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OMV AG Interim / Quarterly Report 2011

Feb 22, 2012

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Interim / Quarterly Report

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Bericht Jänner – Dezember und Q4 2011

22. Februar 2012 7:30 (MEZ)

Starkes viertes Quartal beschließt ein herausforderndes Jahr

Q3/11 Q4/11 Q4/10 U% in EUR Mio 1) 2011 2010 U%
564 533 582 -8 Betriebserfolg (EBIT) 2.473 2.334 6
571 698 609 15 EBIT vor Sondereffekten 2.686 2.657 1
582 730 567 29 CCS EBIT vor Sondereffekten 2) 2.509 2.470 2
221 207 88 134 Den Aktionären zuzurechnender Periodenüberschuss 3) 1.063 921 16
Den Aktionären zuzurechnender CCS
234 326 216 51 Periodenüberschuss vor Sondereffekten 2), 3) 1.069 1.118 -4
0,68 0,63 0,30 115 Ergebnis je Aktie in EUR 3,38 3,08 10
0,72 1,00 0,72 38 CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten in EUR 2) 3,40 3,74 -9
857 380 904 -58 Cashflow aus der Betriebstätigkeit 2.514 2.886 -13
n.a. Dividende je Aktie in EUR 4) 1,10 1,00 10

1) Zahlen für Q1/11 bis Q3/11 wurden nach der finalen Kaufpreisallokation für OMV Petrol Ofisi A.S. angepasst. 2) Das CCS Ergebnis eliminiert Lagerhaltungsgewinne/-verluste (CCS Effekte) aus den Fuels-Raffinerien und Petrol Ofisi. 3) Nach Abzug des den Hybridkapitalbesitzern sowie den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnenden Periodenüberschusses. 4) 2011: Vorschlag des Vorstands. Vorbehaltlich der Zustimmung des Aufsichtsrats sowie der Hauptversammlung 2012.

  • X CCS EBIT vor Sondereffekten stieg um 29% vs. Q4/10: Trotz fehlender Mengen aus Libyen und dem Jemen, stieg das CCS EBIT vor Sondereffekten dank höherer Ölpreise; CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten stieg um 51% auf EUR 326 Mio
  • X Produktion in Libyen wieder aufgenommen: Die Produktion wurde im November 2011 mit ca. 30% im Vergleich zum Level vor Beginn der Unruhen wieder aufgenommen und erreichte mit Jahresende ca. 50%
  • X Ausblick 2012: E&P fokussiert auf die Erhöhung der Gesamtproduktion. G&P wird den Ausbau der integrierten Gasposition weiter verfolgen. R&M wird sich auf Kostenmanagement und die weitere Umsetzung des bereits bekannt gegebenen Veräußerungsprogramms konzentrieren

Gerhard Roiss, OMV Generaldirektor:

"2011 war ein erfolgreiches Jahr für den OMV Konzern. Das Jahr war vom arabischen Frühling geprägt, der einen hohen Ölpreis sowie Produktionsausfälle in Libyen und im Jemen nach sich zog. Trotz des schwierigen Umfelds erzielten wir ein starkes Betriebsergebnis, das über dem Vorjahresniveau lag. Zudem haben wir unsere Finanzposition gestärkt, womit wir für die kommenden Jahre gut aufgestellt sind. Wir haben erste Schritte eingeleitet, um die Ziele unserer im September vorgestellten neuen Strategie zu verwirklichen. Das Veräußerungsprogramm im R&M-Bereich wurde gestartet, und unsere Explorationsaktivitäten zeigen zunehmend größere Auswirkungen. Wir werden unsere Umsetzungsfähigkeit unter Beweis stellen und mit der Implementierung eines konzernweiten Programms zur Performancesteigerung beginnen. Damit wollen wir den ROACE bis 2014 um 2%-Punkte erhöhen. Ich bin stolz auf das im Jahr 2011 Erreichte und freue mich auf die weitere Umsetzung unserer Strategie in 2012."

Inhalt

2 Lagebericht 2 Ergebnisse auf einen Blick
(ungeprüft) 3 Bedeutende Ereignisse
3 Ausblick
5 Auf einen Blick
6 Geschäftsbereiche 6 Exploration und Produktion
9 Gas und Power
11 Raffinerien und Marketing
  • 14| Konzernabschluss und Konzernanhang (ungeprüft)
  • 15| Gewinn- und Verlustrechnung
  • 18| Bilanz, Investitionen und Gearing
  • 20| Cashflow
  • 21| Eigenkapitalveränderungsrechnung
  • 22| Segmentberichterstattung
  • 23| Ergänzende Angaben
  • 24| Erklärung des Vorstands 25| Weitere Informationen

Ergebnisse auf einen Blick

Viertes Quartal 2011 (Q4/11)

In Q4/11 unterstützten das günstige Ölpreisumfeld (der Brent-Preis in USD übertraf das durchschnittliche Niveau von Q4/10 um 26%) sowie eine verbesserte Raffinerie-Performance das Ergebnis. Gleichzeitig war das Ergebnis durch signifikante Netto-Sonderaufwendungen belastet. Das Konzern-EBIT von EUR 533 Mio lag um 8% unter Q4/10. Petroms Beitrag zum Konzern-EBIT stieg von EUR 229 Mio auf EUR 272 Mio in Q4/11, obwohl es von einer Rückstellung für die gegen Petrom verhängte Strafe auf Grund der kartellrechtlichen Untersuchung der rumänischen Wettbewerbsbehörde belastet war. Der Finanzerfolg lag mit EUR -41 Mio signifikant über dem Q4/10 Ergebnis, da dieses vor allem durch die erstmalige Vollkonsolidierung von OMVs Anteil an der zuvor At-Equity-konsolidierten Petrol Ofisi belastet war, was zu einmaligen Umwertungsverlusten führte. Der den Aktionären zuzurechnende Periodenüberschuss stieg im Vergleich zu Q4/10 um 134% auf EUR 207 Mio. Das CCS EBIT vor Sondereffekten verbesserte sich vs. Q4/10 um 29% auf EUR 730 Mio und wurde um Lagerhaltungsverluste in Höhe von EUR 32 Mio und um Netto-Sonderaufwendungen in Höhe von EUR 166 Mio, hauptsächlich für die oben genannte Rückstellung in Petrom, bereinigt. Petroms Beitrag zum Konzern-CCS EBIT vor Sondereffekten lag mit EUR 396 Mio um 73% über dem Vorjahresniveau. Der den Aktionären zuzurechnende CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten betrug EUR 326 Mio (Q4/10: EUR 216 Mio). Das CCS Ergebnis vor Sonder- effekten je Aktie belief sich auf EUR 1,00 (Q4/10: EUR 0,72).

Im Bereich Exploration und Produktion (E&P) stieg das EBIT vor Sondereffekten im Vergleich zu Q4/10, trotz niedrigerer Verkaufsmengen, die durch den signifikant höheren Ölpreis aufgewogen wurden, um 20% auf EUR 551 Mio. Die Ölund Gasproduktion des Konzerns lag mit 289.000 boe/d, vor allem belastet durch geringere Produktionsmengen in Libyen und Yemen, 10% unter Q4/10.

Im Bereich Gas und Power (G&P) lag das EBIT vor Sondereffekten mit EUR 134 Mio um 4% über dem Niveau von Q4/10, hauptsächlich auf Grund des erfolgreichen Abschlusses der Verhandlungen mit Gazprom über Preisanpassungen für den langfristigen Gas-Liefervertrag und des gesteigerten Ergebnisbeitrags des Gas Logistik-Bereichs. Der beträchtliche Margendruck auf den europäischen Gasmärkten hielt weiter an.

Im Bereich Raffinerien und Marketing (R&M) lag das CCS EBIT vor Sondereffekten mit EUR 82 Mio deutlich über dem Niveau von Q4/10. Dies spiegelt eine bessere Performance der Raffinerien West, eine verbesserte Kostenposition der Raffinerien Ost und eine bessere Marketing-Performance wider. Des Weiteren war das Q4/10-Ergebnis durch einige einmalige Kosten belastet. Diese Effekte konnten den Rückgang der OMV Referenz-Raffineriemarge kompensieren.

Jänner – Dezember 2011

In 2011 wirkte sich der durchschnittlich um 40% höhere Brent-Preis in USD, teilweise kompensiert durch geringere Produktionsmengen und einen schwächeren USD, positiv auf das Ergebnis aus. Das Konzern-EBIT von EUR 2.473 Mio lag 6% über 2010. Der EBIT-Beitrag von Petrom erhöhte sich um 64% von EUR 708 Mio auf EUR 1.165 Mio. Das Finanzergebnis lag deutlich über 2010 und war unter anderem durch den deutlich stärkeren At-Equity-Beitrag von Borealis auf Grund eines starken Margenumfelds bei Petrochemie-Produkten positiv beeinflusst. Der den Aktionären zuzurechnende Periodenüberschuss von EUR 1.063 Mio lag um 16% über 2010. Das CCS EBIT vor Sondereffekten stieg um 2% auf EUR 2.509 Mio, nach Bereinigung um den Netto-Sonderaufwand von EUR 212 Mio vor allem für eine Rückstellung für die gegen Petrom verhängte Strafe auf Grund der kartellrechtlichen Untersuchung der rumänischen Wettbewerbsbehörde sowie Lagerhaltungsgewinne in Höhe von EUR 176 Mio. Der Beitrag von Petrom zum CCS EBIT vor Sondereffekten stieg von EUR 789 Mio um 64% auf EUR 1.292 Mio. Der den Aktionären zuzurechnende CCS

Periodenüberschuss vor Sondereffekten betrug EUR 1.069 Mio und das CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten lag bei EUR 3,40, um 9% unter dem Vorjahresniveau.

In E&P stieg das EBIT vor Sondereffekten im Vergleich zu 2010 um 2%, im Wesentlichen auf Grund des erheblich höheren Ölpreises, welcher durch niedrigere Verkaufsmengen, ungünstige Fremdwährungseffekte sowie ein negatives Hedging-Ergebnis teilweise ausgeglichen wurde. Die Ölund Gasproduktion des Konzerns lag mit 288.000 boe/d 9% unter 2010.

In G&P lag das EBIT vor Sondereffekten im Wesentlichen in Folge des starken Drucks auf die Margen im Supply, Marketing und Trading-Geschäft 15% unter 2010.

In R&M stieg das CCS EBIT vor Sondereffekten um 3% auf EUR 232 Mio. Dies war insbesondere auf niedrigere Kosten der Raffinerien Ost und auf den Beitrag von Petrol Ofisi zum Marketing-Ergebnis zurückzuführen.

Bedeutende Ereignisse in Q4/11

Am 3. Oktober wurde OMV von IPIC informiert, dass IPIC ihren Anteil an OMV von 20,4% auf 24,9% erhöht hat.

Am 5. Oktober begab OMV einen Eurobond mit einem Volumen von EUR 500 Mio und einer Laufzeit von 10 Jahren und führte ihre Hedging-Strategie für das Jahr 2012 fort.

Am 10. November bestätigte OMV, dass ihre Gesamtproduktion in Libyen einen Produktionslevel von rund 30% im Vergleich zum Level vor Beginn der Unruhen erreicht hat.

Am 15. November erhielt OMV Petrom SA eine Stellungnahme der rumänischen Wettbewerbsbehörde bezüglich eines mutmaßlichen kartellrechtlichen Vergehens im Rahmen der Rücknahme des Tankstellenprodukts Eco Premium vom rumänischen Treibstoffmarkt. Am 10. Jänner 2012

hat die Behörde gegenüber OMV Petrom SA eine Strafe in der Höhe von EUR 85,2 Mio verhängt, das Strafmaß für OMV Petrom Marketing SRL beträgt EUR 31,9 Mio. Beide Unternehmen sind der Auffassung, dass die Strafen nicht gerechtfertigt sind und werden die Entscheidung der Wettbewerbsbehörde bei Gericht bekämpfen.

Am 23. November gab OMV den Abschluss zweier syndizierter Kreditlinien für OMV Aktiengesellschaft und OMV Petrom SA mit einem Gesamtvolumen von EUR 1.680 Mio bekannt.

Am 6. Dezember gab OMV bekannt, dass das Unternehmen im Einklang mit seiner Strategie den Verkauf der Tochtergesellschaften in Kroatien und Bosnien-Herzegowina beabsichtigt. Dies würde einen gänzlichen Rückzug aus beiden Märkten bedeuten.

Ausblick 2012

Wir erwarten für 2012, dass der durchschnittliche Brent-Rohölpreis über USD 100/bbl liegen wird. Die Brent-Urals Spanne wird weiterhin niedrig erwartet. Um den Cashflow des Konzerns teilweise abzusichern, wurden in 2011 Rohöl-Swaps für eine Menge von 50.000 bbl/d der Produktion in 2012 (davon 30.000 bbl/d auf Petrom Level) zu einem Preis von USD 101,5/bbl abgeschlossen. Zusätzlich wurden EUR-USD Average Rate Forwards zu einem Kurs von USD 1,36 verwendet, um USD 750 Mio in 2012 abzusichern. OMV plant von 2011 bis 2014 mit einer durchschnittlichen Nettoinvestitionssumme von rund EUR 2,4 Mrd pro Jahr (exklusive Akquisitionen). Nach wie vor wird das Hauptaugenmerk darauf gelegt, das starke Investment Grade Credit Rating und ein stabiles Finanzprofil aufrechtzuerhalten. Es gehört zu den obersten Prioritäten von OMV, erstklassige HSSE-Standards, einschließlich der Reduktion der Unfallhäufigkeit (LTIR, Lost-Time Injury Rate), zu erreichen. Ein konzernweites Performance-Steigerungsprogramm, das eine ROACE Verbesserung von 2%-Punkten bis 2014 zum Ziel hat, wurde begonnen und der Start der Umsetzung ist für Mitte 2012 geplant.

2012 fokussiert E&P weiterhin auf die erfolgreiche Stabilisierung der Produktionsmenge von reifen Feldern in den Kernländern Rumänien und Österreich. Die negativen externen Einflüsse in Libyen und im Jemen in 2011 werden für das kommende Jahr weniger gravierend erwartet. Dies sollte es ermöglichen, die Gesamtproduktion im Laufe des Jahrs zu steigern. Im Rahmen des konzernweiten Performance-Steigerungsprogramms werden die Anstrengungen im Bereich der operativen Leistungsfähigkeit und der Kapitaleffizienz in 2012 und darüber hinaus dabei helfen, die Gesamtrentabilität weiter zu steigern. In den Kernländern Rumänien und Österreich wird E&P einerseits auf den Erfolgen von 2011 aufbauen und einige Initiativen zur Produktionsoptimierung vorantreiben und andererseits die Neuentwicklung reifer Felder weiterverfolgen, um die Produktion zu stabilisieren. Weiters wird E&P an der Evaluierung der wirtschaftlichen Förderbarkeit der Schiefergasvorkommen in der Mikulov Formation (Österreich) arbeiten. Die erste von zwei Probebohrungen ist für 2013 geplant. Die Hauptaktivitäten in Rumänien werden in 2012 die Bohrungen des Tiefseeprojekts Domino und die Fortsetzung der Erweiterungsbohrungen des Felds Totea sein. Im internationalen Portfolio strebt OMV an, die Produktion in Libyen zurück auf das Niveau vor der Krise und darüber hinaus zu bringen. Die Sicherheitslage im Jemen ist nach wie vor ungewiss. Bis zur Wiederaufnahme der Produktion wird es länger dauern und dies wird nur angestrebt, sofern dies sicher und nachhaltig erreicht werden kann. E&P wird im Vergleich zu 2011 im gesamten Portfolio etwas mehr in Exploration investieren und sich auf größere, signifikante Explorationsziele konzentrieren. Ausgelöst durch die Rekord-Explorationserfolgsquote von 61% in 2011, werden die Ausgaben für Erweiterungsbohrungen in 2012 erhöht, um die Entwicklung vom Explorationserfolg bis hin zur Produktion zu beschleunigen. In 2012 strebt OMV 30 Explorationsund Erweiterungsbohrungen an. Zusätzlich werden Akquisitionsziele im Mittleren Osten, in der Kaspischen Region und im afrikanischen Raum geprüft und mögliche neue Markteintritte vorbereitet.

Im Geschäftsbereich G&P wird die Entscheidung des Shah Deniz II Konsortiums über den präferierten Gastransportanbieter von zentraler Bedeutung für den weiteren Fortschritt des Nabucco Gas Pipeline Projekts sein. Das Gas Logistik-Geschäft wird weiterhin das Dritte Energiepaket (Unbundling-Vorgaben) umsetzen. Die Hauptinvestitionen im Gas Logistik-Bereich in Österreich werden der weitere Ausbau der West-Austria-Gas (WAG) Pipeline, welcher auf die Erhöhung der Transportkapazität primär für die heimische Nachfrage abzielt, und zusätzliche Projekte zum Austausch der langgedienten Gasturbinen für die WAG sein. Die Erstinbetriebnahme der Speicheranlage Etzel (Deutschland) und der damit verbundenen Bunde-Etzel Pipeline (BEP) ist für H2/12 geplant. Im Bereich Power wird die kommerzielle Vollinbetriebnahme des gasbefeuerten Kraftwerks Brazi nun für H2/12 erwartet. Der Bau des emissionsarmen 870 MW Gas-Kombikraftwerks in Samsun, Türkei, schreitet voran und der kommerzielle Betrieb wird für H1/13 erwartet. Auf den europäischen Gasmärkten wird erwartet, dass der Abstand zwischen Ölpreis-gebundenen Gaspreisen und Spot-Gaspreisen etwas geringer wird. Es wird davon ausgegangen, dass das europäische LNG Marktumfeld, auf Grund der besseren Netback-Preissituation in Asien und Südamerika, herausfordernd bleibt. OMV Trading wird den Marktzugang aller G&P-relevanten Assets wirksam einsetzen und deren optimale Vermarktung in den Großkundenund Handelsmärkten realisieren. EconGas wird sich auf ihre Performanceverbesserung und Profitabilität sowie auf weiteres Vordringen in internationale Märkte fokussieren. Von Rumänien wird verlangt, das Dritte Energiepaket (Unbundling) in seinen Rechtsstand zu übernehmen. Es wird erwartet, dass dies den Druck erhöht, einen liberalisierten Erdgasmarkt in Rumänien zu schaffen, um die derzeitige Marktverzerrung zu beseitigen. In der Türkei wird OMV ihre Wachstumsstrategie bei Erdgasverkäufen weiterverfolgen und die Stromverkaufsaktivitäten vorbereiten.

Der Geschäftsbereich R&M wird weiter vom herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld, das sich in der gedämpften Nachfrage und unter Druck stehenden Margen widerspiegelt, beeinflusst werden. Es wird erwartet, dass sich die Raffinerie-Margen verglichen mit 2011 auf Grund von wegfallenden Produktionskapazitäten verbessern, aber weiterhin unter Druck bleiben werden. Die hohe Rentabilität des Petrochemie-Segments in 2011 wird voraussichtlich auf ein moderateres Niveau zurückfallen, da in den wichtigen Endmärkten China und Indien ein niedrigeres Wirtschaftswachstum erwartet wird. Sowohl Marketingmengen als auch -margen bleiben unter Druck, da nicht erwartet wird, dass die reifen westlichen Märkte wachsen werden und die Wirtschaft in Südosteuropa weiterhin durch die gedämpfte Konjunktur und die Schuldenkrise beeinflusst ist. In der Raffinerie Petrobrazi ist in Q2/12 ein sechswöchiger Produktionsstillstand geplant, um die Rohöl-Destillationsanlage aufzurüsten. Dies wird die Kapazität der Raffinerie auf jährlich 4,2 mn t ändern und die Verarbeitung von 100% der Öl-Produktion von Petrom ermöglichen. Für 2012 sind keine weiteren größeren Stillstände geplant. Im Marketinggeschäft wird die kontinuierliche Netzwerkoptimierung des Retail-Geschäfts zusammen mit starker Kostenkontrolle die Rentabilität im sonst schwierigen Umfeld unterstützen. Die weitere Optimierung des Tankstellennetzes in Regionen mit geringer Integration (angekündigter Verkauf von den kroatischen und bosnischen Tochtergesellschaften) wird darüber hinaus zu höherer Effizienz führen. Bei Petrol Ofisi wird die weitere Integration und Realisierung von Synergiepotenzialen mit OMVs Supply-Strukturen positiv zum R&M-Ergebnis beitragen. Das Marketingumfeld in der Türkei wird allerdings herausfordernd bleiben. Das Investitionsprojekt mit der höchsten Priorität im Geschäftsbereich bleibt die Modernisierung der Raffinerie Petrobrazi. Striktes Kostenmanagement und eine weitere Optimierung des Geschäfts werden zu einer verbesserten Rentabilität in R&M führen.

Auf einen Blick

Q3/11 Q4/11 Q4/10 U% in EUR Mio 1) 2011 2010 U%
8.669 9.352 6.635 41 Umsatz 2) 34.053 23.323 46
469 526 440 20 EBIT E&P 3) 2.084 1.816 15
6 133 127 5 EBIT G&P 238 277 -14
122 -84 0 n.m. EBIT R&M 271 397 -32
-7 -39 -48 -19 EBIT Konzernbereich und Sonstiges -71 -128 -45
-25 -3 63 n.m. Konsolidierung -48 -28 73
564 533 582 -8 EBIT 2.473 2.334 6
315 272 229 19 davon EBIT Petrom Gruppe 1.165 708 64
48 -6 n.a. davon EBIT Petrol Ofisi 84 n.a.
480 551 461 20 EBIT vor Sondereffekten E&P 3), 4) 2.147 2.099 2
6 134 129 4 EBIT vor Sondereffekten G&P 4) 238 279 -15
126 82 -46 n.m. CCS EBIT vor Sondereffekten R&M 4) 232 225 3
EBIT vor Sondereffekten Konzernbereich und
-4 -33 -39 -16 Sonstiges 4) -61 -105 -43
-25 -3 63 n.m. Konsolidierung -48 -28 73
582 730 567 29 CCS EBIT vor Sondereffekten 4) 2.509 2.470 2
307 396 229 73 davon CCS EBIT vor Sondereffekten Petrom Gruppe4) 1.292 789 64
42 5 n.a. davon CCS EBIT vor Sondereffekten Petrol Ofisi 4) 75 n.a.
493 491 335 47 Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 2.200 1.961 12
358 361 195 85 Periodenüberschuss 1.572 1.214 30
221 207 88 134 Den Aktionären zuzurechnender Periodenüberschuss 5) 1.063 921 16
Den Aktionären zuzurechnender CCS
234 326 216 51 Periodenüberschuss vor Sondereffekten 4), 5) 1.069 1.118 -4
0,68 0,63 0,30 115 Ergebnis je Aktie in EUR 3,38 3,08 10
0,72 1,00 0,72 38 CCS EPS vor Sondereffekten in EUR 4) 3,40 3,74 -9
857 380 904 -58 Cashflow aus der Betriebstätigkeit 2.514 2.886 -13
2,63 1,17 3,03 -61 Cashflow je Aktie (CFPS) in EUR 8,00 9,66 -17
4.226 4.603 5.167 -11 Nettoverschuldung 4.603 5.167 -11
33 34 46 -25 Verschuldungsgrad in % 34 46 -25
738 886 1.767 -50 Investitionen 3.146 3.207 -2
n.a. Dividende je Aktie in EUR 6) 1,10 1,00 10
n.a. ROFA in % 14 18 -19
n.a. ROACE in % 11 10 5
n.a. ROE in % 13 11 12
30.365 29.800 31.398 -5 OMV Mitarbeiteranzahl 29.800 31.398 -5
23.463 22.912 24.662 -7 davon Petrom Gruppe 22.912 24.662 -7

Zahlen in dieser und folgenden Tabellen lassen sich möglicherweise auf Grund von Rundungsdifferenzen nicht aufaddieren. 1) Zahlen für Q1/11 bis Q3/11 wurden nach der finalen Kaufpreisallokation für OMV Petrol Ofisi A.S. angepasst. 2) Umsätze exklusive Mineralölsteuer.

3) Exklusive Zwischengewinneliminierung, angeführt in der Zeile "Konsolidierung". 4) Bereinigt um einmalige Sondereffekte; das bereinigte CCS Ergebnis eliminiert Lagerhaltungsgewinne/-verluste (CCS Effekte) aus den Fuels-Raffinerien und Petrol Ofisi. 5) Nach Abzug des den Hybridkapitalbesitzern sowie den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnenden Periodenüberschusses. 6) 2011: Vorschlag des Vorstands. Vorbehaltlich der Zustimmung des Aufsichtsrats sowie der Hauptversammlung 2012.

Exploration und Produktion (E&P)

Q3/11 Q4/11 Q4/10 U% in EUR Mio 2011 2010 U%
1.234 1.174 1.152 2 Umsatz 4.960 4.666 6
469 526 440 20 Betriebserfolg (EBIT) 2.084 1.816 15
-11 -25 -21 19 Sondereffekte -64 -283 -78
480 551 461 20 EBIT vor Sondereffekten 2.147 2.099 2
Q3/11 Q4/11 Q4/10 U% Operative Kennzahlen 2011 2010 U%
26,0 26,6 29,4 -10 Gesamtproduktion in Mio boe 105,1 115,9 -9
283.000 289.000 320.000 -10 Gesamtproduktion in boe/d 288.000 318.000 -9
12,5 13,1 16,0 -18 Rohöl- und NGL-Produktion in Mio bbl 52,2 63,4 -18
75,9 75,5 75,6 0 Erdgasproduktion in bcf 296,4 295,1 0
113,41 109,35 86,46 26 Durchschnittl. Brent-Preis in USD/bbl 111,26 79,50 40
97,49 93,81 75,55 24 Durchschnittlich realisierter Rohölpreis in USD/bbl 96,31 73,44 31
114,32 120,62 132,11 -9 Explorationsausgaben in EUR Mio 491,57 375,65 31
67,08 52,06 81,26 -36 Explorationsaufwand in EUR Mio 353,81 238,70 48
14,88 14,21 14,21 0 Produktionskosten in USD/boe 14,30 12,83 11
Davon Petrom Gruppe (oben inkludiert)
Q3/11 Q4/11 Q4/10 U% in EUR Mio 2011 2010 U%
316 338 167 102 Betriebserfolg (EBIT) 1.235 715 73
-4 -20 -21 -5 Sondereffekte -46 -126 -63
320 358 189 90 EBIT vor Sondereffekten 1.281 841 52
Q3/11 Q4/11 Q4/10 U% Operative Kennzahlen 2011 2010 U%
184.000 186.000 185.000 1 Gesamtproduktion in boe/d 186.000 184.000 1
8,2 8,3 8,3 -1 Rohöl- und NGL-Produktion in Mio bbl 33,1 33,3 -1
1,3 1,4 1,3 2 Erdgasproduktion in Mrd m³ 1) 5,3 5,2 3
112,57 109,12 85,30 28 Durchschnittl. Urals-Preis in USD/bbl 109,60 78,29 40
94,32 93,02 69,80 33 Durchschnittlich realisierter Rohölpreis in USD/bbl 93,30 68,72 36
Regulierter Inlandsgaspreis für Produzenten in
164,10 153,81 156,66 -2 USD/1.000 m³ 162,29 155,44 4
16,61 15,52 18,02 -14 Produktionskosten in USD/boe 16,22 16,74 -3

1) Werte in Mrd m³ berichtet, da rumänische Gaspreise auf 1.000 m³ basieren.

Viertes Quartal 2011 (Q4/11)

  • X Günstiges Ölpreisumfeld unterstützte das Ergebnis in Q4/11
  • X Produktionsmengen unter Q4/10, vor allem auf Grund der geringeren Produktion in Libyen und im Jemen
  • X Produktionskosten/boe trotz geringerer Produktion stabil

Der Brent-Preis in USD lag 26% über dem Niveau von Q4/10, während sich der durchschnittlich realisierte Rohölpreis des Konzerns um 24% auf USD 93,81/bbl erhöhte und somit das negative Hedging-Ergebnis in Q4/11 widerspiegelte. Der Urals-Preis, der Referenzölpreis für Rumänien, stieg um 28%. Der durchschnittlich im Konzern erzielte Gaspreis in EUR war gegenüber Q4/10 um 13% höher.

Das EBIT vor Sondereffekten stieg im Vergleich zu Q4/10, trotz niedrigerer Verkaufsmengen, die durch den signifikant höheren Ölpreis aufgewogen wurden, um 20%. Das Nettoergebnis der Rohöl- und EUR-USD-Hedges belastete das

EBIT mit EUR -48 Mio vs. EUR -45 Mio in Q4/10. Die Explorationsaufwendungen waren um 36% geringer als im selben Quartal des Vorjahrs. Netto-Sonderaufwendungen in Höhe von EUR -25 Mio in Q4/11, im Vergleich zu EUR -21 Mio in Q4/10, welche sich hauptsächlich auf eine Rückstellung für die Abschreibung eines Lager-Outsourcing-Projekts in Rumänien bezogen, führten zu einem um 20% höheren EBIT vs. Q4/10.

Die Produktionskosten exkl. Lizenzgebühren (OPEX) in USD/boe blieben unverändert im Vergleich zu Q4/10, da die niedrigeren Produktionsmengen durch Kosteneinsparungen

in Österreich, Rumänien und Kasachstan kompensiert werden konnten. Die OPEX in USD/boe von Petrom sanken hauptsächlich auf Grund der genannten Kosteneinsparungen, um 14%. Die Explorationsausgaben des Konzerns sanken im Vergleich zu Q4/10 um 9% auf EUR 121 Mio, im Wesentlichen durch geringere Explorationsaktivitäten auf den Färöer Inseln, in Österreich und Libyen.

Die OMV Gesamttagesproduktion von Erdöl, NGL und Erdgas lag, vorwiegend auf Grund der politischen Instabilität in Libyen und im Jemen, mit 289.000 boe/d 10% unter Q4/10. Die Gesamttagesproduktion von Petrom lag um 1% über dem Niveau von Q4/10. Die OMV Erdöl- und NGL-Tagesproduktion fiel um 18% vs. Q4/10 und spiegelt im Wesentlichen die geringere Produktion in Libyen und im Jemen wider, welche durch einen höheren Beitrag aus Tunesien (Pioneer) nicht kompensiert werden konnte. Die OMV Erdgastagesproduktion lag auf dem Niveau von Q4/10, da der Rückgang in Österreich durch den Anstieg in Kasachstan und Rumänien ausgeglichen werden konnte. Höhere Verkaufsmengen in Österreich und Tunesien konnten den Mengenausfall in Libyen nicht kompensieren. Dies führte zu einer um 9% niedrigeren Gesamtverkaufsmenge vs. Q4/10.

Verglichen zu Q3/11, stieg das EBIT vor Sondereffekten, trotz des Rückgangs der Ölpreise, vorwiegend auf Grund des stärkeren USD, höherer Verkaufsmengen und niedrigerer Explorationsaufwendungen, um 15%. Das Hedging-Ergebnis betrug EUR -48 Mio vs. EUR -44 Mio in Q3/11. Das EBIT lag um 12% über Q3/11 und beinhaltete Netto-Sonderaufwendungen von EUR -25 Mio vs. EUR -11 Mio im Vorquartal. Die Gesamttagesproduktion lag, trotz niedrigerer Produktionsmengen im Jemen, wo die Produktion eingestellt wurde, und in Neuseeland, hauptsächlich auf Grund der teilweisen Wiederaufnahme der libyschen Produktion (durchschnittliche Produktion in Q4/11 von ca. 10.000 boe/d) und des Produktionsanstiegs in Großbritannien, um 2% über dem Vorquartal. In Rumänien lag die Produktion, dank erster Beiträge der Explorations-Bohrung Totea, um 1% über Q3/11. Insgesamt stieg die Öltagesproduktion um 5% vs. Q3/11, während die Erdgastagesproduktion auf Grund des Produktionsanstiegs in Großbritannien und Rumänien beziehungsweise der Produktionsrückgänge in Neuseeland und Österreich, auf gleichem Niveau blieb. Die Gesamtverkaufsmengen stiegen, vor allem auf Grund des Verkaufs der in Q3/11 produzierten Mengen im Jemen sowie des saisonal bedingten Anstiegs der Gasverkaufsmengen in Österreich, um 1%.

Jänner – Dezember 2011

Während der Brent-Preis in USD im Vergleich zu 2010 um 40% anstieg, erhöhte sich der durchschnittlich realisierte Rohölpreis des Konzerns um 31% auf USD 96,31/bbl. Der geringere Anstieg spiegelt den negativen Hedging-Effekt von EUR -163 Mio, der einem positiven Hedging-Effekt von EUR 4 Mio in 2010 gegenüber steht, wider. Trotz der unveränderten Gaspreissituation in Rumänien stieg der durchschnittlich im Konzern erzielte Gaspreis um 11% und spiegelt damit die allgemeine Gaspreiserhöhung aber auch die verzögerte Entwicklung im Vergleich zum Ölpreis wider.

Das EBIT vor Sondereffekten stieg im Vergleich zu 2010 um 2%, im Wesentlichen auf Grund des erheblich höheren Ölpreises, welcher durch niedrigere Verkaufsmengen, ungünstige Fremdwährungseffekte sowie ein negatives Hedging-Ergebnis, teilweise ausgeglichen wurde. Netto-Sonderaufwendungen von EUR -64 Mio in 2011, die sich hauptsächlich auf die Abschreibung von Kultuk in Q2/11 sowie eine Rückstellung für die Abschreibung eines Lager-Outsourcing-Projekts in Rumänien in Q4/11 bezogen, verglichen zu Netto-Sonderaufwendungen von EUR -283 Mio in 2010, vornehmlich in Folge der Abschreibungen von Strasshof, der kasachischen Aktivitäten von Petrom sowie des Felds Bardolino (Großbritannien), führten zu einem um 15% höheren EBIT als in 2010.

Die Produktionskosten exkl. Lizenzgebühren (OPEX) in USD/boe stiegen gegenüber 2010, vorwiegend wegen des Mengenrückgangs sowie der negativen Fremdwährungseffekte, um 11%. Die OPEX von Petrom sanken auf Grund der Kosteneinsparungen um 3%. Die Explorationsausgaben stiegen vor allem in Folge von höheren Aktivitäten in Norwegen, Australien (Zola), Großbritannien und Rumänien (Totea) um 31%. Die OMV Gesamttagesproduktion von Erdöl, NGL und Erdgas lag 9% unter 2010, da höhere Mengen aus Tunesien (Pioneer) und Kasachstan, niedrigere Mengen aus Libyen, dem Jemen und Österreich (geplanter Stillstand in Q2/11) nicht kompensieren konnten. Die rumänische Produktion konnte mit 174.000 boe/d stabilisiert werden. Die OMV Erdöl- und NGL-Tagesproduktion fiel, im Wesentlichen durch den Produktionsrückgang in Libyen und im Jemen, um 18%. Die Produktion in Libyen befand sich bis Ende Februar 2011 auf normalem Niveau. Nachdem mehrere Felder Anfang März 2011 keine offiziellen Produktionsvolumina mehr meldeten, hat die Produktion de facto aufgehört. OMV berichtete deshalb keine libyschen Produktionszahlen mehr. Die Produktion startete wieder im November 2011 mit ca. 30% des Levels vor Beginn der Unruhen und erreichte mit Jahresende ca. 50%. Ab Mitte März 2011 wurde die Produktion im Jemen auf Grund eines Anschlags auf eine Export-Pipeline, die jedoch im Juli repariert und wieder in Betrieb genommen wurde, eingestellt. Durch einen weiteren Anschlag wurde diese erneut außer Betrieb genommen und die Produktion wurde seither nicht wieder aufgenommen. Die OMV Erdgastagesproduktion lag leicht über 2010, da eine höhere Produktion in Rumänien, Kasachstan und Pakistan den Rückgang in Österreich und Neuseeland wettmachen konnte. Niedrigere Verkaufsmengen in Libyen, im Jemen und in Neuseeland konnten durch höhere Mengen in Österreich, Tunesien und Kasachstan nicht ausgeglichen werden. Dies führte zu einem Rückgang der Gesamtverkaufsmenge um 7%.

Per 31. Dezember 2011 betrugen die sicheren Öl- und Gasreserven 1.133 Mio boe (davon Petrom: 812 Mio boe). Die sicheren und wahrscheinlichen Öl- und Gasreserven beliefen sich auf 1.703 Mio boe (davon Petrom: 1.126 Mio boe). Durch das Herausfallen eines besonders starken Jahrs, lag die auf einem 3-Jahres-Durchschnitt basierende Reserven-Ersatzrate in 2011 bei 78% (2010: 82%). Für das Einzeljahr 2011 lag diese Rate bei 81% (2010: 70%).

Gas und Power (G&P)

Q3/11 Q4/11 Q4/10 U% in EUR Mio 2011 2010 U%
1.328 2.608 1.536 70 Umsatz 7.000 4.365 60
6 133 127 5 EBIT 238 277 -14
0 0 -2 -78 Sondereffekte 0 -2 -85
6 134 129 4 EBIT vor Sondereffekten 238 279 -15
Q3/11 Q4/11 Q4/10 U% Operative Kennzahlen 2011 2010 U%
4,79 8,18 6,03 36 Verkaufsmengen Erdgas in Mrd m3 24,28 18,03 35
790.657 924.066 933.192 -1 Durchschnittlich verkaufte Speicherkapazität m3
/h
869.878 867.507 0
25,38 25,46 24,93 2 Verkaufte Gastransporte in Mrd m3 101,37 89,21 14

Davon Petrom Gruppe (oben inkludiert)

Q3/11 Q4/11 Q4/10 U% in EUR Mio 2011 2010 U%
3 26 44 -40 EBIT 35 39 -10
0 0 -2 -80 Sondereffekte 0 -2 -84
3 27 46 -41 EBIT vor Sondereffekten 35 41 -13
Q3/11 Q4/11 Q4/10 U% Operative Kennzahlen 2011 2010 U%
473 481 376 28 Importpreis in USD/1.000 m3 1) 438 360 22
Regulierter Inlandsgaspreis für Produzenten in
164 154 157 -2 USD/1.000 m³ 162 155 4

1) Die Tabelle zeigt die tatsächlichen Importpreise, die von ANRE monatlich rückwirkend veröffentlicht werden. Da die letzten verfügbaren Daten von November 2011 sind, beruhen die Zahlen für Q4/11 und 2011 auf Schätzungen.

Viertes Quartal 2011 (Q4/11)

  • X Anstieg der Verkaufsmengen von Supply, Marketing und Trading vs. Q4/10 nur auf Grund erhöhter kurzfristiger Handelsmengen auf internationalen Gashandelspunkten
  • X Margen verbesserten sich auf Grund der Preisanpassungen, blieben jedoch in den Zielmärkten von EconGas erheblich unter Druck
  • X Gas Logistik-Geschäft verzeichnete eine gute Performance mit höheren verkauften Transportmengen

Das EBIT vor Sondereffekten lag mit EUR 134 Mio 4% über dem Niveau von Q4/10, hauptsächlich auf Grund des erfolgreichen Abschlusses der Verhandlungen mit Gazprom über Preisanpassungen für den langfristigen Gas-Liefervertrag und des gesteigerten Ergebnisbeitrags des Gas Logistik-Bereichs. Das Settlement der Preisanpassungen in Q4/11 bezog sich auf die Periode April bis Dezember 2011. Der beträchtliche Margendruck auf den europäischen Gasmärkten hielt weiter an. Das EBIT zeigte denselben Verlauf wie das EBIT vor Sondereffekten.

Der Bereich Supply, Marketing und Trading verzeichnete im Vergleich zu Q4/10 einen Anstieg der Verkaufsmengen um 36%. EconGas konnte die Absatzmengen auf Grund von höheren kurzfristigen Handelsmengen an internationalen Gashandelspunkten steigern. Der beträchtliche Druck auf die Margen hielt weiterhin an, da die Spotpreise deutlich unter den langfristigen Gaspreisen blieben. In diesem Marktumfeld waren die erzielbaren Margen im Großhandels-Geschäft sowie bei kurzfristigen Handelsmengen sehr gering.

In Q4/11 stieg der Gasverbrauch in Rumänien im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2%, während Petroms Verkaufsmengen in Q4/11 um 9% sanken, da der Absatz an Vertriebsunternehmen niedriger war. Dieser Rückgang ist primär auf das wärmere Wetter zurückzuführen, da dadurch weniger Inlandsgas vom Speicher entnommen wurde. Auf Grund von hohen Importpreisen und einer hohen Importquote für die Industrie, wurde Petrom in Q4/11 wieder durch die gesetzlich festgelegte Importverpflichtung für den internen, nicht-technischen Gasverbrauch belastet. Darüber hinaus wurde das Q4/10 Ergebnis positiv durch eine signifikante Auflösung von Rückstellungen für ausstehende Forderungen beeinflusst.

Der Erdgaspreis für Inlandsgas, der von der rumänischen Regulierungsbehörde anerkannt ist, verblieb bei RON 495/1.000 m³ (USD 154/1.000 m³).

Im Gas Logistik-Bereich zeigte das Speicher-Geschäft im Vergleich zu Q4/10 etwas niedrigere durchschnittlich verkaufte Speicherkapazitäten. Das Transport-Geschäft verzeichnete im Vergleich zu Q4/10 auf Grund zusätzlicher Pipeline-Transportkapazitäten in Österreich (Inbetriebnahme einer Kompressorstation auf der Penta West Pipeline und WAG Erweiterung) einen Anstieg von 2% bei den verkauften Transportmengen.

Im Bereich Power führte der Baufortschritt der Kraftwerke zu einem höheren Kostenniveau. Der Bau des Kraftwerks in Brazi wurde Ende 2011 erfolgreich abgeschlossen, jedoch wurden die abschließenden Tests auf Grund externer technischer Faktoren (unerwartetes Eindringen von Flüssigkeiten aus der Gaspipeline) unterbrochen. Der Windpark Dorobantu wurde im Oktober 2011 in Betrieb genommen. Das Kraftwerksprojekt Samsun in der Türkei schreitet ebenfalls voran, wurde aber durch einen Vorfall beim Kühlsystem teilweise beeinträchtigt.

Im Vergleich zu Q3/11 erholte sich das EBIT vor Sondereffekten signifikant, was vor allem auf den erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen über Preisanpassungen, die erwartete saisonale Entwicklung und die gute Performance des Gas Logistik-Geschäfts zurückzuführen war. Die Verkaufsmengen stiegen auf Grund der normalen saisonalen Entwicklung und erhöhten Handelsaktivitäten um 71% im Vergleich zu Q3/11. Während der geschätzte Gasverbrauch in Rumänien um 106% saisonal bedingt stieg, stiegen die Verkaufsmengen von Petrom im Vergleich zu Q3/11 nur um 72%. Dieser Anstieg lag auf Grund geringerer Verkäufe an Industriekunden unter dem Marktniveau. Das Transport-Geschäft verzeichnete verkaufte Transportvolumina auf Q3/11 Niveau. Das Speicher-Geschäft zeigte mit deutlich höheren Ausspeicherraten und niedrigeren Einspeicherraten die erwartete saisonale Entwicklung.

Jänner – Dezember 2011

Im Vergleich zum Vorjahr reduzierte sich das EBIT vor Sondereffekten um 15%, im Wesentlichen in Folge des extremen Drucks auf die Margen im Supply, Marketing und Trading-Geschäft. Das EBIT zeigte eine ähnliche Entwicklung wie das EBIT vor Sondereffekten.

Der Bereich Supply, Marketing und Trading verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg der Verkaufsmengen um 35%, jedoch belastete der beträchtliche Druck auf die Margen, der durch die erfolgreichen Verhandlungen über Preisanpassungen für den langfristigen Gas-Liefervertrag abgeschwächt wurde, das Ergebnis. Der deutliche Anstieg der Verkaufsmengen bei EconGas war vor allem auf eine deutliche Steigerung der kurzfristigen Handelsmengen zurückzuführen. Die Verkaufsmengen von Petrom erhöhten sich im Vergleich zu 2010 um 3%, im Einklang mit der geschätzten Nachfrageentwicklung in Rumänien. Das Ergebnis von Petrom wurde von der höheren Importquote, den höheren Importpreisen, sowie von der Verordnung der rumänischen Regulierungsbehörden, die die Anwendung des Gas Basket-Systems auf den internen, nichttechnischen Verbrauch durchsetzte, negativ beeinflusst. Durch striktes Forderungsmanagement konnten die Rückstellungen für ausstehende Forderungen weiter reduziert werden.

Das Gas Logistik-Geschäft profitierte von höheren verkauften Transportmengen, die primär auf die zusätzlichen Kapazitäten in Österreich zurückzuführen waren. Weiters trug ein Anstieg der gebuchten Speichervolumina und der verkauften Raten positiv zum Logistik-Ergebnis bei. Zusätzliche Kosten auf Grund der Implementierung des Dritten Energiepakets der Europäischen Union hoben den positiven Beitrag dieser erhöhten Leistungen jedoch beinahe auf.

Im Einklang mit der Managemententscheidung aus dem Chemie-Geschäft auszusteigen, hat Petrom die Schließung von Doljchim weitergeführt und den Abbruch und die Dekontaminierung von Anlagen, unter Einhaltung der europäischen Umwelt- und Sicherheitsstandards, fortgesetzt. Der negative Ergebnisbeitrag wurde im Vergleich zu 2010 reduziert.

In 2011, wurde der Bau der beiden Kraftwerke in Rumänien (Brazi und Dorobantu) erfolgreich abgeschlossen und das Kraftwerksprojekt Samsun in der Türkei vorangetrieben. Dies hatte ein höheres Kostenniveau im Bereich Power zur Folge.

Raffinerien und Marketing (R&M)

Q3/11 Q4/11 Q4/10 U% in EUR Mio 1) 2011 2010 U%
7.179 6.643 4.908 35 Umsatz 26.472 18.042 47
122 -84 0 n.m. EBIT 271 397 -32
41 12 7 68 davon Petrochemie 101 95 7
7 -134 4 n.m. Sondereffekte -138 -14 n.m.
CCS Effekte:
-12 -32 42 n.m. Lagerhaltungsgewinne (+)/-verluste (–) 2) 176 187 -5
126 82 -46 n.m. CCS EBIT vor Sondereffekten 2) 232 225 3
Q3/11 Q4/11 Q4/10 U% Operative Kennzahlen 2011 2010 U%
1,74 1,77 3,48 -49 OMV Referenz-Raffineriemarge in USD/bbl 3) 1,83 2,90 -37
5,21 5,42 5,68 -5 Raffinerieeinsatz in Mio t 20,79 20,97 -1
86 90 81 11 Raffinerie-Auslastungsgrad gesamt in % 4) 87 76 15
4,94 4,93 5,20 -5 Raffinerie-Ausstoß in Mio t 18,97 18,99 0
8,40 7,83 6,57 19 Gesamtverkaufsmenge Raffinerieprodukte in Mio t 30,98 24,48 27
6,27 5,64 4,22 34 davon Marketing-Verkaufsmengen in Mio t 22,61 16,03 41
0,53 0,50 0,53 -6 davon Petrochemie in Mio t 1,96 2,08 -6
4.648 4.543 2.291 98 Tankstellenanzahl 4.543 2.291 98
Davon Petrom Gruppe (oben inkludiert)
Q3/11 Q4/11 Q4/10 U% in EUR Mio 2011 2010 U%
44 -89 -30 n.m. EBIT -44 25 n.m.
0 -129 -1 n.m. Sondereffekte -154 0 n.m.
CCS Effekte:
12 26 27 -3 Lagerhaltungsgewinne (+)/-verluste (–) 2) 74 50 47
32 14 -56 n.m. CCS EBIT vor Sondereffekten 2) 36 -25 n.m.
Q3/11 Q4/11 Q4/10 U% Operative Kennzahlen 2011 2010 U%
-2,70 -4,62 0,69 n.m. OMV Referenz-Raffineriemarge Ost in USD/bbl 3) -2,40 0,33 n.m.
0,84 1,00 1,05 -5 Raffinerieeinsatz in Mio t 3,79 4,15 -9
69 83 49 71 Raffinerie-Auslastungsgrad gesamt in % 4) 79 49 63
0,82 0,91 1,04 -12 Raffinerie-Ausstoß in Mio t 3,58 3,78 -5
1,39 1,35 1,49 -9 Gesamtverkaufsmenge Raffinerieprodukte in Mio t 5,17 5,38 -4
1,14 1,10 1,08 2 davon Marketing-Verkaufsmengen in Mio t 4,07 4,16 -2
795 793 801 -1 Tankstellenanzahl 793 801 -1
Davon Petrol Ofisi (oben inkludiert)
Q3/11 Q4/11 Q4/10 U% in EUR Mio 2011 2010 U%
48 -1 n.a. EBIT 92 n.a.
-5 -3 n.a. Sondereffekte -6 n.a.
CCS Effekte:
11 -8 n.a. Lagerhaltungsgewinne (+)/-verluste (–) 2) 14 n.a.
42 10 n.a. CCS EBIT vor Sondereffekten 2) 84 n.a.
Q3/11 Q4/11 Q4/10 U% Operative Kennzahlen 2011 2010 U%
1,91 1,61 n.a. Gesamtverkaufsmenge Raffinerieprodukte in Mio t 6,88 n.a.

2.418 2.329 n.a. Tankstellenanzahl 2.329 n.a.

1) Zahlen für Q1/11 bis Q3/11 wurden nach der finalen Kaufpreisallokation für OMV Petrol Ofisi A.S. angepasst. 2) Das CCS EBIT vor Sondereffekten eliminiert Lagerhaltungsgewinne/-verluste (CCS Effekte) aus den Fuels-Raffinerien und Petrol Ofisi. 3) Mit Q1/11 wurde die OMV Referenz-Raffineriemarge Ost adaptiert, um Änderungen in der Produktertragsstruktur und der geplanten

Schließung der Raffinerie Arpechim Rechnung zu tragen. Vorhergehende Perioden wurden nicht angepasst. 4) Seit Q1/11 wird die Raffinerie Arpechim nicht mehr in der Berechnung berücksichtigt. Vorhergehende Perioden wurden nicht angepasst.

Viertes Quartal 2011 (Q4/11)

  • X OMV Referenz-Raffineriemarge durch höhere Kosten für Eigenenergieverbrauch auf Grund des hohen Ölpreises belastet
  • X Petrochemie-Geschäft profitierte von höheren Olefin-Margen
  • X Marketing profitiert von Petrol Ofisis Ergebnisbeitrag, leidet aber unter fortdauerndem Margendruck

Höhere Rohöl- und Produktenpreise sowie höhere Verkaufsmengen führten im Vergleich zu Q4/10 zu einem Anstieg im R&M-Bereichsumsatz um 35%.

Mit EUR 82 Mio verbesserte sich das CCS EBIT vor Sondereffekten signifikant vs. Q4/10 (EUR -46 Mio). Dies spiegelt eine bessere Performance der Raffinerien West, eine verbesserte Kostenposition der Raffinerien Ost und eine bessere Marketing-Performance wider. Des Weiteren war das Q4/10 Ergebnis durch einige einmalige Kosten mit ca. EUR -70 Mio belastet. Diese Effekte konnten den Rückgang der OMV Referenz-Raffineriemarge kompensieren. Die Netto-Sonderaufwendungen in Q4/11 in Höhe von EUR -134 Mio bezogen sich hauptsächlich auf die Rückstellung für die gegen Petrom verhängte Strafe auf Grund der kartellrechtlichen Untersuchung der rumänischen Wettbewerbsbehörde in Höhe von ca. EUR 120 Mio. Das Unternehmen hält die Strafe für ungerechtfertigt und bereitet deren rechtliche Anfechtung vor. Niedrigere Ölpreise im Quartal trugen zu negativen CCS Effekten in Höhe von EUR -32 Mio bei und führten gemeinsam mit den erwähnten Sonderaufwendungen zu einem EBIT von EUR -84 Mio (vs. EUR 0 Mio in Q4/10).

Das CCS EBIT vor Sondereffekten im Raffinerie-Geschäft lag signifikant über dem Niveau von Q4/10. Dies spiegelt eine bessere Performance der Raffinerien West und eine bessere Kostenposition der Raffinerien Ost wider. Des Weiteren wurde das Q4/10 Ergebnis durch einige einmalige Kosten belastet. Diese Faktoren überwogen den Rückgang der OMV Referenz-Raffineriemarge von USD 3,48/bbl auf USD 1,77/bbl vor allem auf Grund gestiegener Rohölpreise, welche zu höheren Kosten für den Eigenenergieverbrauch führten und die nicht durch höhere Mitteldestillat-Spannen ausgeglichen werden konnten. Die Raffinerien West profitierten von einem besseren Verkaufs-Mix, einem stärkeren Trend in lokalen Marktpreisniveaus verglichen mit dem Rotterdamer Produktenmarkt und niedrigeren Fixkosten. Das Petrochemie-Geschäft profitierte von höheren Olefin-Margen und zeigte eine etwas bessere Performance als in Q4/10. Bei Petrom litt das Raffinerie-Ergebnis unter dem Rückgang der Referenz-Raffineriemarge, welche durch niedrigere Kosten und operative Verbesserungen, unterstützt durch die Schließung der Raffinerie Arpechim, mehr als ausgeglichen werden konnte. Die OMV Referenz-Raffineriemarge Ost, die seit der Schließung von Arpechim nur mehr die standardisierte Produktertragsstruktur der Raffinerie Petrobrazi beinhaltet (die für die OMV Referenz-Raffinerie verwendete Produktertragsstruktur wurde in

Q1/11 auf die aktuelle Konfiguration von Petrobrazi aktualisiert), lag auf Grund der durch den gestiegenen Ölpreis höheren Kosten des Eigenenergieverbrauchs bei USD - 4,62/bbl (vs. USD 0,69/bbl in Q4/10).

Die gesamte Kapazitätsauslastung, welche die Raffinerie Arpechim in Rumänien seit Q1/11 nicht mehr in der Berechnung berücksichtigt, lag bei 90%. Die einzelnen Kapazitätsauslastungen lagen auf Grund einer niedrigeren Nachfrage leicht unter jenen des Vorjahrs. In den Raffinerien West lag die Auslastung bei 92% (vs. 95% in Q4/10). Die Kapazitätsauslastung der Raffinerie Petrobrazi lag in Q4/11 bei 83%, verglichen mit 86% in derselben Periode des Vorjahrs. Insgesamt lag der Raffinerie-Ausstoß 5% unter dem Niveau von Q4/10.

Das Petrochemie-Ergebnis lag auf Grund höherer Olefin-Margen und trotz niedrigerer Verkaufsmengen, mit EUR 12 Mio über dem Niveau von Q4/10 (EUR 7 Mio).

Das Marketing-Ergebnis vor Sondereffekten lag, trotz eines schwierigen Nachfrage- und Margenumfelds, über dem Niveau von Q4/10. Dies lag sowohl an niedrigeren Ausgaben für die Krisensteuer in Ungarn, welche 2010 neu eingeführt und in Q4/10 für das gesamte Jahr 2010 fällig wurde, als auch an einem verbesserten Kostenmanagement. Petrol Ofisi, wo sich die Margen leicht erholten, aber weiterhin unter Druck blieben, konnte einen positiven Ergebnisbeitrag leisten. Insgesamt stiegen die Verkaufsmengen im Vergleich zu Q4/10 auf Grund der Konsolidierung von Petrol Ofisi um 34%. Per 31. Dezember 2011 erhöhte sich die Tankstellenanzahl des Konzerns um 98% vs. Ende Dezember 2010, was ebenfalls auf die Vollkonsolidierung von Petrol Ofisi zurückzuführen war.

Verglichen zu Q3/11 verringerte sich das CCS EBIT vor Sondereffekten des Geschäftsbereichs R&M (EUR 82 Mio vs. EUR 126 Mio in Q3/11), obwohl die OMV Referenz-Raffineriemarge auf Grund höherer Mitteldestillat-Spannen und dem leicht niedrigeren Ölpreis, der zu niedrigeren Kosten für den Eigenenergieverbrauch führte, leicht anstieg. Das Petrochemie-Ergebnis wurde durch niedrigere Margen und Mengen, verursacht durch die Konjunkturabschwächung, beeinflusst. Das Marketing-Geschäft litt unter saisonalen Effekten verglichen mit Q3/11. Petrol Ofisis Performance litt unter saisonal bedingt niedrigeren Verkaufsvolumen und Margen vs. Q3/11 und war durch erhöhten Wettbewerb und Margendruck zusätzlich beeinflusst.

Jänner – Dezember 2011

Der R&M-Bereichsumsatz stieg auf Grund höherer Preise und Verkaufsmengen um 47%.

Das CCS EBIT vor Sondereffekten lag mit EUR 232 Mio über dem Niveau von 2010 (EUR 225 Mio). Dies war insbesondere auf niedrigere Kosten der Raffinerien Ost und auf den Beitrag von Petrol Ofisi zum Marketing-Ergebnis zurückzuführen. Nach Berücksichtigung von positiven CCS Effekten in Höhe von EUR 176 Mio (vs. EUR 187 Mio in 2010), sowie Netto-Sonderaufwendungen in Höhe von EUR -138 Mio lag das EBIT mit EUR 271 Mio 32% unter dem Niveau von 2010.

Das Raffinerie-Ergebnis ging verglichen zu 2010 etwas zurück. Signifikant gestiegene Ölpreise und eine geringere Brent-Urals Spanne im Vergleich zu 2010 führten zu höheren Kosten für den Eigenenergieverbrauch und somit zu niedrigeren OMV Referenz-Raffineriemargen. Dies traf vor allem auf Petrom zu, wo die Referenz-Raffineriemarge bei USD -2,40/bbl vs. USD 0,33/bbl in 2010 lag. Diese negativen Auswirkungen konnten durch eine deutlich bessere Kostenposition und operative Performance, unterstützt

durch die Schließung der Raffinerie Arpechim, fast gänzlich ausgeglichen werden.

Insgesamt stieg die Kapazitätsauslastung, wegen der Stillstände in Schwechat und Petrobrazi in Q2/10 und weil die Raffinerie Arpechim seit Q1/11 nicht mehr in die Berechnung einbezogen wird, auf 87% (vs. 76% in 2010). Der Raffinerie-Ausstoß blieb auf gleichem Niveau wie 2010.

Das Petrochemie-Ergebnis blieb im Vergleich zu 2010 auf gleichem Niveau. Höhere Produktmargen wurden durch den Rückgang der Verkaufszahlen um 6%, hauptsächlich bedingt durch den geplanten Stillstand in Schwechat in Q2/11, ausgeglichen.

Das Marketing-Ergebnis vor Sondereffekten lag, trotz des andauernden schwierigen Margenumfelds, unterstützt durch den positiven Beitrag von Petrol Ofisi, welcher in den Ergebnissen von 2010 noch nicht inkludiert war, über dem Niveau von 2010.

Gesetzliche Grundlagen und Methoden

Der Konzernzwischenabschluss für die Berichtsperiode 1. Jänner bis 31. Dezember 2011 wurde in Übereinstimmung mit den österreichischen Gesetzen und den International Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, erstellt.

Konsolidierungskreisänderungen

Folgende Änderungen im Konsolidierungskreis traten im Vergleich zum 31. Dezember 2010 ein:

Im Geschäftsbereich E&P wurden OMV Anaguid Ltd. und OMV South Tunisia Ltd., beide mit Sitz in Grand Cayman, mit 1. März 2011 einbezogen. Die in Pakistan operative OMV Maurice Energy Limited wurde per 11. Juli 2011 erstkonsolidiert. OMV Dorra Limited, Road Town, die in Tunesien operativ ist, wurde per 1. November 2011 erstkonsolidiert.

OMV Jardan Block 3 Upstream GmbH, Wien, wird mit 1. Oktober 2011 vollkonsolidiert.

Mit 1. Jänner 2011 wurde die OMV (Tunesien) Exploration GmbH, Wien, in die OMV (Tunesien) Production GmbH, Wien, verschmolzen.

OMV (BAYERN) Exploration GmbH, Wien, wurde mit Beginn 2011 entkonsolidiert.

Die neu gegründete G&P Holdinggesellschaft OMV Gaz ve Enerji Holding Anonim Şirketi, Istanbul, wurde mit 1. Oktober 2011 in den Konsolidierungskreis einbezogen.

Der Verkauf von 89% an der OMV Wärme VertriebsgmbH wurde am 1. Juli 2011 abgeschlossen und die Gesellschaft daher mit diesem Datum entkonsolidiert.

Der Verkauf der Aktien der Kibris Türk Petrolleri Ltd., Nicosia, wurde Ende November 2011 abgeschlossen.

PO Georgia LLC, Tbilisi, wurde mit 1. Oktober 2011 entkonsolidiert.

Aviation Petroleum SRL, Bukarest, wurde beginnend mit 1. Dezember 2011 in Petrom Aviation SA, Otopeni, verschmolzen.

In Konzernbereich & Sonstiges (Kb&S) wurde die OMV Insurance Broker GmbH, Wien, mit Anfang 2011 entkonsolidiert.

Gewinn- und Verlustrechnung (ungeprüft)
-- ----------------------------------------- --
Q3/11 Q4/11 Q4/10 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung in EUR Mio 1) 2011 2010
8.669,45 9.351,97 6.635,44 Umsatzerlöse 34.053,19 23.323,44
-85,77 -74,48 -66,35 Direkte Vertriebskosten -304,93 -244,75
-7.585,60 -8.198,84 -5.563,18 Umsatzkosten -29.291,40 -19.187,96
998,08 1.078,66 1.005,90 Bruttoergebnis vom Umsatz 4.456,87 3.890,72
61,66 99,79 77,90 Sonstige betriebliche Erträge 288,64 250,52
-215,99 -278,70 -191,62 Vertriebsaufwendungen -947,10 -755,51
-110,41 -102,47 -110,73 Verwaltungsaufwendungen -437,47 -327,32
-67,08 -52,06 -81,26 Explorationsaufwendungen -353,81 -238,70
-3,20 -5,69 -6,23 Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen -15,94 -15,80
-99,03 -206,80 -112,34 Sonstige betriebliche Aufwendungen -517,77 -470,11
564,04 532,72 581,62 Betriebserfolg (EBIT) 2.473,41 2.333,80
44,82 35,58 -0,33 Ergebnis aus assoziierten Unternehmen 224,12 91,71
0,30 0,92 0,28 Dividendenerträge 8,04 9,97
-82,03 -91,51 -73,97 Zinsergebnis -351,79 -335,85
-33,73 13,64 -172,70 Sonstiges Finanzergebnis -153,66 -139,01
-70,64 -41,37 -246,72 Finanzerfolg -273,28 -373,17
493,39 491,35 334,90 Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 2.200,12 1.960,63
-135,15 -130,58 -139,42 Steuern vom Einkommen und Ertrag -627,77 -746,51
358,24 360,77 195,48 Perioden-/Jahresüberschuss 1.572,35 1.214,12
davon den Aktionären des Mutterunternehmens
221,29 206,59 88,23 zuzurechnen 1.063,44 920,59
9,54 9,54 davon den Hybridkapitalbesitzern zuzurechnen 21,99
127,41 144,64 107,25 davon den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 486,91 293,53
0,68 0,63 0,30 Ergebnis je Aktie in EUR 3,38 3,08
0,67 0,64 0,29 Verwässertes Ergebnis je Aktie in EUR 3,37 3,07
– Dividende je Aktie in EUR 1,10 1,00

1) Zahlen für Q1/11 bis Q3/11 wurden nach der finalen Kaufpreisallokation für OMV Petrol Ofisi A.S. angepasst.

Q3/11 Q4/11 Q4/10 U% in EUR Mio 2011 2010 U%
44,82 35,58 -0,33 n.m. Ergebnis aus assoziierten Unternehmen 224,12 91,71 144
38,28 24,65 37,70 -35 davon Borealis 185,55 108,89 70
-40,15 n.a. davon Petrol Ofisi -15,66 n.a.

Gesamtergebnisrechnung (verkürzt, ungeprüft)

Q3/11 Q4/11 Q4/10 U% in EUR Mio 1) 2011 2010 U%
358,24 360,77 195,48 85 Periodenüberschuss 1.572,35 1.214,12 30
-222,53 199,34 79,97 149 Währungsdifferenzen aus der Umrechnung
ausländischer Geschäftsbetriebe
-354,28 202,85 n.m.
0,00 0,09 0,00 n.m. Gewinne (+)/Verluste (-) aus der Bewertung zur
Veräußerung verfügbarer finanzieller Vermögenswerte
-1,97 -0,06 n.m.
58,61 -66,04 0,00 n.m. Gewinne (+)/Verluste (-) aus der Bewertung von
Hedges
-58,78 101,53 -158
14,76 10,12 29,93 -66 Auf assoziierte Unternehmen entfallender Anteil am
sonstigen Ergebnis
-9,46 74,67 -113
-9,55 12,48 0,00 n.m. Summe der auf das sonstige Ergebnis entfallenden
Ertragsteuern
11,81 -21,47 -155
-158,72 156,00 109,90 42 Sonstiges Ergebnis der Periode n. Steuern -412,68 357,52 n.m.
199,52 516,77 305,38 69 Gesamtergebnis der Periode 1.159,66 1.571,63 -26
109,54 358,64 196,18 83 davon den Aktionären des Mutterunternehmens
zuzurechnen
701,10 1.277,48 -45
9,54 9,54 n.a. davon den Hybridkapitalbesitzern zuzurechnen 21,99 n.a.
80,44 148,59 109,20 36 davon den nicht beherrschenden Anteilen
zuzurechnen
436,57 294,16 48

1) Zahlen für 2010 und folgende Perioden wurden nach der finalen Kaufpreisallokation für OMV Petrol Ofisi A.S. angepasst.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Viertes Quartal 2011 (Q4/11)

Der im Vergleich zu Q4/10 um 41% höhere Konzernumsatz ist vor allem auf höhere Rohöl- und Produktenpreise, einen Anstieg der Gasverkaufsmengen sowie die Vollkonsolidierung von Petrol Ofisi zurückzuführen. Das Konzern-EBIT lag mit EUR 533 Mio unter Q4/10 (EUR 582 Mio), vor allem belastet von substantiellen Netto-Sonderaufwendungen, teilweise kompensiert durch das bessere Ölpreisumfeld sowie eine verbesserte Raffinerie-Performance. Der EBIT-Beitrag von Petrom lag mit EUR 272 Mio über Q4/10, vor allem auf Grund eines stärkeren Rohölpreises, jedoch belastet von einer Rückstellung für die gegen Petrom verhängte Strafe auf Grund der kartellrechtlichen Untersuchung der rumänischen Wettbewerbsbehörde. Die Netto-Sonderaufwendungen in Q4/11 von EUR 166 Mio beziehen sich hauptsächlich auf die oben genannte Rückstellung in Petrom. Zusätzlich wurden negative CCS Effekte von EUR 32 Mio gebucht. Das CCS EBIT vor Sondereffekten stieg von EUR 567 Mio in Q4/10 auf EUR 730 Mio. Der Beitrag von Petrom lag mit EUR 396 Mio 73% über Q4/10.

Der Finanzerfolg hat sich mit EUR -41 Mio im Vergleich zu Q4/10 (EUR -247 Mio) deutlich verbessert. Das Q4/10 Ergebnis war durch die erstmalige Vollkonsolidierung von OMVs Anteil an der zuvor At-Equity-konsolidierten Petrol Ofisi belastet, da diese zu einmaligen Umwertungsverlusten führte. Weiters wirkte sich ein verbessertes Fremdwährungsergebnis positiv auf das Q4/11 Ergebnis aus (USD-Finanzierungen von Petrom an ihre kasachischen Tochtergesellschaften, die in Q4/11 von der Aufwertung des USD gegenüber dem RON profitierten).

Die laufenden Ertragsteuern des OMV Konzerns betrugen EUR 127 Mio. Ein Aufwand aus latenten Steuern von EUR 3 Mio wurde ergebniswirksam in Q4/11 gebucht. Die effektive Steuerquote des Konzerns lag bei 27% (Q4/10: 42%), was vor allem auf den deutlich niedrigeren Ergebnisbeitrag

der hoch besteuerten libyschen Gesellschaften zurückzuführen ist. Die Strafe der rumänischen Wettbewerbsbehörde gegen Petrom verringerte den reduzierenden Effekt geringfügig, da diese nicht steuerlich absetzbar ist.

Der den Aktionären zuzurechnende Periodenüberschuss stieg von EUR 88 Mio in Q4/10 auf EUR 207 Mio. Den Minderheiten- und Hybridanteilen waren EUR 154 Mio zuzurechnen (Q4/10: EUR 107 Mio). Der den Aktionären zuzurechnende CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten betrug EUR 326 Mio (Q4/10: EUR 216 Mio). Das Ergebnis je Aktie lag bei EUR 0,63, das CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten lag bei EUR 1,00 (Q4/10: EUR 0,30 bzw. EUR 0,72).

Verglichen zu Q3/11 stieg der Umsatz um 8%, vor allem auf Grund saisonal bedingt höherer Gasverkaufsmengen, teilweise kompensiert durch saisonal bedingt niedrigere Marketingverkaufsmengen. Das EBIT lag mit EUR 533 Mio unter Q3/11 (EUR 564 Mio) und das CCS EBIT vor Sondereffekten stieg um 25%. Das Finanzergebnis lag über dem Vorquartal. Dies ist hauptsächlich auf ein verbessertes Fremdwährungsergebnis in Q4/11 auf Grund der TRY-Aufwertung gegenüber dem EUR und höheren FX-Gewinnen aus den EUR-Ausleihungen von OMV Samsun zurückzuführen. Die effektive Steuerquote des Konzerns lag bei 27% (Q3/11: 27%). Die Strafe der rumänischen Wettbewerbsbehörde gegen Petrom führte zu einem Anstieg, da diese nicht steuerlich absetzbar ist. Dies konnte allerdings durch eine niedrigere effektive Steuerquote im Jemen in Q4/11 auf Grund von Timing-Effekten bei den Produktionsund Verkaufszeitplänen kompensiert werden. Der den Aktionären zuzurechnende Periodenüberschuss lag mit EUR 207 Mio unter Q3/11 (EUR 221 Mio). Der den Aktionären zuzurechnende CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten stieg auf EUR 326 Mio (Q3/11: EUR 234 Mio).

Jänner – Dezember 2011

Der Anstieg des Konzernumsatzes um 46% vs. 2010 ist vor allem auf deutlich höhere Rohöl- und Produktenpreise, höhere Gasverkaufsmengen sowie die erstmalige Vollkonsolidierung von Petrol Ofisi zurückzuführen. Das Konzern-EBIT von EUR 2.473 Mio lag über 2010, begünstigt vor allem durch höhere Rohölpreise, teilweise kompensiert durch geringere Produktionsmengen und einen schwächeren USD. Der EBIT-Beitrag von Petrom stieg, vor allem auf Grund höherer Rohölpreise, auf EUR 1.165 Mio (2010: EUR 708 Mio). Netto-Sonderaufwendungen von EUR 212 Mio (2010: EUR 323 Mio) bezogen sich vor allem auf eine Rückstellung für die gegen Petrom verhängte Strafe auf Grund der kartellrechtlichen Untersuchung der rumänischen Wettbewerbsbehörde, Schließungskosten der Raffinerie Arpechim, die Abschreibung der Explorationslizenz Kultuk (Kasachstan) sowie Personalrestrukturierungskosten. Es

wurden positive CCS Effekte von EUR 176 Mio (2010: EUR 187 Mio) ausgewiesen. Das CCS EBIT vor Sondereffekten stieg um 2% auf EUR 2.509 Mio. Der Beitrag von Petrom betrug EUR 1.292 Mio und lag somit 64% über 2010.

Der Finanzerfolg lag in 2011 mit EUR -273 Mio deutlich über 2010 (EUR -373 Mio) und war unter anderem durch den deutlich stärkeren At-Equity-Beitrag von Borealis auf Grund eines starken Margenumfelds bei Petrochemie-Produkten positiv beeinflusst.

Die laufenden Ertragsteuern des OMV Konzerns betrugen EUR 560 Mio, latente Steueraufwendungen wurden in der Höhe von EUR 68 Mio in 2011 gebucht. Die effektive Steuerquote des Konzerns fiel auf 29% (2010: 38%), was insbesondere auf den deutlich geringeren Ergebnisbeitrag

der hoch besteuerten libyschen Gesellschaften zurückzuführen ist.

Der den Aktionären zuzurechnende Periodenüberschuss lag mit EUR 1.063 Mio über 2010 (EUR 921 Mio). Den Minderheiten- und Hybridanteilen waren EUR 509 Mio zuzurechnen (2010: EUR 294 Mio). Der den Aktionären zuzurechnende CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten betrug EUR 1.069 Mio (2010: EUR 1.118 Mio). Das Ergebnis je Aktie lag bei EUR 3,38, das CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten lag bei EUR 3,40 (2010: EUR 3,08 bzw. EUR 3,74).

Bilanz, Investitionen und Verschuldungsgrad (ungeprüft)

Konzernbilanz in EUR Mio 1) 31. Dez. 2011 31. Dez. 2010
Vermögen
Immaterielle Vermögenswerte 3.427,14 3.013,79
Sachanlagen 13.981,19 12.922,76
Anteile an assoziierten Unternehmen 1.671,07 1.487,63
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.165,13 1.152,68
Sonstige Vermögenswerte 117,23 108,45
Langfristiges Vermögen 20.361,77 18.685,30
Latente Steuern 198,40 189,59
Vorräte 3.148,99 2.818,13
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.540,61 2.930,54
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 383,50 352,61
Forderungen aus laufenden Ertragsteuern 164,16 103,07
Sonstige Vermögenswerte 237,02 299,94
Kassenbestand und Bankguthaben 358,83 946,13
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen 20,11 93,54
Kurzfristiges Vermögen 7.853,22 7.543,98
Summe Aktiva 28.413,39 26.418,88
Eigenkapital und Verbindlichkeiten
Grundkapital 327,27 300,00
Hybridkapital 740,79
Rücklagen 9.902,15 8.780,58
OMV Anteilseigner 10.970,22 9.080,58
Nicht beherrschende Anteile 2.509,61 2.233,91
Eigenkapital 13.479,83 11.314,49
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 836,82 899,33
Anleihen 2.492,67 1.990,13
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 1.792,83 3.015,05
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen 1.983,86 1.932,57
Sonstige Rückstellungen 287,79 295,57
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 136,51 193,44
Sonstige Verbindlichkeiten 7,60 9,15
Langfristige Verbindlichkeiten 7.538,10 8.335,25
Latente Steuern 904,84 548,70
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.431,21 3.361,58
Anleihen 77,17 72,61
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 482,33 895,52
Rückstellung für laufende Ertragsteuern 160,52 121,48
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen 75,08
Sonstige Rückstellungen 560,96 451,27
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 539,15 309,22
Sonstige Verbindlichkeiten 1.163,47 1.000,51
Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten 0,73 8,25
Kurzfristige Verbindlichkeiten 6.490,62 6.220,45
Summe Passiva 28.413,39 26.418,88

1) Zahlen für 2010 wurden nach der finalen Kaufpreisallokation für OMV Petrol Ofisi A.S. angepasst.

Erläuterungen zur Bilanz zum 31. Dezember 2011

Das Investitionsvolumen fiel auf EUR 3.146 Mio (2010: EUR 3.207 Mio). Wesentlich gestiegene Investitionen im Geschäftsbereich E&P standen niedrigeren Investitionstätigkeiten in G&P, R&M sowie Konzernbereich und Sonstiges (Kb&S) gegenüber.

E&P investierte EUR 2.066 Mio (2010: EUR 1.252 Mio), vor allem in den Erwerb der tunesischen Tochtergesellschaften von Pioneer und der pakistanischen Tochtergesellschaft von Petronas, sowie in die Entwicklung von Feldern in Rumänien, Österreich und Kasachstan. Die Investitionen im Geschäftsbereich G&P, EUR 468 Mio (2010: EUR 712 Mio), standen im Zusammenhang mit dem Bau der Kraftwerke in Brazi (Rumänien) und in Samsun (Türkei) sowie mit dem Expansionsprojekt der West-Austria-Gas Pipeline (WAG). Das Investitionsvolumen im Geschäftsbereich R&M belief sich auf EUR 575 Mio (2010: EUR 1.194 Mio) und enthielt hauptsächlich Investitionen in Qualitätsverbesserungsprojekte in Österreich und Rumänien sowie in Bauund Erneuerungsmaßnahmen von Tankstellen und Terminals. Das Investitionsvolumen im Geschäftsbereich Kb&S lag bei EUR 37 Mio (2010: EUR 49 Mio).

Im Vergleich zum Jahresende 2010 stieg das Gesamtvermögen um EUR 1.995 Mio bzw. 8% auf EUR 28.413 Mio, hauptsächlich auf Grund der erläuterten Investitionen. Des Weiteren gab es auf Grund des gestiegenen Ölpreisumfelds eine Steigerung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie eine Erhöhung bei den Vorräten durch höhere Lagerstände im Gasbereich. Diesen positiven Effekten stand die Verminderung der Position Kassenbestand und Bankguthaben gegenüber.

OMV platzierte am 6. Juni 2011 erfolgreich eine Kapitalerhöhung mit 27,3 Mio Aktien zu einem Bezugspreis von EUR 27,50 pro Aktie. Zusätzlich wurde am 25. Mai 2011 eine Hybridanleihe mit einem Emissionsvolumen von EUR 750 Mio erfolgreich ausgegeben. Gemäß IFRS wird der Netto-Erlös der Hybridanleihe vollständig als Eigenkapital anerkannt.

Das Eigenkapital erhöhte sich, teilweise auf Grund der oben erwähnten Kapitalmaßnahmen, um etwa 19%, wodurch sich die Eigenkapitalquote des Konzerns zum Stichtag 31. Dezember 2011 auf 47% (31. Dezember 2010: 43%) verbesserte.

Die gesamte Zahl der vom Unternehmen gehaltenen eigenen Aktien betrug per 31. Dezember 2011 1.198.875 Stück (31. Dezember 2010: 1.203.195 Stück).

Per 31. Dezember 2011 betrugen die kurz- und langfristigen Kredite, Anleihen und Finanzierungsleasingverbindlichkeiten EUR 4.962 Mio (31. Dezember 2010: EUR 6.113 Mio). Davon entfielen EUR 117 Mio auf Finanzierungsleasingverbindlichkeiten (31. Dezember 2010: EUR 139 Mio). Kassenbestand und Bankguthaben verringerten sich auf EUR 359 Mio (31. Dezember 2010: EUR 946 Mio). Die Nettoverschuldung verringerte sich auf EUR 4.603 Mio verglichen zu EUR 5.167 Mio Ende 2010.

Weiters begab OMV im Oktober 2011 einen Eurobond mit einem Volumen von EUR 500 Mio, einer Laufzeit von 10 Jahren und einem Koupon von 4,25% und konnte dadurch die durchschnittliche Laufzeit des Fremdkapitals erhöhen.

Zum 31. Dezember 2011 betrug der Verschuldungsgrad (Gearing Ratio) 34,1% (31. Dezember 2010: 45,7%).

Cashflow (verkürzt, ungeprüft)

Q3/11 Q4/11 Q4/10 Konzern-Cashflow-Rechnung in EUR Mio 1) 2011 2010
358,24 360,77 195,48 Perioden-/Jahresüberschuss 1.572,35 1.214,12
394,06 416,33 370,58 Abschreibungen (+)/Zuschreibungen (–) 1.623,84 1.571,18
25,08 3,47 -18,52 Latente Steuern 67,89 29,25
Gewinne (–)/Verluste (+) aus Abgängen von
2,05 4,49 6,23 Anlagevermögen -2,74 -1,46
Erhöhung (+)/Verminderung (–) langfristige
-8,74 -72,69 -0,14 Rückstellungen -62,52 71,56
-15,02 56,03 315,50 Sonstige unbare Erträge (–)/Aufwendungen (+) -152,92 89,13
755,68 768,41 869,13 Mittelzufluss nach unbaren Posten 3.045,90 2.973,78
-186,44 199,15 82,27 Verminderung (+)/Erhöhung (–) Vorräte -358,01 -52,11
-255,82 -81,32 -273,89 Verminderung (+)/Erhöhung (–) Forderungen -503,50 -698,31
560,45 -485,29 217,28 Erhöhung (+)/Verminderung (–) Verbindlichkeiten 317,42 670,64
Erhöhung (+)/Verminderung (–) kurzfristige
-16,53 -20,49 9,53 Rückstellungen 12,19 -7,69
857,34 380,46 904,32 Mittelzufluss aus der Betriebstätigkeit 2.514,00 2.886,31
Investitionen
-631,01 -725,90 -482,43 Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen -2.462,28 -2.087,61
Beteiligungen, Ausleihungen und sonstige finanzielle
-8,44 -39,84 -5,94 Vermögenswerte -58,47 -40,41
Erwerb einbezogener Unternehmen und Geschäftsbetriebe
-146,92 -39,04 -797,00 abzüglich liquider Mittel -795,30 -813,55
Veräußerungen
20,49 126,56 2,82 Erlöse aus dem Verkauf von Anlagevermögen 197,49 39,69
Erlöse aus dem Verkauf einbezogener Unternehmen
19,32 -7,10 -0,84 abzüglich liquider Mittel 12,22 26,79
-746,55 -685,32 -1.283,39 Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit -3.106,34 -2.875,09
Erhöhung (+)/Verminderung (–) langfristiger
-736,67 467,10 -209,69 Finanzierungen -548,17 536,56
-0,06 0,11 0,00 Erwerb nicht beherrschender Anteile -22,97 0,00
Erhöhung (+)/Verminderung (–) kurzfristiger
-231,64 -166,43 334,72 Finanzierungen -439,80 52,48
-7,98 -0,62 -10,89 Dividendenzahlungen -441,46 -333,56
– Kapitalerhöhung und Hybridanleihe 1.473,23
0,12 0,00 0,44 Rückkauf eigener Aktien 0,12 0,44
-976,24 300,16 114,58 Mittelzufluss/-abfluss aus der Finanzierungstätigkeit 20,95 255,92
17,85 -16,98 0,42 Währungsdifferenz auf liquide Mittel -15,91 4,45
-847,60 -21,67 -264,08 Nettoabnahme (–)/-zunahme (+) liquider Mittel -587,30 271,59
1.228,09 380,50 1.210,21 Liquide Mittel Periodenbeginn 946,13 674,54
380,50 358,83 946,13 Liquide Mittel Periodenende 358,83 946,13

1) Zahlen für Q1/11 bis Q3/11 wurden nach der finalen Kaufpreisallokation für OMV Petrol Ofisi A.S. angepasst.

Erläuterungen zur Cashflow-Rechnung

Der Mittelzufluss aus dem Periodenergebnis bereinigt um unbare Positionen – wie Abschreibungen, Nettoveränderung der langfristigen Rückstellungen, nicht zahlungswirksame Beteiligungsergebnisse und andere Positionen – betrug in 2011 EUR 3.046 Mio (2010: EUR 2.974 Mio). Im Net Working Capital wurden Mittel in Höhe von EUR 532 Mio gebunden (2010: Mittelbindung von EUR 87 Mio). Dies führte zu einem um EUR 372 Mio geringeren Cashflow aus der Betriebstätigkeit vs. 2010 in Höhe von EUR 2.514 Mio.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit (Mittelabfluss von EUR 3.106 Mio, 2010: Mittelabfluss von EUR 2.875 Mio) beinhaltet neben Zahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (EUR 2.462 Mio) auch den Netto-Mittelabfluss aus dem Erwerb der tunesischen Tochtergesellschaften von Pioneer und Medco (EUR 660 Mio) und aus dem Kauf der pakistanischen Tochtergesellschaft von Petronas. Diese Position beinhaltet auch den Netto-Mittelzufluss von EUR 5 Mio für den Verkauf der OMV Wärme VertriebsgmbH und den Netto-Mittelzufluss vom Verkauf der Ring Oil Gruppe, vermindert durch den Netto-Mittelabfluss aus dem Verkauf der Kibris Türk Petrolleri Ltd., da deren Verkaufspreis kleiner als die bestehenden Barbestände war (2010 beinhaltete diese Position auch den Netto-Mittelzufluss aus dem Verkauf der OMV Italia S.r.l. in Höhe von EUR 23 Mio).

Der Free Cashflow (Cashflow aus der Betriebstätigkeit minus Cashflow aus der Investitionstätigkeit) zeigte einen Mittelabfluss von EUR 592 Mio (2010: Zufluss von EUR 11 Mio). In 2011 gab es Dividendenzahlungen, die mit EUR 441 Mio, auf Grund der Zahlungen an Minderheitsgesellschafter von OMV Petrom SA (EUR 116 Mio), höher als in 2010 (EUR 334 Mio) ausfielen. Der Free Cashflow abzüglich Dividendenzahlungen führte zu einem Mittelabfluss von EUR 1.034 Mio (2010: Mittelabfluss von EUR 322 Mio).

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit zeigt nach der Rückzahlung von Krediten in OMV Petrol Ofisi A.S. und OMV Petrom SA, kompensiert durch die Ausgabe neuer Aktien (EUR 732 Mio), einer Hybridanleihe (EUR 741 Mio) und eines neuen Eurobonds (EUR 500 Mio), Mittelzuflüsse von EUR 21 Mio (Mittelzufluss in 2010: EUR 256 Mio). Weiters reflektiert diese Entwicklung auch den Mittelabfluss von EUR 23 Mio aus dem Kauf weiterer OMV Petrol Ofisi A.S. Aktien von Minderheitsaktionären sowie die während der Periode bezahlten Dividenden wie oben erwähnt (zusätzlich zu Dividendenzahlungen spiegelte die Entwicklung in 2010 einen Mittelzufluss in Höhe von EUR 500 Mio aus der Begebung eines Eurobonds, sowie EUR 250 Mio aus der Rückzahlung einer Anleihe wider).

Eigenkapitalveränderungsrechnung (verkürzt, ungeprüft)

Nicht
Grund Kapital Hybrid
Gewinn
Sonstige Eigene OMV beherrschende Summe
in EUR Mio kapital rücklagen kapital
rücklagen
Rücklagen 1) Anteile Anteilseigner Anteile Eigenkapital
1. Jänner 2011 300,00 783,90 – 8.198,65 -188,76 -13,21 9.080,58 2.233,91 11.314,49
Gesamtergebnis der
Periode 1.085,43 -362,34 723,09 436,57 1.159,66
Kapitalerhöhung 27,27 705,16 740,79 1.473,23 1.473,23
Dividendenzahlungen -298,80 -298,80 -144,87 -443,66
Steuereffekte auf
Transaktionen mit
Eigentümern 7,33 7,33 7,33
Verkauf eigener Aneile 0,07 0,05 0,12 0,12
Zugang (+)/Abgang (–)
nicht beherrschende
Anteile -15,34 -15,34 -16,00 -31,34
31. Dezember 2011 327,27 1.489,13 740,79 8.977,28 -551,09 -13,16 10.970,22 2.509,61 13.479,83
in EUR Mio 2) Grund
kapital
Kapital
rücklagen
Hybrid
Gewinn
kapital
rücklagen
Sonstige
Rücklagen 1)
Eigene
Anteile
OMV
Anteilseigner
Nicht
beherrschende
Anteile
Summe
Eigenkapital
1. Jänner 2010 300,00 783,64 – 7.573,72 -545,65 -13,39 8.098,32 1.936,47 10.034,79
Gesamtergebnis der Periode 920,59 356,89 1.277,48 294,16 1.571,63
Dividendenzahlungen -298,78 -298,78 -34,77 -333,55
Verkauf eigener Anteile 0,26 0,18 0,44 0,44
Stufenweise Unternehmens
zusammenschlüsse
41,10 41,10
Zugang (+)/Abgang (–)
nicht beherrschende Anteile
3,13 3,13 -3,04 0,09
31. Dezember 2010 300,00 783,90 – 8.198,65 -188,76 -13,21 9.080,58 2.233,91 11.314,49

1) Die sonstigen Rücklagen beinhalten Währungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe, unrealisierte Gewinne und Verluste aus der Bewertung von Hedges und zur Veräußerung verfügbarer finanzieller Vermögenswerte, sowie den auf assoziierte

Unternehmen entfallenden Anteil am sonstigen Ergebnis. 2) Zahlen für 2010 wurden nach der finalen Kaufpreisallokation für OMV Petrol Ofisi A.S. angepasst.

Gezahlte Dividenden

In der Hauptversammlung am 17. Mai 2011 wurde die Ausschüttung einer Dividende von EUR 1,00 je Aktie beschlossen. Dies führte zu einer Dividendenzahlung von EUR 299 Mio an die Aktionäre der OMV Aktiengesellschaft, in

derselben Höhe wie im Vorjahr. Dividendenzahlungen an Minderheitsaktionäre erfolgten in 2011 in Höhe von EUR 145 Mio.

Segmentberichterstattung

Umsätze mit anderen Segmenten

Q3/11 Q4/11 Q4/10 U% in EUR Mio 2011 2010 U%
1.021,47 1.016,88 923,43 10 Exploration und Produktion 4.193,42 3.620,37 16
31,54 43,73 35,60 23 Gas und Power 143,96 103,08 40
20,48 13,36 2,36 n.m. Raffinerien und Marketing 46,18 29,66 56
87,86 137,62 74,48 85 Konzernbereich und Sonstiges 390,59 335,96 16
1.161,35 1.211,58 1.035,87 17 Summe 4.774,14 4.089,07 17

Umsätze mit Dritten

Q3/11 Q4/11 Q4/10 U% in EUR Mio 2011 2010 U%
212,97 157,02 228,18 -31 Exploration und Produktion 766,10 1.045,68 -27
1.296,25 2.564,19 1.500,27 71 Gas und Power 6.856,43 4.261,92 61
7.158,89 6.629,49 4.905,86 35 Raffinerien und Marketing 26.425,97 18.012,33 47
1,33 1,28 1,13 13 Konzernbereich und Sonstiges 4,70 3,52 33
8.669,45 9.351,97 6.635,44 41 Summe 34.053,19 23.323,44 46

Umsätze

Q3/11 Q4/11 Q4/10 U% in EUR Mio 2011 2010 U%
1.234,44 1.173,91 1.151,61 2 Exploration und Produktion 4.959,52 4.666,05 6
1.327,79 2.607,91 1.535,87 70 Gas und Power 7.000,39 4.365,00 60
7.179,38 6.642,84 4.908,21 35 Raffinerien und Marketing 26.472,15 18.041,99 47
89,19 138,89 75,61 84 Konzernbereich und Sonstiges 395,28 339,48 16
9.830,79 10.563,56 7.671,31 38 Summe 38.827,34 27.412,51 42

Segment- und Konzernergebnis 1)

Q3/11 Q4/11 Q4/10 U% in EUR Mio 2011 2010 U%
468,62 525,82 439,51 20 EBIT Exploration und Produktion 2) 2.083,87 1.815,60 15
6,09 133,20 126,90 5 EBIT Gas und Power 237,74 277,00 -14
121,54 -84,19 -0,32 n.m. EBIT Raffinerien und Marketing 271,23 397,36 -32
-7,12 -38,64 -47,60 -19 EBIT Konzernbereich und Sonstiges -71,10 -128,28 -45
589,13 536,18 518,48 3 EBIT Segment Summe 2.521,74 2.361,69 7
-25,09 -3,46 63,14 n.m. Konsolidierung: Zwischengewinneliminierung -48,33 -27,89 73
564,04 532,72 581,62 -8 OMV Konzern EBIT 2.473,41 2.333,80 6
-70,64 -41,37 -246,72 -83 Finanzerfolg -273,28 -373,17 -27
OMV Konzern Ergebnis der gewöhnlichen
493,39 491,35 334,90 47 Geschäftstätigkeit 2.200,12 1.960,63 12

1) Zahlen für Q1/11 bis Q3/11 wurden nach der finalen Kaufpreisallokation für OMV Petrol Ofisi A.S. angepasst. 2) Exklusive Zwischengewinneliminierung, angeführt in der Zeile "Konsolidierung".

Vermögenswerte 1), 2)

in EUR Mio 31. Dez. 2011 31. Dez. 2010
Exploration und Produktion 8.809,89 7.310,58
Gas und Power 2.020,61 1.567,80
Raffinerien und Marketing 6.337,08 6.789,00
Konzernbereich und Sonstiges 240,76 269,16
Summe 17.408,33 15.936,54

1) Segmentvermögenswerte bestehen aus immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen. 2) Zahlen für 2010 wurden nach der finalen Kaufpreisallokation für OMV Petrol Ofisi A.S. angepasst.

Ergänzende Angaben

Wesentliche Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen

Mit den assoziierten Unternehmen Borealis AG und Bayernoil Raffineriegesellschaft mbH bestehen laufende Geschäftsbeziehungen in Form von Güterlieferungen und Dienstleistungen.

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Für Informationen wird auf die Erläuterungen im Abschnitt Ausblick des Lageberichts verwiesen.

Erklärung des Vorstands

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte, vorläufige und ungeprüfte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Lagebericht des Konzerns ein möglichst getreues Bild der Entwicklung und Leistung der Geschäfte und der Position der Gruppe ist, sowie eine Beschreibung der wesentlichen Risiken und Ungewissheiten enthält, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wien, 22. Februar 2012

Der Vorstand

Gerhard Roiss Generaldirektor und Vorstandsvorsitzender Gas und Power

Jaap Huijskes Mitglied des Vorstands Exploration und Produktion

David C. Davies Vorsitzender-Stellvertreter Finanzen

Manfred Leitner Mitglied des Vorstands Raffinerien und Marketing inkl. Petrochemie

EBIT Aufgliederung

EBIT

Q3/11 Q4/11 Q4/10 U% in EUR Mio 1) 2011 2010 U%
469 526 440 20 Exploration und Produktion 2) 2.084 1.816 15
6 133 127 5 Gas und Power 238 277 -14
122 -84 0 n.m. Raffinerien und Marketing 271 397 -32
-7 -39 -48 -19 Konzernbereich und Sonstiges -71 -128 -45
-25 -3 63 n.m. Konsolidierung -48 -28 73
564 533 582 -8 OMV Konzern EBIT 2.473 2.334 6
-7 -166 -27 n.m. Sondereffekte 3) -212 -323 -34
-13 -16 -39 -59 davon: Personal und Restrukturierung -39 -101 -62
-4 -31 3 n.m. Außerplanmäßige Abschreibungen -57 -258 -78
16 -1 8 n.m. Anlagenverkäufe 23 32 -27
-6 -117 1 n.m. Sonstiges -140 4 n.m.
CCS Effekte:
-12 -32 42 n.m. Lagerhaltungsgewinne (+)/-verluste (–) 4) 176 187 -5
582 730 567 29 CCS EBIT vor Sondereffekten 4) 2.509 2.470 2
480 551 461 20 davon: Exploration und Produktion 2) 2.147 2.099 2
6 134 129 4 Gas und Power 238 279 -15
126 82 -46 n.m. Raffinerien und Marketing 232 225 3
-4 -33 -39 -16 Konzernbereich und Sonstiges -61 -105 -43
-25 -3 63 n.m. Konsolidierung -48 -28 73

1) Zahlen für Q1/11 bis Q3/11 wurden nach der finalen Kaufpreisallokation für OMV Petrol Ofisi A.S. angepasst. 2) Exklusive Zwischengewinneliminierung, angeführt in der Zeile "Konsolidierung". 3) Sondereffekte werden zum EBIT addiert bzw. vom EBIT abgezogen; für nähere Informationen verweisen wir auf die einzelnen Segmente. 4) Das CCS EBIT eliminiert Lagerhaltungsgewinne/-verluste (CCS Effekte) aus den Fuels-Raffinerien und Petrol Ofisi.

EBITD

Q3/11 Q4/11 Q4/10 U% in EUR Mio 1) 2011 2010 U%
710 779 664 17 Exploration und Produktion 2) 3.094 2.888 7
17 146 135 8 Gas und Power 279 307 -9
253 53 124 -57 Raffinerien und Marketing 800 812 -2
4 -28 -36 -22 Konzernbereich und Sonstiges -28 -80 -64
-25 -3 63 n.m. Konsolidierung -48 -28 73
958 948 950 0 Summe 4.096 3.899 5

1) Zahlen für Q1/11 bis Q3/11 wurden nach der finalen Kaufpreisallokation für OMV Petrol Ofisi A.S. angepasst. 2) Exklusive Zwischengewinneliminierung, angeführt in der Zeile "Konsolidierung".

Wirtschaftliches Umfeld: Ölpreise und Wechselkurse

Nach dem der Weltölverbrauch 2010 um 3,2% kräftig expandierte, war die Nachfragesteigerung 2011 mit 0,7 Mio bbl/d bzw. +0,8% nur moderat. Insgesamt stieg die Ölnachfrage auf 89,0 Mio bbl/d. Dem Nachfrageplus der Nicht-OECD-Länder von 1,3 Mio bbl/d bzw. 3,1% stand ein Rückgang in der OECD-Region von 0,6 Mio bbl/d bzw. -1,2% gegenüber. Die weltweite Ölproduktion stieg mit 1 Mio bbl/d bzw. +1,1% stärker als die Nachfrage, dennoch musste eine Bedarfslücke von 0,5 Mio bbl/d durch Abbau der Lagerbestände gedeckt werden. Von der Gesamtproduktion von 88,5 Mio bbl/d entfielen 30,0 Mio bbl/d Rohöl und 5,8 Mio bbl/d NGL auf OPEC-Länder. Die Länder Saudi-Arabien, Irak, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate kompensierten nicht nur den Produktionsausfall von Libyen im Ausmaß von 1,1 Mio bbl/d, sondern deckten auch die Hälfte des weltweiten Produktionsanstiegs.

Die Ölpreisentwicklung war 2011 sowohl durch Versorgungsstörungen als auch durch Marktinterventionen und Konjunktursorgen geprägt. Der von Unruhen und Aufständen begleitete politische Umbruch in einigen nordafrikanischen und arabischen Ländern führte zu Exportausfällen, insbesondere beim hochqualitativen libyschen Rohöl. Anfang Februar überschritt der Preis für die Rohölsorte Brent

die 100-Dollar-Marke und Mitte April wurde ein Jahreshöchststand von USD 126,6/bbl erreicht. Nachdem eine OPEC-Konferenz im Juni keine Einigung über die Anhebung von Förderquoten brachte, reagierte die IEA mit dem Einsatz von strategischen Ölvorräten im Ausmaß von 60 Mio bbl. Dieser Markteingriff und die trüben Konjunkturaussichten konnten den Preis vorübergehend dämpfen. Gegen Jahresende führten zunehmende Differenzen um das Kernenergieprogramm des Iran zu einem Preisauftrieb. Im Durchschnitt betrug der Ölpreis USD 111,26/bbl und lag damit um 40% über dem Vorjahreswert von USD 79,50/bbl. Der Durchschnittspreis für die Rohölsorte Urals betrug in 2011 USD 109,60/bbl. Am Rotterdamer Produktenmarkt lagen die in EUR umgerechneten Notierungen für die Hauptproduktgruppen zwischen 28% und 33% über dem Vorjahresniveau.

Im Jahresdurchschnitt betrug der EUR-USD-Wechselkurs 1,392 gegenüber 1,326 im Vorjahr. Die US-Währung verlor somit gegenüber dem EUR 5% an Wert, obwohl in der zweiten Jahreshälfte ein gegenläufiger Trend zu beobachten war. Die türkische Lira (TRY) verlor 2011 gegenüber dem USD 12% an Wert und lag bei durchschnittlich 1,682/USD.

Q3/11 Q4/11 Q4/10 U% 2011 2010 U%
113,41 109,35 86,46 26 Durchschnittl. Brent-Preis in USD/bbl 111,26 79,50 40
112,57 109,12 85,30 28 Durchschnittl. Urals-Preis in USD/bbl 109,60 78,29 40
1,413 1,348 1,358 -1 Durchschnittl. EUR-USD-Kurs 1,392 1,326 5
4,259 4,337 4,289 1 Durchschnittl. EUR-RON-Kurs 4,239 4,212 1
3,017 3,218 3,160 2 Durchschnittl. USD-RON-Kurs 3,050 3,185 -4
2,454 2,476 1,990 24 Durchschnittl. EUR-TRY-Kurs 2,338 1,997 17
1,738 1,837 1,466 25 Durchschnittl. USD-TRY-Kurs 1,682 1,508 12
3,50 3,75 3,65 3 NWE Raffineriemarge in USD/bbl 3,27 3,98 -18
1,18 1,36 2,76 -51 Med Urals Raffineriemarge in USD/bbl 1,14 2,89 -60

Quelle: Reuters/Platts.

OMV Aktienkursentwicklung

In Q4/11 zeigte die OMV Aktie eine volatile Entwicklung, konnte das Jahr allerdings mit einem leichten Aufwärtstrend abschließen. Am 31. Dezember schloss die Aktie bei EUR 23,44, was einem Kursanstieg der OMV Aktie an der Wiener Börse von 4% in Q4/11 entspricht. Mit EUR 26,10 erreichte die Aktie am 27. Oktober ihr Quartalshoch, ihr Quartalstiefststand betrug am 22. November EUR 21,24.

Die meisten internationalen Finanzmärkte zeigten ein ähnliches Bild mit Kursgewinnen des FTSEurofirst 100 (+7%), des FTSE Global Energy Index, bestehend aus den weltweit größten Öl- und Gasunternehmen, (+16%) und des Dow Jones Industrial Average (+12%). Lediglich der Nikkei und der österreichische Leitindex ATX fielen um 3,5% bzw. 3%.

ISIN: AT0000743059 Marktkapitalisierung per 31. Dezember EUR 7.643 Mio
Wiener Börse: OMV Schlusskurs per 31. Dezember EUR 23,44
Reuters: OMVV.VI Jahreshöchstkurs am 14. Februar EUR 34,69
Bloomberg: OMV AV Jahrestiefstkurs am 22. November EUR 21,24
ADR Level I: OMVKY Ausstehende Aktien (per 31. Dezember) 326.073.852
Ausstehende Aktien (gewichtet) in Q4/11 326.073.852
ISIN: XS0422624980 6,250% OMV Eurobond (2009–2014)
ISIN: XS0434993431 5,250% OMV Eurobond (2009–2016)
ISIN: XS0485316102 4,375% OMV Eurobond (2010–2020)
ISIN: XS0690406243 4,250% OMV Eurobond (2011–2021)
ISIN: XS0629626663 6,750% OMV perp-NC7/12 Hybridanleihe

Abkürzungen

bbl: (barrel) Fass (159 Liter); bcf: (billion cubic feet) Milliarden Kubikfuß; boe: (barrels of oil equivalent) Fass Öläquivalent; boe/d: Fass Öläquivalent pro Tag; CCS: (Current cost of supply) zu aktuellen Beschaffungskosten; E&P: Exploration und Produktion; EPS: (Earnings per share) Ergebnis je Aktie; EUR: Euro; G&P: Gas und Power; Kb&S: Konzernbereich und Sonstiges; LNG: (Liquefied Natural Gas) verflüssigtes Erdgas; m: Meter; Mio: Million; n.a.: (not available) Wert nicht verfügbar; n.m.: (not meaningful) Wert nicht aussagekräftig; NGL: Natural Gas Liquids; NWE: (North-West European) Raffineriemarge für den nordwesteuropäischen Raum; R&M: Raffinerien und Marketing inklusive Petrochemie; RON: Rumänischer Leu; t: Tonne; USD: US Dollar

OMV Kontakte

Homepage: www.omv.com

Lăcrămioara Diaconu, Investor Relations Tel. +43 1 40440-21600; e-mail: [email protected] Johannes Vetter, Media Relations Tel. +43 1 40440-21661; e-mail: [email protected]