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RATIONAL AG — Director's Dealing 2022
Apr 13, 2022
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Download source fileRATIONAL Aktiengesellschaft Landsberg am Lech Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 1. Dezember bis 31. Dezember 2021 1 RATIONAL AG Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021 Inhaltsübersicht: 1. Das Unternehmen RATIONAL........................................................................................ 2 2. Wichtige Ereignisse des Geschäftsjahres 2021 .............................................................. 5 3. Wirtschaftsbericht ........................................................................................................... 6 4. Prognose-, Chancen- und Risikobericht ....................................................................... 12 5. Übernahmerelevante Angaben ..................................................................................... 30 6. Zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung ............................................ 32 2 1. Das Unternehmen RATIONAL Die RATIONAL Aktiengesellschaft (RATIONAL AG) ist die Muttergesellschaft des RATIONAL Konzerns und hat ihren Firmensitz in Landsberg am Lech. Der RATIONAL Konzern bietet weltweit Produkte und Lösungen für die thermische Speisenzubereitung im professionellen Umfeld an. Die konzernweiten Umsatzerlöse werden im Wesentlichen durch den Verkauf von Gargeräten, Zubehör sowie Pflegeprodukten, Serviceteilen und Dienstleistungen erzielt. Die RATIONAL AG erwirtschaftet ihre Umsatzerlöse vor allem aus dem Verkauf der Produkte an Vertriebstochtergesellschaften im In- und Ausland, der Vereinnahmung von Kundenstammleasinggebühren sowie der Erbringung konzerninterner Dienstleistungen. Die zum Bilanzstichtag unmittelbaren und mittelbaren sieben nationalen und 25 internationalen Tochtergesellschaften dienen überwiegend dem Vertrieb sowie dem Service vor Ort. Den größten Anteil der Umsatzerlöse erzielen wir mit Combi-Dämpfern mit intelligenten Garpfaden, seit Mai 2020 mit dem Modell iCombi Pro. Bei der Combi-Dämpfer-Technologie erfolgt die Wärmeübertragung während des Kochens durch Dampf, Heißluft oder durch die Kombination aus beidem. Die im iCombi Pro eingebaute Software erkennt Größe sowie Konsistenz der Speisen und steuert den Garpfad selbstständig, bis das gewünschte Garergebnis erreicht ist. Zudem bieten wir unseren Kunden ein Combi-Dämpfer-Basismodell an, seit Mai 2020 den iCombi Classic. Alle Modelle werden am Hauptsitz in Landsberg am Lech produziert und weltweit über eigene Vertriebsgesellschaften, Vertriebsbüros und Handelspartner vermarktet. Neben dem Absatz von Combi-Dämpfern erzielen wir auch Umsatzerlöse aus Pflegeprodukten, Serviceteilen und Zubehör für diese Geräte. Seit 2004 bietet unsere Tochtergesellschaft RATIONAL Wittenheim eine Komplementärtechnologie zu der des Combi-Dämpfers an, seit Juni 2020 das Modell iVario. Der iVario nutzt zum Kochen, Braten, Frittieren und (Druck-)Garen direkte Kontakthitze, und kann damit herkömmliche Gargeräte wie Kipper, Kessel, Fritteusen und Druckgarbraisièren ersetzen. Märkte, Kunden und Wettbewerbssituation Unsere Zielgruppe sind gewerbliche Küchen und Betriebe aller Art, in denen täglich mindestens 20 warme Mahlzeiten zubereitet werden. Die Kundenbasis reicht von Restaurants und Hotels über die Gemeinschaftsverpflegung, wie Betriebskantinen, Krankenhäuser, Schulen, Universitäten, Militär, Gefängnisse und Seniorenheime, bis hin zu Quick-Service- Restaurants, Caterern und Lieferdiensten sowie Supermärkten, Back- und Snackshops, Metzgereien und Tankstellen. Das freie Weltmarktpotenzial erschließen wir organisch durch den schrittweisen Ausbau unseres globalen Vertriebs-, Marketing- und Servicenetzwerks. Neben der tieferen Marktdurchdringung in bereits gut entwickelten Märkten adressieren wir auch das wachsende Potenzial in aufstrebenden Schwellenländern. 3 Die Zahl der Hersteller von Wettbewerbsprodukten schätzen wir auf rund 100 weltweit. Unsere Markt- und Konkurrenzstruktur sowie die Wettbewerbssituation sind von Land zu Land unterschiedlich. Rechtliche Rahmenbedingungen Die für uns relevanten rechtlichen Rahmenbedingungen sind im Risikobericht beschrieben. Die Folgen der Corona-Pandemie auf die Großküchenbranche wurden durch weltweite Unterstützungsprogramme begrenzt. Nach unserer Einschätzung hatten diese staatlichen Subventionen einen positiven Einfluss auf die Nachfrage nach unseren Produkten. Es gab keine weiteren Änderungen von rechtlichen Rahmenbedingungen, die einen wesentlichen Einfluss auf unser Geschäft haben. Strategie und Ziele Unsere Erfolgsgeschichte basiert auf vier wesentlichen Säulen: 1. Konzentration auf Groß- und Gewerbeküchen 2. Spezialisierung auf thermische Speisenzubereitung 3. Höchstmöglicher Kundennutzen als oberstes Unternehmensziel 4. Erfolgsfaktor U.i.U. ® (Unternehmer im Unternehmen) Diese Erfolgsquellen sind seit vielen Jahrzehnten in unserem Leitbild festgeschrieben. Konzentration auf Groß- und Gewerbeküchen Wir konzentrieren uns auf eine klar definierte Zielgruppe: die Menschen, die in den Profiküchen der Welt Speisen thermisch zubereiten. Mit eigenen Küchenmeistern in kundennahen Funktionen sind wir das Unternehmen der Köche und für Köche. Spezialisierung auf die thermische Speisenzubereitung Wir sehen uns dabei in erster Linie als Lösungsanbieter und nicht als Maschinenbauer. Unser Ziel ist es, mit unseren innovativen Produkten und Dienstleistungen die tägliche Arbeit unserer Kunden zu erleichtern. Höchstmöglicher Kundennutzen als oberstes Unternehmensziel Unseren Kunden immer den höchstmöglichen Nutzen zu bieten, ist unser oberstes Unternehmensziel. Neben dem Verkauf unserer Produkte bieten wir unseren Kunden ein umfassendes Dienstleistungsangebot während der gesamten Geschäftsbeziehung. Erfolgsfaktor U.i.U.® (Unternehmer im Unternehmen) Ein wichtiger Erfolgsbaustein für die hohe Motivation und Zufriedenheit unserer Mitarbeiter ist das Prinzip „Unternehmer im Unternehmen“ (U.i.U. ® ). Der U.i.U. ® arbeitet in seinem Bereich wie ein selbständiger Unternehmer. Dadurch ist das Personalmanagement bei RATIONAL von einer dezentralen Führungsstruktur, hoher Eigenverantwortlichkeit und Selbstorganisation gekennzeichnet. 4 Steuerungssystem Zentrale finanzielle Steuerungskennzahlen Die zentralen finanziellen Steuerungskennzahlen sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt. Mit diesen Kennzahlen können wir frühzeitig Ineffizienzen erkennen und erforderliche Anpassungen vornehmen. Finanzielle Steuerungskennzahlen Absatz-/Umsatzentwicklung Rohergebnismarge Operative Aufwendungen (Personalaufwand, Abschreibungen, sonstige betriebliche Aufwendungen) Zentrale nichtfinanzielle Steuerungskennzahlen Die zentrale Steuerungskennzahl für die Mitarbeiterzufriedenheit ist die monatlich ermittelte Fluktuationsrate (Anzahl der Mitarbeiter, die die RATIONAL AG in einem Geschäftsjahr verlassen im Verhältnis zur durchschnittlichen Mitarbeiterzahl des Geschäftsjahres). Forschung und Entwicklung Wir legen einen besonderen Schwerpunkt auf Forschung und Entwicklung und bringen in regelmäßigen Abständen innovative Technologien auf den Markt. Unsere Entwicklungsmannschaft ist überwiegend in der RATIONAL F & E GmbH, einer 100 %-Tochter der RATIONAL AG, beschäftigt. Neben Ingenieuren verschiedenster Fachrichtungen arbeiten Physiker in der Grundlagenforschung sowie Küchenmeister und Ökotrophologen in der Anwendungsforschung und -entwicklung. Insgesamt waren zum Bilanzstichtag in der RATIONAL AG und ihren Tochtergesellschaften 225 Mitarbeiter (Vj. 190 Mitarbeiter) im Bereich Forschung und Entwicklung beschäftigt. Im Jahr 2021 haben wir 40,8 Mio. Euro (Vj. 34,8 Mio. Euro) für Forschung und Entwicklung neuer Lösungen sowie die Verbesserung der Leistungsfähigkeit unserer Produkte und Dienstleistungen ausgegeben. Unsere Innovationen sind durch aktuell über 600 Patente, Patentanmeldungen und Geschmacksmuster geschützt. Mitarbeiter und Personalentwicklung Als sich die Corona-Krise im März 2020 in Europa abzeichnete, haben wir einen Einstellungsstopp ausgesprochen. Wir waren zurückhaltend in der Nachbesetzung von frei werdenden Stellen, befristete Verträge wurden nicht überall verlängert und Aushilfen nur noch in Ausnahmefällen beschäftigt. 2021 waren durchschnittlich 326 Mitarbeiter in der RATIONAL AG beschäftigt (Vj. 336 Mitarbeiter). 5 Wir sehen die gezielte Förderung junger, talentierter Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen als einen wichtigen Baustein für die erfolgreiche Entwicklung und die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens. Die qualifizierte Berufsausbildung genießt deshalb bei RATIONAL einen sehr hohen Stellenwert. Deshalb galt hier selbst in der Krise kein Einstellungsstopp. Aktuell beschäftigen wir 68 Auszubildende in den Fachrichtungen Industriekaufleute, Lagerlogistik, Industriemechanik, Koch, Mechatronik, Metalltechnik und Fachinformatik. 16 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen absolvieren ein duales Studium in den Fachbereichen Informatik, Technische Informatik, Mechatronik, Maschinenbau, International Business sowie LifeCycle Catering. Zudem besteht ein technisches, kaufmännisches und vertriebsorientiertes Nachwuchskräfteprogramm. Die Mitarbeiterbindung und -zufriedenheit ist auf einem hohen Niveau. Ein Ergebnis daraus ist die Treue und Loyalität unserer Mitarbeiter. Die Fluktuationsrate betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr lediglich 5 % (Vj. 6 %). Vergütungen und Sozialleistungen Bei Lohn- und Gehaltsanpassungen orientieren wir uns grundsätzlich an den Lohnsteigerungen der IG Metall oder übertreffen diese. Wir gewähren zusätzlich Weihnachts- und Urlaubsgeld, eine freiwillige Prämie sowie Zusatzleistungen wie Essensgeld, Fahrtkostenzuschüsse, Zuschüsse zu Fitnessangeboten und Prämien für die langjährige Betriebszugehörigkeit. Auch im Geschäftsjahr 2021 konnte unsere Belegschaft in einzelnen Bereichen, ebenso auch in einzelnen Tochtergesellschaften, aufgrund der Corona-Krise nicht oder nur eingeschränkt ihrer Tätigkeit nachgehen. Aus diesem Grund wurde vor allem zu Beginn des Geschäftsjahres flexibel das Instrument der Kurzarbeit eingesetzt. Das Kurzarbeitergeld haben wir in vielen Fällen aufgestockt, um den Gehaltsausfall für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gering zu halten. Ziel dieser Maßnahmen war es, Leistungsträger im Unternehmen zu halten, Kosten im Rahmen von Entlassungen und späteren Wiedereinstellungen zu vermeiden und nach Überwindung der Krise ohne Verzögerung mit einer schlagkräftigen Belegschaft das Zukunftspotenzial zu nutzen. 2. Wichtige Ereignisse des Geschäftsjahres 2021 Wechsel kaufmännischer Vorstand Nachdem der Vorstandsvorsitzende Dr. Peter Stadelmann, zusätzlich zu seinem Vorstandsressort, auch den kaufmännischen Bereich der Gesellschaft ab dem 1. Januar 2020 interimistisch verantwortete, hat der Aufsichtsrat Herrn Jörg Walter mit Wirkung zum 1. März 2021 zum kaufmännischen Vorstand berufen. Herr Walter trat im April 2011 in unser Unternehmen ein. Er hat seitdem verschiedene kaufmännische Bereiche geführt und insbesondere das Group Controlling erfolgreich auf die Anforderungen unseres zunehmend größeren und internationaleren Unternehmens ausgerichtet. Zuvor war er in ähnlichen Funktionen in anderen deutschen Konzernen tätig. Herr Dr. Stadelmann bleibt weiterhin Vorstandsvorsitzender der RATIONAL AG. 6 Externe Einflussfaktoren Die gesamte Foodservice-Branche war 2020 von den weltweiten Lockdown-Maßnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie mit am stärksten betroffen. Auch die ersten beiden Monate des Geschäftsjahres 2021 waren noch maßgeblich von der Corona-Krise geprägt. Minimal oder noch nicht gestartete Impfaktionen, fortgesetzte Lockdowns in zahlreichen Ländern und sich abzeichnende globale Versorgungsengpässe belasteten das erste Quartal. Erfreulicherweise konnte sich die Situation unserer Kunden durch Lockerungen der Kontaktbeschränkungen in vielen Märkten im Jahresverlauf deutlich verbessern. Trotz der noch anhaltenden Einschränkungen unserer Kunden konnten wir im März 2021 einen unerwartet sprunghaften Anstieg der Auftragseingänge verzeichnen. Seit diesem Zeitpunkt setzte sich diese positive Entwicklung im Jahresverlauf fort. Als einen Grund für diese erfreuliche Entwicklung sehen wir die umfassende Nutzung staatlicher Unterstützungsmaßnahmen durch unsere Kunden, insbesondere für Investitionen in moderne, netzwerkfähige und ressourcenschonende Gargeräte. Diese Hilfen wurden vor allem im ersten Halbjahr sehr umfangreich von unseren Kunden wahrgenommen. Zusätzlich gehen wir davon aus, dass Kunden aufgrund der Öffnung der Gastronomie in den meisten Ländern und des Beginns der Tourismussaison Investitionen getätigt und bereits gestartete Projekte fertiggestellt haben. Nicht zuletzt könnte ein Teil des hohen Auftragseingangs damit begründet werden, dass Händler zum Teil Geräte auf Vorrat bestellten, um potenziellen Lieferengpässen und Preiserhöhungen zuvorzukommen. Während der Gastronomiesektor im Frühsommer durch zahlreiche Corona-Öffnungen profitieren konnte, sahen wir uns in der Folgezeit vor der Herausforderung, diese Nachfrage bedienen zu können. Aufgrund der weltweiten Erholung der Wirtschaft war vor allem das zweite Halbjahr 2021 von Unsicherheiten bezüglich der Beschaffung von Vorprodukten, insbesondere Elektronikbauteilen, geprägt. Damit verbunden verzeichneten wir teils signifikante Preiserhöhungen bei elektronischen Bauteilen, bei Rohstoffen (beispielsweise Legierungsmetallen und chemischen Produkten) sowie steigende Transport- und Logistikkosten. Investitionen in die Zukunft Der im Jahr 2019 begonnene Bau des Logistikzentrums am Hauptstandort in Landsberg am Lech wurde nach rund 18 Monaten Bauzeit im Frühjahr 2021 fertiggestellt. Mit rund 10.000 m 2 bietet das neue Gebäude rund 60 % mehr Logistikfläche. Die Gesamtinvestitionen betrugen 19 Mio. Euro. Die genannten Investitionen wurden aus eigenen Mitteln finanziert. 3. Wirtschaftsbericht Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Weltwirtschaft wächst im Jahr 2021 um 5,9 % Die Wachstumsschätzung des Internationalen Währungsfonds für die Weltwirtschaft liegt für das abgelaufene Geschäftsjahr bei 5,9 %. Die Industrieländer steigerten ihre Wirtschaftsleistung im Jahr 2021 um rund 5,2 %, die Schwellenländer verzeichneten ein 7 Wachstum von 6,4 % im Vergleich zum Vorjahr. (Quelle: IWF, World Economic Outlook und Fiscal Monitor, über: M.M.Warburg & CO, Kapitalmarktperspektiven, Januar 2022). Zukunftsaussichten für die Großküchenbranche Im Verlauf der Corona-Krise glich die Lage der Großküchenbranche einer Achterbahnfahrt. Von kompletten Lockdowns, denen viele Kunden mit Lieferangeboten entgegenwirkten, über Hoffnungen durch die Verfügbarkeit von Impfstoffen hin zu neuen Unsicherheiten durch Virusvarianten durchlitt die Branche in den letzten beiden Jahren zahlreiche Höhen und Tiefen. Die geänderten Rahmenbedingungen haben die Anforderungen an die Gastronomie stark gewandelt. Zukünftig rücken besonders eine erhöhte Bequemlichkeit der Endkunden, die Konnektivität der Gastronomie und erhöhte Hygienestandards der Restaurants in den Mittelpunkt. Für die Großküchenbranche bedeutet das, dass neben dem Essen vor Ort Gerichte vermehrt zur Lieferung oder Abholung angeboten werden sollten. Zudem sollten Endkunden über digitale Kanäle intuitiv und reibungslos Bestellungen aufgeben können. Neben ausreichenden Abstandsregelungen in den Restaurants, einer sauberen Einrichtung und Sicherheitsmaßnahmen für Angestellte spielt auch die hygienische Zubereitung der Lebensmittel eine besondere Rolle für die Konsumenten. (Quelle: Deloitte, The Restaurant of the Future, September 2021) Zudem klagen viele Restaurantbetreiber über einen Mangel an Personal. Beispielsweise verzeichnen neben Deutschland, wo rund 80 % der Gastronomen Probleme durch den Fachkräftemangel befürchten (Quelle: Dehoga Pressemitteilung vom 8. Oktober 2021), auch Gastronomen in den Vereinigten Staaten zu wenig Personal. Während dort im Januar 2021 lediglich 8 % der Restaurantbetreiber über zu wenig Personal klagten, waren es im Juli des gleichen Jahres bereits 75 % (Quelle: National Restaurant Association, Mid-Year Update 2021). Beurteilung der wirtschaftlichen Lage durch den Vorstand Trotz der aktuellen Unsicherheiten hinsichtlich einer Rückkehr der Corona-bedingten Schutzmaßnahmen und weiteren Belastungen durch angespannte Lieferketten beurteilt der Vorstand die wirtschaftliche und marktseitige Lage des Unternehmens mittel- bis langfristig als sehr gut. Wir beobachten die wirtschaftliche Entwicklung der für uns wichtigen Märkte mit großer Aufmerksamkeit. Die Art und der Ort der Speisenzubereitung und des -verzehrs ändern sich, aber es wird nach wie vor außer Haus gegessen beziehungsweise gekocht. Unsere Produkte sind sowohl bei Kundengruppen im Einsatz, die unter der Pandemie leiden, als auch bei solchen, die davon profitieren. Vor allem die Restaurants mit Service, welche zu unserer wichtigsten Kundengruppe gehören, haben im Laufe des Jahres 2021 stark von den schrittweisen Lockerungen sowie staatlichen Hilfsmaßnahmen profitiert. Zudem sehen wir rückblickend, dass eine befürchtete Insolvenzwelle auch aufgrund dieser staatlichen Unterstützungsprogramme bislang ausgeblieben ist. Ungeachtet dessen, dass die größten durch die Pandemie bedingten Einschränkungen überwunden sein sollten, wird Corona dauerhaft Folgen hinterlassen. Unter anderem zeigt sich dies in zunehmend strengeren Hygienevorschriften, höherem Effizienzdruck und immer 8 weniger qualifiziertem Küchenpersonal. Unsere Kochsysteme zeichnen sich durch eine intuitive Bedienung und eine ständige Weiterentwicklung der Garintelligenz aus. Ziel dieser Intelligenz ist es, sowohl die Zubereitung von Speisen als auch die Reinigung der Geräte und die Dokumentation für das Hygienemanagement zu erleichtern. Durch diese Technologien wollen wir unsere Kunden auch bei diesen Herausforderungen in bester Weise unterstützen. Auf die aus heutiger Sicht denkbaren gesamtwirtschaftlichen Szenarien sind wir mit geringer Verschuldung, einer hohen Liquiditätsreserve (einschließlich freier Kreditlinien) sowie einer flexiblen Kostenplanung und einem großen unbedienten Markt gut vorbereitet. Der erforderliche Handlungsspielraum und die Unabhängigkeit bei allen notwendigen unternehmerischen Entscheidungen sind damit gewährleistet. Geschäftsverlauf 2021 Ertragslage Absatz- und Umsatzentwicklung Im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielten wir einen Umsatz in Höhe von 525,2 Mio. Euro (Vj. 464,1 Mio. Euro). Die Absatzzahlen überschritten die Vorjahreswerte deutlich mit 20%, liegen aber immer noch spürbar unter dem Höchstwert von 2019. Die Umsatzverteilung nach Quartalen ist in der folgenden Tabelle dargestellt. Umsatz in Mio. EURO 2020 2021 Wachstum in % 1. Quartal 135,7 114,4 -16 2. Quartal 85,4 140,9 +65 3. Quartal 115,5 137,0 +19 4. Quartal 127,5 132,9 +4 26 % der Umsatzerlöse wurden im Inland (Vj. 24 %) und 74 % im Ausland (Vj. 76 %) erzielt. Davon wird der größte Anteil an die Schweizer Tochtergesellschaft RATIONAL International AG fakturiert, deren Absatzmärkte auch außerhalb Europas liegen. Seit 1. Januar 2020 erfolgt die Belieferung der Märkte in Südasien direkt von der RATIONAL AG über die RATIONAL Cooking Systems PTE, LTD Singapur. Rohergebnismarge Das Rohergebnis (Umsatzerlöse zuzüglich Bestandsveränderungen abzüglich Materialaufwand) erhöhte sich um 10 % von 198,9 Mio. Euro auf 219,3 Mio. Euro. Davon sind 19,6 Mio. Euro auf Bestandsaufbau zurückzuführen. Die Rohergebnismarge sank allerdings im Vergleich zum Vorjahr von 43 % auf 40 %. Dies ist auf einen Anstieg der Kosten für Rohstoffe und Komponenten sowie Logistikkosten zurückzuführen als auch auf die Bildung von Rückstellungen für Gewährleistungen aufgrund einer Kulanzleistung. Operative Aufwendungen und Ergebnisentwicklung Im Jahr 2021 sind operative Aufwendungen (Personalaufwand, Abschreibungen, sonstige betriebliche Aufwendungen) in Höhe von 181,9 Mio. Euro angefallen und liegen damit um 12 % 9 über dem Vorjahr (Vj. 162,8 Mio. Euro). Der Anstieg der operativen Aufwendungen entwickelte sich analog zur Umsatzsteigerung. Kostensteigerungen ergaben sich bei der Verrechnung von konzerninternen Dienstleistungen, bei den IT-Kosten sowie den Verwahrentgelten. Leichte Steigerungen ergaben sich auch in den Abschreibungen aufgrund der getätigten Investitionen. Einsparungen resultieren im Wesentlichen aus verringerten Aufwendungen aus Währungsumrechnung als auch aus Minderausgaben bei Messe- und Reisekosten. Die EBT-Marge (Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit bezogen auf die Umsatzerlöse) lag mit 11 % (Vj. 28 %) deutlich unter dem Vorjahresniveau. Dies ist im Wesentlichen auf die geringeren Erträge aus Beteiligungen zurückzuführen. Unter Berücksichtigung des Ertragssteueraufwands ist die Nettomarge (Jahresüberschuss bezogen auf die Umsatzerlöse) mit 8 % (Vj. 25 %) ebenfalls deutlich unter dem Vorjahresniveau. Der Ertragssteueraufwand belief sich auf 16,5 Mio. Euro (Vj. 15,5 Mio. Euro). Die Steuerquote liegt 2021 bei 29 % (Vj. 12 %). Bereinigt um erhaltene Dividendenzahlungen von Tochtergesellschaften ergibt sich eine rechnerische Steuerquote von 29 % (Vj. 28 %). Der Jahresüberschuss lag mit 40,2 Mio. Euro um 35 % unter dem Vorjahreswert von 114,2 Mio. Euro. Hierin sind Beteiligungserträge und Ergebnisabführungen von insgesamt 13,3 Mio. Euro (Vj. 88,2 Mio. Euro) enthalten. Finanz- und Vermögenslage Finanzstrategie: Sicherheit vor Rendite Kern der Finanzstrategie von RATIONAL ist die finanzielle Unabhängigkeit und kurzfristige Reaktionsfähigkeit. Sicherheit geht dabei vor Rendite. Das Finanzmanagement umfasst schwerpunktmäßig die Steuerung der Kapitalstruktur, die Finanz- und Geldanlagen, das Management von Währungsrisiken, das Forderungsmanagement und die Liquiditätssteuerung. Durch stets ausreichende Liquidität sind wir weitgehend unabhängig von Fremdkapitalgebern. Dies ermöglicht schnelle unternehmerische Entscheidungen, auch in wirtschaftlich unsicheren Zeiten. Wir finanzieren unser Wachstum nahezu ausschließlich aus eigenen Mitteln und haben Liquiditätsreserven für unerwartet auftretende wirtschaftliche Risiken. Bei der Anlage der liquiden Mittel steht Kapitalerhalt vor Rendite. Wir verzichten bewusst auf höhere Renditen und vermeiden Risiken bei der Geldanlage. Deshalb legen wir in kurz laufende, vorwiegend in Euro-denominierte Fest- und Tagesgelder bei Banken mit Investment- Grade-Rating an. Unsere Aktionäre beteiligen wir angemessen am Erfolg des Unternehmens. In den vergangenen Jahren wurden im Schnitt mehr als 70 % des Konzernjahresüberschusses als Dividende ausgeschüttet. Nachdem für 2019 die Ausschüttung krisenbedingt auf rund 38 % gesenkt wurde, konnten wir bereits für das Jahr 2020 wieder zu dieser Ausschüttungspolitik zurückkehren. Für 2021 schlagen wir vor, über die normale Ausschüttungsquote (entspricht 7,50 Euro je Aktie) hinaus, eine Sonderdividende von 2,50 Euro je Aktie auszuschütten. 10 Hohe Liquidität Der Bestand an kurzfristigen Finanzmitteln und Geldanlagen erhöhte sich im Jahresverlauf um 83,8 Mio. Euro auf 270,5 Mio. Euro (Vj. 186,7 Mio. Euro). Die liquiden Mittel repräsentieren damit 51 % der Bilanzsumme (Vj. 36 %). Zusätzlich verfügen wir zum Bilanzstichtag über Kreditlinien in Höhe von 98,0 Mio. Euro (Vj. 98,0 Mio. Euro), davon sind 75,0 Mio. Euro vertraglich fest terminiert. 7,50 Euro Dividende und 2,50 Euro Sonderdividende vorgeschlagen Aufgrund der sich normalisierenden Geschäftsentwicklung nach der Corona-Krise und der starken Auftragslage für das Geschäftsjahr 2022 werden Aufsichtsrat und Vorstand der Hauptversammlung 2022 die Ausschüttung einer ordentlichen Dividende in Höhe von 7,50 Euro je Aktie (Vj. 4,80 Euro) und einer Sonderdividende von 2,50 Euro je Aktien vorschlagen. Die Sonderdividende soll die Corona-bedingte Dividendenkürzung im Geschäftsjahr 2020 teilweise ausgleichen. Im Vorjahresvergleich ist die Dividende um 108 % gestiegen. Die daraus resultierende Dividendenrendite beträgt 1,1 % (bezogen auf den Jahresschlusskurs 2021). Insgesamt ist eine Ausschüttung von 113,7 Mio. Euro (Vj. 54,6 Mio. Euro) geplant. Auch nach der Dividendenausschüttung verbleibt eine ausreichende Liquiditätsreserve im Unternehmen. Außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente Die Auslagerung von Verbindlichkeiten in Zweckgesellschaften findet bei der RATIONAL AG nicht statt. In geringem Umfang wurden Leasingverträge für technische Anlagen, Firmen-Pkws und BGA sowie Mietverträge abgeschlossen. Daraus ergeben sich in den nächsten fünf Jahren vertraglich fixierte Zahlungen in Höhe von 6,1 Mio. Euro (Vj. 6,1 Mio. Euro). Auf die Vermögenslage hatten außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente keinen wesentlichen Einfluss. Langfristige Finanzierungsmaßnahmen Investitionen in das Sachanlagevermögen finanzieren wir in der Regel aus eigenen Mitteln, in Ausnahmefällen aber auch durch die Aufnahme langfristiger Bankdarlehen. Die Finanzierungsstruktur ist in der folgenden Tabelle dargestellt: Restlaufzeiten bis Restverbindlichkeiten in Mio. EURO 2022 0,2 2023 1,9 Fristigkeiten der Finanzverbindlichkeiten der RATIONAL AG Hohe Bonitätseinstufung durch Banken und Kreditversicherer Unser Unternehmen wird von allen kreditgebenden Banken sowie von den führenden Kreditversicherern und Auskunfteien mit sehr guten Bonitätsnoten von AAA bis BBB+ bewertet. Da wir kein Fremdkapital am Kapitalmarkt aufgenommen haben, verfügen wir über kein externes Rating durch eine Ratingagentur. 11 Hohe Eigenkapitalquote Die Bilanzsumme stieg zum 31. Dezember 2021 von 516,0 Mio. Euro um 3 % auf 528,9 Mio. Euro. Dies resultiert im Wesentlichen aus dem hohen Kassenbestand bzw. Guthaben bei Kreditinstituten. Das Eigenkapital verringerte sich um 3 % auf 455,8 Mio. Euro (Vj. 470,2 Mio. Euro). Dem Jahresüberschuss von 40,2 Mio. Euro stand eine Dividendenausschüttung von 54,6 Mio. Euro gegenüber. Die Eigenkapitalquote lag zum Bilanzstichtag mit 86 % unter dem Vorjahresniveau (Vj. 91 %). Die Sonstigen Rückstellungen erhöhten sich um 13,1 Mio. Euro auf 30,1 Mio. Euro aufgrund erhöhter variabler Vergütungskomponenten. Zudem erhöhten sich die Rückstellungen für Gewährleistungen aufgrund einer proaktiven Austauschaktion eines Bauteils bei älteren nicht mehr vertriebenen Produktlinien. Kurzfristige Kapitalbindung Das Umlaufvermögen nahm 2021 um 8,9 Mio. Euro zu. Der Anteil des Umlaufvermögens (einschließlich der liquiden Mittel) beträgt zum Bilanzstichtag 70 % (Vj. 70 %). Die Kapitalbindung in den Forderungen optimieren wir – im Rahmen des Möglichen und Sinnvollen – ständig. Dabei achten wir stets auf eine Balance zwischen bestmöglicher Unterstützung unserer Vertriebsgesellschaften und geringstmöglicher Kapitalbindung. Das bedeutet, dass wir pandemiebedingt vorsichtiger bei der Vergabe von Zahlungszielen agierten. Die Kapitalbindung im Vorratsvermögen hat sich aufgrund von Materialengpässen im zweiten Halbjahr deutlich erhöht. Der Lagerbestand lag zum Bilanzstichtag mit 46,5 Mio. Euro deutlich über dem Vorjahr (Vj. 23,1 Mio. Euro). Wesentlicher Grund dafür sind die höheren Vorräte an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen und unfertigen Erzeugnissen. Bedingt durch den Mangel vor allem an elektronischen Bauteilen konnte ein Teil unserer Kochsysteme nicht fertiggebaut werden. Um die Lieferbereitschaft bei Vorhandensein aller Komponenten möglichst schnell wieder sicherzustellen, wurden mehrere tausend iCombi Pro teilfertig in Landsberg gelagert oder an unsere großen Lagerstandorte versandt. Der Lagerbestand an fertigen Erzeugnissen war im Vorjahresvergleich rückläufig, da Lagerbestände aufgrund der Lieferengpässe abgebaut wurden. Durch eine weltweite Warenkreditversicherung sowie über bestätigte unwiderrufliche Bankakkreditive und Bankbürgschaften wurde – unter Berücksichtigung der Selbstbehalte in der Warenkreditversicherung – zum Bilanzstichtag eine konzernweite Deckungsquote gesicherter Forderungen des Forderungsbestands von 90 % (Vj. 89 %) erreicht. Dadurch sichern wir indirekt auch die aus den internen Lieferbeziehungen entstehenden Forderungen der RATIONAL AG gegenüber den Vertriebstöchtern ab. Investitionen Im abgelaufenen Geschäftsjahr investierten wir 30,9 Mio. Euro (Vj. 57,0 Mio. Euro) in das Anlagevermögen. Darin sind Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von 0,9 Mio. Euro enthalten, 10,0 Mio. Euro für Investitionen in Immobilien und technische Anlagen sowie die Ausgabe von langfristigen Darlehen zu marktüblichen Konditionen an Tochtergesellschaften in Höhe von 20,0 Mio. Euro, denen jedoch Darlehenstilgungen von 15,0 Mio. Euro gegenüberstanden. 12 2022 erwarten wir insgesamt Erhaltungs-, Ersatz- und Neuinvestitionen von rund 27,6 Mio. Euro. Die vertraglich bereits vereinbarten Investitionen für das Jahr 2022 betragen 6,0 Mio. Euro. Darüber hinaus bestehen keine wesentlichen vertraglich fixierten oder wirtschaftlich bedingten Investitionsverpflichtungen. Prognose-Ist-Vergleich Der Beginn des abgelaufenen Geschäftsjahres war geprägt von großen Unsicherheiten hinsichtlich möglicher Corona-Maßnahmen in verschiedenen Ländern. Aus diesem Grund sind wir per Ad-hoc-Mitteilung bereits am 23. Februar 2021 mit einer vorsichtigen Prognose an die Märkte gegangen. Im März 2021 gab es erstmals die Tendenz einer Entspannung der Marktlage bei einem immer noch sehr volatilen Umfeld. Dieser positive Trend konnte sich im Folgenden festigen. Die Abfrage der Markterwartungen im Juli 2021 bei unseren Vertriebsgesellschaften und die daraus resultierende verbesserte Erwartung für das Gesamtjahr bestätigte dies. Aufgrund der verbesserten Aussichten haben wir die ursprüngliche Prognose mit der Ad-hoc-Mitteilung am 22. Juli 2021 nach oben korrigiert. Die im Vorjahr prognostizierte leichte Steigerung der Absatzzahlen und Umsatzerlöse konnten wir mit rund 13 % Umsatzwachstum und 20 % Absatzwachstum übertreffen. Die Ursache für den gestiegenen Umsatz sehen wir in drei Sondereffekten. Bei diesen Effekten handelt es sich um die zurückgekehrte Investitionstätigkeit unserer Kunden, nachdem die Einschränkungen der Gastronomie wieder gelockert wurden, die Unterstützung unserer Kunden durch staatliche Hilfsmaßnahmen und zuletzt gehen wir davon aus, dass die weltweit angespannte Situation in den Lieferketten zu Vorzieheffekten geführt hat. Das Rohergebnis erhöhte sich um 10 % auf 219,3 Mio. Euro. Die Rohergebnismarge von 40 % lag leicht unter dem Niveau des Vorjahres (Vj. 43 %). Somit konnten wir die Prognose des Vorjahres einer Rohertragsmarge auf Vorjahresniveau nicht erreichen. Dies ist auf einen Anstieg der Kosten für Rohstoffe und Komponenten sowie Logistikkosten zurückzuführen als auch auf die Bildung von Rückstellungen für Gewährleistungen aufgrund einer Kulanzleistung. Mit einer Steigerung um 12 % stiegen die operativen Aufwendungen 2021 wie erwartet proportional zur Umsatzentwicklung an. Im abgelaufenen Geschäftsjahr verblieb die Mitarbeiterzufriedenheit auf dem erwartet hohen Niveau. Die Fluktuationsquote betrug 2021 rund 5 % (Vj. 6 %). 4. Prognose-, Chancen- und Risikobericht Prognosebericht Prämissen der Prognosen Unsere Prognosen berücksichtigen alle uns bekannten und als wesentlich eingeschätzten Einflussfaktoren zum Zeitpunkt der Berichtserstellung. Dies betrifft allgemeine Marktindikatoren sowie branchen- und unternehmensspezifische Sachverhalte. Marktbezogene Parameter sind das Wachstum der Weltwirtschaft, die Entwicklung der Währungskurse und der Rohstoffpreise. Branchenbezogene Sachverhalte betreffen die 13 Anwender unserer Produkte, den Fachhandel und die Wettbewerbssituation. Unternehmensspezifische Faktoren sind die Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit. Darüber hinaus sind die unverändert großen Unsicherheiten über die internationalen Lieferketten und Materialengpässe sowie die Anpassungen unserer Verkaufspreise berücksichtigt. Die Prognose berücksichtigt bereits implementierte Aktivitäten und geplante Maßnahmen. Konjunkturperspektiven Für das Jahr 2022 rechnen Konjunkturexperten mit einem globalen Wirtschaftswachstum von rund 4,9 %. Die Dynamik der wirtschaftlichen Erholung ist etwas abgeschwächt, jedoch laut dem Internationalen Währungsfonds weiterhin intakt. Als Risiken sieht der IWF weitere Virusmutationen und eine Neubewertung der geldpolitischen Rahmenbedingungen. (Quelle: IWF, World Economic Outlook und Fiscal Monitor, über: M.M. Warburg & CO, Kapitalmarktperspektiven, Januar 2022) Für die Industrieländer wird ein Wachstum von rund 4,5 % prognostiziert. Die Vereinigten Staaten sollen mit rund 5,2 % im Weltdurchschnitt wachsen, die Eurozone mit 4,3 % etwas geringer und Japan dagegen nur um etwa 3,2 %. In China wird mit 5,6 % ein weiteres starkes Jahr prognostiziert. Für die Schwellenländer wird mit einem Wachstum von 5,1 % für das Jahr 2022 gerechnet. (Quelle: IWF, World Economic Outlook und Fiscal Monitor, über: M.M. Warburg & CO, Kapitalmarktperspektiven, Januar 2022) Einschätzung der wirtschaftlichen Perspektive Im Dezember des abgelaufenen Geschäftsjahres, als die Schutzmaßnahmen der Regierungen größtenteils überwunden schienen, überraschte die Welt die Verbreitung der Omikron-Variante des Corona-Virus. Die Folgen hieraus waren rasant steigende Corona- Virus-Erkrankungen und damit verbunden die Sorge vor wieder auferlegten Einschränkungen. Trotz höherer Inzidenzen in vielen Ländern konnten aufgrund der hohen Impfquoten Restaurants geöffnet bleiben und Veranstaltungen durchgeführt werden. Wir gehen davon aus, dass Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus noch partiell erfolgen werden. Mit Lockdown-Maßnahmen wie im Frühjahr 2020 oder im Winter 2020/2021 rechnen wir nicht mehr. Positiv für die Zukunft stimmt uns, dass in manchen Ländern über das Ende der Corona- Maßnahmen diskutiert wird oder diese bereits eingeleitet wurde. Lieferengpässe und angespannte Lieferketten wurden jedoch zunehmend zu Problemen im weiteren Verlauf des Berichtsjahres. Wir gehen davon aus, dass sich diese Entwicklung fortsetzen wird. Laut Goldman Sachs könnten bereits kleinere Werks- oder Hafenschließungen durch lokale Corona-Ausbrücke in China einen weltweiten Einfluss auf den Preis und die Verfügbarkeit vor allem von elektronischen Bauteilen haben. Mit einer Verbesserung dieser Situation rechnet die Bank ab dem zweiten Halbjahr 2022 (Quelle: Goldman Sachs, Macro Outlook 2022: The Long Road to Higher Rates). Einschätzung der geopolitischen Perspektive Zu Beginn des Jahres 2022 eskalierte der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine in nicht möglich gehaltenem Maße. Als Reaktion hierauf wurden seitens der Europäischen Union und 14 der Vereinigten Staaten bereits weitgreifende Sanktionen angedroht, beziehungsweise verhängt. In Folge ist unser Geschäft in beiden Ländern wesentlich von den Auswirkungen der Krise betroffen. Wir sehen Risiken hinsichtlich der Währungsentwicklung, Logistik und Investitionsbereitschaft der Kunden in diesen Regionen. Finanzielle Steuerungskennzahlen Absatz-, Umsatz- und Ergebnisprognose 2022 Aufgrund der deutlich gestiegenen Preise für Rohstoffe, Komponenten und Logistik erhöhten wir die Verkaufspreise produktgruppenspezifisch an die Endkunden unserer Vertriebsgesellschaften. Die Preiserhöhungen wurden regional und zeitlich versetzt kommuniziert und umgesetzt. Der hohe Auftragsbestand, mit dem wir in das Geschäftsjahr 2022 starten, lässt uns zuversichtlich in die Zukunft blicken. Deshalb erwarten wir bei Fortsetzung dieses Trends, dass wir 2022 im Vergleich zu 2021 die Absatzzahlen im niedrigen zweistelligen Bereich und die Umsatzerlöse um 10 bis 15 % steigern können. Wir werden weiterhin versuchen, uns bei Strukturen und Kosten der jeweiligen Geschäftsentwicklung anzupassen. Dennoch erwarten wir, dass sich vor allem die gestiegenen Preise für Rohstoffe und Vorprodukte weiter in unserer Rohergebnismarge abzeichnen werden. Per saldo rechnen wir mit einer Rohergebnismarge auf Vorjahresniveau. Wir erwarten, dass die operativen Aufwendungen leicht unterproportional zum Umsatzwachstum steigen werden. Lieferengpässe und angespannte Lieferketten können sich jedoch negativ auf das Geschäftsjahr 2022 auswirken. Sollten sich die Risiken in der Versorgungslage manifestieren, rechnen wir mit einem niedrigen Umsatzwachstum. Je nach Intensität der Versorgungsengpässe würden wir die Geschäftsentwicklung neu beurteilen. Nichtfinanzielle Steuerungskennzahlen Die bereits hohe Mitarbeiterzufriedenheit versuchen wir auch 2022 durch gezielte Aktivitäten und Fördermaßnahmen weiter zu verbessern. Die Fluktuationsrate erwarten wir auf einem ähnlich niedrigen Niveau wie im Jahr 2021. Optimistischer Blick in die Zukunft Der Vorstand der RATIONAL AG blickt trotz einiger Risiken optimistisch in die Zukunft. Dank der finanziellen Stärke erhalten wir unsere unternehmerische Freiheit und können weiterhin in die Zukunft investieren. Zusammen mit motivierten und zufriedenen Mitarbeitern werden wir weiterhin daran arbeiten, unseren Kunden den größtmöglichen Nutzen zu bieten. Diese Anstrengungen zeichnen sich nicht nur in der hohen Kundenzufriedenheit ab, sondern auch in den Umsatz- und Gewinnaussichten. Wir gehen davon aus, zusammen mit unseren Mitarbeitern und Kunden wieder an den Wachstumspfad vor der Krise anzuknüpfen. 15 Chancen- und Risikobericht Die Chancen- und Risikopolitik bei der RATIONAL AG zielt auf eine frühzeitige, systematische und fortlaufende Erfassung, Steuerung und Überwachung von potenziellen Risiken und damit auf die Bestandssicherung des Unternehmens ab. Das frühzeitige Erkennen neuer Chancen stellt zudem die nachhaltig ertragsstarke Unternehmensentwicklung sowie die Erreichung finanzieller und strategischer Ziele sicher. Gesamtbeurteilung der Chancen und Risiken durch den Vorstand Chancen für unsere erfolgreiche Zukunft sind der durch Innovationen herbeigeführte Austauschbedarf bestehender Geräte, die Gewinnung neuer Kundengruppen sowie das zunehmende Wohlstandsniveau in Schwellenländern. Vor dem Hintergrund des großen Marktpotenzials und unserer hochwertigen Produkte beurteilt der Vorstand die Chancen positiv, die bisherige Erfolgsgeschichte fortzuschreiben. Neben den genannten Chancen bestehen Risiken, die die Erreichung der geschäftlichen Ziele negativ beeinflussen können oder negative Auswirkungen auf außerhalb des Unternehmens liegende Bereiche durch die eigene Geschäftstätigkeit haben können. Neben den versicherbaren Risiken sind dies insbesondere konjunkturelle Verwerfungen, politische und rechtliche Entwicklungen, Veränderungen im Wettbewerb, finanz- und kapitalmarktwirtschaftliche Veränderungen sowie Liefer-, Produktions- und Produktrisiken, sonstige operative Risiken und nichtfinanzielle Risiken. Der Vorstand stuft diese Risiken insgesamt als beherrschbar ein. Es geht demnach keine existenzbedrohende Gefährdung für das Unternehmen von diesen Risiken aus. Dennoch könnte das einzelne oder gemeinsame Auftreten dieser Risikofaktoren dazu führen, dass die Unternehmensziele nicht erreicht werden. In Bezug auf die wirtschaftlichen Auswirkungen der noch immer nicht endgültig überwundenen Corona-Pandemie beobachtet die RATIONAL AG die aktuellen Entwicklungen sehr genau. Daraus leiten wir geeignete Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter ab, wie auch Maßnahmen, die die wirtschaftlichen Auswirkungen auf den RATIONAL Konzern minimieren. Besonders die angespannte Versorgungslage führte im abgelaufenen Geschäftsjahr zu einem größeren Handlungs- und Planungsbedarf. Dies wird sich nach den aktuell zugrunde liegenden Informationen auch im Jahr 2022 fortsetzen. Des Weiteren ging aus der Risikoanalyse hervor, dass aus der Geschäftstätigkeit der RATIONAL AG und ihrer Tochtergesellschaften keine wesentlichen Risiken resultieren, die sehr wahrscheinlich schwerwiegende negative Auswirkungen auf die nichtfinanziellen Aspekte wie Umwelt, Arbeitnehmer, Sozialbelange, Achtung der Menschenrechte, Bekämpfung von Korruption und Bestechung sowie auf Kundenbelange haben oder haben werden. Chancenbericht Das RATIONAL-Chancenmanagement Chancen sind insbesondere externe Faktoren und Trends, die die Zukunftsaussichten des Unternehmens positiv beeinflussen. Das frühzeitige Erkennen, die konsequente 16 Wahrnehmung und die Nutzung dieser Chancen bei gleichzeitiger Vermeidung unnötiger Risiken sind notwendige Voraussetzungen, um nachhaltiges und profitables Wachstum zu gewährleisten. Die im Folgenden gezeigten Chancen sind aus unserer Sicht nicht quantifizierbar. Sie sind entsprechend ihrer Bedeutung für die zukünftige Unternehmensentwicklung dargestellt. Vielfältige Orte Wir konzentrieren uns auf ein menschliches Grundbedürfnis: Essen außer Haus. Dies gibt uns Sicherheit, auch in Krisenzeiten. Die Vielfalt der Orte, an denen thermisch zubereitete Speisen konsumiert werden, nimmt stetig zu. Neben den bestehenden Lokalen werden diese Speisen vermehrt in sogenannten „Schattenküchen“ zubereitet und dann in zentral gelegene Lokalitäten gebracht, wo sie konsumiert werden. Zudem zeigt sich eine zunehmende Nachfrage nach Lieferdiensten, die zubereitete Speisen an unterschiedlichste Orte bringen. Dies wirkt sich positiv auf die Nachfrage nach unseren Produkten aus. Zunehmendes Wohlstandsniveau in Schwellenländern Die Außer-Haus-Verpflegung gewinnt mit zunehmendem Wohlstandsniveau auch in Schwellenländern an Bedeutung. Durch das steigende Pro-Kopf-Einkommen der wachsenden Bevölkerung in vielen Schwellenländern verbesserte sich dort die Kaufkraft in den letzten Jahren spürbar. Daraus konnte sich eine neue Mittelschicht mit entsprechendem Lebensstandard entwickeln. Dies wirkt sich mittelbar positiv auf die Nachfrage nach unseren Produkten in diesen Märkten aus. Großes freies Weltmarktpotenzial Laut unserer Einschätzung kochen aktuell lediglich rund 25 % der rund 4,8 Millionen für uns adressierbaren Endkunden mit der Combi-Dämpfer-Technologie. Die große Mehrheit verwendet noch die herkömmliche Gartechnologie. Da der iCombi Pro neben der traditionellen Gartechnologie aufgrund seiner Kochintelligenz auch ältere Combi-Dämpfer ersetzen kann, sehen wir zusätzliches Marktpotenzial. Mit rund 1,6 Millionen potenziellen Kunden schätzen wir aktuell das Gesamtpotenzial für den iVario niedriger ein. Da diese Technologie erst seit wenigen Jahren auf dem Markt ist, ist dementsprechend der Penetrationsgrad noch relativ gering. Die Möglichkeiten für den iVario sind deshalb aus unserer Sicht ebenfalls sehr hoch. Trend zu gesünderer Ernährung und höherer Speisenvielfalt Insbesondere in den entwickelten Industrienationen wächst die Bedeutung einer gesunden und ausgewogenen Ernährung. Auch öffentliche Einrichtungen, wie Schulen oder Universitäten haben diesen Trend erkannt und bieten gesündere Speisen an. Ebenso finden sich im Gastgewerbe gesündere und variablere Speiseangebote. Die Speisenzubereitung in unseren Kochsystemen ist sowohl vitaminschonend als auch fettarm möglich und damit sehr gesund. Fachkräftemangel Immer weniger Menschen erlernen den Kochberuf. Deshalb finden Küchen immer schwerer qualifiziertes Personal. Intelligente Garpfade können den Küchenchefs dabei helfen, diese Engpässe zu kompensieren, da diese eine gleichbleibend hohe Garqualität auch bei 17 ungelerntem Personal ermöglichen. Als Folge der Corona-Krise hat sich die Arbeitsmarktsituation für den Kochberuf in der Gastronomie- und Hotellerie-Branche deutlich verschlechtert, was aus unserer Sicht zu einer weiteren Verschärfung des Fachkräftemangels führen wird. Zudem sehen wir Trends, dass Köche bedingt durch die Pandemie, dauerhaft in andere Berufe wechseln und Restaurants durch mehr un- oder angelerntes Personal den Betrieb aufrechterhalten müssen. Steigende Faktorkosten Die Kosten für die eingesetzten Ressourcen in den Profiküchen werden unserer Einschätzung nach langfristig steigen. Diese Entwicklung zeigt sich seit Jahrzehnten in allen modernen Volkswirtschaften und wird durch die Nachhaltigkeitsbestrebungen weiter gefördert. Dies betrifft Lebensmittel, Energie, Wasser, Gehälter und Mieten. Durch eine ressourceneffiziente, platzsparende und arbeitszeitreduzierende Technologie helfen wir unseren Kunden, diesem Trend gegenzusteuern. Besonders in Krisenzeiten gewinnen Effizienzsteigerungen und Kostenersparnisse deutlich an Bedeutung. Außerdem sehen wir die durch die Corona-Krise gestiegenen Hygieneanforderungen und den höheren Effizienzdruck als Treiber für Investitionen in innovative und geschlossene Systeme wie iCombi und iVario. Urbanisierung und Platzmangel Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2050 fast 70 % der Weltbevölkerung in Städten leben wird (Quelle: World Urbanization Prospects, the 2018 Revision, UN DESA, Mai 2018). Zudem klagen die meisten Städte weltweit über hohe Mieten und wenig Platz. Diese beiden Effekte führen dazu, dass Küchen in Großstädten möglichst platzsparend organisiert werden müssen. Durch die Nutzung von fortschrittlichem Equipment wie dem iCombi und dem iVario als intelligenten Gargeräten gehen wir davon aus, dass die Investition in unsere Kochsysteme für unsere Kunden eine deutliche Platzersparnis bietet. Außergewöhnlich hohe Auftragsbestände für das Jahr 2022 Aufgrund der Lieferverzögerungen konnten wir 2021 nicht alle Aufträge wie gewohnt abarbeiten und ausliefern. Das führte dazu, dass wir das Jahr 2022 mit einem vollen Auftragsbuch von rund 300 Mio. Euro beginnen. Diese stimmt uns zuversichtlich für das neue Geschäftsjahr, da hierdurch eventuell eintretende Flauten der Auftragseingänge ausgeglichen werden können. Risikobericht Das RATIONAL-Risikomanagement Um Ziele zu erreichen und den Unternehmenserfolg zu sichern, ist es unerlässlich, Risiken frühzeitig, systematisch und fortlaufend zu erfassen, zu steuern und zu überwachen. Unter Risiko werden alle unternehmensinternen und -externen Vorgänge verstanden, die negative Auswirkungen auf das Unternehmen sowie außerhalb des Unternehmens liegende Bereiche (Umwelt, Gesellschaft, Kunden, Mitarbeiter, Zulieferer etc.) durch die eigene Geschäftstätigkeit haben und damit auch die Erreichung der geschäftlichen Ziele in einem festgelegten Betrachtungszeitraum negativ beeinflussen können. 18 Das Risikomanagement ist eine wesentliche Aufgabe des Gesamtvorstands. Der Prozess wurde durch den Gesamtvorstand an den Risikomanager delegiert. Dieser verfügt über Methoden- und Richtlinienkompetenz und koordiniert die Berichterstattung über Risiken innerhalb der RATIONAL AG und ihrer Tochtergesellschaften. Für die Identifizierung und Bewertung von Risiken sowie für die Formulierung und Umsetzung von Maßnahmen zu Risikohandhabung sind die Prozessleiter und Führungskräfte verantwortlich. Dafür wird ihnen ein Leitfaden an die Hand gegeben, der sie bei der Risikoidentifikation, -analyse, -bewertung und -überwachung führt. Risikokultur RATIONAL zeichnet sich durch eine hohe Innenfinanzierungskraft und eine hohe Eigenkapitalquote aus. Unternehmerische Entscheidungen orientieren sich daran, diese Stärken zu erhalten. Dabei ist es uns wichtig, stets vorsichtig zu agieren und mit Risiken konservativ umzugehen. Risikoidentifizierung Als langfristig orientiertes Unternehmen legen wir großen Wert auf eine ganzheitliche Betrachtung von Risiken, das heißt eine ausgewogene Betrachtung von nichtfinanziellen und daraus resultierenden finanziellen sowie originär finanziellen Risiken. Im Rahmen der Chancen- und Risikoanalyse werden Risiken, die für die Aufgaben und Ziele der RATIONAL AG und ihrer Tochtergesellschaften relevant erscheinen, für 36 Monate erfasst und bewertet. Eine Überprüfung der Ergebnisse der Risikoinventur wurde im Jahr 2021 durchgeführt. Dabei wurden keine Risiken identifiziert, die einzeln oder in Wechselwirkung mit anderen Risiken bestandsgefährdend sein könnten. Die für die vom Vorstand identifizierten Risikofelder verantwortlichen Führungskräfte stellen ihre Monatsberichte dem Risikomanager zur Verfügung. Dieser bewertet diese hinsichtlich etwaiger bestandsgefährdender Risiken und berichtet darüber an den Vorstand. Dabei wird die unternehmensindividuelle Risikotragfähigkeit bzw. die definierte Risikotoleranz berücksichtigt. Darüber hinaus wird das Risiko bewertet, inwiefern das Zusammenwirken mehrerer, an sich nicht bestandsgefährdender Risiken zu bestandsgefährdenden Entwicklungen führen könnte. Quantitative bzw. stochastische Methoden der Risikoaggregation werden nicht eingesetzt. Die Bewertung wird im Rahmen von jährlichen Workshops vorgenommen, an denen die Verantwortlichen der Risikofelder teilnehmen. Die Erkenntnisse werden an den Vorstand berichtet und mit diesem diskutiert. Risikoanalyse und -bewertung Die in der Risikoinventur erfassten Risiken werden im Zuge der Risikoanalyse hinsichtlich der Ursache-Wirkung-Zusammenhänge untersucht sowie im Hinblick auf ihre Eintrittswahrscheinlichkeit und ihre Auswirkungen auf die Ertrags- und Vermögenssituation des Unternehmens eingeschätzt. Folgende Klassifizierungen werden hierfür verwendet: 19 Eintrittswahrscheinlichkeit Beschreibung ≤ 10 % Sehr gering > 10 % bis 30 % Gering > 30 % bis 60 % Hoch > 60 % Sehr hoch Risikoauswirkung Beschreibung EBIT-Risiko Sehr gering Begrenzte negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ≤2 % Gering Geringe negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage >2 % bis 5 % Mittel Einige negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage >5 % bis 10 % Hoch Beträchtliche negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage >10 % bis 20 % Sehr hoch Stark negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage >20 % Ergänzend zur Beurteilung hinsichtlich EBIT-Wirksamkeit (gemessen am EBIT des RATIONAL-Konzerns) werden Risiken auch anhand von qualitativen Risikoäquivalenten bewertet. Dies sind beispielsweise das mögliche Ausmaß von Reputationsschäden, Haftungsrisiken oder Risiken für Gesundheit sowie Leib und Leben. Risikosteuerung und -überwachung Die identifizierten Risiken werden im Sinne der RATIONAL-Risikostrategie gesteuert. Diese Steuerung kann die Risikovermeidung, -beherrschung oder -reduktion durch geeignete Gegenmaßnahmen (Nettorisiko), die Übertragung von Risiken oder die bewusste Akzeptanz von Risiken zum Ziel haben. Wir haben entsprechende Maßnahmen implementiert, um die identifizierten Risiken zu steuern. Diese werden im Folgenden näher beschrieben. Die wesentlichen versicherbaren Unternehmensrisiken werden, sofern strategisch und finanziell sinnvoll, über ein globales Deckungskonzept, das in Zusammenarbeit mit externen Versicherungsmaklern aufgestellt wurde, abgedeckt. Diese Versicherungen transferieren die Risiken nach Abzug gegebenenfalls getroffener Regelungen hinsichtlich Selbstbehalten auf den jeweiligen Versicherer. Sich verändernde Risikogegebenheiten für die Gesellschaft werden regelmäßig untersucht und der Versicherungsschutz gegebenenfalls angepasst. Die Einhaltung der getroffenen Maßnahmen wird durch den Risikomanager ausgewertet und regelmäßig an den Vorstand berichtet. Das Risikomanagementsystem der RATIONAL AG unterliegt der kontinuierlichen Überprüfung und Verbesserung, um auf veränderte Rahmenbedingungen zeitnah zu reagieren. Durch Maßnahmen der Risikoüberwachung messen wir die Veränderungen der Risiken und deren Auswirkungen im Zeitablauf. Eine mögliche Anpassung der Risikobewertung und -steuerung kann die Folge sein. 20 Risikoberichterstattung Innerhalb der RATIONAL AG existiert eine vorgegebene Kommunikationsstruktur sowohl zur kontinuierlichen als auch zur Ad-hoc-Berichterstattung über die Risikolage der definierten Risikofelder. Der Risikomanager bündelt die Kommunikation, bewertet diese und berichtet monatlich an den Vorstand. Risiken Im folgenden Abschnitt werden die vom Vorstand als für RATIONAL relevant eingestuften Risiken gemäß den unter „Risikoanalyse und -bewertung“ stehenden Definitionen eingestuft. Zur Beurteilung der Wesentlichkeit wurden die Risikoauswirkung und die Eintrittswahrscheinlichkeit beurteilt. Bereits implementierte, risikomindernde Maßnahmen (Netto-Betrachtung) wurden berücksichtigt. Die Grafik veranschaulicht, wann ein Risiko als wesentlich oder nicht wesentlich klassifiziert wird. Eintrittswahrscheinlichkeit in % sehr hoch (>60%) hoch (30% bis 60%) gering (10% bis 30%) sehr gering (0% bis 10%) sehr gering (≤2%) gering (>2% bis 5%) mittel (>5% bis 10%) hoch (>10% bis 20%) sehr hoch (>20%) EBIT-Risiko wesentlich für die RATIONAL AG nicht wesentlich für die RATIONAL AG Nach der Übersicht der einzelnen Risiken folgen Beschreibungen der nichtfinanziellen Risiken. Zusätzlich wird auf Gegenmaßnahmen eingegangen bzw. auf entsprechende Stellen innerhalb des Jahresabschlusses verwiesen, in denen die Details dargelegt werden. Darüber hinaus wird im Vorstand regelmäßig über strategische Risiken und deren Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg diskutiert. 21 Die Markt- und Wettbewerbsrisiken wurden im letzten Jahr grundsätzlich durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie beeinflusst, weshalb wir von sehr hohen Risikoauswirkungen und einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit ausgingen. Nachdem wir Erfahrungen im Krisenmanagement sammeln konnten, erwarten wir für die Zukunft, dass pandemiebedingte Auswirkungen auf die Investitionsbereitschaft unserer Kunden kein wesentliches Risiko darstellen. Das Produktionsunterbrechungsrisiko sehen wir im Gegensatz zum Vorjahr durch die sehr hohe Risikoauswirkung und durch die hohe Eintrittswahrscheinlichkeit als wesentlich an. Dieses Risiko wirkt sich unserer Ansicht nach sowohl auf die Markt- und Wettbewerbsrisiken als auch auf die Produktions- und Produktrisiken aus. Bei den weiteren nichtfinanziellen und Nachhaltigkeitsrisiken sehen wir die bedrohte Gesundheit unserer Mitarbeiter durch die Corona-Pandemie als ein wesentliches Risiko. Risiko Risiko- auswirkung Eintrittswahr- scheinlichkeit Markt - und Wettbewerbsrisiken Wettbewerbs - und Substitutionsrisiken Hoch Gering Mangelnde Akzeptanz neuer Produkte und unserer Technologien Hoch Gering Abhängigkeit von Großkunden Mittel Gering Pandemie- und konjunkturbedingte Auswirkung auf die Investitionsbereitschaft unserer Kunden Mittel Gering Produktions - und Produktrisiken Produktionsunterbrechungsrisiko Sehr hoch Hoch Fachkräftemangel Hoch Gering Produktqualität Hoch Sehr gering Operative Risiken IT - Risiken Sehr hoch Gering Weitere nichtfinanzielle und Nachhaltigkeitsrisiken Umweltrisiken Hoch Gering Gesundheitsrisiken der Mitarbeiter Sehr hoch Gering Politische und rechtliche Risiken Geopolitische Risiken Mittel Sehr hoch Patentrechtliche Risiken Hoch Gering Rechtliche Risiken aus lokalen Gesetzen und Vorschriften Hoch Gering Finanz- und Kapitalmarktrisiken nach § 289 Abs. 2 Nr. 1 Buchst. b ) HGB Mittel Sehr hoch 22 Markt- und Wettbewerbsrisiken Wettbewerbs- und Substitutionsrisiken Es besteht das Risiko, dass durch Zusammenschlüsse und Akquisitionen von konkurrierenden Unternehmen neue, größere Wettbewerber mit hoher Innovations- und Vertriebskraft entstehen. Hierdurch könnte RATIONAL Teile des Innovationsvorsprungs einbüßen, was negative Auswirkungen auf unseren Marktanteil und Umsatz hätte. Zusätzlich können neue Wettbewerber in den Markt eintreten, was zu einer stärkeren Wettbewerbsintensität und negativen Auswirkungen auf unsere Marktposition und damit einhergehend die finanzielle Ertragskraft führen kann. Daneben existiert das Risiko, dass ein Wettbewerber unseren technologischen Vorsprung aufholt bzw. eine neue, überlegene Technologie entwickelt und auf den Markt bringt. Des Weiteren würde sich ein Ausfall oder die Abkehr von innovativen Mitarbeitern negativ auf unsere Innovationskraft auswirken. Die Entwicklung und die Trends der Branche sowie die Marktstrategien der Wettbewerber werden laufend beobachtet und in der Unternehmensplanung berücksichtigt. Des Weiteren verfolgen wir einen effizienten und interdisziplinären Entwicklungsprozess, um den Marktanforderungen auch weiterhin mit unseren Produkten und ganzheitlichen Lösungen gerecht zu werden. Um dem Ausfall oder der Abkehr von innovativen Mitarbeitern entgegenzuwirken, verfolgen wir präventive Maßnahmen. Auf diese gehen wir im Rahmen der Produktionsunterbrechungsrisiken und Gesundheitsrisiken der Mitarbeiter genauer ein. Im Jahr 2021 kam es zu einer Konsolidierung von Mitbewerbern. Wir erwarten, dass dies mittelfristig keine Auswirkungen auf unser Geschäft haben wird. Das Geschäftsmodell der Wettbewerber unterscheidet sich von unserem dahin gehend, dass wir uns ausschließlich auf intelligente Kochsysteme zur thermischen Speisezubereitung konzentrieren und gezielt Innovationen vorantreiben. Der neu entstandene Konzern ging aus zwei Anbietern einer breiten Palette von Küchenprodukten hervor. Combi-Dämpfer stellen für beide nur einen vergleichsweise kleinen Teil des Produktportfolios dar. Mangelnde Akzeptanz neuer Produkte und unserer Technologien Es besteht grundsätzlich die Gefahr, dass unsere Produkte oder Dienstleistungen nicht die von uns erwartete Akzeptanz am Markt erlangen. Zusätzlich besteht das Risiko, dass durch neue Technologien besondere Anforderungen an den Service entstehen, aus denen Haftungsrisiken resultieren können. Mit unserer klaren Kundennutzenorientierung, eigenen Küchenmeistern im Vertrieb sowie der Anwendungsforschung, -entwicklung und -beratung setzen wir uns intensiv mit den Wünschen und Bedürfnissen unserer Kunden auseinander und streben an, optimale Lösungen zu entwickeln und anzubieten. Abhängigkeit von Großkunden Grundsätzlich besteht das Risiko, von wenigen großen Kunden oder Händlern abhängig zu sein. Falls diese Kunden zu Wettbewerbern wechseln, oder wir Lieferverpflichtungen nicht erfüllen, kann dies zu finanziellen Einbußen führen. 23 Das Risiko einer Abhängigkeit von Großkunden sehen wir als nicht wesentlich an, da unser größter Endkunde aktuell für rund 3 % der Umsatzerlöse verantwortlich ist. Pandemie- und konjunkturbedingte Auswirkung auf die Investitionsbereitschaft unserer Kunden Der Kauf unserer Kochsysteme ist für die Kunden mit einer Investition verbunden. Eine schwache konjunkturelle Entwicklung oder Unsicherheit über die zukünftige wirtschaftliche Lage können die Investitionsbereitschaft unserer Endkunden negativ beeinflussen. Die umfangreichen Einschränkungen im Rahmen der Corona-Krise hatten einen stark negativen Einfluss auf die weltweite Konjunkturdynamik. Verschärfte Unsicherheiten über die weitere Entwicklung der Krise und die damit verbundenen wirtschaftlichen Auswirkungen, wie wir sie bis in die ersten Monate des Berichtsjahres beobachten konnten, waren ein Hemmnis für die Investitionsbereitschaft unserer Kunden. Während der Corona-Pandemie konnten wir dennoch beobachten, dass durch staatliche Maßnahmen wie Überbrückungshilfen oder Investitionsanreize die wirtschaftlichen Auswirkungen für unsere Kunden begrenzt wurden. Bei den staatlichen Hilfen gab es jedoch große regionale Unterschiede. Ob in ähnlichen Konjunkturflauten ähnlich hohe staatliche Subventions- oder Transferprogramme aufgelegt werden, lässt sich nicht vorhersagen. Somit stellen Pandemien für RATIONAL und unsere Kunden ein gewisses Planungsrisiko dar. Wir beobachten die wirtschaftliche Entwicklung der für uns wichtigen Märkte mit großer Aufmerksamkeit. Eine allgemein oder pandemiebedingt schwache Konjunktur würde sich kurzfristig negativ auf unsere Geschäfte auswirken. Hierdurch könnte der Umsatz und somit das Ergebnis deutlich unter Druck kommen. Auf die aus heutiger Sicht denkbaren gesamtwirtschaftlichen Szenarien sind wir mit situationsabhängiger Kostenplanung und einer hohen Liquiditätsreserve jedoch gut vorbereitet. Der erforderliche Handlungsspielraum je nach konjunktureller Entwicklung sowie die Flexibilität und Unabhängigkeit bei allen notwendigen unternehmerischen Entscheidungen sind damit gewährleistet. Produktions- und Produktrisiken Produktionsunterbrechungsrisiko Gemäß unserer Beschaffungsstrategie arbeiten wir partnerschaftlich mit Schlüssellieferanten für Komponenten und Baugruppen zusammen. Dies führt zu kontinuierlichen Qualitäts- und Produktverbesserungen, hat aber auch eine gegenseitige Abhängigkeit zur Folge. Ein Totalausfall eines Hauptlieferanten, Lieferprobleme bei Vorlieferanten oder Beeinträchtigungen von Transportwegen könnten zu Produktionsunterbrechungen führen. Die Corona-Krise hat gezeigt, dass der Verlust der Produktions- und Lieferfähigkeit auch aufgrund einer Pandemie erfolgen kann. Restriktionen oder Infektionsausbrüche bei Zulieferern oder Transportunternehmen können zu erheblichen Einschränkungen der Lieferkette führen. Zudem besteht das Risiko eines Ausfalls unserer Mitarbeiter durch Arbeitsunfähigkeit oder Quarantänepflichten, woraus sich weitere negative Folgen für die Produktion ergäben. 24 Der Risikoeintritt könnte dazu führen, dass wir die Nachfrage unserer Kunden nicht bedienen können. Daraus ergäben sich negative Auswirkungen auf Umsätze und Gewinne, wie auch auf die Reputation der RATIONAL AG mit ihren Vertriebsgesellschaften und die Kundenzufriedenheit. Zudem besteht das Risiko, dass unsere Kunden auf die Produkte unserer Mitbewerber umsteigen, falls diese verfügbar sind. Wir beobachten die zunehmend angespannte Situation in den internationalen Lieferketten intensiv. Es zeichnen sich immer weitere Rückstaus an den Häfen weltweit ab, was zu deutlich längeren, schwer planbaren Lieferzeiten führt. Alle unsere Schlüssellieferanten haben ihren Sitz in Europa, der größte Teil von ihnen in Deutschland. Einige Vorlieferanten in der weiteren Lieferkette haben ihren Sitz in China und anderen asiatischen Ländern. Es besteht also das Risiko, dass die angespannte Situation auch 2022 zu weiteren Engpässen in der Lieferkette führen kann. Im Berichtsjahr haben sich Liefertermine von elektronischen Bauteilen, aber auch von Rohstoffen signifikant ausgeweitet. In manchen Fällen sind Lieferungen von kritischen Teilen sogar komplett ausgefallen. Durch eine Teilmontage inklusive Nachrüstung der kritischen Bauteile konnten wir einen Produktionsstopp verhindern. Wir beobachten die wirtschaftliche Entwicklung der Lieferanten und die für uns relevanten Produktionsprozesse besonders gründlich. Hierzu gehören unter anderem die Risikobeurteilung unserer Schlüssellieferanten und ein System zur Auditierung von Vorlieferanten. Entsprechend bauen wir die Kapazitäten im Strategischen Einkauf aus und treiben, wo es sinnvoll und möglich ist, die konsequente Umsetzung unserer Second-Source- Strategie voran. Insbesondere im Zusammenhang mit Abhängigkeiten von Vorlieferanten aus gefährdeten Regionen untersuchen wir unsere Lieferketten intensiv auf mögliche Risiken, bewerten diese laufend und arbeiten an Beschaffungsalternativen. Zudem arbeitet die Produktentwicklung bei längerfristigen Engpässen am Redesign von Elektronikkomponenten, um den Engpass zu umgehen bzw. Beschaffungsalternativen zu entwickeln. Die Maßnahmen zum Gesundheits- und Quarantäneschutz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden im Rahmen der weiteren nichtfinanziellen und Nachhaltigkeitsrisiken beschrieben. Trotz aller präventiven Maßnahmen und Gegenmaßnahmen konnten wir 2021 nicht verhindern, dass die angespannte Beschaffungssituation negative Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg hatte. Fachkräftemangel Qualifizierte und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Führungskräfte sind die Grundlage für den Erfolg des Unternehmens. Leistungsträger langfristig an das Unternehmen zu binden und neue kompetente Mitarbeiter zu gewinnen, sind für den reibungslosen Ablauf der Produktion essenziell. Die Nichtverfügbarkeit von qualifizierten Mitarbeitern bei komplexen Geschäftsprozessen könnte zu Produktionsunterbrechungen führen und würde die Geschäftsentwicklung somit nachhaltig negativ beeinflussen. 25 Zur Gewinnung geeigneter Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wurde eine moderne, junge Arbeitgebermarke entwickelt. Unter diesem Dach werden verschiedene Aktivitäten wie beispielsweise das Hochschulmarketing oder der Besuch von Ausbildungsmessen durchgeführt. Um Mitarbeiter zu motivieren und langfristig an das Unternehmen zu binden, bietet RATIONAL neben einer angemessenen Vergütung gezielte Personalentwicklungs- und Fördermaßnahmen. Daneben verfügen wir mit der U.i.U.-Philosophie über eine besondere Unternehmenskultur, die die Loyalität und langfristige Bindung fördert. Produktqualität Es besteht das Risiko, dass ausgelieferte Produkte qualitativ nicht einwandfrei sind. Mögliche Folgen daraus sind Sach- und Personenschäden, finanzielle Mehraufwendungen, aber auch Imageschäden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden im Rahmen der laufenden Produktbeobachtung bei einem geringen Anteil von gasbetriebenen Combi-Dämpfern aus älteren, nicht mehr vertriebenen Produktlinien Schadensfälle im Zusammenhang mit einem thermisch stark belasteten Bauteil verfolgt. Der Vorstand hat entsprechende Untersuchungen und Risikoabschätzungen vorgenommen, auch unter Hinzuziehung externer Spezialisten. Um eine unvorhergesehene Produktionsunterbrechung bei unseren Endkunden zu verhindern, tauschen wir dieses Bauteil proaktiv und auf Kulanz bei möglichst vielen Geräten durch ein neuentwickeltes, belastbareres Bauteil aus. Hierfür wurde eine Rückstellung in Höhe von rund 12 Mio. Euro gebildet. Um Qualitätsrisiken entgegenzuwirken, testen wir alle Geräte, bevor sie unser Haus verlassen. Neben umfangreichen Tests, die jedes Gerät durchlaufen muss, werden stichprobenartig Geräte einer zusätzlichen intensiven Prüfung unterzogen. Dadurch stellen wir einerseits die Zuverlässigkeit unserer Produkte sicher, andererseits werden so mögliche Fehlerquellen frühzeitig identifiziert. Sollten dennoch Beanstandungen durch Kunden – oder auch intern – auftreten, werden diese im Rahmen unserer täglichen „Akuten Qualitätsverbesserung“ analysiert und schnelle unmittelbare Lösungen erarbeitet. Sach- oder Personenschäden beim Kunden sind über die bestehende Produkthaftpflichtversicherung ausreichend gedeckt. Einen möglichen Imageschaden vermeiden wir durch äußerstes Bemühen, jeden Fehler und daraus entstandene Schäden zu überkompensieren. Operative Risiken IT-Risiken IT-Risiken können durch die immer stärkere Vernetzung der EDV-Systeme entstehen. Netzwerke können ausfallen, Daten können durch Bedien- und Programmfehler oder externe Faktoren verfälscht, entwendet oder zerstört werden. Durch den Ausfall von Systemen könnte es zu Verzögerungen in der Leistungserbringung kommen. Durch unzureichende Sicherungssysteme könnte ein unautorisierter Zugriff von außen auf erfolgskritische Informationen erfolgen. Den informationstechnischen Risiken begegnen wir durch fortlaufende Investitionen in Hard- und Software, durch den Einsatz von Virenscannern, verschlüsselten E-Mail- und Datentransfers, Firewall-Systemen sowie Zugangs- und Zugriffskontrollen und eines speziell geschützten Rechenzentrums. Zahlreiche Systeme sind redundant ausgelegt, um Ausfälle 26 schnell kompensieren zu können. Zur Sicherung von Unternehmensdaten werden die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bei regelmäßig vorgeschriebenen Informationssicherheitstrainings für Gefahren sensibilisiert. Weitere nichtfinanzielle und Nachhaltigkeitsrisiken Umweltrisiken Als produzierendes Unternehmen unterliegen wir grundsätzlich dem Risiko, dass im Rahmen der Produktion durch Unfälle mit Öl, Chemikalien oder anderen Schadstoffen die Umwelt geschädigt wird. Bei einer Pflichtverletzung könnten hieraus rechtliche Konsequenzen wie beispielsweise Bußgelder und Schadensersatzleistungen folgen. Dem treten wir durch entsprechende Sicherheitsmaßnahmen, -schulungen und regelmäßige Audits entgegen. Gesundheitsrisiken der Mitarbeiter Werden Gefahr- und Giftstoffe unsachgemäß verwendet und gesetzlich vorgeschriebene sicherheitstechnische Bestimmungen nicht eingehalten, besteht das Risiko, dass Menschen zu Schaden kommen. Zudem ist im Falle einer Pandemie und einer rasanten Verbreitung einer potenziell tödlichen Krankheit die Gesundheit der Mitarbeiter bei Durchführung ihrer Tätigkeit oder auf dem Weg zur Ausübung ihrer Tätigkeit durch Ansteckung potenziell gefährdet. Bei einer Ansteckung könnte mit wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Gesundheit der betroffenen Personen zu rechnen sein. Diesen Risiken wirken wir durch zahlreiche Maßnahmen entgegen. Um Arbeitsunfälle und hohe Krankheitsquoten zu vermeiden, finden im Unternehmen regelmäßig Untersuchungen und Vorsorgemaßnahmen durch den Betriebsarzt statt. Jährliche Unterweisungen zum Thema Arbeitssicherheit werden über die Initiative „RATIONAL Offensive Sicherheit“ durchgeführt. Den Mitarbeitenden werden so allgemeine Sicherheitsvorschriften und Unfallvermeidungsmaßnahmen ins Gedächtnis gerufen und nähergebracht. Seit Ende 2018 unterstützen wir die sportliche Betätigung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Deutschland finanziell. Zu Beginn der Corona-Pandemie wurden Krisenstäbe an sämtlichen Produktions-, Verwaltungs- und Vertriebsstandorten eingerichtet. Diese Krisenstäbe haben durch die enge Zusammenarbeit und Abstimmung mit den Behörden und die stringente Umsetzung von Arbeitsschutzmaßnahmen eine Minimierung von Infektionen zum Ziel. Durch regelmäßige Newsletter wurden den Mitarbeitern die gültigen Maßnahmen und Vorgaben transparent mitgeteilt. Soweit keine betriebsbedingten Gründe dagegen sprachen, ermöglichten wir unseren Mitarbeitern die Arbeit im Homeoffice. Zudem unterbreiteten wir zusammen mit dem lokalen Impfzentrum in Penzing, in der Nähe von Landsberg am Lech, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein Impfangebot und die Möglichkeit von Auffrischungsimpfungen. Durch diese Maßnahmen gelang es uns, große Infektionsausbrüche und damit negative Auswirkungen auf die Gesundheit unserer Mitarbeiter zu vermeiden. 27 Politische und rechtliche Risiken Geopolitische Risiken Es besteht die Gefahr geopolitischer Spannungen und militärischer Auseinandersetzungen in unseren Geschäftsregionen. Dies birgt neben der Gefährdung des Wohls unserer Mitarbeiter in den Tochtergesellschaften das Risiko, dass der Absatz unserer Produkte in den betreffenden Regionen beeinträchtigt oder unmöglich wird. Abhängig davon, welche Märkte betroffen sind, ergeben sich möglicherweise erhebliche negative Auswirkungen auf Umsatz und Gewinn. Zu Beginn des Jahres 2022 eskalierte der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine in nicht möglich gehaltenem Maße. Als Reaktion hierauf wurden seitens der Europäischen Union und der Vereinigten Staaten bereits Sanktionen angedroht, beziehungsweise verhängt. In Folge ist unser Geschäft in beiden Ländern wesentlich von den Auswirkungen der Krise betroffen. Wir sehen Risiken hinsichtlich der Währungsentwicklung, Logistik und Investitionsbereitschaft der Kunden in diesen Regionen. Die Umsätze in Russland und der Ukraine machten im Jahr 2021 rund 2 bis 3 % der konzernweiten Umsatzerlöse aus. Falls sich der Konflikt nicht auf andere Regionen ausweitet, sehen wir die wirtschaftlichen Folgen für unser Geschäft als gering an. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen sehen wir allerdings ein nicht unerhebliches Risiko, dass sich der Sachverhalt auf andere Bereiche unseres Geschäfts ausweitet. Dies führt zu unserer Risikoeinstufung „mittel“. Patentrechtliche Risiken Sowohl durch aktive als auch passive Patentverletzungen können Kosten für die Prozessführung sowie für Schadensersatzleistungen entstehen. Zudem besteht die Möglichkeit, dass ein mangelhafter Schutz des geistigen Eigentums dazu führt, dass Wettbewerber in einzelnen Märkten eigenen Nutzen und damit Vorteile aus von uns entwickelten Technologien ziehen. Ein Team von Patentspezialisten beobachtet intensiv neue Produkte unserer Wettbewerber und arbeitet eng mit unserer Produktentwicklung zusammen. Durch den Abgleich mit internationalen Patentdatenbanken können so eigene Patentverletzungen vermieden sowie Patentverletzungen unserer Wettbewerber frühzeitig erkannt und verfolgt werden. Ergänzend wird durch den fortlaufenden Abstimmungsprozess frühzeitig Kenntnis über möglicherweise schützenswertes geistiges Eigentum erlangt. Rechtliche Risiken aus lokalen Gesetzen und Vorschriften Die zunehmend internationale Geschäftstätigkeit ist mit zahlreichen rechtlichen Risiken verbunden. Diese umfassen im Wesentlichen: >> länderspezifische Produktanforderungen oder Sicherheitsvorschriften, die die Zulassung und den Vertrieb unserer Produkte beeinträchtigen, >> Zollvorschriften bzw. Im- und Exportregelungen, die die Einfuhr von Produkten beschränken, >> geschäftliche Gestaltungen, die Verstöße gegen lokal geltendes Wettbewerbs- oder Kartellrecht darstellen, 28 >> geschäftliche Gestaltungen, die Korruption und Bestechung oder die Verletzung von Menschenrechten darstellen, >> Compliance-Risiken, das heißt mögliche Verstöße durch Mitarbeiter gegen lokale Gesetze und geltende Unternehmensrichtlinien. Dies umfasst auch die seit Mai 2018 gültige EU- Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO). >> die Nichterfüllung von Normen für Zulassungen in den entsprechenden Märkten Um diese Risiken zu minimieren, arbeiten wir, sofern erforderlich, in allen für uns wichtigen Märkten mit Experten für die jeweiligen lokalen gesetzlichen Anforderungen zusammen. Mit internen Verhaltensregeln (Compliance-Management-System, Code of Conduct, BME- Verhaltenskodex, Antikorruptionsrichtlinie und Sanktionslistenprüfung) wirken wir Verstößen entgegen. Das in der RATIONAL AG implementierte Compliance-Management-System wurde im Geschäftsjahr 2015 einer Konzeptionsprüfung gemäß IDW PS 980 unterzogen und soll in den folgenden Geschäftsjahren entsprechend den gesetzlichen Vorschriften weiterentwickelt werden. Finanz- und Kapitalmarktrisiken Als relevante Finanz- und Kapitalmarktrisiken für die RATIONAL AG wurden Ausfall-, Liquiditäts-, Wechselkurs-, Zinsänderungs- und Preisrisiken identifiziert. Ausfallrisiken Ausfallrisiken können dadurch entstehen, dass Kunden ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. Um Ausfallrisiken bei Kundenforderungen – die potenzielle Bonitäts- und Liquiditätsrisiken für RATIONAL nach sich ziehen könnten – zu vermeiden oder zu reduzieren, werden die Kunden einer Bonitätsprüfung sowie einer permanenten Bonitätsüberwachung durch die Warenkreditversicherungsgesellschaft und deren lokale Partnergesellschaften unterzogen. Ausfallrisiken bestehen bei Geld- und Finanzanlagen sowie bei derivativen Finanzinstrumenten durch mögliche Nichterfüllung seitens des jeweiligen Kontraktpartners. Daher qualifizieren sich bei RATIONAL nur Kreditinstitute im Investment Grade zur Geld- und Finanzanlage. Zur Diversifizierung verteilen sich die finanziellen Vermögenswerte gegenüber Kreditinstituten auf mehrere Kreditinstitute. Liquiditätsrisiken Das Liquiditätsrisiko bezieht sich auf die Möglichkeit, dass RATIONAL zu irgendeinem Zeitpunkt nicht in der Lage sein könnte, Zahlungsverpflichtungen fristgerecht und in vollem Umfang zu entsprechen. Im Corporate Treasury hat die Überwachung und Steuerung der liquiden Mittel oberste Priorität. Dies erfolgt durch tägliches Cash-Management und eine rollierende Liquiditätsplanung mit kontinuierlicher Überwachung und Steuerung der ein- und abgehenden Zahlungsströme. Währungsrisiken Währungsrisiken resultieren zum einen aus Wechselkursänderungen zum Stichtag und einer daraus folgenden möglichen Veränderung der beizulegenden Zeitwerte bestehender Fremdwährungsbilanzpositionen (Translationsrisiko). Diese Risiken werden bei RATIONAL nicht durch Sicherungsgeschäfte abgesichert. 29 Zum anderen besteht ein Risiko, dass aus einem Finanzinstrument in einer Fremdwährung resultierende zukünftige Cashflows durch veränderte Wechselkurse deutlich von den zum Stichtagskurs erzielbaren Werten abweichen (Transaktionsrisiko). Die identifizierten Transaktionsrisiken werden bei Bedarf durch derivative Finanzinstrumente abgesichert, wobei sich die Sicherung auf gebuchte und antizipierte Geschäfte bezieht. Zinsänderungsrisiken Zinsrisiken bezeichnen das Risiko der möglichen Veränderung von beizulegenden Zeitwerten oder künftigen Zahlungen von Finanzinstrumenten aufgrund von Änderungen der Marktzinssätze. Zinsänderungsrisiken für künftige Zahlungen aufgrund von Finanzschulden werden bei RATIONAL mithilfe von Vereinbarungen zur Zinsfestschreibung entgegengewirkt. Für die ausstehenden Darlehen ist eine Zinsfestschreibung über die gesamte Laufzeit vereinbart. Darüber hinaus resultiert ein Zinsänderungsrisiko aus steigenden Verwahrgebühren, die für Bankguthaben ab einem bestimmten Schwellenwert fällig werden. Aufgrund der zahlreichen sonstigen Parameter, die Zinsänderungsrisiken beeinflussen, und der unwesentlichen Größenordnung der Auswirkungen, erfolgt keine Sensitivitätsberechnung. Preisrisiken Preisrisiken können in erster Linie in Zusammenhang mit dem Bezug von Komponenten und Rohstoffen für die Fertigung der Produkte entstehen. Eine Absicherung durch derivative Finanzinstrumente besteht weder beim Stahlgrundpreis noch bei den Legierungsmetallen. Für den Stahlgrundpreis bestehen jedoch feste Verträge mit den Lieferanten, die den vereinbarten Bezugspreis für circa ein Jahr im Voraus fixieren. Aufgrund der materiell steigenden und zunehmend volatilen Beschaffungskosten für Komponenten ist eine Abschätzung der weiteren Entwicklung derzeit nicht möglich. Des Weiteren stehen aktuell keine Instrumente zur Verfügung dieses Risiko zu minimieren. Durch unsere Marktstellung und dadurch, dass es sich hierbei um ein weltweites und branchenübergreifendes Risiko handelt, sind wir der Ansicht, die Auswirkungen durch Preisanpassungen begrenzen zu können. Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess Die wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems bei der RATIONAL AG im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess können wie folgt beschrieben werden: - Die bei der RATIONAL AG und ihren Töchtern eingerichteten Rechnungslegungsprozesse sind im Hinblick auf Verantwortungsbereiche und Führung klar strukturiert. - Durch gültige und laufend aktualisierte Richtlinien sowie einen zentral gepflegten Kontenplan wird eine einheitliche Rechnungslegung gewährleistet. - Die Funktionen der am Rechnungslegungsprozess wesentlich beteiligten Bereiche Finanz- und Rechnungswesen sowie Controlling sind in Bezug auf die 30 Abschlusserstellung klar getrennt. Die Verantwortungsbereiche sind eindeutig zugeordnet. - Die Buchführung wird, soweit möglich, zentral in Landsberg abgewickelt. Dies gewährleistet eine hohe Qualität in der Erfassung und Bearbeitung der rechnungslegungsrelevanten Daten. - Bei den im Bereich Rechnungswesen eingesetzten Finanzsystemen handelt es sich, soweit möglich, um Standardsoftware. Durch entsprechende Sicherheits- bzw. Berechtigungskonzepte sind diese Systeme gegen unbefugte Zugriffe geschützt. - Die am Rechnungslegungsprozess beteiligten Bereiche sind den Anforderungen entsprechend ausgestattet. Die beteiligten Personen verfügen über die erforderlichen Qualifikationen und werden kontinuierlich weitergebildet. In regelmäßigen Terminen stimmen die involvierten Parteien ihr Handeln eng aufeinander ab. - Rechnungslegungsrelevante Daten werden regelmäßig durch Stichprobenprüfungen auf Vollständigkeit und Richtigkeit überprüft. - Bei allen wesentlichen rechnungslegungsrelevanten Prozessen wird durchgängig das Vieraugenprinzip angewendet. - Um eine einheitliche und gesetzeskonforme Rechnungslegung sicherzustellen, wird der Jahresabschluss einer gesetzlichen Prüfung durch einen Wirtschaftsprüfer unterzogen. - Die rechnungslegungsrelevanten Prozesse werden in einem Abstand von drei bis sechs Jahren regelmäßig durch die interne Revision überprüft. Daneben werden turnusmäßig die beteiligten Prozesse am Standort Landsberg geprüft. - Der Lagebericht der RATIONAL AG wird von Accounting und Investor Relations in Abstimmung mit den jeweiligen Fachverantwortlichen und dem Vorstand unter Berücksichtigung des Vieraugenprinzips erstellt, geprüft und freigegeben. Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem, dessen wesentliche Merkmale oben beschrieben sind, gewährleistet einen effizienten Rechnungslegungsprozess. Durch die vorhandenen Kontrollen können Fehler weitgehend vermieden, jedenfalls aber entdeckt und korrigiert werden. Dadurch wird sichergestellt, dass die Rechnungslegung in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorgaben erfolgt. Ferner wird durch die oben beschriebenen Kontroll- und Überprüfungsmechanismen erreicht, dass Geschäftsvorfälle einheitlich und zutreffend erfasst, ausgewiesen und bewertet werden sowie verlässliche und relevante Informationen zur Verfügung gestellt werden können. 5. Übernahmerelevante Angaben Gemäß § 289a Abs. 1 HGB haben börsennotierte Aktiengesellschaften übernahmerechtliche Angaben zu machen und diese zu erläutern. Das Grundkapital der RATIONAL AG beträgt zum 31. Dezember 2021 unverändert 11,37 Mio. Euro und besteht aus 11.370.000 auf den Inhaber lautenden, nennwertlosen Stückaktien mit einem rechnerischen anteiligen Betrag am Grundkapital von jeweils 1,00 Euro. Jede Aktie gewährt eine Stimme und ist maßgebend für den Anteil am Gewinn. Beschränkungen bezüglich Stimmrechten oder der Übertragung von Aktien liegen nicht vor. Das Grundkapital ist vollständig einbezahlt. Das bedingte Kapital beträgt 200 Tsd. Euro und ist für Optionsrechte von Mitgliedern des Vorstands bis zu einer Anzahl von 200.000 Stückaktien vorgesehen. 31 Gemäß der Pflichtmitteilung vom 25. Februar 2019 verfügen Frau Gabriella Meister und Frau Franziska Würbser über insgesamt 3.581.578 Aktien, welche im Wesentlichen im Rahmen einer Poolvereinbarung gehalten werden. Gemäß einer entsprechenden Mitteilung vom 25. Februar 2019 hält Ulrike Meister 1.803.464 Aktien. Somit überschreiten die genannten Personen jeweils die Schwelle von 10 % der Stimmrechte. Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 29. April 2015 wurde § 8 Abs. 6 Satz 1 der Satzung der RATIONAL AG geändert. Der Wortlaut des Beschlusses lautet: „Solange Herr Siegfried Meister und Herr Walter Kurtz Aktionäre der Gesellschaft sind, haben sie das gemeinsame Recht, bis zu zwei Mitglieder in den Aufsichtsrat zu entsenden. Ist einer der beiden Entsendungsberechtigten nicht mehr Aktionär der Gesellschaft, so hat der verbleibende Aktionär das alleinige Entsendungsrecht. Das Entsendungsrecht ist durch schriftliche Erklärung an den Vorstand der Gesellschaft auszuüben.“ Entsprechend den Vorgaben durch das Gesetz zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtline (ARUG II) wurde mit Hauptversammlungsbeschluss vom 12. Mai 2021 § 13 der Satzung um die Absätze 3 und 4 ergänzt: „3. Aktionäre, die an der Hauptversammlung teilnehmen oder das Stimmrecht ausüben wollen, müssen sich rechtzeitig zur Hauptversammlung anmelden. Die Anmeldung muss der Gesellschaft mindestens sechs Tage vor der Hauptversammlung entweder in Textform unter der in der Einberufung hierfür mitgeteilten Adresse oder durch Übermittlung durch Intermediäre unter den Voraussetzungen des § 67c AktG i.V.m. Art. 6 DVO (EU) 2018/1212 zugehen (Anmeldefrist). Der Vorstand ist ermächtigt, in der Einberufung der Hauptversammlung eine auf bis zu drei Tage vor der Hauptversammlung verkürzte Anmeldefrist zu bestimmen. Gleiches gilt für den Aufsichtsrat, falls die Hauptversammlung durch den Aufsichtsrat einberufen wird. Der Tag des Zugangs und der Tag der Hauptversammlung sind bei der Berechnung dieser Frist nicht mitzurechnen.“ „4. Die Aktionäre müssen außerdem ihre Berechtigung zur Teilnahme an der Hauptversammlung und zur Ausübung ihres Stimmrechts nachweisen. Dafür sind ein in Textform erstellter Nachweis ihres Anteilsbesitzes durch das depotführende Institut oder ein Nachweis gemäß §§ 123 Abs. 4 Satz 1, 67c Abs. 3 AktG i.V.m. Art. 5 DVO (EU) 2018/1212 ausreichend. Der Nachweis muss sich auf den Beginn des 21. Tages vor der Hauptversammlung beziehen. Er muss der Gesellschaft mindestens sechs Tage vor der Hauptversammlung entweder in Textform unter der in der Einberufung hierfür mitgeteilten Adresse oder durch Übermittlung durch Intermediäre unter den Voraussetzungen des § 67c Abs. 3 AktG i.V.m. Art. 5 DVO (EU) 2018/1212 zugehen. Der Vorstand ist ermächtigt, in der Einberufung der Hauptversammlung eine auf bis zu drei Tage vor der Hauptversammlung verkürzte Frist zu bestimmen. Gleiches gilt für den Aufsichtsrat, falls die Hauptversammlung durch den Aufsichtsrat einberufen wird. Der Tag des Zugangs und der Tag der Hauptversammlung sind bei der Berechnung dieser Frist nicht mitzurechnen.“ Alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der RATIONAL AG können die ihnen aus Aktien zustehenden Kontrollrechte wie andere Aktionäre unmittelbar und nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen und der Satzung der Gesellschaft ausüben. 32 Gemäß § 84 AktG obliegt die Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands dem Aufsichtsrat. Diese Befugnis wird in § 6 Abs. 2 der Satzung der RATIONAL AG dahin gehend konkretisiert, dass der Aufsichtsrat die Vorstandsmitglieder bestellt, ihre Zahl bestimmt und die Geschäftsverteilung regelt. Der Vorstand leitet das Unternehmen und vertritt es gegenüber Dritten. Die Gesellschaft hält keine eigenen Aktien. Es besteht derzeit keine Ermächtigung durch die Hauptversammlung zum Rückkauf eigener Aktien bzw. zur Ausgabe neuer Aktien. Die RATIONAL AG hat keine wesentlichen Vereinbarungen abgeschlossen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen. Es wurden keine Vereinbarungen mit Vorstandsmitgliedern oder Arbeitnehmern bzw. Arbeitnehmerinnen getroffen, die für den Fall des Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots, eine besondere Entschädigung oder zusätzliche Vergütung vorsehen. 6. Zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung Die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex und die zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f und 315d HGB, die die Erklärung nach § 161 AktG beinhaltet, sind auf der RATIONAL-Website im Bereich Investor Relations unter der Rubrik Corporate Governance öffentlich zugänglich. Landsberg am Lech, den 1. März 2022 RATIONAL AG Der Vorstand Dr. Peter Stadelmann Peter Wiedemann Vorstandsvorsitzender Vorstand technischer Bereich Markus Paschmann Jörg Walter Vorstand Bereich Vertrieb und Marketing Vorstand kaufmännischer Bereich Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 31.12.2021 31.12.2020 EUR EUR A. Anlagevermögen I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 2.371.688,45 2.626.280,67 2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 413.001,51 453.861,16 2.784.689,96 3.080.141,83 II. Sachanlagen 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 91.779.326,06 76.840.353,22 2. Technische Anlagen und Maschinen 18.921.360,51 21.206.443,12 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts- ausstattung 11.636.374,99 12.122.948,97 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.330.401,67 14.850.275,97 123.667.463,23 125.020.021,28 III. Finanzanlagen 1. Anteile an verbundenen Unternehmen 7.130.444,41 7.130.444,41 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 20.000.000,00 15.000.000,00 27.130.444,41 22.130.444,41 153.582.597,60 150.230.607,52 B. Umlaufvermögen I. Vorräte 1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 18.409.810,85 17.379.324,50 2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 24.083.538,10 1.651.042,16 3. Fertige Erzeugnisse und Waren 3.994.901,87 4.102.961,48 46.488.250,82 23.133.328,14 II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 22.930,63 73.584,61 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 47.776.451,56 144.359.508,91 3. Sonstige Vermögensgegenstände 7.282.831,59 8.931.988,55 55.082.213,78 153.365.082,07 III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 270.530.536,52 186.707.607,88 C. 2.570.004,40 2.031.932,73 D. 682.000,00 507.000,00 528.935.603,12 515.975.558,34 Rechnungsabgrenzungsposten Aktive latente Steuern RATIONAL AG, Landsberg am Lech Bilanz zum 31. Dezember 2021 Aktiva 31.12.2021 31.12.2020 EUR EUR A. Eigenkapital I. Gezeichnetes Kapital 11.370.000,00 11.370.000,00 (Nennwert bedingtes Kapital T€ 200; Vorjahr T€ 200) II. Kapitalrücklage 31.016.731,65 31.016.731,65 III. Gewinnrücklagen Gesetzliche Rücklage 513.541,57 513.541,57 IV. Bilanzgewinn 412.901.928,56 427.308.372,28 (davon Gewinnvortrag: T€ 372.732; Vorjahr T€ 313.090) 455.802.201,78 470.208.645,50 B. Rückstellungen 1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 649.973,00 649.123,99 2. Sonstige Rückstellungen 30.057.325,45 16.935.485,62 30.707.298,45 17.584.609,61 C. Verbindlichkeiten 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.125.672,00 3.676.308,00 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 13.674.687,87 9.286.923,21 3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 16.957.745,05 6.150.432,09 4. Sonstige Verbindlichkeiten 9.667.997,97 9.068.639,93 (davon aus Steuern T€ 5.876; Vorjahr T€ 5.562) (davon im Rahmen der sozialen Sicherheit T€ 0; Vorjahr T€ 0) 42.426.102,89 28.182.303,23 528.935.603,12 515.975.558,34 Passiva 2021 2020 EUR EUR 1. Umsatzerlöse 525.242.992,40 464.116.226,19 2. Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 19.582.762,70 391.457,26 3. Sonstige betriebliche Erträge 6.334.969,68 5.609.919,72 (davon Erträge aus Währungsumrechnung T€ 4.696; Vorjahr T€ 3.848) 551.160.724,78 470.117.603,17 4. Materialaufwand a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 290.132.691,46 232.551.641,97 b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 35.392.399,26 33.013.399,97 325.525.090,72 265.565.041,94 5. Personalaufwand a) Löhne und Gehälter 35.994.938,89 32.819.831,72 b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 5.666.747,56 5.595.976,08 (davon für Altersversorgung T€ 1.055; Vorjahr T€ 993) 41.661.686,45 38.415.807,80 6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 12.527.869,58 11.503.426,06 7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 127.685.122,14 112.906.755,00 (davon Aufwendungen aus Währungsumrechnung T€ 4.568; Vorjahr T€ 5.692) 8. Erträge aus Beteiligungen 538.633,49 78.879.240,75 (davon aus verbundenen Unternehmen T€ 539; Vorjahr T€ 78.879) 9. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 35.773,61 49.750,11 (davon aus verbundenen Unternehmen T€ 36; Vorjahr T€ 50) 10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 35.921,15 144.329,52 11. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 12.769.705,78 9.320.390,78 12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 227.295,64 256.460,61 (davon Aufwendungen aus Aufzinsung T€ 28; Vorjahr T€ 34) 13. Ergebnis vor Steuern 56.913.694,28 129.863.822,92 14. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 16.530.178,37 15.485.471,88 (davon Ertrag aus der Veränderung latenter Steuern T€ 175; davon Aufwand Vorjahr T€ 240) 15. Ergebnis nach Steuern 40.383.515,91 114.378.351,04 16. Sonstige Steuern 213.959,63 159.691,07 17. Jahresüberschuss 40.169.556,28 114.218.659,97 18. 372.732.372,28 313.089.712,31 19. 412.901.928,56 427.308.372,28 Gewinnvortrag Bilanzgewinn RATIONAL AG, Landsberg am Lech Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021 RATIONAL Aktiengesellschaft Landsberg am Lech Registergericht Augsburg HRB 2001 ANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2021 I. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des Aktiengesetzes aufgestellt. Der Gliederung der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung liegen die Vorschriften der §§ 266 und 275 Abs. 2 HGB (Gesamtkostenverfahren) zugrunde. Die im Vorjahr angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden beibehalten. Die Gesellschaft ist zum Bilanzstichtag eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten aktiviert und werden planmäßig linear über zwei bis zehn Jahre linear abgeschrieben. Das Wahlrecht zur Aktivierung für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens nach § 248 Abs. 2 HGB wird nicht in Anspruch genommen. Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. In die Herstellungskosten werden Einzelkosten sowie angemessene Teile der Gemeinkosten einbezogen. Zinsen für Fremdkapital werden nicht angesetzt. Sollten dauerhafte und vorübergehende Wertminderungen vorhanden sein, wird dementsprechend eine außerplanmäßige Abschreibung vorgenommen. Zuschreibungen werden vorgenommen, wenn der Grund für die außerplanmäßige Abschreibung weggefallen ist. Für Zugänge nach dem 1. Januar 2008 wird ausschließlich die lineare Abschreibungsmethode angewandt. Bauten werden nach der voraussichtlichen betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer über 25 bis 33 Jahre abgeschrieben, bewegliche Anlagegüter werden über 3 bis 15 Jahre abgeschrieben. Die Zugänge werden pro rata temporis abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter (bis € 800) werden im Jahr der Anschaffung sofort aufwandswirksam erfasst. Geleistete Anzahlungen werden zum Zahlungs- bzw. Nominalbetrag bilanziert. Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag angesetzt. Das Wahlrecht zur Abschreibung bei voraussichtlich nicht dauernder Wertminderung wird nicht in Anspruch genommen. Die Vorräte sind mit dem gleitenden Durchschnitt der Anschaffungskosten bzw. zu Herstellungskosten bewertet, soweit nicht ein Ansatz zum niedrigeren beizulegenden Wert erforderlich ist. In die Herstellungskosten werden neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie der Wertverzehr des Anlagevermögens, der auf die Fertigung entfällt, einbezogen. Fremdkapitalzinsen werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nominalbetrag abzüglich erforderlicher Einzelwertberichtigungen bilanziert. Kurzfristige Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten in fremder Währung werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet. Alle übrigen Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden mit ihrem Umrechnungskurs bei Rechnungsstellung oder dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet, wenn sich hierdurch eine geringere Forderung bzw. höhere Verbindlichkeit ergibt. Die flüssigen Mittel sind zum Nominalbetrag am Bilanzstichtag angesetzt. Die in Fremdwährung geführten flüssigen Mittel wurden mit dem Devisenkassamittelkurs per 31.12.2021 bewertet, da sie sämtlich eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr aufweisen. Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen. Latente Steuern werden auf die Unterschiede in den Bilanzansätzen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz angesetzt, sofern sich diese in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich ausgleichen. Der Ausweis der latenten Steuern erfolgt saldiert. Der Aufwand und Ertrag aus der Veränderung der bilanzierten latenten Steuer wird in der Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Posten „Steuern vom Einkommen und vom Ertrag“ als „Davon-Vermerk" ausgewiesen. Der Berechnung der latenten Steuern liegt ein effektiver Steuersatz von 27,73 % (KSt 15,0 % zzgl. SolZ sowie GewSt mit einem Hebesatz von 340 %) zugrunde, der sich voraussichtlich im Zeitpunkt des Ausgleichs der Differenzen ergeben wird. Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert angesetzt. Die gebildete Pensionsrückstellung wurde nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren errechnet. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken, drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften und ungewissen Verbindlichkeiten. Die Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Die langfristigen Rückstellungen wurden entsprechend § 253 Abs. 2 HGB abgezinst. Die Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Erstattungen der öffentlichen Hand aufgrund von Kurzarbeit werden aufwandswirksam erfasst und mit den entsprechenden Personalaufwendungen saldiert, soweit die Erstattungen dem Primäraufwand eindeutig zuzuordnen sind. Die Umsatzrealisierung aus dem Produktverkauf an die Tochtergesellschaften erfolgt im vertraglich festgelegten Zeitpunkt des Gefahrenübergangs. Die Erträge aus dem Kundenstammleasing sowie aus den erbrachten internen Dienstleistungen werden mit Erbringung der Leistung erfasst. Sonstige betriebliche Erträge und betriebliche Aufwendungen werden mit Erbringung bzw. Inanspruchnahme der Leistung bzw. Verursachung als Ertrag bzw. Aufwand erfasst. Falls erforderlich werden Zahlungen abgegrenzt, um sie periodengerecht als Ertrag bzw. Aufwand zu erfassen. Erträge aus Beteiligungen werden mit Entstehen des rechtlichen Anspruchs auf Zahlung erfasst. II. Bilanzerläuterungen 1. Anlagevermögen Die Veränderungen der einzelnen Posten des Anlagevermögens sowie die Abschreibungen des Geschäftsjahres 2021 sind aus dem Anlagenspiegel als Anlage 1 zum Anhang ersichtlich. Im Berichtsjahr wurden bei den immateriellen Vermögensgegenständen und den Sachanlagen Investitionen in Höhe von 10,9 Mio. Euro getätigt. Zur Steigerung der Produktionskapazitäten wurde in den Bereichen Grundstücke und Bauten, Technische Anlagen und Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung investiert sowie Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände vorgenommen. Der RATIONAL Wittenheim SAS, Wittenheim, Frankreich, wurde im Berichtsjahr ein Darlehen in Höhe von 10,0 Mio. Euro gewährt. Des Weiteren erfolgte mit der RATIONAL International AG, Balgach, Schweiz, eine Darlehensvereinbarung in Höhe von 30,0 Mio. Euro. Davon wurden bis zum Stichtag 10,0 Mio. Euro gezogen. Die Darlehensgewährungen erfolgten jeweils zu marktüblichen Konditionen. Das Darlehen, welches im Vorjahr an die RATIONAL International AG, Balgach, Schweiz, ausgegeben wurde, ist im Berichtsjahr vollständig vorzeitig getilgt worden. Die Gesellschaft hielt am Bilanzstichtag folgende unmittelbare und mittelbare Beteiligungen: Kapital- Eigen- Ergebnis anteil kapital in in % in T€ 31.12.2021 (Stichtagskurs) T€ GJ 2021 (Durchschnittskurs) unmittelbare Beteiligungen: RATIONAL Deutschland GmbH, Landsberg am Lech 100,0 26 0 RATIONAL Technical Services GmbH, Landsberg am Lech 100,0 93 0 RATIONAL Komponenten GmbH, Landsberg am Lech 100,0 99 0 LechMetall GmbH, Landsberg am Lech 100,0 51 0 RATIONAL Dienstleistungsgesellschaft mbH Landsberg am Lech 100,0 86 0 RATIONAL Montage GmbH, Landsberg am Lech 100,0 147 0 RATIONAL F & E GmbH, Landsberg am Lech 100,0 662 0* RATIONAL UK Ltd., Luton, Großbritannien 100,0 9.137 2.791 RATIONAL Japan Co., Ltd., Tokio, Japan 100,0 6.845 873 RATIONAL Cooking Systems, Inc., Rolling Meadows, USA 100,0 15.263 4.081 RATIONAL Skandinavia AB, Malmö, Schweden 100,0 2.348 534 RATIONAL Italia s.r.l., Mestre, Italien 100,0 2.500 880 RATIONAL Schweiz AG, Balgach, Schweiz 100,0 1.656 662 RATIONAL International AG, Balgach, Schweiz 100,0 84.917 52.051 RATIONAL Canada Inc., Mississauga, Kanada 100,0 3.593 1.917 RATIONAL Ibérica Cooking Systems S.L., Barcelona, Spanien 100,0 2.503 743 * nach Ergebnisabführung an die Muttergesellschaft Kapital- Eigen- Ergebnis anteil kapital in in % in T€ 31.12.2021 (Stichtagskurs) T€ GJ 2021 (Durchschnittskurs) mittelbare Beteiligungen: RATIONAL Austria GmbH, Salzburg, Österreich 100,0 1.452 596 RATIONAL France S.A.S., Wittenheim, Frankreich 100,0 7.122 2.274 RATIONAL Sp. z o.o., Warschau, Polen 100,0 873 269 RATIONAL Wittenheim SAS, Wittenheim, Frankreich 100,0 19.017 3.139 TOPINOX S.A.R.L. Nantes, Frankreich 100,0 25 -1 RATIONAL Trading (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China 100,0 7.443 2.516 RATIONAL RUS OOO, Moskau, Russland 100,0 1.319 174 RATIONAL Brasil Comércio E Distribuição De Sistemas De Cocção Ltda. São Paolo, Brasilien 99,9 3.185 8 RATIONAL Mexico S.A. DE C.V. Mexico City, Mexiko 100,0 1.719 377 RATIONAL International India Private Ltd. Gurgaon, Indien 100,0 1.287 427 RATIONAL Colombia – America Central SAS, Bogota, Kolumbien 100,0 971 19 RATIONAL Endüstriyel Mutfak Ekipmanlari Ticaret Limited Sirketi, Istanbul, Türkei 100,0 1.091 202 RATIONAL Cooking Systems PTE. Ltd. Singapur, Singapur 100,0 6.745 3.468 RATIONAL Kitchen and Catering Equipment Trading FZCO Dubai, Vereinigte Arabische Emirate 100,0 2.373 379 RATIONAL Chile SpA Santiago de Chile, Chile 100,0 0 0 RATIONAL Czech Republic s.r.o. Praha, Czech Republic 100,0 1.412 242 Die Umrechnung von Fremdwährungsbeträgen der Angaben zu den Beteiligungen erfolgte in Bezug auf das Eigenkapital mit den Devisenkassamittelkursen am Bilanzstichtag sowie in Bezug auf das Ergebnis mit Jahresdurchschnittskursen. Zwischen der RATIONAL AG (Organträger) und der RATIONAL Deutschland GmbH, der RATIONAL Technical Services GmbH, der RATIONAL Komponenten GmbH, der LechMetall GmbH, der RATIONAL Dienstleistungsgesellschaft mbH, der RATIONAL Montage GmbH sowie der RATIONAL F & E GmbH besteht eine umsatzsteuerliche und ertragsteuerliche Organschaft. Die RATIONAL Aktiengesellschaft ist Muttergesellschaft des RATIONAL Konzerns und stellt als oberstes Mutterunternehmen gemäß § 315e Abs. 1 HGB einen Konzernabschluss, nach den von der EU übernommenen International Financial Reporting Standards (IFRS) auf. Der Konzernabschluss ist auf der Website der Gesellschaft abrufbar und wird im elektronischen Bundesanzeiger offengelegt. 2. Vorräte Der deutliche Anstieg des Vorratsvermögens ist auf das reduzierte Absatzvolumen im vierten Quartal der Berichtsperiode zurückzuführen. Hauptgrund hierfür war eine geringere Materialverfügbarkeit aufgrund der weltweit angespannten Liefersituation. Da damit einhergehend Geräte vermehrt nur teilweise fertiggestellt werden konnten, ist der Bestand an unfertigen Erzeugnissen zum Jahresende signifikant angestiegen. 3. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen wie im Vorjahr ausschließlich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Restlaufzeiten aller Forderungen liegen wie im Vorjahr unter einem Jahr. Die sonstigen Vermögensgegenstände betreffen im Wesentlichen Forderungen aus Ertragssteuern, Forderungen aus Schadensersatzleistungen sowie Forderungen von ausländischen Vorsteuern. 4. Latente Steuern Die Differenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz, welche saldiert insgesamt zu aktiven latenten Steuern in Höhe von T€ 682 führen (Vorjahr: T€ 507), resultieren im Wesentlichen aus Unterschieden in der Bemessung der Urlaubs-, Gleitzeit- und Jubiläumsrückstellung sowie Unterschieden bei der Bewertung der Drohverlustrückstellung. Die latenten Steuern sind folgenden Bilanzpositionen zuzuordnen: Latente Steuern zum 31.12.2021 Bilanzposten HB StB Unterschied Aktive(-) /Passive(+) latente Steuer T€ T€ T€ T€ Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Vermögensgegenstände 48.727 48.876 149 -41 Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 270.531 270.418 -112 31 Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 650 435 215 -60 Rückstellung für Jubiläumsverpflichtungen 3.756 2.594 1.162 -322 Urlaubs- und Gleitzeitrückstellung 2.410 2.119 291 -81 Gewährleistungsrückstellung 19.925 19.639 286 -79 Drohverlustrückstellung 484 0 484 -134 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 30.632 30.648 -16 4 Latente Steuern zum 31.12.2020 Bilanzposten HB StB Unterschied Aktive(-) /Passive(+) latente Steuer T€ T€ T€ T€ Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Vermögensgegenstände 146.246 146.309 63 -17 Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 649 452 197 -55 Rückstellung für Jubiläumsverpflichtungen 3.420 2.364 1.056 -293 Urlaubs- und Gleitzeitrückstellung 2.066 1.860 206 -57 Gewährleistungsrückstellung 9.262 9.071 191 -53 Drohverlustrückstellung 134 0 134 -37 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 15.437 15.459 -22 5 Die aktiven latenten Steuern unterliegen einer Ausschüttungssperre gemäß § 268 Abs. 8 HGB. 5. Eigenkapital Das Grundkapital der RATIONAL Aktiengesellschaft beträgt unverändert zum Vorjahr € 11.370.000,00 und besteht aus 11.370.000 Stückaktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von je € 1,00. Jede Aktie gewährt eine Stimme und ist maßgebend für den Anteil am Gewinn. Beschränkungen bezüglich Stimmrechte oder Übertragung von Aktien liegen nicht vor. Die Gewinnrücklage betrifft die nach § 150 Abs. 2 AktG erforderliche gesetzliche Rücklage. Die Kapitalrücklage sowie die gesetzliche Rücklage haben wie im Vorjahr bereits den zehnten Teil des Grundkapitals erreicht. Das bedingte Kapital beträgt unverändert zum Vorjahr € 200.000,00 und ist für Optionsrechte von Mitgliedern des Vorstandes bis zu einer Anzahl von 200.000 Stückaktien vorgesehen. Es bestehen noch Bezugsrechte auf maximal 131.000 Stückaktien. Für das Geschäftsjahr 2020 wurde in 2021 eine Dividendenzahlung von T€ 54.576 vorgenommen (Dividendenzahlung für 2019 in 2020: T€ 64.809). 6. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Die Pensionsverpflichtung wurde unter Anwendung des Anwartschaftsbarwertverfahrens ermittelt und betrifft ausschließlich Leistungsempfänger in Rente. Im Rahmen der Ermittlung der Pensionszusage wurde eine Rentendynamik von 1,75 % (Vorjahr: 1,50 %) sowie wie im Vorjahr die Richttafeln 2018 G, Prof. Dr. Klaus Heubeck, zu Grunde gelegt. Die Abzinsung erfolgt unverändert gemäß RückAbzinsV mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt, von 1,90 % (Vorjahr: 2,34 %). Der Unterschiedsbetrag zwischen der sieben- und zehnjährigen Durchschnittsbewertung in Höhe von T€ 29 (Vorjahr: T€ 38) unterliegt nach § 253 Abs. 6 HGB einer Ausschüttungssperre. Zudem bestehen Einzelzusagen und Zusagen für Mitglieder des Vorstands und ausgewählte Mitarbeiter, die über eine Unterstützungskasse durchgeführt werden. Bei den Einzelzusagen handelt es sich um Fixrentenzusagen und beitragsorientierte Zusagen, deren Leistung sich an der versicherungsförmigen Umsetzung des Beitrags bemisst. Die Zusagen betreffen Vorstände und weitere aktive sowie im Ruhestand befindliche ehemalige Führungskräfte. Die bei der Unterstützungskasse durchgeführten Leistungszusagen sind über verpfändete Rückdeckungsversicherungen vollständig kongruent rückgedeckt, das heißt, dass die Leistungen vollständig von einem Versicherungsunternehmen erstattet werden. Daher ergibt sich für diese Zusagen beim Unternehmen keine Nettoverpflichtung (Pensionsrückstellung). 7. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen der Gesellschaft setzen sich aus folgenden Positionen zusammen: 31.12.2021 31.12.2020 T€ T€ Gewährleistung 19.925 9.262 Personalbereich 6.230 4.570 ausstehende Rechnungen 2.218 1.889 Aufsichtsratsvergütung 1.200 1.080 Drohverlust 484 134 30.057 16.935 Die Gewährleistungsrückstellung umfasst die Haftung des Unternehmens für die Funktionalität der Produkte sowie mögliche Kulanzfälle. Der Anstieg der Rückstellung für Gewährleistung ist auf Schadensfälle im Zusammenhang mit einem thermisch stark belasteten Bauteil bei einem geringen Anteil von gasbetriebenen Combi-Dämpfern aus älteren, nicht mehr vertriebenen Produktlinien zurückzuführen. Das Bauteil wird proaktiv und auf Kulanz bei möglichst vielen Geräten durch ein neuentwickeltes, belastbareres Bauteil ausgetauscht. Verpflichtungen im Personalbereich enthalten im Wesentlichen erwartete Aufwendungen für variable Vergütungsbestandteile, Urlaubs- und Gleitzeitrückstellungen sowie Jubiläumsrückstellungen. Im Rahmen der Ermittlung der Jubiläumsrückstellung wurden die Richttafeln 2018 G, Prof. Dr. Klaus Heubeck, zu Grunde gelegt. Die Fluktuation wurde mit niedrigen Standardwerten angesetzt. Die Rückstellung wird gemäß RückAbzinsV mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt, von 1,36 % (Vorjahr: 1,64%) abgezinst. 8. Verbindlichkeiten Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten zum 31.12.2021: bis zu einem Jahr T€ über einem Jahr T€ davon über fünf Jahre T€ gesamt lt. Bilanz T€ Verbindlichkeiten gegen- über Kreditinstituten 1.182 944 -- 2.126 Verbindlichkeiten aus Liefe- rungen und Leistungen 13.675 -- -- 13.675 Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 16.958 -- -- 16.958 Sonstige Verbindlichkeiten 6.453 3.214 -- 9.667 38.268 4.158 -- 42.426 Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten zum 31.12.2020: bis zu einem Jahr T€ über einem Jahr T€ davon über fünf Jahre T€ gesamt lt. Bilanz T€ Verbindlichkeiten gegen- über Kreditinstituten 132 3.544 -- 3.676 Verbindlichkeiten aus Liefe- rungen und Leistungen 9.287 -- -- 9.287 Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 6.150 -- -- 6.150 Sonstige Verbindlichkeiten 5.855 3.214 -- 9.069 21.424 6.758 -- 28.182 Für Grundstücke und Bauten sind, unverändert gegenüber dem Vorjahr, Grundschulden in Höhe von T€ 33.500 eingetragen. Weitere Sicherheiten liegen für Verbindlichkeiten nicht vor. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen wie im Vorjahr ausschließlich Lieferungen und Leistungen. 9. Haftungsverhältnisse Die RATIONAL Aktiengesellschaft hat Haftungsverhältnisse i. S. d. §§ 251 und 268 Abs. 7 HGB bis zur Maximalhöhe von insgesamt T€ 6.315 (Vorjahr: T€ 6.229) übernommen. Diese betreffen in Höhe von T€ 2.786 (Vorjahr: T€ 2.636) Bürgschaften und Garantien zugunsten Dritter als auch Zahlungsverpflichtungen verbundener Unternehmen gegenüber Dritten in Höhe von T€ 3.529 (Vorjahr: T€ 3.593). Mit einer Inanspruchnahme der Haftungsverhältnisse ist aufgrund der Bonität und des bisherigen Zahlungsverhaltens der Zahlungspflichtigen nicht zu rechnen. Erkennbare Anhaltspunkte, die eine andere Beurteilung erforderlich machen würden, liegen nicht vor. III. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 1. Umsatzerlöse Geographische Aufteilung der Umsatzerlöse: 2021 2020 T€ T€ übriges Europa 359.279 328.680 Inland 138.045 111.182 Asien 27.164 23.432 Amerika 755 822 525.243 464.116 Aufgliederung der Umsatzerlöse nach Tätigkeitsbereichen: 2021 2020 T€ T€ Verkäufe an Tochtergesellschaften 433.357 382.621 Konzerninterne Dienstleistungen 81.201 69.550 Kundenstammleasinggebühren 9.919 11.381 Sonstige 766 564 525.243 464.116 2. Sonstige betriebliche Erträge 2021 2020 T€ T€ Wechselkursgewinne 4.696 3.848 Erlöse aus geldwertem Vorteil der Mitarbeiter 862 790 Sonstige Erlöse 518 599 Schadensersatz 259 373 6.335 5.610 Ein wesentlicher Anteil der Wechselkursgewinne kommt aus Wechselkursschwankungen des US-Dollar, dem britischen Pfund und dem kanadischen Dollar gegenüber dem Euro. Die sonstigen Erlöse beinhalten periodenfremde Erträge aus der Auflösung der Rückstellungen für Gewährleistungen in Höhe von T€ 299 (Vorjahr: T€ 297) sowie Versicherungserstattungen in Höhe von T€ 105 (Vorjahr: T€ 216). In den sonstigen Erlösen sind Erstattungsansprüche für die Sozialversicherung aufgrund von Kurzarbeit in Höhe von T€ 30 (Vorjahr: T€ 32) enthalten. 3. Materialaufwand 2021 2020 T€ T€ Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Material- und Wareneinkauf 290.430 232.889 Erhaltene Skonti -297 -337 Aufwendungen für bezogene Leistungen 35.392 33.013 325.525 265.565 Der Materialaufwand entwickelte sich überproportional zur Umsatzsteigerung. Grund hierfür waren steigende Einkaufspreise aufgrund der begrenzten Materialverfügbarkeit sowie Aufwand in Höhe von T€ 11.800 aus der Bildung von Rückstellungen für Gewährleistungen aufgrund einer Kulanzaktion. 4. Sonstige betriebliche Aufwendungen 2021 2020 T€ T€ Forschungs- und Entwicklungskosten 40.785 34.840 Konzerninterne Verrechnungen 35.749 27.673 Garantie- und Servicekosten 14.619 13.576 Reparatur, IT, Leasing 10.086 9.475 Wechselkursverluste 4.537 5.692 Raumkosten 4.145 3.518 Kosten der Warenabgabe 3.331 2.829 Steuern, Versicherungen 2.461 2.140 Kfz-Kosten 2.405 2.492 Vertrieb, Werbung 1.625 1.495 Personalaufwendungen 1.604 909 Reisekosten 267 337 Auflösung Spezialfonds 0 2.951 Sonstige 6.071 4.980 127.685 112.907 Die konzerninternen Verrechnungen beinhalten Leistungen, welche monatlich von den Tochtergesellschaften an die RATIONAL AG weiterberechnet werden. Die Wechselkursverluste entstehen im Wesentlichen aus Wechselkursveränderungen zwischen dem Entstehungszeitpunkt und dem Zahlungszeitpunkt sowie aus der Bewertung von Bilanzpositionen zum Stichtagskurs. Ein wesentlicher Anteil der Effekte kommt aus Wechselkursschwankungen des US-Dollar, dem britischen Pfund und des japanischen Yen gegenüber dem Euro. IV. Sonstige Angaben 1. Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte sowie sonstige finanzielle Verpflichtungen Zum Bilanzstichtag bestehen derartige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von insgesamt T€ 12.932 (Vorjahr: T€ 10.413) im Wesentlichen für Verpflichtungen zum Kauf von Sachanlagevermögen in Höhe von T€ 5.644 (Vorjahr: T€ 4.232) sowie aus abgeschlossenen Miet-, Leasing- und Wartungsverträgen in Höhe von T€ 6.124 (Vorjahr: T€ 6.097). Es bestehen keine finanziellen Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen. 2. Derivative Finanzinstrumente Derivative Finanzinstrumente werden bei RATIONAL zur Absicherung von Devisenwechselkursschwankungen bei Liquiditätsströmen eingesetzt. Das Volumen der Liquiditätsströme je Fremdwährung ergibt sich aus den geplanten währungsbezogenen Geldeingängen der Vertriebstochtergesellschaften nach Abzug der Kosten und sonstigen Ausgaben in gleicher Währung. RATIONAL nutzt sogenannte Natural Hedges in den Währungen, in denen Umsatzerlöse bei ausländischen Vertriebsgesellschaften erzielt werden, sofern in der jeweiligen Fremdwährung auch Zahlungen für Produktionsmaterial anfallen. Zahlungsstromschwankungen werden abgefangen, indem nur ein Teil des Planvolumens abgesichert wird. Zum Jahresabschluss 2021 bestehen insgesamt 52 gekaufte Optionen sowie 52 verkaufte Optionen in den Währungen GBP, USD, CAD, JPY, SEK, SGD, CZK, MXN und PLN (sowohl Put- als auch Call-Optionen). Bei Fälligkeit der Optionen entscheidet der jeweilige Käufer (RATIONAL oder die Bank), abhängig von der Geschäftsart und der Kurssituation, ob diese Optionen ausgeübt werden oder verfallen. Zusätzlich bestehen zum Jahresende 2021 insgesamt 63 Devisentermingeschäfte in den Währungen GBP, USD, CAD, JPY, SEK, SGD, CZK und MXN sowie fünf Devisenswaps in den Währungen GBP und USD. Bei Devisenoptionen entspricht der beizulegende Zeitwert (nach der Black-Scholes-Methode) dem Wert, der im Geschäftsverkehr zwischen vertragswilligen und unabhängigen Vertragsparteien aus dem Verkauf der Rechte und/oder Pflichten aus dem Finanzinstrument unter aktuellen Marktbedingungen erzielt werden kann (Fair Value). Bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts bleiben Kompensationseffekte aus den Grundgeschäften unberücksichtigt. Die angegebenen Marktwerte der Termingeschäfte (nach der Barwertmethode) errechnen sich auf Basis des am Bilanzstichtag geltenden Devisenkassamittelkurses unter Berücksichtigung der Terminaufschläge bzw. -abschläge für die jeweilige Restlaufzeit des Kontraktes im Vergleich zum abgeschlossenen Devisenterminkurs. Die in nachfolgender Tabelle dargestellten Kontraktwerte stellen nicht das Marktrisiko dar, sondern geben Auskunft über das ausstehende Transaktionsvolumen zum Bilanzstichtag. Die Kategorie Devisenoptionen beinhaltet gekaufte Optionen mit Kontraktwerten von insgesamt T€ 30.618 (Vorjahr: T€ 18.883) sowie verkaufte Optionen mit Kontraktwerten von T€ 63.813 (Vorjahr: T€ 39.853). Zudem bestehen zum Jahresende 2021 Devisentermingeschäfte mit Kontraktwerten von T€ 32.983 (Vorjahr: T€ 18.752) und Devisenswaps von T€ 30.214 (Vorjahr: T€ 12.000). Derivative Finanzinstrumente Kontraktwert Positiver Negativer (nominal) beizulegender Zeitwert beizulegender Zeitwert T€ T€ T€ Devisentermingeschäfte 32.983 142 277 Devisenoptionen 94.431 197 509 Währungsswap 30.214 230 96 157.628 569 883 In der Bilanz aktiviert RATIONAL gekaufte Optionen zu Anschaffungskosten unter den sonstigen Vermögensgegenständen. Aufgrund des strengen Niederstwertprinzips erfolgt zum Jahresende für noch offene Geschäfte mit niedrigerem beizulegendem Zeitwert zum Stichtag eine Abwertung auf insgesamt T€ 214 (Vorjahr: T€ 126). Bei verkauften Optionen werden die erhaltenen Optionsprämien (Stillhalterprämien) unter den sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von T€ 397 (Vorjahr: T€ 252) passiviert. Auf der Basis der beizulegenden Zeitwerte zum Stichtag wurde zudem eine Rückstellung für Drohverluste in Höhe von insgesamt T€ 110 (Vorjahr: T€ 59) gebildet. Für die zum Jahresende bestehenden Devisentermingeschäfte und Devisenswaps wurde analog und auf Basis der beizulegenden Zeitwerte eine Rückstellung für Drohverluste in Höhe von T€ 374 (Vorjahr: T€ 76) gebildet. 3. Abschlussprüferhonorar Das Abschlussprüferhonorar einschließlich Auslagenersatz betrifft folgende Leistungen: 2021 2020 T€ T€ Abschlussprüfungsleistungen 169 221 Andere Bestätigungsleistungen 23 27 Steuerberatungsleistungen 0 70 192 318 Die anderen Bestätigungsleistungen in Höhe von T€ 23 (Vorjahr: T€ 27) inklusive Auslagen betrafen 2021, ebenso wie im Vorjahr, die freiwillige Prüfung des Nachhaltigkeitsberichts. 4. Zahl der Arbeitnehmer Die Gesellschaft hat während der letzten zwölf Monate vor dem Bilanzstichtag durchschnittlich 326 Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr: 336 Mitarbeiter). Die Beschäftigtenzahl setzt sich dabei wie folgt zusammen: 2021 2020 Verwaltung 110 126 Produktion & Lieferung 105 101 Vertrieb & Marketing 104 101 Forschung & Entwicklung 7 8 326 336 5. Vorstand Der Vorstand besteht zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses aus folgenden Mitgliedern: Dr. Peter Stadelmann, Vorstandsvorsitzender Dipl.-Volkswirt Peter Wiedemann, Vorstand technischer Bereich Dipl.-Ingenieur Markus Paschmann, Vorstand Bereich Vertrieb und Marketing Dipl.-Wirtschaftsingenieur Jörg Walter, Vorstand kaufmännischer Bereich (seit 1. März 2021) Dipl.-Wirtschaftsingenieur Die Mitglieder des Vorstands sind in keinen konzernfremden Aufsichtsrats- und Kontrollgremien vertreten. Die Gesamtbezüge des Vorstands für die Wahrnehmung seiner Aufgaben in der Gesellschaft belaufen sich für das Geschäftsjahr 2021 auf T€ 6.016 (Vorjahr: T€ 3.976). In diesem Betrag sind erfolgsabhängige Bestandteile in Höhe von T€ 2.190 (Vorjahr: T€ 1.134) enthalten. Zusätzlich beinhaltet sind Einzahlungen in die Altersvorsorge, die sich auf T€ 486 belaufen (Vorjahr: T€ 388) und Vergütungen an ehemalige Vorstandsmitglieder in Höhe von T€ 3 (Vorjahr T€ 13). 6. Aufsichtsrat Mitglieder des Aufsichtsrats sind die Herren Walter Kurtz, Vorsitzender des Aufsichtsrats Kaufmann Dr. Hans W. Maerz, Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats Wirtschaftsprüfer Dr. Gerd Lintz, Notar a.D., selbständiger Rechtsanwalt Werner Schwind, Kaufmann Erich Baumgärtner, Kaufmann Dr.-Ing. Georg Sick, Kaufmann Dr. Johannes Würbser, Kaufmann Die Mitglieder des Aufsichtsrats sind in folgenden weiteren Aufsichtsrats- und Kontrollgremien vertreten: Herr Dr. Maerz ist Aufsichtsratsvorsitzender der FWU AG, München, Deutschland, sowie Vorsitzender des Prüfungsausschusses bei der FWU Factoring GmbH, München, Deutschland. Herr Dr.-Ing. Sick ist Vorsitzender des Beirats der Holoplot GmbH, Berlin, Deutschland. Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrates betragen für das Geschäftsjahr 2021 T€ 1.228 (Vorjahr: T€ 1.171). 7. Mitteilungen von Stimmrechtsanteilen gemäß §§ 33 Abs. 1 i.V.m. 40 Abs. 1 WpHG Gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG sind Angaben über das Bestehen von Beteiligungen zu machen, die nach §§ 33 Abs. 1 i.V.m. 40 Abs. 1 des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) (vormals: §§ 21 Abs. 1 i.V.m. 26 Abs 1 WpHG) der RATIONAL Aktiengesellschaft mitgeteilt worden sind. Die erhaltenen Mitteilungen sind in der Anlage 2 zum Anhang aufgeführt. 8. Erklärung zur Unternehmensführung Der Vorstand und Aufsichtsrat haben im Januar 2022 die Erklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben, welchen Empfehlungen der „Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex“ entsprochen wurde und wird. Die Erklärung ist den Aktionären dauerhaft auf der Website der Gesellschaft www.rational-online.com zugänglich gemacht worden. 9. Verwendung des Bilanzgewinns Der Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, für das Geschäftsjahr 2021 die Ausschüttung einer Dividende von 7,50 Euro plus 2,50 Euro Sonderdividende (d.h. insgesamt 113,7 Mio. Euro) zu beschließen. Der verbleibende Bilanzgewinn von 299,2 Mio. Euro soll auf neue Rechnung vorgetragen werden. 10. Nachtragsbericht Zu Beginn des Jahres 2022 eskalierte der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine in nicht möglich gehaltenem Maße. Als Reaktion hierauf wurden seitens der Europäischen Union und der Vereinigten Staaten bereits Sanktionen angedroht, beziehungsweise verhängt. Die Umsätze in Russland und der Ukraine machten im Geschäftsjahr 2021 rund 2 bis 3 % der konzernweiten Umsatzerlöse aus. Falls sich der Konflikt nicht auf andere Regionen ausweitet, erwarten wir keine wesentlichen Auswirkungen hieraus auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der RATIONAL AG. Landsberg am Lech, den 1. März 2022 RATIONAL AG Der Vorstand Dr. Peter Stadelmann Peter Wiedemann Vorstandsvorsitzender Vorstand technischer Bereich Markus Paschmann Jörg Walter Vorstand Bereich Vertrieb und Marketing Vorstand kaufmännischer Bereich RATIONAL Aktiengesellschaft, Landsberg am Lech Anlage 1 zum Anhang Zusammensetzung und Entwicklung des Anlagevermögens vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 (Anlagenspiegel 2021) Stand Stand Stand Stand Stand Stand 01.01.2021 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2021 01.01.2021 Zugänge Abgänge Zuschreibungen 31.12.2021 31.12.2021 31.12.2020 € € € € € € € € € € € € I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 14.589.661,83 476.489,97 0,00 464.983,17 15.531.134,97 11.963.381,16 1.196.065,36 0,00 0,00 13.159.446,52 2.371.688,45 2.626.280,67 2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 453.861,16 413.001,51 0,00 -453.861,16 413.001,51 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 413.001,51 453.861,16 15.043.522,99 889.491,48 0,00 11.122,01 15.944.136,48 11.963.381,16 1.196.065,36 0,00 0,00 13.159.446,52 2.784.689,96 3.080.141,83 II. Sachanlagen 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 113.202.495,22 5.219.540,91 0,00 13.405.322,60 131.827.358,73 36.362.142,00 3.685.890,67 0,00 0,00 40.048.032,67 91.779.326,06 76.840.353,22 2. Technische Anlagen und Maschinen 43.598.116,42 755.027,05 77.084,04 871.624,44 45.147.683,87 22.391.673,30 3.892.961,56 58.311,50 0,00 26.226.323,36 18.921.360,51 21.206.443,12 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts- ausstattung 32.022.007,41 3.067.871,52 471.680,36 233.428,02 34.851.626,59 19.899.058,44 3.752.951,99 436.758,83 0,00 23.215.251,60 11.636.374,99 12.122.948,97 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 14.850.275,97 1.001.622,77 0,00 -14.521.497,07 1.330.401,67 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 1.330.401,67 14.850.275,97 203.672.895,02 10.044.062,25 548.764,40 -11.122,01 213.157.070,86 78.652.873,74 11.331.804,22 495.070,33 0,00 89.489.607,63 123.667.463,23 125.020.021,28 III. Finanzanlagen 1. Anteile an verbundenen Unternehmen 10.453.607,10 0,00 0,00 0,00 10.453.607,10 3.323.162,69 0,00 0,00 0,00 3.323.162,69 7.130.444,41 7.130.444,41 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 15.000.000,00 20.000.000,00 15.000.000,00 0,00 20.000.000,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 20.000.000,00 15.000.000,00 25.453.607,10 20.000.000,00 15.000.000,00 0,00 30.453.607,10 3.323.162,69 0,00 0,00 0,00 3.323.162,69 27.130.444,41 22.130.444,41 244.170.025,11 30.933.553,73 15.548.764,40 0,00 259.554.814,44 93.939.417,59 12.527.869,58 495.070,33 0,00 105.972.216,84 153.582.597,60 150.230.607,52 Anschaffungskosten BuchwerteAbschreibungen/Wertberichtigungen Anlage 2 zum Anhang RATIONAL AG: Veröffentlichung gemäß § 40 Abs. 1 WpHG mit dem Ziel der europaweiten Verbreitung Stimmrechtsmitteilung 1. Angaben zum Emittenten Name: RATIONAL AG Straße, Hausnr: Siegfried-Meister-Straße 1 PLZ: 86899 Ort: Landsberg a. Lech Deutschland Legal Entity Identifier (LEI): 529900K139N6UFJ1A758 2. Grund der Mitteilung Erwerb bzw. Veräußerung von Aktien mit Stimmrechten Erwerb bzw. Veräußerung von Instrumenten Änderung der Gesamtzahl der Stimmrechte X Sonstiger Grund: Teilauseinandersetzung einer Erbengemeinschaft 3. Angaben zum Mitteilungspflichtigen Natürliche Person (Vorname, Nachname): Franziska Würbser Geburtsdatum: 21.03.1988 4. Namen der Aktionäre mit 3% oder mehr Stimmrechten, wenn abweichend von 3. Frau Gabriella Meister 5. Datum der Schwellenberührung: 18.02.2019 6. Gesamtstimmrechtsanteile Anteil Stimmrechte (Summe 7.a.) Anteil Instrumente (Summe 7.b.1.+ 7.b.2.) Summe Anteile (Summe 7.a. + 7.b.) Gesamtzahl der Stimmrechte nach § 41 WpHG neu 31,50 % 0 % 31,50 % 11.370.000 letzte Mitteilung 62,98 % 0 % 62,98 % / 7. Einzelheiten zu den Stimmrechtsbeständen a. Stimmrechte (§§ 33, 34 WpHG) ISIN absolut in % direkt (§ 33 WpHG) zugerechnet (§ 34 WpHG) direkt (§ 33 WpHG) zugerechnet (§ 34 WpHG) DE0007010803 1791473 1790105 15,76 % 15,74 % Summe 3581578 31,5 % 8. Sonstige Informationen: Grund der Zurechnung von Aktien nach § 34 WpHG ist eine bestehende Poolvereinbarung. Datum 21.02.2019 RATIONAL AG: Veröffentlichung gemäß § 40 Abs. 1 WpHG mit dem Ziel der europaweiten Verbreitung Stimmrechtsmitteilung 1. Angaben zum Emittenten Name: RATIONAL AG Straße, Hausnr: Siegfried-Meister-Straße 1 PLZ: 86899 Ort: Landsberg a. Lech Deutschland Legal Entity Identifier (LEI): 529900K139N6UFJ1A758 2. Grund der Mitteilung Erwerb bzw. Veräußerung von Aktien mit Stimmrechten Erwerb bzw. Veräußerung von Instrumenten Änderung der Gesamtzahl der Stimmrechte X Sonstiger Grund: Teilauseinandersetzung einer Erbengemeinschaft 3. Angaben zum Mitteilungspflichtigen Natürliche Person (Vorname, Nachname): Gabriella Meister Geburtsdatum: 02.06.1948 4. Namen der Aktionäre mit 3% oder mehr Stimmrechten, wenn abweichend von 3. Frau Franziska Würbser 5. Datum der Schwellenberührung: 18.02.2019 6. Gesamtstimmrechtsanteile Anteil Stimmrechte (Summe 7.a.) Anteil Instrumente (Summe 7.b.1.+ 7.b.2.) Summe Anteile (Summe 7.a. + 7.b.) Gesamtzahl der Stimmrechte nach § 41 WpHG neu 31,50 % 0 % 31,50 % 11.370.000 letzte Mitteilung 62,99 % 0 % 62,99 % / 7. Einzelheiten zu den Stimmrechtsbeständen a. Stimmrechte (§§ 33, 34 WpHG) ISIN absolut in % direkt (§ 33 WpHG) zugerechnet (§ 34 WpHG) direkt (§ 33 WpHG) zugerechnet (§ 34 WpHG) DE0007010803 1791633 1789945 15,76 % 15,74 % Summe 3581578 31,5 % 8. Sonstige Informationen: Gründe der Zurechnung von Aktien nach § 34 WpHG sind eine bestehende Poolvereinbarung und die Wahrnehmung eines Amts als Testamentsvollstreckerin. Datum 21.02.2019 RATIONAL AG: Veröffentlichung gemäß § 40 Abs. 1 WpHG mit dem Ziel der europaweiten Verbreitung Stimmrechtsmitteilung 1. Angaben zum Emittenten Name: RATIONAL AG Straße, Hausnr: Siegfried-Meister-Straße 1 PLZ: 86899 Ort: Landsberg a. Lech Deutschland Legal Entity Identifier (LEI): 529900K139N6UFJ1A758 2. Grund der Mitteilung Erwerb bzw. Veräußerung von Aktien mit Stimmrechten Erwerb bzw. Veräußerung von Instrumenten Änderung der Gesamtzahl der Stimmrechte X Sonstiger Grund: Teilauseinandersetzung einer Erbengemeinschaft 3. Angaben zum Mitteilungspflichtigen Natürliche Person (Vorname, Nachname): Ulrike Meister Geburtsdatum: 13.03.1967 4. Namen der Aktionäre mit 3% oder mehr Stimmrechten, wenn abweichend von 3. 5. Datum der Schwellenberührung: 18.02.2019 6. Gesamtstimmrechtsanteile Anteil Stimmrechte (Summe 7.a.) Anteil Instrumente (Summe 7.b.1.+ 7.b.2.) Summe Anteile (Summe 7.a. + 7.b.) Gesamtzahl der Stimmrechte nach § 41 WpHG neu 15,86 % 0 % 15,86 % 11.370.000 letzte Mitteilung 63,09 % 0 % 63,09 % / 7. Einzelheiten zu den Stimmrechtsbeständen a. Stimmrechte (§§ 33, 34 WpHG) ISIN absolut in % direkt (§ 33 WpHG) zugerechnet (§ 34 WpHG) direkt (§ 33 WpHG) zugerechnet (§ 34 WpHG) DE0007010803 1803464 15,86 % % Summe 1803464 15,86 % Datum 22.02.2019 RATIONAL AG: Veröffentlichung gemäß § 40 Abs. 1 WpHG mit dem Ziel der europaweiten Verbreitung Stimmrechtsmitteilung 1. Angaben zum Emittenten Name: RATIONAL AG Straße, Hausnr.: Siegfried-Meister-Straße 1 PLZ: 86899 Ort: Landsberg a. Lech Deutschland Legal Entity Identifier (LEI): 529900K139N6UFJ1A758 2. Grund der Mitteilung X Erwerb bzw. Veräußerung von Aktien mit Stimmrechten Erwerb bzw. Veräußerung von Instrumenten Änderung der Gesamtzahl der Stimmrechte Sonstiger Grund: 3. Angaben zum Mitteilungspflichtigen Juristische Person: Stichting Pensioenfonds ABP Registrierter Sitz, Staat: Heerlen, Niederlande 4. Namen der Aktionäre mit 3% oder mehr Stimmrechten, wenn abweichend von 3. 5. Datum der Schwellenberührung: 02.04.2020 6. Gesamtstimmrechtsanteile Anteil Stimmrechte (Summe 7.a.) Anteil Instrumente (Summe 7.b.1.+ 7.b.2.) Summe Anteile (Summe 7.a. + 7.b.) Gesamtzahl der Stimmrechte nach § 41 WpHG neu 3,0030 % 0 % 3,0030 % 11370000 letzte Mitteilung n/a % n/a % n/a % / 7. Einzelheiten zu den Stimmrechtsbeständen a. Stimmrechte (§§ 33, 34 WpHG) ISIN absolut in % direkt (§ 33 WpHG) zugerechnet (§ 34 WpHG) direkt (§ 33 WpHG) zugerechnet (§ 34 WpHG) DE0007010803 341446 % 3,0030 % Summe 341446 3,0030 % 8. Informationen in Bezug auf den Mitteilungspflichtigen Mitteilungspflichtiger (3.) wird weder beherrscht noch beherrscht Mitteilungspflichtiger andere Unternehmen, die Stimmrechte des Emittenten (1.) halten oder denen Stimmrechte des Emittenten zugerechnet werden. X Vollständige Kette der Tochterunternehmen, beginnend mit der obersten beherrschenden Person oder dem obersten beherrschenden Unternehmen: Unternehmen Stimmrechte in %, wenn 3% oder höher Instrumente in %, wenn 5% oder höher Summe in %, wenn 5% oder höher Stichting Pensioenfonds ABP. % % % APG Groep N.V. % % % APG Asset Management N.V. 3,0030 % % % Datum 03.04.2020 RATIONAL AG: Veröffentlichung gemäß § 40 Abs. 1 WpHG mit dem Ziel der europaweiten Verbreitung Stimmrechtsmitteilung 1. Angaben zum Emittenten Name: RATIONAL AG Straße, Hausnr.: Siegfried-Meister-Straße 1 PLZ: 86899 Ort: Landsberg am Lech Deutschland Legal Entity Identifier (LEI): 529900K139N6UFJ1A758 2. Grund der Mitteilung X Erwerb bzw. Veräußerung von Aktien mit Stimmrechten Erwerb bzw. Veräußerung von Instrumenten Änderung der Gesamtzahl der Stimmrechte Sonstiger Grund: 3. Angaben zum Mitteilungspflichtigen Juristische Person: Baillie Gifford & Co Registrierter Sitz, Staat: Edinburgh, Großbritannien 4. Namen der Aktionäre mit 3% oder mehr Stimmrechten, wenn abweichend von 3. 5. Datum der Schwellenberührung: 11.11.2021 6. Gesamtstimmrechtsanteile Anteil Stimmrechte (Summe 7.a.) Anteil Instrumente (Summe 7.b.1.+ 7.b.2.) Summe Anteile (Summe 7.a. + 7.b.) Gesamtzahl der Stimmrechte nach § 41 WpHG neu 4,97 % 0,00 % 4,97 % 11370000 letzte Mitteilung 5,01 % 0,00 % 5,01 % / 7. Einzelheiten zu den Stimmrechtsbeständen a. Stimmrechte (§§ 33, 34 WpHG) ISIN absolut in % direkt (§ 33 WpHG) zugerechnet (§ 34 WpHG) direkt (§ 33 WpHG) zugerechnet (§ 34 WpHG) DE0007010803 0 564846 0,00 % 4,97 % Summe 564846 4,97 % 8. Informationen in Bezug auf den Mitteilungspflichtigen Mitteilungspflichtiger (3.) wird weder beherrscht noch beherrscht Mitteilungspflichtiger andere Unternehmen, die Stimmrechte des Emittenten (1.) halten oder denen Stimmrechte des Emittenten zugerechnet werden. X Vollständige Kette der Tochterunternehmen, beginnend mit der obersten beherrschenden Person oder dem obersten beherrschenden Unternehmen: Unternehmen Stimmrechte in %, wenn 3% oder höher Instrumente in %, wenn 5% oder höher Summe in %, wenn 5% oder höher Baillie Gifford & Co % % % Baillie Gifford Overseas Limited 3,82 % % % Datum 12.11.2021 RATIONAL AG: Veröffentlichung gemäß § 40 Abs. 1 WpHG mit dem Ziel der europaweiten Verbreitung Stimmrechtsmitteilung 1. Angaben zum Emittenten Name: RATIONAL AG Straße, Hausnr.: Siegfried-Meister-Straße 1 PLZ: 86899 Ort: Landsberg am Lech Deutschland Legal Entity Identifier (LEI): 529900K139N6UFJ1A758 2. Grund der Mitteilung X Erwerb bzw. Veräußerung von Aktien mit Stimmrechten Erwerb bzw. Veräußerung von Instrumenten Änderung der Gesamtzahl der Stimmrechte X Sonstiger Grund: Freiwillige Konzernmitteilung aufgrund einer Schwellenberührung auf Tochtergesellschaftsebene 3. Angaben zum Mitteilungspflichtigen Juristische Person: BlackRock, Inc. Registrierter Sitz, Staat: Wilmington, Delaware, Vereinigte Staaten von Amerika 4. Namen der Aktionäre mit 3% oder mehr Stimmrechten, wenn abweichend von 3. 5. Datum der Schwellenberührung: 14.02.2022 6. Gesamtstimmrechtsanteile Anteil Stimmrechte (Summe 7.a.) Anteil Instrumente (Summe 7.b.1.+ 7.b.2.) Summe Anteile (Summe 7.a. + 7.b.) Gesamtzahl der Stimmrechte nach § 41 WpHG neu 5,15 % 0,04 % 5,19 % 11370000 letzte Mitteilung 5,01 % 0,20 % 5,20 % / 7. Einzelheiten zu den Stimmrechtsbeständen a. Stimmrechte (§§ 33, 34 WpHG) ISIN absolut in % direkt (§ 33 WpHG) zugerechnet (§ 34 WpHG) direkt (§ 33 WpHG) zugerechnet (§ 34 WpHG) DE0007010803 0 585590 0 % 5,15 % Summe 585590 5,15 % b.1. Instrumente i.S.d. § 38 Abs. 1 Nr. 1 WpHG Art des Instruments Fälligkeit / Verfall Ausübungs- zeitraum / Laufzeit Stimmrechte absolut Stimmrechte in % Rückübertragungsansprüche aus Wertpapierleihe N/A N/A 450 0,004 % Summe 450 0,004 % b.2. Instrumente i.S.d. § 38 Abs. 1 Nr. 2 WpHG Art des Instruments Fälligkeit / Verfall Ausübungs- zeitraum / Laufzeit Barausgleich oder physische Abwicklung Stimmrechte absolut Stimmrechte in % Contract for Difference N/A N/A Bar 4428 0,04 % Summe 4428 0,04 % Datum 17.02.2022