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thyssenkrupp AG Annual Report 2020

Mar 11, 2021

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Annual Report

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Publication

thyssenkrupp AG

Duisburg und Essen

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2019 bis zum 30.09.2020

Konzernlagebericht 1. Oktober 2019 - 30. September 2020

- mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst -

Vorbemerkungen

Zusammengefasster Lagebericht

Der vorliegende Lagebericht fasst den Lagebericht der thyssenkrupp-Gruppe und den Lagebericht der thyssenkrupp AG zusammen. Wir berichten darin über den Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses sowie über die Lage und die voraussichtliche Entwicklung der Gruppe und der thyssenkrupp AG. Die Informationen zur thyssenkrupp AG sind im Wirtschaftsbericht in einem eigenen Abschnitt mit Angaben nach HGB enthalten. Der Deutsche Rechnungslegungsstandard 20 (DRS 20) "Konzernlagebericht" wurde angewendet. Auf Grundlage der seit Jahren integrierten Berichterstattung wurde die zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 289b HGB in den zusammengefassten Lagebericht aufgenommen. Eine Übersichtstabelle ist im Kapitel "Übersicht der nichtfinanziellen Angaben" zu finden.

Die Berichterstattung folgt dem internen Steuerungskonzept von thyssenkrupp.

Im Zuge der strategischen Neuausrichtung wurden bestimmte Geschäfte für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 organisatorisch neu abgegrenzt. In diesem Zusammenhang konzentriert sich Components Technology seit dem 1. Oktober 2019 auf das Automobilgeschäft und wurde in Automotive Technology umbenannt. Neu hinzu gekommen ist System Engineering, das u. a. Produktionsstraßen für die Automobilindustrie entwickelt und bis zum 30. September 2019 zu Industrial Solutions gehörte. Die Großwälzlager und das Schmiedegeschäft wurden aus Components Technology herausgelöst. Die Berichterstattung der beiden Einheiten erfolgt unter Industrial Components. Industrial Solutions wurde in Plant Technology umbenannt; darin befinden sich die Geschäfte mit Chemie-Anlagen, Zement-Anlagen sowie Anlagen und Ausrüstung im Bereich Mining. Die Verwaltungseinheiten von Corporate und den Regionen werden als Corporate Headquarters dargestellt. Daneben werden die Einheiten der Service Units und Special Units zusammengefasst mit Konsolidierungssachverhalten und in der neuen Berichtszeile "Überleitung" separat abgebildet.

Darstellung und Ausweis der entsprechenden Vorperiode wurden unter Berücksichtigung der zuvor genannten Änderungen entsprechend angepasst.

Darüber hinaus hat thyssenkrupp Ende Februar 2020 mit einem Bieterkonsortium um Advent International und Cinven eine Vereinbarung zum vollständigen Verkauf seines Aufzuggeschäfts Elevator Technology unterzeichnet. Nach Freigabe durch die zuständigen Behörden ist der Vollzug der Transaktion (Closing) verbunden mit der Entkonsolidierung von Elevator Technology am 31. Juli 2020 erfolgt. Die Transaktion erfüllt die Kriterien von IFRS 5 für einen Ausweis von Elevator Technology als nicht fortgeführte Aktivität. Sie umfasst Elevator Technology und einzelne Einheiten aus Corporate Headquarters. Gemäß IFRS 5 werden für die nicht fortgeführten Aufzugaktivitäten in der aktuellen Berichtsperiode bis zur Entkonsolidierung von Elevator Technology alle Aufwendungen und Erträge separat in der Gewinn- und Verlustrechnung und alle Cashflows separat in der Kapitalflussrechnung ausgewiesen und der Vorperiodenausweis entsprechend angepasst. Infolge des Ende Juli 2020 erfolgten Verkaufs entfällt der ansonsten in der Bilanz zum aktuellen Stichtag vorzunehmende Ausweis der auf Elevator Technology entfallenden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Mit der Klassifizierung als nicht fortgeführte Aktivität werden langfristige Vermögenswerte nicht mehr planmäßig abgeschrieben; der Effekt hieraus beläuft sich auf 83 Mio € für den Zeitraum von Ende Februar 2020 bis Ende Juli 2020 (vor Steuern).

Im Zuge der Veräußerung des Aufzuggeschäfts Elevator Technology am 31. Juli 2020 hält thyssenkrupp eine Rückbeteiligung, die Bestandteil der für den Verkauf erhaltenen Gegenleistung war. Die Rückbeteiligung wurde bis zum Ende des Geschäftsjahres 2019 / 2020 innerhalb der Special Units berücksichtigt. Zu weiteren Einzelheiten hinsichtlich der Rückbeteiligung vgl. auch Anhang-Nr. 03 (Nicht fortgeführte Aktivitäten) und Anhang-Nr. 24 (Segmentberichterstattung).

Darüber hinaus werden im Zuge der strategischen Neuausrichtung die thyssenkrupp AG und ihre Tochterunternehmen in diesem Lagebericht nicht mehr als "Konzern", sondern als "Gruppe" bezeichnet. Die Gruppe umfasst dabei unverändert den rechtlichen Konsolidierungskreis. Zudem werden die bisherigen Business Areas seit dem 4. Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres als "Segmente" bezeichnet.

Die weiterführenden Links sind, sofern nicht anderweitig angegeben, nicht Bestandteil des Lageberichts.

Grundlagen der Gruppe

Profil und Organisation

Leistungsversprechen

Als international aufgestellte Unternehmensgruppe mit weitgehend selbständigen Industrie- und Technologiegeschäften möchten wir mit unserem umfassenden Technologie-Know-how hochwertige Produkte sowie intelligente industrielle Verfahren und Dienstleistungen entwickeln. Unter einer starken Dachmarke wollen wir mit unseren Produkten und Services einen wichtigen Beitrag für eine bessere und nachhaltige Zukunft leisten. Unser Markenversprechen bringen wir in unserem Claim "engineering.tomorrow.together." auf den Punkt. Gemeinsam mit unseren Kunden möchten wir dank unserer Technologien und Innovationen wirtschaftliche und ressourcenschonende Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft erarbeiten. Unser Ziel dabei ist, eine effiziente Nutzung von Ressourcen zu ermöglichen und Konsum- und Industriegüter umweltschonender zu produzieren. Vielfalt und globale Vernetzung zeichnen thyssenkrupp aus. Wir wollen Leistungsorientierung mit unternehmerischer und sozialer Verantwortung verbinden.

Den hohen Anspruch an uns selbst und unsere gemeinsamen Werte haben wir in unserem Leitbild festgehalten; Sie finden es auf unserer Website.

▷ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Unternehmenskultur

Organisations- und Führungsstruktur

Unsere Geschäftsaktivitäten waren im abgelaufenen Geschäftsjahr in sieben Business Areas gebündelt, die im Zuge des Veränderungsprozesses von thyssenkrupp seit dem 4. Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres als Segmente bezeichnet werden: Automotive Technology, Industrial Components, Elevator Technology, Plant Technology, Marine Systems, Materials Services sowie Steel Europe. Die Verwaltungseinheiten von Corporate und den Regionen werden als Corporate Headquarters dargestellt. Daneben sind die Einheiten der Service Units und Special Units (einschließlich der Elevator Rückbeteiligung) zusammengefasst mit Konsolidierungssachverhalten in der Berichtszeile "Überleitung" separat abgebildet. Details dazu finden Sie im Kapitel "Wirtschaftsbericht", Abschnitt "Bereich Corporate Headquarters der thyssenkrupp AG".

Mit der Unterzeichnung einer Vereinbarung zum Verkauf des Aufzuggeschäfts an ein Bieterkonsortium um Advent International und Cinven im Februar 2020 wird Elevator Technology als "nicht fortgeführte Aktivität" ausgewiesen. Die Transaktion wurde am 31. Juli 2020 vollzogen (Closing). Weitere Details zur bilanziellen Behandlung im Konzernabschluss finden Sie im Kapitel "Vorbemerkungen" sowie im Konzernanhang.

60

Für den Abschluss der Gruppe konsolidieren wir Gesellschaften aus 60 Ländern.

Die Segmente sind grundsätzlich in Business Units und weiter in Operating Units untergliedert. Marine Systems sowie die im Segment Industrial Components zusammengefassten Großwälzlager (Bearings) und das Schmiedegeschäft (Forged Technologies) werden als Business Units unmittelbar von der thyssenkrupp AG geführt. Zum 30. September 2020 sind in den Gruppenabschluss 331 Unternehmen sowie 22 Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bewertet werden, einbezogen; insgesamt konsolidieren wir Gesellschaften aus 60 Ländern.

THYSSENKRUPP-GRUPPE

1) Separate Führung als Business Unit durch die thyssenkrupp AG

2) Nicht fortgeführte Aktivität

thyssenkrupp befindet sich inmitten des im Mai 2019 beschlossenen und im Mai 2020 weiter konkretisierten Umbaus zu einer leistungsstarken "Group of Companies" mit einem schlanken Führungsmodell und einem klar strukturierten Portfolio. Mit zunehmender Portfolioentwicklung und dem verstärkten Fokus auf Performance soll auch die Organisation schrittweise weiterentwickelt werden. Es gilt, eine möglichst schlanke und effiziente Zentrale zu etablieren, Komplexität insbesondere in der Verwaltung zu reduzieren und vor allem operative Managemententscheidungen zu dezentralisieren. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir bei der Umsetzung der neuen Organisationsstruktur bereits Fortschritte erzielt. Die Aufgaben und Zuschnitte der Zentralfunktionen, Regionen und Service-Einheiten wurden angepasst. Die Zentralfunktionen wurden reduziert und einige Aufgaben in die Service-Einheiten verlagert. Die regionalen Zentralen wurden reduziert auf regionale Plattformen mit gesetzlich vorgeschriebenen Governance-Aktivitäten und Dienstleistungen, die von den operativen Geschäften in den jeweiligen Regionen benötigt werden. Die Service-Einheiten werden seit dem 1. Oktober 2020 in den zwei Gesellschaften thyssenkrupp Services GmbH und thyssenkrupp Information Management GmbH gebündelt und sollen mit schlanken Strukturen übergreifende Dienstleistungen für die Geschäfte und die Zentrale erbringen. Das Angebot der Service-Einheiten wurde konsolidiert, um dieses besser auf die Nachfrage unserer Geschäfte abzustimmen.

Mehr darüber erfahren Sie im folgenden Abschnitt "Strategie".

Die strategische Führung der Gruppe liegt weiterhin bei der thyssenkrupp AG. Um die Steuerung des Unternehmens in enger Abstimmung mit den Geschäften zu ermöglichen, haben wir seit Anfang des abgelaufenen Geschäftsjahres das Executive Committee als neues Lenkungsgremium etabliert. Darin sind neben dem Vorstand der thyssenkrupp AG auch die CEOs der Segmente und die Leiter einiger Zentralfunktionen versammelt. Die Entscheidungen des Vorstands können sich so enger an Märkten und Kunden sowie an Technologien, Produkten und geschäftsspezifischen Entwicklungen orientieren.

Strategie

Strategische Neuausrichtung

Im Mai 2019 hat thyssenkrupp eine Neuausrichtung des Unternehmens beschlossen und im Mai 2020 weiter konkretisiert. Kern der neuen Strategie ist der Umbau von thyssenkrupp hin zu einer leistungsstarken "Group of Companies" mit einem schlanken Führungsmodell und einem klar strukturierten Portfolio. Zum einen wird es Unternehmensbereiche geben, deren Potenzial thyssenkrupp allein oder gemeinsam mit Partnern entwickeln wird, und zum anderen Geschäfte, für die vorrangig Entwicklungspfade außerhalb der Gruppe verfolgt werden.

▷ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Strategie

Die Geschäfte sollen sich bestmöglich entwickeln.

Bei dem Veränderungsprozess orientieren wir uns nach wie vor an den drei Schwerpunktthemen: Performance, Portfolio und Organisation. Es sollen die nötigen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit sich die Geschäfte bestmöglich entwickeln und nachhaltige sowie führende Marktpositionen einnehmen können.

Performance

Übergeordnetes Ziel ist die Steigerung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit all unserer Geschäfte. Der grundsätzliche Anspruch an alle Geschäfte ist es, dass sie zu den jeweils Besten in ihrer Branche gehören. Für jede Einheit gilt ein individueller und aus dem Wettbewerb abgeleiteter Profitabilitätsanspruch. Alle Geschäfte müssen zudem mindestens ihre Kapitalkosten verdienen. Alle Ziele müssen konkret und belastbar mit Maßnahmen hinterlegt sein. Die Maßnahmen werden im regelmäßigen Dialog zwischen der Führungsgesellschaft und dezentraler Einheit hinterfragt, gegebenenfalls angepasst und nachgehalten. Die Führungsmannschaft der Geschäfte trägt dabei die volle Ergebnisverantwortung. Die Kapitalallokation innerhalb der Gruppe erfolgt auf Basis des erwarteten Wertbeitrags.

Zu Performance gehört auch, dass wir gruppenweit mehr Fokus auf unsere "Performance-Kultur" legen und mit deutlich mehr Konsequenz dafür sorgen, dass wir unsere Wettbewerbsfähigkeit kontinuierlich verbessern. Dazu gehört auch die Überprüfung unserer Steuerungskennzahlen und -logik sowie der damit zusammenhängenden Vergütungssysteme. Mehr dazu erfahren Sie im Kapitel "Mitarbeiter".
Portfolio

Wir haben das individuelle Entwicklungspotenzial der Geschäfte von thyssenkrupp daraufhin überprüft, in welcher Konstellation die Einheiten die besten Zukunftsperspektiven haben. Kriterien waren dabei die Marktattraktivität und das zukünftige Wertsteigerungspotenzial, das wir heben können. Innerhalb des angestrebten Zielportfolios ("Focus") wollen wir die Profitabilität der Geschäfte steigern ("Improve") und auf dieser neuen Effizienzbasis langfristig wieder profitabel wachsen ("Scale"). Folgende Portfolioentscheidungen wurden getroffen: Bei Materials Services und Industrial Components sieht thyssenkrupp aufgrund der eigenen Marktposition und Wettbewerbsstärke unverändert gutes Entwicklungspotenzial. Diese Geschäfte wird thyssenkrupp auch künftig im Unternehmen aus eigener Kraft weiterentwickeln. Auch Automotive Technology werden wir innerhalb der Gruppe weiterführen. Dem Branchentrend zu übergreifender Zusammenarbeit folgend sind selektiv auch Allianzen oder Entwicklungspartnerschaften vorstellbar. Aufgrund der spezifischen Markt- und Branchensituation bei Steel Europe sowie bei Marine Systems wird thyssenkrupp neben Maßnahmen zur Steigerung der Performance für eine Stand-alone-Entwicklung im Unternehmen parallel auch mögliche Partnerschaften und Konsolidierungsoptionen verfolgen. Um insbesondere der spezifischen Marktsituation beim Stahl gerecht zu werden und den Auswirkungen von Corona zu begegnen, arbeiten wir derzeit an Anpassungen in der Umsetzung der Stahlstrategie 20-30. Dazu gehören auch weitergehende Anstrengungen zur Senkung unserer Kosten. Separat geführt werden diejenigen Geschäfte, für die sich das Unternehmen aus unterschiedlichen Gründen künftig nicht allein als der beste Eigentümer sieht. Diese Einheiten wurden zum 1. Oktober 2020 inzwischen zu einem eigenständigen Segment Multi Tracks zusammengefasst und werden im Sinne eines aktiven Beteiligungsmanagements geführt. Im Einzelnen handelt es sich um: den Anlagenbau, das Edelstahlwerk im italienischen Terni (AST) inklusive der dazugehörigen Vertriebsorganisation, die Antriebs- und Batteriemontage (Powertrain & Battery Solutions), Springs & Stabilizers, Infrastructure sowie Grobblech. In einigen der unter Multi Track geführten Bereiche - u.a. bei der Antriebs- und Batteriemontage und Springs & Stabilizers - wurden zudem Restrukturierungen eingeleitet bzw. werden umgesetzt. Auch die bis zum Ende des Geschäftsjahres 2019 / 2020 unter Special Units berücksichtigte Elevator Rückbeteiligung und das bisher unter Special Services angesiedelte Tech Center thyssenkrupp Carbon Components wird seit dem 1. Oktober 2020 diesem Segment zugeordnet. Beginnend mit dem Bericht zum 1. Quartal des neuen Geschäftsjahrs 2020 / 2021 werden wir in der neuen Struktur berichten.

ZIELBILD - "GROUP OF COMPANIES"

1) Business Units aus ehemaligem Segment Plant Technology: Cement Technologies, Chemical & Process Technologies und Mining Technologies

2) Umhängung aus Segment Materials Services

3) Umhängung aus Segment Automotive Technology

4) Umhängung aus Segment Steel Europe

5) thyssenkrupp Carbon Components

6) Rückbeteiligung TK Elevator

Organisation

Unser Ziel ist es, den Geschäften den Spielraum zu geben, sich bestmöglich auf ihre Kunden und ihre Märkte zu spezialisieren und damit für ihre Produkte und Dienstleistungen ein überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis anzubieten. Wir wollen ein unternehmerisches Klima stärken, das Entscheidungen beschleunigt, Effizienzen steigert und den Kunden in den Mittelpunkt stellt. Das bedeutet mehr unternehmerische Freiheit in den Geschäften, aber auch mehr Eigenverantwortung. Neben der Steuerung der Performance wird sich die Zentrale zukünftig und im Laufe der Umsetzung des Transformationsprozesses der Gruppe zunehmend insbesondere auf die Governance, Portfolioentscheidungen und die Allokation von Investitionsmitteln konzentrieren. Die organisatorische Aufstellung der Gruppe soll agiler und schlanker werden und dadurch auch Kosten reduzieren. Insgesamt soll die effizientere Aufstellung der Organisation die Kostenbasis um bis zu 100 Mio € senken. Auch für die Zentrale und die Service-Einheiten sowie die regionalen Plattformen bedeutet dies, dass diese weiter vereinfacht werden und fortlaufend an die Struktur und Größe der Unternehmensgruppe angepasst werden. Die Zentralfunktionen wurden inzwischen von 15 auf 10 Funktionen verschlankt und die Stellen in der Zentrale bereits deutlich reduziert. Zum 1. Oktober 2020 ist die neue Aufstellung der Service-Einheiten an den Start gegangen. Näheres dazu finden Sie im Abschnitt "Profil und Organisation" und im Kapitel "Mitarbeiter".

Unternehmenssteuerung

Unsere Leistungsindikatoren für Profitabilität, Wertbeitrag und Liquidität, die wir gruppenweit verwenden, bilden die Grundlage für die operativen und strategischen Managemententscheidungen bei thyssenkrupp. Wir verwenden sie, um Ziele zu setzen, den Unternehmenserfolg zu messen und die variable Vergütung der Führungskräfte festzulegen. Die für uns wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren - also die Kernsteuerungsgrößen im Sinne des DRS 20 - sind das Bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Bereinigtes EBIT), der thyssenkrupp Value Added (tkVA) und der Free Cashflow vor M & A (Mergers & Acquisitions) - FCF vor M & A.

Im Zuge des Strategieprozesses definiert der Vorstand auch für die Geschäfte langfristige Ziele. Diese bilden den Rahmen für die kurz- und mittelfristigen finanziellen Ziele; ebenso für die Budget- und Mittelfristplanung, die alle Einheiten erstellen.

THYSSENKRUPP - KERNSTEUERUNGSGRÖSSEN

Bereinigtes EBIT

Das EBIT zeigt die Profitabilität der betrachteten Einheiten. Es enthält alle Bestandteile der Gewinn- und Verlustrechnung, die sich auf die operative Leistung beziehen. Hierzu gehören auch die Erträge und Aufwendungen aus den Teilen des Finanzergebnisses, die als operativ charakterisiert werden können. Das sind unter anderem Erträge und Aufwendungen aus Beteiligungen, die das Unternehmen dauerhaft halten will. Im Zuge der Veräußerung von Elevator Technology hält die thyssenkrupp-Gruppe eine Rückbeteiligung. Diese Rückbeteiligung hat keinen strategischen oder operativen Bezug zu den fortgeführten Aktivitäten. Daher sind die Ergebnisse definitionsgemäß nicht den Bestandteilen des Finanzergebnisses mit operativen Charakter zuzurechnen und folglich nicht im EBIT enthalten. Das Bereinigte EBIT ist das EBIT vor Berücksichtigung von Sondereffekten - also ohne Veräußerungsverluste und -gewinne aus M & A-Transaktionen, Restrukturierungsaufwendungen, Wertminderungsaufwendungen/Zuschreibungen sowie weitere nicht operative Aufwendungen und Erträge. Es ist im Vergleich zum EBIT besser dazu geeignet, die operative Leistung über mehrere Perioden hinweg zu vergleichen.

Das Bereinigte EBIT der Gruppe und der Segmente sowie die Sondereffekte erläutern wir ausführlich in den Abschnitten "Geschäftsentwicklung in der Gruppe" und "Geschäftsverlauf in den Segmenten" des Wirtschaftsberichts. Ebenfalls verweisen wir auf die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 24).

tkVA

Capital Employed x WACC = Kapitalkosten

Der tkVA ist der in einem Berichtsjahr geschaffene Wert. Diese Kennzahl ermöglicht uns, den finanziellen Erfolg von Geschäften mit unterschiedlicher Kapitalintensität zu vergleichen. Der tkVA errechnet sich aus dem EBIT abzüglich der Kapitalkosten für das im operativen Geschäft gebundene Kapital (Capital Employed). Das Capital Employed umfasst im Wesentlichen das Anlagevermögen, die Vorräte und die Forderungen. Hiervon werden bestimmte nicht-zinstragende Passivpositionen wie z.B. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen abgezogen. Um die Kapitalkosten zu ermitteln, wird das Capital Employed mit dem Kapitalkostensatz (WACC) multipliziert: Dieser setzt sich aus dem gewichteten Eigen- und dem Fremdkapitalkostensatz sowie dem Zinssatz für Pensionsrückstellungen zusammen.

Über die Entwicklung des tkVA im Berichtsjahr informieren wir ebenfalls im Abschnitt "Geschäftsentwicklung in der Gruppe".

FCF vor M & A

Der FCF vor M & A ermöglicht eine Beurteilung des Geschäftserfolgs einer Periode unter Liquiditätsgesichtspunkten. Er beziffert den Mittelzufluss oder -abfluss aus operativer Tätigkeit ohne Berücksichtigung von Ein- und Auszahlungen aus wesentlichen Portfoliomaßnahmen. Entsprechend wird er aus dem Operating Cashflow abzüglich des Cashflows aus Investitionstätigkeit ohne Mittelzu- und -abflüsse aus wesentlichen M & A-Transaktionen hergeleitet. Auch dies sorgt für einen direkteren Bezug zum laufenden Geschäft und eine bessere Vergleichbarkeit bei mehrperiodischen Betrachtungen. Mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2019 / 2020 wurde die Definition des FCF vor M & A hinsichtlich der Behandlung von Geschäftsvorfällen gemäß IFRS 16 angepasst. Es werden Leasinggeschäfte wie ein fremdfinanzierter Kauf berücksichtigt und demnach der Zugang des Leasinggegenstandes als direkt zahlungswirksam erfasst.

Eine Überleitungsrechnung und Details zur Entwicklung des FCF vor M & A enthält die Analyse der Kapitalflussrechnung im Abschnitt "Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage".

Definitionsänderung ab 2020 / 2021

Mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2020 / 2021 wird die Definition für das Bereinigte EBIT angepasst. Es erfolgt eine engere Definition von Sondereffekten durch eine striktere Orientierung an der Behandlung gemäß IFRS. Bereinigt werden zukünftig Restrukturierungsaufwendungen, Wertminderungsaufwendungen sowie Veräußerungsgewinne bzw. -verluste.

Ziele

Finanzielle Ziele

Im Zuge der strategischen Neuausrichtung wollen wir thyssenkrupp zu einer leistungsstarken "Group of Companies" mit eigenständigen Geschäften, wettbewerbsfähiger Profitabilität und Cash-flow-Generierung sowie einer schlanken Holding entwickeln.

Unser Ziel ist es, dass thyssenkrupp nachhaltig einen positiven Free Cashflow vor M & A erwirtschaftet und Wert generiert.

Dazu streben wir eine Steigerung der Leistungsfähigkeit aller Geschäfte durch ein konsequentes Performance-Management an. Die Geschäfte sollen hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit zu den jeweils Besten in ihrer Branche gehören und dementsprechend positive Ergebnis- und Cashflow-Beiträge für die Gruppe verdienen. Die Profitabilität wollen wir mindestens auf Wettbewerbsniveau bzw. über Kapitalkosten steigern und auf dieser neuen Effizienzbasis wachsen. Die Kapitalallokation innerhalb der Gruppe soll auf Basis des erwarteten Wertbeitrags erfolgen. Alle Ziele sind konsequent mit konkreten Maßnahmenplänen zu hinterlegen. Die Führungsmannschaft der Geschäfte trägt dabei die volle unternehmerische und Ergebnisverantwortung. Dieser Anspruch ist auch in den Vergütungssystemen der Führungsteams unserer Geschäfte hinterlegt.

Vor dem Hintergrund der derzeit noch nicht verlässlich abschätzbaren Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen - insbesondere kurzfristig - sowie den Realisierungszeitpunkten unserer wesentlichen Portfolio-Maßnahmen, können wir Werte und den Zeitpunkt für das Erreichen dieser Ziele noch nicht verlässlich festlegen.

Mehr Informationen zu unseren Kernsteuerungsgrößen finden Sie in diesem Kapitel im Abschnitt "Unternehmenssteuerung"; mehr zur strategischen Neuausrichtung finden Sie in diesem Kapitel, Abschnitt "Strategie"; Details zur Prognose für das angelaufene Geschäftsjahr entnehmen Sie bitte dem Prognosebericht.

Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele

Unser Nachhaltigkeitsverständnis

Nachhaltigkeit ist ein fester Bestandteil unserer Unternehmensstrategie. Das strategische Nachhaltigkeitsmanagement wird vom Bereich Technology, Innovation & Sustainability koordiniert. Gemeinsam mit anderen Zentralfunktionen und den Segmenten werden kontinuierlich die Anforderungen unserer Stakeholder ermittelt und entsprechende Ziele und Maßnahmen zur Verbesserung unserer Performance entwickelt. Gesteuert werden die Nachhaltigkeitsaktivitäten bei thyssenkrupp vom Sustainability Committee, welches sich aus dem Vorstand unserer Gruppe, den Vorstandsvorsitzenden der Segmente und den Leitern verschiedener Zentralfunktionen zusammensetzt und über Maßnahmen sowie über die sogenannten Indirekt Finanziellen Ziele (IFTs) entscheidet. Die Umsetzung erfolgt durch die Zentralfunktionen und die Segmente, die regelmäßig über den Fortschritt berichten.

Indirekt Finanzielle Ziele zur kontinuierlichen Verbesserung

Das Sustainability Committee hat in den Bereichen Technologie und Innovationen, Umwelt, Klima, Energie sowie Einkauf und Mitarbeiter Indirekt Finanzielle Ziele beschlossen. Für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 wirkt deren Zielerreichung über den sogenannten Nachhaltigkeitsmultiplikator auf die Höhe der einjährigen variablen Vergütung (Short-Term-Incentive) des thyssenkrupp Vorstandes und der Vorstände der Segmente (näheres dazu auch im Vergütungsbericht). Die IFTs zur Einführung von Umwelt- und Energiemanagementsystemen wurden erreicht. Die Zielsetzung für Energieeffizienz wurde übertroffen. Die F&E-Quote fällt aufgrund des Verkaufs von Elevator Technology, des Umsatzrückgangs sowie aufgrund von Wertberichtigungen vergleichsweise höher aus. Der Anteil der Frauen in Führungspositionen wurde kontinuierlich gesteigert, die Zielvorgabe wurde jedoch um 3,8 % Punkte verfehlt. Die Anzahl der durchgeführten Nachhaltigkeitsaudits lag insbesondere aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie unter dem geplanten Zielwert. Die Unfallhäufigkeitsrate konnte, basierend auf dem bereinigten Vorjahreswert von 3,0 bezogen auf die fortgeführten Aktivitäten, leicht verbessert werden.

ÜBERSICHT INDIREKT FINANZIELLE ZIELE

Gruppe 1) Stand 30.09.2019 2) Stand 30.09.2020 2) Veränderung Kapitel
Jährliche Energieeffizienzgewinne von 150 GWh in 2019 / 2020 GWh 316 215 - Klima, Energie, Umwelt
100 % der relevanten Aktivitäten bis 2019 / 2020 mit Energiemanagement nach ISO 50001 abgedeckt % 100 100 + 0 %-Pkte. Klima, Energie, Umwelt
100 % der relevanten Aktivitäten bis 2019 / 2020 mit Umweltmanagement nach ISO 14001 abgedeckt % 93 100 + 7 %-Pkt. Klima, Energie, Umwelt
Bereinigte F&E-Quote von nachhaltig rund 2,5 % % 3,1 4,0 - Technologie und Innovationen
Bis 2019 / 2020 Anteil von Frauen in Führungspositionen von 15 % % 12,5 11,2 - 1,3 %-Pkte. Mitarbeiter
2,0 Unfallhäufigkeit pro 1 Mio Arbeitsstunden bis 2020 / 2021 und jedes Jahr eine Verbesserung von mind. 10 % Unfälle pro 1 Mio Arbeitsstunden 3,0 2,9 - 3 % Mitarbeiter
Jährlich 100 Nachhaltigkeitsaudits bei Lieferanten 123 86 - 30 % Einkauf

1) Ursprüngliche Zielvereinbarung auf Gruppenebene inklusive Elevator Technology

2) Auf vergleichbarer Basis ohne Elevator Technology

Für das kommende Berichtsjahr streben wir Energieeffizienzgewinne in Höhe von mindestens 80 GWh an. Die IFTs zur F&E-Quote und Unfallhäufigkeit werden aufgrund des Verkaufs von Elevator Technology entsprechend angepasst; die bereinigte F&E-Quote soll zukünftig bei nachhaltig rund 3,0 % liegen, die Unfallhäufigkeit soll um 0,1 auf 2,8 im Geschäftsjahr 2020 / 2021 verbessert werden. Zur Steigerung der Frauen in Führungspositionen streben wir ein neues Ziel an: 16% Frauen in Führungspositionen in der gesamten thyssenkrupp Gruppe bis zum Geschäftsjahr 2024/2025. Die Durchführung der Nachhaltigkeitsaudits bleibt auch im kommenden Berichtsjahr im Fokus und ein neues Ziel von mindestens 60 Audits wird anvisiert.

Ab dem Geschäftsjahr 2020 / 2021 soll die vergütungsrelevante Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsaktivitäten bei thyssenkrupp über die IFTs schrittweise in die Langfristvergütung des Vorstands überführt werden.

Details zu den einzelnen Indirekt Finanziellen Zielen finden sich in den in der Tabelle angegebenen Kapiteln dieses Lageberichts.

▷ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Nachhaltigkeit

Wirtschaftsbericht

Makro- und Branchenumfeld

Corona-Pandemie stürzt Weltwirtschaft 2020 in historische Rezession

↘ -4,9 %

2020 wird die Weltwirtschaft voraussichtlich um 4,9 % einbrechen und 2021 um 4,6 % wachsen.

Im bisherigen Verlauf des Jahres 2020 steht die Weltwirtschaft deutlich unter dem Einfluss der Corona-Pandemie. Die Umsetzung weitreichender Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie fast überall auf der Welt haben sich massiv auf die globale Konjunktur ausgewirkt. Die Produktionstätigkeit wurde massiv ausgebremst mit der Folge, dass die Weltwirtschaft 2020 in eine tiefe Rezession abgeglitten ist. Weitreichende geld- und finanzpolitische Maßnahmen zur Abfederung der Pandemie-Folgen haben jedoch inzwischen dafür gesorgt, dass die Produktionstätigkeit wieder auflebte und das Vertrauen der Konsumenten und Unternehmen langsam zurückgekehrt ist. Die im Trend kontinuierliche Verbesserung der Stimmungsindikatoren seit Mai und die zunehmende wirtschaftliche Aktivität haben im 3. Quartal 2020 zu einem Ende der Rezession geführt. Wegen der zuletzt wieder deutlich steigenden Infektionszahlen und der erneuten Verschärfung der Schutzmaßnahmen in vielen Ländern und Regionen dürfte die Erholung aber nur schleppend und gegebenenfalls mit Rückschlägen verlaufen.

Nachdem die globale Wirtschaftsleistung 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 % zulegte, dürfte sie 2020 um 4,9% und damit erheblich einbrechen. Im kommenden Jahr 2021 könnte sich die globale Produktion - je nach Pandemie-Verlauf - um 4,6 % erhöhen. In den Industrieländern wird der Einbruch 2020 mit einem Minus von 6,1 % besonders kräftig ausfallen. 2021 wird dort derzeit wieder mit einem Wachstum von 3,6 % gerechnet. Die Wirtschaftsleistung der Schwellenländer dürfte 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 4,0 % sinken; 2021 könnte mit einsetzender Erholung ein Zuwachs von 5,4 % erreicht werden.

Allerdings sind die Prognosen zum Wachstum der Weltwirtschaft aufgrund der Unklarheit über den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie und möglicher erneuter Lockdown-Maßnahmen von extremer Unsicherheit geprägt. Zudem existieren auch zahlreiche geopolitische Unwägbarkeiten: Es ist noch ungewiss, ob die handelspolitischen Konflikte nach der Entscheidung bei den US-Präsidentschafts-Wahlen gelöst und wie sich die zahlreichen globalen Krisenherde entwickeln werden. Auch eine mittelfristig stärkere Abschwächung der chinesischen Wirtschaft könnte dämpfend wirken. Hinzu kommt in Europa - angesichts der zähen Verhandlungen zwischen der EU und der britischen Regierung - immer noch die Unklarheit über die Modalitäten des Brexits. Risiken bestehen auch ganz generell in finanzieller Hinsicht, denn in den vergangenen Jahren ist die Verschuldung sowohl in zahlreichen Industrieländern als auch in vielen Schwellenländern deutlich angestiegen. Die zahlreichen staatlichen Hilfsmaßnahmen zur Abschwächung der Pandemie-Folgen könnten diese Entwicklung noch verstärken. Hinzu kommen Risiken aufgrund möglicher Kapitalengpässe auch bei größeren Unternehmen sowie infolge der volatilen Material- und Rohstoffkosten sowie Wechselkurse.

Die Wirtschaftsleistung im Euro-Raum ist infolge der Corona-Pandemie und der Eindämmungsmaßnahmen kräftig zurückgegangen. Folglich schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im 2. Quartal 2020 um fast 12 % im Vergleich zur Vorperiode, nach einem Minus von 3,7 % im 1. Quartal. Neben der nachlassenden Investitionstätigkeit machte sich insbesondere die erhebliche Zurückhaltung beim privaten Konsum negativ bemerkbar. Bei zudem rückläufigen Ein- und Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen fiel der Außenhandelsbeitrag in Summe negativ aus. Die gelockerten Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie und die Erholung des Welthandels haben im 3. Quartal 2020 zu einem kräftigen Wachstum der europäischen Wirtschaft geführt, welches im Schlussquartal aufgrund der neuerlichen Lockdown-Maßnahmen allerdings deutlich geringer ausfallen dürfte. Insgesamt wird die Wirtschaftsleistung im Euro-Raum 2020 um 8,6 % einbrechen. Für das kommende Jahr wird hier ein Plus von 4,4 % erwartet.

BIP-Einbruch 2020 wegen Lockdown-Maßnahmen

Deutschland ist infolge der Pandemie und ihrer Bekämpfung in die tiefste Rezession der Nachkriegsgeschichte gestürzt. Im 2. Quartal, das besonders stark vom Lockdown geprägt war, brach die Wirtschaftsleistung um fast 10 % gegenüber dem Vorjahresquartal ein, nach einem Rückgang um 2 % im 1. Quartal. Im 3. Quartal 2020 hat die deutsche Wirtschaft den Tiefpunkt hinter sich gelassen. Frühindikatoren, aber auch Auftrags- und Produktionsdaten lagen vielfach wieder im positiven Bereich. Allerdings dürften die erneuten Lockdown-Maßnahmen die wirtschaftliche Aktivität im letzten Quartal des Jahres spürbar abbremsen. Im Ergebnis wird die gesamtwirtschaftliche Produktion 2020 voraussichtlich um 5,5 % zurückgehen. Für das kommende Jahr 2021 rechnen wir in Deutschland angesichts einer größeren globalen Konjunkturdynamik mit einer Wachstumsrate von knapp 4 %.

In den USA ist die Wirtschaftsleistung im 2. Quartal 2020 im Vergleich zum Vorquartal um 9,1 % eingebrochen; im 1. Quartal hatte der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts 1,3 % betragen. Die Corona-Pandemie und die Eindämmungsmaßnahmen führten insbesondere zu einem massiven Rückgang des privaten Konsums und der Unternehmensinvestitionen. Im Zuge der allmählichen Erholung der US-Wirtschaft - im 3. Quartal expandierte die Wirtschaftsleistung um 8,3 % zum Vorquartal - dürfte die hohe Arbeitslosigkeit zumindest graduell weiter zurückgehen und den privaten Konsum stabilisieren. Auch die Investitionen der Unternehmen dürften sich schrittweise erhöhen. In Summe wird die US-Wirtschaft 2020 voraussichtlich um 4 % schrumpfen, 2021 um 3,5 % zulegen.

Die Konjunktur in China hat sich im 2. und 3. Quartal 2020 recht schnell von den pandemiebedingten Eindämmungsmaßnahmen und dem Wirtschaftseinbruch erholt. Das Bruttoinlandsprodukt legte gegenüber dem Vorquartal um 11,5 % bzw. 2,7 % zu, nach einem Minus von 9,8 % im 1. Quartal. Den größten Wachstumsbeitrag leistete die Industrie, während der Außenhandel und der Binnenkonsum noch unter dem Vorkrisenniveau lagen. Aufgrund der zunehmenden wirtschaftlichen Aktivität und einer verbesserten Stimmungslage ist für 2020 mit einem Wachstum der Wirtschaftsleistung um 2 % zu rechnen. Im nächsten Jahr dürfte ein Plus von 7,1 % erreicht werden.

Das Bruttoinlandsprodukt in Indien schrumpfte im 2. Quartal 2020 um rund 29 % im Vergleich zum Vorquartal, womit das Land den tiefsten Einbruch aller großen Volkswirtschaften auswies. Mit Ausnahme des Agrarsektors sind dort alle Bereiche der Wirtschaft geschrumpft. Nach der Lockerung der Ausgangssperre befindet sich die Wirtschaft allerdings bereits seit Mai wieder auf Erholungskurs. Insbesondere aufgrund des schwachen 2. Quartals wird die indische Wirtschaft 2020 um 10,8 % einbrechen. Das Jahr 2021 dürfte zwar ein kräftiges Wirtschaftswachstum um 9,2 % bringen, das Vorkrisenniveau wird jedoch noch nicht wieder ganz erreicht werden.

Brasilien wurde von der Corona-Pandemie mit großer Wucht getroffen. Das dortige BIP ging im 2. Quartal gegenüber dem Vorquartal um 9,7 % zurück. Für das 1. Quartal wurde ein Minus von 2,5 % ausgewiesen. Nach dem drastischen Einbruch im 1. Halbjahr deutet sich mittlerweile eine deutliche Erholung an: Der Einkaufsmanagerindex der Industrie beispielsweise liegt wieder klar im expansiven Bereich. Der Aufwärtstrend ist vor allem auf die wirtschaftlichen Hilfen der Regierung für die privaten Haushalte zurückzuführen. Insgesamt rechnen wir dort für dieses Jahr mit einem Wirtschaftseinbruch um 5,8 %, für das kommende Jahr mit einer Erholung und einem Wachstum von 3,8 %.

Das russische Bruttoinlandsprodukt ist im 2. Quartal 2020 um 9,5 % im Vergleich zum Vorquartal gesunken. Zusätzlich zum Produktionsrückgang aufgrund der Pandemie haben die niedrigeren Erdölpreise auf dem Weltmarkt die russischen Exporteinnahmen beeinträchtigt. Der Pandemieverlauf mit einer weiterhin hohen Zahl von Neuinfektionen dürfte zudem die Zuversicht der Konsumenten und Investoren zunächst noch belasten. Insgesamt wird die russische Wirtschaft in diesem Jahr um voraussichtlich 5,2 % zurückgehen und sich 2021 bei einem Plus von 2,4 % etwas erholen.

BRUTTOINLANDSPRODUKT

reale Veränderung zum Vorjahr in %

1) Prognosen

Quellen: IHS Markit, IMF, Consensus Forecasts, diverse Banken und Forschungsinstitute, eigene Schätzungen

Entwicklung der Industriekonjunktur durch Einbruch der Investitionstätigkeit belastet

71,4 Mio

Die weltweite Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen beläuft sich 2020 voraussichtlich auf 71,4 Mio Einheiten.

Automobilbau - Die weltweite Automobilproduktion verzeichnete 2019 ihren zweiten Rückgang gegenüber dem Vorjahr in Folge, im Wesentlichen bedingt durch die anhaltende Absatzschwäche im weltgrößten Automobilmarkt China. Für 2020 war zunächst ein erneuter leichter Rückgang erwartet worden, infolge der Corona-Pandemie wird dieser nun zweistellig ausfallen. Handelshemmnisse während des allgemeinen Lockdowns und konjunkturelle Unsicherheiten auf der Nachfrageseite sowie mehrwöchige Produktionsstillstände setzten der Jahresausbringung Grenzen - voraussichtlich wird sie rund 17 % hinter dem Vorjahreswert zurückbleiben. Für das Folgejahr 2021 ist bei einem Plus von gut 13 % zwar von einer deutlichen Erholung auszugehen, eine Rückkehr zum Vorkrisenniveau wird jedoch nicht vor 2023 erwartet.

Der weltgrößte Automarkt China war bereits seit dem zweiten Halbjahr 2018 hinter den jeweiligen Vorjahreswerten zurückgeblieben. Der Ausbruch der Pandemie Anfang 2020 wurde dort umgehend mit scharfen Lockdown-Maßnahmen und vorübergehenden Werksschließungen beantwortet. Dank diesem konsequenten Maßnahmenkurs konnten die Automobilwerke bereits ab Februar wieder anlaufen; auf der Nachfrageseite gab es bereits im April positive Signale in Form von Zuwächsen gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dennoch wird die Gesamtproduktion für das Kalenderjahr voraussichtlich rund 7 % niedriger ausfallen als 2019. Für 2021 wird gegenwärtig von einem Wachstum in Höhe von 6 % im Vergleich zu 2020 ausgegangen.

Der westeuropäische Markt wurde von der Corona-Pandemie etwas später getroffen als der chinesische. Werksschließungen und Lockdowns fielen hier vor allem in die Monate März, April und Mai. Doch auch nach der Wiedereröffnung der Händler blieb die Nachfrage zunächst schwächer als vor der Corona-Pandemie. Als Folge ist für 2020 mit einem deutlichen Produktionsrückgang zu rechnen, der auf etwa ein Viertel beziffert wird. Für das Jahr 2021 wird ein Wachstum von rund 21 % auf Basis dieses deutlich verminderten Marktniveaus prognostiziert. Eine Rückkehr auf das - bereits reduzierte - Niveau von 2019 ist bis auf Weiteres nicht in Sicht. Ferner zu bedenken sind Handelskonflikte und Unsicherheiten, die durch die Pandemie etwas aus dem Blickfeld geraten sind, beispielsweise als Konsequenzen des Brexits. Die deutsche Inlandsproduktion wird - nach zwei aufeinanderfolgenden Jahren mit je 8 % Rückgang gegenüber dem Vorjahr - 2020 um weitere 24 % auf knapp 3,7 Mio Pkw und leichte Nutzfahrzeuge schrumpfen. Neben den vorübergehenden Stillständen und der dadurch verminderten Inlandsproduktion spiegeln sich hier auch die Rückgänge in wichtigen Exportmärkten wie Großbritannien, USA, China, Italien und Spanien wider. Für 2021 ist eine Erholung der Inlandsproduktion zu erwarten: Hier wird von einem Anstieg um 24 % auf knapp 4,5 Mio Einheiten ausgegangen.

Die nordamerikanische Automobilproduktion schrumpfte 2019 um knapp 4 % im Vergleich zum Vorjahr. Für 2020 ist angesichts der sich rasch ausbreitenden Pandemie, die zu temporären Werksschließungen geführt hat, von einem Rückgang um etwa 20 % auf etwa 13,0 Mio produzierte Pkw und leichte Nutzfahrzeuge auszugehen. Im Jahr 2021 dürfte dann eine Erholung einsetzen, die bei einem Plus von rund 22 % eine Gesamtmenge von 15,9 Mio. produzierten Einheiten ergeben könnte.

Die indische Automobilproduktion ging 2019 - nach einem deutlichen Wachstum in den Vorjahren - um mehr als 11 % zurück. Im ersten Halbjahr 2020 erlebte Indien, nicht zuletzt aufgrund eines temporären landesweiten Lockdowns, das absatzschwächste Halbjahr seit 2007. Insgesamt wird die indische Automobilproduktion in diesem Jahr um rund 28% auf knapp 3,0 Mio Einheiten zurückgehen - und damit das Produktionsniveau des Jahres 2010 noch unterschreiten. Für 2021 wird derzeit ein Zuwachs um etwa 26 % auf knapp 3,7 Mio Einheiten erwartet; das entspricht in etwa dem Niveau von 2012.

Die brasilianische Automobilfertigung begann nach Durchschreiten der Talsohle 2016 ihren Erholungskurs und konnte kontinuierlich zulegen. Im Jahr 2019 gelang eine kleine Produktionssteigerung gegenüber dem Vorjahr - und das, obgleich in Argentinien, einem der Hauptexportziele der brasilianischen Produktion, der Absatz spürbar zurückging. Für 2020 droht infolge der Corona-Pandemie das niedrigste Produktionsniveau seit 2003. Allerdings wird für 2021 mit einem knapp 28-prozentigen Anstieg gerechnet, sodass die Produktion bei etwa 89 % des Niveaus von 2019 liegen würde.

ENTWICKLUNG IN WICHTIGEN ABSATZMÄRKTEN

2019 2020 1) 2021 1)
Fahrzeugproduktion, in Mio Pkw und leichte Nutzfahrzeuge 2)
Welt 86,4 71,4 81,0
Westeuropa (inkl. Deutschland) 13,3 10,0 12,0
Deutschland 4,8 3,7 4,5
Nordamerika (USA, Mexiko, Kanada) 16,3 13,0 15,9
USA 10,6 8,6 10,9
Mexiko 3,8 3,0 3,4
Japan 9,2 7,7 8,1
China 24,4 22,6 23,9
Indien 4,1 3,0 3,7
Brasilien 2,7 1,9 2,4
Maschinenbauproduktion, real, in % gegenüber Vorjahr
Welt - 0,1 - 7,0 6,2
Europa - 0,8 - 12,4 10,0
Deutschland - 2,8 - 17,0 2,0
USA 0,2 - 10,6 3,5
Japan - 7,0 - 10,4 4,4
China 5,3 3,0 4,3
Bautätigkeit, real, in % gegenüber Vorjahr
Euroraum 3,2 - 9,1 8,3
Deutschland 3,4 2,0 3,3
USA 0,0 - 2,7 4,4
China 5,7 3,2 11,0
Indien 3,4 - 11,0 11,8
Stahlnachfrage, in % gegenüber Vorjahr
Welt 3,5 - 2,4 4,1
Deutschland - 11,6 - 15,3 13,4
EU28 - 5,5 - 15,2 11,0
USA - 2,1 - 15,8 6,6
China 8,5 8,0 0,0

1) Prognose (September/Oktober 2020)

2) Pkw und leichte Nutzfahrzeuge bis 6t (nur vollständig montierte Fahrzeuge, ohne sog. CKD-Einheiten)

Quellen: IHS Markit, Oxford Economics, worldsteel, nationale Verbände, eigene Schätzungen

Die internationale Maschinenproduktion wird 2020 deutlich einbrechen.

Maschinenbau - Der Produktion beim weltweiten Maschinenbau wird 2020 um etwa 7 % im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgehen. Hauptgrund ist die aufgrund der Corona-Pandemie bedingten Lockdown-Maßnahmen kräftig eingebrochene Investitionsgüterkonjunktur. Erst im kommenden Jahr ist im Zusammenhang mit einer erhofften globalen Konjunkturerholung wieder mit einer positiven Zuwachsrate in Höhe von etwa 6 % zu rechnen. In China dürfte die Wachstumsrate 2020 mit voraussichtlich rund 3 % unter der des Vorjahres liegen, 2021 mit gut 4 % wieder ein leicht höheres Wachstumstempo erreichen. Der US-Maschinenbau wird 2020 nach einem bereits schwachen Vorjahr aller Voraussicht nach ein deutliches Produktionsminus von fast 11 % ausweisen, was insbesondere auf die nachlassende Dynamik bei den Ausrüstungsinvestitionen zurückzuführen ist. Für 2021 erwarten wir einen Zuwachs von 3,5 %. Der Ausstoß beim europäischen Maschinenbau wird im laufenden Jahr kräftig um rund 12 % im Minus liegen; 2021 wird wieder mit einer deutlichen Erholung und einem Wachstumsplus von etwa 10 % gerechnet.

Die deutschen Maschinenbauer verbuchten bis September 2020 einen Auftragsrückgang von preisbereinigt 15 % im Vergleich zum Vorjahr, wobei das Minus im In- und im Ausland mit Raten von-9 % bzw. -18 % unterschiedlich hoch war. Der Ordertiefpunkt scheint allerdings mittlerweile wohl überwunden, da die Minusraten inzwischen geringer ausfallen als in den Vormonaten. Die leicht verbesserte Branchendynamik spiegelt sich auch in der Kapazitätsauslastung wider: Im Oktober ist die Auslastung der Maschinenkapazitäten auf 78,8 % leicht gestiegen - nach 76,1 % im Juli. Die Produktion ging bis August 2020 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um rund 15 % zurück. Der Ausblick auf das Geschäft und insbesondere die Exporte ist angesichts der hohen Konjunkturrisiken von großer Unsicherheit geprägt. Konsequenterweise wurde daher die Wachstumsprognose für die Produktion des deutschen Maschinenbaus 2020 deutlich nach unten korrigiert. Die pandemiebedingt kräftig eingebrochene weltweite Konjunktur, umfangreiche Handelsschwierigkeiten, geopolitische Verwerfungen und der tiefgreifende Strukturwandel in der Automobilindustrie belasten die weltweite Investitionsdynamik. Daher dürfte der Ausstoß der Branche in Deutschland in diesem Jahr um 17 % unter dem des Vorjahres liegen. Für 2020 ist mit einer leichten Erholung im Bereich von 2 % zu rechnen.

↘ - 9,1 %

Die Bautätigkeit im Euro-Raum dürfte 2020 um 9,1 % zurückgehen.

Bauwirtschaft - Die Auswirkungen der Corona-Pandemie bekommt auch die internationale Bauwirtschaft deutlich zu spüren, wenngleich die Produktionseinbußen weniger stark ausfallen dürften als in vielen anderen Industriebranchen. Grund hierfür ist, dass sich die Investitionsplanungen der staatlichen Stellen nicht wesentlich durch die Corona-Pandemie verändert haben dürften und der Wohnungsbau vielerorts weiterhin stützend wirkt. Im Euroraum wird die Bauproduktion in diesem Jahr um gut 9 % zurückgehen, wobei insbesondere die von der Pandemie besonders stark betroffenen Länder wie Frankreich und Spanien deutlich zweistellige Minusraten ausweisen werden. In Deutschland wird die Baukonjunktur 2020 von der Corona-Pandemie dagegen nur relativ gering beeinflusst. So wird die Bauproduktion in diesem Jahr zumindest leicht um 2 % zulegen. Für den weiteren Prognoseverlauf ist mit einer Erholung der Bauwirtschaft im Euroraum zu rechnen. So sind die grundsätzlichen Antriebsfaktoren der Baukonjunktur nach wie vor intakt; die Nachfrage nach Wohnraum und Büroflächen ist unverändert hoch und die öffentlichen Investitionsmaßnahmen werden wohl weitreichend realisiert.

In China wird das Wachstum der Bauwirtschaft 2020 aufgrund von Produktionsausfällen bei nur 3,2 % liegen, bevor es 2021 auf kräftige 11 % steigt. Die US-Bautätigkeit wird in diesem Jahr um 2,7 % geringer ausfallen als im Vorjahr. Allerdings zeigen sich insbesondere bei den Baugenehmigungen und den Baubeginnen inzwischen deutliche Erholungstendenzen. Insgesamt wird bei der US-Bauproduktion im kommenden Jahr ein Zuwachs von fast 4,5 % erwartet.

Stahlmarkt - Die Corona-Pandemie hat auch die internationale Stahlindustrie 2020 stark geprägt: Produktionsstillstände, unterbrochene Lieferketten und flächendeckende Nachfrageeinbrüche haben die Entwicklung der Stahlmärkte massiv beeinträchtigt. Für das Gesamtjahr wird mit einem Rückgang der weltweiten Nachfrage nach Stahl um rund 2 % auf 1,7 Mrd t Walzstahl gerechnet. Dabei hat die frühe wirtschaftliche Erholung in China - gestützt durch staatliche Investitionen in Infrastrukturprojekte - ab Ende Februar stabilisierend gewirkt. Im Gesamtjahr 2020 wird ein Wachstum des chinesischen Stahlmarktes um 8 % erwartet. Für die Welt ohne China zeichnet sich 2020 ein Einbruch der Stahlnachfrage um rund 13 % ab. In den asiatischen Märkten wird außer China voraussichtlich nur noch Vietnam einen leichten Anstieg ausweisen. Auch in den NAFTA-Staaten ist ein Einbruch um 15 % zu erwarten, wobei der Stahlmarkt in den USA mit einem Abschwung von 16% auf die Corona-Pandemie reagieren wird. Nachdem der türkische Stahlmarkt im Zuge der Wirtschafts- und Währungskrise 2018 und 2019 deutliche Einbußen von jeweils rund 15 % verzeichnete, wird für 2020 in Summe ein Wachstum von 10 % erwartet. Die Stahlnachfrage in der EU ging bereits 2019 um 6% zurück. Der Produktionsrückgang in der Automobilindustrie und Schwächen im Maschinenbau konnten nur durch eine robuste Konjunktur im Baugewerbe kompensiert werden. Auch die schwächelte jedoch Ende 2019, sodass der Stahlmarkt in der EU mit negativem Vorzeichen ins neue Jahr startete; die Corona-Pandemie hat den Abwärtstrend in der Folge weiter beschleunigt. Im Ergebnis wird für 2020 eine Abnahme der EU-Stahlnachfrage von rund 15% erwartet. Mit -20 % fällt der Rückgang im bereits durch den Brexit angeschlagenen Großbritannien noch deutlicher aus. Auch in Deutschland gibt die Nachfrage deutlich um 15 % nach. Strukturelle Überkapazitäten weltweit und daraus resultierende Verwerfungen bei den internationalen Stahlhandelsströmen, äußerst volatile Rohstoffmärkte und anhaltende politische Unsicherheiten prägen weiterhin das Umfeld und begründen ein hohes Risiko bei der Bewältigung der aus der Corona-Pandemie resultierenden Herausforderungen.

Zu Beginn des Jahres 2020 zeigte der Markt für Qualitätsflachstahl in der EU bereits Schwächen im Vergleich zu Anfang 2019. Im Zuge der Lockdown-Maßnahmen während der Corona-Pandemie brach der Markt dann zwischenzeitlich um rund 40 % ein. In Summe fällt der Flachstahlbedarf in den ersten acht Monaten 2020 um rund 17 % niedriger aus als im gleichen Zeitraum im Vorjahr. Verschiedene Frühindikatoren deuten auf eine vorsichtige Erholung im letzten Quartal des Kalenderjahres 2020 hin, eine Rückkehr auf das Vorkrisenniveau gilt jedoch als äußerst unwahrscheinlich. Die Automobil- und die Automobil-Zulieferindustrie, die den Flachstahlbedarf maßgeblich beeinflussen, melden zwar seit den Sommermonaten erste Aufwärtstendenzen, der VDA rechnet im zweiten Halbjahr 2020 jedoch weiter mit Minusraten, die sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur sehr langsam etwas verbessern werden. Das stellt die europäische Stahlindustrie vor besondere Herausforderungen, da sie seit dem Frühjahr Anlagen vorübergehend stillgelegt und die Produktion drastisch reduziert hat. Die Einfuhren von Qualitätsflachstahl aus Drittländern in die EU lagen im Durchschnitt der ersten neun Monate des Berichtsjahres zwar unter dem Vorjahresvolumen, blieben aber gerade im April und Mai relativ konstant und damit auf einem für die rezessiven Marktverhältnisse in diesen Monaten zu hohen Niveau; zwischenzeitlich stieg ihr Marktanteil auf rund 25 %. Die EU-Kommission hatte per Februar 2019 endgültige Schutzmaßnahmen eingeführt; sie enthalten Importquoten und sollen den EU-Markt vor steigenden Einfuhren schützen. Hintergrund ist, dass der Protektionismus weltweit zugenommen hat und die EU-Kommission befürchtete, dass internationale Warenströme in Richtung des freien EU-Marktes umgelenkt werden könnten. Während diese Importquoten zweimal - zum 1. Juli 2019 und zum 1. Juli 2020 - um jeweils 3 % erhöht wurden, die Flachstahlimporte zwischenzeitlich jedoch etwas gesunken waren, haben die Maßnahmen zunehmend ihre geplante schützende Wirkung eingebüßt. Deshalb wurden zum 1. Juli 2020 - nach der zweiten Überprüfung der Schutzmaßnahmen - die Jahresquoten für die großen Exportländer in Quartalsquoten aufgeteilt; dadurch könnte sich die Volatilität der Importe, die aufgrund der Maßnahmen zuvor gestiegen war, wieder verringern.

Vor dem Hintergrund der - insbesondere aufgrund von Lagerergänzungen - bereits Ende 2019 erhöhten Nachfrage sind die Spotmarktpreise im europäischen Flachstahlmarkt im 1. Quartal 2020 gestiegen. Der Markteinbruch infolge der Corona-Pandemie hat dann ab April die Preise abstürzen lassen. Zum Ende des Berichtsjahres - nachdem die Nachfrage in Reaktion auf die Rücknahme der Lockdown-Maßnahmen wieder angezogen hat, die europäischen Stahlhersteller ihre stillgelegten Anlagen aber noch nicht vollumfänglich wieder in Betrieb genommen haben - scheinen die Flachstahlpreise die Talsohle durchschritten zu haben. Einen stützenden Effekt hat hier auch der Preisauftrieb in vielen außereuropäischen Märkten.

Ausgehend von einem niedrigen Niveau im Jahr 2020 dürfte die weltweite Stahlnachfrage 2021 um rund 4 % zulegen. Diese positive Perspektive wird allerdings von einer hohen Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Pandemie getrübt. Darüber hinaus stellen die weltweiten Überkapazitäten und der Protektionismus weiterhin ein hohes Risiko dar. Für den chinesischen Stahlmarkt erwarten wir nach dem robusten Aufschwung 2020 eine Stabilisierung auf dem erreichten Niveau. Für die EU gehen wir von einer Belebung der Stahlnachfrage um rund 11 % aus. Deutschland wird hierzu voraussichtlich eine Steigerung von13 % beisteuern, die Nachfrage in Italien könnte sogar um rund 16 % wachsen. Die Prognose für die Nachfrageentwicklung in der NAFTA-Region liegt bei einem Plus von rund 7 %.

Zusammenfassende Beurteilung durch den Vorstand

Verkauf des Aufzuggeschäfts stärkt die Bilanz in der pandemiebedingt unsicheren gesamtwirtschaftlichen Lage

Im Juli wurde der Verkauf des Aufzuggeschäfts an ein Bieterkonsortium um Advent International und Cinven erfolgreich abgeschlossen und damit ein weiterer wichtiger Meilenstein beim eingeleiteten Umbau der Gruppe erreicht. Der Verkauf ermöglicht die im Mai konkretisierten strategischen Neuausrichtung hin zu einer leistungsstarken "Group of Companies" mit eigenständigen Geschäften, wettbewerbsfähiger Profitabilität und Cashflow-Generierung sowie einer schlanken Holding. Mehr Informationen dazu finden Sie im Kapitel "Grundlagen der Gruppe", Abschnitt "Strategie".

Pandemiebedingte Umsatzeinbrüche und daraus resultierende Unterauslastung belasten das Bereinigte EBIT.

Im Berichtsjahr blieb die operative Entwicklung, trotz umfangreicher Maßnahmen zur Kostenreduktion und zur Sicherung unserer Geschäfte wie zum Beispiel Kurzarbeit, sehr deutlich hinter unseren Erwartungen zurück. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Nachfrage und damit die Kapazitätsauslastung trübten noch zusätzlich zur ohnehin vorherrschenden Volatilität in den Werkstoff- und Komponentengeschäften für Automobile und Nutzfahrzeuge das Bereinigte EBIT. Hinzu kamen die strukturellen Herausforderungen im Stahlbereich. Infolge der stark eingebrochenen Versandmengen und des anhaltenden Kostendrucks fiel das Bereinigte EBIT von Steel Europe tief in die Verlustzone und trug wesentlich zum negativen Ergebnis der Gruppe bei. Auch das Bereinigte EBIT von Materials Services war in diesem Umfeld negativ: Sinkende Marktpreise und eine sehr schwache Nachfrage insbesondere ab März konnte durch die starke Entwicklung bei Plastics sowie positive Effekte aus Waren- und Währungshedges nicht kompensiert werden. Im Geschäft mit Automobilkomponenten wurden die Zuwächse aus dem Hochlauf neuer Projekte und Werke überlagert durch Nachfrageausfälle verbunden mit weltweiten Produktions- und Werksstillständen. Zudem ergaben sich größere Belastungen aus der Neubewertung von Aufträgen im automobilen Anlagenbau sowie Zuführungen zu auftragsbezogenen Rückstellungen sowie Wertberichtigungen im Umlaufvermögen, sodass Automotive Technology in Summe ein stark negatives Bereinigtes EBIT auswies. Industrial Components erreichte deutliche mengen- und strukturbedingte Zuwächse bei Großwälzlagern, die jedoch durch das Schmiedegeschäft infolge auch zyklisch bedingter geringerer Volumina geschmälert wurden. Im Anlagenbau blieb das Bereinigte EBIT negativ. Verzögerte Fortschritte in den Projekten sowie Verschiebungen im Auftragseingang wurden nur teilweise durch Umsatzsteigerungen im Chemieanlagenbau, einem robusten Servicegeschäft sowie einem Ertrag aus einer Gebäudeveräußerung kompensiert. Marine Systems konnte das Bereinigte EBIT, trotz weiterhin geringer Margen bei Projekten in Bearbeitung, steigern. Corporate Headquarters reduzierte die Kosten weiter deutlich, insbesondere durch niedrigere Personalkosten in den Zentralfunktionen sowie geringere IT-Kosten, und unterstreicht damit unser Ziel einer schlanken Holding Struktur. Das Ergebnis der nicht fortgerührten Aufzugaktivitäten war im Wesentlichen infolge höherer Kosten im Zusammenhang mit der eigenständigen Aufstellung sowie negativer Pandemieeffekte vor allem in Europa und bei Access Solutions rückläufig.

Der Jahresüberschuss war mit 9,6 Mrd € signifikant positiv, nach einem Jahresfehlbetrag von -260 Mio € im Vorjahr. Dabei überkompensierten die erzielten Gewinne aus dem Verkauf des Aufzuggeschäfts insbesondere die vorstehend beschriebene operative Entwicklung, Wertminderungsaufwendungen auf Firmen- und langfristige Vermögenswerte insbesondere bei Automotive und Steel Europe sowie Aufwendungen für notwendige Restrukturierungen für künftige Verbesserungen der Segmente.

Der Mittelzufluss aus der Elevator-Transaktion verbessert die Bilanzkennzahlen signifikant.

Gleichzeitig führte der Mittelzufluss aus der Transaktion zu einem Netto-Finanzguthaben von 5,1 Mrd € und einer signifikanten Erhöhung des Eigenkapitals auf 10,2 Mrd € (Vorjahr: 2,2 Mrd €). Entsprechend verbesserten sich die Bilanzkennzahlen der Gruppe signifikant.

Ein Teil der Erlöse aus der Aufzugtransaktion soll selektiv dort für die Entwicklung der Geschäfte eingesetzt werden, wo attraktive Zielrenditen erreicht werden können. Außerdem können Mittel für erforderliche Restrukturierungsmaßnahmen genutzt werden. Angesichts der pandemiebedingt unsicheren gesamtwirtschaftlichen Lage wird sich das Management bei der genauen Aufteilung der Mittelverwendung aber unverändert größtmögliche Flexibilität bewahren.

Der Free Cashflow vor M & A lag mit -4,8 Mrd € im Gesamtjahr deutlich unter dem Vorjahreswert (Vorjahr: -1,1 Mrd €). Neben der operativen Entwicklung belastete die Normalisierung des Umlaufvermögens von bis zu 3,0 Mrd € - hin zu mehr Transparenz und einer kontinuierlichen Optimierung - sowie die Bußgeldzahlung die Kernsteuerungsgröße erheblich.

Mit flüssigen Mitteln und freien zugesagten Kreditlinien von insgesamt 13,2 Mrd € (30. September 2020) verfügt thyssenkrupp über eine sehr gute Liquiditätsposition.

Details zu unserer Zielerreichung im Berichtsjahr können Sie dem Abschnitt "Prognose-Ist-Vergleich" entnehmen. Weitere Informationen zum Verlauf des Geschäftsjahres finden Sie in den Abschnitten "Geschäftsentwicklung in der Gruppe" und "Geschäftsverlauf in den Segmenten". Einzelheiten zur Prognose für das aktuelle Geschäftsjahr sowie zu den Chancen und Risiken enthält der "Prognose-, Chancen- und Risikobericht".

In der folgenden Tabelle sind die wichtigsten Kennzahlen zur Entwicklung der Gruppe im Vergleich zum Vorjahr dargestellt:

THYSSENKRUPP IN ZAHLEN

Gruppe insgesamt Gruppe - Fortgeführte Aktivitäten 1)
2018 / 2019 2019 / 2020 Veränderung in % 2018 / 2019
--- --- --- --- --- --- ---
Auftragseingang Mio € 41.994 34.891 - 7.103 - 17 33.825
Umsatz Mio € 41.996 35.443 - 6.553 - 16 34.036
EBIT 2) Mio € 272 10.475 10.203 ++ - 511
EBIT-Marge % 0,6 29,6 28,9 ++ - 1,5
Bereinigtes EBIT 2) Mio € 802 - 860 - 1.661 -- - 110
Bereinigte-EBIT-Marge % 1,9 - 2,4 - 4,3 -- - 0,3
Ergebnis vor Steuern Mio € - 83 10.112 10.195 ++ - 855
Periodenüberschuss/ (-fehlbetrag) bzw. Ergebnis nach Steuern Mio € - 260 9.592 9.852 ++ - 1.110
davon Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG Mio € - 304 9.585 9.888 ++ - 1.153
Ergebnis je Aktie - 0,49 15,40 15,88 ++ - 1,85
Operating Cashflow Mio € 72 - 3.326 - 3.398 -- - 664
Cashflow für Investitionen Mio € - 1.443 - 2.352 - 909 - 63 - 1.210
Cashflow aus Desinvestitionen Mio € 108 14.766 14.658 ++ 101
Free Cashflow 3) Mio € - 1.263 9.088 10.351 ++ - 1.773
Free Cashflow vor M & A 3) Mio € - 1.140 - 4.835 - 3.695 -- - 1.756
Netto-Finanzschulden (-Guthaben) (30.09.) Mio € 3.703 - 5.053 - 8.756 --
Eigenkapital (30.09.) Mio € 2.220 10.174 7.954 358
Gearing (30.09.) % 166,8 - 4) - -
ROCE % 1,6 59,8 58,1 ++
thyssenkrupp Value Added Mio € - 1.068 9.073 10.141 ++
Dividende je Aktie - - - -
Ausschüttung Mio € - - - -
Mitarbeiter (30.09.) 162.372 103.598 - 58.774 - 36
Gruppe - Fortgeführte Aktivitäten 1)
2019 / 2020 Veränderung in %
--- --- --- --- ---
Auftragseingang Mio € 28.150 - 5.675 - 17
Umsatz Mio € 28.899 - 5.137 - 15
EBIT 2) Mio € - 5.255 - 4.744 --
EBIT-Marge % - 18,2 - 16,7 --
Bereinigtes EBIT 2) Mio € - 1.633 - 1.523 --
Bereinigte-EBIT-Marge % - 5,7 - 5,3 --
Ergebnis vor Steuern Mio € - 5.593 - 4.739 --
Periodenüberschuss/ (-fehlbetrag) bzw. Ergebnis nach Steuern Mio € - 5.541 - 4.431 --
davon Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG Mio € - 5.547 - 4.394 --
Ergebnis je Aktie - 8,91 - 7,06 --
Operating Cashflow Mio € - 4.224 - 3.560 --
Cashflow für Investitionen Mio € - 2.188 - 977 - 81
Cashflow aus Desinvestitionen Mio € 14.783 14.681 ++
Free Cashflow 3) Mio € 8.371 10.144 ++
Free Cashflow vor M & A 3) Mio € - 5.515 - 3.759 --
Netto-Finanzschulden (-Guthaben) (30.09.) Mio €
Eigenkapital (30.09.) Mio €
Gearing (30.09.) %
ROCE %
thyssenkrupp Value Added Mio €
Dividende je Aktie
Ausschüttung Mio €
Mitarbeiter (30.09.)

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

2) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 24).

3) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Analyse der Kapitalflussrechnung.

4) Aufgrund des deutlich positiven Eigenkapitals und des ausgewiesenen Netto-Finanzguthabens ist die Aussage der Gearing-Kennzahl bedeutungslos geworden.

Prognose-Ist-Vergleich

Die konjunkturellen Folgen der weltweiten Corona-Pandemie haben die Entwicklung unserer Kernsteuerungsgrößen maßgeblich beeinflusst.

In dem von der Corona-Pandemie geprägten konjunkturellen Umfeld blieb die Entwicklung der zu Beginn des Berichtsjahres gesetzten Ziele für die Kernsteuerungsgrößen Bereinigtes EBIT und Free Cashflow vor M & A (FCF vor M & A) deutlich hinter unseren Erwartungen zurück. Der thyssenkrupp Value Added (tkVA) lag dagegen infolge der Elevator-Transaktion über unseren Erwartungen.

Unsere Prognose für das Bereinigte EBIT, die wir zu Beginn des Geschäftsjahres formuliert hatten, haben wir nicht erreicht. Infolge der weltweiten Ausbreitung der Corona-Pandemie kam es ab dem 2. Quartal des Geschäftsjahres zu vorübergehenden Werksschließungen bei unseren Kunden in China und ab Mitte März nahezu weltweit. Daneben traten erhebliche Beeinträchtigungen des wirtschaftlichen und öffentlichen Lebens ein, deren wirtschaftliche Auswirkungen auf unsere Geschäfte insbesondere bei Werkstoffen und Komponenten für Automobile sowie Nutzfahrzeuge anfänglich nicht in vollem Umfang vorhersehbar waren. Daher hat thyssenkrupp mit der Ad-hoc-Mitteilung vom 23. März 2020 die ursprüngliche Prognose für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 zurückgezogen. Vor dem Hintergrund der sich noch festigenden Einschätzungen der Wirtschaftsforschungsinstitute für den erwarteten Rückgang der Konjunktur war eine belastbare Prognose für die Entwicklung unserer wesentlichen Kernsteuerungsgrößen nur unter großen Unsicherheiten möglich, weshalb wir im Bericht zum 1. Halbjahr lediglich Tendenzaussagen gegeben haben, die für die fortgeführten Aktivitäten ein stark rückläufiges Bereinigtes EBIT unterstellten. Diese Prognose berücksichtigte auch die Anpassung des Ausweises von Elevator Technology als nicht fortgeführte Aktivität.

Mit Veröffentlichung des 9-Monats-Berichts haben wir die Erwartung für das Bereinigte EBIT der fortgeführten Aktivitäten - abhängig von der Dynamik der beginnenden Wiederaufnahme der Produktion bei unseren Kunden - mit einem Verlust zwischen -1,7 Mrd € und -1,9 Mrd € konkretisiert und mit einem Wert von -1,6 Mrd € letztlich leicht übertroffen. Der signifikante Ergebnisrückgang gegenüber dem Vorjahr war im Wesentlichen pandemiebedingt und insbesondere stark durch den hohen Verlust von Steel Europe geprägt, die zusätzlich durch interne strukturelle Nachteile aber auch in der Stahlindustrie allgemein belastet waren. Bis zum Vollzug der Elevator-Transaktion am 31. Juli 2020 leisteten die nicht fortgeführten Aufzugaktivitäten einen deutlich positiven Beitrag zum Bereinigten EBIT der Gruppe.

Das zu Beginn des Berichtsjahres gesteckte Ziel für den FCF vor M & A haben wir mit der Ad-hoc Mitteilung im März zurückgezogen und zum 1. Halbjahr angepasst. Dies reflektiert neben der operativen Entwicklung, die insbesondere pandemiebedingt schwächer war als erwartet, auch die Klassifizierung von Elevator Technology als nicht fortgeführte Aktivität. Mit dem 9-Monats-Bericht wurde die Prognose für den FCF vor M & A der fortgeführten Aktivitäten zwischen -5,0 Mrd € und -6,0 Mrd € konkretisiert. Sie berücksichtigte damit auch die Normalisierung des Netto-Umlaufvermögens hin zu einer weiter kontinuierlichen Optimierung, die sich mit bis zu 3,0 Mrd € belastend auswirkte. Mit -5,5 Mrd € lag der Free Cashflow vor M & A am Ende des Geschäftsjahres im Rahmen unserer Erwartungen.

Die Entwicklung des tkVA der Gruppe war aufgrund des Mittelzuflusses aus der Elevator-Transaktion signifikant positiv.

Den zu Beginn des Jahres gesteckten und kommunizierten Zielwert für den tkVA haben wir infolge der vorstehend beschriebenen Effekte mit der Ad-hoc Mitteilung ebenfalls zurückgezogen. Zum 1. Halbjahr wurde die Prognose, auch unter Berücksichtigung der Aufzugtransaktion, angepasst und im Berichtsjahr erreicht. Insgesamt stieg der tkVA gegenüber dem Vorjahr deutlich und erreichte mit 9,1 Mrd € einen positiven Wert.

Weitere Informationen zu den Einflussfaktoren auf unsere Ergebnisentwicklung enthalten die Abschnitte "Geschäftsentwicklung in der Gruppe" und "Geschäftsentwicklung in den Segmenten".

Die folgende Tabelle zeigt Details zu den Prognosen, die bei Veröffentlichung der Zwischenberichte zum 1. Halbjahr und zu den ersten 9 Monaten des Berichtsjahres jeweils aktualisiert wurden, sowie die finalen Zahlen 2019 / 2020:

PROGNOSE UND IST FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2019 / 2020 1

Prognose im Geschäftsbericht 2018 / 2019 Aktualisierung im Zwischenbericht 1. Halbjahr 2019 / 2020 Aktualisierung im Zwischenbericht 9 Monate 2019 / 2020 Ist Geschäftsjahr 2019 / 2020
Umsatz (Gruppe) Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich - - -
Umsatz (fortgeführte Aktivitäten) - deutlicher Rückgang infolge pandemiebedingter Nachfragerückgange -15 %; auf vergleichbarer Basis: -15 %
Automotive Technology Steigerung im mittleren einstelligen Prozentbereich deutlicher Rückgang -13 %; auf vergleichbarer Basis: -13 %
Industrial Components moderat rückläufige Entwicklung deutlicher Rückgang -17 %; auf vergleichbarer Basis: -16 %
Elevator Technology währungsbereinigter Anstieg im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich - - -18 %; auf vergleichbarer Basis: +1 %
Plant Technology deutliche Erholung in Abhängigkeit des Auftragseingangs niedrigerer Umsatz -2 %; auf vergleichbarer Basis: 0 %
Marine Systems stabil -3 %; auf vergleichbarer Basis: -3 %
Materials Services - signifikant unter Vorjahr -19 %; auf vergleichbarer Basis: -18 %
Steel Europe - signifikant unter Vorjahr -20 %; auf vergleichbarer Basis: -20 %
Bereinigtes EBIT (Gruppe) auf Vorjahresniveau - - -
Bereinigtes EBIT (fortgeführte Aktivitäten) - stark negativ infolge des deutlichen Umsatzrückgangs und daraus resultierender Unterauslastungen -1,7 Mrd € bis -1,9 Mrd € Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 1.523 Mio € auf -1.633 Mio €
Automotive Technology Erholung auf einen positiven Wert aus Steigerung des Umsatzes und Rückkehr zu positiver Marge deutlich negativ Rückgang um 238 Mio € auf -260 Mio €
Industrial Components moderat rückläufige Entwicklung positiv jedoch deutlich unter Vorjahr Rückgang um 92 Mio € auf 138 Mio
Elevator Technology tendenziell höhere, mindestens jedoch stabile Marge inklusive der für die eigenständige Aufstellung anfallenden Kosten deutlich positiver Beitrag bis zum Vollzug der Elevator-Transaktion Positiver Beitrag von 693 Mio €
Plant Technology deutliche Verbesserung jedoch weiterhin negativ rückläufig Rückgang um 94 Mio € auf -235 Mio €
Marine Systems leicht positiv Verbesserung um 17 Mio € auf 18 Mio €
Materials Services weitgehend stabil deutlich negativ Rückgang um 217 Mio € auf -110 Mio €
Steel Europe negativ signifikant negativ Verlust von bis zu gut 1 Mrd € Rückgang um 977 Mio € auf -946 Mio €
Corporate Headquarters auf Vorjahresniveau Verbesserung um 42 Mio € auf -210 Mio €
Jahresfehlbetrag (Gruppe) deutlich höher - - -
Ergebnis nach Steuern (fortgeführte Aktivitäten) - Fehlbetrag mit signifikantem Rückgang gegenüber Vorjahr - Rückgang um 4.431 Mio € auf -5.541 Mio €
Investitionen (Gruppe) über Vorjahr - - -
Investitionen (fortgeführte Aktivitäten) - rund 1,4 Mrd € - Anstieg um 977 Mio € auf 2.188 Mio €
FCF vor M & A (Gruppe) unter Vorjahr - - -
FCF vor M & A (fortgeführte Aktivitäten) - signifikant unter Vorjahr -5,0 Mrd. € bis -6,0 Mrd. € Rückgang um 3.759 Mio € auf -5.515 Mio €
tkVA (Gruppe) unter Vorjahr deutlich positiv Verbesserung um 10.141 Mio € auf 9.073 Mio €

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

Geschäftsentwicklung in der Gruppe

Geschäftsverlauf

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sowie strukturelle Herausforderungen im Stahlbereich prägen die Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr.

AUFTRAGSEINGANG

Mio € 2018 / 2019 2019 / 2020 Veränderung

in %
Veränderung auf vergleichbarer Basis1)

in %
Automotive Technology 2) 5.251 4.610 - 12 - 12
Industrial Components 2) 2.636 2.095 - 21 - 19
Elevator Technology 8.171 6.739 - 18 0
Plant Technology 2) 2.844 1.670 - 41 - 40
Marine Systems 2.192 2.227 2 21
Materials Services 13.868 11.386 - 18 - 18
Steel Europe 8.784 7.325 - 17 - 17
Corporate Headquarters 2) 5 4 - 21 - 21
Überleitung 2) - 1.758 - 1.165 - -
Gruppe insgesamt 41.994 34.891 - 17 - 12
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten 2) 8.169 6.741 - 17 0
Gruppe fortgeführte Aktivitäten 2) 33.825 28.150 - 17 - 15

1) Bereinigt um wesentliche Währungs- und Portfolioeffekte.

2) Siehe auch Vorbemerkungen.

Auftragseingang der fortgeführten Aktivitäten sowie der Gruppe signifikant rückläufig

Nachfrageeinbrüche infolge der Corona-Pandemie belasten Auftragseingänge

Bei Automotive Technology belasteten insbesondere pandemiebedingte weltweite Werksstillsetzungen unserer größten Kunden die Nachfrage, sodass der Auftragseingang des Vorjahres deutlich unterschritten wurde. Der Bereich Steering zeigte sich robust und wirkte der Entwicklung durch den Hochlauf neuer Projekte und Werke teilweise entgegen. Ende des 3. Quartals lief die Automobilproduktion in vielen Ländern wieder, auch das 4. Quartal verzeichnete eine deutliche Steigerung zum Vorquartal. Im Vergleich zum 4. Quartal des Vorjahres blieb die Nachfrage jedoch rückläufig. Industrial Components konnte trotz der weiterhin guten Auftragslage bei Großwälzlagern, insbesondere im Anwendungsbereich Windenergie in China, den Vorjahreswert nicht erreichen. Die Ursache hierfür war die pandemie- aber auch zyklisch bedingte schwächere Nachfrage im Schmiedegeschäft. Bei Plant Technology blieb der Auftragseingang aufgrund der zurückhaltenden Vergabe von Großprojekten deutlich unter dem durch zwei Großaufträge in den Bereichen Düngemittel und Mining begünstigten Vorjahreswert. Der Chemieanlagenbau verzeichnete unter anderem ein steigendes Interesse nach Elektrolyseanlagen und -ausrüstung, während Mining kleinere Aufträge gewinnen konnte. Positiv entwickelte sich die Nachfrage nach Zementanlagen im Wesentlichen infolge von mittelgroßen Aufträgen für Zementlinien in den USA sowie für eine erste industrielle Anlage zur CO2-armen Zementproduktion mit thermisch aktivierten (kalzinierten) Tonen in Kamerun. Marine Systems verzeichnete einen stabilen Auftragseingang, geprägt von einem Auftrag für den Bau von vier Fregatten für die brasilianische Marine im 4. Quartal.

Der Auftragseingang der Werkstoffgeschäfte insgesamt blieb signifikant unter dem Vorjahreswert. Dabei verzeichnete Materials Services mengen- und preisbedingte Nachfragerückgänge in allen Bereichen. Einzig der Bereich Plastics, der unter anderem transparente Kunststoffplatten als Schutzmaßnahme gegen Corona-Viren vertreibt, übertraf den Wert des Vorjahres. Der Auftragseingang von Steel Europe lag mengen- und preisbedingt signifikant unter dem des vorigen Geschäftsjahres. Dabei wurde die während des 1. Halbjahres erzielte positive Mengenentwicklung durch rückläufige Preise überkompensiert. Im 3. Quartal kam es dann zu einem drastischen Einbruch der Bestellmengen um mehr als die Hälfte. Der Einbruch zeigte sich über alle Abnehmergruppen hinweg, anfangs seitens der Automobilindustrie, Stahl Service-Centern und Autozulieferern, im Verlauf des Quartals zunehmend auch rückläufige Bestellungen seitens anderer Industriekunden. Im 4. Quartal setze eine spürbare Mengenerholung begleitet von sich stabilisierenden Marktpreisen ein.

Die nicht fortgeführten Aufzugaktivitäten verbuchten nach 10 Monaten einen leicht rückläufigen Auftragseingang zum vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die positive Entwicklung in den USA sowie positive Wechselkurseffekte konnten die überwiegend pandemiebedingte Entwicklung in Europa und Asien nicht kompensieren.

UMSATZ

Mio € 2018 / 2019 2019 / 2020 Veränderung

in %
Veränderung auf vergleichbarer Basis1)

in %
Automotive Technology 2) 5.407 4.702 - 13 - 13
Industrial Components 2) 2.522 2.099 - 17 - 16
Elevator Technology 7.960 6.546 - 18 1
Plant Technology 2) 2.943 2.897 - 2 0
Marine Systems 1.800 1.750 - 3 - 3
Materials Services 13.880 11.300 - 19 - 18
Steel Europe 9.065 7.269 - 20 - 20
Corporate Headquarters 2) 5 9 108 108
Überleitung 2) - 1.586 - 1.130 - -
Gruppe insgesamt 41.996 35.443 - 16 - 12
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten 2) 7.960 6.544 - 18 1
Gruppe fortgeführte Aktivitäten 2) 34.036 28.899 - 15 - 15

1) Bereinigt um wesentliche Währungs- und Portfolioeffekte.

2) Siehe auch Vorbemerkungen.

UMSATZ NACH ABSATZGEBIETEN 1 2

in Mio € (Vorjahreswert in Klammern)

1 ) Siehe auch Vorbemerkungen

2 ) Umsätze aus fortgeführten Aktivitäten

3 ) Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein

UMSATZ NACH KUNDENGRUPPEN 2019/2020 1

in %

1) Siehe auch Vorbemerkungen

Umsatzentwicklung der fortgeführten Aktivitäten sowie der Gruppe folgt Auftragseingang

Die Umsatzentwicklung folgte dem Auftragseingang und war maßgeblich durch die Pandemie geprägt. Insbesondere das Geschäft mit Automobilkomponenten war seit dem 2. Quartal negativ beeinflusst. Industrial Components profitierte zwar von starken Zuwächsen bei Windenergie in Deutschland und China, diese konnten jedoch das schwächere Schmiedegeschäft nicht kompensieren. Bei Plant Technology war der Umsatz robust. Projektfortschritte im Chemieanlagenbau bei Großprojekten, sowie der hohe Auftragsbestand bei Mining kompensierten rückläufige Umsätze im Zementbereich. Die Umsätze von Marine Systems lagen leicht unter denen des Vorjahres. Dabei wurde der temporär verlangsamte Fortschritt bei Projekten im Unterwasserbereich zum großen Teil durch Umsätze eines Fregattenauftrags aus dem nordafrikanischen Raum sowie aus den Bereichen Marine-Elektronik, Wartung und Service aufgefangen.

Die Umsatzentwicklung in den Werkstoffgeschäften Materials Services und Steel Europe war ebenfalls stark durch die Pandemie mit deutlich niedrigen Absatzmengen geprägt. Zudem belasteten Preisrückgänge in allen wesentlichen Produktsegmenten - außer der volatile Nickelpreis - den Umsatz bei Materials Services. Bei Steel Europe wirkten neben geringeren Mengen auch die Preisentwicklung belastend, insbesondere in den ersten beiden Quartalen verglichen zum Vorjahr.

Der Umsatz der nicht fortgeführten Aufzugaktivitäten erreichte nach 10 Monaten den vergleichbaren Wert des Vorjahres. Dabei glichen die positive Entwicklung in den USA und positive Wechselkurseffekte den hauptsächlich pandemiebedingten Umsatzrückgang in Europa und Asien aus.

Die regionale Umsatzverteilung der fortgeführten Aktivitäten war weitgehend unverändert. Der bedeutendste Absatzmarkt blieb mit einem leicht rückläufigen Umsatzanteil von rund 33 % der deutschsprachige Raum (Deutschland, Österreich, die Schweiz und Liechtenstein). Es folgten das Geschäft mit Westeuropa, das unverändert bei 19 % lag, sowie das Geschäft mit Kunden in Nordamerika, das mit rund 16 % leicht abnahm. Im Großraum China stieg der Umsatzanteil auf rund 7 %.

Die Automobilindustrie blieb mit einem Umsatzanteil von inzwischen 30 % die wichtigste Kundengruppe, mit hoher Bedeutung insbesondere für unser Komponentengeschäften für Automobile und Nutzfahrzeuge sowie für das Stahlgeschäft. Es folgte der Maschinen- und Anlagenbau mit einem leicht höheren Umsatzanteil. Der Umsatzanteil der Stahl- und stahlnahen Verarbeitung war leicht rückläufig, während der Handel leicht zunahm.

Bereinigtes EBIT der fortgeführten Aktivitäten sowie der Gruppe infolge der Umsatzeinbrüche und daraus resultierender Unterauslastung signifikant negativ und unter Vorjahr.

BEREINIGTES EBIT

Mio € 2018 / 2019 2019 / 2020 Veränderung

in %
Automotive Technology 1) - 22 - 260 --
Industrial Components 1) 230 138 - 40
Elevator Technology 907 693 - 24
Plant Technology 1) - 145 - 235 - 62
Marine Systems 1 18 ++
Materials Services 107 - 110 --
Steel Europe 31 - 946 --
Corporate Headquarters 1) - 252 - 210 17
Überleitung 1) - 56 53 -
Gruppe insgesamt 802 - 860 --
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten 1) 912 773 - 15
Gruppe fortgeführte Aktivitäten 1) - 110 - 1.633 --

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

Im Berichtsjahr war das Bereinigte EBIT negativ und lag signifikant unter dem des Vorjahres. Insbesondere die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Nachfrage und damit die Kapazitätsauslastung, die Volatilität in den Werkstoff- und Komponentengeschäften für Automobile und Nutzfahrzeuge sowie die strukturellen Herausforderungen im Stahlbereich prägten das Geschäftsjahr. Um diese Entwicklungen abzumildern, wurden umfangreiche Maßnahmen zur Kostenreduktion und Sicherung der Geschäfte und auch zum Schutz der Mitarbeiter getroffen. Diese umfassen unter anderem Kurzarbeit, Flexibilisierung der Arbeitszeit wie Überstundenabbau, Urlaub, Abbau von Leiharbeit, Homeoffice sowie Durchführung von Einsparmaßnahmen und Überprüfung von Investitionsprojekten.

Im Geschäft mit Automobilkomponenten reichten die Zuwächse aus dem Hochlauf neuer Projekte und Werke nicht aus, um die Nachfrageausfälle verbunden mit Produktions- und Werksstillständen beginnend in China, später in Europa und NAFTA auszugleichen. Zudem belasteten eine Neubewertung von Aufträgen im automobilen Anlagenbau und Zuführungen zu auftragsbezogenen Rückstellungen sowie Wertberichtigungen im Umlaufvermögen, sodass Automotive Technology in Summe ein negatives Ergebnis unter dem Vorjahreswert auswies. Industrial Components verzeichnete trotz des anhaltenden Wachstums und des höheren Ergebnisbeitrags von Großwälzlagern für Windenergie ein rückläufiges Bereinigtes EBIT. Dies war dem Schmiedegeschäft geschuldet, das infolge geringerer Volumina, auch zyklisch bedingt, einen starken Ergebnisrückgang zeigte. Bei Plant Technology blieb das Bereinigte EBIT negativ und unter Vorjahr. Ein verzögerter Fortschritt in den Projekten sowie Verschiebungen beim Auftragseingang konnten nur teilweise durch Umsatzsteigerungen im Chemieanlagenbau, einem Ertrag aus einer Gebäudeveräußerung sowie dem robusten Servicegeschäft kompensiert werden. Gleichzeitig entwickelte sich das Marinegeschäft positiv, wenngleich geringere Margen bei Projekten in Bearbeitung weiterhin belastend wirkten.

Das Bereinigte EBIT der Werkstoffgeschäfte lag signifikant unter dem Vorjahreswert.

Unsere Werkstoffgeschäfte bewegten sich in einem herausfordernden Umfeld, geprägt von negativen Preis- und Mengeneffekten, sodass das Ergebnis signifikant unter dem des Vorjahres blieb. Zudem entfielen bei Materials Services stützende Effekte aus Grundstücksverkäufen und der gruppeninternen Kompensationszahlungen für Teil-Übertragung des internationalen Streckengeschäfts aus dem Vorjahr. Während der Nachfragerückgang im 1. Halbjahr insbesondere dem allgemeinen Abschwung der weltweiten Industriekonjunktur geschuldet war, prägte die Corona-Pandemie die Entwicklung im 2. Halbjahr. Zudem war das abgelaufene Geschäftsjahr von sinkenden Marktpreisen in beiden Service Units geprägt. Eine Ausnahme bildete Plastics, das den Ergebnisbeitrag signifikant steigerte. Unterstützend wirkten zudem positive Effekte aus dem Waren- und Währungshedge, die jedoch die allgemeine Entwicklung nicht ausgleichen konnten. Bei Steel Europe führten signifikant rückläufige Versandmengen und der Erlösverfall, bei deutlicher Verschlechterung im Geschäftsjahresverlauf, zu einem stark negativen Bereinigten EBIT. Insbesondere die schwache Auslastung der Aggregate im 2. Halbjahr belastete. Hinzu kam ab Mitte März der pandemiebedingte Einbruch der Bestellmengen bei margenstarken Stahlgüten für die Automobilindustrie.

Corporate Headquarters verbesserte sich deutlich im Vorjahresvergleich auf ein Bereinigtes EBIT von -210 Mio €. Einen maßgeblichen Beitrag leisteten dabei geringere Kosten, insbesondere Personalkosten in den Zentralfunktionen sowie geringere IT-Kosten.

Der Ergebnisbeitrag der nicht fortgeführten Aufzugaktivitäten konnte nach 10 Monaten, das heißt bis zum Verkauf, den vergleichbaren Wert des Vorjahres nicht erreichen. Insbesondere die höheren Corporate-Kosten im Zusammenhang mit dem Carve-out sowie die pandemiebedingten negativen Effekte vor allem in Europa und bei Access Solutions überwogen die positiven Effekte aus günstigen Entwicklungen in Nordamerika und Asien.

Sondereffekte belasten das Ergebnis

Die Sondereffekte belasteten das EBIT in höherem Maße als im Vorjahr.

Das EBIT der fortgeführten Aktivitäten war im Berichtsjahr durch Sondereffekte in Höhe von insgesamt 3,6 Mrd € belastet.

SONDEREFFEKTE

Mio € 2018 / 2019 2019 / 2020 Veränderung
Automotive Technology 1) 104 896 793
Industrial Components 1) 29 167 138
Elevator Technology 116 - 15.091 - 15.207
Plant Technology 1) 19 30 10
Marine Systems 1 5 4
Materials Services 41 623 582
Steel Europe 154 1.710 1.556
Corporate Headquarters 1) 42 144 102
Überleitung 1) 24 180 156
Gruppe insgesamt 530 - 11.334 - 11.864
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten 1) 129 - 14.957 - 15.085
Gruppe fortgeführte Aktivitäten 1) 401 3.622 3.221

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

Bei Automotive Technology ergaben sich im Berichtszeitraum Sondereffekte vor allem für Restrukturierungen mit Kapazitätsanpassungen und Personalabbau bei System Engineering, Springs & Stabilizers und auf Segmentebene. Hinzu kamen Wertminderungsaufwendungen im Anlage- und Umlaufvermögen aufgrund gestiegener Kapitalkosten sowie verminderter Umsatz- und Ertragserwartungen (auch pandemiebedingt). Industrial Components verzeichnete im Bereich Großwälzlager Sondereffekte für Abwertungen von nicht mehr nutzbarem Sachanlagevermögen; ferner wurden Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen gebildet. Das Schmiedegeschäft wies Sondereffekte aus Wertminderungen auf technische Anlagen, Gebäude und sonstige langfristige Vermögenswerte in China sowie aus der Fortführung bereits begonnener Restrukturierungen in den Werken in Brasilien, Italien und Indien aus. Bei Plant Technology und Marine Systems ergaben sich Sondereffekte aus Restrukturierungen. Materials Services verbuchte im Wesentlichen Aufwendungen für umfangreiche Restrukturierungen in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und den USA, die Schließung der Niederlassung Varel der Aerospace Germany zum 31. März 2021 sowie kleinerer Gesellschaften. Zudem gab es außerplanmäßige Abschreibungen, zum Beispiel auf Finanzanlagen und Lagerstandorte. Bei Steel Europe wurden Sondereffekte aus der Restrukturierung insbesondere für die Stahlstrategie 20-30 berücksichtigt. Hinzu kamen beträchtliche Wertminderungsaufwendungen im Anlagevermögen infolge verminderter Umsatz- und Ertragserwartungen durch konkretisierte langsamere wirtschaftliche Erholung der Automobilindustrie im Rahmen der Abschlusserstellung. Bei Corporate Headquarters wurden im Wesentlichen Aufwendungen für das Freiwilligenprogramm bei der thyssenkrupp AG sowie für Projektaufwendungen im Zusammenhang mit der Elevator-Transaktion gebildet. Bei den nicht fortgeführten Aufzugaktivitäten ergaben sich Sondereffekte im Wesentlichen aus Aufwendungen im Zusammenhang mit Restrukturierungen in den Business Units Europe / Africa und Americas und mit der Vorbereitung der eigenständigen Aufstellung. Gegenläufige Effekte ergaben sich neben dem Entkonsolidierungsgewinn aus der Teilauflösung einer Rückstellung aus einem Rechtsfall.

thyssenkrupp Value Added (tkVA) positiv und deutlich über Vorjahreswert

Im Berichtsjahr war der tkVA maßgeblich durch die Elevator-Transaktion bestimmt und erreichte infolgedessen einen positiven Wert. Gegenläufige Effekte resultierten insbesondere aus einem signifikant schwächeren EBIT infolge der schlechteren operativen Entwicklung insbesondere in den Geschäften mit Werkstoffen und Automobilkomponenten. Der Wertbeitrag von Automotive Technology sank im Vergleich zum Vorjahr deutlich und blieb stark negativ. Ein durch bilanzielle Sondereffekte stark belastetes signifikant geringeres Ergebnis war hierfür ursächlich. Industrial Components verzeichnete vor allem infolge eines gesunkenen EBITs einen Rückgang des Wertbeitrags. Auch bei Plant Technology führte das geringere EBIT zu einer Abnahme des tkVA gegenüber dem bereits negativen Vorjahr. Marine Systems stabilisierte das Ergebnis im positiven Bereich, bei deutlich höherer Kapitalbindung. Infolgedessen nahm der Wertbeitrag ab und blieb negativ. Der tkVA von Materials Services lag - insbesondere aufgrund der operativen Entwicklung - deutlich unter dem Vorjahr. Bei Steel Europe lag die durchschnittliche Kapitalbindung leicht unter Vorjahr. Die signifikante Verschlechterung des Ergebnisses auf ein negatives EBIT führte zu einem deutlichen Rückgang des tkVA gegenüber dem Vorjahr.

Einzelheiten zum Wertbeitrag und seinen wesentlichen Komponenten zeigt die folgende Tabelle.

THYSSENKRUPP VALUE ADDED (TKVA)

2018 / 2019 2019 / 2020
EBIT 1) 2)

(Mio €)
Capital employed

(Mio €)
WACC

(%)
tkVA

(Mio €)
EBIT 1) 2)

(Mio €)
Capital employed

(Mio €)
--- --- --- --- --- --- ---
Gruppe insgesamt 272 16.749 8,0 - 1.068 10.475 17.526
Davon:
Automotive Technology 2) - 126 3.006 8,5 - 381 - 1.157 3.110
Industrial Components 2) 201 1.391 8,5 82 - 29 1.504
Elevator Technology 791 1.292 7,5 695 15.784 1.507
Plant Technology 2) - 164 - 152 8,0 - 152 - 265 - 141
Marine Systems 0 927 8,0 - 74 13 1.266
Materials Services 66 3.866 8,0 - 244 - 733 3.901
Steel Europe - 123 5.447 8,5 - 586 - 2.656 5.352
2019 / 2020
WACC

(%)
tkVA

(Mio €)
Veränderung tkVA

(Mio €)
--- --- --- ---
Gruppe insgesamt 8,0 9.073 10.141
Davon:
Automotive Technology 2) 8,5 - 1.421 - 1.040
Industrial Components 2) 8,5 - 157 - 239
Elevator Technology 7,5 15.671 14.975
Plant Technology 2) 8,0 - 253 - 101
Marine Systems 8,0 - 89 - 14
Materials Services 8,0 - 1.045 - 802
Steel Europe 8,5 - 3.111 - 2.525

1) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 24).

2) Siehe auch Vorbemerkungen.

Details zur Bedeutung von tkVA und EBIT für die Unternehmenssteuerung finden Sie im Kapitel "Grundlagen der Gruppe", Abschnitt "Unternehmenssteuerung".

Geschäftsverlauf in den Segmenten

Automotive Technology

AUTOMOTIVE TECHNOLOGY IN ZAHLEN

▷ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Unternehmensstruktur > Automotive Technology

2018 / 2019 1) 2019 / 2020 1) Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 5.251 4.610 - 12
Umsatz Mio € 5.407 4.702 - 13
EBIT Mio € - 126 - 1.157 --
EBIT-Marge % - 2,3 - 24,6 -
Bereinigtes EBIT Mio € - 22 - 260 --
Bereinigte-EBIT-Marge % - 0,4 - 5,5 -
Mitarbeiter (30.09.) 25.834 24.763 - 4

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

Corona-Pandemie führt zu starkem Nachfrageeinbruch

Nachfrageeinbruch prägte das Berichtsjahr; jedoch deutlich höhere Kundenabrufe im 4. Quartal.

Automotive Technology musste aufgrund der Corona-Pandemie in allen Geschäften deutliche Rückgänge beim Auftragseingang und bei den Umsätzen hinnehmen. Nur der Bereich Steering zeigte sich robust, bedingt durch den Hochlauf neuer Werke und Projekte. Im April und Mai kam es aufgrund des Lockdowns zu einem allgemeinen Einbruch des Geschäfts; die Werke unserer größten Kunden in Europa, USA und Mexiko mussten zeitweise den Betrieb einstellen. Ende des 3. Quartals lief dann die Automobilproduktion in vielen Ländern wieder an, und im 4. Quartal riefen unsere Kunden - auch dank staatlicher Konjunkturprogramme und sonstiger Kaufanreize - deutlich höhere Mengen ab als im Vorquartal. Im Vergleich zum 4. Quartal des Vorjahres blieb die Nachfrage jedoch rückläufig.

Bereinigtes EBIT signifikant unter Vorjahr

Der starke Nachfragerückgang, verbunden mit den Produktions- und Werksstillständen in Europa, im NAFTA-Raum und in Mexiko, führte im vergangenen Geschäftsjahr zu einem deutlich negativen Ergebnis. Zusätzliche größere Belastungen kamen aus der Neubewertung von Aufträgen im automobilen Anlagenbau. Des Weiteren wurden Zuführungen zu auftragsbezogenen Rückstellungen sowie Wertberichtigungen im Umlaufvermögen notwendig. Dagegen konnten wir im 4. Quartal eine deutliche operative Verbesserung gegenüber dem Vorquartal erzielen, die ohne die vorgenannten Belastungen zu einem leicht positiven Ergebnis geführt hätte. Aufgrund der Verlustsituation mussten wir bei Springs & Stabilizers und System Engineering Restrukturierungen im größeren Umfang einleiten. Bei Springs & Stabilizers bedeutete dies die Schließung des Werks Olpe und die Neuausrichtung des Produktionsstandorts Hagen. System Engineering wurde durch die Corona-Pandemie mit einem drastisch verschärften Einbruch bei Auftragseingang und Umsatz getroffen. Hier haben wir weitere Kapazitätsanpassungen durch Personalabbau von 800 Stellen eingeleitet. Das in Zukunft in zwei eigenständige Unternehmen geteilte Geschäft für den Karosserie- und Antriebsbau wird neben der operativen Neuausrichtung auch Strukturen und Verwaltungskosten in beiden Geschäftsteilen dem Marktniveau anpassen. Zudem wurde auf Segmentebene Personal abgebaut.

Strategische Neuausrichtung

Zum 1. Oktober 2020 wurde die operative Teilung des automobilen Anlagenbaus (System Engineering) gestartet und wird dazu in den kommenden Monaten kaufmännisch, operativ und rechtlich in zwei eigenständige Berichtseinheiten aufgeteilt. Zukünftig wird es einen auf Karosseriemontage spezialisierten Anlagenbauer geben, der weiterhin im automobilen Zuliefer- und Service-Segment (Automotive Technology) von thyssenkrupp geführt wird. Die bisherigen Aktivitäten im Bereich der Antriebs- und Batteriemontage (Powertrain & Battery Solutions) werden ebenso wie Springs & Stabilizers dem eigenständigen Segment Multi Tracks zugeordnet. Mehr darüber erfahren Sie im Abschnitt "Strategie".

Industrial Components

INDUSTRIAL COMPONENTS IN ZAHLEN

▷ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Unternehmensstruktur > Bearings and Forged Technologies

2018 / 2019 1) 2019 / 2020 1) Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 2.636 2.095 - 21
Umsatz Mio € 2.522 2.099 - 17
EBIT Mio € 201 - 29 --
EBIT-Marge % 8,0 - 1,4 -
Bereinigtes EBIT Mio € 230 138 - 40
Bereinigte-EBIT-Marge % 9,1 6,6 -
Mitarbeiter (30.09.) 13.773 12.500 - 9

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

Gute Nachfrage im Bereich Windenergie kann Rückgänge im Schmiedegeschäft nur teilweise kompensieren

Positive Entwicklung im Windenergiebereich stützt schwächere Nachfrage im Schmiedegeschäft.

Der Auftragseingang von Industrial Components lag im Berichtsjahr unter dem Vorjahreswert. Neben der schwächeren Nachfrage infolge der Corona-Pandemie lag dies auch an zyklischen Absatzrückgängen im Schmiedegeschäft. Unser Geschäft mit Großwälzlagern verzeichnete im aktuellen Berichtsjahr insgesamt eine gute Auftragslage. Zuwächse gab es insbesondere in China - vor allem im Bereich Windenergie, aber auch bei der Exploration. Fast unverändert gegenüber dem Vorjahr zeigte sich der Anwendungsbereich Baumaschinen. Rückläufig war hingegen das Auftragsvolumen im Kranbau und, hauptsächlich pandemiebedingt, bei Luftfahrt- und Automobilkomponenten. Auch das Schmiedegeschäft hat im Berichtsjahr besonders unter den Folgen der Corona-Pandemie gelitten: Bei den wesentlichen Kunden für Automobil- und Industriekomponenten kam es ab März 2020 zu Werksschließungen, was deutliche Rückgänge im Auftragseingang zur Folge hatte und letztlich dazu führte, dass auch wir alle eigenen wesentlichen Werke temporär schließen oder zumindest den Betrieb stark einschränken mussten. Zusätzlich belastend wirkten die allgemein nachlassende Konjunktur in Europa und der Nachfragerückgang in China. Im Anwendungsbereich Pkw/Lkw registrierten wir einen deutlichen Auftragsrückgang im - generell zyklischen - Class-8-Lkw-Markt, insbesondere in den USA. Auch bei den Fahrwerken für Baumaschinen ging die Nachfrage weltweit zurück, ebenfalls stark zyklisch bedingt.

Ein ähnliches Bild zeigte sich beim Umsatz: Der deutliche Zuwachs bei Großwälzlagern konnte den zyklischen und pandemiebedingten Rückgang im Schmiedegeschäft nicht kompensieren. Unsere Großwälzlager verzeichneten starke Zuwächse der Windenergieumsätze in Deutschland und China getrieben im Wesentlichen durch auslaufende staatliche Anreizprogramme im chinesischen Onshore-Bereich, aber auch durch Zuwächse im Anwendungsbereich Exploration. Auch im Schmiedegeschäft sank der Umsatz parallel zum Auftragseingang. Ausschlaggebend waren hier die Nachfrageeinbrüche infolge der Corona-Pandemie sowie zyklische Absatzrückgänge in Europa, China und im Class-8-Lkw-Markt, insbesondere in den USA.

Bereinigtes EBIT deutlich unter Vorjahr - Entwicklung im Bereich Großwälzlager und Kostensenkungsmaßnahmen wirken stabilisierend

Das Bereinigte EBIT lag deutlich unter dem Vorjahreswert. Im Bereich Großwälzlager kletterte das Bereinigte EBIT deutlich über das Vorjahresniveau; der Zuwachs konnte jedoch den Rückgang im Schmiedegeschäft nicht kompensieren. Zu verdanken war die positive Entwicklung bei den Großwälzlagern neben den starken Zuwächsen im Anwendungsbereich Windenergie den eingeleiteten strukturellen Maßnahmen insbesondere im Personalbereich, die spürbare Kostensenkungen bewirkten. Weitere Strukturmaßnahmen sind in Vorbereitung: Sie zielen darauf ab, unsere Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern sowie unsere führende Marktposition zu verteidigen. Im Schmiedegeschäft lag das Bereinigte EBIT deutlich unter dem des Vorjahres. Hauptgrund waren die Umsatzrückgänge, wobei auch die Fortsetzung der Zollstreitigkeiten zwischen den USA und China die Nachfrage belasteten. Um diesen strukturellen Marktgegebenheiten entgegen zu wirken haben wir insbesondere Restrukturierungen im Personalbereich durchgeführt.

Plant Technology

PLANT TECHNOLOGY IN ZAHLEN

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2018 / 2019 1) 2019 / 2020 1) Veränderung

in %
Auftragsbestand (30.09.) Mio € 4.847 3.424 - 29
Auftragseingang Mio € 2.844 1.670 - 41
Umsatz Mio € 2.943 2.897 - 2
EBIT Mio € - 164 - 265 - 61
EBIT-Marge % - 5,6 - 9,1 -
Bereinigtes EBIT Mio € - 145 - 235 - 62
Bereinigte-EBIT-Marge % - 4,9 - 8,1 -
Mitarbeiter (30.09.) 11.419 10.753 - 6

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

Robuste Umsatzentwicklung trotz schwächerer Nachfrage und pandemiebedingter Beeinträchtigungen

Der Auftragseingang von Plant Technology lag im Berichtsjahr deutlich unter dem des Vorjahres, das insbesondere durch zwei Großaufträge in den Geschäftsbereichen Düngemittel und Mining geprägt war. Zu den schwierigen Rahmenbedingungen trugen vor allem seit dem 3. Quartal die Auswirkungen der Corona-Pandemie bei. Der Umsatz entwickelt sich trotz der Pandemie robust, insbesondere infolge des Projektfortschritts bei Großaufträgen für Chemieanlagen.

Steigende Nachfrage nach Elektrolyseanlagen und -ausrüstung.

Trotz eines insgesamt rückläufigen Auftragseingangs im Chemieanlagengeschäft verzeichneten wir eine steigende Nachfrage auch nach Elektrolyseanlagen und -ausrüstung, unter anderem in Europa, Asien und dem Mittleren Osten. Zudem konnten wir eine strategische Partnerschaft mit dem amerikanischen Industriegasunternehmen Air Products & Chemicals und eine Kooperation mit dem deutschen Stromnetz-Betreiber E.ON eingehen und so den Grundstein für die Einbindung von thyssenkrupp in grüne Wasserstoffprojekte im Großmaßstab legen. Dieser Schritt wird dazu beitragen, dass wir den wachsenden Bedarf an umweltfreundlichen Technologien und Services für den Betrieb und die Digitalisierung von Industrieanlagen bedienen können. Der Umsatz lag, trotz bedeutender negativer Pandemie-Auswirkungen, infolge des Projektfortschritts bei Großaufträgen deutlich über dem Vorjahr.

Der Bereich Mining verzeichnete eine im Vergleich zum Vorjahr deutlich geringere Nachfrage nach Anlagen und Komponenten. Das geht zum einen darauf zurück, dass im vorigen Geschäftsjahr ein Großauftrag in Australien hinzugekommen war. Zum anderen zeigen sich auch hier klar die Auswirkungen der Pandemie. Der Umsatz lag jedoch infolge des hohen Auftragsbestands nahezu auf Vorjahresniveau.

Im Zementanlagenbau bestimmten nach wie vor Kapazitätsüberhänge und ein anhaltender Wettbewerbsdruck das wirtschaftliche Umfeld. Trotz dieser schwierigen Marktsituation konnten wir hier eine positive Nachfrageentwicklung verzeichnen. Unter anderem sicherte sich der Bereich einen mittelgroßen Auftrag in den USA und liefert in Kamerun die weltweit erste industrielle Anlage für die CO2-arme Zementproduktion. Dadurch erreichte der Zementbereich einen wichtigen Meilenstein bei der Weiterentwicklung und Vermarktung umweltfreundlicher Technologien. Vor allem aufgrund der Pandemie lag der Umsatz deutlich unter dem Vorjahr. Darüber hinaus zeigen sich hier auch die Auswirkungen eines seit Längerem abnehmenden Auftragsbestands.

Der Auftragseingang im Service-Bereich lag im Berichtsjahr deutlich unter dem des Vorjahres. Dennoch blieb die Nachfrage - lässt man für den Vergleich die Modernisierungsaufträge (Revamps) im Geschäftsjahr 2018 / 2019 unberücksichtigt - trotz der Pandemie robust. Auch der Umsatz verzeichnete insgesamt eine stabile Entwicklung und erreichte nahezu das Niveau des um den Transrapid-Sondereinfluss bereinigten Vorjahres.

Bereinigtes EBIT

Im Berichtsjahr blieb das Bereinigte EBIT negativ und deutlich unter dem Vorjahr. Während das 1. Halbjahr von einer leicht operativen Erholung im Chemie- und Zementanlagenbau, der Senkung der Verwaltungskosten und einem Ertrag aus einer Gebäudeveräußerung geprägt war, kam es ab Februar aufgrund der Pandemie und der damit verbundenen erschwerten Logistik sowie der strengeren Hygiene- und Abstandsregelungen auf Baustellen weltweit zu Verzögerungen in der Projektabwicklung. Die resultierenden erhöhten Baustellenkosten konnten wiederum nicht voll an die Kunden weitergegeben werden. Des Weiteren führte die große Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Pandemie insgesamt zu einem zurückhaltenden Investitionsverhalten der Kunden, was sich in einer erhöhten Unterauslastung der Projektkapazitäten niederschlägt. Das Service-Geschäft erwies sich als sehr robust und wies trotz der Pandemie ein Ergebnis über dem Niveau des um den Transrapid Sondereinfluss bereinigten Vorjahres auf.

Strategische Neuausrichtung

Im Rahmen der strategischen Neuausrichtung wurde die Segmentebene von Plant Technology deutlich verschlankt und konzentriert sich seit dem 1. April 2020 auf die Bewertung und Steuerung der operativen und finanziellen Leistung der Geschäfte sowie auf die Analyse und Beurteilung von Partnerschaften.

Änderungen gab es auch auf der Ebene der Business Units und der Regionen. Nachdem die Business Unit Service zum 1. April 2020 aufgelöst wurde, haben wir unser Servicegeschäft in die bisher auf das Neugeschäft ausgerichteten Business Units reintegriert. System Engineering wurde am 1. Oktober 2019 aus dem Unternehmensbereich herausgelöst und Automotive Technology zugeordnet. Unsere regionalen Strukturen haben wir weiter vereinfacht und den Führungsauftrag der regionalen Gesellschaften und Standorte direkt einer der Business Units übertragen.

Zum 1. Oktober 2020 wurde Plant Technology dem eigenständigen Segment Multi Tracks zugeordnet. Mehr darüber erfahren Sie im Abschnitt "Strategie". Die Durchführung der Projekte unserer Kunden hat jedoch stets oberste Priorität.

Marine Systems

MARINE SYSTEMS IN ZAHLEN

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2018 / 2019 2019 / 2020 Veränderung

in %
Auftragsbestand (30.09.) Mio € 5.887 6.029 2
Auftragseingang Mio € 2.192 2.227 2
Umsatz Mio € 1.800 1.750 - 3
EBIT Mio € 0 13 ++
EBIT-Marge % 0,0 0,7 -
Bereinigtes EBIT Mio € 1 18 ++
Bereinigte-EBIT-Marge % 0,0 1,0 -
Mitarbeiter (30.09.) 6.013 6.321 5

Auftragseingang durch Fregatten Großauftrag geprägt

Der Auftragseingang blieb im Berichtsjahr auf Vorjahresniveau. Konkret ging ein Auftrag für den Bau von vier Fregatten für Brasilien ein, außerdem im Geschäftsbereich Marine Elektronik ein größerer Auftrag für die Bundesrepublik Deutschland sowie einige Unteraufträge für die Föderative Republik Brasilien und einen nordafrikanischen Staat. Hinzu kamen diverse kleinere Wartungs- und Serviceaufträge sowie Erweiterungen bestehender Aufträge.

Der Umsatz war im abgelaufenen Geschäftsjahr leicht rückläufig. Dabei wurde ein temporär verlangsamter Fortschritt bei der Abwicklung der Projekte im Unterwasserbereich, vor allem bei den Unterlieferanten, zum großen Teil durch Umsätze eines Fregattenauftrages aus dem nordafrikanischen Raum sowie aus den Bereichen Marine-Elektronik, Wartung und Service aufgefangen.

Bereinigtes EBIT über Vorjahr

Bereinigtes EBIT erneut über Vorjahr.

Das Bereinigte EBIT lag im Berichtsjahr deutlich über dem Vorjahreswert und setzte damit im zweiten Jahr in Folge die positive Entwicklung fort. Einige Bestandsaufträge erwirtschaften zwar weiterhin schwache Gewinnmargen, doch trägt das laufende Performance-Programm deutlich dazu bei, sowohl die Profitabilität der Neugeschäfte als auch die Margen im Auftragsbestand abzusichern beziehungsweise zu verbessern.

Materials Services

MATERIALS SERVICES IN ZAHLEN

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2018 / 2019 2019 / 2020 Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 13.868 11.386 - 18
Umsatz Mio € 13.880 11.300 - 19
EBIT Mio € 66 - 733 --
EBIT-Marge % 0,5 - 6,5 -
Bereinigtes EBIT Mio € 107 - 110 --
Bereinigte-EBIT-Marge % 0,8 - 1,0 -
Mitarbeiter (30.09.) 20.340 18.817 - 7

Auftragseingang und Umsatz signifikant unter Vorjahr

Bei Materials Services entwickelten sich Auftragseingang und Umsatz im Berichtszeitraum deutlich negativ. Schon seit Beginn des Geschäftsjahres hatte das Segment unter einem starken Mengen- und Preisdruck gestanden; ab der zweiten Märzhälfte kamen zunehmend pandemiebedingte Nachfragerückgänge hinzu. Betroffen waren fast alle operativen Bereiche, am meisten jedoch diejenigen mit starkem Bezug zum Automotive-Sektor und zur Luftfahrtindustrie. Eine Ausnahme bildete lediglich Plastics; dort konnten durch den Vertrieb transparenter Kunststoffe als Corona-Schutz deutliche Zuwächse erzielt werden. Der Absatz blieb insgesamt in allen Regionen und operativen Einheiten unter den Vorjahreswerten - zumal das gruppeninterne Streckengeschäft wegen der im Vorjahr erfolgten Teilübertragung an Steel Europe wegfiel. Insgesamt verkaufte Materials Services im Berichtszeitraum 8,7 Mio t Werk- und Rohstoffe, 11,4 % weniger als im Vorjahr. Mit Ausnahme des volatilen Nickelpreises sanken im Durchschnitt des Geschäftsjahres die Preise in allen wesentlichen Produktsegmenten. Auch AST erreichte den Absatz des Vorjahres nicht. Hauptgrund war ein behördlich angeordneter Produktionsstopp im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zwischen Mitte März und Anfang April und der darauffolgenden Nachfrageschwäche.

Digitalisierung und Automatisierung im Dienste des strategischen Ansatzes "Materials as a Service"

Nach wie vor arbeitet Materials Services engagiert daran, das in langjähriger Praxis angeeignete Supply-Chain-Know-how in wirksame Kundenlösungen zu übersetzen. Im Zuge dessen treiben wir auch die Digitalisierung und die Automatisierung der Geschäftsprozesse weiter voran. Im Berichtsjahr haben wir uns vor allem darauf konzentriert, die Vernetzung des Anlagenparks mit der von Materials Services selbst entwickelten IIoT-Plattform toii® weiter auszubauen; zudem haben wir die künstliche Intelligenz "alfred" weiterentwickelt, ein zentrales Element bei der Optimierung unserer Logistikprozesse. Beide Instrumente sind entscheidend, wenn es darum geht, neue Dienstleistungen im Rahmen des strategischen Ansatzes "Materials as a Service" zu konzipieren. Weitere digitale Neuerungen im Berichtsjahr dienen dazu, die Effizienz von Verwaltungs- und Kommunikationsabläufen zu erhöhen; Beispiele sind die OCR-Lösungen (Optical Character Recognition) zur automatisierten Verarbeitung etwa von E-Mails sowie die App "Paperless", die papierlose Abläufe in den Lagern ermöglicht. Ferner hat Materials Services seine E-Commerce-Aktivitäten weiter ausgebaut und dadurch zusätzliches Geschäft generiert.

Bereinigtes EBIT in einem schwachen Marktumfeld negativ und unter Vorjahr

Pandemiebedingter Mengen- und Preisdruck belasteten das Ergebnis.

In beiden Service-Units - Distribution Services und Supply Chain Services - wirkte sich die rückläufige Mengen- und Preisentwicklung negativ auf das Bereinigte EBIT aus. Während der Nachfragerückgang in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres noch auf dem allgemeinen Abschwung der weltweiten Industriekonjunktur beruhte, war er in der zweiten Geschäftsjahreshälfte auf die Corona-Pandemie zurückzuführen. Eine Ausnahme bildete auch hier die operative Einheit Plastics, die vom Bedarf an Materialien zum Schutz gegen Corona-Viren profitierte. Weitere positive Effekte wurden durch Waren- und Währungshedges erzielt, insbesondere aufgrund der Preisentwicklung von Nickel, Aluminium und Kupfer. Die Einheit AST verzeichnete ein negatives Bereinigtes EBIT weit unter dem Wert des Vorjahres, infolge der temporären Werksschließung und pandemiebedingt geringerer Nachfrage.

Strategische Neuausrichtung

Zum 1. Oktober 2020 wurde das Edelstahlwerk im italienischen Terni (AST) inklusive der dazugehörigen Vertriebsorganisation sowie der Bereich Infrastructure dem eigenständigen Segment Multi Tracks zugeordnet. Mehr darüber erfahren Sie im Abschnitt "Strategie".

Steel Europe

STEEL EUROPE IN ZAHLEN

▷ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Unternehmensstruktur > Steel Europe

2018 / 2019 2019 / 2020 Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 8.784 7.325 - 17
Umsatz Mio € 9.065 7.269 - 20
EBIT Mio € - 123 - 2.656 --
EBIT-Marge % - 1,4 - 36,5 -
Bereinigtes EBIT Mio € 31 - 946 --
Bereinigte-EBIT-Marge % 0,3 - 13,0 -
Mitarbeiter (30.09.) 28.278 27.434 - 3

Pandemiebedingte negative Mengen- und Preiseffekte

Steel Europe startete verhalten in das Berichtsjahr; belastend wirkte vor allem die konjunkturelle Schwäche in der für das Segment wichtigen Kundenbranche der Automobilindustrie. Im 2. Quartal sorgten notwendige Lagerergänzungen vor allem bei Industriekunden für eine kurzfristige Belebung, bevor sich ab dem 3. Quartal das gesamte konjunkturelle Umfeld aufgrund der Corona-Pandemie dramatisch verschlechterte. Flächendeckende Produktionsstillstände bei den Kunden, zum Teil schon ab März, führten zu einem deutlichen Nachfragerückgang und ließen die Spotmarktpreise drastisch fallen. Steel Europe reagierte umgehend auf diese Entwicklungen: Wir legten Produktionsanlagen vorübergehend still oder reduzierten deren Betrieb auf ein technisch notwendiges Minimum.

Nachfrageeinbruch prägte das Berichtsjahr; jedoch Schlussquartal mit Zeichen einer spürbaren Erholung.

Der Auftragseingang verfehlte mit 7,3 Mrd € den Wert des vorherigen Geschäftsjahres signifikant. In der ersten Jahreshälfte war dies vornehmlich durch niedrigere Durchschnittserlöse und abnehmende Bestellmengen bedingt; im 3. Quartal kam es dann zu einem Nachfrageeinbruch: Das Auftragsvolumen sank drastisch auf nur noch rund ein Drittel der Auftragsbuchungen des Vorjahres. Im letzten Quartal des Geschäftsjahres stabilisierten sich die Marktpreise wieder, und die Bestellungen zeigten Anzeichen einer spürbaren Erholung. Das Ergebnis reichte aber weder an das Niveau des Vorjahres heran noch konnten die Verluste der Vorquartale auch nur ansatzweise kompensiert werden.

Auch der Umsatz verzeichnete im Berichtsjahr einen signifikanten Rückgang. Gründe waren die insgesamt niedrigeren Nettoerlöse sowie Versandeinbußen: Nachdem der Beginn des Geschäftsjahres durch rückläufige Absätze an die schwächelnde Automobil- und Zulieferindustrie geprägt war, ließen im 2. Quartal notwendige Lagerergänzungen den Versand an Industriekunden nochmals spürbar ansteigen, bevor die Corona-Pandemie zu deutlichen Einbußen führte. In der Business Unit Packaging Steel gingen die Lieferungen gegenüber dem Vorjahr um 2 % zurück, wobei allerdings die Corona-Pandemie einen leichten Anstieg im 3. Quartal bewirkte, gefolgt von einer stabilen Entwicklung bis zum Ende des Geschäftsjahres.

Die Rohstahlerzeugung einschließlich der Zulieferungen von den Hüttenwerken Krupp Mannesmann war mit 9,9 Mio t rund 13 % niedriger als im Vorjahr. Bei vielen Produktionsanlagen kam es in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres zu Betriebsstörungen, die die Performance stark beeinträchtigten. Ende März zeigten sich dann erste negative Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Anlagenauslastung; in der Folge reduzierten wir die Flüssigphase und den Kokereibetrieb auf das technisch notwendige Minimum. Die Hüttenwerke Krupp Mannesmann mussten im April den Hochofen A außer Betrieb nehmen; die Ausbringung sämtlicher Anlagen entlang der weiteren Wertschöpfungskette wurde entsprechend angepasst. Insgesamt ging die Walzstahlerzeugung für Kunden um 11 % auf 8,4 Mio t zurück.

Signifikanter Ergebnis- und Margeneinbruch

Steel Europe verzeichnete im Berichtsjahr einen signifikanten Ergebnisrückgang. Das Bereinigte EBIT fiel auf -946 Mio € und blieb damit weit unter dem Vorjahr, bei deutlicher Verschlechterung im Geschäftsjahresverlauf. Ergebnismindernd wirkte die schwache Auslastung der Aggregate vor allem im 3. und 4. Quartal. Hinzu kam ab Mitte März der pandemiebedingte Versandeinbruch bei margenstarken Stahlgüten für Autohersteller sowie eine ineffiziente Kostenbasis, die wir mit der Strategie 20-30 adressieren.

Strategische Neuausrichtung

Zum 1. Oktober 2020 wurde der Bereich Grobblech dem eigenständigen Segment Multi Tracks zugeordnet. Mehr darüber erfahren Sie im Abschnitt "Strategie".

Bereich Corporate Headquarters der thyssenkrupp AG

Die Gruppe wird von der thyssenkrupp AG, in der die wesentlichen Verwaltungseinheiten zusammengeführt sind, zentral geführt. Im Geschäftsjahr 2019 / 2020 wurden die Verwaltungseinheiten von Corporate (CorpHQs) und den Regionen (Regions) im Bereich Corporate Headquarters zusammengeführt. Den CorpHQs sind vor allem die Zentralfunktionen zugeordnet. Der Bereich "Regions" umfasst i. W. die regionalen Zentralen (die sogenannten Regionalen Plattformen) in Nord- und Südamerika, im Großraum China, in Indien, in der Region Asien-Pazifik und in der Region Naher Osten & Afrika.

Corporate Headquarters mit deutlich geringeren Verwaltungskosten.

Das Bereinigte EBIT von Corporate Headquarters belief sich im Geschäftsjahr 2019 / 2020 auf -210 Mio €; eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahreswert. Diese positive Entwicklung ist in erster Linie auf Maßnahmen zur Senkung der Verwaltungskosten, insbesondere Personalkosten in den Zentralfunktionen sowie auf geringere IT-Kosten zurückzuführen.

Elevator Technology (nicht fortgeführte Aktivität)

ELEVATOR TECHNOLOGY IN ZAHLEN

2018 / 2019 1) 2019 / 2020 1) Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 8.171 6.739 - 18
Umsatz Mio € 7.960 6.546 - 18
EBIT Mio € 791 15.784 ++
EBIT-Marge % 9,9 241,1 -
Bereinigtes EBIT Mio € 907 693 - 24
Bereinigte-EBIT-Marge % 11,4 10,6 -
Mitarbeiter (30.09.) 53.081 0 --

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

Auftragseingang und Umsatz stabil

Der Auftragseingang des nicht fortgeführten Aufzuggeschäfts erreichte in den ersten zehn Monaten, das heißt bis zum Verkauf, des Geschäftsjahres 6,7 Mrd €, damit lag er leicht unter dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Insbesondere die Regionen Asien-Pazifik und Europa mussten wegen der Corona-Pandemie Einbußen hinnehmen; das Geschäft in Nord- und Südamerika hingegen konnten wir im Berichtszeitraum sogar ausbauen, das galt insbesondere für das Neuanlagen- und Servicegeschäft in den USA.

Der Umsatz blieb gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum stabil, was in erster Linie der positiven Entwicklung in den USA zu verdanken war; dadurch ließen sich leichte Rückgänge im Neuanlagengeschäft in Europa und Asien kompensieren.

Bereinigtes EBIT unter dem vergleichbaren Vorjahreswert

Das Bereinigte EBIT lag unter dem Wert des vergleichbaren Vorjahreszeitraums. Hier schlugen vor allem die Kosten zu Buche, die im Bereich Corporate Headquarter im Zusammenhang mit der Herauslösung von thyssenkrupp Elevator anfielen. Zusätzlich brachte die Corona-Pandemie Ergebniseinbußen, vor allem in Europa und bei Access Solutions. Sie konnten durch positive Entwicklungen in Nordamerika und Asien sowie durch umfangreiche Maßnahmenprogramme zum Teil kompensiert werden.

Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

Ergänzend zu den im Folgenden dargestellten Analysen vergleiche hinsichtlich der Auswirkungen der Corona-Pandemie im Geschäftsjahr 2019 / 2020 auch die im Wirtschaftsbericht in den Kapiteln "Geschäftsentwicklung in der Gruppe" und "Geschäftsverlauf in den Segmenten" enthaltenen Ausführungen.

Analyse der Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse der fortgeführten Aktivitäten lagen im Geschäftsjahr 2019 / 2020 um 15 % unter dem entsprechenden Vorjahreswert. Zu dem starken Rückgang trugen sämtliche Segmente bei, insbesondere aber die Werkstoffgeschäfte. Die Umsatzkosten der fortgeführten Aktivitäten verminderten sich im Vergleich zur Umsatzentwicklung hauptsächlich wegen der beträchtlich erhöhten Wertminderungsaufwendungen insgesamt deutlich unterproportional. Die Brutto-Umsatzmarge verschlechterte sich stark auf -1,0 %.

Der Rückgang der Vertriebskosten der fortgeführten Aktivitäten betraf hauptsächlich gesunkene verkaufsbezogene Frachten, Versicherungen und Zölle bei gleichzeitig insgesamt höheren Personalaufwendungen insbesondere als Folge von eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen. Die Zunahme der allgemeinen Verwaltungskosten der fortgeführten Aktivitäten resultierte im Wesentlichen aus gestiegenen Restrukturierungsaufwendungen im Personalbereich sowie höheren Wertminderungsaufwendungen; gegenläufig wirkten insbesondere gesunkene Beratungs-, Reise- und IT-Kosten. Wesentliche Ursachen für den insgesamt eingetretenen Rückgang der sonstigen Erträge der fortgeführten Aktivitäten waren deutlich verminderte Erträge aus Versicherungserstattungen sowie höhere Zuschüsse insbesondere der öffentlichen Hand in Deutschland im Zusammenhang mit der Erstattung von Sozialversicherungsbeiträgen bei Kurzarbeit. Der starke Anstieg der sonstigen Aufwendungen der fortgeführten Aktivitäten betraf hauptsächlich die im Berichtsjahr erfassten Wertminderungsaufwendungen bei Firmenwerten; teilweise kompensierend wirkte gleichzeitig im Wesentlichen der Wegfall der im 2. Quartal des Vorjahres erfolgten Erhöhung der Rückstellung im Zusammenhang mit dem mittlerweile im Dezember 2019 beendeten Kartellverfahren gegen die thyssenkrupp Steel Europe AG in Sachen Grobblech. Zur Verschlechterung der sonstigen Gewinne und Verluste der fortgeführten Aktivitäten trugen vor allem geringere Gewinne aus der Veräußerung von Sachanlagen sowie Wechselkurseffekte bei.

Das rückläufige Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen der fortgeführten Aktivitäten betraf hauptsächlich die Fortschreibung der im Zusammenhang mit dem Verkauf von Elevator Technology als Bestandteil der Gegenleistung erhaltenen Rückbeteiligung. Die insgesamt eingetretene leichte Verbesserung des unverändert negativen Saldos aus Finanzierungserträgen und Finanzierungsaufwendungen der fortgeführten Aktivitäten resultierte insbesondere aus gesunkenen Netto-Zinsaufwendungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen; gegenläufig wirkten vor allem höhere Netto-Zinsaufwendungen für Finanzschulden.

Der Rückgang der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag der fortgeführten Aktivitäten war maßgeblich durch latente Steuererträge aus Umkehr passiver latenter Steuern im Zusammenhang mit dem Asset Impairment bei Steel Europe bei gegenläufigem latentem Steueraufwand aus Wertberichtigung aktiver latenter Steuern sowie durch niedrigere steuerliche Ergebnisse weltweit beeinflusst.

Unter Berücksichtigung von Steuern vom Einkommen und vom Ertrag belief sich der Verlust aus fortgeführten Aktivitäten auf 5.541 Mio €, nach einem Verlust von 1.110 Mio € im Vorjahr. Der den Aktionären der thyssenkrupp AG zuzurechnende Verlust je Aktie bezogen auf das Ergebnis der fortgeführten Aktivitäten erhöhte sich entsprechend deutlich um 7,06 € auf 8,91 €. Die insgesamt sehr starke Verbesserung der Gewinne aus nicht fortgeführten Aktivitäten um 14.283 Mio € auf 15.134 Mio € betraf mit 15.010 Mio € hauptsächlich den mit Vollzug der Elevator-Transaktion am 31. Juli 2020 erfassten Abgangsgewinn; gegenläufig wirkte der insbesondere durch höhere Steueraufwendungen um 727 Mio € auf 124 Mio € verminderte laufende Gewinn (nach Steuern). Unter Berücksichtigung des Ergebnisses der nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) ergab sich ein Jahresüberschuss von 9.592 Mio € nach einem Jahresfehlbetrag von 260 Mio € im Vorjahr. Entsprechend verbesserte sich das Ergebnis je Aktie sehr stark um 15,88 € auf einen Gewinn von 15,40 €.

thyssenkrupp-Gruppe - Gewinn- und Verlustrechnung

Mio €, mit Ausnahme Ergebnis je Aktie

in €
2018 / 2019 1) 2019 / 2020
Umsatzerlöse 34.036 28.899
Umsatzkosten - 30.336 - 29.184
Bruttoergebnis vom Umsatz 3.700 - 285
Forschungs- und Entwicklungskosten - 271 - 247
Vertriebskosten - 2.298 - 2.195
Allgemeine Verwaltungskosten - 1.710 - 1.881
Sonstige Erträge 290 245
Sonstige Aufwendungen - 271 - 897
Sonstige Gewinne und Verluste 46 1
Betriebliches Ergebnis - 515 - 5.260
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 6 4
Finanzierungserträge 654 1.188
Finanzierungsaufwendungen - 999 - 1.525
Finanzergebnis - 340 - 333
Ergebnis vor Steuern - 855 - 5.593
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 255 52
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) - 1.110 - 5.541
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 851 15.134
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) - 260 9.592
Davon:
Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG - 304 9.585
Nicht beherrschende Anteile 44 8
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) - 260 9.592
Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) bezogen auf
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) - 1,85 - 8,91
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) - 0,49 15,40

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).

Analyse der Bilanz

Die Bilanzsumme blieb im Vergleich zum 30. September 2019 trotz umrechnungsbedingter Rückgänge insgesamt nahezu unverändert.

Die starke Abnahme der langfristigen Vermögenswerte war neben währungsbedingten Minderungen hauptsächlich durch Rückgänge bei den immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen beeinflusst, die insbesondere die Entkonsolidierung von Elevator Technology sowie die Erfassung von Wertminderungsaufwendungen im Berichtsjahr betrafen. Gegenläufig wirkte bei den Sachanlagen vor allem die Erstanwendung von IFRS 16 im Berichtsjahr. Darüber hinaus ergaben sich jeweils deutliche Erhöhungen bei den nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und den sonstigen finanziellen Vermögenswerten durch die im Zusammenhang mit dem Verkauf von Elevator Technology als Gegenleistung erhaltene Rückbeteiligung. Die starke Verminderung der latenten Steuern resultierte im Wesentlichen aus der überwiegend erfolgsneutral berücksichtigten Wertberichtigung aktiver latenter Steuern vor allem für versicherungsmathematische Gewinne in den Pensionsrückstellungen in Deutschland sowie aus der Entkonsolidierung von Elevator Technology.

Die kurzfristigen Vermögenswerte verzeichneten insgesamt einen sehr starken Anstieg. Hauptursache hierfür war die beträchtliche Zunahme der Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder, die im Wesentlichen aus den Einnahmen im Zusammenhang mit dem Verkauf von Elevator Technology resultierte, verbunden mit Mittelabflüssen insbesondere aufgrund der Rückführung von Finanzschulden und des im Berichtsjahr deutlich negativen Free Cashflow vor M & A der fortgeführten Aktivitäten. Der hohe Rückgang der Vorräte betraf im Wesentlichen die Werkstoffgeschäfte, hauptsächlich als Folge der pandemiebedingt verminderten Nachfrage, sowie die Entkonsolidierung von Elevator Technology. Zur Verminderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen trug vor allem die Entkonsolidierung von Elevator Technology bei; gegenläufig wirkten Erhöhungen insbesondere bei den Werkstoffgeschäften, hauptsächlich als Folge der umfangreichen Rückführung von Factoring im Berichtsjahr zur Normalisierung des Umlaufvermögens. Die insgesamt eingetretene Zunahme der Vertragsvermögenswerte stand hauptsächlich im Zusammenhang mit der Abwicklung von Fertigungsaufträgen im Marinebereich, verbunden mit einer deutlichen Abnahme durch die Entkonsolidierung von Elevator Technology. Die Verringerung der sonstigen finanziellen Vermögenswerte betraf überwiegend die Derivatebilanzierung. Der Rückgang der sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte resultierte im Wesentlichen aus gesunkenen geleisteten Anzahlungen.

Das Eigenkapital erhöhte sich zum 30. September 2020 gegenüber dem Vorjahr sehr stark auf 10.174 Mio €. Hauptursache war der im Berichtsjahr erzielte Jahresüberschuss; gegenläufig wirkten die im sonstigen Ergebnis erfassten Verluste aus der Währungsumrechnung sowie das ebenfalls im sonstigen Ergebnis enthaltene insbesondere durch Steuereffekte beeinflusste hohe negative Ergebnis aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich beträchtlich auf 28 %.

Die starke Abnahme der langfristigen Verbindlichkeiten resultierte im Wesentlichen aus der deutlichen Verringerung der Finanzschulden. Hier wurden insbesondere eine ursprünglich im November 2020 fällige Anleihe vorzeitig Anfang September 2020 zurückgezahlt und eine ursprünglich Anfang März 2021 fällige Anleihe in kurzfristige Finanzschulden umgegliedert. Diese Rückgänge wurden durch die Erhöhung der Finanzschulden als Folge der Erstanwendung von IFRS 16 im Berichtsjahr teilweise kompensiert. Die darüber hinaus eingetretene Verringerung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen war hauptsächlich Folge der Entkonsolidierung von Elevator Technology.

Die beträchtliche Abnahme der kurzfristigen Verbindlichkeiten resultierte insbesondere aus der starken Verringerung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die vor allem die Werkstoff- und Automobilgeschäfte sowie die Entkonsolidierung von Elevator Technology betraf. Die Rückgänge bei den Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer sowie den sonstigen Rückstellungen waren überwiegend Folge der Entkonsolidierung von Elevator Technology und der Inanspruchnahme der Rückstellung im Zusammenhang mit dem im Dezember 2019 beendeten Kartellverfahren gegen die thyssenkrupp Steel Europe AG in Sachen Grobblech. Der insgesamt erfolgte Anstieg der Finanzschulden betraf im Wesentlichen die erwähnte Umgliederung einer Anleihe aus den langfristigen Finanzschulden sowie die Erstanwendung von IFRS 16, denen wiederum Rückzahlungen im Rahmen des Commercial-Paper-Programms gegenüberstanden. Hauptursachen für den Rückgang der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten waren neben der Entkonsolidierung von Elevator Technology die Derivatebilanzierung sowie geringere Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem Erwerb von Sachanlagen. Die deutlichen Abnahmen der Vertragsverbindlichkeiten sowie der sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten resultierten insbesondere aus der Entkonsolidierung von Elevator Technology.

Bilanz

thyssenkrupp-Gruppe

Aktiva

Mio € 30.09.2019 30.09.2020
Immaterielle Vermögenswerte 5.029 2.075
Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) 8.144 6.319
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 128 722
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 39 658
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 240 230
Aktive latente Steuern 1.733 497
Langfristige Vermögenswerte 15.313 10.501
Vorräte 7.781 5.922
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.488 4.833
Vertragsvermögenswerte 1.443 1.575
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 808 535
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 1.642 1.414
Laufende Ertragsteueransprüche 293 162
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder 3.706 11.547
Kurzfristige Vermögenswerte 21.162 25.989
Summe Vermögenswerte 36.475 36.490
PASSIVA
Mio € 30.09.2019 30.09.2020
Gezeichnetes Kapital 1.594 1.594
Kapitalrücklage 6.664 6.664
Gewinnrücklagen - 6.859 1.472
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 352 80
Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG 1.751 9.810
Nicht beherrschende Anteile 469 364
Eigenkapital 2.220 10.174
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 8.947 8.560
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 307 289
Sonstige Rückstellungen 554 507
Passive latente Steuern 48 58
Finanzschulden 6.529 5.303
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 136 96
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 6 6
Langfristige Verbindlichkeiten 16.527 14.819
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 357 156
Sonstige Rückstellungen 1.726 1.188
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 260 166
Finanzschulden 886 1.199
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.355 3.475
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.209 665
Vertragsverbindlichkeiten 4.561 3.073
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 2.373 1.575
Kurzfristige Verbindlichkeiten 17.728 11.497
Verbindlichkeiten 34.255 26.316
Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten 36.475 36.490

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

Finanzierung

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Für die Finanzierung der Gruppe ist grundsätzlich die thyssenkrupp AG zentral verantwortlich. Eine mehrjährige Finanzplanung sowie eine monatlich rollierende Liquiditätsplanung mit einem Planungszeitraum von bis zu einem Jahr bilden die Grundlage. Die wichtigste Liquiditätsquelle sind die Mittelzuflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit. Dank unserer Cash-Management-Systeme können Tochterunternehmen die Liquiditätsüberschüsse anderer Unternehmenseinheiten nutzen, um ihren Liquiditätsbedarf zu decken. Dadurch verringert sich das Fremdfinanzierungsvolumen und somit der Zinsaufwand. Um das benötigte Fremdfinanzierungsvolumen zu beschaffen, nutzen wir Geld- und Kapitalmarktinstrumente wie Anleihen, Schuldscheindarlehen oder Commercial Paper. Ferner nehmen wir fest zugesagte Kreditlinien in unterschiedlichen Währungen und mit unterschiedlichen Laufzeiten in Anspruch; selektiv nutzen wir auch außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente wie Forderungsverkaufsprogramme. Einzelheiten zu den frei verfügbaren Kreditlinien sind unter Anhang-Nr. 17 zu finden.

Im Rahmen der zentralen Finanzierung verfolgen wir das Ziel, unsere Verhandlungsposition gegenüber Banken und anderen Marktteilnehmern zu stärken und Kapital zu bestmöglichen Konditionen aufzunehmen oder anzulegen.

Netto-Finanzschulden/-guthaben und freie Liquidität

thyssenkrupp ist weiterhin solide finanziert.

Die Netto-Finanzschulden/-guthaben berechnen sich aus dem Saldo der bilanzierten Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder, zuzüglich der kurzfristigen Fremdkapitalinstrumente sowie der langfristigen und kurzfristigen Finanzschulden. Zum 30. September 2020 weist die Gruppe bei Brutto-Finanzschulden von 6.502 Mio € abzüglich liquider Mittel von 11.555 Mio € ein Netto-Finanzguthaben in Höhe von 5.053 Mio € aus. Am 30. September 2019 waren es noch Netto-Finanzschulden von 3.703 Mio €. Ausschlaggebend für die Schuldenreduzierung war der vereinnahmte Verkaufserlös aus der Elevator-Transaktion. Gegenläufig wirkte im Wesentlichen der negative FCF vor M & A wie auch die erstmalige Anwendung von IFRS 16 (Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen). Die freie Liquidität der Gruppe belief sich zum 30. September 2020 auf 13,2 Mrd €. Sie umfasste flüssige Mittel in Höhe von 11,6 Mrd € und freie, zugesagte Kreditlinien von 1,6 Mrd €. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten standen uns über ein Commercial-Paper-Programm mit einem maximalen Emissionsvolumen von 3,0 Mrd € zur Verfügung. Commercial Paper sind Schuldverschreibungen, die im Rahmen unseres Programms mit einer Laufzeit von bis zu 364 Tagen abhängig von der Investorennachfrage begeben werden können. Zum 30. September 2020 war das Programm mit 5 Mio € in Anspruch genommen.

Im Mai 2020 hatte thyssenkrupp eine Kreditlinie über 1 Mrd € aus dem KfW Sonderprogramm mit einem Konsortium aus KfW und weiteren Banken abgeschlossen. Sie sicherte während der Corona-Pandemie zusätzlich Liquidität bis zum erfolgten Mittelzufluss aus dem vollzogenen Verkauf von Elevator Technology. Die Kreditlinie musste nicht in Anspruch genommen werden und endete mit Vollzug der Elevator-Transaktion Ende Juli 2020.

Die freie Liquidität bietet ausreichend Spielraum, um die anstehenden Fälligkeiten in den Brutto-Finanzschulden zu decken. Die Fälligkeiten in den Brutto-Finanzschulden belaufen sich im Geschäftsjahr 2020 / 2021 auf 1,2 Mrd €.

Die Finanzierung und die Liquidität der Gruppe waren im Berichtsjahr stets gesichert.

Rating

Wir verfügen seit 2001 über Emittenten-Ratings der Rating-Agenturen Moody's und Standard & Poor's sowie seit 2003 von Fitch. Aktuell befinden sich unsere Ratings unterhalb der Grenze zum Investment Grade.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben Moody's und Fitch unser Rating auf B1 mit Ausblick "developing" bzw. auf BB- mit stabilem Ausblick herabgestuft. Während der Ausblick "developing" bei Moody's keine Richtung einer möglichen Ratingveränderung festlegt, lässt der "stable" Ausblick bei Fitch kurz- bis mittelfristig keine Ratingveränderung erwarten. Anlässlich des Signings der Elevator Transaktion verbesserte Standard & Poor's im März 2020 den Ausblick für das BB-Rating zunächst von "developing" auf "positive". Wegen der verschlechterten Geschäftsaussichten in Folge der Corona-Pandemie setzte Standard & Poor's den Ausblick im Oktober 2020 dann von "positive" auf "stable".

RATING

Langfrist-Rating Kurzfrist-Rating Ausblick
Standard & Poor's BB- B stable
Moody's B1 Not Prime developing
Fitch BB- B stable

Analyse der Kapitalflussrechnung

Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder" abzüglich der hier enthaltenen Termingelder.

Operating Cashflow

Im Berichtsjahr lag der Mittelabfluss bei den fortgeführten Aktivitäten aus der operativen Geschäftstätigkeit beträchtlich über dem Vorjahreswert. Hierzu trug einerseits das auf einen hohen Fehlbetrag stark verschlechterte Jahresergebnis der fortgeführten Aktivitäten vor Abschreibungen und latenten Steuern bei. Andererseits ergaben sich deutliche Verschlechterungen hauptsächlich aus erhöhten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und stark verminderten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen im Zusammenhang mit der Normalisierung des Netto-Umlaufvermögens; gegenläufig wirkten gleichzeitig im Wesentlichen deutliche Verbesserungen bei den Vorräten aufgrund der pandemiebedingt verminderten Nachfrage sowie die im Saldo leicht verbesserten Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten.

Cashflow aus Investitionstätigkeit

Der hohe positive Cashflow aus Investitionstätigkeit der fortgeführten Aktivitäten betraf vor allem die Mittelzuflüsse im Zusammenhang mit dem Verkauf von Elevator Technology.

Die Investitionen lagen im Berichtsjahr deutlich über dem Vorjahreswert. Hauptursache war die im Berichtsjahr erfolgte Anlage von 850 Mio € in Termingeldern im Zusammenhang mit den Einnahmen aus dem Verkauf von Elevator Technology; diese Anlage ist in der nachfolgenden Tabelle für das Berichtsjahr in der Zeile "Überleitung" enthalten. Darüber hinaus war der Anstieg auch durch eine höhere Investitionstätigkeit insbesondere bei Industrial Components infolge von Wachstumsinvestitionen bei Großwälzlagern sowie im Schmiedegeschäft bedingt.

INVESTITIONEN

Mio € 2018 / 2019 2019 / 2020 Veränderung

in %
Automotive Technology 1) 396 372 - 6
Industrial Components 1) 103 176 72
Elevator Technology 221 153 - 31
Plant Technology 1) 35 36 3
Marine Systems 59 73 25
Materials Services 135 164 22
Steel Europe 482 498 3
Corporate Headquarters 1) 16 10 - 41
Überleitung 1) - 3 869 ++
Gruppe insgesamt 1.443 2.352 63
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten 1) 233 164 - 30
Gruppe fortgeführte Aktivitäten 1) 1.210 2.188 81

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

Automotive Technology - Im Bereich Steering wurde in auftragsbezogene Fertigungskapazitäten für elektrische Lenksysteme u.a. in China, Mexiko und Europa, speziell in Ungarn investiert. Bei Dampers lag ein Schwerpunkt auf dem Ausbau der Dämpfertechnologie in Rumänien. Der Aufbau des neuen Werks zur Herstellung von Federn und Stabilisatoren in Ungarn wurde in diesem Geschäftsjahr abgeschlossen. Auftragsbezogene Investitionsschwerpunkte lagen bei Schiebenockenwellen und Zylinderkopfhauben.

Industrial Components - Im Bereich der Großwälzlager erfolgten Wachstumsinvestitionen zur Anpassung und Erhöhung der Produktionskapazität vor allem im Anwendungsbereich Windenergie hauptsächlich in europäischen und asiatischen Fertigungsstandorten. Im Schmiedegeschäft lag der Fokus neben der Automatisierung des Anlagenparks auf dem Bau einer neuen Schmiedelinie für Vorderachsen. Die Projekte befinden sich trotz der Corona-Pandemie planmäßig in Umsetzung.

Plant Technology - In allen Einheiten wurden Investitionen gezielt und fortlaufend in die Stärkung der Technologien, den Ausbau der Service-Aktivitäten und in Infrastrukturmaßnahmen getätigt.

Marine Systems - Die Investitionen in die Modernisierung der Werft in Kiel wurden fortgesetzt. Darüber hinaus wurde eine Werft in Brasilien erworben, um dort die vier von der dortigen Marine bestellten Fregatten zu bauen. Auf längere Sicht dient diese Akquisition auch als Basis, um weitere Märkte in Südamerika zu erschließen.

Materials Services - Im Geschäftsjahr wurde mit dem Bau eines neuen, zukunftsfähigen strategischen Logistikcenters für die Region Nord in Rotenburg (Wümme) begonnen. Darüber hinaus wurden Modernisierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen bei Lager- und Serviceeinheiten sowie bei der AST durchgeführt. Außerdem wurde weiterhin in die digitale Transformation des Geschäftsbereichs entlang der gesamten Wertschöpfungskette investiert und der weitere Ausbau der Omnichannel-Architektur forciert.

Steel Europe - Mit dem Bau der neuen Feuerbeschichtungsanlage am Standort Dortmund soll die steigende Nachfrage der Automobilhersteller nach höherwertigen feuerbeschichteten Produkten bedient werden. Die Massivbau- und Stahlbauarbeiten für die Produktionshalle sind weit fortgeschritten und mit der Anlagenmontage wurde Ende August 2020 begonnen. Die Inbetriebnahme der Anlage ist in 2022 geplant. Die Business Unit Packaging Steel errichtet eine neue Veredlungsanlage zur Weiterführung der Produktion von spezialverchromtem Weißblech unter verbesserten Umweltstandards. Nach planmäßiger Fertigstellung des Hallenbaus werden seit August 2020 die Anlagenfundamente erstellt. Für die im Sommer 2021 geplante Teil-Zustellung des Hochofen 1 in Schwelgern mit einer Kapazität von 3,6 Mio t/a wurden erste Vorbereitungen gestartet.

Corporate Headquarters - Ein Schwerpunkt der Investitionen lag auf den IT-Bereich und hier insbesondere dem zentralen Einkauf von Software-Lizenzen und Hardware.

Elevator Technology (nicht fortgeführte Aktivität) - Neben regelmäßigen Erhaltungsinvestitionen wurden in den ersten 10 Monaten des Berichtsjahres insbesondere Ausgaben für die Errichtung der neuen Zentrale für die Bündelung der Verwaltungs- und Forschungsaktivitäten in Atlanta (USA) getätigt.

Free Cashflow

Im Berichtsjahr war der Free Cashflow der fortgeführten Aktivitäten insbesondere aufgrund der Mittelzuflüsse aus dem Verkauf von Elevator Technology deutlich positiv und gegenüber dem Vorjahr entsprechend stark verbessert.

Der Free Cashflow vor M & A der fortgeführten Aktivitäten, also der Mittelzufluss aus operativer Tätigkeit ohne Berücksichtigung von Ein- und Auszahlungen aus wesentlichen Portfoliomaßnahmen, lag signifikant unter dem Vorjahr. Neben der operativen Entwicklung belasteten die Normalisierung des Umlaufvermögens - hin zu mehr Transparenz und einer kontinuierlichen Optimierung - sowie die Bußgeldzahlung im Kartellverfahren bei Grobblech die Kernsteuerungsgröße erheblich.

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Die Finanzierungstätigkeit der fortgeführten Aktivitäten führte im Berichtsjahr insgesamt zu einem hohen Mittelabfluss, nach deutlichen Mittelzuflüssen im Vorjahr. Hauptursache waren die hohen Mittelabflüsse im Berichtsjahr für die Tilgung von Finanzschulden, denen im Vorjahr ebenfalls hohe Mittelzuflüsse aus der Aufnahme von Finanzschulden gegenüberstanden.

ÜBERLEITUNG ZU FREE CASHFLOW VOR M & A

Mio € 2018 / 2019 2019 / 2020 Veränderung
Operating Cashflow - fortgeführte Aktivitäten (Kapitalflussrechnung) - 664 - 4.224 - 3.560
Cashflow aus Investitionstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten (Kapitalflussrechnung) - 1.109 12.595 13.704
Free Cashflow - fortgeführte Aktivitäten (FCF) 1) - 1.773 8.371 10.144
-/+ Mittelzu-/-abflüsse aus wesentlichen M & A-Transaktionen 17 - 14.637 - 14.655
Anpassung w/IFRS 16 0 - 99 - 99
Anpassung w/Termingelder 0 850 850
Free Cashflow vor M & A - fortgeführte Aktivitäten (FCF vor M & A) 1) - 1.756 - 5.515 - 3.759
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten 1) 615 680 64
Free Cashflow vor M & A - insgesamt (FCF vor M & A) - 1.140 - 4.835 - 3.695

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

THYSSENKRUPP-GRUPPE - KAPITALFLUSSRECHNUNG

Mio € 2018 / 20191) 2019 / 2020
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) - 260 9.592
Anpassungen des Periodenüberschusses/(-fehlbetrags) für die Überleitung zum Operating Cashflow:
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) - 851 - 15.134
Latente Steueraufwendungen/(-erträge) 135 - 185
Abschreibungen und Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte 1.163 4.180
Zuschreibungen langfristiger Vermögenswerte 0 - 3
Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, soweit nicht zahlungswirksam - 6 - 4
Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte - 49 - 16
Veränderungen bei Aktiva und Passiva, bereinigt um Effekte aus Konsolidierungskreis- und anderen nicht zahlungswirksamen Veränderungen:
- Vorräte - 376 1.132
- Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - 158 - 932
- Vertragsvermögenswerte 331 - 583
- Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen - 60 - 226
- Sonstige Rückstellungen 47 - 81
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - 180 - 2.089
- Vertragsverbindlichkeiten - 662 339
- Übrige Aktiva/Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit 262 - 216
Operating Cashflow - fortgeführte Aktivitäten - 664 - 4.224
Operating Cashflow - nicht fortgeführte Aktivitäten 736 898
Operating Cashflow 72 - 3.326
Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen und in langfristige finanzielle Vermögenswerte - 5 - 4
Investitionen in Sachanlagen (einschließlich geleisteter Anzahlungen) und in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien - 1.101 - 1.265
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (einschließlich geleisteter Anzahlungen) - 105 - 69
Investitionen in Termingelder 0 - 850
Desinvestitionen von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und langfristigen finanziellen Vermögenswerten 3 5
Einzahlungen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Gesellschaften abzüglich abgegebener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 2) 0 14.697
Desinvestitionen von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 87 57
Desinvestitionen von immateriellen Vermögenswerten 12 25
Cashflow aus Investitionstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten - 1.109 12.595
Cashflow aus Investitionstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten - 226 - 181
Cashflow aus Investitionstätigkeit - 1.335 12.414
Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen 2.500 0
Tilgung von Anleihen - 1.250 - 750
Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.538 4.564
Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - 2.384 - 4.642
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 0 - 143
Zunahme/(Abnahme) Verbindlichkeiten Schuldschein-/Sonstige Darlehen 678 - 721
(Zunahme)/Abnahme kurzfristige Wertpapiere 0 - 1
Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG - 93 0
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile - 55 - 40
Finanzierung nicht fortgeführter Aktivitäten 443 937
Sonstige Finanzierungsvorgänge - 5 - 155
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten 2.372 - 952
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten - 446 - 1.010
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 1.926 - 1.963
Zahlungswirksame Zunahme/(Abnahme) der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 663 7.125
Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 36 - 134
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn der Berichtsperiode 3.006 3.706
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode 3.706 10.697
Ergänzende Informationen zu Zahlungsvorgängen, die im Operating Cashflow fortgeführter Aktivitäten enthalten sind:
Zinseinzahlungen 23 16
Zinsauszahlungen - 208 - 222
Erhaltene Dividenden 19 15
(Auszahlungen)/Einzahlungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag 3) - 147 - 130

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).

2) Darin sind in 2019 / 2020 Transaktionskosten von 94 Mio € berücksichtigt.

3) Davon -29 Mio € in 2019 / 2020 (Vorjahr: 49 Mio €) innerhalb Cashflow aus Finanzierungstätigkeit nicht fortgeführter Aktivitäten.

Außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente

Zu unseren außerbilanziellen Finanzierungsinstrumenten zählen Forderungsverkaufsprogramme. Dazu finden Sie Näheres unter der Anhang-Nr. 09. Für den Fall, dass derartige Finanzierungsinstrumente in der Zukunft nicht mehr verfügbar sein sollten, haben wir ausreichend freie Kreditlinien. Dies gilt auch für den regresslosen Verkauf von Forderungen, die die Gruppe insgesamt im Rahmen des normalen Geschäftsbetriebs zum Stichtag in Höhe von 0,5 Mrd € (Vorjahr: 1,8 Mrd €) veräußert hat.

Jahresabschluss der thyssenkrupp AG

Die thyssenkrupp AG ist die Obergesellschaft der thyssenkrupp Gruppe. Der Vorstand der thyssenkrupp AG ist für die Leitung der Gesellschaft und der Gruppe verantwortlich. Hierzu gehören vor allem die Festlegung der Strategie und der Ressourcenverteilung sowie die Führungskräfteentwicklung und das Finanzmanagement. Der Jahresabschluss der thyssenkrupp AG wurde nach den Regeln des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt; der Lagebericht ist mit dem Lagebericht der Gruppe zusammengefasst. Der Einzelabschluss dient der Ermittlung des Bilanzgewinns und damit der möglichen Ausschüttungshöhe.

Geschäftsverlauf, künftige Entwicklung und Risikolage

Geschäftsverlauf 2019 / 2020

Die Geschäftsentwicklung und -lage der thyssenkrupp AG wird wesentlich durch die geschäftliche Entwicklung und den Erfolg der Gruppe bestimmt. Darüber berichten wir ausführlich in den Abschnitten "Geschäftsentwicklung in der Gruppe", "Geschäftsverlauf in den Segmenten" sowie "Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage" des Wirtschaftsberichts.

Voraussichtliche Entwicklung 2020 / 2021 mit wesentlichen Chancen und Risiken

Auch die voraussichtliche Entwicklung der thyssenkrupp AG im Geschäftsjahr 2020 / 2021 ist wesentlich von der Entwicklung der thyssenkrupp-Gruppe und deren Chancen- und Risikolage abhängig. Diese ist Gegenstand des Prognose-, Chancen- und Risikoberichts. Soweit gelten die dort gemachten Aussagen zur voraussichtlichen Entwicklung sowie zur Risikolage der Gruppe auch für die künftige Entwicklung und die Risikolage der thyssenkrupp AG. Details zur Zielerreichung im Geschäftsjahr 2019 / 2020 können dem Prognose-Ist-Vergleich für die thyssenkrupp-Gruppe entnommen werden.

Als Obergesellschaft der Gruppe erhält die thyssenkrupp AG Erträge insbesondere von ihren Tochtergesellschaften. Das Beteiligungsergebnis setzt sich aus Ergebnisabführungen bzw. Verlustübernahmen inländischer sowie Ausschüttungen insbesondere ausländischer Tochtergesellschaften zusammen. Demnach sollte sich die für 2020 / 2021 erwartete Geschäftsentwicklung in der Gruppe auch auf das Ergebnis der thyssenkrupp AG auswirken. Insgesamt erwarten wir 2020 / 2021 erneut einen Jahresfehlbetrag, der jedoch deutlich über dem Vorjahresniveau liegen wird.

Ertragslage

289 Mio €

Jahresfehlbetrag

Im Geschäftsjahr 2019 / 2020 verzeichnete die thyssenkrupp AG einen Jahresfehlbetrag in Höhe von 289 Mio €; während der Jahresfehlbetrag im Vorjahr 1.807 Mio € betrug.

In den Umsatzerlösen waren insbesondere Erträge aus der Weiterberechnung gemäß der Corporate-Design-, Firmierungs- und Markenrichtlinie für die gruppenweit nutzbare Marke in Höhe von 363 Mio € sowie Nutzungsgebühren für Lizenzen, Software sowie zentrale IT-Sicherheitsdienstleistungen in Höhe von 71 Mio € erfasst.

Die allgemeinen Verwaltungskosten stiegen um 87 Mio € auf 607 Mio €. Hintergrund war insbesondere eine außerplanmäßige Abschreibung auf Gebäude des thyssenkrupp Quartiers in Höhe von 101 Mio €.

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 128 Mio € umfassten unter anderem die Veräußerung von Software in Höhe von 30 Mio € sowie den Verkauf von nicht betriebsnotwendigen Grundstücken in Höhe von 28 Mio €.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um 1.114 Mio € auf 1.297 Mio €. Sie enthielten insbesondere Aufwendungen für die Rückabwicklung von ausgewählten Nutzungsrechten an der gruppenweit nutzbaren Marke in Höhe von 1.080 Mio €, die die thyssenkrupp AG im Vorjahr an die thyssenkrupp Elevator AG übertragen hatte (Ertrag im Vorjahr: 1.080 Mio €). Zudem waren gruppeninterne Forderungsverzichte in Höhe von insgesamt 123 Mio € enthalten.

Das Beteiligungsergebnis erhöhte sich um 4.458 Mio € auf 2.091 Mio €.

Dabei stiegen die Aufwendungen aus Verlustübernahmen um 2.149 Mio € auf 5.116 Mio €. Insbesondere der Verlust der thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH erhöhte sich um 2.396 Mio € auf 4.860 Mio €. Der Verlust war vor allem zurückzuführen auf eigene Verlustübernahmen sowie auf außerplanmäßige Abschreibungen auf die von der thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH gehaltenen Geschäftsanteile. Die thyssenkrupp Materials Services GmbH wies einen auszugleichenden Verlust von 212 Mio € aus. Im Vorjahr hatte sie ein negatives Ergebnis von 183 Mio €.

Zusätzlich konnten Beteiligungserträge in Höhe von 7.207 Mio € (i. Vj. 599 Mio €) vereinnahmt werden. Diese beinhalteten insbesondere die Dividende der thyssenkrupp Nederland Holding B.V. in Höhe von 7.057 Mio €, bei der thesaurierte Gewinne der letzten Geschäftsjahre sowie Erträge aus der Elevator Technology Transaktion ausgeschüttet wurden.

Im Geschäftsverlauf 2019/2020 wurden um 556 Mio € höhere außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund von dauerhaften Wertminderungen auf Finanzanlagen auf die Anteile an der thyssenkrupp Materials Services GmbH in Höhe von 407 Mio €, auf die Anteile an der thyssenkrupp Regional Investment GmbH in Höhe von 184 Mio €, auf die Anteile an der thyssenkrupp Steel Europe AG in Höhe von 131 Mio €, auf die Anteile an der thyssenkrupp Italia S.r.l. in Höhe von 77 Mio € sowie auf die Anteile an der thyssenkrupp Presta Mülheim GmbH in Höhe von 3 Mio € vorgenommen.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betrafen die Körperschaft- und Gewerbeertragsteuer sowie vergleichbare ausländische ertragsabhängige Steuern.

Finanz- und Vermögenslage

36,4 Mrd €

Bilanzsumme

Die Bilanzsumme erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 8.153 Mio € auf 36.400 Mio € bedingt durch den Mittelzufluss aus der Elevator Technology Transaktion. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme zum 30. September 2020 sank von 69 % auf 50 %.

Das Anlagevermögen sank um 1.323 Mio € auf 18.295 Mio €. Die Sachanlagen verringerten sich dabei um 145 Mio € insbesondere bedingt durch die außerplanmäßige Abschreibung auf Gebäude des thyssenkrupp Quartiers in Höhe von 101 Mio €.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen verringerten sich um 2.427 Mio € auf 16.642 Mio €. Die thyssenkrupp AG hatte ihren Geschäftsanteil an der thyssenkrupp Elevator USA Holding, Inc. als Sacheinlage zu Buchwerten mit 1.490 Mio € (35,2 %) in die thyssenkrupp USA Holding AG & Co. KG sowie mit 2.740 Mio € (64,8%) in die thyssenkrupp Nederland Holding B.V. eingebracht. Entsprechend hatte sich der Buchwert an der thyssenkrupp Elevator USA Holding, Inc. um 4.229 Mio € vermindert.

Bei der thyssenkrupp Nederland Holding B.V. war zudem ein Abgang des Beteiligungsbuchwertes in Höhe von 1.693 Mio € aufgrund von Kapitalrückzahlungen zu verzeichnen. Hiervon entfielen 1.250 Mio € als Vermögensrückfluss auf die Sachausschüttung der Rückbeteiligung am Elevator Technology Geschäft sowie 443 Mio € auf eine Kapitalrückzahlung im Zuge der Dividendenausschüttung.

Die Rückbeteiligung am Elevator Technology Geschäft bestand aus einer Beteiligung sowie einer unverzinslichen Ausleihung und wurde im Zugangszeitpunkt zum 31. Juli mit ihrem Zeitwert angesetzt. Entsprechend wurden zum Bilanzstichtag diese Vermögensgegenstände mit ihren Anschaffungskosten (Beteiligung: 657 Mio €) bzw. die Ausleihung mit ihren fortgefühten Anschaffungskosten in Höhe von 603 Mio € angesetzt.

Die Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stellen wesentliche Posten der Bilanz der thyssenkrupp AG dar. Sie spiegeln die zentrale Bedeutung der thyssenkrupp AG im Rahmen des gruppenweiten Finanzverkehrs wider.

Zum 30. September 2020 erhöhten sich die Forderungen gegen verbundene Unternehmen um 1.162 Mio € auf 6.823 Mio €.

Die thyssenkrupp AG haftet aus im Innenverhältnis übertragenen Pensionsverpflichtungen. Der aufgrund der Erfüllungsübernahme bestehende Freistellungsanspruch, der unter den sonstigen Vermögensgegenständen aktiviert wird, verringerte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 18 Mio € auf 238 Mio €. Korrespondierend wurde dieser Sachverhalt innerhalb der Pensionsverpflichtungen ausgewiesen.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten stiegen zum 30. September 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 8.331 Mio € auf 10.872 Mio € insbesondere aufgrund des Mittelzuflusses aus dem Verkauf von Elevator Technology.

Das Eigenkapital verringerte sich zum 30. September 2020 um 289 Mio € auf 6.489 Mio €. Dies war auf das im Vergleich zum Vorjahr verminderte Bilanzergebnis in Höhe von 485 Mio € zurückzuführen. Die Eigenkapitalquote sank insbesondere aufgrund der deutlich höheren Bilanzsumme auf 18 % (Vorjahr: 24 %).

Die Erhöhung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von 20 Mio € resultierte insbesondere aus der Zuführung zur Pensionsrückstellung in Höhe von 74 Mio € sowie der Aufzinsung in Höhe von 22 Mio €. Gegenläufig wirkten die Inanspruchnahmen in Höhe von 47 Mio € sowie die Veränderung der bereits angesprochenen im Innenverhältnis übertragenen Pensionsverpflichtungen in Höhe von 18 Mio €. Bei den übrigen Rückstellungen hatte sich die Rückstellung für Personalstrukturmaßnahmen um 10 Mio € erhöht, was insbesondere auf die Bildung einer Rückstellung für das Freiwilligenprogramm bei der thyssenkrupp AG zurückzuführen war. Die Rückstellung für ausstehende Eingangsrechnungen hatte sich um 9 Mio € verringert.

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelte es sich hauptsächlich um Geldanlagen der Tochtergesellschaften im Rahmen des zentralen Finanzclearings sowie um Verlustübernahmen aufgrund von Ergebnisabführungsverträgen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 9.976 Mio € auf 22.836 Mio € insbesondere bedingt durch eine Erhöhung der Verbindlichkeiten auf den zentralen Finanzkonten um 7.938 Mio €. Grund dafür war vor allem die Geldanlage des Erlöses aus der Elevator Technology Transaktion. Die Verbindlichkeiten aufgrund von Verlustübernahmen im Rahmen von Ergebnisabführungsverträgen erhöhten sich um 2.145 Mio €. Weitergehende Informationen zur Finanz- und Vermögenslage der thyssenkrupp AG sind im Anhang des Einzelabschlusses enthalten.

Kurzfassung der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung

der thyssenkrupp AG

Aktiva

Mio € 30.09.2019 30.09.2020
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände 61 36
Sachanlagen 293 148
Finanzanlagen 19.264 18.111
19.618 18.295
Umlaufvermögen
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 6.047 7.199
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 2.541 10.872
8.588 18.072
Rechnungsabgrenzungsposten 41 34
Summe der Aktiva 28.247 36.400

PASSIVA

Mio € 30.09.2019 30.09.2020
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 1.594 1.594
Kapitalrücklage 2.703 2.703
Andere Gewinnrücklagen 2.283 2.480
Bilanzgewinn/-verlust 196 - 289
6.778 6.489
Rückstellungen
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.069 1.089
Übrige Rückstellungen 136 135
1.205 1.224
Verbindlichkeiten
Anleihen 5.950 5.200
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 327 271
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 12.860 22.836
Übrige Verbindlichkeiten 1.126 380
20.263 28.687
Rechnungsabgrenzungsposten 1 0
Summe der Passiva 28.247 36.400

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Mio € 2018 / 2019 2019 / 2020
Umsatzerlöse 581 486
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen - 169 - 106
Bruttoergebnis vom Umsatz 412 380
Allgemeine Verwaltungskosten - 520 - 607
Sonstige betriebliche Erträge 1.259 128
Sonstige betriebliche Aufwendungen - 183 - 1.297
Beteiligungsergebnis - 2.367 2.091
Zinsergebnis - 166 - 164
Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens - 247 - 803
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 5 - 16
Ergebnis nach Steuern / Jahresfehlbetrag - 1.807 - 289
Ergebnisverwendung
Jahresfehlbetrag - 1.807 - 289
Gewinnvortrag 2.004 0
Bilanzgewinn/-verlust 196 - 289

Technologie und Innovationen

Innovationsstrategie

Unsere Forschung und Entwicklung (F&E) konzentriert sich auf die großen technologischen Herausforderungen der Zukunft - allen voran die digitale Transformation der Industrie, Klimawandel und Energiewende sowie moderne Mobilitätskonzepte.

▷ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Innovation

Unser weltweites Forschungs- und Entwicklungsnetz umfasst rund 75 Standorte mit insgesamt etwa 3.800 Beschäftigten. Hinzu kommen Kooperationen mit externen Partnern wie Universitäten und Forschungsinstituten sowie anderen Industrieunternehmen. Im Berichtszeitraum haben wir rund 2.100 Patente und Gebrauchsmuster neu angemeldet - damit umfasst das Patentportfolio unseres Unternehmens gegenwärtig etwa 20.200 Patente und Gebrauchsmuster. Im Markenbereich kamen wir im Berichtsjahr auf etwa 250 Neuanmeldungen einschließlich Designs, sodass das Gesamtportfolio auf etwa 8.600 Schutzrechte angewachsen ist.

Die Aufwendungen der thyssenkrupp Gruppe für Forschung und Entwicklung beliefen sich im Berichtsjahr auf insgesamt 796 Mio € (Vorjahr ohne ET: 691 Mio); das ist eine Erhöhung um 15 %. Die bereinigte F&E-Quote betrug 4,0 % (Vorjahr ohne ET: 3,1 %). Die bereinigte F&E-Quote bezeichnet den Anteil der F&E-Kosten am Umsatz ohne Handel und Distribution. Die F&E-Quote fällt aufgrund des Verkaufs von Elevator Technology mit einer vergleichsweise geringeren F&E-Quote, gestiegenen auftragsbezogenen Entwicklungskosten und Wertberichtungen sowie einem generellen Umsatzrückgang vergleichsweise deutlich höher als das Unternehmensziel von 2,5 % aus.

Im Geschäftsjahr 2019 / 2020 haben wir Entwicklungskosten in Höhe von 20 Mio € für die fortgeführten Aktivitäten aktiviert; 2018 / 2019 waren es 45 Mio € ohne Elevator Technology. Der Anteil aktivierter Kosten an den gesamten F&E-Kosten - die Aktivierungsquote - verringerte sich auf 7 %, gegenüber 14 % im vorangegangenen Geschäftsjahr ohne Elevator Technology. Wertberichtungen von aktivierten Entwicklungskosten aus den letzten Jahren mussten durchgeführt werden.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

in Mio € 2018 / 2019 2019 / 2020 Veränderung

in %
Forschungs- und Entwicklungskosten 271 247 -9
Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten 1) 36 149 314
Kundenauftragsbezogene Entwicklungskosten 384 400 4
Gruppe fortgeführte Aktivitäten 2) 691 796 15

1) Davon außerplanmäßige Abschreibungen: 3 Mio € (2018 / 2019), 115 Mio € (2019 / 2020)

2) Zahlen ohne Elevator Technology

Klimaschutz und Energiewende

Im Rahmen unserer Wasserstoffstrategie tkH2Steel mit dem langfristigen Ziel einer vollständigen Klimaneutralität bei der Stahlproduktion setzen wir auf zwei Pfade: die Vermeidung von CO2 durch den Einsatz von Wasserstoff ("Carbon Direct Avoidance", CDA) sowie die Nutzung von anfallendem CO2 ("Carbon Capture and Usage", CCU). Im Berichtsjahr haben wir eine Versuchsreihe zum Ein satz von Wasserstoff im laufenden Hochofenbetrieb gestartet. Das Ziel: die bei der Stahlherstellung entstehenden CO2-Emissionen nachhaltig zu verringern. Beim klassischen Hochofenprozess werden für die Herstellung von 1 t Roheisen, Koks und Kohlenstaub benötigt. Der Kohlenstaub wird im unteren Bereich des Hochofens mittels sogenannter Blasformen als zusätzliches chemisches Reduktionsmittel eingeblasen; dabei entstehen CO2-Emissionen. Das neue Konzept sieht vor, den Kohlenstaub durch Wasserstoff zu ersetzen, da hierbei statt des CO2 lediglich Wasserdampf freigesetzt wird. Im Versuch injizierten wir zunächst an einer der Blasformen am Hochofen 9 Wasserstoff; dieses Verfahren soll nun schrittweise auf alle 28 Blasformen dieses Hochofens ausgeweitet werden. Bewährt sich dieses Verfahren, können so theoretisch bis zu 20 % CO2 an diesem Aggregat eingespart werden. Der entscheidende nächste Schritt zur klimaneutralen Stahlherstellung ist der Einsatz von Direktreduktionsanlagen anstatt der klassischen Hochöfen.

Das Projekt Carbon2Chem ist im Juli 2020 in die zweite Phase gegangen. Im industriellen Verbund soll die stabile Produktion von chemischen Produkten aus Hüttengasen in längeren Produktionskampagnen nachgewiesen und so die Technologie schnell industriell hochskaliert werden. Darüber hinaus steht die Übertragung auf weitere Industrien wie die Zement- und Kalkherstellung sowie Müllverbrennungsanlagen im Mittelpunkt. Mit der weltweit wachsenden Bedeutung des grünen Wasserstoffs wächst auch die Nachfrage nach industriellen Elektrolyseanlagen. Auf Basis unserer Technologieführerschaft in der Chloralkalielektrolyse haben wir die sogenannte alkalische Wasserelektrolyse entwickelt, mit der das klimafreundliche Gas wirtschaftlich produziert werden kann. thyssenkrupp hat daher im vergangenen Geschäftsjahr seine Fertigungskapazitäten für solche Elektrolyseanlagen stark ausgebaut. Nach heutigem Stand können wir dadurch Elektrolysezellen mit einer Gesamtleistung von jährlich bis zu einem Gigawatt fertigen. Diese Kapazitäten sollen bei zunehmender Anzahl und Größe von Wasserstoffprojekten weiter ausgebaut werden.

thyssenkrupp ist an erstem Wasserstoffprojekt Deutschlands, WESTKÜSTE100, beteiligt.

thyssenkrupp ist ferner an dem Projekt WESTKÜSTE100 beteiligt - eines der sogenannten "Reallabore der Energiewende". Als erstes Wasserstoffprojekt Deutschlands, das auch Themen der Nationalen Wasserstoffstrategie aufgreift, hat WESTKÜSTE100 einen Förderbescheid des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie erhalten. Ziel des Projekts ist, in Schleswig-Holstein schrittweise eine regionale Wasserstoffwirtschaft im industriellen Maßstab aufzubauen. Die zehn Partner des Konsortiums wollen grünen Wasserstoff produzieren, diesen im Gasnetz transportieren, in industriellen Prozessen nutzen und unterschiedliche Stoffkreisläufe mittels der bereits bestehenden Infrastruktur verzahnen. So soll die Dekarbonisierung von Industrie, Mobilität und Wärmemarkt unter realen Bedingungen getestet werden. thyssenkrupp bringt in das Projekt sein Know-how in der Herstellung von grünem Wasserstoff mittels Elektrolyse sowie in der Nutzbarmachung von CO2 als Rohstoff für grünes Methanol ein.

Die Non-Profit-Organisation CDP (ehemals Carbon Disclosure Project) hat thyssenkrupp zum vierten Mal in Folge als international führendes Unternehmen im Klimaschutz ausgezeichnet: Gemeinsam mit 178 anderen internationalen Unternehmen erhielten wir von CDP das Prädikat "Klimaschutz A". Der Bewertung durch CDP stellten sich insgesamt 8.400 Unternehmen, die Skala reichte von A bis F. Als Grundlage für das Ranking wird jeweils untersucht, inwieweit die Unternehmen ihre klimarelevanten Daten transparent darstellen und eine schlüssige Strategie formulieren, wie sie ihre eigene Klimabilanz, aber auch die ihrer Kunden und Zulieferer verbessern können.

Digitalisierung

Der Werkstoffhandel hat die Digitalisierung seiner Geschäftsprozesse und Lieferketten konsequent vorangetrieben. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Einführung von Automatisierungslösungen in administrativen Bereichen. Dazu zählen auch OCR-Lösungen (Optical Character Recognition) zur automatisierten Verarbeitung von beispielsweise E-Mail, mit denen sich diverse Prozesse wie Vertrieb und Wareneingang beschleunigen lassen. Nach erfolgreicher Umsetzung in Deutschland befinden sich diese Lösungen bei Materials Services nun im weltweiten Roll-out.

Neu eingeführt wurde die mobile App "Paperless", die in den Lagern alltägliche Abläufe wie Buchungen, Erstellung von Arbeitsplänen und Materialidentifikation komplett digitalisiert. Dies ermöglicht eine schnelle Datenerfassung und eine nahtlose Integration in die täglichen Arbeitsabläufe. Damit ist die Voraussetzung geschaffen für den Einsatz anderer Automatisierungslösungen, etwa fahrerlose Transportsysteme, die in einem neuen zukunftsfähigen Logistikcenter von thyssenkrupp Schulte in Rotenburg/Wümme zum Einsatz kommen sollen.

In den Lagern und Fertigungsstandorten wird mit der Plattform toii ® die Vernetzung des Anlagenparks vorangetrieben. Von Materials Services eigens entwickelt, ermöglicht toii ® die Kommunikation zwischen Maschinen und Produktionsmitteln unterschiedlicher Hersteller und Generationen - eine wesentliche Voraussetzung für datenbasierte Prozessverbesserungen.

Nachhaltige Mobilität

Im Automobilgeschäft arbeiten wir weiter intensiv daran, unsere Fahrwerkskompetenz in Richtung hochautomatisiertes und autonomes Fahren weiterzuentwickeln. Ausgehend von elektrisch unterstützte Lenksystemen will die Automotive-Sparte derzeit neue Lenkkonzepte, wie Steer-by-Wire, zur Serienreife entwickeln. Dabei handelt es sich um Lenkungen, die ohne durchgehende mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Rädern auskommen. Der Lenkbefehl wird rein elektrisch übertragen.

Intelligente Vernetzung aller Fahrwerkskomponenten ist ein weiterer Schwerpunkt.

Ein weiterer Schwerpunkt der Entwicklungsarbeit liegt auf der intelligenten Vernetzung aller Fahrwerkskomponenten, bis hin zu einer übergeordneten Regelung der gesamten Fahrdynamik. Dafür entwickeln unsere Softwareingenieure das integrierte Steuerungsmodul (Vehicle Motion Control). Es verarbeitet die Signale der Aktuatoren von Lenkung, Bremsen, Stoßdämpfern und Antrieb zu einer abgestimmten Fahrstrategie. Eine derartige Schnittstelle ist die notwendige Voraussetzung zur Steuerung der Fahrdynamik für alle Stufen des automatisierten Fahrens. Sie übernimmt nicht nur wesentliche sicherheitsrelevante Aufgaben, sondern kann auch auf die individuellen Bedürfnisse und Wünsche des Endkunden abgestimmt werden.

Auch als ein führender Anbieter im Bereich Warmumformung von Stahlbauteilen ist thyssenkrupp seit vielen Jahren Partner der Automobilhersteller. Die Warmumformung ist ein Verfahren zur Herstellung von Blechteilen, das hohe Umformgrade ermöglicht und dabei eine hohe Festigkeit garantiert. Letztere erlaubt eine Verringerung der Blechdicke, die Bauteile werden leichter. Damit erfüllen die warmumgeformten Bleche die steigenden Anforderungen der Automobilindustrie sowohl bezüglich der Insassensicherheit als auch in puncto Verringerung von Emissionen durch verringertes Fahrzeuggewicht. Die jüngste Entwicklung dieses Geschäftsjahres ist die neue Beschichtung AS Pro: Mit ihr lässt sich im Produktionsprozess die unerwünschte Aufnahme von Wasserstoff während des Glühvorgangs minimieren, was wiederum die Bauteil- und Prozesssicherheit bei warmumgeformten, insbesondere strukturrelevanten Bauteilen erhöht. Die Innovation steht den Kunden nun serienmäßig zur Verfügung.

Klima, Energie und Umwelt

Der Klima- und Umweltschutz sowie die Energieeffizienz haben bei thyssenkrupp einen hohen Stellenwert - und das auf allen Wertschöpfungsstufen, von der Lieferkette über die internen Produktions- und Fertigungsprozesse bis hin zu unseren Produkten. Mit unseren Lösungen wollen wir dazu beitragen, den steigenden Bedarf an Gütern und Dienstleistungen auf eine ressourcenschonende Art und Weise zu befriedigen. Klima- und Umweltschutz sind daher ein Kernbestandteil des Nachhaltigkeitsansatzes und damit der Unternehmensstrategie von thyssenkrupp - aber auch eine Grundlage für nachhaltigen Erfolg in unseren Märkten.

▷ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Nachhaltigkeit > Umwelt und Energie

thyssenkrupp Climate Action Program for Sustainable Solutions (CAPS)

Ambitionierte Klimaziele bis 2030 und 2050 im Einklang mit Pariser Klimaschutzabkommen

thyssenkrupp hat sich ambitionierte Ziele auf dem Weg zur Treibhausgasneutralität gesetzt. Unser Langfristziel ist, bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu sein. Die Zwischenziele haben wir wie folgt definiert: Bis 2030 wollen wir die Summe unserer direkten Emissionen (Scope 1) und der Emissionen aus Energiebezug (Scope 2), gemessen am Stand von 2018, um 30 % reduzieren. Indirekte Emissionen in der Wertschöpfungskette (Scope 3), wie sie vor allem bei der Nutzung unserer Produkte entstehen, wollen wir um mindestens 16 % senken. Die Science-Based-Targets initiative (SBTi) hat unsere Ziele intensiv geprüft und deren Übereinstimmung mit dem Pariser Klimaschutzabkommen und den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen offiziell bestätigt. Diese Erkenntnisse haben wir gemeinsam mit der SBTi auf dem WWF Pavillon der UN-Klimakonferenz COP25 im Dezember 2019 vorgestellt.

Umgesetzt werden unsere Gruppen-Klimaziele auch weiterhin im Zuge unseres thyssenkrupp-Programms CAPS (Climate Action Program for Sustainable Solutions): Innerhalb dieses Programms bündeln die Cluster unsere Aktivitäten und schaffen Synergien zwischen den Geschäften. Bei den Emissionen, die mit unserer eigenen Produktion verbunden sind, setzen wir neben der Verbesserung der Energieeffizienz vor allem auf zwei parallele Ansätze: In der Stahlerzeugung wollen wir mithilfe von CDA-Technologien (Carbon Direct Avoidance) schrittweise Kohlenstoff durch Wasserstoff als Reduktionsmittel ersetzen und so bereits die Entstehung von CO2 vermeiden. Hierfür haben wir mit der Kombination einer Direktreduktionsanlage mit nachgeschaltetem elektrischen Einschmelzer ein bisher einzigartiges Verfahren entwickelt, das uns ermöglicht, weiterhin alle Güten anzubieten und damit auch zur Klimaneutralität der nachgelagerten Wertschöpfungsstufen beizutragen. Der zweite Ansatz: Wir wollen den sogenannten CCU-Pfad (Carbon Capture and Usage) beschreiten und das noch entstehende CO2 einfangen und mit dem von unseren Ingenieuren entwickelten und erprobten Verfahren Carbon2Chem in klimafreundliche Basischemikalien umwandeln.

Bei der Reduzierung indirekter Emissionen setzen wir ebenfalls auf die Carbon2Chem-Technologie speziell für die Zement- und Stahlindustrie, des Weiteren auf Lösungen für die Erzeugung und Speicherung erneuerbarer Energien sowie für nachhaltige Mobilität.

THYSSENKRUPP CLIMATE ACTION PROGRAM FOR SUSTAINABLE SOLUTIONS (CAPS)

Im Berichtszeitraum beliefen sich die Treibhausgasemissionen der Gruppe - d.h. Scope-1- und Scope-2-Emissionen gemäß Greenhouse Gas Protocol - auf knapp unter 23 Mio t bezogen auf die fortgeführten Aktivitäten.

Zum vierten Mal in Folge vom CDP für herausragende Klimaperformance ausgezeichnet

Schon seit vielen Jahren arbeiten wir daran, die Energie- und Klimaeffizienz unserer Produktion systematisch zu verbessern, und entwickeln für und in Zusammenarbeit mit unseren Kunden effiziente Lösungen zur Reduktion von Treibhausgasen. Der Erfolg unserer Klimaanstrengungen wird regelmäßig auch extern bestätigt. Im Berichtsjahr wurde thyssenkrupp bereits zum vierten Mal in Folge in die A-List des Carbon Disclosure Project (CDP) aufgenommen; damit gehören wir laut CDP zur Riege der international führenden Unternehmen in Bezug auf Klimatransparenz und -management.

Unser Umwelt-, Klima- und Energiemanagement basiert auf der weltweit geltenden Umwelt- und Energiepolitik der Gruppe sowie einer entsprechenden Gruppenrichtlinie. Konkrete Vorgaben für das Umweltmanagement, das Energiemanagement und die Energieeffizienz wurden im Rahmen unserer Indirekt Finanziellen Ziele (Indirect Financial Targets - IFTs) für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 abgeleitet. Deren Umsetzung wird von internen Gremien auf unterschiedlichen Ebenen begleitet; des Weiteren führen wir entsprechende Trainings für Auditoren durch und fördern mit internationalen und regionalen Konferenzen innerhalb der Gruppe einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch zum Umwelt-, Klima- und Energiemanagement.

Umweltmanagement an unseren Standorten

International anerkannte Standards zum Umweltmanagement weltweit umgesetzt

Bei thyssenkrupp müssen alle Unternehmen mit umweltrelevanten Aktivitäten bis zum Geschäftsjahr 2019 / 2020 ein Umweltmanagementsystem gemäß ISO 14001 betreiben. Dieser internationale Standard umfasst alle relevanten Umweltaspekte - die Reduktion von Abwasser, Abfall und Emissionen ebenso wie die Umweltauswirkungen von Produkten während ihres Gebrauchs bis zu ihrer Entsorgung. Die Anforderungen an die Gruppenunternehmen sind klar formuliert: Sie müssen ihre Umweltleistung fortlaufend verbessern und gleichzeitig rechtliche und anderweitig bindende Verpflichtungen sowie konkrete Umweltziele an den einzelnen Standorten erfüllen.

Was genau umweltrelevante Aktivitäten sind, ist in einer Gruppenrichtlinie definiert. Zum 30. September 2020 galten mehr als 50 Unternehmen, der fortgeführten Aktivitäten, bei thyssenkrupp als umweltrelevant im Sinne dieser Richtlinie. Durch unser Indirekt Finanzielles Ziel für Umweltmanagement Systeme, entsprechen im Zieljahr 2019 / 2020 nun 100 % der umweltrelevanten Unternehmen dem geforderten Standard. Damit handhabt die Gruppe zu rund 72 % - bezogen auf die Gesamtbelegschaft - sein Umweltmanagement gemäß ISO 14001.

Fortlaufende Verbesserung der Energieeffizienz und des Energiemanagements

Deutliche Steigerung der Energieeffizienz durch das weltweite Energieprogramm GEEP

Der Energieverbrauch für die fortgeführten Aktivitäten der Gruppe, belief sich im Geschäftsjahr 2019 / 2020 auf rund 69 Terawattstunden (TWh).

Energieeffizienz spielt bei thyssenkrupp seit jeher eine wichtige Rolle. Seit sechs Jahren läuft unser weltweites Energieeffizienzprogramm GEEP (Groupwide Energy Efficiency Program), das Maßnahmen wie die bessere Nutzung von Abwärme, die Reduzierung von Stand-by-Zeiten und die Erneuerung von Anlagenkomponenten umfasst. Für das Berichtsjahr haben wir uns bei GEEP das Ziel gesetzt, die Energieeffizienz in der Gruppe um 150 GWh zu steigern. Dieses Ziel haben wir mit rund 200 GWh übertroffen. Rechnerisch haben wir mit diesen Effizienzgewinnen Treibhausgasemissionen von rund 85.000 t vermieden. Für das Geschäftsjahr 2020 / 2021 streben wir Effizienzgewinne in Höhe von mindestens 80 GWh an. Zudem haben wir unser Ziel erreicht, bis zum Geschäftsjahr 2019 / 2020 alle energierelevanten Aktivitäten mit einem Energiemanagementsystem nach ISO 50001 abzudecken. Das heißt u.a., dass für jede der entsprechenden Tochterunternehmen konkrete Energieziele gesetzt, Energieflüsse gemessen und die organisatorischen und technischen Abläufe optimiert werden. Diese Vorgabe wurde durch mehr als 50 relevante Unternehmen in der Gruppe erfüllt. Bezogen auf den Energieverbrauch entspricht das Energiemanagement bei thyssenkrupp damit zu 96 % dem ISO-50001-Standard.

Weitere Informationen zu Klima-, Energie- und Umweltthemen finden Sie im Chancen- und Risikobericht sowie auf unserer Website.

▷ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Nachhaltigkeit > Nachhaltigkeitsstrategie und -ziele

Einkauf

thyssenkrupp kauft unterschiedlichste Produkte, Produktgruppen und Dienstleistungen zu. Dabei streben wir nicht nur ein optimales Preis-Qualitäts-Verhältnis an; wir analysieren auch unsere eigenen Produkte und konzipieren sie von vornherein so, dass wir die benötigten Komponenten möglichst wirtschaftlich beschaffen können.

▷ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Einkauf

Fast die Hälfte unseres Einkaufsvolumens entfällt auf sogenannte Commodities wie Rohstoffe oder Werkstoffe für unsere Handelsgeschäfte. Etwa die gleiche Summe wenden wir für Dienstleistungen und technologische Produkte auf.

Materialaufwand

71 %

Der Anteil des Materialaufwands am Umsatz belief sich auf 71 %.

Der Materialaufwand umfasst die Gesamtaufwendungen der Gruppe (der fortgeführten Aktivitäten) für Produkte und Dienstleistungen. Im Berichtsjahr ist er gegenüber dem Vorjahr um 13 % auf 20 Mrd € gesunken. Das entspricht einem Anteil von 71 % am Umsatz (Vorjahr: 69 %); in den einzelnen Geschäften bewegte sich dieser Wert - bedingt durch ihr jeweiliges Geschäftsmodell - zwischen 51 % (Industrial Components) und 83 % (Materials Services). Die folgende Tabelle zeigt den Materialaufwand der einzelnen Geschäfte in absoluten Zahlen:

MATERIALAUFWAND

Mio € 2018 / 2019 2019 / 2020 Veränderung

in %
Automotive Technology 1) 3.235 2.967 - 8
Industrial Components 1) 1.367 1.080 - 21
Elevator Technology 2.908 2.224 - 24
Plant Technology 1) 1.927 2.062 7
Marine Systems 1.051 955 - 9
Materials Services 11.684 9.325 - 20
Steel Europe 5.818 5.143 - 12
Corporate Headquarters 1) 3 7 148
Überleitung 1) - 1.628 - 1.124 -
Gruppe insgesamt 26.365 22.639 - 14
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten 1) 2.927 2.230 - 24
Gruppe fortgeführte Aktivitäten 1) 23.439 20.409 - 13

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

Materialaufwand der Segmente

in % ihres Umsatzes im Geschäftsjahr 2019/2020

Unser weltweiter Einkauf hat die thyssenkrupp Werke im Berichtsjahr wieder zuverlässig mit einigen wenigen pandemiebedingten Einschränkungen mit Materialien in ausreichendem Umfang versorgt. Weitere Informationen finden Sie im Chancen- und Risikobericht unter "Beschaffungsrisiken".

Mit der strategischen Neuausrichtung wurde die Verantwortung für die Steuerung der Einkaufsfunktion in die Geschäftseinheiten überführt. Ausgewählte gemeinsame Aktivitäten, z.B. die Steuerung von Prozessen zur Sicherstellung der Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement, die Steuerung geschäftsübergreifender Bündelungsaktivitäten, die Sicherstellung von Datentransparenz sowie die Bereitstellung von Einkaufssystemen, gehen mit Beginn des laufenden Geschäftsjahres in die neue thyssenkrupp Services GmbH über.

Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement

Pro Jahr werden mindestens 100 Lieferanten ausgewählt, bei denen wir Nachhaltigkeitsaudits durchführen.

Um mit thyssenkrupp zusammenarbeiten zu können, muss ein Lieferant unseren Supplier Code of Conduct (Verhaltenskodex für Lieferanten) unterzeichnen oder eine gleichwertige Alternative vorweisen. Der Supplier Code of Conduct adressiert mögliche Risiken und negative Auswirkungen entlang der Lieferkette und ist auf Wahrung der Menschenrechte, Einhaltung fairer Arbeitsbedingungen, Schutz der Umwelt, Kampf gegen Korruption sowie Transparenz über die Herkunft bestimmter Rohstoffe (den sogenannten Konfliktmineralien) ausgelegt. Wir erwarten von allen unseren Lieferanten, dass sie sich nach den Grundsätzen des Kodex richten. Jährlich führen wir bei mindestens 100 Lieferanten Nachhaltigkeitsaudits durch, um die Einhaltung der Grundsätze und die dauerhafte Erfüllung unserer Anforderungen zu prüfen; dieser Prozess ist Bestandteil unseres strategischen Lieferantenmanagements. Dabei wird im Verlauf der Nachhaltigkeitsaudits ein besonderer Fokus auf die Wahrung der Menschenrechte gelegt, etwa mit Blick auf die Arbeitsbedingungen. Die zu prüfenden Lieferanten wählen wir anhand unternehmensweit vorgegebener länder- bzw. branchenbezogener Risikokriterien und in enger Zusammenarbeit zwischen den Segmenten und Corporate Headquarters aus. Wenn nötig, werden im Zuge der Audits auch Verbesserungsmaßnahmen beschlossen, deren Umsetzung wir im Anschluss überprüfen. Damit unterstützen wir die Weiterentwicklung unserer Lieferanten und reduzieren gleichzeitig unsere Risiken sowie potenziell negative Auswirkungen entlang der Lieferkette. Im Geschäftsjahr 2019 / 2020 wurden weniger als 100 Nachhaltigkeitsaudits durchgeführt. Neben dem Verkauf von Elevator Technology führten Werksschließungen und Kurzarbeit sowohl seitens der Lieferanten als auch bei thyssenkrupp im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zum vermehrten Ausfall von bereits terminierten Nachhaltigkeitsaudits. In den durchgeführten Audits waren Arbeitszeiten, die Dokumentation der Geschäftsprozesse und Arbeitssicherheit wichtige Verbesserungsthemen.

Mitarbeiter

Beschäftigte in Zahlen

Zum 30. September 2020 waren bei thyssenkrupp 103.598 Mitarbeiter beschäftigt. Bezogen auf die fortgeführten Aktivitäten entspricht das einem Rückgang um 5.690 Mitarbeiter oder 5,2 % gegenüber dem 30. September 2019.

▷ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Nachhaltigkeit > Mitarbeitende

MITARBEITER

30.09.2019 30.09.2020 Veränderung

in %
Automotive Technology 1) 25.834 24.763 - 4
Industrial Components 1) 13.773 12.500 - 9
Elevator Technology 53.081 0 --
Plant Technology 1) 11.419 10.753 - 6
Marine Systems 6.013 6.321 5
Materials Services 20.340 18.817 - 7
Steel Europe 28.278 27.434 - 3
Corporate Headquarters 1) 1.060 809 - 24
Überleitung 1) 2.574 2.201 - 14
Gruppe insgesamt 162.372 103.598 - 36
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten 1) 53.081 0 --
Gruppe fortgeführte Aktivitäten 1) 109.291 103.598 - 5
Deutschland 58.937 56.445 - 4
Übrige Länder 50.354 47.153 - 6

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

MITARBEITER NACH REGIONEN

(Vorjahreswert in Klammern)

1) Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein, davon Deutschland 56.445 (58.937)

Personalarbeit im Zeichen des Wandels

Die Personalarbeit von thyssenkrupp war im zurückliegenden Geschäftsjahr von zwei wesentlichen Herausforderungen geprägt. Zum einen galt es, einen Beitrag zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu leisten, die damit verbundenen notwendigen kurzfristigen Personalmaßnahmen zu treffen und die langfristigen Veränderungen im Arbeitsalltag der Beschäftigten zu gestalten. Zum anderen galt es, die im Mai 2019 beschlossenen und im Mai 2020 weiter konkretisierte Neuausrichtung des Unternehmens organisatorisch umzusetzen und die für thyssenkrupp strategisch wichtigen Felder der Personalarbeit darauf auszurichten.

Sicherheit und Gesundheit: Maßnahmen im Hinblick auf die Corona-Pandemie und fortlaufende Verbesserung der relevanten KPIs

"Keine Kompromisse bei Arbeitssicherheit und Gesundheit. Das ist unser Wert. Because we care." Auf der Grundlage dieser Vision hat thyssenkrupp den Arbeits- und Gesundheitsschutz auch im zurückliegenden Geschäftsjahr weiterentwickelt. Ab Januar 2020 rückte das Krisenmanagement zur Eindämmung der Corona-Pandemie in der Unternehmensgruppe in den Mittelpunkt, insbesondere der Infektionsschutz aller Mitarbeiter weltweit. Um notwendige Regeln und Maßnahmen zu vereinbaren und zeitnah an die gesamte Belegschaft zu kommunizieren, wurde ein zentrales Team aus Arbeits- und Gesundheitsschutz-Experten aus allen Geschäften eingerichtet, das eng mit den Krisenstäben in den Geschäften und Regionen sowie den Gesundheitsbehörden kooperiert. Im ersten Schritt wurden die Pandemiepläne aller Einheiten an die neue Situation angepasst.

33.000

Mitarbeiter im Mobile Office

Neben unternehmensweiten Regelungen und Empfehlungen haben wir immer auch die konkreten Gegebenheiten der einzelnen Standorte berücksichtigt. Unternehmensweite Regelungen betreffen beispielsweise die fortlaufende Aktualisierung der Reiserichtlinien, basierend auf den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Abstands- und Hygienemaßnahmen, die Qualifikation von internen Pandemiehelfern sowie den Umgang mit potenziell Infizierten und mit Risikogruppen, eng begleitet von unseren Experten der Arbeitsmedizin. Die nötige Schutzausrüstung erhielten unsere Standorte größtenteils zentral über die regionalen Plattformen. Allein in Deutschland wurden ab April ca. 2,3 Mio medizinische Masken bereitgestellt. Mitarbeiter mit Büroarbeitsplätzen wurden ab Ende März aufgefordert, möglichst auf Mobilarbeit umzustellen. Die nötigen technischen Voraussetzungen sowie notwendige Regelungen dafür wurden innerhalb kürzester Zeit geschaffen. Bis zu 33.000 Angestellte arbeiteten schließlich von zu Hause aus.

Wesentlich im Rahmen des Pandemiemanagements ist die regelmäßige Information aller Mitarbeiter. thyssenkrupp trifft alle notwendigen organisatorischen Maßnahmen und appelliert zugleich an die Eigenverantwortung jedes Einzelnen, die Hygiene-, Abstands- und alle weiteren Regeln einzuhalten. Im Interesse der Aufklärung werden Kommunikationsmittel in 30 Sprachen über die internen Kanäle verteilt. Auch die psychischen Belastungen infolge der Corona-Pandemie werden adressiert, unter anderem mit dem Employee Assistance Programm (EAP), das zwei Drittel der Belegschaft in Anspruch nehmen können. Neben der Möglichkeit der psychologischen Beratung umfasst es auch eine ärztliche Gesundheitsberatung.

Unabhängig von der Corona-Pandemie fördert thyssenkrupp weiterhin die individuelle Gesundheit der Mitarbeiter mit den Themen Ernährung, Bewegung, Stressmanagement, Suchtprävention sowie Vermeidung anderer nicht arbeitsbedingter Gesundheitsrisiken und führt medizinische Screenings durch, die Mitarbeiter freiwillig in Anspruch nehmen können. Im Durchschnitt deckten die Standorte zuletzt 3,3 dieser sechs Angebote ab. Bei der erstmaligen Erhebung im Geschäftsjahr 2014 / 2015 waren es 2,3. Das selbst gesetzte Ziel einer Ersthelfer-Quote von 10 % in der Belegschaft wird bereits seit Jahren übertroffen. Zuletzt waren 18,9 % der Mitarbeiter in Erster Hilfe qualifiziert. Dieses hohe Niveau soll weiter gehalten werden.

Ein weiterer Schwerpunkt in der Arbeitssicherheit lag im zurückliegenden Geschäftsjahr auf der vollständigen Überarbeitung unserer internen Mindeststandards, die seit 2011 in unserem weltweit gültigen Managementhandbuch "Arbeitssicherheit und Gesundheit" zusammengefasst sind. In der im Januar 2020 erschienenen vierten Ausgabe sind nun auch die Anforderungen der neuen internationalen Norm ISO 45001 "Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit" vollständig berücksichtigt.

Unsere weltweit verwendete Kennzahl für die Arbeitssicherheit, die Unfallhäufigkeitsrate, konnten wir im Berichtsjahr erneut verbessern. Sie betrug einschließlich der nicht fortgeführten Aufzugaktivitäten 2,3. Für die fortgeführten Aktivitäten allein ergibt sich ein bereinigter Wert von 2,9. Im laufenden Geschäftsjahr streben wir eine weitere Verbesserung auf 2,8 an. Die Zahl der tödlichen Unfälle soll auf 0 gesenkt werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatten wir weltweit zwei tödliche Arbeitsunfälle in den fortgeführten Aktivitäten und fünf Unfälle inklusive der nicht fortgeführten Aufzugaktivitäten verzeichnet. Deren umfassende Aufklärung und Aufarbeitung soll dazu beitragen, Unfälle dieser Art künftig zu vermeiden. Dazu dient auch die regelmäßige Kommunikation zu Kennzahlen der Arbeitssicherheit: Einmal monatlich berichten alle Einheiten ihre Kennzahlen zur Unfallsituation; im Rahmen von Vorstandssitzungen ist das Thema Arbeitssicherheit zudem ein eigenständiger Agendapunkt.

Pandemiemanagement: Personalmaßnahmen

Die Auswirkungen der Pandemie auf Seiten unserer Kunden und Partner sowie die zeitweise strikten Einschränkungen in einzelnen Ländern im Interesse des Infektionsschutzes erforderten zusätzliche Personalmaßnahmen bei thyssenkrupp.

Abhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung unserer Geschäfte werden wir Instrumente wie Kurzarbeit und andere staatliche Förderungen im Rahmen der jeweils gegebenen Möglichkeiten auch im laufenden Geschäftsjahr flexibel einsetzen. Ein neu geschaffenes geschäfts- und funktionsübergreifendes Expertennetzwerk innerhalb der Gruppe tauscht sich zum Einsatz von Personalinstrumenten in der Krise aus, um faire Lösungen für Unternehmen und Beschäftigte zu finden. Ziel ist die Schaffung neuer und die Weiterentwicklung bestehender Instrumente, auch und insbesondere um die in der Krise enorm gestiegenen wirtschaftlichen Herausforderungen zu bewältigen. Daher fokussieren sich Unternehmensleitung und Mitbestimmungsorgane auf das Ziel, gemeinsam zukunftsfähige Lösungen für das Unternehmen und die Mitarbeiter zu schaffen. Einen wesentlichen Beitrag leistet auch die Definition neuer Steuerungskennzahlen und Erfolgsfaktoren, die eng verzahnt sind mit der operativen Planung der Geschäfte.

Neuausrichtung von thyssenkrupp: Personalstrategie und HR-Maßnahmen

Neben der akuten Krisenbewältigung begleitet und treibt die Personalfunktion den Umbau von thyssenkrupp zu einer leistungsstarken "Group of Companies" voran und passt ihre eigene Strategie, Struktur und Arbeitsweise an die neuen Anforderungen der Gruppe an. Im Vordergrund stehen hier personalstrategische und operative Beiträge entlang der Grundprinzipien "Performance First" und "Effiziente Organisation" (siehe Kapitel "Strategie").

Neuausrichtung der Corporate-Gesellschaften und Zentralfunktionen

Im Rahmen der Neuausrichtung von thyssenkrupp wurde im zurückliegenden Geschäftsjahr auch die Aufstellung der Zentralfunktionen der thyssenkrupp AG angepasst und deutlich verschlankt. Um betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, wurde parallel zum etwa dreimonatigen Prozess der Neuausrichtung der Zentralfunktionen im engen Dialog mit der Mitbestimmung u.a. ein so genanntes Freiwilligenprogramm in der thyssenkrupp AG angeboten. Das Programm, von dem insgesamt 177 Mitarbeiter Gebrauch machten, bietet die Möglichkeit, durch den Eintritt in eine Transfergesellschaft für einen Zeitraum von individuell bis zu 24 Monaten eine professionelle Vermittlung "von Arbeit in Arbeit" in Anspruch zu nehmen. In dieser Phase sind die Teilnehmer finanziell auf einem Niveau von rund 85 % des aktuellen Monatsentgeltes abgesichert. Eine weitere Reduktion der Stellen in der thyssenkrupp AG ergibt sich mit Ablauf des Geschäftsjahres 2019 / 2020 durch eine Bündelung von Service-Einheiten in den zwei Gesellschaften thyssenkrupp Services GmbH und thyssenkrupp Information Management GmbH und den entsprechenden Betriebsteilübergang von 138 Mitarbeitern zum 1. Oktober 2020. Die thyssenkrupp Services GmbH beinhaltet 25 Service Lines und sechs eigenständige Service-Anbieter. Sie sollen als Profitcenter agieren und richten ihre Service-Portfolios nach Bedarf und Nachfrage der Kunden aus. Nach diesem Prinzip planen wir künftig auch verschiedene Personaldienstleistungen in der Gruppe anzubieten und umzusetzen - unter anderem aus den Bereichen Personalentwicklung, Vergütung, Digital HR, Recruiting sowie HR Administration für alle Corporate-Gesellschaften von thyssenkrupp. Die thyssenkrupp Information Management GmbH ist der IT-Partner der Zentralfunktionen und Gesellschaften. Darüber hinaus erbringt sie ausgewählte thyssenkrupp-weite IT-Services und liefert innovative On-Demand-Lösungen für die gesamte Gruppe.

Die Neuausrichtung und Verschlankung der Corporate-Gesellschaften erfordert von Führungskräften wie Mitarbeitern Veränderungsbereitschaft. Um diese Veränderungsbereitschaft und das Grundprinzip "Effiziente Organisation" noch stärker im Unternehmen zu verankern, initiiert der Personalbereich seit April 2020 zentral zusätzliche Veränderungsinitiativen gemeinsam mit der Unternehmenskommunikation. Hier stehen die Einführung neuer Arbeitsformen sowie begleitende Dialog- und Austauschformate zwischen Mitarbeitern und Führungskräften im Vordergrund.

Neue Bonussystematik und angepasstes Kompetenzmodell für Führungskräfte

Um stärkere Anreize zur Steigerung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit zu setzen, wurde das Bonussystem für Führungskräfte überarbeitet. Das neue Modell hebt stärker auf den zentralen Erfolgsfaktor Transformation ab und gibt gleichzeitig mehr Raum für die darüberhinausgehenden, spezifischen Erfolgsfaktoren der einzelnen Geschäfte. Es greift erstmals zum Ende des Geschäftsjahres 2020 / 2021. Darüber hinaus wurde die Zahl der thyssenkrupp Leadership-Kompetenzen von acht auf sechs reduziert und diese stärker auf die Transformation der Unternehmensgruppe ausgerichtet. Die angepassten Kompetenzen lauten entsprechend: Inspirational Leadership, Strategic Orientation, Business Excellence, Courage, Accountability, Thrive on Change. Die thyssenkrupp Leadership-Kompetenzen formulieren unser gemeinsames Verständnis darüber, welches Verhalten bei thyssenkrupp die Voraussetzung für Leistung und Erfolg ist und geben Orientierung im alltäglichen Führungsverhalten, das entscheidend für die Wahrnehmung unserer Führungskultur ist. Die Leadership Kompetenzen sind darüber hinaus die Basis für die Führungskräfteentwicklung, verschiedene HR-Systeme und die Ausrichtung der thyssenkrupp Academy.

Mit Lerninhalten, die auf die spezifischen Geschäfte und Herausforderungen bei thyssenkrupp ausgerichtet sind, unterstützt die thyssenkrupp Academy die Weiterentwicklung der Führungskultur sowie der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit im Unternehmen. Im Geschäftsjahr 2019 / 2020 ist das dritte unternehmensweite Führungskräfteprogramm, "Optimizing Leadership Impact", das globale Curriculum für alle Führungsebenen unterhalb des Top Managements, pilotiert und umgesetzt worden. Es nimmt die Kernthemen Strategie, Agilität, Innovation, Entscheidungsfindung und Kundenorientierung in den Blick und ist somit ein weiterer Baustein, um operative Spitzenleistung zu fördern sowie Führungsstil und -kompetenzen in unserer Unternehmensgruppe zu stärken.

Ausbildung: Weiterhin zentrales Element der Sicherung von Fachkräften

Zahl der Auszubildenden: 2.700

Zahl der Ausbildungsberufe: 65

Die Ausbildung junger Menschen ist für thyssenkrupp seit jeher ein zentrales Element in der Personalarbeit. Im Berichtsjahr haben wir in der Unternehmensgruppe insgesamt über 2.700 junge Menschen (Vorjahr: 3.100) in 65 verschiedenen Berufen ausgebildet, die meisten davon in Deutschland, aber auch viele in weiteren europäischen Ländern. Die Ausbildungsquote - das Verhältnis von Ausbildungsplätzen zu Arbeitsplätzen - liegt in Deutschland stabil bei 4,9 % (Vorjahr: 4,9 %). thyssenkrupp bietet die Möglichkeit, sowohl eine klassische Ausbildung als auch ein duales Studium zu absolvieren. Tarifverträge sichern einheitlich hohe Qualitätsstandards für das duale Studium. Trotz starker Einschränkungen durch die Corona-Pandemie konnte die Qualität der Ausbildung weitgehend sichergestellt werden. Insbesondere im gewerblichen Bereich waren große Anstrengungen der Ausbilder notwendig, um sicherzustellen, dass die Lehrinhalte trotz verminderter Anwesenheit der Auszubildenden vor Ort vermittelt werden konnten. Dies gelang dank des Einsatzes digitalen Unterrichts und neuer Lernmethoden. Auch im laufenden Ausbildungsjahr bietet thyssenkrupp zahlreiche Ausbildungsplätze an. Eine neue Ausbildungskampagne positioniert thyssenkrupp insbesondere in den digitalen Medien als attraktiven Arbeitgeber in der dualen Ausbildung.

Diversity

Offenheit, Chancengleichheit und gegenseitige Wertschätzung sind zentrale Werte unserer Unternehmenskultur. Zu unserem Arbeitsumfeld, das durch Vielfalt charakterisiert ist, gehören unterschiedliche Arbeitszeitmodelle, Unterstützung bei der Kinderbetreuung oder auch unternehmensinterne Netzwerke. Alle Beschäftigten sollen sich bei uns frei und mit ihrem vollen Potenzial entfalten können - unabhängig von Herkunft, Geschlecht, religiösem Bekenntnis oder sexueller Orientierung. Mit Blick auf die Dimension "Geschlecht" hat thyssenkrupp sich im Jahr 2011 im Rahmen einer europaweit einmaligen Initiative freiwillig verpflichtet, sich ein Ziel bis zum Jahr 2020 zur Steigerung des Anteils von Frauen in Führungspositionen zu setzen. Mit einer Steigerung von 8 % im Jahr 2011 auf 11,2 % bis zum 30. September 2020 hat thyssenkrupp hier eine deutliche Verbesserung erreicht, auch wenn das gesetzte Ziel von 15 % nicht erreicht werden konnte. Trotz anhaltend großer Herausforderungen und absehbarer struktureller Veränderungen hält thyssenkrupp am Prinzip des freiwilligen Ziels fest. Unser Anspruch ist weiterhin, dass der Frauenanteil in Führungspositionen den Frauenanteil in der gesamten Belegschaft widerspiegelt. Zum 30. September 2020 beträgt der Frauenanteil in der Belegschaft der fortgeführten Aktivitäten insgesamt rund 16 %. Dementsprechend strebt thyssenkrupp einen Frauenanteil in Führungspositionen von 16% an und möchte dies bis zum Ende des Geschäftsjahres 2024 / 2025 erreichen.

Soziale Verantwortung

thyssenkrupp versteht sich als aktives Mitglied der Gesellschaft. Die thyssenkrupp Gruppe möchte das gesellschaftliche Umfeld an ihren Standorten positiv gestalten und sich für die dort lebenden Menschen einsetzen. Sie will an der Lösung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen mitwirken und setzt ihre unternehmerischen Kompetenzen für das Gemeinwohl ein. Entsprechend sind Gesellschaften der Gruppe in verschiedenen lokalen Projekten, Kooperationen, Multi-Stakeholder-Initiativen und Verbänden aktiv.

Wir orientieren uns bei unserem gesellschaftlichen Engagement an unserem Claim "engineering.tomorrow.together". thyssenkrupp fördert deshalb Technik- und Innovationsbegeisterung, Bildung und Engagement vor Ort. In unserer Arbeit setzen wir konsequent die hohen Compliance-Standards des Unternehmens um, die wir unter anderem über ein globales Erfassungs- und Freigabesystem für Aktivitäten steuern. Weltweit wurden dort im Berichtsjahr mehr als 350 Maßnahmen erfasst.

Im Hinblick auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie hat thyssenkrupp im Berichtsjahr an unterschiedlichen Produktionsstandorten Projekte und gemeinnützige Vereine und Organisationen unterstützt. Beispielsweise konnten dank eines freiwilligen Gehaltsverzichts von Leitenden Angestellten über 200.000€ in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern für die akute Bewältigung der Corona-Pandemie eingesetzt werden. Auch der Gruppen-Vorstand verzichtete auf einen Teil seiner Bezüge und hat damit in der Krisensituation persönlich ein Zeichen gesetzt. Insgesamt haben wir in der Corona-Pandemie mehr als 30 Einrichtungen mit dringend benötigten Finanzmitteln unterstützt. Die Spendengelder gingen an Tafeln, Frauenhäuser, Ehrenamtsagenturen und Obdachloseneinrichtungen bis hin zu Vereinen, die sich um hilfsbedürftige Kinder und Jugendliche kümmern, die besonders hart von den Folgen der Pandemie betroffen sind.

Vielfältiges Engagement in der Corona-Pandemie.

Das weltweite Engagement in der Unternehmensgruppe während der Corona-Pandemie war vielfältig, abhängig von den jeweiligen Möglichkeiten und Bedürfnissen vor Ort. In den ersten Monaten der Pandemie fertigten und spendeten beispielsweise verschiedene thyssenkrupp Standorte in Deutschland, Brasilien und den USA mit 3D-Druckern hergestellte Gesichtsvisierhalter und Mund-Nase-Schutzmasken für austauschbare Filtereinlagen (die sogenannte Montana Mask). thyssenkrupp Plant Technology in Dortmund spendete aus eigenem Bestand 50.000 Operationsmasken und weitere Schutzbekleidung an Gesundheitsämter und Krankenhäuser in der Region, um dabei zu helfen, dort den akuten Bedarf zu decken. Die Mitarbeiter von thyssenkrupp Forged Technologies im brasilianischen Campo Limpo lieferten fünf Tonnen Lebensmittel sowie Hygiene- und Reinigungsartikel an bedürftige Familien vor Ort. Schließlich reagierte das thyssenkrupp Bilstein-Werk im rumänischen Sibiu schnell als das örtliche Krankenhaus Corona-Tests benötigte, um die Ausbreitung des neuartigen Virus in der Region einzudämmen. Kurzerhand spendete der Standort der thyssenkrupp Automotive-Sparte 30.000 € für die dringend benötigten Tests.

Zuwendungen an politische Parteien im In- und Ausland, parteinahe oder parteiähnliche Organisationen, einzelne Mandatsträger oder Kandidaten für politische Ämter sind für thyssenkrupp mit dem Werteverständnis der Gruppe generell unvereinbar und daher unzulässig.

Compliance

thyssenkrupp hat ein umfassendes Verständnis von Compliance: Die Einhaltung von Recht, Gesetz und internen Regeln ist für uns selbstverständlich und Teil unserer Unternehmenskultur. Compliance schafft den Rahmen für unternehmerisches Handeln und dient der nachhaltigen Absicherung des Geschäftserfolgs. Neben der umfassenden Betreuung der Compliance-Kernthemen Kartellrecht, Antikorruption, Geldwäschebekämpfung, Datenschutz und Außenwirtschaftsrecht war die Compliance-Arbeit im Geschäftsjahr 2019 / 2020 im Wesentlichen von vier Themen geprägt:

Kommunikation von starken Werten als Fundament unserer Zusammenarbeit auch in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld,
kartellrechtliche Begleitung von Portfoliomaßnahmen,
kontinuierliche Implementierung und Weiterentwicklung des Compliance-Management-Systems Datenschutz,
Begleitung der Neuausrichtung der sogenannten weiteren Compliance-Themen im Rahmen der strategischen Neuausrichtung der Gruppe.

Compliance fest verankert in der Unternehmenskultur

Unsere Compliance-Strategie verfolgt das Ziel, eine nachhaltige Wertekultur im Unternehmen zu verankern - eine Kultur, in der Verlässlichkeit, Aufrichtigkeit, Glaubwürdigkeit und Integrität die Eckpfeiler des Handelns sind. Denn Compliance bedeutet für uns weit mehr als nur die Einhaltung von Recht und Gesetz: Compliance ist eine Frage der Haltung. Dazu gehört auch das klare Bekenntnis, dass thyssenkrupp ausschließlich für saubere Geschäfte steht. Lieber verzichten wir auf ein Geschäft, als dass es unter Missachtung der Regeln zustande kommt.

▷ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Compliance

In einer gesunden Unternehmens- und Führungskultur gehen Leistungsbereitschaft und das Handeln nach einem gemeinsamen Werteverständnis Hand in Hand. Verstöße gegen Rechtsvorschriften und interne Regeln sind mit unserem Compliance-Verständnis nicht vereinbar. Daher gilt unmissverständlich:

Hinweisen auf Rechtsverstöße gehen wir konsequent nach und klären den Sachverhalt auf.
Mitarbeiter, die uns in gutem Glauben über eventuelle Rechtsverstöße informieren, genießen besonderen Schutz vor Benachteiligung.
Festgestellte Verstöße werden unverzüglich abgestellt.
Festgestellte Verstöße werden, sofern erforderlich, konsequent und angemessen sanktioniert, und zwar unabhängig von Name und Funktion des Betroffenen.

Compliance-Programm und Schwerpunkte der Compliance-Arbeit

Kartellrecht und Antikorruption sind die Schwerpunkte der Compliance-Arbeit bei thyssenkrupp.

Das Compliance-Programm von thyssenkrupp umfasst drei Elemente: "Informieren & Beraten", "Identifizieren" sowie "Berichten & Handeln". Es ist eng mit dem Risikomanagement sowie unserem internen Kontrollsystem verzahnt. Damit wollen wir erreichen, dass Compliance fester Bestandteil eines jeden Geschäftsprozesses wird. Inhaltliche Schwerpunkte des Programms sind die Kernthemen Kartellrecht, Antikorruption, Geldwäschebekämpfung und Datenschutz. Auf Ebene der thyssenkrupp AG organisatorisch neu hinzugekommen ist zum 1. April 2020 das Thema Außenwirtschaftsrecht. Das Geschäftsjahr 2019 / 2020 war auch geprägt durch den Verkauf von thyssenkrupp Elevator, der Compliance-seitig auch durch den Aufbau eines eigenen Compliance Management Systems eng begleitet wurde. Nachfolgend wird ausschließlich über die fortgeführten Aktivitäten ohne thyssenkrupp Elevator berichtet.

Mit Beginn der Corona-Pandemie hat die Compliance-Organisation in verschiedenen Kommunikations- und Schulungsformaten auf gestiegene Risiken hingewiesen und darauf, wie wichtig es ist, dass wir unsere Werte auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten aufrechterhalten. Zugleich hat die Compliance-Organisation die Geschäfte bei konkreten kartellrechtlichen Fragestellungen beraten, etwa im Verhältnis zu Lieferanten und Wettbewerbern. Auch im abgelaufenen Jahr stand der Datenschutz im Fokus unserer Compliance-Arbeit. Wir haben wieder intensiv an der Weiterentwicklung und Digitalisierung unserer Prozesse gearbeitet, unsere Aufbau- und Ablauforganisation weiter ausdifferenziert und unsere Tochterunternehmen europaweit bei der Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben unterstützt. Zum 30. September 2020 waren nahezu 200 Personen als Datenschutzbeauftragte bzw. Datenschutzkoordinatoren etabliert. Ein E-Learning-Modul vermittelt der relevanten Zielgruppe gruppenweit alle wichtigen Informationen zum Thema Datenschutz. Insgesamt rund 14.500 weitere Mitarbeiter haben im vergangenen Geschäftsjahr den Kurs erfolgreich absolviert.

Eine weitere wichtige Compliance-Aufgabe im Berichtsjahr war die intensive kartellrechtliche Beratung der Fachfunktionen im Zusammenhang mit dem Verkauf von thyssenkrupp Elevator sowie weiteren M & A-Aktivitäten, auch im Rahmen der strategischen Neuausrichtung der Gruppe.

In weiteren Themenfeldern wie Arbeitssicherheit, Lieferanten-Compliance, Fremdpersonaleinsatz oder Umweltschutz steht die Compliance-Funktion den Verantwortlichen beratend, koordinierend und konsolidierend zur Seite. Zudem stellt sie eine einheitliche Compliance-Berichterstattung an den Vorstand sicher. Die inhaltliche Compliance-Verantwortung trägt dabei jeweils die zuständige Fachfunktion oder das jeweilige Segment. Dadurch wird sichergestellt, dass das Compliance-Verständnis in allen Unternehmensbereichen dem Leitbild von thyssenkrupp folgt, Compliance-Funktion und inhaltlich Verantwortliche sich intensiv austauschen und die Synergien, die dadurch insbesondere in der Organisation sowie bei Prozessen und Methoden entstehen, genutzt werden. Im Zusammenhang mit der strategischen Neuausrichtung von thyssenkrupp als Unternehmensgruppe nimmt Compliance gemeinsam mit den Verantwortlichen in den jeweiligen Fachfunktionen eine Adaptierung der Berichterstattung und Zuständigkeiten für die jeweiligen Themenfelder vor.

Weitere Aktivitäten des Berichtsjahres lassen sich, geordnet nach den drei Elementen des Compliance-Programms, wie folgt zusammenfassen:

"Informieren & Beraten": Unsere Compliance Officer haben die Mitarbeiterweltweit über maßgebliche gesetzliche Bestimmungen, gruppenweite interne Richtlinien sowie in konkreten Einzelfällen informiert, geschult und beraten. Nahezu 4.200 Mitarbeiter weltweit nahmen im Berichtsjahr an Präsenzschulungen teil, die bedingt durch die Corona-Pandemie vermehrt virtuell stattgefunden haben, vornehmlich zum Kartellrecht und zur Korruptionsprävention. Ferner haben wir die vierte Runde des Compliance-E-Learning-Programms zu den Themen Antikorruption und Kartellrecht fortgesetzt, die im November 2015 gestartet worden war: Bis Ende des Geschäftsjahres wurden insgesamt, bereinigt um Abgänge, mehr als 107.000 Kurse einschließlich der E-Learning-Formate zu Compliance im Einkauf und zum Datenschutz absolviert.
"Identifizieren": Unsere Compliance Officer führten auch im Berichtsjahr anlassunabhängige und verdachtsbedingte Compliance-Audits und -Untersuchungen durch. Diese dienen dazu, kritische Geschäftsaktivitäten in einem risikoorientierten, strukturierten Audit-Ansatz regelmäßig zu überprüfen. Wesentliche Elemente bei der Identifikation von Compliance-Risiken sind das Whistleblower-System sowie der Ombudsmann: Beide stehen den Mitarbeitern - neben dem direkten Kontakt zum Vorgesetzten oder zur Compliance-Funktion - als zusätzliche Kanäle zur Verfügung, über die sie auch ohne Offenlegung ihrer Identität auf eventuelle Gesetzes- oder Richtlinienverstöße hinweisen können.
"Berichten & Handeln": Die intensive Compliance-Berichterstattung umfasst neben den regelmäßigen Berichten an Aufsichtsrat und Prüfungsausschuss alle Ebenen unserer Unternehmensgruppe - den Vorstand der thyssenkrupp AG, die Vorstände der Segmente und Geschäftsführungen der Gruppenunternehmen sowie die regional Verantwortlichen und Projektleiter mit Marktverantwortung. Bei nachgewiesenen Verstößen greift unsere "Null Toleranz"-Leitlinie: Gegen die Betroffenen werden, sofern erforderlich, konsequent Sanktionen verhängt.

Compliance-Organisation

> 60

thyssenkrupp beschäftigt mehr als 60 hauptamtliche Compliance-Mitarbeiter.

Unsere Compliance-Funktion hat die wichtige Aufgabe, als strategischer Geschäftspartner frühzeitig bei relevanten strategischen Entscheidungen zu beraten. Neben dem Compliance-Programm erfordert das eine bedarfsorientierte Organisation mit klarer Zuordnung von Rollen und Verantwortlichkeiten, eine effektive und effiziente Steuerung, eine angemessene Ausstattung und insbesondere eine Aufgabenzuweisung, die strukturell den Bedürfnissen in der Unternehmensgruppe entspricht.

thyssenkrupp beschäftigt weltweit mehr als 60 hauptamtliche Compliance-Mitarbeiter. Unterstützt werden sie von einem Netzwerk aus ca. 260 Compliance-Managern. Letztere sind in der Regel Geschäftsführer eines Gruppenunternehmens und sorgen für die operative Umsetzung des Compliance-Programms in ihrem Verantwortungsbereich. Gemeinsam schaffen sie die Voraussetzung für eine nachhaltige Verankerung von Compliance in der Tiefe der thyssenkrupp Unternehmensgruppe und stehen als Ansprechpartner für ihre Mitarbeiter zur Verfügung.

260

Ca. 260 Compliance-Manager vertreten das Thema Compliance unternehmerisch und fungieren als Sprachrohr in den Geschäftseinheiten weltweit.

Organisatorisch sind zum 1. Januar 2020 die Bereiche Legal und Compliance auf Ebene der thyssenkrupp AG zu einer Funktion zusammengelegt worden. Der Chief Compliance Officer berichtet nun an den General Counsel der thyssenkrupp Unternehmensgruppe und bleibt für die Steuerung des Compliance-Programms und der weltweiten Compliance-Organisation verantwortlich.

Übersicht der nichtfinanziellen Angaben

Die geforderten Angaben zur Nichtfinanziellen Erklärung nach §§ 289b ff. HGB und §§ 315b ff. HGB sind vollständig in die verschiedenen Kapitel des Lageberichts integriert, da diese Informationen für das Verständnis des Geschäftsverlaufs oder der Lage der Gruppe von Bedeutung sind. Für die thyssenkrupp AG gelten dabei die zusammengefassten Angaben bezogen auf die Gruppe gleichermaßen. Bei der Zusammenstellung der Angaben wurden Elemente verschiedener Rahmenwerke als Orientierung verwendet, u.a. vom UN Global Compact. Risiken von negativen Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft durch die Geschäftstätigkeit von thyssenkrupp werden ebenfalls in den verschiedenen Abschnitten des Lageberichtes adressiert. Hieraus ergeben sich keine zusätzlich zu berichtenden Risiken im Rahmen des Risikoberichtes. Achtung der Menschenrechte und Sozialbelange im Sinne des HGB werden als Querschnittsthemen mit hohen Überschneidungen zueinander sowie zu Arbeitnehmerbelangen betrachtet. Darüber hinaus ist der Aspekt Sozialbelange von Bedeutung, aber nicht erforderlich für das Verständnis zum Geschäftsverlauf, zur Lage der Gruppe oder zu den Auswirkungen der Geschäftstätigkeit.

ÜBERSICHT NICHTFINANZIELLER ANGABEN

Umweltbelange Arbeitnehmerbelange Achtung der Menschenrechte
Kapitel Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele Klima, Energie und Umwelt Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement Chancen- und Risikobericht Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele Mitarbeiter Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement Chancen- und Risikobericht Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement Mitarbeiter Chancen- und Risikobericht
- Regulatorische Risiken - Produktionsrisiken - Beschaffungsrisiken
- Produktionsrisiken - Personalrisiken
- Beschaffungsrisiken Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und sonstige Rückstellungen 1) - Beschaffungsrisiken Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1) Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und sonstige Rückstellungen 1)
Sozialbelange Bekämpfung von Korruption und Bestechung
Kapitel Soziale Verantwortung Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele Compliance Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement Chancen- und Risikobericht
- Rechtliche Risiken und Compliance-Risiken
- Beschaffungsrisiken Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und sonstige Rückstellungen 1)

1) siehe thyssenkrupp - Gruppe - Bilanz S. 65

Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Prognose 2020 / 2021

Im Zuge der strategischen Neuausrichtung wurde zum 1. Oktober 2020 das eigenständige Segment Multi Tracks eingeführt, an der sich auch die nachfolgende Ausführung orientiert. Multi Tracks umfasst den Anlagenbau (Plant Technology), das Edelstahlwerk (AST) in Terni (Italien) inklusive der dazugehörigen Vertriebsorganisation, die Antriebs- und Batteriemontage (Powertrain & Battery Solutions), Springs & Stabilizers, die Bereiche Infrastructure und Grobblech, Carbon Components sowie die Beteiligung an unserem ehemaligen Aufzuggeschäft. Mehr darüber erfahren Sie im Abschnitt "Strategie".

Gesamtaussage

Die Umsetzung der strategischen Neuausrichtung und die strukturelle Verbesserung unserer Geschäfte wird weiter vorangetrieben. Mit der Definition des Ziel-Portfolios Ende Mai wurde ein klarer Fokus auf industrielles Portfolio und Geschäftsmodelle, wettbewerbsfähige Profitabilität und Cashflow der Geschäfte gelegt. Ein Teil der Erlöse aus der Elevator-Transaktion soll selektiv dort für die Entwicklung und Restrukturierung der Geschäfte eingesetzt werden, wo entsprechende attraktive Zielrenditen erreicht werden können. Weiterhin sollen Finanzverbindlichkeiten entlang ihres Fälligkeitenprofils zurückgezahlt werden. Angesichts der derzeitigen pandemiebedingt unsicheren gesamtwirtschaftlichen Lage werden wir uns bei der genauen Aufteilung der Mittelverwendung aber unverändert größtmögliche Flexibilität bewahren.

Insgesamt ergeben sich derzeit Unsicherheiten für die Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unserer Geschäfte aus:

der Unklarheit über den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie und möglicher verschärfter Lock-down-Maßnahmen sowie einer "neuen Normalität" nach der Pandemie
dem weiteren wirtschaftspolitischen Kurs der USA - insbesondere nach der Entscheidung bei den Präsidentschaftswahlen
dem möglichen nachlassenden Wachstum der chinesischen Wirtschaft als wichtigem Faktor für die weltweite Konjunkturdynamik und als bedeutender Absatzmarkt
dem Ergebnis der Brexit-Übergangsverhandlungen auf die wirtschaftliche Entwicklung in Europa und die Exportperspektive sowie zukünftige Investitionsbereitschaft - vor allem in Großbritannien selbst, aber auch in den übrigen Ländern Europas
der hohen Gesamtverschuldung in einigen EU-Staaten, nicht zuletzt aufgrund der zahlreichen staatlichen Hilfsmaßnahmen zur Abschwächung der Pandemie-Folgen, die zu deutlicher Unsicherheit an den Finanzmärkten führen könnte; hierdurch könnte die Kreditvergabe an Unternehmen und Haushalte eingeschränkt werden
den anhaltenden strukturellen Überkapazitäten der Stahlindustrie, dem entsprechenden Wettbewerbs- und Importdruck auf dem europäischen Markt sowie die zunehmenden Verwerfungen bei den internationalen Stahlhandelsströmen - unter anderem eine Folge der US-Zölle auf Stahlimporte
der Volatilität - auch kurzfristige, teilweise kaum vorhersehbare Schwankungen - und Höhe der Rohstoffpreise als wichtigem Kostenfaktor in unseren Werkstoffgeschäften sowie als wichtigem Faktor für unsere Kunden im Anlagenbau bei der Vergabe von Großprojekten
dem Strukturwandel in der Automobilindustrie (veränderndes Mobilitätsverhalten, Umstellung Antriebstechnologien, Digitalisierung), der bei einem stärkeren globalen Abschwung schleppender als angenommen verlaufen könnte

Wesentliche Annahmen

Für 2021 unterstellen wir bislang als Grundannahme ein deutliches Wachstum auf globaler Ebene. Hierbei dürfte - je nach Pandemie-Verlauf - in einigen wenigen Ländern (z. B. China) zum Teil bereits das Vorkrisenniveau erreicht werden; in den meisten anderen Ländern, die stark vom Infektionsgeschehen und auch aufgrund ihrer Wirtschaftsstruktur besonders betroffen sind, dürfte dies nicht vor 2023 erreicht werden.

Vor diesem Hintergrund werden wir im Geschäftsjahr 2020 / 2021 den Schwerpunkt auf die Restrukturierung und strukturelle Verbesserung unserer Geschäfte sowie Corporate Headquarters legen aber auch gezielt Wachstumsinitiativen weiter fortsetzen. Alle Ziele sind konsequent mit konkreten Maßnahmeplänen zu hinterlegen. Zudem werden wir die im letzten Geschäftsjahr gestarteten "best owner" Konzepte bei Multi Tracks in Richtung eines Abschlusses entwickeln und die Duals Tracks, soweit wertverbessernd, in eine langfristige Zielstruktur bringen. Daneben werden wir auch mit kurzfristigen Maßnahmen den Auswirkungen der Corona-Pandemie u.a. durch Kurzarbeit entgegenwirken.

Die wesentlichen Annahmen zu unseren Märkten, die unserer Prognose zugrunde liegen, finden Sie im Wirtschaftsbericht im Abschnitt "Makro- und Branchenumfeld". Die entsprechenden Chancen und Risiken im anschließenden "Chancen und Risikobericht". Für unsere Geschäfte erwarten wir im Einzelnen:

Materials Services wird die Digitalisierung von Geschäftsprozessen und Vertriebswegen weiter vorantreiben, um in der gesamten Wertschöpfungskette Produktivität und Effizienz zu steigern und unseren Omnichannel-Ansatz konsequent weiter zu verfolgen. Dazu gehört der verstärkte Einsatz unserer künstlichen Intelligenz "alfred" zur besseren Steuerung von Transportwegen und Logistikströmen, der weitere Rollout einer hochmodernen ERP-Plattform sowie der Ausbau der E-Commerce Funktionalitäten unseres B2B Portals. Zudem entwickeln wir gemäß unserer Strategie "Materials as a Service" neue digitale Geschäftsmodelle und Services. Darüber hinaus sollen strukturelle Anpassungen von Organisation und Standortnetzwerk zu einer optimierten Auslastung und damit zu Kostensenkungen führen.

Im Bereich Großwälzlager sollte sich die Nachfrage nach unseren Produkten aus der Energie- bzw. Windbranche trotz auslaufender staatlicher Anreizprogramme in China, die im vergangen Geschäftsjahr zu Vorzieheffekten bei der Nachfrage geführt hatten, auf Vorjahresniveau bewegen. Begleitet wird dies durch strukturelle Maßnahmen, die darauf abzielen, unsere Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern sowie unsere führende Marktposition zu sichern. Im weltweiten Schmiedegeschäft und bei den Komponenten für Baumaschinen erwarten wir, bedingt durch den zyklischen Marktrückgang und der pandemiebedingt deutlich schwächeren Nachfrage in 2020, für das Geschäftsjahr 2020 / 2021 eine moderate Erholung der Nachfrage. Bei den Nutzfahrzeugen >6t erwarten wir, ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau, eine gemäßigte Normalisierung der Nachfrage, im Bereich der Industriekomponenten eine leichte Steigerung. Unterstützt wird dies durch konsequente Maßnahmen zur Reduzierung der Kosten und Steigerung der Produktivität in allen Regionen.

Für die weltweite Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen erwarteten wir 2021 nach dem pandemiebedingten Rückgang voraussichtlich um 17 % in 2020, eine Produktion die jedoch weiterhin deutlich unterhalb des Vorkrisenniveaus bleibt. Der westeuropäische und der nordamerikanische Markt dürfte in 2021 Anzeichen einer Erholung zeigen und auf Basis des deutlich verminderten Marktniveaus jeweils rund 20 % zulegen. Im weltgrößten Markt China erwarten wir trotz positiver Entwicklung im Jahresverlauf 2020, nach Pandemieauswirkungen auf das erste Kalenderquartal 2020, einen Pkw-Absatz unter Vorjahresniveau. Die Erholungstendenz wird sich fortsetzen und dürfte in 2021 zu einem leichten Wachstum auf dem chinesischen Markt führen. Der zunehmende Trend zur Elektromobilität sollte sich auch positiv auf die Nachfrage nach unseren Chassis-Komponenten sowie entsprechend hochwertigeren Stahlgüten auswirken.

In 2021 dürfte die weltweite Stahlnachfrage um rund 4 % zulegen. Dabei wird für den chinesischen Markt eine Stabilisierung unterstellt, nachdem er im Vorjahr noch mit einem Wachstum von 8 % einen deutlicheren Rückgang des Weltstahlbedarfes aufgefangen hatte. Die insgesamt positive Perspektive für 2021 wird allerdings von einer hohen Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Pandemie getrübt. Darüber hinaus stellen die weltweiten Überkapazitäten und der Protektionismus weiterhin ein hohes Risiko dar. Für den zu erwartenden Aufwärtstrend im europäischen Stahlmarkt bleibt zudem die Importentwicklung eine Herausforderung. Gleichzeitig setzen wir die Transformation hin zur Produktion von "grünem Stahl" mit Nachdruck fort.

Nach dem pandemiebedingten Einbruch im Frühjahr 2020 erwarten wir bei Steel Europe, ausgehend von einem niedrigen Niveau, eine vorsichtige Verbesserung der Geschäftsentwicklung im Verlauf des Geschäftsjahres 2020 / 2021 infolge der allgemeinen wirtschaftlichen Erholung. Eine Rückkehr zum Vorkrisenniveau sollte sich dabei jedoch erst in den Folgejahren wieder einstellen.

Bei Marine Systems verfügt der Überwasser-Schiffbau aus unserer Sicht über einen sehr erfreulichen Auftragsbestand. Gleichzeitig verhandeln wir mit Deutschland und Norwegen über ein U-Boot-Programm. Im Unterauftrag der italienischen Werft Fincantieri sind wir weiterhin in einem vielversprechenden Angebotsprozess über ein italienisches U-Boot-Programm. Beide Auftragseingänge erwarten wir im Geschäftsjahr 2020 / 2021. Das Programm zur Performance-Steigerung wird weiter vorangetrieben und zeigt bereits gute Erfolge.

Für den größten Bereich unseres Segments Multi Tracks - Plant Technology - zeigten sich ab dem 2. Halbjahr des abgelaufenen Geschäftsjahres die Auswirkungen der Pandemie, darunter Verzögerungen von Auftragsvergaben und laufenden Projekten, Kostensteigerungen für Projektlogistik und Qualitätssicherung oder geringere Auslastung der Engineering-Kapazitäten. Diese Einflüsse sollten im laufenden Geschäftsjahr abnehmen. Das Service-Geschäft erweist sich nach wie vor als robust. Des Weiteren erwarten wir eine verbesserte Qualität der Projektabwicklung in allen Geschäftsbereichen und positive Effekte aus dem weiteren Hochlauf der Kosteneinsparungsmaßnahmen.

Erwartung 2020 / 2021

Vor dem Hintergrund der vorstehend beschriebenen wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten und der damit eingeschränkt verlässlichen Planbarkeit insbesondere bei unseren zyklischeren Geschäften mit Werkstoffen sowie Komponenten für Automobile und Nutzfahrzeuge halten wir - trotz der erwarteten sichtbaren strukturellen Verbesserung unserer Geschäfte - einen insgesamt vorsichtigen Blick auf das Geschäftsjahr 2020 / 2021 für angemessen und formulieren unsere Prognose in entsprechenden Bandbreiten.

Ab dem Geschäftsjahr 2020 / 2021 wurde die Definition für das Bereinigte EBIT angepasst. Es erfolgt eine engere Definition von Sondereffekten durch eine striktere Orientierung an der Behandlung gemäß IFRS. Bereinigt werden zukünftig Restrukturierungsaufwendungen, Wertminderungsaufwendungen sowie Veräußerungsgewinne bzw. -verluste.

Zur Berücksichtigung der daraus entstehenden Effekte, sowie der neuen Gruppenstruktur mit dem Segment Multi Tracks, wurden die Referenzwerte für das Vorjahr für den Umsatz der einzelnen Segmente sowie das Bereinigte EBIT der Gruppe sowie der Segmente pro-forma ermittelt.

Die Referenzwerte des Vorjahres der Gruppe beziehen sich auf die fortgeführten Aktivitäten.

Die Prognose unterstellt keine Effekte aus möglichen Portfoliomaßnahmen.

Der Umsatzprognose liegen die im Wirtschaftsbericht im Abschnitt "Makro- und Branchenumfeld" angegebenen Marktprognosen zugrunde. Das Wachstum des BIP für 2021 in den für uns u.a. wichtigen Regionen Deutschland, USA und China wird bei 3,9 %, 3,5 % bzw. 7,1 % erwartet. Diese Marktprognosen sind vor derzeit noch nicht absehbaren möglichen Auswirkungen der zweiten Welle der Corona-Pandemie getroffen worden.

Der Umsatz wird - insbesondere in Abhängigkeit der auch vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie bestimmten Erholung des weltweiten Automobilmarkts mit Einfluss auf unsere Geschäfte mit Werkstoffen sowie Komponenten für Automobile und Nutzfahrzeuge - im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen, jedoch nach unseren Erwartungen noch deutlich unter dem Niveau vor der Corona-Pandemie bleiben (Vorjahr: 28,9 Mrd €).

Für das Bereinigte EBIT rechnen wir mit einer signifikanten Verbesserung jedoch weiterhin mit einem Verlust im mittleren 3-stelligen Millionen-€-Bereich (Vorjahr: pro forma -1,8 Mrd €). Diese Verbesserung erfolgt im Wesentlichen aufgrund deutlicher struktureller Fortschritte in allen Geschäften sowie in Abhängigkeit der stark von der Marktentwicklung bedingten Umsatzentwicklung. Dabei werden Multi Tracks mit einem Verlust im niedrigen bis mittleren 3-stelligen Millionen-€-Bereich (Vorjahr: pro forma -593 Mio €) und Steel Europe mit einem negativen Betrag im niedrigen 3-stelligen Millionen-€-Bereich belasten (Vorjahr: pro forma -820 Mio €).

Bei Materials Services erwarten wir eine signifikante Verbesserung des Bereinigten EBITs auf einen wieder positiven Wert (Vorjahr: pro forma -85 Mio €). Neben strukturellen Verbesserungen und Wegfall belastender Einmaleffekte unterstützt eine deutliche Mengensteigerung, ausgehend von einem niedrigen Niveau. Eine Rückkehr der Mengen zum Vorkrisenniveau sollte sich jedoch erst in den Folgejahren wieder einstellen.

Bei Industrial Components erwarten wir insgesamt einen leichten Umsatzanstieg im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich sowie ein stabiles bis leicht steigendes Bereinigtes EBIT (Vorjahr, Umsatz: 2,1 Mrd €, pro forma Bereinigtes EBIT: 139 Mio €). Unterstützend wirken dabei insbesondere die Markterholung im Schmiedegeschäft und die weiterhin robuste Nachfrage bei den Großwälzlagern.

Bei Automotive Technology erwarten wir, bei einer robusten Umsatzentwicklung (Vorjahr: pro forma 4,1 Mrd €), eine Erholung des Bereinigten EBIT auf einen wieder positiven Wert im mittleren bis hohen 2-stelligen Millionen-€-Bereich (Vorjahr: pro forma -166 Mio €). Dies folgt im Wesentlichen aus dem steigenden Beitrag der neuen Werke und Projekte, fortgesetzten Effizienzmaßnahmen sowie geringerer Abschreibungen.

Bei Steel Europe erwarten wir eine signifikante Verbesserung des Bereinigten EBITs, jedoch weiterhin im niedrigen 3-stelligen Millionen-€-Bereich negativ (Vorjahr: pro forma -820 Mio €), resultierend aus strukturellen Verbesserungen infolge der Umsetzung der Strategie 20-30, die interne strukturelle Nachteile aber auch in der Stahlindustrie allgemein adressiert, geringerer Abschreibungen sowie einer deutlichen Mengenerholung, ausgehend von einem niedrigen Niveau. Eine Rückkehr der Mengen zum Vorkrisenniveau sollte sich jedoch erst in den Folgejahren wieder einstellen.

Bei Marine Systems erwarten wir, bei einem deutlichen Umsatzanstieg, ein höheres Bereinigtes EBIT (Vorjahr, Umsatz: 1,8 Mrd €, pro forma Bereinigtes EBIT: 20 Mio €). Dabei unterstützen auch höhere Ergebnisbeiträge der neuen Projekte und Verbesserung in der Projektabwicklung.

Für die unter Multi Tracks zusammengefassten Geschäfte erwarten wir insgesamt eine stabile Umsatzentwicklung (Vorjahr: pro forma 5,5 Mrd €) sowie eine signifikante Verbesserung des Bereinigten EBIT auf einen Verlust im niedrigen bis mittleren 3-stelligen Millionen-€-Bereich (Vorjahr: pro forma Bereinigtes EBIT -593 Mio €).

Wesentlicher Treiber der erwarteten Ergebnisverbesserung ist dabei Plant Technology mit einer Entwicklung des Bereinigten EBIT in Richtung eines ausgeglichenen Wertes. Neben einer verbesserten Projektabwicklung und höhermargigen Projekten in Abrechnung unterstützt das Wachstum im margenstarken Service-Geschäft sowie anhaltenden Kostenmaßnahmen auch in der Verwaltung (Vorjahr: pro forma -250 Mio €).

Für Corporate Headquarters werden wir den Umbau hin zu einer schlanken Holding-Struktur weiter vorantreiben und rechnen im Geschäftsjahr mit geringeren Kosten (Vorjahr: pro forma Bereinigtes EBIT -221 Mio €).

Im Zuge der Umsetzung der strukturellen Verbesserung erwarten wir aus den erforderlichen Restrukturierungen Aufwendungen (Sondereffekte) in Höhe eines mittleren 3-stelligen Millionen-€-Betrags.

Trotz der deutlichen operativen Verbesserungen sowie dem Entfall der Wertberichtungen auf langfristige Vermögenswerte aus dem Vorjahr erwarten wir einen signifikanten Jahresfehlbetrag von über -1 Mrd € (Vorjahr: -5,5 Mrd €).

Die Investitionen werden sich voraussichtlich über Vorjahresniveau bewegen (Vorjahr: 1.440 Mio €). Höhere Investitionen bei Steel Europe im Zusammenhang mit der Stahlstrategie 20-30 bei in Summe weitgehend stabilen Investitionen in den übrigen Geschäften. Die Freigabe der Investition wird dabei, insbesondere infolge des unsicheren Umfeldes, restriktiv erfolgen.

Den Free Cash Flow vor M & A erwarten wir infolge operativer Verbesserungen in allen Segmenten, dem Entfall der Belastung aus der Normalisierung des Nettoumlaufvermögens, dem Entfall des Bußgeldes im Kartellverfahren bei Steel Europe, anhaltenden Auszahlungen für Restrukturierungen im niedrigen bis mittleren 3-stelligen Millionen-€-Bereich sowie in Abhängigkeit von Zuflüssen des Auftragseingangs und Zahlungsprofils von Projekten bei Marine Systems und im Anlagenbau (Multi Tracks) signifikant besser, jedoch weiterhin negativ im Bereich um die -1,5 Mrd € (Vorjahr: -5,5 Mrd €). Dabei werden Multi Tracks mit einem Betrag in niedrigen bis mittleren 3-stelligen Millionen-€-Bereich und Steel Europe mit einem negativen Betrag im niedrigen 3-stelligen Millionen-€-Bereich belasten.

Der tkVA, der im Vorjahr maßgeblich von der Aufzugtransaktion profitierte, wird infolge der vorstehend beschriebenen Effekte unter Vorjahr erwartet (Vorjahr, Gruppe: 9,1 Mrd €).

Die Entwicklung unserer Kernsteuerungsgrößen werden wir - auch unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Vertretbarkeit - bei der Erarbeitung unseres Dividendenvorschlags an die Hauptversammlung einbeziehen.

Chancen- und Risikobericht

Chancen

Unter Chancen verstehen wir bei thyssenkrupp eine mögliche positive Abweichung von der Prognose oder einem Ziel aufgrund künftiger Ereignisse oder Entwicklungen. Das Chancenmanagement umfasst alle Maßnahmen eines systematischen und transparenten Umgangs mit Chancen. Durch die Verknüpfung mit den Strategie-, Planungs- und Berichtsprozessen ist das Chancenmanagement ein wichtiger Bestandteil der strategischen und wertorientierten Unternehmensführung.

Gesamtaussage des Vorstands: thyssenkrupp mit Chancen aus strategischer Neuausrichtung

Für thyssenkrupp eröffnen sich Chancen aus der strategischen Neuausrichtung der Gruppe. Deren Ziel ist, die Leistungsfähigkeit von thyssenkrupp entscheidend zu verbessern und die Rahmenbedingungen zu schaffen, die notwendig sind, damit sich die Geschäfte bestmöglich entwickeln und führende Marktpositionen einnehmen können.

Chancenmanagement-Prozess

Im jährlichen Planungsprozess beschreiben die Segmente auch Bandbreiten für ihre Ergebnis- und Liquiditätsziele (Bereinigtes EBIT, Free Cashflow vor M & A), bezogen jeweils auf das folgende Geschäftsjahr. In diesen Werten sind die Chancen und Risiken ihrer Geschäfte berücksichtigt. Chancen und Risiken sind somit Gegenstand der Planungsgespräche mit dem Vorstand. Bei der Abschätzung der Chancen und Risiken spielen unter anderem strategische Faktoren eine Rolle, beispielsweise Markt- und Techniktrends, deren Relevanz teilweise auch noch weit über den jeweiligen Prognosezeitraum hinausreicht. In der unterjährigen, monatlichen Berichterstattung stellen die Segmente die Hochrechnung für das Ergebnis und für die Liquidität sowie die Chancen und Risiken im laufenden Geschäftsjahr jeweils aktualisiert dar. Wie diese Elemente in die Standardberichte eingebettet sind, können Sie der Grafik "Chancen- und Risikoreporting bei thyssenkrupp" im Abschnitt "Risiken" entnehmen.

In das Management unserer Chancen sind die Entscheidungsträger der Gruppe eingebunden - vom Vorstand der thyssenkrupp AG über die Vorstände der Segmente und Geschäftsführungen der Unternehmen bis hin zu den Verantwortlichen und den Projektleitern mit Marktverantwortung vor Ort. Die Rollen und Verantwortlichkeiten sind klar definiert und voneinander abgegrenzt. Diese strukturierte Einbindung einer Vielzahl von Experten in die Entscheidungsfindung in der Gruppe gewährleistet, dass Chancen zuverlässig erkannt und systematisch genutzt werden.

Chancen der Gruppe

Chancen ergeben sich durch die Transformation zu einer leistungsstarken "Group of Companies".

Chancen ergeben sich für die Gruppe, wenn wir unsere Transformation hin zu einer leistungsstarken "Group of Companies" konsequent umsetzen und die gewünschten Verbesserungen bei der Performance unserer Geschäfte erreichen.

Als international aufgestellte Unternehmensgruppe mit weitgehend selbständigen Industrie- und Technologiegeschäften möchten wir mit unserem umfassenden Technologie-Know-how hochwertige Produkte sowie intelligente industrielle Verfahren und Dienstleistungen entwickeln. Unter einer starken Dachmarke sehen wir Chancen, mit unseren Produkten und Services einen wichtigen Beitrag für eine bessere und nachhaltige Zukunft leisten. Unser Markenversprechen bringen wir in unserem Claim "enginering.tomorrow.together." auf den Punkt. Näheres erfahren Sie im Kapitel "Profil und Organisation."

Unser Ziel ist es, den Geschäften den Spielraum zu geben, sich bestmöglich auf ihre Kunden und ihre Märkte zu konzentrieren und damit erfolgreich am Markt agieren zu können. Wir wollen ein unternehmerisches Klima stärken, das Entscheidungen beschleunigt, Effizienzen steigert und den Kunden in den Mittelpunkt stellt. Das bedeutet mehr unternehmerische Freiheit in den Geschäften, aber auch mehr Eigenverantwortung, und ermöglicht Chancen, das zukünftige Wertsteigerungspotenzial unserer Geschäfte besser zu heben.

Die konsequente Umsetzung einer Performance-Kultur und die entsprechende Fokussierung auf wertschaffende Investitionen bringt Chancen mit sich, unsere Wettbewerbsfähigkeit kontinuierlich zu verbessern. Dies wird unterstützt durch unsere Restrukturierungen in verschiedenen Geschäften sowie Portfoliomaßnahmen, wobei wir uns bei thyssenkrupp auf Geschäfte in attraktiven Märkten und mit guten Zukunftsaussichten konzentrieren.

Chancen können sich aus strategischen Portfolioentscheidungen ergeben. Aufgrund der spezifischen Markt- und Branchensituation bei Steel Europe sowie bei Marine Systems wird thyssenkrupp daher neben Maßnahmen zur Steigerung der Performance für eine Stand-alone-Entwicklung im Unternehmen parallel auch mögliche Partnerschaften und Konsolidierungsoptionen verfolgen. Im neuen Segment Multi Tracks werden Geschäfte, für die sich das Unternehmen aus unterschiedlichen Gründen künftig nicht allein als der beste Eigentümer sieht, separat geführt. Über weitere Einzelheiten unserer Unternehmensstrategie und die damit verbundenen Chancen informieren wir Sie ausführlich im Kapitel "Strategie".

Wir sind der Überzeugung, dass thyssenkrupp für effiziente Prozesse und Produktionsverfahren, mit hoher Produktqualität steht und dass viele unserer Anlagen zudem weltweit Standards im Hinblick auf Ressourceneffizienz und Umweltschutz setzen. In diesem Zusammenhang sehen wir Chancen insbesondere durch die Umsetzung unserer Wasserstoffstrategie. Durch die fortschreitende Digitalisierung werden bislang getrennte Wertschöpfungsketten immer stärker miteinander verzahnt und neue Produkte, Dienstleistungen sowie Geschäftsmodelle entstehen. Über aktuelle Initiativen und Entwicklungsschwerpunkte in den einzelnen Geschäften und deren Chancen berichten wir im Kapitel "Technologie und Innovationen".

Bei unseren Entwicklungsprojekten berücksichtigen wir immer auch die finanziellen Handlungsmöglichkeiten der Gruppe. Ungünstige konjunkturelle Rahmenbedingungen könnten dazu führen, dass wir bestehende Chancen nur mit Verzögerung oder nicht in vollem Umfang nutzen können. Ausführliche Informationen hierzu und zu anderen Risiken finden Sie im Abschnitt "Risiken".

Operative Chancen der Geschäfte

Allen Geschäften bieten sich operative Chancen in ihren spezifischen Märkten.

Materials Services - Bei Materials Services stehen - wie der Name schon sagt - Dienstleistungen im Zentrum des Geschäftsmodells; auch unser strategischer Ansatz "Materials as a Service" unterstreicht den Charakter unseres zentralen Produkts in diesem Segment. Da Produzenten und Verarbeiter sich in einem zunehmend unsicheren Marktumfeld immer mehr auf ihre Kernkompetenzen fokussieren und gleichzeitig der Digitalisierungsgrad im Markt stetig steigt, werden die Lösungen, die Materials Services sowohl im Bereich Anarbeitung als auch beim Supply Chain Management anbieten kann, ebenfalls immer komplexer. Dadurch profitiert Materials Services gleich doppelt, denn sowohl die Profitabilität als auch das Marktwachstum solcher Dienstleistungen ist im Durchschnitt höher als im klassischen Distributionsgeschäft.

Chancen ergeben sich für das Segment zum einen durch sein spezifisches Markt- und Branchenwissen. Zum anderen kann das Segment dank seines weltweiten Netzwerks innerhalb der Gruppe Prozesse und Systeme im Werkstoffhandel weiter standardisieren und so sein Geschäft systematisch ausbauen. Weitreichende Chancen ergeben sich zudem durch die konsequente Kundenorientierung von Materials Services.

Insbesondere im Supply Chain Management eröffnen sich für Materials Services aufgrund der wachsenden Kundenanforderungen große Chancen - etwa wenn Materials Services die Steuerung mehrerer Zulieferer übernimmt und dadurch sicherstellt, dass die richtigen Mengen in der richtigen Qualität zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind.

Für Materials Services eröffnen sich durch die kontinuierliche Entwicklung und Umsetzung passgenauer digitaler Lösungen viele Chancen, für seine Kunden ein noch besserer und effizienterer Partner zu sein. Ein Beispiel dafür ist die konsequente Weiterentwicklung der Omnichannel-Architektur: Über individuelle Kundenportale, Schnittstellen für den elektronischen Datenaustausch, Onlineshops und Bestell-Apps haben Kunden weltweit Zugriff auf die Produkte und Dienstleistungen des Segments, und zwar jeden Tag rund um die Uhr. Materials Services treibt seine digitale Transformation kontinuierlich und entlang der gesamten Wertschöpfungskette voran: Durch den Einsatz künstlicher Intelligenz sollen die Prozesse auf allen Stufen der Supply Chain flexibler gestaltet werden, um so beispielsweise spezifische Kundenanforderungen an die Liefergeschwindigkeit, die Preisgestaltung oder die Materialqualität besser zu berücksichtigen. Zudem möchte Materials Services mit der Einführung hochmoderner Digitallösungen die Durchlaufzeiten von Aufträgen verkürzen, die Lagerlogistik optimieren und den Weg für neuartige Supply-Chain-Services ebnen.

Als eine Antwort auf die Herausforderungen durch die Corona-Pandemie sind bei Material Services vernetztes digitales Arbeiten sowie interaktive Prozesse in allen Geschäftsbereichen - von der Logistik über die Lagerhaltung, die Anlagenauslastung und den Einkauf bis hin zur Verwaltung - weiter intensiviert worden. Dadurch ergeben sich auch Chancen für die Projektabwicklung, unter anderem durch die vermehrte Nutzung agiler Methoden. Darüber hinaus arbeitet Materials Services an digitalen Lösungen, aus denen sich neue Geschäftsmodelle ergeben. Ein Beispiel ist das Recycling von Stahl, wo wir ein Joint Venture mit einem externen Partner gegründet haben.

Materials Services hat im Rahmen seiner Effizienzprogramme Chancen identifiziert und umfassende Maßnahmen definiert, um die Kosten- und Ergebnissituation des Segments weiter zu verbessern. Wichtige Elemente sind die weitere strukturelle Optimierung des Werkstoff-Lager- und Dienstleistungsgeschäfts in Deutschland, die Bündelung von Einkaufsaktivitäten sowie der Aufbau einer durchgängigen Projektmanagementorganisation im gesamten Segment, die dazu dienen soll, Verbesserungspotenziale strukturiert und nachhaltig umzusetzen. Wenn wir diese Optimierungen schneller als erwartet umsetzen können, bestehen auch Chancen, unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat zu übertreffen.

Industrial Components - Das Geschäft mit Großwälzlagern (Bearings) bietet insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung des Windenergiemarktes (onshore und offshore) positive Wachstumsperspektiven. Der Trend hin zu größeren Anlagen verstärkt die Nachfrage nach leistungsfähigen Komponenten, die wir mit unserem weltweiten Produktionsnetzwerk bedienen. Kurzfristig kann das Auslaufen staatlicher Anreizprogramme in China, die im Geschäftsjahr 2019 / 2020 aufgrund von Vorzieheffekten zu einer Sonderkonjunktur geführt hatten, eine rückläufige Nachfrage nach Windenergiekomponenten im chinesischen Markt bedingen. Mittel- und langfristig bleibt der Wachstumstrend jedoch bestehen, nicht zuletzt aufgrund der stetig steigenden Wettbewerbsfähigkeit der erneuerbaren Energien. Für die sonstigen Anwendungsbereiche unserer Großwälzlager gehen wir von einem sehr moderaten Wachstum aus. Chancen bestehen darin, dass sich die Konjunktur in diesen Anwendungsbereichen schneller erholt als angenommen.

Die zukünftige Geschäftsentwicklung des weltweiten Schmiedegeschäfts (Forged Technologies) hängt wesentlich von der Entwicklung des weltweiten Lkw-Marktes (insbesondere Class-8-Trucks) und des Baumaschinensektors ab. Sollte sich das Umfeld in den genannten Branchen stärker erholen als erwartet, bestehen Chancen, die Prognosen moderat zu übertreffen.

Automotive Technology - Im Rahmen der strategischen Weiterentwicklung werden mit Beginn des neuen Geschäftsjahres 2020 / 2021 die Business Units Springs & Stabilizers sowie die Bereiche Battery Solutions und Powertrain Solutions aus der Business Unit System Engineering in den neu geschaffenen Bereich Multi Tracks überführt.

Die zukünftige Geschäftsentwicklung bei Automotive Technology hängt wesentlich von der Entwicklung der weltweiten Konjunktur und der individuellen Mobilität ab. Die mittelfristigen Prognosen zeigen hier, unabhängig von den aktuellen Auswirkungen der Corona-Pandemie, einen steigenden Bedarf. Im Zuge der gegenwärtigen Transformation der Automobilbranche werden Größe und Technologieführerschaft zunehmend zu einem wesentlichen Erfolgsfaktor im Wettbewerb.

Neben weiteren Maßnahmen zur Steigerung der Performance und Wettbewerbsfähigkeit wird Automotive Technology dem Branchentrend folgend auch strategische Optionen zur Weiterentwicklung des Zuliefergeschäfts durch Allianzen und Entwicklungsgemeinschaften prüfen, bewerten und selbstständig weiterverfolgen.

Automotive Technology ist nach unserer Überzeugung in der Lage, die künftigen Kundenanforderungen zu erfüllen. Grundlage dafür sind weitere Investitionen, eine verstärkte Standardisierung im Bereich Forschung und Entwicklung, neue Produkte und eine stärkere Vernetzung der Produktionsstandorte.

Als Entwicklungspartner für Komponenten, Module und Systeme sind wir weltweit vertreten. Den globalen Trend einer möglichst effizienten und umweltfreundlichen Art der Mobilität, die auch die anspruchsvollen politischen Vorgaben zur Reduzierung von Fahrzeugemissionen einhält, möchten wir mit unseren Produkten nachhaltig begleiten. In den dabei relevanten Bereichen wie Leichtbau oder Optimierung und Weiterentwicklung der unterschiedlichen Antriebstechnologien möchten wir unseren Kunden Lösungen auf dem neuesten Stand der Technik bieten und arbeiten daran, unsere Position stetig auszubauen. Mit der Weiterentwicklung unserer Chassis-Systeme schaffen wir die Voraussetzungen für neue Ansätze und Lösungen bei innovativen Fahrwerkskonzepten. Damit wollen wir den Weg hin zu stärker automatisiertem beziehungsweise autonomem Fahren aktiv mitgestalten. Wachstumsmöglichkeiten sehen wir hier in allen Fahrzeugklassen.

Sollte sich das relevante Markt- und Branchenumfeld - insbesondere die Automobilmärkte - besser entwickeln als erwartet, besteht die Chance, dass wir unsere Prognosewerte für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertreffen. Dies gilt insbesondere, falls sich das Marktumfeld nach den Einbrüchen infolge der Corona-Pandemie schneller erholt als erwartet.

Weitere Chancen ergeben sich, falls wir mit den Effizienzsteigerungsprogrammen, die wir konsequent verfolgen, noch höhere Einsparungen erzielen als erwartet.

Steel Europe - Das Segment Steel Europe ist auf den Markt des hochwertigen Qualitätsflachstahls in Europa fokussiert; dessen Entwicklung hängt wesentlich vom Verlauf der europäischen Konjunktur ab.

Vor dem Hintergrund wachsender Anforderungen unserer Kunden, neuer Marktentwicklungen und struktureller Probleme im Markt haben wir bereits im vorigen Jahr mit der Ausarbeitung der Strategie 20-30 begonnen. Im Projektzeitraum bis 2030 wollen wir das durchschnittliche Jahres-EBIT um über 600 Mio € steigern. Schwerpunkte der Strategie - die sich seit Mitte Juli 2020 in der Umsetzung befindet - sind eine konsequente Ausrichtung auf attraktive Zukunftsmärkte und profitable Stahlgüten, eine verbesserte Produktionsperformance und Produktqualität sowie eine klimaneutrale Stahlproduktion. Die forcierte digitale Transformation des Unternehmens bietet Chancen, interne Prozesse weiter zu verbessern und neue digitale Geschäftsmodelle entlang der Wertschöpfungskette zu realisieren. Zusätzlich werden mit der Strategie 20-30 weitere kurz- bis mittelfristige Performancemaßnahmen konsequent vorangetrieben, um die Ertragskraft des Unternehmens zu stärken. Wenn wir diese Maßnahmen schneller als erwartet umsetzen können, bestehen auch Chancen, unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat zu übertreffen.

In Vorbereitung auf die Umsetzung der Strategie 20-30 ist zum 1. Mai 2020 eine neue Organisation eingeführt worden. Im Verlauf des Projekts sollen durch umfangreiche, zum Teil bereits angestoßene Neu- und Erhaltungsinvestitionen gezielt Marktpotenziale erschlossen und gleichzeitig die Umsetzung kostensenkender struktureller Maßnahmen ermöglicht werden. Den Auftakt bildet der Bau eines zusätzlichen Hubbalkenofens im Warmbandwerk 2 in Duisburg, mit dem eine nochmals verbesserte Oberflächenqualität bei Premiumblechen, zum Beispiel für die Außenhaut von Autos, erreicht werden soll. Die Fertigstellung der Anlage ist für 2022 geplant. Weitere Chancen eröffnen sich in der Elektromobilität. Hier wird voraussichtlich der Bedarf an hochwertigem Elektroband steigen, dessen Erlösstruktur attraktiv ist. Insgesamt werden Investitionen in diesem Geschäftsfeld unsere Markt- und Wettbewerbsposition hinsichtlich Technologie und Qualität deutlich stärken.

Wenngleich die Corona-Pandemie unser aktuelles Tagesgeschäft massiv belastet, bleibt die Strategie 20-30 die richtige Antwort auf die aktuellen Rahmenbedingungen. Insbesondere die Transformation hin zur Klimaneutralität bietet große Chancen. Wir wollen im Jahr 2022 die ersten nennenswerten Tonnagen an Stahl, die CO2-frei produziert wurden, dem Markt anbieten können. Dies soll durch das Einblasen von Wasserstoff an einem Hochofen realisiert werden. Durch weitere technische Maßnahmen und Investitionen sollen diese Mengen in Zukunft deutlich ausgeweitet werden. Der zukünftig zunehmende Bedarf an Wasserstoff kann durch verschiedene Projekte und Initiativen gedeckt werden. Dazu findet ein unternehmensübergreifender Austausch mit unterschiedlichen Akteuren statt.

Marine Systems - Die nationalen und internationalen Märkte für unser Marinegeschäft - das insbesondere konventionelle U-Boote und Fregatten/Korvetten umfasst - bieten trotz des weltweit unsicheren wirtschaftlichen Umfelds weiterhin gute Perspektiven. Vor allem im Überwasserschiffbau konnte Marine System seine Marktposition durch gewonnene Großaufträge in den Geschäftsjahren 2018 / 2019 und 2019 / 2020 stärken. Insbesondere aus dem Fregatten-Auftrag für die brasilianische Marine ergeben sich gute Chancen für Marine Systems, Folgeaufträge von Kunden in Südamerika zu erhalten und unsere Marktposition dort weiter auszubauen, sowohl im Neubau als auch im Servicegeschäft.

Wir erwarten, dass sich zusätzliche Chancen aufgrund der angelaufenen Umsetzung des Standortkonzepts in Kiel mit flexibler Fertigungsinfrastruktur ergeben, aber auch durch die weit fortgeschrittene Harmonisierung der Geschäftsprozesse unserer Werftstandorte durch Einbeziehung der Kompetenz der Marine-Elektronik. Wenn wir diese Optimierungen schneller als erwartet umsetzen können, bestehen auch Chancen, unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat zu übertreffen.

Multi Tracks - Um die Wettbewerbsfähigkeit im Großanlagenbau weiter zu stärken und die Wachstumschancen auf unseren Märkten zu nutzen, möchten wir sowohl unsere Produkte als auch die Methoden in der Auftragsabwicklung kontinuierlich standardisieren und optimieren. Unsere Position als führender Partner für Planung, Bau und Service rund um industrielle Anlagen und Systeme wollen wir durch den weiteren Ausbau innovativer und umweltfreundlicher Technologien sichern.

Im Chemieanlagenbau bestehen Chancen mittelfristig dort, wo wir in neue Märkte eintreten (z.B. Wasserelektrolyse). Weitere Chancen ergeben sich durch den kontinuierlichen Ausbau des margenstarken Servicegeschäfts. Die zunehmende Nachfrage nach Lösungen für die Digitalisierung und den Betrieb von Industrieanlagen möchten wir nutzen und mit entsprechenden Serviceangeboten weitere Geschäftsfelder erschließen.

Zudem haben wir Initiativen zur Steigerung der Profitabilität gestartet. Die Maßnahmen umfassen unter anderem die Reduzierung der Verwaltungs- und Materialkosten sowie eine Verbesserung der Projektabwicklung.

Die Geschäftsentwicklung von AST als europäischem Produzent von hochwertigem Edelstahl-Flachstahl wird zu einem großen Teil von der Konjunktur und der Handelspolitik der Europäischen Union beeinflusst. In diesem herausfordernden Marktumfeld forcieren wir zunehmend die Marktdurchdringung im Endkundengeschäft. Insgesamt aber sehen wir die besten Chancen für AST - wie für die anderen unter Multi Tracks zusammengefassten Geschäfte auch - außerhalb von thyssenkrupp. Derzeit werden daher alle Optionen im Zusammenhang mit Partnerschaften oder einem Verkauf der einzelnen Geschäfte geprüft.

Die Chance, dass das Segment Multi Tracks die Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertrifft, besteht. Voraussetzung ist, dass sich das relevante Markt- und Branchenumfeld in den verschiedenen Geschäften, die Ergebnisse unserer Performance-Programme, die Investitionsneigung unserer Kunden oder die Auftragsabwicklung besser als erwartet entwickeln.

Risiken

Unter Risiken verstehen wir bei thyssenkrupp eine mögliche negative Prognose- beziehungsweise Zielabweichung aufgrund künftiger Ereignisse oder Entwicklungen. Risikomanagement umfasst alle Maßnahmen eines systematischen und transparenten Umgangs mit Risiken. Durch seine Verknüpfung mit den Planungs- und Berichtsprozessen im Controlling ist es ein wichtiger Bestandteil der wertorientierten Unternehmensführung und geht weit über die gesetzlich geforderte Risikofrüherkennung hinaus. Ein effizientes, vorausschauendes Risikomanagement dient somit auch den Interessen unserer Kapitalgeber und anderer Stakeholder.

Keine bestandsgefährdenden Risiken bei thyssenkrupp

Gesamtaussage des Vorstands: Keine bestandsgefährdenden Risiken bei thyssenkrupp

Unser transparentes und systematisches Risikomanagement hat mit seinen strukturierten Prozessen für eine effiziente Steuerung der Gesamtrisiken in der Gruppe gesorgt. Aus heutiger Sicht und mit Vollzug der Elevator-Transaktion am 31. Juli 2020 sowie dem damit verbundenen signifikanten Liquiditätszufluss liegen weiterhin keine Risiken vor, die den Bestand des Unternehmens gefährden.

Risikostrategie und Risikopolitik

Unsere Risikostrategie ist darauf ausgerichtet, den Bestand des Unternehmens langfristig zu sichern und den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Denn Erfolg als Unternehmen zu haben setzt voraus, dass wir nicht nur die Chancen wahrnehmen, sondern auch die damit verbundenen Risiken erkennen und bewerten und dass alle Mitarbeiter diese Risiken bestmöglich steuern. Bestandsgefährdende Risiken sind grundsätzlich zu vermeiden.

Grundlagen für die Unternehmensführung und Risikosteuerung in GRC-Policy festgelegt

In unserer "Governance, Risk and Compliance Policy" (GRC-Policy) haben wir die Grundlagen für die Unternehmensführung und Risikosteuerung definiert. Außerdem haben wir in der GRC-Policy die allgemeingültigen und übergreifenden risikopolitischen Grundsätze der Gruppe als Rahmenbedingungen für die Erfüllung der Anforderungen an ein ordnungsgemäßes, gruppenweit einheitliches, aktives Risikomanagement beschrieben. Die Grundsätze orientieren sich am Leitbild von thyssenkrupp und an den strategischen Zielen der einzelnen Geschäftsmodelle; sie dienen als Leitlinien für einen sachgerechten und verantwortungsvollen Umgang mit Risiken. Weitere Ziele des Risikomanagements bei thyssenkrupp sind, das Risikobewusstsein auf allen Unternehmensebenen zu erhöhen und eine wertorientierte Risikokultur zu etablieren. Deshalb werden Risiken und Chancen in der Gruppe transparent aufbereitet und systematisch in unternehmerische Entscheidungen einbezogen.

Risikomanagement-Prozess

Wir entwickeln das Risikomanagementsystem von thyssenkrupp kontinuierlich weiter, richten es am international anerkannten COSO-Modell aus und verzahnen es mit unserem internen Kontrollsystem. In der GRC-Policy haben wir die Methodik unseres Risikomanagementsystems in das Modell der drei Abwehrlinien eingebettet und die einzelnen Verantwortlichkeiten der verschiedenen Abwehrlinien klar abgegrenzt. Details zu dem Modell können Sie der Erklärung zur Unternehmensführung entnehmen. Alle weiteren Vorgaben für den Risikomanagement-Prozess haben wir in der Group Regulation "Risikomanagement" einheitlich und verbindlich definiert.

Das Risikomanagement umfasst gruppenweit einheitliche Teilprozesse und folgt standardisierten Prozessvorgaben.

Die verschiedenen Risikomanagement-Instrumente sind effizient so ausgestaltet, dass die Teilprozesse in einen kontinuierlichen Risikomanagement-Kreislauf integriert und alle Risikoverantwortlichen angemessen in den Prozess eingebunden sind. Unsere Methoden und Werkzeuge für die Identifizierung, Bewertung und Steuerung von Risiken sowie die Risikoberichterstattung haben wir in der ganzen Gruppe implementiert; wir entwickeln sie bei neuen Anforderungen fortlaufend weiter.

Die organisatorische Verankerung des Risikomanagements im Controlling ermöglicht eine in die Planungs- und Berichtsprozesse integrierte, ganzheitliche Ausgestaltung des Risikomanagementsystems. Das Hauptaugenmerk beim Einsatz unserer Risikomanagement-Instrumente liegt darauf, mögliche Abweichungen bei den Kernsteuerungsgrößen Bereinigtes EBIT und Free Cashflow vor M & A einzuschätzen. Die folgende Grafik skizziert unsere Ansätze:

CHANCEN- UND RISIKOREPORTING BEI THYSSENKRUPP

Die nicht in der monatlich aktualisierten Hochrechnung beziehungsweise im Budget berücksichtigten Chancen und Risiken sind Teil der Standardberichterstattung der Segmente. Die regelmäßige Diskussion über Chancen und Risiken trägt wesentlich zur integrierten unterjährigen Geschäftssteuerung und zur Unternehmensplanung bei, indem Bandbreiten bei den Kernsteuerungsgrößen Bereinigtes EBIT und Free Cashflow vor M & A bezogen auf das aktuelle und das folgende Geschäftsjahr aufgezeigt werden.

Im Planungsprozess und bei besonderen Anlässen betrachten wir darüber hinaus gesamtwirtschaftliche Klumpenrisiken unter Berücksichtigung zentral vorgegebener Wirkungszusammenhänge und Risikoprämissen. Diese gruppenweiten Risikoszenarien befassen sich vor allem mit Wachstumseinbrüchen in wesentlichen Volkswirtschaften sowie mit anderen exogenen Schocks und deren Auswirkungen auf thyssenkrupp.

Um relevante Ereignisrisiken im jeweiligen Verantwortungsbereich strukturiert zu erfassen, nutzen alle konsolidierten Einheiten weltweit eine einheitliche IT-Risikomanagement-Anwendung, um die Risikoinventur durchzuführen. Der Betrachtungszeitraum der Risikoinventur geht über den der Prognose hinaus und umfasst den gesamten dreijährigen operativen Planungszeitraum; dadurch ist eine mehrjährige Transparenz der dezentralen Risikoeinschätzungen gegeben. Mit der regelmäßigen Erhebung und Aktualisierung der Risiken vor Ort stellen wir darüber hinaus sicher, dass das Risikobewusstsein in der Gruppe flächendeckend auf einem hohen Niveau bleibt.

Auch Risiken, die in Form von Rückstellungen bereits bilanziell berücksichtigt wurden, sind Bestandteil standardisierter Analysen und der Berichterstattung im gruppenweiten Risikomanagement. Damit stellen wir auch für diese Risiken eine systematische Steuerung sicher.

Risiken, die aus besonderem Anlass auftreten, werden unverzüglich an die Risikomanagement-Verantwortlichen berichtet und zusätzlich über die etablierten Berichtswege dokumentiert.

Durch die standardisierten Risikomanagement-Prozesse stellen wir sicher, dass Vorstand und Aufsichtsrat zeitnah und strukturiert über die jeweils aktuelle Risikosituation der Gruppe informiert werden. Trotz der umfassenden Analyse von Risiken lässt sich deren Eintreten aber nicht systematisch ausschließen.

Rollen und Verantwortlichkeiten

Das Risikomanagement beinhaltet Top-down- und Bottom-up-Elemente.

Wir haben das Risikomanagement bei thyssenkrupp als kombinierten Top-down-/Bottom-up-Prozess organisiert. Die verbindlichen Prozess- und Systemvorgaben werden von der Gruppe zentral formuliert und gelten für alle operativen Einheiten. Die originäre Risikoverantwortung, -erfassung und -steuerung entlang der Wertschöpfungskette liegt dezentral bei den fachlich Verantwortlichen in den operativen Einheiten.

Die materiellen Risiken präsentieren und plausibilisieren wir einmal pro Quartal im interdisziplinär besetzten Risk and Internal Control Committee (RICC) unter Leitung des Finanzvorstands. Das ist zugleich die Vorbereitung für die anschließende Risikoberichterstattung an Vorstand und Prüfungsausschuss. An den Sitzungen des RICC nehmen alle Governance- beziehungsweise Risiko- und Compliance-Verantwortlichen der Gruppe teil. Durch diese Verzahnung von Disziplinen auf Gremienebene leisten wir einen wesentlichen Beitrag dazu, die Corporate-Governance-Prozesse bei thyssenkrupp zu verbessern.

Die mit dem Risikomanagement betrauten Mitarbeiter werden regelmäßig zu den verschiedenen Instrumenten geschult. Wir nutzen unter anderem unsere gruppenweite internetbasierte Risikomanagement-Anwendung, um ihnen die passenden Informationen und entsprechendes Schulungsmaterial zur Verfügung zu stellen.

Die Ergebnisse der Risikoinventur nutzt Internal Auditing als Baustein für die risikoorientierte Prüfungsplanung. Die darauf aufbauenden Revisionsprüfungen tragen dazu bei, das Risikomanagementsystem effizient zu überwachen, und liefern Erkenntnisse, mit denen wir den Umgang mit Risiken in der Gruppe weiter verbessern können.

Risikobewertung

Die Risikobewertung folgt klar definierten Kriterien.

Erkannte Risiken werden nach Vorgaben des Risikomanagements der Gruppe einheitlich bewertet: Auf Basis von Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadenshöhen gemessen an den Kernsteuerungsgrößen Bereinigtes EBIT und Free Cashflow vor M & A im Planungszeitraum leiten wir gemäß der folgenden Grafik Risikoklassen ab. Sollten Ergebnis- und Liquiditätsperspektive bei einzelnen Risiken abweichen, fließt die jeweils höhere Bewertung in die Gesamt-Risikobewertung ein. Die wesentlichen Einzelrisiken bündeln wir in definierten Risikokategorien, auf die wir in den folgenden Abschnitten eingehen und die wir gemäß dieser Systematik in die Bewertungskategorien "hoch", "mittel", "gering" oder "sehr gering" einordnen.

RISIKOKLASSEN BEI THYSSENKRUPP

Risikosteuerung

Für alle Risiken sind Maßnahmen zur Risikosteuerung hinterlegt.

Alle konsolidierten Unternehmen sind verpflichtet, im Zuge der Risikoinventur Maßnahmen zur Steuerung der einzelnen identifizierten und im dreijährigen Planungszeitraum bewerteten Risiken zu formulieren und anschließend deren Umsetzung systematisch nachzuverfolgen.

Die Risikodarstellung bei thyssenkrupp folgt der Nettomethode, das heißt, sie berücksichtigt bereits realisierte wirksame Maßnahmen der Risikosteuerung, die das Bruttorisiko reduzieren.

RISIKOSTEUERUNGSMASSNAHMEN BEI THYSSENKRUPP

Wir verhindern Risiken, indem wir unsere risikopolitischen Grundsätze anwenden und keine Geschäfte tätigen, wenn sie gegen Verhaltensgrundsätze und andere gruppenweit relevante Richtlinien von thyssenkrupp verstoßen.

Wir übertragen Risiken, wenn das finanzielle Risiko durch zentrale Maßnahmen wie den Abschluss von Versicherungen minimiert werden kann. Näheres können Sie dem folgenden Abschnitt zum Risikotransfer entnehmen.

Wir reduzieren Risiken, indem wir geeignete Maßnahmen zielgerichtet umsetzen und beispielsweise auch unser internes Kontrollsystem stetig verbessern. Näheres zu den einzelnen Initiativen können Sie den Abschnitten "Internes Kontrollsystem im Rechnungslegungsprozess" und "Operative Risiken der Geschäfte" in diesem Kapitel entnehmen.

Risikotransfer

Die interne Versicherungsabteilung managt den Risikotransfer.

Der Risikotransfer auf Versicherungen ist zentral bei der thyssenkrupp AG angesiedelt. Umfang und Gestaltung des Versicherungsschutzes leiten sich aus strukturierten Risikobewertungen ab. Mit ihnen werden in den Unternehmen der Gruppe versicherbare Risiken identifiziert, bewertet und durch spezifische Schutzkonzepte verringert oder beseitigt. Ein ausgewogenes Anbieterportfolio stellt eine adäquate Risikoverteilung im Versicherungsmarkt sicher.

Für alle Unternehmen der Gruppe gelten verbindliche Standards, damit die Risikoprävention stets ein angemessen hohes Niveau erreicht. Diese Standards werden von Experten aus allen Teilen der Unternehmensgruppe unter Leitung der thyssenkrupp AG entwickelt und nach Bedarf aktualisiert. Interne und externe Auditoren prüfen regelmäßig ihre Einhaltung.

Internes Kontrollsystem im Rechnungslegungsprozess

Das interne Kontrollsystem reduziert prozessuale Risiken.

Das interne Kontrollsystem als Gesamtheit aller systematisch definierten Kontrollen und Überwachungsaktivitäten hat das Ziel, die Sicherheit und Effizienz der Geschäftsabwicklung, die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung und die Übereinstimmung aller Aktivitäten mit Gesetzen und Richtlinien zu gewährleisten. Ein effektives und effizientes internes Kontrollsystem ist entscheidend, um Risiken in unseren Geschäftsprozessen erfolgreich zu steuern.

Wir entwickeln die Anforderungen an das interne Kontrollsystem kontinuierlich weiter und nutzen dafür eine standardisierte Risiko-Kontroll-Matrix und einen strukturierten Selbstbewertungsprozess.

Im Rechnungslegungsprozess tragen verschiedene Überwachungsmaßnahmen und Kontrollen dazu bei, dass der Gruppenabschluss regelungskonform erstellt wird. Für die Konsolidierung nutzen wir ein Gruppensystem, das auf Standardsoftware basiert. Dadurch ist ein einheitliches Vorgehen gewährleistet; zugleich wird das Risiko von Falschaussagen in der Rechnungslegung und der externen Berichterstattung minimiert. Eine angemessene Funktionstrennung und die Anwendung des Vier-Augen-Prinzips reduzieren das Risiko betrügerischer Handlungen.

thyssenkrupp hat die Teilprozesse der Finanzberichterstattung eindeutig definiert und mit klaren Verantwortlichkeiten belegt. Die Zentralfunktion "Controlling, Accounting & Risk" ist fachlich für die Erstellung des Gruppenabschlusses verantwortlich und formuliert verbindliche inhaltliche und terminliche Vorgaben für die dezentralen Einheiten. Eigene thyssenkrupp Dienstleister unterstützen die dezentralen Einheiten bei der Erstellung lokaler Abschlüsse. Alle in den Rechnungslegungsprozess eingebundenen Mitarbeiter werden regelmäßig geschult.

Im Konsolidierungsprozess führen wir bei unseren relevanten IT-Systemen auf zentraler Ebene regelmäßig Systemsicherungen durch, um Datenverluste und Systemausfälle möglichst zu vermeiden. Zum Sicherungskonzept gehören darüber hinaus systemtechnische Kontrollen, manuelle Stichprobenprüfungen durch erfahrene Mitarbeiter sowie maßgeschneiderte Berechtigungen und Zugangsbeschränkungen.

Internal Auditing prüft regelmäßig die Wirksamkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems und ist somit in den Gesamtprozess eingebunden.

Durch diese aufeinander abgestimmten Prozesse, Systeme und Kontrollen stellen wir hinreichend sicher, dass der Rechnungslegungsprozess im Einklang mit den IFRS, dem HGB sowie anderen rechnungslegungsrelevanten Regelungen und Gesetzen abläuft und zuverlässig ist.

Risikokategorisierung

Die für thyssenkrupp relevanten Risiken haben wir in den folgenden Kategorien gebündelt:

Risiken aus externen Rahmenbedingungen
Finanzwirtschaftliche Risiken
Rechtliche Risiken und Compliance-Risiken
Risiken aus operativer Tätigkeit

In den folgenden Abschnitten gehen wir detailliert auf diese Kategorien ein und geben eine Risikobewertung ab.

Risiken aus externen Rahmenbedingungen

Zu den externen Risiken zählen wir im Wesentlichen Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie regulatorische Risiken.

Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung - Konjunkturelle Risiken für unsere Geschäftsmodelle ergeben sich, wenn positive Impulse aus der Weltwirtschaft und aus den für thyssenkrupp relevanten Märkten ausbleiben und die Wachstumsraten hinter den volkswirtschaftlichen Prognosen zurückbleiben.

Die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie wird die Geschäftsentwicklung erheblich beeinflussen.

Der Ausblick auf das Wachstum der Weltwirtschaft ist weiterhin von extrem hoher Unsicherheit geprägt. Insbesondere der weitere Verlauf der Corona-Pandemie birgt erhebliche Risiken, da das Infektionsgeschehen in für uns wichtigen Regionen dynamisch verläuft und weitere Infektionswellen und deren Verlauf nicht verlässlich abgeschätzt werden können. Mögliche neue Lockdown-Maßnahmen können alle unsere Geschäftsaktivitäten belasten und die Entwicklung unserer Kernsteuerungsgrößen erheblich beeinträchtigen.

Darüber hinaus ergeben sich konjunkturelle Risiken aufgrund geopolitischer Unwägbarkeiten: Es ist ungewiss, ob die handelspolitischen Konflikte noch weiter eskalieren und wie sich die zahlreichen globalen Krisenherde entwickeln werden. Auch eine mittelfristig stärkere Abschwächung der chinesischen Wirtschaft könnte dämpfend wirken. In zahlreichen rohstoffexportierenden Ländern bleibt die Konjunktur fragil und von der Entwicklung der Öl- und Rohstoffpreise abhängig. Exogene Schocks wie weitere Gewalteskalationen in Krisenregionen können einen großen Einfluss auf die Weltkonjunktur haben; ihnen könnte sich auch thyssenkrupp nicht entziehen.

Hinzu kommt in Europa immer noch die Unklarheit über die Modalitäten des Brexits. Diese Unsicherheit könnte sich negativ auf die Investitionsbereitschaft auswirken - vor allem in Großbritannien selbst, aber auch in den übrigen Ländern der EU.

Risiken bestehen auch dadurch, dass die Verschuldung in den vergangenen Jahren sowohl in zahlreichen Industrieländern als auch in vielen Schwellenländern deutlich angestiegen ist. Die zahlreichen staatlichen Hilfsmaßnahmen zur Abschwächung der Pandemie-Folgen könnten diese Entwicklung noch verstärken.

Wenn sich die Konjunktur aufgrund der genannten und gegenüber dem Vorjahr noch verstärkten Risiken schwächer als in der Planung berücksichtigt entwickeln sollte, sind die einzelnen Konjunkturrisiken für thyssenkrupp weiterhin als "hoch" einzuschätzen.

Ein Worst-Case-Szenario berücksichtigt insbesondere konjunkturelle Risiken im Falle einer verschärften Entwicklung der Corona-Pandemie.

Die Konjunkturentwicklung und die entsprechenden länderspezifischen Rahmenbedingungen beobachten wir kontinuierlich anhand umfangreicher Frühwarnindikatoren. Wir simulieren in einem im Planungsprozess integrierten Worst-Case-Szenario die Effekte geringerer Wachstumsraten für unsere Geschäftsmodelle, um bei Bedarf frühzeitig Maßnahmen zur Risikominimierung einleiten zu können.

Unsere ausführliche aktuelle Konjunktureinschätzung können Sie dem Kapitel "Makro- und Branchenumfeld" entnehmen. Weitere Einzelheiten zu spezifischen Marktrisiken in unseren Geschäften finden Sie im Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte".

Aus nationalen oder internationalen Regulierungen können sich Risiken für unsere Geschäftsmodelle ergeben.

Regulatorische Risiken - Aus neuen Gesetzen und anderen veränderten rechtlichen Rahmenbedingungen auf nationaler und internationaler Ebene können sich neben Chancen auch Risiken für unsere Geschäftsaktivitäten ergeben, wenn sie für thyssenkrupp im Vergleich zu unseren Wettbewerbern mit höheren Kosten oder spezifischen sonstigen Nachteilen direkt oder im Hinblick auf unsere Wertschöpfungskette verbunden sind. Insgesamt stufen wir die regulatorischen Risiken für thyssenkrupp als "mittel" ein.

In unseren energieintensiven Geschäften sehen wir bei energie- und klimabezogenen Regularien Risiken für die Ertragslage, wenn wir im internationalen Wettbewerb die zusätzlichen Kosten nicht oder nicht in vollem Umfang an unsere Kunden weitergeben können oder langfristig Produkte oder Technologien nicht mehr nachgefragt werden. thyssenkrupp unterstützt zielführende Klimaschutzbemühungen und eine nachhaltige Energiewende, in der Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit gleichberechtigte Ziele sind. Wir begleiten entsprechende Diskussionsprozesse zu Regulierungsbestrebungen durch enge Arbeitskontakte zu den relevanten nationalen und internationalen Institutionen und kooperieren mit den Wirtschaftsverbänden auf allen Ebenen, um mögliche Risiken zu reduzieren. Konkrete Risiken, die sich in diesem Zusammenhang insbesondere für Steel Europe ergeben, können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte" entnehmen.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Finanzielle Risiken werden durch zentral gesteuerte Maßnahmen begrenzt.

Zu den zentralen Aufgaben der thyssenkrupp AG zählt es, den Finanzbedarf innerhalb der Gruppe zu koordinieren, zu lenken und die finanzielle Unabhängigkeit des Gesamtunternehmens sicherzustellen. Damit verbunden sind die Optimierung der Finanzierung und die Begrenzung der finanzwirtschaftlichen Risiken.

Ausfallrisiken - Um Ausfallrisiken aus der operativen Geschäftstätigkeit und aus dem Einsatz von Finanzinstrumenten zu minimieren, werden solche Transaktionen nur mit Vertragspartnern abgeschlossen, die unsere internen Mindestanforderungen erfüllen. Das Kreditrisikomanagement definiert dabei Mindestvorgaben für die Auswahl von Vertragspartnern. Die ermittelten Bonitätsinformationen unterliegen einer angemessenen, fortlaufenden Überwachung, die das Kreditrisikomanagement in die Lage versetzt, frühzeitig risikominimierend zu handeln. Außenstände und Ausfallrisiken im Liefer- und Leistungsgeschäft werden fortlaufend von den Tochterunternehmen überwacht; teilweise sind sie zusätzlich über Warenkreditversicherungen abgesichert. Besonders intensiv beobachten wir die Bonität von Großkunden. Weitere Details berichten wir im Anhang (Nr. 22).

Liquiditätsrisiken - Um jederzeit die Zahlungsfähigkeit und die finanzielle Flexibilität der Gruppe sicherstellen zu können, halten wir auf Basis einer mehrjährigen Finanzplanung sowie einer monatlich rollierenden Liquiditätsplanung langfristige Kreditlinien und liquide Mittel vor. Im Rahmen des Cash-Poolings werden die Mittel bedarfsgerecht an die Einzelgesellschaften weitergeleitet.

Marktrisiken - Zur Begrenzung von Marktrisiken (Währungs-, Zins- und Warenpreisrisiken) schließen wir derivative Sicherungsinstrumente ab. Hierzu gehören im Wesentlichen Devisentermingeschäfte, Zinsswaps, Zins-/Währungsswaps und Warentermingeschäfte mit Banken und Handelspartnern. Außerdem überwachen wir umfassend den Einsatz derivativer Finanzinstrumente.

Währungsrisiken - Um die Risiken aus der Vielzahl unserer Zahlungsströme in unterschiedlichen Währungen, vor allem in US-Dollar, zu begrenzen, haben wir gruppenweit einheitliche Richtlinien für das Devisenmanagement entwickelt. Grundsätzlich müssen alle Tochterunternehmen Fremdwährungspositionen zum Zeitpunkt ihrer Entstehung sichern. Dazu nutzen sie im Wesentlichen unsere zentrale Sicherungsplattform. Translationsrisiken, also Bewertungsrisiken für Bilanzbestände aus der Umrechnung von Fremdwährungspositionen, werden grundsätzlich nicht abgesichert.

Zinsrisiken - Aufgabe unseres zentralen Zinsmanagements ist, das Zinsänderungsrisiko aus Geldanlagen und -aufnahmen zu steuern und zu optimieren. Für die Steuerung erstellen wir regelmäßig Zinsanalysen, deren Ergebnisse in unser Risikomanagementsystem einfließen.

Die vorgenannten finanzwirtschaftlichen Risiken sind nach Berücksichtigung der gewählten Steuerungsmaßnahmen als "gering" zu bewerten.

Bei Wertberichtigungsbedarf bilden wir entsprechende bilanzielle Vorsorgen.

Bewertungsrisiken - Für den Erfolg unserer strategischen Neuausrichtung ist eine Aufstellung unserer Geschäfte entscheidend, in der sie sich bestmöglich entwickeln können. Entsprechend prüfen wir, was die richtige Portfoliostrategie für die Geschäfte oder Teile davon ist. In diesem Zusammenhang sind Unternehmensverkäufe und -käufe, Partnerschaften sowie Restrukturierungen innerhalb unserer bestehenden Geschäftsaktivitäten denkbar. Portfoliomaßnahmen und Restrukturierungen sind grundsätzlich mit Abwicklungsrisiken verbunden; zudem werden unsere strategischen Geschäftseinheiten regelmäßig auf die Notwendigkeit von Wertberichtigungen hin überprüft. Die in dieser Kategorie identifizierten Risiken, die wir nach den zum 30. September 2020 erfolgten Wertberichtigungen als "mittel" bewerten, überwachen wir kontinuierlich und bilden bei Bedarf bilanzielle Vorsorge.

Risiken aus Pensionsverpflichtungen - Das zur Deckung von Pensionsverbindlichkeiten bestimmte Fondsvermögen ist Kapitalmarktrisiken unterworfen. Um diese Risiken möglichst gering zu halten, werden die einzelnen Anlageformen mit Unterstützung unabhängiger Experten ausgewählt und gewichtet. Teile der Kapitalanlagen werden zudem in ausgewählten Ländern für Zwecke der Risikosteuerung an der Struktur der Versorgungsverpflichtungen ausgerichtet (Liability-Driven Investment).

Weiter sinkende Zinssätze bedeuten im Zusammenhang mit der Bewertung der Pensionsrückstellungen ein bilanzielles Risiko.

Im Zusammenhang mit der Bewertung von Pensionen ist thyssenkrupp dem Risiko fallender Zinssätze ausgesetzt. Noch weiter sinkende Diskontierungssätze für Pensionsverpflichtungen würden dazu führen, dass die Pensionsrückstellungen weiter ansteigen und das Eigenkapital stärker belastet wird.

Zusätzliche Risiken bestehen im Zusammenhang mit der Zahlung lebenslanger Renten aufgrund der steigenden Lebenserwartung der Versorgungsberechtigten sowie der Notwendigkeit, die Rentenhöhe regelmäßig anzupassen. In einigen Ländern könnten zudem die Zahlungen an Pensionsfonds aufgrund verschärfter gesetzlicher Anforderungen künftig beträchtlich steigen beziehungsweise können im Einzelfall zusätzliche Zuführungen zum Pensionsplan erforderlich werden, soweit Pensionspläne vorzeitig abgelöst werden.

Rechtliche Risiken und Compliance-Risiken

Zu den rechtlichen und den Compliance-Risiken zählen wir Prozessrisiken, Compliance-Risiken mit dem Schwerpunkt Kartellverstöße und Korruption sowie Risiken aus Handelsbeschränkungen.

Prozessrisiken - Als Prozessrisiken definieren wir passive anhängige oder bevorstehende Rechtsstreitigkeiten oder passive behördliche oder verwaltungsgerichtliche Verfahren gegen thyssenkrupp. In der thyssenkrupp Gruppe werden Prozessrisiken systematisch vierteljährlich mittels eines Software-Tools erfasst, kategorisiert, ausgewertet und im Rahmen der etablierten Risikomanagement-Prozesse an den Vorstand und den Prüfungsausschuss berichtet. Bei Ansprüchen, die Dritte geltend machen, prüfen wir sorgfältig, ob diese begründet sind. Gerichtliche und außergerichtliche Rechtsstreitigkeiten werden von eigenen Juristen begleitet; bei Bedarf mandatieren wir externe Anwälte.

Intensive Begleitung von gerichtlichen und außergerichtlichen Rechtsstreitigkeiten.

Die Prozessrisiken stufen wir derzeit im Einzelfall und kumuliert als mittlere Risiken ein. Unter den kumulierten Prozessrisiken sind Risiken aus Rechtsstreitigkeiten von mehreren Anspruchstellern/Klägern und aus behördlichen Verfahren gegen thyssenkrupp zusammengefasst, die auf dem gleichen Sachverhalt beruhen und als einheitliches Prozessrisiko klassifiziert werden können. Über weitere Prozessrisiken, für die wir eine Rückstellung gebildet haben oder die als Eventualverbindlichkeit zu klassifizieren sind, berichten wir im Anhang (Nr. 16 und 21).

Ein striktes Compliance-Programm beugt potenziell hohen Schäden bei Kartellverstößen und Korruption vor.

Compliance-Risiken - Mit unserem strikten Compliance-Programm begegnen wir insbesondere den Risiken von Kartellverstößen und Korruption, da diese ein enormes Schadenspotenzial haben, und zwar sowohl in Bezug auf finanzielle Schäden als auch auf Reputationsschäden.

Zu den Compliance-Risiken zählen wir darüber hinaus mögliche Verstöße gegen die 2018 in Kraft getretene EU-Datenschutz-Grundverordnung. Die allgemeinen Compliance-Risiken stufen wir insgesamt als "hoch" ein.

Risiken aus Handelsbeschränkungen - Wegen der weltweiten Ausrichtung seiner Geschäftstätigkeit ist thyssenkrupp Risiken ausgesetzt, die sich aus Handelsbeschränkungen wie Antidumping-/Antisubventionszöllen, Exportbeschränkungen, besonderen Überwachungsmaßnahmen, Embargomaßnahmen, weitreichenden Wirtschaftssanktionen gegen bestimmte Länder, Personen, Unternehmen und Organisationen sowie aus anderen protektionistisch oder politisch motivierten Hemmnissen ergeben können.

Diese Beschränkungen können nicht nur unsere Geschäftsaktivitäten in einzelnen nationalen Märkten beeinträchtigen, sondern bei Verstößen zu teilweise erheblichen Strafen, Sanktionen sowie Reputationsschäden und Schadensersatzansprüchen führen. Wir achten deshalb konsequent darauf, die zoll- und exportkontrollrechtlichen Bestimmungen wie auch die sonstigen Handelsbeschränkungen einzuhalten.

Risiken aus operativer Tätigkeit

Zu den Risiken aus operativer Tätigkeit zählen wir Beschaffungsrisiken, Produktionsrisiken, Absatzrisiken, Auftragsrisiken und auch Risiken der Informationssicherheit sowie Personalrisiken.

Risiken in der Lieferkette werden kontinuierlich beobachtet.

Beschaffungsrisiken - Um unsere hochwertigen Produkte herstellen zu können, beschaffen wir Rohstoffe und andere Vormaterialien. Die Einkaufspreise können dabei je nach Marktsituation erheblich schwanken und unsere Kostenstrukturen belasten. Ebenso können Lieferanten ausfallen oder Transportwege für Rohmaterial eingeschränkt sein, was wiederum unsere Produktion und die Einhaltung unserer vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden gefährden kann. Die in dieser Kategorie identifizierten Einzelrisiken sind gering. Maßnahmen zur Margensicherung und alternative Beschaffungsquellen wirken diesen Risiken entgegen.

Dem Risiko steigender Energiepreise begegnen wir durch eine strukturierte Energiebeschaffung. Wir wirtschaften nachhaltig und arbeiten in allen Geschäften daran, Energie einzusparen und Reststoffe zu verwerten.

Weitere Einzelheiten zu spezifischen Beschaffungsrisiken in unseren Geschäften können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte" entnehmen.

Betriebsunterbrechungen beugen wir durch Instandhaltung sowie Anlageninvestitionen vor und sichern so die Vertragserfüllung gegenüber unseren Kunden.

Produktionsrisiken - In unseren Werken kann es bei einer verschärften Entwicklung der Corona-Pandemie oder anderen ungünstigen Konstellationen und Entwicklungen zu Betriebsunterbrechungen und Sachschäden kommen. Neben den Kosten für die Schadensbeseitigung besteht vor allem das Risiko, dass eine Betriebsunterbrechung zu Produktionsausfällen führt und in der Konsequenz die Erfüllung unserer vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden gefährdet. Wir begegnen diesen Risiken mit regelmäßigen Instandhaltungsmaßnahmen sowie mit Modernisierungen und Investitionen in unsere Maschinen und Produktionsanlagen. Darüber hinaus schließen wir in angemessenem Umfang Versicherungen ab und transferieren so Risiken auf externe Dienstleister. Die verbleibenden finanziellen Risiken aus dieser Risikokategorie schätzen wir als "mittel" ein.

Im Rahmen der Produktion, aber auch der Installation, Wartung und Nutzung unserer Produkte können Unfallrisiken nicht vollständig ausgeschlossen werden. Eine sicherheitsorientierte Unternehmenskultur sowie ein umfassendes Maßnahmenbündel unserer Arbeitssicherheit zu den Themen Arbeits- und Gesundheitsschutz tragen dazu bei, die Unfallrisiken für unsere Mitarbeiter und Subunternehmer zu minimieren.

In unseren produzierenden Werken entsteht teilweise verfahrensbedingt das Risiko, dass Luft und Wasser verunreinigt werden. Darüber hinaus können auf eigenen, heute nicht mehr genutzten Grundstücken Risiken aus Altlasten und Bergschäden durch frühere Geschäftsaktivitäten auftreten. thyssenkrupp investiert kontinuierlich und nachhaltig in Umweltschutz sowie planmäßige Sanierungsarbeiten und steht in engem Dialog mit Behörden, Nachbarschaft und Politik, um Risiken in diesem Zusammenhang zu minimieren. Für den Umgang mit Altlasten bilden wir im bilanziell erforderlichen Ausmaß Rückstellungen.

Weitere Einzelheiten zu spezifischen Produktionsrisiken in unseren Geschäften können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte" entnehmen.

Absatzrisiken - Die im Abschnitt "Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung" beschriebenen konjunkturellen Risiken können unsere geschäftlichen Perspektiven in einzelnen Märkten einschränken und somit zu Absatzrisiken führen. Bei nachhaltigen Entwicklungen nehmen wir marktorientierte Anpassungen oder Kapazitätsverlagerungen vor.

Absatzrisiken aus der Abhängigkeit von einzelnen Märkten und Branchen wirken wir durch eine konsequente Ausrichtung unserer Geschäfte auf die Märkte der Zukunft entgegen. Als Unternehmensgruppe mit hoher technischer Kompetenz ist thyssenkrupp weltweit vertreten, pflegt gute und langjährige Kundenbeziehungen und forciert eine aktive strategische Markt- und Kundenentwicklung. Unsere diversifizierten Produkt- und Kundenstrukturen tragen dazu bei, dass wir weitgehend unabhängig von regionalen Krisen auf unseren Absatzmärkten sind.

Im Qualitätsmanagement haben die Anforderungen unserer Kunden Priorität.

Produkt- und Prozessqualität sowie die Erfüllung entsprechender Qualitätsanforderungen unserer Kunden haben für uns höchste Priorität. Es ist aber nicht auszuschließen, dass wir diese Qualitätsstandards nicht immer einhalten können. Daraus entstehende Risiken schätzen wir als "gering" ein; ihnen begegnen wir mit umfangreichen Maßnahmen im Rahmen von Produktions- und Qualitätssicherungssystemen und bei Bedarf mit bilanzieller Vorsorge.

Weitere Einzelheiten zu spezifischen Absatzrisiken in unseren Geschäften sowie zu unserem professionellen Debitorenmanagement zur Begrenzung von Forderungsausfällen können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte" entnehmen.

Auftragsrisiken - Zu den zentralen Herausforderungen insbesondere im Anlagenbau und im Marinegeschäft gehört die Abwicklung hochkomplexer Großaufträge mit langer Projektlaufzeit. Kosten- und/oder Terminüberschreitungen in einzelnen Bearbeitungsphasen sind dabei nicht auszuschließen. Einzelne identifizierte Auftragsrisiken bewerten wir - unter Berücksichtigung bereits getätigter Risikoreduzierungen - im Berichtsjahr zurzeit zusammengenommen als "mittel". Um diese Risiken zu minimieren, entwickeln wir unsere Steuerungsinstrumente kontinuierlich weiter. Ziel ist, noch besser über den aktuellen Auftragsstand informiert zu sein und bei Bedarf noch schneller projektspezifische Maßnahmen ergreifen zu können.

Erfahrene Projektmanager helfen, Risiken in der Abwicklung von Großaufträgen zu minimieren.

Bei allen Großaufträgen überprüfen wir vor Vertragsabschluss sorgfältig die Bonität unserer Kunden und setzen für die anschließende Auftragsabwicklung erfahrene Projektmanager ein. Durch die transparente Aufbereitung des jeweils aktuellen Auftragsstands stellen wir zudem sicher, dass Zahlungen gemäß dem Auftragsfortschritt getaktet sind und so Zahlungsausfälle minimiert werden.

Cyber-Risiken bleiben eine permanente Herausforderung.

Risiken der Informationssicherheit - Unsere IT-gestützten Geschäftsprozesse sind verschiedenen Risiken der Informationssicherheit ausgesetzt, die wir als "mittel" bewerten. Aus menschlichen Fehlern, organisatorischen oder technischen Verfahren und/oder Sicherheitslücken bei der Informationsverarbeitung können Risiken entstehen, die die Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität von Informationen gefährden. Wir überprüfen daher kontinuierlich unsere Prozesse und Technologien. Die Systeme werden bei Bedarf unmittelbar aktualisiert und Prozesse angepasst. Die IT-gestützte Integration unserer Geschäftsprozesse setzt zwingend voraus, dass die mit ihr verbundenen Risiken für unsere Gesellschaften und Geschäftspartner kontinuierlich minimiert werden. Dies gilt umso mehr, wenn sich mit fortschreitender Digitalisierung komplette Wertschöpfungsketten verändern.

Die Zahl der Angriffe auf die IT-Infrastruktur großer deutscher Unternehmen nimmt weiter zu. In diesem Zusammenhang haben wir Maßnahmen getroffen, um unser Management der Informationssicherheit und die eingesetzten Sicherheitstechnologien weiterzuentwickeln. Ein Schwerpunkt ist dabei der Schutz der Produktion vor unbefugten Zugriffen zwecks Spionage oder Sabotage. Bei der frühzeitigen Erkennung aktueller Risiken wirkt eine Gruppe segmentübergreifend arbeitender EDVSicherheitsfachleute unterstützend; diese wird kontinuierlich ausgebaut. Zusätzlich überprüft das Team "IT-Sicherheit" mit externer Unterstützung regelmäßig die Sicherheit der Infrastruktur durch Schwachstellenanalysen und ergreift notwendige Korrekturmaßnahmen.

Ein sehr wichtiges Thema ist für uns auch die Sensibilisierung unserer Mitarbeiter für den sorgsamen Umgang mit allen geschäftsrelevanten Informationen. In diesem Zusammenhang führen wir interne Kommunikationskampagnen durch und stellen sicher, dass durch eine entsprechende technische Unterstützung die Wahrung der Vertraulichkeit von Informationen gewährleistet ist.

Gemeinsam mit dem Datenschutzbeauftragten der Gruppe stellen unsere Experten sicher, dass personenbezogene Daten ausschließlich gemäß den Regelungen der EU-Datenschutz-Grundverordnung und des neuen Bundesdatenschutzgesetzes verarbeitet werden.

Alle diese Maßnahmen werden uns weiterhin ermöglichen, die Geschäftsinformationen bei thyssenkrupp sowie die Privatsphäre unserer Geschäftspartner und Mitarbeiter zu schützen und angemessen auf mögliche neue Risiken zu reagieren.

Pandemiebedingt kann es zu vorübergehenden Personalengpässen kommen.

Personalrisiken - Um unsere grundlegende strategische Neuausrichtung erfolgreich umzusetzen, benötigen wir in allen Geschäftseinheiten engagierte und hochqualifizierte Mitarbeiter und Führungskräfte. Dabei besteht das Risiko, entsprechende Leistungsträger nicht in ausreichendem Maße zu finden, um offene Stellen zu besetzen, oder in der derzeit herausfordernden Situation der Gruppe kompetente Stelleninhaber zu verlieren. Pandemiebedingt kann es darüber hinaus zu vorübergehenden Personalengpässen kommen, wobei der Schutz der Gesundheit der Mitarbeiter für uns höchste Priorität hat. Die Ausprägung der einzelnen Personalrisiken stufen wir insgesamt als "gering" ein, wobei die konjunkturellen Risiken aus der Corona-Pandemie im Cluster "Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung" berücksichtigt sind.

thyssenkrupp positioniert sich weiterhin als attraktiver Arbeitgeber und fördert eine langfristige Bindung der Mitarbeiter an die Gruppe. Dazu gehören eine konsequente Managemententwicklung, Karriereperspektiven und attraktive Anreizsysteme. Wir beraten unsere Mitarbeiter zielgruppenorientiert, informieren interessierte Jugendliche frühzeitig über die Berufschancen bei thyssenkrupp und begleiten Auszubildende bei ihren ersten Schritten ins Arbeitsleben. Durch die Zusammenarbeit mit Schwerpunktuniversitäten nehmen wir frühzeitig Kontakt mit qualifizierten Studenten auf, um den notwendigen Nachwuchs für uns zu gewinnen.

Operative Risiken der Geschäfte

Materials Services - Das weltweite Werkstoff-, Rohstoff- und Dienstleistungsgeschäft von Materials Services unterliegt - teilweise stärker als andere Geschäftszweige - konjunkturell bedingten Nachfrage- und Preisschwankungen auf der Beschaffungs- wie auch auf der Absatzseite. Dies beeinflusst unsere Ergebnissituation sowie unser Netto-Umlaufvermögen. Gerade mit Blick auf die Corona-Pandemie wird deutlich, dass strategische Partnerschaften mit unseren Lieferanten essenziell wichtig für die Stabilisierung des Beschaffungsprozesses sind - denn die schnellstmögliche Lieferfähigkeit bei möglichst geringem Kapitaleinsatz ist und bleibt ein wesentlicher Erfolgsfaktor unseres Geschäftsmodells. Deshalb arbeiten wir permanent daran, unsere Logistikprozesse und die gesamte Wertschöpfungskette zu optimieren und zu digitalisieren.

Materials Services reduziert konjunkturell bedingte Risiken durch ihre Präsenz auf allen Kontinenten.

Zusätzlich reduzieren wir konjunkturell bedingte Risiken durch unsere Präsenz auf allen Kontinenten, unseren hohen Diversifizierungsgrad und unsere breite Kundenbasis - bezogen zum einen auf die Gesamtzahl unserer Kunden, zum anderen aber auch auf deren Geschäftszweige. Dadurch können wir gerade in der aktuellen Krisensituation Nachfragerückgänge und gegebenenfalls Produktionsstopps bei einzelnen Kunden abfedern, sodass sich eine signifikante Risikostreuung ergibt.

Mit unseren Kostensenkungsmaßnahmen steigern wir die Effizienz und erhöhen die Wirtschaftlichkeit des Segments. Gleichzeitig intensivieren wir unsere Digitalisierungsaktivitäten rund um Werkstoffe und Dienstleistungen.

Dem Risiko von Forderungsausfällen begegnen wir mit unserem systematisch weiterentwickelten Management des Netto-Umlaufvermögens und einem effizienten Forderungsmanagement. Die Bedeutung dieser Instrumente nimmt in der aktuellen Wirtschaftskrise aufgrund der Corona-Pandemie zu.

Industrial Components - Für unser Geschäft mit Großwälzlagern ergeben sich Nachfragerisiken im Bereich Windenergie durch die Abhängigkeit von nationalen Programmen, die Anreize für den Ausbau der erneuerbaren Energien setzen. Außerdem könnten Beeinträchtigungen des globalen Investitionsklimas insbesondere in den Bereichen Infrastruktur und allgemeiner Maschinenbau unsere aktuellen Wachstumsziele in diesen Märkten gefährden. Die hohe Wettbewerbsintensität und die Auktionierung von Projektvergaben können die Preisentwicklung in den relevanten Absatzmärkten belasten. Höhere als vorhergesehene Faktorkostensteigerungen, insbesondere beim Vormaterial, könnten sich negativ auf die Ergebnismargen auswirken. Diesem Preisdruck begegnen wir mit kontinuierlichen Optimierungen und Effizienzsteigerungen. Um die genannten Preisrisiken zu begrenzen, investieren wir außerdem in den Ausbau unserer Technologieführerschaft und optimieren unser weltweites Produktionsnetzwerk.

Sollte sich infolge der Corona-Pandemie eine Erholung der Nachfrage im weltweiten Lkw- und Baumaschinen-Markt nicht einstellen, besteht für Industrial Components das Risiko, die Prognosewerte für sein Schmiedegeschäft nicht zu erreichen. Weitere allgemeine Risiken betreffen die Auswirkungen veränderter Wechselkursrelationen auf Umsatz und Ergebnis, sowohl bezogen auf Translations- als auch auf Transaktionseffekte, insbesondere beim US-Dollar und beim brasilianischen Real. Letztlich stellt die Energiewende in Deutschland hin zu einem regenerativ dominierten Energiesystem die energieintensive Industrie und damit zum Beispiel auch unseren Schmiedestandort in Deutschland vor große Herausforderungen.

Automotive Technology - Die Entwicklung von Automotive Technology ist direkt an die weltweite Entwicklung der Automobilmärkte gekoppelt. Aktuell befindet sich die Weltwirtschaft in einer Rezession, deren Ende derzeit nicht prognostizierbar ist.

Unter anderem im Bereich der Komponenten für den Antriebsstrang besetzen wir weltweit führende Wettbewerbspositionen. Diese sind durch die fortschreitende Elektrifizierung gefährdet. Dem begegnen wir mit der Entwicklung alternativer Produkte in neuen Geschäftsfeldern.

Für unsere Kernmärkte erwarten wir nach einem erheblichen Marktrückgang im laufenden Geschäftsjahr für 2020 / 2021 eine leichte Erholung.

Im Hinblick auf die Corona-Pandemie bestehen weiterhin erhebliche Risiken aufgrund neuer Infektionswellen und weiterer Lockdown-Maßnahmen, insbesondere in unseren Kernmärkten Europa, USA und China. Sollten diese Risiken eintreten, werden wir unter anderem das Instrument der Kurzarbeit nutzen, um unseren qualifizierten Mitarbeiterstamm zu erhalten.

Risiken für Automotive Technology können aus künftigen Beschränkungen des multinationalen Handels entstehen.

Zusätzliche Risiken können aus künftigen weiteren Beschränkungen des multinationalen Handels entstehen, etwa Zölle für Automobilexporte oder Zulieferteile. Mit Ausweitung der Kundenbasis, technischen Innovationen und einer Verstärkung der internationalen Präsenz (Lokalisierung) wirkt Automotive Technology der Abhängigkeit von Teilmärkten entgegen.

Neben den konjunkturellen Risiken ergeben sich sowohl in der Automobilzulieferindustrie als auch im Automobilanlagenbau Risiken durch Konzentrationsprozesse, hohe Wettbewerbsintensität, weiter zunehmenden Preisdruck und die technologische Transformation Richtung Elektromobilität. Diesem Preisdruck begegnen wir mit kontinuierlichen Optimierungen und nachhaltigen Effizienzsteigerungen.

Auf der Beschaffungsseite ergeben sich Risiken aus steigenden Vormaterialpreisen, die wir nicht in vollem Umfang oder nur zeitverzögert an die Kunden weitergeben können. Durch eine entsprechende Gestaltung der Kundenverträge wirken wir diesem Risiko entgegen. Neben dem Preisrisiko sehen wir auch Risiken aus Störungen in der Lieferkette. Insbesondere bei der Beschaffung können Lieferanteninsolvenzen, mangelhafte Qualität sowie Ausbringungsprobleme zu erheblichen Belastungen führen. Diesem Risiko wirken wir durch ein systematisches Lieferantenmanagement unter Berücksichtigung der Anforderungen hinsichtlich der Nachhaltigkeit entgegen.

Im Hinblick auf laufende technologische Neu- und Weiterentwicklungen sowie Hochläufe neuer Werke sind Risiken durch ungeplante Ergebnisbelastungen nicht auszuschließen. Darüber hinaus bergen neu implementierte oder veränderte Prozesse das Risiko organisatorischer Schwachstellen, zum Beispiel nicht adäquat ausgestaltete interne Kontrollsysteme. Hinzu kommen Risiken aufgrund unerwarteter Ausbringungs- und Qualitätsprobleme sowie der sich hieraus ergebenden Gewährleistungsverpflichtungen. Automotive Technology ergreift umfangreiche Maßnahmen im Rahmen von Produktions- und Qualitätssicherungssystemen, um derartige Risiken weitgehend zu vermeiden oder zu begrenzen. Selbstverständlich werden alle unsere Produktionswerke unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten geführt.

Weitere allgemeine Risiken des Geschäfts betreffen die Auswirkungen veränderter Wechselkursrelationen auf Umsatz und Ergebnis, sowohl bezogen auf Translations- als auch Transaktionseffekte insbesondere beim US-Dollar, beim chinesischen Yuan und beim Schweizer Franken.

Steel Europe - Unser Stahlgeschäft ist insbesondere dem Risiko einer schwankenden Nachfrage ausgesetzt, die durch die sich abschwächende Konjunktur aufgrund der Corona-Pandemie beziehungsweise durch Marktverzerrungen/-verschiebungen aufgrund von Handelskonflikten oder Schutzzöllen entsteht. Diesem Risiko begegnet Steel Europe mit Maßnahmen der Kundengewinnung und mit adäquaten Versandmengen in unterschiedlichen Segmenten, Kostenoptimierungen in allen Bereichen und der Konzentration auf anspruchsvolle Marktsegmente mit einer geringeren Abhängigkeit von Nachfragezyklen. Absatzrisiken tritt das Segment mit geeigneten Staffelungen der Vertragslaufzeiten und -perioden entgegen.

Der erhöhten Wettbewerbsintensität auf dem Markt für Qualitätsflachstahlerzeugnisse begegnet Steel Europe mit seiner Technologiekompetenz und einer noch intensiveren Markt- und Kundenorientierung, die es dem Segment ermöglicht, sich vom Wettbewerb zu differenzieren. Hierzu zählen die stetige Optimierung der Wertschöpfungsketten sowie zielgerichtete Investitionen in relevante Forschungs- und Entwicklungsfelder mit dem Ziel, innovative Produkte und Kundenlösungen zu entwickeln und zeitnah auf den Markt zu bringen. Ein Qualitätsmanagement, das auf die weiter steigenden Bedürfnisse des Marktes ausgerichtet ist, gewährleistet darüber hinaus die stetige Weiterentwicklung der Produktqualität und trägt so maßgeblich dazu bei, eine wettbewerbsfähige Marktposition abzusichern.

Risiken aus Kundeninsolvenzen reduziert das Segment durch ein intensives Monitoring sowie geeignete Absicherungsinstrumente.

Dem Risiko steigender Rohstoffpreise begegnet Steel Europe durch Nutzung alternativer Beschaffungsquellen, risikomindernde Beschaffungsstrategien, ein aktives Risikomanagement sowie durch Maßnahmen zur Margensicherung. Durch die extremen Wetterbedingungen, die immer häufiger werden, bestehen Risiken, dass unsere auf dem Wasserweg angelieferten Vormaterialien nicht wie geplant zur Verfügung stehen. Um Betriebsunterbrechungen aus diesem Grund zu vermeiden, treffen wir bei Bedarf vielfältige Kompensationsmaßnahmen, zum Beispiel die Verlagerung eines Teils der Warenströme auf die Bahn oder den Einsatz zusätzlicher Umschlagsaggregate beim Be- und Entladen.

Dem Preisanstieg bei Emissionszertifikaten wirkt die bereits bei Steel Europe implementierte Strategie der Sicherungsgeschäfte entgegen.

Dem Preisanstieg bei Emissionszertifikaten in der dritten Handelsperiode des EU-Emissionshandels (2013 bis 2020) und einem damit gegebenenfalls verbundenen Risiko weiterer Kosten im Rahmen des Zukaufbedarfs von Zertifikaten wirkt die bereits implementierte Strategie der Sicherungsgeschäfte entgegen. Ein erhöhtes Kostenrisiko durch erwartete Preissteigerungen für CO2-Emissionen wird sich auch in der 4. Handelsperiode (2021 bis 2030) ergeben. Als Preistreiber werden insbesondere die neu eingeführten Mechanismen zur Verknappung der Zertifikatemenge gesehen, aber auch die erwartete Erhöhung der EU-Klimaziele bis 2030, die sich in den Regelungen des EU-Emissionshandels niederschlagen wird. Daher werden wir die implementierte Strategie der Sicherungsgeschäfte auch für die 4. Handelsperiode fortführen.

Um Betriebsunterbrechungsrisiken zu verringern und den vorbeugenden Brandschutz zu verbessern, werden Mittel für die laufende vorbeugende Instandhaltung sowie für Modernisierungen und Investitionen bereitgestellt. Für den Fall einer auch pandemiebedingt möglichen Betriebsunterbrechung existieren Business-Continuity- sowie Notfall- und Krisenpläne, in denen Maßnahmen für die Schadenbeseitigung festgelegt sind. Das Segment hat ein sachversicherungsbezogenes wirtschaftliches und technisches Risikocontrolling als festen Bestandteil in den eigenen Risikomanagement-Prozess integriert.

Zusätzliche, große Herausforderungen ergeben sich für die energieintensive Industrie im Allgemeinen und die Stahlindustrie im Besonderen durch die Energiewende in Deutschland hin zu einem regenerativ dominierten Energiesystem. Allerdings konnte eine grundsätzliche Planungssicherheit aufgrund der Fortgeltung des Bestandsschutzes für Eigenstromversorger im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2017) erreicht werden. Die Stahlindustrie sieht sich jedoch weiterhin kostentreibenden Entwicklungen insbesondere durch die Integration erneuerbarer Energien ausgesetzt, etwa dem erforderlichen Ausbau der Stromnetze sowie der Notwendigkeit, Reservekapazitäten zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit vorzuhalten.

Regulatorische Anforderungen an die Strom- und Gasnetze unserer großen Produktionsstandorte sowie an unsere Kraftwerke können zu weiteren Kostenbelastungen führen. Darüber hinaus werden Entlastungstatbestände, die die Wettbewerbsfähigkeit der energieintensiven Industrien im internationalen Wettbewerb sicherstellen sollen, immer restriktiver gehandhabt, was die Planungssicherheit zusätzlich gefährdet. Das Risiko steigender Großhandelspreise für Strom begrenzen wir durch eine weitreichende Versorgung mit Strom aus eigener Erzeugung. Hinsichtlich der Risiken aus der Preisentwicklung von Erdgas verfolgt thyssenkrupp eine zentral festgelegte Preisabsicherungsstrategie.

Die Bedrohung der IT-Infrastrukturen durch Internetkriminalität begegnet Steel Europe durch risikomindernde organisatorische, prozessuale sowie technische Maßnahmen zur Früherkennung und Gefahrenabwehr.

Marine Systems - Das langfristig angelegte Marinegeschäft ist von der Pandemie vergleichsweise wenig beeinträchtigt worden, wenngleich bei einigen Aufträgen Verzögerungen durch kunden- oder lieferantenseitige Force-Majeure-Anmeldungen drohen. Risiken bei einigen Export-Bestandsaufträgen, deren Erfüllung teils erheblich verzögert ist, konnten durch verschiedene Maßnahmen stabilisiert beziehungsweise reduziert werden.

Aufgrund der Dynamik politischer Entwicklungen in Kundenländern oder umliegenden Regionen könnten zudem Risiken aus nicht erteilten Exportgenehmigungen für unsere Produkte entstehen.

Multi Tracks - Das Marktumfeld in unserem Anlagenbau und auch in den anderen unter dem Segment Multi Tracks neu zusammengefassten Geschäften ist pandemiebedingt volatil, was sich in Verschiebungen von neuen Projekten und bei laufenden Aufträgen in langsameren Projektfortschritten niederschlägt. Das Service-Geschäft ist hingegen stabil. Da für die bei Multi Tracks gebündelten Geschäfte perspektivisch vorrangig neue Eigentümer gesucht werden, besteht ein Risiko für das Segment, dass sich der Markt für Unternehmenstransaktionen pandemiebedingt negativ entwickelt.

Übergreifende konjunkturelle Risiken können sich insbesondere aus den sich zuspitzenden internationalen Handelskonflikten ergeben, die eine Gefahr für das Investitionsklima darstellen können. Den im Abschnitt "Auftragsrisiken" beschriebenen speziellen Risiken in der Abwicklung langfristiger Großaufträge und technisch komplexer Aufträge begegnen wir durch professionelles und ergebnisorientiertes Projektmanagement sowie durch den verstärkten Einsatz von Projektsteuerungsmaßnahmen. Technologische Risiken bestehen insbesondere bei Aufträgen, die die ersten ihrer Art sind ("First of its kind"-Aufträge).

Sollten darüber hinaus bei der Umsetzung von Maßnahmen aus unserem Kosteneinsparungsprogramm unerwartete Verzögerungen auftreten, können diese negative Auswirkungen auf die Kernsteuerungsgrößen haben.

An den Produktionsstandorten unseres italienischen Edelstahlproduzenten AST kann es betriebsbedingt zu ungeplanten Produktionsunterbrechungen oder -ausfällen kommen. Diesen Risiken begegnen wir im Wesentlichen mit vorbeugender Instandhaltung, Modernisierungen und Investitionen sowie mit unserem detaillierten Business-Continuity-Konzept. Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie kann es darüber hinaus auch behördlich angeordnete Produktionsstopps geben. Diesen beugen wir mit Hilfe unseres sorgfältig ausgearbeiteten Pandemie-Konzepts vor.

Sofern die von der Europäischen Union getroffenen Schutzmaßnahmen gegen Edelstahlimporte aus Asien nicht wirken, entstehen insbesondere für AST preisbedingte Risiken.

In der Business Unit Springs & Stabilizers und dem Bereich der Antriebs- und Batteriemontage wurden umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen zur Kapazitätsanpassung und Kostensenkung auf den Weg gebracht. Hier gilt es, die eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen erfolgreich umzusetzen und die bestehenden Kundenverpflichtungen zu erfüllen. Um die Umsetzung der Maßnahmen zu unterstützen, wurden entsprechende Projektorganisationen geschaffen.

Übernahmerechtliche Angaben

In diesem Kapitel sind die nach §§ 289a Abs. 1 und 315a Abs. 1 HGB geforderten übernahmerechtlichen Angaben zum 30. September 2020 dargestellt. Tatbestände der §§ 289a Abs. 1 und 315a Abs. 1 HGB, die bei thyssenkrupp nicht erfüllt sind, werden nicht erwähnt.

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der thyssenkrupp AG beträgt 1.593.681.256,96 € und ist in 622.531.741 auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt. Jede Aktie gewährt gleiche Rechte und in der Hauptversammlung je eine Stimme.

10 % der Stimmrechte überschreitende direkte und indirekte Kapitalbeteiligungen

Zum Aufstellungsstichtag bestehen folgende Beteiligungen am Kapital der Gesellschaft, die 10% der Stimmrechte überschreiten:

Direkte Beteiligung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Essen, in Höhe von rund 21 % der Stimmrechtsanteile an der thyssenkrupp AG zum 30. September 2020 laut einer freiwilligen Information vom September 2020;
Indirekte Beteiligung der Cevian Capital II GP Limited, St. Helier, Jersey, in Höhe von 15,08 % der Stimmrechtsanteile laut einer WpHG Meldung vom März 2014. Dabei werden ihr Stimmrechte der von ihr kontrollierten Cevian Capital II Master Fund LP, Cayman Islands, zugerechnet, die eine direkte Beteiligung in Höhe von 12,23 % der Stimmrechtsanteile an der thyssenkrupp AG hält.

Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder, Satzungsänderungen

Die Ernennung und die Abberufung der Mitglieder des Vorstands der thyssenkrupp AG ergeben sich aus den §§ 84, 85 AktG und § 31 MitbestG in Verbindung mit § 6 der Satzung. Die Änderung der Satzung wird von der Hauptversammlung mit einer Mehrheit von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals beschlossen; die §§ 179 ff. AktG sind anwendbar. Nach § 11 Abs. 9 der Satzung ist der Aufsichtsrat ermächtigt, Satzungsänderungen zu beschließen, die nur die Fassung betreffen. Zuletzt hat er die Fassung des § 5 der Satzung angepasst, nachdem die in §5 Abs. 5 und 6 geregelten Befugnisse zur Schaffung eines genehmigten bzw. bedingten Kapitals zum 16. Januar 2019 ausgelaufen waren.

Befugnisse des Vorstands zum Aktienrückkauf

Der Ermächtigungsbeschluss der Hauptversammlung vom 30. Januar 2015 zum Erwerb eigener Aktien bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals in Höhe von 1.448.801.144,32 € oder - falls dieser Wert niedriger ist - des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu jedem zulässigen Zweck im Rahmen der gesetzlichen Beschränkung, endete am 29. Januar 2020.

Wesentliche konditionierte Vereinbarungen

Die thyssenkrupp AG ist Vertragspartei folgender Vereinbarungen, die bestimmte Bedingungen für den Fall eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots beinhalten:

Die Gesellschaft hat fest zugesagte, bilateral vereinbarte Kreditlinien in Höhe von 1,6 Mrd €. Bei dem größten Teil dieser Kreditlinien haben die Banken unter bestimmten Voraussetzungen das Recht, ihre Kreditlinie sowie die darunter ausstehenden Kredite zu kündigen und deren Rückzahlung zu verlangen, wenn ein Aktionär oder Aktionäre, die ihr Verhalten in Bezug auf die thyssenkrupp AG mit anderen Aktionären als der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung abstimmen, gemeinsam mehr als 50% der Stimmrechte bzw. des Grundkapitals der thyssenkrupp AG halten.

Die Gesellschaft hat Anleihen und Privatplatzierungen im Nominalwert von insgesamt 5,4 Mrd € ausstehen. Ein Kontrollwechsel, d.h. der Erwerb oder das Halten von mehr als 50 % des Grundkapitals bzw. mehr als 50 % der stimmberechtigten Aktien der thyssenkrupp AG durch einen Dritten oder Dritte, die ihr Verhalten in Bezug auf die thyssenkrupp AG abstimmen, kann unter bestimmten Voraussetzungen zur vorzeitigen Tilgung der Rückzahlungsbeträge einschließlich Zinsen führen.
In den Vorstands-Dienstverträgen von Oliver Burkhard und Dr. Klaus Keysberg sind Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebots getroffen worden (sog. Change of Control-Regelung). Ein Kontrollwechsel liegt vor, wenn (i) ein Aktionär durch das Halten von mindestens 30 % der Stimmrechte an der Gesellschaft die Kontrolle im Sinne des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG) erworben hat, (ii) mit der Gesellschaft als abhängigem Unternehmen ein Unternehmensvertrag nach § 291 AktG geschlossen wurde oder (iii) die Gesellschaft gemäß § 2 Umwandlungsgesetz (UmwG) mit einem anderen konzernfremden Rechtsträger verschmolzen wurde, es sei denn, der Wert des anderen Rechtsträgers beträgt ausweislich des vereinbarten Umtauschverhältnisses weniger als 50 % des Wertes der Gesellschaft. Die Entschädigungsvereinbarungen sind im Vergütungsbericht im Abschnitt "Zusagen im Zusammenhang mit der Beendigung der Vorstandstätigkeit" dargestellt.

Erklärung zur Unternehmensführung

Die Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289 f Absatz 1 Satz 2 und 315 d HGB ist das zentrale Instrument der Corporate Governance Berichterstattung (Grundsatz 22 des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK)). Vorstand und Aufsichtsrat geben die Erklärung zur Unternehmensführung gemeinsam ab und sind jeweils für die sie betreffenden Berichtsteile zuständig. Corporate Governance steht bei thyssenkrupp für eine verantwortungsbewusste und auf langfristige Wertschöpfung ausgerichtete Unternehmensführung und -überwachung. Gute Corporate Governance umfasst bei thyssenkrupp sämtliche Bereiche der Gruppe.

Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG

Vorstand und Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG haben gemäß § 161 Abs. 1 AktG folgende Erklärung abgegeben, die am 01. Oktober 2020 auf der Website der Gesellschaft unter www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Management > Corporate Governance veröffentlicht wurde:

▷ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Management > Corporate Governance

Im März und Mai 2020 wurden jeweils anlassbezogen unterjährige Entsprechenserklärungen abgegeben: Die erste Entsprechenserklärung im März erfolgte entsprechend der umfassend überarbeiteten Neufassung des DCGK. Anlass für die zweite im Mai war, dass Martina Merz ihr Mandat im Board of Directors der Imerys SA (Frankreich) zum 4. Mai 2020 niedergelegt hatte. Seit dem entspricht die thyssenkrupp AG wieder vollumfänglich der Empfehlung in C.5 des Kodex 2020, wonach derjenige, der dem Vorstand einer börsennotierten Gesellschaft angehört, insgesamt nicht mehr als zwei Aufsichtsratsmandate und keinen Aufsichtsratsvorsitz in konzernexternen börsennotierten Gesellschaften oder vergleichbare Funktionen wahrnehmen soll.

thyssenkrupp entspricht freiwillig den Anregungen des Kodex 2020 mit Ausnahme der Anregung G.14, da in zwei Vorstandsverträgen Zusagen für Leistungen aus Anlass der vorzeitigen Beendigung des Anstellungsvertrages durch das Vorstandsmitglied infolge eines Kontrollwechsels (Change of Control) vereinbart wurden.

Die in den vergangenen fünf Jahren abgegebenen Entsprechenserklärungen sind auf unserer Website dauerhaft zugänglich.

Unsere börsennotierte Tochtergesellschaft Eisen- und Hüttenwerke AG entspricht ebenfalls dem DCGK, wobei die Besonderheiten der Einbindung in die Gruppe berücksichtigt werden. Einzelne Abweichungen sind in der Entsprechenserklärung der Gesellschaft, die am 1. Oktober 2020 veröffentlicht wurde, dargelegt und begründet.

Wesentliche Unternehmensführungsgrundsätze und -praktiken

thyssenkrupp Verhaltenskodex

Während das Leitbild der Gruppe Auskunft über unsere Ziele und Ansprüche gibt, enthält der thyssenkrupp Verhaltenskodex die konkreten Prinzipien und Grundregeln für unser Handeln, auch für unser Verhalten gegenüber Geschäftspartnern und der Öffentlichkeit. Er bietet Mitarbeitern, Führungskräften und Vorstand gleichermaßen einen Orientierungsrahmen zu Themen wie Anforderungen bezüglich der Einhaltung von Recht und Gesetz, Gleichbehandlung und Nichtdiskriminierung, Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmervertretern, Arbeits- und Gesundheitsschutz, Umwelt- und Klimaschutz sowie Datenschutz und Informationssicherheit. Anforderungen an Lieferanten sind im thyssenkrupp Verhaltenskodex für Lieferanten festgehalten. Zudem hat thyssenkrupp den Global Compact der Vereinten Nationen, die Verhaltensrichtlinie des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e. V. (BME) und die Charta der Vielfalt unterzeichnet.

All diese Grundsätze werden mithilfe der bestehenden Programme und Managementsysteme sowie der Indirekt Finanziellen Ziele umgesetzt. Im Rahmen der Nachhaltigkeitsberichterstattung auf unserer Website sowie im Geschäftsbericht (Kapitel "Grundlagen der Gruppe" im Abschnitt "Ziele") informiert thyssenkrupp ausführlich darüber.

▷ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Nachhaltigkeit > Nachhaltigkeitsstrategie und -ziele

Integrierter Governance-, Risiko- und Compliance Ansatz

Die Ausgestaltung des Risikomanagementsystems orientiert sich an internationalen Standards.

Ein verantwortungsbewusster Umgang mit Risiken ist Teil der Corporate Governance von thyssenkrupp, denn für eine professionelle Unternehmensführung ist ein kontinuierliches und systematisches Management der unternehmerischen Risiken, aber auch der Chancen, von grundlegender Bedeutung. Dem gruppenweiten Risikomanagement liegt ein integriertes Governance-, Risiko- und Compliance-Modell (GRC-Modell) zugrunde, das in der für alle Unternehmen der thyssenkrupp Gruppe gültigen GRC-Policy verankert ist.

Als konzeptionellen Rahmen verwendet thyssenkrupp das international verbreitete und auf die Organisation der Gruppe angepasste sogenannte Modell der drei Abwehrlinien (Three-Lines-of-Defense-Modell). Dieses Modell veranschaulicht die Zuständigkeiten für das Management der Risiken der thyssenkrupp Gruppe innerhalb der jeweiligen Abwehrlinie und wie sich diese innerhalb des GRC-Modells voneinander abgrenzen.

MODELL DER DREI ABWEHRLINIEN

Risiken müssen dort verhindert werden, wo sie entstehen. Wenn dies nicht machbar ist, müssen sie erfasst und auf ein angemessenes Maß reduziert werden. Das systematische Risikomanagement in den operativen Einheiten der 1. Abwehrlinie soll möglichst durch automatisierte interne Kontrollen in den Geschäftsprozessen gestärkt werden. Da dies nicht in jedem Fall vollständig möglich ist, muss das Management die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems über weitere Kontrollmaßnahmen sicherstellen.

Die zweite Abwehrlinie umfasst Funktionen wie Controlling, Accounting & Risk und Legal & Compliance. Diese setzen den Rahmen für die Ausgestaltung des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und der Compliance - etwa durch verbindliche interne Regelwerke - und unterstützen die 1. Abwehrlinie bei der Umsetzung der Risikoabwehr. Zugleich überwachen und managen diese Funktionen die Risiken der Unternehmensgruppe aus übergeordneter Sicht. Durch eine enge Verzahnung von internem Kontrollsystem, Risikomanagementsystem und Compliance wird ein möglichst hoher Wirkungsgrad im Hinblick auf die Vermeidung und das Management von Risiken gewährleistet.

Wesentliche Merkmale unseres internen Risikomanagement- und internen Kontrollsystems können Sie dem Kapitel "Chancen- und Risikobericht" entnehmen.

Compliance als Gesamtheit der gruppenweiten Maßnahmen zur Einhaltung von Recht, Gesetz und verbindlichen internen Regelwerken ist bei thyssenkrupp eine wichtige Leitungs- und Überwachungsaufgabe.

Compliance ist eine Frage der Haltung.

Der Vorstand der thyssenkrupp AG hat seine ablehnende Haltung gegenüber Kartell- und Korruptionsverstößen im thyssenkrupp Compliance Commitment unmissverständlich zum Ausdruck gebracht. Verstößen, insbesondere Kartell- oder Korruptionsverstößen, begegnen wir mit "Null Toleranz".

Der Chief Compliance Officer, der für die Steuerung des Compliance-Programms verantwortlich ist, berichtet an den General Counsel und dieser an den Chief Human Ressources Officer (CHRO), der innerhalb des Vorstands der thyssenkrupp AG für die Funktion Legal & Compliance verantwortlich ist.

Mehr über Compliance bei thyssenkrupp erfahren Sie im zusammengefassten Lagebericht, Kapitel "Compliance".

Als 3. Abwehrlinie überwacht die Funktion Internal Auditing durch unabhängige Prüfungen die Angemessenheit und Wirksamkeit der Prozesse und Systeme der anderen beiden Abwehrlinien. Die Leiterin der Funktion Internal Auditing berichtet jährlich über die Revisionsfunktion im Prüfungsausschuss. Internal Auditing selbst wird alle fünf Jahre einem externen Quality Assessment (QA) unterzogen; das letzte QA hat im Frühjahr 2015 stattgefunden, das QA 2020 wird im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020 / 2021 abgeschlossen sein.

Ergänzt wird das Modell der drei Abwehrlinien durch die Tätigkeit des externen Abschlussprüfers.

Zusammensetzung und Arbeitsweise des Vorstands

Der Vorstand leitet das Unternehmen innerhalb der von ihm beschlossenen Organisationsstruktur in eigener Verantwortung im Unternehmensinteresse, d.h. unter Berücksichtigung der Belange der Aktionäre, der Arbeitnehmer und der sonstigen dem Unternehmen verbundenen Gruppen mit dem Ziel nachhaltiger Wertschöpfung. Er sorgt für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und der verbindlichen unternehmensinternen Regelwerke und wirkt darauf hin, dass die Unternehmen der thyssenkrupp Gruppe sie beachten. Der Vorstand hat für die Ausgestaltung der Compliance und des Risikomanagements angemessene Systeme etabliert. Wesentliche Geschäftsvorgänge bedürfen der Zustimmung des Aufsichtsrats; sie sind in Anlage 2 der Geschäftsordnung für den Vorstand aufgelistet.

Der Vorstand der thyssenkrupp AG muss aus mindestens zwei Mitgliedern bestehen. Als Altersgrenze für die Vorstandsmitglieder wurde das Erreichen der für das jeweilige Vorstandsmitglied einschlägigen Regelaltersgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung (oder ersatzweise in einer auf das Vorstandsmitglied anwendbaren berufsständischen Versorgungsordnung) festgelegt. Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung; sie entscheiden über wesentliche Leitungsmaßnahmen wie die Unternehmensstrategie und die Unternehmensplanung. Der Vorstandsvorsitzenden obliegt die Koordination aller Ressorts des Vorstands und die Federführung in der Kommunikation mit dem Aufsichtsrat; zudem repräsentiert sie den Vorstand. Weiterführende Informationen über die einzelnen Mitglieder des Vorstands und ihre Aufgabenbereiche (Ressorts) finden sich auf der Website des Unternehmens (www.thyssenkrupp.com). Der Vorstand hat keine Ausschüsse gebildet. Bei dem Veränderungsprozess von thyssenkrupp vom zentral geführten Konzern hin zu einer hin zu einer leistungsstarken Unternehmensgruppe wird der Vorstand von dem regelmäßig tagenden Executive Committee, bestehend aus den CEOs der Business Segments und Leitern der Zentralfunktionen beraten. Damit können Geschäftskompetenzen stärker als bisher in die Überlegungen auf Gruppenebene einfließen und so die Rolle der Geschäfte weiter stärken.

▷ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Management > Vorstand

Zusammensetzung und Arbeitsweise des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens. Er bestimmt die Anzahl der Mitglieder des Vorstands über die Mindestzahl hinaus, bestellt und entlässt die Mitglieder des Vorstands und legt deren Ressorts fest. Er regelt auch die Vergütung der Vorstandsmitglieder (Einzelheiten zur Vorstandsvergütung finden sich im Vergütungsbericht). Der Aufsichtsrat prüft den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss- und Gruppenabschluss nebst dem zusammengefassten Lagebricht der thyssenkrupp AG, stellt den Jahresabschluss fest, billigt den Gruppenabschluss und den zusammengefassten Lagebericht. Er prüft den Vorschlag über die Verwendung des Bilanzgewinns und legt ihn zusammen mit dem Vorstand der Hauptversammlung zur Beschlussfassung vor. Der Aufsichtsrat schlägt der Hauptversammlung auf Basis der begründeten Empfehlung des Prüfungsausschusses den Abschlussprüfer zur Wahl vor. Nach entsprechender Beschlussfassung der Hauptversammlung erteilt der Prüfungsausschuss dem Abschlussprüfer den Prüfungsauftrag und überwacht die Abschlussprüfung einschließlich der Unabhängigkeit, Qualifikation, Rotation und Effizienz des Abschlussprüfers. Einzelheiten zu den Tätigkeiten des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2019 / 2020 sind im Bericht des Aufsichtsrats enthalten. Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder wird von der Hauptversammlung festgelegt. Sie wurde zuletzt in der Hauptversammlung vom 17. Januar 2014 beschlossen. Die auf die einzelnen Mitglieder entfallende Vergütung ist im Vergütungsbericht dargestellt.

Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats der thyssenkrupp AG ist gesetzlich vorgegeben und im Einzelnen in § 9 der Satzung geregelt. Gemäß dem deutschen Mitbestimmungsgesetz setzt er sich paritätisch aus zehn Vertretern der Aktionäre und zehn Vertretern der Arbeitnehmer zusammen. Der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung steht ein in der Satzung geregeltes Entsendungsrecht zu.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats wird nach Maßgabe des § 27 Abs. 1 MitbestG aus der Mitte des Aufsichtsrats gewählt. Aufgabe des Aufsichtsratsvorsitzenden ist die Koordination der Arbeit des Aufsichtsrats und die Leitung der Aufsichtsratssitzungen. Erklärungen des Aufsichtsrats gegenüber der Öffentlichkeit werden von dem Aufsichtsratsvorsitzenden abgegeben. Bei thyssenkrupp muss mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats über Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung oder Abschlussprüfung verfügen. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats unterliegen einer gesetzlichen Verschwiegenheitsverpflichtung. Weiterführende Informationen über die einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrats und seiner sechs Ausschüsse finden sich auf der Website des Unternehmens (www.thyssenkrupp.com).

▷ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Management > Aufsichtsrat

Zusammensetzung und Arbeitsweise der Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat insgesamt sechs Ausschüsse gebildet. Diese sind bis auf den Nominierungsausschuss paritätisch zu besetzen. Dem nach § 27 Abs. 3 MitbestG zu bildenden Vermittlungsausschuss müssen der Aufsichtsratsvorsitzende, sein Stellvertreter und je ein von den Vertretern der Aktionäre und der Arbeitnehmer zu wählendes Mitglied angehören. Entsprechend der Empfehlung des DCGK ist der Vorsitz von Aufsichtsrat und Prüfungsausschuss nicht identisch besetzt.

Dem Präsidium und dem Personalausschuss gehören dieselben vier Mitglieder an, namentlich Prof. Dr. Siegfried Russwurm (jeweils Vorsitzender), Dr. Bernhard Günther, Jürgen Kerner und Dirk Sievers. Der Personalausschuss befasst sich im Rahmen seiner Tätigkeit unter anderem mit der Nachfolgeplanung, die auch vom Aufsichtsratsvorsitzenden mit dem Vorstand behandelt wird. Auf diese Weise sorgt der Aufsichtsrat gemeinsam mit dem Vorstand für eine langfristige Nachfolgeplanung. Der Vermittlungsausschuss besteht aus vier Mitgliedern (Prof. Dr. Siegfried Russwurm (Vorsitzender), Dr. Bernhard Günther, Jürgen Kerner und Dirk Sievers). Dem Prüfungsausschuss gehören sechs Mitglieder an (Dr. Bernhard Günther (Vorsitzender), Friederike Helfer, Tanja Jacquemin, Jürgen Kerner, Dirk Sievers und Dr. Lothar Steinebach) und dem Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss acht Mitglieder (Prof. Dr. Siegfried Russwurm (Vorsitzender), Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather, Friederike Helfer, Jürgen Kerner, Dr. Ingo Luge, Tekin Nasikkol, Peter Remmler und Dirk Sievers). Der Nominierungsausschuss besteht aus bis zu fünf Aktionärsvertretern (Prof. Dr. Siegfried Russwurm (Vorsitzender), Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather, Dr. Bernhard Günther, Friederike Helfer und Dr. Ingo Luge), die ausschließlich von den Aktionärsvertretern im Aufsichtsrat gewählt werden. Einzelheiten über die Aufgaben finden sich in den vom Aufsichtsrat erlassenen Geschäftsordnungen für die Ausschüsse. Diese sowie die aktuellen Mitglieder sind auf der Website der Gesellschaft (www.thyssenkrupp.com) auffindbar.

▷ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Management > Ausschüsse des Aufsichtsrats

Die Vorsitzenden der Ausschüsse berichten regelmäßig in den Aufsichtsratssitzungen über die Sitzungen der Ausschüsse und ihre Tätigkeiten. Diese umfassen überwiegend die Vorbereitung bestimmter Themen für die Behandlung und Beschlussfassung im Gesamtaufsichtsrat, soweit der Aufsichtsrat den Ausschüssen nicht eine abschließende Tätigkeit übertragen hat. Vorbereitende und abschließende Aufgaben sind in den Geschäftsordnungen der Ausschüsse geregelt. Einzelheiten zu den Tätigkeiten der Ausschüsse und ihre Arbeitsweise im Berichtsjahr sind im Bericht des Aufsichtsrats enthalten.

Der Aufsichtsrat beurteilt regelmäßig, wie wirksam der Aufsichtsrat insgesamt und seine Ausschüsse ihre Aufgaben erfüllen. Gegenstand der Beurteilung sind neben vom Aufsichtsrat festzulegenden qualitativen Kriterien insbesondere die Verfahrensabläufe im Aufsichtsrat und der Informationsfluss zwischen den Ausschüssen und dem Plenum sowie die rechtzeitige und inhaltlich ausreichende Informationsversorgung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse. Die Selbstbeurteilung wurde im Berichtszeitraum von externer und unabhängiger Seite begleitet. Einzelheiten hierzu sind im Bericht des Aufsichtsrats enthalten.

Vermeidung von Interessenkonflikten

Zwischen den Aufsichtsratsmitgliedern und der Gesellschaft bestanden im Berichtsjahr keine Berateroder sonstigen Dienstleistungs- und Werkverträge. Interessenkonflikte von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat unverzüglich offenzulegen wären, gab es nicht. Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen, die von den Vorstands- und den Aufsichtsratsmitgliedern wahrgenommen werden, sind in den gleichnamigen Kapiteln unter "Weitere Informationen" aufgeführt. Die Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen sind im Anhang zum Abschluss der thyssenkrupp Gruppe unter Nr. 21 dargestellt.

Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte

Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie zu ihnen in enger Beziehung stehende Personen sind verpflichtet, Geschäfte in Aktien und Schuldtiteln der thyssenkrupp AG oder sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten offenzulegen, wenn der Wert der Geschäfte innerhalb eines Kalenderjahres die Summe von 20.000 € erreicht oder übersteigt. Im Geschäftsjahr 2019 / 2020 wurden der Gesellschaft keine Geschäfte gemeldet. Die bisher getätigten Geschäfte wurden auf der Website veröffentlicht und sind dort einsehbar. Der Gesamtbesitz der durch Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder gehaltenen Aktien der thyssenkrupp AG betrug zum 30. September 2020 weniger als 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien.

Aktionäre und Hauptversammlung

Die Aktionäre der thyssenkrupp AG nehmen ihre Rechte in der Hauptversammlung der Gesellschaft wahr. In der ordentlichen Hauptversammlung beschließen die Aktionäre regelmäßig über die Verwendung des Bilanzgewinns, die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat und die Wahl des Abschlussprüfers. Die Aktionäre können ihr Stimmrecht in der Hauptversammlung entweder selbst oder durch einen Bevollmächtigten ihrer Wahl oder einen weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft ausüben. Ferner haben sie die Möglichkeit, ihre Stimmen online im Internet oder per Briefwahl abzugeben. Auf der Website der Gesellschaft kann die Hauptversammlung in voller Länge live verfolgt werden (www.thyssenkrupp.com). Dort stehen den Aktionären frühzeitig auch alle Dokumente und Informationen zur Hauptversammlung zur Verfügung.

▷ www.thyssenkrupp.com > Investoren > Hauptversammlung

Rechnungslegung und Abschlussprüfung

thyssenkrupp stellt den Abschluss der thyssenkrupp-Gruppe und die Zwischenberichte nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) auf, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Der für die Dividendenzahlung maßgebliche Einzelabschluss der thyssenkrupp AG wird hingegen nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) erstellt.

PwC ist Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer der thyssenkrupp AG.

Der Abschlussprüfer wird entsprechend den gesetzlichen Regeln von der Hauptversammlung für jeweils ein Geschäftsjahr gewählt. In der Hauptversammlung am 31. Januar 2020 wählte die Hauptversammlung auf Vorschlag des Aufsichtsrats die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2019 / 2020, zum Prüfer für die prüferische Durchsicht von Zwischenberichten für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 und zum Prüfer für diejenigen Zwischenberichte des Geschäftsjahres 2020 / 2021, die vor der ordentlichen Hauptversammlung 2021 erstellt werden. PwC ist seit dem Geschäftsjahr 2012 / 2013 Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer der thyssenkrupp AG. Die Bestellung erfolgte 2012 nach externer Ausschreibung; derzeit läuft aufgrund der gesetzlichen Vorgaben eine externe Ausschreibung für das Geschäftsjahr 2022 / 2023. Die unterzeichnenden Wirtschaftsprüfer für den Einzelabschluss der thyssenkrupp AG und den Abschluss der thyssenkrupp-Gruppe sind Harald Kayser (seit dem Geschäftsjahr 2017 / 2018) und Michael Preiß (seit dem Geschäftsjahr 2015 / 2016). Die gesetzlichen Vorgaben und Rotationsverpflichtungen aus den §§ 319 und 319a HGB werden erfüllt.

Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen

Für den Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG gilt gesetzlich, dass sich der Aufsichtsrat zu mindestens 30 % aus Frauen und zu mindestens 30 % aus Männern zusammensetzen muss. Die gesetzlich vorgegebene sowie die vom Aufsichtsrat festgelegte Mindestgröße von 30 % Frauenanteil ist seit dem Geschäftsjahr 2019 / 2020 überschritten worden. Auf Anteilseignerseite sind im Berichtszeitraum fünf weibliche Mitglieder, und auf Arbeitnehmerseite vier weibliche Mitglieder in den Aufsichtsrat bestellt worden, woraus sich ein Frauenanteil zum 30. September 2020 von 45 % ergibt.

Für den Vorstand hat der Aufsichtsrat im Mai 2017 eine Zielgröße von 20 % Frauenanteil beschlossen, die bis zum 30. Juni 2022 erreicht werden soll. Mit der Bestellung von Martina Merz in den Vorstand der thyssenkrupp AG liegt der Frauenanteil im Vorstand bei 33 %.

Die Zielgröße für den Frauenanteil auf der ersten und zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands der thyssenkrupp AG hat der Vorstand im April 2017 von 8 % auf 11 % und von 23 % auf 25 % festgelegt, die bis zum 30. Juni 2022 erreicht werden sollen.

Des Weiteren haben weitere mitbestimmte Gesellschaften in der Unternehmensgruppe für die Zeit nach dem 30. Juni 2017 Zielgrößen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat, der Geschäftsleitung und deren beiden nachfolgenden Führungsebenen sowie eine Frist für deren Erreichung beschlossen und beides entsprechend der gesetzlichen Vorgaben veröffentlicht. Die Umsetzungsfristen laufen jeweils bis zum 30. Juni 2022.

Diversitätskonzept im Hinblick auf die Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG

Als börsennotierte Gesellschaft hält sich die thyssenkrupp AG an die Vorgaben zur Vielfalt insbesondere aus dem Aktiengesetz, dem DCGK und den anwendbaren Rechnungslegungsvorschriften. Diese umfassen unterschiedliche Anforderungen an die Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat und sind auch von dem vom Aufsichtsrat beschlossenen Diversitätskonzept berücksichtigt. Das Konzept beinhaltet zudem die Ziele des Aufsichtsrats für dessen Zusammensetzung und das Kompetenzprofil des Gesamtaufsichtsrats. Hinsichtlich des Frauenanteils und der festgelegten Zielgröße wird auf den vorhergehenden Abschnitt verwiesen.

Vorstand

Das Diversitätskonzept ist auf eine ausreichende Meinungs- und Kenntnisvielfalt im Vorstand gerichtet. Die Bewertung, Auswahl und Ernennung von Bewerbern erfolgt nach den Regeln und allgemein anerkannten Grundsätzen der Nichtdiskriminierung. Bei der Auswahl von Kandidaten für den Vorstand berücksichtigt der Aufsichtsrat darüber hinaus weitere Diversitätskriterien: Persönlichkeit des Kandidaten, seine Sachkenntnis und Erfahrung, die Internationalität, den Bildungs- und Berufshintergrund sowie Alter und Geschlecht.

Die Gewichtung der Diversitätskriterien richtet sich nach dem im Einzelfall zu besetzenden Vorstandsressort und den Aufgaben. Der Personalausschuss des Aufsichtsrats hat im Berichtsjahr die genannten Kriterien im Rahmen des strukturierten Prozesses zur Findung eines Nachfolgers für Johannes Dietsch als Finanzvorstand berücksichtigt und Dr. Klaus Keysberg mit Wirkung zum 1. April 2020 zum CFO bestellt. Dies gilt ebenso für die Bestellung von Martina Merz mit Wirkung zum 1. April 2020 zur Vorstandsvorsitzenden für drei Jahre, womit ihre Entsendung aus dem Aufsichtsrat endete.

Aufsichtsrat

Das Diversitätskonzept in Bezug auf den Aufsichtsrat soll sicherstellen, dass dessen Mitglieder über die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen, um ihre Aufgaben ordnungsgemäß wahrnehmen zu können.

Für die Zielsetzung zum Frauenanteil im Aufsichtsrat befolgt die thyssenkrupp AG die gesetzlichen Vorgaben. Danach ist der Aufsichtsrat zu mindestens 30 % aus Frauen und zu mindestens 30 % aus Männern zusammenzusetzen. Daneben enthält das Diversitätskonzept zwei wesentliche Elemente: die Ziele des Aufsichtsrats für seine Zusammensetzung und das Kompetenzprofil für den Gesamtaufsichtsrat. Beide enthalten bereits Anforderungen an das Diversitätskonzept des Aufsichtsrats, beispielsweise Alter, Geschlecht, Bildungs- und Berufshintergrund.

Umgesetzt wird das Diversitätskonzept im Zuge der Wahl der Mitglieder des Aufsichtsrats. Die Wahlvorschläge an die Hauptversammlung der thyssenkrupp AG müssen die gesetzlichen Vorgaben zur Besetzung des Aufsichtsrats mit Frauen und Männern erfüllen und sollen die selbstgesetzten Ziele berücksichtigen sowie gleichzeitig die Ausfüllung des Kompetenzprofils für das Gesamtgremium anstreben. Dies gilt auch für die Nachbestellung von Kandidaten in den Aufsichtsrat. So berücksichtigt der Nominierungsausschuss bei seiner Suche nach Kandidaten auf Seiten der Aktionärsvertreter im Aufsichtsrat das Diversitätskonzept.

Nach dem DCGK ist der Aufsichtsrat so zusammenzusetzen, dass seine Mitglieder über die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen, um ihre Aufgaben ordnungsgemäß wahrnehmen zu können. Der Aufsichtsrat hat die bestehenden Ziele hinsichtlich seiner Zusammensetzung sowie das Kompetenzprofil entsprechend der Anforderungen des DCGK in seiner aktuellen Fassung im Mai 2020 aktualisiert. Diese sind wie folgt:

ausreichende Besetzung des Aufsichtsrats mit Mitgliedern mit besonderen internationalen Erfahrungen, insbesondere in den Expansionsmärkten;

industrielle Kompetenz / Sektorenkenntnis in Geschäftsfeldern von thyssenkrupp in globaler Perspektive, Unternehmensführung, Führung mitbestimmter Unternehmen, Unternehmensentwicklung, -organisation und -strukturierung, Unternehmensstrategie und Management von Beteiligungsunternehmen (Portfolio Management) in globaler Perspektive, Personalführung, Personalentwicklung, Personalarbeit (Human Resources), Digitalisierung und IT, Nachhaltigkeit, Finanzierung und Kapitalmarkt, Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung, Recht, Compliance und Corporate Governance

Vermeidung wesentlicher und nicht nur vorübergehender (bereits bestehender oder künftig zu erwartender) Interessenkonflikte und angemessener Umgang mit sonstigen Interessenkonflikten;

maximale Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder von drei Amtsperioden sowie eine Amtszeitaltersgrenze von 75 Jahren (d.h. Ausscheiden aus dem Aufsichtsrat mit Ablauf der Hauptversammlung nach Vollendung des 75. Lebensjahres des Aufsichtsratsmitglieds);

mindestens sechs Anteilseignervertreter sollen unabhängig von der Gesellschaft und vom Vorstand sein;

folgende Kriterien zur Beurteilung der Unabhängigkeit der Anteilseignervertreter wurden festgelegt:

Keine persönliche oder geschäftliche Beziehung zur thyssenkrupp AG oder deren Vorstand, die einen wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt begründen kann.
Das Aufsichtsratsmitglied selbst oder ein naher Familienangehöriger des Aufsichtsratsmitglieds war in den zwei Jahren vor Ernennung kein Mitglied des Vorstands der thyssenkrupp AG, unterhält aktuell oder in dem Jahr bis zur Ernennung weder direkt oder als Gesellschafter noch in verantwortlicher Funktion eines konzernfremden Unternehmens eine wesentliche geschäftliche Beziehung mit der thyssenkrupp AG oder einem von dieser abhängigen Unternehmen (z.B. als Kunde, Lieferant, Kreditgeber oder Berater) oder hat eine solche unterhalten, ist kein naher Familienangehöriger eines Vorstandsmitglieds und gehört dem Aufsichtsrat nicht mehr als 12 Jahre an.

keine Wahrnehmung einer Organfunktion oder von Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern der thyssenkrupp AG und ihrer Konzernunternehmen und keine persönliche Beziehung zu einem wesentlichen Wettbewerber;

dem Aufsichtsrat sollen nicht mehr als zwei ehemalige Vorstandsmitglieder angehören;

die Vorsitzenden des Aufsichtsrats, des Prüfungs- und des Personalausschusses sollen unabhängig von der Gesellschaft und vom Vorstand sein;

die maximale Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder soll nicht mehr als 12 Jahre betragen (bis zum Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung, die über die Entlastung für das elfte Amtsjahr des Aufsichtsratsmitglieds regulär entscheidet;

der Aufsichtsrat setzt sich zu jeweils mindestens 30 % aus Frauen und Männern zusammen.

Nach Einschätzung der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat werden die festgelegten Unabhängigkeitskriterien von sämtlichen Anteilseignervertretern erfüllt, namentlich: Birgit Behrendt, Dr. Wolfgang Colberg, Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather, Angelika Gifford, Dr. Bernhard Günther, Friederike Helfer, Dr. Ingrid Hengster, Dr. Ingo Luge, Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm und Dr. Lothar Steinebach sowie die inzwischen ausgeschiedenen Martina Merz, Prof. Dr. Bernhard Pellens und Carola v. Schmettow. Als unabhängiges Mitglied des Aufsichtsrats mit Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung und Abschlussprüfung im Sinne des § 100 Abs. 5 AktG ist Dr. Bernhard Günther Vorsitzender des Prüfungsausschusses.

In den Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung sollen die Ziele des Aufsichtsrats für seine Zusammensetzung berücksichtigt und gleichzeitig die Ausfüllung des Kompetenzprofils für das Gesamtgremium angestrebt werden. Wahlvorschläge und Nachbestellungen im Aufsichtsrat basieren - wie bisher - auf den selbst gesetzten Zielen und dem Kompetenzprofil des Aufsichtsrats. Die derzeitige Zusammensetzung des Aufsichtsrats entspricht den Zielsetzungen und dem Kompetenzprofil.

Vergütungsbericht

Im nachfolgenden Vergütungsbericht werden die Grundzüge des im Berichtsjahr 2019 / 2020 geltenden Vergütungssystems des Vorstands und des Aufsichtsrats dargestellt. Zudem werden die Vergütungen, die die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der thyssenkrupp AG für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 erhalten haben, individuell offengelegt.

Grundlagen des Vorstandsvergütungssystems

Das aktuelle System der Vergütung für die Mitglieder des Vorstands der thyssenkrupp AG gilt seit dem Geschäftsjahr 2014 / 2015. Es wurde vom Aufsichtsrat - nach Vorbereitung durch den Personalausschuss - beschlossen sowie nachfolgend von der Hauptversammlung am 30. Januar 2015 mit einer Mehrheit von 98,79 % des vertretenen Kapitals gebilligt. Während das aktuelle Vorstandsvergütungssystem allen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) in der Fassung vom 7. Februar 2017 folgt, ist vorgesehen, der Hauptversammlung am 5. Februar 2021 ein weiterentwickeltes Vorstandsvergütungssystem zur Billigung vorzulegen, das den Anforderungen des Gesetzes zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie (ARUG II) entspricht und sich an den Empfehlungen des DCGK in der Fassung vom 16. Dezember 2019 orientiert.

Auf Basis des Vergütungssystems legt der Aufsichtsrat - nach Vorbereitung durch den Personalausschuss - für jedes Vorstandsmitglied dessen konkrete Ziel-Gesamtvergütung fest. Dabei achtet der Aufsichtsrat auf ein angemessenes Verhältnis der Vergütung zu den Aufgaben und Leistungen des Vorstandsmitglieds sowie zur Lage des Unternehmens und insgesamt darauf, dass die Vergütung einen üblichen Rahmen nicht über- oder unterschreitet. Die Beurteilung der Üblichkeit der Vergütung trifft der Aufsichtsrat anhand eines Vergleichs zu anderen DAX- und MDAX-Unternehmen und - innerhalb des Unternehmens - anhand des Verhältnisses der Vorstandsvergütung zur Vergütung des oberen Führungskreises und der Belegschaft insgesamt und dieses auch in der zeitlichen Entwicklung.

Der Personalausschuss überprüft regelmäßig die Angemessenheit und Üblichkeit der Vergütung - sowohl gesamthaft als auch hinsichtlich der einzelnen Vergütungsbestandteile - und schlägt dem Aufsichtsrat bei Bedarf Anpassungen vor. Der Personalausschuss wird dabei von einem unabhängigen externen Vergütungsexperten beraten.

Ausrichtung des Vergütungssystems des Vorstands auf nachhaltige und langfristige Entwicklung des Unternehmens

Ziel des Vergütungssystems ist es, die Umsetzung der Geschäftsstrategie zu unterstützen und so zur nachhaltigen und langfristigen Entwicklung von thyssenkrupp beizutragen. Um dieses Ziel zu erreichen, weist die variable Vergütung eine überwiegend mehrjährige Bemessungsgrundlage auf, sodass der Anteil der variablen Vergütung, der sich aus dem Erreichen langfristig orientierter Ziele ergibt, den Anteil aus kurzfristig orientierten Zielen übersteigt. Da die langfristige variable Vergütung auch die Entwicklung des Aktienkurses honoriert, wird die variable Vergütung insgesamt überwiegend aktienbasiert gewährt; so wird die Zielsetzung des Managements mit den unmittelbaren Interessen der Aktionäre in Einklang gebracht.

Gesamtübersicht Vergütungsbestandteile

VERGÜTUNGSBESTANDTEIL

Bemessungsgrundlage/Parameter
Erfolgsunabhängige Vergütung
Festvergütung Vorsitzende des Vorstands: 1.340.000 € Mitglied des Vorstands: 700.000 €
Nebenleistungen Dienstwagen, Sicherheitsleistungen, Versicherungsprämien und Vorsorgeuntersuchungen als Regelleistung; weitere Übergangsleistungen bei Neueintritten auf ausdrücklichen Beschluss des Aufsichtsrats möglich
Betriebliche Altersversorgung
Versorgungsentgelt (Neuzusagen ab 1. Oktober 2019: Martina Merz, Dr. Klaus Keysberg) Auszahlung eines festen Geldbetrags zur Eigenvorsorge:
- Für die Vorstandsvorsitzende: 536.000 € p.a.
- Für die Mitglieder des Vorstands: 280.000 € p.a.
Ruhegeld- und Alterskapitalzusagen (Zusagen aus der Zeit vor dem 1. Oktober 2019: Oliver Burkhard, Dr. Klaus Keysberg, Johannes Dietsch) Altersversorgung wird in Form eines Ruhegelds oder als Einmalkapital gewährt:
- Für Oliver Burkhard: Aufbau des Versorgungsanspruchs durch Bereitstellung jährlicher Beiträge in Höhe von 280.000 €; Altersversorgung als lebenslanges Ruhegeld, begrenzt auf maximal 350.000 € p.a.
- für Dr. Klaus Keysberg: fortführung der Ruhegeldzusage nach den Regeln der "Leistungsordnung C des Essener Verbandes" aus der früheren Tätigkeit in der thyssenkrupp Gruppe
- Für Johannes Dietsch: Aufbau des Alterskapitals durch Bereitstellung von Beiträgen in Höhe von 280.000 € p.a.; die Altersversorgung wird grundsätzlich in Form eines Einmalkapitals ausgezahlt
Erfolgsabhängige Vergütung
Jährliche Tantieme (Short-Term Incentive; STI) Zieltantieme bei einer Zielerreichung von 100 %:
- Für die Vorstandsvorsitzende: 1.250.000 €
- Für die Mitglieder des Vorstands: 680.000 € Basis für die Zielerreichung:
- Finanzielle Erfolgsziele des Unternehmens: EBIT, ROCE und FCF vor M & A
- Ziele abgeleitet aus der Unternehmensplanung und jährlich vom Aufsichtsrat festgelegt Bonus-Malus-Faktor in der Bandbreite von +/- 20 %:
- Nachhaltigkeitsmultiplikator: Indirekt Finanzielle Ziele aus den Bereichen Mitarbeiter, Innovationen, Umwelt und Einkauf
- Diskretionärer Faktor: Beurteilung der Gesamtleistung des Vorstands Obergrenze: 200 % der Zieltantieme (Cap)
Möglichkeit einer Sondervergütung Bei außergewöhnlichen Leistungen und Erfolgen nach billigem Ermessen des Aufsichtsrats und innerhalb des geltenden Gesamt-Caps
Long-Term Incentive (LTI) Zuteilung virtueller Aktien des Unternehmens mit dreijährigem tkVA-Performance-Zeitraum:
- Ausgangswert für die Vorstandsvorsitzende: 2.000.000 € - Ausgangswert für die Mitglieder des Vorstands: 1.050.000 € Die Anzahl der zu Beginn jeder Tranche zunächst vorläufig gewährten virtuellen Aktien berechnet sich durch Division des Ausgangswerts durch den durchschnittlichen Kurs der thyssenkrupp Aktie während des 1. Quartals des Geschäftsjahres, in dem der tkVA-Performance-Zeitraum beginnt. Die endgültige Anzahl der virtuellen Aktien nach Abschluss des Performance-Zeitraums ist abhängig vom durchschnittlich über den Performance-Zeitraum erreichten tkVA. Der erreichte Durchschnittskurs der thyssenkrupp Aktie während des 1. Quartals des Geschäftsjahres nach Ende des dreijährigen tkVA-Performance-Zeitraums bestimmt den finalen Wert der Auszahlung. Obergrenze: 250 % des Zielwerts (Cap)
Sonstige Vergütungsregelungen
Vorgaben zum Aktienbesitz (Share Ownership Guidelines) Verpflichtung, innerhalb des Bestellungszeitraums für eine Jahresfestvergütung (Vorstandsvorsitzende) beziehungsweise eine halbe Jahresfestvergütung (ordentliche Vorstandsmitglieder) thyssenkrupp Aktien zu erwerben und diese bis zur Beendigung der Bestellung zu halten; jährlicher Mindestinvestitionsbetrag
Gesamt-Cap Höchstgrenze von 9.000.000 € für die Vorstandsvorsitzende und je 4.500.000 € für die übrigen Mitglieder des Vorstands in Bezug auf die zugeflossene Gesamtvergütung inkl. aller Nebenleistungen und des Versorgungsaufwands für die Altersversorgung pro Geschäftsjahr
Abfindungs-Cap Abfindungszahlungen von maximal zwei Jahresvergütungen; Vergütung für die Vertragsrestlaufzeit darf nicht überschritten werden - DCGK-konform
Abfindung bei Kontrollwechsel (Change of Control) (Oliver Burkhard, Dr. Klaus Keysberg, Johannes Dietsch) Abfindungszahlungen im Falle des Kontrollwechsels dürfen 100 % des Abfindungs-Caps nicht überschreiten.
Clawback-Regelung Herabsetzungsrecht des Aufsichtsrats bei Verschlechterung der Lage der Gesellschaft nach § 87 Abs. 2 AktG

Struktur und Bestandteile des Vergütungssystems des Vorstands

Die Vergütung der Vorstandsmitglieder setzt sich aus erfolgsunabhängigen und erfolgsabhängigen Elementen zusammen. Erstere umfassen die Festvergütung, Nebenleistungen und Altersversorgungszusagen. Zur erfolgsabhängigen Vergütung zählen die Tantieme (Short-Term Incentive Plan - STI) sowie der Long-Term Incentive Plan (LTI). Die einzelnen Komponenten werden in den folgenden Abschnitten näher erläutert.

Die Zieldirektvergütung (Festvergütung + Tantieme + LTI) des Vorstands umfasst vorwiegend variable, erfolgsabhängige Vergütungselemente. Rund 30 % der Zieldirektvergütung macht die Festvergütung aus, rund 28 % die Tantieme, und gut 42 % entfallen auf den LTI. Das Verhältnis der langfristigen variablen Vergütung (LTI) zur kurzfristigen variablen Vergütung (Tantieme) liegt bei rund 60 : 40. Somit entspricht die Vorstandsvergütung den DCGK-Empfehlungen, wonach die variable Vergütung überwiegend aktienbasiert gewährt werden soll und dass der Anteil, der sich aus dem Erreichen langfristig orientierter Ziele ergibt, den Anteil aus kurzfristig orientierten Zielen übersteigen soll.

Die erfolgsunabhängige Vergütung

Festvergütung

Die Festvergütung der Vorstandsmitglieder wird monatlich anteilig als Gehalt gezahlt. Seit der letzten Anpassung zum 1. Oktober 2014 beträgt sie für ein ordentliches Vorstandsmitglied 700.000 € und für die Vorstandsvorsitzende 1.340.000 € pro Jahr.

Freiwilliger Verzicht des Vorstands auf 10 % ihres monatlichen Bruttogehalts für drei Monate in der Corona-Pandemie

Vor dem Hintergrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Kurzarbeit in der Belegschaft haben die Mitglieder des Vorstands der thyssenkrupp AG auf eigene Initiative für die drei Monate Mai bis Juli 2020 auf je 10 % des monatlichen Bruttogehalts verzichtet. Der Verzichtsbetrag ist dabei zur Hälfte im Unternehmen verblieben und zur Hälfte für lokale Hilfsprojekte im Kontext der Corona-Pandemie verwendet worden, um auch in der Nachbarschaft von thyssenkrupp ein Zeichen der Verbundenheit zu setzen.

Nebenleistungen

Zusätzlich zur Festvergütung erhalten die Vorstandsmitglieder Nebenleistungen in Form von Sachbezügen; dies sind in der Regel ein Dienstwagen mit Fahrer, Sicherheitsleistungen sowie Versicherungsprämien und medizinische Vorsorgeuntersuchungen. Prinzipiell stehen diese Nebenleistungen allen Vorstandsmitgliedern gleichermaßen zu, die Höhe variiert je nach der persönlichen Situation. Zusätzlich können bei Neueintritten auf ausdrücklichen Beschluss des Aufsichtsrats und für einen begrenzten Zeitraum weitere Leistungen zum Übergang zugesagt werden. In diesem Zusammenhang wurde Martina Merz wegen der kurzfristigen Übernahme des Vorstandsvorsitzes ein bis zum 30. Juni 2020 befristeter Wohn- und Mobilitätskostenzuschuss gewährt.

Altersversorgung

Alle seit dem 1. Oktober 2019 neu bestellten Vorstandsmitglieder (Martina Merz, Dr. Klaus Keysberg) erhalten anstelle der Neuzusage einer betrieblichen Altersversorgung ein Versorgungsentgelt in Form eines festen jährlichen Geldbetrags zur Eigenvorsorge. Dieser beläuft sich für ein ordentliches Vorstandsmitglied auf 280.000 € und für die Vorstandsvorsitzende auf 536.000 € pro Jahr. Mit Dr. Klaus Keysberg ist zusätzlich vereinbart, dass die im Zuge seiner früheren Tätigkeit in der thyssenkrupp Gruppe erworbene Altersversorgungszusage nach den Regeln der "Leistungsordnung C des Essener Verbandes" (im Folgenden LO C-Zusage) unverändert fortgeführt wird.

Alle vor dem 1. Oktober 2019 bestellten Vorstandsmitglieder haben Leistungen aus einer betrieblichen Altersversorgung zugesagt bekommen, die ihnen ausgezahlt werden, wenn sie entweder das Ruhestandsalter erreicht haben oder dauerhaft arbeitsunfähig sind. Dies gilt auch für die vorgenannte LO C-Zusage an Dr. Klaus Keysberg.

Für Oliver Burkhard und Johannes Dietsch ergibt sich der Anspruch auf eine betriebliche Altersversorgung aus einer beitragsorientierten Regelung mit einem jährlichen Versorgungsbeitrag von je 280.000 €. Oliver Burkhard wird die Altersversorgung in Form eines Ruhegelds gewährt, das auf maximal 350.000 € p.a. begrenzt ist, während die Altersversorgungsansprüche von Johannes Dietsch grundsätzlich in Form eines Einmalkapitals ausgezahlt werden. Dr. Klaus Keysberg erhält aus der LO C-Zusage ein Ruhegeld.

Das Ruhestandsalter ist das vollendete 60. Lebensjahr, sofern zu diesem Zeitpunkt kein Dienstverhältnis mit der Gesellschaft mehr besteht. Wenn der Vorstandsvertrag mit oder nach Vollendung des 60. Lebensjahres endet, kann die Altersleistung erst nach Beendigung des Vorstandsvertrags in Anspruch genommen werden. Laufende Ruhegeldzahlungen werden im Fall von Oliver Burkhard um 1 % pro Jahr erhöht und im Fall der LO C-Zusage von Dr. Klaus Keysberg vom Essener Verband regelmäßig überprüft und gegebenenfalls den veränderten Verhältnissen angepasst.

Die Hinterbliebenenversorgung sieht bei den Ruhegeldzusagen eine Zahlung von 60% des Ruhegelds für den Partner und von 20 % für jedes unterhaltsberechtigte Kind vor; sie beträgt insgesamt maximal 100 % des regulären Ruhegeldanspruchs. Bei den Zusagen, die in Form eines Einmalkapitals ausgezahlt werden, erhalten Hinterbliebene den Stand der verzinsten Versorgungsbeiträge zum Zeitpunkt des Eintritts des Leistungsfalls.

Die erfolgsabhängige Vergütung

Tantieme (Short-Term-Incentive - STI)

Zielbeträge jährliche Tantieme für das Geschäftsjahr 2019 / 2020

Martina Merz 1.250.000 €
Oliver Burkhard 680.000 €
Dr. Klaus Keysberg 680.000 €
Johannes Dietsch 1) -

1) Johannes Dietsch hat im Zuge seines Ausscheidens zum 31. März 2020 auf sämtliche Ansprüche auf eine Tantieme für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 verzichtet.

Das erste erfolgsabhängige Vergütungselement ist die jährliche Tantieme. Ihre Höhe bemisst sich nach der Entwicklung dreier zentraler Kernsteuerungsgrößen der Gruppe für das jeweilige Geschäftsjahr. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sowie der Free Cashflow vor M & A (FCF vor M & A) werden jeweils mit 40 % gewichtet, die Gesamtkapitalrentabilität (ROCE) ist für die übrigen 20% maßgeblich. Die Gesamtzielerreichung der drei finanziellen Erfolgsziele ergibt sich somit aus dem gewichteten Durchschnitt der drei Bemessungsgrundlagen.

Details zu den einzelnen Nachhaltigkeitszielen finden sich unter "Grundlagen der Gruppe" im Kapitel "Ziele", Abschnitt "Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele".

Um die Gesamtleistung der Vorstandsmitglieder stärker berücksichtigen zu können und neben den unmittelbaren finanziellen auch weitere nichtfinanzielle strategische Zielsetzungen mit einzubeziehen, umfasst die Tantieme zusätzlich einen Bonus-Malus-Faktor, der mit der Gesamtzielerreichung der finanziellen Ziele multipliziert wird. Dieser Faktor setzt sich zu jeweils gleichen Teilen aus einem Nachhaltigkeitsmultiplikator und aus einem diskretionären Faktor zusammen. Der Nachhaltigkeitsmultiplikator basiert auf Indirekt Finanziellen Zielen aus den Bereichen Mitarbeiter, Innovationen, Umwelt und Einkauf. Der diskretionäre Faktor ermöglicht dem Aufsichtsrat, die Gesamtleistung des Vorstands zu bewerten. Der Bonus-Malus-Faktor reicht von 0,8 bis 1,2; mit ihm kann die finanzielle Zielerreichung somit nach oben und nach unten angepasst werden, er ermöglicht auch eine individuelle Differenzierung innerhalb des Vorstands. Die Zielerreichung dieses Tantiemeanteils legt der Aufsichtsrat nach billigem Ermessen fest. Dabei berücksichtigt der Aufsichtsrat insbesondere die Angemessenheitskriterien des § 87 AktG.

BERECHNUNG TANTIEME

Die Gesamtzielerreichung und die Auszahlung aus der Tantieme, die sich daraus ergibt, sind auf maximal 200 % des Zielwerts begrenzt. Es gibt keine garantierte Mindesttantieme, die Auszahlung kann daher auch komplett entfallen.

Die Zielwerte für die finanziellen Erfolgsziele werden aus der Unternehmensplanung abgeleitet; zusätzlich werden für alle drei genannten Erfolgsziele Schwellenwerte definiert, oberhalb beziehungsweise unterhalb derer eine weitere Verbesserung beziehungsweise Verschlechterung des erzielten Ergebnisses keine Auswirkung mehr auf die Höhe der Zielerreichung hat. Zu Beginn jedes Geschäftsjahres beschließt der Aufsichtsrat anspruchsvolle Ziel- und Schwellenwerte; auch diesen Beschluss bereitet der Personalausschuss vor.

Long-Term Incentive (LTI)

Ausgangswerte LTI für das Geschäftsjahr 2019 / 2020

Martina Merz 2.000.000 €
Oliver Burkhard 1.050.000 €
Dr. Klaus Keysberg 1.050.000 €
Johannes Dietsch 1) 525.000 €

1) Anteilige Gewährung bis 31. März 2020

Das zweite erfolgsabhängige Vergütungselement ist der LTI, der auf eine langfristige Anreizwirkung ausgerichtet ist. Ausschlaggebende Faktoren sind hier die Wertgenerierung - gemessen an der Kernsteuerungsgröße thyssenkrupp Value Added (tkVA) - sowie die Entwicklung des Kurses der thyssenkrupp Aktie. Die Ausgestaltung des LTI und die dadurch bedingte Teilhabe der Vorstandsmitglieder an der Entwicklung des Aktienkurses bringen die Zielsetzung des Managements und die unmittelbaren Interessen der Aktionäre in Einklang. Der LTI basiert auf virtuellen Aktien und wird den Vorstandsmitgliedern in jährlichen Tranchen gewährt. Die Laufzeit der einzelnen Tranchen beginnt zum 1. Oktober eines jeden Jahres und umfasst insgesamt vier Geschäftsjahre (dreijähriger tkVA-Performance-Zeitraum und Aktienkursentwicklung im 1. Quartal des darauffolgenden Geschäftsjahres). Dadurch werden Anreize geschaffen, die langfristige Unternehmensentwicklung in den Blick zu nehmen.

Zu Beginn jeder Tranche wird eine bestimmte Anzahl virtueller Aktien zunächst vorläufig gewährt. Diese Anzahl berechnet sich, indem der Ausgangswert (Zielbetrag) durch den durchschnittlichen Kurs der thyssenkrupp Aktie während des 1. Quartals des Geschäftsjahres, in dem der tkVA-Performance-Zeitraum beginnt, dividiert wird. Dabei wird kaufmännisch auf ganze Stücke auf- oder abgerundet. Die vorläufig gewährte Anzahl virtueller Aktien kann somit von Jahr zu Jahr schwanken.

Die Anzahl virtueller Aktien, die den Vorstandsmitgliedern am Ende des dreijährigen tkVA-Performance-Zeitraums final zugeteilt wird, kann von der vorläufig gewährten Anzahl nach oben und unten abweichen. Als Bemessungsgrundlage für die finale Anzahl virtueller Aktien wird die Entwicklung des durchschnittlichen tkVA über den Performance-Zeitraum herangezogen.

BERECHNUNG LONG-TERM-INCENTIVE (LTI)

Je 20 Mio €, die der im Durchschnitt tatsächlich erreichte tkVA über dem vom Aufsichtsrat festgelegten Zielwert liegt, erhöht sich die Anzahl der virtuellen Aktien um 1 %. Je 10 Mio €, die der im Durchschnitt tatsächlich erreichte tkVA unter dem vom Aufsichtsrat festgelegten Zielwert liegt, verringert sich die Anzahl der virtuellen Aktien um 1 %. Zwischenwerte werden linear interpoliert, und die sich ergebende Anzahl virtueller Aktien wird wiederum kaufmännisch auf ganze Stücke aufoder abgerundet. Die Anzahl der virtuellen Aktien kann dabei bis auf null sinken, sodass in diesem Fall keine Auszahlung erfolgt.

Um den Auszahlungsbetrag zu bestimmen, wird die am Ende des Performance-Zeitraums erreichte finale Anzahl virtueller Aktien mit dem durchschnittlichen Kurs der thyssenkrupp Aktie während des 1. Quartals des Geschäftsjahres, das unmittelbar auf den dreijährigen tkVA-Performance-Zeitraum folgt, multipliziert. Der so errechnete Auszahlungsbetrag ist auf 250 % des Zielwerts begrenzt.

Details zum tkVA finden sich im Kapitel "Unternehmenssteuerung".

Der Aufsichtsrat beschließt bei der jährlichen Neuauflage des LTI zu Beginn eines jeden Geschäftsjahres anspruchsvolle Ziel- und Schwellenwerte für die jeweils neue Tranche; diesen Beschluss bereitet ebenfalls der Personalausschuss vor. Der Zielwert für die LTI-Tranche, die den Vorstandsmitgliedern im März 2020 gewährt wurde, bezieht sich auf den tkVA-Performance-Zeitraum 2019 / 2020 bis einschließlich 2021 / 2022. Dabei hat der Aufsichtsrat einen durchschnittlichen tkVA von 3,0 Mrd € als Zielwert festgelegt.

Vorgaben zum Aktienbesitz

Alle Vorstandsmitglieder sind verpflichtet, innerhalb des Bestellungszeitraums für insgesamt ein Jahresfestgehalt (Vorstandsvorsitzende) beziehungsweise ein halbes Jahresfestgehalt (ordentliche Vorstandsmitglieder) Aktien der thyssenkrupp AG zu erwerben und diese für die Dauer der Bestellung zu halten. Dabei gilt ein jährlicher Mindestinvestitionsbetrag in Höhe eines Drittels (bei dreijähriger Bestellung) beziehungsweise eines Fünftels (bei fünfjähriger Bestellung) des Gesamtinvestitionsbetrags, bis dieser erreicht ist. Davon abweichend ist mit Martina Merz vereinbart, dass sich die Aktienerwerbsverpflichtung innerhalb ihres aktuellen Bestellungszeitraums vom 1. April 2020 bis zum 31. März 2023 aufgrund der bei Konzeption des Programms unterstellen fünfjährigen Bestellperiode für Vorstandsvorsitzende anteilig auf drei Fünftel eines vollen Jahresfestgehalts belaufen soll, was einem Gesamtbetrag von 804.000€ entspricht.

Vorhandene Bestandsaktien können einmalig bei Eintritt in das Aktienerwerbsprogramm eingebracht werden. Maßgeblich für die Erfüllung der Aktienerwerbs- und Haltepflicht ist allein der Kaufpreis zum Zeitpunkt des Erwerbs; spätere Aktienkursveränderungen lassen den Umfang der Aktienerwerbs- und Haltepflicht unberührt. Die Verpflichtung steht unter dem Vorbehalt, dass dieser Aktienerwerb in rechtlich zulässiger Weise erfolgen kann, insbesondere mit Blick auf die aktien- und kapitalmarktrechtlichen Vorschriften.

Maximalvergütung

Zusätzlich zu Höchstgrenzen für die variablen Vergütungselemente Festlegung betragsmäßiger Maximalvergütungen für die Mitglieder des Vorstands

Das System für die Vergütung des Vorstands beinhaltet zusätzlich zu den Höchstgrenzen, die für die variablen Vergütungselemente gelten, betragsmäßige Maximalvergütungen für die Vorstandsmitglieder in Bezug auf die pro Geschäftsjahr zugeflossene Gesamtvergütung - inklusive Festvergütung, Nebenleistungen, erfolgsabhängige Vergütung (Tantieme und LTI), Altersversorgungsaufwendungen sowie etwaige Sondervergütungen. Für die Vorstandsvorsitzende beläuft sich die Maximalvergütung auf 9 Mio € pro Geschäftsjahr, für ordentliche Vorstandsmitglieder auf je 4,5 Mio € pro Geschäftsjahr, wobei die vorgenannten Beträge bei unterjährigen Ein- und Austritten anteilig reduziert werden. Die Maximalvergütung geht allen anderen für die Höhe der Vergütung vereinbarten Regelungen vor.

Zusagen im Zusammenhang mit der Beendigung der Vorstandstätigkeit

Abfindungen

Für die Vorstandsmitglieder sind dienstvertragliche Abfindungsregelungen vereinbart, die den Empfehlungen des DCGK entsprechen. Es ist geregelt, dass Zahlungen an ein Vorstandsmitglied bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit den Wert von zwei Jahresvergütungen nicht überschreiten (Abfindungs-Cap) und nicht mehr als die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags vergüten.

Change of Control

Im Falle eines Unternehmenskontrollwechsels haben die Vorstandsmitglieder das Recht, innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten ab dem Kontrollwechsel mit einer Frist von drei Monaten zum Monatsende ihr Amt als Mitglied des Vorstands aus wichtigem Grund niederzulegen und ihren Dienstvertrag zu kündigen (Sonderkündigungsrecht).

Bei Ausübung des Sonderkündigungsrechts gelten Abfindungsregelungen, die vorsehen, dass Zahlungen im Zusammenhang mit der Beendigung der Vorstandstätigkeit aufgrund eines Kontrollwechsels zwei Jahresvergütungen, jedoch beschränkt auf Festgehalt und Tantieme, nicht überschreiten und nicht mehr als die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags vergüten. Das Sonderkündigungsrecht und der Anspruch auf Abfindung bestehen nicht, wenn es sich um einen Kontrollwechsel durch die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung handelt.

Die vorstehenden Regelungen für den Fall eines Unternehmenskontrollwechsels waren im Berichtsjahr mit Oliver Burkhard, Dr. Klaus Keysberg und Johannes Dietsch vereinbart. Für Martina Merz besteht eine solche Vereinbarung nicht.

Kredite, Vorschüsse, Leistungen Dritter

Wie in den vergangenen Geschäftsjahren wurden den Vorstandsmitgliedern im Geschäftsjahr 2019 / 2020 weder Kredite oder Vorschüsse gewährt noch ist thyssenkrupp zu ihren Gunsten Haftungsverhältnisse eingegangen. Auch ist thyssenkrupp nicht bekannt, dass ein Vorstandsmitglied im Berichtsjahr Zusagen von Dritten mit Bezug auf die Vorstandstätigkeit erhalten hätte.

Tatsächliche erfolgsabhängige Vergütung für das Geschäftsjahr 2019 / 2020

Tantieme 2019 / 2020

Die Vorstandsmitglieder erhalten für das abgelaufene Geschäftsjahr keine Tantieme.

Die Geschäftsentwicklung von thyssenkrupp war im Berichtsjahr maßgeblich von den Auswirkungen der Corona-Pandemie beeinträchtigt. Infolgedessen wurden die für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 gesetzten Schwellenwerte für EBIT, Free Cashflow vor M & A sowie ROCE allesamt nicht erreicht, sodass sich die daraus resultierende Zielerreichung auf 0 % beläuft. Die Vorstandsmitglieder erhalten daher für das abgelaufene Geschäftsjahr keine Tantieme.

Sondervergütung 2019 / 2020

Die Vorstandsmitglieder erhalten für die besonderen Leistungen im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Sondervergütung.

Wie dargestellt erhalten die Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 keine Tantieme. Gleichwohl hat der Vorstand im abgelaufenen Geschäftsjahr Außergewöhnliches geleistet: Unter den erschwerten Bedingungen der Corona-Pandemie wurde der Verkauf von thyssenkrupp Elevator zügig zum 31. Juli 2020 vollzogen und dabei ein hervorragender Erlös erzielt. Damit haben wir unsere Bilanzkennzahlen erheblich verbessert und den weiteren Umbau des Unternehmens möglich gemacht, den der auf drei Mitglieder verkleinerte Vorstand unter der Führung von Martina Merz neben der akuten Krisenbewältigung konsequent weiter vorangetrieben hat. Der Aufsichtsrat hat daher entschieden, diese besonderen Leistungen über die im geltenden Vergütungssystem vorgesehene Möglichkeit der Gewährung einer einmaligen Sondervergütung zu würdigen; diese beläuft sich für Martina Merz auf 500.000 € sowie für Oliver Burkhard und Dr. Klaus Keysberg auf je 200.000 €.

LTI 2016 / 2017

Die im Geschäftsjahr 2019 / 2020 fällige 7. Tranche des LTI wurde für das Geschäftsjahr 2016/2017 begeben. Der zugehörige Auszahlungsbetrag leitet sich wie folgt her:

HERLEITUNG DER LTI-AUSZAHLUNG FÜR DIE TRANCHE 2016 / 2017 1

Performance-Ziele thyssenkrupp Value Added (tkVA) Kursentwicklung der thyssenkrupp Aktie
tkVA Performance-Zeitraum 2016 / 2017 - 2018 / 2019
Relevanter Aktienkurs Ø Aktienkurs Q1 GJ 2019 / 2020 ggü. Ø Aktienkurs Q1 GJ 2016 / 2017
Verknüpfung Multiplikativ
Mögliche Zielerreichung 0 - 250 %
Vorläufig gewährte Anzahl virtueller Aktien Ausgangswert: 950.000 €

Ø Aktienkurs Q1 GJ 2016 / 2017: 21,92 €
▷ 43.339 virtuelle Aktien
Zielerreichung tkVA Tatsächlich im Durchschnitt erreichter tkVA liegt 645,3 Mio € unter dem Ziel-tkVA; dies führt zu einer Verringerung der Anzahl zugeteilter virtueller Aktien um 64,53 %
Endgültig gewährte Anzahl virtueller Aktien (100 % - 64,53 %) x 43.339 virtuelle Aktien = 15.372 virtuelle Aktien
Auszahlung 15.372 virtuelle Aktien

Ø Aktienkurs Q1 GJ 2019 / 2020: 12,50 €
▷ 192.150 €

1) Am Beispiel eines ordentlichen Vorstandsmitglieds mit einem Ausgangswert von 950.000 €

Aufgrund des erreichten tkVA und der Aktienkursentwicklung wurden an Oliver Burkhard 192.150 € ausbezahlt, was etwa 20,2 % des zugesagten Ausgangswerts entspricht. Martina Merz, Dr. Klaus Keysberg und Johannes Dietsch haben dem Vorstand der thyssenkrupp AG im Geschäftsjahr 2016 / 2017 noch nicht angehört, sodass sich für sie keine Ansprüche aus der dem Vorstand für dieses Geschäftsjahr gewährten Tranche ableiteten und sie demzufolge auch keine Auszahlungen erhielten.

Gewährte und zugeflossene Vergütung des Vorstands

Die beiden nachfolgenden Übersichten zeigen die Gesamtvergütung des Vorstands, wobei entsprechend der Praxis in den Vorjahren zwischen gewährter und zugeflossener Vergütung differenziert wird:

Tabelle 1 umfasst die für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 gewährten, d.h. bei 100 %-Zielerreichung zugesagten individuellen Vergütungen sowie die Minimal- und Maximalwerte für die einzelnen Vorstandsmitglieder.
Tabelle 2 zeigt die tatsächlich für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 zugeflossenen, d.h. die tatsächlich ausgezahlten Vergütungen der einzelnen Vorstandsmitglieder.

TABELLE 1: VERGÜTUNG DES VORSTANDS 2019 / 2020 (ZUWENDUNG)

Martina Merz Oliver Burkhard
Vorsitzende des Vorstands seit 01.10.2019 Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2013
--- --- --- --- --- --- ---
alle Werte

in Tsd €
2018 / 2019 Ausgangswert 2019 / 2020 Ausgangswert 2019 / 2020 Minimum 2019 / 2020 Maximum 1) 2018 / 2019 Ausgangswert
--- --- --- --- --- --- ---
Festvergütung 2) - 1.307 1.307 1.307 700
Versorgungsentgelt - 536 536 536 -
Nebenleistungen - 93 93 93 72
Summe - 1.936 1.936 1.936 772
Einjährige variable Vergütung Tantieme (bar) - 1.250 0 2.500 680
Sondervergütung 3) - 500 500 500 -
Mehrjährige variable Vergütung 10. Tranche LTI 2019 / 2020 - 2022 / 2023 - 586 0 5.000 -
9. Tranche LTI 2018 / 2019 - 2021 / 2022 - - - - 734
Summe - 4.272 2.436 9.936 2.186
Versorgungsaufwand nach IFRS - - - - 980
Summe - 4.272 2.436 9.936 3.166
Oliver Burkhard Dr. Klaus Keysberg
Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2013 Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.10.2019
--- --- --- --- --- --- ---
alle Werte

in Tsd €
2019 / 2020 Ausgangswert 2019 / 2020 Minimum 2019 / 2020 Maximum 1) 2018 / 2019 Ausgangswert 2019 / 2020 Ausgangswert
--- --- --- --- --- --- ---
Festvergütung 2) 683 683 683 - 683
Versorgungsentgelt - - - - 280
Nebenleistungen 79 79 79 - 81
Summe 762 762 762 - 1.044
Einjährige variable Vergütung Tantieme (bar) 680 0 1.360 - 680
Sondervergütung 3) 200 200 200 - 200
Mehrjährige variable Vergütung 10. Tranche LTI 2019 / 2020 - 2022 / 2023 307 0 2.625 - 307
9. Tranche LTI 2018 / 2019 - 2021 / 2022 - - - - -
Summe 1.949 962 4.947 - 2.231
Versorgungsaufwand nach IFRS 1 1 1 - 360
Summe 1.950 963 4.948 - 2.591
Dr. Klaus Keysberg Johannes Dietsch
Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.10.2019 Ordentliches Vorstandsmitglied bis 31.03.2020
--- --- --- --- --- --- ---
alle Werte

in Tsd €
2019 / 2020 Minimum 2019 / 2020 Maximum 1) 2018 / 2019 Ausgangswert 2019 / 2020 Ausgangswert 2019 / 2020 Minimum
--- --- --- --- --- --- ---
Festvergütung 2) 683 683 467 350 350
Versorgungsentgelt 280 280 - - -
Nebenleistungen 81 81 14 17 17
Summe 1.044 1.044 481 367 367
Einjährige variable Vergütung Tantieme (bar) 0 1.360 453 - -
Sondervergütung 3) 200 200 - - -
Mehrjährige variable Vergütung 10. Tranche LTI 2019 / 2020 - 2022 / 2023 0 2.625 - 154 0
9. Tranche LTI 2018 / 2019 - 2021 / 2022 - - 489 - -
Summe 1.244 5.229 1.423 521 367
Versorgungsaufwand nach IFRS 360 360 198 145 145
Summe 1.604 5.589 1.621 666 512
Johannes Dietsch
Ordentliches Vorstandsmitglied bis 31.03.2020
--- --- ---
alle Werte

in Tsd €
2019 / 2020 Maximum 1)
--- --- ---
Festvergütung 2) 350
Versorgungsentgelt -
Nebenleistungen 17
Summe 367
Einjährige variable Vergütung Tantieme (bar) -
Sondervergütung 3) -
Mehrjährige variable Vergütung 10. Tranche LTI 2019 / 2020 - 2022 / 2023 1.313
9. Tranche LTI 2018 / 2019 - 2021 / 2022 -
Summe 1.680
Versorgungsaufwand nach IFRS 145
Summe 1.825

1) Zusätzlich zu den in der Spalte "Maximum" angegebenen Einzelcaps ist die jährliche Gesamtvergütung summarisch auf 9,0 Mio € für die Vorstandsvorsitzende und 4,5 Mio € für die ordentlichen Vorstandsmitglieder begrenzt.

2) Die Vorstandsmitglieder Martina Merz, Oliver Burkhard und Dr. Klaus Keysberg haben vor dem Hintergrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Kurzarbeit in der Belegschaft auf eigene Initiative für die drei Monate Mai bis Juli 2020 auf je 10 % des monatlichen Bruttogehalts verzichtet.

3) Die Vorstandsmitglieder Martina Merz, Oliver Burkhard und Dr. Klaus Keysberg haben für die besonderen Leistungen im abgelaufenen Geschäftsjahr eine einmalige Sondervergütung erhalten.

TABELLE 2: VERGÜTUNG DES VORSTANDS 2019 / 2020 (ZUFLUSS)

Martina Merz Oliver Burkhard Dr. Klaus Keysberg
Vorsitzende des Vorstands seit 01.10.2019 Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2013 Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.10.2019
--- --- --- --- --- --- ---
alle Werte

in Tsd €
2018 / 2019 2019 / 2020 2018 / 2019 2019 / 2020 2018 / 2019
--- --- --- --- --- --- ---
Festvergütung 1) - 1.307 700 683 -
Versorgungsentgelt - 536 - - -
Nebenleistungen - 93 72 79 -
Summe - 1.936 772 762 -
Einjährige variable Vergütung Tantieme (bar) - 0 0 0 -
Sondervergütung 2) - 500 0 200 -
Mehrjährige variable Vergütung 7. Tranche LTI 2016 / 2017 - 2019 / 2020 - - - 192 -
6. Tranche LTI 2015 / 2016 - 2018 / 2019 - - 629 - -
Summe - 2.436 1.401 1.154 -
Versorgungsaufwand nach IFRS - - 980 1 -
Summe - 2.436 2.381 1.155 -
Dr. Klaus Keysberg Johannes Dietsch
Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.10.2019 Ordentliches Vorstandsmitglied bis 31.03.2020
--- --- --- --- ---
alle Werte

in Tsd €
2019 / 2020 2018 / 2019 2019 / 2020
--- --- --- --- ---
Festvergütung 1) 683 467 350
Versorgungsentgelt 280 - -
Nebenleistungen 81 14 17
Summe 1.044 481 367
Einjährige variable Vergütung Tantieme (bar) 0 0 -
Sondervergütung 2) 200 - -
Mehrjährige variable Vergütung 7. Tranche LTI 2016 / 2017 - 2019 / 2020 - - -
6. Tranche LTI 2015 / 2016 - 2018 / 2019 - - -
Summe 1.244 481 367
Versorgungsaufwand nach IFRS 360 198 145
Summe 1.604 679 512

1) Vgl. Fußnote 2 zur Tabelle 1

2) Vgl. Fußnote 3 zur Tabelle 1

Gesamtvergütung des Vorstands nach HGB

Die folgende Tabelle zeigt die Gesamtvergütung des Vorstands nach den Vorschriften des HGB. Diese entspricht den oben gezeigten Zuwendungen nach Tabelle 1 - mit dem Unterschied, dass für die Tantiemen die Auszahlungsbeträge gemäß Tabelle 2 (Zufluss) berücksichtigt werden. Der Versorgungsaufwand wird gemäß HGB nicht einbezogen.

VERGÜTUNG DES VORSTANDS 2019 / 2020 NACH HGB

Martina Merz Oliver Burkhard Dr. Klaus Keysberg
Vorsitzende des Vorstands seit 01.10.2019 Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2013 Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.10.2019
--- --- --- --- --- --- ---
2018 / 2019 2019 / 2020 2018 / 2019 2019 / 2020 2018 / 2019 2019 / 2020
--- --- --- --- --- --- ---
Vergütung des Vorstands nach HGB in Tsd € - 3.022 1.506 1.269 - 1.551
Johannes Dietsch
Ordentliches Vorstandsmitglied bis 31.03.2020
--- --- ---
2018 / 2019 2019 / 2020
--- --- ---
Vergütung des Vorstands nach HGB in Tsd € 970 521

Die Gesamtbezüge der im jeweiligen Geschäftsjahr aktiven Vorstandsmitglieder nach HGB für die Tätigkeit im Berichtsjahr betrugen 6,4 Mio €. Der entsprechende Vorjahreswert lag bei 6,7 Mio €.

Aktienbasierte Vergütung des Vorstands 2019 / 2020

Im März 2020 wurden den Vorstandsmitgliedern neue virtuelle Aktien aus der 10. Tranche des LTI gewährt. Insgesamt verfügen die Vorstandsmitglieder nun aus der 8. bis 10. Tranche des LTI über insgesamt 509.874 gewährte, aber noch nicht auszahlungsreife virtuelle Aktien.

AKTIENBASIERTE VERGÜTUNG DES VORSTANDS 2019 / 2020

(Anzahl der gewährten Wertrechte in Stück und Aufwand aus aktienbasierter Vergütung im Geschäftsjahr)

Martina Merz Oliver Burkhard Dr. Klaus Keysberg
Vorsitzende des Vorstands seit 01.10.2019 Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2013 Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.10.2019
--- --- --- --- --- --- ---
2018 / 2019 2019 / 2020 2018 / 2019 2019 / 2020 2018 / 2019
--- --- --- --- --- --- ---
Anzahl der gewährten Wertrechte in Stück 10. Tranche LTI 2019 / 2020 - 2022 / 2023 - 160.000 - 84.000 -
9. Tranche LTI 2018 / 2019 - 2021 / 2022 - - 59.356 - -
Aufwand aus aktienbasierter Vergütung im Geschäftsjahr in Tsd € - 552 - 1.554 684 -
Dr. Klaus Keysberg Johannes Dietsch
Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.10.2019 Ordentliches Vorstandsmitglied bis 31.03.2020
--- --- --- --- ---
2019 / 2020 2018 / 2019 2019 / 2020
--- --- --- --- ---
Anzahl der gewährten Wertrechte in Stück 10. Tranche LTI 2019 / 2020 - 2022 / 2023 84.000 - 42.000
9. Tranche LTI 2018 / 2019 - 2021 / 2022 - 39.570 -
Aufwand aus aktienbasierter Vergütung im Geschäftsjahr in Tsd € 290 335 220

Betriebliche Altersversorgung des Vorstands 2019 / 2020

Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über den für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 angefallenen Versorgungsaufwand sowie über die Höhe der Pensionsverpflichtungen zum 30. September 2020 der im Berichtsjahr amtierenden Vorstandsmitglieder.

BETRIEBLICHE ALTERSVERSORGUNG DES VORSTANDS 2019 / 2020

Martina Merz Oliver Burkhard Dr. Klaus Keysberg 1)
Vorsitzende des Vorstands seit 01.10.2019 Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2013 Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.10.2019
--- --- --- --- --- --- ---
alle Werte

in Tsd €
2018 / 2019 2019 / 2020 2018 / 2019 2019 / 2020 2018 / 2019
--- --- --- --- --- --- ---
Beträge nach IFRS Versorgungsaufwand - - 980 1 -
Barwert der Verpflichtung - - 11.746 11.819 -
Beträge nach HGB Versorgungsaufwand - - 606 1 -
Barwert der Verpflichtung - - 6.392 7.312 -
Dr. Klaus Keysberg 1) Johannes Dietsch
Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.10.2019 Ordentliches Vorstandsmitglied bis 31.03.2020
--- --- --- --- ---
alle Werte

in Tsd €
2019 / 2020 2018 / 2019 2019 / 2020
--- --- --- --- ---
Beträge nach IFRS Versorgungsaufwand 360 198 145
Barwert der Verpflichtung 360 198 331
Beträge nach HGB Versorgungsaufwand 503 190 143
Barwert der Verpflichtung 2.693 190 325

1) Wie oben dargestellt ist mit Dr. Klaus Keysberg zusätzlich vereinbart, dass die im Zuge seiner früheren Tätigkeit in der thyssenkrupp Gruppe erworbene Altersversorgungszusage nach den Regeln der "Leistungsordnung C des Essener Verbandes" unverändert fortgeführt wird. Die im Rahmen dieser Zusage in der Vergangenheit erworbenen Ansprüche sind bei den Angaben zum Versorgungsaufwand und zum Barwert der Verpflichtung nach HGB mit zu berücksichtigen, während die entsprechenden Angaben nach IFRS ausschließlich auf die im Zuge der Fortführung der Zusage während der Vorstandstätigkeit neu erworbenen Ansprüche abstellen.

Leistungen im Zusammenhang mit der Beendigung der Vorstandstätigkeit

Am 20. März 2020 hat sich der Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG mit Johannes Dietsch darauf verständigt, dass dieser sein Vorstandsmandat zum 31. März 2020 einvernehmlich niederlegt. Aufgrund des noch bis Ende Januar 2022 laufenden Anstellungsvertrags und zur Kompensation vertraglicher Ansprüche erhielt Johannes Dietsch eine Ausgleichszahlung in Höhe von 801.667 €. Bei der Vereinbarung der Ausgleichszahlung wurde die im Dienstvertrag vorgesehene und vom DCGK empfohlenen Obergrenze von zwei Jahresvergütungen beziehungsweise der Vergütung für die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags deutlich unterschritten. Johannes Dietsch hat auf sämtliche Ansprüche auf eine etwaige Tantieme für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 verzichtet. Die übrige Vergütung für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 (Festvergütung, Nebenleistungen und 10. Tranche LTI) erhält er zeitanteilig. Die im vorangegangenen Geschäftsjahr gewährten Wertrechte (virtuelle Aktien) der 9. Tranche des LTI bestehen entsprechend den Empfehlungen des DCGK sowie den dienstvertraglichen Regelungen ungekürzt weiter und werden zum regulären Laufzeitende abgerechnet. Der Versorgungsbeitrag für die betriebliche Altersversorgung von Johannes Dietsch für das Kalenderjahr 2020 beträgt anteilig bis zum Beendigungsdatum 70.000€; ab 2021 werden keine weiteren Beiträge mehr gewährt. Die Anwartschaft auf das erworbene Versorgungskapital ist unverfallbar und wird bis zur Inanspruchnahme jährlich mit dem Höchstrechnungszins für Lebensversicherungen gemäß Deckungsrückstellungsverordnung, mindestens aber mit 1 %, weiter verzinst. Das Versorgungskapital ist im Januar 2023 zur Auszahlung fällig.

Bezüge der ehemaligen Vorstandsmitglieder

Die Gesamtbezüge der früheren Mitglieder des Vorstands und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 auf 24,4 Mio € (Vorjahr: 15,8 Mio €). Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen sind nach IFRS 323,7 Mio € (Vorjahr: 315,9 Mio €) beziehungsweise nach HGB 255,4 Mio € (Vorjahr: 237,3 Mio €) zurückgestellt.

Aufsichtsratsvergütung

Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 14 der Satzung geregelt. Neben der Erstattung ihrer Auslagen und einem Sitzungsgeld von 500 € erhalten die Aufsichtsratsmitglieder eine jährliche Grundvergütung in Höhe von 50.000 €.

Für den Aufsichtsratsvorsitzenden beträgt die jährliche Vergütung 200.000 € und für seinen Stellvertreter 150.000 €. Damit ist auch die Übernahme von Mitgliedschaften und Vorsitzen in Ausschüssen abgegolten. Die übrigen Aufsichtsratsmitglieder erhalten für den Vorsitz beziehungsweise die Tätigkeit in bestimmten Ausschüssen Zuschläge, die ebenfalls in § 14 der Satzung festgelegt sind. Aufsichtsratsmitglieder, die nur einen Teil des Geschäftsjahres dem Aufsichtsrat oder einem Ausschuss angehören, erhalten eine zeitanteilige Vergütung.

Für das Berichtsjahr erhalten die Aufsichtsratsmitglieder einschließlich des Sitzungsgelds eine Vergütung von insgesamt 1,88 Mio € (Vorjahr: 1,83 Mio €). Darin enthalten sind Vergütungen von Aufsichtsratsmitgliedern für Aufsichtsratsmandate bei Tochterunternehmen der thyssenkrupp AG in Höhe von 90.117 € (Vorjahr: 45.515 €).

Die nachfolgende Tabelle listet die auf die einzelnen Mitglieder entfallende Vergütung auf:

VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATS 2019 / 2020

Festvergütung Vergütung für Ausschusstätigkeit Sitzungsgeld
alle Werte

in €
2018 / 2019 2019 / 2020 2018 / 2019 2019 / 2020 2018 / 2019 2019 / 2020
--- --- --- --- --- --- ---
Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm, Vorsitzender (Vorsitz ab 01.10.2019) (Mitglied ab 24.04.2019) 25.000 200.000 6.250 - 1) 4.500 30.000
Martina Merz (Vorsitzende bis 30.09.2019) 141.667 - - 1) - 36.000 -
Jürgen Kerner, stellv. Vorsitzender (ab 31.01.2020) - 112.500 - - 1) - 16.000
Markus Grolms (stellv. Vorsitzender bis 31.01.2020) 150.000 50.000 - 1) - 1) 34.000 9.000
Birgit A. Behrendt (ab 31.01.2020) - 37.500 - - - 3.500
Dr. Wolfgang Colberg (ab 29.12.2018) 41.667 50.000 - - 8.000 7.000
Prof. Dr. Dr. h. c. Ursula Gather 50.000 50.000 25.000 25.000 16.000 9.500
Angelika Gifford (ab 12.11.2019) - 45.833 - - - 5.000
Dr. Bernhard Günther (ab 31.01.2020) - 37.500 - 58.125 - 18.500
Achim Hass 50.000 50.000 - - 4.000 5.000
Friederike Helfer (ab 31.01.2020) - 37.500 - 33.750 - 7.500
Dr. Ingrid Hengster 50.000 50.000 - - 4.000 5.000
Susanne Herberger (bis 31.07.2020) 50.000 41.667 12.500 10.417 6.500 5.500
Tanja Jacquemin 50.000 50.000 20.000 20.000 7.000 8.000
Prof. Dr. Hans-Peter Keitel (bis 28.01.2019) 16.667 - 12.500 - 3.500 -
Dr. Norbert Kluge 50.000 50.000 - - 3.500 5.000
Barbara Kremser-Bruttel (ab 01.02.2019) 33.333 50.000 - - 3.000 5.000
Dr. Ingo Luge (ab 12.11.2019 bis 31.01.2020 und ab 11.02.2020) - 45.833 - 18.750 - 7.000
Tekin Nasikkol (bis 01.02.2019 und ab 04.08.2020) 20.833 8.333 - 2.083 1.000 1.500
Prof. Dr. Bernhard Pellens (bis 31.01.2020) 112.500 16.667 45.208 25.833 40.500 11.000
Peter Remmler 50.000 50.000 12.500 12.500 6.500 7.000
Carola v. Schmettow (bis 31.01.2020) 50.000 16.667 12.500 4.167 12.500 3.500
Dirk Sievers (ab 02.10.2018) 50.000 50.000 57.500 57.500 35.000 27.500
Carsten Spohr (bis 26.09.2019) 50.000 - - - 3.000 -
Dr. Lothar Steinebach 50.000 50.000 28.333 20.000 9.500 8.000
Jens Tischendorf (bis 31.01.2020) 50.000 16.667 45.000 15.000 19.000 5.000
Friedrich Weber 50.000 50.000 - - 4.000 5.000
Isolde Würz 50.000 50.000 - - 4.000 5.000
Insgesamt 1.241.667 1.266.667 277.292 303.125 265.000 220.000
Vergütung aus Mandaten bei Tochterunternehmen der thyssenkrupp AG Gesamtvergütung
alle Werte

in €
2018 / 2019 2019 / 2020 2018 / 2019 2019 / 2020
--- --- --- --- ---
Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm, Vorsitzender (Vorsitz ab 01.10.2019) (Mitglied ab 24.04.2019) - - 35.750 230.000
Martina Merz (Vorsitzende bis 30.09.2019) - - 177.667 -
Jürgen Kerner, stellv. Vorsitzender (ab 31.01.2020) - - - 128.500
Markus Grolms (stellv. Vorsitzender bis 31.01.2020) - - 184.000 59.000
Birgit A. Behrendt (ab 31.01.2020) - - - 41.000
Dr. Wolfgang Colberg (ab 29.12.2018) - - 49.667 57.000
Prof. Dr. Dr. h. c. Ursula Gather - - 91.000 84.500
Angelika Gifford (ab 12.11.2019) - - - 50.833
Dr. Bernhard Günther (ab 31.01.2020) - - - 114.125
Achim Hass 5.400 5.400 59.400 60.400
Friederike Helfer (ab 31.01.2020) - - - 78.750
Dr. Ingrid Hengster - - 54.000 55.000
Susanne Herberger (bis 31.07.2020) 16.500 51.417 85.500 109.001
Tanja Jacquemin - - 77.000 78.000
Prof. Dr. Hans-Peter Keitel (bis 28.01.2019) - - 32.667 -
Dr. Norbert Kluge - - 53.500 55.000
Barbara Kremser-Bruttel (ab 01.02.2019) - 7.700 36.333 62.700
Dr. Ingo Luge (ab 12.11.2019 bis 31.01.2020 und ab 11.02.2020) - - - 71.583
Tekin Nasikkol (bis 01.02.2019 und ab 04.08.2020) 1.565 3.000 23.398 14.916
Prof. Dr. Bernhard Pellens (bis 31.01.2020) - - 198.208 53.500
Peter Remmler 16.750 17.000 85.750 86.500
Carola v. Schmettow (bis 31.01.2020) - - 75.000 24.334
Dirk Sievers (ab 02.10.2018) - - 142.500 135.000
Carsten Spohr (bis 26.09.2019) - - 53.000 -
Dr. Lothar Steinebach - - 87.833 78.000
Jens Tischendorf (bis 31.01.2020) - - 114.000 36.667
Friedrich Weber 5.300 5.600 59.300 60.600
Isolde Würz - - 54.000 55.000
Insgesamt 45.515 90.117 1.829.473 1.879.909

1) Gemäß § 14 Abs. 3 der Satzung durch die feste Vergütung abgegolten

Die Arbeitnehmervertreter, die Mitglied in einer Gewerkschaft sind, haben erklärt, ihre Vergütung nach den Richtlinien des Deutschen Gewerkschaftsbundes an die Hans-Böckler-Stiftung abzuführen.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben im Berichtsjahr keine weiteren Vergütungen beziehungsweise Vorteile für persönlich erbrachte Leistungen, insbesondere Beratungs- und Vermittlungsleistungen, erhalten. Den Aufsichtsratsmitgliedern wurden wie in den Vorjahren weder Kredite noch Vorschüsse gewährt noch wurden zu ihren Gunsten Haftungsverhältnisse eingegangen.

Gruppenabschluss

Bilanz

Aktiva

Mio € Anhang-Nr. 30.09.2019 30.09.2020
Immaterielle Vermögenswerte 04 5.029 2.075
Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) 05 8.144 6.319
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 06 128 722
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 11 39 658
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 12 240 230
Aktive latente Steuern 31 1.733 497
Langfristige Vermögenswerte 15.313 10.501
Vorräte 08 7.781 5.922
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 09 5.488 4.833
Vertragsvermögenswerte 10 1.443 1.575
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 11 808 535
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 12 1.642 1.414
Laufende Ertragsteueransprüche 293 162
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder 3.706 11.547
Kurzfristige Vermögenswerte 21.162 25.989
Summe Vermögenswerte 36.475 36.490
PASSIVA
Mio € Anhang-Nr. 30.09.2019 30.09.2020
Gezeichnetes Kapital 1.594 1.594
Kapitalrücklage 6.664 6.664
Gewinnrücklagen - 6.859 1.472
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 352 80
Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG 1.751 9.810
Nicht beherrschende Anteile 469 364
Eigenkapital 13 2.220 10.174
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 15 8.947 8.560
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 16 307 289
Sonstige Rückstellungen 16 554 507
Passive latente Steuern 31 48 58
Finanzschulden 17 6.529 5.303
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 19 136 96
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 6 6
Langfristige Verbindlichkeiten 16.527 14.819
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 16 357 156
Sonstige Rückstellungen 16 1.726 1.188
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 260 166
Finanzschulden 17 886 1.199
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 18 6.355 3.475
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 19 1.209 665
Vertragsverbindlichkeiten 10 4.561 3.073
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 20 2.373 1.575
Kurzfristige Verbindlichkeiten 17.728 11.497
Verbindlichkeiten 34.255 26.316
Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten 36.475 36.490

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

Gewinn- und Verlustrechnung

Mio €, mit Ausnahme Ergebnis je Aktie

in €
Anhang-Nr. 2018 / 2019 1) 2019 / 2020
Umsatzerlöse 24,25 34.036 28.899
Umsatzkosten 04,05 - 30.336 - 29.184
Bruttoergebnis vom Umsatz 3.700 - 285
Forschungs- und Entwicklungskosten - 271 - 247
Vertriebskosten - 2.298 - 2.195
Allgemeine Verwaltungskosten - 1.710 - 1.881
Sonstige Erträge 26 290 245
Sonstige Aufwendungen 27 - 271 - 897
Sonstige Gewinne und Verluste 28 46 1
Betriebliches Ergebnis - 515 - 5.260
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 6 4
Finanzierungserträge 654 1.188
Finanzierungsaufwendungen - 999 - 1.525
Finanzergebnis 29 - 340 - 333
Ergebnis vor Steuern - 855 - 5.593
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 31 - 255 52
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) - 1.110 - 5.541
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 03 851 15.134
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) - 260 9.592
Davon:
Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG - 304 9.585
Nicht beherrschende Anteile 44 8
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) - 260 9.592
Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) bezogen auf 32
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) - 1,85 - 8,91
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) - 0,49 15,40

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

Gesamtergebnisrechnung

Mio € 2018 / 20191) 2019 / 2020
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) - 260 9.592
Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig nicht in das Jahresergebnis umgegliedert werden:
Sonstiges Ergebnis aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) - 1.141 - 246
Steuereffekt 326 - 1.006
Sonstiges Ergebnis aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen, insgesamt - 815 - 1.252
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus Marktbewertung Eigenkapitalinstrumente
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) 0 2
Steuereffekt 0 0
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt 0 2
Anteil an den unrealisierten Gewinnen/(Verlusten), der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt 0 0
Zwischensumme der Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig nicht in das Jahresergebnis umgegliedert werden - 815 - 1.250
Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig in das Jahresergebnis umgegliedert werden können:
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) 236 - 468
Realisierte (Gewinne)/Verluste 1 146
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt 237 - 322
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus Marktbewertung Fremdkapitalinstrumente
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) - 1 - 3
Realisierte (Gewinne)/Verluste 0 0
Steuereffekt 0 0
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt - 1 - 3
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus Wertminderungen Finanzinstrumente
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) - 6 - 10
Realisierte (Gewinne)/Verluste - 3 5
Steuereffekt 2 1
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt - 6 - 4
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus Cashflow-Hedges
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) 1 35
Realisierte (Gewinne)/Verluste - 7 - 13
Steuereffekt 5 1
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt - 1 23
Anteil an den unrealisierten Gewinnen/(Verlusten), der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt 3 - 3
Zwischensumme der Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig in das Jahresergebnis umgegliedert werden können 232 - 309
Sonstiges Ergebnis - 582 - 1.559
Gesamtergebnis - 842 8.034
Davon:
Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG - 898 8.061
Nicht beherrschende Anteile 56 - 28
Der den Aktionären der thyssenkrupp AG zuzurechnende Anteil am Gesamtergebnis teilt sich wie folgt auf:
Fortgeführte Aktivitäten - 1.771 - 6.772
Nicht fortgeführte Aktivitäten 1) 874 14.833

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

Eigenkapitalveränderungsrechnung

Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG
--- --- --- --- ---
Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl Aktienanzahl im Umlauf Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen
--- --- --- --- ---
Stand am 30.09.2018 622.531.741 1.594 6.664 - 5.606
Anpassung aus der Erstanwendung von IFRS 9 - 43
Stand am 1.10.2018 622.531.741 1.594 6.664 - 5.649
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) - 304
Sonstiges Ergebnis - 811
Gesamtergebnis - 1.114
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG - 93
Sonstige Veränderungen - 2
Stand am 30.09.2019 622.531.741 1.594 6.664 - 6.859
Anpassung aus der Erstanwendung von IFRS 16 - 1
Stand am 1.10.2019 622.531.741 1.594 6.664 - 6.860
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) 9.585
Sonstiges Ergebnis - 1.251
Gesamtergebnis 8.333
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
Sonstige Veränderungen 0
Stand am 30.09.2020 622.531.741 1.594 6.664 1.472
Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG
Kumuliertes sonstiges Ergebnis
--- --- ---
Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung Marktbewertung Fremdkapitalinstrumente
--- --- ---
Stand am 30.09.2018 - 34 8
Anpassung aus der Erstanwendung von IFRS 9
Stand am 1.10.2018 - 34 8
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag)
Sonstiges Ergebnis 222 0
Gesamtergebnis 222 0
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG
Sonstige Veränderungen
Stand am 30.09.2019 187 7
Anpassung aus der Erstanwendung von IFRS 16
Stand am 1.10.2019 187 7
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag)
Sonstiges Ergebnis - 280 - 2
Gesamtergebnis - 280 - 2
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
Sonstige Veränderungen
Stand am 30.09.2020 - 93 6
Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG
Kumuliertes sonstiges Ergebnis
--- --- --- --- ---
Cashflow-Hedges
--- --- --- --- ---
Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl Marktbewertung Eigenkapitalinstrumente Wertminderungen Finanzinstrumente Designierte Risikokomponente Kosten der Absicherung
--- --- --- --- ---
Stand am 30.09.2018 - 69 -
Anpassung aus der Erstanwendung von IFRS 9 53
Stand am 1.10.2018 53 69 0
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag)
Sonstiges Ergebnis - 6 0 - 1
Gesamtergebnis - 6 0 - 1
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG
Sonstige Veränderungen
Stand am 30.09.2019 0 46 68 - 1
Anpassung aus der Erstanwendung von IFRS 16
Stand am 1.10.2019 0 46 68 - 1
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag)
Sonstiges Ergebnis 2 - 4 15 0
Gesamtergebnis 2 - 4 15 0
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
Sonstige Veränderungen
Stand am 30.09.2020 2 42 84 - 1
Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG
Kumuliertes sonstiges Ergebnis
--- --- ---
--- --- ---
Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl Anteil der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt Insgesamt
--- --- ---
Stand am 30.09.2018 40 2.734
Anpassung aus der Erstanwendung von IFRS 9 9
Stand am 1.10.2018 40 2.744
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) - 304
Sonstiges Ergebnis 3 - 594
Gesamtergebnis 3 - 898
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile 0
Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG - 93
Sonstige Veränderungen - 2
Stand am 30.09.2019 43 1.751
Anpassung aus der Erstanwendung von IFRS 16 - 1
Stand am 1.10.2019 43 1.750
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) 9.585
Sonstiges Ergebnis - 3 - 1.523
Gesamtergebnis - 3 8.061
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile 0
Sonstige Veränderungen 0
Stand am 30.09.2020 40 9.810
Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl Nicht beherrschende Anteile Eigenkapital
Stand am 30.09.2018 468 3.203
Anpassung aus der Erstanwendung von IFRS 9 - 5 5
Stand am 1.10.2018 463 3.208
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) 44 - 260
Sonstiges Ergebnis 12 - 582
Gesamtergebnis 56 - 842
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile - 55 - 55
Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG 0 - 93
Sonstige Veränderungen 4 2
Stand am 30.09.2019 469 2.220
Anpassung aus der Erstanwendung von IFRS 16 0 - 1
Stand am 1.10.2019 469 2.219
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) 8 9.592
Sonstiges Ergebnis - 36 - 1.559
Gesamtergebnis - 28 8.034
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile - 40 - 40
Sonstige Veränderungen - 38 - 38
Stand am 30.09.2020 364 10.174

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

Kapitalflussrechnung

Mio € 2018 / 20191) 2019 / 2020
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) - 260 9.592
Anpassungen des Periodenüberschusses/(-fehlbetrags) für die Überleitung zum Operating Cashflow:
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) - 851 - 15.134
Latente Steueraufwendungen/(-erträge) 135 - 185
Abschreibungen und Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte 1.163 4.180
Zuschreibungen langfristiger Vermögenswerte 0 - 3
Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, soweit nicht zahlungswirksam - 6 - 4
Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte - 49 - 16
Veränderungen bei Aktiva und Passiva, bereinigt um Effekte aus Konsolidierungskreis- und anderen nicht zahlungswirksamen Veränderungen:
- Vorräte - 376 1.132
- Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - 158 - 932
- Vertragsvermögenswerte 331 - 583
- Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen - 60 - 226
- Sonstige Rückstellungen 47 - 81
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - 180 - 2.089
- Vertragsverbindlichkeiten - 662 339
- Übrige Aktiva/Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit 262 - 216
Operating Cashflow - fortgeführte Aktivitäten - 664 - 4.224
Operating Cashflow - nicht fortgeführte Aktivitäten 736 898
Operating Cashflow 72 - 3.326
Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen und in langfristige finanzielle Vermögenswerte - 5 - 4
Investitionen in Sachanlagen (einschließlich geleisteter Anzahlungen) und in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien - 1.101 - 1.265
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (einschließlich geleisteter Anzahlungen) - 105 - 69
Investitionen in Termingelder 0 - 850
Desinvestitionen von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und langfristigen finanziellen Vermögenswerten 3 5
Einzahlungen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Gesellschaften abzüglich abgegebener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 2) 0 14.697
Desinvestitionen von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 87 57
Desinvestitionen von immateriellen Vermögenswerten 12 25
Cashflow aus Investitionstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten - 1.109 12.595
Cashflow aus Investitionstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten - 226 - 181
Cashflow aus Investitionstätigkeit - 1.335 12.414
Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen 2.500 0
Tilgung von Anleihen - 1.250 - 750
Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.538 4.564
Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - 2.384 - 4.642
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 0 - 143
Zunahme/(Abnahme) Verbindlichkeiten Schuldschein-/Sonstige Darlehen 678 - 721
(Zunahme)/Abnahme kurzfristige Wertpapiere 0 - 1
Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG - 93 0
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile - 55 - 40
Finanzierung nicht fortgeführter Aktivitäten 443 937
Sonstige Finanzierungsvorgänge - 5 - 155
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten 2.372 - 952
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten - 446 - 1.010
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 1.926 - 1.963
Zahlungswirksame Zunahme/(Abnahme) der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 663 7.125
Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 36 - 134
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn der Berichtsperiode 3.006 3.706
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode 3.706 10.697
Ergänzende Informationen zu Zahlungsvorgängen, die im Operating Cashflow fortgeführter Aktivitäten enthalten sind:
Zinseinzahlungen 23 16
Zinsauszahlungen - 208 - 222
Erhaltene Dividenden 19 15
(Auszahlungen)/Einzahlungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag 3) - 147 - 130

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).

2) Darin sind in 2019 / 2020 Transaktionskosten in Höhe von 94 Mio € berücksichtigt.

3) Davon -29 Mio € in 2019 / 2020 (Vorjahr: 49 Mio €) innerhalb Cashflow aus Finanzierungstätigkeit nicht fortgeführter Aktivitäten

Anhang

Unternehmensinformation

Die thyssenkrupp Aktiengesellschaft ("thyssenkrupp AG" oder "Gesellschaft") ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Sitz in Duisburg und Essen in Deutschland. Der vorliegende Konzernabschluss der thyssenkrupp AG und ihrer Tochterunternehmen ("Gruppe") zum 30. September 2020 wurde mit Beschluss des Vorstands vom 16. November 2020 zur Veröffentlichung freigegeben.

Grundlagen der Berichterstattung

Der vorliegende Gruppenabschluss wurde unter Anwendung von § 315e HGB ("Konzernabschluss nach internationalen Rechnungslegungsstandards") im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den diesbezüglichen Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB) erstellt, wie sie gemäß der Verordnung Nr. 1606 / 2002 des Europäischen Parlamentes und des Rates über die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards in der Europäischen Union anzuwenden sind.

01 Grundsätze der Rechnungslegung

Der Gruppenabschluss wird in Euro (€) aufgestellt, da dies die Währung ist, in der die Mehrzahl der Transaktionen der Gruppe durchgeführt wird. Alle Beträge werden, soweit nicht anders dargestellt, in Millionen Euro (Mio €) angegeben. Es können sich Abweichungen zu den ungerundeten Beträgen ergeben.

Konsolidierung

In den Gruppenabschluss sind die thyssenkrupp AG sowie alle wesentlichen Unternehmen einbezogen, die die thyssenkrupp AG mittelbar oder unmittelbar beherrscht (Tochterunternehmen). Dies ist in der Regel gegeben, wenn die thyssenkrupp AG über mehr als die Hälfte der Stimmrechte einer Gesellschaft verfügt. Bei strukturierten Unternehmen resultiert die Beherrschungsmöglichkeit nicht aus einer Stimmrechtsmehrheit, sondern aus vertraglichen Vereinbarungen.

Die Abschlüsse werden vom Tag der Erlangung der Beherrschung bis zur Beendigung der Beherrschung in den Gruppenabschluss einbezogen. Dabei werden im Rahmen der Kapitalkonsolidierung die Beteiligungsbuchwerte mit dem anteiligen Eigenkapital verrechnet. Bei einem Unternehmenserwerb werden alle identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten des erworbenen Unternehmens zu beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbsstichtag bewertet.

Anteile von anderen Gesellschaftern (Nicht beherrschende Anteile) werden entsprechend ihrer Anteile an den beizulegenden Zeitwerten der identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten ausgewiesen.

Alle Forderungen und Verbindlichkeiten, Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie Zwischenergebnisse zwischen Gruppenunternehmen werden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert.

Gemeinsame Vereinbarungen (Joint Arrangements), bei denen zwei oder mehr Parteien gemeinschaftliche Führung über eine Aktivität ausüben, sind entweder als gemeinschaftliche Tätigkeiten (Joint Operations) oder als Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) zu klassifizieren. Bei gemeinschaftlichen Tätigkeiten werden die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie die zugehörigen Aufwendungen und Erträge anteilig in den Gruppenabschluss der thyssenkrupp AG einbezogen. Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert. Soweit die Gruppe Transaktionen mit einer gemeinschaftlichen Tätigkeit oder einem Gemeinschaftsunternehmen durchführt, werden daraus resultierende nicht realisierte Gewinne oder Verluste entsprechend dem Anteil der Gruppe eliminiert.

Assoziierte Unternehmen werden ebenfalls nach der Equity-Methode bilanziert. Hier übt die Gruppe maßgeblichen Einfluss aus, der grundsätzlich angenommen wird, wenn die Gruppe einen Stimmrechtsanteil zwischen 20 % und 50 % hält. Soweit ein Gruppenunternehmen mit einem assoziierten Unternehmen Transaktionen durchführt, werden daraus resultierende nicht realisierte Gewinne oder Verluste entsprechend dem Anteil der Gruppe an dem assoziierten Unternehmen eliminiert.

Tochterunternehmen, gemeinschaftliche Tätigkeiten, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe von untergeordneter Bedeutung ist, werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet und innerhalb der langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte ausgewiesen. Ein aus einem Unternehmenserwerb resultierender Firmenwert wird als Vermögenswert bilanziert und jährlich einem Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) unterzogen, sofern nicht darüber hinaus zu weiteren Zeitpunkten Hinweise bestehen oder Ereignisse eintreten, die eine Wertminderung vermuten lassen.

Firmenwerte, die aus dem Erwerb eines Gemeinschaftsunternehmens oder eines assoziierten Unternehmens entstehen, sind in den jeweiligen fortgeführten Beteiligungsbuchwerten enthalten. Firmenwerte, die aus dem Erwerb eines Tochterunternehmens oder einer gemeinschaftlichen Tätigkeit resultieren, werden gesondert in der Bilanz ausgewiesen.

Währungsumrechnung

Die funktionale Währung und die Berichtswährung der thyssenkrupp AG und der relevanten europäischen Tochterunternehmen ist der Euro (€). Transaktionen in Fremdwährung werden zum Zeitpunkt der Transaktion mit dem zu diesem Zeitpunkt gültigen Wechselkurs erfasst. Nominal in Fremdwährung gebundene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden jeweils mit dem Kurs zum Bilanzstichtag umgerechnet. Dabei entstehende Umrechnungsdifferenzen werden ergebniswirksam erfasst.

Die Jahresabschlüsse der in den Gruppenabschluss einbezogenen ausländischen Tochterunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden auf Basis ihrer funktionalen Währung, welche in der Regel der Landeswährung entspricht, in die Gruppenwährung Euro umgerechnet. Die Umrechnung erfolgt nach der Stichtagskursmethode. Nettogewinne oder -verluste aus der Währungsumrechnung werden zusammengefasst und innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesen. Scheidet das betreffende Tochterunternehmen aus dem Konsolidierungskreis aus, werden diese Umrechnungsdifferenzen ergebniswirksam aufgelöst.

Bei Gesellschaften, die ihre Absatz- und Beschaffungsgeschäfte sowie ihre Finanzierung im Wesentlichen nicht in der Landeswährung abwickeln, ist die funktionale Währung die Währung des primären Wirtschaftsumfeldes der Gesellschaft. Die Umrechnung der in Landeswährung aufgestellten Abschlüsse in die funktionale Währung erfolgt in diesen Fällen nach der Zeitbezugsmethode. Entstehende Umrechnungsdifferenzen werden ergebniswirksam in den sonstigen Erträgen oder Aufwendungen erfasst. Anschließend werden die Abschlüsse in der funktionalen Währung nach der Stichtagskursmethode in die Berichtswährung umgerechnet.

Die Wechselkurse der für die thyssenkrupp-Gruppe wesentlichen Währungen haben sich wie folgt entwickelt:

WÄHRUNGEN

Stichtagskurs Basis 1

Jahresdurchschnittskurs Basis 1

30.09.2019 30.09.2020 2018 / 2019 2019 / 2020
--- --- --- --- ---
US-Dollar 1,09 1,17 1,13 1,12
Chinesische Renminbi Yuan 7,78 7,97 7,76 7,85
Schweizerische Franken 1,08 1,08 1,12 1,07
Polnische Zloty 4,38 4,55 4,30 4,39

Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bilanziert und abhängig von ihrer geschätzten Nutzungsdauer planmäßig über einen Zeitraum von in der Regel 3 bis 15 Jahren linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauer wird jährlich überprüft und gegebenenfalls entsprechend den zukünftigen Erwartungen angepasst. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte werden überwiegend in den Umsatzkosten der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.

Firmenwerte werden zu Anschaffungskosten bilanziert und jährlich auf Werthaltigkeit überprüft sowie zusätzlich, wenn zu anderen Zeitpunkten Hinweise auf eine mögliche Wertminderung vorliegen. Wertminderungsaufwendungen werden in den sonstigen Aufwendungen erfasst.

Sachanlagen

Abnutzbare Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Aktivierte Herstellungskosten für selbst erstellte Sachanlagen umfassen neben Material- und Fertigungseinzelkosten auch zurechenbare Material- und Fertigungsgemeinkosten. Ist für die Herstellung eines Vermögenswertes ein beträchtlicher Zeitraum erforderlich, um ihn in seinen beabsichtigten gebrauchsfertigen Zustand zu versetzen, werden direkt zurechenbare Fremdkapitalkosten bis zur Erlangung des gebrauchsfertigen Zustandes als Teil der Herstellungskosten des Vermögenswertes aktiviert. Verwaltungskosten werden nur aktiviert, sofern ein direkter Herstellungsbezug besteht. Laufende Instandhaltungs- und Reparaturaufwendungen werden sofort als Aufwand erfasst. Kosten für den Ersatz von Komponenten oder für Generalüberholungen von Sachanlagen werden aktiviert, sofern es wahrscheinlich ist, dass der künftige wirtschaftliche Nutzen der Gruppe zufließt und die Kosten verlässlich ermittelt werden können. Sofern abnutzbare Sachanlagen aus wesentlichen identifizierbaren Komponenten mit jeweils unterschiedlichen Nutzungsdauern bestehen, werden diese Komponenten separat über ihre jeweilige Nutzungsdauer abgeschrieben.

Abnutzbare Sachanlagen werden planmäßig linear über ihre betriebsübliche Nutzungsdauer abgeschrieben; dabei werden folgende Nutzungsdauern zugrunde gelegt:

Nutzungsdauer
Gebäude inklusive als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 10 bis 50 Jahre
Grundstückseinrichtungen, Einbauten in Gebäude 15 bis 25 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 8 bis 25 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 10 Jahre

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien umfassen Grundstücke und Gebäude, die zur Erzielung von Mieteinnahmen oder zum Zwecke der Wertsteigerung gehalten und nicht für die eigene Produktion, für die Lieferung von Gütern oder die Erbringung von Dienstleistungen, für Verwaltungszwecke oder für den Verkauf im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit genutzt werden. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Die beizulegenden Zeitwerte dieser Immobilien sind unter Anhang-Nr. 05 dargestellt.

Wertminderungen nicht finanzieller Vermögenswerte

Zu jedem Bilanzstichtag überprüft die Gruppe die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien dahingehend, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass eine Wertminderung eingetreten sein könnte. In diesem Fall wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes ermittelt, um den Umfang einer gegebenenfalls vorzunehmenden Wertberichtigung zu bestimmen. Sofern kein erzielbarer Betrag für einen einzelnen Vermögenswert ermittelt werden kann, wird der erzielbare Betrag für die kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten (Cash Generating Unit) bestimmt, der der betreffende Vermögenswert zugeordnet werden kann.

Aus Unternehmenserwerben resultierende Firmenwerte werden den identifizierbaren Gruppen von Vermögenswerten (Cash Generating Units) zugeordnet, die aus den Synergien des Erwerbs Nutzen ziehen sollen. Solche Gruppen stellen die niedrigste Berichtsebene in der thyssenkrupp-Gruppe dar, auf der Firmenwerte durch das Management für interne Steuerungszwecke überwacht werden. Der erzielbare Betrag einer Cash Generating Unit, die einen Firmenwert enthält, wird regelmäßig jährlich zum 30. September auf Werthaltigkeit überprüft und zusätzlich, wenn zu anderen Zeitpunkten Hinweise für eine mögliche Wertminderung vorliegen. Zu weiteren Einzelheiten verweisen wir auf die Ausführungen unter Anhang-Nr. 04.

Ist der erzielbare Betrag eines Vermögenswertes niedriger als der Buchwert, erfolgt eine sofortige ergebniswirksame Wertberichtigung des Vermögenswertes.

Im Falle von Wertberichtigungen im Zusammenhang mit Cash Generating Units, die einen Firmenwert enthalten, werden zunächst bestehende Firmenwerte reduziert. Übersteigt der Wertberichtigungsbedarf den Buchwert des Firmenwertes, wird die Differenz in der Regel proportional auf die verbleibenden langfristigen Vermögenswerte der Cash Generating Units verteilt.

Ergibt sich nach einer vorgenommenen Wertminderung zu einem späteren Zeitpunkt ein höherer erzielbarer Betrag des Vermögenswertes oder der Cash Generating Unit, erfolgt eine Wertaufholung bis maximal zur Höhe des erzielbaren Betrages. Die Wertaufholung ist begrenzt auf den fortgeführten Buchwert, der sich ohne die Wertberichtigung in der Vergangenheit ergeben hätte. Die vorzunehmende Zuschreibung erfolgt ergebniswirksam. Wertaufholungen von vorgenommenen Wertberichtigungen auf Firmenwerte sind nicht zulässig.

Leasing

Ein Vertrag begründet ein Leasingverhältnis, wenn der Vertrag dazu berechtigt,

die Nutzung eines identifizierten Vermögenswerts (des Leasinggegenstandes)
für einen bestimmten Zeitraum
gegen Zahlung eines Entgelts

zu kontrollieren.

Seit dem 1. Oktober 2019 bilanziert die Gruppe als Leasingnehmer grundsätzlich für sämtliche Leasingverhältnisse in der Bilanz Vermögenswerte für die Nutzungsrechte an den Leasinggegenständen und Verbindlichkeiten für die eingegangenen Zahlungsverpflichtungen zu Barwerten. Dabei handelt es sich vor allem um die Anmietung von Grundstücken und Gebäuden, technischen Anlagen und Maschinen sowie andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die in den Sachanlagen ausgewiesenen Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bilanziert. Zahlungen für Nicht-Leasingkomponenten werden bei der Ermittlung der Leasingverbindlichkeit nicht berücksichtigt. Die in den Finanzschulden ausgewiesenen Leasingverbindlichkeiten sind der Barwert der ausstehenden Leasingzahlungen zum Zeitpunkt der Bereitstellung des Vermögenswertes zur Nutzung. Leasingzahlungen werden mit dem Zinssatz abgezinst, der dem Leasingverhältnis implizit zugrunde liegt, sofern dieser bestimmbar ist. Ansonsten erfolgt eine Abzinsung mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz, der im Grundsatz Anwendung findet. Die Ableitung des Zinssatzes unterstellt eine laufzeitadäquate Aufnahme von Finanzmitteln unter Berücksichtigung des jeweiligen Währungsraums.

Die Leasingverbindlichkeiten beinhalten folgende Leasingzahlungen über die Laufzeit des Leasingverhältnisses:

Feste Zahlungen, abzüglich vom Leasinggeber zu leistender Leasinganreize,
variable Zahlungen, die an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind,
erwartete Restwertzahlungen aus Restwertgarantien,
den Ausübungspreis einer Kaufoption, wenn die Ausübung als hinreichend sicher eingeschätzt wurde und
Vertragsstrafen für die Kündigung des Leasingverhältnisses, wenn in dessen Laufzeit berücksichtigt ist, dass eine Kündigungsoption in Anspruch genommen wird.

Nutzungsrechte werden mit den Anschaffungskosten bewertet, die sich wie folgt zusammensetzen:

Leasingverbindlichkeit,
bei oder vor der Bereitstellung geleistete Leasingzahlungen abzüglich erhaltener Leasinganreize,
anfängliche direkte Kosten und
Rückbauverpflichtungen.

Die Folgebewertung des Nutzungsrechts erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Die Abschreibung auf Nutzungsrechte wird linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses vorgenommen, es sei denn, die Nutzungsdauer des Leasinggegenstandes ist kürzer. Enthält der Leasingvertrag hinreichend sichere Kaufoptionen, wird das Nutzungsrecht über die wirtschaftliche Nutzungsdauer des zugrundeliegenden Vermögenswertes abgeschrieben.

Im Rahmen der Folgebewertung wird die Leasingverbindlichkeit aufgezinst und der entsprechende Zinsaufwand im Finanzergebnis erfasst. Die geleisteten Zahlungen vermindern den Buchwert der Leasingverbindlichkeit.

Für kurzfristige Leasingverhältnisse (weniger als zwölf Monate) und Leasinggegenstände von geringem Wert wird von den Anwendungserleichterungen Gebrauch gemacht und die Zahlungen als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. thyssenkrupp hat bestimmte Anlagenklassen (z. B. PCs, Telefone, Drucker, Kopierer) identifiziert, in denen regelmäßig Leasinggegenstände von geringem Wert enthalten sind. Außerhalb dieser Anlagenklassen werden nur Leasinggegenstände mit einem Neuwert bis zu 5.000€ als Leasinggegenstände von geringem Wert klassifiziert. Des Weiteren werden die neuen Vorschriften nicht auf Leasingverhältnisse über immaterielle Vermögenswerte angewendet. Bei Verträgen, die neben Leasingkomponenten auch Nicht-Leasingkomponenten enthalten, ist jede Leasingkomponente getrennt von den Nicht-Leasingkomponenten als Leasingverhältnis zu bilanzieren. Dabei hat der Leasingnehmer das vertraglich vereinbarte Entgelt auf Basis des relativen Einzelveräußerungspreises der Leasingkomponente und des aggregierten Einzelveräußerungspreises der Nicht-Leasingkomponenten auf die einzelnen Leasingkomponenten aufzuteilen. Daneben werden gruppeninterne Leasingverhältnisse gemäß IFRS 8 in der Segmentberichterstattung grundsätzlich auch zukünftig wie Operating-Lease-Verhältnisse gemäß IAS 17 dargestellt.

Die Laufzeit des Leasingverhältnisses wird unter Zugrundelegung der unkündbaren Grundlaufzeit des Leasingverhältnisses ermittelt. Insbesondere für eine Reihe von Immobilienleasingverträgen bestehen Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Derartige Vertragskonditionen bieten der Gruppe eine größtmögliche betriebliche Flexibilität. Bei der Bestimmung der Laufzeit des Leasingverhältnisses werden sämtliche Tatsachen und Umstände berücksichtigt, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung von Verlängerungsoptionen oder Nicht-Ausübung von Kündigungsoptionen bieten. Laufzeitänderungen aus der Ausübung bzw. Nicht-Ausübung solcher Optionen werden bei der Vertragslaufzeit nur berücksichtigt, wenn sie hinreichend sicher sind und auf einem Ereignis beruhen, das in der Kontrolle des Leasingnehmers liegt.

Als Leasinggeber bei einem Operating Lease weist die Gruppe das Leasingobjekt als Vermögenswert zu fortgeführten Anschaffungskosten in den Sachanlagen aus. Die Summe der Leasingzahlungen wird als Miet- und Pachterträge in den Umsatzerlösen ausgewiesen und linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses verteilt.

Als Leasinggeber bei einem Finance Lease weist die Gruppe Forderungen in Höhe des Barwertes der abgezinsten Leasingzahlungen zuzüglich des ungarantierten Restwertes aus dem Leasingverhältnis aus.

Vorräte

Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zum niedrigeren Nettoveräußerungswert bewertet. In der Regel werden Vorräte nach der Durchschnittskostenmethode bewertet. Die Herstellungskosten umfassen neben Material- und Fertigungseinzelkosten auch auf Basis einer üblichen Kapazitätsauslastung zurechenbare Material- und Fertigungsgemeinkosten.

Finanzinstrumente

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswertes und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Finanzinstrumente werden erfasst, sobald thyssenkrupp Vertragspartei des Finanzinstrumentes wird. Wenn Handelstag und Erfüllungstag auseinanderfallen, ist für die erstmalige bilanzielle Erfassung bzw. den bilanziellen Abgang bei originären Finanzinstrumenten der Erfüllungstag maßgeblich; bei derivativen Finanzinstrumenten erfolgt die Bilanzierung zum Handelstag. Als finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten erfasste Finanzinstrumente werden grundsätzlich unsaldiert ausgewiesen; sie werden nur dann saldiert, wenn bezüglich der Beträge zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein unbedingtes Aufrechnungsrecht besteht und beabsichtigt wird, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen.

Finanzielle Vermögenswerte

Finanzielle Vermögenswerte beinhalten insbesondere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder, derivative finanzielle Vermögenswerte sowie gehaltene Eigen- und Fremdkapitalinstrumente. Der erstmalige Ansatz von finanziellen Vermögenswerten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Dabei werden bei allen finanziellen Vermögenswerten, die in Folgeperioden nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, die dem Erwerb direkt zurechenbaren Transaktionskosten berücksichtigt. Die in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte entsprechen in der Regel den Marktpreisen der finanziellen Vermögenswerte.

Die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten erfolgt zum einen anhand der Charakteristika der mit dem finanziellen Vermögenswert einhergehenden Zahlungsströme und zum anderen anhand des Geschäftsmodells nach dem thyssenkrupp die finanziellen Vermögenswerte steuert. Für separate Portfolios gleichartiger Fremdkapitalinstrumente können unterschiedliche Geschäftsmodelle gelten, z.B. wenn für bestimmte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Forderungsverkaufsprogramme bestehen.

Wird ein Fremdkapitalinstrument mit dem Ziel gehalten, die vertraglichen Zahlungsströme zu vereinnahmen und stellen die Zahlungsströme ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen dar, erfolgt eine Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten. Bei thyssenkrupp sind dies im Wesentlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte, Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder sowie die zinslosen Darlehen aus der Rückbeteiligung (vgl. Anhang-Nr. 03).

Werden die Zahlungsstrombedingungen erfüllt, das Fremdkapitalinstrument jedoch sowohl zur Vereinnahmung vertraglicher Zahlungsströme als auch zu Verkaufszwecken gehalten, erfolgt eine erfolgsneutrale Bewertung zum beizulegenden Zeitwert (mit Recycling). Im Wesentlichen sind dies bei thyssenkrupp Forderungen aus Lieferungen und Leistungen die ggf. verkauft werden, sowie Wertpapiere.

Für nicht zu Handelszwecken gehaltene Eigenkapitalinstrumente hat thyssenkrupp mit Ausnahme der Vorzugsaktien aus der Rückbeteiligung das Wahlrecht einheitlich ausgeübt, die zukünftigen Änderungen des beizulegenden Zeitwerts erfolgswirksam zu erfassen. Die Wertänderungen der Vorzugsaktien werden hingegen erfolgsneutral im Eigenkapital (ohne Recycling) ausgewiesen. Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung sind erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten.

Zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Fremdkapitalinstrumente, Leasingforderungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte werden unter Berücksichtigung der künftig erwarteten Verluste (Expected Loss Modell) bewertet. Dabei erfolgt die Ermittlung des zukünftig zu erwartenden Kreditausfalls unter Berücksichtigung von zukunftsorientierten Informationen grundsätzlich durch Multiplikation der drei Parameter Buchwert des finanziellen Vermögenswertes, Ausfallwahrscheinlichkeit und Schadensquote. thyssenkrupp wendet das vereinfachte Wertminderungsmodell des IFRS 9 an und berücksichtigt die über die Gesamtlaufzeit erwarteten Verluste aus allen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und aktiven Vertragspositionen. Für alle anderen finanziellen Vermögenswerte ist der erwartete Kreditverlust anzusetzen, der innerhalb der nächsten 12 Monate zu erwarten ist. Aufgrund der kurzen Laufzeiten entspricht dieser bei thyssenkrupp im Wesentlichen dem über die Gesamtlaufzeit erwarteten Verlust, mit Ausnahme der langfristigen Darlehen aus der Rückbeteiligung.

Zur Ermittlung der erwarteten Kreditausfälle insbesondere zur Ermittlung der erwarteten Ausfallraten von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen hat thyssenkrupp grundsätzlich zwei Modelle entwickelt. Die erwarteten Ausfallraten leiten sich dabei im Wesentlichen aus externen Kreditinformationen und Ratings pro Kontrahent ab. Sind keine Ratinginformationen auf Kontrahentenebene vorhanden, erfolgt eine Bewertung auf Basis der durchschnittlichen Ausfallwahrscheinlichkeit pro Segment zuzüglich eines angemessenen Risikozuschlags. Für Elevator erfolgte aufgrund der von der restlichen Gruppe abweichenden Kundenstruktur die Ermittlung der Ausfallwahrscheinlichkeit auf Basis von historischen Ausfallraten unter Berücksichtigung zukunftsgerichteter Informationen. Dabei wird dem jeweiligen Geschäftsmodell, den Kundengruppen und dem ökonomischen Umfeld der Region Rechnung tragen. Ein Ausfall wird grundsätzlich nach 360Tagen angenommen.

Finanzielle Vermögenswerte werden weiterhin im Rahmen von Einzelwertberichtigungen ganz oder teilweise abgeschrieben, wenn nach angemessener Einschätzung z.B. aufgrund langer Überfälligkeit, Insolvenz- oder vergleichbarer Verfahren nicht mehr davon ausgegangen werden kann, dass eine vollständige Realisierung möglich ist.

Un- oder unterverzinsliche Forderungen mit einer erwarteten Laufzeit von mehr als einem Jahr werden abgezinst. Der Diskontierungsbetrag wird ratierlich bis zur Fälligkeit der Forderung im Zinsertrag vereinnahmt.

Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder umfassen Barmittel, Sichteinlagen und finanzielle Vermögenswerte, die jederzeit in Zahlungsmittel umgewandelt werden können und nur geringen Wertschwankungen unterliegen sowie kurzfristige Termingelder mit einer maximalen Laufzeit von 12 Monaten. Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder sind zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten begründen eine Verpflichtung, die in Zahlungsmitteln oder einem anderen finanziellen Vermögenswert zu begleichen ist. Der erstmalige Ansatz von finanziellen Verbindlichkeiten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Dabei werden bei allen finanziellen Verbindlichkeiten, die in Folgeperioden nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, die dem Erwerb direkt zurechenbaren Transaktionskosten berücksichtigt.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten werden grundsätzlich unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Bei Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten werden die Transaktionskosten einschließlich Agio, welches im Rahmen von Tilgungen oder Rückzahlungen zu erstatten ist, periodisch nach der Effektivzinsmethode abgegrenzt und erhöhen den Buchwert der Verbindlichkeit, soweit sie nicht bereits in der Periode des Anfalls realisiert wurden.

Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente, im Wesentlichen Devisentermingeschäfte, Zinsswaps und Warentermingeschäfte, werden grundsätzlich zur Reduzierung des Währungs-, Zins- und Warenpreisrisikos eingesetzt. Solche derivativen Finanzinstrumente und sogenannte eingebettete derivative Finanzinstrumente, die integraler Bestandteil von bestimmten Verträgen sind und gesondert ausgewiesen werden müssen, werden sowohl bei erstmaliger Bilanzierung als auch in Folgeperioden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Soweit der beizulegende Zeitwert positiv ist, erfolgt ein Ausweis als finanzieller Vermögenswert, andernfalls als finanzielle Verbindlichkeit. Wenn keine bilanzielle Sicherungsbeziehung besteht, werden sie als erfolgswirksam zum beizulegendem Zeitwert kategorisiert und die Gewinne oder Verluste aus den Zeitwertschwankungen werden sofort ergebniswirksam erfasst.

Bilanzielle Sicherungsbeziehungen bestehen vor allem zur Absicherung von Währungsrisiken aus festen vertraglichen Verpflichtungen in Fremdwährung sowie zukünftiger Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten, zur Absicherung von Warenpreisrisiken aus Absatz- und Beschaffungsgeschäften und zur Absicherung von Zins- bzw. Währungsrisiken aus langfristigen Finanzierungen. Besteht eine Sicherungsbeziehung im Rahmen eines Cashflow Hedges, wird zwischen einem effektiven und einem ineffektiven Teil der Zeitwertschwankungen unterschieden. Der effektive Teil der Zeitwertschwankung wird zunächst erfolgsneutral im Eigenkapital im kumulierten sonstigen Ergebnis erfasst. thyssenkrupp macht von dem Wahlrecht Gebrauch, Sicherungskosten (Terminkomponente und Währungsbasisspread) im Zusammenhang mit designierten Fremdwährungsderivaten zunächst als Kosten der Absicherung ebenfalls im sonstigen Ergebnis im Eigenkapital separat zu erfassen. Eine Umgliederung beider Komponenten in die Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt dann, wenn das Grundgeschäft ergebniswirksam erfasst wird. Der ineffektive Teil der Zeitwertschwankungen wird direkt ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung vereinnahmt.

Fair-Value-Hedges bestehen vor allem zur Absicherung der beizulegenden Zeitwerte von festen vertraglichen Verpflichtungen und von Vorratsbeständen gegenüber Preisrisiken sowie zur Absicherung von Zinsrisiken. Neben den Zeitwertänderungen des Derivates werden auch die gegenläufigen Zeitwertschwankungen des Grundgeschäftes, soweit sie auf das gesicherte Risiko entfallen, erfolgswirksam erfasst.

Der Ausweis der Veränderung der beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung folgt dem Ausweis der abgesicherten Grundgeschäfte. Werden Devisen- oder Warentermingeschäften zur Absicherung von Absatzrisiken abgeschlossen, erfolgt der Ausweis innerhalb der Umsatzerlöse. Dienen die Sicherungsgeschäfte der Absicherung von Beschaffungsrisiken erfolgt ein Ausweis in den Herstellungskosten des Umsatzes und bei einer Absicherung von Finanzierungsrisiken entsprechend innerhalb des Finanzergebnisses.

Weitere Ausführungen zu den derivativen Finanzinstrumenten enthält Anhang-Nr. 22.

Ertragsteuern

Ertragsteuern umfassen alle laufenden und latenten Steuern auf Grundlage des steuerpflichtigen Gewinns. In ihre Berechnung werden die gültigen gesetzlichen Regelungen in den Ländern, in denen thyssenkrupp tätig ist, einbezogen. Zinsen und sonstige Zuschläge im Zusammenhang mit Ertragsteuern werden nicht im Ertragsteueraufwand erfasst.

In diesem Rahmen sind Beurteilungen durch das Management erforderlich, die von den Interpretationen lokaler Steuerbehörden abweichen können. Wenn sich hieraus für die Vergangenheit Änderungen der Ertragsteuern ergeben, werden diese in der Periode nachgeholt, in der ausreichende Hinweise für eine Anpassung vorliegen. Grundsätzlich ermitteln sich die Ertragsteuern auf Basis der im Geschäftsjahr ausgewiesenen Gewinne.

Soweit Sachverhalte direkt im sonstigen Ergebnis innerhalb des Eigenkapitals erfasst werden, werden auch die darauf entfallenden Ertragsteuern direkt im Eigenkapital berücksichtigt.

Laufende Ertragsteuern werden in der Höhe erfasst, in der davon ausgegangen wird, dass sie zukünftig gegenüber den Finanzbehörden bezahlt werden.

Latente Steuern werden aufgrund von temporären Differenzen zwischen den steuerlichen Wertansätzen und der Bilanz angesetzt. Sie umfassen auch Wertansätze für steuerliche Verlustvorträge und Steuerguthaben. Insoweit aktive latente Steuern entstehen, werden diese hinsichtlich ihrer zukünftigen Realisierbarkeit unter Einbezug von Planungsrechnungen und realisierbarer Steuerstrategien bewertet und angepasst. Zur Bewertung latenter Steuern werden die Steuersätze zukünftiger Jahre herangezogen, soweit sie bereits gesetzlich festgeschrieben sind bzw. der Gesetzgebungsprozess im Wesentlichen abgeschlossen ist.

Kumuliertes sonstiges Ergebnis

In dieser Position werden erfolgsneutrale Veränderungen des Eigenkapitals ausgewiesen, soweit sie nicht auf Kapitaltransaktionen mit Anteilseignern beruhen. Hierzu zählen der Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung, unrealisierte Gewinne und Verluste aus der Marktbewertung von Fremd- und Eigenkapitalinstrumenten und von derivativen Finanzinstrumenten im Cashflow-Hedge, Sicherungskosten im Zusammenhang mit designierten Fremdwährungsderivaten, Wertminderungen auf Finanzinstrumente der Bewertungskategorie "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert" sowie der Anteil am sonstigen Ergebnis, der auf assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen entfällt, die nach der Equity-Methode bilanziert werden. Die Neubewertungskomponente der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen wird in der Periode, in der sie als sonstiges Ergebnis erfasst wird, unter den Gewinnrücklagen ausgewiesen.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Für leistungsorientierte Pensionspläne zu bildende Pensionsrückstellungen sowie Rückstellungen für pensionsähnliche Verpflichtungen sind zum Bilanzstichtag nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren (projected unit credit method) bewertet. Quartalsweise erfolgt eine Neubewertung der Rückstellungen für Pensionen auf Basis aktualisierter Zinssätze und Marktwerte des Planvermögens.

Soweit ein zur Refinanzierung von Pensionsverpflichtungen und ähnlichen Verpflichtungen aufgebautes Fondsvermögen die Verpflichtung übersteigt, ist die Aktivierung des Überhangs begrenzt. Soweit im Zusammenhang mit dem Fondsvermögen Zahlungsverpflichtungen aufgrund von Mindestdotierungsvorschriften für bereits erdiente Leistungen bestehen, kann dies auch zum Ansatz einer zusätzlichen Rückstellung führen, wenn der wirtschaftliche Nutzen eines sich unter Berücksichtigung der noch zu leistenden Mindestdotierungen ergebenden Finanzierungsüberhangs für das Unternehmen begrenzt ist. Determinanten für die Begrenzung sind der Barwert von künftigen Rückerstattungen aus dem Plan oder von Minderungen zukünftiger Beitragszahlungen (asset ceiling).

Im Rahmen der Bilanzierung der leistungsorientierten Pensionspläne werden mit Ausnahme des Nettozinsaufwands sämtliche Aufwendungen und Erträge innerhalb des betrieblichen Ergebnisses ausgewiesen. Der in den Netto-Pensionsaufwendungen enthaltene Nettozinsaufwand wird im Finanzergebnis der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.

Verpflichtungen der Gruppe aus beitragsorientierten Versorgungsplänen werden ergebniswirksam innerhalb des betrieblichen Ergebnisses erfasst.

Wertänderungen aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen werden im sonstigen Ergebnis erfasst und in den Gewinnrücklagen ausgewiesen. Sie setzen sich aus den versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten, dem Ertrag aus dem Planvermögen und den Veränderungen der Auswirkungen der Vermögensobergrenze (asset ceiling) abzüglich der bereits jeweils im Nettozinsaufwand enthaltenen Beträge zusammen. Latente Steuern auf die Wertänderungen aus der Neubewertung werden ebenfalls im sonstigen Ergebnis erfasst.

Die Gruppe verfügt auch über Pensionspläne, die gemeinschaftlich mit nicht verbundenen Unternehmen unterhalten werden (multi-employer-plans). Dabei handelt es sich im Grundsatz sowohl um leistungs- als auch um beitragsorientierte Versorgungspläne. Soweit im Zusammenhang mit gemeinschaftlich unterhaltenen leistungsorientierten Versorgungsplänen die erforderlichen Informationen zur Verfügung stehen, werden diese Pläne wie jeder andere leistungsorientierte Plan bilanziert, andernfalls wie beitragsorientierte Pläne. Insbesondere in den USA und den Niederlanden gibt es gemeinschaftlich unterhaltene leistungsorientierte Versorgungspläne, die wie beitragsorientierte Pläne bilanziert werden, da eine Zuordnung der Pensionsverpflichtungen und des Planvermögens zu den teilnehmenden Unternehmen nicht möglich ist.

Sonstige Rückstellungen

Rückstellungen werden gebildet, wenn die Gruppe aus einem Ereignis der Vergangenheit eine gegenwärtige Verpflichtung hat, diese Verpflichtung wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen führen wird und deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann. Die Rückstellungshöhe entspricht der bestmöglichen Schätzung des Erfüllungsbetrags der gegenwärtigen Verpflichtung zum Bilanzstichtag, wobei erwartete Erstattungen Dritter nicht saldiert, sondern als separater Vermögenswert angesetzt werden, sofern die Realisation so gut wie sicher ist. Ist der Zinseffekt wesentlich, wird die Rückstellung mit dem Marktzins abgezinst.

Rückstellungen für Gewährleistungen werden zum Zeitpunkt des Verkaufs der betreffenden Waren oder der Erbringung der entsprechenden Dienstleistungen gebildet. Die Höhe der Rückstellung basiert auf der historischen Entwicklung von Gewährleistungen sowie einer Betrachtung aller zukünftig möglichen, mit ihren Eintrittswahrscheinlichkeiten gewichteten Gewährleistungsfälle.

Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen werden gebildet, soweit ein detaillierter, formaler Restrukturierungsplan erstellt und den betroffenen Parteien mitgeteilt worden ist.

Rückstellungen für drohende Verluste aus belastenden Verträgen werden gebildet, wenn der aus dem Vertrag resultierende erwartete wirtschaftliche Nutzen geringer ist als die zur Vertragserfüllung unvermeidbaren Kosten.

Aktienbasierte Vergütung

Die Gruppe verfügt über Incentivepläne, in deren Rahmen ausgewählten Führungskräften Wertrechte gewährt werden, die nach dem Ende des jeweiligen Performance-Zeitraums ausschließlich in bar abgegolten werden. Der beizulegende Zeitwert dieser Rechte wird zum Zeitpunkt der Gewährung (grant date) und zu jedem Bilanzstichtag berechnet und als Aufwand linear über den Erdienungszeitraum (vesting period) verteilt sowie eine entsprechende Rückstellung ausgewiesen. Die Rückstellungen werden zu jedem Bilanzstichtag und zum Zeitpunkt der Auszahlung neu bewertet. Veränderungen des beizulegenden Zeitwertes der Rückstellung werden innerhalb des betrieblichen Ergebnisses berücksichtigt.

Hierzu wird auch auf die Ausführungen unter Anhang-Nr. 14 verwiesen.

Umsatzrealisierung

Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden werden erfasst, wenn die enthaltenen abgrenzbaren Leistungsverpflichtungen, d.h. die vertraglich zugesagten Güter oder Dienstleistungen, auf den Kunden übertragen werden. Die Übertragung erfolgt hierbei mit Erlangung der Kontrolle über die zugesagten Güter oder Dienstleistungen durch den Kunden. Dies ist grundsätzlich dann der Fall, wenn der Kunde die Fähigkeit hat, die Nutzung der übertragenen Güter oder Dienstleistungen zu bestimmen und im Wesentlichen den verbleibenden Nutzen zu ziehen. Die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden entsprechen dem Transaktionspreis. Der Transaktionspreis enthält nur dann auch variable Gegenleistungen, sofern eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür besteht, dass es bei einem tatsächlichen Eintreten der variablen Gegenleistung nicht zu einer wesentlichen Stornierung von Umsatzerlösen kommt. Variable Gegenleistungen können z.B. Volumenrabatte, Vertragsstrafen wegen Terminüberschreitung, Erfolgsprämien wegen Terminunterschreitung oder Gutschriften im Zusammenhang mit Bonusvereinbarungen umfassen. Eine Anpassung des Transaktionspreises um eine Finanzierungskomponente erfolgt nicht, da insbesondere der Zeitraum zwischen der Übertragung von Gütern und Dienstleistungen und der Zahlung des Kunden hierfür grundsätzlich unter 12 Monaten liegt.

Enthält ein Kundenvertrag mehrere unterscheidbare Leistungsverpflichtungen, erfolgt eine Aufteilung des Transaktionspreises auf Grundlage der relativen Einzelveräußerungspreise. Die Einzelveräußerungspreise werden hierbei aus direkt beobachtbaren Marktpreisen abgeleitet oder anhand anerkannter Schätzmethoden bestimmt. Werden unterscheidbare Leistungsverpflichtungen im Rahmen einer Agententätigkeit erbracht, wird nicht das vom Kunden zu entrichtete Bruttoentgelt als Umsatzerlöse erfasst, sondern nur das netto als kommissionsähnliche Provision verbleibende Entgelt für die jeweilige Leistungsverpflichtung.

Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Gütern und Waren werden zeitpunktbezogen mit Übergang der Kontrolle auf den Kunden erfasst. Die Bestimmung des Zeitpunkts des Kontrollübergangs erfolgt hierbei auch unter Berücksichtigung der mit dem Kunden vereinbarten Lieferklauseln. Im Falle von Gütern und Waren, die im Rahmen von Konsignationslager-Vereinbarungen geliefert werden, erfolgt die Umsatzrealisierung grundsätzlich in dem Zeitpunkt, in dem die entsprechenden Güter vom Kunden aus dem Konsignationslager entnommen werden.

Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden im Anlagengeschäft werden zeitraumbezogen unter Verwendung der Percentage-of-Completion-Methode erfasst. Der Fertigstellungsgrad ergibt sich in der Regel aus dem Verhältnis der bis zum Stichtag angefallenen Auftragskosten zu den insgesamt zum Stichtag geschätzten Auftragskosten. Auftragsverluste werden sofort aufwandswirksam berücksichtigt und in der Bilanz innerhalb der sonstigen Rückstellungen ausgewiesen. Die zeitraumbezogene Umsatzerfassung aus der Erbringung von Dienstleistungen erfolgt grundsätzlich durch eine lineare Verteilung des Transaktionspreises über den Zeitraum der Erbringung der Dienstleistung.

Zusätzliche Kosten für die Anbahnung eines Vertrages mit einem Kunden werden nur dann innerhalb der langfristigen nicht-finanziellen Vermögenswerte aktiviert, wenn sie Verträge mit einer ursprünglichen Laufzeit von mehr als 12 Monaten betreffen. Sie werden planmäßig über die Vertragslaufzeit linear abgeschrieben.

Übersteigt die Leistungserbringung gegenüber dem Kunden die erhaltenen oder fälligen Zahlungen des Kunden, werden in der Bilanz in Höhe des übersteigenden Betrages Vertragsvermögenswerte angesetzt, soweit der Zahlungsanspruch gegenüber dem Kunden noch weiteren Bedingungen unterliegt. Unbedingte Zahlungsansprüche werden innerhalb der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfasst und die Fälligkeit ab diesem Zeitpunkt automatisch mit Zeitablauf eintritt. Übersteigen die erhaltenen oder fälligen Zahlungen des Kunden die Leistungserbringung, werden in der Bilanz in Höhe des übersteigenden Betrages Vertragsverbindlichkeiten erfasst.

Aufwendungen für Forschung und Entwicklung

Aufwendungen für Forschung werden sofort ergebniswirksam erfasst.

Entwicklungsaufwendungen, die auf eine wesentliche Weiterentwicklung eines Produktes oder Prozesses abzielen, werden aktiviert, wenn das Produkt oder der Prozess technisch und wirtschaftlich realisierbar ist, die Absicht besteht, die Entwicklung fertigzustellen, die Entwicklung vermarktbar ist, die Aufwendungen zuverlässig bewertbar sind und die Gruppe über ausreichende Ressourcen zur Fertigstellung des Entwicklungsprojektes verfügt. Alle übrigen Entwicklungsaufwendungen werden sofort ergebniswirksam erfasst. Aktivierte Entwicklungsaufwendungen abgeschlossener Projekte werden zu Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen ausgewiesen.

Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie (basic earnings per share) ergibt sich aus der Division des auf die Aktionäre der thyssenkrupp AG entfallenden Anteils am Periodenergebnis durch den gewichteten Durchschnitt der Anzahl der ausgegebenen Aktien. Während einer Periode neu ausgegebene Aktien werden zeitanteilig für den Zeitraum, in dem sie sich im Umlauf befinden, berücksichtigt.

Segmentberichterstattung

Die Segmentberichterstattung der thyssenkrupp-Gruppe ist gemäß dem sogenannten "Management Approach" an der internen Organisations- und Berichtsstruktur ausgerichtet. Die der Ermittlung der internen Steuerungsgrößen zugrunde liegenden Daten werden aus dem nach IFRS aufgestellten Gruppenabschluss abgeleitet mit der Ausnahme, dass gruppeninterne Leasingverhältnisse wie Operating Leases nach IAS 17 abgebildet werden.

Einzelne zur Veräußerung vorgesehene langfristige Vermögenswerte, Veräußerungsgruppen (Disposal Groups) und nicht fortgeführte Aktivitäten (Discontinued Operations)

Ein einzelner langfristiger Vermögenswert wird als zur Veräußerung vorgesehen eingestuft, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Die Gruppe weist Vermögenswerte und Verbindlichkeiten als Veräußerungsgruppe aus, wenn diese als Gruppe in einer Transaktion verkauft oder auf andere Weise abgegeben werden sollen und insgesamt die in IFRS 5 "Non-current Assets held for Sale and Discontinued Operations" definierten Kriterien erfüllen. Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Veräußerungsgruppe werden in der Bilanz gesondert in den Zeilen "Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte" und "Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten" ausgewiesen. Die Aufwendungen und Umsätze einer Veräußerungsgruppe sind bis zur Veräußerung im Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten enthalten, es sei denn, die Veräußerungsgruppe qualifiziert sich für die Berichterstattung als eine "Nicht fortgeführte Aktivität" (Discontinued Operation). Die Gruppe weist die Ergebnisse einer Veräußerungsgruppe, die die Voraussetzungen für eine sogenannte Komponente der Gruppe (Component of the Group) erfüllt, als nicht fortgeführte Aktivitäten aus, wenn diese einen wesentlichen Geschäftszweig repräsentiert oder sämtliche Aktivitäten einer geografischen Region beinhaltet. Ergebnisse aus nicht fortgeführten Aktivitäten werden in der Periode berücksichtigt, in der sie anfallen, und gesondert in der Gewinn- und Verlustrechnung als "Nicht fortgeführte Aktivitäten (nach Steuern)" ausgewiesen. Die Gewinn- und Verlustrechnung der Vorperiode wird entsprechend angepasst, indem die Ergebnisse der Komponente der Gruppe in den nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen werden. In der Kapitalflussrechnung werden die Cashflows der nicht fortgeführten Aktivitäten getrennt von den Cashflows der fortgeführten Aktivitäten dargestellt und der Ausweis der Vorperiode wird entsprechend angepasst.

Bei erstmaliger Einstufung als zur Veräußerung gehalten werden langfristige Vermögenswerte zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt, eine planmäßige Abschreibung wird nicht mehr vorgenommen. Eine Veräußerungsgruppe wird zunächst nach den für sie einschlägigen IFRS-Standards bewertet und danach wird der sich daraus ergebende Buchwert der Gruppe dem Nettozeitwert gegenübergestellt, um den niedrigeren anzusetzenden Wert zu bestimmen. Wertminderungen aufgrund der erstmaligen Einstufung als zur Veräußerung gehalten werden ebenso wie spätere Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungen bis zur Höhe des kumulierten Wertminderungsaufwands in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Führt die Änderung eines Veräußerungsplans dazu, dass die Kriterien für eine Einstufung als nicht fortgeführte Aktivität nicht mehr erfüllt werden, ist die entsprechende Veräußerungsgruppe gemäß IFRS 5 wieder als fortgeführte Aktivität zu behandeln. Dies hat zur Folge, dass die Darstellung in der Gewinn- und Verlustrechnung sowohl für das Berichtsjahr als auch für das Vorjahr so anzupassen ist, dass die Aufwendungen und Erträge der Veräußerungsgruppe wieder im Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten enthalten sind. Analog werden in der Kapitalflussrechnung die Ein- und Auszahlungen der Veräußerungsgruppe für beide Berichtsjahre wieder den fortgeführten Aktivitäten zugeordnet. In der Bilanz werden die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Veräußerungsgruppe für beide Berichtsjahre nicht mehr separiert und stattdessen wieder innerhalb der einzelnen Bilanzpositionen ausgewiesen. Dabei ist die nicht mehr als zur Veräußerung gehalten eingestufte Veräußerungsgruppe mit dem niedrigeren Wert aus fortgeführten Anschaffungskosten und erzielbarem Wert zu bewerten.

Abschlussgliederung

Einzelne Posten in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung sind zusammengefasst. Sie werden im Anhang gesondert ausgewiesen. Der Vorperiodenausweis der gekennzeichneten Posten wurde an den Ausweis der Berichtsperiode angepasst.

In der Regel klassifiziert die Gruppe Vermögenswerte und Verbindlichkeiten als kurzfristig, wenn diese voraussichtlich innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag realisiert oder ausgeglichen werden. Gruppenunternehmen, deren normaler Geschäftszyklus mehr als zwölf Monate umfasst, weisen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten als kurzfristig aus, wenn diese innerhalb des normalen Geschäftszyklus realisiert oder ausgeglichen werden.

Schätzungen und Beurteilungen

Zur Erstellung des Gruppenabschlusses muss der Vorstand Schätzungen und Beurteilungen vornehmen sowie Annahmen treffen, die die Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen in der Gruppe und den Ausweis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen beeinflussen. Alle Schätzungen und Annahmen werden nach bestem Wissen und Gewissen getroffen, um ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe zu vermitteln, und fortlaufend überprüft; dies gilt insbesondere im Hinblick auf die möglichen Auswirkungen der derzeitigen weltweiten Corona-Pandemie. Die tatsächlichen Beträge können von diesen Schätzungen abweichen.

Schätzungen und Ermessensausübungen des Vorstands in der Anwendung der IFRS, die einen wesentlichen Effekt auf den Gruppenabschluss haben, sind insbesondere bei folgenden Sachverhalten erforderlich:

Bilanzierung von Erwerben

Als Folge von Akquisitionen werden Firmenwerte in der Bilanz der Gruppe ausgewiesen. Bei der Erstkonsolidierung eines Erwerbs werden alle identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten zu beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbsstichtag angesetzt. Eine der wesentlichsten Schätzungen bezieht sich dabei auf die Bestimmung der zum Erwerbsstichtag jeweils beizulegenden Zeitwerte dieser Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Grundstücke, Gebäude und Geschäftsausstattung werden in der Regel auf Basis unabhängiger Gutachten bewertet, während marktgängige Wertpapiere zum Börsenpreis angesetzt werden. Falls immaterielle Vermögenswerte identifiziert werden, wird in Abhängigkeit von der Art des immateriellen Vermögenswertes und der Komplexität der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts entweder auf das unabhängige Gutachten eines externen Bewertungsgutachters zurückgegriffen oder der beizulegende Zeitwert wird intern unter Verwendung einer angemessenen Bewertungstechnik ermittelt, deren Basis üblicherweise die Prognose der insgesamt erwarteten künftigen Cashflows ist. Diese Bewertungen sind eng mit den Annahmen verbunden, die das Management bezüglich der künftigen Wertentwicklung der jeweiligen Vermögenswerte getroffen hat, sowie mit den unterstellten Veränderungen des anzuwendenden Diskontierungszinssatzes.

Werthaltigkeit der Firmenwerte

Wie in den Grundsätzen der Rechnungslegung dargestellt, überprüft die Gruppe jährlich und sofern irgendein Anhaltspunkt dafür vorliegt, ob eine Wertminderung der Firmenwerte eingetreten ist. Dann ist der erzielbare Betrag der Cash Generating Unit zu schätzen. Dieser entspricht dem höheren Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Die Bestimmung des Nutzungswertes beinhaltet die Vornahme von Anpassungen und Schätzungen bezüglich der Prognose und Diskontierung der künftigen Cashflows (vgl. Anhang-Nr. 04). Obwohl das Management davon ausgeht, dass die zur Berechnung des erzielbaren Betrages verwendeten Annahmen angemessen sind, könnten etwaige unvorhersehbare Veränderungen dieser Annahmen zu einem Wertminderungsaufwand führen, der die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nachteilig beeinflussen könnte.

Werthaltigkeit der Vermögenswerte

Zu jedem Bilanzstichtag hat die Gruppe einzuschätzen, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Buchwert einer Sachanlage, einer als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie oder eines immateriellen Vermögenswertes wertgemindert sein könnte. In diesem Fall wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes geschätzt. Der erzielbare Betrag entspricht dem höheren Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Zur Ermittlung des Nutzungswertes sind die diskontierten künftigen Cashflows des betreffenden Vermögenswertes zu bestimmen. Die Schätzung der diskontierten künftigen Cashflows beinhaltet wesentliche Annahmen, insbesondere bezüglich der künftigen Verkaufspreise und Verkaufsvolumina, der Kosten und der Diskontierungszinssätze (vgl. Anhang-Nr. 04 und 05). Obwohl das Management davon ausgeht, dass die Schätzungen der relevanten erwarteten Nutzungsdauern, die Annahmen bezüglich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Entwicklung der Industriezweige, in denen die Gruppe tätig ist, sowie die Einschätzungen der diskontierten künftigen Cashflows angemessen sind, könnte durch eine Veränderung der Annahmen oder Umstände eine Veränderung der Analyse erforderlich werden. Hieraus könnten in der Zukunft zusätzliche Wertminderungen oder Wertaufholungen resultieren, falls sich die vom Management identifizierten Trends umkehren oder sich die Annahmen und Schätzungen als falsch erweisen sollten.

Leasing

Einige Leasingverträge enthalten Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Diese Vertragskonditionen bieten thyssenkrupp als Leasingnehmer eine größtmögliche betriebliche Flexibilität. Bei der Bestimmung der Vertragslaufzeit eines entsprechenden Leasingvertrags werden sämtliche Fakten und Umstände berücksichtigt, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung einer Verlängerungs- bzw. zur Nichtausübung einer Kündigungsoption haben. Bei der Bestimmung der Vertragslaufzeit werden etwaige Optionen nur berücksichtigt, sofern sie als hinreichend sicher eingeschätzt werden. Im Falle sich im Zeitablauf ändernder Fakten und Umstände erfolgt eine Neueinschätzung der Optionsausübung.

Sonstige Rückstellungen

Der Ansatz und die Bewertung der sonstigen Rückstellungen erfolgten auf Basis der Einschätzung der Wahrscheinlichkeit des zukünftigen Nutzenabflusses sowie anhand von Erfahrungswerten und den zum Bilanzstichtag bekannten Umständen. Der später tatsächlich eintretende Nutzenabfluss kann insofern von den sonstigen Rückstellungen abweichen, vgl. die Ausführungen unter Anhang-Nr. 16.

Bewertung einzelner zur Veräußerung gehaltener langfristiger Vermögenswerte, von Veräußerungsgruppen (Disposal Groups) und nicht fortgeführter Aktivitäten (Discontinued Operations)

Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte sowie Veräußerungsgruppen und nicht fortgeführte Aktivitäten werden zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. Die Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes abzüglich Veräußerungskosten kann auf Schätzungen und Annahmen des Managements basieren, die mit einer gewissen Unsicherheit behaftet sind.

Umsatzrealisierung aus Verträgen mit Kunden

Bestimmte Gruppengesellschaften, insbesondere bei Elevator Technology, Plant Technology sowie Marine Systems, tätigen einen Teil ihrer Geschäfte als Fertigungsaufträge, bei denen die Umsatzerfassung zeitraumbezogen unter Verwendung der Percentage-of-Completion-Methode erfolgt. Die Umsätze werden hier entsprechend dem Fertigstellungsgrad ausgewiesen. Diese Methode erfordert eine exakte Schätzung des Ausmaßes des Auftragsfortschrittes. In Abhängigkeit von der Methode zur Bestimmung des Fertigstellungsgrades umfassen die wesentlichen Schätzungen die gesamten Auftragskosten, die bis zur Fertigstellung noch anfallenden Kosten, die gesamten Auftragserlöse, die Auftragsrisiken und andere Beurteilungen. Das Management der operativen Einheiten überprüft kontinuierlich alle Schätzungen, die im Rahmen der Fertigungsaufträge erforderlich sind, und passt diese gegebenenfalls an.

Der Betrag von erwarteten variablen Gegenleistungen wird zu Beginn des Vertrages mit einem Kunden geschätzt. Die Schätzung erfolgt entweder mit dem wahrscheinlichkeitsgewichteten Erwartungswert oder mit dem wahrscheinlichsten Wert. Es wird hierbei die Schätzmethode stetig angewendet, die für den jeweiligen Kundenvertrag die bessere Prognose erwarten lässt. Der zu Vertragsbeginn geschätzte Betrag variabler Gegenleistungen wird zu jedem Bilanzstichtag neu geschätzt und falls erforderlich entsprechend angepasst.

Die im Falle von Verträgen mit Kunden, die mehrere unterscheidbare Leistungsverpflichtungen enthalten, notwendige Aufteilung des Transaktionspreises auf die unterscheidbaren Leistungsverpflichtungen erfolgt anhand der relativen Einzelveräußerungspreise. Die verwendeten relativen Einzelveräußerungspreise entsprechen grundsätzlich direkt beobachtbaren Marktpreisen, zu denen die Gruppengesellschaft die Leistungsverpflichtungen separat an andere Kunden verkauft. Ist der Einzelveräußerungspreis nicht direkt beobachtbar, so erfolgt eine bestmögliche Schätzung des Einzelveräußerungspreises. In diesen Fällen kommen die Methode der angepassten Marktbeurteilung, die Kostenzuschlagsmethode oder die Restwertmethode zur Anwendung.

Ertragsteuern

Der Ansatz und die Bewertung von laufenden und latenten Steuerforderungen bzw. -verbindlichkeiten sind von Einschätzungen des Managements über steuerliche Unwägbarkeiten, wie auch über die künftige Geschäftsentwicklung abhängig. Dies umfasst sowohl die Auslegung bestehender steuerlicher Vorschriften als auch die Werthaltigkeitsprüfung latenter Steuerforderungen. Diese Schätzungen werden angepasst, wenn ausreichende Hinweise für die Notwendigkeit einer solchen Änderung vorliegen.

Leistungen an Arbeitnehmer

Die Bilanzierung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen erfolgt in Übereinstimmung mit versicherungsmathematischen Bewertungen. Diese Bewertungen beruhen auf statistischen und anderen Faktoren, um auf diese Weise künftige Ereignisse zu antizipieren. Diese Faktoren umfassen u.a. versicherungsmathematische Annahmen wie Diskontierungszinssatz, Gehaltsdynamik und Sterbewahrscheinlichkeit. Diese versicherungsmathematischen Annahmen können aufgrund von veränderten Markt- und Wirtschaftsbedingungen erheblich von den tatsächlichen Entwicklungen abweichen und deshalb zu einer wesentlichen Veränderung der Pensions- und ähnlichen Verpflichtungen, des Eigenkapitals sowie des zugehörigen künftigen Aufwands führen; vgl. auch die Ausführungen unter Anhang-Nr. 15.

Rechtliche Risiken

Wie unter Anhang-Nr. 21 dargestellt, sind thyssenkrupp Unternehmen in einigen Fällen Parteien in Rechtsstreitigkeiten. Der Ausgang dieser Fälle könnte einen wesentlichen Effekt auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe haben. Das Management analysiert regelmäßig die aktuellen Informationen zu diesen Fällen und bildet Rückstellungen für wahrscheinliche Verpflichtungen einschließlich der geschätzten Rechtskosten. Für die Beurteilung werden interne und externe Rechtsanwälte eingesetzt. Im Rahmen der Entscheidung über die Notwendigkeit einer Rückstellung berücksichtigt das Management die Wahrscheinlichkeit eines ungünstigen Ausgangs und die Möglichkeit, die Höhe der Verpflichtung ausreichend verlässlich zu schätzen. Die Erhebung einer Klage oder die formale Geltendmachung eines Anspruchs gegen thyssenkrupp Unternehmen oder die Angabe eines Rechtsstreits im Anhang bedeuten nicht automatisch, dass eine Rückstellung für das betreffende Risiko angemessen ist.

Auswirkungen der Corona-Pandemie

Vor dem Hintergrund der weltweiten Corona-Pandemie wurden die kritischen Sachverhalte Firmenwerte, sonstige immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (vgl. Anhang-Nr. 04 und 05), aktive latente Steuern (vgl. Anhang-Nr. 31), Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte (vgl. Anhang-Nr. 09 und 10) einer Überprüfung der Werthaltigkeit unterzogen.

Im Berichtsjahr beeinträchtigten in der thyssenkrupp-Gruppe die Auswirkungen der Corona-Pandemie insbesondere die Nachfrage und damit die Kapazitätsauslastung zusätzlich zur ohnehin vorherrschenden Volatilität bzw. schwächeren Nachfrage in den Werkstoff- und Komponentengeschäften für Automobile und Nutzfahrzeuge.

Infolge der stark eingebrochenen Versandmengen und des anhaltenden Kostendrucks fiel das Bereinigte EBIT von Steel Europe tief in die Verlustzone und trug wesentlich zum negativen Ergebnis der Gruppe bei. Auch das Bereinigte EBIT von Materials Services war in diesem Umfeld negativ: Sinkende Marktpreise und eine sehr schwache Nachfrage insbesondere ab März konnten durch die starke Entwicklung bei Plastics sowie positiven Effekte aus Waren- und Währungshedges nicht kompensiert werden. Im Geschäft mit Automobilkomponenten wurden die Zuwächse aus dem Hochlauf neuer Projekte und Werke überlagert durch Nachfrageausfälle verbunden mit weltweiten Produktions- und Werksstillständen. Zudem ergaben sich größere Belastungen aus der Neubewertung von Aufträgen im automobilen Anlagenbau sowie Zuführungen zu auftragsbezogenen Rückstellungen sowie Wertberichtigungen im Umlaufvermögen, sodass Automotive Technology in Summe ein stark negatives Bereinigtes EBIT auswies. Industrial Components erreichte deutliche mengen- und strukturbedingte Zuwächse bei Großwälzlagern, die jedoch durch das Schmiedegeschäft infolge von Nachfrageausfällen, aber auch zyklisch bedingter geringerer Volumina geschmälert wurden. Im Anlagenbau wurden verzögerte Fortschritte in den Projekten sowie Verschiebungen im Auftragseingang nur teilweise durch Umsatzsteigerungen im Chemieanlagenbau, einem robusten Servicegeschäft sowie einem Ertrag aus einer Gebäudeveräußerung kompensiert. Das Ergebnis der nicht fortgerührten Aufzugaktivitäten war im Wesentlichen infolge höherer Kosten im Zusammenhang mit der eigenständigen Aufstellung sowie negativer Pandemieeffekte vor allem in Europa und bei Access Solutions rückläufig. Marine Systems und Corporate Headquarters wiesen keine wesentlichen Pandemieauswirkungen auf.

Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften

Im Geschäftsjahr 2019 / 2020 hat thyssenkrupp die nachfolgenden Standards, Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards erstmalig angewendet, die mit Ausnahme von IFRS 16 keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse hatten:

Im Januar 2016 hat das IASB den neuen Bilanzierungsstandard IFRS 16 "Leases" veröffentlicht. Der neue Standard schafft die bisherige Klassifizierung von Leasingverträgen auf der Leasingnehmerseite in Operating- und Finance-Leasingverhältnisse ab und führt ein einheitliches Bilanzierungsmodell für Leasingverhältnisse beim Leasingnehmer ein. Gemäß IAS 17 "Leases" waren Zahlungsverpflichtungen für Operating-Leasingverhältnisse bisher nur im Anhang anzugeben. Gemäß IFRS 16 sind die aus Leasingverhältnissen resultierenden Rechte und Verpflichtungen als Nutzungsrecht am Leasinggegenstand und Leasingverbindlichkeit verpflichtend in der Bilanz des Leasingnehmers anzusetzen.

thyssenkrupp wendet IFRS 16 erstmals für das am 1. Oktober 2019 beginnende Geschäftsjahr 2019 / 2020 an. Es wird von der Erleichterungsvorschrift Gebrauch gemacht, IFRS 16 auf sämtliche Verträge anzuwenden, die zuvor als Leasingverträge unter Anwendung von IAS 17 und IFRIC 4 identifiziert wurden.

Die Gruppe hat die modifiziert retrospektive Einführungsmethode nach IFRS 16.C5(b) angewandt. Dabei sind die Vorjahresvergleichszahlen nicht anzupassen, sodass die Umstellungseffekte bei thyssenkrupp grundsätzlich als Anpassung der Gewinnrücklagen zum 1. Oktober 2019 auszuweisen sind.

Die Gruppe hat zum Zeitpunkt des Übergangs auf IFRS 16 neue Vermögenswerte und Schulden für seine Operating-Lease-Verhältnisse angesetzt. Bei Anwendung der modifiziert retrospektiven Methode wurden die Nutzungsrechte im Erstanwendungszeitpunkt zum Buchwert in Höhe der Leasingverbindlichkeit, angepasst um abgegrenzte Leasingzahlungen, angesetzt. Die Leasingverbindlichkeiten wurden zum Barwert der zum Erstanwendungszeitpunkt ausstehenden Leasingzahlungen angesetzt, diskontiert mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz zum Erstanwendungszeitpunkt. thyssenkrupp hat beim Übergang auf IFRS 16 von Erleichterungsvorschriften Gebrauch gemacht und Leasingverhältnisse mit einer Restlaufzeit von bis zu zwölf Monaten als kurzfristige Leasingverhältnisse behandelt, bei der erstmaligen Bewertung des Nutzungsrechts anfängliche direkte Kosten unberührt gelassen sowie bei der Bestimmung der Leasinglaufzeiten bei Verträgen mit Verlängerungs- und / oder Kündigungsoptionen aktuelle Erkenntnisse berücksichtigt. Es wurde im Erstanwendungszeitpunkt kein Impairmenttest nach IAS 36 durchgeführt. Stattdessen wurden die Leasingverhältnisse unmittelbar vor dem 1. Oktober 2019 gemäß IAS 37 "Provisions, Contingent Liabilities and Contingent Assets" dahingehend untersucht, ob es sich bei den Leasingverhältnissen um belastende Verträge handelt. Belastende Verträge wurden nicht identifiziert.

Die Auswirkungen auf die bisherigen Finance-Lease-Verhältnisse der Gruppe waren unwesentlich.

Im Rahmen der Umstellung auf IFRS 16 wurden zum 1. Oktober 2019 zusätzliche Vermögenswerte für die Nutzungsrechte an den Leasinggegenständen in Höhe von 1,0 Mrd € und zusätzliche Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 1,0 Mrd € erfasst.

Ausgehend von den Verpflichtungen aus Operating Lease zum 30. September 2019 ergab sich folgende Überleitung auf den Eröffnungsbilanzwert der Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen zum 1. Oktober 2019:

ÜBERLEITUNG - IFRS 16

Mio €
Verpflichtungen aus Operating Lease zum 30.09.2019 1.326
Mindestleasingzahlungen (brutto) der Verbindlichkeiten aus Finance Lease zum 30.09.2019 50
Anwendungserleichterung für kurzfristige Leasingverhältnisse - 21
Anwendungserleichterung für Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte - 10
IAS 17 Verpflichtungen, die gemäß IFRS 16 nicht zu berücksichtigen sind - 102
Sonstiges 13
Brutto-Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen zum 1.10.2019 1.256
Abzinsung - 200
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen zum 1.10.2019 1.056
Verbindlichkeiten aus Finance Lease zum 30.09.2019 - 37
Zusätzliche Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen durch Erstanwendung von IFRS 16 zum 1.10.2019 1.019

Basierend auf den Verpflichtungen aus Operating Lease wurden die Zahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse in Höhe von 21 Mio €, die Zahlungen für Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte in Höhe von 10 Mio € sowie Zahlungsverpflichtungen gemäß IAS 17 für zum 30. September 2019 bereits abgeschlossene Leasingverträge, bei denen die Bereitstellung des zugrundeliegenden Vermögenswerts erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt, in Höhe von 102 Mio € abgezogen.

Die Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen wurden unter Anwendung des Grenzfremdkapitalzinssatzes zum 1. Oktober 2019 abgezinst. Der gewichtete durchschnittliche Zinssatz betrug 3,5 %. Hierzu wurde zunächst je Laufzeit eine Kreditmarge bestimmt, die den Preis für das Kreditausfallrisiko der thyssenkrupp-Gruppe widerspiegelt und aus bestehenden Refinanzierungsinstrumenten der thyssenkrupp AG sowie den am Markt gehandelten Credit Default Swaps (CDS) abgeleitet wird. In einem zweiten Schritt werden die Kreditmargen den laufzeitkongruenten, risikolosen Zinssätzen für jede Währung aufgeschlagen.

Die Auswirkungen des neuen Standards wurden im Umstellungszeitpunkt erfolgsneutral im Eigenkapital berücksichtigt, waren jedoch für thyssenkrupp unwesentlich. Dies gilt somit auch für die Effekte aus aktiven und passiven latenten Steuern.

Darüber hinaus wendet thyssenkrupp im Geschäftsjahr 2019 / 2020 erstmalig die nachfolgenden Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards an, die keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse hatten:

IFRIC 23: "Uncertainty over Income Tax Treatments", Veröffentlichung im Juni 2017
Änderungen an IFRS 9: "Financial Instruments", Veröffentlichung im Oktober 2017
Änderungen an IAS 28: "Investments in Associates and Joint Ventures", Veröffentlichung im Oktober 2017
Annual-Improvements-Process-Projekt für den Zyklus 2015-2017, Veröffentlichung im Dezember 2017
Änderungen an IAS 19: "Plan Amendment, Curtailment or Settlement", Veröffentlichung im Februar 2018

Veröffentlichte, aber 2019 / 2020 noch nicht anzuwendende Rechnungslegungsvorschriften

Das IASB hat folgende Interpretationen und Änderungen von Standards bzw. Interpretationen herausgegeben, deren Anwendung zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verpflichtend ist und deren Anwendbarkeit teilweise noch die Übernahme in das EU-Recht ("Endorsement") erfordert. Die Gruppe geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendungen dieser Standards, Interpretationen und Änderungen einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben werden:

Änderungen an IFRS 10 "Consolidated Financial Statements" und IAS 28 "Investments in Associates and Joint Ventures (2011)": "Sale or Contribution of Assets between an Investor and its Associate or Joint Venture", Veröffentlichung im September 2014, erstmalige Anwendung auf unbestimmte Zeit verschoben
Änderungen am IFRS Rahmenkonzept: "Amendments to References to the Conceptual Framework in IFRS Standards", Veröffentlichung im März 2018, erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2020 / 2021
Änderungen an IFRS 3: "Definition of a Business (Amendments to IFRS 3)", Veröffentlichung im Oktober 2018, erstmalige Anwendung auf Unternehmenszusammenschlüsse mit Erwerbszeitpunkt am oder nach dem 1. Januar 2020
Änderungen an IAS 1 und IAS 8: "Amendments to IAS 1 and IAS 8: Definition of Material", Veröffentlichung im Oktober 2018, erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2020 / 2021
Änderungen an IFRS 9, IAS 39 und IFRS 7: "Interest Rate Benchmark Reform", Veröffentlichung im September 2019, erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2020 / 2021
Änderungen an IAS 1 "Presentation of Financial Statements: Classification of Liabilities as Current or Non-current", Veröffentlichung im Januar 2020, Übernahme in EU-Recht noch ausstehend, voraussichtliche erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2023 / 2024
Änderungen an IFRS 3, IAS 16, IAS 37 und Annual-Improvements-Process-Projekt für den Zyklus 2018-2020, Veröffentlichung im Mai 2020, Übernahme in EU-Recht noch ausstehend, voraussichtliche erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2022 / 2023
Änderungen an IFRS 16 "Leases Covid-19-Related Rent Concessions", Veröffentlichung im Mai 2020, erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2020 / 2021; thyssenkrupp wird die Änderung, die Leasingnehmern ein Wahlrecht einräumt, wonach die Bilanzierung von Zugeständnissen, wie Stundung der Mietraten oder Mietpreisnachlässe, die im Zusammenhang mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie gewährt werden, vereinfacht erfolgen kann, voraussichtlich nicht anwenden.
Änderungen an IFRS 4 "Insurance Contracts - deferral of IFRS 9", Veröffentlichung im Juni 2020, Übernahme in EU-Recht noch ausstehend, voraussichtliche erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2021 / 2022
Änderungen an IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16 "Interest Rate Benchmark Reform - Phase 2", Veröffentlichung im August 2020, Übernahme in EU-Recht noch ausstehend, voraussichtliche erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2021 / 2022,

02 Konsolidierte Unternehmen und Beteiligungen

Zusammensetzung des Konsolidierungskreises

Die nachfolgende Tabelle stellt die Veränderung des Konsolidierungskreises in den Geschäftsjahren 2018 / 2019 und 2019 / 2020 dar:

VERÄNDERUNGEN KONSOLIDIERUNGSKREIS

Anzahl konsolidierter Unternehmen Inland Ausland Gesamt
Stand am 30.09.2018 103 346 449
Zugänge 14 20 34
Abgänge - 9 - 18 - 27
Stand am 30.09.2019 108 348 456
Zugänge 2 6 8
Abgänge - 17 - 116 - 133
Stand am 30.09.2020 93 238 331

Die Zugänge in 2019 / 2020 resultieren im Wesentlichen aus Gründungen, während die Abgänge im Wesentlichen auf die Entkonsolidierung von Elevator Technology zurückzuführen sind. Zu weiteren Details vgl. die nachfolgenden Ausführungen unter "Erwerbe" in dieser Anhang-Nr. sowie unter "Nicht fortgeführte Aktivitäten" in Anhang-Nr. 03.

2 (Vorjahr: 3) Tochterunternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe von untergeordneter Bedeutung ist, werden nicht konsolidiert; ihr Umsatz beträgt 0,005 % des gesamten Gruppenumsatzes, ihr Ergebnis 0,002 % des gesamten Gruppenergebnisses (vor Steuern) und ihr Eigenkapital 0,009 % des Gruppeneigenkapitals.

12 (Vorjahr: 11) assoziierte Unternehmen und 11 (Vorjahr: 11) Joint Ventures werden in der Gruppe nach der Equity-Methode bewertet. Darüber hinaus werden 6 (Vorjahr: 5) assoziierte Unternehmen wegen der untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe nicht nach der Equity-Methode bewertet; das anteilige Ergebnis dieser assoziierten Unternehmen von untergeordneter Bedeutung beträgt 0,02 % des gesamten Gruppenergebnisses (vor Steuern) und ihr anteiliges Eigenkapital 0,09 % des Gruppeneigenkapitals.

Die vollständige Aufstellung über den Anteilsbesitz der Gruppe ist im Bundesanzeiger veröffentlicht und auf der thyssenkrupp-Website unter www.thyssenkrupp.com wiedergegeben.

Strukturierte Unternehmen

thyssenkrupp bezieht 3 (Vorjahr: 3) strukturierte Unternehmen im Rahmen der Vollkonsolidierung in den Gruppenabschluss ein. Bei einem dieser strukturierten Unternehmen handelt es sich um eine Leasingobjektgesellschaft, die zur Realisierung des zweiten Bauabschnittes des thyssenkrupp Quartiers gegründet wurde. Das Leasingobjekt und die entsprechenden Verbindlichkeiten sind im Gruppenabschluss enthalten. Verpflichtungen zur finanziellen Unterstützung bestehen nicht. Die beiden anderen strukturierten Unternehmen sind von untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe.

Darüber hinaus unterhält thyssenkrupp vertragliche Beziehungen zu 2 (Vorjahr: 2) nicht beherrschten strukturierten Unternehmen. Hieran hält die Gruppe maximal Anteile in Höhe von 1 %. Im Rahmen von Forderungsverkaufsprogrammen bestehen vertragliche Beziehungen zu einem strukturierten Unternehmen, an dem die Gruppe keine Anteile hält. Zu dem anderen, nicht beherrschten strukturierten Unternehmen besteht ein Liefervertrag mit einem Gruppenunternehmen. Aus diesem Vertrag potenziell entstehende Verluste sind bereits in den unter den sonstigen finanziellen Verpflichtungen angegebenen Abnahmeverpflichtungen enthalten (vgl. Anhang-Nr. 21).

Erwerbe

Geschäftsjahr 2019 / 2020

Im Geschäftsjahr 2019 / 2020 tätigte die Gruppe kleinere Erwerbe bei Elevator Technology, die jeder für sich genommen und in Summe nicht wesentlich waren.

03 Nicht fortgeführten Aktivitäten

Am 27. Februar 2020 hat thyssenkrupp mit einem Konsortium um Advent International und Cinven einen Vertrag zum vollständigen Verkauf seines Aufzuggeschäfts Elevator Technology unterzeichnet. Der Vollzug der Transaktion (Closing) verbunden mit der Entkonsolidierung von Elevator Technology ist am 31. Juli 2020 erfolgt, nachdem zuvor alle zuständigen Behörden dem Verkauf an ein Bieterkonsortium um Advent International und Cinven zugestimmt hatten. Mit dem Verkauf wurde die finanzielle Voraussetzung für die im Mai 2020 konkretisierte strategische Neuausrichtung hin zu einer leistungsstarken "Group of Companies" mit eigenständigen Geschäften, wettbewerbsfähiger Profitabilität und Cashflow-Generierung sowie einer schlanken Holding geschaffen.

Mit dem Closing hat das Unternehmen den Kaufpreis entsprechend dieser vertraglichen Vereinbarung erhalten. Bestandteil des Kaufpreises waren neben dem Erhalt von Zahlungsmitteln in Höhe von 15,53 Mrd € mehrere Finanzierungsinstrumente ("Rückbeteiligung") im Wert von rund 1,25 Mrd € enthalten, die wie folgt bilanziert werden:

Stammaktien (mit Stimmrechten ausgestattet) an der Vertical Topco I S.A., Luxembourg. Aufgrund des Vorliegens von maßgeblichem Einfluss werden die Stammaktien nach den Vorgaben des IAS 28 als nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligung behandelt und ausgewiesen. Die Fortschreibung der Anschaffungskosten nach der Equity-Methode ist in der Gewinn- und Verlustrechnung innerhalb des Finanzergebnisses aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen enthalten. Angaben nach den Regeln des IFRS 12 sind in Anhang-Nr. 06 enthalten. Zur Behandlung im Rahmen der Segmentberichterstattung verweisen wir auf Anhang-Nr. 24.
Vorzugsaktien (mit Stimmrechten ausgestattet) an der Vertical Topco I S.A., Luxembourg. Die Vorzugsaktien werden als Eigenkapitalinstrument nach den Vorgaben des IAS 32 bzw. des IFRS 9 behandelt und in den langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen. Die Folgebewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, wobei Änderungen des beizulegenden Zeitwerts erfolgsneutral im Eigenkapital (ohne Recycling) erfasst werden. Zur Behandlung im Rahmen der Segmentberichterstattung verweisen wir auf Anhang-Nr. 24.
Zinslose Darlehen (Darlehensnehmer: Vertical Topco I S.A., Luxembourg). Die zinslosen Darlehen werden als Fremdkapitalinstrument nach den Vorgaben des IAS 32 bzw. des IFRS 9 behandelt und ebenfalls in den langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen. Die Bewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten, wobei die Ergebniseffekte aus der Folgebewertung in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis in den Finanzierungserträgen bzw. -aufwendungen gezeigt werden. Die Anhangangaben nach IFRS 7 sind in Anhang-Nr. 22 enthalten. Zur Behandlung im Rahmen der Segmentberichterstattung verweisen wir auf Anhang Nr. 24.

Die Transaktion erfüllt die Kriterien von IFRS 5 für einen Ausweis als nicht fortgeführte Aktivität. Sie umfasst Elevator Technology und einzelne Einheiten aus Corporate Headquarters. Gemäß IFRS 5 werden für die nicht fortgeführten Aufzugaktivitäten in der aktuellen Berichtsperiode bis zur Entkonsolidierung alle Aufwendungen und Erträge separat in der Gewinn- und Verlustrechnung und alle Cashflows separat in der Kapitalflussrechnung ausgewiesen und der Vorperiodenausweis entsprechend angepasst. Infolge des Ende Juli 2020 erfolgten Verkaufs entfällt der ansonsten in der Bilanz zum aktuellen Stichtag vorzunehmende separate Ausweis der auf die nicht fortgeführte Aktivität entfallenden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten.

In Verbindung mit der eingeleiteten Veräußerung erfolgte die Bewertung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten unverändert zum Buchwert, da dieser niedriger als der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten war. Mit der Klassifizierung als nicht fortgeführte Aktivität wurden langfristige Vermögenswerte nicht mehr planmäßig abgeschrieben; der Effekt hieraus beläuft sich auf 83 Mio € (vor Steuern) für den Zeitraum von Ende Februar 2020 bis Ende Juli 2020.

In der nachfolgenden Tabelle sind die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der nicht fortgeführten Aufzugaktivitäten zum Zeitpunkt des Abgangs aus der Gruppe dargestellt:

NICHT FORTGEFÜHRTE AUFZUGAKTIVITÄTEN

Mio €
Immaterielle Vermögenswerte 1.853
Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) 788
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 2
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 110
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 43
Aktive latente Steuern 153
Vorräte 635
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.368
Vertragsvermögenswerte 504
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 32
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 232
Laufende Ertragsteueransprüche 102
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder 736
Insgesamt abgegebene Vermögenswerte 6.558
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 396
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 15
Sonstige langfristige Rückstellungen 138
Passive latente Steuern 163
Langfristige Finanzschulden 227
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 158
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 351
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 98
Kurzfristige Finanzschulden 70
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 669
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 54
Vertragsverbindlichkeiten 1.846
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 867
Insgesamt abgegebene Verbindlichkeiten 5.052
Abgehendes Reinvermögen 1.506
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 145
Nicht beherrschende Anteile - 23
Transaktionskosten und sonstige Effekte 141
Gewinn aus dem Abgang 15.010
Verkaufspreis / Erhaltene Gegenleistung 16.780
Davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen 15.527
Davon: durch Eigenkapitalinstrumente beglichen 658
Davon: durch Fremdkapitalinstrumente beglichen 595

Die Ergebnisse der nicht fortgeführten Aufzugaktivitäten stellen sich bis zum Verkauf per 31. Juli 2020 wie folgt dar:

NICHT FORTGEFÜHRTE AUFZUGAKTIVITÄTEN

Mio € 2018 / 2019 2019 / 2020
Umsatzerlöse 7.960 6.544
Andere Erträge 100 70
Aufwendungen - 7.288 - 5.918
Laufendes Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) 772 695
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 79 - 572
Laufendes Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 851 124
Abgangsergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) 0 15.010
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0 0
Abgangsergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 0 15.010
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 851 15.134
Davon:
Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG 849 15.132
Nicht beherrschende Anteile 1 2

Gruppeninterne Aufwendungen und Erträge zwischen Gesellschaften der nicht fortgeführten Aufzugaktivitäten und der übrigen thyssenkrupp-Gruppe wurden vollständig eliminiert. Bei den bisher gruppeninternen Lieferungen und Leistungen, die nach der Entkonsolidierung von Elevator Technology entweder mit Elevator Technology oder mit Dritten fortgeführt werden, wurden die Eliminierungsbuchungen im Rahmen der Aufwands- und Ertragskonsolidierung vollständig den nicht fortgeführten Aktivitäten zugeordnet.

Der Steueraufwand im Geschäftsjahr 2019 / 2020 der nicht fortgeführten Aufzugaktivitäten ist durch Abschreibungen der auf diesen Bereich entfallenden aktiven latenten Steuern in Höhe von 325 Mio € beeinflusst. Der wesentliche Teil entfällt auf die Abwertung der aktiven latenten Steuern auf ausgewählte, zeitlich unbefristete Nutzungsrechte an der Marke "thyssenkrupp". In Verbindung mit dem vollständigen Verkauf des Aufzuggeschäfts wurde auch eine Vereinbarung zur Rückabwicklung der Übertragung von Nutzungsrechten an der Marke thyssenkrupp getroffen, die im Geschäftsjahr 2018 / 2019 von der thyssenkrupp AG auf die thyssenkrupp Elevator AG übertragen wurden. Diese Rückabwicklung bedingt eine Wertberichtigung, da zukünftig voraussichtlich nicht ausreichend zu versteuernde Ergebnisse im deutschen Organkreis von Elevator auf absehbare Zeit zur Verfügung stehen werden. Im Geschäftsjahr 2018 / 2019 führte die Übertragung der Nutzungsrechte zu einem latenten Steuerertrag aus Ansatz aktiver latenter Steuern für eine abzugsfähige temporäre Differenz in Höhe von 332 Mio €.

Erläuterungen zur Bilanz

04 Immaterielle Vermögenswerte

Die immateriellen Vermögenswerte der Gruppe entwickelten sich wie folgt:

ENTWICKLUNG IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

Mio € Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten Entwicklungskosten, eigenentwickelte Software und Website Firmenwerte Insgesamt
Bruttowerte
Stand am 1.10.2018 2.150 887 4.430 7.466
Währungsunterschiede 32 17 103 152
Veränderung Konsolidierungskreis 36 - 2 81 115
Zugänge 48 88 0 136
Umbuchungen 14 - 1 0 13
Abgänge - 36 - 6 0 - 42
Stand am 30.09.2019 2.244 982 4.614 7.840
Währungsunterschiede - 49 - 1 - 155 - 206
Veränderung Konsolidierungskreis 2 - 15 5 - 8
Zugänge 43 43 0 85
Umbuchungen 36 - 4 0 33
Abgänge - 87 - 3 0 - 90
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte - 706 - 98 - 1.764 - 2.569
Stand am 30.09.2020 1.482 904 2.700 5.085
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen
Stand am 1.10.2018 1.389 605 628 2.622
Währungsunterschiede 23 13 23 59
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0 0 0
Abschreibungen 111 47 0 158
Wertminderungsaufwendungen 4 3 0 7
Wertaufholungen 0 0 0 0
Umbuchungen 0 0 0 0
Abgänge - 31 - 5 0 - 36
Stand am 30.09.2019 1.496 663 652 2.811
Währungsunterschiede - 36 - 1 - 30 - 68
Veränderung Konsolidierungskreis - 1 0 0 - 1
Abschreibungen 100 53 0 153
Wertminderungsaufwendungen 23 115 777 915
Wertaufholungen 0 0 0 0
Umbuchungen 1 0 0 1
Abgänge - 83 - 3 0 - 85
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte - 512 - 24 - 180 - 715
Stand am 30.09.2020 988 803 1.219 3.010
Nettowerte
Stand am 1.10.2018 760 282 3.801 4.844
Stand am 30.09.2019 748 319 3.962 5.029
Stand am 30.09.2020 494 101 1.481 2.075

Wertminderungen auf Firmenwerte

Wertminderungsaufwendungen auf Firmenwerte werden in den sonstigen Aufwendungen ausgewiesen.

Firmenwerte

Die Firmenwerte (ohne Firmenwerte für nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen) sind den Cash Generating Units (CGUs) der Segmente zugeordnet. Der höhere Wert von Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bestimmt gemäß IFRS den erzielbaren Betrag einer CGU. Im Rahmen des Jahresabschlusses wurde der höhere Wert für die CGUs auf Basis des Nutzungswertes mithilfe der Discounted-Cashflow-Methode ermittelt. Dabei werden die geplanten Nach-Steuer-Cashflows aus der von den Geschäften erstellten und vom Management der thyssenkrupp AG genehmigten Dreijahresplanung verwendet. Für die Cashflows jenseits der Planungsperiode wird das dritte Planjahr unter Berücksichtigung geschäftsspezifischer Annahmen um zwei weitere Jahre fortgeschrieben und dann über eine nachhaltige Wachstumsrate von 1,25 % (Vorjahr: 1,35 %) in die ewige Rente überführt. Der zur Diskontierung verwendete Gesamtkapitalkostensatz basiert auf dem risikofreien Zinssatz in Höhe von 0,0 % (Vorjahr: 0,1 %, ab dem 3. Quartal 2019 / 2020 bereits 0,0 %) sowie auf einer Marktrisikoprämie von 7,5 % (Vorjahr: 6,75 %; ab dem 1. Quartal 2019 / 2020 bereits 7,5 %). Darüber hinaus werden der Beta-Faktor, die Fremdkapitalkosten sowie die Kapitalstruktur berücksichtigt, die jeweils individuell für jede CGU auf Basis einer entsprechenden Peer-Group abgeleitet wurden. Zusätzlich werden CGU-spezifische Steuersätze und Länderrisikoprämien angesetzt. Zur Diskontierung der Cashflows werden Nach-Steuer-Diskontierungssätze zugrunde gelegt, aus denen anschließend auf Basis einer iterativen Berechnung die nachfolgend dargestellten Vor-Steuer-Diskontierungssätze ermittelt werden:

VOR-STEUER-DISKONTIERUNGSSÄTZE

Bandbreiten
in % 30.09.2019 30.09.2020
--- --- ---
Automotive Technology 7,5 - 12,3 9,9 - 11,7
Industrial Components 9,4 - 9,5 9,4 - 10,6
Elevator Technology 8,9 - 12,5 -
Plant Technology 10,2 9,7 - 12,3
Marine Systems 7,6 8,4
Materials Services 5,7 - 10,5 7,9 - 11,7
Steel Europe 6,9 7,6
Corporate Headquarters & Others 6,3 8,2

Per 30. September 2020 sind in der thyssenkrupp-Gruppe 18 CGUs definiert, wovon noch sieben CGUs ein Firmenwert zugeordnet ist. Der auf diese entfallende Gesamtfirmenwert beträgt 1.481 Mio € (Vorjahr: 3.962 Mio €). Auf das per 31. Juli 2020 entkonsolidierte Segment Elevator Technology entfiel im Vorjahr noch ein Firmenwert von 1.691 Mio €. Daneben stellten sich die den CGUs Steering, Automotive Systems (beide Segment Automotive Technology), Forged Technology (Segment Industrial Components), Distribution Services, Supply Chain Services (beide Segment Materials Services) und Steel Europe (Segment Steel Europe) zugeordneten Firmenwerte mit einem Gesamtwert von 777 Mio € als nicht mehr werthaltig heraus und wurden im Rahmen des Jahresabschlusses vollständig abgeschrieben.

NICHT MEHR WERTHALTIGE FIRMENWERTE

CGU (Segment) Erzielbarer Betrag

in Mio €
Vollständig abgeschriebener Firmenwert

in Mio €
Steering (Automotive Technology) 1.130 106
Automotive Systems (Automotive Technology) 5 2
Forged Technologies (Industrial Components) 546 60
Distribution Services (Materials Services) 1.441 126
Supply Chain Services (Material Services) 1.032 176
Steel Europe (Steel Europe) 4.028 306

Insbesondere die sich seit dem Sommer konkretisierende Aussicht auf eine im Vergleich zu anderen Sektoren langsamere wirtschaftliche Erholung der Automobilindustrie verbunden mit langfristig geringeren Wachstumsraten als vor der Corona-Pandemie angenommen führte zu einer Reduzierung der mittelfristigen und nachhaltigen Cashflow-Erwartung in den betroffenen CGUs mit dem Automobilsektor als bedeutende Endabnehmerindustrie. Bei Steel Europe und Steering mussten auf Basis des Werthaltigkeitstests neben dem jeweiligen Firmenwert noch weitere langfristige Vermögenswerte in Höhe von 1,2 Mrd € bzw. 127 Mio € abgeschrieben werden (vgl. dazu Anhang-Nr. 05).

Von dem verbliebenen Gesamtfirmenwert per 30. September 2020 von 1.481 Mio € tragen die CGUs Chemical & Process Technologies (Segment Plant Technology) und Marine Systems mit einem Anteil von 86 % den Großteil. Bei allen noch firmenwerttragenden CGUs liegt der erzielbare Betrag mindestens 19 % über dem Buchwert. Kritische Firmenwerte liegen daher nicht vor.

WESENTLICHE FIRMENWERTE

CGU (Segment) Buchwert des der CGU zugeordneten Firmenwertes (Vorjahreswert)

in Mio €
Anteil am Gesamtfirmenwert

in %
Diskontierungssatz (vor Steuern)

in %
Wachstumsrate

in %
Wesentliche Prämissen für den Werthaltigkeitstest
Chemical & Process Technologies (Plant Technology) 235 (n/a) 16 % 12,3 % 1,25 % - Profitable Abarbeitung der gewonnenen Aufträge
- Realisierung des geplanten Auftragseingangs
- Ausbau des Servicegeschäftes
- Ergebnisverbesserung durch bereits implementierte Restrukturierungsmaßnahmen
Marine Systems (Marine Systems) 1.041 70 % 8,4 % 1,25 % - Profitable Abarbeitung der gewonnenen Großaufträge im Überwasserbereich
(1.041)
- Realisierung des geplanten Auftragseingangs, insbesondere im Unterwasserbereich, und damit auch einer deutlichen Margenverbesserung im abzuarbeitenden Auftragsportfolio
- Effizienzsteigerungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette auf Basis des implementierten Performance-Programms

Wertminderungen auf übrige immaterielle Vermögenswerte

Wertminderungsaufwendungen auf die übrigen immateriellen Vermögenswerte sind im Wesentlichen in den Umsatzkosten enthalten.

Die in 2019 / 2020 auf die übrigen immateriellen Vermögenswerte vorgenommenen Wertminderungen sind in Anhang-Nr. 05 dargestellt.

05 Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien)

Die Sachanlagen der Gruppe entwickelten sich wie folgt:

ENTWICKLUNG SACHANLAGEN

Mio € Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschl. der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
Bruttowerte
Stand am 1.10.2018 5.667 18.665 2.388
Währungsunterschiede 40 134 20
Veränderung Konsolidierungskreis - 2 - 6 6
Zugänge 99 541 167
Umbuchungen 144 429 15
Abgänge - 65 - 298 - 106
Stand am 30.09.2019 5.883 19.465 2.491
Effekte aus der Erstanwendung von IFRS 16 0 0 0,000
Stand am 1.10.2019 5.883 19.465 2.491
Währungsunterschiede - 77 - 253 - 37
Veränderung Konsolidierungskreis - 2 - 11 1
Zugänge 56 366 112
Umbuchungen 101 414 11
Abgänge - 119 - 161 - 99
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte - 331 - 251 - 364
Stand am 30.09.2020 5.512 19.569 2.115
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen
Stand am 1.10.2018 3.229 14.874 1.802
Währungsunterschiede 18 95 13
Veränderung Konsolidierungskreis 0 - 8 6
Abschreibungen 127 686 180
Wertminderungsaufwendungen 9 50 6
Umbuchungen 6 6 - 9
Abgänge - 39 - 286 - 99
Stand am 30.09.2019 3.349 15.417 1.899
Effekte aus der Erstanwendung von IFRS 16 0 0 0
Stand am 1.10.2019 3.349 15.417 1.899
Währungsunterschiede - 32 - 188 - 27
Veränderung Konsolidierungskreis - 2 - 11 1
Abschreibungen 127 705 141
Wertminderungsaufwendungen 349 1.357 102
Wertaufholungen 0 0 0
Umbuchungen 1 4 - 4
Abgänge - 29 - 145 - 92
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte - 131 - 184 - 238
Stand am 30.09.2020 3.633 16.955 1.783
Nettowerte
Stand am 1.10.2018 2.438 3.791 586
Stand am 30.09.2019 2.534 4.048 592
Stand am 1.10.2019 2.534 4.048 592
Stand am 30.09.2020 1.879 2.614 331
Mio € Nutzungsrechte (Vj.: Geleaste Sachanlanlagen (Finance Lease)) Verleaste Sachanlagen (Operating Lease) Anlagen im Bau
Bruttowerte
Stand am 1.10.2018 99 68 865
Währungsunterschiede 1 0 15
Veränderung Konsolidierungskreis 0 - 10 - 1
Zugänge 23 2 578
Umbuchungen 1 - 1 - 529
Abgänge - 29 - 10 - 1
Stand am 30.09.2019 94 49 927
Effekte aus der Erstanwendung von IFRS 16 988 0 0
Stand am 1.10.2019 1.082 49 927
Währungsunterschiede - 39 0 - 25
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0 19
Zugänge 139 2 683
Umbuchungen - 11 4 - 482
Abgänge - 23 - 1 - 2
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte - 358 - 3 - 72
Stand am 30.09.2020 791 49 1.047
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen
Stand am 1.10.2018 67 34 15
Währungsunterschiede 1 0 0
Veränderung Konsolidierungskreis 0 - 10 0
Abschreibungen 5 0 0
Wertminderungsaufwendungen 0 0 25
Umbuchungen 0 4 - 7
Abgänge - 27 - 8 0
Stand am 30.09.2019 46 20 34
Effekte aus der Erstanwendung von IFRS 16 - 23 0 0
Stand am 1.10.2019 23 20 34
Währungsunterschiede - 4 0 - 1
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0 0
Abschreibungen 181 1 0
Wertminderungsaufwendungen 10 1 174
Wertaufholungen 0 0 - 3
Umbuchungen - 1 2 - 3
Abgänge - 3 0 0
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte - 37 0 0
Stand am 30.09.2020 168 23 201
Nettowerte
Stand am 1.10.2018 32 34 850
Stand am 30.09.2019 49 29 893
Stand am 1.10.2019 1.059 29 893
Stand am 30.09.2020 622 27 846
Mio € Insgesamt
Bruttowerte
Stand am 1.10.2018 27.751
Währungsunterschiede 209
Veränderung Konsolidierungskreis - 12
Zugänge 1.411
Umbuchungen 60
Abgänge - 510
Stand am 30.09.2019 28.909
Effekte aus der Erstanwendung von IFRS 16 988
Stand am 1.10.2019 29.896
Währungsunterschiede - 432
Veränderung Konsolidierungskreis 7
Zugänge 1.357
Umbuchungen 36
Abgänge - 405
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte - 1.378
Stand am 30.09.2020 29.082
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen
Stand am 1.10.2018 20.021
Währungsunterschiede 127
Veränderung Konsolidierungskreis - 12
Abschreibungen 998
Wertminderungsaufwendungen 90
Umbuchungen 0
Abgänge - 459
Stand am 30.09.2019 20.764
Effekte aus der Erstanwendung von IFRS 16 - 23
Stand am 1.10.2019 20.741
Währungsunterschiede - 251
Veränderung Konsolidierungskreis - 11
Abschreibungen 1.154
Wertminderungsaufwendungen 1.993
Wertaufholungen - 3
Umbuchungen - 1
Abgänge - 269
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte - 590
Stand am 30.09.2020 22.763
Nettowerte
Stand am 1.10.2018 7.730
Stand am 30.09.2019 8.144
Stand am 1.10.2019 9.155
Stand am 30.09.2020 6.319

Wertminderungsaufwendungen auf Sachanlagen werden zum größten Teil in den Umsatzkosten ausgewiesen und in geringerem Umfang in den sonstigen Funktionsbereichen.

Geschäftsjahr 2019 / 2020

Bei Automotive Technology erfolgten in der Business Unit Steering Wertminderungen im globalen Produktbereich elektrischer Lenkgetriebe aufgrund der Neubewertung von Nachfrageerwartungen und gestiegener Kapitalkosten in Höhe von insgesamt 333 Mio €. Davon entfallen 272 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen, 4 Mio € auf Bauten und 57 Mio € auf Entwicklungskosten. Der für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevante erzielbare Betrag entspricht dem Nutzungswert, der insgesamt 459 Mio € beträgt und zu dessen Bestimmung ein Diskontierungssatz (nach Steuern) von 8,36 % angesetzt wurde. Vom so ermittelten Wertminderungsaufwand konnten 95 Mio € aufgrund der Wertuntergrenze nach IAS 36.105 nicht erfasst werden.

Weitere Wertminderungen im Segment Automotive Technology waren in der Business Unit Damper im Erstausrüstergeschäft in Deutschland und den USA aufgrund von gestiegenen Kapitalkosten sowie der coronabedingt verminderten Erwartung in die zukünftige Ertragslage in Höhe von insgesamt 90 Mio € erforderlich. Davon entfallen 66 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen, 12 Mio € auf andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie 12 Mio € auf Bauten. Zur Ermittlung des Nutzungswertes, der insgesamt - 19 Mio € beträgt, wurde ein Diskontierungssatz (nach Steuern) von 7,92 % (Deutschland) bzw. 8,05 % (USA) angesetzt. Aufgrund der Wertuntergrenze nach IAS 36.105 konnten jedoch vom so ermittelten Wertminderungsaufwand 158 Mio € nicht erfasst werden.

Darüber hinaus wurden Wertminderungen bei Automotive Technology in Höhe von 72 Mio € in der Business Unit Camshafts vorgenommen, im Wesentlichen aufgrund des vorzeitigen Abbruchs eines Kundenprojekts mit Auswirkungen auf Standorte in Europa und China sowie der Neubewertung der Nachfrageerwartungen insbesondere wegen Corona. Die Wertminderungen betreffen mit 45 Mio € Anlagen im Bau, mit 22 Mio € technische Anlagen und Maschinen und mit 5 Mio € Entwicklungskosten. Der für die Bestimmung des jeweiligen Wertminderungsaufwands relevante erzielbare Betrag entspricht jeweils dem Nutzungswert, der insgesamt 23 Mio € beträgt und zu dessen Bestimmung Diskontierungssätze (nach Steuern) zwischen 7,35 % von 9,17 % je nach Region angesetzt wurden. Aufgrund der Wertuntergrenze nach IAS 36.105 konnten jedoch vom so ermittelten Wertminderungsaufwand 12 Mio € nicht erfasst werden.

Weitere Wertminderungen bei Automotive Technology wurden aufgrund verminderter Erwartungen in die zukünftige Ertragslage in den Werken in Mexiko, USA, Ungarn, Deutschland und Frankreich der Business Unit Automotive Systems (insgesamt 19 Mio €; Nutzungswert 42 Mio €, 13 Mio € vom so ermittelten Wertminderungsaufwand wurden nicht erfasst aufgrund von IAS 36.105) sowie in den Werken in Deutschland, China und Indien der Business Unit System Engineering (insgesamt 13 Mio €; Nutzungswert 64 Mio €, 121 Mio € vom so ermittelten Wertminderungsaufwand aufgrund von IAS 36.105 nicht erfasst) vorgenommen. Weitere Wertminderungen wurden in der Business Unit Springs & Stabilizers erforderlich: 7 Mio € in Ungarn (Nutzungswert 31 Mio €; 9 Mio € vom so ermittelten Wertminderungsaufwand aufgrund von IAS 36.105 nicht erfasst) sowie weitere insgesamt 8 Mio € in den Werken in Deutschland, China und Brasilien.

Bei Industrial Components wurden bei Forged Technologies aufgrund von geänderten Gegebenheiten im chinesischen Markt - kurzfristig getriggert durch Corona und weiterhin getrieben durch Umsatzreduzierungen, die auf eine kundenseitig verstärkte Lokalisierung der Beschaffung und Zollstreitigkeiten zwischen den USA und China zurückzuführen sind - Wertminderungen auf Bauten in Höhe von 5 Mio €, auf technische Anlagen und Maschinen in Höhe von 64 Mio € und auf andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von 2 Mio € erforderlich. Der für die Bestimmung des jeweiligen Wertminderungsaufwands relevante erzielbare Betrag entspricht jeweils dem Nutzungswert, der insgesamt 47 Mio € beträgt und zu dessen Bestimmung ein Diskontierungssatz (nach Steuern) von 7,55 % angesetzt wurde.

Bei Materials Services führten in der Operating Unit Acciai Speciali Terni (AST) angepasste Erwartungen an die zukünftige Ertragslage, die sich durch die Corana-Pandemie im Wesentlichen im Europa weiter verschärft hat, zu Wertminderungen in Höhe von insgesamt 107 Mio €. Davon entfallen 85 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen und 22 Mio € auf Grundstücke und Bauten. Der für die Bestimmung des jeweiligen Wertminderungsaufwands relevante erzielbare Betrag entspricht jeweils dem Nutzungswert, der insgesamt 48 Mio € beträgt und zu dessen Bestimmung ein Diskontierungssatz (nach Steuern) von 8,96 % angesetzt wurde.

Die Corona-Pandemie hat eine wesentliche negative Auswirkung auf die Ergebnis- und Cashflow-Prognose des Segments bzw. der CGU Steel Europe. Dies führte dazu, dass sich aus der Werthaltigkeitsprüfung des Firmenwerts ein Wertminderungsbedarf ergab, der neben der vollständigen Abschreibung des Firmenwerts in Höhe von 306 Mio € (vgl. Anhang-Nr. 04) weitere Wertminderungen bei den übrigen immateriellen Vermögenswerten und den Sachanlagen in Höhe von 1,2 Mrd € erforderlich machte. Davon entfallen 770 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen, 161 Mio € auf Bauten, 115 Mio € auf Anlagen im Bau, 85 Mio € auf andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, 62 Mio € auf Entwicklungskosten und Software sowie 7 Mio € auf Lizenzen und ähnliche Rechte. Zur Bestimmung des Nutzungswerts in Höhe von 4.028 Mio € wurde der Diskontierungssatz aus dem Firmenwerttest zugrunde gelegt; dieser beträgt 7,6 % (vor Steuern) bzw. 5,74 % (nach Steuern).

Darüber hinaus erfolgte in der Einheit Special Units eine Wertminderung in Höhe von 127 Mio € auf in der thyssenkrupp-Gruppe gemeinschaftlich genutzte Vermögenswerte (sogenannte Corporate Assets), welche für Zwecke der Werthaltigkeitstests anteilig auf die CGUs allokiert wurden, da sie keine eigenständigen Mittelzuflüsse erzeugen. Damit betreffen 44 Mio € der Wertminderungen die CGU Steel, 41 Mio € die CGU Steering, 14 Mio € die CGU Damper und 12 Mio € die CGU AST.

Die nicht vollständige Erfassung eines Wertminderungsaufwands aufgrund der Regelung des IAS 36.105 in den vorgenannten Fällen resultiert daraus, dass eine Einzelveräußerung des jeweiligen langfristigen Vermögenswerts zu einem höheren Wert möglich wäre.

Geschäftsjahr 2018 / 2019

In 2018 / 2019 erfolgten bei Automotive Technology bei Federn und Stabilisatoren an mehreren Standorten weltweit aufgrund der verminderten Erwartung in die zukünftige Ertragslage sowie der Neubewertung des Auftragsportfolios Wertminderungen auf technische Anlagen und Maschinen in Höhe von insgesamt 44 Mio € und auf Anlagen im Bau in Höhe von insgesamt 25 Mio €. Die für die Bestimmung des jeweiligen Wertminderungsaufwands relevanten erzielbaren Beträge entsprechen jeweils den Nutzungswerten, zu deren Bestimmung Diskontierungssätze (nach Steuern) zwischen 6,40 % und 8,77 % angesetzt wurden.

Die Sachanlagen enthalten auch Nutzungsrechte, deren Zusammensetzung und Entwicklung nachfolgend dargestellt ist:

ENTWICKLUNG NUTZUNGSRECHTE

Mio € Grundstücke Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien Insgesamt
Bruttowerte
Stand am 30.09.2019 5 36 30 24 0 94
Effekte aus der Erstanwendung von IFRS 16 147 686 11 141 1 988
Stand am 1.10.2019 152 723 41 165 1 1.082
Währungsunterschiede 0 - 29 - 1 - 8 0 - 39
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0 0 0 0 0
Zugänge 10 68 16 45 0 139
Umbuchungen - 3 - 2 - 6 0 0 - 11
Abgänge - 1 - 16 - 1 - 4 0 - 23
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte - 2 - 237 - 1 - 117 0 - 358
Stand am 30.09.2020 155 506 48 81 1 791
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen
Stand am 30.09.2019 0 13 20 12 0 46
Effekte aus der Erstanwendung von IFRS 16 0 - 8 - 10 - 5 0 - 23
Stand am 1.10.2019 0 5 10 8 0 23
Währungsunterschiede 0 - 2 0 - 2 0 - 4
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0 0 0 0 0
Abschreibungen 7 124 9 41 1 181
Wertminderungsaufwendungen 0 10 0 0 0 10
Wertaufholungen 0 0 0 0 0 0
Umbuchungen 0 - 1 0 0 0 - 1
Abgänge 0 - 1 0 - 1 0 - 3
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 0 - 22 0 - 14 0 - 37
Stand am 30.09.2020 7 112 18 31 0 168
Nettowerte
Stand am 30.09.2019 5 23 9 12 0 49
Effekte aus der Erstanwendung von IFRS 16 147 695 21 146 1 1.011
Stand am 1.10.2019 152 718 31 158 1 1.059
Stand am 30.09.2020 148 393 30 50 1 622

Die thyssenkrupp-Gruppe mietet als Leasingnehmer im Wesentlichen Grundstücke und Gebäude, technische Anlagen und Maschinen sowie andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die aus den Leasingverhältnissen resultierenden Verbindlichkeiten werden innerhalb der Finanzschulden ausgewiesen (vgl. Anhang-Nr. 17).

In 2018/2019 enthielten die Sachanlagen auch nach Finance Lease gemäß IAS 17 geleaste Grundstücke und Bauten in Höhe von 28 Mio €, technische Anlagen und Maschinen in Höhe von 9 Mio € sowie andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von 12 Mio €, bei denen der Gruppe als Leasingnehmer das wirtschaftliche Eigentum zuzurechnen war, da sie alle wesentlichen Chancen und Risiken aus der Nutzung des Leasinggegenstandes getragen hat.

Sachanlagen dienen zur Besicherung von Finanzschulden in Höhe von 140 Mio € (Vorjahr: 146 Mio €).

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Die beizulegenden Zeitwerte der in Deutschland gelegenen, als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien werden primär anhand von intern erstellten Gutachten nach dem Ertragswertverfahren auf Grundlage der in Deutschland geltenden "Verordnung über die Grundsätze für die Ermittlung der Verkehrswerte von Grundstücken (Immobilienwertermittlungsverordnung - ImmoWertV)" bewertet. Außerhalb von Deutschland gelegene, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden grundsätzlich von externen Gutachtern bewertet.

Zum 30. September 2020 beträgt der Buchwert der von thyssenkrupp als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 33 Mio € (Vorjahr: 40 Mio €). Der beizulegende Zeitwert dieser Immobilien beläuft sich auf 64 Mio € (Vorjahr: 65 Mio €); davon wurden 18 Mio € (Vorjahr: 20 Mio €) nach Bewertungsmethoden, die Level 2 und 45 Mio € (Vorjahr: 45 Mio €) nach Bewertungsmethoden, die Level 3 der Bewertungshierarchie zuzuordnen sind, ermittelt. Vom beizulegenden Zeitwert basieren 17 Mio € (Vorjahr: 14 Mio €) auf einer Bewertung durch externe Gutachter.

06 Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen

Die nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen sind mit Ausnahme des Anteils der Rückbeteiligung an TK Elevator, der nach der Equity-Methode bilanziert wird (vgl. Anhang-Nr. 03) alle einzeln für sich genommen nicht wesentlich. Die Buchwerte der assoziierten Unternehmen belaufen sich auf 621 Mio € (Vorjahr: 28 Mio €) und die der Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) auf 102 Mio € (Vorjahr: 100 Mio €). Der Anstieg der Buchwerte der assoziierten Unternehmen resultiert aus dem Anteil der Rückbeteiligung.

Mit dem Vollzug des Verkaufs von Elevator Technology am 31. Juli 2020 hat thyssenkrupp 18,95 % an der Vertical Topco I S.A. mit Sitz in Luxembourg in Form von mit Stimmrechten ausgestatteten Stammaktien erhalten (vgl. Anhang-Nr. 03). Diese Beteiligung wird aufgrund des Vorliegens von maßgeblichem Einfluss nach der Equity-Methode bilanziert und ist als wesentlich für thyssenkrupp zu betrachten. Die Rückbeteiligung hat für thyssenkrupp ausschließlich einen finanzstrategischen Charakter.

Der beizulegende Zeitwert dieser Beteiligung zum 31. Juli 2020 (Erwerbszeitpunkt) betrug 606 Mio €. Durch die Equity-Fortschreibung reduzierte sich der Buchwert um 6 Mio € auf 600 Mio € zum 30. September 2020. Die Equity-Fortschreibung setzt sich zusammen aus einer Schätzung des Jahresüberschusses der Elevator Technology-Gruppe, einem vorläufigen Zwischenstand der Ergebniseffekte aus der Kaufpreisallokation für die Elevator Technology-Gruppe gemäß IFRS 3 sowie einer Schätzung der Finanzierungsaufwendungen des Konzerns der Vertical Topco I S.A. (jeweils für den Zeitraum vom 1. August bis 30. September 2020). Der beizulegende Zeitwert der Beteiligung zum 30. September 2020 beträgt 612 Mio €.

Nachfolgend sind die vorläufigen wesentlichen Finanzinformationen der Elevator Technology-Gruppe dargestellt, wobei diese 100 %-Werte darstellen. Diese Finanzinformationen beziehen sich nur auf die operativen Einheiten der Elevator Technology-Gruppe; Effekte aus dem vorläufigen Stand der Kaufpreisallokation für die Elevator Technology-Gruppe gemäß IFRS 3 sind für bereits identifizierte Vermögenswerte und Verbindlichkeiten darin enthalten.

FINANZINFORMATIONEN DER NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERTEN VERTICAL TOPCO I S.A.

Mio € 30.09.20201)
Langfristige Vermögenswerte 8.229
Kurzfristige Vermögenswerte 3.813
davon: Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 736
Langfristige Verbindlichkeiten 2.278
Kurzfristige Verbindlichkeiten 4.166

1) Werte zum 31.7.2020 vorläufig

Die Umsatzerlöse für den Zeitraum vom 1. August bis 30. September 2020 belaufen sich auf Basis der von der Elevator Technology-Gruppe übermittelten Finanzinformationen auf 1.368 Mio €. Für den Zeitraum vom 1. August bis 30. September 2020 wurden keine Dividenden an thyssenkrupp ausgeschüttet.

Im Rahmen des wegen der zeitlichen Nähe zum Vollzug der Transaktion zum 31. Juli 2020 noch vorläufigen Zwischenstands der Kaufpreisallokation gemäß IFRS 3 wurden im Wesentlichen Kundenbeziehungen aufgedeckt; der Unterschiedsbetrag wird derzeit weiterhin analysiert. Für den Konzern der Vertical Topco I S.A. liegen zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses von thyssenkrupp im Wesentlichen wegen der zeitlichen Nähe zum Vollzug der Transaktion am 31. Juli 2020 noch keine verlässlichen Finanzinformationen zum Stichtag 30. September 2020 vor, da die Kaufpreisallokation noch nicht abgeschlossen ist. Der Kaufpreis für die Elevator Technology-Gruppe wurde von der Vertical Topco I S.A. zu einem signifikanten Anteil fremdfinanziert; insbesondere diese Verbindlichkeiten sind nicht in der oben genannten Aufstellung enthalten.

Nachfolgend werden die aggregierten Finanzinformationen der zum jeweiligen Stichtag nach der Equity-Methode bilanzierten nicht wesentlichen Beteiligungen dargestellt, wobei sich die Werte jeweils auf den Gruppenanteil beziehen.

AGGREGIERTE FINANZINFORMATIONEN DER NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERTEN UNWESENTLICHEN BETEILIGUNGEN

Assoziierte Unternehmen Gemeinschaftsunternehmen
Mio € 2018 / 2019 2019 / 2020 2018 / 2019 2019 / 2020
--- --- --- --- ---
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) - 11 - 6 14 15
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 0 0 0 0
Sonstiges Ergebnis 0 0 2 - 2
Gesamtergebnis - 12 - 6 15 12

In 2019 / 2020 gab es anteilige Verluste von nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von 3 Mio € (Vorjahr: 2 Mio €), die nicht erfasst wurden; kumuliert gab es nicht erfasste Verluste von 8 Mio € (Vorjahr: 5 Mio €).

Die assoziierten Unternehmen und die Gemeinschaftsunternehmen sind in der Aufstellung über den Anteilsbesitz der Gruppe enthalten, die im Bundesanzeiger veröffentlicht ist und auf der thyssenkrupp-Website unter www.thyssenkrupp.com wiedergegeben wird.

07 Vermietete Gegenstände (Operating Lease)

Die Gruppe vermietet als Leasinggeber unter Operating Lease im Wesentlichen gewerblich genutzte Immobilien.

Die zukünftigen Mieterträge aus unkündbaren Operating-Lease-Verträgen betragen zum Stichtag:

MIETERTRÄGE

Mio € 30.09.2019 30.09.2020
Bis zu einem Jahr 7 9
Über einem bis zwei Jahre 5 5
Über zwei bis drei Jahre 5 5
Über drei bis vier Jahre 4 4
Über vier bis fünf Jahre 4 3
Über fünf Jahre 13 11
Insgesamt 38 37

08 Vorräte

VORRÄTE

Mio € 30.09.2019 30.09.2020
Rohstoffe 1.808 1.209
Hilfs- und Betriebsstoffe 500 468
Unfertige Erzeugnisse und Leistungen 2.134 1.652
Fertige Erzeugnisse und Waren 3.340 2.594
Insgesamt 7.781 5.922

Von den Vorräten haben 1 Mio € (Vorjahr: 8 Mio €) eine Lagerdauer von mehr als einem Jahr. Vorräte in Höhe von 29.184 Mio € (Vorjahr: 30.336 Mio €) sind als Umsatzkosten des Berichtsjahres erfasst worden. Wertminderungen von Vorräten von 215 Mio € (Vorjahr: 41 Mio €) erhöhten die insgesamt erfassten Umsatzkosten.

09 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 0 Mio € (Vorjahr: 74 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Zum 30. September 2020 bestehen Wertberichtigungen auf Forderungen von insgesamt 208 Mio € (Vorjahr: 380 Mio €); zu weiteren Details vgl. die Darstellung in der Anhang-Nr. 22 Finanzinstrumente.

Per 30. September 2020 wurden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einem Nominalwert von 6 Mio € (Vorjahr: 246 Mio €) verkauft, die zu einer Ausbuchung aus der Bilanz führten; hieraus erzielte die Gruppe einen Verkaufserlös von 6 Mio € (Vorjahr: 246 Mio €). Im Rahmen dieser Forderungsverkäufe hat die Gruppe in einigen Fällen Rechte und unwesentliche Pflichten zurückbehalten; hierzu zählen vor allem die Erbringung von Abwicklungsdienstleistungen sowie das Stellen von begrenzten Forderungsausfallreserven.

10 Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden

Die Gruppe weist zum 30. September 2020 innerhalb der kurzfristigen Vermögenswerte Vertragsvermögenswerte in Höhe von 1.575 Mio € (Vorjahr: 1.443 Mio €) aus; davon haben 871 Mio € (Vorjahr: 558 Mio €) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Im Geschäftsjahr 2019 / 2020 wurden Wertberichtigungen auf Vertragsvermögenswerte in Höhe von 4 Mio € (Vorjahr: 14 Mio €) innerhalb der Vertriebskosten erfasst. Der im Berichtsjahr insgesamt eingetretene Anstieg der Vertragsvermögenswerte enthielt in Höhe von 413 Mio € eine deutliche Verminderung als Folge der Entkonsolidierung von Elevator Technology, die durch einen Anstieg bei den Anlagenbauschäften, insbesondere im Marinebereich, überkompensiert wurde. Der Anstieg bei den Anlagenbaugeschäften betraf vor allem gestiegene Auftragskosten bei gleichzeitig insgesamt leicht unterproportional rückläufigen Anzahlungen.

Die Gruppe weist zum 30. September 2020 innerhalb der kurzfristigen Verbindlichkeiten Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von 3.073 Mio € (Vorjahr: 4.561 Mio €) aus; davon haben 1.895 Mio € (Vorjahr: 1.564 Mio €) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Die Verminderung der Vertragsverbindlichkeiten betraf mit 1.778 Mio € insbesondere die Entkonsolidierung von Elevator Technology. Gegenläufig wirkten Zunahmen in den Anlagenbaugeschäften, die im Wesentlichen aus erhöhten Anzahlungen bei gleichzeitig insgesamt nur unterproportional erhöhten Auftragskosten resultierten. Im Laufe des Geschäftsjahres 2019 / 2020 wurden Umsatzerlöse von 1.995 Mio € (Vorjahr: 2.063 Mio €) erfasst, die zu Beginn des Geschäftsjahres im Saldo der Vertragsverbindlichkeiten enthalten waren. In 2019 / 2020 ergaben sich Umsatzerlöse in Höhe von 45 Mio € (Vorjahr: 166 Mio €) aus Leistungsverpflichtungen, die in früheren Perioden erfüllt oder teilweise erfüllt worden sind.

Der gesamte Transaktionspreis, der zum 30. September 2020 nicht oder teilweise nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen zugeordnet war, die - unter entsprechender Inanspruchnahme der Erleichterungsvorschrift in IFRS 15.121a - eine ursprüngliche Laufzeit von mehr als 12 Monaten haben, belief sich auf 9.007 Mio € (Vorjahr: 11.298 Mio €). Die erwartete zeitliche Verteilung der Erfassung entsprechender Umsatzerlöse stellt sich wie folgt dar:

KÜNFTIGE UMSATZERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUNDEN 30.9.2020

Mio €
(für die Geschäftsjahre)
2020 / 2021 2.596
2021 / 2022 - 2024 / 2025 5.588
nach 2024 / 2025 822
Insgesamt 9.007

Im Vorjahr stellten sich die erwarteten künftigen Umsatzerlöse wie folgt dar:

KÜNFTIGE UMSATZERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUNDEN 30.9.2019 1)

Mio €
(für die Geschäftsjahre)
2019 / 2020 2.372
2020 / 2021 - 2023 / 2024 7.678
nach 2023 / 2024 1.248
Insgesamt 11.298

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).

Die Gruppe weist zum 30. September 2020 innerhalb der langfristigen nicht finanziellen Vermögenswerte zusätzliche Kosten für die Anbahnung von Verträgen mit Kunden in Höhe von 0 Mio € (Vorjahr: 14 Mio €) aus.

11 Sonstige finanzielle Vermögenswerte

SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE

30.09.2019 30.09.2020
Mio € kurzfristig langfristig kurzfristig langfristig
--- --- --- --- ---
Sonstige übrige finanzielle Vermögenswerte 549 13 418 586
Eigenkapitalinstrumente 0 13 0 66
Fremdkapitalinstrumente 7 13 8 6
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 126 - 62 -
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 126 - 46 -
Insgesamt 808 39 535 658

Sonstige finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 682 Mio € (Vorjahr: 49 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Zum 30. September 2020 bestehen Wertberichtigungen von insgesamt 3 Mio € (Vorjahr: 2 Mio €) für kurzfristige und 37 Mio € (Vorjahr: 35 Mio €) für langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte.

12 Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte

SONSTIGE NICHT FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE

30.09.2019 30.09.2020
Mio € kurzfristig langfristig kurzfristig langfristig
--- --- --- --- ---
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte - 10 - 9
Geleistete Anzahlungen auf Sachanlagen - 189 - 205
Geleistete Anzahlungen auf Nutzungsrechte - 0 - 1
Geleistete Anzahlungen auf Vorräte und sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 788 - 633 -
Vorauszahlungen 204 - 258 -
Übrige 650 41 523 15
Insgesamt 1.642 240 1.414 230

Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 1.246 Mio € (Vorjahr: 1.317 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Zum 30. September 2020 bestehen Wertberichtigungen von insgesamt 57 Mio € (Vorjahr: 28 Mio €) für kurzfristige und 4 Mio € (Vorjahr: 8 Mio €) für langfristige sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte.

13 Eigenkapital

Gezeichnetes Kapital

Zum 30. September 2020 ist das gezeichnete Kapital wie im Vorjahr in 622.531.741 auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt. Die Aktien sind alle ausgegeben und voll eingezahlt; zum Bilanzstichtag befanden sich wie im Vorjahr 622.531.741 Aktien im Umlauf. Rechnerisch entfällt auf jede Aktie ein Anteil am gezeichneten Kapital in Höhe von 2,56 €.

Alle Aktien gewähren die gleichen Rechte. Die Aktionäre sind zum Bezug der beschlossenen Dividenden berechtigt und verfügen auf der Hauptversammlung über ein Stimmrecht je Aktie.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage enthält die Effekte aus der Bilanzierung des Unternehmenszusammenschlusses von Thyssen und Krupp sowie Agien aus Kapitalerhöhungen bei Tochterunternehmen, bei denen nicht beherrschende Anteile bestehen.

Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen enthalten die in der Vergangenheit erzielten Gruppenergebnisse, soweit diese nicht ausgeschüttet worden sind. Darüber hinaus beinhaltet diese Position die Neubewertungskomponente der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen.

Angaben zum Kapitalmanagement

Zum 30. September 2020 lag die Eigenkapitalquote bei 27,9 % (Vorjahr: 6,1 %) und das Gearing war aufgrund des Netto-Finanzguthabens negativ (Vorjahr: 166,8 %). Damit wurde das vereinbarte Gearing zum 30. September 2020 wie im Vorjahr eingehalten. Zu den wichtigsten finanzwirtschaftlichen Zielen der thyssenkrupp-Gruppe zählen die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes und die Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit. Große Bedeutung in diesem Zusammenhang hat die Schaffung von ausreichenden Liquiditätsreserven.

Die thyssenkrupp-Gruppe verfügt derzeit über folgende Ratings:

RATING

Langfrist-Rating Kurzfrist-Rating Ausblick
Standard & Poor's BB- B stable
Moody's B1 Not Prime developing
Fitch BB- B stable

Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben Moody's und Fitch unser Rating auf B1 mit Ausblick "developing" bzw. auf BB- mit stabilem Ausblick herabgestuft. Während der Ausblick "developing" bei Moody's keine Richtung einer möglichen Ratingveränderung festlegt, lässt der stabile Ausblick bei Fitch kurz- bis mittelfristig keine Ratingveränderung erwarten. Anlässlich des Signings der Elevator-Transaktion verbesserte Standard & Poor's im März 2020 den Ausblick für das BB-Rating zunächst von "developing" auf "positive". Wegen der verschlechterten Geschäftsaussichten in Folge der Corona-Krise setzte Standard & Poor's den Ausblick im Oktober 2020 dann von "positive" auf "stable".

Aktuell befinden sich alle Ratings unterhalb der Grenze zum Investment-Grade. Für die Finanzierung der thyssenkrupp-Gruppe führt ein Investment-Grade-Rating in den Kategorien des "BBB"-Bereichs zum Optimum der Kapitalkosten. Das Kapitalmanagement basiert bei thyssenkrupp auf den durch die Ratingagenturen publizierten Verschuldungskennziffern. Satzungsmäßigen Kapitalerfordernissen unterliegt thyssenkrupp nicht.

Ermächtigungen

Durch die Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 30. Januar 2015 war der Vorstand der thyssenkrupp AG ermächtigt, zu den in dem Ermächtigungsbeschluss ausdrücklich genannten sowie zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken eigene Aktien bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder, falls dieser Wert niedriger ist, des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben und zu verwenden. Die Ermächtigung endete am 29. Januar 2020.

Dividende

Nach den Grundsätzen des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) weist die thyssenkrupp AG für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 einen Bilanzverlust aus, sodass der Hauptversammlung kein Dividendenvorschlag zur Beschlussfassung vorgelegt wird. Für das Geschäftsjahr 2018 / 2019 wurde keine Dividende (2017 / 2018: 0,15 €) gezahlt.

14 Aktienbasierte Vergütung

Management Incentivepläne

Der Long Term Incentiveplan (LTI) ist eine langfristig orientierte Vergütungskomponente, in deren Rahmen Wertrechte an die Begünstigten ausgegeben werden. Zum Teilnehmerkreis gehören neben den Vorstandsmitgliedern weitere ausgewählte Führungskräfte der Gruppe. Zum 30. September 2020 sind für den LTI in der 8. Tranche 1.416.977 Wertrechte, in der 9. Tranche 1.942.342 Wertrechte und in der 10. Tranche 2.766.432 Wertrechte ausgegeben.

Die Anzahl der ausgegebenen LTI-Wertrechte wird am Ende des jeweils dreijährigen tkVA-Performance-Zeitraums auf Basis eines Vergleichs des durchschnittlichen tkVA über diesen Zeitraum mit einem im Vorhinein festgelegten tkVA-Zielwert angepasst. Die Höhe der Auszahlung für eine Tranche ermittelt sich durch Multiplikation der angepassten Anzahl an Wertrechten mit dem Durchschnittskurs der thyssenkrupp Aktie in den ersten drei Monaten nach Ende des tkVA-Performance-Zeitraums, so dass sich die Laufzeit einer jeden Tranche über insgesamt vier Geschäftsjahre erstreckt.

Zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte der Wertrechte, die die Grundlage für die Ermittlung der zeitanteiligen Rückstellung zum Bilanzstichtag sind, werden Forward-Preise der thyssenkrupp Aktie unter Berücksichtigung der bestehenden Deckelungen berechnet. Die Forward-Ermittlung erfolgt für im Voraus definierte Perioden (Mittelungsperioden) unter Berücksichtigung des Aktienkurses der thyssenkrupp Aktie und der Euro-Zinsstrukturkurve zum Stichtag sowie der angenommenen Dividendenzahlungen der thyssenkrupp AG bis zur Fälligkeit der Wertrechte. Folgende Parameter sind in die Berechnung eingegangen:

INCENTIVEPLÄNE 2018 / 2019

7. Tranche LTI 8. Tranche LTI 9. Tranche LTI
Fälligkeit 31.12.2019 31.12.2020 31.12.2021
Mittelungsperiode 1.10. - 31.12.2019 1.10. - 31.12.2020 1.10. - 31.12.2021
thyssenkrupp Aktienkurs zum Stichtag 12,71 12,71 12,71
Angenommene Dividendenzahlung(en) pro Aktie bis zur Fälligkeit - - -
Durchschnittliche Dividendenrendite - - -
Durchschnittlicher Zins (Mittelungsperiode) - 0,51 % - 0,43 % - 0,46 %
Beizulegender Wert per 30.09.2019
- ungedeckelt 12,71 € 12,71 € 12,71 €
- gedeckelt 12,71 € 12,71 € 12,71 €

INCENTIVEPLÄNE 2019 / 2020

8. Tranche LTI 9. Tranche LTI 10. Tranche LTI
Fälligkeit 31.12.2020 31.12.2021 31.12.2022
Mittelungsperiode 1.10. - 31.12.2020 1.10. - 31.12.2021 1.10. - 31.12.2022
thyssenkrupp Aktienkurs zum Stichtag 4,31 4,31 4,31
Angenommene Dividendenzahlung(en) pro Aktie bis zur Fälligkeit - - -
Durchschnittliche Dividendenrendite - - -
Durchschnittlicher Zins (Mittelungsperiode) - 0,49 % - 0,48 % - 0,49 %
Beizulegender Wert per 30.09.2020
- ungedeckelt 4,31 € 4,31 € 4,31 €
- gedeckelt 4,31 € 4,31 € 4,31 €

Im 2. Quartal 2019 / 2020 ist die 7. Tranche des Long-Term-Incentive-Plans LTI mit einer Zahlung von 12,50 € je Wertrecht bzw. einer Gesamtzahlung von 8,7 Mio € abgerechnet worden, nachdem im 2. Quartal 2018 / 2019 die 6. Tranche des Long-Term-Incentive-Plans LTI mit einer Zahlung von 17,69 € je Wertrecht bzw. einer Gesamtzahlung von 27,8 Mio € abgerechnet worden war. Gleichzeitig wurde im Geschäftsjahr 2019 / 2020 dem Vorstand und weiteren Führungskräften die 10. Tranche des LTI gewährt. Insgesamt enthält das Ergebnis 2019 / 2020 aus den Incentiveplänen Aufwendungen in Höhe von 18 Mio € (Vorjahr: Erträge 57 Mio €). Zum 30. September 2020 beträgt die aus dem LTI resultierende Verpflichtung 37 Mio € (Vorjahr: 28 Mio €).

Für ausgewählte Führungskräfte unterhalb des Vorstands der thyssenkrupp AG erfolgte im Geschäftsjahr 2014 / 2015 letztmalig die verpflichtende Umwandlung von 20 % der für das jeweilige Geschäftsjahr gewährten Tantieme in Wertrechte der thyssenkrupp AG , die erst nach Ablauf von drei Geschäftsjahren auf Basis des Durchschnittskurses der thyssenkrupp Aktie im 4. Quartal des 3. Geschäftsjahres in bar ausgezahlt werden. Daraus erfolgte in 2018 / 2019 die letzte Auszahlung der in 2014 / 2015 gewährten Wertrechte in Höhe von 2 Mio €.

15 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN

Mio € 30.09.2019 30.09.2020
Pensionen 8.688 8.274
Altersteilzeit 209 242
Sonstige pensionsähnliche Verpflichtungen 50 45
Insgesamt 8.947 8.560

Pensionen

Die thyssenkrupp-Gruppe gewährt Leistungen der betrieblichen Altersversorgung in Form von Leistungs- oder Beitragsplänen in den unterschiedlichsten Ländern der Welt. Diese Pläne sind entweder unternehmensspezifisch ausgestaltet oder als gemeinschaftliche Pläne mehrerer Arbeitgeber ("Multi-Employer"-Pläne) organisiert.

Beitragspläne werden regelmäßig durch die (gesetzlich/vertraglich) verpflichtende oder freiwillige Beitragsbereitstellung durch den Arbeitgeber und / oder den Arbeitnehmer finanziert. Die Beiträge werden an eine rechtlich vom Arbeitgeber getrennte Einheit angeführt. Der Arbeitgeber trägt bei dieser Form der Plangestaltung keine, über die Beitragsabführung hinausgehenden, Risiken. Die Beiträge werden im Personalaufwand ausgewiesen.

Leistungszusagen werden grundsätzlich unter Berücksichtigung landesspezifischer Regulierung (z.B. lokale Gesetzgebung) oder auf freiwilliger Basis angeboten. Die Leistungen dieser Pläne werden entweder durch vom Arbeitgeber getrennt gehaltenes Pensionsvermögen ("Planvermögen") oder über Pensionsrückstellungen finanziert, wobei der bilanziell ausgewiesene Rückstellungsbetrag den bereits um das jeweilige Planvermögen reduzierten Wert der Pensionsverpflichtungen abbildet.

Die wesentlichen Verpflichtungen aus Leistungsplänen bestehen in Deutschland, in den USA, Großbritannien und Liechtenstein. Auf diese Länder entfallen rd. 96 % (Vorjahr: 94 %) der gruppenweiten Pensionsverpflichtung und 89 % (Vorjahr: 84 %) des entsprechenden Planvermögens.

In Deutschland bestehen aufgrund historischer Gegebenheiten verschiedenste Versorgungssysteme auf Basis freiwilliger Leistungspläne, welchen unterschiedliche Risikoprofile zugrunde liegen. Die Versorgungspläne sehen regelmäßig Leistungen bei Eintritt eines Invaliditäts- und / oder Todesfalls sowie bei Erreichen der spezifischen Altersgrenze vor und basieren im Wesentlichen auf individuellen oder kollektivrechtlichen Regelungen. In der Vergangenheit wurden die arbeitgeberfinanzierten Versorgungszusagen in Deutschland regelmäßig in Form einer lebenslangen Rentenzahlung auf Basis eines definierten Leistungsversprechens erteilt.

Diese Versorgungszusagen (u.a. endgehaltsabhängige Pläne, Karrieredurchschnittspläne, etc.) wurden schon vor vielen Jahren geschlossen und zum Jahrtausendwechsel durch beitragsorientierte Leistungszusagen mit risikooptimierter Auszahlungsform (Kapital- oder Ratenzahlung bzw. lebenslange Rentenzahlung) ersetzt. Insbesondere für neue Mitarbeiter im Fach- und Führungskräftebereich wurde zum 1. Januar 2017 der "flexplan" eingeführt, welcher die letzte offene "Rentenzusage" bei thyssenkrupp abgelöst hat. Der "flexplan" ist als wertpapiergebundene Versorgungszusage konzipiert, bei der eine jährliche Mindestverzinsung in Höhe von 1 % durch den Arbeitgeber garantiert wird.

Ein wichtiger Baustein für mehr Eigenverantwortung bei der betrieblichen Altersversorgung ist die Entgeltumwandlung, die über arbeitgeberfinanzierte Matchingbeiträge gefördert und in allen aktuell offenen Versorgungssystemen angeboten wird. In Bezug auf die Finanzierung der betrieblichen Altersversorgung ist insbesondere für den "flexplan" eine Kapitaldeckung über das gruppeneigene Contractual Trust Agreement (CTA) vorgesehen, wodurch die Ausfinanzierungsquote positiv beeinflusst wird. Gleichzeitig sind auch Leistungen aus den Altzusagen über das CTA finanziert, soweit diese über die Sicherungsgrenzen des Pensionssicherungsvereins a.G. (PSV) hinausgehen.

Die Gruppengesellschaften außerhalb Deutschlands gewähren ihren Mitarbeitern größtenteils ebenfalls Zusagen auf Leistungen der betrieblichen Altersversorgung. Diese Zusagen beruhen zum Teil auf gesetzlichen Verpflichtungen oder tarifvertraglichen Regelungen, teilweise wurden diese aber auch freiwillig durch die Gruppenunternehmen erteilt. Das Leistungsspektrum der Zusagen ist je nach länderspezifischer Ausgestaltung und Grundlage sehr unterschiedlich und reicht von Beitragsplänen bis hin zu endgehaltsabhängigen Leistungszusagen mit laufender Rentenzahlung.

Außerhalb von Deutschland bestehen wesentliche Pensionsverpflichtungen in Form von Leistungsplänen in den USA, Großbritannien und Liechtenstein. Die Pensionszusagen in Liechtenstein werden aufgrund gesetzlicher Vorschriften für alle sozialversicherungspflichtigen Mitarbeiter angeboten und stehen somit auch neuen Mitarbeitern bei thyssenkrupp zur Verfügung. Demgegenüber wurden die im Wesentlichen freiwillig angebotenen Leistungspläne in Großbritannien und den USA inzwischen für Neueintritte geschlossen und zudem in Bezug auf die zukünftigen Dienstzeiten auch weitestgehend eingefroren. Die Verpflichtungen aus den Leistungsplänen betreffen insoweit überwiegend Ansprüche von unverfallbar ausgeschiedenen Mitarbeitern und Rentnern. Alle aktiven Mitarbeiter in Großbritannien sowie der überwiegende Teil der Beschäftigten in den USA erwerben in der Regel nur noch Ansprüche auf Leistungen der betrieblichen Altersversorgung im Rahmen von Beitragsplänen.

Neben den Beitragsplänen beteiligen sich die Unternehmen des Aufzugsgeschäftes in den USA auf Grundlage eines Tarifvertrages an einem gewerkschaftlich organisierten "Multi-Employer"-Plan (National Elevator Industry Pension Plan -"NEIPP") für ihre gewerkschaftlich vertretenen Mitarbeiter. Bei diesem Plan handelt es sich um einen leistungsorientierten Versorgungsplan, welcher jedoch aufgrund unzureichender Informationen hinsichtlich der Vermögenswertaufteilung als beitragsorientierter Plan bilanziert wird. Die Risiken aus dem NEIPP unterscheiden sich von unternehmensindividuell ausgestalteten Plänen in Bezug auf das gemeinschaftlich verwaltete Pensionsvermögen welches potentiell auch zur Deckung von Verpflichtungen anderer teilnehmender Arbeitgeber herangezogen werden kann. Soweit teilnehmende Plansponsoren die laufende Beitragszahlung einstellen, treten die verbleibenden Plansponsoren in das noch nicht finanzierte Finanzierungsdefizit gemeinschaftlich ein, wobei der Austritt aus dem Plan regelmäßig mit der Zahlung eines Austrittsbeitrages verbunden ist, um das Risiko für die verbleibenden Plansponsoren zu begrenzen. Die Effekte aus dem NEIPP sind bis zur Entkonsolidierung von Elevator Technology Ende Juli 2020 im Gruppenabschluss enthalten.

Die Zusagen außerhalb Deutschlands sind zur Sicherstellung der Zahlungsverpflichtung zu einem wesentlich größeren Ausmaß durch extern separierte Vermögenswerte hinterlegt. Dies ist teilweise bedingt durch rechtliche Mindestfinanzierungsvorschriften, die eine vollständige Ausfinanzierung der Verpflichtung bzw. eine Finanzierung im Kapitaldeckungsverfahren vorsehen. Für weitere Informationen zur Zusammensetzung und Anlagestrategie des Planvermögens verweisen wir auf die Ausführungen zum Planvermögen.

Wesentliche, mit den Versorgungszusagen in unterschiedlicher Konstellation verbundene Risiken sind, neben vor allem finanziellen Risiken, regelmäßig im Bereich der Inflation sowie der Biometrie zu finden.

Mögliche Inflationsrisiken, die zu einem Anstieg der Verpflichtungen aus Leistungsplänen führen können, bestehen, da es sich bei einigen Plänen um (end-)gehaltsabhängige Zusagen handelt bzw. jährliche Versorgungsbausteine unmittelbar an die aktuellen Gehälter gekoppelt sind (beitragsorientierte Zusagen). Ein Anstieg der Gehälter oberhalb des bei der Bewertung der Verpflichtung unterstellten Gehalts-/ Karrieretrends würde insoweit auch eine direkte Erhöhung der Rückstellungen (Past-Service-Effekt bei (End-)Gehaltsbezug) oder der künftigen Dienstzeitaufwendungen (beitragsorientierte Zusagen) bedingen.

Zum anderen können zusätzliche Belastungen aus der Notwendigkeit eines über dem unterstellten Rententrend liegenden tatsächlichen Inflationsausgleichs während der Rentenzahlungsphase resultieren, welche zu einer sofortigen Erhöhung der Rückstellung führen. Eine entsprechende Verpflichtung zum Ausgleich des Kaufkraftverlustes besteht auf Basis einer gesetzlichen Regelung bei wesentlichen Teilen der Versorgungszusagen in Deutschland. Die Verpflichtung zum Inflationsausgleich kann aber auch durch (tarif-)vertragliche Vereinbarungen geregelt sein oder freiwillig bzw. diskretionär getroffen werden.

Biometrische Risiken können hingegen entweder durch vorzeitige Versorgungsfälle (Bilanzsprungrisiko nach Tod bzw. Invalidität) oder die Unterschätzung der unterstellten Lebenserwartung bei Rentenzusagen (Langlebigkeitsrisiko) ausgelöst werden und führen ebenfalls zu einer Belastung des Unternehmens aufgrund unerwarteter Rückstellungserhöhungen sowie gegebenenfalls vorzeitiger Mittelabflüsse.

Risiken aus der Veränderung des Rechnungszinssatzes sind rein bilanziell, d.h. es erfolgt eine erfolgsneutrale Anpassung der Rückstellungen gegen das Eigenkapital. Die Mittelabflüsse bleiben hiervon jedoch unberührt.

Die Pensionszusagen in Deutschland berücksichtigen in Teilen eine mehrfache Zählung einzelner Begünstigter aufgrund von Anwartschaften in unterschiedlichen Bausteinen der Versorgungssysteme. Die Gesamtzahl der Pensionszusagen teilt sich wie folgt auf:

AUFTEILUNG DER PENSIONSZUSAGEN NACH BEGÜNSTIGTENGRUPPEN

30.09.2019 30.09.2020
Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Aktive 120.612 29.334 149.946 109.414 24.068 133.482
Mit unverfallbaren Ansprüchen ausgeschiedene Mitarbeiter 23.806 4.199 28.005 23.194 4.004 27.198
Rentner 97.599 11.656 109.255 91.907 11.424 103.331
Insgesamt 242.017 45.189 287.206 224.515 39.496 264.011

Veränderung des Anwartschaftsbarwerts und des Planvermögens

Die Veränderung des Anwartschaftsbarwerts der Pensionsverpflichtungen sowie des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:

VERÄNDERUNG ANWARTSCHAFTSBARWERT UND PLANVERMÖGEN

30.09.2019 30.09.2020
Mio € Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Veränderung des Anwartschaftsbarwertes:
Anwartschaftsbarwert am Anfang des Geschäftsjahres 7.389 2.384 9.773 8.232 2.836 11.067
Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche 149 46 195 177 54 230
Zinsaufwand 121 59 180 55 40 95
Neubewertung: Versicherungsmathematische Gewinne(-)/Verluste aus erfahrungsbedingten Anpassungen - 5 - 8 - 13 - 52 34 - 18
Neubewertung: Versicherungsmathematische Gewinne(-)/Verluste aus Veränderungen der demografischen Annahmen 58 - 2 56 0 - 19 - 19
Neubewertung: Versicherungsmathematische Gewinne(-)/Verluste aus Veränderungen bei den finanziellen Annahmen 913 394 1.307 290 46 336
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand (inklusive Plankürzungen) 0 8 8 0 - 32 - 32
Planabgeltungen 0 - 1 - 1 0 0 0
Kursdifferenzen 0 86 86 0 - 80 - 80
Beiträge der Arbeitnehmer 0 21 21 0 22 22
Rentenzahlungen - 393 - 136 - 529 - 386 - 141 - 528
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0 0 - 302 - 192 - 493
Sonstiges 0 - 17 - 17 0 0 0
Anwartschaftsbarwert am Ende des Geschäftsjahres 8.232 2.836 11.067 8.013 2.567 10.580
Veränderung des Planvermögens:
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens am Anfang des Geschäftsjahres 214 2.025 2.238 181 2.267 2.448
Zinsertrag 3 51 55 1 34 35
Neubewertung: Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) aus Planvermögen ohne bereits im Zinsertrag erfasste Beträge 1 198 199 - 6 85 79
Kursdifferenzen 0 64 64 0 - 73 - 73
Beiträge der Arbeitgeber 7 61 67 24 181 204
Beiträge der Arbeitnehmer 4 21 25 7 22 28
Rentenzahlungen - 48 - 128 - 176 0 - 132 - 132
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0 0 - 4 - 108 - 112
Verwaltungskosten 0 - 8 - 8 0 - 5 - 5
Sonstiges 0 - 17 - 17 0 0 0
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens am Ende des Geschäftsjahres 181 2.267 2.448 203 2.269 2.472

Vom Anwartschaftsbarwert am Endes des Geschäftsjahres in Höhe von insgesamt 10.580 Mio € (Vorjahr: 11.067 Mio €) beziehen sich 6.924 Mio € (Vorjahr: 7.122 Mio €) auf Pläne, die nicht über einen Fonds finanziert werden, und 3.657 Mio € (Vorjahr: 3.945 Mio €) auf Pläne, die ganz oder teilweise aus einem Fonds finanziert werden.

Veränderung der Nettoschuld und des Asset Ceiling

Die Nettoschuld aus Leistungsplänen hat sich wie folgt entwickelt:

VERÄNDERUNG NETTOSCHULD

30.09.2019 30.09.2020
Mio € Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Nettoschuld am Anfang des Geschäftsjahres 7.176 383 7.559 8.050 584 8.634
Dienstzeitaufwand zuzüglich Nettozinsaufwand 267 55 322 231 60 291
Effekte aus der Neubewertung 964 177 1.142 244 2 246
Kursdifferenzen 0 22 22 0 - 9 - 9
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand (inklusive Plankürzungen) 0 8 8 0 - 32 - 32
Planabgeltungen 0 - 1 - 1 0 0 0
Beiträge der Arbeitgeber - 7 - 61 - 67 - 24 - 181 - 204
Beiträge der Arbeitnehmer - 4 0 - 4 - 7 0 - 7
Rentenzahlungen - 345 - 8 - 353 - 386 - 9 - 395
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0 0 - 298 - 84 - 382
Verwaltungskosten 0 8 8 0 5 5
Nettoschuld am Ende des Geschäftsjahres 8.050 584 8.634 7.811 337 8.147
davon: Rückstellungen für Pensionen 8.050 638 8.688 7.811 463 8.274
davon: Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 0 - 54 - 54 0 - 126 - 126

Der nach den Regelungen zur Begrenzung eines Vermögenswertes (Asset Ceiling) und auf Grund von Mindestdotierungsvorschriften für bereits erdiente Leistungen zu ermittelnde Betrag hat sich wie folgt entwickelt:

VERÄNDERUNG ASSET CEILING (EINSCHL. MINDESTDOTIERUNGEN)

30.09.2019 30.09.2020
Mio € Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Betrag am Anfang des Geschäftsjahres 0 24 24 0 15 15
Zinsaufwand/-ertrag(-) 0 1 1 0 0 0
Neubewertung: Begrenzung auf die Obergrenze für den Vermögenswert ohne die im Zinsaufwand/-ertrag enthaltenen Beträge 0 - 9 - 9 0 25 25
Kursdifferenzen 0 0 0 0 - 1 - 1
Betrag am Ende des Geschäftsjahres 0 15 15 0 39 39

Netto-Pensionsaufwendungen

Die Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungspläne setzen sich wie folgt zusammen:

NETTO-PENSIONSAUFWENDUNGEN

2018 / 2019 2019 / 2020
Mio € Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Dienstzeitaufwand:
Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche 149 46 195 177 54 230
Nettozinsaufwand 118 9 126 54 6 60
Verwaltungskosten 0 8 8 0 5 5
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand (inklusive Plankürzungen) 0 8 8 0 - 32 - 32
Aufwand/Ertrag(-) aus Planabgeltungen 0 - 1 - 1 0 0 0
Netto-Pensionsaufwendungen für leistungsorientierte Pläne 267 70 337 231 33 264

Von den in der Tabelle angegebenen Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen in Deutschland in Höhe von 231 Mio € (Vorjahr: 267 Mio €) und in den übrigen Ländern in Höhe von 33 Mio € (Vorjahr: 70 Mio €) entfallen 15 Mio € (Vorjahr: 16 Mio €) bzw. 12 Mio € (Vorjahr: 13 Mio €) auf die nicht fortgeführten Aufzugaktivitäten; diese Aufwendungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen.

Bewertungsannahmen

Die Ansätze für die Diskontierungssätze, die Gehaltssteigerungsraten und den Rententrend, die der Berechnung des Verpflichtungsumfangs zugrunde liegen, wurden nach einheitlichen Grundsätzen abgeleitet und pro Land in Abhängigkeit von den jeweiligen ökonomischen Gegebenheiten festgesetzt. Zur Ableitung der jeweiligen Diskontierungssätze wird dabei grundsätzlich auf Renditen festverzinslicher, laufzeit- und währungsadäquater Unternehmensanleihen zurückgegriffen, die von den Ratingagenturen mit einem Rating von "AA" bewertet werden. Zum 30. September 2020 lag der Diskontierungssatz bei den Pensionsverpflichtungen in Deutschland bei 0,7 % wie im Vorjahr. Aufgrund der gestiegenen Inflationserwartung für Deutschland erfolgte zum 30. September 2020 eine Anpassung der Rentendynamik von 1,35 % im Vorjahr auf 1,80 %.

Bei der Berechnung der Pensionsverpflichtungen wurden folgende Annahmen (= gewichteter Durchschnitt) zugrunde gelegt:

DURCHSCHNITTLICHE BEWERTUNGSFAKTOREN

30.09.2019 30.09.2020
in % Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
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Diskontierungssatz 0,70 1,42 0,88 0,70 1,25 0,83
Gehaltsdynamik 2,50 1,72 2,37 2,50 1,35 2,35
Rentendynamik 1,35 1,76 1,40 1,80 1,78 1,79

Die Bewertung der deutschen Pensionsverpflichtungen erfolgt auf Basis der an die gruppenspezifischen Verhältnisse angepassten "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck. In den übrigen Ländern wurden im Wesentlichen folgende biometrische Rechnungsgrundlagen verwendet: USA: modifizierte Version des RP-2014 Mortality Base Table and MP-2014 Mortality Projection Scale; Großbritannien: Series Tables angepasst auf das CMI2019 Model; Liechtenstein: BVG2015 Gen.

Alternative Annahmen (jeweils gewichteter Durchschnittssatz über sämtliche in- und ausländische Pensionsverpflichtungen) würden zu den in der folgenden Übersicht dargestellten Veränderungen des Anwartschaftsbarwertes und damit zu entgegengesetzten Veränderungen des Eigenkapitals führen. Bei der Darstellung der Effekte ist jeweils die Änderung einer Annahme bei Konstanz aller weiteren Annahmen unterstellt:

SENSITIVITÄTSANALYSE

30.09.2019 30.09.2020
Veränderung des Anwartschaftsbarwertes

(Mio €)
Veränderung des Anwartschaftsbarwertes

(Mio €)
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Deutschland Übrige Länder Deutschland Übrige Länder
--- --- --- --- --- ---
Diskontierungssatz Erhöhung um 0,5 Prozentpunkte - 544 - 212 - 529 - 190
Verringerung um 0,5 Prozentpunkte 596 231 578 208
Gehaltsdynamik Erhöhung um 0,5 Prozentpunkte 14 18 12 9
Verringerung um 0,5 Prozentpunkte - 14 - 18 - 12 - 9
Rentendynamik Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte 174 34 173 33
Verringerung um 0,25 Prozentpunkte - 171 - 34 - 169 - 33
Sterbewahrscheinlichkeit Verringerung um 10,0 Prozentpunkte 297 116 303 112

Zur Untersuchung der Sensitivität des Anwartschaftsbarwertes gegenüber einer Veränderung der angenommenen Sterblichkeit bzw. Lebenserwartung wurden die Sterbewahrscheinlichkeiten für das Alter ab Rentenbeginn in einer Vergleichsberechnung um 10 % abgesenkt. Dies entspricht für heute 63- bis 65-jährige Leistungsempfänger etwa einer Erhöhung der Lebenserwartung bei Übergang in den Ruhestand um ein Jahr.

Planvermögen

Der Großteil des Planvermögens der Gruppe befindet sich in den USA, in Großbritannien, in Liechtenstein und zu einem geringeren Umfang in Deutschland sowie einigen anderen europäischen Ländern. Das Planvermögen ist in diversifizierte Portfolios investiert, die jeweils verschiedene Anlageklassen umfassen. Hiermit soll eine unter Risiko- und Renditeaspekten optimale Aufteilung der Anlageklassen erreicht werden. Die Anlageklassen des Planvermögens umfassen im Wesentlichen nationale und internationale Aktien, festverzinsliche Wertpapiere staatlicher und nichtstaatlicher Emittenten, Immobilienvermögen sowie Anteile an hochdiversifizierten Fonds. Das Planvermögen der Pensionspläne enthält keine Gläubigerpapiere oder eigenen Aktien sowie kein selbstgenutztes Immobilienvermögen von thyssenkrupp.

Bei der Anlage des Planvermögens bedient sich die Gruppe professioneller Investmentmanager, die auf Basis spezifischer Anlagerichtlinien agieren. Die Anlageausschüsse des jeweiligen Plans setzen sich aus leitenden Mitarbeitern des Finanzbereichs und anderen qualifizierten Führungskräften zusammen. Sie tagen regelmäßig, um die Risiken und die Performance wesentlicher Vermögenswerte zu überprüfen; darüber hinaus bewilligen sie die Auswahl bzw. die Vertragsverlängerung externer Fondsmanager.

Für die wesentlichen Teile des Planvermögens der Gruppe werden des Weiteren regelmäßig Asset-Liability-Studien durchgeführt. Hierbei wird die Struktur der Pensionsverpflichtungen durch Aktuare im Detail analysiert (u.a. im Hinblick auf Altersstruktur, Duration, mögliche Zins-/Inflationsrisiken) und daraus die jeweilige Anlagestrategie sowie das Zielportfolio des Planvermögens abgeleitet bzw. aktualisiert. Für Zwecke des Risikomanagements können im Rahmen der Kapitalanlage Strategien zur Anwendung kommen, bei denen sich die Vermögensanlage an den Pensionsverpflichtungen orientiert (Liability Driven Investment).

Durch die oben erläuterten, etablierten Prozesse zur Steuerung und Überwachung des Planvermögens wird den im Zusammenhang mit der Vermögensanlage am Kapitalmarkt üblichen Risiken - Kontrahenten-, Liquiditäts-/Markt- und sonstigen Risiken - begegnet.

Wie oben beschrieben, bestehen die wesentlichen Pensionszusagen in den Ländern Deutschland, USA, Großbritannien und Liechtenstein. Das Planvermögen dieser Länder beträgt zum Stichtag 89 % (Vorjahr: 84 %) des gesamten Planvermögens. Das Portfolio dieser wesentlichen Planvermögenswerte umfasst zum Bilanzstichtag folgende Anlageklassen:

PORTFOLIOSTRUKTUR DES WESENTLICHEN PLANVERMÖGENS

30.09.2019
Beizulegender Zeitwert

(Mio €)
--- --- --- --- ---
Anlageklassen Insgesamt Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt Keine Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt Anteil am wesentlichen Planvermögen

(in %)
--- --- --- --- ---
Aktien 689 674 15 33
Anleihen 1.013 1.009 4 49
Derivate 20 20 0 1
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder 116 116 0 6
Sonstige 219 169 50 11
Insgesamt 2.057 1.988 69 100
30.09.2020
Beizulegender Zeitwert

(Mio €)
--- --- ---
Anlageklassen Insgesamt Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt
--- --- ---
Aktien 713 705
Anleihen 978 972
Derivate 14 14
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder 240 240
Sonstige 261 176
Insgesamt 2.206 2.107
30.09.2020
Beizulegender Zeitwert

(Mio €)
--- --- ---
Anlageklassen Keine Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt Anteil am wesentlichen Planvermögen

(in %)
--- --- ---
Aktien 8 32
Anleihen 6 44
Derivate 0 1
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder 0 11
Sonstige 85 12
Insgesamt 99 100

Grundsätzlich führt die Gruppe dem Planvermögen lediglich Beträge zu, die zur Erfüllung der gesetzlichen Minimalzuführungserfordernisse des jeweiligen Landes erforderlich sind. In den USA richten sich die Minimaldotierungen teilweise nach gewerkschaftlichen Regelungen. Darüber hinaus leistet die Gruppe von Zeit zu Zeit nach eigenem Ermessen zusätzliche Zuführungen. Für das Geschäftsjahr 2020 / 2021 erwartet thyssenkrupp Zuführungen zum Planvermögen durch den Arbeitgeber in Höhe von 38 Mio € (Vorjahr: 107 Mio €).

Pensionszahlungen

Im Geschäftsjahr 2019 / 2020 wurden Pensionszahlungen für Pläne in Deutschland von 386 Mio € (Vorjahr: 393 Mio €) im Wesentlichen aus den Rückstellungen und für Pläne in den übrigen Ländern von 141 Mio € (Vorjahr: 136 Mio €) im Wesentlichen aus dem Planvermögen geleistet. In den kommenden zehn Geschäftsjahren werden aus den Pensionsplänen folgende Zahlungen erwartet:

KÜNFTIGE PENSIONSZAHLUNGEN

Mio € Deutschland Übrige Länder Insgesamt
(für die Geschäftsjahre)
--- --- --- ---
2020 / 2021 440 124 565
2021 / 2022 395 123 518
2022 / 2023 397 122 520
2023 / 2024 385 123 507
2024 / 2025 383 122 505
2025 / 2026 - 2029 / 2030 1.816 616 2.432
Insgesamt 3.817 1.230 5.047

Die durchschnittliche gewichtete Laufzeit der leistungsorientierten Pläne beträgt in Deutschland 14 Jahre (Vorjahr: 14 Jahre) und für die übrigen Länder 16 Jahre (Vorjahr: 16 Jahre).

Beitragspläne

Darüber hinaus gewährt die Gruppe im In- und Ausland Beitragszusagen im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung über Pensionskassen und vergleichbare Versorgungseinrichtungen. Die Gruppe erbringt für diese Pläne Beitragsleistungen in Höhe eines bestimmten Prozentsatzes vom Einkommen der Mitarbeiter oder in Abhängigkeit von der Höhe der Beitragsleistungen der Mitarbeiter. Der Gesamtaufwand aus als beitragsorientierte Pläne bilanzierten Pensionszusagen betrug im Geschäftsjahr 163 Mio € (Vorjahr: 173 Mio €). Zusätzlich wurden Beiträge an staatliche Rentenversicherungsträger von 571 Mio € (Vorjahr: 649 Mio €) gezahlt.

"Multi-Employer"-Pläne

Neben dem National Elevator Industry Pension Plan (NEIPP) beteiligen sich auch einige Gruppenunternehmen in wenigen weiteren Ländern an gemeinschaftlichen Plänen mehrerer Arbeitgeber (z.B. Niederlande), wobei der NEIPP der mit Abstand bedeutendste Plan dieser Art ist.

Soweit nicht anderweitig kenntlich gemacht, bezieht sich die Einschätzung zur Risikobewertung ("Zone Status") nach Internal Revenue Code Section 432 und dem Multi-Employer Pension Reform Act 2014 auf die Stichtage 30. Juni 2019 bzw. 30. Juni 2020. Der NEIPP war zu keinem dieser Zeitpunkte in einem kritischen oder gefährdeten Zustand. Der "Zone Status" basiert auf Daten, welche durch den NEIPP bereitgestellt und durch den Aktuar des Plans zertifiziert werden. Aktuell ist der NEIPP mit einem Finanzierungsgrad von mindestens 80 % als "Green Zone" klassifiziert. Aufgrund des ausreichenden Finanzierungsgrades bestand in den letzten Jahren weder ein "Financial Improvement"- noch ein "Rehabilitations"-Plan.

thyssenkrupp zählt bis zur Entkonsolidierung von Elevator Technology Ende Juli 2020 zu den vier größten Plansponsoren des NEIPP mit einem jährlichen Beitragsvolumen von jeweils mehr als 5 % des Gesamtbeitrages im NEIPP. Für 2019 / 2020 hat thyssenkrupp einen Beitrag in Höhe von 73 Mio € (Vorjahr: 87 Mio €) in den NEIPP gezahlt.

Altersteilzeit

Insbesondere bei deutschen Gesellschaften bestehen Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen. Hierbei erbringt der Arbeitnehmer Vorleistungen durch Mehrarbeit, die nach dem Ausscheiden durch ratierliche Zahlungen entgolten werden. Zusätzlich wird den Mitarbeitern eine Aufstockung auf die gezahlten Entgelte gewährt. Für die Verpflichtungen wurden Rückstellungen nach IAS 19 "Employee Benefits" angesetzt.

16 Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und sonstige Rückstellungen

RÜCKSTELLUNGEN FÜR LEISTUNGEN AN ARBEITNEHMER UND SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN

Mio € Leistungen an Arbeitnehmer Gewährleistungs- und Produkthaftungsverpflichtungen Sonstige absatz- und beschaffungsmarktbezogene Risiken Restrukturierungen
Stand am 30.09.2019 664 438 349 200
Währungsunterschiede - 22 - 11 - 7 - 4
Veränderung Konsolidierungskreis 9 5 9 - 4
Zuführungen 675 131 371 504
Aufzinsung 2 0 0 0
Inanspruchnahmen - 605 - 143 - 288 - 192
Auflösungen - 105 - 60 - 74 - 52
Umgliederung w/Ausweis als Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten - 173 - 114 - 48 - 62
Stand am 30.09.2020 445 246 311 389
Mio € Entfernungsverpflichtungen Sonstige
Stand am 30.09.2019 263 1.030
Währungsunterschiede 0 - 30
Veränderung Konsolidierungskreis 0 31
Zuführungen 47 331
Aufzinsung 1 1
Inanspruchnahmen - 6 - 549
Auflösungen - 13 - 91
Umgliederung w/Ausweis als Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten - 1 - 264
Stand am 30.09.2020 291 458
Mio € Insgesamt
Stand am 30.09.2019 2.944
Währungsunterschiede - 74
Veränderung Konsolidierungskreis 49
Zuführungen 2.058
Aufzinsung 5
Inanspruchnahmen - 1.784
Auflösungen - 396
Umgliederung w/Ausweis als Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten - 662
Stand am 30.09.2020 2.141

Vom Gesamtbetrag der Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und der sonstigen Rückstellungen zum 30. September 2020 sind 1.344 Mio € (Vorjahr: 2.083 Mio €) kurzfristig und 796 Mio € (Vorjahr: 861 Mio €) langfristig. Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und sonstige Rückstellungen in Höhe von 1.122 Mio € (Vorjahr: 1.099 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Mit den Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer werden vor allem Jubiläumszuwendungen und Verpflichtungen aus den Management Incentiveplänen erfasst, während Sozialplan- und ähnliche Aufwendungen in der Rückstellung für Restrukturierungen innerhalb der Personalstrukturmaßnahmen berücksichtigt sind. Pensionsähnliche Verpflichtungen wie Altersteilzeit- und Vorruhestandsregelungen, die zum Teil auch im Rahmen von Restrukturierungsmaßnahmen entstanden sind, sind Bestandteil der Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen.

Die Rückstellung für Gewährleistungs- und Produkthaftungsverpflichtungen umfasst sowohl die Haftung der Gruppe für die einwandfreie Funktionalität der verkauften Produkte (Gewährleistung) als auch die Verpflichtung, dem Käufer durch den Gebrauch der Produkte entstandene Schäden zu ersetzen (Produkthaftung).

Die Rückstellung für sonstige absatz- und beschaffungsmarktbezogene Risiken besteht im Wesentlichen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften.

Die Restrukturierungsrückstellung umfasst neben den rückstellungsfähigen Personalstrukturmaßnahmen auch Rückstellungen für Sachstrukturmaßnahmen, die im Rahmen der Aufgabe von betrieblichen Bereichen für Kosten gebildet werden, die aus Maßnahmen resultieren, die keinen zukünftigen wirtschaftlichen Nutzen generieren. In allen Segmenten wurden Restrukturierungsmaßnahmen durchgeführt. Von den im Berichtsjahr erfassten Zuführungen zu Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von 504 Mio € entfallen 224 Mio € auf Automotive Technology, 96 Mio € auf Steel Europe, 85 Mio € auf Materials Services, 21 Mio € auf Corporate Headquarters, 20 Mio € auf Industrial Components, 19 Mio € auf Plant Technology sowie 24 Mio € auf die nicht fortgeführten Aufzugaktivitäten.

Die Rückstellung für Entfernungsverpflichtungen besteht im Wesentlichen aus Verpflichtungen zur Sicherung entstandener Bergschäden und für Rekultivierungsmaßnahmen. Die Abwicklung von Bergschäden und Rekultivierungsverpflichtungen erstreckt sich typischerweise über lange Zeiträume von teilweise mehr als 30 Jahren. Die technischen Rahmenbedingungen sind als sehr komplex einzuschätzen. Entsprechend bestehen Unsicherheiten über den zeitlichen Anfall und die konkrete Höhe der Aufwendungen.

Unter den sonstigen Rückstellungen werden die Rückstellungen für Prozessrisiken, die Rückstellungen für Umweltschutzverpflichtungen und die Rückstellungen für sonstige Risiken ausgewiesen, die aus Einzelsachverhalten resultieren, die sich keiner anderen Position zuordnen lassen. Rückstellungen für nachfolgende Sachverhalte sind enthalten:

Zum 30. September 2019 war in den sonstigen Rückstellungen die im Zusammenhang mit dem Ermittlungsverfahren des Bundeskartellamts gegen die thyssenkrupp Steel Europe AG in Sachen Grobblech gebildete Rückstellung enthalten. Nach Erhalt des Bußgeldbescheids in Höhe von 370 Mio € im Dezember 2019 wurde die Rückstellung im 1. Quartal 2019/2020 durch die Begleichung des Bußgeldes in voller Höhe in Anspruch genommen. Das Verfahren mit dem Bundeskartellamt ist damit einvernehmlich beendet.

17 Finanzschulden

FINANZSCHULDEN

Buchwerte

Mio €
30.09.2019 30.09.2020
Anleihen 5.922 4.332
Schuldscheindarlehen 238 112
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 118 132
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 34 521
Sonstige Darlehen 217 206
Langfristige Finanzschulden 6.529 5.303
Anleihen 0 849
Schuldscheindarlehen 9 130
Commercial Paper 704 5
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 155 82
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 3 126
Sonstige Darlehen 15 6
Kurzfristige Finanzschulden 886 1.199
Finanzschulden 7.415 6.502

Die kurzfristigen Finanzschulden beinhalten Finanzschulden mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr, während die langfristigen Finanzschulden eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben.

Der Anstieg der Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen resultiert aus der Erstanwendung von IFRS 16.

Finanzschulden in Höhe von 140 Mio € (Vorjahr: 146 Mio €) sind durch Grundpfandrechte besichert.

Per 30. September 2020 sind von den Finanzschulden insgesamt Disagien in Höhe von 19 Mio € (Vorjahr: 29 Mio €) abgesetzt und wie im Vorjahr keine Agien aufgeschlagen. Die Verrechnung der Disagien und Agien ist im Finanzergebnis enthalten.

ANLEIHEN UND SCHULDSCHEINDARLEHEN

30.09.2019 Buchwert

in Mio €
30.09.2020 Buchwert

in Mio €
30.09.2020 Nominalwert

in Mio €
Zinssatz

in %
30.09.2020 Beizulegender Zeitwert

in Mio €
Fälligkeit
Anleihe thyssenkrupp AG (750 Mio €) 2015 / 2020 (ursprüngliche Laufzeit bis 25.11.2020) 748 - - - - 02.09.2020
Anleihe thyssenkrupp AG (600 Mio €) 2015 / 2025 595 596 600 2,5000 551 25.02.2025
Anleihe thyssenkrupp AG (850 Mio €) 2016 / 2021 (ursprüngliche Laufzeit bis 08.03.2021) 848 849 850 2,7500 849 08.12.2020
Anleihe thyssenkrupp AG (1.250 Mio €) 2017 / 2022 1.245 1.247 1.250 1,3750 1.218 03.03.2022
Anleihe thyssenkrupp AG (1.500 Mio €) 2019 / 2024 1.492 1.494 1.500 2,8750 1.410 22.02.2024
Anleihe thyssenkrupp AG (1.000 Mio €) 2019 / 2023 994 995 1.000 1,8750 936 06.03.2023
Schuldscheindarlehen thyssenkrupp AG (4 Mio €) 2014 / 2019 4 - - - - 30.12.2019
Schuldscheindarlehen thyssenkrupp AG (150 Mio €) 2016 / 2021 135 130 130 1,7500 132 11.03.2021
Schuldscheindarlehen thyssenkrupp AG (100 Mio €) 2019 / 2021 100 100 100 1,1500 101 14.12.2021
Schuldscheindarlehen thyssenkrupp AG (8 Mio €) 2019 / 2022 8 8 8 1,5000 8 30.06.2022
Schuldscheindarlehen thyssenkrupp AG (4 Mio €) 2019 / 2024 - 4 4 2,3000 3 30.12.2024
Insgesamt 6.169 5.423 5.442 5.208

Die ursprünglich am 25. November 2020 fällige Anleihe über 750 Mio € wurde am 2. September 2020 vorzeitig zurückgezahlt. Ebenso wird auch die ursprünglich am 8. März 2021 fällige Anleihe über 850 Mio € vorzeitig am 8. Dezember 2020 zurückgezahlt werden. Dabei macht die thyssenkrupp AG in beiden Fällen von Ihrem Recht auf vorzeitige Rückzahlung gemäß den Emissionsbedingungen Gebrauch.

Vor dem Hintergrund der Elevator-Transaktion und des damit verbundenen signifikanten Cash-Zuflusses wurde entschieden, unsere syndizierte Kreditfazilität (Multi-Currency-Facility-Agreement) in Höhe von 2,0 Mrd € mit regulärer Laufzeit bis zum 14. März 2021 vorzeitig am 18. September 2020 zu beenden.

Im Mai 2020 hatte thyssenkrupp eine Kreditlinie über 1 Mrd € aus dem KfW Sonderprogramm mit einem Konsortium aus KfW und weiteren Banken abgeschlossen. Sie sicherte während der Corona-Pandemie zusätzlich Liquidität bis zum erfolgten Mittelzufluss aus dem vollzogenen Verkauf von Elevator Technology. Die Kreditlinie musste nicht in Anspruch genommen werden und endete mit Vollzug der Elevator-Transaktion Ende Juli 2020.

Die thyssenkrupp AG hat mit ihren Finanzpartnern bilaterale Kreditvereinbarungen über insgesamt 1,6 Mrd € getroffen, denen zufolge sie Kredite in Euro oder US-Dollar revolvierend in Anspruch nehmen kann (Roll-Over-Finanzierungen). Zum 30. September 2020 waren diese Kreditvereinbarungen nicht in Anspruch genommen, so dass thyssenkrupp zum Stichtag über ungenutzte und fest zugesagte Kreditlinien in Höhe von 1,6 Mrd € verfügt.

Darüber hinaus verfügt die Gruppe über weitere Finanzierungsmöglichkeiten im Rahmen eines Commercial Paper Programms mit einem maximalen Emissionsvolumen von 3,0 Mrd €. Commercial Paper sind Schuldverschreibungen, die im Rahmen unseres Programms mit einer Laufzeit von bis zu 364 Tagen abhängig von der Investorennachfrage begeben werden können. Das Programm war zum 30. September 2020 mit 5 Mio € in Anspruch genommen.

Die Fälligkeiten der Finanzschulden (ohne Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen) verteilen sich wie folgt auf die nächsten fünf Jahre und die Zeit danach:

FÄLLIGKEITEN FINANZSCHULDEN (OHNE VERBINDLICHKEITEN AUS LEASINGVERHÄLTNISSEN)

Mio € (für die Geschäftsjahre) Gesamte Finanzschulden (ohne Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen) Davon: Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
2020 / 2021 1.073 82
2021 / 2022 1.496 28
2022 / 2023 1.028 26
2023 / 2024 1.518 22
2024 / 2025 617 18
nach 2024 / 2025 123 38
Insgesamt 5.855 214

Darüber hinaus bestehen Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen in Höhe von 647 Mio €.

18 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 163 Mio € (Vorjahr: 307 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

19 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

SONSTIGE FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN

30.09.2019 30.09.2020
Mio € kurzfristig langfristig kurzfristig langfristig
--- --- --- --- ---
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 1.007 136 597 96
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 161 - 50 -
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 40 - 18 -
Insgesamt 1.209 136 665 96

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von 97 Mio € (Vorjahr: 139 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

20 Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten

SONSTIGE NICHT FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN

30.09.2019 30.09.2020
Mio € kurzfristig langfristig kurzfristig langfristig
--- --- --- --- ---
Absatz- und beschaffungsmarktbezogene Verbindlichkeiten 723 - 454 -
Verbindlichkeiten aus Put-Optionen 17 0 16 0
Verbindlichkeiten gegenüber der Belegschaft 932 - 661 -
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 86 - 61 -
Rechnungsabgrenzungsposten 39 - 25 -
Verbindlichkeiten aus Steuern (ohne Ertragsteuern) 273 - 135 -
Übrige 302 6 222 6
Insgesamt 2.373 6 1.575 6

Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von 9 Mio € (Vorjahr: 7 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

21 Eventualverbindlichkeiten, sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

Eventualverbindlichkeiten

Die thyssenkrupp AG sowie in Einzelfällen auch Tochterunternehmen haben Bürgschaften oder Garantien zugunsten von Geschäftspartnern ausgestellt bzw. ausstellen lassen. Die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Verpflichtungen zeigen Haftungsverhältnisse, bei denen der Hauptschuldner kein konsolidiertes Unternehmen ist:

HAFTUNGSVERHÄLTNISSE

Maximales Haftungsvolumen Rückstellung
Mio € 30.09.2019 30.09.2020 30.09.2019 30.09.2020
--- --- --- --- ---
Anzahlungsgarantien 20 93 1 0
Gewährleistungs- und Vertragserfüllungsgarantien 1 142 0 0
Kreditaufträge 0 4 0 0
Sonstige Haftungserklärungen 1 8 0 0
Insgesamt 22 247 1 1

Der Anstieg der Haftungsverhältnisse steht im Zusammenhang mit dem Verkauf von Elevator Technology. Die thyssenkrupp-Gruppe hat für die TK Elevator GmbH und deren Tochtergesellschaften Bürgschaften oder Garantien zu Gunsten von deren Auftraggebern über 222 Mio € ausgestellt bzw. ausstellen lassen. Das Erwerberkonsortium hat sich verpflichtet, thyssenkrupp von Aufwendungen im Zusammenhang mit den Bürgschaften und Garantien bis zu deren vollständigen Ablösung schadlos zu halten. Darüber hinaus hat thyssenkrupp als zusätzliche Sicherheit Garantien in gleichlautender Höhe von dem Erwerber erhalten.

Die Laufzeiten variieren je nach Art der Garantie von drei Monaten bis zu zehn Jahren (z.B. bei Miet- und Pachtgarantien).

Grundlage für eine mögliche Inanspruchnahme durch den Begünstigten ist die nicht vertragskonforme Erfüllung von vertraglich eingegangenen Verpflichtungen durch den Hauptschuldner, wie z.B. nicht rechtzeitige oder nicht ordnungsgemäße Lieferung oder die Nichteinhaltung von zugesicherten Leistungsparametern.

Alle durch die thyssenkrupp AG oder durch die Tochterunternehmen ausgestellten oder in Auftrag gegebenen Bürgschaften oder Garantien erfolgen im Auftrag und unter Rückhaftung des jeweiligen, aus dem zugrundeliegenden Vertragsverhältnis entsprechend verpflichteten Unternehmens (Hauptschuldner). Besteht die Rückhaftung gegen einen Hauptschuldner, an dem ganz oder teilweise ein gruppenfremder Dritter beteiligt ist, so wird mit diesem grundsätzlich die Stellung zusätzlicher Sicherheiten in entsprechender Höhe vereinbart.

thyssenkrupp haftet aus Beteiligungen an Gesellschaften bürgerlichen Rechts, Personengesellschaften und Arbeitsgemeinschaften gesamtschuldnerisch.

thyssenkrupp hat Eventualverbindlichkeiten bei den folgenden wesentlichen Rechtsstreitigkeiten:

Die Firma SysCo hat 2012 vor dem High Court of Sindh at Karachi in Pakistan gegen thyssenkrupp Marine Systems GmbH, Atlas Elektronik GmbH sowie sieben weitere Beklagte aus der thyssenkrupp-Gruppe Klage erhoben auf Zahlung von 139 Mio €. SysCo macht vertragliche Ansprüche und Schadenersatz aus einem erfolglos beendeten Vertriebsprojekt geltend. Aus prozessualen Gründen hatte das Gericht 2014 zwei der weiteren Beklagten aus dem Verfahren entlassen. Eine Verhandlung in der Sache hat bisher nicht stattgefunden, da die Klägerin das Verfahren seit 2014 nicht betreibt.

Die Republik Korea macht vor dem ICC schiedsgerichtlich Schadensersatz in Höhe von 201 Mio € gegen thyssenkrupp Marine Systems GmbH wegen verzögerter Ablieferung von U-Booten geltend, die aus Materialpaketen von thyssenkrupp Marine Systems von koreanischen Werften gebaut und an die Republik Korea geliefert wurden. Da die Materialpakete pünktlich an die Werften geliefert wurden, sieht thyssenkrupp Marine Systems die Verantwortung bei den koreanischen Werften, die aufgrund eigener bilateraler Verträge gegenüber der Republik Korea in der Bau- und Lieferverpflichtung waren. Die Republik Korea nimmt die Bauwerften in separaten Verfahren in Anspruch.

Im Zusammenhang mit der früheren Mehrheitsbeteiligung von Industrial Solutions an der griechischen Werft Hellenic Shipyards (HSY) und dem Bau von U-Booten für die griechische Marine verlangt die griechische Regierung (schieds-)gerichtlich Schadenersatz in Höhe von 2,2 Mrd € von der thyssenkrupp Industrial Solutions AG und der thyssenkrupp Marine Systems GmbH sowie von HSY und den jetzigen Mehrheitsgesellschaftern von HSY. Bislang hat die griechische Regierung die Forderungen nur in Höhe eines geringen Teils konkretisiert, die ausschließlich das Vertragsverhältnis zwischen ihr und HSY betreffen. Die gegen die thyssenkrupp Unternehmen geltend gemachten Ansprüche erscheinen unbegründet. Alle vertraglichen Verpflichtungen von thyssenkrupp Marine Systems und anderen thyssenkrupp Gesellschaften gegenüber der griechischen Regierung sind seit 2010 erfüllt. In dem vorgenannten Verfahren verlangte die griechische Regierung (schieds-)gerichtlich auch Erstattung einer Teilzahlung von 115 Mio €. Dieses Verfahren konnte Ende 2019 ohne Zahlungsverpflichtung für die zuvor genannten thyssenkrupp Gesellschaften endgültig und rechtswirksam beendet werden.

Die Al-Jafr Trading Contracting Company, Mitgesellschafterin einer Gesellschaft in Saudi-Arabien, macht anwaltlich Schadenersatz in Höhe von 70 Mio € gegenüber der thyssenkrupp Industrial Solutions AG wegen Verletzung von Gesellschafterrechten geltend. Die Erfolgsaussichten der Ansprüche, die thyssenkrupp als gering einschätzt, werden derzeit nach saudischem Recht geprüft.

Darüber hinaus sind gegen thyssenkrupp Gruppenunternehmen weitere gerichtliche und schiedsgerichtliche Verfahren und behördliche Untersuchungen und Verfahren sowie Ansprüche geltend gemacht worden oder können zukünftig eingeleitet oder geltend gemacht werden. Aus dem Erwerb oder der Veräußerung von Unternehmen oder Unternehmensteilen ergeben sich Auseinandersetzungen, die zur Rückerstattung von Teilen des Kaufpreises oder zur Leistung von Schadenersatz oder zu steuerlichen Belastungen führen können. Ferner werden beispielsweise aus verschiedenen Verträgen wie Bau-, Anlagenbau-, Liefer- und Leistungsverträgen von Vertragspartnern, Kunden, Konsortialpartnern oder Subunternehmern Ansprüche erhoben. Prognosen zum Verlauf und zu den Ergebnissen von Rechtsstreitigkeiten sind mit erheblichen Schwierigkeiten und Unsicherheiten verbunden. Negative, gegebenenfalls auch wesentliche künftige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind daher auch bei den nicht separat dargestellten Rechtsstreitigkeiten, behördlichen Untersuchungen und Verfahren sowie Ansprüchen einzeln wie auch zusammen mit anderen Rechtsstreitigkeiten, behördlichen Untersuchungen und Verfahren sowie Ansprüchen möglich. Dies gilt auch für ein Verfahren, in dem der Übertragungsnetzbetreiber Amprion GmbH im Zusammenhang mit dem Kraftwerk Huckingen produzierten Eigenstrom für das Kalenderjahr 2016 Zahlungs- und für weitere Kalenderjahre Auskunftsklage gegen die thyssenkrupp Steel Europe AG erhoben hat. Mit Verweis auf IAS 37.92 geben wir keine weiteren Informationen zu dieser Eventualverbindlichkeit, da keine höchstrichterliche Rechtsprechung zu der dahinterstehenden EEG-rechtlichen Frage existiert und bereits der Umfang der Auseinandersetzung im gerichtlichen Verfahren zu klären ist. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erwartet thyssenkrupp jedoch aus den in diesem Abschnitt nicht separat genannten Rechtsstreitigkeiten, behördlichen Untersuchungen und Verfahren sowie Ansprüchen keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

Im Rahmen von Miet-, Pacht- und Leasingverträgen, die nach IAS 17 als Operating Lease zu qualifizieren waren, hatte die Gruppe Sachanlagen als Leasingnehmer geleast. Hieraus resultierten im Rahmen der Bilanzierung dieser Leasingverhältnisse nach IAS 17 bis zum 30. September 2019 in 2018 / 2019 im Saldo Aufwendungen von 311 Mio €, die sich folgendermaßen zusammensetzten:

AUFWENDUNGEN AUS OPERATING-LEASE-VERTRÄGEN NACH IAS 17

Mio € 2018 / 2019
Mindestmietzahlungen 306
Variable Mietzahlungen 6
abzgl. Erträge aus Untermietverträgen (sublease) - 1
Insgesamt 311

Die künftigen (nicht abgezinsten) Mindestmietzahlungen aus solchen unkündbaren Verträgen, die zum Stichtag 30. September 2019 eine ursprüngliche oder verbleibende Restlaufzeit von mehr als einem Jahr hatten, betrugen:

KÜNFTIGE MINDESTMIETZAHLUNGEN NACH IAS 17

Mio € 30.09.2019
Bis zu einem Jahr 262
Zwischen einem Jahr und fünf Jahren 596
Länger als fünf Jahre 468
Insgesamt 1.326

Das Bestellobligo für Investitionsvorhaben beläuft sich zum 30. September 2020 auf 821 Mio € (Vorjahr: 709 Mio €) und betrifft im Wesentlichen Sachanlagen bei Industrial Components und Steel Europe.

Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 1.771 Mio € (Vorjahr: 1.945 Mio €). Diese betreffen im Wesentlichen die Abnahmeverpflichtungen aus langfristigen Strom- und Gaslieferverträgen in der Gruppe. Darüber hinaus enthalten die sonstigen finanziellen Verpflichtungen in 2019 / 2020 Verpflichtungen aus eingegangenen Leasingverhältnissen, für die gemäß IFRS 16 noch kein Nutzungsrecht bzw. keine Leasingverbindlichkeit bilanziert wurde, in Höhe von 22 Mio €. Daneben bestehen bei Steel Europe langfristige Lieferverträge für Eisenerz und Eisenerz-Pellets, aus denen Abnahmeverpflichtungen für einen Zeitraum von bis zu drei Jahren resultieren. Aufgrund der hohen Volatilität der Preisentwicklung für Eisenerz wurden für die Bewertung der gesamten Abnahmeverpflichtungen die zum Berichtszeitpunkt gültigen Erzpreise zugrunde gelegt; hieraus ergeben sich Abnahmeverpflichtungen von 967 Mio € (Vorjahr: 1.322 Mio €).

Abgestellt auf die Risikotragfähigkeit der Gruppe bzw. der einzelnen Gruppenunternehmen bestehen in den verschiedenen Versicherungssparten angemessene Selbstbeteiligungen. Der Eintritt eines oder mehrerer Schadensfälle kann zu einer Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe führen.

22 Finanzinstrumente

In der nachfolgenden Tabelle sind die Buchwerte, Bewertungskategorien gemäß IFRS 9 und beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Klassen dargestellt. Dabei werden auch die Forderungen aus Finance Lease und Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen (Vorjahr: Finance Lease), die Vertragsvermögenswerte sowie die Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung berücksichtigt, obwohl sie keiner Bewertungskategorie des IFRS 9 angehören.

FINANZINSTRUMENTE 30.09.2019

Bewertungskategorie nach IFRS 9
Mio € Buchwert lt. Bilanz 30.09.2019 (Fortgeführte) Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral (mit Recycling)
--- --- --- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease) 5.488 4.301 1.187
Vertragsvermögenswerte 1.443
Forderungen aus Finance Lease 1
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 847 562 146 140
Sonstige übrige finanzielle Vermögenswerte 562
Eigenkapitalinstrumente 13
Fremdkapitalinstrumente 20
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 126
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 7 120
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder 3.706 3.706
Summe finanzielle Vermögenswerte 11.485
Finanzschulden (ohne Verbindlichkeiten aus Finance Lease) 7.378 7.378
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 37
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.355 6.355
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.344 1.143 181 20
Sonstige übrige finanzielle Verbindlichkeiten 1.143
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 161
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 20 20
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 15.115
Bewertung nach IAS 17 / IFRS 15
Mio € Fortgeführte Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert 30.09.2019
--- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease) 5.551
Vertragsvermögenswerte 1.443 0
Forderungen aus Finance Lease 1 1
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 847
Sonstige übrige finanzielle Vermögenswerte 562
Eigenkapitalinstrumente 13
Fremdkapitalinstrumente 20
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 126
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 126
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder 3.706
Summe finanzielle Vermögenswerte
Finanzschulden (ohne Verbindlichkeiten aus Finance Lease) 7.497
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 37 37
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.355
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.344
Sonstige übrige finanzielle Verbindlichkeiten 1.143
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 161
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 40
Summe finanzielle Verbindlichkeiten

FINANZINSTRUMENTE 30.09.2020

Bewertungskategorie nach IFRS 9
Mio € Buchwert lt. Bilanz 30.09.2020 (Fortgeführte) Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral (mit Recycling)
--- --- --- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease) 4.833 2.654 2.179
Vertragsvermögenswerte 1.575
Forderungen aus Finance Lease 0
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.193 1.004 74 61
Sonstige übrige finanzielle Vermögenswerte 1.004
Eigenkapitalinstrumente 12
Fremdkapitalinstrumente 14
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 62
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 46
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder 11.547 11.547
Summe finanzielle Vermögenswerte 19.148
Finanzschulden (ohne Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen) 5.855 5.855
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 647
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.475 3.475
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 761 693 50 18
Sonstige übrige finanzielle Verbindlichkeiten 693
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 50
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 18
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 10.737
Bewertungskategorie nach IFRS 9 Bewertung nach IFRS 16 / IFRS 15
Mio € Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral (ohne Recycling) Fortgeführte Anschaffungskosten
--- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease)
Vertragsvermögenswerte 1.575
Forderungen aus Finance Lease 0
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 54
Sonstige übrige finanzielle Vermögenswerte
Eigenkapitalinstrumente 54
Fremdkapitalinstrumente
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting)
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder
Summe finanzielle Vermögenswerte
Finanzschulden (ohne Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen)
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 647
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Sonstige übrige finanzielle Verbindlichkeiten
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting)
Summe finanzielle Verbindlichkeiten
Mio € Beizulegender Zeitwert 30.09.2020
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease) 4.891
Vertragsvermögenswerte 0
Forderungen aus Finance Lease 0
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.239
Sonstige übrige finanzielle Vermögenswerte 1.051
Eigenkapitalinstrumente 66
Fremdkapitalinstrumente 14
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 62
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 46
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder 11.547
Summe finanzielle Vermögenswerte
Finanzschulden (ohne Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen) 5.651
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 647
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.475
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 761
Sonstige übrige finanzielle Verbindlichkeiten 693
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 50
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 18
Summe finanzielle Verbindlichkeiten

Für die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige kurzfristige Forderungen sowie Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder entspricht aufgrund der kurzen Restlaufzeiten der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Für die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht der beizulegende Zeitwert dem bilanzierten Buchwert abzüglich der im sonstigen Ergebnis erfassten Wertberichtigungen.

Für die Vorzugsaktien im Zusammenhang mit der Rückbeteiligung, welche als Eigenkapitalinstrument klassifiziert sind, wurde aufgrund der Bedeutung das Wahlrecht ausgeübt, diese erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (ohne Recycling) zu bilanzieren. In den Fremdkapitalinstrumenten sind die Darlehen aus der Elevator-Transaktion enthalten, welche zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden; vgl. dazu auch Anhang-Nr. 03. Die übrigen Eigenkapitalinstrumente und Fremdkapitalinstrumente werden grundsätzlich erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet; dieser basiert, soweit vorhanden, auf Börsenkursen zum Bilanzstichtag. Liegen keine auf einem aktiven Markt notierten Preise vor, erfolgt eine Bewertung der Eigen- und Fremdkapitalinstrumente durch Diskontierung der zukünftigen Cashflows auf Basis der aktuellen marktüblichen Zinsen über die Restlaufzeit der Finanzinstrumente.

Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften errechnet sich auf Basis des am Bilanzstichtag geltenden Devisenkassamittelkurses unter Berücksichtigung der Terminaufschläge und -abschläge für die jeweilige Restlaufzeit des Kontraktes im Vergleich zum kontrahierten Devisenterminkurs. Bei Devisenoptionen werden anerkannte Modelle zur Ermittlung des Optionspreises angewandt. Der beizulegende Zeitwert einer Option wird neben der Restlaufzeit der Option zusätzlich durch weitere Bestimmungsfaktoren, wie z.B. die aktuelle Höhe und die Volatilität des zugrundeliegenden jeweiligen Wechselkurses oder der zugrundeliegenden Basiszinsen, beeinflusst.

Bei Zinsswaps und Zins-/Währungsswaps erfolgt die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert durch die Abzinsung der zukünftig zu erwartenden Cashflows. Dabei werden die für die Restlaufzeit der Kontrakte geltenden Marktzinssätze zugrunde gelegt. Daneben werden bei Zins-/ Währungsswaps die Wechselkurse der jeweiligen Fremdwährungen einbezogen, in denen die Cashflows stattfinden.

Der beizulegende Zeitwert von Warentermingeschäften basiert auf offiziellen Börsennotierungen. Die Bewertungen werden sowohl intern als auch von externen Finanzpartnern zum Bilanzstichtag vorgenommen.

Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten entspricht aufgrund der kurzen Restlaufzeiten der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert von festverzinslichen langfristigen Finanzverbindlichkeiten ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Cashflows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze. Bei Verbindlichkeiten mit variabel verzinslichem Charakter entsprechen die Buchwerte annähernd den beizulegenden Zeitwerten.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, lassen sich in die folgende dreistufige Bewertungshierarchie einordnen:

BEWERTUNGSHIERARCHIE 30.09.2019

Mio € 30.09.2019 Level 1 Level 2 Level 3
Finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 126 0 126 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 7 0 7 0
Eigenkapitalinstrumente 13 9 4 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.187 1.187
Fremdkapitalinstrumente 20 17 3 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 120 0 120 0
Insgesamt 1.472 26 259 1.187
Finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 161 0 161 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 20 0 20 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 20 0 20 0
Insgesamt 202 0 202 0

BEWERTUNGSHIERARCHIE 30.09.2020

Mio € 30.09.2020 Level 1 Level 2 Level 3
Finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 62 0 62 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 0 0 0
Eigenkapitalinstrumente 12 7 5 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.179 2.179
Eigenkapitalinstrumente 54 54
Fremdkapitalinstrumente 14 14 0 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 46 0 46 0
Insgesamt 2.368 21 114 2.232
Finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 50 0 50 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 0 0 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 18 0 18 0
Insgesamt 68 0 68 0

Die Bewertungshierarchie spiegelt die Bedeutung der bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte einbezogenen Faktoren wider. In Level 1 werden die Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von quotierten Marktpreisen auf aktiven Märkten ermittelt wird. Beizulegende Zeitwerte in Level 2 werden aufgrund von beobachtbaren Marktdaten, z.B. anhand von Währungskursen, ermittelt. In Level 3 werden die Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von nicht beobachtbaren Marktdaten auf Basis anerkannter Bewertungsmodelle bewertet wird.

Im Berichtsjahr gab es keine Umgliederungen zwischen Level 1 und Level 2. Für die in Level 3 eingestuften Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht der beizulegende Zeitwert dem bilanzierten Buchwert abzüglich der im sonstigen Ergebnis erfassten Wertberichtigungen.

Nachfolgend ist die Entwicklung der in Level 3 erfassten Eigenkapitalinstrumente dargestellt:

ÜBERLEITUNGSRECHNUNG FINANZINSTRUMENTE LEVEL 3

Mio €
Stand am 31.07.2020 51
Ergebnisneutrale Veränderungen 2
Stand am 30.09.2020 54

Die auf individuellen Bewertungsparametern basierenden und zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Eigenkapitalinstrumente beinhalten ausschließlich die Vorzugsaktien aus der Rückbeteiligung. Die Anteile wurden unter Berücksichtigung der erwarteten Cashflows auf Basis anerkannter finanzmathematischer Modelle sowie unter Berücksichtigung der zum Bilanzstichtag vorliegenden Marktdaten bewertet. Der aus der Bewertung resultierende Effekt wird erfolgsneutral im Eigenkapital im sonstigen Ergebnis innerhalb der Position "Marktbewertung Eigenkapitalinstrumente" ausgewiesen.

Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten mit einem Buchwert von 10.023 Mio € (Vorjahr: 14.876 Mio €) haben einen beizulegenden Zeitwert von 9.819 Mio € (Vorjahr: 14.995 Mio €), der nach Bewertungsmethoden ermittelt wurde, die Level 2 zuzuordnen sind.

Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten

In der thyssenkrupp-Gruppe bestehen grundsätzlich Rahmenverträge mit Aufrechnungsvereinbarungen nur für derivative Finanzinstrumente, die jedoch die Aufrechnungskriterien des IAS 32 entweder ganz oder zum Teil nicht erfüllen.

Ein Aufrechnungsanspruch ist in diesen Fällen lediglich bei Beendigung des Vertrages aufgrund einer wesentlichen Vertragsverletzung oder Insolvenz eines der Vertragspartner durchsetzbar. Daher werden die Bruttowerte dieser Derivate separat in der Bilanz dargestellt. Potenzielle Saldierungsmöglichkeiten bestehen in Höhe von 41 Mio € (Vorjahr: 117 Mio €). Eine Ausnahme hiervon bilden die sogenannten Futures, für die ein täglicher Ausgleich von Marktwerten im Rahmen von Margin Calls vorgenommen wird. Diese Derivate erfüllen die Aufrechnungskriterien des IAS 32 und werden somit saldiert in der Bilanz ausgewiesen; sie belaufen sich auf 0 Mio € (Vorjahr: 13 Mio €). Finanzielle Sicherheiten bestehen in Höhe von 1 Mio € (Vorjahr: 2 Mio €).

Die folgenden Tabellen stellen das Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9 dar:

NETTOERGEBNIS AUS FINANZINSTRUMENTEN

Mio € 2018 / 20191) 2019 / 2020
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten 87 - 125
Finanzielle Vermögenswerte / Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral (mit Recycling) - 14 - 12
Finanzielle Vermögenswerte / Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral (ohne Recycling) 0 2
Finanzielle Vermögenswerte / Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam - 28 - 3
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten - 291 - 162

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).

Das Nettoergebnis aus der Kategorie "Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten" resultiert im Wesentlichen aus Zinserträgen aus finanziellen Forderungen, Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Wertberichtigungen auf das langfristige Darlehen aus der Rückbeteiligung sowie Kursgewinnen und Kursverlusten aus Fremdwährungsforderungen.

In der Kategorie "Finanzielle Vermögenswerte / Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral (mit Recycling)" sind im Wesentlichen Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Ergebnisse aus dem Verkauf von Forderungen enthalten.

In der Kategorie "Finanzielle Vermögenswerte / Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral (ohne Recycling)" sind die Wertänderungen der Vorzugsaktien aus der Rückbeteiligung enthalten.

Die Gewinne und Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwertes von Währungs-, Zins- und Warenderivaten, die nicht die Anforderungen des IFRS 9 für Hedge Accounting erfüllen, sind in der Kategorie "Finanzielle Vermögenswerte / Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam" enthalten. Zudem werden die laufenden Erträge und Aufwendungen aus Eigenkapitalinstrumenten in dieser Bewertungskategorie ausgewiesen.

Die Kategorie "Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten" umfasst im Wesentlichen die Zinsaufwendungen für finanzielle Verbindlichkeiten sowie Kursgewinne und Kursverluste aus Fremdwährungsverbindlichkeiten.

Im Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten sind insgesamt Umrechnungsdifferenzen in Höhe von 7 Mio € (Vorjahr: - 14 Mio €) enthalten.

Wertminderungen von finanziellen Vermögenswerten

Für die zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte einschließlich Vertragsvermögenswerte sowie Forderungen aus Finance Lease wird eine Wertminderung für erwartete Verluste erfasst.

Die Bruttobuchwerte sowie die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten sowie Vertragsvermögenswerte haben sich wie folgt entwickelt:

WERTBERICHTIGUNGEN AUF FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN BEWERTET ZU FORTGEFÜHRTEN ANSCHAFFUNGSKOSTEN SOWIE VERTRAGSVERMÖGENSWERTE

Mio € Bruttobuchwert Erwartete Wertminderungen Einzelwertberichtigungen Summe Wertberichtigungen Buchwert lt. Bilanz
Stand am 30.09.2018 7.242 0 - 349 - 349 6.892
Effekte aus IFRS 9 - 1.218 - 51 64 13 - 1.205
Stand am 1.10.2018 6.023 - 51 - 285 - 336 5.688
Währungsunterschiede 141 - 2 - 6 - 8 132
Veränderung Konsolidierungskreis 5 0 - 9 - 9 - 3
Zuführungen - 33 - 65 - 98 - 98
Inanspruchnahmen 2 56 57 57
Auflösungen 20 31 51 51
Transfer zwischen Wertberichtigungsstufen 9 - 8 1 1
Sonstige Veränderungen - 83 0 0 0 - 83
Stand am 30.09.2019 6.086 - 55 - 286 - 341 5.744
Währungsunterschiede - 281 4 16 20 - 260
Veränderung Konsolidierungskreis - 2.051 35 145 179 - 1.872
Zuführungen - 19 - 69 - 88 - 88
Inanspruchnahmen 1 45 46 46
Auflösungen 10 11 21 21
Transfer zwischen Wertberichtigungsstufen 0 0 0 0
Sonstige Veränderungen 638 0 0 0 638
Stand am 30.09.2020 4.392 - 24 - 139 - 163 4.229

Die Bruttobuchwerte sowie die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bewertet zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral entwickelten sich wie folgt:

WERTBERICHTIGUNGEN AUF FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN BEWERTET ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT ERFOLGSNEUTRAL

Mio € Buchwert lt. Bilanz Erwartete Wertminderungen Einzelwertberichtigungen Summe Wertberichtigungen
Stand am 30.09.2018 0 0 0 0
Effekte aus IFRS 9 1.281 - 7 - 65 - 72
Stand am 1.10.2018 1.281 - 7 - 65 - 72
Währungsunterschiede 9 0 0 0
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0 0 0
Zuführungen - 3 - 3 - 6
Inanspruchnahmen 0 6 6
Auflösungen 6 3 9
Transfer zwischen Wertberichtigungsstufen 0 0 0
Sonstige Veränderungen - 104 0 0
Stand am 30.09.2019 1.187 - 4 - 59 - 63
Währungsunterschiede - 21 0 0 0
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0 0 0
Zuführungen - 3 - 7 - 11
Inanspruchnahmen 0 10 10
Auflösungen 2 4 5
Transfer zwischen Wertberichtigungsstufen 0 0 0
Sonstige Veränderungen 1.013 0 0
Stand am 30.09.2020 2.179 - 6 - 53 - 59

Für die im Geschäftsjahr zugegangenen Darlehen aus der Rückbeteiligung wurden im Zugangszeitpunkt erwartete Wertminderungen in Höhe von 36 Mio € bilanziert, die zum Stichtag nahezu unverändert sind. Die Ermittlung der Ausfallwahrscheinlichkeit basiert auf dem Credit Spread, der bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts der Darlehen im Diskontierungssatz enthalten war.

Bei den sonstigen finanziellen Vermögenswerten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sowie bei den Forderungen aus Finance Lease ergaben sich für das Geschäftsjahr 2018 / 2019 und das Geschäftsjahr 2019 / 2020 keine signifikanten Veränderungen der Wertberichtigungen.

Zur Ermittlung der erwarteten Kreditausfälle insbesondere zur Ermittlung der erwarteten Ausfallraten von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen hat thyssenkrupp grundsätzlich zwei Modelle entwickelt:

In dem in der Gruppe führenden Bewertungsmodell leiten sich die erwarteten Ausfallraten im Wesentlichen aus externen Kreditinformationen und Ratings pro Kontrahent ab, was im Vergleich zur Bildung von Ratingklassen eine genauere Berechnung der Ausfallwahrscheinlichkeit ermöglicht. Hierbei werden zum einen die durch Warenkreditversicherer vergebenen Risikonummern der Kunden und zum anderen die von Auskunfteien erteilten Bonitätsinformationen mittels eines zentralen Zuordnungssystems in eine individuelle Ausfallwahrscheinlichkeit pro Kunde übersetzt. Diese individuelle Ausfallwahrscheinlichkeit pro Kunde wird einheitlich in der thyssenkrupp-Gruppe verwendet. Es erfolgt eine quartalsweise Aktualisierung der Informationen. Sind keine Ratinginformationen auf Kontrahentenebene vorhanden, erfolgt eine Bewertung auf Basis der durchschnittlichen Ausfallwahrscheinlichkeit pro Segment zuzüglich eines angemessenen Risikozuschlags. Für den Gruppenabschluss zum 30. September 2020 wurden die aktuellen externen Kreditinformationen und Ratings verwendet, welche die derzeitigen Erwartungen der möglichen Auswirkungen aus der Corona-Pandemie bereits berücksichtigen. Somit ist in diesem Modell keine zusätzliche Anpassung der Wertberichtigung notwendig. Insgesamt zeigt sich hierbei ein moderater, aber nicht wesentlicher Anstieg in der Bewertung der Einzelkunden.

Für Elevator Technology (nicht fortgeführte Aktivität) erfolgte aufgrund der von der übrigen Gruppe abweichenden Kundenstruktur die Ermittlung der Ausfallwahrscheinlichkeit auf Basis von historischen Ausfallraten unter Berücksichtigung zukunftsgerichteter Informationen. Dabei wird dem jeweiligen Geschäftsmodell, den Kundengruppen und dem ökonomischen Umfeld der Region Rechnung getragen. Ein tatsächlicher Ausfall wird grundsätzlich nach 360 Tagen angenommen. Zur Berücksichtigung der möglichen Auswirkungen aus der Corona-Pandemie wurde eine Anpassung auf Basis des durch externe Kreditversicherer prognostizierten Anstiegs der Insolvenzen vorgenommen, wobei die wesentlichen Länder individuell betrachtet wurden. Eine entsprechende Anpassung der Wertberichtigung wurde bis zur Entkonsolidierung zum 31. Juli 2020 auf den Bestand der Forderungen und Vertragsvermögenswerte erfasst.

Die Bruttobuchwerte, Wertberichtigungen und durchschnittlichen Ausfallwahrscheinlichkeiten pro Segment sind nachfolgend dargestellt.

STAND WERTBERICHTIGUNGEN AUF FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN SOWIE VERTRAGSVERMÖGENSWERTE NACH SEGMENTEN 30.09.2019 1)

Mio € Bruttobuchwert Erwartete Wertminderungen Einzelwertberichtigungen Summe Wertberichtigungen Durchschnittliche Ausfallwahrscheinlichkeit

(in %)
Automotive Technology 1.161 - 6 - 12 - 17 0,32
Industrial Components 488 - 3 - 17 - 20 0,71
Elevator Technology 2.071 - 31 - 148 - 180 1,40
Plant Technology 886 - 11 - 45 - 56 2,75
Marine Systems 1.020 - 2 - 12 - 14 0,77
Materials Services 868 - 4 - 102 - 106 0,90
Steel Europe 773 - 2 - 9 - 11 0,71
Corporate Headquarters 1 0 0 0 0,79
Überleitung 6 0 0 0 0,79

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang-Nr. 24).

STAND WERTBERICHTIGUNGEN AUF FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN SOWIE VERTRAGSVERMÖGENSWERTE NACH SEGMENTEN 30.09.2020

Mio € Bruttobuchwert Erwartete Wertminderungen Einzelwertberichtigungen Summe Wertberichtigungen Durchschnittliche Ausfallwahrscheinlichkeit

(in %)
Automotive Technology 1.153 - 6 - 17 - 23 0,51
Industrial Components 492 - 4 - 19 - 23 1,15
Plant Technology 1.021 - 10 - 37 - 47 2,78
Marine Systems 1.482 - 3 - 14 - 17 1,01
Materials Services 1.516 - 4 - 96 - 100 0,90
Steel Europe 892 - 2 - 8 - 11 0,66
Corporate Headquarters 5 0 - 1 - 1 0,88
Überleitung 10 0 0 0 0,88

Das Maximale Kreditrisikoexposure der finanziellen Vermögenswerte, die den Wertminderungsmodellen unterliegen, entspricht den Bruttobuchwerten abzüglich der bilanzierten Wertberichtigungen. Die Bruttobuchwerte waren durch Akkreditive, Warenkreditversicherungen, Bürgschaften und Garantien in Höhe von 2.147 Mio € (Vorjahr: 1.559 Mio €) besichert.

Derivative Finanzinstrumente

Die Gruppe setzt verschiedene derivative Finanzinstrumente ein, darunter Devisentermingeschäfte, Devisenoptionsgeschäfte, Zinsswaps, Zins-/Währungsswaps und Warentermingeschäfte. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente erfolgt grundsätzlich zur Absicherung bestehender oder geplanter Grundgeschäfte und dient der Reduzierung von Fremdwährungs-, Zins- und Warenpreisrisiken. Teilweise werden die Derivate als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Hedge Accounting designiert.

Die nachfolgende Tabelle stellt die Nominalwerte und beizulegenden Zeitwerte der in der Gruppe eingesetzten derivativen Finanzinstrumente dar:

DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE

Mio € Nominalwert 30.09.2019 Beizulegender Zeitwert 30.09.2019 Nominalwert 30.09.2020 Beizulegender Zeitwert 30.09.2020
Aktiva
Währungsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 1.358 32 1.333 25
Währungsderivate im Cashflow-Hedge 250 10 317 30
Eingebettete Derivate 85 3 23 1
Zinsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 8 0 18 2
Warenderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 1.418 91 578 35
Warenderivate im Cashflow-Hedge 175 109 240 16
Warenderivate im Fair-Value-Hedge 143 7 0 0
Insgesamt 3.437 253 2.510 109
Passiva
Währungsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 1.504 40 934 16
Währungsderivate im Cashflow-Hedge 282 11 430 10
Eingebettete Derivate 50 1 141 4
Zinsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 14 1 0 0
Zinsderivate im Cashflow-Hedge 1) 5 0 3 0
Warenderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 1.228 120 430 30
Warenderivate im Cashflow-Hedge 67 9 142 8
Warenderivate im Fair-Value-Hedge 219 20 0 0
Insgesamt 3.369 202 2.079 68

1) Inklusive Zins- / Währungsderivate

Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung

Fair-Value-Hedges

Fair-Value-Hedges bestehen vor allem zur Absicherung der beizulegenden Zeitwerte von festen vertraglichen Verpflichtungen und von Vorratsbeständen gegenüber Preisrisiken sowie zur Absicherung von Zinsrisiken. Die Ergebnisse aus diesen Sicherungsinstrumenten und den gesicherten Grundgeschäften werden i.d.R. in der gleichen Gewinn- und Verlust Position abgebildet

Cashflow-Hedges

Cashflow-Hedges bestehen vor allem zur Absicherung künftiger Zahlungsströme gegenüber Fremdwährungs- und Warenpreisrisiken aus zukünftigen Umsätzen und Beschaffungsgeschäften sowie Zins- bzw. Währungsrisiken aus langfristigen Finanzierungen. Auch bei Cash-flow-Hedges wird der Ergebniseffekt der Sicherungsinstrumente i.d.R. in der gleichen Gewinn- und Verlust Position wie das gesicherte Grundgeschäft abgebildet.

In der nachfolgenden Tabelle sind die Buchwerte der Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung, der designierte Teil der Sicherungsinstrumente sowie die Marktwertänderungen der Grundgeschäfte nach abgesicherten Risikoarten und Art der Absicherung dargestellt. Die derivativen Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten sind Bestandteil der sonstigen finanziellen Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten.

ANGABEN ZU SICHERUNGSINSTRUMENTEN IM ZUSAMMENHANG MIT CASHFLOW-HEDGES UND FAIR-VALUE-HEDGES

Buchwert lt. Bilanz 30.09.2019
Mio € Derivative Vermögenswerte Derivative Verbindlichkeiten Designierter Teil der Sicherungsinstrumente Marktwertveränderung Grundgeschäft
--- --- --- --- ---
Absicherung des Währungsrisikos 10 11 - 5 5
Währungsderivate im Cashflow-Hedge 10 11 - 5 5
Absicherung des Zinsrisikos 1) 0 0 - 1 1
Zinsderivate im Cashflow-Hedge 1) 0 0 - 1 1
Zinsderivate im Fair-Value-Hedge 0 0 0 0
Absicherung des Warenrisikos 116 29 56 - 56
Warenderivate im Cashflow-Hedge 109 9 69 - 69
Warenderivate im Fair-Value-Hedge 7 20 - 13 13

1) Inklusive Zins-/Währungsderivate

ANGABEN ZU SICHERUNGSINSTRUMENTEN IM ZUSAMMENHANG MIT CASHFLOW-HEDGES UND FAIR-VALUE-HEDGES

Buchwert lt. Bilanz 30.09.2020
Mio € Derivative Vermögenswerte Derivative Verbindlichkeiten Designierter Teil der Sicherungsinstrumente Marktwertveränderung Grundgeschäft
--- --- --- --- ---
Absicherung des Währungsrisikos 30 10 21 - 21
Währungsderivate im Cashflow-Hedge 30 10 21 - 21
Absicherung des Zinsrisikos 1) 0 0 - 1 1
Zinsderivate im Cashflow-Hedge 1) 0 0 - 1 1
Zinsderivate im Fair-Value-Hedge 0 0 0 0
Absicherung des Warenrisikos 16 8 58 - 58
Warenderivate im Cashflow-Hedge 16 8 58 - 58
Warenderivate im Fair-Value-Hedge 0 0 0 0

1) Inklusive Zins-/Währungsderivate

Die maximale Zeitdauer, für die Cashflows aus zukünftigen Transaktionen gesichert werden, beträgt 69 Monate.

Im Berichtsjahr wurden infolge der unterjährigen Realisation von Grundgeschäften - 7 Mio € (Vorjahr: - 3 Mio €) aus dem kumulierten sonstigen Ergebnis im Eigenkapital ergebniswirksam in die Umsatzerlöse umgegliedert. Zusätzlich wurden 7 Mio € anschaffungskostenerhöhend (Vorjahr: 10 Mio € anschaffungskostenmindernd) aus dem kumulierten sonstigen Ergebnis in die Vorräte umgegliedert, da die gesicherten Rohstoffe bilanziert wurden, aber noch keine ergebniswirksame Realisation des Grundgeschäftes stattgefunden hatte. Hieraus resultierte eine Erhöhung der Aufwendungen in Höhe von 2 Mio €. Darüber hinaus werden 9 Mio € in 2020/2021 ergebniswirksam.

Die folgende Tabelle stellt die Entwicklung des sonstigen Ergebnisses aus Cashflow-Hedges nach Risikoarten dar:

ENTWICKLUNG DES SONSTIGEN ERGEBNISSES AUS CASHFLOW-HEDGES NACH RISIKOARTEN

Mio € Gesamt Währungsrisiko Zinsrisiko1) Warenpreisrisiko
Stand am 1.10.2018 62
Unrealisierte Veränderung aus designierter Risikokomponente 2 3 0 - 1
Unrealisierte Veränderung aus Kosten der Absicherung - 1 - 1 - -
Realisierte Gewinne / Verluste - 7 - 4 0 - 3
Steuereffekt 5
Stand am 30.09.2019 60
Unrealisierte Veränderung aus designierter Risikokomponente 36 48 0 - 13
Unrealisierte Veränderung aus Kosten der Absicherung 0 0 - -
Realisierte Gewinne / Verluste - 13 - 10 0 - 3
Steuereffekt 1
Stand am 30.09.2020 84

1) Inklusive Zins-/Währungsderivate

Zum 30. September 2020 resultiert aus ineffektiven Bestandteilen der als Cashflow-Hedges klassifizierten derivativen Finanzinstrumente ein Nettoergebnis in Höhe von 0 Mio € (Vorjahr: 0 Mio €).

Die im folgenden Geschäftsjahr erwarteten Erträge aus den zum Stichtag in den kumulierten erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen enthaltenen Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte von Derivaten betragen 96 Mio €. Im Geschäftsjahr 2021 / 2022 werden Erträge in Höhe von 10 Mio €, im Geschäftsjahr 2022 / 2023 Erträge in Höhe von 2 Mio € und in den folgenden Geschäftsjahren Erträge in Höhe von 4 Mio € erwartet.

Die Absicherungskurse und Restlaufzeiten für die wesentlichen jeweils zum Jahresende bestehenden Derivate, die in einer bilanziellen Sicherungsbeziehung stehen, sind in den nachfolgenden beiden Tabellen dargestellt.

ABSICHERUNGSKURSE UND RESTLAUFZEITEN DER DERIVATE IN EINER BILANZIELLEN SICHERUNGSBEZIEHUNG 30.09.2019

Mio € Restlaufzeit bis 1 Jahr Restlaufzeit 1 bis 2 Jahre Restlaufzeit über 2 Jahre Nominalwert 30.09.2019 Durchschnittlicher Sicherungskurs
Absicherung des Währungsrisikos 491 35 6 532
davon:
Währungsderivate USD 402 34 6 442 1,17 USD/€
Währungsderivate PLN 14 0 0 14 4,33 PLN/€
Währungsderivate AED 6 0 0 6 4,32 AED/€
Absicherung des Warenpreisrisikos 604 0 0 604
davon:
CO2-Termingeschäfte 150 0 0 150 14,5 €/to
Nickel-Termingeschäfte 19 0 0 19 14.778 €/to
Zinn-Termingeschäfte 73 0 0 73 16.984 €/to
Eisenerz-Termingeschäfte 362 0 0 362 80 €/to

ABSICHERUNGSKURSE UND RESTLAUFZEITEN DER DERIVATE IN EINER BILANZIELLEN SICHERUNGSBEZIEHUNG 30.09.2020

Mio € Restlaufzeit bis 1 Jahr Restlaufzeit 1 bis 2 Jahre Restlaufzeit über 2 Jahre Nominalwert 30.09.2020 Durchschnittlicher Sicherungskurs
Absicherung des Währungsrisikos 665 63 20 747
davon:
Währungsderivate USD 576 7 0 583 1,14 USD/€
Währungsderivate BRL 35 52 20 107 4,54 BRL/€
Währungsderivate AUD 27 0 0 27 1,70 AUD/€
Währungsderivate PLN 10 3 0 14 4,48 PLN/€
Absicherung des Warenpreisrisikos 382 0 0 382
davon:
CO2-Termingeschäfte 175 0 0 175 25,1 €/to
Nickel-Termingeschäfte 158 0 0 158 12.848 €/to
Zinn-Termingeschäfte 49 0 0 49 14.561 €/to

Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung

Werden die Voraussetzungen für die Anwendung der Spezialvorschriften zum Hedge Accounting gemäß IFRS 9 nicht erfüllt oder ist die Anwendung von Hedge Accounting ökonomisch nicht sinnvoll, erfolgt ein Ausweis der derivativen Finanzinstrumente als Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung. Die hieraus resultierenden Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung sind in der Tabelle zu den Nettoergebnissen aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien dargestellt. In dieser Position sind auch die eingebetteten Derivate enthalten. Sie bestehen in der thyssenkrupp-Gruppe grundsätzlich in der Ausprägung, dass gewöhnliche Lieferungs- und Leistungsbeziehungen zu Lieferanten und Kunden im Ausland nicht in der funktionalen Währung (Landeswährung) eines der beiden Vertragspartner geschlossen wurden.

Finanzwirtschaftliche Risiken

thyssenkrupp ist als weltweit agierende Gruppe im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit finanzwirtschaftlichen Risiken in Form von Kreditrisiken (Ausfallrisiko), Liquiditätsrisiken und Marktrisiken (Währungsrisiken, Zinsrisiken und Warenpreisrisiken) ausgesetzt. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, die aus den operativen Geschäften sowie den daraus resultierenden Finanzierungserfordernissen entstehenden Risiken durch den Einsatz ausgewählter derivativer und nicht derivativer Sicherungsinstrumente zu begrenzen. Finanzielle Risiken und Kreditrisiken sind im Rahmen des Risikomanagements weitestgehend zu vermeiden, durch ein Risikoportfolio zu kompensieren, an Dritte weiterzugeben oder zu begrenzen (Prinzip der Risikoaversion). Zu den Details vgl. die Ausführungen zu den Risiken im Chancen- und Risikobericht des Lageberichts.

Kreditrisiko

Als Kreditrisiko (Ausfallrisiko) wird das Risiko bezeichnet, dass aufgrund von Nicht- oder Teilerfüllung bestehender Forderungen thyssenkrupp finanzielle Verluste entstehen. Das Kreditrisikomanagement ist in einer zentralen Richtlinie vorgegeben. Die Segmente und Gruppengesellschaften sind verpflichtet, ein Kreditrisikomanagement gemäß Vorgaben dieser Richtlinie zu implementieren.

Um Ausfallrisiken (Kreditrisiken) aus dem Einsatz von Finanzinstrumenten zu minimieren, werden solche Transaktionen nur mit Kontrahenten abgeschlossen, die unsere internen Mindestanforderungen erfüllen. Das Kreditrisikomanagement definiert Mindestvorgaben für die Auswahl von Kontrahenten, so dass Finanzinstrumente im Finanzierungsbereich grundsätzlich nur mit Kontrahenten abgeschlossen werden, die über eine gute Bonität verfügen bzw. einem Einlagensicherungsfonds angeschlossen sind. Die Überwachung der Bonität erfolgt anhand von Beurteilungen durch anerkannte Ratingagenturen sowie zusätzlich unter Berücksichtigung kurzfristiger Frühwarnindikatoren. Eine fortlaufende und standardisierte Überwachung der Ratings und Frühwarnindikatoren ermöglicht uns, frühzeitig risikominimierend zu agieren. Derivative Finanzinstrumente werden grundsätzlich auf Basis von Standardverträgen abgeschlossen, bei denen eine Aufrechnung (Netting) offener Transaktionen mit den jeweiligen Geschäftspartnern möglich ist.

Grundsätzlich werden Ausfallrisiken mit geeigneten Instrumenten abgesichert. Hierzu zählen insbesondere private und staatliche Kreditversicherungen sowie Akkreditive und Garantien von Banken, Versicherungen und Führungsgesellschaften. Bei Langfristaufträgen erfolgt eine zusätzliche Absicherung durch erhaltene Anzahlungen. Um Ausfallrisiken aus der operativen Geschäftstätigkeit weiter zu minimieren, sieht die zentrale Richtlinie die Bewertung des Ausfallrisikos basierend auf dem Risikoprofil des Geschäftspartners anhand geeigneter interner und soweit vorliegend externer Informationen, wie z.B. Ratings und Wirtschaftsauskünften, vor. Unter Verwendung dieser Bonitätseinstufung erfolgt eine Kreditlimitvergabe pro Geschäftspartner. Die Bewertung des Risikoprofils unterliegt einer angemessenen, fortlaufenden Überwachung, welche thyssenkrupp in die Lage versetzt, frühzeitig risikominimierend zu handeln. Die jeweiligen Segmente legen unter Berücksichtigung der individuellen Besonderheiten ihrer Kundenstrukturen und Geschäftsmodelle eindeutige Prozessregeln fest, welche Maßnahmen bei sich verschlechternder Bonität oder Zahlungsstörung ergriffen werden, um das maximale Ausfallrisiko weitgehend zu mindern.

Geschäfte, deren Wert vorgegebene Wesentlichkeitsgrenzen überschreitet, insbesondere im Bereich der Großprojekte, bedürfen zudem der vorherigen Zustimmung auf Ebene der thyssenkrupp AG. Hierbei werden unter anderem die Höhe und Absicherung der Ausfallrisiken bewertet.

Fälligkeitsanalyse

Das Liquiditätsrisiko für die Gruppe besteht darin, dass aufgrund unzureichender Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln bestehenden oder zukünftigen Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen werden kann.

Die folgende Tabelle zeigt die künftigen undiskontierten vertraglich vereinbarten Zahlungsmittelabflüsse aus finanziellen Verbindlichkeiten:

KÜNFTIGE UNDISKONTIERTE ZAHLUNGEN 30.09.2019

Mio € Buchwerte 30.09.2019 Cashflows 2019 / 2020 Cashflows 2020 / 2021 Cashflows 2021 / 2022 bis 2023 / 2024 Cashflows nach 2023 / 2024
Anleihen 5.922 122 1.731 3.980 615
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 273 162 32 53 36
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 37 5 5 13 28
Übrige Finanzschulden 1.183 738 150 243 99
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.355 6.048 285 22 0
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 161 159 3 1 0
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 40 38 2 1 0
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 1.143 1.144 4 0 0

KÜNFTIGE UNDISKONTIERTE ZAHLUNGEN 30.09.2020

Mio € Buchwerte 30.09.2020 Cashflows 2020 / 2021 Cashflows 2021 / 2022 Cashflows 2022 / 2023 bis 2024 / 2025 Cashflows nach 2024 / 2025
Anleihen 5.182 962 1.344 3.250 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 214 91 30 73 41
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 647 146 119 205 326
Übrige Finanzschulden 459 156 232 22 89
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.475 3.312 156 5 2
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 50 48 2 0 0
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 18 17 1 0 0
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 693 604 64 36 0

Den Zahlungsmittelflüssen aus derivativen Finanzinstrumenten stehen Zahlungsmittelflüsse aus den gesicherten Grundgeschäften gegenüber, die in der Fälligkeitsanalyse nicht berücksichtigt wurden. Bei Berücksichtigung auch der Zahlungsmittelflüsse aus den gesicherten Grundgeschäften würden die in der Übersicht gezeigten Zahlungsmittelflüsse entsprechend geringer ausfallen.

Sensitivitätsanalysen

Als Marktrisiko wird das Risiko bezeichnet, dass die beizulegenden Zeitwerte oder künftigen Zahlungsströme eines originären oder derivativen Finanzinstrumentes aufgrund von Änderungen der Risikofaktoren schwanken. Zu den für thyssenkrupp relevanten Marktrisiken zählen das Währungsrisiko, das Zinsrisiko sowie das Beschaffungsrisiko (Warenpreisrisiko), insbesondere das Rohstoffpreisrisiko. Aus diesen Risiken können Ergebnis-, Eigenkapital- und Cashflow-Schwankungen resultieren.

Die nachstehend beschriebenen Analysen sowie die mithilfe von Sensitivitätsanalysen ermittelten Beträge stellen hypothetische, zukunftsorientierte Angaben dar, die sich aufgrund unvorhersehbarer Entwicklungen an den Finanzmärkten von den tatsächlichen Ereignissen unterscheiden können. Zudem sind hier nicht die Risiken berücksichtigt, die nicht finanzieller Natur oder nicht quantifizierbar sind, wie z.B. Geschäftsrisiken.

Währungsrisiko - Zielsetzung bei der Währungsabsicherung ist das Festschreiben von Preisen auf Basis von Sicherungskursen zum Schutz vor zukünftigen ungünstigen Währungsschwankungen. Die Sicherungszeiträume richten sich grundsätzlich nach der Laufzeit des Grundgeschäfts. Die Laufzeit der abgeschlossenen Devisenderivate beträgt in der Regel bis zu 12 Monate und kann in einzelnen Ausnahmefällen bis zu sechs Jahre betragen.

Als relevante Risikovariablen für die Sensitivitätsanalyse im Sinne von IFRS 7 findet ausschließlich der US-Dollar Berücksichtigung, da der weitaus größte Teil der Zahlungsströme in Fremdwährung in US-Dollar abgewickelt wird. Da die Sicherungsgeschäfte grundsätzlich zur Absicherung von Grundgeschäften eingesetzt werden, gleichen sich die gegenläufigen Effekte der Grund- und Sicherungsgeschäfte über die Totalperiode nahezu aus. Das hier dargestellte Fremdwährungsrisiko resultiert somit aus Sicherungsbeziehungen mit bisher noch bilanzunwirksamen Grundgeschäften, d.h. Sicherungen von festen vertraglichen Verpflichtungen sowie von Planumsätzen. Analysiert man das US-Dollar-Währungsrisiko, ergibt sich zum 30. September 2020 folgendes Bild:

Wenn der Euro gegenüber dem US-Dollar am 30. September 2020 um 10 % stärker gewesen wäre, wären die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Währungsderivate um 6 Mio € höher (Vorjahr: 6 Mio € niedriger) und der ergebniswirksame Effekt aus der Stichtagsbewertung um 3 Mio € niedriger (Vorjahr: 80 Mio € höher) gewesen. Wäre der Euro gegenüber dem US-Dollar am 30. September 2020 um 10 % schwächer gewesen, wären die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Währungsderivate um 7 Mio € niedriger (Vorjahr: 8 Mio € höher) und das Ergebnis aus der Stichtagsbewertung um 4 Mio € höher (Vorjahr: 98 Mio € niedriger) gewesen.

Zinsrisiko - Zur Absicherung des Zinsrisikos werden fallweise derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Diese Instrumente werden mit dem Ziel abgeschlossen, die Zinsvolatilitäten und Finanzierungskosten der zugrundeliegenden Grundgeschäfte zu minimieren.

Per 30. September 2020 sind wie zum Vorjahresstichtag sämtliche Zinsderivate direkt und unmittelbar bestimmten Finanzierungen zugeordnet. Zins-/Währungsswaps wurden im Zusammenhang mit der Finanzierung von Auslandsaktivitäten abgeschlossen.

Bei Zinsinstrumenten ergeben sich Cashflow-Risiken, Opportunitätseffekte sowie bilanz- und ergebniswirksame Zinsrisiken. Variable Finanzinstrumente einschließlich flüssiger Mittel unterliegen einem Cashflow-Risiko, das die Unsicherheit bezüglich zukünftiger Zinszahlungen zum Ausdruck bringt. Die Messung des Cashflow-Risikos erfolgt mit einer Cashflow-Sensitivität. Opportunitätseffekte ergeben sich bei originären Finanzinstrumenten, da diese im Gegensatz zu Zinsderivaten nicht zum beizulegenden Zeitwert, sondern zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden. Dieser Unterschiedsbetrag, der sogenannte Opportunitätseffekt, schlägt sich weder in der Bilanz noch in der Gewinn- und Verlustrechnung nieder. Bilanzwirksame Zinsrisiken, die sich im Eigenkapital auswirken, ergeben sich aus der Bewertung von als Cashflow-Hedge abgeschlossenen Zinsderivaten. Ergebniswirksame Zinsrisiken resultieren aus nicht im Hedge Accounting bilanzierten Zinsderivaten. Opportunitätseffekte sowie bilanz- und ergebniswirksame Zinsrisiken werden mit einer Sensitivitätsberechnung der beizulegenden Zeitwerte und deren Veränderung ermittelt.

Die Zinsanalyse unterstellt zum 30. September 2020 eine Parallelverschiebung der Zinskurven für alle Währungen um + 100 /- 20 Basispunkte. Die Parallelverschiebung nach unten ist auf - 20 Basispunkte begrenzt, um dem anhaltend niedrigen Zinsniveau mit teilweise negativen Zinsen Rechnung zu tragen. Negative Zinsen werden dabei in der Analyse berücksichtigt. Es ergeben sich die in der folgenden Tabelle dargestellten Chancen (positive Werte) und Risiken (negative Werte):

ZINSANALYSE

Veränderung aller Zinskurven zum
30.09.2019 um 30.09.2020 um
--- --- --- --- ---
Mio € + 100 Basispunkte - 20 Basispunkte + 100 Basispunkte - 20 Basispunkte
--- --- --- --- ---
Cashflow-Risiko 30 - 6 108 - 22
Opportunitätseffekte 209 - 43 140 - 29
Bilanzwirksame Zinsrisiken aus Zinsderivaten 0 0 0 0
Ergebniswirksame Zinsrisiken aus Zinsderivaten 0 0 0 0

Wenn alle Zinskurven am 30. September 2020 um 100 Basispunkte höher gewesen wären, wären die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Zinsderivate nahezu unverändert und das Ergebnis aus der Stichtagsbewertung um 108 Mio € (Vorjahr: 30 Mio €) höher gewesen. Wären die Zinskurven am 30. September 2020 um 20 Basispunkte niedriger gewesen, wären die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Zinsderivate nahezu unverändert und das Ergebnis aus der Stichtagsbewertung um 22 Mio € (Vorjahr: 6 Mio €) niedriger gewesen.

Beschaffungsrisiko (Warenpreisrisiko) - Um die Risiken aus Rohstoffpreisvolatilitäten zu minimieren, setzt die Gruppe zusätzlich auch derivative Finanzinstrumente, insbesondere für Kupfer, Nickel, Zink, Aluminium und Zinn, ein.

Um die Risiken aus schwankenden Frachtpreisen zu minimieren, setzt die Gruppe u.a. langfristige Festpreisverträge ein.

In die nach IFRS 7 für Finanzinstrumente geforderte Szenarioanalyse fließen nur hypothetische Veränderungen der Marktpreise für derivative Finanzinstrumente ein. Die gegenläufigen Effekte aus den Grundgeschäften sind nicht berücksichtigt und würden den Effekt deutlich verringern.

Die Szenarioanalyse für Warenpreisrisiken unterstellt zum 30. September 2020 eine Preisvarianz der NE-Metalle um + 20 %/- 20 %. Wird ein Preisanstieg der jeweiligen NE-Metalle um + 20 % angenommen, beträgt der geschätzte hypothetische Effekt aus der Stichtagsbewertung auf die Gewinn- und Verlustrechnung - 4 Mio € (Vorjahr: - 65 Mio €) und auf das Eigenkapital 32 Mio € (Vorjahr: - 35 Mio €). Wird ein Preisrückgang der jeweiligen NE-Metalle um 20 % angenommen, beträgt der geschätzte hypothetische Effekt aus der Stichtagsbewertung auf die Gewinn- und Verlustrechnung 10 Mio € (Vorjahr: 4 Mio €) und auf das Eigenkapital - 41 Mio € (Vorjahr: - 3 Mio €).

23 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen (related parties)

Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung ist gemäß Mitteilung nach § 21 Abs. 1 WpHG vom 3. Dezember 2013 mit 23,03 % an der thyssenkrupp AG beteiligt; gemäß freiwilliger Information der Stiftung von September 2020 beläuft sich die Beteiligung zum 30. September 2020 auf rund 21 %. Über die in der Satzung (§ 21) festgelegten Leistungen und Gegenleistungen hinaus bestanden keine wesentlichen Liefer- und Leistungsbeziehungen.

In den Geschäftsjahren 2018 / 2019 und 2019 / 2020 hatte die Gruppe Geschäftsbeziehungen mit nicht konsolidierten Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Joint Ventures. Transaktionen mit diesen nahestehenden Unternehmen resultieren grundsätzlich aus dem normalen Lieferungs- und Leistungsaustausch; der Umfang der Geschäftsbeziehungen ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

GESCHÄFTSBEZIEHUNGEN MIT NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN

Umsatz Bezogene Leistungen Forderungen
Mio € 2018 / 2019 2019 / 2020 2018 / 2019 2019 / 2020 30.09.2019 30.09.2020
--- --- --- --- --- --- ---
Nicht konsolidierte Tochterunternehmen 0 0 1 2 0 0
Assoziierte Unternehmen 38 57 3 4 5 29
Joint Ventures 17 31 1 3 9 10
Verbindlichkeiten
Mio € 30.09.2019 30.09.2020
--- --- ---
Nicht konsolidierte Tochterunternehmen 0 0
Assoziierte Unternehmen 11 45
Joint Ventures 1 6

Im Rahmen des Verkaufs von Elevator wurden mehrere befristete Serviceverträge mit thyssenkrupp Gesellschaften abgeschlossen (sog. Transitional Service Agreements). Diese betreffen Dienstleistungen, die von der thyssenkrupp AG und anderen Gruppengesellschaften im In- und Ausland für Elevator übergangsweise erbracht werden. Das erwartete Volumen liegt insgesamt im niedrigen zweistelligen Mio €-Bereich und die Laufzeit endet voraussichtlich Mitte 2023, wobei vorzeitige Kündigungen und Verlängerungen der Services grundsätzlich möglich sind und wesentliche Teile der Leistungen voraussichtlich Mitte 2021 enden werden. Die vereinbarten Dienstleistungen umfassen im Wesentlichen den IT- und Personalbereich. Darüber hinaus beziehen Elevator-Gesellschaften weiterhin Rohstoffe von Materials Services. Die daraus resultierenden Umsätze sind im Umsatz mit assoziierten Unternehmen für 2019 / 2020 enthalten.

Im Zusammenhang mit dem Elevator-Kartell haben potenziell Geschädigte in der Vergangenheit gegen die thyssenkrupp AG und Unternehmen der Gruppe Schadensersatzansprüche gerichtlich und außergerichtlich geltend gemacht. Ein Großteil der Verfahren ist mittlerweile vergleichsweise, durch Klagerücknahmen oder durch Klageabweisungen erledigt. Durch den Verkauf von Elevator sind betroffene Unternehmen aus der Gruppe ausgeschieden. thyssenkrupp hat sich verpflichtet, die Erwerber bis zu einem Höchstbetrag von den Ansprüchen Dritter im Zusammenhang mit noch anhängigen Gerichtsverfahren in Österreich, Belgien und den Niederlanden freizustellen. Für diese Freistellung, die nach Einschätzung von thyssenkrupp wahrscheinlich zu Mittelabflüssen führen wird, hat thyssenkrupp eine Risikovorsorge durch Rückstellungen getroffen. Der Höchstbetrag der Freistellung und die entsprechende Rückstellung entsprechen im Wesentlichen den bisherigen Rückstellungen für die Gerichtsverfahren.

Ebenfalls im Zusammenhang mit dem Verkauf von Elevator Technology wurde ein zeitlich begrenztes Nutzungsrecht an der Marke "thyssenkrupp" in bestimmen Markenklassen gegen ein Entgelt gewährt. Nach dem Closing am 31. Juli 2020 erfolgte die Anpassung dieses Vertrages, der u.a. die Gewährung eines zeitlich unbegrenzten Nutzungsrechts an der Marke "TK" zur Nutzung von "TK Elevator" und "TKE" in bestimmten Markenklassen vorsieht. Eine Anpassung des vereinbarten Entgelts erfolgte nicht.

Darüber sind in der Gruppe die Eventualverbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem Verkauf von Elevator Technology angestiegen; vgl. dazu Anhang-Nr. 21.

Vergütung des aktiven Vorstands und Aufsichtsrates

Die Darstellung des Systems der Vorstandsvergütung sowie die Pflichtangaben nach § 314 Abs. 1 Nr. 6a Sätze 5-8 HGB sind Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts.

Die Gesamtbezüge der aktiven Mitglieder des Vorstands für die Tätigkeit im Berichtsjahr betrugen rund 6 Mio € (Vorjahr: 7 Mio €). Darin enthalten sind neben Fixum, Nebenleistungen/Sachbezügen und Tantieme auch der LTI als aktienbasierte erfolgsabhängige Komponente mit langfristiger Anreizwirkung. Für den LTI sind im abgelaufenen Geschäftsjahr Wertrechte gewährt worden, deren Zeitwert zum Gewährungszeitpunkt sich auf rund 1 Mio € (Vorjahr: 3 Mio €) belief. Bei der Festlegung der individuellen variablen Vergütung wurde auch das Angemessenheitserfordernis berücksichtigt.

Die Gesamtbezüge früherer Mitglieder des Vorstands der thyssenkrupp AG und ihrer Vorgängergesellschaften sowie ihrer Hinterbliebenen belaufen sich auf 24 Mio € (Vorjahr: 15 Mio €).

Für Pensionsverpflichtungen für frühere Mitglieder des Vorstands und ihre Hinterbliebenen sind 255 Mio € (Vorjahr: 237 Mio €) zurückgestellt.

Die gemäß IAS 24 angabepflichtige Vergütung des Managements in den Schlüsselpositionen der Gruppe umfasst die Vergütung des aktiven Vorstands und Aufsichtsrates.

Die aktiven Mitglieder des Vorstands wurden wie folgt vergütet:

VORSTANDSVERGÜTUNG

Tausend € 2018 / 2019 2019 / 2020
Kurzfristig fällige Leistungen (ohne aktienbasierte Vergütung) 3.396 5.009
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 1.809 506
Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses 8.916 802
Aktienbasierte Vergütungen 1) - 4.117 1.746
Insgesamt 10.004 8.063

1) Der Ausweis für 2018 / 2019 wurde angepasst; er stellte den beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der Gewährung dar.

Vor dem Hintergrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Kurzarbeit in der Belegschaft haben die Mitglieder des Vorstands der thyssenkrupp AG in einer gemeinsamen Erklärung vom 1. April 2020 für die drei Monate Mai bis Juli 2020 auf je 10 % des monatlichen Bruttogehalts verzichtet. Daneben haben die Vorstandsmitglieder Martina Merz, Oliver Burkhard und Dr. Klaus Keysberg für die besonderen Leistungen im abgelaufenen Geschäftsjahr eine einmalige Sondervergütung erhalten.

Als Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden der aus den Pensionsrückstellungen für die aktiven Vorstandsmitglieder resultierende Dienstzeitaufwand (service cost) und der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand (past service cost) ausgewiesen. Die Angabe der aktienbasierten Vergütung bezieht sich auf den Aufwand aus aktienbasierter Vergütung im Geschäftsjahr.

Im Rahmen seiner Aufhebungsvereinbarung vom 20. März 2020 hat Johannes Dietsch auf sämtliche Ansprüche auf eine etwaige Tantieme für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 verzichtet. Der anteilige Anspruch für den Zeitraum 1. Oktober 2019 bis 31. März 2020 umfasste einen Zielwert von 340 Tsd € im Fall einer 100 %-igen Zielerreichung. Die tatsächliche Zielerreichung beläuft sich aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie für das Geschäftsjahr2019 / 2020 auf 0 %, so dass der Verzicht rückblickend keine materielle Wirkung entfaltet hat.

Zum 30. September 2020 sind Vorstandsmitgliedern wie im Vorjahr keine Kredite oder Vorschüsse gewährt worden; ebenso wurden wie im Vorjahr keine Haftungsverhältnisse zugunsten von Vorstandsmitgliedern eingegangen.

Zum 30. September 2020 sind für den LTI für die im Geschäftsjahr aktiven Mitglieder des Vorstands in der 8. Tranche 40.948 Wertrechte, in der 9. Tranche 98.926 Wertrechte und in der 10. Tranche 370.000 Wertrechte ausgegeben (Vorjahr: 7. Tranche 134.579, 8. Tranche 127.155 und 9. Tranche 265.687 Wertrechte). Die daraus resultierende Rückstellung beträgt 2.787 Tsd € (Vorjahr: 3.480 Tsd €).

Die aktiven Mitglieder des Aufsichtsrates wurden wie folgt vergütet:

AUFSICHTSRATSVERGÜTUNG

Tausend € 2018 / 2019 2019 / 2020
Fixe Vergütung (einschließlich Sitzungsgeld) 1.784 1.790

Darüber hinaus wurden den Mitgliedern des Aufsichtsrates der thyssenkrupp AG für Aufsichtsratsmandate bei Tochterunternehmen für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 Vergütungen von 90 Tsd € (Vorjahr: 46 Tsd €) gewährt.

Zum 30. September 2020 sind Aufsichtsratsmitgliedern wie im Vorjahr keine Kredite oder Vorschüsse gewährt worden; ebenso wurden wie im Vorjahr keine Haftungsverhältnisse zugunsten von Aufsichtsratsmitgliedern eingegangen.

Zur Individualisierung sowie zu weiteren Details der Bezüge der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder vgl. den im zusammengefassten Lagebericht dargestellten Vergütungsbericht.

Vergütung ehemaliger Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder

Die Gesamtbezüge früherer Mitglieder des Vorstands und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich auf 24,4 Mio € (Vorjahr: 15,8 Mio €). Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen wurden nach IFRS 323,7 Mio € (Vorjahr: 315,9 Mio €) zurückgestellt.

24 Segmentberichterstattung

thyssenkrupp ist in die nachfolgend beschriebenen operativen Business Areas gegliedert, die die Aktivitäten der Gruppe rund um Industriegüter und Werkstoffe bündeln; im Rahmen des Veränderungsprozesses von thyssenkrupp werden die Business Areas seit dem 4. Quartal 2019 / 2020 als Segmente bezeichnet. Die Business Areas bzw. Segmente entsprechen der internen Organisations- und Berichtsstruktur und stellen die Segmente gemäß IFRS 8 dar.

Im Zuge des Umbaus zu einer leistungsstarken "Group of Companies" ergeben sich für 2019 / 2020 folgende Änderungen der Organisations- und Berichtsstruktur: Components Technology konzentriert sich seit dem 1. Oktober 2019 auf das Automobilgeschäft und wurde in Automotive Technology umbenannt. Neu hinzu kommt System Engineering, das u.a. Produktionsstraßen für die Automobilindustrie entwickelt und bis zum 30. September 2019 zu Industrial Solutions gehörte. Das Schmiedegeschäft (Forged Technologies) und die Großwälzlager (Bearings) wurden aus Components Technology herausgelöst. Die Berichterstattung der beiden Einheiten erfolgt unter dem Namen Industrial Components. Industrial Solutions wurde in Plant Technology umbenannt; darin befinden sich die Geschäfte mit Chemieanlagen, Zementanlagen sowie Anlagen und Ausrüstung für Mining. Die Verwaltungseinheiten von Corporate und den Regionen werden als Corporate Headquarters dargestellt. Daneben werden die Einheiten der Service Units und Special Units (einschließlich der Rückbeteiligung) zusammengefasst mit Konsolidierungssachverhalten und als "Überleitung" separat abgebildet.

Der Vorjahresausweis wurde entsprechend angepasst.

Automotive Technology

Im Segment erfolgt die Entwicklung und Fertigung von Hightech-Komponenten und -Systemen für die Automobilindustrie sowie die Entwicklung von automatisierten Produktionssystemen für die Automobilindustrie (System Engineering).

Industrial Components

Hier erfolgt sowohl die Herstellung von geschmiedeten Komponenten und Systemlösungen für den Ressourcen-, Bau- und Mobilitätssektor (Forged Technologies) als auch die Fertigung von Großwälzlager, Wälzlagern und nahtlos gewalzten Ringen für die Windenergie und den Baumaschinensektor (Bearings).

Elevator Technology (nicht fortgeführte Aktivität)

Das Segment betreibt den Neubau, die Modernisierung sowie den Service von Aufzügen, Fahrtreppen, Fahrsteigen, Treppen- und Plattformliften sowie Fluggastbrücken. Das Leistungsspektrum umfasst die gesamte Produktpalette von Anlagen für den Volumenmarkt bis zu kundenindividuellen Lösungen nach Maß; die Entkonsolidierung erfolgte zum 31. Juli 2020.

Plant Technology

Hier erfolgt der Bau von Anlagen für die Chemie-, Zement- und Miningindustrie.

Marine Systems

Die Einheit ist Systemanbieter im Unter- und Überwasserschiffbau sowie im Bereich maritimer Elektronik und Sicherheitstechnologie.

Materials Services

Das Segment betreibt den weltweiten Handel von Werk- und Rohstoffen sowie technische und infrastrukturelle Dienstleistungen für produzierende und verarbeitende Unternehmen.

Steel Europe

In dem Segment sind die Aktivitäten für hochwertige Qualitätsflachstahlprodukte zusammengefasst, die von intelligenten Werkstofflösungen bis zum fertigen Bauteil reichen.

Corporate Headquarters

Corporate Headquarters umfasst die Verwaltungseinheiten der Gruppe in der Hauptverwaltung in Deutschland sowie in den regionalen Zentralen.

Überleitung

Hier werden die Einheiten der Service Units und Special Units (einschließlich der Rückbeteiligung) zusammengefasst mit den Konsolidierungssachverhalten abgebildet.

Die Konsolidierung umfasst im Wesentlichen die Eliminierung von Zwischengewinnen im Vorratsvermögen sowie die Rücknahme gruppeninterner Zinsverrechnungen.

Die Rechnungslegungsgrundsätze für die Segmente sind die gleichen, wie sie für die Gruppe in den Grundsätzen der Rechnungslegung beschrieben sind mit der Ausnahme, dass gruppeninterne Leasingverhältnisse wie Operating Leases nach IAS 17 abgebildet werden. Gemäß dem für die Segmentberichterstattung relevanten sogenannten "Management Approach" erfolgen alle Angaben einschließlich der als Veräußerungsgruppen bzw. als nicht fortgeführte Aktivitäten klassifizierten Einheiten. Die Umsätze zwischen den Segmenten werden zu marktüblichen Verrechnungspreisen vorgenommen.

Das Maß für die Ertragskraft der einzelnen Segmente ist die Ertragskennzahl EBIT (Ergebnis vor Steuern und Zinsen) bzw. Bereinigtes EBIT. Die Abgrenzung des EBIT richtet sich nach wirtschaftlichen Kriterien und ist unabhängig von den IFRS-Vorschriften. Es gibt Auskunft über die Profitabilität der betrachteten Einheiten und enthält alle Bestandteile der Gewinn- und Verlustrechnung, die sich auf die operative Leistung beziehen. Hierzu gehören auch die Erträge und Aufwendungen aus den Teilen des Finanzergebnisses, die als operativ charakterisiert werden können; das sind unter anderem Erträge und Aufwendungen aus Beteiligungen, die das Unternehmen dauerhaft halten will. Im Zuge der Veräußerung der Aufzugaktivitäten hält thyssenkrupp eine Rückbeteiligung, die u.a. nach der Equity-Methode bilanziert wird (vgl. Anhang-Nr. 03). Diese Beteiligung hat keinen Bezug zu den fortgeführten operativen Aktivitäten. Dementsprechend sind sämtliche Ergebnisauswirkungen einschließlich des Equity-Ergebnisses nicht im EBIT enthalten. Das Bereinigte EBIT ist das EBIT vor Berücksichtigung von Sondereffekten, also ohne Veräußerungsverluste und -gewinne aus M & A-Transaktionen, Restrukturierungsaufwendungen, Wertminderungsaufwendungen / Zuschreibungen sowie weitere nicht operative Aufwendungen und Erträge. Es ist besser als das EBIT dazu geeignet, die operative Leistung über mehrere Perioden hinweg zu vergleichen.

Das Maß für das für die operative Tätigkeit gebundene Kapital ist das Capital Employed. Es umfasst im Wesentlichen das Anlagevermögen, die Vorräte und die Forderungen. Hiervon werden bestimmte nicht zinstragende Passivposten wie z.B. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen abgezogen; vgl. dazu auch die nachfolgende Überleitungsrechnung.

SEGMENTINFORMATIONEN 2018 / 2019 1)

Mio € Automotive Technology Industrial Components Elevator Technology 2) Plant Technology Marine Systems Materials Services
Geschäftsjahr 2018 / 2019
Außenumsätze 5.411 2.502 7.959 2.931 1.800 13.607
Gruppeninterne Umsätze - 4 20 1 12 1 273
Umsatzerlöse gesamt 5.407 2.522 7.960 2.943 1.800 13.880
Ergebnis aus der Equity-Bewertung 0 0 3 0 0 - 2
Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind 0 0 3 0 4 37
EBIT - 126 201 791 - 164 0 66
Bereinigtes EBIT - 22 230 907 - 145 1 107
Durchschnittliches Capital Employed 3.006 1.391 1.292 - 152 927 3.866
Abschreibungen 246 123 88 36 52 113
Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 89 1 1 1 0 1
Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 0 0 0 0 0
Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen - 120 - 60 - 951 - 169 - 71 - 48
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 396 103 173 35 59 135
Mio € Steel Europe Corporate Headquarters 3) Überleitung Gruppe
Geschäftsjahr 2018 / 2019
Außenumsätze 7.768 0 19 41.996
Gruppeninterne Umsätze 1.297 4 - 1.605 0
Umsatzerlöse gesamt 9.065 5 - 1.586 41.996
Ergebnis aus der Equity-Bewertung 8 0 0 9
Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind 84 0 0 128
EBIT - 123 - 293 - 80 272
Bereinigtes EBIT 31 - 252 - 56 802
Durchschnittliches Capital Employed 5.447 - 116 1.087 16.749
Abschreibungen 443 19 36 1.156
Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 3 0 97
Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 0 0 0
Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen - 286 - 99 - 13 - 1.816
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 477 16 - 3 1.391

1) Der Ausweis wurde angepasst.

2) Nicht fortgeführte Aktivität

3) Enthält nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten

SEGMENTINFORMATIONEN 2019 / 2020

Mio € Automotive Technology Industrial Components Elevator Technology 1) Plant Technology Marine Systems Materials Services
Geschäftsjahr 2019 / 2020
Außenumsätze 4.697 2.082 6.543 2.871 1.750 11.049
Gruppeninterne Umsätze 5 17 3 27 0 250
Umsatzerlöse gesamt 4.702 2.099 6.546 2.897 1.750 11.300
Ergebnis aus der Equity-Bewertung 0 0 2 0 - 1 - 5
Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind 0 0 0 0 4 31
EBIT - 1.157 - 29 15.784 - 265 13 - 733
Bereinigtes EBIT - 260 138 693 - 235 18 - 110
Durchschnittliches Capital Employed 3.110 1.504 1.507 - 141 1.266 3.901
Abschreibungen 300 115 156 45 59 179
Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 650 142 - 1 2 0 432
Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 3 0 0 0 0 0
Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen - 274 - 100 - 603 - 179 - 46 - 142
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 372 176 151 36 73 164
Mio € Steel Europe Corporate Headquarters 2) Überleitung 3) Gruppe
Geschäftsjahr 2019 / 2020
Außenumsätze 6.426 5 18 35.443
Gruppeninterne Umsätze 843 4 - 1.148 0
Umsatzerlöse gesamt 7.269 9 - 1.130 35.443
Ergebnis aus der Equity-Bewertung 16 0 - 6 6
Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind 87 0 600 722
EBIT - 2.656 - 354 - 128 10.475
Bereinigtes EBIT - 946 - 210 53 - 860
Durchschnittliches Capital Employed 5.352 - 60 1.089 17.526
Abschreibungen 465 17 - 30 1.307
Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 1.555 1 128 2.908
Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 0 0 3
Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen - 208 - 64 - 52 - 1.667
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 498 10 - 14 1.467

1) Nicht fortgeführte Aktivität

2) Enthält nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten

3) Enthält die Effekte aus der Aussetzung der planmäßigen Abschreibungen bei Elevator Technology

Die Spalte "Überleitung" lässt sich wie folgt unterteilen:

AUFRISS ÜBERLEITUNG 2018 / 2019

Mio € Service Units Special Units Konsolidierung Überleitung
Geschäftsjahr 2018 / 2019
Außenumsätze 14 5 0 19
Gruppeninterne Umsätze 289 148 - 2.042 - 1.605
Umsatzerlöse gesamt 303 153 - 2.042 - 1.586
Ergebnis aus der Equity-Bewertung 0 0 0 0
Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind 0 0 0 0
EBIT - 50 - 26 - 4 - 80
Bereinigtes EBIT - 37 - 18 - 1 - 56
Durchschnittliches Capital Employed - 28 641 475 1.087
Abschreibungen 0 0 36 36
Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 0 0 0
Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 0 0 0
Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen 0 0 - 13 - 13
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 4 21 - 28 - 3

AUFRISS ÜBERLEITUNG 2019 / 2020

Mio € Service Units Special Units Konsolidierung Überleitung
Geschäftsjahr 2019 / 2020
Außenumsätze 15 4 0 18
Gruppeninterne Umsätze 261 112 - 1.522 - 1.148
Umsatzerlöse gesamt 276 116 - 1.522 - 1.130
Ergebnis aus der Equity-Bewertung 0 - 6 0 - 6
Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind 0 600 0 600
EBIT - 35 - 189 97 - 128
Bereinigtes EBIT - 26 - 19 97 53
Durchschnittliches Capital Employed - 10 615 484 1.089
Abschreibungen 18 38 - 86 - 30
Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 128 0 128
Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 0 0 0
Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen - 12 - 41 0 - 52
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 1 3 - 17 - 14

Nachfolgend werden die Überleitungsrechnungen der Umsatzerlöse und der Ertragskennzahl EBIT zum EBT gemäß der Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt:

ÜBERLEITUNG UMSATZERLÖSE

Mio € 2018 / 2019 2019 / 2020
Umsatzerlöse gemäß Segmentberichterstattung 41.996 35.443
- Umsatzerlöse nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten - 7.960 - 6.544
Umsatzerlöse gemäß Gewinn- und Verlustrechnung 34.036 28.899

ÜBERLEITUNG EBIT ZU EBT

Mio € 2018 / 20191) 2019 / 2020
Bereinigtes EBIT gemäß Segmentberichterstattung 802 - 860
Sondereffekte 2) - 530 11.334
EBIT gemäß Segmentberichterstattung 272 10.475
+ Nicht operatives Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 0 - 6
+ Finanzierungserträge 697 1.208
- Finanzierungsaufwendungen - 1.054 - 1.569
- Bestandteile der Finanzierungserträge, die nach wirtschaftlicher Abgrenzung dem EBIT zugeordnet werden - 6 - 5
+ Bestandteile der Finanzierungsaufwendungen, die nach wirtschaftlicher Abgrenzung dem EBIT zugeordnet werden 9 10
EBT-Gruppe - 83 10.112
- EBT nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten - 772 - 15.705
EBT aus fortgeführten Aktivitäten gemäß Gewinn- und Verlustrechnung - 855 - 5.593

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).

2) Vgl. die Erläuterung der Sondereffekte Wirtschaftsbericht in der "Geschäftsentwicklung in der Gruppe und im Geschäftsverlauf in den Segmenten"

Die Summe der Vermögenswerte gemäß der Bilanz lässt sich wie folgt auf das durchschnittliche Capital Employed überleiten:

ÜBERLEITUNG AKTIVA ZUM CAPITAL EMPLOYED

Mio € 30.09.2019 30.09.2020
Summe Vermögenswerte (Aktiva) 36.475 36.490
Aktive latente Steuern - 1.733 - 497
Laufende Ertragsteueransprüche - 293 - 162
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder - 3.706 - 11.547
Anpassungen von Aktiva um darin enthaltene, nicht operative Bestandteile - 330 - 1.503
Passivische Abzugsposten im Capital Employed:
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer - 307 - 289
Sonstige Rückstellungen, langfristig - 554 - 507
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten, langfristig - 6 - 6
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer - 357 - 156
Sonstige Rückstellungen, kurzfristig - 1.726 - 1.188
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - 6.355 - 3.475
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten, kurzfristig - 1.209 - 665
Vertragsverbindlichkeiten - 4.561 - 3.073
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten, kurzfristig - 2.373 - 1.575
Anpassungen von Passiva um darin enthaltene, nicht operative Bestandteile 527 258
Anpassungen Aktiva/Passiva durch Ausweis nicht fortgeführter Aktivitäten 0 0
Stichtags-Capital Employed 13.493 12.105
Effekt aus der Anpassung von Durchschnitts- auf Stichtags-Capital Employed 919 3.443
Durchschnittliches Capital Employed (5-Punkte-Durchschnitt) 14.412 15.548
Korrekturfaktoren mit erhöhender Wirkung auf Leistungsanforderungen für einen positiven Wertbeitrag 2.337 1.978
Durchschnittliches Capital Employed gemäß Segmentberichterstattung 16.749 17.526

Bei der nachfolgenden Darstellung der Informationen nach Regionen erfolgt die Länderzuordnung der Umsätze nach dem Sitz des Kunden, während die Zuordnung des Segmentvermögens und der Investitionen nach dem jeweiligen Standort vorgenommen wird. Die Bestimmung der Investitionen erfolgt nach der für die Kapitalflussrechnung geltenden Abgrenzung.

Es gab keine Beziehungen zu einzelnen Kunden, deren Umsatzanteil gemessen am Gruppenumsatz wesentlich ist.

AUSSENUMSÄTZE NACH REGIONEN

Mio € Deutschland USA China Übrige Länder Gruppe
Außenumsätze (Sitz des Kunden)
--- --- --- --- --- ---
2018 / 2019 11.775 7.071 3.035 20.115 41.996
2019 / 2020 9.556 5.844 2.959 17.083 35.443

LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE NACH REGIONEN

Mio € Deutschland USA China Übrige Länder Gruppe
Langfristige Vermögenswerte (= immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien sowie sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte) (Standort der Vermögenswerte)
--- --- --- --- --- ---
30.09.2019 7.272 1.578 909 3.654 13.413
30.09.2020 5.323 379 525 2.398 8.624

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

25 Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse bzw. die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden sind nachfolgend dargestellt:

UMSATZERLÖSE

Mio € Automotive Technology Industrial Components Plant Technology Marine Systems Materials Services Steel Europe
2018 / 2019 1)
Umsatzerlöse aus Verkauf von fertigen Erzeugnissen 3.604 2.139 407 41 3.014 8.270
Umsatzerlöse aus Verkauf von Handelswaren 547 307 37 17 10.153 257
Umsatzerlöse aus Erbringung von Dienstleistungen 271 12 542 38 689 162
Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen 964 0 1.893 1.682 0 0
Übrige Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 24 67 66 22 120 381
Zwischensumme Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 5.409 2.525 2.945 1.800 13.976 9.070
Sonstige Umsatzerlöse - 2 - 3 - 1 1 - 96 - 5
Insgesamt 5.407 2.522 2.943 1.800 13.880 9.065
2019 / 2020
Umsatzerlöse aus Verkauf von fertigen Erzeugnissen 3.412 1.815 146 59 2.490 6.731
Umsatzerlöse aus Verkauf von Handelswaren 389 241 42 16 8.036 179
Umsatzerlöse aus Erbringung von Dienstleistungen 204 8 378 42 587 134
Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen 683 0 2.281 1.626 0 0
Übrige Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 14 42 42 7 77 226
Zwischensumme Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 4.702 2.106 2.890 1.750 11.190 7.271
Sonstige Umsatzerlöse 0 - 7 8 0 110 - 1
Insgesamt 4.702 2.099 2.897 1.750 11.300 7.269
Mio € Corporate Headquarters Überleitung Gruppe
2018 / 2019 1)
Umsatzerlöse aus Verkauf von fertigen Erzeugnissen 2 - 1.258 16.220
Umsatzerlöse aus Verkauf von Handelswaren 0 - 168 11.150
Umsatzerlöse aus Erbringung von Dienstleistungen 2 - 160 1.556
Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen 0 - 24 4.515
Übrige Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 0 - 9 669
Zwischensumme Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 5 - 1.620 34.109
Sonstige Umsatzerlöse 0 - 73
Insgesamt 5 - 1.620 34.036
2019 / 2020
Umsatzerlöse aus Verkauf von fertigen Erzeugnissen 0 - 807 13.847
Umsatzerlöse aus Verkauf von Handelswaren 0 - 124 8.780
Umsatzerlöse aus Erbringung von Dienstleistungen 9 - 143 1.220
Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen 0 - 14 4.576
Übrige Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 0 - 12 396
Zwischensumme Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 9 - 1.099 28.819
Sonstige Umsatzerlöse 0 79
Insgesamt 9 - 1.099 28.899

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03 und 24).

UMSATZERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUNDEN NACH KUNDENGRUPPEN

Mio € Automotive Technology Industrial Components Plant Technology Marine Systems Materials Services Steel Europe
2018 / 2019 1)
Automobilindustrie 5.045 991 0 0 2.206 2.658
Handel 253 96 0 17 1.820 1.977
Maschinen- und Anlagenbau 36 1.309 1.290 21 1.330 306
Stahl- und stahlnahe Verarbeitung 5 25 41 0 2.734 2.087
Bauwirtschaft 0 30 0 0 684 17
Öffentliche Hand 0 6 0 1.724 66 1
Verpackungsindustrie 0 1 9 0 102 1.321
Energie und Versorgung 0 14 138 0 194 277
Übrige Kundengruppen 70 52 1.466 38 4.840 426
Insgesamt 5.409 2.525 2.945 1.800 13.976 9.070
2019 / 2020
Automobilindustrie 4.382 633 0 0 1.566 2.033
Handel 229 74 18 6 1.856 1.741
Maschinen- und Anlagenbau 30 1.271 1.430 12 1.025 257
Stahl- und stahlnahe Verarbeitung 5 31 22 0 2.146 1.494
Bauwirtschaft 0 15 0 0 645 25
Öffentliche Hand 0 4 1 1.687 50 0
Verpackungsindustrie 0 1 2 0 89 1.199
Energie und Versorgung 0 22 0 0 135 207
Übrige Kundengruppen 56 55 1.417 47 3.677 315
Insgesamt 4.702 2.106 2.890 1.750 11.190 7.271
Mio € Corporate Headquarters Überleitung Gruppe
2018 / 2019 1)
Automobilindustrie 2 - 182 10.719
Handel 0 - 865 3.298
Maschinen- und Anlagenbau 0 - 119 4.173
Stahl- und stahlnahe Verarbeitung 2 - 425 4.469
Bauwirtschaft 0 0 732
Öffentliche Hand 0 4 1.800
Verpackungsindustrie 0 1 1.435
Energie und Versorgung 0 0 623
Übrige Kundengruppen 0 - 33 6.860
Insgesamt 5 - 1.620 34.109
2019 / 2020
Automobilindustrie 2 - 45 8.571
Handel 1 - 726 3.198
Maschinen- und Anlagenbau 0 - 90 3.934
Stahl- und stahlnahe Verarbeitung 0 - 247 3.451
Bauwirtschaft 0 - 5 681
Öffentliche Hand 0 - 2 1.741
Verpackungsindustrie 0 - 2 1.289
Energie und Versorgung 0 0 364
Übrige Kundengruppen 6 17 5.590
Insgesamt 9 - 1.099 28.819

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03 und 24).

UMSATZERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUNDEN NACH REGIONEN

Mio € Automotive Technology Industrial Components Plant Technology Marine Systems Materials Services Steel Europe
2018 / 2019 1)
Deutschsprachiger Raum 2) 1.932 508 167 516 4.809 4.945
Westeuropa 713 545 110 93 3.541 1.955
Zentral- und Osteuropa 342 47 316 2 1.690 604
Gemeinschaft unabhängiger Staaten 18 24 142 1 55 66
Nordamerika 1.104 683 366 12 3.112 767
Südamerika 144 170 199 6 44 113
Asien / Pazifik 66 72 593 388 374 83
Großraum China 1.015 402 200 1 77 136
Indien 25 55 225 37 34 65
Naher Osten & Afrika 50 18 626 745 242 337
Insgesamt 5.409 2.525 2.945 1.800 13.976 9.070
2019 / 2020
Deutschsprachiger Raum 2) 1.392 403 215 322 4.123 3.970
Westeuropa 761 400 117 123 2.542 1.535
Zentral- und Osteuropa 282 39 490 0 1.379 547
Gemeinschaft unabhängiger Staaten 12 17 163 0 35 55
Nordamerika 1.039 437 207 7 2.368 554
Südamerika 91 113 197 11 35 99
Asien / Pazifik 41 68 598 373 371 55
Großraum China 1.008 585 191 0 102 139
Indien 12 29 249 37 51 43
Naher Osten & Afrika 64 16 464 877 185 272
Insgesamt 4.702 2.106 2.890 1.750 11.190 7.271
Mio € Corporate Headquarters Überleitung Gruppe
2018 / 2019 1)
Deutschsprachiger Raum 2) 4 - 966 11.914
Westeuropa 1 - 365 6.592
Zentral- und Osteuropa 0 - 130 2.870
Gemeinschaft unabhängiger Staaten 0 0 305
Nordamerika 0 - 134 5.911
Südamerika 0 1 677
Asien / Pazifik 0 - 3 1.574
Großraum China 0 1 1.830
Indien 0 0 440
Naher Osten & Afrika 0 - 23 1.996
Insgesamt 5 - 1.620 34.109
2019 / 2020
Deutschsprachiger Raum 2) 8 - 827 9.606
Westeuropa 0 - 101 5.377
Zentral- und Osteuropa 0 - 56 2.681
Gemeinschaft unabhängiger Staaten 0 0 283
Nordamerika 1 - 90 4.522
Südamerika 0 - 3 543
Asien / Pazifik 0 - 3 1.503
Großraum China 0 - 8 2.018
Indien 0 - 1 420
Naher Osten & Afrika 0 - 11 1.866
Insgesamt 9 - 1.099 28.819

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03 und 24).

2) Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein

Von den Umsatzerlösen aus Verträgen mit Kunden resultieren 5.534 Mio € (Vorjahr: 6.351 Mio €) aus langfristigen Verträgen und 23.285 Mio € (Vorjahr: 27.758 Mio €) aus kurzfristigen Verträgen bzw. 6.212 Mio € (Vorjahr: 7.315 Mio €) aus zeitraumbezogen erfassten Umsatzerlösen und 22.607 Mio € (Vorjahr: 26.794 Mio €) aus zeitpunktbezogen erfassten Umsatzerlösen.

26 Sonstige Erträge

SONSTIGE ERTRÄGE

Mio € 2018 / 20191) 2019 / 2020
Erträge aus Zulagen und Zuschüssen 17 51
Versicherungsentschädigungen 99 31
Übrige 174 163
Insgesamt 290 245

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).

Die Erträge aus Zulagen und Zuschüssen enthalten im Wesentlichen die Erstattungen von Sozialversicherungsbeiträgen im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld in Deutschland, die die Gruppe für die fortgeführten Aktivitäten von der öffentlichen Hand erhalten hat. In den übrigen sonstigen Erträgen ist eine Vielzahl von betragsmäßig geringen Einzelsachverhalten der 331 (Vorjahr: 335 ohne die nicht fortgeführten Aufzugaktivitäten) konsolidierten Unternehmen enthalten.

27 Sonstige Aufwendungen

SONSTIGE AUFWENDUNGEN

Mio € 2018 / 20191) 2019 / 2020
Zuführungen/Auflösungen von Rückstellungen 127 5
Wertminderungen auf Firmenwerte 0 777
Sonstige Steuern 19 18
Übrige 125 98
Insgesamt 271 897

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).

Die übrigen sonstigen Aufwendungen enthalten eine Vielzahl von betragsmäßig geringen Einzelsachverhalten der 331 (Vorjahr: 335 ohne die nicht fortgeführten Aufzugaktivitäten) konsolidierten Unternehmen.

28 Sonstige Gewinne und Verluste

SONSTIGE GEWINNE UND VERLUSTE

Mio € 2018 / 20191) 2019 / 2020
Ergebnis aus dem Abgang immaterieller Vermögenswerte 5 2
Ergebnis aus dem Abgang von Sachanlagen (ohne als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) 36 13
Ergebnis aus dem Abgang von Nutzungsrechten 0 0
Ergebnis aus dem Abgang von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 5 1
Ergebnis aus dem Verkauf von konsolidierten Gesellschaften 1 0
Übrige - 2 - 15
Insgesamt 46 1

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).

29 Finanzergebnis

FINANZERGEBNIS

Mio € 2018 / 20191) 2019 / 2020
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 6 4
Zinserträge aus Finanzguthaben 22 14
Erträge aus Beteiligungen 6 5
Sonstige Finanzierungserträge 626 1.170
Finanzierungserträge 654 1.188
Zinsaufwendungen aus Finanzschulden - 171 - 203
Nettozinsaufwand aus Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen - 122 - 59
Aufwendungen aus Beteiligungen 0 0
Sonstige Finanzierungsaufwendungen - 706 - 1.264
Finanzierungsaufwendungen - 999 - 1.525
Insgesamt - 340 - 333

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).

Zu den nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen vgl. auch Anhang-Nr. 06.

In den Zinserträgen aus Finanzguthaben und in den sonstigen Finanzierungserträgen sind Zinserträge aus finanziellen Vermögenswerten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, in Höhe von 14 Mio € (Vorjahr: 22 Mio €) bzw. in den Zinsaufwendungen aus Finanzschulden und in den sonstigen Finanzierungsaufwendungen sind Zinsaufwendungen aus finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, in Höhe von 201 Mio € (Vorjahr: 169 Mio €) enthalten.

30 Leasing in der Gewinn- und Verlustrechnung

Die nachfolgende Tabelle zeigt die aus den Leasingverhältnissen resultierenden Aufwendungen und Erträge:

LEASING IN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG - FORTGEFÜHRTE AKTIVITÄTEN

Mio € 2019 / 2020
Sonstige Umsatzerlöse
Erträge aus Operating-Lease-Verhältnissen 3
Leasingaufwendungen
Aufwendungen aus kurzfristigen Leasingverhältnissen 31
Aufwendungen aus Leasingverhältnissen über geringwertige Vermögenswerte 2
Aufwendungen aus nicht bilanzierten variablen Leasingzahlungen 2
Abschreibungen
Abschreibungen auf Nutzungsrechte 145
Wertminderungen auf Nutzungsrechte 10
Sonstige Gewinne und Verluste
Ergebnis aus dem Abgang von Nutzungsrechten 0
Finanzergebnis
Zinsaufwendungen aus Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 22

Erträge aus Untermietverträgen sowie Gewinne und Verluste aus Sale and Leaseback-Transaktionen ergaben sich nicht.

Darüber hinaus bestehen bei den nicht fortgeführten Aktivitäten Leasingeffekte, die in den 10 Monaten 2019 / 2020 bis zur Entkonsolidierung i.W. Abschreibungen auf Nutzungsrechte in Höhe von 35 Mio €, Aufwendungen aus kurzfristigen Leasingverhältnissen in Höhe von 10 Mio € und Zinsaufwendungen aus Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen in Höhe von 9 Mio € betreffen; sie sind in der Zeile "Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern)" enthalten.

31 Ertragsteuern

Die Ertragsteuern der Gruppe teilen sich wie folgt auf:

AUFTEILUNG ERTRAGSTEUERN

Mio € 2018 / 20191) 2019 / 2020
Laufender Steueraufwand/(-ertrag) 121 133
Latenter Steueraufwand/(-ertrag) 135 - 185
Insgesamt 255 - 52

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).

Die im Eigenkapital berücksichtigten Steuern verteilen sich folgendermaßen auf die einzelnen Bereiche:

ERTRAGSTEUERN IM EIGENKAPITAL

Mio € 2018 / 20191) 2019 / 2020
Steueraufwand/(-ertrag) laut GuV-Ausweis 255 - 52
Steueraufwand auf nicht fortgeführte Aktivitäten - 79 572
Erfolgsneutraler Steuereffekt auf das sonstige Ergebnis
Fortgeführte Aktivitäten - 316 966
Nicht fortgeführte Aktivitäten - 17 38
Insgesamt - 156 1.524

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).

Zum 30. September 2020 belaufen sich die zu versteuernden temporären Differenzen aus thesaurierten Gewinnen von Tochterunternehmen in der Gruppe, für die keine passiven latenten Steuern gebildet werden, da diese Gewinne in absehbarer Zeit nicht ausgeschüttet werden sollen, auf 813 Mio € (Vorjahr: 452 Mio €).

Die aktiven und passiven latenten Steuern verteilen sich auf folgende Positionen:

VERZEICHNIS AKTIVER UND PASSIVER LATENTER STEUERN

Mio € 30.09.2019 2019 / 2020 30.09.2020
Aktive latente Steuern Passive latente Steuern Latenter Steuerertrag (+) / - aufwand (-) Übrige Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
--- --- --- --- --- --- ---
Latente Steuern auf langfristige Positionen
Immaterielle Vermögenswerte 376 431 186 - 73 201 142
Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) 112 445 429 1 240 142
Finanzielle Vermögenswerte 62 23 38 - 3 86 12
Übrige Aktiva 0 68 - 10 23 1 55
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.510 8 - 106 28 1.432 7
Sonstige Rückstellungen 92 31 57 - 1 137 22
Übrige Passiva 194 89 - 308 - 16 65 284
Latente Steuern auf kurzfristige Positionen
Vorräte 356 78 42 - 56 313 49
Übrige Aktiva 668 1.092 147 43 636 871
Sonstige Rückstellungen 206 325 13 - 66 71 243
Übrige Passiva 901 472 118 - 137 763 353
Wertberichtigungen - temporäre Differenzen - 27 - - 354 - 1.054 - 1.435 -
Zwischensumme 4.450 3.062 252 - 1.310 2.511 2.181
Steuerliche Verlustvorträge 1.214 - 1.038 - 155 2.097 -
Zinsvorträge 225 - 54 0 278 -
Ausländische Steuergutschriften 26 - 0 - 4 22 -
Wertberichtigungen - steuerliche Verlustvorträge u.a. - 1.168 - - 1.158 37 - 2.288 -
Zwischensumme 297 0 - 66 - 122 109 0
Bruttobetrag vor Saldierung 4.747 3.062 185 - 1.431 2.620 2.181
Saldierung - 3.014 - 3.014 - - - 2.124 - 2.124
Bilanzansatz 1.733 48 - - 497 58

Zum 30. September 2020 werden für in der Gruppe bestehende steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 7.760 Mio € (Vorjahr: 4.160 Mio €) keine aktiven latenten Steuern angesetzt. Von diesen steuerlichen Verlustvorträgen ist ein Teilbetrag von 7.478 Mio € (Vorjahr: 4.027 Mio €) nach der bestehenden Rechtslage zeitlich und der Höhe nach unbegrenzt vortragsfähig, während Verlustvorträge in Höhe von 282 Mio € (Vorjahr: 133 Mio €) innerhalb der nächsten 20 Jahre verfallen, soweit sie nicht genutzt werden.

Zum 30. September 2020 werden u.a. die folgenden, auf Verlustvorträgen beruhenden, aktiven latenten Steuern angesetzt, weil für die Aktivierung substanzielle Hinweise auf ausreichende künftige zu versteuernde Ergebnisse vorliegen: Acciai Speciali Terni S.p.A. 10 Mio € (Vorjahr: 79 Mio €), thyssenkrupp NA Holding Corp. 12 Mio € (Vorjahr: 0 Mio €), thyssenkrupp Components Technology de México, S.A. de C.V. 12 Mio € (Vorjahr: 0 Mio €), thyssenkrupp Industrial Solutions (Australia) Pty. Ltd. 13 Mio € (Vorjahr: 10 Mio €), thyssenkrupp France S.A.S. 15 Mio € (Vorjahr: 0 Mio €), thyssenkrupp rothe erde USA Inc. 17 Mio € (Vorjahr: 18 Mio €).

In Deutschland werden aktive latente Steuern auf temporäre abzugsfähige Differenzen (v.a. in Zusammenhang mit Pensionsrückstellungen) in Höhe von 1.359 Mio € nicht angesetzt, da das Management nicht mit hinreichender Sicherheit davon ausgehen kann, dass künftig genügend steuerliche Ergebnisse in Deutschland zur Verfügung stehen werden. Im Vorjahr wurden aktive latente Steuern für temporäre abzugsfähige Differenzen in Höhe von 838 Mio € angesetzt. Die Abwertung der zum 30. September 2019 noch angesetzten aktiven latenten Steuern führte zu latentem Steueraufwand von 102 Mio € und zu einem erfolgsneutralen Steuereffekt auf das sonstige Ergebnis in Höhe von 736 Mio €. Im Geschäftsjahr 2019 / 2020 führte die Auflösung passiver latenter Steuern zu einem latenten Steuerertrag in Höhe von 268 Mio € sowie zu einer weiteren Abwertung aktiver latenter Steuern mit latentem Steueraufwand von 31 Mio € und erfolgsneutralem Steuereffekt auf das sonstige Ergebnis von 237 Mio €. Darüber hinaus wurden aktive latente Steuern in Höhe von 253 Mio € nicht gebildet.

Das im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019 / 2020 anzuwendende deutsche Steuerrecht sieht, unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Gewerbesteuersätze, einen Steuersatz von 32,3 % (Vorjahr: 32,0 %) vor. Die für ausländische Gesellschaften zugrunde gelegten jeweiligen länderspezifischen Ertragsteuersätze liegen zwischen 9,0 % und 37,5 % (Vorjahr: 9,0 % und 37,5 %).

STEUERLICHE ÜBERLEITUNGSRECHNUNG

Mio € 2018 / 20191) in % 2019 / 2020 in %
Erwarteter Steueraufwand/(-ertrag) - 274 32,0 - 1.806 32,3
Abweichungen zum inländischen Gesamtsteuersatz 24 - 2,8 123 - 2,2
Änderung von Steuersätzen oder -gesetzen 7 - 0,8 6 - 0,1
Veränderung der Wertberichtigungen auf latente Steuern 411 - 48,1 1.291 - 23,1
Einkommenskorrekturen 90 - 10,5 261 - 4,7
Besteuerung von Veräußerungsergebnissen - 1 0,1 0 0,0
Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen - 2 0,2 - 1 0,0
Nicht anrechenbare Quellensteuern 30 - 3,5 30 - 0,5
Periodenfremder Steueraufwand/(-ertrag) - 33 3,9 41 - 0,7
Sonstiges 2 - 0,2 1 0,0
Ausgewiesener Steueraufwand/(-ertrag) 255 - 29,8 - 52 0,9

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).

32 Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie (basic earnings per share) berechnet sich wie folgt:

ERGEBNIS JE AKTIE

2018 / 2019 1) 2019 / 2020
Gesamtbetrag

in Mio €
Ergebnis je Aktie

in €
Gesamtbetrag

in Mio €
Ergebnis je Aktie

in €
--- --- --- --- ---
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) - 1.153 - 1,85 - 5.547 - 8,91
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) 849 1,36 15.132 24,31
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) - 304 - 0,49 9.585 15,40
Gewichteter Durchschnitt der Aktien (in Stück) 622.531.741 622.531.741

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).

In den dargestellten Berichtsperioden gab es keine Verwässerungseffekte.

33 Zusätzliche Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Folgender Personalaufwand ist in den Aufwandspositionen der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten:

PERSONALAUFWAND

Mio € 2018 / 2019 2019 / 2020
Löhne und Gehälter 7.766 7.065
Soziale Abgaben 1.330 1.304
Netto-Pensionsaufwendungen - Leistungszusage 1) 210 203
Netto-Pensionsaufwendungen - Beitragszusage 173 163
Abfindungen, vorzeitiges Ausscheiden u.Ä. 213 546
Aufwendungen für Unterstützung 402 328
Insgesamt 10.094 9.610

1) Ohne Nettozinsaufwand aus Pensions- und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen, der in den Finanzierungsaufwendungen ausgewiesen wird.

Im Jahresdurchschnitt waren in der Gruppe beschäftigt:

BELEGSCHAFT IM JAHRESDURCHSCHNITT

2018 / 2019 1) 2019 / 2020
Automotive Technology 25.184 25.303
Industrial Components 14.257 13.080
Elevator Technology 53.082 43.472
Plant Technology 11.237 11.102
Marine Systems 5.870 6.148
Materials Services 20.321 19.696
Steel Europe 27.875 27.771
Corporate Headquarters 1.132 923
Überleitung 2.651 2.394
Insgesamt 161.609 149.889
Davon:
Arbeiter 84.334 77.761
Angestellte 73.417 68.361
Auszubildende 3.858 3.767

1) Der Ausweis wurde an die neue Segmentierung angepasst (vgl. Anhang Nr. 24).

Honorare und Dienstleistungen des Abschlussprüfers

Für die erbrachten Dienstleistungen des Abschlussprüfers PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sowie der Gesellschaften des weltweiten PwC-Verbundes sind folgende Honorare (einschließlich Auslagen) als Aufwand erfasst worden:

ABSCHLUSSPRÜFER-HONORARE

2018 / 2019 2019 / 2020
Mio € Gesamt davon Deutschland Gesamt davon Deutschland
--- --- --- --- ---
Abschlussprüfungsleistungen 17 10 15 9
Andere Bestätigungsleistungen 1 1 9 7
Steuerberatungsleistungen 0 0 1 0
Sonstige Leistungen 0 0 1 0
Insgesamt 18 11 25 17

Die Abschlussprüfungsleistungen beinhalten vor allem die Honorare für die Abschlussprüfung der Gruppe, die prüferische Durchsicht der Zwischenabschlüsse sowie die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen der thyssenkrupp AG und der in den Gruppenabschluss einbezogenen Tochterunternehmen. Die Honorare für andere Bestätigungsleistungen entfallen im Wesentlichen auf Leistungen im Zusammenhang mit dem Verkauf von Elevator. In den Honoraren für Steuerberatungsleistungen sind insbesondere Honorare für die Erstellung von Steuererklärungen sowie für Steuerberatung im Zusammenhang mit Projekten und gruppeninternen Reorganisationen enthalten. Die Honorare für sonstige Leistungen umfassen überwiegend die Honorare für projektbezogene Beratungsleistungen.

Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung

34 Zusätzliche Informationen zur Kapitalflussrechnung

Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Zahlungsmittelfonds lässt sich wie folgt aus der Bilanzposition "Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder" herleiten:

HERLEITUNG ZAHLUNGSMITTELFONDS

Mio € 30.09.2019 30.09.2020
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder gemäß Bilanz 3.706 11.547
- Termingelder - - 850
Zahlungsmittelfonds gemäß Kapitalflussrechnung 3.706 10.697

Termingelder werden nicht als Zahlungsmitteläquivalente eingestuft. Termingelder haben eine Vertragslaufzeit von mehr als drei Monaten bis zu 12 Monaten. Das maximale Ausfallrisiko entspricht dem Buchwert der Zahlungsmittel.

Per 30. September 2020 stammen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 101 Mio € (Vorjahr: 0 Mio €) von der Joint Operation HKM.

Nicht zahlungswirksame Investitionstätigkeiten

Im Geschäftsjahr 2019 / 2020 resultiert ein zahlungsunwirksamer Zugang von Nutzungsrechten nach IFRS 16 von 139 Mio €.

Nicht zahlungswirksame Finanzierungstätigkeiten

Im Geschäftsjahr 2019 / 2020 resultiert aus der Entkonsolidierung von Elevator Technology ein Abgang von Brutto-Finanzschulden von 297 Mio €.

Veränderungen der Verbindlichkeiten/Vermögenswerte aus Finanzierungstätigkeit

Die nachfolgenden Tabellen zeigen die Veränderungen der Verbindlichkeiten/Vermögenswerte aus Finanzierungstätigkeiten einschließlich der Veränderungen durch Cashflows und nicht zahlungswirksame Veränderungen:

ÜBERLEITUNGSRECHNUNG GEMÄSS IAS 7

30.09.2018 Cashflows aus Finanzierungstätigkeit Nicht zahlungswirksame Veränderungen
Mio € Veränderung Konsolidierungskreis Währungsunterschiede
--- --- --- --- ---
Anleihen 4.678 1.250 0 0
Schuldschein- /sonstige Darlehen 485 678 -14 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 192 150 14 -50
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 21 16 0 0
Zwischensumme Finanzschulden 5.377 2.094 0 -50
Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus sonstigen Finanzierungsvorgängen 205 -21 0 35
Insgesamt 5.582 2.073 0 -14
Nicht zahlungswirksame Veränderungen
Mio € Marktwertänderungen Sonstige Veränderungen
--- --- ---
Anleihen 0 -6
Schuldschein- /sonstige Darlehen 0 34
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 -33
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 0 0
Zwischensumme Finanzschulden 0 -5
Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus sonstigen Finanzierungsvorgängen 37 0
Insgesamt 37 -5
Mio € 30.09.2019
Anleihen 5.922
Schuldschein- /sonstige Darlehen 1.183
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 273
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 37
Zwischensumme Finanzschulden 7.415
Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus sonstigen Finanzierungsvorgängen 256
Insgesamt 7.672

ÜBERLEITUNGSRECHNUNG GEMÄSS IAS 7

30.09.2019 Cashflows aus Finanzierungstätigkeit Nicht zahlungswirksame Veränderungen
Mio € Veränderung Konsolidierungskreis Währungsunterschiede
--- --- --- --- ---
Anleihen 5.922 -750 0 0
Schuldschein- /sonstige Darlehen 1.183 -721 -3 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 273 -80 -2 23
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 37 -209 -292 -34
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 0 0 0 0
Zwischensumme Finanzschulden 7.415 -1.761 -296 -11
Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus sonstigen Finanzierungsvorgängen 286 -123 2 -51
Insgesamt 7.701 -1.884 -294 -62
Nicht zahlungswirksame Veränderungen
Mio € Marktwertänderungen Sonstige Veränderungen
--- --- ---
Anleihen 0 9
Schuldschein- /sonstige Darlehen 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 0
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 0 1.145
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 0 0
Zwischensumme Finanzschulden 0 1.154
Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus sonstigen Finanzierungsvorgängen -4 0
Insgesamt -4 1.154
Mio € 30.09.2020
Anleihen 5.182
Schuldschein- /sonstige Darlehen 459
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 214
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 647
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 0
Zwischensumme Finanzschulden 6.502
Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus sonstigen Finanzierungsvorgängen 110
Insgesamt 6.611

Die Spalte "Sonstige Veränderungen" enthält im Wesentlichen die Effekte aus der Erstanwendung von IFRS 16.

Leasing in der Kapitalflussrechnung

In der Kapitalflussrechnung wird die Zinskomponente der bilanzierten Leasingverhältnisse im Operating Cashflow und die Tilgungskomponente im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2019 / 2020 betrugen die gesamten Zahlungsmittelabflüsse der Gruppe als Leasingnehmer für die fortgeführten Aktivitäten 181 Mio € und für die nicht fortgeführten Aktivitäten 90 Mio €.

Die folgenden möglichen Zahlungsmittelabflüsse beim Leasingnehmer wurden nicht in die Leasingverbindlichkeit einbezogen und werden nur dann in der Kapitalflussrechnung enthalten sein, sofern sie in künftigen Perioden auch tatsächlich zu Auszahlungen führen:

MÖGLICHE ZUKÜNFTIGE LEASINGZAHLUNGEN

Mio € 30.09.2020
Verlängerungs- und/oder Kündigungs- sowie Kaufoptionen - 182
Restwertgarantien - 2
Eingegangene Leasingverpflichtungen - 22
Insgesamt - 206

Mögliche zukünftige Leasingzahlungen des Leasingnehmers aus der Ausübung von Optionen wurden nicht in die Leasingverbindlichkeit einbezogen, wenn die Ausübung der entsprechenden Optionen nicht als hinreichend sicher eingeschätzt wurde. Diese Optionen beinhalten Leasingzahlungen aus Mietverlängerungsoptionen, Strafzahlungen aus der Ausübung von Kündigungsoptionen und Zahlungen aus Kaufoptionen. Nur bei einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit werden die Optionen als ausübbar angesehen und als Verbindlichkeit aus Leasingverhältnissen angesetzt. Im Falle veränderter Fakten und Umstände erfolgt eine Neueinschätzung der Optionsausübung.

Bestehen in Einzelfällen unendlich revolvierende Mietverlängerungsoptionen bei Erbpachtverträgen sind deren Zahlungen nicht in den möglichen zukünftigen Leasingzahlungen enthalten. Eine Einschätzung der Laufzeit wurde bei der Ermittlung der entsprechenden Leasingverbindlichkeit vorgenommen.

Einzelne Leasingverträge können mehrere Optionen enthalten. Die thyssenkrupp-Gruppe verwendet Optionen, um eine größtmögliche betriebliche Flexibilität zu erhalten. Solche Optionen können grundsätzlich nur durch die thyssenkrupp-Gruppe als Leasingnehmer ausgeübt werden. Ferner sind in den abgeschlossenen Leasingverträgen keine Klauseln enthalten, die die Gruppe durch die Einhaltung bestimmter Zusagen wesentlich beschränken.

Besondere Ereignisse nach dem Stichtag

35 Besondere Ereignisse nach dem Stichtag

Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und Europa wird weiterhin geprägt von der Corona-Pandemie. Seit Mitte Oktober 2020 steigen die Fallzahlen wieder signifikant an. Dies veranlasste die Bundesregierung, für November 2020 neue Einschränkungen anzuordnen, die die Kontaktzahlen und damit das Infektionsrisiko insgesamt reduzieren sollen. Die Gesellschaft ist aufgrund der Erfahrungen seit Frühjahr 2020 auf diese Situation in organisatorischer und prozessualer Hinsicht vorbereitet. Aufgrund der mit der Pandemie verbundenen Unsicherheiten sind weitere Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft nicht auszuschließen.

Sonstige Angaben

36 Erklärungen zum Deutschen Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG

Vorstand und Aufsichtsrat haben die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG am 1. Oktober 2020 abgegeben und den Aktionären auf der Website der Gesellschaft dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht.

Die Entsprechenserklärung der börsennotierten Tochtergesellschaft Eisen- und Hüttenwerke AG ist am 1. Oktober 2020 abgegeben und den Aktionären auf der Website der Gesellschaft dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht worden.

37 Inanspruchnahme von Befreiungsvorschriften nach § 264 Abs. 3 und § 264b HGB

Nachfolgende inländische Tochterunternehmen in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft bzw. Personengesellschaft im Sinne des § 264a HGB haben in Teilen von der Befreiungsvorschrift gemäß § 264 Abs. 3 und § 264b HGB Gebrauch gemacht:

A
ATLAS ELEKTRONIK GmbH Bremen
B
Becker & Co. GmbH Neuwied
BERCO Deutschland GmbH Ennepetal
Blohm + Voss Shipyards & Services GmbH Hamburg
D
DWR - Deutsche Gesellschaft für Weißblechrecycling mbH Andernach
E
EH Güterverkehr GmbH Duisburg
G
German Marine Systems GmbH Hamburg
H
Hagenuk Marinekommunikation GmbH Flintbek
J
Jacob Bek GmbH Ulm
K
KBS Kokereibetriebsgesellschaft Schwelgern GmbH Duisburg
M
Max Cochius GmbH Berlin
P
PSL Wälzlager GmbH Dietzenbach
R
Rasselstein Verwaltungs GmbH Neuwied
Reisebüro Dr. Tigges GmbH Essen
T
Thyssen Stahl GmbH Düsseldorf
thyssenkrupp Academy GmbH Düsseldorf
thyssenkrupp Aerospace Germany GmbH Rodgau
thyssenkrupp Automotive Systems GmbH Essen
thyssenkrupp Bilstein GmbH Ennepetal
thyssenkrupp Business Services GmbH (ab 01.10.2020 thyssenkrupp Information Management GmbH) Essen
thyssenkrupp Components Tech GmbH Essen
thyssenkrupp DeliCate GmbH Düsseldorf
thyssenkrupp Dritte Beteiligungsgesellschaft mbH Duisburg
thyssenkrupp Edelstahl-Service-Center GmbH Willich
thyssenkrupp Electrical Steel GmbH Gelsenkirchen
thyssenkrupp Electrical Steel Verwaltungsgesellschaft mbH Gelsenkirchen
thyssenkrupp Facilities Services GmbH Essen
thyssenkrupp Federn GmbH Hagen
thyssenkrupp Federn und Stabilisatoren GmbH Hagen
thyssenkrupp Fertilizer Technology GmbH Dortmund
thyssenkrupp Fünfte Beteiligungsgesellschaft mbH Essen
thyssenkrupp Gerlach GmbH Homburg/Saar
thyssenkrupp GfT Gleistechnik GmbH Essen
thyssenkrupp Grundbesitz Verwaltungs GmbH Essen
thyssenkrupp Hohenlimburg GmbH Hagen
thyssenkrupp Hohenlimburg Kompetenzwerkstatt GmbH Hagen
thyssenkrupp Immobilien Verwaltungs GmbH Essen
thyssenkrupp Industrial Crankshafts GmbH Homburg/Saar
thyssenkrupp Industrial Solutions AG Essen
thyssenkrupp Infrastructure GmbH Essen
thyssenkrupp Intellectual Property GmbH Essen
thyssenkrupp Management Consulting GmbH Düsseldorf
thyssenkrupp Marine Systems GmbH Kiel
thyssenkrupp Materials Business Services GmbH Essen
thyssenkrupp Materials IoT GmbH Essen
T
thyssenkrupp Materials Processing Europe GmbH Krefeld
thyssenkrupp Materials Services GmbH Essen
thyssenkrupp Materials Trading GmbH Essen
thyssenkrupp Plastics GmbH Essen
thyssenkrupp Presta Chemnitz GmbH Chemnitz
thyssenkrupp Presta Ilsenburg GmbH Ilsenburg
thyssenkrupp Presta Mülheim GmbH Mülheim
thyssenkrupp Presta Schönebeck GmbH Schönebeck
thyssenkrupp Rasselstein GmbH Andernach
thyssenkrupp Regional Services Germany GmbH ab 01.10.2020: thyssenkrupp Services GmbH) Essen
thyssenkrupp rothe erde Germany GmbH Dortmund
thyssenkrupp Schulte GmbH Essen
thyssenkrupp Senior Experts GmbH Essen
thyssenkrupp smart steel GmbH Duisburg
thyssenkrupp Stainless GmbH Essen
thyssenkrupp Steel Business Services GmbH Duisburg
thyssenkrupp Steel Europe AG Duisburg
thyssenkrupp System Engineering GmbH Essen
thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH Essen
thyssenkrupp Transrapid GmbH Kassel
thyssenkrupp Uhde Engineering Services GmbH Dortmund
thyssenkrupp USA Holding AG & Co KG Essen
thyssenkrupp Valvetrain GmbH Ilsenburg
thyssenkrupp Vermietungs GmbH Duisburg
U
Uhde High Pressure Technologies GmbH Hagen
Uhde Inventa-Fischer GmbH Berlin
Uhde Services and Consulting GmbH Dortmund
V
Vermögensverwaltungsgesellschaft TAUS mbH Grünwald

Nachfolgende niederländische Tochterunternehmen haben von der Befreiungsvorschrift gemäß Artikel 2:403 des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuches (Civil Code of the Netherlands) Gebrauch gemacht:

T
thyssenkrupp Nederland Holding B.V. Roermond
thyssenkrupp Veerhaven B.V. Rotterdam

38 Aufstellung des Anteilsbesitzes

Die vollständige Aufstellung über den Anteilsbesitz der Gruppe ist im Bundesanzeiger veröffentlicht und wird auf der Website der Gesellschaft wiedergegeben unter www.thyssenkrupp.com.

Aufstellung des Anteilsbesitzes des thyssenkrupp-Konzerns gemäß §313 Abs. 2 HGB zum 30.09.2020

Lfd. Nr Name und Sitz Anteil am Kapital

%
gehalten über lfd. Nr. Quote

%
A. Voll konsolidierte Tochterunternehmen
Algerien
1 Blohm+Voss El Djazair S.a.r.l., Algier, Algerien 100,00 272
Argentinien
2 thyssenkrupp Industrial Solutions Argentina S.A., Buenos Aires, Argentinien 100,00 106
Australien
3 SONARTECH ATLAS PTY LIMITED, Macquarie Park/New South Wales, Australien 100,00 56
4 thyssenkrupp Industrial Solutions (Australia) Pty. Ltd., Perth, Australien 100,00 106
5 thyssenkrupp Materials Australia Pty. Ltd., Chatswood NSW , Australien 100,00 174
Belgien
6 thyssenkrupp Materials Belgium N.V., Lokeren, Belgien 100,00 94 65,59
116 34,41
7 thyssenkrupp Plastics Belgium N.V./S.A., Lokeren, Belgien 100,00 94 100,00
119 0,00
8 thyssenkrupp Steel Heavy Plate Antwerp N.V., Antwerpen, Belgien 100,00 79 0,00
133 100,00
Botswana
9 thyssenkrupp Industrial Solutions (Botswana) (Proprietary) Limited, Gaborone, Botswana 100,00 106 0,03
253 99,97
Brasilien
10 BercoSul Ltda., Hortolandia-São Paulo, Brasilien 100,00 14 0,00
189 100,00
11 RIP Serviços Siderúrgicos Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien 100,00 23
12 Thyssen Trading S.A., São Paulo, Brasilien 100,00 116
13 thyssenkrupp Autômata Industria de Peças Ltda., São Paulo, Brasilien 80,00 23
14 thyssenkrupp Brasil Ltda., Diadema, Brasilien 100,00 84 0,68
88 10,26
135 83,11
160 5,96
15 thyssenkrupp Comércio de Combustíveis e Gases Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien 99,48 117
16 thyssenkrupp Estaleiro Hamburgo Participacoes Societarias Ltda., Itajai, Brasilien 100,00 19
17 thyssenkrupp Industrial Solutions Ltda., Diadema-São Paulo, Brasilien 100,00 106 57,22
134 42,78
18 thyssenkrupp Infrastructure Brasil Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien 100,00 14 0,00
116 100,00
19 thyssenkrupp Marine Systems do Brasil Indústria e Comércio Ltda. , Moncoes, Brasilien 100,00 14 1,00
111 99,00
20 thyssenkrupp Metalúrgica Campo Limpo Ltda., Campo Limpo Paulista, Brasilien 59,77 240
21 thyssenkrupp Metalúrgica Santa Luzia Ltda., Santa Luzia, Brasilien 100,00 20
22 thyssenkrupp rothe erde Brazil Participacões Ltda., Diadema, Brasilien 100,00 14 99,90
23 0,10
23 thyssenkrupp Servicos Siderurgicos Ltda., Sao Paulo, Brasilien 100,00 14 0,00
116 100,00
24 Águas Azuis Construcao Naval SPE Ltda., Itaja / Santa Catarina, Brasilien 75,00 111
Brunei
25 thyssenkrupp Industrial Solutions BRN SDN BHD, Brunei, Brunei 100,00 4 1,00
270 99,00
Bulgarien
26 Berco Bulgaria EOOD, Apriltsi, Bulgarien 100,00 189
27 Mining Plants & Systems Bulgaria EOOD, Sofia, Bulgarien 100,00 106
28 thyssenkrupp Materials Bulgaria OOD , Sofia, Bulgarien 80,00 116
Chile
29 ThyssenKrupp Industrial Solutions (Chile) Limitada, Santiago de Chile, Chile 100,00 106 0,00
307 100,00
30 thyssenkrupp Steel Chile SpA, Santiago, Chile 100,00 133
China
31 Chengdu thyssenkrupp Fawer Spring Co. Ltd., Chengdu, China 100,00 38
32 Defontaine (Qingdao) Machinery Co., Ltd., Jiaonan City, Shandong Province, China 100,00 135
33 thyssenkrupp (China) Ltd., Beijing, China 100,00 82
34 thyssenkrupp Aerospace (Suzhou) Co., Ltd., Shanghai, China 100,00 135
35 thyssenkrupp Aerospace (Xi'an) Co., Ltd., Xi'an, China 100,00 135
36 thyssenkrupp BulkTec (China) Ltd., Beijing, China 100,00 33
37 thyssenkrupp Engine Components (China) Co., Ltd., Nanjing, China 100,00 135
38 thyssenkrupp Fawer Liaoyang Spring Co., Ltd., Liaoyang/Liaoning, China 60,00 33
39 thyssenkrupp Industrial Solutions (China) Co., Ltd., Shanghai, China 100,00 33
40 thyssenkrupp Materials (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China 80,83 116
41 thyssenkrupp Materials Trading Tianjin Co., Ltd. , Tianjin, China 100,00 117
42 thyssenkrupp Presta Dalian Co. Ltd., Dalian, China 100,00 33
43 thyssenkrupp Presta Fawer (Changchun) Co. Ltd., Changchun, China 60,00 160
44 thyssenkrupp Presta Fawer Changzhou Co., Ltd., Changzhou, China 100,00 43
45 thyssenkrupp Presta HuiZhong Shanghai Co., Ltd., Shanghai, China 60,00 160
46 thyssenkrupp Presta Shanghai Co. Ltd., Shanghai, China 100,00 33
47 thyssenkrupp rothe erde (Xuzhou) Ring Mill Co., Ltd., Xuzhou, China 100,00 135
48 thyssenkrupp Springs and Stabilizers (Pinghu) Ltd., , China 100,00 33
49 thyssenkrupp Steel (Beijing) Co., Ltd., Beijing, China 100,00 241
50 thyssenkrupp Steering Changzhou Ltd., Changzhou, China 100,00 33
51 thyssenkrupp System Engineering (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China 100,00 33
52 thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China 100,00 200
53 thyssenkrupp Valvetrain China Ltd., Changzhou, China 100,00 33
54 Xuzhou Rothe Erde Slewing Bearing Co., Ltd., Xuzhou, China 60,00 33
Curacao
55 Thyssen Sudamerica N.V., Willemstad, Curacao 100,00 237
Deutschland
56 ATLAS ELEKTRONIK GmbH, Bremen 100,00 135
57 ATLAS HYDROGRAPHIC GmbH, Bremen 100,00 56
58 Banter See Vermögensverwaltung GmbH, Düsseldorf 100,00 126
59 Becker & Co. GmbH, Neuwied 100,00 76
60 BERCO Deutschland GmbH, Ennepetal 100,00 135
61 Blohm + Voss Shipyards & Services GmbH, Hamburg 100,00 135
62 carValoo GmbH, Essen 100,00 135
63 CCI Crane Cooperation International Handelsgesellschaft mbH, Essen 100,00 82
64 Dorea Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs KG, Mainz 94,00 82
65 DWR - Deutsche Gesellschaft für Weißblechrecycling mbH, Andernach 100,00 124
66 EH Güterverkehr GmbH, Duisburg 100,00 133
67 Eisen- und Hüttenwerke AG, Andernach 87,98 133
68 German Marine Systems GmbH, Hamburg 100,00 135
69 GLH GmbH, Essen 100,00 135
70 Hagenuk Marinekommunikation GmbH, Flintbek 100,00 56
71 Howaldtswerke-Deutsche Werft Beteiligungs-GmbH, Kiel 100,00 111
72 IKL Ingenieurkontor Lübeck GmbH, Kiel 100,00 111
73 Jacob Bek Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Ulm 79,96 116
74 Max Cochius GmbH, Berlin 75,00 116
75 PSL Wälzlager GmbH, Dietzenbach 100,00 277
76 Rasselstein Verwaltungs GmbH, Neuwied 100,00 67 40,77
133 59,23
77 Reisebüro Dr. Tigges Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Essen 100,00 116
78 SVG Steinwerder Verwaltungsgesellschaft mbH, Hamburg 100,00 135
79 Thyssen Stahl GmbH, Düsseldorf 100,00 90
80 thyssenkrupp Academy GmbH, Düsseldorf 100,00 135
81 thyssenkrupp Aerospace Germany GmbH, Rodgau, Nieder-Roden 100,00 116
82 thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen 100,00
83 thyssenkrupp AT.PRO tec GmbH, Essen 67,10 117
84 thyssenkrupp Automotive Systems GmbH, Essen 100,00 135
85 thyssenkrupp Bilstein GmbH, Ennepetal 100,00 82 5,01
135 94,99
86 thyssenkrupp Business Services GmbH, Essen 100,00 82
87 thyssenkrupp Carbon Components GmbH, Wilsdruff 84,64 84
88 thyssenkrupp Components Tech GmbH, Essen 100,00 96
89 thyssenkrupp DeliCate GmbH, Düsseldorf 100,00 126
90 thyssenkrupp Dritte Beteiligungsgesellschaft mbH, Duisburg 100,00 135
91 thyssenkrupp Edelstahl-Service-Center GmbH, Willich 100,00 116
92 thyssenkrupp Electrical Steel GmbH, Gelsenkirchen 99,58 79 11,96
93 87,62
93 thyssenkrupp Electrical Steel Verwaltungsgesellschaft mbH, Gelsenkirchen 100,00 67 37,54
133 62,46
94 thyssenkrupp Facilities Services GmbH, Essen 100,00 116
95 thyssenkrupp Federn GmbH, Hagen 100,00 82 5,01
85 94,99
96 thyssenkrupp Federn und Stabilisatoren GmbH, Hagen 100,00 135
97 thyssenkrupp Fertilizer Technology GmbH, Dortmund 100,00 106
98 thyssenkrupp Fünfte Beteiligungsgesellschaft mbH, Essen 100,00 135
99 thyssenkrupp Gerlach GmbH, Homburg/Saar 100,00 135
100 thyssenkrupp GfT Gleistechnik GmbH, Essen 100,00 116
101 thyssenkrupp Grundbesitz Verwaltungs GmbH, Essen 100,00 82
102 thyssenkrupp Hohenlimburg GmbH, Hagen 100,00 133
103 thyssenkrupp Hohenlimburg Kompetenzwerkstatt GmbH, Hagen 100,00 102
104 thyssenkrupp Immobilien Verwaltungs GmbH, Essen 100,00 86 5,10
101 94,90
105 thyssenkrupp Industrial Crankshafts GmbH, Homburg 100,00 99
106 thyssenkrupp Industrial Solutions AG, Essen 100,00 135
107 thyssenkrupp Industrials Participations GmbH, Essen 100,00 135
108 thyssenkrupp Infrastructure GmbH, Essen 100,00 116
109 thyssenkrupp Intellectual Property GmbH, Essen 100,00 135
110 thyssenkrupp Management Consulting GmbH, Düsseldorf 100,00 126
111 thyssenkrupp Marine Systems GmbH, Kiel 100,00 135
112 thyssenkrupp Marine Systems Services GmbH, Kiel 100,00 111
113 thyssenkrupp Materials Business Services GmbH, Essen 100,00 116
114 thyssenkrupp Materials IoT GmbH, Essen 100,00 116
115 thyssenkrupp Materials Processing Europe GmbH, Krefeld 99,58 82 4,34
116 95,24
116 thyssenkrupp Materials Services GmbH, Essen 99,84 82
117 thyssenkrupp Materials Trading GmbH, Essen 100,00 116
118 thyssenkrupp MillServices & Systems GmbH, Duisburg 68,00 90
119 thyssenkrupp Plastics GmbH, Essen 100,00 94
120 thyssenkrupp Presta Chemnitz GmbH, Chemnitz 100,00 135
121 thyssenkrupp Presta Ilsenburg GmbH, Ilsenburg 100,00 82 5,02
135 94,98
122 thyssenkrupp Presta Mülheim GmbH, Mülheim an der Ruhr 100,00 82 5,01
135 94,99
123 thyssenkrupp Presta Schönebeck GmbH, Schönebeck 100,00 122
124 thyssenkrupp Rasselstein GmbH, Andernach 99,50 76
125 thyssenkrupp Regional Investment GmbH, Essen 100,00 82
126 thyssenkrupp Regional Services Germany GmbH, Essen 100,00 82
127 thyssenkrupp rothe erde Germany GmbH, Dortmund 100,00 82 5,10
135 94,90
128 thyssenkrupp Schulte GmbH, Essen 100,00 82 6,00
116 94,00
129 thyssenkrupp Senior Experts GmbH, Essen 100,00 135
130 thyssenkrupp smart steel GmbH, Duisburg 100,00 90
131 thyssenkrupp Stainless GmbH, Essen 100,00 116
132 thyssenkrupp Steel Business Services GmbH, Duisburg 100,00 90
133 thyssenkrupp Steel Europe AG, Duisburg 100,00 79 94,90
82 5,10
134 thyssenkrupp System Engineering GmbH, Essen 100,00 135
135 thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH, Essen 100,00 82
136 thyssenkrupp Transrapid GmbH, Kassel 100,00 135
137 thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers GmbH, Dortmund 66,00 106
138 thyssenkrupp Uhde Engineering Services GmbH, Dortmund 100,00 106
139 thyssenkrupp USA Holding AG & Co. KG, Essen 100,00 82 100,00
135 0,00
140 thyssenkrupp Valvetrain GmbH, Ilsenburg (Harz) 100,00 135
141 thyssenkrupp Vermietungs GmbH, Duisburg 100,00 82 5,10
86 94,90
142 TKMS Business Partnership, Kiel 100,00 111 95,00
169 5,00
143 Uhde High Pressure Technologies GmbH, Hagen 100,00 106
144 Uhde Inventa-Fischer GmbH, Berlin 100,00 106
145 Uhde Services and Consulting GmbH, Dortmund 100,00 135
146 Vermögensverwaltungsgesellschaft TAUS mbH, Grünwald 100,00 126
Dänemark
147 ATLAS Maridan ApS, Rungsted, Dänemark 100,00 56
148 RIAS A/S, Roskilde, Dänemark 54,15 94
149 thyssenkrupp Stål Danmark A/S, Hundested, Dänemark 100,00 241
Finnland
150 ATLAS ELEKTRONIK Finland OY, Espoo, Finnland 100,00 56
151 thyssenkrupp Aerospace Finland Oy, Jämsä, Finnland 100,00 174
Frankreich
152 Defontaine S. A. S., La Bruffière, Frankreich 100,00 155
153 thyssenkrupp Automotive Systèmes France S.A.R.L., Sarreguemines, Frankreich 100,00 155
154 thyssenkrupp Electrical Steel UGO S.A.S., Isbergues, Frankreich 100,00 241
155 thyssenkrupp France S.A.S., Florange, Frankreich 100,00 238
156 thyssenkrupp Industrial Solutions (France) S.A.S., Aix en Provence, Frankreich 100,00 155
157 thyssenkrupp Materials France S.A.S., Maurepas, Frankreich 100,00 155
158 thyssenkrupp Mavilor S.A., Villeurbanne, Frankreich 100,00 155
159 thyssenkrupp Plastics France S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich 100,00 155
160 thyssenkrupp Presta France S.A.S., Florange, Frankreich 100,00 155
161 thyssenkrupp Steel France S.A.S., Maurepas, Frankreich 100,00 241
162 thyssenkrupp System Engineering S.A.S., Ensisheim, Frankreich 100,00 155
Griechenland
163 Greek Naval Shipyards Holding S.A., Skaramanga, Griechenland 100,00 71
Großbritannien
164 ATLAS ELEKTRONIK UK (Holding) Ltd., Winfrith Newburgh, Großbritannien 100,00 56
165 ATLAS ELEKTRONIK UK Ltd., Winfrith Newburgh, Großbritannien 100,00 164
166 Polysius Ltd., Ascot/Berkshire, Großbritannien 100,00 174
167 thyssenkrupp Automotive (UK) Ltd., Solihull, Großbritannien 100,00 174
168 thyssenkrupp Mannex UK Ltd., Woking, Großbritannien 100,00 174
169 thyssenkrupp Marine Systems LLP, Solihull, Großbritannien 100,00 111 99,50
135 0,50
170 thyssenkrupp Materials (UK) Ltd., Cradley Heath, Großbritannien 100,00 174
171 thyssenkrupp Materials UK Holding Ltd., Birmingham, Großbritannien 100,00 174
172 thyssenkrupp rothe erde UK Ltd., Peterlee, Großbritannien 100,00 174
173 thyssenkrupp System Engineering Ltd., East Grinstead , West Sussex, Großbritannien 100,00 174
174 thyssenkrupp UK Plc., Solihull, Großbritannien 100,00 135 0,00
125 100,00
Guatemala
175 Human Advisory S.A., Guatemala, Guatemala 100,00 227 99,98
228 0,02
Indien
176 ATLAS ELEKTRONIK India Private Limited, New Delhi, Indien 100,00 56 99,99
70 0,01
177 Rothe Erde India Private Ltd., Maharashtra, Indien 100,00 127 72,39
60 0,08
99 8,96
135 0,00
189 18,57
194 0,00
178 thyssenkrupp Aerospace India Private Ltd., Bangalore, Indien 100,00 171 0,00
174 100,00
179 thyssenkrupp Electrical Steel India Private Ltd., Mumbai/Nashik, Indien 100,00 92 100,00
154 0,00
180 thyssenkrupp India Private Limited, Mumbai, Indien 100,00 238 100,00
240 0,00
181 thyssenkrupp Industrial Solutions (India) Private Limited, Mumbai, Indien 80,43 106
182 thyssenkrupp Industries India Pvt. Ltd., Pimpri, Indien 54,73 135
183 thyssenkrupp Marine Systems (India) Private Limited, Haryana, Indien 100,00 169
184 thyssenkrupp Materials IT Services India Pvt. Ltd., Thane MH, Indien 100,00 94 0,00
116 100,00
185 thyssenkrupp System Engineering India Private Limited, Pune, Indien 100,00 134 99,90
135 0,10
Indonesien
186 PT. thyssenkrupp Industrial Solutions Indonesia, Jakarta, Indonesien 67,00 106
Irak
187 The House (Al-Bait) for Metal Technology and Engineering LLC, Bagdad, Irak 100,00 106
Italien
188 Acciai Speciali Terni S.p.A., Terni, Italien 100,00 238
189 Berco S.p.A., Copparo, Italien 100,00 82 0,05
193 99,95
190 Röhm Italia S.r.l., Garbagnate Milanese, Italien 100,00 193
191 Terninox S.p.A., Terni, Italien 100,00 188
192 thyssenkrupp Electrical Steel Italia S.r.l., Mailand, Italien 100,00 241
193 thyssenkrupp Italia S.r.l., Rom, Italien 100,00 82
194 thyssenkrupp rothe erde Italy S.p.A., Visano, Italien 100,00 193
195 thyssenkrupp System Engineering S.r.l., Turin, Italien 100,00 134 2,00
193 98,00
196 thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers (Italia) S.R.L., Milan, Italien * 100,00 137
Japan
197 thyssenkrupp Japan K.K., Tokyo, Japan 100,00 198
198 thyssenkrupp rothe erde Japan Ltd. , Minato-ku/Tokio, Japan 100,00 106
199 thyssenkrupp Steel Japan GK, Tokyo, Japan 100,00 241
200 thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers (Japan) Ltd., Tokio, Japan 100,00 137
Kanada
201 Budcan Holdings Inc., Kitchener/Ontario, Kanada 100,00 238
202 thyssenkrupp Finance CA Corp., Ottawa, Kanada 100,00 82
203 thyssenkrupp Industrial Solutions (Canada) Inc., Federal Canada , Kanada 100,00 238
204 thyssenkrupp Marine Systems Canada, Ltd., Victoria BC, Kanada 100,00 56
205 thyssenkrupp Materials CA Ltd., Concord/Ontario, Kanada 100,00 309
206 thyssenkrupp Supply Chain Services CA, Inc., Windsor/Ontario, Kanada 100,00 205
Kasachstan
207 TOO ThyssenKrupp Central Logistics Construction Offshore and Onshore, Almaty, Kasachstan 100,00 108 99,97
116 0,03
208 TOO thyssenkrupp Industrial Solutions Kazakhstan, Almaty, Kasachstan 100,00 106
209 TOO thyssenkrupp Infrastructure, Almaty, Kasachstan 100,00 108 99,00
258 1,00
210 TOO thyssenkrupp Plant Construction Kazakhstan , Almaty, Kasachstan 100,00 208 99,00
211 1,00
211 TOO thyssenkrupp Plant Engineering Kazakhstan, Almaty, Kasachstan 100,00 208 99,00
210 1,00
Kolumbien
212 thyssenkrupp Steel Colombia S.A.S., Bogota, Kolumbien 100,00 30
Korea, Rep.
213 ATLAS Naval Engineering Company Ltd., Changwon-Si, Korea, Rep. 100,00 56
214 ThyssenKrupp Korea Ltd., Seoul, Korea, Rep. 100,00 274
215 thyssenkrupp Materials Korea Company Ltd., Seoul, Korea, Rep. 70,00 116
Liechtenstein
216 thyssenkrupp Presta Aktiengesellschaft, Eschen, Liechtenstein 100,00 135
217 thyssenkrupp Presta TecCenter AG, Eschen, Liechtenstein 100,00 121
Litauen
218 UAB thyssenkrupp Infrastructure, Klaipeda, Litauen 51,00 108
Malaysia
219 Polysius Engineering Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia 100,00 106
220 thyssenkrupp Industrial Solutions (Malaysia) SDN. BHD., Kuala Lumpur, Malaysia 100,00 106
221 thyssenkrupp Industries (M) Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia 100,00 182
222 thyssenkrupp Malaysia Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia 100,00 82
Marokko
223 thyssenkrupp Aerospace Morocco SARL, Casablanca, Marokko 100,00 81
224 thyssenkrupp Industrial Solutions Maroc SARL, Mohammedia, Marokko 100,00 106
Mexico
225 thyssenkrupp Automotive Systems de México S.A. de C.V., Puebla, Mexico 100,00 84 100,00
231 0,00
226 thyssenkrupp Components Technology de México, S.A. de C.V., San Luis Potosi, Mexico 100,00 88 100,00
135 0,00
227 thyssenkrupp Industrial Solutions (Mexico) S.A. de C.V., State of Mexico, Mexico 100,00 106 99,99
135 0,01
228 thyssenkrupp Industrial Solutions Services (Mèxico), S.A. de C.V., State of Mexico, Mexico 100,00 106 0,02
227 99,98
229 thyssenkrupp Materials de Mèxico, S.A. de C.V., Puebla, Mexico 100,00 94 0,00
116 100,00
230 thyssenkrupp Metalúrgica de México S.A. de C.V., Puebla, Mexico 100,00 226 100,00
231 0,00
231 thyssenkrupp Presta de México S.A. de C.V., Puebla, Mexico 100,00 84 50,00
160 50,00
232 thyssenkrupp System Engineering, S.A. de C.V., Santiago de Querétaro, Mexico 100,00 134 100,00
135 0,00
Mosambik
233 thyssenkrupp Industrial Solutions (Mozambique) Limitada, Maputo Cidade, Mosambik 100,00 253
Niederlande
234 B.V. Stuwadoors-Maatschappij Kruwal, Rotterdam, Niederlande 75,00 133 25,00
242 50,00
235 Ertsoverslagbedrijf Europoort C.V., Rotterdam, Niederlande 75,25 133 24,75
234 0,99
242 49,50
236 ThyssenKrupp Gebouwen B.V., Veghel, Niederlande 100,00 116
237 thyssenkrupp Materials Nederland B.V., Amsterdam, Niederlande 100,00 238
238 thyssenkrupp Nederland Holding B.V., Roermond, Niederlande 100,00 82
239 thyssenkrupp Netherlands Project B.V., Veghel, Niederlande 100,00 135
240 thyssenkrupp Participations B.V., Veghel, Niederlande 100,00 238
241 thyssenkrupp Second Participations B.V., Veghel, Niederlande 100,00 135
242 thyssenkrupp Veerhaven B.V., Rotterdam, Niederlande 100,00 241
Peru
243 thyssenkrupp Industrial Solutions (Peru) S.A., Arequipa, Peru 100,00 2 0,01
106 99,01
227 0,98
Polen
244 ThyssenKrupp GfT Polska Sp. z o.o., Krakau, Polen 100,00 100
245 thyssenkrupp Group Services Gdansk Sp. z o.o., Gdansk, Polen 100,00 86
246 thyssenkrupp Materials Poland S.A., Torun, Polen 90,00 116
247 thyssenkrupp Materials Processing Europe Sp. z o.o., Dabrowa Górnicza, Polen 100,00 115
248 ThyssenKrupp Presta SteerTec Poland Sp.z o.o., Meseritz, Polen 100,00 122
Portugal
249 PALMETAL Armazenagem e Servicos S.A., Palmela, Portugal 90,00 284
Puerto Rico
250 Carolina Building Materials, Inc., Carolina, Puerto Rico 100,00 117
Rep. Südafrika
251 Ninafor (Pty) Ltd., Menlo Park, Rep. Südafrika 0,002) 253
252 The Umvuso Education Trust, Sunninghill Johannesburg, Rep. Südafrika 0,002) 253
253 thyssenkrupp Industrial Solutions (Africa)(Pty) Ltd., Sunninghill, Rep. Südafrika 100,00 106
254 thyssenkrupp Industrial Solutions South Africa (Pty) Ltd., Sunninghill, Rep. Südafrika 70,00 253
Rumänien
255 thyssenkrupp Bilstein S.A., Sibiu, Rumänien 100,00 85 99,82
95 0,18
256 thyssenkrupp Materials Romania S.R.L., Bukarest, Rumänien 100,00 116
Russland
257 OOO thyssenkrupp Industrial Solutions (RUS), Dzerzhinsk, Russland 100,00 106
258 OOO thyssenkrupp Infrastructure, St. Petersburg, Russland 100,00 108 99,90
209 0,10
259 OOO thyssenkrupp System Engineering, Kaluga, Russland 100,00 134
260 thyssenkrupp rothe erde RUS LLC, Moskau, Russland 100,00 75 1,00
277 99,00
Saudi Arabien
261 thyssenkrupp Saudi Arabia Contracting Company Limited, Riyadh, Saudi Arabien 100,00 156 95,00
162 5,00
262 Uhde Arabia Ltd., Al-Khobar, Saudi Arabien 60,00 106
Schweiz
263 Maerz Ofenbau AG, Zürich, Schweiz 100,00 106
264 Neomat AG, Beromünster/Luzern, Schweiz 100,00 237
265 Notz Plastics AG, Brügg, Schweiz 100,00 237
266 thyssenkrupp Materials Schweiz AG, Wil, Schweiz 100,00 116
267 thyssenkrupp Steel Switzerland AG, Bronschhofen, Schweiz 100,00 241
268 Uhde Inventa-Fischer AG, Domat / Ems, Schweiz 100,00 106
Serbien
269 ThyssenKrupp Materials d.o.o., Indjija, Serbien 100,00 116
Singapur
270 thyssenkrupp Industrial Solutions (Asia Pacific) Pte. Ltd., Singapur, Singapur 100,00 274
271 thyssenkrupp Innovations Pte. Ltd., Singapore, Singapur 100,00 274
272 thyssenkrupp Marine Systems (Singapore) Pte. Ltd., Singapur, Singapur 100,00 274
273 thyssenkrupp Materials Trading Asia Pte. Ltd., Singapur, Singapur 100,00 274
274 thyssenkrupp Singapore Pte. Ltd., Singapur, Singapur 100,00 82
275 thyssenkrupp Steel Singapore Pte. Ltd., Singapur, Singapur 100,00 241
Slowakei
276 thyssenkrupp Materials Slovakia spol. s r.o., Nové Zámky, Slowakei 100,00 116
277 thyssenkrupp rothe erde Slovakia a.s., Povazská Bystrica, Slowakei 100,00 127
278 ThyssenKrupp-Dopravné Stavby Slovensko s.r.o., Bratislava, Slowakei 51,00 100
Spanien
279 Defontaine Ibérica S.A.U., Viana, Spanien 100,00 152
280 thyssenkrupp Galmed S.A., Sagunto, Spanien 100,00 241
281 thyssenkrupp Industrial Solutions S.A.U., Madrid, Spanien 100,00 135
282 thyssenkrupp Materials Ibérica S.A., Martorelles, Spanien 100,00 135
283 thyssenkrupp Materials Processing Europe, S.L., Valencia, Spanien 100,00 135
284 thyssenkrupp Materials Processing Lamincer S.A., Munguia, Spanien 100,00 116
285 thyssenkrupp Plastic Ibérica SL, Massalfassar (Valencia), Spanien 100,00 135
286 thyssenkrupp Rothe Erde Spain S.A., Zaragoza, Spanien 100,00 135
287 thyssenkrupp Steel Ibérica S.L., Martorelles, Spanien 100,00 241
288 thyssenkrupp System Engineering S.A., Barcelona, Spanien 100,00 135
Thailand
289 Atlas Naval Support Centre (Thailand) Limited, Bangkok, Thailand 100,00 56
290 thyssenkrupp Industrial Solutions (Thailand) Ltd., Bangkok, Thailand 75,00 4
291 thyssenkrupp Materials (Thailand) Co., Ltd., Bangkok, Thailand 100,00 116 49,00
292 51,00
292 thyssenkrupp Materials Holding (Thailand) Ltd., Samut Prakarn Province, Thailand 100,00 116 49,00
291 51,00
Tschechische Republik
293 thyssenkrupp Materials Czechia spol. s r.o., Prag, Tschechische Republik 100,00 116
Tunesien
294 Defontaine Tunisie S.A., Ben Arous, Tunesien 67,01 152
295 thyssenkrupp Aerospace Tunisia S.A.R.L., Fouchana, Tunesien 99,98 157
Türkei
296 thyssenkrupp Industrial Solutions Makine Sanayi Ve Ticaret A.S., Istanbul, Türkei 100,00 106
297 thyssenKrupp Marine Systems Gemi Sanayi ve Ticaret A.S., Ankara, Türkei 100,00 111
298 thyssenkrupp Materials Turkey Metal Sanayi ve Ticaret A.S., Istanbul, Türkei 100,00 116
Ungarn
299 thyssenkrupp Components Technology Hungary Kft., Budapest, Ungarn 100,00 122
300 thyssenkrupp Materials Hungary Zrt., Budapest, Ungarn 100,00 116
USA
301 ATLAS North America, LLC., Yorktown, USA 100,00 56
302 Berco of America Inc., Waukesha/Wisconsin, USA 100,00 312
303 thyssenkrupp Automotive Systems of America. LLC, Wilmington/Delaware, USA 100,00 312
304 thyssenkrupp Bilstein of America Inc., San Diego/California, USA 100,00 312
305 thyssenkrupp Crankshaft Co. LLC, Danville/Illinois, USA 100,00 312
306 thyssenkrupp Finance USA, Inc., Wilmington, Delaware, USA 100,00 312
307 thyssenkrupp Industrial Solutions (USA), Inc., Milwaukee/Wisconsin, USA 100,00 312
308 thyssenkrupp Logistics, Inc., Southfield/Michigan, USA 100,00 309
309 thyssenkrupp Materials NA, Inc., Southfield/Michigan, USA 100,00 312
310 thyssenkrupp Materials, LLC, Southfield/Michigan, USA 100,00 309
311 thyssenkrupp NA Holding Corp., East Lansing/Michigan, USA 100,00 139
312 thyssenkrupp North America, LLC, Dover/Delaware, USA 100,00 311
313 thyssenkrupp OnlineMetals, LLC, Southfield/Michigan, USA 100,00 309
314 thyssenkrupp Presta Danville, LLC, Danville/Illinois, USA 100,00 312
315 thyssenkrupp Presta North America, LLC, Terre Haute/Indiana, USA 100,00 312
316 thyssenkrupp rothe erde USA Inc., Aurora/Ohio, USA 100,00 312
317 thyssenkrupp Steel North America, Inc., Dover/Delaware, USA 100,00 241
318 thyssenkrupp Supply Chain Services NA, Inc., Southfield/Michigan, USA 100,00 309
319 thyssenkrupp System Engineering, Inc., Auburn Hills/Michigan, USA 100,00 312
320 thyssenkrupp Uhde Chlorine Electrolysis (USA) Inc., Wilmington/Delaware, USA 100,00 200
Vereinigte Arabische Emirate
321 ATLAS ELEKTRONIK L.L.C., Abu-Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate 49,00 56
Vietnam
322 thyssenkrupp Industrial Solutions (Vietnam) Ltd., Hanoi, Vietnam 100,00 106
323 thyssenkrupp Materials Vietnam LLC, Ho-Chi-Minh City, Vietnam 100,00 116
Ägypten
324 thyssenkrupp Industrial Solutions Egypt Company (S.A.E.), Kairo, Ägypten 100,00 106
325 thyssenkrupp Marine System-Egypt SAE , Alexandria, Ägypten 100,00 56 1,00
70 1,00
111 98,00
Österreich
326 Rhenus Immobilien Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich 100,00 327
327 thyssenkrupp Austria Beteiligungs GmbH, Wien, Österreich 100,00 329
328 thyssenkrupp Austria GmbH, Wien, Österreich 100,00 82
329 thyssenkrupp Austria GmbH & Co. KG, Wien, Österreich 100,00 82
330 thyssenkrupp Materials Austria GmbH, Wien, Österreich 100,00 327
B. Quotal in den Konzernabschluss einbezogene Unternehmen
Deutschland
331 Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH, Duisburg * 50,00 133
C. At equity bewertete Beteiligungen ( * =Joint Venture)
Belgien
332 Haeger & Schmidt Logistics Belgium N.V., Antwerpen, Belgien 38,54 133
China
333 JTA Technology (Hangzhou) Co. Ltd. , Hangzhou, China * 34,00 133
334 TKAS (Chongqing) Auto Steel Co., Ltd., Chongqing, China * 12,50 133
335 TKAS Auto Steel Company Limited, Dalian, Liaoning Province, China * 50,00 133
Deutschland
336 BOBBY&CARL GmbH i. L., Düsseldorf * 50,00 82
337 COMUNITHY Immobilien GmbH i. L., Düsseldorf 49,00 86
338 HFS Hotforming Solutions GmbH i. L., Schwalbach * 50,00 134
339 Kreislaufsystem Blechverpackungen Stahl GmbH (KBS), Düsseldorf 40,00 124
340 mt industry recycling GmbH, München 50,00 116
341 MTG Marinetechnik GmbH, Hamburg 49,00 56 10,00
111 39,00
342 Walzen-Service-Center GmbH, Oberhausen * 50,00 133
Finnland
343 Polarputki Oy, Helsinki, Finnland * 50,00 116
Griechenland
344 Advanced Lithium Systems Europe S.A., Attica, Griechenland 49,00 56
Italien
345 Euroacciai S.p.A., Brescia, Italien 30,25 188
346 Ilserv S.r.l., Terni, Italien 35,00 188
347 Terni Frantumati S.p.A., Terni, Italien 21,00 188
Katar
348 Blohm & Voss German Naval Technology LLC, Doha, Katar * 40,00 111
Korea, Rep.
349 KEPCO-Uhde Inc., Seoul, Korea, Rep. * 26,93 106
Luxemburg
350 Vertical Topco I S.A., Luxembourg, Luxemburg 19,32 82
Norwegen
351 KTA Naval Systems AS, Kongsberg, Norwegen * 50,00 56 33,33
111 16,67
Puerto Rico
352 Aceros de America Inc., San Juan, Puerto Rico * 50,00 117
Rep. Südafrika
353 CybiCOM ATLAS Defence Ltd., Capetown, Rep. Südafrika 40,00 56
Singapur
354 Leong Jin Corporation Pte. Ltd., Singapur, Singapur 30,00 116

1) Jahresabschluss nicht 30.09.

2) nach IFRS Vorschriften einbezogen

Eigenkapital Jahresergebnis Anteil am Kapital

%
gehalten über lfd. Nr. Quote

%
D. Nicht einbezogene verbundene Unternehmen
Rumänien
355 Maerz Ofenbau SRL, Timisoara, Rumänien 441 31 1) 100,00 263
Tschechische Republik
356 ThyssenKrupp Industrial Solutions (CZ) s.r.o., Brno, Tschechische Republik 470 101 1) 100,00 106
E. Sonstige assoziierte Beteiligungen
Deutschland
357 Arsol Aromatics GmbH & Co. KG, Gelsenkirchen 21,71 133
358 Gewerkschaft Hermann V GmbH, Essen 33,33 90
359 Grundstücksgesellschaft Schlossplatz 1 mbH & Co.KG, Berlin 20,00 82
360 NORA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Gelsenkirchen KG, Düsseldorf 94,76 135
Indien
361 Indo German International Private Ltd., New Delhi, Indien 18,73 117
Japan
362 JEVISE Corporation, Tokyo, Japan * 50,00 133
Portugal
363 LISNAVE-ESTALEIROS NAVAIS S.A., Lissabon, Portugal 20,00 135
F. Andere Beteiligungsunternehmen
Brasilien
364 Susin, Francescutti Metalurgica Ltda., Bairro Pioneiro-Caxias do Sul, Brasilien 12,50 20
China
365 BCCW (Tangshan) Jiahua Coking & Chemical Co., Ltd. i.L., Tangshan, China 25,00 117
Deutschland
366 BELASTAHL Außenhandel GmbH, Berlin 10,00 117
367 Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Duisburg mbH -GFW Duisburg-, Duisburg 10,00 82 7,50
133 2,50
368 Hamburgische Schiffbau-Versuchsanstalt GmbH, Hamburg 20,42 111
369 Holcim HüttenZement GmbH, Dortmund 25,01 133
370 LEWA Attendorn GmbH, Olpe 19,20 82 15,20
133 4,00
371 PEAG Holding GmbH, Dortmund 13,72 82
Frankreich
372 Bionext S.A.S., Venette, Frankreich 19,18 106
Spanien
373 Thyssen Ros Casares S.A. i.L., Valencia, Spanien 50,00 115

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen

Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 30. September 2020, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2019 bis zum 30. September 2020 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der thyssenkrupp AG, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, einschließlich der nichtfinanziellen Erklärung nach § 289b Abs. 1 HGB und § 315b Abs. 1 HGB für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2019 bis zum 30. September 2020 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB und § 315d HGB haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 30. September 2020 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2019 bis zum 30. September 2020 und
vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit §317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537 / 2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Die Prüfung des Konzernabschlusses haben wir unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften, Grundsätzen und Standards ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2019 bis zum 30. September 2020 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung:

[1] Werthaltigkeit der Firmenwerte

[2] Bilanzielle Abbildung latenter Steuern

[3] Werthaltigkeit der Sachanlagen und sonstigen immateriellen Vermögenswerte (ohne Firmenwerte)

[4] Bilanzielle Auswirkungen der Veräußerung des Aufzuggeschäfts Elevator Technology

Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert:

(1) Sachverhalt und Problemstellung

(2) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

(3) Verweis auf weitergehende Informationen

Nachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

[1] Werthaltigkeit der Firmenwerte

(1) Im Konzernabschluss der thyssenkrupp AG werden unter dem Bilanzposten "Immaterielle Vermögenswerte" Firmenwerte in Höhe von 1.481 Mio € (15 % des Konzerneigenkapitals) ausgewiesen. Die Gesellschaft ordnet die Firmenwerte den relevanten Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Units) der jeweiligen Business Areas zu. Diese Firmenwerte werden mindestens einmal jährlich jeweils zum Bilanzstichtag oder auch anlassbezogen einem Werthaltigkeitstest (sog. "Impairment-Test") unterzogen, um einen möglichen Abschreibungsbedarf zu ermitteln. Hierbei werden grundsätzlich den ermittelten Nutzungswerten jeweils die Buchwerte der entsprechenden Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten gegenübergestellt. Bei der Bestimmung der Nutzungswerte der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wird die Discounted Cashflow Methode verwendet, wobei die von den gesetzlichen Vertretern verabschiedete Planungsrechnung der thyssenkrupp-Gruppe, die unter anderem auch die erwarteten Auswirkungen der anhaltenden Corona-Krise auf die Geschäftstätigkeit der thyssenkrupp-Gruppe berücksichtigt, zugrunde gelegt wird. Die Abzinsung erfolgt mittels der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Als Ergebnis des Werthaltigkeitstests kam es auch nach Berücksichtigung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten der Veräußerung bei fünf Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zu Wertminderungen von insgesamt 777 Mio €. Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße von der Einschätzung und den Annahmen der zukünftigen Cashflows der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten durch die gesetzlichen Vertreter, unter anderem auch vor dem Hintergrund der Auswirkungen der Corona-Krise, sowie des verwendeten Diskontierungszinssatzes abhängig und daher mit einer erheblichen Unsicherheit behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der zugrundeliegenden Komplexität der Bewertungsmodelle war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

(2) Bei unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Durchführung der Werthaltigkeitstests nachvollzogen und die Ermittlung der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten beurteilt. Zudem haben wir die Angemessenheit der bei der Bewertung verwendeten künftigen Cashflows insbesondere durch Abgleich dieser Angaben mit der Planungsrechnung sowie durch Abstimmung ausgewählter Planungsannahmen mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen beurteilt. Die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der Auswirkungen der Corona-Krise auf die Geschäftstätigkeit der thyssenkrupp-Gruppe haben wir gewürdigt und deren Berücksichtigung bei der Planungsrechnung nachvollzogen. Vor dem Hintergrund, dass bereits relativ kleine Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des auf diese Weise ermittelten Nutzungswerts haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parametern beschäftigt und das Berechnungsschema nachvollzogen. Zudem haben wir für ausgewählte Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zum Bilanzstichtag eine detaillierte Untersuchung des Bewertungsmodells und der Planungsrechnung vorgenommen. Die Auswahl basierte auf qualitativen Aspekten und der Höhe der Überdeckung des jeweiligen Buchwerts durch den Nutzungswert. In diesem Zusammenhang haben wir unter anderem die Konsistenz der Planungsannahmen und die Realisierbarkeit von geplanten Maßnahmen zur Steigerung der künftigen Cashflows anhand weiterer Nachweise analysiert und in Gesprächen mit dem jeweiligen Management kritisch diskutiert. Die Umsetzbarkeit der wesentlichen wertbeeinflussenden Maßnahmen haben wir dabei unter anderem vor dem Hintergrund des bisherigen Geschäftskonzeptes sowie der aktuellen und erwarteten Marktgegebenheiten beurteilt. Ergänzend haben wir eigene Sensitivitätsanalysen durchgeführt. Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und -annahmen stimmen insgesamt mit unseren Erwartungen überein und liegen auch innerhalb der aus unserer Sicht vertretbaren Bandbreiten.

(3) Die Angaben der Gesellschaft zu den Firmenwerten und deren Werthaltigkeit sind im Abschnitt 04 des Konzernanhangs enthalten.

[2] Bilanzielle Abbildung latenter Steuern

(1) Im Konzernabschluss der thyssenkrupp AG werden nach Saldierungen und Wertberichtigungen insgesamt aktive latente Steuern in Höhe von 497 Mio € (5 % des Konzerneigenkapitals) und passive latente Steuern in Höhe von 58 Mio € (1 % des Konzerneigenkapitals) ausgewiesen. Die Bilanzierung der aktiven latenten Steuern erfolgte in dem Umfang, in dem es nach den Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter wahrscheinlich ist, dass zu versteuernde Ergebnisse anfallen, durch die die abzugsfähigen temporären Differenzen und noch nicht genutzten steuerlichen Verlust- sowie Zinsvorträge genutzt werden können. Dazu werden, soweit nicht ausreichend passive latente Steuern vorhanden sind, Prognosen über die künftigen steuerlichen Ergebnisse ermittelt, die sich aus der verabschiedeten Planungsrechnung ergeben und die unter anderem auch die erwarteten Auswirkungen der anhaltenden Corona-Krise auf die Geschäftstätigkeit der thyssenkrupp-Gruppe berücksichtigen. Für die Berechnung latenter Steuern werden die Steuersätze zukünftiger Geschäftsjahre herangezogen, soweit sie bereits gesetzlich festgeschrieben sind bzw. der Gesetzgebungsprozess im Wesentlichen abgeschlossen ist. Von den insgesamt 6.343 Mio € latenten Steueransprüchen der thyssenkrupp-Gruppe vor Wertberichtigungen und Saldierungen entfallen 2.097 Mio € auf Verlustvorträge und 278 Mio € auf Zinsvorträge. Von diesen aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge und Zinsvorträge wurden 2.288 Mio € wertberichtigt, da für das jeweilige Steuersubjekt der thyssenkrupp-Gruppe nicht von einem ausreichenden zu versteuernden Ergebnis ausgegangen wird. Aus unserer Sicht waren diese Sachverhalte aufgrund der betragsmäßigen Höhe bzw. der Abhängigkeit von den Einschätzungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter von besonderer Bedeutung.

(2) Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem die eingerichteten Prozesse und Kontrollen zur Erfassung von Steuersachverhalten und die Angemessenheit der bilanziellen Abbildung beurteilt. Die Werthaltigkeit der aktivierten Steuern auf Verlust- und Zinsvorträge sowie temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen in IFRS- und Steuerbilanz haben wir, soweit nicht ausreichende passive latente Steuern vorlagen, auf Basis der von den gesetzlichen Vertretern aufgestellten steuerlichen Planungsrechnung der thyssenkrupp-Gruppe unter Berücksichtigung der Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der Auswirkungen der Corona-Krise auf die Geschäftstätigkeit der thyssenkrupp-Gruppe beurteilt und die Angemessenheit der verwendeten Planungsgrundlage gewürdigt. Auf Basis unserer Prüfungshandlungen konnten wir die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen zum Ansatz und der Bewertung der latenten Steuern nachvollziehen und uns von deren Angemessenheit überzeugen.

(3) Die Angaben der Gesellschaft zu den latenten Steuern sind im Abschnitt 31 des Konzernanhangs enthalten.

[3] Werthaltigkeit der Sachanlagen und sonstigen immateriellen Vermögenswerte (ohne Firmenwerte)

(1) Im Konzernabschluss der thyssenkrupp AG werden in der Konzernbilanz Sachanlagen und sonstige immaterielle Vermögenswerte (ohne Firmenwerte) mit einem Betrag von insgesamt 6.913 Mio € (19 % der Bilanzsumme bzw. 68 % des Konzerneigenkapitals) ausgewiesen. Der Wert der Sachanlagen und sonstigen immateriellen Vermögenswerte entfällt im Wesentlichen auf die Segmente Steel Europe und Automotive Technology. Die Vermögenswerte werden von der Gesellschaft einem Werthaltigkeitstest unterzogen, wenn interne oder externe Indikatoren auf eine mögliche Wertminderung hindeuten. Im aktuellen Geschäftsjahr war insbesondere die Corona-Krise und die daraus resultierenden Nachfrageeinbrüche und insgesamt eingetrübten Markterwartungen Auslöser für die Durchführung der Werthaltigkeitstests. Der Werthaltigkeitstest erfolgt auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit gemäß IAS 36. Im Rahmen des Werthaltigkeitstests wird der Buchwert der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit dem entsprechenden erzielbaren Betrag gegenübergestellt. Die Ermittlung des erzielbaren Betrags erfolgt grundsätzlich auf Basis des Nutzungswerts, soweit nicht der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten höher ist. Grundlage der Bewertung ist dabei regelmäßig der Barwert künftiger Cashflows der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Die Barwerte werden mittels Discounted-Cash-Flow Modellen ermittelt. Dabei bildet die von den gesetzlichen Vertretern verabschiedete Planungsrechnung der thyssenkrupp-Gruppe, die unter anderem auch die erwarteten Auswirkungen der anhaltenden Corona-Krise auf die Geschäftstätigkeit der thyssenkrupp-Gruppe berücksichtigt, den Ausgangspunkt. Die Abzinsung erfolgt mittels der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Als Ergebnis des Werthaltigkeitstests kam es insgesamt zu Wertminderungen von 2.131 Mio €, die insbesondere auf die Segmente Steel Europe und Automotive Technology entfallen. Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße von den Einschätzungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der künftigen Cashflows der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit, unter anderem auch vor dem Hintergrund der Auswirkungen der Corona-Krise, des verwendeten Diskontierungssatzes sowie weiteren Annahmen abhängig und dadurch mit einer erheblichen Unsicherheit behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Komplexität der Bewertung war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

(2) Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem das Vorliegen von Indikatoren einer möglichen Wertminderung und das methodische Vorgehen zur Durchführung der Werthaltigkeitstests nachvollzogen. Für ausgewählte Werthaltigkeitstests, deren Auswahl nach qualitativen und quantitativen Aspekten erfolgte, haben wir nach Abgleich der bei der Berechnung verwendeten künftigen Cashflows mit der verabschiedeten Planungsrechnung der thyssenkrupp-Gruppe die Angemessenheit der Berechnung insbesondere durch Abstimmung mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen beurteilt. Die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der Auswirkungen der Corona-Krise auf die Geschäftstätigkeit der thyssenkrupp-Gruppe haben wir gewürdigt und deren Berücksichtigung bei der Planungsrechnung nachvollzogen. Mit der Kenntnis, dass bereits relativ kleine Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des auf diese Weise jeweils ermittelten erzielbaren Betrags haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parametern beschäftigt und das Berechnungsschema nachvollzogen. Um den bestehenden Prognoseunsicherheiten Rechnung zu tragen haben wir die von der Gesellschaft erstellten Sensitivitätsanalysen nachvollzogen. Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und -annahmen liegen innerhalb der aus unserer Sicht vertretbaren Bandbreiten.

(3) Die Angaben der Gesellschaft zur Werthaltigkeit der Sachanlagen und sonstigen immateriellen Vermögenswerte sind im Abschnitt 05 des Konzernanhangs enthalten.

[4] Bilanzielle Auswirkungen der Veräußerung des Aufzuggeschäfts Elevator Technology

(1) Im Rahmen der strategischen Weiterentwicklung der thyssenkrupp-Gruppe wurde am 27. Februar 2020 mit einem Bieterkonsortium um Advent International und Cinven eine Vereinbarung zum vollständigen Verkauf des Aufzuggeschäfts Elevator Technology getroffen. Mit Unterzeichnung erfolgte die Einstufung des Aufzuggeschäfts als zur Veräußerung gehalten und als aufgegebener Geschäftsbereich gemäß IFRS 5. Nach Freigabe des Verkaufs durch die zuständigen Behörden ist der Vollzug der Transaktion (Closing) und die Entkonsolidierung von Elevator Technology am 31. Juli 2020 erfolgt. Mit dem Closing hat die thyssenkrupp-Gruppe den Kaufpreis entsprechend der vertraglichen Vereinbarung erhalten. Der Kaufpreis setzt sich aus Zahlungsmitteln in Höhe von 15,53 Mrd € und einer Rückbeteiligung an Elevator Technology im Wert von rund 1,25 Mrd €, die aus mehreren Finanzinstrumenten besteht, zusammen. Aufgrund der sehr bedeutsamen Auswirkungen der Transaktion auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der thyssenkrupp-Gruppe und der Komplexität der vertraglichen Regelungen, insbesondere hinsichtlich der bilanziellen Behandlung der Rückbeteiligung an Elevator Technology, war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

(2) Zur Würdigung der sachgerechten bilanziellen Behandlung der Veräußerung des Aufzuggeschäfts Elevator Technology haben wir uns im Rahmen unserer Prüfung unter anderem mit den gesellschaftsrechtlichen Grundlagen sowie den Regelungen des zugrundeliegenden Verkaufsvertrags auseinandergesetzt. In diesem Zusammenhang haben wir die Erfüllung der Voraussetzungen für die unterjährige Einstufung als zur Veräußerung gehalten und als aufgegebener Geschäftsbereich gemäß IFRS 5, die bilanzielle Behandlung der Rückbeteiligung an Elevator Technology sowie die Entkonsolidierung von Elevator Technology nachvollzogen und beurteilt. Wir konnten uns dabei insgesamt davon überzeugen, dass der Ausweis und die bilanzielle Abbildung der Veräußerung von Elevator Technology nachvollziehbar dokumentiert und die erfassten Ergebniseffekte sachgerecht ermittelt wurden.

(3) Die Angaben der Gesellschaft zur Veräußerung des Aufzuggeschäfts Elevator Technology und zur Rückbeteiligung sind in den Abschnitten 03 und 06 des Konzernanhangs enthalten.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB und § 315d HGB.

Die sonstigen Informationen umfassen zudem die übrigen Teile des Geschäftsberichts - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses, des geprüften Konzernlageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zum Konzernlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der ISA durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.
holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.
beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 31. Januar 2020 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 12. Februar 2020 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2012 / 2013 als Konzernabschlussprüfer der thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Michael Preiß.

Essen, den 16. November 2020

**PricewaterhouseCoopers GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Harald Kayser, Wirtschaftsprüfer

Michael Preiß, Wirtschaftsprüfer

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Gruppenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gruppe so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gruppe beschrieben sind.

Essen, den 16. November 2020

thyssenkrupp AG

Der Vorstand

Merz

Burkhard

Keysberg

Bericht des Aufsichtsrats

Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionäre!

Bevor ich Sie nachfolgend konkret über die Arbeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse im Geschäftsjahr 2019 / 2020 informiere, möchte ich zu Beginn kurz auf dieses herausfordernde Jahr insgesamt zurückblicken. Es war ein Jahr, in dem die Corona-Pandemie unser Geschäft und unsere Arbeit nachhaltig beeinflusst hat. Auch wenn die Auswirkungen der Pandemie dramatisch waren, so sind sie für thyssenkrupp unter dem Strich insgesamt doch weniger negativ ausgefallen als ursprünglich befürchtet. Der Vorstand hat entschlossen reagiert und konsequent Maßnahmen zur Liquiditätssicherung umgesetzt. Das abgelaufene Geschäftsjahr war ein entscheidendes für die Transformation unseres Unternehmens hin zu einer leistungsstarken "Group of Companies" mit einem schlanken Führungsmodell und einem klar strukturierten Portfolio. Die Fortschritte werden immer deutlicher erkennbar.

Auf diesem Transformationspfad orientiert sich das Unternehmen an den strategischen Handlungsfeldern Performance, Portfolio und Organisation. In allen Handlungsfeldern wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr zentrale Entscheidungen erfolgreich umgesetzt. Beim Verkauf der Aufzugssparte konnte thyssenkrupp einen ausgesprochen guten Erlös erzielen. Außerdem wurde im März 2020 die "Stahl-Strategie 20-30" beschlossen und mit der Arbeitnehmervertretung verhandelt. Im Mai 2020 hat thyssenkrupp im Rahmen eines Strategie-Updates das Portfolio neu strukturiert und damit den künftigen Handlungsrahmen für die einzelnen Segmente festgelegt. Auch die Organisationsstrukturen wurden bereits an die neuen Realitäten angepasst: Die Zentrale wurde erheblich verkleinert, die Regionalstrukturen angepasst und das Angebot der Service-Einheiten wurde konsolidiert sowie besser auf die Nachfrage unserer Geschäfte abgestimmt.

Die Umsetzung des Transformationsprozesses haben wir im Aufsichtsrat eng begleitet und werden das auch weiterhin tun. Über die Fortschritte wird regelmäßig in den Sitzungen des Aufsichtsrats und in den Sitzungen der Ausschüsse berichtet und diskutiert.

Zusammenarbeit von Aufsichtsrat und Vorstand

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2019 / 2020 die Geschäftsführung des Vorstands kontinuierlich überwacht und diesen bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten. Wir konnten uns dabei stets von der Recht-, Zweck- und Ordnungsmäßigkeit der Vorstandsarbeit überzeugen. Der Vorstand ist seinen Informationspflichten nachgekommen. Er hat uns regelmäßig, zeitnah und umfassend in schriftlicher und mündlicher Form über alle für die Gesellschaft und die Gruppe relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, der Risikoentwicklung und der Compliance unterrichtet. Dies beinhaltete auch Informationen über Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung von früher berichteten Zielen sowie Abweichungen des Geschäftsverlaufs von der Planung (Follow-up-Berichterstattung). Die Mitglieder des Aufsichtsrats hatten ausreichend Gelegenheit, sich in den Ausschüssen bzw. im Plenum mit den vorgelegten Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands kritisch auseinanderzusetzen und eigene Anregungen einzubringen. Insbesondere haben wir alle für das Unternehmen bedeutsamen Geschäftsvorgänge auf Basis schriftlicher und mündlicher Vorstandsberichte intensiv erörtert und auf Plausibilität überprüft. Mehrfach hat sich der Aufsichtsrat ausführlich mit den Zielen des Unternehmens, der Risikosituation, der Liquiditätsplanung und der Eigenkapitalsituation auseinandergesetzt. Aufbauend auf der Analyse der Wertpotenziale der Geschäfte der Gruppe sowie der Chancen und Risiken strategischer Schritte wurden dem Aufsichtsrat kritische operative Themen zur Beratung vorgelegt. Zu einzelnen Geschäftsvorgängen hat der Aufsichtsrat seine Zustimmung erteilt, soweit dies nach Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung für den Vorstand erforderlich war.

Angesichts der aktuellen Situation haben Aufsichtsrat und Vorstand die bereits im Geschäftsjahr 2018/2019 aufgenommene deutlich intensivere Zusammenarbeit und den Informationsaustausch fortgeführt und insbesondere in zweiwöchentlichen Sitzungen des Präsidiums mit Teilnahme von Vorstandsmitgliedern und externen Beratern schwerpunktmäßig den Rahmen für den Transformationsprozess von thyssenkrupp sowie die Auswirkungen der und die Reaktionen auf die Corona-Pandemie erörtert.

Darüber hinaus standen die Vorsitzenden des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse auch zwischen den Gremiensitzungen in einem engen und regelmäßigen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstand und haben sich über wesentliche Entwicklungen informiert. Über wichtige Erkenntnisse wurde spätestens in den jeweils folgenden Aufsichtsrats- bzw. Ausschusssitzungen berichtet. Anteilseigner- und Arbeitnehmervertreter haben die Tagesordnungspunkte der Plenumssitzungen in getrennten Vorgesprächen beraten. Im abgelaufenen Geschäftsjahr traten keine Interessenkonflikte von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern auf, die dem Aufsichtsrat unverzüglich offenzulegen gewesen wären.

Die Präsenz bei den Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse lag bei durchschnittlich 98,15 %. Bei den Sitzungen des Aufsichtsrats lag die Präsenz bei 99,5 % und bei den Sitzungen der Ausschüsse bei 97,0 %. In der nachfolgenden Tabelle wird die Teilnahme in individualisierter Form offengelegt:

Aufsichtsratssitzungen Ausschusssitzungen
Teilnahme Sitzungen Anwesenheit

in %
Teilnahme Sitzungen Anwesenheit

in %
--- --- --- --- --- --- ---
Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm, Vorsitzender 10 10 100,00 % 45 45 100,00 %
Jürgen Kerner, stellv. Vorsitzender (ab 31.01.2020) 6 6 100,00 % 25 29 86,21 %
Markus Grolms, stellv. Vorsitzender (bis 31.01.2020) 4 4 100,00 % 14 16 87,50 %
Birgit A. Behrendt (ab 31.01.2020) 6 6 100,00 % ./. ./. ./.
Dr. Wolfgang Colberg 10 10 100,00 % ./. ./. ./.
Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather 10 10 100,00 % 9 9 100,00 %
Angelika Gifford (ab 12.11.2019) 10 10 100,00 % ./. ./. ./.
Dr. Bernhard Günter (ab 31.01.2020) 6 6 100,00 % 28 28 100,00 %
Achim Haas 10 10 100,00 % ./. ./. ./.
Friederike Helfer (ab 31.01.2020) 6 6 100,00 % 8 8 100,00 %
Dr. Ingrid Hengster 10 10 100,00 % ./. ./. ./.
Susanne Herberger (bis 31.07.2020) 8 8 100,00 % 3 3 100,00 %
Tanja Jacquemin 10 10 100,00 % 6 6 100,00 %
Dr. Norbert Kluge 10 10 100,00 % ./. ./. ./.
Barbara Kremser-Bruttel 10 10 100,00 % ./. ./. ./.
Dr. Ingo Luge (ab 12.11.2019 bis 31.01.2020 und ab 11.02.2020) 9 9 100,00 % 4 4 100,00 %
Tekin Nasikkol (ab 04.08.2020) 2 2 100,00 % 1 1 100,00 %
Prof. Dr. Bernhard Pellens (bis 31.01.2020) 4 4 100,00 % 18 19 94,74 %
Peter Remmler 10 10 100,00 % 4 4 100,00 %
Carola v. Schmettow (bis 31.01.2020) 3 4 75,00 % 4 4 100,00 %
Dirk Sievers 10 10 100,00 % 45 45 100,00 %
Dr. Lothar Steinebach 10 10 100,00 % 6 6 100,00 %
Jens Tischendorf (bis 31.01.2020) 4 4 100,00 % 6 6 100,00 %
Friedrich Weber 10 10 100,00 % ./. ./. ./.
Isolde Würz 10 10 100,00 % ./. ./. ./.

Die Mitglieder des Vorstands haben an Aufsichtsrats- und Ausschusssitzungen teilgenommen; regelmäßig hat der Aufsichtsrat aber auch ohne den Vorstand getagt.

Sitzungen des Aufsichtsrats

Im Berichtsjahr fanden zehn Sitzungen des Aufsichtsrats statt. Das Themenspektrum, mit dem sich der Aufsichtsrat befasste, beinhaltete u.a. die jeweils aktuelle Geschäftslage und die Ergebnisentwicklung sowie den Jahres- und den Konzernabschluss zum 30. September 2019. Auf Empfehlung des Prüfungsausschusses und nach Erörterung mit dem Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) billigte der Aufsichtsrat den Jahres- und den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2018 / 2019 und stellte damit den Jahresabschluss fest. Ferner wurde vom Aufsichtsrat nach Ende des Berichtsjahres der Jahres- und Konzernabschluss zum 30. September 2020 erörtert und gebilligt und damit der Jahresabschluss festgestellt. Weitere im Aufsichtsrat erörterte Themen waren die Unternehmens- und Investitionsplanung für das Geschäftsjahr 2019 / 2020, die Vorbereitung der Hauptversammlung am 31. Januar 2020 sowie Fragen der Vorstandsvergütung. Der ausgearbeitete und vom Aufsichtsrat gebilligte Entwurf eines Vergütungssystems für den Vorstand soll der Hauptversammlung 2021 vorgestellt und zur Billigung vorgelegt werden. Berücksichtigt wurden hierbei auch die neuen Vorgaben der Aktionärsrechterichtlinie II (ARUG II) sowie die Neufassung des DCGK. Zudem wurde das aktuelle System der Aufsichtsratsvergütung bewertet und bestätigt. Regelmäßig nimmt der Aufsichtsrat die Berichte aus den Ausschüssen entgegen. Darüber hinaus lag der Fokus auf der Corporate Governance sowie dem thyssenkrupp Ansatz zum Internen Kontrollsystem (IKS), dem Thema Compliance und auf der EMIR-Pflichtprüfung 2019 gemäß §32 WpHG.

Im Rahmen des Berichts zur Lage der thyssenkrupp Gruppe und zur Umsetzung des Transformationsprozesses nahmen die Beratungen zur strategischen Neuausrichtung des Unternehmens und den mittelfristigen Ergebniszielen dieser Neuausrichtung einen großen Raum ein. Der Aufsichtsrat erörterte regelmäßig die Kernelemente der strategischen Neuausrichtung Portfolio, Performance und Organisation. Zu den intensiv behandelten Portfoliothemen zählen in diesem Zusammenhang der Verkauf des Aufzuggeschäftes an das Bieterkonsortium um Advent International, Cinven und die RAG-Stiftung, der Optionenraum für die Konsolidierung des Stahlgeschäfts sowie die Vorgehensweise zu den in der Geschäftseinheit Multi Tracks gebündelten Geschäften, für die das Unternehmen perspektivisch vorrangig neue Eigentümer sucht. Unter dem Stichwort "Performance" wurden die aus dem Wettbewerber-Benchmark abgeleiteten Zielrenditen der unterschiedlichen Geschäftseinheiten diskutiert, die jeweiligen Maßnahmenpläne für den Weg dorthin und die Konsequenzen der Planungen für die Finanzierung der Gruppe.

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2019 / 2020 jeweils nach Prüfung der Empfehlungen und Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) unter Berücksichtigung der Fassung des DCGK vom 16. Dezember 2019 - auch unterjährig - die Abgabe und Veröffentlichung von insgesamt drei Entsprechenserklärungen beschlossen. Die aktuelle, zum 01. Oktober 2020 abgegebene Entsprechenserklärung ist auf der Website von thyssenkrupp abrufbar. Darüber hinaus berichten Vorstand und Aufsichtsrat in der Erklärung zur Unternehmensführung über die Corporate Governance bei thyssenkrupp.

Aufsichtsrat und auch Vorstand haben zudem aufgrund neuer aktienrechtlicher Anforderungen an Zustimmungspflichten des Aufsichtsrats im Falle bestimmter Geschäfte mit nahestehenden Personen ein internes Verfahren zur Einhaltung der Zustimmungserfordernisse beschlossen. Im Berichtsjahr hat es keine zustimmungs- oder veröffentlichungspflichtige Geschäfte gegeben.

Von besonderer Bedeutung war auch die von externer Seite begleitete und im Berichtsjahr begonnene Selbstbeurteilung des Aufsichtsrats. Die Selbstbeurteilung erfolgte auf Grundlage umfassender Fragebögen sowie Interviews mit allen Mitgliedern des Aufsichtsrats zur Vertiefung und Erörterung der Beobachtungen. Die Schwerpunkte der Beurteilung lagen insbesondere in der Zusammensetzung des Aufsichtsrats, der Organisation und Arbeitsweise und in der Informationsversorgung des Aufsichtsrats. Die Beurteilung umfasste neben der Arbeit des Plenums vertiefend auch die Arbeit des Präsidiums, des SFI-Ausschusses und des Prüfungsausschusses und die Schnittstellen zwischen Plenum und den Ausschüssen im Allgemeinen. Die Selbstbeurteilung wurde in diesem Jahr zudem um die Perspektive des Vorstands auf die Arbeit des Aufsichtsrats erweitert. Die Ergebnisse aus der Beurteilung wurden im November dieses Jahres sowohl im Plenum als auch in den Ausschüssen im Detail präsentiert und hierbei insbesondere die Handlungsempfehlungen und Impulse in Bezug auf deren Umsetzung diskutiert. Hierbei lag ein besonderes Augenmerk auf diversen Kriterien für eine zukunftsfähige und fortschrittliche Aufsichtsratsarbeit.

Bericht über die Arbeit der Ausschüsse

Die sechs Ausschüsse des Aufsichtsrats haben primär die Aufgabe, Entscheidungen und Themen für die Sitzungen des Plenums vorzubereiten. Einzelne Entscheidungsbefugnisse sind soweit gesetzlich zulässig vom Aufsichtsrat auf die Ausschüsse übertragen worden. Die Befugnisse der Ausschüsse sowie die Anforderungen an die Ausschussmitglieder sind in den jeweiligen Geschäftsordnungen der Ausschüsse geregelt. Die Vorsitzenden der Ausschüsse berichteten dem Aufsichtsrat im vergangenen Jahr regelmäßig und ausführlich über die Ausschussarbeit. Die personelle Zusammensetzung der sechs Ausschüsse mit Stand 30. September 2020 ist im Kapitel "Aufsichtsrat" dargestellt. Die Ausschussvorsitzenden standen auch außerhalb der Sitzungen in engem Kontakt mit den übrigen Mitgliedern ihrer Ausschüsse, um sich über besonders wichtige Projekte auszutauschen.

Das Präsidium ist im vergangenen Geschäftsjahr zu 25 Sitzungen zusammengekommen und hat aufgrund der aktuellen Lage und der Vorbereitung der wegweisenden Sitzungen des Aufsichtsrats im Rahmen von Jour Fixe-Terminen im Zwei-Wochen-Rhythmus getagt. Neben der Vorbereitung der Sitzungen des Aufsichtsrats standen im Fokus dieses Ausschusses die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe, Themen im Zusammenhang mit dem Umbau von thyssenkrupp sowie angemessene Reaktionen auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie.

Der Personalausschuss bereitete im Geschäftsjahr 2019 / 2020 in 11 Sitzungen die Personalthemen des Vorstands der thyssenkrupp AG und ehemaliger Vorstandsmitglieder für den Aufsichtsrat vor. Soweit erforderlich, wurden Beschlüsse gefasst oder dem Aufsichtsrat Empfehlungen zur Beschlussfassung gegeben. Gegenstand der Sitzungen waren insbesondere die Neuordnung des Vorstands, die Planung und Umsetzung von Veränderungen in der Besetzung des Vorstands, das neue System der Vorstandsvergütung und die damit verbundenen Maßnahmen zur Festsetzung von Tantieme und Bonus. Einzelheiten zur Vorstandsvergütung können dem Vergütungsbericht entnommen werden. Daneben wurden allgemeine Vorstandsangelegenheiten, teilweise auch im Kontext von Leistungen für ehemalige Vorstandsmitglieder, behandelt.

Der Prüfungsausschuss ist im Geschäftsjahr 2019 / 2020 zu fünf Sitzungen zusammengekommen. Neben Mitgliedern des Vorstands nahmen nach der Wahl von PwC zum Abschlussprüfer durch die Hauptversammlung 2020 und der anschließenden Bestellung durch den Prüfungsausschuss auch deren Vertreter an den Sitzungen teil. Der Abschlussprüfer hat gegenüber dem Prüfungsausschuss erklärt, dass keine Umstände vorliegen, die dazu Anlass geben, seine Befangenheit anzunehmen.

Der Prüfungsausschuss hat die erforderliche Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers eingeholt, dessen Qualifikation überprüft und eine Honorarvereinbarung mit ihm abgeschlossen. Des Weiteren wurde eine gruppenweite Befragung zur Prüfungsqualität durchgeführt; die Ergebnisse wurden ebenso wie die von PwC neben der Abschlussprüfung zusätzlich erbrachten Leistungen im Prüfungsausschuss diskutiert. Sowohl Prof. Dr. Bernhard Pellens, der dem Prüfungsausschuss bis zum 31. Januar 2020 als Vorsitzender vorstand, als auch sein Nachfolger im Amt des Vorsitzenden des Prüfungsausschusses, Dr. Bernhard Günther, standen auch zwischen den Sitzungen in einem regelmäßigen Informationsaustausch mit den Abschlussprüfern. Zu einzelnen Tagesordnungspunkten standen zusätzlich die Leiter relevanter Zentralfunktionen in den Ausschusssitzungen für Berichte und Fragen zur Verfügung.

Schwerpunkte der Ausschussarbeit waren die Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses 2019 / 2020 samt zusammengefasstem Lagebericht einschließlich der vollintegrierten nichtfinanziellen Erklärung, der zusammengefassten Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats zur Unternehmensführung bezüglich der vom Vorstand abgegebenen Erklärungen und den Berichten des Abschlussprüfers sowie die Vorbereitung der Beschlussfassung des Aufsichtsrats zu diesen Punkten. Darüber hinaus wurden im Ausschuss auch die Zwischenberichte (Halbjahres- und Quartalsberichte) unter Berücksichtigung des Berichts des Abschlussprüfers über die prüferische Durchsicht ausführlich diskutiert und verabschiedet. Mit Blick auf PwC hat der Ausschuss die Festlegung des Katalogs der genehmigungsfähigen Nichtprüfungsleistungen des Abschlussprüfers und das Budget für die Erbringung von Nichtprüfungsleistungen für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 beschlossen. Der Prüfungsausschuss hat zudem beschlossen, die Abschlussprüferleistungen ab dem Geschäftsjahr 2022 / 2023 aufgrund der gesetzlichen Vorgaben auszuschreiben. Ein entsprechendes Ausschreibungsverfahren wurde eingeleitet.

Der Prüfungsausschuss hat sich in mehreren Sitzungen mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses sowie mit Fragen der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems und dessen Weiterentwicklung, der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems befasst. Zudem hat sich der Ausschuss ausführlich mit den wesentlichen Rechtsstreitigkeiten und der Compliance im Unternehmen beschäftigt und ausgiebig die Entwicklung der strategischen Compliance-Maßnahmen bei thyssenkrupp erörtert.

Als Prüfungsschwerpunkt hat der Prüfungsausschuss folgenden Auftrag festgelegt: "Ableitung von Handlungsempfehlungen zur Weiterentwicklung des IKS bei stärkerer Dezentralität der Unternehmensgruppe". Der Abschlussprüfer hat dem Prüfungsausschuss in seiner Sitzung am 16. November 2020 über die Ergebnisse seiner Prüfung berichtet. Die dort vorgeschlagenen Handlungsempfehlungen in den Themenbereichen Kontrollumfeld, Aufbauorganisation, Prozesse und Tools sollen nach erfolgter Evaluierung durch den Vorstand und die Fachbereiche zeitnah im Geschäftsjahr 2020 / 2021 umgesetzt werden.

Darüber hinaus hat sich der Ausschuss im Beisein der Leiterin der gruppenweiten Revision mit den Prüfungsergebnissen, den Prüfungsprozessen und der Prüfungsplanung der Revision für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 auseinandergesetzt. Weitere Schwerpunktthemen waren die CSR-Berichterstattung, die Eigenkapital- und Ratingsituation, die EMIR-Pflichtprüfung für das Geschäftsjahr 2018 / 2019 gemäß § 32 WpHG und der aktuelle Umsetzungsstand der Performance-Entwicklung der Business Areas.

Der Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss ist im Geschäftsjahr 2019 / 2020 viermal zusammengetreten. Im Mittelpunkt der Erörterungen standen die Vorbereitung von Entscheidungsempfehlungen aus seinem Verantwortungsbereich an den Aufsichtsrat. Zu den behandelten Themenschwerpunkten gehörten die strategische Neuausrichtung von thyssenkrupp, der Optionenraum für die Business Area Elevator Technology, Finanzierungs- und Liquiditätsplanung, die Unternehmens- und Investitionsplanung sowie die Überprüfung der Wirtschaftlichkeit einzelner realisierter Investitionsprojekte. Im November 2020 hat sich der Ausschuss intensiv mit der Unternehmens- sowie Investitionsplanung der Gruppe für das Geschäftsjahr 2020 / 2021 und deren Finanzierung befasst. Im laufenden Geschäftsjahr ist die Befassung des Aufsichtsrats mit einer aktualisierten Unternehmens- und Investitionsplanung vorgesehen. Zudem hat sich der Ausschuss im Berichtsjahr umfangreich mit den prioritären Themen der Transformation befasst.

Die Mitglieder von Prüfungsausschuss und Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss sind im Berichtsjahr zudem zu einer gemeinsamen Sitzung beider Ausschüsse zusammengekommen, in der für beide Ausschüsse relevante Themen wie Fragen der Liquidität und der Finanzierung erörtert wurden.

Die Mitglieder des Nominierungsausschusses sind im abgelaufenen Geschäftsjahr zu fünf Sitzungen zusammengekommen. Schwerpunkt der Beratungen waren die Erarbeitung von Wahlvorschlägen für die Hauptversammlung 2020, die Vorbereitung der Besetzung der Ausschüsse nach der Hauptversammlung 2020, die Vorbereitung einer erforderlich gewordenen Nachbesetzung auf Anteilseignerseite sowie - unter Berücksichtigung der Empfehlungen des DCGK - die Nachfolgeplanung für die Anteilseignerseite im Aufsichtsrat.

Auch in diesem Berichtsjahr bestand für eine Sitzung des gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG gebildeten Vermittlungsausschusses kein Anlass.

Prüfung von Jahres- und Konzernabschluss

Die von der Hauptversammlung am 31. Januar 2020 zum Prüfer der Abschlüsse des Geschäftsjahres 2019 / 2020 gewählte PwC hat den vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellten Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2019 bis zum 30. September 2020 und den Lagebericht der thyssenkrupp AG, der mit dem Lagebericht der thyssenkrupp-Gruppe zusammengefasst ist, geprüft. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Der Konzernabschluss der thyssenkrupp AG für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2019 bis zum 30. September 2020 und der Lagebericht der thyssenkrupp-Gruppe, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, wurden gemäß §315e HGB auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Sowohl der Konzernabschluss als auch der zusammengefasste Lagebericht erhielten ebenfalls einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk von PwC. Der Abschlussprüfer hat ferner festgestellt, dass der Vorstand ein angemessenes Informations- und Überwachungssystem eingerichtet hat, das in seiner Konzeption und Handhabung geeignet ist, den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.

Die Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 wurden in den Sitzungen des Prüfungsausschusses am 16. November 2020 sowie des Aufsichtsrats am 18. November 2020 umfassend diskutiert. Der Abschlussprüfer berichtete über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung. Er informierte ferner über seine Feststellungen zum internen Kontrollsystem bezogen auf den Rechnungslegungsprozess sowie das Risikofrüherkennungssystem und stand für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Über die Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses durch den Prüfungsausschuss hat dessen Vorsitzender in der Plenumssitzung ausführlich berichtet. Nach der Prüfung und umfassenden Diskussion des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts im Aufsichtsrat waren keine Einwendungen zu erheben. Der Aufsichtsrat hat sodann gemäß der Empfehlung seines Prüfungsausschusses dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zugestimmt. Nach Abschluss unserer Prüfung sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass keine Einwendungen zu erheben sind, und haben den Jahresabschluss der thyssenkrupp AG festgestellt und den Konzernabschluss gebilligt. Gleiches gilt für die vollständig im Lagebericht integrierte CSR-Berichterstattung.

Eine Beschlussfassung zur Verwendung des Bilanzgewinns war nicht erforderlich. Aufgrund des im Einzelabschluss der thyssenkrupp AG für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 ausgewiesenen Bilanzverlustes kommt es nicht zu einer Ausschüttung einer Dividende.

Personelle Veränderungen in Aufsichtsrat und Vorstand

Im Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG hat es im Berichtsjahr neun personelle Veränderungen gegeben, davon sieben auf Seiten der Anteilseignervertreter und zwei auf Seiten der Arbeitnehmervertreter.

Auf Seiten der Arbeitnehmervertreter hat zum einen Markus Grolms sein Mandat im Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG mit Ablauf der Hauptversammlung am 31. Januar 2020 niedergelegt. Durch gerichtliche Bestellung mit Wirkung zum Ablauf der Hauptversammlung wurde Jürgen Kerner zum Aufsichtsratsmitglied bestellt, der in der Sitzung des Aufsichtsrats, die im Anschluss an die Hauptversammlung am 31. Januar 2020 stattfand, auch zum neuen stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt wurde.

Am 31. Juli 2020, einhergehend mit dem Closing der Elevator Transaktion, schied zudem Susanne Herberger, Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats der thyssenkrupp Elevator Technology AG, aus dem Aufsichtsrat aus. Gerichtlich bestellt zum neuen Mitglied des Aufsichtsrats mit Wirkung ab dem 4. August 2020 wurde Tekin Nasikkol, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der thyssenkrupp Steel Europe AG.

Auf Seiten der Anteilseignervertreter wurden durch das Amtsgericht Duisburg mit Wirkung vom 12. November 2019 Angelika Gifford und Dr. Ingo Luge zu Mitgliedern des Aufsichtsrates bestellt. Mit Ablauf der Hauptversammlung am 31. Januar 2020 schieden Prof. Dr. Bernhard Pellens, Carola von Schmettow und Jens Tischendorf nach langjähriger Tätigkeit aus dem Aufsichtsrat aus. Im Zuge der Neuwahl von acht Anteilseignervertretern in dieser Hauptversammlung wurden neben der Wiederwahl der übrigen Anteilseignervertreter Birgit A. Behrendt, Dr. Bernhard Günther und Friederike Helfer neu gewählt. Für das zu diesem Zeitpunkt als dessen Vorsitzende in den Vorstand entsandte Aufsichtsratsmitglied Martina Merz wurde zudem mit Wirkung vom 11. Februar 2020 der als Ersatzmitglied durch die Hauptversammlung am 31. Januar 2020 gewählte Dr. Ingo Luge zum Mitglied des Aufsichtsrats gerichtlich bestellt. Des Weiteren wurde Dr. Verena Volpert mit Wirkung vom 1. Oktober 2020 zum Mitglied des Aufsichtsrats bestellt. Sie folgt auf Dr. Ingrid Hengster, die am 30. September 2020 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden ist.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben den ausgeschiedenen Mitgliedern ihren herzlichen Dank für die gute, langjährige und konstruktive Zusammenarbeit ausgesprochen.

In seiner Sitzung am 20. März 2020 hat der Aufsichtsrat die Bestellung der aus dem Aufsichtsrat in den Vorstand entsandten Martina Merz zur Vorsitzenden des Vorstands bis zum 31. März 2023 beschlossen. Frau Merz hat dementsprechend ihr Mandat im Aufsichtsrat mit Wirkung zum Ablauf des 31. März 2020 niedergelegt. Der Aufsichtsrat ist überzeugt, dass sie gemeinsam mit ihren Vorstandskollegen die Transformation von thyssenkrupp entlang der strategischen Handlungsfelder Performance, Portfolio und Organisation weiterhin kraftvoll umsetzen wird. Außerdem ist mit Wirkung zum Ablauf des 31. März 2020 Johannes Dietsch aus dem Vorstand der thyssenkrupp AG ausgeschieden. Er hat am erfolgreichen Verkaufsprozess des Aufzuggeschäfts entscheidend mitgewirkt und damit einen wichtigen Beitrag zur Transformation von thyssenkrupp geleistet. Dafür danken ihm die Mitglieder des Aufsichtsrats herzlich. Dr. Klaus Keysberg hat mit Wirkung zum 1. April 2020 die Aufgabe als Finanzvorstand zusätzlich übernommen. Der Aufsichtsrat hat ihn bis zum 31. Juli 2024 bestellt.

Der Aufsichtsrat dankt den Vorstandsmitgliedern, allen Mitarbeitern der Gruppe weltweit und den Arbeitnehmervertretungen aller Gesellschaften der Gruppe für die im Geschäftsjahr 2019 / 2020 erbrachten Anstrengungen und Leistungen.

Essen, 18. November 2020

Der Aufsichtsrat

Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm, Vorsitzender

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Stand: 30.09.2020

Präsidium

Prof. Dr. Siegfried Russwurm (Vorsitzender)

Dr. Bernhard Günther

Jürgen Kerner

Dirk Sievers

Vermittlungsausschuss gemäß §27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz

Prof. Dr. Siegfried Russwurm (Vorsitzender)

Dr. Bernhard Günther

Jürgen Kerner

Dirk Sievers

Personalausschuss

Prof. Dr. Siegfried Russwurm (Vorsitzender)

Dr. Bernhard Günther

Jürgen Kerner

Dirk Sievers

Prüfungsausschuss

Dr. Bernhard Günther (Vorsitzender)

Friederike Helfer

Tanja Jacquemin

Jürgen Kerner

Dirk Sievers

Dr. Lothar Steinebach

Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss

Prof. Dr. Siegfried Russwurm (Vorsitzender)

Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather

Friederike Helfer

Jürgen Kerner

Dr. Ingo Luge

Tekin Nasikkol

Peter Remmler

Dirk Sievers

Nominierungsausschuss

Prof. Dr. Siegfried Russwurm (Vorsitzender)

Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather

Dr. Bernhard Günther

Friederike Helfer

Dr. Ingo Luge

Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats

der thyssenkrupp AG

zu den Empfehlungen der

"Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex"

gem. § 161 AktG

1. Die thyssenkrupp AG entspricht sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 20. März 2020 bekannt gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 16. Dezember 2019 ("Kodex 2020") und wird diesen auch künftig entsprechen, mit folgender Ausnahme:

Der Kodex 2020 enthält in Abschnitt GJ. im Vergleich zur Vorversion neue Empfehlungen zur Vergütung des Vorstands. Folgenden dieser Empfehlungen entspricht das von der Hauptversammlung der thyssenkrupp AG am 30. Januar 2015 gebilligte Vorstandsvergütungssystem nicht vollumfänglich: G.1 (Festlegung des Vergütungssystems), G.3 (Vergleichsgruppe anderer Unternehmen), G.7 (Festlegung der Leistungskriterien variabler Vergütungsbestandteile), G.9 (Nachvollziehbarkeit der Zielerreichung), G.10 (Verfügung über langfristig variable Gewährungsbeträge) und G.11 (Möglichkeit des Einbehalts und der Rückforderung variabler Vergütungskomponenten). Aufsichtsrat und Vorstand werden daher der ordentlichen Hauptversammlung am 5. Februar 2021 eine Änderung und Anpassung der Vorstandsvergütung an die geänderten Empfehlungen des Kodex 2020 vorschlagen.

2. Ferner hat die thyssenkrupp AG seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung am 6. Mai 2020 sämtlichen Empfehlungen des Kodex 2020 entsprochen, mit Ausnahme der oben unter Ziffer 1 näher bezeichneten Empfehlungen zur Vergütung des Vorstands.

Duisburg/Essen, 1. Oktober 2020

Für den Aufsichtsrat

Russwurm

Für den Vorstand

Merz