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thyssenkrupp AG Annual Report 2012

Dec 11, 2012

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Annual Report

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INHALT

G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2011/2012

U2 FAKTEN – THYSSENKRUPP IM ÜBERBLICK 2011/2012

II BRIEF AN DIE AKTIONÄRE

1 AN UNSERE AKTIONÄRE

003 VORSTAND UND AUFSICHTSRAT

006 BERICHT DES AUFSICHTSRATS

014 ERKLÄRUNG DES AUFSICHTSRATS ZU DEN STEEL-AMERICAS-PROJEKTEN

017 CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT

031 THYSSENKRUPP AKTIE

2 KONZERNLAGEBERICHT

037 PROFIL UND STRATEGIE

045 ZUSAMMENFASSENDE BEURTEILUNG DES VORSTANDS ZUR LAGE DES KONZERNS

048 ERTRAGSLAGE DES KONZERNS

063 ERTRAGSLAGE DER BUSINESS AREAS

076 FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE

086 NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

093 NACHTRAGSBERICHT

094 VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG MIT IHREN WESENTLICHEN CHANCEN UND RISIKEN

113 RECHTLICHE ANGABEN

3 KONZERNABSCHLUSS

119 KONZERN-BILANZ

120 KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

121 KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG

122 EIGENKAPITAL-VERÄNDERUNGSRECHNUNG

123 KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

124 KONZERN-ANHANG

209 BESTÄTIGUNGSVERMERK DES ABSCHLUSSPRÜFERS

210 VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER

4 WEITERE INFORMATIONEN

001 | 01I

213 MEHRJAHRESÜBERSICHT

215 MANDATE DES VORSTANDS

216 MANDATE DES AUFSICHTSRATS

218 GLOSSAR

219 STICHWORTVERZEICHNIS

221 ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

222 TABELLEN- UND GRAFIKENVERZEICHNIS

223 KONTAKT UND TERMINE 2013/2014

INGENIEURKUNST

Spricht man von Ingenieurkunst, dann klingen viele positive Eigenschaften und Kompetenzen an: Intelligenz, Kreativität, Einfallsreichtum oder Überzeugungskraft. Meist gibt sich die Ingenieurkunst erst auf den zZeiten Blick zu erkennen, Zeil sie die Grundlagen schaǂt, auf denen unsere Kunden ihre Innovationen aufbauen.

Brief an die Aktionäre

Brief an die Aktionäre

Dr.-Ing. Heinrich Hiesinger Vorsitzender des Vorstands

Ein sehr schwieriges Jahr liegt hinter uns. Insbesondere die dramatische wirtschaftliche Fehlentwicklung bei Steel Americas war und ist immer noch eine enorme Belastung für unseren Konzern. Wir haben deshalb im Mai 2012 beschlossen, für die Business Area Steel Americas strategische Optionen zu prüfen und die beiden Werke zum Verkauf zu stellen. Daraus folgt, dass wir Steel Americas ab sofort als nicht fortgeführte Aktivität ausweisen und die Business Area daher zu ihrem Zeitwert neu bewerten mussten. Aus dieser Neubewertung resultiert eine Wertberichtigung in Höhe von 3,6 Mrd €, die unser Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres erheblich belastet. Der Verkaufsprozess verläuft nach Plan und ich bin zuversichtlich, dass ZLULP/DXIHGHVQHXHQ*HVFK£IWVMDKUHVI»UEHLGH:HUNHHLQH/µVXQJƩQGHQZHUGHQ*OHLFKzeitig stehen unsere Finanzierung und Liquidität unverändert auf einer gesicherten Basis.

Klar ist aber auch: die wirtschaftliche Fehlentwicklung der Projekte Steel Americas und die Compliance-Verstöße aus der jüngeren Vergangenheit haben Ihr Unternehmen und damit Sie als Anteilseigner sehr viel Geld gekostet. Zugleich hat der Konzern an Vertrauen und Glaubwürdigkeit eingebüßt. Angesichts dieser Ereignisse konnte es kein einfaches "weiter so" geben.

Daher hat der Aufsichtsrat gemeinsam mit dem Vorstand die Gründe für die Fehlentwicklung bei Steel Americas untersucht. Externe Experten haben die Arbeit des Aufsichtsrats einer (ƫ]LHQ]SU»IXQJ XQWHU]RJHQ 'DEHLZLUG GHP \$XIVLFKWVUDW LQ DOOHQ 3KDVHQ GHV 3URMHNWV GLH Umsetzung der Corporate Governance Regeln auf hohem Niveau und die verantwortungsvolle Wahrnehmung der aktienrechtlichen Aufgaben des Aufsichtsrats bescheinigt. Im Ergebnis waren viele Annahmen des damaligen Vorstands, die dem Aufsichtsrat präsentiert wurden, deutlich zu optimistisch oder haben sich im Nachhinein als falsch herausgestellt. Der Auf-VLFKWVUDWLVWI»UGLH(UI»OOXQJVHLQHU3ƪLFKWHQMHGRFKJDQ]HQWVFKHLGHQGDXIGLH,QIRUPDWLRQHQ GXUFKGHQ9RUVWDQGDQJHZLHVHQ'D6WHHO\$PHULFDV]XGLHVHUHQRUPHQƩQDQ]LHOOHQ%HODVWXQJ im Konzern geführt hat, hat der Vorstand die Verantwortung für diese gravierende wirtschaftliche Fehlentwicklung zu übernehmen.

Mit seiner Entscheidung zu personellen Veränderungen im Vorstand hat der Aufsichtsrat ein deutliches Zeichen für einen Neuanfang gesetzt. Dies geschah in enger Abstimmung mit mir XQGƩQGHWGDKHUPHLQHYROOVWH8QWHUVW»W]XQJ2ODI%HUOLHQ-»UJHQ&ODDVVHQXQG(GZLQ(LFKOHU haben zugestimmt, ihre Bestellungen einvernehmlich zu beenden. Für diesen Schritt gebührt ihnen großer Respekt, und dafür danke ich Olaf Berlien, Jürgen Claassen und Edwin Eichler herzlich. Damit leisten sie einen erheblichen Beitrag zur Aufarbeitung der Krise. Und sie geben dem nötigen Kulturwandel eine echte Chance, damit Themen aus der Vergangenheit nicht permanent den Blick nach vorn verstellen. Wir werden diese Chance konsequent nutzen und den bereits angestoßenen Veränderungsprozess entschlossen vorantreiben. Die jüngsten Compliance-Fälle zeigen, dass in der Vergangenheit in unserem Konzern vieles schief gelaufen ist. Sie zeigen aber auch, dass wir jetzt konsequent aufdecken und durchgreifen. Unternehmensweit werden wir einen zeitgemäßen Anspruch an das Führungsverständnis und –verhalten etablieren. Unsere Maxime lautet: Führungskräfte bei ThyssenKrupp handeln ehrlich, vorbildlich und verantwortungsvoll. Ich erwarte von allen, dass sie diesen Anspruch annehmen und leben.

Der begonnene Veränderungsprozess wird noch viel Zeit und Kraft in Anspruch nehmen. Er ist aber Voraussetzung dafür, dass wir verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen und JOHLFK]HLWLJGDI»UGDVVZLUXQVHUH(ƫ]LHQ]XQG3URƩWDELOLW£WHUKµKHQ,FKELQ]XYHUVLFKWOLFK dass wir dabei erfolgreich sein werden. Denn trotz aller Belastungen der Vergangenheit zeigt sich schon jetzt: Unser ganzheitliches Konzept der strategischen Weiterentwicklung ist richtig und wir haben bereits wichtige Erfolge erzielt, insbesondere bei der Portfolio-Optimierung.

Im Mai 2011 hatten wir angekündigt, uns von Geschäften mit einem Umsatz von mehr als 10 Mrd € zu trennen. Wir haben dieses enorme Pensum wie versprochen binnen 18 Monaten umgesetzt und für alle damals zum Verkauf gestellten Unternehmen neue Eigentümer oder andere, zukunftsfähige Lösungen gefunden. Besonders wichtig war für uns, dass die EU-Kommission im November 2012 den Zusammenschluss unseres Edelstahlgeschäfts Inoxum mit GHPƩQQLVFKHQ:HWWEHZHUEHU2XWRNXPSXJHQHKPLJWKDW'LH7UDQVDNWLRQNDQQQXQ]XP(QGH des Kalenderjahres 2012 abgeschlossen werden. Das wird unsere Verschuldung erheblich reduzieren. Ohne Inoxum, Steel Americas und einige kleinere Verkäufe sinkt der Umsatzanteil der Stahlproduktion von 40 Prozent auf nur noch knapp 30 Prozent. Anders ausgedrückt: 70 Prozent, der weit größere Teil, sind Material- und Logistikdienstleistungen und Industriegütergeschäfte.

Die Optimierung unseres Geschäftsportfolios alleine reicht aber nicht aus, um die Ertragskraft des Konzerns nachhaltig zu verbessern. Wir müssen vor allem unsere operative Leistungsfähigkeit steigern und Kosten senken. Das Konzernprogramm "impact", das im abgelaufenen *HVFK£IWVMDKUEHUHLWVHLQHQSRVLWLYHQ(%,7(ƨHNWYRQPHKUDOV0LRŹHU]LHOWKDWZLUGGD]X LQ GHQ NRPPHQGHQ GUHL *HVFK£IWVMDKUHQ PLW HLQHP NXPXOLHUWHQ (%,7(ƨHNW YRQ 0UG Ź beitragen. Zudem werden wir die Leistungsfähigkeit unserer Geschäfte künftig noch viel konsequenter am Wettbewerb ausrichten. Dafür haben wir umfassende Benchmarking-Projekte durchgeführt. Wir sehen nun besser, wo wir im operativen Geschäft noch Verbesserungspotenzial haben, und auch, wo das eingesetzte Kapital innerhalb unseres Konzerns am PHLVWHQ:HUWVFKDƨHQNDQQ

Diese dringend notwendigen, operativen Verbesserungen werden aber nur dann nachhaltig zum Erfolg beitragen können, wenn wir gleichzeitig unsere Führungsstruktur und die Art unse-UHU=XVDPPHQDUEHLWYHU£QGHUQ:LUZROOHQVFKQHOOHUXQGHƫ]LHQWHUZHUGHQXQGGHXWOLFKYHU-QHW]WHUDUEHLWHQ:LU»EHUSU»IHQGDKHUGHU]HLWXQVHUJHVDPWHV)»KUXQJVPRGHOO:LUGHƩQLHUHQ Prozesse neu und optimieren Strukturen, wir klären Rollen, Regeln und Verantwortung. Unser Ziel ist es, diese Veränderungen bis Oktober 2013 umgesetzt zu haben. Zur neuen Führungsstruktur gehört auch der Aufbau einer starken Regionalorganisation in ausgewählten Wachstumsländern. Wir als ThyssenKrupp werden unsere Kräfte künftig besser bündeln und die Regionen viel stärker in die Wachstums- und Ergebnisverbesserung einbinden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir mit dem Aufbau der Regionalstrukturen in unseren wichtigsten Auslandsmärkten Nordamerika, Brasilien, Indien und China begonnen.

Mit Blick auf das operative Geschäft haben wir zwar unsere Ziele erreicht. Das bereinigte EBIT der fortgeführten Aktivitäten (ohne Inoxum, aber inklusive Steel Americas) lag mit 399 Mio € im Geschäftsjahr 2011/2012 in der erwarteten Größenordnung. Auf Grund der hohen Wertberichtigungen insbesondere bei Steel Americas und der hohen Verluste der nicht fortgeführten Aktivitäten betrug das EBIT des Gesamtkonzerns allerdings -4,4 Mrd €. Der Blick auf die künftig fortgeführten Aktivitäten – also auf die zukünftige Struktur, ohne Steel Americas und Inoxum – zeigt jedoch bereits die zunehmende Ertragskraft unseres Konzerns: Das bereinigte EBIT der fortgeführten Aktivitäten erreichte 1,4 Mrd €. Dazu haben alle fortgeführten Business Areas mit einem positiven bereinigten EBIT beigetragen: Steel Europe und Material Services erzielten unkonsolidiert ein bereinigtes Ergebnis von 0,6 Mrd €. Unsere Geschäfte mit Industriegütern haben sich weniger volatil und deutlich robuster entwickelt und erreichten ebenfalls unkonsolidiert ein bereinigtes EBIT von 1,7 Mrd €. Auftragseingang und Umsatz lagen – im :HVHQWOLFKHQ EHHLQƪXVVW GXUFK PHQJHQ XQG SUHLVEHGLQJWH 5»FNJ£QJH EHL GHQ :HUNVWRƨ geschäften – mit 42,3 Mrd € bzw. 40,1 Mrd € unter dem Vorjahresniveau. Unsere Industriegüter-Aktivitäten konnten dagegen Auftragseingang und Umsatz auf ein neues Rekordhoch steigern.

Die Netto-Finanzverschuldung haben wir zum Ende des Geschäftsjahres wie geplant auf dem Niveau des 3. Quartals – also bei rund 5,8 Mrd € – gehalten. Finanzierung und Liquidität stehen unverändert auf einer gesicherten Basis. Dennoch bleiben die nachhaltige Verbesse-UXQJ GHU *HOG]Xƪ»VVH XQG GLH 5HGX]LHUXQJ GHU 1HWWR)LQDQ]VFKXOGHQ XQVHUH YRUUDQJLJHQ Ziele auch im laufenden Geschäftsjahr. Der Verkauf von Inoxum und Steel Americas wird dazu VLJQLƩNDQWEHLWUDJHQ

Das konjunkturelle Umfeld bleibt schwierig und ist mit hohen Unsicherheiten belastet. Der Grund dafür sind die ungelösten Schuldenprobleme im Euro-Raum und die verlangsamte Wachstumsdynamik der aufstrebenden Volkswirtschaften. Eine entscheidende Belebung ist zwar für das Geschäftsjahr 2012/2013 nicht in Sicht, wir erwarten den Konzernumsatz aber auf dem Niveau des Vorjahres. Wir gehen davon aus, dass es nicht zu größeren Verwerfungen DXIGHQ5RKVWRƨP£UNWHQNRPPW6HW]WVLFKGLH]X%HJLQQGHVQHXHQ*HVFK£IWVMDKUHVLP9HU-JOHLFK]XP9RUMDKUQRFKYHUKDOWHQH:HUNVWRƨ.RQMXQNWXUIRUWVROOWHGDVEHUHLQLJWH(%,7DXV fortgeführten Aktivitäten des Konzerns bei rund 1 Mrd € liegen.

Sie kennen ThyssenKrupp als ein Unternehmen, das traditionell viel Wert auf Dividendenkontinuität legt. Zur dieser Kontinuität gehört es, auch in schlechten Jahren – sofern wirtschaftlich vertretbar – eine Dividende zu zahlen. Wegen des im abgelaufenen Geschäftsjahr erwirtschafteten Jahresfehlbetrages der ThyssenKrupp AG wird zum 30. September 2012 kein Bilanzgewinn ausgewiesen. Eine Dividendenausschüttung ist daher in diesem Jahr nicht möglich. Wir wissen, dass dieser Schritt für Sie, verehrte Aktionärinnen und Aktionäre, schmerzhaft ist. Angesichts unseres Konzernverlustes und unserer hohen Netto-Finanzverschuldung ist aber für eine Dividende leider kein Raum.

Ich weiß, dass wir von Ihnen einen langen Atem erwarten. Sie haben aber auch gesehen, dass wir unseren Ankündigungen konsequent Taten folgen lassen und Versprechen halten.

Wir werden auch im laufenden Geschäftsjahr mit all unserer Energie daran arbeiten, ThyssenKrupp wieder erfolgreich zu machen. Gelingen wird uns das, weil wir ausgesprochene Stärken haben:

  • Ţ 3KDQWDVWLVFKH0LWDUEHLWHUGLHPLW+HU]EOXWXQGJURHU9HUEXQGHQKHLW]XP8QWHUQHKPHQ jeden Tag tolle Leistung erbringen und sich bis auf wenige Ausnahmen an Gesetz und Ordnung halten.
  • Ţ ,QJHQLHXUH XQG (QWZLFNOHU GLH »EHU HQRUPHV:LVVHQ YHUI»JHQ XQG GHQHQ LPPHU HWZDV Neues einfällt.
  • Ţ /R\DOH.XQGHQGLHXQVYHUWUDXHQXQGXQVHUH/HLVWXQJHQDQHUNHQQHQ
  • Ţ 8QGI»QI %XVLQHVV \$UHDV GLH SURƩWDEHO VLQG XQG QXU GDUDXIZDUWHQ 0DUNWFKDQFHQ PLW mehr Investitionen stärker nutzen zu können.

Der Weg in eine erfolgreiche Zukunft wird nicht einfach sein, und er wird Zeit brauchen. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir ihn bewältigen werden – gemeinsam, mutig und mit Zuversicht. 'HU.RQ]HUQKDWHVYHUGLHQW'LH0LWDUEHLWHUKDEHQHVYHUGLHQW8QG6LHDXFK'HVKDOEELWWHLFK Sie erneut um Ihr Vertrauen.

Ihr

'U,QJ+HLQULFK+LHVLQJHU Vorsitzender des Vorstands

Essen, Dezember 2012

1 AN UNSERE AKTIONÄRE

Gute Corporate Governance setzt voraus, dass Vorstand und Aufsichtsrat vertrauensvoll zusammenarbeiten – im Unternehmensinteresse und mit dem Ziel, den Wert des Unternehmens nachhaltig zu steigern. Mehr über die beiden Gremien, ihre Arbeit und die Entwicklung der Aktie im Berichtsjahr erfahren Sie im folgenden Abschnitt.

003

VORSTAND UND AUFSICHTSRAT

Vorstand 003
Aufsichtsrat 004
Ausschüsse
des Aufsichtsrats 005

006

BERICHT DES AUFSICHTSRATS

014

ERKLÄRUNG DES AUFSICHTSRATS ZU DEN STEEL-AMERICAS-PROJEKTEN

017

CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT
Corporate Covernance im Überblick 017
Erklärung zur Unternehmensführung 022
Vergütungsbericht 023

031

THYSSENKRUPP AKTIE

Vorstand und Aufsichtsrat

Vorstand

DR.-ING. HEINRICH HIESINGER

Vorsitzender, geboren 1960, Vorstandsmitglied seit 2010, bestellt bis 30. September 2015, verantwortlich für die Corporate Center Corporate Development, Technology, Innovation & Quality, Executives Management, Information Technology, Internal Auditing und die ThyssenKrupp Academy. Im Rahmen des Unternehmensprogramms "impact" verantwortlich für die Initiativen "Innovation & Technology" sowie "Performance & Portfolio".

DR. OLAF BERLIEN

zugleich Vorstandsvorsitzender der ThyssenKrupp Elevator AG, geboren 1962, Vorstandsmitglied seit 2002, bestellt bis 31. Dezember 2012, verantwortlich für die Business Areas Elevator Technology, Plant Technology, Components Technology und Marine 6\VWHPV=XVW£QGLJI»UGLH5HJLRQHQ\$VLHQ3D]LƩN XQG0LWWOHUHU2VWHQ 1RUGDIULND,P5DKPHQGHV Unternehmensprogramms "impact" verantwortlich I»UGLH,QLWLDWLYHş.XQGHQ 0£UNWHŝ

DR. JÜRGEN CLAASSEN

geboren 1958, Vorstandsmitglied seit 2011, bestellt bis 31. Dezember 2012, verantwortlich für die Corporate Center Legal, Compliance, Corporate Communications, Corporate Programs, Corporate Sustainability, Environment & Politics, Corporate \$ƨDLUVXQGGLH7K\VVHQ.UXSS0DQDJHPHQW Consulting. Zuständig für die Regionen Westeuropa I XQG\$IULND,P5DKPHQGHV8QWHUQHKPHQVSURJUDPPV "impact" verantwortlich für die Initiative "Mitarbeiter & (QWZLFNOXQJŝ

EDWIN EICHLER

zugleich Vorstandsvorsitzender der ThyssenKrupp Steel Europe AG, geboren 1958, Vorstandsmitglied seit 2002, bestellt bis 31. Dezember 2012, verantwortlich für die Business Areas Steel Europe, Materials Services, Steel Americas und Stainless Global. Zuständig für die Regionen Nord- und Süd-DPHULND5XVVODQG=HQWUDODVLHQVRZLH0LWWHOXQG Osteuropa. Im Rahmen des Unternehmensprogramms "impact" verantwortlich für die Initiative "Kunden & 0£UNWHŝ

GUIDO KERKHOFF

geboren 1967, Vorstandsmitglied seit 2011, bestellt bis 31. März 2016, verantwortlich für die Corporate &HQWHU&RQWUROOLQJ 5LVN\$FFRXQWLQJ )LQDQFLDO 5HSRUWLQJ&RUSRUDWH)LQDQFH7D[HV &XVWRPV Investor Relations, Materials Management, Mergers & Acquisitions sowie Group Standards und GLH7K\VVHQ.UXSS5LVNDQG,QVXUDQFH6HUYLFHV,P Rahmen des Unternehmensprogramms "impact" verantwortlich für die Initiative "Performance & Portfolio".

RALPH LABONTE

geboren 1953, Vorstandsmitglied seit 2003, bestellt bis 31. März 2013, verantwortlich für das Corporate Center Human Resources und die ThyssenKrupp Business Services, ThyssenKrupp IT Services, ThyssenKrupp Corporate Services, ThyssenKrupp Real Estate. Zuständig für die Regionen Deutschland und Westeuropa II. Im Rahmen des Unternehmensprogramms "impact" verantwortlich für die Initiative ş0LWDUEHLWHU (QWZLFNOXQJŝ

Aufsichtsrat

Prof. Dr. h.c. mult. Berthold Beitz, Essen Ehrenvorsitzender, Vorsitzender des Kuratoriums der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung

Prof. Dr. Günter Vogelsang, Düsseldorf Ehrenvorsitzender

Dr. Gerhard Cromme, Essen Vorsitzender, ehem. Vorsitzender des Vorstands der ThyssenKrupp AG

Bertin Eichler, Frankfurt/Main stellv. Vorsitzender, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall

Martin Dreher, Heilbronn

(seit 10.08.2012) Einzelhandelskaufmann Vorsitzender des Betriebsrats der ThyssenKrupp System Engineering GmbH (Heilbronn) und Vorsitzender der Betriebsrätearbeitsgemeinschaft der Business Area Plant Technology

Markus Grolms, Frankfurt/Main Gewerkschaftssekretär der IG Metall

Susanne Herberger, Dresden

Ingenieur (FH) für Informatik, Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats der ThyssenKrupp Aufzüge GmbH und Vorsitzende der Betriebsrätearbeitsgemeinschaft ThyssenKrupp Elevator Technology

Bernd Kalwa, Krefeld

Dreher, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der ThyssenKrupp Nirosta GmbH und Vorsitzender der Betriebsrätearbeitsgemeinschaft ThyssenKrupp Inoxum

Prof. Dr. Hans-Peter Keitel, Essen Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e.V.

Ernst-August Kiel, Blumenthal

Schlosser, Vorsitzender des Betriebsrats der Howaldtswerke-Deutsche Werft GmbH und Vorsitzender der Betriebsrätearbeitsgemeinschaft ThyssenKrupp Marine Systems

Prof. Dr. Ulrich Lehner, Düsseldorf

Mitglied des Gesellschafterausschusses der Henkel AG & Co. KGaA

Sabine Maaßen, Dinslaken Justiziarin der IG Metall

Prof. Dr. Bernhard Pellens, Bochum Professor für Betriebswirtschaft und Internationale Unternehmensrechnung an der Ruhr-Universität Bochum

Peter Remmler, Wolfsburg

Kaufmann im Groß- und Außenhandel, Vorsitzender des Betriebsrats der ThyssenKrupp Schulte GmbH (Braunschweig) und Vorsitzender der Betriebsrätearbeitsgemeinschaft ThyssenKrupp Materials Services

Dr. Kersten v. Schenck, Bad Homburg Rechtsanwalt und Notar

Thomas Schlenz, Duisburg (bis 31.07.2012) Mitglied des Vorstands der ThyssenKrupp Steel Europe AG

Carola Gräfin v. Schmettow, Düsseldorf (seit 30.01.2012) Mitglied des Vorstands der HSBC Trinkaus & Burkhardt AG

Prof. Dr.-Ing. Ekkehard D. Schulz, Krefeld (bis 31.12.2011) ehem. Vorsitzender des Vorstands der ThyssenKrupp AG

Wilhelm Segerath, Duisburg Karosserie- und Fahrzeugbauer, Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der ThyssenKrupp AG

Peer Steinbrück, Bonn (bis 31.12.2012) Mitglied des Deutschen Bundestages Bundesminister a.D.

Christian Streiff, Paris ehem. Präsident der PSA Peugeot Citroën S.A.

Jürgen R. Thumann, Düsseldorf Vorsitzender des Beirats der Heitkamp & Thumann Group

Prof. Dr. Beatrice Weder di Mauro, Frankfurt/Main

Professorin für Volkswirtschaftslehre, Wirtschaftspolitik & Internationale Makroökonomik an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz

Klaus Wiercimok, Düsseldorf

Rechtsanwalt, Leiter des Departments Materials Services im Corporate Center Legal der ThyssenKrupp AG

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Präsidium

Dr. Gerhard Cromme (Vorsitzender) Bertin Eichler Wilhelm Segerath Jürgen R. Thumann

Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz Dr. Gerhard Cromme (Vorsitzender) Bertin Eichler Wilhelm Segerath Jürgen R. Thumann

Personalausschuss

Dr. Gerhard Cromme (Vorsitzender) Bertin Eichler Wilhelm Segerath Jürgen R. Thumann

Prüfungsausschuss

Prof. Dr. Bernhard Pellens (Vorsitzender) Dr. Gerhard Cromme Bertin Eichler Susanne Herberger Prof. Dr. Ulrich Lehner Wilhelm Segerath

Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss

Dr. Gerhard Cromme (Vorsitzender) Bertin Eichler Markus Grolms Susanne Herberger Bernd Kalwa Prof. Dr. Hans-Peter Keitel Dr. Kersten v. Schenck Peer Steinbrück (bis 31.12.2012)

Nominierungsausschuss

Dr. Gerhard Cromme (Vorsitzender) Prof. Dr. Bernhard Pellens Jürgen R. Thumann Prof. Dr. Beatrice Weder di Mauro

004 | 005

Stand: 10. Dezember 2012

Bericht des Aufsichtsrats

Im Rückblick auf ein schwieriges Geschäftsjahr 2011/2012 berichtet der Aufsichtsrat über die Schwerpunkte seiner Überwachungs- und Beratungstätigkeit: die wirtschaftliche und finanzielle Situation des Konzerns, die Umsetzung des Konzepts zur strategischen Weiterentwicklung und dabei insbesondere die Zusammenführung von Inoxum mit Outokumpu sowie die Perspektiven der Business Area Steel Americas.

Dr. Gerhard Cromme Vorsitzender des Aufsichtsrats

Beratung und Überwachung der Geschäftsführung

Der Aufsichtsrat hat auch im Geschäftsjahr 2011/2012 die Geschäftsführung des Vorstands kontinuierlich überwacht und diesen bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten. Wir konnten uns dabei stets von deren Recht-, Zweck- und Ordnungsmäßigkeit überzeugen. Der Vorstand ist seinen Informationspflichten nachgekommen und hat uns regelmäßig, zeitnah und umfassend in schriftlicher und mündlicher Form über die für das Unternehmen relevanten Vorkommnisse und Maßnahmen unterrichtet. Dies beinhaltete auch Informationen über Abweichungen des Geschäftsverlaufs von der Planung. Die Mitglieder des Aufsichtsrats hatten stets ausreichend Gelegenheit, sich in den Ausschüssen und im Plenum mit den vorgelegten Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands kritisch auseinanderzusetzen und eigene Anregungen einzubringen. Insbesondere haben wir alle für das Unternehmen bedeutsamen Geschäftsvorgänge auf Basis schriftlicher und mündlicher Vorstandsberichte intensiv erörtert und auf Plausibilität überprüft. Als Folge einer erheblich verbesserten Analyse der Wertpotenziale der Konzerngeschäfte sowie der Chancen und Risiken strategischer Schritte wurden dem Aufsichtsrat kritische operative Themen klar und differenziert vorgelegt. Zu einzelnen Geschäftsvorgängen hat der Aufsichtsrat seine Zustimmung erteilt, soweit dies nach Gesetz oder Satzung erforderlich war.

Im Geschäftsjahr 2011/2012 fanden eine außerordentliche und vier turnusmäßige Aufsichtsratssitzungen statt. Die Präsenz lag durchschnittlich bei 96 %. Kein Aufsichtsratsmitglied hat an weniger als der Hälfte der Sitzungen teilgenommen. Die Ausschüsse tagten bis auf zwei Sitzungen vollzählig.

Der Aufsichtsratsvorsitzende und der Vorsitzende des Prüfungsausschusses haben auch zwischen den Gremiensitzungen in einem engen und regelmäßigen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstand gestanden und sich über wesentliche Entwicklungen informiert. Über wichtige Erkenntnisse haben die Vorsitzenden von Aufsichtsrat bzw. Prüfungsausschuss spätestens in der folgenden Aufsichtsrats- bzw. Ausschusssitzung berichtet.

Die Anteilseigner- und die Arbeitnehmervertreter haben die Tagesordnungspunkte der Plenumssitzungen in getrennten Vorgesprächen, deren zeitlicher Rahmen erweitert wurde, beraten. Anhaltspunkte für Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen sind und über die die Hauptversammlung informiert werden soll, hat es nicht gegeben.

Aus der Arbeit der Ausschüsse

Der Aufsichtsrat hat zur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben und zur Unterstützung einer fokussierten Diskussion der Sachverhalte sechs Ausschüsse gebildet. Diese bereiten die Beschlüsse des Aufsichtsrats sowie die Themen vor, die im Plenum zu behandeln sind. Im gesetzlichen Rahmen haben wir in geeigneten Fällen Beschlusszuständigkeiten des Aufsichtsrats auf einzelne Ausschüsse übertragen. Den Vorsitz in allen Ausschüssen mit Ausnahme des Prüfungsausschusses führt der Aufsichtsratsvorsitzende. Über die Inhalte und Ergebnisse der Ausschusssitzungen wird der Aufsichtsrat jeweils zeitnah unterrichtet. Die Zusammensetzung der Ausschüsse kann Seite 5 des Geschäftsberichts entnommen werden.

Präsidium

Das Präsidium trat im Berichtsjahr sechsmal zusammen. Als Vorsitzender habe ich mit den einzelnen Mitgliedern aber auch außerhalb der Sitzungen in engem Kontakt gestanden, um Projekte von besonderer Bedeutung zu besprechen. Schwerpunkte unserer Beratungen waren neben der Vorbereitung der Plenumssitzungen die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns sowie deren Bewertung durch Rating-Agenturen, die Umsetzung des Konzepts zur strategischen Weiterentwicklung einschließlich der Zusammenführung der Inoxum-Gruppe mit Outokumpu, die operative Situation und die strategischen Perspektiven der Business Area Steel Americas sowie in einer Sitzung am 10. Dezember 2012 Wertberichtigungen bei der Business Area Steel Americas.

Personalausschuss

Der Personalausschuss kam ebenfalls sechsmal zusammen. Er bereitete die Beschlussfassungen des Aufsichtsrats zur Anpassung der Parameter der variablen Vorstandsvergütung sowie zur Festsetzung der Vergütung für die Vorstandsmitglieder vor. Einzelheiten zum Vergütungssystem sind im Vergütungsbericht auf den Seiten 23-25 dargestellt. Wesentliche Beratungsthemen waren zudem Vorstandspersonalien, die nachfolgend auch jeweils in den Plenumssitzungen behandelt wurden. Der Personalausschuss hat ferner die Beauftragung der Rechtsanwaltssozietät Clifford Chance, für die das Aufsichtsratsmitglied Herr Dr. v. Schenck bis zum 30. Juni 2012 als Of Counsel tätig war, jeweils beschlossen sowie der Beauftragung der HSBC Trinkaus & Burkhardt AG als Investmentbank, für die das Aufsichtsratsmitglied Frau Gräfin v. Schmettow als Mitglied des Vorstands tätig ist, zugestimmt.

Der Personalausschuss hat sich im Zusammenhang mit der Aufarbeitung des sogenannten Schienenkartells mit den Vorwürfen gegen ein Vorstandsmitglied befasst, dieses sei im Jahr 2006 vorliegenden Hinweisen auf Kartellabsprachen auf Ebene der Schienenwerke nicht energisch genug nachgegangen. Der Personalausschuss hat eine externe Prüfung dieser Vorwürfe durch einen renommierten Strafrechtler und einen ausgewiesenen Gesellschaftsrechtsexperten veranlasst. Ferner hat sich der Personalausschuss mit den in Medienberichten über Presse- und weitere Reisen von Vorstandsmitgliedern erhobenen Vorwürfen befasst und einer Überprüfung der Reisen durch die Compliance-Abteilung mit Unterstützung externer Experten zugestimmt.

Vermittlungsausschuss

Für den gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG gebildeten Vermittlungsausschuss gab es auch im Berichtsjahr keinen Grund, tätig zu werden.

Prüfungsausschuss

Der Prüfungsausschuss kam im Geschäftsjahr 2011/2012 zu fünf Sitzungen zusammen, an denen neben den Ausschussmitgliedern regelmäßig die Vertreter des Abschlussprüfers sowie der Vorsitzende des Vorstands, der Finanzvorstand und das für Compliance zuständige Vorstandsmitglied teilgenommen haben. Bei ausgewählten Tagesordnungspunkten wurden weitere Vorstandsmitglieder sowie Leiter der zuständigen Fachabteilungen hinzugezogen. Der Ausschuss befasste sich insbesondere mit dem Jahres- und dem Konzernabschluss 2010/2011, der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses sowie der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems. Vor ihrer Veröffentlichung wurden die Zwischenberichte 2011/2012 jeweils ausführlich erörtert. Der Abschlussprüfer berichtete stets eingehend über alle für die Aufgaben des Aufsichtsrats wesentlichen Vorkommnisse, die sich bei der Durchführung der Abschlussprüfung bzw. bei der prüferischen Durchsicht der Zwischenberichte ergeben haben.

Dem Plenum wurde vom Prüfungsausschuss im Vorfeld der Hauptversammlung am 20. Januar 2012 der Vorschlag unterbreitet, der Hauptversammlung die Wahl der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2011/2012 vorzuschlagen. Nach der Wahl durch die Aktionärsversammlung wurde der Abschlussprüfer vom Prüfungsausschuss mit der Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses sowie mit der prüferischen Durchsicht der Zwischenberichte beauftragt; es wurde eine entsprechende Vereinbarung mit ihm geschlossen. Auch im Berichtsjahr hat der Abschlussprüfer gegenüber dem Prüfungsausschuss erklärt, dass keine Umstände vorliegen, die Anlass geben, seine Befangenheit anzunehmen. Des Weiteren hat er über Leistungen berichtet, die er zusätzlich zu den Abschlussprüferleistungen für den Konzern erbracht hat. Der Prüfungsausschuss hat die erforderliche Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers eingeholt und dessen Qualifikation überprüft. Ein zentrales Thema war auch die Neuausschreibung des Abschlussprüfermandats. Mit dem jeweiligen Stand der Ausschreibung, die der Prüfungsausschuss für den Aufsichtsrat verantwortlich begleitet hat, hat sich der Ausschuss in jeder Sitzung befasst und nach eingehender Beratung dem Aufsichtsrat schließlich für seine Sitzung im September 2012 empfohlen, der nächsten Hauptversammlung am 18. Januar 2013 die Wahl der PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zum neuen Abschlussprüfer vorzuschlagen. Diesem Vorschlag ist das Plenum einvernehmlich gefolgt.

Über die Compliance-Aktivitäten des Konzerns wurde der Ausschuss in seinen Sitzungen regelmäßig und umfassend informiert. Anschließend waren die Compliance-Aktivitäten regelmäßig Thema in den Plenumssitzungen. Mehrfach haben wir uns auch mit dem Schienenkartell befasst und die vom Vorstand ergriffenen Maßnahmen vollumfänglich unterstützt. In diesem Zusammenhang hat sich auch der Prüfungsausschuss mit den gegenüber einem Vorstandsmitglied erhobenen Vorwürfen hinsichtlich dessen Rolle im Schienenkartell auseinandergesetzt. Ferner hat sich auch der Prüfungsausschuss mit den in Medienberichten über Presseund andere Reisen von Vorstandsmitgliedern erhobenen Vorwürfen befasst und einer Überprüfung der Reisen durch die Compliance-Abteilung mit Unterstützung externer Experten zugestimmt. Auch darüber wurde in den anschließenden Plenumssitzungen beraten. Grundlegendes Compliance-Verständnis des Aufsichtsrats ist es, dass das Management für die Einhaltung von Recht und Gesetz unternehmerische Verantwortung trägt, die über die individuellen Pflichten eines Vorstandsmitglieds hinausgeht. Auf Vorschlag des Präsidiums, der vom Prüfungsausschuss erörtert und unterstützt worden war, hat der Aufsichtsrat daher in seiner Sitzung am 21. November 2012 einen Beschluss gefasst, der betont, dass die unternehmerische Verantwortung des Vorstands für Compliance über die Vermeidung eigener Pflichtverletzungen hinausgeht, und klar zum Ausdruck bringt, dass bei schweren oder wiederholten Compliance-Verstößen im Verantwortungsbereich eines Vorstandsmitglieds Konsequenzen mit der gesamten Bandbreite von Personalmaßnahmen gezogen werden können.

Die kontinuierliche Erörterung der Investitionsprojekte in Brasilien und den USA sowie der operativen Situation und der strategischen Perspektiven der Business Area Steel Americas wurde auch im Prüfungsausschuss fortgesetzt. Der Ausschuss setzte sich zudem mit dem Prüfungsplan und der Qualitätssicherung der Konzernrevision, den Ergebnissen der durchgeführten Prüfungen sowie mit den regelmäßigen Berichten über rechtliche Risiken auseinander. Auf dieser Basis hat er sich von der Rechtmäßigkeit der Unternehmensführung überzeugt. Der Prüfungsausschuss hat ferner die Effizienz seiner Tätigkeit geprüft und die Ergebnisse in seiner Sitzung im November 2011 beraten.

In der Sitzung am 10. Dezember 2012 befasste sich der Prüfungsausschuss auf Basis der vorliegenden Erkenntnisse aus dem eingeleiteten Bieterprozess für die Business Area Steel Americas ausführlich mit Wertberichtigungen bei dieser Business Area und mit deren Auswirkungen auf den Konzern- und Jahresabschluss. Er beschäftigte sich zudem ausführlich mit dem im Zuge der neugefassten Konzernrichtlinie weiterentwickelten Risikomanagementsystem.

Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss

In zwei Sitzungen befasste sich der Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss im Geschäftsjahr 2011/2012 vor allem mit der Umsetzung des Konzepts zur strategischen Weiterentwicklung des Konzerns und mit der Lage der einzelnen Business Areas. Schwerpunktthemen waren ferner der Zusammenschluss von Inoxum mit Outokumpu, die operative Situation und die strategischen Perspektiven der Business Area Steel Americas, die geplanten weiteren Desinvestitionsprojekte sowie die Unternehmens- und Investitionsplanung des Konzerns und die Vorbereitung entsprechender Beschlüsse des Plenums.

Compliance war ein Regel-Thema in den Sitzungen des Prüfungsausschusses.

Nominierungsausschuss

Der Nominierungsausschuss kam im Berichtsjahr zweimal zusammen. Als Nachfolgerin für Herrn Prof. Dr.-Ing. Schulz hat der Nominierungsausschuss dem Plenum Frau Gräfin v. Schmettow vorgeschlagen. Der Ausschuss hat ferner die Ziele des Aufsichtsrats hinsichtlich seiner Zusammensetzung erörtert und dem Plenum Vorschläge hierzu unterbreitet. Einzelheiten hierzu können dem Corporate-Governance-Bericht entnommen werden.

Themen im Plenum

Schwerpunkte unserer Bilanzsitzung am 02. Dezember 2011 waren der Jahres- und der Konzernabschluss zum 30. September 2011, die Wertberichtigungen in den Business Areas Steel Americas und Stainless Global sowie der Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands. Hierüber haben wir bereits im letzten Geschäftsbericht ausführlich berichtet. Auf Basis detaillierter Unterlagen und einer Beschlussempfehlung des Strategie-, Finanz- und Investitionsausschusses haben wir ferner die Unternehmens- und Investitionsplanung für das Geschäftsjahr 2011/2012 verabschiedet und dabei verschiedene Risikoszenarien berücksichtigt. Ausführlich diskutiert wurden der Stand der Zusammenführung der Inoxum-Gruppe mit Outokumpu und das Voranschreiten weiterer Desinvestitionsprojekte. Mit Blick auf die strategische Weiterentwicklung des Konzerns war die Verstärkung der regionalen Präsenz in außereuropäischen Ländern ein wichtiges Thema. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand bestärkt, die Marktposition in diesen Regionen weiter auszubauen. Die Aussprache zur Lage des Konzerns nutzten wir auch, um mit dem Vorstand die Rating-Situation sowie den Einsatz von Finanzierungsinstrumenten zu diskutieren. Der Aufsichtsrat hat zudem die Tagesordnung für die Hauptversammlung der Gesellschaft am 20. Januar 2012 mit den Beschlussvorschlägen verabschiedet. Ferner haben wir dem Verkauf von ThyssenKrupp Automotive Systems do Brasil zugestimmt. Der Vorstand hat uns zudem einen Fortschrittsbericht zur Neuausschreibung des Abschlussprüfermandats gegeben.

In unserer Sitzung vor der Hauptversammlung am 20. Januar 2012 berichtete der Vorstand über die aktuelle Lage des Konzerns und den Stand der Gespräche zur Zusammenführung der Inoxum-Gruppe mit Outokumpu. Unsere besondere Aufmerksamkeit galt den von Hengeler Mueller und Linklaters eingeholten Gutachten zur Prüfung der Einhaltung der aktienrechtlichen Pflichten des Vorstands und des Aufsichtsrats im Zusammenhang mit den Stahlwerksprojekten in Brasilien und den USA. Beide Gutachten kommen zu dem Ergebnis, dass Vorstand und Aufsichtsrat keine aktienrechtlichen Pflichtverletzungen vorzuwerfen sind. Der Aufsichtsrat folgte in dieser Sitzung der Empfehlung des Nominierungsausschusses, als Nachfolgerin von Herrn Prof. Dr.-Ing. Schulz Frau Gräfin v. Schmettow zum Mitglied des Aufsichtsrats vorzuschlagen. Herrn Prof. Dr. Keitel haben wir in dieser Sitzung als Nachfolger von Herrn Prof. Dr.-Ing. Schulz in den Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss gewählt. Ferner haben wir ein angepasstes Berechnungsschema für die Bonuszahlungen an den Vorstand verabschiedet. Schließlich haben wir der Veräußerung des zivilen Schiffbaubereichs von Blohm + Voss an die Investorengruppe Star Capital zugestimmt.

Am 31. Januar 2012 fand eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung statt, deren wesentliches Thema der Zusammenschluss von Inoxum mit Outokumpu war. Der Aufsichtsrat hat auf Basis ausführlicher Unterlagen der Zusammenführung der Aktivitäten zugestimmt.

Eine weitere Sitzung des Aufsichtsrats fand am 15. Mai 2012 statt. Im Vordergrund unserer Beratungen stand neben dem Bericht zur Lage des Konzerns die Umsetzung des Konzepts zur strategischen Weiterentwicklung. Der Vorstand ist insbesondere auf die strategischen Perspektiven der Business Area Steel Americas eingegangen, die wir kritisch gewürdigt und hinterfragt haben. Dabei hat der Aufsichtsrat den Vorstand darin bestärkt, alle strategischen Optionen für die beiden Werke in Brasilien und den USA zu prüfen. Im Rahmen der Weiterentwicklung des Konzerns haben wir uns vom Vorstand ausführlich über Matrixorganisationen informieren lassen. Gegenstand der Sitzung waren ferner die mögliche Entwicklung künftiger Rohstoffpreise und deren Auswirkungen auf den Konzern. Der Vorstand hat auch über die Umsetzung des Unternehmensprogramms impact und des Unternehmensleitbilds sowie über aktuelle Themen aus dem Bereich Compliance berichtet. Der Vorstand hat uns zu dieser Sitzung ferner einen umfassenden Bericht zur Informationssicherheit im Konzern vorgelegt, der auch im Prüfungsausschuss behandelt wurde. Abschließend haben wir der Veräußerung der US-amerikanischen Gießerei Waupaca an KPS Capital Partners sowie der Realisierung des zweiten Bauabschnitts des ThyssenKrupp Quartiers auf Basis eines liquiditätsschonenden Leasing-Modells zugestimmt.

In der Aufsichtsratssitzung am 07. September 2012 hat der Vorstand wiederum ausführlich über die aktuelle Lage und die Rating-Situation des Konzerns berichtet. Eingehend haben wir erneut die operativen und strategischen Perspektiven der Business Area Steel Americas erörtert und mit dem Vorstand die daraus abgeleitete Veräußerungsabsicht diskutiert. Der Vorstand hat uns ferner einen Bericht zur Führungskräfteentwicklung gegeben, die angesichts der Internationalisierung des Konzerns zunehmend an Bedeutung gewinnt. Wie in den Vorjahren standen in der September-Sitzung aktuelle Entwicklungen der Corporate Governance im Fokus, einschließlich der von der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex am 15. Mai 2012 beschlossenen Kodex-Änderungen. Dabei wurden insbesondere die Ziele des Aufsichtsrats hinsichtlich seiner Zusammensetzung modifiziert sowie die Geschäftsordnungen des Aufsichtsrats, des Prüfungsausschusses und des Vorstands angepasst. Nach regelmäßigen Berichten über den Fortschritt der Ausschreibung des Prüfungsmandates durch den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses in den vorangegangenen Plenumssitzungen haben wir auf Vorschlag des Prüfungsausschusses ferner beschlossen, der Hauptversammlung am 18. Januar 2013 vorzuschlagen, die PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit der Prüfung des Konzern- und des Jahresabschlusses sowie mit der prüferischen Durchsicht der Zwischenberichte für das Geschäftsjahr 2012/2013 zu beauftragen. Wir haben Herrn Segerath als Nachfolger von Herrn Schlenz zum Mitglied des Präsidiums, des Personalausschusses und des Ausschusses nach § 27 Abs. 3 MitbestG sowie Frau Herberger als Nachfolgerin von Herrn Schlenz in den Prüfungsausschuss gewählt. An die Sitzung schloss sich eine Informations- und Fortbildungsveranstaltung zum Thema Energie und Umwelt an. Eine umfassende Präsentation des Vorstands und die anschließende Diskussion vermittelten uns ein Bild über die aktuellen Entwicklungen sowie die Auswirkungen auf den Konzern.

Effizienzprüfung des Aufsichtsrats

Gegenstand einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am 20. November 2012 war eine umfangreiche Effizienzprüfung des Aufsichtsrats, um die Aufsichtsratsarbeit und die Entscheidungen des Aufsichtsrats im Zusammenhang mit den Stahlwerksprojekten in Brasilien und den USA zu prüfen. Für diese Effizienzprüfung sind zwei Gutachten von einem anerkannten Experten für Corporate-Governance-Fragen sowie von der Kanzlei Linklaters erstellt worden. Die Verfasser haben ihre Gutachten in der Sitzung erläutert und standen dem Aufsichtsrat für die Beantwortung ergänzender Fragen zur Verfügung.

Der Aufsichtsrat erfüllt Standards guter Corporate Governance auf hohem Niveau. Das Gutachten zu den Corporate-Governance-Fragen kam zu dem Ergebnis, dass der Aufsichtsrat einschließlich seiner zuständigen Ausschüsse bei der Überwachung und Beratung des Vorstands den Standards guter Corporate Governance auf hohem Niveau gerecht geworden ist. Es wird festgestellt, dass er gemäß diesen Standards in die relevanten unternehmerischen Entscheidungen involviert war und – unterstützt durch ein adäquates Ausschusswesen – die Umsetzung dieser Entscheidungen intensiv begleitet hat. Dabei hat er von seinen Möglichkeiten zur Sicherstellung ausreichender Informationen aktiv Gebrauch gemacht und z.B. die Einholung einer Reihe von internen und externen Prüfberichten veranlasst. In diesem Zusammenhang wird besonders hervorgehoben, dass der Aufsichtsrat schon in der Entscheidungsphase mit zahlreichen kritischen Fragen die wesentlichen Punkte adressiert hat, die sich später als Problemursachen herausgestellt haben. Die von dem Experten zudem unterbreiteten Vorschläge zur weiteren Steigerung der Überwachungseffizienz werden derzeit geprüft. Über ihre Umsetzung soll in den nächsten Sitzungen des Aufsichtsrats entschieden werden.

Das Gutachten zu den aktienrechtlichen Sorgfaltspflichten kam zu dem Ergebnis, dass der Aufsichtsrat seine aktienrechtlichen Pflichten zu jedem Zeitpunkt umfassend eingehalten hat. Es wird festgestellt, dass der Aufsichtsrat sämtliche relevanten Fragen zu denjenigen Themen, die sich im Rückblick als die wesentlichen Probleme der Steel-Americas-Projekte erwiesen haben, gestellt, kritisch mit dem Vorstand diskutiert und die vom Vorstand zugrunde gelegten Prämissen eingehend hinterfragt hat. Zudem wird konstatiert, dass sich der Aufsichtsrat und die Ausschüsse des Aufsichtsrats in einem Umfang und in einer Intensität mit den kritischen Themen und Schwierigkeiten im Zusammenhang mit den Steel-Americas-Projekten beschäftigt haben, die weit über das übliche Maß der Befassung durch einen Aufsichtsrat hinausgehen.

Der Aufsichtsrat hat die Ergebnisse der Gutachten ausführlich erörtert und zum Thema Steel Americas eine gesonderte Erklärung abgegeben, die im nachfolgenden Kapitel des Geschäftsberichts wiedergegeben ist. Ferner hat der Aufsichtsrat die Kanzlei Hengeler Mueller beauftragt, ihr im Januar 2012 erstelltes Gutachten zur Prüfung von etwaigen haftungsrechtlich relevanten Pflichtverletzungen ehemaliger oder amtierender Mitglieder des Vorstands unter Berücksichtigung der zwischenzeitlichen Erkenntnisse zu aktualisieren. Der Vorstand hat uns berichtet, dass auch etwaige haftungsrelevante Pflichtverletzungen der Organmitglieder der ThyssenKrupp Steel Europe AG im Zusammenhang mit den Steel-Americas-Projekten noch einmal geprüft werden.

Corporate Governance und Entsprechenserklärung

Die Umsetzung der Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex sowie die Weiterentwicklung der Corporate-Governance-Standards werden vom Aufsichtsrat fortlaufend beobachtet. Über die Corporate Governance bei ThyssenKrupp berichtet der Vorstand zugleich auch für den Aufsichtsrat gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex. Dieser Bericht wird zusammen mit der Erklärung zur Unternehmensführung auf der Website der Gesellschaft sowie im Geschäftsbericht veröffentlicht.

Vorstand und Aufsichtsrat haben zum 01. Oktober 2012 eine aktualisierte Entsprechenserklärung nach § 161 Abs. 1 AktG abgegeben, die den Aktionären auf der Website der Gesellschaft dauerhaft zugänglich ist.

Prüfung von Jahres- und Konzernabschluss

Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat den vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellten Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 01. Oktober 2011 bis 30. September 2012 und den Lagebericht der ThyssenKrupp AG geprüft. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Der Konzernabschluss der ThyssenKrupp AG für das Geschäftsjahr vom 01. Oktober 2011 bis 30. September 2012 und der Konzernlagebericht wurden gemäß § 315a HGB auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Auch der Konzernabschluss sowie der Konzernlagebericht erhielten einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Der Abschlussprüfer hat ferner festgestellt, dass der Vorstand ein angemessenes Informations- und Überwachungssystem eingerichtet hat, das in seiner Konzeption und Handhabung geeignet ist, den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.

Für das Berichtsjahr hatte der Prüfungsausschuss folgendes Fokusthema mit dem Abschlussprüfer festgelegt: "Interne Kontrollen und Prozessintegration für ausgewählte Prozesse". Die Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte wurden in den Sitzungen des Prüfungsausschusses und des Aufsichtsrats am 10. Dezember 2012 umfassend diskutiert. Ein wesentlicher Berichtspunkt waren dabei Wertberichtigungen bei der Business Area Steel Americas, mit deren Ursachen und Auswirkungen wir uns ausführlich auseinandergesetzt haben. Der Abschlussprüfer berichtete über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung und ging dabei vor allem auf die Wertberichtigungen bei der Business Area Steel Americas ein. Er informierte ferner über seine Feststellungen zum internen Kontroll- und Risikomanagement bezogen auf den Rechnungslegungsprozess und stand für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Über die Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses durch den Prüfungsausschuss hat dessen Vorsitzender in der Plenumssitzung ausführlich berichtet. Nach Prüfung und Diskussion des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses, des Lageberichts und des Konzernlageberichts im Aufsichtsrat haben wir gemäß der Empfehlung des Prüfungsausschusses dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zugestimmt und sowohl den Jahres- als auch den Konzernabschluss gebilligt. Da sich für das Berichtsjahr kein ausschüttungsfähiger Bilanzgewinn ergibt, hat der Vorstand dem Aufsichtsrat keinen Gewinnverwendungsvorschlag vorgelegt.

Veränderungen in der Besetzung von Aufsichtsrat und Vorstand

Aus dem Aufsichtsrat ist mit Ablauf des 31. Dezember 2011 Herr Prof. Dr.-Ing. Schulz ausgeschieden; er hatte sich aus eigener Initiative entschlossen, sein Mandat zu diesem Zeitpunkt niederzulegen. Durch Gerichtsbeschluss wurde als Nachfolgerin mit Wirkung zum 30. Januar 2012 Frau Gräfin v. Schmettow zum Mitglied des Aufsichtsrats bestellt. Herr Schlenz hat sein Aufsichtsratsmandat mit Ablauf des 31. Juli 2012 niedergelegt, um eine neue Aufgabe im Konzern zu übernehmen. Als sein Nachfolger wurde durch Gerichtsbeschluss mit Wirkung zum 10. August 2012 Herr Dreher zum Mitglied des Aufsichtsrats bestellt. Sein Mandat im Aufsichtsrat hat mit Ablauf des 31. Dezember 2012 zudem Herr Steinbrück niedergelegt. An seiner Stelle hat die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung mit Wirkung vom 01. Januar 2013 Herrn Dr. Ralf Nentwig, Mitglied des Vorstands der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, in den Aufsichtsrat entsandt. Der Aufsichtsrat hat Herrn Prof. Dr.-Ing. Schulz, Herrn Schlenz und Herrn Steinbrück seinen Dank für die gute Zusammenarbeit ausgesprochen.

Als Nachfolger von Herrn Labonte, dessen zunächst bis zum 30. September 2013 verlängerte Bestellung aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig zum 31. März 2013 aufgehoben wurde, hat der Aufsichtsrat Herrn Burkhard zum Mitglied des Vorstands ab dem 01. Februar 2013 und zum Arbeitsdirektor ab dem 01. April 2013 bestellt.

Mit Ablauf des 31. Dezember 2012 werden Herr Dr. Berlien, Herr Dr. Claassen und Herr Eichler aus dem Vorstand ausscheiden. Der Aufsichtsrat hat den ausscheidenden Vorstandsmitgliedern für die langjährige gute Zusammenarbeit seinen Dank ausgesprochen.

Den Vorständen, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Arbeitnehmervertretungen aller Konzerngesellschaften danke ich im Namen des gesamten Aufsichtsrats für ihren großen Einsatz und die im abgelaufenen Geschäftsjahr geleistete Arbeit.

Der Aufsichtsrat

Dr. Gerhard Cromme Vorsitzender

Essen, 10. Dezember 2012

Erklärung des Aufsichtsrats zu den Steel-Americas-Projekten

Der Aufsichtsrat der ThyssenKrupp AG gibt im Zusammenhang mit den Stahlaktivitäten der Business Area Steel Americas in Brasilien und den USA folgende Erklärung ab:

Die Mitglieder des Aufsichtsrats der ThyssenKrupp AG sind über die negative Entwicklung der Steel-Americas-Projekte sehr betroffen. Der Aufsichtsrat hat sich deshalb auch im Rahmen einer außerordentlichen Sitzung am 20. November 2012 gemeinsam mit zwei externen Beratern, Herrn Prof. Axel von Werder von der Technischen Universität Berlin und Herrn Dr. Ralph Wollburg, Partner der Sozietät Linklaters, noch einmal umfassend mit seiner Behandlung der Steel-Americas-Projekte in den Jahren 2005 bis 2012 befasst. Insbesondere haben sich jedes einzelne Mitglied des Aufsichtsrats sowie der Aufsichtsrat als Gesamtgremium kritisch mit der Frage auseinandergesetzt, ob er seiner Überwachungsverantwortung gegenüber dem Vorstand nachgekommen ist.

Als der Aufsichtsrat der ThyssenKrupp AG im November 2005 seine Zustimmung zur Durchführung des Projektes CSA (Companhia Siderúrgica do Atlântico) in Brasilien beschloss und im Mai 2007 dem Bau des Weiterverarbeitungswerkes in Alabama zustimmte, stellte sich das gesamtwirtschaftliche Umfeld für die Investitionen ebenso wie die Situation von ThyssenKrupp in sehr günstiger Weise dar:

  • Dem zunächst bewilligten Investitionsbudget in Höhe von etwa 1,9 Mrd € für ThyssenKrupp CSA in Brasilien, das auf Grund der Entscheidung zur Eigenfinanzierung maßgeblicher Gewerke auf rund 3,0 Mrd € erhöht wurde, stand ein EBITDA des ThyssenKrupp Konzerns im Geschäftsjahr 2004/2005 in Höhe von 3,8 Mrd € (gemäß IFRS) bzw. von 4,7 Mrd € im Geschäftsjahr 2005/2006 gegenüber.
  • Mit der Nähe zur Rohstoffbasis und den günstigeren Erzpreisen sowie den niedrigen Lohnkosten in Brasilien strebte ThyssenKrupp die Kostenführerschaft für die Herstellung von Brammen an.
  • Der Eintritt in den USA/NAFTA-Markt mit hochwertigen Flachstahlprodukten sollte in sehr attraktiven Wachstumssegmenten dieser Märkte erfolgen.
  • Hieraus ergab sich das strategische Konzept, das den Projekten Steel Americas zugrunde lag: Qualitäts-, Kosten- und Margenführerschaft im Verbund CSA/USA.

Die damalige Entscheidung zur Realisierung der Steel-Americas-Projekte ist unter diesen Prämissen – und so wie sie vom Vorstand und den Beratern interpretiert wurden – auch aus heutigem Blickwinkel nachvollziehbar.

Ingesamt haben sich im weiteren Projektverlauf drei wesentliche Problemkomplexe herauskristallisiert: das mangelhafte Projektmanagement, die zu optimistische Interpretation der damaligen makroökonomischen Lage und – letztlich entscheidend – die fundamentale Veränderung der makroökonomischen Situation.

Das mangelhafte Projektmanagement wurde für den Aufsichtsrat erstmals im Mai 2008 erkennbar, als der Vorstand völlig überraschend über wesentliche Schwierigkeiten im Projektverlauf und Überschreitungen im Investitionsbudget berichtete. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der Vorstand – auch bei der Projektbesichtigung vor Ort durch den Prüfungsausschuss im Februar 2008 – über einen plangemäßen Fortschritt ohne signifikante Probleme berichtet.

Auf die erkennbar gewordenen Managementfehler hat der Aufsichtsrat der ThyssenKrupp AG mit personellen Anpassungen reagiert, die zum Ausscheiden zweier verantwortlicher Vorstandsmitglieder der ThyssenKrupp AG im Frühjahr 2009 führten. Im Wesentlichen als Folge der Mängel im anfänglichen Projektmanagement kam es trotz einer unverzüglichen Verstärkung der Projektleitung durch externe Fachleute bis heute zu weiteren erheblichen Überschreitungen bei den Projekt- und Anlaufkosten bei den Steel-Americas-Projekten.

Letztendlich ist festzustellen, dass neben den gravierenden makroökonomischen Veränderungen und Fehlentwicklungen bei der Projektabwicklung sich eine Reihe der vom damaligen Vorstand zugrunde gelegten Annahmen und Kennzahlen als deutlich zu optimistisch oder im Nachhinein als falsch erwiesen haben.

Beides – das mangelhafte Projektmanagement und die zu optimistische Einschätzung der Ausgangsparameter – haben zu einer substantiellen Verschlechterung der Steel-Americas-Projekte geführt. Ausschlaggebend für die Entscheidung, Verkaufsoptionen zu prüfen, sind aber in erster Linie wesentliche Veränderungen des makroökonomischen Umfelds, insbesondere auch die anhaltenden Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise.

Der neu zusammengesetzte Vorstand unter der Führung von Herrn Dr. Hiesinger hat 2011/2012 mit großem Realismus die inzwischen grundlegend veränderten Bedingungen und wirtschaftlichen Annahmen für die Projekte dargelegt. Dadurch ist deutlich geworden, dass die ursprünglich mit den Projekten angestrebten Ziele der Qualitäts-, Kosten- und Margenführerschaft nicht erreicht werden können und dementsprechend die Steel-Americas-Projekte auch mittelfristig nicht wirtschaftlich sein werden.

  • Seit der Entscheidung zur Durchführung der Projekte im Aufsichtsrat sind die Lohnkosten in Brasilien massiv angestiegen. Zudem hat sich der Wechselkurs des brasilianischen Real im Vergleich zum US-Dollar wesentlich verändert. Damit war der vom Vorstand angestrebte Wechselkursausgleich (d.h. die Kompensation von aus Kosten in brasilianischem Real entstehenden negativen Währungseffekten durch gegenläufige Umsätze in brasilianischem Real) zur Absicherung von Währungsrisiken nicht realisierbar.
  • Die Rohstoffpreise haben sich wesentlich erhöht. Insbesondere die Erzpreise haben sich in der Spitze nahezu verdreifacht. Darüber hinaus veränderte sich das Erzpreismodell von Jahres- auf Quartalsbasis.
  • Insgesamt konnten die Kostenvorteile, die durch die Produktion von Brammen in Brasilien gegenüber der Produktion in Duisburg erreicht werden sollten und die zum Zeitpunkt der Beschlussfassung zugrunde gelegt wurden, nicht realisiert werden.
  • Der Absatzmarkt in den USA bzw. in der NAFTA-Zone hat sich sowohl im Hinblick auf die Mengen wie auch im Hinblick auf die erzielbaren Preise deutlich schlechter entwickelt als angenommen.

Der Aufsichtsrat der ThyssenKrupp AG hat deshalb nach einer eingehenden eigenen Überprüfung in seinen Sitzungen im Mai und September 2012 die Beschlüsse des Vorstands zustimmend zur Kenntnis genommen, strategische Optionen im Zusammenhang mit den Steel-Americas-Projekten zu überprüfen bzw. einen Bieterprozess für Steel Americas durchzuführen.

Die wesentlichen Ergebnisse der eingangs erwähnten Überprüfung durch Herrn Prof. von Werder sind wie folgt zusammenzufassen:

– Der Aufsichtsrat einschließlich seiner zuständigen Ausschüsse ist bei der Überwachung und Beratung des Vorstands den Standards guter Corporate Governance auf hohem Niveau gerecht geworden. Er war gemäß diesen Standards in die relevanten unternehmerischen Entscheidungen involviert und hat – unterstützt durch ein adäquates Ausschusswesen – die Umsetzung dieser Entscheidungen intensiv begleitet.

  • Dabei hat der Aufsichtsrat von seinen (systembedingt begrenzten) Möglichkeiten zur Sicherstellung ausreichender Informationen aktiv Gebrauch gemacht und z.B. die Einholung einer Reihe von internen und externen Prüfberichten veranlasst. Darüber hinaus hat er die Projekte mit dem Vorstand kompetent und engagiert diskutiert.
  • Besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang, dass der Aufsichtsrat schon in der Entscheidungsphase mit zahlreichen kritischen Fragen die wesentlichen Punkte adressiert hat, die sich später als Problemursachen herausgestellt haben.

Die wesentlichen Ergebnisse der Überprüfung durch Herrn Dr. Wollburg sind wie folgt zusammenzufassen:

  • Insgesamt ist festzustellen, dass der Aufsichtsrat wie im Einzelnen dargelegt und begründet seine aktienrechtlichen Pflichten zur Überwachung des Vorstands im Zusammenhang mit den Steel-Americas-Projekten zu jedem Zeitpunkt umfassend eingehalten hat. Der Aufsichtsrat hat seine Entscheidungen in diesem Zusammenhang stets auf der Grundlage des ihm eingeräumten unternehmerischen Ermessensspielraums (sog. Business Judgement Rule) getroffen.
  • Insgesamt ist weiter festzustellen, dass der Aufsichtsrat sämtliche relevanten Fragen zu denjenigen Themen, die sich im Rückblick als die wesentlichen Probleme der Steel-Americas-Projekte erwiesen haben, gestellt, kritisch mit dem Vorstand diskutiert und die vom Vorstand zugrunde gelegten Prämissen eingehend hinterfragt hat.
  • Schließlich ist festzuhalten, dass sich der Aufsichtsrat und die Ausschüsse des Aufsichtsrats in einem Umfang und in einer Intensität mit den kritischen Themen und Schwierigkeiten im Zusammenhang mit den Steel-Americas-Projekten beschäftigt haben, die weit über das übliche Maß der Befassung durch einen Aufsichtsrat und seine Ausschüsse hinausgehen.

Die Ergebnisse der Gutachten von Herrn Prof. von Werder und von Herrn Dr. Wollburg sind auf der Website der ThyssenKrupp AG einsehbar.

Im Übrigen hat der Aufsichtsrat die Rechtsanwaltssozietät Hengeler Mueller gebeten, ihr letztjähriges Gutachten zur Überprüfung der Verantwortlichkeit der Vorstandsmitglieder der ThyssenKrupp AG im Zusammenhang mit den Steel-Americas-Projekten zu aktualisieren. Das Gutachten von HengelerMueller soll zur ordentlichen Hauptversammlung der ThyssenKrupp AG am 18. Januar 2013 vorliegen. Der Vorstand hat uns berichtet, dass auch etwaige haftungsrelevante Pflichtverletzungen der Organmitglieder der ThyssenKrupp Steel Europe AG im Zusammenhang mit den Steel-Americas-Projekten noch einmal geprüft werden.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats sind auch persönlich betroffen darüber, dass es trotz aller Anstrengungen und der Erfüllung der ihnen obliegenden Pflichten nicht gelungen ist, die Fehlentwicklungen bei den Steel-Americas-Projekten zu verhindern.

Der Aufsichtsrat ist überzeugt, dass die jetzt vom Vorstand eingeleiteten Maßnahmen letztendlich erfolgreich sein werden und das Unternehmen dadurch an neuer Stärke gewinnen wird.

Der Aufsichtsrat

Corporate-Governance-Bericht

Das Vertrauen der Anleger, Kunden, Mitarbeiter und der Öffentlichkeit in ThyssenKrupp wird durch gute Corporate Governance gefördert, die eine wesentliche Grundlage für nachhaltigen Unternehmenserfolg ist. Vorstand und Aufsichtsrat orientieren sich dabei am Deutschen Corporate Governance Kodex.

Im nachfolgenden Kapitel sowie in der Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB berichtet der Vorstand – zugleich auch für den Aufsichtsrat – gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex über die Corporate Governance bei ThyssenKrupp. Das Kapitel enthält auch den Vergütungsbericht.

Corporate Governance im Überblick

Umsetzung des Deutschen Corporate Governance Kodex

Vorstand und Aufsichtsrat der ThyssenKrupp AG haben sich im Berichtsjahr intensiv mit der Erfüllung der Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex und insbesondere mit den von der zuständigen Regierungskommission am 15. Mai 2012 beschlossenen Änderungen befasst. Gemäß § 161 Abs. 1 AktG haben beide Gremien zum 01. Oktober 2012 eine Entsprechenserklärung abgegeben.

Seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung zum 01. Oktober 2011 hat die ThyssenKrupp AG sämtlichen Empfehlungen des Kodex in der Fassung vom 26. Mai 2010 entsprochen. Sie entspricht zudem den Empfehlungen des Kodex in der Fassung vom 15. Mai 2012 mit einer Ausnahme: Nach der geänderten Empfehlung in Ziff. 5.4.6 Abs. 2 Satz 2 des Kodex soll bei Zahlung einer erfolgsorientierten Vergütung an die Aufsichtsratsmitglieder diese auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet sein. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten gem. § 14 Abs. 1 der Satzung der ThyssenKrupp AG neben einer festen eine erfolgsabhängige Vergütung. Diese besteht aus einer auf den langfristigen Unternehmenserfolg bezogenen Vergütung sowie einer an der jährlichen Dividende orientierten Tantieme. Abhängig von der Entscheidung der Hauptversammlung über die Verwendung des Bilanzgewinns und der Entwicklung der unterschiedlichen Bemessungsgrundlagen für die variablen Vergütungen ist die kurzfristige variable Vergütung ggf. höher als die langfristige. Der Empfehlung in Ziff. 5.4.6 Abs. 2 Satz 2 des Kodex in der Fassung vom 15. Mai 2012 wird dann nicht entsprochen. Die in der Satzung festgelegte Zusammensetzung der Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder wurde durch die Hauptversammlung am 19. Januar 2007 beschlossen und entsprach dem Deutschen Corporate Governance Kodex bis zu dessen am 15. Mai 2012 beschlossenen Änderungen.

Aufsichtsrat und Vorstand der ThyssenKrupp AG haben beschlossen, der Hauptversammlung am 18. Januar 2013 keine Änderung der Aufsichtsratsvergütung vorzuschlagen, da ThyssenKrupp angesichts des Zusammenschlusses der Edelstahlsparte mit Outokumpu und der geplanten Abgabe der Stahlwerke in Brasilien und den USA derzeit einen erheblichen Veränderungsprozess durchläuft. Deshalb liegt zurzeit keine belastbare Zahlenbasis vor, die es ermöglichen würde, der Hauptversammlung einen angemessenen Vorschlag zur Anpassung der Aufsichtsratsvergütung zu unterbreiten. Vorstand und Aufsichtsrat werden im kommenden Jahr erneut prüfen, ob der Hauptversammlung 2014 eine entsprechende Anpassung vorgeschlagen werden soll. Insofern sind wir der Ansicht, dass es sich hier im Sinne der Regierungskommission und der Präambel des Kodex um eine gut begründete Abweichung von der Empfehlung des Kodex handelt und dass diese Abweichung im Interesse einer guten Unternehmensführung liegt.

ThyssenKrupp erfüllt die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex mit einer Ausnahme.

Die ThyssenKrupp AG entspricht weiterhin sämtlichen Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Alle bisher abgegebenen Entsprechenserklärungen sind auf der Website dauerhaft zugänglich.

Unsere börsennotierte Tochtergesellschaft Eisen- und Hüttenwerke AG entspricht ebenfalls dem Kodex, wobei die Besonderheiten der Konzerneinbindung berücksichtigt werden. Einzelne Abweichungen sind in der Entsprechenserklärung der Gesellschaft vom 01. Oktober 2012 dargelegt und begründet.

Compliance: Informieren, Identifizieren, Berichten und Handeln

Compliance als Maßnahmen zur Einhaltung von Recht, Gesetz und unternehmensinternen Richtlinien sowie deren Beachtung durch die Konzernunternehmen ist bei ThyssenKrupp eine wesentliche Leitungs- und Überwachungsaufgabe. Bereits unmittelbar nach der Fusion der Vorgängerkonzerne Thyssen und Krupp im Jahr 1999 wurde ein Compliance-Programm mit einem Fokus auf die Bereiche Kartellrecht und Korruptionsbekämpfung eingeführt. Seitdem wird es kontinuierlich intern fortentwickelt und regelmäßig extern im Hinblick auf die geltenden rechtlichen Anforderungen sowie von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften überprüft. Zuletzt wurde im November 2011 von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft im Rahmen der Zertifizierung nach dem neuen IDW Prüfungsstandard 980 die Angemessenheit und Wirksamkeit des Compliance-Programms im Prüfungszeitraum bescheinigt. Der Bericht der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft steht auf der ThyssenKrupp Website zum Download zur Verfügung.

Der Vorstand der ThyssenKrupp AG hat seine ablehnende Haltung zu Kartell- und Korruptionsverstößen im sogenannten ThyssenKrupp Compliance Commitment unmissverständlich zum Ausdruck gebracht. Kartellverstöße oder Verstöße gegen die Vorschriften zur Korruptionsbekämpfung werden in keiner Weise geduldet und führen zu Sanktionen gegen die betroffenen Mitarbeiter. Zur Umsetzung des Compliance Commitments wird eine transparente und am neuen Konzernleitbild orientierte Führungskultur kontinuierlich weiter entwickelt. Verantwortung und persönliche Integrität gelten als Leitbild und Maßstab unseres Handelns für alle Mitarbeiter.

Angesichts der Tatsache, dass sich ThyssenKrupp in letzter Zeit mit der Aufdeckung einer Reihe von Korruptions- und Kartellfällen konfrontiert sieht, hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 21. November 2012 noch einmal die unternehmerische Verantwortlichkeit des Vorstands im Hinblick auf Compliance betont und klargestellt. Grundlegendes Compliance-Verständnis ist, dass das Management für die Einhaltung von Recht und Gesetz unternehmerische Verantwortung trägt, die über die individuellen Pflichten eines Vorstandsmitglieds hinausgeht. Der Beschluss bringt klar zum Ausdruck, dass bei schweren oder wiederholten Compliance-Verstößen im Verantwortungsbereich eines Vorstandsmitglieds Konsequenzen mit der gesamten Bandbreite von Personalmaßnahmen gezogen werden können.

Die Weiterentwicklung, Steuerung und Umsetzung des Programms erfolgt durch eine weltweit eingerichtete Compliance-Organisation. Auf Ebene der ThyssenKrupp AG wurde das Fachgebiet Compliance im Juni 2012 vom bisherigen Bereich Legal & Compliance getrennt und als eigenständiges Corporate Center verselbstständigt. Die hauptamtlich tätigen Compliance Officer verteilen sich auf die Unternehmenszentrale und ausgewählte Regionen, in denen derzeit unter zentraler Führung eine regionale Compliance-Organisation aufgebaut wird. Daneben sind in den operativ tätigen Konzernunternehmen jeweils Compliance-Verantwortliche benannt, die für die Umsetzung des Programms zuständig sind.

Compliance entwickelt sich national und international dynamisch. Die Schwerpunktsetzung unseres Compliance-Programms auf Kartell- und Korruptionsverstöße ist darin begründet, dass das Schadenspotenzial, auch hinsichtlich Reputationsschäden, in diesen Fällen der Wirtschaftskriminalität deutlich höher ist als bei anderen Delikten. Die Entwicklung im sogenannten Schienenkartell zeigt, dass diese Schwerpunktsetzung weiter sachgerecht ist. Nachdem im Mai 2011 das Bundeskartellamt und die Staatsanwaltschaft Bochum Ermittlungen gegen Unternehmen der Gleistechnikbranche, darunter die ThyssenKrupp GfT Gleistechnik GmbH, aufgenommen hatten, hat im Juli 2012 das Bundeskartellamt einen Teilkomplex betreffend die Schienenlieferungen an die Deutsche Bahn mit einem Bußgeldbescheid abgeschlossen. Hiernach hatte die ThyssenKrupp GfT Gleistechnik GmbH ein Bußgeld in Höhe von rund 103 Mio € zu zahlen. Bei der Bußgeldberechnung wurden u.a. Umsatzgröße und Dauer des Kartells ebenso berücksichtigt wie der Kooperationsbeitrag des Unternehmens. Im Ergebnis führte die Kooperation so zu einer erheblichen Reduzierung des Bußgeldbetrags. Das Bundeskartellamt sowie die Staatsanwaltschaft haben die Ermittlungen zu weiteren Teilkomplexen und zur persönlichen Verantwortung der beteiligten Personen fortgesetzt. Wann mit dem Abschluss der Ermittlungen zu rechnen ist, ist nicht abzuschätzen. In diesem Zusammenhang verfolgt ThyssenKrupp Schadensersatzansprüche gegen die beteiligten Mitarbeiter und Führungskräfte bis hin zu einigen bereits anhängigen Arbeits- und zivilrechtlichen Verfahren. Mit einzelnen Kunden, u.a. der Deutschen Bahn, gibt es Gespräche über einen Schadensausgleich. Nähere Informationen zum Schienenkartell können dem Risikobericht entnommen werden. Im Zusammenhang mit der Aufarbeitung des Kartells wurden Vorwürfe gegen ein Vorstandsmitglied erhoben, dieses sei im Jahr 2006 vorliegenden Hinweisen auf Kartellabsprachen auf Ebene der Schienenwerke nicht energisch genug nachgegangen. Der Personalausschuss des Aufsichtsrats hat diese Vorwürfe umgehend aufgegriffen und eine externe Prüfung durch einen renommierten Strafrechtler und einen ausgewiesenen Gesellschaftsrechtsexperten veranlasst. Die beiden Gutachter kommen zu dem Ergebnis, dass keine tatsächlichen Anhaltspunkte für ein strafbares Verhalten respektive keine Pflichtverletzungen des Vorstandsmitglieds im Umgang mit den Hinweisen auf Kartellabsprachen im Bereich der Gleistechnik vorliegen. Ferner hat sich der Prüfungsausschuss im November 2012 mit den in Medienberichten über Presse- und weitere Reisen von Vorstandsmitgliedern erhobenen Vorwürfen befasst. Die Vorwürfe werden durch die Compliance-Abteilung mit Unterstützung externer Experten überprüft.

Unser striktes Compliance-Programm wirkt auf Basis von drei Kernelementen - "informieren", "identifizieren" sowie "berichten und handeln" - dem Risiko von Kartell- und Korruptionsverstößen entgegen. Wir informieren durch das Compliance Commitment des Vorstands sowie durch unsere Konzernrichtlinien und Merkblätter. Darüber hinaus werden unsere Mitarbeiter in umfassenden Schulungen und einem interaktiven Compliance E-Learning über die Compliance Anforderungen und Risiken sowie mögliche Sanktionen unterrichtet. Mehr als 3.500 Mitarbeiter weltweit nahmen im Berichtsjahr an Präsenzschulungen zum Kartellrecht und zur Korruptionsprävention teil. Ergänzend startete am 17. August 2012 die dritte Runde des Compliance E-Learning mit Kursen zum Kartellrecht und zur Korruptionsprävention. Bis zum 30. November 2012 haben 38.337 Mitarbeiter die Korruptions- und 32.318 Mitarbeiter die Kartellrechtskurse erfolgreich absolviert. Dies ist eine Erfüllung von 99,1 % der Kursanmeldungen zum Start des Programms. Die Tochterunternehmen in den USA und Kanada verfügen über eigene Programme. Wir begleiten kritische Geschäftsvorgänge durch Compliance-Beratung, z.B. beim Einsatz von Vertriebsmittlern, und überprüfen kritische Geschäftsaktivitäten regelmäßig durch einen risikoorientierten, strukturierten Audit-Ansatz. Als weiteres ergänzendes Compliance-Element hat ThyssenKrupp eine sogenannte Whistleblower Hotline eingeführt. Die Whistleblower Hotline steht Mitarbeitern neben dem direkten Kontakt zum Vorgesetzten oder der Compliance-Abteilung als zusätzlicher Kanal zur Verfügung, um Hinweise auf mögliche Gesetzes- oder Richtlinienverstöße ohne Offenlegung der Identität melden zu können. Auch hier stehen die Bereiche Kartellrecht und Korruption im Zentrum. Die Meldungen per Mail bzw. weltweit erreichbarer und kostenfreier Hotline gehen bei einer internationalen Rechtsanwaltssozietät ein und werden von dort zu weiteren unternehmensinternen Prüfung weitergegeben. Es wird sichergestellt, dass kein Mitarbeiter auf Grund seiner im besten Wissen getätigten Meldung an die Hotline Nachteile erleidet. Auch Dritte (Kunden, Lieferanten etc.) können sich an die Hotline wenden. Wir berichten und handeln durch umfassendes Reporting und – bei Kartellverstößen oder Verstößen gegen die Vorschriften zur Korruptionsbekämpfung – durch Sanktionen gegen die betroffenen Mitarbeiter.

Ziele des Aufsichtsrats zur Zusammensetzung von Gremien

Präsidium, Nominierungsausschuss und Aufsichtsrat der ThyssenKrupp AG haben sich in ihren Sitzungen am 07. September 2012 vor dem Hintergrund der im Mai 2012 beschlossenen Änderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex mit den bereits im September 2010 für die künftige Zusammensetzung des Aufsichtsrats festgelegten konkreten Zielen befasst. Über diese Ziele ist im Corporate-Governance-Bericht des Geschäftsberichts 2009/2010 berichtet worden. Dieser ist im Internet unter www.thyssenkrupp.com/ financial-reports/9_10/de/governance.html weiter zugänglich.

Nach vorheriger Beratung in Präsidium und Nominierungsausschuss hat der Aufsichtsrat die Ziele aus dem Jahr 2010 für seine Zusammensetzung grundsätzlich bestätigt und dabei insbesondere folgende Änderungen beschlossen. Da hinsichtlich des Anteils von Frauen im Aufsichtsrat das in der Sitzung am 03. September 2010 beschlossene Ziel von mindestens 20 % bereits realisiert werden konnte, soll ein Anteil von Frauen von jedenfalls 20 % während der laufenden Amtsperiode bis zur nächsten regulären Neuwahl der Anteilseigner- und Arbeitnehmervertreter beibehalten werden. Zudem hat der Aufsichtsrat das in der Kodex-Fassung vom 15. Mai 2012 empfohlene Ziel für eine Anzahl unabhängiger Aufsichtsratsmitglieder festgelegt. Unter der Annahme, dass auch die Arbeitnehmervertreter grundsätzlich die Kriterien der Unabhängigkeit im Sinne von Ziff. 5.4.2 des Kodex erfüllen, wurde als konkretes Ziel für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats insgesamt eine Anzahl von mindestens 15 unabhängigen Aufsichtsratsmitgliedern benannt. Andernfalls hat der Aufsichtsrat als konkretes Ziel für die Zusammensetzung der Anteilseignerseite mindestens fünf unabhängige Aufsichtsratsmitglieder benannt. Die Wahlvorschläge des Aufsichtsrats sollen sich auch künftig unter Berücksichtigung dieser Ziele am Wohl des Unternehmens orientieren.

Die festgelegten Ziele wurden auch beim Wahlvorschlag an die Hauptversammlung am 18. Januar 2013, Frau Gräfin v. Schmettow als Anteilseignervertreterin in den Aufsichtsrat zu wählen, sowie beim vorausgegangenen Vorschlag zur gerichtlichen Bestellung von Frau Gräfin v. Schmettow als Mitglied des Aufsichtsrats im Januar 2012 berücksichtigt. Durch ihre Bestellung hat der Aufsichtsrat weiter an Finanzexpertise und Vielfalt gewonnen. Bei einer Wahl von Frau Gräfin v. Schmettow als Aufsichtsratsmitglied in der kommenden Hauptversammlung wird ferner das Ziel zur Beibehaltung eines Frauenanteils von mindestens 20 % weiter erfüllt. Insgesamt finden die vom Aufsichtsrat festgelegten Ziele – darunter fachliche Eignung, Kenntnis des Unternehmens, Unabhängigkeit und internationaler Hintergrund – in seiner konkreten Zusammensetzung immer mehr ihren Niederschlag.

Vermeidung von Interessenkonflikten

Zwischen Aufsichtsratsmitgliedern und der Gesellschaft bestanden im Berichtsjahr Berater- oder sonstige Dienstleistungs- und Werkverträge ausschließlich in Bezug auf Herrn Dr. v. Schenck; dieser war bis zum 30. Juni 2012 Of Counsel der Rechtsanwaltssozietät Clifford Chance. Soweit im Berichtsjahr Clifford Chance rechtsberatend für das Unternehmen tätig wurde, hat der Personalausschuss des Aufsichtsrats dem zugestimmt. Interessenkonflikte von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat unverzüglich offenzulegen sind, traten nicht auf.

Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten bzw. vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen, die von den Vorstands- und den Aufsichtsratsmitgliedern wahrgenommen werden, können dem Kapitel "Weitere Informationen" entnommen werden. Die Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen sind im Anhang des Konzernabschlusses unter der Nummer X dargestellt.

Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte sowie Aktienbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat

Gemäß § 15a WpHG sind Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats oder ihnen nahestehende Personen verpflichtet, meldepflichtige Geschäfte in Aktien der ThyssenKrupp AG oder sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten offenzulegen, wenn der Wert der Geschäfte innerhalb eines Kalenderjahres die Summe von 5.000 € erreicht oder übersteigt. Für das Geschäftsjahr 2011/2012 wurde uns ein Geschäft gemeldet, das auf unserer Website veröffentlicht ist.

Der Gesamtbesitz der durch alle Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder gehaltenen Aktien der Thyssen-Krupp AG betrug zum 30. September 2012 weniger als 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien.

Angemessenes Kontroll- und Risikomanagement

Corporate Governance erfasst auch den verantwortungsbewussten Umgang des Unternehmens mit Risiken. Ein kontinuierliches und systematisches Management von unternehmerischen Chancen und Risiken ist von grundsätzlicher Bedeutung für eine professionelle Unternehmensführung. Es trägt dazu bei, Risiken frühzeitig zu identifizieren, zu bewerten und zu steuern. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig über die aktuelle Entwicklung der materiellen Risiken im Konzern. Der Prüfungsausschuss befasst sich in seinen Sitzungen regelmäßig mit der Überwachung der Wirksamkeit des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontroll-, Risikomanagement- und Revisionssystems sowie der Überwachung der Abschlussprüfung. Die einzelnen Systeme werden im Konzern kontinuierlich weiterentwickelt und den sich ändernden Rahmenbedingungen angepasst. Wesentliche Merkmale unseres Kontroll- und Risikomanagementsystems können Sie dem Risikobericht im Kapitel "Voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken" entnehmen.

Aktionäre und Hauptversammlung

Die Aktionäre der ThyssenKrupp AG nehmen ihre Rechte in der Hauptversammlung der Gesellschaft wahr, deren Leitung der Vorsitzende des Aufsichtsrats übernimmt. Die ordentliche Hauptversammlung findet einmal jährlich statt. Jede Aktie gewährt eine Stimme.

Die Anteilseigner können ihr Stimmrecht in der Hauptversammlung entweder selbst ausüben oder durch einen Bevollmächtigten ihrer Wahl oder durch einen weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft ausüben lassen. An den Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft können vor sowie während der Hauptversammlung bis zum Ende der Generaldebatte Weisungen zur Stimmrechtsausübung über das Internet erteilt werden. Die Aktionäre haben zudem die Möglichkeit, ihre Stimmen – ohne Bevollmächtigung eines Vertreters – schriftlich durch Briefwahl abzugeben. Die Hauptversammlung kann in voller Länge auf der Website verfolgt werden. Dort stehen den Aktionären frühzeitig auch alle Dokumente und Informationen zur Hauptversammlung zur Verfügung. Außerdem besteht die Möglichkeit, per Infoline oder E-Mail Fragen an die Mitarbeiter der Investor-Relations-Abteilung zu richten.

Transparenz durch umfangreiche Information

Unser Dialog mit dem Kapitalmarkt folgt dem Anspruch, alle Zielgruppen umfassend, gleichberechtigt und zeitnah zu informieren. So kommen wir im Rahmen unserer Investor-Relations-Tätigkeit mit Analysten und institutionellen Investoren regelmäßig zusammen. Die Orte und Termine von Roadshows und Anlegerkonferenzen sind im Internet abrufbar. Ein intensiver Dialog erfolgt außerdem bei Analysten- und Investorenkonferenzen sowie im Rahmen von Telefonkonferenzen, die regelmäßig und bei aktuellen Anlässen stattfinden. Die Präsentationen zu diesen Veranstaltungen sind auf der Website frei einsehbar. Dort werden auch Video- bzw. Audioaufzeichnungen der wesentlichen Veranstaltungen angeboten. Über die wiederkehrenden Termine wie das Datum der Hauptversammlung oder die Veröffentlichungstermine der Zwischenberichte unterrichten wir

Die jährliche Hauptversammlung wird in voller Länge live im Internet übertragen.

in einem Finanzkalender, der im Geschäftsbericht, in den Zwischenberichten sowie auf der Website der Gesellschaft veröffentlicht ist.

Über aktuelle Entwicklungen im Konzern kann sich jeder auf der Website der Gesellschaft informieren. Dort werden sämtliche Presse- und Ad-hoc-Mitteilungen der ThyssenKrupp AG in deutscher und englischer Sprache publiziert. Die Satzung der Gesellschaft sowie die Geschäftsordnungen für den Vorstand, den Aufsichtsrat und den Prüfungsausschuss sind dort ebenso abrufbar wie die Konzernabschlüsse, Zwischenberichte und Informationen zur Umsetzung der Empfehlungen und Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Alle Interessierten können auf der Website zudem einen elektronischen Newsletter abonnieren, der aktuell über Neuigkeiten aus dem Konzern berichtet.

Selbstbehalt bei der D&O-Versicherung

Die Gesellschaft hat für die Mitglieder des Vorstands eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (sogenannte D&O-Versicherung) mit einem angemessenen Selbstbehalt gemäß § 93 Abs. 2 Satz 3 AktG abgeschlossen. Auch für die Mitglieder des Aufsichtsrats ist eine D&O-Versicherung mit einem angemessenen Selbstbehalt in Übereinstimmung mit dem Deutschen Corporate Governance Kodex vereinbart worden.

Rechnungslegung und Abschlussprüfung durch KPMG

Der Konzernabschluss und die Zwischenberichte von ThyssenKrupp werden nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Der gesetzlich vorgeschriebene und für die Dividendenzahlung maßgebliche Einzelabschluss der ThyssenKrupp AG wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) erstellt. Auch für das Berichtsjahr haben wir mit dem Abschlussprüfer, der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, vereinbart, dass der Vorsitzende des Prüfungsausschusses über während der Prüfung auftretende mögliche Ausschluss- oder Befangenheitsgründe sofort unterrichtet wird, soweit diese nicht unverzüglich beseitigt werden. Der Abschlussprüfer soll unverzüglich auch über alle für die Aufgaben des Aufsichtsrats wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse berichten, die sich bei der Durchführung der Abschlussprüfung ergeben. Der Abschlussprüfer hat den Aufsichtsrat zudem zu informieren bzw. im Prüfungsbericht zu vermerken, wenn er bei Durchführung der Abschlussprüfung Tatsachen feststellt, die eine Unrichtigkeit der abgegebenen Entsprechenserklärung zur Folge haben.

Erklärung zur Unternehmensführung

Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB ist auf unserer Website unter www.thyssenkrupp.com/de/investor/unternehmensfuehrung_2011_2012.html wiedergegeben. Sie beinhaltet eine Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat sowie der Zusammensetzung und Arbeitsweise der Ausschüsse, die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG sowie Angaben zu wesentlichen Unternehmensführungspraktiken.

Der ThyssenKrupp Konzern bilanziert nach den International Financial Reporting Standards (IFRS).

www.thyssenkrupp.com

Vergütungsbericht

Der nachfolgende Vergütungsbericht ist Bestandteil des Lageberichts.

Leistungsbezogenes Vergütungssystem für den Vorstand

Für die Festlegung der individuellen Vorstandsvergütung ist der Aufsichtsrat nach Vorbereitung durch den Personalausschuss zuständig. Das Vergütungssystem wurde von der Hauptversammlung am 21. Januar 2011 mit einer Mehrheit von 94,91 % des vertretenen Kapitals gebilligt.

Die Vergütung für die Vorstandsmitglieder setzt sich aus erfolgsunabhängigen und erfolgsbezogenen Komponenten zusammen. Die erfolgsunabhängigen Teile bestehen aus Fixum und Nebenleistungen sowie Pensionszusagen, während die erfolgsbezogenen Komponenten in Tantieme und Long Term Incentiveplan (LTI) als Komponente mit langfristiger Anreizwirkung aufgeteilt sind. Hinzu kommt gegebenenfalls ein Bonus, über dessen Gewährung der Aufsichtsrat jährlich neu entscheidet und der eine Cash-Flow-nahe Incentivierung beinhaltet. Die Höhe der Gesamtvergütung eines Vorstandsmitglieds ist auf das Sechsfache des Fixums begrenzt.

Kriterien für die Angemessenheit der Vorstandsvergütung sind sowohl die Aufgaben des einzelnen Vorstandsmitglieds, seine persönliche Leistung, die wirtschaftliche Lage, der Erfolg und die Zukunftsaussichten des Unternehmens als auch die Üblichkeit der Vergütung unter Berücksichtigung des Vergleichsumfelds und die Vergütungsstruktur in der Gesellschaft. Die erfolgsbezogenen Komponenten enthalten Bestandteile mit mehrjähriger Bemessungsgrundlage. Sie setzen damit langfristige Verhaltensanreize und richten die Vergütungsstruktur auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung aus.

Sämtliche Vorstandsverträge sehen eine Ausgleichszahlung für den Fall vor, dass die Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund vorzeitig endet. Sie ist auf maximal zwei Jahresvergütungen einschließlich Nebenleistungen begrenzt (Abfindungs-Cap) und vergütet nicht mehr als die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags. Eine Zusage für Leistungen aus Anlass der vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit infolge eines Kontrollwechsels ("change of control"-Regelung) besteht nicht.

Fixum und Nebenleistungen

Das Fixum beträgt seit der letzten Überprüfung zum 01. Oktober 2010 für ein ordentliches Vorstandsmitglied 670.000 € pro Jahr und wird als erfolgsunabhängige Grundvergütung monatlich anteilig als Gehalt gezahlt. Die turnusgemäß nach Ablauf von zwei Jahren zum 01. Oktober 2012 vorgesehene Überprüfung wurde angesichts der wirtschaftlichen Lage des Konzerns um ein Jahr verschoben. Die Vorstandsmitglieder erhalten zusätzlich Nebenleistungen in Form von Sachbezügen; diese bestehen im Wesentlichen aus Dienstwagennutzung, Telefon sowie Versicherungsprämien. Als Vergütungsbestandteil sind diese Nebenleistungen vom einzelnen Vorstandsmitglied zu versteuern. Sie stehen allen Vorstandsmitgliedern prinzipiell in gleicher Weise zu; die Höhe variiert je nach der persönlichen Situation.

Die Vorstandsverträge der ThyssenKrupp AG enthalten keine "change of control"-Klausel.

Tantieme

Erstes Element der erfolgsbezogenen Vergütung ist die Tantieme. Entsprechend der vom Aufsichtsrat beschlossenen Tantiemeregelung ist ihre Höhe grundsätzlich von der Entwicklung der beiden Kennzahlen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) und Gesamtkapitalrentabilität (ROCE) des Konzerns abhängig, die jeweils mit 50 % in die Beurteilung einfließen. Damit besteht ein Gleichklang zwischen der Tantieme als Leistungsanreiz und den im Konzern verwendeten Steuerungskennzahlen. So beträgt die Tantieme z.B. bei einem EBIT von 1,2 Mrd € und einem ROCE von 6 % 1 Mio €. Bei einem EBIT von 900 Mio € und einem ROCE von 4,5 % sind es 750.000 €, bei einem EBIT von 1,8 Mrd € und einem ROCE von 9 % 1,5 Mio €. Die individuelle Leistung kann bis zu 20 % berücksichtigt werden. Außerordentliche Ereignisse bleiben bei der Festsetzung außer Ansatz. Die Tantieme wird zwei Wochen nach der Festlegung durch den Aufsichtsrat an die Vorstandsmitglieder ausgezahlt. Unter Berücksichtigung des Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) hat der Aufsichtsrat festgelegt, ab dem Geschäftsjahr 2009/2010 ein Viertel der Tantieme verpflichtend in Wertrechte der ThyssenKrupp Aktie umzuwandeln und nach einer dreijährigen Sperrfrist zu vergüten.

Long Term Incentiveplan

Weiterer Vergütungsbestandteil ist der LTI als variable Vergütungskomponente mit langfristiger Anreizwirkung, der seit dem Geschäftsjahr 2010/2011 gewährt wird und den bisherigen Mid Term Incentiveplan (MTI) ersetzt. Im Einzelnen stellt sich das LTI-System wie folgt dar:

Entscheidende Faktoren für die Entwicklung des LTI sind die Wert-Generierung von ThyssenKrupp, gemessen am ThyssenKrupp Value Added (TKVA), sowie die Entwicklung des Aktienkurses. Für einen festgelegten Ausgangswert, der bei einem ordentlichen Vorstandsmitglied 500.000 € beträgt, werden fiktiv Aktien gewährt, sogenannte Wertrechte, die jedoch keine Aktienoptionen sind. Die Anzahl der an ein Vorstandsmitglied ausgegebenen Wertrechte ergibt sich aus dem durchschnittlichen Aktienkurs des 1. Quartals des Performance-Zeitraums. Diese Wertrechte werden mit ihrem nach internationalen Bilanzierungsvorgaben errechneten Wert zum Zeitpunkt der Gewährung als Teil der Vergütung angesetzt. Am Ende des jeweiligen dreijährigen Performance-Zeitraums wird die Zahl der ausgegebenen Wertrechte aus dem LTI angepasst. Basis dafür ist ein Vergleich des durchschnittlichen TKVA des dreijährigen Performance-Zeitraums – beginnend mit dem 01. Oktober des Geschäftsjahres, in dem die Wertrechte gewährt wurden – mit dem durchschnittlichen TKVA der vorangegangenen drei Geschäftsjahre. Diese Vergütungskomponente deckt also insgesamt einen Zeitraum von sechs Jahren ab. Ein Anstieg des TKVA um 200 Mio € führt zu einer Erhöhung der Wertrechte um 5 %; verringert sich der durchschnittliche TKVA um 200 Mio €, sinkt die Anzahl der Wertrechte um 10 %. Mehr über den TKVA erfahren Sie im Kapitel "Unternehmenssteuerung durch wertorientiertes Management". Am Ende des Performance-Zeitraums erfolgt eine Vergütung der gewährten Wertrechte auf Basis des Durchschnittskurses der ThyssenKrupp Aktie, der sich aus dem Kursverlauf in den ersten drei Monaten nach Ende des Performance-Zeitraums ergibt. Die Auszahlung aus dem LTI ist auf 1,5 Mio € für ein ordentliches Vorstandsmitglied begrenzt.

Der Bonus als Bestandteil der Vorstandsvergütung wird auf Basis einer Cash-Floworientierten Größe festgelegt.

Bonus

Dieses System von Tantieme und LTI ist sinnvoll, aber unter bestimmten Konstellationen ergänzungsbedürftig. So wird für das Berichtsjahr – wie bereits für die letzten drei Geschäftsjahre – auf Grund des negativen TKVA in den Geschäftsjahren 2008/2009 bis 2010/2011 wegen der langfristigen Betrachtungsweise keine Zahlung aus dem MTI erfolgen. In schwierigen wirtschaftlichen Jahren, die gerade einen besonderen Einsatz des Vorstands erfordern, sollten die Leistungen des Vorstands jedoch nicht nur mit dem Fixum honoriert werden, wie dies 2008/2009 der Fall war. Angesichts der an den Vorstand gestellten Aufgaben und seiner besonderen Verantwortung würde dies die Wettbewerbsfähigkeit bei der Vorstandsvergütung beeinträchtigen. Ferner ist zu berücksichtigen, dass in kritischen Zeiten eine hohe finanzielle Disziplin unbedingt notwendig ist. Deswegen wurde eine erfolgsabhängige Vergütung auf Basis einer Cash-Flow-orientierten Kennzahl festgelegt. Hierbei werden im operativen Geschäft generierte Mittel in das Verhältnis zur Gesamtverschuldung des Konzerns gesetzt. Dies wird durch die Kennzahl "Funds From Operations/Total Debt" (FFO/TD) abgebildet, die es erlaubt, Schwankungen bei EBIT und Net Working Capital sowie Investitionen untereinander auszugleichen. Bei Erreichen der vorgegebenen Ziele soll diese Leistung des Vorstands durch einen Bonus honoriert werden. Für die Bemessung des Bonus werden mit je 50 % die Jahresendwerte und die Jahresdurchschnittswerte von FFO/TD herangezogen. Bei einem Jahresendwert von 13,2 % und einem Jahresdurchschnittswert von 12,0 % beträgt der Bonus 350.000 €; er verändert sich in der Regel um 50.000 € bei einer Veränderung des Jahresendwertes um 2,1 %-Punkte und des Jahresdurchschnittswertes um 1,9 %-Punkte. Um die vom VorstAG geforderte Nachhaltigkeit und mehrjährige Bemessungsgrundlage gerade auch im Verhältnis zwischen kurz- und langfristiger Vergütung sicherzustellen, werden 55 % des Bonus in Wertrechte der ThyssenKrupp AG umgewandelt und nach einer dreijährigen Sperrfrist (wie bei der Tantieme) vergütet. Ob und in welcher Höhe ein solcher Bonus erneut zu gewähren ist, wird jährlich neu entschieden. Die Höhe des Bonus ist auf 0,7 Mio € für ein ordentliches Vorstandsmitglied begrenzt.

Pensionen

Pensionen werden an frühere Vorstandsmitglieder gezahlt, die entweder die Pensionsgrenze erreicht haben oder dauerhaft arbeitsunfähig sind. Bei vorzeitiger Beendigung oder Nichtverlängerung des Anstellungsvertrags wird eine Pension ("Übergangsgeld") nicht mehr gewährt.

Die Pension eines bereits bestellten Vorstandsmitglieds bestimmt sich nach einem prozentualen Anteil am letzten Festgehalt, das das Mitglied vor Beendigung seines Anstellungsvertrags erhielt. Dieser Anteil steigt mit der Bestelldauer als Vorstandsmitglied. Er beträgt grundsätzlich 30 % mit Beginn der ersten, 50 % mit Beginn der zweiten und 60 % mit Beginn der dritten fünfjährigen Bestellperiode; der Pensionsanspruch von Herrn Dr.-Ing. Hiesinger liegt bei 50 %. Laufende Renten werden jährlich gemäß dem Verbraucherpreisindex angepasst. Für neu zu bestellende Vorstandsmitglieder wurde diese endgehaltsbezogene Pensionsregelung auf eine beitragsorientierte umgestellt; dabei beträgt der jährliche Versorgungsbeitrag ("Baustein") 40 % des jährlichen Festgehalts.

Die Hinterbliebenenversorgung sieht eine Zahlung von 60 % des Ruhegeldes für den überlebenden Partner und von 20 % für jedes unterhaltsberechtigte Kind vor (in der Regel bis zum 18. Lebensjahr, maximal bis zum 25. Lebensjahr, in besonders begründeten Ausnahmefällen bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres); die Hinterbliebenenversorgung beträgt maximal 100 % des Ruhegeldes.

Gesamtvergütung des Vorstands 2011/2012

Einzelheiten der Vergütung des Vorstands im Geschäftsjahr 2011/2012 in individualisierter Form und die auf die einzelnen Mitglieder des Vorstands entfallenden Pensionen ergeben sich aus der nachfolgenden Tabelle. Die Vorjahreszahlen sind jeweils in Klammern angegeben:

VERGÜTUNG DES VORSTANDS 2011/2012 IN TSD €

Jahreseinkommen Im Geschäfts
jahr gewährte
Wertrechte aus
25 % Tantieme
Im Geschäfts
jahr gewährte
Wertrechte aus
55 % Bonus
Im Geschäfts
jahr gewährte
LTI-Rechte
Pensionen
Fixum Neben- leis
tungen
Tantieme
(75 %)
Bonus
(45 %)
Anzahl
(Stk.)
Wert 1) Anzahl
(Stk.)
Wert 1) Anzahl
(Stk.)
Wert 1) Ins
gesamt
Aufwand aus
aktien
basierter
Vergütung
im Geschäfts
jahr
Jahres
bezug bei
Eintritt
des Pensions
falls
Im Geschäfts
jahr erfasste
Dienst
zeit- aufwen
dungen 2)
Barwert
der Verpflich
tung
Dr.-Ing.
Heinrich
1.340 28 610 244 13.010 215 19.088 316 52.688 1.094 3.847 437 670 1.148 2.830
Hiesinger (1.207) (26) (779) (219) (10.262) (190) (10.557) (196) (31.722) (903) (3.520) (661) (670) (1.183) (1.191)
Dr. Olaf 670 40 244 98 5.204 86 7.635 126 26.344 547 1.811 524 402 305 6.214
Berlien (670) (41) (433) (121) (5.697) (106) (5.861) (109) (17.612) (502) (1.982) (347) (335) (379) (4.220)
Dr. Jürgen 670 28 305 122 6.505 108 9.544 158 26.344 547 1.938 201 201 546 2.534
Claassen (465) (16) (300) (84) (3.956) (73) (4.078) (76) (12.230) (348) (1.362) (323) (201) (422) (1.423)
670 45 244 98 5.204 86 7.635 126 26.344 547 1.816 524 3353) 441 7.808
Edwin Eichler (670) (43) (433) (121) (5.697) (106) (5.861) (109) (17.612) (502) (1.984) (347) (335) (509) (5.487)
Guido 670 26 305 122 6.505 108 9.544 158 26.344 547 1.936 314 201 417 888
Kerkhoff (335) (11) (216) (61) (2.848) (53) (2.930) (54) (8.806) (251) (981) (183) (201) (232) (233)
670 32 244 98 5.204 86 7.635 126 26.344 547 1.803 524 3354) 414 12.016
Ralph Labonte (670) (32) (433) (121) (5.697) (106) (5.861) (109) (17.612) (502) (1.973) (347) (335) (424) (8.967)
4.690 199 1.952 782 41.632 689 61.081 1.010 184.408 3.829 13.151
5)
2.524 2.144 3.271 32.290
Insgesamt (4.017) (169) (2.594) (727) (34.157) (634) (35.148) (653) (105.594) (3.008) (11.802) (2.208) (2.077) (3.149) (21.521)

1) zum Gewährungszeitpunkt

2) Nachzuverrechnende Dienstzeitaufwendungen (past service cost) sind im Geschäftsjahr 2011/2012 nicht angefallen.

3) ab 01.10.2012: 402

4) ab 01.01.2013: 345

5) Die Gesamtvergütung erhöht sich um Sicherheitsmaßnahmen einschließlich der vom Unternehmen getragenen Steuern für die Wohnobjekte von Herrn Dr.-Ing. Hiesinger (587 Tsd € und Dr. Berlien (224 Tsd €).

Die – niedrigeren – Vorjahreswerte bei den Herren Dr.-Ing. Hiesinger, Dr. Claassen und Kerkhoff beruhen darauf, dass Herr Dr.-Ing. Hiesinger für die Zeit vom 01.10.2010 bis zum 21.01.2011 als stellvertretender Vorstandsvorsitzender nur einen Zuschlag von 35 % erhielt und die Herren Dr. Claassen (ab 21.01.2011) und Kerkhoff (ab 01.04.2011) erst im Laufe des Geschäftsjahres 2010/2011 zu Mitgliedern des Vorstands bestellt wurden.

Die entsprechenden Vorjahreswerte (jeweils in Tsd €) für die im Geschäftsjahr 2010/2011 ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder Prof. Dr.-Ing. Ekkehard D. Schulz (Datum des Ausscheidens: 20.01.2011) und Dr. Alan Hippe (Datum des Ausscheidens: 31.03.2011) betrugen:

Schulz: Fixum: 342; Nebenleistungen: 79; Tantieme: 218; Bonus: 61; Wertrechte aus Tantieme: 53; Wertrechte aus Bonus: 55; LTI-Wertrechte: 254; Insgesamt: 1.062; Aufwand aus aktienbasierter Vergütung: 152; im Geschäftsjahr erfasste Dienstzeitaufwendungen: 0; Barwert: 11.447.

Hippe: Fixum: 335; Nebenleistungen: 14; Tantieme: 216; Bonus: 61; Wertrechte aus Tantieme: 53; Wertrechte aus Bonus: 54; LTI-Wertrechte: 251; Insgesamt: 984; Aufwand aus aktienbasierter Vergütung: 164; im Geschäftsjahr erfasste Dienstzeitaufwendungen: 0; Barwert: 0.

Insgesamt betrug die Vergütung der aktiven Mitglieder des Vorstands für die Tätigkeit im Geschäftsjahr 2011/2012 14,0 Mio € (Vorjahr: 11,8 Mio €). Bei der Festlegung der individuellen variablen Vergütung ist auch das Angemessenheitserfordernis berücksichtigt worden.

Für den Fall der Beendigung der Tätigkeit wurden keinem Vorstandsmitglied weitere Leistungen zugesagt. Leistungen oder entsprechende Zusagen von einem Dritten an ein Mitglied des Vorstands im Berichtsjahr im Hinblick auf dessen Tätigkeit als Vorstandsmitglied sind ThyssenKrupp nicht bekannt. Wie in den Vorjahren wurden Vorstandsmitgliedern im Berichtsjahr weder Kredite noch Vorschüsse gewährt noch wurden zu ihren Gunsten Haftungsverhältnisse eingegangen.

Die 7. Tranche des früheren MTI, die im abgelaufenen Geschäftsjahr fällig wurde, führte wegen des stark gesunkenen durchschnittlichen TKVA zu keiner Zahlung. Im Januar 2012 wurden den Vorstandsmitgliedern neue Wertrechte aus der 2. Tranche des LTI gewährt. Aus der 8. Tranche des MTI sowie der 1. und 2. Tranche des LTI verfügen die aktiven Vorstandsmitglieder über insgesamt 348.038 gewährte, aber noch nicht auszahlungsreife Wertrechte.

Die Gesamtbezüge der früheren Mitglieder des Vorstands und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich auf 15,0 Mio € (Vorjahr: 14,6 Mio €). Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen wurden nach IFRS 214,4 Mio € (Vorjahr: 192,7 Mio €) zurückgestellt.

Aktienkursorientierte Vergütung für weitere Führungskräfte

Neben dem Vorstand erhalten weitere weltweit ausgewählte Führungskräfte des Konzerns einen Teil ihrer Bezüge in Form einer aktienkursorientierten Vergütung, dem LTI; dem Nachfolgemodell des MTI. Dieser entspricht hinsichtlich Ausgestaltung und Funktionsweise grundsätzlich dem LTI des Vorstands, weicht jedoch hinsichtlich der Bemessung der Ausgangswerte und der Wertrechte-Steigerung von diesem ab. Im Einzelnen:

Für einen bestimmten Ausgangswert werden fiktiv Aktien gewährt, sogenannte Wertrechte, die keine Aktienoptionen sind. Die Anzahl der Wertrechte ergibt sich aus dem durchschnittlichen Aktienkurs des 1. Quartals des dreijährigen Performance-Zeitraums. Die Zahl der ausgegebenen Wertrechte aus dem LTI wird dann am Ende des jeweiligen dreijährigen Performance-Zeitraums angepasst. Basis dafür ist ein Vergleich des durchschnittlichen TKVA des dreijährigen Performance-Zeitraums mit dem durchschnittlichen TKVA der vorangegangenen drei Geschäftsjahre. Ein Anstieg des TKVA um 200 Mio € führt zu einer Erhöhung der Wertrechte um 10 %; verringert sich der durchschnittliche TKVA um 200 Mio €, sinkt die Anzahl der Wertrechte entsprechend ebenfalls um 10 %. Am Ende des Performance-Zeitraums erfolgt die Vergütung der Wertrechte auf Basis des Durchschnittskurses der ThyssenKrupp Aktie, der sich aus dem Kursverlauf in den ersten drei Monaten nach Ende des Performance-Zeitraums ergibt. Die Auszahlung aus dem LTI ist auf das Dreifache des jeweiligen Ausgangswerts begrenzt.

Der LTI ist damit ein konzernweites, globales Vergütungsinstrument mit langfristiger Orientierung. Mit dem LTI sollen bei den Führungskräften die Identifikation mit ThyssenKrupp und die Bindung an den Konzern gestärkt werden. Durch die Kopplung an die Entwicklung nicht nur des Aktienkurses, sondern auch des TKVA setzt der LTI einen zusätzlichen Anreiz zur Wertschöpfung durch wertorientiertes, an den Zielen des Konzerns ausgerichtetes Verhalten.

Aus dem Programm MTI/LTI resultierten im abgelaufenen Berichtsjahr Erträge in Höhe von 1,7 Mio € (Vorjahr: Aufwendungen von 9 Mio €).

Der LTI ist an die Entwicklung von Aktienkurs und TKVA gekoppelt.

Zudem erhalten ausgewählte Führungskräfte einen variablen Vergütungsbestandteil in der Form, dass 20 % des für das jeweilige Geschäftsjahr gewährten Bonus in an den Kurs der ThyssenKrupp Aktie gebundene Wertrechte der ThyssenKrupp AG umgewandelt werden und erst nach Ablauf von drei Geschäftsjahren auf Basis der Entwicklung des Durchschnittskurses der ThyssenKrupp Aktie im 4. Quartal des 3. Geschäftsjahres in bar ausgezahlt werden.

Angemessene Aufsichtsratsvergütung

Die Vergütung des Aufsichtsrats trägt der Verantwortung und dem Tätigkeitsumfang der Aufsichtsratsmitglieder sowie der wirtschaftlichen Lage und dem Erfolg des Konzerns Rechnung. Neben der Erstattung ihrer Auslagen und einem Sitzungsgeld von 500 € erhalten die Aufsichtsratsmitglieder ein Fixum in Höhe von 50.000 € sowie eine erfolgsabhängige Vergütung. Die erfolgsabhängige Vergütung besteht aus einer an der jährlichen Dividende orientierten Tantieme sowie einer auf den langfristigen Unternehmenserfolg bezogenen Komponente. Die Aufsichtsratsmitglieder erhalten eine Tantieme von 300 € je 0,01 € Dividende, die über 0,10 € je Stückaktie hinaus für das jeweils abgelaufene Geschäftsjahr an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Bei der auf den langfristigen Unternehmenserfolg bezogenen Vergütung erfolgt eine jährliche Vergütung in Höhe von 2.000 € je 100 Mio € Ergebnis vor Steuern (EBT) im Konzernabschluss, das im Durchschnitt der letzten drei Geschäftsjahre einen Wert von 1 Mrd € übersteigt.

Die feste Vergütung, die Tantieme und die auf den langfristigen Unternehmenserfolg bezogene Komponente betragen für den Vorsitzenden jeweils das Dreifache und für seinen Stellvertreter das Doppelte der Beträge. Vorsitz und Mitgliedschaft in den Aufsichtsratsausschüssen werden entsprechend dem Deutschen Corporate Governance Kodex gesondert vergütet. Aufsichtsratsmitglieder, die nur einen Teil des Geschäftsjahres dem Aufsichtsrat angehören, erhalten eine im Verhältnis geringere Vergütung. Nimmt ein Aufsichtsratsmitglied an einer Sitzung des Plenums oder einer Ausschuss-Sitzung nicht teil, reduziert sich die Vergütung für die Aufsichtsrats- bzw. Ausschusstätigkeit anteilig.

Für das Berichtsjahr erhalten die Aufsichtsratsmitglieder einschließlich des Sitzungsgeldes eine Vergütung von insgesamt 1,5 Mio € (Vorjahr: 1,8 Mio €). Da das durchschnittliche EBT im Konzernabschluss der letzten drei Geschäftsjahre unterhalb der Schwelle von 1 Mrd € liegt, erfolgt für 2011/2012 – wie in den Vorjahren – keine Auszahlung aus der langfristigen Vergütungskomponente. Die nachfolgende Tabelle listet die auf die einzelnen Mitglieder entfallende Vergütung auf:

Vorsitz und Mitgliedschaft in Aufsichtsratsausschüssen werden gesondert vergütet.

VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATS IN €

2010/2011 2011/2012
Feste Vergütung Tantieme Langfristige
Komponente
Gesamt
vergütung 2)
Feste Vergütung Tantieme Langfristige
Komponente
Gesamt
vergütung 2)
Dr. Gerhard Cromme, Vorsitzender 1) 200.000 42.000 251.500 200.000 210.500
Bertin Eichler, stellv. Vorsitzender 1) 150.000 31.500 191.000 150.000 159.500
Martin Dreher (seit 10.08.2012) 7.104 7.604
Markus Grolms 1) 62.500 13.125 79.125 57.083 59.583
Susanne Herberger 1) 59.167 12.425 74.592 63.320 66.820
Bernd Kalwa 1) 62.500 13.125 79.125 62.500 66.000
Prof. Dr. Hans-Peter Keitel 1) 46.667 9.800 58.467 58.709 61.709
Ernst-August Kiel 50.000 10.500 63.000 50.000 52.500
Prof. Dr. Ulrich Lehner 1) 62.500 13.125 80.125 62.500 67.500
Sabine Maaßen (seit 22.01.2011) 34.521 7.249 43.270 50.000 52.500
Prof. Dr. Bernhard Pellens 1) 75.000 15.750 95.750 75.000 81.000
Peter Remmler 50.000 10.500 63.000 50.000 52.500
Dr. Kersten v. Schenck 1) 59.167 12.425 74.592 62.500 66.000
Peter Scherrer (bis 21.01.2011) 15.479 3.251 19.730
Thomas Schlenz (bis 31.07.2012) 1) 87.500 18.375 114.375 72.917 79.917
Carola Gräfin v. Schmettow (seit 30.01.2012) 33.470 34.970
Dr. Henning Schulte-Noelle (bis 21.01.2011) 1) 17.876 3.754 24.130
Prof. Dr.-Ing. Ekkehard D. Schulz
(21.01.2011 bis 31.12.2011) 1)
38.353 8.054 47.907 15.710 16.710
Wilhelm Segerath 1) 62.500 13.125 80.125 64.139 69.139
Peer Steinbrück 1) 53.750 11.288 67.038 53.750 55.750
Christian Streiff 50.000 10.500 63.000 50.000 52.500
Jürgen R. Thumann 1) 71.164 14.945 92.109 70.278 76.278
Prof. Dr. Beatrice Weder di Mauro 50.000 10.500 63.000 50.000 53.500
Klaus Wiercimok 50.000 10.500 63.000 50.000 52.500
Insgesamt 1.408.644 295.816 1.787.960 1.408.980 1.494.980

1) Dr. Gerhard Cromme als Vorsitzender des Aufsichtsrats und des Präsidiums, Personalausschusses und Strategie-, Finanz- und Investitionsausschusses sowie als Mitglied des Prüfungsausschusses, Bertin Eichler als stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrats und Mitglied des Präsidiums, Personalausschusses, Prüfungsausschusses und Strategie-, Finanz- und Investitionsausschusses, Prof. Dr. Bernhard Pellens als Vorsitzender des Prüfungsausschusses, Thomas Schlenz als Mitglied des Präsidiums, Personalausschusses und Prüfungsausschusses (jew. anteilig für die Zeit seiner Tätigkeit), Wilhelm Segerath als Mitglied des Präsidiums und Personalausschusses (jew. anteilig für die Zeit seiner Tätigkeit) und Prüfungsausschusses, Jürgen R. Thumann als Mitglied des Präsidiums und Personalausschusses, Prof. Dr. Ulrich Lehner als Mitglied des Prüfungsausschusses, Susanne Herberger als Mitglied des Prüfungsausschusses (anteilig für die Zeit ihrer Tätigkeit) und des Strategie-, Finanz- und Investitionsausschusses sowie Markus Grolms, Bernd Kalwa, Dr. Kersten v. Schenck und Peer Steinbrück sowie Prof. Dr. Hans-Peter Keitel und Prof. Dr.-Ing. Ekkehard D. Schulz (diese anteilig für die Zeit ihrer Tätigkeit) jeweils als Mitglied des Strategie-, Finanz- und Investitionsausschusses erhalten eine höhere Vergütung.

2) In der Gesamtvergütung sind zusätzlich die an die Aufsichtsratsmitglieder gezahlten Sitzungsgelder enthalten. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten für jede Sitzung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse, an der sie teilgenommen haben, ein Sitzungsgeld in Höhe von 500 €. Dr. Gerhard Cromme erhielt Sitzungsgeld in Höhe von 10.500 € (Vorjahr: 9.500 €), Bertin Eichler in Höhe von 9.500 € (Vorjahr: 9.500 €), Martin Dreher in Höhe von 500 € (Vorjahr: 0 €), Markus Grolms in Höhe von 2.500 € (Vorjahr: 3.500 €), Susanne Herberger in Höhe von 3.500 € (Vorjahr: 3.000 €), Bernd Kalwa in Höhe von 3.500 € (Vorjahr: 3.500 €), Prof. Dr. Hans-Peter Keitel in Höhe von 3.000 € (Vorjahr: 2.000 €), Ernst-August Kiel in Höhe von 2.500 € (Vorjahr: 2.500 €), Prof. Dr. Ulrich Lehner in Höhe von 5.000 € (Vorjahr: 4.500 €), Sabine Maaßen in Höhe von 2.500 € (Vorjahr: 1.500 €), Prof. Dr. Bernhard Pellens in Höhe von 6.000 € (Vorjahr: 5.000 €), Peter Remmler in Höhe von 2.500 € (Vorjahr: 2.500 €), Dr. Kersten v. Schenck in Höhe von 3.500 € (Vorjahr: 3.000 €), Thomas Schlenz in Höhe von 7.000 € (Vorjahr: 8.500 €), Carola Gräfin v. Schmettow in Höhe von 1.500 € (Vorjahr: 0 €), Prof. Dr.-Ing. Ekkehard D. Schulz in Höhe von 1.000 € (Vorjahr: 1.500 €), Wilhelm Segerath in Höhe von 5.000 € (Vorjahr: 4.500 €), Peer Steinbrück in Höhe von 2.000 € (Vorjahr: 2.000 €), Christian Streiff in Höhe von 2.500 € (Vorjahr: 2.500 €), Jürgen R. Thumann in Höhe von 6.000 € (Vorjahr: 6.000 €), Prof. Dr. Beatrice Weder di Mauro in Höhe von 3.500 € (Vorjahr: 2.500 €) und Klaus Wiercimok in Höhe von 2.500 € (Vorjahr: 2.500 €). Sitzungsgeld im Vorjahr erhielten zudem Peter Scherrer in Höhe von 1.000 € und Dr. Henning Schulte-Noelle in Höhe von 2.500 €. Insgesamt wurden Sitzungsgelder in Höhe von 86.000 € (Vorjahr: 83.500 €) ausgezahlt.

Die gewerkschaftsangehörigen Arbeitnehmervertreter haben erklärt, ihre Vergütung nach den Richtlinien des Deutschen Gewerkschaftsbundes an die Hans-Böckler-Stiftung abzuführen.

Für Aufsichtsratsmandate bei Konzerngesellschaften erhalten Aufsichtsratsmitglieder im Geschäftsjahr 2011/2012 ergänzend Vergütungen in Höhe von 81.952 € (Vorjahr: 89.750 €). Auf die einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrats entfallen die in der nachfolgenden Tabelle aufgeführten Beträge:

VERGÜTUNG AUS KONZERNINTERNEN AUFSICHTSRATSMANDATEN IN €

2010/2011 2011/2012
Martin Dreher (seit 10.08.2012) 1.066
Susanne Herberger 16.250 17.000
Bernd Kalwa 16.250 15.750
Ernst-August Kiel 19.600 19.350
Peter Remmler 8.820
Thomas Schlenz (bis 31.07.2012) 21.150 9.950
Wilhelm Segerath 16.500 10.016
Insgesamt 89.750 81.952

Mit einer Ausnahme haben Mitglieder des Aufsichtsrats im Berichtsjahr keine weiteren Vergütungen bzw. Vorteile für persönlich erbrachte Leistungen, insbesondere Beratungs- und Vermittlungsleistungen, erhalten. Die Rechtsanwaltssozietät Clifford Chance, für die das Aufsichtsratsmitglied Herr Dr. v. Schenck bis zum 30. Juni 2012 als Of Counsel tätig war, hat für ihre Beratungsleistungen von ThyssenKrupp Unternehmen im Berichtsjahr insgesamt 483.146 € (Vorjahr: 82.364 €) erhalten. Den Aufsichtsratsmitgliedern wurden wie in den Vorjahren weder Kredite noch Vorschüsse gewährt noch wurden zu ihren Gunsten Haftungsverhältnisse eingegangen.

Frühere Aufsichtsratsmitglieder, die vor dem 01. Oktober 2011 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden sind, erhalten bezogen auf das Berichtsjahr für die Zeit ihrer Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat keine Vergütung aus der langfristigen Vergütungskomponente, da das durchschnittliche EBT im Konzernabschluss der letzten drei Geschäftsjahre – wie in den Vorjahren – unter der Schwelle von 1 Mrd € liegt.

Den Aufsichtsratsmitgliedern wurden im Berichtsjahr weder Kredite noch Vorschüsse gewährt.

ThyssenKrupp Aktie

Für die Entwicklung der ThyssenKrupp Aktie waren die Schuldenkrise in Europa und die gesamtwirtschaftliche Entwicklung wesentliche Einflussfaktoren; sie überlagerten weitgehend die positiven Aspekte aus der Umsetzung der strategischen Weiterentwicklung. Am 30. September 2012 notierte die Aktie bei 16,54 €; dies entspricht einem Minus von knapp 11 % gegenüber dem Vorjahr.

KENNZAHLEN ZUR THYSSENKRUPP AKTIE

2007/2008 2008/2009 2009/2010 2010/2011 2011/2012
Grundkapital Mio € 1.317 1.317 1.317 1.317 1.317
Anzahl Aktien (insgesamt) Mio Stück 514,5 514,5 514,5 514,5 514,5
Börsenwert Ende September Mio € 10.819 12.106 12.306 9.543 8.510
Kurs Ende September 21,03 23,53 23,92 18,55 16,54
Höchstkurs 46,63 25,05 28,07 35,84 22,86
Tiefstkurs 20,78 12,11 19,82 18,55 11,58
Dividende 1,30 0,30 0,45 0,45
Dividendensumme Mio € 603 139 209 232
Dividendenrendite % 6,2 1,3 1,9 2,4
Ergebnis je Aktie 4,59 – 4,01 1,77 – 2,71 – 3,04
Anzahl Aktien (im Umlauf 1) ) Mio Stück 477,8 463,5 464,0 476,2 514,5
Aktienumsatz Inland
(durchschnittlicher Tagesumsatz)
Mio Stück 4,3 4,8 3,4 3,2 4,1

1) gewichteter Durchschnitt

Aktienkurs: Makroökonomische Faktoren überlagern strategische Wertpotenziale

Im abgelaufenen Geschäftsjahr setzte ThyssenKrupp stringent das Programm zur strategischen Weiterentwicklung um; es besteht aus Portfolio-Optimierung, Change Management und Performance-Steigerung mit dem Ziel, Wachstum zu generieren und die finanzielle Situation zu verbessern. Bei der Portfolio-Optimierung beispielsweise wurde das im Mai 2011 angekündigte Programm vollständig abgearbeitet.

Bezüglich der Kursentwicklung jedoch wurden die durchweg positiven Reaktionen des Kapitalmarktes von Risikothemen auf Grund der makroökonomischen Entwicklung überlagert: Im 1. Quartal 2011/2012 konnte die Aktie noch von Anzeichen zur Lösung der Schuldenkrise und damit verbundenen Hoffnungen auf eine konjunkturelle Belebung profitieren. Die Entwicklung im 2. und 3. Quartal war dagegen durch die zunehmende Eintrübung des gesamtwirtschaftlichen Umfeldes gekennzeichnet, obwohl die Unterzeichnung des Verkaufs von Inoxum an Outokumpu im Januar 2012 von Analysten und Investoren sehr positiv aufgenommen wurde.

Belastend wirkte außerdem, dass die Ergebnisentwicklung von Steel Americas nicht die erwartete Verbesserung erreichte. Vor diesem Hintergrund führte die Ankündigung im Mai 2012, strategische Optionen für Steel Americas zu prüfen, zu positiven Reaktionen am Kapitalmarkt und zu einer Trendumkehr in der Kursentwicklung. Insbesondere im 4. Quartal 2011/2012 verbesserte sich der Kurs der ThyssenKrupp Aktie deutlich. Unterstützend wirkte dabei, dass der Vorstand mit dem Verkauf von Berco und der Bauelemente-Gruppe zusätzliche Portfolio-Maßnahmen ankündigte bzw. umsetzte. Der Kapitalmarkt erwartet, dass die Portfolio-Maßnahmen insgesamt das Ergebnis- und Cash-Flow-Profil von ThyssenKrupp erheblich verbessern.

Am 28. September 2012 notierte die Aktie schließlich bei einem Kurs von 16,54 € und damit ca. 11 % unter dem Vorjahresschlusskurs. Die zum Vergleich herangezogenen Indizes DAX und DJ STOXX haben im selben Zeitraum um 31 % bzw. 22 % zugelegt.

Dividendenkontinuität künftig weiter angestrebt

Die Dividendenpolitik der ThyssenKrupp AG ist auf Kontinuität ausgerichtet. Grundsätzlich soll eine am Konzern-Jahresergebnis orientierte, angemessene Dividende ausgeschüttet werden. Zu dieser Kontinuität der Dividendenpolitik gehört auch, in schlechten Jahren – sofern wirtschaftlich vertretbar – die Dividende nicht vollständig ausfallen zu lassen.

Notwendige Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Jahresabschluss der ThyssenKrupp AG einen Bilanzgewinn ausweist. Wegen des im abgelaufenen Geschäftsjahr erwirtschafteten Jahresfehlbetrags wird zum 30. September 2012 kein Bilanzgewinn ausgewiesen; es kommt daher zu keiner Dividendenausschüttung. Der Jahresfehlbetrag ergibt sich insbesondere aus einem negativen außerordentlichen Ergebnis durch Abschreibung im Zusammenhang mit dem Zusammenschluss unserer ehemaligen Edelstahlsparte mit dem finnischen Edelstahlhersteller Outokumpu und der hohen Wertberichtigung bei Steel Americas. Unter Verwendung des Gewinnvortrags und durch teilweise Auflösung der in Vorjahren gebildeten Rücklagen konnte der Jahresfehlbetrag kompensiert werden.

Aktionärsstruktur mit breiter Basis

Größter Aktionär der ThyssenKrupp AG ist die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung in Essen (AKBH-Stiftung). Die Stiftung ist mit einem Anteil von 25,33 % am Grundkapital beteiligt. Daneben ist das Aktienkapital der Gesellschaft breit gestreut. Institutionelle Anleger aus dem In- und Ausland halten knapp 65 % des Grundkapitals. Privatanleger sind mit 10 % an der ThyssenKrupp AG beteiligt. Aktuell hält die ThyssenKrupp AG keine eigenen Aktien. Der Free Float oder Streubesitz, der in der Regel zur Gewichtung der ThyssenKrupp Aktie in Aktienindizes herangezogen wird, beträgt 74,67 % vom Grundkapital.

Analystenresonanz auf strategische Weiterentwicklung positiv

Zum Ende des Berichtsjahres hatten Analysten von 28 internationalen Finanzinstitutionen bzw. Brokern eine Coverage – regelmäßige Erstellung von Analysen der strategischen Unternehmensentwicklung sowie Anlageempfehlungen basierend auf den Wertpotenzialen – auf ThyssenKrupp. Berücksichtigt man dabei, dass derzeit vier Banken durch ihre Beteiligung an der Vorbereitung von ThyssenKrupp Transaktionen in der Veröffentlichung von Anlageempfehlungen eingeschränkt sind, bewegt sich die Anzahl der Analysten weiter auf einem hohen Niveau. Nicht zuletzt spiegeln die Anlageempfehlungen per 30. September 2012 das Potenzial wider, das Analysten der Aktie angesichts des Fortschritts bei der Umsetzung der strategischen Maßnahmen beimessen.

Industriegüter-Aktivitäten im Fokus von Investor Relations

Die Fortschritte bei der strategischen Weiterentwicklung des Konzerns und die damit zusammenhängenden Wertpotenziale waren im Geschäftsjahr weiterhin zentrale Themen im Dialog von Investor Relations mit dem Kapitalmarkt. Bei der Bereitstellung bewertungsrelevanter Informationen lag ein besonderer Schwerpunkt darauf, die Industriegüter-Aktivitäten noch stärker hervorzuheben – ihre stabilen Ergebnis- und Cash-Flow-Beiträge sowie ihre Geschäftsmodelle und Wertchancen.

Im Allgemeinen werden Industriegüter-Unternehmen am Kapitalmarkt deutlich höher bewertet als Stahl-Unternehmen. Auf Grund der langjährigen strategischen Ausrichtung und Fokussierung bei den Materials-Aktivitäten wird ThyssenKrupp an der Börse noch überwiegend als Stahl-Unternehmen eingeordnet und bewertet. Die Neupositionierung als diversifizierter Industriekonzern und die damit verbundene angemessenere Bewertung an der Börse sind vorrangige Ziele unserer Investor-Relations-Arbeit.

Nicht zuletzt hierzu richtete Investor Relations zusammen mit den Vorständen der Industriegüter-Geschäfte im Dezember 2011 einen Capital Markets Day aus. Im Mittelpunkt standen die Business Areas Elevator Tech-

nology, Plant Technology, Components Technology und Marine Systems, die in detaillierten Präsentationen mit anschließenden Diskussionen vorgestellt wurden. Ergänzend hierzu fand eine Tech-Show statt, in der Produkte und Prozesse "zum Anfassen" präsentiert wurden. Bei den Finanzanalysten und Investoren aus Europa und den USA stießen sowohl die Vorträge als auch die Tech-Show auf großes Interesse. Dies zeigten die angeregten Diskussionen sowie die anschließend veröffentlichten Analystenkommentare.

Auf dieser Grundlage aufbauend haben wir den Dialog zum Bereich Industriegüter im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres auf Roadshows und Investorenkonferenzen fortgesetzt und Kontakte mit weiteren Ansprechpartnern aus dem Industriegüter-Sektor aufgenommen. Zudem haben wir die Vorjahrespraxis fortgeführt und zusätzlich verstärkt Investorenkonferenzen mit Industriegüter-Fokus besucht.

Ihr Kontakt mit Investor Relations

Wenn Sie Kontakt zu uns aufnehmen möchten oder sich über die geplanten Termine des Finanzkalenders 2012/2013 informieren wollen, so finden Sie alle notwendigen Informationen auf der letzten Seite dieses Geschäftsberichts oder im Internet unter www.thyssenkrupp.com unter der Überschrift Investor Relations.

2 KONZERNLAGEBERICHT

Der Geschäftsverlauf im Berichtsjahr, die strategische Weiterentwicklung sowie die wesentlichen künftigen Chancen und Risiken bilden die Schwerpunkte des Konzernlageberichts. Angaben zur Konzernorganisation, dem Geschäft der Business Areas und den nichtǃnanziellen /eistungsindikatoren runden das Bild über das Unternehmen ab.

037

PROFIL UND STRATEGIE
Leistungsprofil und Organisation 037
Strategische Weiterentwicklung des Konzerns 038
Unternehmenssteuerung durch
wertorientiertes Management
043

045

ZUSAMMENFASSENDE BEURTEILUNG DES VORSTANDS ZUR LAGE DES KONZERNS

048

ERTRAGSLAGE DES KONZERNS
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen 048
Geschäftsentwicklung im Konzern 052
Absatz, Marketing, Konzernmarke 058

Einkauf 060

063

ERTRAGSLAGE DER BUSINESS AREAS

Steel Europe 063
Materials Services 065
Elevator Technology 066
Plant Technology 068
Components Technology 069
Marine Systems 070
Bereich Corporate der ThyssenKrupp AG 071
Steel Americas (nicht fortgeführte Aktivität) 072
Stainless Global (nicht fortgeführte Aktivität) 073

076

FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE

Investitionen 076
Netto-Finanzschulden 078
Analyse der Kapitalflussrechnung 079
Zentrale Finanzierung und Liquiditätssicherung 081
Analyse der Bilanzstruktur 082
Nichtbilanziertes Vermögen und
außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente
084

086

NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

Nachhaltigkeit 086
Innovationen 087
Mitarbeiter 089
Umwelt, Klima und Energie 092
Gesellschaftliches Engagement 093

093

NACHTRAGSBERICHT

094

VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG MIT IHREN WESENTLICHEN CHANCEN UND RISIKEN Konjunkturausblick 094 Erwartete Ertrags-, Finanz- und Liquiditätslage 096 Chancenbericht 098 Risikobericht 100

113

RECHTLICHE ANGABEN
Erklärung zur Unternehmensführung 113
Vergütungsbericht 113
Übernahmerechtliche Angaben 113

Profil und Strategie

Konsequente Ausrichtung auf die Märkte der Zukunft, strukturelle Veränderungen und die Verbesserung unserer operativen Performance sichern die Wachstums- und Wertsteigerungsperspektiven von ThyssenKrupp. Als Partner unserer Kunden entwickeln wir mit unserer führenden Ingenieurkompetenz Lösungen für mehr Ressourceneffizienz und für nachhaltige Prozesse und Produkte.

Leistungsprofil und Organisation

Leistungsprofil

Innovationen und technischer Fortschritt sind für uns Schlüsselfaktoren, um das globale Wachstum und den Einsatz begrenzter Ressourcen nachhaltig zu gestalten. Mit unserer Ingenieurkompetenz in den Anwendungsfeldern "Material", "Mechanical" und "Plant" ermöglichen wir unseren Kunden, Vorteile im weltweiten Wettbewerb zu erzielen sowie innovative Produkte wirtschaftlich und ressourcenschonend herzustellen. Unsere Leistungen im Anwendungsfeld "Material" umfassen kundenspezifische Werkstofflösungen, effiziente Werkstoffherstellung und -verarbeitung sowie Material-Dienstleistungen. Bei "Mechanical" entwickeln und fertigen wir hochwertige Komponenten für die Automobilindustrie sowie die Maschinenbau-, Energie- und Baubranche. Außerdem produzieren wir innovative Technologiegüter, wie z.B. moderne Aufzugsysteme. Das Anwendungsfeld "Plant" reicht von Engineering, Planung und Bau kompletter Industriekomplexe über ein globales Service-Netzwerk bis zu moderner Marinetechnik.

Organisations- und Führungsstruktur

Unsere fortgeführten Aktivitäten sind zum 30. September 2012 in sechs Business Areas gebündelt: Steel Europe, Materials Services, Elevator Technology, Plant Technology, Components Technology und Marine Systems. Im Zuge der strategischen Weiterentwicklung wird der erfolgreiche Anlagenbau weiter gestärkt und ausgebaut. Die Business Areas Plant Technology und Marine Systems werden zum 01. Januar 2013 zu einer neuen Business Area Industrial Solutions zusammengelegt. Unsere Business Areas untergliedern sich in Operating Units und Konzernunternehmen, die selbstständig am Markt agieren. Insgesamt bilden rund 720 Unternehmen und Beteiligungen in 77 Ländern den ThyssenKrupp Konzern. Die Einzelheiten zum Anteilsbesitz sind im Anhang aufgeführt. Die Business Area Steel Americas gilt seit dem 30. September 2012 als nicht fortgeführte Aktivität bzw. Discontinued Operation im Sinne der IFRS. Bereits seit dem 30. September 2011 wird Stainless Global (Inoxum) als nicht fortgeführte Aktivität ausgewiesen. Wenn nicht anders angeführt, berichten wir über den Konzern als Ganzes. Zukunftsbezogene Aussagen beziehen sich dagegen ausschließlich auf die fortgeführten Aktivitäten. Wesentliche Kennzahlen für das Geschäftsjahr werden sowohl für den Gesamtkonzern als auch für die fortgeführten Aktivitäten angegeben und kommentiert.

Der Konzern wird von der ThyssenKrupp AG als Corporate Headquarter strategisch geführt. Gegründet 1999 als Aktiengesellschaft nach deutschem Recht, hat die Gesellschaft einen Doppelsitz in Essen und Duisburg. In Essen befindet sich auch die Konzernzentrale, das ThyssenKrupp Quartier. Der Vorstand der Thyssen-Krupp AG legt die Strategie für die Konzernentwicklung fest und steuert die Business Areas, die Zentralfunktionen und die Regionen. Neben der Verantwortung für ihre Ressorts sind die Vorstandsmitglieder für einzelne Regionen zuständig.

Die erfolgreiche Weiterentwicklung des Konzerns setzt auf eine noch stärkere, weltweite Vernetzung. ThyssenKrupp wird daher seine Organisation umfassend verändern, hin zu einer dreidimensionalen Führungsstruktur (Matrix-Organisation) aus operativen Geschäften, Funktionen und Regionen.

Strategische Weiterentwicklung des Konzerns

Globale Trends wie die demografische Entwicklung, die zunehmende Urbanisierung und die Globalisierung der Waren- und Handelsströme führen dazu, dass die weltweite Nachfrage kontinuierlich steigt. Die Wirtschaftskraft vieler Schwellenländer entwickelt sich rasant. Die Welt braucht immer "mehr" an Konsum- und Investitionsgütern, Infrastruktur, Rohstoffen und Energie. Zugleich stehen der wachsenden Nachfrage Restriktionen gegenüber: Die natürlichen Ressourcen sind begrenzt, und der Klimawandel ist längst Realität. Deshalb müssen Rohstoffe und Energie effizienter genutzt werden.

Die Welt benötigt also nicht nur "mehr", sondern vor allem "bessere" Lösungen: besseren Einsatz von Ressourcen, effizientere Infrastruktur, umweltschonendere Produktionsprozesse und nachhaltigere Konsum- und Industriegüter.

Hier eröffnen sich für ThyssenKrupp enorme Zukunftschancen, denn wir können mit unserer führenden Ingenieurkompetenz auf vielen Gebieten die Anforderungen nach "mehr" und "besser" erfüllen – in den Industrieländern wie auch in den aufstrebenden Märkten. So schaffen wir für unsere Kunden und damit auch für uns klare Wettbewerbsvorteile.

Um den Konzern konsequent auf diese globalen Trends auszurichten, haben wir im Mai 2011 ein umfangreiches Programm zur strategischen Weiterentwicklung beschlossen. Eine kontinuierliche Portfolio-Optimierung, die für den neuen Kurs erforderlichen Veränderungen in Führung und Organisation sowie eine stärkere Performance-Orientierung bilden die Säulen der strategischen Weiterentwicklung. Damit stärken wir unsere finanzielle Basis und gewinnen die nötige Flexibilität, um unsere Geschäftsaktivitäten gezielt auf die Märkte der Zukunft auszurichten.

Bei der Umsetzung der strategischen Weiterentwicklung hat ThyssenKrupp im Berichtsjahr wesentliche Fortschritte erzielt.

Programm zur Portfolio-Optimierung abgearbeitet

Im Rahmen der strategischen Weiterentwicklung haben wir Konzernaktivitäten zum Verkauf gestellt, die für einen Umsatz von mehr als 10 Mrd € stehen. Dieses Programm zur Portfolio-Optimierung haben wir vollständig abgearbeitet:

  • Am 31. Januar 2012 fand das Signing des Zusammenschlusses des finnischen Edelstahlherstellers Outokumpu mit Inoxum, der Edelstahlsparte von ThyssenKrupp, statt. Die EU-Kommission hat dem Zusammenschluss im November 2012 zugestimmt. Die Transaktion steht damit nur noch unter dem Vorbehalt der Freigabe der chinesischen Behörden. Wir sind zuversichtlich, die Transaktion bis Ende des Jahres 2012 abzuschließen. Durch den Zusammenschluss entsteht ein neuer Weltmarktführer im Edelstahlbereich, an dem ThyssenKrupp mit 29,9 % beteiligt ist.
  • Der Verkauf der Bauelemente-Gruppe (Construction Group) aus der Business Area Steel Europe an die Kingspan Group plc – einen international erfolgreichen Hersteller von Bauelementen und Isoliermaterialien – wurde am 11. September 2012 vollendet.
  • Die US-amerikanische Eisengießerei Waupaca aus der Business Area Components Technology ist am 29. Juni 2012 an KPS Capital Partners, eine Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in New York, veräußert worden.
  • Die Restrukturierung der Werften ist im Wesentlichen abgeschlossen. Am 31. Januar 2012 wurden die zivilen Schiffbauaktivitäten der Business Area Marine Systems veräußert. Verkauft sind Blohm + Voss Shipyards, Blohm + Voss Repair (inklusive Blohm + Voss Oil Tools) und Blohm + Voss Industries sowie deren Tochtergesellschaften. ThyssenKrupp wird sich künftig auf den Bau von Über- und Unterwasser-Marineschiffen konzentrieren.

  • Auch für Automotive Systems Industrial do Brasil die brasilianischen Automotive-Systems-Aktivitäten der Business Area Components Technology – konnte mit Magna International ein optimaler Eigentümer gefunden werden. Das Closing wurde am 06. Dezember 2011 vollzogen.

  • Für unsere technische Dienstleistergruppe Xervon haben wir mit REMONDIS einen Best-Owner gefunden. Das Closing erfolgte am 30. November 2011. Damit realisierte die Business Area Materials Services einen wesentlichen Schritt, um das Geschäft mit Industriedienstleistungen neu zu ordnen.
  • Der Verkauf der Metal-Forming-Gruppe an den spanischen Automobilzulieferer Gestamp Automación wurde bereits im Juli 2011 abgeschlossen.
  • Über den Verkauf von ThyssenKrupp Tailored Blanks aus der Business Area Steel Europe haben wir Ende September 2012 mit Wuhan Iron and Steel Corporation (WISCO) einen Vertrag unterzeichnet. Die Veräußerung steht unter dem Vorbehalt der zuständigen Regulierungsbehörden.

In der Business Area Components Technology haben wir die Integration der Fahrwerksgeschäfte der Bilstein-Gruppe und von Presta Steering zu ThyssenKrupp Chassis im Frühjahr 2012 planmäßig abgeschlossen. Damit ist einer der größten Chassis-Full-Service-Provider mit globalem Auftritt und einem Umsatz von rund 3 Mrd € entstanden.

Der Vorstand der ThyssenKrupp AG hat zudem entschieden, ThyssenKrupp Federn und Stabilisatoren innerhalb des Konzerns weiterzuentwickeln. Dazu wird nun ein umfassendes Restrukturierungskonzept an den Standorten Olpe und Hagen-Hohenlimburg umgesetzt. Das Konzept ermöglicht die tragfähige Zukunftssicherung für die deutschen Aktivitäten und ist zugleich eine strategisch wichtige Weichenstellung für den gesamten Bereich weltweit.

Verkauf von Steel Americas in Umsetzung

Im Mai 2012 haben wir bekanntgegeben, dass wir für die beiden neuen Werke der Business Area Steel Americas in Brasilien und den USA strategische Optionen prüfen. Hintergrund dieser Entscheidung ist, dass sich für uns die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Brasilien und den USA seit der Entwicklung des Verbundmodells mit dem Brammenwerk in Brasilien und dem Weiterverarbeitungswerk in Alabama, USA, nachhaltig negativ verändert haben. Technologisch nehmen beide Werke eine Spitzenposition auf ihrem jeweiligen Markt ein. Zahlreiche Interessenten haben sich von der Qualität und Leistungsfähigkeit der Werke überzeugt. Im September 2012 hat der Aufsichtsrat zustimmend zur Kenntnis genommen, dass der Vorstand einen Bieterprozess für Steel Americas startet. Eine Auswahl von Interessenten hat nun die Möglichkeit, die Werke zu beurteilen und verbindliche Kaufangebote abzugeben. Wir sind zuversichtlich, im Laufe des neuen Geschäftsjahres für beide Werke eine Best-Owner-Lösung zu finden. Die Business Area Steel Americas wird als nicht fortgeführte Aktivität ausgewiesen. Über die Auswirkungen aus dem Veräußerungsprozess auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns im Geschäftsjahr 2011/2012 berichten wir in den Kapiteln "Finanz- und Vermögenslage" sowie "Ertragslage des Konzerns".

Change Management unterstützt die strategische Weiterentwicklung

Neben der kontinuierlichen Portfolio-Optimierung ist das Change Management eine wesentliche Säule unserer strategischen Weiterentwicklung. Um unser Zielbild eines diversifizierten Industriekonzerns zu erreichen, müssen wir auch unsere Unternehmenskultur und die Art der Zusammenarbeit im Konzern verändern und stärker leistungsorientiert werden. Wir entwickeln uns weg von einem Denken in Bereichen und Hierarchien hin zu einem vernetzten Denken und Arbeiten. Den Rahmen hierfür bildet unser Leitbild. Als eine Art "Unternehmensverfassung" schafft es ein gemeinsames Dach für alle Mitarbeiter, und zwar in operativen Geschäften, Funktionen und Regionen. Es fördert mehr Transparenz, Offenheit und Kooperation. Mehr als 10.000 Mitarbeiter in 19 Ländern haben bisher an Leitbild-Workshops teilgenommen. Viele weitere beteiligen sich an regelmäßigen Formaten wie Vorstand im Dialog oder Werksgespräche.

Zugleich arbeiten wir an unserer Führungskultur. Unter Führung verstehen wir, die strategische Stoßrichtung und die damit verbundenen strategischen Ziele klar zu definieren sowie einen Rahmen für die erfolgreiche Umsetzung zu schaffen. Wir brauchen direkte und kooperative Wege der Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitern, Führungskräften und Vorstand. Unsere Führungskräfte müssen noch stärker in die Lage versetzt werden, Verbesserungspotenziale zu erkennen und zu nutzen. Denn unser Anspruch ist es, in jedem Geschäft zu den Besten im Markt zu gehören.

Die stärkere Vernetzung unserer weltweiten Aktivitäten soll auch durch die Einführung einer Matrix-Organisation unterstützt werden: Darin sollen die drei Dimensionen Geschäft, Funktion und Region eng miteinander im Austausch stehen. Die weltweite operative Verantwortung bleibt zwar bei den Business Areas, aber die Regionen werden in Zukunft stärker in die Ergebnisverantwortung eingebunden. In den Auslandsmärkten sollen unsere Konzernunternehmen gemeinsam mit einem einheitlichen Marktauftritt und effizienten Strukturen agieren. So können wir die Chancen insbesondere auf den Wachstumsmärkten besser nutzen. Pilotprojekte laufen bereits in den Regionen Nordamerika, Brasilien, Indien und China; weitere Regionen werden folgen.

Der Vernetzungsgedanke spiegelt sich auch in unserem Corporate Center Technology, Innovation & Quality wider, das die Kompetenzen unserer Konzernunternehmen in den Bereichen Innovation, Forschung und Entwicklung bündelt. Die Aktivitäten reichen von der Definition und Analyse technologischer Schwerpunktthemen bis zur Gestaltung der Bausteine eines ganzheitlichen Innovationsmanagements. Durch das etablierte "Kompetenznetzwerk Innovation und Technologie" und unser jährliches "ThyssenKrupp Technology Forum" werden der konzernweite Austausch und die Vernetzung unserer Technologie- und Innovationsmanager gestärkt.

Um die Konzernsteuerung effizienter zu gestalten und die Transparenz zu erhöhen, werden in mehreren Projekten die IT-Infrastruktur sowie die Reporting-Prozesse vereinheitlicht.

Performance-Orientierung grundlegend für strategische Weiterentwicklung

Eine weitere Säule unserer strategischen Weiterentwicklung ist eine stärkere Performance-Orientierung. Unser Ziel ist es, die operative Leistungsfähigkeit des Konzerns strukturell deutlich zu verbessern. Dabei legen wir bei den Performance-Kriterien zur Beurteilung unserer Geschäfte neben wert- und ergebnisorientierten Kennzahlen auch einen Fokus auf die Cash-Generierung. Denn Cash-Verbesserungen bilden die Basis für zukünftige Investitionsmöglichkeiten und sind damit Grundvoraussetzung dafür, ThyssenKrupp als einen diversifizierten Industriekonzern zu positionieren und profitabel zu wachsen.

Wichtiges Element der Performance-Orientierung ist ein Effizienzsteigerungsprogramm, das die mit dem Konzernprogramm impact begonnenen Initiativen konsequent weiterentwickelt. Ziel ist es, einen kumulierten positiven EBIT-Effekt von 2 Mrd € über die nächsten drei Jahre zu erreichen. Das Programm setzt an verschiedenen Punkten an.

Zum einen soll die Leistungsfähigkeit der Business Areas gesteigert werden. Wir haben für alle unsere Geschäfte den Anspruch, klare Wettbewerbsvorteile zu erzielen, führende Marktpositionen zu besetzen und die besten Erträge zu erwirtschaften. Dazu vergleichen wir unsere Geschäfte nicht nur intern miteinander, sondern auch mit den wichtigsten Wettbewerbern. Dieser kontinuierliche Benchmarking-Prozess erstreckt sich in den Business Areas auch auf die Ebene der einzelnen Konzernunternehmen.

Weiterhin werden verschiedene Querschnittsinitiativen für die Verbesserung von Systemen und Prozessen und zum Heben von Synergien umgesetzt. Ein Beispiel ist das Programm synergize+, das im April 2012 startete, um alle Einkaufsaktivitäten konzernweit besser zu steuern. Diese Performance-Initiative wird die Kosten für zugekaufte Lieferungen und Leistungen nachhaltig senken.

Zudem soll auch die Einführung der Matrix-Organisation die Performance nachhaltig verbessern. Die Straffung der Konzernführungsorganisation wird die Konzernzentrale und die Business Areas effizienter machen. Durch die Regionalorganisation werden die Kräfte in den Schlüsselregionen gebündelt. Dadurch können Wachstumspotenziale besser erkannt und effizienter umgesetzt werden.

Strategische Offensive

Die Stabilisierung unserer Finanzen ist Voraussetzung dafür, dass wir in den nächsten Jahren wieder mehr in den Ausbau der strategisch attraktiven Wachstumsgeschäfte investieren können. Dazu gehört auch eine signifikante Reduzierung unseres temporär erhöhten Gearing, insbesondere durch einen Verkauf von Stainless Global und von Steel Americas. Unser Ziel ist, durch die eingeleiteten strukturellen und operativen Verbesserungen sowie durch eine kontinuierliche strategische Weiterentwicklung nachhaltig einen hohen positiven Cash-Flow zu erzielen und unsere Netto-Finanzschulden zu reduzieren. Im Rahmen der strategischen Offensive wollen wir in den kommenden Jahren sowohl in den aufstrebenden Wachstumsregionen als auch in den Industrieländern weiter expandieren. Dies kann durch den Ausbau unserer Marktpositionen, durch die Erschließung neuer Geschäftsfelder und durch Akquisitionen erreicht werden.

Trotz der finanziellen Restriktionen wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr bereits selektiv Akquisitionen getätigt:

  • Um ihre Marktpräsenz auf dem asiatischen Markt für Kokereitechnik zu stärken, hat die Business Area Plant Technology am 05. Oktober 2011 die in Tokio ansässige Otto Corporation erworben. Deren Portfolio an Prozessen der chemischen Verfahrenstechnik fügt sich hervorragend in die Aktivitätsfelder der Business Area ein. Die Gesellschaft ist als 100%ige Tochtergesellschaft unter dem Namen ThyssenKrupp Otto in Japan tätig.
  • Am 02. Juli 2012 hat die Business Area Plant Technology die britische Energy & Power Global Limited mit Sitz in London übernommen und baut so ihre Aktivitäten im internationalen Chemieanlagenbau aus. Das Ingenieurberatungsunternehmen wird als zentrales Drehkreuz für sämtliche Engineering- und Consulting-Leistungen von Plant Technology im weltweiten Öl- und Gasgeschäft fungieren.
  • Die Business Area Elevator Technology hat ihre internationalen Aktivitäten durch weitere Übernahmen ausgebaut. In Nordamerika wird durch die Akquisition der Geschäftsaktivitäten von United Elevator Corp., Philadelphia, USA, und Sterling Elevator Services Corp., Alberta, Kanada, das Aufzugsgeschäft deutlich gestärkt. Dem weiteren Ausbau der Aktivitäten in Asien dient ein Joint Venture mit einem indischen Unternehmen in Mumbai. In Europa wurde das Servicegeschäft durch gezielte Akquisitionen ergänzt.

Darüber hinaus wurde insbesondere in organisches Wachstum in den Anwendungsfeldern "Mechanical" und "Plant" investiert. Näheres dazu ist im Abschnitt Investitionen im Kapitel "Finanz- und Vermögenslage" dargestellt.

Zusätzlich zu den Investitionen in unsere Geschäfte wollen wir auch unsere Engineering-Kompetenz weiterentwickeln. Dazu werden wir unseren Forschungs- und Entwicklungsaufwand nochmals erhöhen und noch konsequenter an den Bedürfnissen unserer Kunden ausrichten. Durch eine bessere Koordination und Steuerung der Forschungs- und Entwicklungsmaßnahmen werden unsere Innovationen schneller am Markt sein und unsere Ertragskraft mittelfristig deutlich verbessern.

Konzernprogramm impact bündelt alle Aktivitäten zur strategischen Weiterentwicklung

Das Konzernprogramm impact bildet die Plattform für zahlreiche Aktivitäten und Maßnahmen im Rahmen der strategischen Weiterentwicklung. Neben Portfolio-Optimierung und Change Management ist vor allem eine stärkere Performance-Orientierung eine wichtige Säule unserer strategischen Weiterentwicklung.

Seit Einführung von impact im Mai 2011 wurde eine Vielzahl von Performance-Maßnahmen umgesetzt. Für 2011/2012 hatten wir uns mit "impact 300" das Ziel gesetzt, einen positiven EBIT-Effekt von 300 Mio € aus Performance-Maßnahmen zu erzielen. Dieses Ziel haben wir übertroffen. Für die kommenden drei Geschäftsjahre bis einschließlich 2014/2015 gilt mit "impact 2015" ein neues Ziel: ein positiver EBIT-Effekt aus Performance-Maßnahmen von kumuliert 2 Mrd €.

Ein wichtiges Element für eine nachhaltige Steigerung der Performance ist Benchmarking: Dafür ist ein tiefes Verständnis der Stärken und Schwächen im Vergleich zu unseren Wettbewerbern eine unverzichtbare Voraussetzung. Mit Benchmarking wollen wir Maßnahmen zur Performance-Steigerung identifizieren, die Lücken zum Wettbewerb schließen und uns nachhaltige Wettbewerbsvorteile verschaffen.

Neben der Generierung positiver EBIT-Effekte liegt ein weiterer Fokus der Performance-Maßnahmen auf der Verbesserung der Cash-Situation. Kontinuierliche Cash-Verbesserungen schaffen den Freiraum für zukünftige Investitionen und sind die Grundvoraussetzung dafür, ThyssenKrupp als einen diversifizierten Industriekonzern weiterzuentwickeln.

Der Erfolg vieler impact-Maßnahmen und Initiativen belegt, dass das Programm Mitarbeiter wie Führungskräfte wirkungsvoll mobilisieren konnte. Daher sind wir zuversichtlich, auch die Ziele von "impact 2015" zu erreichen.

Unternehmenssteuerung durch wertorientiertes Management

Das unternehmerische Handeln bei ThyssenKrupp steuern wir konzernweit durch unser wertorientiertes Managementsystem.

ThyssenKrupp Value Added als wertorientierte Steuerungsgröße

Neben einer starken Cash-Flow-Orientierung und dem EBIT bzw. Bereinigten EBIT sowie den entsprechenden Umsatz- und Kapitalrenditen ist der ThyssenKrupp Value Added (TKVA) Grundlage für Management-Prozesse und Entscheidungsfindung auf strategischer und operativer Ebene, z.B. bei Investitions- und Portfolioentscheidungen. Wir verwenden den TKVA für Zielsetzungen, Erfolgsmessungen und Vergütungsregelungen.

Der TKVA misst den in einer Periode geschaffenen Wert auf allen Ebenen des Konzerns. Er errechnet sich aus dem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) abzüglich der Kapitalkosten für das im operativen Geschäft gebundene Kapital – das Capital Employed. Der Kapitalkostensatz (WACC), mit dem das Capital Employed zur Ermittlung der Kapitalkosten multipliziert wird, setzt sich aus dem gewichteten Eigen- und Fremdkapitalkostensatz sowie dem Zinssatz für Pensionsrückstellungen zusammen.

Über die Entwicklung des TKVA im Berichtsjahr können Sie sich im Kapitel "Ertragslage des Konzerns" informieren.

Operative Steuerungsgröße Bereinigtes EBIT

Das operative Geschäft steuern wir auch mit der Kennzahl Bereinigtes EBIT. Da das EBIT auch den TKVA wesentlich beeinflusst, sind auf diese Weise Steuerung und Wertmanagement eng miteinander verzahnt.

Das EBIT enthält lediglich die Bestandteile des Finanzergebnisses, die operativen Charakter haben. Dazu gehören auch Erträge und Aufwendungen aus Beteiligungen. Nicht operativen Charakter haben grundsätzlich die Finanzierungserträge und -aufwendungen. Zusätzlich wird berücksichtigt, dass der Erhalt von Anzahlungen insbesondere in den Business Areas mit langfristigen Fertigungsaufträgen ein integraler Bestandteil des Risikomanagements und damit des operativen Geschäfts ist. Um diese Anzahlungen bzw. die damit erzielbaren Zins- und Finanzierungseffekte adäquat im Wertmanagement zu berücksichtigen, wird das EBIT der entsprechenden Business Areas um einen kalkulatorischen Ergebnisbeitrag erhöht.

Das Konzern-EBIT, das EBIT der Business Areas und die Bereinigung um Sondereffekte werden ausführlich im Kapitel "Ertragslage des Konzerns" erläutert. Zusätzlich Angaben finden sich im Kapitel "Ertragslage der Business Areas".

Zusammenfassende Beurteilung des Vorstands zur Lage des Konzerns

Die hohen Wertberichtigungen haben die Vermögens- und Finanzlage des Konzerns signifikant beeinflusst. Die Eigenkapitalquote ist deutlich gesunken und das Gearing ist temporär erheblich gestiegen. Die Liquidität des Konzerns ist jedoch gesichert. Obwohl die schwache Konjunktur und die Unsicherheiten infolge der ungelösten Schuldenkrise die Geschäftsentwicklung belasteten, hat sich das operative Geschäft der fortgeführten Aktivitäten robust entwickelt. Auftragseingang und Umsatz lagen für den Gesamtkonzern wie für die fortgeführten Aktivitäten nur leicht unter dem Vorjahr.

Das EBIT des Gesamtkonzerns war mit Ɲ4,4 Mrd € deutlich niedriger als im Vorjahr (Ɲ1,0 Mrd €). Grund hierfür waren insbesondere die Wertberichtigung bei Steel Americas von 3,6 Mrd € und die hohen Verluste der nicht fortgeführten Aktivitäten. Ohne Sondereffekte lag das Bereinigte EBIT des Konzerns (inklusive der Business Areas Steel Americas und Stainless Global) bei 318 Mio €; im Vorjahr waren es 1.762 Mio €. Das Bereinigte EBIT des Konzerns in der Struktur des Vorjahres sowie der unterjährigen Berichterstattung – d.h. inklusive der Business Area Steel Americas, aber ohne Einbeziehung der Business Area Stainless Global – belief sich auf 399 Mio €.

Das EBIT der fortgeführten Aktivitäten betrug 1,0 Mrd € und das Bereinigte EBIT 1,4 Mrd €. Im Vorjahr waren es 2,9 Mrd € und 2,8 Mrd €. Alle fortgeführten Business Areas haben im Berichtsjahr einen positiven Ergebnisbeitrag zum Bereinigten EBIT geleistet.

Der Jahresfehlbetrag des Gesamtkonzerns betrug –5,0 Mrd € und erhöhte sich um –3,2 Mrd € gegenüber dem Vorjahreswert. Das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) belief sich auf –112 Mio €; im Vorjahr wurde ein Ergebnis von 1,8 Mrd € erreicht. Der Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG am Jahresfehlbetrag betrug –4,7 Mrd € bzw. –194 Mio € für das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten.

Das Ergebnis je Aktie war ebenfalls durch die hohen Wertberichtigungen belastet und liegt für den Gesamtkonzern bei –9,07 € gegenüber –2,71 € im Vorjahr. Für die fortgeführten Aktivitäten beläuft sich das Ergebnis je Aktie auf –0,38 €; im Vorjahr betrug es 3,57 €.

Die Netto-Finanzschulden des Gesamtkonzerns konnten zum Jahresende 2011/2012 wie geplant auf dem Niveau des 3. Quartals – das waren 5,8 Mrd € – gehalten werden. Am. 30. September 2011 hatten sie 3,6 Mrd € betragen. Sie waren im Verlauf des Berichtsjahres noch stark durch die Mittelabflüsse bei Steel Americas und Stainless Global beeinflusst. Ohne diese Mittelabflüsse war der Operating Cash-Flow der fortgeführten Aktivitäten positiv. Trotz Fälligkeiten der Brutto-Finanzschulden von 2,2 Mrd € im Geschäftsjahr 2012/2013 stehen die Finanzierung und Liquidität des Konzerns dank der freien Mittel von 6,7 Mrd € (liquide Mittel und freie, fest zugesagte Kreditlinien) auch für das Geschäftsjahr 2012/2013 auf einer gesicherten Basis.

Zum 30. September 2012 lag das durch Wertminderungen temporär erhöhte Gearing bei 128,1 %. Damit wurde die in einigen Kreditverträgen vereinbarte Gearing-Obergrenze von 150 % wie im Vorjahr auch zum 30. September 2012 eingehalten. Details zu den betroffenen Kreditverträgen finden sich im Abschnitt "Zentrale Finanzierung und Liquiditätssicherung". Der Verkauf von Stainless Global und Steel Americas wird unser Gearing signifikant reduzieren.

Mit der Wertberichtigung bei Steel Americas ist ein wesentliches, im Risikomanagement identifiziertes und transparent geführtes Risiko eingetreten. Unser Risikomanagementsystem geht inzwischen weit über die rechtlich geforderte Risiko-Früherkennung hinaus. Trotz umfassender Analyse, Bewertung und Steuerung ist das Eintreten von Risiken aber nicht systematisch auszuschließen. Nach der Wertberichtigung bei Steel Americas und dem Verkauf von Stainless Global wird sich das Risikoportfolio des Konzerns im Geschäftsjahr 2012/2013 reduzieren. Den Bestand gefährdende Risiken sehen wir aus heutiger Sicht nicht.

Wesentliche Kennziffern zur Entwicklung des Gesamtkonzerns sowie der fortgeführten Aktivitäten im Berichtsjahr im Vergleich zum Vorjahr sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst:

Konzern gesamt Fortgeführte Aktivitäten
Veränderung Veränderung
2010/2011 2011/2012 Veränderung in % 2010/2011 2011/2012 Veränderung in %
Auftragseingang Mio € 50.247 48.742 – 1.505 – 3 44.333 42.326 – 2.007 – 5
Umsatz Mio € 49.092 47.045 – 2.047 – 4 42.725 40.124 – 2.601 – 6
EBITDA Mio € 3.385 1.544 – 1.841 – 54 4.026 2.425 – 1.601 – 40
EBIT Mio € – 988 – 4.370 – 3.382 -- 2.886 976 – 1.910 – 66
Bereinigtes EBIT Mio € 1.762 318 – 1.444 – 82 2.762 1.382 – 1.380 – 50
EBT Mio € – 1.578 – 5.067 – 3.489 -- 2.294 315 – 1.979 – 86
Bereinigtes EBT Mio € 1.172 – 379 – 1.551 -- 2.170 721 – 1.449 – 67
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) bzw.
Ergebnis nach Steuern* Mio € – 1.291 – 4.668 – 3.377 -- 1.702 – 194 – 1.896 --
Ergebnis je Aktie – 2,71 – 9,07 – 6,36 -- 3,57 – 0,38 – 3,95 --
Operating Cash-Flow Mio € 776 – 386 – 1.162 -- 2.261 68 – 2.193 – 97
Free Cash-Flow Mio € – 1.571 – 1.736 – 165 – 11 1.468 – 365 – 1.833 --
Ausschüttung Mio € 232
Dividende je Aktie 0,45
Netto-Finanzschulden (30.09.) Mio € 3.578 5.800 2.222 62
Eigenkapital (30.09.) Mio € 10.382 4.526 – 5.856 – 56
Gearing % 34,5 128,1 93,6

*Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG

Die Entscheidung, sich von der Business Area Steel Americas zu trennen, markiert einen wesentlichen Schritt in der strategischen Weiterentwicklung des Konzerns. Sie erlaubt schon jetzt ein besseres Bild der Ertragssituation und -struktur des Konzerns in der künftigen Ausrichtung: So erzielten Steel Europe und Materials Services 2011/2012 unkonsolidiert ein Bereinigtes EBIT von 558 Mio €; Auftragseingang und Umsatz waren mengen- und preisbedingt rückläufig. Unsere Geschäfte mit Industriegütern haben sich weniger volatil und deutlich robuster entwickelt. Elevator Technology, Plant Technology, Components Technology und Marine Systems erwirtschafteten unkonsolidiert ein Bereinigtes EBIT von 1,7 Mrd €; Auftragseingang und Umsatz konnten auf ein neues Rekordniveau gesteigert werden.

Insgesamt sind wir bei der strategischen Weiterentwicklung des Konzerns seit Mai 2011 weit vorangekommen. Das Programm zur Portfolio-Optimierung ist vollständig abgearbeitet: Für das komplette betroffene Umsatzvolumen wurden bereits tragfähige Lösungen umgesetzt oder Verträge abgeschlossen. Vor allem der Zusammenschluss von Inoxum mit Outokumpu ist ein wichtiger Schritt nach vorn. An dem im September 2012 durch den Beginn des Bieterprozesses eingeleiteten Verkauf von Steel Americas arbeiten wir mit Nachdruck. Die Abgabe von Unternehmen im Rahmen der Portfolio-Optimierung ist eine wesentliche Voraussetzung für mehr finanzielle Stabilität sowie für profitable Zukunftsinvestitionen und eine baldige Rückkehr zur Dividendenkontinuität.

Ertragslage des Konzerns

Die hohe Wertberichtigung bei Steel Americas war 2011/2012 maßgeblich für das Konzern-EBIT von ƒ4,4 Mrd €. Nach Bereinigung der Sondereffekte lag das operative Ergebnis (Bereinigtes EBIT) bei 318 Mio €. Die fortgeführten Aktivitäten erreichten ein Bereinigtes EBIT von 1,4 Mrd €. Während unsere Industriegüter-Aktivitäten neue Rekorde bei Auftragseingang und Umsatz erreichten, waren die Werkstoff-Aktivitäten konjunkturell belastet.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Weltkonjunktur hat sich im Verlauf des Jahres 2012 äußerst schwach entwickelt. Nachdem das Wachstum des Welt-Bruttoinlandsprodukts (BIP) 2011 bereits auf 3,3 % nachgab, hat es sich 2012 weiter auf voraussichtlich weniger als 3 % verlangsamt. Davon waren hauptsächlich die Industrieländer betroffen, deren Wirtschaftswachstum 2012 lediglich ein Plus von 1,3 % erreicht.

Euro-Raum in der Rezession

Insbesondere im Euro-Raum hat die wirtschaftliche Entwicklung enttäuscht und die vor Jahresfrist gehegten Erwartungen nicht erfüllt. Die gesamtwirtschaftliche Leistung dürfte 2012 um 0,6 % nachgeben. Durch die anhaltende Schuldenkrise zeigen insbesondere die Länder Südeuropas eine rezessive Entwicklung. Demgegenüber ist die deutsche Wirtschaft weiter gewachsen, wenn auch deutlich schwächer als im Jahr zuvor. Hohe Exporte und ein steigender privater Verbrauch im Zuge der positiven Arbeitsmarktentwicklung werden das deutsche BIP 2012 voraussichtlich um 0,8 % steigen lassen.

Die USA verzeichnen 2012 eine moderate Konjunkturentwicklung. Die sich nur langsam bessernde Lage auf dem Arbeitsmarkt sowie die Konsolidierungszwänge bei den öffentlichen Haushalten haben die Wirtschaft belastet. Dennoch tragen leicht steigende Konsumausgaben und hohe Unternehmensinvestitionen zu einem Wachstum von 2,1 % bei. In Japan konnte sich die Konjunktur nach den vorangegangenen Wachstumseinbrüchen erholen; 2012 wird das BIP auch dank des katastrophenbedingten Wiederaufbaus voraussichtlich um 1,6 % zunehmen.

In den Schwellenländern hat die bislang zumeist hohe Wachstumsdynamik etwas an Tempo verloren. Auch auf Grund der Konjunkturflaute in Europa vermindert sich in diesen Ländern 2012 das BIP-Plus auf insgesamt 5,0 %. Dennoch werden insbesondere China und Indien mit 7,9 % und 5,6 % noch relativ kräftig expandieren.

Westeuropäische Industrie schwächer

Qualitätsflachstahl – Das schwache konjunkturelle Umfeld hat auch die internationalen Stahlmärkte belastet. Weltweit dürfte die Nachfrage nach Walzstahl 2012 nur noch um 2 % auf etwa 1,41 Mrd t zunehmen; das entspräche einer Rohstahlerzeugung von 1,55 Mrd t. Diese geringe Zunahme ist wesentlich auf das langsamere Wachstum in China zurückzuführen, wo die Nachfrage lediglich um knapp 3 % auf 639 Mio t steigt. In der EU fällt die Stahlnachfrage um knapp 9 % auf 140 Mio t. In Deutschland geht die Nachfrage um 6 % auf knapp 39 Mio t zurück. Die deutsche Rohstahlproduktion liegt mit voraussichtlich 42 Mio t um 4 % unter der allerdings recht hohen Vorjahresmenge. Die US-Walzstahlnachfrage nimmt dagegen, gestützt vor allem durch eine lebhafte Automobilkonjunktur, um 8 % auf 97 Mio t zu.

Auf dem europäischen Qualitätsflachstahlmarkt blieb die Nachfrage 2012 insgesamt verhalten. Nachdem ein moderater Lageraufbau im 1. Quartal 2012 zu einer kurzzeitig kräftigen Nachfragebelebung geführt hatte, machte sich in den Folgemonaten die schwächer werdende Konjunktur zunehmend bemerkbar. Lagerbestände wurden tendenziell reduziert; Handel und Endverbraucher disponierten vorsichtig. Die Flachstahlpreise auf den europäischen Spotmärkten, die in den ersten drei Monaten 2012 kräftig stiegen, gerieten ab dem 2. Quartal wieder unter Druck. Die schwache Nachfrage in Europa und der niedrigere Eurokurs haben den Importdruck aus Drittländern begrenzt. Die Absatzeinbußen der europäischen Produzenten in der EU waren daher vergleichsweise moderat; sie konnten im rückläufigen EU-Markt Anteile zurückgewinnen. Im US-Markt für Qualitätsflachstahl sorgte der gestiegene Bedarf wichtiger stahlverarbeitender Industriezweige vor allem im 1. Halbjahr 2012 für einen kräftigen Nachfrageschub. Allerdings führten hohe Lieferungen der heimischen Produzenten und gestiegene Importe zu einem Überangebot. Der dadurch ausgelöste Preisrückgang fiel stärker aus als in Europa.

Automobilbau – Die weltweite Automobilproduktion wird 2012 voraussichtlich um 6 % auf knapp 79 Mio Personenkraftwagen und leichte Nutzfahrzeuge steigen. Regional gibt es allerdings sehr unterschiedliche Entwicklungen. In den USA führt ein starker Nachholbedarf zu einem kräftigen Produktionsanstieg um 16 % auf 9,8 Mio Fahrzeuge. China wird 2012 voraussichtlich 17,3 Mio Fahrzeuge produzieren, 8 % mehr als ein Jahr zuvor. Auch in Japan zeichnet sich mit 9,4 Mio Fahrzeugen ein hoher Produktionszuwachs von 19 % ab.

In anderen Regionen werden 2012 dagegen weniger Fahrzeuge vom Band rollen. Die brasilianischen Automobilhersteller bleiben mit 3,0 Mio Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen um 2 % unter dem Vorjahreswert. Mit 14 Mio Fahrzeugen wird Westeuropa das Vorjahresniveau aller Voraussicht nach um 8 % verfehlen. Bedingt durch die Schuldenkrise ist vor allem der Absatz in den südlichen Ländern stark rückläufig. In Deutschland bleiben die Neuzulassungen und das Produktionsniveau nahezu unverändert; durch statistische Änderungen wird allerdings ein Produktionsrückgang um 6 % auf 5,7 Mio Fahrzeuge ausgewiesen.

Maschinenbau – Die Branche hat 2012 das sehr hohe Expansionstempo des Vorjahres nicht halten können; Grund ist die konjunkturell bedingt verhaltene Investitionsneigung in vielen Ländern. In den USA wird sich das Wachstum der Maschinenbauproduktion auf 6 % verlangsamen, in China auf 12 %. In Japan ist ein leichter Rückgang wahrscheinlich.

Die deutschen Maschinenbauer werden 2012 die Produktion nur dank eines hohen Auftragsbestands aus dem Vorjahr um 1 % ausweiten. Die Auftragseingänge aus dem In- und Ausland waren im bisherigen Jahresverlauf rückläufig. Auch die Nachfrage nach Aufzügen und Fahrtreppen liegt 2012 unter dem Vorjahresniveau, gleiches gilt für den deutschen Großanlagenbau.

Bauwirtschaft – Die Bauwirtschaft entwickelt sich 2012 in den Industrieländern überwiegend schwach. Während sich der US-Immobilienmarkt im Verlauf des Jahres auf niedrigem Niveau stabilisierte, gab es in den südeuropäischen Ländern weitere Rückgänge. Ein höheres Wachstum der Bauproduktion erzielte die Bauwirtschaft in den Schwellenländern China und Indien.

Die deutsche Bauwirtschaft zeigt sich 2012 in einer robusten Verfassung. Die Auftragseingänge sind im bisherigen Jahresverlauf gestiegen. Hohe Zuwächse erzielte insbesondere der Wohnungsbau, der von niedrigen Hypothekenzinsen profitierte.

ENTWICKLUNG IN WICHTIGEN ABSATZMÄRKTEN

2011 2012*
Marktversorgung Walzstahl, in Mio t
Welt 1.381 1.405
Deutschland 41,1 38,6
USA 89 97
China 624 639
Fahrzeugproduktion, in Mio PKW und leichte Nutzfahrzeuge
Welt 73,8 78,6
Westeuropa/Türkei 15,1 14,0
Deutschland** 6,1 5,7
USA 8,5 9,8
Japan 7,9 9,4
China** 16,0 17,3
Brasilien** 3,1 3,0
Maschinenbauproduktion, real, in % gegenüber Vorjahr
Deutschland 12,1 1,0
USA 9,5 6,0
Japan 10,5 – 1,0
China 17,2 12,0
Bauproduktion, real, in % gegenüber Vorjahr
Deutschland 13,4 1,7
USA 1,1 1,8
China 11,1 7,9
Indien 6,3 6,8

* Prognose

** 2012 geänderte statistische Erfassung: ohne CKD (Complete Knock-Down, Bausätze)

Geschäftsentwicklung im Konzern

ThyssenKrupp hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr angesichts der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung behauptet. Das anhaltend schwierige Marktumfeld belastete unsere Werkstoff-Aktivitäten; die robusteren Industriegüter-Aktivitäten sind dagegen gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Insgesamt blieben Auftragseingang und Umsatz der fortgeführten Aktivitäten leicht unter den Vorjahreswerten. Das Bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Bereinigtes EBIT) der fortgeführten Aktivitäten betrug 1,4 Mrd €; es war in allen Business Areas positiv.

2010/2011 2011/2012 Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 44.333 42.326 – 5
Umsatz Mio € 42.725 40.124 – 6
EBITDA Mio € 4.026 2.425 – 40
EBIT Mio € 2.886 976 – 66
EBIT-Marge % 6,8 2,4
Bereinigtes EBIT Mio € 2.762 1.382 – 50
Bereinigte-EBIT-Marge % 6,5 3,4
EBT Mio € 2.294 315 – 86
Bereinigtes EBT Mio € 2.170 721 – 67
Ergebnis nach Steuern (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) Mio € 1.702 – 194 --
Ergebnis je Aktie 3,57 – 0,38 --
Operating Cash-Flow Mio € 2.261 68 – 97
Free Cash-Flow Mio € 1.468 – 365 --
Mitarbeiter (30.09.) 164.500 152.123 – 8

KONZERN FORTGEFÜHRTE AKTIVITÄTEN

Zum 30. September 2012 erfüllte die Business Area Steel Americas die Voraussetzungen, als nicht fortgeführte Aktivität geführt zu werden. Für die Business Area Stainless Global galt dies bereits seit dem 30. September 2011. Mehr dazu können Sie unter "Profil und Strategie" lesen.

Starkes Geschäft bei Industriegütern, Rückgang bei Werkstoff-Aktivitäten

Die fortgeführten Aktivitäten von ThyssenKrupp erzielten im Geschäftsjahr 2011/2012 neue Aufträge im Wert von 42,3 Mrd €, 5 % weniger als im Vorjahr. Niedrige Absatzmengen und Preise haben das Stahlgeschäft in Europa und den globalen Werkstoffhandel erheblich belastet. Im Anlagenbau war die Auftragslage insgesamt stabil; die Verschiebung von Großprojekten führte allerdings zu niedrigeren Neubestellungen. Zweistellige Zuwächse verzeichneten dagegen der Auftragseingang für Aufzüge und Fahrtreppen sowie die Nachfrage im Marineschiffbau. Bei industriellen Komponenten lagen die Auftragseingänge auf Vorjahresniveau.

Einschließlich der nicht fortgeführten Aktivitäten Steel Americas und Stainless Global gab der Konzernauftragseingang um 3 % auf 48,7 Mrd € nach.

AUFTRAGSEINGANG NACH BUSINESS AREAS IN MIO €

2010/2011 2011/2012 Veränderung in %
Steel Europe 12.344 10.455 – 15
Materials Services 14.768 13.146 – 11
Elevator Technology 5.281 6.149 16
Plant Technology 4.475 4.030 – 10
Components Technology 6.921 6.933 0
Marine Systems 2.977 3.601 21
Corporate 143 158 10
Auftragseingang der Business Areas 46.909 44.472 – 5
Konsolidierung – 2.576 – 2.146
Auftragseingang fortgeführter Aktivitäten 44.333 42.326 – 5
Steel Americas 1.293 2.081 61
Stainless Global 6.045 5.611 – 7
Konsolidierung – 1.424 – 1.276
Auftragseingang Konzern 50.247 48.742 – 3

Der Umsatz der fortgeführten Aktivitäten verminderte sich um 6 % auf 40,1 Mrd €. Die schwache Marktentwicklung führte bei Steel Europe und Materials Services zu einem rückläufigen Geschäftsvolumen. Der geringere Umsatz bei Marine Systems war maßgeblich durch die Abgabe des zivilen Schiffbaus beeinflusst. Elevator Technology dagegen erzielte einen neuen Rekordwert. Plant Technology sowie Components Technology verzeichneten einen weitgehend stabilen Geschäftsverlauf mit leichten Umsatzzuwächsen.

Der Konzernumsatz einschließlich der nicht fortgeführten Aktivitäten Steel Americas und Stainless Global blieb mit 47,0 Mrd € um 4 % unter dem Vorjahreswert.

2010/2011 2011/2012 Veränderung
in %
Steel Europe 12.814 10.992 – 14
Materials Services 14.776 13.165 – 11
Elevator Technology 5.253 5.705 9
Plant Technology 4.004 4.070 2
Components Technology 6.908 7.011 1
Marine Systems 1.493 1.187 – 20
Corporate 143 158 10
Umsatz der Business Areas 45.391 42.288 – 7
Konsolidierung – 2.666 – 2.164
Umsatz fortgeführter Aktivitäten 42.725 40.124 – 6
Steel Americas 1.139 2.014 77
Stainless Global 6.739 6.346 – 6
Konsolidierung – 1.511 – 1.439
Umsatz Konzern 49.092 47.045 – 4

UMSATZ NACH BUSINESS AREAS IN MIO €

Bereinigtes EBIT: alle Business Areas mit positivem Beitrag

Das Bereinigte EBIT der fortgeführten Aktivitäten blieb mit 1.382 Mio € unter dem Vorjahreswert von 2.762 Mio €. Alle Business Areas der fortgeführten Aktivitäten haben positive Ergebnisbeiträge geleistet; sie addieren sich nach Berücksichtigung von Corporate auf insgesamt 1.800 Mio €. Dem standen Konsolidierungseffekte in Höhe von Ɲ418 Mio € gegenüber. Die Bereinigte-EBIT-Marge der fortgeführten Aktivitäten verringerte sich vor allem wegen des schwächeren Werkstoffgeschäfts von 6,5 % im Vorjahr auf 3,4 %.

Einschließlich der nicht fortgeführten Aktivitäten Steel Americas und Stainless Global ging das Bereinigte EBIT von 1.762 Mio € auf 318 Mio € zurück, die entsprechende EBIT-Marge von 3,6 % auf 0,7 %. Ohne die Business Areas Stainless Global, aber unter Einschluss der Business Areas Steel America, betrug das Bereinigte EBIT entsprechend der Abgrenzung des Vorjahresberichts und der unterjährigen Berichterstattung 399 Mio €.

2010/2011 2011/2012 Veränderung
in %
Steel Europe 1.133 247 – 78
Materials Services 533 311 – 42
Elevator Technology 641 587 – 8
Plant Technology 506 520 3
Components Technology 503 453 – 10
Marine Systems 213 169 – 21
Corporate – 356 – 487 – 37
Bereinigtes EBIT der Business Areas 3.173 1.800 – 43
Konsolidierung – 411 – 418
Bereinigtes EBIT fortgeführter Aktivitäten 2.762 1.382 – 50
Steel Americas – 1.071 – 1.010 6
Stainless Global 15 -80 --
Konsolidierung 56 26
Bereinigtes EBIT Konzern 1.762 318 – 82

BEREINIGTES EBIT NACH BUSINESS AREAS IN MIO €

EBIT erheblich durch Sondereffekte beeinflusst

Das EBIT der fortgeführten Aktivitäten betrug 2011/2012 insgesamt 976 Mio €. Darin sind Sondereffekte in Höhe von 406 Mio € enthalten; die größten Einzelpositionen sind das in Summe positive Ergebnis aus Veräußerungen im Rahmen der Portfolio-Optimierung von -359 Mio € sowie Wertminderungsaufwendungen von 446 Mio €.

Bei Steel Europe wurden Sondereffekte in Höhe von 59 Mio € berücksichtigt; sie gehen wesentlich auf einen Verlust aus der Veräußerung der Bauelemente-Gruppe zurück. Materials Services verzeichnete Sondereffekte von 184 Mio €. Diese setzen sich insbesondere aus dem vom Bundeskartellamt festgesetzten Bußgeld im Zusammenhang mit dem Schienenkartell zusammen. Elevator Technology hat im Berichtsjahr umfangreiche Restrukturierungen vorgenommen, insbesondere bei den US-amerikanischen Standorten von Accessibility, den südeuropäischen Aktivitäten und den Aufzugswerken in Neuhausen. Diese sind maßgeblich für die Sondereffekte in Höhe von 199 Mio €. Components Technology wies Sondereffekte von Ɲ228 Mio € aus. Sie enthalten hohe Veräußerungsgewinne aus dem Verkauf der US-amerikanischen Gießerei Waupaca und des Chassis-Komponenten-Herstellers Automotive Systems do Brasil; gegenläufig wirkten Wertminderungsaufwendungen, die aus dem Verkauf von Berco resultieren. Hohe Wertberichtigungen im Zusammenhang mit der Veräußerung der zivilen Schiffbau-Aktivitäten waren maßgeblich für die Sondereffekte von 183 Mio € bei Marine Systems. Bei Plant Technology sowie Corporate wurden nur geringe Sondereffekte bereinigt.

SONDEREFFEKTE DER FORTGEFÜHRTEN AKTIVITÄTEN IN MIO €

2010/2011 2011/2012 Veränderung in %
EBIT 2.886 976 – 66
+/- Veräußerungsverluste/-gewinne 28 – 359 --
+ Restrukturierungsaufwendungen 0 92
+ Wertminderungsaufwendungen (Impairment-Abschreibungen) 10 446 ++
+ Weitere nicht operative Aufwendungen 0 264
- Weitere nicht operative Erträge – 162 – 37 77
Bereinigtes EBIT 2.762 1.382 – 50

Bei der nicht fortgeführten Aktivität Stainless Global sind Sondereffekte von 546 Mio € angefallen; hierbei handelt es sich hauptsächlich um eine Zeitwert-Anpassung von 400 Mio €, die im Zusammenhang mit der Trennung von Stainless Global steht, sowie Restrukturierungs- und Wertminderungsaufwendungen von 110 Mio € im Wesentlichen aufgrund der geplanten Schließung des Stahlwerks in Krefeld bis Ende 2013.

Im Zusammenhang mit den Stahlwerkaktivitäten in Brasilien und USA von Steel Americas wurden Wertminderungsaufwendungen von insgesamt 3,6 Mrd € erfasst.

Positives EBT der fortgeführten Aktivitäten

Die fortgeführten Aktivitäten erzielten im Berichtsjahr ein EBT von 315 Mio €; im Vorjahr betrug das Ergebnis 2,3 Mrd €. Mit Ausnahme von Marine Systems erwirtschafteten alle operativen Business Areas einen positiven Ergebnisbeitrag. Bei den Industriegütern wurde ein Ergebnis von 213 Mio € und bei den Werkstoff-Aktivitäten von 1,3 Mrd € erzielt. Nach Berücksichtigung der nicht fortgeführten Aktivitäten wird für den Gesamtkonzern ein EBT von Ɲ5,1 Mrd € (Vorjahr: Ɲ1,6 Mrd €) ausgewiesen. Der Jahresfehlbetrag des Gesamtkonzerns lag bei –5,0 Mrd € und erhöhte sich um 3,2 Mrd € gegenüber dem Vorjahreswert.

2010/2011 2011/2012 Veränderung
in %
Bereinigtes EBIT Konzern 1.762 318 – 82
Sondereffekte – 2.750 – 4.688 – 70
EBIT - Konzern – 988 – 4.370 --
- Im EBIT eliminierte Abschreibungen auf aktivierte Bauzeitzinsen – 42 – 42 0
+ Finanzierungserträge 595 793 33
- Finanzierungsaufwendungen – 1.165 – 1.429 – 23
- Bestandteile der Finanzierungserträge, die nach wirtschaftlicher Abgrenzung
dem EBIT zugeordnet werdenn
– 16 – 46 --
+ Bestandteile der Finanzierungsaufwendungen, die nach wirtschaftlicher Abgrenzung
dem EBIT zugeordnet werden
38 27 – 29
EBT - Konzern – 1.578 – 5.067 --
- EBT Steel Americas 3.045 4.729 55
- EBT Stainless Global* 827 653 – 21
EBT aus fortgeführten Aktivitäten gemäß Gewinn- und Verlustrechnung 2.294 315 – 86

MIO €

*einschl. Bewertungsanpassung nach IFRS 5

ThyssenKrupp Value Added

Im abgelaufenen Geschäftsjahr erwirtschaftete der Konzern einen ThyssenKrupp Value Added (TKVA) von Ɲ6.197 Mio € nach Ɲ2.962 Mio € im Jahr zuvor. Einzelheiten zum Wertbeitrag und seinen wesentlichen Komponenten zeigt die folgende Tabelle:

THYSSENKRUPP VALUE ADDED (TKVA) NACH BUSINESS AREAS

2010/2011 2011/2012
EBIT
(Mio €)
ø Capital
Employed
(Mio €)
WACC
(%)
TKVA
(Mio €)
EBIT
(Mio €)
ø Capital
Employed
(Mio €)
WACC
(%)
TKVA
(Mio €)
Veränderung
TKVA
(Mio €)
Konzern – 988 23.223 8,5 – 2.962 – 4.370 21.488 8,5 – 6.197 – 3.235
Davon:
Steel Europe 1.133 5.822 9,0 609 188 5.773 9,0 – 332 – 941
Materials Services 478 3.430 8,5 186 127 2.945 8,5 – 123 – 309
Elevator
Technology
801 2.243 8,0 621 387 2.427 8,0 193 – 428
Plant Technology 506 245 9,0 484 520 335 9,0 490 6
Components
Technology
543 2.796 9,0 291 681 3.112 9,0 401 110
Marine Systems 213 1.334 9,0 94 – 14 1.134 9,0 – 116 – 210
Steel Americas – 3.145 7.416 9,0 – 3.813 – 4.747 6.802 9,0 – 5.359 – 1.546
Stainless Global – 785 3.356 9,0 – 1.087 – 626 2.523 9,0 – 853 234

Mehr zur Bedeutung von TKVA und EBIT für die Unternehmenssteuerung erfahren Sie im Kapitel "Unternehmenssteuerung durch wertorientiertes Management".

Komponenten der Ergebnisentwicklung

Die Umsatzerlöse der fortgeführten Aktivitäten lagen im Geschäftsjahr 2011/2012 mit 40.124 Mio € um 2.601 Mio € oder 6 % unter dem entsprechenden Vorjahreswert. Die Umsatzkosten der fortgeführten Aktivitäten verminderten sich insgesamt um 1.033 Mio € oder 3 % und damit nur unterproportional zur Umsatzentwicklung; gestiegenen Produktionsfixkosten standen insgesamt umsatzbedingt rückläufige Materialaufwendungen gegenüber. Das Bruttoergebnis vom Umsatz der fortgeführten Aktivitäten sank auf 5.780 Mio €, die Brutto-Umsatzmarge ging von 17 % auf 15 % zurück.

Die allgemeinen Verwaltungskosten der fortgeführten Aktivitäten nahmen um 88 Mio € zu. Dies lag in erster Linie an gestiegenen Beratungskosten im Zusammenhang mit der strategischen Portfolio-Optimierung und Projekten zur Performance-Steigerung; hinzu kamen höhere Aufwendungen von 24 Mio € aus den im Berichtjahr eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen bei Elevator Technology insbesondere in Südeuropa auf Grund des dortigen schwierigen Marktumfelds. Die Vertriebskosten der fortgeführten Aktivitäten stiegen um 70 Mio €, insbesondere durch höhere Aufwendungen für Frachten und Verkaufsversicherungen sowie erhöhte Personalaufwendungen.

Der Rückgang der sonstigen Erträge der fortgeführten Aktivitäten um 181 Mio € betraf mit 160 Mio € hauptsächlich den Wegfall der im Vorjahr erfassten teilweisen Erstattung eines von der EU-Kommission 2007 wegen Wettbewerbsverstößen verhängten Bußgeldes. Die sonstigen Aufwendungen der fortgeführten Aktivitäten erhöhten sich um 371 Mio €, insbesondere durch Wertminderungsaufwendungen auf Firmenwerte im Zusammenhang mit dem Verkauf der zivilen Bereiche von Blohm + Voss sowie durch Aufwendungen im Rahmen des Schienenkartell-Verfahrens.

Auf die fortgeführten Aktivitäten entfielen sonstige Gewinne und Verluste, die um 403 Mio € über dem Vorjahreswert lagen. Dies war vor allem auf die 2011/2012 erfassten Gewinne aus der Veräußerung der US-amerikanischen Gießerei Waupaca, der Xervon-Gruppe und der brasilianischen Automotive-Systems-Aktivitäten zurückzuführen.

Wesentliche Ursache für die um 125 Mio € erhöhten Finanzierungserträge waren Wechselkurseffekte im Zusammenhang mit Finanztransaktionen; gegenläufig wirkten insbesondere gesunkene Zinserträge aus Finanzforderungen. Der Anstieg der Finanzierungsaufwendungen der fortgeführten Aktivitäten um 186 Mio € betraf vor allem Wechselkurseffekte im Zusammenhang mit Finanztransaktionen sowie erhöhte Zinsaufwendungen für Finanzschulden.

Für das Berichtsjahr ergab sich bei einem Steueraufwand der fortgeführten Aktivitäten von 427 Mio € eine effektive Steuerbelastung von 135,6 %, was im Wesentlichen an erhöhten Wertberichtigungen auf aktive latente Ertragsteuern lag.

Nach Berücksichtigung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag belief sich der Verlust aus fortgeführten Aktivitäten auf 112 Mio €. Die deutliche Verschlechterung um 1.904 Mio € resultierte hauptsächlich aus dem um 1.568 Mio € niedrigeren Bruttoergebnis vom Umsatz der fortgeführten Aktivitäten.

Unter Einbeziehung des Verlustes nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten von 4.930 Mio €, der auf Steel Americas und Stainless Global entfiel, ergab sich ein Jahresfehlbetrag von 5.042 Mio €; dies waren 3.259 Mio € mehr als im Vorjahr. Die Verluste nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten enthalten Wertminderungsaufwendungen von 3.645 Mio € bei Steel Americas sowie von 400 Mio € bei Stainless Global.

Auf die nicht beherrschenden Anteile entfiel ein Jahresfehlbetrag von 374 Mio €; im Vorjahr lag er bei 492 Mio €. Die Verminderung um 118 Mio € war im Wesentlichen auf die Verlustsituation bei ThyssenKrupp Companhia Siderúrgica do Atlântico zurückzuführen.

Das Ergebnis je Aktie bezogen auf den Jahresfehlbetrag, der auf die Aktionäre der ThyssenKrupp AG entfällt, lag mit Ɲ9,07 € um 6,36 € unter dem Vorjahreswert. Das Ergebnis je Aktie der fortgeführten Aktivitäten ging um 3,95 € auf Ɲ0,38 € zurück.

Ergebnis der ThyssenKrupp AG

Der nach den Regeln des HGB ermittelte Jahresfehlbetrag der ThyssenKrupp AG betrug im Berichtsjahr 3.184 Mio €; im Vorjahr wurde noch ein Jahresüberschuss von 494 Mio € ausgewiesen. Der Jahresfehlbetrag ergibt sich insbesondere aus einem negativen außerordentlichen Ergebnis durch Abschreibung im Zusammenhang mit dem Zusammenschluss unserer ehemaligen Edelstahlsparte mit Outokumpu. Berücksichtigt man den Gewinnvortrag aus dem Vorjahr von 285 Mio €, die Entnahme aus der Kapitalrücklage von 2.279 Mio € sowie eine Entnahme aus den anderen Gewinnrücklagen von 620 Mio €, ergab sich ein Bilanzgewinn/-verlust zum 30. September 2012 von 0 Mio €; es kommt daher zu keiner Dividendenausschüttung. Im Vorjahr belief sich der Bilanzgewinn auf 517 Mio €.

Mitarbeiterzahl rückläufig

ThyssenKrupp beschäftigte am 30. September 2012 in den fortgeführten Aktivitäten 152.123 Mitarbeiter, 12.377 oder 7,5 % weniger als ein Jahr zuvor. Der Rückgang war auf Restrukturierungsmaßnahmen sowie Unternehmensverkäufe im Rahmen der strategischen Portfolio-Optimierung zurückzuführen; er betraf vor allem die Business Areas Materials Services, Components Technology und Marine Systems. Hingegen haben Elevator Technology und Plant Technology neue Mitarbeiter eingestellt.

Die Mitarbeiterzahl in den fortgeführten Aktivitäten war sowohl in Deutschland als auch in den übrigen Ländern rückläufig. In Deutschland ging die Belegschaft um 4.764 oder 7,5 % auf 58.447 zurück; der Anteil an der Gesamtbelegschaft betrug 38 %. In den übrigen Ländern waren Ende September 2012 insgesamt 93.676 Mitarbeiter beschäftigt, 7.613 oder 7,5 % weniger als am 30. September 2011.

Einschließlich der nicht fortgeführten Aktivitäten beschäftigte ThyssenKrupp Ende September 2012 weltweit 167.961 Mitarbeiter, 12.089 oder 6,7 % weniger als ein Jahr zuvor.

Vor dem Hindergrund der anhaltend schwachen Auftragseingänge hat die Business Area Steel Europe ab August 2012 Kurzarbeit eingeführt. Zuvor konnte die schwächere Auslastung der Anlagen zunächst über Instrumente wie flexible Arbeitszeitkonten, Urlaubskonten und Reparaturschichten abgefangen werden. Nach aktuellem Stand rechnet Steel Europe damit, dass die Kurzarbeit bis Ende Januar 2013 fortgeführt werden muss.

Absatz, Marketing, Konzernmarke

Deutschland war 2011/2012 der bedeutendste Absatzmarkt für ThyssenKrupp; 31 % unserer Produkte und Dienstleistungen gingen an dortige Kunden. In den europäischen Nachbarländern erwirtschafteten wir 29 % unseres Umsatzes. Das Geschäft mit Kunden in Nord- und Mittelamerika machte 21 % aus und ist damit im Berichtsjahr stark gestiegen. In Südamerika setzten wir 5 % um, während der Anteil des asiatisch/pazifischen Raums am Umsatz 12 % betrug. Der Umsatzanteil mit Kunden in Afrika belief sich auf 2 %.

2007/2008 2008/2009 2009/2010 2010/2011 2011/2012 Veränderung
in %
Deutschland 19.161 13.031 13.933 16.153 14.413 – 11
Europa (ohne Deutschland) 18.496 13.636 13.928 15.868 13.816 – 13
Nord- und Mittelamerika 8.060 6.480 6.535 8.154 10.048 23
Südamerika 1.646 1.377 1.731 2.322 2.169 – 7
Asien/Pazifik 4.862 4.342 5.013 5.618 5.695 1
Afrika 1.201 1.697 1.481 977 904 – 7
Insgesamt 53.426 40.563 42.621 49.092 47.045 – 4

UMSATZ NACH ABSATZGEBIETEN IN MIO €

Die Vertriebskosten betrugen im Berichtsjahr 3,0 Mrd €, das waren 3 % mehr als im Jahr zuvor. Ihr Anteil am Umsatz lag bei 6,5 %.

Integrierte Marken- und Marketingstrategie

Markenführung und Marketing gehen bei ThyssenKrupp Hand in Hand. Sie werden nach den gleichen strategischen Prinzipien und in eng vernetzten Arbeitsprozessen realisiert. Im Fokus stehen unsere Kernkompetenzen: Ingenieurkunst in einem breiten Spektrum industrieller Branchen. In enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden rund um den Globus entwickeln wir intelligente Lösungen und Produkte, die genau auf die Bedürfnisse der verschiedenen Branchen zugeschnitten sind. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette setzen wir Standards für eine besonders wirtschaftliche, effiziente und ressourcenschonende Produktion.

Unsere integrierte Marken- und Marketingstrategie wird von drei großen Trends beeinflusst: Verschiebung der ökonomischen Gewichte zwischen den Industrienationen und den Schwellenländern; Kundenwünsche nach zunehmend interdisziplinären Lösungen; Änderungen im Kommunikations- und Entscheidungsverhalten der Kunden durch Internet und soziale Medien. Diese Herausforderungen und Chancen nutzen wir mit konzernweiten Marken-, Branchen-, Länder- und Online-Initiativen.

Marketing-Initiativen

Parallel zur Einführung der Matrix-Organisation erhöhen wir unsere Präsenz in Regionen mit hohem Marktpotenzial: Speziell in Nordamerika, Brasilien, Indien und China unterstützen wir die Marketingkommunikation der operativen Konzernunternehmen durch übergreifende Länderwebsites und -broschüren. Ein internationales Marketing-Gremium arbeitet an der Harmonisierung der zentralen und dezentralen Prozesse sowie der Optimierung der organisatorischen Schnittstellen, Kosten und Synergien. Das Cross-Selling fördern wir mit unternehmensübergreifenden Marketinginitiativen für einzelne Branchen; im Berichtsjahr standen Windenergie und Minerals & Mining im Fokus.

Der Internetauftritt von ThyssenKrupp hat 2011/2012 einen neuen Schwerpunkt bekommen: "Innovationen und Produkte". Die Corporate Website wird damit sukzessive vom Informationsmedium zum Vertriebsinstrument erweitert. Hier wird das große Spektrum unserer Produkte und Leistungen für unsere Kunden transparenter und leichter erfassbar. Im Berichtsjahr haben mehr als 5,5 Mio Interessierte die Konzernwebsite besucht. Eine konzernweite Social Media Initiative koordiniert die Aktivitäten unserer Marke in den sozialen Netzwerken, die im Industriegüter- und Personalmarketing immer wichtiger werden. Auch das parallel zum Geschäftsbericht aufgelegte Jahrbuch dient mit seinem Fokus auf Kunden sowie innovative Produkte und Verfahren gleichermaßen der Vertriebsunterstützung wie der Imagebildung. Es erscheint in acht Sprachen und steht im Internet zum Download zur Verfügung.

Für Kundenpflege und Anbahnung neuer Kontakte nutzen wir intensiv Fachmessen im In- und Ausland. Die Bau in München, die China Coal & Mining Expo in Beijing und die Brazil Windpower in Rio de Janeiro sind nur einige Beispiele; insgesamt haben die ThyssenKrupp Unternehmen 2011/2012 an mehreren hundert Fachmessen und -ausstellungen teilgenommen. Details zu aktuellen Messebeteiligungen enthält unser Messekalender im Internet.

Marken-Initiativen

Unsere Marketing-Initiativen werden von komplementären Marken-Initiativen begleitet. Im Berichtsjahr haben wir zahlreiche Maßnahmen initiiert, die der Konzernmarke ThyssenKrupp mehr Präsenz im operativen Geschäft verleihen. Viele unserer Produkte, Verfahren und Komponenten sind in ihren Märkten unter eingeführten Markennamen wie z.B. Uhde, Polysius oder Rothe Erde bekannt. Diese Marken sind Werte, die wir im Rahmen unserer Markenstrategie differenziert behandeln und systematisieren. Konzernunternehmen, die den Kern unserer Marke repräsentieren, werden konsequent auf eine Firmierung unter der Konzernmarke umgestellt: Aktuell firmieren bereits über 90 % dieser Unternehmen unter ThyssenKrupp. Unternehmen, die im Zuge der strategischen Weiterentwicklung des Konzerns neu ausgerichtet oder zu größeren Einheiten zusammengeführt werden, erhalten Namen, die ihre Fokussierung auf wichtige Absatzbranchen oder ihre zentralen Kernkompetenzen widerspiegeln. Dadurch unterstützen die Auftritte unserer Geschäfte weltweit die Marke ThyssenKrupp und profitieren im Gegenzug von einer geschärften Positionierung und Präsenz unserer Marke in den Anwendungsfeldern "Material", "Mechanical" und "Plant".

Einkauf

MATERIALAUFWAND NACH BUSINESS AREAS IN MIO €*

2010/2011 2011/2012 Veränderung
in %
Steel Europe 8.532 7.542 – 12
Materials Services 11.889 10.919 – 8
Elevator Technology 1.688 2.074 23
Plant Technology 2.344 2.569 10
Components Technology 4.264 4.252 – 0
Marine Systems 735 726 – 1
Corporate 57 63 11
Materialaufwand der Business Areas 29.509 28.145 – 5
Konsolidierung – 2.642 – 2.106
Materialaufwand fortgeführter Aktivitäten 26.867 26.039 – 3
Steel Americas 1.009 1.753 74
Stainless Global 5.587 5.372 – 4
Konsolidierung – 1.528 – 1.421
Materialaufwand Konzern 31.935 31.743 – 1

*Der Vorjahresbetrag wurde angepasst

Der Materialaufwand ist gegenüber dem Vorjahr um 1 % auf 31,7 Mrd € gesunken. Gleichzeitig erhöhte sich der Anteil des Materialaufwands am Umsatz von 65 % auf 67 %. In den fortgeführten Business Areas lagen die Quoten geschäftsbedingt zwischen 36 % bei Elevator und 83 % bei Materials Services, wie aus der nachfolgenden Grafik hervorgeht. Zusammen mit den Konzernunternehmen hat unser weltweiter Einkauf im Berichtsjahr die Materialversorgung der Werke ohne Lieferengpässe sichergestellt.

Potenziale im Einkauf nachhaltig realisieren

Im Rahmen des Konzernprogramms impact haben wir das Programm synergize+ mit dem Ziel gestartet, die Materialkosten nachhaltig zu senken. Dabei sollen möglichst viele Einkäufe zentral gesteuert und gebündelt werden, um Einsparpotenziale sukzessive zu realisieren.

Geringere Rohstoffbezüge

In den vergangenen Jahren war die weltweite Nachfrage nach Eisenerzen, insbesondere aus China, beträchtlich gestiegen. Dieser Anstieg hat sich im Zuge der gedämpften Stahlkonjunktur seit Ende 2011 spürbar abgeflacht. In Europa ging die Nachfrage 2012 sogar zurück. Parallel dazu verbesserte sich die globale Verfügbarkeit von Eisenerz. Dies ließ bereits Ende 2011 die Spotmarktpreise deutlich zurückgehen. Im Durchschnitt des Geschäftsjahres lag der Spotmarktpreis unter dem entsprechenden Vorjahreswert.

ThyssenKrupp bezog im Berichtsjahr mit 17 Mio t Eisenerz etwa 3 Mio t weniger als im Vorjahr. Brasilien bleibt unverändert das wichtigste Lieferland, gefolgt von Kanada und Südafrika.

Für Kokskohle sind die Spotpreise trotz einer bis Mitte 2012 hohen Nachfrage im Mittel gesunken. Die Liefersituation hat sich gegenüber dem Vorjahr weitgehend normalisiert; damals hatten insbesondere Überschwemmungen australischer Kohlegruben zu starken Preissteigerungen geführt. Im Berichtsjahr gingen auch die Notierungen für international gehandelten Hochofenkoks zurück.

Schwankende Preise für Legierungsmetalle

Die weltweit schwächere Nachfrage in Verbindung mit dem Markteintritt neuer Rohstoffproduzenten ließ die Beschaffungspreise für verschiedene Legierungsmetalle im Berichtsjahr teilweise deutlich nachgeben. Nach einem Hoch von 2.075 US-Dollar pro Tonne Zink im Februar 2012 lag die Notierung an der London Metal Exchange im August bei 1.814 US-Dollar und damit deutlich unter der psychologisch wichtigen Grenze von 2.000 US-Dollar. Im Mittel des Geschäftsjahres ist der Preis um 16 % gegenüber dem Vorjahr gesunken. Mit Zink werden vor allem Qualitätsflachstähle beschichtet.

Für die Edelstahlproduktion sind die Legierungsmetalle Nickel, Ferrochrom und Ferromolybdän wichtig. Nickel notierte an der London Metal Exchange im Monatsdurchschnitt des Berichtsjahres zwischen 15.657 US-Dollar und 20.465 US-Dollar pro Tonne; der Jahresdurchschnittspreis war 17.863 US-Dollar. Für Ferrochrom aus Südafrika stieg der Quartalspreis in der Spitze auf 1,35 US-Dollar pro Pound (rund 0,45 kg), lag aber im Jahresdurchschnitt bei 1,24 US-Dollar. Die Quartalspreise für Ferromolybdän schwankten zwischen 13,6 US-Dollar und 15,8 US-Dollar pro Pound, was einen Durchschnittspreis von 14,9 US-Dollar für das letzte Geschäftsjahr ergab.

Trotz der im Berichtsjahr schwächeren Stahlkonjunktur blieb die weltweite Nachfrage nach Stahlschrott, besonders bei Qualitätssorten, relativ hoch. Lag der Marktpreis für Neuschrott – also beispielsweise Produktionsentfall aus der Stahlverarbeitung – 2010/2011 noch bei durchschnittlich 340 € pro Tonne, gab er im Berichtsjahresmittel nur um 16 € auf 324 € nach. Bessere Exportmöglichkeiten und geringere Mengen stabilisierten den Preis.

Stabile Frachtraten für See- und Landtransporte

Die Charterraten für Seefrachten lagen weiterhin sehr niedrig, da speziell auf dem Seetransportmarkt für Massengüter nach wie vor erhebliche Überkapazitäten bestehen. In den Markt drängen jetzt zahlreiche Schiffsneubauten, die in der Boomphase vor Ende 2008 geordert wurden. Das gilt insbesondere für die so genannten Capesize-Schiffe, zunehmend aber auch für Frachter der kleineren Panamax-Klasse. Die Reedereien versuchten deshalb, Schiffe zeitweilig außer Betrieb zu nehmen bzw. verstärkt auch jüngere Tonnage zu verschrotten.

Capesize-Schiffe sind zu groß für Suez- und Panama-Kanal; sie müssen deshalb um Kap Hoorn und das Kap der guten Hoffnung fahren.

Im Straßentransport haben die Verlader ihre Preise gleichfalls weitgehend beibehalten; auch hier bestehen relativ große Kapazitäten, die den Wettbewerb fördern. In Deutschland wie im europäischen Ausland gelten zudem langfristige Preisvereinbarungen, die kurzfristigen Preisanpassungen entgegenstehen.

Erdgas: Preisabsicherungen unter Marktpreis

Erdgas wurde in Deutschland 2011/2012 auf dem Spotmarkt um durchschnittlich 8 % gegenüber dem Vorjahr teurer – trotz erheblich ausgeweiteter Liquidität an den Handelsplätzen und faktischer Entkoppelung vom Ölpreis. ThyssenKrupp konnte aber für seine deutschen Werke von günstigen Preisabsicherungen profitieren. Auch für das folgende Geschäftsjahr garantieren uns Festpreise attraktive Konditionen.

Trotz der Schuldenkrise liegen die deutschen und internationalen Gaspreise im Vergleich zu den Vorjahren auf hohem Niveau. Lediglich in den USA setzten sie ihren Abwärtstrend ungehindert fort, bedingt durch die erhöhte Förderung von Erdgas aus Schiefergestein. Das so entstandene regionale Überangebot hat die Preise auf dem Weltmarkt jedoch nicht gedämpft, weil technische Anlagen für den Gasexport aus den USA fehlen. Außerdem ist die Nachfrage nach Erdgas in Japan stark gestiegen – ausgelöst durch die Abschaltung von Atomkraftwerken. Für den europäischen Markt ist aber langfristig mit einer guten Versorgungssituation zu rechnen.

Günstiger Zukauf von Strom

Im Berichtsjahr haben wir nennenswerte Teile unseres Strombedarfs auf dem kurzfristigen Markt zugekauft; durch die niedrigen Preise im Spotmarkt gingen die Kosten gegenüber 2010/2011 weiter zurück. Auf dem Terminmarkt sanken die Strompreise wieder auf das Niveau vor dem Ausstieg aus der Kernenergie, teilweise sogar darunter. ThyssenKrupp hat diese schwache Marktphase genutzt, um sich für den längerfristigen Bedarf Teilmengen auf diesem Preisniveau zu sichern.

Im europäischen Vergleich liegen die Stromkosten in Deutschland aber immer noch am oberen Ende. Es sind politisch bedingte Lasten wie die Umlage für die Förderung erneuerbarer Energien, eine erhöhte Stromsteuer, die Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung und steigende Netzentgelte, die den Stromeinkauf verteuern.

Emissionshandel

ThyssenKrupp hat 2011 auf Grund von gesetzlichen Vorschriften 21,6 Mio t CO2-Emissionsberechtigungen erhalten. Die tatsächlichen Emissionen lagen jedoch bedingt durch die Neuzustellung des Hochofens 9 nur bei 18,7 Mio t, so dass die zugeteilten Emissionsrechte ausreichten. Die 2011 nicht benötigten Emissionsberechtigungen sollen in der dritten Handelsperiode des EU-Emissionshandels (2013 – 2020) eingesetzt werden. Wir haben schon jetzt EU-Emissionsberechtigungen gekauft, um uns für diese dritte Handelsperiode abzusichern.

Ertragslage der Business Areas

Die Aktivitäten des Konzerns sind in Business Areas gebündelt. Unser Industriegüter-Geschäft hat sich 2011/2012 in einem schwierigen Marktumfeld robust entwickelt. Das Stahlgeschäft in Europa und der internationale Werkstoffhandel waren dagegen konjunkturell belastet. Ausgezahlt hat sich die erfolgreiche Differenzierung als Premiumhersteller. Alle fortgeführten Aktivitäten erwirtschafteten ein positives Bereinigtes EBIT.

Steel Europe

STEEL EUROPE IN ZAHLEN

2010/2011 2011/2012 Veränderung in %
Auftragseingang Mio € 12.344 10.455 – 15
Umsatz Mio € 12.814 10.992 – 14
EBIT Mio € 1.133 188 – 83
EBIT-Marge % 8,8 1,7
Bereinigtes EBIT Mio € 1.133 247 – 78
Bereinigte-EBIT-Marge % 8,8 2,2
Mitarbeiter (30.09.) 28.843 27.761 – 4

Die Business Area Steel Europe bündelt die Qualitätsflachstahlaktivitäten des Konzerns vor allem im europäischen Markt. Ihre hochwertigen Flacherzeugnisse werden an Kunden in der Automobilindustrie und anderen stahlverarbeitenden Branchen geliefert. Zum Programm gehören auch Produkte für attraktive Spezialmärkte wie die Verpackungsindustrie.

Niedrigerer Auftragseingang und Umsatz

Die über weite Strecken des Berichtsjahres anhaltende Marktschwäche hat die Geschäftsentwicklung der Business Area belastet. Während die 1. Hälfte des Berichtsjahres noch von einer konjunktur- und lagerzyklisch bedingt recht soliden Nachfrage gekennzeichnet war, führte ab dem Frühjahr die nachlassende Konjunkturdynamik zu einem sehr restriktiven Bestellverhalten der Kunden. Die Bestellmengen lagen mit 11,5 Mio t um 8 % unter dem Vorjahresniveau. Der wertmäßige Auftragseingang ging insgesamt um 15 % auf 10,5 Mrd € zurück. Zu diesem Rückgang hat aber auch die Veräußerung des Metal-Forming-Geschäfts wesentlich beigetragen, das in den Vorjahreszahlen noch enthalten war.

Der Umsatz von Steel Europe nahm um 14 % auf 11,0 Mrd € ab. Dies war, abgesehen vom Verkauf von Metal Forming, auf die mit 12,0 Mio t um 8 % niedrigeren Versandmengen zurückzuführen. Die Erlöse pro Tonne haben sich nach dem 1. Geschäftsjahresquartal abgeschwächt, lagen im Durchschnitt aber noch geringfügig über dem Vorjahresniveau. Der Umsatz mit Kunden in der Automobilindustrie erreichte mengenbedingt nicht mehr das hohe Niveau des Vorjahres. Die Erlöse waren im Jahresmittel auf Grund eines höherwertigen Produktportfolios noch geringfügig höher als im Vorjahr; bei Neuabschlüssen mussten jedoch angelehnt an die Entwicklung der Rohstoffpreise leicht niedrigere Preise hingenommen werden. Auch das Geschäft mit den übrigen Industriekunden und Stahl-Service-Centern war überwiegend schwächer als im Vorjahr, wobei die Erlöse etwas nachgaben. Der Umsatz mit Elektroband, Mittelband und Grobblech war mengen- und überwiegend auch erlösbedingt rückläufig. Das Geschäft mit Weißblech war stabil, bei Tailored Blanks nahm der Umsatz auf Grund höherer Erlöse zu.

Der Umsatz mit der Automobilindustrie blieb unter dem hohen Vorjahreswert.

Schwächere Kapazitätsauslastung

Die Rohstahlerzeugung einschließlich der Zulieferungen von den Hüttenwerken Krupp Mannesmann lag im Berichtsjahr bei 11,9 Mio t, 10 % niedriger als im Vorjahr. In geringem Umfang ergänzten Brammen aus dem Werk in Brasilien die eigene Produktion. Die Walzstahlerzeugung für Kunden einschließlich Lohnwalzungen ging um 10 % auf 12,6 Mio t zurück.

Um der innerjährlich gesunkenen Nachfrage Rechnung zu tragen, wurde Anfang 2012 der Hochofen 9 stillgesetzt. Auch in den nachgeschalteten Walz- und Veredelungsstufen waren im weiteren Jahresverlauf zusätzliche Beschäftigungsanpassungen erforderlich. Ab August musste an einigen Standorten und Anlagen, insbesondere im Bereich der Kaltwalzstufen und der Oberflächenveredelung, Kurzarbeit verfahren werden.

Deutlicher Gewinnrückgang

Steel Europe wies 2011/2012 einen deutlichen Ergebnisrückgang aus. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug 188 Mio €, nach 1.133 Mio € im Vorjahr. Die EBIT-Marge ging von 8,8 % auf 1,7 % zurück. Nach 1.133 Mio € im Vorjahr lag das Bereinigte EBIT bei 247 Mio €; die Bereinigte-EBIT-Marge verminderte sich von 8,8 % auf 2,2 %. Konjunkturbedingt gesunkene Absatzmengen, damit verbunden niedrigere Kapazitätsauslastung sowie hoher Preisdruck und ein gestiegener Aufwand für Einsatzstoffe waren wesentliche Ursachen dafür. Das konzernweite Programm impact leistete einen bedeutenden Beitrag zur Kostenreduktion, konnte aber die negativen Markteffekte nur teilweise kompensieren.

Materials Services

MATERIALS SERVICES IN ZAHLEN

2010/2011 2011/2012 Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 14.768 13.146 – 11
Umsatz Mio € 14.776 13.165 – 11
EBIT Mio € 478 127 – 73
EBIT-Marge % 3,2 1,0
Bereinigtes EBIT Mio € 533 311 – 42
Bereinigte-EBIT-Marge % 3,6 2,4
Mitarbeiter (30.09.) 36.568 27.595 – 25

Die Business Area Materials Services ist an über 500 Standorten in 34 Ländern auf die Distribution von Rohund Werkstoffen einschließlich technischer Dienstleistungen spezialisiert.

Absatzvolumen weitgehend gehalten – Preise und Margen unbefriedigend

Materials Services erzielte im Geschäftsjahr 2011/2012 einen Auftragseingang von 13,1 Mrd €, 11 % weniger als im Vorjahr. Der Umsatz fiel ebenfalls um 11 % auf 13,2 Mrd €. Vergleichbar gerechnet, ohne die im 1. Quartal veräußerte Xervon-Gruppe, betrug der Umsatzrückgang 7 %.

Die wesentlichen Abnehmerindustrien haben auf Grund der allgemeinen wirtschaftlichen Verunsicherung durch die Schuldenkrise zunehmend vorsichtiger disponiert und die Läger weiter abgebaut. Dies galt nicht nur für Südeuropa, sondern – von wenigen Ländern abgesehen – für den gesamten europäischen Raum. Trotzdem konnten wir den Absatz im Lagergeschäft mit Stahl, Edelstahl, Rohren und NE-Metallen mit 5,5 Mio t gegenüber 5,6 Mio t nahezu auf dem Niveau des Vorjahres halten. In Nordamerika wurden teilweise sogar erfreuliche Zuwächse erreicht. Insgesamt haben wir unsere Marktposition weiter ausgebaut. Der seit Mitte 2011 zu registrierende Verfall der Preise und Margen hat sich mit nur kurzen Unterbrechungen fortgesetzt. Neben dem Lagergeschäft galt dies auch für das internationale Strecken- und Projektgeschäft, insbesondere in Europa. Die Kunststoffaktivitäten entwickelten sich ähnlich verhalten wie das Geschäft mit metallischen Werkstoffen. Dies galt nicht nur für den südeuropäischen Markt, sondern auch für die Nachfrage in

Deutschland und den meisten übrigen westeuropäischen Ländern. Weiterhin positiv verlief das Werkstoffund Logistikgeschäft mit der Luftfahrtindustrie; hier wurde der Umsatz deutlich ausgeweitet.

Der Absatz von metallurgischen Rohstoffen litt vor allem unter der eingeschränkten Produktion in der Stahlindustrie. Besonders deutlich war der Rückgang beim Handel mit Kokskohle und Koks. Die stahlwerksnahen Dienstleistungen entwickelten sich insgesamt sehr positiv; dies gilt vor allem für die Aktivitäten in Südamerika.

Bereinigtes EBIT bei schwachem Markt zufriedenstellend

In der gesamten Business Area wurden frühzeitig verschiedene Kostensenkungs- und Effizienzprogramme eingeleitet bzw. intensiviert; trotzdem ging das EBIT 2011/2012 gegenüber dem Vorjahr um 351 Mio € auf 127 Mio € zurück.

Das niedrigere EBIT war in erster Linie auf den starken Preis- und Wettbewerbsdruck im Werkstoffgeschäft, aber auch auf die massiven Mengen- und Umsatzeinbußen in der Rohstoffdistribution zurückzuführen. Zudem war das Ergebnis durch mehrere Sondereffekte belastet; neben einem Bußgeld des Bundeskartellamts von 103 Mio € sowie Rückstellungen von 30 Mio € im Zusammenhang mit dem Schienen-Kartellverfahren gehörte auch die Wertberichtigung auf die Beteiligung an einer Kokerei in China dazu. Das Bereinigte EBIT erreichte mit 311 Mio € ein zufriedenstellendes Niveau; die Bereinigte-EBIT-Marge verminderte sich von 3,6 % auf 2,4 %.

Elevator Technology

ELEVATOR TECHNOLOGY IN ZAHLEN

2010/2011 2011/2012 Veränderung in %
Auftragseingang Mio € 5.281 6.149 16
Umsatz Mio € 5.253 5.705 9
EBIT Mio € 801 387 – 52
EBIT-Marge % 15,2 6,8
Bereinigtes EBIT Mio € 641 587 – 8
Bereinigte-EBIT-Marge % 12,2 10,3
Mitarbeiter (30.09.) 46.243 47.561 3

Das Produktprogramm der Business Area Elevator Technology umfasst Personen- und Lastenaufzüge, Fahrtreppen und Fahrsteige, Fluggastbrücken, Treppen- und Plattformlifte sowie den Service für die gesamte Produktpalette. Über 900 Standorte weltweit sorgen für ein dichtes Service- und Dienstleistungsnetz und somit für eine optimale Nähe zum Kunden.

Neuer Rekord bei Auftragseingang und Umsatz

Elevator Technology hat die erfolgreiche Geschäftsentwicklung 2011/2012 fortgesetzt – mit einem Auftragseingang erstmals über 6 Mrd €. Die Business Area erzielte einen Auftragseingang von 6,1 Mrd €; dies entspricht einer Steigerung um 16 %. Der Umsatz folgte dem Auftragseingang mit einem Plus von 9 % auf 5,7 Mrd €.

Wesentlicher Treiber war das Geschäft in Asien. Elevator Technology wuchs deutlich stärker als der Markt und verzeichnete z.B. in China ein Wachstum im Auftragseingang von mehr als 50 % im Vergleich zum Vorjahr. Auch in Indien nahmen die Aufträge um über 20 % zu. In beiden Ländern werden zurzeit neue Werke gebaut, um die lokalen Anforderungen noch besser bedienen zu können und das Wachstum nachhaltig zu unterstützen. Das Neuanlagengeschäft in Südeuropa, insbesondere in Spanien, blieb schwach; dennoch lief das Geschäft in Europa insgesamt besser als im Vorjahr. Vor diesem Hintergrund wurde beschlossen, den Produktionsstandort in Stuttgart umfassend zu einem Technologiepark auszubauen. Das nord- und südamerikanische Geschäft haben wir erheblich ausgeweitet. Weltweit wuchs das Servicegeschäft durch innovative Dienstleistungen; gleichzeitig nahm die Anzahl der Serviceverträge beachtlich zu.

Bereinigtes EBIT bei 587 Mio €

Im Geschäftsjahr 2011/2012 erwirtschaftete Elevator Technology ein EBIT von 387 Mio € nach 801 Mio € im Vorjahr. Das Vorjahresergebnis enthielt Sondereffekte in Höhe von 160 Mio €, weil ein von der EU-Kommission 2007 wegen Wettbewerbsverstößen verhängtes Bußgeld teilweise zurückgezahlt wurde. Bereinigt um Sondereffekte – hierbei handelt es sich 2011/2012 im Wesentlichen um einmalige Aufwendungen für die Standortschließungen auf dem US-amerikanischen Markt für Home Elevator sowie um Restrukturierungsmaßnahmen – lag das Ergebnis bei 587 Mio €; im Vorjahr waren es 641 Mio €. Die Bereinigte-EBIT-Marge erreichte nach 12,2 % im Vorjahr 10,3 %. Die Ergebnis- und Margenentwicklung war durch die anhaltend schwierigen Marktbedingungen in Südeuropa beeinflusst. Weitere Faktoren waren gestiegene Rohstoffkosten und das starke Wachstum im margenschwächeren Neuinstallationsgeschäft insbesondere in Asien.

Plant Technology

PLANT TECHNOLOGY IN ZAHLEN

2010/2011 2011/2012 Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 4.475 4.030 – 10
Umsatz Mio € 4.004 4.070 2
EBIT Mio € 506 520 3
EBIT-Marge % 12,6 12,8
Bereinigtes EBIT Mio € 506 520 3
Bereinigte-EBIT-Marge % 12,6 12,8
Mitarbeiter (30.09.) 13.478 14.339 6

Die Business Area Plant Technology ist ein international führender Anbieter im Spezial- und Großanlagenbau mit hoher Innovationskraft. Das Produktportfolio reicht von Chemie- und Raffinerieanlagen über Anlagen für die Zementindustrie und innovative Lösungen zum Abbau und zur Gewinnung von Rohstoffen bis hin zu Produktionssystemen für die Automobilindustrie. Unsere Anlagen und Verfahren eröffnen neue Möglichkeiten für Umweltschutz und Nachhaltigkeit.

Umsatz leicht gesteigert

Der Auftragseingang von Plant Technology betrug 2011/2012 4,0 Mrd € nach 4,5 Mrd € im Vorjahr. Der Bereich Mining sowie die Produktionssysteme und Montageanlagen für die Automobilindustrie verzeichneten indessen eine höhere Nachfrage. Zu den neu akquirierten Projekten zählten Brech- und Bandanlagen für Kunden in Brasilien und Kasachstan. Darüber hinaus haben insbesondere Bestellungen von Kunden in Peru, Chile und China positiv zur Entwicklung im Zement-, Minerals- und Mining-Bereich beigetragen. Im Chemieanlagenbau verzögerten sich einige Projekte infolge weiterhin anhaltender Unsicherheiten in Nordafrika und im Mittleren Osten. Dagegen erteilte ein vietnamesischer Kunde einen Großauftrag. Im Chemieanlagenbau entwickelte sich der Markt in Nordamerika positiv. Der niedrige Gaspreis führt dort zu einem zunehmenden Anfragevolumen unter anderem nach Düngemittelanlagen.

Plant Technology ist global tätig. Der Auftragseingang entfiel auf die Regionen Amerika mit 34 %, Europa mit 31 %, Asien/Pazifik mit 29 % und Afrika mit 6 %.

Im Berichtsjahr stieg der Umsatz um 2 % auf 4,1 Mrd €. In allen Bereichen war die Auslastung unverändert gut, vielfach wurde an der Kapazitätsgrenze gearbeitet.

Der Auftragsbestand von 6,6 Mrd € zum 30. September 2012, der hauptsächlich aus dem längerfristigen Projektgeschäft stammt, sichert nach wie vor sowohl den Umsatz als auch die Beschäftigung über einen Zeitraum von deutlich mehr als einem Jahr.

Ergebnis weiter verbessert

Mit einem EBIT von 520 Mio € hat Plant Technology das hohe Vorjahresniveau nochmals übertroffen; die EBIT-Marge lag mit 12,8 % leicht über dem guten Vorjahreswert von 12,6 %. Da es keine zu bereinigenden Sondereffekte gab, waren das Bereinigte EBIT und die Bereinigte-EBIT-Marge ebenso hoch.

Components Technology

COMPONENTS TECHNOLOGY IN ZAHLEN

2010/2011 2011/2012 Veränderung in %
Auftragseingang Mio € 6.921 6.933 0
Umsatz Mio € 6.908 7.011 1
EBIT Mio € 543 681 25
EBIT-Marge % 7,9 9,7
Bereinigtes EBIT Mio € 503 453 – 10
Bereinigte-EBIT-Marge % 7,3 6,5
Mitarbeiter (30.09.) 31.270 28.011 – 10

Die Business Area Components Technology umfasst das Liefer- und Leistungsspektrum von Hightech-Komponenten für Windkraftanlagen über Baumaschinen bis zum allgemeinen Maschinenbau. Im Automobilsektor liegen die Schwerpunkte der Aktivitäten in den Geschäftsfeldern Kurbel- und Nockenwellen, Lenksysteme, Dämpfer, Federn und Montage von Achsmodulen.

Auftragseingang und Umsatz trotz Desinvestitionen leicht höher

Components Technology hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr erfolgreich weiterentwickelt. Trotz der Veräußerung der US-amerikanischen Gießerei Waupaca sowie eines brasilianischen Chassis-Komponenten-Herstellers lag der Auftragseingang mit 6,9 Mrd € auf dem Niveau des Vorjahres. Insbesondere mit Komponenten für PKW und Nutzfahrzeuge wurden Zuwächse erzielt. Hinzu kamen positive Wechselkurseffekte hauptsächlich aus dem US-Dollar und Schweizer Franken. Das US-Automobilgeschäft entwickelte sich weiterhin sehr erfreulich. In Brasilien hat sich dagegen seit Anfang des Jahres insbesondere die LKW-Nachfrage abgeschwächt. In einem insgesamt rückläufigen europäischen Automobilmarkt profitierte Components Technology von der guten Geschäftsentwicklung einzelner wichtiger Kunden und der guten Nachfrage im Mittelklasse- und Premiumsegment. In China hat die Dynamik im Bereich Windenergie und Baumaschinen insbesondere in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres deutlich nachgelassen.

Der Umsatz folgte der Entwicklung des Auftragseingangs und lag mit 7,0 Mrd € leicht über dem Vorjahresniveau.

Der Auftragsbestand von Plant Technology erreichte zum 30.09.2012 rund 6,6 Mrd €.

Gewinn gesteigert, Portfolio optimiert

Components Technology erzielte 2011/2012 einen erheblichen EBIT-Anstieg von 543 Mio € auf 681 Mio €. Hierin enthalten sind hohe positive Sondereffekte in Höhe von 363 Mio €, im Wesentlichen aus dem Verkauf der US-amerikanischen Gießerei und des brasilianischen Chassis-Komponenten-Herstellers. Beide Veräußerungen sind Teil der strategischen Weiterentwicklung des Konzerns. Gegenläufig wirkten Wertminderungsaufwendungen, die im Zusammenhang mit dem Verkauf des italienischen Unternehmens Berco stehen.

Das Bereinigte EBIT blieb mit 453 Mio € unter dem Vorjahreswert von 503 Mio €. Dies lag vor allem an der rückläufigen Nachfrage im Windenergie- und Infrastrukturbereich in China sowie an Anlaufkosten neuer Produkte und Werke in China und Indien. Die Bereinigte-EBIT-Marge betrug 6,5 % nach 7,3 % im Vorjahr.

Marine Systems

MARINE SYSTEMS IN ZAHLEN

2010/2011 2011/2012 Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 2.977 3.601 21
Umsatz Mio € 1.493 1.187 – 20
EBIT Mio € 213 – 14 --
EBIT-Marge % 14,3 – 1,2
Bereinigtes EBIT Mio € 213 169 – 21
Bereinigte-EBIT-Marge % 14,3 14,2
Mitarbeiter (30.09.) 5.295 3.772 – 29

Nach erfolgreicher strategischer Neuausrichtung konzentriert sich die Business Area Marine Systems ausschließlich auf den Marineschiffbau. Zu den Kernaktivitäten gehören die Entwicklung, der Bau sowie der Umbau von U-Booten und Marine-Überwasserschiffen sowie umfassende, damit verbundene Service-Leistungen.

Auftragseingang stark gestiegen

Das Marktumfeld im Marineschiffbau ist von der Notwendigkeit geprägt, internationale Seewege und Hoheitsgebiete zu schützen. Dies führte zu einer höheren Nachfrage nach Fregatten und U-Booten in außereuropäischen Ländern. Der Auftragseingang von Marine Systems stieg dadurch 2011/2012 um 21 % auf 3,6 Mrd € und enthält im Wesentlichen Export-Aufträge über drei U-Boote und zwei Fregatten.

Der Umsatz blieb mit 1,2 Mrd € unter dem Vorjahreswert von 1,5 Mrd €. Beim Vergleichswert des Vorjahres ist allerdings zu beachten, dass ab Februar 2012 die zivilen Aktivitäten nicht mehr enthalten sind.

Der Auftragsbestand konnte im Berichtsjahr weiter aufgestockt werden und stieg zum 30. September 2012 auf das Rekordniveau von 9,0 Mrd €. Er hat damit eine Reichweite von zehn Jahren; der Umsatz der nächsten drei Geschäftsjahre ist in hohem Maße abgesichert.

Ergebnis weiterhin auf gutem Niveau

Das EBIT von Marine Systems lag mit Ɲ14 Mio € unter dem Vorjahreswert von 213 Mio €. Allerdings belasteten Sondereffekte von 183 Mio € das Ergebnis; sie betrafen Wertberichtigungen insbesondere auf den Firmenwert, die beim Verkauf der zivilen Schiffbauaktivitäten anfielen. Das Bereinigte EBIT erreichte mit 169 Mio € ein weiterhin gutes Niveau, die Bereinigte-EBIT-Marge lag bei 14,2 % nach 14,3 % im Vorjahr.

Bereich Corporate der ThyssenKrupp AG

Corporate umfasst die Konzernverwaltung einschließlich der Führung der Business Areas. Ferner sind hier die Business-Services-Aktivitäten in den Bereichen Finanzen, Kommunikation, IT und Personal erfasst. Hinzu kommen die nicht betriebsnotwendigen Immobilien sowie inaktive Gesellschaften. Der Umsatz, den Corporate-Gesellschaften mit marktgängigen Dienstleistungen für Konzernunternehmen erbringen, lag im Berichtsjahr mit 158 Mio € über dem Vorjahreswert von 143 Mio €.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern von Corporate betrug Ɲ495 Mio € und hat sich gegenüber dem Vorjahr um 118 Mio € verschlechtert. Der Anstieg resultierte im Wesentlichen aus gestiegenen Verwaltungskosten, insbesondere Beratungs- und Werbesonderaufwendungen, sowie aus der Bewertung von Bergbaurückstellungen. Das Bereinigte EBIT belief sich auf Ɲ487 Mio €; im Vorjahr waren es Ɲ356 Mio €.

Steel Americas (nicht fortgeführte Aktivität)

STEEL AMERICAS IN ZAHLEN

2010/2011 2011/2012 Veränderung
in %
Auftragseingang* Mio € 1.293 2.081 61
Umsatz* Mio € 1.139 2.014 77
EBIT Mio € – 3.145 – 4.747 – 51
EBIT-Marge %
Bereinigtes EBIT Mio € – 1.071 – 1.010 6
Bereinigte-EBIT-Marge %
Mitarbeiter (30.09.) 4.060 3.992 – 2

*einschließlich konzerninterner Auftragseingänge / Umsätze

Mit ihren Stahl- und Weiterverarbeitungswerken in Brasilien und den USA erschließt die Business Area Steel Americas den nordamerikanischen Markt für hochwertige Flachstahlprodukte. Im Zuge der strategischen Weiterentwicklung wird sich ThyssenKrupp von diesen Werken trennen. Zum 30. September 2012 erfüllte Steel Americas die Voraussetzungen für einen Ausweis als nicht fortgeführte Aktivität im Sinne der IFRS.

Umsatzwachstum im NAFTA-Markt

Steel Americas hat im Berichtsjahr in einem schwierigen Geschäftsumfeld Fortschritte bei der Entwicklung von Kunden- und Produktmix gemacht. In der Rohrband-, Land- und Baumaschinenindustrie konnten wir weitere Kunden gewinnen und die Kundenzertifizierung in der Automobil- und Rohrindustrie erfolgreich vorantreiben. Der Auftragseingang stieg auf 2,1 Mrd € und der Umsatz auf 2,0 Mrd €. Insgesamt wurden auf dem nordamerikanischen Markt über 2,6 Mio t Flachstahl abgesetzt.

2011/2012 wurden in Nordamerika über 2,6 Mio t Flachstahl verkauft.

Technischer Hochlauf in Brasilien abgeschlossen

Das brasilianische Hüttenwerk produzierte im Berichtsjahr 3,4 Mio t Brammen; davon gingen 2,6 Mio t an das Weiterverarbeitungswerk in den USA und 0,7 Mio t an Steel Europe. Erste Brammen im Volumen von 24 Tsd t wurden auch im brasilianischen Markt verkauft. Mit der Batterie C der Kokerei ging das letzte zentrale Aggregat am Standort in Brasilien im März 2012 in Betrieb. Damit konnte der technische Hochlauf bis zum Ende des Berichtsjahres abgeschlossen werden und die Optimierungsphase wurde eingeleitet. Die letzte Feuerverzinkungsanlage von ThyssenKrupp Steel USA wird voraussichtlich Mitte 2013 in Betrieb genommen.

Wertberichtigungen belasten EBIT

Nach einer Anpassung des Zeitwertes in Höhe von 3,6 Mrd € betrug das EBIT von Steel Americas Ɲ4.747 Mio € gegenüber Ɲ3.145 Mio € im Vorjahr. Die auf Grund der Veräußerungsabsicht notwendig gewordenen Abwertungen ergeben sich auf der Grundlage des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten. Es liegen unverbindliche Kaufangebote (non-binding offers) für beide Werke vor, einzeln und gesamt. Diese werden von den in die engere Auswahl genommenen Bietern und von ThyssenKrupp aktiv weiterverfolgt. In die Bewertung sind auch interne Berechnungen eingegangen, die teilweise mit Unterstützung von Wirtschaftsprüfern und Management Consultants durchgeführt wurden; sie berücksichtigen alle ThyssenKrupp vorliegenden Erkenntnisse aus dem laufenden Veräußerungsprozess und stellen insgesamt eine bestmögliche Schätzung dar.

Das Bereinigte EBIT betrug Ɲ1.010 Mio € nach Ɲ1.071 Mio € im Vorjahr. Ausschlaggebend für das negative Ergebnis war das schwierige Geschäftsumfeld im nordamerikanischen Markt; vor allem im anlaufbedingt besonders wichtigen Service-Center-Geschäft war das Preisniveau unbefriedigend. Belastend wirkten auch die erheblichen Kosten des hohen spezifischen Reduktionsmittelverbrauchs als Folge der noch nicht effizienten Auslastung der Hochöfen bzw. ungeplanter Stillstände.

Stainless Global (nicht fortgeführte Aktivität)

STAINLESS GLOBAL IN ZAHLEN

2010/2011 2011/2012 Veränderung
in %
Auftragseingang* Mio € 6.045 5.611 – 7
Umsatz* Mio € 6.739 6.346 – 6
EBIT Mio € – 785 – 626 20
EBIT-Marge % – 11,6 – 9,9
Bereinigtes EBIT Mio € 15 – 80 --
Bereinigte-EBIT-Marge % 0,2 – 1,3
Mitarbeiter (30.09.) 11.490 11.846 3

*einschließlich konzerninterner Auftragseingänge / Umsätze

Die bereits seit dem 30. September 2011 als nicht fortgeführte Aktivität geltende Business Area Stainless Global produziert anspruchsvolle Edelstahl-Rostfrei-Flachprodukte sowie Hochleistungswerkstoffe wie Nickellegierungen, Titan und Zirkonium – beispielsweise für Brennstoffzellen.

Auftragseingang und Umsatz rückläufig

Stainless Global bewegte sich im Berichtsjahr in einem anhaltend schwierigen Marktumfeld. Überkapazitäten sowie gestiegene Importe aus Asien führten zu einem hohen Preisdruck. Wegen der rückläufigen Preise bei wichtigen Rohstoffen wie Nickel gaben zudem die Legierungszuschläge nach. Vor diesem Hintergrund fiel der wertmäßige Auftragseingang um 7 % auf 5,6 Mrd €, obwohl sich der mengenmäßige Auftragseingang insgesamt um 3 % auf 2,0 Mio t verbesserte. Während im Bereich Edelstahl-Rostfrei-Flachprodukte die Mengen anzogen, ging die Nachfrage nach Hochleistungswerkstoffen leicht zurück. Die Produktion von Edelstahl-Rostfrei-Flachprodukten betrug 2,3 Mio t und von Hochleistungswerkstoffen 42.600 t. Dabei ist zu berücksichtigen, dass das Preisniveau der Hochleistungswerkstoffe um ein Vielfaches höher liegt als das der Edelstahl-Rostfrei-Produkte.

Die Gesamtlieferungen lagen mit 2,1 Mio t um 4 % über dem Vorjahreswert. Der Anstieg war im Wesentlichen auf den Hochlauf des neuen Edelstahlwerkes in den USA zurückzuführen. Dennoch verringerte sich der Gesamtumsatz um 6 % auf 6,3 Mrd €, was an den insgesamt niedrigeren Preisen und den gesunkenen Legierungszuschlägen im Bereich Edelstahl-Rostfrei-Flachprodukte lag.

EBIT unter Vorjahresniveau

Nach einer weiteren Anpassung des Zeitwertes von 400 Mio € im Berichtsjahr, Restrukturierungsrückstellungen von 64 Mio € sowie außerplanmäßigen Abschreibungen von 50 Mio € betrug das EBIT von Stainless Global Ɲ626 Mio € gegenüber Ɲ785 Mio € im Vorjahr. Die EBIT-Marge bezogen auf den Umsatz verbesserte sich von Ɲ11,6 % auf Ɲ9,9 %. Die negative Marge war unter anderem durch das nach wie vor schwierige Marktumfeld bei Edelstahl-Flachprodukten und den damit verbundenen Preisdruck bedingt. Effekte aus dem gesunkenen Nickelpreis sowie aus dem sich in Anlauf befindlichen neuen Edelstahlwerk in den USA wirkten sich ebenfalls negativ aus. Die Hochleistungswerkstoffe profitierten hingegen von der weiterhin stabilen Marktlage bei Nickellegierungen. Auf Grund der Bewertung als nicht fortgeführte Aktivität sind im Berichtsjahr Aufwendungen für planmäßige Abschreibungen in Höhe von 192 Mio € entfallen – mit einem positiven Effekt für das Ergebnis.

Die außerplanmäßige Abschreibung bezieht sich vorwiegend auf den Standort Krefeld. Die auf Grund der Veräußerungsabsicht notwendig gewordenen Abwertungen auf den Zeitwert berücksichtigen insbesondere die bei den Erzeugern im Edelstahlmarkt beobachteten Bewertungsabschläge wegen der Strukturprobleme im Edelstahlmarkt. Zu den Abschlägen trugen auch die derzeitige Schuldenkrise und die hohe Risikoaversion der Investoren bei. Im aktuellen Umfeld werden Edelstahlunternehmen uneinheitlich und mit relativ hohen Risikoabschlägen bewertet. Wir haben den Zeitwert aus internen Berechnungen und Einschätzungen von Marktteilnehmern abgeleitet und bewegen uns im mittleren Bereich der Bewertungsbandbreite. Der gegenläufige Effekt der entfallenen Abschreibung auf langfristige Vermögenswerte ist auf die Umklassifizierung als nicht fortgeführte Aktivität zurückzuführen.

Das Bereinigte EBIT von Stainless Global betrug Ɲ80 Mio € nach 15 Mio € im Vorjahr; die Bereinigte-EBIT-Marge verringerte sich von 0,2 % auf Ɲ1,3 %. Grund des Ergebnisrückgangs waren im Wesentlichen die Hochlaufkosten des neuen Werks in den USA; ohne dieses Werk gerechnet lag das Bereinigte EBIT bei 80 Mio € gegenüber 112 Mio € im Vorjahr.

Edelstahlwerk in den USA

Am US-Standort Calvert schreiten die Bauarbeiten sowie der Hochlauf der in Betrieb genommenen Anlagen weiterhin planmäßig voran. Der Hochlauf der Warmbandglüh- und -beizlinie im Kaltwalzbereich ist nahezu abgeschlossen. Die Bauarbeiten für das Stahlwerk mit einer Jahreskapazität von bis zu 1 Mio t verlaufen ebenfalls planmäßig; der Produktionsbeginn soll im Dezember 2012 erfolgen. Bis zum Hochlauf des Stahlwerkes wird der Standort weiterhin mit Warmband und Brammen aus den europäischen Werken versorgt.

AUFTRAGSEINGANG STAINLESS GLOBAL
in Mio €, Veränderungsrate gegenüber Vorquartal
BEREINIGTES EBIT STAINLESS GLOBAL
in Mio €, Veränderungsrate gegenüber Vorquartal
1.790 Q2 $+743%$ 59
1.360 Q 3 $- -$ $\bf{0}$
1.412 Q 4 $- -$ $-51$
2010/2011
1.372 Q1 $-10%$ - 56
1.618 Q2 $+136%$ 20
1.291 Q3 $- -$ $-22$
1.330 Q 4 $0\%$ $-22$
2011/2012

Finanz- und Vermögenslage

Mehr Investitionen in den fortgeführten Aktivitäten, im Jahresverlauf wieder zurückgehende Netto-Finanzschulden und die Ergebnisse aus dem operativen Geschäft kennzeichnen unseren Cash-Flow 2011/2012. Finanzierung und Liquidität des Konzerns stehen auch für das Geschäftsjahr 2012/2013 auf gesicherter Basis.

Investitionen

Investitionsvolumen bei 2,2 Mrd €

ThyssenKrupp hat im Berichtsjahr insgesamt 2.204 Mio € investiert, 20 % weniger als im Vorjahr. Davon entfielen 2.107 Mio € auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände. Mit 97 Mio € haben wir Unternehmen, Beteiligungen und andere finanzielle Vermögenswerte erworben. Die wesentlichen Erwerbe sind im Abschnitt "Strategische Weiterentwicklung des Konzerns" dargestellt.

INVESTITIONEN NACH BUSINESS AREAS IN MIO €*

2010/2011 2011/2012 Veränderung
in %
Steel Europe 431 505 17
Materials Services 136 91 – 33
Elevator Technology 135 178 32
Plant Technology 47 60 28
Components Technology 361 420 16
Marine Systems 14 28 100
Corporate/Konsolidierung 12 3
Investitionen fortgeführter Aktivitäten 1.136 1.285 13
Steel Americas 1.369 515 – 62
Stainless Global 266 404 52
Investitionen Konzern 2.771 2.204 – 20

*inklusive übernommener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte lagen um 659 Mio € über den Abschreibungen von 1.448 Mio €. Im Jahr zuvor betrugen die Sachinvestitionen 2.661 Mio € und die Abschreibungen 1.675 Mio €. Ohne die Großprojekte in Brasilien und den USA beliefen sich die Investitionen auf 1.382 Mio € gegenüber 1.247 Mio € im Vorjahr.

Sachinvestitionen in den fortgeführten Business Areas

In den fortgeführten Business Areas sind die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 2011/2012 um 15 % auf 1.181 Mio € gestiegen. Davon entfiel mit 625 Mio € der größte Teil auf die Industriegüter-Aktivitäten. In den Werkstoff-Aktivitäten wurden 556 Mio € investiert.

Steel Europe – Die Investitionen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte der Business Area erreichten im Berichtsjahr einen Wert von 465 Mio € bei Abschreibungen von 478 Mio € und lagen damit über dem Vorjahreswert. Ein Schwerpunkt war die Fertigstellung der in den Vorjahren gestarteten Erhaltungsmaßnahmen und Umweltschutzprojekte an den Standorten Duisburg und Dortmund. Wesentliche Mittel flossen auch in die Warmbandstraße 3 in Bochum. In Duisburg wurde der Hochofen 9 neu zugestellt und die Modernisierung der Warmbandstraßen 1 und 2 hat begonnen. Weitere Investitionen bereiteten die Neuzustellung des Großhochofens 2 vor; hinzu kommt die bereits im Vorjahr eingeleitete Erweiterung unseres Kohleterminals im Hafen Rotterdam. Im Duisburger Oxygenstahlwerk 2 hat die Modernisierung einer Stranggießanlage begonnen. Das freigegebene Gesamtvolumen für dieses Projekt beläuft sich bis einschließlich 2014/2015 auf 90 Mio €.

Materials Services – Für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte beliefen sich die Investitionen von Materials Services auf 91 Mio € bei Abschreibungen von 95 Mio €. Mit den Investitionen haben wir die Betriebsbereitschaft gesichert; außerdem wurden eine Fertigungshalle einschließlich Querteilanlage in Krefeld und ein neues Zentrallager in Warschau errichtet.

Elevator Technology – Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte betrugen 136 Mio €; die Abschreibungen beliefen sich auf 81 Mio €. Neben Investitionen zur Effizienzsteigerung forcierte Elevator Technology sein umfangreiches Wachstumskonzept mit dem Kapazitätsausbau in China und Indien sowie dem begonnenen Ausbau des Standortes Neuhausen zu einem hochmodernen Technologiepark.

Plant Technology – Die Business Area hat mit Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte von 50 Mio € insbesondere ihr Technologieportfolio gestärkt und die regionalen Marktpositionen ausgebaut. Zur Erweiterung unseres Service-Netzwerkes wurde mit dem Bau von zwei weiteren Service-Centern in Südamerika begonnen; außerdem entstand eine Versuchs- und Demonstrationsanlage für Bio Chemicals in Leuna. Die Abschreibungen beliefen sich auf 38 Mio €.

Components Technology – Components Technology investierte 420 Mio € in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte; die Abschreibungen betrugen 297 Mio €. Mit den Investitionen haben wir Fertigungskapazitäten erweitert sowie neue Standorte in den Wachstumsmärkten China und Indien, aber auch in Europa, den USA und Brasilien auf- und ausgebaut. Wegen der zahlreichen Neuaufträge im Nockenwellengeschäft waren die Fertigungskapazitäten in allen Werken zu vergrößern. Ein Schwerpunkt lag auf Produktionsanlagen für Haubenmodule. Im Berichtsjahr begann der Bau eines integrierten Werkes für Lenksysteme und Dämpfer in Shanghai, das für den chinesischen Markt fertigen wird. Wegen eines Auftrags, Einrohrdämpfer an einen bedeutenden europäischen PKW-Hersteller zu liefern, haben wir am deutschen Standort Mandern investiert. Weitere Investitionen betrafen den Aufbau einer Just-in-Sequence-Achsmontage für einen deutschen Kunden in Ungarn. Mit anderen Projekten haben wir die hohe Qualität und Technologie im Bereich Großwälzlager gesichert.

Marine Systems – Die Sachanlageninvestitionen von Marine Systems betrugen 19 Mio €; es handelte sich hierbei im Wesentlichen um Ersatzinvestitionen. Mit 22 Mio € lagen die Abschreibungen knapp darüber.

Sachinvestitionen in den nicht fortgeführten Aktivitäten

Steel Americas – Die Investitionen der nicht fortgeführten Business Area Steel Americas in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte beliefen sich im Berichtsjahr auf 515 Mio € bei Abschreibungen von 404 Mio €. Im brasilianischen Hüttenwerk haben wir die Kokerei-Batterie C fertiggestellt, Restarbeiten aus der Projektphase ausgeführt und Umweltschutzmaßnahmen umgesetzt. Abschließende Investitionen an allen wesentlichen Produktionsanlagen und in der Infrastruktur standen in den USA im Vordergrund. An der Warmbandstraße unseres dortigen Walzwerkes wurde der dritte Hubbalkenofen fertiggestellt.

Stainless Global – Die nicht fortgeführte Business Area investierte im Berichtsjahr 411 Mio € in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte; aufgrund der Bewertung als nicht fortgeführte Aktivität sind Abschreibungen von 192 Mio € entfallen. Mit 308 Mio € ist die größte Einzelinvestition der weitere Aufbau des neuen Produktionsstandortes in Calvert, USA; die Bauarbeiten sowie der Hochlauf der in Betrieb genommenen Anlagen schreiten planmäßig voran. Darüber hinaus investierte die Business Area, um Produktbereiche zu erweitern bzw. zu konsolidieren, Brandschutzkonzepte umzusetzen, die Betriebsbereitschaft zu erhalten und Anlagen zu modernisieren.

Netto-Finanzschulden

In der Entwicklung der Netto-Finanzschulden spiegeln sich auch unsere Investitionen wider. Insbesondere bei den Industriegüter-Aktivitäten führten die Erwerbe von Sachanlagen und Unternehmen bzw. Beteiligungen zum Kapitalbedarf. Hinzu kamen gesteigerte Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Dies waren wichtige Elemente der strategischen Weiterentwicklung des Konzerns. Trotzdem gelang es, die Netto-Finanzschulden nach dem Höchststand im 2. Quartal 2011/2012 merklich abzubauen. Zum 30. September 2012 beliefen sich die Netto-Finanzschulden auf 5.800 Mio €; sie lagen damit 2.222 Mio € höher als ein Jahr zuvor, aber 680 Mio € niedriger als am 31. März 2012. Die Entwicklung im Jahresverlauf zeigt die folgende Grafik:

Aus Desinvestitionen – hauptsächlich dem Verkauf der Xervon-Gruppe, der brasilianischen Automotive-Aktivitäten sowie der US-amerikanischen Gießerei Waupaca – gingen uns Mittel in Höhe von 854 Mio € zu, denen im Konzern Investitionen von 2.204 Mio € gegenüberstanden. Der Operating Cash-Flow betrug Ɲ386 Mio €. Welche Faktoren im Einzelnen die Entwicklung unserer Netto-Finanzschulden im Berichtsjahr geprägt haben, können Sie der folgenden Grafik entnehmen:

Analyse der Kapitalflussrechnung

Der in der Kapitalflussrechnung insgesamt betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente" und enthält auch die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Veräußerungsgruppen einschließlich der nicht fortgeführten Aktivitäten. Die nicht fortgeführten Aktivitäten umfassen für das Berichtsjahr sowie für das Vorjahr die Aktivitäten von Steel Americas und Stainless Global.

Im Geschäftsjahr 2011/2012 ergab sich insgesamt ein Mittelabfluss aus der operativen Geschäftstätigkeit in Höhe von 386 Mio €, im Vorjahr dagegen ein Mittelzufluss von 776 Mio €. Der Mittelzufluss der fortgeführten Aktivitäten verminderte sich um 2.193 Mio € auf 68 Mio €. Hauptursache dafür war der um 1.982 Mio € gesunkene Jahresüberschuss vor Abschreibungen und Zuschreibungen sowie vor latenten Steuern. Gegenläufig wirkten im Wesentlichen Einzahlungen von 168 Mio € aus der Umstellung der Insolvenzsicherung von Altersteilzeitverpflichtungen im 3. Quartal 2011/2012. Bei den nicht fortgeführten Aktivitäten verbesserte sich der Operating Cash-Flow um 1.031 Mio € auf Ɲ454 Mio €, hauptsächlich durch Mittelfreisetzungen im Vorratsvermögen.

Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit ging im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 997 Mio € auf 1.350 Mio € zurück. Bei den fortgeführten Aktivitäten waren es 360 Mio € weniger. Wesentliche Ursache hierfür waren die um 520 Mio € höheren Einnahmen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Unternehmen – hauptsächlich der Xervon-Gruppe, der brasilianischen Automotive-Systems-Aktivitäten sowie der US-amerikanischen Gießerei Waupaca. Bei den nicht fortgeführten Aktivitäten war der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit um 637 Mio € niedriger, was vor allem an den gesunkenen Investitionen in Sachanlagen bei Steel Americas lag.

Der Free Cash-Flow, d.h. die Summe von Operating Cash-Flow und Cash-Flow aus Investitionstätigkeit, war sowohl bei den fortgeführten Aktivitäten als auch bei den nicht fortgeführten Aktivitäten negativ. Die fortgeführten Aktivitäten verzeichneten gegenüber dem Vorjahr eine deutliche Verschlechterung um 1.833 Mio € auf Ɲ365 Mio €, insbesondere als Folge der stark rückläufigen Mittelzuflüsse aus der operativen Geschäftstätigkeit. Der negative Free Cash-Flow der nicht fortgeführten Aktivitäten konnte dagegen durch gesunkene Mittelabflüsse aus der operativen Geschäftstätigkeit wie auch aus der Investitionstätigkeit auf Ɲ1.371 Mio € mehr als halbiert werden. Insgesamt betrug der Free Cash-Flow damit Ɲ1.736 Mio €.

Bei den fortgeführten Aktivitäten ergab sich aus der Finanzierungstätigkeit ein Mittelabfluss von 758 Mio €, 743 Mio € weniger als im Vorjahr. Die Veränderung betraf einerseits die Aufnahme von Finanzschulden in Höhe von 1.115 Mio € im Berichtsjahr, der im Vorjahr eine Rückzahlung von 445 Mio € gegenüberstand. Andererseits waren im Berichtsjahr die Auszahlungen im Zusammenhang mit der Finanzierung der nicht fortgeführten Aktivitäten um 1.157 Mio € niedriger. Gegenläufig wirkten hauptsächlich die im Vorjahr erfassten Einzahlungen von 1.631 Mio € aus dem Verkauf eigener Aktien. Darüber hinaus flossen aus sonstigen Finanzierungsvorgängen 102 Mio € ab – nach einem Mittelzufluss von 185 Mio € im Vorjahr. Aus der Veränderung ergab sich ein Mittelabfluss von 287 Mio €; er betraf insbesondere die Rückführung von Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen. Der Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit der nicht fortgeführten Aktivitäten sank um 1.772 Mio €; sowohl im Berichtsjahr als auch im Vorjahr betraf die Finanzierungstätigkeit vor allem die Einbindung von Steel Americas und Stainless Global in die Konzernfinanzierung. Insgesamt verminderte sich der Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit um 1.029 Mio € auf 498 Mio €.

Zentrale Finanzierung und Liquiditätssicherung

Die Finanzierung des Konzerns erfolgt grundsätzlich zentral durch die ThyssenKrupp AG. Eine mehrjährige Finanzplanung sowie eine monatlich rollierende Liquiditätsplanung mit einem Planungszeitraum von bis zu einem Jahr bilden dafür die Basis. Wichtigste Liquiditätsquelle sind die Mittelzuflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit. Durch unsere Cash-Management-Systeme nutzen Konzerngesellschaften Liquiditätsüberschüsse anderer Unternehmenseinheiten, um ihren Liquiditätsbedarf zu decken. Dies verringert das Fremdfinanzierungsvolumen und somit den Zinsaufwand. Um das benötigte Fremdfinanzierungsvolumen zu beschaffen, nutzen wir Geld- und Kapitalmarktinstrumente. Darüber hinaus nehmen wir fest zugesagte Kreditlinien in unterschiedlichen Währungen und mit unterschiedlichen Laufzeiten in Anspruch und nutzen selektiv außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente wie Forderungsverkaufsprogramme oder Operating Leases. Einzelheiten zu den frei verfügbaren Kreditlinien sind unter Anhang-Nr. 17 zu finden.

Die zentrale Finanzierung ermöglicht uns einen einheitlichen Auftritt auf den Kapitalmärkten. Das stärkt unsere Verhandlungsposition gegenüber den Banken und anderen Marktteilnehmern und macht es uns leichter, Kapital zu bestmöglichen Konditionen aufzunehmen oder anzulegen.

Die ThyssenKrupp AG ist Vertragspartei folgender Vereinbarungen, die bestimmte Bedingungen für den Fall vorsehen, dass eine vereinbarte Finanzkennzahl – der sogenannte Verschuldungsgrad (Gearing) – nicht eingehalten wird. Das Gearing bezieht sich auf das Verhältnis von Netto-Finanzschulden zum Eigenkapital im Konzernabschluss und soll 150 % nicht überschreiten. Diese Grenze wurde auch zum 30. September 2012 eingehalten; das Gearing betrug 128,1 %. Im Vorjahr waren es 34,5 %.

Die Gesellschaft hat mit einem Bankenkonsortium einen Vertrag über eine fest zugesagte, derzeit nicht in Anspruch genommene Kreditlinie von 2,5 Mrd € abgeschlossen. Dieser Vertrag kann mit sofortiger Wirkung gekündigt werden, wenn die Gearing-Grenze nicht eingehalten wird und dies von einer Bankengruppe verlangt wird, die mehr als 50 % der Kreditlinie repräsentiert. In Anspruch genommene Kreditbeträge müssen dann getilgt werden; für eine neue Inanspruchnahme stünde die Kreditlinie dann nicht mehr zur Verfügung.

Die Gesellschaft hat mit der European Investment Bank, Luxemburg, einen Vertrag über ein Förderdarlehen in Höhe von 210 Mio € abgeschlossen. Dieser Vertrag kann mit sofortiger Wirkung gekündigt werden, wenn die Gearing-Grenze nicht eingehalten wird und der Kreditgeber dies verlangt. Der in Anspruch genommene Kreditbetrag muss dann sofort getilgt werden.

Die Gesellschaft hat für ihre Tochtergesellschaft ThyssenKrupp Companhia Siderúrgica do Atlântico eine Garantie für ein Darlehen in Höhe von ursprünglich rund 2 Mrd brasilianische Real abgegeben. Das Darlehen war zum 30. September 2012 noch mit einem Gegenwert von 753 Mio € in Anspruch genommen. Wird die Gearing-Grenze nicht eingehalten, muss die Garantie der Gesellschaft auf Verlangen von BNDES – der Brasilianischen Entwicklungsbank – durch eine Bankgarantie ersetzt werden.

Zum 30. September 2012 hatte ThyssenKrupp 2,3 Mrd € flüssige Mittel und 4,4 Mrd € frei verfügbare Kreditlinien. Zusammen ergab sich hieraus eine verfügbare Liquidität von 6,7 Mrd €. Darüber hinaus standen uns Finanzierungsmöglichkeiten innerhalb eines Commercial Paper Program mit einem maximalen Emissionsvolumen von 1,5 Mrd € zur Verfügung; das Programm war zum 30. September 2012 nicht in Anspruch genommen. Die Nutzungsmöglichkeit des Commercial Paper Program hängt von der Aufnahmebereitschaft des Marktes ab. Die Finanzierung und Liquidität des Konzerns waren im Berichtsjahr stets gesichert.

Emittenten-Ratings seit 2001

Wir verfügen seit 2001 über Emittenten-Ratings der Rating-Agenturen Moody's und Standard & Poor's sowie seit 2003 von Fitch. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat Standard & Poor's eine Herabstufung unseres Langfrist-Ratings von BB+ auf BB vorgenommen; es befindet sich weiterhin unterhalb der Grenze zum Investment Grade. Bei Moody's und Fitch liegt unser Rating dagegen unverändert im Investment-Grade-Bereich, auch wenn der Rating-Ausblick im abgelaufenen Geschäftsjahr jeweils von stabil auf negativ angepasst wurde. Der negative Ausblick eines Ratings besagt, dass die Rating-Agentur die Rating-Einschätzung einem genaueren Monitoring unterzieht und üblicherweise innerhalb eines Zeitraums von 12-18 Monaten über die Rating-Einschätzung erneut entscheidet. Sollte es zu einer Herabstufung unseres Ratings kommen, würden sich die vertraglich feststehenden Finanzierungskosten des Konzerns um einen niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag erhöhen.

Langfrist
Rating
Kurzfrist- Rating Ausblick
Standard & Poor's BB B negativ
Moody's Baa3 Prime-3 negativ
Fitch BBB- F3 negativ

Analyse der Bilanzstruktur

Die Bilanzsumme verminderte sich gegenüber dem 30. September 2011 um insgesamt 5.319 Mio € auf 38.284 Mio €. Hierin ist eine umrechnungsbedingte Erhöhung um 852 Mio € enthalten, die insbesondere die Kursentwicklung des US-Dollar betraf.

Die langfristigen Vermögenswerte gingen um 6.116 Mio € zurück. Dieser starke Rückgang betraf mit 6.596 Mio € in erster Linie die Sachanlagen, hauptsächlich als Folge von Umgliederungen in die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte auf Grund der im Geschäftsjahr 2011/2012 eingeleiteten Veräußerung der Business Area Steel Americas sowie der Entkonsolidierung der US-amerikanischen Gießerei Waupaca; gegenläufig wirkten Wechselkurseffekte von 331 Mio €. Die immateriellen Vermögenswerte stiegen um 125 Mio €, was an höheren Firmenwerten im Zusammenhang mit Unternehmenserwerben in den Business Areas Elevator Technology und Plant Technology sowie an Wechselkurseffekten lag. Der Rückgang der langfristigen sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte um 234 Mio € resultierte im Wesentlichen ebenfalls aus Umgliederungen in die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte. Die aktiven latenten Steuern nahmen um 539 Mio € zu. Ursächlich war insbesondere der Aufbau steuerlich nutzbarer Verluste im In- und Ausland.

Die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich um 797 Mio €; dabei entfielen 370 Mio € auf Wechselkurseinflüsse.

Die Vorräte lagen mit 6.367 Mio € zum 30. September 2012 um 1.738 Mio € unter dem Vorjahreswert. Wesentliche Ursachen waren Umgliederungen in die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte sowie mengenund herstellungskostenbedingte Rückgänge in der Business Area Steel Europe.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen lagen mit 5.126 Mio € auf dem Niveau des Vorjahres. Umgliederungen in die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte standen hier insbesondere Wechselkurseffekte sowie eine erhöhte Anarbeitung bei den Fertigungsaufträgen gegenüber.

Die kurzfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte verminderten sich um 210 Mio €, überwiegend als Folge der Derivatebilanzierung. Die kurzfristigen sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte erhöhten sich dagegen um 93 Mio €, vor allem durch gestiegene Vorauszahlungen für die Beschaffung von Vorräten.

Der Rückgang der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente um 1.009 Mio € resultierte in erster Linie aus Auszahlungen von 1.461 Mio € im Zusammenhang mit der Finanzierung der nicht fortgeführten Aktivitäten sowie aus dem negativen Free Cash Flow von Ɲ365 Mio €; hinzu kamen 293 Mio € Gewinnausschüttungen. Gegenläufig wirkten hauptsächlich Einzahlungen von 1.115 Mio € aus der Aufnahme von Finanzschulden, die mit 1.250 Mio € insbesondere die Platzierung einer neuen Anleihe im Februar 2012 betrafen.

Die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte erhöhten sich deutlich um 3.706 Mio € auf 9.467 Mio €. Der Anstieg betraf die im Geschäftsjahr 2011/2012 eingeleitete Veräußerung der Business Area Steel Americas (4.446 Mio €) sowie die im September 2012 eingeleiteten Verkäufe der Berco-Gruppe in der Business Area Components Technology (330 Mio €) sowie der ThyssenKrupp Tailored-Blanks-Gruppe in der Business Area Steel Europe (308 Mio €). Gegenläufig wirkten vor allem die Verkäufe der zivilen Bereiche von Blohm + Voss (620 Mio €) in der Business Area Marine Systems im 2. Quartal 2011/2012 sowie der Xervon-Gruppe (451 Mio €) in der Business Area Materials Services im November 2011. Darüber hinaus ergab sich bei Stainless Global insgesamt ein Rückgang um 242 Mio €; einer Erhöhung als Folge der weiterlaufenden Geschäftstätigkeit standen Abwertungsaufwendungen von 400 Mio € auf Basis des Vertrags mit Outokumpu gegenüber.

Das Eigenkapital verminderte sich zum 30. September 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 5.856 Mio € auf 4.526 Mio €. Hauptfaktoren waren der Jahresfehlbetrag von 5.042 Mio €, Dividendenzahlungen von 293 Mio € sowie die im sonstigen Ergebnis berücksichtigten versicherungsmathematischen Verluste aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen von 836 Mio € (nach Steuern). Kompensierend waren vor allem die im sonstigen Ergebnis erfassten unrealisierten Gewinne aus der Währungsumrechnung von 335 Mio €. Der Rückgang der im Eigenkapital erfassten nicht beherrschenden Anteile um 403 Mio € betraf insbesondere die Verluste bei der ThyssenKrupp Companhia Siderúrgica do Atlântico. Hauptsächlich durch die Abwertungsaufwendungen in der Business Area Steel Americas sank die Eigenkapitalquote von 23,8 % auf 11,8 %.

Die langfristigen Verbindlichkeiten verminderten sich insgesamt um 617 Mio €; dabei gingen die langfristigen Finanzschulden um 1.238 Mio € zurück. Um 1.322 Mio € niedrigere Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – überwiegend Folge von Umgliederungen in die Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten – standen einer Erhöhung bei den Anleihen aus der oben erwähnten Anleiheemission im Februar 2012 gegenüber. Weitere Abnahmen resultierten hauptsächlich aus Umgliederungen in die kurzfristigen Finanzschulden. 1.002 Mio € betrafen eine im Februar 2013 zu tilgende Anleihe und 249 Mio € im April 2013 fällige Schuldscheindarlehen. Gegenläufig wirkten mit 768 Mio € höhere Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen: Erhöhend waren dabei mit 1.220 Mio € insbesondere Auswirkungen aus den im Rahmen der Neubewertung der Pensions- und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen zum 30. September 2012 aktualisierten Zinssätzen, mindernd hauptsächlich der Verkauf der US-amerikanischen Gießerei Waupaca sowie Plananpassungen. Die Erhöhung der sonstigen langfristigen Rückstellungen um 106 Mio € betraf insbesondere Anpassungen infolge des niedrigen Marktzinsniveaus sowie im Berichtsjahr eingeleitete Restrukturierungsmaßnahmen. Die passiven latenten Steuern nahmen um 292 Mio € ab, insbesondere durch erhöhte Verrechnungsmöglichkeiten von aktiven und passiven latenten Steuern als Folge des Aufbaus steuerlich nutzbarer Verluste.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten erhöhten sich insgesamt um 1.154 Mio €; 242 Mio € entfielen dabei auf Wechselkurseinflüsse.

Der Rückgang der sonstigen kurzfristigen Rückstellungen um 168 Mio € betraf insbesondere belastende Verträge, Prozess- und Finanzierungsrisiken sowie Rückstellungen im Zusammenhang mit CO2-Emissionsrechten. Die kurzfristigen Finanzschulden stiegen um 1.751 Mio €; hauptverantwortlich waren mit 1.251 Mio € die angesprochenen Umgliederungen einer Anleihe und von Schuldscheindarlehen sowie erhöhte Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten .

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gingen um 1.412 Mio € zurück; dazu trugen alle fortgeführten Aktivitäten bei, in der Business Area Components Technology insbesondere der Verkauf von Waupaca. Darüber hinaus wirkten sich auch hier Umgliederungen in die Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten mindernd aus.

Die kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten nahmen um 390 Mio € ab, vor allem durch die Derivatebilanzierung sowie die Rückführung von Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen. Der Anstieg der kurzfristigen sonstigen nicht-finanziellen Verbindlichkeiten um 767 Mio € war hauptsächlich durch erhöhte Kundenanzahlungen und Wechselkurseffekte verursacht.

Die Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten erhöhten sich um 690 Mio € auf 3.914 Mio €. Der Anstieg resultierte hauptsächlich aus den im Geschäftsjahr 2011/2012 eingeleiteten Veräußerungen der Business Area Steel Americas (1.315 Mio €) sowie der Berco-Gruppe (170 Mio €) und der ThyssenKrupp Tailored-Blanks-Gruppe (106 Mio €). Gegenläufig wirkten in erster Linie die bereits erwähnten Verkäufe der Xervon-Gruppe (397 Mio €) sowie der zivilen Bereiche von Blohm + Voss (325 Mio €).

Nichtbilanziertes Vermögen und außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente

Neben dem in der Bilanz ausgewiesenen Vermögen nutzt der Konzern nicht bilanzierungsfähige Vermögenswerte. Es handelt sich im Wesentlichen um geleaste, gepachtete oder gemietete Güter (Operating Lease). Einzelheiten können Sie unter der Anhang-Nr. 21 nachlesen. Zu unseren außerbilanziellen Finanzierungsinstrumenten zählen vor allem Forderungsverkaufsprogramme. Dazu finden Sie Näheres unter der Anhang-Nr. 10. Für den Fall, dass derartige Finanzierungsinstrumente in der Zukunft nicht mehr verfügbar sein sollten, haben wir ausreichend freie Kreditlinien. Dies gilt auch für den regresslosen Verkauf von Forderungen, die der Konzern im Rahmen des normalen Geschäftsbetriebs zum Stichtag in Höhe von rund 1 Mrd € veräußert hat; im Vorjahr waren es ebenfalls rund 1 Mrd €.

Als immaterieller Vermögenswert ist die Marke ThyssenKrupp für uns besonders wichtig. Sie steht für den Qualitätsanspruch der Konzernprodukte und -leistungen, verfügt über eine hohe Wiedererkennbarkeit und ist ein klares Differenzierungsmerkmal im globalen Wettbewerb. Damit unterstützt die Marke unsere Konzerngesellschaften im Auftritt auf deren jeweiligen Märkten. Durch die Wettbewerbsstärke des Konzerns sowie eine kontinuierliche Kommunikationsarbeit wird der Markenwert nachhaltig weiter ausgebaut. Zur hohen Reputation von ThyssenKrupp tragen außerdem die Führungskräfte und Mitarbeiter bei, die sich mit ihrem Wissen und Können um Technik und Märkte für den Konzern einsetzen.

Auch unsere langjährigen, von gegenseitigem Vertrauen geprägten Beziehungen zu Kunden und Lieferanten sind für uns von hohem Wert, weil sie kurzfristige Marktrisiken mindern. Die Zufriedenheit unserer Kunden hat höchste Priorität für uns. Wir setzen alles daran, den Kunden durch individuelle Produkt- und Technologielösungen sowie maßgeschneiderte Dienstleistungen – begleitet von strenger Qualitätssicherung – Nutzen- und damit Wettbewerbsvorteile zu bieten. Gerade im internationalen Anlagenbau machen sich diese bewährten Kontakte ebenso wie die anerkannte technologische Kompetenz unseres Konzerns bezahlt. Auch die Beziehungen zu unseren Zulieferern sind langfristig ausgerichtet und so ausgelegt, dass sie eine stabile Versorgungssituation gewährleisten; dies schließt aber die notwendige regionale und zeitliche Flexibilität nicht aus. Unser Lieferantenportfolio, die Vertragszeiträume, aber auch der Materialeinsatz und dessen Effizienz werden ständig optimiert und an die sich ändernden Marktbedingungen angepasst. Bei Kunden wie auch bei Lieferanten achten wir zudem auf ausreichende Bonität.

Durch intensive Investor-Relations-Arbeit gelingt es uns, in- und ausländische Investoren von den langfristigen Perspektiven unseres Unternehmens zu überzeugen. Dies sichert die Wettbewerbsposition auf den Finanzmärkten und die Liquidität des Konzerns.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Nachhaltiges Wirtschaften ist fest in der Konzernstrategie verankert. Mit unserer Ingenieurkompetenz ermöglichen wir unseren Kunden, sich Vorteile im weltweiten Wettbewerb zu erarbeiten sowie innovative Produkte wirtschaftlich und ressourcenschonend herzustellen. Grundlage dafür ist eine verantwortungsvolle und auf langfristige Wertschöpfung ausgerichtete Unternehmensführung.

Nachhaltigkeit

ThyssenKrupp betrachtet Nachhaltigkeit als einen wesentlichen Innovationsmotor und kontinuierlichen Prozess zur Verbesserung der ökonomischen, ökologischen und sozialen Entwicklung des Unternehmens. Nachhaltiges und verantwortliches Wirtschaften ist bei ThyssenKrupp fester Bestandteil der Unternehmenskultur und seit 200 Jahren gelebte Praxis. Unser Bekenntnis zu einer nachhaltigen Entwicklung haben wir zudem mit dem Beitritt zum Global Compact der Vereinten Nationen unterstrichen. Die Handlungsschwerpunkte zur Nachhaltigkeit werden vom Konzernvorstand und den Vorstandsvorsitzenden der Business Areas in einem systematischen Prozess definiert und regelmäßig überprüft. Das zentrale Nachhaltigkeitsmanagement unterstützt die Fachbereiche und Business Areas bei der Weiterentwicklung der Prozesse in den Handlungsschwerpunkten. Im Berichtsjahr hat der Konzern zudem seine Berichterstattung zur Nachhaltigkeit im Internet gemäß den internationalen Standards der Global Reporting Initiative sowie des Global Compact der Vereinten Nationen erweitert.

Im Folgenden berichten wir über wesentliche Nachhaltigkeitsaktivitäten in den Bereichen Innovationen, Mitarbeiter, Umwelt- und Klimaschutz sowie gesellschaftliches Engagement.

  • Im Berichtsjahr hat ThyssenKrupp mit einer Zweiwalzenmühle für die wirtschaftliche Zuckerrohrverarbeitung eine Innovation "von Emerging Markets für Emerging Markets" vorgestellt (mehr unter "Innovationen").
  • Die Arbeitssicherheit wurde weiter verbessert: In den letzten fünf Jahren ging die Anzahl der Unfälle im Konzern um über 50 % zurück (mehr unter "Mitarbeiter"). Zudem wurde Arbeitssicherheit in die Planungsprozesse des Konzerns aufgenommen.
  • Die Business Area Steel Europe hat die Zertifizierung des Energiemanagements der Stahlproduktion nach der internationalen Norm ISO 50001 abgeschlossen. Mit bereinigt rund 1,7 t CO2 je Tonne Rohstahl liegt unsere Stahlproduktion deutlich unter dem globalen Durchschnitt (mehr unter "Umwelt und Klima").
  • Unser IdeenPark 2012 war für 320.000 Besucher ein beeindruckendes Technikerlebnis (mehr unter "Gesellschaftliches Engagement").

Innovationen

Innovationen und neue Technologien sind Basis für das zukünftige Wachstum des Konzerns. In einem weltweiten Netzwerk arbeiten mehr als 3.000 Forscher und Entwickler an Lösungen für die steigenden Ansprüche unserer Kunden und den schonenden Umgang mit vorhandenen Ressourcen. Die folgenden Beispiele stehen stellvertretend für zahlreiche aktuelle Innovationen unseres Unternehmens.

Neuer Composite-Werkstoff

Auf einer Pilotanlage ist die Fertigung des neuen Verbundwerkstoffs LITECOR® angelaufen. Der Werkstoff besteht aus zwei dünnen Deckblechen und einer dazwischen liegenden, fest mit den Deckblechen verklebten Kunststoffschicht. So sind die Vorteile beider Materialien kombiniert: die hohe Festigkeit von Stahl und das geringe Gewicht des Kunststoffs. Ursprünglich als wirtschaftliche Alternative zu Aluminium und Kunststoff im Fahrzeugkarosseriebau konzipiert, öffnen sich für LITECOR® auch außerhalb der Automobilindustrie zahlreiche Anwendungsgebiete. Für den neuen Werkstoff haben wir mit einem renommierten Institut und erstmalig mit einem Kunden eine CO2-Bilanz erstellt, die vom TÜV zertifiziert ist. Hierbei wurde über alle Phasen des Produktlebenszyklus eine besonders gute CO2-Bilanz nachgewiesen.

Energiekosten und Emissionen über Produktlebenszyklus

Unsere Life Cycle Assessments für Stahlwerkstoffe ermöglichen es, die umwelttechnischen Eigenschaften über den gesamten Produktlebenszyklus nachzuvollziehen – von der Produktion über den Gebrauch bis zum Recycling. Um diese komplizierten Berechnungen auch Nicht-Technikern nahezubringen, haben wir eine "App" entwickelt. Die "Autobody LCA"-App für iPad und iPhone ist frei verfügbar und erlaubt es, mit einer bedienungsfreundlichen Benutzeroberfläche eine komplette Karosserie oder auch Einzelbauteile aus Stahl mit Aluminiumvarianten zu vergleichen. Die Anwendung vermittelt, dass Stahl anderen Leichtbauwerkstoffen – bei gleichzeitigem Kostenvorteil – hinsichtlich einer ganzheitlichen CO2-Bilanz oft überlegen ist.

Optimierte Fundamente für Offshore-Windenergieanlagen

Als Lieferant kompletter Fundamente für Offshore-Windenergieanlagen unterstützt die Business Area Materials Services die Entwicklung des innovativen Fundament-Designs "Hexabase" eines Engineeringspezialisten. Die sechseckige Struktur aus Stahlrohren zeichnet sich im Vergleich zu anderen Konstruktionen durch ihre Leichtbauweise aus. Außerdem bietet die transport- und fertigungsoptimierte Konstruktion wesentliche Vorteile in Logistik und Projektmanagement. Dank standardisierter Vorprodukte mit hohem Automatisierungsgrad lassen sich die Fundamente bei hoher Qualität kostengünstig fertigen.

Aufzugstechnologie für Hochhäuser ausgebaut

Für den High-Rise-Bereich – die Formel 1 im Aufzugsbau – werden hochwertige Produkte und Komponenten benötigt. Eine Schlüsselkomponente dieser Aufzüge für Hochhäuser ist der Antrieb, der bereits in verschiedenen Baugrößen durch unsere Ingenieure entwickelt wurde. Die elektrischen Maschinen dieser getriebelosen "Synchron-Fast"-Antriebsbaureihe arbeiten erfolgreich beispielsweise im Shanghai World Financial Center, im Frankfurter Commerzbank Tower und im CMA Tower in Riad. Auch für das One World Trade Center in New York wurden Antriebe produziert. Die größte Maschine dieser Baureihe kann Aufzüge mit über 550 m Förderhöhe und über 5.000 kg Tragkraft bewegen. Im Berichtsjahr haben wir die Antriebsbaureihe im oberen Leistungsbereich noch erweitert. Diese Baugröße ist insbesondere für kleine bis mittlere Doppeldecker-Aufzüge in Hochhäusern interessant. Bei Doppeldecker-Aufzügen gibt es einen zweistöckigen Fahrkorb, der in beiden Ebenen Passagiere transportiert. Durch Wirkungsgrade bis zu 97 % profitieren unsere Kunden von den geringeren Energiekosten.

Evolution® Blue Technology verbessert

Unsere Entwickler haben das erfolgreiche Aufzugssystem Evolution® Blue Technology weiter verbessert. Es lässt sich nun an unterschiedliche Schachtgrößen anpassen und nutzt so den Schacht optimal aus. Durch die geringeren Abmessungen von Schachtkopf und -grube geht das System noch flexibler auf die Gebäudearchitektur ein; gerade bei Modernisierungen bedeutet dies einen wichtigen Vorteil. Neben dem Einsatz neuartiger Materialien, die den Verschleiß reduzieren, ist die Elektronik komplett überarbeitet. Außerdem wird die Bremsenergie in das Netz zurückgespeist, und die elektrischen Komponenten schalten sich verbrauchsorientiert ab, so dass eine bestmögliche Energieeffizienz erreicht wird. Das am Markt stark nachgefragte Aufzugssystem ist in drei Modellvarianten mit attraktiven Farbkombinationen erhältlich.

Geringerer Energieverbrauch für Chlor-Alkali-Elektrolyse

Chlor ist mit einer Jahresproduktion von rund 70 Mio t eine der weltweit wichtigsten Grundchemikalien. Die sehr energieaufwendige Herstellung erfolgt in elektrochemischen Zellen mit Elektroden, die durch eine Membran getrennt sind. Unsere Ingenieure haben dafür jetzt die neue energiesparende Generation 6 der Chlor-Alkali-Elektrolyse entwickelt. In dieser sogenannten Zero-Gap-Technologie stellt ein elastisches Element die abstandslose Position der Membran zwischen den Elektroden auf der gesamten aktiven Fläche sicher. Die Energieeinsparungen erhöhen für unsere Kunden die Wirtschaftlichkeit ihrer Produktionsanlagen.

Zweiwalzenmühle für wirtschaftliche Verarbeitung von Zuckerrohr

Das komplette Redesign einer Walzenmühle für die Zuckerrohrverarbeitung ist eine Innovation "von Emerging Markets für Emerging Markets". Die energieeffiziente Zweiwalzenmühle wurde von unseren Ingenieuren in Indien entwickelt. Durch ihre zwei Walzen benötigt sie 25 % bis 30 % weniger Energie als herkömmliche dreiwalzige Mühlen; außerdem ist der Verschleiß geringer. Die Einfachheit der Anlage senkt zudem die Investitionskosten sowie den Aufwand für Wartung und Justierung. Mit ihren niedrigen Kosten in Anschaffung und Betrieb ist die Anlage optimal auf die lokalen Bedürfnisse zugeschnitten.

Montagelinie für Batteriesysteme entwickelt

Elektrofahrzeuge benötigen Antriebsbatterien von höchster Leistungsfähigkeit. Deshalb entwickeln Thyssen-Krupp Spezialisten für Automatisierungstechnik im neuen Technikum bei Chemnitz eine Montagelinie für Batteriesysteme mit Lithium-Ionen-Zellen. Die neuen Anlagen können die Zellherstellung sowie die Modulund Batteriemontage verbessern.

DampMatic® II – innovativer Fahrzeugstoßdämpfer

Die Abstimmung von Stoßdämpfern bedeutet, den Zielkonflikt zwischen den kundenrelevanten Kriterien Fahrkomfort, Agilität und Sicherheit bestmöglich aufzulösen. Dabei sind zum Teil gegensätzliche Anforderungen zu erfüllen: weiche Dämpfung für ein gutes Komfortverhalten, aber straffe Dämpfung für dynamische Fahrmanöver oder sportliche Fahrweise. Mit der Verstelldämpfung DampMatic® II lässt sich dieses Spannungsfeld deutlich lösen. Kern der Erfindung ist eine passive Bypass-Steuerung, die die Dämpfkraft dem Fahrzeugzustand automatisch anpasst. Diese Innovation kommt ohne zusätzliche elektronische Komponenten aus, so dass das Kosten-Nutzen-Verhältnis optimal ist. Wegen der gegenüber der ersten Generation erheblich höheren Funktionalität bei geringen Mehrkosten wird DampMatic® II ab 2013 in einer globalen Fahrzeug-Plattform eines deutschen Automobilherstellers eingesetzt.

Innovation "von Emerging Markets für Emerging Markets" bietet Kostenvorteile.

644 Mio € für Forschung und Entwicklung

Für unsere Innovationen bei Produkten, Verfahren und Dienstleistungen haben wir im Berichtsjahr 644 Mio € aufgewendet. Davon betrugen die Forschungs- und Entwicklungskosten 244 Mio €. Die Abschreibungen auf in den Vorjahren aktivierte Entwicklungskosten machten 57 Mio € aus, und die kundenauftragsbezogenen Entwicklungen beliefen sich auf 343 Mio €. Insgesamt haben sich die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen gegenüber dem Vorjahr um 17 % erhöht; vor allem im Anlagenbau- und Aufzugsgeschäft wurden die Aktivitäten erheblich gesteigert. Im Komponentengeschäft haben speziell die kundenauftragsbezogenen Entwicklungen zugelegt.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG, KOSTEN IN MIO €

2010/2011* 2011/2012 Veränderung
in %
Forschungs- und Entwicklungskosten 221 244 10
Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten 44 57 30
Kundenauftragsbezogene Entwicklungskosten** 286 343 20
Insgesamt 551 644 17

* Die Vorjahresbeträge wurden angepasst ** Teil der Umsatzkosten ohne Verrechnung von Zulagen/Zuschüssen

Mitarbeiter

Unsere Mitarbeiter prägen das Bild des Konzerns und seinen Erfolg bei unseren Kunden und weiteren Geschäftspartnern. Deshalb suchen wir ständig Nachwuchstalente im Wettbewerb um die besten Köpfe, bilden unsere Fach- und Führungskräfte fort und bieten anspruchsvolle Aufgaben und Berufschancen.

Im Berichtsjahr hat sich die Mitarbeiterzahl vor allem durch Portfoliomaßnahmen vermindert. Zum 30. September 2012 wurden weltweit 167.961 Mitarbeiter beschäftigt; dies bedeutet einen Rückgang um 12.089 oder knapp 7 %. Die Mitarbeiter scheiden beim Verkauf ihres Unternehmens aus dem Konzern aus, bleiben jedoch bei ihrem bisherigen Betrieb beschäftigt. Die Beschäftigungssicherung ist ein wichtiges Element aller Portfoliomaßnahmen. Leicht überdurchschnittlich waren die Belegschaften in Deutschland von dem Rückgang betroffen. Unter den fortgeführten Business Areas war die Abnahme bei Marine Systems (Ɲ28,8 %) wegen des Verkaufs des Reparatur- und Komponentengeschäfts am stärksten, während Elevator Technology und Plant Technology ihr Arbeitsplatzangebot um 2,9 % bzw. 6,4 % erhöhen konnten.

Der Personalaufwand betrug im Berichtsjahr 9,1 Mrd € und lag damit knapp 1 % höher als im Vorjahr.

MITARBEITER NACH REGIONEN (30.09.)

2008 2009 2010 2011 2012 Veränderung in %
Deutschland 85.097 81.229 71.072 69.122 64.380 – 6,9
Europa (ohne Deutschland) 46.711 42.291 39.712 36.319 34.701 – 4,5
Nord- und Mittelamerika 31.669 27.431 22.788 24.518 22.116 – 9,8
Südamerika 15.892 15.466 19.629 22.568 21.320 – 5,5
Asien/Pazifik 17.881 18.481 21.544 24.742 24.170 – 2,3
Afrika 2.124 2.597 2.601 2.781 1.274 – 54,2
Weltweit 199.374 187.495 177.346 180.050 167.961 – 6,7

MITARBEITER NACH BUSINESS AREAS (30.09.)

2008 2009 2010 2011 2012 Veränderung in %
Steel Europe 38.692 36.416 34.711 28.843 27.761 – 3,8
Materials Services 47.703 44.316 33.856 36.568 27.595 – 24,5
Elevator Technology 42.992 42.698 44.024 46.243 47.561 2,9
Plant Technology 13.433 13.043 12.972 13.478 14.339 6,4
Components Technology 32.312 27.973 29.144 31.270 28.011 – 10,4
Marine Systems 8.288 7.770 5.488 5.295 3.772 – 28,8
Corporate 2.584 1.865 2.597 2.803 3.084 10,0
Mitarbeiter fortgeführter Aktivitäten 186.004 174.081 162.792 164.500 152.123 – 7,5
Steel Americas 1.158 1.659 3.319 4.060 3.992 – 1,7
Stainless Global 12.212 11.755 11.235 11.490 11.846 3,1
Mitarbeiter Konzern 199.374 187.495 177.346 180.050 167.961 – 6,7

Ausbildungsquote in Deutschland bei 5,8 %

In vielen Ländern der Welt bieten wir jungen Menschen attraktive Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten. Allein in Deutschland strebten 2012 rund 3.700 junge Menschen einen Abschluss in unseren über 50 verschiedenen Ausbildungsgängen und dualen Studiengängen an. Der Schwerpunkt liegt im industriellen bzw. technischen Bereich. Mit viel Engagement vermitteln 151 hauptberufliche Ausbilder und zahlreiche Ausbildungsverantwortliche neben den fachlichen Fähigkeiten auch methodische und soziale Kompetenzen. So legten im Berichtsjahr 92 % der Auszubildenden ihre Abschlussprüfung erfolgreich ab. Gleichzeitig starteten 1.166 junge Menschen ihre Ausbildung bei ThyssenKrupp. In Deutschland lag die Ausbildungsquote bei 5,8 %.

Ein besonderer Höhepunkt im Rahmen der Ausbildung war in diesem Jahr der ThyssenKrupp IdeenPark in Essen. Allein am Azubi-Tag erlebten 1.500 Auszubildende gemeinsam mit ihren Ausbildern die faszinierende Technik und Vielfalt von ThyssenKrupp. Als Teil des IdeenPark-Teams haben zusätzlich 550 Auszubildende aktiv an dieser Technik-Messe mitgearbeitet.

Arbeitssicherheit weiter verbessert

Die Arbeitssicherheit im Konzern wurde 2011/2012 erneut verbessert. Mit 7,2 Unfällen pro 1 Mio geleisteter Arbeitsstunden betrug der Unfallrückgang gegenüber dem Vorjahr 14 %. In den letzten fünf Jahren sind die Unfallzahlen sogar um 50 % gesunken. Vor allem durch die konzernweite Initiative "Null Unfälle" ist die Arbeit in Büros und Betrieben sicherer geworden; die erfolgreiche Initiative wird deshalb fortgeführt und ausgebaut. Nach China haben wir im Berichtsjahr vor allem in Brasilien Führungskräfte im Arbeitsschutzmanagement geschult. Ähnliche Programme sind für die USA und Mexiko vorbereitet. Eine weitere Erhöhung der Arbeitssicherheit wurde erstmals in die operative Planung aufgenommen.

Akademischer Nachwuchs im Fokus

Die Präsenz an Universitäten und Fachhochschulen wird immer wichtiger, um qualifizierte Nachwuchskräfte zu gewinnen. Wir zeigen uns dort als attraktiver Arbeitgeber und knüpfen frühzeitig Kontakte zu den Studierenden. Zu sechs Schwerpunktuniversitäten in Aachen, Berlin, Bochum, Dortmund, Dresden sowie Duisburg-Essen unterhalten wir seit Jahren enge Beziehungen. Hinzu kommen Hochschulen in Brasilien, China, Japan und Russland. Wir engagieren uns darüber hinaus an weiteren Instituten und Fachhochschulen, wie dem Karlsruher Institut für Technologie, der FH Südwestfalen und der FH Dortmund, beispielsweise durch Förderkreise und Unternehmensplanspiele.

Unsere Berufseinstiegsprogramme richten sich an den spezifischen Ansprüchen der unterschiedlichen Zielgruppen aus. In das Praktikantenbindungsprogramm "Next Generation" werden die besten unserer Praktikanten aufgenommen. In ausgewählten Veranstaltungen werden sie systematisch bei ihrem späteren Berufseinstieg im Konzern unterstützt. Für Akademiker mit Forschungsinteresse bietet das Doktorandenprogramm "Your Innovation" die Möglichkeit, an den neuesten Technologien im Konzern mitzuarbeiten. Im Konzern-Traineeprogramm "Create (y)our future" lernen die Trainees verschiedene Tätigkeitsbereiche und Business Areas strategisch und operativ kennen. Projekteinsätze im Ausland runden die Vorbereitung auf Schlüsselpositionen im Konzern ab.

Unser Karriereportal im Internet hat sich als zentrales Informations- und Bewerbungsmedium etabliert. Die meisten Bewerber informieren sich dort vorab über unser Unternehmen. ThyssenKrupp erhielt 2012 die Auszeichnung für die zweitbeste Karrierewebsite Deutschlands im Ranking der schwedischen Unternehmensberatung Potentialpark. Seit einem Jahr gibt es ebenfalls eine mobile Version der Karriereseiten – diese schaffte auf Anhieb den Sprung auf den ersten Platz im Ranking.

Internationale Versetzungen effizient gestaltet

Anfang 2012 wurde in der Konzernzentrale das Competence Center Global Assignments gegründet, um internationale Versetzungen innerhalb des Konzerns einheitlich, transparent und kosteneffizient zu gestalten. Das Team hat bisher mehr als 300 Expatriates bei ihrem Auslandseinsatz unterstützend begleitet. Neben der ausführlichen Vorbereitung durch ein Beratungsgespräch, Sprach- und Kulturtraining sowie komplette Organisation der Übersiedlung stellt das Competence Center sicher, dass Gehalt und Vertrag das länderspezifische Arbeits-, Steuer- und Sozialversicherungsrecht berücksichtigen. Darüber hinaus unterstützt es im Einklang mit der Familienpolitik des Konzerns auch die Partner und Kinder. Das Betreuungsspektrum reicht von einem kurzen Trainee-Einsatz bis zur längerfristigen Begleitung der Führungskräfte bei internationalen Versetzungen.

Moderne betriebliche Altersversorgung

Unser Konzern verfügt über eine Vielzahl von effektiven Modellen der betrieblichen Altersversorgung. Sie wurden im Lauf der Jahre regelmäßig an die sich stets ändernden gesetzlichen und demographischen Rahmenbedingungen angepasst und erfüllen die heutigen Ansprüche an ein modernes Versorgungssystem. Die aktuelle Altersversorgung in Form der beitragsorientierten Direktzusage kombiniert die Möglichkeiten der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerfinanzierung. Ein großer Teil der Mitarbeiter trägt selbst zur Sicherung des Lebensstandards im Alter bei, indem im Rahmen der Bruttoentgeltumwandlung auf heutiges Gehalt verzichtet wird. Der Staat unterstützt dabei steuerlich und der Arbeitgeber belohnt mit zusätzlichen Beiträgen.

ThyssenKrupp PerspActive

Mit "ThyssenKrupp PerspActive", unserem konzernweiten Bewertungs- und Entwicklungsprozess für die oberen 2.000 Führungskräfte, stellen wir sicher, dass ein kompetentes und motiviertes Führungskräfte-Team die Herausforderungen der Zukunft meistert. Ganz im Sinne unseres neuen Leitbildes lag ein Schwerpunkt im Berichtsjahr auf der differenzierten Bewertung der Führungskräfte. Ziel ist es, eine Kultur zu verankern, die offenes Feedback und Leistungsorientierung fördert. Unsere regionale Vernetzung möchten wir weiter ausbauen: In jeder größeren Geschäftseinheit weltweit werden die Bewertungen mit unseren Führungskräften diskutiert; diese Gespräche wurden erstmals durch eigene Gesprächsrunden in den jeweiligen Regionen und Funktionsbereichen ergänzt.

Im Berichtsjahr haben wir außerdem eine einheitliche Vergütungssystematik für die Führungskräfte auf der Ebene unterhalb der Business-Area-Vorstände eingeführt. Einheitliche Kennzahlen zur Bestimmung des Bonus und die Möglichkeit, aktuelle Konzernthemen zu berücksichtigen, steigern die Transparenz und Vergleichbarkeit der Vergütung.

Die konzernweiten Programme für Führungskräfte mit Potenzial für die drei oberen Ebenen unterhalb der Business-Area-Vorstände sind erfolgreich etabliert. Im Berichtsjahr wurden allein auf der Ebene unterhalb des Business-Area-Vorstands mehr als 80 % der freien Positionen mit Kandidaten aus dem Potenzialprogramm oder aus der Nachfolgeplanung besetzt. Die Potenzialprogramme fördern interne Potenzialträger und binden sie langfristig an den Konzern.

ThyssenKrupp Academy

Die Angebote der ThyssenKrupp Academy tragen dazu bei, die oberen 2.000 Führungskräfte des Konzerns zu entwickeln. Sie werden befähigt, die anstehenden Aufgaben zu bewältigen, und gleichzeitig auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet. Mit ihrem zielgruppenspezifischen Programm hat sich die Academy als Ort der Wissensvermittlung, des Lernens und der internen Vernetzung etabliert. Im Berichtsjahr fanden knapp 100 Programmtermine statt. Die Inhalte des Leitbildes standen dabei im Fokus. Zudem wurden verschiedene maßgeschneiderte Angebote aufgesetzt, die Kommunikationsprogramme erweitert und mit "Excellence in Finance" ein neues Format eingeführt.

Vielfalt als personalpolitisches Ziel

Die Werte "Vielfalt" und "Wertschätzung" nehmen in unserem neuen Konzernleitbild einen zentralen Platz ein und sind Antrieb unseres Handelns: Vielfalt als Grundlage unserer Leistungsfähigkeit, gegenseitige Wertschätzung als Basis unseres Miteinanders.

Im Projekt diversity@thyssenkrupp haben wir im letzten Geschäftsjahr den Konzern weltweit analysiert und daraus unsere Diversity-Strategie abgeleitet, die jetzt umgesetzt wird. Im Zentrum unseres neuen Diversity Managements stehen zahlreiche Maßnahmen, die die Vielfalt in den Dimensionen "Geschlecht" und "Nationalität bzw. Ethnizität" steigern. Bei Einstellungs- und Beförderungsentscheidungen werden wir diese Dimensionen stärker berücksichtigen und die Prozesse selbst transparenter machen. Außerdem wollen wir Mitarbeiter, die für Diversity stehen, stärker "sichtbar" machen; wir werden beispielsweise das Mentoring von Potenzialträgern weiter ausbauen.

Familienfreundliche Personalpolitik unterstützt unser Diversity-Engagement.

Auch das Engagement für familienfreundliche Personalpolitik – eines der zentralen Handlungsfelder des Diversity Managements – treiben wir weiter voran. Im August 2012 hat in Essen die betriebsnahe Kindertagesstätte "Miniapolis" für rund 100 Kinder den Betrieb aufgenommen. Ihr Schwerpunkt liegt im Bereich Naturwissenschaft und Technik. Im Frühjahr 2013 ist in Duisburg die Eröffnung der Kita "Stahlsternchen" für rund 40 Kinder geplant. Neben einem naturwissenschaftlich-technischen Schwerpunkt wird hier mit einem bilingualen Ansatz zusätzlich der Bereich Sprache und Interkulturalität besonders gefördert.

Umwelt, Klima und Energie

Verantwortungsvoller Umwelt- und Klimaschutz ist bei ThyssenKrupp ein wichtiges Unternehmensziel. In der Konzernumweltpolitik und einer Konzernrichtlinie zum Umwelt- und Klimamanagement sind die Anforderungen an alle Konzernunternehmen verbindlich festgelegt. Die Umsetzung erfolgt im Rahmen des konzernweiten Umwelt- und Klimamanagements. Zudem betreiben mehr als 90 Konzernunternehmen ein Umweltmanagementsystem nach dem internationalen Standard ISO 14001. Der Betrieb bzw. die Einführung eines Umweltmanagements gemäß ISO 14001 ist für Konzernunternehmen mit wesentlichen Umweltauswirkungen verbindlich. Darüber hinaus werden vielfach Energieeffizienzprojekte intensiviert und Energiemanagementsysteme (EnMS) eingeführt. Die Business Area Steel Europe hat beispielsweise innerhalb von nur sechs Monaten erfolgreich die Zertifizierung des EnMS der Stahlproduktion nach ISO 50001 abgeschlossen. Grundlage hierfür waren die jahrzehntelangen Erfahrungen in Sachen Energieeffizienz.

www.ideenpark.de

Investitionen in den Umwelt- und Klimaschutz

Unser Anspruch lautet, die Umweltauswirkungen unseres Handelns so gering wie möglich zu halten. Dafür setzen wir an unseren Standorten modernste Umweltschutztechnologien ein. Hierzu gehören beispielsweise kontinuierliche Investitionen in Umweltschutzanlagen wie Staubfilter, Abwasseraufbereiter oder Ölabscheider. Nachdem in den letzten beiden Jahren die Investitionen für Umweltschutzanlagen auf Grund des Baus der Stahlwerke in Brasilien und den USA besonders hoch waren, lagen sie im Berichtsjahr mit rund 60 Mio € wieder auf dem Niveau von 2008/2009. Die laufenden Umweltschutzaufwendungen betrugen 547 Mio € und sind damit gegenüber dem Vorjahr um 8 Mio € gestiegen.

LAUFENDE UMWELTSCHUTZAUFWENDUNGEN IN MIO €

2007/2008 2008/2009 2009/2010 2010/2011 2011/2012 Veränderung
in %
Luftreinhaltung 182 162 191 188 201 7
Gewässerschutz 201 195 226 224 222 – 1
Lärm- und Naturschutz 16 13 19 18 23 28
Recycling und Verwertung
von Reststoffen
112 84 96 109 101 – 7
Insgesamt 511 454 532 539 547 1

Gesellschaftliches Engagement

Gemeinsam mit über 200 Partnern lud ThyssenKrupp im August 2012 zum vierten IdeenPark nach Essen. 13 Tage lang präsentierten Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft beeindruckende Experimente, tolle Exponate, interessante Gäste und atemberaubende Shows mit Lösungen für die globalen Herausforderungen. Mit 320.000 Besuchern war der IdeenPark Deutschlands größtes Technikfestival für die ganze Familie.

Der Einsatz für die Menschen an unseren Standorten, die positive Gestaltung unseres Umfeldes und die Förderung von Technikbegeisterung sind für ThyssenKrupp selbstverständlich. Wir engagieren uns weltweit in Initiativen, durch Spenden, Sponsoring und andere Formen der Unterstützung. Dabei bringen wir uns vornehmlich in den Bereichen Bildung/Ausbildung, lokales soziales Engagement und Naturkatastrophenhilfe ein. Das Engagement begründet einen Mehrwert für beide Seiten, Unternehmen und Gesellschaft. Wir stärken unser gesellschaftliches Umfeld und gestalten damit gleichzeitig die Rahmenbedingungen mit, die einen wichtigen Einfluss auf den nachhaltigen Erfolg des Unternehmens haben.

Nachtragsbericht

Auf Empfehlung des Personalausschusses hat der Aufsichtsrat am 10. Dezember 2012 die Bestellung der Vorstandsmitglieder Dr. Olaf Berlien, Edwin Eichler und Dr. Jürgen Claassen mit Wirkung zum 31. Dezember 2012 aufgehoben. Alle drei Herren sind mit der Aufhebung ihrer Bestellung einverstanden.

Voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken

Wenngleich das konjunkturelle Umfeld weiterhin schwierig bleibt und mit hohen Unsicherheiten behaftet ist, gehen wir für 2012/2013 von einem auf Vorjahresniveau bleibenden Umsatz und einem Bereinigten EBIT der fortgeführten Aktivitäten von rund 1 Mrd € aus. Die strategische Weiterentwicklung des Konzerns werden wir weiter intensiv vorantreiben.

Konjunkturausblick

Wirtschaftswachstum weiter schwach

Eine durchgreifende Belebung der Weltwirtschaft ist auch 2013 nicht in Sicht. Ursächlich sind die ungelösten Schuldenprobleme insbesondere im Euro-Raum und die verlangsamte Wachstumsdynamik der aufstrebenden Volkswirtschaften. Nach einem Anstieg von 2,8 % im Vorjahr dürfte die Weltwirtschaft 2013 um 3,0 % wachsen. Dabei sollten die Schwellenländer insgesamt um 5,3 % expandieren, die Industrieländer dagegen nur um 1,4 %. Erst für 2014 rechnen wir mit einer stärkeren Konjunkturdynamik.

Hohe Staatsschulden, der Konsolidierungszwang bei den öffentlichen Haushalten und zurückhaltende Unternehmensinvestitionen belasten die wirtschaftliche Entwicklung im Euro-Raum; daher dürfte das BIP auch 2013 leicht zurückgehen. In den südlichen Ländern ist mit einer anhaltenden rezessiven Entwicklung zu rechnen. In Deutschland könnte das BIP 2013 um 1,0 % wachsen – getragen vor allem vom privaten Verbrauch und den Investitionen.

In den USA wird sich das Tempo der konjunkturellen Erholung kaum verändern. Ein höherer privater Konsum und steigende Unternehmensinvestitionen führen voraussichtlich zu einem Wirtschaftswachstum von erneut 2,1 %. In Japan schwächen sich die Impulse aus dem katastrophenbedingten Wiederaufbau ab, so dass die Wachstumserwartung für 2013 nur noch bei 1,0 % liegt.

Die aktuell abgeschwächte Konjunkturdynamik in vielen Schwellenländern wird sich fortsetzen. Dennoch dürften die großen BRIC-Länder auch 2013 Wachstumsstützen der Weltwirtschaft bleiben. Für China wird ein BIP-Zuwachs von 8,0 % prognostiziert, für Indien 6,5 %.

Industrie mit Zuwächsen

Qualitätsflachstahl – Vor dem Hintergrund der schwachen weltwirtschaftlichen Erholung bleiben die Perspektiven für den Stahlmarkt gedämpft. Die weltweite Walzstahlmarktversorgung wird 2013 voraussichtlich um 3 % auf 1,45 Mrd t steigen; das entspräche einer Rohstahlproduktion von 1,60 Mrd t. Die stärkeren Impulse werden unverändert von den Schwellenländern in Asien, Lateinamerika und der Nahostregion ausgehen. Das Nachfragewachstum dort dürfte jedoch wie bereits 2012 deutlich geringer ausfallen als in den Jahren zuvor. Dies gilt insbesondere für China, wo 2013 ein Plus von 3 % prognostiziert wird. In den USA wird sich das Stahlmarktwachstum voraussichtlich auf knapp 4 % abschwächen. Für den EU-Markt gehen wir für 2013 davon aus, dass sich die Stahlnachfrage auf der Höhe des Vorjahres stabilisieren wird. Mit knapp 40 Mio t wird die deutsche Stahlnachfrage das Vorjahresniveau leicht übertreffen.

Automobilbau – Der globale Automobilmarkt wird auch 2013 wachsen. Weltweit dürften annähernd 81 Mio Personen- und leichte Nutzfahrzeuge produziert werden – knapp 3 % mehr als im Jahr zuvor. Die chinesische Automobilproduktion wird voraussichtlich erneut um 8 % zulegen. In den USA schwächt sich das hohe Wachstum des Vorjahres auf 6 % ab. Der brasilianische Automobilmarkt wird sich mit einem Zuwachs von etwa 4 % wieder erholen. Mit Ɲ2 % weist die japanische Automobilproduktion nach den Aufholeffekten des Vorjahres wieder einen leichten Rückgang aus. Verhalten bleibt auch der Fahrzeugmarkt in Westeuropa. Die gedämpfte Nachfrage lässt die Produktion nochmals leicht unter das schon sehr schwache Vorjahresvolumen fallen.

Maschinenbau – Wegen einer verhaltenen Investitionsneigung wird sich 2013 in vielen Ländern das Wachstum der Maschinenbauproduktion abschwächen. In den USA könnte es sich auf 2,5 % verlangsamen, in China auf 10,5 %. Für den deutschen exportorientierten Maschinenbau erwarten wir eine Produktion auf Vorjahreshöhe.

Bauwirtschaft – Die Bauwirtschaft zeigt sich auch 2013 regional gespalten. In Westeuropa wird die Bauproduktion vor allem wegen anhaltend starker Rückgänge in den südlichen Ländern das Vorjahresniveau verfehlen. Dank der unvermindert guten Nachfrage im Wohnungsbau dürfte die deutsche Bauwirtschaft leicht zulegen. Günstiger bleiben die Perspektiven für einige mittel- und osteuropäische Länder. Die US-Bauindustrie könnte sich langsam erholen. Kräftig bleibt die Baukonjunktur weiterhin in Indien und China mit Wachstumsraten von 8,5 % bzw. gut 10 %.

ENTWICKLUNG IN WICHTIGEN ABSATZMÄRKTEN

2012* 2013*
Marktversorgung Walzstahl, in Mio t
Welt 1.405 1.448
Deutschland 38,6 39,5
USA 97 100
China 639 659
Fahrzeugproduktion, in Mio PKW und leichte Nutzfahrzeuge
Welt 78,6 80,7
Westeuropa/Türkei 14,0 13,9
Deutschland 5,7 5,7
USA 9,8 10,5
Japan 9,4 9,2
China 17,3 18,7
Brasilien 3,0 3,2
Maschinenbauproduktion, real, in % gegenüber Vorjahr
Deutschland 1,0 0,0
USA 6,0 2,5
Japan -1,0 6,0
China 12,0 10,5
Bauproduktion, real, in % gegenüber Vorjahr
Deutschland 1,7 0,7
USA 1,8 6,7
China 7,9 10,3
Indien 6,8 8,5

* Prognose

Erwartete Ertrags-, Finanz- und Liquiditätslage

Geschäftsjahr 2012/2013

Die Business Area Steel Americas wird zum 30. September 2012 – wie bereits vorher die Business Area Stainless Global – als nicht fortgeführte Aktivität behandelt. Die nachfolgende Prognose bezieht sich entsprechend auf die fortgeführten Aktivitäten des Konzerns: Steel Americas und Stainless Global sind darin nicht mehr enthalten. Wir erwarten, Steel Americas im Laufe des Geschäftsjahres 2012/2013 zu verkaufen und die Transaktion Stainless Global bis Jahresende 2012 abzuschließen.

Umsatz und Ergebnis – Die Geschäftsentwicklung des Konzerns im Geschäftsjahr 2012/2013 wird aus heutiger Sicht ganz wesentlich von der noch ausbleibenden Belebung der Weltwirtschaft mit einer ungelösten Schuldenkrise insbesondere im Euro-Raum und einer verlangsamten Wachstumsdynamik in den aufstrebenden Volkswirtschaften geprägt sein.

Unter der Annahme einer überwiegend stagnierenden Entwicklung in den Kernmärkten unserer stärker zyklischen Werkstoff- und Komponenten-Geschäfte, deren verlässliche Planbarkeit im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld nicht wesentlich über ein Quartal hinausreicht, sehen wir derzeit die Entwicklung des Umsatzes und des Bereinigten EBIT im Vergleich zum Vorjahr wie folgt:

  • Wir erwarten einen Konzernumsatz auf dem Niveau des Vorjahres (Umsatz 2011/2012: 40,1 Mrd €). Dabei gehen wir auch davon aus, dass es nicht zu größeren Verwerfungen auf den Rohstoffmärkten kommt. Entfallende Umsätze aus Portfoliomaßnahmen, insbesondere bei Steel Europe und Components Technology, sollten durch organisches Wachstum bei den Industriegüter-Geschäften weitgehend kompensiert werden; dort decken die bestehenden hohen Auftragsbestände die Umsatzplanung bereits bis weit ins zweite Geschäftshalbjahr hinein ab.
  • Unter der Annahme, dass sich die zu Beginn des neuen Geschäftsjahres im Vergleich zum Vorjahr noch verhaltenere Werkstoffkonjunktur fortsetzt, aber nicht noch zunehmend verschärft, sollte das Bereinigte EBIT aus fortgeführten Aktivitäten des Konzerns bei rund 1 Mrd € liegen (Bereinigtes EBIT 2011/2012: 1,4 Mrd €).
  • Beim Bereinigten EBIT der insgesamt stärker zyklischen Werkstoff-Aktivitäten (Bereinigtes EBIT 2011/2012: 0,6 Mrd €), bei denen derzeit eine verlässliche Prognose für das Gesamtjahr noch nicht möglich ist, sehen wir im 1. Quartal 2012/2013 gegenüber dem 4. Quartal 2011/2012 (Bereinigtes EBIT 4. Quartal 2011/2012: 152 Mio €) eine bei hoher Wettbewerbsintensität preis- und mengenbedingt rückläufige Entwicklung.
  • Bei den Industriegüter-Geschäften (Bereinigtes EBIT 2011/2012: 1,7 Mrd €) sollten sich bei Industrial Solutions die Ergebnisbeiträge des Anlagen- und Schiffbaus weitgehend stabil entwickeln. Im Aufzugsgeschäft erwarten wir erste Margen- und Ergebnisverbesserungen. Im Komponenten-Geschäft werden sich neben den Portfoliobereinigungen auch niedrigere Auslastungen in bestehenden Werken, die Anlaufkosten für die neuen Werke in China und Indien sowie die zunehmende Wettbewerbsintensität bei Großwälzlagern für die Windenergie bemerkbar machen. Für das 1. Quartal 2012/2013 erwarten wir gegenüber dem 4. Quartal 2011/2012 (Bereinigtes EBIT 4. Quartal 2011/2012: 423 Mio €) auch bei den Industriegüter-Geschäften insgesamt eine überwiegend saisonal bedingt rückläufige Entwicklung.

Unser Ziel im Geschäftsjahr 2012/2013 ist es weiterhin, die Cash-Generierung nachhaltig zu verbessern und die Netto-Finanzschulden zu reduzieren. Trotz der Schwierigkeiten auf den europäischen Finanzmärkten, der deshalb erschwerten Rahmenbedingungen sowie des temporär gestiegenen Gearing stehen unsere Finanzierung und Liquidität auch im Geschäftsjahr 2012/2013 auf einer gesicherten Basis und können Schwankungen, die sich aus bestimmten kurzfristigen makroökonomischen Themen ergeben, abfedern. Nach den hohen Investitionsauszahlungen für die Großprojekte in Brasilien und den USA sowie für die Kapazitätsoptimierungen am Standort Duisburg liegt das Investitionsniveau des Gesamtkonzerns deutlich unter dem Vorjahr.

Nicht fortgeführte Aktivitäten – Unter der Voraussetzung, dass die nicht fortgeführte Aktivität Steel Americas noch das gesamte Geschäftsjahr 2012/2013 im Konzern verbliebe, würden wir für diese Aktivität einen Verlust im mittleren bis hohen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich erwarten. Für die nicht fortgeführte Aktivität Stainless Global gehen wir im 1. Quartal 2012/2013 bis zum Closing der Transaktion von einem Verlust im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich aus.

Dividende – Wir halten an unserem Ziel der Dividendenkontinuität fest und streben an, wieder eine angemessene Dividende auszuschütten.

Das Bereinigte EBIT soll 2012/2013 bei rund 1 Mrd € liegen.

Mitarbeiter – Nach derzeitigen Planungen werden wir durch zusätzliche Mitarbeiter in bestimmten Regionen, z.B. Brasilien, Indien, China und den USA, unsere Belegschaftsstärke wieder erhöhen. Kommende Portfoliomaßnahmen sind dabei nicht berücksichtigt. Durch den weiteren Ausbau unserer personalpolitischen Maßnahmen werden wir langfristig den Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften sichern. Hierfür bleibt unser Ausbildungsangebot auf traditionell hohem Niveau.

Forschung und Entwicklung – Innovationen haben eine hohe Bedeutung für die Zukunft des Konzerns. Deshalb werden wir unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in allen Bereichen weiter ausbauen; ein besonderer Fokus liegt auf dem Anlagen-, Komponenten- und Aufzugsgeschäft.

Einkauf – Gemessen am Umsatz, dürfte der Materialaufwand rund 60 % betragen. Langjährige Lieferantenbeziehungen, aber auch die Optimierung unserer internationalen Einkaufsaktivitäten, unterstützen uns bei der Reduzierung der Risiken wie der Vermeidung von Lieferengpässen.

Energie – Die Energieversorgung unserer Werke ist weltweit sichergestellt. In Deutschland haben wir den erwarteten Strom- und Erdgasbedarf jetzt schon zu einem hohen Grad mengenmäßig und preislich abgesichert. Die Erdgaskosten werden zwar leicht steigen, die Konditionen sind im Vergleich zu aktuellen Marktpreisen jedoch attraktiv.

Umweltschutz – Mit Blick auf die anstehenden Änderungen im Portfolio des Konzerns ist davon auszugehen, dass sich sowohl die laufenden Umweltschutzaufwendungen als auch die Investitionen auf Basis des Niveaus im Geschäftsjahr 2011/2012 ebenfalls entsprechend verändern. Wie bisher wird dabei der größte Anteil der Ausgaben auf die Luft- und Wasserreinhaltung entfallen.

Geschäftsjahr 2013/2014

Im Geschäftsjahr 2013/2014 werden wir weiter an der strukturellen Verbesserung des Konzerns arbeiten und das ganzheitliche Konzept zur strategischen Weiterentwicklung mit Nachdruck weiter umsetzen. Dies kann unter anderem gezielte Wachstumsimpulse und weitere Optimierungen des Portfolios umfassen. Sofern sich die wirtschaftlichen Auswirkungen der Schuldenkrise nicht auf unser Geschäftsjahr 2013/2014 erstrecken, gehen wir im Zuge des allgemeinen Wirtschaftswachstums auch von einem steigenden Umsatz aus. Höherer Umsatz und strukturelle Verbesserungen sollten sich entsprechend positiv auf das Ergebnis auswirken. Zusätzlich erwarten wir auf der Ergebnisseite für 2013/2014 signifikante Verbesserungen aus den initiierten Konzernprogrammen, insbesondere aus "impact 2015" sowie den kontinuierlichen Effizienzimpulsen aus dem Benchmarking. Da wir darüber hinaus davon ausgehen, die beschriebenen Portfoliomaßnahmen umzusetzen, rechnen wir auch für 2013/2014 mit einer Verbesserung der Eigenkapital- und Finanzierungssituation. Mehr über unsere Konzernprogramme erfahren Sie im Kapitel "Profil und Strategie".

Chancenbericht

Im Rahmen des jährlich aktualisierten strategischen Dialogs leiten wir in allen Business Areas aus den relevanten Markt- und Techniktrends Chancen ab. Dieser konzernweit strukturierte Prozess ist die Basis für die strategische Weiterentwicklung des Konzerns in den Geschäftsfeldern. Darüber hinaus analysieren wir systematisch in einem Regionenprofil, in welchen Gebieten wir für ThyssenKrupp die größten Chancen für die Zukunft sehen. In das Management unserer Chancen sind alle Entscheidungsträger des Konzerns eingebunden – vom Vorstand der ThyssenKrupp AG über die Vorstände der Business Areas und Geschäftsführungen der Konzernunternehmen bis zu Projektleitern mit Marktverantwortung.

Strategische Chancen für den Konzern

Für ThyssenKrupp haben wir die globalen Trends Demografie, Urbanisierung und Globalisierung als Wachstumstreiber identifiziert. Dem Bedarf nach "mehr" stehen aber der Klimawandel, die Endlichkeit natürlicher Ressourcen sowie politische Rahmenbedingungen gegenüber. Dies erfordert, immer bessere und hochwertigere Produkte. In diesem Zusammenspiel aus "mehr" und "besser" sehen wir mit unserer Ingenieurkompetenz in den Anwendungsfeldern "Material", "Mechanical" und "Plant" erhebliche Chancen, uns im internationalen Umfeld als Premiumanbieter zu positionieren.

Bei einem möglichen konjunkturellen Einbruch und fehlenden finanziellen Handlungsmöglichkeiten können wir diese Chancen nur verzögert umsetzen. Die entsprechenden Risiken werden im Risikobericht behandelt.

Flankierend zum strategischen Ausbau werden wir unsere Organisationsstruktur weiterentwickeln und die internen Strukturen und Abläufe weiter verbessern. Das Unternehmensprogramm impact trägt wesentlich und nachhaltig zusammen mit bereichsspezifischen Programmen dazu bei, die Effizienz des Konzerns zu steigern und die Kosten zu senken. Über unsere Unternehmensstrategie einschließlich impact informieren wir Sie umfassend im Abschnitt "Strategische Weiterentwicklung des Konzerns".

Operative Chancen der fortgeführten Business Areas

Steel Europe – Die Business Area konzentriert sich auf das Marktsegment des hochwertigen Qualitätsflachstahls. Insbesondere die globalen Trends zur Urbanisierung und zu steigender Mobilität innerhalb der Gesellschaften, aber auch der Ausbau und die Modernisierung der Energieinfrastruktur bieten diverse Chancen für den Einsatz anspruchsvoller Flachstahlprodukte. Diese befinden sich schon heute im Produkt- und Leistungsportfolio von Steel Europe. Insgesamt verändern sich jedoch zunehmend die Rahmenbedingungen im europäischen Stahlmarkt; das Marktumfeld wird schwieriger. Aus diesem Grund wurde zum Ende des Berichtsjahres das Programm "Best-in-Class! Reloaded" initiiert. Es zielt darauf ab, Chancen für die Business Area unter diesen veränderten Rahmenbedingungen zu identifizieren, daran die Strategie neu auszurichten sowie operative Verbesserungsansätze abzuleiten.

Materials Services – Dienstleistungen gewinnen für die Geschäftsaktivitäten von Materials Services weiter an Bedeutung, da Produzenten und Verarbeiter sich stärker auf ihre Kernaufgaben konzentrieren. Chancen für die Business Area ergeben sich deshalb durch gelebte Kundenorientierung, spezielles Markt- und Branchenwissen, weltweite Verbindungen sowie ein breites Know-how im Projektmanagement.

Elevator Technology – Die Business Area Elevator Technology ist seit Jahren eines der weltweit führenden Unternehmen auf dem Markt für Aufzüge, Fahrtreppen, Fahrsteige, Fluggastbrücken sowie Treppen- und Plattformlifte; dieser Markt bietet weiterhin Wachstums- und Gewinnchancen. Mehr als 900 Standorte rund um den Globus sorgen für ein dichtes Service- und Vertriebsnetz. Mit unserer breiten Produktpalette – sowohl für Standardanlagen als auch für individuelle Kundenlösungen bis hin zu Service- und Modernisierungspaketen – können neue Marktpotenziale erschlossen werden.

Industrial Solutions – Für die neue Business Area Industrial Solutions, die zum 01. Januar 2013 aus den Business Areas Plant Technology und Marine Systems gebildet wird, sehen wir gute Wachstumschancen im Spezial- und Großanlagenbau, weil wir komplette Prozessketten beherrschen und große Erfahrung auf prozessverwandten Gebieten haben. Neue Impulse sind insbesondere in Nordamerika durch die Verfügbarkeit

Für die neue Business Area Industrial Solutions sehen wir gute Wachstumschancen.

von Schiefergas erkennbar. Zudem stärken beständige Innovationen unser Technologieportfolio. Im Marinebereich bestehen weiterhin gute Chancen, in unseren Zielmärkten für konventionelle U-Boote und Überwasser-Marineschiffe nachhaltig zu wachsen. Der signifikant erhöhte Auftragsbestand gibt uns die Möglichkeit, bei guter Auslastung unsere Kernprodukte technologisch weiterzuentwickeln. Die Projektperspektiven – insbesondere im Exportgeschäft – sind für die kommenden Jahre vielversprechend.

Components Technology – Im Geschäft von Components Technology mit Automobilkomponenten sehen wir Chancen durch wachsendes Umweltbewusstsein der Autofahrer. Unsere Komponenten für emissionsarme Motoren sowie unsere gewichtsoptimierten Bauteile reduzieren den CO2-Ausstoß der Fahrzeuge und bieten uns nachhaltige Marktchancen. Im Windenergie-Markt können wir langfristig von der Marktbelebung insbesondere im Offshore-Bereich profitieren.

Leistungswirtschaftliche Chancen bei Kosten und Qualität

Wichtige leistungswirtschaftliche Chancen liegen in neuen und weiterentwickelten Produktionsverfahren, die für uns und unsere Kunden die Kosten senken und die Qualität erhöhen. Gleichzeitig sollen diese Verfahren nachhaltig wirken und für eine bessere CO2-Bilanz sorgen. Unsere neue Produktionstechnik für Chlor beispielsweise ermöglicht es unseren Kunden, im erheblichen Umfang Energie zu sparen, und ist so besonders umweltfreundlich. Mit dem Programm synergize+ bündeln wir unsere Potenziale im Einkauf, um die Materialkosten zu senken.

Risikobericht

Das Risikomanagementsystem bei ThyssenKrupp als Gesamtheit aller Maßnahmen zu einem systematischen und transparenten Umgang mit Risiken ist integraler Bestandteil der wertorientierten Unternehmensführung und geht inzwischen weit über die rechtlich geforderte Risiko-Früherkennung hinaus. Der Vorstand und der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats haben klare Vorgaben für eine Weiterentwicklung des Risikomanagements erteilt.

Durch verbesserte Methoden und Tools können wir Risiken immer besser identifizieren, bewerten und steuern. Die Konzernrisiken sind aus heutiger Sicht begrenzt; den Bestand gefährdende Risiken sehen wir aus heutiger Sicht nicht. Durch den von den europäischen Kartellbehörden genehmigten Verkauf von Stainless Global an Outokumpu und die Wertberichtigung auf Steel Americas hat sich das verbleibende Risikoportfolio des Konzerns reduziert. Mit der Wertberichtigung ist ein im Rahmen unseres Risikomanagementsystems transparent geführtes Risiko eingetreten. Trotz umfassender Analyse, Bewertung und Steuerung von Risiken kann deren Eintreten nicht systematisch ausgeschlossen werden.

Risikopolitik in Unternehmensstrategie eingebettet

Seit 2009 ist das Risikomanagement organisatorisch im Controlling eingebettet und nimmt in Kombination mit der mittlerweile deutlich strategischeren Ausrichtung des Controllings eine weit aktivere und ganzheitlichere Rolle ein und ist integral mit den Planungs-, Reporting- und Überprüfungsprozessen des Konzerns verknüpft. Dabei werden heute erheblich systematischer die Geschäftsmodelle, strategischen Sichtweisen sowie die konkret geplanten Schritte der operativen Einheiten hinterfragt.

Ziel ist es, unternehmerische Chancen optimal zu nutzen und Risiken bewusst, eigenverantwortlich und aktiv zu steuern. Zu einem verantwortungsbewussten Risikomanagement gehört es auch, Risiken außerhalb unserer Kernprozesse zu verlagern, zu reduzieren oder ganz zu vermeiden. Nicht auszuschließen ist dabei das Eintreten von Risiken. Wir bilden Risikovorsorge in erforderlichem Maße und stellen durch verschiedene Risikosteuerungsmaßnahmen sicher, dass die eingegangenen Risiken im Konzern abgedeckt sind.

Risikomanagementsystem konzernweit weiterentwickelt

Seit 2010 besteht ein globales IT-Risikomanagement-Tool zur Durchführung einer integrierten Risikoinventur. Flächendeckend werden in allen Konzerneinheiten bottom-up Ergebnis- und Cash-Risiken erfasst, die im Rahmen von Freigabe- und Aggregationsprozessen über die Vorstände der Business Areas bis zur Konzernebene gemeldet werden. Zu den einzelnen identifizierten und bewerteten Risiken werden Maßnahmen festgelegt und systematisch nachverfolgt.

In der vom Vorstand der ThyssenKrupp AG im Juli 2012 verabschiedeten Neufassung der Konzernrichtlinie Risikomanagement haben wir die verbindlichen Vorgaben für den Risikomanagement-Prozess weiter geschärft und die Risikomanagement-Instrumente weiterentwickelt. Unser Risikomanagementsystem leistet einen wichtigen Beitrag zur innerjährlichen Geschäftssteuerung und zur Unternehmensplanung: monatlich werdenChancen/Risiken und Veränderungen in den wesentlichen Konzernrisiken besprochen. Im Rahmen der Planung und auch anlassbezogen betrachten wir Korridore über Down-/Upside Casesundzusätzlich Klumpenrisiken über konzernweite Risikoszenarien. Darüber hinaus werden Ad-hoc-Risiken unabhängig von den etablierten Berichtswegen unmittelbar an die Risikomanagement-Verantwortlichen kommuniziert.

Mit dem weiterentwickelten Risikomanagementsystem setzen wir aktuelle Anforderungen aus dem Risk Committee und dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats um. Etablierte und stetig optimierte "bottom-up"- Instrumente werden durch "top-down"-Instrumente flankiert. Unsere Mitarbeiter schulen wir dazu regelmäßig und stellen so die Bedeutung der risikopolitischen Grundsätze und der einzelnen Risikomanagement-Elemente heraus. Insbesondere im abgelaufenen Geschäftsjahr sind weltweite Schulungsmaßnahmen zum Risikomanagement erfolgt. Somit orientiert sich ThyssenKrupp verstärkt an Benchmarks und entwickelt das Risikomanagementsystem kontinuierlich weiter in Richtung Best Practice.

Die im Rahmen der Risikoinventur identifizierten wesentlichen Konzernrisiken sowie Analysen zu Risikoszenarien und -rückstellungen berichten und plausibilisieren wir viermal jährlich in den Sitzungen des Risk Committees unter Leitung des Finanzvorstands und mit Beteiligung aller Governance- bzw. Risk- und Compliancebezogenen Konzernverantwortlichen. Mit der Erweiterung des Teilnehmerkreises und der Erhöhung der Tagungsfrequenz des Risk Committees hat der Vorstand im Berichtsjahr einen weiteren Entwicklungsschritt zur Verbesserung der Corporate-Governance-Prozesse im Konzern umgesetzt. In den Risk-Committee-Sitzungen 2011/2012 wurden unter anderem die Risiken in Verbindung mit Steel Americas und die Compliance-Fälle behandelt und anschließend im Gesamtvorstand und im Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats präsentiert und diskutiert. In jeder Sitzung des Prüfungsausschusses ist der Risikobericht Bestandteil der Agenda, so dass sich auch der Aufsichtsrat regelmäßig ein angemessenes Bild über die Risikosituation des Konzerns verschafft und die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems überwacht.

Die Zusammenfassung des Konzern-Risikomanagementsystems ist in der folgenden Grafik enthalten:

Chancen und Risiken Chancen und Risiken Risiko- Risiko- Risiko-
in Hochrechnung in Budgetplanung Inventur Szenarien Rückstellungen
Ziel/Inhalt
Identifikation und
Bewertung nicht in
laufender Hoch-
rechnung berück-
sichtigter Chancen
und Risiken
Ziel/Inhalt
Identifikation und
Bewertung nicht
in Budgetplanung
berücksichtigter
Chancen und Risiken
Ziel/Inhalt
Identifikation und
Bewertung nicht in
Hochrechnung bzw.
Planung berücksich-
tigter Risiken in allen
operativen Einheiten
Ziel/Inhalt
Analyse von
Klumpenrisiken auf
Basis konzernweit
einheitlich vorgege-
bener Szenarien
Ziel/Inhalt
Analyse der
wesentlichen
Rückstellungen
für Risiken/
Maßnahmen-
Monitoring
Zeithorizont Zeithorizont Zeithorizont Zeithorizont Zeithorizont
aktuelles folgendes Planungs- Szenario aktuelles
Geschäftsjahr Geschäftsjahr zeitraum abhängig Geschäftsjahr
Intervall Intervall Intervall Intervall Intervall
monatlich jährlich zweimal jährlich mindestens jährlich viermal jährlich
Standard-Reporting
Monatsbericht-
erstattung
Berichterstattung
zur Planung
Risk Committee und Prüfungsausschuss
Intervall
vier Sitzungen jährlich

Zur effizienten Überwachung dieses Systems tragen auch die regelmäßigen weltweiten Prüfungen durch das Corporate Center Internal Auditing bei. Diese Erkenntnisse helfen uns, die Qualität der Informationsinhalte weiter zu erhöhen und den Umgang mit Risiken im Gesamtkonzern weiter zu verbessern.

Kontroll- und Risikomanagement im Konzernrechnungslegungsprozess

Unter dem internen Kontrollsystem verstehen wir die Gesamtheit aller aufeinander abgestimmten Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen, die Geschäfts- und Kontrollziele im Unternehmen zu erreichen. Wesentliche Ziele sind die Sicherheit und Effizienz der Geschäftsabwicklung, die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung sowie die Übereinstimmung mit Gesetzen und Richtlinien. Das Konzernprojekt zur Daten- und Prozessharmonisierung trägt wesentlich dazu bei, das interne Kontrollsystem bei ThyssenKrupp weiterzuentwickeln.

Im Rechnungslegungsprozess ist sicherzustellen, dass implementierte Kontrollen trotz möglicher Risiken einen regelungskonformen Konzernabschluss ermöglichen. Dazu tragen verschiedene prozessintegrierte und prozessunabhängige Überwachungsmaßnahmen bei.

Für den Konzernabschluss existiert eine einheitliche, regelmäßig aktualisierte Bilanzierungsrichtlinie, die allen involvierten Konzernmitarbeitern über eine konzerninterne Internet-Plattform zur Verfügung steht. Unser Konzerntool zur Konsolidierung basiert auf Standardsoftware und sichert eine einheitliche Vorgehensweise. So minimieren wir mögliche Risiken von Falschaussagen in der Konzernrechnungslegung und der externen Berichterstattung.

Die Finanzberichterstattung ist in eindeutig definierten Teilprozessen organisiert. Klare Verantwortlichkeiten, die eine angemessene Funktionstrennung und das Vier-Augen-Prinzip berücksichtigen, reduzieren das Risiko von dolosen Handlungen.

Eine Bilanzierungsrichtlinie regelt die Erstellung des Konzernabschlusses.

Das Corporate Center Accounting & Financial Reporting – fachlich verantwortlich für die Erstellung des Konzernabschlusses – formuliert verbindliche inhaltliche und terminliche Vorgaben an die dezentralen Einheiten und gewährleistet konzerneinheitliche Rechnungslegungspraktiken mit möglichst geringen Ermessensspielräumen bei Ansatz, Bewertung und Ausweis von Bilanzpositionen.

Konzerneigene Shared-Service-Center unterstützen die dezentralen Einheiten bei der Erstellung von lokalen Abschlüssen. Alle in den Rechnungslegungsprozess eingebundenen Mitarbeiter werden regelmäßig geschult.

Wir steuern und überwachen auf zentraler Ebene unsere relevanten IT-Systeme im Konsolidierungsprozess und führen regelmäßige Systemsicherungen durch, um Datenverluste und Systemausfälle möglichst zu vermeiden. Systemtechnische Kontrollen und manuelle Stichprobenprüfungen durch erfahrene Mitarbeiter gehören ebenso zum Sicherungskonzept wie maßgeschneiderte Berechtigungen und Zugangsbeschränkungen. So können wir die verwendeten Finanzsysteme vor Missbrauch schützen.

Das Corporate Center Internal Auditing ist in den Gesamtprozess eingebunden und prüft regelmäßig die Wirksamkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems.

Die aufeinander abgestimmten Prozesse, Systeme und Kontrollen stellen hinreichend sicher, dass der Konzernrechnungslegungsprozess im Einklang mit den IFRS, dem HGB sowie anderen rechnungslegungsrelevanten Regelungen und Gesetzen abläuft und zuverlässig ist.

Risikotransfer durch zentralen Dienstleister

ThyssenKrupp Risk and Insurance Services führte auch im Berichtsjahr als zentraler Dienstleister konzernweit den Risikotransfer auf Versicherer durch. Umfang und Gestaltung des Versicherungsschutzes leiten sich aus Risk Assessments ab, durch die in den Konzernunternehmen versicherbare Risiken identifiziert, bewertet und durch anlagenspezifische Schutzkonzepte reduziert bzw. beseitigt werden. Abgestellt auf die Risikotragfähigkeit des Konzerns, vereinbaren wir für die einzelnen Versicherungssparten angemessene Selbstbehalte.

Für alle Konzernunternehmen bestehen verbindliche Standards, um die Risikoprävention der Unternehmen auf einem nachhaltigen und angemessen hohen Niveau zu halten. Diese Standards wurden von Experten aus allen Teilen des Konzerns unter Leitung von ThyssenKrupp Risk and Insurance Services entwickelt und werden laufend ergänzt. Interne und externe Auditoren prüfen regelmäßig die Einhaltung der Standards.

Das Risiko eines insolvenzbedingten Ausfalls von Versicherern vermindern wir, indem wir es auf viele Anbieter streuen und dabei die Ratings anerkannter Agenturen für die Versicherer berücksichtigen.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Zu den zentralen Aufgaben der ThyssenKrupp AG als Konzernführungsgesellschaft zählt es, den Finanzbedarf innerhalb des Konzerns zu koordinieren, zu lenken und die finanzielle Unabhängigkeit des Gesamtunternehmens sicherzustellen. Dazu optimieren wir die Konzernfinanzierung und begrenzen die finanzwirtschaftlichen Risiken.

Ausfallrisiko – Wir schließen Finanzinstrumente im Finanzierungsbereich grundsätzlich nur mit solchen Kontrahenten ab, die über eine sehr gute Bonität verfügen bzw. einem Einlagensicherungsfonds angeschlossen sind. Dabei werden Geschäfte nur im Rahmen vorgegebener Kontrahentenlimite getätigt. Im Liefer- und Leistungsgeschäft werden Außenstände und Ausfallrisiken von den Konzernunternehmen fortlaufend überwacht; teilweise sind sie zusätzlich über Warenkreditversicherungen abgesichert. Besonders intensiv beobachten wir die Bonität von Großkunden.

Liquiditätsrisiko – Um jederzeit die Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität des Konzerns sicherstellen zu können, halten wir auf Basis einer mehrjährigen Finanzplanung sowie einer monatlich rollierenden Liquiditätsplanung langfristige Kreditlinien und liquide Mittel vor. Das Cash-Pooling sowie externe Finanzierungen konzentrieren sich vorwiegend auf die ThyssenKrupp AG sowie spezielle Finanzierungsgesellschaften. Im Rahmen des Cash-Pooling werden die Mittel bedarfsgerecht intern an Konzerngesellschaften weitergeleitet.

Marktrisiko – Eine Reihe von Maßnahmen begrenzt die Schwankungen der Zeitwerte oder künftiger Zahlungsströme aus Finanzinstrumenten wegen Marktänderungen oder schaltet diese ganz aus. Hierzu gehören im Wesentlichen außerhalb der Börse gehandelte Devisentermingeschäfte, Zinsswaps, Zins-/Währungsswaps und Warentermingeschäfte mit Banken und Handelspartnern. Die Warenpreise werden darüber hinaus auch durch börsengehandelte Futures abgesichert. Außerdem überwachen wir umfassend den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten. Die Kontrollen basieren auf Richtlinien und erfolgen im Rahmen des regelmäßigen Reporting.

Währungsrisiko – Um die Risiken aus der Vielzahl unserer Zahlungsströme in unterschiedlichen Währungen – vor allem in US-Dollar – zu begrenzen, haben wir konzerneinheitliche Richtlinien für das Devisenmanagement entwickelt. Grundsätzlich müssen alle Gesellschaften des Konzerns Fremdwährungspositionen im Zeitpunkt ihrer Entstehung sichern; Unternehmen mit Sitz im Euro-Raum sichern über unsere zentrale Clearingstelle. Translationsrisiken – also Bewertungsrisiken für Bilanzbestände aus der Umrechnung von Fremdwährungspositionen – werden grundsätzlich nicht abgesichert.

Zinsrisiko – Um unseren Kapitalbedarf zu decken, haben wir Liquidität an den internationalen Geld- und Kapitalmärkten in verschiedenen Währungen und mit unterschiedlichen Laufzeiten aufgenommen. Teilweise sind die hieraus resultierenden Finanzschulden sowie unsere Geldanlagen dem Risiko ausgesetzt, dass sich die Zinsen ändern. Für die Steuerung erstellen wir deshalb regelmäßig Zinsanalysen, deren Ergebnisse in unser Risikomanagementsystem einfließen.

Risiken aus Verkäufen, Erwerben und Restrukturierungen

Im abgelaufenen Geschäftsjahr waren Portfolio-Optimierungen von wesentlicher Bedeutung für Thyssen-Krupp. Aktives Portfoliomanagement bleibt auch weiterhin ein wesentlicher Bestandteil unserer Unternehmensentwicklung, der auch mit Risiken in der Abwicklung verbunden ist. Die mit dem Verkauf oder Erwerb von Unternehmen, Geschäftsaktivitäten oder Grundstücken sowie mit Restrukturierungen verbundenen Risiken überwachen wir kontinuierlich; bei Bedarf wird bilanzielle Vorsorge gebildet.

Auftragsrisiken

Die Abwicklung von Großaufträgen für unsere Kunden ist häufig durch eine hohe Komplexität und eine lange Projektlaufzeit gekennzeichnet, so dass Kosten- und/oder Terminüberschreitungen denkbar sind. Wir begegnen diesen Risiken durch sorgfältige Auswahl erfahrener Projektmanager und durch Steuerungsinstrumente, die wir kontinuierlich weiterentwickeln. Nach einer sorgfältigen Auswahl unserer Kunden stellen wir sicher, dass Zahlungen zeitnah nach dem Auftragsfortschritt erfolgen und Zahlungsausfälle minimiert werden.

Absatzrisiken

Die globalen Geschäftsaktivitäten machen ThyssenKrupp von der internationalen Konjunkturentwicklung abhängig. Die Schuldenkrise in einigen Ländern der Euro-Zone, die Unsicherheiten auf den Finanzmärkten und die kriselnde Weltwirtschaft bedeuten Risiken für unsere Absatzmärkte; wir beobachten sie intensiv, um bei Bedarf zeitnah reagieren zu können. Dafür steht uns ein Bündel von Maßnahmen zur Verfügung, beispielsweise eine zeitnahe Anpassung unserer Kapazitäten.

Da wir als Industriekonzern mit vielschichtigen Produkt- und Kundenstrukturen international agieren, sind wir weitestgehend unabhängig von regionalen Krisen auf Absatzmärkten. Möglichen Forderungsausfällen begegnet ThyssenKrupp mit einem wirksamen Debitorenmanagement. Weitere Einzelheiten zu Absatzrisiken können Sie auch dem Abschnitt "Spezifische Risiken unserer Aktivitäten" entnehmen.

Risiken in Ländern mit Handelsbeschränkungen

Durch die weltweite Ausrichtung der Geschäftstätigkeit unterhält ThyssenKrupp auch Geschäftsbeziehungen in Ländern, die Handelsbeschränkungen unterliegen. Seit 2010 dehnen die Bundesrepublik Deutschland, die EU und die USA auf Basis der UN-Resolution 1929 bestehende Handelsbeschränkungen für die Islamische Republik Iran auf Geschäftsfelder der Petroleumindustrie aus und erweitern die Sanktionslisten um Personen und Banken, mit denen keine Geschäfte mehr gemacht werden dürfen. Verstöße gegen diese Handelsbeschränkungen stehen unter erheblichen Strafen und können für den Konzern zu Reputationsschäden führen. Wir achten seit jeher darauf, die exportkontrollrechtlichen Vorschriften und insbesondere die Handelsbeschränkungen einzuhalten. Zudem haben wir im September 2010 beschlossen, dass ThyssenKrupp keine neuen Geschäfte mit iranischen Kunden abschließt. Diese Maßnahmen reduzieren das Risiko eines potenziellen Verstoßes gegen die Handelsbeschränkungen erheblich.

Beschaffungsrisiken

Für ThyssenKrupp haben Rohstoffe und Energie eine wesentliche Bedeutung. Die Einkaufspreise für diese Produktgruppen können je nach Marktsituation erheblich schwanken. Durch angepasste Einkaufspreise und alternative Beschaffungsquellen wirken wir diesem Risiko entgegen und sichern unsere Wettbewerbsfähigkeit. Um unabhängiger von regionalen Lieferantenengpässen zu sein, verteilen wir unsere Aufträge auch unter geographischen Gesichtspunkten. Zur Absicherung von Risiken aus schwankenden Rohstoffpreisen, insbesondere bei Nickel und Kupfer, setzen wir auch derivative Finanzinstrumente ein – im Wesentlichen Warentermingeschäfte. Für den Abschluss solcher Finanzinstrumente gelten strenge Richtlinien. Details über diese Risikofelder stehen im Anhang.

In Deutschland erwarten wir im Zuge der Energiewende dauerhaft steigende Strompreise, da zur Erhöhung des Anteils der Erneuerbaren Energien neben der wachsenden EEG-Umlage ein Ausbau der Stromnetze notwendig ist. Die erheblichen Investitionen dafür werden sich im Strompreis niederschlagen. Hinzu kommen kostenträchtige regulatorische Anforderungen an die Strom- und Gasnetze unserer großen Produktionsstandorte. Dem Risiko steigender Energiepreise auf den Commodity-Märkten begegnen wir grundsätzlich durch eine strukturierte Energiebeschaffung. Darüber hinaus wirtschaften wir nachhaltig und werden in allen Business Areas weiter Energie einsparen und Reststoffe verwerten. So werden Treibhausgas-Emissionen vermieden und die natürlichen Ressourcen geschont.

Regulatorische Risiken

Rechtliche Rahmenbedingungen auf nationaler oder internationaler Ebene spielen für unsere Wettbewerbsfähigkeit in den einzelnen Geschäftsaktivitäten eine wesentliche Rolle und können zu höheren Kosten oder anderen Nachteilen führen. Zur Steuerung dieser Risiken bestehen enge Arbeitskontakte zu den relevanten Institutionen, um möglichen Wettbewerbsverzerrungen entgegenzuwirken. Den Diskussionsprozess zu politisch gewollten Mehrbelastungen der Energiepreise begleitet ThyssenKrupp direkt sowie über die Wirtschaftsverbände.

Aus dem EU-Emissionshandel in der dritten Handelsperiode können uns zukünftig erhebliche Kosten für Emissionsberechtigungen erwachsen. Als energieintensiver Konzern sehen wir Risiken für die Ertragslage, wenn wir im internationalen Wettbewerb die zusätzlichen Kosten nicht oder nicht in vollem Umfang an unsere Kunden weitergeben können. Diese Risiken werden durch die im Bestand gehaltenen Emissionsberechtigungen und Sicherungsgeschäfte gemindert.

Umweltrisiken

In den Produktionsprozessen in unseren industriellen Werken bestehen verfahrensbedingt Risiken, dass Luft und Wasser verunreinigt werden. Wir investieren in den Produktionsbetrieben kontinuierlich und nachhaltig in Umweltschutzmaßnahmen. Unser Ziel ist, langfristig die Ressourcen zu schonen und die Umwelt möglichst gering zu belasten. Zertifizierte Umweltmanagementsysteme in vielen Konzernunternehmen tragen ebenso dazu bei, die Gefahr von Umweltschäden zu reduzieren.

Aus früheren Geschäftsaktivitäten bestehen Risiken aus Altlasten und Bergschäden auf heute nicht mehr genutzten Grundstücken des Konzerns. Wir begegnen diesen Risiken mit vorbeugenden Maßnahmen und planmäßigen Sanierungsarbeiten und bilden im bilanziell erforderlichen Ausmaß Rückstellungen in unserem Real-Estate-Bereich.

Rechtliche Risiken aus Klagen und Ansprüchen Dritter

Rechtliche Risiken können sich aus Klagen gegen unsere Konzernunternehmen ergeben. Die entsprechenden Verfahren begleitet ThyssenKrupp durch erfahrene eigene Justiziare, bei Bedarf mit zusätzlicher Unterstützung externer Anwälte. Schadensersatzklagen aus Produkthaftung minimieren wir durch qualitativ hochwertige Produkte.

Wenn Vertragspartner aus Anlagenbau-, Liefer- und Leistungsverträgen Ansprüche gegen ThyssenKrupp erheben, prüfen wir die einzelnen Ansprüche sorgfältig und bilden Rückstellungen, sofern Zahlungsverpflichtungen die in IAS 37 geforderte Eintrittswahrscheinlichkeit aufweisen und verlässlich geschätzt werden können.

Über wesentliche schwebende Rechtsstreitigkeiten und Schadensersatzansprüche informiert der Anhang.

Compliance-Risiken

Unser striktes Compliance-Programm wirkt auf allen Konzernebenen dem Risiko von Kartell- und Korruptionsverstößen entgegen. Dieser Fokus unseres Compliance-Programms ist darin begründet, dass das Schadenspotenzial, auch hinsichtlich Reputationsschäden, in diesen Fällen der Wirtschaftskriminalität deutlich höher ist als bei anderen Delikten.

Dass der Schwerpunkt auf Kartell- und Korruptionsverstöße weiter sachgerecht ist, zeigt die Entwicklung im sogenannten Schienenkartell. Im Mai 2011 hatten das Bundeskartellamt und die Staatsanwaltschaft Bochum Ermittlungen gegen Unternehmen der Gleistechnikbranche, darunter ThyssenKrupp GfT Gleistechnik GmbH, aufgenommen. ThyssenKrupp hatte von Anfang an mit den Behörden kooperiert und die Ergebnisse der eigenen, unmittelbar aufgenommenen Ermittlungen den Behörden zur Verfügung gestellt. Erste Personalmaßnahmen waren noch im Mai/Juni 2011 ergriffen worden. Die Ermittlungen und die Kooperation wurden laufend fortgesetzt. Als Ergebnis kam es in der Zwischenzeit zu weiteren Personalmaßnahmen.

Im Juli 2012 hat das Bundeskartellamt einen Teilkomplex, der die Schienenlieferungen an die Deutsche Bahn betrifft, mit einem Bußgeldbescheid abgeschlossen. Hiernach musste ThyssenKrupp GfT Gleistechnik ein Bußgeld von ca. 103 Mio € zahlen. Bei der Bußgeldberechnung wurden u.a. Umsatzgröße und Dauer des Kartells ebenso berücksichtigt wie der Kooperationsbeitrag des Unternehmens. Im Ergebnis hat die Kooperation das Bußgeld erheblich reduziert. Aus diesem Grund wurde der Bußgeldbescheid nach umfangreicher Beratung und Abwägung akzeptiert, ohne Rechtsmittel einzulegen. ThyssenKrupp GfT Gleistechnik hat den Betrag inzwischen gezahlt.

Das Bundeskartellamt sowie die Staatsanwaltschaft haben die Ermittlungen zu weiteren Teilkomplexen und zur persönlichen Verantwortung der beteiligten Personen fortgesetzt. Für Risiken hat ThyssenKrupp GfT Gleistechnik eine Rückstellung in Höhe von 30 Mio € gebildet. Wann mit dem Abschluss der Ermittlungen zu rechnen ist, ist nicht abzuschätzen. In diesem Zusammenhang verfolgt ThyssenKrupp Schadensersatzansprüche gegen die beteiligten Mitarbeiter und Führungskräfte bis hin zu einigen bereits anhängigen arbeitsund zivilrechtlichen Verfahren. Mit einzelnen Kunden, u.a. der Deutschen Bahn, gibt es Gespräche über einen Schadensausgleich. Die Höhe möglicher Ansprüche ist noch nicht beziffert. Eine zuverlässige Schätzung der finanziellen Folgen für ThyssenKrupp ist noch nicht möglich.

Im Zusammenhang mit dem Elevator-Kartell werden gegen die ThyssenKrupp AG und einige Tochtergesellschaften Schadenersatzansprüche geltend gemacht. Die Berechtigung der geltend gemachten Ansprüche wird geprüft.

Risiken der Informationssicherheit

Unsere IT-gestützten Geschäftsprozesse sind Risiken der Informationssicherheit ausgesetzt. Aus menschlichen Fehlern, organisatorischen oder technischen Verfahren und/oder Sicherheitslücken bei der Informationsverarbeitung können Risiken entstehen, die die Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität von Informationen gefährden. Daher überprüfen wir permanent unsere Informationstechnologien und aktualisieren die Systeme bei Bedarf. Die IT-gestützte Integration unserer Geschäftsprozesse setzt voraus, dass die mit ihr verbundenen Risiken für unsere Konzernunternehmen und für unsere Geschäftspartner minimiert sind. Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir umfangreiche Maßnahmen getroffen, unser Informationssicherheitsmanagement weiterzuentwickeln. Bei der frühzeitigen Erkennung dieser Risiken unterstützt das für den Konzern aufgebaute Computer Emergency Response Team (CERT).

Zur Steigerung der Nachhaltigkeit aller getroffenen und zukünftig zu treffenden Maßnahmen sind die Konzernunternehmen verpflichtet, regelmäßig den Reifegrad ihres etablierten Informationssicherheits-Managementsystems (ISMS, gem. ISO/IEC27001) nachzuweisen. Wichtig ist uns nach wie vor, dass unsere Mitarbeiter im Umgang mit allen geschäftsrelevanten Informationen ausreichend sensibilisiert sind und technisch weitestgehend unterstützt werden. Regelmäßig finden Informationssicherheitskongresse statt, auf denen international Informationen und Erfahrungen hinsichtlich pro-aktiver Maßnahmen zur Informationssicherheit und Risikobehandlung ausgetauscht werden.

Darüber hinaus erlangten Geschäftsprozesse und Rechenzentren in ausgewählten Konzernunternehmen Sicherheitszertifikate, die den erreichten Stand vor allem unseren Kunden gegenüber dokumentieren. Zusätzlich wird in Begleitung des Teams "IT Compliance" regelmäßig mit externer Unterstützung die Sicherheit der Infrastruktur durch Schwachstellenanalysen verifiziert und gegebenenfalls nachgebessert.

Gemeinsam mit dem Datenschutzbeauftragten des Konzerns stellen unsere Experten sicher, dass in der Informationsverarbeitung personenbezogene Daten nur gemäß den Regelungen des Bundesdatenschutzgesetzes verarbeitet werden. Alle diese Maßnahmen werden es weiterhin ermöglichen, die Geschäftsinformationen des Konzerns sowie die Privatsphäre unserer Geschäftspartner und Mitarbeiter zu schützen und angemessen auf mögliche neue Risiken zu reagieren.

Risiken aus Pensions- und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen

Das zur Deckung von Pensionsverbindlichkeiten bestimmte Fondsvermögen ist Kapitalmarktrisiken ausgesetzt. Um diese möglichst gering zu halten, werden die einzelnen Anlageformen auf Basis von Studien unabhängiger Experten ausgewählt und gewichtet. Die Kapitalanlagen sind so auszurichten, dass sich die zugehörigen Pensionsverpflichtungen im Hinblick auf die gegenwärtigen und zukünftigen Erträge der Anlagen dauerhaft erfüllen lassen. Bei Pensionsverpflichtungen liegen Risiken in der höheren Lebenserwartung von Versorgungsberechtigten sowie in Verpflichtungen, die Rentenhöhen regelmäßig anzupassen. Darüber hinaus können sich die Kosten für Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen in den USA erhöhen. Außerdem können in einigen Ländern künftig die Zahlungen an Pensionsfonds auf Grund verschärfter gesetzlicher Anforderungen beachtlich steigen. In Einzelfällen kann bei vorzeitiger Auflösung eines Pensionsplans eine zusätzliche Zuführung erforderlich werden.

Personalrisiken

Für den Unternehmenserfolg sind engagierte Mitarbeiter und Führungskräfte von immenser Bedeutung. Es besteht das Risiko, nicht im ausreichenden Maße Leistungsträger für offene Stellen zu finden oder kompetente Stelleninhaber zu verlieren. Um dies zu verhindern, positionieren wir uns als attraktiver Arbeitgeber und fördern eine langfristige Bindung der Mitarbeiter an den Konzern. Dazu gehören eine konsequente Managemententwicklung, Karriereperspektiven und attraktive Anreizsysteme für Führungskräfte sowie eine zielgruppenorientierte Beratung unserer Mitarbeiter. Interessierte Jugendliche informieren wir frühzeitig über die Berufschancen bei ThyssenKrupp und begleiten Auszubildende bei ihren ersten Schritten im Arbeitsleben. Wir arbeiten mit Schwerpunktuniversitäten zusammen und nehmen frühzeitig Kontakt mit qualifizierten Studenten auf, um den notwendigen Nachwuchs für unsere Belegschaften zu gewinnen.

Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung

Die Risiken der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sind ausführlich im Kapitel "Konjunkturausblick" dargestellt.

Spezifische Risiken unserer Aktivitäten

Steel Europe – Die Business Area Steel Europe zählt zu den Risiken der künftigen Entwicklung insbesondere Marktrisiken auf der Absatz- und Beschaffungsseite sowie Risiken aus Wechselkursschwankungen und aus dem Emissionshandel. Im Fall einer schlechteren gesamtwirtschaftlichen Lage steigt das Risiko aus Kundeninsolvenzen.

Dem Risiko einer konjunkturell bedingt schwankenden Nachfrage begegnet die Business Area mit Kostenoptimierung in allen Bereichen, rechtzeitigen Produktionsanpassungen bei Überkapazitäten und Konzentration auf anspruchsvolle Marktsegmente mit geringerer Zyklizität. Das Programm "Best-In-Class! Reloaded" berücksichtigt die veränderten Rahmenbedingungen auf dem europäischen Stahlmarkt und leitet operative Verbesserungsansätze ab. Dem Risiko aus Kundeninsolvenzen begegnet die Business Area durch intensives

Monitoring, Warenkreditversicherungen und andere geeignete Instrumente sowie Anpassung der Zahlungsbedingungen. Qualitäts- und Lieferterminrisiken werden über die stetige Optimierung der Wertschöpfungsketten minimiert. Der Wettbewerbsintensität auf dem Markt für Qualitätsflachstahlerzeugnisse setzt die Business Area weiterhin ihre systematischen Stärken in der Technologiekompetenz entgegen, die es ihr ermöglichen, sich vom Wettbewerb zu differenzieren.

Steel Europe hat ein sachversicherungsbezogenes wirtschaftliches und technisches Risikocontrolling in den Risikomanagement-Prozess integriert. Zur weiteren Optimierung des vorbeugenden Brandschutzes werden zusätzliche Investitions- und Instandhaltungsbudgets bereitgestellt. Die Risiken für sonstige Betriebsunterbrechungen werden durch laufende vorbeugende Instandhaltung, Modernisierung und Investitionen reduziert. Für den Fall einer Betriebsunterbrechung existieren "Business Continuity Plans", die Maßnahmen für die Schadensbeseitigung festlegen.

Materials Services – Das weltweite Werkstoff-, Rohstoff- und Dienstleistungsgeschäft von Materials Services unterliegt – teilweise stärker als in anderen Geschäftszweigen – konjunkturell bedingten Nachfrageund Preisschwankungen auf der Beschaffungs- wie auch auf der Vertriebs-/Absatzseite. Dies beeinflusst in erheblichem Maße unser Net Working Capital. Schnellstmögliche Lieferfähigkeit bei möglichst geringem Capital Employed ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor unseres Geschäftsmodells. Deshalb arbeiten wir permanent an der Optimierung unserer Logistik und der gesamten Wertschöpfungskette. Kostensenkungsmaßnahmen steigern die Effizienz und erhöhen die Wirtschaftlichkeit. Mit unserem systematisch weiterentwickelten Net Working Capital Management optimieren wir die Bestände und minimieren die Risiken eines Forderungsausfalls effektiv.

Darüber hinaus vermindern wir konjunkturell bedingte Risiken durch Präsenz auf allen Kontinenten, breite Kundenbasis und hohen Diversifikationsgrad. Hieraus ergibt sich eine signifikante Risikostreuung. Neben den Kernmärkten in Europa und Nordamerika sind wir in Wachstumsmärkten wie Osteuropa, Asien und Brasilien erfolgreich und partizipieren auch zukünftig an der weiteren Entwicklung dieser Regionen.

Elevator Technology – Die Risikostruktur von Elevator Technology wird im Wesentlichen von zwei Faktoren bestimmt: von unterschiedlichen Geschäftsbereichen sowie verschiedenen Regionen, in denen die Business Area tätig ist.

In Bezug auf die Geschäftsfelder gelten sowohl das Service- als auch das Modernisierungsgeschäft als vergleichsweise unabhängig von konjunkturellen Entwicklungen. Um einem möglichen Verlust von Wartungseinheiten frühzeitig entgegenzuwirken, werden entsprechende Kundenbindungsstrategien verfolgt. Zudem wirken kontinuierliche Effizienzprogramme steigenden Personal- und Beschaffungskosten (z.B. höhere Benzinpreise) entgegen, sofern diese nicht vollständig an die Kunden weitergegeben werden können.

Im Neuanlagengeschäft hingegen können sich durchaus konjunkturelle Risiken auf Grund der engen Verbindung zum Bausektor entwickeln. Auf Grund der längeren Projektlaufzeiten in diesem Geschäftsbereich sind Rückgänge jedoch gut erkennbar, so dass ggf. Gegenmaßnahmen wie z.B. Kapazitätsanpassungen frühzeitig vorgenommen werden können. Zudem wird Risiken aus der Abwicklung von Großprojekten mit gezielten Projektmanagementmaßnahmen begegnet. Steigende Materialpreise können dabei durch Effizienzsteigerung in der Produktion und eine optimierte Einkaufsstrategie größtenteils kompensiert werden.

Die Optimierung des Net Working Capital ist für Materials Services von besonderer Bedeutung.

Bei Elevator Technology sind Service und Modernisierung relativ wenig Konjunkturrisiken ausgesetzt.

Auf Grund der regionalen Verteilung der Geschäftsaktivitäten können Risiken häufig unternehmensintern weitgehend ausgeglichen werden, da die Business Area Elevator Technology in Märkten unterschiedlicher Wachstumsphasen operiert. Aus der regionalen Aufstellung und der damit verbundenen Internationalität der Geschäftsaktivitäten erwachsen Wechselkursrisiken; wir können sie weitgehend durch entsprechende finanzwirtschaftliche Instrumente absichern und zudem durch die kongruent durchgeführte Umsatz- und Kostenabrechnung abschwächen.

Die nach wie vor angespannte weltweite Wirtschaftslage kann jedoch auf allen Märkten zu weiteren Risikopotenzialen führen. Einerseits bestehen zusätzliche Risiken im Hinblick auf Forderungsausfälle und Projektverzögerungen, wenn der Zugang der Kunden zu finanziellen Ressourcen beeinträchtigt wird. Andererseits kann die Wettbewerbsintensität auf allen bedeutenden Märkten zunehmen und zu weiter steigendem Preisdruck führen. Elevator Technology begegnet diesen Entwicklungen durch professionelles Projektmanagement und umfassende Prüfung der Kundenbonität. Zunehmendem Preisdruck setzen wir außerdem verstärkte Kundenbindung, hohe Servicequalität und Effizienzsteigerungsmaßnahmen entgegen.

Industrial Solutions – Ein durch starken Wettbewerb geprägtes Marktumfeld, politische Entwicklungen in wichtigen Absatzregionen sowie die volatile Entwicklung der Rohstoffpreise können die Projektlage in der neuen Business Area Industrial Solutions temporär beeinflussen. Zu Industrial Solutions werden die bisherigen Business Areas Plant Technology und Marine Systems zum 01. Januar 2013 zusammengelegt. Aus der Währungs- und Bankenkrise resultieren insbesondere bei europäischen Kunden Finanzierungsengpässe, die zu Projektverschiebungen oder -stornierungen führen können. Spezielle Risiken für die Abwicklung von langfristigen Großaufträgen und technisch komplexen Aufträgen werden durch professionelles und ergebnisorientiertes Projekt- und Claims-Management, intensives Projektcontrolling sowie verstärkten Einsatz von Projektsteuerungsmaßnahmen eingegrenzt. Auf Grund der zunehmend verhaltenen Investitionstätigkeit in einigen Märkten und des Markteintritts vor allem asiatischer Wettbewerber hat sich der weltweite Preis- und Konditionenwettbewerb verschärft. Dies kann bei zukünftigen Projekten auch die Margen beeinträchtigen.

Die mit der Abgabe der zivilen Schiffbauaktivitäten weitgehend abgeschlossene Restrukturierung unserer Marine-Aktivitäten hat die Risiken dort deutlich reduziert. Neben einer noch strittigen Restkaufpreisforderung sind die verbleibenden Risiken aus dem Yachtbau nunmehr im Wesentlichen auf die Abwicklung von Garantieansprüchen und Restpunkten begrenzt. Ein begrenztes Auslastungsrisiko bei Kockums sehen wir für den Fall, dass die schwedische Regierung den von uns erwarteten Auftrag zur Entwicklung und zum Bau des neuen U-Boot-Typs A26 nicht vergeben sollte.

Components Technology – Für ihre Kernmärkte erwartet die Business Area Components Technology weiterhin Wachstum, allerdings nimmt die Prognosesicherheit ab. Dem Risiko aus der Abhängigkeit von Teilmärkten begegnet sie durch eine breitere Kundenbasis und eine stärkere internationale Präsenz, insbesondere in Asien. Darüber hinaus wurden umfangreiche Frühwarnindikatoren installiert, um bei einer möglichen Konjunkturabschwächung Sofortmaßnahmen ergreifen zu können.

Im Windenergiesektor bestehen Risiken aus einem langsameren Wachstum infolge konjunktureller Nachfrageschwäche und der unsicheren weiteren Entwicklung von Fördermaßnahmen in den einzelnen Kernmärkten. Gleichzeitig nimmt der Druck auf die Absatzpreise angesichts der hohen Wettbewerbsintensität zu. Diesem Preisdruck, der auch im Automotive-Bereich zunimmt, begegnet die Business Area mit umfangreichen Maßnahmenprogrammen zur Kostensenkung und Produktivitätssteigerung.

Im Windenergie- sowie Automotivebereich nimmt der Preisdruck zu.

Auf der Beschaffungsseite besteht ein Risiko aus stark steigenden Vormaterialpreisen, die nicht in vollem Umfang oder nur zeitverzögert an die Kunden weitergegeben werden können. Diesem Risiko wird durch entsprechende Vertragsgestaltung entgegengewirkt.

Weitere allgemeine Risiken der Business Area betreffen die Auswirkungen von veränderten Wechselkursrelationen auf Umsatz und Ergebnis. Darüber hinaus sind aus laufenden technologischen Neu- und Weiterentwicklungen Risiken mit ungeplanten Ergebnisbelastungen nicht auszuschließen. Hinzu kommen mögliche Risiken aus unerwarteten Ausbringungs- und Qualitätsproblemen sowie den sich hieraus ergebenden Gewährleistungsverpflichtungen. Die Business Area nutzt umfangreiche Maßnahmen im Rahmen von Produktions- und Qualitätssicherungssystemen, um derartige Risiken weitgehend zu vermeiden bzw. zu begrenzen.

Steel Americas– Im Rahmen des Veräußerungsprozesses der Business Area Steel Americas (nicht fortgeführte Aktivität) gehen wir von einem Veräußerungswert für die Business Area einschließlich der Minderheitenanteile von 3.850 Mio € aus. Risiken aus mit dem Verhandlungsprozess verbundenen Unwägbarkeiten in Bezug auf den Veräußerungspreis sind durch Chancen gedeckt. Wir gehen davon aus, den Veräußerungsvorgang bis zum Ende des Geschäftsjahres 2012/2013 abzuschließen.

Das Überschreiten des Gearing zum 30. September 2013 halten wir für nicht wahrscheinlich. Ein solcher Fall würde nur dann eintreten, wenn der von uns als unwahrscheinlich eingeschätzte Fall einer negativen Geschäftsentwicklung für sämtliche Business Areas des Konzerns eintreten würde und gleichzeitig der Veräußerungsvorgang samt Zahlungsmitteleingang für die Business Area Steel Americas erst zum Ende des Geschäftsjahres 2012/2013 abgeschlossen wird.

Bis zur Veräußerung von Steel Americas berücksichtigt der Konzern weiterhin folgende Risiken: insbesondere Marktrisiken auf der Absatz- und Beschaffungsseite und Risiken aus Wechselkursschwankungen sowie Risiken im Rahmen des Hochlaufs und des Betriebs der Anlagen und Produktionsstufen.

Nach Abschluss des technischen Ausbaus des Hüttenwerkes in Brasilien sowie der Weiterverarbeitungsanlagen in Alabama haben technische Probleme während des Hochlaufs der Produktion insbesondere der Hochöfen in Brasilien im abgelaufenen Geschäftsjahr zu Mehrkosten geführt. Im Geschäftsjahr 2012/2013 werden wir durch weitere Optimierung der Anlagen die aufgetretenen technischen Mängel korrigieren und Engpässe an den Aggregaten beseitigen. Ein intensives Controlling, bewährtes Risikomanagement sowie regelmäßige Risikobesprechungen und -berichte versetzen uns in die Lage, alle erkannten Kernprobleme an den Aggregaten sukzessive zu beheben. Auf neue Herausforderungen können wir durch zeitnahe Erfassung und Kommunikation besser reagieren.

Durch effizientes Claim Management stellen wir sicher, dass alle Ansprüche unserer Vertragspartner angemessen abgewickelt und gesteuert werden. ThyssenKrupp befindet sich im Zusammenhang mit dem Bau des Stahlwerkes in Brasilien in gerichtlichen, schiedsgerichtlichen und außergerichtlichen Auseinandersetzungen, die zu Schadensersatzleistungen führen können. Im Berichtsjahr ist in nahezu allen diesbezüglichen Auseinandersetzungen Einigung erzielt worden.

Operativen Risiken in unserem brasilianischen Hüttenwerk begegnen wir durch sorgfältige Auswahl und Schulung der Mitarbeiter sowie durch Nutzung des Know-how von Steel Europe. Der voranschreitende Markteintritt in zusätzliche Marktsegmente und die Vertiefung von Absatzkanälen durch Zertifizierungen und längerfristige Verträge reduzieren das Absatzrisiko. Die enge Beziehung zu Vale, unserem Partner und Mitanteilseigner in Brasilien, reduziert zum einen Beschaffungsrisiken, z.B. bei Eisenerz; zum anderen sichert sie auch Absatzkanäle für den Brammenverkauf.

Den Risiken aus Währungseinflüssen wie einer Aufwertung des brasilianischen Real, die die Wettbewerbsfähigkeit unseres Werkes bei Rio de Janeiro beeinträchtigen, begegnen wir durch vielfältige Maßnahmen. Wir bauen die Umsätze in brasilianischer Währung aus und verringern den Anteil der Kosten, die in brasilianischer Währung anfallen.

Stainless Global – Nach der noch für den Dezember 2012 geplanten Veräußerung wird ThyssenKrupp den Risiken von Stainless Global (nicht fortgeführte Aktivität) indirekt über die Beteiligung von 29,9 % an Outokumpu sowie die in der Transaktion gewährten Verkäuferdarlehen ausgesetzt sein. Dabei handelt es sich neben den branchenüblichen Risiken aus Edelstahlkonjunktur und schwankenden Rohstoffpreisen vornehmlich um Risiken aus den bestehenden europäischen Überkapazitäten sowie dem Import- und Preisdruck aus Asien.

Bestand des Konzerns gesichert

Das konzernweit verankerte kontinuierliche und effiziente Risikomanagement bei ThyssenKrupp trägt wesentlich dazu bei, dass die Gesamtrisiken im Konzern transparent sind und gesteuert werden. Risiken, die den Bestand gefährden, liegen aus heutiger Sicht nicht vor. Durch den von den europäischen Kartellbehörden genehmigten Verkauf unserer Stainless-Global-Aktivitäten an Outokumpu und die Wertberichtigung auf die Steel-Americas-Aktivitäten hat sich das verbleibende Risikoportfolio des Konzerns im aktuellen Geschäftsjahr reduziert. Grundlegende Änderungen dieser Risikoeinschätzung erwarten wir derzeit nicht.

Rechtliche Angaben

Der nachfolgende Abschnitt enthält im Wesentlichen Angaben und Erläuterungen nach § 315 Abs. 4 HGB. Diese Angaben betreffen gesellschaftsrechtliche Strukturen und sonstige Rechtsverhältnisse; sie sollen einen besseren Überblick über das Unternehmen und etwaige Übernahmehindernisse ermöglichen.

Erklärung zur Unternehmensführung

Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB ist auf unserer Website wiedergegeben: unter www.thyssenkrupp.com/de/investor/unternehmensfuehrung_2011_2012.html. Sie beinhaltet eine Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat, die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG sowie Angaben zu wesentlichen Unternehmensführungspraktiken.

Vergütungsbericht

Der im Corporate-Governance-Bericht enthaltene Vergütungsbericht ist Bestandteil des Konzernlageberichts.

Übernahmerechtliche Angaben

Im Folgenden sind die nach § 315 Abs. 4 HGB geforderten übernahmerechtlichen Angaben zum 30. September 2012 dargestellt.

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der ThyssenKrupp AG beträgt unverändert 1.317.091.952,64 € und ist in 514.489.044 auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt. Jede Aktie gewährt gleiche Rechte und in der Hauptversammlung je eine Stimme.

10 % der Stimmrechte überschreitende Kapitalbeteiligungen

Es besteht eine direkte Beteiligung am Kapital der Gesellschaft, die 10 % der Stimmrechte überschreitet: Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Essen, hat uns informiert, dass sie zum 30. September 2012 rund 25,33 % der Stimmrechtsanteile an der ThyssenKrupp AG hält.

Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder, Satzungsänderungen

Die Ernennung und die Abberufung der Mitglieder des Vorstands der ThyssenKrupp AG ergeben sich aus den §§ 84, 85 AktG und § 31 MitbestG in Verbindung mit § 6 der Satzung. Die Änderung der Satzung wird von der Hauptversammlung mit einer Mehrheit von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals beschlossen; die §§ 179 ff. AktG sind anwendbar. Nach § 11 Abs. 9 der Satzung ist der Aufsichtsrat ermächtigt, Satzungsänderungen zu beschließen, die nur die Fassung betreffen. Falls das genehmigte Kapital bis zum 19. Januar 2017 nicht oder nicht vollständig ausgenutzt sein sollte, kann er die Fassung des § 5 ebenfalls anpassen.

Befugnisse des Vorstands zur Aktienausgabe

Gemäß § 5 Abs. 5 der Satzung ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 19. Januar 2017 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu 500 Mio € durch Ausgabe von bis zu 195.312.500 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals zu erhöhen (genehmigtes Kapital).

Er kann das Bezugsrecht der Aktionäre mit Zustimmung des Aufsichtsrats in folgenden Fällen ausschließen:

  • zum Ausgleich von Spitzenbeträgen;
  • soweit dies erforderlich ist, um den Inhabern von im Zeitpunkt der Ausnutzung des genehmigten Kapitals umlaufenden Wandel- und/oder Optionsrechten bzw. einer Wandlungspflicht aus von der Gesellschaft oder ihren Konzernunternehmen bereits begebenen oder künftig zu begebenden Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang einzuräumen, wie es ihnen nach Ausübung der Wandel- und/oder Optionsrechte bzw. nach Erfüllung einer Wandlungspflicht als Aktionären zustehen würde;
  • wenn der Ausgabepreis der neuen Aktien bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabepreises nicht wesentlich unterschreitet und die ausgegebenen Aktien insgesamt 10 % des Grundkapitals weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung überschreiten. Auf diese Begrenzung sind Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zum Zeitpunkt ihrer Ausnutzung auf Grund anderer Ermächtigungen in unmittelbarer oder entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Bezugsrechtsausschluss veräußert oder ausgegeben wurden bzw. auszugeben sind;
  • bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen.

Die insgesamt auf Grund der vorstehenden Ermächtigungen unter Ausschluss des Bezugsrechts bei Kapitalerhöhungen gegen Bar- und/oder Sacheinlagen ausgegebenen Aktien dürfen 20 % des Grundkapitals weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung noch im Zeitpunkt der Ausnutzung überschreiten.

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats den weiteren Inhalt und die Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen.

Befugnisse des Vorstands zum Aktienrückkauf

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 21. Januar 2010 wurde die Gesellschaft bis zum 20. Januar 2015 ermächtigt, eigene Aktien bis zu 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals in Höhe von 1.317.091.952,64 € zu erwerben. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, zu einem oder zu mehreren Zwecken durch die Gesellschaft oder durch Dritte für Rechnung der Gesellschaft ausgeübt werden. Der Erwerb erfolgt nach Wahl des Vorstands über die Börse oder mittels eines öffentlichen Kaufangebots bzw. mittels einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe eines solchen Angebots oder unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten (Put- oder Call-Optionen oder einer Kombination aus beiden). Der für den Erwerb der Aktien gezahlte Gegenwert je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) darf den am Börsenhandelstag durch die Eröffnungsauktion ermittelten Kurs im Xetra-Handelssystem (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) um nicht mehr als 5 % über- oder unterschreiten.

Bei einem Erwerb über ein öffentliches Kaufangebot bzw. einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe eines Kaufangebots dürfen der gebotene Kaufpreis oder die Grenzwerte der Kaufpreisspanne je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den Durchschnitt der Schlusskurse im Xetra-Handelssystem (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an den drei Börsenhandelstagen vor dem Tag der Veröffentlichung des Angebots bzw. der öffentlichen Aufforderung zur Angebotsabgabe um nicht mehr als 10 % über- oder unterschreiten.

Ergeben sich nach der Veröffentlichung eines Kaufangebots bzw. der öffentlichen Aufforderung zur Angebotsabgabe erhebliche Abweichungen des maßgeblichen Kurses, kann das Angebot bzw. die Aufforderung zur Angebotsabgabe angepasst werden. In diesem Fall wird auf den Durchschnittskurs der drei Börsenhandelstage vor der Veröffentlichung einer etwaigen Anpassung abgestellt. Das Kaufangebot bzw. die Aufforderung zur Angebotsabgabe kann weitere Bedingungen vorsehen. Wenn das Kaufangebot überzeichnet ist oder wenn im Fall einer Aufforderung zur Angebotsabgabe von mehreren gleichwertigen Angeboten nicht sämtliche angenommen werden, muss die Annahme nach Quoten erfolgen. Eine bevorrechtigte Annahme geringer Stückzahlen bis zu 100 Stück zum Erwerb angebotener Aktien je Aktionär kann vorgesehen werden.

Bei Erwerb eigener Aktien mittels Eigenkapitalderivaten dürfen Optionen nur mit Aktien bedient werden, die unter Wahrung der Gleichbehandlungsgrundsätze erworben wurden. Die Laufzeit der Optionen muss spätestens am 20. Januar 2015 enden. Jeder Erwerb eigener Aktien unter Verwendung von Eigenkapitalderivaten ist dabei auf Aktien im Umfang von höchstens 5 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft beschränkt. Das Recht der Aktionäre, Optionsgeschäfte mit der Gesellschaft abzuschließen, ist in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgeschlossen.

Der Vorstand ist ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken zu verwenden. Insbesondere kann er die Aktien einziehen, in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an die Aktionäre sowie gegen Sachleistung veräußern, zur Erfüllung von Umtauschrechten aus von der Gesellschaft oder von Konzernunternehmen begebenen Wandelschuldverschreibungen verwenden und an Mitarbeiter der Gesellschaft und mit ihr verbundener Unternehmen sowie an Mitglieder der Geschäftsführung verbundener Unternehmen ausgeben und zur Bedienung von Rechten auf Erwerb oder Pflichten zum Erwerb von Aktien der Gesellschaft, die dem vorgenannten Personenkreis eingeräumt wurden, verwenden. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien zur Bedienung von Rechten auf Erwerb oder Pflichten zum Erwerb von Aktien der Gesellschaft zu verwenden, die Mitgliedern des Vorstands der Gesellschaft eingeräumt wurden. In den fünf letztgenannten Fällen ist das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen. Der Aufsichtsrat kann bestimmen, dass Maßnahmen des Vorstands auf Grund dieser Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien nur mit seiner Zustimmung vorgenommen werden dürfen.

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 23. Januar 2009 wurde der Vorstand bis zum 22. Januar 2014 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats folgende Maßnahmen zu ergreifen:

  • auf den Inhaber lautende Schuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu 2 Mrd € zu begeben und den Inhabern von Schuldverschreibungen Umtauschrechte auf bis zu 50 Mio eigene, auf den Inhaber lautende Stückaktien der ThyssenKrupp AG mit einem anteiligen rechnerischen Betrag am Grundkapital von bis zu 128 Mio € zu gewähren (Wandelschuldverschreibungen);
  • das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Wandelschuldverschreibungen auszuschließen, und zwar (1) für Spitzenbeträge, die sich auf Grund des Bezugsverhältnisses ergeben, (2) sofern die Wandelschuldverschreibungen gegen Barzahlung ausgegeben werden und auch der Ausgabepreis für die Wandelschuldverschreibungen den nach anerkannten finanzmathematischen Methoden ermittelten theoretischen Marktwert nicht

Die erworbenen eigenen Aktien können zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken verwendet werden.

wesentlich unterschreitet oder (3) zur Gewährung eines Bezugsrechts an Inhaber von Wandlungsrechten aus begebenen Schuldverschreibungen in dem Umfang, wie es ihnen nach Ausübung des Wandlungsrechts zustehen würde. Der Wandlungspreis für eigene Aktien darf 80 % des Durchschnitts nicht unterschreiten, der sich errechnet aus den Schlusskursen im Xetra-Handelssystem an den drei Börsenhandelstagen vor dem Tag der öffentlichen Ankündigung eines Angebots zur Zeichnung von Wandelschuldverschreibungen bzw. vor Abgabe der Annahmeerklärung durch die Gesellschaft nach einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Zeichnungsangeboten. Der Vorstand legt die Bedingungen für das Wandlungsrecht fest.

Wesentliche konditionierte Vereinbarungen

Die ThyssenKrupp AG ist Vertragspartei folgender Vereinbarungen, die bestimmte Bedingungen für den Fall eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots beinhalten:

  • Die Gesellschaft hat mit einem Bankenkonsortium einen Vertrag über eine fest zugesagte Kreditlinie in Höhe von 2,5 Mrd € abgeschlossen. Dieser Vertrag kann mit sofortiger Wirkung gekündigt und alle ausstehenden Kreditziehungen können fällig gestellt werden, wenn die Gesellschaft eine Tochtergesellschaft einer anderen juristischen oder natürlichen Person wird und dies von einer Bankengruppe verlangt wird, die mehr als 50 % der Kreditlinie repräsentiert. In Anspruch genommene Kreditbeträge müssten dann getilgt werden; für neue Inanspruchnahmen stünde die Kreditlinie nicht mehr zur Verfügung.
  • Die Gesellschaft hat mit der European Investment Bank, Luxemburg, einen Vertrag über ein Förderdarlehen in Höhe von 210 Mio € abgeschlossen. Dieser kann mit sofortiger Wirkung gekündigt werden, wenn eine oder mehrere Personen (außer der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung) in Abstimmung untereinander mittelbar oder unmittelbar die Kontrolle über die Gesellschaft erlangen (Kontrollwechsel). Dabei ist unter Kontrolle das Recht zu verstehen, durch Eigentümerschaft am stimmberechtigten Kapital, auf Grund von Vertrag oder auf andere Weise die Unternehmensführung und -politik der Gesellschaft bestimmen zu können. Im Falle einer Kündigung auf Grund eines Kontrollwechsels ist das Darlehen zu einem von der European Investment Bank festgelegten Termin zurückzuzahlen, jedoch nicht früher als 30 Tage nach der Kündigung.
  • Die Gesellschaft hat in den Geschäftsjahren 2008/2009 und 2011/2012 Anleihen und eine Privatplatzierung im Volumen von insgesamt 2,35 Mrd € begeben. Sie ist ferner Garantin der 2008/2009 begebenen weiteren Anleihen ihrer Tochtergesellschaft ThyssenKrupp Finance Nederland B.V. im Volumen von insgesamt 2 Mrd €. Ein Kontrollwechsel, das heißt Erwerb von mehr als 50 % des Grundkapitals bzw. mehr als 50 % der stimmberechtigten Aktien der ThyssenKrupp AG durch einen Dritten, kann unter bestimmten Voraussetzungen zur vorzeitigen Tilgung der Rückzahlungsbeträge einschließlich Zinsen führen.
  • Die Gesellschaft ist Partei einer Gesellschaftervereinbarung bezüglich der Atlas Elektronik GmbH (Joint Venture), die eine Call-Option zugunsten des Mitgesellschafters EADS Deutschland GmbH auf bestimmte Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Joint Ventures zum Marktpreis für den Fall vorsieht, dass ein Wettbewerber des Joint Ventures oder des Mitgesellschafters direkt oder indirekt ein "controlling interest" an der Gesellschaft erwirbt. Wird die Call-Option ausgeübt, besteht ein Recht auf Übernahme aller Anteile des Mitgesellschafters am Joint Venture durch die ThyssenKrupp Technologies AG (heute firmierend als ThyssenKrupp Technologies Beteiligungen GmbH) zum Marktpreis plus 5 % Aufschlag. Wird die Call-Option nicht ausgeübt, hat der Mitgesellschafter seinerseits eine Put-Option auf die Anteile des Joint Ventures zu den genannten Kaufpreiskonditionen.

3 KONZERNABSCHLUSS

Der Konzernabschluss 2011/2012 bietet umfassenden Überblick über die Verm¸gens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Sie ǃnden darin eine Vielzahl von Detailinformationen über die Entwicklung unseres Geschäfts im Berichtsjahr.

119

KONZERN-BILANZ

120

KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

121

KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG

122

KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG

123

KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

124

KONZERN-ANHANG

ɻɼ Grundsätze der Rechnungslegung 124
ɻɽ Erwerbe und Veräußerungen 135

ɻɾ Nicht fortgeführte Aktivitäten (Discontinued Operations),
9HU£XžHUXQJVJUXSSHQ'LVSRVDO*URXSVb
136
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
ɻɿ Immaterielle Vermögenswerte 142
ɻʀ Sachanlagen 145
ɻʁ Als Finanz investition gehaltene Immobilien 147
ɻʂ Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 147
ɻʃ Vermietete Gegenstände (Operating Lease) 148
ɻʄ Vorräte 148
ɼɻ Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 148
ɼɼ Sonstige finanzielle Vermögenswerte 149
ɼɽ Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 150
ɼɾ Eigenkapital 150
ɼɿ Aktienbasierte Vergütung 152
ɼʀ Rückstellungen für Pensionen und
ähnliche Verpflichtungen
154
ɼʁ Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und
sonstige Rückstellungen
160
ɼʂ Finanzschulden 161
ɼʃ Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 163
ɼʄ Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 163
ɽɻ Sonstige nicht finanzielle Verbind lichkeiten 163
ɽɼ Eventualverbindlichkeiten, sonstige finanzielle
Verpflichtungen und andere Risiken
164
ɽɽ Finanzinstrumente 166
ɽɾ Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen
und Personen (related parties)
174
ɽɿ Segmentbericht erstattung 176
ɽʀ Schätzungen und Ermessensausübungen
im Rahmen der Rechnungslegung
180
Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
ɽʁ Umsatzerlöse 182
ɽʂ Sonstige Erträge 182
ɽʃ Sonstige Aufwendungen 182
ɽʄ Sonstige Gewinne und Verluste 182
ɾɻ Zuwendungen der öffentlichen Hand 182
ɾɼ Finanzergebnis 183
ɾɽ Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 183
ɾɾ Ergebnis je Aktie 185
ɾɿ Zusätzliche Angaben zur Konzern-Gewinn-
und Verlustrechnung
186
Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung
ɾʀ Zusätzliche Informationen zur Kapitalflussrechnung 187
Besondere Ereignisse nach dem Stichtag
ɾʁ Besondere Ereignisse nach dem Stichtag 187
Sonstige Angaben
ɾʂ Erklärungen zum Deutschen Corporate
Governance Kodex nach § 161 AktG
187
ɾʃ Inanspruchnahme von Befreiungs vorschriften 188
ɾʄ Aufstellung des Anteils besitzes 190
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES ABSCHLUSSPRÜFERS 209
VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER 210

ThyssenKrupp AG Konzern-Bilanz

AKTIVA MIO €

Anhang-Nr. 30.09.2011 30.09.2012
Immaterielle Vermögenswerte 04 4.166 4.291
Sachanlagen 05, 29 12.649 6.053
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 06 301 283
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 07 593 647
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 11 71 85
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 12 453 219
Aktive latente Steuern 32 940 1.479
Langfristige Vermögenswerte 19.173 13.057
Vorräte 09 8.105 6.367
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen* 10 5.138 5.126
Sonstige finanzielle Vermögenswerte* 11 499 289
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 12 1.563 1.656
Laufende Ertragsteueransprüche 134 101
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 3.230 2.221
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 03 5.761 9.467
Kurzfristige Vermögenswerte 24.430 25.227
Summe Vermögenswerte 43.603 38.284

PASSIVA MIO €

Anhang-Nr. 30.09.2011 30.09.2012
Gezeichnetes Kapital 1.317 1.317
Kapitalrücklage 4.684 4.684
Gewinnrücklagen 2.833 – 2.912
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 178 470
davon entfallen auf Veräußerungsgruppen bzw. nicht fortgeführte Aktivitäten
(30.09.2011: -19; 30.09.2012: 190)
Eigenkapital der Aktionäre der ThyssenKrupp AG 9.012 3.559
Nicht beherrschende Anteile 1.370 967
Eigenkapital 13 10.382 4.526
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 15 6.940 7.708
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer* 197 235
Sonstige Rückstellungen* 16 451 557
Passive latente Steuern 32 324 32
Finanzschulden 17 6.494 5.256
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 19 1 1
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 20 7 8
Langfristige Verbindlichkeiten 14.414 13.797
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer* 300 276
Sonstige Rückstellungen* 16 1.200 1.032
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 409 349
Finanzschulden 17 178 1.929
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen* 18 4.926 3.514
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten* 19 1.238 848
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 20 7.332 8.099
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 03 3.224 3.914
Kurzfristige Verbindlichkeiten 18.807 19.961
Verbindlichkeiten 33.221 33.758
Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten 43.603 38.284

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzern-Anhang.

* Der Vorjahresausweis wurde angepasst.

ThyssenKrupp AG Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

MIO €, MIT AUSNAHME ERGEBNIS JE AKTIE IN €

Anhang-Nr. 2010/2011* 2011/2012
Umsatzerlöse 24, 26 42.725 40.124
Umsatzkosten* 04, 05 – 35.377 – 34.344
Bruttoergebnis vom Umsatz* 7.348 5.780
Forschungs- und Entwicklungskosten* – 208 – 222
Vertriebskosten – 2.628 – 2.698
Allgemeine Verwaltungskosten – 1.944 – 2.032
Sonstige Erträge* 27 381 200
Sonstige Aufwendungen* 04, 28 – 96 – 467
Sonstige Gewinne und Verluste* 29 – 27 376
Betriebliches Ergebnis 2.826 937
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 71 42
Finanzierungserträge* 554 679
Finanzierungsaufwendungen* – 1.157 – 1.343
Finanzergebnis 31 – 532 – 622
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) 2.294 315
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 32 – 502 – 427
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 1.792 – 112
Nicht fortgeführte Aktivitäten (nach Steuern) 03 – 3.575 – 4.930
Jahresfehlbetrag – 1.783 – 5.042
Davon:
Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG – 1.291 – 4.668
Nicht beherrschende Anteile – 492 – 374
Jahresfehlbetrag – 1.783 – 5.042
Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) bezogen auf 33
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) 3,57 – 0,38
Jahresfehlbetrag (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) – 2,71 – 9,07

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzern-Anhang. * Der Vorjahresausweis wurde angepasst (vgl. insbesondere Anhang-Nr. 03).

ThyssenKrupp AG Konzern-Gesamtergebnisrechnung

MIO €

2010/2011 2011/2012
Jahresfehlbetrag – 1.783 – 5.042
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) 67 323
Realisierte (Gewinne)/Verluste – 17 12
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), gesamt 50 335
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) – 4 9
Realisierte (Gewinne)/Verluste 0 0
Steuereffekt 0 – 4
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), gesamt – 4 5
Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen
Veränderung der versicherungsmathematischen Gewinne/(Verluste) 538 – 1.198
Steuereffekt – 150 362
Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen, gesamt 388 – 836
Gewinne/(Verluste) aus "asset ceiling"
Veränderung der Gewinne/(Verluste) 24 2
Steuereffekt – 7 0
Gewinne/(Verluste) aus "asset ceiling", gesamt 17 2
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus derivativen Finanzinstrumenten
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) – 12 18
Realisierte (Gewinne)/Verluste – 91 – 62
Steuereffekt 20 26
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), gesamt – 83 – 18
Anteile an den unrealisierten Gewinnen/(Verlusten), der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt 7 2
Sonstiges Ergebnis 375 – 510
Gesamtergebnis – 1.408 – 5.552
Davon:
Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG – 913 – 5.209
Nicht beherrschende Anteile – 495 – 343
Aufgelaufene versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen zum Periodenende – 846 – 1.959

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzern-Anhang.

ThyssenKrupp AG Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

MIO €, MIT AUSNAHME DER AKTIENANZAHL

Eigenkapitalanteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG
Kumuliertes sonstiges Ergebnis
Aktienanzahl
im Umlauf
Gezeich
netes
Kapital
Kapital
rücklage
Gewinn
rücklagen
Unter
schieds
betrag
aus der Währungs
um
rechnung
Zur Veräuße
rung
verfügbare
finanzielle
Vermögens
werte
Derivative
Finanz
instrumente
Anteil,
der auf
nach der
Equity
Methode
bilanzierte Beteili
gungen
entfällt
Eigene
Anteile
Gesamt Nicht
beherr
schende
Anteile
Gesamtes
Eigen
kapital
Stand am 30.09.2010 464.394.337 1.317 4.684 3.703 127 5 50 10 – 1.396 8.500 1.888 10.388
Jahresfehlbetrag – 1.291 – 1.291 – 492 – 1.783
Sonstiges Ergebnis 392 43 – 3 – 72 18 378 – 3 375
Gesamtergebnis – 899 43 – 3 – 72 18 – 913 – 495 – 1.408
Gewinnausschüttungen
an nicht beherrschende
Anteile
0 – 43 – 43
Dividendenzahlung – 209 – 209 0 – 209
Veräußerung eigener
Anteile
50.094.707 93 1.549 1.642 0 1.642
Steuereffekt aus der
Abschreibung eigener
Anteile
153 – 153 0 0 0
Sonstige Veränderun
gen
– 8 – 8 20 12
Stand am 30.09.2011 514.489.044 1.317 4.684 2.833 170 2 – 22 28 0 9.012 1.370 10.382
Jahresfehlbetrag – 4.668 – 4.668 – 374 – 5.042
Sonstiges Ergebnis – 833 293 5 – 10 4 – 541 31 – 510
Gesamtergebnis – 5.501 293 5 – 10 4 – 5.209 – 343 – 5.552
Gewinnausschüttungen
an nicht beherrschende
Anteile
0 – 61 – 61
Dividendenzahlung – 232 – 232 0 – 232
Sonstige
Veränderungen
– 12 – 12 1 – 11
Stand am 30.09.2012 514.489.044 1.317 4.684 – 2.912 463 7 – 32 32 0 3.559 967 4.526

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzern-Anhang.

ThyssenKrupp AG Konzern-Kapitalflussrechnung

MIO €

2010/2011* 2011/2012
Jahresfehlbetrag – 1.783 – 5.042
Anpassungen des Jahresfehlbetrages für die Überleitung zum Operating Cash-Flow:
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 3.575 4.930
Latente Steueraufwendungen/(-erträge) – 50 – 437
Abschreibungen und Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte 1.208 1.461
Zuschreibungen langfristiger Vermögenswerte – 60 – 4
Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, soweit nicht
zahlungswirksam – 64 – 38
Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte 21 – 390
Veränderungen bei Aktiva und Passiva, bereinigt um Effekte aus Konsolidierungs-
kreis- und anderen nicht zahlungswirksamen Veränderungen:
- Vorräte – 993 342
- Forderungen aus Lieferungen und Leistungen – 27 – 445
- Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen – 348 – 174
- Sonstige Rückstellungen – 228 – 17
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 504 – 780
- Übrige Aktiva/Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit 506 662
Operating Cash-Flow - fortgeführte Aktivitäten 2.261 68
Operating Cash-Flow - nicht fortgeführte Aktivitäten – 1.485 – 454
Operating Cash-Flow - gesamt 776 – 386
Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und in langfristige finanzielle Vermögenswerte – 26 – 44
Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Gesellschaften abzüglich übernommener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente – 83 – 53
Investitionen in Sachanlagen (einschl. geleisteter Anzahlungen) und in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien – 955 – 1.051
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (einschl. geleisteter Anzahlungen) – 72 – 137
Desinvestitionen von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und langfristigen finanziellen Vermögenswerten 10 6
Einzahlungen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Gesellschaften abzüglich abgegebener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 267 787
Desinvestitionen von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 58 50
Desinvestitionen von immateriellen Vermögenswerten 8 9
Cash-Flow aus Investitionstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten – 793 – 433
Cash-Flow aus Investitionstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten – 1.554 – 917
Cash-Flow aus Investitionstätigkeit - gesamt – 2.347 – 1.350
Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen 0 1.250
Tilgung von Anleihen – 750 0
Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.676 2.959
Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – 1.570 – 3.189
Zunahme Verbindlichkeiten Schuldschein-/Sonstige Darlehen 205 96
Abnahme Akzeptverbindlichkeiten – 6 – 1
Abnahme kurzfristige Wertpapiere 2 0
Einzahlungen in das Eigenkapital durch nicht beherrschende Anteile 4 0
Einzahlungen aus der Veräußerung eigener Anteile 1.631 0
Dividendenzahlung der ThyssenKrupp AG – 209 – 232
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile – 43 – 61
Auszahlungen für den Erwerb von Anteilen an bereits konsolidierten Gesellschaften – 8 – 17
Finanzierung nicht fortgeführter Aktivitäten – 2.618 – 1.461
Sonstige Finanzierungsvorgänge 185 – 102
Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten – 1.501 – 758
Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten 3.028 1.256
Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit - gesamt 1.527 498
Zahlungswirksame Abnahme der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - gesamt – 44 – 1.238
Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - gesamt – 61 17
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn des Geschäftsjahres - gesamt 3.673 3.568
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende des Geschäftsjahres - gesamt 3.568 2.347
(davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Veräußerungsgruppen) (273) (13)
(davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der nicht fortgeführten Aktivitäten) (220) (113)
Ergänzende Informationen zu Zahlungsvorgängen, die im Operating Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten enthalten sind:
Zinseinzahlungen 154 141
Zinsauszahlungen – 485 – 460
Erhaltene Dividenden 23 45
Auszahlungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag – 581 – 344

Siehe Anhang Nr. 35 im Konzern-Anhang.

* Der Vorjahresausweis wurde angepasst (vgl. Anhang-Nr. 3).

ThyssenKrupp AG Konzern-Anhang

Unternehmensinformation

Die ThyssenKrupp Aktiengesellschaft ("ThyssenKrupp AG" oder "Gesellschaft") ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Sitz in Duisburg und Essen in Deutschland. Der vorliegende Konzernabschluss der ThyssenKrupp AG und ihrer Tochtergesellschaften ("Konzern") zum 30. September 2012 wurde mit Beschluss des Vorstands vom 10. Dezember 2012 zur Veröffentlichung freigegeben.

Grundlagen der Berichterstattung

Der vorliegende Konzernabschluss wurde unter Anwendung von § 315a HGB ("Konzernabschluss nach internationalen Rechnungslegungsstandards") im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den diesbezüglichen Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB) erstellt, wie sie gemäß der Verordnung Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlamentes und des Rates über die Anwendung Internationaler Rechnungslegungsstandards in der Europäischen Union anzuwenden sind.

01 Grundsätze der Rechnungslegung

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt mit Ausnahme bestimmter Finanzinstrumente, die zu Zeitwerten ausgewiesen werden, auf Basis historischer Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Der Konzernabschluss wird in Euro (€) aufgestellt, da dies die Währung ist, in der die Mehrzahl der Transaktionen des Konzerns durchgeführt wird. Alle Beträge werden, soweit nicht anders dargestellt, in Millionen Euro (Mio €) angegeben. Es können sich Abweichungen zu den ungerundeten Beträgen ergeben.

Konsolidierung

In den Konzernabschluss sind die ThyssenKrupp AG sowie alle wesentlichen Unternehmen, die die ThyssenKrupp AG mittelbar oder unmittelbar beherrscht, einbezogen. Beherrschung besteht dann, wenn die ThyssenKrupp AG über mehr als die Hälfte der Stimmrechte einer Gesellschaft verfügt oder auf andere Weise die Möglichkeit besitzt, die Finanzund Geschäftspolitik einer Gesellschaft zu bestimmen, um aus deren Tätigkeit Nutzen zu ziehen. Bei der Bestimmung eines Beherrschungsverhältnisses werden auch potenzielle Stimmrechte, die gegenwärtig ausgeübt oder umgewandelt werden können, berücksichtigt. Die Abschlüsse der Tochtergesellschaften werden vom Tag der Erlangung der Beherrschung bis zur Beendigung der Beherrschung in den Konzernabschluss einbezogen. Bei einem Unternehmenserwerb werden alle identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten des erworbenen Unternehmens zu beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbsstichtag bewertet. Anteile anderer Gesellschafter werden entsprechend ihrer Anteile an den beizulegenden Zeitwerten der identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten ausgewiesen.

Alle Forderungen und Verbindlichkeiten, Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie Zwischenergebnisse zwischen Konzernunternehmen werden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert.

Im Konzernabschluss werden 167 (i. Vj. 181) inländische und 451 (i. Vj. 485) ausländische mittelbar oder unmittelbar beherrschte Unternehmen konsolidiert. Im Berichtsjahr wurden 24 Unternehmen erstmals konsolidiert. Gleichzeitig verringerte sich die Anzahl der konsolidierten Unternehmen um 72, wobei 17 Abgänge aus konzerninternen Verschmelzungen resultieren.

18 (i. Vj. 21) Tochterunternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung ist, werden nicht konsolidiert; ihr Umsatz beträgt 0,02 % des gesamten Konzernumsatzes, ihr Ergebnis 0,01 % des gesamten Konzernergebnisses (vor Steuern) und ihr Eigenkapital 0,08 % des Konzerneigenkapitals. Sie werden zum beizulegenden Zeitwert oder, sofern sich dieser für nicht börsennotierte Eigenkapitalinstrumente nicht hinreichend verlässlich ermitteln lässt, zu Anschaffungskosten bewertet und innerhalb der langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte ausgewiesen.

Assoziierte Unternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert. Ein assoziiertes Unternehmen ist ein Unternehmen, auf das der Konzern durch Mitwirkung an der Finanz- und Geschäftspolitik maßgeblichen Einfluss, jedoch keine Beherrschung, ausüben kann. Maßgeblicher Einfluss wird grundsätzlich angenommen, wenn der Konzern einen Stimmrechtsanteil von 20 % oder mehr hält (assoziierte Unternehmen). Soweit ein Konzernunternehmen mit einem assoziierten Unternehmen Transaktionen durchführt, werden daraus resultierende nicht realisierte Gewinne oder Verluste entsprechend dem Anteil des Konzerns an dem assoziierten Unternehmen eliminiert.

Gemeinschaftlich geführte Unternehmen (Joint Ventures) werden nach der Equity-Methode bilanziert. Soweit der Konzern Transaktionen mit einem gemeinschaftlich geführten Unternehmen durchführt, werden daraus resultierende nicht realisierte Gewinne oder Verluste entsprechend dem Anteil des Konzerns an dem gemeinschaftlich geführten Unternehmen eliminiert.

11 (i. Vj. 12) assoziierte Unternehmen und 22 (i. Vj. 21) Joint Ventures werden im Konzern nach der Equity-Methode bewertet. Darüber hinaus werden 14 (i. Vj. 21) assoziierte Unternehmen wegen der untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zum beizulegenden Zeitwert oder, sofern sich dieser für nicht börsennotierte Eigenkapitalinstrumente nicht hinreichend verlässlich ermitteln lässt, zu Anschaffungskosten bewertet und innerhalb der langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte ausgewiesen; das anteilige Ergebnis dieser assoziierten Unternehmen von untergeordneter Bedeutung beträgt 0,05 % des gesamten Konzernergebnisses (vor Steuern) und ihr anteiliges Eigenkapital 0,22 % des Konzerneigenkapitals.

Die vollständige Aufstellung über den Anteilsbesitz des Konzerns ist unter Anhang-Nr. 39 aufgeführt.

Ein aus einem Unternehmenserwerb resultierender Firmenwert repräsentiert den Betrag, um den die Anschaffungskosten den Konzernanteil an den beizulegenden Zeitwerten der identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten des Tochterunternehmens, assoziierten oder gemeinschaftlich geführten Unternehmens zum Erwerbsstichtag übersteigen. Der Firmenwert wird als Vermögenswert bilanziert und jährlich einem Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) unterzogen, sofern nicht darüber hinaus zu weiteren Zeitpunkten Hinweise bestehen oder Ereignisse eintreten, die eine Wertminderung vermuten lassen.

Firmenwerte, die aus dem Erwerb eines assoziierten oder eines gemeinschaftlich geführten Unternehmens entstehen, sind in den fortgeführten Beteiligungsbuchwerten der assoziierten bzw. gemeinschaftlich geführten Unternehmen enthalten. Firmenwerte, die aus dem Erwerb eines Tochterunternehmens resultieren, werden gesondert in der Bilanz ausgewiesen.

Im Falle der Veräußerung eines Tochterunternehmens, eines assoziierten oder eines gemeinschaftlich geführten Unternehmens wird der zurechenbare Anteil des Firmenwertes bei der Ermittlung des Veräußerungsergebnisses berücksichtigt.

Währungsumrechnung

Die funktionale Währung und die Berichtswährung der ThyssenKrupp AG und der relevanten europäischen Tochtergesellschaften ist der Euro (€). Transaktionen in Fremdwährung werden zum Zeitpunkt der Transaktion mit dem zu diesem Zeitpunkt gültigen Wechselkurs erfasst. Nominal in Fremdwährung gebundene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden jeweils mit dem Kurs zum Bilanzstichtag umgerechnet. Dabei entstehende Umrechnungsdifferenzen werden ergebniswirksam erfasst.

Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen ausländischen Tochterunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden auf Basis ihrer funktionalen Währung, welche in der Regel der Landeswährung entspricht, in die Konzernwährung Euro umgerechnet. Die Umrechnung erfolgt nach der Stichtagskursmethode, nach welcher die Bilanzen von der funktionalen Währung in die Berichtswährung mit dem Mittelkurs zum Bilanzstichtag, die Gewinn- und Verlustrechnungen mit den Durchschnittskursen der Berichtsperiode umgerechnet werden. Nettogewinne oder -verluste, die aus der Währungsumrechnung resultieren, werden zusammengefasst und innerhalb des Eigenkapitals

ausgewiesen. Solche Umrechnungsdifferenzen werden in der Periode, in der das betreffende Tochterunternehmen veräußert wird, ergebniswirksam erfasst.

Bei Gesellschaften, die ihre Absatz- und Beschaffungsgeschäfte sowie ihre Finanzierung im Wesentlichen nicht in der Landeswährung abwickeln, ist die funktionale Währung die Währung des primären Wirtschaftsumfeldes der Gesellschaft. Die Umrechnung der in Landeswährung aufgestellten Abschlüsse in die funktionale Währung erfolgt in diesen Fällen nach der Zeitbezugsmethode. Danach werden alle nicht monetären Vermögenswerte (z.B. Sachanlagen) einschließlich der hierauf entfallenden Abschreibungen und das Eigenkapital mit den Durchschnittskursen des jeweiligen Zugangsjahres in die funktionale Währung umgerechnet. Alle übrigen Bilanzpositionen werden mit Stichtagskursen und alle übrigen Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung mit Durchschnittskursen der Berichtsperiode umgerechnet. Entstehende Umrechnungsdifferenzen werden ergebniswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder Aufwendungen erfasst. Anschließend werden die Abschlüsse in der funktionalen Währung nach der Stichtagskursmethode in die Berichtswährung umgerechnet.

Die Wechselkurse der für den ThyssenKrupp Konzern wesentlichen Währungen haben sich wie folgt entwickelt:

WÄHRUNGEN

Stichtagskurs
Basis 1 €
Jahresdurchschnittskurs
Basis 1 €
30.09.2011 30.09.2012 2010/2011 2011/2012
US-Dollar 1,35 1,29 1,40 1,30
Brasilianische Real 2,51 2,62 2,30 2,45
Chinesische Renminbi
Yuan
8,61 8,13 9,12 8,23

Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bilanziert und abhängig von ihrer geschätzten Nutzungsdauer planmäßig über einen Zeitraum von in der Regel 3 bis 15 Jahren linear abgeschrieben. Technologie aus dem Erwerb der Howaldtswerke-Deutsche Werft GmbH (HDW) wird über 40 Jahre abgeschrieben. Die Nutzungsdauer wird jährlich überprüft und gegebenenfalls entsprechend den zukünftigen Erwartungen angepasst. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte werden überwiegend in den Umsatzkosten der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.

Firmenwerte werden zu Anschaffungskosten bilanziert und jährlich auf Werthaltigkeit überprüft sowie zusätzlich, wenn zu anderen Zeitpunkten Hinweise auf eine mögliche Wertminderung vorliegen. Wertminderungsaufwendungen werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.

Sachanlagen

Abnutzbare Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen bewertet. Aktivierte Herstellungskosten für selbst erstellte Sachanlagen umfassen neben Materialund Fertigungseinzelkosten auch zurechenbare Material- und Fertigungsgemeinkosten. Ist für die Herstellung eines Vermögenswertes ein beträchtlicher Zeitraum erforderlich, um ihn in seinen beabsichtigten gebrauchsfertigen Zustand zu versetzen, werden direkt zurechenbare Fremdkapitalkosten bis zur Erlangung des gebrauchsfertigen Zustandes als Teil der Herstellungskosten des Vermögenswertes aktiviert. Verwaltungskosten werden nur aktiviert, sofern ein direkter Herstellungsbezug besteht. Laufende Instandhaltungs- und Reparaturaufwendungen werden sofort als Aufwand erfasst. Kosten für den Ersatz von Komponenten oder für Generalüberholungen von Sachanlagen werden aktiviert, sofern es wahrscheinlich ist, dass der künftige wirtschaftliche Nutzen dem Konzern zufließt und die Kosten verlässlich ermittelt werden können. Sofern abnutzbare Sachanlagen aus wesentlichen identifizierbaren Komponenten mit jeweils unterschiedlichen Nutzungsdauern bestehen, werden diese Komponenten gesondert ausgewiesen und über ihre jeweilige Nutzungsdauer abgeschrieben.

Abnutzbare Sachanlagen werden planmäßig linear über ihre betriebsübliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Bei Verkauf oder Stilllegung werden die Anschaffungs- oder Herstellungskosten und die entsprechenden kumulierten Abschreibungen der Anlagen aus der Bilanz ausgebucht; dabei entstehende Gewinne oder Verluste werden ergebniswirksam berücksichtigt.

Für die Abschreibungen werden folgende Nutzungsdauern zu Grunde gelegt:

NUTZUNGSDAUER SACHANLAGEN

Gebäude inklusive als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 10 bis 50 Jahre
Grundstückseinrichtungen, Einbauten in Gebäude 15 bis 25 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 8 bis 25 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 10 Jahre

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien umfassen Grundstücke und Gebäude, die zur Erzielung von Mieteinnahmen oder zum Zwecke der Wertsteigerung gehalten werden und nicht für die eigene Produktion, für die Lieferung von Gütern oder die Erbringung von Dienstleistungen, für Verwaltungszwecke oder für den Verkauf im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit genutzt werden. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen bewertet. Die beizulegenden Zeitwerte dieser Immobilien sind unter Anhang-Nr. 06 dargestellt.

Wertminderungen

Zu jedem Bilanzstichtag überprüft der Konzern die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien dahingehend, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass eine Wertminderung eingetreten sein könnte. In diesem Fall wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes ermittelt, um den Umfang einer gegebenenfalls vorzunehmenden Wertberichtigung zu bestimmen. Der erzielbare Betrag entspricht dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten oder dem Nutzungswert; der höhere Wert ist maßgeblich. Der Nutzungswert entspricht dem Barwert der erwarteten Cash-Flows. Als Diskontierungszinssatz wird ein den Marktbedingungen entsprechender Zinssatz vor Steuern verwendet. Sofern kein erzielbarer Betrag für einen einzelnen Vermögenswert ermittelt werden kann, wird der erzielbare Betrag für die kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten (Cash Generating Unit) bestimmt, der der betreffende Vermögenswert zugeordnet werden kann.

Aus Unternehmenserwerben resultierende Firmenwerte werden den identifizierbaren Gruppen von Vermögenswerten (Cash Generating Units) zugeordnet, die aus den Synergien des Erwerbs Nutzen ziehen sollen. Solche Gruppen stellen die niedrigste Berichtsebene im Konzern dar, auf der Firmenwerte durch das Management für interne Steuerungszwecke überwacht werden. Der erzielbare Betrag einer Cash Generating Unit, die einen Firmenwert enthält, wird regelmäßig jährlich zum 30. September auf Werthaltigkeit überprüft und zusätzlich, wenn zu anderen Zeitpunkten Hinweise für eine mögliche Wertminderung vorliegen. Zu weiteren Einzelheiten verweisen wir auf die Ausführungen unter Anhang-Nr. 04.

Ist der erzielbare Betrag eines Vermögenswertes niedriger als der Buchwert, erfolgt eine sofortige ergebniswirksame Wertberichtigung des Vermögenswertes.

Im Falle von Wertberichtigungen im Zusammenhang mit Cash Generating Units, die einen Firmenwert enthalten, werden zunächst bestehende Firmenwerte reduziert. Übersteigt der Wertberichtigungsbedarf den Buchwert des Firmenwertes, wird die Differenz in der Regel proportional auf die verbleibenden langfristigen Vermögenswerte der Cash Generating Units verteilt.

Ergibt sich nach einer vorgenommenen Wertminderung zu einem späteren Zeitpunkt ein höherer erzielbarer Betrag des Vermögenswertes oder der Cash Generating Unit, erfolgt eine Wertaufholung bis maximal zur Höhe des erzielbaren Betrags. Die Wertaufholung ist begrenzt auf den fortgeführten Buchwert, der sich ohne die Wertberichtigung in der Vergangenheit ergeben hätte. Die vorzunehmende Zuschreibung erfolgt ergebniswirksam. Wertaufholungen von vorgenommenen Wertberichtigungen auf Firmenwerte sind nicht zulässig.

Leasing

Leasingtransaktionen sind entweder als Finance Lease oder als Operating Lease zu klassifizieren. Leasingtransaktionen, bei denen der Konzern als Leasingnehmer alle wesentlichen Chancen und Risiken trägt, die mit dem Eigentum verbunden sind, werden als Finance Lease behandelt. Dementsprechend aktiviert der Konzern das Leasingobjekt zum niedrigeren Wert aus beizulegendem Zeitwert und Barwert der Mindestleasingraten und schreibt den Leasinggegenstand in der Folge über die geschätzte Nutzungsdauer oder die kürzere Vertragslaufzeit ab. Zugleich wird eine entsprechende Verbindlichkeit angesetzt, die in der Folgezeit nach der Effektivzinsmethode getilgt und fortgeschrieben wird. Alle übrigen Leasingvereinbarungen, bei denen der Konzern als Leasingnehmer auftritt, werden als Operating Lease behandelt. In diesem Fall werden die Leasingzahlungen linear als Aufwand erfasst.

Leasingtransaktionen, bei denen der Konzern Leasinggeber ist und alle wesentlichen Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum verbunden sind, auf den Leasingnehmer überträgt, werden beim Leasinggeber als Verkaufs- und Finanzierungsgeschäft bilanziert. In Höhe des Nettoinvestitionswertes aus dem Leasingverhältnis wird eine Forderung angesetzt und die Zinserträge werden erfolgswirksam erfasst. Alle übrigen Leasingtransaktionen, bei denen der Konzern Leasinggeber ist, werden als Operating Lease erfasst. In diesem Fall verbleibt der verleaste Gegenstand in der Konzernbilanz und wird planmäßig abgeschrieben. Die Leasingzahlungen werden linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses als Ertrag erfasst.

Vorräte

Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zum niedrigeren Nettoveräußerungswert bewertet. Der Nettoveräußerungswert entspricht dem geschätzten, im normalen Geschäftsgang erzielbaren Verkaufserlös abzüglich geschätzter Fertigstellungs- und Vertriebskosten. In der Regel werden Vorräte nach der Durchschnittskostenmethode bewertet. Die Herstellungskosten umfassen neben Material- und Fertigungseinzelkosten auch auf Basis einer üblichen Kapazitätsauslastung zurechenbare Material- und Fertigungsgemeinkosten.

Finanzinstrumente

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswertes und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Finanzinstrumente werden erfasst, sobald ThyssenKrupp Vertragspartei des Finanzinstrumentes wird. Wenn Handelstag und Erfüllungstag auseinanderfallen, ist für die erstmalige bilanzielle Erfassung bzw. den bilanziellen Abgang der Erfüllungstag maßgeblich. Als finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten erfasste Finanzinstrumente werden grundsätzlich unsaldiert ausgewiesen; sie werden nur dann saldiert, wenn bezüglich der Beträge zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein Aufrechnungsrecht besteht und beabsichtigt wird, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen.

Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes

Für Finanzinstrumente entspricht der beizulegende Zeitwert grundsätzlich dem Betrag, den der Konzern erhalten bzw. zahlen würde, wenn er die Finanzinstrumente am Bilanzstichtag tauschen bzw. begleichen wollte. Sofern Marktpreise an Märkten für Finanzinstrumente quotiert werden, werden diese verwendet. Dies betrifft insbesondere Finanzinstrumente, die als zur Veräußerung verfügbare Vermögenswerte eingestuft sind. Ansonsten werden die beizulegenden Zeitwerte auf Basis der am Bilanzstichtag bestehenden Marktkonditionen – Zinssätze, Devisenkurse, Warenpreise – unter Verwendung der Mittelkurse berechnet. Dabei werden die Zeitwerte mittels anerkannter finanzmathematischer Modelle berechnet, wie z.B. des Optionspreismodells für Devisen- und Zinsoptionen oder der Discounted-Cash-Flow-Methode für Zinsswaps. Bei einigen Derivaten basiert der beizulegende Zeitwert auf externen Bewertungen unserer Finanzpartner.

Finanzielle Vermögenswerte

Finanzielle Vermögenswerte beinhalten insbesondere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, derivative finanzielle Vermögenswerte sowie gehaltene Eigenkapitalinstrumente und Gläubigerpapiere. Der erstmalige Ansatz von finanziellen Vermögenswerten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Dabei werden bei allen finanziellen Vermögenswerten, die in Folgeperioden nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, die dem Erwerb direkt zurechenbaren Transaktionskosten berücksichtigt. Die in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte entsprechen in der Regel den Marktpreisen der finanziellen Vermögenswerte.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie andere kurzfristige Forderungen

Forderungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Wertberichtigungen ausgewiesen.

Die Wertminderungen, welche in Form von Einzelwertberichtigungen vorgenommen werden, tragen dem Ausfallrisiko hinreichend Rechnung. Objektive Ausfälle führen zu einer Ausbuchung der betreffenden Forderung. Forderungen, die für sich gesehen unbedeutsam sind, sowie Forderungen mit einem ähnlichen Ausfallrisiko werden in Gruppen zusammengefasst und gemeinsam auf einen Wertberichtigungsbedarf anhand von Erfahrungswerten untersucht. Wertberichtigungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden teilweise unter Verwendung von Wertberichtigungskonten vorgenommen. Ob ein Ausfallrisiko über ein Wertberichtigungskonto oder direkt mittels Ausbuchung der Forderung erfasst wird, hängt davon ab, wie hoch die Wahrscheinlichkeit eines Forderungsausfalls geschätzt wird und wie verlässlich das Ausfallrisiko beurteilt werden kann.

Un- oder unterverzinsliche Forderungen mit einer erwarteten Laufzeit von mehr als einem Jahr werden abgezinst. Der Diskontierungsbetrag wird ratierlich bis zur Fälligkeit der Forderung im Zinsertrag vereinnahmt.

Der Konzern verkauft ausgewählte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Wechsel auf revolvierender oder auf einmaliger Basis an nicht konsolidierungspflichtige Zweckgesellschaften (Special Purpose Entities) und andere Finanzinstitute. Auf diese Weise verkaufte Finanzaktiva werden zum Zeitpunkt des Verkaufs aus der Konzernbilanz ausgebucht, soweit im Wesentlichen alle Chancen und Risiken auf den Erwerber übertragen werden und die Durchleitung der mit diesen Finanzaktiva verbundenen Cash-Flows sichergestellt ist. Wenn im Wesentlichen alle Chancen und Risiken weder übertragen noch behalten werden, werden die Finanzaktiva zum Zeitpunkt des Verkaufs nur dann aus der Konzernbilanz ausgebucht, wenn sichergestellt ist, dass die aus den Finanzaktiva resultierenden Cash-Flows an den Erwerber durchgeleitet werden und der Erwerber die Kontrolle über die Finanzaktiva erhalten hat. Soweit im Wesentlichen alle Chancen und Risiken beim Konzern verbleiben, werden die Finanzaktiva als Sicherung einer passivierten Verbindlichkeit weiterhin in der Bilanz ausgewiesen.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Barmittel und Sichteinlagen sowie finanzielle Vermögenswerte, die jederzeit in Zahlungsmittel umgewandelt werden können und nur geringen Wertschwankungen unterliegen; sie sind zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte

Derivative Finanzinstrumente, die nicht in eine wirksame Sicherungsbeziehung gemäß IAS 39 eingebunden sind, sind zwingend dieser Kategorie zuzuordnen, sofern der beizulegende Zeitwert zum Stichtag positiv ist. Ein Gewinn oder Verlust aus der Änderung des beizulegenden Zeitwertes wird ergebniswirksam erfasst.

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte sind jene nicht derivativen finanziellen Vermögenswerte, die nicht in eine der vorstehend beschriebenen Kategorien (Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie andere kurzfristige Forderungen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) eingeordnet sind. Diese Kategorie enthält im Wesentlichen Eigenkapitalinstrumente und Gläubigerpapiere, welche grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Ein Gewinn oder Verlust aus der Bewertung eines zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswertes wird direkt im Eigenkapital erfasst, mit Ausnahme von Wertberichtigungen und Effekten aus der Währungsumrechnung. Bei Abgang der finanziellen Vermögenswerte werden die bis dahin direkt im Eigenkapital berücksichtigten kumulierten Gewinne oder Verluste in der Gewinn- und Verlustrechnung der laufenden Periode erfasst. Lässt sich für nicht börsennotierte Eigenkapitalinstrumente der Zeitwert nicht hinreichend verlässlich ermitteln, werden diese zu Anschaffungskosten bewertet.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

Der Konzern macht von dem Wahlrecht, finanzielle Vermögenswerte beim erstmaligen Ansatz in diese Kategorie einzustufen, keinen Gebrauch.

Wertminderung finanzieller Vermögenswerte

Zu jedem Bilanzstichtag werden die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, daraufhin untersucht, ob objektive Hinweise darauf schließen lassen, dass eine Wertminderung vorliegt. Objektive Hinweise können z.B. erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners, der Wegfall eines aktiven Marktes sowie signifikante Änderungen des technologischen, marktbezogenen, wirtschaftlichen oder rechtlichen Umfeldes sein. Bei Eigenkapitalinstrumenten ist eine signifikante oder länger anhaltende Abnahme des beizulegenden Zeitwertes ein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung.

Die Höhe der Wertberichtigung auf einen finanziellen Vermögenswert, der zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert wird, ergibt sich als Differenz zwischen dem Buchwert und dem Barwert der erwarteten künftigen Cash-Flows, abgezinst mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz des finanziellen Vermögenswertes. Der Wertminderungsaufwand wird erfolgswirksam erfasst.

Verringert sich die Höhe der Wertberichtigung in Folgeperioden auf Grund von Ereignissen, die objektiv nach dem Zeitpunkt der Erfassung der Wertberichtigung eingetreten sind, wird die Wertminderung in entsprechendem Umfang erfolgswirksam zurückgenommen.

Wurde der Rückgang des beizulegenden Zeitwertes eines zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswertes bisher direkt im Eigenkapital erfasst, werden diese ermittelten Wertminderungen aus dem Eigenkapital ergebniswirksam ausgebucht, sobald ein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung besteht. Die Höhe der Wertminderung entspricht der Differenz zwischen den Anschaffungskosten (abzüglich etwaiger Tilgungen und Amortisationen) und dem aktuellen beizulegenden Zeitwert, abzüglich etwaiger, bereits früher ergebniswirksam erfasster Wertberichtigungen des finanziellen Vermögenswertes. Ergebniswirksam erfasste Wertberichtigungen für Eigenkapitalinstrumente, die als zur Veräußerung verfügbar eingestuft sind, werden nicht erfolgswirksam, sondern nur über das Eigenkapital rückgängig gemacht. Wertaufholungen bei Fremdkapitalinstrumenten, die objektiv nach dem Zeitpunkt der Erfassung der Wertberichtigung eingetreten sind, werden erfolgswirksam erfasst.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten begründen eine Verpflichtung, die in Zahlungsmitteln oder einem anderen finanziellen Vermögenswert zu begleichen ist. Hierunter fallen insbesondere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, derivative finanzielle Verbindlichkeiten sowie die Bestandteile der Finanzschulden, im Wesentlichen Anleihen und sonstige verbriefte Verbindlichkeiten, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverhältnissen. Der erstmalige Ansatz von finanziellen Verbindlichkeiten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Dabei werden bei allen finanziellen Verbindlichkeiten, die in Folgeperioden nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, die dem Erwerb direkt zurechenbaren Transaktionskosten berücksichtigt.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten werden grundsätzlich unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Bei Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten werden die Finanzierungskosten einschließlich Agio, welches im Rahmen von Tilgungen oder Rückzahlungen zu erstatten ist, periodisch abgegrenzt und erhöhen den Buchwert der Verbindlichkeit, soweit sie nicht bereits in der Periode des Anfalls bezahlt wurden.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten

Der Konzern macht von dem Wahlrecht, finanzielle Verbindlichkeiten beim erstmaligen Ansatz in diese Kategorie einzustufen, keinen Gebrauch.

Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten

Derivative Finanzinstrumente, die nicht in eine wirksame Sicherungsbeziehung gemäß IAS 39 eingebunden sind, sind zwingend als "zu Handelszwecken gehalten" einzustufen und damit erfolgswirksam mit dem beizulegenden Zeitwert zu erfassen. Sind die beizulegenden Zeitwerte negativ, erfolgt ein Ausweis als "zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten".

Derivative Finanzinstrumente

Der Konzern setzt grundsätzlich derivative Finanzinstrumente ein, um Risiken aus Fremdwährungs-, Zins- und Rohstoffpreisänderungen entgegenzuwirken, die im Rahmen der laufenden Geschäftstätigkeit sowie im Rahmen von Investitions- und Finanztransaktionen entstehen können. Derivative Finanzinstrumente werden grundsätzlich zur Absicherung bestehender oder geplanter Grundgeschäfte eingesetzt. Solche derivative Finanzinstrumente und sogenannte eingebettete derivative Finanzinstrumente, die integraler Bestandteil von bestimmten Verträgen sind und gesondert ausgewiesen werden müssen, werden sowohl bei erstmaliger Bilanzierung als auch in Folgeperioden ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Gewinne oder Verluste aus Zeitwertschwankungen werden sofort ergebniswirksam erfasst.

Wenn derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Risiken aus zukünftigen Zahlungsströmen und zur Sicherung von Bilanzposten eingesetzt werden, ermöglicht IAS 39 bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen die Anwendung der Spezialvorschriften zum Hedge Accounting. Hierdurch kann die Volatilität in der Gewinn- und Verlustrechnung reduziert werden. Es wird nach der Art des abgesicherten Grundgeschäftes zwischen einem Fair-Value-Hedge, einem Cash-Flow-Hedge und einem Hedge of a Net Investment in a Foreign Operation unterschieden.

Bei einem Fair-Value-Hedge, der der Absicherung von bilanzierten Vermögenswerten und Verbindlichkeiten oder nicht bilanzierten festen vertraglichen Verpflichtungen dient, wird das Sicherungsinstrument zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und diesbezügliche Zeitwertänderungen werden sofort ergebniswirksam erfasst. Änderungen der beizulegenden Zeitwerte der abgesicherten Vermögenswerte, Verbindlichkeiten oder festen vertraglichen Verpflichtungen, die aus dem abgesicherten Risiko resultieren, werden ebenso ergebniswirksam erfasst. Im Falle eines perfekten Hedge gleichen sich die ergebniswirksam erfassten Zeitwertschwankungen des Grund- und des Sicherungsgeschäfts nahezu aus. Wird der Vermögenswert oder die Verbindlichkeit nach den allgemeinen Bilanzierungsvorschriften zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert, ist der Buchwert um die kumulierten Änderungen des beizulegenden Zeitwertes, die aus dem abgesicherten Risiko resultieren, anzupassen. Wird jedoch das Grundgeschäft (z.B. zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere) zum beizulegenden Zeitwert bilanziert, ohne nach den allgemeinen Bilanzierungsvorschriften die Gewinn- und Verlustrechnung zu berühren, werden die Zeitwertänderungen, die aus dem abgesicherten Risiko resultieren, entgegen den allgemeinen Vorschriften ergebniswirksam erfasst.

Bei einem Cash-Flow-Hedge werden künftige Zahlungsstromschwankungen aus in der Bilanz angesetzten Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, aus erwarteten mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden künftigen Transaktionen oder aus Währungsrisiken einer festen vertraglichen Verpflichtung abgesichert. Der effektive Teil der Zeitwertschwankungen wird ergebnisneutral sofort innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesen. Die Umgliederung aus dem Eigenkapital in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt in der Periode, in der das abgesicherte Grundgeschäft ergebniswirksam wird. Sofern die Absicherung später in dem Ansatz eines nicht finanziellen Vermögenswertes (z.B. Sachanlagen oder Vorräte) resultiert, verändern zu dessen Zugangszeitpunkt die bislang im Eigenkapital erfassten Zeitwertschwankungen den Wertansatz des nicht finanziellen Vermögenswertes. Der aus der Bestimmung der Effektivität des Sicherungszusammenhangs aus Grund- und Sicherungsgeschäft verbleibende ineffektive Teil des Derivates sowie Anpassungen auf Grund von Zinseffekten werden sofort in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Bei Währungsrisiken wird für die Beurteilung der Effektivität die Wertänderung auf Grund von Kassakursänderungen als gesichertes Risiko einbezogen und die Zinskomponente außen vorgelassen.

Wenn das Sicherungsinstrument ausläuft, verkauft, beendet oder ausgeübt wird oder der Sicherungszusammenhang nicht mehr besteht, aber trotzdem erwartet wird, dass das geplante Grundgeschäft eintritt, verbleiben sämtliche bis dahin aus diesem Sicherungsgeschäft aufgelaufenen, nicht realisierten Gewinne oder Verluste innerhalb des Eigenkapitals und werden gemäß obiger Ausführungen ergebniswirksam, wenn das abgesicherte Grundgeschäft ergebniswirksam wird. Falls der Eintritt des ursprünglich abgesicherten Grundgeschäfts nicht mehr erwartet wird, werden die bis dahin innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesenen kumulierten, nicht realisierten Gewinne oder Verluste sofort in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Um Risiken aus Fremdwährungs-, Zins- und Rohstoffpreisänderungen abzusichern, wendet der Konzern überwiegend Cash-Flow-Hedges an. Zusätzlich führt das Unternehmen auch Sicherungsmaßnahmen gemäß den Grundsätzen des Risikomanagements durch, welche ökonomisch zur Sicherung bestehender Risiken beitragen, jedoch nicht die strengen Anforderungen des IAS 39 für Hedge Accounting erfüllen. Für Währungsderivate, die zur Absicherung von Währungsrisiken aus monetären Bilanzpositionen abgeschlossen wurden, wendet der Konzern kein Hedge Accounting an. Die ergebniswirksam erfassten Effekte aus der Umrechnung der Bilanzpositionen stehen so den ebenfalls ergebniswirksam zu erfassenden Zeitwertschwankungen der Derivate gegenüber.

Die Sicherung einer Nettoinvestition in eine ausländische Einheit durch einen Hedge of a Net Investment in a Foreign Operation wird derzeit im Konzern nicht angewendet.

Weitere Ausführungen zu den derivativen Finanzinstrumenten enthält Anhang-Nr. 22.

Latente Steuern

Latente Steuern werden nach der Bilanz-Ansatz-Methode auf zeitlich befristete Differenzen zwischen Wertansätzen in der Handelsbilanz und in der Steuerbilanz sowie auf steuerliche Verlustvorträge und für anrechenbare Steuern angesetzt. Auf diese Weise ermittelte Differenzen werden grundsätzlich immer berücksichtigt, wenn sie zu passiven latenten Steuern führen. Aktive latente Steuern werden nur dann berücksichtigt, wenn es wahrscheinlich ist, dass die entsprechenden Steuervorteile auch realisiert werden. Aktive und passive latente Steuern werden auch auf temporäre Differenzen angesetzt, die im Rahmen von Unternehmenserwerben entstehen, mit der Ausnahme von temporären Differenzen auf Firmenwerte, sofern diese steuerlich unberücksichtigt bleiben.

Zur Berechnung latenter Steuern werden die Steuersätze zukünftiger Jahre herangezogen, soweit sie bereits gesetzlich festgeschrieben sind bzw. der Gesetzgebungsprozess im Wesentlichen abgeschlossen ist. Veränderungen der latenten Steuern in der Bilanz führen grundsätzlich zu latentem Steueraufwand bzw. -ertrag. Soweit Sachverhalte, die eine Veränderung der latenten Steuern nach sich ziehen, direkt gegen das Eigenkapital gebucht werden, wird auch die Veränderung der latenten Steuern direkt im Eigenkapital berücksichtigt.

Kumuliertes sonstiges Ergebnis

In dieser Position werden erfolgsneutrale Veränderungen des Eigenkapitals ausgewiesen, soweit sie nicht auf Kapitaltransaktionen mit Anteilseignern (z.B. Kapitalerhöhungen oder Ausschüttungen) beruhen. Hierzu zählen der Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung, unrealisierte Gewinne und Verluste aus der Zeitbewertung von zur Veräußerung verfügbaren Vermögenswerten und von derivativen Finanzinstrumenten sowie der Anteil am sonstigen Ergebnis, der auf assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen entfällt, die nach der Equity-Methode bilanziert werden. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden in der Periode, in der sie als sonstiges Ergebnis erfasst werden, unter den Gewinnrücklagen ausgewiesen.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Für leistungsorientierte Pensionspläne zu bildende Pensionsrückstellungen sowie Rückstellungen für pensionsähnliche Verpflichtungen sind zum Bilanzstichtag nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren (projected unit credit method) bewertet. Quartalsweise erfolgt eine Neubewertung der Rückstellungen für Pensionen und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen auf Basis aktualisierter Zinssätze und Marktwerte des Planvermögens.

Alle bis zum Stichtag des Übergangs auf die Bilanzierung nach den Vorschriften der IFRS, dem 01. Oktober 2004, aufgelaufenen versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste wurden sofort innerhalb des Eigenkapitals erfasst. Alle nach dem 01. Oktober 2004 anfallenden versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste sowie Gewinne und Verluste aus "asset ceiling" werden ebenfalls sofort innerhalb des Eigenkapitals erfasst und in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung (statement of comprehensive income) dargestellt.

Soweit ein zur Refinanzierung von Pensionsverpflichtungen und ähnlichen Verpflichtungen aufgebautes Fondsvermögen die Verpflichtungen übersteigt, ist die Aktivierung des Überhangs begrenzt. Soweit im Zusammenhang mit Fondsvermögen Zahlungsverpflichtungen auf Grund von Mindestdotierungsvorschriften für bereits erdiente Leistungen bestehen, kann dies auch zum Ansatz einer zusätzlichen Rückstellung führen, wenn der wirtschaftliche Nutzen eines sich unter Berücksichtigung der noch zu leistenden Mindestdotierungen ergebenden Finanzierungsüberhangs für das Unternehmen begrenzt ist. Determinanten für die Begrenzung sind noch unberücksichtigter Dienstzeitaufwand aus rückwirkenden Planänderungen sowie der Barwert von künftigen Rückerstattungen aus dem Plan oder von Minderungen zukünftiger Beitragszahlungen (asset ceiling).

Der Dienstzeitaufwand für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wird als Aufwand innerhalb des betrieblichen Ergebnisses ausgewiesen. Der im Netto-Pensionsaufwand enthaltene Zinsaufwand und der erwartete Kapitalertrag des Fondsvermögens werden im Finanzergebnis der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Soweit Planverbesserungen zugesagt werden, wird noch unberücksichtigter Dienstzeitaufwand aus rückwirkenden Planänderungen linear über den durchschnittlichen Zeitraum bis zur Unverfallbarkeit der Anwartschaften verteilt. Im Falle einer unmittelbaren Unverfallbarkeit der Anwartschaften erfolgt eine sofortige ergebniswirksame Erfassung.

Verpflichtungen des Konzerns aus beitragsorientierten Versorgungsplänen werden ergebniswirksam innerhalb des betrieblichen Ergebnisses erfasst.

Der Konzern verfügt auch über Pensionspläne, die gemeinschaftlich mit nicht verbundenen Unternehmen unterhalten werden (multi-employer plans). Dabei handelt es sich im Grundsatz sowohl um leistungs- als auch um beitragsorientierte Versorgungspläne. Soweit im Zusammenhang mit gemeinschaftlich unterhaltenen leistungsorientierten Versorgungsplänen die erforderlichen Informationen zur Verfügung stehen, werden diese Pläne wie jeder andere leistungsorientierte Plan bilanziert, andernfalls wie beitragsorientierte Pläne.

Sonstige Rückstellungen

Rückstellungen werden gebildet, wenn der Konzern aus einem Ereignis der Vergangenheit eine gegenwärtige Verpflichtung hat, diese Verpflichtung wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen führen wird und deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann. Die Rückstellungshöhe entspricht der bestmöglichen Schätzung des Erfüllungsbetrags der gegenwärtigen Verpflichtung zum Bilanzstichtag, wobei erwartete Erstattungen Dritter nicht saldiert, sondern als separater Vermögenswert angesetzt werden, sofern die Realisation so gut wie sicher ist. Ist der Zinseffekt wesentlich, wird die Rückstellung mit dem Marktzins abgezinst.

Rückstellungen für Gewährleistungen werden zum Zeitpunkt des Verkaufs der betreffenden Waren oder der Erbringung der entsprechenden Dienstleistungen gebildet. Die Höhe der Rückstellung basiert auf der historischen Entwicklung von Gewährleistungen sowie einer Betrachtung aller zukünftig möglichen, mit ihren Eintrittswahrscheinlichkeiten gewichteten Gewährleistungsfälle.

Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen werden gebildet, soweit ein detaillierter, formaler Restrukturierungsplan erstellt und den betroffenen Parteien mitgeteilt worden ist.

Rückstellungen für drohende Verluste aus ungünstigen Verträgen werden gebildet, wenn der aus dem Vertrag resultierende erwartete wirtschaftliche Nutzen geringer ist als die zur Vertragserfüllung unvermeidbaren Kosten.

Aktienbasierte Vergütung

Der Konzern verfügt über Incentivepläne, in deren Rahmen ausgewählten Führungskräften Wertrechte gewährt werden. Der beizulegende Zeitwert dieser Rechte wird zum Zeitpunkt der Gewährung (grant date) berechnet und als Aufwand linear über den Erdienungszeitraum (vesting period) verteilt sowie eine entsprechende Rückstellung ausgewiesen. Weiterhin wird den Mitgliedern des Vorstands der ThyssenKrupp AG und weiteren ausgewählten Führungskräften ein Teil der variablen Vergütung in Wertrechten gewährt. Die Rückstellungen für beide Vergütungsformen werden zu jedem Bilanzstichtag und zum Zeitpunkt der Auszahlung neu bewertet. Veränderungen des beizulegenden Zeitwertes der Rückstellung werden innerhalb des betrieblichen Ergebnisses berücksichtigt.

Hierzu wird auch auf die Ausführungen unter Anhang-Nr. 14 verwiesen.

Umsatzrealisierung

Umsätze aus Warenverkäufen werden ausgewiesen, sobald die wesentlichen Chancen und Risiken des Eigentums auf den Käufer übergegangen sind und die Höhe der realisierbaren Umsätze verlässlich ermittelt werden kann. Umsätze aus Dienstleistungen werden erfasst, sobald die Leistung erbracht wurde. Keine Umsätze werden ausgewiesen, wenn wesentliche Risiken bezüglich des Erhalts der Gegenleistung oder einer möglichen Warenrückgabe bestehen. Im Übrigen werden Umsätze unter Abzug von Erlösschmälerungen wie Boni, Skonti oder Rabatte ausgewiesen.

Umsätze und Aufwendungen aus Fertigungsaufträgen werden nach der Percentage-of-Completion-Methode bilanziert, wonach die Umsätze entsprechend dem Fertigstellungsgrad ausgewiesen werden. Der Fertigstellungsgrad ergibt sich aus dem Verhältnis der bis zum Stichtag angefallenen Auftragskosten zu den insgesamt zum Stichtag geschätzten Auftragskosten. Ist für die Abwicklung eines Fertigungsauftrags ein beträchtlicher Zeitraum erforderlich, umfassen die Auftragskosten auch direkt zurechenbare Fremdkapitalkosten.

Aufträge, bei denen der Konzern Generalunternehmer- oder Engineeringleistungen erbringt, werden ebenfalls wie Fertigungsaufträge behandelt. Nach der Percentage-of-Completion-Methode bilanzierte Fertigungsaufträge werden entsprechend den zum Stichtag aufgelaufenen Auftragskosten zuzüglich des sich aus dem erreichten Fertigstellungsgrad ergebenden anteiligen Gewinns bewertet. In der Bilanz werden diese Umsatzerlöse abzüglich erhaltener Anzahlungen in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfasst. Auftragsänderungen und Nachforderungen werden berücksichtigt, sofern sie wahrscheinlich vom Kunden akzeptiert werden und deren Höhe verlässlich ermittelt werden kann. Verlässlich bewertbare Leistungsprämien werden berücksichtigt, wenn die Erreichung oder Überschreitung der Leistungsanforderungen wahrscheinlich ist.

Wenn das Ergebnis eines Fertigungsauftrags nicht verlässlich schätzbar ist, werden wahrscheinlich erzielbare Umsätze bis zur Höhe der angefallenen Kosten erfasst. Auftragskosten werden in der Periode, in der sie anfallen, als Aufwand ausgewiesen.

Ist absehbar, dass die gesamten Auftragskosten die Auftragserlöse übersteigen, wird der erwartete Verlust unmittelbar als Aufwand ausgewiesen.

Umsatzerlöse aus Verträgen, die mehrere Vertragselemente (z.B. Warenverkäufe in Kombination mit Dienstleistungen) beinhalten, werden erfasst, wenn das jeweilige Vertragselement geliefert oder erbracht worden ist. Die Umsatzrealisierung erfolgt auf Basis objektiv nachvollziehbarer, relativer beizulegender Zeitwerte der einzelnen Vertragselemente.

Zinserträge werden unter Berücksichtigung des ausstehenden Kapitalbetrags und des geltenden Zinssatzes zeitanteilig vereinnahmt. Dividendenerträge aus Kapitalanlagen werden erfasst, wenn der Anspruch auf Zahlung rechtlich entstanden ist.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden nur erfasst, wenn eine angemessene Sicherheit dafür besteht, dass die damit verbundenen Bedingungen erfüllt und die Zuwendungen gewährt werden. Investitionszuwendungen werden als Reduzierung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten der betreffenden Vermögenswerte erfasst und führen zu einer entsprechenden Reduzierung der planmäßigen Abschreibungen in Folgeperioden. Zuwendungen, die nicht auf Investitionen bezogen sind, werden als sonstige betriebliche Erträge in den Zeiträumen erfasst, in denen die Aufwendungen anfallen, die durch die Zuwendung kompensiert werden sollen.

Aufwendungen für Forschung und Entwicklung

Aufwendungen für Forschung werden sofort ergebniswirksam erfasst.

Entwicklungsaufwendungen, die auf eine wesentliche Weiterentwicklung eines Produktes oder Prozesses abzielen, werden aktiviert, wenn das Produkt oder der Prozess technisch und wirtschaftlich realisierbar ist, die Absicht besteht, die Entwicklung fertig zu stellen, die Entwicklung vermarktbar ist, die Aufwendungen zuverlässig bewertbar sind und der Konzern über ausreichende Ressourcen zur Fertigstellung des Entwicklungsprojektes verfügt. Alle übrigen Entwicklungsaufwendungen werden sofort ergebniswirksam erfasst. Aktivierte Entwicklungsaufwendungen abgeschlossener Projekte werden zu Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen ausgewiesen. Dabei umfassen die Herstellungskosten neben Material- und Fertigungseinzelkosten auch zurechenbare Materialund Fertigungsgemeinkosten. Ist für die Herstellung eines Vermögenswertes ein beträchtlicher Zeitraum erforderlich, um ihn in seinen beabsichtigten gebrauchsfertigen Zustand zu versetzen, werden direkt zurechenbare Fremdkapitalkosten bis zur Erlangung des gebrauchsfertigen Zustandes als Teil der Herstellungskosten aktiviert. Verwaltungskosten werden nur aktiviert, sofern ein direkter Herstellungsbezug besteht. Solange ein Entwicklungsprojekt nicht abgeschlossen ist, erfolgt eine jährliche Überprüfung der Werthaltigkeit der aufgelaufenen aktivierten Beträge, soweit nicht darüber hinaus zu weiteren Zeitpunkten Hinweise darauf bestehen, dass eine Wertminderung eingetreten sein könnte.

Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie (basic earnings per share) ergibt sich aus der Division des auf die Aktionäre der ThyssenKrupp AG entfallenden Anteils am Periodenergebnis durch den gewichteten Durchschnitt der Anzahl der ausgegebenen Aktien. Während einer Periode neu ausgegebene oder zurückgekaufte Aktien werden zeitanteilig für den Zeitraum, in dem sie sich im Umlauf befinden, berücksichtigt. In den dargestellten Berichtsperioden gab es keine Verwässerungseffekte.

Segmentberichterstattung

Die Segmentberichterstattung des ThyssenKrupp Konzerns ist gemäß dem sogenannten "Management Approach" an der internen Organisations- und Berichtsstruktur ausgerichtet. Die der Ermittlung der internen Steuerungsgrößen zu Grunde liegenden Daten werden aus dem nach IFRS aufgestellten Konzernabschluss abgeleitet.

Einzelne zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte, Veräußerungsgruppen (Disposal Groups) und nicht fortgeführte Aktivitäten (Discontinued Operations)

Ein einzelner langfristiger Vermögenswert wird als zur Veräußerung gehalten klassifiziert, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Der Konzern weist Vermögenswerte und Verbindlichkeiten als Veräußerungsgruppe aus, wenn diese als Gruppe in einer Transaktion verkauft oder auf andere Weise abgegeben werden sollen und insgesamt die in IFRS 5 "Non-current Assets held for Sale and Discontinued Operations" definierten Kriterien erfüllen. Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Veräußerungsgruppe werden in der Bilanz gesondert in den Zeilen "Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte" und "Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten" ausgewiesen. Die Aufwendungen und Umsätze einer Veräußerungsgruppe sind bis zur Veräußerung im Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten enthalten, es sei denn, die Veräußerungsgruppe qualifiziert sich für die Berichterstattung als eine "Nicht fortgeführte Aktivität" (discontinued operation). Der Konzern weist die Ergebnisse einer Veräußerungsgruppe, die die Voraussetzungen für eine sogenannte Komponente des Konzerns (component of the group) erfüllt, als nicht fortgeführte Aktivitäten aus, wenn diese einen wesentlichen Geschäftszweig repräsentiert oder sämtliche Aktivitäten einer geografischen Region beinhaltet. Ergebnisse aus nicht fortgeführten Aktivitäten werden in der Periode berücksichtigt, in der sie anfallen, und gesondert in der Gewinn- und Verlustrechnung als "Nicht fortgeführte Aktivitäten (nach Steuern)" ausgewiesen. Die Gewinn- und Verlustrechnung der Vorperiode wird entsprechend angepasst, indem die Ergebnisse der Komponente des Konzerns in den nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen werden. In der Kapitalflussrechnung werden die Cash-Flows der nicht fortgeführten Aktivitäten getrennt von den Cash-Flows der fortgeführten Aktivitäten dargestellt und der Ausweis der Vorperiode wird entsprechend angepasst. Um die Ergebnisanteile der nicht fortgeführten Aktivitäten darzustellen, werden die aus konzerninternen Transaktionen stammenden Umsätze und Aufwendungen berücksichtigt, sofern diese nach dem Abgang der nicht fortgeführten Aktivitäten nicht weiterhin anfallen werden.

Bei erstmaliger Klassifizierung als zur Veräußerung gehalten werden langfristige Vermögenswerte zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt, eine planmäßige Abschreibung wird nicht mehr vorgenommen. Eine Veräußerungsgruppe wird zunächst nach den für sie einschlägigen IFRS-Standards bewertet und danach wird der sich daraus ergebende Buchwert der Gruppe dem Nettozeitwert gegenübergestellt, um den niedrigeren anzusetzenden Wert zu bestimmen. Wertminderungen auf Grund der erstmaligen Klassifizierung als zur Veräußerung gehalten werden ebenso wie spätere Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungen bis zur Höhe des kumulierten Wertminderungsaufwands in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Abschlussgliederung

Einzelne Posten in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung sind zusammengefasst. Sie werden im Anhang gesondert ausgewiesen. Der Vorperiodenausweis der gekennzeichneten Posten wurde an den Ausweis der Berichtsperiode angepasst. Es wurden Änderungen in der Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung vorgenommen, um die Klarheit der Darstellung zu erhöhen.

In der Regel klassifiziert der Konzern Vermögenswerte und Verbindlichkeiten als kurzfristig, wenn diese voraussichtlich innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag realisiert oder ausgeglichen werden. Konzernunternehmen, deren normaler Geschäftszyklus mehr als zwölf Monate umfasst, weisen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten als kurzfristig aus, wenn diese innerhalb des normalen Geschäftszyklus realisiert oder ausgeglichen werden.

Schätzungen

Zur Erstellung des Konzernabschlusses muss der Vorstand Beurteilungen und Schätzungen vornehmen sowie Annahmen treffen, die die Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen im Konzern und den Ausweis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen beeinflussen. Die tatsächlichen Beträge können von diesen Schätzungen abweichen.

Die Schätzungen und die zu Grunde liegenden Annahmen werden fortlaufend überprüft. Anpassungen bezüglich der für die Rechnungslegung relevanten Schätzungen werden in der Periode der Änderung berücksichtigt, sofern die Änderung nur diese Periode betrifft. Eine Änderung wird in der Periode der Änderung und in späteren Perioden berücksichtigt, sofern die Änderung sowohl die Berichtsperiode als auch spätere Perioden betrifft.

Schätzungen und Ermessensausübungen des Vorstands in der Anwendung der IFRS, die einen wesentlichen Effekt auf den Konzernabschluss haben, werden unter Anhang-Nr. 25 dargestellt.

Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften

Im Geschäftsjahr 2011/2012 hat ThyssenKrupp die nachfolgenden Standards, Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards erstmalig angewendet:

Im November 2009 hat das IASB eine überarbeitete Fassung von IAS 24 "Related Party Disclosures" veröffentlicht. Die Überarbeitung beinhaltet eine Vereinfachung der Anhangangabepflichten für Unternehmen, die Regierungen nahe stehend sind (sog. "government-related entities") und eine Klarstellung der Definition nahe stehender Unternehmen und Personen. Der geänderte Standard ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2011 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Die Erstanwendung der überarbeiteten Fassung hatte keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse.

Im November 2009 hat das IASB eine Änderung von IFRIC 14, der eine Interpretation des IAS 19 "Employee Benefits" ist, mit dem Titel "Prepayments of a Minimum Funding Requirement" veröffentlicht. Die Änderung ist in den seltenen Fällen relevant, in denen ein Unternehmen Mindestdotierungsverpflichtungen unterliegt und Beitragsvorauszahlungen leistet, um diese Mindestdotierungsverpflichtungen zu erfüllen. Die Änderung erlaubt dem Unternehmen in diesem Fall, den Vorteil einer solchen Vorauszahlung als Vermögenswert zu bilanzieren. Die Änderung der Interpretation ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2011 beginnen. Die Erstanwendung der Interpretation hatte keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse.

Im Mai 2010 hat das IASB im Rahmen des Annual-Improvements-Process-Projekts den dritten Sammelband "Improvements to IFRSs" veröffentlicht. Hierdurch werden an sechs Standards und an einer Interpretation kleinere Änderungen vorgenommen. Soweit im Einzelfall nicht anders geregelt, sind die Änderungen anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2011 beginnen. Die Erstanwendung der überarbeiteten Fassungen hatte keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse.

Im Oktober 2010 hat das IASB Änderungen zu IFRS 7 "Financial Instruments: Disclosures" veröffentlicht. Durch diese Änderungen wird den Nutzern von Finanzberichten ein besserer Einblick in Transaktionen zur Übertragung von finanziellen Vermögenswerten gewährt. Die Änderungen sind anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Juli 2011 beginnen. Im ersten Jahr der Anwendung sind Vergleichsangaben nicht erforderlich. Die Erstanwendung der überarbeiteten Fassung im Konzernanhang zum 30. September 2012 hatte keinen Einfluss.

Neu herausgegebene Rechnungslegungsvorschriften

Im Geschäftsjahr 2011/2012 hat das IASB die nachfolgend dargestellten Standards, Interpretationen und Änderungen herausgegeben, deren Anwendung noch die Übernahme in EU-Recht ("Endorsement") erfordert:

Im Oktober 2011 hat das IASB die IFRIC-Interpretation 20 "Stripping Costs in the Production Phase of a Surface Mine" veröffentlicht. Die Interpretation regelt die Bilanzierung von Abraumbeseitigungskosten im Rahmen der Produktionsphase im Tagebergbau. Die Interpretation stellt klar, unter welchen Voraussetzungen ein Vermögenswert für entsprechende Abraumbeseitigungsmaßnahmen anzusetzen ist und wie die Erstund Folgebewertung des Vermögenswertes zu erfolgen hat. Die Interpretation ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2013 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Interpretation, sofern sie von der EU in dieser Form übernommen wird, einen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben wird.

Im Dezember 2011 hat das IASB eine Änderung zu IAS 32 "Financial Instruments: Presentation" veröffentlicht, welche die Voraussetzungen für die Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten in der Bilanz klarstellt, um derzeit bestehende Inkonsistenzen bei der praktischen Handhabung zu beseitigen. Die Ergänzung ist verpflichtend retrospektiv anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2014 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Ergänzung, sofern sie von der EU in dieser Form übernommen wird, einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben wird.

Im Dezember 2011 hat das IASB eine Änderung zu IFRS 7 "Financial Instruments: Disclosures" veröffentlicht, die Anhangangaben im Zusammenhang mit bestimmten Aufrechnungsvereinbarungen verlangt. Die Pflicht zur Offenlegung gilt ungeachtet dessen, ob die Aufrechnungsvereinbarung tatsächlich zu einer Aufrechnung der betroffenen finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten geführt hat. Durch diese neuen Angaben sollen Vergleiche zwischen Unternehmen, die IFRS-Abschlüsse aufstellen, und Unternehmen, die US-GAAP-Abschlüsse aufstellen, vereinfacht werden. Die Ergänzung ist verpflichtend retrospektiv anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2013 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Ergänzung, sofern sie von der EU in dieser Form übernommen wird, einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben wird.

Im Dezember 2011 hat das IASB Änderungen zu IFRS 9 "Financial Instruments" und IFRS 7 "Financial Instruments: Disclosures" veröffentlicht. Dadurch wird der verpflichtende Erstanwendungszeitpunkt von IFRS 9 vom 01. Januar 2013 auf den 01. Januar 2015 verschoben. Zusätzlich wird durch die Änderungen die Verpflichtung zur Angabe von angepassten Vorjahreszahlen im Rahmen der Erstanwendung von IFRS 9 erlassen. Stattdessen werden in IFRS 7 zusätzliche Anhangangabepflichten eingefügt, die es den Adressaten der Abschlüsse ermöglichen sollen, die Effekte zu beurteilen, die die Erstanwendung von IFRS 9 auf den Ansatz und die Bewertung von Finanzinstrumenten hat. Eine frühere Anwendung von IFRS 9 ist weiterhin zulässig. Der Konzern kann derzeit noch nicht abschließend beurteilen, welche Auswirkungen die Erstanwendung von IFRS 9 haben wird, sofern der Standard von der EU in dieser Form übernommen wird.

Im Mai 2012 hat das IASB im Rahmen des Annual-Improvements-Process-Projekts den vierten Sammelband "Improvements to IFRSs" veröffentlicht. Hierdurch werden an fünf Standards kleinere Änderungen vorgenommen. Die Änderungen sind anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2013 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendung der Änderungen, sofern sie von der EU in dieser Form übernommen werden, einen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben wird.

Im Juni 2012 hat das IASB mit "Consolidated Financial Statements, Joint Arrangements and Disclosure of Interests in Other Entities: Transition Guidance" Änderungen zu IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12 veröffentlicht. Die Änderungen beinhalten Klarstellungen und Erleichterungen im Zusammenhang mit der erstmaligen Anwendung der vorgenannten Standards. Die Änderungen sind – analog zu IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12 – erstmalig anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2013 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Der Konzern kann derzeit noch nicht abschließend beurteilen, welche Auswirkungen die

Erstanwendung von IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12 haben wird, sofern die Standards von der EU in dieser Form übernommen werden.

Im Oktober 2012 hat das IASB mit "Investment Entities" Änderungen zu IFRS 10, IFRS 12 und IAS 27 veröffentlicht, die die Bilanzierung von Investmentgesellschaften betreffen. Die Änderungen beinhalten eine Definition von Investmentgesellschaften und nehmen derartige Investmentgesellschaften grundsätzlich von der Verpflichtung zur Konsolidierung von Tochtergesellschaften nach IFRS 10 aus; diese sind stattdessen erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Zusätzlich sind Anhangangaben für Investmentgesellschaften erforderlich. Die Änderungen sind anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2014 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Änderungen, sofern sie von der EU in dieser Form übernommen werden, für ThyssenKrupp von Relevanz sind.

02 Erwerbe und Veräußerungen

Geschäftsjahr 2011/2012

Im Geschäftsjahr 2011/2012 tätigte der Konzern kleinere Akquisitionen, die jede für sich genommen nicht wesentlich waren und die sich in Summe auf Basis der Werte zum jeweiligen Erwerbszeitpunkt wie folgt auf den Konzernabschluss auswirkten:

MIO €

2011/2012
Firmenwert 115
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 36
Sachanlagen 3
Vorräte 1
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 24
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 3
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 2
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 15
Insgesamt erworbene Vermögenswerte 199
Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen 1
Passive latente Steuern 3
Langfristige Finanzschulden 2
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 1
Kurzfristige Finanzschulden 1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 21
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 7
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 30
Insgesamt übernommene Verbindlichkeiten 66
Erworbenes Reinvermögen 133
Nicht beherrschende Anteile 0
Gewinn aus der Aufdeckung stiller Reserven im Rahmen des Purchase
Accounting – 10
Kaufpreise 123
davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen 97

Darüber hinaus erfolgte im Geschäftsjahr 2011/2012 im Rahmen der Portfoliobereinigung im November 2011 der Verkauf der ThyssenKrupp Xervon-Gruppe in der Business Area Materials Services und der chinesischen Aktivitäten der Metal-Forming-Gruppe in der Business Area Steel Europe sowie im Januar 2012 die Veräußerung von Teilen der Business Area Marine Systems. Diese Abgänge wurden zum 30. September 2011 als Disposal Groups ausgewiesen, da zu diesem Zeitpunkt die Verkäufe bereits eingeleitet waren. Daneben wurden im Berichtsjahr in der Business Area Components Technology die ThyssenKrupp Automotive Systems Industrial do Brasil Ltda. und die US-amerikanische Eisengießerei Waupaca sowie in der Business Area Steel Europe die Bauelemente-Gruppe verkauft. Die vorgenannten Veräußerungen sowie weitere Verkäufe, die jeder für sich genommen nicht wesentlich waren, haben sich in Summe auf Basis der Werte zum jeweiligen Veräußerungszeitpunkt wie nachfolgend dargestellt auf den Konzernabschluss ausgewirkt:

MIO €

2011/2012
Firmenwert 19
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 10
Sachanlagen 419
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 1
Sonstige langfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 1
Aktive latente Steuern 8
Vorräte 275
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 555
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 65
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 34
Laufende Ertragsteueransprüche 1
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 148
Insgesamt abgegebene Vermögenswerte 1.536
Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen 321
Sonstige langfristige Rückstellungen 6
Passive latente Steuern 13
Langfristige Finanzschulden 2
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 3
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 63
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 9
Kurzfristige Finanzschulden 76
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 275
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 175
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 257
Insgesamt abgegebene Verbindlichkeiten 1.200
Abgehendes Reinvermögen 336
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 4
Nicht beherrschende Anteile 7
Gewinn/(Verlust) aus den Verkäufen 371
Verkaufspreise 704
davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen 697

Geschäftsjahr 2010/2011

Im Geschäftsjahr 2010/2011 tätigte der Konzern kleinere Akquisitionen, die jede für sich genommen nicht wesentlich waren und die sich in Summe auf Basis der Werte zum jeweiligen Erwerbszeitpunkt wie folgt auf den Konzernabschluss auswirkten:

MIO €
2010/2011
Firmenwert 32
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 25
Sachanlagen 1
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 1
Insgesamt erworbene Vermögenswerte 61
Passive latente Steuern 1
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 1
Insgesamt übernommene Verbindlichkeiten 4
Erworbenes Reinvermögen 57
Nicht beherrschende Anteile 0
Kaufpreise 57
davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen 47

Darüber hinaus erfolgten im Rahmen der Portfoliobereinigung im Geschäftsjahr 2010/2011 in der Business Area Materials Services der Verkauf der ThyssenKrupp Xervon S.A. in Spanien sowie in der Business Area Elevator Technology der Verkauf der iranischen Gesellschaft ThyssenKrupp Assanbar PJSC. Beide Gesellschaften wurden zum 30. September 2010 als Disposal Groups ausgewiesen, da zu diesem Zeitpunkt die Verkäufe eingeleitet waren; der Vollzug erfolgte im Oktober 2010 bzw. im September 2011. Diese beiden Veräußerungen, die Veräußerung der Metal-Forming-Gruppe ohne die chinesischen Aktivitäten sowie weitere Verkäufe, die jeder für sich genommen nicht wesentlich waren, haben sich in Summe auf Basis der Werte zum jeweiligen Veräußerungszeitpunkt wie nachfolgend dargestellt auf den Konzernabschluss ausgewirkt:

MIO €

2010/2011
Firmenwert 2
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 3
Sachanlagen 244
Sonstige langfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 2
Aktive latente Steuern 9
Vorräte 141
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 204
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 9
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 48
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 45
Insgesamt abgegebene Vermögenswerte 707
Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen 57
Sonstige langfristige Rückstellungen 6
Passive latente Steuern 11
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 31
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 2
Kurzfristige Finanzschulden 160
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 156
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 17
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 102
Insgesamt abgegebene Verbindlichkeiten 542
Abgehendes Reinvermögen 165
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 20
Nicht beherrschende Anteile 0
Gewinn/(Verlust) aus den Verkäufen – 8
Verkaufspreise 177
davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen 156

03 Nicht fortgeführte Aktivitäten (Discontinued Operations), Veräußerungsgruppen (Disposal Groups)

Im Rahmen des Programms zur Portfoliooptimierung und des beschlossenen Konzepts zur strategischen Weiterentwicklung hat der Konzern sowohl in 2011/2012 als auch in 2010/2011 den Verkauf einiger Bereiche eingeleitet. Bis auf zwei Ausnahmen erfüllen diese Transaktionen nicht die Voraussetzungen von IFRS 5 für den Ausweis einer nicht fortgeführten Aktivität. Damit sind die Aufwendungen und Erträge bis zum Zeitpunkt der Veräußerung weiterhin im Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten auszuweisen. Der im September 2012 eingeleitete Verkauf der gesamten Business Area Steel Americas erfüllt erstmals zum 30. September 2012 die Kriterien für einen Ausweis als nicht fortgeführte Aktivität; für die Business Area Stainless Global gilt dies bereits seit dem 30. September 2011. Somit werden in der Berichtsperiode alle Aufwendungen und Erträge dieser beiden Business Areas separat in der Gewinnund Verlustrechnung in der Zeile "Nicht fortgeführte Aktivitäten (nach Steuern)" ausgewiesen. Der Vorperiodenausweis wurde entsprechend hinsichtlich der Business Area Steel Americas angepasst. Sofern ein Verkauf zum 30. September des jeweiligen Geschäftsjahres noch nicht abgeschlossen ist, werden die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Veräußerungsgruppen und der nicht fortgeführten Aktivitäten in der Bilanz zum 30. September dieses Geschäftsjahres separat in den Zeilen "Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte" bzw. "Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten" ausgewiesen.

Geschäftsjahr 2011/2012

Im September 2012 wurde in der Business Area Steel Europe der Verkauf der ThyssenKrupp Tailored-Blanks-Gruppe eingeleitet. Tailored Blanks ist Systempartner im Karosserie- und Fahrzeugbau für die Automobilindustrie, der maßgeschneiderte Platinen aus Stahlblech herstellt. Die Veräußerung steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die zuständigen Regulierungsbehörden. Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Veräußerungsgruppe zum 30. September 2012 sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

MIO €

30.09.2012
Firmenwert 8
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 2
Sachanlagen 97
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 1
Aktive latente Steuern 3
Vorräte 47
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 125
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 5
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 6
Laufende Ertragsteueransprüche 4
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 10
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 308
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 10
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 1
Passive latente Steuern 4
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 1
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 1
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 4
Kurzfristige Finanzschulden 4
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 63
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 4
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 14
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen
Vermögenswerten
106

Darüber hinaus wurde im September 2012 in der Business Area Components Technology der Verkauf der Berco-Gruppe eingeleitet. Berco ist ein führender und weltweit tätiger Anbieter von im Wesentlichen auf Schmiedeteilen basierten Unterbaufahrgestellen für die Baumaschinenbranche und bietet sowohl Herstellern als auch Zulieferern ein breites Spektrum von Teilen und Services an. Das Produktspektrum bedient dabei größere Abraummaschinen für den Betrieb in Rohstoffminen bis zu mobilen Kleinstmaschinen im Baubetrieb. Im Zusammenhang mit dem eingeleiteten Verkauf entstanden aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte von 4 Mio € und auf Sachanlagen von 131 Mio €, die in den Umsatzkosten ausgewiesen werden; gleichzeitig wurden latente Steuern von 1 Mio € aktiviert. Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Veräußerungsgruppe zum 30. September 2012 sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

MIO €

30.09.2012
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 1
Sachanlagen 29
Aktive latente Steuern 16
Vorräte 200
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 57
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 1
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 21
Laufende Ertragsteueransprüche 2
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 3
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 330
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 31
Sonstige langfristige Rückstellungen 1
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 7
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 3
Kurzfristige Finanzschulden 3
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 86
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 5
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 34
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen
Vermögenswerten
170

Im 1. Quartal 2011/2012 führte die Bewertung der Veräußerungsgruppe der Business Area Marine Systems zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten zu Wertminderungsaufwendungen auf Firmenwerte von 125 Mio €, die in den sonstigen Aufwendungen ausgewiesen werden, sowie zu Wertminderungen auf sonstige immaterielle Vermögenswerte von 6 Mio € und auf Sachanlagen von 24 Mio €, die in den Umsatzkosten ausgewiesen werden. Ende Januar 2012 wurde der Abgang der Veräußerungsgruppe vollzogen.

Nicht fortgeführte Aktivitäten: Business Areas Steel Americas und Stainless Global

Im September 2012 hat der Aufsichtsrat zustimmend zur Kenntnis genommen, dass der Vorstand einen Bieterprozess für die Business Area Steel Americas startet. Die Transaktion soll im Geschäftsjahr 2012/2013 vollzogen werden.

Die wegen der Veräußerungsabsicht zum 30. September 2012 notwendig gewordene Abwertung betrug 3.645 Mio €. Die Abwertung ergibt sich auf der Grundlage des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten. Es liegen unverbindliche Kaufangebote (non-binding offers) für beide Werke vor, einzeln und gesamt. Diese werden von den in die engere Auswahl genommenen Bietern und von ThyssenKrupp aktiv weiterverfolgt. In die Bewertung sind auch interne Berechnungen eingegangen, teilweise durchgeführt mit Unterstützung von Wirtschaftsprüfern und Management Consultants, und berücksichtigen alle ThyssenKrupp vorliegenden Erkenntnisse aus dem laufenden Veräußerungsprozess und stellen insgesamt eine bestmögliche Schätzung dar. Wertveränderungen im Rahmen des Bieterprozesses können nicht ausgeschlossen werden.

Die Ergebnisse der als nicht fortgeführte Aktivität klassifizierten Business Area Steel Americas stellen sich wie folgt dar:

MIO €

2010/2011 2011/2012
Umsatzerlöse 734 1.513
Sonstige Erträge 135 160
Aufwendungen – 3.914 – 6.402
Laufendes Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten
(vor Steuern)
– 3.045 – 4.729
Steuern vom Einkommen und Ertrag 299 506
Laufendes Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten
(nach Steuern)
– 2.746 – 4.223
Ergebnis aus Bewertungsanpassung (vor Steuern) --- ---
Steuern vom Einkommen und Ertrag ---
Ergebnis aus Bewertungsanpassung aus nicht fortge
führten Aktivitäten (nach Steuern)
0 0
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach
Steuern)
– 2.746 – 4.223
Davon:
Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG – 2.164 – 3.774
Nicht beherrschende Anteile – 582 – 449

Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der nicht fortgeführten Aktivität Business Area Steel Americas zum 30. September 2012 sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

MIO €
30.09.2012
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 22
Sachanlagen 2.957
Sonstige langfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 192
Vorräte 849
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 180
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 67
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 121
Laufende Ertragsteueransprüche 1
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 57
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 4.446
Langfristige Finanzschulden 669
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 16
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 3
Kurzfristige Finanzschulden 93
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 307
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 124
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 103
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen
Vermögenswerten 1.315

Zum 30. September 2011 wurden im Rahmen des Konzepts zur strategischen Weiterentwicklung die gesellschaftsrechtlichen, organisatorischen und vertraglichen Voraussetzungen für eine zukünftige Eigenständigkeit des Business Area Stainless Global und somit für den Ausweis als nicht fortgeführte Aktivität im Konzern geschaffen.

In Verbindung mit der eingeleiteten Abgabe erfolgte zum 30. September 2011 die Bewertung der nicht fortgeführten Aktivität zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten auf Basis interner Berechnungen und Einschätzungen von Marktteilnehmern; hieraus resultierte ein Abwertungsaufwand von 510 Mio €. Davon entfielen 45 Mio € auf Firmenwerte, der restliche Abwertungsbetrag wurde auf die Sachanlagen verteilt. Der Aufwand ist in 2010/2011 im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten enthalten.

Am 31. Januar 2012 fand das Signing des Zusammenschlusses des finnischen Edelstahlherstellers Outokumpu mit der Edelstahlsparte von ThyssenKrupp statt. Die EU-Kommission hat dem Zusammenschluss im November 2012 zugestimmt. Die Transaktion steht damit nur noch unter dem Vorbehalt der Freigabe der chinesischen Behörden. Auf Basis des Vertrags mit Outokumpu über den geplanten Verkauf ergab sich im Geschäftsjahr 2011/2012 ein zusätzlicher Abwertungsbedarf von 400 Mio €, der auf die Sachanlagen verteilt wurde. Der Aufwand ist in 2011/2012 im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten enthalten.

Für die Bewertung der Anteilskomponente in Höhe von 29,9 % an dem neuen Unternehmen wurde der Kurs der Outokumpu-Aktie in Höhe von 0,73 € zu Grunde gelegt. Eine Kursänderung von 0,01 € führt zu einer Wertänderung von ca. 6 Mio €. Bis zur endgültigen Festlegung der Wertverhältnisse am Tag des Vollzugs der Transaktion können erhebliche Wertschwankungen eintreten.

Darüber hinaus wurden in 2011/2012 auf Grund der Schließung des Stahlwerks in Krefeld bis Ende 2013 Wertberichtigungen auf Sachanlagen in Höhe von 42 Mio € erforderlich, die ebenfalls im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten enthalten sind. Im Mai 2012 hat Stainless Global im Zusammenhang mit den Konsolidierungsmaßnahmen betreffend die Verlagerung des Standorts Düsseldorf-Benrath und den damit verbundenen Personalabbau mit dem zuständigen Betriebsrat einen Sozialplan abgeschlossen. Der Sozialplan beinhaltet neben Vorruhestandsregelungen und Abfindungszahlungen für Mitarbeiter, die Stainless Global verlassen werden, auch Ausgleichszahlungen für Mitarbeiter, die versetzt werden. Der Sozialplan wird entsprechend auf die geplante Schließung des Stahlwerks in Krefeld Anwendung finden, sobald die Transaktion vollzogen ist. Für den aus dem Sozialplan Düsseldorf-Benrath und Krefeld resultierenden Aufwand wurde zum 30. September 2012 eine Restrukturierungsrückstellung von 58 Mio € gebildet.

Die Ergebnisse der als nicht fortgeführte Aktivität klassifizierten Business Area Stainless Global stellen sich wie folgt dar:

MIO €

2010/2011 2011/2012
Umsatzerlöse 6.016 5.739
Sonstige Erträge 16 32
Aufwendungen – 6.349 – 6.024
Laufendes Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten
(vor Steuern)
– 317 – 253
Steuern vom Einkommen und Ertrag – 2 – 54
Laufendes Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten
(nach Steuern)
– 319 – 307
Ergebnis aus Bewertungsanpassung (vor Steuern) – 510 – 400
Steuern vom Einkommen und Ertrag
Ergebnis aus Bewertungsanpassung aus nicht fortge
führten Aktivitäten (nach Steuern)
– 510 – 400
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten
(nach Steuern)
– 829 – 707
Davon:
Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG – 829 – 700
Nicht beherrschende Anteile 0 – 7

Mit der Klassifizierung als nicht fortgeführte Aktivität werden langfristige Vermögenswerte nicht mehr planmäßig abgeschrieben; in 2011/2012 sind daher Aufwendungen für planmäßige Abschreibungen von 192 Mio € entfallen.

Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der nicht fortgeführten Aktivitäten Stainless Global zum 30. September 2011 und zum 30. September 2012 sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

MIO €

30.09.2011 30.09.2012
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 20 26
Sachanlagen 1.805 1.761
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 12 12
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 15 18
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 2 2
Sonstige langfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 3 7
Aktive latente Steuern 110 90
Vorräte 1.801 1.675
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen* 643 582
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte* 47 40
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 87 98
Laufende Ertragsteueransprüche 15 16
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 65 56
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 4.625 4.383
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtun
gen
271 337
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an
Arbeitnehmer*
22 25
Sonstige langfristige Rückstellungen* 82 110
Passive latente Steuern 118 90
Langfristige Finanzschulden 61 47
Sonstige langfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 1 1
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitneh
mer*
5 5
Sonstige kurzfristige Rückstellungen* 43 61
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 9 6
Kurzfristige Finanzschulden 156 152
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen* 1.381 1.264
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten* 187 104
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 135 121
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung
vorgesehenen Vermögenswerten
2.471 2.323

* Der Vorjahresausweis wurde angepasst.

Geschäftsjahr 2010/2011

Im April 2010 wurde die Veräußerung von Teilen der Business Area Marine Systems eingeleitet. Die Transaktion umfasst den Verkauf der Blohm + Voss Shipyards GmbH, die im Schiffsneubau insbesondere von Megayachten tätig ist, und den Verkauf der Blohm + Voss Repair GmbH und der Blohm + Voss Industries GmbH, die Schiffsreparatur und Komponentenfertigung betreiben. Daneben sind die Fertigungskapazitäten für den zivilen Schiffbau der ehemaligen HDW Gaarden Bestandteil der Veräußerungsgruppe. In 2010/2011 wurde bereits der Abgang des zivilen Teils der ehemaligen HDW Gaarden vollzogen. Zusätzlich wurden auf Grund der Beendigung der Verhandlungen mit der Abu Dhabi MAR-Gruppe über die komplette Übernahme der zivilen Schiffbauaktivitäten sowie ein Joint Venture im Marine-Überwasserschiffbau zum 30. Juni 2011 zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte von 133 Mio € und Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten von 145 Mio € wieder den entsprechenden Bilanzpositionen zugeordnet. Zum 30. September 2011 ist der Verkauf der zivilen Bereiche von Blohm + Voss noch Bestandteil der Veräußerungsgruppe; dabei handelt es sich um den Yachtbau sowie das Reparatur- und Komponentengeschäft in Hamburg. Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Veräußerungsgruppe zum 30. September 2011 sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

MIO €

30.09.2011
Firmenwert 180
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 11
Sachanlagen 54
Aktive latente Steuern 3
Vorräte 45
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 102
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 3
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 3
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 219
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 620
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 45
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 4
Sonstige langfristige Rückstellungen 2
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 3
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 14
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 5
Kurzfristige Finanzschulden 80
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 30
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 3
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 139
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen
Vermögenswerten
325

Die Veräußerung wurde zwischenzeitlich vollzogen.

Ende April 2011 wurde der Verkauf der Metal-Forming-Gruppe der Business Area Steel Europe eingeleitet. Die Gruppe fertigt qualitativ hochwertige Fahrwerk- und Karosseriebauteile in Deutschland, Frankreich, England, Spanien, Polen, der Türkei und China. Nach der Zustimmung der europäischen Wettbewerbsbehörden wurde der Verkauf an die spanische Gestamp Automoción S.L. mit Ausnahme der chinesischen Aktivitäten im Juli 2011 vollzogen. Im Zusammenhang mit der noch ausstehenden Veräußerung der chinesischen Aktivitäten entstanden aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten Wertminderungsaufwendungen auf Sachanlagen in Höhe von 13 Mio €, die in den Umsatzkosten ausgewiesen werden. Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der chinesischen Aktivitäten, die die Veräußerungsgruppe zum 30. September 2011 noch umfasst, sind in der nachfolgenden Tabelle

dargestellt: MIO €

30.09.2011
Sachanlagen 11
Sonstige langfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 2
Aktive latente Steuern 1
Vorräte 9
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 23
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 4
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 15
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 65
Kurzfristige Finanzschulden 15
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 10
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen
Vermögenswerten
31

Die Veräußerung wurde zwischenzeitlich vollzogen.

Im August 2011 wurde in der Business Area Materials Services der Verkauf der Xervon-Gruppe eingeleitet. Xervon zählt zu den führenden Unternehmen für technische Dienstleistungen zur Errichtung und Instandhaltung von Industrieanlagen weltweit. In Verbindung mit dem eingeleiteten Verkauf entstanden aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert

abzüglich Veräußerungskosten Wertminderungsaufwendungen auf Firmenwerte von 48 Mio €, die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen werden. Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Veräußerungsgruppe zum 30. September 2011 sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

MIO €

30.09.2011
Firmenwert 16
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 3
Sachanlagen 125
Aktive latente Steuern 2
Vorräte 94
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 153
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 2
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 17
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 39
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 451
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 41
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 3
Sonstige langfristige Rückstellungen 1
Passive latente Steuern 7
Langfristige Finanzschulden 1
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 18
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 16
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 4
Kurzfristige Finanzschulden 167
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 60
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 3
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 76
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 397

Die Veräußerung wurde zwischenzeitlich vollzogen.

Erläuterungen zur Konzern-Bilanz

04 Immaterielle Vermögenswerte

Die immateriellen Vermögenswerte des Konzerns entwickelten sich wie folgt:

MIO €

Konzessionen,
gewerbliche
Schutzrechte
und ähnliche
Rechte und
Werte sowie
Lizenzen an
solchen
Rechten
und Werten
Entwicklungs
kosten, eigen
entwickelte
Software und
Website
Firmenwerte Insgesamt nachrichtlich:
Darstellung
Veräußerungs
gruppen, nicht
fortgeführte
Aktivitäten
Bruttowerte
Stand 30.09.2010 1.381 562 4.682 6.625 156
Währungsunterschiede 3 23 0 26 0
Veränderung Konsolidierungskreis 9 – 9 – 37 – 37 – 5
Zugänge 47 19 9 75 0
Umbuchungen 20 4 0 24 0
Abgänge – 22 – 11 0 – 33 0
Umgliederung w/Ausweis als zur
Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte – 115 – 31 – 698 – 844 844
Stand 30.09.2011 1.323 557 3.956 5.836 995
Währungsunterschiede 19 2 76 97 10
Veränderung Konsolidierungskreis 8 – 1 68 75 – 258
Zugänge 74 20 23 117 4
Umbuchungen 14 12 0 26 0
Abgänge – 5 – 12 0 – 17 0
Umgliederung w/Ausweis als zur
Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte – 70 0 46 – 24 24
Stand 30.09.2012 1.363 578 4.169 6.110 775
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen
Stand 30.09.2010 812 288 874 1.974 25
Währungsunterschiede 0 10 6 16 0
Veränderung Konsolidierungskreis – 5 – 7 – 63 – 75 – 5
Abschreibungen 96 42 0 138 0
Wertminderungsaufwendungen 3 3 290 296 0
Wertaufholungen 0 – 1 - – 1 0
Umbuchungen 1 0 0 1 0
Abgänge – 20 – 7 0 – 27 0
Umgliederung w/Ausweis als zur
Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte – 100 – 23 – 529 – 652 652
Stand 30.09.2011 787 305 578 1.670 672
Währungsunterschiede 10 1 14 25 9
Veränderung Konsolidierungskreis – 10 – 1 – 17 – 28 – 188
Abschreibungen 88 46 0 134 0
Wertminderungsaufwendungen 10 11 45 66 132
Wertaufholungen 0 0 - 0 0
Umbuchungen 4 0 0 4 0
Abgänge – 5 – 5 0 – 10 0
Umgliederung w/Ausweis als zur
Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte – 41 0 – 1 – 42 42
Stand 30.09.2012 843 357 619 1.819 667
Nettowerte
Stand 30.09.2010 569 274 3.808 4.651 131
Stand 30.09.2011 536 252 3.378 4.166 323
Stand 30.09.2012 520 221 3.550 4.291 108

Wertminderungen auf Firmenwerte

Wertminderungsaufwendungen auf Firmenwerte werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

In 2010/2011 führte die jährliche Überprüfung der Werthaltigkeit der Firmenwerte vor dem Hintergrund einer negativeren Einschätzung der wirtschaftlichen Lage und der damit zusammenhängenden Rahmenbedingungen in den Cash Generating Units (CGUs) der Business Area Stainless Global zu einem Wertminderungsbedarf von insgesamt 290 Mio €, da der erzielbare Betrag jeweils unter dem Buchwert der CGU lag. In der CGU ThyssenKrupp Nirosta, die Produzent von nichtrostenden Edelstahl-Flachprodukten ist, beträgt die Wertminderung des Firmenwertes 166 Mio €. Die Bestimmung des erzielbaren Betrags erfolgte durch die Ermittlung des Nutzungswerts, zu dessen Berechnung ein Diskontierungssatz von 8,1 % angesetzt wurde. Ferner waren in der CGU ThyssenKrupp Mexinox, die das Mexiko-Geschäft von Edelstahl-Flachprodukten bündelt, Wertminderungen von 72 Mio € erforderlich. Die Bestimmung des erzielbaren Betrags erfolgte durch die Ermittlung des Nutzungswerts, zu dessen Berechnung ein Diskontierungssatz von 9,3 % angesetzt wurde. In der CGU ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni, die ebenfalls Produzent von nichtrostenden Edelstahl-Flachprodukten ist, beläuft sich der Wertminderungsbedarf auf 39 Mio €. Die Bestimmung des erzielbaren Betrags erfolgte durch die Ermittlung des Nutzungswerts, zu dessen Berechnung ein Diskontierungssatz von 9,9 % angesetzt wurde. Der verbleibende Wertminderungsbedarf entfällt fast ausschließlich auf die CGU ThyssenKrupp Stainless International. Weitere Anpassungen sind unter Anhang-Nr. 03 beschrieben.

In 2011/2012 ergaben sich in der Business Area Elevator Technology außerhalb der jährlichen Überprüfung stilllegungsbedingt Wertminderungen in Höhe von 45 Mio €.

Wertminderungen auf übrige immaterielle Vermögenswerte

Die Wertminderungsaufwendungen auf die übrigen immateriellen Vermögenswerte sind in den Umsatzkosten enthalten.

Firmenwerte

Die Firmenwerte (ohne Firmenwerte für nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen) sind den CGUs der Business Areas zugeordnet. Die Bestimmung des erzielbaren Betrags einer CGU erfolgt durch Ermittlung des Nutzungswerts mit Hilfe der Discounted-Cash-Flow-Methode. Dabei werden die geplanten Nach-Steuer-Cash-Flows aus der bottom-up erstellten und vom Management der ThyssenKrupp AG genehmigten Dreijahresplanung verwendet. Das letzte Planjahr wird grundsätzlich auch für die Cash-Flows jenseits der Planungsperiode angesetzt. Eine Wachstumsrate zur Extrapolation des letzten Planjahres wird nicht berücksichtigt. Der zur Diskontierung verwendete Gesamtkapitalkostensatz basiert auf dem risikofreien Zinssatz in Höhe von 2,25 % sowie auf einer Marktrisikoprämie von 5,5 %. Darüber hinaus werden jeweils individuell für jede CGU ein aus der jeweiligen Peer-Group abgeleiteter Beta-Faktor, ein Fremdkapitalspread sowie die Kapitalstruktur berücksichtigt. Zusätzlich werden CGU-spezifische Steuersätze und Länderrisikoprämien angesetzt. Zur Diskontierung der Cash-Flows wurden folgende für die jeweilige Business Area spezifische Bandbreiten von Nach-Steuer-Diskontierungszinssätzen zu Grunde gelegt:

IN %

Bandbreiten der Diskontie-
rungszinssätze (nach Steuern)
2010/2011 2011/2012
Steel Europe 8,1 7,4
Materials Services 7,0 - 9,0 6,7 - 8,3
Elevator Technology 7,8 7,3 - 10,2
Plant Technology 7,7 - 9,0 8,6 - 9,0
Components Technology 7,7 - 8,0 8,1 - 9,1
Marine Systems 6,3 6,0
Stainless Global 7,7 - 9,9 -
Corporate 6,6 6,0

Zur Ermittlung des Nutzungswerts für die CGUs werden sowohl Vergangenheitsdaten als auch die erwartete Marktperformance herangezogen. Die den wesentlichen Annahmen zugewiesenen Werte stimmen dabei grundsätzlich mit externen Informationsquellen überein.

Im ThyssenKrupp Konzern wurden außerhalb der beiden nicht fortgeführten Aktivitäten 20 CGUs identifiziert. Davon ist 19 CGUs ein Firmenwert zugeordnet. Der Gesamtfirmenwert, d.h. einschließlich der Firmenwerte, die auf die Veräußerungsgruppen und die nicht fortgeführten Aktivitäten

entfallen, beträgt zum 30. September 2012 3.558 Mio €. 67 % dieses Firmenwerts entfallen auf die CGUs Steel Europe, Americas, Uhde und Marine Systems, die in der folgenden Tabelle dargestellt werden:

WESENTLICHE FIRMENWERTE

CGU
(Business Area)
Buchwert
des der CGU
zugeordneten
Firmenwertes
in Mio €
Anteil am
Gesamtfirmen
wert in %
Beschreibung der Grundannahmen
für die Unternehmensplanung
Darlegung der Vorgehensweise
zur Wertbestimmung der Grundannahmen
Steel Europe
(Steel Europe)
313 9 % - Absatzpreise
- Beschaffungspreise
- Konjunkturzyklen
Konzerninterne Einschätzung der betreffenden Verkaufs- und Einkaufsabteilungen
sowie Berücksichtigung der durch die ThyssenKrupp AG vorgegebenen volkswirt
schaftlichen Rahmendaten wie auch externe Marktstudien
Americas
(Elevator Technology)
884 25 % - Beschaffungspreise
- Wechselkurse und Zinsen
Berücksichtigung der von der ThyssenKrupp AG vorgegebenen volkswirtschaftli
chen Rahmendaten sowie externer lokaler Marktstudien
Uhde
(Plant Technology)
267 7 % - Wachstumsraten der Märkte
- Konjunkturzyklen
Berücksichtigung der von der ThyssenKrupp AG vorgegebenen volkswirtschaftli
chen Rahmendaten und externer Marktstudien sowie Ableitung der zukünftigen
Nachfrage und Investitionsneigung aus der aktuellen Entwicklung der Endpro
duktpreise
Marine Systems
(Marine Systems)
938 26% - Wachstumsraten der Märkte Berücksichtigung der langfristigen Haushaltsplanungen der potenziellen Kunden
und ggf. konkrete Verhandlungen mit den Kunden, verschärfte Konkurrenzsituati
on bei zugleich sinkenden Budgets der Kundenländer

Aus dem jährlich durchgeführten Firmenwert-Impairment-Test ergab sich bei keiner CGU ein Wertminderungsbedarf, da der erzielbare Betrag in allen Fällen über dem Buchwert der CGU lag.

Die Nettowerte der Firmenwerte (ohne Firmenwerte für nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen) veränderten sich wie folgt:

MIO €

Steel
Europe
Materials
Services
Elevator Technology Plant Technology Components
Technology
Marine
Systems
Corporate Steel Americas Stainless
Global
Insgesamt*
Stand 30.09.2010 314 387 1.281 312 238 924 15 0 337 3.808
Währungsunterschiede – 1 – 4 0 – 2 4 – 1 0 0 – 2 – 6
Veränderung
Konsolidierungskreis 0 5 22 0 0 -1 0 0 0 26
Zugänge 0 0 9 0 0 0 0 0 0 9
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung
vorgesehene Vermögenswerte 0 – 64 0 0 0 – 60 0 0 – 45 – 169
Wertminderungsaufwendungen 0 0 0 0 0 0 0 0 – 290 – 290
Stand am 30.09.2011 313 324 1.312 310 242 862 15 0 0 3.378
Währungsunterschiede 0 5 52 4 1 1 0 0 0 63
Veränderung
Konsolidierungskreis 0 – 2 34 29 – 1 22 4 0 0 86
Zugänge 0 0 23 0 0 0 0 0 0 23
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung
vorgesehene Vermögenswerte -8 0 53 0 0 45
Wertminderungsaufwendungen 0 0 -45 0 0 0 0 0 0 – 45
Stand am 30.09.2012 305 327 1.376 343 242 938 19 0 0 3.550

* ohne Firmenwerte für nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen

05 Sachanlagen

Die Sachanlagen des Konzerns entwickelten sich wie folgt:

MIO €

Grundstücke,
grundstücks
gleiche
Rechte
und Bauten
einschließlich
der Bauten
auf fremden
Grundstücken
Technische
Anlagen und
Maschinen
Andere
Anlagen,
Betriebs
und Geschäfts
ausstattung
Geleaste
Sachanlagen
(Finance
Lease)
Verleaste
Sachanlagen
(Operating
Lease)
Anlagen
im Bau
Insgesamt nachrichtlich:
Darstellung
Veräußerungs
gruppen, nicht
fortgeführte
Aktivitäten
Bruttowerte
Stand 30.09.2010 5.937 21.074 2.263 235 13 3.606 33.128 377
Währungsunterschiede 45 189 0 0 0 – 21 213 0
Veränderung Konsolidierungskreis – 105 – 581 – 36 – 30 0 – 6 – 758 – 14
Zugänge 115 490 226 24 0 1.044 1.899 4
Umbuchungen 906 2.344 51 0 0 – 3.162 139 0
Abgänge – 58 – 215 – 104 – 27 – 3 3 – 404 – 4
Umgliederung w/Ausweis als zur
Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte
– 743 – 2.736 – 446 – 42 0 – 508 – 4.475 4.475
Stand 30.09.2011 6.097 20.565 1.954 160 10 956 29.742 4.838
Währungsunterschiede 87 349 15 2 0 29 482 83
Veränderung Konsolidierungskreis – 206 – 492 – 55 – 5 0 – 6 – 764 – 667
Zugänge 78 551 188 17 0 629 1.463 348
Umbuchungen 80 791 19 0 – 10 – 774 106 3
Abgänge – 41 – 254 – 62 – 15 0 – 7 – 379 – 18
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgese
hene Vermögenswerte – 1.477 – 8.105 – 228 – 11 0 – 201 – 10.022 10.022
Stand 30.09.2012 4.618 13.405 1.831 148 0 626 20.628 14.609
Kumulierte Abschreibungen und
Wertminderungsaufwendungen
Stand 30.09.2010 2.664 12.372 1.621 144 3 2 16.806 325
Währungsunterschiede 15 74 0 0 0 3 92 0
Veränderung Konsolidierungskreis – 43 – 422 – 62 – 26 0 0 – 553 – 13
Abschreibungen 187 1.132 199 17 0 0 1.535 1
Wertminderungsaufwendungen 251 1.334 21 0 0 100 1.706 0
Wertaufholungen – 2 – 57 0 0 0 0 – 59 0
Umbuchungen – 7 6 – 3 0 0 0 – 4 0
Abgänge – 45 – 202 – 92 – 19 – 2 0 – 360 – 4
Umgliederung w/Ausweis als zur
Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte
– 251 – 1.525 – 272 – 22 0 0 – 2.070 2.070
Stand 30.09.2011 2.769 12.712 1.412 94 1 105 17.093 2.379
Währungsunterschiede 24 113 9 1 0 4 151 27
Veränderung Konsolidierungskreis – 94 – 387 – 35 – 3 0 0 – 519 – 505
Abschreibungen 156 985 160 12 0 0 1.313 0
Wertminderungsaufwendungen 537 2.984 62 3 0 96 3.682 74
Wertaufholungen – 1 – 1 0 0 0 0 – 2 0
Umbuchungen 4 81 – 3 0 – 1 – 74 7 0
Abgänge – 32 – 241 – 56 – 14 0 0 – 343 – 12
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgese
hene Vermögenswerte
– 909 – 5.610 – 155 – 8 0 – 125 – 6.807 6.807
Stand 30.09.2012 2.454 10.636 1.394 85 0 6 14.575 8.770
Nettowerte
Stand 30.09.2010 3.273 8.702 642 91 10 3.604 16.322 52
Stand 30.09.2011 3.328 7.853 542 66 9 851 12.649 2.459
Stand 30.09.2012 2.164 2.769 437 63 0 620 6.053 5.839

MIO €

Wertminderungsaufwendungen auf Sachanlagen werden zum größten Teil in den Umsatzkosten ausgewiesen und in geringerem Umfang in den Vertriebs- und Verwaltungskosten.

In 2010/2011 wurden in der Business Area Steel Americas Wertminderungen in Höhe von 1.685 Mio € vorgenommen. Davon betreffen 237 Mio € Bauten, 1.321 Mio € technische Anlagen und Maschinen sowie 100 Mio € Anlagen im Bau. Die Wertminderungen sind begründet durch erhöhte Anschaffungskosten des Werks in Brasilien auf Grund von Kostenüberschreitungen, wesentliche anhaltende Anlaufverluste durch einen verzögerten Hochlauf, die Beeinträchtigung der Wettbewerbsfähigkeit des brasilianischen Werks durch die derzeitige und noch für die nähere Zukunft zu erwartende relative Stärke der brasilianischen Währung sowie die langsamere Erholung und erneute Schwäche der Absatzmärkte in den USA und Europa; auch die Erhöhung des gewichteten durchschnittlichen Kapitalkostensatzes wirkte belastend. Die für die Bestimmung des jeweiligen Wertminderungsaufwands relevanten erzielbaren Beträge entsprechen jeweils den Nutzungswerten, zu deren Berechnung ein Diskontierungssatz von 10,5 % angesetzt wurde.

Zum Bilanztag liegen die Voraussetzungen vor, die Business Area Steel Americas als nicht fortgeführte Aktivität auszuweisen und demnach eine Neubewertung der Vermögenswerte und Schulden vorzunehmen. Aus der Bewertung der Sachanlagen ergab sich ein Wertminderungsaufwand von 3.645 Mio €. Davon betreffen 532 Mio € Grundstücke und Bauten, 2.959 Mio € technische Anlagen und Maschinen, 59 Mio € andere Anlagen, 3 Mio € geleaste Sachanlagen sowie 92 Mio € Anlagen im Bau.

Die Abwertung ergibt sich auf der Grundlage des erwarteten beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten. Es liegen unverbindliche Kaufangebote (non-binding offers) für beide Werke vor, einzeln und gesamt. Diese werden von den in die engere Auswahl genommenen Bietern und von ThyssenKrupp aktiv weiterverfolgt. In die Bewertung sind auch interne Berechnungen eingegangen, teilweise durchgeführt mit Unterstützung von Wirtschaftsprüfern und Management Consultants, und berücksichtigen alle ThyssenKrupp vorliegenden Erkenntnisse aus dem laufenden Veräußerungsprozess und stellen insgesamt eine bestmögliche Schätzung dar. Wertveränderungen im Rahmen des Bieterprozesses können nicht ausgeschlossen werden.

Die Sachanlagen enthalten auch geleaste Bauten, technische Anlagen und Maschinen sowie andere Anlagen, bei denen dem Konzern als Leasingnehmer das wirtschaftliche Eigentum zuzurechnen ist, da er alle wesentlichen Chancen und Risiken aus der Nutzung des Leasinggegenstandes trägt.

Bruttowerte Kumulierte Abschreibungen
und
Wertminderungsaufwendungen
Nettowerte
30.09.2011 30.09.2012 30.09.2011 30.09.2012 30.09.2011 30.09.2012
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten
auf fremden Grundstücken
73 73 34 34 39 39
Technische Anlagen und Maschinen 52 52 37 34 15 18
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 35 23 23 17 12 6
Geleaste Sachanlagen 160 148 94 85 66 63

Sachanlagen dienen zur Besicherung von Finanzschulden in Höhe von 6 (i. Vj. 5) Mio €.

06 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien des Konzerns entwickelten sich wie folgt:

MIO €

2010/2011 2011/2012
Bruttowerte
Stand 30.09.2010 bzw. Stand 30.09.2011 511 456
Währungsunterschiede 0 0
Veränderung Konsolidierungskreis 3 1
Zugänge 0 0
Umbuchungen 9 – 2
Abgänge – 44 – 34
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte – 22 0
Stand 30.09.2011 bzw. Stand 30.09.2012 457 421
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen
Stand 30.09.2010 bzw. Stand 30.09.2011 174 156
Währungsunterschiede 0 0
Veränderung Konsolidierungskreis 2 0
Abschreibungen 2 1
Wertminderungsaufwendungen 8 5
Wertaufholungen 0 – 1
Umbuchungen 2 – 2
Abgänge – 22 – 21
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte – 10 0
Stand 30.09.2011 bzw. Stand 30.09.2012 156 138
Nettowerte
Stand 30.09.2010 337
Stand 30.09.2011 bzw. Stand 30.09.2012 301 283

Der beizulegende Zeitwert der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien des Konzerns wird unter Anwendung verschiedener international anerkannter Bewertungsmethoden ermittelt. Hierzu zählen das Ertragswertverfahren, das Discounted Cash-Flow-Verfahren, das Sachwertverfahren und der Vergleich mit aktuellen Marktwerten vergleichbarer Immobilien. Die beizulegenden Zeitwerte der in Deutschland gelegenen, als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien werden primär anhand von intern erstellten Gutachten nach dem Ertragswertverfahren auf Grundlage der in Deutschland geltenden "Verordnung über Grundsätze für die Ermittlung der Verkehrswerte von Grundstücken – WertV" bewertet. Außerhalb von Deutschland gelegene, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden grundsätzlich von externen Gutachtern bewertet.

Zum 30. September 2012 beträgt der beizulegende Zeitwert der von ThyssenKrupp als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 353 (i. Vj. 380) Mio €, wovon 18 (i. Vj. 14) Mio € durch externe Gutachter ermittelt wurden.

In den in den Bruttowerten ausgewiesenen Zugängen sind nachträgliche Anschaffungskosten von 0,2 (i. Vj. 0,2) Mio € enthalten.

Aus der Vermietung von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien resultieren Mieterträge von 18 (i. Vj. 17) Mio € sowie direkt zurechenbare betriebliche Aufwendungen von 9 (i. Vj. 9) Mio €. Weitere 9 (i. Vj. 8) Mio € direkt zurechenbare betriebliche Aufwendungen betreffen als Finanzinvestition gehaltene Immobilien, mit denen keine Mieterträge erzielt werden.

07 Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen

Anteile an assoziierten Unternehmen

Zum 30. September 2012 beläuft sich der Buchwert der nach der Equity-Methode bilanzierten Anteile an assoziierten Unternehmen auf 55 (i. Vj. 71) Mio €. Das Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Anteilen an assoziierten Unternehmen beträgt -23 (i. Vj. -5) Mio €.

Zusammenfassende Finanzinformationen für die nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen enthält die nachfolgende Tabelle, wobei sich die Angaben jeweils auf 100 % und nicht auf den Konzernanteil an den assoziierten Unternehmen beziehen:

MIO €

30.09.2011 30.09.2012
Vermögenswerte 908 871
Verbindlichkeiten 696 758
2010/2011 2011/2012
Umsatzerlöse 759 840
Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag – 13 – 52

In 2011/2012 gab es anteilige Verluste von nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen in Höhe von 6 (i. Vj. 0) Mio €, die nicht erfasst wurden; kumuliert gab es ebenfalls nicht erfasste Verluste von 6 (i. Vj. 0) Mio €.

Joint Ventures

Die nachfolgende Tabelle enthält zusammenfassende Finanzinformationen zu den Joint Ventures des Konzerns, wobei sich die Angaben jeweils auf den Konzernanteil an den Joint Ventures beziehen:

MIO €

30.09.2011 30.09.2012
Kurzfristige Vermögenswerte 844 936
Langfristige Vermögenswerte 397 444
Kurzfristige Verbindlichkeiten 481 525
Langfristige Verbindlichkeiten 304 355
2010/2011 2011/2012
Umsatzerlöse 2.022 2.301
Jahresüberschuss 67 61

Die assoziierten Unternehmen und die Joint Ventures sind in der Aufstellung über den Anteilsbesitz des Konzerns enthalten, die unter Anhang-Nr. 39 dargestellt wird.

08 Vermietete Gegenstände (Operating Lease)

Der Konzern vermietet als Leasinggeber unter Operating Lease im Wesentlichen gewerblich genutzte Immobilien.

Die zukünftigen Mindestmieterträge aus unkündbaren Operating-Lease-Verträgen betragen zum Stichtag:

MIO €

30.09.2011 30.09.2012
Bis zu einem Jahr 20 17
Zwischen einem Jahr und fünf Jahren 34 32
Länger als fünf Jahre 20 19
Insgesamt 74 68

Die Angabe zu den zukünftigen Mieterträgen beinhaltet keine variablen Mietanteile (Contingent Rentals). Im Berichtsjahr wurden wie im Vorjahr keine variablen Mieterträge aus solchen Contingent-Rentals-Verträgen vereinnahmt.

09 Vorräte

MIO €

30.09.2011 30.09.2012
Rohstoffe 2.266 1.399
Hilfs- und Betriebsstoffe 616 316
Unfertige Erzeugnisse und Leistungen 1.623 1.552
Fertige Erzeugnisse und Waren 3.600 3.100
Insgesamt 8.105 6.367

Von den Vorräten haben 4 (i. Vj. 17) Mio € eine Lagerdauer von mehr als einem Jahr. Vorräte in Höhe von 34.344 (i. Vj. 35.377) Mio € sind als Aufwand der Berichtsperiode erfasst worden. Wertminderungen von Vorräten von 49 (i. Vj. 232) Mio € erhöhten die insgesamt erfassten Umsatzkosten. Hiervon entfielen zum 30. September 2011 173 Mio € auf die Abschreibung anlaufbedingter Überbestände in der Business Area Steel Americas.

10 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

MIO €

30.09.2011* 30.09.2012
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.339 4.063
Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo gegenüber
Kunden 799 1.063
Insgesamt 5.138 5.126

* Der Vorjahresausweis wurde angepasst.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 353 (i. Vj. 722) Mio € haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Zum 30. September 2012 bestehen Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen von insgesamt 316 (i. Vj. 280) Mio €.

Zum Bilanzstichtag stellen sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wie folgt dar:

MIO €

Buchwert davon:
davon: zum Abschlussstichtag nicht wertgemindert, aber überfällig
davon:
Forde
rungen
aus Liefe- rungen
und
Leistungen
zum
Abschluss- stichtag
weder
wertge
mindert
noch
überfällig
überfällig
bis 30
Tage
überfällig
31 bis 60
Tage
überfällig
61 bis 90
Tage
überfällig
91 bis 180
Tage
überfällig
181 bis 360
Tage
überfällig
mehr als
360 Tage
zum
Abschluss- stichtag
wert
gemindert
30.09.2011* 5.138 4.317 324 96 63 98 56 48 136
30.09.2012 5.126 4.172 316 96 62 83 64 38 295

* Der Vorjahresausweis wurde angepasst.

Die aus der Bilanzierung von Fertigungsaufträgen resultierenden Forderungen setzen sich wie folgt zusammen:

MIO €

30.09.2011* 30.09.2012
Angefallene Auftragskosten und
ausgewiesene Auftragsgewinne
(abzüglich ausgewiesener Verluste) 3.257 4.107
abzüglich erhaltener Anzahlungen – 2.458 – 3.044
Insgesamt 799 1.063

* Der Vorjahresausweis wurde angepasst.

Für erhaltene Anzahlungen wurden Vermögenswerte in Höhe von 544 (i. Vj. 395) Mio € sicherungsübereignet. In der Berichtsperiode wurden Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen in Höhe von 7.337 (i. Vj. 6.682) Mio € erfasst.

Der Konzern verkauft im Wesentlichen kreditversicherte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Rahmen von bestehenden Programmen revolvierend sowie in Form von Einmaltransaktionen.

Per 30. September 2012 wurden Forderungen mit einem Nominalwert von 80 (i. Vj. 89) Mio € verkauft, die zu einer Ausbuchung aus der Bilanz führten; hieraus erzielte der Konzern einen Verkaufserlös von 79 (i. Vj. 88) Mio €. Im Rahmen dieser Verkäufe behält der Konzern in einigen Fällen Rechte und unwesentliche Pflichten zurück; hierzu zählen vor allem die Erbringung von Abwicklungsdienstleistungen sowie das Stellen von begrenzten Forderungsausfallreserven. Die bilanzierten Vermögenswerte sowie die gegebenen Garantien, die als Forderungsausfallreserve dienen, betrugen 2 (i. Vj. 3) Mio € zum 30. September 2012.

11 Sonstige finanzielle Vermögenswerte

MIO €

30.09.2011 30.09.2012
kurzfristig langfristig kurzfristig langfristig
Kredite und Forderungen* 274 17 223 28
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 6 54 6 57
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 137 50
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 82 10
Insgesamt* 499 71 289 85

* Der Vorjahresausweis wurde angepasst.

Sonstige finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 90 (i. Vj. 107) Mio € haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Zum 30. September 2012 bestehen Wertberichtigungen von insgesamt 32 (i. Vj. 18) Mio € für kurzfristige und 58 (i. Vj. 50) Mio € für langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte.

Zum Bilanzstichtag stellen sich die sonstigen finanziellen Vermögenswerte wie folgt dar:

MIO €

Buchwert davon:
davon: zum Abschlussstichtag nicht wertgemindert, aber überfällig
davon:
Sonstige
finanzielle
Vermögens
werte
zum
Abschluss- stichtag
weder
wertge
mindert
noch
überfällig
überfällig
bis 30
Tage
überfällig
31 bis 60
Tage
überfällig
61 bis 90
Tage
überfällig
91 bis 180
Tage
überfällig
181 bis 360
Tage
überfällig
mehr als
360 Tage
zum
Abschluss- stichtag
wert
gemindert
30.09.2011* 570 521 3 1 1 1 1 7 35
30.09.2012 374 347 1 0 0 0 0 0 26

* Der Vorjahresausweis wurde angepasst.

12 Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte

MIO €

30.09.2011 30.09.2012
kurzfristig langfristig kurzfristig langfristig
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte 29 29
Geleistete Anzahlungen auf Sachanlagen 178 184
Geleistete Anzahlungen auf Vorräte und sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte* 824 1.040
Vorauszahlungen* 165 92
Erstattungsansprüche aus Gesundheitsfürsorgeleistungen (Reimbursement Rights) 88 0
Übrige 486 246 524 6
Insgesamt 1.563 453 1.656 219

* Der Vorjahresausweis wurde angepasst.

Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 889 (i. Vj. 556) Mio € haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Zum 30. September 2012 bestehen Wertberichtigungen von insgesamt 29 (i. Vj. 29) Mio € für kurzfristige und 5 (i. Vj. 224) Mio € für langfristige sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte. Die Wertberichtigungen auf langfristige sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte entfielen im Vorjahr im Wesentlichen auf die Business Area Steel Americas.

13 Eigenkapital

Vom Stand des kumulierten sonstigen Ergebnisses entfallen zum 30.09.2010 7 Mio €, zum 30.09.2011 10 Mio € und zum 30.09.2012 11 Mio € auf assoziierte Unternehmen. Von den Veränderungen des kumulierten sonstigen Ergebnisses resultieren 1 (i. Vj. 3) Mio € aus assoziierten Unternehmen.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung des Unterschiedsbetrags aus der Währungsumrechnung, der Bestandteil des kumulierten sonstigen Ergebnisses ist:

MIO €

Unterschieds
betrag aus
der
Währungs
umrechnung
Stand am 30.09.2010 138
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) 70
Realisierte (Gewinne)/Verluste – 17
Stand am 30.09.2011 191
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) 293
Realisierte (Gewinne)/Verluste 12
Stand am 30.09.2012 496

Gezeichnetes Kapital

Zum 30. September 2012 ist das Gezeichnete Kapital unverändert gegenüber dem Vorjahr eingeteilt in 514.489.044 auf den Inhaber lautende Stückaktien. Die Aktien sind alle ausgegeben und voll eingezahlt; zum Bilanzstichtag befanden sich wie im Vorjahr 514.489.044 Aktien im Umlauf. Rechnerisch entfällt auf jede Aktie ein Anteil am Gezeichneten Kapital in Höhe von 2,56 €.

Alle Aktien gewähren die gleichen Rechte. Die Aktionäre sind zum Bezug der beschlossenen Dividenden berechtigt und verfügen auf der Hauptversammlung über ein Stimmrecht je Aktie.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage enthält die Effekte aus der Bilanzierung des Unternehmenszusammenschlusses von Thyssen und Krupp sowie Agien aus Kapitalerhöhungen bei Tochtergesellschaften, bei denen nicht beherrschende Anteile bestehen.

Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen enthalten die in der Vergangenheit erzielten Konzernergebnisse, soweit diese nicht ausgeschüttet worden sind. Darüber hinaus beinhaltet diese Position die Verrechnung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste beim Abgang von Pensionsrückstellungen.

Eigene Anteile

Zur Reduzierung der Nettofinanzschulden als Teil der strategischen Weiterentwicklung des Konzerns hat der Vorstand der ThyssenKrupp AG am 06. Juli 2011 beschlossen, den Bestand an 49.484.842 eigenen Anteilen, entsprechend 9,6 % des Grundkapitals, zu verkaufen. Der Verkauf erfolgte am 07. Juli 2011 über ein "Accelerated Bookbuilding-Verfahren" zu einem Kurs von 32,95 € je Aktie an vorwiegend deutsche und internationale institutionelle Investoren und führte zu einem Mittelzufluss von rund 1,6 Mrd €; die dabei entstandenen Transaktionskosten in Höhe von 7 Mio € wurden erfolgsneutral als Abzug vom Eigenkapital bilanziert.

Die dargestellte Veräußerung der eigenen Anteile basierte auf Grundlage der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 21. Januar 2010 und führte dazu, dass die ThyssenKrupp AG zum 30. September 2011 und zum 30. September 2012 keine eigenen Anteile mehr hält.

Angaben zum Kapitalmanagement

Zum 30. September 2012 lag die Eigenkapitalquote bei 11,8 % (i. Vj. 23,8 %). Zum 30.09.2012 lag das durch Wertminderungen temporär erhöhte Gearing bei 128,1 % (i. Vj. 34,5 %). Damit wurde das in einigen Kreditverträgen - insbesondere der syndizierten Kreditlinie - vereinbarte Gearing von 150 % wie im Vorjahr auch zum 30.09.2012 eingehalten. Der Verkauf von Steel Americas wird durch die erwarteten Cashzuflüsse zu einer signifikanten Verringerung der Nettofinanzschulden und somit des temporär erhöhten Gearings führen. Zu den wichtigsten finanzwirtschaftlichen Zielen des ThyssenKrupp Konzerns zählen die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes und die Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit. Große Bedeutung in diesem Zusammenhang hat die Schaffung von ausreichenden Liquiditätsreserven. Die Zielerreichung erfolgt durch den Einsatz diverser Maßnahmen zur Reduzierung der Kapitalkosten und Optimierung der Kapitalstruktur sowie durch ein effektives Risikomanagement.

Die Beurteilung der finanzwirtschaftlichen Risiken des ThyssenKrupp Konzerns ergibt sich aus den Einstufungen der Ratingagenturen:

Langfrist
Rating
Kurzfrist
Rating
Ausblick
Standard & Poor's BB B negativ
Moody's Baa3 Prime-3 negativ
Fitch BBB- F3 negativ

Damit verfügt ThyssenKrupp bei Moody's und Fitch über ein Rating im Investment-Grade-Bereich. Nachdem Standard & Poor's das Rating von ThyssenKrupp im abgelaufenen Geschäftsjahr von BB+ auf BB herabgestuft hat, befindet sich unser Rating bei dieser Ratingagentur weiterhin unterhalb der Grenze zum Investment-Grade. Der Investment-Grade-Status bei allen Ratingagenturen hat hohe Priorität für ThyssenKrupp. Für die Finanzierung des ThyssenKrupp Konzerns führt ein Investment-Grade-Rating in den Kategorien des "BBB"-Bereichs zum Optimum der Kapitalkosten. Es stellt grundsätzlich den Zugang zu einer breiten Investorenbasis sicher. Das Kapitalmanagement basiert bei ThyssenKrupp auf den durch die Ratingagenturen publizierten Verschuldungskennziffern, die periodenbezogen Relationen aus Cash-Flow und Verschuldung ermitteln. Satzungsmäßigen Kapitalerfordernissen unterliegt ThyssenKrupp nicht.

Ermächtigungen

Gemäß § 5 Abs. 5 der Satzung der ThyssenKrupp AG ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 19. Januar 2017 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu 500 Mio € durch die Ausgabe von bis zu 195.312.500 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals zu erhöhen (Genehmigtes Kapital). Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht zu; die Möglichkeit zum Bezugrechtsausschluss wird auf 20 % des Grundkapitals beschränkt.

Durch Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 23. Januar 2009 ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats auf den Inhaber lautende Schuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu 2 Mrd € zu begeben und den Inhabern von Schuldverschreibungen Umtauschrechte auf insgesamt bis zu 50 Mio eigene, auf den Inhaber lautende Stückaktien der ThyssenKrupp AG mit einem anteiligen rechnerischen Betrag am Grundkapital der Gesellschaft von bis zu 128 Mio € zu gewähren (Wandelschuldverschreibungen). Die Ermächtigung gilt bis zum 22. Januar 2014.

Darüber hinaus ist die ThyssenKrupp AG durch Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 21. Januar 2010 bis zum 20. Januar 2015 ermächtigt, für bestimmte vordefinierte Zwecke eigene Anteile bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Der Erwerb der eigenen Anteile kann auch unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten (Put-Optionen, Call-Optionen oder einer Kombination aus beiden) erfolgen.

Dividende

Der nach den Grundsätzen des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) aufgestellte Jahresabschluss der ThyssenKrupp AG weist für das Geschäftsjahr 2011/2012 keinen ausschüttungsfähigen Bilanzgewinn aus. Deshalb entfällt der Dividendenvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat an die Hauptversammlung. Für das Geschäftsjahr 2010/2011 wurde eine Dividende von 0,45 € (i. Vj. 0,45 €) gezahlt.

14 Aktienbasierte Vergütung

Management Incentivepläne

In 2003 implementierte ThyssenKrupp einen performance-orientierten Mid Term Incentiveplan (MTI), in dessen Rahmen Wertrechte an die Begünstigten ausgegeben werden. Teilnahmeberechtigt sind alle Mitglieder des Vorstands der ThyssenKrupp AG. Beginnend mit der zweiten Tranche, deren Ausgabe in 2004 erfolgte, wurde der Teilnehmerkreis auf die Vorstandsmitglieder der damaligen Segmentführungsgesellschaften und einige andere ausgewählte Führungskräfte zu modifizierten Bedingungen ausgedehnt. Ab dem Geschäftsjahr 2010/2011 wird der bisherige MTI unter modifizierten Eckdaten als Long Term Incentiveplan (LTI) fortgesetzt. Damit gehören neben den Vorstandsmitgliedern der ThyssenKrupp AG und der Business Areas Geschäftsführer und weitere ausgewählte Führungskräfte zum Begünstigtenkreis. Zum 30. September 2012 sind für den MTI in der 8. Tranche 321.806 Wertrechte und für den LTI in der 1. Tranche 1.171.327 Wertrechte und in der 2. Tranche 1.816.758 Wertrechte ausgegeben.

Die Anzahl der ausgegebenen Wertrechte wird am Ende des jeweiligen Performance-Zeitraums auf Basis eines Vergleichs des durchschnittlichen ThyssenKrupp Value Added (TKVA) des dreijährigen Performance-Zeitraums – beginnend mit dem 01. Oktober des Geschäftsjahres, in dem die Wertrechte gewährt wurden – mit dem durchschnittlichen TKVA der vorangegangenen drei Geschäftsjahre angepasst. Am Ende des Performance-Zeitraums erfolgt eine Vergütung der gewährten Wertrechte auf Basis des Durchschnittskurses der ThyssenKrupp Aktie, der sich aus dem Kursverlauf in den ersten drei Monaten nach Ende des Performance-Zeitraums ergibt.

Zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte der Wertrechte, die die Grundlage für die Ermittlung der zeitanteiligen Rückstellung zum Bilanzstichtag sind, werden Forward-Preise der ThyssenKrupp Aktie unter Berücksichtigung teilweiser Deckelungen berechnet. Die Forward-Ermittlung erfolgt für im Voraus definierte Perioden (Mittelungsperioden) unter Berücksichtigung des Aktienkurses der ThyssenKrupp Aktie und der Euro-Zinsstrukturkurve zum Stichtag sowie der angenommenen Dividendenzahlungen der ThyssenKrupp AG bis zur Fälligkeit der Wertrechte. Folgende Parameter sind in die Berechnung eingegangen:

2010/2011

7. Tranche MTI 8. Tranche MTI 1. Tranche LTI
Fälligkeit 31.12.2011 31.12.2012 31.12.2013
Mittelungsperiode 01.10. - 31.12.2011 01.10. - 31.12.2012 01.10. - 31.12.2013
ThyssenKrupp Aktienkurs zum Stichtag 18,55 € 18,55 € 18,55 €
Angenommene Dividendenzahlung(en) pro Aktie bis zur Fälligkeit 0,45 € zum 23.01.12 0,45 € zum 23.01.12
0,45 € zum 21.01.13
Durchschnittliche Dividendenrendite 2,21% 2,34%
Durchschnittlicher Zins (Mittelungsperiode) 1,26% 1,57% 1,52%
Beizulegender Wert per 30.09.2011
- ungedeckelt 18,50 € 18,07 € 17,62 €
- gedeckelt 18,50 € 18,07 € 17,62 €

2011/2012

8. Tranche MTI 1. Tranche LTI 2. Tranche LTI
Fälligkeit 31.12.2012 31.12.2013 31.12.2014
Mittelungsperiode 01.10. - 31.12.2012 01.10. - 31.12.2013 01.10. - 31.12.2014
ThyssenKrupp Aktienkurs zum Stichtag 16,54 € 16,54 € 16,54 €
Angenommene Dividendenzahlung(en) pro Aktie bis zur Fälligkeit 0,45 € zum 21.01.13 0,45 € zum 21.01.13
0,45 € zum 20.01.14
Durchschnittliche Dividendenrendite 2,51% 2,67%
Durchschnittlicher Zins (Mittelungsperiode) 0,12% 0,42% 0,48%
Beizulegender Wert per 30.09.2012
- ungedeckelt 16,53 € 16,08 € 15,63 €
- gedeckelt 16,53 € 16,08 € 15,63 €

Im 2. Quartal 2011/2012 sind die im Rahmen der 7. Tranche des MTI gewährten Rechte auf Grund des Rückgangs des durchschnittlichen TKVA im dreijährigen Performance-Zeitraum im Vergleich zum durchschnittlichen TKVA der vorangegangenen drei Geschäftsjahre ohne die Zahlung einer Vergütung verfallen. Im 2. Quartal 2010/2011 war bereits die 6. Tranche des MTI auf Grund des Rückgangs des durchschnittlichen TKVA im dreijährigen Performance-Zeitraum im Vergleich zum durchschnittlichen TKVA der vorangegangenen drei Geschäftsjahre ohne die Zahlung einer Vergütung verfallen. Insgesamt enthält das Ergebnis 2011/2012 auf Grund der rückläufigen Entwicklung des TKVA Erträge aus der Auflösung der Rückstellungen für die Incentivepläne in Höhe von 2,2 (i. Vj. Aufwendungen von 10,5) Mio €; hiervon werden Erträge von 0,9 (i. Vj. Aufwendungen von 0,6) Mio € im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen. Zum 30. September 2012 beträgt die aus dem MTI und LTI resultierende Verpflichtung 12,7 (i. Vj. 14,9) Mio €.

Im Februar 2006 implementierte der Konzern darüber hinaus ein Aktienprogramm für ausgewählte Führungskräfte, die nicht durch den Mid Term Incentiveplan begünstigt sind. Im Rahmen dieses Programms sind die Begünstigten berechtigt, ThyssenKrupp Aktien bis zu einem festgelegten Betrag mit Rabatt zu erwerben. Im September 2010 wurde die Neuauflage des Programms zum rabattierten Aktienkauf letztmalig für das Geschäftsjahr 2009/2010 beschlossen und im Februar 2011 abgeschlossen; hieraus entstanden in 2010/2011 Aufwendungen von 8,6 Mio €, von

denen 0,4 Mio € im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen werden. Zum 30.09.2012 existieren wie im Vorjahr keine Verpflichtungen aus dem Programm.

Im September 2010 wurde die Ausgestaltung der variablen Vergütung der Mitglieder des Vorstands der ThyssenKrupp AG angepasst. Dementsprechend werden 25 % der für das jeweilige Geschäftsjahr gewährten Tantieme verpflichtend in Wertrechte der ThyssenKrupp AG umgewandelt und erst nach einer dreijährigen Sperrfrist vergütet. Die Anzahl der Wertrechte ergibt sich durch die Division von 25 % der Tantieme durch den Durchschnittskurs der ThyssenKrupp Aktie im 4. Quartal des Geschäftsjahres, für welches die Tantieme gewährt wird. Nach Ablauf von drei Geschäftsjahren berechnet sich die Höhe der Vergütung durch die Multiplikation der Anzahl der Wertrechte mit dem Durchschnittskurs der ThyssenKrupp Aktie im 4. Quartal des 3. Geschäftsjahres. Zusätzlich wird pro Wertrecht der Dividendenbetrag ausgezahlt, der für diese drei Geschäftsjahre sonst ausgeschüttet worden wäre. Sofern den Vorstandsmitgliedern der ThyssenKrupp AG wie in 2009/2010, 2010/2011 und 2011/2012 neben der Tantieme ein Bonus gewährt wird, werden von diesem Bonus 55 % ebenfalls verpflichtend in Wertrechte umgewandelt und gemäß dem Tantiememodell behandelt. Im 3. Quartal 2010/2011 wurde die Ausgestaltung der variablen Vergütung für weitere ausgewählte Führungskräfte in der Form angepasst, dass 20 % der für das jeweilige Geschäftsjahr gewährten Tantieme verpflichtend in Wertrechte der ThyssenKrupp AG umgewandelt werden und erst nach Ablauf von drei Geschäftsjahren auf Basis des Durchschnittskurses der ThyssenKrupp Aktie im 4. Quartal des 3. Geschäftsjahres in bar ausgezahlt werden. Das Ergebnis 2011/2012 enthält aus dieser Vergütungskomponente Aufwendungen von 2 (i. Vj. 3) Mio €; die daraus zum 30. September 2012 resultierende Verpflichtung beträgt 8 (i. Vj. 6) Mio €.

Belegschaftsaktienprogramm

Im 3. Quartal 2011/2012 hat der Konzern der inländischen Belegschaft den Erwerb von ThyssenKrupp Belegschaftsaktien im Gegenwert von bis zu 270 € mit einem 50%igen Rabatt angeboten. Hieraus resultierte ein Aufwand von 6,0 (i. Vj. 6,1) Mio €; hiervon werden 0,5 (i. Vj. 0,5) Mio € im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen.

15 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

MIO €

30.09.2011 30.09.2012
Pensionen 6.007 6.922
Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen 1.080 850
Sonstige pensionsähnliche Verpflichtungen 210 314
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung
vorgesehenen Vermögenswerten
– 357 – 378
Insgesamt 6.940 7.708

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von 7.111 (i. Vj. 6.455) Mio € haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Pensionen

ThyssenKrupp gewährt betriebliche Altersversorgung in Form von leistungs- oder beitragsorientierten Plänen an die überwiegende Mehrheit der Arbeitnehmer in Deutschland, in den USA und Großbritannien. In einigen anderen Ländern erhalten berechtigte Arbeitnehmer Leistungen nach den jeweiligen landesspezifischen Gegebenheiten. Die in Kanada zum 30. September 2010 noch bestehenden Pensionsverpflichtungen aus leistungsorientierten Plänen wurden in 2010/2011 durch Versicherungsträger abgelöst.

In Deutschland bestehen die Leistungen in der Regel in Rentenzahlungen, die einen Inflationsausgleich beinhalten. Ein Teil der leitenden Angestellten erhält Rentenleistungen, die von der Dienstzeit und vom Vergütungsniveau in einem Referenzzeitraum von in der Regel drei Jahren vor der Pensionierung abhängen. Im Übrigen erhalten die Arbeitnehmer in der Regel Zusagen auf feste Rentenbeträge pro Dienstjahr. Darüber hinaus bietet ThyssenKrupp in Deutschland die Möglichkeit, durch Gehaltsumwandlung zusätzliche Versorgungsbezüge zu erwerben (Deferred-Compensation-Vereinbarungen). Die Umwandlungsbeträge sind verzinslich mit 6,00 % und führen bei Eintritt des Versorgungsfalls zu einem festgelegten Leistungsanspruch.

In den USA erhalten auf Stundenbasis bezahlte Arbeitnehmer Rentenzusagen auf Basis von Festbeträgen pro Dienstjahr. Arbeitnehmer mit festen Bezügen erhalten Leistungen in der Regel in Abhängigkeit von ihrer Dienstzeit und den während ihrer Dienstzeit erzielten Bezügen. In Großbritannien erhalten Arbeitnehmer Rentenleistungen in Abhängigkeit von ihren Dienstjahren und dem Endgehalt bei Pensionierung.

Veränderung des Anwartschaftsbarwerts und des Planvermögens

Die Veränderung des Anwartschaftsbarwerts der Pensionsverpflichtungen sowie des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:

MIO €

30.09.2011 30.09.2012
Deutschland Übrige Länder Deutschland Übrige Länder
Veränderung des Anwartschaftsbarwerts:
Anwartschaftsbarwert am Anfang des Geschäftsjahres 6.308 2.356 5.653 2.101
Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche 90 35 78 33
Zinsaufwand: Aufzinsung der bereits erworbenen Ansprüche 249 102 268 92
Beiträge der Arbeitnehmer 0 10 0 12
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 1 0 0
Versicherungsmathematische (Gewinne)/Verluste – 539 – 15 1.044 248
Veränderung Konsolidierungskreis – 40 – 4 – 89 – 40
Plankürzungen und Planabgeltungen 0 – 273 – 2 – 2
Kursdifferenzen 0 40 0 96
Rentenzahlungen – 415 – 151 – 410 – 121
Sonstiges 0 0 0 0
Anwartschaftsbarwert am Ende des Geschäftsjahres 5.653 2.101 6.542 2.419
Veränderung des Planvermögens:
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens am Anfang des Geschäftsjahres 213 1.840 192 1.594
Erwartete Erträge aus dem Planvermögen 13 111 12 102
Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) – 18 – 71 6 115
Veränderung Konsolidierungskreis – 4 – 3 3 – 23
Beiträge der Arbeitgeber 0 130 0 111
Beiträge der Arbeitnehmer 0 10 0 12
Planabgeltungen 0 – 318 0 0
Kursdifferenzen 0 33 0 77
Rentenzahlungen – 12 – 138 – 13 – 106
Sonstiges 0 0 0 0
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens am Ende des Geschäftsjahres 192 1.594 200 1.882

Zum Bilanzstichtag beziehen sich 6.131 (i. Vj. 5.351) Mio € des Anwartschaftsbarwerts auf Pläne, die nicht über einen Fonds finanziert werden und 2.830 (i. Vj. 2.403) Mio € des Anwartschaftsbarwerts auf Pläne, die ganz oder teilweise aus einem Fonds finanziert werden.

Die tatsächlichen Erträge aus dem Planvermögen betragen 235 (i. Vj. 35) Mio € und berechnen sich als Summe der erwarteten Erträge aus dem Planvermögen und den versicherungsmathematischen Gewinnen bzw. Verlusten.

Finanzierungsstatus und bilanzierter Betrag

Die nachfolgende Tabelle zeigt den Finanzierungsstatus, der sich aus der Differenz zwischen Anwartschaftsbarwert und Planvermögen errechnet, einschließlich der Überleitung zu den bilanzierten Beträgen:

MIO €
30.09.2011 30.09.2012
Deutschland Übrige Länder Deutschland Übrige Länder
Finanzierungsstatus am Ende des Geschäftsjahres – 5.461 – 507 – 6.342 – 537
Noch unberücksichtigter nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 4 0 3
Effekte aus "asset ceiling" 0 – 37 0 – 35
Bilanzierter Betrag – 5.461 – 540 – 6.342 – 569
Der bilanzierte Betrag verteilt sich auf folgende Bilanzpositionen:
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 0 6 0 11
Pensionsrückstellungen – 5.461 – 546 – 6.342 – 580
Bilanzierter Betrag – 5.461 – 540 – 6.342 – 569

Netto-Pensionsaufwendungen

Die Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen setzen sich wie folgt zusammen:

MIO €
------- -- -- --
2010/2011 2011/2012
Deutschland Übrige Länder Deutschland Übrige Länder
Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche 90 35 78 33
Zinsaufwand: Aufzinsung der bereits erworbenen Ansprüche 249 102 268 92
Erwarteter Kapitalertrag des Planvermögens – 13 – 111 – 12 – 102
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 1 0 0
Aufwand/(Ertrag) aus Plankürzungen und Planabgeltungen 0 45 – 2 – 1
Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen 326 72 332 22

Von den in der Tabelle angegebenen Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen in Deutschland in Höhe von 332 (i. Vj. 326) Mio € und in den übrigen Ländern in Höhe von 22 (i. Vj. 72) Mio € entfallen 17 (i. Vj. 17) Mio € bzw. 1 (i. Vj. 1) Mio € auf nicht fortgeführte Aktivitäten; diese Aufwendungen werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen.

Bewertungsannahmen

Die Ansätze für die Diskontierungssätze, die Gehaltssteigerungsraten und den Rententrend, die der Berechnung des Verpflichtungsumfangs zu Grunde liegen, wurden nach einheitlichen Grundsätzen abgeleitet und pro Land in Abhängigkeit von den jeweiligen ökonomischen Gegebenheiten festgesetzt. Zur Ableitung der jeweiligen Diskontierungssätze wird dabei grundsätzlich auf Renditen festverzinslicher, laufzeit- und währungsadäquater Unternehmensanleihen zurückgegriffen, die von den Ratingagenturen mit einem Rating von "AA" bewertet werden. Zahlreiche Rating-Herabstufungen bei auf Euro lautenden Unternehmensanleihen und die starke

Volatilität der Finanzmärkte führten zum 30.09.2012 bei Pensionsverpflichtungen in Deutschland zu einem Diskontierungssatz von 3,60 % im Vergleich zu 5,00 % im Vorjahr.

Die Annahmen über den erwarteten Kapitalertrag auf das Planvermögen beruhen auf detaillierten Analysen, die von externen Finanzexperten und Versicherungsmathematikern durchgeführt werden. Diese Analysen berücksichtigen sowohl die historischen Ist-Renditen langfristiger Anlagen als auch die für das Ziel-Portfolio künftig erwarteten langfristigen Renditen.

Bei der Berechnung der Pensionsverpflichtungen wurden folgende Annahmen (= gewichteter Durchschnitt) zu Grunde gelegt:

IN %

30.09.2011 30.09.2012
Deutschland Übrige Länder Deutschland Übrige Länder
Durchschnittliche
Bewertungsfaktoren:
Diskontierungssatz 5,00 4,41 3,60 3,44
Langfristige Gehaltsstei
gerungsraten
2,50 2,16 2,50 1,99
Langfristiger Renten
trend
1,26 1,75 1,50 1,76
Erwarteter Kapitalertrag
auf das Planvermögen
6,00 6,07 6,00 6,33

Alternative Diskontierungszinssätze (gewichteter Durchschnittszinssatz über sämtliche in- und ausländische Pensionsverpflichtungen) würden zu folgenden Veränderungen des Anwartschaftsbarwerts und damit zu entgegengesetzten Veränderungen des Eigenkapitals führen:

Diskontierungssatz
(in %)
Veränderung des Anwartschaftsbarwerts
(in Mio €)
3,00 563
3,25 309
3,50 58
3,75 – 186
4,00 – 423

Planvermögen

Die Mehrzahl der fondsfinanzierten Pensionspläne des Konzerns befindet sich in den USA, in Großbritannien und zu einem geringeren Umfang in Deutschland sowie einigen anderen europäischen Ländern. Das Planvermögen ist in diversifizierte Portfolios investiert, welche jeweils verschiedene Anlageklassen umfassen. Hiermit soll eine unter Risiko- und Rendite-Aspekten optimale Aufteilung der Anlageklassen erreicht werden. Die Anlageklassen der Fonds umfassen nationale und internationale Aktien, festverzinsliche Wertpapiere staatlicher und nicht-staatlicher Emittenten sowie Immobilienvermögen. Das Planvermögen der Pensionspläne enthält keine Gläubigerpapiere oder Aktien sowie kein Immobilienvermögen von ThyssenKrupp.

Bei der Anlage des Planvermögens bedient sich der Konzern professioneller Investmentmanager. Diese agieren auf Basis spezifischer Investitionsrichtlinien, die vom Investitionsausschuss des jeweiligen Plans erlassen worden sind. Die Investitionsausschüsse setzen sich aus leitenden Mitarbeitern des Finanzbereichs und anderen qualifizierten Führungskräften zusammen. Sie tagen regelmäßig, um das Ziel-Portfolio zu genehmigen sowie die Risiken und die Performance wesentlicher Pensionsfonds zu überprüfen; darüber hinaus bewilligen sie die Auswahl bzw. die Vertragsverlängerung externer Fondsmanager.

Die Struktur des Konzern-Zielportfolios basiert auf Asset-Liability-Studien, die für die wesentlichen Pensionsfonds des Konzerns regelmäßig durchgeführt werden.

Die Struktur des Ist-Portfolios und des Ziel-Portfolios des Planvermögens der Pensionspläne stellt sich wie folgt dar:

Ist-Portfoliostruktur
des Planvermögens
Ziel-Portfolio
struktur
30.09.2011 30.09.2012 30.09.2013
Aktien 36% 43% 35-50%
Festverzinsliche Wertpapiere 55% 49% 40-55%
Immobilien/Sonstiges 9% 8% 0-10%
Insgesamt 100% 100%

Grundsätzlich dotiert der Konzern die Pensionsfonds in Höhe des Betrags, der erforderlich ist, um die gesetzlichen Minimalzuführungserfordernisse des jeweiligen Landes zu erfüllen, in dem der Fonds ansässig ist. In den USA richtet sich die Minimaldotierung einiger Fonds nach gewerkschaftlichen Regelungen. Darüber hinaus leistet der Konzern von Zeit zu Zeit nach eigenem Ermessen zusätzliche Zuführungen. Für das Geschäftsjahr 2012/2013 erwartet ThyssenKrupp Bar-Dotierungen zu den fondsfinanzierten Pensionsplänen in Höhe von 89 Mio €.

Pensionszahlungen

Im Geschäftsjahr 2011/2012 wurden Pensionszahlungen für Pläne in Deutschland von 410 (i. Vj. 415) Mio € und für Pläne in den übrigen Ländern von 121 (i. Vj. 151) Mio € geleistet. In den kommenden 10 Geschäftsjahren werden aus den Pensionsplänen folgende Zahlungen erwartet:

MIO €
------- --
Deutschland Übrige Länder
(für die Geschäftsjahre)
2012/2013 436 120
2013/2014 424 119
2014/2015 424 122
2015/2016 424 124
2016/2017 416 124
2017/2018-2021/2022 2.001 644
Insgesamt 4.125 1.253

Mehrjahresübersicht

Folgende Beträge wurden für die laufende Berichtsperiode und die vorangegangenen Berichtsperioden für die leistungsorientierten Pläne angesetzt:

MIO €

30.09.2008 30.09.2009 30.09.2010 30.09.2011 30.09.2012
Anwartschaftsbarwert 6.938 7.754 8.664 7.754 8.961
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens 1.724 1.692 2.053 1.786 2.082
Überschuss bzw. Fehlbetrag der Pläne – 5.214 – 6.062 – 6.611 – 5.968 – 6.879
Erfahrungsbedingte Anpassungen der Schulden der Pläne – 47 25 65 – 1 – 36
Erfahrungsbedingte Anpassungen der Vermögenswerte der Pläne – 345 – 23 60 – 89 123

Beitragsorientierte Pläne (defined contribution plans)

Darüber hinaus gewährt der Konzern im In- und Ausland Beitragszusagen im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung über Pensionskassen und vergleichbare Versorgungseinrichtungen. Der Konzern erbringt für diese Pläne Beitragsleistungen in Höhe eines bestimmten Prozentsatzes vom Einkommen der Mitarbeiter oder in Abhängigkeit von der Höhe der Beitragsleistungen der Mitarbeiter. Der Gesamtaufwand aus als beitragsorientierte Pläne bilanzierten Pensionszusagen betrug im Berichtsjahr 128 (i. Vj. 111) Mio €. Zusätzlich wurden Beiträge an staatliche Rentenversicherungsträger von 615 (i. Vj. 666) Mio € gezahlt.

Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen

In den USA gewährt der Konzern Gesundheitsfürsorgeleistungen und Lebensversicherungsleistungen an Pensionäre, die bestimmte Mindestanforderungen hinsichtlich ihres Lebens- und Dienstalters erfüllen. Die Verpflichtungen entfallen überwiegend auf den Auslaufbereich von ThyssenKrupp Budd. Die in Kanada bestehenden Pläne wurden im Geschäftsjahr 2010/2011 durch Zahlungen abgefunden.

Im Dezember 2003 hat die US-Regierung das Gesetz "Medicare Prescription Drug, Improvement and Modernization Act" in Kraft gesetzt. Durch das Gesetz erhalten Unternehmen, die Gesundheitsfürsorgeleistungen an Pensionäre gewähren, deren Leistungsumfang mindestens der gesetzlichen Regelung entspricht, einen staatlichen Zuschuss. Der Konzern bilanziert diese staatlichen Zuschüsse in Übereinstimmung mit IAS 19 als sogenannte Reimbursement Rights.

Veränderung des Anwartschaftsbarwerts und der Erstattungsansprüche (reimbursement rights)

Die Veränderung des Anwartschaftsbarwerts der Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen sowie der Erstattungsansprüche stellt sich wie folgt dar:

30.09.2011
USA/Kanada
30.09.2012
USA
Veränderung des Anwartschaftsbarwerts:
Anwartschaftsbarwert am Anfang des Geschäftsjahres 1.188 1.017
Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr
hinzuverdienten Ansprüche
7 4
Zinsaufwand: Aufzinsung der erwarteten
Zuschussverpflichtungen
54 42
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 – 63
Versicherungsmathematische (Gewinne)/Verluste – 83 – 63
Veränderung Konsolidierungskreis 0 – 89
Plankürzungen und Planabgeltungen – 115 0
Kursdifferenzen 12 43
Zahlungen für Versorgungsverpflichtungen – 46 – 41
Anwartschaftsbarwert am Ende des Geschäftsjahres 1.017 850
Veränderung der Erstattungsansprüche
im Zusammenhang mit Gesundheits
fürsorgezuschussverpflichtungen:
Beizulegender Zeitwert der Erstattungsansprüche
am Anfang des Geschäftsjahres
94 88
Erwartete Erträge aus Erstattungsansprüchen 4 3
Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) – 9 – 90
Kursdifferenzen 1 3
Gezahlte Leistungen – 2 – 4
Beizulegender Zeitwert der Erstattungsansprüche
am Ende des Geschäftsjahres
88 0

Finanzierungsstatus und bilanzierter Betrag

Die nachfolgende Tabelle zeigt den Finanzierungsstatus einschließlich der Überleitung zum Bilanzausweis:

MIO €

MIO €

30.09.2011
USA/Kanada
30.09.2012 USA
Finanzierungsstatus am Ende des Geschäftsjahres – 1.017 – 850
Noch unberücksichtigter nachzuverrechnender
Dienstzeitaufwand – 63 0
Bilanzierter Betrag (= Rückstellungen für
Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen) – 1.080 – 850

Netto-Aufwendungen für Gesundheitsfürsorgeleistungen

Die Netto-Aufwendungen für die Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre setzen sich wie folgt zusammen:

30.09.2011
USA/Kanada
30.09.2012 USA
Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr
hinzuverdienten Versorgungsansprüche
7 4
Zinsaufwand: Aufzinsung der bereits
erworbenen Ansprüche
54 42
Erwarteter Ertrag aus Erstattungsansprüchen – 4 – 3
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand – 6 – 37
Aufwand/(Ertrag) aus Plankürzungen
und Planabgeltungen
– 90 0
Netto-Aufwendungen der Zuschuss
verpflichtungen für Gesundheits
fürsorgeleistungen für Pensionäre
– 39 6

Bewertungsannahmen

Bei der Berechnung der Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen wurden folgende Annahmen zu Grunde gelegt (= gewichteter Durchschnitt):

IN %

30.09.2011
USA/Kanada
30.09.2012 USA
Durchschnittliche Bewertungsfaktoren:
Diskontierungssatz 4,75 3,50
Steigerungsrate für Gesundheitsfürsorge
im nächsten Jahr
9,62 9,36
Letzte Steigerungsrate für Gesundheitsfürsorge
(erwartet in 2032)
5,00 5,00

Nachfolgend sind die Auswirkungen dargestellt, die aus einer Erhöhung bzw. Verminderung der angenommenen Steigerungsrate für die Gesundheitsfürsorgeleistungen um 1 %-Punkt resultieren:

MIO €

1 % -Punkt
Erhöhung Verminderung
Effekt auf die Dienstzeit- und Zinsaufwendungen 7 – 6
Effekt auf den Anwartschaftsbarwert 150 – 119

Mehrjahresübersicht

Folgende Beträge wurden für die laufende Berichtsperiode und die vorangegangenen Berichtsperioden für die Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen angesetzt:

MIO €

30.09.2008 30.09.2009 30.09.2010 30.09.2011 30.09.2012
Anwartschaftsbarwert 1.013 1.040 1.188 1.017 850
Beizulegender Zeitwert des Erstattungsanspruchs 83 76 94 88 0
Überschuss bzw. Fehlbetrag der Pläne – 1.013 – 1.040 – 1.188 – 1.017 – 850
Erfahrungsbedingte Anpassungen der Schulden der Pläne – 41 – 1 11 9 20
Erfahrungsbedingte Anpassungen des Erstattungsanspruchs 0 1 1 – 2 1

Sonstige pensionsähnliche Verpflichtungen

Insbesondere bei deutschen Gesellschaften bestehen Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen. Hierbei erbringt der Arbeitnehmer Vorleistungen durch Mehrarbeit, die nach dem Ausscheiden durch ratierliche Zahlungen entgolten werden. Für die Verpflichtungen wurden Rückstellungen nach IAS 19 "Employee Benefits" in Höhe von 267 (i. Vj. 150) Mio € angesetzt.

MIO €

Leistungen an
Arbeitnehmer
Gewähr
leistungs- und Produkt
haftungs
verpflich
tungen
Sonstige
absatz- und beschaf
fungsmarkt
bezogene
Risiken
Restruktu
rierungen
Entfernungs
verpflich
tungen
Umwelt
schutz
verpflich
tungen
Prozess
risiken
Sonstige Insgesamt nachrichtlich:
Darstellung
Veräußerungs
gruppen, nicht
fortgeführte
Aktivitäten
Stand 30.09.2011 497 475 110 156 192 22 144 551 2.147 210
Währungsunterschiede 3 14 1 0 0 0 – 1 5 22 2
Veränderung
Konsolidierungskreis
2 0 – 1 – 5 3 1 2 – 2 0 – 44
Zuführungen 300 186 58 110 61 1 52 221 989 110
Aufzinsung 9 1 0 4 – 5 1 2 2 14 6
Inanspruchnahmen – 255 – 73 – 37 – 81 – 9 – 1 – 30 – 114 – 600 – 59
Auflösungen – 42 – 113 – 34 – 18 – 14 0 – 38 – 186 – 445 – 24
Umgliederung
w/Ausweis
als Verbindlichkeiten in
Verbindung mit zur Ver
äußerung vorgesehenen
Vermögenswerten – 3 – 2 – 9 – 4 – 1 0 – 7 – 1 – 27 27
Stand 30.09.2012 511 488 88 162 227 24 124 476 2.100 228

16 Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und sonstige Rückstellungen

Vom Gesamtbetrag der Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und der sonstigen Rückstellungen zum 30. September 2012 sind 1.308 (i. Vj. 1.499) Mio € kurzfristig und 792 (i. Vj. 648) Mio € langfristig. Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und sonstige Rückstellungen in Höhe von 945 (i. Vj. 625) Mio € haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Mit den Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer werden vor allem Jubiläumszuwendungen und Verpflichtungen aus den Management Incentiveplänen erfasst, während Sozialplan- und ähnliche Aufwendungen in der Rückstellung für Restrukturierungen innerhalb der Personalstrukturmaßnahmen berücksichtigt sind. Pensionsähnliche Verpflichtungen wie Altersteilzeit- und Vorruhestandsregelungen, die zum Teil auch im Rahmen von Restrukturierungsmaßnahmen entstanden sind, sind Bestandteil der Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen.

Die Rückstellung für Gewährleistungs- und Produkthaftungsverpflichtungen umfasst sowohl die Haftung des Konzerns für die einwandfreie Funktionalität der verkauften Produkte (Gewährleistung) als auch die Verpflichtung, dem Käufer durch den Gebrauch der Produkte entstandene Schäden zu ersetzen (Produkthaftung).

Die Rückstellung für sonstige absatz- und beschaffungsmarktbezogene Risiken besteht im Wesentlichen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften.

Die Restrukturierungsrückstellung umfasst neben den rückstellungsfähigen Personalstrukturmaßnahmen auch Rückstellungen für Sachstrukturmaßnahmen, die im Rahmen der Aufgabe von betrieblichen Bereichen für Kosten gebildet werden, die aus Maßnahmen resultieren, die keinen zukünftigen wirtschaftlichen Nutzen generieren. Die im Geschäftsjahr erfassten Zuführungen zu Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von 110 Mio € betreffen insbesondere die Business Areas Elevator Technology und Components Technology.

Die Rückstellung für Entfernungsverpflichtungen besteht im Wesentlichen aus Verpflichtungen zur Sicherung entstandener Bergschäden und für Rekultivierungsmaßnahmen. Die Abwicklung von Bergschäden und Rekultivierungsverpflichtungen erstreckt sich typischerweise über lange Zeiträume von teilweise mehr als 30 Jahren. Die technischen Rahmenbedingungen sind als sehr komplex einzuschätzen. Entsprechend bestehen Unsicherheiten über den zeitlichen Anfall und die konkrete Höhe der Aufwendungen.

Die Rückstellungen für Umweltschutzverpflichtungen betreffen vor allem die Beseitigung von Altlasten sowie Sanierungs- und Gewässerschutzmaßnahmen.

Die Rückstellungen für Prozessrisiken enthalten 30 Mio € für weitere Risiken im Zusammenhang mit noch laufenden Ermittlungen des Bundeskartellamts bezüglich des Schienenkartells sowie einen niedrigen zweistelligen Millionen-Betrag für die Kosten der Anspruchsabwehr im Zusammenhang mit dem Elevator-Kartell. Bei geltend gemachten Schadensersatzansprüchen werden Rückstellungen für Prozessrisiken gebildet, soweit einzelne Ansprüche die in IAS 37 geforderte Eintrittswahrscheinlichkeit aufweisen und verlässlich geschätzt werden können.

17 Finanzschulden

BUCHWERTE MIO €

30.09.2011 30.09.2012
Anleihen 3.738 3.983
Schuldscheindarlehen 779 529
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.891 570
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 50 44
Sonstige Darlehen 36 130
Langfristige Finanzschulden 6.494 5.256
Anleihen 0 1.001
Schuldscheindarlehen 0 250
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 135 642
Akzeptverbindlichkeiten 13 13
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 18 13
Sonstige Darlehen 12 10
Kurzfristige Finanzschulden 178 1.929
Finanzschulden 6.672 7.185

Die kurzfristigen Finanzschulden beinhalten Finanzschulden mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr, während die langfristigen Finanzschulden eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben.

Finanzschulden in Höhe von 6 (i. Vj. 5) Mio € sind durch Grundpfandrechte besichert.

Per 30. September 2012 sind von den Finanzschulden insgesamt Disagien in Höhe von 19 (i. Vj. 18) Mio € abgesetzt und Agien in Höhe von 1 (i. Vj. 5) Mio € aufgeschlagen. Die Verrechnung der Disagien und Agien ist im Finanzergebnis enthalten.

Im Rahmen des Ausweises von Veräußerungsgruppen und von nicht fortgeführten Aktivitäten wurden Finanzschulden von 968 (i. Vj. 480) Mio € in die Bilanzposition "Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten" umgegliedert.

ANLEIHEN, SCHULDSCHEINDARLEHEN

Buchwert
in Mio €
30.09.2011
Buchwert
in Mio €
30.09.2012
Nominalwert in Mio €
30.09.2012
Zinssatz
in %
Beizulegender
Zeitwert
in Mio €
30.09.2012
Fälligkeit
Anleihe ThyssenKrupp Finance Nederland B.V. (1.000 Mio €) 2009/2013 1.004 1.001 1.000 6,750 1.022 25.02.2013
Anleihe ThyssenKrupp Finance Nederland B.V. (1.000 Mio €) 2009/2016 992 994 1.000 8,500 1.136 25.02.2016
Anleihe ThyssenKrupp AG (1.000 Mio €) 2009/2014 993 995 1.000 8,000 1.088 18.06.2014
Anleihe ThyssenKrupp AG (750 Mio €) 2005/2015 749 750 750 4,375 791 18.03.2015
Anleihe ThyssenKrupp AG (1.250 Mio €) 2012/2017 1.244 1.250 4,375 1.281 28.02.2017
Schuldscheindarlehen ThyssenKrupp AG (100 Mio €) 2008/2013 100 100 100 5,150 104 15.04.2013
Schuldscheindarlehen ThyssenKrupp AG (150 Mio €) 2008/2013 150 150 150 5,300 156 25.04.2013
Schuldscheindarlehen ThyssenKrupp AG (150 Mio €) 2008/2014 150 150 150 5,375 161 21.05.2014
Schuldscheindarlehen ThyssenKrupp AG (80 Mio €) 2008/2016 80 80 80 5,710 89 15.09.2016
Schuldscheindarlehen ThyssenKrupp AG (50 Mio €) 2011/2016 50 50 50 4,750 55 11.03.2016
Schuldscheindarlehen ThyssenKrupp AG (150 Mio €) 2011/2016 150 150 150 4,900 166 11.03.2016
Schuldscheindarlehen ThyssenKrupp AG (50 Mio €) 2011/2016 50 50 50 4,750 55 29.03.2016
Schuldscheindarlehen ThyssenKrupp AG (50 Mio €) 2011/2016 49 49 50 4,750 55 12.04.2016
Insgesamt 4.517 5.763 5.780 6.159

Im Februar 2012 hat die ThyssenKrupp AG eine Anleihe im Volumen von 1,25 Mrd € mit einer Laufzeit von 5 Jahren begeben.

Die ThyssenKrupp AG hat für alle Anleihen der ThyssenKrupp Finance Nederland B.V. jeweils eine unbedingte und unwiderrufliche Garantie für die Zahlungsverpflichtungen gemäß den Anleihebedingungen übernommen.

Per 30. September 2012 stellt sich die Finanzierungsstruktur der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und der sonstigen Darlehen wie folgt dar:

VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KREDITINSTITUTEN, SONSTIGE DARLEHEN

Buchwert
in Mio €
30.09.2011
Buchwert
in Mio €
30.09.2012
davon
in €
Gewogener
Durch
schnitts
zinssatz
in % per
30.09.2012
davon
in USD
Gewogener
Durch
schnitts
zinssatz
in % per
30.09.2012
davon in
weiteren
Währungen
Beizu
legender
Zeitwert
in Mio €
30.09.2012
Bilaterale Kreditvereinbarungen
(variabel verzinslich)
Sonstige variabel verzinsliche
Kredite
973 318 31 1,70 231 2,18 56 318
Festverzinsliche Kredite 1.101 1.034 852 5,64 7 0,00 175 1.084
Insgesamt 2.074 1.352 883 5,50 238 2,12 231 1.402

Aus einer syndizierten Kreditfazilität (Multi-Currency-Facility-Agreement) stehen ThyssenKrupp variabel verzinsliche Mittel in Höhe von 2,5 Mrd € zur Verfügung. Die Fazilität wurde im Juli 2005 abgeschlossen und hat eine Laufzeit bis zum 01. Juli 2014. Die Kreditfazilität war am Bilanzstichtag nicht in Anspruch genommen.

Wie im Vorjahr wurde auch zum 30. September 2012 die vereinbarte Finanzkennzahl "Verschuldungsgrad (Gearing)" von 150 % eingehalten. Vgl. hierzu auch die Ausführungen im Konzernlagebericht im Kapitel "Zentrale Finanzierung und Liquiditätssicherung" innerhalb der Darstellung der "Finanz- und Vermögenslage".

Des Weiteren hat die ThyssenKrupp AG mit ihren Finanzpartnern bilaterale Vereinbarungen in Höhe von 1,9 Mrd € getroffen, denen zufolge sie, aber auch teilweise die ThyssenKrupp Finance USA, Inc. oder die ThyssenKrupp Finance Nederland B.V. Kredite in Euro oder wahlweise in US-Dollar oder Britische Pfund revolvierend in Anspruch nehmen kann (Roll-Over-Finanzierungen). Von diesen bilateralen Kreditlinien haben rund 68 % eine Restlaufzeit von über 5 Jahren und rund 32 % eine Restlaufzeit von bis zu 5 Jahren. Am Bilanzstichtag waren diese Kreditlinien nicht durch Barkredite in Anspruch genommen.

MIO €

Insgesamt verfügt der Konzern über ungenutzte und fest zugesagte Kreditlinien in Höhe von 4,4 Mrd €. Die zehn größten Banken stellen zusammen einen Anteil von 53 %.

Darüber hinaus verfügt der Konzern über weitere Finanzierungsmöglichkeiten im Rahmen eines Commercial Paper Programms mit einem maximalen Emissionsvolumen von 1,5 Mrd €, das zum 30. September 2012 ebenfalls nicht in Anspruch genommen war. Die Nutzungsmöglichkeit des Commercial Paper Programms hängt von der Aufnahmebereitschaft des Marktes ab.

Für Finance-Lease-Verträge betragen die zukünftigen Mindestzahlungen zum Stichtag:

30.09.2011 30.09.2012
Künftige
Mindest
leasing
zahlungen
Zinsen Barwert
(Verbindlich- keiten aus
Finance
Lease)
Künftige
Mindest
leasing
zahlungen
Zinsen Barwert
(Verbindlich- keiten aus
Finance
Lease)
Bis zu einem Jahr 23 5 18 17 4 13
Zwischen einem Jahr und fünf Jahren 41 12 29 35 10 25
Länger als fünf Jahre 28 7 21 32 13 19
Insgesamt 92 24 68 84 27 57

Die Fälligkeiten der Finanzschulden verteilen sich wie folgt auf die nächsten 5 Jahre und die Zeit danach:

MIO €

Gesamte
Finanz
schulden
Davon:
Verbindlich- keiten
gegenüber
Kredit- instituten
(für die Geschäftsjahre)
2012/2013 1.929 642
2013/2014 1.649 462
2014/2015 863 103
2015/2016 1.379 1
2016/2017 1.249 1
nach 2016/2017 116 3
Insgesamt 7.185 1.212

18 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 73 (i. Vj. 18) Mio € haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

19 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

MIO €

30.09.2011 30.09.2012
kurzfristig langfristig kurzfristig langfristig
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten* 860 1 681 1
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 282 - 71 -
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 96 - 96 -
Insgesamt 1.238 1 848 1

* Der Vorjahresausweis wurde angepasst.

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von 28 (i. Vj. 1) Mio € haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

20 Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten

MIO €

30.09.2011 30.09.2012
kurzfristig langfristig kurzfristig langfristig
Fertigungsaufträge mit passivischem Saldo gegenüber Kunden* 3.857 4.862
Erhaltene Anzahlungen 1.159 1.239
Absatz- und beschaffungsmarktbezogene Verbindlichkeiten 815 699
Verbindlichkeiten aus Put-Optionen 19 18
Verbindlichkeiten gegenüber der Belegschaft 778 706
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 100 84
Rechnungsabgrenzungsposten 26 23
Verbindlichkeiten aus Steuern (ohne Ertragsteuern) 293 157
Übrige* 285 7 311 8
Insgesamt 7.332 7 8.099 8

* Der Vorjahresausweis wurde angepasst.

Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von 1.729 (i. Vj. 440) Mio € haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Die aus der Bilanzierung von Fertigungsaufträgen resultierenden Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

MIO €
------- --
30.09.2011 30.09.2012
Angefallene Auftragskosten und
ausgewiesene Auftragsgewinne
(abzüglich ausgewiesener Verluste) 7.348 8.313
abzüglich erhaltener Anzahlungen – 11.205 – 13.175
Insgesamt* – 3.857 – 4.862

* Der Vorjahresausweis wurde angepasst.

21 Eventualverbindlichkeiten, sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

Eventualverbindlichkeiten

Die ThyssenKrupp AG sowie in Einzelfällen auch Tochtergesellschaften haben Bürgschaften oder Garantien zu Gunsten von Auftraggebern oder Kreditgebern ausgestellt bzw. ausstellen lassen. Die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Verpflichtungen zeigen Haftungsverhältnisse, bei denen der Hauptschuldner kein konsolidiertes Unternehmen ist:

MIO €

Maximales Haftungsvolumen Rückstellung
30.09.2011 30.09.2012 30.09.2011 30.09.2012
Anzahlungsgarantien 320 232 1 1
Gewährleistungs- und
Vertragserfüllungs
garantien 106 161 1 1
Kreditaufträge 45 53 0 0
Restwertgarantien 60 61 2 2
Sonstige Haftungs
erklärungen 31 35 0 0
Insgesamt 562 542 4 4

In den Bürgschaften und Garantien sind Eventualverbindlichkeiten für assoziierte Unternehmen von 2 (i. Vj. 6) Mio € und für Joint Ventures von 422 (i. Vj. 355) Mio € enthalten. Von den Eventualverbindlichkeiten für Joint Ventures betreffen 183 (i. Vj. 89) Mio € die Anteile der anderen Joint Venture Partner.

Die Laufzeiten variieren je nach Art der Garantie von 3 Monaten bis zu 10 Jahren (z.B. bei Miet- und Pachtgarantien).

Grundlage für eine mögliche Inanspruchnahme durch den Begünstigten ist die nicht vertragskonforme Erfüllung von vertraglich eingegangenen Verpflichtungen durch den Hauptschuldner, wie z.B. nicht rechtzeitige oder nicht ordnungsgemäße Lieferung, Nichteinhaltung von zugesicherten Leistungsparametern oder nicht ordnungsgemäße Rückzahlung von Krediten.

Alle durch die ThyssenKrupp AG oder durch die Tochtergesellschaften ausgestellten oder in Auftrag gegebenen Bürgschaften oder Garantien erfolgen im Auftrag und unter Rückhaftung des jeweiligen aus dem zu Grunde liegenden Vertragsverhältnis entsprechend verpflichteten Unternehmens (Hauptschuldner). Besteht die Rückhaftung gegen einen Hauptschuldner, an dem ganz oder teilweise ein konzernfremder Dritter beteiligt ist, so wird mit diesem grundsätzlich die Stellung zusätzlicher Sicherheiten in entsprechender Höhe vereinbart.

ThyssenKrupp haftet aus Beteiligungen an Gesellschaften bürgerlichen Rechts, Personengesellschaften und Arbeitsgemeinschaften gesamtschuldnerisch.

Ehemalige Aktionäre von Thyssen und von Krupp haben die gerichtliche Überprüfung der Umtauschverhältnisse aus der Verschmelzung der Thyssen AG und der Fried. Krupp AG Hoesch-Krupp zur ThyssenKrupp AG nach § 305 UmwG beantragt. Die Verfahren sind vor dem Landgericht Düsseldorf anhängig. Stellt das Gericht im Spruchverfahren eine Unangemessenheit des Umtauschverhältnisses fest, erfolgt ein Ausgleich durch eine verzinsliche bare Zuzahlung. Die Zuzahlung ist an alle betroffenen Aktionäre zu leisten, auch wenn sie nicht Antragsteller des Spruchverfahrens sind. Die Gesellschaft erwartet jedoch, dass die Spruchverfahren nicht zu baren Zuzahlungen führen werden, da die Umtauschverhältnisse sorgfältig ermittelt, zwischen voneinander unabhängigen Vertragspartnern vereinbart, von dem gerichtlich bestellten Verschmelzungsprüfer geprüft und bestätigt worden sind und auch der vom Landgericht Düsseldorf bestellte Sachverständige eine nur geringfügig abweichende Verschmelzungswertrelation festgestellt hat.

Im Zusammenhang mit dem sogenannten Schienenkartell haben einzelne Kunden angekündigt, Schadenersatzforderungen geltend machen zu wollen. Mit einzelnen Kunden, u.a. der Deutschen Bahn, gibt es Gespräche über einen Schadensausgleich. Die Höhe möglicher Ansprüche ist noch nicht beziffert. Eine zuverlässige Schätzung der finanziellen Folgen für ThyssenKrupp ist noch nicht möglich. Für weitere Risiken im Zusammenhang mit noch laufenden Ermittlungen des Bundeskartellamts wegen des Schienenkartells hat die ThyssenKrupp GfT Gleistechnik GmbH eine Rückstellung in Höhe von 30 Mio € gebildet.

Im Zusammenhang mit dem Elevator-Kartell werden gegen die ThyssenKrupp AG und Unternehmen des ThyssenKrupp Konzerns Schadenersatzansprüche geltend gemacht. Die Berechtigung der geltend gemachten Ansprüche wird geprüft. Soweit einzelne Ansprüche die in IAS 37 geforderte Eintrittswahrscheinlichkeit aufweisen und verlässlich geschätzt werden können, werden Rückstellungen für Prozessrisiken gebildet.

Darüber hinaus sind gegen ThyssenKrupp Konzernunternehmen weitere gerichtliche und schiedsgerichtliche Verfahren und behördliche Untersuchungen und Verfahren sowie Ansprüche geltend gemacht worden oder können zukünftig eingeleitet oder geltend gemacht werden. Hierzu zählen beispielsweise gerichtliche, schiedsgerichtliche und außergerichtliche Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit dem Erwerb oder der Veräußerung von Unternehmen oder Unternehmensteilen, die zur Rückerstattung von Teilen des Kaufpreises oder zur Leistung von Schadenersatz führen können. Ferner werden beispielsweise aus verschiedenen Verträgen wie Bau-, Anlagenbau-, Liefer- und Leistungsverträgen von Vertragspartnern, Kunden, Konsortialpartnern oder Subunternehmern Ansprüche erhoben. Prognosen zum Verlauf und zu den Ergebnissen von Rechtsstreitigkeiten sind mit erheblichen Schwierigkeiten und Unsicherheiten verbunden. Negative, gegebenenfalls auch wesentliche künftige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind daher auch bei den nicht separat dargestellten Rechtstreitigkeiten einzeln, wie auch zusammen mit anderen Rechtstreitigkeiten möglich. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erwartet ThyssenKrupp jedoch aus den in diesem Abschnitt nicht separat ausgeführten Rechtsstreitigkeiten keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von ThyssenKrupp.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

Im Rahmen von Miet-, Pacht- und Leasingverträgen, die als Operating Lease zu qualifizieren sind, least der Konzern Sachanlagen. Hieraus resultieren im Saldo Aufwendungen von 330 (i. Vj. 329) Mio €, die sich folgendermaßen zusammensetzen:

Im Gesamtbetrag der künftigen Mindestmietzahlungen sind die künftigen Mindestmieteinnahmen aus unkündbaren Untermietverträgen in Höhe von 1 (i. Vj. 2) Mio € nicht berücksichtigt.

Das Bestellobligo für Investitionsvorhaben beläuft sich zum 30. September 2012 auf 874 (i. Vj. 922) Mio € und betrifft im Wesentlichen Sachanlagen in den Business Areas Steel Europe, Stainless Global und Components Technology.

Gegenüber Kapitalgesellschaften und Genossenschaften bestehen Einzahlungsverpflichtungen und Nachschusspflichten von zusammen 3 (i. Vj. 3) Mio €. Darüber hinaus bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 4.188 (i. Vj. 5.033) Mio €. Diese betreffen im Wesentlichen die Abnahmeverpflichtungen aus langfristigen Koks-, Kohle- und Kalklieferverträgen und Verpflichtungen aus Schiffscharterverträgen in den Business Areas Steel Europe und Steel Americas sowie die Abnahmeverpflichtungen aus Strom- und Gaslieferverträgen im Konzern. Daneben bestehen in den Business Areas Steel Europe und Steel Americas langfristige Lieferverträge für Eisenerz und Eisenerz-Pellets, aus denen Abnahmeverpflichtungen für einen Zeitraum von bis zu 12 Jahren resultieren. Auf Grund der hohen Volatilität der Preisentwicklung für Eisenerz wurden für die Bewertung der gesamten Abnahmeverpflichtungen die zum Berichtszeitpunkt gültigen Erzpreise zugrunde gelegt; hieraus ergeben sich Abnahmeverpflichtungen von 15.569 (i. Vj. 28.425) Mio €.

Abgestellt auf die Risikotragfähigkeit des Konzerns bzw. der einzelnen Konzernunternehmen bestehen in den verschiedenen Versicherungssparten angemessene Selbstbeteiligungen. Der Eintritt eines oder mehrerer Schadensfälle kann zu einer Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanzund Ertragslage des Konzerns führen.

MIO €

MIO €

2010/2011 2011/2012
Mindestmietzahlungen (minimum rentals) 329 329
Variable Mietzahlungen (contingent rentals) 0 1
abzgl. Erträge aus Untermietverträgen (sublease) 0 0
Insgesamt 329 330

Die künftigen (nicht abgezinsten) Mindestmietzahlungen aus solchen unkündbaren Verträgen, die zum Stichtag eine anfängliche oder verbleibende Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben, betragen:

30.09.2011 30.09.2012
Bis zu einem Jahr 226 225
Zwischen einem Jahr und fünf Jahren 526 516
Länger als fünf Jahre 234 170
Insgesamt 986 911

22 Finanzinstrumente

In der nachfolgenden Tabelle sind die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien und Klassen dargestellt. Dabei werden auch die Forderungen und Verbindlichkeiten aus Finance Lease sowie die Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung berücksichtigt, obwohl sie keiner Bewertungskategorie des IAS 39 angehören.

Bewertung
nach IAS 39
Bewertung
nach IAS 17
Buchwert
lt. Bilanz
30.09.2011
(Fortgeführte)
Anschaffungs
kosten
Beizulegender
Zeitwert
erfolgswirksam
Beizulegender
Zeitwert
erfolgsneutral
Fortgeführte
Anschaffungs
kosten
Beizulegender
Zeitwert
30.09.2011
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease)* 5.134 5.134 5.134
Kredite und Forderungen 5.134 5.134
Forderungen aus Finance Lease 4 4 4
Sonstige finanzielle Vermögenswerte* 570 338 137 95 570
Kredite und Forderungen 291 291
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 47 13 60
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
(Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte)
137 137
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung
(Hedge Accounting)
0 82 82
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 3.230 3.230 3.230
Kredite und Forderungen 3.230 3.230
Summe finanzielle Vermögenswerte 8.938
davon nach Bewertungskategorien des IAS 39:
Kredite und Forderungen 8.655 8.655 8.655
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 60 47 13 60
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
(Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte)
137 137 137
Finanzschulden (ohne Finance Lease) 6.604 6.604 6.929
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 6.604 6.929
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 68 68 68
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen* 4.926 4.926 4.926
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 4.926 4.926
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten* 1.239 861 282 96 1.239
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 861 861
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
(Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten)
282 282
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung
(Hedge Accounting)
0 96 96
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 12.837
davon nach Bewertungskategorien des IAS 39:
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete
finanzielle Verbindlichkeiten
12.391 12.391 12.716
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
(Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten)
282 282 282

* Der Vorjahresausweis wurde angepasst.

Bewertung
nach IAS 39
Bewertung
nach IAS 17
Buchwert
lt. Bilanz 30.09.2012
(Fortgeführte)
Anschaffungs- kosten
Beizulegender
Zeitwert erfolgswirksam
Beizulegender
Zeitwert erfolgsneutral
Fortgeführte
Anschaffungs- kosten
Beizulegender
Zeitwert 30.09.2012
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease) 5.123 5.123 5.123
Kredite und Forderungen 5.123 5.123
Forderungen aus Finance Lease 3 3 3
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 374 301 50 23 374
Kredite und Forderungen 251 251
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 50 13 63
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
(Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte)
50 50
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung
(Hedge Accounting)
0 10 10
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 2.221 2.221 2.221
Kredite und Forderungen 2.221 2.221
Summe finanzielle Vermögenswerte 7.721
davon nach Bewertungskategorien des IAS 39:
Kredite und Forderungen 7.595 7.595 7.595
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 63 50 13 63
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
(Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte)
50 50 50
Finanzschulden (ohne Finance Lease) 7.128 7.128 7.574
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 7.128 7.574
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 57 57 57
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.514 3.514 3.514
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 3.514 3.514
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 849 682 71 96 849
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 682 682
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
(Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten)
71 71
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung
(Hedge Accounting)
0 96 96
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 11.548
davon nach Bewertungskategorien des IAS 39:
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete
finanzielle Verbindlichkeiten
11.324 11.324 11.770
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
(Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten)
71 71 71

Für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige kurzfristige Forderungen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert von festverzinslichen Ausleihungen ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Cash-Flows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze.

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte beinhalten im Wesentlichen Eigenkapitalinstrumente und Gläubigerpapiere. Sie werden grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert bewertet; dieser basiert soweit vorhanden auf Börsenkursen zum Bilanzstichtag. Liegen keine auf einem aktiven Markt notierten Preise vor und kann der beizulegende Zeitwert nicht verlässlich ermittelt werden, erfolgt eine Bewertung zu Anschaffungskosten.

Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften errechnet sich auf Basis des am Bilanzstichtag geltenden Devisenkassamittelkurses unter Berücksichtigung der Terminaufschläge und -abschläge für die jeweilige Restlaufzeit des Kontraktes im Vergleich zum kontrahierten Devisenterminkurs. Bei Devisenoptionen werden anerkannte Modelle zur Ermittlung des Optionspreises angewandt. Der beizulegende Zeitwert einer Option wird neben der Restlaufzeit der Option zusätzlich durch weitere Bestimmungsfaktoren, wie z.B. die aktuelle Höhe und die Volatilität des zu Grunde liegenden jeweiligen Wechselkurses oder der zu Grunde liegenden Basiszinsen, beeinflusst.

Bei Zinsswaps und Zins-/Währungsswaps erfolgt die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert durch die Abzinsung der zukünftig zu erwartenden Cash-Flows. Dabei werden die für die Restlaufzeit der Kontrakte geltenden Marktzinssätze zu Grunde gelegt. Daneben werden bei Zins- /Währungsswaps die Wechselkurse der jeweiligen Fremdwährungen einbezogen, in denen die Cash-Flows stattfinden.

Der beizulegende Zeitwert von Warentermingeschäften basiert auf offiziellen Börsennotierungen. Die Bewertungen werden sowohl intern als auch von externen Finanzpartnern zum Bilanzstichtag vorgenommen.

Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert von festverzinslichen Verbindlichkeiten ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Cash-Flows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze. Bei Verbindlichkeiten mit variabel verzinslichem Charakter entsprechen die Buchwerte den beizulegenden Zeitwerten.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, lassen sich in die folgende dreistufige Bewertungshierarchie einordnen:

Stichtag
30.09.2011
Level 1 Level 2 Level 3
Finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
(Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) 137 0 137 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 0 0 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 13 11 2 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 82 0 82 0
Insgesamt 232 11 221 0
Finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
(Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten) 282 0 282 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 0 0 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 96 0 96 0
Insgesamt 378 0 378 0

MIO €

MIO €

Stichtag
30.09.2012
Level 1 Level 2 Level 3
Finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
(Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) 50 0 50 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 0 0 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 13 11 2 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 10 0 10 0
Insgesamt 73 11 62 0
Finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
(Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten) 71 0 71 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 0 0 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 96 0 96 0
Insgesamt 167 0 167 0

Die Bewertungshierarchie spiegelt die Bedeutung der bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte einbezogenen Faktoren wider. In Level 1 werden die Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von quotierten Marktpreisen auf aktiven Märkten ermittelt wird. Beizulegende Zeitwerte in Level 2 werden auf Grund von beobachtbaren Marktdaten, z.B. anhand von Währungskursen, ermittelt. In Level 3 werden die Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von nicht beobachtbaren Marktdaten bewertet wird.

Die folgende Tabelle stellt die Nettogewinne und -verluste aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien dar. Hierin sind keine Ergebniseffekte aus Finance Lease und aus Derivaten mit bilanzieller Sicherungsbeziehung berücksichtigt, da diese keiner Bewertungskategorie des IAS 39 angehören.

MIO €

2010/2011 2011/2012
Kredite und Forderungen 341 320
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle
Vermögenswerte
10 15
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
(Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle
Vermögenswerte/Verbindlichkeiten) 103 – 16
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete
finanzielle Verbindlichkeiten
– 684 – 728

Das Nettoergebnis aus der Kategorie "Kredite und Forderungen" resultiert im Wesentlichen aus Zinserträgen aus finanziellen Forderungen sowie Kursgewinnen und Kursverlusten aus Fremdwährungsforderungen sowie Veränderung von Wertberichtigungen.

In der Kategorie "Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" sind im Wesentlichen die laufenden Erträge aus Eigenkapitalinstrumenten und Gläubigerpapieren sowie Abschreibungen enthalten.

Die Gewinne und Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwertes von Währungs-, Zins- und Warenderivaten, die nicht die Anforderungen des IAS 39 für Hedge Accounting erfüllen, sind in der Kategorie "Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung" enthalten.

Die Kategorie "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten" umfasst im Wesentlichen die Zinsaufwendungen für finanzielle Verbindlichkeiten, Kursgewinne und Kursverluste aus Fremdwährungsverbindlichkeiten sowie Erträge aus der Aktivierung von Fremdkapitalkosten.

In den Nettogewinnen und -verlusten aus Finanzinstrumenten sind insgesamt Umrechnungsdifferenzen in Höhe von -6 (i. Vj. -18) Mio € enthalten.

Derivative Finanzinstrumente

Der Konzern setzt verschiedene derivative Finanzinstrumente ein, darunter Devisentermingeschäfte, Devisenoptionsgeschäfte, Zinsswaps, Zins- /Währungsswaps und Warentermingeschäfte. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente erfolgt grundsätzlich zur Absicherung bestehender oder geplanter Grundgeschäfte und dient der Reduzierung von Fremdwährungs-, Zins- und Warenpreisrisiken.

Die nachfolgende Tabelle stellt die Nominalwerte und beizulegenden Zeitwerte der im Konzern eingesetzten derivativen Finanzinstrumente dar:

MIO € Nominalwert 30.09.2011 Beizulegender Zeitwert 30.09.2011 Nominalwert 30.09.2012 Beizulegender Zeitwert 30.09.2012 Aktiva Währungsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 2.275 68 1.594 33 Währungsderivate im Cash-Flow-Hedge 2.026 63 50 1 Eingebettete Derivate 128 5 51 1 Zinsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung* 0 0 0 0 Zinsderivate im Cash-Flow-Hedge* 299 5 172 5 Zinsderivate im Fair-Value-Hedge* 0 0 0 0 Warenderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 400 64 189 16 Warenderivate im Cash-Flow-Hedge 111 14 32 4 Warenderivate im Fair-Value-Hedge 0 0 0 0 Insgesamt 5.239 219 2.088 60 Passiva Währungsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 5.062 235 4.836 49 Währungsderivate im Cash-Flow-Hedge 357 38 189 5 Eingebettete Derivate 70 2 61 3 Zinsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung* 0 0 0 0 Zinsderivate im Cash-Flow-Hedge* 750 35 1.122 70 Zinsderivate im Fair-Value-Hedge* 0 0 0 0 Warenderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 287 45 275 19 Warenderivate im Cash-Flow-Hedge 97 23 176 21 Warenderivate im Fair-Value-Hedge 0 0 0 0 Insgesamt 6.623 378 6.659 167

* inklusive Zins-/Währungsderivate

Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung

Bilanzielle Sicherungsbeziehungen gem. IAS 39 (Hedge Accounting) bestehen vor allem zur Absicherung von Währungsrisiken aus festen vertraglichen Verpflichtungen in Fremdwährung sowie von zukünftigen Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten, zur Absicherung von Warenpreisrisiken aus Absatz- und Beschaffungsgeschäften und zur Absicherung von Zins- bzw. Währungsrisiken aus langfristigen Finanzierungen.

Cash-Flow-Hedges

Cash-Flow-Hedges bestehen vor allem zur Absicherung künftiger Zahlungsströme gegenüber Fremdwährungs- und Warenpreisrisiken aus zukünftigen Umsätzen und Beschaffungsgeschäften sowie Zins- bzw. Währungsrisiken aus langfristigen Finanzierungen. Diese Derivate werden zu beizulegenden Zeitwerten bilanziert, welche in einen effektiven und in einen ineffektiven Teil zerlegt werden. Der effektive Teil der Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte dieser Derivate wird bis zum Realisationszeitpunkt des gesicherten Grundgeschäftes direkt im Eigenkapital im kumulierten sonstigen Ergebnis erfasst. Der ineffektive Teil hingegen wird ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung vereinnahmt. Bei Realisierung der zukünftigen Transaktionen (Grundgeschäfte) werden die im Eigenkapital kumulierten Effekte erfolgswirksam aufgelöst. Zum 30. September 2012 waren Sicherungsinstrumente in Höhe von 10 (i. Vj. 82) Mio € mit positiven beizulegenden Zeitwerten und in Höhe von 96 (i. Vj. 96) Mio € mit negativen beizulegenden Zeitwerten bilanziert. Für das Geschäftsjahr 2011/2012 ist im kumulierten sonstigen Ergebnis im Eigenkapital ein unrealisiertes Ergebnis in Höhe von -53 (i. Vj. 1) Mio € (vor Steuern) berücksichtigt. Die maximale Zeitdauer, für die Cash-Flows aus zukünftigen Transaktionen gesichert werden, beträgt 60 Monate.

Im Berichtsjahr wurden infolge der unterjährigen Realisation von Grundgeschäften -6 (i. Vj. -2) Mio € aus dem kumulierten sonstigen Ergebnis im Eigenkapital ergebniswirksam in die Umsatzerlöse umgegliedert. Hiervon werden 0,1 (i. Vj. -0,4) Mio € unter den nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen. Zusätzlich wurden 125 (i. Vj. 74) Mio €, hiervon 2 (i. Vj. 4) Mio € unter den nicht fortgeführten Aktivitäten, anschaffungskostenmindernd aus dem kumulierten sonstigen Ergebnis in die Vorräte umgegliedert, da die gesicherten Rohstoffe bilanziert wurden, aber noch keine ergebniswirksame Realisation des Grundgeschäftes stattgefunden hatte. Hieraus resultierte eine Minderung der Aufwendungen in Höhe von 69 Mio €, hiervon 1 Mio € unter den nicht fortgeführten Aktivitäten in 2011/2012; im folgenden Geschäftsjahr wird eine Minderung der Aufwendung in Höhe von 56 Mio €, hiervon bei den nicht fortgeführten Aktivitäten 1 Mio € erfasst. Darüber hinaus wurden 19 (i. Vj. 5) Mio € anschaffungskostenerhöhend (i. Vj. anschaffungskostenmindernd) aus dem kumulierten sonstigen Ergebnis in die Anschaffungskosten der Sachanlagen umgegliedert. Diese Umgliederung entfällt komplett auf nicht fortgeführte Aktivitäten. Hiervon wurden Erträge in Höhe von 1 Mio € in 2011/2012 ergebniswirksam. Darüber hinaus werden 1 Mio € in 2012/2013 und 17 Mio € in den folgenden Geschäftsjahren ergebniswirksam.

Zum 30. September 2012 resultiert aus ineffektiven Bestandteilen der als Cash-Flow-Hedges klassifizierten derivativen Finanzinstrumente ein Nettoergebnis in Höhe von 0 (i. Vj. -22) Mio €.

Der Abbruch von Cash-Flow-Hedges führte im laufenden Geschäftsjahr durch Umgliederung aus den kumulierten erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen in die Gewinn- und Verlustrechnung zu einem Ergebnis von 0 (i. Vj. 0) Mio €. Diese ursprünglich ergebnisneutral behandelten Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte von Derivaten wurden zu dem Zeitpunkt ergebniswirksam realisiert, als die Durchführung der abgesicherten zukünftigen Transaktionen in Form währungsgesicherter Umsatzerlöse und Rohstoffbezüge nicht länger als wahrscheinlich angesehen wurde.

Die im folgenden Geschäftsjahr erwarteten Erträge aus den zum Stichtag in den kumulierten erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen enthaltenen Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte von Derivaten betragen 0 Mio €. Im Geschäftsjahr 2013/2014 werden Aufwendungen in Höhe von 14 Mio €, im Geschäftsjahr 2014/2015 Aufwendungen in Höhe von 23 Mio € und in den nachfolgenden Geschäftsjahren Aufwendungen in Höhe von 19 Mio € erwartet.

Fair-Value-Hedges

Fair-Value-Hedges bestehen vor allem zur Absicherung der beizulegenden Zeitwerte von festen vertraglichen Verpflichtungen und von Vorratsbeständen gegenüber Preisrisiken sowie zur Absicherung von Zinsrisiken. Diese Waren- und Zinsderivate werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Die Buchwerte der zugeordneten Grundgeschäfte werden um die Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte der abgesicherten Risiken angepasst. Zum 30. September 2012 waren Sicherungsinstrumente in Höhe von 0 (i. Vj. 0) Mio € mit positiven beizulegenden Zeitwerten und in Höhe von 0 (i. Vj. 0) Mio € mit negativen beizulegenden Zeitwerten bilanziert. Die Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte werden unmittelbar in Abhängigkeit von der Art der zu Grunde liegenden Geschäfte ergebniswirksam in den Umsatzerlösen oder Umsatzkosten bzw. im Finanzergebnis ausgewiesen. Im Geschäftsjahr ergab sich ein Nettoergebnis aus der Bewertung der Sicherungsinstrumente im Fair-Value-Hedge in Höhe von 0 (i. Vj. 1) Mio €, während im gleichen Zeitraum ein Nettoergebnis bei den zugehörigen Grundgeschäften von 0 (i. Vj. -1) Mio € realisiert wurde.

Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung

Werden die Voraussetzungen für die Anwendung der Spezialvorschriften zum Hedge Accounting gem. IAS 39 nicht erfüllt, erfolgt ein Ausweis der derivativen Finanzinstrumente als Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung. Die hieraus resultierenden Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung sind in der Tabelle zu den Nettoergebnissen aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien dargestellt. In dieser Position sind auch die eingebetteten Derivate enthalten. Sie bestehen im ThyssenKrupp Konzern grundsätzlich in der Ausprägung, dass gewöhnliche Lieferungs- und Leistungsbeziehungen zu Lieferanten und Kunden im Ausland nicht in der funktionalen Währung (Landeswährung) eines der beiden Vertragspartner geschlossen wurden.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Der Vorstand der ThyssenKrupp AG hat ein Risikomanagementsystem implementiert, welches vom Aufsichtsrat überwacht wird. In den Grundsätzen für das Risikomanagement sind die Rahmenbedingungen zur Erfüllung der Anforderungen an ein ordnungsmäßiges und zukunftsgerichtetes Risikomanagement im ThyssenKrupp Konzern formuliert. Die Grundsätze verfolgen das Ziel, alle Mitarbeiter im Konzern zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Risiken zu veranlassen sowie einen nachhaltigen Prozess zur Förderung des Risikobewusstseins zu begleiten. In der Konzernrichtlinie zum Risikomanagement und in weiteren Konzernrichtlinien sind die Prozesse des Risikomanagements, einzuhaltende Limitierungen sowie der Einsatz von Finanzinstrumenten konkret geregelt. Das Risikomanagementsystem ist darauf ausgerichtet, die Risiken zeitnah konzernweit zu identifizieren, zu analysieren, zu steuern, zu überwachen und zu kommunizieren. Insbesondere durch eine mindestens zweimal jährlich durchgeführte Risikoinventur in allen Konzernunternehmen wird die Risikolandschaft im Konzern aktualisiert. Über die Ergebnisse des Risikoinventurprozesses werden sowohl der Vorstand der ThyssenKrupp AG als auch der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates informiert. Das Risikomanagement-Reporting ist ein kontinuierlicher Prozess, der in das regelmäßige Konzernreporting eingebettet ist. Sowohl die Konzernrichtlinien als auch die Informationssysteme werden regelmäßig überprüft und an aktuelle Entwicklungen angepasst. Zudem überprüft der Corporate Center Internal Auditing regelmäßig, ob die Konzernunternehmen die Vorgaben des Risikomanagementsystems einhalten.

ThyssenKrupp ist als weltweit agierender Konzern im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Kreditrisiken, Liquiditätsrisiken und Marktrisiken (Währungsrisiken, Zinsrisiken und Warenpreisrisiken) ausgesetzt. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, die aus den operativen Geschäften sowie den daraus resultierenden Finanzierungserfordernissen entstehenden Risiken durch den Einsatz ausgewählter derivativer und nicht-derivativer Sicherungsinstrumente zu begrenzen.

Kreditrisiko (Ausfallrisiko)

Der Konzern ist bei Finanzinstrumenten einem Ausfallrisiko ausgesetzt, das aus der möglichen Nichterfüllung einer Vertragspartei resultiert und daher maximal in Höhe des positiven beizulegenden Zeitwerts des betreffenden Finanzinstruments besteht. In Krisenzeiten steigt die Bedeutung des Ausfallrisikos; wir steuern es durch unsere Geschäftspolitik mit besonderer Vorsicht. Zur Minimierung der Ausfallrisiken werden im Konzern grundsätzlich Finanzinstrumente im Finanzierungsbereich nur mit solchen Kontrahenten abgeschlossen, die über eine sehr gute Bonität verfügen bzw. einem Einlagensicherungsfonds angeschlossen sind. Dabei werden zur weiteren Risikominimierung Geschäfte nur im Rahmen vorgegebener Kontrahentenlimite getätigt. Im operativen Bereich werden die Außenstände und Ausfallrisiken von den Konzerngesellschaften fortlaufend überwacht und teilweise über Warenkreditversicherungen abgesichert. Die Risiken aus Warenlieferungen an Großkunden unterliegen einer besonderen Bonitätsüberwachung. Zusätzlich werden für die Absicherung von Forderungen gegenüber Großkunden Akkreditive und Ausfallbürgschaften eingesetzt. Die Forderungen gegenüber diesen Vertragspartnern sind jedoch nicht so hoch, als dass sie außerordentliche Risikokonzentrationen begründen würden. Ausfallrisiken wird durch Wertberichtigungen Rechnung getragen.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko für den Konzern besteht darin, dass auf Grund unzureichender Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln, bestehenden oder zukünftigen Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen werden kann. Das Management des Liquiditätsrisikos, somit die Ressourcenallokation und die Sicherung der finanziellen Unabhängigkeit des Konzerns, zählen zu den zentralen Aufgaben der ThyssenKrupp AG. Um jederzeit die Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität des Konzerns sicherstellen zu können, werden auf Basis einer mehrjährigen Finanzplanung sowie einer monatlich rollierenden Liquiditätsplanung langfristige Kreditlinien und liquide Mittel vorgehalten. Trotz des teilweise immer noch schwierigen Marktumfeldes als Folge der anhaltenden Schuldenkrise einiger Länder steht die Finanzierung auch im nächsten Jahr auf einer gesicherten Basis.

Der bestehende Gearing-Covenant wurde wie in den Vorjahren zum 30. September 2012 eingehalten. Vgl. hierzu auch die Ausführungen im Konzernlagebericht im Kapitel "Zentrale Finanzierung und Liquiditätssicherung" innerhalb der Darstellung der "Finanz- und Vermögenslage".

Das Cash-Pooling sowie externe Finanzierungen sind im Wesentlichen auf die ThyssenKrupp AG sowie spezielle Finanzierungsgesellschaften konzentriert. Die Mittel werden bedarfsgerecht intern den Konzerngesellschaften zur Verfügung gestellt.

Die folgende Tabelle zeigt die künftigen undiskontierten vertraglich vereinbarten Zahlungsmittelabflüsse aus finanziellen Verbindlichkeiten:

MIO €

Buchwerte
30.09.2011
Cash-Flows
2011/2012
Cash-Flows
2012/2013
Cash-Flows
2013/2014
bis
2015/2016
Cash-Flows
nach
2015/2016
Anleihen 3.738 265 1.269 3.135 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.026 262 779 1.040 553
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 68 23 13 28 28
Übrige Finanzschulden 840 68 296 606 16
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen* 4.926 4.908 4 11 3
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 282 238 35 9 0
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 96 62 9 21 0
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten* 861 859 2 0 0

* Der Vorjahresausweis wurde angepasst.

MIO €

Buchwerte
30.09.2012
Cash-Flows
2012/2013
Cash-Flows
2013/2014
Cash-Flows
2014/2015 bis
2016/2017
Cash-Flows nach
2016/2017
Anleihen 4.984 1.320 1.253 3.367 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.212 712 485 110 1
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 57 17 10 25 32
Übrige Finanzschulden 932 308 194 437 150
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.514 3.441 66 6 1
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 71 60 5 6 0
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 96 17 28 58 0
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 682 666 13 2 1

Den Zahlungsmittelflüssen aus derivativen Finanzinstrumenten stehen Zahlungsmittelflüsse aus den gesicherten Grundgeschäften gegenüber, die in der Fälligkeitsanalyse nicht berücksichtigt wurden. Bei Berücksichtigung auch der Zahlungsmittelflüsse aus den gesicherten Grundgeschäften würden die in der Übersicht gezeigten Zahlungsmittelflüsse entsprechend geringer ausfallen.

Marktrisiken

Als Marktrisiko wird das Risiko bezeichnet, dass die beizulegenden Zeitwerte oder künftigen Zahlungsströme eines originären oder derivativen Finanzinstrumentes auf Grund von Änderungen der Risikofaktoren schwanken. Zu den für ThyssenKrupp relevanten Marktrisiken zählen das Währungsrisiko, das Zinsrisiko sowie das Warenpreisrisiko, insbesondere das Rohstoffpreisrisiko. Aus diesen Risiken können Ergebnis-, Eigenkapital- und Cash-Flow-Schwankungen resultieren. Ziel des Risikomanagements ist es, die entstehenden Risiken durch geeignete Maßnahmen, insbesondere den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten, zu eliminieren bzw. zu begrenzen. Der Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten unterliegt strengen Kontrollen, die auf Basis von Richtlinien im Rahmen des regelmäßigen Reporting erfolgen. Es werden im Wesentlichen außerhalb der Börse (d.h. OTC) gehandelte Devisentermingeschäfte, Zinsswaps sowie Zins-/Währungsderivate und Warentermingeschäfte mit Banken und Handelspartnern abgeschlossen. Zur Warenpreisabsicherung werden darüber hinaus auch börsengehandelte Futures eingesetzt.

Die nachstehend beschriebene Analyse sowie die mit Hilfe von Sensitivitätsanalysen ermittelten Beträge stellen hypothetische, zukunftsorientierte Angaben dar, die sich auf Grund unvorhersehbarer Entwicklungen an den Finanzmärkten von den tatsächlichen Ereignissen unterscheiden können. Zudem sind hier nicht die Risiken berücksichtigt, die nicht finanzieller Natur oder nicht quantifizierbar sind, wie z.B. Geschäftsrisiken.

Währungsrisiken

Die Internationalität unserer Geschäftstätigkeit bringt eine Vielzahl von Zahlungsströmen in unterschiedlichen Währungen – vor allem in US-Dollar – mit sich. Die Absicherung der hieraus resultierenden Wechselkursrisiken ist wesentlicher Bestandteil unseres Risikomanagements.

Konzerneinheitliche Richtlinien bilden die Vorgabe für das Devisenmanagement des ThyssenKrupp Konzerns. Grundsätzlich besteht für alle Konzerngesellschaften Sicherungspflicht von Fremdwährungspositionen im Zeitpunkt ihrer Entstehung. Die im Gebiet der Europäischen Währungsunion ansässigen verbundenen Unternehmen sind grundsätzlich verpflichtet, alle offenen Positionen aus Waren- und Leistungsgeschäften in den wesentlichen Transaktionswährungen einer zentralen Clearing-Stelle anzudienen. Die angedienten Positionen werden laufzeitkongruent, in Abhängigkeit vom Sicherungszweck der Derivate und der damit verbundenen Art der bilanziellen Behandlung, entweder im Rahmen eines

Portfolio-Hedge-Ansatzes abgesichert oder in direkter Zuordnung an Banken durchgeleitet. Die Absicherung von Finanztransaktionen sowie von Geschäften unserer Tochterunternehmen außerhalb der Europäischen Währungsunion erfolgt in enger Abstimmung mit der Konzernleitung. Die Einhaltung der zentralen Vorgaben wird regelmäßig durch das Corporate Center Internal Auditing überprüft.

Zielsetzung bei der Währungsabsicherung ist das Festschreiben von Preisen auf Basis von Sicherungskursen zum Schutz vor zukünftigen ungünstigen Währungsschwankungen. Bei der Sicherung von geplanten produktionsabhängigen Erz-, Kohle- und Koksbezügen erfolgt darüber hinaus eine systematische Ausnutzung von günstigen Euro/US-Dollar-Entwicklungen.

Die Sicherungszeiträume richten sich grundsätzlich nach der Laufzeit des Grundgeschäftes. Die Laufzeit der abgeschlossenen Devisenderivate beträgt in der Regel bis zu 12 Monate und kann in einzelnen Ausnahmefällen auch deutlich darüber hinausgehen. Die Sicherungszeiträume geplanter Erz-, Kohle- und Koksbezüge sind auf Basis des theoretisch fairen Wechselkurses (Kaufkraftparität) und der Schwankungsbreite des US-Dollar gegenüber dem Euro unter Zugrundelegung historischer Daten festgelegt worden. Bei Erreichen definierter Sicherungskurse werden entsprechend einem festgelegten Raster die Sicherungen geplanter Bezüge für bestimmte Zeiträume ausgelöst.

Als relevante Risikovariablen für die Sensitivitätsanalyse im Sinne von IFRS 7 findet ausschließlich der US-Dollar Berücksichtigung, da der weitaus größte Teil der Zahlungsströme in Fremdwährung in US-Dollar abgewickelt wird. Da die Sicherungsgeschäfte grundsätzlich zur Absicherung von Grundgeschäften eingesetzt werden, gleichen sich die gegenläufigen Effekte der Grund- und Sicherungsgeschäfte über die Totalperiode nahezu aus. Das hier dargestellte Fremdwährungsrisiko resultiert somit aus Sicherungsbeziehungen mit bisher noch bilanzunwirksamen Grundgeschäften, d.h. Sicherungen von festen vertraglichen Verpflichtungen sowie von Planumsätzen. Analysiert man das US-Dollar-Währungsrisiko, ergibt sich zum 30. September 2012 folgendes Bild:

Wenn der Euro gegenüber dem US-Dollar am 30. September 2012 um 10 % stärker gewesen wäre, wären die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Währungsderivate um 2 Mio € (i. Vj. 170 Mio €) niedriger und das Ergebnis aus der Stichtagsbewertung um 68 Mio € (i. Vj. 88 Mio €) höher gewesen. Wäre der Euro gegenüber dem US-Dollar am 30. September 2012 um 10 % schwächer gewesen, wären die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Währungsderivate um 2 Mio € (i. Vj. 206 Mio €) höher und das Ergebnis aus der Stichtagsbewertung um 81 Mio € (i. Vj. 106 Mio €) geringer gewesen.

Zinsrisiko

Auf Grund der internationalen Ausrichtung unserer Geschäftsaktivitäten findet die Liquiditätsbeschaffung zur Deckung unseres Kapitalbedarfs an den internationalen Geld- und Kapitalmärkten in verschiedenen Währungen und mit unterschiedlichen Laufzeiten statt. Die hieraus resultierenden Finanzschulden sowie unsere Geldanlagen sind zu Teilen einem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Aufgabe unseres zentralen Zinsmanagements ist es, dieses Zinsänderungsrisiko zu steuern und zu optimieren. Hierzu werden im Rahmen des Zinsmanagements regelmäßig Zinsanalysen erstellt. Zur Absicherung des Zinsrisikos werden fallweise derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Diese Instrumente werden mit dem Ziel abgeschlossen, die Zinsvolatilitäten und Finanzierungskosten der zu Grunde liegenden Grundgeschäfte zu minimieren.

Per 30. September 2012 sind wie zum Vorjahresstichtag sämtliche Zinsderivate in Form eines Cash-Flow-Hedges direkt und unmittelbar bestimmten Finanzierungen zugeordnet. Somit bestehen zu den Stichtagen ausschließlich Zinsderivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung.

Zins-/Währungsswaps wurden im Zusammenhang mit der Finanzierung der US-Dollar-Aktivitäten abgeschlossen.

Bei Zinsinstrumenten ergeben sich Cash-Flow-Risiken, Opportunitätseffekte sowie bilanz- und ergebniswirksame Zinsrisiken. Refinanzierungen sowie variable Finanzinstrumente unterliegen einem Cash-Flow-Risiko, welches die Unsicherheit bezüglich zukünftiger Zinszahlungen zum Ausdruck bringt. Die Messung des Cash-Flow-Risikos erfolgt mit einer Cash-Flow-Sensitivität. Opportunitätseffekte ergeben sich bei originären Finanzinstrumenten, da diese im Gegensatz zu Zinsderivaten nicht zum beizulegenden Zeitwert, sondern zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden. Dieser Unterschiedsbetrag, der sogenannte Opportunitätseffekt, schlägt sich weder in der Bilanz noch in der Gewinn- und Verlustrechnung nieder. Bilanzwirksame Zinsrisiken, die sich im Eigenkapital auswirken, ergeben sich aus der Bewertung von als Cash-Flow-Hedge abgeschlossenen Zinsderivaten. Ergebniswirksame Zinsrisiken resultieren aus nicht im Hedge Accounting bilanzierten Zinsderivaten. Opportunitätseffekte sowie bilanz- und ergebniswirksame Zinsrisiken werden mit einer Sensitivitätsberechnung der beizulegenden Zeitwerte und deren Veränderung ermittelt.

Die Zinsanalyse unterstellt zum 30. September 2012 eine Parallelverschiebung der Zinskurven für alle Währungen um +100 / -20 Basispunkte. Die Parallelverschiebung nach unten wurde erstmals im Geschäftsjahr 2008/2009 auf -20 Basispunkte begrenzt, um dem im Zusammenhang mit der Finanzkrise reduzierten Zinsniveau Rechnung zu tragen und negative Zinsen zu vermeiden. Auf Grund des gegenwärtig immer noch relativ niedrigen Zinsniveaus wird dieser Ansatz auch bei der aktuellen Analyse beibehalten. Es ergeben sich die in der folgenden Tabelle dargestellten Chancen (positive Werte) und Risiken (negative Werte):

MIO €

Veränderung aller Zinskurven
zum 30.09.2012 um
+ 100
Basispunkte
– 20
Basispunkte
Cash-Flow-Risiko 7 – 1
Opportunitätseffekte 179 – 37
Bilanzwirksame Zinsrisiken aus Zinsderivaten 1 0
Ergebniswirksame Zinsrisiken aus Zinsderivaten 0 0

Im Vorjahr ergab die Analyse die in der folgenden Tabelle dargestellten Chancen (positive Werte) und Risiken (negative Werte):

MIO € Veränderung aller Zinskurven zum 30.09.2011 um + 100 Basispunkte – 20 Basispunkte Cash-Flow-Risiko 26 – 5 Opportunitätseffekte 164 – 34 Bilanzwirksame Zinsrisiken aus Zinsderivaten – 1 0 Ergebniswirksame Zinsrisiken aus Zinsderivaten 0 0

Wenn alle Zinskurven am 30. September 2012 um 100 Basispunkte höher gewesen wären, wären die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Zinsderivate um 1 Mio € höher (i. Vj. 1 Mio € niedriger) und das Ergebnis aus der Stichtagsbewertung um 7 (i. Vj 26) Mio € höher gewesen. Wären die Zinskurven am 30. September 2012 um 20 Basispunkte niedriger gewesen, wären die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Zinsderivate wie im Vorjahr unverändert und das Ergebnis aus der Stichtagsbewertung um 1 (i. Vj. 5) Mio € niedriger gewesen.

Warenpreisrisiken

Der Konzern benötigt verschiedene NE-Metalle, insbesondere Nickel, sowie Rohstoffe wie z.B. Erze, Kohle, Koks und Energie für die verschiedenen Produktionsprozesse. Die Einkaufspreise für Rohstoffe und Energie können je nach Marktsituation erheblich schwanken.

Daher besteht ein Warenpreisrisiko, das Einfluss auf die Ergebnis-, Eigenkapital- sowie Cash-Flow-Situation haben kann. Wir reagieren mit angepassten Verkaufspreisen und möglichst alternativen Beschaffungsquellen zur Sicherung unserer Wettbewerbsfähigkeit. Um die Risiken aus Rohstoffpreisvolatilitäten zu minimieren, setzt der Konzern zusätzlich auch derivative Finanzinstrumente, insbesondere für Nickel und Kupfer, ein. Der Abschluss von Finanzderivaten in diesen Bereichen unterliegt strengen Richtlinien, deren Einhaltung durch Internal Auditing überprüft wird. Die Sicherung von NE-Metallen erfolgt grundsätzlich über eine zentrale Sicherungsplattform, wobei ausschließlich marktgängige Instrumente verwendet werden. Dies sind im Wesentlichen Warentermingeschäfte. Die Warentermingeschäfte sind mit ihren beizulegenden Zeitwerten bilanziert. Die Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte werden überwiegend ergebniswirksam im betrieblichen Ergebnis erfasst. Einige Warenderivate sind in Form eines Cash-Flow-Hedges direkt und unmittelbar einer bestimmten festen Verpflichtung zugeordnet. Zusätzlich werden in einigen Fällen die beizulegenden Zeitwerte von bestimmten festen Verpflichtungen und Vorratsbeständen in Form von Fair-Value-Hedges abgesichert.

Die aus den steigenden Energiepreisen resultierenden Risiken werden durch eine strukturierte Beschaffung auf dem Strommarkt sowie durch den Abschluss bzw. die Weiterführung langfristiger Erdgasverträge begrenzt. Diese Verträge fallen unter die sogenannte "own use exemption" und werden daher nicht als derivative Finanzinstrumente bilanziert.

In die nach IFRS 7 für Finanzinstrumente geforderte Szenarioanalyse fließen nur hypothetische Veränderungen der Marktpreise für derivative Finanzinstrumente ein. Die gegenläufigen Effekte aus den Grundgeschäften sind nicht berücksichtigt und würden den Effekt deutlich verringern.

Die Szenarioanalyse für Warenpreisrisiken unterstellt zum 30. September 2012 eine Preisvarianz der NE-Metalle um +20 %/-20 %. Wird ein Preisanstieg der jeweiligen NE-Metalle um + 20 % angenommen, beträgt der geschätzte hypothetische Effekt aus der Stichtagsbewertung auf die Gewinn- und Verlustrechnung -2 (i. Vj. 0) Mio € und auf das Eigenkapital 12 (i. Vj. -9) Mio €. Wird ein Preisrückgang der jeweiligen NE-Metalle um -20 % angenommen, beträgt der geschätzte hypothetische Effekt aus der Stichtagsbewertung auf die Gewinn- und Verlustrechnung 31 (i. Vj. 65) Mio € und auf das Eigenkapital -7 (i. Vj. -46) Mio €.

23 Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen (related parties)

Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung ist gemäß Mitteilung nach § 21 WpHG vom 21. Dezember 2006 mit 25,10 % an der ThyssenKrupp AG beteiligt; gemäß freiwilliger Mitteilung der Stiftung vom 02. Oktober 2012 besteht per 30. September 2012 eine Beteiligung von rund 25,33 %. Über die in der Satzung (§ 21) festgelegten Leistungen und Gegenleistungen hinaus bestanden keine wesentlichen Liefer- und Leistungsbeziehungen.

In den Geschäftsjahren 2010/2011 und 2011/2012 hatte der Konzern Geschäftsbeziehungen mit nicht konsolidierten Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Joint Ventures. Transaktionen mit diesen nahe stehenden Unternehmen resultieren aus dem normalen Lieferungsund Leistungsaustausch; der Umfang der Geschäftsbeziehungen ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

MIO €

Umsatz Bezogene Leistungen Forderungen Verbindlichkeiten
2010/2011 2011/2012 2010/2011 2011/2012 30.09.2011 30.09.2012 30.09.2011 30.09.2012
Nicht konsolidierte Tochterunternehmen 1 0 1 0 1 1 2 1
Assoziierte Unternehmen 56 53 36 41 29 0 27 2
Joint Ventures 296 375 2.222 1.786 71 3 248 1

Die ESG Legierungen GmbH war auf Grund der Tatsache, dass ein naher Familienangehöriger eines ehemaligen Vorstands- bzw. Aufsichtsratsmitglieds der ThyssenKrupp AG als Geschäftsführer tätig war, in 2010/2011 als nahe stehendes Unternehmen des Konzerns einzustufen. Der Konzern hat in 2010/2011 mit der ESG Legierungen GmbH einen Umsatz in Höhe von 0,5 Mio € aus dem Verkauf von Feinzink realisiert. Vom Konzern wurden in diesem Zeitraum keine Leistungen von der ESG bezogen. Die Transaktionen erfolgten zu marktüblichen Konditionen. Zum 30. September 2011 hatte der Konzern aus der Geschäftsbeziehung eine Forderung von 45 Tsd €.

Vergütung des aktiven Vorstands und Aufsichtsrats

Die gemäß IAS 24 angabepflichtige Vergütung des Managements in den Schlüsselpositionen des Konzerns umfasst die Vergütung des aktiven Vorstands und Aufsichtsrats.

Die aktiven Mitglieder des Vorstands wurden wie folgt vergütet:

TAUSEND €

2010/2011 2011/2012
Kurzfristig fällige Leistungen
(ohne aktienbasierte Vergütung)
8.833 8.434
Leistungen nach Beendigung
des Arbeitsverhältnisses
3.149 3.271
Aktienbasierte Vergütungen 5.015 5.528

Als Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden der aus den Pensionsrückstellungen für die aktiven Vorstandsmitglieder resultierende Dienstzeitaufwand (service cost) und der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand (past service cost) ausgewiesen. Die Angabe der aktienbasierten Vergütung bezieht sich auf den beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der Gewährung.

Darüber hinaus erhielt der Vorstand im Geschäftsjahr 2011/2012 wie im Vorjahr keine Zahlungen aus aktienbasierter Vergütung.

Zum 30. September 2012 sind Vorstandsmitgliedern wie im Vorjahr keine Kredite oder Vorschüsse gewährt worden; ebenso wurden wie im Vorjahr keine Haftungsverhältnisse zugunsten von Vorstandsmitgliedern eingegangen.

Die aktiven Mitglieder des Aufsichtsrats wurden wie folgt vergütet:

TAUSEND €

2010/2011 2011/2012
Kurzfristig fällige Leistungen 1.788 1.495
Langfristige Vergütungskomponente 0 0

Darüber hinaus wurden den Mitgliedern des Aufsichtsrats der ThyssenKrupp AG für Aufsichtsratsmandate bei Konzerngesellschaften für das Geschäftsjahr 2011/2012 Vergütungen von 82 (i. Vj. 90) Tsd € gewährt.

Zum 30. September 2012 sind Aufsichtsratsmitgliedern wie im Vorjahr keine Kredite oder Vorschüsse gewährt worden; ebenso wurden wie im Vorjahr keine Haftungsverhältnisse zugunsten von Aufsichtsratsmitgliedern eingegangen.

Zur Individualisierung sowie zu weiteren Details der Bezüge der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder vgl. die Ausführungen im geprüften Vergütungsbericht des Corporate-Governance-Berichts im Geschäftsbericht.

Vergütung ehemaliger Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder

Die Gesamtbezüge früherer Mitglieder des Vorstands und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich auf 15,0 (i. Vj. 14,6) Mio €. Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen wurden nach IFRS 214,4 (i. Vj. 192,7) Mio € zurückgestellt.

Frühere Aufsichtsratsmitglieder, die vor dem 01. Oktober 2011 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden sind, erhalten in 2011/2012 für die Zeit ihrer Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat wie im Vorjahr keine Vergütung aus der langfristigen Vergütungskomponente.

24 Segmentberichterstattung

ThyssenKrupp ist seit der Einführung der neuen Konzernorganisation zum 01. Oktober 2009 in die nachfolgend beschriebenen acht operativen Business Areas gegliedert, die die Konzernaktivitäten rund um Werkstoffe und Technologien bündeln. Die Business Areas entsprechen der internen Organisations- und Berichtsstruktur und stellen die Segmente gemäß IFRS 8 dar. Dabei werden die Business Areas Steel Americas und Stainless Global als nicht fortgeführte Aktivitäten klassifiziert.

Steel Europe

In der Business Area sind die Aktivitäten für hochwertige Qualitätsflachstahlprodukte zusammengefasst, die von intelligenten Werkstofflösungen bis zum fertigen Bauteil reichen.

Materials Services

Die Business Area betreibt den weltweiten Handel von Werk- und Rohstoffen sowie technische und infrastrukturelle Dienstleistungen für produzierende und verarbeitende Unternehmen.

Elevator Technology

Die Business Area betreibt den Neubau, die Modernisierung sowie den Service von Aufzügen, Fahrtreppen, Fahrsteigen, Treppen- und Plattformliften sowie Fluggastbrücken. Das Leistungsspektrum umfasst die gesamte Produktpalette von Anlagen für den Volumenmarkt bis zu kundenin-dividuellen Lösungen nach Maß.

Plant Technology

Die Business Area ist Anbieter im Spezial- und Großanlagenbau. Das Produktportfolio reicht von Chemie- und Raffinerieanlagen über Anlagen für die Zementindustrie und innovative Lösungen zum Abbau und zur Gewinnung von Rohstoffen sowie Mineralien bis hin zu Produktionssystemen und Montageanlagen für die Automobilindustrie.

Components Technology

Die Business Area bietet leistungsfähige und innovative Komponenten für die Automobilindustrie, Baumaschinen, Maschinenbau und Windkraftanlagen an.

Marine Systems

Nach der strategischen Neuausrichtung konzentriert sich die Business Area in 2011/2012 auf den Marineschiffbau. Zu den Kernaktivitäten gehören die Entwicklung, der Bau sowie der Umbau von U-Booten und Marine-Überwasserschiffen sowie damit verbundene Service-Leistungen. Zuvor war die Business Area auch Anbieter von Yachten im Premiumsegment.

Corporate

Corporate umfasst die Konzernverwaltung einschließlich der Führung der Business Areas. Ferner sind hier die Business-Services-Aktivitäten in den Bereichen Finanzen, Kommunikation, IT und Personal erfasst. Hinzu kommen die nicht betriebsnotwendigen Immobilien, die zentral geführt und verwertet werden, sowie die inaktiven Gesellschaften, die den einzelnen Business Areas nicht zugeordnet werden können.

Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen von Corporate setzt sich folgendermaßen zusammen:

MIO €

2010/2011 2011/2012
Verwaltungskosten Konzernleitung – 302 – 370
Altersversorgung 19 – 23
FuE-Förderung – 7 – 7
Risk and Insurance Services 9 6
Sonstige Vorgänge – 28 – 9
Übrige Corporate-Headquarter-Gesellschaften – 8 – 2
EBIT Corporate Headquarter – 317 – 405
EBIT Business Services – 12 – 15
EBIT IT-Services – 17 – 20
EBIT Real Estate – 31 – 55
EBIT Corporate – 377 – 495

Steel Americas

Diese Business Area umfasst die Produktion, Weiterverarbeitung und Vermarktung von hochwertigen Qualitätsstählen in Nord- und Südamerika. Sie beinhaltet hauptsächlich die Stahl- und Weiterverarbeitungswerke in Brasilien und den USA. Dieses Segment wird als nicht fortgeführte Aktivitäten klassifiziert.

Stainless Global

Die Business Area ist Anbieter von Edelstahl-Rostfrei-Flachprodukten sowie Hochleistungswerkstoffen wie Nickellegierungen und Titan. Bestandteil dieses Bereichs ist darüber hinaus das neue Edelstahlwerk in den USA. Dieses Segment wird als nicht fortgeführte Aktivitäten klassifiziert.

Konsolidierung

Die Konsolidierung umfasst im Wesentlichen die Eliminierung von Zwischengewinnen im Vorratsvermögen sowie die Rücknahme konzerninterner Zinsverrechnungen.

Die Rechnungslegungsgrundsätze für die Segmente sind die gleichen, wie sie für den Konzern in den Grundsätzen der Rechnungslegung beschrieben sind. Gemäß dem für die Segmentberichterstattung relevanten sogenannten "Management Approach" erfolgen alle Angaben einschließlich der als Veräußerungsgruppen bzw. als nicht fortgeführte Aktivitäten klassifizierten Einheiten.

Das Maß für die Ertragskraft der einzelnen Segmente ist die Ertragskennzahl EBIT ("Ergebnis vor Steuern und Zinsen"). Die Abgrenzung des EBIT richtet sich nach wirtschaftlichen Kriterien und ist unabhängig von den IFRS-Vorschriften. Faktoren, die sich nur im Konzernverbund optimieren und beurteilen lassen – im Wesentlichen sind dies das operative Finanzergebnis und die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag –, bleiben bei der Beurteilung der operativen Einheiten außer Betracht. Das EBIT enthält lediglich die Bestandteile des Finanzergebnisses, die operativen Charakter haben. Nicht operativen Charakter haben grundsätzlich die Finanzierungserträge und die Finanzierungsaufwendungen; eine Ausnahme stellen insbesondere die Erträge und Aufwendungen aus Beteiligungen dar. Zusätzlich wird berücksichtigt, dass der Erhalt von Anzahlungen insbesondere in den Segmenten mit langfristigen Fertigungsaufträgen ein integraler Bestandteil des Risikomanagements und damit des operativen Geschäfts ist. Um diese Anzahlungen bzw. die damit erzielbaren Zins- und Finanzierungseffekte adäquat im Wertmanagment zu berücksichtigen, wird das EBIT der entsprechenden Segmente um einen kalkulatorischen Ergebnisbeitrag erhöht.

Die Umsätze zwischen den Segmenten werden zu marktüblichen Verrechnungspreisen vorgenommen.

MIO €

Steel
Europe
Materials
Services
Elevator
Technology
Plant
Technology
Components
Technology
Marine
Systems
Corporate Steel
Americas*
Stainless
Global*
Konsoli
dierung
Konzern
Geschäftsjahr 2010/2011
Außenumsätze 10.663 14.005 5.249 3.968 6.895 1.491 71 734 6.016 0 49.092
konzerninterne Umsätze 2.151 771 4 36 13 2 72 405 723 – 4.177 0
Umsatzerlöse gesamt 12.814 14.776 5.253 4.004 6.908 1.493 143 1.139 6.739 – 4.177 49.092
Ergebnis aus
der Equity-Bewertung 42 4 1 2 0 22 0 0 3 0 74
Summe der Anteile, die
nach der Equity-Methode
bilanziert sind 332 66 1 9 14 162 9 0 15 0 608
Zinserträge 30 122 64 99 80 39 415 29 27 – 599 306
Zinsaufwendungen – 92 – 128 – 25 – 32 – 77 – 19 – 947 – 106 – 59 599 – 886
EBIT 1.133 478 801 506 543 213 – 377 – 3.145 – 785 – 355 – 988
Segmentvermögen 9.564 9.616 5.981 5.889 6.113 4.205 17.092 8.455 6.212 – 29.524 43.603
Abschreibungen 530 134 74 36 285 19 41 391 175 – 10 1.675
Wertminderungs
aufwendungen auf
immaterielle Vermögens
werte, Sachanlagen und
als Finanzinvestition
gehaltene Immobilien
14 48 0 0 10 0 11 1.685 800 0 2.568
Wertminderungsauf
wendungen auf nach
der Equity-Methode
bilanzierte Beteili
gungen und finanzielle
Vermögenswerte
0 3 0 8 0 4 0 0 0 0 15
Wertaufholungen auf
immaterielle Vermögens
werte, Sachanlagen und
als Finanzinvestition
gehaltene Immobilien
0 2 0 0 58 0 0 0 0 0 60
Segmentverbindlichkeiten 5.635 5.610 3.373 4.708 3.736 3.117 25.389 4.993 6.133 – 29.473 33.221
Zahlungsunwirksames
Ergebnis aus der Verände
rung der kurzfristigen und
sonstigen langfristigen
Rückstellungen an Arbeit
nehmer sowie
der sonstigen Rückstellungen
– 150 – 6 – 87 – 66 – 84 – 47 – 46 – 6 – 11 – 10 – 513
Investitionen in imma
terielle Vermögenswerte,
Sachanlagen und
als Finanzinvestition
gehaltene Immobilien 410 95 93 44 361 14 34 1.368 266 – 24 2.661

*Nicht fortgeführte Aktivität

MIO €

Steel
Europe
Materials
Services
Elevator
Technology
Plant
Technology
Components
Technology
Marine
Systems
Corporate Steel
Americas*
Stainless
Global*
Konsoli
dierung
Konzern
Geschäftsjahr 2011/2012
Außenumsätze 9.077 12.707 5.704 4.053 6.998 1.186 68 1.513 5.739 0 47.045
konzerninterne Umsätze 1.915 458 1 17 13 1 90 501 607 – 3.603 0
Umsatzerlöse gesamt 10.992 13.165 5.705 4.070 7.011 1.187 158 2.014 6.346 – 3.603 47.045
Ergebnis aus
der Equity-Bewertung 49 – 17 1 2 – 1 8 0 0 4 0 46
Summe der Anteile, die
nach der Equity-Methode
bilanziert sind
392 48 3 8 14 170 12 0 19 0 666
Zinserträge 13 123 64 94 71 37 536 4 26 – 714 254
Zinsaufwendungen – 84 – 120 – 29 – 35 – 81 – 19 – 968 – 187 – 113 714 – 922
EBIT 188 127 387 520 681 – 14 – 495 – 4.747 – 626 – 391 – 4.370
Segmentvermögen 8.014 9.052 6.318 6.336 5.659 4.400 16.550 5.443 4.552 – 28.040 38.284
Abschreibungen 478 95 81 38 297 22 41 404 0 – 8 1.448
Wertminderungs
aufwendungen auf
immaterielle Vermögens
werte, Sachanlagen und
als Finanzinvestition
gehaltene Immobilien
0 12 72 2 152 155 5 3.645 450 0 4.493
Wertminderungsauf
wendungen auf nach
der Equity-Methode
bilanzierte Beteili
gungen und finanzielle
Vermögenswerte 0 5 0 0 0 7 0 0 0 0 12
Wertaufholungen auf
immaterielle Vermögens
werte, Sachanlagen und
als Finanzinvestition
gehaltene Immobilien
0 0 1 0 1 0 1 0 0 0 3
Segmentverbindlichkeiten 4.570 5.266 3.580 5.131 3.606 3.485 24.809 6.038 5.248 – 27.975 33.758
Zahlungsunwirksames
Ergebnis aus der
Veränderung der
kurzfristigen und
sonstigen langfristigen
Rückstellungen an
Arbeitnehmer sowie
der sonstigen
Rückstellungen – 52 – 67 – 215 – 104 – 86 44 – 67 1 – 93 – 13 – 652
Investitionen in imma
terielle Vermögenswerte,
Sachanlagen und
als Finanzinvestition
gehaltene Immobilien
465 91 136 50 420 19 5 515 411 – 5 2.107

*Nicht fortgeführte Aktivität

Nachfolgend werden die Überleitungsrechnungen der Umsatzerlöse, des Ergebnisses aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und der Ertragskennzahl EBIT zum EBT gemäß der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Zinserträge und der Zinsaufwendungen zu den Werten der fortgeführten Aktivitäten dargestellt :

MIO €

2010/2011 2011/2012
Umsatzerlöse gemäß Segmentberichterstattung 49.092 47.045
- Umsatzerlöse Steel Americas – 1.139 – 2.014
- Umsatzerlöse Stainless Global – 6.739 – 6.346
+ Umsatzerlöse der nicht fortgeführten Aktivitäten mit
Konzerngesellschaften
1.128 1.108
+ Umsatzerlöse von Konzerngesellschaften mit den nicht
fortgeführten Aktivitäten 383 331
Umsatzerlöse gemäß Gewinn- und Verlustrechnung 42.725 40.124

Umsatzerlöse in Höhe von 331 (i. Vj. 383) Mio € betreffen Umsätze von Konzerngesellschaften mit Steel Americas und Stainless Global. Auch nach dem Abgang sollen diese Geschäftsbeziehungen fortgeführt werden. Sie betreffen im Wesentlichen Leistungen der Business Area Materials Services an Steel Americas und der Business Area Steel Europe an Stainless Global.

MIO €

2010/2011 2011/2012
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten
Beteiligungen gemäß Segmentberichterstattung
74 46
- Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten
Beteiligungen von Steel Americas
0 0
- Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten
Beteiligungen von Stainless Global
– 3 – 4
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten
Beteiligungen gemäß Gewinn- und Verlustrechnung
71 42

MIO €

2010/2011 2011/2012
Zinserträge gemäß Segmentberichterstattung 306 254
- Zinserträge von Steel Americas – 29 – 4
- Zinserträge von Stainless Global – 27 – 26
Konsolidierung 27 26
Zinserträge aus fortgeführten Aktivitäten 277 250

MIO €

2010/2011 2011/2012
Zinsaufwendungen gemäß Segmentberichterstattung – 886 – 922
- Zinsaufwendungen von Steel Americas 106 187
- Zinsaufwendungen von Stainless Global 59 113
Konsolidierung – 134 – 250
Zinsaufwendungen aus fortgeführten Aktivitäten – 855 – 872

MIO €

MIO €

2010/2011 2011/2012
EBIT gemäß Segmentberichterstattung – 988 – 4.370
- Im EBIT eliminierte Abschreibungen auf aktivierte
Bauzeitzinsen – 42 – 42
+ Finanzierungserträge 595 793
- Finanzierungsaufwendungen – 1.165 – 1.429
- Bestandteile der Finanzierungserträge, die nach wirt
schaftlicher Abgrenzung dem EBIT zugeordnet werden
– 16 – 46
+ Bestandteile der Finanzierungsaufwendungen, die nach
wirtschaftlicher Abgrenzung dem EBIT zugeordnet
werden 38 27
EBT - Konzern – 1.578 – 5.067
- EBT Steel Americas 3.045 4.729
- EBT Stainless Global* 827 653
EBT aus fortgeführten Aktivitäten gemäß Gewinn- und
Verlustrechnung 2.294 315

* einschl. Bewertungsanpassung nach IFRS 5

Die Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bewertet werden, leitet sich wie folgt auf den Konzen-Bilanzwert über:

30.09.2011 30.09.2012
Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode
bewertet werden gemäß Segmentberichterstattung
608 666
- Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode
bewertet werden, die zur Veräußerung vorgesehen sind
– 15 – 19
Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode
bewertet werden gemäß Bilanz
593 647

Bei der Darstellung der Informationen nach Regionen erfolgt die Länderzuordnung der Umsätze nach dem Sitz des Kunden, während die Zuordnung des Segmentvermögens und der Investitionen nach dem jeweiligen Standort vorgenommen wird. Die Bestimmung der Investitionen erfolgt nach der für die Kapitalflussrechnung geltenden Abgrenzung.

Es gab keine Beziehungen zu einzelnen Kunden, deren Umsatzanteil gemessen am Konzernumsatz wesentlich ist.

MIO €
------- --
Deutschland USA Übrige Länder Konzern
Außenumsätze (Sitz des Kunden)
2010/2011 16.153 6.294 26.645 49.092
2011/2012 14.413 7.861 24.771 47.045

MIO €

Deutschland USA Brasilien Übrige Länder Konzern
Langfristige Vermögenswerte
(= immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, als Finanzinvestition
gehaltene Immobilien sowie sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte),
(Standort der Vermögenswerte)
30.09.2011 6.621 4.368 5.029 3.793 19.811
30.09.2012 6.468 3.355 2.460 3.677 15.960

25 Schätzungen und Ermessensausübungen im Rahmen der Rechnungslegung

Die Erstellung des Konzernabschlusses erfordert die Vornahme von Schätzungen sowie das Treffen von Annahmen durch das Management, wodurch die Höhe der berichteten Beträge und die diesbezüglichen Anhangangaben beeinflusst werden. Alle Schätzungen und Annahmen werden nach bestem Wissen und Gewissen getroffen, um ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanzund Ertragslage des Konzerns zu vermitteln.

Bilanzierung von Erwerben

Als Folge von Akquisitionen werden Firmenwerte in der Bilanz des Konzerns ausgewiesen. Bei der Erstkonsolidierung eines Erwerbs werden alle identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten zu beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbsstichtag angesetzt. Eine der wesentlichsten Schätzungen bezieht sich dabei auf die Bestimmung der zum Erwerbsstichtag jeweils beizulegenden Zeitwerte dieser Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Grundstücke, Gebäude und Geschäftsausstattung werden in der Regel auf Basis unabhängiger Gutachten bewertet, während marktgängige Wertpapiere zum Börsenpreis angesetzt werden. Falls immaterielle Vermögenswerte identifiziert werden, wird in Abhängigkeit von der Art des immateriellen Vermögenswerts und der Komplexität der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts entweder auf das unabhängige Gutachten eines externen Bewertungsgutachters zurückgegriffen oder der beizulegende Zeitwert wird intern unter Verwendung einer angemessenen Bewertungstechnik ermittelt, deren Basis üblicherweise die Prognose der insgesamt erwarteten künftigen Cash-Flows ist. Diese Bewertungen sind eng verbunden mit den Annahmen, die das Management bezüglich der künftigen Wertentwicklung der jeweiligen Vermögenswerte getroffen hat sowie mit den unterstellten Veränderungen des anzuwendenden Diskontierungszinssatzes.

Firmenwert

Wie in den Grundsätzen der Rechnungslegung unter Anhang-Nr. 01 dargestellt, überprüft der Konzern jährlich und sofern irgendein Anhaltspunkt dafür vorliegt, ob eine Wertminderung der Firmenwerte eingetreten ist. Dann ist der erzielbare Betrag der Cash Generating Unit zu schätzen. Dieser entspricht dem höheren Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Die Bestimmung des Nutzungswerts beinhaltet die Vornahme von Anpassungen und Schätzungen bezüglich der Prognose und Diskontierung der künftigen Cash-Flows (vgl. Anhang-Nr. 04). Obwohl das Management davon ausgeht, dass die zur Berechnung des erzielbaren Betrags verwendeten Annahmen angemessen sind, könnten etwaige unvorhersehbare Veränderungen dieser Annahmen zu einem Wertminderungsaufwand führen, der die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nachteilig beeinflussen könnte.

Zu jedem Bilanzstichtag hat der Konzern einzuschätzen, ob irgendein Anhaltspunkt dafür vorliegt, dass der Buchwert einer Sachanlage, einer als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie oder eines immateriellen Vermögenswerts wertgemindert sein könnte. In diesem Fall wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes geschätzt. Der erzielbare Betrag entspricht dem höheren Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Zur Ermittlung des Nutzungswertes sind die diskontierten künftigen Cash-Flows des betreffenden Vermögenswertes zu bestimmen. Die Schätzung der diskontierten künftigen Cash-Flows beinhaltet wesentliche Annahmen wie insbesondere solche bezüglich der künftigen Verkaufspreise und Verkaufsvolumina, der Kosten und der Diskontierungszinssätze (vgl. Anhang-Nr. 03 und 05). Obwohl das Management davon ausgeht, dass die Schätzungen der relevanten erwarteten Nutzungsdauern, die Annahmen bezüglich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Entwicklung der Industriezweige, in denen der Konzern tätig ist, sowie die Einschätzungen der diskontierten künftigen Cash-Flows angemessen sind, könnte durch eine Veränderung der Annahmen oder Umstände eine Veränderung der Analyse erforderlich werden. Hieraus könnten in der Zukunft zusätzliche Wertminderungen oder Wertaufholungen resultieren, falls sich die vom Management identifizierten Trends umkehren oder sich die Annahmen und Schätzungen als falsch erweisen sollten.

Sonstige Rückstellungen

Der Ansatz und die Bewertung der sonstigen Ruckstellungen erfolgt auf Basis der Einschätzung der Wahrscheinlichkeit des zukünftigen Nutzenabflusses sowie anhand von Erfahrungswerten und den zum Bilanzstichtag bekannten Umständen. Der später tatsächlich eintretende Nutzenabfluss kann insofern von den sonstigen Rückstellungen abweichen, vgl. die Ausführungen unter Anhang-Nr. 16.

Bewertung einzelner zur Veräußerung gehaltener langfristiger Vermögenswerte, von Veräußerungsgruppen (Disposal Groups) und von nicht fortgeführten Aktivitäten (Discontinued Operations)

Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte sowie Veräußerungsgruppen und nicht fortgeführte Aktivitäten werden zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. Die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten kann auf Schätzungen und Annahmen des Managements basieren, die mit einer gewissen Unsicherheit behaftet sind. Die Schätzannahmen sind unter Anhang-Nr. 03 beschrieben.

Umsatzrealisierung aus Fertigungsaufträgen

Bestimmte Konzerngesellschaften, insbesondere in den Business Areas Elevator Technology, Plant Technology und Marine Systems, tätigen einen Teil ihrer Geschäfte als Fertigungsaufträge, die nach der Percentage-ofCompletion-Methode bilanziert werden, wonach die Umsätze entsprechend dem Fertigstellungsgrad auszuweisen sind. Diese Methode erfordert eine exakte Schätzung des Ausmaßes des Auftragsfortschritts. In Abhängigkeit von der Methode zur Bestimmung des Fertigstellungsgrades umfassen die wesentlichen Schätzungen die gesamten Auftragskosten, die bis zur Fertigstellung noch anfallenden Kosten, die gesamten Auftragserlöse, die Auftragsrisiken und andere Beurteilungen. Das Management der operativen Einheiten überprüft kontinuierlich alle Schätzungen, die im Rahmen der Fertigungsaufträge erforderlich sind, und passt diese gegebenenfalls an.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Da der Konzern in zahlreichen Ländern operativ tätig ist und Einkünfte erzielt, unterliegt er in einer Vielzahl von Steuerhoheiten den unterschiedlichsten Steuergesetzen. Um die weltweiten Steuerverbindlichkeiten des Konzerns zu bestimmen, sind daher wesentliche Beurteilungen erforderlich. Obwohl das Management davon ausgeht, eine vernünftige Einschätzung steuerlicher Unwägbarkeiten getroffen zu haben, kann nicht zugesichert werden, dass sich der tatsächliche Ausgang solcher steuerlicher Unwägbarkeiten mit der ursprünglichen Einschätzung deckt. Etwaige Unterschiede könnten in der jeweiligen Periode, in der die Angelegenheit endgültig entschieden wird, Auswirkungen auf die Steuerverbindlichkeiten und die latenten Steuern haben.

Zu jedem Bilanzstichtag beurteilt der Konzern, ob die Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile für den Ansatz aktiver latenter Steuern hinreichend wahrscheinlich ist. Dies erfordert vom Management u.a. die Beurteilung der Steuervorteile, die sich aus den zur Verfügung stehenden Steuerstrategien und dem künftigen zu versteuernden Einkommen ergeben, sowie die Berücksichtigung weiterer positiver und negativer Faktoren. Die ausgewiesenen aktiven latenten Steuern könnten sich verringern, falls die Schätzungen der geplanten steuerlichen Einkommen und die durch zur Verfügung stehende Steuerstrategien erzielbaren Steuervorteile gesenkt werden oder falls Änderungen der aktuellen Steuergesetzgebung den zeitlichen Rahmen oder den Umfang der Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile beschränken. Für weitere Informationen zu potenziellen Steuervorteilen, für die keine aktiven latenten Steuern angesetzt worden sind, vgl. die Ausführungen unter Anhang-Nr. 32.

Leistungen an Arbeitnehmer

Die Bilanzierung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen erfolgt in Übereinstimmung mit versicherungsmathematischen Bewertungen. Diese Bewertungen beruhen auf statistischen und anderen Faktoren, um auf diese Weise künftige Ereignisse zu antizipieren. Diese Faktoren umfassen u.a. versicherungsmathematische Annahmen wie Diskontierungszinssatz, erwarteter Kapitalertrag des Planvermögens, erwartete Gehaltssteigerungen, Sterblichkeitsraten und Steigerungsraten für Gesundheitsfürsorgekosten. Diese versicherungsmathematischen Annahmen können auf

Grund von veränderten Markt- und Wirtschaftsbedingungen erheblich von den tatsächlichen Entwicklungen abweichen und deshalb zu einer wesentlichen Veränderung der Pensions- und ähnlichen Verpflichtungen, des Eigenkapitals sowie des zugehörigen künftigen Aufwands führen (vgl. Anhang-Nr. 15 bezüglich weiterer Informationen für Leistungen an Arbeitnehmer).

Rechtliche Risiken

Wie unter Anhang-Nr. 21 dargestellt, sind ThyssenKrupp Unternehmen in einigen Fällen Parteien in Rechtsstreitigkeiten. Der Ausgang dieser Fälle könnte einen wesentlichen Effekt auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben. Das Management analysiert regelmäßig die aktuellen Informationen zu diesen Fällen und bildet Rückstellungen für wahrscheinliche Verpflichtungen einschließlich der geschätzten Rechtskosten. Für die Beurteilung werden interne und externe Rechtsanwälte eingesetzt. Im Rahmen der Entscheidung über die Notwendigkeit einer Rückstellung berücksichtigt das Management die Wahrscheinlichkeit eines ungünstigen Ausgangs und die Möglichkeit, die Höhe der Verpflichtung ausreichend verlässlich zu schätzen. Die Erhebung einer Klage oder die formale Geltendmachung eines Anspruchs gegen ThyssenKrupp Unternehmen oder die Angabe eines Rechtsstreits im Anhang bedeuten nicht automatisch, dass eine Rückstellung für das betreffende Risiko angemessen ist.

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

26 Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse enthalten Dienstleistungsumsätze in Höhe von 7.570 (i. Vj. 9.308) Mio € sowie Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen in Höhe von 7.337 (i. Vj. 6.682) Mio €.

27 Sonstige Erträge

MIO €

2010/2011 2011/2012
Erträge aus Zulagen und Zuschüssen 7 14
Versicherungsentschädigungen 10 20
Übrige 364 166
Insgesamt 381 200

In 2010/2011 beinhalten die übrigen betrieblichen Erträge 160 Mio € aus der teilweisen Erstattung des von der EU-Kommission 2007 wegen Wettbewerbsverstößen verhängten Bußgeldes in der Business Area Elevator Technology. Darüber hinaus ist in dieser Position eine Vielzahl von betragsmäßig geringen Einzelsachverhalten der 566 (i. Vj. 614) konsolidierten Unternehmen enthalten.

28 Sonstige Aufwendungen

MIO €

2010/2011 2011/2012
Zuführungen/Auflösungen von Rückstellungen – 45 52
Wertminderungen auf Firmenwerte 48 170
Sonstige Steuern 21 21
Übrige 72 224
Insgesamt 96 467

2011/2012 beinhalten die übrigen sonstigen Aufwendungen 103 Mio €, die im Zusammenhang mit dem Schienen-Kartellverfahren stehen. Darüber hinaus ist in dieser Position eine Vielzahl von betragsmäßig geringen Einzelsachverhalten der 566 (i. Vj. 614) konsolidierten Unternehmen enthalten.

29 Sonstige Gewinne und Verluste

MIO €

2010/2011 2011/2012
Ergebnis aus dem Abgang immaterieller Vermögenswer
te 2 1
Ergebnis aus dem Abgang von Sachanlagen – 11 – 9
Ergebnis aus dem Abgang als Finanzinvestition gehalte
ner Immobilien 12 13
Ergebnis aus dem Verkauf von konsolidierten Gesell
schaften – 27 375
Übrige – 3 – 4
Insgesamt – 27 376

2011/2012 beinhaltet das Ergebnis aus dem Verkauf von konsolidierten Gesellschaften Erträge in der Business Area Components Technology aus dem Verkauf der US-amerikanischen Gießerei Waupaca von 356 Mio € und aus dem Verkauf des brasilianischen Chassis-Komponenten-Herstellers ThyssenKrupp Automotive Systems Industrial do Brasil von 40 Mio €.

30 Zuwendungen der öffentlichen Hand

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden Zuwendungen der öffentlichen Hand zur Erstattung von Aufwendungen des Konzerns in Höhe von 23 (i. Vj. 16) Mio € erfasst; hiervon betreffen 8 (i. Vj. 5) Mio € die nicht fortgeführten Aktivitäten.

Die Gewährung der dargestellten Zuwendungen der öffentlichen Hand ist mit bestimmten Auflagen verbunden, von deren Erfüllung derzeit ausgegangen wird.

31 Finanzergebnis

MIO €

2010/2011 2011/2012
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten
Beteiligungen 71 42
Zinserträge aus Finanzguthaben 153 137
Erwarteter Kapitalertrag aus Pensionen und ähnlichen
Verpflichtungen 124 113
Erträge aus Beteiligungen 16 10
Sonstige Finanzierungserträge 261 419
Finanzierungserträge 554 679
Zinsaufwendungen aus Finanzschulden – 455 – 476
Zinsaufwand aus Aufzinsung Rückstellungen für Pensio
nen und ähnliche Verpflichtungen – 400 – 396
Aufwendungen aus Beteiligungen – 15 – 7
Sonstige Finanzierungsaufwendungen – 287 – 464
Finanzierungsaufwendungen – 1.157 – 1.343
Finanzergebnis – 532 – 622

In den sonstigen Finanzierungserträgen sind Zinserträge aus finanziellen Vermögenswerten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, in Höhe von 31 (i. Vj. 39) Mio € bzw. in den sonstigen Finanzierungsaufwendungen Zinsaufwendungen aus finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, in Höhe von 11 (i. Vj. 12) Mio € enthalten.

In der Periode wurden Fremdkapitalkosten in Höhe von 19 (i. Vj. 10) Mio € aktiviert; hierdurch verbesserten sich die Zinsaufwendungen aus Finanzschulden entsprechend. Soweit einer bestimmten Investition eine Finanzierung konkret zugerechnet werden kann, werden die tatsächlichen Fremdfinanzierungskosten aktiviert. Sofern kein direkter Bezug hergeleitet werden kann, wird der durchschnittliche Fremdkapitalzinssatz des Konzerns der laufenden Periode berücksichtigt; dieser lag für 2011/2012 bei 6,2 % (i. Vj. 6,1 %).

32 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Ertragsteuern des Konzerns teilen sich wie folgt auf:

MIO €

2010/2011 2011/2012
Laufender Steueraufwand für den Berichtszeitraum 503 677
Latenter Steueraufwand/(-ertrag) für den Berichtszeit
raum 33 – 233
Laufender Steueraufwand für Vorjahre 94 13
Latenter Steuerertrag für Vorjahre – 128 – 30
Insgesamt 502 427
Hiervon:
Laufender Steueraufwand Deutschland 96 89
Laufender Steueraufwand Ausland 501 601
Latenter Steueraufwand/(-ertrag) Deutschland 140 – 74
Latenter Steuerertrag Ausland – 235 – 189

Das im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011/2012 anzuwendende deutsche Körperschaftsteuerrecht sieht einen gesetzlichen Steuersatz von 15 % (i. Vj. 15 %) zuzüglich des Solidaritätszuschlags von 5,5 % vor. Die durchschnittliche Gewerbesteuerbelastung der Gesellschaften des ThyssenKrupp Konzerns beträgt 15,7 % (i. Vj. 15,5 %). Daher werden latente Steuern inländischer Gesellschaften zum 30. September 2012 mit einem Gesamtsteuersatz (einschließlich Solidaritätszuschlag) von 31,5 % (i. Vj. 31,3 %) bewertet. Die für ausländische Gesellschaften zu Grunde gelegten jeweiligen landesspezifischen Ertragsteuersätze liegen zwischen 5,7 % und 42,3 % (i. Vj. 5,7 % und 40,4 %). Im Geschäftsjahr 2011/2012 führte die Veränderung der durchschnittlichen Gewerbesteuerbelastung im Inland zu einem latenten Steuerertrag in Höhe von 1 Mio € (i. Vj. 4 Mio € latenter Steueraufwand). Im Ausland führten Steuersatzänderungen im Geschäftsjahr 2011/2012 zu einem latenten Steueraufwand in Höhe von 8 Mio € (i. Vj. 1 Mio € latenter Steuerertrag).

Die im Eigenkapital berücksichtigten Steuern verteilen sich folgendermaßen auf die einzelnen Bereiche:

MIO €

2010/2011 2011/2012
Steueraufwand laut GuV-Ausweis 502 427
Steuerertrag auf nicht fortgeführte Aktivitäten – 297 – 452
Erfolgsneutraler Steuereffekt auf das sonstige Ergebnis
Fortgeführte Aktivitäten 136 – 372
Nicht fortgeführte Aktivitäten 1 – 12
Sonstige erfolgsneutrale Veränderungen 10 0
Insgesamt 352 – 409

Im Inland bestehen im Konzern zum 30. September 2012 Verlustvorträge in Höhe von 702 (i. Vj. 387) Mio € für Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag, Verlustvorträge in Höhe von 64 (i. Vj. 46) Mio € für Gewerbesteuer sowie Zinsvorträge in Höhe von 370 (i. Vj. 257) Mio €. Darüber hinaus bestehen im Ausland steuerliche Verlustvorträge in Höhe von insgesamt 2.956 (i. Vj. 2.922) Mio €, unter anderem 1.699 (i. Vj. 994) Mio € in den USA, 435 (i. Vj. 452) Mio € in Kanada und 162 (i. Vj. 85) Mio € in Liechtenstein, sowie Steuergutschriften in Höhe von 51 (i. Vj. 44) Mio €. Die Veränderung steuerlicher Verlustvorträge, Zinsvorträge und ausländischer Steuergutschriften führte im Geschäftsjahr 2011/2012 zu einem latenten Steuerertrag von 192 Mio € (i. Vj. 145 Mio € latenter Steueraufwand).

Aktive latente Steuern werden nur dann angesetzt, wenn die Realisierbarkeit dieser Steuervorteile wahrscheinlich ist. Zur Bestimmung entsprechender Wertberichtigungen werden alle zurzeit bekannten positiven und negativen Einflussfaktoren auf die zukünftigen steuerlichen Ergebnisse berücksichtigt. Die dabei vorzunehmende Einschätzung kann sich durch zukünftige Entwicklungen verändern. Zum 30. September 2012 werden für im Konzern bestehende steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 760 (i. Vj. 1.334) Mio € sowie für Zinsvorträge in Höhe von 370 (i. Vj. 0) Mio € keine aktiven latenten Steuern angesetzt. Von diesen steuerlichen Verlustvorträgen ist ein Teilbetrag von 644 (i. Vj. 1.134) Mio € nach der bestehenden Rechtslage zeitlich und der Höhe nach unbegrenzt vortragsfähig, während Verlustvorträge in Höhe von 116 (i. Vj. 200) Mio € innerhalb der nächsten 20 Jahre verfallen werden, soweit sie nicht genutzt werden. Die nicht angesetzten aktiven latenten Steuern für steuerliche Verlustvorträge belaufen sich auf 160 (i. Vj. 398) Mio € und für Zinsvorträge auf 102 (i. Vj. 0) Mio €. Darüber hinaus werden zum 30. September 2012 keine aktiven latenten Steuern angesetzt für ausländische Steuergutschriften in Höhe von 5 (i. Vj. 0) Mio € sowie für abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von 302 (i. Vj. 1.660) Mio €.

Im Geschäftsjahr 2011/2012 hat sich der Steueraufwand des Konzerns durch die Nutzung nicht angesetzter aktiver latenter Steuern für steuerliche Verlustvorträge, Zinsvorträge und ausländische Steuergutschriften sowie abzugsfähige temporäre Differenzen um 24 (i. Vj. 13) Mio € verringert. Für einbehaltene Gewinne bei ausländischen Tochterunternehmen sind keine passiven latenten Steuern angesetzt worden, weil diese Gewinne in absehbarer Zukunft nicht ausgeschüttet werden sollen.

Die aktiven und passiven latenten Steuern verteilen sich auf folgende Positionen:

MIO €
Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
30.09.2011 30.09.2012 30.09.2011 30.09.2012
Immaterielle Vermögenswerte 360 145 397 411
Sachanlagen 265 505 739 912
Finanzielle Vermögenswerte 131 68 7 28
Vorräte 2.376 1.199 295 286
Übrige Aktiva 315 577 496 578
Pensionsrückstellungen 805 608 3 1
Sonstige Rückstellungen 307 231 66 285
Übrige Passiva 432 770 2.489 968
Steuerliche Verlustvorträge 955 999
Zinsvorträge 70 102
Ausländische Steuergutschriften 44 51
Bruttobetrag 6.060 5.255 4.492 3.469
Wertberichtigungen – 952 – 339
Saldierungen – 4.168 – 3.437 – 4.168 – 3.437
Bilanzansatz 940 1.479 324 32

Aktive und passive latente Steuern werden saldiert, soweit sie künftigen Belastungen oder Minderungen desselben Steuerpflichtigen gegenüber derselben Steuerbehörde zuzuordnen sind. Auf Konsolidierungssachverhalte entfallen zum 30. September 2012 aktive latente Steuern in Höhe von 58 (i. Vj. 45) Mio €.

Der ausgewiesene Steueraufwand des Geschäftsjahres 2011/2012 in Höhe von 427 Mio € ist um 328 Mio € höher als der erwartete Steueraufwand in Höhe von 99 Mio €, der sich bei Anwendung des inländischen Gesamtsteuersatzes von 31,5 % auf das Ergebnis vor Steuern ergäbe. Im Geschäftsjahr 2010/2011 war der ausgewiesene Steueraufwand in Höhe von 502 Mio € um 217 Mio € niedriger als der bei Anwendung des inländischen Gesamtsteuersatzes von 31,3 % erwartete Steueraufwand in Höhe von 719 Mio €. Die Überleitung vom erwarteten Steueraufwand zum ausgewiesenen Steueraufwand ergibt sich aus der folgenden Tabelle:

MIO €
2010/2011 in % 2011/2012 in %
Erwarteter Steueraufwand 719 31,3 99 31,5
Abweichungen zum inländischen Gesamtsteuersatz – 27 – 1,2 40 12,7
Änderung von Steuersätzen oder -gesetzen 3 0,1 7 2,2
Besteuerung von Veräußerungsergebnissen 34 1,5 38 12,1
Einkommenskorrekturen – 26 – 1,1 80 25,4
Veränderung der Wertberichtigungen auf latente Steuern – 116 – 5,0 213 67,6
Periodenfremder Steuerertrag – 34 – 1,5 – 17 – 5,4
Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen – 23 – 1,0 – 12 – 3,8
Sonstiges – 28 – 1,2 – 21 – 6,7
Ausgewiesener Steueraufwand 502 21,9 427 135,6

33 Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie (basic earnings per share) berechnet sich wie folgt:

2010/2011 2011/2012
Gesamt
betrag
in Mio €
Ergebnis je
Aktie in €
Gesamt
betrag
in Mio €
Ergebnis je
Aktie in €
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) 1.702 3,57 – 194 – 0,38
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) – 2.993 – 6,28 – 4.474 – 8,69
Jahresfehlbetrag (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) – 1.291 – 2,71 – 4.668 – 9,07
Gewichteter Durchschnitt der Aktien (in Stück): 476.241.215 514.489.044

Ermittlung der für die Kalkulation des Ergebnisses je Aktie relevanten Aktienanzahl

Das Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des den Aktionären der ThyssenKrupp AG zurechenbaren Jahresfehlbetrags durch die Anzahl der durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien. Neu ausgegebene oder zurückgekaufte Aktien während einer Periode werden zeitanteilig für den Zeitraum berücksichtigt, in dem sie sich in Umlauf befinden.

In 2010/2011 erhöhte sich der gewichtete Aktiendurchschnitt durch die Veräußerung eigener Anteile im Februar 2011 im Rahmen des rabattierten Aktienkaufs, durch die Veräußerung eigener Anteile im Mai 2010 im Rahmen des Belegschaftsaktienprogramms sowie durch den Verkauf eigener Anteile an vorwiegend institutionelle Investoren durch das "Accelerated Bookbuilding-Verfahren" im Juli 2011.

In den dargestellten Berichtsperioden gab es keine Verwässerungseffekte.

34 Zusätzliche Angaben zur Konzern-Gewinnund Verlustrechnung

Folgender Personalaufwand ist in den Aufwandspositionen der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung enthalten:

MIO €
------- --
2010/2011 2011/2012
Löhne und Gehälter 7.045 6.974
Soziale Abgaben 1.352 1.277
Netto-Pensionsaufwendungen - Leistungszusage* 171 108
Netto-Pensionsaufwendungen - Beitragszusage 111 128
Netto-Aufwendungen/(Erträge) der Zuschussverpflich
tungen für Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionä
re* – 93 – 36
Abfindungen, vorzeitiges Ausscheiden u.Ä. – 19 198
Aufwendungen für Unterstützung 447 434
Insgesamt 9.014 9.083

* Ohne erwarteten Kapitalertrag des Planvermögens und Zinsaufwand aus Pensions- und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen, die in den Zinserträgen

bzw. -aufwendungen ausgewiesen werden

Im Jahresdurchschnitt waren im Konzern beschäftigt:

2010/2011 2011/2012
Steel Europe 32.635 28.274
Materials Services 35.059 28.704
Elevator Technology 45.180 46.671
Plant Technology 13.135 14.002
Components Technology 30.380 30.199
Marine Systems 5.387 4.271
Corporate 2.665 2.927
Steel Americas 3.787 4.172
Stainless Global 11.306 11.733
Insgesamt 179.534 170.953
Hiervon:
Arbeiter 103.850 97.445
Angestellte 71.167 69.454
Auszubildende 4.517 4.054

Honorare und Dienstleistungen des Abschlussprüfers

Für die in den Geschäftsjahren 2010/2011 und 2011/2012 erbrachten Dienstleistungen des Konzernabschlussprüfers KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sowie der Gesellschaften des weltweiten KPMG-Verbundes sind folgende Honorare (einschließlich Auslagen) als Aufwand erfasst worden:

MIO €

2010/2011 2011/2012
Gesamt davon
Deutschland
Gesamt davon
Deutschland
Abschlussprüfungsleistungen 14 7 11 5
Andere Bestätigungsleistungen 4 2 3 2
Steuerberatungsleistungen 3 1 3 1
Sonstige Leistungen 1 1 1 1
Insgesamt 22 11 18 9

Für die in den Geschäftsjahren 2010/2011 und 2011/2012 erbrachten Dienstleistungen der PricewaterhouseCoopers Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sowie der Gesellschaften des weltweiten PricewaterhouseCoopers-Verbundes sind folgende Honorare (einschließlich Auslagen) als Aufwand erfasst worden:

MIO €

2010/2011 2011/2012
Gesamt davon
Deutschland
Gesamt davon
Deutschland
Prüfungsleistungen 8 3 8 3
Andere Bestätigungsleistungen 3 2 3 1
Steuerberatungsleistungen 1 0 2 1
Sonstige Leistungen 1 0 3 3
Insgesamt 13 5 16 8

Die Abschlussprüfungs- und die Prüfungsleistungen beinhalten vor allem die Honorare für die Konzernabschlussprüfung sowie die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen der ThyssenKrupp AG und der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen. Die Honorare für andere Bestätigungsleistungen umfassen im Wesentlichen die prüferische Durchsicht der Zwischenabschlüsse sowie die Honorare für Due-Diligence-Leistungen im Zusammenhang mit Akquisitionen und Desinvestitionen. In den Honoraren für Steuerberatungsleistungen sind insbesondere Honorare für die Steuerberatung bei laufenden und geplanten Transaktionen, für die Erstellung von Steuererklärungen, für steuerliche Due-Diligence-Leistungen, für Steuerberatung im Zusammenhang mit Projekten und konzerninternen Reorganisationen sowie die steuerliche Beratung von ins Ausland entsandten Mitarbeitern enthalten. Die Honorare für sonstige Leistungen umfassen überwiegend die Honorare für projektbezogene Beratungsleistungen.

Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung

35 Zusätzliche Informationen zur Kapitalflussrechnung

Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente" unter Berücksichtigung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, die die Veräußerungsgruppen einschließlich der nicht fortgeführten Aktivitäten betreffen.

Nicht zahlungswirksame Investitionstätigkeiten

Im Geschäftsjahr 2011/2012 ergab sich aus dem Erwerb und der Erstkonsolidierung von Gesellschaften ein Zugang von langfristigen Vermögenswerten in Höhe von 102 (i. Vj. 38) Mio €.

Der zahlungsunwirksame Zugang von Vermögenswerten aus Finance Lease im Geschäftsjahr 2011/2012 betrug 18 (i. Vj. 24) Mio €.

Nicht zahlungswirksame Finanzierungstätigkeiten

Im Geschäftsjahr 2011/2012 erfolgte durch den Erwerb und die Erstkonsolidierung von Gesellschaften ein Zugang von Brutto-Finanzschulden von 3 (i. Vj. 0) Mio €.

Besondere Ereignisse nach dem Stichtag

36 Besondere Ereignisse nach dem Stichtag

Auf Empfehlung des Personalausschusses hat der Aufsichtsrat am 10. Dezember 2012 die Bestellung der Vorstandsmitglieder Dr. Olaf Berlien, Edwin Eichler und Dr. Jürgen Claassen mit Wirkung zum 31. Dezember 2012 aufgehoben. Alle drei Herren sind mit der Aufhebung ihrer Bestellung einverstanden.

Sonstige Angaben

37 Erklärungen zum Deutschen Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG

Am 01. Oktober 2012 haben Vorstand und Aufsichtsrat die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und den Aktionären auf der Website der Gesellschaft dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht.

Die Entsprechenserklärung der börsennotierten Tochtergesellschaft Eisen- und Hüttenwerke AG ist am 01. Oktober 2012 abgegeben und den Aktionären auf der Website der Gesellschaft dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht worden.

38 Inanspruchnahme von Befreiungsvorschriften

Nachfolgende inländische Tochterunternehmen in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft bzw. Personengesellschaft im Sinne des § 264a HGB haben in Teilen von der Befreiungsvorschrift gemäß § 264 Abs. 3 und § 264b HGB Gebrauch gemacht.

A L
AGOZAL Oberflächenveredelung GmbH Neuwied LiftEquip GmbH Elevator Components Neuhausen a.d.F.
AWG Industrieanlagen und Wassertechnik GmbH Berlin Berlin Liftservice und Montage GmbH Saarbrücken
B M
Becker & Co. GmbH Neuwied Max Cochius GmbH Berlin
Blohm + Voss Marine Systems GmbH Hamburg MgF Magnesium Flachprodukte GmbH Freiberg
Blohm + Voss Naval GmbH Hamburg MONTAN GmbH Assekuranz-Makler Düsseldorf
Blohm + Voss Shipyards & Services GmbH Hamburg
Buckau-Walther GmbH Grünwald O
Otto Wolff Handelsgesellschaft mbH Essen
C Otto Wolff U.S. Sales GmbH Andernach
Christian Hein GmbH Langenhagen P
D Peiniger International GmbH Grünwald
DWR - Deutsche Gesellschaft für Weißblechrecycling mbH Andernach
E R
Rasselstein Verwaltungs GmbH Neuwied
EH Güterverkehr GmbH Duisburg Reisebüro Dr. Tigges GmbH Essen
Eisenmetall Handelsgesellschaft mbH Gelsenkirchen Rothe Erde GmbH Dortmund
ELEG Europäische Lift + Escalator GmbH Düsseldorf S
Emder Werft und Dockbetriebe GmbH Emden
Erich Weit GmbH München Springs and Stabilizers Holding GmbH
Stahlhauser Liegenschaften Verwaltungsgesellschaft mbH
Essen
Essen
F SVG Steinwerder Verwaltungsgesellschaft mbH Hamburg
Freiburger Stahlhandel GmbH Freiburg i.Br.
T
G Tepper Aufzüge GmbH Münster
GMT Aufzug-Service GmbH Forst Thyssen Liegenschaften Verwaltungs
GWH Aufzüge GmbH Himmelstadt und Verwertungs GmbH & Co. KG Industrie Essen
H Thyssen Liegenschaften Verwaltungs
und Verwertungs GmbH & Co. KG Stahl
Essen
Haisch Aufzüge GmbH Gingen/Fils Thyssen Stahl GmbH Düsseldorf
Hanseatische Aufzugsbau GmbH Rostock ThyssenKrupp Academy GmbH Düsseldorf
Herzog Coilex GmbH Stuttgart ThyssenKrupp Access Holding GmbH Essen
Hoesch Hohenlimburg GmbH Hagen ThyssenKrupp AdMin GmbH Düsseldorf
Hövelmann & Co. Eisengroßhandlung GmbH Gelsenkirchen ThyssenKrupp Aerospace Germany GmbH Rodgau
Howaldtswerke-Deutsche Werft GmbH Kiel ThyssenKrupp Aufzüge GmbH Stuttgart
ThyssenKrupp Aufzugswerke GmbH Neuhausen a.d.F.
I ThyssenKrupp Automotive Systems GmbH Essen
IKL Ingenieurkontor Lübeck GmbH Kiel ThyssenKrupp Bauservice GmbH Hückelhoven
Innovative Meerestechnik GmbH Emden ThyssenKrupp Bautechnik GmbH Essen
ThyssenKrupp Bilstein GmbH Ennepetal
J ThyssenKrupp Business Services GmbH Essen
Jacob Bek GmbH Ulm ThyssenKrupp DeliCate GmbH Düsseldorf
ThyssenKrupp Dienstleistungen GmbH Düsseldorf
K ThyssenKrupp Electrical Steel GmbH Gelsenkirchen
KBS Kokereibetriebsgesellschaft Schwelgern GmbH Duisburg ThyssenKrupp Electrical Steel Verwaltungsgesellschaft mbH Gelsenkirchen
Kraemer & Freund Handel GmbH Hagen ThyssenKrupp Elevator (CENE) GmbH Essen
ThyssenKrupp Elevator (CENE) Infrastruktur GmbH Essen
ThyssenKrupp Elevator (EBC) GmbH Berlin
ThyssenKrupp Elevator (ES/PBB) GmbH Essen
ThyssenKrupp Elevator AG Düsseldorf
ThyssenKrupp Elevator Research GmbH Düsseldorf
ThyssenKrupp Encasa GmbH Neuss
ThyssenKrupp Erste Beteiligungsgesellschaft mbH Düsseldorf
ThyssenKrupp Facilities Services GmbH Düsseldorf
ThyssenKrupp Fahrtreppen GmbH Hamburg
ThyssenKrupp Federn GmbH Hagen
ThyssenKrupp Federn und Stabilisatoren GmbH Hagen
ThyssenKrupp Fördertechnik GmbH Essen
ThyssenKrupp Gerlach GmbH Homburg/Saar
ThyssenKrupp Grundbesitz Verwaltungs GmbH Essen
ThyssenKrupp Grundbesitz-Vermietungs GmbH & Co. KG Essen
ThyssenKrupp Immobilien Verwaltungs GmbH & Co. KG
Krupp Hoesch Stahl Essen
ThyssenKrupp Immobilien Verwaltungs GmbH & Co. KG Stahl Essen
ThyssenKrupp Immobilienentwicklungs Concordiahütte GmbH Oberhausen
ThyssenKrupp Immobilienentwicklungs Krefeld GmbH Oberhausen
ThyssenKrupp Industrial Services Holding GmbH Düsseldorf
ThyssenKrupp Information Services GmbH Düsseldorf
ThyssenKrupp IT Services GmbH Essen
ThyssenKrupp Lasertechnik GmbH Ravensburg
ThyssenKrupp Management Consulting GmbH Düsseldorf
ThyssenKrupp Mannex GmbH Essen
ThyssenKrupp Marine Systems AG Hamburg
ThyssenKrupp Materials International GmbH Essen
ThyssenKrupp Metallurgical Products GmbH Essen
ThyssenKrupp MetalServ GmbH Essen
ThyssenKrupp Plastics GmbH Essen
ThyssenKrupp Polysius AG Beckum
ThyssenKrupp Presta Chemnitz GmbH Chemnitz
ThyssenKrupp Presta Esslingen GmbH Esslingen
ThyssenKrupp Presta Ilsenburg GmbH Ilsenburg
ThyssenKrupp Presta SteerTec GmbH Düsseldorf
ThyssenKrupp Presta SteerTec Mülheim GmbH Mülheim
ThyssenKrupp Presta SteerTec Schönebeck GmbH Schönebeck
ThyssenKrupp Printmedia GmbH Duisburg
ThyssenKrupp Rasselstein GmbH Andernach
ThyssenKrupp Real Estate GmbH Essen
ThyssenKrupp Risk and Insurance Services GmbH Essen
ThyssenKrupp Sägenstahlcenter GmbH Duisburg
ThyssenKrupp Schulte GmbH Essen
ThyssenKrupp Stahl Immobilien GmbH Duisburg
ThyssenKrupp Stahlkontor GmbH Düsseldorf
ThyssenKrupp Stahl-Service-Center GmbH Krefeld
ThyssenKrupp Steel Europe AG Duisburg
ThyssenKrupp Steel Zweite Beteiligungsgesellschaft mbH Duisburg
ThyssenKrupp System Engineering GmbH Essen
ThyssenKrupp Technologies Beteiligungen GmbH Essen
ThyssenKrupp Tiefbautechnik GmbH Essen
ThyssenKrupp Transrapid GmbH Kassel
ThyssenKrupp Uhde GmbH Dortmund
ThyssenKrupp Valvetrain GmbH Ilsenburg

U

Uhde High Pressure Technologies GmbH Hagen
Uhde Inventa-Fischer GmbH Berlin
Uhde Services and Consulting GmbH Dortmund
Uhde Services GmbH Haltern am See
V
Vermögensverwaltungsgesellschaft TAUS mbH Grünwald
X
Xtend new media Holding GmbH Grünwald

Nachfolgende niederländische Tochterunternehmen haben von der Befreiungsvorschrift gemäß Artikel 2:403 des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuches (Civil Code of the Netherlands) Gebrauch gemacht.

I Inoxum Nederland B.V. Roermond T ThyssenKrupp Nederland Holding B.V. Roermond Thyssenkrupp Nederland Intermediate B.V. Roermond ThyssenKrupp Slab International B.V. Brielle ThyssenKrupp Veerhaven B.V. Rotterdam

U

Uhde Fertilizer Technology B.V. Amsterdam
--------------------------------- -----------

39 Aufstellung des Anteilsbesitzes

VOLL KONSOLIDIERTE TOCHTERUNTERNEHMEN (STAND 30. SEPTEMBER 2012)

Lfd. Nummer Name und Sitz Währung Gesellschafts
kapital in 1.000 € bzw.
Fremdwährung
Anteil am Kapital
in %
gehalten über lfd. Nummer
Steel Europe
ThyssenKrupp Steel Europe
1 ThyssenKrupp Steel Europe AG, Duisburg 438.771 99,53 509
2 KBS Kokereibetriebsgesellschaft Schwelgern GmbH, Duisburg 25 100,00 1
3 Pruna Betreiber GmbH, Grünwald 150 0,002) 1
4 ThyssenKrupp Galmed, S.A., Sagunto, Spanien 48.150 100,00 527 75,00 %
1 25,00 %
5 ThyssenKrupp Steel North America, Inc., Dover/Delaware, USA USD 10 100,00 550
Processing
6 DWR - Deutsche Gesellschaft für Weißblechrecycling mbH, Andernach 25 100,00 13
7 Hoesch Hohenlimburg GmbH, Hagen 15.340 99,50 1
8 2WWR:ROƨ866DOHV*PE+\$QGHUQDFK 26 100,00 13
9 Rasselstein Verwaltungs GmbH, Neuwied 93.500 100,00 1 59,23 %
34 40,77 %
10 ThyssenKrupp Electrical Steel GmbH, Gelsenkirchen 15.163 99,58 11 87,62 %
1 7,67 %
509 4,29 %
11 ThyssenKrupp Electrical Steel Verwaltungsgesellschaft mbH, Gelsenkirchen 30.000 100,00 1 62,46 %
34 37,54 %
12 ThyssenKrupp Lasertechnik GmbH, Ravensburg 25 100,00 1
13 ThyssenKrupp Rasselstein GmbH, Andernach 40.960 99,50 9
14 ThyssenKrupp Sägenstahlcenter GmbH, Duisburg 1.023 100,00 1
15 ThyssenKrupp Tailored Blanks GmbH, Duisburg 4.116 100,00 1
16 ThyssenKrupp Aceros y Servicios S.A., Santiago, Chile CLP 4.988.4401) 100,00 1
17 ThyssenKrupp Comercial Colombia S.A., Bogota, Kolumbien COP 272.6101) 100,00 16
18 ThyssenKrupp Electrical Steel India Private Ltd., Mumbai/Nashik, Indien INR 3.149.349 100,00 10 100,00 %3)
11 0,00 %3)
19 ThyssenKrupp Electrical Steel Italia S.r.l., Mailand, Italien 2.000 100,00 546
20 ThyssenKrupp Electrical Steel UGO S.A.S, Isbergues, Frankreich 5.235 100,00 10
21 ThyssenKrupp Tailored Blanks Celik Sanayi VE Ticaret Ltd., Nilüfer/ Bursa, Türkei TRY 2.8031) 100,00 15 96,47 %
23 3,53 %
22 ThyssenKrupp Tailored Blanks S.A. de C.V., Puebla, Mexico MXN 501) 100,00 27 100,00 %3)
28 0,00 %3)
23 ThyssenKrupp Tailored Blanks S.r.l., Turin, Italien 3.810 52,50 15
24 ThyssenKrupp Tailored Blanks Sverige AB, Olofström, Schweden 1.940 100,00 15
25 ThyssenKrupp Tailored Blanks (Wuhan) Ltd., Wuhan, VR China USD 21.0001) 100,00 540 68,43 %
15 31,57 %
26 TKAS (Changchun) Tailored Blanks Ltd., Changchun, VR China USD 10.000 55,00 540
27 TWB Company, LLC, Monroe, USA USD 1.500 55,00 5
28 TWB de Mexico, S.A. de C.V., Saltillo, Coahuila, Mexico MXN 501) 100,00 27 99,00 %
30 1,00 %
29 TWB Industries, S.A. de C.V., Saltillo, Coahuila, Mexico MXN 501) 100,00 27 99,00 %
30 1,00 %
30 TWB of Ohio, Inc., Columbus/Ohio, USA USD 0 100,00 27
Other Companies Steel Europe
31 \$2=\$/2EHUƪ£FKHQYHUHGHOXQJPE+1HXZLHG 1.540 100,00 1
32 Becker & Co. GmbH, Neuwied 768 100,00 9
33 EH Güterverkehr GmbH, Duisburg 1.534 100,00 1
34 Eisen- und Hüttenwerke AG, Andernach 45.056 87,98 1
35 MgF Magnesium Flachprodukte GmbH, Freiberg 500 100,00 1
36 ThyssenKrupp Printmedia GmbH, Duisburg 26 100,00 1
37 ThyssenKrupp Steel Zweite Beteiligungsgesellschaft mbH, Duisburg 25 100,00 1
Lfd. Nummer Name und Sitz Währung Gesellschafts
kapital in 1.000 € bzw.
Fremdwährung
Anteil am Kapital
in %
gehalten über lfd. Nummer
38 B.V. Stuwadoors-Maatschappij Kruwal, Rotterdam, Niederlande 45 75,00 43 50,00 %
1 25,00 %
39 Ertsoverslagbedrijf Europoort C.V., Rotterdam, Niederlande 4.583 75,25 43 49,50 %
1 24,75 %
38 0,99 %
40 ThyssenKrupp Stål Danmark A/S, Kopenhagen, Dänemark DKK 800 100,00 43
41 ThyssenKrupp Steel & Technologies Japan Co., Ltd., Tokio, Japan JPY 10.000 100,00 43
42 7K\VVHQ.UXSS6WHHO\$VLD3DFLƩF?3WH/WG6LQJDSXU6LQJDSXU SGD 500 100,00 43
43 ThyssenKrupp Veerhaven B.V., Rotterdam, Niederlande 5.000 100,00 549
Steel Americas
CSA
44 AirSteel Comercial Gases Industriais Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien BRL 100 0,002) 1
45 ThyssenKrupp Companhia Siderúrgica do Atlântico, Rio de Janeiro, Brasilien BRL 14.382.258 73,13 48
46 White Martins Steel Gases Industriais Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien BRL 100 0,002) 1
ThyssenKrupp Steel USA
47 ThyssenKrupp Steel USA, LLC, Wilmington/Delaware, USA USD 1.000 100,00 49
Other Companies Steel Americas
48
49
ThyssenKrupp Slab International B.V., Brielle, Niederlande
ThyssenKrupp Steel Americas, LLC, Wilmington/Delaware, USA
USD 80
1
73,13
100,00
43
550
Materials Services
MetalsServices
50 ThyssenKrupp Materials International GmbH, Essen 283.383 99,84 496
51 Eisenmetall Handelsgesellschaft mbH, Gelsenkirchen 26 100,00 50
52 Erich Weit GmbH, München 356 100,00 58
53 Freiburger Stahlhandel GmbH, Freiburg i.Br. 2.200 51,00 50
54 Herzog Coilex GmbH, Stuttgart 4.100 74,90 67
55 Hövelmann & Co. Eisengroßhandlung GmbH, Gelsenkirchen 256 100,00 50
56 Jacob Bek GmbH, Ulm 2.807 79,96 50
57 Max Cochius GmbH, Berlin 920 75,00 50
58 2WWR:ROƨ+DQGHOVJHVHOOVFKDIWPE+(VVHQ 15.400 99,50 50
59 Peiniger International GmbH, Grünwald 1.023 100,00 60
60 ThyssenKrupp Facilities Services GmbH, Düsseldorf 59.310 100,00 50
61 ThyssenKrupp Information Services GmbH, Düsseldorf 41.600 100,00 509
62 ThyssenKrupp Mannex GmbH, Essen 10.100 100,00 50
63 ThyssenKrupp MetalServ GmbH, Essen 1.534 100,00 50 94,00 %
496 6,00 %
64 ThyssenKrupp Schulte GmbH, Essen 26 100,00 50
65 ThyssenKrupp Services Immobilien GmbH, Düsseldorf 50 100,00 50
66 ThyssenKrupp Stahlkontor GmbH, Düsseldorf 1.486 99,98 50 77,70 %
124 19,91 %
509 2,38 %
67 ThyssenKrupp Stahl-Service-Center GmbH, Krefeld 9.287 99,55 50 94,89 %
496 4,66 %
68 Vermögensverwaltungsgesellschaft TAUS mbH, Grünwald 6.741 100,00 514
69 Vermögensverwaltungsgesellschaft Xtend mbH, Grünwald 10.516 100,00 50
70 Xtend new media Holding GmbH, Grünwald 100 100,00 61
71 B.V.Nedeximpo Nederlandse Export- en Importmaatschappij, Amsterdam, Niederlande 1.362 100,00 102
72 Carolina Building Materials, Inc., Carolina, Puerto Rico USD 450 100,00 58
73 Cimex-Nor S.A., San Sebastian, Spanien 618 74,00 50
74 LAGERMEX S.A. de C.V., Puebla, Mexico MXN 120.5451) 100,00 50 71,95 %
75 LAMINCER S.A., Munguia, Spanien 1801) 100,00 1
50
28,05 %
60,00 %
73 40,00 %
76 OOO ThyssenKrupp Materials, Moskau, Russland RUB 928.369 97,89 50
Lfd. Nummer Name und Sitz Währung Gesellschafts
kapital in 1.000 € bzw.
Fremdwährung
Anteil am Kapital
in %
gehalten über lfd. Nummer
77 PALMETAL Armazenagem e Serivicos S.A., Palmela, Portugal 1.000 90,00 73
78 Sidcomex S.A. de C.V., Puebla, Mexico MXN 501) 100,00 74 99,99 %
50 0,01 %
79 Thyssen Sudamerica N.V., Willemstad, Niederländische Antillen USD 5.463 100,00 102
80 Thyssen Trading S.A., São Paulo, Brasilien BRL 19.7381) 100,00 50
81 ThyssenKrupp Christon N.V., Lokeren, Belgien 11.220 100,00 549 65,59 %
50 34,41 %
82 ThyssenKrupp Energostal S.A., Torun, Polen PLN 15.000 84,00 50
83 ThyssenKrupp Ferostav, spol. s r.o., Nové Zámky, Slowakische Republik 1.492 80,00 50
84 ThyssenKrupp Ferroglobus Kereskedelmi ZRt, Budapest, Ungarn HUF 3.244.000 100,00 50
85 ThyssenKrupp Ferrosta spol. s.r.o., Prag, Tschechische Republik CZK 200 100,00 50
86 ThyssenKrupp Industrial Services Canada, Inc., Windsor/Ontario, Kanada CAD 0 100,00 539
87 7K\VVHQ.UXSS,QGXVWULDO6HUYLFHV1\$,QF6RXWKƩHOG0LFKLJDQ86\$ USD 25 100,00 101
88 ThyssenKrupp ISIS Holding, Inc., Wilmington/Delaware, USA USD 1 100,00 101
89 ThyssenKrupp Logistics, Inc., Wilmington/Delaware, USA USD 1 100,00 101
90 ThyssenKrupp Mannex Asia Pte. Ltd., Singapur, Singapur USD 154 100,00 62
91 ThyssenKrupp Mannex Pty. Ltd., Sydney/New South Wales, Australien AUD 213 100,00 50
92 ThyssenKrupp Mannex Sverige AB, Göteborg, Schweden SEK 2.000 100,00 62
93 ThyssenKrupp Mannex UK Ltd., Woking, Großbritannien GBP 2.175 100,00 552
94 ThyssenKrupp Materials Austria GmbH, Wien, Österreich 2.455 100,00 531
95 ThyssenKrupp Materials CA Ltd., Concord/Ontario, Kanada CAD 14.778 100,00 101
96 ThyssenKrupp Materials d.o.o., Indjija, Serbien 9.990 100,00 50
97 ThyssenKrupp Materials France S.A.S., Maurepas, Frankreich 25.958 100,00 544
98 ThyssenKrupp Materials Holding (Thailand) Ltd., Samut Prakarn Province, Thailand THB 46.900 100,00 50 49,00 %
107 51,00 %
99 ThyssenKrupp Materials Ibérica S.A., Martorelles, Spanien 7.681 100,00 527
100 ThyssenKrupp Materials Korea Company Ltd., Seoul, South Korea KRW 7.000.000 60,00 50
101 7K\VVHQ.UXSS0DWHULDOV1\$,QF6RXWKƩHOG0LFKLJDQ86\$ USD 2 100,00 550
102 ThyssenKrupp Materials Nederland B.V., Amsterdam, Niederlande 9.076 100,00 549
103 ThyssenKrupp Materials Romania S.R.L., Bukarest, Rumänien RON 21.5521) 100,00 50
104 ThyssenKrupp Materials Schweiz AG, Bronschhofen, Schweiz CHF 4.600 100,00 50
105 ThyssenKrupp Materials (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, VR China CNY 23.0001) 70,00 50
106 ThyssenKrupp Materials Sverige AB, Göteborg, Schweden SEK 23.090 100,00 50
107 ThyssenKrupp Materials (Thailand) Co., Ltd., Bangkok, Thailand THB 200.000 83,50 50 49,00 %
98 34,50 %
108 ThyssenKrupp Materials (UK) Ltd., Smethwick, Großbritannien GBP 12.032 100,00 552
109 ThyssenKrupp Materials Vietnam LLC, Hanoi, Vietnam VND 121.000.000 100,00 50
110 7K\VVHQ.UXSS2QOLQH0HWDOV//&6RXWKƩHOG0LFKLJDQ86\$ USD 1.600 100,00 101
111 ThyssenKrupp Portugal - Aços e Serviços, S.A., Carregado, Portugal 1.170 100,00 50 98,29 %
99 1,71 %
112 7K\VVHQ.UXSS6HFXULWL]DWLRQ&RUS6RXWKƩHOG0LFKLJDQ86\$ USD 0 100,00 550
113 ThyssenKrupp Service Acier S.A.S., Fosses, Frankreich 14.000 100,00 544
114 ThyssenKrupp Stahlunion Polska Sp. z o.o., Katowitz, Polen PLN 100 100,00 58
115 ThyssenKrupp Stal Serwis Polska Sp. z o.o., Dabrowa Górnicza, Polen PLN 28.000 100,00 67
116 ThyssenKrupp Steel Distribution, LLC , Wilmington/Delaware, USA USD 1 100,00 101
117 7K\VVHQ.UXSS-XSLWHU6WRPDQD22'6RƩD%XOJDULHQ BGN 500 80,00 50
SpecialServices
118 DSU Beteiligungs-Gesellschaft für Dienstleistungen und Umwelttechnik mbH, Oberhausen 30 100,00 126
119 ThyssenKrupp Aerospace Germany GmbH, Rodgau, Nieder-Roden DEM 1.000 100,00 50
120 ThyssenKrupp AT.PRO tec GmbH, Essen 42 61,19 125
121 ThyssenKrupp Bauservice GmbH, Hückelhoven 2.557 100,00 50 94,90 %
496 5,10 %
122 ThyssenKrupp Bautechnik GmbH, Essen 500 100,00 50
123 ThyssenKrupp GfT Gleistechnik GmbH, Essen 1.000 100,00 50
124 ThyssenKrupp Industrial Services Holding GmbH, Düsseldorf 50.000 100,00 50 94,90 %
509 5,10 %
Lfd. Nummer Name und Sitz Währung Gesellschafts
kapital in 1.000 € bzw.
Fremdwährung
Anteil am Kapital
in %
gehalten über lfd. Nummer
125 ThyssenKrupp Metallurgical Products GmbH, Essen 8.000 100,00 50 82,53 %
124 17,47 %
126 ThyssenKrupp MillServices & Systems GmbH, Duisburg 1.875 68,00 124
127 ThyssenKrupp Plastics GmbH, Essen 10.000 100,00 60
128 ThyssenKrupp Tiefbautechnik GmbH, Essen 26 100,00 122
129 Vermögensverwaltungsgesellschaft TKAS mbH, Grünwald 4.536 100,00 50 94,71 %
509 5,29 %
130 Alfaplast AG, Steinhausen, Schweiz CHF 250 100,00 164
131 DSU - Romania S.r.l., Bukarest, Rumänien RON 6.968 100,00 118
132 Indu-Light AG, Beromünster/Luzern, Schweiz CHF 150 53,33 133
133 Neomat AG, Beromünster/Luzern, Schweiz CHF 200 100,00 164
134 Notz Plastics AG, Biel/Bienne, Schweiz CHF 1.000 100,00 164
135 OOO ThyssenKrupp Bautechnik technischer Service, St. Petersburg, Russland RUB 3601) 100,00 122
136 RIAS A/S, Roskilde, Dänemark DKK 23.063 54,15 60
137 RIP Comércio Ltda., São Paulo, Brasilien BRL 619 100,00 138
138 RIP Serviços Industriais Ltda., São Paulo, Brasilien BRL 180.562 100,00 50
139 RIP Serviços Siderúrgicos Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien BRL 1.000 100,00 138 100,00 %3)
137 0,00 %3)
140 Röhm Italia S.r.l., Garbagnate Milanese, Italien 100 100,00 546
141 6WHED\$*3I£ƫNRQ6FKZHL] CHF 500 100,00 133
142 67(%\$'LUHNWYHUNDXI.XQVWVWRƨH3OH[LJODV*PE++XQ]HQVFKZLO6FKZHL] CHF 20 100,00 141
143 ThyssenKrupp Aerospace Australia Pty. Ltd., Wetherill Park/New South Wales, Australien AUD 2.549 100,00 146
144 ThyssenKrupp Aerospace Finland Oy, Mänttä, Finnland 59 100,00 146
145 ThyssenKrupp Aerospace India Private Ltd., Bangalore, Indien INR 100 100,00 146 99,99 %
149 0,01 %
146 ThyssenKrupp Aerospace International Holdings Ltd., Birmingham, Großbritannien GBP 650 100,00 149
147 ThyssenKrupp Aerospace Nederland B.V., Venlo, Niederlande 18 100,00 549
148 ThyssenKrupp Aerospace (Shanghai) Co. Ltd., Shanghai, VR China USD 2.000 100,00 149
149 ThyssenKrupp Aerospace UK Ltd., Birmingham, Großbritannien GBP 3.295 100,00 552
150 ThyssenKrupp Aerospace (Xi'an) Co., Ltd., Xi'an, VR China USD 175 100,00 540
151 ThyssenKrupp Autômata Industria de Peças Ltda., São Paulo , Brasilien BRL 335 80,00 138
152 ThyssenKrupp Cadillac Plastic S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich 1.053 100,00 544
153 ThyssenKrupp Comércio de Combustíveis e Gases Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien BRL 100.230 100,00 125 95,00 %
45 5,00 %
154 ThyssenKrupp GfT Polska Sp. z o.o., Krakau, Polen PLN 15.750 100,00 123
155 ThyssenKrupp Máquinas e Equipamentos Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien BRL 10 100,00 138 95,00 %
45 5,00 %
156 7K\VVHQ.UXSS0DWHULDOV//&6RXWKƩHOG0LFKLJDQ86\$ USD 1 100,00 101
157 ThyssenKrupp Metallurgical Products Co., Ltd. Tianjin, Tianjin, VR China USD 2001) 100,00 125
158 7K\VVHQ.UXSS2WWR:ROƨ196\$0HFKHOHQ%HOJLHQ 711 100,00 60
159 ThyssenKrupp Plastic Ibérica SL, Massalfassar (Valencia), Spanien 3.000 100,00 527
160 ThyssenKrupp Plastics Austria GmbH, Hörsching, Österreich 182 100,00 531
161 ThyssenKrupp Services Ltd., Coventry, Großbritannien GBP 125 100,00 162
162 ThyssenKrupp Services (UK) Ltd., Business Park Coventry West Midlands, Großbritannien GBP 656 100,00 552
163 ThyssenKrupp Steelcom Pty. Ltd., North Sydney/New South Wales, Australien AUD 0 100,00 122
164 ThyssenKrupp Stokvis Plastics B.V., Roosendaal, Niederlande 4.500 100,00 549
165 ThyssenKrupp-Dopravné Stavby Slovensko s.r.o., Bratislava, Slowakische Republik SKK 1.0001) 51,00 123
166 TOO ThyssenKrupp-CL COO, Aktau, Kasachstan KZT 32.0001) 51,00 122
167 UAB ThyssenKrupp Baltija, Klaipeda, Litauen LTL 101) 51,00 122
Elevator Technology
Corporate Elevator
168 ThyssenKrupp Elevator AG, Düsseldorf 100.000 100,00 496
169 ELEG Europäische Lift + Escalator GmbH, Düsseldorf 51 100,00 168
170 Rheinstahl Union Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Düsseldorf 26 100,00 168
171 ThyssenKrupp Elevator Research GmbH, Düsseldorf 25 100,00 169
Lfd. Nummer Name und Sitz Währung Gesellschafts
kapital in 1.000 € bzw.
Fremdwährung
Anteil am Kapital
in %
gehalten über lfd. Nummer
Central/Eastern/Northern Europe (CENE)
172 Christian Hein GmbH, Langenhagen 522 100,00 182
173 GMT Aufzug-Service GmbH, Forst 52 100,00 182
174 GWH Aufzüge GmbH, Himmelstadt 26 100,00 182
175 Haisch Aufzüge GmbH, Gingen/Fils 50 100,00 182
176 Hanseatische Aufzugsbau GmbH, Rostock 33 100,00 182
177 LiftEquip GmbH Elevator Components, Neuhausen a.d.F. 25 100,00 182
178 Liftservice und Montage GmbH, Saarbrücken 51 100,00 182
179 Tepper Aufzüge GmbH, Münster 1.641 100,00 182
180 ThyssenKrupp Aufzüge GmbH, Stuttgart 2.700 100,00 183
181 ThyssenKrupp Aufzugswerke GmbH, Neuhausen a.d.F. 10.226 99,50 182
182 ThyssenKrupp Elevator (CENE) GmbH, Essen 7.100 100,00 168
183 ThyssenKrupp Elevator (CENE) Infrastruktur GmbH, Essen 2.700 100,00 182
184 Ascenseurs Drieux-Combaluzier S.A.S., Les Lilas, Frankreich 977 100,00 198
185 Bardeck Lift Engineers Ltd., Nottingham, Großbritannien GBP 11 100,00 552
186 Compagnie des Ascenseurs et Elevateurs S.A.M. 'CASEL SAM', Monaco, Monaco 153 99,60 198
187 Hammond & Champness Ltd., Nottingham, Großbritannien GBP 500 100,00 201
188 HK Services A/S, Bergen, Norwegen NOK 351 100,00 202
189 KONCAR-DIZALA I SERVIS d.o.o. Mostar, Mostar, Kroatien DEM 16 1) 51,00 204
190 MGTI SNEV S.A.S., Saint Jeannet, Frankreich 526 100,00 198
191 MP Transtec AB, Kävlinge, Schweden SEK 100 100,00 221
192 Mulder Liftservice B.V., Nuth, Niederlande 18 100,00 208
193 OOO ThyssenKrupp Elevator, Moskau, Russland RUB 14.3441) 100,00 182
194 Proxi-Line E.U.R.L., Angers, Frankreich 77 100,00 209
195 Skylift B.V., Barneveld, Niederlande 181) 100,00 208 99,94 %
220 0,06 %
196 The Britannic Lift Company Ltd., Nottingham, Großbritannien GBP 35 100,00 201
197 ThyssenKrupp Ascenseurs Luxembourg S.a.r.l., Luxemburg, Luxemburg 34 100,00 182
198 ThyssenKrupp Ascenseurs S.A.S., Angers, Frankreich 8.117 100,00 209
199 ThyssenKrupp Aufzüge AG, Rümlang, Schweiz CHF 1.165 100,00 182 85,84 %
198 14,16 %
200 ThyssenKrupp Aufzüge Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich 370 100,00 531
201 ThyssenKrupp Aufzüge Ltd., Nottingham, Großbritannien GBP 20.990 100,00 552
202 ThyssenKrupp Aufzüge Norge A/S, Oslo, Norwegen NOK 5.200 100,00 182
203 ThyssenKrupp Aufzugswerke Konstruktions GmbH, Gratkorn, Österreich 35 100,00 531 60,00 %
181 40,00 %
204 ThyssenKrupp Dizala d.o.o., Zagreb, Kroatien HRK 17.204 100,00 182
205 ThyssenKrupp dvigala d.o.o., Trzin, Slowenien 805 100,00 531
206 ThyssenKrupp Elevator A/S, Glostrup, Dänemark DKK 550 100,00 182
207 ThyssenKrupp Elevator A/S, Oslo, Norwegen NOK 100 100,00 202
208 ThyssenKrupp Elevator B.V., Krimpen aan den IJssel, Niederlande 4.977 100,00 549
209 ThyssenKrupp Elevator Holding France S.A.S., Puteaux Cedex, Frankreich 34.433 100,00 544
210 ThyssenKrupp Elevator Ireland, Ltd., Dublin, Irland 63 100,00 201
211 ThyssenKrupp Elevator Manufacturing France S.A.S., Angers, Frankreich 4.602 100,00 198
212 ThyssenKrupp Elevator Sp. z o.o., Warschau, Polen PLN 15.300 100,00 182
213 ThyssenKrupp Elevator Sverige AB, Stockholm, Schweden SEK 8.542 100,00 202
214 ThyssenKrupp Elevator UK Ltd., Nottingham, Großbritannien GBP 2.300 100,00 201
215 ThyssenKrupp Elevatori d.o.o., Belgrad, Serbien 1.1501) 100,00 200
216 ThyssenKrupp Hissit Oy, Helsinki, Finnland 42 100,00 182
217 ThyssenKrupp Kazlift LLP, Almaty, Kasachstan KZT 234.876 100,00 241
218 ThyssenKrupp Lift Kft, Budapest, Ungarn HUF 101.480 100,00 200
219 ThyssenKrupp Liften Ascenseurs S.A., Brüssel, Belgien 2.480 100,00 182 100,00 %1)
168 0,00 %1)
220 ThyssenKrupp Liften B.V., Krimpen aan den IJssel, Niederlande 1.875 100,00 208
Lfd. Nummer Name und Sitz Währung Gesellschafts
kapital in 1.000 € bzw.
Fremdwährung
Anteil am Kapital
in %
gehalten über lfd. Nummer
221 ThyssenKrupp Rulletrapper A/S, Oslo, Norwegen NOK 100 100,00 202
222 ThyssenKrupp Vytahy s.r.o., Bratislava, Slowakische Republik 266 100,00 200
223 ThyssenKrupp Vytahy s.r.o., Prag, Tschechische Republik CZK 90.593 100,00 182
224 TOB ThyssenKrupp Elevator Ukraine, Kiew, Ukraine UAH 50.1841) 100,00 182 99,90 %
225 Trapo Küng AG, Basel, Schweiz CHF 500 100,00 169
199
0,10 %
Southern Europe/Africa/Middle East (SEAME)
226 ASEL Ascensores S.L., Madrid, Spanien 606 100,00 241
227 Eurolift Elevatori S.r.l., Rimini, Italien 10 100,00 546
228 M.Z. Ascensori S.R.L., Milano, Italien 10 100,00 546
229 ThyssenKrupp Asansör Sanayi ve Tic. A.S., Istanbul, Türkei TRY 45.664 100,00 182 67,55 %
168 32,45 %
230 ThyssenKrupp Elevadores, S.A., Lissabon, Portugal 3.586 100,00 241
231 ThyssenKrupp Elevadores, S.L., Madrid, Spanien 4.696 100,00 241
232 ThyssenKrupp Elevator Almoayyed W.L.L., Manama, Bahrain BHD 20 70,00 168
233 ThyssenKrupp Elevator Egypt Ltd., Kairo, Ägypten EGP 2.400 100,00 168 75,00 %
241 25,00 %
234 ThyssenKrupp Elevator Israel LP, Rishon Le'zion, Israel ILS 40.000 100,00 169 49,90 %
241 49,90 %
622 0,20 %
235 ThyssenKrupp Elevator Italia S.p.A., Mailand, Italien 490 100,00 546
236 ThyssenKrupp Elevator L.L.C., Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate AED 500 49,00 168
237 ThyssenKrupp Elevator Manufacturing S.L.U., Andoain, Spanien 281 100,00 231
238 ThyssenKrupp Elevator Maroc S.A.R.L., Casablanca. Marruecos , Marokko MAD 2.085 100,00 241 95,00 %
231 5,00 %
239 ThyssenKrupp Elevator Saudi Co. Ltd., Riyadh, Saudi Arabien SAR 2.000 100,00 182 90,00 %
170 10,00 %
240 ThyssenKrupp Elevator (South Africa) (Pty.) Ltd., Johannesburg, Südafrika ZAR 111 100,00 168
241 ThyssenKrupp Elevator Southern Europe, Africa & Middle East, S.L.U., Madrid, Spanien 306.109 100,00 527
242 ThyssenKrupp Elevator SRL, Bukarest, Rumänien RON 1.5451) 100,00 241 100,00 %3)
231 0,00 %3)
243 ThyssenKrupp Elevator UAE (L L C), Dubai, Vereinigte Arabische Emirate AED 80.300 100,00 168
244 ThyssenKrupp Elevator/Jordan Ltd. Co., Amman, Jordanien JOD 1.569 100,00 168
245 7K\VVHQ.UXSS(OHYDWRUV%XOJDULD(\$'6RƩD%XOJDULHQ BGN 1.4451) 100,00 241
246 ThyssenKrupp Elevators Hellas S.A., Athen, Griechenland 4.840 100,00 168 51,00 %
241 49,00 %
247 ThyssenKrupp Industries and Services Qatar LLC, Doha, Katar QAR 2.000 100,00 168
Americas (AMS)
248 Computerized Elevator Control Corp., New York, USA USD 8 100,00 259
249 ThyssenKrupp Elevadores, S.A., São Paulo , Brasilien BRL 259.607 99,81 231
250 ThyssenKrupp Elevadores, S.A., Guatemala, Guatemala GTQ 10.1781) 100,00 231 90,00 %
254 10,00 %
251 ThyssenKrupp Elevadores S.A., Santiago de Chile-Nunoa, Chile CLP 2.289.533 100,00 231 98,84 %
254 1,16 %
252 ThyssenKrupp Elevadores S.A., Panama, Panama USD 8671) 100,00 231
253 ThyssenKrupp Elevadores S.A., Bogota, Kolumbien COP 5.657.9051) 100,00 231 94,00 %
250 1,50 %
251 1,50 %
254 1,50 %
256 1,50 %
254 ThyssenKrupp Elevadores S.A., Buenos Aires, Argentinien ARS 18.7281) 100,00 231 94,98 %
251 5,02 %
255 ThyssenKrupp Elevadores, S.A. de C.V., Mexico City, Mexico MXN 75.0361) 100,00 231 99,93 %
254 0,07 %
Lfd. Nummer Name und Sitz Währung Gesellschafts
kapital in 1.000 € bzw.
Fremdwährung
Anteil am Kapital
in %
gehalten über lfd. Nummer
256 ThyssenKrupp Elevadores S.A.C., Lima, Peru PEN 12.5561) 100,00 231 99,81 %
254 0,19 %
257 ThyssenKrupp Elevadores, S.R.L., Asunción, Paraguay PYG 1.330.0001) 100,00 231 100,00 %3)
254 0,00 %3)
258 ThyssenKrupp Elevadores, S.R.L., Montevideo, Uruguay UYU 6.303 100,00 231 95,00 %
254 5,00 %
259 ThyssenKrupp Elevator Americas Corp., Wilmington/Delaware, USA USD 0 100,00 550
260 ThyssenKrupp Elevator Canada Ltd., Toronto/Ontario, Kanada CAD 178.141 100,00 265
261 ThyssenKrupp Elevator Capital Corp., Wilmington/Delaware, USA USD 302.250 100,00 262
262 ThyssenKrupp Elevator Corp., Wilmington/Delaware, USA USD 26.261 100,00 259
263 ThyssenKrupp Elevator Inc., San Juan, Puerto Rico USD 1 100,00 262
264 ThyssenKrupp Elevator Manufacturing Inc., Collierville/Tennessee, USA USD 1 100,00 262
265 ThyssenKrupp Northern Elevator Corp., Scarborough/Ontario, Kanada CAD 174.100 100,00 539
\$VLD3DFLƩF\$3
266 PT. ThyssenKrupp Elevator Indonesia, Jakarta, Indonesien IDR 12.760.653 94,68 168
267 Sun Rhine Enterprises Ltd., Taipei, Taiwan TWD 138.075 100,00 168
268 Sun Rich Enterprises Ltd., Taipei, Taiwan TWD 6.000 100,00 168
269 Thyssen Elevators Co., Ltd., Zhongshan, VR China USD 31.6801) 100,00 168
270 ThyssenKrupp Elevator & Escalator (Shanghai) Co.Ltd., Shanghai, VR China USD 5.2501) 100,00 540
271 7K\VVHQ.UXSS(OHYDWRU\$VLD3DFLƩF/WG+RQJNRQJ95&KLQD HKD 58.000 100,00 168
272 ThyssenKrupp Elevator Australia Pty. Ltd., Sydney/New South Wales, Australien AUD 4.300 100,00 285
273 ThyssenKrupp Elevator (BD) Pvt. Ltd., Dhaka, Bangladesch BDT 3.395 100,00 275
274 ThyssenKrupp Elevator (HK) Ltd., Hongkong, VR China HKD 164.970 100,00 168
275 ThyssenKrupp Elevator (India) Private Limited, New Delhi, Indien INR 881.620 100,00 168 100,00 %3)
169 0,00 %3)
276 ThyssenKrupp Elevator Installation and Maintenance (China) Co. Ltd., Guangzhou, VR China USD 6.5001) 100,00 540
277 ThyssenKrupp Elevator (Korea) Ltd., Seoul, Korea, Republik KRW 1.273.220 100,00 168
278 ThyssenKrupp Elevator Malaysia Sdn. Bhd., Selangor, Malaysia MYR 500 100,00 168
279 ThyssenKrupp Elevator New Zealand Ltd., Auckland, Neuseeland NZD 1 100,00 272
280 ThyssenKrupp Elevator Queensland Pty. Ltd., Melbourne/Victoria, Australien AUD 0 100,00 285
281 ThyssenKrupp Elevator (Singapore) Pte.Ltd., Singapur, Singapur SGD 4.800 100,00 168
282 ThyssenKrupp Elevator (Thailand) Co., Ltd., Bangkok, Thailand THB 155.776 100,00 168
283 ThyssenKrupp Elevator Vietnam Co., Ltd., Hanoi, Vietnam USD 200 100,00 168
284 ThyssenKrupp Elevators (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, VR China USD 13.9401) 100,00 540
285 7K\VVHQ.UXSS/LIWV3DFLƩF3W\/WG\$OH[DQGULD1HZ6RXWK:DOHV\$XVWUDOLHQ AUD 5.151 100,00 168
286 ThyssenKrupp Technologies (Cambodia) Co., Ltd., Phnom Penh, Kambodscha KHR 200.0001) 100,00 168
287 TK Lif & Eskalator Sdn. Bhd., Shah Alam, Malaysia MYR 100 100,00 168 70,00 %
278 30,00 %
Escalators/Passenger Boarding Bridges (ES/PBB)
288 ThyssenKrupp Elevator (EBC) GmbH, Berlin 25 100,00 168
289 ThyssenKrupp Elevator (ES/PBB) GmbH, Essen 25 100,00 168
290 ThyssenKrupp Fahrtreppen GmbH, Hamburg 1.311 100,00 182
291 AVIOTEAM Servizio e Manutenzioni S.r.l., Rom, Italien 521) 65,00 292
292 ThyssenKrupp Airport Services S.L., Mieres / Asturias, Spanien 150 100,00 295
293 ThyssenKrupp Airport Systems Co. (Zhongshan) Ltd., Zhongshan/Guangdong, VR China USD 10.3721) 100,00 540
294 ThyssenKrupp Airport Systems Inc., Fort Worth/Texas, USA USD 3.510 100,00 550
295 ThyssenKrupp Airport Systems, S.A., Mieres/Oviedo, Spanien 1.743 100,00 231 100,00 %3)
298 0,00 %3)
296 ThyssenKrupp Elevator Innovation Center, S.A., Mieres/Oviedo, Spanien 902 100,00 298
297 ThyssenKrupp Escalator Co. (China) Ltd., Zhongshan/Guangdong, VR China USD 14.8001) 100,00 540
298 ThyssenKrupp Norte S.A., Mieres/Oviedo, Spanien 4.147 100,00 527 66,30 %
231 33,70 %
Access (ACC)
299 ThyssenKrupp Access Holding GmbH, Essen 25 100,00 168
300 ThyssenKrupp Encasa GmbH, Neuss 32 100,00 168
301
ThyssenKrupp Access China Ltd., Shanghai, VR China
USD
1.970
100,00
302
ThyssenKrupp Access Corp., Kansas City/Missouri, USA
USD
0
100,00
303
ThyssenKrupp Access Japan Co., Ltd., Tokio, Japan
JPY
47.000
100,00
304
ThyssenKrupp Access Ltd., Stockton-on-Tees, Großbritannien
GBP
100
100,00
305
ThyssenKrupp Access Manufacturing, LLC, Wilmington/Delaware, USA
USD
2.500
100,00
306
ThyssenKrupp Accessibility B.V., Krimpen aan den Ijssel, Niederlande
1.270
100,00
307
ThyssenKrupp Encasa AS, Oslo, Norwegen
NOK
110
100,00
308
ThyssenKrupp Encasa Asansör Sanayi Ve Ticaret A.S., Istanbul, Türkei
TRY
1.2501)
60,00
309
ThyssenKrupp Encasa B.V., Krimpen aan den Ijssel, Niederlande
97
100,00
310
ThyssenKrupp Encasa Limited, Cleveland, Großbritannien
GBP
7
100,00
311
ThyssenKrupp Encasa N.V., Gent, Belgien
450
100,00
312
ThyssenKrupp Encasa, SA, Sintra, Portugal
50
100,00
313
ThyssenKrupp Encasa S.A.S., Courbevoie, Frankreich
128
100,00
314
ThyssenKrupp Encasa S.L., Madrid, Spanien
3
100,00
315
ThyssenKrupp Encasa S.r.l., Pisa, Italien
500
100,00
316
ThyssenKrupp Monolift AB, Stockholm, Schweden
SEK
100
100,00
Plant Technology
Uhde
317
AWG Industrieanlagen und Wassertechnik GmbH Berlin, Berlin
DEM
50
100,00
318
GKI-OFU Industrieofenbau GmbH, Dortmund
26
100,00
319
ThyssenKrupp Uhde GmbH, Dortmund
49.650
100,00
320
Uhde High Pressure Technologies GmbH, Hagen
1.023
100,00
321
Uhde Inventa-Fischer GmbH, Berlin
3.210
100,00
322
Uhde Services GmbH, Haltern am See
588
100,00
323
OOO Uhde, Dzerzhinsk, Russland
RUB
5.0001)
100,00
324
OSC Process Engineering Ltd., Stockport, Großbritannien
GBP
350
90,00
325
ThyssenKrupp Otto Corp., Japan, Tokio, Japan
JPY
480.000
100,00
326
ThyssenKrupp PDNA Engineering (Proprietary) Ltd., Sunninghill, Südafrika
ZAR
1.000
74,90
327
ThyssenKrupp Singapore Pte. Ltd., Singapur, Singapur
SGD
1.000
100,00
328
ThyssenKrupp Uhde Energy & Power Consultants Ltd., Wales, Großbritannien
GBP
11)
100,00
329
ThyssenKrupp Uhde Energy & Power Global Limited, Wales, Großbritannien
GBP
11)
100,00
330
ThyssenKrupp Uhde Energy & Power Ltd., Wales, Großbritannien
GBP
3001)
100,00
331
Uhde Arabia Ltd., Al-Khobar, Saudi Arabien
SAR
2.000
60,00
332
8KGH\$VLD3DFLƩF3W\/WG:HVW0HOERXUQH9LFWRULD\$XVWUDOLHQ
AUD
857
100,00
333
Uhde Corporation of America, Bridgeville/Pennsylvania, USA
USD
0
100,00
334
Uhde Engineering Consulting (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, VR China
3641)
100,00
335
Uhde Engineering de México, S.A. de C.V., Mexico D.F., Mexico
MXN
8.9191)
100,00
540
550
168
552
302
208
202
299
208
304
208
99,93 %
299
0,07 %
168
209
527
235
208
319
319
521
94,90 %
496
5,10 %
319
319
319
319
552
319
375
319
329
552
329
319
319
550
342
340
99,99 %
319
0,01 %
336
Uhde Engineering Egypt Company (S.A.E.), Kairo, Ägypten
EGP
250
100,00
319
337
Uhde Fertilizer Technology B.V., Amsterdam, Niederlande
18
100,00
549
338
Uhde India Private Ltd., Mumbai, Indien
INR
29.440
80,43
319
339
Uhde Inventa-Fischer AG, Domat / Ems, Schweiz
CHF
100
100,00
319
340
Uhde Mexico S.A. de C.V., Mexico City, Mexico
MXN
45.2191)
100,00
319
98,06 %
527
1,22 %
344
0,72 %
341
Uhde Services Slovakia s.r.o., Lazaretská, Slowakische Republik
SKK
200
100,00
322
85,00 %
319
15,00 %
342
Uhde Shedden (Australia) Pty. Ltd., South Melbourne/Victoria, Australien
AUD
5.757
100,00
332
343
Uhde (Thailand) Ltd., Bangkok, Thailand
THB
31.000
48,38
332
Polysius
344
ThyssenKrupp Polysius AG, Beckum
10.737
100,00
521
94,90 %
496
5,10 %
345
A-C Equipment Services Corp., Milwaukee/Wisconsin, USA
USD
4.500
100,00
350
Lfd. Nummer Name und Sitz Währung Gesellschafts
kapital in 1.000 € bzw.
Fremdwährung
Anteil am Kapital
in %
gehalten über lfd. Nummer
346 ELEX CemCat AG, Schwerzenbach, Schweiz CHF 100 60,00 344
347 Maerz Ofenbau AG, Zürich, Schweiz CHF 1.000 100,00 344
348 OOO Polysius, Moskau, Russland RUB 17.000 100,00 344
349 3RO\VLXV\$VLD3DFLƩF3WH/WG6LQJDSXU6LQJDSXU SGD 100 100,00 344
350 Polysius Corp., Atlanta/Georgia, USA USD 0 100,00 550
351 Polysius de Argentina S.A., Buenos Aires, Argentinien ARS 120 100,00 344
352 Polysius de Mexico S.A. de C.V., Mexico-City, Mexico MXN 12.0001) 100,00 344
353 Polysius del Peru S.A., Arequipa, Peru PEN 28.678 100,00 344 99,01 %
352 0,99 %
354 Polysius do Brasil Ltda., São Paulo, Brasilien BRL 62.179 100,00 344
355 Polysius Engineering Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia MYR 500 100,00 344
356 Polysius Ingenieria y Servicios del Peru S.A., Arequipa, Peru PEN 410 100,00 344 99,00 %
351 1,00 %
357 Polysius Ltd., Ascot/Berkshire, Großbritannien GBP 300 100,00 552
358 Polysius S.A., Madrid, Spanien 601 100,00 527
359 Polysius S.A.S., Aix en Provence, Frankreich 2.400 100,00 544
360 Polysius (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, VR China 12.082 100,00 540
361 Polysius Vietnam Ltd., Hanoi, Vietnam VND 2.416.700 100,00 344
362 PT. ThyssenKrupp Polysius Indonesia, Jakarta, Indonesien USD 250 67,00 344
363 ThyssenKrupp Engineering (Proprietary) Ltd., Gaborone, Botswana BWP 3 100,00 375 99,97 %
344 0,03 %
364 ThyssenKrupp Polysius Australia Pty. Ltd., Perth/Western Australia, Australien AUD 50 100,00 344
365 ThyssenKrupp Saudi Arabia Contracting Company Limited, Riyadh, Saudi Arabien SAR 2.0001) 100,00 359 90,00 %
378 10,00 %
366 ThyssenKrupp Servicios S.A. de C.V., Mexico D.F., Mexico MXN 501) 100,00 352 98,00 %
344 2,00 %
367 TOV Polysius Ukraine, Kiew, Ukraine 300 100,00 344
368 Umatac Industrial Processes Inc., Calgary/Alberta, Kanada CAD 5.636 70,00 344
Fördertechnik
369 ThyssenKrupp Fördertechnik GmbH, Essen 22.344 100,00 521 94,90 %
496 5,10 %
370 Krupp Canada Inc., Calgary/Alberta, Kanada CAD 5.000 100,00 369
371 0LQLQJ3ODQWV 6\VWHPV%XOJDULD(22'6RƩD%XOJDULHQ BGN 51) 100,00 369
372 PWH Materials Handling Systems Inc., Calgary/Alberta, Kanada CAD 20 100,00 369
373 ThyssenKrupp BulkTec (China) Ltd., Beijing, VR China 5.0001) 100,00 540
374 ThyssenKrupp Engineering (Australia) Pty. Ltd., Stirling/Western Australia, Australien AUD 170 100,00 369
375 ThyssenKrupp Engineering (Proprietary) Ltd., Sunninghill, Südafrika ZAR 101 100,00 319 60,00 %
369 30,00 %
344 10,00 %
376 ThyssenKrupp Industries India Pvt. Ltd., Pimpri, Indien INR 97.865 54,73 499
377 ThyssenKrupp Ingenieria Chile Ltda., Santiago de Chile, Chile USD 15 100,00 380
378 ThyssenKrupp KH Mineral S.A.S., Sarreguemines, Frankreich 1.000 100,00 544
379 ThyssenKrupp Materials Handling Pty. Ltd., Stirling/Western Australia, Australien AUD 25 100,00 369
380 ThyssenKrupp Robins Inc., Denver/Colorado, USA USD 0 100,00 550
System Engineering
381 ThyssenKrupp System Engineering GmbH, Essen 50 100,00 521
382 OOO ThyssenKrupp System Engineering, Kaluga, Russland RUB 4.500 100,00 381
383 ThyssenKrupp Krause Ltd., Redhill/Surrey, Großbritannien GBP 0 100,00 552
384 ThyssenKrupp System Engineering, Inc., Auburn Hills/Michigan, USA USD 150 100,00 550
385 ThyssenKrupp System Engineering India Private Limited, Pune, Indien INR 12.000 100,00 381 99,90 %
521 0,10 %
386 ThyssenKrupp System Engineering Ltd., East Grinstead , West Sussex, Großbritannien GBP 130 100,00 552
387 ThyssenKrupp System Engineering Ltda., Diadema-São Paulo, Brasilien BRL 110.959 100,00 521 99,75 %
354 0,25 %
Lfd. Nummer Name und Sitz Währung Gesellschafts
kapital in 1.000 € bzw.
Fremdwährung
Anteil am Kapital
in %
gehalten über lfd. Nummer
388 ThyssenKrupp System Engineering S.A., Barcelona, Spanien 60 100,00 527
389 ThyssenKrupp System Engineering, S.A. de C.V., Santiago de Querétaro, Mexico MXN 4.9291) 100,00 381
390 ThyssenKrupp System Engineering S.A.S., Ensisheim, Frankreich 458 100,00 544
391 ThyssenKrupp System Engineering (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, VR China 1.0001) 100,00 540
392 ThyssenKrupp System Engineering Sp. z o.o., Gdansk, Polen PLN 23.646 100,00 381
Transrapid
393 ThyssenKrupp Transrapid GmbH, Kassel DEM 1.500 100,00 521
Sonstige Beteiligungen Plant Technology
394 Uhde Services and Consulting GmbH, Dortmund 26 100,00 521
Components Technology
Presta Camshafts
395 ThyssenKrupp Presta Chemnitz GmbH, Chemnitz 25 100,00 521
396 ThyssenKrupp Presta Ilsenburg GmbH, Ilsenburg 307 100,00 521 94,98 %
496 5,02 %
397 ThyssenKrupp Valvetrain GmbH, Ilsenburg (Harz) 25 100,00 521
398 ThyssenKrupp Presta Dalian Co. Ltd., Dalian, VR China 18.500 100,00 540
399 ThyssenKrupp Presta Danville, LLC, Danville/Illinois, USA USD 0 100,00 550
400 ThyssenKrupp Presta TecCenter AG, Eschen, Liechtenstein CHF 10.000 100,00 396
Forging-Group
401 ThyssenKrupp Gerlach GmbH, Homburg/Saar 34.257 100,00 521
402 ThyssenKrupp Crankshaft Co. LLC, Danville/Illinois, USA USD 1 100,00 550
403 ThyssenKrupp Engine Components (China) Co., Ltd., Nanjing, VR China USD 76.000 100,00 540
404 ThyssenKrupp Engine Components (India) Private Ltd., Nashik, Indien INR 300.0001) 100,00 401 99,90 %
521 0,10 %
405 ThyssenKrupp Mavilor S.A., L'Horme, Frankreich 89.965 100,00 544
406 ThyssenKrupp Metalúrgica Campo Limpo Ltda., Campo Limpo Paulista, Brasilien BRL 85.000 59,77 551
407 ThyssenKrupp Metalúrgica de México S.A. de C.V., Puebla, Mexico MXN 141.8001) 100,00 406
408 ThyssenKrupp Metalúrgica Santa Luzia Ltda., Santa Luzia, Brasilien BRL 58.198 100,00 406
409 ThyssenKrupp Metalúrgica Servicios S.A. de C.V., Puebla, Mexico MXN 1311) 100,00 407
408
100,00 %3)
0,00 %3)
Rothe Erde
410 PSL Wälzlager GmbH, Dietzenbach 26 100,00 418
411 Rothe Erde GmbH, Dortmund 12.790 100,00 521 80,00 %
509 20,00 %
412 Defontaine Ibérica S.A., Viana, Spanien 721 100,00 414
413 Defontaine (Qingdao) Machinery Co., Ltd., Jiaonan City, Shandong Province, VR China 33.500 100,00 540
414 Defontaine S.A., Saint Herblain, Frankreich 4.603 100,00 544 99,99 %
411 0,01 %
415 Defontaine Tunisie S.A., Ben Arous, Tunesien TND 1.500 50,97 414
416 Nippon Roballo Company Ltd., Minato-ku/Tokio, Japan JPY 740.000 100,00 411
417 OOO PSL, Moskau, Russland RUB 1001) 100,00 418 99,00 %
410 1,00 %
418 PSL a.s., Povazská Bystrica, Slowakische Republik 7.769 100,00 411
419 PSL of America Inc., Twinsburg/Ohio, USA USD 1 100,00 418
420 REX (Xuzhou) Slewing Bearing Co., Ltd., Xuzhou, VR China USD 39.5001) 60,00 540
421 Roballo Engineering Company Ltd., Peterlee, Großbritannien GBP 1.000 100,00 552
422 Robrasa Rolamentos Especiais Rothe Erde Ltda., Diadema, Brasilien BRL 10.119 100,00 521
423 Rotek Incorporated, Aurora/Ohio, USA USD 100 100,00 550
424 Rothe Erde - Metallurgica Rossi S.p.A., Visano, Italien 1.612 100,00 546
425 Rothe Erde Ibérica S.A., Zaragoza, Spanien 1.369 100,00 527
426 Rothe Erde India Private Ltd., Maharashtra, Indien INR 1.190.570 100,00 411 100,00 %3)
424 0,00 %3)
427 Xuzhou Rothe Erde Ring Mill Co., Ltd., Xuzhou, VR China USD 27.7491) 100,00 540
Lfd. Nummer Name und Sitz Währung Gesellschafts
kapital in 1.000 € bzw.
Fremdwährung
Anteil am Kapital
in %
gehalten über lfd. Nummer
428 Xuzhou Rothe Erde Slewing Bearing Co., Ltd., Xuzhou, VR China USD 27.3001) 60,00 540
Berco
429 BERCO Deutschland GmbH, Ennepetal 2.387 100,00 521
430 Berco Bulgaria EOOD, Apriltsi, Bulgarien BGN 780 100,001) 434
431 Berco of America Inc., Waukesha/Wisconsin, USA USD 50 100,00 550
432 Berco (Shanghai) Undercarriage Technology Co., Ltd., Shanghai, VR China 4.000 100,00 540
433 Berco (Shanghai) Undercarriage Trading Co.,Ltd., Shanghai, VR China 2.000 100,00 540
434 Berco S.p.A., Copparo, Italien 38.700 100,00 546 99,95 %
496 0,05 %
435 Berco (UK) Ltd., Birmingham, Großbritannien GBP 120 100,00 552
436 Berco Undercarriages (India) Private Ltd., Andrah Pradesh, Indien INR 450.000 100,00 434 99,00 %
429 1,00 %
437 BercoSul Ltda., Diadema-São Paulo, Brasilien BRL 14.062 100,00 434
Chassis
438 BMB Steering Innovation GmbH, Schönebeck 512 100,00 447
439 HF Vermögensverwaltungsgesellschaft im Ruhrtal GmbH, Hagen 2.098 99,95 444
440 Kraemer & Freund Handel GmbH, Hagen 100 100,00 444
441 Springs and Stabilizers Holding GmbH, Essen 25 100,00 445
442 ThyssenKrupp Automotive Systems GmbH, Essen 2.557 100,00 521
443 ThyssenKrupp Bilstein GmbH, Ennepetal 5.982 99,50 521 94,49 %
496 5,01 %
444 ThyssenKrupp Federn GmbH, Hagen 15.595 100,00 443 94,99 %
496 5,01 %
445 ThyssenKrupp Federn und Stabilisatoren GmbH, Hagen 25 100,00 521
446 ThyssenKrupp Presta Esslingen GmbH, Esslingen 50 100,00 442
447 ThyssenKrupp Presta SteerTec GmbH, Düsseldorf 5.114 100,00 521
496
94,99 %
5,01 %
448 ThyssenKrupp Presta SteerTec Mülheim GmbH, Mülheim 26 100,00 447
449 ThyssenKrupp Presta SteerTec Schönebeck GmbH, Schönebeck 26 100,00 447
450 Chengdu ThyssenKrupp Fawer Spring Co. Ltd., Chengdu, VR China CNY 55.0001) 100,00 461
451 ThyssenKrupp Automotive Sales & Technical Center, Inc., Troy/Michigan, USA USD 3 100,00 550
452 ThyssenKrupp Automotive Systèmes France S.A.R.L., Hambach, Frankreich 152 100,00 544
453 ThyssenKrupp Automotive Systems de México S.A. de C.V., Puebla, Mexico MXN 501) 100,00 442 100,00 %3)
454 ThyssenKrupp Automotive Systems of America. LLC, Wilmington/Delaware, USA USD 1 100,00 464
550
0,00 %3)
455 ThyssenKrupp Bilstein Brasil Molas e Componentes de Suspensão Ltda., São Paulo, Brasilien BRL 76.090 100,00 445 100,00 %3)
498 0,00 %3)
456 ThyssenKrupp Bilstein Compa S.A., Sibiu, Rumänien LEU 3.029 73,09 443 72,82 %
444 0,18 %
381 0,09 %
457 ThyssenKrupp Bilstein Ibérica, S.L.U., Alonsotegui, Spanien 8.297 100,00 527
458 ThyssenKrupp Bilstein of America Inc., San Diego/California, USA USD 945 100,00 550
459 ThyssenKrupp Bilstein Sasa S.A. de C.V., San Luis Potosi, Mexico MXN 457.5611) 100,00 445 100,00 %3)
498 0,00 %3)
460 ThyssenKrupp Bilstein Woodhead Ltd., Leeds, Großbritannien GBP 7.610 100,00 534
461 ThyssenKrupp Fawer Liaoyang Spring Co., Ltd., Liaoyang/Liaoning, VR China USD 21.2781) 60,00 540
462 ThyssenKrupp Presta Aktiengesellschaft, Eschen, Liechtenstein CHF 15.000 100,00 521
463 ThyssenKrupp Presta Cold Forging LLC, Wilmington/Delaware, USA USD 5.000 100,00 451
464 ThyssenKrupp Presta de México S.A. de C.V., Puebla, Mexico MXN 17.3161) 100,00 442 50,00 %
467 50,00 %
465 ThyssenKrupp Presta do Brasil Ltda., Curitiba, Brasilien BRL 36.944 100,00 467 89,81 %
442 10,19 %
466 ThyssenKrupp Presta Fawer (Changchun) Co. Ltd., Changchun, VR China CNY 52.8341) 60,00 467
467 ThyssenKrupp Presta France S.A.S., Florange, Frankreich 23.660 100,00 544
Lfd. Nummer Name und Sitz Währung Gesellschafts
kapital in 1.000 € bzw.
Fremdwährung
Anteil am Kapital
in %
gehalten über lfd. Nummer
468 ThyssenKrupp Presta HuiZhong Shanghai Co., Ltd., Shanghai, VR China CNY 100.5621) 60,00 467
469 ThyssenKrupp Presta Hungary Kft., Budapest, Ungarn HUF 632.770 100,00 446
470 ThyssenKrupp Presta Japan Co., Ltd., Tokio, Japan JPY 10.000 100,00 521
471 ThyssenKrupp Presta Servicios de México S.A. de C.V., Puebla, Mexico MXN 501) 100,00 442 50,00 %
467 50,00 %
472 ThyssenKrupp Presta Shanghai Co. Ltd., Shanghai, VR China 11.0001) 100,00 540
473 ThyssenKrupp Presta SteerTec Poland Sp.z o.o., Meseritz, Polen PLN 3.664 100,00 447
474 ThyssenKrupp Presta USA, LLC, Terre Haute/Indiana, USA USD 4.000 100,00 451
475 ThyssenKrupp Sasa Servicios, S.A.de C.V., San Luis Potosi, Mexico MXN 501) 100,00 459
Sonstige Beteiligungen Components Technology
476 ThyssenKrupp Technologies Japan Co., Ltd., Tokio, Japan JPY 10.000 100,00 521
Marine Systems
Naval
477 Blohm + Voss Marine Systems GmbH, Hamburg 25 100,00 493
478 Blohm + Voss Naval GmbH, Hamburg 50 100,00 493
479 Emder Werft und Dockbetriebe GmbH, Emden 3.800 100,00 493
480 HDW/MFI Business Partnership, Kiel 0 100,00 482 95,00 %
489 5,00 %
481 Hörn-Beteiligungs-GmbH, Kiel 26 100,00 482
482 Howaldtswerke-Deutsche Werft GmbH, Kiel 30.000 100,00 493
483 IKL Ingenieurkontor Lübeck GmbH, Kiel 26 100,00 482
484 Innovative Meerestechnik GmbH, Emden 1.023 100,00 479
485 6FKLƨDKUWVNRQWRU0\$5,7,0*PE+.LHO 26 100,00 482
486 Blohm+Voss El Djazair S.a.r.l., Algier, Algerien DZD 10.000 100,00 492
487 Greek Naval Shipyards Holding S.A., Skaramanga, Griechenland 66.265 100,00 481
488 Kockums AB, Malmö, Schweden SEK 50.000 100,00 493
489 MarineForce International LLP, London, Großbritannien GBP 693 100,00 482 99,50 %
521 0,50 %
490 ThyssenKrupp Marin Sistem Gemi Sanayi ve Ticaret A.S., Istanbul, Türkei TRY 2001) 60,00 493
491 ThyssenKrupp Marine Systems Canada Inc., Ottawa/Ontario , Kanada CAD 100 100,00 493
492 ThyssenKrupp Marine Systems (Singapore) Pte. Ltd., Singapur, Singapur SGD 38.512 100,00 493
Sonstige Beteiligungen Marine Systems
493 ThyssenKrupp Marine Systems AG, Hamburg 34.087 100,00 521
494 Blohm + Voss Shipyards & Services GmbH, Hamburg 25 100,00 493
495 SVG Steinwerder Verwaltungsgesellschaft mbH, Hamburg 30 100,00 493
Corporate
Corporate Headquarters
496 ThyssenKrupp AG, Duisburg und Essen 1.317.092 4)
497 Banter See Vermögensverwaltung GmbH, Düsseldorf 486 100,00 514
498 Brüninghaus Schmiede GmbH, Grünwald 511 100,00 521
499 Buckau-Walther GmbH, Grünwald 9.216 100,00 521
500 Bucketwheel Engineering GmbH, Essen 26 100,00 499
501 CCI Crane Cooperation International Handelsgesellschaft mbH, Essen 1.534 100,00 496
502 GLH GmbH, Essen DEM 30.000 100,00 526
503 Hoesch AG, Düsseldorf 50 100,00 496
504 Konsortium für Kurssicherung GbR, Düsseldorf 86.439 95,12 1 34,45 %
573 33,41 %
521 11,33 %
496 6,83 %
50 6,62 %
168 2,47 %
505 Krupp Industrietechnik Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Grünwald 51.129 100,00 509 94,90 %
496 5,10 %
Lfd. Nummer Name und Sitz Währung Gesellschafts
kapital in 1.000 € bzw.
Fremdwährung
Anteil am Kapital
in %
gehalten über lfd. Nummer
506 Krupp Informatik Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Düsseldorf 51 100,00 499
507 MONTAN GmbH Assekuranz-Makler, Düsseldorf 184 53,81 519
508 Reisebüro Dr. Tigges GmbH, Essen 300 100,00 50
509 Thyssen Stahl GmbH, Düsseldorf 935.147 100,00 496 82,64 %
557 17,36 %
510 ThyssenKrupp Academy GmbH, Düsseldorf 25 100,00 496
511 ThyssenKrupp AdMin GmbH, Düsseldorf 25 100,00 514
512 7K\VVHQ.UXSS&DUERQ&RPSRQHQWV*PE+:LOVGUXƨ 50 50,80 442
513 ThyssenKrupp DeliCate GmbH, Düsseldorf 26 100,00 514
514 ThyssenKrupp Dienstleistungen GmbH, Düsseldorf 15.500 100,00 496
515 ThyssenKrupp Erste Beteiligungsgesellschaft mbH, Düsseldorf 25 100,00 509
516 ThyssenKrupp Investment Kanada GmbH, Essen 25 100,00 539
517 ThyssenKrupp Management Consulting GmbH, Düsseldorf 25 100,00 514
518 ThyssenKrupp Reinsurance AG, Essen 3.000 100,00 519
519 ThyssenKrupp Risk and Insurance Services GmbH, Essen 3.000 100,00 496
520 ThyssenKrupp Stainless Zweite Beteiligungen AG, Essen 100 100,00 496
521 ThyssenKrupp Technologies Beteiligungen GmbH, Essen 130.000 100,00 496
522 Vermögensverwaltungsgesellschaft EZM mbH, Grünwald 25.941 100,00 557 84,03 %
509 15,97 %
523 Vermögensverwaltungsgesellschaft KSH mbH, Grünwald 5.113 100,00 496
524 Vermögensverwaltungsgesellschaft TKW mbH, Grünwald 512 100,00 514
525 Budcan Holdings Inc., Kitchener/Ontario, Kanada CAD 0 100,00 539
526 GLH, LLC, Fond du Lac/Wisconsin, USA USD 108.993 100,00 550
527 Grupo ThyssenKrupp S.L., Madrid, Spanien 16.156 100,00 548
528 Kitchener Frame Limited, Toronto/Ontario, Kanada CAD 0 100,00 260
529 .UXSS&DPIRUG3UHVVLQJV/WG1HZWRQ\$\FOLƨH*URžEULWDQQLHQ GBP 24.594 100,00 534
530 4')&RPSRQHQWV/WG1HZWRQ\$\FOLƨH*URžEULWDQQLHQ GBP 19.680 100,00 534
531 ThyssenKrupp Austria Beteiligungs GmbH, Wien, Österreich 35 100,00 533
532 ThyssenKrupp Austria GmbH, Wien, Österreich 35 100,00 496
533 ThyssenKrupp Austria GmbH & Co. KG, Wien, Österreich 35 100,00 496
534 7K\VVHQ.UXSS\$XWRPRWLYH8.?/WG1HZWRQ\$\FOLƨH*URžEULWDQQLHQ GBP 13.519 100,00 552
535 7K\VVHQ.UXSS%RG\6WDPSLQJV/WG1HZWRQ\$\FOLƨH*URžEULWDQQLHQ GBP 132 100,00 534
536 ThyssenKrupp Budd Company, Troy/Michigan, USA USD 1 100,00 550
537 7K\VVHQ.UXSS&DPIRUG(QJLQHHULQJ3/&1HZWRQ\$\FOLƨH*URžEULWDQQLHQ GBP 5.207 100,00 534
538 7K\VVHQ.UXSS&DPIRUG/WG1HZWRQ\$\FOLƨH*URžEULWDQQLHQ GBP 25 100,00 534
539 ThyssenKrupp Canada, Inc., Calgary/Alberta, Kanada CAD 1.000 100,00 496
540 ThyssenKrupp (China) Ltd., Beijing, VR China USD 200.000 100,00 496
541 ThyssenKrupp Finance Canada, Inc., Calgary/Alberta, Kanada CAD 1 100,00 496
542 ThyssenKrupp Finance Nederland B.V., Krimpen aan den Ijssel, Niederlande 2.300 100,00 496
543 ThyssenKrupp Finance USA, Inc., Wilmington/Delaware, USA USD 1 100,00 550
544 ThyssenKrupp France S.A.S., Rueil-Malmaison, Frankreich 116.149 100,00 496
545 7K\VVHQ.UXSS,QWHUPHGLDWH8./WG1HZWRQ\$\FOLƨH*URžEULWDQQLHQ GBP 28.145 100,00 552
546 ThyssenKrupp Italia S.r.l., Rom, Italien 20.000 100,00 496
547 ThyssenKrupp Knowsley Ltd., Dundee, Großbritannien GBP 25.610 100,00 521
548 ThyssenKrupp Nederland Holding B.V., Roermond, Niederlande 10.200 100,00 496
549 ThyssenKrupp Nederland Intermediate B.V., Roermond, Niederlande 10.000 100,00 548
550 ThyssenKrupp North America, Inc., Troy/Michigan, USA USD 247.989 100,00 496
551 ThyssenKrupp Participations B.V., Veghel, Niederlande 100 100,00 548
552 7K\VVHQ.UXSS8.3OF1HZWRQ\$\FOLƨH*URžEULWDQQLHQ GBP 76.145 100,00 496 100,00 %3)
509 0,00 %3)
Business Services
553 ThyssenKrupp Business Services GmbH, Essen 25 100,00 496
Lfd. Nummer Name und Sitz Währung Gesellschafts
kapital in 1.000 € bzw.
Fremdwährung
Anteil am Kapital
in %
gehalten über lfd. Nummer
IT Services
554 ThyssenKrupp IT Services GmbH, Essen 25 100,00 521
Real Estate
555 Dorea Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs KG, Wiesbaden 51) 94,002) 496
556
557
Hellweg Liegenschaften GmbH, Bochum
Krupp Hoesch Stahl GmbH, Dortmund
50
181.510
94,00
100,00
557
548
94,90 %
496 5,10 %
558 Stahlhauser Liegenschaften Verwaltungsgesellschaft mbH, Essen 25 94,00 568 88,00 %
496 6,00 %
559 Thyssen Liegenschaften Verwaltungs- und Verwertungs GmbH & Co. KG Industrie, Essen 692 100,00 521 94,90 %
568 5,10 %
560 Thyssen Liegenschaften Verwaltungs- und Verwertungs GmbH & Co. KG Stahl, Essen 511 100,00 509 94,90 %
568 5,10 %
561 ThyssenKrupp Grundbesitz Verwaltungs GmbH, Essen 25 100,00 496
562 ThyssenKrupp Grundbesitz-Vermietungs GmbH & Co. KG, Essen 1.000 100,00 496
563 ThyssenKrupp Immobilien Verwaltungs GmbH & Co. KG Krupp Hoesch Stahl, Essen 1.000 100,00 557
564 ThyssenKrupp Immobilien Verwaltungs GmbH & Co. KG Stahl, Essen 1.000 100,00 560
565 ThyssenKrupp Immobilienentwicklungs Concordiahütte GmbH, Oberhausen 25 100,00 521 94,80 %
496 5,20 %
566 ThyssenKrupp Immobilienentwicklungs Krefeld GmbH, Oberhausen 25 100,00 509
567 ThyssenKrupp Liegenschaften Umformtechnik Verwaltungs GmbH, Essen 25 100,00 521 94,80 %
496 5,20 %
568 ThyssenKrupp Real Estate GmbH, Essen 15.441 100,00 496
569 ThyssenKrupp Stahl Immobilien GmbH, Duisburg 50 100,00 568 94,90 %
496 5,10 %
570 Rhenus Immobilien Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich 70 100,00 531
571 Thyssen Financial Services B.V., 's-Gravendeel, Niederlande 18 100,00 124
572 ThyssenKrupp Real Estate France S.A.S., Rueil-Malmaison, Frankreich 100 100,00 544
Inoxum
Corporate Stainless
573 ThyssenKrupp Nirosta GmbH, Krefeld 110.000 100,00 496
574 Inoxum GmbH, Essen 25 100,00 496
575 Inoxum Holding USA, Inc., Wilmington/Delaware, USA USD 11) 100,00 574
576 Inoxum Italia S.p.A., Terni, Italien 200.000 100,00 574
577 Inoxum Nederland B.V., Roermond, Niederlande 13.613 100,00 574
Stainless Steel
578 ThyssenKrupp Nirosta Präzisionsband GmbH, Krefeld 1.000 100,00 573
579 ThyssenKrupp Stainless International GmbH, Krefeld 26 100,00 573
580 Aspasiel S.r.l., Terni, Italien 260 100,00 586
581 Mexinox Trading S.A. de C.V., Mexico D.F., Mexico MXN 100.6001) 100,00 589 100,00 %3)
582 0,00 %3)
582 Mexinox USA Inc., Brownsville/Texas, USA USD 2.000 100,00 589
583 Shanghai Krupp Stainless Co., Ltd., Pudong New Area / Shanghai, VR China USD 428.9001) 60,00 573
584 Società delle Fucine S.r.l., Terni, Italien 7.988 100,00 586
585 Terninox S.p.A., Terni, Italien 20.800 100,00 586
586 ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni S.p.A., Terni, Italien 159.682 100,00 576
587 ThyssenKrupp Fortinox S.A., Buenos Aires, Argentinien ARS 2.100 80,00 577
588 ThyssenKrupp Mexinox CreateIT, S.A. de C.V., San Luis Potosi, Mexico MXN 501) 100,00 589 99,98 %
581 0,02 %
589 ThyssenKrupp Mexinox Participations, S.A. de C.V., San Luis Potosi, Mexico MXN 542.8301) 100,00 577 100,00 %3)
601 0,00 %3)
Lfd. Nummer Name und Sitz Währung Gesellschafts
kapital in 1.000 € bzw.
Fremdwährung
Anteil am Kapital
in %
gehalten über lfd. Nummer
590 ThyssenKrupp Mexinox S.A. de C.V., San Luis Potosi, Mexico MXN 377.1701) 100,00 577 100,00 %3)
601 0,00 %3)
591 ThyssenKrupp SILCO-INOX Szervizközpont Kft, Batonyterenye, Ungarn HUF 765.980 100,00 592
592 ThyssenKrupp Stainless Benelux B.V., Rotterdam, Niederlande 18.151 100,00 577
593 ThyssenKrupp Stainless DVP, S.A., Barcelona, Spanien 5.344 100,00 577
594 ThyssenKrupp Stainless France S.A.S., Paris, Frankreich 8.005 100,00 577
595 ThyssenKrupp Stainless (GZ) Trading Company Ltd., Guangzhou, VR China USD 75 100,00 592
596 ThyssenKrupp Stainless International (Guangzhou) Ltd., Guangzhou, VR China USD 9.500 100,00 592
597 ThyssenKrupp Stainless International (HK) Ltd., Hongkong, VR China HKD 8.3151) 100,00 579
598 ThyssenKrupp Stainless Istanbul Çelik Servis Merkezi A.S., Istanbul, Türkei 1.049 100,00 592
599 ThyssenKrupp Stainless Polska Sp.z o o., Dabrowa Gornicza, Polen PLN 34.312 100,00 579
600 ThyssenKrupp Stainless UK Ltd., Birmingham, Großbritannien GBP 100 100,00 577
601 ThyssenKrupp Stainless USA, LLC, Wilmington/Delaware, USA USD 1.000 100,00 575
602 7XELƩFLRGL7HUQL6S\$7HUQL,WDOLHQ 5.944 97,00 586
High Performance Alloys
603 ThyssenKrupp VDM GmbH, Werdohl 32.000 100,00 573
604 ThyssenKrupp VDM Australia Pty. Ltd., Mulgrave/Victoria, Australien AUD 2.000 100,00 603
605 ThyssenKrupp VDM Austria GmbH, Wien, Österreich 50 100,00 577
606 ThyssenKrupp VDM Benelux B.V., Dordrecht, Niederlande 51 100,00 577
607 ThyssenKrupp VDM Canada Ltd., Markham/Ontario, Kanada CAD 300 100,00 603
608 ThyssenKrupp VDM de Mexico S.A. de C.V., Naucalpan de Juarez, Mexico MXN 5501) 100,00 603
609 ThyssenKrupp VDM (GZ) Trading Co., Ltd., Guangzhou, VR China 470 100,00 592
610 ThyssenKrupp VDM High Performance Metals Trading Co., Ltd., Shanghai, VR China USD 300 100,00 592
611 ThyssenKrupp VDM Hongkong Ltd., Hongkong, VR China HKD 101) 99,98 603
612 ThyssenKrupp VDM Italia S.r.l., Sesto San Giovanni, Italien 10 100,00 576
613 ThyssenKrupp VDM Japan K.K., Tokio, Japan JPY 30.000 100,00 603
614 ThyssenKrupp VDM Korea Co. Ltd., Bundang-gu, Sungnam-Si, Kyunggi-Do, South Korea KRW 100.000 100,00 603
615 ThyssenKrupp VDM S.A.S., Rueil-Malmaison, Frankreich 120 100,00 594
616 ThyssenKrupp VDM (Schweiz) AG, Basel, Schweiz CHF 100 100,00 603
617 ThyssenKrupp VDM UK Ltd., Claygate-Esher, Großbritannien GBP 60 100,00 603
618 ThyssenKrupp VDM USA, LLC., Reno/Nevada, USA USD 600 100,00 601
Materials Services
MetalsServices
619
OST-PLUS s.r.o., Teplice, Tschechische Republik
CZK
1.000 1)
90,00
52
620
ThyssenKrupp HiServ s.r.o., Kosice, Slowakische Republik
7 1)
100,00
50
SpecialServices
621
DvB Aufbereitungs-GmbH zur Behandlung von Metallprodukten, Oberhausen
102 1)
100,00
126
Elevator Technology
Southern Europe/Africa/Middle East (SEAME)
622
ThyssenKrupp Elevator (Management) Ltd., Rishon Le'zion, Israel
ILS
39
100,00
169
50,00 %
241
50,00 %
Plant Technology
Uhde
623
Edeleanu SDN. BHD., Kuala Lumpur, Malaysia
MYR
1.000
100,00
319
624
Uhde do Brasil Ltda., São Paulo, Brasilien
BRL
798
100,00
319
625
Uhde Edeleanu s.r.o., Brno, Tschechische Republik
CZK
1.000 1)
100,00
319
626
Uhde Inventa-Fischer Chemical Fiber Equipment (Shanghai) Ltd., Shanghai, VR China
USD
200 1)
100,00
540
Polysius
627
Polysius-Hilfe GmbH, Münster
DEM
50
100,00
344
628
Maerz Ofenbau SRL, Timisoara, Rumänien
RON
204 1)
100,00
347
System Engineering
629
ThyssenKrupp System Engineering S.r.l., Turin, Italien
120
100,00
546
98,00 %
381
2,00 %
Components Technology
Rothe Erde
630
Roballo France S.A.R.L., Rueil-Malmaison, Frankreich
180
100,00
544
Sonstige Beteiligungen Components Technology
631
ThyssenKrupp Automotive Italia S.r.l., Turin, Italien
99
100,00
521
99,00 %
462
1,00 %
Marine Systems
Naval
632
Kockums Submarine Systems AG, Malmö, Schweden
SEK
100
100,00
488
633
Maritime Services Consultant Enterprise Sdn.Bhd., Petaling Jaya, Malaysia
MYR
300
100,00
494
634
ThyssenKrupp Marine Systems Australia Pty Ltd, Canberra/Australian Capital Territory, Australien
AUD
2.851
100,00
478
Sonstige Beteiligungen Marine Systems
635
ThyssenKrupp Technologies HELLAS Marketing Services S.A., Athen, Griechenland
60
100,00
521
99,98 %
493
0,02 %
Inoxum
High Performance Alloys
636
VDM-Unterstützungskasse GmbH, Werdohl
26
100,00
603
Lfd. Nummer Name und Sitz Währung Gesellschafts
kapital in 1.000 € bzw.
Fremdwährung
Anteil am Kapital
in %
gehalten über lfd. Nummer

AT EQUITY BEWERTETE BETEILIGUNGEN (*=JOINT VENTURE / STAND 30. SEPTEMBER 2012)

Gesellschafts
kapital in 1.000 € bzw.
Anteil am Kapital
Lfd. Nummer Name und Sitz Währung Fremdwährung in % gehalten über lfd. Nummer
Steel Europe
ThyssenKrupp Steel Europe
637 Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH, Duisburg* 103.000 1) 50,00 1
638 ANSC-TKS Galvanizing Co., Ltd., Dalian, Liaoning Province, VR China* CNY 1.065.806 1) 50,00 1
Processing
639 Kreislaufsystem Blechverpackungen Stahl GmbH (KBS), Düsseldorf 385 1) 40,00 13
640 TKAS (Changchun) Steel Service Center Ltd., Changchun, VR China* USD 12.000 1) 50,00 540
Other Companies Steel Europe
641 Walzen-Service-Center GmbH, Oberhausen* 1.023 50,00 1
642 Acciai di Qualità, Centro Lavorazione Lamiere S.p.A., Genova, Italien 1.731 1) 24,90 546
643 RKE N.V., Antwerpen, Belgien 645 1) 38,54 1
644 Transport- en Handelmaatschappij Steenkolen Utrecht B.V., Rotterdam, Niederlande* 8.204 1) 50,00 43
Materials Services
MetalsServices
645 Aceros de America Inc., San Juan, Puerto Rico* USD 1.000 50,00 58
646 Ferona Thyssen Plastics, s.r.o., Velká Bystrîce, Olomouc, Tschechische Republik* CZK 16.000 1) 50,00 50
647 Leong Jin Corporation Pte. Ltd., Singapur, Singapur SGD 20.000 1) 30,00 50
648 Polarputki Oy, Helsinki, Finnland* 1.009 1) 50,00 50
649 Thyssen Ros Casares S.A., Valencia, Spanien* 5.000 50,00 67
SpecialServices
650 Brouwer Shipping & Chartering GmbH, Hamburg 100 1) 30,00 125
651 TGHM GmbH & Co. KG, Dortmund* 511 1) 50,00 496
652 BCCW (Tangshan) Jiahua Coking & Chemical Co., Ltd., Tangshan, VR China CNY 1.130.000 1) 25,00 125
653 0577UDFN 6HUYLFHV&R,QF%ORRPƩHOG1HZ-HUVH\86\$ USD 100 50,00 123
Elevator Technology
Americas (AMS)
654 Braun ThyssenKrupp Elevator LLC, Madison/Wisconsin, USA* USD 1.000 1) 50,00 262
\$VLD3DFLƩF\$3
655
656
Eros Elevators & Escalators Pvt. Ltd., Mumbai, Indien
Marohn Elevator Co. Ltd., Changshu City, Jiangsu Province, VR China
INR
CNY
100 1)
100.000 1)
25,10
25,00
275
540
Plant Technology
Uhde
657 KEPCO-Uhde Inc., Seoul, Korea, Republik * KRW 17.205.000 34,00 319
658 Uhdenora S.p.A., Milan, Italien* 3.600 50,00 319
Polysius
659 Vecoplan FuelTrack GmbH, Bad Marienberg* 50 51,00 344
System Engineering
660 HFS Hotforming Solutions GmbH, Schwalbach* 200 50,00 381
Components Technology
Forging-Group
661 Huizhou Sumikin Forging Company Ltd., Huizhou, VR China USD 29.680 1) 34,00 540

AT EQUITY BEWERTETE BETEILIGUNGEN (*=JOINT VENTURE / STAND 30. SEPTEMBER 2012)

Lfd. Nummer Name und Sitz Währung Gesellschafts
kapital in 1.000 € bzw.
Fremdwährung
Anteil am Kapital
in %
gehalten über lfd. Nummer
Marine Systems
Naval
662 Atlas Elektronik GmbH, Bremen* 31.240 1) 51,00 521
663 MARLOG Marine Logistik GmbH & Co. KG, Kiel* 1.500 1) 50,00 482
664 Fortis Marine Solutions Pte. Ltd., Singapur, Singapur* SGD 1.000 1) 49,00 488
Corporate
Real Estate
665 COMUNITHY Immobilien GmbH, Düsseldorf 100 1) 49,00 568
Inoxum
Stainless Steel
666 Euroacciai S.r.l., Sarezzo (BS), Italien 1.500 1) 30,25 586
667 Fischer Mexicana S.A. de C.V., San Luis Potosi, Mexico* MXN 108.544 1) 50,00 589
668 Ilserv S.r.l., Terni, Italien 1.924 1) 35,00 586
669 Terni Frantumati S.p.A., Terni, Italien 930 1) 21,00 586

SONSTIGE ASSOZIIERTE BETEILIGUNGEN (*=JOINT VENTURE / STAND 30. SEPTEMBER 2012)

Lfd. Nummer Name und Sitz Währung Gesellschafts
kapital in 1.000 € bzw.
Fremdwährung
Anteil am Kapital
in %
gehalten über lfd. Nummer
Steel Europe
ThyssenKrupp Steel Europe
670 JEVISE Corporation, Tokyo, Japan* JPY 10.000 1) 50,00 1
Materials Services
MetalsServices
671 Indo German International Private Ltd., New Delhi, Indien INR 38.975 1) 50,00 62
672 Sidecontrol S.L., Gandia, Spanien 36 1) 50,00 73
SpecialServices
673 SIB Schell Industrieanlagen-Bau GmbH, Duisburg 102 50,00 126
674 Solid Slab Track GmbH, Görschen 100 49,00 123
675 TGHM Verwaltungsgesellschaft mbH, Dortmund DEM 50 1) 50,00 496
Plant Technology
Transrapid
676 Transrapid International Verwaltungsgesellschaft mbH, i. L., Berlin 80 50,00 393
Marine Systems
Naval
677 Marlog Verwaltungsgesellschaft mbH, Kiel 25 1) 50,00 482
678 MTG Marinetechnik GmbH, Hamburg 3.068 1) 49,00 478 20,00 %
482 19,00 %
662 10,00 %
Sonstige Beteiligungen Marine Systems
679 LISNAVE-ESTALEIROS NAVAIS S.A., Lissabon, Portugal 5.000 1) 20,00 493
Corporate
Corporate Headquarters
680 Grundstücksgesellschaft Schlossplatz 1 mbH & Co.KG, Berlin 21.250 1) 20,00 496
Real Estate
681 Gewerkschaft Hermann V GmbH, Essen 26 33,33 557
682 NORA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Gelsenkirchen KG, Düsseldorf 10 1) 94,76 559
Inoxum
High Performance Alloys
683 MOL Katalysatortechnik GmbH, Merseburg 77 1) 20,46 603

1) Jahresabschluss nicht 30.9. 2) nach IFRS Vorschriften einbezogen 3) Splitteranteil nach der 4. Kommastelle 4) Konzernmutter

ANDERE BETEILIGUNGSUNTERNEHMEN (STAND 30. SEPTEMBER 2012)

Lfd. Nummer Name und Sitz Währung Gesellschafts
kapital in
1.000 € bzw.
Fremdwährung
Anteil
am Kapital in %
gehalten über lfd. Nummer
Corporate
Real Estate
684 VBW Bauen und Wohnen GmbH, Bochum 12.858 13,06 557
Eigenkapital 79.938
Jahresergebnis 6.178

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die ThyssenKrupp AG

Vermerk zum Konzernabschluss

Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der ThyssenKrupp AG, Duisburg und Essen und ihrer Tochtergesellschaften – bestehend aus Konzern-Bilanz, Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung, Konzern-Kapitalflussrechnung und Konzern-Anhang für das Geschäftsjahr vom O1. Oktober 2011 bis zum 30. September 2012 – geprüft.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss

Die gesetzlichen Vertreter der ThyssenKrupp AG sind verantwortlich für die Aufstellung dieses Konzernabschlusses. Diese Verantwortung umfasst, dass dieser Konzernabschluss in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften aufgestellt wird und unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Die gesetzlichen Vertreter sind auch verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.

Verantwortung des Abschlussprüfers

Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage unserer Prüfung ein Urteil zu diesem Konzernabschluss abzugeben. Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Danach haben wir die Berufspflichten einzuhalten und die Abschlussprüfung so zu planen und durchzuführen, dass hinreichende Sicherheit darüber erlangt wird, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen falschen Darstellungen ist.

Eine Abschlussprüfung umfasst die Durchführung von Prüfungshandlungen, um Prüfungsnachweise für die im Konzernabschluss enthaltenen Wertansätze und sonstigen Angaben zu erlangen. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers. Dies schließt die Beurteilung der Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – falscher Darstellungen im Konzernabschluss ein. Bei der Beurteilung dieser Risiken berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, das relevant ist für die Aufstellung eines Konzernabschlusses, der ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt. Ziel hierbei ist es, Prüfungshandlungen zu planen und durchzuführen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben. Eine Abschlussprüfung umfasst auch die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Rechnungslegungsmethoden und der Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern ermittelten geschätzten Werte in der Rechnungslegung sowie die Beurteilung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Prüfungsurteil

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung des Konzernabschlusses zu keinen Einwendungen geführt hat.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 30. September 2012 sowie der Ertragslage für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr.

Hervorhebung eines Sachverhaltes

Wir machen auf die Ausführungen unter Anhang Nr. 5 und im Konzernlagebericht unter "Zusammenfassender Beurteilung des Vorstands zur Lage des Konzerns" aufmerksam. Dort ist ausgeführt, dass bei der Bewertung der Vermögenswerte und Schulden der Business Area Steel Americas von Annahmen ausgegangen worden ist und die Bewertung insgesamt eine bestmögliche Schätzung darstellt. Sollten diese Annahmen aufgrund zukünftig eintretender Ereignisse oder künftiger Erkenntnisse zu korrigieren sein, können Wertanpassungen nicht ausgeschlossen werden. Unser Prüfungsurteil ist im Hinblick auf diesen Sachverhalt nicht eingeschränkt.

Vermerk zum Konzernlagebericht

Wir haben den beigefügten Konzernlagebericht der ThyssenKrupp AG für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2011 bis 30. September 2012 geprüft. Die gesetzlichen Vertreter der ThyssenKrupp AG sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 2 HGB und unter Beachtung der für die Prüfung des Konzernlageberichts vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Danach ist die Prüfung des Konzernlageberichts so zu planen und durchzuführen, dass hinreichende Sicherheit darüber erlangt wird, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Abschlussprüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung des Konzernlageberichts zu keinen Einwendungen geführt hat.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung des Konzernabschlusses und Konzernlageberichts gewonnenen Erkenntnisse steht der Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar..

Düsseldorf, den 10. Dezember 2012

KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Klaus Becker Michael Gewehr

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Essen, 10. Dezember 2012

ThyssenKrupp AG Der Vorstand

Hiesinger

Berlien Claassen Eichler Kerkhoff Labonte

WEITERE INFORMATIONEN

N

U

I

SEITE 211 – 223

S

GESCHÄFTSBERICHT 2011/2012

4 WEITERE INFORMATIONEN

Wie haben sich die Eckdaten zu ThyssenKrupp in den letzten Jahren entwickelt, wann stehen die nächsten Finanztermine an, welche Mandate nehmen Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat wahr? Das erfahren Sie auf den nachfolgenden Seiten. Zudem stehen dort viele /ese- und 2rientierungshilfen zu diesem Bericht bereit.

213 MEHRJAHRESÜBERSICHT

215 MANDATE DES VORSTANDS

216 MANDATE DES AUFSICHTSRATS 218 GLOSSAR

219 STICHWORTVERZEICHNIS

221 ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

222 TABELLEN- UND GRAFIKENVERZEICHNIS

223 KONTAKT UND TERMINE 2013/2014

212 | 213

THYSSENKRUPP KONZERN

Konzern gesamt Fortgeführte Aktivitäten
2011/2012 zu
2010/2011
2011/2012 zu
2010/2011
2007/2008 2008/2009 2009/2010 2010/2011 2011/2012 Ver
änderung
Ver- änderung
%
2010/2011 2011/2012 Ver
änderung
Ver- änderung
%
Ertragslage
Umsatz Mio € 53.426 40.563 42.621 49.092 47.045 – 2.047 – 4 42.725 40.124 – 2.601 – 6
Bruttoergebnis
vom Umsatz
Mio € 9.156 3.658 6.362 5.109 5.246 137 3 7.348 5.780 – 1.568 – 21
EBITDA Mio € 4.976 192 2.769 3.385 1.544 – 1.841 – 54 4.026 2.425 – 1.601 – 40
EBIT 1) Mio € 3.572 – 1.663 1.346 – 988 – 4.370 – 3.382 -- 2.886 976 – 1.910 – 66
EBT 1) Mio € 3.128 – 2.364 1.135 – 1.578 – 5.067 – 3.489 -- 2.294 315 – 1.979 – 86
Jahresüberschuss/
-fehlbetrag
Mio € 2.276 – 1.873 927 – 1.783 – 5.042 – 3.259 --
Ergebnis je Aktie 4,59 – 4,01 1,77 – 2,71 – 9,07 – 6,36 -- 3,57 – 0,38 – 3,95
Gross Margin 17,1 9,0 14,9 10,4 11,2 0,8
EBITDA-Marge 9,3 0,5 6,5 6,9 3,3 – 3,6 9,4 6,0 – 3,4
EBIT-Marge 6,7 – 4,1 3,2 – 2,0 – 9,3 – 7,3 6,8 2,4 – 4,4
EBT-Marge 5,9 – 5,8 2,7 – 3,2 – 10,8 – 7,6 5,4 0,8 – 4,6
Eigenkapitalrentabilität
(vor Steuern)
27,2 – 24,4 10,9 – 15,2 – 112,0 – 96,8
Personalaufwand
je Mitarbeiter
ſ 49.212 50.120 49.605 53.582 58.582 5.000 9
Umsatz je Mitarbeiter ſ 272.824 210.587 241.017 291.818 303.426 11.608 4
Vermögensstruktur
Langfristige
Vermögenswerte Mio ſ 18.308 20.725 22.953 21.548 18.301 – 3.247 – 15
Kurzfristige
Vermögenswerte
Mio € 23.334 20.642 20.759 22.055 19.983 – 2.072 – 9
Bilanzsumme Mio € 41.642 41.367 43.712 43.603 38.284 – 5.319 – 12
Eigenkapital Mio € 11.489 9.696 10.388 10.382 4.526 – 5.856 – 56
Fremdkapital Mio € 30.153 31.671 33.324 33.221 33.758 537 2
Rückstellungen
für Pensionen
und ähnliche
Verpflichtungen
Mio € 6.550 7.537 8.211 7.297 8.086 789 11
Finanzschulden
langfristig
Mio € 3.068 7.160 6.163 6.555 5.972 – 583 – 9
Finanzschulden
kurzfristig
Mio € 1.348 444 1.298 596 2.181 1.585 266
Finanzschulden
kurz-/langfristig
Mio € 4.416 7.604 7.461 7.151 8.153 1.002 14
Verbindlichkeiten
aus Lieferungen
und Leistungen
Mio € 5.731 4.185 5.471 6.259 5.234 – 1.025 – 16
Eigenkapitalquote % 27,6 23,4 23,8 23,8 11,8 – 12,0
Gearing % 13,8 21,2 36,4 34,5 128,1 93,6
Umschlagsdauer
Vorräte
Tage 64,0 60,0 70,3 73,7 69,9 – 3,8 – 5
Zahlungsziel
Debitoren
Tage 53,1 46,8 49,7 43,8 46,5 2,7 6

1) Die Vorjahresbeträge wurden angepasst.

2) Cash-Flow für Investitionen vor übernommenen Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten aus dem Erwerb von konsolidierten Gesellschaften

THYSSENKRUPP KONZERN

2011/2012 zu
2011/2012 zu
2010/2011
2010/2011
Ver- änderung
Ver
Ver
2007/2008
2008/2009
2009/2010
2010/2011
2011/2012
änderung
%
2010/2011
2011/2012
änderung
Wertmanagement
Capital Employed
(Durchschnitt)
Mio €
19.478
20.662
20.767
23.223
21.488
– 1.735
– 7
ROCE
%
18,3
– 8,1
6,5
– 4,3
– 20,3
– 16,0

Kapitalkostensatz
%
8,5
8,5
8,5
8,5
8,5


Cash
Flow/Investitionen
Operating Cash-Flow
Mio €
3.679
3.699
868
776
– 386
– 1.162
--
2.261
68
– 2.193
Cash-Flow aus
Desinvestitionen
Mio €
329
199
553
424
854
430
101
343
852
509
Cash-Flow für
Konzern gesamt Fortgeführte Aktivitäten
Ver- änderung
%
– 97
148
Investitionen 1)
Mio €
– 4.227
– 4.077
– 3.512
– 2.771
– 2.204
567
20
– 1.136
– 1.285
– 149
– 13
Free Cash-Flow 1)
Mio €
– 219
– 179
– 2.091
– 1.571
– 1.736
– 165
– 11
1.468
– 365
– 1.833
--
Cash-Flow aus Finan
zierungstätigkeit 1)
Mio €
– 705
2.824
256
1.527
498
– 1.029
– 67
– 1.501
– 758
743
50
Investitionen 1) 2)
Mio €
4.282
4.079
3.515
2.771
2.204
– 567
– 20
1.136
1.285
149
13
Liquide Mittel 1)
Mio €
2.832
5.545
3.681
3.573
2.353
– 1.220
– 34
Netto-Finanzschulden/
-guthaben
Mio €
1.584
2.059
3.780
3.578
5.800
2.222
62
Innenfinanzierungskraft
0,9
1,0
0,3
0,3
– 0,3
– 0,6
--
Dynamischer
Verschuldungsgrad
0,4
0,6
4,4
4,6
– 15,0
– 19,6
--
ThyssenKrupp AG
Jahresüberschuss/
-fehlbetrag
Mio €
1.175
– 882
800
494
– 3.184
– 3.678
--
Ausschüttung
Mio €
603
139
209
232
— 3)

Dividende je Aktie

1,30
0,30
0,45
0,45
— 3)

1) Die Vorjahresbeträge wurden angepasst.

2) Cash-Flow für Investitionen vor übernommenen Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten aus dem Erwerb von konsolidierten Gesellschaften 3) Vorschlag an die Hauptversammlung

Mandate des Vorstands

Dr.-Ing. Heinrich Hiesinger Vorsitzender

konzernintern:

  • Ţ ThyssenKrupp Elevator AG (Vorsitz)
  • Ţ ThyssenKrupp Steel Europe AG (Vorsitz)

Dr. Olaf Berlien

konzernintern:

  • Ţ ThyssenKrupp Marine Systems AG (Vorsitz)
  • ThyssenKrupp (China) Ltd./VR China (Chairman)
  • ThyssenKrupp Elevator Americas Corp./USA (Chairman)

Dr. Jürgen Claassen

konzernintern:

  • Ţ ThyssenKrupp Gerlach GmbH
  • Ţ ThyssenKrupp Materials International GmbH
  • Ţ ThyssenKrupp Nirosta GmbH
  • Ţ ThyssenKrupp Steel Europe AG
  • ThyssenKrupp (China) Ltd./VR China

Edwin Eichler

  • Ţ Heidelberger Druckmaschinen AG *
  • Ţ Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH (2. stellv. Vorsitz)
  • Ţ SGL Carbon SE *
  • ANSC-TKS Galvanizing Co., Ltd./ VR China (Chairman)

konzernintern:

  • Ţ ThyssenKrupp Materials International GmbH (Vorsitz)
  • Ţ ThyssenKrupp Nirosta GmbH (Vorsitz)
  • ThyssenKrupp Steel Americas, LLC/USA (Chairman)

Guido Kerkhoff

konzernintern:

  • Ţ ThyssenKrupp Elevator AG
  • Ţ ThyssenKrupp Nirosta GmbH
  • Ţ ThyssenKrupp Reinsurance AG (Vorsitz)

Ralph Labonte

  • PEAG Holding GmbH (Vorsitz)
  • konzernintern:
  • Ţ Rothe Erde GmbH
  • Ţ ThyssenKrupp Bilstein GmbH
  • Ţ ThyssenKrupp Elevator AG
  • Ţ ThyssenKrupp Marine Systems AG
  • Ţ ThyssenKrupp Materials International GmbH
  • Ţ ThyssenKrupp Polysius AG (stellv. Vorsitz)
  • Ţ ThyssenKrupp Steel Europe AG
  • Ţ ThyssenKrupp Uhde GmbH (stellv. Vorsitz)
  • ThyssenKrupp System Engineering GmbH

Ţ Mitgliedschaft in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten i.S.d. § 125 AktG (Stand: 30. September 2012)

* konzernexterne börsennotierte oder vergleichbare Gesellschaft - Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen i.S.d. § 125 AktG (Stand: 30. September 2012)

Mandate des Aufsichtsrats

Prof. Dr. h.c. mult. Berthold Beitz, Essen Ehrenvorsitzender,

Vorsitzender des Kuratoriums der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung

——

——

Prof. Dr. Günter Vogelsang, Düsseldorf Ehrenvorsitzender

Dr. Gerhard Cromme, Essen Vorsitzender,

ehem. Vorsitzender des Vorstands der ThyssenKrupp AG

  • Ţ Axel Springer AG
  • Ţ Siemens AG (Vorsitz)
  • Compagnie de Saint-Gobain/Frankreich

Bertin Eichler, Frankfurt/Main

stellv. Vorsitzender,

Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall

  • Ţ BGAG Beteiligungsgesellschaft der Gewerkschaften GmbH (Vorsitz)
  • Ţ BMW AG

Martin Dreher, Heilbronn

(seit 10.08.2012) Einzelhandelskaufmann, Vorsitzender des Betriebsrats der ThyssenKrupp System Engineering GmbH, Vorsitzender der Betriebsrätearbeitsgemeinschaft der Business Area Plant Technology konzernintern:

Ţ ThyssenKrupp System Engineering GmbH

Markus Grolms, Frankfurt/Main

Gewerkschaftssekretär der IG Metall ——

Susanne Herberger, Dresden

Ingenieur (FH) für Informatik, Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats der ThyssenKrupp Aufzüge GmbH, Vorsitzende der Betriebsrätearbeitsgemeinschaft ThyssenKrupp Elevator Technology konzernintern:

Ţ ThyssenKrupp Elevator AG

Bernd Kalwa, Krefeld Dreher,

Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der ThyssenKrupp Nirosta GmbH, Vorsitzender der Betriebsrätearbeitsgemeinschaft ThyssenKrupp Inoxum konzernintern:

Ţ ThyssenKrupp Nirosta GmbH

Prof. Dr. Hans-Peter Keitel, Essen

Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e.V.

  • Ţ Deutsche Messe AG
  • Ţ Commerzbank AG
  • Ţ National-Bank AG
  • Heitkamp & Thumann Group (Mitglied des Beirats)
  • RAG-Stiftung (Mitglied des Kuratoriums)

Ernst-August Kiel, Blumenthal Schlosser,

Vorsitzender des Betriebsrats der Howaldtswerke-Deutsche Werft GmbH, Vorsitzender der Betriebsrätearbeitsgemeinschaft ThyssenKrupp Marine Systems

konzernintern:

  • Ţ Howaldtswerke-Deutsche Werft GmbH
  • Ţ ThyssenKrupp Marine Systems AG

Prof. Dr. Ulrich Lehner, Düsseldorf

Mitglied des Gesellschafterausschusses der Henkel AG & Co. KGaA

  • Ţ Deutsche Telekom AG (Vorsitz)
  • Ţ E.ON SE
  • Ţ Henkel Management AG
  • Ţ Porsche Automobil Holding SE
  • Dr. August Oetker KG (Mitglied des Beirats)
  • Henkel AG & Co. KGaA (Mitglied des Gesellschafterausschusses)
  • Novartis AG/Schweiz (Mitglied des Verwaltungsrats)

Ţ Mitgliedschaft in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten i.S.d. § 125 AktG (Stand: 30. September 2012)

  • Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen i.S.d. § 125 AktG (Stand: 30. September 2012)

216 | 217

Sabine Maaßen, Dinslaken

Justiziarin der IG Metall ——

Prof. Dr. Bernhard Pellens, Bochum

Professor für Betriebswirtschaft und Internationale Unternehmensrechnung an der Ruhr-Universität Bochum

– AKAFÖ – Akademisches Förderungswerk Bochum (Mitglied des Verwaltungsrats)

Peter Remmler, Wolfsburg

Kaufmann im Groß- und Außenhandel, Vorsitzender des Betriebsrats der ThyssenKrupp Schulte GmbH (Braunschweig), Vorsitzender der Betriebsrätearbeitsgemeinschaft ThyssenKrupp Materials Services konzernintern:

Ţ ThyssenKrupp Materials International GmbH

Dr. Kersten v. Schenck, Bad Homburg

Rechtsanwalt und Notar

  • Ţ Baumarkt Praktiker Deutschland GmbH (Vorsitz)
  • Ţ Praktiker AG (Vorsitz)

Carola Grafin v. Schmettow, Düsseldorf (seit 30.01.2012)

Mitglied des Vorstands

der HSBC Trinkaus & Burkhardt AG

  • HSBC Global Asset Management Deutschland GmbH (Vorsitzende des Aufsichtsrats)
  • Internationale Kapitalanlagegesellschaft mbH (Vorsitzende des Aufsichtsrats)
  • HSBC Trinkaus Investment Managers S.A./ Luxemburg

(Vorsitzende des Aufsichtsrats)

– HSBC Trinkaus & Burkhardt (International) S.A./Luxemburg (Mitglied des Aufsichtsrats)

Wilhelm Segerath, Duisburg

Karosserie- und Fahrzeugbauer, Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der ThyssenKrupp AG

Peer Steinbrück, Bonn

(bis 31.12.2012) Mitglied des Deutschen Bundestages, Bundesminister a.D.

– Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA

Christian Streiff, Paris

  • ehem. Präsident der PSA Peugeot Citroën S.A.
  • Bridgepoint Ltd./Großbritannien
  • Crédit Agricole S.A./Frankreich
  • Finmeccanica S.p.A./Italien
  • TI Automotive Ltd./Großbritannien

Jürgen R. Thumann, Düsseldorf

Vorsitzender des Beirats

  • der Heitkamp & Thumann Group
  • Ţ HanseMerkur Holding AG
  • Ţ HanseMerkur Krankenversicherung auf Gegenseitigkeit
  • Heitkamp & Thumann Group (Vorsitzender des Beirats)

Prof. Dr. Beatrice Weder di Mauro, Frankfurt/Main

Professorin für Volkswirtschaftslehre, Wirtschaftspolitik & Internationale Makroökonomik an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz

  • DEG Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH (Mitglied des Aufsichtsrats)
  • Roche AG/Schweiz (Mitglied des Verwaltungsrats)
  • UBS AG/Schweiz (Mitglied des Verwaltungsrats)

Klaus Wiercimok, Düsseldorf

——

Rechtsanwalt, Leiter des Departments Materials Services im Corporate Center Legal der ThyssenKrupp AG

Im Verlauf des Geschäftsjahres 2011/2012 sind Herr Thomas Schlenz und Herr Prof. Dr.-Ing. Ekkehard D. Schulz aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Sofern von diesen Herren zum Zeitpunkt ihres Ausscheidens aus dem Aufsichtsrat andere Mandate wahrgenommen wurden, sind diese im Folgenden aufgeführt:

Thomas Schlenz, Duisburg

(bis 31.07.2012)

Schichtmeister,

Mitglied des Vorstands der

ThyssenKrupp Steel Europe AG

  • PEAG Personalentwicklungs- und Arbeitsmarktagentur GmbH
  • Wisag Produktionsservice GmbH konzernintern:
  • Ţ ThyssenKrupp Materials International GmbH
  • Ţ ThyssenKrupp MillServices & Systems GmbH

Prof. Dr.-Ing. Ekkehard D. Schulz, Krefeld

(bis 31.12.2011) ehem. Vorsitzender des Vorstands der ThyssenKrupp AG

  • Ţ AXA Konzern AG
  • Ţ Bayer AG
  • Ţ MAN SE (stellv. Vorsitz)
  • Ţ RWE AG

Ţ Mitgliedschaft in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten i.S.d. § 125 AktG (Stand: 30. September 2012) - Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen i.S.d. § 125 AktG (Stand: 30. September 2012)

Glossar

B

Bramme kompakter Block aus Rohstahl als Vorprodukt für Bleche oder Bänder

Bruttoergebnis vom Umsatz

Umsatz abzüglich Umsatzkosten

C

Capital Employed

eingesetztes verzinsliches Kapital

Compliance

Oberbegriff für Maßnahmen zur Einhaltung von Recht, Gesetz und unternehmensinternen Richtlinien

Corporate Governance

Bezeichnung für verantwortliche, auf langfristige Wert-schöpfung ausgerichtete Unternehmensleitung und Unternehmenskontrolle

D

DAX

Deutscher Aktienindex, zusammengestellt von der Deutschen Börse. Der Index bildet die Wertentwicklung der 30 größten und umsatzstärksten deutschen Aktien ab, darunter auch der ThyssenKrupp Aktie.

DJ STOXX

Dow Jones STOXX 600, zusammengestellt vom Indexanbieter Stoxx Ltd. Abgebildet wird die Wertentwicklung von 600 Unternehmen aus 18 europäischen Ländern.

Dolose Handlung

Handlung, die vorsätzlich oder grob fahrlässig durch Täuschung, Verschleierung und Vertrauensmiss-brauch ein Unternehmen oder Dritte schädigt

E

EBIT Ergebnis vor Zinsen und Steuern

(Earnings before Interest, Taxes)

EBITDA

Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization)

EBT

Ergebnis vor Steuern (Earnings before Taxes)

Eigenkapitalquote

bilanzielles Eigenkapital : Bilanzsumme (je höher die Kennzahl, desto geringer der Verschuldungsgrad)

Emerging Markets

aufstrebende Märkte in Asien, Lateinamerika und Osteuropa

Entsprechenserklärung

Erklärung von Vorstand und Aufsichtsrat nach § 161 AktG zur Umsetzung der Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex

Erklärung zur Unternehmensführung

Erklärung einer Aktiengesellschaft nach § 289a HGB, die die Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat, die Entsprechenserklärung und Angaben zu wesentlichen Unternehmensführungspraktiken umfasst

Expatriate

Mitarbeiter, der im Rahmen einer internationalen Versetzung eine Tätigkeit in einer ThyssenKrupp Gesellschaft außerhalb seines Heimatlandes aufnimmt

F

Free Cash-Flow (vor Dividende)

Operating Cash-Flow abzüglich Cash-Flow aus Investitionstätigkeit

Free Float

Anteil, der in der Regel zur Gewichtung der ThyssenKrupp Aktie in Indizes wie DAX oder DJ STOXX herangezogen wird

FFO/Total Debt

im Wesentlichen Operating Cash-Flow vor Veränderung des Net Working Capital : Gesamtverschuldung (je höher die Kennzahl, desto besser die Tilgungskraft aus der operativen Geschäftstätigkeit). FFO steht für Funds From Operations.

G

Gearing

Netto-Finanzschulden : Eigenkapital

(je geringer die Kennzahl, desto höher der Eigenkapitalanteil am eingesetzten verzinslichen Kapital)

I

impact

Unternehmensprogramm zur Leistungssteigerung und Durchsetzung der Unternehmensstrategie

InnenƩnanzierungskraft

Operating Cash-Flow : Cash-Flow aus Investitionstätigkeit International Financial Reporting Standards (IFRS) Das international einheitliche Regelwerk für Rechnungslegungsvorschriften soll Unternehmensdaten besser vergleichbar machen. Nach EU-Verordnung müssen börsennotierte Unternehmen nach diesen Regeln bilanzieren und berichten.

K

Kapitalkostensatz

vorgegebener Mindestverzinsungsanspruch der Kapitalgeber

L

Long Term Incentiveplan (LTI)

langfristige variable Vergütung durch Wertrechte für Vorstandsmitglieder und weitere ausgewählte Führungskräfte

M

Matrixorganisation

Führungsstruktur eines Unternehmens, in der mehrere Dimensionen wie beispielsweise Geschäft, Funktion und Region abgebildet werden. Vorteile sind insbesondere intensivere Kommunikation und Kooperation zwischen den Mitarbeitern und erhöhte Flexibilität.

Mid Term Incentiveplan (MTI)

mittelfristige variable Vergütung durch Wertrechte für Vorstandsmitglieder und weitere ausgewählte Führungskräfte

N

Net Working Capital Netto-Umlaufvermögen

O

Oberƪächenveredelung

Korrosionsschutz bei Qualitätsstahl durch Beschichten mit metallischen oder organischen Überzügen

Operating Cash-Flow

Zufluss/Abfluss von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten außerhalb der Investitions-, Desinvestitions- oder Finanzierungstätigkeit

R

Rating

Ratings dienen der Beurteilung der zukünftigen Fähigkeit eines Unternehmens zur pünktlichen und vollständigen Erfüllung seiner Zahlungsverpflichtungen und ergeben sich aus der Analyse quantitativer und qualitativer Faktoren. ROCE

Rentabilität des eingesetzten verzinslichen Kapitals (Return on Capital Employed)

S

Supply-Chain-Management

integrierte Planung, Steuerung und Kontrolle aller in einer Lieferkette auftretenden logistischen Aktivitäten

SWOT-Analyse

Instrument zur Situationsanalyse und zur Strategiefindung. Es vereint eine Stärken-Schwächen-Analyse und eine Chancen-Risiken-Analyse. SWOT steht für Strengths, Weaknesses, Opportunities und Threats.

synergize+

Programm zur konzernweiten Steuerung aller Einkaufsaktivitäten. Es ist Teil der Performace-Initiative von impact.

T

ThyssenKrupp Value Added (TKVA)

zentrale Steuerungskennzahl für wertorientiertes Management, die das Ergebnis vor Zinsen und Steuern mit den Kapitalkosten vergleicht

U

Umschlagsdauer Vorräte

Vorräte : Umsatz, multipliziert mit 360 (je niedriger die Kennzahl, desto schneller der Vorratsumschlag)

W

Weißblech

dünnes Stahlblech für die Verpackungsindustrie, dessen Oberfläche elektrolytisch mit Zinn oder Chrom beschichtet wurde

Z

Zahlungsziel Debitoren

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen: Umsatz, multipliziert mit 360 (je niedriger die Kennzahl, desto schneller bezahlen die Kunden)

Stichwortverzeichnis

A

Absatz 62
Absatzmärkte 55, 62, 100
Abkürzungen 225
Abschlussprüfung 190, 213
Aktie 35
Aktienkurs 36
Aktienkursorientierte Vergütung 31, 156
Aktionärsstruktur 37
Altersvorsorge 95, 158
Analystenempfehlungen 37
Anhang 128
Anteilsbesitz 194
Arbeitssicherheit 94
Aufsichtsrat 06
Auftragseingang 57
Ausbildung 94
Ausblick 98
Ausschüsse des Aufsichtsrats 07, 09

B

Bereinigtes EBIT 58
Bericht des Aufsichtsrats 08
Bestätigungsvermerk 213
Bilanz 123
Bilanzstruktur 86
Bonus 29
Börsenwert/Marktkapitalisierung 35
Branchenkonjunktur 53, 99
Brief an die Aktionäre
Bruttoinlandsprodukt 53, 98
Business Areas 67, 180

C

Cash-Flow 83, 127
Chancenbericht 102
Change Management 44
Compliance 23, 110
Components Technology 73
Corporate ThyssenKrupp AG 75
Corporate-Governance-Bericht 22

D

Definition EBIT 48
Desinvestitionen 43
Diversity/Vielfalt 96
Dividendenpolitik 37

E

Eigenkapital 154
Eigenkapitalveränderungsrechnung 126
Einkauf 64
Elevator Technology 70
Emissionshandel 66
Energie 66
Entsprechenserklärung 14
Ergebnis 58, 100
Ergebnis je Aktie 189
Erklärung zur Unternehmensführung 27, 117

F

Finanzierung 49, 80, 101
Finanzinstrumente 170
Finanzkalender 227
Finanzschulden 82
Finanzwirtschaftliche Risiken 107
Finanz- und Vermögenslage 80
Fixum 28
Forschung und Entwicklung 91, 101
Frauenanteil 25
Free Float 37
Führungskräfteentwicklung 95

G

Geschäftsverlauf 56
Gesellschaftliches Engagement 97
Gesamtergebnisrechnung 125
Gewinn- und Verlustrechnung 124
Glossar 222
Grundkapital 155

H

Hochschulpräsenz 94
I
IFRS 128
impact 47
Immaterielle Vermögenswerte 146
Industrial Solutions 114
Innovationen 91, 101
Inoxum 43, 77
Investitionen 80
Investor Relations 37
Kontroll- und Risikomanagementsystem
im Rechnungslegungsprozess 106

K

Kapitalflussrechnung 127
Kennzahlen zur Aktie 35
Klimaschutz 97
Konjunktur 52, 98
Konsolidierung 128
Kontakt 227
Konzernabschluss 121
Konzernlagebericht 39
Konzernmarke 62
Kundengruppen 63
Kursentwicklung 35
L
Leistungsprofil 41
Leitbild 44
Liquiditätsplanung 85, 101
Long Term Incentiveplan 28

M

220
219
74
62
64
69
45
217
25
61, 93

N

Nachhaltigkeit 90
Nachtragsbericht 97
Netto-Finanzschulden 82

O

Organisationsstruktur 41

P

Pensionen 29, 158
Performance-Orientierung 45
Personalaufwand 93
Plant Technology 72
Prognosen 98

R

Rating 86
Rechnungslegungs-Grundsätze 128
Rechtliche Risiken 110, 168
Regionen 62
Risikobericht 104
Risikomanagement 104

S

Sachanlagen 149
Sachinvestitionen 80
Schienenkartell 111
Stainless Global 77
Steel Americas 76
Steel Europe 67
Strategische Weiterentwicklung 42

T

Tabellen- und Grafikenverzeichnis 226
Tantieme 28
Termine 227
ThyssenKrupp Academy 96
ThyssenKrupp PerspActive 95
ThyssenKrupp Value Added (TKVA) 47, 59
Tochterunternehmen 194

U

Übernahmerechtliche Angaben 117
Umsatz 57
Umweltschutz 97
Unternehmenssteuerung 47

V

Vergütung des Aufsichtsrats 33
Vergütung des Vorstands 30
Vergütungsbericht 27
Versicherung der gesetzlichen Vertreter 214
Vielfalt/Diversity 96
Vorräte 152
Vorstand 05

W

Währungsumrechnung 129
Wertberichtigungen 77
Wertorientiertes Management 47
Z
Zusammenfassende Bewertung 49

220 | 221

Abkürzungsverzeichnis

A
AktG
Aktiengesetz
B
BIC

Brasilien, Indien, China BRIC Brasilien, Russland, Indien, China C CESR Committee of European Securities Regulators CGU Cash Generating Unit CO2 Kohlendioxid D

DAX
Deutscher Aktienindex
DEHSt
Deutsche Emissionshandelsstelle
DJ STOXX
Dow Jones STOXX
DRS
Deutscher Rechnungslegungsstandard
DSR
Deutscher Standardisierungsrat
E
EMS
Energiemanagementsystem
EPS

Earnings per Share

F FFO/TD

Funds From Operations/Total Debt

H

HGB Handelsgesetzbuch

I

IAS International Accounting Standards

IASB

International Accounting Standards Board

IFRIC

International Financial Reporting InterpretationsCommittee

bzw. Interpretation des IFRIC

IFRS

International Financial Reporting Standards IT

Informationstechnologie

L

LTI Long Term Incentiveplan

M

MitbestG

Mitbestimmungsgesetz

MTI Mid Term Incentiveplan

N

NE-Metall Nichteisenmetall (z.B. Aluminium)

O

OTC Over-the-counter, im Finanzwesen außerbörslicher Handel zwischen Finanzmarktteilnehmern

R ROCE

Return on Capital Employed

S SPE

Special Purpose Entity

T

Tsd € 1.000 € TKVA ThyssenKrupp Value Added

V

VorstAG Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung

W

WACC Weighted Average Cost of Capital WpHG

Wertpapierhandelsgesetz

7DEHOOHQXQG*UDƩNHQYHU]HLFKQLV

Fakten – ThyssenKrupp im Überblick 2011/2012

Konzern in Zahlen 2/3
Umsatz 5
Mitarbeiter 5
Innovationen weltweit 7
Aktie 12
Aktionärsstruktur nach Anlegergruppen 13
Finanztermine 15
An unsere Aktionäre
Corporate-Governance-Bericht
Vergütung des Vorstands 30
Vergütung des Aufsichtsrats 33
Vergütung aus konzerninternen Aufsichtsratsmandaten 34
ThyssenKrupp Aktie
Kennzahlen zur ThyssenKrupp Aktie 35
Entwicklung der ThyssenKrupp Aktie 36
Höchst- und Tiefstkurse der ThyssenKrupp Aktie 36
Analystenempfehlungen für die ThyssenKrupp Aktie 37
Konzernlagebericht
ProƩl und Strategie
Geschäftschancen für ThyssenKrupp 42
ThyssenKrupp – Strategische Weiterentwicklung 43
Berechnung des ThyssenKrupp Value Added (TKVA) 47
Zusammenfassende Beurteilung des Vorstands
Kennziffern 50
Ertragslage des Konzerns
Bruttoinlandsprodukt 2011, 2012 53
Entwicklung in wichtigen Absatzmärkten 55
Fortgeführte Aktivitäten ThyssenKrupp in Zahlen 56
Auftragseingang nach Business Areas 57

Umsatz nach Business Areas 57 Bereinigtes EBIT nach Business Areas 58 Sondereffekte der fortgeführten Aktivitäten 59 ThyssenKrupp Value Added (TKVA) nach Business Areas 59 Umsatz nach Absatzgebieten 62 Umsatz nach Kundengruppen 63 Materialaufwand nach Business Areas 64 Materialaufwand der Business Areas in % des Umsatzes 64 Eisenerzpreise 65

Ertragslage der Business Areas Steel Europe in Zahlen 67 Auftragseingang/Bereinigtes EBIT Steel Europe 68 Materials Services in Zahlen 69 Auftragseingang/Bereinigtes EBIT Materials Services 69 Elevator Technology in Zahlen 70 Auftragseingang/Bereinigtes EBIT Elevator Technology 71 Plant Technology in Zahlen 72 Auftragseingang/Bereinigtes EBIT Plant Technology 72 Components Technology in Zahlen 73 Auftragseingang/Bereinigtes EBIT Components Technology 74 Marine Systems in Zahlen 74 Auftragseingang/Bereinigtes EBIT Marine Systems 75 Steel Americas in Zahlen 76 Auftragseingang/Bereinigtes EBIT Steel Americas 76 Stainless Global in Zahlen 77 Auftragseingang/Bereinigtes EBIT Stainless Global 79 Finanz- und Vermögenslage Investitionen nach Business Areas 80 Entwicklung der Netto-Finanzschulden 2011/2012 82 Netto-Finanzschulden 83 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 84 Ratings 86 NichtƩnanzielle Leistungsindikatoren Forschung und Enwicklung 93 Personalaufwand 93 Mitarbeiter nach Regionen 93 Mitarbeiter nach Business Areas 94 Arbeitsunfälle 94 Laufende Umweltschutzaufwendungen 2011/2012 in % 97 Laufende Umweltschutzaufwendungen 2011/2012 in Mio € 97 Voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichenChancen und Risiken Bruttoinlandsprodukt 2012, 2013 98 Prognosen zur Entwicklung in wichtigen Absatzmärkten 100 Chancen- und Risiko-Reporting bei ThyssenKrupp 106

Kontakte und Termine 2013 / 2014

Für Fragen stehen Ihnen folgende Ansprechpartner zur Verfügung:

Corporate Communications

Telefon (0201) 844-536043 Telefax (0201) 844-536041 E-Mail [email protected]

Investor Relations

E-Mail [email protected]

Institutionelle Investoren und Analysten

Telefon (0201) 844-536464 Telefax (0201) 8456-531000

Privatanleger

Infoline 01802 252 252 (0,06 € pro Gespräch) Telefax (0201) 8456-531000

Anschrift

ThyssenKrupp AG ThyssenKrupp Allee 1, 45143 Essen Postfach, 45063 Essen Telefon (0201) 844-0 Telefax (0201) 844-536000 E-Mail [email protected] www.thyssenkrupp.com

Zukunftsbezogene Aussagen

Dieser Bericht enthält zukunftsbezogene Aussagen, die auf aktuellen Einschätzungen des Managements über künftige Entwicklungen beruhen. Solche Aussagen unterliegen Risiken und Unsicherheiten, die außerhalb der Möglichkeiten von ThyssenKrupp bezüglich einer Kontrolle oder präzisen Einschätzung liegen, wie beispielsweise das zukünftige Marktumfeld und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, das Verhalten der übrigen Marktteilnehmer, die erfolgreiche Integration von Neuerwerben und Realisierung der erwarteten Synergieeffekte sowie Maßnahmen staatlicher Stellen. Sollten einer dieser oder andere Unsicherheitsfaktoren und Unwägbarkeiten eintreten oder sollten sich die Annahmen, auf denen diese Aussagen basieren, als unrichtig erweisen, könnten die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den in diesen Aussagen explizit genannten oder implizit enthaltenen Ergebnissen abweichen. Es ist von ThyssenKrupp weder beabsichtigt, noch übernimmt ThyssenKrupp eine gesonderte Verpflichtung, zukunftsbezogene Aussagen zu aktualisieren, um sie an Ereignisse oder Entwicklungen nach dem Datum dieses Berichts anzupassen.

Rundungen und Veränderungsraten

Bei Prozentangaben und Zahlen in diesem Bericht können Rundungsdifferenzen auftreten. Die Vorzeichenangabe der Veränderungsraten richtet sich nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten: Verbesserungen werden mit Plus (+) bezeichnet, Verschlechterungen mit Minus (Ɲ). Bei sehr hohen positiven bzw. negativen Veränderungsraten (Ʀ 1.000 % bzw. ƥ Ɲ100 %) wird die Veränderungsrichtung durch ++ bzw. ƝƝ angezeigt.

Termine 2013/2014

18. Januar 2013 Ordentliche Hauptversammlung

12. Februar 2013

Zwischenbericht 1. Quartal 2012/2013 (Oktober bis Dezember) Telefonkonferenz mit Analysten und Investoren

15. Mai 2013

Zwischenbericht 1. Halbjahr 2012/2013 (Oktober bis März) Telefonkonferenz mit Analysten und Investoren

14. August 2013

Zwischenbericht 9 Monate 2012/2013 (Oktober bis Juni) Telefonkonferenz mit Analysten und Investoren

21. November 2013

Bilanzpressekonferenz Analysten- und Investorenkonferenz

17. Januar 2014

Ordentliche Hauptversammlung

Abweichungen aus technischen Gründen

Aus technischen Gründen (z.B. Umwandlung von elektronischen Formaten) kann es zu Abweichungen zwischen den in diesem Geschäftsbericht enthaltenen und den zum elektronischen Bundesanzeiger eingereichten Rechnungslegungsunterlagen kommen. In diesem Fall gilt die zum elektronischen Bundesanzeiger eingereichte Fassung als die verbindliche Fassung.

Der Geschäftsbericht liegt ebenfalls in englischer Übersetzung vor; bei Abweichungen geht die deutsche Fassung des Geschäftsberichts der englischen Übersetzung vor.

Der Geschäftsbericht steht in beiden Sprachen in Internet zum Download bereit – unter www.thyssenkrupp.com. Darüber hinaus wird dort eine mediengerecht aufbereitete, interaktive Online-Version des Geschäftsberichts angeboten.

Weitere Exemplare schicken wir Ihnen auf Anfrage gerne kostenlos zu: Telefon (0201) 844-536367 und (0201) 844-538382 Telefax (0201) 8456-531000 E-Mail [email protected]