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TAKKT AG — Annual Report 2017
May 11, 2018
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Annual Report
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TAKKT AG
Stuttgart
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2017 bis zum 31.12.2017
ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT
Im zusammengefassten Lagebericht werden der Konzernlagebericht des TAKKT-Konzerns für das Geschäftsjahr 2017 und der Lagebericht des nach dem deutschen Handelsrecht erstellten Einzelabschlusses der TAKKT AG gemäß §§ 315 Abs. 5 und 298 Abs. 2 HGB in einer geschlossenen Darstellung zusammengefasst. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die Unternehmensstrategie gelten gleichermaßen für die TAKKT AG und den TAKKT-Konzern. Der Geschäftsverlauf, die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage sowie die Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung der TAKKT AG werden weitestgehend durch den TAKKT-Konzern bestimmt.
Der Jahresabschluss der TAKKT AG, der Konzernabschluss des TAKKT-Konzerns und der zusammengefasste Lagebericht für das Geschäftsjahr 2017 werden im Bundesanzeiger gemeinsam veröffentlicht.
Der Jahresabschluss der TAKKT AG sowie der Konzernabschluss des TAKKT-Konzerns für das Geschäftsjahr 2017 stehen auch im Internet unter http://www.takkt.de zur Verfügung.
Bilanz in TEUR
der TAKKT AG, Stuttgart
Aktiva
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| Anhang | 31.12.2017 | 31.12.2016 | |
|---|---|---|---|
| Immaterielle Vermögensgegenstände | (1) | 2 | 6 |
| Sachanlagen | (1) | 1.314 | 410 |
| Finanzanlagen | (1) | 562.382 | 559.382 |
| Anlagevermögen | 563.698 | 559.798 | |
| Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | (2) | 41.934 | 57.248 |
| Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten | 2 | 2 | |
| Umlaufvermögen | 41.936 | 57.250 | |
| Rechnungsabgrenzungsposten | (3) | 34 | 8 |
| Bilanzsumme | 605.668 | 617.056 | |
| Passiva | |||
| Anhang | 31.12.2017 | 31.12.2016 | |
| Gezeichnetes Kapital | (4) | 65.610 | 65.610 |
| Kapitalrücklage | 215.600 | 215.600 | |
| Gewinnrücklagen | (5) | 121.000 | 89.000 |
| Bilanzgewinn | (6) | 72.852 | 73.069 |
| Eigenkapital | 475.062 | 443.279 | |
| Rückstellungen | (7) | 22.745 | 25.291 |
| Verbindlichkeiten | (8) | 107.861 | 148.486 |
| Bilanzsumme | 605.668 | 617.056 |
Gewinn- und Verlustrechnung in TEUR
der TAKKT AG, Stuttgart
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| Anhang | 2017 | 2016 | |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | (9) | 2.374 | 2.476 |
| Sonstige betriebliche Erträge | (10) | 1.238 | 609 |
| Personalaufwand | (11) | 8.715 | 9.184 |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | 130 | 120 | |
| Betriebliche Steuern | 3 | 3 | |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | (12) | 6.842 | 6.669 |
| - 12.078 | - 12.891 | ||
| Beteiligungsergebnis | (13) | 88.411 | 90.136 |
| Zinsergebnis | (14) | - 812 | - 369 |
| Jahresüberschuss vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 75.521 | 76.876 | |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | (15) | 7.652 | 5.621 |
| Jahresüberschuss | 67.869 | 71.255 | |
| Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 36.983 | 32.814 | |
| Einstellung in andere Gewinnrücklagen | - 32.000 | - 31.000 | |
| Bilanzgewinn | 72.852 | 73.069 |
Anhang ZUM 31. DEZEMBER 2017
1. ALLGEMEINE ANGABEN
BILANZIERUNGSVORSCHRIFTEN
Der Jahresabschluss der TAKKT AG, Stuttgart (Amtsgericht Stuttgart, HRB 19962) zum 31. Dezember 2017 wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) für große Kapitalgesellschaften aufgestellt.
Zur besseren Übersicht sind in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung verschiedene Positionen zusammengefasst. Diese werden im Anhang ausführlich dargestellt. Darstellung, Gliederung und Ansatz und Bewertung des Jahresabschlusses entsprechen den Vorjahresgrundsätzen. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.
BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN
Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige kumulierte Abschreibungen, bewertet. Die Abschreibungen werden linear über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von fünf Jahren vorgenommen.
Das Sachanlagevermögen ist mit den aktivierungspflichtigen Anschaffungs-/Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen erfolgen über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von in der Regel 3 bis 15 Jahren und werden nach der linearen Methode vorgenommen. Abnutzbare bewegliche geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten von EUR 150 bis EUR 1.000 werden gemäß § 6 Abs. 2 a Einkommensteuergesetz (EStG) in einen Sammelposten eingestellt und linear über einen Zeitraum von fünf Jahren abgeschrieben.
Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen erfolgt mittels einer Discounted Cashflow-Berechnung auf Basis einer mehrjährigen Planung. Wesentliche Planungsannahmen betreffen das zugrunde gelegte Umsatzwachstum sowie die Ergebnismarge und das Wachstum der ewigen Rente. Die tatsächlichen zukünftigen Werte können von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen.
Soweit die Buchwerte des Anlagevermögens über dem Wert liegen, der ihnen am Bilanzstichtag beizulegen ist, werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Stellt sich in einem späteren Geschäftsjahr heraus, dass die Gründe hierfür nicht mehr bestehen, so wird der Betrag dieser Abschreibungen im Umfang der Werterhöhung unter Berücksichtigung der Abschreibungen, die inzwischen vorzunehmen gewesen wären, zugeschrieben.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zu Nennwerten angesetzt.
Die Pensionsverpflichtungen werden nach anerkannten versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck) nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ermittelt. Zukünftig erwartete Entgelt- und Rentensteigerungen werden bei der Ermittlung der Verpflichtung berücksichtigt. Dabei wird derzeit von jährlichen Anpassungen von 2,50 Prozent (2,50 Prozent) bei den Entgelten und von 1,50 Prozent (1,50 Prozent) bei den Renten ausgegangen. Die Bewertung berücksichtigt allgemeine Fluktuationswahrscheinlichkeiten, die in Abhängigkeit von Alter und Dienstzeit ermittelt wurden.
Bei der Festlegung des laufzeitkongruenten Rechnungszinssatzes wurde in Anwendung des Wahlrechts nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB bei der Abzinsung pauschal eine durchschnittliche Restlaufzeit von 15 Jahren unterstellt.
Der Rechnungszinssatz zum 31.12.2017 basiert auf dem von der Deutschen Bundesbank ermittelten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre und beträgt 3,68 Prozent (4,01 Prozent).
Vermögensgegenstände, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen, unbelastet und insolvenzsicher sind sowie ausschließlich zur Erfüllung von Schulden aus Pensionsverpflichtungen dienen (Deckungsvermögen), werden gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB unmittelbar mit den korrespondierenden Schulden verrechnet. Das Deckungsvermögen ist mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Dieser entspricht gemäß § 255 Abs. 4 Satz 1 HGB dem Zeitwert der Wertpapierfondsanteile zum 31. Dezember 2017.
Die übrigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind in Höhe der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbeträge angesetzt. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichend objektivierte Hinweise für deren Eintritt vorliegen.
Die Performance Cash Pläne als erfolgsabhängige Vergütungskomponenten der Vorstände werden jährlich neu aufgelegt und in Abhängigkeit der Zielerreichung nach einer Laufzeit von vier Jahren ausbezahlt. Die Höhe der Auszahlung hängt von der Entwicklung des Total Shareholder Return (TSR, Gesamtrendite der TAKKT-Aktie unter Berücksichtigung der ausgezahlten Dividenden) und der Höhe des kumulierten TAKKT Value Added (TVA) über die vierjährige Laufzeit ab. Wesentliche Planungsannahmen betreffen daher die Entwicklung des TSR und TVA über die jeweilige Restlaufzeit. Die tatsächlichen zukünftigen Werte können von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen.
Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre, der von der Deutschen Bundesbank zum Bilanzstichtag ermittelt wird, abgezinst. Die Gesellschaft hat aus Wesentlichkeitsgründen auf eine Passivierung der Verpflichtung aus Jubiläumszuwendungen anlässlich zehnjähriger Dienstjubiläen verzichtet. Die Rückstellungen für Altersteilzeit werden unter Zugrundelegung des Teilzeitgehalts, des Aufstockungsbetrags und des Arbeitgeberanteils zur Sozialversicherung bemessen.
Die Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag bilanziert.
WÄHRUNGSUMRECHNUNG
Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit über einem Jahr erfolgt die Einbuchung mit dem Wechselkurs zum Zeitpunkt des Entstehens. Bei Wechselkursänderungen bis zum Bilanzstichtag erfolgt die Folgebewertung grundsätzlich zum Wechselkurs des Bilanzstichtags unter der Beachtung des Niederstwertprinzips auf der Aktiv- und des Höchstwertprinzips auf der Passivseite, soweit keine Bewertungseinheit mit Sicherungsgeschäften besteht. Für die Fremdwährungsforderungen bzw. -verbindlichkeiten, für die Bewertungseinheiten gebildet wurden, wurde für Konzerndarlehen die sogenannte Durchbuchungsmethode und für zukünftige Leistungen die Einfrierungsmethode angewendet.
2. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ
(1) Anlagevermögen in TEUR
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| Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Stand am 01.01.2017 | Zugänge | Abgänge | Stand am 31.12.2017 | Stand am 31.12.2016 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögensgegenstände | |||||
| Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte | 139 | 0 | 0 | 139 | 139 |
| 139 | 0 | 0 | 139 | 139 | |
| Sachanlagen | |||||
| Einbauten in gemieteten Räumen | 129 | 3 | 0 | 132 | 129 |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 1.467 | 231 | 192 | 1.505 | 1.467 |
| Anzahlungen für Geschäftsausstattung | 36 | 819 | 0 | 855 | 36 |
| 1.632 | 1.053 | 192 | 2.492 | 1.632 | |
| Finanzanlagen | |||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 476.885 | 3.000 | 0 | 479.885 | 476.885 |
| Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 82.500 | 0 | 0 | 82.500 | 82.500 |
| 559.385 | 3.000 | 0 | 562.385 | 559.385 | |
| 561.156 | 4.053 | 192 | 565.016 | 561.156 |
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| Kumulierte Abschreibungen | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Stand am 01.01.2017 | Zugänge | Abgänge | Stand am 31.12.2017 | Stand am 31.12.2016 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögensgegenstände | |||||
| Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte | 133 | 4 | 0 | 137 | 133 |
| 133 | 4 | 0 | 137 | 133 | |
| Sachanlagen | |||||
| Einbauten in gemieteten Räumen | 120 | 4 | 0 | 124 | 120 |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 1.102 | 121 | 169 | 1.054 | 1.102 |
| Anzahlungen für Geschäftsausstattung | |||||
| 1.222 | 125 | 169 | 1.178 | 1.222 | |
| Finanzanlagen | |||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 3 | 0 | 0 | 3 | 3 |
| Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 3 | 0 | 0 | 3 | 3 | |
| 1.358 | 129 | 169 | 1.318 | 1.358 |
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| Nettobuchwerte | ||
|---|---|---|
| Stand am 31.12.2017 | Stand am 31.12.2016 | |
| --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte | 2 | 6 |
| 2 | 6 | |
| Sachanlagen | ||
| Einbauten in gemieteten Räumen | 8 | 9 |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 451 | 365 |
| Anzahlungen für Geschäftsausstattung | 855 | 36 |
| 1.314 | 410 | |
| Finanzanlagen | ||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 479.882 | 476.882 |
| Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 82.500 | 82.500 |
| 562.382 | 559.382 | |
| 563.697 | 559.798 |
In den Finanzanlagen sind die Anteile und die Ausleihungen an verbundene Unternehmen ausgewiesen. In den Anteilen an verbundenen Unternehmen sind die Beteiligungen an den Firmen KAISER+KRAFT EUROPA GmbH, VHZ Versandhandelszentrum Pfungstadt GmbH, Ratioform Holding GmbH, TAKKT America Holding Inc., TAKKT Beteiligungsgesellschaft mbH, sowie der in 2017 neu erworbenen Mydisplays GmbH ausgewiesen. Bei den Ausleihungen an verbundene Unternehmen handelt es sich um zwei langfristige Konzerndarlehen an die KAISER+KRAFT EUROPA GmbH und an die Ratioform Holding GmbH.
(2) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände in TEUR
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| 2017 | 2016 | |
|---|---|---|
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 39.188 | 54.903 |
| Sonstige Vermögensgegenstände | 2.746 | 2.345 |
| 41.934 | 57.248 |
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen beinhalten im Wesentlichen kurzfristige Mittelaufnahmen der Konzerngesellschaften bei der TAKKT AG sowie Forderungen aus Ergebnisabführungsverträgen mit Konzerngesellschaften. Unter den Sonstigen Vermögensgegenständen sind Steuerforderungen in Höhe von TEUR 2.643 (TEUR 2.006) enthalten. Die Erhöhung gegenüber dem Vorjahr ergibt sich im Wesentlichen aus dem Erstattungsanspruch der Körperschaftsteuer 2017.
(3) Rechnungsabgrenzungsposten
Der Posten enthält im Wesentlichen abgegrenzte Ausgaben für eine Softwaremiete. Die Auflösung erfolgt anteilig über die Laufzeit der Softwarenutzung.
Aktive latente Steuern wurden in Ausübung des Wahlrechts von § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht aktiviert. Temporäre und quasi-permanente Differenzen zwischen dem handels- und steuerbilanziellen Ansatz bestehen insbesondere bei den Pensionsrückstellungen und den sonstigen Rückstellungen. Steuerliche Verlustvorträge sind nicht vorhanden.
(4) Gezeichnetes Kapital
Das Grundkapital der TAKKT AG beträgt unverändert EUR 65.610.331. Es entspricht 65.610.331 auf den Inhaber lautenden Stückaktien. Von der durch die Hauptversammlung vom 06. Mai 2014 erteilten Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien hat der Vorstand im Geschäftsjahr 2017 keinen Gebrauch gemacht. Der Vorstand der TAKKT AG ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 06. Mai 2014 ermächtigt, das Grundkapital bis zum 05. Mai 2019 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien einmalig oder mehrmals unter Berücksichtigung des Bezugsrechts der Aktionäre um bis zu insgesamt EUR 32.805.165,00 zu erhöhen. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen, soweit dies zum Ausgleich von freien Spitzenbeträgen erforderlich ist.
(5) Gewinnrücklagen
Im laufenden Geschäftsjahr wurden TEUR 32.000 (TEUR 31.000) in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt.
(6) Bilanzgewinn in TEUR
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| 2017 | 2016 | |
|---|---|---|
| Bilanzgewinn Vorjahr | 73.069 | 65.619 |
| Ausschüttung einer Dividende | -36.086 | - 32.805 |
| Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 36.983 | 32.814 |
| Jahresüberschuss | 67.869 | 71.255 |
| Einstellung in anderen Gewinnrücklagen | -32.000 | - 31.000 |
| Bilanzgewinn | 72.852 | 73.069 |
Aus der Abzinsung der Rückstellungen für Pensionen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre (im Vergleich zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre) ergibt sich zum Bilanzstichtag ein Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 2.364. Dieser ist nach § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB ausschüttungsgesperrt.
(7) Rückstellungen in TEUR
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| 2017 | 2016 | |
|---|---|---|
| Rückstellungen für Pensionen | 15.050 | 13.683 |
| Steuerrückstellungen | 639 | 3.233 |
| Sonstige Rückstellungen | 7.056 | 8.375 |
| 22.745 | 25.291 |
Die Steuerrückstellungen umfassen im Geschäftsjahr im Wesentlichen noch Verpflichtungen aus 2016.
Die Sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für Personalaufwendungen in Höhe von TEUR 5.023 (TEUR 6.794), ausstehende Rechnungen in Höhe von TEUR 411 (TEUR 228), Aufsichtsratsvergütungen in Höhe von TEUR 386 (TEUR 386), Geschäftsberichtskosten in Höhe von TEUR 94 (TEUR 92), Hauptversammlungskosten in Höhe von TEUR 119 (TEUR 113) sowie Rechts- und Beratungskosten in Höhe von TEUR 262 (TEUR 39).
Für den Bilanzausweis der Rückstellungen für Pensionen wird der Barwert der Pensionsverpflichtung mit dem Deckungsvermögen am Bilanzstichtag, wie in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt, saldiert.
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| 2017 | 2016 | |
|---|---|---|
| Pensionsverpflichtung (Barwert) | 15.317 | 13.683 |
| Deckungsvermögen (beizulegender Zeitwert) | 267 | 0 |
| Rückstellungen für Pensionen | 15.050 | 13.683 |
Die historischen Anschaffungskosten des Deckungsvermögens betragen TEUR 260 (TEUR 0).
(8) Verbindlichkeiten in TEUR
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| Stand am 31.12.2017 | Restlaufzeit bis 1 Jahr | Restlaufzeit von 1 bis 5 Jahre | Restlaufzeit über 5 Jahre | Stand am 31.12.2016 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 4.000 | 0 | 4.000 | 0 | 28.514 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 442 | 442 | 0 | 0 | 313 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 99.271 | 99.271 | 0 | 0 | 111.835 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 4.148 | 136 | 4.012 | 0 | 7.824 |
| 107.861 | 99.849 | 8.012 | 0 | 148.486 |
In den Sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten aus Lohnsteuern in Höhe von TEUR 120 (TEUR 110) und der Erfüllungsbetrag der von Mitarbeitern gezeichneten TAKKT-Performance Bonds in Höhe von TEUR 4.012 (TEUR 2.461) enthalten.
Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen branchenübliche Eigentumsvorbehalte an den gelieferten Gegenständen. Bei der Position Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich im Wesentlichen um kurzfristige Mittelaufnahmen der TAKKT AG gegenüber Konzern- und Verbundunternehmen.
3. ERLÄUTERUNG ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach § 275 Abs. 2 HGB nach dem Gesamtkostenverfahren mit folgenden Ausnahmen gegliedert:
| ― | Die Position Personalaufwand (§ 275 Abs. 2 Nr. 6 HGB) wird nicht in die Unterpositionen Löhne und Gehälter (§ 275 Abs. 2 Nr. 6 a) HGB) und Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung (§ 275 Abs. 2 Nr. 6 b) HGB) aufgegliedert. |
| ― | Statt § 275 Abs. 2 Nr. 19 HGB Sonstige Steuern wird die Bezeichnung Betriebliche Steuern verwendet und diese Position in der Reihenfolge vor der Position Sonstige betriebliche Aufwendungen ausgewiesen. |
| ― | Statt § 275 Abs. 2 Nr. 11 und Nr. 13 HGB Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge bzw. Zinsen und ähnliche Aufwendungen wird die Position Zinsergebnis verwendet. |
(9) Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse beinhalten im Wesentlichen Erträge aus Umlagen von verbundenen Unternehmen für Mieten sowie Betriebs- und Verwaltungskosten.
(10) Sonstige betriebliche Erträge
Die Sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 977 (TEUR 380), im Geschäftsjahr im Wesentlichen aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 949 (TEUR 324).
(11) Personalaufwand in TEUR
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| 2017 | 2016 | |
|---|---|---|
| Gehälter | 6.670 | 8.305 |
| Soziale Abgaben | 526 | 441 |
| Aufwendungen für Altersversorgung | 1.519 | 438 |
| 8.715 | 9.184 |
Der Rückgang der Gehälter ist im Wesentlichen auf geringere Aufwendungen für Tantiemen zurückzuführen. Die Aufwendungen für Altersversorgung waren im Vorjahr von der Umstellung des anzuwendenden Zinssatzes stark beeinflusst.
(12) Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die Sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten u. a. Mieten, Betriebs- und Verwaltungskosten sowie Rechts- und Beratungskosten. Zudem sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 20 (TEUR 5) ausgewiesen. Weiterhin sind Kursverluste in Höhe von TEUR 27 (TEUR 384) enthalten.
(13) Beteiligungsergebnis
Das Beteiligungsergebnis beinhaltet die Gewinnabführung der KAISER+KRAFT EUROPA GmbH in Höhe von TEUR 53.703 (TEUR 52.101), die Gewinnabführung der Ratioform Holding GmbH in Höhe von TEUR 6.589 (TEUR 8.784), die Gewinnabführung der VHZ Versandhandelszentrum Pfungstadt GmbH in Höhe von TEUR 0 (TEUR 2.319) sowie die Ausschüttung der TAKKT America Holding Inc. in Höhe von TEUR 28.119 (TEUR 26.932). Das Ergebnis der VHZ Versandhandelszentrum Pfungstadt GmbH von 2017 wurde nicht an die TAKKT AG abgeführt.
(14) Zinsergebnis in TEUR
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| 2017 | 2016 | |
|---|---|---|
| Zinsen und ähnliche Erträge | ||
| - von verbundenen Unternehmen | 2.056 | 2.151 |
| - von Fremden | 9 | 680 |
| 2.065 | 2.831 | |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | ||
| - an verbundene Unternehmen | -122 | -195 |
| - an Fremde | - 2.215 | - 2.499 |
| - Zinsanteil Zuführung Pensionsrückstellungen | - 540 | - 506 |
| - 2.877 | -3.200 | |
| - 812 | -369 |
Bei den Zinsen und ähnlichen Erträgen von Fremden handelt es sich in Höhe von TEUR 7 (TEUR 0) um Erträge aus dem Deckungsvermögen.
(15) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in TEUR
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| 2017 | 2016 | |
|---|---|---|
| Körperschaftsteuer | 3.864 | 4.121 |
| Gewerbesteuer | 3.752 | 3.587 |
| Quellensteuer | 3 | 5 |
| Steuern Vorjahre | 33 | - 2.092 |
| 7.652 | 5.621 |
Die hohe Steuererstattung im Vorjahr bei der Position Steuern Vorjahre resultiert im Wesentlichen aus dem BFH-Urteil zur Nichtberücksichtigung der 5 Prozent nicht abziehbaren Ausgaben auf Auslandsdividenden bei Organgesellschaften für die Jahre 2006 - 2014.
4. SONSTIGE ERLÄUTERUNGEN
BETEILIGUNGSVERHÄLTNISSE
Die Angaben zu den Unternehmen, an denen die TAKKT AG mindestens den fünften Teil der Anteile hält, sowie Angaben zu allen Beteiligungen an großen Kapitalgesellschaften, bei denen die TAKKT AG mindestens fünf Prozent der Stimmrechte hält (Anteilsbesitz), ist integraler Bestandteil des Anhangs und auf den Seiten 18 und 19 abgebildet.
PERSONAL
Die Zahl der Mitarbeiter liegt im Jahresdurchschnitt bei 41 (36) Angestellten.
ANGABEN ZU VORSTAND UND AUFSICHTSRAT
Gesamtbezüge des Vorstands 2017 in TEUR
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| Erfolgsunabhängige Vergütung | Erfolgsabhängige Vergütung | Insgesamt | |||
|---|---|---|---|---|---|
| Grundvergütung | Nebenleistungen | Tantieme | Performance-Cash-Plan 2017 | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Dr. Felix A. Zimmermann | 470 | 11 | 713 | 212 | 1.406 |
| Dirk Lessing | 325 | 17 | 449 | 135 | 926 |
| Dr. Claude Tomaszewski | 325 | 7 | 449 | 135 | 916 |
| 1.120 | 35 | 1.611 | 482 | 3.248 |
Gesamtbezüge des Vorstands 2016 in TEUR
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| Erfolgsunabhängige Vergütung | Erfolgsabhängige Vergütung | Insgesamt | |||
|---|---|---|---|---|---|
| Grundvergütung | Nebenleistungen | Tantieme | Performance-Cash-Plan 2016 | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Dr. Felix A. Zimmermann | 470 | 11 | 708 | 212 | 1.401 |
| Dirk Lessing | 325 | 10 | 446 | 135 | 916 |
| Dr. Claude Tomaszewski | 325 | 7 | 446 | 135 | 913 |
| 1.120 | 28 | 1.600 | 482 | 3.230 |
In dem ausgewiesenen Aufwand für die Tantieme von TEUR 1.611 (TEUR 1.600) ist ein Überverbrauch bezüglich der Rückstellung aus dem Vorjahr in Höhe von TEUR 149 (im Vorjahr Rückstellungsauflösung von TEUR 60) enthalten. Der Überverbrauch in 2017 betrug für Herrn Dr. Felix A. Zimmermann TEUR 65 (im Vorjahr Rückstellungsauflösung von TEUR 26), für Herrn Dirk Lessing TEUR 42 (im Vorjahr Rückstellungsauflösung von TEUR 17) und für Herrn Dr. Claude Tomaszewski TEUR 42 (im Vorjahr Rückstellungsauflösung von TEUR 17).
Die Bezüge von ausgeschiedenen Vorständen betrugen TEUR 778 (TEUR 616). Für ehemalige Vorstände und deren Hinterbliebenen bestehen Pensionsrückstellungen in Höhe von TEUR 7.008 (TEUR 6.847).
Die Bezüge des Aufsichtsrats betrugen im Geschäftsjahr TEUR 400 (TEUR 401), davon TEUR 375 (TEUR 375) für die Tätigkeit im Aufsichtsrat, TEUR 11 (TEUR 11) für die Tätigkeit in Ausschüssen sowie TEUR 14 (TEUR 15) an Sitzungsgeldern. Zum 31. Dezember 2017 hielten die Mitglieder des Vorstands der TAKKT AG 536 (536) Aktien und die Mitglieder des Aufsichtsrats 140 (3.140) Aktien der TAKKT AG.
ANTEILSMELDUNG DER AKTIONÄRE
Außerhalb der Meldepflicht des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) teilte uns die Franz Haniel & Cie. GmbH, Duisburg, im Januar 2018 freiwillig mit, dass sie zum 31. Dezember 2017 über 50,2 (50,2) Prozent der stimmberechtigten Stückaktien am Grundkapital verfügte.
Gemäß § 21 Abs. 1 WpHG wurden uns folgende Mitteilungen gemacht:
Das Ministry of Finance on behalf of the State of Noway, Oslo, Norwegen, hat uns am 13. Oktober 2017 gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der TAKKT AG, Stuttgart, am 10. Oktober 2017 3,05 Prozent betragen hat (dies entspricht 2.003.843 Stimmrechten der insgesamt 65.610.331 Stimmrechte).
Die Lazard Small Caps Euro Sicav, Paris, Frankreich, hat uns am 08. Dezember 2017 gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der TAKKT AG, Stuttgart, am 05. Dezember 2017 3,03 Prozent betragen hat (dies entspricht 1.987.358 Stimmrechten der insgesamt 65.610.331 Stimmrechte).
Die Lazard Frères Gestion SAS, Paris, Frankreich, hat uns am 12. Dezember 2017 gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der TAKKT AG, Stuttgart, am 05. Dezember 2017 3,03 Prozent betragen hat (dies entspricht 1.987.358 Stimmrechten der insgesamt 65.610.331 Stimmrechte).
Das Ministry of Finance on behalf of the State of Norway, Oslo, Norwegen, hat uns am 20. Dezember 2017 gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der TAKKT AG, Stuttgart, am 06. Dezember 2017 2,99 Prozent betragen hat (dies entspricht 1.967.905 Stimmrechten der insgesamt 65.610.331 Stimmrechte).
Das Ministry of Finance on behalf of the State of Norway, Oslo, Norwegen, hat uns am 20. Dezember 2017 gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der TAKKT AG, Stuttgart, am 07. Dezember 2017 3,02 Prozent betragen hat (dies entspricht 1.979.666 Stimmrechten der insgesamt 65.610.331 Stimmrechte).
Das Ministry of Finance on behalf of the State of Norway, Oslo, Norwegen, hat uns am 20. Dezember 2017 gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der TAKKT AG, Stuttgart, am 15. Dezember 2017 2,76 Prozent betragen hat (dies entspricht 1.813.184 Stimmrechten der insgesamt 65.610.331 Stimmrechte).
Zu den Einzelheiten verweisen wir auf die Veröffentlichung auf unserer Homepage.
DEUTSCHER CORPORATE GOVERNANCE KODEX
Die nach § 161 Aktiengesetz (AktG) vorgeschriebene Erklärung zu den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex wurde zum 31. Dezember 2017 abgegeben und den Aktionären über die Website der TAKKT AG zugänglich gemacht.
HONORAR FÜR LEISTUNGEN DES ABSCHLUSSPRÜFERS in TEUR
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| 2017 | 2016 | |
|---|---|---|
| Abschlussprüfungsleistungen | 44 | 44 |
| Andere Bestätigungsleistungen | 4 | 10 |
| Steuerberatungsleistungen | 0 | 0 |
| Sonstige Leistungen | 104 | 170 |
| 152 | 224 |
Die anderen Bestätigungsleistungen beinhalten die EMIR-Prüfung sowie die Prüfung des Teilkonzernabschlusses TAKKT AMERICA und der TAKKT Performance Bonds. Die sonstigen Leistungen beinhalten hauptsächlich prüfungsnahe Leistungen. Für die von der TAKKT AG beherrschten Unternehmen wurde in 2017 andere Bestätigungsleistungen in Höhe von TEUR 8 für die EMIR- und Grüner Punkt-Prüfung erbracht.
NACHTRAGSBERICHT
Nach Ende des Geschäftsjahres zum 31. Dezember 2017 haben sich keine Vorgänge von besonderer Bedeutung ereignet, über die an dieser Stelle zu berichten wäre.
HAFTUNGSVERHÄLTNISSE UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN
Die TAKKT AG hat Bürgschaften für Mietverhältnisse in Höhe von TUSD 6.002 (TUSD 8.370), TEUR 1.978 (TEUR 2.038) und TCHF 175 (TCHF 175) übernommen, davon für Tochterunternehmen in Höhe von TUSD 3.290 (TUSD 4.635), TEUR 1.978 (TEUR 2.038) und TCHF 175 (TCHF 175).
Die TAKKT AG hat zur Besicherung von Verbindlichkeiten oder Verpflichtungen von verbundenen Unternehmen gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 96.856 (TEUR 90.336) Patronatserklärungen abgegeben. Darin enthalten sind Verpflichtungen aus Leasingverträgen in Höhe von TEUR 6.748 (TEUR 7.943).
Gegenüber zwei verbundenen Unternehmen wurden Patronatserklärungen dahingehend abgegeben, dass die TAKKT AG das verbundene Unternehmen finanziell so ausstattet, dass dieses jederzeit seine Verpflichtungen erfüllen kann.
Für Verbindlichkeiten von Tochterunternehmen gegenüber Haniel Finance Deutschland GmbH, Duisburg, haftet die TAKKT AG gesamtschuldnerisch in Höhe von TEUR 7.772 (im Vorjahr betrugen die Verbindlichkeiten der Tochterunternehmen TEUR 23.661 gegenüber der Haniel Finance B.V., Venlo, Niederlande). Für Wertguthaben aus Altersteilzeitverhältnissen von Tochterunternehmen haftet die TAKKT AG in Höhe von TEUR 750 (TEUR 534). Dieser Haftung stehen Rückgriffsansprüche an die Tochterunternehmen in derselben Höhe gegenüber.
Die Schuldner, für die gebürgt wird bzw. für die Patronatserklärungen abgegeben wurden, sind bisher ihren Verpflichtungen uneingeschränkt nachgekommen. Da auch künftig davon auszugehen ist, schätzt die TAKKT AG eine Inanspruchnahme aus den Bürgschaften bzw. Patronatserklärungen als höchst unwahrscheinlich ein. Eine Passivierung von Verbindlichkeiten war daher nicht erforderlich.
Es bestehen Verpflichtungen aus Mietverträgen TEUR 5.767 (TEUR 4.118) sowie ein Obligo aus Investitionen in das Sachanlagevermögen TEUR 0 (TEUR 37). Weiterhin bestehen Verpflichtungen aus Dienstleistungsverträgen gegenüber zwei verbundenen Unternehmen, die nicht zum Konsolidierungskreis der TAKKT AG gehören.
Mit drei Beteiligungsgesellschaften bestehen Ergebnisabführungsverträge. Mit einer Beteiligungsgesellschaft wurde der Ergebnisabführungsvertrag für das Jahr 2017 ausgesetzt.
Aus einem Unternehmenskauf besteht die Möglichkeit, in Abhängigkeit der zukünftigen Geschäftsentwicklung der erworbenen Gesellschaft eine variable Kaufpreisverbindlichkeit leisten zu müssen. Da die Wahrscheinlichkeit einer Inanspruchnahme gemäß aktuellen Berechnungen als sehr gering eingeschätzt wird, wurde keine Verbindlichkeit passiviert.
DER EINSATZ VON DERIVATIVEN FINANZINSTRUMENTEN
Devisensicherung in TEUR
Zur Absicherung von Risiken aus Fremdwährungspositionen schließt die TAKKT AG derivative Finanzinstrumente (Devisentermingeschäfte) mit externen Banken ab. Grundgeschäfte dieser derivativen Finanzinstrumente sind im Allgemeinen konzerninterne Finanzierungen und Dienstleistungen. Zum Bilanzstichtag bestanden keine konzerninternen Währungsgeschäfte. Die Konzerndarlehen der TAKKT AG an TAKKT America Inc. aus dem Vorjahr sind im Jahr 2017 zurückgeführt worden.
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| Nominalwert | Marktwert | |||
|---|---|---|---|---|
| 31.12.2017 | 31.12.2016 | 31.12.2017 | 31.12.2016 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Währungsgeschäfte für konzerninterne Finanzierungen | 0 | 30.369 | 0 | 272 |
| 0 | 30.369 | 0 | 272 |
Zinssicherungsgeschäfte in TEUR
Durch den Abschluss von derivativen Finanzinstrumenten sichert die TAKKT sich gegen steigende Marktzinsen und somit möglicherweise künftige steigende Zinszahlungen ab. Zum Bilanzstichtag lagen keine Zinssicherungsgeschäfte auf Ebene der TAKKT AG vor. Der Zinsswap aus dem Vorjahr ist 2017 ausgelaufen.
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| Nominalwert | Marktwert | ||
|---|---|---|---|
| 31.12.2017 | 31.12.2016 | 31.12.2017 | 31.12.2016 |
| --- | --- | --- | --- |
| 0 | 10.000 | 0 | -114 |
Beim Abschluss von derivativen Finanzinstrumenten wird auf die Marktgängigkeit der Geschäfte sowie die jeweilige Bonität der Vertragspartner geachtet. Zusätzlich unterliegt der Abschluss solcher Geschäfte einer strengen internen Kontrolle. Neben der Beschränkung auf einen kleinen Personenkreis, der zum Abschluss solcher Geschäfte berechtigt ist, wird die Abwicklung und Verbuchung dieser Geschäfte strikt getrennt.
BEWERTUNG VON DERIVATIVEN FINANZINSTRUMENTEN
Die Marktwerte von Devisentermingeschäften und Zinsswaps werden mittels eines Treasury-Systems der SAP AG ermittelt. Der Marktwert eines Devisentermingeschäftes entspricht der Differenz der Barwerte des Nominalbetrags zum fixierten Terminkurs und des Nominalbetrags zum Terminkurs am Stichtag. Die Diskontierung von zukünftigen Cashflows erfolgt mit laufzeitkonformen Zinssätzen entsprechend der Zinsstrukturkurven der jeweiligen Währung. Der Marktwert von Zinsswaps entspricht dem Barwert der zukünftigen Cashflows, welche sich aus dem Derivat ergeben. Die Diskontierung erfolgt mit laufzeitkonformen Zinssätzen entsprechend der Zinsstrukturkurven der jeweiligen Währung.
Bei TAKKT erfolgt sowohl die prospektive als auch die retrospektive Effektivitätsmessung für Zinssicherungsgeschäfte über den Nachweis einer hohen statistischen Korrelation. Dabei werden für Datenreihen Wertänderungen von Grund- und Sicherungsgeschäften ins Verhältnis gesetzt. Zur Messung der Effektivität der Sicherungsbeziehungen für Konzerndarlehen wurde die "Critical-Term-Match-Methode" verwendet. Die gegenläufigen Wertänderungen aus Grund- und Sicherungsgeschäften zum Bilanzstichtag gleichen sich regelmäßig innerhalb des Folgejahres vollständig aus.
KONZERNZUGEHÖRIGKEIT
Die TAKKT AG, Stuttgart, ist ein Tochterunternehmen der Franz Haniel & Cie. GmbH, Duisburg, und wird in deren Konzernabschluss einbezogen. Dieser Konzernabschluss wird im Bundesanzeiger veröffentlicht.
GEWINNVERWENDUNGSVORSCHLAG DES VORSTANDS
Der Bilanzgewinn der TAKKT AG für das Geschäftsjahr beträgt TEUR 72.852. Vorbehaltlich der Zustimmung des Aufsichtsrats, schlägt der Vorstand gemeinsam mit dem Aufsichtsrat der Hauptversammlung vor, für das Geschäftsjahr 2017 einen Betrag in Höhe von TEUR 36.086 (TEUR 36.086) auszuschütten. Somit entfällt auf die 65,6 Millionen Stückaktien eine Gesamtdividende je Aktie von EUR 0,55 (EUR 0,55). Der Restbetrag des Bilanzgewinns soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.
5. AUFSTELLUNG DES ANTEILSBESITZES DER TAKKT AG, STUTTGART ZUM 31. DEZEMBER 2017
Die TAKKT AG, Stuttgart - in nachfolgender Übersicht mit Nummer 1 bezeichnet - ist am Bilanzstichtag an folgenden Unternehmen beteiligt:
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| Nr. Verbundene Unternehmen | gehalten von Nr. | Beteiligungsquote in Prozent |
Jahresergebnis in TEUR |
Eigenkapital in TEUR |
|---|---|---|---|---|
| 2 KAISER+KRAFT EUROPA GmbH, Stuttgart / Deutschland*) | 1 | 100,00 | 0 | 136.113 |
| 3 KAISER+KRAFT GmbH, Stuttgart / Deutschland*) | 2 | 100,00 | 0 | 20.000 |
| 4 KAISER+KRAFT Gesellschaft m.b.H., Salzburg / Österreich | 2 | 100,00 | 1.796 | 2.615 |
| 5 KAISER+KRAFT N.V., Diegem / Belgien | 2/13 | 50,00/50,00 | 3.461 | 34.242 |
| 6 KAISER+KRAFT AG, Zug / Schweiz | 2 | 100,00 | 14.760 | 13.607 |
| 7 KAISER+KRAFT s.r.o., Prag / Tschechien | 2/28 | 99,80/0,20 | 606 | 1.081 |
| 8 KAISER+KRAFT S.A., Barcelona / Spanien | 2 | 100,00 | 3.044 | 3.961 |
| 9 FRANKEL S.A.S., Morangis / Frankreich | 2 | 100,00 | 5.479 | 5.534 |
| 10 KAISER+KRAFT Ltd., Hemel Hempstead / Großbritannien | 2 | 100,00 | - 734 | 839 |
| 11 KAISER+KRAFT Kft., Budaörs / Ungarn | 2 | 100,00 | 747 | 815 |
| 12 KAISER+KRAFT S.r.l., Lomazzo / Italien | 2 | 100,00 | 1.885 | 2.242 |
| 13 Vink Lisse B.V., Lisse / Niederlande | 2 | 100,00 | 1.149 | 3.875 |
| 14 KAISER+KRAFT S.A., Lissabon / Portugal | 2 | 100,00 | 32 | 230 |
| 15 KAISER+KRAFT Sp. z o.o., Warschau / Polen | 2 | 100,00 | 297 | 280 |
| 16 KAISER+KRAFT OOO, Balashikha / Russland | 2/3 | 99,00/1,00 | -17 | - 226 |
| 17 KAISER+KRAFT s.r.o., Nitra / Slowakei | 2/3 | 99,90/0,10 | 91 | 933 |
| 18 KAISER+KRAFT Ltd. STI., Istanbul / Türkei | 2/3 | 99,40/0,60 | - 390 | 167 |
| 19 TAKKT Beteiligungsgesellschaft mbH, Stuttgart / Deutschland | 1 | 100,00 | -18 | 26 |
| 20 Gaerner GmbH, Duisburg / Deutschland*) | 2 | 100,00 | 0 | 5.000 |
| 21 Gaerner Gesellschaft m.b.H., Elixhausen / Österreich | 2 | 100,00 | 213 | 894 |
| 22 Gaerner AG, Zug / Schweiz | 2 | 100,00 | 722 | 167 |
| 23 Powell Mail Order Ltd., Llanelli / Großbritannien | 10 | 100,00 | - 292 | 0 |
| 24 Gerdmans Inredningar AB, Markaryd / Schweden | 2 | 100,00 | 2.487 | 6.264 |
| 25 Gerdmans Kontor-og Lagerudstyr A / S, Nivaa / Dänemark | 24 | 100,00 | 426 | 568 |
| 26 Gerdmans Innredninger AS, Sandvika / Norwegen | 24 | 100,00 | 632 | 670 |
| 27 Gerdmans OY, Espoo / Finnland | 24 | 100,00 | 159 | 339 |
| 28 KWESTO Service s.r.o., Prag / Tschechien | 2/7 | 99,93/0,07 | - 136 | 3.468 |
| 29 KWESTO s.r.o., Prag / Tschechien | 28 | 100,00 | 29 | 317 |
| 30 KWESTO Kft., Györ / Ungarn | 28 | 100,00 | 14 | 390 |
| 31 KWESTO Sp. z o.o., Breslau / Polen | 28 | 100,00 | - 27 | 549 |
| 32 KWESTO Service s.r.l., Ramnicu Valcea / Rumänien | 28 | 100,00 | 283 | 963 |
| 33 KWESTO s.r.o., Nitra / Slowakei | 28 | 100,00 | 155 | 484 |
| 34 KAISER+KRAFT (China) Commercial Co. Ltd., Shanghai / Volksrepublik China | 2 | 100,00 | 0 | 0 |
| 35 UBEN Unternehmensberatung Enzinger GmbH, Waldkirchen / Deutschland*) | 2 | 100,00 | 0 | 32 |
| 36 BEG GmbH, Stuttgart / Deutschland*) | 2 | 100,00 | 0 | 100 |
| 37 Certeo Business Equipment GmbH, Stuttgart / Deutschland*) | 2 | 100,00 | 0 | 1.000 |
| 38 VHZ Versandhandelszentrum Pfungstadt GmbH, Pfungstadt / Deutschland | 1 | 100,00 | 1.407 | 31.407 |
| 39 BiGDUG Ltd., Gloucester / Großbritannien | 2 | 100,00 | 2.176 | 2.223 |
| 40 eMazing Advertising Ltd., Gloucester / Großbritannien | 39 | 100,00 | - 34 | - 26 |
| 41 Shelving 247 Ltd., Gloucester / Großbritannien | 39 | 100,00 | 0 | 0 |
| 42 Racking.com (UK) Ltd., Gloucester / Großbritannien | 39 | 100,00 | 0 | 0 |
| 43 Speedyshelving Ltd., Gloucester / Großbritannien | 39 | 100,00 | 0 | 0 |
| 44 Ratioform Holding GmbH, Pliening / Deutschland*) | 1 | 100,00 | 0 | 25.825 |
| 45 Ratioform Verpackungen GmbH, Pliening / Deutschland*) | 44 | 100,00 | 0 | 20.825 |
| 46 Ratioform Imballaggi S.r.l., Calvignasco / Italien | 44 | 100,00 | 254 | 337 |
| 47 Ratioform Embalajes, S.A., Sant Esteve Sesrovires / Spanien | 45 | 100,00 | 229 | 822 |
| 48 Ratioform Verpackungen AG, Regensdorf / Schweiz | 45 | 100,00 | 165 | 684 |
| 49 R.F. Verpackungsmittel-Versand G.m.b.H., Wien / Österreich | 45 | 100,00 | 537 | 605 |
| 50 Davenport Paper Co. Ltd., Derby / Großbritannien | 45 | 100,00 | 1.052 | 1.489 |
| 51 Davpack AB, Markaryd / Schweden | 45 | 100,00 | - 7 | 303 |
| 52 TAKKT America Holding, Inc., Milwaukee / USA | 1 | 100,00 | 37.120 | 132.289 |
| 53 Hubert North America Service LLC, Harrison / USA | 52 | 100,00 | 1.740 | 17.776 |
| 54 Hubert Company LLC, Harrison / USA | 52 | 100,00 | 18.263 | 62.501 |
| 55 Hubert Hong Kong Ltd., Hongkong / China | 53 | 100,00 | 69 | 171 |
| 56 SPG U.S. Retail Resource LLC, Harrison / USA | 52 | 100,00 | 69 | - 1.522 |
| 57 Hubert Distributing Company Ltd., Markham / Kanada | 52 | 100,00 | 503 | 1.211 |
| 58 Central Products LLC, Indianapolis / USA | 52 | 100,00 | 9.594 | 36.865 |
| 59 George Patton Associates, Inc., Fall River/ USA | 52 | 100,00 | 8.377 | 40.582 |
| 60 Suntwist Corp., Maple Heights / USA**) | 52 | 100,00 | 108 | 7.562 |
| 61 TRT Banners LLC, Pepper Pike / USA**) | 52 | 100,00 | 0 | 0 |
| 62 Popupbanner LLC, Deerfield Beach / USA**) | 52 | 100,00 | 0 | 0 |
| 63 Vinylbanner LLC, New York / USA**) | 52 | 100,00 | 0 | 0 |
| 64 Hubert Europa Service GmbH, Pfungstadt / Deutschland*) | 2 | 100,00 | 0 | 500 |
| 65 Hubert GmbH, Pfungstadt / Deutschland*) | 64 | 100,00 | 0 | 200 |
| 66 Hubert Schweiz AG, Zug / Schweiz | 64 | 100,00 | - 471 | - 3.068 |
| 67 Hubert S.A.S., Morangis / Frankreich | 64 | 100,00 | - 168 | -184 |
| 68 NBF Service LLC, Milwaukee / USA | 52 | 100,00 | - 738 | - 53 |
| 69 National Business Furniture LLC, Milwaukee / USA | 52 | 100,00 | 13.997 | 35.474 |
| 70 Dallas Midwest LLC, Dallas / USA | 52 | 100,00 | 639 | 2.437 |
| 71 Officefurniture.com LLC, Milwaukee / USA | 52 | 100,00 | 741 | 4.600 |
| 72 Mydisplays GmbH, Burscheid / Deutschland***) | 1 | 100,00 | 21 | 145 |
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| Nr. Assoziierte Unternehmen | gehalten von Nr. | Beteiligungsquote in Prozent |
Jahresergebnis | Eigenkapital |
|---|---|---|---|---|
| 73 Simple System GmbH & Co. KG, München / Deutschland | 2 | 33,00 | -1.171 | - 508 |
| 74 printmate GmbH, Berlin / Deutschland | 19 | 30,00 | - 346 | 338 |
*) Nach Gewinnabführung / Verlustübernahme
**) Konsolidierter Abschluss der Suntwist Corp., Maple Heights / USA, da die einzelnen Gesellschaften nicht zur Aufstellung eines Jahresabschlusses verpflichtet sind und auch keinen aufstellen.
***) Das Jahresergebnis wird ab Konzernzugehörigkeit berichtet.
6. ORGANE DER GESELLSCHAFT ZUM 31. DEZEMBER 2017
AUFSICHTSRAT
Stephan Gemkow, Overath, geb. am 23. Januar 1960
Vorsitzender
Vorsitzender des Vorstands der Franz Haniel & Cie. GmbH, Duisburg
Mitglied des Aufsichtsrats der EVONIK Industries AG, Essen (bis 23. Mai 2017)
Mitglied des Aufsichtsrats der JetBlue Airways Corp., New York/USA
Mitglied des Verwaltungsrats Flughafen Zürich AG, Kloten/Schweiz (seit 20. April 2017)
Dr. Johannes Haupt, Karlsruhe, geb. am 29. Juni 1961
Stellvertretender Vorsitzender
Vorsitzender der Geschäftsführung der E.G.O. Blanc und Fischer & Co. GmbH, Oberderdingen
Vorsitzender des Aufsichtsrats der Elektro-Kontakt d.d., Zagreb/Kroatien
Vorsitzender des Verwaltungsrats der DEFENDI Italy Srl, Ancona/Italien
Vorsitzender des Verwaltungsrats der ETA d.o.o., Cerkno/Slowenien
Vorsitzender des Verwaltungsrats der BLANCO GmbH & Co. KG, Oberderdingen
Vorsitzender des Verwaltungsrats der BLANCO Professional GmbH & Co. KG, Oberderdingen
Mitglied des Verwaltungsrats der ARPA S.A.S., Niedermodern/Frankreich
Mitglied des Beirats der Lenze SE, Aerzen
Dr. Florian Funck, Essen, geb. am 23. März 1971
Mitglied des Vorstands der Franz Haniel & Cie. GmbH, Duisburg
Mitglied des Aufsichtsrats der CECONOMY AG, Düsseldorf
Mitglied des Aufsichtsrats der Vonovia SE, Bochum
Mitglied des Aufsichtsrats der METRO AG, Düsseldorf (seit 02. März 2017)
Thomas Kniehl, Stuttgart, geb. am 11. Juni 1965
Sachbearbeiter Schäden/Recherchen/Retouren der KAISER+KRAFT GmbH, Stuttgart
Vorsitzender des gemeinsamen Gesamtbetriebsrats der KAISER+KRAFT GmbH, Stuttgart, und der KAISER+KRAFT EUROPA GmbH, Stuttgart
Prof. Dr. Dres. h.c. Arnold Picot, Gauting, geb. am 28. Dezember 1944 (bis 10. Mai 2017)
Universitätsprofessor an der Ludwig-Maximilians-Universität München
Vorsitzender des Aufsichtsrats der Sartorius AG, Göttingen
Vorsitzender des Aufsichtsrats der Sartorius Stedim Biotech GmbH, Göttingen
Mitglied des Aufsichtsrats der WIK GmbH, Bad Honnef
Mitglied des Aufsichtsrats der WIK-Consult GmbH, Bad Honnef
Mitglied des Verwaltungsrats der Sartorius Stedim Biotech S.A., Aubagne/Frankreich
Dr. Dorothee Ritz, Pullach, geb. am 21. März 1968
Geschäftsführerin Microsoft Österreich, Wien
Christian Wendler, Hameln, geb. am 24. Juli 1962 (seit 10. Mai 2017)
Vorsitzender des Vorstands der Lenze SE, Aerzen
Mitglied des Aufsichtsrats der Weidmüller AG, Detmold (bis 09. Oktober 2017)
Mitglied des Aufsichtsrats der Lenze Operations GmbH, Aerzen
Präsident des Verwaltungsrats der Lenze Bachofen AG, Uster/Schweiz
VORSTAND
Dr. Felix A. Zimmermann, Stuttgart, geb. am 27. Juni 1966
Vorstandsvorsitzender, CEO
Vorsitzender des Beirats der Crowdfox GmbH, Köln (seit 25. September 2017)
Dr. Heiko Hegwein, Hochberg, geb. am 06. Februar 1974 (seit 01. Februar 2018)
Vorstand
Dirk Lessing, Bad Homburg, geb. am 16. März 1963
Vorstand
Dr. Claude Tomaszewski, Stuttgart, geb. am 25. April 1969
Vorstand, CFO
Stuttgart, 28. Februar 2018
TAKKT AG
Vorstand
Dr. Felix A. Zimmermann
Dr. Heiko Hegwein
Dirk Lessing
Dr. Claude Tomaszewski
VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Kapitalgesellschaft vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht und Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Kapitalgesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Kapitalgesellschaft beschrieben sind.
Stuttgart, 28. Februar 2018
TAKKT AG
Vorstand
Dr. Felix A. Zimmermann
Dr. Heiko Hegwein
Dirk Lessing
Dr. Claude Tomaszewski
Bestätigungsvermerk DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS
An die TAKKT AG, Stuttgart
VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES ZUSAMMENGEFASSTEN LAGEBERICHTS
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der TAKKT AG, Stuttgart, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2017 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft.
Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der TAKKT AG und des TAKKT-Konzerns (nachfolgend: zusammengefasster Lagebericht) für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 geprüft. Den im zusammengefassten Lagebericht enthaltenen Corporate Governance Bericht nach Nr. 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex, der auch die Erklärung zur Unternehmensführung enthält, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| ― | entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2017 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 und |
| ― | vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum zusammengefassten Lagebericht erstreckt sich nicht auf den im zusammengefassten Lagebericht enthaltenen Corporate Governance Bericht nach Nr. 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Der aus unserer Sicht besonders wichtige Prüfungssachverhalt sind die Werthaltigkeitstests von Anteilen an verbundenen Unternehmen und Ausleihungen an verbundene Unternehmen
a) Das Risiko für den Abschluss
Zum Abschlussstichtag weist die Bilanz Anteile an verbundenen Unternehmen und Ausleihungen an verbundene Unternehmen mit einem Buchwert von insgesamt EUR 562,4 Mio. aus. Dies entspricht 92,9 % der Bilanzsumme und 118,4 % des Eigenkapitals.
Die Angaben der Gesellschaft zu den Anteilen an verbundenen Unternehmen und Ausleihungen an verbundene Unternehmen sind in den Abschnitten 2. (1) und 5. des Anhangs enthalten.
Gemäß § 253 Abs. 3 Satz 5 ist für Anteile an verbundenen Unternehmen und Ausleihungen an verbundene Unternehmen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung eine außerplanmäßige Abschreibung vorzunehmen. Daher unterzieht die Gesellschaft die von ihr gehaltenen Anteile an verbundenen Unternehmen und Ausleihungen an verbundene Unternehmen einem Werthaltigkeitstest, wenn Anzeichen für eine mögliche dauernde Wertminderung vorliegen.
Die Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen und Ausleihungen an verbundene Unternehmen wurde anhand ihrer beizulegenden Zeitwerte überprüft. Die beizulegenden Zeitwerte der jeweiligen Anteile und Ausleihungen werden von der Gesellschaft als Barwerte der künftigen Zahlungsmittelströme mittels Discounted-Cashflow-Modellen ermittelt. Dabei werden die von den gesetzlichen Vertretern erstellten Planungsrechnungen für das kommende Jahr zugrunde gelegt und anhand langfristiger Annahmen fortgeschrieben. Das Ergebnis dieser Bewertungen ist in hohem Maße von den Planungsannahmen und den Einschätzungen der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse der gesetzlichen Vertreter sowie von den im Rahmen der Bewertungsmodelle jeweils verwendeten Diskontierungszinssätzen abhängig. Die Bewertungen sind daher mit wesentlichen Unsicherheiten behaftet, sodass dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung war.
b) Prüferisches Vorgehen und Schlussfolgerungen
Im Rahmen unserer Prüfung haben wir die Planungen, die den ausgewählten Wertminderungstests der Anteile an verbundenen Unternehmen und Ausleihungen an verbundene Unternehmen zugrunde liegen, plausibilisiert. Dabei haben wir diese auch auf eine möglicherweise einseitige Ermessensausübung hin untersucht.
Neben einer Plausibilisierung der zugrundeliegenden Planungen haben wir die Planungstreue durch Vergleich mit der Planung des Vorjahres zu den realisierten Ist-Werten beurteilt.
Darüber hinaus haben wir die verwendeten Berechnungsverfahren auf ihre methodisch korrekte Anwendung, die Herleitung der Diskontierungszinsen sowie in Stichproben auf rechnerische Richtigkeit geprüft.
Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und -annahmen sind aus unserer Sicht insgesamt geeignet, die Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen und Ausleihungen an verbundene Unternehmen zu prüfen.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:
| ― | den Corporate Governance Bericht nach Nr. 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex, der auch die Erklärung zur Unternehmensführung enthält, und |
| ― | die Versicherung nach § 264 Abs. 2 Satz 3 HGB zum Jahresabschluss und die Versicherung nach § 289 Abs. 1 Satz 5 HGB zum zusammengefassten Lagebericht. |
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
| ― | wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum zusammengefassten Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder |
| ― | anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. |
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den zusammengefassten Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Angabe stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| ― | identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
| ― | gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieses Systeme abzugeben. |
| ― | beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
| ― | ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
| ― | beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. |
| ― | beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft. |
| ― | führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung feststellen.
Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.
SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN
Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 10. Mai 2017 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 13. September 2017 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 1999 als Abschlussprüfer der TAKKT AG, Stuttgart, tätig.
Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Aufsichtsrat nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.
VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER
Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Karsten Bender.
Stuttgart, 28. Februar 2018
**Ebner Stolz GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft**
Dr. Christoph Eppinger, Wirtschaftsprüfer
Karsten Bender, Wirtschaftsprüfer
Lagebericht
DER TAKKT AG UND DES TAKKT-KONZERNS
GESCHÄFTSMODELL
Der TAKKT-Konzern ist ein Portfolio von B2B-Spezialversandhändlern für Geschäftsausstattung. Die Rolle der TAKKT AG als Management-Holding besteht hierbei in der strategischen Führung und Begleitung der Portfoliogesellschaften sowie in der Steuerung der Gesellschaften nach denselben Wert- und Wachstumstreibern. Wesentliches Ziel der TAKKT AG ist die Sicherstellung eines langfristig stabilen, profitablen und wachstumsorientierten Portfolios von Spezialversandhändlern in unterschiedlichen und sich ergänzenden Zielmärkten, Produktfeldern und Regionen. Die Aufgaben der TAKKT AG bestehen neben der Verantwortung für die strategische Ausrichtung des Portfolios und der Einzelgesellschaften in den klassischen Holdingfunktionen wie z.B. Finanzierung, Controlling, Personal und Recht. Zudem fördert und organisiert die Holding den Know-how-Transfer zwischen den Sparten und unterstützt die Geschäftsbereiche bei der Umsetzung der Maßnahmen der Digitalen Agenda.
GESCHÄFTSFELDER UND ORGANISATION
B2B-SPEZIALVERSANDHANDEL FÜR GESCHÄFTSAUSSTATTUNG
Die Portfoliogesellschaften und Marken der TAKKT-Gruppe agieren in attraktiven Märkten im Bereich des B2B-Spezialversandhandels und konzentrieren sich vorwiegend auf den Verkauf langlebiger und preisstabiler Ausrüstungsgegenstände sowie Spezialartikel für den wiederkehrenden Bedarf an Firmenkunden. Dabei umfassen die angebotenen Produktsortimente größtenteils Gebrauchsgüter, die Unternehmen im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit nutzen. So liefern die TAKKT-Gesellschaften z.B. Palettenhubwagen an deutsche Automobilzulieferer, Computerschränke an Schweizer Maschinenbauer, individuell bedruckte Werbebanner für Messeauftritte, Versandkartons an europäische Industriebetriebe oder Gastronomieausstattung an US-amerikanische Großküchen. Der Vertrieb erfolgt im Rahmen eines integrierten Multi-Channel-Ansatzes über die Vertriebs- und Marketingkanäle Print (Kataloge und Broschüren), Online (Webshops und E-Procurement-Lösungen), Tele (telefonische Kundenbetreuung) sowie Field (persönliche Betreuung durch Mitarbeiter im Außendienst).
Das Marktumfeld von TAKKT lässt sich anhand verschiedener Kriterien definieren (siehe nachfolgende Tabelle). Die Gesellschaften der TAKKT-Gruppe positionieren sich in diesem Marktumfeld als B2B-Spezialversandhändler für Geschäftsausstattung mit umfassendem Serviceangebot und vorwiegend horizontaler Ausrichtung. Die Gesellschaften sind in Europa und Nordamerika tätig.
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| @@THEADMarktunterscheidung... | Marktausprägungen | TAKKT |
| ...nach Kunden | • B2B | • B2B |
| • B2C | ||
| ...nach Vertriebsarten | • Stationärer Handel | • Versandhandel |
| @@texttab | • Direktvertrieb | |
| • Versandhandel | ||
| ...nach Sortimentsbreite | • Universalisten | • Spezialisierter Händler |
| • Spezialisierte Händler | ||
| ...nach Branchenfokus | • Horizontale Ausrichtung (Produktspezialisten) | • Vorwiegend horizontale Ausrichtung |
| • Vertikale Ausrichtung (Branchenspezialisten) | ||
| ...nach Dienstleistungsangebot | • Reine Distributoren | • Warenvertrieb und umfassendes Serviceangebot |
| • Marktplätze | ||
| • Warenvertrieb und zusätzliche Services |
KLARE ORGANISATIONSSTRUKTUR
Die aktuelle Organisationsstruktur des TAKKT-Konzerns stellt sich wie auf der folgenden Seite abgebildet dar.
Der Konzern wird von der TAKKT AG als Management-Holding geführt, die sowohl für die Steuerung der Gesellschaften als auch für die Weiterentwicklung der Konzernstrategie verantwortlich ist. Die Portfoliogesellschaften gliedern sich in sieben Sparten, die in unterschiedlichen Märkten operieren. Die Vertriebsmarken verfolgen entweder einen Multi-Channel- oder Web-focused-Ansatz.
Für Zwecke der Berichterstattung sind die einzelnen Sparten zu Geschäftsbereichen zusammengefasst. TAKKT hat Anfang des Jahres 2018 die Sparten umbenannt. Im Geschäftsbereich TAKKT EUROPE wurde aus der Business Equipment Group (BEG) die KAISER+KRAFT Gruppe und aus der Packaging Solutions Group (PSG) die Ratioform Gruppe. Zum 01. Januar 2018 wurde zudem mit der newport Gruppe eine dritte eigenständige Sparte innerhalb von TAKKT EUROPE gebildet. newport bündelt junge, wachstumsstarke web-focused-Unternehmen, die ihr Angebot vor allem am Bedarf kleinerer und mittlerer Unternehmenskunden in unterschiedlichen europäischen Ländern und Produktbereichen ausrichten. Diese neue Organisationsform soll die Gesellschaften insbesondere bei der engen Zusammenarbeit und Kooperation untereinander (z.B. in den Bereichen Technologie, Vertrieb und Einkauf) und somit bei der Generierung von weiterem Wachstum unterstützen. Das neue organisatorische Umfeld ermöglicht eine bessere Entwicklung der Web-focused-Marken sowie das Testen neuer innovativer Ideen.
Im Geschäftsbereich TAKKT AMERICA wurde die Merchandising Equipment Group (MEG) in Hubert Gruppe umbenannt, aus der Restaurant Equipment Group (REG) wurde die Central Gruppe, die Displays Group (DPG) wurde zur D2G Gruppe und die Office Equipment Group (OEG) zur NBF Gruppe. Mit der Umbenennung der Spartennamen nach Hauptvertriebsmarke und dem damit einhergehenden Wegfall der Akronyme verspricht sich TAKKT mit dieser Namensgebung eine Vereinfachung insbesondere in der externen Kommunikation. Mit dem Fokus auf die Hauptvertriebsmarke möchte der Konzern zudem insgesamt eine höhere Markenidentität schaffen.
Unternehmensstruktur (ab dem 01. Januar 2018)

* OfficeFurnitureOnline: Wurde zum 29. Januar 2018 erworben.
Der Geschäftsbereich TAKKT EUROPE verfügt über mehr als 50 Standorte und 19 Lager.
| ― | Die KAISER+KRAFT Gruppe bietet als Betriebsausstatter in 24 europäischen Ländern rund 66.000 Produkte für Transport-, Betriebs-, Lager- und Büroausstattung an. Zu den Kunden zählen sowohl Industrieunternehmen wie z.B. Automobilzulieferer als auch Unternehmen aus den Bereichen Dienstleistung und Handel sowie öffentliche Einrichtungen. Exemplarische Produkte sind etwa Palettenhubwagen, Universalschränke oder Drehstühle, aber auch Spezialprodukte wie Umweltschränke oder Gefahrstoffbehälter. Die KAISER+KRAFT Gruppe verfolgt eine weitestgehend zentralisierte Lagerstrategie. |
| ― | Die Ratioform Gruppe bietet als Verpackungsspezialist in sieben europäischen Ländern rund 7.000 verschiedene Transportverpackungen für Unternehmen unterschiedlichster Branchen an sowie individuell auf die Kunden zugeschnittene Verpackungslösungen. Exemplarische Produkte sind etwa Faltkartons, Verpackungspolster, Versandpaletten oder Stretchfolie. Die Sparte verfolgt eine dezentralere Lagerstrategie. |
| ― | Die ab dem 01. Januar 2018 neu gegründete newport Gruppe bündelt junge Web-focused-Unternehmen mit Fokussierung auf kleinere und mittlere Unternehmenskunden und bietet in unterschiedlichen europäischen Ländern und Produktbereichen rund 83.000 Artikel an. So vertreibt Certeo in vier europäischen Ländern Betriebs- und Büroausstattung, wohingegen die im Geschäftsjahr 2017 akquirierte Mydisplays etwa individuell bedruckte Werbebanner oder mobile Displaysysteme an ein breites Kundensegment vornehmlich in der DACH-Region verkauft. Die Anfang 2018 erworbene OfficeFurnitureOnline bietet als Produktspezialist in Großbritannien Büromöbel wie Schreibtische, Stühle und Schränke im Webshop an. Ebenfalls in Großbritannien beliefert BiGDUG als Online-Händler für Betriebsausstattung mit Schwerpunkt Lagerung und Regale seine Kunden z.B. mit Regalsystemen oder Werkbänken. Zudem ist auch die TAKKT Beteiligungsgesellschaft mit ihren Investments in innovative Start-ups Teil der newport Gruppe. |
Der Geschäftsbereich TAKKT AMERICA verfügt über knapp 20 Standorte und betreibt elf Lager. Die US-Gesellschaften setzen auf eine zentralisierte Lagerstrategie, betreiben aufgrund der Größe des Landes jedoch tendenziell ein bis drei Lager.
| ― | Die Hubert Gruppe bietet in Nordamerika und seit 2010 auch in Europa rund 115.000 Produkte an. Das Sortiment umfasst Ausrüstungsgegenstände für den Gastronomiesektor und Lebensmitteleinzelhandel sowie Artikel zur Verkaufsförderung und Bedarfsartikel. Zu den Kunden der Hubert Gruppe gehören in erster Linie Betreiber von Großkantinen, Gastronomiebetriebe sowie der Lebensmitteleinzelhandel. Exemplarisch für das Sortiment sind Produkte für die Buffetausstattung wie Anrichtplatten, Brotkörbe und Tischschmuck, aber auch Geschirr und Besteck. |
| ― | Die Central Gruppe bietet in den USA rund 730.000 Produkte im Bereich Restaurantausstattung an. Restaurantbetreiber sind die zentrale Kundengruppe der Central Gruppe. Das Sortiment umfasst sämtliche Ausrüstungsartikel, die für den Betrieb kleiner bis mittelgroßer Restaurants benötigt werden. Exemplarische Produkte sind etwa Küchenherde und Gefrierschränke. |
| ― | Die D2G Gruppe bietet in den USA rund 13.000 Produkte aus dem Bereich Displayartikel an. Der Vertrieb erfolgt größtenteils online. Exemplarische Produkte sind etwa Werbebanner, bedruckte und digitale Displayständer, mobile Messestände und Aufsteller. |
| ― | Die NBF Gruppe bietet in den USA rund 41.000 Büromöbelprodukte an. Zu den Kunden zählen neben Unternehmen auch Behörden, der Gesundheitssektor, Schulen und Kirchen. Exemplarische Produkte sind etwa Bürostühle und Schreibtische, Konferenztische oder Möbel für den Empfangsbereich. |
Einen Überblick über alle Konzerngesellschaften liefert die Anteilsbesitzliste des TAKKT-Konzerns, die dem Konzernanhang unter Ziffer 5 "Sonstige Erläuterungen" zu entnehmen ist. Darüber hinaus sind alle Standorte des Konzerns auf den Standortkarten am Ende dieses Geschäftsberichts aufgeführt.
MEHR-MARKEN-STRATEGIE UND EFFIZIENTE KUNDENANSPRACHE ALS ERFOLGSFAKTOREN
Im Vertrieb der Produkte verfolgt TAKKT eine Mehr-Marken-Strategie, die Multi-Channel- und Web-focused-Marken umfasst und sich nach den unterschiedlichen Bedürfnissen der jeweiligen Kundengruppen richtet.
| ― | Multi-Channel-Marken kombinieren das klassische Kataloggeschäft, das eher mittelgroße und größere Unternehmen anspricht, mit einem Online-Angebot und - wo sinnvoll - mit Mitarbeitern für telefonische Ansprache und Außendienst zu einem integrierten Ansatz. Der Kunde kann zwischen verschiedenen Kanälen wählen. Sobald der Auftrag im Warenwirtschaftssystem erfasst ist, wird er nach einheitlichen Prozessen abgewickelt. Bei Großkunden können Produktsortimente zudem digital in deren hauseigene IT-Systeme eingestellt werden. Durch solche individuell zugeschnittenen E-Procurement-Lösungen können die TAKKT-Gesellschaften ihre Produktsortimente direkt in die Systeme der Kunden einspeisen, was die Transaktionskosten beim Besteller zusätzlich reduziert. Der Kunde kann sich ein Sortiment regelmäßig bezogener Waren zusammenstellen und erhält Einblicke in die Bestellhistorie sowie einen detaillierten Überblick über seine Geschäftsbeziehung zur TAKKT-Gesellschaft. Durch E-Procurement gelingt es TAKKT, einen Mehrwert für die Kunden zu schaffen und gleichzeitig eine nachhaltige Kundenbeziehung aufzubauen und weiterzuentwickeln. |
| ― | Über Web-focused-Marken spricht TAKKT Kunden an, die mit dem klassischen Kataloggeschäft und den dazugehörigen Online-Angeboten bisher nicht effizient erreicht werden konnten. Dies sind v.a. kleinere Betriebe mit einem vergleichsweise geringeren Bedarf. Für diese bieten die Web-focused-Marken von TAKKT ein flexibles Sortiment und Preise, die regelmäßig an die sich schnell ändernden Bedürfnisse dieser Kundengruppe angepasst werden. Wesentliche Erfolgsfaktoren für den Vertrieb sind effektive Suchmaschinenoptimierung und Onlinewerbung, um den eigenen Online-Shop prominent zu platzieren und damit die Aufmerksamkeit potentieller Kunden zu gewinnen, sowie eine überdurchschnittlich einfache und kundenfreundliche Nutzererfahrung im Webshop. |
Mehrwert für den Kunden
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| Hochwertige Produkte und übersichtliche Präsentation@@texttab | • Strenge Qualitätskontrollen für alle Produkte |
| • Komfortable, nutzerfreundliche und kundenspezifische Präsentation auf verschiedenen Kanälen | |
| • Breites Sortiment von hochwertigen Eigenmarken | |
| • Ausführliche Produktinformationen wie größtenteils selbst erstellte Videos, Bilder und Produktbeschreibungen | |
| Einfache Bestellung und schnelle Lieferung | • Kunde bestellt über den für ihn optimalen Kanal |
| • Digitalisierung erlaubt eine bessere Vernetzung der Bestellkanäle | |
| • Schnelle Lieferung über länderspezifische Logistikpartner | |
| • Sofortige Verfügbarkeit der meisten Produkte | |
| Individuelle Angebote | • Vertriebsmitarbeiter beraten Kunden über verschiedene Kanäle und Medien |
| • Individuelle Angebote und Begleitung des Auswahlprozesses | |
| Kundenindividuelle Lösungen | • Sonderanfertigungen möglich, sofern keine unmittelbare Lösung für kundenspezifische Anfrage vorhanden ist |
| • Ermöglicht durch langjährige Lieferantenbeziehungen von TAKKT | |
| Betreuung von Projekten | • Koordinierung kundenspezifischer Projekte durch Tele- und Field Sales-Mitarbeiter |
| • Berücksichtigung besonderer Serviceanforderungen (z.B. bei der Ausstattung mehrerer Standorte) | |
| Lange Garantiezeiten | • In der Regel Garantiezeiten über die gesetzlichen Anforderungen hinaus |
| • Nachkaufgarantie über mehrere Jahre |
MEHRWERT FÜR KUNDEN UND LIEFERANTEN - ÜBER REINEN VERSANDHANDEL HINAUS
Die Gesellschaften der TAKKT-Gruppe bewegen sich in einer attraktiven Marktnische. Im B2B-Versandhandel betrachtet der Kunde den Preis im Verhältnis zu Produkt, Qualität und Service. Versandhandel ist für ihn dann besonders attraktiv, wenn er qualitativ hochwertige Produkte schnell finden und einfach bestellen kann. Darüber hinaus erwartet er ein hohes Maß an Service rund um das eigentliche Produkt. Genau auf diesem Gebiet liegt die Stärke der Konzerngesellschaften. Der Service, den die TAKKT-Gesellschaften ihren Kunden bieten, um sie langfristig zu binden, umfasst insbesondere die in der Tabelle auf Seite 44 aufgeführten Leistungen. Im Zuge der umfangreichen Digitalisierungsmaßnahmen im Konzern werden die angebotenen Services stetig weiter ausgebaut und um neue, digitale Services ergänzt, um die Attraktivität für die Kunden zu steigern.
Neben dem Mehrwert für den Kunden schafft TAKKT auch erheblichen Nutzen auf Seiten der Lieferanten. Die Aufnahme in das Sortiment einer TAKKT-Gesellschaft bringt für diese Vorteile, verglichen mit dem eigenständigen Vertrieb ihrer Produkte. Sie erhalten direkt Zugang zu einer sehr großen Zahl von Kunden in unterschiedlichen Ländern und umgehen damit natürliche Markteintrittsbarrieren, die sich insbesondere in Europa aus den unterschiedlichen Währungen, Sprachen und rechtlichen Rahmenbedingungen ergeben.
ATTRAKTIVE MARKTNISCHE
Die Marktnische des B2B-Spezialversandhandels ist aus Sicht von TAKKT auch in folgender Hinsicht vorteilhaft:
| ― | TAKKT nutzt eine fragmentierte Lieferantenbasis von Produktspezialisten und pflegt langjährige und eingespielte Lieferantenbeziehungen. Auch auf der Kundenseite ist TAKKT breit diversifiziert, d.h. TAKKT beliefert Kunden unterschiedlicher Größe und Branchen und ist daher relativ unabhängig von einzelnen Großaufträgen oder Großkunden. |
| ― | Das Marktumfeld vieler TAKKT-Gesellschaften ist durch geschäftsmodellspezifische Markteintrittsbarrieren geprägt. Ein potentieller neuer Wettbewerber muss zunächst signifikant in Marketing, IT und Logistik investieren und mehrjährige Anlaufverluste in Kauf nehmen, bevor er die branchentypischen Margen realisieren kann. Diese Investitionen zahlen sich nur dann aus, wenn ein Unternehmen es schafft, einen treuen Kundenstamm aufzubauen, der in regelmäßigen Abständen erneut kauft. |
Mehrwert für die Lieferanten
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| Erschließung eines umfangreichen Kundenpotentials | • Zugang zum gesamten Kundenstamm der Vertriebsgesellschaft |
| @@texttab | • Möglichkeit, vom Cross-Selling mit Produktkategorien anderer Hersteller zu profitieren |
| Professioneller Vertrieb der Produkte | • TAKKT übernimmt zielgerichtetes Marketing über die Vertriebskanäle Online, Print, Tele und Field Sales |
| • Listung bei einer der TAKKT-Gesellschaften wird im Markt als Qualitätssiegel für Produkte des Herstellers wahrgenommen | |
| Präsenz auf zahlreichen unterschiedlichen Ländermärkten | • Durch Webshops und Kataloge werden Kunden in allen Vertriebsländern erreicht, in denen die TAKKT-Gesellschaft aktiv ist |
| • Vermeidung natürlicher Markteintrittshemmnisse durch landesspezifische Besonderheiten wie Sprache, Währung, oder steuerliche und rechtliche Rahmenbedingungen | |
| • Lieferant kann auf den Aufbau eines eigenen Vertriebs im Ausland verzichten | |
| Einfaches Onboarding und intensive Betreuung | • Enges Lieferantenmanagement, regelmäßiger Austausch und gemeinsame Produktentwicklung auf Basis von Kundenwünschen |
| Höhere Effizienz | • Einmalige Lieferung größerer Mengen an ein Zentrallager statt vieler Einzellieferungen an Kunden |
MARKTENTWICKLUNGEN FÖRDERN BEWÄHRTES GESCHÄFTSMODELL
Nachhaltige Chancen für TAKKT ergeben sich aus Sicht der Unternehmensführung durch strukturelle Markttrends, die TAKKT mit entsprechenden Wettbewerbsstärken bedient (vgl. Tabelle). So achten Kunden im B2B-Bereich verstärkt auf geringe Prozesskosten und wollen das Einkaufsvolumen auf wenige Anbieter konzentrieren. Dem wird TAKKT durch ein breites und qualitativ hochwertiges Produktsortiment gerecht. Zudem profitiert der Konzern vom raschen technologischen Wandel im Zuge der Digitalisierung.
E-Commerce und E-Procurement gewinnen an Bedeutung und Kunden erwarten den Einsatz neuester Technologien an allen Schnittstellen mit ihrem Anbieter. Diese Trends bedient TAKKT durch die Fokussierung auf Geschäftskunden, die Umsetzung der Digitalen Agenda, den Multi-Channel-Vertriebsansatz, die Spezialisierung der Sortimente und das umfassende Serviceangebot für den Kunden.
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| Markttrend | Wettbewerbsstärke |
| Konzentration auf wenige Lieferanten: | Sortimentsangebot aus einer Hand samt umfangreicher Vorauswahl. |
| Geschäftskunden wollen im Vergleich zu Verbrauchern tendenziell Komplexität reduzieren und suchen nach verlässlichen, langfristigen Partnerschaften. | |
| Kunden achten auf Prozesskosten: | Bündelung des Angebots hunderter Lieferanten, übersichtliche Präsentation von Qualitätsprodukten und schnelle Lieferung. |
| Bei Artikeln mit geringem Warenwert steht ein geringer Bestellaufwand im Vordergrund. | |
| Vermehrte Nutzung digitaler Bestellsysteme: | Angebot an E-Commerce-Lösungen vom klassischen Webshop bis zur elektronischen Einbindung des Produktangebots in das Warenwirtschaftssystem des Kunden. |
| Kunden erwarten zunehmend elektronische und mit den eigenen Systemen vernetzbare Bestellmöglichkeiten. | |
| Nutzung einer Vielzahl von Vertriebskanälen: | Kombination und Integration aller Vertriebskanäle im Multi-Channel-Marketing sowie einheitliche Bestellabwicklung über effiziente IT-Systeme. |
| Die Kanäle werden zur Informationsbeschaffung und für die Bestellung genutzt. | |
| Internationale Aufstellung:@@texttab | Kundennähe mit mehr als 50 Vertriebsgesellschaften in über 25 Ländern. |
| Unabhängig vom Standort greifen Kunden in der Regel auf bewährte Dienstleister und Produkte zu. | |
| Berücksichtigung des Nachhaltigkeitsaspekts: | Konzernweite, alle Prozesse umfassende Nachhaltigkeitsstrategie. |
| Bei der Wahl der Geschäftspartner spielen ökologische und soziale Aspekte eine zunehmend wichtigere Rolle. | |
| Individualisierung der Kundenansprache: | Umfangreiche Analysen der vorhandenen Daten, um den Kunden über Produkte und Themen mit der für ihn höchsten Relevanz zu informieren. |
| Kunden erwarten zunehmend eine auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene und damit für sie relevante Ansprache. | |
| Individualisierte Produkte: | Individuelle Produkte und flexible Lösungen für jeden Bedarf durch Kundenservice gemeinsam mit langjährigen Lieferanten und der Eigenfertigung. |
| Kunden möchten zunehmend die Möglichkeit haben, Produkte und Lösungen individualisiert zu erhalten. | |
| Technologie: | Nutzung von neuen Kommunikationstechnologien z. B. mittels Live-Chat, Co-Browsing, etc. |
| Kunden erwarten den Einsatz neuester Technologien an allen Schnittstellen mit ihrem Anbieter (z. B. in Beratung, Kundendienst, Verkauf). |
UNTERNEHMENSZIELE UND -STRATEGIE
TAKKT verfolgt das Ziel, ein weltweit führender B2B-Spezialversandhändler für Geschäftsausstattung zu sein. Hierzu werden spezialisierte Gesellschaften mit unterschiedlichen Stärken zu einem profitablen und wachstumsorientierten Portfolio mit diversifiziertem Risikoprofil vereint. Die meisten Konzerngesellschaften setzen auf die Marketing- und Vertriebskanäle Print, Online, Tele und Field im Rahmen eines Multi-Channel-Ansatzes. Bei der Weiterentwicklung der Geschäftsmodelle ist Digitalisierung für TAKKT ein zentrales strategisches Thema. Zudem will TAKKT seine Vorbildfunktion in Sachen Nachhaltigkeit ausbauen. In der nachstehenden Übersicht sind die strategischen Ziele des TAKKT-Konzerns bis 2020 dargestellt. Gegenüber der Darstellung im Vorjahr wurde das Ziel "Geschäftsmodell digitalisieren" explizit aufgenommen.
Strategische Ziele bis 2020
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| Profitabel@@texttab | • Langfristige organische Umsatzsteigerung um durchschnittlich vier bis fünf Prozent p.a. |
| wachsen | • Wachstum durch opportunistische Akquisitionen (durchschnittlich ca. fünf Prozent p.a.) |
| • EBITDA-Marge zwischen 12 und 15 Prozent | |
| Geschäftsmodell | • Umsetzung der Digitalen Transformation |
| digitalisieren | • Verdopplung des E-Commerce Geschäfts von rund 450 Millionen Euro (2016) auf 900 Millionen Euro (2020) |
| Risiken | • Signifikante Umsatzbeiträge auf mindestens zwei Kontinenten |
| diversifizieren | • Diversifizierte Umsatzanteile mit dem verarbeitenden Gewerbe, dem Handels- und Dienstleistungssektor sowie staatlichen Institutionen |
| • Ausgewogene Produktsortimente | |
| Nachhaltig | • Vorbild der Branche in Sachen Nachhaltigkeit |
| handeln | • Nachhaltigkeit als "built-in" statt "add-on" in der täglichen Unternehmensführung |
PROFITABEL WACHSEN
TAKKT verfolgt eine Strategie des profitablen Wachstums. Organisch strebt TAKKT durchschnittlich ca. vier bis fünf Prozent Wachstum an. Daneben sind opportunistische Akquisitionen ein wesentlicher Teil der Wachstumsstrategie (durchschnittlich ca. fünf Prozent p.a.). Bei der Profitabilität zielt TAKKT auf eine EBITDA-Marge zwischen 12 und 15 Prozent ab.
Nach wie vor wird ein Großteil des Marktes für langlebige Ausrüstungsgegenstände von lokalen Händlern abgedeckt. Als reiner Distanzhändler profitiert TAKKT von dem Trend, dass Waren zunehmend über den effizienteren Weg des Distanzhandels bestellt werden. Dadurch kann TAKKT sukzessive Marktanteile vom lokalen Handel gewinnen und sollte somit in der Lage sein, organisch stärker als der Markt zu wachsen.
Neben dem organischen Wachstum will TAKKT auch mithilfe von Akquisitionen wachsen. Potentielle Übernahmekandidaten gliedern sich in drei Bereiche: Kleinere Gesellschaften, die einen Umsatz im niedrigen zweistelligen Millionen Euro Bereich erwirtschaften und ein starkes, aber bereits profitables Wachstum aufweisen, bieten neben dem guten Wachstumspotential auch eine Möglichkeit, bereits bestehende Aktivitäten sowohl regional als auch durch ein angrenzendes Geschäftsmodell zu ergänzen. Unternehmen mittlerer Größe mit einem Umsatz von bis zu 100 Millionen Euro, die bereits eine marktführende Position besitzen, bilden als Plattformakquisition den Ausgangspunkt für weiteres organisches Wachstum oder strategische Zukäufe. Schließlich sind noch größere Unternehmen ebenfalls als Akquisitionsziel denkbar, wenngleich mit einer deutlich geringeren Eintrittswahrscheinlichkeit.
Oftmals befinden sich die für TAKKT interessanten Unternehmen in Familienbesitz. Vor diesem Hintergrund pflegt TAKKT langfristige Kontakte zu möglichen Zielunternehmen. Um jederzeit handlungsfähig zu sein, stehen für kleinere und mittelgroße Unternehmenserwerbe fortwährend ausreichende Kreditlinien zur Verfügung. Bei der Entscheidung über eine Akquisition spielen zudem folgende Aspekte eine Rolle:
| ― | Für die Zielgesellschaft wird eine positive Entwicklung der geschäftsspezifischen Wert- und Wachstumstreiber erwartet, die TAKKT zur Steuerung der Tochtergesellschaften heranzieht. Die EBITDA-Marge sollte im TAKKT-Zielkorridor oder darüber liegen oder zumindest mittelfristig das Potenzial besitzen, sich dorthin zu entwickeln. |
| ― | Die Zielgesellschaft ist ein etabliertes Unternehmen, das zur oben erläuterten Positionierung des TAKKT-Konzerns passt. Es sollte sich um ein Unternehmen mit skalierbarem Geschäftsmodell im B2B-Direct-Marketing handeln, das als Produktoder Kundenspezialist auftritt, auf Gebrauchs- oder Spezialgüter fokussiert ist und über einen fragmentierten Kundenstamm und Lieferantenpool verfügt. Der Verbleib des Managements in seiner Funktion ist erwünscht. |
| ― | Durch die Akquisition bietet sich für TAKKT die Gelegenheit, das Produktportfolio auszubauen, neue Kundengruppen zu erschließen oder regional zu expandieren und damit weiter zu diversifizieren. Zudem achtet TAKKT darauf, durch eine Akquisition möglichst neues Know-how zu gewinnen, wie z.B. in den Bereichen Field Sales (NBF 2006), Telesales (Central 2009), Online-Marketing und Direktimporte aus Asien (D2G 2012), integrierter Multi-Channel-Vertrieb (Ratioform 2012), Individualisierung von Produkten (Post-Up Stand 2015, Mydisplays 2017) oder preisgünstige Einstiegsprodukte (BiGDUG 2015). |
Um einen Wertzuwachs nach Eingliederung in den Konzernverbund zu realisieren, unterstützt TAKKT die neu akquirierten Unternehmen bei der Fortsetzung und Forcierung ihres Wachstumskurses, hilft bei der Expansion des Geschäftsmodells in neue Märkte ebenso wie bei der Beschleunigung der Digitalen Transformation und fördert z.B. den Austausch von Organisations-, Logistik-, IT-, Marketing- und Vertriebs-Know-how über die verschiedenen Gesellschaften hinweg.
Mit der Gründung der TAKKT Beteiligungsgesellschaft mbH (TBG) Anfang 2016 hat TAKKT die Akquisitionsstrategie um eine neue Komponente ergänzt. Ziel der TBG ist die strategische Beteiligung als "Smart Investor" an jungen, wachstumsstarken Gesellschaften, die auf B2B-Spezialversandhandel oder Dienstleistungen entlang der Wertschöpfungskette der TAKKT-Gesellschaften spezialisiert sind. Als Beteiligungsart kommen insbesondere Minderheitsbeteiligungen in Betracht. Der Investmentfokus liegt auf sehr jungen Unternehmen, die bereits am Markt aktiv sind und externe Partner zur Finanzierung für das weitere Wachstum suchen. Seit Gründung hat die TAKKT Beteiligungsgesellschaft acht Investments mit insgesamt 5,5 Millionen Euro getätigt. Die einzelnen Investments werden im Abschnitt Innovation und Entwicklung auf Seite 53 vorgestellt.
TAKKT verfolgt einen Kurs des profitablen Wachstums. Bei einem organischen Wachstum von durchschnittlich vier bis fünf Prozent p.a. und einem Wachstum durch Akquisitionen von weiteren ca. fünf Prozent p.a. steuert TAKKT die EBITDA-Marge in einem Korridor zwischen 12 und 15 Prozent. Dies sieht das Unternehmen für sich selbst als beste Balance für den Aufbau eines nachhaltig profitablen Portfolios an. Den Ausgangspunkt bildet bereits eine hohe Rohertragsmarge. Hier wird im Konzerndurchschnitt ein Wert größer 40 Prozent angestrebt. Die Rohertragsmarge ergibt sich zum einen aus dem attraktiven Geschäftsmodell des B2B-Versandhandels, zum anderen aus gezielten Maßnahmen wie z.B. dem Ausbau der Eigenmarken und der Erhöhung des Anteils von Direktimporten aus Asien oder Osteuropa.
Ausgehend von der hohen Rohertragsmarge bilden Marketing- und Personalkosten mit in Summe ca. 20 Prozent vom Umsatz die wesentlichen Kostenblöcke. Darüber hinaus fallen sonstige Kosten im Wesentlichen für Lager und IT an, so dass nach Abzug der Kosten eine EBITDA-Marge im Zielkorridor erreicht werden kann.
GESCHÄFTSMODELL DIGITALISIEREN
Im Jahr 2017 wurde mit Beginn der Initiative zur Digitalen Transformation die nächste Stufe für die Weiterentwicklung des Geschäftsmodells eingeläutet. Dies folgte der Erkenntnis, dass sich in Zeiten des raschen technologischen Wandels sowohl das Kundenverhalten als auch die Arbeitswelt rasant verändern und sich hierdurch neue Chancen ergeben. TAKKT sieht sein Geschäftsmodell des B2B-Direct-Marketings als dafür prädestiniert an, von der zunehmenden Digitalisierung zu profitieren und Marktanteile zu gewinnen. Daher wird die Digitale Transformation im Unternehmen beschleunigt und diesem Thema bei allen Entscheidungen unbedingte Vorfahrt eingeräumt.
Für TAKKT gibt es drei zentrale Schlüsselaktivitäten für eine erfolgreiche Digitale Transformation: die Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette, die Einführung agilerer Unternehmensstrukturen und der Aufbau innovativer Geschäftsmodelle. Zur Umsetzung der Digitalen Transformation im Unternehmen wurde im Jahr 2016 eine Vision 2020 formuliert und mit allen Sparten eine Digitale Agenda mit mehr als 100 Maßnahmen erarbeitet. Die Vision 2020 umfasst dabei die folgenden Ziele:
| ― | Das E-Commerce-Geschäft soll bis 2020 von rund 450 (in 2016) auf 900 Millionen Euro verdoppelt werden. Dazu will TAKKT mittels Digitalisierung ein herausragendes Kundenerlebnis schaffen. |
| ― | Die Organisation wird sich nachhaltig verändern, indem der Digitalisierung des Geschäftsmodells Vorrang gegeben wird. TAKKT stellt dabei die sich stetig wandelnden Bedürfnisse der Kunden in den unbedingten Mittelpunkt des Handelns. |
| ― | Bis 2020 werden bis zu 50 Millionen Euro in Mitarbeiter und neue Technologien investiert. |
| ― | Mittelfristig soll sich mit der Umsetzung der Digitalen Agenda das organische Umsatzwachstum erhöhen. |
Bei der Umsetzung der Digitalen Agenda legt TAKKT ein besonderes Augenmerk darauf, die Kunden mit digitalen Prozessen und Lösungen zu begeistern. Dazu ist der Aufbau digitaler Kompetenz, die Einführung neuer Formen der Zusammenarbeit, die Schaffung einer Kultur von "test and learn" und die Fokussierung aller Aktivitäten auf die Kundenbedürfnisse (Kundenzentrierung) erforderlich. TAKKT verfolgt dabei einen dezentralen Ansatz, der einer unternehmensweit einheitlichen Struktur folgt. Dies reflektiert die Unterschiede der einzelnen Sparten und Gesellschaften bezüglich Geschäftsmodell, Komplexität, historischer Entwicklung und damit Reifegrad in Sachen Digitalisierung.
Die Maßnahmen der Digitalen Agenda sind entlang von sechs Handlungsfeldern strukturiert:
| ― | Strategie & Innovation: Mit innovativen Methoden werden neue Lösungen und Angebote für die Kunden entwickelt. |
| ― | Customer Journey: Durch zielgerichtete Analyse des Informations- und Kaufverhalten einzelner Kunden richten die TAKKT-Gesellschaften ihr Handeln individuell und personalisiert an deren Bedürfnissen aus. |
| ― | Organisation & Kultur: Wandel der Firmenkultur, um agileres und flexibleres Arbeiten in bereichsübergreifenden Teams zu fördern. |
| ― | Daten & Analytik: Verstärkter Einsatz von Datenanalyse mit dem Zweck, die Kaufentscheidungsprozesse besser zu verstehen und hieraus für die Kunden passgenaue Lösungen zu entwickeln. |
| ― | Technologie: Modernisierung der bestehenden und Einführung neuer Technologien als Voraussetzung für die Erreichung der mit der Digitalen Transformation verbundenen Ziele. |
| ― | Prozessautomatisierung: Die Automatisierung manueller Tätigkeiten beschleunigt Prozesse und trägt zu einer höheren Kundenzufriedenheit und verbesserten internen Abläufen bei. |
Weitergehende Ausführungen und konkrete Maßnahmen zur Umsetzung der strategischen Initiative Digitale Transformation finden sich im Abschnitt Innovation und Entwicklung auf den Seiten 53 bis 55.
RISIKEN DIVERSIFIZIEREN
TAKKT strebt an, die Risiken im Konzern weiter zu diversifizieren und sich von konjunkturellen Einflüssen unabhängiger zu machen. Dabei werden folgende Ebenen bedacht.
Auf Kundenebene bedient das Unternehmen eine breite Kundenbasis aus verarbeitenden Betrieben, Händlern, Dienstleistern sowie gemeinnützigen und staatlichen Organisationen, um zyklische Schwankungen einzelner Zielgruppen auszugleichen. Bestellungen verarbeitender Betriebe - das ursprüngliche Stammgeschäft des TAKKT-Konzerns - stehen noch für knapp 30 Prozent des Umsatzvolumens. Mittelfristig verfolgt der Konzern das Ziel, ausgewogene Umsatzanteile mit dem verarbeitenden Gewerbe, dem Handels- und Dienstleistungssektor sowie gemeinnützigen und staatlichen Institutionen zu erzielen. Diese zunehmende Diversifikation nach unterschiedlichen Kundengruppen stabilisiert das TAKKT-Geschäft.
Diversifikation von Kundengruppen

Auf Produktebene unterscheidet TAKKT zwischen Produkten für Betrieb & Umwelt, Lager & Transport, Büro, Verpackung & Versand, Gastronomie und Verkaufsförderung. TAKKT streut hier breit, um Schwankungen der Nachfrage aktiv entgegenzuwirken. Das Unternehmen hat sein Produktportfolio durch die Akquisitionen von Hubert (2000), NBF (2006), Central (2009), Displays2go (2012), Ratioform (2012), Post-Up Stand (2015) und Mydisplays (2017) gezielt auf Produktgruppen für Gastronomie, Verkaufsförderung, nordamerikanische Büromöbel und Verpackung ausgedehnt. Dies erlaubt TAKKT, an den Wachstumstrends dieser Branchen zu partizipieren.
Diversifikation von Produktsortimenten

Auf Regionenebene differenziert TAKKT zwischen Deutschland, Europa ohne Deutschland und Nordamerika. Insbesondere der Anteil des US-Geschäfts hat seit 2000 deutlich zugenommen. Regional zu diversifizieren, hat sich in der Vergangenheit als Stütze des TAKKT-Portfolios erwiesen. Konjunkturelle Schwankungen in bestimmten Zielmärkten können so teilweise durch gegenläufige Entwicklungen in anderen Regionen kompensiert werden. Der Konzern wird diesen Weg fortführen und verfolgt das Ziel, dauerhaft auf mindestens zwei Kontinenten signifikante Umsatzbeiträge zu erzielen.
Diversifikation von Regionen

NACHHALTIG HANDELN
Der Versandhandel ist deutlich ressourcenschonender als der stationäre Handel. Somit ist das TAKKT-Geschäftsmodell per se bereits nachhaltiger als andere Wettbewerbsmodelle. Nachhaltigkeit ist für TAKKT folglich nicht neu. Darüber hinaus gehört es im Konzern seit jeher zum unternehmerischen Selbstverständnis, mit allen Ressourcen behutsam umzugehen. TAKKT hat das Ziel der Nachhaltigkeit - die langfristige Balance zwischen wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Belangen - seit dem Jahr 2011 explizit als Teil der Unternehmensstrategie verankert. Die Vorbildfunktion in diesem Bereich möchte TAKKT in der Branche weiter ausbauen.
Damit hat sich TAKKT frühzeitig im Wettbewerbsumfeld positioniert. Unternehmen achten immer stärker darauf, ihren individuellen Beitrag zur Schonung der Ressourcen beizusteuern, und erwarten von ihren Geschäftspartnern, dass auch diese ihre Wertschöpfungskette aktiv nach Nachhaltigkeitsaspekten steuern. TAKKT berücksichtigt die Anforderungen der Kunden in Sachen Nachhaltigkeit. Die konzernweite Nachhaltigkeitsorganisation SCORE verankert das Thema im Tagesgeschäft und bündelt die einzelnen Maßnahmen.
Die Ziele und wesentlichen Maßnahmen des TAKKT-Konzerns zur Nachhaltigkeit sind im Abschnitt Nachhaltigkeit und Mitarbeiter auf den Seiten 57f. sowie im Abschnitt Unternehmensperformance auf den Seiten 81f. dieses Geschäftsberichts dargestellt.
STEUERUNGSSYSTEM
Der Kern des Geschäftsmodells der TAKKT-Gesellschaften ist trotz unterschiedlicher Ausrichtung hinsichtlich Regionen, Sortimenten, Kundengruppen und Vertriebsansätzen vergleichbar. Daher steuert das Management den Konzern, die Geschäftsbereiche, die einzelnen Sparten sowie alle Tochtergesellschaften nach den gleichen Kennzahlen. Die im Folgenden dargestellten Zielwerte gelten für den Konzern und unterscheiden sich nur geringfügig für die Geschäftsbereiche TAKKT EUROPE und TAKKT AMERICA. Entwickeln sich die Kenngrößen einer Konzerngesellschaft nicht zufriedenstellend, reagiert das Management zeitnah mit entsprechenden Initiativen und Gegenmaßnahmen. Zu diesem Zweck werden alle unten genannten internen Steuerungskennzahlen regelmäßig an den Vorstand berichtet.
FINANZIELLE STEUERUNGSKENNZAHLEN
| ― | Die organische Umsatzentwicklung dient als Maß für das Wachstum der Gesellschaft ohne die Zurechnung von Unternehmenskäufen und Unternehmensverkäufen oder den Einfluss schwankender Wechselkurse. Die kurzfristige Umsatzentwicklung ist von konjunkturellen Zyklen beeinflusst. Auf lange Sicht will TAKKT mit Hilfe der Wachstumsinitiativen eine durchschnittliche organische Umsatzsteigerung von vier bis fünf Prozent erzielen. |
| ― | Der organische Umsatzverlauf resultiert aus der Entwicklung der Wert- und Wachstumstreiber Anzahl der Aufträge und durchschnittlicher Auftragswert. Beide Größen unterliegen zyklischen Schwankungen im Konjunkturverlauf und werden zudem strukturell durch Akquisitionen oder Desinvestitionen beeinflusst. Auf lange Sicht und bereinigt um diese Effekte beabsichtigt TAKKT, die Anzahl der Aufträge jährlich um zwei bis vier Prozent zu steigern. Der durchschnittliche Auftragswert soll mindestens in Höhe der Inflationsrate wachsen. |
| ― | Der Rohertrag errechnet sich durch Abzug des Materialaufwands (Wareneinsatz und Frachtaufwand) von den Umsatzerlösen, addiert um weitere, in der Höhe nicht relevante Bestandsveränderungen und aktivierte Eigenleistungen. Die TAKKT-Gruppe erzielt eine Rohertragsmarge, also einen Rohertrag im Verhältnis zum Umsatz, von über 40 Prozent und hat den Anspruch, diese Marge auch künftig hoch zu halten. Hintergrund ist die Ausrichtung am Kundennutzen und die Erbringung vielseitiger Zusatzleistungen im Vergleich zur bloßen Distribution der Waren. |
| ― | Als wichtigster Maßstab für die operative, kurzfristige Ertragskraft der einzelnen Konzerngesellschaften dient die EBITDA-Marge, da in dieser Kennzahl Effekte aus länderspezifisch unterschiedlichen Steuersätzen und Finanzierungsstrukturen keine Rolle spielen. Da Abschreibungen auf das langfristige Vermögen bei dieser Kennziffer nicht berücksichtigt werden, lassen sich auch bestehende mit neu akquirierten Gesellschaften direkt vergleichen. TAKKT hat für die EBITDA-Marge des Konzerns einen langfristigen Zielkorridor von 12 bis 15 Prozent definiert. |
| ― | Der TAKKT-Cashflow errechnet sich aus dem EBITDA abzüglich des Finanzergebnisses und der tatsächlichen Steuern vom Einkommen und Ertrag. Diese Größe zeigt den in der Berichtsperiode erwirtschafteten operativen Cashflow vor Effekten aus der Veränderung des kurzfristigen Nettoumlaufvermögens. Die TAKKT-Cashflow-Marge soll dabei über acht Prozent betragen. |
| ― | Der Kapitalbedarf für Erhaltung, Erweiterung und Modernisierung des Geschäftsbetriebs ist bei den etablierten Gesellschaften des TAKKT-Konzerns vergleichsweise gering. Entsprechend liegt die Investitionsquote im langjährigen Durchschnitt zwischen ein und zwei Prozent vom Umsatz. In Geschäftsjahren, in denen z.B. die Lagerkapazitäten einer Sparte signifikant erweitert werden oder wesentliche IT-Investitionen erfolgen, liegt diese Quote höher, in Perioden ohne größere Investitionsprojekte dagegen am unteren Ende der angegebenen Spanne. |
Definition und Zielwerte
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| Kennzahl | Aussage | Zielwert |
|---|---|---|
| Organische Umsatzentwicklung | Maßstab für das Unternehmenswachstum ohne Akquisitionen | Zwischen 4 und 5 Prozent im langfristigen Durchschnitt |
| Anzahl Aufträge und durchschnittlicher Auftragswert | Wesentliche Treiber der organischen Umsatzentwicklung | Zuwachs zwischen 2 und 4 Prozent im langfristigen Durchschnitt; Leicht steigend zwischen 400 und 500 Euro (Zuwachs mindestens um Inflationsrate) |
| Rohertragsmarge | Maß für den Mehrwert (z.B. für Kunden und Lieferanten) | Über 40 Prozent vom Umsatz |
| EBITDA-Marge | Maß für die operative Profitabilität | Zwischen 12 und 15 Prozent vom Umsatz |
| TAKKT-Cashflow- Marge | Maß für die Innenfinanzierungskraft | Über 8 Prozent vom Umsatz |
| Investitionsquote | Kapitalbedarf für Erhaltung, Erweiterung und Modernisierung des Betriebs | Zwischen 1 und 2 Prozent vom Umsatz im langfristigen Durchschnitt |
SORTIMENTSSPEZIFISCHE STEUERUNGSKENNZAHLEN
| ― | Eigenmarken sind von den TAKKT-Gesellschaften selbst entwickelte und gepflegte Produktmarken. TAKKT will den Anteil der Eigenmarken am Auftragseingang weiter erhöhen und verfolgt damit die Ziele, neue Kunden zu gewinnen und bestehende Kunden dauerhaft an das Unternehmen zu binden. Einzelne TAKKT-Gesellschaften führen zu diesem Zweck etwa neue Produkte zu einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis ein, um auch das Einstiegssegment für den kleineren Bedarf abzudecken. Andere Konzerngesellschaften bieten über sogenannte Leistungsmarken Produkte an, die mindestens dem Industriestandard entsprechen oder sogar einem höheren Qualitätsanspruch gerecht werden. Diese Marken verbessern die Kundenbindung und erzielen in der Regel überdurchschnittliche Margen. |
| ― | Unter Direktimporten versteht TAKKT Importe aus Ländern außerhalb des Heimatmarktes der jeweiligen Konzerngesellschaft. Im Fall der europäischen Sparten sind dies z.B. alle Länder außerhalb Europas sowie die Türkei und Osteuropa. Um die Profitabilität dauerhaft zu sichern, will TAKKT den Anteil der Direktimporte am Einkaufsvolumen weiter steigern - bei gleichbleibender Produktqualität. |
Definition und Zielwerte
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| Kennzahl | Aussage | Zielwert |
|---|---|---|
| Anteil der Eigenmarken am Auftragseingang | Positiver Einfluss auf Kundengewinnung, Kundenbindung und Rohertragsmarge | Stetige Ausweitung ausgehend von 20,7 Prozent in 2017 |
| Anteil Direktimporte am Einkaufsvolumen | Partizipation an günstigen Beschaffungspreisen bei Beibehaltung einer Mindestproduktqualität | Weitere Steigerung ausgehend von 15,5 Prozent in 2017 |
WERTORIENTIERTE STEUERUNGSKENNZAHLEN
| ― | Der Return on Capital Employed (ROCE) misst die Profitabilität vor Steuern des eingesetzten Kapitals. Diese Kennzahl setzt das EBIT ins Verhältnis zum durchschnittlich eingesetzten Kapital, welches als Bilanzsumme reduziert um die nicht-zinstragenden kurzfristigen Verbindlichkeiten definiert ist. Der ROCE drückt damit die operative Ertragskraft des eingesetzten Kapitals aus. Als Zielwert für die TAKKT-Aktivitäten ist ein ROCE von deutlich über zwölf Prozent festgelegt. |
| ― | Als wesentliche Kennzahl im Rahmen eines längerfristigen, wertorientierten Controllings dient in der Gruppe die Kennzahl TAKKT Value Added. Sie ist definiert als Differenz aus dem erwirtschafteten Ergebnis nach Steuern und den Kapitalkosten auf das eingesetzte durchschnittliche Kapital. Das erwirtschaftete Ergebnis nach Steuern ergibt sich dabei auf Basis des EBIT, das um den Steueraufwand vermindert und um das übrige Finanzergebnis erhöht wird. Die Kapitalkosten werden durch Multiplikation des eingesetzten durchschnittlichen Kapitals mit dem gewichteten Kapitalkostensatz ermittelt, welcher sowohl Eigen- als auch Fremdkapitalkosten berücksichtigt. Das durchschnittliche Kapital wird dabei als Mittelwert der beiden Kapitaleinsätze zu Anfang und Ende des jeweiligen Kalenderjahres berechnet. Das Kapital zum jeweiligen Stichtag entspricht der Bilanzsumme, reduziert um die nicht-zinstragenden kurzfristigen Verbindlichkeiten sowie die latenten Steuerverbindlichkeiten. Insgesamt erlaubt der TAKKT Value Added eine Aussage zum Wertbeitrag des Konzerns nach Berücksichtigung der Fremd- und Eigenkapitalkosten, d.h. nach Erfüllung der Renditeansprüche der Fremd- und Eigenkapitalgeber. TAKKT strebt einen signifikant positiven Wertbeitrag an. |
Definition und Zielwerte
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| Kennzahl | Aussage | Zielwert |
|---|---|---|
| ROCE (Return on Capital Employed) | Maß für die Rentabilität des Gesamtkapitals vor Steuern | Deutlich über 12 Prozent |
| TAKKT Value Added | Maß für den verdienten Mehrwert nach Abzug der Gesamtkapitalkosten | Signifikant größer Null |
INTERNE COVENANTS ZUR STEUERUNG DER FINANZSTRUKTUR
Zur Überwachung und Steuerung der Finanzstruktur achtet der TAKKT-Konzern auf die Einhaltung von vier selbst vorgegebenen internen Kennzahlen (Covenants).
Die internen Covenants sind nicht in Kreditverträgen vereinbart, sondern dienen ausschließlich der internen Steuerung, um die finanzielle Solidität des Konzerns zu bewahren. Aus den Kennzahlen lässt sich auch der finanzielle Spielraum für Akquisitionen ableiten.
Definition und Zielwerte
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| Kennzahl | Aussage | Zielwert |
|---|---|---|
| Eigenkapitalquote | Konzerneigenkapital zu Bilanzsumme | 30 bis 60 Prozent |
| Entschuldungsdauer | Durchschnittliche Nettofinanzverschuldung zu TAKKT-Cashflow | < 5 Jahre |
| Zinsdeckung | Operatives Ergebnis vor Goodwill-Abschreibungen zu Nettofinanzierungsaufwand | > 4 |
| Verschuldungsgrad (Gearing) | Nettofinanzverschuldung zu Eigenkapital | < 1,5 |
ÜBERBLICK ZUM STEUERUNGS- UND INDIKATORENSYSTEM
Die in diesem Kapitel beschriebenen Kennzahlen nutzt TAKKT zur Steuerung des Konzerns, der Geschäftsbereiche und Sparten hinsichtlich des strategischen Ziels eines profitablen Wachstums. Darüber hinaus existieren zusätzliche Indikatoren zur Fortschrittsmessung weiterer strategischer Zielsetzungen wie der Umsetzung der Digitalen Agenda und der Verfolgung der Nachhaltigkeitsinitiative. In der unten abgebildeten Tabelle ist zusammenfassend dargestellt, in welchen Abschnitten des Lageberichts die Steuerungskennzahlen und Indikatoren beschrieben werden und wo die Berichterstattung zur Entwicklung im Geschäftsjahr erfolgt. Für alle Kennzahlen wird zudem im Prognosebericht erläutert, wie TAKKT die Entwicklung 2018 einschätzt.
TAKKT Steuerungskennzahlen und Indikatoren
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| Beschreibung und Zielwerte | Berichterstattung | Prognose | |
|---|---|---|---|
| Finanzielle Steuerungskennzahlen | Steuerungssystem Seite 50 f. | Umsatz-, Ertrags- und Finanzlage Seiten 66 bis 73 | Prognosebericht Seiten 95 bis 97 |
| Sortimentsspezifische Steuerungskennzahlen | Steuerungssystem Seite 51 | Unternehmensperformance Seite 78 f. | Prognosebericht Seite 97 |
| Wertorientierte Steuerungskennzahlen | Steuerungssystem Seite 51 f. | Unternehmensperformance Seite 79 f. | Prognosebericht Seite 97 |
| Interne Covenants zur Steuerung der Finanzstruktur | Steuerungssystem Seite 52 | Finanzlage Seite 75 | Prognosebericht Seite 97 |
| Indikatoren zur Digitalen Agenda | Innovation und Entwicklung Seite 55 | Unternehmensperformance Seite 80 f. | Prognosebericht Seite 98 |
| Nachhaltigkeitsindikatoren | Nachhaltigkeit und Mitarbeiter Seite 57 f. | Unternehmensperformance Seite 81 f. | Prognosebericht Seite 98 |
INNOVATION UND ENTWICKLUNG
Das Marktumfeld, in dem sich TAKKT als B2B-Spezialversandhändler für Geschäftsausstattung bewegt, unterliegt einem beständigen Wandel. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Digitalisierung, die für das Geschäftsmodell der TAKKT-Gesellschaften viele Chancen bietet. Das Einkaufsverhalten der B2B-Kunden ändert sich, erwartet wird eine deutlich stärkere Personalisierung der Kundenansprache. Auch die Zusammenarbeit von Einkauf und Lieferanten wird durch digitale Schnittstellen effizienter, neue Beschaffungs-, Lager- und Absatzprozesse setzen sich durch und neue, teils disruptive Geschäftsmodelle entstehen.
DIGITALE TRANSFORMATION - SICH STETIG WANDELNDE KUNDENBEDÜRFNISSE IM FOKUS
Um die mit der Digitalisierung verbundenen Chancen zu nutzen und einen strukturierten Veränderungsprozess anzustoßen, formulierte TAKKT 2016 eine Digitale Agenda mit über 100 Maßnahmen. TAKKT verfolgt dabei einen dezentralen Ansatz, der einer unternehmensweit einheitlichen Struktur mit sechs Handlungsfeldern folgt. Dies reflektiert die Unterschiede der einzelnen Sparten und Gesellschaften bezüglich Geschäftsmodell, Komplexität, historischer Entwicklung und Reifegrad in Sachen Digitalisierung.
Wie setzt TAKKT die Digitale Agenda um?
Die Maßnahmen zur Umsetzung der Vision 2020, die eine Verdoppelung des E-Commerce-Geschäfts, eine nachhaltige Veränderung der Organisation, Investitionen in Mitarbeiter und neue Technologien und eine mittelfristige Erhöhung des organischen Umsatzwachstums vorsieht, wurden im Geschäftsjahr 2017 gestartet. In den sechs Handlungsfeldern der Digitalen Agenda liegt der Fokus dabei auf folgenden Aktivitäten:
Strategie und Innovation: Im B2B-Versandhandel sind im Wesentlichen drei Geschäftsmodelle vorzufinden: Multi-Channel, Web-only und Online-Marktplätze. TAKKT ist hier mit seinen Multi-Channel- und Web-focused-Marken vertreten und differenziert sich als Spezialist in der Nische vom eher transaktionsbasierten Geschäftsmodell der Marktplatzbetreiber. Allerdings nutzen die Konzerngesellschaften die Marktplätze globaler Anbieter als ergänzenden Vertriebskanal. Sie erzeugen damit zusätzliche Sichtbarkeit und können hierüber Neukunden gewinnen.
Für das Geschäftsjahr 2018 liegt der Fokus auf der weiteren Entwicklung agilerer Unternehmensstrukturen. Ein erster Schritt wurde bereits 2017 mit dem Aufbau eigenständiger Strukturen, wie beispielsweise mit dem eigenen Webshop- und Warenwirtschaftssystem (ERP) bei Certeo getan. Certeo nutzte bisher wesentliche Infrastrukturleistungen von KAISER+KRAFT. Zum 01. Januar 2018 wurden mit OfficeFurnitureOnline, BiGDUG, Certeo und Mydisplays bestimmte Web-focused-Marken innerhalb des Geschäftsbereichs TAKKT EUROPE in eine neue Sparte namens newport Gruppe überführt. Hiermit werden die organisatorischen Voraussetzungen geschaffen, dass sich diese Marken stärker und eigenständiger als bisher mit ihrer Markenführung, Infrastruktur und ihren Produktsortimenten im Markt positionieren können. Sie können ihr Geschäftsmodell somit besser auf die Bedürfnisse von kleineren Firmenkunden fokussieren, die einen anderen Bedarf haben und eher transaktionsorientiert einkaufen. Zudem wird auch die TAKKT Beteiligungsgesellschaft (TBG) mit ihren Investments in innovative Start-ups in die newport Gruppe eingebracht. Die newport Gruppe soll sowohl organisch als auch durch Akquisitionen weiter wachsen.
Mit der Anfang 2016 gegründeten TBG beteiligt sich TAKKT an Start-ups, die im B2B-Handel innovative Geschäftsmodelle oder neue Lösungen aufbauen. Bislang wurden acht Investments getätigt, die hier abgebildet sind.
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| Beteiligung | Geschäftsmodell |
|---|---|
| Printmate Individualisierte Verpackungen | Bietet individuell bedruckte Versandverpackungen aus Wellpappe nach dem Digitaldruckverfahren an. |
| Adnymics Personalisiertes Marketing | Bietet eine Lösung für personalisierte Paketbeileger zum Versand an die Kunden an. Ratioform und Certeo erzielen damit höhere Responseraten. |
| Crowdfox B2C und B2B Onlinemarktplatz | Innovativer Onlinemarktplatz für B2C und B2B Produkte, der sich insbesondere durch hohe technologische Entwicklung und dadurch hergestellte Preisführerschaft im Markt auszeichnet. |
| Authentic Vision Produktsicherheit | Patentierte Software mit der ein einzigartiger holographischer Fingerabdruck für jegliche Produkte hergestellt werden kann und welcher mit einer Smartphone App auslesbar ist. |
| Cavalry Ventures Venture Capital-Fonds | Bei dieser Kooperation kann die TBG auf die Erfahrung und das Know-How der Gründer von Cavalry als Sparringspartner bei eigenen Investmententscheidungen zurückgreifen. |
| Book A Tiger Facility Management | Online-Buchungsplattform für Facility Management (Reinigung und weitere Dienstleistungen rund um die Büroorganisation) mit Fokus auf den B2B Markt. |
| parcelLab Post-Purchase Kommunikation | Ermöglicht Onlinehändlern die Post-Purchase-Kommunikation selbst zu gestalten und zu steuern. Der Kunde wird über jede Statusänderung des Pakets informiert. Ratioform verbessert damit bereits das Kundenerlebnis nach dem Kauf. |
| odoscope Data Analytics | Software-Plattform, die vollautomatisiert und in Echtzeit auch anonymen Nutzern personalisierte Inhalte auf Webseiten und anderen digitalen Touchpoints präsentiert. |
| ― | Customer Journey: Heute ist die unbedingte Kundenzentrierung und die Schaffung exzellenter Einkaufserlebnisse ein entscheidendes Differenzierungsmerkmal im Markt. Die Digitalisierung ermöglicht es, Kunden über Onlinekanäle individuell gemäß persönlicher Präferenzen und Bedürfnisse anzusprechen, wie es mit Printwerbemitteln bisher nicht möglich war. Mittels Kundeninterviews, Analysen und Umfragen sowie mit der Unterstützung von externen Spezialisten haben alle TAKKT-Gesellschaften ihre Customer Decision Journeys abgebildet und Personas für die relevantesten Kundengruppen erstellt. Die neuen Erkenntnisse über Kundenbedürfnisse fließen direkt in die Optimierung der jeweiligen Kontaktpunkte ein. So werden beispielsweise bei Ratioform für die verschiedenen Personasegmente unterschiedliche Webshop-Oberflächen mit bedarfsgerechter Navigation und Produktangeboten pilotiert. Auch in den anderen Konzerngesellschaften werden die Angebote im Dialog mit dem Kunden weiterentwickelt. So werden Problemstellen und Hürden im Online-Angebot, wie beispielsweise komplizierte Warenkorbprozesse, verbessert oder in den USA Kosten für Verpackung und Fracht transparenter dargestellt. Parallel zur Verbesserung des Angebots für bestimmte Personas werden die Angebote der Konzerngesellschaften weiter personalisiert. Erkenntnisse aus Webshopanalysen werden für das Cross- und Upselling genutzt, um den Kunden zu einem bestimmten Zeitpunkt Produkte entsprechend des individuellen Bedarfs anzubieten, beispielsweise im Newsletter oder Paketbeileger. Auch der Emanzipation der Kunden in der digitalen Welt möchte TAKKT Rechnung tragen. Entsprechend bauen die Gesellschaften nach und nach Informationsportale mit Self-Service-Lösungen auf. So können die Kunden nicht nur ihre Bestellhistorie online einsehen, sondern sich beispielsweise einen Erinnerungsservice für Nachbestellungen einrichten, Retouren managen oder Rechnungen digital abrufen. |
| ― | Organisation und Kultur: Zur Umsetzung der Digitalen Agenda sind mehr als 100 neue Stellen geplant. Mehr als zwei Drittel dieser Stellen sind inzwischen besetzt, vor allem für zentrale Kernkompetenzen wie Webshopentwicklung, Online-Marketing oder Datenmanagement und -analyse. Für das konzernweite Traineeprogramm "Digital Entrepreneurship" wurden 2017 sechs junge Talente gewonnen, die die Digitale Transformation von TAKKT bei ihren Rotationen durch unterschiedliche Tochtergesellschaften in Europa und den USA aktiv mitgestalten. In diesem Jahr geht das Programm in die zweite Runde, sodass weitere Talente das Entrepreneurship durchlaufen können. Parallel dazu werden immer häufiger neue Arbeitsmethoden wie Scrum oder Design Thinking genutzt. Die Mitarbeiter wurden entsprechend weitergebildet und durch Initiativen wie den FUTURE@TAKKT-Award motiviert, neue Methoden in der Projektarbeit einzusetzen. Die Teams implementierten jeweils prototypisch eine Lösung, die einen sogenannten "Pain Point", also einen Schmerzpunkt oder Stolperstein des Kunden im Kaufprozess löst. Mehrere Tochtergesellschaften haben neue oder neu gestaltete Bürowelten bezogen, die durch moderne Arbeitsplatzkonzepte Innovation und Kreativität fördern und bereichsübergreifende Zusammenarbeit vereinfachen. Der Umbau am Hauptstandort in Stuttgart hat begonnen, erste Bereiche haben Ende 2017 /Anfang 2018 ihre neuen Räumlichkeiten bezogen. |
| ― | Daten und Analytik: Durch den verstärkten Einsatz von Datenanalyse-Techniken wollen wir den Bedarf unserer Kunden besser vorhersehen und Produktsortimente und die Lieferkette optimieren. Bei allen TAKKT-Gesellschaften ist das Thema Datenmanagement und -analyse stärker in den Fokus gerückt. Es werden Konzepte zur zukünftigen Ausrichtung des Datenmanagements erarbeitet, technische Voraussetzungen geschaffen und entsprechende Kompetenzen aufgebaut. Durch die neuen Technologien werden mehr Mitarbeiter datenbasiert arbeiten und entscheiden. Analysen und Visualisierungen sind einfacher und schneller verfügbar. |
| ― | Technologie: Zum effizienten und effektiven Geschäftsbetrieb nutzen alle Konzerngesellschaften leistungsfähige IT-Systeme. 2017 wurden mehrere Systeme neu in Betrieb genommen oder modernisiert. Beispiele sind etwa der neue Webshop bei Hubert oder die moderne Webtechnologie bei KAISER+KRAFT die das mobile Nutzererlebnis für den Kunden verbessert. TAKKT schafft damit neue Kundenerlebnisse, unterstützt veränderte Geschäftsmodelle und erzielt einen höheren Grad an Flexibilität, Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit. Zudem wurden die Telefonanlagen bei Displays2go, National Business Furniture und Central durch integrierte, cloudbasierte Kommunikationssysteme ersetzt. Um den Kunden gezielter ansprechen und beraten zu können, führen Hubert und KAISER+KRAFT neue Customer Relationship Management-Systeme (CRM) ein. Ratioform nutzt seit 2017 ein neues Product Information Management System (PIM), um umfangreiche Produktdaten einfacher zu managen und den Kunden über verschiedene Kanäle wie Webshop oder Katalog stets aktuell zur Verfügung zu stellen. Auch die ERP-Systeme werden kontinuierlich modernisiert. Damit verbessert sich die Datenbasis, die dank moderner Datenanalyse-Tools den Fachbereichen bessere Entscheidungen, eine gezieltere Kundenansprache und eine umfassendere Ausrichtung an die Kundenbedürfnisse ermöglichen. Die Einführung neuer ERP-Systeme ist bei Displays2go bereits vollständig und bei Ratioform für viele Landesgesellschaften abgeschlossen. Bei KAISER+KRAFT und Hubert werden derzeit neue Systeme implementiert. Bei NBF steht 2018 die Entscheidung für ein neues ERP an. |
| ― | Prozessautomatisierung: Bei der Prozessautomatisierung erzielen die TAKKT-Gesellschaften weitere Verbesserungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette vom Lieferanten bis zum Kunden inklusive der Digitalisierung der internen Workflows. Schnittstellen zu den Lieferanten werden leistungsfähiger, sodass beispielsweise Produktdaten oder die Verfügbarkeit von Waren zwischen Lieferantensystemen und den Gesellschaften einfacher und schneller ausgetauscht werden können. Gleichzeitig werden immer mehr Lieferanten angebunden. Gleiches gilt für Logistikunternehmen, die für den reibungslosen Transport der Waren zum Kunden sorgen. Informationen über Sendungsstati und Liefertermine finden inzwischen nicht nur den Weg bis in interne Systeme. Kunden können diese Informationen selbstständig jederzeit und zeitnah beispielsweise auf den Websites der TAKKT-Gesellschaften einsehen. |
Beispiele weiterer Maßnahmen berichtet TAKKT regelmäßig auf www.takkt.de/digital.
Die Fortschritte bei der Umsetzung der Digitalen Agenda werden regelmäßig anhand verschiedener Indikatoren überprüft. Unter anderem werden die nachfolgenden Indikatoren erhoben und analysiert:
| ― | Maßnahmentracking: Anzahl begonnene, abgeschlossene und offene Maßnahmen. Hiermit steuert TAKKT, ob die Maßnahmen wie geplant umgesetzt wurden. |
| ― | Anzahl eingestellter neuer Mitarbeiter: TAKKT will bis Ende 2018 mehr als 100 neue Mitarbeiter mit Kompetenzen vor allem in den Bereichen Online-Marketing, Webshop-Entwicklung und Datenanalyse einstellen. |
| ― | Getätigte Investitionen: TAKKT hat ca. 50 Millionen Euro für die Umsetzung der Maßnahmen der Digitalen Agenda bis 2020 allokiert, davon ca. die Hälfte für Investitionen und die andere Hälfte für die mit neuen Mitarbeitern und den Maßnahmen verbundenen Kosten. |
| ― | Organisches Wachstum beim Auftragseingang über E-Commerce als Indikator für die Entwicklung des E-Commerce-Geschäfts. |
Ausführungen zur Entwicklung der Indikatoren im Geschäftsjahr finden sich im Abschnitt Unternehmensperformance auf den Seiten 80f.
Im Berichtsjahr konnte TAKKT die Jury von Wirtschafts-Woche und Deutscher Telekom davon überzeugen, dass der eingeschlagene Weg der Digitalen Transformation gut gewählt ist und der Transformationsprozess im Konzern ganzheitlich voranschreitet. Den Digital Champions Award 2017 in der Kategorie "Digitale Prozesse und Organisation" versteht TAKKT als Ansporn und Verpflichtung zugleich, die Digitalisierungsaktivitäten weiter zu forcieren und die Vision 2020 erfolgreich umzusetzen.
INNOVATIONSINITIATIVEN
Bei der Digitalen Transformation sind Innovation und Wissensaufbau entscheidende Erfolgskriterien. Daher nutzt TAKKT bereits in den Vorjahren etablierte Innovationsformate und entwickelt diese weiter. Neue Kommunikations- und Kollaborationstools kommen immer häufiger zum Einsatz, um den kontinuierlichen Wissensaustausch zu stärken. Zusätzlich wurden gezielte Maßnahmen zur Customer Centricity durchgeführt.
| ― | Wissenstransfer: Die Unternehmensführung fördert den konzerninternen Know-how-Transfer. Mitarbeiter werden motiviert und unterstützt, Erfahrungen und Best-Practices konzernweit zu teilen. Besonders relevant ist dies bei Themen der Digitalen Transformation und bei innovativen Projekten. Hier hat TAKKT Formate wie den CDO Round Table etabliert, bei dem sich die Digitalverantwortlichen aller Konzernsparten regelmäßig untereinander und mit Experten aus anderen Unternehmen austauschen. Besonders wertvoll ist dies auch dadurch, dass die Gesellschaften des TAKKT-Konzerns mit Blick auf Vertriebs- und Marketingansätze, Produktsortimente oder Kundengruppen teils unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Auf der jährlichen FUTURE@TAKKT Group Conference tauschen sich alle Führungskräfte der Konzerngesellschaften über Best-Practice-Lösungen zu vielen relevanten Themenfeldern aus. |
| ― | Austausch mit externen Experten: Die Unternehmensführung initiiert den regelmäßigen Dialog zwischen externen Experten und den Mitarbeitern innerhalb der TAKKT-Gruppe ("Outside-In-Ansatz"). Ein- bis zweimal pro Jahr findet dazu in Zusammenarbeit mit dem Beirat der TAKKT AG das TAKKT-Forum statt. Der Beirat aus Experten der Digitalwirtschaft berät und unterstützt den TAKKT Vorstand ebenso wie die Chief Digital Officers der Sparten. Beim TAKKT-Forum erörtern hochrangige externe Referenten, Top-Führungskräfte und der Beirat der TAKKT AG strategische Kernfragen. Thema des TAKKT-Forums im Dezember 2017 war Data & Analytics, eines der sechs Handlungsfelder der Digitalen Agenda. Erste Ergebnisse eigener Data Analytics-Projekte wurden mit externen Spezialisten reflektiert und Erfahrungen anderer Handels- und Industrieunternehmen von deren Experten vorgestellt. |
| ― | Customer Centricity: Unser Anspruch an "Customer Centricity" endet nicht beim Verständnis von sich wandelnden Kundenbedürfnissen, sondern beinhaltet den aktiven Einsatz der Möglichkeiten der Digitalisierung, um unser komplettes Handeln auf den Kunden auszurichten. Mit einer Segmentierung nach Kundentypen (Personas) können wir datenbasiert eine größere Anzahl an Kunden mit individuell auf ihre persönlichen Bedürfnisse angepassten Angeboten ansprechen. Durch stärkere Interaktion begleiten wir unsere Kunden auf ihrem Entscheidungsweg (sog. Customer Journeys) und nutzen die gewonnenen Erkenntnisse entlang der gesamten Wertschöpfungskette, angefangen beim Produktmanagement, beim Marketing und Vertrieb bis hin zur Logistik und unserem Kundenservice. Hierzu werden auch Methoden wie Design Thinking genutzt. In regelmäßigen Dialogen mit Stakeholdern wie Lieferanten, Investoren und Mitarbeitern werden Anforderungen und Bedürfnisse ermittelt und Innovationsideen generiert, die zur gezielten Weiterentwicklung der Unternehmensstrategie genutzt werden. |
| ― | Start-Up & Innovation Breakfast: Mehrmals jährlich treffen sich Start-up-Gründer und Mitarbeiter der TAKKT-Portfoliogesellschaften zum Wissensaustausch beim Frühstück. Neue Geschäftsmodelle werden intensiv diskutiert, Erfahrungen ausgetauscht, neue Netzwerke geknüpft. Viele fruchtbare Kooperationen sind so entstanden. Daneben stärkt dies den Kulturwandel, da der Austausch über die Grenzen des eigenen Unternehmens hinaus angeregt wird. |
FORTLAUFENDE QUALITÄTSSICHERUNG
Mit einem umfassenden Qualitätsmanagement sorgt der Konzern dafür, den hohen Anforderungen und Erwartungen der Kunden gerecht zu werden. Die elektronische Erfassung und Auswertung aller Kundennachfragen oder Reklamationen ist genauso in den Prozessen verankert wie die Einbindung von Lieferanten und Dienstleistern, deren Qualität ebenfalls kontinuierlich gemessen wird. Alle Lieferanten unterliegen strengen Auswahlkriterien und fortlaufenden Tests in Bezug auf die Produktqualität.
In Europa sind die Gesellschaften an wesentlichen Standorten der TAKKT-Gruppe nach DIN ISO 9001 oder vergleichbaren Standards zertifiziert. Nicht zertifizierte Gesellschaften halten durch interne Vorgaben, Schulungen und Kontrollen ein angemessenes Qualitätsniveau. In jährlichen Audits wird der aktuelle Stand des Qualitätssicherungssystems überprüft.
NACHHALTIGKEIT UND MITARBEITER
Die Unternehmensführung definiert Nachhaltigkeit als die langfristige Balance zwischen wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Belangen und ist sich bewusst, dass erst so ein langfristiger Unternehmenserfolg möglich wird. Nachhaltigkeit ist deshalb seit einigen Jahren ein integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie und tägliche Gemeinschaftsaufgabe auf allen Ebenen des Konzerns. Dabei hat TAKKT sich zum Ziel gesetzt, die Vorbildfunktion im Bereich Nachhaltigkeit in der Branche bis 2020 auszubauen.
NACHHALTIGKEIT IST EINE FRAGE DER VERNUNFT
Der Direktvertrieb von Betriebs- und Geschäftsausstattungen im B2B-Spezialversandhandel bietet Geschäftskunden Transparenz in der Vorauswahl hochqualitativer Produkte und einfache Bestellwege. Im Vergleich zu zweistufigen stationären Handelsmodellen ist der Versandhandel darüber hinaus auch CO2 -effizienter. Für TAKKT als Versandhandelsunternehmen ist nachhaltiges Wirtschaften also bereits im Geschäftsmodell integriert und keine Modeerscheinung. Im Konzernverbund gehört es seit jeher zur unternehmerischen Tradition, mit allen Ressourcen behutsam umzugehen. Nachhaltigkeit und profitables Wachstum schließen sich nicht aus, sondern gehen Hand in Hand. Deshalb hat das Unternehmen die Nachhaltigkeitsaktivitäten entlang der Wertschöpfungskette als Teil der Unternehmensstrategie etabliert.
Die verschiedenen Maßnahmen werden seit 2011 in sechs identifizierten Handlungsfeldern über die Nachhaltigkeitsorganisation "Sustainable Corporate Responsibility" (SCORE) inhaltlich und strukturell im Unternehmen verankert. Durch SCORE schafft TAKKT die Voraussetzungen, Maßnahmen zur nachhaltigen Unternehmensführung über alle Konzernsparten hinweg im Tagesgeschäft zu koordinieren und umzusetzen. Die Nachhaltigkeitsorganisation wird von hochrangigen Ansprechpartnern des operativen Managements in jeder Sparte koordiniert und - als klares Signal nach innen und außen - direkt vom Vorstand verantwortet.
TAKKT hat sich bereits 2012 dazu verpflichtet, die zehn anerkannten Prinzipien des Global Compact der Vereinten Nationen aus den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung einzuhalten und für deren Verbreitung zu sorgen. Im Rahmen der Einhaltung der Prinzipien des Global Compact fasst TAKKT seit 2013 die Ergebnisse und Entwicklungen auf diesem Gebiet in einem Fortschrittsbericht zusammen. Bereits 2014 hat TAKKT als eines von wenigen deutschen Unternehmen das hohe Niveau des "Advanced Level" beim Global Compact erreicht. Diese Klassifizierung konnte in den Folgejahren erneut bestätigt werden.
NACHHALTIGKEIT MESSBAR MACHEN
Der TAKKT-Konzern setzt seine Stakeholder regelmäßig darüber in Kenntnis, wie er unternehmerische Verantwortung wahrnimmt. Das Management ist davon überzeugt, dass Nachhaltigkeit über alle Wertschöpfungsstufen hinweg einen Wettbewerbsvorteil erzeugt und dauerhaft den Unternehmenswert steigert.
Zum Thema Nachhaltigkeit hat TAKKT die Erwartungen der Stakeholder und die für das Geschäftsmodell spezifischen Herausforderungen ausgearbeitet und in sechs Handlungsfelder eingeteilt: Einkauf, Marketing, Logistik, Ressourcen & Klima, Mitarbeiter und Gesellschaft. Für jedes Handlungsfeld wurden konkrete Maßnahmen und Ziele formuliert, die in das Führungssystem des Konzerns integriert sind ("built-in"). Durch diese organisatorische Verankerung des Nachhaltigkeitsprinzips werden an allen Punkten der Wertschöpfungskette Lösungsansätze entwickelt, die zu einer Verbesserung der Nachhaltigkeitsleistung beitragen.
Die 2011 definierten Nachhaltigkeitsziele wurden 2016 im Rahmen der Entwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie 2020 überarbeitet. Im Einzelnen hat TAKKT die folgenden Indikatoren als nicht-finanzielle Leistungsindikatoren definiert und dafür Ziele und Maßnahmen bis Ende 2020 festgelegt:
| ― | TAKKT will mit einem erweiterten Bewertungsprogramm für Lieferanten die Nachhaltigkeit in der Lieferkette erheben, dokumentieren und verbessern. Bis Ende 2020 will TAKKT 50 bis 60 Prozent des Einkaufsvolumens des Konzerns von bewerteten Lieferanten beziehen. Zudem möchte TAKKT 30 bis 40 Prozent des Einkaufsvolumens von Direktimporten zertifizieren. |
| ― | Der über nachhaltige Produkte erzielte Umsatzanteil soll mindestens 12 bis 15 Prozent des Konzernumsatzes betragen. |
| ― | Der Papierverbrauch für Printwerbemittel je Auftrag soll auf 6 bis 6,5kg reduziert werden. |
| ― | Der Anteil CO2 -neutraler Printwerbemittel soll 100 Prozent betragen. |
| ― | TAKKT möchte für mindestens 15 wesentliche Gesellschaften CO2 -neutrale Webshops einführen. |
| ― | Der Anteil von Paketsendungen, bei denen der CO2 -Ausstoß der Warenlieferung kompensiert wird, soll 100 Prozent betragen. Die Stückgutsendungen ab Zentrallager sollen zu mindestens 90 Prozent kompensiert werden. |
| ― | Für 15 bis 18 wesentliche Gesellschaften sollen zertifizierte Klimabilanzen erstellt werden. |
| ― | TAKKT will in zehn bis dreizehn wesentlichen Konzerngesellschaften ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem eingeführt haben. Für fünf bis acht wesentliche Gesellschaften möchte TAKKT ein Energiemanagementsystem etabliert haben. |
| ― | An allen deutschen und US-amerikanischen Standorten möchte TAKKT den Energieverbrauch auf 50 bis 55 MJ pro Auftrag reduzieren. |
| ― | Die Frauenquote in Top-Führungspositionen soll mindestens zehn Prozent betragen. |
| ― | Von den Neueinstellungen im Rahmen der Digitalen Agenda sollen mindestens 50 Prozent der Talente dem Unternehmen weiter angehören. |
| ― | Die Förderung von freiwilligem, lokalem und gesellschaftlichem Engagement im Rahmen einer bezahlten Freistellung soll für mindestens 55 bis 60 Prozent der Belegschaft zur Verfügung stehen. Der Anteil der Mitarbeiter, die im Rahmen der betrieblichen Möglichkeiten ehrenamtlich an Projekten für gemeinnützige Organisationen bzw. gesellschaftliche Zwecke teilgenommen haben, soll bei mindestens acht bis zwölf Prozent liegen. |
Der Fortschritt bei der Erreichung dieser Ziele ist im Abschnitt Unternehmensperformance dieses Geschäftsberichts dargestellt.
NACHHALTIGKEITSBERICHTERSTATTUNG BEI TAKKT
Seit 2012 veröffentlicht TAKKT Nachhaltigkeitsberichte, die nach den internationalen Standards der Global Reporting Initiative (GRI) erstellt werden. Der TAKKT-Konzern gibt in den Berichten Auskunft über den aktuellen Stand bei den wichtigsten Meilensteinen und Zwischenzielen. Im Nachhaltigkeitsbericht 2016 berichtete TAKKT im Standard der Leitlinie GRI-G4. Als eines der ersten Unternehmen befand sich TAKKT bereits 2014 auf dem Anwendungsniveau "Comprehensive". Gleichzeitig mit diesem Geschäftsbericht erscheint der aktuelle Nachhaltigkeitsbericht 2017, bei dem bereits die neuen GRI Standards Anwendung gefunden haben. TAKKT informiert auch im Rahmen der neuen GRI Standards sehr umfassend über die materiellen Aspekte der Nachhaltigkeit.
Zudem nimmt TAKKT jährlich beim Ranking der internationalen Initiative Carbon Disclosure Project (CDP) teil. Das CDP befragt jährlich weltweit rund 6.000 Unternehmen nach deren CO2 -Ausstoß sowie den Strategien zur Verminderung des Treibhauseffekts. Ziel ist es, die Klimastrategien von Unternehmen vergleichbar zu machen und diese zu veranlassen, ihre Emissionen nachhaltig zu reduzieren. Im Berichtsjahr hat TAKKT ein CDP Climate Score von "C" erreicht. Damit liegt TAKKT im vorderen Bereich der teilnehmenden SDAX-Unternehmen.
Die Nachhaltigkeitsberichte sind in gedruckter Form erhältlich und auf der TAKKT-Website abrufbar. Auf der TAKKT-Website finden sich zudem umfassende Detailinformationen. Die Nichtfinanzielle Erklärung für den TAKKT Konzern können Sie unter folgender Internetseite abrufen: www.takkt.de/nfe
PERSONALARBEIT BEI TAKKT
Die Personalarbeit von TAKKT zielt u.a. darauf ab, die Digitale Transformation zu unterstützen und die Belegschaft durch die Rekrutierung neuer Mitarbeiter mit ausgeprägten digitalen Kompetenzen zu verstärken. Gleichzeitig entwickelt der TAKKT-Konzern seine Mitarbeiter weiter, um sie für die Veränderungen zu rüsten. Die Digitalisierung des Unternehmens macht es erforderlich, neue Arbeitsweisen zu implementieren. Auch Frauenförderung und Vielfalt sind zentrale Anliegen für den Konzern, um eine gleichberechtigte Teilhabe der Mitarbeiter unabhängig von Kultur oder Geschlecht zu fördern. Eine Beteiligung der Mitarbeiter am Unternehmenserfolg ist ebenfalls selbstverständlich und wird in mehreren Stufen angeboten.
VERSTÄRKUNG DURCH TALENTE MIT DIGITALER KOMPETENZ
Durch die Rekrutierung von neuen Mitarbeitern erhält TAKKT wichtige externe Impulse für die Digitale Transformation und die hierdurch bedingte Weiterentwicklung der Unternehmenskultur. Konzernweit sollen mehr als 100 zusätzliche Mitarbeiter mit Kompetenzen wie z.B. besonderen technischen Kenntnissen oder Know-How in den Bereichen Online-Marketing, Webshop-Entwicklung sowie Datenmanagement und -analyse gewonnen werden.
Zur zentralen Steuerung der Digitalen Transformation gibt es auf der obersten Führungsebene jeder Sparte jeweils eine neue Funktion. Die Chief Digital Officers (CDOs) organisieren und koordinieren alle Aktivitäten der Digitalen Agenda ihrer Sparte und stellen so einen bestmöglichen Wirkungsgrad bei der Umsetzung der Digitalisierungsaktivitäten sicher. Auch auf Ebene der TAKKT AG wurde ein neuer Bereich für Digitalisierung geschaffen. Zum 01. Februar 2018 konnte zudem ein neues Vorstandsmitglied gewonnen werden, welches u.a. die Umsetzung der Digitalen Agenda verantworten wird.
Darüber hinaus gewinnt TAKKT durch das 2017 erstmals gestartete internationale Nachwuchskräfteprogramm "Digital Entrepreneurship" junge Talente für das Unternehmen. Durch wechselnde, konzernweite Einsätze in verschiedenen Sparten treiben sie digitales Arbeiten, Wissensaustausch und gemeinsames Lernen im Rahmen der Digitalen Transformation voran.
Insgesamt ist die Anzahl der Beschäftigten im Konzern gegenüber dem Vorjahr gestiegen, insbesondere durch die Einstellung neuer Mitarbeiter im Zuge der Digitalen Agenda.
Anzahl der Mitarbeiter
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| 31.12.2016 | 31.12.2017 | |
|---|---|---|
| auf Vollzeitbasis | 2.311 | 2.405 |
| davon TAKKT EUROPE | 1.309 | 1.393 |
| davon TAKKT AMERICA | 965 | 969 |
| davon TAKKT AG | 37 | 43 |
| auf Kopfzahlenbasis | 2.493 | 2.614 |
Um in der Ansprache und Auswahl der neuen Mitarbeiter eine hohe Qualität zu erzielen, setzt TAKKT sowohl auf ein internes Mitarbeiterempfehlungsprogramm als auch die Zusammenarbeit mit renommierten, internationalen Personalberatungen und auf die Impulse innovativer Start-ups im Bereich Human Resources, die in der digitalen Szene gut vernetzt sind. Auch intern wird das Personalmarketing in einzelnen Gesellschaften neu gestaltet und das Employer Branding ausgeweitet, um die Ansprache, Auswahl und Bindung von neuen Mitarbeitern bestmöglich zu unterstützen.
NEUE FÜHRUNGSKREISSYSTEMATIK
Durch eine neue konzernweite Systematisierung der Führungskreise erfolgte eine Neuzuordnung aller Führungskräfte der TAKKT-Gruppe. Ziel der Neudefinition der Führungskreise ist es, eine gruppenweit einheitliche Systematik anzuwenden. Sie trägt strukturellen Veränderungen der Organisation wie dem Aufbau neuer Sparten Rechnung und berücksichtigt bei der Eingruppierung die jeweilige Umsatzverantwortung. Im Rahmen der Neudefinition der Führungskreise wurden auch Führungskräfte einer niedrigeren Führungsebene miteinbezogen, was u.a. eine Erhöhung der absoluten Kopfzahlen der Führungskräfte zur Folge hat.
Die Neudefinition der Führungskreise der TAKKT-Gruppe stellt eine stärkere Vergleichbarkeit der Gesellschaften und deren oberen Führungspositionen her.
Mitarbeiterstruktur (Kopfzahlenbasis)
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| 31.12.2016** | 31.12.2017 | |
|---|---|---|
| Mitarbeiter (ohne Führungskräfte) | 2.160 | 2.250 |
| Führungskräfte | 333 | 364 |
| davon Top-Führungskräfte* | 54 | 57 |
* Vorstand der TAKKT AG, Presidents und Vice Presidents der TAKKT America Holding und der Sparten, Leiter der Zentralabteilungen in der TAKKT AG und Geschäftsführer der umsatzstärksten Gesellschaften.
** Die Vorjahreszahlen wurden für eine Vergleichbarkeit auf Basis der neuen konzernweiten Führungskreislogik angepasst.
SYSTEMATISCHE WEITERENTWICKLUNG DER MITARBEITER
Die Digitale Transformation des Unternehmens erfordert von der Belegschaft neue Kompetenzen und Arbeitsweisen. Daher ist die Weiterentwicklung der Fähigkeiten aller Mitarbeiter von zentraler Bedeutung für den Erfolg der Veränderung. Insgesamt betrugen die Ausgaben für Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter im vergangenen Geschäftsjahr 1,2 (1,3) Millionen Euro. Das Budget für die Weiterentwicklung wird sich in den nächsten Jahren erhöhen, da TAKKT gezielt in die Qualifikation der Belegschaft investiert, um sie bestmöglich in der Digitalen Transformation des Unternehmens zu unterstützen. Über diese externen Weiterbildungsmaßnahmen hinaus setzt TAKKT in den kommenden Jahren auch vermehrt auf einen stärkeren Know-How-Transfer innerhalb des Unternehmens. So stärken beispielsweise bereichsübergreifende Projekte, interne Schulungen, Arbeitsplatzwechsel auf Zeit sowie funktions- und themenspezifische Gruppen den Wissensaustausch in den einzelnen Organisationen und der Unternehmensgruppe. Das neue konzernweite Weiterbildungsprogramm "StepUp" systematisiert bestehende Lernangebote und schafft neue Entwicklungsmaßnahmen mit Schwerpunkt auf Digitalisierung. Für verschiedene Kompetenzlevel und Funktionsgruppen werden Angebote entwickelt, die Mitarbeiter und Führungskräfte für die Digitale Transformation fit machen.
In den letzten Jahren wurde in allen Sparten eine systematische Personalentwicklung eingeführt. Die elf Bausteine des Systems reichen von einem professionellen Bewerbermanagement über Potenzial- und Leistungsbewertungen und Weiterentwicklungsmaßnahmen bis hin zur Nachfolgeplanung. Die in diesem Zusammenhang verwendeten Instrumente und ihre Prozesse sowie die durchgeführten Maßnahmen werden auf ihren Beitrag zur Unterstützung der Digitalen Transformation überprüft und ggf. schrittweise angepasst. Für die Bindung von Mitarbeitern ist das Angebot einer gezielten und individuellen Weiterentwicklung essentiell. Dies entspricht auch dem Ansatz des Talent-Programms von TAKKT, Potenzialträger im Unternehmen zu identifizieren und gezielt durch individuell abgestimmte Maßnahmen weiter zu entwickeln.
NEUE ARBEITSWEISEN DURCH DIGITALISIERUNG
Neben den Maßnahmen der Digitalen Agenda ist eine noch stärkere Markt- und Kundenorientierung der Führungskräfte und Mitarbeiter erfolgsentscheidend, um auf die sich ändernden Kundenbedürfnisse reagieren zu können. So finden für die Top-50-Führungskräfte im Konzern regelmäßig Weiterbildungsmaßnahmen zu Führung und digitalen Methoden statt. 2018 werden die Führungskräfte, anknüpfend an das Programm der IESE Business School von 2016, ein weiteres Programm zur Weiterentwicklung der Führungskultur im digitalen Zeitalter durchlaufen. Um den Kunden und seine Bedürfnisse als handlungsleitende Maßgaben mehr denn je bei allen Aktivitäten ins Zentrum aller Überlegungen zu stellen, gibt es für die Mitarbeiter aller Konzernsparten Workshop-Reihen, Trainings und Plattformen für Zusammenarbeit.
Beispiele hierfür sind Trainings zu Customer Centricity (Kundenzentrierung) sowie Workshops zur Entwicklung von Customer Decision Journeys bei Displays2go und National Business Furniture. Diese Journeys zeigen die "Reise" des Kunden über verschiedene Kontaktpunkte bis hin zur Kaufentscheidung und geben Hinweise für Pain Points (Stolpersteine für die Kunden) im Kaufprozess. KAISER+KRAFT schult seine Mitarbeiter in den Bereichen Kunden-Personas und visualisierte Customer Journeys als Datengrundlage für neue kundenfokussierte Initiativen. Auch Ratioform rollt für eine bessere Kundenansprache seine entwickelten Personas in der Organisation aus und baut einen neuen Fachbereich zum Customer Life Cycle (Kundenlebenszyklus) auf. BiGDUG fokussiert den Kundenservice und trainiert Mitarbeiter in einem eigens entwickelten Ansatz für bessere Kundengespräche. Kundenorientierung ist auch bei Central ein elementarer Wert, der im Fokus regelmäßiger interner "Peer Reviews" steht. Dabei erhalten Mitarbeiter Feedback ihrer Kollegen, das als Grundlage für die Weiterentwicklung des Mitarbeiters herangezogen wird. Zur Stärkung der Customer Centricity reorganisiert sich Hubert in sechs neue Bereiche nach Kundengruppen. In den neuen sogenannten "Pods" (Arbeitsgruppen) arbeiten die Teams aus Vertrieb, Verkaufsförderung und Marketing interdisziplinär zusammen und erhielten Trainings zur Innovationsmethode Design Thinking. Interdisziplinäre Teams aller TAKKT-Sparten stellten sich im Rahmen des letztjährigen Future@TAKKT-Awards der Herausforderung, einen spezifischen "Customer Pain Point" ihrer Kunden zu lösen. Nach einem vorbereitenden Workshop entstanden sechs Prototypen, die in die Umsetzung gingen.
Die Digitale Transformation eröffnet TAKKT neue Möglichkeiten, um die Kommunikation und Zusammenarbeit innerhalb des Konzerns effizienter zu gestalten. TAKKT nutzt die Chancen, durch die Einführung digitaler Kommunikations- und Kollaborations-Plattformen den Austausch innerhalb des Unternehmens zu erleichtern und den Veränderungsprozess zu unterstützen. Trainings zu digitalen Methoden und Tools stehen dabei im Fokus, immer mit dem Ziel, den Kunden bestmöglich anzusprechen und zu bedienen. Hubert trainiert beispielsweise seine "Pod"-Teams in verschiedenen Methoden, die schnelle und effiziente Entscheidungen im Team ermöglichen. KAISER+KRAFT setzte eine interne Mitarbeiter-Schulung zu agilen Arbeitsmethoden um. Auch die Kulturentwicklung spielt in der Digitalen Transformation eine zentrale Rolle. Bei Ratioform unterstützen interne Change-Botschafter den digitalen Veränderungsprozess. National Business Furniture und Central entwickeln gezielt ihre Unternehmenskultur und -werte im Hinblick auf Digitalisierung und Mitarbeiterengagement weiter.
Darüber hinaus führt der digitale Wandel auch zu schnellen und disruptiven Veränderungen im Marktumfeld, auf die es zu reagieren gilt. Dies erfordert von TAKKT schnelle Antworten, die nur in einer Test-and-Learn-Kultur gefunden werden können. Die Umsetzung der Digitalen Agenda und neuer Maßnahmen erfolgt daher vorwiegend mit agilen Arbeitsmethoden. Neben Trainings in allen Sparten unterstützt auch die Zusammenarbeit mit Partnern wie beispielsweise Schacht One, der "digitalen Werkbank" der Franz Haniel & Cie. GmbH, den Aufbau hierfür benötigter Kompetenzen. Schacht One unterstützt digitale Ideen und die Umsetzung konkreter Digitalprojekte in den Haniel-Geschäftsbereichen durch Beratung sowie die Anwendung und Vermittlung neuer Methoden.
Um die Einführung agiler Methoden zu unterstützen und die für die Erfüllung der Kundenbedürfnisse bereichsübergreifende Zusammenarbeit weiter zu fördern, werden auch die Arbeitsumgebungen der Mitarbeiter entsprechend angepasst. Beispielsweise schafft Hubert neue Arbeitsumgebungen für die neuen "Pod"-Teams, in denen Kollegen interdisziplinär und organisiert nach Kundengruppen auf einer offenen Fläche zusammenarbeiten. Auch Certeo und Displays2go sind in neue Räume gezogen, die neues Arbeiten und schnellen Austausch unterstützen. In den kommenden Monaten erhalten KAISER+KRAFT sowie TAKKT neu gestaltete Räumlichkeiten mit moderner Infrastruktur. Sie sollen ebenfalls eine offene und transparente Unternehmenskultur, eine Vernetzung über Abteilungen und Bereiche hinaus und eine schnelle, effiziente Kommunikation unterstützen.
VIELFALT UND FRAUENFÖRDERUNG
Für TAKKT als weltweit operierendes Unternehmen gehört es zum Selbstverständnis, die vielfältigen Erfahrungen der Mitarbeiter aus unterschiedlichen Kulturen als gleichberechtigt anzuerkennen und diesen Respekt zu zollen. Basis dafür ist ein fairer Umgang auf allen Ebenen. Anti-Diskriminierungs-Richtlinien sind fester Bestandteil des Compliance-Handbuchs der TAKKT-Gruppe. Das konzernweit gültige Prinzip "Think global, act local" spiegelt sich in den Einstellungsrichtlinien wider. Das Unternehmen setzt auf Mitarbeiter und Führungskräfte vor Ort, die sprachliches und kulturelles Fingerspitzengefühl ebenso mitbringen wie Markt- und Kundennähe. Zugleich setzt TAKKT auf eine ausgewogene Mischung aus langjährigen, erfahrenen Mitarbeitern und jungen Talenten. Regelmäßige Impulse erhalten die lokalen Teams zudem durch den konzernübergreifenden Erfahrungsaustausch im Rahmen der Führungskräfte- und Traineeprogramme.
TAKKT ist im Rahmen der Nachfolgeplanung bestrebt, den Anteil von Frauen in Führungspositionen im Konzern kontinuierlich auszubauen. Aktuell liegt der Frauenanteil unter allen Mitarbeitern des TAKKT-Konzerns bei 44,5 (45,4) Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist dieser nahezu konstant geblieben. Bei den Führungskräften stieg der Frauenanteil im Vergleich zum Vorjahr leicht auf 32,4 (31,2) Prozent. Dabei zählten im Berichtsjahr 57 (54) Beschäftigte zu den Top-Führungskräften, wovon 10,5 (9,3) Prozent weiblich sind. Damit wurde die Zielvorgabe, bis zum Jahr 2020 einen Anteil von mindestens zehn Prozent an Frauen unter den Top-Führungskräften vertreten zu haben, bereits erreicht.
Frauenanteil TAKKT-Konzern in %
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| 31.12.2016** | 31.12.2017 | |
|---|---|---|
| Mitarbeiter | 45,4 | 44,5 |
| Führungskräfte | 31,2 | 32,4 |
| davon Top-Führungskräfte* | 9,3 | 10,5 |
* Vorstand der TAKKT AG, Presidents und Vice Presidents der TAKKT America Holding und der Sparten, Leiter der Zentralabteilungen in der TAKKT AG und Geschäftsführer der umsatzstärksten Gesellschaften.
** Die Vorjahreszahlen wurden für eine Vergleichbarkeit auf Basis der neuen konzernweiten Führungskreislogik angepasst.
TAKKT ist vom Mehrwert gemischter Führungsteams überzeugt und sieht es als konzernweite Aufgabe an, länder- und spartenübergreifend gleiche Chancen für Frauen und Männer in ihrer Karriereentwicklung zu gewährleisten. Die KAISER+KRAFT Gruppe setzt als erste Sparte systematisch zahlreiche Maßnahmen zur Erreichung der unternehmensintern verbindlich festgelegten Zielgrößen für den Frauenanteil um. Innerhalb der Sparte erreicht sie im Top-Management aktuell eine Frauenquote von 15,4 Prozent und im oberen Management 20,0 Prozent. Sie übertrifft damit die Zielquote von zehn Prozent für 2017. Für die mittlere Führungsebene, die aktuell mit 23,5 Prozent weiblicher Führungskräfte besetzt ist, lautet die Zielvorgabe für das Jahr 2017 20 Prozent und für das Jahr 2022 30 Prozent. Bezüglich der untersten Führungsebene liegt der aktuelle Frauenanteil bei 39,0 Prozent, womit die angepeilte Zielgröße von 47 Prozent bis Ende 2017 nicht erreicht wurde. Bis 2022 soll der Anteil in dieser Gruppe auf 50 Prozent gesteigert werden.
Entsprechend dem Gesetz zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen, dem die TAKKT AG als börsennotiertes und nicht mitbestimmtes Unternehmen unterliegt, wurden im Jahr 2015 für den Aufsichtsrat, den Vorstand und die oberste Führungsebene der Holdinggesellschaft verbindliche Zielgrößen festgelegt:
| ― | Aufsichtsrat: Für den Aufsichtsrat der TAKKT AG wurde eine Zielgröße für den Frauenanteil von mindestens einer Frau bei sechs Mitgliedern festgelegt. Durch die Mitgliedschaft von Frau Dr. Dorothee Ritz im Aufsichtsrat ist diese Zielvorgabe aktuell erfüllt. |
| ― | Vorstand: Der Vorstand der TAKKT AG möchte das Unternehmen zusammen mit den Mitarbeitern nachhaltig und langfristig weiterentwickeln und durch die Digitale Transformation führen. Im komplexen Veränderungsprozess der Digitalisierung ist es besonders wichtig, an der obersten Führungsspitze Kontinuität sicherzustellen, weshalb keine Veränderung an der Zusammensetzung festgeschrieben wurde. |
| ― | Oberste Führungsebene: In der obersten Führungsebene der TAKKT AG sind zum 31. Dezember 2017 keine Frauen vertreten. Bis 2018 geht TAKKT davon aus, diesen Stand beizubehalten. Bis 2022 sollen im Fall von Vakanzen mindestens zehn Prozent der Positionen dieser Ebene mit Frauen besetzt werden. |
Die 2015 gesetzten Zielvorgaben wurden im vergangenen Geschäftsjahr erneut überprüft und beibehalten. Neben den Zielgrößen für Aufsichtsrat, Vorstand und oberste Führungsebene der TAKKT AG sowie der für die KAISER+KRAFT Gruppe festgesetzten verbindlichen Ziele wird TAKKT schrittweise auch Zielgrößen für alle weiteren Sparten einführen.
ERFOLGSBETEILIGUNG IN MEHREREN STUFEN
Die Mitarbeiter von TAKKT leisten einen entscheidenden Beitrag zum Unternehmenserfolg, den der Konzern über erfolgsabhängige Prämienmodelle honoriert. Für die verschiedenen Mitarbeitergruppen stehen unterschiedliche Bonussysteme in den Gesellschaften zur Verfügung, die eine Prämie bei Erreichung bestimmter Umsatzziele, Team- oder persönlicher Arbeitsziele vorsehen.
Da die TAKKT-Führungskräfte im Konzern besonders hohe Verantwortung übernehmen, erhalten sie eine Vergütung, die vom Umsatz, vom operativen Ergebnis der Gesellschaft sowie von individuellen Zielvorgaben abhängt. Die Incentivierung des Vorstands der TAKKT AG richtet sich nach dem operativen Ergebnis in Form des EBIT, dem TAKKT Value Added (TVA) und der Aktienrendite in Form des Total Shareholder Return (TSR). Detaillierte Angaben dazu finden sich im Vergütungsbericht dieses Geschäftsberichts.
Darüber hinaus können die Angestellten in Deutschland Belegschaftsaktien erwerben. Im Geschäftsjahr 2017 haben 31,3 (37,4) Prozent der Zeichnungsberechtigten diese Möglichkeit genutzt und insgesamt 13.275 (16.320) Aktien erworben. Das Programm wird 2018 fortgeführt. Auch die Ausgabe von TAKKT Performance Bonds wird 2018 beibehalten. Dabei handelt es sich um ein Beteiligungsangebot an TAKKT-Führungskräfte, bei dem diese durch die Zeichnung von Schuldverschreibungen an der wirtschaftlichen Entwicklung der TAKKT-Gruppe teilhaben können. Die Rendite dieses Instruments ergibt sich aus einer Basisverzinsung zuzüglich eines Auf- oder Abschlags, welcher auf Basis der Performance des TAKKT-Konzerns (TAKKT Value Added) ermittelt wird.
ZUSATZLEISTUNGEN
Neben den tätigkeitsbezogenen Leistungen für die Mitarbeiter hat der Konzern vielfältige Unterstützungsleistungen etabliert. V.a. an ausländischen Standorten, die nicht das in Deutschland vorhandene hohe Vorsorgeniveau haben, können Mitarbeiter freiwillig Zusatzleistungen in Anspruch nehmen, die je nach lokalen Gegebenheiten verschieden sind. Dazu gehören beispielsweise Kranken- und Rentenversicherungen über die Firma für solche Länder, in denen die gesetzlichen Versicherungen nicht ausreichend sind.
Auch in Deutschland werden Zusatzleistungen wie gesundheitsfördernde Maßnahmen oder Familienberatung angeboten.
GESCHÄFTSJAHR
RAHMENBEDINGUNGEN
Die Wirtschaft war 2017 sowohl in der Eurozone als auch in den USA von einer durchgängig positiven Wachstumsdynamik geprägt. In der Eurozone stieg das gesamtwirtschaftliche Wachstum deutlich an, die USA erzielten ein Wachstum auf ähnlich hohem Niveau wie Europa. Nach einem eher verhaltenen Start in das Jahr, beschleunigte sich dabei das Wachstum ab dem zweiten Quartal in beiden Wirtschaftsräumen. Auch Deutschland verzeichnete ein hohes BIP-Wachstum und lag damit leicht unter dem Niveau der Eurozone. Die für TAKKT relevanten branchenspezifischen Indikatoren entwickelten sich 2017 ebenfalls vorteilhaft, insbesondere galt dies für den PMI in Europa. Auf dem amerikanischen Markt waren teilweise Eintrübungen bei den branchenspezifischen Rahmenbedingungen zu beobachten.
GESAMTWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN
Im Geschäftsbericht 2016 hatte TAKKT für 2017 in den USA eine Beschleunigung des Wirtschaftswachstums gegenüber Vorjahr prognostiziert und für die Eurozone ein leicht geringeres Wirtschaftswachstum angenommen. Insbesondere in Deutschland war ein Rückgang der Wachstumsrate erwartet worden. Entgegen dieser Prognose konnte in Europa das gesamtwirtschaftliche Wachstum gesteigert werden. In den USA entwickelte sich das BIP-Wachstum im Einklang mit der Prognose positiv.
Das BIP-Wachstumstempo beschleunigte sich 2017 in der Eurozone mit einem Plus von 2,4 (1,7) Prozent im Vergleich zum Vorjahr deutlich. Nach einem eher verhaltenen Start in das Jahr gewann das BIP-Wachstum ab dem zweiten Quartal merklich an Fahrt. Insgesamt lag es damit über dem erwarteten Niveau. Mit einem Wirtschaftswachstum von 2,2 (1,9) Prozent konnte Deutschland das Wachstum des Vorjahres übertreffen. Das Wachstum in Deutschland lag damit leicht unter dem Niveau der Eurozone.
In den USA lag das BIP-Wachstum 2017 mit 2,3 (1,6) Prozent deutlich über dem Niveau des Vorjahres und erreichte damit das von TAKKT erwartete Niveau. Wie in Europa, belebte sich auch in den USA das volkswirtschaftliche Wachstum nach einem schwächeren Start in das Jahr. Getrieben war dies vor allem durch einen zunehmenden privaten Konsum. Für das Gesamtjahr lag das BIP-Wachstum in den USA damit leicht unter dem Wachstum in der Eurozone.
BIP-Wachstum für Eurozone, Deutschland und USA
BIP-Wachstum in Prozent
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| Ist 2016 | Prognose 2017 | Ist 2017 | |
|---|---|---|---|
| Eurozone | 1,7 | 1,6 | 2,4 |
| Deutschland | 1,9 | 1,6 | 2,2 |
| USA | 1,6 | 2,3 | 2,3 |
Quellen: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Europäische Kommission, Internationaler Währungsfonds
BRANCHENSPEZIFISCHE RAHMENBEDINGUNGEN
TAKKT greift unter anderem auf verschiedene Einkaufsmanagerindizes (Purchasing Managers-Indizes, PMI) zurück, um die mittelfristig zu erwartende Entwicklung in den Absatzregionen besser einschätzen zu können. Dabei handelt es sich um Daten aus dem verarbeitenden Gewerbe, die von verschiedenen Forschungsinstituten in Zusammenarbeit mit nationalen Verbänden erhoben und zu einem Index zusammengefasst werden. Einkaufsmanagerindizes sind für TAKKT mit einem Vorlauf von drei bis sechs Monaten Indikatoren für den Auftragseingang aus dem verarbeitenden Gewerbe. Bei TAKKT sind PMI-Werte v.a. für das Equipment-Geschäft der europäischen Sparte BEG relevant. Auch die Geschäftsentwicklung der PSG orientiert sich an diesen Indizes, allerdings mit einem geringeren Zeitverzug und aufgrund der geringeren Zyklizität weniger stark als im Falle der BEG.
| ― | Werte unterhalb des Referenzwerts von 50 weisen auf ein rückläufiges Marktvolumen und schlechtere Absatzmöglichkeiten hin. |
| ― | Werte über 50 lassen im Gegenzug ein steigendes Marktvolumen und verbesserte Geschäftsaussichten vermuten. |
Im Berichtsjahr lag der PMI für die Eurozone wie schon im Vorjahr durchgängig über dem Referenzwert von 50. Ausgehend von einem bereits hohen Niveau war im Jahresverlauf eine weitere Steigerung zu beobachten. Die höchsten Werte erreichte der Index dabei Ende des Jahres. Ab September lagen sie über dem Wert von 58 und zeigten eine weiter steigende Tendenz. In Deutschland ergab sich ein ähnliches Bild mit durchgängig deutlich über dem Referenzwert liegenden Indexwerten. Dabei wurden die Werte der Eurozone in Deutschland sogar noch übertroffen. Ab September lag der PMI für Deutschland über dem Wert von 60.
Einkaufsmanagerindizes Juli 2016 bis Dezember 2017

Für die US-amerikanischen Sparten MEG und REG ist der Restaurant Performance Index (RPI) ein relevanter Branchenindikator. Der RPI basiert auf einer Umfrage unter US-amerikanischen Restaurantbetreibern und berücksichtigt neben Einschätzungen zur aktuellen Lage auch Zukunftseinschätzungen. Ein Wert über 100 signalisiert dabei ein Marktwachstum, während ein Wert unter 100 eine rückläufige Entwicklung abbildet. Im Jahr 2017 konnten in allen Monaten bis einschließlich November Werte leicht über 100 Punkten beobachtet werden. Im Gegensatz zu den Vorjahren lagen die Werte aber auf einem geringeren Niveau und näherten sich in einzelnen Monaten stark dem Wert von 100 an. Dabei profitierte der RPI gegen Ende des Jahres wie schon im Vorjahr von positiven Zukunftseinschätzungen der Befragten, während die Einschätzung zur aktuellen Lage mit einem Wert unter 100 auf ein sehr verhaltenes Marktumfeld hindeutete. Lediglich im Dezember stieg der RPI deutlich über 100 und erreichte den höchsten Wert des gesamten Jahres.
Restaurant Performance Index Juli 2016 bis Dezember 2017

Mit Blick auf das Umfeld der US-amerikanischen Sparte OEG ist die BIFMA-Auswertung zum Auftragseingang der Möbelhersteller ein Branchenindikator. Dabei erhebt die BIFMA ("Business and Institutional Furniture Manufacturers Association") durch eine Umfrage unter Unternehmen ihrer Branche den geschätzten Auftragseingang des jeweils vergangenen Monats beziehungsweise Quartals. Dieser Auftragseingang, der nach Angaben der BIFMA einen Großteil der Branche abdeckt, wird mit dem Vorjahreswert verglichen. Eine Prognosefunktion wie der PMI und in geringerem Maße auch der RPI besitzt die Auswertung der BIFMA nicht. Im Gesamtjahr 2017 lagen die von der BIFMA vermeldeten Auftragseingänge um 1,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Erneut zeigte sich die Entwicklung im Jahresverlauf dabei uneinheitlich, einzelne Monate wie April und September wurden mit rückläufigem Auftragseingang berichtet.
Auftragseingang BIFMA 2017 zum Vorjahresmonat

Insgesamt lagen die konjunkturellen Rahmenbedingungen im Berichtsjahr 2017 über den Erwartungen. Im Geschäftsbericht 2016 war für die USA eine Verbesserung und für die Eurozone ein leichter Rückgang der BIP-Wachstumsraten als wahrscheinlichstes Szenario angenommen worden. Die BIP-Wachstumsrate konnte sich tatsächlich jedoch in beiden Wirtschaftsräumen im Vergleich zum Vorjahr verbessern. Die branchenspezifischen Rahmenbedingungen zeigten sich in Europa sehr stark, während in den USA in einzelnen Märkten Unsicherheiten zu beobachten waren.
GESCHÄFTSVERLAUF
Nach einem guten Start in das Jahr musste TAKKT im zweiten Quartal eine rückläufige organische Umsatzentwicklung verkraften. Zum Teil war dies erwartet worden, da die beiden auftragsschwachen Wochen um Ostern in 2017 auf das zweite Quartal fielen. Im zweiten Halbjahr lag die organische Umsatzentwicklung nahezu auf dem Vorjahresniveau. Das Segment TAKKT EUROPE zeigte insgesamt eine positive Entwicklung und kompensierte dabei den Umsatzrückgang im Segment TAKKT AMERICA. Dort war das Geschäft vor allem von der rückläufigen Geschäftsentwicklung in der Merchandising Equipment Group (MEG) negativ beeinflusst. In der Umsetzung der im Jahr 2016 erarbeiteten Digitalen Agenda, ist TAKKT im Jahr 2017 gut vorangekommen.
FORTSCHRITTE BEI DER UMSETZUNG DER DIGITALEN AGENDA TROTZ GERINGERER INVESTITIONEN ALS GEPLANT
Im Berichtsjahr 2017 erzielte TAKKT in allen sechs Handlungsfeldern gute Fortschritte bei der Digitalisierung des Geschäftsmodells. Beispielsweise haben die meisten Sparten ihre Customer Journeys abgebildet und Personas für die relevantesten Kundengruppen erstellt. Einige Gesellschaften haben ihre Webtechnologie modernisiert und stärker auf mobile Endgeräte optimiert. In der Organisation und Kultur konnte TAKKT mehr als zwei Drittel der geplanten 100 neuen Stellen besetzen, vor allem in den Bereichen Webshopentwicklung, Online-Marketing oder Datenmanagement und -analyse. TAKKT hat im Geschäftsjahr 2017 insgesamt etwas weniger als ursprünglich projektiert in die Maßnahmen der Digitalen Agenda investiert. Das liegt vor allem daran, dass die Umsetzung der Maßnahmen etwas länger dauert als ursprünglich geplant.
Die Fortschritte in der Umsetzung der Digitalen Agenda werden im Abschnitt "Innovation und Entwicklung" beschrieben. Im Abschnitt "Unternehmensperformance" finden sich Ausführungen zur Entwicklung der Fortschrittsindikatoren im Geschäftsjahr. Auch auf der Website sind unter www.takkt.de/digital/ weitere Informationen zur Digitalen Transformation bei TAKKT verfügbar.
TAKKT EUROPE MIT SOLIDEM WACHSTUM
Der Geschäftsbereich TAKKT EUROPE nahm im Berichtsjahr eine insgesamt positive Entwicklung. Nach einem moderaten Wachstum im ersten Halbjahr erzielte TAKKT EUROPE in der zweiten Jahreshälfte höhere Wachstumsraten. Zur Wachstumsbeschleunigung im zweiten Halbjahr trugen die guten konjunkturellen Rahmenbedingungen bei. Im dritten Quartal konnte zudem die Mydisplays GmbH mit Sitz in Burscheid bei Köln erworben werden. Mydisplays ist Spezialist im Bereich Displaysysteme, Großformatdruck und Werbetechnik und hauptsächlich in der DACH-Region präsent.
In der Business Equipment Group (BEG) wurde im ersten Halbjahr ein leichtes organisches Wachstum erreicht. Nach einem starken ersten Quartal verliefen die Geschäfte im zweiten Quartal erwartungsgemäß leicht rückläufig. Hier ist zu beachten, dass die beiden auftragsschwachen Wochen vor und nach Ostern 2017 auf das zweite Quartal fielen, während sie im Vorjahr weitestgehend im ersten Quartal lagen. Im dritten Quartal konnte die BEG ein gutes Wachstum erzielen, während im Schlussquartal auch aufgrund eines negativen Arbeitstageeffektes nur ein leichtes organisches Wachstum verzeichnet wurde.
In der BEG wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr die Vertriebs- und Marketingaktivitäten von gaerner in Großbritannien, Frankreich, Belgien und den Niederlanden auf die Vertriebsmarke KAISER+KRAFT verschmolzen. gaerner fokussiert sich damit zukünftig auf die DACH-Region.
Die Packaging Solutions Group (PSG) zeigte in der ersten Jahreshälfte einen ähnlichen Verlauf wie die BEG. Auch hier beeinflusst der oben genannte Ostereffekt die Quartalsbetrachtung. Im dritten Quartal konnte die PSG ein leichtes Wachstum erzielen und im vierten Quartal sogar noch einmal an Dynamik zulegen, was unter anderem auf gezielte Preissenkungen im Vorjahresquartal zurückzuführen ist. In der PSG wurde Ende 2016 in einem Pilotprojekt für einen ausgewählten Teil des Sortiments von Ratioform in Deutschland eine signifikante Preissenkung vorgenommen.
TAKKT AMERICA MIT RÜCKGANG DES GESCHÄFTSVOLUMENS
Nach drei wachstumsstarken Jahren in Folge war das Jahr 2017 ein insgesamt schwieriges Geschäftsjahr für den Geschäftsbereich TAKKT AMERICA. Während im ersten Quartal noch ein leicht positives organisches Wachstum erzielt werden konnte, verliefen die weiteren Quartale im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Dabei hatten alle US-Sparten in Florida und Texas im dritten Quartal einen deutlichen Rückgang des Auftragseingangs durch die Auswirkungen der Wirbelstürme zu verzeichnen. Im vierten Quartal waren die Auftragseingänge in den beiden genannten Bundesstaaten durch einen Nachholeffekt dagegen überdurchschnittlich, so dass der Einfluss aus den Wirbelstürmen für das Gesamtjahr neutral war.
Die MEG zeigte im Jahresverlauf in den ersten drei Quartalen eine zweistellig rückläufige organische Umsatzentwicklung. Im Schlussquartal stabilisierte sich die Situation gegenüber dem Vorjahresquartal. Insgesamt ist bereits seit mehreren Quartalen eine spürbare Investitionszurückhaltung von Kunden aus Gastronomie und Lebensmitteleinzelhandel zu beobachten.
Die Office Equipment Group (OEG) konnte im ersten Quartal 2017 ein erfreuliches organisches Umsatzwachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich erzielen. Während die Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal auf Vorjahresniveau lag, war sie im dritten und vierten Quartal leicht rückläufig. Dies lag unter anderem an fehlenden Umsätzen aus einem im Juli ausgelaufenen Rahmenabkommen mit einem staatlichen Kunden, welches nicht verlängert werden konnte. Die Geschäftsentwicklung war 2017 zudem geprägt durch den zu Jahresbeginn vollzogenen Rückzug aus dem kanadischen Markt sowie der schrittweisen Abschmelzung der Marke Dallas Midwest.
Die Restaurant Equipment Group (REG) verlor nach dem starken Wachstum der Vorjahre an Dynamik und schloss das Jahr 2017 insgesamt mit einem nur leichten organischen Umsatzwachstum ab. Insbesondere die Umsatzentwicklung mit Ausrüstungsgütern wie Öfen oder Kühlschränken war vergleichsweise verhalten. Während in den ersten beiden Quartalen noch ein gutes organisches Wachstum erzielt werden konnte, war das dritte Quartal konstant und das vierte Quartal gegenüber dem Vorjahr rückläufig. Ursache war ein sehr hoher Auftragsbestand aus Projektgeschäften zum Ende des dritten Quartals 2016, der den Umsatz im Schlussquartal des Vorjahres und damit die Vergleichsbasis erhöhte. Zudem erzielte Central im Schlussquartal 2017 hohe Auftragseingänge, die erst 2018 zu entsprechenden Umsätzen führen werden.
Die Displays Group (DPG) erzielte in allen vier Quartalen des Berichtsjahres 2017 ein organisches Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich.
UMSATZ- UND ERTRAGSLAGE
Im Geschäftsjahr 2017 konnte der TAKKT-Konzern das Umsatzniveau des Vorjahres nicht ganz erreichen. Der Umsatz ging leicht um 0,8 Prozent zurück. Während die Akquisition von Mydisplays ab der Jahreshälfte einen positiven Umsatzbeitrag lieferte, wirkten Währungseffekte im Jahresverlauf insgesamt negativ auf den Umsatz. Ohne Berücksichtigung dieser beiden Effekte stieg der Umsatz organisch mit 0,4 Prozent leicht an. Dabei konnte TAKKT EUROPE ein zufriedenstellendes organisches Umsatzwachstum erreichen, TAKKT AMERICA musste 2017 dagegen einen organischen Umsatzrückgang verzeichnen. Die EBITDA-Marge ging im Berichtsjahr erwartungsgemäß zurück und lag mit 13,5 Prozent in der Mitte des Zielkorridors von 12 bis 15 Prozent.
LEICHTER ORGANISCHER UMSATZANSTIEG AUS WACHSTUM BEI TAKKT EUROPE
Der Umsatz im TAKKT-Konzern ging im Berichtsjahr leicht auf 1.116,1 (1.125,0) Millionen Euro zurück. Das berichtete Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahr betrug damit minus 0,8 Prozent. Begünstigt war das berichtete Umsatzwachstum durch den mit Wirkung zum 01. Juli 2017 erfolgten Erwerb von Mydisplays. Dieser Portfolioeffekt hatte einen positiven Einfluss in Höhe von 0,1 Prozentpunkten auf den Umsatz. Gegenläufig ergaben sich im Berichtsjahr negative Währungseffekte in Höhe von 1,3 Prozentpunkten. Der stärkste negative Einfluss resultierte dabei aus dem im Jahresdurchschnitt schwächer notierenden US-Dollar sowie dem - vor dem Hintergrund des Austrittsprozesses aus der EU - schwächeren britischen Pfund. Bereinigt um die genannten Effekte wuchs der Umsatz gegenüber dem Vorjahr organisch leicht um 0,4 Prozent.
Umsatz in Mio. Euro

VERGLEICH MIT DER PROGNOSE
Das organische Wachstum lag damit deutlich unterhalb der im Prognosebericht des Vorjahres genannten Spanne von zwei bis fünf Prozent. Dies ist vor allem auf die unter den Erwartungen liegende Umsatzentwicklung bei TAKKT AMERICA zurückzuführen. So verzeichnete die MEG aufgrund eines unsicheren Marktumfelds bei den Kunden, die im Wesentlichen aus dem Lebensmitteleinzelhandel und dem Gastronomiesegment kommen, eine schwache Nachfrage. Hinzu kam ein ausbleibendes Geschäft mit einem größeren staatlichen Kunden bei der OEG, nachdem Mitte des Jahres ein Rahmenabkommen mit diesem Kunden nicht erneuert werden konnte. In Summe belasteten diese beiden Effekte das organische Umsatzwachstum im TAKKT-Konzern um rund eineinhalb bis zwei Prozentpunkte.
AUFTRAGSEINGANG ÜBER E-COMMERCE WEITER ÜBERPROPORTIONAL STEIGEND
Im Rahmen des verfolgten Multi-Channel-Ansatzes ist zwischen Marketing- oder Vertriebsimpulsen einerseits und der Erfassungsart des Bestelleingangs andererseits zu unterscheiden. Bei der Zuordnung von Auftragseingängen zu den einzelnen Vertriebskanälen kann lediglich die Erfassungsart direkt ermittelt werden. Indirekte Rückschlüsse auf Marketing- oder Vertriebsimpulse können unter Beachtung der vielfältigen Verknüpfungen in Multi-Channel Modellen jedoch wertvolle Informationen darstellen. Bei der beschriebenen Ermittlung der Erfassungsarten ist zu beachten, dass in der BEG ab Jahresbeginn 2017 einzelne Auftragsarten besser zum E-Commerce zugeordnet werden. Durch die veränderte Zuordnungslogik wird der Anteil des Auftragseingangs über E-Commerce für TAKKT um rund fünf Prozentpunkte höher ausgewiesen als in den Vorjahren. Um einen Vergleich zu ermöglichen, wurden der absolute Wert und der Anteil des E-Commerce für 2016 nach der veränderten Zuordnungslogik neu berechnet. Dadurch ergibt sich ein höherer Ausweis bei beiden Werten gegenüber den im Geschäftsbericht 2016 dargestellten Zahlen.
E-Commerce-Anteil am Auftragseingang in %

Im Berichtsjahr entwickelte sich der Auftragseingang über E-Commerce erneut überdurchschnittlich und lag bei 528,3 (496,5) Millionen Euro. Der Anteil am gesamten Auftragseingang erhöhte sich damit auf 46,8 (43,9) Prozent. Berücksichtigt sind hierin auch Aufträge, die auf traditionellem Weg bei TAKKT-Gesellschaften eingingen, aber über das Internet ausgelöst wurden. Dieser erneute Anstieg des Bestelleingangs über E-Commerce ist auf die weiter intensivierten E-Commerce-Aktivitäten - auch im Rahmen der Umsetzung der Digitalen Agenda - zurückzuführen. Der Auftragseingang aus klassischen Vertriebsmaßnahmen wie Printwerbung, Telesales und Außendienst war rückläufig und stand mit einem Anteil von 53,2 (56,1) Prozent für etwas mehr als die Hälfte des Auftragseingangs.
LEICHTER ORGANISCHER ANSTIEG BEI DEN AUFTRAGSZAHLEN
Die Anzahl der Aufträge lag im Berichtsjahr mit 2,5 (2,4) Millionen leicht über dem Vorjahresniveau. Diese Steigerung ist teilweise auf den Erwerb von Mydisplays zurückzuführen. Ohne diese Veränderung im Portfolio des TAKKT-Konzerns wäre die Anzahl der Aufträge um 1,8 Prozent gestiegen. Der durchschnittliche Auftragswert verringerte sich im Konzern dagegen leicht. Im Durchschnitt belief sich das Volumen einer einzelnen Kundenbestellung im Berichtsjahr auf 458 (469) Euro. Die Entwicklung des durchschnittlichen Auftragswerts war neben den Portfolio-Veränderungen zudem durch leicht negative Währungseffekte beeinflusst. Doch auch organisch lag der durchschnittliche Auftragswert leicht unter dem Vorjahresniveau. Die Entwicklung der Auftragszahlen bestätigt die im letztjährigen Geschäftsbericht getroffene Prognose für das Jahr 2017, in der eine gegenüber dem Vorjahr steigende Anzahl der Aufträge sowie eine stärkere Entwicklung der Auftragszahl im Vergleich zur Entwicklung des durchschnittlichen Auftragswerts erwartet wurde.
Anzahl der Aufträge in Tausend
Durchschnittlicher Auftragswert in Euro

TAKKT EUROPE: UMSATZWACHSTUM IN BEIDEN SPARTEN
Der Umsatz im Geschäftsbereich TAKKT EUROPE erhöhte sich im Geschäftsjahr 2017 um 2,1 Prozent auf 575,0 (563,3) Millionen Euro. Der Anteil am Konzernumsatz stieg damit auf 51,5 (50,1) Prozent. Der Umsatz von TAKKT EUROPE war dabei durch die Akquisition von Mydisplays zum 01. Juli 2017 positiv beeinflusst. Eine negative Wirkung auf den Umsatz von TAKKT EUROPE in der Berichtswährung Euro hatten dagegen Währungseffekte, vor allem die schwächere Notierung des britischen Pfunds. Insgesamt ergab sich durch die genannte Portfolioveränderung ein positiver Effekt von 0,3 Prozentpunkten sowie durch Währungseffekte ein negativer Einfluss von 0,8 Prozentpunkten auf die Umsatzentwicklung. Bereinigt um diese Effekte erreichte der Geschäftsbereich ein organisches Umsatzwachstum von 2,6 Prozent. Bezogen auf die organische Umsatzentwicklung konnte die Anzahl der Aufträge gegenüber dem Vorjahr erhöht werden, während der durchschnittliche Auftragswert nahezu konstant blieb. Das organische Umsatzwachstum war dabei durch die 2017 eingeleitete Fokussierung der gaerner-Vertriebsaktivitäten außerhalb der DACH-Region auf die Marke KAISER+KRAFT sowie die 2016 vollzogene Einstellung der Vertriebsaktivitäten von KAISER+KRAFT in China in Summe um rund 0,7 Prozentpunkte belastet.
Umsatz TAKKT EUROPE in Mio. Euro

Innerhalb von TAKKT EUROPE entwickelten sich die Sparten BEG und PSG dabei organisch auf ähnlichem Niveau. In der auf Betriebs-, Lager- und Geschäftsausstattung spezialisierten BEG war eine organische Umsatzsteigerung im niedrigen einstelligen Prozentbereich zu verzeichnen, wobei sich die verschiedenen Absatzregionen unterschiedlich entwickelten. Sehr erfreuliches Wachstum zeigten insbesondere die Aktivitäten von BiGDUG in Großbritannien sowie von Certeo. Sowohl in Deutschland als auch in den übrigen europäischen Märkten erzielte die Vertriebsmarke KAISER+KRAFT im Berichtsjahr ein positives Wachstum. Auch bei gaerner war ein Umsatzwachstum in der DACH-Region zu beobachten, in den anderen Märkten war die Entwicklung von gaerner vor dem Hintergrund der oben genannten Fokussierung der dortigen Vertriebsaktivitäten auf KAISER+KRAFT rückläufig. Schwach entwickelten sich die Aktivitäten der BEG mit der Marke Gerdmans in den Nordischen Ländern sowie mit der Marke Kwesto in Osteuropa. Hier mussten Umsatzrückgänge im Vergleich zum Vorjahr hingenommen werden.
Die Sparte PSG, die aus der Ratioform Gruppe besteht und auf den Handel von Verpackungslösungen spezialisiert ist, erzielte ebenfalls ein positives Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Bereich. In den Märkten Großbritannien, Spanien, Schweiz, Italien und Österreich wurden sehr erfreuliche Umsatzsteigerungen erzielt. Zusätzlich trug die im Vorjahr gegründete Aktivität von Davpack in Schweden zum Umsatzanstieg bei. Im wichtigsten Markt Deutschland lagen die Umsatzerlöse nur leicht über dem Vorjahr, was auf Preisanpassungen zurückzuführen ist. Im Rahmen eines Pilotprojekts wurde dabei ein Teil des Sortiments signifikant im Preisniveau reduziert, um den Preisabstand zum Wettbewerb in diesen ausgewählten Produkten zu verringern und damit attraktiver für Kunden und insbesondere Neukunden zu werden. Als Ergebnis daraus erhöhte sich das Wachstum der Auftragszahlen in diesen Produkten deutlich, während die Umsatzerlöse wie erwartet durch den gleichzeitig niedrigeren Verkaufspreis belastet wurden.
TAKKT AMERICA: UMSATZENTWICKLUNG SCHWÄCHER ALS ERWARTET
Im Geschäftsbereich TAKKT AMERICA lag der Umsatz mit 3,7 Prozent unter dem Vorjahreswert und betrug 541,4 (562,0) Millionen Euro. Damit verringerte sich der Anteil am Konzernumsatz auf 48,5 (49,9) Prozent. Ein negativer Effekt resultierte aus der schwächeren Notierung des US-Dollars gegenüber dem Euro. Der Effekt aus Wechselkursänderungen auf das berichtete Umsatzwachstum des Geschäftsbereichs betrug 1,8 Prozentpunkte. Damit ging der Umsatz von TAKKT AMERICA organisch um 1,9 Prozent zurück. Der organische Umsatzrückgang war vor allem auf einen geringeren durchschnittlichen Auftragswert zurückzuführen, während die Auftragszahl nahezu konstant blieb. Das organische Umsatzwachstum des Geschäftsbereichs war dabei in Höhe von 0,9 Prozentpunkten dadurch belastet, dass die OEG die Aktivitäten auf dem kanadischen Markt einstellte und die Marke Dallas Midwest mittelfristig auf NBF verschmolzen wird.
Umsatz TAKKT AMERICA in Mio. Euro

Innerhalb von TAKKT AMERICA waren deutliche Unterschiede in der Entwicklung der Sparten zu beobachten. Die auf den Vertrieb von Artikeln zur Verkaufsförderung sowie Bedarfsartikeln und Ausrüstungsgegenständen für den Gastronomiesektor spezialisierte Sparte MEG musste deutliche Umsatzverluste gegenüber dem Vorjahr verzeichnen. Dies war vor allem auf eine schwache Nachfrage im amerikanischen Food Service-Markt und Lebensmitteleinzelhandel zurückzuführen, sowie auf ein gegenüber dem Vorjahr spürbar geringeres Projektgeschäft. Die übrigen Sparten erreichten gegenüber dem Vorjahr geringe organische Umsatzsteigerungen im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Dabei erzielte die DPG als Spezialist für Displayartikel im Vergleich zu den übrigen Sparten von TAKKT AMERICA das höchste Wachstum. Die auf den Handel mit Büroausstattung spezialisierte OEG konnte nach wachstumsstarken Vorjahren das Umsatzniveau 2017 lediglich leicht steigern. Die Umsatzentwicklung war hier durch das Auslaufen eines Rahmenabkommens mit einem größeren staatlichen Kunden beeinträchtigt. Dies belastete das Wachstum von TAKKT AMERICA in Höhe von nahezu einem Prozentpunkt. Zudem sind bei der OEG der oben aufgeführte vollzogene Rückzug aus dem kanadischen Markt sowie die mittelfristige Verschmelzung der Marke Dallas Midwest auf NBF als Belastung des Umsatzwachstums zu nennen. Ebenfalls nur geringe organische Umsatzsteigerungen nach starken Vorjahren wurden 2017 bei der aus der Vertriebsmarke Central bestehenden REG realisiert. Central beobachtete insbesondere zur Mitte des Jahres eine deutliche Kaufzurückhaltung der dem Restaurantsektor zugehörigen Kunden.
UMSATZ NACH REGIONEN: EUROPA-ANTEIL LEICHT GESTIEGEN
Beeinflusst durch die unterschiedliche Geschäftsentwicklung in Nordamerika und Europa entwickelte sich die regionale Umsatzverteilung wie folgt:
| ― | Der Umsatz des Geschäfts in Deutschland wuchs auch akquisitionsbedingt auf 255,3 (246,6) Millionen Euro. Der Anteil am Konzernumsatz stieg aufgrund der über dem Durchschnitt des Konzerns liegenden Wachstumsgeschwindigkeit auf 22,9 (21,9) Prozent. |
| ― | Der Umsatz des übrigen Europageschäfts legte auf 328,0 (324,9) Millionen Euro zu. Der Anteil am Konzernumsatz erhöhte sich ebenfalls leicht auf 29,4 (28,9) Prozent. |
| ― | In Nordamerika verringerte sich der Umsatz aufgrund der schwachen organischen Umsatzentwicklung sowie der negativen Währungseffekte auf 532,7 (553,0) Millionen Euro. Der Anteil am Konzernumsatz ging damit auf 47,7 (49,2) Prozent zurück. |
37,0 (35,3) Prozent der Konzernumsätze wurden in der Berichtswährung Euro erzielt. Der US-Dollar-Anteil betrug 47,0 (48,4) Prozent. Andere Währungen, wie z.B. der Schweizer Franken, das britische Pfund oder die schwedische Krone, hatten einen Anteil von insgesamt 16,0 (16,3) Prozent.
Umsatz nach Währungen

Umsatz- und Ertragskennzahlen
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| 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz (in Mio. Euro) | 952,5 | 980,4 | 1.063,8 | 1.125,0 | 1.116,1 |
| TAKKT EUROPE | 525,4 | 519,8 | 538,3 | 563,3 | 575,0 |
| TAKKT AMERICA | 427,5 | 460,9 | 525,8 | 562,0 | 541,4 |
| EBITDA (in Mio. Euro) | 122,8 | 137,3 | 157,3 | 171,3 | 150,3 |
| TAKKT EUROPE | 89,3 | 99,1 | 98,4 | 107,1 | 97,1 |
| TAKKT AMERICA | 42,2 | 47,6 | 68,9 | 77,1 | 64,8 |
| EBITDA-Marge (in Prozent) | 12,9 | 14,0 | 14,8 | 15,2 | 13,5 |
| TAKKT EUROPE | 17,0 | 19,1 | 18,3 | 19,0 | 16,9 |
| TAKKT AMERICA | 9,9 | 10,3 | 13,1 | 13,7 | 12,0 |
KONSTANTE ROHERTRAGSMARGE IM KONZERN
Im Berichtsjahr lag die Rohertragsmarge des Konzerns mit 42,5 (42,6) Prozent in etwa auf Vorjahresniveau. Bei TAKKT EUROPE ging die Rohertragsmarge leicht zurück. Dies ist auf den erwarteten Effekt aus dem Pilotprojekt der Reduzierung des Preisniveaus eines Teils des Sortiments bei der PSG in Deutschland zurückzuführen. Bei der BEG konnte die Rohertragsmarge des Vorjahres unter anderem aufgrund einer erneuten Ausweitung der Direktimporte nahezu stabil gehalten werden. Im Geschäftsbereich TAKKT AMERICA lag die Rohertragsmarge dagegen auf dem Vorjahreswert. Dies ist auf die Verbesserung der Rohertragsmargen in den meisten Sparten des Geschäftsbereichs zurückzuführen - zum Teil unterstützt durch eine bessere Umsatzentwicklung der margenstärkeren Aktivitäten und eine rückläufige Umsatzentwicklung in den margenschwächeren Projektgeschäften.
Damit wurden die Erwartungen aus dem letztjährigen Prognosebericht erfüllt bzw. übertroffen. Dieser hatte eine stabile Rohertragsmarge auf Ebene der TAKKT AMERICA und bei TAKKT EUROPE aufgrund der Preisanpassung der PSG einen leichten Rückgang in Aussicht gestellt. Insgesamt lag die Rohertragsmarge weiterhin deutlich über dem langfristigen Zielwert von über 40 Prozent.
KOSTEN FÜR PERSONAL UND MARKETING LEICHT GESTIEGEN
Die Personalaufwendungen stiegen im Berichtsjahr leicht um 0,3 Prozent auf 166,7 (166,2) Millionen Euro. Dabei resultierte aus der Abwertung einiger Währungen gegenüber dem Euro ein negativer Effekt auf die in der Berichtswährung ausgewiesenen Kosten. Der Erwerb von Mydisplays hatte dagegen einen leichten kostensteigernden Effekt. Bereinigt um Portfolio- und Währungseffekte sind die Personalaufwendungen um 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Aufgrund der verhaltenen Geschäftsentwicklung lagen die Bonuszahlungen im Berichtsjahr niedriger als im Vorjahr. Höhere Personalkosten resultierten dagegen aus den bereits eingeleiteten Maßnahmen im Rahmen der Digitalen Transformation. Die Personalaufwandsquote in Prozent des Umsatzes stieg gegenüber dem Vorjahr insgesamt leicht auf 14,9 (14,8) Prozent. Die Aufwendungen für Print- und Online-Marketing stiegen im Berichtsjahr organisch leicht überproportional zum Umsatz. Dabei ist weiterhin eine strukturelle Verschiebung innerhalb der Werbekosten von Print- zu Online-Kosten zu beobachten.
EBITDA-MARGE DES KONZERNS IN DER MITTE DES ZIELKORRIDORS
Die wesentliche Steuerungskennzahl des TAKKT-Konzerns für die operative Ertragskraft ist das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen). Im Berichtsjahr ging das EBITDA gegenüber dem Vorjahr um 12,2 Prozent auf 150,3 (171,3) Millionen Euro zurück. Dies ist unter anderem auf Einmalerträge im Vorjahr zurückzuführen. Den 2016 erzielten Einmalerträgen aus Anpassungen ausstehender variabler Kaufpreisverbindlichkeiten für Post-Up Stand und BiGDUG von insgesamt 8,6 Millionen Euro standen 2017 keine wesentlichen Einmalerträge gegenüber. Ergebnisbelastend wirkten zudem die gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegenen Aufwendungen für die Umsetzung der Digitalen Agenda in Höhe von 7,7 (2,4) Millionen Euro. Negativen Einfluss auf das EBITDA hatte zudem die verhaltene operative Geschäftsentwicklung, da der geringe organische Umsatzanstieg nicht ausreichte, übliche Kostensteigerungen (z.B. Gehaltserhöhungen) zu kompensieren.
Die EBITDA-Marge im Verhältnis zum Konzernumsatz war mit 13,5 (15,2) Prozent erwartungsgemäß rückläufig. Gegenüber der um die genannten Einmalerträge bereinigten EBITDA-Marge des Vorjahres (14,5 Prozent) ging die Profitabilität um einen Prozentpunkt zurück, was etwa zur Hälfte auf den erwarteten Anstieg der Aufwendungen für die Digitale Transformation zurückzuführen ist. Insgesamt konnte trotz der wenig dynamischen Umsatzentwicklung eine Profitabilität in der Mitte des Zielkorridors erreicht werden.
EBITDA in Mio. Euro/Marge in %

TAKKT EUROPE: PROFITABILITÄT WEITERHIN ÜBER DEM ZIELKORRIDOR DES KONZERNS
Im Geschäftsbereich TAKKT EUROPE war das EBITDA im Berichtszeitraum um 9,3 Prozent auf 97,1 (107,1) Millionen Euro rückläufig. Leicht positiv wirkte dabei die Akquisition von Mydisplays. Im Vorjahresvergleich negativ bemerkbar machte sich das Fehlen des Einmalertrags aus der Anpassung der ausstehenden Kaufpreisverbindlichkeiten für BiGDUG in Höhe von 4,5 Millionen Euro im Vorjahr. Die Aufwendungen für die Aktivitäten zur Umsetzung der Digitalen Agenda betrugen im Berichtsjahr 4,3 (1,0) Millionen Euro.
EBITDA TAKKT EUROPE in Mio. Euro/Marge in %

Die EBITDA-Marge des Geschäftsbereiches TAKKT EUROPE sank auf 16,9 (19,0) Prozent und lag damit weiterhin über dem oberen Ende des Zielkorridors für den Konzern. Bereinigt um die Einmalerträge aus der Anpassung der ausstehenden variablen Kaufpreisverbindlichkeiten für BiGDUG wäre die EBITDA-Marge gegenüber dem Vorjahr unter anderem aufgrund der Aufwendungen für die Umsetzung der Digitalen Agenda um rund 1,3 Prozentpunkte zurückgegangen. Die BEG war 2017 in puncto Profitabilität Spitzenreiter des Geschäftsbereichs. Auch die EBITDA-Marge der PSG lag weiterhin über dem Zielkorridor für den Gesamtkonzern.
TAKKT AMERICA: EBITDA-MARGE WEITER IM ZWEISTELLIGEN PROZENTBEREICH
Das EBITDA im Geschäftsbereich TAKKT AMERICA ging 2017 um 16,1 Prozent auf 64,8 (77,1) Millionen Euro zurück. Der Ergebnisrückgang war auch bei TAKKT AMERICA unter anderem auf die im Vorjahr erzielten Einmalerträge aus der Anpassung der ausstehenden Kaufpreisverbindlichkeiten in Höhe von 4,1 Millionen Euro zurückzuführen. Zudem stiegen die Aufwendungen im Zusammenhang mit der Umsetzung der Digitalen Agenda auf 2,4 (0,4) Millionen Euro. Darüber hinaus belastete der Umsatzrückgang die Ergebnisentwicklung.
EBITDA TAKKT AMERICA in Mio. Euro/Marge in %

Die EBITDA-Marge ging auf 12,0 (13,7) Prozent zurück und lag damit am unteren Rand des Zielkorridors des Konzerns. Bereinigt um die genannten Effekte aus der Anpassung der ausstehenden Kaufpreisverbindlichkeiten wäre die EBITDA-Marge um einen Prozentpunkt zurückgegangen. Dies ist neben der verhaltenen Umsatzentwicklung auf die erwartungsgemäß gestiegenen Aufwendungen für Digitalisierung zurückzuführen. Der Rückgang der EBITDA-Marge war bei der MEG aufgrund der schwachen Umsatzentwicklung am stärksten ausgeprägt. Alle Sparten von TAKKT AMERICA konnten eine Profitabilität im zweistelligen Margenbereich erzielen.
VERGLEICH MIT DER PROGNOSE DES VORJAHRES
Im Bericht für das Geschäftsjahr 2016 wurde für 2017 auf Ebene der Geschäftsbereiche für TAKKT EUROPE eine EBITDA-Marge unterhalb des berichteten Wertes von 2016 (19,0 Prozent) erwartet. Für TAKKT AMERICA wurde ebenfalls eine Verringerung gegenüber der berichteten EBITDA-Marge von 2016 (13,7 Prozent) prognostiziert. Dies war vor allem durch die wegfallenden Einmalerträge und die Aufwendungen in die Umsetzung der Digitalen Agenda begründet und wurde durch die Entwicklung im Berichtsjahr bestätigt. Wie prognostiziert lag die um Einmalerträge bereinigte Profitabilität von TAKKT EUROPE weiterhin deutlich über dem Zielkorridor des Konzerns und die Marge von TAKKT AMERICA im unteren Bereich des Konzernzielkorridors von 12 bis 15 Prozent. Für den TAKKT-Konzern wurde im Prognosebericht des Vorjahres eine EBITDA-Marge unterhalb des Niveaus des Vorjahres und im mittleren Bereich des Zielkorridors von 12 bis 15 Prozent erwartet. Diese Prognose traf im Berichtsjahr mit einer EBITDA-Marge von 13,5 Prozent trotz der schwachen Umsatzentwicklung ein.
ABSCHREIBUNGEN ÜBER VORJAHR
Die Abschreibungen gingen im Berichtsjahr auf 27,1 (29,2) Millionen Euro zurück. Die planmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus den Akquisitionen beliefen sich dabei im Berichtsjahr auf 10,5 (12,3) Millionen Euro. Außerordentliche Belastungen, wie die Wertberichtigung bilanzierter Geschäfts- oder Firmenwerte, fielen wie im Vorjahr auch 2017 nicht an. Das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) lag mit 123,2 (142,0) Millionen Euro um 13,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die EBIT-Marge sank auf 11,0 (12,6) Prozent.
Die Finanzverschuldung ist im Berichtsjahr erneut gesunken. Dies führte zu einem geringeren Finanzierungsaufwand. Dem entgegen stand ein negatives Ergebnis in Höhe von minus 0,6 (0,0) Millionen Euro aus At-equity bewerteten Beteiligungen. Insgesamt belief sich das Finanzergebnis auf minus 8,2 (minus 9,5) Millionen Euro. Daraus resultierte ein Ergebnis vor Steuern von 115,0 (132,5) Millionen Euro.
PERIODENERGEBNIS UND ERGEBNIS JE AKTIE PROFITIEREN VON EINMALERTRAG
Die Steuerquote sank gegenüber dem Vorjahr deutlich von 31,1 auf 16,2 Prozent. Die künftig zu erwartende Reduzierung der Steuersätze in den USA nach der US-Steuerreform führte zu einer Neubewertung von latenten Steuerverbindlichkeiten. Daraus resultierte ein nicht zahlungswirksamer entlastender Effekt in Höhe von 18,4 Millionen Euro auf den Steueraufwand 2017. Zudem wurden periodenfremde Steuererträge in Höhe von 1,1 Millionen Euro realisiert. Im Vorjahr gab es deutlich geringere entlastende steuerliche Sondereffekte aus einer periodenfremden Gewerbesteuererstattung sowie aus steuerfreien Erträgen aus der erfolgswirksamen Anpassung der Kaufpreisverbindlichkeit für BiGDUG. Bereinigt um die genannten Effekte sank die Steuerquote von 34,0 auf 33,2 Prozent. Der Rückgang war im Wesentlichen durch strukturelle Effekte aufgrund des höheren Anteils von TAKKT EUROPE am Vorsteuerergebnis und die dort niedrigere Steuerquote bedingt.
Aufgrund des oben genannten Einmalertrags aus der Neubewertung der latenten Steuerverbindlichkeiten stieg das Periodenergebnis um 5,4 Prozent auf 96,3 (91,4) Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich entsprechend auf 1,47 (1,39) Euro, bezogen auf die unveränderte durchschnittliche gewichtete Aktienzahl von 65.610.331 Stück.
FINANZLAGE
TAKKT verfügt über ein zentrales Finanzmanagement, das die Bonität und Finanzierungsfähigkeit des Konzerns nachhaltig sicherstellt. Expansionschancen kann die Gruppe damit jederzeit kurzfristig nutzen. Die Finanzierungsstruktur des Konzerns ist ausgewogen und optimiert. Im Berichtsjahr ist die Finanzverschuldung aufgrund des Cashflow-starken Geschäftsmodells deutlich gesunken. Durch die schwächere Geschäftsentwicklung lag der TAKKT-Cashflow niedriger als im Vorjahr.
ZENTRALES FINANZMANAGEMENT BEGRENZT FINANZIELLE RISIKEN
Das Finanzmanagement des TAKKT-Konzerns umfasst die Steuerung und Allokation aller finanziellen Ressourcen mit dem Hauptziel, die Liquidität jederzeit sicherzustellen. Darüber hinaus verfolgt TAKKT im Rahmen des Finanzmanagements folgende Ziele:
| ― | Sicherung der Unabhängigkeit und Flexibilität des Konzerns sowie aller Konzerngesellschaften durch eine diversifizierte Finanzierungsstruktur mit stets ausreichenden freien Kreditlinien. |
| ― | Begrenzung finanzieller Risiken durch Absicherung von Zins- und Währungsrisiken sowie Begrenzung von Kontrahentenausfallrisiken. |
| ― | Optimierung der Finanzierungskonditionen durch einen angemessenen Mix kurz- und langfristiger Finanzierungsinstrumente. |
| ― | Effiziente Nutzung konzerninterner Finanzmittel durch den Einsatz von Cash-Pooling-Vereinbarungen, wodurch Liquiditätsüberschüsse einzelner Gesellschaften zur Finanzierung des Liquiditätsbedarfs anderer Konzernunternehmen verwendet werden. |
HOHER POSITIVER TAKKT-CASHFLOW
Eine wesentliche Stärke des TAKKT-Geschäftsmodells besteht in der starken Innenfinanzierungskraft. Im Berichtsjahr erzielte der Konzern erneut einen hohen Zahlungsmittelüberschuss. Der TAKKT-Cashflow - definiert als Periodenergebnis plus Abschreibungen, Wertminderungen auf langfristiges Vermögen und erfolgswirksam verbuchte latente Steuern - lag mit 109,1 (125,6) Millionen Euro analog zum EBITDA deutlich unter dem Vorjahresniveau. Der TAKKT-Cashflow je Aktie sank auf 1,66 (1,91) Euro, die TAKKT-Cashflow-Marge im Verhältnis zum Umsatz auf 9,8 (11,2) Prozent. Im Zeitraum von 2013 bis 2017 bewegte sich die Marge zwischen 8,8 und 11,2 Prozent, was die nachhaltige Cashflow-Stärke des Geschäftsmodells unterstreicht.
TAKKT-Cashflow in Mio. Euro und Cashflow-Marge in %

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit sank auf 100,4 (116,7) Millionen Euro. Der operative Aufbau des Nettoumlaufvermögens sowie sonstiger Korrekturen in Höhe von 8,7 Millionen Euro war auf Vorjahresniveau und betraf im Wesentlichen den Aufbau der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.
Das Geschäftsmodell des TAKKT-Konzerns ist wenig kapitalintensiv, weshalb die Investitionen grundsätzlich eher gering ausfallen. Im langfristigen Durchschnitt strebt TAKKT eine Investitionsquote (Investitionen für die Erhaltung, Erweiterung und Modernisierung des Geschäftsbetriebs im Verhältnis zum Umsatz; ohne Investitionen der TBG) von ein bis zwei Prozent an. Die Investitionsquote lag im Berichtsjahr in Folge der Investitionen in die Digitale Agenda leicht oberhalb dieser Spanne bei 2,1 (1,5) Prozent.
Die gesamten Investitionen in das langfristige Vermögen lagen mit 27,8 (17,4) Millionen Euro deutlich über dem Vorjahresniveau. Von den Investitionen entfielen 13,6 (8,2) Millionen Euro auf den Geschäftsbereich TAKKT EUROPE und 8,6 (7,9) Millionen Euro auf den Geschäftsbereich TAKKT AMERICA. Die wesentlichen Investitionen betrafen den Büroumzug und die Lagererweiterung von GPA, die Investitionen in die ERP-Systeme der BEG und MEG, die neue E-Commerce-Plattform von Certeo sowie den Umbau der Büroräume am Hauptstandort Stuttgart. Insgesamt investierte TAKKT 13,2 (2,4) Millionen Euro in langfristiges Vermögen im Zusammenhang mit der Digitalen Agenda, wovon 4,5 (1,0) Millionen Euro auf die TBG entfallen.
Nach Abzug der gesamten Investitionen in das langfristige Vermögen sowie der Zuflüsse aus Desinvestitionen verblieb im Berichtsjahr ein freier TAKKT-Cashflow in Höhe von 73,0 (101,4) Millionen Euro. Dem freien TAKKT-Cashflow standen die Auszahlung für den Unternehmenserwerb von Mydisplays in Höhe von 2,8 Millionen Euro, die vorzeitige Auszahlung des bedingten Teils der Kaufpreisverbindlichkeit für Post-Up Stand in Höhe von 3,5 Millionen Euro, die Restkaufpreiszahlung für den österreichischen Franchisepartner von Ratioform in Höhe von 0,4 Millionen Euro sowie die Zahlung der Dividenden von 36,1 (32,8) Millionen Euro gegenüber. Hierdurch und aufgrund von Währungseffekten sank die Nettofinanzverschuldung, d.h. die Finanzverschuldung abzüglich der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, auf 135,2 (177,5) Millionen Euro.
Entwicklung der Nettofinanzverschuldung in Mio. Euro

Betriebswirtschaftliche Darstellung des freien TAKKT-Cashflows in Mio. Euro
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| 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | |
|---|---|---|---|---|---|
| TAKKT-Cashflow | 83,4 | 98,7 | 114,2 | 125,6 | 109,1 |
| Veränderung des Nettoumlaufvermögens sowie sonstige Korrekturen | -5,7 | 2,5 | -26,9 * | -8,9 | -8,7 |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 77,7 | 101,2 | 87,3 | 116,7 | 100,4 |
| Investitionen in langfristiges Vermögen | - 9,6 | - 13,6 | - 14,2 | - 17,4 | - 27,8 |
| Einzahlungen aus Abgängen von langfristigem Vermögen | 0,3 | 0,5 | 0,3 | 0,5 | 0,4 |
| Einzahlungen aus Abgängen von konsolidierten Unternehmen | 0,0 | 0,0 | 16,1 | 1,6 | 0,0 |
| Freier TAKKT-Cashflow | 68,4 | 88,1 | 89,5 | 101,4 | 73,0 |
* beinhaltet Teilbetrag von 16,2 Millionen Euro aus der Zahlung der ausstehenden Kaufpreisverbindlichkeit für GPA
Das Cashflow-starke Geschäftsmodell des TAKKT-Konzerns ermöglicht in Jahren ohne Akquisitionen einen signifikanten Abbau der Nettofinanzverschuldung. In Jahren mit Akquisitionstätigkeit findet dagegen in der Regel ein Aufbau statt. Unter Berücksichtigung aller Finanzierungstätigkeiten des Konzerns lag der Zahlungsmittelbestand zum 31. Dezember 2017 bei 3,1 (2,3) Millionen Euro. Details zur Entstehung und Verwendung des Cashflows ergeben sich aus der Kapitalflussrechnung dieses Geschäftsberichts.
DIVERSIFIZIERTE FINANZIERUNG, AUSGEWOGENES FÄLLIGKEITSPROFIL
TAKKT legt Wert auf eine konservative, langfristig ausgerichtete und diversifizierte Finanzierung des Geschäfts. Die Finanzierungsaktivitäten des Konzerns werden zentral gesteuert, Finanzierungen bestehen vorrangig in den Währungsräumen EUR, USD und GBP. TAKKT nutzt im Wesentlichen die folgenden Finanzierungsinstrumente:
| ― | Den Schwerpunkt des Finanzierungsportfolios bilden fest zugesagte, bilaterale Kreditlinien bei zwölf Kreditinstituten. Im Wesentlichen werden kurzfristige (Laufzeit kleiner 18 Monate) und langfristige (Laufzeit größer 18 Monate) Kreditlinien abgeschlossen, die jährlich um ein weiteres Jahr prolongiert werden. Bei den langfristigen Kreditzusagen handelt es sich fast ausschließlich um Fünf-Jahres-Verträge. Die Kreditverträge sind unbesichert und beinhalten keine Financial Covenants. Zum Bilanzstichtag lagen die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bei 97,1 (86,3) Millionen Euro. |
| ― | Seit Oktober 2012 nutzte TAKKT ein Schuldscheindarlehen über 140 Millionen Euro, das sich aus vier Tranchen mit Laufzeiten von drei bis fünf Jahren sowie fixer und variabler Verzinsung zusammensetzte. Die letzte ausstehende Tranche hat TAKKT im Oktober 2017 getilgt, so dass zum Bilanzstichtag keine Verbindlichkeiten des Schuldscheindarlehens mehr ausgewiesen wurden gegenüber 33,5 Millionen Euro im Vorjahr. |
| ― | Einzelne gemietete Gebäude und Betriebsvorrichtungen werden bei TAKKT über Finanzierungsleasing genutzt. Die Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing betrugen zum Stichtag 28,8 (31,2) Millionen Euro. |
| ― | Zur Finanzierung der Akquisition von BiGDUG wurde ein Darlehen in GBP bei einem verbundenen Unternehmen aufgenommen, welches zum Stichtag mit 0,9 (13,0) Millionen Euro valutierte. |
Die Fälligkeitsstruktur der Finanzverbindlichkeiten stellt sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar:
Fälligkeitsprofil Finanzverbindlichkeiten des TAKKT-Konzerns in Mio. Euro

Neben den Kreditlinienziehungen standen dem Konzern zusätzlich zugesagte freie Kreditlinien in Höhe von 160,2 (185,6) Millionen Euro zur Verfügung, wovon 69,0 (108,3) Millionen Euro auf kurzfristige Kreditlinien und 91,2 (77,3) Millionen Euro auf langfristige Kreditlinien entfallen. Somit verfügt TAKKT über ausreichend finanzielle Flexibilität, um Akquisitionschancen kurzfristig ergreifen zu können - unabhängig von der aktuellen Situation am Kapitalmarkt.
Angesichts der Diversifikation des Finanzierungsportfolios hinsichtlich Finanzierungsquellen und Laufzeiten bleiben die Unabhängigkeit und der unternehmerische Handlungsspielraum des TAKKT-Konzerns nachhaltig gewahrt. Dazu tragen auch über Jahre aufgebaute vertrauensvolle Beziehungen des Unternehmens zu den Kreditgebern bei. Es finden regelmäßig persönliche Gespräche und einmal pro Jahr ein Bankers Day statt, in dessen Rahmen ausführlich über die aktuelle Unternehmensentwicklung informiert wird.
EINSATZ DERIVATIVER FINANZINSTRUMENTE NUR ZU SICHERUNGSZWECKEN
Als weltweit tätiges Unternehmen ist TAKKT Risiken aus Schwankungen der Wechselkurse und Marktzinsen ausgesetzt. Ziel des Finanzrisikomanagements ist es, diese finanziellen Risiken regelmäßig zu überwachen und - sofern ökonomisch sinnvoll - zu begrenzen. Im Umgang mit derivativen Finanzinstrumenten stellen abgestimmte Regelungen sicher, dass außerhalb eines festgelegten Rahmens keine Finanztransaktionen ohne vorherige Genehmigung durch den Vorstand erfolgen. Derivative Finanzinstrumente werden nur zu Sicherungszwecken mit Bezug zu einem Grundgeschäft abgeschlossen. Finanztransaktionen werden zudem ausschließlich mit hierfür freigegebenen Geschäftspartnern durchgeführt, die ein bestimmtes Bonitätsrating erfüllen müssen. Im Rahmen der Sicherungspolitik strebt TAKKT bei Zinsänderungsrisiken eine Sicherungsquote von 60 bis 80 Prozent des Finanzierungsvolumens an. Währungsrisiken werden zu ca. 70 Prozent der Nettoposition abgesichert. Details zur Verwendung bzw. Bewertung dieser Finanzinstrumente sind im Risikobericht sowie im Konzernanhang nachzulesen.
INTERNE COVENANTS ZUR KAPITALSTEUERUNG IM ZIELKORRIDOR
Alle Covenants, die TAKKT intern zur langfristigen Steuerung der Finanzstruktur verwendet, bewegen sich zum Stichtag innerhalb der selbst gesetzten Zielkorridore. Damit unterstreichen sie die solide Finanzierung des Konzerns und bilden die Basis für zukünftiges Wachstum. TAKKT strebt eine Balance zwischen Sicherheit und Rentabilität an. Einerseits soll ausreichend finanzieller Spielraum für Wachstum und schwierigere Zeiten zur Verfügung stehen, andererseits wird eine angemessene Verzinsung des eingesetzten Gesamtkapitals angestrebt.
Die Eigenkapitalquote lag zum Bilanzstichtag mit 61,2 (55,2) Prozent deutlich über dem Vorjahreswert und leicht oberhalb des Zielkorridors von 30 bis 60 Prozent. Wesentliche Ursache für den Anstieg der Eigenkapitalquote war die Erhöhung des Eigenkapitals aufgrund des positiven Jahresergebnisses, bei gleichzeitigem Rückgang der Bilanzsumme. Das Gearing konnte im Berichtsjahr von 0,3 auf 0,2 verbessert werden, da sowohl die Nettofinanzverschuldung gesenkt werden konnte als auch das Eigenkapital angestiegen ist. Die Entschuldungsdauer ist leicht auf 1,4 (1,6) Jahre gesunken, da der Rückgang der durchschnittlichen Nettofinanzverschuldung stärker war als der Rückgang des TAKKT-Cashflows. Der Nettofinanzierungsaufwand blieb gegenüber 2016 nahezu konstant, während sich das operative Ergebnis vor Goodwill-Abschreibungen reduzierte, womit sich die Zinsdeckung nun auf 16,3 (18,3) leicht verschlechtert hat. Berechnung und Definition der Kennzahlen sind im Anhang des Konzernabschlusses dargestellt.
Unternehmensinterne Covenants
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| Interner Zielwert | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Eigenkapitalquote | 30 bis 60 Prozent | 39,0 | 43,8 | 49,1 | 55,2 | 61,2 |
| Entschuldungsdauer | < 5 Jahre | 3,6 | 2,5 | 2,2 | 1,6 | 1,4 |
| Zinsdeckung | > 4 | 6,4 | 9,8 | 14,4 | 18,3 | 16,3 |
| Verschuldungsgrad (Gearing) | < 1,5 | 0,8 | 0,6 | 0,5 | 0,3 | 0,2 |
VERMÖGENSLAGE
Die Bilanzrelationen des TAKKT-Konzerns blieben im Berichtsjahr bei einem deutlichen Rückgang der Bilanzsumme weitgehend unverändert. Das langfristige Vermögen wird durch Eigenkapital und langfristiges Fremdkapital vollständig gedeckt, womit TAKKT über eine nachhaltig solide Finanzierungsstruktur verfügt.
WENIG VERÄNDERUNG AUF DER AKTIVSEITE
Insbesondere aufgrund von Währungseffekten in Höhe von 57,6 Millionen Euro, verursacht im Wesentlichen durch die Veränderung des US-Dollar-Stichtagskurses, sank die Summe der Aktiva im Berichtsjahr um 4,7 Prozent auf 928,5 (973,9) Millionen Euro.
Bilanzstruktur des TAKKT-Konzerns

Die langfristigen Vermögenswerte machen mit 692,6 (729,9) Millionen Euro zum Bilanzstichtag 74,6 (74,9) Prozent des Vermögens aus. Dieser Rückgang wurde im Wesentlichen durch negative Währungseffekte bei den Geschäfts- und Firmenwerten in Höhe von 34,2 Millionen Euro verursacht. Den Abschreibungen in Höhe von 27,1 Millionen Euro standen Investitionen in Höhe von 27,8 Millionen Euro gegenüber.
Wertberichtigungen auf Geschäfts- und Firmenwerte waren auf Basis der durchgeführten Werthaltigkeitstests nicht erforderlich. Mit 55,3 (56,0) Prozent machen Geschäfts- und Firmenwerte weiterhin den wesentlichen Teil des bilanzierten Vermögens aus.
Geleaste Vermögenswerte erscheinen dann als Vermögenswerte in der Bilanz, wenn sie wirtschaftlich als Finanzierungsleasing klassifiziert werden. Dies betrifft in der TAKKT-Gruppe insbesondere das Versandhandelszentrum der Sparte BEG in Kamp-Lintfort sowie das Zentrallager der Sparte PSG in München. Sie werden mit 26,4 (28,8) Millionen Euro unter den langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen.
Kunden- und Lieferantenbeziehungen, Markenwerte, Internetdomains oder internes Know-how können ungeachtet ihrer Bedeutung für den TAKKT-Konzern nur dann als immaterielle Vermögenswerte bilanziert werden, wenn sie den Bedingungen des IAS 38 entsprechen. Dies ist bei den immateriellen Vermögenswerten, die innerhalb des TAKKT- Konzerns geschaffen wurden, nicht der Fall. Entsprechend werden diese Werte nicht bilanziert. Beim Erwerb ganzer Unternehmen werden einige der immateriellen Vermögenswerte im Rahmen der Erstkonsolidierung gemäß IFRS 3 im Konzernabschluss angesetzt, wenn sie identifizierbar und selbstständig bewertbar sind. Die entsprechenden Bilanzansätze stellen einen guten Indikator für das Wertpotenzial dieser Vermögenswerte dar. So wurden für die Akquisitionen 74,3 Millionen Euro für Kundenbeziehungen und 35,0 Millionen Euro insbesondere für Internetdomains angesetzt. Der zum Bilanzstichtag um planmäßige Abschreibungen verringerte Wert dieser Vermögenswerte liegt bei insgesamt 17,6 (28,1) Millionen Euro. Der Wert der zum 31. Dezember 2017 bilanzierten Marken im TAKKT-Konzern beläuft sich auf 26,9 (29,2) Millionen Euro.
Wesentliche Kennzahlen zur Vermögenslage (in Mio. Euro)
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| 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Langfristiges Vermögen | 649,0 | 663,6 | 735,6 | 729,9 | 692,6 |
| in % der Bilanzsumme | 76,2 | 75,2 | 76,3 | 74,9 | 74,6 |
| Kurzfristiges Vermögen | 202,8 | 218,9 | 228,6 | 244,1 | 235,8 |
| in % der Bilanzsumme | 23,8 | 24,8 | 23,7 | 25,1 | 25,4 |
| Summe Aktiva | 851,8 | 882,5 | 964,2 | 973,9 | 928,5 |
| Konzerneigenkapital | 332,5 | 386,8 | 473,4 | 537,8 | 567,8 |
| in % der Bilanzsumme | 39,0 | 43,8 | 49,1 | 55,2 | 61,2 |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 400,0 | 241,0 | 314,8 | 243,4 | 222,8 |
| in % der Bilanzsumme | 47,0 | 27,3 | 32,6 | 25,0 | 24,0 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 119,3 | 254,8 | 176,0 | 192,8 | 137,8 |
| in % der Bilanzsumme | 14,0 | 28,9 | 18,3 | 19,8 | 14,8 |
| Summe Passiva | 851,8 | 882,5 | 964,2 | 973,9 | 928,5 |
Das kurzfristige Vermögen belief sich zum 31. Dezember 2017 auf 235,8 (244,1) Millionen Euro bzw. 25,4 (25,1) Prozent der Bilanzsumme. Vorräte mit 102,1 (108,2) Millionen Euro sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit 102,9 (103,7) Millionen Euro betrugen zusammen 86,9 (86,8) Prozent des kurzfristigen Vermögens. Das Zahlungsverhalten der Kunden war mit einer Debitorenlaufzeit von 33 (31) Tagen gewohnt zuverlässig. Die Forderungsausfälle blieben wie im Vorjahr mit einer Ausfallquote von unter 0,2 Prozent auf sehr niedrigem Niveau, so dass daraus kein wesentlicher Einfluss auf die Entwicklung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultierte.
Im TAKKT-Konzern bestehen keine außerbilanziellen Finanzierungsinstrumente wie Forderungsverkäufe oder Asset Backed Securities. Die Unternehmensgruppe hat Operating-Leasingverträge mit zukünftigen Zahlungsverpflichtungen von insgesamt 44,3 (51,6) Millionen Euro abgeschlossen - z.B. für Lager und Bürogebäude, Gegenstände der Betriebs- und Geschäftsausstattung und Fahrzeuge. Diese Leasingverträge werden gemäß IAS 17 nicht aktiviert und sind damit nicht im Vermögen ausgewiesen.
ANSTIEG DES EIGENKAPITALS, REDUZIERUNG DER VERBINDLICHKEITEN
Angesichts des Periodenüberschusses von 96,3 Millionen Euro und der Dividendenzahlung von 36,1 Millionen Euro, der negativen Währungseffekte von 29,5 Millionen Euro sowie sonstigen negativen erfolgsneutralen Effekten von 0,7 Millionen Euro, erhöhte sich das Konzerneigenkapital zum 31. Dezember 2017 insgesamt auf 567,8 (537,8) Millionen Euro. Die Konzerneigenkapitalquote stieg auf 61,2 (55,2) Prozent und lag damit oberhalb des Zielkorridors von 30 bis 60 Prozent.
Langfristige Verbindlichkeiten machten mit 222,8 (243,4) Millionen Euro 24,0 (25,0) Prozent der Passivseite aus. Die bedeutsamste Position stellten weiterhin die langfristigen Finanzverbindlichkeiten dar, die sich im Berichtsjahr auf 101,6 (98,0) Millionen Euro leicht erhöhten. Durch die Neubewertung der latenten Steuerverbindlichkeiten aufgrund der Reduzierung der Steuersätze in den USA nach der Steuerreform verringerten sich diese von 77,1 auf 56,1 Millionen Euro. Der Anteil der Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen blieb nahezu konstant bei 6,3 Prozent (5,7) der Bilanzsumme. Die sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten reduzierten sich von 6,7 Millionen Euro auf 0,6 Millionen Euro. Die unbedingte Kaufpreiszahlung für den Erwerb von Post-Up Stand in Höhe von 2,5 Millionen Euro wurde kurzfristig ausgewiesen, da sie im März 2018 fällig wird. Zudem wurde in 2017 der bedingte Teil der Kaufpreisverbindlichkeit für Post-Up Stand in Höhe von 3,5 Millionen Euro vorzeitig ausgezahlt.
Die kurzfristigen Verbindlichkeiten machten mit 137,8 (192,8) Millionen Euro einen Anteil von 14,8 (19,8) Prozent der Bilanzsumme aus. Der signifikante Rückgang war insbesondere durch die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten bedingt, die auf 36,7 (81,8) Millionen Euro sanken.
Die kurzfristigen Rückstellungen sanken von 20,1 auf 17,7 Millionen Euro. Von untergeordneter Bedeutung blieben weiterhin die Ertragssteuerverbindlichkeiten in Höhe von 5,8 (9,1) Millionen Euro.
UNTERNEHMENSPERFORMANCE
Im zurückliegenden Berichtsjahr konnte TAKKT trotz der verhaltenen Umsatzentwicklung einen Großteil der Zielwerte der finanziellen, sortimentsspezifischen und wertorientierten Steuerungskennzahlen erreichen. Im Bereich der Umsetzung der Digitalen Agenda wurden wichtige Fortschritte erzielt. Zudem konnten bezüglich der Nachhaltigkeitsindikatoren Verbesserungen realisiert werden.
SOLIDE FINANZIELLE STEUERUNGSKENNZAHLEN
Die kurzfristige Entwicklung der Kennzahlen organische Umsatzentwicklung, Rohertragsmarge und EBITDA-Marge ebenso wie die Kennzahlen zum Auftragseingang gegenüber dem Vorjahr wurden im Abschnitt Umsatz- und Ertragslage dieses Geschäftsberichts detailliert inhaltlich erläutert, die Entwicklung von TAKKT-Cashflow und Investitionsquote im Abschnitt Finanzlage.
Im längerfristigen Rückblick konnte TAKKT in der Mehrzahl der Geschäftsjahre ein organisches Wachstum zwischen vier und fünf Prozent erzielen und damit den Zielwert erreichen. Niedrigere Werte bei dieser Kennzahl waren - wie in den Jahren 2013 oder 2017 - auf unvorteilhafte Rahmenbedingungen zurückzuführen, die das Wachstum des TAKKT-Konzerns belasteten. Die das Umsatzwachstum beeinflussenden Wert- und Wachstumstreiber der Anzahl der Aufträge und des durchschnittlichen Auftragswerts entwickelten sich im Zeitraum der vergangenen fünf Jahre grundsätzlich wie erwartet. Der Wachstumsimpuls kam vornehmlich aus einer Erhöhung der Anzahl von Aufträgen, während der durchschnittliche Auftragswert im gesamten Zeitraum zwischen 400 und 500 Euro lag.
Die Rohertragsmarge blieb seit 2014 nahezu konstant auf hohem Niveau. Negative Einflüsse auf die Rohertragsmarge aus einzelnen Märkten wurden durch verschiedene margenerhöhende Initiativen, wie beispielsweise die Ausweitung von Eigenmarken- und Direktimport-Anteilen kompensiert. Der im Steuerungssystem beschriebene Zielwert von über 40 Prozent vom Umsatz konnte in allen betrachteten Jahren klar erreicht werden.
Die Entwicklung der EBITDA-Marge ist teilweise durch Konjunkturentwicklungen (z.B. Rezession in Europa in 2013) sowie durch Einmalerträge und -aufwendungen (z.B. Einmalerträge aus Anpassungen ausstehender Kaufpreisverbindlichkeiten in 2016) beeinflusst. Zudem sind für die Jahre 2016 und insbesondere 2017 die Aufwendungen aus der Umsetzung der Digitalen Transformation als Einflussfaktor zu nennen. Trotz dieser Einflüsse erwirtschaftete TAKKT in den vergangenen fünf Jahren eine EBITDA-Marge mindestens im Zielkorridor von 12 bis 15 Prozent und damit eine konstant hohe operative Profitabilität - auch in den Jahren mit schwächerer organischer Umsatzentwicklung.
Die TAKKT-Cashflow-Marge lag zwischen 2013 und 2017 immer über dem definierten Zielwert von acht Prozent vom Umsatz. In den Jahren 2014 bis 2016 konnte sogar eine zweistellige TAKKT-Cashflow-Marge erzielt werden, ein Indikator für die hohe Innenfinanzierungskraft der TAKKT. Der Investitionsbedarf lag in den vergangenen fünf Jahren - gemessen als Investitionsquote in Prozent vom Umsatz - zwischen einem und zwei Prozent. Damit wurde im langfristigen Durchschnitt der Zielwert realisiert. Die ansteigende Entwicklung in den vergangenen Jahren ist vor allem auf Investitionen in die Digitale Transformation sowie Modernisierungen von Lagerstandorten und IT-Systemen zurückzuführen.
SORTIMENTSSPEZIFISCHE STEUERUNGSKENNZAHLEN MIT POSITIVER ENTWICKLUNG
Der Anteil der Eigenmarken am Auftragseingang stieg im Berichtsjahr weiter auf mittlerweile 20,7 (18,3) Prozent. Die positive Entwicklung wurde dabei von allen Sparten getragen. Besonders hervorzuheben sind Steigerungen in der BEG sowie der OEG. In diesen beiden Sparten konnte der Anteil der Eigenmarken überdurchschnittlich erhöht werden. Der OEG gelang es erneut, den höchsten Anteil innerhalb der TAKKT-Gruppe zu erzielen. In den vergangenen fünf Jahren konnte damit der Anteil der Eigenmarken kontinuierlich gesteigert werden, wobei die Aktivitäten zur Steigerung des Eigenmarken-Anteils insbesondere in den vergangenen beiden Jahren ihre positive Wirkung entfalteten.
Entwicklung der finanziellen Steuerungskennzahlen
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| 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Organische Umsatzentwicklung in Prozent | - 2,6 | 5,5 | 4,7 | 5,2 | 0,4 |
| Anzahl Aufträge in Tausend | 2.171 | 2.182 | 2.225 | 2.409 | 2.465 |
| Durchschnittlicher Auftragswert in Euro | 440 | 450 | 482 | 469 | 458 |
| Rohertragsmarge in Prozent | 43,6 | 42,6 | 42,6 | 42,6 | 42,5 |
| EBITDA-Marge in Prozent | 12,9 | 14,0 | 14,8 | 15,2 | 13,5 |
| TAKKT-Cashflow-Marge in Prozent | 8,8 | 10,1 | 10,7 | 11,2 | 9,8 |
| Investitionsquote in Prozent | 1,0 | 1,4 | 1,3 | 1,5 | 2,1 |
Anteil der Eigenmarken am Auftragseingang in %
Im Berichtsjahr erhöhte sich auf Konzernebene der Anteil der Direktimporte am Einkaufsvolumen auf 15,5 (13,7) Prozent. In Europa konnte die BEG den bereits relativ hohen Anteil weiter steigern, während die PSG in 2017 wichtige Maßnahmen zur Ausweitung von Direktimporten umsetzte und damit erste relevante Direktimport-Anteile erzielte. Die Sparten von TAKKT AMERICA konnten den Anteil der Direktimporte noch deutlicher steigern als die europäischen. Neben der positiven Entwicklung in nahezu allen Einheiten profitierte man bei der Kennzahl besonders von dem Anstieg bei GPA, die einen überdurchschnittlichen Anteil von Direktimporten ausweist. Auch bezogen auf den Anteil der Direktimporte kann über die vergangenen fünf Jahre eine konstant positive Entwicklung beobachtet werden. Seit 2014 sind dabei in jedem Jahr deutliche Steigerungen des Anteils zu beobachten.
Anteil der Direktimporte am Einkaufsvolumen in %
WERTORIENTERTE STEUERUNGSKENNZAHLEN: HÖHERER TAKKT VALUE ADDED, ROCE UNTER VORJAHR
Der TAKKT Value Added stieg 2017 um 4,8 Millionen Euro auf einen Wert von 43,1 (38,3) Millionen Euro. Das für die Berechnung des TAKKT Value Added resultierende erwirtschaftete operative Ergebnis nach Steuern war mit 103,9 (99,8) Millionen Euro dabei insgesamt um 4,1 Millionen Euro höher als im Vorjahr. Das durchschnittlich eingesetzte Kapital sank 2017 im Vergleich zum Vorjahr. Der zur Berechnung der Gesamtkapitalkosten verwendete gewichtete durchschnittliche Kostensatz nach Steuern (WACC) lag unverändert bei 7,8 (7,8) Prozent. Dabei ging TAKKT von einer wertorientierten Kapitalstruktur von 70 Prozent Eigenkapital und 30 Prozent Fremdkapital aus. Der Kostensatz für das Eigenkapitel lag bei neun Prozent. Für das Fremdkapital wird ein kalkulatorischer Kostensatz von fünf Prozent verwendet. Dieser leitet sich aus einer sehr langfristigen Betrachtung durchschnittlicher Fremdkapitalzinsen ab. Die Gesamtkapitalkosten beliefen sich 2017 auf 60,8 (61,5) Millionen Euro.
Der Anstieg des TAKKT Value Added resultierte aus dem weiter oben beschriebenen Einmalertrag aus der Neubewertung der latenten Steuerverbindlichkeiten aufgrund der Steuerreform in den USA. Bereinigt um diesen Effekt hätte der TAKKT Value Added im Berichtsjahr 25,3 Millionen Euro erreicht. Im Vorjahr war der TAKKT Value Added positiv durch Erträge in Höhe von 8,6 Millionen Euro aus Anpassungen der variablen Kaufpreisverbindlichkeiten bei Post- Up Stand und BiGDUG beeinflusst. Der Rückgang gegenüber dem um Einmalerträge bereinigten Wert ist im Wesentlichen auf die höheren Aufwendungen für die Umsetzung der Digitalen Agenda sowie die verhaltene Geschäftsentwicklung im Berichtsjahr zurückzuführen. Details dazu sind im Abschnitt Umsatz- und Ertragslage erläutert.
Mit Blick auf den absoluten Wert des TAKKT Value Added verminderten die genannten planmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte das erwirtschaftete operative Ergebnis nach Steuern im Berichtsjahr um insgesamt 7,3 (8,5) Millionen Euro. Ohne diese planmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte sowie den damit einhergehenden steuerlichen Einfluss hätte sich ein TAKKT Value Added in Höhe von 50,4 (46,8) Millionen Euro ergeben.
Bezogen auf den Zeitraum der vergangenen fünf Jahre konnte TAKKT eine deutliche Steigerung des TAKKT Value Added erreichen. Der Anstieg in 2016 und 2017 auf einen TAKKT Value Added von deutlich über 30 Millionen Euro ist auch auf positive Einmalerträge in beiden Jahren zurückzuführen. Doch auch bereinigt um diese Effekte erzielte TAKKT in den vergangenen Jahren eine positive Entwicklung und erreichte damit das Ziel eines TAKKT Value Added signifikant größer Null.
TAKKT Value Added in Mio Euro
* Bereinigt um planmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte in Folge von Unternehmenserwerben und den damit einhergehenden steuerlichen Einfluss.
Der Return on Capital Employed (ROCE) lag im Berichtsjahr mit 14,6 (16,5) Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Die Gründe für diese Entwicklung liegen in den Einmalerträgen des Vorjahres, den Aufwendungen für die Umsetzung der Digitalen Agenda sowie der verhaltenen Geschäftsentwicklung. In den vergangenen fünf Jahren wurde das Ziel von über zwölf Prozent für den ROCE in jedem Jahr erreicht.
ROCE in %
Wie im Geschäftsbericht 2016 prognostiziert, waren damit die beiden Kennzahlen TAKKT Value Added und ROCE gegenüber dem Vorjahr bereinigt um die genannten Einmalerträge rückläufig.
FORTSCHRITTE IN DER UMSETZUNG DER DIGITALEN AGENDA
Um den Erfolg der Umsetzung der Digitalen Agenda der einzelnen Sparten zu beurteilen, wird eine Vielzahl operativer Kennzahlen analysiert und regelmäßig mit dem TAKKT-Management ausgetauscht. Für eine zusammenfassende Betrachtung der Fortschritte in der Umsetzung der Digitalen Agenda auf Ebene des TAKKT-Konzerns sowie der damit erzielten Wirkung eignen sich die im Abschnitt Innovation und Entwicklung (S. 53ff) beschriebenen Indikatoren.
Insgesamt wurden zur Umsetzung der Digitalen Agenda über 100 Maßnahmen und Projekte auf Ebene der Sparten definiert. Zahl, Umfang und Inhalt der Maßnahmen und Projekte werden während der Umsetzung der Digitalen Agenda regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst. Bei 100 der bislang definierten Maßnahmen und Projekte wurde bis zum Ende des Jahres 2017 mit der Umsetzung begonnen. Davon konnten im Zeitraum bis Ende 2017 27 abgeschlossen werden, wobei in vielen Fällen die als Maßnahme durchgeführten Aktivitäten anschließend in den Regelbetrieb der Unternehmen übergehen. Die abgeschlossenen Maßnahmen betrafen hauptsächlich die Schaffung organisatorischer Grundlagen wie den Aufbau von internen Teams für Webshopentwicklung oder Datenanalyse, die Bereitstellung technischer Infrastruktur, die Anbindung und Vernetzung von Lieferanten sowie Analysen der Customer Journey und die Ableitung von Personas für relevante Kundengruppen.
Indikatoren zur Umsetzung der Digitalen Agenda
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| 2016 | 2017 | |
|---|---|---|
| Gestartete Maßnahmen (kumuliert) | 53 | 100 |
| Abgeschlossene Maßnahmen (kumuliert) | 7 | 27 |
| Im Rahmen der Digitalen Agenda neu geschaffene Stellen (kumuliert) | 26 | 78 |
| Zusätzliche Personalkosten (kumuliert) in Millionen Euro | 0,6 | 4,4 |
| Zusätzliche Personalkosten (im Geschäftsjahr) in Millionen Euro | 0,6 | 3,9 |
| Sonstige Kosten in Millionen Euro | 1,9 | 3,8 |
| Investitionen (ohne TAKKT Beteiligungsgesellschaft) in Millionen Euro | 1,4 | 8,7 |
| Investitionen der TAKKT Beteiligungsgesellschaft in Millionen Euro | 1,0 | 4,5 |
| Organisches Wachstum des Auftragseingangs über E-Commerce in Prozent | 10,6 | 7,9 |
| Anteil des E-Commerce am Auftragseingang in Prozent | 43,9 | 46,8 |
Als ein wesentliches Ziel der Digitalen Agenda ist die Rekrutierung digitaler Talente durch TAKKT definiert. Konzernweit sollen rund 100 zusätzliche Mitarbeiter mit ausgeprägten digitalen Kompetenzen gewonnen werden. Bis zum Ende des Jahres 2017 lag die Anzahl der neuen Digitalen Talente bei 78 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die Aufteilung zwischen TAKKT EUROPE (37) und TAKKT AMERICA (33) war nahezu ausgeglichen. Dabei rekrutierte die TAKKT AG sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, u.a. im Rahmen des Traineeprogramms "Digital Entrepreneurship". Insgesamt konnte somit bereits deutlich über die Hälfte der anvisierten neuen digitalen Talente gewonnen werden.
Die resultierenden Investitionen in das langfristige Vermögen und in Aufwendungen für die Umsetzung der Digitalen Agenda lagen 2017 bei insgesamt 20,9 Millionen Euro. Davon entfielen 3,9 Millionen Euro auf gegenüber dem Vorjahr zusätzliche Aufwendungen für Personal sowie 3,8 Millionen Euro auf sonstige Aufwendungen für Maßnahmen und Projekte. Ein Betrag von 13,2 Millionen Euro wurde in das langfristige Vermögen investiert. Davon entfielen 4,5 Millionen Euro auf Investitionen in Start-ups durch die TAKKT Beteiligungsgesellschaft. Damit wurde wie beabsichtigt die Investition in die Umsetzung der Digitalen Agenda deutlich vorangetrieben.
Im Zuge der digitalen Transformation soll der Auftragseingang über E-Commerce deutlich erhöht werden. Das organische Wachstum des Auftragseingangs über E-Commerce lag 2017 bei 7,9 Prozent und damit niedriger als im Vorjahr. Das Wachstum resultierte im Berichtsjahr vor allem aus TAKKT EUROPE, wo der Anstieg der Auftragseingänge über E-Commerce mit 17,9 Prozent einen deutlich höheren Wert als im Vorjahr erreichte. Im Geschäftsbereich TAKKT AMERICA lag das organische E-Commerce-Wachstum 2017 bei lediglich 0,5 Prozent nach einem prozentual hohen einstelligen Wachstum im Vorjahr. Das niedrige Wachstum ist auf die schwierige Geschäftslage von TAKKT AMERICA in 2017 zurückzuführen. In beiden Geschäftsbereichen lagen die Wachstumsraten im E-Commerce deutlich über denen der klassischen Vertriebsaktivitäten. Damit stieg der E-Commerce-Anteil am Auftragseingang im Konzern von 43,9 auf 46,8 Prozent.
NACHHALTIGKEITSPERFORMANCE WEITER VERBESSERT
Mit den Nachhaltigkeitsindikatoren, die gleichzeitig als nicht-finanzielle Leistungsindikatoren dienen, verfolgt TAKKT das Ziel, auch in diesem Bereich den Fortschritt systematisch steuern und dokumentieren zu können. In allen Handlungsfeldern gab es im Berichtsjahr erneut Fortschritte. Dem Ziel, die Vorbildfunktion im Bereich Nachhaltigkeit in der Branche bis 2020 weiter auszubauen, ist TAKKT 2017 näher gekommen. Die aktuelle Mehrjahresübersicht der für die Handlungsfelder relevanten Kennzahlen und Initiativen ist in der Tabelle auf S. 82 dargestellt. Dabei sind aus dem Maßnahmenprogramm 2011 bis 2016 fünf Kennzahlen übernommen worden. Neue Indikatoren sind dabei erstmals für das Berichtsjahr 2017 ausgewiesen.
| ― | Einkauf: Für TAKKT als Handelsunternehmen mit vielfältigen Lieferantenbeziehungen liegt bereits in der Fertigung und dem Bezug der Waren ein wichtiger Teil der Wertschöpfungskette. Aus diesem Grund legt TAKKT ein hohes Augenmerk auf Nachhaltigkeit in der Lieferkette. Ein im Jahr 2013 als Pilotprojekt gestartetes Lieferantenbewertungsprogramm zur Messung der Nachhaltigkeitsperformance wurde seitdem in jedem Jahr auf zusätzliche Lieferanten ausgeweitet. Der Umsatzanteil nachhaltiger Sortimente wie umweltfreundlicher Verpackungslösungen, CO2 -neutral gestellter Produkte und Büromöbel aus recycelten Materialien konnte seit 2013 mehr als verdoppelt werden und lag im Jahr 2017 bei 9,3 Prozent. |
| ― | Marketing: Werbemaßnahmen sind stets mit einem Verbrauch endlicher Ressourcen verbunden. TAKKT ist bemüht, diesen Ressourceneinsatz zu verringern. Durch einen effizienteren Einsatz der Werbemittel hat der Konzern im Berichtsjahr 5,4 kg Printwerbemittel pro Auftrag eingesetzt. 12,1 Prozent dieser Printwerbemittel wurden dabei bereits CO2 neutral gestellt. Das Papier für Kataloge und andere Printmedien stammt dabei mittlerweile fast ausschließlich aus zertifiziert nachhaltigen Quellen. Neben dem Printbereich möchte TAKKT seine Nachhaltigkeitsanstrengungen auch auf das E-Commerce-Geschäft ausweiten. Hierzu werden die Emissionen aus dem Betrieb und der Nutzung der Webshops ausgeglichen. Im Berichtszeitraum wurden bereits sieben Webshops wesentlicher Gesellschaften CO2 -neutral gestellt. |
| ― | Logistik: Der Versandhandel von Waren ist nachweislich mit deutlich weniger Emissionen verbunden als der Vertrieb über den lokalen Händler. Dennoch verstärkt TAKKT die Anstrengungen, den Versand der Produkte möglichst emissionsarm zu gestalten und wickelt dazu mittlerweile 91,4 Prozent der konzernweiten Paketsendungen klimaneutral ab. Seit 2014 werden in Deutschland klimaneutrale Lieferungen auch bei Stückgut durchgeführt. Konzernweit beträgt der Anteil für CO2 -neutrale Stückgutsendungen ab den Zentrallagern in Europa und den Lagern in den USA 44,7 Prozent. |
| ― | Ressourcen und Klima: Die effiziente Nutzung von Ressourcen und Verringerung von Emissionen erfolgt idealerweise auf Grundlage einer belastbaren Datenbasis. Seit 2011 erstellt TAKKT Klimabilanzen für eine zunehmende Zahl von Konzerngesellschaften. Ergänzend werden schrittweise zertifizierte Umwelt- und Energiemanagementsysteme eingeführt. U.a. dank verschiedener Maßnahmen zur Energieeinsparung beträgt der Energieverbrauch pro Auftrag an deutschen und US-Standorten im Berichtsjahr 70,6 Megajoule. |
| ― | Mitarbeiter: Im Rahmen der Digitalen Agenda möchte TAKKT neue Mitarbeiter mit ausgeprägten digitalen Fähigkeiten gewinnen. Diese gilt es zu fördern und langfristig an das Unternehmen zu binden. Dazu werden kontinuierlich Maßnahmen - wie beispielsweise die Schaffung moderner Arbeitsumgebungen - evaluiert und umgesetzt. Aktuell beträgt der Anteil gebundener Mitarbeiter, die im Rahmen der Digitalen Agenda eingestellt worden sind, 90,9 Prozent. TAKKT ist zudem vom Mehrwert gemischter Führungsteams überzeugt und sieht es als konzernweite Aufgabe an, länder- und spartenübergreifend gleiche Chancen für Frauen und Männer in ihrer Karriereentwicklung zu gewährleisten. Aktuell beträgt die Frauenquote in Top-Führungspositionen 10,5 Prozent. |
| ― | Gesellschaft: Auch das gesellschaftliche Engagement seiner Mitarbeiter ist TAKKT ein Anliegen. Der Anteil der Beschäftigten, die sich bezahlt für ehrenamtliche Tätigkeiten freistellen lassen können, lag im Berichtsjahr bei 65,7 Prozent. Der Anteil der Konzernmitarbeiter, die diese Option wahrgenommen haben und im Berichtsjahr an entsprechenden Projekten teilgenommen haben, beträgt 15,1 Prozent. |
Die Nichtfinanzielle Erklärung für den TAKKT-Konzern können Sie unter folgender Internetseite abrufen: http://www.takkt.de/nfe
Nachhaltigkeitsindikatoren
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| Handlungsfeld | Kennzahl | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Einkauf | Anteil des Einkaufsvolumens von zertifizierten Lieferanten | 23,7% | 36,3% | 40,5% | 46,8% | |
| Anteil des Einkaufsvolumens Direktimporte von zertifizierten Lieferanten | 39,8% | |||||
| Anteil nachhaltiger Sortimente am Umsatz | 4,4% | 6,6% | 9,6% | 9,8% | 9,3% | |
| Marketing | CO2 -neutrale Webshops für wesentliche Gesellschaften | 7 | ||||
| Papierverbrauch Printwerbemittel pro Auftrag | 5,4kg | |||||
| Anteil CO2 -neutrale Papierwerbemittel an der Gesamtauflage pro Jahr | 12,1% | |||||
| Logistik | Anteil CO2 -neutrale Paketsendungen | 91,4% | ||||
| Anteil CO2 -neutrale Stückgutsendungen ab Zentrallager | 44,7% | |||||
| Ressourcen und Klima | Wesentliche Gesellschaften mit Klimabilanz | 7 | 7 | 10 | 10 | 13 |
| Wesentliche Gesellschaften mit zertifiziertem Umweltmanagementsystem | 1 | 1 | 3 | 3 | 6 | |
| Wesentliche Gesellschaften mit zertifiziertem Energiemanagementsystem | 4 | |||||
| Energieverbrauch an DE / US-Standorten pro Auftrag in Megajoule | 70,6 | |||||
| Mitarbeiter | Neueinstellungen Digitale Agenda: Anteil gebundener "digitaler Talente" | 90,9% | ||||
| Vielfältigkeit: Frauenquote in Top-Führungspositionen | 10,5% | |||||
| Gesellschaft | Anteil der Konzernmitarbeiter, welche die Möglichkeit erhalten, sich für ehrenamtliche Tätigkeiten freistellen zu lassen | 8,5% | 18,4% | 37,9% | 41,2% | 65,7% |
| Anteil der Konzernmitarbeiter, die an Projekten für gemeinnützige Organisationen bzw. gesellschaftliche Zwecke teilgenommen haben | 15,1% |
GESCHÄFTSAUSBLICK
RISIKO- UND CHANCENBERICHT
TAKKT ist in seinem unternehmerischen Handeln Risiken und Chancen ausgesetzt. Das Chancen- und Risikomanagement des Konzerns dient dazu, diese frühzeitig zu erkennen und zu bewerten sowie entsprechende Steuerungsmaßnahmen zu ergreifen. Vorstand und Aufsichtsrat werden regelmäßig über die aktuelle Risikolage des Konzerns und aller wesentlichen Konzerngesellschaften informiert. Aus Sicht des TAKKT-Vorstands ist das Verhältnis von Chancen und Risiken 2017 weitgehend unverändert zum Vorjahr geblieben. Die Gesamtrisikosituation des TAKKT-Konzerns ist auf absehbare Zeit beherrschbar, bestandsgefährdende Risiken bestehen nicht.
SYSTEMATISCHES CHANCEN- UND RISIKOMANAGEMENT
TAKKT verfügt über ein Chancen- und Risikomanagementsystem, das alle wesentlichen Chancen und Risiken systematisch identifiziert, bewertet, steuert und überwacht. Im Einklang mit dem Deutschen Rechnungslegungsstandard (DRS) 20 wird ein Risiko dabei als die Gefahr einer negativen Abweichung von den Unternehmenszielen definiert, eine Chance dagegen als die Möglichkeit, diese Ziele überzuerfüllen. TAKKT strebt bei allen Aktivitäten ein ausgewogenes Verhältnis von Chancen und Risiken an, um den Unternehmenswert im Interesse aller Stakeholder nachhaltig zu steigern.
Organisatorisch ist das Chancen- und Risikomanagementsystem wie folgt aufgebaut:
| ― | Die Verantwortung für die Einrichtung und Überwachung des Chancen- und Risikomanagementsystems liegt beim Vorstand. |
| ― | Unterstützt wird er dabei durch die Geschäftsführer der Konzerngesellschaften sowie die Zentralabteilungen der Konzernholding - Rechnungswesen, Betriebswirtschaft, Finanzen / IR, Recht, Personal, Internal Audit und Consulting, Unternehmensentwicklung und Digitale Transformation. |
| ― | Wichtige Bestandteile des Chancen- und Risikomanagementsystems sind eine einheitliche Risikomanagementrichtlinie, ein in die Planung integrierter Prozess zur standardisierten Erhebung, Bewertung und Berichterstattung von Chancen und Risiken, das intensive Controlling aller Gesellschaften, eine einheitliche Geschäftsordnung mit festgelegtem Ad-hoc-Risikomeldeprozess und das konzernweit gültige Vier-Augen Prinzip. |
| ― | Der Aufsichtsrat befasst sich im Rahmen seiner Überwachungsfunktion mit der Wirksamkeit des Chancen- und Risikomanagementsystems. |
| ― | Als prozessunabhängige Instanz prüfen die externen Abschlussprüfer die Einrichtung und Eignung des Risikofrüherkennungssystems gemäß § 317 Abs. 4 HGB. |
| ― | Die interne Revision kontrolliert die wesentlichen Prozesse aller Konzerngesellschaften laufend darauf, ob sie leistungsfähig und wirtschaftlich sind sowie den internen Richtlinien genügen. |
EINHEITLICHE STEUERUNGS- UND KONTROLLSYSTEME
Das Management der TAKKT-Gruppe führt die operativen Gesellschaften über einheitliche Steuerungs- und Kontrollsysteme. Jährlich diskutiert der Vorstand mit den Tochtergesellschaften die operative Planung für das kommende Jahr und die Ergebnisse aus der Risikoerhebung. Er wird zudem regelmäßig über den aktuellen Auftragseingang informiert. Die Analyse und Besprechung der Monatsberichte zwischen Vorstand und Zentralabteilung Betriebswirtschaft tragen dazu bei, Chancen und Risiken u.a. im Hinblick auf den Rohertrag aktiv zu steuern. Basis für die einheitliche Steuerung der Kostenrisiken sind zudem spezielle Berichtsformate, die über wesentliche Kostenblöcke wie Personal- und Werbekosten Auskunft geben. Grundlage der strategischen Konzernsteuerung ist eine detaillierte Mehrjahresplanung, die jährlich für alle Sparten und den Gesamtkonzern erstellt wird.
Alle Kontroll- und Berichtsstrukturen beginnen grundsätzlich auf Ebene der Tochtergesellschaften und führen bis zum Vorstand bzw. Aufsichtsrat. Bei wesentlichen Entscheidungen ist dessen Zustimmung erforderlich. Auf allen Ebenen und Prozessstufen sind interne Kontrollmechanismen etabliert. Neugründungen und Akquisitionen werden gemäß einem strukturierten Integrationsablauf in das Controlling bzw. das Chancen- und Risikomanagementsystem aufgenommen. Sie müssen die gleichen Standards erfüllen wie die etablierten Konzerngesellschaften.
INTERNES KONTROLLSYSTEM ZUM RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS NACH §§ 289 ABS. 5, 315 ABS. 2 NR. 5 HGB
Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem erstreckt sich auf die Finanzberichterstattung des gesamten TAKKT-Konzerns und soll die Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung sicherstellen, einschließlich der für den Konzernabschluss notwendigen Konsolidierungsprozesse. Es ist Teil des gesamten internen Kontrollsystems des TAKKT-Konzerns und orientiert sich am international anerkannten Rahmenwerk "COSO (The Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission) Internal Control -Integrated Framework". Darüber hinaus verfügt TAKKT über ein konzerneinheitliches Risikomanagementsystem, um Chancen und Risiken zu steuern.
Die Wirksamkeit der Rechnungslegungsprozesse wird durch einen wiederkehrenden Ablauf dokumentiert, der sich aus Risikoanalyse, Kontrollerhebung und der Wirksamkeitsbeurteilung der Kontrollen zusammensetzt. Dabei wird zunächst die Erhebung, Aktualisierung und Überprüfung der zentralen Risikofelder anhand vorab definierter qualitativer und quantitativer Kriterien vorgenommen. Aufbauend darauf werden bereits vorhandene Kontrollen identifiziert bzw. neue Kontrollmaßnahmen implementiert, die zur Begrenzung der Risiken geeignet sind. Die Effektivität der Kontrollen wird in regelmäßigen Abständen durch ein Self-Assessment der Kontrollverantwortlichen überprüft und dokumentiert. Die Ergebnisse werden zusätzlich durch die Wirtschaftsprüfer verifiziert und regelmäßig an den Aufsichtsrat berichtet.
TAKKT sichert die konzerneinheitliche Anwendung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und der aktuellen International Financial Reporting Standards (IFRS) über verbindliche Vorgaben wie eine laufend aktualisierte Bilanzierungsrichtlinie, einen einheitlichen Kontenplan für die Berichterstattung, einen konzernweiten Terminplan für die Abschlusserstellung und diverse Handbücher. Bei Bedarf werden externe Sachverständige oder qualifizierte Gutachter hinzugezogen, etwa für die Bewertung von Pensionsverpflichtungen oder für Gutachten zur Kaufpreisallokation bei Unternehmenserwerben. Alle Mitarbeiter, die für das Rechnungswesen und die Finanzberichterstattung zuständig sind, werden regelmäßig geschult.
Die Abschlüsse der Einzelgesellschaften werden unter Zuhilfenahme von Standard-Software erstellt. Die Konsolidierung der Einzelabschlüsse zum Konzernabschluss erfolgt mithilfe einer modernen Standardsoftwarelösung. Zur Erstellung des Konzernanhangs kommt ein zentral verwaltetes formularbasiertes Erfassungs- und Verdichtungsinstrument zum Einsatz.
Umfangreiche systemtechnische Prüfvorgänge sollen die Vollständigkeit und Verlässlichkeit der in den Konzernabschluss einbezogenen Informationen gewährleisten. Die IT-Systeme im Rechnungswesen sind vor unbefugten Zugriffen geschützt. Zusätzlich sind Funktionstrennungen umgesetzt, um Risiken durch Fehler und Unregelmäßigkeiten zu verhindern oder einzuschränken, Probleme zu identifizieren und Korrekturmaßnahmen sicherzustellen. Dadurch ist gewährleistet, dass kein einzelner Mitarbeiter die alleinige Kontrolle über alle Phasen eines Geschäftsvorgangs besitzt. IT-Change-Management-Systeme stellen sicher, dass bei Veränderungen der IT-Infrastruktur keine Daten verloren gehen. Bei allen rechnungslegungsbezogenen Prozessen ist das Vier-Augen-Prinzip zentrale Grundlage des internen Kontrollsystems.
Die Einhaltung der Kontrollsysteme und Bilanzierungsvorgaben durch den Konzern wird regelmäßig überwacht, u.a. von den lokalen Geschäftsführern und Abschlussprüfern, der Zentralabteilung Konzernrechnungswesen, der internen Revision und dem Konzernabschlussprüfer. Die Überwachung beinhaltet die Identifizierung von Schwachstellen, die Einleitung von Verbesserungsmaßnahmen sowie die Überprüfung, ob Schwachstellen behoben wurden.
Im Rahmen der Konzernjahresabschlussprüfung berichten externe Wirtschaftsprüfer über wesentliche Prüfungsergebnisse und Schwachstellen im internen Kontrollsystem für die in den Konzernabschluss einbezogenen Einheiten.
KONTINUIERLICHE ANALYSE UND ÜBERWACHUNG DER CHANCEN UND RISIKEN
Das Chancen- und Risikomanagementsystem des TAKKT-Konzerns kategorisiert die Chancen und Risiken nach Themenfeldern, die in der Tabelle auf Seite 85 zusammen mit den zugeordneten Chancen und Risiken dargestellt sind. Die Chancen und Risiken des TAKKT-Konzerns werden im weiteren Verlauf des Risikoberichts erläutert. Der Prozess zur Evaluation aller Chancen und Risiken läuft wie folgt ab:
| ― | Der TAKKT-Konzern analysiert das Markt- und Wettbewerbsumfeld der Geschäftsbereiche und Gesellschaften kontinuierlich und überprüft die eigenen Potenziale regelmäßig darauf, ob Anpassungen des Geschäftsmodells zu einer besseren Marktposition führen können. Diese systematische Beobachtung macht es möglich, Chancen und Risiken frühzeitig zu identifizieren. |
| ― | Mit der Bewertung der einzelnen Chancen und Risiken wird das Ziel verfolgt, die erwartete negative bzw. positive Wirkung auf TAKKT aufzuzeigen. Die Bewertung erfolgt anhand der Kriterien Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadens- bzw. Chancenhöhe. Bereits eingeleitete Maßnahmen des Unternehmens zur Steuerung der Chance oder des Risikos werden bei der Bewertung berücksichtigt. Bezüglich der Chancen- bzw. Schadenshöhe kommen je nach Ebene der Betrachtung Wesentlichkeitsgrenzen zum Einsatz, die die Relevanz der diskutierten Chancen und Risiken sicherstellen. |
| ― | Als Ergebnis der Analyse definiert TAKKT Maßnahmen, mit denen sich die Risiken begrenzen, steuern oder vermeiden bzw. die Chancen nutzen lassen. |
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| Konjunktur und Wettbewerb | Unternehmensstrategie und -positionierung | Leistungswirtschaftliche Prozesse | Finanzwirtschaft und Recht | |
|---|---|---|---|---|
| Mögliche Risiken | Konjunkturabschwung Neue Wettbewerber und Geschäftsmodelle | Akquisitions- und Integrationsrisiken Umsetzungsrisiko in Bezug auf die Digitale Transformation Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten oder Kunden E-Commerce mit höherem Risiko als traditionelles Kataloggeschäft Steigende Beschaffungspreise | Risiko bei der Vorratshaltung Logistikrisiken Forderungsausfälle und Gewährleistungsrisiken Personalrisiken Risiken in der Produktion und im Versand gedruckter Werbemittel Risiko bei Schutz der Adressdaten Eingeschränkte Verfügbarkeit und Performance der IT- und Kommunikationssysteme Einführung neuer IT-Systeme Risiko im Bereich Datensicherheit und Cyberkriminalität | Wechselkursrisiken: Transaktionsrisiken und Translationsrisiken Zinsänderungsrisiko Liquiditätsrisiko Rechtliche, steuerliche und Compliance-Risiken |
| Mögliche Chancen | Konjunkturaufschwung | Digitalisierung und Kulturwandel Neue Möglichkeiten mit Online-Kanälen und E-Procurement Zunehmende Diversifikation des Geschäftsmodells Potentielle weitere Akquisitionen und Neugründungen Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil | Weiterentwicklung der IT-Anwendungen Stärkere Nutzung neuer Technologien | Guter Zugang zu Kapital |
KONJUNKTUR- UND WETTBEWERB
Konjunkturabschwung
Das B2B-Versandhandelsgeschäft für Geschäftsausstattung ist grundsätzlich konjunkturabhängig. Das TAKKT-Geschäftsmodell unterliegt insofern einem allgemeinen Konjunkturrisiko. Bisher ist es der Unternehmensgruppe zumeist gelungen, die Auswirkung konjunktureller Schwankungen in einzelnen Ländern, Branchen und Bereichen durch Diversifikation abzufedern.
| ― | Mit seinen Multi-Channel- und Web-focused-Vertriebsmarken spricht TAKKT Kunden unterschiedlicher Branchen und Größe an. |
| ― | Die TAKKT-Gesellschaften verfügen über ein sehr breites Sortiment aus unterschiedlichen Produktkategorien. |
| ― | Durch die Präsenz in über 25 Ländern in Europa und Nordamerika reduziert TAKKT die Abhängigkeit von einzelnen Märkten. |
| ― | Zudem befinden sich die Gesellschaften in unterschiedlichen Wachstumsphasen. Neugründungen und junge Gesellschaften wachsen in der Regel dynamisch und sind weniger stark von konjunkturellen Schwankungen beeinflusst. Etablierte Gesellschaften folgen in ihrer Entwicklung dagegen eher dem allgemeinen Konjunkturzyklus. |
| ― | Die Kundengruppen der einzelnen Sparten investieren im Konjunkturzyklus unterschiedlich. Eine Diversifikation der Risiken ergibt sich dadurch, dass im Konjunkturverlauf in der Regel nur Kunden aus einzelnen Branchen oder Regionen oder nur bestimmte Produktgruppen des Sortiments von einem Abschwung betroffen sind. |
Lediglich in besonders schweren konjunkturellen Krisen wie zuletzt im Jahr 2009 kann TAKKT nicht von der Diversifikation des Geschäfts profitieren, da sich in solchen Fällen jede Kundengruppe, jede Branche und jede Region in ihren Investitionen stark zurückhält. Beispielhaft sank 2009 der Umsatz organisch um etwas mehr als 25 Prozent. Das EBITDA verringerte sich bei einer Marge von ca. zehn Prozent um rund 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Konjunkturrisiko blieb im Berichtsjahr 2017 im Wesentlichen unverändert zu der Situation im Vorjahr. Trotz der oben beschriebenen Möglichkeiten der Diversifikation stellt das Konjunkturrisiko ein wesentliches Risiko für TAKKT dar.
Neue Wettbewerber und Geschäftsmodelle
Der TAKKT-Konzern unterliegt potentiell dem Risiko, durch den Eintritt neuer Wettbewerber Marktanteile zu verlieren. Markteintrittsbarrieren sind sowohl für klassische Wettbewerber als auch für reine Online-Anbieter vorhanden, denn der Aufbau der Zulieferstrukturen, der Logistik und eines Kundenstamms ist kosten- und zeitintensiv. Neue Mitbewerber müssen zunächst mit mehrjährigen Anlaufverlusten rechnen. Etablierte Anbieter wie die TAKKT-Gesellschaften haben hier gegenüber Start-up-Unternehmen Größenvorteile in Einkauf und Vertrieb.
Zudem ist das Risiko zu nennen, dass die integrierten Multi-Channel-Geschäftsmodelle in der TAKKT-Gruppe durch offene und internetbasierte Marktplätze teilweise ersetzt werden. Dabei sind jedoch die besonderen Merkmale der TAKKT-Geschäftsmodelle zu beachten. Während der Erfolg von Marktplätzen im B2C-Bereich und bei kleinen Firmen v.a. auf die Preisgestaltung der einzelnen Transaktion und die bequeme Bestellung zurückzuführen ist, stehen bei mittelgroßen und großen Unternehmen zusätzliche Kundenbedürfnisse im Vordergrund. Der professionelle Firmenkunde ist im Vergleich zum Privatkunden in der Regel an einem qualitativ hochwertigen Produktsortiment, einer kompetenten Beratung und einem umfangreichen After-Sales-Service interessiert. Zu letzterem zählen z.B. die Erfüllung von Garantieleistungen, Nachbestellungen und Ersatzteillieferungen. Die Produkte aus dem TAKKT-Sortiment sollen dazu beitragen, die gewerbliche Tätigkeit produktiver zu machen und einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, damit sich der Firmenkunde auf sein Kerngeschäft konzentrieren kann.
Darüber hinaus ist der Firmenkunde in größeren Unternehmen in der Regel an einer flexiblen und differenzierten Preisgestaltung - je nach Bedarf, Produkt und nachgefragtem Volumen - interessiert. Elektronische Marktplätze können diese Flexibilität, Differenzierung und zusätzliche Dienstleistungen rund um das Produkt nur bedingt leisten. Trotz ihren Stärken, etwa bei der Preisstellung und der Bündelung vieler unterschiedlicher Angebote, haben Marktplätze gegenüber Produktspezialisten insgesamt den Nachteil, dass sie den Anforderungen an ein attraktives Gesamtpaket aus Produkt, Service und Preis nicht vollständig gerecht werden können. Um diesen Wettbewerbsvorteil beizubehalten, setzt TAKKT darauf, das Serviceangebot rund um das eigentliche Produkt fortlaufend weiterzuentwickeln. Im Rahmen der Digitalen Transformation plant TAKKT, die Möglichkeiten zur weiteren Differenzierung vom Wettbewerb noch stärker zu nutzen. Das Risiko durch neue Wettbewerber und Geschäftsmodelle ist als wesentlich einzuschätzen.
UNTERNEHMENSSTRATEGIE UND POSITIONIERUNG
Akquisitions- und Integrationsrisiken
Im Rahmen der Wachstumsstrategie kauft der TAKKT-Konzern gezielt Unternehmen zu, die das Portfolio hinsichtlich Regionen, Produkten und Kunden ergänzen und neues Know-how einbringen. Damit ist einerseits eine Reihe von Chancen verbunden, die im weiteren Verlauf dieses Abschnitts aufgegriffen werden. Andererseits könnten Akquisitions- und Integrationsrisiken daraus resultieren, dass
| ― | die Integration übernommener Unternehmen oder ihrer Produkte und Dienstleistungen in den eigenen Geschäftsbetrieb länger dauert oder höhere Kosten verursacht als angenommen, |
| ― | die beim Erwerb des Unternehmens unterstellte Wachstums- und Ertragsentwicklung nicht eintritt, |
| ― | die Geschäfts- und Firmenwerte bzw. die übrigen immateriellen Vermögenswerte wegen einer schlechter als ursprünglich prognostiziert verlaufenden Geschäftsentwicklung außerplanmäßig wertgemindert werden müssen. |
TAKKT besitzt eine über Jahrzehnte aufgebaute Erfahrung mit Akquisitionen und weiß mit diesen Risiken umzugehen. Zukäufe werden sorgfältig vorbereitet und geprüft und nur dann getätigt, wenn eine hinreichende Wahrscheinlichkeit besteht, dass das übernommene Unternehmen nachhaltig zum Erfolg des TAKKT-Konzerns beiträgt. Dabei stellt das Unternehmen anspruchsvolle Renditeanforderungen und führt vor dem Erwerb eine umfangreiche Due Diligence durch. Überdies werden neue Unternehmen anhand definierter Prozesse in den Konzernverbund integriert, die auf den Erfahrungen der Vergangenheit basieren.
Entwickelt sich eine Gesellschaft im Konzernverbund nicht zufriedenstellend, reagiert TAKKT zeitnah und leitet bei Bedarf Initiativen und Gegenmaßnahmen ein. Grundsätzlich stehen jeweils alle operativen und strategischen Optionen offen. Diese reichen von weitergehenden Investitionen oder einer Veränderung der Marketingstrategie über eine Repositionierung, einen Verkauf bis hin zum Abschmelzen der Marke, also der schrittweisen Einstellung der Marketingaktivitäten.
Die im Jahr 2016 gegründete TAKKT Beteiligungsgesellschaft erwirbt Anteile an jungen Unternehmen mit innovativem, aber noch nicht bewährtem Geschäftsmodell. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich diese Beteiligungen als nicht werthaltig erweisen, ist höher einzuschätzen. Allerdings liegt die Investitionssumme deutlich unter den Werten sonst üblicher Akquisitionen.
Die jährlichen Impairment-Tests auf Geschäfts- und Firmenwerte haben im Berichtsjahr erneut deren Werthaltigkeit bestätigt. Auch im vergangenen Geschäftsjahr waren keine Abwertungen vorzunehmen. Entsprechende wesentliche Abwertungsrisiken sind nicht erkennbar.
Umsetzungsrisiko in Bezug auf die Digitale Transformation
Um die Chancen der Digitalisierung zu nutzen, hat TAKKT im Jahr 2016 die Digitale Agenda und eine darauf aufbauende Vision 2020 entwickelt. Diese sieht eine Verdopplung des E-Commerce-Geschäfts bis 2020 und eine nachhaltige Veränderung der Organisation vor. Aufwand und Investitionen für die Transformation sollen sich bis 2020 auf 50 Millionen Euro belaufen und mittelfristig zu einem höheren organischen Umsatzwachstum führen. Bei der Umsetzung der Maßnahmen dieser Agenda kann es zu Verzögerungen kommen, sodass Ziele oder Teilziele von Projekten oder Maßnahmen später erreicht werden oder Ergebnisse nicht zufriedenstellend ausfallen. Darüber hinaus kann die Umsetzung höhere Kosten verursachen als geplant oder nicht den gewünschten Effekt auf die Umsatz- und Ergebniszahlen haben.
TAKKT begegnet diesem Risiko durch eine marktnahe, dezentrale Umsetzung der jeweiligen Projekte und Maßnahmen. Die TAKKT AG unterstützt diesen Prozess durch eine zentrale Steuerung. Dabei greift der Konzern auf unternehmenseigene Experten für Digitalisierung und Projektmanagement zurück, um Umsetzung und Erfolg der Maßnahmen stets im Blick zu behalten. Dies erlaubt es TAKKT, bei der Gefahr von Zielabweichungen frühzeitig gegenzusteuern und bei Bedarf zusätzlich auch externe Spezialisten hinzuzuziehen.
Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten oder Kunden
Bezogen auf die Beschaffungsseite besteht das Risiko einer Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten. Das Unternehmen greift jedoch auf einen äußerst fragmentierten Pool von rund 4.000 Lieferanten zurück, kann für fast jedes Produkt kurzfristig auf alternative Lieferanten ausweichen und achtet darauf, dass sich an dieser Situation auch langfristig nichts ändert. Auch in vergangenen Krisen ist es daher nicht zu einer Konsolidierung bei den Lieferanten für die Produktsortimente in der TAKKT-Gruppe gekommen.
Abhängigkeiten können für TAKKT auch auf der Absatzseite bestehen. Die Kundenstruktur der Geschäftsmodelle im TAKKT-Konzern ist jedoch relativ stark diversifiziert. Zum Kundenstamm zählen Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen wie zum Beispiel dem Dienstleistungssektor, der öffentlichen Verwaltung und dem produzierenden Gewerbe. Dabei verschiebt sich die Gewichtung. Noch vor rund 25 Jahren gehörte ein Großteil der Kunden des Konzerns dem produzierenden Sektor an, mittlerweile hat sich deren Anteil auf unter 30 Prozent reduziert.
TAKKT verfolgt das Ziel, diversifizierte Umsatzanteile mit dem verarbeitenden Gewerbe, dem Handels- und Dienstleistungssektor sowie gemeinnützigen und staatlichen Institutionen zu erzielen. Umsatzbeiträge werden zudem teilweise im Rahmen von größeren Projektaufträgen realisiert. Mit ganz wenigen Kunden realisiert TAKKT ein Umsatzvolumen im geringen einstelligen Prozentbereich bezogen auf den Konzernumsatz. Negative Effekte aus dem Wegfall einzelner Kunden sind daher für den Konzern als Ganzes begrenzt. Auf Ebene einzelner Sparten, vor allem bei der Hubert oder der NBF Gruppe, kann die Geschäftsentwicklung durch den Wegfall eines einzelnen Kunden bzw. einer Kundengruppe jedoch spürbar beeinflusst werden.
Bei der Größe der Kunden gibt es eine große Bandbreite - vom Freiberufler über Hotelketten bis hin zur staatlichen Verwaltung, von der einfachen Werkstatt bis hin zum großen Fertigungsbetrieb. Dank E-Commerce verbreitert sich die Kundenbasis in Zukunft voraussichtlich weiter. Kleinere Abnehmer können über Online-Medien besser erreicht und wirtschaftlicher angesprochen werden. TAKKT plant bei der Ansprache kleinerer Kunden stärker als bislang auf individuelle Lösungen zu setzen, wie etwa zusätzliche Self Service-Funktionen im Webshop. Durch neue technologische Möglichkeiten können diese inzwischen effizient angeboten werden. Großkunden wiederum werden durch E-Procurement stärker an TAKKT gebunden, da die Beschaffung für sie über dieses Medium einfacher und effizienter wird.
E-Commerce mit höherem Risiko als traditionelles Kataloggeschäft
E-Commerce ist einem höheren Risiko ausgesetzt als das klassische Kataloggeschäft. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass den Kunden durch E-Commerce-Angebote der Zugang zu einer breiteren Auswahl von Anbietern ermöglicht wird, die mit vergleichsweise geringen Suchkosten von Kunden identifiziert werden können. Damit nimmt die Loyalität der Kunden zu einzelnen Händlern tendenziell ab. Durch den technischen Fortschritt stellen sich zudem ständig neue Anforderungen an den Online-Auftritt. So müssen etwa Inhalt und Aufbau der Webshops fortlaufend an die sich ändernden Algorithmen der Suchmaschinen angepasst werden, damit das eigene Angebot nicht in der Platzierung zurückfällt und die Shops damit potentielle Kunden verlieren. TAKKT begegnet diesem Risiko durch die kontinuierliche Steuerung der Online-Marketing-Maßnahmen und deren Optimierung im Hinblick auf sich ständig ändernde Rahmenbedingungen. Indem der TAKKT-Konzern das Online-Marketing zudem fortlaufend weiterentwickelt, beobachtet er technische Trends und Neuentwicklungen genau und kann diese in eigenen Lösungen umsetzen. Die permanente Verbesserung des Online-Auftritts trägt zudem dazu bei, Kunden erneut zu einem Besuch auf dem Webshops zu bewegen und die Chance für einen erneuten Kauf zu erhöhen.
Steigende Beschaffungspreise
TAKKT unterliegt dem Risiko, steigende Beschaffungspreise nicht an die Kunden weitergeben zu können. Dem treten die Multi-Channel-Marken des Konzerns entgegen, indem sie ihre Kataloge und Webshops fortlaufend aktualisieren. So können sie flexibel auf Änderungen bei Angeboten und Beschaffungspreisen reagieren, vorausgesetzt die Wettbewerbssituation lässt dies zu. Bei den Web-focused-Marken sind Anpassungen sogar noch schneller und häufiger möglich. Erhöhen sich etwa die Kosten für Stahl, kann TAKKT zeitnah die Produktpreise anpassen oder ein alternatives Produkt anbieten. Überdies handelt das Unternehmen bewusst mit langlebigen Wirtschaftsgütern, die weder verderblich sind noch nennenswerten technischen oder modischen Veränderungsrisiken unterliegen.
LEISTUNGSWIRTSCHAFTLICHE PROZESSE
Risiko bei der Vorratshaltung
Um eine schnelle und verlässliche Lieferung garantieren zu können, nehmen die TAKKT-Gesellschaften je nach Geschäftsmodell und Anforderung der Kunden einen bestimmten Anteil der Produkte auf Lager. Auch Produkte, die über Direktimporte bezogen werden, werden in größeren Mengen bevorratet. Daraus entsteht das Risiko aus der Alterung sowie der technischen und preislichen Entwicklung der Produkte. Tische, Stühle oder Schränke sind jedoch Standardartikel, die immer benötigt werden. V.a. im B2B-Geschäft unterliegen sie keinen saisonalen Preisschwankungen oder vorübergehenden Modetrends. Da der Konzern das Sortiment fortlaufend aktualisiert, kann es vorkommen, dass ein Artikel nicht mehr im aktiv beworbenen Sortiment angeboten wird, aber noch auf Lager liegt. In diesem Fall wird das Produkt zu Vorzugspreisen verkauft oder das Unternehmen nutzt das Rückgaberecht für Restbestände, das regelmäßig mit einer Vielzahl von Lieferanten vereinbart wird.
Logistikrisiken
TAKKT hält Artikel zumeist in großen Versandhandelszentren vor und muss daher weniger Vorräte anlegen und seltener Artikel nachbestellen, als das bei mehreren kleinen Lagern der Fall wäre. Nur wenn kleinere Regionallager für einen optimalen Lieferservice erforderlich sind, bauen die Sparten solche Standorte auf, wie z.B. in den Nordischen Ländern, Osteuropa oder den USA. Durch den gebündelten Einkauf der Produkte kann TAKKT Preisvorteile nutzen. Das senkt zudem die Verkaufspreise und kommt so den Kunden zugute. Diese Vorteile überwiegen bei Weitem die Nachteile, die bei einem Zentrallager z.B. im Falle eines Brandes bestehen. Auch diese Risiken werden ausreichend abgesichert - durch Versicherungen u.a. gegen Feuer, Diebstahl oder Betriebsstörung.
Jede TAKKT-Sparte prüft ihre Lagerkonzepte regelmäßig und gewährleistet damit gleichbleibend hohe Standards bei Sicherheit, Lieferqualität, Schnelligkeit und Effizienz. Führt die zeitweilige Störung in einem Lager zu Lieferengpässen, können die Gesellschaften den größten Teil ihrer Waren auch per Streckengeschäft vertreiben. Falls notwendig, werden die Lager an neue Anforderungen angepasst.
TAKKT beauftragt im Regelfall externe Logistikunternehmen mit der Auslieferung der Produkte und achtet bei deren Auswahl auf attraktive Kosten und umfangreiches Know-how bei der Zustellung in die sehr unterschiedlichen Regionen. Schwankungen der Treibstoffpreise, Kfz-Steuern oder Mauttarife wirken sich kaum auf die Ertragslage des Konzerns aus. Die Ausgaben für den Warentransport betragen deutlich weniger als zehn Prozent des Konzernumsatzes.
Forderungsausfälle und Gewährleistungsrisiken
Das Risiko eines Forderungsausfalls ist bei TAKKT mit einer Ausfallquote von unter 0,2 Prozent des Umsatzes weiterhin außergewöhnlich niedrig. Zum einen prüft das Unternehmen die Bonität seiner Kunden und betreibt aktives Forderungsmanagement. Zum anderen ist der durchschnittliche Auftragswert niedrig, bei einer breit diversifizierten Kundenstruktur. Auch über den Konjunkturzyklus hinweg bleibt die Quote der Forderungsausfälle daher stabil. Gleiches gilt für die Debitorenreichweite. Sie misst den durchschnittlichen Zeitraum zwischen Rechnungsstellung und Zahlungseingang und betrug im Berichtsjahr 33 Tage.
Auch die Zahl der Gewährleistungs- und Garantiefälle ist seit Jahren konstant niedrig. Rückgaberechte werden nur selten in Anspruch genommen. TAKKT vertreibt vorwiegend langlebige Produkte, die wenig fehleranfällig sind. Zusätzliche Sicherheit gewinnt das Unternehmen durch Rückgabevereinbarungen, die mit den meisten Lieferanten bestehen. TAKKT schützt sich über Versicherungen gegen Risiken der Produkthaftung.
Personalrisiken
Der nachhaltige Erfolg von TAKKT hängt wesentlich von qualifizierten und motivierten Mitarbeitern ab. Ihr Know-how und Engagement wirkt sich unmittelbar auf das Geschäft aus. Um auch künftig profitabel wachsen zu können, ist TAKKT darauf angewiesen, stets hoch qualifizierte Mitarbeiter gewinnen und langfristig an sich binden zu können.
Vor allem die Digitale Transformation stellt TAKKT vor die Herausforderung, zusätzliche Mitarbeiter mit Fachwissen zur Digitalisierung zu rekrutieren und die gezielte Weiterbildung der vorhandenen Mitarbeiter zu gewährleisten. Mit dem neu geschaffenen Traineeprogramm "Digital Entrepreneurship" sowie der Einrichtung moderner Arbeitswelten plant TAKKT, den internen Kulturwandel aktiv zu gestalten. Unterstützt wird dies durch die Einführung neuer Formen der Zusammenarbeit und die Schaffung einer Kultur des "test and learn". TAKKT beabsichtigt durch diese Maßnahmen, die Mitarbeiter noch stärker an sich zu binden und die Identifikation mit dem Unternehmen zu erhöhen.
Personalrisiken durch Fluktuation bestehen in der Breite kaum, da TAKKT über Vertretungs- oder Nachfolgelösungen im Falle von Krankheit oder Weggang eines Mitarbeiters verfügt. In Schlüsselpositionen des Unternehmens, für die besondere, seltenere Qualifikationen erforderlich sind, könnte ein Weggang oder Ausfall von Mitarbeitern hingegen zu längeren Vakanzen führen.
Risiken in der Produktion und im Versand gedruckter Werbemittel
Der gedruckte Katalog ist weiterhin ein wichtiges Vertriebsmedium für die TAKKT-Gruppe. Ein Risiko besteht darin, dass dieses Werbemittel beschädigt beim Kunden ankommt oder verloren geht. Das Unternehmen wählt daher alle Dienstleister sorgfältig aus und achtet besonders darauf, dass die Werbemittel bei der Produktion und Verteilung unbeschädigt bleiben. Um das Ausfallrisiko zu minimieren, lässt der Konzern die Kataloge in mehreren Druckereien an unterschiedlichen Standorten produzieren. Versicherungen decken die Risiken aus dem Verlust oder der Zerstörung von Werbemitteln ab.
Auch aus Schwankungen der Preise für Papier und Druck resultiert ein Risiko für TAKKT. Aufgrund der hohen Bedeutung der Printwerbemittel im Marketingmix der TAKKT-Gesellschaften sind diese Kosten nicht unerheblich. Damit sich kurzfristige Preisschwankungen nicht auf den Ertrag auswirken, schließt der Konzern überwiegend langfristige Druckverträge mit verlässlichen Partnern ab.
Risiko bei Schutz der Adressdaten
Mögliche Risiken ergeben sich auch aus dem unsachgemäßen Umgang mit Kundendaten. Eine hochwertige Adressdatenbank bildet die Basis für das Geschäft der TAKKT-Gesellschaften. Der Konzern schützt die Daten bestehender und potentieller Kunden daher sorgfältig. Sicherheitssysteme gewährleisten, dass ausschließlich befugte Personen, und diese nur soweit gesetzlich zulässig, auf die Adressen zugreifen und sie nutzen und bearbeiten können. Ein Datenschutzbeauftragter stellt dabei die Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Anforderungen sicher.
Eingeschränkte Verfügbarkeit und Performance der IT- und Kommunikationssysteme
TAKKT ist auf leistungsfähige und zuverlässige IT-Systeme angewiesen - etwa auf Kommunikationssysteme, Software für die Warenwirtschaft, Produktmanagementsysteme und Webshops. Aus einem Ausfall oder gestörten Betrieb der IT-Systeme könnten wesentliche Risiken für die TAKKT-Gruppe resultieren, da der Ablauf der Geschäftsprozesse beeinträchtigt wäre. Um diesem Risiko zu begegnen, setzt TAKKT auf leistungsfähige Systeme und hält Back-Up-Lösungen bereit, die bei Problemen im Primärsystem einspringen können.
Die Gesellschaften der TAKKT nutzen überwiegend zentrale Hochverfügbarkeitssysteme, um Daten und Funktionalitäten zu sichern. Ein Server wickelt dabei den laufenden Geschäftsbetrieb ab. Die Daten werden zudem ständig auf ein Back-up-System kopiert. Dieses System übernimmt den Betrieb nur bei einem Serverausfall. Die notwendigen Speicherkapazitäten werden in der Regel auf räumlich ausgelagerten Servern vorgehalten beziehungsweise von Drittanbietern gemietet, um das Risiko eines Ausfalls zu minimieren.
Der Konzern setzt zur Sicherstellung der telefonischen Erreichbarkeit unterbrechungsfreie Versorgungs- und Sicherungssysteme ein, um sich gegen Ausfälle und Defekte zu schützen. Zudem können Rufnummern zu anderen Standorten umgeleitet werden. Das Unternehmen prüft kontinuierlich, wie gut die Vertriebsbüros der Gesellschaften für die Kunden erreichbar sind. Anhand dieser Tests kann TAKKT die Beratungskapazitäten flexibel an das Geschäftsvolumen anpassen.
Für den erfolgreichen Auftritt am Markt ist von entscheidender Bedeutung, dass die TAKKT-Gesellschaften ohne Unterbrechung über ihre Webshops erreichbar sind. Bei den Webshops ist neben einer dauerhaften Verfügbarkeit auch die Performance, also die technisch bedingte Geschwindigkeit beim Navigieren im Webshop, wichtig. Hier setzen die TAKKT-Gesellschaften auf stets aktuelle Webshop-Technologien und bieten damit dem Kunden eine verlässliche und bequeme Einkaufsmöglichkeit.
Einführung neuer IT-Systeme
Erhöhte Risiken können im Rahmen der Einführung neuer IT-Systeme insbesondere von Warenwirtschafts- und Webshopsystemen, entstehen, falls die störungsfreie Weiterführung der Geschäftsprozesse durch Komplikationen bei der Integration eines neuen IT-Systems beeinträchtigt würde. TAKKT plant im Rahmen der Digitalen Transformation weitere Investitionen in die IT-Infrastruktur, um die technischen Voraussetzungen für das Erreichen der für 2020 formulierten Ziele zu gewährleisten. Um den Risiken aus der Einführung neuer IT-Systeme zu begegnen, führt TAKKT u.a. umfangreiche Testläufe und Maßnahmen zur Qualitätssicherung durch.
Risiko im Bereich Datensicherheit und Cyberkriminalität
TAKKT verfügt aus den Geschäftsbeziehungen zu Kunden, Lieferanten und anderen Partnern über sensible und schützenswerte Daten. Aus einem unberechtigten Zugriff oder Verlust dieser Daten resultieren Risiken für die TAKKT-Gesellschaften im Hinblick auf Reputation und Compliance. Ein sorgfältiger Umgang mit diesen Informationen ist somit für TAKKT von großer Bedeutung.
Angriffe von außen - zum Beispiel durch Hacker oder Schadprogramme - können zu Fehlfunktionen oder Störungen der IT-Systeme führen, beispielsweise eines Webshops. Dies würde die für die Geschäftstätigkeit notwendigen Prozesse beeinträchtigen. Die Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit der IT-Systeme und die Prävention künftiger Störungen könnte hohe Kosten verursachen.
Um diesen Risiken zu begegnen, überprüfen interne IT-Abteilungen und externe Spezialisten regelmäßig, ob die eingesetzten Systeme vor unbefugtem Zugriff sicher sind und ob sich Daten problemlos wiederherstellen lassen. Auf Basis einer Sicherheitsanalyse hat der Konzern Messsysteme und ein Konzept zum IT-Sicherheitsmanagement entwickelt. Zusätzliche Richtlinien regeln die Nutzung von E-Mail, Internet, Social Media und ähnlichen Anwendungen.
Risiken können auch durch Betrugsversuche entstehen, die mittels Nutzung von Informationstechnik (z.B. E-Mails und soziale Netzwerke) eingeleitet werden. Dabei ist beispielsweise das Risiko zu nennen, dass Betrüger durch Identitätsdiebstahl versuchen, unberechtigte Zahlungen an Fremdkonten auszulösen. TAKKT begegnet diesem Risiko durch die Vorgabe von definierten Prozessen, wie etwa dem Vier-Augen-Prinzip und der individuellen Prüfung bei einer Veränderung von Zahlungsdaten des Empfängers.
FINANZWIRTSCHAFT UND RECHT
Als weltweit tätiges Unternehmen ist TAKKT finanziellen Risiken ausgesetzt. Dies betrifft Risiken aus Wechselkurs- und Marktzinsschwankungen sowie aus der Finanzierung und Sicherstellung der Liquidität. Ziel des Finanzmanagements ist es, diese Risiken regelmäßig zu überwachen und mittels operativer und finanzwirtschaftlicher Aktivitäten zu begrenzen. Derivative Finanzinstrumente werden regelmäßig nur zu Sicherungszwecken eingesetzt. Derivate werden zudem nur mit freigegebenen Finanzkontrahenten aus dem Bankenportfolio des Konzerns durchgeführt. Diese Kontrahenten müssen ein bestimmtes Bonitätsrating erfüllen. Das Kontrahentenausfallrisiko wird regelmäßig überwacht.
Wechselkursrisiken: Transaktionsrisiken und Translationsrisiken
Währungsrisiken entstehen aus Geschäften, die nicht in der Berichtswährung Euro abgewickelt werden. Mit Blick auf volatile Wechselkurse sind Transaktionsrisiken und Translationsrisiken zu unterscheiden:
| ― | Transaktionsrisiken entstehen v.a. aus dem Kauf und Verkauf von Waren und Dienstleistungen in unterschiedlichen Währungen. Der Konzern sichert sich dagegen zumeist dadurch ab, dass er Produkte in ein und derselben Währung beschafft und verkauft. Nur für unter zehn Prozent des Konzernumsatzes, zumeist aus konzerninternen Geschäften, verbleibt ein Transaktionsrisiko aus veränderten Wechselkursen. Anhand der Umsatzplanung der einzelnen Gesellschaften werden die offenen Nettopositionen ermittelt. Die resultierenden Währungsrisiken werden im Allgemeinen von der jeweiligen Leistungsgeberin übernommen und durch derivative Finanzinstrumente, vorzugsweise Devisentermingeschäfte, zu etwa 70 Prozent abgesichert. In der Regel werden die prognostizierten Umsätze und Zahlungsströme jeweils für die Zeitspanne der Gültigkeit des aktuellen Katalogs betrachtet. |
| ― | Translationsrisiken entstehen für die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung des TAKKT-Konzerns, wenn Einzelabschlüsse ausländischer Tochtergesellschaften in die Berichtswährung Euro umgerechnet werden. V.a. die Schwankungen des US-Dollars beeinflussen so die absolute Höhe der in Euro berichteten Finanzkennzahlen (siehe auch Erläuterungen auf Seite 96). TAKKT sichert diese Risiken nicht ab, da eine sachgerechte Absicherung nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht vertretbar ist. |
Zinsänderungsrisiken
Ein Zinsänderungsrisiko resultiert aus marktbedingten Schwankungen des allgemeinen Zinsniveaus. Es schlägt sich zum einen in der Höhe der Zinszahlungen und zum anderen in den Marktwerten von Finanzinstrumenten nieder. Gegen dieses Risiko schützt sich TAKKT über Zinssatzswaps. Damit der Zinssatz langfristiger Finanzverbindlichkeiten auch langfristig abgesichert wird, richtet sich die Laufzeit der Besicherung nach der Laufzeit der Finanzverbindlichkeiten. Das angestrebte Sicherungsniveau liegt grundsätzlich bei 60 bis 80 Prozent des Finanzierungsvolumens. So werden negative Effekte aus Zinserhöhungen begrenzt. Gleichzeitig ergibt sich aber auch die Chance, von Zinssenkungen zu profitieren. Die Entwicklung des Sicherungsvolumens wird v.a. durch die Planverschuldung bestimmt.
Die zum Bilanzstichtag gehaltenen Sicherungsinstrumente sind im Konzernanhang ab Seite 158 beschrieben. Dort werden auch quantitative Angaben zu allen Währungs- und Zinsänderungsrisiken gemacht, u.a. Sensitivitätsanalysen zu Schwankungen der Wechselkurse und Zinssätze.
Liquiditätsrisiko
Auch aus der Finanzierung könnten TAKKT potentielle Risiken erwachsen. Der Konzern überwacht und steuert die Finanzstruktur über eine langfristige Finanzplanung und selbst auferlegte interne Kennzahlen (Covenants), die in den Abschnitten Steuerungssystem und Finanzlage aufgeführt sind.
Zur Sicherung der Liquidität greift das Unternehmen auf eine diversifizierte Finanzierungsstruktur mit unterschiedlichen Fälligkeiten zurück. Neben vertraglich zugesicherten Kreditlinien von einem breit gestreuten Bankenpool nutzt TAKKT auch Finanzierungsleasing. Bei größerem Finanzierungsbedarf hat der Konzern zudem die Möglichkeit, ein Schuldscheindarlehen zu begeben. Dies ist zuletzt 2012 erfolgt. Es bestehen freie zugesagte Kreditlinien im Volumen von 160,2 Millionen Euro zum Jahresende 2017.
Rechtliche, steuerliche und Compliance-Risiken
Die Gesellschaften der TAKKT-Gruppe sind im Tagesgeschäft als Kläger und Beklagte an Rechtsstreitigkeiten beteiligt. Diese Verfahren beeinflussen die wirtschaftliche Lage des Konzerns jedoch nicht wesentlich, weder einzeln noch insgesamt.
Vor dem Hintergrund der handelspolitischen Diskussionen nach dem Brexit-Entscheid sowie von Seiten der US-Regierung besteht ein Risiko, dass Staaten Einfuhrzölle auf importierte Waren erhöhen. Insbesondere Direktimporte könnten durch solche Handelshemmnisse weniger attraktiv sein. Der Großteil der Waren, die die TAKKT-Gesellschaften verkaufen, wird jedoch nach wie vor von Lieferanten im jeweiligen Markt bezogen. Wettbewerber wären in ähnlichem Maße von einer solchen Entwicklung betroffen. Die höhere Staatsverschuldung führt in einigen Ländern zudem unter Umständen zu einer erhöhten Anzahl an Steuerprüfungen.
TAKKT unterliegt verschiedenen Compliance-Anforderungen, etwa in den Bereichen Kartellrecht oder Kapitalmarkt. Eine Nichteinhaltung kann zu rechtlichen Konsequenzen und Sanktionen führen und sich schließlich negativ auf das Ergebnis auswirken. Um diesem Risiko zu begegnen, verfolgt der Konzern ein zentrales Compliance-Management, schult Mitarbeiter zu den entsprechenden Themen und hat eine Hotline für die Meldung eventueller Verstöße eingerichtet.
GESAMTEINSCHÄTZUNG DES VORSTANDS
Auch mit Blick auf das Geschäftsjahr 2017 standen Chancen und Risiken des TAKKT-Konzerns in einem ausgewogenen Verhältnis. Auf Basis aller derzeit verfügbaren Informationen bestehen nach Einschätzung des Vorstands gegenwärtig und im Prognosezeitraum keine bestandsgefährdenden Risiken oder nennenswerte Risiken, die über das normale unternehmerische Risiko hinausgehen. Das Geschäftsmodell ist Cashflow-stark und das Unternehmen solide finanziert, sodass auch die Summe der Einzelrisiken oder eine erneute weltweite Rezession den Fortbestand der Unternehmensgruppe nicht gefährden.
Das bedeutendste Risiko, aber auch eine nennenswerte Chance, besteht für den TAKKT-Konzern weiterhin in der Entwicklung der Konjunktur. Der Eintritt eines Konjunkturabschwungs bzw. eines Konjunkturaufschwungs wird dabei generell als gleich wahrscheinlich angesehen. Bei einem weltweiten Abschwung in der Größenordnung des Jahres 2009 mit einem organischen Umsatzeinbruch von etwas mehr als 25 Prozent, verringerte sich das EBITDA um rund 50 Prozent.
Daneben besteht durch den Eintritt von neuen und aggressiv im Wettbewerb tätigen Web-focused-Anbietern und Marktplatz-Modellen das Risiko einer negativen Entwicklung von Umsatz und Rohertrag. In einem dynamischen Wettbewerbsumfeld schätzt TAKKT den Eintritt dieses Risikos als möglich ein. Der negative Ergebniseffekt könnte bei einem mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag liegen.
Als weiteres nennenswertes Risiko für die in Euro berichteten Umsatz- und Ergebnisgrößen ist das reine Umrechnungsrisiko aus Änderungen der Wechselkurse zu nennen - v.a. die Relation zwischen dem US-Dollar und dem Euro. Eine Abwertung bzw. eine Aufwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro wird als gleich wahrscheinlich angenommen. Eine Abwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro um fünf Prozent würde zu einem zwischen zwei und zweieinhalb Prozentpunkten niedrigeren Umsatzausweis führen.
Ein weiteres bedeutsames und von der Eintrittswahrscheinlichkeit mögliches Risiko besteht in einer schlechter als erwartet verlaufenden Integration und Fortführung eines akquirierten Unternehmens. Das Ergebnis könnte als direkte Folge kurzfristig um einen mittleren einstelligen Millionen-Euro-Betrag belastet werden. Daneben könnte eine Absenkung der langfristigen Prognose der Geschäftsentwicklung eines akquirierten Unternehmens unter die ursprünglichen Erwartungen zu außerplanmäßigen Wertminderungen der Geschäfts- und Firmenwerte bzw. der übrigen immateriellen Vermögenswerte führen. Ein solcher aus der bilanziellen Abbildung resultierender, negativer Ergebniseffekt könnte auch im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich liegen.
Daneben bestehen im Zusammenhang mit der Umsetzung der Digitalen Agenda nennenswerte Risiken, wenn Ziele von Projekten oder Maßnahmen später erreicht werden oder Ergebnisse nicht zufriedenstellend ausfallen. Die Umsetzung kann höhere Kosten verursachen als geplant oder nicht den gewünschten Effekt auf die Umsatz- und Ergebniszahlen haben. Der negative Ergebniseffekt aus diesen Kostensteigerungen könnte ebenfalls im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich liegen. Die Eintrittswahrscheinlichkeit schätzt TAKKT als möglich ein.
Schließlich sind Risiken aus dem Ausfall bzw. der Einführung von IT-Systemen für das Unternehmen ebenfalls wesentlich, da eine funktionierende IT-Infrastruktur und Logistik sowie die Sicherheit von sensiblen Daten von Kunden, Lieferanten und anderen Geschäftspartnern für die Abwicklung des operativen Geschäfts entscheidend sind. Die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Risiken wird als unwahrscheinlich betrachtet mit einem möglichen negativen Ergebniseffekt bis zu einem niedrigen zweistelligen Betrag in Millionen Euro.
Insgesamt legt TAKKT höchste Priorität auf die Überwachung und Begrenzung von steuerbaren Risiken und hat daher Vorkehrungen getroffen, diese rechtzeitig erkennen und begrenzen zu können. Risiken aus Konjunktur- und Wechselkursschwankungen, denen externe Einflüsse zugrunde liegen, können von TAKKT dagegen nur begrenzt gesteuert werden.
CHANCEN DES TAKKT-KONZERNS
Für TAKKT ergeben sich weiterhin attraktive Wachstumschancen. Im Rahmen des integrierten Chancen- und Risikomanagementsystems hat der TAKKT-Konzern eine Reihe von Chancen für die Unternehmensentwicklung der kommenden Jahre identifiziert. Neben der im Prognosebericht detailliert erläuterten Chance aus einem konjunkturellen Aufschwung sind die wesentlichen weiteren Chancen im folgenden Abschnitt erläutert.
Digitalisierung und Kulturwandel
Die fortschreitende Digitalisierung ist ein entscheidendes strategisches Thema für TAKKT. Das Kundenverhalten, die technologischen Möglichkeiten, aber auch die Arbeitswelten und damit die internen Prozesse verändern sich rasant. Das Geschäftsmodell des B2B-Direct-Marketings kann von dieser Entwicklung erheblich profitieren und damit Marktanteile gewinnen. Neben dem Einfluss auf das Informations- und Kaufverhalten der TAKKT-Kunden sind die Prozesse entlang der Wertschöpfungskette von der Digitalisierung beeinflusst. Erklärtes Ziel ist es, die Potenziale entlang der Wertschöpfungskette zu heben und die Vorteile der Digitalisierung für die Kunden nutzbar und erlebbar zu machen.
In der Vergangenheit hat TAKKT über die konzernweite Initiative DYNAMIC bereits in die Kombination und Verknüpfung der Vertriebs- und Marketingmedien Print, Online, Tele und Field investiert, um bei der Kundenansprache das jeweils vom Kunden präferierte Medium nutzen zu können. In einem weiteren Schritt hat TAKKT im Jahr 2016 in einem strukturierten Prozess eine Digitale Agenda entwickelt, die in den verschiedenen Sparten der TAKKT-Gruppe in mehr als 100 Projekten und Maßnahmen umgesetzt wird. Für diesen Zweck wird TAKKT bis zum Jahr 2020 bis zu 50 Millionen Euro in Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie in Technologien investieren. Über die Schaffung einer Kultur des "test and learn" und die jederzeitige Fokussierung auf die sich laufend verändernden Kundenbedürfnisse beschleunigt TAKKT zudem die Digitale Transformation im Konzern. Darüber hinaus treibt TAKKT einen verstärkten Wissens- und Erfahrungsaustausch mit der agilen und technologieaffinen Gründerszene voran, um den gewünschten Wandel im Unternehmen zu fördern und zu erleichtern. Zu diesem Zweck erwirbt TAKKT über die im Jahr 2016 gegründete Beteiligungsgesellschaft Minderheitsbeteiligungen an jungen und wachstumsstarken Unternehmen.
Bei allen Planungen und Entscheidungen wird der Durchführung der Digitalen Transformation unbedingte Vorfahrt eingeräumt. Bei erfolgreicher Umsetzung der Digitalen Agenda ergibt sich für TAKKT eine wesentliche Chance, seine Position im Markt zu verbessern. So wird bis 2020 die Verdopplung des E-Commerce-Volumens und mittelfristig eine Erhöhung des organischen Umsatzwachstums angestrebt.
Neue Möglichkeiten mit Online-Kanälen und E-Procurement
TAKKT erwartet durch die Ausdehnung der Online- und E-Procurement-Aktivitäten Chancen auf eine Steigerung bei Auftragseingang und Umsatz. Die Zahl der Nutzer, die mit dem Internet aufgewachsen sind ("Digital Natives"), steigt ständig. Die zielgerichtete Produktauswahl wird durch bessere Suchfunktionen immer einfacher. Auf diese Trends antwortet TAKKT mit einer differenzierten Online-Strategie. Kunden mit hohem Service- und Beratungsbedarf sowie ausgeprägtem Prozesskostendenken adressiert das traditionelle TAKKT-Geschäft über die bekannten Multi-Channel-Marken mithilfe von Webshops und E-Procurement. Transaktionsorientierte Kunden mit geringeren Service- und Beratungsansprüchen werden über Web-focused-Marken und deren Webshops angesprochen. Für TAKKT ergibt sich hier ein Wettbewerbsvorteil gegenüber neuen reinen Online-Wettbewerbern, da der Konzern bei der Erschließung zusätzlicher Zielgruppen über neue Vertriebsmarken und alternative Vertriebswege die vorhandene Back-End-Infrastruktur nutzen kann.
Zunehmende Diversifikation des Geschäftsmodells
Über ein aktives Portfoliomanagement strebt TAKKT eine breite Diversifikation des Geschäftsmodells auf Ebene der Produkte, Kunden und Regionen an. Dies bietet dem Konzern die Chance, die Abhängigkeit von einzelnen Branchen und Regionen zu verringern und damit auch in konjunkturell schwierigen Zeiten Stabilität und Kontinuität sicherzustellen.
| ― | Durch die regionale Diversifikation können konjunkturelle Schwankungen und Umsatzeinbußen in einzelnen Zielmärkten teilweise durch Umsatzwachstum in anderen Regionen kompensiert werden. Nachdem sich in den Vorjahren das US-Geschäft dynamischer entwickelte, konnte im Berichtsjahr das organische Wachstum der europäischen Aktivitäten den Umsatzrückgang in Nordamerika ausgleichen. |
| ― | Zudem hat TAKKT das Geschäftsmodell durch die Akquisitionen von Hubert (2000), National Business Furniture (2006), Central (2009), Displays2go (2012), Ratioform (2012), Post-Up Stand (2015) und Mydisplays (2017) auf weitere Produktgruppen ausgedehnt. Durch die Zukäufe wurden neue Produktgruppen für Gastronomiebedarf, Büromöbel, Verpackungslösungen sowie Verkaufsförderung und kundenindividuelle Werbeaufsteller erschlossen. |
Um weiter zu diversifizieren, will die Unternehmensgruppe einerseits marktführende B2B-Direct-Marketing-Unternehmen in anderen Branchen zukaufen und andererseits bestehende Geschäftsmodelle auf weitere Regionen ausdehnen und um zusätzliche Produktgruppen bereichern.
Potentielle weitere Akquisitionen und Neugründungen
Weitere Chancen für den Konzernumsatz und die Profitabilität ergeben sich durch potentielle weitere Zukäufe in den kommenden Jahren. TAKKT verfügt über langjährige Erfahrung bei der Integration neuer Gesellschaften und Geschäftsmodelle in den Konzern. Es werden hohe Anforderungen an die Wachstumsaussichten, die Profitabilität und das Geschäftsmodell der Zielgesellschaft gestellt. Durch gezielte Unternehmenszukäufe kann TAKKT an Wachstumstrends in ausgewählten Branchen partizipieren und überdurchschnittliche Zuwächse verbuchen. TAKKT profitierte in den vergangenen Jahren sehr von den zusätzlichen Umsatz- und Ergebnisbeiträgen durch die realisierten Akquisitionen. Darüber hinaus hat das Unternehmen durch die Übernahmen spezielles Know-how hinzugewonnen, das nun konzernweit genutzt werden kann. Für TAKKT steht die Erschließung und Nutzung wertsteigernder Akquisitionsmöglichkeiten auch zukünftig im Fokus. Darüber hinaus sollen bestehende Geschäftsmodelle, wenn wirtschaftlich sinnvoll, auf neue Märkte ausgedehnt werden. Aktives Portfoliomanagement beinhaltet neben Akquisitionen und Neugründungen auch die regelmäßige Überprüfung bestehender Aktivitäten und die Aufgabe von Landesgesellschaften, deren Entwicklung in Bezug auf die Wert- und Wachstumstreiber die Anforderungen des Konzerns langfristig nicht erfüllt.
Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil
Nachhaltigkeit ist als elementarer Teil der Unternehmensstrategie bei TAKKT seit vielen Jahren etabliert. TAKKT nutzt die eigene Vorreiterrolle in Sachen Nachhaltigkeit, um sich innerhalb der Branche differenzieren zu können und ist überzeugt, dass Anbieter, die auf Nachhaltigkeit setzen, im Wettbewerb auf Dauer besser bestehen können. Für den Zeitraum bis 2020 verfolgt der Konzern ambitionierte Ziele, die in diesem Geschäftsbericht auf Seite 57 f. nachgelesen werden können.
Weiterentwicklung der IT-Anwendungen
TAKKT ist dabei, in zahlreichen Konzerngesellschaften die komplexen IT-Prozesse bei Kommunikationssystemen, Software für die Warenwirtschaft, Produktmanagementsystemen und Webshops weiter zu optimieren. Dabei werden unter anderem neue Warenwirtschaftssysteme eingeführt. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung der Digitalen Transformation und die Wahrnehmung der damit verbundenen Wachstumschancen.
Stärkere Nutzung neuer Technologien
Etablierte Anbieter wie TAKKT verfügen meist über eine bewährte und über Jahre gewachsene IT-Infrastruktur, die Abläufe im laufenden Betrieb, etwa bei Produktdaten im Webshop oder bei der Verarbeitung von Auftragsdaten, sicherstellt. Neben dieser auf Verlässlichkeit und Stabilität ausgelegten Infrastruktur bietet sich für TAKKT die Chance, auf Basis neuer Technologien und Organisationseinheiten rasch neue Lösungen zu entwickeln und im Markt einzuführen. Damit kann TAKKT schnell und flexibel auf neue Kundenwünsche und geänderte Verhaltensweisen reagieren. Beispiele für entsprechende Lösungen sind etwa die Nutzung von 3D-Technologien zur Visualisierung (Virtual Reality) und die Erstellung von Produktmustern über 3D-Drucker, die einfache Anbindung externer Lösungen durch Schaffung standardisierter Schnittstellen, die Echtzeitanalyse von Kundendaten im Webshop oder die Implementierung neuer Kollaborationstools für den Dialog mit den Kunden.
Guter Zugang zu Kapital
TAKKT verfügt mit einer diversifizierten und langfristig ausgerichteten Finanzierungsstruktur über einen guten Zugang zu Kapital. Für kurzfristige Akquisitionschancen stehen ausreichend freie Kreditlinien im Volumen von rund 160 Millionen Euro zur Verfügung. Als börsennotierter Gesellschaft steht TAKKT zudem grundsätzlich auch der Eigenkapitalmarkt zur Kapitalbeschaffung zur Verfügung, falls sich dem Konzern eine attraktive Akquisitionsmöglichkeit bietet, die nicht allein mit Fremdkapital finanziert werden kann.
PROGNOSEBERICHT
POSITIVE KONJUNKTURERWARTUNGEN IN EUROPA UND NORDAMERIKA BEI WEITER BESTEHENDEN RISIKEN
Die konjunkturelle Entwicklung der Absatzmärkte ist ein wesentlicher Faktor dafür, in welchem Maße der TAKKT-Konzern die im Risiko- und Chancenbericht dargestellten Chancen nutzen können wird. Europa und Nordamerika, die für TAKKT wichtigen Regionen, werden sich nach Einschätzung des Unternehmens im Jahr 2018 jeweils positiv entwickeln.
| ― | Für die Eurozone und für Deutschland erwartet TAKKT ein leicht geringeres beziehungsweise konstantes Wirtschaftswachstum im Vergleich zum Vorjahr. Ursache hierfür könnte unter anderem ein geringerer Außenbeitrag sein. Als konjunkturelle Unsicherheiten sind im Euroraum weiterhin die schwer abzuschätzenden Folgen der Brexit-Entscheidung sowie die Risiken in den Bankensystemen zu nennen. Der Konjunkturprognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge soll das BIP-Wachstum für die Eurozone nach einem Anstieg von 2,4 Prozent 2017 im Prognosezeitraum insgesamt bei 2,2 Prozent liegen. In Deutschland wird von Seiten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung mit einem unveränderten BIP-Wachstum von ebenfalls 2,2 Prozent gerechnet. |
| ― | In Nordamerika dürfte sich das konjunkturelle Wachstum von 2017 im Prognosezeitraum gemäß der Einschätzung des IWF noch weiter beschleunigen. TAKKT rechnet damit, dass das BIP-Wachstum in den USA mit 2,7 Prozent über der Wachstumsrate des Jahres 2017 (2,3 Prozent) liegen könnte. Allerdings sind weiterhin Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung in Nordamerika aufgrund der wirtschaftspolitischen Unsicherheiten in den USA zu nennen. Neben positiven Effekten aus der Steuerreform und öffentlichen Investitionsprogrammen könnten sich negative Einflüsse unter anderem aus einer stärker protektionistischen Wirtschaftspolitik zum Beispiel durch Importzölle ergeben. |
Sowohl für Europa als auch für Nordamerika sind für das Jahr 2018 demnach neben den beschriebenen Chancen auch konjunkturelle Risiken zu nennen. Diese resultieren im Wesentlichen aus den weiterhin ungelösten Schulden- und Strukturproblemen in Europa, der Art des Austritts des Vereinigten Königreichs aus der EU (Brexit) und der anhaltenden wirtschaftspolitischen Unsicherheit in den USA. Die genannten Risiken lassen sich in Wachstumsprognosen nur schwer quantitativ abbilden und könnten negative Effekte auf die Weltkonjunktur und damit auch die zuvor genannten Erwartungen für die BIP-Wachstumsraten haben.
KURZFRISTIGE FRÜHINDIKATOREN DEUTEN AUF GUTE RAHMENBEDINGUNGEN FÜR 2018 HIN
Ergänzt werden die Aussagen zu den fundamentalen Geschäftsaussichten durch die Entwicklung relevanter Branchenindikatoren. So sind beispielsweise Einkaufsmanagerindizes Indikatoren für die Auftragsentwicklung der europäischen KAISER+KRAFT Gruppe mit einem Zeitversatz von drei bis sechs Monaten. Werte unter 50 Punkten sind in der Regel ein Signal für einen Rückgang, Werte über 50 Punkten für einen Anstieg des Auftragseingangs gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Jahr 2017 deuteten die Werte für Europa auf eine gute Entwicklung hin, mit ansteigendem unterjährigem Trend. Im Januar 2018 lagen die Werte für Deutschland (61,1) und die Eurozone (59,6) laut Markit Economics deutlich über dem Schwellenwert von 50.TAKKT rechnet daher für die KAISER+KRAFT Gruppe mit einem positiven Umfeld in der ersten Jahreshälfte 2018.
Die übrigen Indikatoren weisen ebenfalls auf eine grundsätzlich positive Entwicklung in den einzelnen Branchen hin. Beim RPI, einem Indikator für die Sparten Hubert und Central, waren 2017 durchweg Werte über dem Referenzwert von 100 zu verzeichnen, teilweise allerdings nur knapp darüber. Im Januar 2018 lag der Index mit 100,9 Punkten ebenfalls knapp über der Expansionsschwelle von 100 und signalisiert damit eine leicht positive Geschäftsentwicklung bei US-amerikanischen Restaurantbetreibern. Für den Büromöbelmarkt in den USA erwartet TAKKT basierend auf Branchenstudien ein ähnliches Wachstum wie 2017. Insgesamt erwartet TAKKT in Europa ein günstiges Marktumfeld, sieht in den USA in einzelnen Marktsegmenten jedoch nach wie vor Unsicherheiten.
HÖHERES ORGANISCHES WACHSTUM ERWARTET
TAKKT will im langfristigen Durchschnitt jährlich um vier bis fünf Prozent organisch wachsen und in ähnlicher Höhe durch Zukäufe. Das langfristige Mittel des organischen Wachstums resultiert aus Zeiten durchschnittlichen Wachstums (wie 2010, 2011, 2014, 2015 und 2016), Phasen mit unterdurchschnittlicher oder negativer Entwicklung (wie 2008 und 2009 sowie 2012, 2013 und 2017) und Jahren wie 2006 und 2007, in denen TAKKT organisch überdurchschnittlich stark gewachsen ist. Das Management ist davon überzeugt, dass die TAKKT-Gruppe mittel- und langfristig weiterhin auf diesem Wachstumspfad bleiben kann. Die Entwicklung der kommenden Jahre hängt aufgrund der Zyklizität des Geschäfts stark von der Konjunkturentwicklung in den USA und in Europa ab.
Für 2018 erwartet TAKKT aus der Abschmelzung der Vertriebsmarke Dallas Midwest in der NBF Gruppe und der Verschmelzung von gaerner mit der Vertriebsmarke KAISER+KRAFT in einigen Ländermärkten einen negativen Einfluss auf das organische Wachstum in Höhe von rund einem halben Prozentpunkt. Aus nahezu abgeschlossenen Verhandlungen für ein neu ausgeschriebenes Rahmenabkommen mit einem größeren Kunden der Hubert Gruppe rechnet der Konzern zudem mit negativen Auswirkungen auf Umsatzwachstum und EBITDA-Marge von jeweils knapp einem halben Prozentpunkt. Insgesamt werden durch diese Effekte folglich ein negativer Einfluss von einem Prozentpunkt auf das organische Umsatzwachstum und ein negativer Einfluss von knapp einem halben Prozentpunkt auf die EBITDA-Marge erwartet.
Der Vorstand hält aus heutiger Sicht folgendes Szenario für das Jahr 2018 für wahrscheinlich. TAKKT geht davon aus, dass sich die BIP-Wachstumsraten in Europa in etwa auf und in den USA leicht über dem Niveau von 2017 bewegen werden. TAKKT nimmt dabei an, dass die weltwirtschaftlichen Unsicherheiten keinen zusätzlichen negativen Einfluss auf die Konjunktur haben werden. Unter diesen Rahmenbedingungen und trotz der im vorangegangenen Abschnitt beschriebenen negativen Effekte sollte der Konzern ein organisches Umsatzplus zwischen zwei und vier Prozent und damit ein ungleich höheres Wachstum als im Vorjahr erzielen können. Dabei sollten auch zunehmend Wachstumsimpulse aus der Umsetzung der Digitalen Agenda spürbar werden. Die Anzahl der Aufträge wird sich dabei voraussichtlich stärker entwickeln als der durchschnittliche Auftragswert. Die Anzahl der Aufträge wird über dem Vorjahreswert erwartet.
Sollten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht erwartungsgemäß entwickeln, etwa wenn sich stärkere negative konjunkturelle Auswirkungen aus dem angekündigten Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU (Brexit) oder aus wirtschaftspolitischen Unsicherheiten in den USA ergeben, so wird TAKKT 2018 nur eine schwach positive oder sogar leicht rückläufige organische Umsatzentwicklung erreichen können. Im Falle deutlich positiverer Konjunkturdaten sollte TAKKT davon profitieren und beim organischen Umsatz um über vier Prozent zulegen können.
ZUSÄTZLICHER WACHSTUMSSCHUB DURCH AKQUISITIONEN
Bei der Prognose der Umsatzentwicklung des Konzerns für das Jahr 2018 ist zu beachten, dass - neben der beschriebenen organischen Umsatzentwicklung - aus dem Erwerb von Mydisplays zur Jahresmitte 2017 und von OfficeFurnitureOnline Ende Januar 2018 Beiträge auf das berichtete Umsatzwachstum resultieren.
Mit Vertrag vom 29. Januar 2018 hat die TAKKT AG 100 Prozent der Anteile der Equip4Work Ltd. mit Sitz in Großbritannien erworben. Das Unternehmen vertreibt als Produktspezialist vorwiegend Büromöbel wie Schreibtische, Stühle und Schränke über den Webshop OfficeFurnitureOnline. Das Unternehmen erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2016 / 2017 einen Umsatz von ca. 40 Millionen britischen Pfund und eine EBITDA-Marge im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Der Kaufpreis, frei von Finanzschulden und liquiden Mitteln, betrug 35 Millionen britische Pfund. Darüber hinaus wurde ein weiterer möglicher und variabler Kaufpreisanteil ("Earn-Out") von bis zu zehn Millionen britischen Pfund vereinbart.
TAKKT stellt die Umsatzeffekte von Akquisitionen und Desinvestitionen in der Finanzberichterstattung regelmäßig transparent dar. 2018 wird Mydisplays von Januar bis Juni zusätzlich zum berichteten Wachstum beitragen, OfficeFurnitureOnline von Ende Januar bis Jahresende. In Summe rechnet TAKKT hieraus mit einem positiven Effekt zwischen vier und fünf Prozentpunkten.
Neben den genannten und potentiellen weiteren Akquisitionen haben auch Schwankungen der Wechselkurse Einfluss auf das berichtete Umsatzwachstum.
US-DOLLAR WIRKT SICH AUF KENNZAHLEN AUS
TAKKT erwirtschaftet rund die Hälfte des Umsatzes in Nordamerika. Kursschwankungen des US-Dollars wirken sich daher erheblich auf die in Euro ausgewiesenen Konzernkennzahlen aus (Translationsrisiko). Ein starker US-Dollar führt, umgerechnet in die Berichtswährung Euro, zu höheren Umsätzen. Ist der US-Dollar gegenüber dem Euro schwach, reduziert sich der Konzernumsatz. Die folgenden Szenarien verdeutlichen dies:
| ― | Steigt der EUR / USD-Kurs im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent (d.h. der US-Dollar wird schwächer), liegt der berichtete Umsatzanstieg (in Euro) zwischen zwei und zweieinhalb Prozentpunkten unter dem währungsbereinigten Wachstum. |
| ― | Sinkt der EUR / USD-Kurs im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent (d.h. der US-Dollar wird stärker), liegt der berichtete Umsatzanstieg (in Euro) zwischen zwei und zweieinhalb Prozentpunkten über dem währungsbereinigten Wachstum. |
Neben den oben dargestellten Auswirkungen aus Schwankungen des US-Dollar können auch Schwankungen in anderen Währungen, wie etwa des britischen Pfunds Auswirkungen auf die ausgewiesenen Konzernkennzahlen haben. Um die Währungseffekte zu verdeutlichen und die Geschäftsentwicklung objektiv darzustellen, informiert der Konzern über die Umsatzveränderung sowohl in Berichtswährung als auch währungsbereinigt.
EBITDA-MARGE WEITERHIN IM MITTLEREN DRITTEL DES ZIELKORRIDORS ERWARTET
Der Vorstand hat das Ziel bekräftigt, die Rohertragsmarge des Konzerns langfristig über der 40-Prozent-Marke zu halten. TAKKT rechnet für 2018 mit einer stabilen Rohertragsmarge bei TAKKT AMERICA. Bei TAKKT EUROPE wird der zu Beginn des Jahres 2018 erfolgte Erwerb von OfficeFurnitureOnline einen leicht negativen strukturellen Effekt auf die Höhe der Rohertragsmarge in Europa haben, da das erworbene Unternehmen eine geschäftsmodell-bedingt unter dem Konzerndurchschnitt liegende Rohertragsmarge aufweist. Im Falle einer Steigerung des Geschäftsanteils von TAKKT AMERICA ist zudem ein leichter negativer struktureller Effekt auf die Rohertragsmarge auf Konzernebene möglich. TAKKT AMERICA erzielt strukturell geringere Rohertragsmargen als TAKKT EUROPE.
Die beiden wesentlichen Kostenpositionen in der Gewinn- und Verlustrechnung der TAKKT werden wie folgt prognostiziert. Für die Personalkostenquote erwartet TAKKT insbesondere vor dem Hintergrund des Personalaufbaus im Rahmen der Umsetzung der Digitalen Agenda einen leichten Anstieg gegenüber dem Vorjahreswert von 14,9 Prozent. Die Werbekostenquote sollte sich stabil entwickeln, wobei weiterhin eine Verschiebung von klassischen Print-Werbekosten zu Online-Werbekosten zu erwarten ist.
Die EBITDA-Marge wird 2018 in ähnlichem Maße wie 2017 durch Aufwendungen zur Umsetzung der Digitalen Agenda belastet sein. Einen positiven Einfluss auf die Profitabilität sollte das im Vergleich zu 2017 stärker erwartete Wachstum haben. Die neu erworbene OfficeFurnitureOnline erzielt eine Profitabilität unterhalb des TAKKT-Durchschnitts und wird die EBITDA-Marge des Konzerns 2018 um rund 0,2 Prozentpunkte verringern. Daneben könnte ein im Vergleich zu TAKKT EUROPE höheres Wachstum von TAKKT AMERICA die EBITDA-Marge auf Konzernebene strukturell leicht belasten. Unter den erwarteten Rahmenbedingungen und den in den vorigen Abschnitten dargestellten Annahmen sollte die EBITDA-Marge des Konzerns im mittleren Drittel des Zielkorridors von 12 bis 15 Prozent liegen.
Auf Ebene der Geschäftsbereiche wird für TAKKT EUROPE aufgrund des Erwerbs von OfficeFurnitureOnline ein leichter Rückgang der EBITDA-Marge im Vergleich zu 2017 (16,9 Prozent) erwartet. Trotz der anhaltenden Kosten aus der Umsetzung der Digitalen Agenda soll TAKKT EUROPE damit weiterhin eine Profitabilität deutlich über dem Konzerndurchschnitt erwirtschaften. Für TAKKT AMERICA wird eine etwas geringere EBITDA-Marge als 2017 (12,0 Prozent) erwartet. Auch hier sind die anhaltenden Belastungen aus den Aktivitäten zur Digitalen Transformation zu nennen. Zudem wird die weiter oben beschriebene Verhandlung der Konditionen eines Rahmenabkommens mit einem großen Kunden innerhalb von TAKKT AMERICA voraussichtlich zu einem negativen Einfluss auf die Profitabilität von knapp einem Prozentpunkt führen. Dagegen steht als positiver Effekt vor allem die erwartete operative Verbesserung des Geschäfts in den Sparten. Insgesamt sollte die EBITDA-Marge bei TAKKT AMERICA damit einen klar zweistelligen Wert erreichen.
Sollten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen schlechter als erwartet ausfallen, so ist eine EBITDA-Marge des Konzerns in der unteren Hälfte des Zielkorridors nicht auszuschließen. Im Falle einer die Prognosen übertreffenden Wirtschaftsentwicklung könnte sich das stärkere Wachstum auch positiv in der EBITDA-Marge niederschlagen. Analog werden die EBITDA-Margen von TAKKT EUROPE und TAKKT AMERICA positiv bzw. negativ von einer entsprechenden Abweichung von den erwarteten Rahmenbedingungen beeinflusst.
TAKKT-CASHFLOW WEITER AUF HOHEM NIVEAU
Bei der Entwicklung des TAKKT-Cashflows ist die beschriebene prognostizierte Ergebnisentwicklung zu beachten. Den positiven Effekten aus dem erwarteten Wachstum stehen dabei im Wesentlichen die anhaltenden Aufwendungen aus der Umsetzung der Digitalen Agenda gegenüber. Zudem wird die Steuerreform in den USA ab 2018 einen positiven Effekt auf den TAKKT-Cashflow haben, da die Steuerbelastung für die TAKKT-Sparten in den USA aufgrund der Reform voraussichtlich um einen hohen einstelligen Millionen-Euro-Betrag zurückgehen wird. Die Entwicklung des TAKKT-Cashflows wird für das Jahr 2018 daher über dem Niveau des Vorjahres erwartet. Die zugehörige TAKKT-Cashflow-Marge sollte damit wie 2017 über dem Zielwert von acht Prozent liegen.
Die Investitionen in die Erhaltung, Erweiterung und Modernisierung des bestehenden Geschäfts werden im Geschäftsjahr 2018 voraussichtlich am oberen Ende des langfristig angestrebten Richtwerts von zwischen einem und zwei Prozent vom Umsatz liegen bzw. leicht darüber. Ein Schwerpunkt liegt dabei wie im Vorjahr in den Investitionen im Zusammenhang mit der Umsetzung der Digitalen Agenda sowie den laufenden Aktivitäten zum Aus- und Umbau der europäischen und US-amerikanischen IT-Infrastruktur.
WERTORIENTIERTE KENNZAHLEN BEREINIGT UM EINMALERTRÄGE LEICHT ÜBER NIVEAU DES VORJAHRES ERWARTET
Der TAKKT Value Added war 2017 durch den oben erläuterten Einmalertrag aus der Neubewertung von latenten Steuerverbindlichkeiten stark beeinflusst. 2018 rechnet TAKKT daher mit einem geringeren Wert als im Vorjahr. Vor dem Hintergrund der erwarteten positiven Ergebnisentwicklung, auch in Folge eines niedrigeren Steuersatzes in den USA, sowie der andauernden Kosten für die Umsetzung der Digitalen Agenda wird der TAKKT Value Added 2018 voraussichtlich leicht über dem Wert des um den Einmaleffekt bereinigten TAKKT Value Added von 2017 liegen. Der ROCE wird leicht über dem Vorjahreswert erwartet. Letzterer war 2017 nicht durch Einmaleffekte beeinflusst. Sowohl TAKKT Value Added als auch ROCE werden oberhalb des im Abschnitt Steuerungssystem formulierten Zielwerts prognostiziert, der einen ROCE von klar über zwölf Prozent und einen deutlich positiven TAKKT Value Added vorsieht.
VERBESSERUNG BEI DEN SORTIMENTSSPEZIFISCHEN STEUERUNGSKENNZAHLEN UND DEN INTERNEN COVENANTS
TAKKT strebt eine weitere Erhöhung des Anteils der Eigenmarken am Auftragseingang sowie der Direktimporte am Einkaufsvolumen an. Trotz der zahlreichen Initiativen zur Intensivierung von Eigenmarken und Direktimporten in den Sparten der TAKKT ist aufgrund des mittlerweile erreichten hohen Anteils eine Verlangsamung der Anteilssteigerung zu erwarten. Zudem können je nach Geschäftsverlauf Verschiebungen in den Umsatzanteilen von TAKKT EUROPE und TAKKT AMERICA Einfluss auf diese Kennzahlen haben. Die Akquisition von OfficeFurnitureOnline wird die Entwicklung dieser Kennzahlen leicht positiv beeinflussen.
In Jahren ohne größere Unternehmenserwerbe profitieren die internen Covenants von der hohen Innenfinanzierungskraft von TAKKT. Der TAKKT-Cashflow wird für das Jahr 2018, wie im entsprechenden Abschnitt bereits erläutert, über dem Niveau des Vorjahres erwartet. Ende Januar 2018 konnte TAKKT die Equip4Work Ltd. für 35 Millionen britische Pfund frei von Finanzschulden und liquiden Mitteln erwerben. Der für 2018 erwartete freie TAKKT-Cashflow reicht sowohl zur Finanzierung des Kaufpreises der Akquisition von OfficeFurnitureOnline als auch zur Zahlung der vorgeschlagenen Dividende aus. Die Nettofinanzverbindlichkeiten sollten ohne weitere Akquisitionen somit zum Ende des Jahres 2018 in etwa konstant oder sogar leicht unter dem Vorjahresniveau liegen.
Unter der Annahme, dass keine weiteren größeren Unternehmenserwerbe erfolgen, rechnet TAKKT für 2018 insgesamt mit einer stabilen oder leicht positiven Entwicklung der internen Covenants Eigenkapitalquote, Gearing, Verschuldungs- und Zinsdeckungsgrad. Sollte TAKKT 2018 eine weitere Akquisition realisieren, werden sich abhängig von der Höhe und Finanzierung des Kaufpreises Veränderungen bei den internen Covenants ergeben. Auch im Fall von Unternehmensübernahmen berücksichtigt das Management von TAKKT die selbst gesteckten Zielvorgaben für die internen Covenants. Die Definition und die Zielkorridore der Covenants sind in den Abschnitten Steuerungssystem und Finanzlage dieses Geschäftsberichts näher erläutert.
VERBESSERUNG BEI INDIKATOREN ZUR DIGITALEN AGENDA UND ZUR NACHHALTIGKEIT
Die Umsetzung der Digitalen Agenda wird 2018 weitere Fortschritte machen. Die damit verbundenen Aufwände und Investitionen erwartet TAKKT auf ähnlichem Niveau wie 2017. Bis Ende 2018 will TAKKT gut 100 Stellen im Rahmen der Digitalen Agenda neu besetzt haben und den Großteil der 2016 und 2017 gestarteten Maßnahmen abgeschlossen und in den Regelbetrieb überführt haben. Gleichzeitig ist damit zu rechnen, dass neue Maßnahmen und Ideen gestartet und umgesetzt werden. Beim Auftragseingang über E-Commerce rechnet TAKKT mit einem deutlich überdurchschnittlichen organischen Wachstum im Vergleich zum Wachstum des gesamten Auftragseingangs. Dadurch und aufgrund der Akquisition von OfficeFurnitureOnline sollte der E-Commerce-Anteil merklich steigen.
TAKKT hat in den vergangenen Jahren bereits große Fortschritte im Bereich Nachhaltigkeit erzielt. 2018 erwartet der Konzern bei den meisten Nachhaltigkeitsindikatoren eine leicht bessere Entwicklung. Dies trifft auf die Kennzahlen aus den Handlungsfeldern Einkauf, Logistik, Gesellschaft und Ressourcen & Klima zu. Beim Handlungsfeld Mitarbeiter rechnet TAKKT mit einer stabilen Entwicklung, mit Ausnahme des Anteils gebundener "digitaler Talente", der leicht rückläufig erwartet wird. Im Zeitverlauf ist auf den erst kürzlich neu besetzten Stellen mit mehr Fluktuation zu rechnen. Die Indikatoren im Handlungsfeld Marketing sollten sich merklich verbessern.
VERLÄSSLICHE DIVIDENDENPOLITIK
Die Dividendenpolitik des Konzerns ist im Abschnitt TAKKT-Aktie und Investor Relations dargestellt und zielt auf eine Ausschüttungsquote zwischen rund 35 und 45 Prozent des Periodenergebnisses ab. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung im Mai 2018 vorschlagen, für das Geschäftsjahr 2017 eine gegenüber Vorjahr unveränderte Dividende von 0,55 Euro je Aktie zu zahlen. Dies entspräche einer Ausschüttungsquote von 37,5 Prozent bezogen auf das ausgewiesene Periodenergebnis. Bereinigt um den nicht zahlungswirksamen Ertrag aus der Neubewertung der latenten Steuerverbindlichkeiten läge die Ausschüttungsquote bei 46,3 Prozent.
GESAMTAUSSAGE ZUR VORAUSSICHTLICHEN ENTWICKLUNG DES KONZERNS
TAKKT rechnet mit Blick auf die dargelegten Chancen für die kommenden Jahre mit einer anhaltend positiven Entwicklung des Geschäftsverlaufs. Dies setzt insgesamt positive konjunkturelle Rahmenbedingungen voraus. Für 2018 erwartet der Konzern unter den genannten Voraussetzungen ein organisches Wachstum zwischen zwei und vier Prozent. Die EBITDA-Marge soll auch aufgrund der anhaltenden Aufwendungen im Zusammenhang mit der Digitalen Agenda wie 2017 im mittleren Drittel des Zielkorridors von 12 bis 15 Prozent liegen. In Folge der erwarteten positiven Effekte aus der US-Steuerreform rechnet das Unternehmen beim TAKKT-Cashflow mit einem Wert über dem Vorjahr. Der TAKKT Value Added war 2017 durch einen nicht zahlungswirksamen Einmalertrag aus der US-Steuerreform positiv beeinflusst und wird 2018 daher unter dem Vorjahr erwartet. Der ROCE sollte leicht über dem Niveau des Vorjahres liegen.
Mittelfristig wird durch die Umsetzung der Digitalen Agenda eine Erhöhung des organischen Umsatzwachstums angestrebt. Im Verbund mit den dann relativ geringen Digitalisierungsaufwendungen sollte dies auch eine Verbesserung der Profitabilitätskennzahlen, wie der EBITDA-Marge, zur Folge haben.
GEWÄHRLEISTUNG
Dieser Geschäftsbericht und insbesondere der Prognosebericht enthalten zukunftsgerichtete Aussagen und Informationen. Diese Aussagen sind Einschätzungen, die das TAKKT-Management auf Basis aller Informationen getroffen hat, die ihm zum Zeitpunkt der Erstellung des Geschäftsberichts zur Verfügung standen. Sollten die zugrunde gelegten Annahmen nicht eintreffen oder weitere Chancen und Risiken eintreten, so können die tatsächlichen Ergebnisse von den erwarteten Ergebnissen abweichen. Daher kann das TAKKT-Management keine Gewähr für diese Angaben übernehmen.
CORPORATE GOVERNANCE
CORPORATE GOVERNANCE BERICHT
Gute Corporate Governance steigert langfristig den Unternehmenswert. Werte wie Verantwortung, Verlässlichkeit und Vertrauen werden bei TAKKT daher großgeschrieben. Die Transparenz im Dialog mit seinen Interessengruppen sieht der Konzern als Basis für seinen Unternehmenserfolg an.
BEKENNTNIS ZUM DEUTSCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEX
TAKKT bekennt sich ausdrücklich zu den Zielen und Anforderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK). Das unterstreicht den Stellenwert verantwortungsvoller Unternehmensführung bei TAKKT. Aus diesem Grund haben Vorstand und Aufsichtsrat im Dezember 2017 ihre Erklärung erneuert, dass sie den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in ihrer aktuellen Form gemäß § 161 Aktiengesetz (AktG) weitgehend folgen.
Auch die neuen Empfehlungen, die mit den Änderungen vom 7. Februar 2017 in den DCGK aufgenommen wurden, werden ohne Ausnahme befolgt. So hat sich der Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2017 gem. Ziffer 5.4.1 DCGK ein Kompetenzprofil erarbeitet, das mit der derzeitigen Zusammensetzung des Aufsichtsrats vollständig erfüllt ist. Auch wurden für die Vorschläge des Aufsichtsrats zur Wahl neuer Aufsichtsratsmitglieder in der Hauptversammlung gem. Ziffer 5.4.1 DCGK entsprechende Lebensläufe der zur Wahl stehenden Kandidaten beigefügt. Diese sind jährlich aktualisiert unter www.takkt.de verfügbar. Eine Whistleblower-Hotline, wie nun in Ziffer 4.1.3 DCGK empfohlen, war bei TAKKT bereits vor Aufnahme dieser Empfehlung implementiert.
Die Entsprechenserklärung ist am Ende dieses Corporate Governance Berichts im Wortlaut abgedruckt und kann unter www.takkt. de jederzeit in ihrer aktuellen Version eingesehen werden.
Nur in wenigen Fällen folgt TAKKT nicht den Empfehlungen des Kodex:
| ― | Aufgrund der überschaubaren Größe des Aufsichtsrats von sechs Mitgliedern hält das Kontrollgremium die zusätzliche Einrichtung eines Prüfungs- und eines Nominierungsausschusses nicht für notwendig. |
| ― | Da der Vorsitzende des Aufsichtsrats laufend und alle Mitglieder des Aufsichtsrats einmal pro Monat schriftlich vom Vorstand detailliert über den Geschäftsverlauf informiert werden, hält das Kontrollgremium eine Erörterung der unterjährigen Finanzinformationen im Gesamtaufsichtsrat nicht für erforderlich. |
MITBESTIMMUNG AUF DER HAUPTVERSAMMLUNG
Auf der jährlichen Hauptversammlung der TAKKT AG haben die Aktionäre die Gelegenheit, ihre gesetzlichen Rechte wahrzunehmen. Ihr Stimmrecht zu den Abstimmungspunkten der Tagesordnung können sie persönlich ausüben oder auf einen Vertreter übertragen. Zudem können sie per Briefwahl abstimmen. Das Anmelde- und Legitimationsverfahren für die Hauptversammlung der TAKKT AG entspricht den Vorgaben des deutschen Aktienrechts und den internationalen Standards. Jeder Aktionär, der an einer Hauptversammlung der TAKKT AG teilnehmen und dort sein Stimmrecht ausüben möchte, muss sich anmelden und nachweisen, dass er zur Teilnahme und Ausübung des Stimmrechts berechtigt ist. Die Einzelheiten der Anmelde- und Teilnahmebedingungen werden in der Einladung zu jeder Hauptversammlung bekannt gemacht.
UNTERNEHMENSFÜHRUNG IN ENGER ZUSAMMENARBEIT ZWISCHEN VORSTAND UND AUFSICHTSRAT
Die TAKKT-internen Führungsstrukturen zeichnen sich durch eine klare Organisation und direkte Berichtslinien aus. Zudem setzt das Unternehmen auf wertorientierte Vergütungs- und Anreizsysteme. Nähere Informationen zur Vorstandsvergütung bei TAKKT sind im Vergütungsbericht dieses Geschäftsberichts dargestellt.
Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten bei TAKKT nach dem Motto "Gemeinsam erfolgreicher" zusammen. Der Vorstand leitet das Unternehmen, entwickelt Strategien, setzt diese ins operative Geschäft um und stellt ein effektives Risikomanagement sicher. Wichtige Entscheidungen stimmt der Vorstand mit dem Aufsichtsrat ab. Zudem informiert er ihn regelmäßig über wesentliche Veränderungen in Unternehmen, Umfeld, Strategie und Geschäftsentwicklung.
Aufgabe des Aufsichtsrats ist es, den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens zu kontrollieren und zu beraten. Diese Pflicht nimmt er engagiert wahr und trägt so maßgeblich zum Unternehmenserfolg bei. Er unterstützt den Vorstand dabei, seine Aufgaben vollständig und in angemessener Zeit zu erfüllen und ist an den wesentlichen Entscheidungen beteiligt. Zudem beauftragt der Aufsichtsrat den Wirtschaftsprüfer gemäß Beschluss der Hauptversammlung.
Gemäß Satzung besteht der Aufsichtsrat der TAKKT AG aus sechs Mitgliedern. Der Personalausschuss setzt sich aus drei Mitgliedern zusammen und hat u.a. die Aufgabe, Themen im Zusammenhang mit den Anstellungsverhältnissen der Vorstandsmitglieder vorzubereiten. Auch muss er bei eventuellen zusätzlichen Dienstverträgen der Aufsichtsratsmitglieder mit der Gesellschaft zustimmen. Aktuell bestehen keine derartigen Dienstverträge. Der Personalausschuss setzt sich aktuell zusammen aus Stephan Gemkow, Vorsitzender, Dr. Johannes Haupt, stellvertretender Vorsitzender, sowie Christian Wendler.
Für die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat ist eine Directors- and Officers (D&O)-Versicherung mit den gesetzlich bestimmten Selbstbehalten abgeschlossen. Die Vergütungsprinzipien des Aufsichtsrats sind in der Satzung des Unternehmens festgelegt, welche auf der TAKKT-Website www.takkt.de abgerufen werden kann.
VIELFALT IM AUFSICHTSRAT
Der Aufsichtsrat der TAKKT AG strebt angesichts des Unternehmensgegenstands, der Größe der Gesellschaft und des Anteils internationaler Geschäftstätigkeit als Ziel gemäß Ziffer 5.4.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex eine Zusammensetzung des Aufsichtsrats an, die verschiedene Grundsätze berücksichtigt. Bei den Wahlvorschlägen soll v.a. auf die Qualifikation und Eignung der Kandidaten geachtet werden. In Ausführung der Vorgaben des Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen hat der Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2015 eine Zielgröße für den Frauenanteil im Aufsichtsrat von einer Frau bei sechs Mitgliedern festgelegt, die im Geschäftsjahr 2016 bis zum 31. Dezember 2021 weiter festgeschrieben wurde. Diese Zielgröße wurde auch im Geschäftsjahr 2017 erfüllt. Angesichts der Zusammensetzung des Aufsichtsrats, der Erfahrung und Qualifikation seiner Mitglieder, des Umfelds der TAKKT AG und der bestehenden Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat sieht TAKKT die Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex als erfüllt an. Der Aufsichtsrat wird das genannte Ziel und die damit verbundenen Grundsätze auch künftig berücksichtigen. Auch für den Vorstand gilt die bestehende Zielgröße für den Frauenanteil (der Status Quo) bis zum 31. Dezember 2021 weiter fort.
In den relevanten Führungsebenen der TAKKT AG unterhalb des Vorstands sind zum 31. Dezember 2017 noch keine Frauen vertreten. Dies entspricht der bis 2017 definierten Zielgröße. Bis 2022 gilt das Ziel, mindestens zehn Prozent der Positionen dieser Führungsebenen mit weiblichen Führungskräften zu besetzen. Detaillierte Informationen zu den festgelegten Zielgrößen finden sich im Abschnitt Nachhaltigkeit und Mitarbeiter auf der Seite 61.
Gemäß Ziffer 5.4.1 des DCGK ist eine Regelgrenze von drei Amtszeiten für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat festgelegt. In Erfüllung von Ziffer 5.4.2 des DCGK sollen dem Aufsichtsrat zudem mindestens zwei unabhängige Mitglieder angehören. Derzeit gehören dem Aufsichtsrat als unabhängige Mitglieder Dr. Johannes Haupt, Christian Wendler sowie Dr. Dorothee Ritz an.
Weitere Informationen zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB (Erklärung zur Unternehmensführung) sind auf der TAKKT-Website verfügbar.
COMPLIANCE
TAKKT misst der Einhaltung aller gesetzlichen und vertraglichen Pflichten im Rahmen einer ordnungsgemäßen Geschäftsleitung höchste Priorität zu. Der Vorstand achtet außerdem darauf, dass unternehmensinterne Richtlinien befolgt werden. Bei TAKKT besteht ein Compliance Management System in üblichem Umfang, das von den Fachabteilungen und dem Compliance Officer des Konzerns überprüft wird. Zur Unterstützung des Compliance Officers sind in den jeweiligen regionalen Einheiten Compliance- Beauftragte bestellt, die sich regelmäßig zu Compliance-Themen austauschen und im Falle etwaiger Compliance-Verstöße eng mit dem Compliance Officer zusammenarbeiten. Dank dieser Maßnahmen können eventuelle Verstöße in der Regel rasch identifiziert werden. Zudem ist bei TAKKT, neben den bereits bestehenden üblichen Compliance-Regelungen (z.B. zur Antikorruption, Antidiskriminierung, etc.), eine Whistleblowing-Hotline bei einem externen Dienstleister eingerichtet, unter der Mitarbeiter Verstöße, soweit rechtlich zulässig, anonym melden können. Ferner hat TAKKT das bisherige System, bei dem die Mitarbeiter mittels einer elektronischen Plattform über Compliance-relevante Themen geschult werden und nach erfolgreicher Bearbeitung eines Tests ein Zertifikat erhalten, im Berichtsjahr auf weitere Sprachen ausgeweitet, um Akzeptanz und Verständnis über den gesamten Konzern hinweg weiter zu erhöhen. Bei Bedarf werden weitere Schulungen zu den Compliance-Kernthemen angeboten.
RISIKOMANAGEMENT
Der verantwortungsbewusste Umgang mit Geschäftsrisiken gehört zu den Grundsätzen guter Corporate Governance. Vorstand und Management der TAKKT AG nutzen konzernweite Berichts- und Kontrollsysteme, um diese Risiken zu erfassen, zu bewerten und zu steuern. Die Systeme werden kontinuierlich weiterentwickelt und neuen Rahmenbedingungen angepasst sowie vom Konzernabschlussprüfer überprüft. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig über die wesentlichen Risiken und ihre Entwicklung. Einzelheiten zum Risikomanagement sowie zum rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystem sind im Risiko- und Chancenbericht ausführlich dargestellt.
INTERNES KONTROLLSYSTEM
Das interne Kontrollsystem bei TAKKT beinhaltet sowohl rechnungslegungsbezogene als auch leistungswirtschaftliche Aspekte. TAKKT-Vorstand und TAKKT-Aufsichtsrat sind zur Einrichtung, Kontrolle und Überwachung des internen Kontrollsystems verpflichtet. Bei TAKKT wird das interne Kontrollsystem in einer systematischen und nachvollziehbaren Struktur dokumentiert und regelmäßig auf seine Wirksamkeit hin geprüft. Ergebnisse dieser Prüfungen werden dokumentiert und Maßnahmen zur Behebung identifizierter Kontrollschwächen nachvollziehbar umgesetzt.
INTERNE REVISION
Die interne Revision ist im Auftrag des Vorstands der TAKKT AG tätig und ihm gegenüber verantwortlich. Sie soll als unabhängiges und objektives Prüfungs- und Beratungsorgan den Vorstand in seinen Führungs- und Kontrollaufgaben unterstützen. Aufgabe der internen Revision ist es dabei, die Ordnungsmäßigkeit, Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit des Risikomanagement- und des internen Kontrollsystems aller wesentlichen Geschäftsprozesse zu prüfen. Durch die Prüfungstätigkeit schafft die interne Revision Transparenz, identifiziert Risiken und Verbesserungspotenziale, erarbeitet Lösungsvorschläge und trägt damit zum Erfolg des TAKKT-Konzerns bei. Der TAKKT-Vorstand berichtet dem TAKKT-Aufsichtsrat einmal jährlich über das Revisionssystem, den Prüfungsplan sowie die Revisionstätigkeit und lässt dabei den Prüfungsplan für das Folgejahr bewilligen.
MELDEPFLICHTIGE GESCHÄFTE
Am 31. Dezember 2017 besaßen die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats insgesamt 676 (3.676) Aktien der TAKKT AG. Gemäß Art. 19 Marktmissbrauchsverordnung (MMVO) müssen Führungskräfte sowie in enger Beziehung zu ihnen stehende (natürliche oder juristische) Personen eines im Regulierten Markt notierten Unternehmens dem jeweiligen Emittenten und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) melden, wenn sie im Laufe eines Kalenderjahres Aktien oder sich darauf beziehende Finanzinstrumente in Höhe von mehr als 5.000 Euro erwerben oder verkaufen. Im Berichtsjahr wurden keine meldepflichtigen Transaktionen verzeichnet.
ANTEILSBESITZ
Detaillierte Informationen zum Anteilsbesitz finden sich unter Ziffer 5 "Sonstige Erläuterungen" im Konzernanhang.
GESCHÄFTSBEREICHE PRÄGEN ENTWICKLUNG DER TAKKT AG
Die Konzernobergesellschaft TAKKT AG agiert als reine Managementholding und ist für die Steuerung aller Gesellschaften nach den gleichen Wert- und Wachstumstreibern sowie der Weiterentwicklung der Konzernstrategie verantwortlich. Das operative Geschäft wird innerhalb der Geschäftsbereiche abgewickelt. Ihre Ergebnisse beeinflussen daher weitestgehend die Ertrags-, Finanz- und Vermögenssituation sowie die Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung der TAKKT AG.
ÜBERNAHMERECHTLICHE ANGABEN
Gemäß § 289a Abs. 1 bzw. § 315a Abs. 1 Nr. 1-9 Handelsgesetzbuch (HGB) sind für die TAKKT AG und den TAKKT-Konzern folgende Aussagen zu machen:
Das Grundkapital der TAKKT AG in Höhe von 65.610.331 Euro entspricht 65.610.331 auf den Inhaber lautenden Stückaktien. Auf diese entfallen keinerlei Beschränkungen, welche die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen.
Zum 31. Dezember 2017 ist die TAKKT AG zu 50,2 Prozent ein Tochterunternehmen der Franz Haniel & Cie. GmbH, Duisburg. Darüber hinaus gibt es keine Anteilseigner, die mehr als zehn Prozent der Stimmrechte halten.
Zur Ernennung oder Absetzung von Mitgliedern des Vorstands gelten die §§ 84, 85 Aktiengesetz (AktG) sowie § 5 der Satzung der Gesellschaft und für eine Änderung der Satzung die §§ 179, 133 AktG.
Der Vorstand der TAKKT AG ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 06. Mai 2014 ermächtigt, das Grundkapital bis zum 05. Mai 2019 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer auf den Inhaber lautender Stückaktien einmalig oder mehrmals unter Berücksichtigung des Bezugsrechts der Aktionäre um bis zu insgesamt 32.805.165 Euro zu erhöhen.
Darüber hinaus ist der Vorstand nach Beschluss der Hauptversammlung vom 06. Mai 2014 gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt, eigene Aktien bis zu insgesamt zehn Prozent des derzeitigen Grundkapitals zu erwerben. Ein etwaiges umgekehrtes Bezugsrecht bzw. Andienungsrecht für den Fall des Erwerbs und das Bezugsrecht der Aktionäre für den Fall der Veräußerung sind ausgeschlossen. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmalig oder mehrmals, in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke bis zum 05. Mai 2019 durch die Gesellschaft ausgeübt werden.
Jedes Vorstandsmitglied hat das Recht zur Kündigung seines Anstellungsvertrags, wenn ein oder mehrere gemeinsam handelnde Aktionäre die Stimmrechtsmehrheit an der TAKKT AG im Sinne der §§ 29ff. Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz (WpÜG) erwerben. Weitere Details hierzu sind im Vergütungsbericht angegeben.
Am Bilanzstichtag bestanden Finanzverbindlichkeiten über insgesamt 94,0 Millionen Euro bei verschiedenen Kreditinstituten, welche einer Kontrollwechselklausel nach den §§ 289a Abs. 1 Nr. 8 und 315a Abs. 1 Nr. 8 HGB unterliegen. Weitere Angaben unterbleiben gemäß dem zweiten Halbsatz der jeweiligen Vorschrift.
Weitere Angaben nach § 315a Abs. 1 Nr. 2 HGB (Beschränkungen der Stimmrechte), Nr. 4 (Aktien mit Sonderrechten), Nr. 5 (Stimmrechtskontrolle bei Arbeitnehmerbeteiligung), und Nr. 9 (Entschädigungsvereinbarung mit Vorstand oder Arbeitnehmern bei einem Übernahmeangebot) sind für die TAKKT AG bzw. für den TAKKT-Konzern nicht relevant.
ABHÄNGIGKEITSBERICHT VORGELEGT
Die TAKKT AG befindet sich im Mehrheitsbesitz der Franz Haniel & Cie. GmbH, Duisburg. Der Vorstand hat deshalb dem Aufsichtsrat nach § 312 AktG ordnungsgemäß über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen Bericht erstattet. Der Abhängigkeitsbericht schließt mit folgender Feststellung: "Zusammengefasst erklären wir, dass die TAKKT AG nach den Umständen, die in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen und die Maßnahmen getroffen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten hat und dadurch, dass die Maßnahmen getroffen wurden, nicht benachteiligt wurde".
ENTSPRECHENSERKLÄRUNG GEMÄSS § 161 AKTG ZUM 31. DEZEMBER 2017
Vorstand und Aufsichtsrat der TAKKT AG erklären, dass den vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 07. Februar 2017 entsprochen wird. Vorstand und Aufsichtsrat erklären weiter, dass seit Abgabe der letzten Erklärung den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex in der jeweils gültigen Fassung entsprochen wurde. Davon gelten folgende Ausnahmen:
1. In Ziffer 5.3.2 empfiehlt der Deutsche Corporate Governance Kodex, dass der Aufsichtsrat einen Prüfungsausschuss einrichtet. Bei der TAKKT AG ist kein Prüfungsausschuss gebildet. Da der Aufsichtsrat der TAKKT AG mit sechs Mitgliedern vergleichsweise klein ist, sehen Aufsichtsrat und Vorstand nach wie vor keinen Bedarf, einen Prüfungsausschuss für das Gremium einzurichten.
2. In Ziffer 5.3.3 empfiehlt der Deutsche Corporate Governance Kodex, dass der Aufsichtsrat einen Nominierungsausschuss einrichtet. Bei der TAKKT AG ist kein Nominierungsausschuss gebildet. Da der Aufsichtsrat der TAKKT AG mit sechs Mitgliedern vergleichsweise klein ist, sehen Aufsichtsrat und Vorstand auch keinen Bedarf, einen Nominierungsausschuss für das Gremium einzurichten.
3. In Ziffer 7.1.2 empfiehlt der Deutsche Corporate Governance Kodex, dass unterjährige Finanzinformationen, wie die Quartalsmitteilungen und der Halbjahresbericht bei TAKKT, vom Vorstand mit dem Aufsichtsrat oder seinem Prüfungsausschuss vor der Veröffentlichung erörtert werden sollen. Bei der TAKKT AG wird der Aufsichtsratsvorsitzende vom Vorstand laufend über den Geschäftsverlauf informiert. Zudem erhalten alle Aufsichtsratsmitglieder einen schriftlichen Monatsbericht. Aufgrund dessen hält der Aufsichtsrat eine zusätzliche gesonderte Erörterung der Quartalsmitteilungen und des Halbjahresberichts im Gesamtaufsichtsrat oder in einem Prüfungsausschuss nicht für erforderlich.
Stuttgart, 31. Dezember 2017
Für den Aufsichtsrat der TAKKT AG
Stephan Gemkow, Vorsitzender des Aufsichtsrats
Für den Vorstand der TAKKT AG
Dr. Felix Zimmermann, Vorstandsvorsitzender
VERGÜTUNGSBERICHT
Der Vergütungsbericht erläutert die Grundsätze für das Vergütungssystem des Vorstands der TAKKT AG und schildert die Struktur und die Höhe der Vorstandsvergütung. Zudem beschreibt er die Struktur und die Höhe der Vergütung des Aufsichtsrats. Er ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts und entspricht den Anforderungen des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) unter Einbeziehung des Deutschen Rechnungslegungsstandard Nr. 17 (DRS 17) sowie der International Financial Reporting Standards (IFRS). Ferner berücksichtigt er die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK).
GRUNDZÜGE DES VERGÜTUNGSSYSTEMS
Der Vorstand der TAKKT AG ist maßgeblich für den nachhaltigen Erfolg des Unternehmens verantwortlich und erhält daher eine Vergütung, die seinen Aufgaben und der wirtschaftlichen Lage des Konzerns angemessen ist. Die Vergütung orientiert sich an der Größe des Unternehmens, seiner finanziellen Lage sowie an der Struktur und Höhe der Vorstandsvergütung vergleichbarer Unternehmen. Der Aufsichtsrat überprüft regelmäßig die Struktur und die Angemessenheit des Vergütungssystems sowie die Vergütungshöhen.
Die Vorstandsmitglieder erhalten eine Vergütung, die sich aus erfolgsunabhängigen und erfolgsabhängigen Komponenten zusammensetzt. Zu den Komponenten der erfolgsabhängigen Bezüge zählen die jährlich ausgezahlte Tantieme und der Performance-Cash-Plan, eine rollierende Vergütungskomponente mit langfristiger Anreizwirkung. Darüber hinaus erhalten die Mitglieder des Vorstands Zusagen für die Alters- und Hinterbliebenenversorgung im Falle der Beendigung ihrer Tätigkeit.
Die fixe Grundvergütung trägt wie im Vorjahr circa 40 Prozent zur Gesamtzielvergütung (ohne Versorgungsaufwand) bei. Variable Bestandteile machen circa 60 Prozent der Gesamtzielvergütung aus, wobei circa 40 Prozent auf kurzfristige und circa 20 Prozent auf langfristige Komponenten entfallen.
ERFOLGSUNABHÄNGIGE VERGÜTUNGSKOMPONENTEN
Fixe Grundvergütung
Alle Vorstandsmitglieder beziehen ein fix vereinbartes Jahresgrundgehalt. Dieses wird in zwölf gleichen monatlichen Raten ausgezahlt.
Nebenleistungen
Die Nebenleistungen umfassen die Nutzung von Dienstwagen sowie Unfall- und Reisegepäckversicherungen. Als Vergütungsbestandteil wird die Dienstwagennutzung von den Vorstandsmitgliedern versteuert.
ERFOLGSABHÄNGIGE VERGÜTUNGSKOMPONENTEN
Tantieme
Als Bemessungsgrundlage der Jahrestantieme dient das operative Ergebnis des jeweiligen Geschäftsjahres in Form des EBIT (Jahresergebnis unbeeinflusst von Zinsen und Steuern). Die Funktionsweise der Jahrestantieme beruht auf einem Sharing-Modell, d.h. es wird eine Beteiligungsrate an der Bemessungsgrundlage EBIT definiert. Die Beteiligungsrate ist dabei personenspezifisch und wird anhand eines längerfristig zugrunde gelegten Zeitraums kalibriert. Als Grundlage dafür dienen die Werte aus der jährlich erstellten strategischen Planung, die sich über einen festen Zeitraum von vier Jahren ergeben sowie die Ist-Werte der vergangenen Geschäftsjahre. Diese Betrachtung im langfristigen Verlauf dient der Ausrichtung an einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung. Sie soll verhindern, dass die Incentivierung des Vorstands zu stark vom jährlichen Budget bzw. von kurzfristigen Maßnahmen zur Ertrags- oder Wertsteigerung beeinflusst wird.
Der Aufsichtsrat hat das Recht, nach pflichtgemäßem Ermessen einen Zu- oder Abschlag von 20 Prozent auf die gemäß der Beteiligungsrate gemessene Tantieme zu machen. Mögliche Anlässe hierfür sind Sonderleistungen, außerordentliche Umstände oder vorab festgelegte Arbeitsziele. Die Jahrestantieme ist insgesamt in der Auszahlungshöhe bei 200 Prozent des Zielwertes gedeckelt. Die Vorstände können nach Altersklassen gestaffelt Teile ihrer Tantieme in zusätzliche Rentenbestandteile umwandeln.
Ab 2018 wird die Jahrestantieme ausgehend von einem Ziel-EBIT in einem Korridor von minus 30 Prozent bis plus 30 Prozent durch lineare Interpolation ermittelt.
Performance-Cash-Pläne
Die Performance-Cash-Pläne werden jährlich neu aufgelegt und in Abhängigkeit der Zielerreichung nach einer Laufzeit von vier Jahren bar ausbezahlt. Für 2017 wurde ein Performance-Cash-Plan mit Laufzeit bis 2020 gewährt. Der Aufsichtsrat entscheidet nach pflichtgemäßem Ermessen über die Bedingungen und den Umfang des für das entsprechende Jahr auszugebenden Performance-Cash-Plans. Dieser hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich geändert. Die Höhe der Auszahlung des Performance-CashPlans hängt von zwei im Vorhinein definierten Erfolgszielen ab:
| ― | Der Entwicklung des Total Shareholder Return (TSR) über die Laufzeit des vierjährigen Plans. Der TSR entspricht der Gesamtrendite der TAKKT-Aktie unter Berücksichtigung der ausgezahlten Dividenden. |
| ― | Der Höhe des kumulierten TAKKT Value Added (TVA) über die Laufzeit des vierjährigen Plans. Der TVA ist eine Kennzahl, die der am Unternehmenswert orientierten Steuerung dient und zeigt, ob die Verzinsungsansprüche der Eigen- und Fremdkapitalgeber erfüllt werden. |
Mit den Performance-Cash-Plänen erfolgt eine klare Ausrichtung der Vorstandsvergütung für eine nachhaltige Steigerung des externen und internen Unternehmenswerts. Auch die Performance-Cash-Pläne sind in der Auszahlungshöhe gedeckelt. Diese liegen für die Performance-Cash-Pläne bei 300 Prozent des Zielwerts.
Nach den aktuellen dienstvertraglichen Vereinbarungen besteht der volle Anspruch auf Auszahlung des Performance-Cash-Plans, wenn das Arbeitsverhältnis ab Beginn der Laufzeit mindestens zwölf Monate bestanden hat. Bei Erreichen der Altersgrenze und Ein- oder Austritt aus dem Vorstandsverhältnis innerhalb eines Kalenderjahres erfolgt für den jüngst aufgelegten Plan eine zeitanteilige Anrechnung. Die Auszahlung aus dem jeweiligen Performance-Cash-Plan erfolgt nach Ablauf der Laufzeit von vier Jahren.
Aktienoptionen zählen bei der TAKKT AG nicht zur Vorstandsvergütung und sind auch in Zukunft nicht vorgesehen.
VORSTANDSVERGÜTUNG IM JAHR 2017 NACH HGB
Gesamtbezüge
Die Bezüge für die im Geschäftsjahr 2017 amtierenden Mitglieder des Vorstands der TAKKT AG betragen insgesamt TEUR 3.248 (TEUR 3.230). Davon entfallen TEUR 1.155 (TEUR 1.148) auf erfolgsunabhängige Bestandteile und TEUR 2.093 (TEUR 2.082) auf erfolgsabhängige Bestandteile.
In dem ausgewiesenen Aufwand für die Tantieme von TEUR 1.611 (TEUR 1.600) ist ein Überverbrauch bezüglich der Rückstellung aus dem Vorjahr in Höhe von TEUR 149 (im Vorjahr Rückstellungsauflösungen von TEUR 60) enthalten. Der Überverbrauch in 2017 betrug für Dr. Felix A. Zimmermann TEUR 65 (im Vorjahr Rückstellungsauflösung von TEUR 26), für Dirk Lessing TEUR 42 (im Vorjahr Rückstellungsauflösung von TEUR 17) und für Dr. Claude Tomaszewski TEUR 42 (im Vorjahr Rückstellungsauflösung von TEUR 17).
Die Vergütung für den Performance-Cash-Plan beträgt TEUR 482 (TEUR 482) und entspricht dem Wert des im jeweiligen Geschäftsjahr aufgelegten Performance-Cash-Plan zum Zeitpunkt der Gewährung.
Angaben nach IFRS 2
Die aktienkursbasierte Komponente des Performance-Cash-Plans wird als sogenannte aktienbasierte Vergütung mit Barausgleich gemäß IFRS 2 klassifiziert und über ein Binomialmodell bewertet.
Der Gesamtaufwand oder -ertrag für die Performance-Cash-Pläne umfasst den beizulegenden Zeitwert des in dem jeweiligen Geschäftsjahr der Auflegung erdienten Anspruchs zuzüglich der Wertänderung bereits erdienter Ansprüche der Performance-Cash-Pläne der Vorjahre. Die Verbindlichkeit aus dem Performance-Cash-Plan wird zu jedem Berichtsstichtag und am Erfüllungstag neu bemessen. Die Bewertung basiert auf der erwarteten Entwicklung der relevanten Erfolgsfaktoren.
Aus der Zeitwertbewertung der Performance-Cash-Pläne der Vorjahre resultierte ein Ertrag, der den Aufwand des 2017 neu aufgelegten Plans absolut überstieg. Der daraus resultierende Gesamtertrag betrug im Berichtsjahr TEUR 161 (im Vorjahr Aufwand von TEUR 2.589). Davon entfielen TEUR 57 (TEUR 1.179) auf Dr. Felix A. Zimmermann, TEUR 43 (TEUR 579) auf Dirk Lessing und TEUR 61 (TEUR 831) auf Dr. Claude Tomaszewski.
Der beizulegende Zeitwert der Performance-Cash-Pläne 2014, 2015, 2016 und 2017 (2013, 2014, 2015 und 2016) wie auch die entsprechende Rückstellung betragen zum Bilanzstichtag TEUR 3.305 (TEUR 4.486).
Gesamtbezüge des Vorstands in TEUR
2017
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| Erfolgsunabhängige Vergütung | Erfolgsabhängige Vergütung | Insgesamt | |||
|---|---|---|---|---|---|
| Grundvergütung | Nebenleistungen | Tantieme | Performance-Cash-Plan 2017 | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Dr. Felix A. Zimmermann | 470 | 11 | 713 | 212 | 1.406 |
| Dirk Lessing | 325 | 17 | 449 | 135 | 926 |
| Dr. Claude Tomaszewski | 325 | 7 | 449 | 135 | 916 |
| 1.120 | 35 | 1.611 | 482 | 3.248 |
2016
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| Erfolgsunabhängige Vergütung | Erfolgsabhängige Vergütung | Insgesamt | |||
|---|---|---|---|---|---|
| Grundvergütung | Nebenleistungen | Tantieme | Performance-Cash-Plan 2016 | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Dr. Felix A. Zimmermann | 470 | 11 | 708 | 212 | 1.401 |
| Dirk Lessing | 325 | 10 | 446 | 135 | 916 |
| Dr. Claude Tomaszewski | 325 | 7 | 446 | 135 | 913 |
| 1.120 | 28 | 1.600 | 482 | 3.230 |
LEISTUNGEN IM FALLE DER BEENDIGUNG DER TÄTIGKEIT
Alters- und Hinterbliebenenvorsorge
Die Vorstände erhalten eine Alters- und Hinterbliebenenversorgungszusage, der jährlich ein Beitrag von zehn Prozent der Summe aus Grundvergütung und Zieltantieme zugeführt wird. Dabei ist die Gewährung des Beitrags an die Bestelldauer als Vorstand gebunden. Die Zieltantieme entspricht einer Zielerreichung von hundert Prozent. Für die Beiträge wird bis zum Eintritt des Versorgungsfalls eine Verzinsung von sechs Prozent p.a. gewährt. Ein Anspruch auf Altersleistungen besteht ab Austritt, frühestens allerdings mit Vollendung des 60. Lebensjahres. Bei Invalidität und im Todesfall wird das Versorgungsguthaben ausgezahlt bzw. verrentet, das sich ergibt, wenn bis zur Vollendung des 63. Lebensjahres Beiträge gezahlt worden wären. Ab 2017 wurde ein Teil dieser Zusage mit marktüblichen Produkten auf Basis einer vertraglichen Treuhandvereinbarung gegen Insolvenz abgesichert.
Für die Mitglieder des Vorstands ergeben sich die in der untenstehenden Tabelle aufgeführten Dienstzeitaufwendungen sowie Anwartschaftsbarwerte gemäß IAS 19. Im laufenden Jahr wurde für die Vorstandsmitglieder ein Dienstzeitaufwand in Höhe von insgesamt TEUR 441 (TEUR 434) aufwandswirksam erfasst.
Leistungen im Fall der vorzeitigen Beendigung
Bei den aktuellen Vorstandsverträgen entspricht die Begrenzung möglicher Abfindungszahlungen den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Demnach dürfen etwaige Zahlungen, die dem Vorstandsmitglied im Falle der vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund gewährt werden, maximal die Restlaufzeit des Dienstvertrags vergüten und gleichzeitig den Wert von zwei Jahresvergütungen nicht überschreiten.
Jedes Vorstandsmitglied hat das Recht zur Kündigung seines Anstellungsvertrags, wenn ein oder mehrere gemeinsam handelnde Aktionäre die Stimmrechtsmehrheit an der TAKKT AG im Sinne der §§ 29ff. Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz (WpÜG) erwerben. Bei Ausübung des Rechts zur Kündigung hat das Vorstandsmitglied einen Abfindungsanspruch in Höhe von maximal zwei Jahresvergütungen. Eine Anrechnung anderweitiger Einkünfte findet nicht statt. Der Abfindungsanspruch besteht nicht, wenn die Gesellschaft den Anstellungsvertrag außerordentlich aus wichtigem Grund kündigt.
VORSTANDSVERGÜTUNG IM JAHR 2017 NACH DEM DEUTSCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEX
In den nachfolgenden Tabellen sind für jedes einzelne Mitglied des Vorstands gewährte Zuwendungen, Zuflüsse und Versorgungsaufwendungen gemäß den Empfehlungen der Ziffer 4.2.5 Absatz 3 des Deutschen Corporate Governance Kodex individuell dargestellt.
Entsprechend des Deutschen Corporate Governance Kodex wird in der Aufstellung ,Gewährte Zuwendungen' für die Tantieme (einjährige variable Vergütung) abweichend zur Darstellung nach HGB der Zielwert ausgewiesen. Für den Performance-Cash-Plan wird analog zur Darstellung nach HGB der Wert des im jeweiligen Geschäftsjahr aufgelegten Performance-Cash-Plans zum Zeitpunkt der Gewährung angegeben. Der Versorgungsaufwand entspricht dem Dienstzeitaufwand gemäß IAS 19.
Entsprechend den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex ist in der Aufstellung ,Zufluss' abweichend zur Darstellung nach HGB der Tantiemenaufwand für das jeweilige Berichtsjahr anzugeben. Für den Performance-Cash-Plan wird die im jeweiligen Geschäftsjahr erfolgte Auszahlung ausgewiesen. Der Versorgungsaufwand entspricht gemäß dem Deutschen Corporate Governance Kodex dem Dienstzeitaufwand gemäß IAS 19, obwohl er keinen aktuellen Zufluss darstellt, sondern für die Zeit der Altersruhezeit zurückgelegt ist.
Pensionszusagen in TEUR
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| IFRS | IFRS | |||
|---|---|---|---|---|
| Dienstzeitaufwand | Barwert der Pensionsverpflichtung zum 31.12. | |||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| 2016 | 2017 | 2016 | 2017 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Dr. Felix A. Zimmermann | 187 | 190 | 2.559 | 2.885 |
| Dirk Lessing | 113 | 114 | 359 | 483 |
| Dr. Claude Tomaszewski | 134 | 137 | 1.717 | 1.956 |
| 434 | 441 | 4.635 | 5.324 |
SONSTIGE ANGABEN
Der Vorstand hat die Möglichkeit, so genannte TAKKT Performance Bonds zu erwerben. Dabei handelt es sich um ein freiwilliges Beteiligungsangebot, bei dem TAKKT-Führungskräfte durch die Zeichnung von Schuldverschreibungen an der wirtschaftlichen Entwicklung der TAKKT-Gruppe teilhaben können. Die Rendite dieses Instruments ergibt sich aus einer Basisverzinsung zuzüglich eines Auf- oder Abschlags, welcher auf Basis der Performance des TAKKT-Konzerns (TAKKT Value Added) ermittelt wird. Der Zeichnungsbetrag sowie die erzielbare Rendite sind nach oben gedeckelt. Gegenüber Mitgliedern des Vorstands bestehen Verbindlichkeiten aus TAKKT Performance Bonds in Höhe von TEUR 1.044 (TEUR 653).
Gegenüber den Mitgliedern des Vorstands bestehen zudem Rentenverpflichtungen aus der freiwilligen Umwandlung eines Teils der Tantieme in einen Rentenplan, die sogenannte Deferred Compensation, in Höhe von TEUR 866 (TEUR 610). Im Geschäftsjahr wurden diesem Plan TEUR 100 (TEUR 70) aus der Tantieme freiwillig von den Vorstandsmitgliedern zugeführt.
Zudem bestehen gegenüber den Mitgliedern des Vorstands übliche Forderungen und Verbindlichkeiten aus den Be- und Anstellungsverträgen.
Gewährte Zuwendungen in TEUR
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| Dr. Felix A. Zimmermann Vorstandsvorsitzender, CEO | Dirk Lessing Vorstand | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2016 | 2017 | 2017 (Min) | 2017 (Max) | 2016 | 2017 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 470 | 470 | 470 | 470 | 325 | 325 |
| Nebenleistungen | 11 | 11 | 11 | 11 | 10 | 17 |
| Summe | 481 | 481 | 481 | 481 | 335 | 342 |
| Einjährige variable Vergütung | 500 | 500 | 0 | 1.000 | 315 | 315 |
| Mehrjährige variable Vergütung | ||||||
| Performance-Cash-Plan 2016 -2019 | 212 | - | - | - | 135 | - |
| Performance-Cash-Plan 2017 - 2020 | - | 212 | 0 | 635 | - | 135 |
| Summe | 1.193 | 1.193 | 481 | 2.116 | 785 | 792 |
| Versorgungsaufwand | 187 | 190 | 190 | 190 | 113 | 114 |
| Gesamtvergütung | 1.380 | 1.383 | 671 | 2.306 | 898 | 906 |
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| Dirk Lessing Vorstand | Dr. Claude Tomaszewski Vorstand, CFO | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2017 (Min) | 2017 (Max) | 2016 | 2017 | 2017 (Min) | 2017 (Max) | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 325 | 325 | 325 | 325 | 325 | 325 |
| Nebenleistungen | 17 | 17 | 7 | 7 | 7 | 7 |
| Summe | 342 | 342 | 332 | 332 | 332 | 332 |
| Einjährige variable Vergütung | 0 | 630 | 315 | 315 | 0 | 630 |
| Mehrjährige variable Vergütung | ||||||
| Performance-Cash-Plan 2016 -2019 | - | - | 135 | - | - | - |
| Performance-Cash-Plan 2017 - 2020 | 0 | 405 | - | 135 | 0 | 405 |
| Summe | 342 | 1.377 | 782 | 782 | 332 | 1.367 |
| Versorgungsaufwand | 114 | 114 | 134 | 137 | 137 | 137 |
| Gesamtvergütung | 456 | 1.491 | 916 | 919 | 469 | 1.504 |
Zufluss in TEUR
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| Dr. Felix A. Zimmermann Vorstandsvorsitzender, CEO | Dirk Lessing Vorstand | Dr. Claude Tomaszewski Vorstand, CFO | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2016 | 2017 | 2016 | 2017 | 2016 | 2017 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 470 | 470 | 325 | 325 | 325 | 325 |
| Nebenleistungen | 11 | 11 | 10 | 17 | 7 | 7 |
| Summe | 481 | 481 | 335 | 342 | 332 | 332 |
| Einjährige variable Vergütung | 734 | 647 | 463 | 408 | 463 | 408 |
| Mehrjährige variable Vergütung | ||||||
| Performance-Cash-Plan 2012 - 2015 | 534 | - | - | - | 405 | - |
| Performance-Cash-Plan 2013 - 2016 | - | 534 | - | - | - | 405 |
| Summe | 1.749 | 1.662 | 798 | 750 | 1.200 | 1.145 |
| Versorgungsaufwand | 187 | 190 | 113 | 114 | 134 | 137 |
| Gesamtvergütung | 1.936 | 1.852 | 911 | 864 | 1.334 | 1.282 |
Für die Mitglieder des Vorstands sind im Markt übliche D&O-Versicherungen abgeschlossen. Der Selbstbehalt der D&O-Versicherung entspricht gemäß § 93 Abs. 2 Satz 3 AktG einer Höhe von zehn Prozent des jeweiligen Schadens, jedoch maximal dem Eineinhalbfachen der fixen Jahresgrundvergütung.
Die Mitglieder des Vorstands haben weder im Geschäftsjahr 2017 noch im Geschäftsjahr 2016 Leistungen von Dritten erhalten, die ihnen im Hinblick auf ihre Tätigkeit als Vorstand zugesagt oder gewährt worden sind.
Zum 31. Dezember 2017 hielten die Mitglieder des Vorstands 536 (536) Aktien der TAKKT AG.
VERGÜTUNG AN EHEMALIGE VORSTANDSMITGLIEDER DER TAKKT AG UND IHRE HINTERBLIEBENEN
Die im Jahr 2017 gewährten Bezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder der TAKKT AG und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich auf TEUR 778 (TEUR 616). Die Pensionsrückstellungen für frühere Mitglieder des Vorstands sowie deren Hinterbliebene betrugen zum 31. Dezember 2017 insgesamt TEUR 7.008 (TEUR 6.847).
VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATS
Jedes Aufsichtsratsmitglied der TAKKT AG erhält eine feste Vergütung von jährlich TEUR 50 und für die Mitgliedschaft in einem Aufsichtsratsausschuss eine ergänzende feste Vergütung von TEUR 2,5. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats oder eines Ausschusses erhält davon den doppelten, sein Stellvertreter den eineinhalbfachen Betrag. Darüber hinaus erhält jedes Mitglied für jede persönliche Teilnahme an einer Präsenzsitzung des Aufsichtsrats oder eines Ausschusses ein Sitzungsgeld in Höhe von 500 Euro pro Sitzungstag. Die TAKKT AG gewährt den Mitgliedern des Aufsichtsrats einen Auslagenersatz und erstattet die auf Vergütung und Auslagenersatz zu zahlende Umsatzsteuer.
Insgesamt betrugen die Bezüge des Aufsichtsrats im Berichtsjahr TEUR 400 (TEUR 401), davon TEUR 375 (TEUR 375) für die Tätigkeit im Aufsichtsrat, TEUR 11 (TEUR 11) für die Tätigkeit in Ausschüssen sowie TEUR 14 (TEUR 15) an Sitzungsgeldern.
Von den gewährten Bezügen wurden zum Stichtag noch TEUR 386 (TEUR 386) als Verbindlichkeiten bilanziert. Zum 31. Dezember 2017 hielten die Mitglieder des Aufsichtsrats 140 (3.140) Aktien der TAKKT AG.
Vergütung des Aufsichtsrats in TEUR
2017
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| Fixe Bezüge | Ausschussvergütung | Sitzungsgelder | Insgesamt | |
|---|---|---|---|---|
| Stephan Gemkow | 100,0 | 5,0 | 2,5 | 107,5 |
| Dr. Johannes Haupt | 75,0 | 3,8 | 2,5 | 81,3 |
| Dr. Florian Funck | 50,0 | - | 2,5 | 52,5 |
| Thomas Kniehl | 50,0 | - | 2,5 | 52,5 |
| Prof. Dr. Dres. h.c. Arnold Picot | 17,8 | 0,9 | 1,0 | 19,7 |
| Dr. Dorothee Ritz | 50,0 | - | 1,5 | 51,5 |
| Christian Wendler | 32,3 | 1,6 | 1,5 | 35,4 |
2016
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| Fixe Bezüge | Ausschussvergütung | Sitzungsgelder | Insgesamt | |
|---|---|---|---|---|
| Stephan Gemkow | 100,0 | 5,0 | 2,5 | 107,5 |
| Dr. Johannes Haupt | 75,0 | 3,8 | 2,5 | 81,3 |
| Dr. Florian Funck | 50,0 | - | 2,5 | 52,5 |
| Thomas Kniehl | 50,0 | - | 2,5 | 52,5 |
| Prof. Dr. Dres. h.c. Arnold Picot | 50,0 | 2,5 | 2,5 | 55,0 |
| Dr. Dorothee Ritz | 50,0 | - | 2,0 | 52,0 |
BERICHT DES AUFSICHTSRATS
Sehr geehrte Damen und Herren,
im vergangenen Geschäftsjahr blieb das Umsatzwachstum bei TAKKT insgesamt hinter den Erwartungen zurück, wobei die Geschäftsentwicklung von einer unterschiedlichen Dynamik in den Kernmärkten Europa und USA geprägt war. In Europa belebte sich das Geschäft wieder, wohingegen sich die Geschäftsentwicklung in Nordamerika nach Jahren mit hohen Wachstumsraten abschwächte. Für 2018 sind die Vorzeichen durchaus positiv. Wir sind zuversichtlich, dass TAKKT den profitablen Wachstumspfad der letzten Jahre fortsetzen wird. Bei der Umsetzung der Digitalen Agenda wurden 2017 im Konzern gute und sichtbare Fortschritte gemacht. In den einzelnen Sparten konnten bereits erste nachhaltige Maßnahmen der Digitalen Agenda realisiert werden, viele weitere sollen in diesem Jahr folgen. TAKKT befindet sich bei der Digitalen Transformation also auf einem guten Weg. Unterstützt und vorangetrieben wird dieser Transformationsprozess seit Februar 2018 von einem neuen Vorstandsmitglied. Wir konnten mit Dr. Heiko Hegwein einen ausgewiesenen Digital- und Handelsexperten gewinnen, der TAKKT maßgeblich beim Aufbau der newport Gruppe sowie der Umsetzung der Digitalen Agenda unterstützen kann. Wie gewohnt hat der Aufsichtsrat das Unternehmen und den Vorstand bei allen strategischen Themen eng begleitet und unterstützt.
GESCHÄFTSVERLAUF UND ARBEIT DES AUFSICHTSRATS
Die Amtszeit aller bisherigen Aufsichtsratsmitglieder endete mit der Hauptversammlung 2017, in der der Aufsichtsrat neu gewählt wurde. Damit endete altersbedingt auch die Amtszeit von Prof. Dr. Picot im Aufsichtsrat, die stets durch größtes Vertrauen und partnerschaftliche Zusammenarbeit geprägt war. Herr Picot verstarb im Juli, für uns alle völlig unerwartet. Durch seinen Tod verlieren wir eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Er wird dem Aufsichtsrat als äußerst menschlicher, erfahrener und kompetenter Partner in Erinnerung bleiben. Alle weiteren Mitglieder des Aufsichtsrats wurden bis zur Hauptversammlung 2022 wieder bestellt. Zudem begann mit der Hauptversammlung 2017 die Amtszeit von Herrn Christian Wendler als neues Mitglied des Aufsichtsrats, der die bisherige Zusammensetzung durch seine fachlichen Kompetenzen und einschlägigen Erfahrungen auch im Bereich der digitalen Transformation sehr gut ergänzt.
Der Aufsichtsrat tagte im Geschäftsjahr 2017 achtmal. Dabei handelte es sich um vier reguläre Sitzungen, eine Strategieklausur, zwei außerordentliche Sitzungen und die konstituierende Sitzung des im Geschäftsjahr 2017 neu gewählten Aufsichtsrats. Gegenstand der Sitzungen im Berichtsjahr waren v.a. der aktuelle Geschäftsverlauf und die strategische Entwicklung des Konzerns mit den entsprechenden Projekten. Darüber hinaus befasste sich der Aufsichtsrat mit der Akquisitionsstrategie sowie den Akquisitionen der Mydisplays GmbH und der Equip4Work Ltd. sowie der Möglichkeit weiterer Unternehmenserwerbe. Auch die Digitale Transformation des Konzerns wurde im Aufsichtsrat intensiv diskutiert. Weitere Themen waren die Planung der Geschäftsentwicklung, die Risikolage inklusive der Quantifizierung der wesentlichen Risiken, das Risikomanagementsystem, das interne Kontrollsystem und die Tätigkeit der Revision. Auf der Agenda standen zudem wichtige Fragen zu Corporate Governance und Compliance sowie gesetzliche Neuregelungen wie z.B. das CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz und die Änderung der Aktionärsrechte-Richtlinie. Des Weiteren beschäftigte sich der Aufsichtsrat mit den Ergebnissen der im Geschäftsjahr 2017 durch einen externen Dienstleister durchgeführten Effizienzprüfung des Aufsichtsrats, der Lagerstrategie 2020 der Business Equipment Group sowie der Bestellung von Dr. Heiko Hegwein.
Der Personalausschuss tagte im Berichtsjahr dreimal. Themen waren dabei die Wiederbestellung von Dr. Felix Zimmermann als Vorstandsvorsitzenden der TAKKT AG ab Mai 2018, die Vorstandsvergütung, die Wahl des Aufsichtsrats in der Hauptversammlung 2017 und die Bestellung von Dr. Heiko Hegwein in den Vorstand der TAKKT AG zum 01. Februar 2018. Entsprechende Empfehlungen wurden dem Aufsichtsrat zur Erörterung und Beschlussfassung vorgelegt.
KONSTRUKTIVE UND PARTNERSCHAFTLICHE ZUSAMMENARBEIT
Die Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Vorstand war im Berichtsjahr gewohnt transparent und offen. Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat regelmäßig und auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen zeitnah schriftlich und mündlich über alle wesentlichen Aspekte. Die Beratungen von Aufsichtsrat und Vorstand wurden stets konstruktiv und offen geführt. Bei Bedarf wurden diese durch weitere Erörterungen zwischen dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats und dem Vorsitzenden des Vorstands ergänzt. Bei Sachverhalten, die vom Aufsichtsrat zu entscheiden waren, fasste der Aufsichtsrat stets zeitnah Beschlüsse. Die durchgeführte Effizienzprüfung bescheinigte dem Aufsichtsrat hinsichtlich der Überwachungs- und Beratungstätigkeit durchgehend ein hohes Niveau.
AM CORPORATE GOVERNANCE KODEX ORIENTIERT
Der Aufsichtsrat legt Wert darauf, seine Kontrollaufgaben kontinuierlich und intensiv zu erfüllen. Diese Selbstverpflichtung wird seine Tätigkeit auch in Zukunft prägen, denn sie liefert einen wichtigen Beitrag zur verantwortungsvollen Unternehmensführung bei TAKKT. In diesem Zusammenhang haben Vorstand und Aufsichtsrat zum 31. Dezember 2017 erneut die Entsprechenserklärung zu den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex (DCGK) unterzeichnet. Weitere Erläuterungen hierzu finden sich im Corporate-Governance-Bericht dieses Geschäftsberichts und auf der TAKKT-Website.
VERLÄSSLICHE DIVIDENDE
Die Dividendenpolitik sieht die Ausschüttung von 35 bis 45 Prozent des Periodenergebnisses vor. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung im Mai 2018 vorschlagen, für das Geschäftsjahr 2017 eine Dividende von 0,55 Euro je Aktie zu zahlen. Dies entspräche einer Ausschüttungsquote von 37,5 Prozent. Bereinigt um den nicht zahlungswirksamen Ertrag aus der Neubewertung von latenten Steuerverbindlichkeiten in Folge der US-Steuerreform würde die Ausschüttungsquote 46,3 Prozent betragen.
GENEHMIGUNG DES KONZERN- UND JAHRESABSCHLUSSES
Die Hauptversammlung beauftragte die vom Aufsichtsrat vorgeschlagene Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, mit der Abschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2017. Der Abschlussprüfer gab gegenüber dem Aufsichtsrat eine Unabhängigkeitserklärung ab. Der Aufsichtsrat prüfte die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers gemäß § 107 Abs. 3 Satz 2 Aktiengesetz (AktG) und Ziffer 7.2.1 des DCGK.
Die vorgegebenen Prüfungsschwerpunkte des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2017 waren die Betrugsprävention im Zahlungsverkehr, die Aktivierung selbsterstellter immaterieller Vermögenswerte sowie der Konsolidierungskreis, die Anteilsbesitzliste und entsprechende Anhangangaben zu Beteiligungen. Mit Blick auf den Konzernabschluss legten die Abschlussprüfer zudem ihren Schwerpunkt auf die Werthaltigkeitstests der Geschäfts- und Firmenwerte, das Vorhandensein und die Bewertung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die Berichterstattung der Wirtschaftsprüfer der Auslandsbeteiligungen, die Konsolidierungsmaßnahmen sowie den Konzernanhang und den zusammengefassten Lagebericht. Die verantwortlichen Abschlussprüfer der Ebner Stolz GmbH & Co. KG prüften den Jahresabschluss der TAKKT AG und den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht und testierten ihn uneingeschränkt. Dabei wurde auch das Risikofrüherkennungssystem der TAKKT-Gruppe geprüft und dessen Eignung bestätigt.
Die verantwortlichen Abschlussprüfer nahmen an der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats teil. Sie informierten die Mitglieder über die wichtigsten Ergebnisse der Prüfung und beantworteten weitergehende Fragen. Der Aufsichtsrat stimmte dem Ergebnis der Abschlussprüfung nach eingehender Erörterung zu. In der Bilanzsitzung am 20. März 2018 prüfte und genehmigte das Gremium den Konzernabschluss, den Jahresabschluss der TAKKT AG, den Lagebericht der TAKKT AG und des TAKKT-Konzerns einschließlich der nichtfinanziellen Erklärung sowie den Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns. Damit ist der Jahresabschluss der TAKKT AG festgestellt und der Konzernabschluss gebilligt.
AUFSICHTSRAT BILLIGT ABHÄNGIGKEITSBERICHT
Die Franz Haniel & Cie. GmbH, Duisburg, hielt mit 50,2 Prozent auch im Geschäftsjahr 2017 die Mehrheit der TAKKT-Aktien. Gemäß § 312 AktG verfasste der Vorstand für das vergangene Geschäftsjahr daher einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen. Die Ebner Stolz GmbH & Co. KG erstellte hierzu nach § 313 AktG einen Prüfungsbericht. Die Prüfung ergab keine Beanstandungen. Der Abschlussprüfer erteilte folgenden Bestätigungsvermerk: "Nach unserer pflichtgemäßen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass erstens die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind, zweitens bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistungen der Gesellschaft nicht unangemessen hoch waren und drittens bei den im Bericht aufgeführten Maßnahmen keine Umstände für eine wesentlich andere Beurteilung als die durch den Vorstand sprechen." Der Aufsichtsrat prüfte den Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen und den entsprechenden Prüfungsbericht und billigte ihn gemäß § 314 AktG. Das Gremium hatte keine Einwände gegen den Abhängigkeitsbericht und die darin enthaltene Schlusserklärung des Vorstands, die im Corporate-Governance-Bericht dieses Geschäftsberichts abgedruckt ist.
Wir danken den Aktionären der TAKKT AG dafür, dass sie uns auch im Jahr 2017 erneut ihr Vertrauen geschenkt haben. Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des TAKKT-Konzerns danken wir für ihren anhaltend hohen Einsatz und ihre hervorragende Leistung. Dem Vorstand gilt Dank für die vertrauensvolle und partnerschaftliche Zusammenarbeit.
Stuttgart, im März 2018
Stephan Gemkow, Vorsitzender des Aufsichtsrats der TAKKT AG
MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS
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| Stephan Gemkow Vorsitzender | Vorsitzender des Vorstands der Franz Haniel & Cie. GmbH, Duisburg |
| Dr. Johannes Haupt Stellvertretender Vorsitzender | Vorsitzender der Geschäftsführung der E.G.O. Blanc und Fischer & Co. GmbH, Oberderdingen |
| Dr. Florian Funck | Mitglied des Vorstands der Franz Haniel & Cie. GmbH, Duisburg |
| Thomas Kniehl | Sachbearbeiter Schäden / Recherchen / Retouren der KAISER+KRAFT GmbH, Stuttgart |
| Prof. Dr. Dres. h.c. Arnold Picot (bis 10.05.2017) | Universitätsprofessor an der Ludwig-Maximilians-Universität München |
| Dr. Dorothee Ritz | Geschäftsführerin Microsoft Österreich, Wien |
| Christian Wendler (ab 10.05.2017) | Vorsitzender des Vorstands der Lenze SE, Aerzen |
Die Feststellung des Jahresabschlusses erfolgte am 20.03.2018.