verpflichtungen handelt es sich um Lieferverträge für Erz, Gas, und Kalk sowie um Betriebsführungs-, Pacht-, Dienstleistungs-, Fracht- und Leasingverträge. Hierunter fallen unter anderem ein Pachtvertrag mit einer Verpflichtung in Höhe von 69,5 Mio € und ein Betriebsführungsvertrag in Höhe von 121,5 Mio € mit der Hoesch Hohenlimburg GmbH.
Ferner besteht mit der Konzerngesellschaft ThyssenKrupp Slab International B.V., Brielle, Niederlande, ein Vormaterialliefervertrag. Dieser ungekündigte Vertrag hat eine Mindestlaufzeit bis zum 1. Oktober 2014 mit dann einjähriger Kündigungsfrist; das Volumen des Berichtsjahres beläuft sich auf rd. 0,2 Mrd €. Im Folgejahr wird ein Volumen von rd. 0,1 Mrd € erwartet.
Darüber hinaus bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen gegenüber einem Beteiligungsunternehmen im Zusammenhang mit einem weiteren langfristigen Vormaterialliefervertrag. Dieser Vertrag hat eine Kündigungsfrist von 7 Jahren; das Volumen des Berichtsjahres beläuft sich auf rd. 1,23 Mrd €. Für das nächste Geschäftsjahr wird von einer nahezu unveränderten Abnahmemenge ausgegangen.
Mit diesem Beteiligungsunternehmen wurde im Dezember 2011 ein Koksliefervertrag abgeschlossen, der im 1. Kalenderquartal 2014 in Kraft trat. Er hat eine Kündigungsfrist von 7 Jahren, kann aber frühestens zum 31. Dezember 2023 gekündigt werden. Das Volumen des Geschäftsjahres beläuft sich auf 58,6 Mio €. Für das Folgejahr wird ein gleichbleibendes Volumen erwartet.
Das Bestellobligo für Investitionsvorhaben hält sich im üblichen Rahmen.
(14) Derivative Finanzinstrumente
Die ThyssenKrupp Steel Europe AG nutzt derivative Finanzinstrumente hauptsächlich zur Absicherung gegen Währungsrisiken und nur im geringen Maße zur Absicherung gegen Rohstoffpreisrisiken. Die Absicherung der Risiken erfolgt nach den Vorgaben der Konzernfinanzrichtlinie und den internen Arbeitsanweisungen. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente unterliegt strengen Kontrollen. Der Nominalwert eines Devisentermingeschäftes gibt den vertraglich fixierten Kaufwert der Fremdwährung in der funktionalen Währung (EUR) an. Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden mit marktüblichen Bewertungsmethoden unter Berücksichtigung der am Bewertungsstichtag vorliegenden Marktdaten (Marktwerte) ermittelt. Devisenkontrakte werden einzeln auf Basis des Austauschbetrages mit den aktuellen Marktterminkursen am Abschlussstichtag im Vergleich zu den vereinbarten Termin- bzw. Kontraktkursen bewertet. Die Marktterminkurse richten sich nach den Kassakursen unter Berücksichtigung von Terminauf- und -abschlägen. Der Marktwert von Warenterminkontrakten wird mit den zum Bewertungsstichtag am Markt verfügbaren Terminpreisen bestimmt.
Das unsaldierte Nominalvolumen der Devisentermingeschäfte betrug zum 30. September 2015 443,5 Mio €. Von dem Nominalvolumen entfielen 425,4 Mio € auf in Bewertungseinheiten erfasste USD-Kurssicherungen. Der Marktwert der derivativen Finanzinstrumente betrug per 30. September 2015 im Saldo -4,8 Mio € (i.W. aus USD-Kurssicherungen). Alle bestehenden Kurssicherungen werden bis 2017 in Anspruch genommen.
Die Warentermingeschäfte haben ein unsaldiertes Nominalvolumen von 4,9 Mio € und einen Marktwert in Flöhe von -0,9 Mio €. Die Sicherungsgeschäfte zum 30. September 2015 sind innerhalb des nächsten Geschäftsjahres fällig.
Warenderivate zum Kauf von CO2-Rechten bestehen über insgesamt 13,9 Mio t mit einem Nominalwert von 119,4 Mio €. Diese werden mit unterschiedlichem Lieferdatum von Ende 2015 bis Ende 2018 fällig. Es wurde eine Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften in Höhe von 43,8 Mio € gebildet.
Mit Ausnahme der Warenderivate zum Kauf von CO2-Rechten werden alle Derivate in Bewertungseinheiten zusammengefasst.
(15) Bewertungseinheiten
Die Gesellschaft setzt derivative Finanzinstrumente ein, um Fremdwährungsrisiken und Rohstoffrisiken entgegenzuwirken, die im Rahmen der laufenden Geschäftstätigkeit sowie im Rahmen von Investitions- und Finanztransaktionen entstehen können. Fremdwährungsrisiken werden import- und exportseitig mittels Mikro-Hedge gesichert. Die Bilanzierung der Bewertungseinheiten für Fremdwährungsrisiken erfolgt import- und exportseitig mit Hilfe der Einfrierungsmethode.
Der Buchwert der abgesicherten Vermögensgegenstände und Schulden in Fremdwährung beträgt insgesamt 198,3 Mio € und verteilt sich wie folgt:
| Vermögensgegenstände | 7,4 Mio € |
| Schulden | 190,9 Mio € |
Der Umfang der mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Transaktionen in Fremdwährungen beträgt 245,2 Mio €. Die abgesicherten erwarteten Transaktionen weisen aufgrund einer verlässlichen Produktions- und Einkaufsplanung eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit auf. Der Effektivitätstest erfolgt anhand der Critical Term Match-Methode.
Insgesamt betragen die mit Bewertungseinheiten abgesicherten Risiken aus Vermögensgegenständen, Schulden, schwebenden Geschäften und mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Transaktionen in Fremdwährungen -6,7 Mio €.
Am 30. September 2015 gleicht sich der in Bewertungseinheiten erfasste saldierte Marktwert in Flöhe von -4,8 Mio € durch die gegenläufigen Wert- und Zahlungsstromänderungen aus, so dass keine Ineffektivitäten entstanden sind. Bis zum vorgesehenen Ende der Bewertungseinheiten werden sich voraussichtlich gegenläufige Wert- und Zahlungsstromrisiken aufgrund der negativen Korrelation des abgesicherten Risikos von Grund- und Sicherungsgeschäft in vollem Umfang ausgleichen.
Das Nominalvolumen der abgesicherten Rohstoffgeschäfte beträgt 4,9 Mio €.
Die Flöhe der mit Bewertungseinheiten abgesicherten Rohstoffrisiken aus schwebenden Geschäften beträgt -0,8 Mio €.
Die abgesicherten Rohstoffgeschäfte weisen aufgrund einer verlässlichen Planung eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit auf. Die gegenläufigen Wertänderungen der Grundgeschäfte und Sicherungsinstrumente werden sich in der Zukunft voraussichtlich in voller Sicherungshöhe ausgleichen. Die prospektive Effektivität der Sicherungsbeziehung wird durch eine Regressionsanalyse nachgewiesen. Zur rechnerischen Ermittlung des Betrages der bisherigen Unwirksamkeit wird die Dollar Offset-Methode in kumulierter Form angewendet. Für Ineffektivitäten in Flöhe von -0,1 Mio € wurde eine Drohverlustrückstellung gebildet
(16) Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte
Zum 30. September 2015 bestanden für die Beurteilung der Finanzlage der Gesellschaft bedeutsame Geschäfte, die in der Bilanz der Gesellschaft nicht enthalten waren. Folgende Arten von Geschäften waren betroffen:
Factoring
Die Gesellschaft hat im Verbund mit weiteren Konzerngesellschaften der ThyssenKrupp AG am 16. Dezember 2011 einen Vertrag über den Verkauf von Forderungen abgeschlossen. Der Vertrag hat eine Mindestlaufzeit von 5 Jahren. Zum 30. September 2015 belief sich das Nettovolumen der verkauften Forderungen auf 226,6 Mio €. Der Forderungsverkauf dient im Wesentlichen der Verbesserung der Liquiditätslage und Finanzstruktur der Gesellschaft.
Auslagerung von betrieblichen Funktionen
Die Gesellschaft hat auf Basis eines Service Agreements wesentliche operative Teilaufgaben in den Bereichen Rechnungswesen/Finanzen, Entgeltabrechnung und IT auf die ThyssenKrupp Business Services GmbH ausgelagert. Die Verträge haben eine unbestimmte Laufzeit. Durch eine unternehmensübergreifende Vereinheitlichung der Prozessabläufe im ThyssenKrupp-Konzern sollen im Wesentlichen Effizienzgewinne erzielt werden. Im Geschäftsjahr 2014/2015 beliefen sich die aus den Vereinbarungen resultierenden Aufwendungen auf insgesamt 21,5 Mio €.
(17) Umsatzerlöse
| Umsatzerlöse nach Produktbereichen Mio € |
2013/2014 | 2014/2015 |
|---|---|---|
| Roheisen | 307,2 | 264,7 |
| Mittelband | 0,0 | 612,5 |
| Warmband | 2.191,0 | 2.151,7 |
| Grobblech | 1.044,0 | 544,2 |
| Feinblech / OV-Produkte | 3.583,3 | 3.366,3 |
| Elektroband | 244,6 | 220,8 |
| Sonstige Umsätze | 350,3 | 392,0 |
| Insgesamt | 7.720,4 | 7.552,2 |
| Umsatzerlöse nach Absatzgebieten Mio € |
2013/2014 | 2014/2015 |
|---|---|---|
| Deutschland | 5.612,8 | 5.357,8 |
| Übrige EU-Länder | 1.594,7 | 1.594,7 |
| Übriges Europa/GUS | 144,6 | 152,5 |
| Asien | 110,5 | 126,1 |
| Nordamerika | 106,1 | 124,8 |
| Lateinamerika | 87,9 | 60,6 |
| Übrige Regionen | 63,8 | 135,7 |
| Insgesamt | 7.720,4 | 7.552,2 |
(18) Sonstige betriebliche Erträge
| Mio € | 2013/2014 | 2014/2015 |
|---|---|---|
| Erträge aus Dienstleistungen | 173,5 | 211,6 |
| Kursgewinne aus der Währungsumrechnung | 10,7 | 38,9 |
| Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 60,6 | 26,5 |
| Erträge aus Steuerumlagen von Organgesellschaften | 14,8 | 19,2 |
| Erträge aus Energieabrechnungen | 21,0 | 16,3 |
| Versicherungsentschädigungen | 14,7 | 12,7 |
| Erträge aus der Abrechnung des Konsortiums für Kurssicherung | 0,0 | 8,1 |
| Erträge aus Abgängen von Vermögensgegenständen des Sachanlagevermögens und aus Abgängen immaterieller Vermögensgegenstände | 0,6 | 5,1 |
| Zuschüsse für Forschung und Entwicklung | 6,4 | 2,2 |
| Erträge aus Konventionalstrafen | 5,5 | 0,3 |
| Erträge aus Zugängen von Vermögensgegenständen des Sachanlagevermögens | 3,2 | 0,0 |
| Übrige betriebliche Erträge | 8,9 | 5,5 |
| Insgesamt | 319,9 | 346,4 |
Bei den Erträgen aus Dienstleistungen handelt es sich im Wesentlichen um Weiterberechnungen unterschiedlichster Art an fremde Dritte sowie verbundene Unternehmen. Die für die Erbringung der Leistungen angefallenen Aufwendungen sind im Wesentlichen unter den Personalaufwendungen und den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.
Von den Sonstigen betrieblichen Erträgen sind 34,3 (i. Vj. 64,7) Mio € anderen Geschäftsjahren zuzuordnen.
(19) Materialaufwand
| Mio € | 2013/2014 | 2014/2015 |
|---|---|---|
| Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren | 5.141,9 | 4.866,7 |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen | 622,1 | 562,0 |
| Insgesamt | 5.764,0 | 5.428,7 |
Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren betreffen die Aufwendungen für Eisenträger, Brennstoffe und Energien, Betriebsmaterial, bestimmte Reserveteile und Werksgeräte sowie den sonstigen Stoffverbrauch.
Die Aufwendungen für bezogene Leistungen beinhalten überwiegend Fremdleistungen, die unmittelbar oder mittelbar der Herstellung von Erzeugnissen dienen.
(20) Personalaufwand
| Mio € | 2013/2014 | 2014/2015 |
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 1.069,7 | 1.017,8 |
| Soziale Abgaben | 190,4 | 187,8 |
| Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung | 64,6 | 121,1 |
| Insgesamt | 1.324,7 | 1.326,7 |
Von den Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung entfallen 119,3 (i. Vj. 63,5) Mio € auf Altersversorgungsaufwendungen.
(21) Mitarbeiter
| Durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer | 2013/2014 | 2014/2015 |
|---|---|---|
| Arbeiter | 11.732 | 11.601 |
| Angestellte | 6.624 | 6.564 |
| Auszubildende | 1.148 | 1.105 |
| Insgesamt | 19.504 | 19.270 |
(22) Sonstige betriebliche Aufwendungen
| Mio € | 2013/2014 | 2014/2015 |
|---|---|---|
| Aufwendungen für Verkaufsfrachten | 214,4 | 224,8 |
| Aufwendungen für sächliche Verwaltungs- und Vertriebsaufwendungen | 132,7 | 166,0 |
| Aufwendungen für Betriebsführungs- und -pachtentgelte | 63,2 | 130,5 |
| Aufwendungen aus der Zuführung zu sonstigen Rückstellungen | 8,9 | 96,9 |
| Kursverluste aus der Währungsumrechnung | 18,1 | 38,3 |
| Aufwendungen für Konzernmarke ThyssenKrupp | 38,7 | 36,6 |
| Aufwendungen für Versicherungsprämien | 20,9 | 22,5 |
| Sonstige Steuern | 7,0 | 7,9 |
| Aufwendungen aus Abgängen von Vermögensgegenständen des Sachanlagevermögens und aus Abgängen immaterieller Vermögensgegenstände | 25,5 | 7,1 |
| Wirtschaftliche und technische Beratungskosten | 11,7 | 6,5 |
| Notarkosten | 4,0 | 4,7 |
| Aufwendungen aus der Abrechnung des Konsortiums für Kurssicherung | 6,4 | 0,0 |
| Übrige betriebliche Aufwendungen | 15,3 | 17,3 |
| Insgesamt | 566,8 | 759,1 |
Die Aufwendungen für sächliche Verwaltungs- und Vertriebsaufwendungen betreffen insbesondere Dienstleistungen, Reise- und Repräsentationsaufwendungen sowie Beiträge.
Von den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind 7,1 (i. Vj. 25,5) Mio € anderen Geschäftsjahren zuzuordnen.
(23) Beteiligungsergebnis
| Mio € | 2013/2014 | 2014/2015 |
|---|---|---|
| Erträge aus Gewinnabführungsverträgen | 75,7 | 41,6 |
| (davon aus verbundenen Unternehmen) | (75,7) | (41,6) |
| Aufwendungen aus Verlustübernahme | 8,2 | 4,0 |
| (davon aus verbundenen Unternehmen) | (8,2) | (4,0) |
| Erträge aus Beteiligungen | 63,8 | 116,1 |
| (davon aus verbundenen Unternehmen) | (12,9) | (13,2) |
| Insgesamt | 131,3 | 153,7 |
Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen betreffen unter Berücksichtigung der Garantiedividende an die Minderheitsgesellschafter überwiegend die Rasselstein Verwaltungs GmbH, Neuwied und die Hoesch Hohenlimburg GmbH, Hagen. Die Aufwendungen aus Verlustübernahme betreffen im Wesentlichen die ThyssenKrupp Sägenstahlcenter GmbH i. L, Remscheid.
Von den Erträgen aus Beteiligungen entfallen 98,0 Mio € auf die TKAS Auto Steel Company Limited, Dalian, China und 11,6 Mio € auf die Eisen- und Hüttenwerke AG, Andernach.
(24) Zinsergebnis
| Mio € | 2013/2014 | 2014/2015 |
|---|---|---|
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 6,0 | 6,1 |
| (davon aus verbundenen Unternehmen) | (5,4) | (5,1) |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 69,6 | 66,7 |
| (davon an verbundene Unternehmen) | (1,4) | (0,3) |
| Insgesamt | -63,6 | -60,6 |
Aus der Aufzinsung langfristiger Rückstellungen sind Aufwendungen in Höhe von 63,0 (i. Vj. 64,7) Mio € in den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen enthalten.
(25) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beinhalten die Körperschaftsteuer und den Solidaritätszuschlag auf die Garantiedividende der Deutsche Bank AG sowie ausländische ertragsabhängige Steuern.
Latente Steuerbe- und entlastungen aus temporären Differenzen zwischen handelsrechtlichen Buchwerten von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsosten der Gesellschaft und den jeweiligen steuerbilanziellen Wertansätzen werden nicht bei der Gesellschaft selbst, sondern beim ertragsteuerlichen Organträger berücksichtigt.
(26) Gesamthonorar des Abschlussprüfers
Die ThyssenKrupp Steel Europe AG ist in den Konzernabschluss der ThyssenKrupp AG einbezogen. Das vom Abschlussprüfer der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2014/2015 berechnete Gesamthonorar ist, aufgeschlüsselt nach Abschlussprüferleistungen, anderen Bestätigungsleistungen, Steuerberatungsleistungen und sonstigen Leistungen, in der entsprechenden Angabe im Anhang des Konzernabschlusses der ThyssenKrupp AG enthalten.
(27) Tätigkeitsbereich im Sinne von § 6b Abs. 3 EnWG
Nach § 6b Abs. 3 EnWG wurde für den Tätigkeitsbereich Elektrizitätsverteilung ein Abschluss erstellt.
(28) Bezüge des Aufsichtsrats und des Vorstands, Kredite, Haftungsverhältnisse
Die Gesamtbezüge früherer Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2014/2015 beliefen sich auf 1,5 Mio €; für Pensionsverpflichtungen gegenüber diesem Personenkreis sind 17,7 Mio € zurückgestellt.
Für die Vergütung an den Aufsichtsrat wurden 0,2 Mio € für das Geschäftsjahr 2014/2015 passiviert.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands sind auf den nachfolgenden Seiten angegeben.
Duisburg, am 16. November 2015
ThyssenKrupp Steel Europe AG
Vorstand
Goss, Vorsitzender
Desai, Finanzen
Eichelkraut, Produktion
Fischer, Vertrieb und Innovation
Schlenz, Personal/Soziales
PERSONALIEN
Aufsichtsrat
Dr. Heinrich Hiesinger
Vorsitzender
Vorsitzender des Vorstands der ThyssenKrupp AG
Detlef Wetzel
stellv. Vorsitzender
Erster Vorsitzender der IG Metall
Günter Back
Kraftfahrzeugmechaniker
Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der ThyssenKrupp Steel Europe AG und Vorsitzender der Betriebsräte-Arbeitsgemeinschaft ThyssenKrupp Steel Europe
Dr. Franz Bartscherer
ehem. Mitglied der Geschäftsführung der ThyssenKrupp Risk and Insurance Services GmbH
Prof. Dr. Diethard Bergers
Inhaber des Lehrstuhls für Produktionstechnologie und Produktentwicklung an der Universität Duisburg-Essen
Sabine Birkenfeld
ab 23.01.2015
Stenokontoristin
Vorsitzende des Betriebsrats Dortmund der ThyssenKrupp Steel Europe AG
Prof. Dr. Gerhard Bosch
Geschäftsführender Direktor
Institut Arbeit und Qualifikation an der Universität Duisburg-Essen
Oliver Burkhard
Mitglied des Vorstands der ThyssenKrupp AG
Premal A. Desai
bis 30.11.2014
Head of Corporate Function Strategy, Markets & Development
ThyssenKrupp AG
Reinhard Dombre
bis 30.09.2015
ehem. Sekretär beim DGB-Bundesvorstand
Thomas Empelmann
Head of Corporate Function Corporate Finance ThyssenKrupp AG
Uwe Fink
Politischer Sekretär beim Vorstand der IG Metall
Stefan Gesing
Head of Corporate Function Controlling, Accounting & Risk ThyssenKrupp AG
Werner von Häfen
Walzwerker
Vorsitzender des Betriebsrats Duisburg-Hüttenheim der ThyssenKrupp Steel Europe AG
Dr. Eberhard Heinke
Präsident der Landeszentralbank in Nordrhein-Westfalen i. R.
ehem. Vorsitzender des Vorstands
Westdeutsche Genossenschafts-Zentralbank
Ilse Henne
ab 01.12.2014
CEO OU Metals Western Europe/RoW der Business Area Materials Services der ThyssenKrupp AG
Marika Höhn
ab 16.07.2015
Justiziarin beim DGB-Bundesvorstand
Dr. Detlef Hunsdiek
Head of Corporate Function People Development & Executives Management ThyssenKrupp AG
Thomas Kadelka
Corporate Function Taxes & Customs
ThyssenKrupp AG
Wolfgang Otto bis 31.12.2014
Großhandelskaufmann
Mitglied des Betriebsrats Siegerland der ThyssenKrupp Steel Europe AG
Harald Pfennig
Vulkaniseur
Vorsitzender des Betriebsrats Bochum der ThyssenKrupp Steel Europe AG
Dr. Wilhelm D. Schäffer
Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen
Marie Seyboth
bis 31.05.2015
ehem. Justiziarin und Abteilungsleiterin Mitbestimmungspolitik beim DGB-Bundesvorstand
Ilona Stumm
Vorsitzende der Geschäftsführung der ThyssenKrupp Risk and Insurance Services GmbH
Ausschüsse des Aufsichtsrats
Präsidium
Dr. Heinrich Hiesinger
Vorsitzender
Detlef Wetzel
stellv. Vorsitzender
Günter Back
Oliver Burkhard
Dr. Eberhard Heinke
Personalausschuss
Dr. Heinrich Hiesinger
Vorsitzender
Detlef Wetzel stellv. Vorsitzender
Dr. Eberhard Heinke
Vorstand
Andreas J. Goss
Vorsitzender
Premal A. Desai
Finanzen
ab 01.01.2015
Dr. Herbert Eichelkraut
Produktion
Dr. Heribert R. Fischer
Vertrieb und Innovation
Thomas Schlenz
Personal/Soziales
ANTEILSVERZEICHNIS DER THYSSENKRUPP STEEL EUROPE AG
(Stand 30.09.2015)
Das Verzeichnis der ThyssenKrupp Steel Europe AG entspricht § 285 Nr.11 in Verbindung mit § 286 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 HGB. Die Anteile am Kapital verstehen sich auf den Anteil der ThyssenKrupp Steel Europe AG bzw. eines oder mehrerer von ihr abhängiger Unternehmen.
Bei Gewinnabführungsverträgen sind die Ergebnisse nach Abführung angegeben.
| Name und Sitz | Eigenkapital Mio € bzw. Fremdwährung | Ergebnis Mio € bzw. Fremdwährung | Anteil am Kapital % |
|
|---|---|---|---|---|
| VERBUNDENE UNTERNEHMEN (§ 271 Abs. 2 HGB) | ||||
| 1 Antwerp Decoil Center N.V., Antwerpen, Belgien | 4,5 | -0,1 1) | 100,00 | |
| 2 Becker & Co. GmbH, Neuwied | 2,2 | *) | 100,00 | |
| 3 Eisen- und Hüttenwerke AG, Andernach | 146,0 | 17,8 | 87,98 | |
| 4 Ertsoverslagbedrijf Europoort C.V., Rotterdam, Niederlande | 10,8 | 8,0 | 24,75 | |
| 5 Hoesch Hohenlimburg GmbH, Hagen | 48,1 | *) | 99,50 | |
| 6 Rasselstein Verwaltungs GmbH, Neuwied | 130,7 | *) | 100,00 | |
| 7 ThyssenKrupp AcerosyServiciosS.A., Santiago, Chile | CLP | 18.351,1 | -1.854,7 | 100,00 |
| 8 ThyssenKrupp Comercial Colombia S.A.S., Bogota, Kolumbien | COP | 1.112,5 | -3.677,6 | 100,00 |
| 9 ThyssenKrupp Electrical Steel GmbH, Gelsenkirchen | 96,6 | *) | 87,62 | |
| 10 ThyssenKrupp Electrical Steel India Private Ltd., Mumbai/Nashik, Indien | INR | 3.119,9 | -108,4 | 87,62 |
| 11 ThyssenKrupp Electrical Steel Verwaltungsgesellschaft mbH, Gelsenkirchen | 55,0 | *) | 100,00 | |
| 12 ThyssenKrupp Galmed, S.A., Sagunto, Spanien | 51,4 | -2,2 | 25,00 | |
| 13 ThyssenKrupp Materials de Mèxico, S.A. de C.V. Puebla, Mexiko | MXN | 1.542,2 | 175,4 | 28,05 |
| 14 ThyssenKrupp Rasselstein GmbH, Andernach | 247,0 | *) | 99,50 | |
| ANDERE BETEILIGUNGEN (§ 271 Abs.1 HGB) | ||||
| 15 Arsol Aromatics GmbH & Co. KG, Gelsenkirchen | 15,1 | 8,9 | 21,71 2) | |
| 16 Holcim Hüttenzement GmbH, Dortmund (vorm. CEMEX Hüttenzement GmbH) | 11,1 | 5,9 | 25,01 2) | |
| 17 Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH, Duisburg | 383,4 | 0,0 | 50,00 2) | |
| 18 TKAS Auto Steel Company Limited, Dalian, China | CNY | 2.724,1 | 921,6 | 50,00 2) |
| 19 UnionStahl Holding GmbH, Duisburg | 4,7 | 1,8 | 36,60 2) | |
| 20 Walzen-Service-Center GmbH, Oberhausen | 2,7 | 1,6 | 50,00 3) |
1) Die Angaben zum Eigenkapital und Ergebnis dieser Gesellschaft betreffen den Zeitraum September 2015.
2) Die Angaben zum Eigenkapital und Ergebnis dieser Gesellschaften betreffen das Geschäftsjahr 01.01.2014 - 31.12.2014.
3) Die Angaben zum Eigenkapital und Ergebnis dieser Gesellschaft betreffen das Geschäftsjahr 01.10.2013 - 30.09.2014.
*) Mit dieser Gesellschaft besteht ein Gewinnabführungsvertrag.
Lagebericht 2014/2015
Inhalt
• Profil und Strategie
• Wirtschaftsbericht
o Makro- und Branchenumfeld / Beschaffungsmärkte
o Geschäftsverlauf
o Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage
• Mitarbeiter
• Technologie und Innovationen
• Umwelt, Klima und Energie
• Nachtragsbericht
• Prognose-, Chancen- und Risikobericht
Profil und Strategie
Die ThyssenKrupp Steel Europe AG konzentriert sich als größter deutscher Stahlproduzent auf das attraktive Marktsegment des hochwertigen Qualitätsflachstahls und besetzt hier im Kernmarkt Europa führende Marktpositionen. Die Produktpalette umfasst Grobblech, Warmband, Feinblech, oberflächenveredelte Produkte und nichtkornorientiertes Elektroband in einem breiten Gütespektrum. Wesentliche Abnehmer der Produkte sind der Automobil- und Maschinenbau, die metallverarbeitende Industrie sowie die Bauwirtschaft. Weitere Produktbereiche entlang der vertikalen Wertschöpfungskette sind in Tochtergesellschaften organisiert: Weißblech, Mittelband und kornorientiertes Elektroband. Zusammen mit diesen Tochterunternehmen und weiteren wirtschaftlich zugeordneten Gesellschaften bildet die ThyssenKrupp Steel Europe AG die Business Area Steel Europe. Die strategische Führung und Steuerung der Business Area obliegt der ThyssenKrupp AG.
Wesentliche Elemente der in der Business Area und auch bei der ThyssenKrupp Steel Europe AG verfolgten Differenzierungsstrategie sind die konsequente Ausrichtung auf Qualitätsflachstahlprodukte mit hoher Verarbeitungstiefe, die systematische Stärkung der Technologiekompetenz sowie die kontinuierliche Effizienzsteigerung.
Fokussierung auf hochwertige Qualitätsflachstahlprodukte
Die Business Area Steel Europe hat ihr Produktprogramm in den vergangenen Jahren konsequent auf hochwertige Qualitätsflachstahlprodukte mit großer Verarbeitungstiefe entlang der Wertschöpfungskette ausgerichtet. Die Strategie beruht auf einem „Large Scale-Multiple Niche“-Ansatz. Im Volumengeschäft mit Automobil- und Industriekunden sichern Innovationskraft und wettbewerbsfähige Verarbeitungskosten die Marktposition. Skaleneffekte durch die Bündelung der Metallurgie am Standort Duisburg an der Rheinschiene stärken zudem die kostenseitige Wettbewerbsposition bei der Rohstahlerzeugung. Die Tochtergesellschaften können durch ihre Kunden- und Marktnähe sehr flexibel in ihren jeweiligen Nischensegmenten agieren und diese optimal bearbeiten.
Mit den Großinvestitionen der vergangenen beiden Geschäftsjahre - im Wesentlichen die Modernisierung einer Stranggießanlage sowie der Warmbandwerke in Duisburg-Beeckerwerth und Duisburg-Bruckhausen - wurde unsere technische Leistungsfähigkeit gestärkt, wodurch eine Optimierung des Produkt- und Kundenportfolios ermöglicht wird. Auf der Weiterverarbeitungsstufe war ein Investitionsschwerpunkt im Berichtsjahr die Modernisierung der Feuerbeschichtungsanlage in Bochum, auf der innovative höherfeste Werkstoffe produziert werden können.
Systematische Stärkung der Technologiekompetenz
Die kontinuierliche Stärkung der Technologiekompetenz innerhalb der gesamten Business Area Steel Europe bildet eine wichtige Grundlage für die Differenzierung im Wettbewerb. Die Unternehmen der Business Area Steel Europe verstehen sich als Partner ihrer Kunden insbesondere bei der Weiterentwicklung von Stahlgüten mit höchster Festigkeit, innovativen Stahlverbundwerkstoffen wie LITECOR® oder TriBond® Hotformed sowie der Verfahren der Warm- und Kaltumformung für den Wachstumsmarkt des automobilen Leichtbaus. Die Entwicklung von Stahlgüten und -Oberflächen für effiziente Energiewandlung, -Speicherung und -transport sowie die Entwicklung von ressourcenschonenden Prozessen erhöhen die Nachhaltigkeit entlang des gesamten Produktlebenszyklus. Die anwendungsorientierte Forschungs- und Entwicklungsinitiative InCar®plus ist Beispiel für ein konzernweites Projekt, mit dem die Business Area Steel Europe, neben zahlreichen eigenen bilateralen Projekten, eine auf Innovationen basierende Zusammenarbeit mit ihren Kunden forciert und damit die Kundenbindung stärkt. Darüber hinaus arbeitet die Business Area Steel Europe im Rahmen des konzernübergreifenden Zukunftsprojekts Carbon2Chem intensiv an der kontinuierlichen Optimierung der CO2-effizienten Stahlerzeugung.
Um den Kunden auch in Zukunft innovative Stahlprodukte zu bieten, wurden die Innovationsaktivitäten im Unternehmen bereits im Geschäftsjahr 2013/2014 neu aufgestellt. Die Zusammenlegung der Aufgaben Vertrieb und Innovation in einem Vorstandsressort sowie die Implementierung eines systematischen Product-Lifecycle-Managements (PLM) und die Umsetzung der Initiative Time-to-Market ermöglichen die deutliche Verkürzung der Produktentwicklungszeiten.
Die enge Kooperation mit unseren Kunden und die Einbindung in Forschungsinitiativen mit Hochschulen, Forschungsinstituten und internationalen Partnern aus der Industrie sichern in diesem Kontext einen kontinuierlichen Wissenszufluss. Dieser ermöglicht die frühzeitige Erkennung von Werkstofftrends und Zukunftstechnologien. Ein wichtiges Beispiel für eine langfristig ausgelegte strategische Partnerschaft ist die Beteiligung der Business Area Steel Europe an der Open Hybrid Labfactory (OHLF), einer Forschungskooperation einer Vielzahl von Industriepartnern unter Federführung der TU Braunschweig.
Kontinuierliche Effizienzsteigerung
Effizienzsteigerungen im Sinne eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses bilden ein weiteres Kernelement zur Sicherung und zum Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit und der Profitabilität. Im Zuge des Optimierungsprogramms „Best-in-Class Reloaded“ wurde bereits im Geschäftsjahr 2011/2012 ein Einsparziel von 592 Mio € bis zum Ende des Geschäftsjahres 2014/2015 für die ThyssenKrupp Steel Europe AG und ihre Tochtergesellschaften identifiziert. Dieses Einsparpotenzial wurde bis zum Ende des Geschäftsjahres, dem Zieljahr des Projekts, durch eine Vielzahl von Maßnahmen gehoben. Bei fast allen Initiativen wurden die angestrebten Ziele erreicht, teilweise sogar deutlich übertroffen.
Portfolioveränderungen
Mit dem im August erfolgten Erwerb des Coil-Zentrums ADC in Antwerpen, das auf das Querteilen von Warmband spezialisiert ist, stärken wir unser Profil und erweitern unser Produktspektrum bei höherwertigen Bandblechen. Dadurch verbessern wir das Portfolio des Produktbereichs Grobblech. Das Querteil-Center wird zukünftig firmieren unter ThyssenKrupp Heavy Plate Antwerpen.
Zum Ausbau unserer Marktposition bei hochwertigen feuerbeschichteten Blechen im weiter wachsenden chinesischen Markt haben wir im Berichtsjahr ein Joint-Venture mit einem Unternehmen der Angang-Gruppe zum Betrieb einer neuen Feuerbeschichtungsanlage im Westen Chinas gegründet. Bisher waren wir mit unserem Joint Venture-Partner Angang Steel über die Beteiligungsgesellschaft Tagal nur im Nordosten des Landes vertreten. Die neue Anlage, die eine Kapazität von 450.000 t/Jahr hat und vor allem die Automobilindustrie beliefern soll, konnte im September in Betrieb genommen werden.
Die ThyssenKrupp Sägenstahlcenter GmbH in Remscheid, eine Tochtergesellschaft von ThyssenKrupp Steel Europe, ist aufgrund des angespannten Marktes für spezielle Sägenbleche und Sägenbandstahl nicht mehr in der Lage, auf mittel- und langfristige Sicht positive Wertbeiträge zu erwirtschaften. Daher wurde die Entscheidung getroffen, die Aktivitäten der Gesellschaft zum Geschäftsjahresende 2014/2015 aufzugeben.
Mit Wirkung vom 1. Oktober 2014 pachtete die ThyssenKrupp Steel Europe AG die Mittelbandstraße der Hoesch Hohenlimburg GmbH am Standort Hohenlimburg mit dem Zweck, Synergieeffekte in Bezug auf die Prozess- und Forschungsaktivitäten zu generieren. Die Betriebsführung der Straße und der Produktvertrieb im Markt obliegen weiterhin Hoesch Hohenlimburg.
Wirtschaftsbericht
Makro- und Branchenumfeld / Beschaffungsmärkte
Weltkonjunktur 2015 durch Schwellenländer gebremst
Nachdem die Weltwirtschaft bereits im vergangenen Jahr nur unterdurchschnittlich wuchs, zeichnet sich auch für dieses Jahr ein schwaches Bild für die weltweite Konjunktur ab. Aktuelle Indikatoren deuten darauf hin, dass sich die konjunkturelle Dynamik 2015 sogar leicht verringern und die Weltwirtschaft mit knapp 3 % etwas weniger stark als im Vorjahr wachsen wird. Zwar dürfte in den Industrieländern die nach wie vor sehr expansive Geldpolitik die durchschnittliche Wachstumsrate auf rund 2 % ansteigen lassen; in den Schwellenländern aber wird das Wirtschaftswachstum 2015 mit knapp 4 % voraussichtlich spürbar geringer ausfallen als im vergangenen Jahr. Den Industrieländern und einigen Schwellenländern kommt der niedrige Ölpreis zugute; im Euro-Raum stützt zusätzlich der relativ schwache Euro-Kurs die Konjunktur.
Risiken für die Weltwirtschaft ergeben sich nach wie vor aufgrund zahlreicher geopolitischer Unsicherheiten, beispielsweise aus der Ukraine-Krise und den Konflikten im Nahen Osten, sowie aus der europäischen Verschuldungsproblematik und der absehbaren Zinswende in den USA. Spürbar negativ könnte es sich auch auswirken, wenn es in China nach den hohen Volatilitäten im Finanzsektor zu einer weiteren deutlichen konjunkturellen Abschwächung käme.
Die Konjunktur im Euro-Raum hat im bisherigen Jahresverlauf 2015 nur leicht an Dynamik gewonnen. Perspektivisch dürfte der private Konsum von einer langsam ansteigenden Beschäftigungsquote, etwas höheren Lohneinkommen und energiepreisbedingten Kaufkraftzuwächsen profitieren. Die Investitionsausgaben sollten infolge verbesserter Finanzierungsbedingungen und günstigerer Absatzperspektiven, aber auch als Folge des relativ niedrigen Euro-Dollar-Kurses, ebenfalls allmählich zunehmen, wobei allerdings wachsende Unsicherheiten bezüglich der weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen die Investitionsneigung schmälern. Überschattet wird der Wachstumsausblick auch von der Notwendigkeit zahlreicher struktureller Reformen, die zum Teil nur zaghaft in Angriff genommen werden. Es wird ein Plus von 1,6 % im laufenden Jahr erwartet.
In Deutschland hat die Konjunktur seit Jahresbeginn 2015 leicht angezogen. Positive Impulse kamen von den privaten und staatlichen Konsumausgaben, von den Investitionen und auch vom Außenhandel. Für 2015 wird eine BIP-Zuwachsrate von 1,7 % erwartet.
Die US-Konjunktur hat nach einem schwachen Auftakt im Jahresverlauf 2015 an Dynamik gewonnen. Angesichts der Fortschritte, die bei der Konsolidierung der privaten Haushalte erzielt wurden, sowie der fortlaufenden Verbesserung der Arbeitsmarktlage dürfte der private Konsum weiterhin zunehmen. Auch die Unternehmensinvestitionen sollten angesichts dieser Rahmenbedingungen wieder stärker steigen. Insgesamt dürfte die US-Wirtschaft 2015 um 2,3 % expandieren.
Industriekonjunktur regional sehr heterogen und mit hohen Unsicherheiten
Für die weltweite Automobilproduktion erwarten wir im laufenden Jahr einen Anstieg um weniger als 1 % auf 85,3 Mio Pkw und leichte Nutzfahrzeuge. Regional bleibt die Entwicklung sehr unterschiedlich. Für China ist nur noch mit einem Wachstum von 1 % auf 22,8 Mio Einheiten zu rechnen. In den USA wird ein Anstieg von rd. 4% auf 11,8 Mio Stück prognostiziert. Die brasilianische Automobilfertigung dürfte 2015 einen Rückgang von 22 % verzeichnen. In Deutschland ist einem Produktionsplus von rd. 2 % zu rechnen. In Westeuropa insgesamt dürfte die Produktion um 6 % zulegen.
Maschinenbau - Der weltweite Maschinenbau wird 2015 deutlich langsamer wachsen als im Vorjahr. In Westeuropa dürften die meisten Länder aufgrund der abgeschwächten weltweiten Konjunkturdynamik kaum Zuwächse verzeichnen. Der exportorientierte deutsche Maschinenbau konnte seine Produktion im Jahr 2014 nur um 1,3% erhöhen. Ursächlich war hier insbesondere der schwache Konjunkturverlauf in vielen Schwellenländern - speziell in Russland und Lateinamerika - sowie die nur mäßige Entwicklung der Ausrüstungsinvestitionen in Deutschland bzw. der EU. Auch die Nachfrage in diesem Jahr war bisher sehr mäßig: Die Auftragseingänge stiegen nur leicht, die Produktion lief sogar ins Minus. Nachdem das Statistische Bundesamt die Produktionsindizes für den Maschinenbau deutlich korrigiert hatte, wurde die Prognose für 2015 auf Stagnation abwärts revidiert.
Bauwirtschaft - Für die Bautätigkeit im Euro-Raum ist diesjährig mit einem Wachstum von rund 1 % zu rechnen. Die deutsche Produktion im Bauhauptgewerbe erhöhte sich 2014 um 5,3 %, im bisherigen Jahresverlauf 2015 war lediglich ein knappes Plus gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Die anhaltend hohe Zuwanderung nach Deutschland, ein solider Arbeitsmarkt - verbunden mit steigenden Realeinkommen der privaten Haushalte - und ein weiterhin niedriges Hypothekenzinsniveau dürften den deutschen Wohnungsbau auch künftig stützen. Insgesamt aber wird sich die deutsche Baukonjunktur 2015 bei einem Zuwachs von 1 % merklich abkühlen.
Relativ robuste Stahlnachfrage in Europa
Die bereits seit 2014 rückläufige Stahlnachfrage in China bestimmte im Berichtsjahr wesentlich die internationale Stahlkonjunktur und die Entwicklung auf den relevanten Rohstoffmärkten. Doch auch in vielen anderen Schwellen- und Industrieländern nahm die Stahlnachfrage 2015 ab, so dass sich weltweit derzeit ein Rückgang abzeichnet. Vor allem die wachsende chinesische Überproduktion wurde massiv in Exporte umgelenkt, was zu regionalen Angebotsüberhängen führte und weltweit stark auf die Preise drückte.
In der EU war die Nachfrage nach Qualitätsflachstahl bis einschließlich August 2015 um rund 4 % höher als in der Vorjahresperiode. Zu verdanken war dies einer im Branchendurchschnitt soliden Konjunktur in der Stahlverarbeitung. Insbesondere der Bedarf der Automobilindustrie erhöhte sich deutlich. Im ersten Quartal kamen notwendige Lagerergänzungen hinzu; diese Nachfragekomponente verlor jedoch in den Folgemonaten bei ausreichender Materialverfügbarkeit und kurzen Lieferzeiten an Gewicht. Von der leichten Markterholung profitierten die europäischen Flachstahlhersteller allerdings nur eingeschränkt - ihr Versand in die EU nahm lediglich um 2 % zu. Erhebliche Zuwächse verzeichneten hingegen die Anbieter aus Drittländern - und dies trotz des schwachen Euros. Die Flachstahlimporte der EU erhöhten sich um 19 %; dabei nahmen allein die Einlieferungen aus China, die 29 % der Gesamtimporte ausmachten, um 37 % zu. Doch auch die GUS-Länder, begünstigt durch Währungsabwertungen, weiteten ihre Exporte in die EU spürbar aus.
Anders als in Nordamerika und in Asien, wo die Stahlpreise im ersten Halbjahr deutlich zurückgegangen waren, blieben sie in Europa zunächst vergleichsweise stabil. Fallende Rohstoffpreise, verbunden mit einem latenten Überangebot auch infolge hoher Importe, setzten aber auch hier die Spotpreise ab Jahresmitte erneut unter Druck. In erster Linie waren davon die südeuropäischen Länder betroffen, da sie der niedrigpreisigen Importkonkurrenz besonders stark ausgesetzt sind.
Rohstoffmärkte weiter unter Druck
Aufgrund der deutlichen Abkühlung der Weltstahlkonjunktur einschließlich China blieb die weltweite Nachfrage nach Überseeerzen im Berichtszeitraum weitgehend unverändert, während sich das Angebot durch Inbetriebnahme neuer Kapazitäten nochmals ausweitete. Der Verfall der Indexnotierungen für Feinerze CFR China setzte sich entsprechend fort. Nach knapp 80 USD/t Anfang Oktober 2014 fiel der Eisenerzpreis um nochmals rund 30 % auf ca. 55 USD/t Ende September 2015.
Die Eisenerzbezüge der ThyssenKrupp Steel Europe AG lagen im Geschäftsjahr 2014/2015 bei 14,8 Mio t. Hauptlieferland bleibt Brasilien, gefolgt von Kanada und Mauretanien.
Ähnlich wie beim Eisenerz führte auch im Kokskohlemarkt das steigende weltweite Angebot bei verhaltener Nachfrage zu einem fortgesetzten Preisverfall. Die Spotpreisnotierungen für Premiumkohlen FOB Australien fielen im Laufe des Berichtszeitraums von 110 USD/t um annähernd 30% auf knapp 80 USD/t. Rückläufig war auch der Preis für international gehandelten Hochofenkoks.
Bedingt durch die beschriebenen Entwicklungen veränderte sich bei weiter steigendem Tonnageangebot die Nachfrage nach Schiffsraum für den Transport von Massenrohstoffen wie Eisenerz und Kohle kaum. Die Zeitcharterraten für Capesize- und Panamax-Schiffe gaben daher im Geschäftsjahr 2014/2015 weiter nach.
Vor dem Hintergrund weltweit bestehender konjunktureller Unsicherheiten zeigte sich das Preisniveau für an der Londoner Metallbörse gehandeltes Zink im Laufe des Geschäftsjahres 2014/2015 erneut sehr volatil. Während zu Beginn des Geschäftsjahres der Kurs von Zink
über 2.200 USD/t notierte, erfolgte ein Rückgang bis März 2015 auf rd. 2.000 USD/t. Nach einem darauffolgenden kurzfristigen Anstieg der Notierungen auf rd. 2.400 USD/t bis Anfang Mai setzte dann eine nachhaltig gegenläufige Bewegung ein. Zum Geschäftsjahresende lag der Kurs bei 1.700 USD/t. Ausgehend von einer unveränderten wirtschaftlichen Entwicklung ist auch für das kommende Jahr eine hohe Volatilität zu erwarten.
Trotz weitgehend stabiler Rohstahlproduktion in Deutschland sind die Verbräuche an Stahlschrott, wesentlich bedingt durch den auf dem Weltmarkt stark zurückgegangenen Erzpreis, im Berichtszeitraum gesunken. Auch die deutschen Stahlschrottexporte lagen deutlich unter den Vorjahreswerten.
Die vor diesem Hintergrund insgesamt verhaltene Nachfrage nach Stahlschrott zeigte sich in einer guten Verfügbarkeit von Neuschrotten. Anders war die Situation bei Altschrotten, wo Angebote von qualitativ guten Schrotten rückläufig waren. Das Marktpreisniveau für Neuschrott gemäß BDSV hat sich im Verlauf des Berichtszeitraums um insgesamt rd. 19 % und für Altschrott um rd. 23 % reduziert.
Die Erdgaspreise in Europa sind auch im Geschäftsjahr 2014/2015 unter Druck geblieben. Hierzu trug vor allem die insgesamt gute Versorgungslage - u. a. aufgrund des steigenden LNG-Angebotes an den Weltmärkten - bei. Wir gehen davon aus, dass sich die Marktsituation im nächsten Geschäftsjahr nicht wesentlich ändern wird.
Strom
Bedingt durch den hohen Anteil an Eigenstromversorgung - der praktisch ausschließlich aus der Verstromung von Kuppelgasen aus der Stahlproduktion kommt - ist die ThyssenKrupp Steel Europe AG von den Preisschwankungen des Strom-Großhandelsmarktes nahezu unberührt. Durch den Eigenstromeinsatz konnte ferner die Abgabenlast, die aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) resultiert, auf ein erträgliches Maß gesenkt werden.
Emissionshandel
Im Kalenderjahr 2014 betrugen die CO2-Emissionen, welche bei ThyssenKrupp Steel Europe unter den Emissionshandel fielen, rund 18,3 Mio t. Die für den gleichen Zeitraum zugeteilten Zertifikate betrugen rund 18,2 Mio t.
Geschäftsverlauf
| Mio € | 2013/2014 | 2014/2015 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Auftragseingang | 8.031 | 7.401 | -8% |
| Umsatz | 7.720 | 7.552 | -2% |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 187 | 245 | 58 |
Die ThyssenKrupp Steel Europe AG verzeichnete im Berichtsjahr 2014/2015 ein niedrigeres Geschäftsvolumen als im Vorjahr. Hauptursache war die anhaltende Schwäche der Stahlpreise auf den europäischen Spotmärkten insbesondere infolge der deutlich niedrigeren Rohstoffpreise. Dies spiegelt sich in unseren Geschäftsabschlüssen wider. Die Mengenentwicklung, die im 1. Quartal durch temporäre Engpässe in der Produktion erheblich beeinträchtigt war, normalisierte sich nach dem Jahreswechsel.
Der Auftragseingang erreichte 7,4 Mrd € und war damit 8% niedriger als im vorangegangenen Geschäftsjahr. Mit wieder stabilerer Produktion und auch saisonal belebter Nachfrage ab dem Jahreswechsel übertraf der Auftragseingang im 2. Quartal deutlich das Niveau des 1. Quartals, was jedoch teilweise auf vorgezogene Bestellungen zurückzuführen war. Dies und auch die übliche saisonale Nachfrageberuhigung haben den Auftragseingang in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres wieder gebremst - zumal der Preisdruck im letzten Quartal erneut zunahm, was die Kaufzurückhaltung bei vielen Kunden verstärkte. Das auch über gestiegene Importe reichlich vorhandene Mengenangebot im Markt, kurze Lieferzeiten der europäischen Anbieter und der anhaltend negative Preistrend bedingten, dass Stahlhandel und Endverbraucher Lagerkäufe auf ein Minimalmaß begrenzten. In der gesamten Berichtsperiode lagen die Bestellmengen mit 10,4 Mio t um 2 % unter dem Vorjahresniveau.
Der Umsatz sank im Berichtszeitraum um knapp 2 % auf rund 7,6 Mrd €. Der Rückgang resultiert aus den im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Durchschnittserlösen. Ab dem 2. Quartal des Geschäftsjahres schlug sich zeitverzögert der vorangegangene negative Preistrend im Spotmarkt in überwiegend niedrigeren Abschlüssen mit unseren Kunden nieder. Der Versand konnte mit 10,8 Mio t gegenüber 2013/2014 um fast 4 % gesteigert werden. Während der Absatz an inländische Kunden stagnierte, verzeichneten unsere Lieferungen ins Ausland, insbesondere an Kunden außerhalb Europas, kräftige Zuwächse. Der Anteil der Exporte am Gesamtversand nahm von 29 % im Vorjahr auf 32 % zu. Nach Abnehmergruppen
konnten wir unseren Warmbandabsatz an die Rohrindustrie stark ausweiten. Gleiches gilt für die Warmbandlieferungen an unsere Tochter ThyssenKrupp Electrical Steel, die auf die Fertigung von kornorientiertem Elektroband spezialisiert ist. Die Vormateriallieferungen für die Verpackungsblechfertigung der ThyssenKrupp Rasselstein GmbH lagen leicht über den Vorjahresmengen. Handel und Service Center haben im Zuge der leichten konjunkturellen Erholung seit Jahresbeginn 2015 wieder merklich höhere Mengen abgenommen. Annähernd auf Vorjahreshöhe bewegte sich der Versand an die Automobilindustrie einschließlich Zulieferer. Deutlich niedriger als im vergangenen Jahr war dagegen der Versand an das Baugewerbe, die Hausgeräteindustrie und an Hersteller sonstiger Metallerzeugnisse.
Die Rohstahlerzeugung einschließlich der Zulieferungen von den Hüttenwerken Krupp Mannesmann HKM lag im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 12,4 Mio t rd. 1 % über der Produktion des Vorjahres. Auf die eigenen Stahlwerke entfielen 9,3 Mio t. Infolge der verzögerten Wiederinbetriebnahme der Stranggießanlage 1 im vergangenen Oktober war die Vormaterialversorgung vor allem im 1. Quartal des Geschäftsjahres beeinträchtigt. Ab dem Jahreswechsel stabilisierten sich die Produktion und die Brammensituation. Doch auch in den Folgemonaten kam es bedingt durch einzelne Störungen und eine größere geplante Modernisierung der Stranggießanlage 3 bei HKM zu temporären Erzeugungseinschränkungen und -Verlagerungen. Rückstände aus der Mindererzeugung im 1. Quartal wurden aber teilweise aufgeholt, auch durch fortgesetzte Zulieferungen seitens des brasilianischen Werks ThyssenKrupp CSA. Diese Zukäufe, die unsere temporär angespannte Vormaterialversorgung entschärften, summierten sich im Gesamtjahr auf 500.0001.
Unsere eigenen Stahlwerke waren zu fast 90% ausgelastet. Bei den Warmbandwerken variierte die Auslastung auch störungsbedingt im Verlauf des Jahres, im Gesamtjahresdurchschnitt lag sie bei rd. 86 %.
Die Walzstahlproduktion für Kunden erreichte im Berichtszeitraum mit 11 Mio t wieder die Vorjahresmenge.
Die Investitionsausgaben der ThyssenKrupp Steel Europe AG für immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen beliefen sich im Berichtsjahr auf 182 Mio € und lagen damit unter den Abschreibungen in Höhe von 259 Mio €. Im Vorjahr waren es 255 Mio € Investitionen, bei Abschreibungen von 277 Mio €.
Ein Schwerpunkt der Investitionstätigkeit im Berichtszeitraum war der Neubau einer Entstaubung für die Sinteranlage. Weiterhin flossen Mittel in die Modernisierung der Stranggießanlage 1 in Duisburg-Beeckerwerth. Die Sicherheitssteuerung für die Öfen des Warmbandwerks 2 in Duisburg-Bruckhausen wurde erneuert. Ein weiterer Investitionsschwerpunkt betraf das Re-Design der LiteCor-Pilotanlage. Weitere Investitionsausgaben zielten auf eine Vielzahl kleinerer Einzelmaßnahmen ab, die im Wesentlichen der Modernisierung der Anlagen dienen.
Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage
Die unternehmerische Steuerung der ThyssenKrupp Steel Europe AG erfolgt auf Basis eines wertorientierten Kennzahlensystems, das auf den Grundlagen der internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) beruht. Dabei ist eine zentrale Steuerungsgröße zur Erreichung der finanziellen Unternehmensziele der ThyssenKrupp Value Added (TKVA), dessen Entwicklung maßgeblich von der Mittelbindung und dem damit verbundenen Business Cash Flow (BCF) sowie dem Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) bestimmt wird. Die handelsrechtlichen Kennzahlen “Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit“ und “Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit“ entsprechen in Ihrer Entwicklung den zentralen Steuerungsgrößen EBIT und BCF nach IFRS.
| Mio € | 2013/2014 | 2014/2015 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 187 | 245 | 58 |
| Ergebnis nach Steuern | 181 | 234 | 53 |
| Eigenkapital | 1.390 | 1.390 | 0 |
| Anlagevermögen (Netto) | 1.771 | 1.696 | -75 |
| Investitionen | 255 | 182 | -73 |
| Cash-Flow aus lfd. Geschäftstätigkeit | 550 | 701 | 151 |
Ertragslage
Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit konnte von 187 Mio € im Vorjahr auf 245 Mio € gesteigert werden; dies steht im Einklang mit unserer Vorjahresprognose. Diese Entwicklung entspricht tendenziell der Steuerungsgröße EBIT nach IFRS.
In einem anhaltend schwierigen Geschäftsumfeld nahm der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 2 % ab. Wesentliche Ursache waren die im Vorjahresvergleich weiter gesunkenen Durchschnittserlöse bei im Vergleich zum Vorjahr um 4 % gestiegenen Versandmengen von rund 10,8 Mio t.
Zu der positiven Ergebnisentwicklung trugen die deutlich gesunkenen Preise für den Bezug von Rohstoffen, hauptsächlich von Erzen, Kohle und Koks bei.
Auch die konsequent umgesetzten Maßnahmenprogramme, insbesondere „Best-in-Class Reloaded“, führten zu positiven Ergebniseffekten.
Vermögens- und Finanzlage
Das Nettoanlagevermögen verringerte sich im Berichtszeitraum von 1.771 Mio € um 75 Mio € auf 1.696 Mio €, im Wesentlichen durch ein von 1.231 Mio € um 83 Mio € auf 1.148 Mio € gesunkenes Sachanlagevermögen.
Die Investitionsausgaben für immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen (u. a. Neubau einer Entstaubung für die Sinteranlage 3) beliefen sich auf 182 Mio € und lagen damit unter den Abschreibungen von 259 Mio €.
Die Finanzanlagen erhöhten sich infolge einer Einzahlung in die Kapitalrücklage der Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH, Duisburg um 10 Mio € auf 536 Mio €.
Die Vorräte lagen mit 1.202 Mio € zum 30. September 2015 um 31 Mio € über dem Vorjahreswert. Die Erhöhung der Vorräte resultiert vor allem aus der Übernahme des Vormaterials (Brammen) bei Hoesch Hohenlimburg im Rahmen des Pachtvertrags der Mittelbandstraße, sowie aus höheren Beständen der wesentlichen Rohstoffe Erze, Kohle und Koks. Die gesunkenen Beschaffungspreise der wesentlichen Rohstoffe kompensieren diesen Mengeneffekt teilweise.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verringerten sich um 42 Mio € auf 289 Mio €. Dieser Rückgang erklärt sich aus der normalen Geschäftstätigkeit unterstützt durch die geringeren Erlöse.
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente stiegen gegenüber dem Vorjahr um 303 Mio € auf 873 Mio €. Ursachen dieser Mittelfreisetzung sind insbesondere das verbesserte Ergebnis sowie eine Reduzierung des Net working Capital.
Das Eigenkapital blieb mit einem Stand von 1.390 Mio € unverändert.
Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 117 Mio € auf 1.254 Mio €. Dieser Anstieg resultiert im Wesentlichen aus dem im Vorjahresvergleich weiter gesunkenen Zinsniveau sowie aus der Nachholung der Rentenanpassungen gemäß §16 BetrAVG.
Die sonstigen Rückstellungen lagen mit 483 Mio € um 56 Mio € über dem Vorjahreswert. Diese Steigerung resultiert im Wesentlichen aus der Bildung einer Rückstellung im Rahmen einer Standortschließung.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen verzeichneten eine leichte Erhöhung um 30 Mio € auf 594 Mio €; die sonstigen Verbindlichkeiten verminderten sich um 9 Mio € auf 202 Mio €. Beide Veränderungen ergeben sich aus der normalen Geschäftstätigkeit.
Der Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit stieg im Vergleich zum Vorjahr um 151 Mio € auf 701 Mio €; dies steht im Einklang mit unserer Vorjahresprognose. Ursache der Steigerung sind die Verbesserung des Ergebnisses (siehe Erläuterung zur Ertragslage), eine Reduzierung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie gestiegene Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und höhere Rückstellungen. Gegenläufig wirkte sich ein höherer Vorratsbestand aus. Dies entspricht tendenziell der Entwicklung des BCF nach IFRS.
Die Finanzierung der ThyssenKrupp Steel Europe AG erfolgt analog der anderen Konzerngesellschaften grundsätzlich zentral durch die ThyssenKrupp AG. Eine mehrjährige Finanzplanung sowie eine monatlich rollierende Liquiditätsplanung mit einem Planungszeitraum von bis zu einem Jahr bilden dafür die Basis. Wichtigste Liquiditätsquelle sind die Mittelzuflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit. Durch die Cash-Management-Systeme der ThyssenKrupp AG nutzen Konzerngesellschaften Liquiditätsüberschüsse anderer Unternehmenseinheiten, um ihren Liquiditätsbedarf zu decken. Dies verringert das Fremdfinanzierungsvolumen und somit den Zinsaufwand. Um das benötigte Fremdfinanzierungsvolumen zu beschaffen, nutzt die ThyssenKrupp AG Geld- und Kapitalmarktinstrumente wie z. B. Anleihen, Schuldscheindarlehen oder Commercial Paper.
Daneben nimmt die ThyssenKrupp AG fest zugesagte Kreditlinien in unterschiedlichen Währungen und mit unterschiedlichen Laufzeiten in Anspruch und nutzt selektiv außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente wie z. B. Forderungsverkaufsprogramme oder Operating Leases.
Die zentrale Finanzierung ermöglicht der ThyssenKrupp AG einen einheitlichen Auftritt auf den Kapitalmärkten. Das stärkt ihre Verhandlungsposition gegenüber den Banken und anderen Marktteilnehmern und macht es ihr leichter, Kapital zu bestmöglichen Konditionen aufzunehmen oder anzulegen.
Mitarbeiter
| Belegschaft | 30.09.2014 | 30.09.2015 |
|---|---|---|
| Arbeiter | 11.653 | 11.538 |
| Angestellte | 6.536 | 6.651 |
| Stammbelegschaft | 18.189 | 18.189 |
| Auszubildende | 1.167 | 1.109 |
| Ausbildungsähnliche * | 110 | 102 |
| Gesamtbelegschaft | 19.466 | 19.400 |
* Werkstudenten, Praktikanten, Doktoranden
Zum 30. September 2015 waren bei der ThyssenKrupp Steel Europe AG 19.400 Mitarbeiter beschäftigt, annähernd so viele wie im Vorjahr. Im Berichtsjahr konnte das Programm „Best- in-Class Reloaded“ erfolgreich abgeschlossen werden. Nach einem sozialverträglich durchgeführten Personalabbau wurde als letzter Schritt die Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit im Tarifbereich von 34 auf 31 Stunden - die auch entgeltwirksam ist - zum 1. Oktober 2014 umgesetzt.
Ein durch Nachlauf von „Best-in-Class Reloaded“-Maßnahmen erforderlicher Mitarbeiterabbau wurde durch einen Wechsel von Mitarbeitern in die Personalentwicklungsund Arbeitsmarktagentur (PEAG) und in die Freistellungsphase der Altersteilzeit realisiert. Mitarbeiterzugänge erfolgten durch tarifvertraglich zugesicherte Übernahmen von Ausgebildeten, insbesondere aus der PEAG. Des Weiteren wurden Mitarbeiter aus dem Konzern und von Outokumpu Nirosta sowie langjährig beschäftigte AÜG-Kräfte übernommen.
Arbeitssicherheits- und Gesundheitsmanagement
Im Geschäftsjahr 2014/2015 lag der Krankenstand mit 7,4 % über dem Niveau des Vorjahres. Die Unfallhäufigkeitsrate von 5,4 Unfällen je 1 Mio geleisteter Stunden im letzten Berichtsjahr ist auf 6,0 gestiegen. Leider sind zwei tödliche Unfälle am Standort Dortmund sowie einer am Standort Duisburg zu beklagen, letzterer betraf eine Partnerfirma.
Die Forcierung der Meldung von Beinahe-Unfällen verdeutlicht die Schwerpunktverlagerung auf den proaktiven Arbeitsschutz. Mitarbeiter melden Beinahe-Unfälle, die sich durch unsichere Handlungen oder unsichere Zustände ereignet haben, um im Vorfeld Maßnahmen zu ergreifen, bevor sie selber oder ein Kollege sich in einem vergleichbaren Setting verletzen. Bei der ThyssenKrupp Steel Europe AG sind 1.585 Sicherheitsbeauftragte in den Betrieben eingesetzt. Die Sicherheitsbeauftragten unterstützen die Führungskräfte bei der Umsetzung des Arbeitsschutzes in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich und sorgen im Rahmen ihrer Möglichkeiten für Akzeptanz der Schutzmaßnahmen unter den Kollegen sowie für eine schnelle Beseitigung von Mängeln. Mit vielfältigen Maßnahmen, die auf Motivation, Erfahrungsaustausch, Wertschätzung und engere Einbeziehung aller Mitarbeiter zielen, wird dieses Potenzial weiter gefördert. Die Sicherheitsperformance des Unternehmens erhöht sich dadurch. Präventionsgänge werden flächendeckend durchgeführt, um mit den Mitarbeitern über den Arbeitsschutz vor Ort ins Gespräch zu kommen. Bereichsfremde Personen ergänzen die Präventionsgänge, um auch den Blick eines Fremden einzunehmen und die Sensibilität für Arbeitssicherheit zu erhöhen.
Auf dem Wege einer intensiveren Zusammenarbeit mit den Partnerfirmen konnte die Arbeitssicherheit auch bei diesen Unternehmen deutlich verbessert werden. Durch stärkere Kontrollen, Sicherheits-Assessments und Eskalationsgespräche wurden die Unfallzahlen der Partnerfirmen - ausgehend von der Unfallhäufigkeitsrate 1-n von 20,3 im Geschäftsjahr 2012/2013 - auf nun 9,4 im abgelaufenen Geschäftsjahr reduziert. Zusätzlich wurde der Wunsch aus den Betrieben aufgegriffen, dass Sicherheitsbeauftragte sowie Führungskräfte der ThyssenKrupp Steel Europe AG durch die Anwendung eines Quick-Checks die Partnerfirmen bei Arbeiten vor Ort kontrollieren können. Darüber hinaus unterstreicht das zu diesem Thema neu aufgelegte Controlling die Nachhaltigkeit der eingeleiteten Maßnahmen. Nach Unfällen von Partnerfirmenmitarbeitern werden systematische Unfallanalysen und Gespräche durchgeführt.
Ideenmanagement
Unser Wissen und unsere Fähigkeiten sind unser größtes Kapital. Unter diesem Motto zielt unser Ideenmanagement nicht nur auf Kosteneinsparung, sondern auch auf die Steigerung von Mitarbeitermotivation und Innovationskraft im Unternehmen. Daher wird Verbesserungsvorschlägen eine große Bedeutung beigemessen. Über das Ideenmanagement fließen diese in die betrieblichen Prozesse ein. Die Quote der eingereichten Verbesserungsvorschläge je 1.000 Mitarbeiter belief sich im Berichtsjahr 2014/2015 auf 396. Insgesamt wurden über 1,6 Mio € an Prämien ausgeschüttet. Die höchste Einzelprämie betrug 70.000 €. Durch diese Idee können moderne und leistungsfähige Stahlzusammensetzungen ohne teure Legierungselemente wie Kupfer und Nickel hergestellt werden.
Talentmanagement
Mitarbeiter gewinnen, binden und entwickeln - das ist und bleibt die Zielsetzung des Talentmanagements bei der ThyssenKrupp Steel Europe AG. Der Fokus liegt auf Rekrutierung, der systematischen Förderung und gezielten beruflichen Entwicklung von Fach- und Führungskräften sowie der richtigen Nachfolgeplanung und Stellenbesetzung. In regelmäßigen Entwicklungsrunden werden Stärken, Fähigkeiten und Potenziale der Mitarbeiter herausgearbeitet, um diese passgenau weiterzuentwickeln.
Erstausbildung ist ein zentraler Bestandteil der Nachwuchssicherung der ThyssenKrupp Steel Europe AG und gleichzeitig auch ein Beitrag zu unserer gesellschaftlichen Verantwortung. 307 Auszubildende starteten standortübergreifend in 22 verschiedenen Ausbildungsberufen im September 2015, darunter 258 Männer und 49 Frauen. Insgesamt befanden sich 1.109 junge Menschen in einem Ausbildungsverhältnis, ihr Anteil an der Gesamtbelegschaft betrug 5,7 %. Zusätzlich übernimmt das Unternehmen die Auftragsausbildung für ca. 100 Azubis anderer Unternehmen. Erfolgreich beendet haben ihre Ausbildung 347 junge Menschen; 24 wurden direkt in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen. Bei der Personalentwicklungs- und Arbeitsmarktagentur PEAG erhielten 313 Ausgebildete einen befristeten Arbeitsvertrag. Zudem hat die ThyssenKrupp Steel Europe AG 127 Ausgebildete aus der PEAG übernommen.
Um junge Talente frühzeitig zu gewinnen, arbeitet die ThyssenKrupp Steel Europe AG eng mit Schulen in NRW zusammen. Die Schülerinnen und Schüler werden zu Veranstaltungen wie z. B. Jugend im Dialog oder zu Werksbesichtigungen eingeladen, um früh ihr Interesse an Naturwissenschaften und Technik zu wecken und sie so für ein natur- oder ingenieurwissenschaftliches Studium zu begeistern. Im Rahmen von nationalen und internationalen Hochschul- und Forschungskooperationen knüpft die ThyssenKrupp Steel Europe AG frühzeitig Kontakt mit potenziellen Bewerbern. Angehende Ingenieurinnen und Ingenieure haben die Möglichkeit, durch Stipendien, Praktikumsmöglichkeiten und Hochschulprojekte das Unternehmen kennen zu lernen. Ein Beispiel ist die Zusammenarbeit mit der Hochschule Bochum: Ein Team aus 40 hochqualifizierten Studierenden entwickelte den ThyssenKrupp SunRiser, der in diesem Jahr die Solarcar-Weltmeisterschaft in Australien gewinnen soll.
Zum 01. Oktober 2015 startet das neue Master-Stipendienprogramm mit 10 hoch- qualifizierten Studierenden unterschiedlicher technischer Studienrichtungen in die zweite Runde. Ziel ist es, frühzeitig motivierte und qualifizierte Nachwuchskräfte zu identifizieren, zu gewinnen und zu binden.
Vielfalt und Inklusion wird bei ThyssenKrupp Steel Europe bereits in der Ausbildung durch die Beschäftigung junger Menschen mit gesundheitlicher Einschränkung oder familiären Verpflichtungen, verschiedenen Religionen und Nationalitäten gefördert. 20% des neuen Ausbildungsjahrgangs 2015 haben einen Migrationshintergrund. Unter den neuen Auszubildenden sind auch 18 Nachwuchskräfte aus der Gegend um Valencia in Spanien. Auch bemüht sich das Unternehmen intensiv, Jugendlichen mit Handicap eine Ausbildungsmöglichkeit und Zukunftsperspektive zu geben. In diesem Kontext arbeiten wir eng mit Partnern aus Politik und Gesellschaft zusammen, um Vorurteile abzubauen. Das Technikzentrum in Dortmund ist Schwerpunktausbildungszentrum für junge Menschen mit psychischen oder körperlichen Einschränkungen. ThyssenKrupp Steel Europe AG setzt überdies auf vielfältige Maßnahmen zur Steigerung der Anzahl weiblicher Auszubildender in technischen Berufen. Auf dem Wege der offensiven Ansprache dieser Zielgruppe an Schulen sowie einer gendergerechten Ansprache in Stellenausschreibungen erhalten junge Frauen vermehrt Angebote von Praktika und Hilfen bei der Berufswahlorientierung. Im Geschäftsjahr 2014/2015 konnte der Anteil der neu eingestellten weiblichen Auszubildenden von 12 % auf 16 % gesteigert werden; in den gewerblich/technischen Berufen wurde er von 5 % auf 10 % sogar verdoppelt.
Ganz neue Wege in der Weiterbildung geht die ThyssenKrupp Steel Europe AG mit ihrer im April 2015 gegründeten SalesAcademy. Diese Weiterbildungsplattform bietet Vertriebsmitarbeitern aller Hierarchiestufen zielorientierte und an der vertrieblichen Praxis orientierte Entwicklungsmöglichkeiten und Trainingsangebote. Das Besondere und Einzigartige dabei: Die Trainer der SalesAcademy kommen aus den eigenen Reihen des Unternehmens - aus der Praxis für die Praxis. Das Ziel ist, in der täglichen Vertriebsarbeit eine höhere Kundenorientierung zu erreichen. Das vielfältige Angebot stößt auf großes Interesse. Seit Mai wurden im Berichtsjahr bereits über 600 Teilnehmer in mehr als 30 Schulungen trainiert. Zahlreiche weitere Schulungen sind für das neue Geschäftsjahr terminiert. Die SalesAcademy etabliert sich als wichtiger Bestandteil unserer Geschäftsstrategie.
Demografiemanagement
Die ThyssenKrupp Steel Europe AG reagiert seit 2006 proaktiv auf die Herausforderungen des demografischen Wandels. Das ganzheitliche Personalprogramm ProZukunft bündelt Maßnahmen und Aktionen, die sich an den Lebensphasen und Generationen der Beschäftigten orientieren. Ziel ist es, die Beschäftigungsfähigkeit über den gesamten Berufsverlauf zu sichern und ein gesundes, motiviertes und produktives Arbeiten bis zum Eintritt in den Ruhestand zu ermöglichen.
Um private und berufliche Aufgaben besser zu vereinbaren, bietet die ThyssenKrupp Steel Europe AG den Beschäftigten beispielweise variable Arbeitszeitmodelle. Mitarbeitern in der Familienphase oder mit zu pflegenden Angehörigen wird so das flexible Arbeiten von zu Hause aus ermöglicht.
Schwerpunktthema im Jahr 2015 ist die „Männergesundheit“. Das bestehende Gesundheitsangebot wird erweitert um speziell auf die Bedürfnisse der männlichen Beschäftigten zugeschnittene Gesundheitsangebote. So sollen Männer für gesundheitsbewusste Verhaltensweisen sensibilisiert werden. Auch die eintägige „Gesundheitsschicht 2.0“ erreicht die Mitarbeiter und bestärkt sie, Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen.
Mitarbeiter mit Führungsverantwortung werden im Rahmen eines Seminars über Ursachen von Leistungswandlung und die vielfältigen Hilfsnetzwerke im Unternehmen informiert. Damit sollen Mitarbeiter, die von Leistungswandlung bedroht oder betroffen sind, frühzeitig unterstützt werden.
Ebenfalls stark nachgefragt ist das für die letzte Phase des beruflichen Werdegangs entwickelte Seminar „Kompass - Vorbereitung auf den Ruhestand“. Es unterstützt und begleitet Mitarbeiter in ihrer letzten Berufsphase und bietet vielfältige Anregungen und Hilfestellungen für den Übergang in den Ruhestand.
Technologie und Innovationen
Grundlage der Innovationskraft des Konzerns ist ein weltweites Forschungs- und Entwicklungsnetz (F&E-Netzwerk) mit rund 3.000 Mitarbeitern an mehr als 100 Standorten. Wir ergänzen dieses F&E-Netzwerk, indem wir mit externen Partnern, etwa Universitäten und Forschungsinstituten, Zusammenarbeiten. Bei der ThyssenKrupp Steel Europe AG waren im Berichtsjahr im F&E-Bereich 666 eigene Mitarbeiter beschäftigt. Ein Beleg für unsere Innovationskraft sind die 81 Erstanmeldungen, die wir im Berichtszeitraum eingereicht haben.
Trotz des anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Umfelds haben wir unsere Forschungsaktivitäten weiter intensiviert. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung der ThyssenKrupp Steel Europe AG lagen im abgelaufenen Geschäftsjahr bei gut 74 Mio €; dies entspricht einer Zunahme von 10% gegenüber dem vergangenen Jahr.
Entwicklungsschwerpunkte
Um künftige Geschäftsfelder für ThyssenKrupp zu erschließen, identifizieren wir die Bedürfnisse des Marktes und unserer Kunden frühzeitig und beziehen sie bereits in die ersten Schritte bei der Entwicklung neuer Lösungen ein. Wir verfolgen einen systemischen Innovationsansatz, indem wir innerhalb des Konzerns über klassische Branchen- und Technologiegrenzen hinweg miteinander kooperieren und konzernweit grundlegende Innovations- und Fertigungsprozesse vereinheitlichen. Dadurch nutzen wir gezielt unsere Verbundkraft als diversifizierter Industriekonzern.
Dies gilt auch für die Einführung eines konzernweiten Prozesses über den Produktlebenszyklus (Produktlebenszyklusmanagement/PLM), mit der wir im Berichtszeitraum begonnen haben. Ziele sind die nahtlose Integration und die Echtzeit-Verfügbarkeit aller Informationen, die während eines Produktlebenszyklus entstehen. Der PLM-Prozess umfasst sowohl den Innovationsprozess mit Ideenfindung, Portfoliomanagement und frühzeitiger Integration von Kunden- und Marktbedürfnissen als auch Engineering, Produktion und After-Sales-Service sowie schließlich das Ende des Produktlebenszyklus, wenn wir das Produkt vom Markt nehmen. Unsere konzernweit verbindlichen Vorgaben für das PLM gelten künftig für alle Produkte, Lösungen und Services von ThyssenKrupp; sie werden von den Business Areas an ihre spezifischen Bedürfnisse angepasst. Mit diesem Rahmen ist ein Prozess vorgegeben, mit dem wir das gesamte PLM harmonisieren und steuern. Es bildet damit die Grundlage für Spitzenleistungen in allen Phasen der Produktentwicklung, des Engineering, der Fertigung und Vermarktung.
Das PLM ist auch Teil der digitalen Transformation von ThyssenKrupp und einer der Referenzprozesse innerhalb des Konzernprogramms „daproh“ zur konzernweiten Daten- und Prozessharmonisierung. Ziele von daproh sind automatisierte, effiziente und sichere Geschäftsprozesse auf der Basis einer integrierten, zentral definierten Systemarchitektur. Wir wollen damit kundenorientierter arbeiten, Prozesse noch schlanker machen, Wissen und Kompetenzen effektiver innerhalb des Unternehmens nutzen sowie Daten jederzeit weltweit abrufbar machen. Das Programm verbessert die Transparenz innerhalb des Konzerns, verringert die Komplexität und unterstützt die operative Steuerung der Geschäfte.
Zugleich ist das PLM - neben dem werksübergreifenden Datenaustausch und der Kontrolle sämtlicher Produktionsdaten, die ebenfalls auf daproh abgestimmt sind - eines der drei Hauptelemente von Industrie 4.0 bei ThyssenKrupp. Durch die Vernetzung aller an der Wertschöpfung beteiligten Instanzen sind damit alle relevanten Informationen jederzeit verfügbar. ThyssenKrupp hat bereits zahlreiche Industrie-4.0-Lösungen in seinen Business Areas eingeführt. Beispielsweise gibt es bei unserer Tochtergesellschaft Hoesch Hohenlimburg in der Liefer- und Vertriebslogistik ein kunden-, Produzenten- und lieferantenübergreifendes Datennetzwerk: Bei dieser Lösung haben Kunden direkten Zugang zu den Produktionsdaten und können die gewünschten Produkteigenschaften bis kurz vor der Fertigung nach ihren Wünschen verändern.
In unserem branchenübergreifenden Verbundprojekt Carbon2Chem wollen wir langfristig die Hüttengase aus unserem Stahlwerk in Duisburg als Ausgangsstoff für die Chemieproduktion verwenden. Dies umfasst, neben Kohlenmonoxid (CO), Wasserstoff und Methan auch das in den Hüttengasen enthaltene Kohlenstoffdioxid (CO2). Als Energiequelle für die chemischen Prozesse soll überschüssiger Strom aus erneuerbaren Quellen dienen.
Beteiligt sind neben dem Max-Planck-Institut für chemische Energiekonversion in Mülheim an der Ruhr weitere Forschungseinrichtungen sowie führende Unternehmen aus der Chemieindustrie und der Energiewirtschaft. Auch das Land Nordrhein-Westfalen wird sich in diesem langfristig angelegten Projekt engagieren. Das Projekt hat das Potenzial, sowohl zum Gelingen der Energiewende als auch zur Reduktion der kumulierten CO2-Emissionen des industriellen Verbunds nachhaltig beizutragen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde auf dem Gelände von ThyssenKrupp Steel Europe ein Grundstück für den Bau eines Technikums vorbereitet. Hier sollen u. a. Betriebserfahrungen mit echten Hüttengasen gesammelt, die Reinigung von großen Mengen an Hüttengasen erprobt und unterschiedliche Katalysatoren untersucht werden.
Für das Verbundprojekt InCah®plus, an dem neben Steel Europe auch die Business Areas Components Technology und Industrial Solutions beteiligt sind, haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr die weltweite Vermarktungsoffensive fortgeführt. InCar®plus ist das derzeit größte herstellerunabhängige Entwicklungsprojekt eines Automobilzulieferers. ThyssenKrupp bündelt hier das gesamte automobile Know-how des Konzerns und präsentiert umweltschonende Lösungen rund um Energieeffizienz, Elektromobilität und Leichtbau. Nachdem zunächst Automobilhersteller in Europa im Rahmen einer Technologie-Roadshow über die Ergebnisse und Potenziale des Projekts informiert wurden, folgten im Berichtsjahr weitere Kundenpräsentationen bei Automobilproduzenten in den USA und China. Im weiteren Jahresverlauf folgen Termine in Südkorea und Japan. Die Rückmeldungen der Kunden sind positiv, erste Aufträge für InCar®plus-Lösungen liegen vor.
Mit dem Werkstoffverbund TriBond® hat im Berichtsjahr eine wegweisende Innovation von ThyssenKrupp Steel Europe den Serienstatus erreicht. Der dreilagige Werkstoff besteht aus einem Kern aus höchstfestem Stahl, der von gut umformbaren Stahlschichten umschlossen ist. So können unterschiedliche, teils konträre Eigenschaftsprofile realisiert werden, die mit homogenen Werkstoffen nicht darstellbar wären: hohe Umformbarkeit und maximale Festigkeit in einem Produkt. TriBond® 1200 ist für Längsträgermaterialien in Fahrzeugen besonders gut geeignet, der noch festere TriBond® 1400 bietet sich insbesondere für Strukturbauteile wie B-Säulen an, die hohe Anforderungen sowohl an die Festigkeit als auch an die Biegefähigkeit stellen. Durch TriBond® wird mehr Sicherheit im Fahrzeug erreicht, verbunden mit einer Gewichtsreduktion, die die Wirtschaftlichkeit des Fahrzeugs erhöht. ThyssenKrupp ist der einzige Automobilzulieferer, der maßgeschneiderte Werkstoffverbunde dieser Bauart serienreif anbieten kann.
Zur besseren Nutzung der Windkraft hat ThyssenKrupp Steel Europe unter dem Projektnamen „TetraFlex“ ein innovatives Konzept für Windkrafttürme mit Nabenhöhen von 120 bis 200 Metern entwickelt. In größeren Höhen herrschen stärkere und konstantere Winde, die eine deutliche Steigerung des Stromertrags ermöglichen. Im Mittelpunkt des Konzepts steht eine erhebliche Kostensenkung bei Produktion, Transport sowie Auf- und Abbau der Türme. TetraFlex setzt auf spiralnahtgeschweißte Rohre und innovative Knotenpunkte für deren Verbindung. Deutliche Gewichtseinsparungen im Vergleich zu konventionellen Türmen erzielen wir u. a. dadurch, dass wir die geschlossene Struktur des unteren Konstruktionsbereichs aufgebrochen und durch Ständer aus vier Rohrprofilen ersetzt haben. Derzeit wird die Zusammenarbeit mit Herstellern aus der Windenergiebranche geprüft.
Die Hochschule Bochum konstruiert und baut als einzige Hochschule in Deutschland seit 15 Jahren von Solarenergie angetriebene Elektrofahrzeuge. Ein langjähriger Forschungs- und Kooperationspartner ist ThyssenKrupp. Das neue Modell ThyssenKrupp SunRiser startete wie schon der Vorgänger bei der Weltmeisterschaft für Solarfahrzeuge in Australien. Die Forschungsteams wollen Erfahrungen sammeln, wie Energie sinnvoll eingesetzt werden kann, wie Ressourcen gespart werden können und wie die Autos von morgen aussehen könnten. Es geht um nachhaltige Mobilität. Elektrisch angetriebene Fahrzeuge werden dabei eine zentrale Rolle spielen. An vielen Stellen wird bei ThyssenKrupp zu diesem Thema geforscht und gearbeitet. Im ThyssenKrupp SunRiser steckt innovative Technologie aus verschiedenen Konzernbereichen: Stoßdämpfer, Stahlleichtbau für den Überrollbügel und Elektroband für den Antrieb helfen dabei, Nachhaltigkeit auf die Straße zu bringen.
Im Bereich hochwertiger Stahllösungen für die Bauwirtschaft hat ThyssenKrupp Steel Europe innovative Beschichtungen der Marke Pladur entwickelt. Mit den im Coil Coating-Verfahren beschichteten Oberflächen lassen sich besonders gut ästhetische Ansprüche moderner Architektur mit Anforderungen nach Praktikabilität und Wirtschaftlichkeit verbinden. Hohe Anforderungen werden an die Umweltfreundlichkeit im Herstellungsverfahren gesetzt: Es kommen ausschließlich chromatfreie Vorbehandlungen zum Einsatz und es werden keine schwermetallhaltigen Pigmente im Beschichtungsprozess verwendet.
Bei dem neuen Produkt Pladur Relief IceCrystal handelt es sich um eine neue Form der Oberflächenveredelung, die es ermöglicht, Flachstahlbänder mit funkelnden Effekten zu verzieren. Pladur StandingSeam bietet bandbeschichteten Stahl für Stehfalzdächer in verschiedenen Anmutungen. Außerdem wurde - exklusiv für einen Bauteilehersteller - ein neues, durch die Bauhaus-Architektur inspiriertes Farbkonzept für hochwertigen Geschoss- und Industriebau entwickelt; es setzt elegante Akzente für Außenfassaden. Organisch bandbeschichtete Feinbleche der Pladur-Produktfamilie sind vielfältig einsetzbar, auch in der Flaushaltsgeräteindustrie.
Mit Pladur® Thermosafe wurde im Berichtsjahr eine weitere Neuheit entwickelt, die für einen sichereren Umgang mit warmen Oberflächen bei Trocknern oder Geschirrspülern sorgt: Die Wärmeleitfähigkeit des Stahls wurde abgesenkt, so dass Kontaktverbrennungen vermieden werden können. Das Material ist kombinierbar mit versiegelten Elementen, lässt sich zudem gut umformen und verarbeiten und individuell gestalten, zum Beispiel einfärben.
Umwelt, Klima und Energie
ThyssenKrupp entwickelt sein Umwelt- und Energiemanagement kontinuierlich weiter, um die Energie- und Ressourceneffizienz zu steigern und Umweltbelastungen möglichst gering zu halten. Dabei stellen wir höchste Ansprüche an uns selbst. Wir setzen modernste Umweltschutztechnologien nach dem jeweils besten verfügbaren Standard ein. Wir investieren kontinuierlich in Anlagen wie Staubfilter, Abwasseraufbereitung oder Ölabscheider und optimieren Fahrzeugflotten bei Service-Aktivitäten.
Die ThyssenKrupp Steel Europe AG hat im Berichtsjahr für Umweltschutzmaßnahmen 311 Mio € aufgewendet. In Anlagen, die dem Umweltschutz dienen, wurden weitere rund 33 Mio € investiert. Von den Betriebskosten in Höhe von 311 Mio € entfielen 42 % auf den Gewässerschutz, 39 % auf Maßnahmen zur Luftreinhaltung und 16 % auf die Beseitigung von Abfallstoffen. Die restlichen 3 % betrafen Maßnahmen zur Lärmminderung.
Deponie Wehofen-Nord
Auf der Werksdeponie Wehofen-Nord in Dinslaken werden die Abfälle der ThyssenKrupp Steel Europe AG endgelagert. Die Deponie ist in Abschnitt 1 vollständig verfüllt und wird demnächst an der Oberfläche abgedichtet und begrünt. Der Abschnitt 2 wird derzeit aktiv betrieben und hat eine voraussichtliche Laufzeit bis 2016. Daher ist dringend die Einholung des Planfeststellungsbeschlusses der Erweiterung durch einen dritten Bauabschnitt erforderlich.
Der Planfeststellungsantrag wurde durch die ThyssenKrupp Steel Europe AG im Juni 2012 eingereicht. Gegen das Projekt sind zahlreiche Einwendungen erhoben worden. Ein wesentlicher Einwand des Regionalverbands Ruhr (RVR) konnte entkräftet werden. Der RVR sah einen Widerspruch der Deponieerweiterung zu der durch den gültigen Regionalplan (aufgestellt 1999 als GEP99 durch die Bezirksregierung Düsseldorf) eingezeichneten und zu sichernden Bahntrasse. Im Oktober 2013 wurde mit dem RVR ein Vertrag abgeschlossen, durch den das Ziel der Trassensicherung mit den Planungen für den 3. Bauabschnitt der Deponie Wehofen-Nord in Einklang gebracht wurde.
Im November/Dezember 2014 und nochmals im Juli/August 2015 wurden ergänzende Planunterlagen offengelegt. Der Erörterungstermin zu dem Planfeststellungsverfahren fand vom 21. bis 22. September 2015 statt. Nunmehr entscheidet die zuständige Bezirksregierung Düsseldorf über den Planfeststellungsantrag.
Erneuerbare-Energien-Gesetz 2014
Im Geschäftsjahr 2014/2015 lag der Fokus auf der operativen Umsetzung von Anforderungen aus dem novellierten Erneuerbare-Energien-Gesetz. Auch stand die Vorgängerregelung des EEG aus dem Jahr 2012 unter einer beihilferechtlichen Überprüfung durch die Europäische Kommission, die Ende 2014 abgeschlossen wurde. Die Europäische Kommission kam u. a. zu dem Ergebnis, dass die Entlastungsregelung für stromkostenintensive Unternehmen, die sog. „Besondere Ausgleichsregelung“, teilweise gegen das europäische Beihilferecht verstoßen würde.
Zu den zentralen Wettbewerbsfaktoren energieintensiver Unternehmen wie der ThyssenKrupp Steel Europe AG zählt der Strompreis. Um die internationale Wettbewerbsfähigkeit dieser Unternehmen nicht zu gefährden und ihre Abwanderung in das Ausland zu verhindern, sind insbesondere zwei Regelungen des EEG von besonderer Bedeutung, die Regelung zur Eigenstromversorgung und die „Besondere Ausgleichsregelung“. Beide Regelungen wurden im EEG 2014 grundlegend neu gestaltet. Dabei sind aus Sicht des Unternehmens die Regelungen, die im Wesentlichen dem Schutz der Wettbewerbsfähigkeit der Stahlindustrie dienen, gelungen, allerdings steht die Regelung zur Eigenstromversorgung unter einem Prüfvorbehalt für das Jahr 2017. Dies hat fehlende Planungssicherheit zur Folge.
Emissionsrechtehandel
Aus dem EU-Emissionshandel in der dritten Handelsperiode, die sich von 2013 bis 2020 erstreckt, können der ThyssenKrupp Steel Europe weitere Kosten durch den Zukauf von erforderlichen Emissionsberechtigungen erwachsen.
Im Hinblick auf die vierte Handelsperiode, die den Zeitraum 2021 bis 2030 abdeckt, stellt die Revision des ETS (Emission Trading System) für die energieintensive Industrie im Allgemeinen und die Stahlindustrie im Besonderen eine immense Herausforderung dar. Basierend auf dem EU-Ratsbeschluss vom Oktober 2014 hat die EU-Kommission am 15. Juli 2015 einen Entwurf für diese Handelsperiode vorgelegt.
Bei einer Umsetzung des zurzeit vorliegenden Reformvorschlags ergäbe sich ein deutlich höherer Zukaufbedarf an Emissionszertifikaten. In Kombination mit absehbar erheblich steigenden Zertifikatpreisen über die im letzten Jahr beschlossene Marktstabilitätsreserve - die eine drastische Verknappung der Zertifikate ab 2019 vorsieht - würde die europäische Stahlindustrie im internationalen Wettbewerb wesentlich belastet werden. Das Unternehmen hätte zusätzliche Kostenbelastungen in Milliardenhöhe in der vierten Handelsperiode zu schultern, die Wettbewerber außerhalb Europas nicht haben.
Um diesen erheblichen Bedrohungen zu begegnen und notwendige Änderungen in das Reformpaket einzubringen, steht die ThyssenKrupp Steel Europe gemeinsam mit der ThyssenKrupp AG und in enger Zusammenarbeit mit Verbänden und Gewerkschaften in einem intensiven Dialog mit der Politik auf kommunaler, Landes-, Bundes- und europäischer Ebene. Im Kern geht es um die ausreichende Ausstattung energieintensiver Produktionsunternehmen mit Emissionszertifikaten, die den Stahlunternehmen in Europa faire Wettbewerbsbedingungen sichert und die Stahlindustrie in Europa hält.
Energiemanagement auf Kurs
Das im Jahr 2012 bei der ThyssenKrupp Steel Europe AG eingeführte und nach ISO 50001 zertifizierte Energiemanagementsystem (EnMS) wurde im Frühjahr 2015 im Rahmen von unternehmensweit durchgeführten Kombi-Überwachungsaudits überprüft. In den Überwachungsaudits mussten die untersuchten Produktionsbetriebe und Verwaltungen die Funktionsweise und begleitenden kontinuierlichen Verbesserungsprozesse des EnMS detailliert darstellen. Wie schon in den Vorjahren konnten werksweit alle EnMS- Normforderungen ohne Abweichungen erfüllt werden. Im Vergleich zum letzten Jahr ist es 2015 nochmals gelungen, die Anzahl der positiven Feststellungen in den Auditberichten zu erhöhen.
Dazu gehören unter anderem zusätzliche Maßnahmen zur Sensibilisierung von Auszubildenden und die Integration des Energiemanagements in den Rahmenplan der Schüler-Ingenieur-Akademie. Bei den technischen Einsparmaßnahmen wurden u. a. die strukturierte Analyse bei der Umsetzung des Effizienzprojektes Kokereibetriebsgesellschaft KBS sowie erfolgreich umgesetzte effizienzsteigernde Maßnahmen von beleuchtungs- und wassersparenden Projekten hervorgehoben. Die Energieeffizienz-Initiative aus dem Programm „Best-in-Class Reloaded“ wurde zum Ende des Geschäftsjahres 2014/2015 abgeschlossen. Im Verlauf der Initiative wurden hüttenweit 393 Einzelmaßnahmen mit einem Einsparvolumen von insgesamt 49 Mio € ergebniswirksam umgesetzt. Die ressourcen- und umweltschonenden Einsparmaßnahmen tragen zu einer Verminderung der energiebezogenen Leistung bei.
Mit dem konzernweiten GEEP (Group-wide Energy Efficiency Program) wurden weitere Zielerreichungen bis zum Geschäftsjahr 2019/2020 definiert. Von dem ThyssenKrupp Steel Europe betreffenden Einsparvolumen von 900 GWh wurden in den vergangenen beiden Geschäftsjahren bereits 62 % realisiert.
Nachtragsbericht
Vorgänge von besonderer Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nach Schluss des Geschäftsjahres haben sich nicht ergeben.
Prognose-, Chancen- und Risikobericht
Prognose 2015/2016
Nachdem die Prognosen im Trend der vergangenen Wochen zurückgenommen wurden, rechnen wir im kommenden Jahr bei hohen Unsicherheiten bestenfalls mit einem Weltwirtschaftswachstum von 3,3 %. Ein breit angelegter und selbsttragender Aufschwung ist nicht zuletzt aufgrund zahlreicher Wachstumsrisiken kaum zu erwarten.
Im Euro-Raum wir nach einem voraussichtlichen Plus von 1,6 % in diesem Jahr eine marginale Wachstumsbeschleunigung auf 1,7 % in 2016 erwartet. Auch in Deutschland sehen wir ein nur leicht höheres Wachstum von 1,9 %, sofern sich die Weltkonjunktur verbessert. Die US-Konjunktur könnte mit 2,8 % etwas schneller expandieren als im Vorjahr.
Der Automobilmarkt wird 2016 aller Voraussicht nach wieder stärker wachsen. Die weltweite Produktion von Personen- und leichten Nutzfahrzeugen wird nach derzeitigen Prognosen um annähernd 3 % auf 87,7 Mio Einheiten zunehmen. Für China wird mit einem Wachstum von 4 % auf 23,8 Mio Einheiten gerechnet. In den USA wird eine Beibehaltung des Wachstumstempos von etwa 4 % erwartet; dies entspräche 12,3 Mio Fahrzeugen. Die Perspektiven für die westeuropäische Automobilindustrie bleiben positiv, wir rechnen mit einem Anstieg der Fertigung von 3 % auf 14,4 Mio Einheiten. Die deutschen Automobilbauer werden voraussichtlich nur eine Seitwärtsbewegung ihrer Produktion verzeichnen.
Nach der verhaltenen Entwicklung im Jahr 2015 wird der europäische Maschinenbau auch 2016 voraussichtlich keine starke Dynamik entfalten können. Auch die deutsche Branche wird erneut kaum über ein Nullwachstum hinauskommen.
Die Bautätigkeit im Euro-Raum dürfte 2016 um rd. 1,5 % zunehmen. Mit einem Produktionszuwachs in ähnlicher Größenordnung wird in Deutschland gerechnet.
Die globale Stahlnachfrage dürfte sich im kommenden Jahr stabilisieren. China wird jedoch weiter belasten, hier erwarten wir nochmals einen Rückgang. Allerdings dürften eine Stabilisierung in anderen Schwellenländern und die fortgesetzt kräftige Expansion des indischen Stahlmarkts die Rückgänge in China kompensieren. In den Industrieländern ist von einer leichten Mengenerholung auszugehen. In der EU könnte, sofern sich das Investitionsumfeld verbessert, die Stahlnachfrage mit +2 % wieder etwas schneller wachsen als in diesem Jahr (voraussichtlich +1 %). Die außenwirtschaftlichen Risiken für die EU bleiben indes bestehen. Der Importdruck aus Asien und anderen Regionen dürfte weiterhin hoch bleiben.
Bei voraussichtlich anhaltend hoher Wettbewerbsintensität in unseren Absatzmärkten werden positive Ergebnisbeiträge vor allem durch die konsequent weiter geführten Effizienzmaßnahmen und Differenzierungsinitiativen angestrebt. In einem von hohem Import- und Margendruck gekennzeichneten Stahlumfeld streben wir ein EBIT auf Vorjahresniveau an; vor dem Hintergrund der erwarteten Entwicklung im Netto-Umlaufvermögen dürfte der Business Cashflow dabei unterhalb des Vorjahresniveaus liegen. Dabei gehen wir davon aus, dass es zu keiner weiteren Eskalation der geopolitischen Krisen kommt und entsprechend negative Auswirkungen auf unser Geschäft ausbleiben. Ferner nehmen wir an, dass es keine weiteren größeren Verwerfungen auf den Rohstoffmärkten geben wird.
Chancenbericht
Unter Chancen verstehen wir bei ThyssenKrupp Ereignisse oder Entwicklungen mit wesentlicher positiver Wirkung auf die Möglichkeiten, die Unternehmensziele zu übertreffen. Chancenmanagement umfasst entsprechend die Gesamtheit aller Maßnahmen, die den systematischen und transparenten Umgang mit Chancen fördern. Durch die integrale Verknüpfung der Planungs- und Reportingprozesse im Controlling mit den Strategieprozessen ist das Chancenmanagement ein wichtiger Bestandteil der strategischen und wertorientierten Unternehmensführung.
Die Business Area Steel Europe und damit auch die ThyssenKrupp Steel Europe AG sind auf das Marktsegment des hochwertigen Qualitätsflachstahls fokussiert, dessen Entwicklung wesentlich von der konjunkturellen Entwicklung in Europa abhängt.
Die bereits seit mehreren Jahren erfolgreich umgesetzten Effizienzmaßnahmen und Differenzierungsinitiativen zur Absicherung und Verbesserung der Ertragskraft werden nachdrücklich weitergeführt.
Darüber hinaus werden die technischen Fähigkeiten der Business Area Steel Europe durch gezielte Investitionen weiter gestärkt und so eine Optimierung des Produkt- und Kundenportfolios ermöglicht.
Insgesamt ist Steel Europe damit auch in einem schwierigen Marktumfeld gut aufgestellt, um an den wesentlichen weltweiten Trends der Urbanisierung, der steigenden Mobilität und dem effizienteren Einsatz knapper Ressourcen - die den Einsatz intelligenter Stahlprodukte erfordern - nachhaltig teilzuhaben.
Sollten sich die Effizienzmaßnahmen und Differenzierungsinitiativen oder das relevante Stahlmarktumfeld besser als erwartet entwickeln, besteht die Chance, unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat zu übertreffen.
Risikobericht
Unter Risiken verstehen wir bei ThyssenKrupp allgemein drohende Ereignisse oder Entwicklungen mit wesentlicher negativer Wirkung auf die Möglichkeiten, die Unternehmensziele zu erreichen. Risikomanagement umfasst damit die Gesamtheit aller Maßnahmen für einen systematischen und transparenten Umgang mit Risiken. Durch seine integrale Verknüpfung mit den Planungs- und Reportingprozessen im Controlling ist Risikomanagement ein bedeutender Bestandteil der wertorientierten Unternehmensführung und geht weit über die gesetzlich geforderte Risikofrüherkennung hinaus. Ein effizientes, vorausschauendes Risikomanagement dient somit zusätzlich den Interessen der Kapitalgeber und anderer Anspruchsgruppen.
Risikomanagement-Prozess
ThyssenKrupp hat vier konzernweit einheitliche Teilprozesse des Risikomanagements definiert: Risiken frühzeitig erkennen und darüber berichten, Risiken einheitlich bewerten, Risiken steuern und Maßnahmen entwickeln sowie Risiken überwachen und die Umsetzung Maßnahmen zu verfolgen. Die effiziente Ausgestaltung unserer verschiedenen Risikomanagement-Instrumente sorgt dafür, dass die Teilprozesse in einen kontinuierlichen Risikomanagement-Kreislauf integriert sind und alle Risikoverantwortlichen angemessen in den Risikomanagement-Prozess eingebunden werden. Unsere Methoden und Werkzeuge zur Identifizierung, Bewertung, Steuerung und Berichterstattung von Risiken verbessern wir fortlaufend.
Die nachfolgend aufgeführten Risiken sind auch Bestandteil der Konzern-Risikoberichterstattung und betreffen als solche den Gesamtkonzern sowie alle Konzernunternehmen. Risiken werden hier als erheblich eingestuft, wenn für die ThyssenKrupp Steel Europe AG potenzielle negative EBIT- und Business Cash Flow-Effekte von mehr als 50 Mio € entstehen.
Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung
Wenn positive Impulse aus der Weltwirtschaft und den für ThyssenKrupp relevanten Märkten ausbleiben, bestehen für den Konzern konjunkturelle Risiken. Geringere Wachstumsraten in China, eine Rezession in Brasilien, ungelöste Schuldenkrisen im Euro-Raum oder exogene Schocks wie weitere Gewalteskalationen in Krisenregionen können einen großen Einfluss auf die Weltkonjunktur haben; ihnen könnte sich auch ThyssenKrupp nicht entziehen. Die entsprechenden länderspezifischen Rahmenbedingungen verfolgen wir kontinuierlich. Wir simulieren in konzernweiten Risikoszenarien die Effekte für unsere Geschäftsmodelle, um bei Bedarf frühzeitig Maßnahmen zur Risikominimierung einleiten zu können.
Beschaffungsrisiken
Um unsere qualitativ hochwertigen Produkte hersteilen zu können, beschaffen wir Rohstoffe und andere Vormaterialien, aber auch Energie sowie Frachtkapazitäten. Die Einkaufspreise können dabei je nach Marktsituation erheblich schwanken und unsere Kostenstrukturen belasten. Ebenso können Lieferanten ausfallen, was wiederum unsere Produktion und die Einhaltung der vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden gefährden kann. Zur Sicherung unserer Wettbewerbsfähigkeit wirken wir den Risiken möglichst durch Maßnahmen zur Margensicherung und alternative Beschaffungsquellen entgegen.
Zur Absicherung der erheblichen Risiken aus schwankenden Rohstoffpreisen setzen wir auch derivative Finanzinstrumente ein, im Wesentlichen Warentermingeschäfte. Für den Abschluss solcher Finanzinstrumente gelten strenge Richtlinien. Dem Risiko steigender Energiepreise begegnen wir durch eine strukturierte Energiebeschaffung. Wir wirtschaften nachhaltig und arbeiten konzernweit daran, Energie einzusparen und Reststoffe zu verwerten.
Produktionsrisiken
Betriebsunterbrechungen und Sachschäden an Produktionsanlagen stellen in der Schwerindustrie ein erhebliches Risiko dar. Neben den Kosten für die Schadensbeseitigung besteht vor allem das Risiko, dass eine Betriebsunterbrechung zu Produktionsausfällen führt und in der Konsequenz die Einhaltung unserer vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden gefährdet. Wir begegnen diesen Risiken mit laufender vorbeugender Instandhaltung sowie mit Modernisierungen und Investitionen in unsere Maschinen und Produktionsanlagen. In enger Abstimmung mit unserem zentralen Dienstleister ThyssenKrupp Risk and Insurance Services schließen wir in angemessenem Umfang Versicherungen ab und transferieren so Risiken auf einen externen Dienstleister.
Absatzrisiken
Die im Abschnitt „Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung“ beschriebenen konjunkturellen Risiken können unsere Marktperspektiven einschränken und somit zu Absatzrisiken führen. Bei nachhaltigen Entwicklungen ist als Risikosteuerungsmaßnahme auch eine marktorientierte Anpassung oder Verlagerung von Kapazitäten denkbar.
Absatzrisiken aus der Abhängigkeit von einzelnen Märkten und Branchen wirken wir durch eine konsequente Ausrichtung auf die Märkte der Zukunft entgegen. Als diversifizierter Industriekonzern mit führender Ingenieurkompetenz ist ThyssenKrupp weltweit vertreten, pflegt gute und langjährige Kundenbeziehungen und forciert eine aktive strategische Markt- und Kundenentwicklung. Der hohe Diversifikationsgrad des Konzerns mit vielschichtigen Produkt- und Kundenstrukturen trägt dazu bei, dass ThyssenKrupp weitgehend unabhängig von regionalen Krisen auf Absatzmärkten ist.
Aus der VW-Abgaskrise erwarten wir derzeit keine deutlich negativen Auswirkungen auf unseren Stahlabsatz; der Preisdruck dürfte in Folge der bereits öffentlich angekündigten Kostensenkungsprogramme hingegen zunehmen.
Risiken aus Handelsbeschränkungen
Wegen der weltweiten Ausrichtung der Geschäftstätigkeit ist ThyssenKrupp und damit auch ThyssenKrupp Steel Europe erheblichen Risiken ausgesetzt, die sich aus Handelsbeschränkungen wie Zöllen, Exportbeschränkungen, besonderen Zollbestimmungen, Embargomaßnahmen, weitreichenden Wirtschaftssanktionen gegen bestimmte Länder, Personen, Unternehmen und Organisationen sowie anderen protektionistisch oder politisch motivierten Hemmnissen ergeben können. Diese Beschränkungen können nicht nur unsere Geschäftsaktivitäten in einzelnen nationalen Märkten beeinträchtigen, sondern bei Verstößen zu teilweise erheblichen Strafen, Sanktionen sowie Reputationsschäden und Schadensersatzansprüchen führen.
Wir achten deshalb konsequent darauf, die zoll- und exportkontrollrechtlichen Bestimmungen wie auch die sonstigen Handelsbeschränkungen einzuhalten. Beispielsweise hatte der Vorstand parallel zu den im Jahr 2010 gegen den Iran erlassenen Sanktionen der EU, Deutschlands und der USA die Einstellung aller Geschäftsbeziehungen zum Iran beschlossen. Seither sind bewusst keine neuen Geschäfte mehr mit iranischen Kunden und Lieferanten oder dem Bestimmungsland Iran abgeschlossen worden. Die laufenden Verhandlungen über Lockerungen der Iransanktionen werden von uns intensiv verfolgt und unsere Position gegebenenfalls entsprechend angepasst.
Reaulatorische Risiken
Neue Gesetze und andere veränderte rechtliche Rahmenbedingungen auf nationaler und internationaler Ebene können Risiken für unsere Geschäftsaktivitäten bedeuten, wenn sie im Vergleich zu unseren Wettbewerbern mit höheren Kosten oder sonstigen Nachteilen für ThyssenKrupp direkt oder im Hinblick auf unsere Wertschöpfungskette verbunden sind. Als energieintensiver Industrie- und Dienstleistungskonzern sehen wir Risiken für die Ertragslage, wenn wir im internationalen Wettbewerb die zusätzlichen Kosten nicht oder nicht in vollem Umfang an unsere Kunden weitergeben können.
ThyssenKrupp unterstützt zielführende Klimaschutzbemühungen und eine nachhaltige Energiewende, in der Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit gleichberechtigte Ziele sind. Wir begleiten die relevanten Diskussionsprozesse zu Regulierungsbestrebungen durch enge Arbeitskontakte zu den relevanten Institutionen und arbeiten auch über die lokalen Wirtschaftsverbände daran, mögliche Risiken, wie weiter steigende Energiekosten, zu reduzieren.
Solche Risiken könnten sich beispielsweise in Deutschland aus der für 2017 angekündigten Evaluierung der Behandlung von Eigenstrom ergeben. Für den EU-Emissionshandel besteht langfristig weiterhin ein erhebliches Risiko bezüglich höherer Kosten für Emissionsberechtigungen, falls die CO2-Zertifikatskosten für ThyssenKrupp, wie politisch teilweise gewollt, in der vierten Handelsperiode (ab 2021) tatsächlich deutlich steigen sollten. Der aktuelle Vorschlag der EU-Kommission lässt erhebliche Belastungssteigerungen vermuten, allerdings ist die endgültige Ausgestaltung der Regelung momentan nicht abzuschätzen.
Auf globaler Ebene können sich aus der internationalen Klimapolitik und dem Prozess zur nationalen Umsetzung der erwarteten Ergebnisse der Internationalen Klimakonferenz im Dezember 2015 Risiken für unsere Geschäfte in den betroffenen Regionen ergeben. Zur Risikominimierung werden entsprechende Aktivitäten auf Konzernebene koordiniert und durch weltweite Netzwerke und enge Einbeziehung der regionalen Zentralen von ThyssenKrupp gestärkt.
Compliance-Risiken
Durch unser striktes Compliance-Programm begegnen wir insbesondere dem Risiko von Kartell- und Korruptionsverstößen. Dieser Fokus ist durch das enorme Schadenspotenzial - sowohl in Bezug auf finanzielle Schäden als auch auf Reputationsschäden - bei diesen Delikten begründet.
Das Bundeskartellamt hat am 11. Dezember 2014 das laufende Kartellermittlungsverfahren im Bereich „Autostahl“ mangels Tatverdachts eingestellt. Das Verfahren war Ende Februar 2013 mit einer Durchsuchung bei drei Unternehmen der Stahlbranche eingeleitet worden, darunter auch ThyssenKrupp. Die Behörde war dem Verdacht auf Preisabsprachen bei der Lieferung bestimmter Stahlprodukte an die deutsche Automobilindustrie im Zeitraum bis zurück ins Jahr 1998 nachgegangen. Das Bundeskartellamt hatte in seiner Pressemitteilung zur Einstellung des Verfahrens die Kooperation von ThyssenKrupp im Verfahren unterstrichen.
Umweltrisiken
In unseren produzierenden Werken entstehen teilweise verfahrensbedingt Risiken, dass Luft und Wasser verunreinigt werden. Zudem können auf konzerneigenen Grundstücken, die heute nicht mehr genutzt werden, auf Grund der früheren Geschäftsaktivitäten Risiken aus Altlasten und Bergschäden auftreten.
Um Risiken zu minimieren, investieren wir kontinuierlich und nachhaltig in Umweltschutz sowie planmäßige Sanierungsarbeiten und stehen in engem Dialog mit Behörden, Nachbarschaft und Politik. Für Altlasten bildet ThyssenKrupp im bilanziell erforderlichen Ausmaß Rückstellungen.
Risiken der Informationssicherheit
Unsere IT-gestützten Geschäftsprozesse sind verschiedenen Risiken der Informationssicherheit ausgesetzt. Aus menschlichen Fehlern, organisatorischen oder technischen Verfahren und/oder Sicherheitslücken bei der Informationsverarbeitung können Risiken entstehen, die die Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität von Informationen gefährden. Wir überprüfen daher kontinuierlich unsere Prozesse und Technologien. Die Systeme werden bei Bedarf unmittelbar aktualisiert und Prozesse angepasst. Die IT-gestützte Integration unserer Geschäftsprozesse setzt zwingend voraus, dass die mit ihr verbundenen Risiken für unsere Konzernunternehmen und Geschäftspartner kontinuierlich minimiert werden.
Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir Maßnahmen getroffen, um unser Informationssicherheitsmanagement und die eingesetzten Sicherheitstechnologien weiterzuentwickeln. Bei der frühzeitigen Erkennung aktueller Risiken wirkt eine für den Konzern kontinuierlich weiter ausgebaute Gruppe von EDV-Sicherheitsfachleuten unterstützend.
Um die Nachhaltigkeit der umgesetzten und geplanten Maßnahmen sicherzustellen, sind die Konzernunternehmen verpflichtet, regelmäßig den Reifegrad ihres etablierten Informationssicherheits-Managementsystems (ISMS) nachzuweisen. Die Sensibilisierung unserer Mitarbeiter im Umgang mit allen geschäftsrelevanten Informationen ist für uns ein sehr wichtiges Thema. In diesem Zusammenhang werden Kommunikationskampagnen durchgeführt und die technische Unterstützung sichergestellt. Regelmäßig findet ein internationaler Austausch von Informationen und Erfahrungen hinsichtlich proaktiver Maßnahmen zur Informationssicherheit und Risikobehandlung statt.
Darüber hinaus haben Geschäftsprozesse und Rechenzentren in ausgewählten Konzernunternehmen Sicherheitszertifikate erhalten, die den erreichten Stand vor allem unseren Kunden gegenüber dokumentieren. Zusätzlich wird in Begleitung des Teams „IT Sicherheit“ regelmäßig mit externer Unterstützung die Sicherheit der Infrastruktur durch Schwachstellenanalysen verifiziert und gegebenenfalls nachgebessert.
Gemeinsam mit dem Datenschutzbeauftragten des Konzerns stellen unsere Experten sicher, dass in der Informationsverarbeitung personenbezogene Daten nur gemäß den Regelungen des Bundesdatenschutzgesetzes verarbeitet werden. Alle diese Maßnahmen werden es weiterhin ermöglichen, die Geschäftsinformationen des Konzerns sowie die Privatsphäre unserer Geschäftspartner und Mitarbeiter zu schützen und angemessen auf mögliche neue Risiken zu reagieren.
Personalrisiken
ThyssenKrupp als diversifizierter Industriekonzern mit führender Ingenieurkompetenz strebt an, nachhaltig erfolgreich zu sein. Dazu benötigen wir engagierte und hochqualifizierte Mitarbeiter und Führungskräfte in allen Geschäftseinheiten. Es besteht dabei das Risiko, solche Leistungsträger für offene Stellen nicht im ausreichenden Maße zu finden oder kompetente Stelleninhaber zu verlieren.
ThyssenKrupp positioniert sich als attraktiver Arbeitgeber und fördert eine langfristige Bindung der Mitarbeiter an den Konzern. Dazu gehören eine konsequente Managemententwicklung, Karriereperspektiven und attraktive Anreizsysteme. Wir beraten unsere Mitarbeiter zielgruppenorientiert, informieren interessierte Jugendliche frühzeitig über die Berufschancen bei ThyssenKrupp und begleiten Auszubildende bei ihren ersten Schritten im Arbeitsleben. Durch Zusammenarbeit mit Schwerpunktuniversitäten nehmen wir frühzeitig Kontakt mit qualifizierten Studenten auf, um für unsere Belegschaft den notwendigen Nachwuchs zu gewinnen.
Spezifische Risiken der ThyssenKrupp Steel Europe AG
Zu den Risiken der künftigen Entwicklung der ThyssenKrupp Steel Europe AG zählen insbesondere Marktunsicherheiten auf der Absatz- und Beschaffungsseite, Ergebnis- und Margenrisiken durch einen hohen Importdruck und weltweite Überkapazitäten, Risiken aus Wechselkursschwankungen, Risiken aus dem Emissionshandel und dem Erneuerbare- Energien-Gesetz. Im Falle einer Verschlechterung der gesamtwirtschaftlichen Lage steigt das Risiko aus Kundeninsolvenzen.
Die ThyssenKrupp Steel Europe AG nutzt derivative Finanzinstrumente hauptsächlich zur Absicherung gegen Währungsrisiken und nur im geringen Maße zur Absicherung gegen Rohstoffpreisrisiken. Die Absicherung der Risiken erfolgt nach den Vorgaben der Konzernfinanzrichtlinie und den internen Arbeitsanweisungen. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente unterliegt strengen Kontrollen.
Dem Risiko einer konjunkturell bedingt schwankenden Nachfrage begegnet die Business Area mit Kostenoptimierungen in allen Bereichen, rechtzeitigen Produktionsanpassungen und Konzentration auf anspruchsvolle Marktsegmente mit geringerer Zyklizität. Das Risiko aus Kundeninsolvenzen reduziert ThyssenKrupp Steel Europe durch ein intensiveres Monitoring, das Ausschöpfen der Möglichkeiten zur Absicherung über Warenkreditversicherungen und andere geeignete Instrumente sowie durch angepasste Zahlungsbedingungen. Qualitäts- und Lieferterminrisiken werden über die stetige Optimierung der Wertschöpfungsketten minimiert.
Aus der VW-Abgaskrise erwarten wir derzeit keine deutlich negativen Auswirkungen auf unseren Stahlabsatz; der Preisdruck dürfte infolge der bereits öffentlich angekündigten Kostensenkungsprogramme hingegen zunehmen.
Der Wettbewerbsintensität auf dem Markt für Qualitätsflachstahlerzeugnisse begegnet ThyssenKrupp Steel Europe weiterhin durch systematische Stärken in der Technologiekompetenz und einer noch stärkeren Kundenorientierung, die es ihr ermöglicht, sich vom Wettbewerb zu differenzieren. Hierzu zählen konsequente Investitionen in FuE-Projekte mit dem Ziel, innovative Produkte und Kundenlösungen zu entwickeln und diese zeitnah auf den Markt zu bringen. Darüber hinaus stellt die Neugestaltung des Qualitätsmanagements die Produktqualität noch stärker in den Fokus.
ThyssenKrupp Steel Europe hat ein sachversicherungsbezogenes wirtschaftliches und technisches Risikocontrolling als festen Bestandteil in den eigenen Risikomanagement- Prozess integriert. Zur weiteren Optimierung des vorbeugenden Brandschutzes werden zusätzliche Investitions- und Instandhaltungsbudgets bereitgestellt. Die Risiken für sonstige Betriebsunterbrechungen werden durch die laufende vorbeugende Instandhaltung, Modernisierung und Investitionen reduziert. Für den Fall einer Betriebsunterbrechung existieren Notfall- und Krisenpläne, in denen Maßnahmen für die Schadensbeseitigung festgelegt sind.
Zudem stellt die Energiewende in Deutschland, hin zu einem regenerativ dominierten Energiesystem, die energieintensive Industrie im Allgemeinen und die Stahlindustrie im Besonderen vor große Herausforderungen. Mögliche Einschnitte des Bestandschutzes für Eigenstromversorger in der kommenden Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes stellen eine erhebliche Bedrohung für das Unternehmen dar. Hinzu kommen weitere kostentreibende Entwicklungen durch die Integration erneuerbarer Energien, wie der erforderliche Ausbau der Stromnetze sowie die Vorhaltung von Reservekapazitäten zur Sicherstellung der Versorgungsicherheit. Regulatorische Anforderungen an die Strom- und Gasnetze unserer großen Produktionsstandorte sowie an unsere Kraftwerke können zu weiteren Kostenbelastungen führen. Das Risiko steigender Großhandelspreise für Strom wird durch eine weitreichende Versorgung mit Strom aus eigener Erzeugung beschränkt. Hinsichtlich der Risiken aus der Preisentwicklung von Erdgas verfolgt der Konzern eine zentral festgelegte Preisabsicherungsstrategie.
Aus dem EU-Emissionshandel in der dritten Handelsperiode, die sich von 2013 bis 2020 erstreckt, können uns weitere Kosten für Emissionsberechtigungen erwachsen. Risikomindernd wirken sich jedoch im Bestand gehaltene Emissionsberechtigungen und Sicherungsgeschäfte aus. Erhebliche Risiken ergeben sich aus den zurzeit auf europäischer Ebene diskutierten Modellen zur Fortführung des Emissionshandels nach 2020. Ein möglicherweise deutlich höherer Zukaufbedarf an Emissionszertifikaten könnte auf erheblich steigende Zertifikatpreise treffen, wodurch die europäische Stahlindustrie im internationalen Wettbewerb stark belastet würde.
Im Zuge der Umsetzung der REACH-Verordnung wird der Einsatz von Chrom-VI in der industriellen Produktion in der EU ab dem 21. September 2017 verboten. Da unsere Beteiligungsgesellschaft ThyssenKrupp Rasselstein Chrom-VI in ihrer Produktion einsetzt, ist sie unmittelbar von dem Verbot betroffen. ThyssenKrupp Steel Europe als Lieferant des Vormaterials ist mittelbar betroffen. Dem Risiko eines dadurch bedingten zukünftigen Produktionsverlustes begegnet unsere Beteiligungsgesellschaft, indem sie an der Entwicklung von chromfreien Produktionsverfahren arbeitet, die Möglichkeit der Umstellung der Produktion auf eine Chrom-III-Basis in Lizenz prüft und eine Verlängerung der Übergangsfrist über den 21. September 2017 hinaus anstrebt.
Dem Risiko steigender Rohstoffpreise begegnen wir durch Nutzung alternativer Beschaffungsquellen, risikomindernde Beschaffungsstrategien und ein aktives Risikomanagement und/oder durch Maßnahmen zur Margensicherung.
Aus heutiger Sicht liegen bei der ThyssenKrupp Steel Europe AG insgesamt keine den Bestand gefährdenden Risiken vor.
Duisburg, am 16. November 2015
ThyssenKrupp Steel Europe AG
Vorstand
Goss, Vorsitzender
Desai, Finanzen
Eichelkraut, Produktion
Fischer, Vertrieb und Innovation
Schlenz, Personal/Soziales
Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers
Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der ThyssenKrupp Steel Europe AG, Duisburg, für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2014 bis 30. September 2015 geprüft. Nach § 6b Abs. 5 EnWG umfasste die Prüfung auch die Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG, wonach für die Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 EnWG getrennte Konten zu führen und Tätigkeitsabschlüsse aufzustellen sind. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften sowie die Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht sowie über die Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG abzugeben.
Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden und dass mit hinreichender Sicherheit beurteilt werden kann, ob die Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG in allen wesentlichen Belangen erfüllt sind. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht sowie für die Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands, die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts sowie die Beurteilung, ob die Wertansätze und die Zuordnung der Konten nach § 6b Abs. 3 EnWG sachgerecht und nachvollziehbar erfolgt sind und der Grundsatz der Stetigkeit beachtet wurde. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung des Jahresabschlusses unter Einbeziehung der Buchführung und des Lageberichts hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Die Prüfung der Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG, wonach für die Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 EnWG getrennte Konten zu führen und Tätigkeitsabschlüsse aufzustellen sind, hat zu keinen Einwendungen geführt.
Essen, den 17. November 2015
**PricewaterhouseCoopers
Aktiengesellschaft
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Michael Preiß, Wirtschaftsprüfer
ppa. Holger Brauner, Wirtschaftsprüfer