Skip to main content

AI assistant

Sign in to chat with this filing

The assistant answers questions, extracts KPIs, and summarises risk factors directly from the filing text.

Schweizer Electronic AG Interim / Quarterly Report 2022

Aug 5, 2022

384_rns_2022-08-05_ec47e0ad-b909-44d0-851c-d0b2df4a9726.html

Interim / Quarterly Report

Open in viewer

Opens in your device viewer

Publication

SCHWEIZER ELECTRONIC AKTIENGESELLSCHAFT

Schramberg

Halbjahresfinanzbericht nach WpHG zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 30.06.2022

KONZERN-ZWISCHENLAGEBERICHT

WIRTSCHAFTSBERICHT

WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNGEN IM ERSTEN HALBJAHR 2022

Nachdem die globale Konjunktur im Jahr 2021 zunehmend einen deutlichen Aufschwung erfuhr, verlangsamte sich insbesondere im zweiten Quartal des Jahres 2022 die Erholung der weltweiten Produktion von den wirtschaftlichen Folgen der Corona Pandemie-Krise wieder. Bereits im ersten Quartal des Jahres nahm das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) nur mit einer saisonbereinigten Rate in Höhe von +0,6 Prozent zum Vorquartal zu. Die bestimmenden Faktoren für die Abschwächung der Konjunktur waren neue Beeinträchtigungen von Pandemie-Maßnahmen in China sowie der Angriff Russlands auf die Ukraine. Im Zuge der Null-COVID-Politik wurden in China regionale Lockdowns verhängt. Im Monat März 2022 waren dabei auch die bedeutenden wirtschaftlichen Zentren Shenzhen und Shanghai betroffen. Die sich daraus ergebenden Staus vor den großen Seehäfen, zunächst vor allem in China und dann in Europa, verstärkten die ohnehin schon vorhandenen Störungen in den Lieferketten. Als Folge des Krieges in der Ukraine und der gegen Russland verhängten Sanktionen kam es vor allem in Europa zu weiteren Unterbrechungen in der Rohstoff- und Teileversorgung, von denen die Automobilindustrie stark betroffen war. Dementsprechend ging ab März des laufenden Jahres die Industrieproduktion vor allem in China und in Europa deutlich zurück, wohingegen in den USA noch ein Wachstum des BIP zu verzeichnen war. Unter dem Eindruck des Krieges in der Ukraine stiegen die bereits inflationär gestiegenen Rohstoffpreise nochmals deutlich an. Die hohe Nachfrage nach vielen Industrierohstoffen war auch beeinflusst durch die Erwartungen und konzeptionellen Ansätze beim Ausbau der Infrastruktur, beim Umbau der Energieversorgung und beim Umstieg auf die Elektromobilität. Zudem verknappte sich das Angebot beim Öl und in Europa auch beim Erdgas.

Im weltweiten Automobilmarkt ergaben sich im ersten Halbjahr 2022 verschiedene Entwicklungen. Die beeinträchtigten Wertschöpfungs- und Logistikketten, insbesondere der Mangel an Halbleitern, bremsten die Produktion von Automobilen. Die deutschen Hersteller glichen den Absatzmangel im Klein- und Mittelsegment mit einer Priorisierung der Vorprodukte für den Einsatz in die Produktion von Premiumklasse-Automobilen mit geringen Stückzahlen aber deutlich hohen Verkaufsmargen aus. In Europa lag der Absatz von PKW mit 5,6 Mio. Einheiten -14 Prozent unter dem Halbjahr 2021. In Deutschland gingen die Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahr um -11 Prozent zurück. In USA nahm der Absatz von PKW und Light Trucks mit 6,8 Mio. neuen Fahrzeugen zur Vergleichsperiode des Vorjahres um -18 Prozent ab. Dahingegen wuchs der PKW-Markt in China um knapp +4 Prozent auf 10,2 Mio. verkaufte PKW. Dort ergab sich zuletzt aufgrund der aufgestauten Nachfrage infolge der Lockdowns ein neuer Rekordwert im Juni 2022 mit 2,2 Mio. verkauften PKW (+42 Prozent zum Juni des Vorjahres).

GESCHÄFTSVERLAUF

AUFTRAGSEINGANG UND AUFTRAGSBESTAND GEGENÜBER DEM VORJAHRESHALBJAHR STARK ANGESTIEGEN

Der Auftragseingang im ersten Halbjahr 2022 stieg gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres um +16,8 Prozent und beträgt 112,0 Mio. EUR (erstes Halbjahr 2021: 95,9 Mio. EUR). Während der Auftragseingang im ersten Quartal des Geschäftsjahres noch mit -5,7 Prozent gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres rückläufig war, ergab sich für das zweite Quartal ein um +36,5 Prozent dynamisch gestiegener Auftragseingang gegenüber dem zweiten Quartal 2021. Der Auftragseingang für Leiterplatten aus eigener Produktion stieg im ersten Halbjahr um +11,5 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres. Für die bezogenen Leiterplatten von unseren strategischen Handelspartnern war ein Anstieg im Auftragseingang um +34,4 Prozent zu verzeichnen. Der Auftragsbestand betrug Ende des ersten Halbjahres 2022 242,4 Mio. EUR (31.12.2021: 191,8 Mio. EUR) und erreichte damit im Vergleich der letzten vier Jahre einen historischen Höchststand. Von dem Auftragsbestand stehen für das zweite Halbjahr 2022 Auslieferungen in Höhe von 75,9 Mio. EUR an (30.06.2021: 59,7 Mio. EUR für das zweite Halbjahr 2021). Der Auftragsbestand für 2023 und Folgejahre beträgt zum 30.06.2022 bereits 166,5 Mio. EUR.

Auftragsbestand und Umsatz

in Mio. EUR

UMSATZ STEIGT IM ERSTEN HALBJAHR UM 8,8 PROZENT

Der Umsatz belief sich im ersten Halbjahr auf 64,6 Mio. EUR (erstes Halbjahr 2021: 59,4 Mio. EUR). Dies entspricht einer Erhöhung um +8,8 Prozent im Vergleich zum Halbjahr des Vorjahres. Aus dem Werk in Schramberg und dem Werk in China wurde ein Umsatz aus Eigenproduktion in Höhe von 47,0 Mio. EUR generiert, was einer Erhöhung um +9,5 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres entspricht. Der Umsatz mit Produkten über unser asiatisches Partnernetzwerk stieg zum Vorjahreshalbjahr um +6,8 Prozent auf 17,6 Mio. EUR. Der Umsatzanteil aus eigener Produktion erhöhte sich leicht auf einen Anteil in Höhe von 72,7 Prozent (erstes Halbjahr 2021: 72,2 Prozent).

Mit Automobilkunden wurden 41,9 Mio. EUR (erstes Halbjahr 2021: 43,7 Mio. EUR) umgesetzt, was einem Rückgang zum ersten Halbjahr des Vorjahres in Höhe von -4,1 Prozent entspricht. Die Umsätze mit Industriekunden und den sonstigen Kunden stiegen gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um +44,6 Prozent auf 22,7 Mio. EUR (erstes Halbjahr 2021: 15,7 Mio. EUR). Dadurch ergab sich eine strategiekonforme Umsatzkompensation für die im vor allem im zweiten Quartal zurückgegangenen Abrufe der Automobilkunden, welche im ersten Halbjahr 64,9 Prozent des Umsatzes (erstes Halbjahr 2021: 73,6 Prozent) repräsentierten. Der Umsatzanteil von Industriekunden belief sich auf 25,9 Prozent (erstes Halbjahr 2021: 20,5 Prozent), während bei sonstigen Kunden ein Anteil in Höhe von 9,2 Prozent (erstes Halbjahr 2021: 5,9 Prozent) zu verzeichnen war.

Umsatz nach Kundengruppen

in Mio. EUR 2022 2021
Automotive 41,9 43,7
Industrie 16,7 12,2
Andere 6,0 3,5
64,6 59,4

Für die Hauptmärkte Deutschland, übriges Europa und Asien ergab sich eine deutliche Umsatzausweitung gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres. Den höchsten Zuwachs verzeichnete die Absatzregion Europa (ohne Deutschland) mit +27,2 Prozent, gefolgt von Asien mit +16,1 Prozent und Deutschland mit +7,1 Prozent. Die Ausfuhr nach Amerika und übrigen Exportländern hingegen war mit -37,0 Prozent rückläufig. 64,6 Prozent der Umsätze entfielen auf Deutschland und Europa (erstes Halbjahr 2021: 62,6 Prozent), 30,2 Prozent auf Asien (erstes Halbjahr 2021: 28,3 Prozent) und 5,3 Prozent auf Amerika/Übrige Länder (erstes Halbjahr 2021: 9,1 Prozent). Insgesamt hat sich der Umsatzanteil in den Marktregionen außerhalb Deutschlands gegenüber dem ersten Halbjahr 2021 in Höhe von 52,9 Prozent auf 53,6 Prozent erhöht.

Umsatz nach Region

in Mio. EUR 2022 2021
Deutschland 30,0 28,0
Europa (ohne Deutschland) 11,7 9,2
Asien 19,5 16,8
Amerika 3,3 5,1
Andere 0,1 0,3
64,6 59,4

POSITIVER EBITDA AM STANDORT SCHRAMBERG TROTZ STEIGENDER MATERIAL- UND ENERGIEKOSTEN

Das Bruttoergebnis betrug im ersten Halbjahr -4,3 Mio. EUR (erstes Halbjahr 2021: -2,5 Mio. EUR), was einer negativen Bruttomarge in Höhe von -6,6 Prozent entspricht (erstes Halbjahr 2021: -4,2 Prozent). Zu dieser Entwicklung trug die Produktion des Werkes in China im Vergleich zum ersten Halbjahr 2022 mit einer Erhöhung des Bruttoergebnisverlustes um -1,8 Mio. EUR auf -9,9 Mio. EUR bei. Das erzielte Umsatzvolumen im Werk China verbunden mit stark gestiegenen Kosten für Zuliefermaterialien und den höheren Ausschussraten im Zusammenhang mit technologisch steigenden Anforderungen an ein komplexeres Produktportfolio führten noch zu keiner wesentlichen Fixkostenabdeckung. Das Brutto-Ergebnis der Gruppe ohne China belief sich auf +5,6 Mio. EUR was dem Betragsniveau des ersten Halbjahres des Vorjahres entspricht. Die bedeutenden Kostensteigerungen bei Rohmaterialen, Transport- und Energiekosten konnten durch selektive Verkaufspreissteigerungen und die gute Auslastungssituation am Standort Schramberg nahezu kompensiert werden. Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um +0,8 Mio. EUR auf 2,5 Mio. EUR. Die Funktionskosten des Vertriebes und der Verwaltung sowie der betrieblichen Aufwendungen stiegen insgesamt gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres um +1,5 Mio. EUR entsprechend +15,5 Prozent auf 11,5 Mio. EUR. Das Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) betrug -7,1 Mio. EUR (erstes Halbjahr 2021: -5,2 Mio. EUR). Die EBITDA-Quote beträgt -11,0 Prozent (erstes Halbjahr 2021: -8,8 Prozent). In der Gruppe ohne China wurde ein EBITDA in Höhe von +1,6 Mio. EUR erzielt EUR (erstes Halbjahr 2021: +3,9 Mio. EUR).

Das Betriebsergebnis (EBIT) belief sich auf -13,2 Mio. EUR (erstes Halbjahr 2021: -10,7 Mio. EUR) und fiel damit um -2,5 Mio. EUR geringer als im ersten Halbjahr des Vorjahres aus. Die Abschreibungen betrugen -6,1 Mio. EUR (erstes Halbjahr 2021: -5,5 Mio. EUR). Die Gruppe ohne China erzielte im ersten Halbjahr einen EBIT in Höhe von -1,6 Mio. EUR (erstes Halbjahr 2021: +0,6 Mio. EUR). Das Konzernergebnis ging gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres um -4,5 Mio. EUR auf -16,1 Mio. EUR zurück. Die im steuerlichen Ergebnis des Vorjahreshalbjahres enthaltene Aktivierung von latenten Steuern in Höhe von +2,8 Mio. EUR wurde im Rahmen des Jahresabschluss 2021 zu einem großen Teil aufgelöst. Auf einen Ansatz von latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge zum 30.06.2022 wurde verzichtet.

VERSCHULDUNGSGRAD INFOLGE PLANMÄSSIGER INVESTITIONEN UND ERGEBNISENTWICKLUNG IN CHINA GESTIEGEN

Gegenüber dem Stand am Jahresende 2021 reduzierte sich das Gesamtvermögen um -4,2 Mio. EUR auf 178,1 Mio. EUR. Das langfristige Vermögen nahm um +5,1 Mio. EUR auf 122,2 Mio. EUR zu. Wesentliche Ursachen waren der Anstieg der Sachanlagen infolge der getätigten Investitionen für den Standort China. Der Buchwert der Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte stieg um +6,0 Mio. EUR auf 107,7 Mio. EUR an. Die planmäßig verlaufenden Investitionen zum Ausbau der Produktion am Standort China sowie die Investitionen am Standort Schramberg betrugen 10,0 Mio. EUR (erstes Halbjahr 2021: 9,1 Mio. EUR).

Die Aktiva im kurzfristigen Bereich reduzierten sich gegenüber dem Stand am Jahresende um -9,3 Mio. EUR auf 55,8 Mio. EUR. Maßgeblich waren hierbei die Reduzierung von Zahlungsmitteln in Höhe von -9,6 Mio. EUR im ersten Halbjahr. Die liquiden Mittel betrugen Ende des ersten Halbjahres des 2022 4,8 Mio. EUR (31.12.2021: 14,4 Mio. EUR). Das Eigenkapital verringerte sich hauptsächlich aufgrund des negativen Konzernergebnisses auf 6,8 Mio. EUR (31.12.2021: 9,7 Mio. EUR). Positiv wirkte sich hierbei das sonstige Ergebnis mit einem Beitrag in Höhe von +2,6 Mio. EUR aus. Die Eigenkapitalquote verringerte sich um -1,5 Prozent-Punkte auf 3,8 Prozent. Im Januar 2022 beteiligte sich der Ankeraktionär WUS Printed Circuit (Kunshan) Co., Ltd. der Schweizer Electronic AG im Wege einer Kapitalerhöhung mit 12,8 Prozent am Nennkapital der chinesischen Tochtergesellschaft und entrichtete hierfür einen Kaufpreis von 75 Mio. CNY, welcher einem Zufluss im Eigenkapital von rd. 10,6 Mio. EUR entsprach.

Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten erhöhten sich infolge der planmäßigen Inanspruchnahme der lokalen Kreditlinien in China für Investitionen insgesamt um -14,3 Mio. EUR auf 95,4 Mio. EUR. Die Abnahme der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten resultierte maßgeblich aus der fristgerechten Rückzahlung des Darlehens aus dem Sonderprogramm der KfW in Höhe von 7,1 Mio. EUR durch die Muttergesellschaft. Insgesamt stiegen die Finanzverbindlichkeiten um +4,7 Mio. EUR. Die Netto-Verschuldung erhöhte sich um +17,9 Prozent auf 94,3 Mio. EUR (31.12.2021: 80,0 Mio. EUR). Der Anstieg in den sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten ergab sich im Wesentlichen aus der Umgliederung einer vereinbarten Vergleichsverpflichtung aus den langfristigen sonstigen Rückstellungen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen nahmen um -3,6 Mio. EUR auf 28,6 Mio. EUR ab (31.12.2021: 32,3 Mio. EUR).

Der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit belief sich im ersten Halbjahr auf -10,6 Mio. EUR und ging zum ersten Halbjahr des Vorjahres um -7,6 Mio. EUR zurück (erstes Halbjahr 2021: -2,9 Mio. EUR). Neben dem um -1,9 Mio. EUR geringeren EBITDA wirkte sich insbesondere die höhere Kapitalbindung durch das Working Capital im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres in Höhe von -8,2 Mio. EUR aus. Die Kapitalfreisetzungsveränderung durch Abbau von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Vermögenswerten fiel gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um -11,6 Mio. niedriger aus. Gegenläufig entwickelte sich hierbei gegenüber dem Vorjahr eine positive Kapitalfreisetzungsveränderung in den Vorräten in Höhe von +3,5 Mio. EUR. Die Summe der zahlungswirksamen Investitionen einschließlich Wechselkurseffekte betrug -11,2 Mio. EUR. Diese betrafen hauptsächlich den zahlungswirksamen Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten für den Produktionsstandort in China. Neben dem Kaufpreisfluss in Höhe von 10,6 Mio. EUR aus der Beteiligung der WUS-Gruppe wurden im ersten Halbjahr weitere Mittel aus den Langfrist-Darlehenszusagen des lokalen Konsortiums der Hausbanken in China in Höhe von 13,0 Mio. EUR aufgenommen. Dieser Neuverschuldung stehen Tilgungs- und Zinszahlungen in Höhe von -9,2 Mio. EUR, wovon -7,1 Mio. EUR aus der Rückzahlung des Darlehens aus dem KfW-Sonderprogramm entsprachen, gegenüber. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit belief sich damit auf +12,1 Mio. EUR (erstes Halbjahr 2021: +4,0 Mio. EUR). Insgesamt betrug die wechselkursbereinigte Veränderung des Finanzmittelfonds -9,6 Mio. EUR (erstes Halbjahr 2021: +1,5 Mio. EUR).

CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

AUSWIRKUNG EINER POTENZIELLEN GASVERSORGUNGSKRISE INFOLGE DES UKRAINEKRIEGES

Am 30. März 2022 rief das Bundeswirtschaftsministerium die Frühwarnstufe des Notfallplans Gas aus. Diese vorsorgliche Maßnahme dient dazu, dass sich die Wirtschaft in Deutschland auf den Fall einer Lieferunterbrechung und dadurch verursachte mögliche Engpässe in der Gasversorgung vorbereiten können. Mit dem Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) sind Gasnetzbetreiber verpflichtet, vorgeschriebene Maßnahmen zur Gewährleistung einer sicheren Versorgung mit Gas zu ergreifen. Im Falle einer Versorgungsunterbrechung ist die Belieferung der sogenannten geschützten Kunden so lange aufrecht zu halten, wie die Versorgung wirtschaftlich zumutbar ist. Gegenwärtig liegt kein Versorgungsengpass vor.

Das Werk in Schramberg nutzt ca. zwei Drittel seines Gasbezuges zum Betrieb eines Blockheizkraftwerks zur Erzeugung von Betriebsstrom. Ein Drittel des bezogenen Volumens wird für die Prozesstechnik und Heizung der Produktions- und Verwaltungsflächen verbraucht. Im Falle eines Versorgungsengpasses könnte der Betrieb des Blockheizkraftwerkes eingestellt und der Energiebedarf mittels eines direkten Strombezugs kompensiert werden. Bei einer potenziellen Einschränkung der Gasversorgung unter 30 Prozent aufgrund einer entsprechenden Zuteilung durch die Behörden könnte der Produktionsbetrieb am Standort Schramberg kurzfristig nicht aufrechterhalten werden, da für die Fertigung bestimmte Umgebungsbedingungen wie Raumtemperatur und Luftfeuchte vorherrschen müssen. Ein Ausfalltag entspräche einem täglichen Rohertragsverlust von 130 TEUR für eigengefertigte Leiterplatten. Gegenüber der Lage im März dieses Jahres erscheint das Risiko einer spürbar eingeschränkten Gasversorgung im zweiten Halbjahr bzw. zum Jahresende etwas geringer, da es mit Ausnahme der wartungsbedingten Pausen bei der Durchleitung über die Pipelines bisher noch zu keiner vollständigen Unterbrechung der Lieferungen aus Russland gekommen ist und wieder höhere Speicherstände erreicht wurden. Zudem werden sich die getroffenen Maßnahmen zum Anlanden von Flüssiggas gegenüber einer potenziellen Liefereinschränkung zunehmend kompensierend auswirken.

DECKUNG DES KAPITALBEDARFS DER TOCHTERGESELLSCHAFT IN CHINA

Die Tochtergesellschaft in China befindet sich noch in einer Aufbauphase, welche durch hohe Anlaufverluste in den vergangenen vier Geschäftsjahren gekennzeichnet ist. Die Gesellschaft hat im ersten Halbjahr 2022 aufgrund ihrer Finanzahlen einen maßgeblichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns und überdies eine hohe strategische Bedeutung für die geschäftliche Weiterentwicklung des Konzerns. Aufgrund der als hoch zu bewertenden Umsatzchancen mit Stammkunden des Konzerns ist mittelfristig von einer positiven Ertragslage bei der Tochtergesellschaft in China auszugehen.

Aufgrund der kumulierten Verluste und der damit einhergehenden negativen Cashflows wurde das bisher eingezahlte Kapital vollständig aufgezehrt. Der Liquiditätsbestand Ende Juni 2022 betrug 2,9 Mio. EUR. Für den prognostizierten Kapitalbedarf in Höhe von 8,6 Mio. EUR zur Deckung der kurzfristigen Verbindlichkeiten im zweiten Halbjahr 2022 werden Eigen- und Fremdkapital-Maßnahmen zur Generierung von flüssigen Mitteln evaluiert und umgesetzt. Die Ereignisse und Gegebenheiten bei der chinesischen Tochtergesellschaft deuten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die ein bestandsgefährdendes Risiko darstellt.

Derzeit bestehen intensive und aussichtsreiche Verhandlungen mit weiteren Investoren, die sich in den nächsten Monaten an der Schweizer Electronic (Jiangsu) Co., Ltd. beteiligen wollen. Diese Transaktion wird bei Durchführung sowohl die Eigenkapitalquote als auch die Liquiditätsausstattung der Einheit im zweiten Halbjahr stärken (siehe weitere Ausführungen im Prognosebericht). Für die Fremdfinanzierung werden verschiedene Ansätze wie u.a. die Erweiterung des Leasingrahmens, des Factoring sowie die Einräumung von Betriebsmittellinien von anderen Banken verfolgt. Ferner wird mit dem Erhalt weiterer Incentives der Regierung gerechnet.

Sollte keine oder nur ein Teil der Maßnahmen bis zum Jahresende wirksam werden, besteht die Möglichkeit, eine Eigenkapitalfinanzierung durch eine weitere Einlagenzahlung der Schweizer Electronic AG mittels einer Kapitalerhöhung in Deutschland oder der Begebung von Schuldscheindarlehen durchzuführen.

Aufgrund der dargelegten Verhältnisse erscheint für das Jahr 2022 die Finanzierung der Gesellschaft für das Jahr 2022 sichergestellt. Die Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln sollte unter der Maßgabe der heute absehbaren Entwicklungen bestehende oder zukünftige Zahlungsverpflichtungen erfüllen.

Hinsichtlich der weiteren Chancen und Risiken verweisen wir auf unsere Ausführungen im Geschäftsbericht 2021 auf den Seiten 62 ff. Die dort beschriebene übrige Situation hat sich nicht wesentlich geändert.

PROGNOSEBERICHT

Die Erwartungen zum Wachstum der volkswirtschaftlichen Entwicklung in Europa betragen in der Sommerprognose der Europäischen Kommission 2,7 Prozent bezogen auf das Gesamtjahr. Mit einem Wachstum von 1,4 Prozent wird Deutschland voraussichtlich das Schlusslicht bilden.

Belastende Faktoren für das zweite Halbjahr 2022 werden die Auswirkungen des Angriffskriegs Russland auf die Ukraine und die starke Inflation, die im Jahr 2022 auf 8,3 Prozent in der EU klettern wird, sein. Höhere Preise und steigende Zinsen werden sich negativ auf das Konsumverhalten sowohl der privaten Haushalte als auch in der Industrie bemerkbar machen. Ferner gehen weitere negative Impulse von der anhaltenden Wachstumsverlangsamung in den USA und der immer noch streng verfolgten Null-COVID-Politik in China aus. Letztere kann sich verstärkt im zweiten Halbjahr auswirken, da in China die leichter übertragbaren Virusvarianten dominieren und somit die Wahrscheinlichkeit von lokalen Ausbrüchen deutlich steigt.

Entgegen den ursprünglichen Prognosen scheint sich die Erholung im Bereich der Halbleiterversorgung, insbesondere für die europäische Automobilindustrie, nicht wie erhofft bis Ende 2022 zu realisieren. Die Nicht-Verfügbarkeit von Automobilen sowie die steigenden Preise werden sich dämpfend auf die Nachfrage auswirken. Entsprechend wurden die Prognosen zu den Absatzzahlen nach unten korrigiert (VDA). Für Europa wird eine Stagnation, für China sogar eine Rezession im Automobilsektor erwartet. Auch der weltweite Automobilabsatz wird um 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr schrumpfen. Damit würde der Automobilabsatz immer noch um 13 Prozent unterhalb des Niveaus von 2019 liegen.

UMSATZERWARTUNG

Wir erwarten für das Geschäftsjahr 2022 ein Umsatzwachstum von +5 bis +15 Prozent, was einem Umsatz von knapp 130 bis 140 Mio. EUR für das Geschäftsjahr 2022 entspricht.

Damit prognostizieren wir, wie im Vorjahr, ein deutlich stärkeres Wachstum als der Gesamtmarkt. Die Marktanteilsgewinne werden durch die Ausweitung des Geschäfts mit Bestandskunden, als auch der Akquise von Neukunden realisiert. Den größten Anteil am Wachstum wird das Werk in China ermöglichen, mit dem Schweizer insbesondere bei den Bestandskunden größere Anteile am Gesamtbedarf adressieren wird, jedoch auch neue Kundengruppen erschließen kann. Positiv wird sich auch die schrittweise Erhöhung der Serienumsätze mit der Chip-Embedding Technologie auswirken, welche die Effizienz von Hybrid-Fahrzeugen optimiert. Durch den Ausbau der Vertriebsaktivitäten im amerikanischen Markt, erwarten wir zusätzliche positive Impulse durch die zunehmende Globalisierung unserer Absatzgebiete.

Die aktualisierte Umsatzerwartung für das Jahr 2022 bleibt unter unserer Prognose vom April 2022. Dies hat zwei wesentliche Gründe. Erstens haben sich die gesamtwirtschaftlichen Erwartungen, gemäß der Prognosen führender Wirtschaftsforschungsinstitute in den letzten Wochen weiter verschlechtert. Nicht nur für Deutschland, sondern auch global. Die Inflation galoppiert, die Zinsen steigen und die Bauteileknappheit wirkt immer noch stark dämpfend auf ein mögliches Wachstum. Zweitens wurden im Rahmen eines Programms zur Ergebnisverbesserung in unserem Werk in China eine Reihe von nicht rentablen Produkten, soweit vertraglich möglich, gekündigt. Solange Folgeaufträge noch nicht gesichert sind, wird dies zu einer Begrenzung des Umsatzes führen.

ERGEBNISPROGNOSE

Für das EBITDA erwarten wir eine Verbesserung im zweiten Halbjahr 2022 gegenüber der ersten Jahreshälfte 2022. Die EBITDA-Marge für das Geschäftsjahr 2022 prognostizieren wir nun mit -4 bis -8 Prozent (bisherige Prognose laut Geschäftsbericht 2021: -4 bis +1 Prozent).

Diese Vorschau basiert auf den positiven Auswirkungen des Restrukturierungsprogrammes bei der Schweizer Electronic (Jiangsu) Co., Ltd. in China, welches im Laufe des zweiten Halbjahrs seine volle Wirkung zeigen wird. Hieraus wurden Maßnahmen mit einer Ergebniswirkung von ca. 3 Mio. EUR für das zweite Halbjahr umgesetzt bzw. in die Wege geleitet. Ebenso erwarten wir positive Impulse durch einen verbesserten Produktmix aus der Produktion im Werk Schramberg.

Die Situation auf den Rohstoffmärkten ist und bleibt stark schwankend. Obwohl sich eine gewisse Entspannung bei den wichtigsten Rohstoffen und Edelmetallen ergeben hat, erwarten wir zunächst keine spürbare Reduzierung der Beschaffungspreise für Einkaufsmaterialien, da diese auch stark von der Entwicklung der Energiepreise und den sonstigen inflationsbedingten Kostensteigerungen abhängig sind.

Für das zweite Halbjahr erwarten wir eine Belastung durch steigende Energiepreise bei Gas und Strom und weiterhin hohe Logistikkosten. Die reduzierte Umsatzerwartung aufgrund der beschriebenen Faktoren werden sich ebenso negativ auf die Ergebnislage auswirken.

FINANZLAGE UND LIQUIDITÄT

Durch die operative Verlustsituation wird auch das zweite Halbjahr zu einer Reduzierung des Eigenkapitals und der Liquidität in der Gruppe führen. Sowohl in China als auch in Deutschland sind die Investitionen für das zweite Halbjahr nur gering, da diese in China bereits in den ersten sechs Monaten getätigt wurden. Schwerpunkt der Maßnahmen zur Stützung des Eigenkapitals sowie zur Versorgung mit ausreichenden Finanzmitteln wird in China die Durchführung einer weiteren Kapitalerhöhung durch die Direktinvestition in die chinesische Tochtergesellschaft sein. Hierzu laufen vielversprechende Gespräche mit verschiedenen Investoren aus Asien. Vorausgesetzt, dass die Gespräche erfolgreich sind und die Eigenkapitaleinzahlung in die Schweizer Electronic (Jiangsu) Co., Ltd. in China erfolgt, wird sich zum Jahresende die Konzerneigenkapitalquote wie bisher prognostiziert zwischen 6 und 11 Prozent bewegen. Da die Kapitaleinzahlung per Bareinlage geplant ist, würde auch eine ausreichende Liquiditätsversorgung für die Gesellschaft in China sichergestellt sein. Für den Standort in Schramberg wird im zweiten Halbjahr mit einer schrittweisen Verbesserung der Liquiditätslage aus dem operativen Geschäft, sowie durch eine Reduzierung des gebundenen kurzfristigen Kapitals gerechnet. Letzteres unter der Voraussetzung einer schrittweisen Normalisierung der internationalen Supply-Chain.

Schramberg, 29. Juli 2022

Schweizer Electronic AG

Der Vorstand

(N. F. Schweizer) (M. Bunz)

KONZERN-ZWISCHENABSCHLUSS

VERKÜRZTE KONZERN-GEWINN-UND-VERLUSTRECHNUNG

FÜR DEN ZEITRAUM VOM 01. JANUAR BIS ZUM 30. JUNI 2022

01.01. -

30.06.2022
01.01. -

30.06.2021
TEUR TEUR
--- --- ---
Umsatzerlöse 64.579 59.368
Umsatzkosten | Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen -68.866 -61.859
Bruttoergebnis vom Umsatz -4.287 -2.491
Vertriebskosten -2.772 -2.491
Verwaltungskosten -7.443 -6.675
Sonstige betriebliche Erträge 2.535 1.703
Sonstige betriebliche Aufwendungen -1.260 -770
Betriebsergebnis -13.227 -10.724
Finanzerträge 6 21
Finanzaufwendungen -2.519 -1.740
Ergebnis vor Steuern vom Einkommen und Ertrag -15.740 -12.443
Steuern vom Einkommen und Ertrag -332 913
Konzernergebnis -16.072 -11.530
Davon entfallen auf:
Anteilseigner des Mutterunternehmens -14.112 -11.529
Nicht beherrschende Anteile -1.960 -1
Ergebnis je Aktie
unverwässerter (= verwässerter) Aktienbestand (in Stk.) 3.770.713 3.770.713
unverwässert, bezogen auf das den Inhabern von Stammaktien des Mutterunternehmens zuzurechnende Ergebnis (in EUR) -3,74 -3,06

VERKÜRZTE KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG

FÜR DEN ZEITRAUM VOM 01. JANUAR BIS ZUM 30. JUNI 2022

01.01.- 30.06.2022 01.01.- 30.06.2021
TEUR TEUR
--- --- ---
Konzernergebnis -16.072 -11.530
Sonstiges Ergebnis
In Folgeperioden in die Gewinn- und Verlustrechnung umzugliederndes sonstiges Ergebnis (nach Steuern): 202 842
Währungsumrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe 202 842
Netto-(Verlust)/Gewinn aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten 0 0
In Folgeperioden nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umzugliederndes sonstiges Ergebnis (nach Steuern): 2.339 1.083
Gewinne/(Verluste) aus der Neubewertung leistungsorientierter Pensionspläne 3.300 1.528
und vergleichbarer Verpflichtungen 0 0
Gewinne/(Verluste) aus erfolgsneutralen, zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögenswerten 0 0
Ertragsteuern -961 -445
Sonstiges Ergebnis nach Steuern 2.541 1.925
Gesamtergebnis nach Steuern -13.531 -9.605
Davon entfallen auf:
Anteilseigner des Mutterunternehmens -11.415 -9.605
Nicht beherrschende Anteile -2.115 0

VERKÜRZTE KONZERNBILANZ

ZUM 30. JUNI 2022

Aktiva

30.06.2022 31.12.2021
TEUR TEUR
--- --- ---
Langfristige Vermögenswerte 122.238 117.139
Sachanlagen 105.235 99.875
Immaterielle Vermögenswerte 2.426 1.739
Sonstige Beteiligungen 12 12
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 5 5
Sonstige Vermögenswerte 679 702
Latente Steueransprüche 3.311 3.641
Nutzungsrechte gem. IFRS 16 10.570 11.165
Kurzfristige Vermögenswerte 55.820 65.163
Vorräte 20.110 18.137
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 15.940 16.980
Vertragsvermögenswerte 6.459 7.474
Forderungen aus Steuern 0 5
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.526 830
Sonstige Vermögenswerte 6.993 7.315
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 4.792 14.422
Bilanzsumme 178.058 182.302

Passiva

30.06.2022 31.12.2021
TEUR TEUR
--- --- ---
Eigenkapital 6.812 9.721
Gezeichnetes Kapital 9.664 9.664
Eigene Anteile -24 -24
Kapitalrücklage 24.900 21.779
Gewinnrücklagen -25.577 -21.698
Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital 8.963 9.721
Nicht beherrschende Anteile -2.151 0
Langfristige Schulden 127.336 116.423
Finanzverbindlichkeiten 95.404 81.127
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 7.934 8.579
Rückstellung für leistungsorientierte Pensionspläne 18.246 21.514
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0 89
Sonstige Verbindlichkeiten 3.139 578
Sonstige Rückstellungen 972 3.749
Latente Steuerschulden 1.641 787
Kurzfristige Schulden 43.910 56.158
Finanzverbindlichkeiten 3.667 13.248
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 2.192 2.049
Rückstellung für leistungsorientierte Pensionspläne 943 943
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 28.624 32.224
Sonstige Verbindlichkeiten 4.473 4.503
Verbindlichkeiten aus Steuern 178 201
Sonstige Rückstellungen 3.833 2.990
Summe Schulden 171.246 172.581
Bilanzsumme 178.058 182.302

VERKÜRZTE KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

FÜR DEN ZEITRAUM VOM 01. JANUAR BIS ZUM 30. JUNI 2022

01.01.- 30.06.2022 01.01.- 30.06.2021
TEUR TEUR
--- --- ---
Betriebliche Tätigkeit Ergebnis vor Steuern -15.740 -12.443
Anpassungen zur Überleitung des Ergebnisses vor Steuern auf die Netto-Cashflows:
Finanzerträge -6 -21
Finanzaufwendungen 2.519 1.740
Abschreibungen und Wertminderung aus Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 6.119 5.483
Sonstige nicht zahlungswirksame Erträge/Aufwendungen -238 -764
Gewinne (-)/ Verluste (+) aus dem Abgang von Sachanlagen und sonstigen langfristigen Vermögenswerten 20 0
Veränderungen Rückstellung für leistungsorientierte Pensionspläne (ohne ergebnisneutral verbuchte Veränderungen) 32 -252
Veränderung der sonstigen Rückstellungen 844 1.120
Erhaltene Zuwendungen der öffentlichen Hand 291 108
Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstiger Vermögenswerte 694 12.245
Veränderung der Vorräte -1.416 -4.866
Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten -3.509 -3.402
Erhaltene Zinsen -4 -21
Gezahlte / erstattete Steuern vom Einkommen und Ertrag -164 -1.847
Cashflows aus der betrieblichen Tätigkeit -10.558 -2.920
Investitionstätigkeit
Einzahlungen aus der Veräußerung von Sachanlagen 45 4.865
Auszahlungen aus dem Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten -11.281 -16.756
Zahlungseingänge aus Zuwendungen der öffentlichen Hand 0 11.900
Cashflows aus der Investitionstätigkeit -11.236 9
Finanzierungstätigkeit
Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführungen von anderen Gesellschaftern 10.586 0
Zahlungseingänge aus der Aufnahme von Darlehen 12.980 7.735
Auszahlungen aus der Tilgung von Darlehen -8.283 -1.781
Auszahlungen für die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten -951 -207
Gezahlte Zinsen -2.239 -1.740
Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit 12.093 4.007
Nettoänderung von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten -9.701 1.096
Wechselkursbedingte Änderungen der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 71 362
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 1. Januar 14.422 22.973
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 30. Juni 4.792 24.431

KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG

in Gewinnrücklagen / Bilanzgewinn enthalten:
in TEUR Gezeichnetes Kapital Eigene Anteile Kapitalrücklage Gewinnrücklagen / Bilanzgewinn Gewinne/(Verluste) aus der Neubewertung leistungsorientierter Pensionspläne Wertänderung zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte
--- --- --- --- --- --- ---
Stand 1. Januar 2021 9.664 -24 21.795 2.748 -6.504 274
Konzernergebnis -11.530
Sonstiges Ergebnis 1.925 1.083
Gesamtergebnis 0 0 0 -9.605 1.083 0
Nicht beherrschende Anteile aus Unternehmenszusammenschlüssen
Veränderung eigener Anteile
Long-Term Incentives
Dividendenzahlung
Einstellung in Rücklagen
Übrige Veränderungen
Stand 30. Juni 2021 9.664 -24 21.795 -6.857 -5.421 274
Stand 1. Januar 2022 9.664 -24 21.779 -21.698 -5.641 274
Konzernergebnis -14.112
Sonstiges Ergebnis 2.696 2.339
Gesamtergebnis 0 0 0 -11.416 2.339 0
Nicht beherrschende Anteile aus Unternehmenszusammenschlüssen 8.077
Veränderung eigener Anteile
Long-Term Incentives
Dividendenzahlung
Einstellung in Rücklagen 2.580
Kapitaleinzahlung
Stand 30. Juni 2022 9.664 -24 24.359 -25.037 -3.302 274
in Gewinnrücklagen / Bilanzgewinn enthalten:
in TEUR Währungs- umrechnungs- differenz Konzernergebnis (Anteil der Aktionäre der SEAG) Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital nicht beherrschende Anteile Eigenkapital
--- --- --- --- --- ---
Stand 1. Januar 2021 -830 -37.601 34.183 91 34.274
Konzernergebnis -11.530 -11.530 -11.530
Sonstiges Ergebnis 842 1.925 1.925
Gesamtergebnis 842 -11.530 -9.605 0 -9.605
Nicht beherrschende Anteile aus Unternehmenszusammenschlüssen
Veränderung eigener Anteile
Long-Term Incentives
Dividendenzahlung
Einstellung in Rücklagen
Übrige Veränderungen
Stand 30. Juni 2021 12 -49.131 24.578 91 24.669
Stand 1. Januar 2022 -348 -63.788 9.722 0 9.722
Konzernergebnis -14.112 -14.112 -1.960 -16.072
Sonstiges Ergebnis 357 2.696 -155 2.541
Gesamtergebnis 357 -14.112 -11.416 -2.115 -13.531
Nicht beherrschende Anteile aus Unternehmenszusammenschlüssen 8.077 8.077 -8.077
Veränderung eigener Anteile
Long-Term Incentives
Dividendenzahlung
Einstellung in Rücklagen 2.580 541 3.121
Kapitaleinzahlung 7.500 7.500
Stand 30. Juni 2022 9 -69.823 8.963 -2.151 6.812

KONZERNANHANG

1. GRUNDLAGEN DES ZWISCHENABSCHLUSSES

Informationen zum Unternehmen

Das Mutterunternehmen der Schweizer-Gruppe ist die Schweizer Electronic AG (nachfolgend als das Unternehmen oder Schweizer bezeichnet). Der eingetragene Firmensitz der Schweizer befindet sich in der Einsteinstraße 10, 78713 Schramberg, Deutschland. Das Unternehmen ist im Handelsregister des Amtsgerichts Stuttgart unter der Handelsregisternummer HRB 480540 eingetragen. Die Schweizer Electronic AG ist seit dem 5. Juli 1989 an der Börse im regulierten Markt notiert. Die Aktien (ISIN DE0005156236) sind an den Börsenplätzen Frankfurt/Main und Stuttgart zugelassen.

Der verkürzte Konzernzwischenabschluss der Schweizer-Gruppe für das erste Halbjahr 2022 wurde am 29. Juli 2022 durch den Vorstand zur Veröffentlichung freigegeben.

Grundlagen der Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses

Der verkürzte Konzernzwischenabschluss wurde nach Vorschriften der International Financial Reporting Standards (IFRS) einschließlich der Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (IFRIC) aufgestellt, die durch die EU-Kommission in europäisches Recht übernommen wurden und zum Bilanzstichtag anzuwenden sind.

In Übereinstimmung mit IAS 34 "Zwischenberichterstattung" enthält der verkürzte Konzernzwischenabschluss nicht alle für einen Konzernabschluss zum Geschäftsjahresende erforderlichen Informationen sowie Angaben und ist daher in Verbindung mit dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 zu lesen.

Unsere Geschäftstätigkeit unterliegt dem Einfluss von saisonalen Schwankungen. Die Ergebnisse der Zwischenberichtsperioden können daher nur eingeschränkt als Indikator für die Ergebnisse des gesamten Geschäftsjahres herangezogen werden.

Im Rahmen der Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses gemäß IFRS sind Schätzungen und Annahmen des Managements erforderlich. Diese haben Einfluss auf den Ausweis von Vermögenswerten und Schulden, die Angaben zu Eventualforderungen und -verbindlichkeiten zum Bilanzstichtag sowie den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen für die Berichtsperiode. Die sich tatsächlich einstellenden Beträge können wesentlich von den Schätzungen des Managements abweichen. Veränderungen der Annahmen und Schätzungen können einen wesentlichen Einfluss auf den verkürzten Konzernzwischenabschluss haben.

Der verkürzte Konzernzwischenabschluss wird in der Berichtswährung Euro, der funktionalen Währung der Schweizer Electronic AG, aufgestellt. Sofern nichts anderes angegeben ist, werden sämtliche Werte entsprechend kaufmännischer Rundung auf Tausend (TEUR) auf- oder abgerundet, sodass sich geringfügige Abweichungen bei der Addition ergeben können.

Der verkürzte Konzernabschluss wurde unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt. Für weitere Erläuterungen zu diesem Thema wird auf das Kapitel "Chancen & Risikobericht" des Konzern-Zwischenlageberichtes verwiesen.

2. ZUSAMMENFASSUNG WESENTLICHER RECHNUNGSLEGUNGSGRUNDSÄTZE

Konsolidierungskreis

Neben der Schweizer Electronic AG als Mutterunternehmen setzt sich der Konsolidierungskreis wie folgt zusammen:

Anzahl der vollkonsolidierten Unternehmen 31. Dezember 2021 Erstmals einbezogen im Geschäftsjahr 2022 Ausgeschieden im Geschäftsjahr 2022 30. Juni 2022
Inland 1 0 0 1
Ausland 5 0 0 5
Gesamt 6 0 0 6

Im ersten Halbjahr 2022 ergaben sich keine Änderungen am Konsolidierungskreis der Schweizer-Gruppe.

Währungsumrechnung

Für die Umrechnung der wesentlichen Währungen im Konzern wurden folgende Wechselkurse für einen Euro zugrunde gelegt:

Devisenkurse Stichtagskurs Durchschnittskurs
EUR 30. Juni 2022 31. Dezember 2021 1. HJ. 2022 1. HJ 2021
--- --- --- --- ---
USD USA 1,0387 1,1326 1,0939 1,2056
CNY China 6,9624 7,194 7,0827 7,7980
SGD Singapur 1,4483 1,5279 1,4925 1,6061

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die im verkürzten Zwischenabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze entsprechen den im Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2021 angewandten Rechnungslegungsvorschriften, welche auf den Seiten 120 ff. des Geschäftsberichts 2021 detailliert dargestellt wurden.

3. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNZWISCHENGEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

3.1 Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse gliedern sich wie folgt:

1. Januar bis 30. Juni 2022 1. Januar bis 30. Juni 2021
Mio. EUR Mio. EUR
--- --- ---
Nach Tätigkeitsbereichen
Durchmetallisierte Schaltungen 7,3 12,1
Nicht durchmetallisierte Schaltungen 3,1 4,4
Multilayer / HDI 53,4 41,7
Sonstige 0,8 1,2
64,6 59,4
Nach Region
Inland 30,0 28,0
Europa (ohne Deutschland) 11,7 9,2
Amerika 3,3 5,1
Asien 19,5 16,8
Übrige Länder 0,1 0,3
64,6 59,4

Die Umsatzerlöse sind nach den Standorten der Kunden gegliedert.

3.2 Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:

1. Januar bis 30. Juni 2022 1. Januar bis 30. Juni 2021
TEUR TEUR
--- --- ---
Abfallerlöse 620 668
Währungsgewinne 1.125 452
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 1 24
Erträge aus der Auflösung von Einzelwertberichtigungen 260 29
Erträge aus Fördermitteln 291 75
Übrige Erträge 238 455
Summe 2.535 1.703

3.3 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stellen sich wie folgt dar:

1. Januar bis 30. Juni 2022 1. Januar bis 30. Juni 2021
TEUR TEUR
--- --- ---
Währungsverluste 1.102 351
Forderungsverluste 120 15
Übrige Aufwendungen 38 404
Summe 1.260 770

3.4 Finanzerträge

Die Finanzerträge setzen sich wie folgt zusammen:

1. Januar bis 30. Juni 2022 1. Januar bis 30. Juni 2021
TEUR TEUR
--- --- ---
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 6 21

3.5 Finanzaufwendungen

Die Finanzaufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

1. Januar bis 30. Juni 2022 1. Januar bis 30. Juni 2021
TEUR TEUR
--- --- ---
Gezahlte Zinsen 2.194 1.722
Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen 325 18
Summe 2.519 1.740

Die gezahlten Zinsen sind in Höhe 1.478 TEUR (2021: 1.152 TEUR) auf den lokalen Investitionskredit für den Standort Jintan und in Höhe von 716 TEUR (2021: 570 TEUR) auf Zinsen für die übrigen Finanzverbindlichkeiten zurückzuführen.

3.6 Personalaufwand

Der Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen:

1. Januar bis 30. Juni 2022 1. Januar bis 30. Juni 2021
TEUR TEUR
--- --- ---
Löhne und Gehälter 20.483 19.490
Kosten der sozialen Sicherheit 3.748 3.504
Altersversorgung 408 308
Summe 24.639 23.302

3.7 Steuern vom Einkommen und Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag setzen sich zusammen aus Aufwand (+) / Ertrag (-):

1. Januar bis 30. Juni 2022 1. Januar bis 30. Juni 2021
TEUR TEUR
--- --- ---
Steuern aus der laufenden Berichtsperiode 85 81
Periodenfremde Ertragsteuern 24 1.767
Aufwand Latente Steuern 223 0
Ertrag Latente Steuern 0 -2.761
Summe 332 -913

Die periodenfremden Ertragsteuern enthielten im Vorjahreszeitraum vom 01.01. - 30.06.2021 eine Nachversteuerung von Zuwendungen für den Erwerb des Landnutzungsrechts am Standort Jintan im Jahr 2018.

Im Aufwand für latente Steuern sind temporäre Abweichungen, die zwischen Ansätzen in der Steuerbilanz und der IFRS-Konzernbilanz bestehen, enthalten.

Eine Veränderung der Annahmen und Schätzungen der Nutzung steuerlicher Verlustvorträge der Schweizer Electronic (Jiangsu) Co., Ltd. ergab sich zum 30. Juni 2022 nicht; dementsprechend sind - abweichend zum Vorjahresstichtag - keine Erträge aus aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge berücksichtigt.

Bezüglich der getroffenen Annahmen verweisen wir auf die Seiten 139ff des Geschäftsberichts 2021.

3.8 Ergebnis je Aktie

Nachfolgende Tabelle enthält die der Berechnung des unverwässerten (ist gleich verwässernden) Ergebnisses je Aktie zugrunde gelegten Beträge.

1. Januar bis 30. Juni 2022 1. Januar bis 30. Juni 2021
Den Inhabern von Stammaktien des Mutterunternehmens zuzurechnendes Ergebnis -14.112 -11.529
Gewichtete durchschnittliche Anzahl der Stammaktien 3.770.713 3.770.713
Ergebnis je Aktie in EUR -3,74 -3,06

4. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNZWISCHENBILANZ

4.1 Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte

Die wesentlichen Veränderungen im Anlagevermögen sind auf das Werk in Jintan, China zurückzuführen. Die Anlagen im Bau stiegen um 6,6 Mio. EUR auf 11,9 Mio. EUR (31. Dezember 2021: 5,3 Mio. EUR) resultierend aus geleisteten Anzahlungen. Am Standort in Jintan wurde produktionsbezogene Software in Höhe von 787 TEUR aktiviert.

4.2 Sonstige Vermögenswerte

Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

30. Juni 2022 31. Dezember 2021
TEUR TEUR
--- --- ---
Debitorische Kreditoren 71 110
Finanzforderungen 1.284 524
Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte 176 201
Summe sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.531 835
Langfristig 5 5
Kurzfristig 1.526 830

Die Finanzforderungen resultieren aus einer Maßnahme zur Optimierung des Working Capitals aus dem Bereich Forderungsmanagement.

Die sonstigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

30. Juni 2022 31. Dezember 2021
TEUR TEUR
--- --- ---
Umsatzsteuerforderungen aus Investitionen 370 1.274
Forderungen aus Zuwendungen der öffentlichen Hand 3.352 4.506
Rechnungsabgrenzungsposten 1.773 1.054
Forderungen aus Steuererstattungen 505 353
Übrige sonstige Vermögenswerte 1.672 830
Summe sonstige Vermögenswerte 7.672 8.017
Langfristig 679 702
Kurzfristig 6.993 7.315

4.3 Finanzverbindlichkeiten

Die Finanzverbindlichkeiten zum 30. Juni 2022 beinhalten ausschließlich Bankdarlehen in Höhe von 99.071 TEUR (31. Dezember 2021: 94.375 TEUR).

Die Veränderung der Finanzverbindlichkeiten zum 30. Juni 2022 in Höhe von 4.696 TEUR resultiert aus der Rückzahlung der KfW-Darlehen in Höhe von 7.100 TEUR in Schramberg sowie Darlehensaufnahmen in Höhe von 12.980 TEUR der Schweizer Electronic (Jiangsu) Co., Ltd., China, sowie aus Tilgungen auf Darlehen der Schweizer Electronic AG in Höhe von 1.183 TEUR.

4.4 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

30. Juni 2022 31. Dezember 2021
TEUR TEUR
--- --- ---
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 10.016 10.492
Derivate mit negativem Marktwert 103 79
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 7 57
Summe sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 10.126 10.628
Langfristig 7.934 8.579
Kurzfristig 2.192 2.049

4.5 Rückstellung für leistungsorientierte Pensionspläne

Die Entwicklung der Rückstellung betreffend leistungsorientierter Pensionspläne wurde auf Basis unveränderter finanzieller und demografischer Annahmen simuliert (siehe Seite 157 ff. des Geschäftsberichts 2021). Die Effekte aus der Veränderung der versicherungsmathematischen Verluste aufgrund der Änderung des Marktzinssatzes um 2,36 % auf 3,36 % zum 30. Juni 2022 (31. Dezember 2021: 1,00 %) sind mit 3.300 TEUR im sonstigen Ergebnis enthalten.

4.6 Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

30. Juni 2022 31. Dezember 2021
TEUR TEUR
--- --- ---
Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern 2.497 1.389
Garantien 288 288
Übrige Rückstellungen 2.020 5.062
Summe 4.805 6.739
Langfristig 972 3.749
Kurzfristig 3.833 2.990

Die Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern enthalten Urlaubsansprüche der Arbeitnehmer in Höhe von 1.311 TEUR (31. Dezember 2021: 172 TEUR) sowie Rückstellungen für Verpflichtungen aus einer Betriebsvereinbarung für Altersteilzeitregelungen, welche zum Stichtag 667 TEUR betragen (31. Dezember 2021: 837 TEUR), das damit saldierungsfähige Rückdeckungsguthaben beträgt 375 TEUR (31. Dezember 2021: 535 TEUR). Ferner sind Rückstellungen für Zeitguthaben von 580 TEUR (31. Dezember 2021: 499 TEUR) sowie ausstehende Jubiläumszuwendungen von 44 TEUR (31. Dezember 2021: 44 TEUR) enthalten.

Rückstellungen im Zusammenhang mit der Restrukturierung für Abfindungen bestehen in Höhe von 130 TEUR (31. Dezember 2021: 0 TEUR).

Die sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Kosten für ausstehende Kostenrechnungen in Höhe von 92 TEUR (31. Dezember 2021: 351 TEUR), Kosten im Zusammenhang mit den Jahresabschlüssen 2021 und 2022 in Höhe von 547 TEUR (31. Dezember 2021: 348 TEUR), für Aufsichtsratsvergütungen in Höhe von 90 TEUR (31. Dezember 2021: 180 TEUR). Ferner wurde die Verpflichtung für die Ausgleichszahlung an die ehemalige Vorstandsvorsitzende Frau Dr. Maren Schweizer in Höhe von 2.777 TEUR aus den übrigen Rückstellungen in die sonstigen Verbindlichkeiten umgegliedert.

4.7 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

Der Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen auf 28.624 TEUR (31. Dezember 2021: 32.324 TEUR) resultiert im Wesentlichen aus der Veränderung der Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit den Investitionsmaßnahmen am neuen Produktionsstandort Jintan.

Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

30. Juni 2022 31. Dezember 2021
TEUR TEUR
--- --- ---
Verbindlichkeiten aus Lohn- und Gehaltsabrechnung 2.582 2.395
Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern 1.347 1.287
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 175 46
Verbindlichkeit Upfront 645 608
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 2.863 745
Summe sonstige Verbindlichkeiten 7.612 5.081
Langfristig 3.139 578
Kurzfristig 4.473 4.503

Der Anstieg der Verbindlichkeiten aus der Lohn- und Gehaltsabrechnung ist im Wesentlichen auf die jährlich im Juni abgerechnete Sonderzahlung, die zum 30. Juni 2022 noch nicht ausgezahlt wurde, zurückzuführen.

Die Verbindlichkeit Upfront begründet sich aus einem abzugrenzenden Zahlungseingang für vorweggenommene Preisnachlässe von einem Lieferanten (Upfront Payment) über 645 TEUR (31. Dezember 2021: 608 TEUR).

Die übrigen sonstigen Verbindlichkeiten enthalten die Umgliederung der Verbindlichkeit gegenüber einem ehemaligen Vorstandsmitglied in Höhe von 2.777 TEUR (31.12.2021: 0 TEUR).

4.8 Zuwendungen der öffentlichen Hand

Die Zuwendungen der öffentlichen Hand beziehen sich unverändert auf geförderte Investitionen für Gebäude und Maschinen, die von der Schweizer Electronic (Jiangsu) Co., Ltd., China, getätigt wurden.

4.9 Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten

30. Juni 2022

in TEUR Beizulegender Zeitwert 1. Stufe 2. Stufe 3. Stufe zu fortgeführten Anschaffungskostengeführten Anschaffungskosten nicht im Anwendungsbereich von IFRS 7
Aktiva
Beteiligungen 12 0 0 12 0 0
erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert
fortgeführte Anschaffungskosten 12 12
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 15.932 0 0 0 15.932 0
fortgeführte Anschaffungskosten 15.932 15.932
Sonstige derivative finanzielle Vermögenswerte 3 0 3 0 0 0
erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 3 3
fortgeführte Anschaffungskosten
Sonstige nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte 1.531 0 0 0 1.531 0
erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert
fortgeführte Anschaffungskosten 1.531 1.531
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 4.792 0 0 0 4.792 0
fortgeführte Anschaffungskosten 4.792 4.792
Passiva
Finanzverbindlichkeiten 99.071 0 0 0 99.071 0
fortgeführte Anschaffungskosten 99.071 99.071
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 28.624 0 0 0 28.624 0
fortgeführte Anschaffungskosten 28.624 28.624
Sonstige derivative finanzielle Verbindlichkeiten 103 0 103 0 0 0
erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 103 103
fortgeführte Anschaffungskosten
Sonstige nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten 7 0 0 0 7 0
Leasingverbindlichkeiten 10.016 0 0 0 10.016 0
in TEUR Buchwert
Aktiva
Beteiligungen 12
erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert
fortgeführte Anschaffungskosten 12
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 15.932
fortgeführte Anschaffungskosten 15.932
Sonstige derivative finanzielle Vermögenswerte 3
erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 3
fortgeführte Anschaffungskosten
Sonstige nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte 1.531
erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert
fortgeführte Anschaffungskosten 1.531
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 4.792
fortgeführte Anschaffungskosten 4.792
Passiva
Finanzverbindlichkeiten 99.071
fortgeführte Anschaffungskosten 99.071
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 28.624
fortgeführte Anschaffungskosten 28.624
Sonstige derivative finanzielle Verbindlichkeiten 103
erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 103
fortgeführte Anschaffungskosten
Sonstige nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten 7
Leasingverbindlichkeiten 10.016

31. Dezember 2021

in TEUR Beizulegender Zeitwert 1. Stufe 2. Stufe 3. Stufe zu fortgeführten Anschaffungskosten nicht im Anwendungsbereich von IFRS 7
Aktiva
Beteiligungen 12 0 0 12 0 0
erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert
fortgeführte Anschaffungskosten 12 12
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 16.980 0 0 0 16.980 0
fortgeführte Anschaffungskosten 16.980 16.980
Sonstige derivative finanzielle Vermögenswerte 24 0 24 0 0 0
erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 24 24
fortgeführte Anschaffungskosten
Sonstige nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte 835 0 0 0 835 0
erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert
fortgeführte Anschaffungskosten 835 835
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 14.422 0 0 0 14.422 0
fortgeführte Anschaffungskosten 14.422 14.422
Passiva
Finanzverbindlichkeiten 94.375 0 0 0 94.375 0
fortgeführte Anschaffungskosten 94.375 94.375
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 32.313 0 0 0 32.313 0
fortgeführte Anschaffungskosten 32. 313 32.313
Sonstige derivative finanzielle Verbindlichkeiten 79 0 79 0 0 0
erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 79 79
fortgeführte Anschaffungskosten
Sonstige nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten 0 0 0 0 0 0
Leasingverbindlichkeiten 10.492 0 0 0 10.492 0
in TEUR Buchwert
Aktiva
Beteiligungen 12
erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert
fortgeführte Anschaffungskosten 12
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 16.980
fortgeführte Anschaffungskosten 16.980
Sonstige derivative finanzielle Vermögenswerte 24
erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 24
fortgeführte Anschaffungskosten
Sonstige nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte 835
erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert
fortgeführte Anschaffungskosten 835
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 14.422
fortgeführte Anschaffungskosten 14.422
Passiva
Finanzverbindlichkeiten 94.375
fortgeführte Anschaffungskosten 94.375
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 32.313
fortgeführte Anschaffungskosten 32.313
Sonstige derivative finanzielle Verbindlichkeiten 79
erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 79
fortgeführte Anschaffungskosten
Sonstige nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten 0
Leasingverbindlichkeiten 10.492

Leasingverbindlichkeiten sind in den zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten nicht enthalten, da sie nicht in den Anwendungsbereich des IFRS 9 fallen. In Bezug auf die Beteiligungen entspricht der Buchwert aufgrund der Bewertungskategorie dem beizulegenden Zeitwert.

Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen nicht-derivativen finanziellen Vermögenswerten sowie Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten entsprechen die Buchwerte aufgrund der überwiegend kurzen Laufzeiten dieser Instrumente den beizulegenden Zeitwerten.

Bei Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen kurzfristigen nicht-derivativen finanziellen Verbindlichkeiten sowie den sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten wird aufgrund der kurzen Laufzeiten davon ausgegangen, dass die Buchwerte dieser Instrumente den beizulegenden Zeitwerten entsprechen.

Die derivativen Finanzinstrumente bestehen zum 30. Juni 2022 aus Rohstoffsicherungen. Bei den Rohstoffsicherungen handelt es sich um Commodity Derivate (Gold- und Palladiumswaps), für welche ein Festpreis für Gold bzw. Palladium bezahlt wird und die Bank variable Beträge entrichtet. Die Bewertung der Derivate erfolgte auf Basis von Stufe 2 Inputfaktoren auf Basis von Werten für aktive Märkte für identische Vermögenswerte.

Nettoverluste und -gewinne aus Finanzinstrumenten je Bewertungskategorie nach IFRS 9 zum Stichtag 30. Juni 2022

in TEUR Beizulegender Zeitwert Wertberichtigung aus Zinsen aus Dividenden Nettoergebnis
Finanzielle Vermögenswerte, die zu den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden (Amortised Cost) -8 260 -8 244
Finanzielle Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden (FVTPL) 0
Finanzielle Vermögenswerte (Eigenkapitalinstrumente), die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden (FVOCI) 0
Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden (FLAC) -2.164 -2.164
Finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden (FVTPL) -39 -39
Summe -8 221 -2.172 0 -1.958

Nettoverluste und -gewinne aus Finanzinstrumenten je Bewertungskategorie nach IFRS 9 für das Geschäftsjahresende 2021

in TEUR Beizulegender Zeitwert Wertberichtigung aus Zinsen aus Dividenden Nettoergebnis
Finanzielle Vermögenswerte, die zu den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden (Amortised Cost) -38 13 -25
Finanzielle Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden (FVTPL) 0
Finanzielle Vermögenswerte (Eigenkapitalinstrumente), die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden (FVOCI) 0
Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden (FLAC) -3.708 -3.708
Finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden (FVTPL) -83 -83
Summe 0 -121 -3.695 0 -3.816

4.10 Eventualverbindlichkeiten und Rechtsstreitigkeiten

Die Eventualverbindlichkeiten und Rechtsstreitigkeiten der Schweizer Gruppe haben sich im Vergleich zum Konzernabschluss 2021 mit nachfolgend dargestellter Ausnahme nicht verändert.

Hinsichtlich der Patronatserklärung an einen Lieferanten der Schweizer Electronic Singapore Pte. Ltd. aus dem Geschäftsjahr 2015 bestanden zum 30. Juni 2022 keine Verbindlichkeiten (31. Dezember 2021: 0 TEUR).

4.11 Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Wesentliche Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen lagen mit Ausnahme der nachfolgend beschriebenen Geschäftsvorfälle im Berichtszeitraum vom 01.01. bis zum 30.06.2022 nicht vor.

Im Januar 2022 beteiligte sich die WUS Printed Circuit (Kunshan) Co., Ltd., China, die von einem Mitglied des Aufsichtsrates der Schweizer Electronic AG beherrscht wird, an der Schweizer Electronic (Jiangsu) Co., Ltd. (vgl. hierzu Abschnitt 4.12). Des Weiteren wurden von der WUS Printed Circuit (Kunshan) Co., Ltd. im Berichtszeitraum Waren in Höhe von 10.906 TEUR (31. Dezember 2021: 23.484 TEUR) bezogen und Umsatzerlöse in Höhe von 5.586 TEUR (31. Dezember 2021: 9.806 TEUR) erzielt. Zum 30. Juni 2022 bestanden Verbindlichkeiten in Höhe von 7.466 TEUR (31. Dezember 2021: 12.963 TEUR) sowie Forderungen in Höhe von 1.649 TEUR (31. Dezember: 1.648 TEUR).

Dr. Krauss, Partner der Kanzlei KRAUSS-LAW in Lahr/Schwarzwald berät die Gesellschaft auf den Gebieten des individuellen und kollektiven Arbeitsrechts. Während der Berichtsperiode wurden Leistungen in Höhe von 5 TEUR bezogen, es bestehen keine offenen Forderungen.

Seit dem 24. Juni 2022 ist Dr. Marquardt Mitglied des Aufsichtsrates. Mit der Marquardt Gruppe wurden seitdem Umsätze in Höhe von 24 TEUR erzielt. Es bestehen Forderungen in Höhe von 167 TEUR.

4.12 Anteilsbesitz zum 30. Juni 2022

Name Sitz Anteil am Eigenkapital (in Prozent)
Vollkonsolidierte Tochterunternehmen
Schweizer Pte. Ltd. Singapur 100,0
Schweizer Electronic Singapore Pte. Ltd. Singapur 100,0
Schweizer Energy Production Singapore Pte. Ltd. Singapur 100,0
Unterstützungskasse Christoph Schweizer e.V. Schramberg / Deutschland 100,0
Schweizer Electronic (Jiangsu) Co., Ltd. Jiangsu / China 87,2
Schweizer Electronic Americas Inc. New Castle / USA 100,0
Sonstige Beteiligungen
SCHRAMBERGER WOHNUNGSBAU GmbH Schramberg / Deutschland 1,3

Im Zuge einer 12,8-prozentinge Kapitalerhöhung beteiligte sich im Januar 2022 die WUS Printed Circuit (Kunshan) Co., Ltd. an der Schweizer Electronic (Jiangsu) Co., Ltd. Der Mittelzufluss aus dieser Kapitalerhöhung betrug 75 Mio. CNY, was einem Gegenwert von 10,6 Mio. EUR entspricht.

5. EREIGNISSE NACH DER BERICHTSPERIODE

Es lagen keine wesentlichen berichtspflichtigen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag zum 30. Juni 2022 vor.

Schramberg, 29. Juli 2022

Schweizer Electronic AG

Der Vorstand

(N. F. Schweizer) (M. Bunz)

BESCHEINIGUNG NACH PRÜFERISCHER DURCHSICHT

An die Schweizer Electronic AG, Schramberg

Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss - bestehend aus Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Konzernbilanz, verkürzter Konzern-Kapitalflussrechnung, Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung sowie ausgewählten erläuternden Anhangangaben - und den Konzernzwischenlagebericht der Schweizer Electronic AG, Schramberg (im Folgenden auch kurz "SEAG" genannt), für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2022, die Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts nach § 115 WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach dem International Accounting Standard IAS 34 "Zwischenberichterstattung", wie er in der EU anzuwenden ist, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.

Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit IAS 34 "Zwischenberichterstattung", wie er in der EU anzuwenden ist, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.

Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit IAS 34 "Zwischenberichterstattung", wie er in der EU anzuwenden ist, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist.

Freiburg im Breisgau, den 30. Juli 2022

KPMG AG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Laubert Armbruster
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Halbjahresfinanzberichterstattung der Konzernhalbjahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

Schramberg, 29. Juli 2022

Der Vorstand

Nicolas-Fabian Schweizer Marc Bunz

Schweizer Electronic AG

Einsteinstraße 10

78713 Schramberg

Postfach 561

78707 Schramberg

Germany