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thyssenkrupp AG — Audit Report / Information 2014
Jun 8, 2015
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Audit Report / Information
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Publication

ThyssenKrupp Steel Europe AG
Duisburg
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2013 bis zum 30.09.2014
Bericht über das Geschäftsjahr 2013/2014 vom 1. Oktober 2013 bis zum 30. September 2014
der ThyssenKrupp Steel Europe AG
Inhaltsverzeichnis
Auf einen Blick
Bericht des Aufsichtsrats
Jahresabschluss 2013/2014
Lagebericht
Lagebericht 2013/2014
Inhalt
| • | Profil und Strategie |
| • | Wirtschaftsbericht o Makro- und Branchenumfeld/Beschaffungsmärkte o Geschäftsverlauf o Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage |
| • | Mitarbeiter |
| • | Innovationen |
| • | Umwelt, Klima und Energie |
| • | Nachtragsbericht |
| • | Prognose-, Chancen- und Risikobericht |
Profil und Strategie
Die ThyssenKrupp Steel Europe AG konzentriert sich als größter deutscher Stahlproduzent auf das attraktive Marktsegment des hochwertigen Qualitätsflachstahls und besetzt hier im Kernmarkt Europa führende Marktpositionen. Die Produktpalette umfasst Warmband, Feinblech, oberflächenveredelte Produkte, nichtkornorientiertes Elektroband und Grobblech in einem breiten Gütespektrum. Wesentliche Abnehmer der Produkte sind der Automobil- und Maschinenbau, die metallverarbeitende Industrie sowie die Bauwirtschaft. Weitere Produktbereiche entlang der vertikalen Wertschöpfungskette sind in Tochtergesellschaften organisiert: Weißblech, Mittelband und kornorientiertes Elektroband. Zusammen mit diesen Tochterunternehmen und weiteren wirtschaftlich zugeordneten Einheiten/Gesellschaften bildet die ThyssenKrupp Steel Europe AG die Business Area Steel Europe. Die strategische Führung und Steuerung der Business Area obliegt der ThyssenKrupp AG.
Wesentliche Elemente der in der Business Area und auch bei der ThyssenKrupp Steel Europe AG verfolgten Differenzierungsstrategie sind die konsequente Ausrichtung auf Qualitätsflachstahlprodukte mit hohem Kundennutzen, die systematische Stärkung der Technologiekompetenz sowie die kontinuierliche Effizienzsteigerung.
Fokussierung auf hochwertige Qualitätsflachstahlprodukte
Die Business Area Steel Europe hat ihr Produktprogramm in den vergangenen Jahren konsequent auf hochwertige Qualitätsflachstahlprodukte ausgerichtet. Die Strategie beruht auf einem „Large Scale-Multiple Niche"-Ansatz. Skaleneffekte durch die Bündelung der Metallurgie am Standort Duisburg stärken zudem die kostenseitige Wettbewerbsposition bei der Rohstahlerzeugung. Im Volumengeschäft mit Automobil- und Industriekunden sichern Innovationskraft und wettbewerbsfähige Verarbeitungskosten die Marktposition. Auch die Tochtergesellschaften können durch ihre Kunden- und Marktnähe flexibel in ihren jeweiligen Nischensegmenten agieren und diese optimal bearbeiten.
Im Geschäftsjahr 2013/2014 wurde die technische Leistungsfähigkeit durch gezielte Investitionen gestärkt. Die Erneuerung einer Stranggießanlage und die Modernisierung des Warmbandwerks in Duisburg-Beeckerwerth waren wichtige Schritte hin zu einer weiteren Optimierung des Produkt- und Kundenportfolios. Denn diese Investitionen helfen, die Qualität unserer Produkte weiter zu verbessern und das Produktspektrum in Richtung höhenwertiger Güten zu erweitern.
Systematische Stärkung der Technologiekompetenz
Die kontinuierliche Stärkung der Technologiekompetenz innerhalb der gesamten Business Area Steel Europe bildet eine wichtige Grundlage für die Differenzierung im Wettbewerb. Die Unternehmen der Business Area Steel Europe verstehen sich als Partner ihrer Kunden beispielsweise bei der Weiterentwicklung von Stahlgüten mit höchster Festigkeit sowie der Verfahren der Warm- und Kaltumformung für den Wachstumsmarkt des automobilen Leichtbaus. Die Entwicklung von Stahlgüten und -oberflächen für effiziente Energiewandlung und effizienten Energietransport sowie die Entwicklung von ressourcenschonenden Prozessen erhöhen die Nachhaltigkeit entlang des gesamten Produktlebenszyklus. Anwendungsorientierte Forschungs- und Entwicklungsinitiativen wie InCar®plus und InTruck sind Beispiele für konzernweite Projekte, mit denen die ThyssenKrupp Steel Europe, neben zahlreichen eigenen bilateralen Projekten, eine auf Innovationen basierende Zusammenarbeit mit ihren Kunden forciert und damit die Kundenbindung stärkt.
Um den Kunden auch in Zukunft innovative Stahlprodukte zu bieten, wurden die Innovationsaktivitäten im Unternehmen neu aufgestellt. Die Zusammenlegung der Aufgaben Vertrieb und Innovation in einem Vorstandsressort verkürzt Produktentwicklungszeiten und verstärkt die Kundenorientierung. Die Etablierung eines eigenen Organisationsbereichs „Innovation" innerhalb der Forschung und Entwicklung der ThyssenKrupp Steel Europe AG, dessen wesentliche Aufgaben die Trenderkennung und Identifikation neuer Technologien, Märkte und Produkte sind, wird zusätzlich einen wesentlichen Beitrag zur Förderung mittel- und langfristiger Produktentwicklungen leisten.
Die enge Kooperation mit unseren Kunden und die Einbindung in Forschungsinitiativen mit Hochschulen, Forschungsinstituten und internationalen Partnern aus der Industrie sichert in diesem Kontext einen kontinuierlichen Wissenszufluss. Dieser ermöglicht die frühzeitige Erkennung von Werkstofftrends und Zukunftstechnologien.
Umfassende F&E-Aktivitäten und die stetige Weiterentwicklung der modernen Verfahrens- und Produktionstechnik an unseren Standorten gewährleisten hohe Produkt- und Prozessqualität und somit unsere starke Positionierung im Premiummarkt.
Kontinuierliche Effizienzsteigerung
Effizienzsteigerungen im Sinne eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses bilden ein weiteres Kernelement zur Sicherung und zum Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit und der Profitabilität. Im Zuge des Optimierungsprogramms „Best-in-Class Reloaded" wurde bereits im Geschäftsjahr 2011/2012 ein Einsparziel von 592 Mio € bis zum Ende des Geschäftsjahres 2014/2015 für die ThyssenKrupp Steel Europe AG und ihre Tochtergesellschaften identifiziert. Es konnte schon im Berichtsjahr vollständig mit Maßnahmen hinterlegt werden. Die in dem Maßnahmenpaket enthaltene Vereinbarung über das sozialverträgliche Ausscheiden von insgesamt rd. 1.500 Beschäftigten (eigene Belegschaft und AÜG-Kräfte) wurde im Wesentlichen bereits umgesetzt, auf die ThyssenKrupp Steel Europe AG entfielen mehr als 1.000. Die darüber hinaus gehenden Einsparziele im Personalbereich werden ab dem neuen Geschäftsjahr durch eine zeitlich befristete Verkürzung der Wochenarbeitszeit im Tarifbereich umgesetzt. Damit reduzieren wir unsere Personalkosten weiter, halten aber Arbeitsplätze und Know-how im Unternehmen.
Wirtschaftsbericht
Makro- und Branchenumfeld/Beschaffungsmärkte
Weltwirtschaft ohne Schwung
Die globale konjunkturelle Erholung ist in diesem Jahr ins Stocken geraten. Ein über alle Regionen hinweg breit angelegter und selbsttragender Aufschwung ist nicht zu erwarten. Ursächlich für diese Einschätzung sind nicht zuletzt die geopolitischen Unsicherheiten, die von der Ukrainekrise sowie den Entwicklungen im Nahen Osten ausgehen und sich mittlerweile in Form gedämpfter Konjunkturindikatoren und eines eingetrübten Investitions- und Konsumklimas ausdrücken. Somit wird das globale Wirtschaftswachstum 2014 nur geringfügig höher ausfallen als im Vorjahr. Die nach wie vor sehr expansive Geldpolitik in den Industrieländern wird dort zu einer Zunahme des Wachstums auf knapp 2 % in diesem Jahr führen. In den Schwellenländern wird das Wirtschaftswachstum 2014 nach knapp 5 % im letzten Jahr mit gut 4 % etwas geringer ausfallen. Insgesamt erwarten wir für die Weltwirtschaft eine Zuwachsrate von 3 % in diesem Jahr; sie fällt damit nur marginal höher aus als im Vorjahr.
Die konjunkturelle Erholung im Euro-Raum verläuft nach wie vor sehr heterogen und schleppend und ist - insbesondere in großen Mitgliedsstaaten wie Frankreich und Italien - sogar von stagnierenden bzw. rückläufigen Entwicklungen geprägt. Fortschritte zeigen sich in einigen Krisenländern wie Spanien, Portugal, Irland und teilweise auch in Griechenland. Dennoch werden notwendige Reformen und Strukturanpassungen die Wachstumsmöglichkeiten weiterhin begrenzen. Daher wird die diesjährige Zuwachsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) mit unter 1 % nur moderat im Plus liegen.
Die deutsche Wirtschaft dürfte 2014 zwar expandieren, aber aktuelle Konjunkturindikatoren zeigen, dass das schwache Wachstumsumfeld im Euroraum sowie die Krisen in der Ukraine und im Nahen Osten auch hier nicht folgenlos bleiben und den konjunkturellen Ausblick belasten. Insgesamt wird der BIP-Zuwachs insbesondere von der Binnennachfrage getragen. Bei den Investitionen werden neben dem notwendigen Ersatzbedarf auf Grund steigender Kapazitätsauslastung und der weiterhin günstigen Finanzierungsbedingungen zumindest teilweise auch Erweiterungsinvestitionen erfolgen. Aber auch der private Konsum wird bei steigenden Einkommen und dank eines weiterhin recht soliden Arbeitsmarktes zulegen. Dagegen dürften vom Außenhandel eher schwache Wachstumsimpulse ausgehen. Insgesamt wird das deutsche BIP 2014 bestenfalls um rund 1,5 % zulegen.
Die US-Konjunktur hat im laufenden Jahr nach einem witterungsbedingt schwachen Auftakt deutlich an Dynamik gewonnen. Angesichts des vorangeschrittenen Entschuldungsprozesses bei den privaten Haushalten und der fortgesetzten Verbesserung am Arbeitsmarkt dürfte sich im Zuge steigender Einkommen der private Konsum zunehmend beschleunigen. Aufgrund der günstigeren konjunkturellen Rahmenbedingungen und der gestiegenen Zuversicht bei den Unternehmen werden auch die Investitionen stärker expandieren. Insgesamt wird die US-Wirtschaft 2014 um gut 2 % zulegen.
Industriekonjunktur im Trend mit nachlassender Dynamik und zunehmenden Unsicherheiten
Im Jahr 2014 gehen wir von einem Anstieg der weltweiten Automobilproduktion von 4 % auf 85,5 Mio Personenkraftwagen und leichte Nutzfahrzeuge aus. Regional bleibt die Entwicklung sehr unterschiedlich. In China zeichnet sich erneut ein starkes Wachstum von 9 % auf 22,6 Mio Einheiten ab. Auch in den USA nimmt die Produktion um 5 % auf 11,4 Mio Fahrzeuge überdurchschnittlich zu. Die brasilianische Automobilfertigung hingegen dürfte einen deutlichen Rückgang von 13 % verzeichnen. Bei den deutschen Automobilbauern erwarten wir in diesem Jahr einen Produktionsanstieg von rund 4 %, für die Branche in Westeuropa gesamt rechnen wir mit annähernd 5 %.
Nach einem insgesamt schwierigen Jahr 2013 zeigt die Maschinenbauproduktion in diesem Jahr in den meisten Ländern weltweit wieder aufwärts. Für die Länder der Europäischen Union werden in Summe erstmals wieder - wenn auch vielfach nur mäßige - Zuwächse im Bereich von 0,5 % erwartet. Die Entwicklung beim exportorientierten deutschen Maschinenbau verlief im bisherigen Jahresverlauf 2014 sehr schleppend. Bis über das 1. Halbjahr hinaus stagnierte der Auftragseingang im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum. Dabei stand einer verschlechterten Auftragslage aus dem Ausland ein leichter Anstieg im Inland gegenüber. Zunehmende Ausfälle im Russlandgeschäft konnten bislang noch zum Teil durch ein Plus in außereuropäischen Staaten kompensiert werden. Auch die Bestellsituation beim Großanlagenbau war im bisherigen Jahresverlauf ernüchternd. Für den deutschen Maschinenbau insgesamt wird für 2014 aufgrund der schwachen Auftragslage und der geopolitischen Unsicherheiten bestenfalls ein marginaler Produktionszuwachs erwartet.
Die Bautätigkeit in Westeuropa zeigt nach einem schwachen Vorjahr 2014 eine höhere Dynamik. Es wird ein Produktionsplus von gut 2 % erwartet. Die deutsche Produktion im Bauhauptgewerbe legte bis August 2014 um gut 5 % zu, allerdings waren zuletzt negative Wachstumsraten zu verzeichnen. Die Auftragseingänge erhöhten sich bis Juli 2014 nur noch um rund 1 % zum entsprechenden Vorjahreszeitraum. Insgesamt haben die Unternehmen ihre hohen Auftragsbestände weiter abgearbeitet. Der Wohnungsbau wird weiterhin von niedrigen Zinsen und der positiven Arbeitsmarktlage getragen. Die Bautätigkeit in Deutschland dürfte 2014 um gut 3 % zunehmen.
Wieder etwas höhere Stahlnachfrage in Europa
Die Entwicklung auf den internationalen Stahlmärkten war 2014 stark beeinflusst von dem deutlich gebremsten Wachstum der Stahlnachfrage in China bei dort weiter steigender Produktion. Weltweit nahm die Rohstahlerzeugung im Zeitraum Januar bis September 2014 um 2 % im Vorjahresvergleich zu. In China, auf das nahezu die Hälfte der Weltproduktion und auch des -verbrauchs entfallen, wurde der Stahlausstoß ebenfalls um rund 2 % erhöht. Bei nahezu stagnierender Inlandsnachfrage, die von einem Preisverfall begleitet war, weitete die chinesische Stahlindustrie ihre Exporte massiv aus. Dies verschärfte den Wettbewerbsdruck vor allem in Asien, aber auch in Europa und Amerika. Die EU verzeichnete kumuliert bis September eine Zunahme ihrer Stahlerzeugung um 3 % gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum; dieser war allerdings durch ein sehr niedriges Produktionsniveau gekennzeichnet. In Deutschland wurde die Vorjahresmenge bis einschließlich September noch um 2,5 % übertroffen. Die effektive Auslastung der Rohstahlkapazitäten lag im Durchschnitt bei 90 %. Im Gesamtjahr 2014 dürfte die deutsche Rohstahlerzeugung rd. 43 Mio t erreichen, nach 42,6 Mio t im Vorjahr.
Die Lage auf dem europäischen Qualitätsflachstahlmarkt war 2014 geprägt von einer im Vergleich zum Vorjahr wieder robusteren Mengenkonjunktur, aber auch weiter anhaltendem Druck auf die Stahlpreise. Die Produktion in den stahlverbrauchsrelevanten Abnehmerbranchen wurde vor allem im ersten Vierteljahr - nach Rückgängen in den beiden Vorjahren - deutlich ausgeweitet, wodurch sich der Stahlbedarf erhöhte. Zusätzliche Impulse erhielt die Stahlnachfrage durch die saisonal üblichen, wenngleich moderaten Lagerergänzungen bei Verarbeitern und Händlern. Ab dem 2. Quartal 2014 geriet sie wieder etwas ins Stocken, blieb aber über dem Vorjahresniveau. Bei guter und kurzfristiger Materialverfügbarkeit und ausreichenden Lagerbeständen agierten die Stahlkunden erneut zurückhaltender. Der Versand der europäischen Flachstahlanbieter in den EU-Markt ging daher im Verlauf wieder leicht zurück. Parallel erhöhten sich die Einfuhren aus Drittländern; insbesondere aus den GUS-Ländern sowie aus Asien wurde wieder deutlich mehr Flachstahl importiert, teilweise begünstigt durch den in den ersten Monaten dieses Jahres noch festeren Euro-Kurs. Die Stahlpreise auf den europäischen Spotmärkten, die sich anfänglich noch recht robust gezeigt hatten, gaben ab dem Frühjahr wieder nach. Dabei haben die seit dem Jahreswechsel signifikant gesunkenen Notierungen bei Eisenerz den Abwärtsdruck noch verstärkt. Im September wurde eine leichte Festigung der europäischen Stahlpreise verzeichnet; die nach der Ferienzeit sonst übliche Nachfrageerholung fiel aber vor dem Hintergrund der gestiegenen konjunkturellen Verunsicherung insbesondere infolge der andauernden geopolitischen Krisen moderat aus.
Rohstoffmärkte unter Druck
Der Anstieg der weltweiten Nachfrage nach Übersee-Eisenerzen hat sich im Geschäftsjahr 2013/2014 weiter beruhigt. Die verhaltene Nachfrage traf auf ein deutlich höheres Eisenerzangebot, insbesondere durch die Inbetriebnahme neuer Kapazitäten in Australien. In Folge dessen kam es im Laufe des Geschäftsjahres zu einem signifikanten Rückgang des Indexpreises für Feinerze CFR China. Von in der Spitze rund 140 USD/t Anfang Dezember 2013 fiel er auf knapp unter 80 USD/t zum Ende des Geschäftsjahres. Im Durchschnitt unseres Geschäftsjahres lagen die Spot-Notierungen rund 20 USD/t unter dem vergleichbaren Vorjahreswert.
Die ThyssenKrupp Steel Europe AG bezog im Berichtsjahr etwa 14,2 Mio t Eisenerz. Brasilien blieb wichtigstes Lieferland, gefolgt von Kanada und Südafrika.
Die spürbar schwächere Nachfrage nach hochwertigen Kokskohlen bei gleichzeitig höherem Angebot hat zu einem weiteren Rückgang der Spotpreisnotierungen von knapp 150 USD/t zu Beginn des Geschäftsjahres auf rund 110 USD/t im September 2014 geführt. Im Mittel der beiden Geschäftsjahre fiel die durchschnittliche Indexnotierung um rund 30 USD/t. Nachfragebedingt weiter rückläufig waren auch die Notierungen für international gehandelten Hochofenkoks.
Die Charterraten der für den Eisenerz- und Kohletransport maßgeblichen Capesize-Schiffe blieben auch im Berichtsjahr unter Druck. Bei nur moderater Nachfrage stieg gleichzeitig das Tonnageangebot durch weitere Schiffsneubauten. Bedingt durch saisonale Nachfrageschwankungen waren die Frachtraten jedoch recht volatil.
Vor dem Hintergrund der weltweit leicht verbesserten Konjunktur und zunehmender Aktivitäten bei Warentermingeschäften wiesen die Preise für an der Londoner Metallbörse gehandeltes Zink im Geschäftsjahr 2013/2014 eine hohe Volatilität auf. Während zu Beginn des Geschäftsjahres Zink bei 1.800 USD/t notierte, erfolgte ein kontinuierlicher Anstieg der Preise bis Juli 2014 auf 2.450 USD/t. Zum Ende Geschäftsjahres lag diese Notierung bei 2.280 USD/t.
Der im Berichtszeitraum verzeichnete moderate Anstieg der Rohstahlproduktion in Deutschland ging einher mit einem leicht gestiegenen Schrottverbrauch und höheren Exporten von Qualitätsschrott. Vor dem Hintergrund der konjunkturell verbesserten Situation in der Stahlweiterverarbeitung war ausreichend Neuschrott verfügbar. Dagegen war die Entwicklung bei Altschrotten tendenziell rückläufig. Geringere Abbrüche und Sammelaktivitäten ließen zusammen mit gestiegenen Exportmengen die Verfügbarkeit bei diesen Qualitäten abnehmen. Aufgrund des gemessen an der Nachfrage insgesamt hohen Angebots an Qualitätsschrotten im deutschen Markt ist das durchschnittliche Preisniveau im Berichtsjahresmittel gegenüber dem letzten Geschäftsjahr um 7 % gesunken.
Entlastungen bei den Energiekosten
Wegen des milden Winters sind die Erdgas-Spotpreise für Lieferungen im Geschäftsjahr 2013/2014 deutlich gefallen. Wir haben von dieser Entwicklung durch einen signifikanten Spotanteil in der Beschaffung und durch unsere noch nicht preislich fixierten offenen Terminpositionen profitiert.
Im Berichtsjahr hat die ThyssenKrupp Steel Europe AG die Versorgung mit Strom aus eigener Erzeugung wesentlich erhöht, u. a. durch die Mitnutzung einer Kraftwerksscheibe bei unserer Beteiligungsgesellschaft Hüttenwerke Krupp Mannesmann. Durch die höhere Eigenversorgung ihrer Standorte konnte die ThyssenKrupp Steel Europe AG ihren Stromverbrauch von den Preisschwankungen des Strommarktes inzwischen weitgehend entkoppeln.
Emissionshandel
Im Kalenderjahr 2013 lagen die für ThyssenKrupp Steel Europe relevanten, unter das Emissionsrechtehandelssystem fallenden CO2-Emissionen bei 18,6 Mio t. Die zugeteilten
Zertifikate für den gleichen Zeitraum betrugen 18,5 Mio t. Die marginale Differenz konnte durch Rücklagen aus der 2. Handelsphase (Laufzeit bis 2012) abgedeckt werden.
Geschäftsverlauf
| Mio € | 2012/2013 | 2013/2014 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Auftragseingang | 8.263 | 8.031 | -3% |
| Umsatz | 8.107 | 7.720 | -5% |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | -19 | 187 | 206 |
In einem trotz gestiegener Stahlnachfrage in Europa weiterhin schwierigen, wettbewerbsintensiven Marktumfeld war der wertmäßige Auftragseingang der ThyssenKrupp Steel Europe AG im Geschäftsjahr 2013/2014 mit 8,0 Mrd € um 3 % niedriger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Ursächlich für diesen Rückgang waren in erster Linie die gesunkenen Preise, zu denen wir Aufträge buchten. Da die europäischen Spotmarktpreise nicht zuletzt unter dem Druck fallender Rohstoffnotierungen im Geschäftsjahresverlauf weiter nachgaben, mussten wir bei neu zu verhandelnden Quartals- und Halbjahresverträgen vielfach ebenfalls Abschläge hinnehmen. Die Bestellmengen lagen mit 10,6 Mio t leicht über Vorjahreshöhe.
Der Umsatz nahm im Berichtszeitraum um 5 % auf 7,7 Mrd € ab. Der Rückgang resultiert aus den im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Durchschnittserlösen. Der Versand erreichte mit insgesamt 10,5 Mio t wieder das letztjährige Niveau. Dabei wurde der Absatz an inländische Kunden leicht ausgeweitet. Lieferungen ins Ausland, insbesondere an Kunden außerhalb Europas, waren dagegen niedriger als ein Jahr zuvor. Nach Abnehmergruppen konnten wir unseren Absatz an die Automobilindustrie, Kaltwalzer sowie an Handel und Stahl-Service-Center erhöhen. Auch die Vormateriallieferungen für die Verpackungsblechfertigung der ThyssenKrupp Rasselstein GmbH lagen über den Vorjahresmengen. Deutlich niedriger war dagegen der Versand an das Baugewerbe, die Rohrindustrie und an Hersteller sonstiger Metallerzeugnisse. Stabil war der Versand an den Maschinenbau. Erlösseitig mussten infolge des über weite Strecken des Geschäftsjahres negativen Marktpreistrends erneut auf breiter Front Minderungen hingenommen werden. Der Nettoerlös je Tonne Flachstahl war im Jahresdurchschnitt 5 % niedriger als im vorangegangenen Geschäftsjahr.
Nach den im Vorjahr durchgeführten Kapazitätsanpassungen im Bereich der Oberflächenveredelung und auf der Kaltwalzstufe waren die Eckaggregate in den Metallurgie- und Verarbeitungsstufen im Berichtsjahr überwiegend gut ausgelastet.
Die Rohstahlerzeugung einschließlich der Zulieferungen von den Hüttenwerken Krupp Mannesmann (HKM) lag mit 12,2 Mio t um 5 % über der Vorjahresmenge. Auf die eigenen Stahlwerke entfielen 8,9 Mio t. Im Oktober 2013 wurde der zuvor vorübergehend stillgesetzte Hochofen 9 im Vorgriff auf die geplante Neuzustellung des Großhochofens 2 in Duisburg wieder angeblasen. Auf Grund dieser ab Juni 2014 durchgeführten Neuzustellung waren in den Vormonaten eine erhebliche Vorproduktion sowie höhere Brammenbezüge von HKM erforderlich. Zudem wurden in den Sommermonaten 2014 Brammenlieferungen seitens unseres brasilianischen Werks CSA vorübergehend wiederaufgenommen, um die Vormaterialversorgung unserer Anlagen in dieser Phase der Neuzustellung zu optimieren. Diese Zukäufe summierten sich bis zum Geschäftsjahresende auf rd. 300.000 t. Der Hochofen 2 ging infolge der verzögerten Fertigstellung des Umbaus der Stranggießanlage 1 erst Mitte Oktober 2014 wieder in Betrieb.
Die Walzstahlproduktion für Kunden war im Berichtsjahr mit gut 11 Mio t annähernd konstant. Im 3. Quartal bedingten Unwetter, aber auch betriebliche Störungen temporäre Stillstände, die zu Produktionsausfällen bei den Warmbandwerken und in den Weiterverarbeitungsstufen führten. In den Sommermonaten war die Produktion überdies zeitweilig beeinträchtigt durch weitere geplante Umbauten und Modernisierungen an verschiedenen Anlagen; sie blieb daher in der 2. Berichtsjahreshälfte unter dem Niveau des Vorjahres.
Die Investitionsausgaben der ThyssenKrupp Steel Europe AG für immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen beliefen sich im Berichtsjahr auf 255 Mio € und lagen damit unter den Abschreibungen in Höhe von 277 Mio €. Im Vorjahr waren es ebenfalls 255 Mio € Investitionen, bei Abschreibungen von 298 Mio €.
Ein Schwerpunkt der Investitionstätigkeit im Berichtszeitraum war die Neuzustellung des Hochofens 2 in Duisburg-Schwelgern und die Modernisierung der Stranggießanlage 1 in Duisburg-Beeckerwerth. Auch in die Erneuerung der Kühlstrecke im Warmbandwerk 1 in Duisburg-Bruckhausen flossen nennenswerte Investitionsmittel. Weitere Investitionsausgaben zielten auf eine Vielzahl kleinerer Einzelmaßnahmen ab, die im Wesentlichen der Modernisierung der Anlagen dienen.
Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage
Die unternehmerische Steuerung der ThyssenKrupp Steel Europe AG erfolgt auf Basis eines wertorientierten Kennzahlensystems, das auf den Grundlagen der internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) beruht. Dabei ist eine zentrale Steuerungsgröße der ThyssenKrupp Value Added (TKVA), dessen Entwicklung maßgeblich von der Mittelbindung und dem damit verbundenen Business Cash Flow (BCF) sowie dem Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) bestimmt wird. Die handelsrechtlichen Kennzahlen "Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit" und "Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit" entsprechen in Ihrer Entwicklung den zentralen Steuerungsgrößen EBIT und BCF nach IFRS.
| Mio € | 2012/2013 | 2013/2014 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | -19 | 187 | 206 |
| Außerordentliches Ergebnis | 98 | 0 | -98 |
| Ergebnis vor Steuern | 79 | 187 | 108 |
| Ergebnis nach Steuern | 85 | 181 | 96 |
| Eigenkapital | 1.390 | 1.390 | 0 |
| Anlagevermögen (Netto) | 1.795 | 1.771 | -24 |
| Investitionen | 255 | 255 | 0 |
| Cash-Flow aus lfd. Geschäftstätigkeit | 263 | 550 | 287 |
Ertragslage
Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit konnte von -19 Mio € im Vorjahr auf 187 Mio € verbessert werden. Diese Entwicklung entspricht tendenziell der Steuerungsgröße EBIT nach IFRS. Wesentliche positive Ergebnisbeiträge lieferten dabei die Tochtergesellschaften ThyssenKrupp Rasselstein GmbH und Hoesch Hohenlimburg GmbH. Negative Ergebnisbeiträge kamen von ThyssenKrupp Electrical Steel.
In einem anhaltend schwierigen Geschäftsumfeld nahm der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 5 % ab. Wesentliche Ursache waren die im Vorjahresvergleich weiter gesunkenen Durchschnittserlöse bei im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstanten Versandmengen von rund 10,5 Mio t.
Zu der positiven Ergebnisentwicklung trugen insbesondere die gesunkenen Preise für den Bezug von Rohstoffen, insbesondere von Erzen, Kohle und Koks bei.
Auch die Umsetzung der Maßnahmenprogramme, unter anderem „Best-in-Class Reloaded", die im Vorjahr das Ergebnis durch erhebliche Restrukturierungsaufwendungen belasteten, führten zu positiven Ergebniseffekten im laufenden Geschäftsjahr.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr gab es kein außerordentliches Ergebnis (Vorjahr: 98 Mio €).
Vermögens- und Finanzlage
Das Nettoanlagevermögen verringerte sich im Berichtszeitraum von 1.795 Mio € um 24 Mio € auf 1.771 Mio €, im Wesentlichen durch ein von 1.252 Mio € um 21 Mio € auf 1.231 Mio € gesunkenes Sachanlagevermögen.
Die Investitionsausgaben für Sachanlagen (u. a. Neuzustellung Hochofen 2 und die Modernisierung der Stranggießanlage 1) beliefen sich auf 255 Mio € und lagen damit unter den Abschreibungen von 277 Mio €.
Die Finanzanlagen blieben unverändert auf dem Vorjahresstand in Höhe von 526 Mio €.
Die Vorräte lagen mit 1.171 Mio € zum 30. September 2014 um 14 Mio € über dem Vorjahreswert. Die Erhöhung der Vorräte resultiert im Wesentlichen aus einer mengenmäßigen Erhöhung der CO2-Emissionsrechte um rund 26 Mio €, gegenläufig wirkte ein überwiegend preisbedingter Rückgang bei den Rohstoffen (Erze, Kohle, Koks).
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verringerten sich um 80 Mio € auf 331 Mio €. Dieser Rückgang erklärt sich aus der normalen Geschäftstätigkeit unterstützt durch die geringeren Erlöse.
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente stiegen gegenüber dem Vorjahr um 71 Mio € auf 570 Mio €. Ursache dieser Mittelfreisetzung sind insbesondere das verbesserte Ergebnis sowie eine Reduzierung des Net Working Capital.
Das Eigenkapital blieb mit einem Stand von 1.390 Mio € unverändert.
Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 28 Mio € auf 1.137 Mio €. Dieser Anstieg resultiert im Wesentlichen aus dem im Vorjahresvergleich weiter gesunkenen Zinsniveau.
Die sonstigen Rückstellungen lagen mit 427 Mio € um 52 Mio € unter dem Vorjahreswert. Dieser Rückgang resultiert im Wesentlichen aus der Verminderung der Drohverlustrückstellung für CO2-Rechte in Höhe von 24 Mio €, der Auflösung der Rückstellung für Prozessrisiken in Höhe von 12 Mio € sowie der Inanspruchnahme der Rückstellung für Beschaffungsrisiken in Höhe von 14 Mio €.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen verzeichneten eine Verminderung um 177 Mio € auf 564 Mio €; die sonstigen Verbindlichkeiten stiegen um 9 Mio € auf 211 Mio €. Beide Veränderungen ergeben sich aus der normalen Geschäftstätigkeit.
Der Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit stieg im Vergleich zum Vorjahr um 287 Mio € auf 550 Mio €. Ursache der Steigerung ist eine Verbesserung des Ergebnisses bei einer Reduzierung des Net Working Capitals. Dies entspricht tendenziell der Entwicklung des BCF nach IFRS.
Die Finanzierung der ThyssenKrupp Steel Europe AG erfolgt analog der anderen Konzerngesellschaften grundsätzlich zentral durch die ThyssenKrupp AG. Eine mehrjährige Finanzplanung sowie eine monatlich rollierende Liquiditätsplanung mit einem Planungszeitraum von bis zu einem Jahr bilden dafür die Basis. Wichtigste Liquiditätsquelle sind die Mittelzuflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit. Durch die Cash-ManagementSysteme der ThyssenKrupp AG nutzen Konzerngesellschaften Liquiditätsüberschüsse anderer Unternehmenseinheiten, um ihren Liquiditätsbedarf zu decken. Dies verringert das Fremdfinanzierungsvolumen und somit den Zinsaufwand. Um das benötigte Fremdfinanzierungsvolumen zu beschaffen, nutzt die ThyssenKrupp AG Geld- und Kapitalmarktinstrumente wie z. B. Anleihen, Schuldscheindarlehen oder Commercial Paper. Daneben nimmt die ThyssenKrupp AG fest zugesagte Kreditlinien in unterschiedlichen Währungen und mit unterschiedlichen Laufzeiten in Anspruch und nutzt selektiv außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente wie z. B. Forderungsverkaufsprogramme oder Operating Leases.
Die zentrale Finanzierung ermöglicht der ThyssenKrupp AG einen einheitlichen Auftritt auf den Kapitalmärkten. Das stärkt Ihre Verhandlungsposition gegenüber den Banken und anderen Marktteilnehmern und macht es ihr leichter, Kapital zu bestmöglichen Konditionen aufzunehmen oder anzulegen.
Mitarbeiter
| Belegschaft | 30.09.2013 | 30.09.2014 |
|---|---|---|
| Arbeiter | 11.820 | 11.653 |
| Angestellte | 6.680 | 6.536 |
| Stammbelegschaft | 18.500 | 18.189 |
| Auszubildende | 1.157 | 1.167 |
| Ausbildungsähnliche * | 176 | 110 |
| Gesamtbelegschaft | 19.833 | 19.466 |
* Werkstudenten, Praktikanten, Doktoranden
Zum 30. September 2014 waren bei der ThyssenKrupp Steel Europe AG 19.466 Mitarbeiter beschäftigt. Der im Saldo knapp 2-prozentige Belegschaftsrückgang gegenüber dem Vorjahr begründet sich im Wesentlichen durch die erfolgreiche Umsetzung des
Maßnahmenprogramms „Best-in-Class Reloaded" und den damit verbundenen sozialverträglichen Belegschaftsabbau. Seit dem Aufsetzen des Programms BiC Reloaded sind bei der ThyssenKrupp Steel Europe AG bereits rd. 1.000 Beschäftigte (eigene Belegschaft und AÜG-Kräfte) ausgeschieden. Im Einzelnen wurde der Mitarbeiterabbau realisiert durch Wechsel von Mitarbeitern in die Personalentwicklungs- und Arbeitsmarktagentur (PEAG) und in die Freistellungsphase der Altersteilzeit, durch Austritte auf eigenen Wunsch, Aufhebungsverträge sowie Wechsel zu anderen Konzernunternehmen. Auf der anderen Seite erfolgten tarifvertraglich zugesicherte Übernahmen von Ausgebildeten, insbesondere aus der PEAG. Des Weiteren wurden Mitarbeiter aus dem Konzern und langjährig beschäftigte AÜG-Kräfte übernommen. Zu den eingeleiteten Maßnahmen aus „Best-in-Class Reloaded" gehört überdies auch eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit von 34 auf 31 Stunden im Tarifbereich, die auch entgeltwirksam ist und zum 1. Oktober 2014 umgesetzt wird.
Arbeitssicherheits- und Gesundheitsmanagement
Im Geschäftsjahr 2013/2014 lag der Krankenstand mit 7,0 % auf dem Niveau des Vorjahres. Das Unfallgeschehen hingegen war rückläufig. Der Wert von 5,4 Unfällen je 1 Mio geleisteter Stunden im Berichtsjahr ist der beste seit Beginn der Berichterstattung nach 1-n Ausfalltagen im Geschäftsjahr 2007/2008 und liegt deutlich unter dem Vorjahreswert von 7,1. Dennoch wurde das für das Geschäftsjahr 2013/2014 gesetzte Ziel von 5,0 nicht erreicht. Daher verfolgt und intensiviert die ThyssenKrupp Steel Europe AG konsequent die eingeleiteten Maßnahmen zur Senkung des Krankenstandes und Verbesserung der Unfallquote nach dem Zu Beginn des Geschäftsjahres 2013/2014 implementierten Masterplan Sicherheit der Business Area Steel Europe.
Bei der ThyssenKrupp Steel Europe AG sind 1.458 Sicherheitsbeauftragte in den Betrieben eingesetzt. Die Sicherheitsbeauftragten helfen den Führungskräften bei der Umsetzung des Arbeitsschutzes in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich und sorgen im Rahmen ihrer Möglichkeiten für Akzeptanz der Schutzmaßnahmen unter den Kollegen sowie für eine schnelle Beseitigung von Mängeln, die Mitarbeiter gefährden können. Mit vielfältigen Maßnahmen, die auf Motivation, Erfahrungsaustausch, Wertschätzung und engere Einbeziehung aller Mitarbeiter zielen, wird dieses Potenzial weiter gefördert und so die Sicherheitsperformance des Unternehmens erhöht.
Auf dem Wege einer intensiveren Zusammenarbeit mit den Partnerfirmen konnte die Arbeitssicherheit bei diesen Unternehmen deutlich verbessert werden. Durch stärkere Kontrollen, Sicherheits-Assessments und Eskalationsgespräche wurden die Unfallzahlen der Partnerfirmen nach einer Unfallhäufigkeitsrate 1-n von 20,3 im Geschäftsjahr 2012/2013 auf 13,6 im abgelaufenen Geschäftsjahr reduziert. Zusätzlich wurde der Wunsch aus den Betrieben aufgegriffen, dass Sicherheitsbeauftragte sowie Führungskräfte der ThyssenKrupp Steel Europe AG durch die Anwendung eines Quick-Checks die Partnerfirmen bei Arbeiten vor Ort kontrollieren können. Zur fachlichen Umsetzung wird ab November 2014 zwei Mal im Monat eine zweistündige Schulung zum „Umgang mit dem Quick-Check" angeboten. Darüber hinaus unterstreicht das zu diesem Thema neu aufgelegte Controlling die Nachhaltigkeit der eingeleiteten Maßnahmen. Nach Unfällen von Partnerfirmenmitarbeitern werden systematische Unfallanalysen und Gespräche durchgeführt.
Ideenmanagement
Unser Wissen und unsere Fähigkeiten sind unser größtes Kapital. Unter diesem Motto zielt unser Ideenmanagement nicht nur auf Kosteneinsparung, sondern auch auf die Steigerung von Mitarbeitermotivation und Innovationskraft im Unternehmen. Daher wird Verbesserungsvorschlägen eine große Bedeutung beigemessen. Über das Ideenmanagement fließen diese in die betrieblichen Prozesse ein. Die Quote der eingereichten Verbesserungsvorschläge je 1.000 Mitarbeiter belief sich im Berichtsjahr auf 346. Insgesamt wurden über 1,4 Mio € an Prämien ausgeschüttet. Die höchste Einzelprämie betrug rund 73.900 €. Mit diesem Vorschlag lässt sich der Rohstoffverbrauch von hochreinem Ferrosilizium im Oxygenstahlwerk deutlich reduzieren.
Talentmanagement
Mitarbeiter gewinnen, binden und entwickeln - das ist die Zielsetzung des Talent Managements bei der ThyssenKrupp Steel Europe AG. Es umfasst die Rekrutierung, die systematische Förderung und die gezielte berufliche Entwicklung von Fach- und Führungskräften sowie die richtige Nachfolgeplanung und Stellenbesetzung. Grundlage jeder Weiterentwicklung ist die regelmäßige Auseinandersetzung mit den Stärken, Fähigkeiten und Potenzialen, um die Mitarbeiter passgenau zu qualifizieren und einzusetzen.
Die gesellschaftliche Verpflichtung zur Erstausbildung sowie die damit verbundene Sicherung qualifizierten Nachwuchses stehen nach wie vor im Fokus der ThyssenKrupp Steel Europe AG. Ende September 2014 befanden sich 1.167 junge Menschen in einem Ausbildungsverhältnis, ihr Anteil an der Gesamtbelegschaft betrug 6,0 %. Erfolgreich beendet haben ihre Ausbildung 305 junge Menschen; 18 wurden in ein Arbeitsverhältnis direkt übernommen, davon 17 unbefristet. Bei der Personalentwicklungs- und Arbeitsmarktagentur PEAG erhielten 274 Ausgebildete einen befristeten Arbeitsvertrag. Zudem hat die ThyssenKrupp Steel Europe AG 156 Ausgebildete aus der PEAG übernommen.
Neu eingestellt wurden Anfang September 2013 insgesamt 329 Auszubildende. Darunter waren 14 Spanier, die im Rahmen einer Kooperation mit der Provinz Valencia bei der ThyssenKrupp Steel Europe AG eine fundierte Ausbildung erhalten, um ihre Chancen auf einen guten Arbeitsplatz in Spanien zu erhöhen. Jungen Menschen, die den Einstellungstest nicht bestanden haben, wird über das Programm „Chance" die Möglichkeit geboten, in halbjährigen Kursen Grundkenntnisse und Fertigkeiten aus verschiedenen technischen und gewerblichen Berufsfeldern zu erwerben. Ziel ist es, die Teilnehmer im Anschluss in ein Ausbildungsverhältnis zu übernehmen. Im Geschäftsjahr 2013/2014 konnten 67 junge Menschen von diesem Angebot profitieren.
Um junge Talente frühzeitig zu gewinnen, arbeitet die ThyssenKrupp Steel Europe AG mit Schulen in NRW zusammen. Die Schülerinnen und Schüler werden zu Veranstaltungen wie z. B. Jugend im Dialog oder zu Werksbesichtigungen eingeladen, um ihr Interesse an Naturwissenschaften und Technik früh zu wecken und sie so für ein natur- oder ingenieurwissenschaftliches Studium zu begeistern. Derartige Kooperationsverträge bestehen mit 10 Schulen an den Produktionsstandorten Duisburg, Bochum, Dortmund und Kreuztal. Seit über 30 Jahren ist unser Unternehmen Partner für den Regionalwettbewerb Jugend Forscht. Außerdem beteiligte sich die ThyssenKrupp Steel Europe AG an der Mathematikolympiade und am Girls' Day.
Um gezielt Ingenieure für die ThyssenKrupp Steel Europe AG zu gewinnen, knüpft das Unternehmen bereits während des Studiums Kontakt zu potenziellen Bewerbern. Dazu bestehen Partnerschaften mit Universitäten aus der Region aber auch international in Brasilien und Leoben (Österreich). Es werden Werksbesichtigungen, Stipendien, Praktikumsmöglichkeiten und Hochschulprojekte angeboten.
Im vorangegangenen Geschäftsjahr hatte die ThyssenKrupp Steel Europe AG spanischen Fachkräften, die im Rahmen des Konzernumbaus eine neue Beschäftigung suchten, in ihren deutschen Werken einen Arbeitsplatz angeboten. 51 haben die Chance genutzt und sind mit ihren Familien nach Deutschland umgezogen. Die ThyssenKrupp Steel Europe AG hat sie dabei mit einem umfassenden Integrationsprogramm unterstützt.
Die zum zweiten Mal in Folge erhaltene Auszeichnung als Gewinner des Deutschen Bildungspreises in der Kategorie Großunternehmen unterstreicht die Wertigkeit unserer gesamten Bildungsarbeit.
Demografiemanagement
Der demografische Wandel beeinflusst nicht nur das Arbeitskräftepotenzial. Auch die Altersentwicklung der Belegschaft stellt die ThyssenKrupp Steel Europe AG vor große Herausforderungen. Mit dem umfassenden Demografiemanagement ProZukunft bündelt das Unternehmen alle Maßnahmen und Angebote für Mitarbeiter. Dieses Programm, das sich mit seinem Angebot an den unterschiedlichen Lebensphasen der Mitarbeiter orientiert, wurde 2014 mit dem Best Employer International Award der American Association of Retired Persons (AARP) ausgezeichnet.
Eine Maßnahme zum Erhalt der Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter ist beispielsweise die Gesundheitsschicht. Dabei widmen sich alle Mitarbeiter einer Schicht einen Tag lang ihrer Gesundheit. Betriebsärzte, Beauftragte für das betriebliche Gesundheitsmanagement und externe Referenten informieren die Teilnehmer zu Themen wie Ernährung, ganzheitlichem Gedächtnistraining oder klassischen Naturheilverfahren. Die Mitarbeiter haben über Wahlmodule die Möglichkeit, einen Großteil der Inhalte der Gesundheitsschicht mitzubestimmen. In den Pausen lädt ein Bewegungsraum zur aktiven Gestaltung ein. Seit Beginn im Juni 2010 haben rund 6.400 Mitarbeiter an der Gesundheitsschicht teilgenommen.
Auch für Leistungsgewandelte bietet die ThyssenKrupp Steel Europe AG umfangreiche Unterstützung. Führungskräfte werden seit Jahresbeginn zum Beispiel im Rahmen eines Seminars über Hilfsmöglichkeiten und Unterstützungsleistungen informiert und für diese sensibilisiert.
Um Familie und Beruf in Einklang zu bringen, hat die ThyssenKrupp Steel Europe AG zahlreiche Angebote für Mitarbeiter mit Kindern, wie z. B. die Betriebskindertagesstätte Stahlsternchen in Duisburg-Hamborn. Sie wurde im Berichtsjahr durch einen Anbau erweitert und bietet nun 77 Mitarbeiterkindern in der Altersgruppe bis 6 Jahre Platz. Erweiterte Öffnungszeiten ermöglichen eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Auch wird Unterstützung geleistet, wenn Mitarbeiter Familienangehörige pflegen. Ein Haushaltsservice bietet bei Bedarf Hilfe rund um den Haushalt.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Thema Diversity. Die ThyssenKrupp Steel Europe AG fördert insbesondere qualifizierte Frauen. In diesem Zusammenhang erhielt die ThyssenKrupp Steel Europe AG 2014 das TOTAL-E-QUALITY-Prädikat für Maßnahmen, die eine umfassende Gleichbehandlung von Frauen und Männern im Unternehmen sicherstellen.
Innovationen
Nachhaltigkeit ist für ThyssenKrupp ein wesentlicher Innovationsmotor und ein kontinuierlicher Prozess zur Verbesserung der ökonomischen, ökologischen und sozialen Entwicklung des Unternehmens. Entsprechend ist Nachhaltigkeit fest in unserem Konzernleitbild und unserer Konzernstrategie verankert. Durch konsequentes Nachhaltigkeitsmanagement werden die richtigen Weichen gestellt, um Zukunftsthemen aktiv zu gestalten. Das gilt für eigene Prozesse ebenso wie für die Wertschöpfungskette. Bei der Entwicklung von innovativen Werkstoffen, Komponenten, Systemlösungen und Anlagen spielen z.B. Energieeffizienz, Recyclingfähigkeit und Produktsicherheit eine wesentliche Rolle. Damit trägt ThyssenKrupp zum nachhaltigen Erfolg seiner Kunden bei. Auch von unseren Lieferanten erwarten wir die Einhaltung von sozialen, gesellschaftlichen und ökologischen Standards. Zudem bekennt sich ThyssenKrupp zum Global Compact der Vereinten Nationen.
Trotz des anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Umfelds haben wir unsere Forschungsaktivitäten weiter intensiviert. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung der ThyssenKrupp Steel Europe AG lagen im abgelaufenen Geschäftsjahr bei gut 67 Mio €; dies waren rund 4 % mehr als im Vorjahr.
Mit ThyssenKrupp InCar®plus wurde im Geschäftsjahr 2013/2014 das größte Forschungs- und Entwicklungsprojekt der ThyssenKrupp AG erfolgreich beendet. In 30 Einzelprojekten wurden über 40 innovative Lösungen für die Bereiche Antrieb, Karosserie sowie Fahrwerk und Lenkung entwickelt. Jede Lösung führt zu mehr automobiler Effizienz, sei es Gewicht, Kosten, Nachhaltigkeit oder Performance. In mindestens einem dieser Hauptkriterien sind die InCar®plus-Lösungen dem Stand der Technik überlegen.
Auch für Steel Europe war InCar®plus im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Schwerpunkt. Es wurden 15 der 30 Einzelprojekte verantwortet bzw. unterstützt und damit wurde maßgeblich zum Projekterfolg beigetragen. Der Schwerpunkt der Steel Europe Entwicklungen liegt, neben den hochfesten Elektrobandgüten für die erhöhte Effizienz von elektrischen Antrieben, vor allem bei modernen Stählen mit deren gewichtreduzierenden Anwendungen im Bereich Karosserie.
Hierbei stehen die Entwicklung höchstfester Stahlgüten und Oberflächen für die Warm- und Kaltumformung, innovativer Stahl-Werkstoffverbunde sowie die Optimierung von Füge- und Fertigungsverfahren im Fokus.
Mit dem innovativen Werkstoffverbund TriBond® 1400 kann gegenüber der anspruchsvollen Referenz, einer MBW® 1500 Tailored Tempering-Lösung, bei der B-Säule ein weiterer Gewichtsvorteil von nahezu 10 % oder 1,3 kg in Aussicht gestellt werden. Auch mit kaltumformbaren höchstfesten Mehrphasenstählen wie z.B. dem DP-K®700Y980T kann - wie am Beispiel des Lehnenseitenteils mit 27 % Gewichtsreduktion nachgewiesen - sehr effizient Leichtbau realisiert werden.
Der Stahl-Kunststoff-Werkstoffverbund LITECOR® ermöglicht Gewichtsreduktionen von über 30 % für großflächige Bauteile wie die Außenhaut von Türen, der Motorhaube oder der Sitzschale. Bei diesen Anwendungen wurden vor allem die Füge- und Fertigungstechnologien intensiv untersucht und Lösungen erarbeitet. So konnte beispielweise für die Fügetechnologie Table-Top-Falzen in enger Kooperation mit der Business Unit System Engineering die Großserientauglichkeit bei hoher Prozesssicherheit anhand der InCar®plus-Türen nachgewiesen werden.
Life Cycle Assessment, der Nachweis der ökologischen Nachhaltigkeit der Steel Europe Lösungen, ist ein zentrales Element für ThyssenKrupp im Wettbewerb der Werkstoffe. Mit InCar®°plus konnte aufgezeigt werden, dass alle Stahllösungen zu einer Reduktion der Emissionen und einem reduzierten Ressourcenverbrauch führen. Dabei wurde der gesamte Lebenszyklus von der Rohstoffgewinnung und -aufbereitung über die Produktion der Bauteile sowie die Nutzungsphase bis hin zum Recycling bewertet. Stahl hat deutliche Vorteile gegenüber anderen Werkstoffen und ist ein grüner Werkstoff mit Zukunft.
Mit InCar®plus hat Steel Europe ein erfolgreiches Projekt durchgeführt, welches die Entwicklungstätigkeiten im Bereich der Werkstoff- und Oberflächenentwicklung sowie der Füge- und Fertigungsoptimierungen bündelt und an konkreten Anwendungen die Vorteile der jeweiligen Technologien eindrucksvoll mit einem sehr hohen Reifegrad nachweist.
InCar®plus ist die Vermarktungs- und Vertriebsplattform der automobilen Steel Europe Entwicklungen für die nächsten Geschäftsjahre. Die Planungen einer weltweiten Roadshow sind gestartet, um die Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren und das Projekt auch wirtschaftlich zu einem Erfolg zu führen.
Neben InCar®plus hat ThyssenKrupp Steel Europe zahlreiche weitere Forschungsprojekte vorangetrieben. Als Ergebnis der verstärkten Anstrengungen, die Forschung auf die konkreten Kundenbedarfe zu fokussieren, wurde im Geschäftsjahr 2013/2014 in jedem Monat mindestens ein neues Produkt zur Serienreife entwickelt. Auch die Zahl der Patentanmeldungen konnte erneut - auf 86 Einreichungen - gesteigert werden.
Die Stahlindustrie kann einen wichtigen Beitrag zum nachhaltigen und wirtschaftlichen Ausbau der Erneuerbaren Energien leisten. So hat ThyssenKrupp Steel Europe deutlich größere Windkrafttürme entwickelt, die neue performante Stahlsorten, alternative Konstruktionen sowie neue bzw. in anderen Branchen bereits etablierte Stahlverarbeitungsverfahren in intelligenter Weise kombinieren. Dadurch können die Anlagen flexibler auf die verschiedenen Randbedingungen und Standorte angepasst sowie durch Leichtbau und modulare Bauweise einfach zur Baustelle transportiert und vor Ort schnell aufgebaut werden. Dieses würde zu einer wesentlichen Reduzierung der Anschaffungs- und Betriebskosten der Windenergieanlagen und somit zur Verringerung der Stromerzeugungskosten führen.
Den globalen Trend zur Urbanisierung greift das Projekt „InnoCity" auf. Voraussichtlich im Jahr 2030 werden zwei Drittel der Menschen Stadtbewohner sein. Aber wie können die Metropolen und Ballungsräume das zusätzliche Verkehrs- und Transportaufkommen bewältigen? ThyssenKrupp Steel Europe hat dazu gemeinsam mit ThyssenKrupp Elevator ein Infrastrukturkonzept für zukünftige urbane Mobilität erarbeitet. Flexible Infrastrukturen in Form von filigranen Stahlbrücken und Hochwegen, Radschnellwegen kombiniert mit intelligenten und erprobten Personentransportsystemen wie Aufzügen, Fahrsteigen und Fahrtreppen zeichnen dieses neuartige Konzept aus.
Kundenzufriedenheit weiter im Fokus
ThyssenKrupp Steel Europe hat im Geschäftsjahr 2013/2014 zum zweiten Mal eine systematische Online-Kundenbefragung durchgeführt, um die Zufriedenheit ihrer Kunden in allen Aspekten der Geschäftsbeziehung zu ermitteln. Mit 316 Teilnehmern von 234 Kunden, die für knapp 60 % unseres Produktionsvolumens stehen, konnte erneut eine repräsentative Stichprobe erzielt werden. Wie bereits 2012 zeigte sich auch im Berichtsjahr wieder, dass unsere Stärken in den Bereichen Fachkompetenz, Produktqualität und technischer Kompetenz liegen. Positiv hat sich im Vergleich zu 2012 zudem die allgemeine Wahrnehmung des Unternehmens entwickelt, die sich insbesondere in den Bereichen partnerschaftliche Geschäftsbeziehung sowie Innovativität weiter verbesserte. Die darüber hinaus identifizierten Potenziale aber auch Defizite beispielsweise in der Lieferflexibilität fließen in unseren kontinuierlichen Verbesserungsprozess ein und werden wie schon nach der ersten Befragung durch gezielte Einzelmaßnahmen adressiert, deren Ziel die kontinuierliche Erhöhung der Kundenzufriedenheit ist. Hier zeigte sich, dass die im Jahr 2012 abgeleiteten Maßnahmen zwar durchaus ihre Wirksamkeit entfalteten, aber eine noch mehr auf den einzelnen Kunden zugeschnittene Vorgehensweise weitere Verbesserungspotenziale heben kann. Dieser Erkenntnis wird im Rahmen der diesjährigen Kundenbefragung Rechnung getragen, indem die Maßnahmen noch konkreter auf einzelne Kunden zugeschnitten werden.
Umwelt, Klima und Energie
Um die Umweltauswirkungen unseres Handelns so gering wie möglich zu halten, setzen wir an unseren Standorten modernste Umweltschutztechnologien nach dem bestverfügbaren Stand ein. Wir investieren kontinuierlich in Anlagen wie Staubfilter, Abwasseraufbereitung oder Ölabscheider und optimieren Fahrzeugflotten bei Service-Aktivitäten.
Die ThyssenKrupp Steel Europe AG hat im Berichtsjahr für Umweltschutzmaßnahmen 392 Mio € aufgewendet, nach 361 Mio € im Vorjahr. In Anlagen, die dem Umweltschutz dienen, wurden weitere rund 10 Mio € investiert. Von den Betriebskosten in Höhe von 392 Mio € entfielen 43 % auf den Gewässerschutz, 42 % auf Maßnahmen zur Luftreinhaltung und 13 % auf die Beseitigung von Abfallstoffen. Die übrigen 3 % betrafen Maßnahmen zur Lärmminderung.
Emissionsrechtehandel - zukünftige Ausgestaltung von fundamentaler Bedeutung
Die Ausgestaltung des Emissionsrechtehandels über das Jahr 2020 hinaus ist maßgeblich für die Zukunft unseres Unternehmens und der gesamten Industrie in Europa.
Das von der EU-Kommission geplante System des Emissionsrechtehandels sieht ab dem Jahr 2020 eine kontinuierliche Abschmelzung der kostenlosen Zertifikate-Zuteilungen vor. Die im globalen Wettbewerb stehende europäische Stahlindustrie würde dadurch mit Kosten belastet, die außereuropäische Wettbewerber nicht zu tragen haben. Zu berücksichtigen ist, dass die Stahlindustrie in Europa ihren Beitrag zur Treibhausgas-Reduzierung im Rahmen des technisch und ökonomisch Möglichen bereits geleistet hat. Die Treibhausgasemissionen in der Stahlproduktion wurden im Zeitraum 1990 bis 2013 um mehr als 21 % gemindert. Nach einer Studie der Boston Consulting Group wären weitere Minderungen maximal in einer Größenordnung von ca. 10 % bis zum Jahr 2050 möglich.
Darüber hinaus gehende Emissionsminderungen stoßen auf technische, wirtschaftliche und physikalische Grenzen, die im Rahmen der ambitionierten Minderungsziele der Europäischen Union aber gänzlich unberücksichtigt bleiben. Durch den erforderlichen Zukauf von Zertifikaten entstünden Zusatzbelastungen für die europäische Stahlindustrien von 70 bis 100 Milliarden € über den Zeitraum 2020 bis 2030. Die Folgen der sich damit verschlechternden Investitionsperspektiven wären eine schleichende Deindustrialisierung, der Verlust von Arbeitsplätzen und der Abbau von Sozialsystemen in Europa.
Für den Erhalt der Industrie und unseres Unternehmens in Europa ist es daher aus Sicht der ThyssenKrupp Steel Europe AG unerlässlich, dass energieintensive Grundstoffindustrien - zu denen die Stahlindustrie gehört - weiterhin mit ausreichenden kostenfreien Emissionszertifikaten auf Basis technisch erreichbarer Richtwerte ausgestattet werden. Im Rahmen einer Reform des Energie- und Klimapaketes ist es darüber hinaus erforderlich, dass die Europäische Union ihre Klimainstrumente harmonisiert. Minderung der Treibhausgase in Kombination mit der Forderung nach gleichzeitig mehr Energieeffizienz und dem verstärkten Ausbau von Erneuerbaren Energien beeinflussen sich durch die isolierte Handhabung negativ.
Daher hält die ThyssenKrupp Steel Europe AG die Verminderung der Treibhausgasemissionen als Leitgröße für maßgebend. Dieses Ziel kann durch direkte Minderungsmaßnahmen an Treibhausgasen, durch Effizienzsteigerungen oder den Ausbau erneuerbarer Energien erreicht werden.
Unabhängig von allen vorstehenden Vorschlägen bleibt ein internationales Abkommen zum Klimaschutz auf globaler Ebene von essenzieller Bedeutung, da die europäischen Minderungspotenziale im weltweiten Vergleich marginal sind. Nur ein solches Abkommen schafft gleiche Wettbewerbsbedingungen und führt nachhaltig zu einer Minderung der klimaschädlichen Treibhausgase.
Notwendige Erweiterung der Deponie Wehofen
Auf der Werksdeponie Wehofen-Nord in Dinslaken werden die Abfälle der ThyssenKrupp Steel Europe AG endgelagert. Die Deponie ist in Abschnitt 1 vollständig verfüllt und wird demnächst an der Oberfläche abgedichtet und begrünt. Der Abschnitt 2 wird derzeit aktiv betrieben und hat eine voraussichtliche Laufzeit bis 2016. Daher ist dringend die Einholung des Planfeststellungsbeschlusses der Erweiterung um einen dritten Bauabschnitt erforderlich.
Der Planfeststellungsantrag wurde durch die ThyssenKrupp Steel Europe im Juni 2012 eingereicht. Gegen das Vorhaben wurden Einwendungen erhoben, von Anwohnern, aber auch vom Regionalverband Ruhr (RVR). Dieser sah einen Widerspruch des Projekts zu dem gültigen Regionalplan (aufgestellt 1999 als GEP99 durch die Bezirksregierung Düsseldorf); in diesem ist eine zu sichernde Bahntrasse eingezeichnet, die durch das Deponiegelände führt. Der Einspruch des RVR konnte durch einen im Oktober 2013 abgeschlossenen Vertrag entkräftet werden. Dieser sieht vor, dass Steel Europe im Falle der Reaktivierung der Bahntrasse die Mehrkosten für einen Tunnel durch die Deponie trägt.
Geänderte und bezüglich der Regionalplanung ergänzte Antragsunterlagen wurden Ende Juni bzw. Anfang September 2014 bei der Bezirksregierung Düsseldorf eingereicht. Es wird erwartet, dass die behördlich geforderte erneute Offenlegung im Herbst 2014 durchgeführt werden kann, so dass die öffentliche Erörterung der Einwendungen und Stellungnahmen voraussichtlich im Frühjahr 2015 erfolgen wird. Derzeit rechnen wir damit, dass der Planfeststellungsbeschluss bis Ende 2015 erteilt werden kann.
Erneuerbare-Energien-Gesetz 2014
Im Geschäftsjahr 2013/2014 war die zukünftige Ausgestaltung des weiteren Ausbaus der erneuerbaren Energien, welcher eine nachhaltigen Entwicklung der Energieversorgung ermöglichen, die volkswirtschaftlichen Kosten der Energieversorgung verringern und fossile Energieressourcen schonen soll, von entscheidender Bedeutung.
Mit der jüngsten EEG-Reform des Jahres 2014, die am 1. August in Kraft trat, sollten insbesondere der weitere Kostenanstieg gebremst, der Ausbau der Erneuerbaren Energien gesteuert und diese besser in den Markt integriert werden. Zudem musste die Vereinbarkeit mit dem EU-Beihilferecht sichergestellt werden.
Zu den zentralen Wettbewerbsfaktoren energieintensiver Unternehmen wie der ThyssenKrupp Steel Europe AG zählt der Strompreis. Um die internationale Wettbewerbsfähigkeit dieser Unternehmen nicht zu gefährden und ihre Abwanderung in das Ausland zu verhindern, sind insbesondere zwei Regelungen von besonderer Bedeutung: die sogenannte Besondere Ausgleichsregelung und die Regelung zur Eigenstromversorgung. Beide Regelungen wurden im EEG 2014 grundlegend neu gestaltet. Dabei sind aus Sicht des Unternehmens die Regelungen, die im Wesentlichen dem Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit der Stahlindustrie dienen, gelungen. Allerdings steht die Regelung zur Eigenstromversorgung, die die Eigenstromerzeugung von der EEG-Umlage ausnimmt, noch unter einem Prüfvorbehalt für das Jahr 2017. Dies hat fehlende Planungssicherheit zur Folge.
Energiemanagement weiter etabliert
Seit 2012 besitzt die ThyssenKrupp Steel Europe AG ein zertifiziertes Energiemanagementsystem nach ISO 50.001. Im Frühjahr 2014 wurden seine Funktionsweise und die begleitenden kontinuierlichen Verbesserungsprozesse im Rahmen von unternehmensweit durchgeführten Kombi-Überwachungs-Audits überprüft. Wie schon in den Vorjahren wurden im gesamten Unternehmen alle Normforderungen ohne Abweichungen erfolgreich erfüllt. Besonders hervorzuheben sind auch in diesem Jahr zahlreiche positive Feststellungen in den auditierten Bereichen. Dazu gehören unter anderem Maßnahmen zur Sensibilisierung der Mitarbeiter im Umgang mit Energien durch Postkartenaktionen, das Projekt Energiekompetenz für die technische Berufsausbildung in Bochum und die erfolgreiche Anbindung und Umsetzung des Energiedatenerfassungs- und Visualisierungssystems MessDas. Aufgrund von neuen Effizienzprojekten und Energieeinsparmaßnahmen konnte im Geschäftsjahr 2013/2014 ein zusätzliches nachhaltiges Energieeinsparpotenzial von 7 Mio € identifiziert werden. Damit sind im Programm „Best-in-Class Reloaded" nunmehr insgesamt 445 Einzelmaßnahmen mit einem Einsparvolumen von 47 Mio € ausgewiesen. Bis zum Ende des Geschäftsjahres wurden 309 Einzelmaßnahmen mit einem Einsparvolumen von 37 Mio € ergebniswirksam umgesetzt.
Der ressourcen- und umweltschonende Umgang mit Energie führte auch im Berichtsjahr zu einer weiteren Verminderung der energiebezogenen Leistung.
Nachtragsbericht
Vorgänge von besonderer Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nach Schluss des Geschäftsjahres haben sich nicht ergeben.
Prognose-, Chancen- und Risikobericht Prognose 2014/2015
Dem Trend der in den letzten Wochen schrittweise zurückgenommenen Prognosen folgend rechnen wir bestenfalls mit einem moderat höheren Wachstum der Weltwirtschaft im kommenden Jahr. Falls die Krisen in der Ukraine und im Nahen Osten nicht weiter eskalieren und die anhaltenden Unsicherheiten die Investitions- und Konsumneigung nicht zunehmend stärker belasten, wird das globale Bruttoinlandsprodukt um gut 3 % zunehmen. In den Schwellenländern dürfte sich das Wachstum wieder der 5 %-Marke nähern, für die Industrieländer erwarten wir allenfalls eine leichte Beschleunigung gegenüber 2014 auf gut 2 %. Mit knapp 3 % wird die US-Wirtschaft überdurchschnittlich zulegen. Im Euroraum wird die Konjunkturdynamik nur marginal höher sein als 2014; wir erwarten einen Zuwachs von gut 1 %. Für Deutschland rechnen wir mit einer Wachstumsrate von erneut rund 1,5 %.
Der Automobilmarkt wird 2015 aller Voraussicht nach weiter wachsen, bei allerdings regional sehr unterschiedlichen Entwicklungen. Weltweit dürfte die Produktion von Personen- und leichten Nutzfahrzeugen - leicht vermindert gegenüber dem Vorjahr - um 3 % auf 88,2 Mio Einheiten zunehmen. Ein stärkerer Zuwachs wird erneut insbesondere in China erwartet; hier könnte die Produktion um 8 % auf 24,4 Mio Fahrzeuge steigen. Die US-amerikanische Autoindustrie dürfte ein Plus von 3 % auf 11,8 Mio Einheiten verzeichnen. Moderater sind die Perspektiven für die westeuropäische Automobilindustrie. Die Fertigung dürfte hier um 1 auf 13,3 Einheiten zunehmen. Die deutschen Automobilbauer werden ihre Produktion dagegen um voraussichtlich 2 % auf 5,6 Mio Stück zurückfahren.
Der europäische Maschinenbau dürfte 2015 auf den Wachstumspfad zurückkehren. In der EU erwarten wir ein Produktionsplus von gut 3 %. Die derzeit für die deutsche Branche prognostizierte Wachstumsrate von rund 2 % bedingt eine etwas höhere globale Konjunkturdynamik.
Die Bautätigkeit in Westeuropa dürfte um gut 2 % zunehmen, mit einem Produktionszuwachs in ähnlicher Größenordnung wird in Deutschland gerechnet.
Auf dem Weltstahlmarkt wird die Nachfragedynamik auch im kommenden Jahr gedämpft sein. Die globale Stahlnachfrage dürfte wie 2014 um rund 2 % zunehmen und damit hinter dem gesamtwirtschaftlichen Wachstum zurückbleiben. Dies ist vor allem China geschuldet, wo die Stahlnachfrage im Wesentlichen als Folge des schwachen Immobilienmarktes nur noch um voraussichtlich 1 % wächst. Robuster und auch höher als 2014 wird dagegen das Wachstum in den meisten übrigen Schwellenländern ausfallen. Für den EU-Markt gehen wir bei sich nur moderat fortsetzender Konjunkturerholung derzeit von einem Nachfrageanstieg von eher 2 % in 2015 aus, nach voraussichtlich knapp 3 % in diesem Jahr. Die Risiken im außenwirtschaftlichen Umfeld der EU sind zuletzt weiter gestiegen. Auch für Deutschland hat sich der Ausblick eingetrübt: die Stahlnachfrage wird 2015 nur noch um gut 1 % auf 39,4 Mio t Walzstahl zunehmen - nach +2 % in diesem Jahr. Die Stahlmarktversorgung in den USA dürfte mit +2 % im Vorjahresvergleich ebenfalls an Dynamik einbüßen.
Bei voraussichtlich anhaltend hoher Wettbewerbsintensität in unseren Absatzmärkten werden positive Ergebnisbeiträge vor allem durch weitere Effizienzgewinne und Differenzierungsinitiativen im Rahmen von „Best-in-Class Reloaded" angestrebt. Trotz der weiterhin nur schleppenden und heterogenen konjunkturellen Erholung in Europa rechnen wir im Geschäftsjahr 2014/2015 bei der ThyssenKrupp Steel Europe AG mit einem im Vorjahresvergleich deutlichen Anstieg des EBIT und des Business Cash Flow. Dabei gehen wir davon aus, dass es zu keiner weiteren Eskalation der geopolitischen Krisen kommt und entsprechend negative Auswirkungen auf unser Geschäft ausbleiben. Ferner nehmen wir an, dass größere Verwerfungen auf den Rohstoffmärkten ausbleiben.
Chancenbericht
Unter Chancen verstehen wir bei ThyssenKrupp Ereignisse oder Entwicklungen mit wesentlicher positiver Wirkung auf die Möglichkeiten, die Unternehmensziele zu übertreffen. Chancenmanagement umfasst damit die Gesamtheit aller Maßnahmen zu einem systematischen und transparenten Umgang mit Chancen. Durch seine integrale Verknüpfung mit den Strategie- sowie den Planungs- und Reportingprozessen des Controlling ist Chancenmanagement ein bedeutender Bestandteil der strategischen und wertorientierten Unternehmensführung.
Die Business Area Steel Europe und damit auch die ThyssenKrupp Steel Europe AG ist auf das Marktsegment des hochwertigen Qualitätsflachstahls fokussiert, dessen Entwicklung, analog zum gesamten Stahlmarkt, weiterhin von der wenig dynamischen konjunkturellen Entwicklung in Europa geprägt ist. Die Nachfrageschwäche bei gleichzeitig hohen Überkapazitäten hat das Preis- und Ergebnisniveau der Stahlindustrie stark verringert, wobei Steel Europe besser abschneidet als die meisten Wettbewerber. Sollten sich die Preise besser als geplant entwickeln oder die Rohstoffkosten geringer ausfallen, sind weitere Verbesserungen gegenüber der Prognose möglich.
Zur Verbesserung der Ergebnissituation wurde bereits im Geschäftsjahr 2011/2012 das Optimierungsprogramm „Best-in-Class Reloaded" initiiert, das auf die Erhöhung der Kundenorientierung, die Verbesserung der Kostenposition und die Stärkung der technologischen und logistischen Fähigkeiten abzielt. Das hierbei identifizierte Einsparpotenzial von rund 600 Mio € bis zum Ende des Geschäftsjahres 2014/2015 konnte bereits im Berichtsjahr vollständig mit Maßnahmen hinterlegt werden. Darüber hinaus wurden die technischen Fähigkeiten von Steel Europe durch gezielte Investitionen wie die Modernisierung einer Stranggießanlage und des Warmbandwerks in Duisburg-Beeckerwerth gestärkt, so dass das Produkt- und Kundenportfolio optimiert werden kann.
Insgesamt ist die Business Area Steel Europe auch in einem schwierigen Marktumfeld gut aufgestellt, um an den wesentlichen globalen Trends der Urbanisierung, der steigenden Mobilität und des effizienteren Einsatzes knapper Ressourcen - die den Einsatz intelligenter Stahlprodukte erfordern - nachhaltig zu partizipieren.
Risikobericht
Unter Risiken verstehen wir bei ThyssenKrupp drohende Ereignisse oder Entwicklungen mit wesentlicher negativer Wirkung auf die Möglichkeiten, die Unternehmensziele zu erreichen. Risikomanagement umfasst damit die Gesamtheit aller Maßnahmen zu einem systematischen und transparenten Umgang mit Risiken. Durch seine integrale Verknüpfung mit den Planungs- und Reportingprozessen des Controlling ist Risikomanagement ein bedeutender Bestandteil der wertorientierten Unternehmensführung und geht weit über die gesetzlich geforderte Risikofrüherkennung hinaus.
Risikomanagement-Prozess
ThyssenKrupp hat vier konzernweit einheitliche Teilprozesse des Risikomanagements definiert: Risiken frühzeitig zu erkennen und zu berichten, Risiken einheitlich zu bewerten, Risiken zu steuern und Maßnahmen zu entwickeln sowie Risiken zu überwachen und die Maßnahmen zu verfolgen. Unsere Methoden und Werkzeuge zur Identifizierung, Bewertung, Steuerung und Berichterstattung von Risiken verbessern wir fortlaufend.
Die effiziente Ausgestaltung unserer verschiedenen Risikomanagement-Instrumente sorgt dafür, dass die Teilprozesse in einem kontinuierlichen Risikomanagement-Kreislauf integriert sind und alle Risikoverantwortlichen angemessen in den Prozess eingebunden werden.
Die nachfolgend aufgeführten Risiken sind auch Bestandteil der Konzern-Risikoberichterstattung und betreffen als solche den Gesamtkonzern sowie alle Konzernunternehmen. Risiken werden hier als erheblich eingestuft, wenn für die ThyssenKrupp Steel Europe AG potenzielle negative EBIT- und Business Cash Flow-Effekte von mehr als 50 Mio € entstehen.
Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung
Risiken der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung können sich aus dem aktuellen konjunkturellen Umfeld ergeben. Vor allem durch weitere Gewalteskalation in Krisenregionen oder andere exogene Schocks sind größere Einflüsse auf die Weltkonjunktur denkbar, denen sich auch ThyssenKrupp nicht entziehen könnte. Unsere aktuelle Konjunktureinschätzung ist ausführlich in den vorstehenden Abschnitten Makro- und Branchenumfeld und Prognose 2014/2015 dargestellt.
Beschaffungsrisiken
Zur Erstellung unserer qualitativ hochwertigen Produkte benötigen wir in vielen Geschäftsprozessen Rohstoffe und Energie sowie Frachtkapazitäten, die wir auf den entsprechenden Beschaffungsmärkten beziehen. Die Einkaufspreise können je nach Marktsituation erheblich schwanken und unsere Kostenstrukturen belasten. Der Einfluss von Währungen kann diese Effekte verstärken. Ebenso können Lieferanten ausfallen, was wiederum unsere Produktion und die Einhaltung der vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden gefährden kann. Wir wirken den Risiken möglichst durch flexible Beschaffungsstrategien, alternative Beschaffungsquellen sowie eine hohe Ressourceneffizienz entgegen und sichern so unsere Wettbewerbsfähigkeit.
Risiken bezüglich steigender Energiepreise, z. B. auf den Commodity-Märkten, bedingt durch Abgaben für Erneuerbare Energien in Deutschland, begegnen wir durch eine strukturierte Energiebeschaffung über die ThyssenKrupp AG. Wir wirtschaften nachhaltig und arbeiten weiter konzernweit daran, Energie einzusparen und Reststoffe zu verwerten. Langfristig orientiert beschäftigen wir uns mit Energieeffizienzsicherung. Dies trägt dazu bei, Treibhausgas-Emissionen zu vermeiden und die natürlichen Ressourcen zu schonen.
Produktionsrisiken
Betriebsunterbrechungen und Sachschäden an Produktionsanlagen stellen in der Schwerindustrie ein erhebliches Risiko dar. Neben den Kosten für die Schadensbeseitigung besteht vor allem das Risiko, dass eine Betriebsunterbrechung zu Produktionsausfällen führt und in der Konsequenz die Einhaltung unserer vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden gefährdet. Wir begegnen den Betriebsunterbrechungsrisiken mit laufender vorbeugender Instandhaltung sowie mit Modernisierungen und Investitionen in unsere Maschinen und Produktionsanlagen. In enger Abstimmung mit unserem zentralen Dienstleister ThyssenKrupp Risk and Insurance Services schließen wir in angemessenem Umfang Versicherungen ab und transferieren so Risiken auf einen externen Dienstleister.
Risiken aus Handelsbeschränkungen
In unserem Exportgeschäft sind wir Risiken ausgesetzt, die sich aus Handelsbeschränkungen wie Zöllen, Exportbeschränkungen, besonderen Zollbestimmungen, Embargomaßnahmen, weitreichenden Wirtschaftssanktionen gegen bestimmte Länder, Personen, Unternehmen und Organisationen sowie anderen protektionistisch oder politisch motivierten Hemmnissen ergeben können. Diese Beschränkungen können nicht nur unsere Geschäftsaktivitäten in einzelnen nationalen Märkten beeinträchtigen, sondern bei Verstößen zu teilweise erheblichen Strafen, Sanktionen sowie Reputationsschäden und Schadensersatzansprüchen führen. Wir achten konsequent darauf, die zoll- und exportkontrollrechtlichen Bestimmungen wie auch die sonstigen Handelsbeschränkungen einzuhalten.
Regulatorische Risiken
Neue Gesetze und andere veränderte rechtliche Rahmenbedingungen auf nationaler und internationaler Ebene können Risiken für unsere Geschäftsaktivitäten bedeuten, wenn sie im Vergleich zu unseren Wettbewerbern mit höheren Kosten oder sonstigen Nachteilen für ThyssenKrupp Steel Europe verbunden sind.
Wir begleiten die Diskussionsprozesse zu Regulierungsbestrebungen durch enge Arbeitskontakte zu den relevanten Institutionen und arbeiten auch über die Wirtschaftsverbände daran, mögliche Risiken, z. B. weiter steigende Energiekosten, zu reduzieren. Die aktuell vorliegenden Umwelt- und Energiebeihilferichtlinien der EU-Kommission und das im Juni 2014 verabschiedete reformierte EEG zeigen einerseits eine Berücksichtigung unserer Interessen, während andererseits die für 2017 angekündigte Evaluierung der Behandlung von Eigenstrom erhebliches Bedrohungspotenzial birgt.
Das Beihilfeverfahren der EU-Kommission zum EEG 2012 gegen die Bundesrepublik Deutschland läuft noch, wir gehen aber vor dem Hintergrund der politischen Aussagen aktuell von einem nur geringen Risiko für den Konzern aus.
Für den EU-Emissionshandel besteht weiterhin ein erhebliches Risiko bezüglich höherer Kosten für Emissionsberechtigungen, falls die CO2-Zertifikatskosten in der dritten Handelsperiode (bis 2020), wie politisch teilweise gewollt, oder aber langfristig (ab 2020) deutlich steigen. Als energieintensiver Industrie- und Dienstleistungskonzern sehen wir Risiken für die Ertragslage, wenn wir im internationalen Wettbewerb die zusätzlichen Kosten nicht oder nicht in vollem Umfang an unsere Kunden weitergeben können. ThyssenKrupp unterstützt zielführende Klimaschutzbemühungen und begleitet die Diskussionsprozesse direkt und über die Wirtschaftsverbände.
Umweltrisiken
In unseren produzierenden Werken entstehen teilweise verfahrensbedingt Risiken, dass Luft und Wasser verunreinigt werden. Zudem können auf konzerneigenen Grundstücken, die heute nicht mehr genutzt werden, auf Grund der früheren Geschäftsaktivitäten Risiken aus Altlasten und Bergschäden auftreten.
Um Risiken zu minimieren, investieren wir kontinuierlich und nachhaltig in Umweltschutz sowie planmäßige Sanierungsarbeiten und stehen in engem Dialog mit Behörden, Nachbarschaft und Politik. Für Altlasten bildet ThyssenKrupp im bilanziell erforderlichen Ausmaß Rückstellungen.
Compliance-Risiken
Insbesondere dem Risiko von Kartell- und Korruptionsverstößen begegnen wir durch unser striktes Compliance-Programm. Dieser Fokus ist durch das enorme Schadenspotenzial - sowohl in Bezug auf finanzielle Schäden als auch hinsichtlich Reputationsschäden - bei diesen Delikten begründet.
Ausgelöst durch eine anonyme Anzeige ermittelt das Bundeskartellamt seit Ende Februar 2013 u. a. gegen ThyssenKrupp Steel Europe wegen des Anfangsverdachts auf Preisabsprachen im Zeitraum zurück bis 1998 bei der Lieferung bestimmter Stahlprodukte an die deutsche Automobilindustrie und ihre Zulieferer. ThyssenKrupp hat eine eigene interne Untersuchung der Vorwürfe mit externer anwaltlicher Unterstützung veranlasst. Im Rahmen unseres 2013 durchgeführten Amnestieprogramms hat es keine Hinweise zu den laufenden Untersuchungen gegeben. Das Verfahren des Bundeskartellamtes dauert an. Die internen Untersuchungen, die auf Grund der Ermittlungen des Bundeskartellamtes aufgenommen wurden, sind weit fortgeschritten, aber noch nicht abgeschlossen. Auf Grund der derzeitigen Erkenntnislage können signifikante nachteilige Auswirkungen für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nicht ausgeschlossen werden.
Risiken der Informationssicherheit
Unsere IT-gestützten Geschäftsprozesse sind verschiedenen Risiken der Informationssicherheit ausgesetzt. Aus menschlichen Fehlern, organisatorischen oder technischen Verfahren und/oder Sicherheitslücken bei der Informationsverarbeitung können Risiken entstehen, die die Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität von Informationen gefährden. Wir überprüfen daher kontinuierlich unsere Prozesse und Technologien. Die Systeme werden bei Bedarf unmittelbar aktualisiert. Die IT-gestützte Integration unserer Geschäftsprozesse setzt zwingend voraus, dass die mit ihr verbundenen Risiken für unsere Konzernunternehmen und Geschäftspartner kontinuierlich minimiert werden.
Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir Maßnahmen getroffen, unser Informationssicherheitsmanagement und die eingesetzten Sicherheitstechnologien weiterzuentwickeln. Bei der frühzeitigen Erkennung aktueller Risiken unterstützt das für den Konzern aufgebaute Computer Emergency Response Team (CERT).
Die Konzernunternehmen sind zur Sicherstellung der Nachhaltigkeit der umgesetzten und geplanten Maßnahmen verpflichtet, regelmäßig den Reifegrad ihres etablierten Informationssicherheits-Managementsystems (ISMS) nachzuweisen. Die Sensibilisierung unserer Mitarbeiter im Umgang mit allen geschäftsrelevanten Informationen ist für uns ein sehr wichtiges Thema. In diesem Zusammenhang werden Kommunikationskampagnen durchgeführt und die technische Unterstützung sichergestellt. Regelmäßig finden Informationssicherheitskongresse statt, auf denen international Informationen und Erfahrungen hinsichtlich proaktiver Maßnahmen zur Informationssicherheit und Risikobehandlung ausgetauscht werden.
Darüber hinaus erlangten Geschäftsprozesse und Rechenzentren in ausgewählten Konzernunternehmen Sicherheitszertifikate, die den erreichten Stand vor allem unseren Kunden gegenüber dokumentieren. Zusätzlich wird in Begleitung des Teams „IT Sicherheit" regelmäßig mit externer Unterstützung die Sicherheit der Infrastruktur durch Schwachstellenanalysen verifiziert und gegebenenfalls nachgebessert.
Gemeinsam mit dem Datenschutzbeauftragten des Konzerns stellen unsere Experten sicher, dass in der Informationsverarbeitung personenbezogene Daten nur gemäß den Regelungen des Bundesdatenschutzgesetzes verarbeitet werden. Alle diese Maßnahmen werden es weiterhin ermöglichen, die Geschäftsinformationen des Konzerns sowie die Privatsphäre unserer Geschäftspartner und Mitarbeiter zu schützen und angemessen auf mögliche neue Risiken zu reagieren.
Personalrisiken
Um als diversifizierter Industriekonzern mit führender Ingenieurkompetenz nachhaltig erfolgreich zu sein, benötigen wir engagierte und hochqualifizierte Mitarbeiter und Führungskräfte. Dabei besteht das Risiko, solche Leistungsträger für offene Stellen nicht im ausreichenden Maße zu finden oder kompetente Stelleninhaber zu verlieren.
ThyssenKrupp positioniert sich als attraktiver Arbeitgeber und fördert eine langfristige Bindung der Mitarbeiter an den Konzern. Dazu gehören eine konsequente Managemententwicklung, Karriereperspektiven und attraktive Anreizsysteme für Führungskräfte sowie eine zielgruppenorientierte Beratung unserer Mitarbeiter. Interessierte Jugendliche informieren wir frühzeitig über die Berufschancen bei ThyssenKrupp und begleiten Auszubildende bei ihren ersten Schritten im Arbeitsleben. Durch Zusammenarbeit mit Schwerpunktuniversitäten nehmen wir frühzeitig Kontakt mit qualifizierten Studenten auf, um für unsere Belegschaft den notwendigen Nachwuchs zu gewinnen.
Spezifische Risiken der ThyssenKrupp Steel Europe AG
Die Business Area Steel Europe zählt zu den Risiken der künftigen Entwicklung insbesondere Marktrisiken auf der Absatz- und Beschaffungsseite, Risiken aus Wechselkursschwankungen, aus dem Emissionshandel und dem Erneuerbare Energien Gesetz. Im Falle einer Verschlechterung der gesamtwirtschaftlichen Lage steigt das Risiko aus Kundeninsolvenzen.
Dem Risiko einer konjunkturell bedingt schwankenden Nachfrage begegnet die Business Area mit Kostenoptimierungen in allen Bereichen, rechtzeitigen Produktionsanpassungen und Konzentration auf anspruchsvolle Marktsegmente mit geringerer Zyklizität. Dem Risiko aus Kundeninsolvenzen begegnet die Business Area durch Intensivierung des Monitorings, Ausschöpfen der Möglichkeiten zur Absicherung über Warenkreditversicherungen und andere geeignete Instrumente sowie Anpassung der Zahlungsbedingungen. Qualitäts- und Lieferterminrisiken werden über die stetige Optimierung der Wertschöpfungsketten minimiert.
Der Wettbewerbsintensität auf dem Markt für Qualitätsflachstahlerzeugnisse begegnet ThyssenKrupp Steel Europe weiterhin durch systematische Stärken in der Technologiekompetenz, die es ihr ermöglicht, sich vom Wettbewerb zu differenzieren.
Die Business Area Steel Europe hat ein sachversicherungsbezogenes wirtschaftliches und technisches Risikocontrolling als festen Bestandteil in den eigenen Risikomanagement-Prozess integriert. Zur weiteren Optimierung des vorbeugenden Brandschutzes werden zusätzliche Investitions- und Instandhaltungsbudgets bereitgestellt. Die Risiken für sonstige Betriebsunterbrechungen werden durch die laufende vorbeugende Instandhaltung, Modernisierung und Investitionen reduziert. Für den Fall einer Betriebsunterbrechung existieren Notfall- und Krisenpläne, die Maßnahmen für die Schadensbeseitigung festlegen.
Die Energiewende in Deutschland wird mit dem dafür erforderlichen Ausbau der Stromnetze den Stromverbrauch dauerhaft verteuern. Eine mögliche künftige Belastung des selbsterzeugten und -verbrauchten Stroms ab 2017 stellt für das Unternehmen eine erhebliche Bedrohung dar. Hinzu kommen regulatorische Anforderungen an die Strom- und Gasnetze unserer großen Produktionsstandorte sowie die mögliche Einführung von Kapazitätsmärkten, die zu weiteren Kostenbelastungen führen können. Dem Risiko steigender Strompreise begegnet die Business Area durch eine Erhöhung der Versorgung mit Strom aus eigener Erzeugung.
Der Konflikt in der Ukraine kann bei einer Unterbrechung der wichtigen Erdgastransitleitungen in die EU zu erheblichen Preissteigerungen insbesondere im Winter 2014/2015 führen.
Diesem Umstand tragen wir durch eine Absicherung wesentlicher Winterverbrauchsmengen Rechnung.
Aus dem EU-Emissionshandel in der dritten Handelsperiode, die sich von 2013 bis 2020 erstreckt, können uns auf Basis von Modellrechnungen erhebliche Kosten für Emissionsberechtigungen erwachsen. Als energieintensiver Industrie- und Dienstleistungskonzern bestehen für uns Risiken für die Ertragslage, wenn wir im internationalen Wettbewerb die zusätzlichen Kosten nicht oder nicht in vollem Umfang an unsere Kunden weitergeben können. Risikomindernd wirken sich jedoch im Bestand gehaltene Emissionsberechtigungen und Sicherungsgeschäfte aus.
Dem Risiko steigender Rohstoffpreise wird durch alternative Beschaffungsquellen, eine diversifizierte Beschaffungsstrategie und hohe Ressourceneffizienz entgegengewirkt.
Aus heutiger Sicht liegen bei der ThyssenKrupp Steel Europe AG insgesamt keine den Bestand gefährdenden Risiken vor.
Duisburg, am 14. November 2014
ThyssenKrupp Steel Europe AG
Vorstand
Goss (Vorsitzender/Finanzen)
Eichelkraut (Produktion)
Fischer (Vertrieb & Innovation))
Schlenz (Personal & Soziales)
JAHRESABSCHLUSS 2013/2014
Bilanz zum 30. September 2014
Mio €
Aktiva
| Anhang-Nr. | 30.09.2013 | 30.09.2014 | |
|---|---|---|---|
| Anlagevermögen | |||
| Immaterielle Vermögensgegenstände | (3) | 16,1 | 13,7 |
| Sachanlagen | (3) | 1.252,3 | 1.231,3 |
| Finanzanlagen | (4) | 526,1 | 526,1 |
| 1.794,5 | 1.771,1 | ||
| Umlaufvermögen | |||
| Vorräte | (5) | 1.156,5 | 1.170,9 |
| Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände | (6) | ||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 411,0 | 331,1 | |
| Übrige Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände | 1.052,1 | 1.027,7 | |
| 1.463,1 | 1.358,8 | ||
| Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten | 0,2 | 0,2 | |
| 2.619,8 | 2.529,9 | ||
| Rechnungsabgrenzungsposten | (7) | 7,7 | 4,5 |
| Summe der Aktiva | 4.422,0 | 4.305,5 | |
| Passiva | |||
| Anhang-Nr. | 30.09.2013 | 30.09.2014 | |
| Eigenkapital | |||
| Gezeichnetes Kapital | (8) | 438,8 | 438,8 |
| Kapitalrücklage | (8) | 808,5 | 808,5 |
| Gewinnrücklagen | (9) | 97,8 | 97,8 |
| Bilanzgewinn | 44,8 | 44,8 | |
| 1.389,9 | 1.389,9 | ||
| Rückstellungen | (10) | ||
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 1.109,3 | 1.137,1 | |
| Übrige Rückstellungen | 483,9 | 431,7 | |
| 1.593,2 | 1.568,8 | ||
| Verbindlichkeiten | (11) | ||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 0,0 | 0,2 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 741,0 | 564,4 | |
| Übrige Verbindlichkeiten | 697,9 | 782,2 | |
| 1.438,9 | 1.346,8 | ||
| Summe der Passiva | 4.422,0 | 4.305,5 |
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Oktober 2013 bis zum 30. September 2014
Mio €
| Anhang-Nr. | 2012/2013 | 2013/2014 | |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | (17) | 8.106,9 | 7.720,4 |
| Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen | 4,7 | 0,2 | |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | 10,7 | 11,4 | |
| Gesamtleistung | 8.122,3 | 7.732,0 | |
| Sonstige betriebliche Erträge | (18) | 334,1 | 319,9 |
| Materialaufwand | (19) | 6.315,3 | 5.764,0 |
| Personalaufwand | (20) | 1.324,1 | 1.324,7 |
| Abschreibungen auf Immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | (3) | 298,2 | 277,4 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | (22) | 591,7 | 566,8 |
| Beteiligungsergebnis | (23) | 119,1 | 131,3 |
| Abschreibungen auf Finanzanlagen | 5,6 | 0,0 | |
| Zinsergebnis | (24) | -59,1 | -63,6 |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | -18,5 | 186,7 | |
| Außerordentliche Erträge | 117,2 | 0,0 | |
| Außerordentliche Aufwendungen | 19,3 | 0,0 | |
| Außerordentliches Ergebnis | 97,9 | 0,0 | |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | (25) | 5,7 | -6,0 |
| Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrages abgeführter Gewinn | -158,7 | -180,7 | |
| Jahresüberschuss/-fehlbetrag | -73,6 | 0,0 | |
| Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 44,8 | 44,8 | |
| Entnahmen aus Gewinnrücklagen | 73,6 | 0,0 | |
| Bilanzgewinn | 44,8 | 44,8 |
Anhang
Die ThyssenKrupp Steel Europe AG, Duisburg, ist über die Thyssen Stahl GmbH, Düsseldorf, ein Tochterunternehmen der ThyssenKrupp AG, Duisburg und Essen. Zwischen der ThyssenKrupp Steel Europe AG und der Thyssen Stahl GmbH besteht ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag.
Eine gesetzliche Pflicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses und eines Konzernlageberichts für den Teilkonzern der ThyssenKrupp Steel Europe AG besteht nach § 291 HGB nicht, da die ThyssenKrupp Steel Europe AG und ihre Tochterunternehmen in den Konzernabschluss der ThyssenKrupp AG, Duisburg und Essen, welcher nach den IFRS, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, erstellt wird, einbezogen werden und kein Antrag von Minderheitsgesellschaftern zur Aufstellung eines Konzernabschlusses und eines Konzernlageberichts nach § 291 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 HGB vorliegt sowie die weiteren Voraussetzungen des § 291 Abs. 2 Nr. 2 (Anforderungen an den befreienden Konzernabschluss und Konzernlagebericht) und Nr. 3 HGB (erforderliche Anhangangaben im Anhang des zu befreienden Unternehmens) erfüllt sind.
Die ThyssenKrupp Steel Europe AG wird in den Konzernabschluss der ThyssenKrupp AG, Duisburg und Essen, einbezogen (größter und kleinster Konsolidierungskreis). Der Konzernabschluss wird im Bundesanzeiger elektronisch offen gelegt.
(1) Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
Der Jahresabschluss ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) unter Berücksichtigung der ergänzenden Regelungen des Energiewirtschaftsgesetztes (EnWG) aufgestellt.
Die entgeltlich von Dritten erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten aktiviert und ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer entsprechend linear, im Zugangsjahr zeitanteilig, planmäßig abgeschrieben. Entgeltlich erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte werden generell aktiviert und planmäßig über 5 Jahre abgeschrieben. Soweit notwendig erfolgen außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung, wenn die beizulegenden Werte einzelner immaterieller Vermögenswerte des Anlagevermögens ihren Buchwert unterschreiten. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert.
Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten für selbsterstellte Anlagen enthalten neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie fertigungsbedingte Abschreibungen. Darüber hinaus werden in der Bewertung auch angemessene Teile der allgemeinen Verwaltungs- und Sozialkosten einbezogen.
Fremdkapitalzinsen werden nicht aktiviert. Abnutzbare Gegenstände des Sachanlagevermögens werden planmäßig abgeschrieben. Soweit notwendig erfolgen außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung, wenn die beizulegenden Werte einzelner Gegenstände des Sachanlagevermögens ihren Buchwert unterschreiten.
Für planmäßige Abschreibungen werden überwiegend folgende Nutzungsdauern zugrunde gelegt:
Gebäude 5 - 33 Jahre, Grundstückseinrichtungen 5 - 20 Jahre, Betriebsvorrichtungen 10 - 33 Jahre, technische Anlagen und Maschinen 4 - 15 Jahre, andere Anlagen 3 - 25 Jahre sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 - 10 Jahre. Die Nutzungsdauer für die Neuzustellung von Hochöfen beträgt 10 Jahre.
Die planmäßigen Abschreibungen des abnutzbaren beweglichen Sachanlagevermögens werden nach der linearen Methode vorgenommen. Im Zugangsjahr erfolgt die Abschreibung pro rata temporis. Im Falle von Nachaktivierungen wird mit einem einheitlichen Abschreibungssatz unter Zugrundelegung einer einheitlichen Nutzungsdauer ab dem 1. Oktober des jeweiligen Geschäftsjahres abgeschrieben.
Geringwertige Anlagegüter, das sind Gegenstände mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis einschließlich 150 €, werden im Jahr des Zugangs ergebniswirksam erfasst. Für Anlagenzugänge eines Geschäftsjahres, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten für das einzelne Anlagegut mehr als 150 €, aber nicht mehr als 1.000 € betragen, wird ein Sammelposten gebildet. Der jeweilige Sammelposten wird im Jahr der Bildung und in den folgenden vier Geschäftsjahren mit jeweils einem Fünftel ergebniswirksam aufgelöst.
Für bestimmte Werksgeräte und Reserveteile bestehen Festwerte in Höhe von 40 % der Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Reserveteile mit Einzelwerten bis einschließlich 205 € werden in den Vorräten ausgewiesen.
Die Anteile an verbundenen Unternehmen und die Beteiligungen werden grundsätzlich mit den Anschaffungskosten bilanziert. Niedrigere beizulegende Werte werden angesetzt, wenn voraussichtlich dauernde Wertminderungen vorliegen.
Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Ausleihungen werden auf den Barwert abgezinst; die übrigen Ausleihungen werden zum Nennwert bilanziert.
Die Vorräte sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips bewertet.
In den Vorräten werden die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe mit den Anschaffungskosten oder niedrigeren Wiederbeschaffungskosten bewertet. Unfertige und fertige Erzeugnisse werden mit Herstellungskosten bewertet, die neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie fertigungsbedingte Abschreibungen enthalten. Darüber hinaus werden in die Bewertung der Vorräte auch angemessene Teile der allgemeinen Verwaltungs- und Sozialkosten einbezogen. Ist der voraussichtliche Verkaufserlös abzüglich der bis zum Verkauf noch anfallenden Kosten niedriger, wird dieser Wert angesetzt. Handelswaren sind mit den Anschaffungskosten oder mit dem niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Bei der Ermittlung des Wertansatzes gleichartiger Vorräte wird unterstellt, dass die zuletzt angeschafften oder hergestellten Vermögensgegenstände zuerst verbraucht oder veräußert werden (Lifo-Verfahren). Vertriebsrisiken und Risiken aus eingeschränkter Verwertbarkeit sind angemessen berücksichtigt.
Unentgeltlich erworbene Emissionsrechte werden zum Wert von 0 €, entgeltlich erworbene Emissionsrechte werden zu Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert bilanziert. Der Ausweis erfolgt in den Vorräten, da der Einsatz im Rahmen des Produktionsprozesses kurzfristig erfolgt.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden grundsätzlich mit dem Nennwert angesetzt. Bei den Forderungen und Sonstigen Vermögensgegenständen sind die erkennbaren Risiken durch entsprechende Bewertungsabschläge auf den niedrigeren beizulegenden Wert berücksichtigt; dem allgemeinen Ausfallrisiko wird durch Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Forderungen werden auf den Barwert abgezinst.
Die flüssigen Mittel sind zum Nennwert am Bilanzstichtag angesetzt
Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.
Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken sowie alle ungewissen Verpflichtungen und werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzins der vergangenen 7 Geschäftsjahre abgezinst.
Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren (projected unit credit method) bewertet. Die Bewertung erfolgt auf Basis der an konzernspezifische Verhältnisse angepassten „Richttafeln 2005 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck und unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen Gehaltssteigerungsrate von 2,5 %, sowie einer Rentendynamik von 1,5 % (für Versorgungsberechtigte der betrieblichen Leistungsordnung) bzw. einer fest zugesagten Dynamik (für Versorgungsberechtigte nach der Leistungsordnung des Essener Verbands).
Die Abzinsung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen erfolgt pauschal mit dem veröffentlichten durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Jahre, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Inventurstichtag der Pensionsverpflichtungen ist der 31. Juli 2014. Zum Inventurstichtag der Pensionsverpflichtung wurde für die Bewertung der Pensionsverpflichtung ein für den 30. September 2014 prognostizierter Zinssatz von 4,67 % verwendet (im Vorjahr betrug der Rechnungszins 4,93 %).
Im Juni 2013 wurde die IDW Stellungnahme zur Rechnungslegung: Handelsrechtliche Bilanzierung von Verpflichtungen aus Altersteilzeitregelungen (IDW RS HFA 3) verabschiedet. Eine wesentliche Neuerung betrifft die Bildung von Rückstellungen für Aufstockungsbeträge mit Entlohnungscharakter, die gemäß IDW RS HFA 3 ratierlich anzusammeln und nicht mehr - wie bisher sowie künftig für Aufstockungsbeträge mit Abfindungscharakter vorgesehen - sofort in voller Höhe des Erfüllungsbetrages zu erfassen sind. Die Neubeurteilung bestehender Altersteilzeitverträge ergab, dass hier der Entlohnungscharakter der Vereinbarungen überwiegt.
Die bilanzielle Behandlung der Aufstockungsbeträge für Altersteilzeitverhältnisse mit Entlohnungscharakter erfolgte zum 30. September 2014 erstmals unter Anwendung des IDW RS HFA 3. Die Bilanzierung bestehender Altersteilzeitverhältnisse wurde entsprechend rückwirkend geändert. Die rückwirkende Anwendung des IDW RS HFA 3 auf bereits bestehende Altersteilzeitverhältnisse führte zum 30. September 2014 zu einer Auflösung von Rückstellungen für Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen in Höhe von 3,3 Mio €; die korrespondierenden Erträge sind in den Sonstigen betrieblichen Erträgen enthalten. Die rückwirkende Anwendung des IDW RS HFA 3 vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein besser den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens, Finanz- und Ertragslage, so dass vom Grundsatz der Beibehaltung der Ansatz- und Bewertungsmethoden abgewichen wurde.
Für weitere Risiken oder Verpflichtungen im Personalbereich, wie beispielsweise Restrukturierungsverpflichtungen, Jubiläumszuwendungen und Urlaubsansprüche werden Rückstellungen nach handelsrechtlichen Grundsätzen gebildet.
Die Altersteilzeit- und Restrukturierungsrückstellungen wurden unter Berücksichtigung einer Gehaltssteigerungsrate von 2,5 % sowie einem Abzinsungssatz von 3,37 % ermittelt. Für die Bewertung der Jubiläumsrückstellungen wurde ein zum 30. September 2014 prognostizierter Zinssatz von 4,67 % verwendet und ebenfalls eine Gehaltssteigerungsrate von 2,5 angenommen.
Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Bei Rentenverpflichtungen erfolgt der Ansatz mit dem Rentenbarwert.
Eventualverbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen werden nach dem Stand der jeweiligen Hauptschuld bewertet.
Es werden grundsätzlich derivative Finanzinstrumente eingesetzt, um Risiken aus Fremdwährungs- und Rohstoffpreisrisiken entgegenzuwirken, die im Rahmen der laufenden Geschäftstätigkeit sowie im Rahmen von Investitions- und Finanztransaktionen entstehen können. Vermögensgegenstände, Schulden, schwebende Geschäfte oder mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Transaktionen (Grundgeschäfte) werden bei Vorliegen der handelsrechtlichen Voraussetzungen zum Ausgleich gegenläufiger Wertänderungen oder Zahlungsströme aus dem Eintritt vergleichbarer Risiken mit diesen derivativen Finanzinstrumenten (Sicherungsgeschäfte) im Rahmen von Mikro-Hedges zu Bewertungseinheiten zusammengefasst. Soweit die Voraussetzungen für Bewertungseinheiten mit den jeweiligen Grundgeschäften nicht erfüllt sind, erfolgt die Bilanzierung nach allgemeinen Bewertungsgrundsätzen.
In dem Umfang, in dem die durch die jeweilige Bewertungseinheit gebildete Sicherungsbeziehung effektiv ist, werden die sich ausgleichenden Wertänderungen aus Grundgeschäft und Sicherungsgeschäft im Rahmen der sog. Einfrierungsmethode nicht erfasst. Die Effektivität der Sicherungsbeziehung wird auf Basis der Critical Term Match-Methode und der Dollar Offset-Methode beurteilt. In dem Umfang, in dem eine Sicherung ineffektiv ist, werden insgesamt verbleibende Verluste sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst; ein insgesamt verbleibender Gewinn bleibt dagegen unberücksichtigt.
(2) Währungsumrechnung
Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden grundsätzlich mit dem historischen Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung erfasst. Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit einer Laufzeit über 1 Jahr werden zum Anschaffungskurs oder zum jeweiligen ungünstigeren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von 1 Jahr oder weniger werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag bewertet.
(3) Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen
Die Entwicklung der Immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen ist im Einzelnen im nachfolgend wiedergegebenen Anlagespiegel dargestellt.
Die Anlagenzugänge sind im Lagebericht in den Ausführungen zu den Investitionen erläutert.
(4) Finanzanlagen
Die Entwicklung der Finanzanlagen ist im nachfolgend wiedergegebenen Anlagespiegel dargestellt. Die wesentlichen Beteiligungen der ThyssenKrupp Steel Europe AG sind im Anteilsverzeichnis aufgeführt.
Entwicklung des Anlagevermögens
Mio €
| Bruttowerte | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| 01.10.2013 | Zugänge | Umbuchungen | Abgänge | 30.09.2014 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögensgegenstände | |||||
| Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an | 94,1 | 2,4 | 0,0 | 2,0 | 94,5 |
| solchen Rechten und Werten | |||||
| Geschäfts- oder Firmenwert | 21,1 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 21,1 |
| 115,2 | 2,4 | 0,0 | 2,0 | 115,6 | |
| Sachanlagen | |||||
| Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 1.349,9 | 4,4 | 4,1 | 1,0 | 1.357,4 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 7.386,5 | 137,5 | 68,7 | 123,6 | 7.469,1 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 496,5 | 13,1 | 5,3 | 10,1 | 504,8 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 139,1 | 97,9 | -78,1 | 0,0 | 158,9 |
| 9.372,0 | 252,9 | 0,0 | 134,7 | 9.490,2 | |
| Finanzanlagen | |||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 266,3 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 266,3 |
| Beteiligungen | 250,5 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 250,5 |
| Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 15,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 15,0 |
| 531,8 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 531,8 | |
| Insgesamt | 10.019,0 | 255,3 | 0,0 | 136,7 | 10.137,6 |
| Abschreibungen | Nettowerte | |||
|---|---|---|---|---|
| Abschreibungen 2013/2014 | Aufgelaufene Abschreibungen am 30.09.2014 | 30.09.2013 | 30.09.2014 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||
| Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an | 4,7 | 81,0 | 15,8 | 13,5 |
| solchen Rechten und Werten | ||||
| Geschäfts- oder Firmenwert | 0,1 | 20,9 | 0,3 | 0,2 |
| 4,8 | 101,9 | 16,1 | 13,7 | |
| Sachanlagen | ||||
| Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 28,5 | 1.015,3 | 362,1 | 342,1 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 224,3 | 6.801,6 | 686,9 | 667,5 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 19,8 | 442,0 | 64,2 | 62,8 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 0,0 | 0,0 | 139,1 | 158,9 |
| 272,6 | 8.258,9 | 1.252,3 | 1.231,3 | |
| Finanzanlagen | ||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 0,0 | 5,7 | 260,6 | 260,6 |
| Beteiligungen | 0,0 | 0,0 | 250,5 | 250,5 |
| Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 0,0 | 0,0 | 15,0 | 15,0 |
| 0,0 | 5,7 | 526,1 | 526,1 | |
| Insgesamt | 277,4 | 8.366,5 | 1.794,5 | 1.771,1 |
(5) Vorräte
| Mio € | 30.09.2013 | 30.09.2014 |
|---|---|---|
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 378,3 | 392,9 |
| Unfertige Erzeugnisse, Unfertige Leistungen | 100,0 | 99,6 |
| Fertige Erzeugnisse und Waren | 678,2 | 678,4 |
| Insgesamt | 1.156,5 | 1.170,9 |
Der Buchwert der nach der Lifo-Methode bewerteten Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Handelswaren sowie Erzeugnisse liegt um 295,9 Mio € unter ihrem Marktwert am Bilanzstichtag. Davon entfallen 243,3 Mio € auf fertige Erzeugnisse, 23,5 Mio € auf Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe und Handelswaren und 29,1 Mio € auf unfertige Erzeugnisse.
(6) Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände
| Mio € | 30.09.2013 | 30.09.2014 | davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr |
|---|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 411,0 | 331,1 | 0,0 |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 778,6 | 800,8 | 0,0 |
| Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 86,5 | 14,0 | 0,0 |
| Sonstige Vermögensgegenstände | 187,0 | 212,9 | 0,7 |
| Übrige Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände | 1.052,1 | 1.027,7 | 0,7 |
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen und die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen im Wesentlichen Forderungen aus Ergebnisabrechnungen, konzerninterne Finanzierungsvorgänge, geleistete Anzahlungen sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.
Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten vor allem Abgrenzungen mit Forderungscharakter (Boni, Rabatte) in Höhe von 107,6 (i. Vj. 37,0) Mio €, Glattstellungszahlungen für Warentermingeschäfte (Variation Margin) in Höhe von 36,5 (i.Vj. 59,2) Mio €, einbehaltene Reserven für Forderungsverkäufe in Höhe von 23,9 (i. Vj. 22,2) Mio €, geleistete Anzahlungen in Höhe von 10,8 (i. Vj. 29,2) Mio € sowie sonstige Ansprüche an die öffentliche Hand in Höhe von 2,2 (i. Vj. 6,1) Mio €.
(7) Rechnungsabgrenzungsposten
Die Rechnungsabgrenzungsposten enthalten unter anderem vorschüssig geleistete Pensionszahlungen von 0,3 Mio €.
(8) Gezeichnetes Kapital und Kapitalrücklage
Das zum Nennwert angesetzte gezeichnete Kapital der ThyssenKrupp Steel Europe AG beträgt wie im Vorjahr 438,8 Mio €. Es ist eingeteilt in 171.395.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien. Sie werden zu 99,5332 % von der Thyssen Stahl GmbH, Düsseldorf, und zu 0,4668 % von der Deutsche Bank AG, Frankfurt, gehalten.
Die Kapitalrücklage besteht unverändert aus Agiobeträgen, die aus Gründungs- und Einbringungsvorgängen sowie Kapitalerhöhungen stammen. Ferner sind Einzahlungen in die Kapitalrücklage in Höhe von 503,0 Mio € enthalten.
(9) Gewinnrücklagen
Bei den Gewinnrücklagen handelt es sich um Andere Gewinnrücklagen. Diese bestehen unverändert.
(10) Rückstellungen
| Mio € | 30.09.2013 | 30.09.2014 |
|---|---|---|
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 1.109,3 | 1.137,1 |
| Steuerrückstellungen | 4,5 | 4,9 |
| Sonstige Rückstellungen | 479,4 | 426,8 |
| Übrige Rückstellungen | 483,9 | 431,7 |
Den Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr 112,9 (i. Vj. 118,9) Mio € für Pensionen, Altersteilzeitverpflichtungen sowie für Verpflichtungen gegenüber dem Pensionssicherungs-Verein ergebniswirksam zugeführt. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen enthalten insbesondere Pensionsverpflichtungen (1.084,2 Mio €) und Altersteilzeitverpflichtungen (48,9 Mio €).
Sonstige Rückstellungen bestehen im Wesentlichen für Verpflichtungen aus dem Personalbereich, insbesondere für laufende Personalstrukturmaßnahmen, Jubiläumszuwendungen und Urlaubsansprüche, drohende Verluste aus schwebenden Geschäften, Absatzrisiken sowie Entfernungs-/Rekultivierungsverpflichtungen.
Die Position enthält ferner Rückstellungen für im Geschäftsjahr unterlassene Aufwendungen für Instandhaltung, die in den ersten drei Monaten des folgenden Geschäftsjahres nachgeholt werden.
(11) Verbindlichkeiten
| Mio € | 30.09.2013 | 30.09.2014 | davon Restlaufzeit | ||
|---|---|---|---|---|---|
| bis 1 Jahr | über 1 bis 5 Jahre | über 5 Jahre | |||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 0,0 | 0,2 | 0,2 | 0,0 | 0,0 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 741,0 | 564,4 | 563,7 | 0,7 | 0,0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 271,2 | 365,7 | 365,7 | 0,0 | 0,0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 224,8 | 205,7 | 205,7 | 0,0 | 0,0 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 201,9 | 210,8 | 207,9 | 0,2 | 2,7 |
| Übrige Verbindlichkeiten | 697,9 | 782,2 | 779,3 | 0,2 | 2,7 |
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stammen im Wesentlichen aus Ergebnisabrechnungen.
Zu den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, gehören auch Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Sonstige Verbindlichkeiten.
Wesentlicher Bestandteil der Sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten aus der laufenden Entgeltabrechnung sowie tarifliche und erfolgsabhängige Sonderzahlungen in Höhe von 99,1 (i. Vj. 93,1) Mio €. Darüber hinaus betreffen sie Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von 24,5 (i. Vj. 27,4) Mio € sowie Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von 12,8 (i. Vj. 12,9) Mio €.
Die in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten sind wie folgt besichert:
| Mio € | 30.09.2013 | 30.09.2014 |
|---|---|---|
| Durch Grundpfandrechte besichert: | ||
| Sonstige Verbindlichkeiten | 0,9 | 0,9 |
(12) Haftungsverhältnisse
| Mio € | 30.09.2013 | 30.09.2014 |
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten aus Bürgschaften | 24,4 | 1,8 |
| (davon gegenüber verbundenen Unternehmen) | (0,3) | (0,3) |
| Verbindlichkeiten aus Gewährleistungsverträgen | 61,2 | 61,2 |
| 85,6 | 63,0 |
Die Verbindlichkeiten aus Gewährleistungsverträgen betreffen die Restwertgarantie für die Kokerei Schwelgem. Die ThyssenKrupp Steel Europe AG ist berechtigt, nach Ablauf der Mietperiode im Jahr 2019 die Kokerei zu einem zu diesem Zeitpunkt gutachterlich ermittelten Zeitwert zu erwerben. Wird von diesem Ankaufsrecht kein Gebrauch gemacht, haftet die ThyssenKrupp Steel Europe AG für einen eventuell eintretenden Mindererlös beim Verkauf der Kokerei in Form der Restwertgarantie, deren Nominalwert zum 30. September 2014 61,2 Mio € beträgt. Nach dem derzeitigen Stand der Planungen geht die ThyssenKrupp Steel Europe AG nicht davon aus, dass die Restwertgarantie zum Tragen kommt. Daneben besteht eine vertragliche Mithaftung gegenüber Vale S.A. betreffend potentielle Ausgleichsverpflichtungen der ThyssenKrupp Steel Americas, LLC im Zusammenhang mit dem Bau des Stahlwerks in Brasilien (Indemnification und Reimbursement Agreement).
(13) Sonstige finanzielle Verpflichtungen
An sonstigen finanziellen Verpflichtungen werden in den folgenden Geschäftsjahren fällig:
| Mio € | 2014/15 | 2015/16 | 2016/17 | 2017/18 | 2018/19 | > 5 Jahre |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Verpflichtungen | 1.208,4 | 1.105,4 | 956,7 | 908,1 | 967,1 | 1.262,5 |
| darin enthaltene Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen | (11,6) | (9,6) | (9,3) | (9,2) | (8,9) | (2,5) |
Bei den Verpflichtungen handelt es sich um Lieferverträge für Erz, Gas, Kalk und Koks sowie um Fracht-, Pacht- und Leasingverträge.
Ferner besteht mit der Konzerngesellschaft ThyssenKrupp Slab International B.V., Brielle, Niederlande, ein langfristiger Vormaterialliefervertrag. Dieser Vertrag hat eine Mindestlaufzeit bis zum 01. Oktober 2014 mit dann einjähriger Kündigungsfrist; das Volumen des Berichtsjahres beläuft sich auf rd. 0,1 Mrd €.
Darüber hinaus bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen gegenüber einem Beteiligungsunternehmen im Zusammenhang mit einem weiteren langfristigen Vormaterialliefervertrag. Dieser Vertrag hat eine Kündigungsfrist von 7 Jahren; das Volumen des Berichtsjahres beläuft sich auf rd. 1,5 Mrd €.
Mit diesem Beteiligungsunternehmen wurde im Dezember 2011 ein Koksliefervertrag abgeschlossen, der im 1. Kalenderquartal 2014 in Kraft trat. Er hat eine Kündigungsfrist von 7 Jahren, kann aber frühestens zum 31. Dezember 2023 gekündigt werden. Das Volumen des Geschäftsjahres beläuft sich auf 10,9 Mio €.
Das Bestellobligo für Investitionsvorhaben hält sich im üblichen Rahmen.
(14) Derivative Finanzinstrumente
Die ThyssenKrupp Steel Europe AG nutzt derivative Finanzinstrumente hauptsächlich zur Absicherung gegen Währungsrisiken und nur im geringen Maße zur Absicherung gegen Rohstoffpreisrisiken. Die Absicherung der Risiken erfolgt nach den Vorgaben der Konzernfinanzrichtlinie und den internen Arbeitsanweisungen. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente unterliegt strengen Kontrollen. Der Nominalwert eines Devisentermingeschäftes gibt den vertraglich fixierten Kaufwert der Fremdwährung in der funktionalen Währung (EUR) an. Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden mit marktüblichen Bewertungsmethoden unter Berücksichtigung der am Bewertungsstichtag vorliegenden Marktdaten (Marktwerte) ermittelt. Devisenkontrakte werden einzeln auf Basis des Austauschbetrages mit den aktuellen Marktterminkursen am Abschlussstichtag im Vergleich zu den vereinbarten Termin- bzw. Kontraktkursen bewertet. Die Marktterminkurse richten sich nach den Kassakursen unter Berücksichtigung von Terminauf- und -abschlägen. Der Marktwert von Warenterminkontrakten wird mit den zum Bewertungsstichtag am Markt verfügbaren Terminpreisen bestimmt.
Das unsaldierte Nominalvolumen der Devisentermingeschäfte betrug zum 30. September 2014 300,7 Mio €. Von dem Nominalvolumen entfielen 292,2 Mio € auf in Bewertungseinheiten erfassten USD-Kurssicherungen. Der Marktwert der derivativen Finanzinstrumente betrug per 30. September 2014 im Saldo 4,2 Mio € (i. W. aus USD-Kurssicherungen). Bis auf zwei Kurssicherungen, welche jeweils im Oktober 2015 und November 2016 fällig sind, werden alle im kommenden Geschäftsjahr in Anspruch genommen.
Die Warentermingeschäfte haben ein unsaldiertes Nominalvolumen von 47,3 Mio € und einen Marktwert in Höhe von -7,7 Mio €. Die Sicherungsgeschäfte zum 30. September 2014 sind innerhalb des nächsten Geschäftsjahres fällig.
Warenderivate zum Kauf von CO2-Rechten bestehen über insgesamt 8,4 Mio t mit einem Nominalwert von 111,8 Mio €. Diese werden mit unterschiedlichem Lieferdatum von Ende 2014 bis Ende 2015 fällig. Es wurde eine Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften in Höhe von 67,6 Mio € gebildet.
Mit Ausnahme der Warenderivate zum Kauf von CO2-Rechten werden alle Derivate als Bewertungseinheiten zusammengefasst.
(15) Bewertungseinheiten
Die Gesellschaft setzt derivative Finanzinstrumente ein, um Fremdwährungsrisiken und Rohstoffrisiken entgegenzuwirken, die im Rahmen der laufenden Geschäftstätigkeit sowie im Rahmen von Investitions- und Finanztransaktionen entstehen können. Fremdwährungsrisiken werden import- und exportseitig mittels Mikro-Hedge gesichert. Die Bilanzierung der Bewertungseinheiten für Fremdwährungsrisiken erfolgt import- und exportseitig mit Hilfe der Einfrierungsmethode.
Der Buchwert der abgesicherten Vermögensgegenstände und Schulden in Fremdwährung beträgt insgesamt 161,9 Mio € und verteilt sich wie folgt:
| Vermögensgegenstände | 7,4 Mio € |
| Schulden | 154,5 Mio € |
Der Umfang der mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Transaktionen in Fremdwährungen beträgt 138,8 Mio €. Die abgesicherten erwarteten Transaktionen weisen aufgrund einer verlässlichen Produktions- und Einkaufsplanung eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit auf. Der Effektivitätstest erfolgt anhand der Critical Term Match-Methode.
Insgesamt betragen die mit Bewertungseinheiten abgesicherten Risiken aus Vermögensgegenständen, Schulden, schwebenden Geschäften und mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Transaktionen in Fremdwährungen -6,7 Mio €.
Am 30. September 2014 gleicht sich der in Bewertungseinheiten erfasste saldierte Marktwert in Höhe von 4,2 Mio € durch die gegenläufigen Wert- und Zahlungsstromänderungen aus, so dass keine Ineffektivitäten entstanden sind. Bis zum vorgesehenen Ende der Bewertungseinheiten werden sich voraussichtlich gegenläufige Wert- und Zahlungsstromrisiken aufgrund der negativen Korrelation des abgesicherten Risikos von Grund- und Sicherungsgeschäft in vollem Umfang ausgleichen.
Das Nominalvolumen der abgesicherten Rohstoffgeschäfte beträgt 47,3 Mio €.
Die Höhe der mit Bewertungseinheiten abgesicherten Rohstoffrisiken aus schwebenden Geschäften beträgt -7,7 Mio €.
Die abgesicherten Rohstoffgeschäfte weisen aufgrund einer verlässlichen Planung eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit auf. Die gegenläufigen Wertänderungen der Grundgeschäfte und
Sicherungsinstrumente werden sich in der Zukunft voraussichtlich in voller Sicherungshöhe ausgleichen. Die prospektive Effektivität der Sicherungsbeziehung wird durch eine Regressionsanalyse nachgewiesen. Zur rechnerischen Ermittlung des Betrages der bisherigen Unwirksamkeit wird die Dollar Offset-Methode in kumulierter Form angewendet. Ineffektivitäten haben sich zum Bilanzstichtag nicht ergeben.
(16) Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte
Zum 30. September 2014 bestanden für die Beurteilung der Finanzlage der Gesellschaft bedeutsame Geschäfte, die in der Bilanz der Gesellschaft nicht enthalten waren. Folgende Arten von Geschäften waren betroffen:
Factoring
Die Gesellschaft hat im Verbund mit weiteren Konzerngesellschaften der ThyssenKrupp AG am 16. Dezember 2011 einen Vertrag über den Verkauf von Forderungen abgeschlossen. Der Vertrag hat eine Mindestlaufzeit von 5 Jahren. Zum 30. September 2014 belief sich das Nettovolumen der verkauften Forderungen auf 223,0 Mio €. Der Forderungsverkauf dient im Wesentlichen der Verbesserung der Liquiditätslage und Finanzstruktur der Gesellschaft.
Koksabnahmeliefervertrag
Mit der PRUNA Betreiber GmbH wurde ein langfristiger Abnahmevertrag für Koks-, Kuppel- und Nebenprodukte abgeschlossen. Mit dem Vertrag, der eine Laufzeit bis 2019 hat, soll langfristig der wesentliche Teil des Bedarfs der Gesellschaft an Koks sowie an Kuppel- und Nebenprodukten aus der Koksproduktion sichergestellt werden. Die entsprechenden Aufwendungen beliefen sich im Geschäftsjahr 2013/2014 auf 613,8 Mio €.
Auslagerung von betrieblichen Funktionen
Die Gesellschaft hat auf Basis eines Service Agreements wesentliche operative Teilaufgaben in den Bereichen Rechnungswesen/Finanzen, Entgeltabrechnung und IT auf die ThyssenKrupp Business Services GmbH bzw. auf die ThyssenKrupp IT Services GmbH ausgelagert. Die Verträge haben eine unbestimmte Laufzeit. Durch eine unternehmensübergreifende Vereinheitlichung der Prozessabläufe im ThyssenKrupp-Konzern sollen im Wesentlichen Effizienzgewinne erzielt werden. Im Geschäftsjahr 2013/2014 beliefen sich die aus den Vereinbarungen resultierenden Aufwendungen auf insgesamt 20,6 Mio €.
(17) Umsatzerlöse
| Umsatzerlöse nach Produktbereichen Mio € |
2012/2013 | 2013/2014 |
|---|---|---|
| Roheisen | 327,9 | 307,2 |
| Warmband | 2.509,4 | 2.191,0 |
| Grobblech | 1.076,8 | 1.044,0 |
| Feinblech/OV-Produkte | 3.728,0 | 3.583,3 |
| Elektroband | 101,7 | 244,6 |
| Sonstige Umsätze | 363,1 | 350,3 |
| Insgesamt | 8.106,9 | 7.720,4 |
aaaa
| Umsatzerlöse nach Absatzgebieten Mio € |
2012/2013 | 2013/2014 |
|---|---|---|
| Deutschland | 5.868,9 | 5.612,8 |
| Übrige EU-Länder | 1.629,1 | 1.594,7 |
| Übriges Europa/GUS | 162,2 | 144,6 |
| Asien | 122,0 | 110,5 |
| Nordamerika | 92,0 | 108,1 |
| Lateinamerika | 159,3 | 87,9 |
| Übrige Regionen | 73,4 | 63,8 |
| Insgesamt | 8.106,9 | 7.720,4 |
(18) Sonstige betriebliche Erträge
| Mio € | 2012/2013 | 2013/2014 |
|---|---|---|
| Erträge aus Dienstleistungen | 181,3 | 173,5 |
| Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 8,9 | 60,6 |
| Erträge aus Emissionsrechten/Energieabrechnungen | 82,0 | 21,0 |
| Erträge aus Steuerumlagen von Organgesellschaften | 10,4 | 14,8 |
| Versicherungsentschädigungen | 3,7 | 14,7 |
| Kursgewinne aus der Währungsumrechnung | 11,6 | 10,7 |
| Zuschüsse für Forschung und Entwicklung | 5,5 | 6,4 |
| Erträge aus Konventionalstrafen | 0,0 | 5,5 |
| Erträge aus Zugängen von Vermögensgegenständen des Sachanlagevermögens | 0,0 | 3,2 |
| Erträge aus Abgängen von Vermögensgegenständen des Sachanlagevermögens und aus Abgängen immaterieller Vermögensgegenstände | 4,8 | 0,6 |
| Erträge aus Zuschreibungen des Anlagevermögens | 14,1 | 0,0 |
| Erträge aus der Abrechnung des Konsortiums für Kurssicherung | 1,8 | 0,0 |
| Übrige betriebliche Erträge | 10,0 | 8,9 |
| Insgesamt | 334,1 | 319,9 |
Bei den Erträgen aus Dienstleistungen handelt es sich im Wesentlichen um Weiterberechnungen unterschiedlichster Art an fremde Dritte sowie verbundene Unternehmen. Die für die Erbringung der Leistungen angefallenen Aufwendungen sind im Wesentlichen unter den Personalaufwendungen und den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.
Aus der rückwirkenden Anwendung des IDW RS HFA 3 auf bereits bestehende Altersteilzeitverhältnisse resultieren Sonstige betriebliche Erträge in Höhe von 3,3 Mio €, die die Auflösung von Rückstellungen für Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen zum 30. September 2014 betreffen.
Von den Sonstigen betrieblichen Erträgen sind 64,7 (i. Vj. 32,5) Mio € anderen Geschäftsjahren zuzuordnen.
(19) Materialaufwand
| Mio € | 2012/2013 | 2013/2014 |
|---|---|---|
| Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren | 5.658,4 | 5.141,9 |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen | 656,9 | 622,1 |
| Insgesamt | 6.315,3 | 5.764,0 |
Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren betreffen die Aufwendungen für Eisenträger, Brennstoffe und Energien, Betriebsmaterial, bestimmte Reserveteile und Werksgeräte sowie den sonstigen Stoffverbrauch.
Die Aufwendungen für bezogene Leistungen beinhalten überwiegend Fremdleistungen, die unmittelbar oder mittelbar der Herstellung von Erzeugnissen dienen.
(20) Personalaufwand
| Mio € | 2012/2013 | 2013/2014 |
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 1.070,9 | 1.069,7 |
| Soziale Abgaben | 183,6 | 190,4 |
| Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung | 69,6 | 64,6 |
| Insgesamt | 1.324,1 | 1.324,7 |
Von den Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung entfallen 63,5 (i. Vj. 67,6) Mio € auf Altersversorgungsaufwendungen.
(21) Mitarbeiter
| Durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer | 2012/2013 | 2013/2014 |
|---|---|---|
| Arbeiter | 11.567 | 11.732 |
| Angestellte | 6.552 | 6.624 |
| Auszubildende | 1.266 | 1.148 |
| Insgesamt | 19.385 | 19.504 |
(22) Sonstige betriebliche Aufwendungen
| Mio € | 2012/2013 | 2013/2014 |
|---|---|---|
| Aufwendungen für Verkaufsfrachten | 198,5 | 214,4 |
| Aufwendungen für sächliche Verwaltungs- und Vertriebsaufwendungen | 129,4 | 132,7 |
| Aufwendungen für Betriebsführungs- und -pachtentgelte | 69,0 | 63,2 |
| Aufwendungen für Konzernmarke ThyssenKrupp | 40,7 | 38,7 |
| Aufwendungen aus Abgängen von Vermögensgegenständen des Sachanlagevermögens und aus Abgängen immaterieller Vermögensgegenstände | 16,1 | 25,5 |
| Aufwendungen für Versicherungsprämien | 21,9 | 20,9 |
| Kursverluste aus der Währungsumrechnung | 6,3 | 18,1 |
| Wirtschaftliche und technische Beratungskosten | 10,3 | 11,7 |
| Aufwendungen aus der Zuführung zu sonstigen Rückstellungen | 75,4 | 8,9 |
| Sonstige Steuern | 6,8 | 7,0 |
| Aufwendungen aus der Abrechnung des Konsortiums für Kurssicherung | 0,0 | 6,4 |
| Notarkosten | 2,9 | 4,0 |
| Übrige betriebliche Aufwendungen | 14,4 | 15,3 |
| Insgesamt | 591,7 | 566,8 |
Die Aufwendungen für sächliche Verwaltungs- und Vertriebsaufwendungen betreffen insbesondere Dienstleistungen, Reise- und Repräsentationsaufwendungen sowie Beiträge.
Von den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind 25,5 (i. Vj. 16,1) Mio € anderen Geschäftsjahren zuzuordnen.
(23) Beteiligungsergebnis
| Mio € | 2012/2013 | 2013/2014 |
|---|---|---|
| Erträge aus Gewinnabführungsverträgen | 57,2 | 75,7 |
| (davon aus verbundenen Unternehmen) | (57,2) | (75,7) |
| Aufwendungen aus Verlustübernahme | 11,5 | 8,2 |
| (davon aus verbundenen Unternehmen) | (11,5) | (8,2) |
| Erträge aus Beteiligungen | 73,4 | 63,8 |
| (davon aus verbundenen Unternehmen) | (17,6) | (12,9) |
| Insgesamt | 119,1 | 131,3 |
Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen betreffen überwiegend die Hoesch Hohenlimburg GmbH, Hagen und die Rasselstein Verwaltungs GmbH, Neuwied. Die Aufwendungen aus Verlustübernahme betreffen im Wesentlichen die ThyssenKrupp Electrical Steel Verwaltungsgesellschaft mbH, Gelsenkirchen.
Von den Erträgen aus Beteiligungen entfallen 46,1 Mio € auf die TKAS Auto Steel Company Limited, Dalian, China und 11,6 Mio € auf die Eisen- und Hüttenwerke AG, Andernach.
(24) Zinsergebnis
| Mio € | 2012/2013 | 2013/2014 |
|---|---|---|
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 3,9 | 6,0 |
| (davon aus verbundenen Unternehmen) | (3,8) | (5,4) |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 63,0 | 69,6 |
| (davon an verbundene Unternehmen) | (0,5) | (1,4) |
| Insgesamt | -59,1 | -63,6 |
Aus der Aufzinsung langfristiger Rückstellungen sind Aufwendungen in Höhe von 64,7 (i. Vj. 61,7) Mio € in den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen enthalten.
(25) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beinhalten die Körperschaftsteuer und den Solidaritätszuschlag auf die Garantiedividende der Deutsche Bank AG sowie ausländische ertragsabhängige Steuern.
Seit dem Geschäftsjahr 2013/2014 wird auf die Erhebung von Ertragsteuerumlagen verzichtet.
Latente Steuern werden beim Organträger berücksichtigt.
(26) Gesamthonorar des Abschlussprüfers
Die ThyssenKrupp Steel Europe AG ist in den Konzernabschluss der ThyssenKrupp AG einbezogen. Das vom Abschlussprüfer der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2013/2014 berechnete Gesamthonorar ist, aufgeschlüsselt nach Abschlussprüferleistungen, anderen Bestätigungsleistungen, Steuerberatungsleistungen und sonstigen Leistungen, in der entsprechenden Angabe im Anhang des Konzernabschlusses der ThyssenKrupp AG enthalten.
(27) Tätigkeitsbereich im Sinne von § 6b Abs. 3 EnWG
Nach § 6b Abs. 3 EnWG wurde für den Tätigkeitsbereich Elektrizitätsverteilung ein Abschluss erstellt.
(28) Bezüge des Aufsichtsrats und des Vorstands, Kredite, Haftungsverhältnisse
Die Gesamtbezüge früherer Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2013/2014 beliefen sich auf 1,4 Mio €; für Pensionsverpflichtungen gegenüber diesem Personenkreis sind 16,9 Mio € zurückgestellt.
Für die Vergütung an den Aufsichtsrat wurden 0,2 Mio € für das Geschäftsjahr 2013/2014 passiviert.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands sind auf den nachfolgenden Seiten angegeben.
Duisburg, am 14. November 2014
ThyssenKrupp Steel Europe AG
Vorstand
Goss (Vorsitzender/Finanzen)
Eichelkraut (Produktion)
Fischer (Vertrieb & Innovation))
Schlenz (Personal & Soziales)
PERSONALIEN
Aufsichtsrat
Dr. Heinrich Hiesinger
Vorsitzender
Vorsitzender des Vorstands der ThyssenKrupp AG
Detlef Wetzel
stellv. Vorsitzender
2. Vorsitzender der IG Metall
Günter Back
Kraftfahrzeugmechaniker
Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats
der ThyssenKrupp Steel Europe AG
und Vorsitzender der Betriebsräte-Arbeitsgemeinschaft
ThyssenKrupp Steel Europe
Dr. Franz Bartscherer
ehem. Mitglied der Geschäftsführung der
ThyssenKrupp Risk and Insurance Services GmbH
Prof. Dr. Diethard Bergers
Inhaber des Lehrstuhls für Produktionstechnologie
und Produktentwicklung an der Universität Duisburg-Essen
Prof. Dr. Gerhard Bosch
Geschäftsführender Direktor
Institut Arbeit und Qualifikation an der Universität Duisburg-Essen
Oliver Burkhard
Mitglied des Vorstands der ThyssenKrupp AG
Premal A. Desai
Head of Corporate Function Strategy, Markets & Development
ThyssenKrupp AG
Reinhard Dombre
ehem. Sekretär beim DGB-Bundesvorstand
Thomas Empelmann
Head of Corporate Function Corporate Finance
ThyssenKrupp AG
Uwe Fink
Politischer Sekretär beim Vorstand der IG Metall
Stefan Gesing
Head of Corporate Function Controlling, Accounting & Risk
ThyssenKrupp AG
Werner von Häfen
Walzwerker
Vorsitzender des Betriebsrats Duisburg-Hüttenheim der ThyssenKrupp Steel Europe AG
Dr. Eberhard Heinke
Präsident der Landeszentralbank in Nordrhein-Westfalen i. R.
ehem. Vorsitzender des Vorstands
Westdeutsche Genossenschafts-Zentralbank
Dr. Detlef Hunsdiek
Head of Corporate Function People Development & Executives Management
ThyssenKrupp AG
Thomas Kadelka
Corporate Function Taxes & Customs ThyssenKrupp AG
Wolfgang Otto
Großhandelskaufmann
Vorsitzender des Betriebsrats Siegerland der ThyssenKrupp Steel Europe AG
Klaus-Peter Pachulski
bis 30.04.2014
Starkstromelektriker
Vorsitzender des Betriebsrats Bochum der ThyssenKrupp Steel Europe AG
Harald Pfennig
ab 07.05.2014
Vulkaniseur
Vorsitzender des Betriebsrats Bochum der ThyssenKrupp Steel Europe AG
Dr. Wilhelm D. Schäffer
Staatssekretär im Ministerium für Arbeit,
Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen
Marie Seyboth
Justiziarin und Abteilungsleiterin Mitbestimmungspolitik
beim DGB-Bundesvorstand
Ilona Stumm
Vorsitzende der Geschäftsführung der
ThyssenKrupp Risk and Insurance Services GmbH
Ausschüsse des Aufsichtsrats
Präsidium
Dr. Heinrich Hiesinger
Vorsitzender
Detlef Wetzel
stellv. Vorsitzender
Günter Back
Oliver Burkhard
Dr. Eberhard Heinke
Personalausschuss
Dr. Heinrich Hiesinger
Vorsitzender
Detlef Wetzel
stellv. Vorsitzender
Dr. Eberhard Heinke
Vorstand
Andreas J. Goss
ab 01.06.2014 Vorsitzender
Dr. Herbert Eichelkraut
Dr. Heribert R. Fischer
Thomas Schlenz
ANTEILSVERZEICHNIS DER THYSSENKRUPP STEEL EUROPE AG
(Stand 30.09.2014)
Das Verzeichnis der ThyssenKrupp Steel Europe AG entspricht § 285 Nr. 11 in Verbindung mit § 286 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 HGB. Die Anteile am Kapital verstehen sich auf den Anteil der ThyssenKrupp Steel Europe AG bzw. eines oder mehrerer von ihr abhängiger Unternehmen. Bei Gewinnabführungsverträgen sind die Ergebnisse nach Abführung angegeben.
| Name und Sitz | Eigenkapital Mio € bzw. Fremdwährung |
Ergebnis Mio € bzw. Fremdwährung |
Anteil am Kapital % |
|
|---|---|---|---|---|
| VERBUNDENE UNTERNEHMEN (§ 271 Abs. 2 HGB) | ||||
| 1 Becker & Co. GmbH, Neuwied | 2,3 | *) | 100,00 | |
| 2 Eisen- und Hüttenwerke AG, Andernach | 141,4 | 16,3 | 87,98 | |
| 3 Ertsoverslagbedrijf Europoort C.V., Rotterdam, Niederlande | 13,7 | 7,5 | 24,75 | |
| 4 Hoesch Hohenlimburg GmbH, Hagen | 48,1 | *) | 99,50 | |
| 5 Rasselstein Verwaltungs GmbH, Neuwied | 130,7 | *) | 100,00 | |
| 6 ThyssenKrupp Aceros y Servicios S.A., Santiago, Chile | CLP | 21.725,0 | 0,0 | 100,00 |
| 7 ThyssenKrupp Comercial Colombia S.A.S., Bogota, Kolumbien | COP | 13.761,9 | 0,0 | 100,00 |
| 8 ThyssenKrupp Electrical Steel GmbH, Gelsenkirchen | 96,6 | *) | 87,62 | |
| 9 ThyssenKrupp Electrical Steel India Private Ltd., Mumbai/Nashik, Indien | INR | 3.177,4 | -606,8 | 87,62 |
| 10 ThyssenKrupp Electrical Steel Verwaltungsgesellschaft mbH, Gelsenkirchen | 55,0 | *) | 100,00 | |
| 11 ThyssenKrupp Galmed, S.A., Sagunto, Spanien | 48,2 | 0,6 | 25,00 | |
| 12 ThyssenKrupp Materials de Mèxico, S.A. de C.V. Puebla, Mexiko | MXN | 1.072,8 | 117,5 | 28,05 |
| 13 ThyssenKrupp Rasselstein GmbH, Andernach | 247,0 | *) | 99,50 | |
| ANDERE BETEILIGUNGEN (§ 271 Abs. 1 HGB) | ||||
| 14 Arsol Aromatics GmbH & Co. KG, Gelsenkirchen | 15,8 | 9,6 | 21,71 1) | |
| 15 CEMEX HüttenZement GmbH, Dortmund | 11,1 | 4,7 **) | 25,01 1) | |
| 16 Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH, Duisburg | 363,4 | 0,0 | 50,00 1) | |
| 17 TKAS Auto Steel Company Limited, Dalian, China | CNY | 2.603,3 | 833,8 | 50,00 1) |
| 18 UnionStahl Holding GmbH, Duisburg | 4,1 | 1,8 | 36,60 1) | |
| 19 Walzen-Service-Center GmbH, Oberhausen | 2,6 | 1,6 | 50,00 2) |
1) Die Angaben zum Eigenkapital und Ergebnis dieser Gesellschaften betreffen das Geschäftsjahr 01.01.2013 - 31.12.2013.
2) Die Angaben zum Eigenkapital und Ergebnis dieser Gesellschaft betreffen das Geschäftsjahr 01.10.2012 - 30.09.2013.
*) Mit dieser Gesellschaft besteht ein Gewinnabführungsvertrag.
**) Ausgleichszahlung an ThyssenKrupp Steel Europe AG. Daneben besteht ein Gewinnabführungsvertrag zwischen der CEMEX HüttenZement GmbH und der Cemex Deutschland AG.
Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers
Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der ThyssenKrupp Steel Europe AG, Duisburg, für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2013 bis 30. September 2014 geprüft. Nach § 6b Abs. 5 EnWG umfasste die Prüfung auch die Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG, wonach für die Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 EnWG getrennte Konten zu führen und Tätigkeitsabschlüsse aufzustellen sind. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften sowie die Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht sowie über die Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG abzugeben.
Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden und dass mit hinreichender Sicherheit beurteilt werden kann, ob die Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG in allen wesentlichen Belangen erfüllt sind. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht sowie für die Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands, die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts sowie die Beurteilung, ob die Wertansätze und die Zuordnung der Konten nach § 6b Abs. 3 EnWG sachgerecht und nachvollziehbar erfolgt sind und der Grundsatz der Stetigkeit beachtet wurde. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung des Jahresabschlusses unter Einbeziehung der Buchführung und des Lageberichts hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Die Prüfung der Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG, wonach für die Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 EnWG getrennte Konten zu führen und Tätigkeitsabschlüsse aufzustellen sind, hat zu keinen Einwendungen geführt.
Essen, den 17. November 2014
**PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Thomas Tandetzki, Wirtschaftsprüfer
ppa. Holger Brauner, Wirtschaftsprüfer
Auf einen Blick
ThyssenKrup Steel Europe AG
| Geschäftsjahr | 2011/2012 | 2012/2013 | 2013/2014 | |
|---|---|---|---|---|
| Umsatz | Mio € | 8.988 | 8.107 | 7.720 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| hiervon mit Kunden im Ausland | % | 27 | 28 | 27 |
| Produktion | ||||
| Rohstahl 1) | 1.000 t | 11.860 | 11.646 | 12.249 |
| Walzstahl 2) | 1.000 t | 11.681 | 11.058 | 11.033 |
| Mitarbeiter (Durchschnitt) | 18.846 | 19.385 | 19.504 | |
| Personalaufwand | Mio € | 1.181 | 1.324 | 1.325 |
| Bilanzsumme | Mio € | 4.251 | 4.422 | 4.306 |
| Eigenkapital | Mio € | 1.464 | 1.390 | 1.390 |
| Anlagevermögen (netto) | Mio € | 1.837 | 1.795 | 1.771 |
| Sachinvestitionen 3) | Mio € | 275 | 255 | 255 |
| Abschreibungen 4) | Mio € | 303 | 304 | 277 |
| Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit | Mio € | 315 | 263 | 550 |
| Ergebnis der gewöhnlichen | ||||
| Geschäftstätigkeit | Mio € | 250 | -19 | 187 |
| Jahresüberschuss/-fehlbetrag | Mio € | - | -74 | - |
1) einschließlich Produktionsanteil Hüttenwerke Krupp Mannesmann
2) einschließlich Lohnwalzungen
3) einschließlich Investitionen in Immaterielle Vermögensgegenstände
4) einschließlich Abschreibungen auf Finanzanlagen
Bericht des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat ist vom Vorstand regelmäßig schriftlich und mündlich über die Lage und Entwicklung der ThyssenKrupp Steel Europe AG sowie über alle wichtigen Geschäftsvorfälle unterrichtet worden. Alle Maßnahmen des Vorstands, die nach Gesetz und Satzung der Zustimmung des Aufsichtsrats bedurften, wurden ihm zur Beschlussfassung vorgelegt.
Im Geschäftsjahr 2013/2014 fanden zwei ordentliche und eine außerordentliche Sitzung des Aufsichtsrats statt.
Schwerpunkte der Beratungen im Aufsichtsrat
Regelmäßiger Bestandteil der Beratungen im Aufsichtsrat war die Unterrichtung über die aktuelle Unternehmenslage. Der Vorstand informierte ausführlich über die Entwicklung der Rohstoffsituation, des Absatzes, der Beschäftigung, des Ergebnisses und der Finanzen sowie die Umsetzung der Kostensenkungsprogramme. Dabei wurden Soll-Ist-Vergleiche mit der Jahresplanung einbezogen.
In der Sitzung vom 28. November 2013 befasste sich der Aufsichtsrat mit dem zwar noch nicht förmlich aufgestellten und testierten, inhaltlich aber abgeschlossenen Jahresabschluss der ThyssenKrupp Steel Europe AG zum 30. September 2013. Nach entsprechender Präsentation des konsolidierten Abschlusses für die Business Area Steel Europe nach IFRS, des Jahresabschlusses der ThyssenKrupp Steel Europe AG nach HGB sowie der Darstellung der Risikoinventur zum 30. September 2013 und entsprechender Diskussion beschloss der Aufsichtsrat, nach förmlicher Aufstellung, Prüfung und Testierung des Jahresabschlusses 2012/2013 im Rahmen einer außerordentlichen Sitzung über die Billigung zu entscheiden.
Daneben informierte der Vorstand den Aufsichtsrat über die Konjunktur in der Gesamtwirtschaft und auf den Stahlmärkten und die aktuelle Geschäftsentwicklung in der Business Area Steel Europe. Zudem wurde der Status der Anlagen der Werke in Brasilien und den USA sowie ausführlich die Fortschritte in den Bereichen Kostensenkungsinitiativen und Kundenorientierung im Projekt „Best-in-Class Reloaded" vorgestellt. Der Aufsichtsrat stimmte der Investitionsabrechnung per 30. September 2013 und der Investitionsplanung für das Geschäftsjahr 2013/2014 sowie der Finanzierung zu.
In der außerordentlichen Sitzung vom 9. Dezember 2013 befasste sich der Aufsichtsrat mit der Feststellung des Jahresabschlusses der ThyssenKrupp Steel Europe AG zum 30. September 2013, der mit Ausnahme kleinerer, durch den Vorstand erläuterter Ergänzungen im Anhang keine Änderungen gegenüber der bereits in der Sitzung am 28. November 2013 vorgestellten und besprochenen Fassung enthielt. Der geprüfte und testierte Jahresabschluss 2012/2013 wurde vom Aufsichtsrat gebilligt und damit festgestellt. Der Aufsichtsrat stimmte der vorgelegten Fassung des Berichts des Aufsichtsrats zu.
Auch in der Sitzung am 7. Mai 2014 gab der Vorstand dem Gremium zunächst einen Überblick über die Konjunktur in der Gesamtwirtschaft und auf den Stahlmärkten sowie die aktuelle Geschäftslage in der Business Area Steel Europe, bevor er detailliert über das Risikopotenzial aus Umlagen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz, dem Stand des diesbezüglichen Gesetzgebungsverfahrens sowie zur Unfallquote bei ThyssenKrupp Steel Europe informierte. Ferner gab der Vorstand einen Überblick über den Stand des Projekts „Best-in-Class Reloaded" mit den Schwerpunkten Kostensenkungsinitiativen und Kundenorientierung. Hieran schloss sich ein Bericht zur wirtschaftlichen Lage in Brasilien, zum Status der Produktion in dem dortigen Werk, zur Entwicklung des Brammenversands und zu wesentlichen Kennzahlen der Business Area Steel Americas an.
Der Aufsichtsrat erteilte den Prüfungsauftrag an PwC PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, als Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2013/2014 und ermächtigte den Aufsichtsratsvorsitzenden zum Abschluss des entsprechenden Vertrages.
Jahresabschlussprüfung 2013/2014
Der Jahresabschluss ist unter Einbeziehung der Buchführung durch die PwC PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft worden. Die Prüfung ergab keine Beanstandungen und wurde mit der Erteilung des uneingeschränkten Bestätigungsvermerks abgeschlossen. Der Prüfungsbericht ist jedem Aufsichtsratsmitglied ausgehändigt worden. Der Abschlussprüfer nahm an der Aufsichtsratssitzung teil, in welcher der Jahresabschluss festgestellt wurde, und berichtete über wesentliche Ergebnisse der Prüfung.
Dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer stimmt der Aufsichtsrat zu; er hat nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen Prüfung keine Einwendungen gegen den Jahresabschluss. Am 3. Dezember 2014 wurde der Jahresabschluss durch den Aufsichtsrat gebilligt und damit festgestellt.
Besetzung von Aufsichtsrat und Vorstand
Aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden ist Klaus-Peter Pachulski. Der Aufsichtsrat spricht Herrn Pachulski Dank und Anerkennung für sein Engagement im Interesse des Unternehmens aus. Neu bestellt wurde durch gerichtlichen Beschluss vom 2. Mai 2014 Harald Pfennig.
In der Sitzung vom 28. November 2013 beschloss der Aufsichtsrat die Verlängerung der Bestellung von Dr. Heribert R. Fischer zum Mitglied des Vorstands für den Zeitraum vom 1. Oktober 2014 bis zum 30. September 2019.
In der Sitzung vom 7. Mai 2014 ernannte der Aufsichtsrat Andreas J. Goss mit Wirkung zum 1. Juni 2014 für die Dauer seiner aktuellen Amtszeit bis zum 30. September 2015 zum Vorsitzenden des Vorstands.
Vorstand, Betriebsräte, Unternehmenssprecherausschuss und Mitarbeiter haben im Geschäftsjahr 2013/2014 engagiert und verantwortungsbewusst zusammengearbeitet und damit zur erfolgreichen Entwicklung des Unternehmens beigetragen. Der Aufsichtsrat spricht ihnen dafür seinen Dank und seine Anerkennung aus.
Der Aufsichtsrat
Dr. Heinrich Hiesinger, Vorsitzender