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OMV AG Annual Report 2010

Mar 31, 2011

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Annual Report

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Jahresfinanzbericht 2010

Jahresfinanzbericht 2010 – Inhaltsverzeichnis

Teil 1: Konzerngeschäftsbericht – beinhaltet:
Vorwort des Vorstandsvorsitzenden 04
Bericht des Aufsichtsrats 18
Corporate Governance Bericht 19
Konzernlagebericht 50
Konzernabschluss 66
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 68
Konzern-Gesamtergebnisrechnung 69
Konzernbilanz 70
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 72
Konzern-Cashflow-Rechnung 74
Konzernanhang 75
Grundlagen und Methoden 75
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 88
Erläuterungen zur Bilanz 92
Ergänzende Angaben zur Finanzlage 113
Segmentberichterstattung 128
Sonstige Angaben 131
Teil 2: Einzelabschluss der OMV Aktiengesellschaft – beinhaltet:
Bericht des Aufsichtsrats 159
Corporate Governance Bericht 160
Lagebericht OMV Aktiengesellschaft 169
Bestätigungsvermerk 173
Jahresabschluss OMV Aktiengesellschaft 174
Bilanz 174
Gewinn- und Verlustrechnung 176
Anhang 177
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze 178
Erläuterungen zur Bilanz 184
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 190
Ergänzende Angaben 193
Teil 3: Erklärung des Vorstands gemäß § 82 Abs. 4 Z 3 BörseG 205

Geschäftsbericht 2010

Auf einen Blick

EUR Mio 2010 2009 Δ
Umsatz 23.323 17.917 30%
Betriebserfolg (EBIT) 2.334 1.410 66%
Jahresüberschuss nach Minderheiten 921 572 61%
CCS Betriebserfolg vor Sondereffekten 1) 2.470 1.418 74%
CCS Jahresüberschuss nach Minderheiten vor Sondereffekten 1) 1.118 596 88%
Cashflow aus der Betriebstätigkeit 2.886 1.847 56%
Investitionen 3.207 2.355 36%
EUR
Ergebnis je Aktie 3,08 1,91 61%
CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten 1) 3,74 1,99 88%
Cashflow je Aktie 9,66 6,18 56%
Dividende je Aktie 1,00 2) 1,00 0%
%
Return on Average Capital Employed (ROACE) 10 6 68%
Return on Equity (ROE) 11 7 54%

1) Das CCS Ergebnis eliminiert Lagerhaltungsgewinne/-verluste aus den Fuels-Raffinerien.

2) Vorschlag an die Hauptversammlung 2011.

1) Basierend auf dem Dividendenvorschlag an die Hauptversammlung 2011 von EUR 1,00 je Aktie.

Exploration und Produktion

Raffinerien und Marketing

1) Werte für 2006 und 2007 basieren auf der früher verwendeten Definition "Raffinerie-Verkaufsmenge".

Gas und Power

Kontrahiertes Speichervolumen für OMV Kunden in Mrd m3

Inhalt

Auf einen Blick

Ergänzende Informationen zu Öl- und Gasreserven (ungeprüft)

Kontakte Der OMV Konzern in Zahlen

"Im Grunde geht es darum, die wesentlichen Fragen zu stellen und die passenden Antworten zu finden."

Die besten Ideen, um profitables Wachstum und eine nachhaltige Entwicklung des Unternehmens zu fördern, entstehen in einer konstruktiven, von Offenheit und Dialog geprägten Atmosphäre. Bei OMV bemühen wir uns kontinuierlich, unsere geschäftliche Performance zu verbessern, indem wir unsere Denkweisen und täglichen Arbeitsabläufe hinterfragen.

So gelang uns 2010, mit einer starken operativen Performance und mit strategisch sinnvollen Investitionen, um das Unternehmen auf zukünftige Herausforderungen auszurichten, ein weiterer Schritt vorwärts. In diesem Geschäftsbericht gehen wir im Detail auf die Fortschritte des Konzerns im vergangenen Jahr ein, und hoffen, dass er alle Ihre Fragen zu OMV beantwortet.

"Ein weiteres Jahr des Wachstums, auf das wir stolz sein können."

Wolfgang Ruttenstorfer OMV Generaldirektor – bis 31. März 2011 "Eine gute Grundlage für kommende Erfolge."

Gerhard Roiss OMV Generaldirektor – ab 1. April 2011

Vorwort des Vorstandsvorsitzenden

Nachhaltiger Erfolgskurs

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre!

Das Geschäftsjahr 2010 war für OMV trotz des noch immer herausfordernden Umfelds ein äußerst erfolgreiches Jahr. Es freut mich und meine Vorstandskollegen daher sehr, Ihnen über ein in vielerlei Hinsicht beachtliches Ergebnis berichten zu können. Der nachhaltige Erfolgskurs von OMV zeigt sich beeindruckend in diesen Highlights:

  • Aufstockung der Anteile am im Tankstellenund Kundengeschäft führenden, türkischen Mineralölunternehmen Petrol Ofisi zur Erlangung der alleinigen Kontrolle,
  • Stärkung des Explorations- und Produktions- geschäfts durch die Akquisition in Pakistan und zusätzliche Explorationslizenzen im internationalen Portfolio,
  • Konsequente Umsetzung der Schlüsselprojekte im Bereich Gas und Power wie Nabucco und Gaskraftwerke in Rumänien und der Türkei,
  • Nachhaltige Verbesserung unserer Kosten- position durch gezielte Kostenkürzungen,
  • Wahl als bestes von 27 internationalen börse- notierten Öl- und Gasunternehmen in Bezug auf soziale und ökologische Verantwortung.

Jahresergebnis 2010 EBIT +66% vs.

2009

Das wirtschaftliche Umfeld des Jahrs 2010 war durch eine sanfte Erholung der wichtigsten Volkswirtschaften nach der weltweiten Wirtschaftskrise geprägt, wobei die Nachwehen der Wirtschaftskrise in manchen Staaten in unseren Kernmärkten in Mittel- und Südosteuropa länger anhielten. Der Ölpreis blieb weiter sehr volatil, allerdings lag der Jahresdurchschnittspreis für die Sorte Brent im Jahr 2010 bei knapp USD 80 pro Fass und somit um 29% höher als 2009. Die Raffineriemargen verbesserten sich gegenüber 2009 ebenfalls deutlich (OMV Referenz-Raffineriemarge +46%). In diesem Marktumfeld erzielte OMV einen Betriebserfolg (EBIT) von EUR 2,3 Mrd, was ein deutliches Plus von 66% gegenüber 2009 bedeutet. Der Beitrag von Petrom zum EBIT stieg bedingt durch den höheren Ölpreis und die verbesserte Kostenstruktur auf EUR 708 Mio. Das Finanzergebnis (EUR -373 Mio) ging auf Grund der durch die Petrol Ofisi Akquisition vorgeschriebenen bilanziellen Anpassung zurück. Der um Lagereffekte bereinigte Jahresüberschuss vor Sondereffekten nach Minderheiten stieg um 88% und liegt bei EUR 1.118 Mio. Der Verschuldungsgrad stieg bedingt durch die Akquisition von Petrol Ofisi auf 46%. In der Hauptversammlung im Mai 2011 wird eine unveränderte Dividende von EUR 1 pro Aktie vorgeschlagen, was einen Ausschüttungsgrad von 32% bedeutet.

Der Mehrheitserwerb an Petrol Ofisi, dem führenden Marketingunternehmen am türkischen Markt, war ein wichtiger Meilenstein im Jahr 2010. Mit dem Abschluss dieser Transaktion haben wir unsere Position als integrierter Marktführer in einem unserer Kernmärkte wesentlich gestärkt. Die Anzahl unserer Tankstellen wird dadurch verdoppelt und unsere Verkaufsvolumina werden deutlich gesteigert. Wir freuen uns darauf, die langjährige Tradition und die erfolgreiche Firmengeschichte von Petrol Ofisi weiterzuführen und werden auf dieser starken Basis im Sinne unseres integrierten Geschäftsmodells in allen Geschäftsbereichen in dieser Region profitabel wachsen.

Im Geschäftsbereich Exploration und Produktion (E&P) wurde durch die Akquisition des Explorations- und Produktionsgeschäfts von Petronas in Pakistan sowie durch zusätzliche Explorationslizenzen in der Region Kurdistan im Irak unsere Position weiter gestärkt. Unser neues Vorstandsmitglied für E&P, Jaap Huijskes, konnte signifikante Bohrerfolge in Tunesien (Nawara Produktionskonzession) vermelden, und unsere wichtigen Ölfeld-Entwicklungsprojekte im Jemen (Habban) und in Kasachstan (Komsomolskoe) wurden mit großer Kraft vorangetrieben. In Rumänien und Österreich konnte der natürliche Produktionsrückgang gering gehalten werden. Der Verkauf unserer Beteiligung in Russland war ein konsequenter Schritt zu einer regionalen Fokussierung.

Ein Meilenstein für den Bereich Raffinerien und Marketing (R&M) war der bereits angesprochene Erwerb der Kontrolle über Petrol Ofisi. Andere wesentliche Ereignisse waren die umfangreichen routinemäßigen Instandhaltungs- und Sicherheitsarbeiten in den Raffinerien Schwechat und Petrobrazi, welche unfallfrei im geplanten Projektrahmen abgewickelt werden konnten. In unserer rumänischen Raffinerie Arpechim wurde der Betrieb bis auf weiteres eingestellt und das Petrochemie-Geschäft an Oltchim verkauft. Außerdem hat OMV ihr Tankstellennetz weiter auf

ihre strategischen Märkte fokussiert und daher die Tankstellen in den deutschen Bundesländern Thüringen und Sachsen abgegeben und sich aus dem italienischen Markt zurückgezogen. Die Marke VIVA wurde weiter gestärkt und neue Services wie Paketservice und Bankgeschäfte wurden erfolgreich eingeführt.

Im Bereich Gas und Power (G&P) entwickelten sich die einzelnen Kernprojekte kontinuierlich weiter: So wurde von allen beteiligten Ländern das zwischenstaatliche Abkommen für die Nabucco Gas Pipeline ratifiziert, die Errichtung der beiden Gaskraftwerke in Rumänien und der Türkei nach Plan vorangetrieben und der Bau des ersten Windkraftwerks gestartet. Außerdem entwickelten wir unser Gas-Speicherprojekt Etzel entscheidend weiter. Weiters wurde das Handelsvolumen am Central European Gas Hub (CEGH) deutlich gesteigert sowie der Handel mit Terminkontrakten erfolgreich gestartet.

Strategie

OMV ist heute der führende Energiekonzern in Mittel- und Südosteuropa. Dies ist das Ergebnis eines klaren regionalen Entwicklungsprozesses, den wir über viele Jahre konsequent verfolgt haben. Ziel ist es, unsere führende Marktposition als integrierter Energiekonzern in der Region weiter auszubauen.

Die zu Beginn meiner Funktionsperiode als Vorstandsvorsitzender von OMV im Jahr 2002 definierten Wachstumsziele – Verdoppelung der Börsenkapitalisierung, der Volumensmengen aller drei Geschäftsbereiche und des Marktanteils in den Zielmärkten – konnten allesamt vorzeitig erreicht werden. Dies gelang zum einen durch effektives organisches Wachstum aber vor allem auch durch erfolgreiche Akquisitionen wie Petrom, Preussag oder Bayernoil. Die Expansion nach Südosten in Richtung dynamischer Märkte mit stark wachsendem Energiebedarf und näher zu den Förderländern des Mittleren Ostens und des Kaspischen Raums wurde durch unser Engagement in der Türkei bei Petrol Ofisi im Jahr 2006 weiter vorangetrieben. Ende 2010 hat OMV schließlich ihren Anteil an Petrol Ofisi auf knapp 96% erhöht, was zu einer signifikanten Stärkung unserer Position am türkischen Wachstumsmarkt geführt hat. Parallel zur regionalen Expansion entwickelt sich OMV von einem reinen Öl- und Gasunternehmen zu einem voll integrierten Energiekonzern, welcher auch Strom und erneuerbare Energien in seinem Portfolio hat.

Unser strategischer Rahmen zu nachhaltigem Wachstum ist die 3plus Strategie: Wir nutzen das Wachstumspotenzial unserer drei Märkte (Mittelund Osteuropa, Südosteuropa und Türkei) sowie das Integrationspotenzial unserer drei Geschäftsbereiche (E&P, R&M, G&P) auf der Basis unserer drei Werte (Professionals, Pioneers, Partners).

OMV gestaltet die Energieindustrie im europäischen Wachstumsgürtel aktiv mit und verfolgt dabei folgende strategische Stoßrichtungen:

  • Regionaler Fokus auf die Wachstumsregionen Südosteuropa und Türkei,
  • Adaptierung des Portfolios durch Stärkung der Geschäfte von E&P und G&P unter voller Aus- schöpfung des Integrationspotenzials,
  • Realisierung von Kosten- und Ertragssynergien durch die integrierte Position.

Nachhaltigkeit

Die Themen Gesundheit, Sicherheit, Umwelt, Community Relations und Soziales werden in OMV unter dem Titel "Nachhaltigkeit:HSSE" als integrale Aspekte unserer Geschäftstätigkeit betrachtet. Verantwortungsbewusstes Handeln und Nachhaltigkeitsmanagement sind in unserer Vision und Strategie verankert, um den künftigen Herausforderungen an ein integriertes Energieunternehmen gewachsen zu sein. Zu diesen Herausforderungen zählen unter anderem die begrenzte Verfügbarkeit von ausreichend qualifiziertem Personal ebenso wie Arbeits- und Prozesssicherheit sowie die Notwendigkeit, die Energieversorgung in unseren Märkten zu sichern und gleichzeitig Treibhausgasemissionen zu reduzieren.

Wir haben daher die Funktionen, die sich mit Nachhaltigkeitsthemen befassen, organisatorisch gestärkt und die Funktionalstrategien überarbeitet. So haben wir ein Programm zur Erhöhung der Vielfalt in der Belegschaft verabschiedet, um bis 2015 den Anteil von Frauen im höheren Management sowie die Internationalität zu steigern. In systematischen Analysen untersu3plus Strategie, um zukünftigen Herausforderungen zu begegnen

Nachhaltigkeit: HSSE

chen wir Sicherheits- und Umweltrisiken unserer Aktivitäten, um diese zu minimieren. Die Integration von Nachhaltigkeit in Geschäftsprozesse wurde zudem mit über 3.600 individuellen Zielvereinbarungen in den Schwerpunktbereichen Vielfalt und Bildung, Gesundheit und Sicherheit, sowie Reduktion von CO2 -Emissionen und Energie-Effizienz forciert. Die Erreichung dieser Ziele spiegelt sich auch in den individuellen Boni der Führungskräfte wider. Unser Engagement im Bereich der erneuerbaren Energien nimmt mit dem Bau eines Windparks in Rumänien konkrete Formen an. So wird unser Weg von einem reinen Öl- und Gasunternehmen zu einem integrierten Energieunternehmen und die langfristige Sicherung unseres wirtschaftlichen Erfolgs unterstützt. Für alle unsere Aktivitäten bemühen wir uns um Akzeptanz durch steten Dialog und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit unseren Stakeholdern.

Ausblick 2011

Auch in 2011 werden wir den eingeschlagenen Weg zu einem voll integrierten Energieunternehmen konsequent fortsetzen. Unsere Kunden in all unseren Kernmärkten auch in Zukunft mit sicherer Energie zu versorgen, wird weiterhin eine Hauptaufgabe von OMV sein.

Integration von Petrol Ofisi

Eine entscheidende Etappe für die strategische Entwicklung zu einem regionalen Energieunternehmen stellt die Integration von Petrol Ofisi in die bestehende OMV Organisation dar. Istanbul soll neben Wien und Bukarest als weiterer regionaler Hub etabliert werden, von welchem die Türkei als dritter Kernmarkt der integrierten Unternehmensgruppe weiterentwickelt wird. Zusätzlich stellt das Land eine wichtige Brückenfunktion zu den ressourcenreichen Regionen des Mittleren Ostens und um das Kaspische Meer dar. Auch in diesen sozio-politisch sensiblen Regionen stellen wir sicher, dass unsere hohen Standards, gerade in Fragen der Arbeitnehmerrechte und Anti-Korruption, eingehalten werden. Als Unternehmen setzen wir alles daran, in unserer direkten Einflusssphäre entsprechend akkordierte internationale Standards umzusetzen. Wir sind Mitglied des UN Global Compact und haben einen eigenen Code of Conduct, der höchste Standards in der Wertschöpfungskette garantiert.

Zwei weitere wichtige Elemente hin zu einem voll integrierten Energieunternehmen sind die Realisierung des Nabucco Gas Pipeline Projekts und der Bau der beiden Gaskraftwerke in Rumänien und der Türkei. Für Nabucco gilt es, vor der Investitionsentscheidung die Lieferverträge abzuschließen, wohingegen das erste Gaskraftwerk (Brazi in Rumänien) bereits ab Ende 2011 Strom produzieren und vermarkten wird.

Eine weitere wichtige Portfolio-Entscheidung ist, den Großteil der Investitionen in den kommenden Jahren in den Upstream-Bereich fließen zu lassen, um einen kontinuierlich hohen Wertbeitrag aus diesem wichtigen Segment zum Gesamtergebnis des Konzerns auch in Zukunft zu sichern. Um das volle Potenzial aus unserer integrierten Position ausschöpfen zu können, wird OMV eine zentrale Trading- und Steuerungsorganisation für ihre Produkte bzw. Anlagen aufbauen. Auf dieser Plattform sollen langfristig sämtliche Trading-Aktivitäten der einzelnen Geschäftsbereiche zentralisiert und optimiert werden.

Die bereits gestarteten Programme zur Kostenreduktion haben wir mit großem Engagement umgesetzt und so 2010 bereits eine Kostenreduktion von EUR 300 Mio gegenüber 2007 erreicht. Um weiter fit für die künftigen Herausforderungen zu bleiben, haben wir uns neue Kostenprogramme auferlegt, welche bis 2012 das Ziel haben, weitere EUR 200 Mio einzusparen. Einen Beitrag dazu wird unter anderem die Neuorganisation der Konzernführungsfunktionen leisten, welche mit Start des Jahrs 2011 umgesetzt wurde, um die Effizienz und Effektivität der Organisation zu erhöhen.

Abschließend möchte ich mich bei Ihnen, geschätzte Aktionärinnen und Aktionäre, für das OMV erwiesene Vertrauen herzlich bedanken. Ich bin überzeugt, dass OMV hervorragend für die zukünftigen Herausforderungen aufgestellt ist und mein Nachfolger Gerhard Roiss den Erfolgskurs Ihres Unternehmens weiter fortführen wird.

Wolfgang Ruttenstorfer

Nachhaltigkeit

Nachhaltige Entwicklung bedeutet, die gegenwärtigen Bedürfnisse zu befriedigen, ohne dabei die Entwicklungschancen künftiger Generationen zu beeinträchtigen. Ein Energiekonzern wie OMV muss sich daher darüber Gedanken machen, wie Energieerzeugung und -versorgung langfristig abgesichert und wie dabei ökologische, soziale und ökonomische Aspekte in der Art, wie wir unser Geschäft betreiben, gleichermaßen berücksichtigt werden können. Nach unserem Verständnis beruht die Verankerung von Nachhaltigkeit im Unternehmen auf drei Säulen, einer ökonomischen, einer ökologischen und einer sozialen, für die oft prägnant die Synonyme "people, planet, profit" verwendet werden.

Nachhaltigkeitsberichterstattung

Der OMV Nachhaltigkeitsbericht erscheint zeitgleich mit dem OMV Geschäftsbericht. Er konzentriert sich auf unseren Ansatz, Nachhaltigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu implementieren, sowie auf unsere Leistungen in diesem Bereich im Jahr 2010. Er informiert unter anderem detailliert über die Themen Stakeholder-Dialog, Mitarbeiter, Gesundheit, Sicherheit und Umwelt, Menschenrechte, Klimawandel, Forschung und Entwicklung sowie erneuerbare und zukünftige Energien. Eine kurze Übersicht über die wichtigsten Elemente unserer Nachhaltigkeitsperformance befindet sich auch im Konzernlagebericht des Vorstands, der Teil des Geschäftsberichts ist. Themen, die gemäß der Global Reporting Initiative (GRI) unter die ökonomische Säule der Nachhaltigkeitsberichterstattung fallen, sowie unser Unternehmensprofil wurden großteils in den Geschäftsbericht integriert. Die folgende Übersicht beschreibt kurz jene Elemente, die ausführlich im Nachhaltigkeitsbericht behandelt werden. Der vollständige Nachhaltigkeitsbericht ist als Online-Version unter www.omv.com/Nachhaltigkeitsbericht/ zu finden.

Übersicht über Nachhaltigkeitsperformance im Konzernlagebericht des Vorstands

Forschung und Entwicklung:

Innovationen und die praktische Umsetzung von Ideen zum Nutzen unserer Kunden, der Umwelt und des Unternehmens

Mitarbeiter:

Managementansatz, Ziele und Aktivitäten im Bereich Human Resources

Gesundheit, Sicherheit und

Umweltschutz: Informationen über arbeitsmedizinische Programme, Sicherheitsmanagement für alle Aktivitäten weltweit, sowie Initiativen und Leistungen in den Bereichen Umweltund Klimaschutz

Community Relations und Soziales: Stakeholder-Dialog, Menschenrechte, Community Projekte

Bereichen des Nachhaltigkeitsmanagements – Gesundheit, Sicherheit, Umwelt, Community Relations, Soziales und Mitarbeiter – und wie sie unsere 3plus Strategie unterstützen

Zukünftige Energien:

Projekte und Initiativen zu zukünftigen Energiequellen

Highlights 2010

Jänner

OMV gibt den Nachfolger von Helmut Langanger bekannt: Jaap Huijskes wird OMV Vor- standsdirektor verantwortlich für Exploration und Produktion (ab 1. Juli 2010)

Februar

OMV gibt die erfolgreiche Explorationsbohrung Fella-1 im Jenein-Sud Block in Süd-Tunesien bekannt

April

  • OMV und Gazprom unterzeichnen Kooperationsabkommen zum österreichischen Teil der South Stream Gaspipeline
  • OMV gibt die Refinanzierung ihrer syndizierten revolvierenden Kreditlinie in Höhe von EUR 1,5 Mrd bekannt

Mai

  • Erfolgreicher Gasfund und Testförderung aus der Explora- tionsbohrung Latif North-1 in Pakistan
  • Die OMV Hauptversammlung genehmigt eine Dividende von EUR 1,00 je Aktie und wählt die Mitglieder des Aufsichtsrats

  • OMV stößt bei den Explorations- bohrungen Khouloud-1 und Benefsej-1 in der Nawara-Produktionskonzession in Süd- Tunesien erneut auf Gaskondensat

  • OMV einigt sich mit Dogan Holding betreffend OMV's Anteilserhöhung an Petrol Ofisi

November

OMV verkauft 56 Tankstellen in den deutschen Bundesländern Thüringen und Sachsen an ein Tochterunternehmen des polnischen Mineralölkonzerns PKN ORLEN

  • Central European Gas Hub und Wiener Börse starten ein Jahr nach dem Kassamarkthandel nun Terminmarkt der CEGH Gas Exchange der Wiener Börse
  • Der Aufsichtsrat bestellt Manfred Leitner mit 1. April 2011 als Vorstandsmitglied für den Bereich Raffinerien und Marketing inklusive Petrochemie
  • OMV schließt Erwerb von 54,14% an Petrol Ofisi erfolgreich ab

"Welchen Wachstumsstrategien gehört die Zukunft?"

Bianca Hawel Studentin

"Solchen, die flexibel auf neue Rahmenbedingungen reagieren."

Ulrich Streibl Strategie-Abteilung, OMV

Ziele und Strategie des OMV Konzerns

OMV in 2010

Kerngeschäfte E&P, R&M und G&P

OMV ist der führende Energiekonzern in Mittel- und Südosteuropa. Unsere Kerngeschäfte umfassen Exploration und Produktion (E&P), Raffi nerien und Marketing inklusive Petrochemie (R&M) sowie Gas und Power (G&P). Wir förderten 2010 täglich rund 318.000 boe und hatten zum Jahresende 1,15 Mrd boe sichere Reserven. Wir verfügen über eine Jahres-Raffi neriekapazität von 25,8 Mio t. Unser Netz von 2.291 Tankstellen in 12 Ländern Mittel- und Südosteuropas erweiterte sich um 2.480 zusätzliche Tankstellen in der Türkei nach der Übernahme der alleinigen Kontrolle am türkischen Marktführer Petrol Ofi si im Dezember 2010. OMV transportierte 2010 89,2 Mrd m³ Erdgas nach Westeuropa und betrieb Erdgasspeicher mit einer Kapazität von rund 2,4 Mrd m³. Unsere Erdgasverkaufsmengen betrugen 2010 18 Mrd m³.

Neben unseren 100%-Töchtern OMV Exploration & Production, OMV Refi ning & Marketing, OMV Gas & Power und OMV Solutions sind wir zu 51% am rumänischen Erdöl- und Erdgasunternehmen Petrom, zu 59% (direkt und indirekt) an der Gashandelsgesellschaft EconGas und zu 45% am Raffi nerieverbund Bayernoil beteiligt, und wir haben 2010 unsere Beteiligung an Petrol Ofi si von 42% auf 96% erhöht. Die Chemie-Aktivitäten des Konzerns sind in Borealis gebündelt, an der OMV zu 36% beteiligt ist. Einer unser beiden Kernaktionäre, International Petroleum Investment Company (IPIC) aus Abu Dhabi, hält die restlichen 64%. Borealis hat eine führende Position im Sektor Polyolefi ne bzw. Melamine.

Als fi nanzstarkes, integriertes Unternehmen und Marktführer in Mittel- und Südosteuropa sind wir gut positioniert, um die Herausforderungen der Branche, nämlich starke Ölpreisschwankungen, einen großen, auch durch den Klimaschutz bedingten Investitionsbedarf, sowie die Notwendigkeit, die Energieversorgung zu diversifi zieren und abzusichern, bestmöglich anzunehmen.

12 OMV Geschäftsbericht 2010 | Ziele und Strategie des OMV Konzerns

Unsere Strategie

Die Strategie von OMV, welche die Stärken des Konzerns kombiniert, kann mit dem Begriff "3plus Strategie" umrissen werden: OMV fokussiert auf drei integrierte Geschäftsbereiche (E&P, R&M und G&P), was uns erlaubt, durch unsere integrierte Position von konzernweiten Synergien zu profi tieren. Wir sind in drei Märkten (CEE, SEE und Türkei) plus in den Förderregionen tätig, welche die Versorgung dieser Märkte sicherstellen. OMV orientiert sich an drei Werten (Professionals, Pioneers und Partners), die die Basis für die Entwicklung des Portfolios Richtung Nachhaltigkeit darstellen.

OMV ist der führende Energiekonzern in Mittel- und Südosteuropa

OMV hat die Vision, die Energieindustrie im europäischen Wachstumsgürtel auch weiterhin mitzugestalten, indem sie ihre Downstream-Position insbesondere in G&P stärkt, innerhalb ihrer Wachstumsmärkte ausbaut und eine Verbindung zu den Lieferregionen sichert. Das Unternehmens-

für die OMV Märkte Bestehende OMV Märkte

portfolio wird angepasst, indem die Geschäfte von E&P sowie G&P ausgebaut werden und das Unternehmen selektiv in Stromerzeugung und erneuerbare Energien investiert. In R&M werden wir unsere führende Marktposition weiter stärken. Durch unser integriertes Geschäftsmodell werden Kosten- und Ertragssynergien realisiert und eine klar defi nierte Kosten- und Kapitaldisziplin eingehalten.

Stärkung unserer Position innerhalb der Wachstumsmärkte und Sicherung der Verbindung zu den Lieferregionen

Unser Markt ist Mittel- und Südosteuropa sowie die Türkei. Ziel ist es, die führende Position in der Versorgung mit Erdöl und Erdgas in dieser Region weiter auszubauen. Petrom hat sich für uns zu einem regionalen Zentrum in Südosteuropa entwickelt. Wir wollen auch unsere Aktivitäten in der Türkei erweitern, wobei wir ein integriertes Wachstum anstreben. Gleichzeitig zielt OMV darauf ab, ihr internationales E&P-Portfolio zu

Starke Integration schafft Wettbewerbsvorteil

Stärkung der Marktposition in bestehenden Märkten und Weiterentwicklung der umliegenden Versorgungsregionen

stärken, indem die Produktion in jedem Land bis zu einer kritischen Masse und darüber hinaus gesteigert wird, und beabsichtigt, ihre Position in der Kaspischen Region, im Mittleren Osten und Nordafrika durch selektive Engagements auszubauen, um die Erdöl- und Erdgasversorgung für ihre Märkte in Europa zu sichern.

Investitionsschwerpunkt auf E&P und G&P

Erweiterung des Unternehmensportfolios durch Stärkung der Geschäftsbereiche E&P sowie G&P und selektives Investment in Stromerzeugung und erneuerbare Energien

OMV verlagert den Schwerpunkt ihrer Investitionen in Richtung E&P und G&P. In E&P wollen wir uns auf drei strategische Bereiche fokussieren: (1) Steigerung der Ausbeuteraten reifer Felder in unseren Kernländern Rumänien und Österreich. (2) Erweiterung des bestehenden internationalen Portfolios (alle E&P-Länder mit Ausnahme von Rumänien und Österreich), indem wir in jedem Land die Produktion auf eine kritische Masse und darüber hinaus steigern. (3) Selektives Engagement in neuen Wachstumsgebieten in der Kaspischen Region, im Mittleren Osten und in Nordafrika, um ein zukünftiges E&P-Portfolio

Unsere Ziele

  • Fokus auf integriertes Wachstum
  • E&P: Ziel für 2011 ist, die Produktion auf einem ähnlichen Niveau wie 2010 zu halten (exklusive jüngster Akquisitionen sowie der negativen Auswirkung der politischen Unruhen in Nordafrika und im Mittleren Osten). Steige- rung der Ausbeuterate in unseren Kernländern Rumänien und Österreich; Wachstum innerhalb unseres derzeitigen internationalen Portfolios bis zu einer kritischen Masse und darüber hinaus in jedem Land; selektives Engagement in neuen Wachstumsgebieten in der Kaspi- schen Region, im Mittleren Osten und in Nordafrika.
  • R&M: Weitere Stärkung unserer Marktführer- schaft; kontinuierlicher Fokus auf die Optimie- rung und Konsolidierung der Aktivitäten, mit den Top-Prioritäten Restrukturierung der Petrom Raffinerien (weitere Implementierung des Petrobrazi-Investitionsprogramms und endgültiger Ausstieg aus der Arpechim-

aufzubauen. In G&P investieren wir auch selektiv in Stromerzeugung, um durch die Integration von Strom und Erdgas die Wertschöpfung zu maximieren. Mit dem Ziel, die CO2 -Intensität der Stromerzeugung zu reduzieren, untersuchen wir zudem Chancen erneuerbarer Energieversorgung.

Realisierung von Ausgaben- und Ertragssynergien durch integriertes Geschäftsmodell

Ein wichtiges Augenmerk liegt auf einer klar definierten Kosten- und Kapitaldisziplin. Mit unserem fortlaufenden Effizienz- und Kostenkontrollprogramm haben wir unsere Kostenbasis bis Ende 2010 im Vergleich zu 2007 um EUR 300 Mio reduziert. Wir haben unser Kostensenkungsziel weiter erhöht und uns vorgenommen, bis 2012 zusätzliche EUR 200 Mio einzusparen. Außerdem wird die Positionierung von OMV als integrierter Energieversorger genutzt, um von Synergien entlang der Wertschöpfungskette zu profitieren. Bestes Beispiel dafür ist die Förderung von Erdgas durch E&P, das transportiert, gelagert und anschließend entweder als Erdgas vermarktet oder in Zukunft auch in den eigenen Kraftwerken in Strom umgewandelt werden wird.

Raffinerie) sowie vollständige Integration unserer Aktivitäten in der Türkei.

  • G&P: Stärkung unserer Position in Märkten mit zunehmender Liquidität; fortlaufende Etablierung des Central European Gas Hubs als führende Gashandelsbörse in Kontinental- europa; Stärkung der Versorgungssicherheit Europas durch Vorantreiben des Nabucco Gas Pipeline Projekts. Entwicklung eines profitablen Strom-Geschäfts durch die Inbetriebnahme des ersten Gaskraftwerks 2011 und Realisierung von Chancen im Bereich erneuerbare Energien mit der Inbetriebnahme des Windparks Dorobantu in Rumänien; Weiterentwicklung des Trading- geschäfts (Asset-backed Trading) für Gas und Strom.
  • Ziel des Konzerns ist es, einen ROACE von 13% bei durchschnittlichen Marktparametern zu erreichen.

Exploration und Produktion

Die Erdöl- und Erdgasproduktion von OMV betrug 2010 täglich 318.000 boe, die sicheren Reserven zum Jahresende beliefen sich auf 1,15 Mrd boe. OMV nutzt erfolgreich ihre Kern-Assets in Rumänien und Österreich und verfügt über ein ausgewogenes internationales E&P-Portfolio.

Was wir 2010 erreicht haben

  • Kontinuierliche Reduktion unserer LTI-Rate.
  • Gesamtproduktion auf dem Niveau von 2009, mit niedrigen Produktionsrückgängen in Rumänien, höheren Mengen in Österreich und einer Produktionssteigerung von fast 7% im internationalen Portfolio.
  • Weitere Fortschritte bei der Restrukturierung von Petrom; Kompressorstation Hurezani erfolgreich fertiggestellt.
  • Verträge über den Erwerb des Öl- und Gasge- schäfts von Petronas in Pakistan unterzeichnet.
  • Signifikante Erweiterung des Explorationsport- folios in der Region Kurdistan im Irak.
  • Die Entwicklung der Ölfelder Habban (Jemen) und Komsomolskoe (Kasachstan) wurde fort- gesetzt.
  • Erfolgreicher Abschluss der Bohrkampagne in der Nawara-Förderkonzession im Süden Tunesiens.
  • Weitere Optimierung des Portfolios durch den Ausstieg aus Russland.

Unsere Initiativen

Die E&P-Aktivitäten orientieren sich an drei Prioritäten: Erstens HSSE, zweitens Produktion und drittens Kosten. Das Hauptaugenmerk liegt auf drei strategischen Bereichen:

  • Nutzung der Kern-Assets mit geographischem Fokus auf Rumänien und Österreich: Optimierung der Prozesse und Produktions- systeme durch den Start der Operations Excellence Initiative in Österreich, dem zukünf- tigen Standort für Pilotprojekte mit neuen Technologien. In Rumänien wird sich E&P verstärkt auf die Ausbeuteraten konzentrieren. Vorrang hat vor allem die Effektivität der Wasserinjektion; mehrere Neuentwicklungs- pläne werden in den kommenden Jahren vor- angetrieben und abgeschlossen werden.
  • Wachstum in jedem Land des internationalen E&P-Portfolios bis zu einer kritischen Masse und darüber hinaus, um von Skaleneffekten und Synergien zu profitieren: Wachstum kann

über Akquisitionen oder die Weiterentwicklung eigener Explorations- und Entwicklungsprojek- te erzielt werden. E&P wird sich aus Ländern zurückziehen, die kein signifikantes Produktionsoder Wachstumspotenzial bieten.

Identifizierung neuer Wachstumsgebiete, um ein künftiges E&P-Portfolio aufzubauen: Ein Schwerpunktgebiet ist der Nabucco Korridor, der E&P ermöglicht, eigenes Gas in die Nabucco Gas Pipeline einzuspeisen. Zudem wird E&P Wachstumschancen in angrenzenden Gebieten zum derzeitigen Portfolio suchen.

Unsere Wettbewerbsvorteile

  • Breite Assetbasis durch Aktivitäten von Petrom in Rumänien und OMV in Österreich.
  • Ausgezeichnete Erfolge bei der Ausbeute- optimierung reifer Felder.
  • Hohe Kompetenz bei Sauergas-Anlagen.
  • Erfahrung in politisch schwierigen und ökologisch sensiblen Gebieten.
  • Ausgewogenes Portfolio mit einem Pro- duktionsverhältnis von ca. 50:50 bei Öl-Gas und 80:20 Onshore-Offshore.
  • Synergien eines integrierten Energieunter- nehmens.

Unsere Ziele

Im Bereich HSSE wollen wir eine Reduktion der Zahl tödlicher Unfälle auf Null anstreben und unsere LTI-Rate weiter senken. Unser Ziel ist es, die Produktion auf dem Niveau von 2010 zu halten (exklusive jüngster Akquisitionen sowie der negativen Auswirkung der politischen Unruhen in Nordafrika und im Mittleren Osten). Produktionssteigerungen werden im Jemen auf Grund der Inbetriebnahme zusätzlicher Anlagen Anfang 2011 und in Kasachstan nach der Bewältigung von operativen Schwierigkeiten erwartet. Diese Produktionssteigerung soll den natürlichen Produktionsabfall in Rumänien und Österreich kompensieren. Wachstum kann über drei Wege erzielt werden: Feldentwicklungen, Exploration und Akquisitionen.

Ausgewogenes Assetportfolio

Senkung der LTI-Rate

Raffinerien und Marketing inklusive Petrochemie

OMV betreibt eine Raffinerie in Schwechat (Österreich) und eine in Burghausen (Süddeutschland), die beide über eine integrierte Petrochemie-Produktion verfügen. Gemeinsam mit den beiden Raffinerien Petrobrazi und Arpechim (Rumänien) und dem 45%-Anteil am Raffinerieverbund Bayernoil (Süddeutschland) verfügen wir über eine Jahresgesamtkapazität von 25,8 Mio t (530.000 bbl/d). Unser Tankstellennetz (2.291 Tankstellen in 12 Ländern Mittel- und Südosteuropas) und unser effizientes Commercial-Geschäft sind die Basis für unsere Marktführerschaft. Mit der Übernahme der alleinigen Kontrolle am türkischen Marketing-Unternehmen Petrol Ofisi, dem klaren Marktführer (Tankstellen- und Kundengeschäft) im am schnellsten wachsenden Markt Europas, erweiterten wir unser Netz um zusätzliche 2.480 Tankstellen und stärkten damit signifikant unsere Position als eines der führenden Unternehmen im europäischen Retail-Geschäft.

Erhöhung der Beteiligung an Petrol Ofisi

Was wir 2010 erreicht haben

  • Erfolgreicher und zeitgerechter Abschluss der planmäßigen Revisions-Stillstände in den Raffinerien Petrobrazi und Schwechat.
  • Verkauf der Petrochemie-Aktivitäten von Arpechim an Oltchim.
  • Weitere Fortschritte bei der Restrukturierung der Petrom Raffinerien: Planmäßige Umset- zung der Investitionsstrategie für Petrobrazi; nach dem Stop & Go-Modus war die Raffinerie Arpechim seit Anfang Juni 2010 außer Betrieb.
  • Konsolidierung des Tankstellengeschäfts in Gebieten mit geringer Integration: Verkauf von 56 Tankstellen in Deutschland.
  • Stärkung des Non-Oil-Geschäfts durch die starke Markenpositionierung mit VIVA und die Einführung zusätzlicher Services.
  • Signifikante Kostenreduktion durch rigoroses Kostenmanagement.
  • Erhöhung der Beteiligung an Petrol Ofisi von 41,58% auf 95,72%.

Unsere Initiativen

  • Reduktion von Kosten und Komplexität.
  • Umsetzung des Investitionsprogramms in der Raffinerie Petrobrazi in Rumänien.
  • Verringerung der Raffineriekapazität durch den Ausstieg aus der Raffinerie Arpechim.
  • Profitabilitätsteigerung durch Konsolidierung und Optimierung unserer Tankstellennetze.
  • Aufbau eines Asset-backed Tradinggeschäfts.
  • Integration von Petrol Ofisi und Realisierung von Synergien.

Unsere Wettbewerbsvorteile

Versorgungsstärke im Hub West (Österreich, Süddeutschland) und Hub Ost (Rumänien).

  • Wettbewerbsfähiger Hub West mit abge- schlossenem Investitionsprogramm und starker Petrochemie-Integration.
  • Effizientes Tankstellennetz mit wettbewerbs- fähigen Marktanteilen auf Basis starker Marken (OMV, Avanti, Petrom und Petrol Ofisi) sowie ein hochqualitatives Non-Oil-Geschäft (VIVA).
  • Hohe Produktenqualität und Umweltstandards.
  • Starke Position in der Türkei, dem am schnells- ten wachsenden Markt Europas.

Unsere Ziele

Unser Marktanteilsziel von 20% haben wir bereits vorzeitig erreicht. 2011 liegt der Fokus auf Steigerung der Profitabilität durch fortgesetzte Konsolidierung und Optimierung unserer Aktivitäten, um dem anhaltend schwachen Marktumfeld im Downstream-Geschäft entgegenzuwirken. Wir werden uns weiter auf Kostenreduktion fokussieren und laufende Programme zur Kosteneinsparung und Steigerung der Profitabilität fortführen. Weiters werden wir unser Tradinggeschäft stärken. In Rumänien werden wir uns auf das Investitionsprogramm für Petrobrazi konzentrieren, um Petrobrazi zu einer stabilen, vollständig ins Upstream-Geschäft integrierten Raffinerie zu entwickeln. Im Marketing-Geschäft liegt der Fokus auf der weiteren Optimierung und Konsolidierung unseres Tankstellennetzes und Commercial-Geschäfts sowie auf qualitativem Wachstum in unserem Premium-Tankstellennetz, indem wir unser Service-Angebot ausbauen, um uns von unseren Mitbewerbern zu differenzieren. In der Türkei wollen wir uns auf die Integration von Aktivitäten und Geschäftsbereichen konzentrieren, die signifikanten Synergiepotenziale nützen und erste positive Effekte realisieren.

Gas und Power

Der Geschäftsbereich Gas und Power (G&P) ist entlang der gesamten Gaswertschöpfungskette tätig. Wir verfügen über bewährte Partnerschaften mit wichtigen Lieferanten, um eine stabile Versorgung unserer Märkte zu gewährleisten, und verfügen über Erdgas aus eigenen Produktionsstätten. Mit unserem 2.000 km langen Leitungsnetz und unseren Gasspeichern leisten wir einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit im In- und Ausland. Weiters treiben wir das Nabucco Gas Pipeline Projekt voran, das die Versorgungssicherheit in Europa erhöhen wird. Unser Central European Gas Hub (CEGH) ist der wichtigste Gashub auf den Gaskorridoren von Ost nach West und betreibt auch eine Gasbörse. Wir stehen kurz davor, durch die Erweiterung der Gaswertschöpfungskette auf Strom, eine zusätzliche Wertschöpfung zu realisieren und dabei Synergien mit dem Gas-Geschäft zu nutzen.

Was wir 2010 erreicht haben

  • Ratifizierung des zwischenstaatlichen Ab- kommens für die Nabucco Gas Pipeline in allen Nabucco Ländern und Unterzeichnung eines Mandatsschreibens mit drei internatio- nalen Finanzinstitutionen (EIB, EBRD und IFC).
  • Steigerung des Handelsvolumens des CEGH um 48% und Start des Terminhandels.
  • Steigerung der verkauften Transportmengen um 18% auf 89,2 Mrd m³.
  • Erhöhung des Absatzvolumens auf 18,0 Mrd m³; Ausbau des internationalen Geschäfts von EconGas auf 53% des Absatzvolumens, das auf 13,2 Mrd m³ anstieg.
  • Erste Gasimporte nach Rumänien über die Szeged-Arad-Pipeline.
  • Planmäßiger Baufortschritt am 800 MW-Klasse Gaskraftwerk Brazi (Rumänien) mit vorgesehe- nem Start 2011.
  • Baubeginn eines 800 MW-Klasse Gaskraftwerks in Samsun (Türkei).
  • Baubeginn eines 45 MW-Windparkprojekts in Dorobantu (Rumänien).

Unsere Initiativen

  • Verbindung der Kaspischen Region und des Mittleren Ostens mit Europa und Verknüpfung der OMV Märkte mit der Nabucco Gas Pipeline.
  • Erweiterung des Pipeline-Systems in Österreich.
  • Entwicklung weiterer Speicheranlagen in Österreich, Deutschland und der Türkei.
  • Vertragliche Sicherung zusätzlicher Liefermengen von Gas und LNG.
  • Etablierung von CEGH als Zentrum der Gaspreisbildung im Nabucco Raum.
  • Ausbau des Gas-Geschäfts in unseren Kernmärkten.
  • Aufbau eines Energieportfolios mit Gaskraft-

werken und erneuerbaren Energien.

Ausbau des Handelsgeschäfts durch Entwick- lung produkt- und regionsübergreifenden Akti- vitäten sowie Gründung einer neuen Trading- gesellschaft zur Unterstützung unserer Aktivi- täten in der gesamten Wertschöpfungskette.

Unsere Wettbewerbsvorteile

  • Integrierter Ansatz entlang der gesamten Gaswertschöpfungskette, von Exploration und Produktion über Stromerzeugung bis zum Handel mit Gas und Strom.
  • Projekte zur Verbindung von Lieferregionen mit Downstream-Märkten in Europa.
  • Langfristige Partnerschaften mit wichtigen Erdgaslieferanten.
  • Ausgezeichnete geografische Positionierung.
  • Präsenz in den Wachstumsmärkten Europas und der Türkei mit starker Position der Gashandelsgesellschaften.
  • CEGH als einer der führenden Hubs in Kontinentaleuropa mit OTC- und Börsenhandel.

Unsere Ziele

Unser Hauptziel ist es, unsere Position in Märkten mit zunehmender Liquidität zu stärken und auszubauen (CEE, SEE und Türkei). Wir arbeiten an der Diversifikation und der Erweiterung unserer Supply-Verträge und Gaspipelines sowie an der weiteren Erhöhung des bereits starken Beitrags von Erdgas aus Eigenförderung. Wir bauen ein Portfolio flexibler Gas- und Stromassets in europäischen Märkten auf, das durch Trading zu Geld gemacht werden wird. Die vollständige Entwicklung eines integrierten Tradinggeschäfts für Gas und Strom wird die Wertschöpfung erhöhen, das Risikomanagement unterstützen und helfen, von Synergien zu profitieren.

Starke Positionierung in Wachstumsmärkten

Bericht des Aufsichtsrats

Tätigkeiten des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre!

Corporate Governance, Zusammenarbeit im Aufsichtsrat, Kooperation mit dem Vorstand sowie regelmäßige zeitnahe und umfassende Information bilden eine solide Basis, damit der Aufsichtsrat von OMV seine Aufgaben voll erfüllen kann. Die Schwerpunkte der Aufsichtsratstätigkeit im Berichtsjahr waren, neben der regelmäßigen Umsetzung der einschlägigen Rechtsvorschriften, der Erwerb der Mehrheit an Petrol Ofisi A.S., die Bestellung eines neuen Vorstandsmitglieds für den Bereich R&M sowie die intensive Diskussion der Strategie, insbesondere auch im Hinblick auf Konzentration und profitables Wachstum. Zudem wurden in den Aufsichtsratssitzungen ausführlich die allgemeine wirtschaftliche Situation in den Kernregionen des Unternehmens und die daraus resultierenden Rahmenbedingungen, Chancen und Risiken für die Geschäftsentwicklung von OMV in den nächsten Jahren erörtert. Hohe Aufmerksamkeit widmete der Aufsichtsrat der Evaluierung von Projekten zur Erweiterung des E&P-Portfolios.

Aktivitäten der Ausschüsse

Die Ausschüsse behandelten wesentliche Themen der Rechnungslegungsprozesse, der internen Revision, des Risikomanagements sowie des internen Kontrollsystems und der Steuerungsinstrumente des Konzerns. Im Prüfungsausschuss wurde der Vorschlag an die Hauptversammlung zur Wahl des Abschluss- und Konzernabschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2011 mit Hilfe einer Ausschreibung erarbeitet. Die Bestellung des neuen Vorstandsmitglieds für Raffinerien und Marketing wurde vom Präsidial- und Nominierungsausschuss gründlich vorbereitet. Ebenso konnte sich der Aufsichtsrat von einem umfassenden Programm der konzernweiten Personalentwicklung und einer klar strukturierten Nachfolgeplanung sowie von einem funktionierenden Emittenten-Compliance-System überzeugen. Transaktionen der Vorstands- sowie der Aufsichtsratsmitglieder sowie deren aktueller Besitzstand an OMV Aktien werden von der Gesellschaft im Internet unter www.omv.com veröffentlicht.

Seit 2007 führt der Aufsichtsrat eine Selbstevaluierung nach internationalen Standards durch, um durch kontinuierliche Verbesserungen in der Arbeitsweise sicherzustellen, dass er weiterhin

seine Aufgaben im Interesse der Aktionäre und aller weiteren Stakeholder wahrnehmen kann. Diese Selbstevaluierung wurde seither jährlich, auch 2010, wiederholt und dabei die Effizienz der Organisation und Arbeitsweise bestätigt. Sie bleibt auch weiterhin fester Bestandteil der kritischen Eigenreflexion der Tätigkeit des Aufsichtsrats. Weitere Ausführungen zur Tätigkeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse finden Sie im folgenden Corporate Governance Bericht.

Jahresabschluss, Dividende

Nach eingehender Prüfung und Erörterung im Prüfungsausschuss und im Aufsichtsrat mit den Abschlussprüfern erklärte sich der Aufsichtsrat mit dem gemäß § 96 Abs. 1 Aktiengesetz (AktienG) erstatteten Lagebericht und Konzernlagebericht einverstanden und billigte den Jahresabschluss 2010, der damit gemäß § 96 Abs. 4 AktienG festgestellt ist. Die vorstehenden Ausführungen treffen auch auf den Konzernabschluss zu. Ebenso stimmte der Aufsichtsrat dem vom Prüfungsausschuss geprüften Corporate Governance Bericht zu.

Der Aufsichtsrat unterstützt den Vorschlag des Vorstands an die Hauptversammlung, dass aus dem Bilanzgewinn eine Dividende von EUR 1,00 je Aktie ausgeschüttet und der Betrag von EUR 200 Mio in die Gewinnrücklage eingestellt sowie der sich danach ergebende Restbetrag auf neue Rechnung vorgetragen wird.

Abschließend möchte ich dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Einsatz und das erzielte Ergebnis sowie für die zukunftsorientierte Arbeit herzlich danken. Ich möchte die Gelegenheit auch nutzen, um Wolfgang Ruttenstorfer für seine herausragenden Leistungen als Vorstandsvorsitzender in den letzten neun Jahren, in denen sich OMV zum führenden Energiekonzern in Mittel- und Südosteuropa entwickelt hat, zu danken.

Wien, am 22. März 2011

Peter Michaelis, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Corporate Governance Bericht

Größtmögliche Transparenz der Führungs- und Kontrollstruktur trägt dazu bei, Vertrauen im Kapitalmarkt sowie bei den weiteren Stakeholdern zu schaffen und zu festigen. OMV hat deshalb eine vorbildliche und transparente Corporate Governance stets als wesentlichen Auftrag verstanden und daher seit Bestehen des Österreichischen Corporate Governance Kodex (öCGK) diesem entsprochen. Die folgende Darstellung berücksichtigt auch die Empfehlungen (R-Regeln) des öCGK. Des Weiteren ist OMV Unterzeichner des UN Global Compacts und bekennt sich konzernweit zu einem umfassenden Verhaltenskodex und darauf beruhend einer Business Ethik, deren Regeln im Einzelnen mit internationalen Experten entwickelt wurden.

OMV entspricht dem öCGK, herausgegeben vom Österreichischen Arbeitskreis für Corporate Governance. Dieser Kodex ist unter www.corporate-governance.at öffentlich zugänglich. Von Regel 26 C ist OMV begründet abgewichen: Vorstandsvorsitzender Wolfgang Ruttenstorfer hat im Hinblick auf sein Ausscheiden aus dem OMV Konzern per 31. März 2011 Aufsichtsratsmandate in vier konzernexternen Aktiengesellschaften, davon zweimal den Vorsitz, nach Genehmigung durch den Aufsichtsrat von OMV gehalten. Die externe Evaluierung für das Jahr 2010 ist unter www.omv.com ebenfalls öffentlich zugänglich und bestätigt das Einhalten sämtlicher C- und R-Regeln.

Bekenntnis zum Österreichischen Corporate Governance Kodex

Vorstand

Von links nach rechts: Jaap Huijskes, Gerhard Roiss, Wolfgang Ruttenstorfer, David C. Davies, Werner Auli

Wolfgang Ruttenstorfer, *1950

  1. Juli 1992 – 27. Jänner 1997 und 1. Jänner 2000 – 31. März 2011

Vorsitzender des Vorstands (seit 1. Jänner 2002): Gesamtleitung und Gesamtkoordination des Unternehmens.

Mitglied des Aufsichtsrats der Telekom Austria AG, CA Immobilien Anlagen AG (Vorsitz), der VI-ENNA INSURANCE GROUP AG Wiener Versicherung Gruppe (Vorsitz) und des Verwaltungsrats der F. Hoffmann-La Roche AG (bis 1. März 2011).

Er promovierte an der Wirtschaftsuniversität Wien und begann 1976 seine Laufbahn bei OMV. 1992 wurde er Vorstandsmitglied und übte diese

Funktion bis 1997 aus. Zwischen 1997 und 1999 war er österreichischer Staatssekretär für Finanzen. Anfang 2000 kehrte er als stellvertretender Generaldirektor in den OMV Konzern zurück und leitete neben Finanzen den Bereich Erdgas.

Gerhard Roiss, *1952

  1. September 1997 – 31. März 2014 Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands (seit 1. Jänner 2002): Führung des Geschäftsbereichs Raffinerien und Marketing sowie Wahrnehmung der Interessen des OMV Konzerns bezüglich Kunststoffe und Chemie.

Mitglied des Aufsichtsrats der Österreichische Post AG, der AABAR Investments PJSC (bis 23. Februar 2010) und der NOVA Chemicals Corporation (Vorsitz bis 31. Dezember 2010). Nach Ausscheiden von Wolfgang Ruttenstorfer wird Gerhard Roiss Vorstandsvorsitzender.

Seine Wirtschaftsausbildung in Wien, Linz und Stanford (USA) bildete die Basis für Führungsaufgaben in der Konsumgüterindustrie. 1990 wurde er in die Geschäftsführung der PCD Polymere GmbH berufen. 1997 wechselte er in den Vorstand des OMV Konzerns und war bis Ende 2001 für Exploration und Produktion sowie Kunststoffe verantwortlich.

Werner Auli, *1960

  1. Jänner 2007 – 31. März 2014 Führung des Geschäftsbereichs Gas und Power (seit 1. Jänner 2007).

Nach der Promotion an der Technischen Universität in Wien startete er 1987 seine Karriere bei OMV. Von 2002 bis 2004 fungierte er als Geschäftsführer der EconGas GmbH, ab 2004 war er Geschäftsführer der OMV Gas GmbH, und seit 2006 ist er Leiter der OMV Gas & Power GmbH.

David C. Davies, *1955

  1. April 2002 – 31. März 2014 Finanzvorstand (seit 1. April 2002).

Mitglied des Aufsichtsrats der Wiener Börse AG und der CEESEG AG. Nach Ausscheiden von Wolfgang Ruttenstorfer wird David C. Davies stellvertretender Vorstandsvorsitzender.

Er absolvierte 1978 das Studium der Volkswirtschaft an der Universität von Liverpool (Großbritannien) und begann seine Berufslaufbahn in der Wirtschaftsprüfung. Weiters war er in internationalen Konzernen in der Getränke-, Lebensmittel- und Gesundheitsindustrie tätig. Vor dem Eintritt in den OMV Konzern war er Finanzvorstand in verschiedenen Unternehmen in Großbritannien.

Helmut Langanger, *1950

  1. Jänner 2002 – 30. September 2010 Führung des Geschäftsbereichs Exploration und Produktion (E&P) bis 30. Juni 2010.

Mitglied des Aufsichtsrats der Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG und der EnQuest plc.

Seine Ausbildung an der Montanuniversität in Leoben ergänzte er mit dem Studium der Volkswirtschaftslehre in Wien. 1974 begann er seine Karriere im OMV Konzern. 1992 wurde er Geschäftsbereichsleiter E&P. In dieser Funktion war er maßgeblich am Aufbau des internationalen E&P-Portfolios beteiligt.

Jacobus Huijskes, *1965

  1. April 2010 – 31. März 2015 Führung des Geschäftsbereichs Exploration und Produktion seit 1. Juli 2010.

Er absolvierte eine Ausbildung als Maschinenbauingenieur und begann seine Berufslaufbahn bei Shell. Innerhalb des Shell Konzerns bekleidete er eine Reihe technischer und betriebswirtschaftlicher Positionen. Zuletzt war er als Executive Vice President für weltweite Großprojekte im Bereich Exploration und Produktion verantwortlich. Im Rahmen seiner verschiedenen internationalen Funktionen arbeitete und lebte er u.a. in Großbritannien, Norwegen, dem Oman, Australien und Russland.

Manfred Leitner, *1960

  1. April 2011 – 31. März 2014 Führung des Geschäftsbereichs Raffinerien und Marketing sowie Wahrnehmung der Interessen des OMV Konzerns bezüglich Kunststoffe und Chemie.

Er startete nach seinem Studium der Handelswissenschaften an der Wirtschaftsuniversität Wien seine berufliche Karriere 1985 bei OMV. Nach zweijähriger Tätigkeit im Finanzbereich von E&P, leitete er in Libyen den Finanzbereich der OMV Niederlassung in Tripolis. Nach seiner Rückkehr nach Österreich war er bis zum Jahr 1997 für die Controlling-Aktivitäten in E&P verantwortlich. Danach wechselte er in den Bereich R&M, wo er bis 2002 die Abteilung Planning & Controlling leitete und seit 2003 als Senior Vice President für Downstream Optimization and Supply fungiert.

Arbeitsweise des Vorstands

Genehmigungserfordernisse, Zuständigkeiten

der einzelnen Vorstandsmitglieder und Abläufe (z.B. Beschlusserfordernisse) sowie Vorgehen bei Interessenkonflikten sind in der Geschäftsordnung des Vorstands geregelt. Der Vorstand hält wöchentliche Sitzungen zur wechselseitigen Information und Entscheidungsfindung in allen Angelegenheiten, die der Genehmigung des gesamten Organs bedürfen.

Vergütungserklärung

Grundsätze des Vergütungssystems für den Vorstand

Die OMV Vorstandsvergütung berücksichtigt die Gegebenheiten am relevanten Markt, verbunden mit einer starken Leistungskomponente. Die Marktorientierung wird durch ein regelmäßiges externes Benchmarking sowohl zu relevanten österreichischen Industrieunternehmen als auch zur Branche in Europa sichergestellt. Bei der Leistungskomponente werden kurzfristige Dimensionen berücksichtigt: Short-term Incentives sind variable Vergütungsvereinbarungen, die auf Ergebnis, Profitabilität und Wachstum abzielen, wobei auch besondere Projekte im Zuge der Implementierung der OMV Wachstumsstrategie berücksichtigt werden. Langfristige Dimensionen werden ebenso berücksichtigt.

Fixgehalt und variable Jahresvergütung

Nach oben erwähnten Grundsätzen wurde das Fixgehalt der Vorstandsmitglieder festgelegt (siehe Tabelle S. 22). Zusätzlich werden für jedes Geschäftsjahr Ziele (Leistungskriterien) vereinbart, bei deren Erreichen höchstens 150% des Fixgehalts zusätzlich als variable Vergütung im darauf folgenden Geschäftsjahr ausbezahlt werden.

Diese Ziele bestehen aus dem Erreichen finanzieller Kennzahlen (EBIT, Verschuldungsgrad) und aus Leistungskriterien nicht finanzieller Art (wie etwa Integrationsgrad von Akquisitionen, Reservenersatzrate) sowie strategischen Zielen. Das Erreichen der Ziele wird mittels Vergleich der vereinbarten Werte mit den tatsächlich erreichten Werten festgestellt.

Langfristige Ziele und Incentives Long Term Incentive Plan

Der im Geschäftsjahr 2010 von der Hauptversammlung beschlossene Long Term Incentive Plan (LTIP) besteht für die Periode 2010 bis 2015 aus folgenden Elementen: Die Teilnehmer müssen ein Eigeninvestment in OMV Aktien in einer Höhe von 100% (Vorstandsvorsitzender), 85% (Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands) bzw. 70% (übrige Vorstandsmitglieder) des Fixgehalts (brutto) 2010 im Geschäftsjahr 2010 hinterlegen (wobei für das LTIP 2009 hinterlegte Aktien zugleich auch für das LTIP 2010 angerechnet werden) und mindestens bis zum 31. März 2015 halten. Die Berechnung der Anzahl der Aktien erfolgt auf Grundlage des Durchschnittskurses der OMV Aktie im ersten Quartal 2010.

Beobachtungszeitraum für das Erreichen der Ziele (Leistungskriterien) sind die Geschäftsjahre 2010, 2011 und 2012. Zu Beginn des Programms wurden Zielwerte für Schlüsselindikatoren (Total Shareholder Return (TSR), Economic Value Added (EVA) und Ergebnis je Aktie) festgelegt, wobei diese Ziele gleich gewichtet sind (jeweils 30%). Das Ziel der Safety Perfomance ist mit 10% gewichtet. Das Erreichen der Ziele wird mittels Vergleich der vereinbarten Werte mit den tatsächlich erreichten Werten festgestellt. Bei Erreichen von 100% der Ziele werden dem CEO Aktien im Ausmaß von 90%, dem Deputy-CEO 75% und den übrigen Vorstandsmitgliedern 60% des Fixgehalts (brutto) 2010 zugeteilt. Die Berechnung der Anzahl der Aktien erfolgt auf Grundlage des Durchschnittskurses der OMV Aktie im ersten Quartal 2010. Die Zuteilung erfolgt mit Stichtag 31. März 2013. Über Aktien im Ausmaß der Zuteilung kann sofort frei verfügt werden, Aktien im Ausmaß des Eigeninvestments sind noch zwei Jahre (bis 31. März 2015) zu halten. Als wesentliche Änderung zum LTIP 2009 ist zu berichten: Die Zuteilung findet nach Wahl des Teilnehmers entweder in Form von Aktien oder als Barzahlung statt. Falls die Übertragung von Aktien den Tatbestand des Insiderhandels erfüllen würde, wird ausschließlich Barzahlung geleistet.

Werden die Ziele zu mehr als 100% erfüllt, werden proportional entsprechend, im Ausmaß der Übererfüllung, mehr Aktien zugeteilt, höchstens jedoch 175% der auf 100% Zielerreichung bezogenen Anzahl von Aktien. Mindestens werden jedoch 25% der auf 100% Zielerreichung bezogenen Anzahl von Aktien zugeteilt.

Long Term Incentive Plan

Aktienoptionspläne

Long-term Incentives wurden bis einschließlich dem Geschäftsjahr 2008 durch die für Unternehmen vergleichbarer Größe üblichen Aktienoptionspläne abgedeckt. Die Aktienoptionspläne sehen eine Wartefrist von zwei Jahren und danach eine Ausübungsfrist von fünf Jahren vor. Ausgeübt werden darf in beliebigen Tranchen, sofern jeweils die Voraussetzungen (Erreichen eines bei Genehmigung des Plans durch die Hauptversammlung definierten Kursanstiegs der OMV Aktie) vorliegen und kein Handelsverbot besteht. Eine Aktie Eigeninvestment gewährt im Plan 2008 Optionen auf 20 Aktien zu einem ebenfalls durch die Hauptversammlung definierten Preis. Die Pläne 2004 bis 2008 sind noch nicht bzw. nicht vollständig ausgeübt. Nach 2008 wurden keine weiteren Aktienoptionen begeben.

Altersvorsorge

Die Vorstandsmitglieder Ruttenstorfer, Roiss und Langanger haben Anspruch auf eine leistungsorientierte Pension. Die entsprechenden finanzmathematisch ermittelten Beiträge werden vom Unternehmen in eine Pensionskasse gezahlt. Die Vorstandsmitglieder Davies, Auli, Huijskes und Leitner haben Anspruch auf eine beitragsorientierte Pension. Die Beiträge werden vom Unternehmen in eine Pensionskasse gezahlt. Das Anfallsalter ist grundsätzlich das für jedes Vorstandsmitglied zur Anwendung kommende österreichische gesetzliche Pensionsantrittsalter.

Beendigungsansprüche Abfertigung

Die Vorstandsmitglieder Ruttenstorfer, Roiss und Davies haben die Möglichkeit der Wahl zwischen einer Abfertigung gemäß § 23 österreichisches Angestelltengesetz oder 10% des Jahresbasisbruttobezugs (das ist der Fixbezug) für jedes volle Dienstjahr ab vereinbartem Stichtag, wobei ein Jahresbasisbruttobezug nicht überschritten werden darf. Auli hat Anspruch auf eine Abfertigung gemäß § 23 österreichisches Angestelltengesetz, wobei die Vordienstzeiten im Konzern eingerechnet werden. In der Berechnungsgrundlage nach Angestelltengesetz sind auch die variablen Anteile enthalten. Auf Huijskes findet das Betriebliche Mitarbeiter- und Selbständigenvorsorgegesetz (BMSVG) Anwendung.

Abfindung

Im Falle einer vorzeitigen Beendigung eines Vorstandsvertrags, sofern kein Verschulden des Vorstandsmitglieds vorliegt, wird die Restlaufzeit des Vertrags ausbezahlt. Im Falle einer vom Vorstandsmitglied initiierten vorzeitigen Beendigung wird keine Abfindung gewährt.

Sonstige Anwartschaften und Ansprüche im Zuge der Beendigung der Funktion bestehen nicht.

Vorstandsbezüge 1) EUR 1.000
2010 Auli Davies Huijskes Langanger Roiss Ruttenstorfer Summe
Fix 600 665 375 461 700 800 3.601
Variabel 755 826 525 826 965 1.104 5.000
Pensionskassenbeiträge 132 250 98 341 462 574 1.857
Sachbezüge
(PKW, Unfallversicherung
und Aufwandersatz)
8 9 6 6 8 8 47
Unterkunftskosten 16 16
Ausüben von
Aktienoptionen
168 168
Abfertigung 1.434 1.434
Urlaubsersatzleistung 46 46
Summe 1.495 1.751 1.021 3.282 2.135 2.486 12.169

1) Auf Grund von Rundungsdifferenzen ergeben sich in den Einzelsummen Abweichungen. Die variablen Bezüge, deren Auszahlung 2010 erfolgte, beziehen sich, mit Ausnahme von EUR 525.000, welche eine Vorauszahlung für 2010 betreffen, auf den Zielerreichungsgrad für das Geschäftsjahr 2009. Es erfolgte eine Verwertung aus dem Aktienoptionsplan 2004.

Weitere Informationen zum Long Term Incentive Plan und zu den Aktienoptionsplänen (Bewertung, ausstehende Optionen, Ausübungen in den Vorjahren) finden Sie in der Anhangangabe 29.

Directors and Officers (D&O) Versicherung

Die Vorstandsmitglieder sind auch im Rahmen einer Directors and Officers Liability Insurance und einer Rechtsschutzversicherung versichert. In diesen beiden Fällen sind auch alle Mitglieder des Aufsichtsrats und eine große Anzahl anderer OMV Mitarbeiter versichert und es erfolgen Gesamtprämienzahlungen an die Versicherer, so dass eine spezifische Zuordnung an Vorstandsmitglieder nicht stattfindet.

Haftungsfreistellung

Für Mitglieder des Vorstands und weitere OMV Mitarbeiter in Organfunktionen von (direkten und indirekten) Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft besteht subsidiär eine Haftungsfreistellung seitens der OMV Aktiengesellschaft für Inanspruchnahme durch Dritte in Ausübung der Organfunktion, sofern nicht vorsätzliches oder grob fahrlässiges Handeln vorliegt.

Aktienbesitz von Vorstandsmitgliedern

Die Mitglieder des Vorstands hielten mit Stichtag 31. Dezember 2010 folgende Anzahl an Aktien der OMV Aktiengesellschaft:

Aktien
Ruttenstorfer: 45.035
Roiss: 174.528
Auli: 23.272
Davies: 28.920
Huijskes: 12.136
Langanger (Stichtag 30. September 2010): 58.770
Leitner: 14.409

Grundsätze der Vergütung ausgewählter Führungskräfte und Experten

Das Grundgehalt wird nach international anerkannten Verfahren zur Berücksichtigung der Marktgegebenheiten unter Beachtung der kollektivvertraglichen Regelungen festgelegt. Die für den Vorstand geltenden Grundsätze werden in angepasster Form auch auf diese Mitarbeiter angewendet.

Daher nehmen definierte Mitglieder in weiteren

Führungsebenen des Konzerns (insgesamt ca. 85 Personen) an den Aktienoptionsplänen und am Long Term Incentive Plan teil. Ebenso gelten für sie jährliche Bonusvereinbarungen, wie im Folgenden dargestellt:

Für etwa 2.800 Führungskräfte und Experten gab es 2010 ein gestuftes Management by Objectives-Programm (MbO), wonach Anspruch auf Bonifikation bei Erreichen der Ziele besteht. Länderweise unterschiedlich gibt es für sonstige Mitarbeiter Prämien, an deren Ausgestaltung auch die Arbeitnehmervertreter mitwirken.

Voraussetzung für Zahlungen ist in allen Systemen sowohl das Erreichen von finanziellen und nicht-finanziellen Unternehmenszielen als auch von individuell vereinbarten Zielen.

Die mit den Teilnehmern am MbO getroffenen Zielvereinbarungen sind für alle Teilnehmer über ein unternehmensweites Performance and Development System (PDS) einsehbar. Damit können die Teilnehmer wechselseitig Ziele berücksichtigen.

Aufsichtsrat

Dem Aufsichtsrat gehörten 2010 folgende Mitglieder an, die neben ihrer Funktion im Aufsichtsrat von OMV auch die angegebenen Aufsichtsratsmandate (in- und ausländische börsenotierte Unternehmen) gemäß Regel C 58 öCGK inne haben:

Peter Michaelis

(Vorstand der ÖIAG), Vorsitzender, Mandate: Österreichische Post AG – Vorsitz, Telekom Austria AG – Vorsitz.

Rainer Wieltsch

(bis 26. Mai 2010) Stv. Vorsitzender, Mandate: Österreichische Post AG (bis 22. April 2010), Telekom Austria AG.

Wolfgang Berndt

Stv. Vorsitzender, Mandate: GfK AG, MIBA AG.

Khadem Al Qubaisi

(Vorstand International Petroleum Investment Company (IPIC)), Stv. Vorsitzender, Mandate: Aabar Investments PJSC – Vorsitz, Abu Dhabi

Mitglieder des Aufsichtsrats

National Takaful Co. PJSC – Vorsitz, Compania Espanola de Petroleos S.A. (CEPSA), First Gulf Bank.

Alyazia Al Kuwaiti

(Manager Evaluation & Execution, IPIC).

Mohamed Al Khaja

(bis 26. Mai 2010) (Division Manager Research & Business Development, IPIC).

Elif Bilgi-Zapparoli

(Vorstandsvorsitzende Merrill Lynch Yatirim Bank A.S. und Merrill Lynch Menkul Degerler A.S.).

Helmut Draxler

Mandate: RHI AG.

Wolfram Littich

(Vorstandsvorsitzender Allianz Elementar Versicherungs-AG).

Herbert Stepic

(Vorstandsvorsitzender Raiffeisen Bank International AG).

Herbert Werner

Mandate: Innstadt Brauerei AG – Vorsitz, Ottakringer Getränke AG.

Norbert Zimmermann

Mandate: Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG – Vorsitz, Bene AG, Oberbank AG.

Von der Konzernvertretung entsendet (Arbeitnehmer):

Leopold Abraham, Wolfgang Baumann, Franz Kaba, Ferdinand Nemesch, Markus Simonovsky

Auswahl der Aufsichtsratsmitglieder

Diversität

Bei der Auswahl der Mitglieder des Aufsichtsrats stehen einschlägiges Wissen und Erfahrung in Führungspositionen im Vordergrund. Zusätzlich wird auf eine Diversität erzielende Zusammensetzung geachtet. Unter dem Gesichtspunkt der Diversität ist zu berichten, dass sich unter den 15 Mitgliedern des Aufsichtsrats zwei Frauen befinden, drei Mitglieder unter 50 Jahre alt sind und drei Mitglieder nicht-österreichischer Nationalität sind.

Unabhängigkeit

Der Aufsichtsrat hat die in Anhang 1 öCGK festgelegten und darüber hinaus folgende Leitlinien für die von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder des Aufsichtsrats beschlossen: Das Aufsichtsratsmitglied darf nicht Mitglied einer Geschäftsführung einer verbundenen Gesellschaft sein. Das Aufsichtsratsmitglied darf von der Gesellschaft oder einer verbundenen Gesellschaft keine Aktienoptionen oder sonstige erfolgsbezogene Vergütungen beziehen. Das Aufsichtsratsmitglied darf kein Anteilseigner mit einer Kontrollbeteiligung (im Sinne der EU-Richtlinie 83/349 EWG – das ist eine Beteiligung von mehr als 50% der Stimmrechte oder Beherrschung, etwa durch Nominierungsrechte) sein oder einen solchen vertreten.

Alle von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder, mit Ausnahme von Helmut Draxler zur Dauer der Zugehörigkeit, haben erklärt, von der Gesellschaft und deren Vorstand im Geschäftsjahr 2010 und bis zum Zeitpunkt der Abgabe der Erklärung unabhängig gewesen zu sein (Regel C 53 öCGK). Gemäß Regel C 54 öCGK haben die Mitglieder des Aufsichtsrats Bilgi-Zapparoli, Berndt, Draxler, Littich, Stepic, Werner und Zimmermann erklärt, von den Großaktionären im Geschäftsjahr 2010 und bis zum Zeitpunkt der Abgabe der Erklärung unabhängig gewesen zu sein.

Arbeitsweise des Aufsichtsrats

Zur Erfüllung seiner Aufgaben, insbesondere der Überwachung und der strategischen Unterstützung des Vorstands, diskutiert der Aufsichtsrat Lage und Ziele des Unternehmens in jenen Sitzungen, in denen auch (abgesehen von Dringlichkeitsfällen) die Beschlüsse gefasst werden. Vier Ausschüsse optimieren den Einsatz der Kompetenzen der Aufsichtsratsmitglieder. Im Folgenden dazu ein kurzer Überblick (siehe auch Bericht des Aufsichtsrats):

Der Aufsichtsrat hat fünf Sitzungen abgehalten, wovon eine der Strategie gewidmet war.

Kein Mitglied des Aufsichtsrats hat an weniger als der Hälfte der Sitzungen teilgenommen.

Präsidial- und Nominierungsausschuss

Dieser Ausschuss ist ermächtigt, in dringenden Angelegenheiten zu entscheiden. Der Aufsichtsrat kann dem Präsidial- und Nominierungsausschuss im Einzelfall oder auf Dauer weitere Aufgaben und Genehmigungsbefugnisse übertragen. Als Nominierungsausschuss unterbreitet er dem Aufsichtsrat Vorschläge zur Besetzung neuer oder frei werdender Mandate im Vorstand und befasst sich mit der Nachfolgeplanung. Ferner unterbreitet er der Hauptversammlung Vorschläge zur Besetzung von Aufsichtsratsmandaten. Es haben vier Sitzungen des Präsidial- und Nominierungsausschusses stattgefunden, die sich insbesondere mit der Nachfolgeplanung sowie der Nachfolgesuche für den Vorstandsbereich Raffinerien und Marketing beschäftigt haben.

Prüfungsausschuss

Dem Prüfungsausschuss obliegen die Aufgaben gemäß § 92 Abs. 4a AktienG. Es haben vier Sitzungen des Prüfungsausschusses stattgefunden. In diesen wurden insbesondere die Vorbereitung der Abschlussprüfung, die Prüfung der Tätigkeit der Abschlussprüfer, der Internen Revision, des internen Kontrollsystems und des Risikomanagements behandelt sowie Vorschläge zur Auswahl der Abschlussprüfer und der Behandlung des Jahresabschlusses erarbeitet.

Abschlussprüfer: Die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers ist zu beachten, wobei Prüfungsentgelt und sonstige Entgelte gegenüber zu stellen sind. Der Aufwand für den Abschlussprüfer, der Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH (einschließlich deren Netzwerk im Sinne des § 271b UGB), betrug 2010 für sonstige Aufträge EUR 1,94 Mio; für die Konzernprüfung EUR 2,44 Mio.

Projektausschuss

Bei Bedarf bereitet der Projektausschuss in Zusammenarbeit mit dem Vorstand grundlegende Entscheidungen komplexer Natur vor und berichtet über die Ergebnisse und allfällige Empfehlungen an den Aufsichtsrat. Der Projektausschuss hat zweimal getagt und dabei insbesondere spezifische potenzielle Akquisitionsprojekte, wie Petrol Ofisi, erörtert.

Aufgaben des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse

Vergütungsausschuss

Der Vergütungsausschuss (dem keine Arbeitnehmervertreter angehören) befasst sich mit allen Angelegenheiten der Vergütung der Vorstandsmitglieder und dem Inhalt von Anstellungsverträgen mit Vorstandsmitgliedern. Er ist somit insbesondere zum Abschluss, der Änderung und Auflösung der Anstellungsverträge mit Vorstandsmitgliedern sowie zur Entscheidung über die Gewährung von Bonifikationen (variable Bezüge) und dergleichen an Vorstandsmitglieder ermächtigt. Es haben zwei Sitzungen des Vergütungsausschusses stattgefunden, in denen die Ziele für und die Gewährung von Bonifikationen festgelegt sowie der Vertrag mit dem neuen Vorstandsmitglied für Raffinerien und Marketing behandelt wurden.

Interessenkonflikte, zustimmungspflichtige Geschäfte mit Mitgliedern des Aufsichtsrats

Zustimmungspflichtige Verträge gemäß § 95 Abs. 5 Z 12 AktienG gab es nicht; hingewiesen sei auf Transaktionen im Umfang von ca. EUR 1,9 Mrd mit Unternehmen der Raiffeisengruppe (Stepic, weniger als 1% der Bilanzsumme der Raiffeisengruppe).

Interessenkonflikte von Mitgliedern des Aufsichtsrats werden nach dem in der Geschäftsordnung ausführlich geregelten Verfahren behandelt.

Vergütung

Satzungsgemäß beschließt die Hauptversammlung (HV) jährlich die Vergütungen der von ihr gewählten Aufsichtsratsmitglieder für das

Vergütungen der Aufsichtsratsmitglieder EUR
für den Vorsitzenden 29.200
für die Stellvertreter 21.900
für die Mitglieder 14.600
für den Vorsitzenden eines Ausschusses 12.000
für den stellvertretenden Ausschussvorsitzenden 10.000
für die Mitglieder eines Ausschusses 8.000

Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats

abgelaufene Wirtschaftsjahr. Die HV 2010 hat für das Geschäftsjahr 2009 folgendes Vergütungsschema beschlossen:

Die bei den einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern angeführten Beträge wurden 2010 für das Geschäftsjahr 2009 ausbezahlt; Aufwandersatz

(Reisespesen, Sitzungsgeld) ist darin nicht enthalten. Vorsitzender des Aufsichtsrats und aller Ausschüsse war 2010 durchgehend Michaelis, stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats und aller Ausschüsse waren bis 26. Mai 2010 Wieltsch und Al Kuwaiti, ab 26. Mai 2010 Berndt und Al Qubaisi.

Name (Geburtsjahr) Funktion/Ausschussmitglied 1) Vergütung (in EUR) Dauer 1)
Peter Michaelis (1946) Vorsitzender; auch in 77.200 23.5.2001 – oHV 2014
PräsA, ProjA, PrüfA, VergA
Rainer Wieltsch (1944) (Stv. Vorsitzender); auch in 59.900 24.5.2002 – 26.5.2010
PräsA, ProjA, PrüfA, VergA
Alyazia Al Kuwaiti (1975) (Stv. Vorsitzende); auch in 74.875 14.5.2008 – oHV 2014
PräsA, ProjA, PrüfA, VergA
Wolfgang Berndt (1942) Stv. Vorsitzender auch in 26.5.2010 – oHV 2014
PräsA, ProjA, PrüfA, VergA
Khadem Al Qubaisi (1971) Stv. Vorsitzender auch in 26.5.2010 – oHV 2014
PräsA, ProjA, PrüfA, VergA
Elif Bilgi-Zapparoli (1967) 11.650 13.5.2009 – oHV 2014
Helmut Draxler (1950) PrüfA 22.600 16.10.1990 – oHV 2014
Mohamed Al Khaja (1980) PräsA, ProjA 38.250 14.5.2008 – 26.5.2010
Wolfram Littich (1959) ProjA, PrüfA 30.600 23.5.2001 – oHV 2014
Herbert Stepic (1946) 14.600 18.5.2004 – oHV 2014
Herbert Werner (1948) PrüfA 22.600 4.6.1996 – oHV 2014
Norbert Zimmermann (1947) ProjA, VergA 30.600 23.5.2001 – oHV 2014
Gerhard Mayr (1946) 5.280 24.5.2002 – 13.5.2009
Leopold Abraham (1947) PräsA, ProjA, PrüfA Die Entsendung seitens
Wolfgang Baumann (1958) PräsA, PrüfA der Konzernvertretung ist
Franz Kaba (1953) ProjA unbefristet; jedoch können
die Arbeitnehmervertreter
Ferdinand Nemesch (1951) ProjA, PrüfA jederzeit von der Konzern
Markus Simonovsky (1973) vertretung abberufen werden.

1) Erläuterung: PräsA = Präsidial- und Nominierungsausschuss, ProjA = Projektausschuss, PrüfA = Prüfungsausschuss, VergA = Vergütungsausschuss, oHV = ordentliche Hauptversammlung

Peter Michaelis hat in Entsprechung seines Vorstandsvertrags mit der ÖIAG die Vergütung für seine Aufsichtsratsfunktion in der OMV Aktiengesellschaft an die ÖIAG abgetreten.

Insgesamt betrug der Aufwand für den Aufsichtsrat im Jahr 2010 EUR 802.867; davon an bezahlten Vergütungen (für das Geschäftsjahr 2009) EUR 388.155, an Sitzungsgeldern EUR 41.464, an Reisespesen EUR 214.171 und an Technik, Organisation und Übersetzung EUR 159.077.

Mitwirkung der Arbeitnehmervertretung

Die Konzernvertretung hält regelmäßig Aussprachen mit dem Vorstand. Diese dienen der wechselseitigen Information über Arbeitnehmer betreffende Entwicklungen im Unternehmen.

Minderheitenrechte der Aktionäre

Hauptversammlung: Wenn mindestens 5% der

Aktionäre dies verlangen, muss eine Hauptver- sammlung einberufen werden.

  • Mindestens 5% der Aktionäre können die Aufnahme von Tagesordnungspunkten ver- langen.
  • Mindestens 1% der Aktionäre können zu jedem Punkt der Tagesordnung Beschlussvorschläge übermitteln. Diese sind von der Gesellschaft auf ihrer Internetseite zu veröffentlichen.
  • Mindestens 10% der Aktionäre können eine Sonderprüfung bei Vorliegen von Verdachts- gründen für Unredlichkeiten oder grobe Verlet- zungen von Gesetz oder Satzung durchsetzen.
  • Bei der Hauptversammlung sind alle ordnungs- gemäß angemeldeten Aktionäre zur Teilnahme,

einschließlich Fragen und Abstimmung be- rechtigt.

Wahl des Aufsichtsrats:

Wenn dieselbe Hauptversammlung zwei oder mehr Aufsichtsratsmitglieder zu wählen hat, muss über jede zu besetzende Stelle gesondert abgestimmt werden. Wenn dieselbe Hauptver- sammlung wenigstens drei Aufsichtsratsmit- glieder zu wählen hat und sich vor der Ab- stimmung über die letzte zu besetzende Stelle ergibt, dass wenigstens ein Drittel aller ab- gegebenen Stimmen bei allen vorangegangen Wahlen zugunsten derselben Person, aber ohne Erfolg abgegeben wurde, muss diese Person ohne weitere Abstimmung als für die letzte Stelle gewählt erklärt werden, sofern sie auch für diese Stelle kandidiert.

Frauenförderung

Das Unternehmen ist bemüht, die Entwicklung von Frauen in Führungspositionen zu fördern. Zwar ist im Vorstand der OMV Aktiengesell schaft keine Frau vertreten, doch leitet Mariana Gheorghe als Vorstandsvorsitzende der OMV Petrom SA das größte Konzernunternehmen der Gruppe. In den Aufsichtsrat der OMV Aktiengesellschaft wurden von der Haupt- versammlung zwei Frauen gewählt, das sind 20% der von der Hauptversammlung gewähl- ten Mitglieder.

  • Von den leitenden Positionen unterhalb der Vorstandsebene werden rund 19% von Frauen eingenommen. Der Frauenanteil im Konzern insgesamt beträgt etwa 23%. Als sehr technik- orientiertes Unternehmen ist es schwierig in allen Bereichen eine adäquate Frauenquote zu erzielen, in den nicht-technischen Bereichen stellen sich die Aufnahmequoten als ausge- wogen dar.
  • Der Vorstand hat 2010 die neue Diversity- Strategie beschlossen. Langfristiges Ziel ist es nun, bis 2020 im Senior Management einen "Diversity-Mix" von 30% weiblichen und 50% internationalen Mitarbeitern zu erreichen.

Förderung von Frauen bei OMV

Wien, am 22. März 2011

Der Vorstand

Wolfgang Ruttenstorfer Gerhard Roiss

Werner Auli David C. Davies Jacobus Gerardus Huijskes

Value Management

Das Geschäftsmodell von OMV als integriertes Energieunternehmen erfordert einen besonderen Fokus auf die Evaluierung langfristiger Investitionsprojekte sowie auf das Management kurzbis mittelfristiger Cashflow- und Kostenpositionen. Daher ist Value Management ein integrales Element des Führungssystems. Um unmittelbare geschäftsrelevante Unsicherheiten und Risiken sowie eventuelle Kontrollmaßnahmen angemessen zu erfassen, ist das Value Management eng mit dem Risikomanagement verbunden.

Der führenden Rolle des Value Managements wird in Planungs- und Entscheidungsprozessen sowie durch die Kennzahlen, Schlüsselindikatoren und Steuerungsfunktionen des Informationssystems von OMV Rechnung getragen. Der Value Management Ansatz von OMV ist auf folgende Fragestellungen ausgerichtet:

  • Wie schafft OMV Wert inwiefern tragen Strategien und Investitionsprojekte zu einer Wertsteigerung des Unternehmens bei?
  • Wie gut nutzt OMV das Ertragspotenzial, das durch die Umsetzung von Strategien und Investitionsprojekten geschaffen wird?
  • Wie partizipieren OMV Aktionäre an der Wertsteigerung?

Auf Konzernebene sind Marktkapitalisierung und Unternehmenswert Beispiele mittel- bis langfristiger Messgrößen der Wertsteigerung. Der kurzfristige finanzielle Erfolg aus der Umsetzung von Strategien und Investitionsprojekten wird anhand verschiedener Best-Practice-Schlüsselindikatoren der Rentabilität gemessen. Der Return On Average Capital Employed (ROACE) ist einer der wichtigsten dieser Indikatoren. Die Partizipation der Aktionäre an der Wertsteigerung wird anhand von Messgrößen wie Ausschüttungsgrad oder Total Shareholder Return (TSR) gemessen.

In einem integrierten Energieunternehmen wie OMV ist Value Management eng mit Entscheidungen im Rahmen der Budgeterstellung verknüpft. Die Auswahl der richtigen Investitionsprojekte hat erheblichen Einfluss auf den zukünftigen Unternehmenserfolg. Investitionsprojekte werden daher anhand des Rate-of-Return-Konzepts

evaluiert. Weiters wird im Rahmen der jährlichen Strategieplanung eine Corporate-Value-Analyse durchgeführt. Hierbei erfolgt eine kritische Prüfung, inwiefern die aktuelle Strategie das Wertsteigerungsziel des Konzerns widerspiegelt.

Kostenmanagement ist sowohl bei der Umsetzung von Investitionsprojekten als auch im laufenden Geschäft essenziell, um das Ziel eines ROACE von 13% über den Geschäftszyklus zu erreichen. Kostenziele werden sowohl relativ zu Produktionskennzahlen (z.B. Produktionskosten/ boe) als auch als absolute Beträge der zu erzielenden Kostensenkungen formuliert. Besonderes Augenmerk wurde stets auf die solide Finanzierungsstruktur und das Working Capital Management gelegt, um das Investment Grade Kredit-Rating von OMV zu halten.

OMV trägt ihrer Strategie durch die Balanced Scorecard (BSC) Rechnung, die sowohl für den Gesamtkonzern als auch für die einzelnen Geschäftsbereiche vorliegt. Die strategische Zielerreichung in jeder einzelnen Kerndimension unserer Strategie wird anhand verschiedener finanzieller und nicht-finanzieller Kennzahlen (interne Geschäftsprozesse, Kunden, Markt, Bildung und Wachstumsziele) gemessen. Im Rahmen der finanziellen Zielsetzung sind Kostenziele ein wesentliches Element. Die BSC trägt dazu bei, die Strategieumsetzung konzernweit voranzutreiben.

Die OMV Strategie und deren erfolgreiche Umsetzung auf Basis des oben kurz beschriebenen Rahmens stellen die Grundlage eines attraktiven langfristigen Ertragspotenzials für Investoren dar.

Wertorientierte Kennzahlen %
Ziele 1) 2010 2009 2008 2007 2006
Return On Average Capital Employed (ROACE) 13 10 6 12 16 18
Eigenkapitalverzinsung (ROE) 16–18 11 7 16 19 20
Verschuldungsgrad <–
30
46 33 37 24 7
Ausschüttungsgrad 30 32 2) 52 22 24 23

1) Werte basieren auf Mittelfristannahmen.

2) Basierend auf dem Dividendenvorschlag an die Hauptversammlung 2011 in Höhe von EUR 1,00 je Aktie.

Rentabilität als Messgröße zur Umsetzung von Strategien und Investitionsvorhaben

OMV Aktie und Anleihen

Das Börsenjahr 2010 gestaltete sich, insbesondere auf Grund der Finanzschwierigkeiten einiger Euroländer, sehr volatil. Obwohl sich die OMV Aktie dieser generellen volatilen Marktentwicklung nicht entziehen konnte, blieb sie mit einem Schlusskurs von EUR 31,10 auf Jahressicht stabil.

Börsenjahr 2010: Positive Entwicklung der Märkte auf Jahressicht, trotz volatiler Kursentwicklung

Die internationalen Märkte starteten das Jahr 2010 mit dem höchsten Wert seit Beginn der globalen Finanzkrise in 2008. Die positive Grundstimmung an den europäischen Aktienmärkten wurde letztes Jahr jedoch insbesondere durch die von der Schuldenkrise betroffenen Länder Griechenland und Irland getrübt. Der FTSE Global Energy Index, der die weltweit größten Öl- und Gasunternehmen beinhaltet, stieg 2010 um 8%. International gesehen verzeichneten alle wesentlichen Indizes mit Ausnahme des Nikkei (-3%) auf Jahressicht größtenteils deutliche Gewinne (DAX +16%, Dow Jones +11%, FTSEurofirst 100 +4%). Auch der Wiener Aktienmarkt folgte diesem Trend, sodass der österreichische Leitindex ATX auf Jahressicht 16% an Wert gewinnen konnte.

Kursentwicklung und Umsätze der OMV Aktie Nachdem die OMV Aktie mit EUR 30,70 ins Jahr 2010 gestartet war, erreichte sie bis ca. Mitte des Jahrs, dem nationalen und internationalen Trend folgend, den Jahrestiefstwert von EUR 24,12. Bis zum Jahresende konnte die OMV Aktie diese Verluste jedoch zur Gänze wieder wettmachen (Kurs am 31. Dezember 2010: EUR 31,10) und verzeichnete somit auf Jahressicht einen leichten Anstieg von 1%. Berücksichtigt man die am 1. Juni 2010 ausgeschüttete Dividende von EUR 1,00 je Aktie, ergibt sich für die Aktionäre ein Wertzuwachs von 5% für 2010. Die Marktkapitalisierung der OMV Aktie betrug per Jahresende über EUR 9 Mrd. Die gesamte Aktienkapitalisierung österreichischer Werte an der Wiener Börse stieg um 18% auf EUR 91 Mrd. Das wieder leicht positive Börsenumfeld sowie Neunotierungen und Kapitalerhöhungen führten nach zwei schwachen Jahren wieder zu einem leichten Anstieg der Umsätze an der Wiener Börse. Die Aktienumsätze stiegen um 1% auf EUR 74 Mrd. Die Umsätze der OMV Aktie hingegen, gingen verglichen zu 2009 um 7% auf EUR 7,7 Mrd zurück. Der OMV Anteil am Aktienumsatz der Wiener Börse betrug 10%.

Leichter Anstieg der OMV Aktie auf Jahressicht

OMV Aktie ISIN: AT0000743059
Börsennotierungen Wien, USA (ADR Level I)
Ticker Wiener Börse: OMV
Reuters: OMVV.VI
Bloomberg: OMV AV
ADR Informationen Sponsored Level I und Rule
144A, 1 ADR entspricht 1 Aktie
Depositary JPMorgan Chase & Co
PO Box 64504,
St. Paul, MN 55164-0504, USA
Custodian UniCredit Bank Austria AG,
Julius Tandler-Platz 3, 1090 Wien
Level I OMVKY, CUSIP: 670875509
ISIN: US6708755094
Rule 144A OMVZY, CUSIP: 670875301
ISIN: US6708753016
OMV Eurobonds ISIN: XS0422624980
Laufzeit; Zinssatz 2009 bis 7. April 2014; 6,250%
ISIN: XS0434993431
2009 bis 22. Juni 2016; 5,250%
ISIN: XS0485316102
2010 bis 10. Februar 2020; 4,375%

Ergebnisse der Hauptversammlung

Die wesentlichen Punkte der ordentlichen Hauptversammlung vom 26. Mai 2010 waren der Beschluss einer Dividende von EUR 1,00 je Aktie für das Geschäftsjahr 2009 sowie die Genehmigung des Long Term Incentive Plans 2010, welcher ein langfristiges Vergütungsinstrument für die Vorstandsmitglieder und ausgewählte Führungskräfte ist und die mittel- und langfristige Wertschöpfung in OMV fördern soll. Durch die Ausübung von bereits bestehenden Optionsprogrammen wurden 16.500 eigene Aktien wieder abgegeben (nähere Informationen zum Aktienoptionsplan finden Sie in der Anhangangabe 29 und unter www.omv.com).

Mitarbeiterbeteiligungsprogramm im Herbst durchgeführt Im Herbst 2010 gab es wie in den vergangenen Jahren ein Mitarbeiterbeteiligungsmodell im Zuge dessen Mitarbeiter beim Erwerb von jeweils drei Aktien eine Gratisaktie erhielten, wobei eine Behaltefrist von zwei Jahren gilt.

Insgesamt hielt OMV per Jahresende 2010 durch die letzten Aktienrückkaufprogramme 1.203.195 eigene Aktien bzw. 0,40% des Grundkapitals. Die Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien betrug somit 298.796.805 Stück. Das Grundkapital der OMV Aktiengesellschaft beträgt EUR 300.000.000 und besteht aus 300.000.000 auf Inhaber lautende Stückaktien.

Bei der nächsten Hauptversammlung am 17. Mai 2011 wird der Vorstand erneut eine Dividende von EUR 1,00 je Aktie vorschlagen. Dies entspricht dem Vorjahresniveau und stellt einen attraktiven Ausschüttungsgrad von 32% dar. Die Dividendenrendite, gemessen am Schlusskurs des Jahrs 2010, würde somit etwa 3,2% betragen.

Kredit-Rating

In 2010 konnte OMV das von internationalen Rating-Agenturen vergebene Kredit-Rating (A3/ Moody's und A-/Fitch) weiterhin erfolgreich halten. Die starke Bonität des OMV Konzerns wird außerdem durch die mit einem stabilen Ausblick versehene Rating-Einschätzung der Agentur Moody's unterstrichen. Auf Grund der offenen Refinanzierung der Akquisition der Mehrheit an Petrol Ofisi, hat Fitch das Rating von OMV im Oktober 2010 auf "Negative Watch" gestellt und anschließend im Februar 2011 auf "Negative Outlook" geändert.

Anleihen

Im Februar 2010 hat OMV, im Rahmen ihres Euro Medium Term Note (EMTN) Programms, eine weitere EUR 500 Mio Anleihe mit einer Laufzeit von zehn Jahren platziert.

OMV Aktionärsstruktur

Die OMV Aktionärsstruktur blieb im abgelaufenen Jahr unverändert und setzt sich per Jahresende 2010 aus 48,5% Streubesitz, 31,5% ÖIAG (vertritt den österreichischen Staat) und 20,0% International Petroleum Investment Company (IPIC) zusammen. Das Grundkapital von OMV besteht aus Stammaktien und es gilt das Prinzip "one share – one vote", d.h. keine Aktie ist mit besonderen Rechten ausgestattet. Zwischen den Kernaktionären IPIC und ÖIAG besteht ein Syndikatsvertrag, der ein gemeinsames Verhalten sowie Übertragungsbeschränkungen bezüglich der gehaltenen Aktien vorsieht.

OMV Capital Markets Day

Im Mai 2010 lud OMV Analysten und institutionelle Investoren zu einem zweitägigen Capital Markets Day in Wien ein, bei dem die OMV Vorstandsmitglieder nicht nur ein Update über operativ und strategisch relevante Themen innerhalb des OMV Konzerns gaben, bzw. die aktuellen volkswirtschaftlichen und finanzmarkttechnischen Herausforderungen beschrieben, sondern auch die Möglichkeit zur persönlichen Diskussion boten. Am zweiten Tag konnten sich die rund 70 Gäste durch den Besuch des Central European Gas Hubs sowie der Raffinerie Schwechat vom Einsatz modernster Technologien überzeugen und sich beim Besuch einer der jüngsten Raststationen Österreichs persönlich ein Bild von der umfassenden Service-Palette und den hohen Qualitätsstandards einer state-of-the-art OMV Tankstelle machen. Alle am Capital Markets Day gehaltenen Präsentationen finden Sie auf unserer Homepage www.omv.com > Investor Relations > Events.

Investor Relations Aktivitäten

Auf zahlreichen Roadshows und Konferenzen in Europa und Amerika konnten der Vorstand und das Investor Relations Team den Kontakt mit Analysten und Investoren pflegen und vertiefen. In Summe fanden rund 200 Einzelgespräche und Gruppenpräsentationen statt, an denen mehr als 600 Interessierte teilnahmen. Insgesamt widmeten die Vorstände in direkten Gesprächen rund 270 Stunden der Information von Investoren und Analysten. Um Transparenz, Service und Aktualität zu gewährleisten, werden alle wichtigen Informationen und Neuigkeiten für Analysten und Investoren laufend im Internet unter www.omv.com veröffentlicht.

Finanzkalender Termin 1)
Trading Statement Q4 2010 4. Februar 2011
Ergebnis Jänner–Dezember und Q4 2010 23. Februar 2011
Veröffentlichung Geschäftsbericht 2010 März 2011
Trading Statement Q1 2011 28. April 2011
Nachweisstichtag für die Hauptversammlung 7. Mai 2011
Ergebnis Jänner–März 2011 11. Mai 2011
Ordentliche Hauptversammlung 17. Mai 2011
Dividenden-Extag 23. Mai 2011
Dividenden-Zahltag 24. Mai 2011
Trading Statement Q2 2011 22. Juli 2011
Ergebnis Jänner–Juni und Q2 2011 10. August 2011
Trading Statement Q3 2011 21. Oktober 2011
Ergebnis Jänner–Sept. und Q3 2011 9. November 2011

1) Die genannten Termine sind vorläufig und bedürfen der Bestätigung. Die aktuellen Termine finden Sie unter: www.omv.com > Investor Relations > Events

Investor Relations Kontakt

Angelika Altendorfer-Zwerenz OMV Aktiengesellschaft Trabrennstraße 6-8, 1020 Wien Tel.: +43 1 40440-21600 Fax: +43 1 40440-621600 E-Mail: [email protected] Für Geschäfts- und Quartalsberichte kontaktieren Sie uns bitte oder nutzen Sie das OMV Bestellservice unter www.omv.com > Investor Relations > Bestellservice.

Auf einen Blick in EUR
2010 2009 2008 2007 2006
Anzahl der ausstehenden Aktien in Mio Stück 1) 298,80 298,78 298,75 298,73 298,71
Marktkapitalisierung in EUR Mrd 1) 9,29 9,17 5,59 16,56 12,84
Aktienumsatz Wiener Börse in EUR Mrd 7,78 8,36 15,68 19,84 22,59
Höchstkurs des Jahrs 32,63 31,00 57,80 55,42 59,86
Tiefstkurs des Jahrs 24,12 18,02 16,70 39,10 37,20
Schlusskurs 1) 31,10 30,70 18,72 55,42 42,99
Ergebnis je Aktie 3,08 1,91 4,60 5,29 4,64
Buchwert je Aktie 30,39 27,10 24,77 27,24 23,36
Cashflow 2) je Aktie 9,66 6,18 10,76 6,92 6,80
Dividende je Aktie 1,00 3) 1,00 1,00 1,25 1,05
Ausschüttungsgrad in % 32 52 22 24 23
Dividendenrendite in % 1) 3,22 3,26 5,34 2,26 2,44
Total Shareholder Return in % 4) 5 69 –64 31 –11

1) Per 31. Dezember. 2) Aus der Betriebstätigkeit. 3) Dividendenvorschlag. 4) Ohne Reinvestition der Dividende.

Aktuelle Informationen im Internet

Wirtschaftliches Umfeld

Stabilisierung der Weltwirtschaft

Die Weltwirtschaftslage hat sich 2010 wieder stabilisiert und das reale Wachstum gegenüber dem Krisenjahr 2009 betrug rund 4%. Der Welthandel expandierte, begünstigt durch den Basisjahreffekt und steigende Rohstoffpreise, um 16%. In den OECD-Ländern trug vor allem die Erholung der Exportnachfrage zum Aufschwung bei und das Bruttoinlandsprodukt (BIP) war um 2,8% höher als im Vorjahr. Die längerfristigen Folgen der Finanz- und Wirtschaftkrise zeigten sich anhand der Volatilität der Währungskurse und der steigenden Staatsverschuldung. Die Wirtschaftsleistung der Schwellen- und Entwicklungsländer stieg um 7% und stützte sich überwiegend auf eine lebhafte Inlandsnachfrage.

BIP-Anstieg im Euroraum

In der Europäischen Union verlief die Konjunkturerholung uneinheitlich. EU-Länder mit einer wettbewerbsfähigen Exportindustrie konnten vom internationalen Aufschwung am meisten profitieren. EU-Länder, deren Konjunktur auf einem Immobilienboom oder hohen Staatsausgaben basierte, litten hingegen an harten Budgetsanierungsmaßnahmen und am mangelnden Vertrauen des Finanzmarkts. Zur Stabilisierung wurde ein eigener EU-Krisenmechanismus eingerichtet. Im Durchschnitt stieg das BIP im Euroraum um 1,7%. Der private Konsum erhöhte sich um fast 1%, die Investitionen um fast 2%.

In Deutschland waren die Ausweitung der Exporte um 14% und der Investitionen um 10% die Hauptkomponenten des 3,6%igen BIP-Wachstums. Österreichs Wirtschaft wuchs real um 2,0%, wobei die um 11% höhere Exportnachfrage den stärksten Wachstumsbeitrag leisten konnte. Die Investitionen stagnierten und der private Konsum wuchs nur halb so stark wie das BIP. In den neuen EU-Mitgliedsländern entwickelte sich die Wirtschaftslage weiterhin sehr unterschiedlich. Die Bandbreite der BIP-Wachstumsraten lag zwischen +3,8% und –1,2%. In Rumänien bewirkten die Folgen der tiefen Rezession einen weiteren Rückgang der Wirtschaftsleistung im Jahr 2010 um 1,2%. Die Zurückhaltung bei Investitionen und der durch Lohnkürzungen gedämpfte private Konsum konnte auch durch den kräftigen Anstieg der Exportnachfrage nicht kompensiert werden. Die Türkei verzeichnete 2010 mit einem

Plus von 7,5% das stärkste BIP-Wachstum aller europäischen Länder. Exporte und Industrieproduktion wuchsen fast doppelt so stark. Der private Konsum expandierte um über 6% und die Arbeitslosenrate ging auf 11% zurück.

Nach dem der Weltölverbrauch 2008 und 2009 rückläufig war, kam es 2010 zum zweitgrößten Anstieg der letzten 30 Jahre. Die Ölnachfrage stieg um 3,4% bzw. um 2,9 Mio bbl/d auf 87,9 Mio bbl/d. Davon entfiel ein Plus von 5,6% bzw. 2,2 Mio bbl/d auf die Nicht-OECD-Länder. Der Zuwachs in der OECD-Region betrug 0,7 Mio bbl/d bzw. 1,5%. Die weltweite Ölproduktion wurde um 2,5% auf 87,3 Mio bbl/d gesteigert, womit sich die in den letzten beiden Jahren aufgebauten Lagerbestände um 0,6 Mio bbl/d verringerten. Die OPEC erhöhte die Tagesproduktion auf 29,2 Mio bbl Rohöl und 5,3 Mio bbl/d NGL. Mit einer gesamten Produktionsausweitung von 1,0 Mio bbl/d wurde ein Marktanteil von rund 40% erreicht.

Der Preis für Brent-Rohöl zeigte, ausgehend von einem Preisniveau von knapp USD 78/bbl, zunächst eine deutlich geringere Volatilität als in den Vorjahren. Angesichts des relativ stabilen Preisbands wurden die bestehenden Produktionsziele der OPEC-Länder unverändert beibehalten. Im vierten Quartal zeigte der Ölpreis eine klare Aufwärtstendenz und erreichte in der letzten Dezemberwoche den Jahreshöchstpreis von USD 94,00/bbl. Der Durchschnittspreis 2010 betrug USD 79,50/bbl und lag damit um 29% über dem Vorjahreswert von USD 61,67/bbl. Der Durchschnittspreis für Urals, dem Referenzpreis

für Rumänien, betrug USD 78,29/bbl. Am Rotterdamer Produktenmarkt lagen die Notierungen in EUR/t für die Hauptproduktgruppen um 35-40% über dem Vorjahresniveau. Die nordwesteuropäische Raffineriemarge zeigte sich um etwa 20% schwächer als 2009.

Der EUR-USD-Wechselkurs betrug im Jahresdurchschnitt 1,33 gegenüber 1,39 im Vorjahr. Der EUR verlor somit gegenüber der US-Währung 5% an Wert.

Die vorliegenden Markttrends lassen einen Anstieg des Primärenergieverbrauchs in Österreich um ca. 4% auf über 1.400 Petajoule erwarten. Der temperaturbedingte Mehrverbrauch im Raumwärmemarkt betrug rund 7%, der Stromverbrauch nahm um über 4% zu. Auf Grund der um 5% rückläufigen Wasserkrafterzeugung musste die Stromproduktion der kalorischen Kraftwerke um 19% erhöht werden. Der Erdgasverbrauch stieg gegenüber dem Vorjahr um 9% auf einen neuen Rekordwert von 9,6 Mrd m³. Im Bereich der kalorischen Kraftwerke nahm der Verbrauch deutlich zu. Die Inlandsgasproduktion stieg um 3% auf 1,7 Mrd m³, die Nettoimporte blieben um 6% bzw. 0,4 Mrd m³ unter dem Vorjahresniveau. Im Jahresverlauf wurden netto 0,7 Mrd m³ aus den Speichern entnommen. In den insgesamt 4,5 Mrd m³ fassenden Erdgasspeichern lagerten per 31. Dezember 2010 3,0 Mrd m³ Erdgas.

Der Mineralölproduktenabsatz in dem für OMV relevanten Markt (Mittel- und Südosteuropa sowie Türkei) ging 2010 um ca. 1% auf rund 101 Mio t zurück. Der Absatz von Ottotreibstoffen sank um 6%, der Dieselabsatz stagnierte. Deutliche Absatzsteigerungen konnten bei Schmierstoffen (+13%), Bitumen (+10%) und Flugpetroleum (+7%) erzielt werden. Der Verbrauch von Heizöl Schwer verminderte sich hingegen um über 30%, was vor allem durch niedrigere Einsatzmengen in Kraftwerken und der Industrie bedingt war.

In der Marktregion Mittel- und Osteuropa (Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Österreich, Slowakei, Slowenien, Süddeutschland, Tschechische Republik und Ungarn) stagnierte das Gesamtmarktvolumen bei knapp 58 Mio t.

Dabei stieg der Gesamtabsatz in Österreich um 2% auf 11,5 Mio t. Bei den Treibstoffen nahm die Nachfrage bei Benzin um 2% ab während sie bei Dieselkraftstoff um 4% zunahm. Der Absatz von Flugturbinenkraftstoff legte um 7% zu, der Absatz von schweren Heizölsorten um 9%. Die Nachfrage nach Heizöl Extraleicht blieb, trotz Belebung in der zweiten Jahreshälfte, um ca. 2% unter dem Vorjahresniveau.

In Südosteuropa (Bulgarien, Moldawien, Rumänien und Serbien) fiel das Gesamtmarktvolumen um ca. 10% auf 15 Mio t, wobei alle Hauptprodukte betroffen waren.

In der Türkei stieg die Nachfrage nach Mineralölprodukten um 2% auf rund 28 Mio t. Die Treibstoffnachfrage stieg dabei um 1% (Benzin -8%, Diesel +2%). Markante Veränderungen gab es sowohl bei Heizölen (-44%) als auch bei sonstigen Produkten (+11%).

Bei Polyolefinen blieb die Nachfrage in Westeuropa nach Polyethylen gegenüber 2009 nahezu unverändert, bei Polypropylen stieg sie um 2%. Die Auslastung der Cracker stieg von rund 80% auf 85%. Bei steigendem Preisniveau zeigte sich auch die integrierte Industriemarge deutlich erholt.

Rückgang der Nachfrage in Südosteuropa ...

... aber Anstieg in der Türkei

"Wie lassen sich Erdöl und Gas perfekt ergänzen?"

Jaap Huijskes OMV Vorstand für E&P

"Mit der richtigen Portion Strom."

Werner Auli OMV Vorstand für G&P

Exploration und Produktion

Der Geschäftsbereich Exploration und Produktion (E&P) war 2010 von der Belebung des allgemeinen wirtschaftlichen Umfelds positiv beeinflusst und profitierte von einem steigenden Ölpreis. Die Gesamtproduktion lag 2010 geringfügig über dem Niveau von 2009 und 2008. Zu den strategischen Highlights gehörten die Unterzeichnung des Vertrags über den Erwerb des E&P-Geschäfts von Petronas in Pakistan sowie Explorationserfolge in Tunesien und in der Region Kurdistan im Irak.

Weitere Verbesserung der HSSE-Leistungen (Gesundheit, Sicherheit, Umwelt)

HSSE hat erste Priorität. Die jährliche Lost Time Injury Rate (LTIR) konnte im Lauf des Jahrs kontinuierlich gesenkt werden. Bedauerlicherweise wurde trotz dieser positiven Entwicklung das Ziel einer Reduktion der Zahl der tödlichen Unfälle auf Null nicht erreicht. OMV hatte 2010 leider vier Todesfälle im Geschäftsbereich E&P zu beklagen.

EBIT vor Sondereffekten +38%

Produktion leicht über Vorjahresniveau

Starkes Ergebnis

Das EBIT stieg vor allem auf Grund höherer Ölund Gaspreise um 25% auf EUR 1.816 Mio (davon Petrom: EUR 715 Mio). Der durchschnittlich realisierte Ölpreis stieg um 21%, der durchschnittlich realisierte Gaspreis in EUR um 7%. Die größte Einzelinvestition erfolgte im Jemen (Habban). E&P investierte auch stark in Rumänien, Österreich und Kasachstan. Die Investitionen beliefen sich auf insgesamt EUR 1.252 Mio. Sondereffekte betrafen vor allem außerordentliche Abschreibungen in Bardolino (Großbritannien), Komsomolskoe (Kasachstan) und Strasshof (Österreich) sowie Personalrestrukturierungskosten in Rumänien und Österreich. Damit stieg das EBIT vor Sondereffekten um 38% auf EUR 2.099 Mio (davon Petrom: EUR 841 Mio).

Die Produktion von Erdöl, NGL und Erdgas lag bei 115,9 Mio boe (davon Petrom: 67,1 Mio boe) und damit leicht über dem Niveau der beiden Jahre davor. Im Schnitt belief sich die Förderrate auf 318.000 boe/d (davon Petrom: 184.000 boe/d). In Rumänien wurde der natürliche Produktionsabfall niedrig gehalten, während die Mengen in Österreich und Libyen über 2009 lagen und daher einen kräftigen Beitrag zur Gesamtproduktion leisteten. Auf Grund von verzögerten Produktionsstarts und operativen Schwierigkeiten in Kasachstan, Großbritannien und Neuseeland konnte OMV jedoch das Produktionsziel von 325.000 boe/d nicht erreichen. Im internationalen Portfolio (alle Aktivitäten ausser Rumänien und Österreich) stieg die Produktion um fast 7%. Die Produktionskosten/boe exklusive Lizenzgebühren (OPEX/boe) stiegen um 6,7% auf USD 12,8 (2009: USD 12,0). Diese Zunahme ist weitgehend auf eine Änderung der Berechnung der Produktionskosten/boe (der Eigenverbrauch wird nicht mehr einbezogen) zurückzuführen. Durch diese Änderung erhöhten sich die Produktionskosten 2010 um USD 0,6/boe, während sie sonst auf vergleichbarem Niveau liegen würden.

Erweiterung des Explorationsportfolios

2010 akquirierte OMV 12.080 km² Seismik (Nettoanteil OMV: 6.996 km²). 20 Explorationsund zehn Erweiterungsbohrungen wurden abgeteuft, inklusive acht Bohrungen, welche 2011 abgeschlossen werden. Die Erfolgsquote der Explorationsbohrungen betrug 27% (inklusive Erweiterungsbohrungen 45%). In der Nawara-Produktionskonzession in Südtunesien schloss OMV 2010 eine Bohrkampagne ab, die zu insgesamt neun Funden in Folge führte. OMV verzeichnete auch zwei Explorationserfolge in der Region Kurdistan im Irak (in den Blöcken Rovi und Sarta). Die sicheren Öl- und Gasreserven per 31. Dezember 2010 betrugen 1.153 Mio boe (davon Petrom: 832 Mio boe), die sicheren und wahrscheinlichen Öl- und Gasreserven beliefen sich auf 1.728 Mio boe (davon Petrom: 1.172 Mio boe). Damit stieg

Auf einen Blick
2010 2009 D
Bereichsumsatz in EUR Mio 4.666 3.797 23%
Betriebserfolg (EBIT) in EUR Mio 1.816 1.450 25%
Investitionen in EUR Mio 1.252 1.500 –17%
Produktion in Mio boe 115,9 115,5 0%
Sichere Reserven zum 31. Dezember in Mio boe 1.153 1.188 –3%

die Reservenersatzrate im 3-Jahres-Durchschnitt auf 82% (2009: 71%). In Rumänien und Österreich konnte sie auf 66% gesteigert werden (2009: 57%). Im internationalen Portfolio, in das die Reserven aus den jüngsten Akquisitionen (nachstehend erläutert) nicht einbezogen sind, da die Transaktionen 2010 noch nicht abgeschlossen waren, stieg die Rate auf 119% (2009: 105%).

OMV Kernländer Rumänien und Österreich

In Rumänien konzentrierte OMV ihre Bemühungen darauf, den natürlichen Produktionsabfall gering zu halten. Die Produktion lag im Schnitt bei 173.900 boe/d (2009: 180.800 boe/d). Die Reservenersatzrate konnte auf 72% erhöht und damit das dritte Jahr in Folge über dem 70%-Ziel gehalten werden. Sieben Neuentwicklungsprojekte mit dem Schwerpunkt auf Wasser- und Dampfinjektion wurden 2010 in Angriff genommen oder fortgesetzt, was zu einer Verlagerung der Investitionen innerhalb von E&P führen wird. Die Errichtung der Kompressorstation in Hurezani wurde erfolgreich abgeschlossen, die Gaslieferung begann im Mai 2010. In den Feldern Lebada Est und Lebada Vest wurde eine mehrphasige Offshore-Bohrkampagne erfolgreich abgeschlossen. Die vom Joint Venture zwischen Petrom und ExxonMobil im Offshore Block Neptun akquirierte 3D-Seismik wurde 2010 prozessiert und ausgewertet. Zudem wurden zwei weitere Joint Ventures mit Petrofac bzw. PetroSantander mit dem Ziel einer Produktionssteigerung in 18 Feldern vereinbart.

Die Produktion in Österreich entwickelte sich 2010 gut. Hauptsächlich auf Grund von Workover-Aktivitäten sowie über den Erwartungen liegenden Förderleistung der Bohrungen stieg die Produktion 2010 auf 42.100 boe/d (2009: 40.300 boe/d). Um den natürlichen Produktionsabfall weiter zu verringern, wurde ein Operations Excellence Programm zur Optimierung des Produktionssystems gestartet. 2010 wurde auch ein Wasserinjektions-Pilotprojekt erfolgreich durchgeführt. In Strasshof zeigte eine technische Evaluierung, dass die von uns ursprünglich erwartete Förderleistung nicht erreicht werden wird, was zu einer außerordentlichen Abschreibung führte.

Internationales OMV Portfolio

In Pakistan unterzeichnete OMV einen Vertrag

über den Erwerb des E&P-Geschäfts von Petronas. Diese Akquisition wird die Position von OMV als größter ausländischer Gasproduzent weiter stärken, wobei ein Anstieg der Produktion bis 2014 auf ca. 25.000 boe/d erwartet wird. 2010 belief sich die Produktion auf 14.000 boe/d, einem ähnlichen Niveau wie 2009 (14.300 boe/d). Die erfolgreiche Explorationsbohrung Latif North-1 wurde im November 2010 in Betrieb genommen.

Im Jemen lag der Schwerpunkt auf der weiteren Entwicklung des Ölfelds Habban. Acht Entwicklungsbohrungen wurden abgeteuft. Das Projekt umfasst außerdem zentrale Verarbeitungsanlagen mit einer Bruttokapazität von 30.000 boe/d sowie eine 120 km lange Ölexportpipeline, die 2012 in Betrieb gehen soll. Unser Produktionsanteil belief sich 2010 auf 6.600 boe/d (2009: 6.300 boe/d). Um ihre Position rund um Habban weiter zu stärken, erwarb OMV Explorationsrechte für die nahegelegenen Blöcke 70 und 86. Die Explorationsbohrung Tagina South-1 war nicht fündig.

In der Region Kurdistan im Irak erweiterte OMV ihr Explorationsportfolio signifikant und ist nun in sieben Blöcken aktiv. 2010 wurden drei Explorationsbohrungen abgeteuft. OMV verzeichnete zwei Explorationserfolge in den Blöcken Rovi und Sarta. Die Pearl Petroleum Company Limited, an der OMV zu 10% beteiligt ist, steigerte 2010 die Produktion im Khor Mor Feld auf 30.000 boe/d Gas und 8.500 bbl/d Kondensate. Durch die Felder Khor Mor und Chemchemal verfügt Pearl über signifikante Gasreserven und mögliche weitere Ressourcen, darunter Kondensate und LPG.

Die OMV Produktion in Kasachstan stieg zwar um mehr als 50% auf 9.900 boe/d (2009: 6.300 boe/d), blieb damit aber unter den Erwartungen. 2010 unterzog OMV das Ölfeld Komsomolskoe einer technischen Evaluierung, die in Kombination mit der Wiedereinführung der Exportabgabe eine außerordentliche Abschreibung zur Folge hatte. In den Feldern der Tasbulat Oil Company (Tasbulat, Turkmenoi und Aktas) wurde eine Stimulierungskampagne abgeschlossen, um den natürlichen Produktionsabfall zu verlangsamen. Im Onshore-Ölfeld Kultuk, welches im Dezember 2009 erworben wurde, wurde 2010 die Akquisition von 3D-Seismik abgeschlossen.

Erweiterung des Explorationsportfolios in der Region Kurdistan im Irak

Erwerb des tunesischen E&P-Geschäfts von Pioneer

In Tunesien gelangen 2010 in der von OMV betriebenen Nawara-Förderkonzession vier Gaskondensatfunde. Diese Funde sind sowohl wirtschaftlich als auch strategisch bedeutend, da damit die Wahrscheinlichkeit weiterer wirtschaftlich aussichtsreicher Funde steigt. Darüber hinaus reichen die durch die Bohrkampagne nachgewiesenen Vorkommen aus, um den Start des South Tunisian Gas Pipeline Projekts zu rechtfertigen. Die Produktion sank allerdings vor allem wegen des natürlichen Produktionsabfalls in den reifen Feldern Ashtart und TPS auf 6.500 boe/d (2009: 7.400 boe/d). Im Februar 2011, schloss OMV den Kauf des Pioneer E&P-Geschäfts in Tunesien ab.

In Libyen stieg die Produktion auf 32.800 bbl/d (2009: 29.400 bbl/d). Hauptgrund waren geringere Produktionsbeschränkungen durch die OPEC-Quote. In den nicht von OMV betriebenen Konzessionen wurden umfangreiche seismische Daten akquiriert und mehr als 50 Bohrungen abgeteuft.

In Ägypten evaluiert OMV derzeit Geschäftsmöglichkeiten. Künftiges Wachstum könnte entweder über Akquisitionen oder über die Entwicklung eigener Explorationsprojekte erreicht werden.

In Großbritannien stieg unsere Produktion aus den Feldern Schiehallion, Jade, Beryl, Boa, Buckland, Skene, Maclure und Bardolino auf 7.200 boe/d (2009: 6.400 boe/d). Bardolino erwies sich als kleiner als erwartet, was zu einer außerordentlichen Abschreibung führte. Mit Funden in Rosebank, Cambo und Tornado festigte OMV ihre Position westlich der Shetland-Inseln und konzentriert sich nun auf die Feldentwicklung. Mit dem Erwerb von acht weiteren Konzessionen stärkte OMV ihre Position. OMV UK hält auch Explorationslizenzen in Irland und den Färöer Inseln.

In Norwegen erwarb OMV Anteile an drei weiteren Lizenzen und vereinbarte mit Statoil, mit Wirksamkeit vom 1. Oktober 2010 15%-Punkte ihres 40%-Anteils an PL 537 gegen 30%-Punkte der Anteile von Statoil an PL 393B zu tauschen.

Die Produktion in Neuseeland erreichte zwar mit 24.700 boe/d (2009: 24.700 boe/d) das Niveau des Vorjahrs, blieb aber unter unseren Erwartungen,

was hauptsächlich auf operative Schwierigkeiten im Feld Maari zurückzuführen war. Das Maari-Satellitenfeld Manaia wurde erfolgreich in die Maari-Produktionsplattform eingebunden.

In Australien lag der Schwerpunkt auf der Vorbereitung der Bohrung Zola-1, die im Dezember 2010 im Northwest Shelf begonnen wurde.

Die Explorationsbohrung Husky-1 in der Slowakei war nicht fündig. OMV bereitet derzeit den Ausstieg aus der Slowakei vor.

Im September 2010 veräußerte Petrom ihre Vermögenswerte in Russland an ihren russischen Partner Mineral and Bio Oil Fuels Ltd.

Ausblick 2011

Erste Priorität ist die Reduktion der Zahl tödlicher Unfälle auf Null und die weitere Senkung der LTIR. E&P wird sich noch stärker auf Prozesssicherheit konzentrieren und das Kontraktorenmanagement weiter verbessern. Die zweite Priorität ist die Produktion, wobei wir für 2011 anstreben, ein ähnliches Level wie 2010 zu halten (ohne jüngste Akquisitionen und die negative Auswirkung der politischen Unruhen in Nordafrika und im Mittleren Osten). Produktionssteigerungen werden im

Jemen, durch die Inbetriebnahme zusätzlicher Fördersonden, und in Kasachstan erwartet. Die höheren Mengen sollten den natürlichen Produktionsabfall in Rumänien und Österreich kompensieren. Kostenkontrolle wird die dritte Priorität bleiben. 2011 wird sich OMV auf die Reduktion des natürlichen Produktionsrückgangs und die Steigerung der Ausbeuteraten reifer Felder in ihren zwei Kernländern Rumänien und Österreich konzentrieren. In Rumänien werden wir verstärkt auf die Maximierung der Lagerstättenausbeute fokussieren. Vorrang hat dabei insbesondere die Effektivität der Wasserinjektion, um den Lagerstättendruck zu erhalten. In Österreich werden das Operations Excellence Programm, Technologietests und die Optimierung der Wasserinjektion die Ausbeute weiter erhöhen. Im internationalen Portfolio werden wir die ersten erforderlichen Schritte setzen, um mittel- bis langfristig in jedem Land die Produktion bis zur kritischen Masse und darüber hinaus steigern zu können. Im Einklang mit ihrer Wachstumsstrategie hat OMV in 2010 einen Kaufvertrag in Pakistan unterzeichnet und den Kauf der tunesischen Tochtergesellschaften von Pioneer im Februar 2011 abgeschlossen. OMV sieht weiteres Wachstumspotenzial in der Kaspischen Region, im Mittleren Osten und in Nordafrika.

Konzentration auf Steigerung der Ausbeuterate reifer Felder

Produktion 2010
Erdöl und NGL Erdgas Gesamt
in Mio bbl in bcf in Mio boe in Mio boe
Petrom 33,3 182,3 33,7 67,1
Österreich 6,1 55,6 9,3 15,4
Nordwesteuropa 1,7 5,4 0,9 2,6
Nordafrika 14,3 14,3
Mittlerer Osten 2,4 30,7 5,1 7,5
Australien/Neuseeland 5,5 21,0 3,5 9,0
Gesamt 63,4 295,1 52,5 115,9

Sichere Reserven zum 31. Dezember 2010

Erdöl und NGL Erdgas Gesamt
in Mio bbl in bcf in Mio boe in Mio boe
Petrom 443,0 2.102,4 389,0 832,0
Österreich 48,3 414,7 69,1 117,4
Nordwesteuropa 12,3 26,1 4,3 16,6
Nordafrika 116,0 116,0
Mittlerer Osten 22,0 82,9 13,8 35,8
Australien/Neuseeland 18,4 100,7 16,8 35,2
Gesamt 659,9 2.726,7 493,0 1.153,0

Raffinerien und Marketing inklusive Petrochemie

Das Ergebnis im Bereich Raffinerien und Marketing inklusive Petrochemie (R&M) verbesserte sich gegenüber 2009 signifikant, was auf ein verbessertes wirtschaftliches Umfeld, Kosteneinsparungen und die laufende Restrukturierung von Petrom zurückzuführen war. Die Raffineriemargen erhöhten sich vor allem in Folge besserer Mitteldestillat- und Naphtha-Aufschläge. Die Petrochemie-Margen stiegen um beinahe 50% insbesondere in Folge der günstigen Entwicklung bei Propylen, tendierten allerdings gegen Jahresende abwärts. Das Marketing-Geschäft litt unter rückläufigen Margen und Verkaufsmengen. Im gesamten Bereich wurden signifikante Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen erzielt. Auch die Restrukturierung von Petrom machte signifikante Fortschritte.

Kostenkontrolle und höhere Raffineriemargen stützen Ergebnis

Ergebnissteigerung durch verbessertes Margenumfeld und höhere operative Performance

2010 war von einer Verbesserung der Produktmargen geprägt. Durch die positive Entwicklung der Mitteldestillat- und Naphtha-Aufschläge in Folge der höheren Nachfrage und der geringeren Lagerbestände erholten sich die Raffineriemargen von ihrem historischen Tief von 2009. Mit EUR 225 Mio liegt das CCS EBIT vor Sondereffekten erheblich über den EUR -222 Mio von 2009. Positive CCS-Effekte in Folge weiter steigender Rohölpreise von EUR 187 Mio (2009: EUR 172 Mio) sowie Sondereffekte von EUR 14 Mio (2009: EUR 93 Mio) führten zu einem EBIT, das ebenfalls erheblich über dem Vorjahresniveau liegt (EUR 397 Mio gegenüber EUR -143 Mio 2009).

Das Raffinerie-Ergebnis verbesserte sich gegenüber 2009 deutlich. Hauptgrund war eine höhere OMV Referenz-Raffineriemarge, da bessere Mitteldestillat- und Naphtha-Aufschläge die höheren Kosten des Eigenenergieverbrauchs mehr als ausgleichen konnten. Zusätzlich verbesserte sich die operative Performance signifikant, in erster Linie durch strenge Kostenkontrolle, Programme zur Erhöhung der Effizienz und gute Fortschritte bei der Restrukturierung von Arpechim (Verkauf des Petrochemie-Geschäfts, Stop&Go-Modus der Raffinerie). Die Kapazitätsauslastung der Raffinerien sank auf 76%, was die Auswirkungen der Revisions-Stillstände in Schwechat und Petrobrazi in Q2/10 und den insgesamt fast neunmonatigen Stillstand von Arpechim widerspiegelte. Die Raffinerie-Verkaufsmengen sanken um 6%. Das Petrochemie-Ergebnis verbesserte sich vor allem in Folge höherer Olefin-Margen gegenüber 2009 deutlich. Die Petrochemie-Verkaufsmengen lagen um 3% über 2009.

Jahresnominalkapazitäten der Raffinerien Mio t
Raffinerien West
Schwechat 9,6
Burghausen 3,6
Bayernoil (OMV Anteil) 4,6
Raffinerien Ost
Petrobrazi 4,5
Arpechim 3,5
Gesamt 25,8

Das Marketing-Geschäft war gegenüber 2009 rückläufig. Aktives Kostenmanagement im gesamten Geschäftsbereich und die fortlaufende Restrukturierung des Tankstellennetzes konnten die negativen Auswirkungen des anhaltend schwachen wirtschaftlichen Umfelds nicht kompensieren, insbesondere in osteuropäischen Ländern. Insgesamt sanken die Marketing-Verkaufsmengen gegenüber 2009 um 5%. Auch die Margen fielen unter das Vorjahresniveau.

Starke operative Performance der Raffinerien West

Die Modernisierungsmaßnahmen der Raffinerien West, welche 2009 erfolgreich abgeschlossen wurden, werden sich im Zusammenhang mit dem erwarteten mittelfristigen Wachstum der

Auf einen Blick
2010 2009 D
Bereichsumsatz in EUR Mio 18.042 13.900 30%
Betriebserfolg (EBIT) in EUR Mio 397 –143 n.m.
Investitionen in EUR Mio 1.194 1) 347 n.m.
Gesamtverkaufsmenge Raffinerieprodukte in Mio t 24,48 25,53 –4%
Marketing-Verkaufsmengen in Mio t 16,03 16,79 –5%

1) Wert beinhaltet Investitionen in Verbindung mit der Anteilserhöhung an Petrol Ofisi.

Nachfrage nach Mitteldestillaten weiter positiv auf die Rentabilität auswirken. Die OMV Referenz-Raffineriemarge stieg 2010 vor allem auf Grund höherer Mitteldestillat- und Naphtha-Aufschläge um 42%. Die operative Performance erhöhte sich außerdem durch Programme zur Erhöhung der Effizienz wie die Zentralisierung von Overhead-Funktionen des Raffinerie-Geschäfts und strenge Kostenkontrolle. In Schwechat wurde ein planmäßiger einmonatiger Revisions-Stillstand im Zeitund Budgetrahmen und ohne Arbeitsunfall mit Ausfalltagen abgeschlossen. Trotz des Stillstands lag die Kapazitätsauslastung der Raffinerien West, als Folge unserer starken vertikalen Integration, mit 88% weiterhin über dem Durchschnitt in Westeuropa. Die Investitionen betrafen 2010 vor allem Instandhaltung und HSSE-Belange.

Effizienzsteigerung im Marketing durch Konsolidierung und Kostensenkungsinitiativen

Durch die Fortsetzung einiger Projekte zur Optimierung und Effizienzsteigerung konnten die Auswirkungen des ungünstigen wirtschaftlichen Umfelds teilweise kompensiert werden. Durch Kostensenkungsinitiativen, Maßnahmen zur Prozessoptimierung sowie die Straffung der Organisation wurde eine substanzielle Verringerung der Fixkosten erzielt. Die kontinuierliche Optimierung des Tankstellennetzes in Regionen mit niedriger Integration (Verkauf des Retail-Geschäfts in Italien sowie der Verkauf von 56 Tankstellen in den deutschen Bundesländern Thüringen und Sachsen) leistete einen Beitrag zur Effizienzsteigerung. Neben der Optimierung des bestehenden Netzes liegt der Schwerpunkt im Retail-Geschäft weiterhin auf einer Premiummarken-Strategie, mit selektiven Investitionen in qualitativ hochwertige Standorte. Das Premium-Tankstellennetz von OMV generiert zusammen mit der Shop-Marke VIVA hohe Kundentreue und hilft, unseren hohen Marktanteil zu halten. Die Zahl der Tankstellen verringerte sich auf 2.291 (ohne Petrol Ofisi), während der durchschnittliche jährliche Durchsatz trotz des sich abschwächenden Marktumfelds mit 3,4 Mio Liter konstant blieb.

Das Non-Oil-Geschäft leistete einen signifikanten Ergebnisbeitrag. Nicht zuletzt durch die starke Position der Marke VIVA konnten die Shop-Umsätze trotz des weiter schwachen wirtschaftlichen Umfelds und rückläufiger Konsumausgaben auf hohem Niveau gehalten werden. 2010 wurde das Non-Oil-Geschäft durch die Einführung zusätzlicher Services (z.B. Bankdienstleistungen) weiter gestärkt. Im Commercial-Geschäft führte eine weitere Straffung der Kundenbasis zu einer verbesserten Kostenposition. Der Verkauf des Heizöl-Endkunden-Geschäfts in Österreich wird ebenfalls zur Effizienzsteigerung beitragen.

Effizienzsteigerung in Marketing

Petrom: Positive Effekte der laufenden Restrukturierung

Schwerpunkt der Aktivitäten war weiterhin die Integration und Restrukturierung von Petrom. Im Bereich Marketing lag der Fokus des Retail-Geschäfts auf der Erhaltung unseres Marktanteils in einem weiterhin ungünstigen Umfeld sowie auf der Integration und Konsolidierung des Marketing-Geschäfts von OMV und Petrom unter einem Dach: OMV Petrom Marketing. In Rumänien betrug der jährliche Durchsatz je Tankstelle 4,7 Mio Liter, während die Retail-Verkaufsmengen 2010 gegenüber 2009 entsprechend der allgemeinen Marktentwicklung um 5% sanken. Der Treibstoffabsatz des Petrom-Konzerns ging 2010 gegenüber 2009 um 7% zurück, der jährliche Durchsatz belief sich auf 4,1 Mio Liter je Tankstelle. In Moldawien wurde die Restrukturierung und Optimierung des Retail-Geschäfts fortgesetzt; das Tankstellennetz wurde um elf Standorte reduziert.

Im Commercial-Geschäft wurden die Verkaufsaktivitäten erfolgreich in OMV Petrom Marketing integriert. Das Verkaufs- und Kundencenter wurde gemäß dem Konzernstandard modernisiert und reorganisiert. Die vollständige Integration von

Petrom Aviation in das internationale Aviationgeschäft von OMV ist für 2011 geplant.

Das Tanklager-Restrukturierungsprogramm macht Fortschritte. Im Oktober 2010 wurde ein zweites, modernen westlichen Standards entsprechendes, Tanklager (Brazi) eröffnet, das bei der Optimierung der Versorgung in Ost-Rumänien eine wichtige Rolle spielen wird. Das Tanklager-Investitionsprogramm wird bis Ende 2013 fortgeführt werden, um eine vollständige Abdeckung des rumänischen Markts sicherzustellen.

Ausstieg aus Arpechim bis 2012

In Reaktion auf ein herausforderndes Marktumfeld wurden die Raffinerie-Aktivitäten von Petrom 2010 mit dem Ziel einer höheren Flexibilität der Anlagennutzung angepasst, wobei unter Nutzung der Integration mit dem Upstream-Bereich die Rohölimporte auf Null gesenkt wurden. Die

Raffinerie Arpechim befand sich 2010 fast neun Monate lang aus wirtschaftlichen Gründen außer Betrieb, was zu einer höheren Auslastung der Raffinerie in Petrobrazi, die eine höhere Konversionsrate aufweist, führte. Arpechim wird 2011 voraussichtlich ganzjährig außer Betrieb bleiben, mit dem Ziel bis spätestens 2012 endgültig auszusteigen. Der Verkauf des Petrochemie-Geschäfts von Arpechim wurde Anfang 2010 abgeschlossen. In Petrobrazi wurde ein planmäßiger, einmonatiger Revisions-Stillstand Anfang Mai 2010 im Zeitund Budgetrahmen und ohne Arbeitsunfall mit Ausfalltagen abgeschlossen. Das umfassende Modernisierungsprogramm geht planmäßig voran. Die Kapazität der Raffinerie wird auf 4,2 Mio t jährlich angepasst, womit die inländische Rohölproduktion von Petrom zur Gänze verarbeitet werden kann. Petrom wird zwischen 2010 und 2014 EUR 750 Mio in die weitere

Modernisierung und die Instandhaltung der Raffinerie Petrobrazi investieren.

Solider Ergebnisbeitrag von Borealis

Nach dem schwierigen Jahr 2009 erzielte Borealis 2010 ein sehr solides Ergebnis, auch in Folge der bereits früher ergriffenen Maßnahmen und Initiativen zur Verbesserung der Kostenposition und Effizienz von Borealis im Vergleich zur Petrochemie-Industrie. Die Margen stiegen 2010 kontinuierlich bis auf einen Höchststand im dritten Quartal, wobei die Olefin-Margen stärker profitierten als die Polyolefin-Margen. Diese Performance übertraf, nach dem von der Finanzkrise belasteten Jahr 2009, die Erwartungen. Highlight des Investitionsprogramms von Borealis in Europa war die Inbetriebnahme einer Anlage für Polyethylen niedriger Dichte in Stenungsund (Schweden) mit einer Jahreskapazität von 350.000 t. Außerdem investiert Borealis weiter in Forschung und Entwicklung, darunter die Katalysatoranlage in Linz (Österreich) und die Borstar®-Pilotanlage in Finnland. Damit wird die Weiterentwicklung der eigenen Borstar®-Technologie möglich, ein Eckpfeiler des Erfolgs von Borealis im Polyolefin-Geschäft und das Rückgrat der Innovationsstrategie des Unternehmens. 2010 begab Borealis erfolgreich ihre erste Anleihe in Österreich, womit eine vorteilhafte Diversifizierung des Finanzierungsportfolios erreicht wurde. Die geringe Nettoverschuldung von Borealis ermöglicht dem Unternehmen, während des gesamten Konjunkturzyklus in Wachstumsprojekte zu investieren.

Borouge – ein 40:60-Joint Venture zwischen Borealis und der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) – lieferte einen positiven Beitrag zum Borealis-Ergebnis. Das Projekt Borouge 2 zur Erweiterung der Produktionskapazität bei Polyolefinen auf 2 Mio t/Jahr hat in H2/10 planmäßig den Betrieb aufgenommen. Der weitere Ausbau auf 4,5 Mio t bis 2014 (Borouge 3) macht ebenfalls gute Fortschritte. Mitte 2010 unterzeichnete Borouge einen bedeutenden Bauvertrag, um diese strategische Expansion in Abu Dhabi voranzutreiben.

Übernahme der alleinigen Kontrolle an Petrol Ofisi

Im Dezember 2010 erhöhte OMV ihren Anteil an Petrol Ofisi von 41,58% auf 95,72% und erwarb damit die alleinige Kontrolle an dem türkischen

Mineralöl-Unternehmen. Petrol Ofisi ist mit einem Anteil von 27% Marktführer in der Türkei und verfügt über ein Netz von rund 2.500 Tankstellen. Der Beitrag von Petrol Ofisi zum Finanzergebnis des OMV Konzerns ging 2010 zurück. Gründe dafür waren die Auswirkungen des schwachen Marktumfelds, Einmalaufwendungen und die Abwertung der türkischen Lira gegenüber dem USD, die das Ergebnis von Petrol Ofisi belastet, da das Unternehmen weitgehend in USD finanziert ist.

Ausblick für 2011

Der Bereich R&M wird weiterhin unter dem insgesamt herausfordernden Margenumfeld leiden. Die Raffineriemargen sollten sich auf Grund einer gestiegenen Nachfrage nach Mitteldestillaten teilweise erholen. Im Petrochemie-Geschäft werden die Margen sinken, eine Folge der Erweiterung der Produktionskapazitäten der Industrie im Jahr 2010. Im Marketing-Geschäft werden sowohl die Verkaufsmengen als auch die Margen unverändert unter Druck stehen, da die westlichen Märkte auf Grund der Marktsättigung trotz der wirtschaftlichen Erholung kein Wachstum aufweisen werden und Südosteuropa noch immer unter dem Einfluss des Wirtschaftsabschwungs steht. In Q2/11 ist in der Raffinerie Schwechat ein routinemäßiger Revisions-Stillstand des Petrochemiebereichs für die Dauer von sechs Wochen geplant. Bayernoil wird in Q1/11 am Standort Neustadt einen vierwöchigen Revisions-Stillstand haben. Arpechim wird voraussichtlich ganzjährig außer Betrieb bleiben, mit dem Ziel bis spätestens 2012 auszusteigen. Weiters wird das Tanklager-Entwicklungsprogramm fortgesetzt. Der Bau der "Ethylen Pipeline Süd", welche die Petrochemie-Industrie in Bayern (Deutschland) stärken wird, wird voraussichtlich in H2/11 fertiggestellt. Im Marketing-Bereich wird die kontinuierliche Optimierung des Tankstellennetzes zu einer verbesserten Profitabilität führen. Petrol Ofisi wird 2011 vollkonsolidiert werden und somit zum OMV Marketing-Ergebnis beitragen. Ein großer Teil der Investitionen sind für die weitere Implementierung des überarbeiteten Petrobrazi Raffinerie-Investments vorgesehen. Striktes Kostenmanagement sowie eine Straffung der Organisation werden die Profitabilität von R&M weiter erhöhen.

Weiterhin herausforderndes Margenumfeld erwartet

Gas und Power

Das G&P-Ergebnis profitierte 2010 unter anderem von einer Zunahme der verkauften Transportkapazitäten; das EBIT erhöhte sich um 18%. Im Logistikbereich wurden mit der Entwicklung zusätzlicher Transportkapazitäten Vorbereitungen für den zukünftigen Bedarf getroffen, und auch beim Nabucco Projekt, wurden Fortschritte erzielt. Im Bereich Gas Supply, Marketing und Trading wurden die internationalen Aktivitäten vorangetrieben. Im Geschäftsfeld Power wird das Kraftwerk in Brazi (Rumänien) voraussichtlich im H2/11 in Betrieb genommen; gleichzeitig begannen die Bauarbeiten für das zweite Gaskraftwerk in Samsun (Türkei) sowie für den Windpark Dorobantu (Rumänien). Die Aufnahme des Terminhandels war für den Central European Gas Hub (CEGH) ein weiterer Schritt zur Stärkung seiner Position als einer der wichtigsten Gashubs in Kontinentaleuropa.

Starker Ergebnisbeitrag des Logistikbereichs Mit EUR 277 Mio lag das G&P-Ergebnis um 18% über dem des Vorjahrs (2009: EUR 235 Mio), was weitgehend einen starken Beitrag des Logistikbereichs widerspiegelte, der von höheren verkauften Transportkapazitäten profitierte. Dies war in erster Linie auf die Inbetriebnahme einer neuen Kompressorstation an der Trans-Austria-Gas (TAG) Pipeline in Q4/09 und die Eröffnung einer neuen Pipeline im inländischen Transportsystem in Q4/10 zurückzuführen. Das Ergebnis des Bereichs Gas Supply, Marketing und Trading war leicht rückläufig. Starker Druck auf die Margen in Folge von Spotpreisen, die das ganze Jahr auf niedrigem Niveau blieben, konnte durch Neuverhandlungen von Lieferverträgen und signifikant gestiegene Mengen teilweise kompensiert werden, insbesondere durch höhere Großhandelsmengen sowie eine Zunahme der Verkaufsmengen an internationalen Gashandelspunkten. In der Türkei wurden Gasmengen, die für die Versorgung des in Bau befindlichen Kraftwerks in Samsun gesichert worden waren, in einem schwierigen Marktumfeld verkauft, was das EBIT belastete. Seit Petroms Beschluss zum Ausstieg aus dem Chemie-Geschäft Ende 2009 wurde das Düngemittelwerk Doljchim nur betrieben, sofern dies für eine Optimierung der integrierten Aktivitäten von Petrom erforderlich war. Das EBIT von Doljchim verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr, da das Ergebnis 2009 von Rückstellungen für die geplante Schließung belastet war.

Gas-Logistik

Nabucco Gas Pipeline Projekt

Die Nabucco Gas Pipeline soll Europa direkten Zugang zu den großen Erdgasreserven in der Kaspischen Region und im Mittleren Osten verschaffen. Die Ratifizierung des zwischenstaatlichen Abkommens durch alle Nabucco Länder im März 2010 garantiert für die Errichtung und den Betrieb der Nabucco Gas Pipeline einen gesicherten Rechtsrahmen. Im April wurde der Vorauswahlprozess als Startphase für die Beschaffung der Teile mit langen Lieferzeiten gestartet, die zum Pipelinebau benötigt werden. Die Nabucco Partner vereinbarten auch eine Änderung des Zuleitungskonzepts: Es sind Zuleitungen zur türkisch-georgischen und zur türkisch-irakischen Grenze geplant. Die gewählte Route bietet eine breite Vielfalt möglicher Versorgungsquellen für die Nabucco Gas Pipeline, in die Gas aus der Kaspischen Region eingespeist werden soll. Im September 2010 folgte der nächste Realisierungsschritt: Drei internationale Finanzinstitutionen (EIB, EBRD und IFC) unterzeichneten ein Mandatsschreiben und gaben damit grünes Licht für die Bewertung des Projekts. Das Mandatsschreiben legt die Bedingungen fest, zu denen die drei internationalen Finanzinstitute die Prüfung des Nabucco Projekts durchführen werden, und enthält einen Hinweis auf die mögliche Höhe der Finanzierung.

Auf einen Blick
2010 2009 D
Bereichsumsatz in EUR Mio 4.365 3.273 33%
Betriebserfolg (EBIT) in EUR Mio 277 235 18%
Investitionen in EUR Mio 712 381 87%
Verkaufte Erdgasmengen in Mrd m³ 18,0 13,1 38%
Verkaufte Transportkapazität in Mrd m³ 89,2 75,3 18%
Verkaufte Speichermengen in Mio m³ 2.307 2.211 4%

Entwicklung des österreichischen Gasnetzes

2010 war für das Transportgeschäft neuerlich ein sehr erfolgreiches Jahr. Transportverträge über mehr als 89 Mrd m³/Jahr wurden abgeschlossen, (plus 18% vs. 2009), die primär auf die Inbetriebnahme einer Kompressorstation an der TAG Pipeline in Q4/09 zurückzuführen war. Mit dem Start der Baumgarten-Auersthal-Pipeline in Q4/10 wurden die Transportkapazitäten zusätzlich erweitert. Zusätzliche Erweiterung der West-Austria-Gas (WAG) Pipeline wurden 2010 erfolgreich abgeschlossen, womit sich die Kapazität der WAG- und Penta West-Pipelines 2011 weiter erhöhen wird. Mit der Unterzeichnung eines Kooperationsabkommens mit Gazprom Export über die Realisierung des South Stream Gaspipelineprojekts wurde 2010 die Basis für zukünftige zusätzliche Gaslieferungen nach Baumgarten geschaffen.

Speichergeschäft

2010 stiegen die verkauften Speichermengen verglichen zu 2009 um 4% auf 2,3 Mrd m3 . Die verkaufte Rate lag im Schnitt bei 0,868 Mio m³/h und damit um 2% höher als im Vorjahr. Der Open Season Prozess für das geplante Speicherprojekt Schönkirchen Tief (Österreich) entsprach der aktuellen Marktsituation: Überangebot an allen europäischen Handelszentren senkte die Nachfrage nach zusätzlichen Speicherkapazitäten. Da die angebotene Kapazität nicht in ausreichendem Umfang gebucht wurde, entschied OMV, die Umsetzung dieses Projekts zu verschieben. Zur Unterstützung des weiteren Wachstums des Gasspeichergeschäfts hat OMV alle relevanten Aktivitäten unter einem Dach, der OMV Gas Storage GmbH zusammengeführt. Dieses Unternehmen wurde 2010 aus der OMV Gas GmbH ausgegliedert und ist für das bestehende Speichergeschäft sowie die Entwicklung neuer nationaler und internationaler Projekte verantwortlich.

LNG-Geschäft

Die logistische Flexibilität von Liquefied Natural Gas (LNG) erhöht die Versorgungssicherheit. OMV ist zu 5% am Gate Terminal in Rotterdam beteiligt und hat eine Regasifizierungskapazität von 3 Mrd m³ gebucht. Die Inbetriebnahme wird 2011 erfolgen. Das Adria LNG Projekt wird derzeit umstrukturiert, da eine Mehrheit der Anteilseigner beschloss, die Investitionsentscheidung aufzuschieben. OMV analysiert auch andere Optionen in Kroatien und anderen Ländern.

Gas Supply, Marketing und Trading

Das Verkaufsvolumen stieg auf insgesamt 18 Mrd m³, eine Steigerung um 38% gegenüber 2009, was vor allem auf Großhandelsgeschäfte und internationale Aktivitäten von EconGas zurückzuführen war.

EconGas

Obwohl die Spotpreise wesentlich unter den langfristigen Gaspreisen lagen und daher Druck auf die Margen und folglich auf das EBIT ausübten, erzielte EconGas 2010 ein Absatzvolumen von 13,2 Mrd m³ (plus 60% im Vergleich zu 2009) und einen Nettoumsatz von EUR 3,3 Mrd. Dieser Erfolg war vor allem auf die Erweiterung der Großhandels- und Tradingaktivitäten des Unternehmens zurückzuführen. Die Eröffnung der Arad-Szeged-Pipeline zwischen Ungarn und Rumänien im Oktober 2010 wurde von EconGas begrüßt, nachdem das Unternehmen beträchtliche Kapazitäten auf der ungarischen Seite gebucht hatte. Es wird erwartet, dass dieses für die Infrastruktur in der CEE-Region grundlegende Projekt, zu einer weiteren Marktöffnung und damit zu höherer Versorgungssicherheit führen wird.

Petrom

Rumänien hatte in Folge der Wirtschaftskrise mit großen finanziellen Problemen zu kämpfen, verzeichnete 2010 aber einen um 5% höheren Gasverbrauch als im schwierigen Jahr 2009. Diese Zunahme ist allerdings im Kontext des geringeren Verbrauchs im Jänner 2009 in Folge der Unterbrechung der Gasimporte und des höheren Bezugs der Düngemittelindustrie in Folge einer zeitlich befristeten Regelung zugunsten von Kunden mit unterbrechbaren Verträgen im Jahr 2010 zu beurteilen. Gleichzeitig wirkten sich geringere interne Transfervolumina auf Grund der geringen Auslastung von Doljchim und des Stop&Go-Modus von Arpechim negativ auf den Absatz aus. In diesem Umfeld konnte Petrom die Verkaufsmengen in Rumänien um 1% steigern. Der de facto regulierte Gaspreis für inländische Produzenten wurde zuletzt in Q4/09 veröffentlicht und lag daher unverändert bei RON 495/1.000 m³. Erheblicher Anstieg der Verkaufsvolumina

G&P-Präsenz am Wachstumsmarkt Türkei

OMV Gas-Geschäft in der Türkei

Seit Mai 2009 ist OMV in dem Wachstumsmarkt Türkei über ihre 40%-Beteiligung an Enerco vertreten, einer türkischen Gashandelsgesellschaft, die bei der Ausschreibung der Gasimportlizenzen von 2005 mit 2,5 Mrd m³ Gas als größter Gewinner hervorging. Der Rückgang der Nachfrage am türkischen Gasmarkt in Folge der Rezession wurde 2010 wieder wettgemacht. Die Verkaufsmengen stiegen bereits über das Niveau vor der Krise, wobei 2,2 Mrd m³ des türkischen Gesamtverbrauchs von 37 Mrd m³ im Jahr 2010 von Enerco verkauft wurden. Unter Berücksichtigung des Anteils des privaten Sektors am türkischen Markt (ca. 16%) ist der Marktanteil von 6% ein bemerkenswerter Erfolg.

Implementierung der Strom-Strategie erfolgreich fortgesetzt

Das Geschäftsfeld Power setzte sein starkes Wachstum mit der Entwicklung und Errichtung weiterer Kraftwerke sowie dem Aufbau von Strukturen für Kraftwerksbetrieb und Stromvermarktung fort. Zusammen mit OMV Trading (der OMV Tochtergesellschaft, die für die produktund regionsübergreifenden Tradingaktivitäten gegründet wurde) baute der Bereich Stromerzeugung rechtliche und organisatorische Strukturen für seine Marketing- und Handelsaktivitäten in Zusammenhang mit Gas und Strom auf. Während der Bau des ersten Gaskraftwerks der 800 MW-Klasse in Brazi (Rumänien) planmäßig und im Rahmen des Budgets voranschreitet, begann OMV 2010 mit dem Bau eines zweiten großen Gaskraftwerks: OMV Samsun Elektrik errichtet

ein weiteres Gaskraftwerk der 800 MW-Klasse in Samsun (Türkei) mit einer geschätzten Investitionssumme von insgesamt EUR 600 Mio, das voraussichtlich rund 3% des Strombedarfs der Türkei decken wird. Der feierliche Spatenstich fand im Oktober 2010 im Beisein von Ministern aus Österreich und der Türkei statt. Die Inbetriebnahme des Niedrigemissionskraftwerks ist für 2012 geplant. Darüber hinaus wird die mögliche Errichtung eines dritten Gaskraftwerks der 800 MW-Klasse in Haiming (Deutschland) evaluiert.

Fokus auf Portfolio erneuerbarer Energien

Mit dem Baubeginn der Abwärmenutzungsanlage in Weitendorf (Österreich) im Juni 2010 hat OMV ein in der Europäischen Union einzigartiges Projekt gestartet, bei dem Strom aus der Abwärme der Gaskompressorstation an der TAG Pipeline erzeugt wird. In Zusammenarbeit mit Petrom begann OMV Power International 2010 auch mit der Errichtung ihres ersten Projekts auf dem Gebiet erneuerbarer Energien. Der Windpark Dorobantu (Rumänien) wird über 15 Windturbinen mit einer Kapazität von je 3 MW verfügen und 2011 den kommerziellen Betrieb aufnehmen.

CEGH: Einer der wichtigsten Hubs in Kontinentaleuropa

Der Central European Gas Hub steigerte 2010 das Handelsvolumen um 48% auf 34 Mrd m³. Das monatliche OTC-Handelsvolumen erreichte im Dezember 2010 mit 3,3 Mrd m³ einen neuen Höchstwert. Nach der Beteiligung der Wiener Börse am CEGH (20%) im Juni 2010 wurde das Service-Portfolio erweitert: Seit Dezember können die Kunden und internationale Clearing-Banken am Terminmarkt handeln – ein Jahr nach dem erfolgreichen Start des Spotmarkts der CEGH Gas Exchange der Wiener Börse. Das CEGH-Portfolio wird durch Clearing Services für den OTC-Handel komplettiert – Kunden können nun alle Handelsaktivitäten auf einer zentralen Plattform abwickeln. CEGH ist der weltweit einzige Gashub, der beides anbietet: das volle Spektrum an Dienstleistungen sowohl im OTC-Handel als auch im Bereich des Börsehandels ("one stop shop"-Konzept).

Ausblick für 2011

Im Logistik-Geschäft stellt die Implementierung des Dritten Energiepakets einen wesentlichen

Schwerpunkt dar. Weitere Ausbauten auf der WAG Pipeline sowie die Inbetriebnahme einer neuen Kompressorstation in Baumgarten werden die Transportkapazität 2011 weiter erhöhen. Die Entwicklung von Speicherprojekten wird weiter vorangetrieben. Die Inbetriebnahme der Bunde-Etzel-Pipeline (Deutschland) ist in H2/11 vorgesehen, die Inbetriebnahme des Speichers Etzel für 2012. Der Regasifizierungsterminal Gate in Rotterdam (OMV Anteil: 5%) soll in H2/11 seinen Betrieb aufnehmen. Auf den europäischen Gasmärkten wird die Inbetriebnahme neuer Kraftwerksprojekte die Nachfrage nach Erdgas erhöhen und verstärkte Aktivitäten zur Diversifizierung der Versorgung erforderlich machen, um eine stabile Plattform für internationales Wachstum zu schaffen. Der Schwerpunkt liegt auf der Sicherung von Liefermengen aus der Kaspischen Region und dem Mittleren Osten. Das Gas soll in Zukunft mit der geplanten Nabucco Gas Pipeline in die OMV Märkte transportiert werden. Die wichtigsten geplanten Schritte in Bezug auf Nabucco sind der Abschluss der Verhandlungen mit Lieferländern in der Kaspischen Region und der Open Season Prozess, der die Vermarktung der Transportkapazitäten zum Ziel hat. Basierend auf einem erfolgreichen Abschluss dieser Aktivitäten wird die finale Investitionsentscheidung für Nabucco getroffen werden. Mit der Gründung der OMV Trading GmbH setzt OMV einen weiteren Schritt zur Entwicklung produkt- und regionsübergreifender Tradingaktivitäten, um die Optimierungsmöglichkeiten entlang der gesamten Gas- und Stromwertschöpfungskette zu erweitern. Im Hinblick auf regionale Marktpositionen sieht OMV die Stärkung der Position in den Wachstumsmärkten in Südosteuropa und in der Türkei als Hauptziel. Die Inbetriebnahme des Gaskraftwerks Brazi (Rumänien), die Implementierung der Abwärmenutzungsanlage Weitendorf (Österreich) und die Eröffnung des OMV Windparks in Dorobantu (Rumänien) machen 2011 zu einem Jahr der Meilensteine für das OMV Stromgeschäft und markieren ihren Einstieg in die Stromerzeugung und -vermarktung. CEGH plant eine weitere Erhöhung des Handelsvolumens und der Zahl der Händler sowie eine Erweiterung der Gasbörsenfunktionen an der CEGH Gas Exchange der Wiener Börse.

Einstieg ins Strom-Geschäft in 2011

"Die Kostenminimierung wird bei uns jeden Tag gelebt."

David C. Davies OMV Finanzvorstand "Genauso wie das verantwortungsvolle Risikomanagement."

Manfred Leitner OMV Vorstand für R&M (ab 1. April 2011)

Konzernlagebericht des Vorstands

Übersicht Finanzdaten EUR Mio
2010 2009 D
Umsatzerlöse 23.323 17.917 30%
Betriebserfolg (EBIT) 2.334 1.410 66%
Jahresüberschuss vor Minderheiten 1.214 717 69%
Jahresüberschuss nach Minderheiten 921 572 61%
Cashflow aus der Betriebstätigkeit 2.886 1.847 56%
Investitionen 1) 3.207 2.355 36%
Mitarbeiter per 31. Dezember 31.398 34.676 –9%

1) Enthalten auch Akquisitionen sowie Investitionen in assoziierte Unternehmen und andere Beteiligungen; bereinigt um aktivierte Rekultivierungskosten, nicht fündige Explorationsbohrungen, Fremdkapitalkosten sowie weitere nicht als Investition definierte Zugänge.

EBIT-Steigerung um 66%

Der OMV Konzern erwirtschaftete 2010 ein starkes operatives Ergebnis von EUR 2.334 Mio und lag damit um 66% über dem Vorjahresniveau, was auf höhere Rohöl- und Gaspreise, ein besseres Margen-Umfeld, Kostensenkungen sowie positive Währungseffekte zurückzuführen ist. Die Netto-Sonderaufwendungen beziehen sich im Wesentlichen auf Abschreibungen von E&P-Assets in Großbritannien, Österreich und Kasachstan sowie auf Personalrestrukturierungen. Der Finanzerfolg lag mit EUR –373 Mio deutlich unter dem Vorjahresniveau von EUR –228 Mio, im Wesentlichen durch Aufwandsbuchungen auf Grund der verpflichtenden Anwendung von IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" im Zuge der Vollkonsolidierung der Petrol Ofisi sowie durch einen höheren Netto-Zinsaufwand, teilweise kompensiert durch einen marktbedingt stärkeren At-Equity-Beitrag von Borealis. Der effektive Konzernsteuersatz lag bei 38% (2009: 39%). Diese leichte Verbesserung ist vor allem auf den geringeren Ergebnisbeitrag der hoch besteuerten libyschen E&P-Gesellschaften sowie den höheren Ergebnisbeitrag der geringer besteuerten rumänischen Gesellschaften zurückzuführen. Der Jahresüberschuss vor Minderheiten lag mit EUR 1.214 Mio um 69% und der Jahresüberschuss nach Minderheiten mit EUR 921 Mio um 61% über dem Niveau von 2009.

Der Return On Average Capital Employed (ROACE) stieg von 6% auf 10%, der Return On fixed Assets (ROfA) von 12% auf 18%, und der Return On Equity (ROE) stieg ebenfalls von 7% auf 11%. Die Definitionen dieser Kennzahlen finden Sie in der Beilage "Abkürzungen und Definitionen" (siehe Seite 150), welche ein integraler Bestandteil des Lageberichts ist.

Im Geschäftsbereich Exploration und Produktion (E&P) wurde das Explorationsportfolio durch die Unterzeichnung eines Kaufvertrages über den Erwerb des Explorations- und Produktionsgeschäfts von Petronas in Pakistan (Abschluss der Transaktion wird für H1/11 erwartet) sowie durch zusätzliche Explorationslizenzen in Großbritannien und Norwegen gestärkt. Die Gesamtproduktion betrug 115,9 Mio boe (davon Petrom: 67,1 Mio boe) und lag damit geringfügig über dem Niveau der beiden vorangegangenen Jahre. Im Schnitt belief sich die Förderrate auf 318.000 boe/d (davon Petrom: 184.000 boe/d). In Pakistan wurde die Bohrung Latif North-1, in Großbritannien das Bardolino-Feld und in Neuseeland das Maari-Satellitenfeld Manaia in Betrieb genommen. OMV verzeichnete Explorationserfolge in Tunesien und in der Region Kurdistan im Irak. In der Nawara-Produktionskonzession in Südtunesien schloss OMV 2010 eine Bohrkampagne ab, die zum neunten Fund in Folge führte. Mit Funden in den Feldern Rosebank, Cambo und Tornado festigte OMV ihre Position westlich der Shetland-Inseln und konzentriert sich nun auf die Feldentwicklung.

Im Geschäftsbereich Raffinerien und Marketing inklusive Petrochemie (R&M) erhöhte OMV 2010 ihren Anteil an Petrol Ofisi von 41,58% auf 95,72% und erwarb somit die alleinige Kontrolle über die türkische Marketingfirma. Petrol Ofisi ist Marktführer in der Türkei mit ungefähr 27% Marktanteil und einem Tankstellennetz von ca. 2.500 Tankstellen. Das Modernisierungsprogramm in den westlichen Raffinerien wurde 2009 abgeschlossen und stärkte gemeinsam mit positiven Effekten durch höhere Mitteldestillatund Naphtaspannen sowie einer Zahl an Effizienzsteigerungsprogrammen die Position von OMVs westlichen Raffinerien. Konsolidierungsund Kosteneinsparungsinitiativen halfen dabei, die Effizienz zu steigern und somit die Effekte eines allgemein schlechten Margenumfelds auszugleichen. Das existierende Tankstellennetz wurde durch den Ausstieg aus dem Tankstellengeschäft in Italien sowie den Tankstellenverkäufen in Deutschland optimiert. In Petrom lag das Hauptaugenmerk der Aktivitäten 2010 weiterhin auf Integration und Restrukturierung. Das umfassende Modernisierungsprogramm für die Raffinerie Petrobrazi schreitet planmäßig voran. Die Jahreskapazität der Raffinerie Petrobrazi wird auf 4,2 Mio t angepasst, um die zur Verfügung stehenden Petrom Inlandsrohölmengen optimal verarbeiten zu können. Petrom plant für Modernisierung und Instandhaltung in den Jahren 2010 bis 2014 EUR 750 Mio zu investieren. Die Raffinerie Arpechim stand 2010 für fast neun Monate still, was zu einer erhöhten Auslastung der Raffinerie Petrobrazi führte. Die Raffinerie Arpechim bleibt aller Voraussicht nach 2011 weiterhin außer Betrieb, mit dem Ziel, spätestens 2012 aus der Raffinerie auszusteigen. Das Petrom Marketing-Geschäft konzentrierte sich in einem nach wie vor schwierigen Marktumfeld darauf, den Marktanteil zu halten, einhergehend mit der Integration und Zusammenführung der Marketingaktivitäten von OMV und Petrom unter einem Dach: OMV Petrom Marketing.

Im Geschäftsbereich Gas und Power (G&P) wurde im Inlandssystem eine neue Pipeline – die Baumgarten/Auersthal Pipeline – in Betrieb genommen, wodurch sich die Transportkapazität erhöhte. Mit der Ratifizierung des Intergovernmental Agreements durch alle Nabucco Länder und die Unterschrift des Mandate Letters machte das Nabucco Projekt im Jahr 2010 wichtige Fortschritte. Auf Grund des derzeit vorherrschenden Überangebots von Gas an internationalen Handelspunkten wurden die im Zuge eines Open Season Prozesses vermarkteten Kapazitäten des Speicherprojektes Schönkirchen Tief nicht ausreichend gebucht. Die Umsetzung des Projekts wurde daher verschoben. Ein Jahr nach der erfolgreichen Einführung eines Kassenmarkthandels am CEGH Gas Exchange der Wiener Börse wurde im Dezember 2010 ein Terminhandel implementiert. Mit der Gründung der OMV Trading GmbH setzte OMV einen weiteren Schritt in Richtung Aufbau von produkt- und regionsübergreifenden Handelsaktivitäten zur Erweiterung von OMVs internationalen Aktivitäten entlang der gesamten Gas- und Strom-Wertschöpfungskette. Der Baufortschritt des Kraftwerkprojekts in Rumänien am Raffineriestandort Petrobrazi verlief nach Plan. In Samsun, Türkei, startete OMV 2010 den Bau eines weiteren 800 MW Klasse Gaskraftwerks. Im April 2010 erwarb Petrom 100% an einer Projektgesellschaft, die einen Windpark mit einer geplanten Kapazität von 45 MW in der Region Dobrogea im Südosten von Rumänien entwickelt.

Betriebserfolg (EBIT)

E&P verzeichnete, vor allem auf Grund gestiegener Rohölpreise, einen EBIT-Anstieg um 25% auf EUR 1.816 Mio. Die Gesamtproduktion von Erdöl, NGL und Erdgas lag mit 318.000 boe/d leicht über dem Vorjahresniveau, da höhere Mengen aus Kasachstan, Libyen und Österreich niedrigere Mengen aus Rumänien und Tunesien kompensieren konnten. Die Erdöl- und NGL-Produktion stieg, vor allem auf Grund höherer Produktionsmengen in Kasachstan und Libyen, um 1%. Die Erdgasproduktion sank um 1%, vor allem da die Gasproduktion in Rumänien durch die Verzögerung bei der Fertigstellung wichtiger Gasfelder und den strengen Winter in Q1/10 negativ beeinflusst war. 2010 wurden Netto-Sonderaufwendungen von EUR 283 Mio gebucht, vor allem aus Abschreibungen in Großbritannien, Österreich sowie der kasachischen Aktivitäten von Petrom, welche auf durchgeführte technische Evaluierungen und die Wiedereinführung einer Export-Abgabe in Kasachstan zurückzuführen waren.

R&M verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr einen deutlichen EBIT-Anstieg, was insbesondere auf höhere Produktenmargen, Kosteneinsparungen und die fortlaufende Restrukturierung in Petrom zurückzuführen war. Das Raffinerie-Ergebnis stieg verglichen zu 2009, vor allem auf Grund des Anstiegs der OMV Referenz-Raffineriemarge, einer günstigen Entwicklung der Petrochemie-Margen (insbesondere für Propylen), Kosteneinsparungen sowie positiver Effekte aus der fortlaufenden Restrukturierung von Arpechim (Verkauf des Petrochemie-Geschäfts, Stop &

Baufortschritt der Kraftwerksprojekte im Plan

Gesamtproduktion mit 318.000 boe/d über 2009

Betriebserfolg (EBIT) EUR Mio
2010 2009 D
Exploration und Produktion (E&P) 1) 1.816 1.450 25%
Raffinerien und Marketing inkl. Petrochemie (R&M) 397 –143 n.m.
Gas und Power (G&P) 277 235 18%
Konzernbereich und Sonstiges (Kb&S) –128 –91 41%
Konsolidierung: Zwischengewinneliminierung –28 –41 –32%
OMV Konzern 2.334 1.410 66%

1) Exklusive Zwischengewinneliminierung.

Kosteneinsparungen und höhere Margen führen zu deutlicher Ergebnisverbesserung in R&M

Go-Modus der Raffinerie) deutlich. Insgesamt fiel die Kapazitätsauslastung, in Folge der Stillstände in Schwechat und Petrobrazi in Q2/10 und des Stillstands der Raffinerie Arpechim für annähernd neun Monate im Laufe des Jahrs, auf 76%. Der Raffinerie-Ausstoß ging um 6% zurück. Das Petrochemie-Ergebnis verbesserte sich im Vergleich zu 2009, insbesondere auf Grund von höheren Olefin-Margen, deutlich. Die Petrochemie-Verkaufsmengen lagen 3% über dem Niveau von 2009. Das Marketing-Ergebnis lag deutlich unter dem Vorjahresniveau, da sowohl die Volumina als auch die Margen unter der weiterhin schwachen Wirtschaftslage litten. Das EBIT beinhaltete zudem Netto-Sonderaufwendungen von EUR 14 Mio, die sich hauptsächlich auf Restrukturierungsmaßnahmen und den Verkauf von Tankstellen in Deutschland beziehen.

In G&P stieg das EBIT von EUR 235 Mio im Jahr 2009 auf EUR 277 Mio, hauptsächlich in Folge eines starken Beitrags des Logistik-Geschäfts, das von höheren verkauften Transportmengen profitierte, primär auf Grund der Inbetriebnahme einer neuen Kompressorstation auf der TAG Pipeline in Q4/09 und einer neuen Pipeline im Inlandssystem in Q4/10. Das Ergebnis des Bereichs Supply, Marketing und Trading war von starkem Druck auf die Margen geprägt, der durch Neuverhandlungen von Lieferverträgen im zweiten Halbjahr 2010 und deutlich höhere Verkaufsmengen gemildert werden konnte. Gasmengen, die für das Kraftwerk Samsun in der Türkei gesichert wurden, wurden unter schwierigen Marktbedingungen verkauft und beeinflussten daher das Ergebnis negativ. Das EBIT vor Sondereffekten zeigte einen flacheren Anstieg als das EBIT, da dieses um Kosten die im Zusammenhang mit der geplanten Schließung von Doljchim im Jahr 2009 gebucht wurden, bereinigt ist.

Das EBIT in Konzernbereich und Sonstiges (Kb&S) verringerte sich um 41% auf EUR –128 Mio, belastet durch Rückstellungen für den Long Term Incentive Plan sowie höhere Beratungskosten.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

OMV ist ein integrierter Energiekonzern. Da die Ölproduktion von E&P entweder in den eigenen Raffinerien verarbeitet oder – zum Großteil – über den Geschäftsbereich R&M (OMV Supply & Trading AG) vermarktet wird, hat der Geschäftsbereich R&M den weitaus größten Anteil am konsolidierten Konzernumsatz. Bedingt durch starke Schwankungen in den wesentlichen Einflussgrößen Rohölpreis und USD-Wechselkurse können sich beträchtliche Erhöhungen und Rückgänge bei den Umsätzen, aber auch bei den Umsatzkosten ergeben, sodass aus diesen nur eingeschränkt auf die Ergebnisauswirkung Rückschlüsse gezogen werden können. Der Auftragsstand ist für die Mineralölbranche von geringerer Aussagekraft und Relevanz.

Der 30%ige Anstieg im Konzernumsatz auf EUR 23.323 Mio spiegelt vor allem das verbesserte Marktumfeld im Jahr 2010 wider.

Der Bereichsumsatz von E&P stieg um 23% auf EUR 4.666 Mio. Grund dafür waren signifikant höhere Erdöl- und Erdgaspreise. Nach Berücksichtigung konzerninterner Umsätze von EUR 3.620 Mio ergab sich ein Beitrag zum Konzernumsatz von EUR 1.046 Mio, was einem Anteil von rund 4% am Gesamtumsatz entspricht (2009: EUR 832 Mio bzw. 5%). R&M trug EUR 18.012 Mio bzw. 77% zum Konzernumsatz bei (2009: EUR 13.875 Mio bzw. 77%). Der Bereichsumsatz in G&P stieg auf EUR 4.365 Mio (2009: EUR 3.273 Mio) an. Nach Abzug konzerninterner Umsätze mit den

Gewinn- und Verlustrechnung (Kurzfassung) EUR Mio
2010 2009 D
Umsatzerlöse 23.323 17.917 30%
Direkte Vertriebskosten –245 –213 15%
Umsatzkosten –19.188 –14.704 30%
Sonstige betriebliche Erträge 251 224 12%
Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen –1.083 –1.100 –2%
Explorationsaufwendungen, Forschung und Entwicklung –254 –253 0%
Sonstige betriebliche Aufwendungen –470 –461 2%
Betriebserfolg (EBIT) 2.334 1.410 66%
Finanzerfolg –373 –228 64%
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag –747 –465 61%
Jahresüberschuss 1.214 717 69%
Davon nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 294 145 102%
Den Eigentümern des Mutterunternehmens
zuzurechnender Jahresüberschuss 921 572 61%

Raffinerien ergab sich ein Konzernbeitrag von EUR 4.262 Mio bzw. rund 18% des Gesamtumsatzes (2009: EUR 3.205 Mio bzw. 18%).

Die regionale Umsatzaufteilung erfolgt nach dem Ort der Liefer- oder Leistungserfüllung. Unter den Absatzmärkten des Konzerns blieb Österreich mit einem Umsatz von EUR 7.518 Mio bzw. 32% des Konzernumsatzes unverändert der wichtigste (2009: EUR 6.101 Mio bzw. 34%). Die Umsätze in Deutschland stiegen von EUR 3.622 Mio im Jahr 2009 auf EUR 5.319 Mio im Jahr 2010, was einem Anteil am Gesamtumsatz von 23% entspricht (2009: 20%). Ein Anstieg war auch in Rumänien zu beobachten, der Umsatz lag dort bei EUR 3.336 Mio bzw. 14% des Konzernumsatzes (2009: EUR 3.088 Mio bzw. 17%). Umsätze in Höhe von EUR 3.342 Mio bzw. 14% des Gesamtumsatzes wurden im übrigen Mittel- und Osteuropa getätigt (2009: EUR 2.753 Mio bzw. 15%), auf die restlichen europäischen Länder entfielen EUR 1.509 Mio bzw. 6% (2009: EUR 975 Mio bzw. 5%). Die Umsätze in der übrigen Welt stiegen von EUR 1.379 Mio auf EUR 2.299 Mio, was einem Anteil von 10% am Gesamtumsatz entspricht (2009: 8%).

Die direkten Vertriebsaufwendungen betrafen hauptsächlich fremde Ausgangsfrachten und stiegen um 15% auf EUR 245 Mio.

Die Umsatzkosten, welche die variablen und fixen Produktionskosten sowie Handelswareneinsätze beinhalten, erhöhten sich um 30% auf EUR

19.188 Mio, was die Entwicklung der Umsätze widerspiegelt.

Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen mit EUR 251 Mio um 12% über dem Vorjahreswert, was größtenteils auf Verkäufe von CO2 -Emissionszertifikaten und auf 2010 erhaltene Versicherungsentschädigungen zurückzuführen ist. Daneben werden in dieser Position hauptsächlich Wechselkursgewinne, Veräußerungserlöse, und Erträge aus anderen Vergütungen sowie aus Zuschüssen und Lizenzen ausgewiesen.

Die Vertriebsaufwendungen nahmen im Vergleich zu 2009 um 6% ab und beliefen sich damit auf EUR 756 Mio.

Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen stiegen dagegen um 9% auf EUR 327 Mio.

Die Aufwendungen für Exploration lagen genau wie im Vorjahr bei EUR 239 Mio, da das Ausmaß der abgeschriebenen Explorationsaktivitäten innerhalb des Konzerns weitgehend auf demselben Niveau blieb.

Die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen stiegen leicht auf EUR 16 Mio und fielen vor allem im Bereich R&M an.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 2% zu und Explorationsaufwand auf Vorjahresniveau beliefen sich damit auf EUR 470 Mio. Während 2010 die Aufwendungen für Personallösungen in Petrom erheblich geringer waren als im Vorjahr, stiegen sie in Österreich und Deutschland entsprechend an.

Deutliche Beitragssteigerung von Borealis

Der Finanzerfolg zeigte in Summe einen Aufwand von EUR 373 Mio (2009: EUR 228 Mio). Zu dieser Aufwandserhöhung trugen sowohl das Zinsergebnis (Verschlechterung um EUR 38 Mio) als auch ein Einmaleffekt in Höhe von EUR 172 Mio aus Umwertungsverlusten im Zuge der Petrol Ofisi Akquisition bei. Das Ergebnis aus assoziierten Unternehmen betrug EUR 92 Mio (2009: EUR 66 Mio). Darin enthalten waren der in den Konzernabschluss 2010 noch einbezogene Ergebnisanteil an der türkischen Marketinggesellschaft Petrol Ofisi in Höhe von EUR –16 Mio (2009: EUR 40 Mio) sowie der Ergebnisanteil an der Borealis Gruppe von EUR 109 Mio, der in Folge des allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwungs gegenüber 2009 (EUR 12 Mio) deutlich zunahm. Die Dividendenerträge betrugen EUR 10 Mio (2009: EUR 12 Mio). Das Zinsergebnis zeigte einen Aufwandssaldo von EUR 336 Mio (2009: EUR 298 Mio), wobei der Anstieg gegenüber dem Vorjahr durch die höheren Finanzierungskosten bei den begebenen Anleihen und auch durch gestiegene Zinskomponenten bei Rückstellungen begründet ist.

Die Aufwendungen aus Ertragsteuern stiegen gegenüber 2009 um EUR 282 Mio auf EUR 747 Mio. Die laufenden Ertragsteuern lagen vor allem auf Grund des signifikanten Anstiegs des EGT mit EUR 717 Mio um EUR 170 Mio über dem Vorjahr. 2010 wurden latente Steuern in Höhe von EUR 29 Mio aufwandswirksam abgegrenzt (2009: EUR 82 Mio ertragswirksam). Der Effektivsteuersatz für den Konzern lag bei 38,1%. Die leichte Verbesserung ist vor allem durch die in Relation zum übrigen Konzernergebnis relativ geringeren Beiträge der überdurchschnittlich hoch besteuerten libyschen E&P-Gesellschaften, sowie der relativ höheren Beiträge der relativ geringer besteuerten rumänischen Gesellschaften verursacht.

Investitionen

Das Investitionsvolumen stieg deutlich auf EUR 3.207 Mio (2009: EUR 2.355 Mio) an. Wesentlich höhere Investitionen im Geschäftsbereich R&M

sowie in G&P standen gesunkenen Investitionstätigkeiten in Konzernbereich und Sonstiges (Kb&S) gegenüber. Basierend auf vorläufigen Berechnungen der erwarteten Synergien wurde im Zusammenhang mit dem Petrol Ofisi Erwerb ein Firmenwert in Höhe von EUR 100 Mio den Investitionen des Geschäftsbereichs E&P und EUR 100 Mio den Investitionen in G&P zugeordnet. Die restlichen Investitionen betreffend den Erwerb von Petrol Ofisi sind im Geschäftsbereich R&M enthalten.

In E&P wurden EUR 1.252 Mio (2009: EUR 1.500 Mio) vor allem in die Entwicklung von Feldern in Rumänien, Österreich, im Jemen, in Großbritannien und Tunesien investiert. Das Investitionsvolumen in R&M, vor allem für den Erwerb von Petrol Ofisi, Investitionen in Qualitätsverbesserungsprojekte in Österreich und Rumänien sowie in den Neu- und Umbau von Tankstellen, lag bei EUR 1.194 Mio (2009: EUR 347 Mio). Der Großteil der Investitionen in G&P, EUR 712 Mio (2009: EUR 381 Mio), stand im Zusammenhang mit dem Bau der Kraftwerke in Brazi in Rumänien und in Samsun in der Türkei, sowie mit dem Expansionsprojekt der West-Austria Gas Pipeline (WAG). Das Investitionsvolumen im Geschäftsbereich Kb&S lag bei EUR 49 Mio (2009: EUR 127 Mio).

Die Überleitung der Investitionen auf die Zugänge laut Anlagespiegel (immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen) betrifft vor allem Investitionen in Finanzanlagen, Konsolidierungskreisänderungen und nicht als Investitionen definierte Zugänge. Der Unterschied zwischen den Zugängen laut Anlagespiegel und den Investitionen laut Cashflow-Rechnung war im Bereich des immateriellen Vermögens und der Sachanlagen auf in der Periode nicht zahlungswirksame Zugänge (unter anderem Investitionsverbindlichkeiten und aktivierte Fremdkapitalkosten) zurückzuführen. Darüber hinaus sind in den Gesamtinvestitionen laut Cashflow-Rechnung zahlungswirksame Zugänge zu Finanzanlagen enthalten.

Investitionen 1) EUR Mio
2010 2009 D
Exploration und Produktion 1.252 1.500 –17%
Raffinerien und Marketing inkl. Petrochemie 1.194 347 n.m.
Gas und Power 712 381 87%
Konzernbereich und Sonstiges 49 127 –61%
Investitionen gesamt 3.207 2.355 36%
+/– Konsolidierungskreisänderungen und sonstige Adaptierungen 176 209 –16%
– Investitionen in Finanzanlagen –1.032 –361 n.m.
Zugang laut Anlagespiegel (immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen) 2.352 2.203 7%
+/– Nicht zahlungswirksame Änderungen –264 4 n.m.
Zahlungswirksame Investitionen in immaterielle Vermögenswerte
und Sachanlagen 2.088 2.206 –5%
+ Zahlungswirksame Investitionen in Beteiligungen, Ausleihungen
und sonstige Finanzanlagen 40 523 –92%
Investitionen laut Cashflow-Rechnung 2.128 2.729 –22%

1) Enthalten auch Akquisitionen sowie Investitionen in assoziierte Unternehmen und andere Beteiligungen; bereinigt um aktivierte Rekultivierungskosten, nicht fündige Explorationsbohrungen, Fremdkapitalkosten sowie weitere nicht als Investition definierte Zugänge.

Vermögens- und Kapitalstruktur

Die Bilanzsumme erhöhte sich deutlich um EUR 4.989 Mio auf EUR 26.404 Mio. Der Zuwachs im langfristigen Vermögen um EUR 3.054 Mio auf EUR 18.670 Mio ist auf getätigte Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sowie auf Erstkonsolidierungseffekte aus der Petrol Ofisi Akquisition zurückzuführen. Die laufenden Zugänge zu Sachanlagen und immateriellem Vermögen (EUR 2.352 Mio) überstiegen die Summe aus planmäßigen Abschreibungen und Abgängen um EUR 1.089 Mio. Die Anlagenintensität (inkl. immaterieller Vermögenswerte) lag bei 60% (2009: 57%).

Die Anteile an assoziierten Unternehmen

reduzierten sich insgesamt um EUR 727 Mio, wobei neben dem Umgliederungsabgang von Petrol Ofisi, die mit Ende Dezember 2010 in den Vollkonsolidierungskreis einbezogen wurde, Beteiligungsergebnisse, Fremdwährungsumrechnungsdifferenzen und sonstige Änderungen berücksichtigt wurden. Das sonstige langfristige Vermögen, das im Wesentlichen langfristige Forderungen und Ausleihungen sowie Wertpapiere enthält, stieg geringfügig auf EUR 1,261 Mio.

Der Anstieg des kurzfristigen Vermögens um EUR 1.922 Mio ist in erster Linie durch die erstmalige Vollkonsolidierung von Petrol Ofisi bedingt. Die kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen um EUR 996 Mio, die Vorräte um EUR 493 Mio.

Das Eigenkapital (inkl. Minderheitenanteile) erhöhte sich um EUR 1.278 Mio, die Eigenkapitalquote betrug 43% (2009: 47%). Neben dem Jahresüberschuss waren in erster Linie Effekte aus Wertänderungen (inkl. Umgliederungen in den Jahresüberschuss) von Fremdwährungspositionen und Hedges für den Anstieg verantwortlich, während Ausschüttungen gegenläufig wirkten.

Die Vorsorge für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen erhöhte sich geringfügig um EUR 15 Mio. Die langfristigen Rekultivierungsverpflichtungen stiegen um EUR 131 Mio, wobei Erhöhungen durch Parameteränderungen und Aufzinsungseffekte Reduktionen auf Grund von Verbräuchen gegenüberstanden.

Die erstmalige Berücksichtigung der Kredite von Petrol Ofisi, die Nettoausgabe von Bonds und die Aufnahme langfristiger Investitionskredite bei Petrom führten zu einem Anstieg der langfristigen Kredite um EUR 1.809 Mio. Die kurzfristigen Kredite – ebenfalls getrieben durch die Petrol Ofisi Erstkonsolidierung – erhöhten sich um EUR 294 Mio. Insgesamt erhöhten sich die kurz- und langfristigen Kredite, Anleihen und Finanzierungsleasingverbindlichkeiten um EUR 2.124 Mio.

Eigenkapital deutlich erhöht

Bilanz (Kurzfassung) EUR Mio
2010 % 2009 %
Aktiva
Langfristiges Vermögen 18.670 71 15.616 73
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 15.921 61 12.183 57
Anteile an assoziierten Unternehmen 1.488 6 2.215 10
Sonstiges langfristiges Vermögen 1.261 4 1.218 6
Latente Steuern 190 1 178 1
Kurzfristiges Vermögen 7.544 29 5.622 26
Vorräte 2.818 11 2.325 11
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.931 11 1.935 9
Sonstiges kurzfristiges Vermögen 1.795 6 1.362 6
Passiva
Eigenkapital 11.312 43 10.035 47
Langfristige Verbindlichkeiten 8.335 32 6.354 30
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 899 3 884 4
Anleihen und verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 5.005 19 3.197 15
Rekultivierungsverpflichtungen 1.933 7 1.802 8
Rückstellungen und andere Verbindlichkeiten 498 2 472 2
Latente Steuern 536 2 295 1
Kurzfristige Verbindlichkeiten 6.220 24 4.732 22
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.362 13 2.142 10
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 968 3 674 3
Sonstige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 1.891 7 1.916 9
Bilanzsumme 26.404 100 21.415 100

Anteilserhöhung an Petrol Ofisi hebt Verschuldungsgrad auf 46%

Verschuldungsgrad (Gearing Ratio)

Trotz des starken operativen Cashflows der den gesamten Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit leicht überstieg, verzeichnete OMV durch die Integration der Petrol Ofisi Gruppe einen erheblichen Anstieg der Verschuldung.

Zum 31. Dezember 2010 standen kurz- und langfristige Kreditverbindlichkeiten, Anleihen und Finanzierungsleasingverbindlichkeiten von EUR 6.113 Mio (2009: EUR 3.989 Mio) liquiden Mitteln von insgesamt EUR 946 Mio (2009: EUR 675 Mio) gegenüber. Die Nettoverschuldung stieg damit um EUR 1.853 Mio auf EUR 5.167 Mio (2009: EUR 3.314 Mio). In Relation zum Eigenkapital ergab sich per Ende 2010 ein Verschuldungsgrad von 46% (2009: 33%). Dieser starke Anstieg ist hauptsächlich auf den Erwerb der von der Dog˘ an Gruppe gehaltenen Anteile an Petrol Ofisi zurückzuführen, sowie auf die bestehende Nettoverschuldung in Petrol Ofisi, die ab Ende 2010 vollkonsolidiert wurde.

Cashflow

Die Konzern-Cashflow-Rechnung wird nach der indirekten Methode erstellt, wobei die Darstellung bereinigt um Konsolidierungskreisänderungen, Währungsumrechnungsdifferenzen und sonstige unbare Transaktionen erfolgt.

Mit EUR 2.886 Mio lag der Cashflow aus der Betriebstätigkeit um EUR 1.040 Mio bzw. 56% über dem Vorjahr (2009: EUR 1.847 Mio). Aus der Überleitung vom Jahresüberschuss auf Zahlungsströme aus der Betriebstätigkeit (vor Änderungen im Working Capital) ergab sich für 2010 per Saldo eine Hinzurechnung von EUR 1.760 Mio (2009: EUR 1.287 Mio). Abschreibungen in der Höhe von EUR 1.578 Mio wirkten erhöhend (2009: EUR 1.325 Mio) und auch ein latenter Steueraufwand von EUR 29 Mio führte zu einer Erhöhung (2009: Verringerung durch latenten Steuerertrag EUR 86 Mio). Der Netto-Abbau langfristiger Rückstellungen (darunter Sozialkapital und Vorsorge für Rekultivierungsverpflichtungen) betrug EUR 72 Mio (2009: EUR 42 Mio). Erhöhend wirkte die Summe aus Zuschreibungen zum

Anlagevermögen und sonstigen Anpassungen (einschließlich unbarer Positionen) von EUR 83 Mio (2009: EUR 91 Mio). Die sonstigen Anpassungen sowie unbaren Positionen beinhalten auch die anteiligen Ergebnisse assoziierter Unternehmen, gekürzt um Dividendenflüsse, von EUR 89 Mio (2009: EUR 96 Mio).

Im kurzfristigen Nettovermögen wurden 2010 Mittel in Höhe von EUR 87 Mio gebunden (2009: EUR 157 Mio). Der Aufbau von Forderungen und Vorräten führte zu einer Mittelbindung von EUR 750 Mio (2009: EUR 317 Mio), während durch den Aufbau von Verbindlichkeiten EUR 671 Mio freigesetzt wurden (2009: EUR 281 Mio). Für den Abbau von kurzfristigen Rückstellungen wurden EUR 8 Mio verwendet (2009: EUR 121 Mio).

Den Investitionsauszahlungen von EUR 2.128 Mio (2009: EUR 2.729 Mio) standen Rückflüsse aus Verkäufen von Anlagevermögen von EUR 66 Mio (2009: EUR 1.533 Mio, davon EUR 1.400 Mio aus dem Verkauf der an MOL gehaltenen Anteile in 2009) gegenüber. Aus dem Erwerb einbezogener Unternehmen abzüglich übernommener liquider Mittel resultierten Mittelabflüsse in Höhe von EUR 814 Mio (2009: EUR 13 Mio), wovon EUR 797 Mio auf den Erwerb von 54,14% an Petrol Ofisi A.S¸. entfallen. Der gesamte Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit betrug EUR 2.875 Mio (2009: EUR 1.210 Mio).

In 2010 führte der Verkauf eigener Anteile zu einem Zufluss liquider Mittel in Höhe von EUR 0,4 Mio (2009: EUR 0,9 Mio). Die Nettoerhöhung kurzfristiger und langfristiger Finanzierungen führte zu Mittelzuflüssen von EUR 589 Mio (2009: Mittelabflüsse aus Nettoverringerungen EUR 322 Mio). Der Mittelabfluss aus Dividendenzahlungen betrug EUR 334 Mio (2009: EUR 336 Mio), wovon EUR 299 Mio (2009: EUR 299 Mio) an Aktionäre der OMV Aktiengesellschaft flossen und EUR 35 Mio an Minderheitsaktionäre einbezogener Unternehmen (2009: EUR 37 Mio). Der Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit betrug EUR 256 Mio (2009: Mittelabfluss von EUR 657 Mio).

Risikomanagement

OMV ist ein integrierter, international tätiger Energiekonzern. Die Aktivitäten erstrecken sich von der Förderung und Produktion von Kohlenwasserstoffen, über die Verarbeitung, bis hin zu Handel und Vermarktung von Mineralölprodukten sowie Erdgas. Außerdem errichtet OMV derzeit zwei Gaskraftwerke. Wie die gesamte Öl- und Gasindustrie ist auch OMV einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, insbesondere Marktrisiken aber auch operativen, strategischen, regulativen, politischen und Katastrophenrisiken. OMV vertritt die Ansicht, dass durch die substanzielle Diversifikation und die damit verbundenen teilweise gegenläufigen Risiken das Gesamtrisiko signifikant reduziert wird. Die ausgleichende Wirkung von gegenläufigen Branchenrisiken durch das hohe Ausmaß an Integration erfolgt jedoch häufig zeitlich verzögert oder abgeschwächt. Daher konzentrieren sich die OMV Risikomanagement-Aktivitäten auf die konzernweite Nettoposition der Risiken des aktuellen und zukünftigen Portfolios. Die Themenbereiche Risikomanagement und Versicherung werden zentral durch den Bereich Corporate Finance koordiniert.

Das generelle Ziel der Risikopolitik ist es, den für Wachstum benötigten Cashflow des Konzerns abzusichern und ein starkes Investment Grade Rating, wie im Risk Appetite Statement des OMV Konzerns definiert, zu behalten. Auch die Auswirkungen verschiedener Risiken von neuen Strategien auf das Rating werden verfolgt. Risikostrategien für finanzielle Risiken (z.B. Marktpreis und Währungen) werden quartalsweise im Financial Risk Committee überprüft. Risikostrategien die operative Risiken betreffen werden halbjährlich vom Enterprise Operations Risk Committee überprüft.

OMV hat einen unternehmensweiten Risikomanagementprozess (UWRM) implementiert, dessen Hauptziel die Verbesserung des Risikobewusstseins und der Risikosteuerung ist. Durch richtige Einschätzung der finanziellen und operativen Risiken soll die Nutzung von Geschäftsmöglichkeiten systematisch unterstützt werden, um somit den Wert von OMV nachhaltig zu erhöhen. Durch das UWRM-System wurden seit 2003 in allen Bereichen der Organisation, einschließlich der Tochtergesellschaften in mehr als 20 verschiedenen Ländern, das Risikobewusstsein

Gezielte Risikostreuung innerhalb des Konzerns

und die Kenntnisse über das Risikomanagement (Konzernrichtlinie) deutlich verbessert.

Unternehmensweites Risikomanagement schafft Risikobewusstsein

Durch Verwendung eines elektronischen Risk-Monitor-Systems werden alle wesentlichen Risiken identifiziert, bewertet, mit Prioritäten versehen und überwacht, sowie die mögliche Auswirkung von Schlüsselrisiken beurteilt. Zusätzlich erfolgt eine Dokumentation aktueller Entwicklungen und getroffener Maßnahmen. Das Gesamtrisiko wird mit Hilfe von Monte Carlo Simulationen berechnet und Planergebnissen gegenübergestellt. Die Ergebnisse des UWRM-Prozesses werden zusammen mit einem Risikobericht von wesentlichen nicht voll konsolidierten Beteiligungen zweimal jährlich dem Vorstand und dem Prüfungsausschuss präsentiert. In Anwendung des Österreichischen Corporate Governance Kodex wird die Funktionsfähigkeit des UWRM-Systems jährlich durch den Wirtschaftsprüfer evaluiert. Folgende nicht-finanzielle und finanzielle Schlüsselrisiken wurden in Bezug auf die Erreichung des Mittelfrist-Plans ermittelt: Marktpreisrisiken, Länderrisiken, rechtliche Risiken, Geschäftsprozessrisiken, Währungsrisiken (vor allem hinsichtlich USD, RON und TRY), Personalrisiken, sowie Risiken in Bezug auf Katastrophen. Ein Fokus für 2011 wird auch die Integration von Petrol Ofisi sein.

Obwohl OMV über langjährige Erfahrungen und Kenntnisse hinsichtlich des politischen Umfelds in Mittel- und Osteuropa, Südosteuropa sowie der internationalen Märkte der Öl- und Erdgasproduktion verfügt, werden die politischen Entwicklungen in allen Märkten, in denen OMV tätig ist, kontinuierlich analysiert. Außerdem werden spezifische Länderrisiken vor dem Eintritt in neue Länder überprüft. Betreffend Umweltrisiken existiert ein konzernweites Berichtssystem, das bestehende und potenzielle Verpflichtungen bewertet. Die Risiken im Zusammenhang mit dem EU-Emissionshandel (EU ETS) werden separat erfasst, konzernweit zusammengeführt und vom Carbon Steering Committee laufend überprüft. Speziell die Auswirkungen der geänderten Zuteilungsregeln im EU ETS ab 2013 werden detailliert analysiert. Darüber hinaus beobachtet OMV die Entwicklung klimapolitischer Regelungen in allen Ländern, in denen es Aktivitäten

gibt, beispielsweise die Schaffung eines neuen Emissionshandelssystems in Neuseeland oder die aktuellen Diskussionen über CO2 -Steuern in mehreren Ländern. Im Bereich Human Resources wird durch gezielte Nachfolge- und Entwicklungsplanung für die Verfügbarkeit von geeigneten Führungskräften für weitere Wachstumsschritte zeitgerecht vorgesorgt, um damit Personalrisiken zu begegnen.

Die Steuerung und Kontrolle erkannter und bewerteter Risiken erfolgt unter Anwendung definierter Risikopolitiken auf allen Ebenen mit zugeordneten Verantwortlichkeiten. Das Management der meisten Risiken findet dezentral in den Geschäftsbereichen statt. Das Management einiger Schlüsselrisiken hingegen ist durch spezielle Konzernrichtlinien geregelt, wie beispielsweise Gesundheit, Sicherheit und Umwelt, Recht und Compliance, Human Resources, Corporate Social Responsibility mit Fokus auf Menschenrechte und Marktpreisrisiken. Die Analyse und das Management finanzieller Risiken, welche aus Fremdwährungen, Zinssätzen, Güterpreisen, Kontrahenten, Pensionen, CO2 -Emissionen, Liquidität und versicherbaren Risiken resultieren, erfolgt zentral im Bereich Corporate Finance auf konsolidierter Basis.

Marktpreis-Risiken werden zentral betrachtet und ihre mögliche Cashflow Auswirkungen mittels eines spezifischen Risiko-Modells, das Portfolio-Effekte berücksichtigt, analysiert. Die Resultate der Risikoanalyse werden im Financial Risk Committee, das sich aus dem Management der Geschäftsbereiche sowie der Gruppenfunktionen zusammensetzt, besprochen. Dem Vorstand werden entsprechende Vorschläge betreffend Hedging-Strategien zur Genehmigung unterbreitet.

Die größten Fremdwährungsrisiken werden durch Schwankungen des USD gegenüber EUR, RON und TRY verursacht. Der Konzern ist hauptsächlich auf Grund der Verkäufe aus der Öl- und Gasproduktion in einer Netto-USD-long-Position. Die Auswirkungen auf den Cashflow und/oder die Bilanz (Translationsrisiko) werden ebenso wie die Relation zum Ölpreis regelmäßig überwacht. Auch im Zusammenhang mit Beteiligungen in

Rumänien und der Türkei ist OMV Währungsumrechnungsrisiken ausgesetzt.

Für das Jahr 2010 wurden Puts für ein Volumen von 63.000 bbl/d eingesetzt, die eine Preisuntergrenze von durchschnittlich USD 54,20/bbl absicherten. Diese Puts wurden mit Call-Optionen so finanziert, dass initiale Zahlungen vermieden wurden (Null-Kosten-Struktur), wobei dadurch der Konzern nicht von Ölpreisen über USD 75/bbl in 2010 für das betreffende Volumen profitieren konnte. Diese Absicherungen haben im Jahr 2010 zu einem negativen Cashflow von USD 103 Mio geführt (davon USD 66 Mio in 2011).

Zur Ausbalancierung des Zinsportfolios des Konzerns wurden im Rahmen definierter Regelungen USD- und EUR-Kredite von fixen auf variable Zinsen umgestellt. Das Kreditrisiko der Hauptkontrahenten des Konzerns wird weiterhin auf der Basis von konzernweiten Kontrahentenlimits und Bankenlimits bestimmt: Die Risiken betreffend Banken und Finanzinstitutionen werden von Corporate Finance zentral gesteuert, alle übrigen Kontrahentenrisiken werden auf Geschäftsbereichsebene basierend auf Limits, die in Konzernrichtlinien geregelt sind, gesteuert.

Nachhaltigkeit: HSSE (Gesundheit, Sicherheit, Umweltschutz, Community Relations und Social Affairs)

Nachhaltige Entwicklung sorgt dafür, dass die Bedürfnisse der Gegenwart nicht zulasten künftiger Generationen gedeckt werden. Als Energieunternehmen muss OMV eine Lösung dafür finden, die langfristige Energieproduktion und -versorgung mit ökologischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ansprüchen in Einklang zu bringen. Nachhaltigkeit ist eine Grundvoraussetzung für die gesellschaftliche Akzeptanz unserer Geschäftstätigkeit, aber auch die Grundlage für das Wachstum von OMV.

Seit 2010 wird ein Teil der ergebnisunabhängigen variablen Entlohnung (Bonus) für die Erreichung von Nachhaltigkeitszielen vergeben. Somit sind jetzt soziale (People) und ökologische (Planet) Kriterien in der Leistungsevaluierung der Führungskräfte ebenso verankert, wie es der wirtschaftliche Aspekt (Profit) bereits war. Im ersten Jahr haben

sich die Führungskräfte mehr als 3.600 Ziele zu Nachhaltigkeitsthemen gesetzt. 53% davon bezogen sich auf Gesundheit und Sicherheit, 30% auf Reduktion der CO2 -Emissionen und 17% auf Vielfalt.

Die Verbesserung des HSSE Bewusstsein hatte im Jahr 2010 vor allem bei Petrom weiterhin oberste Priorität. Über 228.000 Stunden an HSSE Trainings wurden abgehalten, mehr als zwei Drittel davon in Rumänien. Darüber hinaus ist eine transparente Berichterstattung ein Schlüssel zur Verbesserung der HSSE Kultur. Über 147.000 (2009: 125.000) Einträge (Meldungen von Zwischenfällen, Beinaheunfällen, Beobachtungen, Gefährdungen, Evaluierungen und Maßnahmen) in CARE, einer konzernweiten Software, waren die Grundlage für die Definition von über 50.000 (2009: 35.000) Maßnahmen im Jahr 2010. 88% (2009: 86%) dieser Maßnahmen wurden zeitgerecht umgesetzt.

Trotz der Bemühungen, die HSSE Kultur und vor allem das Sicherheitsbewusstsein zu stärken, konnte die Leistung im Bereich Arbeitssicherheit im OMV Konzern im Jahr 2010 gegenüber dem Jahr 2009 nicht weiter verbessert werden. Die Rate an Unfällen mit Arbeitszeitausfall (LTIR, Lost Time Injury Rate) betrug 0,74 (2009: 0,71) pro Million Arbeitsstunden für eigene Mitarbeiter. Die LTIR für Kontraktoren konnte auf 0,56 (2009: 0,68) reduziert werden. Die Zwischenfallrate aller Unfälle mit Verletzungen (TRIR, Total Recordable Injury Rate) lag 2010 für eigene Mitarbeiter bei 1,29 (2008: 1,53) pro Million Arbeitsstunden, für Mitarbeiter von Kontraktoren bei 1,23 (2009: 1,58). Drei (2009: einer) Mitarbeiter von Petrom und ein (2009: drei) Mitarbeiter eines OMV Kontraktors starben in Folge von Arbeitsunfällen, einer davon bei einem Verkehrsunfall.

Die Rate von tödlichen Arbeitsunfällen lag bei 5,08 (2009: 1,50) pro 100 Millionen Arbeitsstunden für eigene Mitarbeiter und 1,05 (2009: 3,54) für Mitarbeiter von Kontraktoren. Im Jahr 2010 unterzeichnete OMV die European Road Safety Charter und verpflichtet sich damit, zur Verkehrssicherheit in Europa beizutragen, z.B. durch den Einsatz automatischer Fahrzeugüberwachungen und Fahrerausbildungen für die Prävention von

Detaillierte Informationen finden sich im Nachhaltigkeitsbericht 2010

Sicherheitsmanagement hat oberste Priorität

Autounfällen. Eine Studie über das Potenzial von möglichen großen Zwischenfällen in allen unseren Geschäftsbereichen wurde initiiert und wird die Grundlage für die Überprüfung der Maßnahmen zur Risikominimierung sein.

Im Jahr 2010 kam es zu einem Bohrlochausbruch in Rumänien. Es gab durch diesen Zwischenfall keine Verletzten und auch keine Gefahr für die Anrainer. Wegen des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds wurde 2010 an mehreren Standorten die Produktion zurück genommen, wobei besonderes Augenmerk auf Sicherheitsaspekte beim Herunterfahren bestimmter Anlagenteile gelegt wurde.

2010 gab es im Konzern acht bedeutende Austritte von Kohlenwasserstoffen (>1.000 Liter) sowie 2.239 kleinere Austritte (2009: 21 bzw. 2.650).

Klimaschutzstrategie auf Kurs Die OMV Klimaschutzstrategie, die 2008 formuliert wurde, hat die Reduktionen der Treibhausgasemissionen sowie eine Dekarbonisierung des Produktportfolios zum Ziel. Nach der jährlichen Evaluierung über die Fortschritte ist OMV auf Kurs. Petrom konzentriert sich weiterhin auf die Einhaltung nationaler und EU-Vorschriften im Bereich HSSE.

Informationen gemäß § 243a Unternehmensgesetzbuch (UGB)

Gemäß § 243a UGB sind die folgenden Informationen anzugeben:

    1. Das Grundkapital beträgt EUR 300.000.000 und ist in 300.000.000 auf Inhaber lautende Stückaktien zerlegt. Es gibt keine unterschiedlichen Aktiengattungen.
    1. Zwischen den Kernaktionären International Petroleum Investment Company (IPIC) und Österreichische Industrieholding Aktiengesellschaft (ÖIAG) besteht ein Syndikatsvertrag, der ein gemeinsames Verhalten sowie Übertragungsbeschränkungen bezüglich der gehaltenen Aktien vorsieht.
    1. ÖIAG hält 31,5% und IPIC hält 20,0% des Grundkapitals.
    1. Aktien mit besonderen Kontrollrechten gibt es nicht.
    1. Arbeitnehmer, die im Besitz von Aktien sind, üben bei der Hauptversammlung ihr Stimmrecht unmittelbar aus.
    1. Der Vorstand der Gesellschaft muss aus zwei bis sechs Mitgliedern bestehen. Der Aufsichtsrat der Gesellschaft muss aus mindestens sechs von der Hauptversammlung gewählten und den gemäß § 110 Abs. 1 Arbeitsverfassungsgesetz entsandten Mitgliedern bestehen. Für Kapitalerhöhungen gemäß § 149 Aktiengesetz (AktG) und Satzungsänderungen (ausgenommen Unternehmensgegenstand) genügt die einfache Stimmen- und Kapitalmehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals.
    1. a) Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 13. Mai 2009 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 13. Mai 2014, allenfalls in mehreren Tranchen, um bis zu EUR 77,9 Mio durch Ausgabe von bis zu 77.900.000 Stück neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlagen auch unter Ausschluss des Bezugsrechts im Falle von Sacheinlagen zu erhöhen und den Ausgabekurs sowie die Ausgabebedingungen im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat festzusetzen (genehmigtes Kapital).
  • b) Das Grundkapital ist gemäß § 159 Abs. 2 Ziffer 1 AktG um bis zu EUR 77,9 Mio durch Ausgabe von bis zu 77.900.000 Stück auf Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht (bedingtes Kapital). Die bedingte Kapitalerhöhung darf nur insoweit durchgeführt werden, als Inhaber von auf der Grundlage des Hauptversammlungsbeschlusses vom 13. Mai 2009 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen von dem ihnen gewährten Wandlungsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen.
  • c) Die Summe der Anzahl der nach den Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen aktuell oder potenziell auszugebenden

Bezugsaktien und die Anzahl der aus dem genehmigten Kapital auszugebenden Aktien darf 77.900.000 Stück nicht überschreiten (betragsmäßige Determinierung der Ermächtigungen nach lit. a und b), wobei das Wandlungsrecht der Inhaber von Wandelschuldverschreibungen jedenfalls gewahrt sein muss.

  • d) Die Hauptversammlung vom 13. Mai 2009 ermächtigte den Vorstand zum Kauf eigener Aktien im gesetzlich jeweils höchstzulässigen Ausmaß (derzeit 10% des Grundkapitals) während einer Geltungsdauer von 30 Monaten ab dem Tag dieser Beschlussfassung. Die eigenen Aktien können zur Bedienung der Aktienoptions- und Long Term Incentive Pläne verwendet oder jederzeit über die Börse oder durch ein öffentliches Anbot veräußert werden. Der Vorstand ist auch ermächtigt, eigene Aktien einzuziehen oder eigene Aktien zum Bedienen von allenfalls ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen, zum Aktientausch zum Zweck der Beteiligung an anderen Unternehmen und zu jedem beliebigen, gesetzlich zulässigen Zweck zu verwenden.
    1. Bedeutende Vereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist und die bei einem Kontrollwechsel in der Gesellschaft in Folge eines Übernahmeangebots wirksam werden, sich ändern oder enden, bestehen zum 31. Dezember 2010 nicht.
    1. Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots bestehen nicht.
    1. Die wichtigsten Merkmale des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sind: Standards für interne Kontrollsysteme werden in internen Konzernrichtlinien festgelegt. Corporate Internal Audit überwacht die Einhaltung dieser Standards durch regelmäßige Prüfungen einzelner Konzerngesellschaften und berichtet dem Aufsichtsrat über

die Ergebnisse der durchgeführten Prüfungen. Die Festlegung von konzerneinheitlichen Regelungen für die Erstellung von Jahresabschlüssen und Zwischenabschlüssen durch das Konzern-IFRS-Accounting-Manual wird ebenfalls in einer internen Konzernrichtlinie geregelt. Der Konzern verfügt über ein umfassendes Risikomanagement-System. Der Rechnungslegungsprozess wurde hinsichtlich wesentlicher Teilprozesse analysiert. Die identifizierten Teilprozesse werden basierend auf einem rollierenden Zeitplan hinsichtlich ihrer Effektivität geprüft und an Best-Practice ausgerichtet (z.B. Derivate, Forderungsmanagement, Bilanzierung von Anlagevermögen). Zusätzlich beurteilen die Abschlussprüfer regelmäßig die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems. Die Ergebnisse werden dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats berichtet.

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Am 6. Jänner 2011 unterzeichnete OMV eine Vereinbarung zum Kauf sämtlicher Kapitalanteile an Pioneer Natural Resources Tunisia Ltd. und an Pioneer Natural Resources Anaguid Ltd. von dem unabhängigen US amerikanischen Öl- und Gasunternehmen Pioneer Natural Resources. Der Abschluss der Transaktion fand am 18. Februar 2011 statt. OMV zahlte einen Kaufpreis von USD 800 Mio zuzüglich USD 39,3 Mio Working Capital.

Ende Jänner 2011 wurde eine Ölpreisabsicherung mit Swaps, die einen Brent-Preis von ca. USD 97/ bbl für eine Produktionsmenge von 50.000 bbl/d bis Ende 2011 fixieren, sowie EUR-USD Average-Rate-Forwards (gesicherter Kurs USD 1,37), die eben diese Menge absichern, abgeschlossen.

Am 4. Februar 2011 hat OMV ihre Heizöltochter OMV Wärme VertriebsgmbH, eine 100%-Tochter der OMV Refining & Marketing GmbH verkauft. Das Closing ist nach dem Abschluss der wettbewerbsrechtlichen Prüfung in H1/11 geplant.

Im Jänner und Februar 2011 brachen politische Unruhen in einigen Ländern in Nordafrika und im Nahen Osten aus, speziell in Tunesien, Ägypten und Libyen. Die Produktion in Libyen ist seit Ausbruch der Unruhen wesentlich beeinträchtigt.

Akquisition in Tunesien abgeschlossen

2010 hat Libyen mit rund 33.000 boe/d in etwa 10% zur Gesamtproduktion des OMV Konzerns beigetragen. OMV ist in Libyen in einem Block (Feld Shatirah) Betriebsführer, dort wurde die Produktion aus Sicherheitsgründen ausgesetzt. Zum Zeitpunkt der Bestätigung des Konzernabschlusses steht noch nicht fest, wann die Arbeiten wieder aufgenommen werden können. Dies kann im Geschäftsjahr 2011 zu Gewinnrückgängen im Bereich E&P führen. Es wurde ein lokales Managementteam in Tripolis eingerichtet. Alle OMV Expatriates und deren Familienmitglieder wurden aus Libyen abgezogen. Der letzte OMV Expatriate verließ am 28. Februar das Land.

Derzeit gibt es kurz- bis mittelfristig keine Auswirkungen auf die Versorgung der OMV Raffinerien mit Rohöl. Bei einem längerfristigen Ausfall könnte der Rohöleinsatz zur Gänze mit Rohöl aus anderen Regionen kompensiert werden.

Hohe Volatilität der wichtigsten Marktparameter erwartet

Ausblick 2011

Wir erwarten für 2011, dass die wichtigsten Marktparameter weiterhin eine sehr hohe Volatilität aufweisen werden und dass sich der Brent-Rohölpreis innerhalb eines Preisbands von USD 80-100/bbl bewegen wird. Die Brent-Urals Spanne wird weiterhin niedrig erwartet. Wir gehen davon aus, dass die relevanten Wechselkurse ebenfalls volatil bleiben. Die Raffineriespannen sollten sich auf Grund einer gestiegenen Nachfrage nach Mitteldestillaten teilweise erholen. Die Petrochemie-Margen hingegen werden im Vergleich zu 2010 durch zusätzliche Produktionskapazitäten sinken. Die Marketingmengen und -spannen werden weiterhin unter Druck stehen, da die westlichen Märkte trotz der gesamtwirtschaftlichen Erholung auf Grund der Marktsättigung voraussichtlich kein Wachstum aufweisen werden und Südosteuropa noch immer unter dem Einfluss des Wirtschaftsabschwungs steht. Um den Cashflow des Konzerns in 2011 teilweise abzusichern, wurden im Jänner 2011 Rohöl-Swaps für eine Menge von 50.000 bbl/d der Produktion in 2011 zu einem Preis von USD 97/bbl sowie EUR-USD Average Rate Forwards zu einem Kurs von USD 1,37, welche die genannten Mengen bis Ende 2011 abdecken, abgeschlossen. OMV plant eine Investitionssumme, die weitgehend mit der angekündigten Größenordnung von

durchschnittlich EUR 2,7 Mrd pro Jahr (exklusive größere Akquisitionen) bis 2015 übereinstimmt, während nach wie vor ein Hauptaugenmerk darauf gelegt wird, das starke Investment Grade Credit Rating und ein stabiles Finanzprofil aufrechtzuerhalten. Es gehört zu den obersten Prioritäten von OMV, erstklassige HSEQ-Standards, einschließlich der Reduktion der Unfallhäufigkeit (LTIR, lost time injury rate), anzustreben.

Das Produktionsziel im Geschäftsbereich E&P für 2011 ist die Produktion (exklusive jüngster Akquisitionen sowie der negativen Auswirkungen der politischen Unruhen in Nordafrika und im Mittleren Osten) auf einem ähnlichen Level wie 2010 zu halten. Erhöhte Produktionsbeiträge werden im Jemen auf Grund der Inbetriebnahme von neuen Produktionsanlagen, sowie in Kasachstan auf Grund der Lösung von Start-Up Schwierigkeiten erwartet. Die gestiegenen Mengen sollten den natürlichen Rückgang in Rumänien und Österreich kompensieren. E&P wird sich weiterhin auf eine Reduktion des natürlichen Produktionsrückgangs und eine Steigerung der Ausbeuterate von reifen Feldern in den Kernländern Rumänien und Österreich konzentrieren. OMV hat einen Kaufvertrag für die Akquisition der pakistanischen E&P-Anlagen von Petronas in Q3/10 unterzeichnet. Der Abschluss der Transaktion wird für H1/11 erwartet.

Das R&M Segment wird weiterhin unter dem herausfordernden Margenumfeld leiden. In Q2/11 ist in der Raffinerie Schwechat ein Revisions-Stillstand des Petrochemiebereichs für die Dauer von sechs Wochen geplant. Bayernoil wird in Q1/11 am Standort Neustadt einen vierwöchigen Revisions-Stillstand haben. In der Petrom Raffinerie Petrobrazi ist kein großer Stillstand geplant. Die Raffinerie Arpechim bleibt aller Voraussicht nach weiterhin außer Betrieb, mit dem Ziel spätestens 2012 aus der Raffinerie auszusteigen. Der Bau der "Ethylen Pipeline Süd", welche die Petrochemie-Industrie in Bayern stärken wird, wird voraussichtlich in H2/11 fertig gestellt. Die kontinuierliche Optimierung des Tankstellennetzwerks wird zu einer verbesserten Profitabilität des Marketing-Bereichs führen. Mit 2011 wird Petrol Ofisi voll konsolidiert werden und somit zur OMV Marketing-Performance beitragen. In

Petrom wird das überarbeitete Petrobrazi Raffinerie-Investitionsprogramm weitergeführt. Striktes Kostenmanagement und eine weitere Optimierung des Geschäfts werden zu einer verbesserten Profitabilität in R&M führen.

Im Geschäftsbereich G&P stellt die Implementierung des Dritten Energiepakets im Jahr 2011 einen wesentlichen Schwerpunkt für den Logistik-Bereich dar. Weitere Ausbauten auf der WAG Pipeline sowie die Inbetriebnahme einer neuen Kompressorstation in Baumgarten (Österreich) werden die Transportkapazität 2011 weiter erhöhen. Der Regasifizierungsterminal Gate in Rotterdam (OMV Anteil: 5%) wird in H2/11 seinen Betrieb aufnehmen. Absatzseitig wird auf Grund der Inbetriebnahme neuer Kraftwerksprojekte zusätzliche Nachfrage nach Gas erwartet. Wichtige geplante Meilensteine in Bezug auf Nabucco sind der Abschluss der Verhandlungen mit Lieferländern in der kaspischen Region und der

Open Season Prozess, der die Vermarktung der Transportkapazitäten zum Ziel hat. Basierend auf einem erfolgreichen Abschluss dieser Aktivitäten wird die finale Investitionsentscheidung getroffen werden. Die Gründung der OMV Trading GmbH ist ein weiterer Schritt in Richtung des Aufbaus von produkt- und regionsübergreifenden Handelsaktivitäten zur Erweiterung von OMV's internationalen Aktivitäten entlang der gesamten Gas- und Strom-Wertschöpfungskette, vor allem in SEE und in der Türkei. Die Inbetriebnahme des Gaskraftwerks Brazi (Rumänien) und des Windparks in Dorobantu (Rumänien) in H2/11 kennzeichnen den Einstieg OMVs in das operative Stromgeschäft. Die rumänischen Regulierungsbehörden haben mit 1. Februar gemeinsam eine Regelung erlassen, dass für internen nicht-technischen Verbrauch der Gas Basket anzuwenden ist. Diese Regelung betrifft auch unser Kraftwerksprojekt in Brazi.

Aufbau von produkt- und regionsübergreifenden Handelsaktivitäten

Wien, am 22. März 2011

Der Vorstand

Wolfgang Ruttenstorfer Gerhard Roiss

Vorsitzender Vorsitzender-Stellvertreter

Werner Auli David C. Davies Jacobus Gerardus Huijskes

"Welches Geheimnis steckt hinter einem erfolgreichen, glaubwürdigen Unternehmen?"

Fatima Penalver Conesa Facility Manager

"Dass es kein Geheimnis hat."

Natalie Dubsky Rechtsabteilung, OMV

Konzernabschluss

Bestätigungsvermerk 67
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 68
Konzern-Gesamtergebnisrechnung 69
Konzernbilanz 70
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 72
Konzern-Cashflow-Rechnung 74
Konzernanhang 75
Grundlagen und Methoden 75
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 88
Erläuterungen zur Bilanz 92
Ergänzende Angaben zur Finanzlage 113
Segmentberichterstattung 128
Sonstige Angaben 131
Ergänzende Informationen zu Öl- und Gasreserven (ungeprüft) 141
Abkürzungen und Definitionen 150
Fünf-Jahres-Übersicht 152

Bestätigungsvermerk (Bericht des unabhängigen Abschlussprüfers zum Konzernabschluss) Bestätigungsvermerk (Bericht des unabhängigen Abschlussprüfers zum Konzernabschluss)

Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der OMV Aktiengesellschaft, Wien, für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2010 bis zum 31. Dezember 2010 geprüft. Dieser Konzernabschluss umfasst die Konzernbilanz zum 31. Dezember 2010, die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und Gesamtergebnisrechnung, die Konzerngeldflussrechnung und die Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das am 31. Dezember 2010 endende Geschäftsjahr sowie eine Zusammenfassung der wesentlichen angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und sonstigen Anhangangaben mit Ausnahme der Anhangangabe 36 "Ergänzende Informationen zu Öl- und Gasreserven (ungeprüft)".

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Konzernbuchführung sowie für die Aufstellung des Konzernabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bilds der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und der vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) der International Federation of Accountants (IFAC) herausgegebenen International Standards on Auditing (ISAs) durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist. Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzernabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bilds der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzernabschlusses. Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2010 sowie der Ertragslage des Konzerns und der Zahlungsströme des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2010 bis zum 31. Dezember 2010 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind.

Der Konzernlagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen. Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 22. März 2011 Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH

Manfred Geritzer (Wirtschaftsprüfer) Michael Schober (Wirtschaftsprüfer)

Bericht zum Konzernabschluss

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und für die Buchführung

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Prüfungsurteil

Aussagen zum Konzernlagebericht

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2010 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2010

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung EUR 1.000
Anhangangabe 2010 2009
Umsatzerlöse 23.323.439 17.917.267
Direkte Vertriebskosten –244.752 –212.665
Umsatzkosten –19.187.963 –14.703.603
Bruttoergebnis vom Umsatz 3.890.723 3.000.998
Sonstige betriebliche Erträge
7
250.519 223.643
Vertriebsaufwendungen –755.513 –800.116
Verwaltungsaufwendungen –327.316 –299.878
Explorationsaufwendungen –238.700 –239.052
Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen –15.799 –14.437
Sonstige betriebliche Aufwendungen
8
–470.113 –461.273
Betriebserfolg (EBIT) 2.333.801 1.409.885
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen
9
91.714 65.529
Dividendenerträge 9.974 11.637
Zinsergebnis
9
–335.855 –297.756
Sonstiges Finanzergebnis
9
–139.006 –7.461
Finanzerfolg –373.173 –228.050
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 1.960.629 1.181.834
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
10
–746.510 –464.903
Jahresüberschuss 1.214.119 716.931
davon den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnen 920.587 571.714
davon nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 293.531 145.217
Unverwässerter Gewinn je Aktie in EUR
11
3,08 1,91
Verwässerter Gewinn je Aktie in EUR
11
3,07 1,91
Gewichtete durchschnittliche Aktienanzahl 298.781.978 298.763.196
Bereinigte gewichtete durchschnittliche Aktienanzahl 299.730.216 299.022.062
Vorgeschlagene Dividende
20
300.000 300.000
Vorgeschlagene Dividende je Aktie in EUR
20
1,00 1,00

Konzern-Gesamtergebnisrechnung 2010 Konzern-Gesamtergebnisrechnung 2010

Konzern-Gesamtergebnisrechnung EUR 1.000
Anhangangabe 2010 2009
Jahresüberschuss 1.214.119 716.931
Währungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe 202.884 –175.609
Gewinne (+)/Verluste (–) des Jahrs 97.443 –175.609
Umgliederung von Gewinnen (–)/Verlusten (+) in den Jahresüberschuss 105.441
Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung zur Veräußerung verfügbarer
finanzieller Vermögenswerte –61 622.922
Saldo Gewinn (+)/Verlust (–) des Jahrs vor Ertragsteuern –61 585.881
Umgliederung von Gewinnen (–)/Verlusten (+) in den Jahresüberschuss 37.041
Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung von Hedges 101.529 –190.770
Saldo Gewinn (+)/Verlust (–) des Jahrs vor Ertragsteuern 9.856 –67.063
Umgliederung von Gewinnen (–)/Verlusten (+) in den Jahresüberschuss 91.673 –125.457
Umgliederung von Gewinnen (–)/Verlusten (+) in die Anschaffungskosten 1.750
Auf assoziierte Unternehmen entfallender Anteil am sonstigen Ergebnis 74.667 11.242
Gewinne (+)/Verluste (–) des Jahrs 71.216 11.242
Umgliederung von Gewinnen (–)/Verlusten (+) in den Jahresüberschuss 3.452
Summe der auf das sonstige Ergebnis entfallenden Ertragsteuern
20
–21.467 30.382
Sonstiges Ergebnis des Jahrs nach Steuern
20
357.553 298.167
Gesamtergebnis des Jahrs 1.571.671 1.015.098
davon den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnen 1.277.478 1.006.396
davon nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 294.193 8.702

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2010 Konzernbilanz zum 31. Dezember 2010

Vermögen EUR 1.000
Anhangangabe 2010 2009
Langfristiges Vermögen
Immaterielle Vermögenswerte
12
3.092.698 812.391
Sachanlagen
13
12.828.796 11.370.404
Anteile an assoziierten Unternehmen
14
1.487.632 2.214.967
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
17
1.152.675 1.173.033
Sonstige Vermögenswerte
18
108.454 45.053
18.670.255 15.615.849
Latente Steuern
23
189.595 177.597
Kurzfristiges Vermögen
Vorräte
15
2.818.134 2.324.757
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
16
2.930.543 1.934.639
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
17
352.615 402.382
Forderungen aus laufenden Ertragsteuern 103.074 70.794
Sonstige Vermögenswerte
18
299.942 159.143
Kassenbestand und Bankguthaben 946.132 674.540
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen
19
93.539 55.513
7.543.979 5.621.767
Summe Aktiva 26.403.829 21.415.213
Eigenkapital und Verbindlichkeiten EUR 1.000
Anhangangabe 2010 2009
Eigenkapital
20
Grundkapital 300.000 300.000
Rücklagen 8.780.583 7.798.317
Eigenkapital der Gesellschafter des Mutterunternehmens 9.080.583 8.098.317
Anteile anderer Gesellschafter 2.231.706 1.936.468
Summe Eigenkapital 11.312.289 10.034.785
Langfristige Verbindlichkeiten
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
21
899.330 883.844
Anleihen
22
1.990.128 1.475.933
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten
22
3.015.054 1.720.725
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen
21
1.932.573 1.801.726
Sonstige Rückstellungen
21
295.572 259.726
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
22
193.444 200.099
Sonstige Verbindlichkeiten
22
9.148 11.707
8.335.248 6.353.760
Latente Steuern
23
535.846 295.097
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
22
3.361.585 2.141.533
Anleihen 72.606 309.997
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten
22
895.524 363.878
Rückstellung für laufende Ertragsteuern
21
121.480 101.459
Sonstige Rückstellungen
21
451.268 418.620
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
22
309.222 502.866
Sonstige Verbindlichkeiten
22
1.000.514 868.222
Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten
19
8.247 24.994
6.220.446 4.731.570
Summe Passiva 26.403.829 21.415.213

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals in 2010 1)

Grund
kapital
Kapital
rücklage
Gewinn
rücklage
Umrechnung
ausländischer
Geschäfts
betriebe
Zur Veräußerung
verfügbare
finanzielle
Vermögenswerte
1. Jänner 2010 300.000 783.640 7.573.715 –420.771 551
Gesamtergebnis der Periode 920.587 222.772 –53
Dividendenausschüttung –298.780
Verkauf eigener Anteile 256
Effekte aus Unternehmenszusammenschlüssen
Erhöhung (+)/Verminderung (–) nicht
beherrschender Anteile 3.131
31. Dezember 2010 300.000 783.896 8.198.653 –197.999 498

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals in 2009 1)

Grund
kapital
Kapital
rücklage
Gewinn
rücklage
Umrechnung
ausländischer
Geschäfts
betriebe
Zur Veräußerung
verfügbare
finanzielle
Vermögenswerte
1. Jänner 2009 300.000 783.315 7.310.086 –341.072 –619.461
Gesamtergebnis der Periode 571.714 –79.698 620.013
Dividendenausschüttung –298.762
Verkauf eigener Anteile 325
Erhöhung (+)/Verminderung (–) nicht
beherrschender Anteile –9.322
31. Dezember 2009 300.000 783.640 7.573.715 –420.771 551

1) Vgl. Anhangangabe 20.

EUR 1.000

OMV
Gesellschafter
Nicht
beherrschende
Anteile
Summe
Eigenkapital
8.098.317 1.936.468 10.034.785
1.277.478 294.193 1.571.671
–298.780 –34.775 –333.555
437 437
38.863 38.863
3.131 –3.044 87
9.080.583 2.231.706 11.312.289

EUR 1.000

Hedges Sonstiges Ergebnis
aus assoziierten
Unternehmen
Eigene Anteile OMV
Gesellschafter
Nicht
beherrschende
Anteile
Summe
Eigenkapital
62.328 –82.122 –13.997 7.399.076 1.964.168 9.363.243
–116.874 11.242 1.006.396 8.702 1.015.098
–298.762 –37.205 –335.967
605 930 930
–9.322 803 –8.520
–54.546 –70.880 –13.392 8.098.317 1.936.468 10.034.785

Konzern-Cashflow-Rechnung Konzern-Cashflow-Rechnung

Konzern-Cashflow-Rechnung 1) EUR 1.000
2010 2009
Jahresüberschuss 1.214.119 716.931
Abschreibungen 1.577.635 1.325.091
Zuschreibungen zum Anlagevermögen –6.451 –5.539
Latente Steuern 29.251 –85.596
Verluste (+)/Gewinne (–) aus Abgängen von Anlagevermögen –1.455 5.275
Erhöhung (+)/Verminderung (–) Sozialkapital –163 –89.888
Erhöhung (+)/Verminderung (–) langfristige Rückstellungen 71.720 41.609
Sonstige Änderungen 89.125 96.140
2.973.781 2.004.021
Verminderung (+)/Erhöhung (–) Vorräte –52.108 –196.684
Verminderung (+)/Erhöhung (–) Forderungen –698.310 –120.637
Erhöhung (+)/Verminderung (–) Verbindlichkeiten 670.644 281.441
Erhöhung (+)/Verminderung (–) kurzfristige Rückstellungen –7.694 –121.400
Cashflow aus der Betriebstätigkeit 2.886.312 1.846.742
Investitionen
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen –2.087.606 –2.206.464
Beteiligungen, Ausleihungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte –40.414 –522.810
Erwerb von einbezogenen Unternehmen und Geschäftsbetrieben abzüglich liquider Mittel –813.551 –13.271
Veräußerungen
Erlöse aus dem Verkauf von Anlagevermögen 39.694 1.532.690
Erlöse aus dem Verkauf einbezogener Unternehmen abzüglich liquider Mittel 26.786
Cashflow aus der Investitionstätigkeit –2.875.091 –1.209.856
Zugänge langfristige Finanzierungen 1.015.445 1.966.217
Rückzahlung langfristige Finanzierungen –478.886 –917.761
Erhöhung (+)/Verminderung (–) kurzfristige Finanzierungen 52.478 –1.370.891
Dividendenzahlungen –333.555 –335.967
Kapitalzuführung inklusive Verkauf eigener Anteile 437 930
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 255.919 –657.472
Währungsdifferenz auf liquide Mittel 4.452 –4.961
Nettozunahme (+)/-abnahme (–) liquider Mittel 271.592 –25.546
Liquide Mittel Jahresbeginn 674.540 700.086
Liquide Mittel Jahresende 946.132 674.540

1) Vgl. Anhangangabe 24.

Konzernanhang: Grundlagen und Methoden Konzernanhang: Grundlagen und Methoden

Die OMV Aktiengesellschaft (im österreichischen Firmenbuch eingetragen mit dem Sitz Trabrennstraße 6-8, 1020 Wien, Österreich) ist ein internationaler Energiekonzern, der Geschäftsaktivitäten in den Bereichen Exploration und Produktion (E&P), Raffinerien und Marketing inklusive Petrochemie (R&M) und Gas und Power (G&P) unterhält.

Der vorliegende Konzernabschluss wurde unter Beachtung der International Financial Reporting Standards (IFRSs) erstellt und entspricht damit den IFRSs, wie sie in der EU anzuwenden sind. Das Geschäftsjahr umfasst den Zeitraum 1. Jänner bis 31. Dezember.

Für die Aufsuchung, Aufschließung und Ausförderung von Öl- und Gaslagerstätten werden – wo die IFRSs keine speziellen Regeln vorgeben – die Regeln des US GAAP-Branchenstandards Accounting Standards CodificationTM (ASC) 932 (Extractive Activities – Oil and Gas) mit Ausnahme der regionalen Definition von Petrom (Definition der Regionen in den ergänzenden Informationen zu Öl-und Gasreserven), welche gemäss internem Managementreporting erfolgt, angewandt. In 2009 wurden die zuvor angewandten SFAS 19 und SFAS 69 in ASC 932 übergeleitet, welcher zur Grundlage verbindlicher Bilanzierungsgrundsätze wurde. Die Anwendung von ASC 932 erfolgt in Übereinstimmung mit den Vorgaben des IFRS 6 (hinsichtlich der Explorations- und Evaluierungstätigkeit) sowie anderer IFRSs/IASs hinsichtlich der Entwicklungs- und Produktionstätigkeiten.

Die ergänzenden Informationen zu Öl- und Gasreserven der Anhangangabe 36 (Ergänzende Informationen zu Ölund Gasreserven) sind ungeprüft und nicht Bestandteil des Konzernanhangs und wurden in Übereinstimmung mit ASC 932 erstellt.

Der Konzernabschluss 2010 wurde in Tausend Euro (TEUR, EUR 1.000) erstellt. Durch die Angabe in TEUR können sich Rundungsdifferenzen ergeben.

Der Konzernabschluss wurde am 22. März 2011 von der Geschäftsführung genehmigt und zur Veröffentlichung freigegeben.

Für die Erstellung des Konzernabschlusses sind vom Management Einschätzungen und Annahmen zu treffen, welche die im Konzernabschluss ausgewiesenen Aktiva und Passiva, Erträge und Aufwendungen sowie die im Anhang angegebenen Beträge beeinflussen. Die tatsächlichen Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen. Insbesondere in Bezug auf Reservenmengen, Rekultivierungsrückstellungen, Zinsen und Ölpreisentwicklung besteht die Notwendigkeit, Einschätzungen und Annahmen zu treffen. Planungsannahmen hinsichtlich der Ölpreisentwicklung spiegeln die Einschätzung des Vorstands wider. Reservenschätzungen werden durch firmeninterne Ingenieure vorgenommen. Zusätzlich werden in einem Zweijahresrhythmus externe Schätzungen durchgeführt. Zum 31. Dezember 2010 werden im Anlagevermögen Öl- und Gasvermögen von TEUR 6.192.869 (2009: TEUR 5.800.451) ausgewiesen. Die Schätzung der zukünftigen Rekultivierungskosten basiert ebenfalls auf von internen Technikern erstellten Gutachten sowie Erfahrungswerten der Vergangenheit. Die daraus errechnete Rekultivierungsrückstellung belief sich auf TEUR 1.933.122 (2009: TEUR 1.802.186). Für die Ermittlung der Rekultivierungsrückstellungen und Wertminderungen wurden Einschätzungen von Zinsen getroffen, welche einen wesentlichen Einfluss auf die jeweiligen Positionen haben. Die meisten von Petroms Explorationslizenzen laufen planmäßig im September 2011 aus. Deren Verlängerung ist für die Geschäftstätigkeit von Petrom unerlässlich. Nachdem bereits eine Einigung mit den rumänischen Bergbaubehörden erzielt wurde, wurde das Thema kürzlich zum Gegenstand von Diskussionen auf Regierungsebene. Der Vorstand ist der Ansicht, dass die Lizenzen rechtzeitig verlängert werden können.

Grundlagen und allgemeine Vorgangsweise

1 Rechtliche

2 Schätzungen und Annahmen

3 Konsolidierung

Die Abschlüsse der einbezogenen Unternehmen sind auf Basis konzerneinheitlicher Standards mit Bilanzstichtag 31. Dezember erstellt.

Die Bewertung der Vermögenswerte und Schulden akquirierter Tochterunternehmen erfolgt mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt. Übersteigen die Anschaffungskosten des Unternehmenserwerbs die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden einschließlich Eventualverbindlichkeiten, so wird der Unterschiedsbetrag als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen. Die nicht beherrschenden Anteile werden mit dem beizulegenden Zeitwert der erfassten Vermögenswerte und Schulden ausgewiesen. Geschäfts- oder Firmenwerte werden als Vermögenswerte erfasst und mindestens einmal jährlich auf eine Wertminderung hin überprüft. Jede Wertminderung wird sofort erfolgswirksam berücksichtigt. Eine spätere Wertaufholung findet nicht statt.

Bei Joint Ventures mit gemeinschaftlicher Führung des Geschäftsbereichs E&P werden sämtliche Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Aufwendungen anteilig in den Konzernabschluss einbezogen.

Eine Übersicht über einbezogene Unternehmen, at-equity bewertete Unternehmen und sonstige Beteiligungen befindet sich in Anhangangabe 35.

2010 2009
Voll Equity Voll Equity
konsolidierung konsolidierung konsolidierung konsolidierung
Stand 31.12. Vorjahr 88 14 88 12
Im Berichtsjahr erstmals einbezogen 20 5 3
Im Berichtsjahr fusioniert –1
Wechsel von Equity- auf Vollkonsolidierung 1 –1 1 –1
Im Berichtsjahr entkonsolidiert –9 –6
Stand 31.12. 99 13 88 14
[davon mit Sitz und Betrieb im Ausland] [63] [8] [51] [9]
[davon mit Sitz in Österreich und Betrieb im
Ausland] [21] [—] [16] [—]

Anzahl der einbezogenen Unternehmen

Im Geschäftsbereich Exploration und Produktion (E&P) wurden in Q3/10 die OMV Bina Bawi GmbH, die OMV Rovi GmbH, die OMV Sarta GmbH, die OMV Block 70 upstream GmbH, alle mit Sitz in Wien, und Petrom Exploration & Production Limited, Douglas, in den Konsolidierungskreis einbezogen. Die OMV Maurice Energy GmbH, Wien, wird seit Q4/10 vollkonsolidiert.

Anfang September 2010 wurde die RING OIL HOLDING & TRADING LTD, Nicosia, einschließlich der sieben Tochtergesellschaften in Russland, verkauft.

Im Geschäftsbereich Raffinerien und Marketing inklusive Petrochemie (R&M) wurde der Verkauf der OMV Italia S.r.l., Bozen, im März 2010 mit einem positiven Konzernergebnisbeitrag von EUR 18 Mio abgeschlossen.

Am 22. Dezember 2010 wurde der Erwerb von weiteren 54,14% der Anteile an Petrol Ofisi A.Ş, Istanbul, abgeschlossen. Die Beteiligung von 95,72 % an Petrol Ofisi A.Ş. und ihren Tochtergesellschaften Erk Petrol Yatrmlar A.Ş., Istanbul, Kbrs Türk Petrolleri Ltd., Lefkoşa (Nicosia), Marmara Depoculuk Hizmetleri Sanayi ve Ticaret Anonim Şirketi, Istanbul, Petrol Ofisi Alternatif Yaktlar Toptan Satş A.Ş., Istanbul, Petrol Ofisi Gaz İletim A.Ş., Istanbul, PO Georgia LLC, Tiflis, Petrol Ofisi Akdeniz Rafinerisi Sanayi ve Ticaret A.Ş., Istanbul, und Petrol Ofisi Arama Üretim Sanayi ve Ticaret Anonim Şirketi, Ankara, wird seit Ende Dezember 2010 vollkonsolidiert. Vor der Einbeziehung wurde die Beteiligung an Petrol Ofisi at-equity konsolidiert.

Anfang Q3/10 wurden die M.P. PETROLEUM DISTRIBUTIE SA, Bukarest, und die aus der OMV Petrom SA abgespaltenen Marketing-Aktivitäten in die OMV PETROM MARKETING SRL, Bukarest, verschmolzen.

Im Geschäftsbereich Gas und Power (G&P) wird die Wind Power Park SRL, Galbiori, seit Q2/10 vollkonsolidiert. In Q3/10 wurde die OMV Gas Storage GmbH, Wien, einbezogen; seit Q4/10 wird die OMV Trading GmbH, Wien, vollkonsolidiert.

Im Geschäftsbereich Konzernbereich und Sonstiges (Kb&S) wurden in Q2/10 die OMV Finance Service GmbH, Wien, und in Q3/10 die Petromed Solutions Srl, Bukarest, in den Konsolidierungskreis einbezogen. OMV Enerji Holding Anonim Şirketi, Istanbul, wird seit Q4/10 vollkonsolidiert.

Am 20. September 2010, hat OMV einen Kaufvertrag mit PETRONAS International Corporation Limited über den Erwerb dessen gesamten Explorations- und Produktionsgeschäfts in Pakistan unterzeichnet. Der Abschluss der Transaktion wird für das erste Halbjahr 2011 erwartet.

Am 6. Jänner 2011 unterzeichnete OMV eine Vereinbarung zum Kauf sämtlicher Kapitalanteile an Pioneer Natural Resources Tunisia Ltd. und an Pioneer Natural Resources Anaguid Ltd. von dem unabhängigen US-amerikanischen Öl- und Gasunternehmen Pioneer Natural Resources zum Kaufpreis von USD 800 Mio zuzüglich USD 39,3 Mio Working Capital. Die Transaktion wurde am 18. Februar 2011 abgeschlossen. Zum Zeitpunkt der Bestätigung des Konzernabschlusses war die erstmalige Bilanzierung dieses Unternehmenserwerbs noch nicht finalisiert.

Anfang Februar 2011 hat OMV die Tochtergesellschaft OMV Wärme VertriebsgmbH, Wien, verkauft und erwartet einen geringfügigen Veräußerungsgewinn aus dem Verkauf. Das Closing der Transaktion ist im ersten Halbjahr 2011 geplant.

Diverse Vertriebsorganisationen und Mantelbeteiligungen werden auf Grund ihrer geringfügigen Auswirkung nicht einbezogen.

Der Erwerb weiterer 54,14% der Anteile an Petrol Ofisi A.Ş. mit Ende Dezember 2010 sowie die Einbeziehung der Wind Power Park SRL ab Q2/10 wirkten sich 2010 auf die Vermögenslage und in weiterer Folge auch als Adaptierung bei der Cashflow-Rechnung (vgl. Anhangangabe 24) wie folgt aus. Die Darstellung 2009 beinhaltet den Erwerb von Korned LLP, Almaty, sowie die Einbeziehung von Borasco Elektrik Üretim Sanayi ve Ticaret A.Ş., Istanbul, welche in 2010 in OMV Samsun Elektrik Üretim Sanayi ve Ticaret A.Ş. umbenannt wurde.

Beizulegende Zeitwerte des erworbenen Vermögens EUR 1.000
2010 2009
Petrol Ofisi 1) Sonstige Summe Samsun Sonstige Summe
Immaterielle Vermögenswerte 1.047.913 9.505 1.057.418 65.992 34.590 100.582
Sachanlagen 711.886 3.198 715.084 178.003 178.003
Vorräte 415.672 415.672
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen 506.584 506.584
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 248.825 0 248.825 18.046 1 18.046
Nicht finanzielle Vermögenswerte 98.486 131 98.617 1.712 1.712
Summe Aktiva 3.029.366 12.835 3.042.201 263.753 34.591 298.344
Rückstellungen –35.967 –1.555 –37.522 –10.705 –3.694 –14.399
Finanzielle Verbindlichkeiten –1.943.591 –2.730 –1.946.321 –100.329 –21.839 –122.167
Nicht finanzielle Verbindlichkeiten –378.406 –378.406 –144 –144
Nettovermögen 671.402 8.550 679.952 152.575 9.059 161.634
Nicht beherrschende Anteile –28.736 2) –28.736
Summe erworbenes Nettovermögen 642.666 8.550 651.216 152.575 9.059 161.634

1) Die beizulegenden Zeitwerte des erworbenen Vermögens und der Firmenwert von Petrol Ofisi sind zum Erwerbszeitpunkt 22. Dezember 2010 bewertet.

2) Enthält nicht die Minderheitenanteile an Tochtergesellschaften von Petrol Ofisi A.Ş. Diese sind im Nettovermögen enthalten und belaufen sich auf EUR 10 Mio.

Berechnung des Firmenwerts EUR 1.000
2010 2009
Petrol Ofisi 1) Sonstige Summe Samsun Sonstige Summe
Bezahlter Kaufpreis (Geldmittel) 1.007.654 8.550 1.016.204 20.628 n.a. 20.628
Zum Erwerbszeitpunkt beizulegender
Zeitwert des zuvor gehaltenen
Eigenkapitalanteils 773.887 773.887 131.947 n.a. 131.947
1.781.541 8.550 1.790.091 152.575 n.a. 152.575
Erworbenes Nettovermögen –642.666 –8.550 –651.216 –152.575 n.a. –152.575
Firmenwert 1.138.875 0 1.138.875 0 n.a. 0

1) Die beizulegenden Zeitwerte des erworbenen Vermögens und der Firmenwert von Petrol Ofisi sind zum Erwerbszeitpunkt 22. Dezember 2010 bewertet.

Basierend auf vorläufigen Berechnungen der erwarteten Synergien wurde im Zusammenhang mit dem Petrol Ofisi Erwerb ein Firmenwert in Höhe von EUR 100 Mio dem Geschäftsbereich E&P und EUR 100 Mio G&P zugeordnet. Der restliche Firmenwert ist im Geschäftsbereich R&M enthalten. Eine steuerliche Verwertbarkeit des Petrol Ofisi Firmenwerts ist aus heutiger Sicht nicht zu erwarten.

Neubewertungsergebnis EUR 1.000
2010 2009
Petrol Ofisi Sonstige Summe Samsun Sonstige Summe
Buchwert des zuvor gehaltenen
Eigenkapitalanteils zum
Erwerbszeitpunkt –813.210 n.a. –813.210 n.a. n.a. n.a.
Zum Erwerbszeitpunkt beizulegender
Zeitwert des zuvor gehaltenen
Eigenkapitalanteils 773.887 n.a. 773.887 n.a. n.a. n.a.
Verlust aus der Neubewertung –39.323 n.a. –39.323 n.a. n.a. n.a.
Umgliederung von kumulierten
Fremdwährungsverlusten und cash flow
hedges in den Jahresüberschuss –132.355 n.a. –132.355 n.a. n.a. n.a.
Im sonstigen Finanzergebnis
ausgewiesenes Ergebnis aus der
Neubewertung –171.678 n.a. –171.678 n.a. n.a. n.a.

Die erstmalige Bilanzierung des Petrol Ofisi Erwerbs ist vorläufig. Die zum Erwerbszeitpunkt angesetzten vorläufigen Beträge können daher während des Bewertungszeitraums noch berichtigt oder ergänzt werden. Der nicht beherrschende Anteil an Petrol Ofisi ist zum entsprechenden Anteil des identifizierbaren Nettovermögens des erworbenen Unternehmens bewertet. OMV wird vom Erwerb und der Integration von Petrol Ofisi in vielerlei Hinsicht profitieren. Die Transaktion soll die Umsetzung von OMVs integrierter Wachstumsstrategie in der Türkei und den angrenzenden Regionen unterstützen. Daneben erwarten wir Synergien aus dem Wert der Marke "Petrol Ofisi" und OMVs langjähriger Branchenerfahrung, sowie Synergien aus den Supply und Trading Prozessen. Diese Synergien werden derzeit evaluiert und sind noch nicht endgültig quantifizierbar. Daher ist es nicht zielführend, die Erlöse und den Gewinn oder Verlust aus Petrol Ofisi für das Jahr 2010 so anzugeben, als ob der Erwerb bereits am Anfang des Geschäftsjahres stattgefunden hätte, wie in IFRS 3.B64 q gefordert.

Wind Power Park SRL war 2010 seit der erstmaligen Einbeziehung mit TEUR –944 im Jahresüberschuss des OMV Konzerns enthalten. Da die Unternehmen der Petrol Ofisi Gruppe erst mit Jahresende 2010 erstkonsolidiert wurden, trugen sie 2010 noch nicht als vollkonsolidierte Gesellschaften zum Konzernergebnis bei. Der im Finanzerfolg ausgewiesene Ergebnisbeitrag des assoziierten Unternehmens Petrol Ofisi belief sich auf TEUR –15.657 (2009: TEUR 39.595).

a) Ertragsrealisierung

Grundsätzlich werden Erträge realisiert, wenn Lieferungen oder Leistungen erbracht wurden und der Wert der Forderung feststeht oder bestimmbar und die Einbringlichkeit wahrscheinlich ist. In E&P werden Erträge berücksichtigt, wenn das Produkt geliefert und Risiko und Eigentum auf den Kunden übergegangen sind. Im Tankstellen-Geschäft werden die Erträge bei eigenen Tankstellen mit der Abgabe an den Kunden vereinnahmt. Bei Tankstellen, die nicht im Eigentum des Konzerns stehen, erfolgt die Ertragsrealisierung mit der Lieferung an die Tankstellen. In G&P werden Verkäufe aus langfristigen Verträgen mit der Lieferung realisiert. Zusätzliche Mengen aus diesen Verträgen werden nach Anerkenntnis durch den Kunden realisiert. Erträge aus dem Erdgasspeicher-Geschäft werden auf Basis von kommittierten Speicher- und Entnahmeraten realisiert. Ebenso werden Erträge aus dem Gastransit auf Basis kommittierter Mengen vereinnahmt.

b) Explorationsaufwendungen

Explorationsaufwendungen betreffen ausschließlich den Geschäftsbereich E&P und umfassen jene Kosten, die im Zusammenhang mit nicht sicheren Reserven stehen. Dazu zählen u.a. geologische und geophysikalische Kosten für die Identifikation und Untersuchung von Gebieten mit möglichen Öl- und Gasreserven, sowie Exploration betreffende Verwaltungs-, Rechts- und Beratungskosten. Des Weiteren umfasst diese Position alle Wertminderungen von Explorationsbohrungen, die keine sicheren Reserven nachweisen konnten. Planmäßige Abschreibungen von fündigen Explorationsbohrungen sind Bestandteil der Umsatzkosten.

c) Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen

Unter den Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen (F&E) sind alle direkten und indirekten Material- und Personalkosten sowie Kosten für Fremdleistungen ausgewiesen, die im Zusammenhang mit der gezielten Suche nach neuen Erkenntnissen hinsichtlich der Entwicklung und wesentlichen Verbesserung von Produkten, Leistungen oder Prozessen und im Zusammenhang mit Forschungsaktivitäten anfallen. Die im Zusammenhang mit Forschung in einer Periode anfallenden Ausgaben sind immer F&E-Aufwand der Periode. Ausgaben für experimentelle Entwicklung werden ebenfalls im F&E-Aufwand der Periode ausgewiesen, wenn nicht nach den Ansatzkriterien für immaterielle Vermögenswerte eine Aktivierung geboten ist.

Erhaltene Zuschüsse von Dritten werden grundsätzlich im sonstigen operativen Ertrag ausgewiesen. Wurden diese Zuschüsse für Projekte oder Leistungen gewährt, werden die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten dieser Vermögenswerte entsprechend gekürzt sofern es sich um Zuwendungen der öffentlichen Hand handelt. Von Kunden erhaltene Zuschüsse werden seit 2010 anders behandelt: Besteht eine Dienstleistungsverpflichtung, werden die Erlöse verteilt über die Leistungsperiode erfasst; besteht keine Leistungsverpflichtung, wird der gesamte Ertrag sofort realisiert. Die Vermögenswerte werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

d) Explorations- und Produktionsteilungsverträge

Ein Explorations- und Produktionsteilungsvertrag (Exploration and Production Sharing Agreement, EPSA) ist eine Vertragsform bei Erdöl- und Erdgaslizenzen, bei der sich eine oder mehrere Erdölfirmen und das Gastland bzw. die nationale Ölgesellschaft die Erdöl- bzw. Erdgasproduktion nach einem festgelegten Schlüssel teilen. In bestimmten EPSA-Verträgen stellen die dem Gastland/der nationalen Ölgesellschaft zustehenden Anteile an der Produktion eine Form der Ertragsbesteuerung dar. In solchen Fällen werden sie dementsprechend in der Gewinn- und Verlustrechnung als Ertragsteueraufwand dargestellt.

e) Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert und, soweit abnutzbar, abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungen angesetzt. Mit Ausnahme der E&P-Aktivitäten, die weitgehend nach der Unit-of-Production-Methode abgeschrieben werden, erfolgt die planmäßige Abschreibung linear.

Langfristige Vermögenswerte, die als zu Veräußerungszwecken gehalten klassifiziert werden, werden mit dem niedrigeren Betrag aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet. Langfristige Vermögenswerte und Gruppen von Vermögenswerten werden als zu Veräußerungszwecken gehalten klassifiziert, wenn ihr Buchwert durch Verkauf und nicht durch fortgesetzte Nutzung erlöst werden soll. Voraussetzung für diese Klassifikation ist, dass der Verkauf als sehr wahrscheinlich eingeschätzt wird und der Vermögenswert in seinem derzeitigen Zustand zur sofortigen Veräußerung verfügbar ist.

Sowohl immaterielles Vermögen als auch Sachanlagen werden bei Vorliegen eines Anhaltspunkts für eine Wertminderung zum Bilanzstichtag gemäß IAS 36 auf ihre Werthaltigkeit überprüft. Bei immateriellem Vermögen mit

4 Bilanzierungsund Bewertungsgrundsätze

unbestimmter Nutzungsdauer und bei Firmenwerten werden jährliche Wertminderungstests vorgenommen. Dies gilt auch dann, wenn keine Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Übersteigt der Buchwert des Vermögenswerts den erzielbaren Betrag, erfolgt eine Abwertung auf den niedrigeren erzielbaren Betrag. Entfallen die Gründe für eine Wertminderung in den Folgeperioden, wird, ausgenommen bei Firmenwerten, eine Wertaufholung auf die fortgeführten Anschaffungskosten vorgenommen.

Die planmäßigen Abschreibungen werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung unter der Position Umsatzkosten ausgewiesen. Wertminderungen werden bei Tankstellen im Vertriebsaufwand, bei Explorationsvermögen im Explorationsaufwand und bei sonstigen Vermögenswerten unter Umsatzkosten bzw. den sonstigen Aufwendungen ausgewiesen.

Die Bilanzierung und Bewertung der Exploration und der Evaluierung von Öl- und Gasförderaktivitäten erfolgt nach den Vorschriften des IFRS 6, während die nach den Vorschriften des US-GAAP Ölindustriestandards ASC 932, welcher ein international anerkannter Branchenstandard ist, für sonstige E&P-Aktivitäten angewandt wird.

Nutzungsdauer Jahre
Immaterielle Vermögenswerte
Firmenwert unbestimmt
Software 3–5
Konzessionen, Lizenzen u.Ä. 5–20 bzw. Vertragslaufzeit
Bereichsspezifische Sachanlagen
E&P Öl- bzw. Gasvermögen Unit-of-Production-Methode
R&M Hochbehälter 40
Verarbeitungsanlagen 25
Leitungssysteme 20
Tankstellenkomponenten 5–20 (Komponentenansatz)
G&P Gasleitungen 20–30
Sonstige Sachanlagen
Produktions- bzw. Verwaltungsgebäude 20 bzw. 40–50
Sonstige technische Anlagen 10–20
Betriebs- und Geschäftsausstattung 5–10

Der Ansatz der E&P-Aktivitäten erfolgt nach der Successful-Efforts-Methode. Der Erwerb von geologischen und geophysikalischen Studien vor der Auffindung von sicheren Reserven wird im Periodenaufwand erfasst. Die Kosten einer Bohrung werden bis zu dem Zeitpunkt der Feststellung, ob potenzielle wirtschaftliche Öl- oder Gasreserven vorliegen, aktiviert und als immaterielle Vermögenswerte dargestellt. Nicht wirtschaftlich fündige Bohrungen werden aufwandswirksam erfasst. Ist die wirtschaftliche Fündigkeit noch nicht geklärt, bleiben die Kosten einer Explorationsbohrung aktiviert, solange die folgenden Bedingungen erfüllt sind:

    1. Durch die Bohrung wurden ausreichend Öl- oder Gasreserven gefunden, welche eine Fertigstellung als Produktionsbohrung rechtfertigen.
    1. Es werden ausreichende Fortschritte hinsichtlich der Einschätzung der wirtschaftlichen und technischen Realisierbarkeit für die Aufnahme der Feldentwicklung in naher Zukunft gemacht.

Aktivierte Konzessionserwerbskosten sowie Vermögenswerte aus Exploration und Evaluierung werden in der Regel nicht planmäßig abgeschrieben solange sie im Zusammenhang mit nicht sicheren Reserven stehen, aber auf Wertminderung überprüft. Sobald es sich um sichere und wirtschaftlich gewinnbare Mineralölvorkommen handelt, werden die damit im Zusammenhang stehenden Vermögenswerte in die Sachanlagen umgegliedert und mit Produktionsbeginn planmäßig abgeschrieben. Aktivierte Explorations- und Entwicklungsaufwendungen sowie Hilfseinrichtungen werden grundsätzlich produktionsabhängig auf Basis sicherer entwickelter Reserven abgeschrieben. Davon ausgenommen sind aktivierte Kosten für Aufsuchungsrechte sowie erworbene Reserven, die auf Basis der gesamten sicheren Reserven abgeschrieben werden.

Direkt zuordenbare Kosten aus Großinspektionen und Generalüberholungen von Großanlagen, hauptsächlich in R&M, werden aktiviert und entsprechend der Komponentenabschreibungsmethode bis zur nächsten Anlagenüberholung bzw. -inspektion linear abgeschrieben. Kosten für bedeutende Ersatzteile werden aktiviert und die Buchwerte der ersetzten Teile ausgebucht. Kleinere Instandhaltungsleistungen und Reparaturen werden im Jahr des Anfallens als Aufwand gebucht.

f) Leasing

Das Sachanlagevermögen beinhaltet auch Gegenstände mit Finanzierungsleasingverträgen, die im wirtschaftlichen Eigentum des Konzerns stehen und mit dem Barwert der Mindestleasingverpflichtung oder dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert aktiviert und über die voraussichtliche Nutzungsdauer oder die kürzere Leasingdauer abgeschrieben werden. Die aktivierten Kosten werden als Verbindlichkeit verbucht und künftige Leasingzahlungen werden in einen Zins- und einen Tilgungsteil aufgespalten.

All jene Leasingverträge, die nicht als Finanzierungsleasing zu werten sind, werden als operatives Leasing eingestuft. Die vereinbarten Leasingzahlungen werden dann linear auf die Vertragslaufzeit verteilt im Aufwand erfasst.

Leasingverträge werden von Servicevereinbarungen unterschieden, welche nicht das Recht auf Nutzung eines bestimmten Vermögenswerts einräumen. Einige Konzerngesellschaften haben langfristige Verträge über die Nutzung von Lagerkapazitäten, Pipeline- oder sonstigen Transportkapazitäten, oder Verträge über die Verarbeitung, Produktion oder Bearbeitung von Gütern abgeschlossen. Derartige Kapazitätsvereinbarungen werden nicht als Leasingverträge betrachtet, wenn es sich nicht um einzelne, spezifizierte Vermögenswerte handelt oder wenn das Recht, die Verwendung des zugrunde liegenden Vermögenswerts zu kontrollieren, nicht übertragen wird. Die vertraglichen Zahlungen werden dann in jener Periode als Aufwand gebucht, in welcher die Kapazitäten OMV vereinbarungsgemäß zur Verfügung stehen.

g) Finanzielle Vermögenswerte

Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint-Venture-Gesellschaften werden nach der At-Equity-Methode mit ihrem anteiligen Eigenkapital bilanziert.

Available-for-Sale-Wertpapiere werden zu ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. Unrealisierte Gewinne und Verluste werden bis zur Realisierung unter Berücksichtigung latenter Steuern gesondert im Eigenkapital ausgewiesen. Bei objektiven Anzeichen für eine Wertminderung werden Wertminderungen ergebniswirksam erfasst. Ein Wegfall des Wertminderungsgrunds wird bei Schuldinstrumenten bis zu den fortgeführten Anschaffungskosten vor Berücksichtigung der Wertminderung ergebniswirksam und bei Eigenkapitalinstrumenten ergebnisneutral erfasst.

Wertpapiere ohne Börsen- oder Marktwert, deren beizulegender Zeitwert nicht zuverlässig geschätzt werden kann, werden mit den Anschaffungskosten abzüglich allfälliger Wertminderungen ausgewiesen.

Held-to-Maturity-Wertpapiere werden mit fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich allfälliger Wertminderungen angesetzt.

Wertpapiere-at-fair-Value-through-Profit-or-Loss werden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet und die resultierenden Gewinne und Verluste im Periodenergebnis erfasst.

Käufe und Verkäufe von Wertpapieren im Rahmen handelsüblicher Verträge werden zum Handelstag bilanziert.

Verzinsliche Ausleihungen werden zu Nennwerten, unverzinsliche sowie niedrig verzinsliche zu Barwerten bilanziert. Forderungen und sonstige Vermögenswerte werden, mit Ausnahme der derivativen Finanzinstrumente, die zu Marktwerten bilanziert werden, und der Fremdwährungsposten, welche mit den Stichtagskursen bewertet werden, mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Diese können als angemessene Schätzwerte des Tageswerts betrachtet werden, weil überwiegend eine Restlaufzeit von unter einem Jahr anzunehmen ist. Langfristige Forderungen werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode abgezinst.

h) Derivative Instrumente

Derivative Instrumente werden zur Absicherung von Risiken aus der Veränderung von Zinsen, Wechselkursen und Güterpreisen eingesetzt. Die Bewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert (Tageswert). Der Tageswert der derivativen Finanzinstrumente spiegelt den geschätzten Betrag wider, den OMV zahlen oder erhalten müsste, wenn diese Transaktion am Bilanzstichtag geschlossen würde. Für die Schätzung der Tageswerte von Finanzinstrumenten zum Bilanzstichtag werden Preisanbote von Banken oder entsprechende Preismodelle verwendet. Bei diesen Modellen werden die zum Bilanzstichtag geltenden Terminpreise und Wechselkurse sowie Volatilitätskennzahlen zur Preisberechnung herangezogen.

Die Erfassung unrealisierter Gewinne und Verluste erfolgt grundsätzlich in der Gewinn- und Verlustrechnung, außer Hedge-Accounting (Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen) wird angewandt.

Bei Fair-Value-Hedges werden sowohl das Grundgeschäft hinsichtlich des abgesicherten Risikos als auch das derivative Sicherungsinstrument erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Bei Cashflow-Hedges wird der effektive Teil der Veränderung der beizulegenden Zeitwerte direkt im Eigenkapital erfasst, der ineffektive Teil hingegen wird sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Führt die Cashflow-Absicherung zu einem Vermögenswert oder zu einer Verbindlichkeit, werden die Beträge, die im Eigenkapital abgegrenzt wurden, im gleichen Zeitpunkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, in dem die abgesicherte Position das Ergebnis beeinflusst.

Unter anderem sind eingebettete Derivate derzeit hauptsächlich in langfristigen Gasverträgen enthalten; diese eingebetteten Derivate gelten als eng mit den Basisverträgen verbunden, da es derzeit keinen aktiven Markt für derartige Mengen gibt. Aus diesem Grund werden diese Instrumente nicht von den jeweiligen Basisverträgen abgespalten.

i) Fremdkapitalzinsen

Fremdkapitalzinsen, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung von qualifizierten Vermögenswerten zurechenbar sind, werden bis zu dem Zeitpunkt aktiviert, an dem die Vermögenswerte im Wesentlichen für ihre vorgesehene Nutzung oder zum Verkauf bereit sind. Alle sonstigen Fremdkapitalkosten werden in der Periode, in der sie anfallen, erfolgswirksam erfasst.

j) Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand – mit Ausnahme von Emissionszertifikaten (vgl. Anhangangabe 4 l) – werden als Ertrag erfasst oder kürzen die Anschaffungskosten des subventionierten Vermögenswerts, wenn hinreichende Sicherheit besteht, dass die damit verbundenen Bedingungen erfüllt und die Zuwendungen gewährt werden.

k) Vorräte

Vorräte werden mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter Anwendung des Durchschnittspreisverfahrens und unter Berücksichtigung niedrigerer Nettoveräußerungswerte bzw. im Fall nicht austauschbarer Güter mit ihren individuellen Kosten angesetzt. Für die Ermittlung der Herstellungskosten werden direkt zurechenbare Kosten sowie fixe und variable Material- und Fertigungsgemeinkosten herangezogen. Darüber hinaus werden produktionsbezogene Verwaltungskosten und Kosten für die betriebliche Altersvorsorge und freiwillige Sozialleistungen berücksichtigt. Im Raffineriebereich kommt ein Tragfähigkeitsprinzip zur Anwendung, wonach die Herstellungskosten den produzierten Produktgruppen nach deren jeweiligen Marktwerten am Ende der Periode zugeordnet werden.

In Ländern wie Österreich, der Türkei, Rumänien und Bulgarien ist OMV gesetzlich verpflichtet, erhöhte Lagerbestände zu halten. Sofern sie wesentlich sind unterliegen diese Mengen einer speziellen Bewertung. Die gemäß österreichischem Erdölbevorratungsgesetz 1982 gehaltenen erhöhten Bestände an Rohöl und Ölprodukten werden mittels eines langfristigen, gewogenen Durchschnittspreisverfahrens auf Basis von Erdöläquivalenten bewertet. Eine sehr ähnliche Methode, allerdings basierend auf Produktgruppen, wird in der Türkei angewandt. Die Pflichtnotstandsreserve übersteigende Mengen, werden mit den aktuellen Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet.

l) Rückstellungen

Rückstellungen werden für gegenwärtige Verpflichtungen gegenüber Dritten gebildet, wenn deren Eintritt wahrscheinlich ist und die Höhe der Inanspruchnahme zuverlässig geschätzt werden kann. Einzelverpflichtungen werden mit jenem Betrag rückgestellt, der auf Grund einer bestmöglichen Schätzung zur Erfüllung der Verpflichtung notwendig sein wird.

Rekultivierungsverpflichtungen und Umweltrückstellungen: Im Zusammenhang mit den Kernaktivitäten des Konzerns entstehen regelmäßig Verpflichtungen zum Abbruch bzw. Rückbau von Anlagen sowie zur Bodensanierung. Diese Rekultivierungsverpflichtungen sind vor allem im Bereich E&P (Öl- und Gassonden, obertägige Einrichtungen) und bei Tankstellen auf fremdem Grund von großer Bedeutung. Zum Zeitpunkt der Entstehung einer Verpflichtung wird für diese durch Passivierung des Barwerts der künftigen Rekultivierungsausgaben vollständig vorgesorgt. In gleicher Höhe wird ein Vermögenswert als Teil des Buchwerts des langlebigen Anlagevermögens aktiviert. Die Berechnung der Verpflichtung beruht grundsätzlich auf bestmöglichen Schätzungen. Das aktivierte Anlagevermögen wird im Geschäftsbereich R&M linear und im Geschäftsbereich E&P nach der Unit-of-Production-Methode abgeschrieben. Die Verpflichtung ist bis zum Anlagenrückbau von Stichtag zu Stichtag aufzuzinsen. Für bestehende Verpflichtungen aus sonstigen Umweltrisiken und Maßnahmen werden Rückstellungen gebildet, wenn eine Inanspruchnahme wahrscheinlich und das Ausmaß vernünftig schätzbar ist.

Pensionen und ähnliche Verpflichtungen: Im OMV Konzern gibt es sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte Pensionsvorsorgepläne. Bei beitragsorientierten Pensionszusagen trifft OMV nach Zahlung der vereinbarten Prämien keine Verpflichtungen mehr. Eine Rückstellung wird daher nicht angesetzt. Teilnehmern leistungsorientierter Pensionspläne wird hingegen eine bestimmte Pensionshöhe zugesagt. Den leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen wird durch die Bildung von Pensionsrückstellungen bzw. durch Zahlung an eine außerbetriebliche Pensionskasse Rechnung getragen. Das Risiko im Zusammenhang mit diesen leistungsorientierten Pensionsplänen verbleibt bei OMV.

Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder werden unter Anwendung der Projected-Unit-Credit-Methode berechnet. Dabei werden die erwarteten Versorgungsleistungen auf den gesamten Zeitraum der Beschäftigung verteilt. Zukünftige Gehaltssteigerungen werden berücksichtigt. Mit Ausnahme von Petrom werden versicherungstechnische Gewinne und Verluste, die innerhalb eines Korridors von 10% des höheren Werts aus den erwarteten Ansprüchen oder des Planvermögens, jeweils am Periodenbeginn, anfallen, für Pensions- und Abfertigungsrückstellungen nicht berücksichtigt. Der Überschuss an versicherungstechnischen Gewinnen und Verlusten, der den Korridor überschreitet, wird über die durchschnittliche verbleibende Dienstzeit der am Plan teilnehmenden Beschäftigten verteilt. Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen sowie die Erträge aus dem Planvermögen werden im Finanzerfolg dargestellt.

Restrukturierungsrückstellungen für freiwillige und verpflichtende Personallösungen werden gebucht, wenn ein detaillierter Plan mit Zustimmung des Managements vor dem Bilanzstichtag vorliegt, dem sich das Unternehmen nicht mehr entziehen kann. Freiwillige Änderungen in den Bezügevereinbarungen werden auf der Basis der geschätzten Anzahl der das Angebot der Gesellschaft annehmenden Beschäftigten gebucht. Die im Rahmen von Einzelvereinbarungen betragsmäßig fixierten Lösungsverpflichtungen, die über einen feststehenden Zeitraum zur Auszahlung gelangen, werden mit dem Barwert der Verpflichtung ausgewiesen.

Von Regierungsstellen gratis zugeteilte CO2-Emissionszertifikate (im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems für Treibhausgas-Emissionszertifikate) reduzieren die finanziellen Verpflichtungen in Zusammenhang mit CO2- Emissionen. Rückstellungen werden nur für bestehende Unterdeckungen im Konzern gebildet (vgl. Anhangangabe 21).

m) Verbindlichkeiten

Diese werden mit Ausnahme der derivativen Finanzinstrumente, die zu Marktwerten bewertet werden, und von Fremdwährungsverbindlichkeiten, welche mit Stichtagskursen bewertet werden, zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Langfristige Verbindlichkeiten werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode abgezinst. Der Buchwert sonstiger Verbindlichkeiten deckt sich im Wesentlichen mit dem Tageswert, weil diese Verbindlichkeiten überwiegend kurzfristig sind.

n) Ertragsteuern und latente Steuern

Neben Körperschaftsteuern, Gewerbesteuern und Kapitalertragsteuern werden im OMV Konzernabschluss auch die für den Geschäftsbereich E&P typischen Steuern auf den Netto-Zahlungsstrom aus der Öl- und Gasproduktion wie z.B. die Petroleum Revenue Tax (PRT) in Großbritannien, oder die jeweiligen Anteile des Landes/der nationalen Ölgesellschaft aus bestimmten EPSA-Verträgen (vgl. Anhangangabe 4 d) als Ertragsteuern behandelt und ausgewiesen. Auf temporäre Differenzen werden latente Steuern berechnet und bilanziert. Verlustvorträge werden im Rahmen der aktiven latenten Steuern berücksichtigt. Aktive und passive latente Steuern werden im Konzern saldiert ausgewiesen, wenn ein Recht auf die Aufrechnung der Steuern besteht und die Steuern sich auf Steuersubjekte innerhalb der gleichen Steuerhoheit beziehen. Wenn mit der Realisierbarkeit aktiver latenter Steuern mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 50% gerechnet werden kann, werden die Werte beibehalten. Bei Zwischenergebniseliminierungen im Vorratsvermögen erfolgt eine Abgrenzung latenter Steuern.

o) Long Term Incentive (LTI) Pläne und Aktienoptionspläne

Seit dem Jahr 2009 wurden LTI Pläne (siehe Anhangangabe 29) für den Vorstand und einen bestimmten Kreis leitender Führungskräfte ausgegeben. Am Anspruchstag werden den Teilnehmern Bonusaktien gewährt. Die Auszahlung erfolgt in bar oder durch Aktien. Die beizulegenden Zeitwerte werden mit Hilfe eines Modells ermittelt, welches auf der erwarteten Erreichung der Leistungskriterien und dem erwarteten Aktienpreis beruht. Rückstellungen auf Basis der beizulegenden Zeitwerte werden über den Zeitraum der Sperrfrist verteilt gebildet.

Von 2000 bis 2008 wurden, basierend auf den Hauptversammlungsbeschlüssen, Aktienoptionspläne (vgl. Anhangangabe 29) an Vorstände und leitende Angestellte ausgegeben. Diese Vergütungen können durch Bezug von Aktien zu einem festgelegten Ausübungspreis oder durch Auszahlung der Differenz zwischen aktuellem Aktienkurs zum Ausübungsstichtag und Ausübungspreis in Geldform oder in Form von Aktien in Anspruch genommen werden. Für die begebenen Aktienoptionspläne werden zum Zeitpunkt der Begebung und an den nachfolgenden Bilanzstichtagen auf Basis des Black-Scholes-Modells Marktwerte ermittelt. Rückstellungen auf Basis der jeweiligen Marktwerte werden über den Zeitraum der Sperrfrist verteilt gebildet. Nach Ablauf der Sperrfrist ist für die noch in Umlauf befindlichen Optionen mittels einer Rückstellung in Höhe der Marktwerte vorgesorgt.

p) Erstmals anwendbare neue bzw. überarbeitete Standards und Interpretationen

Die folgenden neuen und überarbeiteten Standards, die 2010 erstmals anzuwenden waren, hatten Einfluss auf die im Konzernabschluss berichteten Beträge und die Darstellung von Finanzinformationen:

  • Überarbeitete Fassungen des IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" und des IAS 27 "Konzern- und Einzelabschlüsse": Die wesentlichen Änderungen betreffen vornehmlich Anteilserwerbe von weniger als 100% und stufenweise Unternehmenserwerbe (z.B. Neuregelung der bilanziellen Darstellung von Minderheitenanteilen; erfolgswirksame Neubewertung bereits bestehender Anteile bei erstmaliger Erlangung der Kontrolle; erfolgsneutrale Erfassung von Änderungen der Beteiligungsquote an einem Tochterunternehmen ohne Kontrollverlust). Außerdem sind alle mit einem Unternehmenszusammenschluss verbundenen Kosten als Aufwand zu erfassen. Die überarbeiteten Regelungen wurden auf Unternehmenszusammenschlüsse angewandt, deren Erwerbszeitpunkt im Jahr 2010 lag. Bis auf Weiteres hat sich OMV für eine Bewertung der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter zu deren Anteil am Nettovermögen des erworbenen Unternehmens entschieden (im Gegensatz zu deren beizulegenden Zeitwert im Erwerbszeitpunkt).
  • "Verbesserungen der IFRS" (veröffentlicht im April 2009): Der zweite der jährlich erscheinenden Sammelstandards beinhaltet 15 Änderungen an zwölf Standards, nämlich IFRS 2, 5 und 8; IAS 1, 7, 17, 18, 36, 38, 39; sowie IFRIC 9 and 16. Grundstücksleasingverhältnisse wurden auf Basis des überarbeiteten IAS 17 evaluiert, was zu einigen Umgliederungen von operativem zu Finanzierungsleasing führte. IAS 18 enthält nun zusätzliche Leitlinien für die Unterscheidung, ob ein Unternehmen als Prinzipal oder Agent tätig ist. Deren Auswirkungen auf den OMV Konzernabschluss werden derzeit noch evaluiert. Die übrigen Änderungen haben keine wesentlichen Auswirkungen.

Überarbeitungen und Interpretationen, die keine wesentlichen Auswirkungen auf den Jahresabschluss hatten:

  • IFRIC 12 "Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen": Diese Interpretation enthält Leitlinien zur Bilanzierung von Vereinbarungen, durch die eine Regierung oder eine andere Institution Aufträge an private Betreiber vergibt, um öffentliche Dienstleistungen bereitzustellen.
  • IFRIC 16 "Absicherungen einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb": Diese Interpretation stellt klar, was als Risiko bei der Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb anzusehen ist und wo innerhalb der Unternehmensgruppe das Sicherungsinstrument zur Minderung dieses Risikos gehalten werden darf. Außerdem wird geklärt, wie jene Beträge, die bei Veräußerung der Investition aus dem Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung umzugliedern sind, bestimmt werden sollen.
  • IFRIC 15 "Verträge über die Errichtung von Immobilien": Diese Interpretation vereinheitlicht die Bilanzierungspraxis hinsichtlich der Erfassung von Erträgen aus dem Verkauf von Einheiten wie beispielsweise Wohnungen oder einzelnen Häusern "ab Plan" (also bevor die Errichtung abgeschlossen ist) seitens der Errichtungsgesellschaft.
  • Ergänzung zu IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung Geeignete Grundgeschäfte" hinsichtlich Risikopositionen, die für das Hedge-Accounting qualifizieren: Die Ergänzung konkretisiert, wie die in IAS 39 enthaltenen Prinzipien zur Abbildung von Sicherungen (Hedge-Accounting) auf zwei konkrete Situationen anzuwenden

sind: Bei einem einseitigen Risiko in Bezug auf ein gesichertes Grundgeschäft und bei Inflation in einem finanziellen gesicherten Grundgeschäft.

  • Neu strukturierter IFRS 1 "Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards": Die Änderungen betreffen ausschließlich Verbesserungen im formalen Aufbau des IFRS 1, der Inhalt bleibt unverändert.
  • IFRIC 17 "Sachdividenden an Eigentümer": Diese Interpretation regelt die Bewertung und Bilanzierung anderer Vermögenswerte als Zahlungsmittel, wenn diese als Gewinnausschüttung an die Anteilseigner übertragen werden sollen.
  • IFRIC 18 "Übertragung von Vermögenswerten durch einen Kunden": Diese Interpretation stellt die Anforderungen der IFRS für Vereinbarungen klar, bei denen ein Unternehmen von einem Kunden ein Objekt, eine Anlage oder Betriebsmittel erhält, die das Unternehmen dann entweder dazu verwenden muss, den Kunden mit einem Leitungsnetz zu verbinden oder dem Kunden einen permanenten Zugang zur Versorgung mit Gütern oder Dienstleistungen zu gewähren (zum Beispiel Versorgung mit Elektrizität, Gas oder Wasser).
  • Änderungen an IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütungen": Die Änderungen stellen sowohl den Anwendungsbereich von IFRS 2 klar, als auch die Bilanzierung von innerhalb eines Konzerns gewährten anteilsbasierten Vergütungen mit Barausgleich im Einzelabschluss einer Gesellschaft, welche zwar die Güter oder Dienstleistungen empfängt, die Ausgleichsverpflichtung aber durch eine andere Konzerngesellschaft oder einen Gesellschafter zu erfüllen ist.
  • Änderungen an IFRS 1 "Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards Zusätzliche Befreiungen für erstmalige Anwender": Die Änderungen sehen für Erstanwender zwei zusätzliche Ausnahmen von einer rückwirkenden Anwendung der IFRS vor, und zwar für die Bestimmung von Öl- und Gasvermögenswerten und für die Einschätzung bestehender Leasingverträge.

q) Noch nicht verpflichtend anwendbare neue bzw. überarbeitete Standards und Interpretationen

Zum Zeitpunkt der Freigabe dieses Abschlusses zur Veröffentlichung waren die folgenden Überarbeitungen und Interpretationen vom International Accounting Standards Board (IASB) veröffentlicht und zum Teil bereits in EU-Recht übernommen, jedoch für das Geschäftsjahr 2010 noch nicht verpflichtend anzuwenden.

In EU-Recht übernommen und im Amtsblatt der EU veröffentlicht:

  • Überarbeitete Fassung des IAS 32 "Finanzinstrumente: Darstellung Einstufung von Bezugsrechten" (anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Februar 2010 beginnen): Mit dieser Änderung wird klargestellt, dass Bezugsrechte auch dann als Eigenkapitalinstrumente einzustufen sind, wenn ihr Bezugsrechtskurs auf eine andere Währung als die funktionale Währung des Emittenten lautet, sofern die emittierten Instrumente den gegenwärtigen Eigentümern anteilsgemäß zu einem festen Betrag angeboten werden.
  • Änderungen an IFRS 1 "Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards" (anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2010 beginnen): Die Änderung mit dem Titel "Limited Exemption from Comparative IFRS 7 Disclosures for First-time Adopters" bringt IFRS-Erstanwendern eine Erleichterung bei der erstmaligen Umsetzung jener Zusatzangabepflichten, die im März 2009 durch die Änderungen des IFRS 7 ("Finanzinstrumente: Angaben – Verbesserte Angaben zu Finanzinstrumenten") eingeführt worden waren. Damit werden Erstanwendern die gleichen Übergangsvorschriften gewährt, die mit den Änderungen von IFRS 7 jenen Erstellern gewährt wurden, die bereits die IFRS anwenden.
  • Korrektur des IFRIC 14 "Vorauszahlungen im Rahmen von Mindestfinanzierungsvorschriften" (anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Jänner 2011 beginnen): Die Änderung gilt unter den begrenzten Umständen, unter denen ein Unternehmen Mindestfinanzierungsvorschriften unterliegt und eine Vorauszahlung der Beiträge leistet, die diesen Anforderungen genügen. Nach der Änderung wird nun gestattet, dass ein Unternehmen den Nutzen aus einer solchen Vorauszahlung als Vermögenswert darstellt.
  • Überarbeitete Fassung des IAS 24 "Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen" (anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Jänner 2011 beginnen): Die Überarbeitung vereinfacht die Angabepflichten für regierungsverbundene Unternehmen und verdeutlicht die Definition eines nahe stehenden Unternehmens oder einer nahe stehenden Person.

  • IFRIC 19 "Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten durch Eigenkapitalinstrumente" (anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2010 beginnen): Diese Interpretation verdeutlicht die Anforderungen in den IFRS, wenn ein Unternehmen die Bedingungen einer finanziellen Verbindlichkeit mit dem Gläubiger neu aushandelt und der Gläubiger dabei Aktien oder andere Eigenkapitalinstrumente des Unternehmens zur vollen oder teilweisen Tilgung der finanziellen Verbindlichkeit akzeptiert.

  • "Verbesserungen der IFRS" (veröffentlicht im Mai 2010, anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Jänner 2011 beginnen): Dies ist der dritte der jährlich erscheinenden Sammelstandards, welcher elf Änderungen an sechs Standards und einer Interpretation beinhaltet, nämlich IFRS 1, 3, 7; IAS 1, 27, 34; sowie IFRIC 13.

Noch nicht in EU-Recht übernommen:

  • IFRS 9 "Finanzinstrumente" (Datum des Inkrafttretens laut IASB: 1. Jänner 2013): Dieser neue Standard ist der erste Teil eines Projekts, durch das der IAS 39 abgelöst werden soll. IFRS 9 verfolgt einen neuen, weniger komplexen Ansatz für die Kategorisierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten und unterscheidet nur noch zwischen zwei Bewertungskategorien (Bewertung zum beizulegenden Zeitwert oder zu fortgeführten Anschaffungskosten), zum einen basierend auf dem Geschäftsmodell des Unternehmens, zum anderen auf charakteristischen Eigenschaften der vertraglichen Zahlungsströme des jeweiligen finanziellen Vermögenswerts. Die Bewertung im Hinblick auf Wertminderungen hat nach einer einheitlichen Methode zu erfolgen.
  • Änderungen an IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben" (Datum des Inkrafttretens laut IASB: 1. Juli 2011): Der geänderte Standard verlangt zusätzliche Angaben für finanzielle Vermögenswerte, die trotz einer Übertragung der Rechte nicht vollständig ausgebucht wurden oder die zwar vollständig ausgebucht wurden, für die aber bestimmte Risiken beim übertragenden Unternehmen verbleiben.
  • Änderungen an IAS 12 "Ertragsteuern Latente Steuern: Realisierung zugrundeliegender Vermögenswerte" (Datum des Inkrafttretens laut IASB: 1. Jänner 2012): Die Änderung bietet eine praktische Lösung für die Bewertung von latenten Steuern auf als Finanzinvestition gehaltene Immobilien, die gemäß IAS 40 zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden sowie auf neubewertete, nicht planmäßig abzuschreibende Vermögenswerte.
  • Änderungen an IFRS 1 "Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards Schwerwiegende Hochinflation und Beseitigung fixer Daten für erstmalige Anwender" (Datum des Inkrafttretens laut IASB: 1. Juli 2011): Nach dieser Änderung ist es einem Unternehmen, das einer ausgeprägten Hochinflation unterlag, gestattet, seine Vermögenswerte und Schulden zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten und diese Werte als die angenommenen Anschaffungskosten in der Eröffnungsbilanz zu verwenden. Außerdem wird das fixe Übergangsdatum im Zusammenhang mit Ausbuchungsregelungen und mit der rückwirkenden Berechnung von Bewertungsdifferenzen entfernt.

Die genannten Neufassungen und Interpretationen werden nicht frühzeitig angewandt. Mögliche Auswirkungen der überarbeiteten Standards und Interpretationen im jeweiligen Jahr der erstmaligen Anwendung werden derzeit durch das Management analysiert.

Monetäre Fremdwährungspositionen werden mit den Stichtagskursen zum Bilanzstichtag bewertet, wobei eingetretene Kursgewinne und -verluste erfolgswirksam erfasst werden.

5 Währungsumrechnung

Die Umrechnung der Abschlüsse von Gesellschaften, bei denen die funktionale Währung von der Konzernwährung abweicht, erfolgt nach der Stichtagskursmethode. Dabei werden Differenzen, die sich aus der Umrechnung von Bilanzpositionen zu aktuellen Stichtagskursen ergeben, in der Eigenkapitalentwicklung verrechnet. Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung werden mit Periodendurchschnittskursen (Devisenmittelkurs) umgerechnet. Differenzen aus der Anwendung von Durchschnittskursen gegenüber aktuellen Stichtagskursen führen gleichfalls zu direkten Adaptierungen im Eigenkapital.

Folgende wesentliche Kurse wurden für die Währungsumrechnung in EUR herangezogen:

Währungsumrechnung

2010 2009
Kurse Stichtag Durchschnitt Stichtag Durchschnitt
Australischer Dollar (AUD) 1,314 1,442 1,601 1,773
Bulgarischer Lew (BGN) 1,956 1,956 1,956 1,956
Neuer Rumänischer Leu (RON) 4,262 4,212 4,236 4,240
Neuseeland Dollar (NZD) 1,720 1,838 1,980 2,212
Pfund Sterling (GBP) 0,861 0,858 0,888 0,891
Tschechische Krone (CZK) 25,061 25,284 26,473 26,435
Türkische Lira (TRY) 2,069 1,997 2,155 2,163
Ungarischer Forint (HUF) 277,950 275,481 270,420 280,330
US Dollar (USD) 1,336 1,326 1,441 1,395

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

6 Gesamtkosteninformation

In den Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung sind folgende Personalaufwendungen enthalten:

Personalaufwendungen EUR 1.000
2010 2009
Löhne und Gehälter 860.409 815.307
Aufwendungen aus leistungsorientierten Plänen 29.086 37.996
Aufwendungen aus beitragsorientierten Plänen (Pensionskassenbeiträge) 19.219 16.033
Nettoaufwendungen im Zusammenhang mit Personallösungen 97.733 54.049
Sonstiger Personal- und Sozialaufwand 103.450 102.167
Gesamt 1.109.898 1.025.552

Der Gesamtaufwand für Pensionen, welche in den Positionen "Aufwendungen aus leistungsorientierten Plänen", "Aufwendungen aus beitragsorientierten Plänen" und "Nettoaufwendungen im Zusammenhang mit Personallösungen" in Höhe von TEUR 85.897 (2009: TEUR 32.003) enthalten ist und die Aufwendungen für Abfertigungen (auch in den oben genannten Positionen enthalten) von TEUR 28.997 (2009: TEUR 28.051) beinhalten auch Aufwendungen aus beitragsorientierten Plänen, welche nicht rückzustellen sind.

Die Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen setzen sich wie folgt zusammen:

Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen EUR 1.000
2010 2009
Planmäßige Abschreibungen 1.211.773 1.068.914
Wertminderungen 359.924 254.943
Gesamt 1.571.697 1.323.858

Im Jahr 2010 verteilten sich die Wertminderungen im Wesentlichen auf Produktionsbohrungen in Österreich mit TEUR 92.657 und Kasachstan mit TEUR 104.096, auf Entwicklungsbohrungen in Großbritannien mit TEUR 61.376 und auf Wertminderungen in Rumänien mit TEUR 58.874 (davon hauptsächlich trockene Explorationsbohrungen mit TEUR 11.065 und Raffinerieanlagen mit TEUR 20.347).

Der größte Teil der Wertminderungen im Jahr 2009 entfiel mit TEUR 126.429 auf Rumänien (überwiegend Explorationsbohrungen mit TEUR 24.052 sowie Raffinerie- und petrochemische Anlagen mit TEUR 71.154). Weitere wesentliche Wertminderungen bezogen sich auf Explorations- und Evaluierungsbohrungen in Großbritannien (TEUR 57.840) und in Libyen (TEUR 40.616).

In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung werden die Wertminderungen wie folgt ausgewiesen: TEUR 302.532 (2009: TEUR 120.551) in den Umsatzkosten, TEUR 44.476 (2009: TEUR 127.991) im Explorationsaufwand, TEUR 12.628 (2009: TEUR 6.393) im Vertriebs- und Verwaltungsaufwand und TEUR 288 (2009: TEUR 8) in den sonstigen operativen Aufwendungen.

Der erzielbare Betrag aller Vermögenswerte, für die eine wesentliche Wertminderung berücksichtigt wurde, ist der Nutzungswert. Der Diskontierungssatz ist ein "Vor-Steuer"-Zinssatz, der den gegenwärtigen Marktbewertungen des Zinseffekts und der speziellen Risiken des Geschäftssegments des jeweiligen Landes Rechnung trägt. 2010 betrugen die Diskontierungssätze vor Steuern zwischen 5,3% und 12,2%.

Die Position Sonstiges Finanzergebnis enthält in der Berichtsperiode einen negativen Effekt in Höhe von TEUR
171.678 aus der Neubewertung im Zusammenhang mit dem Petrol Ofisi Erwerb (vgl. Anhangangabe 3) sowie
Netto-Fremdwährungsgewinne aus Finanzinstrumenten in Höhe von TEUR 40.937 (2009: TEUR 46.542).

Die sonstigen Zinserträge und -aufwendungen enthalten die Aufzinsung der Pensionsrückstellungen in Höhe von TEUR 55.186 (2009: TEUR 54.333), Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Abfertigungs- und Jubiläumsrückstellungen in Höhe von TEUR 10.715 (2009: TEUR 10.690), Zinskomponenten aus der Aufzinsung der Rückstellung

für Lösungskosten von TEUR 5.577 (2009: TEUR 7.028) sowie aus der Netto-Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen in Höhe von TEUR 87.314 (2009: TEUR 75.118). Die Zinserträge aus dem Pensionsplanvermögen belaufen sich in der Berichtsperiode auf TEUR 18.346 (2009: TEUR 16.899). Diese Position beinhaltet auch Rückstellungen für Zinsaufwendungen betreffend Steuerdurchsichten sowie Aufwendungen aus der Aufzinsung sonstiger

Personalrückstellungen.

Zinsergebnis –335.855 –297.756 In der laufenden Periode wurden Fremdkapitalzinsen in Höhe von TEUR 40.022 (2009: TEUR 29.264) aktiviert. Die Zinserträge aus Ausleihungen und Forderungen enthalten Erträge aus wertgeminderten Forderungen in Höhe von TEUR 3.523 (2009: TEUR 7.193).

Zinsergebnis EUR 1.000 2010 2009 Zinserträge aus Finanzinstrumenten available-for-sale 4.190 6.256 Zinserträge aus Ausleihungen und Forderungen 27.372 33.358 Zinsaufwendungen aus Finanzinstrumenten at-fair-value-through-profit-or-loss –1.404 –3.463 Zinsaufwendungen aus zum Restbuchwert bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten –186.374 –172.659 Sonstige Zinserträge und -aufwendungen –179.638 –161.247

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Nettoaufwendungen für Personallösungskosten von TEUR 97.733 (2009: TEUR 54.049) enthalten.

Das Ergebnis aus assoziierten Unternehmen enthält Erträge in Höhe von TEUR 127.253 (2009: TEUR 71.587) sowie Aufwendungen in Höhe von TEUR 35.540 (2009: TEUR 6.058).

Sonstige betriebliche Aufwendungen EUR 1.000
2010 2009
Sonstige betriebliche Aufwendungen 470.113 461.273
[davon Aufwendungen aus dem Abgang von Sachanlagevermögen und immateriellen
Vermögenswerten] [14.931] [13.883]
[davon Kursverluste aus operativen Geschäften] [48.978] [64.105]

Sonstige betriebliche Erträge 250.519 223.643 [davon Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Sachanlagevermögen und immateriellen Vermögenswerten] [22.632] [50.879] [davon Kursgewinne aus operativen Geschäften] [46.979] [46.815]

Sonstige betriebliche Erträge EUR 1.000 2010 2009 7 Sonstige betriebliche Erträge

8 Sonstige betriebliche Aufwendungen

9 Finanzerfolg

10 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Ertragsteuerbelastung sowie die Ergebnisse vor Steuern für die Ermittlung des Effektivsteuersatzes zeigen folgendes Bild:

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
2010 2009
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
Österreich 196.313 250.240
Ausland 1.764.316 931.595
Gesamt 1.960.629 1.181.834
Ertragsteuern
Österreich 32.468 30.717
Ausland 684.897 516.533
Latente Steuern 29.145 –82.346
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 746.510 464.903

Die Entwicklung der latenten Steuern kann folgender Tabelle entnommen werden:

Entwicklung der latenten Steuern EUR 1.000
2010 2009
Saldo latente Steuern zum 1.1. –117.756 –223.471
Saldo latente Steuern zum 31.12. 1) –347.452 –117.756
Veränderung latente Steuern –229.696 105.715
Direkt im Eigenkapital erfasste latente Steuern aus Wertpapierbewertung und
Sicherungsgeschäften 15.999 –44.139
Konsolidierungskreisänderungen, Kursdifferenzen 184.552 20.770
Latente Steuern laut Gewinn- und Verlustrechnung –29.145 82.346
Die Saldogröße latente Steuern setzt sich wie folgt zusammen:
Steuersatzänderung –1.569 861
Zwischenergebniseliminierung –2.688 1.989
Auflösung und Bildung von Wertberichtigungen zu latenten Steuern –12.032 1.614
Effekte innerhalb der Verlustvorträge –7.015 –2.629
Aus der Umkehrung von temporären Differenzen inklusive Neubildung und Verbrauch von
Verlustvorträgen –5.841 80.511

1) Einschließlich latenter Steuern aus zu Veräußerungszwecken gehaltenem Vermögen von TEUR –1.200 in 2010 (2009: TEUR –255).

Bei der Ermittlung des Effektivsteuersatzes wird der Ertragsteueraufwand, soweit dem Ergebnis aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zuordenbar, diesem gegenübergestellt. Der sich daraus ergebende Steuersatz wird mit dem österreichischen Regelsteuersatz von 25% verglichen, und die wesentlichen Abweichungen werden analysiert.

Steuerüberleitungsrechnung %
2010 2009
Körperschaftsteuersatz in Österreich 25,0 25,0
Steuereffekte durch:
Abweichende ausländische Steuersätze 10,2 12,5
Nicht abzugsfähige Aufwendungen 7,5 7,1
Steuerfreies Einkommen –4,3 –3,7
Steuersatzänderung 0,1 –0,1
Effekte innerhalb der Verlustvorträge 0,4 0,0
Steuerliche Beteiligungsabschreibung auf Ebene der Muttergesellschaft –1,4 0,0
Veränderung der Wertberichtigung latenter Steuern 0,6 –0,1
Sonstige 0,0 –1,4
Effektivsteuersatz im Konzernabschluss 38,1 39,3

Die OMV Aktiengesellschaft bildet eine Steuergruppe gemäß § 9 Körperschaftsteuergesetz 1988, in der das steuerpflichtige Ergebnis aller wesentlichen österreichischen Tochtergesellschaften sowie einiger ausländischer Tochtergesellschaften (OMV Australia PTY LTD, OMV (U.K.) Ltd., OMV Slovensko s.r.o. und OMV Gaz Ve Enerji Limited Şirketi) zusammengefasst wird.

Beteiligungserträge inländischer Tochtergesellschaften sind grundsätzlich in Österreich steuerbefreit. Seit 2009 sind Dividenden von EU- und EWR-Beteiligungen ebenfalls in der Regel von der österreichischen Körperschaftsteuer befreit sofern gewisse Voraussetzungen erfüllt sind. Dividenden sonstiger ausländischer Beteiligungen mit einem Anteil von 10% oder mehr sind ebenfalls auf der Ebene der österreichischen Muttergesellschaft steuerbefreit.

Der Gesamtbetrag der direkt im Eigenkapital verbuchten Ertragsteuern beläuft sich auf TEUR 21.467 (2009: TEUR –30.382). 2010 wurden Verlustvorträge von TEUR 45.772 (2009: TEUR 26.851) verwertet, auf die eine Steuerlatenz von TEUR 20.593 (2009: TEUR 4.671) entfiel.

Gewinn je Aktie
2010 2009
Gewinn nach Aktienzahl Gewinn Gewinn
Minderheiten je Aktie je Aktie
EUR 1.000 in EUR in EUR
Unverwässert 920.587 298.781.978 3,08 1,91
Verwässert 920.587 299.730.216 3,07 1,91

2010 und 2009 gab es keine aufgegebenen Geschäftsbereiche.

Für die Berechnung des verwässerten Gewinns je Aktie wurde die gewichtete durchschnittliche Anzahl an Stückaktien berücksichtigt, welche sich nach Umwandlung aller potenziellen Stückaktien mit Verwässerungseffekten ergeben würde. Dies umfasst die zum 31. Dezember 2010 in Umlauf befindlichen Optionen aus dem Aktienoptionsplan 2004 für den begünstigen Erwerb von Stückaktien (56.130 Stück bei Ausübung durch Auszahlung der Differenz zwischen aktuellem Aktienkurs und Ausübungskurs in Form von Aktien) sowie 892.108 Stück aus dem LTI Plan zu gewährende Bonusaktien.

11 Gewinn je Aktie

Erläuterungen zur Bilanz Erläuterungen zur Bilanz

12 Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte EUR 1.000 2010 Konzessionen, Lizenzen, Rechte Öl- und Gasvermögen mit nicht sicheren Reserven Firmenwerte Geleistete Anzahlungen Anschaffungs- und Herstellungskosten 1.1.2010 748.835 604.089 17.052 17.964 1.387.941 Währungsdifferenz –17.854 27.982 –18.923 –498 –9.294 Konsolidierungskreisänderung 1.033.224 –80.237 1.138.875 17.614 2.109.476 Zugang 46.912 223.239 — 10.336 280.488 Umbuchung 8.619 –13.021 — –2.195 –6.597 Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen –647 — — — –647 Abgang –17.382 –67.620 — — –85.002 31.12.2010 1.801.707 694.432 1.137.003 43.221 3.676.364 Entwicklung der Abschreibung 1.1.2010 343.717 231.832 — — 575.549 Währungsdifferenz –1.894 10.580 — — 8.686 Konsolidierungskreisänderung –144 –68.492 — — –68.636 Planmäßige Abschreibung 91.783 1.825 — — 93.608 Wertminderung 964 54.625 — — 55.589 Umbuchung –34 — — — –34 Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen –564 — — — –564 Abgang –16.794 –63.659 — — –80.453 Zuschreibung — –80 — — –80 31.12.2010 417.034 166.632 — — 583.666 Buchwert 1.1.2010 405.118 372.257 17.052 17.964 812.391 Buchwert 31.12.2010 1.384.673 527.800 1.137.003 43.221 3.092.698 2009 Anschaffungs- und Herstellungskosten 1.1.2009 696.056 572.048 18.050 5.083 1.291.238 Währungsdifferenz –19.011 –14.357 –138 –148 –33.653

Summe

Konsolidierungskreisänderung 57.405 35.955 93.360
Zugang 38.727 141.940 13.397 194.064
Umbuchung 5.214 –43.778 –294 –38.859
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen –12.337 –861 –66 –13.264
Abgang –17.219 –87.718 –9 –104.945
31.12.2009 748.835 604.089 17.052 17.964 1.387.941
Entwicklung der Abschreibung
1.1.2009 282.665 201.113 483.778
Währungsdifferenz –3.904 –8.801 –12.704
Konsolidierungskreisänderung –7.980 –7.980
Planmäßige Abschreibung 92.886 983 93.869
Wertminderung 441 126.439 126.880
Umbuchung 1.150 –147 1.003
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen –5.043 –5.043
Abgang –16.499 –86.943 –103.442
Zuschreibung –812 –812
31.12.2009 343.717 231.832 575.549
Buchwert 1.1.2009 413.391 370.935 18.050 5.083 807.460

Buchwert 31.12.2009 405.118 372.257 17.052 17.964 812.391

Zum Bilanzstichtag bestanden vertragliche Verpflichtungen zum Erwerb von immateriellen Vermögenswerten in Höhe von TEUR 21.660 (2009: TEUR 17.419).

Sachanlagen EUR 1.000 13 Sachanlagen
Grund,
grundstücks
gleiche
Rechte und
Bauten,
einschließlich
Bauten auf
fremdem
Grund
Öl- und Gas
vermögen
Technische
Anlagen und
Maschinen
Andere
Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts
ausstattung
Anlagen in
Bau
Geleistete
Anzahlungen
Summe
Anschaffungs- und
Herstellungskosten
1.1.2010 2.606.214 8.557.275 5.323.582 1.663.864 1.149.650 355.555 19.656.141
Währungsdifferenz –7.262 274.597 –615 –3.775 2.807 8.802 274.553
Konsolidierungskreis–
änderung 275.252 9.362 6.271 353.644 61.921 5.558 712.008
Zugang 92.546 666.627 135.036 68.724 861.437 246.819 2.071.190
Umbuchung 147.664 358.625 144.211 57.366 –531.193 –170.076 6.598
Zu Veräußerungszwecken
gehaltenes Vermögen –28.045 –6.049 –14.617 2.973 –45.739
Abgang –20.389 –37.261 –55.888 –62.371 –26.219 –599 –202.727
31.12.2010 3.065.980 9.829.226 5.546.548 2.062.834 1.521.376 446.061 22.472.025
Entwicklung der
Abschreibung
1.1.2010 979.936 3.129.081 3.077.344 1.060.473 38.582 321 8.285.737
Währungsdifferenz 2.758 123.620 189 1.222 199 4 127.990
Konsolidierungskreis–
änderung 20 –1.028 –1.649 –2.657
Planmäßige Abschreibung 100.779 671.718 234.843 110.824 1.118.164
Wertminderung 10.655 254.155 26.056 721 12.705 43 304.335
Umbuchung 1.264 25 4.028 7.441 –12.785 61 34
Zu Veräußerungszwecken
gehaltenes Vermögen –11.556 –1 –4.837 –11.710 –28.104
Abgang –15.499 –14.441 –54.927 –49.028 –22.005 –155.900
Zuschreibung –4.436 –481 –354 –826 –273 –6.370
31.12.2010 1.063.900 4.164.157 3.282.236 1.118.560 14.221 155 9.643.229
Buchwert 1.1.2010 1.626.279 5.428.194 2.246.238 603.391 1.111.068 355.235 11.370.404
Buchwert 31.12.2010 2.002.080 5.665.069 2.264.312 944.274 1.507.155 445.906 12.828.796
Grund, Öl- und Gas Technische Andere Anlagen in Geleistete Summe
grundstücks vermögen Anlagen und Anlagen, Bau Anzahlungen
gleiche Maschinen Betriebs- und
Rechte und Geschäfts
Bauten, ausstattung
einschließlich
Bauten auf
fremdem
Grund
Anschaffungs- und
Herstellungskosten
1.1.2009 2.434.498 7.318.805 5.015.267 1.611.511 1.326.930 157.396 17.864.408
Währungsdifferenz –33.354 –86.198 –26.677 –10.181 –45.761 –7.305 –209.475
Konsolidierungskreis–
änderung 10.553 –49 –254 1.474 165.968 177.692
Zugang 81.623 963.216 101.436 61.944 702.770 98.349 2.009.338
Umbuchung 119.867 385.070 278.757 76.820 –762.910 –58.745 38.860
Zu Veräußerungszwecken
gehaltenes Vermögen 22.195 –4.841 11.829 3.019 32.202
Abgang –29.168 –23.619 –40.312 –87.804 –75.874 –107 –256.884
31.12.2009 2.606.214 8.557.275 5.323.582 1.663.864 1.149.650 355.555 19.656.141
Entwicklung der
Abschreibung
1.1.2009 896.176 2.590.543 2.897.972 1.018.821 38.931 479 7.442.922
Währungsdifferenz –5.433 –23.825 –14.113 –4.424 –1.952 –20 –49.768
Konsolidierungskreis–
änderung –49 –260 –309
Planmäßige Abschreibung 89.798 552.320 215.496 117.431 975.045
Wertminderung 3.876 25.607 7.382 1.730 89.220 249 128.063
Umbuchung 3.078 155 6.080 296 –10.426 –185 –1.003
Zu Veräußerungszwecken
gehaltenes Vermögen 10.693 –1.598 7.867 16.961
Abgang –17.959 –15.702 –33.578 –80.881 –73.327 –221.448
Zuschreibung –292 –17 –247 –106 –3.863 –202 –4.728
31.12.2009 979.936 3.129.081 3.077.344 1.060.473 38.582 321 8.285.737
Buchwert 1.1.2009 1.538.323 4.728.262 2.117.295 592.691 1.287.999 156.916 10.421.486

Sachanlagen EUR 1.000

In der Position Grund, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, einschließlich Bauten auf fremdem Grund sind Grundstücke in Höhe von TEUR 793.059 (2009: TEUR 534.004) ausgewiesen.

Buchwert 31.12.2009 1.626.279 5.428.194 2.246.238 603.391 1.111.068 355.235 11.370.404

Während Sachanlagen mit einem Buchwert von TEUR 23.078 (2009: TEUR 14.826) in die Position Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen umgegliedert wurden, wurden Sachanlagen mit einem Buchwert von TEUR 5.442 (2009: TEUR 30.066) wieder in die Position Sachanlagen zurückgegliedert.

Anhangangabe 6 enthält Details zu den Wertminderungen.

Im Rahmen der Herstellung von Vermögensgegenständen des Anlagevermögens wurden 2010 Fremdkapitalzinsen in Höhe von TEUR 40.022 (2009: TEUR 29.264) aktiviert, welche nicht überwiegend aus speziell aufgenommenen Fremdmitteln resultierten, sondern mittels eines durchschnittlichen Zinssatzes von 4,2% (2009: 4,3%) bestimmt

wurden. Zum Bilanzstichtag bestanden vertragliche Verpflichtungen zum Erwerb von Sachanlagen in Höhe von TEUR 552.435 (2009: TEUR 682.034).

Finanzierungsleasing

Das Sachanlagevermögen aus Finanzierungsleasingverträgen beinhaltet seit 2009 auch ein FPSO-Schiff (Floating Production Storage and Offtake Vessel) in Neuseeland, für welches nach 2, 3, 4 und 15 Jahren Kaufoptionen bestehen. Während der Laufzeit des Leasingvertrags trägt im Schadensfalle der Leasinggeber das Risiko. Während das FPSO-Schiff nicht operieren kann werden die laufenden Leasingraten reduziert. Des Weiteren bestehen Finanzierungsleasingverträge für Tankstellen und Grundstücke u.a. in Österreich, Deutschland, Slowakei und Tschechien, für Erdgas-Tankstellen sowie für Fuhrparks in Ungarn und Rumänien und Tanklager in der Türkei. Die Auswirkungen der Anwendung der adaptierten Regelungen des IAS 17 führten dazu, dass einige Tankstellen, die zuvor als operative Leasingverhältnisse dargestellt wurden, nun als Finanzierunsleasing berichtet werden.

Leasing-, Miet- und Pachtverträge
EUR 1.000
2010 2009
Anschaf Kumulierte Buch Anschaf Kumulierte Buch
fungskosten Abschreibung wert fungskosten Abschreibung wert
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und
Bauten, einschließlich Bauten auf fremdem
Grund 51.531 12.342 39.189 24.845 8.984 15.861
Technische Anlagen und Maschinen 218.148 47.870 170.279 184.594 20.309 164.286
Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung 39.039 21.140 17.899 1.485 799 686
Summe 308.719 81.353 227.366 210.925 30.092 180.833

Bedingte Leasingzahlungen für Finanzierungsleasingverträge wurden 2010 in Höhe von TEUR 1.030 (2009: TEUR 1.120) geleistet.

Verpflichtungen aus Finanzierungsleasing per 31.12. EUR 1.000
2010 2009
≤1 Jahr 1–5 Jahre >5 Jahre ≤1 Jahr 1–5 Jahre >5 Jahre
Summe künftiger Mindestleasingzahlungen 50.605 109.760 329.896 38.849 107.460 437.414
[davon Zinsanteil] [8.788] [34.649] [182.310] [8.645] [24.854] [247.041]
Barwert der Mindestleasingzahlungen 41.818 75.111 147.586 30.204 82.606 190.373

Seit 2009 enthalten die Verpflichtungen aus Finanzierungsleasing einen Finanzierungsleasingvertrag für Gaskavernenspeicher. Da die Übergabe des wirtschaftlichen Eigentums beginnend mit 2012 stattfindet, wurde dieses Finanzierungsleasing nicht in die Bilanz aufgenommen.

Operatives Leasing

OMV nimmt auch operatives Leasing in Anspruch, welches hauptsächlich für die Nutzung von Tankstellengrundstücken, EDV-Anlagen sowie im Bereich des Fuhrparks eingesetzt wird. Der Aufwand belief sich im Jahr 2010 auf TEUR 126.080 (2009: TEUR 113.193). Für einen wesentlichen Teil der gemieteten Tankstellengrundstücke bestehen Verlängerungsoptionen.

Künftige Mindestleasingzahlungen aus unkündbaren operativen Leasingverhältnissen
2010 2009
Fällig innerhalb 1 Jahrs 86.100 95.564
Fällig zwischen 1 und 5 Jahren 196.232 190.076
Fällig nach mehr als 5 Jahren 242.149 290.459
Summe künftiger Mindestleasingzahlungen 524.481 576.099

14 Anteile an assoziierten Unternehmen

Anteile an assoziierten Unternehmen EUR 1.000
Buchwert 2010 2009
1.1. 2.214.967 1.955.100
Währungsdifferenz 56.178 –13.883
Wechsel der Konsolidierungsart –813.227 –131.945
Zugang 16.314 329.562
Anteilige Jahresergebnisse 91.714 65.529
Sonstige Ergebnisse 74.667 11.242
Dividenden und Zwischenergebniseliminierung –152.981 –637
31.12. 1.487.632 2.214.967

Zum 31. Dezember 2010 bestanden die größten Buchwerte an der Borealis AG, Wien, mit TEUR 1.067.749 (2009: TEUR 887.787) und an der Pearl Petroleum Company Limited, Road Town, mit einem Konzernbuchwert von TEUR 241.579 (2009: TEUR 210.078). Zum 31. Dezember 2009 enthielt die Position weiters noch einen Konzernbuchwert an der Petrol Ofisi von TEUR 938.168.

In 2010 betrifft der Wechsel der Konsolidierungsart die Petrol Ofisi A.Ş., welche mit Ende Dezember 2010 in den Vollkonsolidierungskreis einbezogen wurde (vgl. Anhangangabe 3); (2009: Borasco Elektrik Üretim Sanayi ve Ticaret A.S.). Die Zugänge in 2010 betreffen im Wesentlichen die Buchwertzugänge von bestehenden at-equity gesellschaften (2009: Im Wesentlichen Pearl Petroleum Company Limited, Enerco Enerji Sanayi Ve Ticaret A.S. und Freya Pipeline GmbH & Co. KG). Die Dividendenzahlungen in 2010 enthalten mit TEUR 150.460 Dividenden der Petrol Ofisi A.Ş..

Auf Grund eines Joint Venture Agreement zwischen OMV und der Pearl Petroleum Company Limited (Pearl) hat OMV maßgeblichen Einfluss im Sinne von IAS 28 (Bilanzierung von Anteilen an assoziierten Unternehmen) auf Pearl. Daher wird dieses Unternehmen trotz eines nur 10%-Anteils "at-equity" einbezogen. Zugänge weiterer Reserven könnten zu bedingten Zahlungen führen.

Folgende Tabelle zeigt die Eckdaten aus Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung der at-equity bilanzierten Unternehmen:

Eckdaten der at-equity bilanzierten Unternehmen
2010 2009
Umlaufvermögen 2.496.202 3.398.779
Anlagevermögen 8.013.027 10.307.523
Fremdkapital 4.653.010 6.191.245
Nettoumsatz 16.125.456 12.623.777
Betriebserfolg (EBIT) 529.909 329.061
Jahresüberschuss 374.225 196.066

Auf Grund der erstmaligen Vollkonsolidierung von Petrol Ofisi zum 31. Dezember 2010, sind die Werte für 2010 atequity in der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten, spiegeln sich jedoch nicht in den in der obigen Tabelle angeführten Bilanzwerten 2010 wieder.

Das Vorratsvermögen verteilt sich wie folgt:

Vorratsbestand EUR 1.000

2010 2009
763.601 639.867
294.576 396.396
320.847 344.209
149.112 132.925
4.097 4.517
1.219.647 735.291
47.889 39.334
18.365 32.216
2.818.134 2.324.757

Der Wert der Rohöl- und Mineralölproduktenbestände ist um 41,4% auf TEUR 2.132.360 (2009: TEUR 1.508.083) gestiegen; der Anstieg beinhaltet im Wesentlichen Mineralölprodukte aus der Einbeziehung der Petrol Ofisi.

Als Warenaufwand wurden in der Berichtsperiode TEUR 15.414.368 ergebniswirksam in den Umsatzkosten erfasst (2009: TEUR 11.495.191).

Die aufwandswirksam erfassten Wertberichtigungen auf Vorräte betrugen TEUR 89.013 (2009: TEUR 75.964).

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Buchwerte) EUR 1.000 16 Forderungen aus
2010 2009 Lieferungen und
Leistungen
Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen 171.258 66.336
Forderungen gegenüber sonstigen Unternehmen 2.759.285 1.868.303
Gesamt 2.930.543 1.934.639

Die Buchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entsprechen im Wesentlichen ihrem beizulegenden Zeitwert.

Aktivisch abgesetzte Wertberichtigungen zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
2010 2009
1.1. 89.845 94.056
Zuführung (+)/Auflösung (–) –665 8.510
Abgänge –13.055 –9.426
Währungsdifferenz und Konsolidierungskreisänderung 61.503 –3.294
31.12. 137.628 89.845
Buchwert der wertberichtigten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen EUR 1.000
2010 2009
Vor Wertberichtigung 188.098 99.492
Nach Wertberichtigung 50.471 9.647

15 Vorräte

Die Altersstruktur überfälliger, aber nicht wertberichtigter Forderungen stellt sich wie folgt dar:

Buchwerte überfälliger, nicht wertberichtigter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen EUR 1.000

2010 2009
Bis 60 Tage überfällig 78.920 67.040
61 bis 120 Tage überfällig 2.104 887
Mehr als 120 Tage überfällig 8.419 6.580
Gesamt 89.443 74.507

17 Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Die Buchwerte der sonstigen finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

Sonstige finanzielle Vermögenswerte (Buchwerte nach Bewertung) EUR 1.000
Ergebnis Ergebnis Zu fortgeführten Summe [davon [davon
wirksam neutral Anschaffungs Buchwerte kurzfristig] langfristig]
zum Fair Value zum Fair Value kosten
bewertet bewertet bewertet
31.12.2010
Anteile an nicht-konsolidierten
Unternehmen
68.207 68.207 [—] [68.207]
Investmentfonds 1) 6.318 6.318 [—] [6.318]
Anleihen 127.703 127.703 [40.425] [87.278]
Als Sicherungsinstrumente
designierte und effektive Derivate 5.075 38.576 43.651 [17.679] [25.972]
Sonstige Derivate 28.367 28.367 [24.065] [4.302]
Ausleihungen 380.698 380.698 [5.796] [374.902]
Sonstige Forderungen gegenüber
verbundenen, nicht-konsolidierten
Unternehmen 9 9 [9] [—]
Sonstige Forderungen gegenüber
assoziierten Unternehmen 5.987 5.987 [5.987] [—]
Übrige sonstige Forderungen 844.350 844.350 [258.653] [585.697]
Gesamt 33.442 172.597 1.299.250 1.505.290 [352.615] [1.152.675]
31.12.2009
Anteile an nicht-konsolidierten
Unternehmen 66.639 66.639 [—] [66.639]
Investmentfonds 6.836 6.836 [—] [6.836]
Anleihen 125.190 125.190 [20.393] [104.797]
Als Sicherungsinstrumente
designierte und effektive Derivate 9.264 118.941 128.205 [110.787] [17.418]
Sonstige Derivate 23.028 23.028 [15.589] [7.439]
Ausleihungen 395.293 395.293 [2.544] [392.749]
Sonstige Forderungen gegenüber
verbundenen, nicht-konsolidierten
Unternehmen 121 121 [121] [—]
Sonstige Forderungen gegenüber
assoziierten Unternehmen 12.491 12.491 [12.491] [—]
Übrige sonstige Forderungen 817.612 817.612 [240.456] [577.156]
Gesamt 32.292 250.967 1.292.156 1.575.415 [402.382] [1.173.033]

1) Kredite des Abwasserverbandes Schwechat sind durch verpfändete Wertpapiere (Anteile am A&P-Fond) mit TEUR 3.670 besichert.

Mit Ausnahme der Anteile an nicht-konsolidierten Unternehmen zu Anschaffungskosten, für welche die beizulegenden Zeitwerte nicht zuverlässig geschätzt werden können, entspricht der jeweilige Buchwert dem beizulegenden Zeitwert.

Der Buchwert der finanziellen Vermögenswerte at-fair-value-through-profit-or-loss (exklusive der als Sicherungsinstrumente designierten und effektiven Derivate, die nicht als finanzielle Vermögenswerte at-fair-value-throughprofit-or-loss gelten) beträgt zum 31. Dezember 2010 TEUR 28.367 (2009: TEUR 23.028). Darin sind ausschließlich finanzielle Vermögenswerte held-for-trading enthalten. Der Buchwert der finanziellen Vermögenswerte availablefor-sale beträgt zum 31. Dezember 2010 TEUR 202.228 (2009: TEUR 198.665). Finanzielle Vermögenswerte held-tomaturity wurden weder zum 31. Dezember 2009 noch zum 31. Dezember 2010 gehalten.

Unter den Ausleihungen sind verzinsliche Gesellschafterdarlehen an IOB Holdings A/S, die Erdöl-Tanklagerbetrieb GmbH und Pearl Petroleum Company Limited von insgesamt TEUR 100.609 (2009: Darlehen an IOB Holdings A/S und die Erdöl-Tanklagerbetrieb GmbH von insgesamt TEUR 90.384) mit einer durchschnittlichen Verzinsung von 1,99% im Jahr 2010 (2009: 2,93%) sowie ein unverzinsliches Gesellschafterdarlehen an die BAYERNOIL Raffineriegesellschaft mbH in Höhe von TEUR 267.300 (2009: TEUR 298.800) ausgewiesen.

Die übrigen sonstigen Forderungen beinhalten eine Forderung in Höhe von TEUR 576.947 (2009: TEUR 560.084) gegenüber dem rumänischen Staat in Zusammenhang mit Rekultivierungsverpflichtungen der OMV PETROM SA.

Die Forderung besteht aus TEUR 109.364 für Kosten sonstiger Umweltschutzmaßnahmen und aus TEUR 467.583 für Rekultivierungskosten. OMV Petrom hat zwei Anträge zur Kostenrückerstattung von sonstigen Umweltschutzmaßnahmen in Höhe von TEUR 21.500 eingebracht. Bisher hat der rumänische Staat die Anträge nicht bezahlt. Vertraglich geregelte Verfahren zur Rückerstattung wurden eingeleitet.

Fortgeführte Anschaffungskosten der Wertpapiere
2010 2009
Anteile an nicht-konsolidierten Unternehmen zu Anschaffungskosten 68.207 66.639
Investmentfonds 6.101 6.631
Anleihen 86.430 123.858
Aktivisch abgesetzte Wertberichtigungen zu sonstigen finanziellen Forderungen 1) EUR 1.000
2010 2009
1.1. 84.696 95.187
Zuführung (+)/Auflösung (–) 1.905 4.002
Abgänge –2.861 –9.761
Währungsdifferenzen –256 –4.731
31.12. 83.485 84.696

1) Betrifft die übrigen sonstigen Forderungen innerhalb der Position Sonstige finanzielle Vermögenswerte.

Buchwert der wertberichtigten sonstigen finanziellen Forderungen EUR 1.000
2010 2009
Vor Wertberichtigung 84.350 86.053
Nach Wertberichtigung 866 1.356

Die Altersstruktur überfälliger, aber nicht wertberichtigter sonstiger finanzieller Forderungen stellt sich wie folgt dar:

Buchwerte überfälliger, nicht wertberichtigter sonstiger finanzieller Forderungen
2010 2009
Bis 60 Tage überfällig 303 52
61 bis 120 Tage überfällig 0 17
Mehr als 120 Tage überfällig 1.671 8.224
Gesamt 1.975 8.293
18 Sonstige
Vermögens
werte
Sonstige Vermögenswerte EUR 1.000
2010 2009
kurzfristig langfristig kurzfristig langfristig
Aktivische Abgrenzungen 89.804 52.684 53.642 19.514
Sonstige eigene Anzahlungen 17.919 15.889
Übrige nicht-finanzielle Forderungen 192.219 55.770 89.612 25.539
Sonstige Vermögenswerte 299.942 108.454 159.143 45.053

19 Zu Veräußerungszwecken

gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten 2010 bestanden die zu Veräußerungszwecken gehaltenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Liegenschaften der OMV PETROM SA, aus Tankstellen der OMV Refining & Marketing GmbH, aus Vermögenswerten und Verbindlichkeiten der OMV Wärme VertriebsgmbH sowie dem E&P-Investment Boquerón, S.A., Venezuela.

2009 bestanden die zu Veräußerungszwecken gehaltenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Liegenschaften der OMV Aktiengesellschaft und Petrom SA, aus Tankstellen der OMV Refining & Marketing GmbH, aus Vermögenswerten und Verbindlichkeiten der OMV Italia S.r.l. sowie dem E&P-Investment Boquerón, S.A., Venezuela.

Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten
2010 2009
Langfristiges Vermögen 41.342 42.589
Kurzfristiges Vermögen und latente Steuern 52.198 12.924
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen 93.540 55.513
Rückstellungen 3.247 1.435
Verbindlichkeiten 5.000 23.559
Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten 8.247 24.994

Die zu Veräußerungszwecken gehaltenen Vermögensgegenstände betrugen im E&P-Bereich TEUR 1.051 (2009: TEUR 1.370), im Geschäftsbereich R&M TEUR 75.023 (2009: TEUR 36.410) und in Kb&S TEUR 17.466 (2009: TEUR 17.733).

Die zu Veräußerungszwecken gehaltenen Verbindlichkeiten betrugen im Geschäftsbereich R&M TEUR 8.247 (2009: TEUR 24.464) sowie in Kb&S TEUR 0 (2009: TEUR 530).

20 Eigenkapital

Das Grundkapital der OMV Aktiengesellschaft besteht aus 300.000.000 (2009: 300.000.000) voll einbezahlten Stückaktien mit einem Gesamtbetrag von TEUR 300.000 (2009: TEUR 300.000). Es bestehen weder unterschiedliche Aktiengattungen noch Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Für das Geschäftsjahr 2010 sind alle Aktien dividendenberechtigt, mit Ausnahme der von der Gesellschaft gehaltenen eigenen Aktien.

Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung 2009 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der OMV Aktiengesellschaft um bis zu TEUR 77.900 durch Ausgabe von maximal 77.900.000 Stückaktien bis zum 13. Mai 2014 zu erhöhen (genehmigtes Kapital).

Das Grundkapital ist gemäß § 159 Abs. 2 Z 1 Aktiengesetz um bis zu TEUR 77.900 durch Ausgabe von bis zu 77.900.000 Stück auf Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht (bedingtes Kapital). Die bedingte Kapitalerhöhung darf nur insoweit durchgeführt werden, als Inhaber von auf der Grundlage des Hauptversammlungsbeschlusses vom 13. Mai 2009 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen von dem ihnen gewährten Wandlungsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen.

Die Hauptversammlung vom 13. Mai 2009 ermächtigte den Vorstand zum Kauf eigener Aktien im gesetzlich jeweils höchstzulässigen Ausmaß (derzeit 10% des Grundkapitals) während einer Geltungsdauer von 30 Monaten ab dem Tag dieser Beschlussfassung. Die eigenen Aktien können zur Bedienung der Aktienoptionspläne verwendet oder jederzeit über die Börse oder durch ein öffentliches Anbot veräußert werden. Der Vorstand ist außerdem ermächtigt, eigene Aktien einzuziehen oder eigene Aktien zum Bedienen von allenfalls ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen, zum Aktientausch zum Zweck der Beteiligung an anderen Unternehmen und zu jedem beliebigen, gesetzlich zulässigen Zweck zu verwenden.

Kapitalrücklagen wurden durch Zufuhr von Mitteln gebildet, welche auf Grund der Eigentümerstellung über das Grundkapital hinaus der OMV Aktiengesellschaft zugeflossen sind.

Die Ergebnisse der vollkonsolidierten Unternehmen sowie der nach der Equity-Methode bewerteten Beteiligungen sind unter Berücksichtigung der Konsolidierungsvorgänge in den Gewinnrücklagen enthalten.

Steuereffekte im Zusammenhang mit den Bestandteilen des sonstigen Ergebnisses EUR 1.000
2010 2009
Brutto Steuer Netto Brutto Steuer Netto
Aufwand (–) Aufwand (–) Aufwand (–) Aufwand (–) Aufwand (–) Aufwand (–)
Ertrag (+) Ertrag (+) Ertrag (+) Ertrag (+) Ertrag (+) Ertrag (+)
Währungdifferenzen aus der
Umrechnung ausländischer
Geschäftsbetriebe 202.884 202.884 –175.609 –175.609
Gewinne (+)/Verluste (–) aus der
Bewertung zur Veräußerung
verfügbarer finanzieller
Vermögenswerte –61 8 –53 622.922 –1.331 621.592
Gewinne (+)/Verluste (–) aus der
Bewertung von Hedges 101.529 –21.475 80.054 –190.770 31.712 –159.057
Auf assoziierte Unternehmen
entfallender Anteil am sonstigen
Ergebnis 74.667 74.667 11.242 11.242
Sonstiges Ergebnis des Jahrs 379.019 –21.467 357.553 267.785 30.382 298.167

Die direkt im Eigenkapital berücksichtigten Gewinne und Verluste und damit verbundenen Steuereffekte setzen sich wie folgt zusammen:

Für das Geschäftsjahr 2010 wird seitens der OMV Aktiengesellschaft eine Ausschüttung in Höhe von EUR 1,00 je dividendenberechtigter Aktie vorgeschlagen (2009: EUR 1,00). Die Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2009 erfolgte im Mai 2010 in der vorgeschlagenen Höhe.

In den Hauptversammlungen der Jahre 2000 bis 2009 wurde im Zusammenhang mit der Genehmigung von Aktienoptionsplänen der Erwerb eigener Anteile genehmigt. Das Eigenkapital wird in Höhe der Anschaffungskosten der zurückgekauften eigenen Anteile gekürzt. Gewinne oder Verluste aus dem erneuten Verkauf eigener Anteile im Vergleich zu den Anschaffungskosten erhöhen oder vermindern die Kapitalrücklagen.

Die eigenen Anteile entwickelten sich in den Berichtsperioden wie folgt:

Eigene Anteile

Stückaktien Anschaffungswert
in EUR 1.000
1.252.899 13.997
–33.204 –606
1.219.695 13.392
–16.500 –181
1.203.195 13.211

Folgende Tabelle stellt die Entwicklung der Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile dar:

Entwicklung der Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile

Stückaktien Eigene Aktien Im Umlauf befindliche
Anteile
Stand 1.1.2009 300.000.000 1.252.899 298.747.101
Bedienung von Wandlungen und Aktienoptionen –18.180 18.180
Verkauf eigener Aktien –15.024 15.024
Stand 31.12.2009 300.000.000 1.219.695 298.780.305
Bedienung von Aktienoptionen –16.500 16.500
Verkauf eigener Aktien
Stand 31.12.2010 300.000.000 1.203.195 298.796.805

21 Rückstellungen

In der Berichtsperiode entwickelten sich die Rückstellungen wie folgt:

Rückstellungen EUR 1.000
Pensionen Rückstellung Rückstellung Sonstige Gesamt
und ähnliche für Rekulti für laufende Rückstel
Verpflich- vierung 1) Ertrag- lungen
tungen steuern
1.1.2010 883.844 1.801.726 101.459 678.346 3.465.375
Währungsdifferenz –517 5.716 3.716 975 9.890
Konsolidierungskreisänderung 5.420 –231 1.434 29.112 35.735
Verbrauch –66.039 –81.843 –67.623 –246.869 –462.374
Fondsdotierung –30.325 –30.325
Zuweisung 134.264 207.102 82.493 261.207 685.066
Umbuchungen –25.878 25.878
Zur Veräußerung gehaltene Verbindlichkeiten –1.439 102 –1.808 –3.145
31.12.2010 899.330 1.932.573 121.480 746.840 3.700.223
[davon kurzfristig zum 31. Dezember 2010] [—] [—] [121.480] [451.267] [572.747]
[davon kurzfristig zum 1. Jänner 2010] [—] [—] [101.459] [418.620] [520.079]

1) Der kurzfristige Teil der Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen von TEUR 549 (2009: TEUR 460) ist in der Position Sonstige Rückstellungen enthalten.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Mitarbeiter österreichischer Konzerngesellschaften, welche bis zum 31. Dezember 2002 eingetreten sind, haben im Falle der Erreichung des Pensionsalters bzw. wenn sie gekündigt werden, einen Abfertigungsanspruch. Der Anspruch ist abhängig von der Anzahl der Dienstjahre und der Höhe des letzten Bezugs. Für Mitarbeiter, welche nach dem 31. Dezember 2002 eingetreten sind, wird für Abfertigungsansprüche in beitragsorientierten Plänen vorgesorgt.

Die Anwartschaften für wertgesicherte Pensionszusagen in der OMV Aktiengesellschaft wurden in den Vorjahren an die außerbetriebliche APK-Pensionskasse AG übertragen.

Grundsätzlich sind die Ansprüche bei leistungsorientierten Pensionsplänen vom Dienstalter und dem Durchschnitt der Bezüge der letzten fünf Kalenderjahre abhängig. Die Pensionspläne erfordern keine Beitragsleistungen von den Mitarbeitern. Bei den beitragsorientierten Plänen stimmt der Aufwand mit den Beitragsleistungen überein.

In Österreich und Deutschland erhalten Mitarbeiter nach Erreichung eines bestimmten Dienstalters Jubiläumsgelder. Die Pläne erfordern keine Mitarbeiterbeiträge und keine Wertpapierdeckung.

Rückstellungen für Lösungskosten werden für unwiderrufbare Zusagen im Rahmen von Personallösungen im OMV Konzern gebildet.

Die Entwicklung der leistungsorientierten Pensionspläne stellt sich wie folgt dar:

Leistungsorientierte Pensionspläne EUR 1.000

2010 2009 2008 2007 2006
Barwert der über einen Fonds finanzierten Verpflichtung 559.399 535.943 522.420 551.603 539.403
Marktwert des Planvermögens 1) –400.450 –379.477 –349.295 –381.439 –382.386
Nicht erfasster versicherungsmathematischer Gewinn (+)/Verlust (–) –78.061 –65.859 –72.970 –72.315 –65.075
Rückstellung der über einen Fonds finanzierten Verpflichtung 80.888 90.607 100.155 97.849 91.942
Barwert der nicht über einen Fonds finanzierten Verpflichtung 500.604 502.344 524.123 560.277 578.398
Nicht erfasster versicherungsmathematischer Gewinn (+)/Verlust (–) –17.187 –1.918 –5.765 –21.451 –19.316
Rückstellung der nicht über einen Fonds finanzierten Verpflichtung 483.417 500.426 518.358 538.826 559.082
Rückstellung für leistungsorientierte Pensionspläne 564.305 591.033 618.513 636.675 651.024

1) Diese Position beinhaltet 2009 TEUR 766 für qualifizierte Versicherungsverträge.

Die Entwicklung der Rückstellung für Abfertigungen, Jubiläumsgelder und Lösungskosten stellt sich wie folgt dar:

Abfertigungen, Jubiläumsgelder und Lösungskosten EUR 1.000
2010 2009 2008 2007 2006
Barwert der Verpflichtungen für Abfertigungen 199.351 184.896 175.862 173.669 167.094
Nicht erfasster versicherungsmathematischer
Gewinn (+)/Verlust (–) –9.988 –7.726 –5.994 –12.953 –6.182
Rückstellung für Abfertigungen 189.363 177.170 169.868 160.716 160.912
Rückstellung für Jubiläumsgelder 24.894 24.738 24.515 26.406 25.685
Rückstellung für Lösungskosten 202.062 189.944 268.705 241.949 303.378
[davon kurzfristige Rückstellung für Lösungskosten] [81.294] [99.041] [149.826] [142.687] [189.283]
Gesamt 416.319 391.852 463.088 429.071 489.975

Rückstellungen und Aufwendungen der Periode entwickelten sich wie folgt:

Rückstellungen und Aufwendungen
2010 2009
Abferti Abferti
gungen, gungen,
Jubiläen Jubiläen
Pensions und Pensions und
pläne Lösungen pläne Lösungen
Rückstellung zum 1.1. 591.033 391.852 618.513 463.088
Periodenaufwand 49.479 116.050 51.878 87.211
Zugänge durch Erwerb von Geschäftsbetrieben 5.420
Fondsdotierung –30.325 –33.338
Auszahlungen –45.147 –95.590 –46.020 –149.538
Währungsumrechnung –709 –8.711
Zur Veräußerung gehaltene Verbindlichkeiten –735 –704 –198
Rückstellung zum 31.12. 564.305 416.319 591.033 391.852
Laufender Dienstzeitaufwand 4.476 99.662 4.534 69.431
Zinsaufwand auf die Verpflichtung 55.186 16.292 54.333 17.718
Erwartete Erträge aus Planvermögen –18.346 –16.899
Amortisierte versicherungsmathematische Verluste (+)/Gewinne (–) 8.163 96 9.910 62
Aufwendungen aus leistungsorientierten Plänen der Periode 49.479 116.050 51.878 87.211

Im Zinsaufwand sind Aufwendungen aus der Aufzinsung von Lösungskosten in Höhe von TEUR 5.577 (2009: TEUR 7.028) enthalten.

Unter Abfertigungen, Jubiläen und Lösungen sind TEUR 81.294 (2009: TEUR 99.041) Rückstellungen für Lösungskosten enthalten, die unter den sonstigen Rückstellungen (kurzfristig) ausgewiesen sind.

Annahmen zur Berechnung des Pensionsaufwands und der erwarteten leistungsorientierten Ansprüche zum 31.12.

Pensions
pläne
2010
Abferti
gungen,
Jubiläen
Pensions
pläne
2009
Abferti
gungen,
Jubiläen
Kapitalmarktzinssatz 4,75% 4,75% 5,50% 5,50%
Gehaltstrend 3,85% 3,85% 3,85% 3,85%
Inflationsrate 1,80% 2,50%
Langfristige Planvermögensrendite 5,00% 5,00%

Veranlagung des Planvermögens zum 31.12.

VRG IV 2010
VRG VI
VRG IV 2009
VRG VI
Vermögenskategorien
Anteilswertpapiere 25,9% 4,6% 25,6% 29,9%
Schuldverschreibungen 40,6% 51,9% 41,9% 38,1%
Cash und Geldmarktveranlagungen 22,4% 43,5% 20,5% 32,0%
Sonstige 11,1% 12,0%
Summe 100,0% 100,0% 100,0% 100,0%

Der Marktwert des Planvermögens für über einen Fonds finanzierte leistungsorientierte Pensionspläne entwickelte sich wie folgt:

Marktwert des Planvermögens EUR 1.000
VRG IV 2010
VRG VI
VRG IV 2009
VRG VI
Marktwert des Planvermögens zum 1.1. 189.776 188.935 161.054 187.471
Erwartete Erträge aus Planvermögen 9.330 8.999 7.951 8.931
Fondsdotierung 22.205 8.120 21.842 11.496
Auszahlungen –7.602 –17.889 –5.060 –17.353
Versicherungsmathematischer Gewinn (+)/Verlust (–)
der Periode aus Planvermögen 3.985 –5.409 3.989 –1.610
Marktwert des Planvermögens zum 31.12. 217.694 182.756 189.776 188.935

Ziel der Investitionspolitik sind ein optimierter Aufbau des Planvermögens und die jederzeitige Deckung der bestehenden Ansprüche. Die Veranlagung des Planvermögens wird durch § 25 Pensionskassengesetz und das Investmentfondsgesetz geregelt. Zusätzlich zu diesen Vorschriften sind in den Veranlagungsrichtlinien der APK-Pensionskasse AG u.a. die Bandbreite der Asset-Allocation, der Einsatz von Dachfonds sowie die Auswahl von Fondsmanagern geregelt. Der Einsatz neuer Instrumente oder eine Erweiterung der Fondspalette ist vom Vorstand der APK-Pensionskasse AG zu genehmigen. Sowohl im Bereich der Anteilswertpapiere als auch der Schuldverschreibungen erfolgt die Diversifikation global, wobei jedoch die Schuldverschreibungen schwerpunktmäßig auf EUR lauten.

Das Vermögen der Veranlagungs- und Risikogruppe (VRG) IV ist in EUR-denominierte Anleihefonds, internationale Aktienfonds sowie Anlagen auf dem Geldmarkt investiert. Im Zuge einer Risikodiversifizierung wurde bei der Auswahl der Asset Manager auf deren unterschiedliche Managementstile und Investmentansätze Bedacht genommen.

Für die Veranlagung des Vermögens der VRG VI wurde 2005 ein Wertsicherungskonzept implementiert. Bei diesem Investmentprozess wird risikoabhängig in europäische Aktien und Assets mit geringerem Risiko veranlagt, wobei eine definierte Wertuntergrenze zu einem bestimmten Stichtag nicht unterschritten werden soll, gleichzeitig aber auch die Chance auf eine Teilnahme an einer positiven Entwicklung des Aktienmarkts teilweise gewahrt bleibt.

Auf Grund unterschiedlicher Laufzeiten und Kapitalmarktentwicklungen ergeben sich in den einzelnen VRG positive und negative Abweichungen zu der Planvermögensrendite. Beide VRGs zeigten in 2009 und 2010 positive Veranlagungsergebnisse, wobei das der VRG IV über der Planvermögensrendite lag.

Für 2011 sind leistungsorientierte Zahlungen an die APK-Pensionskasse AG im Ausmaß von TEUR 6.000 geplant.

Zahlungen für Berechtigte von Pensionsplänen werden für die Jahre 2011 bis 2020 in folgender Höhe erwartet:

Erwartete Zahlungen für Berechtigte von Pensionsplänen EUR 1.000

Pensionen
2011 71.288
2012 71.883
2013 73.041
2014 73.082
2015 75.048
2016–2020 354.968

Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen

In der folgenden Tabelle ist die Entwicklung der aktivierten Anlagenentfernungskosten und der Rekultivierungsrückstellung dargestellt. Bei Änderungen in den geschätzten Rekultivierungskosten ist in der Periode der Änderung der Barwert lediglich auf den Änderungseffekt zu ermitteln und im Falle der Erhöhung über die Restlaufzeit abzuschreiben bzw. bei einer Reduktion vom bereits aktivierten Vermögenswert abzuziehen.

Aktivierte Anlagenentfernungskosten und Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen
EUR 1.000
Anschaffungswert Abschreibung Buchwert
339.572 158.093 181.478
8.168 4.260 3.908
14.636 14.636
74 46 28
74.905 74.905
45.224 –45.224
–5.127 –3.399 –1.728
–138 –138
432.089 204.225 227.864
1.802.186
2.070
15.612
102
76.434
–3.740
122.917
–82.459
1.933.122
[—] [—] [549]
[—] [—] [460]

1) Die Veränderungen bei den zu Veräußerungszwecken gehaltenen Vermögen und Verbindlichkeiten betreffen beabsichtigte, jedoch nicht realisierte Tankstellen-Verkäufe in Österreich.

Die Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen enthält Verpflichtungen der OMV PETROM SA in Höhe von TEUR 1.338.056 (2009: TEUR 1.305.992). Zum 31. Dezember 2010 weist die OMV PETROM SA eine Forderung gegenüber dem rumänischen Staat von TEUR 576.947 (2009: TEUR 560.084) aus, welche im Anlagevermögen unter sonstigen Finanzanlagen dargestellt wird (siehe Anhang 17).

Sonstige Rückstellungen EUR 1.000
2010 2009
kurzfristig langfristig kurzfristig langfristig
Umweltschutzkosten 67.804 100.993 37.142 111.847
Sonstige Personalrückstellungen 120.728 428 132.710 398
Sonstige 262.735 194.151 248.768 147.481
Sonstige Rückstellungen 451.267 295.572 418.620 259.726

In den sonstigen Personalrückstellungen sind u.a. kurzfristige Lösungskosten in Höhe von TEUR 81.294 (2009: TEUR 99.041) enthalten. Die Position Sonstige enthält kurzfristige Rekultivierungsrückstellungen von TEUR 549 (2009: TEUR 460). Diese Position beinhaltet auch TEUR 50.706 (2009: TEUR 79.449) kurzfristige und TEUR 72.452 (2009: TEUR 72.891) langfristige Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten mit aktiven und ehemaligen Dienstnehmern betreffend verschiedener Klagen aus der unterschiedlichen Interpretation einzelner Bestimmungen des Kollektivvertrags von Petrom. Des Weiteren sind in den sonstigen Rückstellungen auch Rückstellungen für Förderzins, Billing Statements sowie Versicherungen enthalten.

Emissionszertifikate

Auf Basis der Richtlinie 2003/87/EG des Europäischen Parlaments und des Europäischen Rats über ein System für den Handel mit Treibhausgas-Emissionszertifikaten wurden durch nationale Zuteilungspläne den betroffenen Gesellschaften im OMV Konzern für 2010 in Summe 8.729.813 Emissionszertifikate unentgeltlich zugeteilt (2009: 8.361.564). Davon betrug die Zuteilung für insgesamt 19 Anlagen von Petrom 4.650.861 Zertifikate (2009: 4.282.612). Der Marktwert der Emissionszertifikate beträgt zum 31.12.2010 TEUR 93.529 (31.12.2009: EUR 95.846).

Zum Bilanzstichtag verfügte der OMV Konzern über 7.011.569 Emissionszertifikate. Für (noch nicht extern verifizierte) Emissionen in 2010 werden 5.818.476 Emissionszertifikate in 2011 zurückgegeben werden.

Entwicklung der Emissionszertifikate
Emissionszertifikate zum 31.12.2009 7.649.407
Zuteilung für 2010 8.729.813
Rückgabe für tatsächliche Emissionen 2009 –6.548.543
Netto-Zukäufe und -Verkäufe 2010 1) –2.819.108
Emissionszertifikate zum 31.12.2010 7.011.569

1) Zukäufe werden mit ihren Anschaffungskosten bewertet.

Für eine Unterdeckung an Emissionszertifikaten würde mit einer Rückstellung vorgesorgt werden; zum 31. Dezember 2010 bestand ebenso wie zum 31. Dezember 2009 für den OMV Konzern keine Unterdeckung.

Erläuterungen zur Bilanz | OMV Geschäftsbericht 2010 107 Erläuterungen zur Bilanz | OMV Geschäftsbericht 2010 107

22 Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten EUR 1.000 2010 2009 Gesamt Kurzfristig Langfristig Gesamt Kurzfristig Langfristig Anleihen 2.062.734 72.606 1.990.128 1.785.930 309.997 1.475.933 Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 3.910.578 895.524 3.015.054 2.084.603 363.878 1.720.725 [davon gegenüber Banken] [3.910.578] [895.524] [3.015.054] [2.084.603] [363.878] [1.720.725] Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (kurzfristig) 3.361.585 3.361.585 — 2.141.533 2.141.533 — [davon gegenüber verbundenen, nicht konsolidierten Unternehmen] [—] [—] [—] [69] [69] [—] [davon gegenüber assoziierten Unternehmen] [75.120] [75.120] [—] [67.111] [67.111] [—] Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 502.666 309.222 193.444 702.965 502.866 200.099 Sonstige Verbindlichkeiten 1.009.662 1.000.514 9.148 879.929 868.222 11.707 Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten 8.247 8.247 — 24.994 24.994 — Gesamt 10.855.471 5.647.698 5.207.773 7.619.954 4.211.490 3.408.464

Anleihen

Begebene Anleihen

2010 2009
Nominale Kupon Rückzahlung Buchwert Buchwert
zum 31.12. zum 31.12.
in EUR 1.000 in EUR 1.000
Inländische Industrieanleihe 1) EUR 250.000.000 3,75% fix 30.6.2010 257.734
US Privatplatzierung 1) USD 182.000.000 4,73% fix 27.6.2013 136.278 126.403
USD 138.000.000 4,88% fix 27.6.2015 108.113 99.173
Internationale Industrieanleihe EUR 1.000.000.000 6,25% fix 7.4.2014 1.045.896 1.045.912
EUR 250.000.000 5,25% fix 22.6.2016 256.739 256.708
EUR 500.000.000 4,375 % fix 10.2.2020 515.708
Gesamt 2.062.734 1.785.930

1) Der Zinssatz wurde durch derivative Instrumente (Zinsswaps) teilweise von fix auf variabel gedreht.

Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten und Anleihen

Einige der verzinslichen Kredite gegenüber Nichtbanken beinhalten Finanzklauseln, die im Wesentlichen adaptierte Eigenkapitalquoten, den Cashflow aus der Betriebstätigkeit ohne Zinsenaufwand und -ertrag sowie das EBITDA (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization) betreffen.

Die verzinslichen Finanzverbindlichkeiten und Anleihen haben folgende Fristigkeiten:

Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten und Anleihen EUR 1.000
2010 2009
Kurzfristige Kreditfinanzierungen 682.704 228.977
Kurzfristiger Teil langfristiger Finanzierungen 285.426 444.899
Gesamt kurzfristig 968.130 673.876
Fälligkeit langfristiger Finanzierungen
2011/2010 (kurzfristiger Teil langfristiger Finanzierungen) 285.426 444.899
2012/2011 1.167.735 424.507
2013/2012 845.693 95.133
2014/2013 1.607.775 500.086
2015/2014 202.128 1.540.570
2016/2015 und folgende Jahre 1.181.851 636.361
Gesamt ab 2012/2011 5.005.182 3.196.657
Gliederung der verzinslichen Finanzverbindlichkeiten und Anleihen nach Währungen und Zinssätzen EUR 1.000
2010 2009
Gewogener Gewogener
Durchschnitts Durchschnitts
zinssatz zinssatz
Langfristige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten und Anleihen 1)
Fixe Zinssätze EUR 2.406.558 5,19% 2.147.508 5,33%
USD 974.151 3,83% 225.576 4,79%
TRY 297.188 14,99%
Gesamt 3.677.897 2.373.084
Variable Zinssätze AUD 14.596 5,29% 11.972 4,40%
EUR 1.390.195 4,20% 1.077.639 3,54%
NZD 50.502 2,97%
RON 107.931 9,36% 120.698 11,77%
USD 99.988 3,61% 7.661 0,51%
Gesamt 1.612.710 1.268.472
Kurzfristige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten und Anleihen
EUR 308.665 1,22% 92.023 1,03%
GBP 21.725 1,65% 45.040 1,23%
TRY 18.157 6,66%
HUF 38 6,40% 44.376 6,90%
RON 1.757 4,22% 44.007 11,67%
USD 329.414 2,37% 3.531 1,10%
NOK 2.949 3,05%
Gesamt 682.705 228.977

1) Inklusive kurzfristiger Teile langfristiger Kreditfinanzierung.

Die verzinslichen Finanzverbindlichkeiten und Anleihen in Höhe von insgesamt TEUR 5.973.312 (2009: TEUR 3.870.533) sind zum Restbuchwert bewertet. Der geschätzte Tageswert dieser Verbindlichkeiten beträgt TEUR 6.239.847 (2009: TEUR 4.052.000), wovon TEUR 4.220.871 (2009: TEUR 2.647.498) auf fix verzinsliche und TEUR 2.018.976 (2009: TEUR 1.404.502) auf variabel verzinsliche Finanzverbindlichkeiten entfallen. Dabei wurde der Tageswert von Finanzverbindlichkeiten, für die kein Marktpreis verfügbar war, durch Diskontierung der künftigen Zahlungsströme mit jenem Zinssatz, der am Bilanzstichtag für gleichartige Verbindlichkeiten mit gleicher Restlaufzeit gültig war, ermittelt.

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten EUR 1.000
Gesamt Kurzfristig Langfristig
2010
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (langfristig) 4.546 4.546
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen, nicht konsolidierten Unternehmen 6.434 6.275 159
Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen 6.800 6.800
Verbindlichkeiten aus als Sicherungsinstrumenten designierten und effektiven
Derivaten 46.037 23.049 22.988
Verbindlichkeiten aus sonstigen Derivaten 36.196 36.196
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 139.419 41.817 97.602
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 263.233 201.884 61.349
Gesamt 502.666 309.222 193.444
2009
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (langfristig) 47.768 47.768
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen, nicht konsolidierten Unternehmen 775 723 52
Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen 6.800 6.800
Verbindlichkeiten aus als Sicherungsinstrumenten designierten und effektiven
Derivaten 206.659 188.610 18.049
Verbindlichkeiten aus sonstigen Derivaten 108.011 107.705 306
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 118.131 30.204 87.927
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 214.821 175.623 39.198
Gesamt 702.965 502.866 200.099

Der Buchwert der Verbindlichkeiten aus Derivaten entspricht dem beizulegenden Zeitwert. Die Verbindlichkeiten aus als Sicherungsinstrumenten designierten und effektiven Derivaten enthalten in 2010 keine Verbindlichkeiten aus Fair-Value-Hedges (2009: TEUR 4.863), deren Fair-Value-Anpassungen ergebniswirksam verbucht werden. Fair-Value-Anpassungen der restlichen Verbindlichkeiten aus als Sicherungsinstrumenten designierten und effektiven Derivaten werden ergebnisneutral verbucht. Die Verbindlichkeiten aus sonstigen Derivaten sind finanzielle Verbindlichkeiten at-fair-value-through-profit-or-loss. Sämtliche anderen Positionen sind als Verbindlichkeiten, die zum Restbuchwert bewertet werden, zu klassifizieren.

Sonstige Verbindlichkeiten

Sonstige Verbindlichkeiten EUR 1.000
Gesamt Kurzfristig Langfristig
2010
Sonstige Verbindlichkeiten aus Steuern sowie im Rahmen der sozialen Sicherheit 805.564 805.564
Fremde Vorauszahlungen 136.896 128.223 8.673
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 67.202 66.727 475
Gesamt 1.009.662 1.000.514 9.148
2009
Sonstige Verbindlichkeiten aus Steuern sowie im Rahmen der sozialen Sicherheit 570.167 570.167
Fremde Vorauszahlungen 241.679 230.382 11.297
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 68.083 67.673 410
Gesamt 879.929 868.222 11.707
Latente Steuern EUR 1.000
Aktive latente Wert Aktive Passive
Steuern ohne berich latente latente
Wertberichtigung tigung Steuern Steuern
2010
Immaterielle Vermögenswerte 28.087 28.087 265.498
Sachanlagevermögen 129.618 357 129.261 555.382
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 5.903 5.903 18.188
Abgrenzung Petroleum Revenue Tax (PRT) 5.180 5.180 2.590
Vorräte 43.892 43.892 59.559
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 42.884 9.819 33.065 23.236
Unversteuerte Rücklagen 3.304
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 95.849 95.849
Sonstige Rückstellungen 276.682 8.189 268.492 18.949
Verbindlichkeiten 79.715 2.271 77.444 196.199
Sonstige, keiner Bilanzposition zuordenbare latente Steuern 4 4 49.281
Abzugsfähige Siebentelabschreibungen (§ 12 (3) Z 2 KStG) 37.997 37.997
Verlustvorträge 171.140 51.579 119.561
Gesamt 916.950 72.216 844.734 1.192.185
Saldierung auf Grund gleicher Steuerhoheiten –654.748 –654.748
Latente Steuern in zu Veräußerungszwecken gehaltenem
Vermögen –391 –1.591
Latente Steuern laut Bilanz 189.595 535.846

23 Latente Steuern

Latente Steuern EUR 1.000
Aktive latente Wert Aktive Passive
Steuern ohne berich latente latente
Wertberichtigung tigung Steuern Steuern
2009
Immaterielle Vermögenswerte 10.196 864 9.332 102.518
Sachanlagevermögen 132.658 13 132.645 428.381
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 3.888 3.888 2.948
Abgrenzung Petroleum Revenue Tax (PRT) 2.766 2.766 1.383
Vorräte 31.123 48 31.074 37.804
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 46.976 13.720 33.255 47.597
Unversteuerte Rücklagen 6.987
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 96.824 96.824
Sonstige Rückstellungen 239.706 2.905 236.802 26.032
Verbindlichkeiten 115.150 46 115.104 207.725
Sonstige, keiner Bilanzposition zuordenbare latente Steuern 64.707
Abzugsfähige Siebentelabschreibungen (§ 12 (3) Z 2 KStG) 20.319 20.319
Verlustvorträge 175.776 49.461 126.315
Gesamt 875.381 67.057 808.324 926.079
Saldierung auf Grund gleicher Steuerhoheiten –629.135 –629.135
Latente Steuern in zu Veräußerungszwecken gehaltenem
Vermögen –1.593 –1.848
Latente Steuern laut Bilanz 177.597 295.097

Latente Steuern werden auf einbehaltene Gewinne von Konzerngesellschaften in der Regel dann berücksichtigt, wenn es keine Möglichkeit gibt, diese Beträge steuerfrei beim Mutterunternehmen zu vereinnahmen, sowie wenn auf Konsolidierungsbuchungen zukünftiger Ertragsteueraufwand oder -ertrag entfällt.

Zum 31. Dezember 2010 waren steuerliche Verlustvorträge von TEUR 661.093 vorhanden (2009: TEUR 618.541). Die zeitliche Verteilung der Vortragsfähigkeit stellt sich wie folgt dar:

Steuerliche Verlustvorträge EUR 1.000
2010 2009
2010 3.467
2011 2.300 5.206
2012 6.019 4.053
2013 14.231 22.058
2014 5.711 23.714
2015 45.338
Nach 2015/2014 128.415 147.416
Unbegrenzt 459.079 412.626
Gesamt 661.093 618.541

Ergänzende Angaben zur Finanzlage Ergänzende Angaben zur Finanzlage

Die liquiden Mittel umfassen Kassenbestände, Bankguthaben und jederzeit disponible kurzfristige Veranlagungen mit geringem Verwertungsrisiko, welches dann gegeben ist, wenn die kurzfristige Verwertung mit einem vernachlässigbaren Kurs- oder Zinsrisiko verbunden ist. Die Veranlagungen dürfen zum Anschaffungszeitpunkt eine maximale Laufzeit von drei Monaten aufweisen. Über das Bankguthaben der Amical Insurance Limited in Höhe von TEUR 3.133 (2009: TEUR 17.278) kann aus versicherungsrechtlichen Gründen nicht zur Gänze frei verfügt werden. Über TEUR 32.665 der OMV Petrom SA kann auf Grund schwebender Gerichtsverfahren nicht frei verfügt werden. Weitere TEUR 271 betreffen verpfändete Bankkonten (2009: TEUR 14.400).

24 Cashflow-Rechnung

Die Erlöse aus dem Verkauf von Anlagevermögen in 2009 (TEUR: 1.532.690) beinhalten den Mittelzufluss aus dem Verkauf der Anteile an MOL in Höhe von TEUR 1.400.000.

Cashflow-Rechnung EUR 1.000
2010 2009
Zinszahlungen –193.415 –78.380
Ertragsteuerzahlung –241.743 –184.837
Dividendenausschüttungen assoziierter Unternehmen 153.329 3.339

Die Tabelle unten zeigt die Netto-Mittelabflüsse aus dem Erwerb von Unternehmen. Abgesehen von Petrol Ofisi enthielten die Auszahlungen in 2010 auch die jeweiligen Kaufpreise für Wind Power Park SRL, für zusätzliche Anteile an AVIATION PETROLEUM SRL, sowie für Korned LLP, die im Jahr 2009 erworben wurde.

Die Zahlen für 2009 beinhalten die ersten Zahlungen für Korned LLP, den Kaufpreis für zusätzliche Anteile an EconGas GmbH und PETROM AVIATION SA sowie nachträgliche Kaufpreisanpassungen für ICS PETROM MOL-DOVA SA und AVIATION PETROLEUM SRL. Die größte Akquistion in 2009 betraf den Erwerb der restlichen Anteile an Borasco Elektrik Üretim Sanayi ve Ticaret A.Ş., Istanbul, die 2010 in OMV Samsun Elektrik Üretim Sanayi ve Ticaret A.Ş. umbenannt wurde.

Netto-Mittelabfluss aus dem Erwerb von Unternehmen EUR 1.000
2010 2009
Petrol Ofisi Sonstige Summe Samsun Sonstige Summe
Bezahlter Kaufpreis 1.007.654 16.548 1.024.202 20.628 10.568 31.196
Liquide Mittel durch Wechsel der
Konsolidierungsart –210.651 –210.651 –17.925 –17.925
Netto-Mittelabfluss aus dem Erwerb
von Unternehmen 797.003 16.548 813.551 2.703 10.568 13.271

Für Rechtsstreitigkeiten, aus denen wahrscheinlich Verpflichtungen resultieren, werden Rückstellungen gebildet. Der Vorstand vertritt den Standpunkt, dass jene Rechtsstreitigkeiten, die nicht durch Rückstellungen oder Versicherungen gedeckt sind, keinen wesentlichen Einfluss auf das Konzerneigenkapital haben werden. Jede Konzerngesellschaft unterliegt mit ihren Produktionsanlagen und ihrem Grundvermögen in den jeweiligen Ländern einer Reihe von Umweltschutzbestimmungen. Für die geschätzten Kosten bestehender Verpflichtungen aus Umweltschutzmaßnahmen wurde in Übereinstimmung mit den Bilanzierungsregeln des Konzerns bilanziell vorgesorgt. Bei Öl- und Gaspipelines wird für Rekultivierungen eine Rückstellung gebildet, wenn zum Bilanzstichtag eine Verpflichtung bereits eingetreten ist. Unter Berücksichtigung der Betriebsfortführung (Grundsatz der Unternehmensfortführung) werden für drohende Verpflichtungen im Zusammenhang mit nicht absehbaren Stilllegungen keine bilanziellen Vorsorgen getroffen.

Der Vorstand ist der Ansicht, dass die Einhaltung der gegenwärtigen Gesetze und Bestimmungen und der künftig strengeren Gesetze und Bestimmungen keinen wesentlichen negativen Einfluss auf die Konzernabschlüsse der näheren Zukunft haben wird.

Die türkische Regulierungsbehörde für Energiewirtschaft (EMRA) verhängte am 31. August 2006 eine Gesamtstrafe in der Höhe von TRY 1,6 Mrd (EUR 0,8 Mrd) gegenüber 28 von 30 türkischen Distributionsunternehmen und bezog

25 Haftungsverhältnisse sich auf einen Rechtsstreit betreffend die Belieferung von Vertriebsgesellschaften ohne Lizenz während der Übergangsperiode nach der Einführung des neuen türkischen Mineralölgesetzes Anfang 2005. Für Petrol Ofisi A.Ş. und ihre Tochtergesellschaft ERK Petrol Yatrmlar A.Ş. wurde eine Strafe von rund TRY 600 Mio (EUR 289 Mio) verhängt. Petrol Ofisi A.Ş. beantragte beim Obersten Gerichtshof und beim Verwaltungsgericht die Aufhebung der Strafe und einen Zahlungsaufschub bis zum Ende des Verfahrens. Am 31. Jänner 2007 wurde vom Obersten Gerichtshof dem Antrag auf Zahlungsaufschub bis Ende des Verfahrens stattgegeben. Auf Grund der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs wurde keine Rückstellung für den Sachverhalt gebildet. In 2010 wurde der Rechtsstreit schließlich zugunsten Petrol Ofisi A.Ş. und ihrer Tochtergesellschaft ERK Petrol Yatrmlar A.Ş. entschieden.

26 Risiko-

management

Liquiditätsrisiko

Zur Beurteilung des Liquiditätsrisikos werden konzernweit die geplanten operativen sowie finanziellen Ein- und Auszahlungsströme auf Monatsbasis analysiert und die geplante Nettoliquiditätsentwicklung dargestellt. Der geplanten Nettoliquiditätsentwicklung werden bestehende Geldanlagen und Finanzierungen, deren geplante Abreifung sowie bestehende Liquiditätsreserven gegenübergestellt. Diese Analyse stellt die Basis für Finanzierungsentscheidungen hinsichtlich Kapitalbindung dar.

Um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität des OMV Konzerns sicherzustellen, wird eine Liquiditätsreserve in Form von Kreditlinien gehalten. Zum 31. Dezember 2010 beträgt die durchschnittlich gewichtete Laufzeit des Schuldenportfolios des OMV Konzerns mehr als drei Jahre.

Das operative Liquiditätsmanagement umfasst einen Cash-Concentration-Prozess, durch den eine Zusammenführung von liquiden Mitteln erfolgt. Dadurch können Liquiditätsüberschüsse und -anforderungen entsprechend den Bedürfnissen des Konzerns sowie einzelner Konzerngesellschaften gesteuert werden.

Detaillierte Angaben zu den Finanzierungsverbindlichkeiten des Konzerns enthält Anhangangabe 22.

Kapitalrisikomanagement

Das Kapitalrisikomanagement im OMV Konzern ist Teil des Value Managements und orientiert sich an den zentralen Steuerungsgrößen Return On Average Capital Employed (ROACE) und Verschuldungsgrad (Gearing Ratio). Basierend auf den Mittelfristannahmen plant OMV über den Geschäftszyklus einen ROACE von 13% sowie eine langfristige Kapitalstruktur mit einem Verschuldungsgrad von bis zu 30%.

Politisches Risiko

Der Konzern ist unter anderem in Ländern tätig, die aktuell Schauplatz politischer Instabilität sind (Libyen, Jemen, Tunesien sowie Ägypten). Unterbrechungen bzw. Rückgänge der Produktion, wie auch höhere Steuerraten, Restriktionen auf Eigentum ausländischer Investoren bis hin zur Enteignung könnten die Folge politischer Veränderungen sein, die sich auch auf die finanzielle Struktur des Konzerns auswirken könnte.

Marktrisiko

Zur Steuerung von Marktrisiken werden derivative und nicht-derivative Instrumente bei Bedarf eingesetzt, die sich aus der Veränderung von Zinsen, Wechselkursen und Güterpreisen ergeben und einen negativen Effekt auf Vermögenswerte, Verbindlichkeiten oder erwartete zukünftige Zahlungsströme haben können. Derivate werden hauptsächlich zur Reduzierung von Risiken aus Grundgeschäften eingesetzt.

Derivate sind Verträge, deren Wert sich von einem oder mehreren zugrunde liegenden Finanzinstrumenten, Indizes oder Preisen ableitet, die im Vertrag definiert sind. Der erstmalige Ansatz von derivativen Instrumenten erfolgt ab Geltung der vertraglichen Bestimmungen, also ab Entstehen von Anspruch und Verpflichtung. Die Ausbuchung erfolgt bei Wegfall bzw. Übertragung der vertraglichen Rechte und Pflichten.

Risikomanagement von Güterpreisen

Wesentliche Branchenrisiken auf Grund der Preisvolatilität, z.B. stark negative Auswirkungen von niedrigen Ölpreisen auf den Cashflow, werden im Rahmen einer Konzernrichtlinie Risikomanagement (Marktpreisrisiko) gegebenenfalls mit Finanzinstrumenten begrenzt.

Basierend auf einem Portfoliomodell ist das Ziel des strategischen Waren-Risikomanagements, den für das Unternehmenswachstum erforderlichen Cashflow bei Aufrechterhaltung einer starken Bonitätseinstufung abzusichern. Zum Bilanzstichtag waren für 2011 keine strategischen Absicherungen abgeschlossen.

Um den Cashflow des Konzerns gegen einen nachteiligen Einfluss von sinkenden Ölpreisen zu schützen, wurden derivative Instrumente eingesetzt, welche die Erlöse aus 63.000 bbl/d für 2010 absicherten. Als Absicherungsinstrument wurden Puts eingesetzt, die eine Preisuntergrenze von durchschnittlich USD 54,20/bbl absichern. Diese Puts wurden mit Call-Optionen so finanziert, dass initiale Zahlungen vermieden wurden (Null-Kosten-Struktur), wobei dadurch der Konzern nicht von Ölpreisen über USD 75/bbl im Jahr 2010 für das betreffende Volumen profitieren konnte. Die Optionen wurden mit erstklassigen Banken auf Over-the-Counter (OTC) Basis abgeschlossen.

Für das Jahr 2009 wurden Put-Spreads für ein Volumen von 65.000 bbl/d eingesetzt, um eine Preisuntergrenze von USD 80/bbl abzusichern, solange der Ölpreis über USD 65/bbl lag. Bei einem Ölpreis unter USD 65/bbl war das Absicherungsergebnis USD 15/bbl über dem Marktpreis. Diese Put-Spreads wurden mit Call-Optionen so finanziert, dass initiale Zahlungen vermieden wurden (Null-Kosten-Struktur), wobei dadurch der Konzern nicht von Ölpreisen über USD 110/bbl im Jahr 2009 für das betreffende Volumen profitiert hätte.

Im operativen Risikomanagement des Raffinerie-Geschäfts werden derivative Instrumente im begrenzten Ausmaß sowohl für die Ergebnisabsicherung selektiver Produktenverkäufe als auch zur Reduktion des Preisrisikos aus den volatilen Vorratsbeständen verwendet. Eingesetzt werden Rohöl- und Produktswaps, welche die Produktmarge (Crack-Spread), die Preisdifferenz zwischen Rohöl und den erzeugten Bulk-Produkten, absichern sollen. Das Ergebnis der Sicherungsgeschäfte wird in den Umsatzkosten erfasst.

Zur Sicherung des kurzfristigen Marktpreisrisikos im Bereich Supply und Trading werden für Einkäufe wie Verkäufe börsengehandelte Ölfutures wie auch OTC-Kontrakte (Contracts for Difference und Swaps) eingesetzt. Das Ergebnis aus dem Sicherungsgeschäft wird R&M zugeordnet. Die Bewertung erfolgt zu Marktwerten.

In G&P werden zur Absicherung von Risiken auf der Beschaffungs- und Absatzseite OTC-Swaps und Optionen eingesetzt. Ziel ist das Preisrisiko aus Mengenbewegungen der Vorräte sowie aus dem Unterschied von Ein- und Verkaufsparametern abzusichern.

Swaps erfordern beim Vertragsabschluss kein initiales Investment. Der Zahlungsausgleich erfolgt regelmäßig zum Quartals- bzw. Monatsende. Die Prämien für gekaufte Optionen sind bei Vertragsabschluss zu bezahlen. Bei Ausübung der Option erfolgt die Auszahlung der Differenz zwischen dem Basispreis und dem durchschnittlichen Marktpreis der Periode am Ende der Laufzeit.

Die Stichtagsbetrachtung der Nominal- und Marktwerte der Commodity-Kontrakte zum 31. Dezember zeigt folgendes Bild:

Nominal- und Marktwerte der Kontrakte EUR 1.000
2010 2009
Nominale Marktwert Nominale Marktwert
Strategisches Risikomanagement
E&P
Commodity-Optionen 1) 1.239.776 –160.173
Operatives Risikomanagement
R&M
Commodity-Futures 1.188.866 1.524 191.118 –5.885
Commodity-Swaps 3.394.703 –12.116 493.658 –2.491
Commodity-Optionen
G&P
Erdgas-Swaps 797.291 –5.975 1.749.698 –6.508
Erdgas-Optionen 65.752 4.514 72.367 7.200

1) Die Commodity-Optionen im strategischen Risikomanagement in E&P sind kombinierte Finanzprodukte, die aus Put- und Call-Optionen bestehen.

Die Marktwerte verteilen sich wie folgt:

Marktwerte EUR 1.000
2010 2009
Nominale Marktwert Marktwert Nominale Marktwert Marktwert
aktiv passiv aktiv passiv
Cashflow-Hedges
E&P-Optionen 1.158.108 –149.715
R&M-Swaps 323.533 4.182 –5.662 110.355 3.080 –1.841
G&P-Swaps 788.457 34.318 –40.375 1.673.412 115.917 –120.357
G&P-Optionen 17.388 4.306 17.388 3.733
Fair-Value-Hedges
G&P-Swaps 1.314 296 65.002 2.954 –4.863
G&P-Optionen 48.365 208 54.980 3.467
Derivative held-for-trading
E&P-Optionen 81.668 –10.458
R&M-Futures 1.188.866 13.572 –12.048 191.118 176 –6.061
R&M-Swaps 3.071.170 2.115 –12.751 383.302 14.790 –18.520
R&M-Optionen
G&P-Swaps 7.520 295 –509 11.284 239 –398

Cashflow-Hedging im Commodity-Bereich

Cashflow-Hedging im Commodity-Bereich
EUR 1.000
Periode der
erwarteten
Cashflows
bei Cashflow
Hedges
Wertänderung
direkt im Eigen
kapital gezeigt
[davon:
Umgliederung
aus dem Eigen
kapital über die
Gewinn- und
Verlustrechnung]
[davon: Umgliederung
aus dem Eigen
kapital in die
ursprünglichen
Anschaffungs
kosten]
2010
E&P-Sicherung Preisrisiko
Brent-Optionen 81.702 [70.264] [—]
R&M-Sicherung Preisrisiko
Swaps fix vs. floating – Brent 2011 1.112 [–3.582] [—]
Swaps fix vs. floating – Produkte 2011 –3.821 [4.440] [—]
G&P-Sicherung Preisrisiko
Swaps fix vs. floating – Erdgas bis Q3/13 –1.625 [–3.489] [—]
Erdgas-Optionen bis Q4/12 121 [—] [—]
2009
E&P-Sicherung Preisrisiko
Brent-Optionen 2010 –261.228 [–153.644] [—]
R&M-Sicherung Preisrisiko
Swaps fix vs. floating – Brent 2010 89.671 [82.192] [—]
Swaps fix vs. floating – Produkte 2010 –107.646 [–104.583] [—]
G&P-Sicherung Preisrisiko
Swaps fix vs. floating – Erdgas bis Q4/12 112.370 [78.217] [1.750]
Erdgas-Optionen bis Q4/12 [—] [—]

In R&M werden mit dem wirtschaftlichen Ziel der Absicherung künftiger Margen Produkte auf der Verkaufsseite und das Rohöl auf der Beschaffungsseite voneinander getrennt abgesichert.

Die Absicherung erfolgt auf der Beschaffungsseite als Kauf fix und Verkauf variabel, auf der Produktenseite als Verkauf fix und Kauf variabel.

Die Sicherung von zukünftigen Zahlungsströmen wird als Cashflow-Hedge bilanziert und der effektive Teil der Wertänderung des in der Bilanz erfassten Derivats gegen das Eigenkapital gebucht. Bei ergebniswirksamem Eintreten der zukünftigen Transaktion werden die bis dahin im Eigenkapital verbuchten Beträge gegen die Gewinnund Verlustrechnung aufgelöst. Der ineffektive Teil der Cashflow-Hedges in Höhe von TEUR 2.644 (2009: TEUR –7.570) wurde im Geschäftsjahr ergebniswirksam dargestellt.

Fair-Value-Hedges im Commodity-Bereich

Bei Fair-Value-Hedges werden sowohl die Wertänderungen des Grundgeschäfts als auch die gegenläufigen Wertänderungen des Sicherungsgeschäfts in der Ergebnisrechnung dargestellt. Als Saldogröße ergibt sich die Ineffektivität der Sicherungsbeziehung.

Ergebnisse aus Fair-Value-Hedges im Commodity-Bereich EUR 1.000
2010 2009
Ergebnis aus Grundgeschäft 349 –50.537
Ergebnis aus Sicherungsgeschäft –349 49.685

Sensitivitätsanalyse

Für die oben gezeigten offenen Absicherungskontrakte wird der Effekt einer Marktpreisschwankung (+/–10%) auf deren Marktwert mittels Sensitivitätsanalyse gemessen. Die Sensitivität der Gesamtergebnisse des Konzerns weicht von der unten gezeigten Sensitivität ab, da die abgeschlossenen Kontrakte zur Absicherung von operativen Positionen verwendet werden.

Die Unterscheidung zwischen der Auswirkung einer Marktpreisschwankung auf die Gewinn- und Verlustrechnung oder auf das Eigenkapital ist abhängig von der Art des eingesetzten Derivats und der Anwendung von Hedge-Accounting. Die Marktwertsensitivität für Derivate, für die Cashflow-Hedge-Accounting zulässig ist, ist in der Tabelle als Sensitivität des Eigenkapitals dargestellt. Marktpreisschwankungen für alle weiteren offenen Derivate werden in der Sensitivität der Gewinn- und Verlustrechnung gezeigt.

Derzeit weisen die Marktwerte der offenen Derivate folgende Sensitivitäten auf:

Sensitivitätsanalyse der offenen Derivate auf das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit EUR 1.000
2010 2009
Marktpreis Marktpreis Marktpreis Marktpreis
+10% –10% +10% –10%
Strategisches Risikomanagement
E&P
Commodity-Optionen 10.708 3.278
Operatives Risikomanagement
R&M
Commodity-Futures –36.800 36.800 –16.490 16.490
Commodity-Swaps –12.706 12.706 –10.340 10.340
Commodity-Optionen
G&P
Erdgas-Swaps 49 –49 8 –8
Erdgas-Optionen –113 237 –248 1.054
EUR 1.000
2009
Marktpreis Marktpreis Marktpreis Marktpreis
+10% –10% +10% –10%
–113.075 79.605
–3.460 3.460 699 –699
–521 521 1.519 –1.439
1.349 –1.070
2010

Risikomanagement für den Wechselkurs

OMV ist in einer Vielzahl von Ländern und unterschiedlichen Währungsräumen aktiv. Daher müssen branchenspezifische Transaktions- und entsprechende Umrechnungsrisiken genau analysiert werden. Die größten Risikopositionen stellen der USD und die jeweilige Veränderung des USD im Verhältnis zum EUR, zum RON und zur TRY dar. Andere Währungen haben nur limitierten Einfluss auf Cashflow und EBIT.

Das Transaktionsrisiko der USD-Zahlungsströme wird laufend beobachtet. Mindestens jährlich werden die Long-Short-Nettoposition des Konzerns und die Sensitivität für den Konzern berechnet, die eine USD-Long-Position in E&P sowie eine vergleichsweise niedrigere USD-Short-Position im R&M-Geschäft aufzeigt. Der Konzern hat eine Netto-USD-Long-Position, da sich die USD-Positionen aus dem operativen Geschäft der Geschäftsbereiche E&P und R&M nur zu einem geringen Teil ausgleichen. Diese Analyse stellt die Basis für das Risikomanagement des Transaktionsrisikos bei Währungen dar.

In der Berichtsperiode hatte OMV Currency-Forwards abgeschlossen, um den EUR-Gegenwert einer USD-Zahlung zum Kauf zusätzlicher Anteile an Petrol Ofisi A.Ş. abzusichern. Diese Transaktionen wurden als Fair-Value-Hedge bilanziert.

2009 hatte OMV Optionen über USD 1 Mrd abgeschlossen, um den Cashflow abzusichern und die Auswirkungen von Schwankungen des EUR-USD-Wechselkurses zu reduzieren. Für das betreffende Volumen war OMV dadurch nur Währungsschwankungen zwischen EUR-USD 1,32 bis 1,15 ausgesetzt.

Per 31. Dezember 2010 gab es zur Absicherung des Fremdwährungsrisikos bei Forderungen und Verbindlichkeiten sowie für das Liquiditätsmanagement folgende Transaktionen:

Währungsderivate EUR 1.000
2010 2009
Nominale Marktwert Nominale Marktwert
Currency-Forwards 650.139 3.077 311.283 –1.006
Currency-Swaps 88.787 –4.653 80.127 –885

Die unter Risikomanagement für den Wechselkurs ausgewiesenen Forwards und Swaps werden zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken in offenen Forderungen oder Verbindlichkeiten verwendet. Der Marktwert dieser Instrumente entwickelt sich bei einer Veränderung der zugrunde liegenden Wechselkurse genau gegenläufig zur Veränderung der Forderung oder Verbindlichkeit.

Cashflow-Hedging bei Währungsabsicherungen

Zum 31. Dezember 2010 gab es keine offenen Cashflow-Hedges bei Währungsabsicherungen

Cashflow-Hedging bei Währungsabsicherungen EUR 1.000
Periode der
erwarteten
Cashflows
bei Cashflow
Hedges
Wertänderung
direkt im Eigen
kapital gezeigt
[davon:
Umgliederung
aus dem Eigen
kapital über die
Gewinn- und
Verlustrechnung]
[davon:
Umgliederung
aus dem Eigen
kapital in die
ursprünglichen
Anschaffungs
kosten]
2010
Currency-Optionen [—] [—]
Currency-Forwards 24.040 [24.040] [—]
2009
Currency-Optionen 2009 –23.815 [–27.621] [—]
Currency-Forwards 2009 –122 [–18] [—]

Die Sicherung von Währungsrisiken aus zukünftigen USD-Zahlungsströmen wird als Cashflow-Hedge bilanziert und der effektive Teil der Wertänderung des in der Bilanz erfassten Derivats gegen das Eigenkapital gebucht. Bei ergebniswirksamem Eintreten der zukünftigen Transaktion werden die bis dahin im Eigenkapital verbuchten Beträge gegen die Gewinn- und Verlustrechnung aufgelöst.

Ebenso wird das Translationsrisiko auf Konzernebene laufend beobachtet und die daraus resultierende Risikoposition bewertet. Als Translationsrisiko wird jenes Risiko bezeichnet, das auf Grund von Konsolidierung von Tochtergesellschaften entsteht, die nicht in EUR bilanzieren. Die größten Risikopositionen stellen dabei der RON, die TRY und der USD bzw. deren jeweilige Veränderung im Verhältnis zum EUR dar. Das langfristig bestehende Wechselkursrisiko von Investitionen in Beteiligungen, die nicht in EUR bilanzieren, wird kontinuierlich ermittelt und beurteilt.

Für die Finanzinstrumente wird eine Sensitivitätsanalyse für Wechselkursänderungen durchgeführt, wobei die Hauptwährungsbeziehungen folgende Sensitivitäten aufweisen: Die Hauptpositionen sind per 31. Dezember 2010 der EUR-RON-, EUR-TRY- und der EUR-USD-Wechselkurs. Auf Konzernebene beinhaltet die EUR-RON-Sensitivität nicht nur die RON-Nettoposition gegenüber EUR, sondern auch die RON-Nettoposition gegenüber USD, da diese in eine EUR-RON- sowie eine EUR-USD-Position aufgeteilt werden kann. Gleiches gilt für die EUR-TRY-Position.

Sensitivitätsanalyse der Finanzinstrumente auf das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 1)
2010 2009
EUR wird um EUR wird um EUR wird um EUR wird um
10% stärker 10% schwächer 10% stärker 10% schwächer
EUR-RON –17.023 17.023 –2.170 2.170
EUR-TRY –45.385 45.385
EUR-USD 34.320 –34.320 –11.120 11.120

1) Bezieht sich nur auf Finanzinstrumente und entspricht nicht der vom Konzern berechneten Gesamt-EBIT-Währungssensitivität.

Zinsmanagement

Um das Zinsrisiko in ausgewogener Form zu steuern, wird das Profil der Verbindlichkeiten hinsichtlich fixer und variabler Verzinsung, Währungen und Fristigkeiten analysiert. Es werden entsprechende Vergleichskennzahlen festgelegt und bei Abweichungen über definierte Bandbreiten mittels derivativer Instrumente optimiert.

Fallweise werden festverzinsliche Kredite mittels Zinsswaps in variable Kredite oder vice versa transferiert. Zum Bilanzstichtag wurde fair value hedge accounting für einen Zinsswap von USD 50 Mio angewendet. Durch den Zinsswap werden feste Zinssätze in variable Zinssätze gedreht. Er wurde zur Absicherung des beizulegenden Marktwerts einer Anleihe, die im OMV Konzern begeben wurde (vgl. Anhangangabe 22) eingesetzt und als Fair-Value-Hedge klassifiziert. Die Zinsdifferenz zwischen Swap und Kredit wird als Korrektur des Zinsaufwands verbucht.

Per 31. Dezember gab es folgende Kontrakte:

Kontrakte EUR 1.000

2010 2009
Nominale Marktwert Nominale Marktwert
Interest-Rate-Swaps (kein Hedge Accounting) 64.250 –1.365
Interest-Rate-Swaps (USD 50 Mio) 37.419 4,779 134.708 6.310

Zinssensitivitäten

Der Effekt einer Zinserhöhung von 0,5%-Punkten würde am 31. Dezember 2010 zu einer Verringerung des Marktwerts um EUR 1,3 Mio führen (31. Dezember 2009: EUR 1,3 Mio). Der Effekt einer Zinssenkung von 0,5%-Punkten würde am 31. Dezember 2010 zu einer Erhöhung des Marktwerts um EUR 1,3 Mio führen (31. Dezember 2009: EUR 1,3 Mio).

OMV PETROM SA hält finanzielle Vermögenswerte, deren Marktwerte von Zinsänderungen beeinflusst werden. Der Marktwert dieser finanziellen Vermögenswerten wäre bei einer Zinssteigerung am 31. Dezember 2010 um 0,5%-Punkte um EUR 0,8 Mio niedriger (31. Dezember 2009: EUR 0,8 Mio). Eine Zinssenkung um 0,5%-Punkte würde am 31. Dezember 2010 zu einer Erhöhung des Marktwerts um EUR 0,8 Mio führen (31. Dezember 2009: EUR 0,8 Mio).

Des Weiteren analysiert OMV regelmäßig den Einfluss von Zinsänderungen auf das Zinsergebnis aus variabel verzinsten Geldanlagen und Aufnahmen. Derzeit werden Effekte aus dem Zinsänderungsrisiko nicht als substanzielles Risiko eingestuft.

Basierend auf dem variabel verzinsten Nettoschuldenportfolio per 31. Dezember 2010 würde der Nettozinsaufwand um EUR 6,1 Mio (per 31. Dezember 2009: EUR 5,0 Mio) steigen bzw. fallen, sollten Zinssätze um 0,5%-Punkte steigen bzw. fallen.

Kreditrisiko der Kontrahenten

Das Kreditrisiko der Hauptkontrahenten wird auf Konzernebene und Geschäftsbereichsebene bewertet und mittels Limits für Länder, Banken und Vertragspartner überwacht. Limits bezüglich Höhe und Laufzeit des maximal zulässigen Exposures werden bonitätsabhängig vergeben, die Bonitätseinschätzung wird zumindest jährlich oder auf einer Ad-hoc-Basis überprüft. Diese Vorgehensweise ist sowohl bei OMV als auch bei Petrom in einer Richtlinie festgelegt. Derivative Finanzinstrumente und Geldanlagen werden zum überwiegenden Teil mit Vertragspartnern mit "Investment Grade Rating" abgeschlossen. Zur Risikodiversifikation werden solche Finanzkontrakte stets mit einer Mehrzahl von Banken abgeschlossen.

Im Bereich des strategischen Risikomanagements, des Währungsrisikomanagements und des Zinsrisikomanagements beträgt das maximale Kreditrisiko gegenüber Banken per 31. Dezember 2010 EUR 228,5 Mio (2009: EUR 752,7 Mio). Für das operative Risikomanagement im Bereich R&M beträgt das maximale Kreditrisiko gegenüber Banken per 31. Dezember 2010 EUR 628,8 Mio (2009: EUR 430,4 Mio).

Folgende Tabelle gibt die Bewertung von Finanzinstrumenten (Aktiv- und Passivseite) bilanziert zum Zeitwert wider. In Übereinstimmung mit IFRS 7 sind die einzelnen Levels wie folgt definiert:

27 Fair value Hierachie

Level 1: Börsennotierte Kurse in aktiven Märkten werden für identische Vermögenswerte und Verbindlichkeiten verwendet.

Level 2: Entweder direkt (d.h. wie Kurse) oder indirekt feststellbare Vorgaben werden als Informationsgrundlage für die Berechnung der Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten verwendet (keine börsennotierten Kurse).

Level 3: Als Informationsgrundlage für die Berechnung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden interne Modelle oder andere Bewertungsmethoden verwendet, keine am Markt (z.B. Kurse) feststellbaren Daten.

Fair value Hierachie EUR 1.000
Finanzinstrumente aktiv Summe Level 1 Level 2 Level 3
Investmentfonds 6.318 6.318
Anleihen 127.703 127.703
Als Sicherungsinstrumente designierte und effektive Derivate 43.651 5.037 38.614
Sonstige Derivate 28.367 10.401 17.966
Summe 206.039 149.459 56.580
Fair value Hierachie EUR 1.000
Finanzinstrumente passiv Summe Level 1 Level 2 Level 3
Verbindlichkeiten aus als Sicherungsinstrumenten designierten und
effektiven Derivaten 46.037 46.037
Verbindlichkeiten aus sonstigen Derivaten 36.196 7.693 28.503
Summe 82.233 7.693 74.540

28 Ergebnis aus Finanzinstrumenten

Ergebnis aus Finanzinstrumenten EUR 1.000
2010 2009
Ergebnis aus Finanzinstrumenten-at-fair-value-through-profit-or-loss –150.272 –4.267
Ergebnis aus Finanzinstrumenten-available-for-sale 8.544 –20.072
Ergebnis aus Ausleihungen und Forderungen 86.093 4.873
Ergebnis aus zum Restbuchwert bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten –182.056 –126.701
Summe –237.691 –146.166

Das Ergebnis aus Finanzinstrumenten beinhaltet Dividendenerträge (exklusive assoziierte Unternehmen), Zinserträge und -aufwendungen, Fremdwährungsgewinne und -verluste, Gewinne und Verluste aus dem Abgang von Finanzvermögen, Wertminderungen von und Zuschreibungen zu Finanzvermögen sowie ergebniswirksame Fair-Value-Anpassungen von Finanzinstrumenten-at-fair-value-through-profit-or-loss. Erträge bzw. Aufwendungen aus derivativen Instrumenten, die zur Absicherung operativer Risiken dienen und denen gegenläufige Aufwendungen bzw. Erträge in den Umsatzerlösen und Umsatzkosten gegenüberstehen, sind im Ergebnis aus Finanzinstrumenten nicht enthalten. Das Ergebnis aus Finanzinstrumenten-at-fair-value-through-profit-or-loss besteht ausschließlich aus dem Ergebnis aus Finanzinstrumenten-held-for-trading.

Das Ergebnis aus Finanzinstrumenten kann in der Gewinn- und Verlustrechnung in Höhe von TEUR –3.239 (2009: TEUR –29.748) dem Betriebserfolg (EBIT) und in Höhe von TEUR –234.452 (2009: TEUR –116.418) dem Finanzerfolg zugeordnet werden.

Das Ergebnis aus Finanzinstrumenten-available-for-sale enthält im Jahr 2010 einen Betrag von TEUR 24.040 (2009: TEUR 37.041), der dem Eigenkapital entnommen wurde und während des Berichtszeitraums als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung verbucht wurde. Zusätzlich zu dem in der Tabelle angeführten Ergebnis aus Finanzinstrumenten-available-for-sale wurde im Jahr 2010 ein Verlust von TEUR 61 (2009: Gewinn von TEUR 585.881) erfolgsneutral direkt im Eigenkapital verbucht.

Das Ergebnis aus Finanzinstrumenten-available-for-sale enthält Wertminderungen im Ausmaß von TEUR 5.802 (2009: TEUR 1.233). Das Ergebnis aus Ausleihungen und Forderungen enthält Minderungsverluste im Ausmaß von TEUR 24.824 (2009: TEUR 22.493). Dem gegenüber stehen Zuschreibungen zu Ausleihungen und Forderungen in Höhe von TEUR 23.736 (2009: TEUR 9.910). Die Position Finanzinstrumente-at-fair-value-through-profit-or-loss beinhaltet im Jahr 2010 einen Umwertungsverlust im Zuge der Petrol Ofisi Akquisition in Höhe von TEUR 171.678.

29 LTI Pläne und Aktien-

optionspläne

Long Term Incentive (LTI) Pläne 2009 und 2010

Im Jahr 2009 wurden die Aktienoptionspläne durch einen LTI Plan für den Vorstand und einen bestimmten Kreis leitender Führungskräfte ersetzt. Teilnehmer müssen bis zum Ende der Behaltefrist Aktien halten. Am Anspruchstag werden den Teilnehmern Bonusaktien gewährt. Die Zahl der Bonusaktien hängt vom Ausmaß der Erreichung definierter Leistungskriterien ab. Die Auszahlung erfolgt in bar oder durch Aktien. 2010 wurde ein weiterer Plan mit vergleichbaren Bedingungen gewährt.

Für zukünftige erwartete Kosten des LTI Plans besteht zum Bilanzstichtag eine Rückstellung, welche auf Basis von beizulegenden Zeitwerten errechnet wurde. Die beizulegenden Zeitwerte werden mit Hilfe eines Modells ermittelt, welches auf der erwarteten Erreichung der Leistungskriterien und dem erwarteten Aktienpreis beruht. Erwartete Dividenden wurden ebenfalls entsprechend der Mittelfristplanung der Gesellschaft einbezogen. Für neu begebene Pläne wird der Aufwand über den Beobachtungszeitraum von drei Jahren verteilt. Die Rückstellung per 31. Dezember 2010 belief sich auf TEUR 16.625 (2009: TEUR 3.747), die Nettodotierung im Berichtsjahr auf TEUR 12.878 (2009: TEUR 3.747).

Bedingungen

Plan 2010 Plan 2009
Planbeginn 1.1.2010 1.1.2009
Ende Leistungszeitraum 31.12.2012 31.12.2011
Anspruchstag 31.3.2013 31.3.2012
Ende der Behaltefrist 31.3.2015 31.3.2014
Erforderliches Eigeninvestment
Vorstandsvorsitzender 100 % vom 100 % vom
Bruttogrundgehalt Bruttogrundgehalt
Vorstandsvorsitzender-Stellvertreter 85 % vom 85 % vom
Bruttogrundgehalt Bruttogrundgehalt
Vorstandsmitglieder 70 % vom 70 % vom
Bruttogrundgehalt Bruttogrundgehalt
Leitende Führungskräfte EUR 15.000 oder EUR 15.000 oder
30.000 oder 60.000 30.000 oder 60.000
oder 90.000 oder oder 90.000 oder
120.000 in Aktien 120.000 in Aktien
Eigeninvestment
Mitglieder des Vorstands
Auli 20.096 Aktien 20.096 Aktien
Davies 20.096 Aktien 20.096 Aktien
Huijskes 12.136 Aktien
Langanger 20.096 Aktien 20.096 Aktien
Roiss 28.469 Aktien 28.469 Aktien
Ruttenstorfer 38.278 Aktien 38.278 Aktien
Vorstände gesamt 139.171 Aktien 127.035 Aktien
Andere Führungskräfte gesamt 240.390 Aktien 202.412 Aktien
Eigeninvestment gesamt 379.561 Aktien 329.447 Aktien
Erwartete Bonusaktien zum 31. Dezember 2010 591.420 Aktien 300.688 Aktien
Maximale Bonusaktien zum 31. Dezember 2010 611.514 Aktien 513.480 Aktien
Beizulegender Zeitwert des Plans (TEUR) 27.076 11.399

Aktienoptionspläne 2004 - 2008

Auf Basis der Beschlüsse der jeweiligen Hauptversammlungen wurden seitens der Gesellschaft für den Vorstand und für einen bestimmten Kreis leitender Führungskräfte des Konzerns beginnend mit dem Jahr 2000 langfristige, erfolgsorientierte Entlohnungspläne aufgelegt. Danach werden dem angeführten Personenkreis unter der Voraussetzung eines Eigeninvestments Optionsrechte für den begünstigten Erwerb von OMV Aktien (bzw. Geldgegenwert) eingeräumt, sofern ein Anstieg im Aktienkurs von zumindest 15% erzielt wird (Planhürde Aktienkurs).

In den folgenden Darstellungen wurde der am 11. Juli 2005 vorgenommene Aktiensplit im Verhältnis 1:10 sowohl bei der Stückanzahl als auch bei den Werten berücksichtigt.

Zum Zeitpunkt der Gewährung stellten sich die Pläne wie folgt dar:

Wesentliche Bedingungen

Plan 2008 Plan 2007 Plan 2006 Plan 2005 Plan 2004
Planbeginn 1.9.2008 1.9.2007 1.9.2006 1.9.2005 1.9.2004
Planende 31.8.2015 31.8.2014 31.8.2013 31.8.2012 31.8.2011
Sperrfrist 2 Jahre 2 Jahre 2 Jahre 2 Jahre 2 Jahre
Ausübungspreis Optionen EUR 47,550 EUR 47,850 EUR 45,190 EUR 34,700 EUR 16,368
Anzahl Optionen je Aktie Eigeninvestment 20 20 20 20 15
Voraussetzung für Planteilnahme
Eigeninvestment für Vorstände 1.136 Aktien 1) 1.230 Aktien 1) 1.242 Aktien 1) 2.390 Aktien 1) 3.980 Aktien 1)
Eigeninvestment andere Führungskräfte 379 Aktien 1) 410 Aktien 1) 414 Aktien 1) 800 Aktien 1) 1.330 Aktien 1)
Stückanzahl der eingeräumten Optionen
Mitglieder des Vorstands
Auli 2) 22.720 24.600 8.280 19.950
Davies 22.720 24.600 24.840 47.800 59.700
Langanger 3) 22.720 24.600 24.840 47.800 59.700
Roiss 22.720 24.600 24.840 47.800 59.700
Ruttenstorfer 22.720 24.600 24.840 47.800 59.700
Vorstände gesamt 113.600 123.000 107.640 191.200 258.750
Andere Führungskräfte gesamt 428.280 440.760 360.220 532.000 484.350
Insgesamt eingeräumte Optionen 541.880 563.760 467.860 723.200 743.100
Planhürde: Aktienkurs in Höhe von EUR 54,680 EUR 55,030 EUR 51,970 EUR 39,910 EUR 18,823

1) Oder 25%, 50%, 75% davon.

2) Mitglied des Vorstands seit 1. Jänner 2007.

3) Mitglied des Vorstands bis 30. September 2010.

Zum Bilanzstichtag waren die Pläne 2004 und 2005 teilweise ausgeübt und die Pläne 2006 und 2007 teilweise retourniert. Zum 31. Dezember 2009 waren die Pläne 2004 und 2005 teilweise ausgeübt und die Pläne 2006 und 2007 teilweise retourniert.

Für die Aktienoptionspläne gelten weiters folgende Voraussetzungen und Bedingungen:

    1. Voraussetzung für die Teilnahme an den Aktienoptionsplänen ist ein Eigeninvestment, welches die Planteilnehmer am Planbeginn und während des ganzen Zeitraums bis zur Einlösung halten müssen.
    1. Die Aktienanzahl für das Eigeninvestment ergibt sich für alle Pläne aus dem genehmigten maximalen Eigeninvestment im Verhältnis zum mittleren Kurswert der Aktie des Monats Mai des Jahrs der Ausgabe. Es ist auch eine Ausübung von 25%, 50% bzw. 75% des maximalen Volumens möglich.
    1. Bei einem Verkauf von Aktien aus dem Eigeninvestment geht das Optionsrecht verloren. Die Optionen sind nicht übertragbar und verfallen bei Nichtausübung.
    1. Der Ausübungspreis ergibt sich aus dem mittleren Kurswert für den Zeitraum 20. Mai bis 20. August.
    1. Innerhalb der Ausübungsfrist können die Optionen bei Erreichung der Planhürden für den Plan 2004 jeweils in den 20 Handelstagen nach Veröffentlichung der Quartalsberichte (Ausübungsfenster) ausgeübt werden. Für die Pläne 2005–2008 sind die Ausübungsfenster jene Perioden, in denen die Ausübung nach den folgenden Grundsätzen nicht verboten ist. Die Ausübung ist verboten:
  • wenn der Ausübende über Insiderinformationen verfügt;
  • während der Sperrfristen nach der Emittenten-Compliance-Verordnung (sechs Wochen vor geplanter Veröf-

fentlichung des Jahresberichts, drei Wochen vor Veröffentlichung des Quartalsberichts, jede vom Compliance- Verantwortlichen in Einzelfällen festgesetzte Sperrfrist);

  • wenn der Vorstand die Ausübung auf die Dauer eines jeweils konkret vom Vorstand festgelegten Zeitraums untersagt.
    1. Das Eigeninvestment muss bei Ausübung nachgewiesen werden. Die Optionen können durch Kauf von Aktien oder durch Auszahlung der Differenz zwischen aktuellem Aktienkurs und Ausübungspreis in Geldform oder in Form von Aktien ausgeübt werden, wenn der Kurswert der OMV Aktie zum Ausübungszeitpunkt um zumindest 15% über dem Ausübungspreis liegt.

Zusammenfassend entwickelten sich die Aktienoptionspläne in den Geschäftsjahren 2010 und 2009 wie folgt:

Aktienoptionspläne
2010 2009
Anzahl Optionen Gewichteter Anzahl Optionen Gewichteter
durchschnittlicher durchschnittlicher
Ausübungspreis Ausübungspreis
in EUR in EUR
Ausstehende Optionen per 1.1. 2.063.050 42,426 2.122.390 42,288
Ausgeübte Optionen –16.500 16,368 –18.180 16,368
Retournierte Optionen –41.160 46,780
Ausstehende Optionen per 31.12. 2.046.550 42,637 2.063.050 42,426
Per Jahresende ausübbar 1) 138.810 16,368 155.310 16,368

1) Die Optionen für die Pläne 2005, 2006, 2007 und 2008 wären am Jahresende ausübbar gewesen, wenn der Aktienkurs die jeweilige Planhürde überschritten hätte. Die Optionen für die Pläne 2005, 2006 und 2007 wären am 31. Dezember 2009 ausübbar gewesen, vorausgesetzt der Aktienkurs hätte die jeweilige Planhürde überschritten

In der Berichtsperiode wurden aus dem Plan 2004 insgesamt 16.500 Optionen ausgeübt. Die Ausübung erfolgte in allen Fällen durch Aktienkauf. Der gewichtete durchschnittliche Aktienpreis zum Ausübungszeitpunkt betrug 2010 EUR 26,530. In Anbetracht der Planhürde betrug der innere Wert der zum 31. Dezember 2010 ausübbaren Optionen TEUR 2.045. (Am 31. Dezember 2010 lag der Aktienkurs unter den Planhürden der Pläne 2005, 2006, 2007 und 2008.)

Im Jahr 2009 wurden aus dem Plan 2004 insgesamt 18.180 Optionen ausgeübt. Die Ausübung erfolgte in allen Fällen durch Aktienkauf. Der gewichtete durchschnittliche Aktienpreis zum Ausübungszeitpunkt betrug 2009 EUR 28,908. 16.560 Optionen aus dem Plan 2006 und 24.600 Optionen aus dem Plan 2007 wurden von den Teilhabern retourniert. In Anbetracht der Planhürde betrug der innere Wert der zum 31. Dezember 2009 ausübbaren Optionen TEUR 2.226. (Am 31. Dezember 2009 lag der Aktienkurs unter den Planhürden der Pläne 2005, 2006, 2007 und 2008.)

Die ausgeübten Optionen verteilten sich auf den Teilnehmerkreis wie folgt:

Ausgeübte Optionen

Anzahl
ausgeübter
Optionen
2010
Gewichteter
durchschnitt
licher Aus
übungspreis
in EUR
Anzahl
ausgeübter
Optionen
2009
Gewichteter
durchschnitt
licher Aus
übungspreis
in EUR
Mitglieder des Vorstands
Auli 14.190 16,368
Davies
Langanger 16.500 16,368
Roiss
Ruttenstorfer
Vorstände gesamt 16.500 16,368 14.190 16,368
Andere Führungskräfte gesamt 3.990 16,368
Insgesamt ausgeübte Optionen 16.500 16,368 18.180 16,368

Die Vergütungen aus der Ausübung der Optionen entsprechen dem Wert der im Geschäftsjahr ausgeübten Optionen zum Zeitpunkt der Ausübung und stellen sich wie folgt dar:

Vergütungen EUR 1.000
2010 2009
Plan 2004 168 228
Plan 2005
Summe 168 228

Von den Vergütungen entfallen TEUR 168 (2009: TEUR 181) auf Vorstandsmitglieder und keine auf andere Führungskräfte (2009: TEUR 47).

Per 31. Dezember 2010 stellen sich die in Umlauf befindlichen Optionen der einzelnen Pläne wie folgt dar:

In Umlauf befindliche Optionen

Plan Ausübungs
preis in EUR
Anzahl
ausstehender
Optionen
Restlaufzeit
in Jahren
Per Jahresende
ausübbare
Optionen 1)
2004 16,368 138.810 0,7 138.810
2005 34,700 375.400 1,7
2006 45,190 451.300 2,7
2007 47,850 539.160 3,7
2008 47,550 541.880 4,7
Summe 2.046.550 138.810

1) Die Optionen für die Pläne 2005, 2006 , 2007 und 2008 wären am Jahresende ausübbar gewesen, wenn der Aktienkurs die jeweilige Planhürde überschritten hätte.

Die Bewertung der Optionen erfolgt unter Anwendung des Black-Scholes-Modells. Die erwartete durchschnittliche Volatilität wurde auf Grund der Volatilität der vergangenen fünf Jahre ermittelt. Die Möglichkeit einer vorzeitigen

Ausübung wurde bei der Festsetzung des risikofreien Zinssatzes berücksichtigt, der basierend auf Marktwerten zum Bilanzstichtag ermittelt wurde.

Der Marktwert per 31. Dezember 2010 bezieht sich auf die noch ausstehenden Optionen, während sich der Marktwert zum Zeitpunkt der Gewährung auf die gesamten begebenen Optionen bezieht. Unter der Annahme, dass die Bedingungen während der Ausübungsfrist erfüllt werden, ergeben sich nachfolgende Marktwerte der Aktienoptionspläne:

Bewertung per 31.12.2010

Plan 2008 Plan 2007 Plan 2006 Plan 2005 Plan 2004
Marktwert Aktienoptionsplan in EUR 1.000 2.366 2.077 1.526 1.665 1.981
Berechnungsparameter
Marktpreis der Aktie in EUR 31,10 31,10 31,10 31,10 31,10
Risikofreier Zinssatz 2,208% 1,910% 1,337% 1,146% 1,146%
Laufzeit Optionen (inkl. Sperrfrist) 4,7 Jahre 3,7 Jahre 2,7 Jahre 1,7 Jahre 0,7 Jahre
Durchschnittliche Dividendenrendite 4,7% 4,1% 3,6% 3,2% 3,2%
Volatilität Aktienkurs 40% 40% 40% 40% 40%

Ausgehend von den Tageswerten der zum Bilanzstichtag noch nicht ausgeübten Optionsrechte wird für künftige Ausübungen mittels einer Rückstellung vorgesorgt. Die Rückstellung per 31. Dezember 2010 belief sich auf TEUR 9.615 (2009: TEUR 10.251), die Nettoauflösung im Berichtsjahr auf TEUR 636 (2009: Nettodotierung TEUR 1.414).

Segmentberichterstattung Segmentberichterstattung

30 Geschäftsaktivitäten und Hauptmärkte

Die Geschäftsaktivitäten des Konzerns sind zum Zweck der Unternehmenssteuerung in die drei operativen Geschäftsbereiche Exploration und Produktion (E&P), Raffinerien und Marketing inklusive Petrochemie (R&M), Gas und Power (G&P) sowie in das Segment Konzernbereich und Sonstiges (Kb&S) gegliedert. Jeder Bereich stellt eine strategische Einheit dar und bietet unterschiedliche Produkte auf verschiedenen Märkten an. Die Führung der Geschäftsbereiche erfolgt eigenständig. Strategische Entscheidungen bezüglich der Geschäftstätigkeit werden vom OMV Vorstand getroffen.

Die E&P-Aktivitäten bestehen aus der Suche, dem Finden und der Förderung von Erdöl und Erdgas und konzentrieren sich auf die zwei Kernländer Rumänien und Österreich sowie das internationale Portfolio (Nordafrika, Mittlerer Osten, die Kaspische Region und Offshore). Das geförderte Erdöl und Erdgas wird überwiegend konzernintern vermarktet.

Der Geschäftsbereich R&M betreibt die Raffinerien Schwechat (Österreich), Burghausen (Deutschland) sowie Petrobrazi und Arpechim (Rumänien) und hält einen at-equity konsolidierten 45%-Anteil am Raffinerieverbund Bayernoil (Deutschland). In diesen Raffinerien werden Erdöl und Erdgas zu Mineralölprodukten verarbeitet, die an Unternehmen und Privatpersonen verkauft werden. Der Vertrieb erfolgt unter anderem über ein eigenbetriebenes Tankstellennetz in Mittel- und Südosteuropa. Ende Dezember 2010 wurde der Anteil von OMV an Petrol Ofisi A.Ş., die ein Tankstellennetz in der Türkei betreibt, von 41,58% auf 95,72% erhöht.

Die Aktivitäten des G&P-Bereichs sind der Transit von Erdgas durch bzw. der Transport in Österreich, sowie die Speicherung, Vermarktung und der Handel von Erdgas. OMV ist der einzige Betreiber von Erdgasfernleitungen durch Österreich. Mit dem Geschäftsfeld Power wird die Gaswertschöpfungskette in Richtung Gaskraftwerke verlängert.

Die Konzernführung, Finanzierungs- und Versicherungsaktivitäten sowie gewisse Servicefunktionen sind im Geschäftsbereich Kb&S zusammengefasst.

Die zentrale operative Ergebnissteuerungsgröße ist der Betriebserfolg (EBIT) entsprechend IFRS. In die Bewertung des Vermögens fließen immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen ein. Für die regionale Aufteilung externer Umsätze wird der Ort der Liefer- oder Leistungserfüllung herangezogen. Die im Konzernanhang erläuterten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze stimmen mit jenen der operativen Segmente überein. Innenumsätze und Kostenzuordnungen des Mutterunternehmens wurden nach internen Grundsätzen von OMV ermittelt. Der Vorstand ist der Meinung, dass die Verrechnungspreise für Lieferungen und Leistungen zwischen den Segmenten den Marktpreisen entsprechen. Geschäftsfälle, die den operativen Bereichen nicht zuordenbar sind, werden mit der Ergebnisauswirkung in Kb&S ausgewiesen.

Segmentberichterstattung EUR Mio
31 Segmentbericht
erstattung
E&P R&M G&P Kb&S Summe Konso
lidierung
Konzern
abschluss
2010
Segmentumsätze 1) 4.666,05 18.041,99 4.365,00 339,48 27.412,51 –4.089,07 23.323,44
Segmentumsätze mit anderen
Segmenten –3.620,37 –29,66 –103,08 –335,96 –4.089,07 4.089,07
Segmentumsätze mit Dritten 1.045,68 18.012,33 4.261,91 3,52 23.323,44 23.323,44
Vermögen 2) 7.310,58 6.773,96 1.567,80 269,16 15.921,49 15.921,49
Investitionen SAV/IV 1.303,59 393,83 597,51 56,75 2.351,68 2.351,68
Planmäßige Abschreibungen 752,86 382,73 28,76 47,42 1.211,77 1.211,77
Wertminderungen 319,62 37,82 1,17 1,31 359,92 359,92
2009
Segmentumsätze 1) 3.797,24 13.900,41 3.273,03 348,57 21.319,24 –3.401,98 17.917,27
Segmentumsätze mit anderen
Segmenten –2.965,13 –25,60 –67,89 –343,35 –3.401,98 3.401,98
Segmentumsätze mit Dritten 832,11 13.874,80 3.205,14 5,21 17.917,27 17.917,27
Vermögen 2) 6.818,90 4.213,41 889,46 261,02 12.182,80 12.182,80
Investitionen SAV/IV 1.489,27 346,29 241,37 126,47 2.203,40 2.203,40
Planmäßige Abschreibungen 633,71 360,16 26,56 48,49 1.068,91 1.068,91
Wertminderungen 166,32 86,08 1,68 0,86 254,94 254,94

1) Inklusive Umsätze mit anderen Segmenten.

2) Immaterielle Vermögenswerte (IV) und Sachanlagen (SAV).

Segment- und Konzernergebnis EUR Mio
2010 2009
EBIT E&P 1) 1.815,60 1.449,97
EBIT R&M 397,36 –142,77
EBIT G&P 277,00 235,05
EBIT Kb&S –128,28 –91,06
EBIT Segment Summe 2.361,69 1.451,19
Konsolidierung: Zwischengewinneliminierung –27,89 –41,31
OMV Konzern EBIT 2.333,80 1.409,88
Finanzerfolg –373,17 –228,05
OMV Konzern Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 1.960,63 1.181,83

1) Exklusive Zwischengewinneliminierung.

Informationen über geografische Bereiche EUR Mio

Öster-
reich
Deutsch-
land
Rumä-
nien
Übriges
MOE 2)
Übriges
Europa
Übrige
Welt 3)
Summe
2010
Umsätze mit Dritten 7.518,12 5.319,41 3.335,66 3.342,06 1.504,51 2.303,66 23.323,44
Nicht zugeordnetes Vermögen 295,09
Zugeordnetes Vermögen 1) 2.943,31 970,14 5.302,08 890,24 316,73 5.203,91 15.626,41
Vermögen 1) 15.921,49
2009
Umsätze mit Dritten 6.101,03 3.621,95 3.087,52 2.753,42 972,59 1.380,76 17.917,27
Nicht zugeordnetes Vermögen
Zugeordnetes Vermögen 1) 2.878,44 1.020,53 4.713,11 943,43 320,99 2.306,29 12.182,80
Vermögen 1) 12.182,80

1) Immaterielle Vermögenswerte (IV) und Sachanlagen (SAV).

2) Übriges Mittel- und Osteuropa (MOE).

3) Übrige Welt: Im Wesentlichen Australien, Jemen, Kasachstan, Libyen, Neuseeland, Pakistan, Tunesien und, abweichend zum Vorjahr, Türkei.

EUR 295 Mio des aus der Petrol Ofisi Akquisition stammenden Firmenwerts wurden keinem geografischen Bereich zugeordnet, da die vorläufige Zuordnung zu "zahlungsmittelgenerierenden Einheiten" erfolgte, die in mehreren geografischen Bereichen tätig sind.

Sonstige Angaben Sonstige Angaben

Durchschnittliche Anzahl Arbeitnehmer 1)
2010 2009 Anzahl
OMV Konzern ohne Petrom Gruppe 5.824 5.718
Petrom Gruppe 26.718 31.767
Gesamtkonzern 32.542 37.485

1) Berechnet als Durchschnitt der Monatsendstände an Arbeitnehmern während des Jahrs.

Die Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers (einschließlich des internationalen Netzwerks im Sinne des § 271b UGB), setzen sich wie folgt zusammen:

Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers (einschließlich des internationalen Netzwerks)
2010 2009
Konzern- und Jahresabschlussprüfung 1) 2.436 2.504
Sonstige Bestätigungsleistungen 1.373 1.319
Steuerberatungsleistungen 120 32
Sonstige Beratungsleistungen 449 620
Gesamt 4.378 4.476

1) Inklusive Veränderungen von Vorjahren.

In 2010 wurden folgende Aufwendungen für den Konzernabschlussprüfer, Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH erfasst: Für die Konzern- und Jahresabschlussprüfung TEUR 688 (2009: TEUR 644), für sonstige Bestätigungsleistungen TEUR 1.222 (2009: TEUR 1.187), für Steuerberatungsleistungen TEUR 31 (2009: TEUR 20) und für sonstige Beratungsleistungen TEUR 341 (2009: TEUR 111).

Gemäß IAS 24 muss OMV Beziehungen zu nahe stehenden Personen sowie nahe stehenden, nicht konsolidierten Unternehmen (Related Parties) offen legen. Unternehmen und Personen gelten als nahe stehend, wenn ein Beherrschungsverhältnis oder maßgeblicher Einfluss vorliegt. Die Österreichische Industrieholding AG, Wien, hält einen Anteil von 31,5% und die International Petroleum Investment Company, Abu Dhabi, einen Anteil von 20,0% an der OMV Aktiengesellschaft; beide Gesellschaften sind Related Parties im Sinne des IAS 24.

Mit den at-equity bewerteten Unternehmen Borealis AG und Petrol Ofisi A.Ş. (bis Ende Dezember 2010 at-equity konsolidiert) bestanden im Berichtsjahr folgende, zu fremdüblichen Marktpreisen erfolgte, Liefer- und Leistungsbeziehungen:

Liefer- und Leistungsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen EUR 1.000
2010 2009
Umsätze Forderungen Umsätze Forderungen
Borealis AG 1.430.653 139.843 986.555 102.320
Petrol Ofisi A.Ş. 1) 39 4
Gesamt 1.430.692 139.843 986.559 102.320

1) Bis zur Einbeziehung in den Vollkonsolidierungskreis Ende Dezember 2010 wurde Petrol Ofisi A.Ş. at-equity konsolidiert.

Zum Bilanzstichtag bestanden Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber der Bayernoil Raffineriegesellschaft mbH in Höhe von TEUR 69.177 (2009: TEUR 62.249).

schnittliche

33 Aufwendungen Konzernabschlussprüfer

34 Related Parties

Zum Bilanzstichtag bestanden folgende Ausleihungen: Gegenüber der Bayernoil Raffineriegesellschaft mbH in Höhe von TEUR 267.300 (2009: TEUR 298.800), gegenüber der IOB Holdings A/S in Höhe von TEUR 36.108 (2009: TEUR 36.093) und gegenüber Pearl Petroleum Company Limited in Höhe von TEUR 57.946 (2009: EUR 47.491).

Die Vorstandsbezüge der OMV Aktiengesellschaft verteilen sich wie folgt:

Vorstandsbezüge EUR 1.000
2010 Auli Davies Huijskes Langanger Roiss Ruttenstorfer Summe
Fixe Bezüge für 2010 600 665 375 461 700 800 3.601
Variable Bezüge 1) 755 826 525 826 965 1.104 5.000
Pensionskassenbeiträge 132 250 98 341 462 574 1.857
Bezüge anlässlich der Beendigung
des Dienstverhältnisses
1.480 1.480
Sachbezüge (PKW, Unfallver
sicherung) und Aufwandsersatz 8 9 22 6 8 8 61
Summe 1.495 1.751 1.021 3.114 2.135 2.486 12.001
Vorteile aus ausgeübten
Aktienoptionsplänen 168 168
2009
Fixe Bezüge für 2009 574 648 583 681 779 3.265
Variable Bezüge 825 931 931 1.081 1.232 5.001
Pensionskassenbeiträge 126 245 455 341 574 1.739
Sachbezüge (PKW, Unfallver
sicherung) und Aufwandsersatz 8 10 9 9 9 45
Summe 1.533 1.835 1.978 2.112 2.593 10.051
Vorteile aus ausgeübten
Aktienoptionsplänen 181 181

1) Die variablen Bezüge betreffen Zahlungen für 2009 mit Ausnahme von TEUR 525, welche eine Vorauszahlung für 2010 betreffen.

Die Vorstandsmitglieder und die Mitglieder des Aufsichtsrats sind auch im Rahmen der Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (D&O) und einer Rechtsschutzversicherung versichert. In diesen beiden Fällen ist auch eine große Anzahl anderer OMV Mitarbeiter versichert und es erfolgen Gesamtprämienzahlungen an die Versicherer, so dass eine spezifische Zuordnung an Vorstandsmitglieder nicht stattfindet. Die Bezüge früherer Mitglieder des Vorstands sowie ihrer Hinterbliebenen beliefen sich auf TEUR 1.119 (2009: TEUR 1.109).

Die Gesamtaufwendungen (exklusive Aktienoptionspläne) für 38 Executives (ohne Vorstandsmitglieder; 2009: 38) betrugen TEUR 15.665 (2009: TEUR 16.366). Davon entfallen auf kurzfristige Leistungen wie Gehälter, abgegrenzte Verbindlichkeiten für nicht konsumierte Urlaube und Prämien TEUR 13.208 (2009: TEUR 13.672) und TEUR 1.268 (2009: TEUR 1.118) auf Aufwendungen für die Altersvorsorge. Für Leistungen im Zusammenhang mit der Beendigung von Dienstverhältnissen fiel ein Aufwand in Höhe von TEUR 1.085 (2009: TEUR 1.547) an; die sonstigen langfristigen Vergütungen beliefen sich auf TEUR 104 (2009: TEUR 29).

Anhangangabe 29 enthält Details zu den LTI Plänen und Aktienoptionsplänen.

An Aufsichtsratsvergütungen wurden in 2010 TEUR 392 aufgewendet (2009: TEUR 386). Die Raiffeisen Bank International AG gehört zu jenen Unternehmen, an denen ein Mitglied des Aufsichtsrats ein erhebliches wirtschaftliches Interesse hat (§ 95 Abs. 5 Ziff. 12 AktienG); sie zählt zu den wichtigsten Bankpartnern des OMV Konzerns, ist aber im Transaktionsvolumen nicht führend.

Direkte und indirekte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft mit einem Anteil von mind. 20% am 31. Dezember 2010
Obergesell
schaft
Anteil der
Obergesell
schaft am
Kapital in %
Konso
lidierungs
art 1)
Exploration und Produktion
Petrol Ofisi Arama Üretim Sanayi ve Ticaret Anonim Şirketi, Ankara POAS 99,96
OTHOLD 0,01
ERK 0,01
PORAF 0,01 VK
KOM MUNAI LLP, Aktau PETROM 95,00 VK
Korned LLP, Almaty PETROM 100,00 VK
OMV Abu Dhabi E&P GmbH, Wien OMVEP 100,00 V0
OMV AUSTRALIA PTY LTD, Sydney OMV AG 100,00 VK
OMV Austria Exploration & Production GmbH, Wien (OEPA) OMVEP 100,00 VK
OMV (BAYERN) Exploration GmbH, Wien OEPA 100,00 VK
OMV Bina Bawi GmbH, Wien PETEX 100,00 VK
OMV Block 70 Upstream GmbH, Wien OMVEP 100,00 VK
OMV (EGYPT) Exploration GmbH, Wien OMVEP 100,00 VK
OMV (EGYPT) Oil & Gas Exploration GmbH, Wien OMVEP 100,00 V0
OMV Exploration & Production GmbH, Wien (OMVEP) OMV AG 100,00 VK
OMV EXPLORATION & PRODUCTION LIMITED, Douglas OMVEP 100,00 VK
OMV (FAROE ISLANDS) Exploration GmbH, Wien OMVEP 100,00 VK
OMV Global Oil & Gas GmbH, Wien OMVEP 100,00 V0
OMV (IRAN) onshore Exploration GmbH, Wien OMVEP 100,00 VK
OMV (IRELAND) Exploration GmbH, Wien OMVEP 100,00 VK
OMV (IRELAND) Killala Exploration GmbH, Wien OMVEP 100,00 V0
OMV Maurice Energy GmbH, Wien OMVEP 100,00 VK
OMV Myrre block 86 Upstream GmbH, Wien OMVEP 100,00 V0
OMV New Zealand Limited, Wellington (NZEA) OMVEP 100,00 VK
OMV (NORGE) AS, Stavanger OMVEP 100,00 VK
OMV OF LIBYA LIMITED, Douglas OMVEP 100,00 VK
OMV Oil and Gas Exploration GmbH, Wien OMVEP 100,00 VK
OMV Oil Exploration GmbH, Wien OMVEP 100,00 VK
OMV Oil Production GmbH, Wien OMVEP 100,00 VK
OMV Olibanum Upstream GmbH, Wien OMVEP 100,00 V0
OMV (PAKISTAN) Exploration Gesellschaft m.b.H., Wien OMVEP 100,00 VK
OMV Petroleum Exploration GmbH, Wien (PETEX) OMVEP 100,00 VK
OMV Proterra GmbH, Wien OEPA 100,00 V0
OMV Rovi GmbH, Wien PETEX 100,00 VK
OMV Sarsang GmbH, Wien OMVEP 100,00 V0
OMV Sarta GmbH, Wien PETEX 100,00 VK
OMV (SLOVAKIA) Exploration GmbH, Wien OEPA 100,00 VK
OMV Southeast Caspian Upstream GmbH, Wien OMVEP 100,00 V0
OMV (Tunesien) Exploration GmbH, Wien OMVEP 100,00 VK
OMV (Tunesien) Production GmbH, Wien (OTNPR) OMVEP 100,00 VK
OMV (TUNESIEN) Sidi Mansour GmbH, Wien OMVEP 100,00 VK
OMV (U.K.) Limited, London OMVEP 100,00 VK
OMV Upstream International GmbH, Wien (OUPI) OMVEP 100,00 VK
OMV (YEMEN) Al Mabar Exploration GmbH, Wien OMVEP 100,00 VK

35 Direkte und indirekte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft

Direkte und indirekte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft mit einem Anteil von mind. 20% am 31. Dezember 2010 (Fs.)

Obergesell Anteil der Konso
schaft Obergesell lidierungs
schaft am
Kapital in %
art 1)
OMV (Yemen Block S 2) Exploration GmbH, Wien
OMV (YEMEN) South Sanau Exploration GmbH, Wien
OMVEP
OMVEP
100,00
100,00
VK
V0
Pearl Petroleum Company Limited, Road Town OUPI 10,00 AE
PEI Venezuela Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Burghausen OMVEP 100,00 VK
Petroleum Infrastructure Limited, Wellington NZEA 100,00 VK
PETROM EXPLORATION & PRODUCTION LIMITED, Douglas
Preussag Energie International GmbH, Burghausen
PETROM
OMVEP
50,00
100,00
VK
VK
Société de Recherches et d'Exploitation des Pétroles en Tunisie, Tunis OTNPR 50,00 S0
TASBULAT OIL CORPORATION LLP, Aktau PETROM 100,00 VK
Thyna Petroleum Services S.A., Sfax OTNPR 50,00 S0
Raffinerien und Marketing inklusive Petrochemie
Abu Dhabi Petroleum Investments LLC, Abu Dhabi OMVRM 25,00 S0
Adria-Wien Pipeline GmbH, Klagenfurt OMVRM 76,00 VK
Aircraft Refuelling Company GmbH, Wien OMVRM 33,33 S0
Autobahn - Betriebe Gesellschaft m.b.H., Wien OMVRM 47,19 S0
Avanti d.o.o., Zagreb OHRVAT 30,00 S0
AVIATION PETROLEUM SRL, Bukarest PETAV 100,00 VK
BAYERNOIL Raffineriegesellschaft mbH, Vohburg OMVD 45,00 AE
Borealis AG, Wien OMVRM 32,67
OMV AG 3,33 AE
BRAZI OIL & ANGHELESCU PROD COM SRL, Brazi PETROM 37,70 S0
BSP Bratislava-Schwechat Pipeline GmbH, Wien OMVRM 26,00 S0
Deutsche Transalpine Oelleitung GmbH, München OMVD 25,00 AE
DUNATÀR Köolajtermék Tároló és Kereskedelmi Kft., Budapest OHUN 48,28 S0
EPS Ethylen-Pipeline-Süd GmbH & Co KG, München OMVD 21,95 AE
Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H., Lannach OMVRM 55,60 AE 1)
Erk Petrol Yatrmlar A.Ş., Istanbul POAS 99,96
OTHOLD 0,01
OCTS 0,01
OGI 0,01
OMVEP 0,01 VK
FONTEGAS PECO MEHEDINTI SA, Simian PETROM 37,40 S0
FRANCIZA PETROM 2001 SA, Piteşti PETROM 40,00 S0
GENOL Gesellschaft m.b.H., Wien OMVRM 29,00 S0
GENOL Gesellschaft m.b.H. & Co, Wien
Heating Innovations Austria GmbH, Wien
OMVRM
OMVRM
29,00
50,00
AE
AE
ICS PETROM MOLDOVA SA, Chisinau PETROM 100,00 VK
Kbrs Türk Petrolleri Ltd., Lefkosa POAS 52,00 VK
Marmara Depoculuk Hizmetleri Sanayi ve Ticaret Anonim Şirketi, Istanbul POAS
OTHOLD
89,97
0,01
PORAF 0,01
ERK 0,01 VK
OMV BH d.o.o., Sarajevo VIVTS 100,00 VK
OMV BULGARIA OOD, Sofia PETROM 99,90
OMVRM 0,10 VK
Direkte und indirekte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft mit einem Anteil von mind. 20% am 31. Dezember 2010 (Fs.)
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Obergesell Anteil der Konso
schaft Obergesell lidierungs
schaft am art 1)
Kapital in %
OMV Česká republika, s.r.o., Prag VIVTS 100,00 VK
OMV Deutschland GmbH, Burghausen (OMVD) OMVRM 90,00
OMV AG 10,00 VK
OMV Hrvatska d.o.o., Zagreb (OHRVAT) VIVTS 100,00 VK
OMV Hungária Ásványolaj Korlátolt Felelösségü Társaság, Budapest (OHUN) VIVTS 100,00 VK
OMV - International Services Ges.m.b.H., Wien OMVRM 100,00 VK
OMV Refining & Marketing GmbH, Wien (OMVRM) OMV AG 100,00 VK
OMV PETROM MARKETING SRL, Bukarest (ROMAN) PETROM 100,00 VK
OMV SLOVENIJA trgovina z nafto in naftnimi derivati, d.o.o., Koper VIVTS 92,25 VK
OMV Slovensko s.r.o., Bratislava VIVTS 100,00 VK
OMV SRBIJA d.o.o., Belgrad PETROM 99,90
OMVRM 0,10 VK
OMV Supply & Trading AG, Zug OMVRM 100,00 VK
OMV TRADING SERVICES LIMITED, London OMVRM 100,00 V0
OMV-VIVA Kereskedelmi és Szolgáltatató Korlátolt Felelösségü Társaság, Budapest OHUN 96,67 V0
OMV Wärme VertriebsgmbH, Wien OMVRM 100,00 VK
PETROCHEMICALS ARGES SRL, Piteşti PETROM 95,00 V0
Petrol Ofisi A.Ş., Istanbul (POAS) OMV AG 41,58
OTHOLD 54,14 VK
Petrol Ofisi Akdeniz Rafinerisi Sanayi ve Ticaret A.Ş., Istanbul 3) POAS 100,00 VK
Petrol Ofisi Alternatif Yaktlar Toptan Satş A.Ş., Istanbul POAS 99,89
OGI 0,05
OTHOLD 0,02
OCTS 0,02
ERK 0,02 VK
Petrol Ofisi Gaz İletim A.Ş., Istanbul POAS 99,75
OGI 0,10
OTHOLD 0,05
OCTS 0,05
ERK 0,05 VK
PETROM AVIATION SA, Otopeni PETROM 100,00 VK
PETROM LPG SA, Bukarest PETROM 99,99 VK
PETROM NADLAC SRL, Nadlac PETROM 98,51 V0
PO Georgia LLC, Tiflis POAS 100,00 VK
Routex B.V., Amsterdam OMVRM 20,00 S0
SIOT Società Italiana per l'Oleodotto Transalpino S.p.A., Triest OMVRM 25,00 AE
SuperShop Marketing GmbH, Budapest OHUN 50,00 S0
TGN Tankdienst-Gesellschaft Nürnberg GbR, Nürnberg OMVD 33,33 S0
Transalpine Ölleitung in Österreich Gesellschaft m.b.H., Matrei in Osttirol OMVRM 25,00 AE
TRANS GAS SERVICES SRL, Bukarest PETROM 80,00 V0
VIVA International Marketing- und Handels-GmbH, Wien (VIVTS) OMVRM 100,00 VK

Direkte und indirekte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft mit einem Anteil von mind. 20% am 31. Dezember 2010 (Fs.)

Anteil der
Obergesell Konso
Obergesell schaft am lidierungs
schaft Kapital in % art 1)
Gas und Power
ADRIA LNG d.o.o., Zagreb OGI 32,47 S0
ADRIA LNG STUDY COMPANY LIMITED, Valletta OGI 28,37 S0
AGCS Gas Clearing and Settlement AG, Wien OGG 23,13 S0
AGGM Austrian Gas Grid Management AG, Wien OGG 100,00 VK
Baumgarten-Oberkappel Gasleitungsgesellschaft m.b.H., Wien OGG 51,00 VK
Borasco Elektrik Toptan Satiş A.Ş., Istanbul BORASC 99,60 V0
OMV Samsun Elektrik Üretim Sanayi ve Ticaret A.Ş., Istanbul (BORASC) 3) OPI 100,00 VK
Caspian Energy Company Limited, London OGI 50,00 S0
Central European Gas Hub AG, Wien OGI 80,00 VK
CONGAZ SA, Constanţa PETROM 28,59 AE
EconGas Deutschland GmbH, Regensburg ECOGAS 100,00 VK
EconGas GmbH, Wien (ECOGAS) OGI 50,00
EGBV 14,25 VK
EconGas Hungária Földgázkereskedelmi Kft., Budapest ECOGAS 100,00 VK
EconGas Italia S.r.l, Mailand ECOGAS 100,00 VK
EGBV Beteiligungsverwaltung GmbH, Linz (EGBV) OGI 65,00 VK
Enerco Enerji Sanayi Ve Ticaret A.Ş., Istanbul OGI 40,00 AE
Freya Pipeline GmbH & Co. KG, Bonn OGI 40,00 AE
OMV Gas Adria d.o.o., Zagreb OGI 100,00 V0
OMV Gas Germany GmbH, Düsseldorf OGG 100,00 VK
OMV Gas GmbH, Wien (OGG) 3) OGI 100,00 VK
OMV Gas & Power GmbH, Wien (OGI) OMV AG 100,00 VK
OMV Gas Storage Germany GmbH, Köln OGI 100,00 VK
OMV Gas Storage GmbH, Wien OGI 100,00 VK
OMV Gaz Ve Enerji Limited Şirketi, Istanbul (GASTR) OGI 99,00
OPI 1,00 VK
OMV Kraftwerk Haiming GmbH, Haiming OPI 100,00 VK
OMV Power International GmbH, Wien (OPI) OGI 100,00 VK
OMV Trading GmbH, Wien OGI 100,00 VK
PETROM DISTRIBUTIE GAZE SRL, Bukarest PETROM 99,99 VK
OMV PETROM GAS SRL, Bukarest PETROM 99,99 VK
Wind Power Park SRL, Galbiori PETROM 99,99 VK
Konzernbereich und Sonstiges
Amical Insurance Limited, Douglas (AMIC) OMV AG 100,00 VK
ASOCIATIA ROMANA PENTRU RELATIA CU INVESTITORII, Bukarest PETROM 20,00 S0
Diramic Insurance Limited, Gibraltar AMIC 100,00 VK
Kompetenz- und Informationszentrum für Humanvermögen und interdisziplinäre
Arbeits- und Unternehmensforschung GmbH, Klosterneuburg SNO 24,44 S0
OMV Clearing und Treasury GmbH, Wien (OCTS) SNO 100,00 VK

Direkte und indirekte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft mit einem Anteil von mind. 20% am 31. Dezember 2010 (Fs.)

Anteil der
Obergesell Konso
Obergesell schaft am lidierungs
schaft Kapital in % art 1)
OMV Enerji Holding Anonim Şirketi, Istanbul 3) OMV AG 100,00 VK
OMV FINANCE LIMITED, Douglas OMV AG 100,00 VK
OMV Finance Services GmbH, Wien SNO 100,00 VK
OMV Future Energy Fund GmbH, Wien OMV AG 100,00 VK
OMV Insurance Broker GmbH, Wien OMV AG 100,00 VK
OMV Solutions GmbH, Wien (SNO) OMV AG 100,00 VK
PETROMED SOLUTIONS SRL, Bukarest PETROM 99,99 VK
students4excellence GmbH, Wien OMV AG 20,00 S0
VA OMV Personalholding GmbH, Linz SNO 50,00 S0
Petrom
OMV PETROM SA, Bukarest (PETROM) 2) OMV AG 51,01 VK

1) Konsolidierungsart:

VK Verbundene einbezogene Unternehmen.

AE Assoziierte at-equity bewertete Unternehmen.

AE 1) Trotz Anteilsmehrheit keine Einbeziehung, da ein Beherrschungsverhältnis nicht vorliegt.

V0 Verbundene nicht konsolidierte Unternehmen; Firmenmäntel und Vertriebsorganisationen, die einzeln und gesamt betrachtet für die Aussagekraft des Konzernabschlusses von untergeordneter Bedeutung sind.

S0 Sonstige nicht konsolidierte Beteiligungen zu Anschaffungskosten bewertet; assoziierte Unternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung ist.

2) In der Segmentberichterstattung wird OMV Petrom SA den jeweiligen Segmenten zugeordnet.

3) Einzelne Aktien werden von anderen Konzerngesellschaften gehalten (in Summe unter 0,01%).

Bei den nicht in den Vollkonsolidierungskreis einbezogenen Tochterunternehmen handelt es sich überwiegend um Gesellschaften mit geringem Geschäftsvolumen sowie um Vertriebsgesellschaften, wobei deren Umsatzvolumina, Jahresüberschüsse bzw. -fehlbeträge und deren Eigenkapital insgesamt unter 2% der Konzernwerte liegen.

Land Feldname Lizenz/Block Anteil in %
Großbritannien Beryl 9/13a 5,00
Großbritannien Beryl 9/13a,b,c 5,00
Großbritannien Boa 9/15a 13,62
Großbritannien Buckland 9/18a 3,17
Großbritannien Howe 22/12a North 20,00
Großbritannien Jade 30/2c 5,57
Großbritannien Maclure 9/19 1,67
Großbritannien Ness & Ness South 9/13a, 9/13b 5,00
Großbritannien Nevis Central 9/13a 5,00
Großbritannien Nevis South 9/13a, 9/12a 3,25
Großbritannien Schiehallion 204/25a 5,88
Großbritannien Skene 9/19 3,49
Jemen Al Uqlah Block S 2 44,00
Libyen C103 Area 90/106 3,00
Libyen El Shararah NC115 3,90
Libyen Nafoora Augila Area 91 2,50
Libyen NC186 NC186 2,88
Libyen Shatirah NC163 17,85
Libyen 74/29 Area 70/71/87/103/104/119 3,00
Neuseeland Maari PMP 38160 69,00
Neuseeland Maui PML 381012 10,00
Neuseeland Pohokura PMP 38154 26,00
Pakistan Miano 17,68
Pakistan Sawan 19,74
Tunesien Ashtart 50,00
Tunesien Cercina 49,00
Tunesien El Hajeb/Guebiba 49,00
Tunesien Gremda/El Ain 49,00
Tunesien Rhemoura 49,00

Maßgebliche Joint Ventures 1) der Öl- und Gasproduktion des OMV Konzerns

1) Joint Ventures mit reinen Explorationsaktivitäten bzw. jene mit noch nicht fördernden Funden wurden in der Tabelle nicht berücksichtigt.

OMV Kapitalverpflichtungen der Joint Ventures im Bereich Exploration und Produktion
-------------------------------------------------------------------------------------
Land Feldname Lizenz/Block Anteil Kapital Kapital Kapital
in % verpflichtung verpflichtung verpflichtung
2011 2012–2014 nach 2014
in USD in USD in USD
Australien R5 50,00 30.000 90.000
Australien WA–290-P 20,00 4.800.000
Australien WA–320-P 66,67 450.000
Australien WA–362-P 30,00 17.300.000
Australien WA–363-P 30,00 17.300.000
Australien WA–386-P 30,00 110.000
Australien WA–387-P 30,00 110.000
Faröer-Inseln West of Shetland 213/21 20,00 12.000.000
Großbritannien Beryl 9/13a 5,00 4.366.050
Großbritannien Central North Sea 30/2a 9,26 2.260.467
Großbritannien CNS P1799 22/16, 17b 25,00 6.250.000
Großbritannien CNS P1805 22/23c 25,00 6.750.000
Großbritannien Jade 30/2c 5,57 2.175.865
Großbritannien Nevis South 9/13a, 9/12a 3,25 2.650.863
Großbritannien Nevis Central 9/13a 5,00 3.605.600
Großbritannien West of Shetland 213/22,23,28 20,00 14.561.600
Großbritannien West of Shetland 217/10,14,15 20,00 18.750.720
Großbritannien West of Shetland 204/14d 50,00 894.000
Großbritannien West of Shetland 204/4b,5b 25,00 3.725.000
Jemen Al Mabar Block 2 87,50 1.000.000 7.000.000
Jemen Al Uqlah South Block 86 45,72 287.500 14.000.000
Jemen South Sanau Block 29 43,75 1.000.000 6.500.000
Jemen Block 3 34,00 361.702 1.446.808
Jemen Block 70 19,24 202.500 405.000
Region
Kurdistan im
Irak Bina Bawi 36,00 22.144.557
Region
Kurdistan im
Irak Rovi 20,00 1.330.995
Region
Kurdistan im
Irak Sarta 20,00 2.271.729
Libyen C102 Area 91 25,00 1.750.000 2.500.000
Libyen C103 (Exploration) Area 90/106 25,00 2.500.000 2.500.000
Libyen El Shararah (Exploration) NC115 30,00 6.660.000 4.725.000
Libyen NC186 (Exploration) NC186 24,00 529.920 4.320.000
Libyen NC74/29/C103 25,00 5.500.000
Libyen 74/29 (Exploration) Area 70/71/87/103/104/119 25,00 5.375.000 17.500.000
Neuseeland Maari PMP 38160 69,00 83.613.740 138.147.064 138.147.064
Neuseeland Maui PML 381012 10,00 7.981.900 7.981.900 7.981.900
Neuseeland Maui Ruru protection PEP 381203 10,00 3.565.410 3.565.410 3.565.410
Neuseeland Pohokura PMP 38154 26,00 3.314.480 3.314.480 3.314.480
Neuseeland Western Platform PEP 38481 31,25 260.000 260.000 260.000
Neuseeland PEP 50119 36,00 7.663.493 7.663.493 7.663.493
Neuseeland PEP 50120 36,00 90.379 90.379 90.379
Land Feldname Lizenz/Block Anteil
in %
Kapital
verpflichtung
2011
Kapital
verpflichtung
2012–2014
Kapital
verpflichtung
nach 2014
in USD in USD in USD
Neuseeland PEP 50121 36,00 236.062 236.062 236.062
Norwegen Barents Sea PL 393B 30,00 25.000.000
Norwegen Barents Sea PL 529 20,00 11.000.000
Norwegen Barents Sea PL 537 25,00 26.000.000
Norwegen Barents Sea PL 564 50,00 1.000.000
Norwegen North Sea PL 301CS 30,00 51.000.000
Norwegen Norwegian Sea PL 471 50,00 43.000.000
Norwegen Norwegian Sea PL 557 50,00 1.000.000
Pakistan Barkhan 15,00 15.000 1.195.000
Pakistan Hanna 20,00 260.000
Pakistan Harnai 20,00 620.000 615.000
Pakistan Kalat 30,00 330.000
Pakistan South-West Miano II 33,40 1.169.000
Tunesien Jenein Sud 100,00 29.900.000 19.500.000
Tunesien Sidi Mansour 100,00 13.000.000 2.000.000 2.000.000

OMV Kapitalverpflichtungen der Joint Ventures im Bereich Exploration und Produktion (Fs.)

Joint Ventures im Bereich Exploration und Produktion

Folgende Tabelle zeigt die Eckdaten zu jenen Unternehmen, deren Bilanz- sowie Gewinn- und Verlustrechnungspositionen sich zu einem überwiegenden Teil aus Joint Ventures zusammensetzen:

Eckdaten der anteilig in den Konzernabschluss einbezogenen Joint Ventures EUR 1.000
2010 2009
Umlaufvermögen 626.511 555.544
Anlagevermögen 2.445.102 2.222.335
Kurzfristige Verbindlichkeiten 723.708 834.768
Langfristige Verbindlichkeiten 1.157.942 1.047.861
Nettoumsatz 1.701.952 1.202.952
Betriebserfolg (EBIT) 870.414 532.339
Jahresüberschuss 365.817 183.087

Ergänzende Informationen zu Öl- und Gasreserven (ungeprüft) Ergänzende Informationen zu Öl- und Gasreserven (ungeprüft)

Die folgenden Tabellen stellen eine Zusatzinformation hinsichtlich der Öl- und Gasaktivitäten des Konzerns dar. Da dieser Themenbereich unter IFRS nicht detailliert geregelt ist, hat der Konzern beschlossen, jene Daten freiwillig zu veröffentlichen, die gemäß der ASC 932 vorgeschrieben sind, würde nach US GAAP berichtet werden, mit Ausnahme der regionalen Gliederung von Petrom, welche entsprechend der internen Berichtsstruktur vorgenommen wird. Im Jahr 2009 wurden die zuvor angewandten SFAS 19 und SFAS 69 in ASC 932 zusammengefasst, die zur maßgeblichen Quelle der allgemein anerkannten Grundsätze der Rechnungslegung wurde. ASC 932 wurde zur Abstimmung an die Anforderungen der Richtlinie "Modernization of the Oil and Gas Reporting" (the Final Rule) der Securities and Exchange Commission (SEC) modifiziert. Die Adaptierungen umfassten unter anderem Änderungen in der Definition und Bewertung von Reservenmengen und Bestimmungen für die Offenlegung von Investitionen nach der Equitymethode (siehe Anhangangabe 35). "Standardisierte Berechnungen des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows" sind hingegen stark von der Änderung auf den Durchschnittspreis beginnend mit der Periode 2009 beeinflusst, während bis 2008 der volatilere Jahresendpreis verwendet wurde. Im Jahr 2009 befand sich der Durchschnittspreis 22% unter dem Jahresendpreis 2009 und 65% über dem Jahresendpreis 2008.

Sofern sich die nachfolgenden Zusatzangaben auf Jahresabschlussinformationen beziehen, beruhen diese auf den Daten des IFRS Konzernabschlusses.

Im Jahr 2009 erwarb OMV einen 10%-Anteil an Pearl Petroleum Company Limited, welcher als Investition nach der Equitymethode bewertet wird. Auf Grund des Frühstadiums der Investition werden die neuen voll umfassenden Offenlegungs-Richtlinien gemäß ASC 932 derzeit noch nicht dargestellt.

Bis auf Österreich werden die einzelnen Länder in Regionen zusammengefasst; diese umfassen folgende Länder:

Petrom: Rumänien, Kasachstan, Russland (verkauft in 2010)
Übriges Europa: Deutschland, Färöer Inseln, Großbritannien, Irland, Norwegen,
Slowakei
Nordafrika: Libyen, Tunesien, Ägypten
Mittlerer Osten: Iran, Jemen, Region Kurdistan im Irak, Pakistan, Türkei (seit 2010)
Ozeanien: Australien, Neuseeland
Südamerika: Venezuela

Die Vermögenswerte und Ergebnisse von Petrom (OMV Anteil 51%, im Konzernabschluss vollkonsolidiert) sind zu 100% dargestellt.

Die nachfolgenden Darstellungen können Rundungsdifferenzen enthalten.

36 Ergänzende Informationen zu Öl- und Gasreserven (ungeprüft)

a) Aktivierte Kosten

Die aktivierten Kosten umfassen die Summe des aktivierten Öl- und Gasvermögens einschließlich sonstiges immaterielles Vermögen und Sachanlagen wie Grundvermögen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, Konzessionen, Lizenzen und Rechte.

Aktivierte Kosten
2010 2009 2008
Öl- und Gasvermögen ohne sichere Reserven 1) 956.825 868.212 847.951
Öl- und Gasvermögen mit sicheren Reserven 2) 10.838.410 9.489.056 8.243.254
Gesamt 11.795.235 10.357.268 9.091.204
Kumulierte Abschreibung –4.671.166 –3.647.448 –3.009.777
Aktivierte Kosten (abzüglich Abschreibung) 3) 7.124.068 6.709.820 6.081.427

1) 2010: Enthält die Akquisitionskosten für Petrol Ofisi E&P in der Türkei.

2009: Enthält die aktivierten Kosten des erworbenen Feldes Kultuk in Kasachstan.

2) 2010: Enthält die Akquisitionskosten für Petrol Ofisi E&P in der Türkei.

2009: Die australischen Felder Jabiru und Challis wurden verkauft. 3) 2008: Die Signature Boni und Ausgleichszahlungen für die Verlängerung der Lizenzen in Libyen wurden aktiviert (EUR 485 Mio).

2008: In Neuseeland, Asset Maari, aktivierte Kosten um Stand-by Fees für das FPSO und Drilling Rig wurden in Höhe von EUR 28 Mio reduziert und aufwandswirksam verbucht.

2008: Das britische Feld Dunlin wurde verkauft.

b) Kosten der Periode

Die Kosten der Periode umfassen alle Kosten, die im Zusammenhang mit der Anschaffung, Exploration und Entwicklung von Öl- und Gasvorkommen anfallen, unabhängig davon, ob diese Kosten aktiviert werden oder Aufwand der laufenden Periode sind. Kosten, die in Fremdwährungen angefallen sind, werden mit den Jahresdurchschnittskursen konvertiert.

Kosten der Periode EUR 1.000
Petrom Österreich Übriges
Europa
Nord
afrika
Mittlerer
Osten
Ozeanien Süd
amerika
Summe
2010
Anschaffungskosten für
sichere Reserven 1)
546 2.726 3.272
Anschaffungskosten für
nicht sichere Reserven 2)
65.467 65.467
Rekultivierungskosten 61.846 16.220 78.066
Explorationskosten 3) 83.922 19.176 87.100 68.980 63.555 25.893 348.626
Entwicklungskosten 647.241 102.984 32.626 84.803 117.422 21.694 1.006.771
Kosten der Periode 793.009 138.380 119.726 154.329 249.170 47.587 1.502.202
2009
Anschaffungskosten für
sichere Reserven 1)
1.195 1.195
Anschaffungskosten für
nicht sichere Reserven 2)
9.356 9.356
Rekultivierungskosten 6.137 9.487 15.624
Explorationskosten 3) 54.041 8.278 47.769 64.690 30.293 3.137 208.207
Entwicklungskosten 686.061 119.377 47.624 73.143 63.605 99.126 1.088.936
Kosten der Periode 755.594 137.141 95.393 139.029 93.899 102.262 1.323.319
Kosten der Periode
Kosten der Periode EUR 1.000
Petrom Österreich Übriges
Europa
Nord
afrika
Mittlerer
Osten
Ozeanien Süd
amerika
Summe
2008
Anschaffungskosten für
sichere Reserven 1) 461.419 461.419
Anschaffungskosten für
nicht sichere Reserven
Rekultivierungskosten 1.532 7.686 9.218
Explorationskosten 3) 183.634 25.794 50.322 93.217 25.406 9.219 387.590
Entwicklungskosten 4) 1.275.351 247.537 61.302 68.979 69.428 117.282 1.839.879
Kosten der Periode 1.460.517 281.016 111.624 623.615 94.834 126.500 2.698.106

1) 2010: Im Wert enthalten sind die Anschaffungskosten für sichere Reserven von Petrol Ofisi E&P in der Türkei und der Signature Bonus und die Ausgleichszahlung für die Verlängerung der Lizenzen in Libyen.

2009, 2008: Im Wert enthalten sind der Signature Bonus und die Ausgleichszahlung für die Verlängerung der Lizenzen in Libyen.

2) 2010: Im Wert enthalten sind die Anschaffungskosten der Explorationsfelder in der Region Kurdistan im Irak, des OMV Block 70 im Jemen sowie die

Anschaffungskosten für nicht sichere Reserven von Petrol Ofisi E&P in der Türkei.

2009: Im Wert enthalten ist der Kaufpreis des Feldes Kultuk in Kasachstan.

3) Exploration Norwegen ist vermindert um 78% der abzugsfähigen Explorationskosten.

4) 2008: Der Erwerb der Ölservice-Aktivitäten von Petromservice ist in den Entwicklungskosten inkludiert.

c) Operatives Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion

Die folgende Tabelle stellt Erträge und Aufwendungen dar, die direkt im Zusammenhang mit der Öl- und Gasproduktion anfallen. Das Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion entspricht nicht dem Ergebnis des E&P-Bereichs, da Zinsen, allgemeine Verwaltungskosten und andere Aufwendungen nicht enthalten sind. Die Ertragsteuer wird nach Berücksichtigung von Investitionsbegünstigungen und Verlustvorträgen und unter Anwendung des lokalen Steuersatzes hypothetisch errechnet.

Operatives Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion EUR 1.000
Petrom Österreich Übriges
Europa
Nord
afrika
Mittlerer
Osten
Ozeanien Süd
amerika
Summe
2010
Umsatz mit Dritten 147.748 32.625 109.147 466.554 89.900 183.687 1.029.661
Konzerninterner Umsatz 2.073.653 579.475 17.105 355.243 126.624 256.795 3.408.894
Ergebnis aus
Anlagenverkäufen –2.053 –672 –3.595 16 –6.305
2.219.348 611.428 122.657 821.812 216.524 440.481 4.432.250
Produktionsaufwand –799.949 –107.187 –32.246 –53.580 –29.038 –45.756 — –1.067.756
Förderzinsabgaben –152.991 –78.175 –3.106 –1.936 –41.463 –277.670
Explorationsaufwand –47.195 –14.144 –65.176 –31.514 –31.037 –22.576 –211.642
Abschreibungen und
Wertminderungen 2)
–484.217 –183.462 –88.901 –98.245 –41.892 –110.219 — –1.006.936
Sonstige Kosten –4.438 –2.428 2.193 9.675 –97 –15.046 –10.141
–1.488.791 –385.397 –184.130 –176.769 –103.999 –235.060 — –2.574.145
Ergebnis vor Steuern 730.557 226.031 –61.473 645.043 112.525 205.421 1.858.104
Ertragsteuern 3) –144.285 –73.815 15.793 –473.411 –59.500 –62.287 –797.505
Operatives Ergebnis 586.272 152.216 –45.680 171.632 53.025 143.134 1.060.600
Speicherüberlassungs
entgelt 4)
53.260 53.260

Operatives Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion EUR 1.000

EUR 1.000
------------------ -- -- -- -- --
Petrom Österreich Übriges
Europa
Nord
afrika
Mittlerer
Osten
Ozeanien Süd
amerika
Summe
2009
Umsatz mit Dritten 154.092 33.442 63.879 327.783 83.197 129.034 791.427
Konzerninterner Umsatz 1.779.341 532.843 2.982 285.592 86.590 157.726 2.845.074
Ergebnis aus
Anlagenverkäufen 1) –1.689 643 12 28 9.159 8.153
1.931.744 566.927 66.862 613.387 169.815 295.919 3.644.654
Produktionsaufwand –750.483 –102.566 –34.840 –47.354 –27.758 –34.957 –997.958
Förderzinsabgaben –135.225 –58.066 –1.990 –31.495 –226.776
Explorationsaufwand –67.257 –7.817 –45.800 –85.525 –18.067 –6.171 –230.636
Abschreibungen und
Wertminderungen 2) –333.715 –78.389 –43.441 –79.436 –31.697 –94.606 –661.283
Sonstige Kosten –8.948 –1.139 –204 –11.219 1.024 –2.400 –22.885
–1.295.627 –247.976 –124.284 –223.533 –78.488 –169.629 — –2.139.537
Ergebnis vor Steuern 636.117 318.952 –57.423 389.854 91.328 126.289 1.505.117
Ertragsteuern 3) –114.085 –80.256 10.605 –323.097 –24.695 –45.884 –577.412
Operatives Ergebnis 522.031 238.695 –46.818 66.758 66.633 80.405 927.704
Speicherüberlassungs
entgelt 4) 46.672 46.672
2008
Umsatz mit Dritten 182.924 4.175 173.325 304.309 88.844 213.600 967.177
Konzerninterner Umsatz 2.427.918 706.721 734.649 65.521 3.934.810
Ergebnis aus
Anlagenverkäufen 1) –1.375 –452 7.676 9 –1 5.858
2.609.467 710.444 181.001 1.038.959 154.374 213.599 4.907.845
Produktionsaufwand –901.012 –102.432 –35.088 –43.885 –18.470 –30.106 — –1.130.993
Förderzinsabgaben –199.340 –97.346 –2.298 –4.383 –27.514 –330.881
Explorationsaufwand –145.166 –21.459 –35.061 –40.711 –38.251 –9.218 –289.866
Abschreibungen und
Wertminderungen 2) –314.198 –51.617 –18.840 –73.468 –19.934 –31.219 –509.275
Sonstige Kosten 7.769 –398 –1.871 17.344 866 –28.850 153 –4.987
–1.551.946 –273.252 –90.859 –143.018 –80.172 –126.907 153 –2.266.002
Ergebnis vor Steuern 1.057.521 437.192 90.141 895.940 74.203 86.692 153 2.641.843
Ertragsteuern 3) –186.405 –117.274 –26.366 –437.338 –16.095 –15.623 –60 –799.163
Operatives Ergebnis 871.116 319.918 63.775 458.602 58.107 71.068 93 1.842.680
Speicherüberlassungs
entgelt 4)
42.755 42.755

1) 2009: Die australischen Felder Jabiru und Challis wurden verkauft.

2008: Das britische Feld Dunlin wurde verkauft. 2) 2010: Außerordentliche Abschreibung i.H.v. EUR 104 Mio in Kasachstan, EUR 90 Mio in Österreich und EUR 60 Mio in Großbritannien.

2009: Außerordentliche Abschreibung i.H.v. EUR 26 Mio in Großbritannien.

2008: Außerordentliche Abschreibung i.H.v. EUR 26 Mio in Russland.

3) Ertragsteuern enthalten keine latenten Steuern. In der Region Übriges Europa sind die PRT und die Körperschaftsteuer in Großbritannien enthalten. Die Bemessungsgrundlage für die PRT ist der Netto-Cashflow aus bestimmten produzierenden Feldern in der Nordsee. Ertragsteuern in Afrika umfassen Aufwendungen aus dem Tax-paid-Cost-System (TPC) für bestimmte Felder in Libyen sowie feldspezifische Steuern in Tunesien, die nicht zur Gänze gewinnabhängig sind. 2008 wurde das TPC-System durch steuerbare EPSA-Verträge ersetzt. Die Ertragsteuer in Petrom wurde mit der angenommenen, hypothetischen Steuerrate von 16% berechnet.

4) Das Speicherüberlassungsentgelt vor Steuern wird für die Bereitstellung von Gasspeicherkapazitäten vom Geschäftsbereich G&P bezahlt.

d) Öl- und Gasreserven

Sichere Reserven sind jene Mengen an Erdöl und Gas, für welche durch Analyse von geologischen und technischen Daten mit begründeter Sicherheit beurteilt werden kann, dass sie aus bekannten Lagerstätten unter gegenwärtigen wirtschaftlichen, produktionstechnischen und regulatorischen Bedingungen in der Zukunft und innerhalb der Konzessionsdauer – außer die Verlängerung der Konzession ist sicher – wirtschaftlich gefördert werden können.

Sichere, entwickelte Reserven sind jene Reserven, die voraussichtlich mittels bestehenden Bohrungen mit bestehenden Ausrüstungen und Verfahren oder wenn die Kosten der benötigten Ausrüstung relativ gering verglichen mit den Kosten einer neuen Bohrung sind, gefördert werden können. Weiters ist von sicher entwickelten Reserven auszugehen, falls sichere Reserven voraussichtlich durch bereits vorhandene und zur Zeit in Betrieb befindlicher Förderanlagen und –infrastruktur gefördert werden können. Es sollte sichergestellt sein, dass die benötigten zukünftigen Aufwendungen zur Sicherstellung der bestehenden Ausrüstungen innerhalb des aktuellen Budgets geleistet werden.

Sichere, nicht entwickelte Reserven sind jene sichere Reserven, die voraussichtlich aus neuen Bohrungen in Gebieten, in denen noch keine Bohrungen stattgefunden haben oder aus bestehenden Bohrungen, die zur Rekomplettierung eine verhältnismäßig hohe Aufwendung oder substanzielle neue Investition benötigen, um den Zustand alternder Einrichtungen zu gewährleisten oder diese zu ersetzen, gefördert werden können.

Erdöl und NGL Mio bbl
Petrom Österreich Übriges
Europa
Nord
afrika
Mittlerer
Osten
Ozeanien Süd
amerika
Summe
Sichere, entwickelte und nicht
entwickelte Reserven zum 1.1.2008 508,3 55,9 14,8 88,5 9,3 21,4 698,3
Revision früherer Schätzungen 2,1 1,1 1,3 43,5 5,2 0,4 53,7
Erwerb von Reserven
Verkauf von Reserven –0,6 –0,6
Erweiterungen und Neufunde 5,4 0,5 5,8
Produktion –34,4 –6,1 –1,8 –15,7 –1,2 –1,7 –60,9
Sichere, entwickelte und nicht
entwickelte Reserven zum 31.12.2008 481,4 51,4 13,8 116,3 13,3 20,1 696,4
Revision früherer Schätzungen 10,1 5,6 1,0 9,3 8,8 5,1 39,8
Erwerb von Reserven
Verkauf von Reserven –0,3 –0,3
Erweiterungen und Neufunde 0,1 0,1 1,4 1,6
Produktion –33,5 –6,4 –1,4 –13,5 –2,3 –5,5 –62,6
Sichere, entwickelte und nicht
entwickelte Reserven zum 31.12.2009 458,1 50,8 14,8 112,1 19,8 19,4 674,9
Revision früherer Schätzungen 18,3 3,6 –0,8 18,2 4,6 4,5 48,4
Erwerb von Reserven
Verkauf von Reserven
Erweiterungen und Neufunde
Produktion –33,3 –6,1 –1,7 –14,3 –2,4 –5,5 –63,4
Sichere, entwickelte und nicht
entwickelte Reserven zum 31.12.2010 443,0 48,3 12,3 116,0 22,0 18,4 659,9
Sichere, entwickelte Reserven
zum 31.12.2008 368,1 45,4 11,8 105,4 9,2 5,7 545,5
zum 31.12.2009 371,4 45,4 10,4 103,7 12,5 19,4 562,9
zum 31.12.2010 367,9 42,4 9,2 103,8 10,2 18,4 551,9

Erdgas Mrd Kubikfuß (bcf)

Petrom Österreich Übriges
Europa
Nord
afrika
Mittlerer
Osten
Ozeanien Süd
amerika
Summe
Sichere, entwickelte und nicht
entwickelte Reserven zum 1.1.2008 2.083,5 520,8 30,5 139,0 104,3 2.878,2
Revision früherer Schätzungen 216,5 15,5 4,3 3,4 –0,6 239,1
Erwerb von Reserven
Verkauf von Reserven
Erweiterungen und Neufunde 12,2 3,9 16,1
Produktion –198,3 –46,1 –6,2 –37,2 –20,1 –308,0
Sichere, entwickelte und nicht
entwickelte Reserven zum
31.12.2008 2.113,9 494,0 28,5 105,1 83,6 2.825,2
Revision früherer Schätzungen 205,2 –1,3 7,0 18,5 60,2 289,6
Erwerb von Reserven
Verkauf von Reserven
Erweiterungen und Neufunde 10,4 1,1 1,0 15,6 28,1
Produktion –188,2 –50,1 –5,5 –31,4 –22,1 –297,2
Sichere, entwickelte und nicht
entwickelte Reserven zum
31.12.2009 1) 2.141,3 443,8 31,0 107,8 121,8 2.845,7
Revision früherer Schätzungen 126,0 26,4 0,5 2,1 154,9
Erwerb von Reserven 3,9 3,9
Verkauf von Reserven
Erweiterungen und Neufunde 17,4 17,4
Produktion –182,3 –55,6 –5,4 –30,7 –21,0 –295,1
Sichere, entwickelte und nicht
entwickelte Reserven zum
31.12.2010 1) 2.102,4 414,6 26,1 82,9 100,7 2.726,7
Sichere, entwickelte Reserven
zum 31.12.2008 1.673,4 309,3 27,9 51,9 83,7 2.146,1
zum 31.12.2009 1.691,5 283,2 27,3 42,4 121,8 2.166,2
zum 31.12.2010 1.690,8 270,1 23,4 73,2 100,7 2.158,2

1) 2010: Inklusive rund 89 bcf an Polstergas in Gasspeicherreservoirs.

2009: Inklusive rund 92 bcf an Polstergas in Gasspeicherreservoirs.

e) Standardisierte Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows

Die zukünftige Netto-Cashflow-Information wird unter der Annahme erstellt, dass die vorherrschenden wirtschaftlichen und operativen Rahmenbedingungen über die Produktionsdauer der sicheren Reserven bestehen bleiben. Weder zukünftige Veränderungen der Preise noch Fortschritte in der Technologie oder Veränderungen der operativen Bedingungen werden berücksichtigt.

Der zukünftige Cash Inflow beinhaltet die Erlöse aus dem Verkauf der Produktionsmenge, inklusive Polstergas, die zum Bilanzstichtag vorliegen, unter der Annahme, dass die zukünftige Produktion zu jenen Preisen verkauft wird, welche zur Schätzung der sicheren Reserven zu den Jahresend-Mengen dieser Reserven verwendet werden (12 Monats-Durchschnittspreis). Die zukünftigen Produktionskosten umfassen die geschätzten Kosten für Entwicklungsbohrungen und Produktionsanlagen sowie die Kosten der Rekultivierung von Sonden und Produktionsanlagen unter der Annahme, dass das Kostenniveau zum Bilanzstichtag ohne Berücksichtigung der Inflation beibehalten wird. Die zukünftigen Steuerzahlungen werden unter Verwendung des Steuersatzes jenes Lands berechnet, in dem OMV tätig ist. Der Barwert ergibt sich aus der Diskontierung des zukünftigen Netto-Cashflows mit einem

Diskontfaktor von 10% pro Jahr. Die standardisierte Ermittlung stellt keine Schätzung des Tageswerts der sicheren Reserven im Konzern dar. Eine Schätzung des Tageswerts würde neben vielen anderen Faktoren auch die Gewinnungsmöglichkeit von Reserven, die über die Menge der sicheren Reserven hinausgeht, und voraussichtliche Veränderungen in den zukünftigen Preisen und Kosten sowie einen dem Risiko der Öl- und Gasproduktion entsprechenden Diskontzinssatz berücksichtigen.

Standardisierte Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows EUR 1.000
Petrom Österreich Übriges Nord Mittlerer Ozeanien Süd Summe
Europa afrika Osten amerika
2010
Zukünftiger Cash Inflow 26.270.114 5.183.304 820.052 6.863.287 1.568.132 1.619.631 42.324.520
Zukünftige Produktions
und
Rekultivierungsausgaben –16.320.724 –2.853.422 –594.645 –728.437 –474.438 –844.754 — –21.816.420
Zukünftige
Entwicklungsausgaben –2.094.167 –285.705 –6.608 –143.953 –315.665 –8.922 –2.855.020
Zukünftiger Netto
Cashflow vor
Ertragsteuern 7.855.223 2.044.177 218.799 5.990.897 778.029 765.955 17.653.080
Zukünftige Ertragsteuern –957.577 –511.044 –120.782 –3.711.195 –251.594 –293.018 –5.845.210
Zukünftiger Netto
Cashflow undiskontiert 6.897.647 1.533.133 98.017 2.279.701 526.435 472.937 11.807.869
10% jährlicher Diskontsatz
für die zeitliche Differenz
des Cashflows –3.826.550 –466.829 33.103 –811.606 –148.543 –13.380 –5.233.805
Standardisierte
Berechnung des
diskontierten zukünftigen
Netto-Cashflows 3.071.096 1.066.303 131.120 1.468.096 377.892 459.557 6.574.064
2009
Zukünftiger Cash Inflow 24.572.809 4.522.865 731.308 4.853.257 1.120.739 1.408.254 37.209.232
Zukünftige Produktions
und
Rekultivierungsausgaben –18.891.466 –2.659.119 –464.465 –971.521 –195.571 –709.334 — –23.891.476
Zukünftige
Entwicklungsausgaben –1.565.785 –608.084 –41.781 –287.611 –292.624 –18.161 –2.814.047
Zukünftiger Netto
Cashflow vor
Ertragsteuern
4.115.559 1.255.662 225.061 3.594.125 632.543 680.758 10.503.709
Zukünftige Ertragsteuern –383.597 –333.476 –126.766 –2.622.767 –191.589 –202.443 –3.860.637
Zukünftiger Netto
Cashflow undiskontiert 3.731.962 922.186 98.296 971.358 440.955 478.315 6.643.072
10% jährlicher Diskontsatz
für die zeitliche Differenz
des Cashflows –1.790.831 –347.814 3.833 –263.701 –156.112 –63.786 –2.618.411
Standardisierte
Berechnung des
diskontierten zukünftigen
Netto-Cashflows 1.941.131 574.372 102.129 707.656 284.842 414.530 4.024.661
Standardisierte Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows
EUR 1.000
Petrom Österreich Übriges
Europa
Nord
afrika
Mittlerer
Osten
Ozeanien Süd
amerika
Summe
2008 1)
Zukünftiger Cash Inflow 18.733.816 5.158.050 472.570 4.145.767 807.280 1.110.593 30.428.076
Zukünftige Produktions- und
Rekultivierungsausgaben
–16.453.654 –2.618.440 –231.415 –876.179 –249.876 –419.365 — –20.848.928
Zukünftige
Entwicklungsausgaben
–627.117 –965.910 –6.689 –656.210 –371.523 –327.680 –2.955.129
Zukünftiger Netto-Cashflow
vor Ertragsteuern
1.653.046 1.573.700 234.466 2.613.379 185.881 363.548 6.624.019
Zukünftige Ertragsteuern –108.379 –513.050 –159.959 –1.942.854 –140.622 –114.788 –2.979.652
Zukünftiger Netto-Cashflow
undiskontiert
1.544.667 1.060.650 74.506 670.524 45.259 248.760 3.644.367
10% jährlicher Diskontsatz
für die zeitliche Differenz
des Cashflows
–838.828 –345.475 15.850 –312.730 –49.808 –95.976 –1.626.967
Standardisierte Berechnung
des diskontierten
zukünftigen Netto-Cashflows
705.839 715.175 90.357 357.795 –4.549 152.784 2.017.400

1) Anpassung (z.B. auf Grund von neuen/verlängerten Vertragsbedingungen).

f) Veränderung der standardisierten Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows

Veränderung der standardisierten Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows EUR 1.000
2010 2009 2008
1.1. 4.024.661 2.017.400 10.431.421
Verkauf und Transfer von gefördertem Öl und Gas abzüglich Produktionsausgaben –1.898.184 –1.223.735 –2.835.191
Nettoveränderung der Preise und Produktionskosten 4.270.064 2.689.054 –9.759.533
Nettoveränderung aus dem Kauf und Verkauf von Mineralvorkommen 2.136 4.488 5.069
Nettoveränderung auf Grund von Erweiterungen und neuen Funden 11.109 53.096 37.168
Entwicklungs- und Rekultivierungsausgaben der laufenden Periode 737.403 942.506 749.872
Veränderung der geschätzten zukünftigen Entwicklungs- und
Rekultivierungskosten in der Periode –1.282.389 –772.749 –830.922
Revision früherer Schätzungen 927.093 752.009 1.086.507
Zuwachs aus der Diskontierung 392.062 203.430 923.306
Nettoveränderung der Ertragsteuern –780.149 –603.069 2.789.702
Sonstiges 1) 170.254 –37.768 –580.000
31.12. 6.574.064 4.024.661 2.017.400

1) Unter der Position Sonstiges sind vor allem die Wechselkursveränderungen gegenüber dem EUR ausgewiesen.

Wien, am 22. März 2011

Der Vorstand

Wolfgang Ruttenstorfer Vorsitzender

Gerhard Roiss Vorsitzender-Stellvertreter

Werner Auli David C. Davies Jacobus Gerardus Huijskes

Abkürzungen und Definitionen

Ausschüttungsgrad

%-Verhältnis der Dividendensumme zu Jahresüberschuss nach Minderheiten

bbl, bbl/d Barrel (Fass zu 159 Liter), bbl pro Tag

bcf, cf Milliarde Standard-Kubikfuß, Standard-Kubikfuß (16 °C/60 °F)

Bitumen Ein nicht flüchtiges, klebriges und abdichtendes rohölstämmiges Produkt, Grundstoff für Asphalt

boe, boe/d Barrel Öläquivalent, boe pro Tag

E&P Exploration und Produktion

EBIT Earnings Before Interest and Taxes; Betriebserfolg

EGT

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; Ergebnis vor Steuern und nach Zinsen und Ergebnis aus Beteiligungen und Finanzanlagevermögen

Eigenkapitalquote

%-Verhältnis Eigenkapital zu Gesamtkapital

EPSA Exploration and Production Sharing Agreement; Explorations- und Produktionsteilungsvertrag

EU Europäische Union

EUR

Euro

F&D

Finding and Development; Fund- und Entwicklungskosten; Explorationsaufwendungen dividiert durch Änderung der sicheren Reserven (Erweiterungen, Neufunde und Revisionen früherer Schätzungen)

G&P

Gas und Power

H1, H2 erstes, zweites Halbjahr

HSSE

Health, Safety, Security and Environment; Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz

HV Hauptversammlung

IASs International Accounting Standards

IFRSs International Financial Reporting Standards

Jahresüberschuss Nettogewinn nach Zinsen, außerordentlichem Ergebnis und Steuern

Kb&S Konzernbereich und Sonstiges

LNG Liquefied Natural Gas; Flüssigerdgas

LTIR

Lost Time Injury Rate; Rate an Unfällen mit Arbeitszeitausfall

m3 Normal-Kubikmeter (0 °C/32 °F)

Mio Million

Monomere Begriff für Ethylen und Propylen

Mrd Milliarde

MW Megawatt

n.a.

not available; Wert nicht verfügbar

n.m. not meaningful; Wert nicht aussagefähig

Nettoverschuldung

Finanzverbindlichkeiten inklusive Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing abzüglich liquider Mittel

NGL

Natural Gas Liquids; Erdgas, das in flüssiger Form bei der Förderung von Kohlenwasserstoffen auftritt

NOC National Oil Corporation

NOPAT

Net Operating Profit After Tax; EGT nach Steuern abzüglich Zinserträge zuzüglich Zinsaufwendungen auf Finanzverbindlichkeiten und Zinsen für Pensionsrückstellungen und außerordentliches Ergebnis +/– Steuereffekte aus Anpassungen

OPEX

Produktionskosten; Material- und Personalkosten während der Produktion exklusive Förderzinsabgaben

öCGK Österreichischer Corporate Governance Kodex

Petajoule Ein Petajoule entspricht ca. 278 Mio Kilowattstunden

Polymere, Polyolefine Monomere in Kettenform, Begriff für Polyethylen und Polypropylen

ppm parts per million; Teile von einer Million

PRT, PRRT

Petroleum Revenue Tax, Petroleum Resource Rent Tax; diese Steuer gibt es in Großbritannien sowie Australien

Q1, Q2, Q3, Q4 erstes, zweites, drittes, viertes Quartal

R&M

Raffinerien und Marketing inklusive Petrochemie

Reservenersatzkosten

Explorations-, Entwicklungs- und Instandhaltungsausgaben zuzüglich Akquisitionsausgaben

ROACE

Return On Average Capital Employed; %-Verhältnis NOPAT zu durchschnittlich eingesetztem Kapital (Eigenkapital inklusive Fremdanteile zuzüglich Nettoverschuldung und Pensionsrückstellungen, abzüglich Wertpapierdeckung für Pensionsrückstellungen)

ROE

Return On Equity; %-Verhältnis Jahresüberschuss zu durchschnittlichem Eigenkapital

ROFA

Return On Fixed Assets; %-Verhältnis EBIT zu durchschnittlichem immateriellen und Sachanlagevermögen

RON

Neuer Rumänischer Leu

RRR

Reserve Replacement Rate; Reserven Ersatzrate; Gesamtveränderung der Reserven exklusive Produktion dividiert durch Gesamtproduktion

SEC

United States Securities and Exchange Commission

SFAS Statement on Financial Accounting Standards

t, toe Tonne, Tonne Öläquivalent

TEUR Tausend Euro

TRIR Total Recordable Injury Rate; Zwischenfallrate aller Unfälle mit Verletzungen

TUSD Tausend US Dollar

UGB

Österreichisches Unternehmensgesetzbuch

Umsatzerlöse

Umsatzerlöse exkl. Mineralölsteuer

USD US Dollar

Verschuldungsgrad

Gearing Ratio; %-Verhältnis Nettoverschuldung zu Eigenkapital

Weitere Abkürzungen und Definitionen finden Sie unter www.omv.com > Presse > Glossar.

Fünf-‐Jahres-‐Übersicht Fünf-Jahres-Übersicht

Fünf-Jahres-Übersicht EUR Mio

2010 2009 2008 2007 2006
Umsatzerlöse 23.323 17.917 25.543 20.042 18.970
Betriebserfolg (EBIT) 2.334 1.410 2.340 2.184 2.061
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 1.961 1.182 2.309 2.412 2.156
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag –747 –465 –780 –569 –506
Jahresüberschuss vor Minderheiten 1.214 717 1.529 1.843 1.658
Jahresüberschuss nach Minderheiten 921 572 1.374 1.579 1.383
CCS EBIT vor Sondereffekten 1) 2.470 1.418 3.405 n.a. n.a.
CCS Jahresüberschuss nach Minderheiten vor
Sondereffekten 1) 1.118 596 1.942 n.a. n.a.
Bilanzsumme 26.404 21.415 21.376 21.250 17.804
Eigenkapital 11.312 10.035 9.363 10.340 9.176
Nettoverschuldung 5.167 3.314 3.448 2.453 630
Durchschnittliches Capital Employed 14.274 13.639 13.341 11.735 9.120
Cashflow aus der Betriebstätigkeit 2.886 1.847 3.214 2.066 2.027
Investitionen 3.207 2.355 3.547 4.118 2.518
Abschreibungen 1.578 1.325 1.293 977 810
Betriebserfolg vor Abschreibung (EBITD) 3.899 2.734 3.633 3.161 2.877
Net Operating Profit After Tax (NOPAT) 1.433 815 1.624 1.869 1.682
Return on Average Capital Employed (ROACE) 10% 6% 12% 16% 18%
Return on Equity (ROE) 11% 7% 16% 19% 20%
Eigenkapitalquote 43% 47% 44% 49% 52%
Verschuldungsgrad 46% 33% 37% 24% 7%
Dividende je Aktie 2) in EUR 1,00 1,00 1,00 1,25 1,05
Ergebnis je Aktie in EUR 3,08 1,91 4,60 5,29 4,64
CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten in EUR 1) 3,74 1,99 6,50 n.a. n.a.
Mitarbeiter per 31. Dezember 31.398 34.676 41.282 33.665 40.993

1) Das CCS Ergebnis eliminiert Lagerhaltungsgewinne/-Verluste aus den Fuels-Raffinerien. Das CCS Ergebnis wird erst seit 2009 berichtet. Um eine Vergleichbarkeit zu ermöglichen, sind entsprechende Zahlen für 2008 angeführt.

2) 2010: Vorschlag an die Hauptversammlung 2011.

Kontakte

OMV Aktiengesellschaft

Trabrennstraße 6-8 1020 Wien, Österreich Tel.: +43 1 40440-0 Fax: +43 1 40440-27900 [email protected]

OMV PETROM SA

Strada Coralilor 22, sector 1 013329 Bukarest 1, Rumänien Tel.: +40 372 868930 Fax: +40 372 868518 [email protected]

Petrol Ofisi A.S.

Eski Büyükdere Caddesi No: 33-37 34398 Maslak/Istanbul, Türkei Tel.: +90 212 329 1500 Fax: +90 212 329 5282 [email protected]

Investor Relations

Angelika Altendorfer-Zwerenz OMV Aktiengesellschaft Trabrennstraße 6-8 1020 Wien, Österreich Tel.: +43 1 40440-21600 Fax: +43 1 40440-621600 [email protected]

Herausgeber: OMV Aktiengesellschaft, Wien Konzept und Design: FABIAN Design & Werbe GmbH Fotos: Joachim Haslinger, OMV Archiv Litho: ROTFILTER GmbH Druck: gugler* cross media

Im Interesse des Textflusses und der Lesefreundlichkeit wurden im Geschäftsbericht durchgehend geschlechterunspezifische Termini verwendet. Bei der Produktion des Berichts wurde auf den Einsatz von umweltverträglichen Materialien Wert gelegt.

OMV Aktiengesellschaft Trabrennstraße 6-8 1020 Wien, Österreich www.omv.com

Geschäftsbericht 2010 der OMV Aktiengesellschaft

Geschäftsbericht 2010 der OMV Aktiengesellschaft

Bericht des Aufsichtsrats 159
Corporate Governance Bericht 160
Lagebericht OMV Aktiengesellschaft 169
Bestätigungsvermerk 173
Jahresabschluss OMV Aktiengesellschaft 174
Bilanz 174
Gewinn- und Verlustrechnung 176
Anhang 177
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze 178
Erläuterungen zur Bilanz 184
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 190
Ergänzende Angaben 193
Entwicklung der unversteuerten Rücklagen 196
Direkte Beteiligungen 197
Anlagenspiegel 198
Aufsichtsrat 200
Vorstand 201
Abkürzungen und Definitionen 202

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre!

Corporate Governance, Zusammenarbeit im Aufsichtsrat, Kooperation mit dem Vorstand sowie regelmäßige zeitnahe und umfassende Information bilden eine solide Basis, damit der Aufsichtsrat von OMV seine Aufgaben voll erfüllen kann. Die Schwerpunkte der Aufsichtsratstätigkeit im Berichtsjahr waren, neben der regelmäßigen Umsetzung der einschlägigen Rechtsvorschriften, der Erwerb der Mehrheit an Petrol Ofisi A.S., die Bestellung eines neuen Vorstandsmitglieds für den Bereich R&M sowie die intensive Diskussion der Strategie, insbesondere auch im Hinblick auf Konzentration und profitables Wachstum. Zudem wurden in den Aufsichtsratssitzungen ausführlich die allgemeine wirtschaftliche Situation in den Kernregionen des Unternehmens und die daraus resultierenden Rahmenbedingungen, Chancen und Risiken für die Geschäftsentwicklung von OMV in den nächsten Jahren erörtert. Hohe Aufmerksamkeit widmete der Aufsichtsrat der Evaluierung von Projekten zur Erweiterung des E&P-Portfolios.

Die Ausschüsse behandelten wesentliche Themen der Rechnungslegungsprozesse, der internen Revision, des Risikomanagements sowie des internen Kontrollsystems und der Steuerungsinstrumente des Konzerns. Im Prüfungsausschuss wurde der Vorschlag an die Hauptversammlung zur Wahl des Abschluss- und Konzernabschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2011 mit Hilfe einer Ausschreibung erarbeitet. Die Bestellung des neuen Vorstandsmitglieds für Raffinerien und Marketing wurde vom Präsidial- und Nominierungsausschuss gründlich vorbereitet. Ebenso konnte sich der Aufsichtsrat von einem umfassenden Programm der konzernweiten Personalentwicklung und einer klar strukturierten Nachfolgeplanung sowie von einem funktionierenden Emittenten-Compliance-System überzeugen. Transaktionen der Vorstands- sowie der Aufsichtsratsmitglieder sowie deren aktueller Besitzstand an OMV Aktien werden von der Gesellschaft im Internet unter www.omv.com veröffentlicht.

Seit 2007 führt der Aufsichtsrat eine Selbstevaluierung nach internationalen Standards durch, um durch kontinuierliche Verbesserungen in der Arbeitsweise sicherzustellen, dass er weiterhin

seine Aufgaben im Interesse der Aktionäre und aller weiteren Stakeholder wahrnehmen kann. Diese Selbstevaluierung wurde seither jährlich, auch 2010, wiederholt und dabei die Effizienz der Organisation und Arbeitsweise bestätigt. Sie bleibt auch weiterhin fester Bestandteil der kritischen Eigenreflexion der Tätigkeit des Aufsichtsrats. Weitere Ausführungen zur Tätigkeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse finden Sie im folgenden Corporate Governance Bericht.

Jahresabschluss, Dividende

Nach eingehender Prüfung und Erörterung im Prüfungsausschuss und im Aufsichtsrat mit den Abschlussprüfern erklärte sich der Aufsichtsrat mit dem gemäß § 96 Abs. 1 Aktiengesetz (AktienG) erstatteten Lagebericht und Konzernlagebericht einverstanden und billigte den Jahresabschluss 2010, der damit gemäß § 96 Abs. 4 AktienG festgestellt ist. Die vorstehenden Ausführungen treffen auch auf den Konzernabschluss zu. Ebenso stimmte der Aufsichtsrat dem vom Prüfungsausschuss geprüften Corporate Governance Bericht zu.

Der Aufsichtsrat unterstützt den Vorschlag des Vorstands an die Hauptversammlung, dass aus dem Bilanzgewinn eine Dividende von EUR 1,00 je Aktie ausgeschüttet und der Betrag von EUR 200 Mio in die Gewinnrücklage eingestellt sowie der sich danach ergebende Restbetrag auf neue Rechnung vorgetragen wird.

Abschließend möchte ich dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Einsatz und das erzielte Ergebnis sowie für die zukunftsorientierte Arbeit herzlich danken. Ich möchte die Gelegenheit auch nutzen, um Wolfgang Ruttenstorfer für seine herausragenden Leistungen als Vorstandsvorsitzender in den letzten neun Jahren, in denen sich OMV zum führenden Energiekonzern in Mittel- und Südosteuropa entwickelt hat, zu danken.

Wien, am 22. März 2011

Peter Michaelis, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Corporate Governance Bericht

Größtmögliche Transparenz der Führungs- und Kontrollstruktur trägt dazu bei, Vertrauen im Kapitalmarkt sowie bei den weiteren Stakeholdern zu schaffen und zu festigen. OMV hat deshalb eine vorbildliche und transparente Corporate Governance stets als wesentlichen Auftrag verstanden und daher seit Bestehen des Österreichischen Corporate Governance Kodex (öCGK) diesem entsprochen. Die folgende Darstellung berücksichtigt auch die Empfehlungen (R-Regeln) des öCGK. Des Weiteren ist OMV Unterzeichner des UN Global Compacts und bekennt sich konzernweit zu einem umfassenden Verhaltenskodex und darauf beruhend einer Business Ethik, deren Regeln im Einzelnen mit internationalen Experten entwickelt wurden.

OMV entspricht dem öCGK, herausgegeben vom Österreichischen Arbeitskreis für Corporate Governance. Dieser Kodex ist unter www.corporate-governance.at öffentlich zugänglich. Von Regel 26 C ist OMV begründet abgewichen: Vorstandsvorsitzender Wolfgang Ruttenstorfer hat im Hinblick auf sein Ausscheiden aus dem OMV Konzern per 31. März 2011 Aufsichtsratsmandate in vier konzernexternen Aktiengesellschaften, davon zweimal den Vorsitz, nach Genehmigung durch den Aufsichtsrat von OMV gehalten. Die externe Evaluierung für das Jahr 2010 ist unter www.omv.com ebenfalls öffentlich zugänglich und bestätigt das Einhalten sämtlicher C- und R-Regeln.

Vorstand

Von links nach rechts: Jaap Huijskes, Gerhard Roiss, Wolfgang Ruttenstorfer, David C. Davies, Werner Auli

Wolfgang Ruttenstorfer, *1950

  1. Juli 1992 – 27. Jänner 1997 und 1. Jänner 2000 – 31. März 2011

Vorsitzender des Vorstands (seit 1. Jänner 2002): Gesamtleitung und Gesamtkoordination des Unternehmens.

Mitglied des Aufsichtsrats der Telekom Austria AG, CA Immobilien Anlagen AG (Vorsitz), der VI-ENNA INSURANCE GROUP AG Wiener Versicherung Gruppe (Vorsitz) und des Verwaltungsrats der F. Hoffmann-La Roche AG (bis 1. März 2011).

Er promovierte an der Wirtschaftsuniversität Wien und begann 1976 seine Laufbahn bei OMV. 1992 wurde er Vorstandsmitglied und übte diese

Funktion bis 1997 aus. Zwischen 1997 und 1999 war er österreichischer Staatssekretär für Finanzen. Anfang 2000 kehrte er als stellvertretender Generaldirektor in den OMV Konzern zurück und leitete neben Finanzen den Bereich Erdgas.

Gerhard Roiss, *1952

  1. September 1997 – 31. März 2014 Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands (seit 1. Jänner 2002): Führung des Geschäftsbereichs Raffinerien und Marketing sowie Wahrnehmung der Interessen des OMV Konzerns bezüglich Kunststoffe und Chemie.

Mitglied des Aufsichtsrats der Österreichische Post AG, der AABAR Investments PJSC (bis 23. Februar 2010) und der NOVA Chemicals Corporation (Vorsitz bis 31. Dezember 2010). Nach Ausscheiden von Wolfgang Ruttenstorfer wird Gerhard Roiss Vorstandsvorsitzender.

Seine Wirtschaftsausbildung in Wien, Linz und Stanford (USA) bildete die Basis für Führungsaufgaben in der Konsumgüterindustrie. 1990 wurde er in die Geschäftsführung der PCD Polymere GmbH berufen. 1997 wechselte er in den Vorstand des OMV Konzerns und war bis Ende 2001 für Exploration und Produktion sowie Kunststoffe verantwortlich.

Werner Auli, *1960

  1. Jänner 2007 – 31. März 2014 Führung des Geschäftsbereichs Gas und Power (seit 1. Jänner 2007).

Nach der Promotion an der Technischen Universität in Wien startete er 1987 seine Karriere bei OMV. Von 2002 bis 2004 fungierte er als Geschäftsführer der EconGas GmbH, ab 2004 war er Geschäftsführer der OMV Gas GmbH, und seit 2006 ist er Leiter der OMV Gas & Power GmbH.

David C. Davies, *1955

  1. April 2002 – 31. März 2014 Finanzvorstand (seit 1. April 2002).

Mitglied des Aufsichtsrats der Wiener Börse AG und der CEESEG AG. Nach Ausscheiden von Wolfgang Ruttenstorfer wird David C. Davies stellvertretender Vorstandsvorsitzender.

Er absolvierte 1978 das Studium der Volkswirtschaft an der Universität von Liverpool (Großbritannien) und begann seine Berufslaufbahn in der Wirtschaftsprüfung. Weiters war er in internationalen Konzernen in der Getränke-, Lebensmittel- und Gesundheitsindustrie tätig. Vor dem Eintritt in den OMV Konzern war er Finanzvorstand in verschiedenen Unternehmen in Großbritannien.

Helmut Langanger, *1950

  1. Jänner 2002 – 30. September 2010 Führung des Geschäftsbereichs Exploration und Produktion (E&P) bis 30. Juni 2010.

Mitglied des Aufsichtsrats der Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG und der EnQuest plc.

Seine Ausbildung an der Montanuniversität in Leoben ergänzte er mit dem Studium der Volkswirtschaftslehre in Wien. 1974 begann er seine Karriere im OMV Konzern. 1992 wurde er Geschäftsbereichsleiter E&P. In dieser Funktion war er maßgeblich am Aufbau des internationalen E&P-Portfolios beteiligt.

Jacobus Huijskes, *1965

  1. April 2010 – 31. März 2015 Führung des Geschäftsbereichs Exploration und Produktion seit 1. Juli 2010.

Er absolvierte eine Ausbildung als Maschinenbauingenieur und begann seine Berufslaufbahn bei Shell. Innerhalb des Shell Konzerns bekleidete er eine Reihe technischer und betriebswirtschaftlicher Positionen. Zuletzt war er als Executive Vice President für weltweite Großprojekte im Bereich Exploration und Produktion verantwortlich. Im Rahmen seiner verschiedenen internationalen Funktionen arbeitete und lebte er u.a. in Großbritannien, Norwegen, dem Oman, Australien und Russland.

Manfred Leitner, *1960

  1. April 2011 – 31. März 2014 Führung des Geschäftsbereichs Raffinerien und Marketing sowie Wahrnehmung der Interessen des OMV Konzerns bezüglich Kunststoffe und Chemie.

Er startete nach seinem Studium der Handelswissenschaften an der Wirtschaftsuniversität Wien seine berufliche Karriere 1985 bei OMV. Nach zweijähriger Tätigkeit im Finanzbereich von E&P, leitete er in Libyen den Finanzbereich der OMV Niederlassung in Tripolis. Nach seiner Rückkehr nach Österreich war er bis zum Jahr 1997 für die Controlling-Aktivitäten in E&P verantwortlich. Danach wechselte er in den Bereich R&M, wo er bis 2002 die Abteilung Planning & Controlling leitete und seit 2003 als Senior Vice President für Downstream Optimization and Supply fungiert.

Arbeitsweise des Vorstands

Genehmigungserfordernisse, Zuständigkeiten

der einzelnen Vorstandsmitglieder und Abläufe (z.B. Beschlusserfordernisse) sowie Vorgehen bei Interessenkonflikten sind in der Geschäftsordnung des Vorstands geregelt. Der Vorstand hält wöchentliche Sitzungen zur wechselseitigen Information und Entscheidungsfindung in allen Angelegenheiten, die der Genehmigung des gesamten Organs bedürfen.

Vergütungserklärung

Grundsätze des Vergütungssystems für den Vorstand

Die OMV Vorstandsvergütung berücksichtigt die Gegebenheiten am relevanten Markt, verbunden mit einer starken Leistungskomponente. Die Marktorientierung wird durch ein regelmäßiges externes Benchmarking sowohl zu relevanten österreichischen Industrieunternehmen als auch zur Branche in Europa sichergestellt. Bei der Leistungskomponente werden kurzfristige Dimensionen berücksichtigt: Short-term Incentives sind variable Vergütungsvereinbarungen, die auf Ergebnis, Profitabilität und Wachstum abzielen, wobei auch besondere Projekte im Zuge der Implementierung der OMV Wachstumsstrategie berücksichtigt werden. Langfristige Dimensionen werden ebenso berücksichtigt.

Fixgehalt und variable Jahresvergütung

Nach oben erwähnten Grundsätzen wurde das Fixgehalt der Vorstandsmitglieder festgelegt (siehe Tabelle S. 163). Zusätzlich werden für jedes Geschäftsjahr Ziele (Leistungskriterien) vereinbart, bei deren Erreichen höchstens 150% des Fixgehalts zusätzlich als variable Vergütung im darauf folgenden Geschäftsjahr ausbezahlt werden.

Diese Ziele bestehen aus dem Erreichen finanzieller Kennzahlen (EBIT, Verschuldungsgrad) und aus Leistungskriterien nicht finanzieller Art (wie etwa Integrationsgrad von Akquisitionen, Reservenersatzrate) sowie strategischen Zielen. Das Erreichen der Ziele wird mittels Vergleich der vereinbarten Werte mit den tatsächlich erreichten Werten festgestellt.

Langfristige Ziele und Incentives Long Term Incentive Plan

Der im Geschäftsjahr 2010 von der Hauptversammlung beschlossene Long Term Incentive Plan (LTIP) besteht für die Periode 2010 bis 2015 aus folgenden Elementen: Die Teilnehmer müssen ein Eigeninvestment in OMV Aktien in einer Höhe von 100% (Vorstandsvorsitzender), 85% (Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands) bzw. 70% (übrige Vorstandsmitglieder) des Fixgehalts (brutto) 2010 im Geschäftsjahr 2010 hinterlegen (wobei für das LTIP 2009 hinterlegte Aktien zugleich auch für das LTIP 2010 angerechnet werden) und mindestens bis zum 31. März 2015 halten. Die Berechnung der Anzahl der Aktien erfolgt auf Grundlage des Durchschnittskurses der OMV Aktie im ersten Quartal 2010.

Beobachtungszeitraum für das Erreichen der Ziele (Leistungskriterien) sind die Geschäftsjahre 2010, 2011 und 2012. Zu Beginn des Programms wurden Zielwerte für Schlüsselindikatoren (Total Shareholder Return (TSR), Economic Value Added (EVA) und Ergebnis je Aktie) festgelegt, wobei diese Ziele gleich gewichtet sind (jeweils 30%). Das Ziel der Safety Perfomance ist mit 10% gewichtet. Das Erreichen der Ziele wird mittels Vergleich der vereinbarten Werte mit den tatsächlich erreichten Werten festgestellt. Bei Erreichen von 100% der Ziele werden dem CEO Aktien im Ausmaß von 90%, dem Deputy-CEO 75% und den übrigen Vorstandsmitgliedern 60% des Fixgehalts (brutto) 2010 zugeteilt. Die Berechnung der Anzahl der Aktien erfolgt auf Grundlage des Durchschnittskurses der OMV Aktie im ersten Quartal 2010. Die Zuteilung erfolgt mit Stichtag 31. März 2013. Über Aktien im Ausmaß der Zuteilung kann sofort frei verfügt werden, Aktien im Ausmaß des Eigeninvestments sind noch zwei Jahre (bis 31. März 2015) zu halten. Als wesentliche Änderung zum LTIP 2009 ist zu berichten: Die Zuteilung findet nach Wahl des Teilnehmers entweder in Form von Aktien oder als Barzahlung statt. Falls die Übertragung von Aktien den Tatbestand des Insiderhandels erfüllen würde, wird ausschließlich Barzahlung geleistet.

Werden die Ziele zu mehr als 100% erfüllt, werden proportional entsprechend, im Ausmaß der Übererfüllung, mehr Aktien zugeteilt, höchstens jedoch 175% der auf 100% Zielerreichung bezogenen Anzahl von Aktien. Mindestens werden jedoch 25% der auf 100% Zielerreichung bezogenen Anzahl von Aktien zugeteilt.

Aktienoptionspläne

Long-term Incentives wurden bis einschließlich dem Geschäftsjahr 2008 durch die für Unternehmen vergleichbarer Größe üblichen Aktienoptionspläne abgedeckt. Die Aktienoptionspläne sehen eine Wartefrist von zwei Jahren und danach eine Ausübungsfrist von fünf Jahren vor. Ausgeübt werden darf in beliebigen Tranchen, sofern jeweils die Voraussetzungen (Erreichen eines bei Genehmigung des Plans durch die Hauptversammlung definierten Kursanstiegs der OMV Aktie) vorliegen und kein Handelsverbot besteht. Eine Aktie Eigeninvestment gewährt im Plan 2008 Optionen auf 20 Aktien zu einem ebenfalls durch die Hauptversammlung definierten Preis. Die Pläne 2004 bis 2008 sind noch nicht bzw. nicht vollständig ausgeübt. Nach 2008 wurden keine weiteren Aktienoptionen begeben.

Altersvorsorge

Die Vorstandsmitglieder Ruttenstorfer, Roiss und Langanger haben Anspruch auf eine leistungsorientierte Pension. Die entsprechenden finanzmathematisch ermittelten Beiträge werden vom Unternehmen in eine Pensionskasse gezahlt. Die Vorstandsmitglieder Davies, Auli, Huijskes und Leitner haben Anspruch auf eine beitragsorientierte Pension. Die Beiträge werden vom Unternehmen in eine Pensionskasse gezahlt. Das Anfallsalter ist grundsätzlich das für jedes Vorstandsmitglied zur Anwendung kommende österreichische gesetzliche Pensionsantrittsalter.

Beendigungsansprüche Abfertigung

Die Vorstandsmitglieder Ruttenstorfer, Roiss und Davies haben die Möglichkeit der Wahl zwischen einer Abfertigung gemäß § 23 österreichisches Angestelltengesetz oder 10% des Jahresbasisbruttobezugs (das ist der Fixbezug) für jedes volle Dienstjahr ab vereinbartem Stichtag, wobei ein Jahresbasisbruttobezug nicht überschritten werden darf. Auli hat Anspruch auf eine Abfertigung gemäß § 23 österreichisches Angestelltengesetz, wobei die Vordienstzeiten im Konzern eingerechnet werden. In der Berechnungsgrundlage nach Angestelltengesetz sind auch die variablen Anteile enthalten. Auf Huijskes findet das Betriebliche Mitarbeiter- und Selbständigenvorsorgegesetz (BMSVG) Anwendung.

Abfindung

Im Falle einer vorzeitigen Beendigung eines Vorstandsvertrags, sofern kein Verschulden des Vorstandsmitglieds vorliegt, wird die Restlaufzeit des Vertrags ausbezahlt. Im Falle einer vom Vorstandsmitglied initiierten vorzeitigen Beendigung wird keine Abfindung gewährt.

Sonstige Anwartschaften und Ansprüche im Zuge der Beendigung der Funktion bestehen nicht.

Vorstandsbezüge 1) EUR 1.000
2010 Auli Davies Huijskes Langanger Roiss Ruttenstorfer Summe
Fix 600 665 375 461 700 800 3.601
Variabel 755 826 525 826 965 1.104 5.000
Pensionskassenbeiträge 132 250 98 341 462 574 1.857
Sachbezüge
(PKW, Unfallversicherung
und Aufwandersatz)
8 9 6 6 8 8 47
Unterkunftskosten 16 16
Ausüben von
Aktienoptionen
168 168
Abfertigung 1.434 1.434
Urlaubsersatzleistung 46 46
Summe 1.495 1.751 1.021 3.282 2.135 2.486 12.169

1) Auf Grund von Rundungsdifferenzen ergeben sich in den Einzelsummen Abweichungen. Die variablen Bezüge, deren Auszahlung 2010 erfolgte, beziehen sich, mit Ausnahme von EUR 525.000, welche eine Vorauszahlung für 2010 betreffen, auf den Zielerreichungsgrad für das Geschäftsjahr 2009. Es erfolgte eine Verwertung aus dem Aktienoptionsplan 2004.

Weitere Informationen zum Long Term Incentive Plan und zu den Aktienoptionsplänen (Bewertung, ausstehende Optionen, Ausübungen in den Vorjahren) finden Sie in der Anhangangabe 29.

Directors and Officers (D&O) Versicherung

Die Vorstandsmitglieder sind auch im Rahmen einer Directors and Officers Liability Insurance und einer Rechtsschutzversicherung versichert. In diesen beiden Fällen sind auch alle Mitglieder des Aufsichtsrats und eine große Anzahl anderer OMV Mitarbeiter versichert und es erfolgen Gesamtprämienzahlungen an die Versicherer, so dass eine spezifische Zuordnung an Vorstandsmitglieder nicht stattfindet.

Haftungsfreistellung

Für Mitglieder des Vorstands und weitere OMV Mitarbeiter in Organfunktionen von (direkten und indirekten) Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft besteht subsidiär eine Haftungsfreistellung seitens der OMV Aktiengesellschaft für Inanspruchnahme durch Dritte in Ausübung der Organfunktion, sofern nicht vorsätzliches oder grob fahrlässiges Handeln vorliegt.

Aktienbesitz von Vorstandsmitgliedern

Die Mitglieder des Vorstands hielten mit Stichtag 31. Dezember 2010 folgende Anzahl an Aktien der OMV Aktiengesellschaft:

Aktien
Ruttenstorfer: 45.035
Roiss: 174.528
Auli: 23.272
Davies: 28.920
Huijskes: 12.136
Langanger (Stichtag 30. September 2010): 58.770
Leitner: 14.409

Grundsätze der Vergütung ausgewählter Führungskräfte und Experten

Das Grundgehalt wird nach international anerkannten Verfahren zur Berücksichtigung der Marktgegebenheiten unter Beachtung der kollektivvertraglichen Regelungen festgelegt. Die für den Vorstand geltenden Grundsätze werden in angepasster Form auch auf diese Mitarbeiter angewendet.

Daher nehmen definierte Mitglieder in weiteren

Führungsebenen des Konzerns (insgesamt ca. 85 Personen) an den Aktienoptionsplänen und am Long Term Incentive Plan teil. Ebenso gelten für sie jährliche Bonusvereinbarungen, wie im Folgenden dargestellt:

Für etwa 2.800 Führungskräfte und Experten gab es 2010 ein gestuftes Management by Objectives-Programm (MbO), wonach Anspruch auf Bonifikation bei Erreichen der Ziele besteht. Länderweise unterschiedlich gibt es für sonstige Mitarbeiter Prämien, an deren Ausgestaltung auch die Arbeitnehmervertreter mitwirken.

Voraussetzung für Zahlungen ist in allen Systemen sowohl das Erreichen von finanziellen und nicht-finanziellen Unternehmenszielen als auch von individuell vereinbarten Zielen.

Die mit den Teilnehmern am MbO getroffenen Zielvereinbarungen sind für alle Teilnehmer über ein unternehmensweites Performance and Development System (PDS) einsehbar. Damit können die Teilnehmer wechselseitig Ziele berücksichtigen.

Aufsichtsrat

Dem Aufsichtsrat gehörten 2010 folgende Mitglieder an, die neben ihrer Funktion im Aufsichtsrat von OMV auch die angegebenen Aufsichtsratsmandate (in- und ausländische börsenotierte Unternehmen) gemäß Regel C 58 öCGK inne haben:

Peter Michaelis

(Vorstand der ÖIAG), Vorsitzender, Mandate: Österreichische Post AG – Vorsitz, Telekom Austria AG – Vorsitz.

Rainer Wieltsch

(bis 26. Mai 2010) Stv. Vorsitzender, Mandate: Österreichische Post AG (bis 22. April 2010), Telekom Austria AG.

Wolfgang Berndt

Stv. Vorsitzender, Mandate: GfK AG, MIBA AG.

Khadem Al Qubaisi

(Vorstand International Petroleum Investment Company (IPIC)), Stv. Vorsitzender, Mandate: Aabar Investments PJSC – Vorsitz, Abu Dhabi

National Takaful Co. PJSC – Vorsitz, Compania Espanola de Petroleos S.A. (CEPSA), First Gulf Bank.

Alyazia Al Kuwaiti

(Manager Evaluation & Execution, IPIC).

Mohamed Al Khaja

(bis 26. Mai 2010) (Division Manager Research & Business Development, IPIC).

Elif Bilgi-Zapparoli

(Vorstandsvorsitzende Merrill Lynch Yatirim Bank A.S. und Merrill Lynch Menkul Degerler A.S.).

Helmut Draxler

Mandate: RHI AG.

Wolfram Littich

(Vorstandsvorsitzender Allianz Elementar Versicherungs-AG).

Herbert Stepic

(Vorstandsvorsitzender Raiffeisen Bank International AG).

Herbert Werner

Mandate: Innstadt Brauerei AG – Vorsitz, Ottakringer Getränke AG.

Norbert Zimmermann

Mandate: Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG – Vorsitz, Bene AG, Oberbank AG.

Von der Konzernvertretung entsendet (Arbeitnehmer):

Leopold Abraham, Wolfgang Baumann, Franz Kaba, Ferdinand Nemesch, Markus Simonovsky

Diversität

Bei der Auswahl der Mitglieder des Aufsichtsrats stehen einschlägiges Wissen und Erfahrung in Führungspositionen im Vordergrund. Zusätzlich wird auf eine Diversität erzielende Zusammensetzung geachtet. Unter dem Gesichtspunkt der Diversität ist zu berichten, dass sich unter den 15 Mitgliedern des Aufsichtsrats zwei Frauen befinden, drei Mitglieder unter 50 Jahre alt sind und drei Mitglieder nicht-österreichischer Nationalität sind.

Unabhängigkeit

Der Aufsichtsrat hat die in Anhang 1 öCGK festgelegten und darüber hinaus folgende Leitlinien für die von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder des Aufsichtsrats beschlossen: Das Aufsichtsratsmitglied darf nicht Mitglied einer Geschäftsführung einer verbundenen Gesellschaft sein. Das Aufsichtsratsmitglied darf von der Gesellschaft oder einer verbundenen Gesellschaft keine Aktienoptionen oder sonstige erfolgsbezogene Vergütungen beziehen. Das Aufsichtsratsmitglied darf kein Anteilseigner mit einer Kontrollbeteiligung (im Sinne der EU-Richtlinie 83/349 EWG – das ist eine Beteiligung von mehr als 50% der Stimmrechte oder Beherrschung, etwa durch Nominierungsrechte) sein oder einen solchen vertreten.

Alle von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder, mit Ausnahme von Helmut Draxler zur Dauer der Zugehörigkeit, haben erklärt, von der Gesellschaft und deren Vorstand im Geschäftsjahr 2010 und bis zum Zeitpunkt der Abgabe der Erklärung unabhängig gewesen zu sein (Regel C 53 öCGK). Gemäß Regel C 54 öCGK haben die Mitglieder des Aufsichtsrats Bilgi-Zapparoli, Berndt, Draxler, Littich, Stepic, Werner und Zimmermann erklärt, von den Großaktionären im Geschäftsjahr 2010 und bis zum Zeitpunkt der Abgabe der Erklärung unabhängig gewesen zu sein.

Arbeitsweise des Aufsichtsrats

Zur Erfüllung seiner Aufgaben, insbesondere der Überwachung und der strategischen Unterstützung des Vorstands, diskutiert der Aufsichtsrat Lage und Ziele des Unternehmens in jenen Sitzungen, in denen auch (abgesehen von Dringlichkeitsfällen) die Beschlüsse gefasst werden. Vier Ausschüsse optimieren den Einsatz der Kompetenzen der Aufsichtsratsmitglieder. Im Folgenden dazu ein kurzer Überblick (siehe auch Bericht des Aufsichtsrats):

Der Aufsichtsrat hat fünf Sitzungen abgehalten, wovon eine der Strategie gewidmet war.

Kein Mitglied des Aufsichtsrats hat an weniger als der Hälfte der Sitzungen teilgenommen.

Präsidial- und Nominierungsausschuss

Dieser Ausschuss ist ermächtigt, in dringenden Angelegenheiten zu entscheiden. Der Aufsichtsrat kann dem Präsidial- und Nominierungsausschuss im Einzelfall oder auf Dauer weitere Aufgaben und Genehmigungsbefugnisse übertragen. Als Nominierungsausschuss unterbreitet er dem Aufsichtsrat Vorschläge zur Besetzung neuer oder frei werdender Mandate im Vorstand und befasst sich mit der Nachfolgeplanung. Ferner unterbreitet er der Hauptversammlung Vorschläge zur Besetzung von Aufsichtsratsmandaten. Es haben vier Sitzungen des Präsidial- und Nominierungsausschusses stattgefunden, die sich insbesondere mit der Nachfolgeplanung sowie der Nachfolgesuche für den Vorstandsbereich Raffinerien und Marketing beschäftigt haben.

Prüfungsausschuss

Dem Prüfungsausschuss obliegen die Aufgaben gemäß § 92 Abs. 4a AktienG. Es haben vier Sitzungen des Prüfungsausschusses stattgefunden. In diesen wurden insbesondere die Vorbereitung der Abschlussprüfung, die Prüfung der Tätigkeit der Abschlussprüfer, der Internen Revision, des internen Kontrollsystems und des Risikomanagements behandelt sowie Vorschläge zur Auswahl der Abschlussprüfer und der Behandlung des Jahresabschlusses erarbeitet.

Abschlussprüfer: Die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers ist zu beachten, wobei Prüfungsentgelt und sonstige Entgelte gegenüber zu stellen sind. Der Aufwand für den Abschlussprüfer, der Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH (einschließlich deren Netzwerk im Sinne des § 271b UGB), betrug 2010 für sonstige Aufträge EUR 1,94 Mio; für die Konzernprüfung EUR 2,44 Mio.

Projektausschuss

Bei Bedarf bereitet der Projektausschuss in Zusammenarbeit mit dem Vorstand grundlegende Entscheidungen komplexer Natur vor und berichtet über die Ergebnisse und allfällige Empfehlungen an den Aufsichtsrat. Der Projektausschuss hat zweimal getagt und dabei insbesondere spezifische potenzielle Akquisitionsprojekte, wie Petrol Ofisi, erörtert.

Vergütungsausschuss

Der Vergütungsausschuss (dem keine Arbeitnehmervertreter angehören) befasst sich mit allen Angelegenheiten der Vergütung der Vorstandsmitglieder und dem Inhalt von Anstellungsverträgen mit Vorstandsmitgliedern. Er ist somit insbesondere zum Abschluss, der Änderung und Auflösung der Anstellungsverträge mit Vorstandsmitgliedern sowie zur Entscheidung über die Gewährung von Bonifikationen (variable Bezüge) und dergleichen an Vorstandsmitglieder ermächtigt. Es haben zwei Sitzungen des Vergütungsausschusses stattgefunden, in denen die Ziele für und die Gewährung von Bonifikationen festgelegt sowie der Vertrag mit dem neuen Vorstandsmitglied für Raffinerien und Marketing behandelt wurden.

Interessenkonflikte, zustimmungspflichtige Geschäfte mit Mitgliedern des Aufsichtsrats

Zustimmungspflichtige Verträge gemäß § 95 Abs. 5 Z 12 AktienG gab es nicht; hingewiesen sei auf Transaktionen im Umfang von ca. EUR 1,9 Mrd mit Unternehmen der Raiffeisengruppe (Stepic, weniger als 1% der Bilanzsumme der Raiffeisengruppe).

Interessenkonflikte von Mitgliedern des Aufsichtsrats werden nach dem in der Geschäftsordnung ausführlich geregelten Verfahren behandelt.

Vergütung

Satzungsgemäß beschließt die Hauptversammlung (HV) jährlich die Vergütungen der von ihr gewählten Aufsichtsratsmitglieder für das

Vergütungen der Aufsichtsratsmitglieder EUR
für den Vorsitzenden 29.200
für die Stellvertreter 21.900
für die Mitglieder 14.600
für den Vorsitzenden eines Ausschusses 12.000
für den stellvertretenden Ausschussvorsitzenden 10.000
für die Mitglieder eines Ausschusses 8.000

abgelaufene Wirtschaftsjahr. Die HV 2010 hat für das Geschäftsjahr 2009 folgendes Vergütungsschema beschlossen:

Die bei den einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern angeführten Beträge wurden 2010 für das Geschäftsjahr 2009 ausbezahlt; Aufwandersatz

(Reisespesen, Sitzungsgeld) ist darin nicht enthalten. Vorsitzender des Aufsichtsrats und aller Ausschüsse war 2010 durchgehend Michaelis, stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats und aller Ausschüsse waren bis 26. Mai 2010 Wieltsch und Al Kuwaiti, ab 26. Mai 2010 Berndt und Al Qubaisi.

Name (Geburtsjahr) Funktion/Ausschussmitglied 1) Vergütung (in EUR) Dauer 1)
Peter Michaelis (1946) Vorsitzender; auch in 77.200 23.5.2001 – oHV 2014
PräsA, ProjA, PrüfA, VergA
Rainer Wieltsch (1944) (Stv. Vorsitzender); auch in 59.900 24.5.2002 – 26.5.2010
PräsA, ProjA, PrüfA, VergA
Alyazia Al Kuwaiti (1975) (Stv. Vorsitzende); auch in 74.875 14.5.2008 – oHV 2014
PräsA, ProjA, PrüfA, VergA
Wolfgang Berndt (1942) Stv. Vorsitzender auch in 26.5.2010 – oHV 2014
PräsA, ProjA, PrüfA, VergA
Khadem Al Qubaisi (1971) Stv. Vorsitzender auch in 26.5.2010 – oHV 2014
PräsA, ProjA, PrüfA, VergA
Elif Bilgi-Zapparoli (1967) 11.650 13.5.2009 – oHV 2014
Helmut Draxler (1950) PrüfA 22.600 16.10.1990 – oHV 2014
Mohamed Al Khaja (1980) PräsA, ProjA 38.250 14.5.2008 – 26.5.2010
Wolfram Littich (1959) ProjA, PrüfA 30.600 23.5.2001 – oHV 2014
Herbert Stepic (1946) 14.600 18.5.2004 – oHV 2014
Herbert Werner (1948) PrüfA 22.600 4.6.1996 – oHV 2014
Norbert Zimmermann (1947) ProjA, VergA 30.600 23.5.2001 – oHV 2014
Gerhard Mayr (1946) 5.280 24.5.2002 – 13.5.2009
Leopold Abraham (1947) PräsA, ProjA, PrüfA Die Entsendung seitens
Wolfgang Baumann (1958) PräsA, PrüfA der Konzernvertretung ist
Franz Kaba (1953) ProjA unbefristet; jedoch können
die Arbeitnehmervertreter
Ferdinand Nemesch (1951) ProjA, PrüfA jederzeit von der Konzern
Markus Simonovsky (1973) vertretung abberufen werden.

1) Erläuterung: PräsA = Präsidial- und Nominierungsausschuss, ProjA = Projektausschuss, PrüfA = Prüfungsausschuss, VergA = Vergütungsausschuss, oHV = ordentliche Hauptversammlung

Peter Michaelis hat in Entsprechung seines Vorstandsvertrags mit der ÖIAG die Vergütung für seine Aufsichtsratsfunktion in der OMV Aktiengesellschaft an die ÖIAG abgetreten.

Insgesamt betrug der Aufwand für den Aufsichtsrat im Jahr 2010 EUR 802.867; davon an bezahlten Vergütungen (für das Geschäftsjahr 2009) EUR 388.155, an Sitzungsgeldern EUR 41.464, an Reisespesen EUR 214.171 und an Technik, Organisation und Übersetzung EUR 159.077.

Mitwirkung der Arbeitnehmervertretung

Die Konzernvertretung hält regelmäßig Aussprachen mit dem Vorstand. Diese dienen der wechselseitigen Information über Arbeitnehmer betreffende Entwicklungen im Unternehmen.

Minderheitenrechte der Aktionäre

Hauptversammlung: Wenn mindestens 5% der

Aktionäre dies verlangen, muss eine Hauptversammlung einberufen werden.

  • Mindestens 5% der Aktionäre können die Aufnahme von Tagesordnungspunkten verlangen.
  • Mindestens 1% der Aktionäre können zu jedem Punkt der Tagesordnung Beschlussvorschläge übermitteln. Diese sind von der Gesellschaft auf ihrer Internetseite zu veröffentlichen.
  • Mindestens 10% der Aktionäre können eine Sonderprüfung bei Vorliegen von Verdachtsgründen für Unredlichkeiten oder grobe Verletzungen von Gesetz oder Satzung durchsetzen.
  • Bei der Hauptversammlung sind alle ordnungsgemäß angemeldeten Aktionäre zur Teilnahme,

einschließlich Fragen und Abstimmung berechtigt.

Wahl des Aufsichtsrats:

Wenn dieselbe Hauptversammlung zwei oder mehr Aufsichtsratsmitglieder zu wählen hat, muss über jede zu besetzende Stelle gesondert abgestimmt werden. Wenn dieselbe Hauptversammlung wenigstens drei Aufsichtsratsmitglieder zu wählen hat und sich vor der Abstimmung über die letzte zu besetzende Stelle ergibt, dass wenigstens ein Drittel aller abgegebenen Stimmen bei allen vorangegangen Wahlen zugunsten derselben Person, aber ohne Erfolg abgegeben wurde, muss diese Person ohne weitere Abstimmung als für die letzte Stelle gewählt erklärt werden, sofern sie auch für diese Stelle kandidiert.

Frauenförderung

Das Unternehmen ist bemüht, die Entwicklung von Frauen in Führungspositionen zu fördern. Zwar ist im Vorstand der OMV Aktiengesell-

Wien, am 22. März 2011

Der Vorstand

Wolfgang Ruttenstorfer Gerhard Roiss

Werner Auli David C. Davies Jacobus Gerardus Huijskes

schaft keine Frau vertreten, doch leitet Mariana Gheorghe als Vorstandsvorsitzende der OMV Petrom SA das größte Konzernunternehmen der Gruppe. In den Aufsichtsrat der OMV Aktiengesellschaft wurden von der Hauptversammlung zwei Frauen gewählt, das sind 20% der von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder.

  • Von den leitenden Positionen unterhalb der Vorstandsebene werden rund 19% von Frauen eingenommen. Der Frauenanteil im Konzern insgesamt beträgt etwa 23%. Als sehr technikorientiertes Unternehmen ist es schwierig in allen Bereichen eine adäquate Frauenquote zu erzielen, in den nicht-technischen Bereichen stellen sich die Aufnahmequoten als ausgewogen dar.
  • Der Vorstand hat 2010 die neue Diversity-Strategie beschlossen. Langfristiges Ziel ist es nun, bis 2020 im Senior Management einen "Diversity-Mix" von 30% weiblichen und 50% internationalen Mitarbeitern zu erreichen.

Lagebericht

Geschäftsverlauf 2010

Die im Geschäftsjahr 2010 erwirtschafteten Umsatzerlöse betrugen EUR 64,26 Mio (2009: EUR 69,67 Mio). Da die OMV Aktiengesellschaft die Aufgaben einer Management-Holding wahrnimmt, bestehen die Umsatzerlöse hauptsächlich aus den an die Nachfolgegesellschaften verrechneten Konzernumlagen.

Das Betriebsergebnis (EBIT) beläuft sich auf EUR -25,97 Mio (2009: EUR 0,96 Mio). Das niedrigere Betriebsergebnis im Jahr 2010 ist im Wesentlichen auf niedrigere Umsatzerlöse aus Konzernumlagen, Rückstellungen für den Long Term Incentive Plan und erhöhte Beratungskosten zurückzuführen.

Der Finanzerfolg errechnet sich im Geschäftsjahr 2010 mit EUR 585,23 Mio (2009: EUR 11,10 Mio). Durch die Funktion der OMV Aktiengesellschaft als Holding spiegelt primär das Finanzergebnis mit den Dividenden- und Beteiligungserträgen den Geschäftsverlauf wider. Die Netto-Erträge aus Beteiligungen betrugen EUR 769,69 Mio und lagen damit über dem Niveau von 2009 (EUR 515,47 Mio).

Die Gesellschaften im Bereich Exploration und Produktion (E&P) ohne Petrom verzeichneten im Vergleich zum Vorjahr, vor allem auf Grund der gestiegenen Rohölpreise eine Erhöhung des Beteiligungsergebnisses auf EUR 444,04 Mio (2009: EUR 287,37 Mio).

Das Beteiligungsergebnis des Bereichs Raffinerien und Marketing (R&M) ohne Petrom erhöhte sich auf EUR 35,6 Mio (2009: EUR -80,40 Mio). Die Erhöhung ist vor allem auf das deutlich bessere europäische Raffineriemargenumfeld zurückzuführen.

Die Beteiligungsergebnisse des Bereichs Gas und Power (G&P) ohne Petrom lagen mit EUR 79,24 Mio unter dem Vorjahresniveau (2009: EUR 106,82 Mio).

Die niedrigere Ergebnisabführung basiert im Wesentlichen auf der Bildung einer Bewertungsreserve in einer der Tochtergesellschaften.

Investitionen

Die Investitionen im Jahr 2010 sind im Wesentlichen geprägt von Kapitalzuführungen an die OMV Enerji Holding Anonim Şirketi und OMV Solutions GmbH aufgrund der Türkeiaktivitäten, sowie an die OMV E&P GmbH, an die OMV R&M GmbH und an die OMV Deutschland GmbH.

Der Cashflow aus der operativen Tätigkeit für das Geschäftsjahr 2010 betrug EUR 569,19 Mio (2009: EUR 948,60 Mio), der Cashflow aus der Investitionstätigkeit EUR -891,01 Mio (2009: EUR -1.828,65 Mio) und der Cashflow aus der Finanzierung EUR 105,25 Mio (2009: 855,31 Mio).

Der Jahresüberschuss betrug EUR 602,58 Mio (2009: 18,48 Mio). Die Bilanzsumme erhöhte sich im Jahr 2010 auf EUR 10.545,72 Mio (2009: 9.889,01 Mio).

Das Eigenkapital einschließlich unversteuerter Rücklagen wurde zum 31. Dezember 2010 mit EUR 6.408,00 Mio ermittelt (2009: EUR 6.104,20 Mio). Die Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2010 betrug 60,76% (2009: 61,73%).

Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme zum 31. Dezember 2010 lag bei rund 62,54% (2009: 49,48%).

Der ROE (Return on Equity, Jahresüberschuss/durchschnittliche Eigenmittel) wurde mit 9,63% (2009: 0,3%) ermittelt.

Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter, die in der Konzernführung tätig waren, betrug im Jahr 2010 128 (2009: 124).

Informationen gemäß § 243a Unternehmensgesetzbuch (UGB)

Gemäß § 243a (UGB) sind die folgenden Informationen anzugeben:

    1. Das Grundkapital beträgt EUR 300.000.000 und ist in 300.000.000 auf Inhaber lautende Stückaktien zerlegt. Es gibt keine unterschiedlichen Aktiengattungen.
    1. Zwischen den Kernaktionären International Petroleum Investment Company (IPIC) und Österreichische Industrieholding Aktiengesellschaft (ÖIAG) besteht ein Syndikatsvertrag, der ein gemeinsames Verhalten sowie Übertragungsbeschränkungen bezüglich der gehaltenen Aktien vorsieht.
    1. ÖIAG hält 31,5% und IPIC hält 20,0% des Grundkapitals.
    1. Aktien mit besonderen Kontrollrechten gibt es nicht.
    1. Arbeitnehmer, die im Besitz von Aktien sind, üben bei der Hauptversammlung ihr Stimmrecht unmittelbar aus.
    1. Der Vorstand der Gesellschaft muss aus zwei bis sechs Mitgliedern bestehen. Der Aufsichtsrat der Gesellschaft muss aus mindestens sechs von der Hauptversammlung gewählten und den gemäß § 110 Abs. 1 Arbeitsverfassungsgesetz entsandten Mitgliedern bestehen. Für Kapitalerhöhungen

gemäß § 149 AktienG (Aktiengesetz) und Satzungsänderungen (ausgenommen Unternehmensgegenstand) genügt die einfache Stimmen- und Kapitalmehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals.

  1. a) Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 13. Mai 2009 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 13. Mai 2014, allenfalls in mehreren Tranchen, um bis zu EUR 77,9 Mio durch Ausgabe von bis zu 77.900.000 Stück neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien gegen Baroder Sacheinlagen auch unter Ausschluss des Bezugsrechts im Falle von Sacheinlagen zu erhöhen und den Ausgabekurs sowie die Ausgabebedingungen im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat festzusetzen (genehmigtes Kapital).

b) Das Grundkapital ist gemäß § 159 Abs. 2 Ziffer 1 AktienG um bis zu EUR 77,9 Mio durch Ausgabe von bis zu 77.900.000 Stück auf Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht (bedingtes Kapital). Die bedingte Kapitalerhöhung darf nur insoweit durchgeführt werden, als Inhaber von auf der Grundlage des Hauptversammlungsbeschlusses vom 13. Mai 2009 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen von dem ihnen gewährten Wandlungsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen.

c) Die Summe der Anzahl der nach den Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen aktuell oder potenziell auszugebenden Bezugsaktien und die Anzahl der aus dem genehmigten Kapital auszugebenden Aktien darf 77.900.000 Stück nicht überschreiten (betragsmäßige Determinierung der Ermächtigungen nach lit. a und b), wobei das Wandlungsrecht der Inhaber von Wandelschuldverschreibungen jedenfalls gewahrt sein muss.

d) Die Hauptversammlung vom 13. Mai 2009 ermächtigte den Vorstand zum Kauf eigener Aktien im gesetzlich jeweils höchstzulässigen Ausmaß (derzeit 10% des Grundkapitals) während einer Geltungsdauer von 30 Monaten ab dem Tag dieser Beschlussfassung. Die eigenen Aktien können zur Bedienung der Aktienoptions- und Long Term Incentive Pläne verwendet oder jederzeit über die Börse oder durch ein öffentliches Anbot veräußert werden. Der Vorstand ist auch ermächtigt, eigene Aktien einzuziehen oder eigene Aktien zum Bedienen von allenfalls ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen, zum Aktientausch zum Zweck der Beteiligung an anderen Unternehmen und zu jedem beliebigen, gesetzlich zulässigen Zweck zu verwenden.

    1. Bedeutende Vereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist und die bei einem Kontrollwechsel in der Gesellschaft in Folge eines Übernahmeangebots wirksam werden, sich ändern oder enden, bestehen zum 31. Dezember 2010 nicht.
    1. Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots bestehen nicht.
    1. Die wichtigsten Merkmale des internen Kontrollund des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sind: Standards für interne Kontrollsysteme werden in internen Konzernrichtlinien festgelegt. Corporate Internal Audit überwacht die Einhaltung dieser Standards durch regelmäßige Prüfungen einzelner Konzerngesellschaften und berichtet dem Aufsichtsrat über die Ergebnisse der durchgeführten Prüfungen. Die Festlegung von konzerneinheitlichen Regelungen für die Erstellung von Jahresabschlüssen und Zwischenabschlüssen durch das Konzern-IFRS-Accounting-Manual wird ebenfalls in einer internen Konzernrichtlinie geregelt. Der Konzern verfügt über ein umfassendes Risikomanagement-System. Der Rechnungslegungsprozess wurde hinsichtlich wesentlicher Teilprozesse analysiert. Die identifizierten Teilprozesse werden basierend auf einem rollierenden Zeitplan hinsichtlich ihrer Effektivität geprüft und an Best-Practice ausgerichtet (z.B. Derivate, Forderungsmanagement, Bilanzierung von Anlagevermögen). Zusätzlich beurteilen die Abschlussprüfer regelmäßig die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems. Die Ergebnisse werden dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats berichtet.

Risikomanagement

Risikomanagement ist als eine unternehmensweite integrierte Funktion in der Corporate Finance Abteilung der OMV Aktiengesellschaft angesiedelt. Der unternehmensweite Risiko Identifikations- und Bewertungsprozess wird einerseits von dort koordiniert, andererseits werden Risiken im Gesamtportfolio als Nettoposition aggregiert. Auf dieser um Diversifikationseffekte reduzierten Basis werden dann verschiedene Maßnahmen zur Risiko-Steuerung im Rahmen der Risikoreduktion gesetzt, insbesondere betreffend direkter finanzieller Risiken wie Zinsen, Fremdwährungen, Liquidität und Pensionen. Die Analyse des strategischen Marktpreisrisikos erfolgt ebenso in Corporate Finance. Die OMV Aktiengesellschaft beobachtet darüber hinaus laufend das Beteiligungsrisiko (Werthaltigkeit) des Konzerns, sowie die Transaktionsrisiken von Großinvestitionen. Zins- und Liquiditätsrisiken werden über festgelegte Limite gesteuert. Zur Steuerung können seitens des Konzern-Treasury Derivate (Swaps) eingesetzt werden. Konkret wurden zur Ausbalancierung des Zinsportfolios des Konzerns Teile der bestehenden USDund EUR-Kredite von fixen auf variable Zinsen umgestellt.

Entscheidungen über Marktpreisabsicherungen werden vom Financial Risk Committee dem Vorstand vorgeschlagen sowie zentral gesteuert. Um den Cashflow gegen einen nachteiligen Einfluss von sinkenden Ölpreisen zu schützen, hat die OMV Aktiengesellschaft im eigenen Namen für einige ihrer Konzernunternehmen derivative Instrumente eingesetzt, welche die Erlöse aus 25.000 bbl/d für 2010 abgesichert haben. Als Absicherungsinstrument wurden Puts eingesetzt, die eine Preisuntergrenze von durchschnittlich USD 55,17/bbl garantierten. Diese Puts wurden mit Call-Optionen so finanziert, dass initiale Zahlungen vermieden wurden (Null-Kosten-Struktur), wobei dadurch die Konzerngesellschaften nicht von Ölpreisen über USD 75/bbl im Jahr 2010 für das betreffende Volumen profitieren konnten. Diese Hedges führten in den betroffenen Konzerngesellschaften zu einem negativen Cashflow von ca. USD 41 Mio.

Für das Jahr 2009 wurden Put-Spreads (finanziert über Call Optionen) für ein Volumen von 25.000 bbl/d eingesetzt, um eine Preisuntergrenze von USD 80/bbl abzusichern, solange der Ölpreis über USD 65/bbl lag. Bei einem Ölpreis unter USD 65/bbl war das Absicherungsergebnis USD 15/bbl über dem Marktpreis. Diese Hedges führen in den betroffenen Konzerngesellschaften zu einem positiven Cashflow von ca. USD 108 Mio.

Die größten Fremdwährungsrisiken werden durch Schwankungen des USD gegenüber EUR, RON und TRY verursacht. Durch Verkäufe aus der Öl- und Gasproduktion entsteht im Konzern eine Netto-USD-Long-Position. Die Auswirkungen auf den Cashflow und/oder die Bilanz (Translationsrisiko) werden ebenso wie die Relation zum Ölpreis regelmäßig beobachtet.

Das Währungsrisiko von Beteiligungen (Translationsrisiko), also die Auswirkung auf Gewinn- und Verlustrechnung sowie Bilanz, wird zentral beobachtet. OMV ist durch maßgebliche Beteiligungen in Rumänien und der Türkei Währungsumrechnungsrisiken ausgesetzt. Das Kreditrisiko der Hauptkontrahenten des Konzerns wird durch Kontrahenten- und Bankenlimits begrenzt. Die Risiken betreffend Banken und Finanzinstitutionen werden von Corporate Finance zentral gesteuert, alle übrigen Kontrahentenrisiken werden auf Geschäftsbereichsebene basierend auf zentralen Limitvorgaben gesteuert.

Der weitgehend zentrale Finanzierungsansatz führt notwendigerweise dazu, dass die OMV Aktiengesellschaft das Ausfallsrisiko von Konzerngesellschaften übernimmt. Durch eine laufende Aktualisierung der unterjährigen Liquiditätsplanung wird die Entwicklung der Konzerngesellschaften kontinuierlich beobachtet und es können bei Bedarf geeignete Gegenmaßnahmen gesetzt werden. Die Werthaltigkeit der Beteiligungen wird regelmäßig durch Anwendung anerkannter Bewertungsmethoden überprüft. Im Bedarfsfall wurden entsprechende Wertberichtigungen erfasst.

Nachhaltigkeit:HSSE (Gesundheit, Sicherheit, Umwelt, Community Relations und Soziales)

Als Holdinggesellschaft nimmt OMV Aktiengesellschaft eine strategische Managementfunktion für Nachhaltigkeit:HSSE im Konzern ein. So leitet und koordiniert die OMV Aktiengesellschaft in Absprache mit den Geschäftsbereichen und Petrom die Formulierung der konzernweiten Strategie für Nachhaltigkeit:HSSE und der jährlichen Ziele in der Balanced Score Card.

Im Jahr 2010 gab es in der OMV Aktiengesellschaft keinen berichteten Unfall. Ein Beinaheunfall sowie 11 Gefährdungen und Beobachtungen wurden gemeldet. Das Bewusstsein für Gesundheits-, Sicherheit- und Umweltfragen wurde durch Trainings und Informationsveranstaltungen weiter gestärkt. Die Schwerpunkte der "HSSE Hours" lagen bei den Themen Sicherheit auf Reisen, Metabolic Balance und Community Relations Projekte. Beim Sicherheitsmanagement in der Konzernzentrale in Wien lag der Fokus auf Sicherheit auf Reisen, und es wurden mehrere Evakuierungsübungen durchgeführt an denen mehr als 1.800 Mitarbeiter teilnahmen.

Aktive Miteinbeziehung der Mitarbeiter bei Gesundheitsthemen wird mit Gesundheitszirkeln erreicht, in denen die Mitarbeiter ihre Anliegen aktiv einbringen können. Die daraus resultierenden Vorschläge wurden einem Steering Committee vorgelegt. Das arbeitsmedizinische Zentrum bietet neben der regelmäßigen ambulanten, ärztlichen Ordinationsbetreuung zahlreiche Kurse in Qigong, Tai Chi, Yoga, Pilates und dergleichen an. Mitarbeiterinnen für Physiotherapie und Ernährungsberatung stehen regelmäßig zur Verfügung. An einem Vorsorgeprogramm Bewegungsapparat nahmen 2010 zahlreiche Mitarbeiter im Headoffice teil. Die Klimatisierung der Konzernzentral wird regelmäßig überwacht. Die Ergebnisse zeigten keine auffälligen Werte bezüglich Klima, Strahlung und Temperatur.

In einem neuen Nachhaltigkeits-Blog im Intranet diskutierten Mitarbeiter zehn Wochen lang über Gesundheit, Sicherheits- und Umweltmanagement sowie Stakeholder-Einbeziehung in OMV Aktivitäten weltweit. Im Internet ging die interaktive "Sustainability World" online, in der mehr als 20 internationale OMV Projekte mit Nachhaltigkeitsbezug vorgestellt werden. In einem neuen Nachhaltigkeits-Blog im Intranet diskutierten Mitarbeiter zehn Wochen lang über Gesundheit, Sicherheits- und Umweltmanagement sowie Stakeholder-Einbeziehung in OMV Aktivitäten weltweit. Im Internet ging die interaktive "Sustainability World" online, in der mehr als 20 internationa-

2010 wurden die Hauptversammlung, die Aufsichtsratssitzungen, das Jahrestreffen der Rechtsexperten sowie ein CSR-Tag klimaneutral durchgeführt. le OMV Projekte mit Nachhaltigkeitsbezug vorgestellt werden. 2010 wurden die Hauptversammlung, die Aufsichts-

Wesentliche Ereignisse des Konzern nach dem Bilanzstichtag ratssitzungen, das Jahrestreffen der Rechtsexperten sowie ein CSR-Tag klimaneutral durchgeführt.

Im Jänner und Februar 2011 brachen politische Unruhen in einigen Ländern in Nordafrika und im Nahen Osten aus. Die Produktion in Libyen ist seit Ausbruch der Unruhen wesentlich beeinträchtigt. 2010 hat Libyen mit rund 33.000 boe/d in etwa 10% zur Gesamtproduktion des OMV Konzerns beigetragen. Dies kann im Geschäftsjahr 2011 zu Gewinnrückgängen im Bereich Exploration und Produktion führen, die auch Auswirkungen auf die OMV Aktiengesellschaft haben können. Wesentliche Ereignisse des Konzern nach dem Bilanzstichtag Im Jänner und Februar 2011 brachen politische Unruhen in einigen Ländern in Nordafrika und im Nahen Osten aus. Die Produktion in Libyen ist seit Ausbruch der Unruhen wesentlich beeinträchtigt. 2010 hat Libyen mit rund 33.000 boe/d in etwa 10% zur Gesamtproduktion des OMV Konzerns beigetragen. Dies kann im Geschäftsjahr 2011 zu Gewinnrückgängen im Bereich Exploration und Produktion

Am 6. Jänner 2011 unterzeichnete eine Konzerngesellschaft eine Vereinbarung zum Kauf sämtlicher Kapitalanteile an Pioneer Natural Resources Tunisia Ltd. und an Pioneer Natural Resources Anaguid Ltd. von dem unabhängigen US amerikanischen Öl- und Gasunternehmen Pioneer Natural Resources. Der Abschluss der Transaktion fand am 18. Februar 2011 statt. Der Kaufpreis beträgt USD 800 Mio zuzüglich USD 39,3 Mio Working Capital – die Finanzierung wird durch die OMV Aktiengesellschaft sichergestellt. führen, die auch Auswirkungen auf die OMV Aktiengesellschaft haben können. Am 6. Jänner 2011 unterzeichnete eine Konzerngesellschaft eine Vereinbarung zum Kauf sämtlicher Kapitalanteile an Pioneer Natural Resources Tunisia Ltd. und an Pioneer Natural Resources Anaguid Ltd. von dem unabhängigen US amerikanischen Öl- und Gasunternehmen Pioneer Natural Resources. Der Abschluss der Transaktion fand am 18. Februar 2011 statt. Der Kaufpreis beträgt USD 800 Mio zuzüglich

Wien, am 22. März 2011 Der Vorstand

Wolfgang Ruttenstorfer Generaldirektor und Vorstandsvorsitzender Wien, am 22. März 2011

Wolfgang Ruttenstorfer Generaldirektor und Vorstandsvorsitzender

Werner Auli Mitglied des Vorstands

Werner Auli Mitglied des Vorstands Gas und Power

Ausblick 2011 für den OMV Konzern

Wir erwarten für 2011, dass die wichtigsten Marktparameter weiterhin eine sehr hohe Volatilität aufweisen werden und, dass sich der Brent-Rohölpreis innerhalb eines Preisbands von USD 80-100/bbl bewegen wird. Die Brent-Urals Spanne wird weiterhin niedrig erwartet. Wir gehen davon aus, dass die relevanten Wechselkurse ebenfalls volatil bleiben. Die Raffineriespannen sollten sich auf Grund einer gestiegenen Nachfrage nach Mitteldestillaten teilweise erholen. Die Petrochemie-Margen hingegen werden im Vergleich zu 2010 durch weltweit zusätzliche Produktionskapazitäten sinken. Die Marketingmengen und –spannen werden weiterhin unter Druck stehen, da die westlichen Märkte trotz der gesamtwirtschaftlichen Erholung auf Grund der Marktsättigung voraussichtlich kein Wachstum aufweisen werden und Südosteuropa noch immer unter dem Einfluss des Wirtschaftsabschwungs steht. Um den Cashflow des Konzerns in 2011 teilweise abzusichern, wurden im Jänner 2011 Rohöl-Swaps für eine Menge von 50.000 bbl/d der Produktion in 2011 zu einem Preis von USD 97/bbl sowie EUR-USD Average Rate Forwards zu einem Kurs von USD 1,37, welche die genannten Mengen bis Ende 2011 abdecken, abgeschlossen. Diese Transaktionen werden zum Teil über die OMV AG abgewickelt. Es gehört zu den obersten Prioritäten von OMV, erstklassige HSEQ-Standards, einschließlich der Reduktion der Unfallhäufigkeit (LTIR, lost-time injury rate), anzustreben. Ausblick 2011 für den OMV Konzern Wir erwarten für 2011, dass die wichtigsten Marktparameter weiterhin eine sehr hohe Volatilität aufweisen werden und, dass sich der Brent-Rohölpreis innerhalb eines Preisbands von USD 80-100/bbl bewegen wird. Die Brent-Urals Spanne wird weiterhin niedrig erwartet. Wir gehen davon aus, dass die relevanten Wechselkurse ebenfalls volatil bleiben. Die Raffineriespannen sollten sich auf Grund einer gestiegenen Nachfrage nach Mitteldestillaten teilweise erholen. Die Petrochemie-Margen hingegen werden im Vergleich zu 2010 durch weltweit zusätzliche Produktionskapazitäten sinken. Die Marketingmengen und –spannen werden weiterhin unter Druck stehen, da die westlichen Märkte trotz der gesamtwirtschaftlichen Erholung auf Grund der Marktsättigung voraussichtlich kein Wachstum aufweisen werden und Südosteuropa noch immer unter dem Einfluss des Wirtschaftsabschwungs steht. Um den Cashflow des Konzerns in 2011 teilweise abzusichern, wurden im Jänner 2011 Rohöl-Swaps für eine Menge von 50.000 bbl/d der Produktion in 2011 zu einem Preis von USD 97/bbl sowie EUR-USD Average Rate Forwards zu einem Kurs von USD 1,37, welche die genannten Mengen bis Ende 2011 abdecken, abgeschlossen. Diese Transaktionen werden zum Teil über die OMV AG abgewickelt. Es gehört zu den obersten Prioritäten von OMV, erstklassige HSEQ-Standards, einschließlich der Reduktion der

David C. Davies Mitglied des Vorstands

Finanzen David C. Davies Mitglied des Vorstands Finanzen

Gerhard Roiss Generaldirektor-Stellvertreter,

Gerhard Roiss Generaldirektor-Stellvertreter, Raffinerien und Marketing inkl. Petrochemie

Jacobus Gerardus Huijskes Mitglied des Vorstands Exploration und Produktion

Jacobus Gerardus Huijskes Mitglied des Vorstands Exploration und Produktion

Bestätigungsvermerk

Wir haben den beigefügten Jahresabschluss der OMV Aktiengesellschaft, Wien, für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner bis zum 31. Dezember 2010 unter Einbeziehung der Buchführung geprüft. Dieser Jahresabschluss umfasst die Bilanz zum 31. Dezember 2010, die Gewinn- und Verlustrechnung für das am 31. Dezember 2010 endende Geschäftsjahr sowie den Anhang.

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Buchführung sowie für die Aufstellung und den Inhalt des Jahresabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Jahresabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Jahresabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Jahresabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Jahresabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage der OMV Aktiengesellschaft, Wien, zum 31. Dezember 2010 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner bis zum 31. Dezember 2010 in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung.

Der Lagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Lagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage der Gesellschaft erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Lagebericht mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Lagebericht steht nach unserer Beurteilung im Einklang mit dem Jahresabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 22. März 2011

Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH

Mag. Manfred Geritzer Wirtschaftsprüfer

Mag. Michael Schober Wirtschaftsprüfer

Bericht zum Jahresabschluss

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und für die Buchführung

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Prüfungsurteil

Aussagen zum Lagebericht

Jahresabschluss Bilanz zum 31. Dezember 2010

Aktiva EUR 1.000
Anhangangabe 2010 2009
Anlagevermögen
1
Immaterielle Vermögensgegenstände 2 0
Sachanlagen 1.090 6.202
Finanzanlagen 6.594.339 4.886.522
6.595.431 4.892.724
Umlaufvermögen
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
2
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 3.779.993 4.622.442
Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis
besteht 341 58
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 67.911 75.038
3.848.245 4.697.538
Eigene Anteile 13.199 13.386
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 55.437 272.006
3.916.881 4.982.930
Latente Steuern 28.027 9.613
Rechnungsabgrenzungsposten 5.378 3.740
Summe Aktiva 10.545.717 9.889.007
Passiva EUR 1.000
Anhangangabe 2010 2009
Eigenkapital
3
Grundkapital 300.000 300.000
Kapitalrücklagen
gebundene 1.006.610 1.006.610
nicht gebundene 334 334
Gewinnrücklagen
freie Rücklage 4.678.192 4.478.005
Rücklage für eigene Anteile 13.199 13.386
Bilanzgewinn, davon Gewinnvortrag 1.619 (2009: 76.419) 409.229 300.400
6.407.564 6.098.735
Unversteuerte Rücklagen
4
Bewertungsreserve auf Grund von Sonderabschreibungen 432 5.464
Rückstellungen
5
Rückstellungen für Abfertigungen 8.323 7.180
Rückstellungen für Pensionen 6.576 7.240
Steuerrückstellungen 8.600
Sonstige Rückstellungen 55.533 53.143
70.432 76.163
Verbindlichkeiten
6
Anleihen 1.750.000 1.500.000
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 917.269 778.625
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 11.492 11.573
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.101.921 1.192.756
Sonstige Verbindlichkeiten 282.029 219.780
4.062.711 3.702.734
Rechnungsabgrenzungsposten 4.578 5.911
Summe Passiva 10.545.717 9.889.007
Haftungsverhältnisse
7
3.349.438 3.376.932

Gewinn- und Verlustrechnung

EUR 1.000
Anhangangabe 2010 2009
1. Umsatzerlöse
8
64.259 69.668
2. Sonstige betriebliche Erträge
9
5.992 10.244
3. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen
10
–1.800 –1.555
4a. Personalaufwand
11
–37.083 –30.221
4b. Aufwendungen für Abfertigungen und Altersversorgung
12
–6.869 –3.550
5. Abschreibungen –162 –214
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen
13
–50.310 –43.409
7. Zwischensumme aus Z 1 bis 6 (Betriebserfolg) –25.973 963
8. Erträge aus Beteiligungen
davon aus verbundenen Unternehmen 618.910 (2009: 596.340)
14
770.024 596.783
9. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des
Finanzanlagevermögens
davon aus verbundenen Unternehmen 45.296 (2009: 57.814) 47.705 60.197
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
davon aus verbundenen Unternehmen 74.244 (2009: 71.452) 97.891 101.040
11. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen und
Wertpapieren des Umlaufvermögens 260 462
12. Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus Wertpapieren des Umlaufvermögens
davon aus Abschreibungen 113.106 (2009: 477.056)
davon aus verbundenen Unternehmen 333 (2009: 81.317)
14
–113.439 –558.374
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
davon betreffend verbundene Unternehmen 76.675 (2009: 49.560) –217.217 –189.005
14. Zwischensumme aus Z 8 bis 13 (Finanzerfolg) 585.224 11.103
15. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 559.251 12.066
16. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
15
43.326 6.415
17. Jahresüberschuss 602.577 18.481
18. Auflösung unversteuerter Rücklagen 5.033
19. Auflösung von Gewinnrücklagen 205.500
20. Zuweisung zu Gewinnrücklagen –200.000
21. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 1.619 76.419
22. Bilanzgewinn 409.229 300.400

Anhang

Der vorliegende Jahresabschluss zum 31. Dezember 2010 der OMV Aktiengesellschaft, Wien, ist nach den Vorschriften des österreichischen Unternehmensgesetzbuches (UGB) in der aktuellen Fassung erstellt worden. Weiters erstellt die OMV Aktiengesellschaft als Mutterunternehmen des OMV Konzerns einen gesonderten Konzernabschluss nach International Financial Reporting Standards (IFRSs).

Zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung wurden einzelne Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst. Die detaillierte Darstellung erfolgt im Anhang. Die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt nach dem Gesamtkostenverfahren.

Der Abschluss wurde in Euro (EUR) erstellt. Die zahlenmäßige Darstellung erfolgt in Tausend Euro (EUR 1.000, TEUR). Auf Grund der Darstellung in TEUR kann es zu Rundungsdifferenzen kommen.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände und Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig abgeschrieben.

Den planmäßigen linearen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zu Grunde:

Kategorie Nutzungsdauer
Gebäude 10–50 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 4–20 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4–25 Jahre

In Anlehnung an die steuerrechtlichen Bestimmungen wird für Zugänge im ersten Halbjahr eine volle Jahresabschreibung, für Zugänge im zweiten Halbjahr eine halbe Jahresabschreibung vorgenommen.

Über das Ausmaß der planmäßigen Abschreibung hinausgehende wesentliche und andauernde Wertminderungen bei Anlagegegenständen werden durch außerplanmäßige Abschreibungen berücksichtigt.

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit einem Betrag von bis EUR 400 werden im Jahr der Anschaffung aktiviert und voll abgeschrieben und im Anlagespiegel im Anschaffungsjahr als Zu- und Abgang ausgewiesen.

Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Bei nachhaltigen und wesentlichen Wertminderungen werden niedrigere Werte angesetzt. Wertpapiere des Anlagevermögens werden mit den Anschaffungskursen oder bei Vorliegen niedrigerer Börsenstichtagskurse mit diesen bewertet.

Am 16. Mai 2006 erwarb OMV von Doğan Holding einen 34%-Anteil an Petrol Ofisi, dem führenden Unternehmen im Tankstellen- und Kundengeschäft in der Türkei, um Zugang zu einem der größten Wachstumsmärkte in Europa zu erhalten. Nachdem OMV ihren Anteil in den Vorjahren bereits auf 41,58% erhöht hatte, erlangte der Konzern im Jahr 2010 schließlich die Kontrolle durch den Erwerb eines weiteren 54,14%-Anteils von Doğan. Nach Abschluss der Transaktion am 22. Dezember 2010 hielt OMV somit 95,72% an Petrol Ofisi. Während der 41,58%-Anteil noch direkt von der OMV Aktiengesellschaft gehalten wird, wurde der zusätzliche Anteil von 54,14% indirekt über die OMV Enerji Holding Anonim Şirketi erworben, eine Tochter der OMV Aktiengesellschaft. Teil der Vereinbarung mit Doğan war eine Dividendenausschüttung durch Petrol Ofisi A.Ş. noch vor Abschluss der Transaktion. Der anteilige Dividendenertrag, den die OMV Aktiengesellschaft im Dezember erhalten hat, belief sich auf TTRY 303.869 (TEUR 150.460).

Die türkische Regulierungsbehörde für Energiewirtschaft (EMRA) verhängte am 31. August 2006 eine Gesamtstrafe in der Höhe von TRY 1,6 Mrd (EUR 0,8 Mrd) gegenüber 28 von 30 türkischen Distributionsunternehmen und bezog sich auf einen Rechtsstreit betreffend die Belieferung von Vertriebsgesellschaften ohne Lizenz während der Übergangsperiode nach der Einführung des neuen türkischen Mineralölgesetzes Anfang 2005. Für Petrol Ofisi A.Ş. und ihre Tochtergesellschaft Erk Petrol Yatrmlar A.S. wurde eine Strafe von rund TRY 600 Mio (rund EUR 289 Mio) verhängt. Petrol Ofisi beantragte beim Obersten Gerichtshof und beim Verwaltungsgericht die Aufhebung der Strafe und einen Zahlungsaufschub bis zum Ende des Verfahrens. Am 31. Jänner 2007 wurde vom Obersten Gerichtshof dem Antrag auf Zahlungsaufschub bis Ende des Verfahrens stattgegeben. Auf Grund der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs wurde keine Rückstellung für den Sachverhalt gebildet. In 2010 wurde der Rechtsstreit schließlich zugunsten Petrol Ofisi A.Ş. und ihrer Tochtergesellschaft Erk Petrol Yatrmlar A.S. entschieden.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit den Anschaffungswerten bewertet. Unverzinsliche Forderungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden abgezinst. Fremdwährungsforderungen werden mit Anschaffungskursen bzw. mit dem niedrigeren Kurs der Europäischen Zentralbank (EZB) am Bilanzstichtag bewertet. Für alle erkennbaren Risiken werden entsprechende Wertberichtigungen gebildet.

Gemäß § 198 Absätze 9 und 10 UGB wurden im Berichtsjahr latente Steuern aus temporären Differenzen gebildet. Die latenten Steuern werden unter der Position Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ausgewiesen. Ab dem Geschäftsjahr 2005 erfolgt seitens der OMV Aktiengesellschaft auf Grund der Gruppenbildung gemäß § 9 Körperschaftsteuergesetz die Verrechnung von Steuerumlagen gegenüber den Gruppengesellschaften. Auf Basis eines Ergebnisabführungsvertrags übernimmt die OMV Aktiengesellschaft Gewinne und Verluste ihrer Nachfolgegesellschaften.

In der OMV Aktiengesellschaft gibt es sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte Pensionsvorsorgepläne. Bei beitragsorientierten Pensionszusagen treffen die Gesellschaft nach Zahlung der vereinbarten Prämien keine Verpflichtungen mehr. Eine Rückstellung wird daher nicht angesetzt. Teilnehmern leistungsorientierter Pensionspläne wird hingegen eine bestimmte Pensionshöhe zugesagt. Den leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen wird durch die Bildung von Pensionsrückstellungen bzw. durch Zahlung an eine außerbetriebliche Pensionskasse Rechnung getragen. Das Risiko im Zusammenhang mit diesen leistungsorientierten Pensionsplänen verbleibt bei OMV.

Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder werden unter Anwendung der Projected-Unit-Credit-Method (laufendes Einmalprämienverfahren) berechnet. Dabei werden die erwarteten Versorgungsleistungen auf den gesamten Zeitraum der Beschäftigung verteilt. Zukünftige Gehaltssteigerungen werden berücksichtigt. Bei der Berechnung von Pensions- und Abfertigungsrückstellungen werden versicherungstechnische Gewinne und Verluste, die innerhalb eines Korridors von 10% des höheren Werts aus den erwarteten Ansprüchen oder des Planvermögens, jeweils am Periodenbeginn, anfallen, nicht berücksichtigt. Der Überschuss an versicherungstechnischen Gewinnen und Verlusten, der den Korridor überschreitet, wird über die durchschnittliche verbleibende Dienstzeit der am Plan teilnehmenden Beschäftigten amortisiert. Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen sowie die Erträge aus dem Planvermögen werden im Finanzerfolg dargestellt.

Zahlungen für beitragsorientierte Pensionsverpflichtungen sind im laufenden Pensionsaufwand ausgewiesen.

Verbindlichkeiten für Personallösungen werden gebucht, wenn diese betragsmäßig fixiert sind und ein detaillierter Plan mit Zustimmung des Managements vor dem Bilanzstichtag vorliegt, dem sich das Unternehmen nicht mehr entziehen kann.

Für nach kaufmännischer Beurteilung erkennbare Risiken und ungewisse Verbindlichkeiten wird durch die Bildung von entsprechenden Rückstellungen vorgesorgt.

Verbindlichkeiten werden mit den Nennwerten bzw. dem höheren Rückzahlungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit Anschaffungskursen bzw. mit dem höheren Kurs der EZB am Bilanzstichtag bewertet.

Long Term Incentive (LTI) Pläne 2009 und 2010

Im Jahr 2009 wurden die Aktienoptionspläne durch einen LTI Plan für den Vorstand und einen bestimmten Kreis leitender Führungskräfte ersetzt. Teilnehmer müssen bis zum Ende der Behaltefrist Aktien halten. Am Anspruchstag werden den Teilnehmern Bonusaktien gewährt. Die Zahl der Bonusaktien hängt vom Ausmaß der Erreichung definierter Leistungskriterien ab. Die Auszahlung erfolgt in bar oder durch Aktien. 2010 wurde ein weiterer Plan mit vergleichbaren Bedingungen gewährt.

Für zukünftige erwartete Kosten des LTI Plans besteht zum Bilanzstichtag eine Rückstellung, welche auf Basis von beizulegenden Zeitwerten errechnet wurde. Die beizulegenden Zeitwerte werden mit Hilfe eines Modells ermittelt, welches auf der erwarteten Erreichung der Leistungskriterien und dem erwarteten Aktienpreis beruht. Erwartete Dividenden wurden ebenfalls entsprechend der Mittelfristplanung der Gesellschaft einbezogen. Für neu begebene Pläne wird der Aufwand über den Beobachtungszeitraum von drei Jahren verteilt. Die Rückstellung per 31. Dezember 2010 belief sich auf TEUR 16.625 (2009: TEUR 3.747), die Nettodotierung im Berichtsjahr auf TEUR 12.878 (2009: TEUR 3.747).

Bedingungen

Plan 2010 Plan 2009
Planbeginn 1.1.2010 1.1.2009
Ende Leistungszeitraum 31.12.2012 31.12.2011
Anspruchstag 31.3.2013 31.3.2012
Ende der Behaltefrist 31.3.2015 31.3.2014
Erforderliches Eigeninvestment
Vorstandsvorsitzender 100% vom 100% vom
Bruttogrundgehalt Bruttogrundgehalt
Vorstandsvorsitzender-Stellvertreter 85% vom 85% vom
Bruttogrundgehalt Bruttogrundgehalt
Vorstandsmitglieder 70% vom 70% vom
Bruttogrundgehalt Bruttogrundgehalt
Leitende Führungskräfte EUR 15.000 oder EUR 15.000 oder
30.000 oder 60.000 30.000 oder 60.000
oder 90.000 oder oder 90.000 oder
120.000 in Aktien 120.000 in Aktien
Eigeninvestment
Mitglieder des Vorstands
Auli 20.096 Aktien 20.096 Aktien
Davies 20.096 Aktien 20.096 Aktien
Huijskes 12.136 Aktien
Langanger 20.096 Aktien 20.096 Aktien
Roiss 28.469 Aktien 28.469 Aktien
Ruttenstorfer 38.278 Aktien 38.278 Aktien
Vorstände gesamt 139.171 Aktien 127.035 Aktien
Andere Führungskräfte gesamt 240.390 Aktien 202.412 Aktien
Eigeninvestment gesamt 379.561 Aktien 329.447 Aktien
Erwartete Bonusaktien zum 31. Dezember 2010 591.420 Aktien 300.688 Aktien
Maximale Bonusaktien zum 31. Dezember 2010 611.514 Aktien 513.480 Aktien
Beizulegender Zeitwert des Plans (TEUR) 27.076 11.399

Aktienoptionspläne 2004 – 2008

Auf Basis der Beschlüsse der jeweiligen Hauptversammlungen wurden seitens der Gesellschaft für den Vorstand und für einen bestimmten Kreis leitender Führungskräfte des Konzerns beginnend mit dem Jahr 2000 langfristige, erfolgsorientierte Entlohnungspläne aufgelegt. Danach werden dem angeführten Personenkreis unter der Voraussetzung eines Eigeninvestments Optionsrechte für den begünstigten Erwerb von OMV Aktien (bzw. Geldgegenwert) eingeräumt, sofern ein Anstieg im Aktienkurs von zumindest 15% erzielt wird (Planhürde Aktienkurs).

In den folgenden Darstellungen wurde der am 11. Juli 2005 vorgenommene Aktiensplit im Verhältnis 1:10 sowohl bei der Stückanzahl als auch bei den Werten berücksichtigt.

Zum Zeitpunkt der Gewährung stellten sich die Pläne wie folgt dar:

Wesentliche Bedingungen

Plan 2008 Plan 2007 Plan 2006 Plan 2005 Plan 2004
Planbeginn 1.9.2008 1.9.2007 1.9.2006 1.9.2005 1.9.2004
Planende 31.8.2015 31.8.2014 31.8.2013 31.8.2012 31.8.2011
Sperrfrist 2 Jahre 2 Jahre 2 Jahre 2 Jahre 2 Jahre
Ausübungspreis Optionen EUR 47,550 EUR 47,850 EUR 45,190 EUR 34,700 EUR 16,368
Anzahl Optionen je Aktie Eigeninvestment 20 20 20 20 15
Voraussetzung für Planteilnahme
Eigeninvestment für Vorstände 1.136 Aktien 1) 1.230 Aktien 1) 1.242 Aktien 1) 2.390 Aktien 1) 3.980 Aktien 1)
Eigeninvestment andere Führungskräfte 379 Aktien 1) 410 Aktien 1) 414 Aktien 1) 800 Aktien 1) 1.330 Aktien 1)
Stückanzahl der eingeräumten Optionen
Mitglieder des Vorstands
Auli 2) 22.720 24.600 8.280 19.950
Davies 22.720 24.600 24.840 47.800 59.700
Langanger 3) 22.720 24.600 24.840 47.800 59.700
Roiss 22.720 24.600 24.840 47.800 59.700
Ruttenstorfer 22.720 24.600 24.840 47.800 59.700
Vorstände gesamt 113.600 123.000 107.640 191.200 258.750
Andere Führungskräfte gesamt 428.280 440.760 360.220 532.000 484.350
Insgesamt eingeräumte Optionen 541.880 563.760 467.860 723.200 743.100
Planhürde: Aktienkurs in Höhe von EUR 54,680 EUR 55,030 EUR 51,970 EUR 39,910 EUR 18,823

1) Oder 25%, 50%, 75% davon. 2) Mitglied des Vorstands seit 1. Jänner 2007. 3) Mitglied des Vorstands bis 30. September 2010.

Zum Bilanzstichtag waren die Pläne 2004 und 2005 teilweise ausgeübt und die Pläne 2006 und 2007 teilweise retourniert. Zum 31. Dezember 2009 waren die Pläne 2004 und 2005 teilweise ausgeübt und die Pläne 2006 und 2007 teilweise retourniert. Für die Aktienoptionspläne gelten weiters folgende Voraussetzungen und Bedingungen:

    1. Voraussetzung für die Teilnahme an den Aktienoptionsplänen ist ein Eigeninvestment, welches die Planteilnehmer am Planbeginn und während des ganzen Zeitraums bis zur Einlösung halten müssen.
    1. Die Aktienanzahl für das Eigeninvestment ergibt sich für alle Pläne aus dem genehmigten maximalen Eigeninvestment im Verhältnis zum mittleren Kurswert der Aktie des Monats Mai des Jahrs der Ausgabe. Es ist auch eine Ausübung von 25%, 50% bzw. 75% des maximalen Volumens möglich.
    1. Bei einem Verkauf von Aktien aus dem Eigeninvestment geht das Optionsrecht verloren. Die Optionen sind nicht übertragbar und verfallen bei Nichtausübung.
    1. Der Ausübungspreis ergibt sich aus dem mittleren Kurswert für den Zeitraum 20. Mai bis 20. August.
    1. Innerhalb der Ausübungsfrist können die Optionen bei Erreichung der Planhürden für den Plan 2004 jeweils in den 20 Handelstagen nach Veröffentlichung der Quartalsberichte (Ausübungsfenster) ausgeübt werden. Für die Pläne 2005–2008 sind die Ausübungsfenster jene Perioden, in denen die Ausübung nach den folgenden Grundsätzen nicht verboten ist. Die Ausübung ist verboten:
  • wenn der Ausübende über Insiderinformationen verfügt;
  • während der Sperrfristen nach der Emittenten-Compliance-Verordnung (sechs Wochen vor geplanter Veröf fentlichung des Jahresberichts, drei Wochen vor Veröffentlichung des Quartalsberichts, jede vom Compliance- Verantwortlichen in Einzelfällen festgesetzte Sperrfrist);
  • wenn der Vorstand die Ausübung auf die Dauer eines jeweils konkret vom Vorstand festgelegten Zeitraums untersagt.

  • Das Eigeninvestment muss bei Ausübung nachgewiesen werden. Die Optionen können durch Kauf von Aktien oder durch Auszahlung der Differenz zwischen aktuellem Aktienkurs und Ausübungspreis in Geldform oder in Form von Aktien ausgeübt werden, wenn der Kurswert der OMV Aktie zum Ausübungszeitpunkt um zumindest 15% über dem Ausübungspreis liegt.

Zusammenfassend entwickelten sich die Aktienoptionspläne in den Geschäftsjahren 2010 und 2009 wie folgt:

Aktienoptionspläne

2010 2009
Anzahl Optionen Gewichteter Anzahl Optionen Gewichteter
durchschnittlicher durchschnittlicher
Ausübungspreis Ausübungspreis
in EUR in EUR
Ausstehende Optionen per 1.1. 2.063.050 42,426 2.122.390 42,288
Ausgeübte Optionen –16.500 16,368 –18.180 16,368
Retournierte Optionen –41.160 46,780
Ausstehende Optionen per 31.12. 2.046.550 42,637 2.063.050 42,426
Per Jahresende ausübbar 1) 138.810 16,368 155.310 16,368

1) Die Optionen für die Pläne 2005, 2006, 2007 und 2008 wären am Jahresende ausübbar gewesen, wenn der Aktienkurs die jeweilige Planhürde überschritten hätte. Die Optionen für die Pläne 2005, 2006 und 2007 wären am 31. Dezember 2009 ausübbar gewesen, vorausgesetzt der Aktienkurs hätte die jeweilige Planhürde überschritten.

In der Berichtsperiode wurden aus dem Plan 2004 insgesamt 16.500 Optionen ausgeübt. Die Ausübung erfolgte in allen Fällen durch Aktienkauf. Der gewichtete durchschnittliche Aktienpreis zum Ausübungszeitpunkt betrug 2010 EUR 26,530. In Anbetracht der Planhürde betrug der innere Wert der zum 31. Dezember 2010 ausübbaren Optionen TEUR 2.045. (Am 31. Dezember 2010 lag der Aktienkurs unter den Planhürden der Pläne 2005, 2006, 2007 und 2008.) Im Jahr 2009 wurden aus dem Plan 2004 insgesamt 18.180 Optionen ausgeübt. Die Ausübung erfolgte in allen Fällen durch Aktienkauf. Der gewichtete durchschnittliche Aktienpreis zum Ausübungszeitpunkt betrug 2009 EUR 28,908. 16.560 Optionen aus dem Plan 2006 und 24.600 Optionen aus dem Plan 2007 wurden von den Teilhabern retourniert. In Anbetracht der Planhürde betrug der innere Wert der zum 31. Dezember 2009 ausübbaren Optionen TEUR 2.226. (Am 31. Dezember 2009 lag der Aktienkurs unter den Planhürden der Pläne 2005, 2006, 2007 und 2008.)

Die ausgeübten Optionen verteilten sich auf den Teilnehmerkreis wie folgt:

Ausgeübte Optionen

Anzahl
ausgeübter
Optionen
2010
Gewichteter
durchschnitt
licher Aus
übungspreis
in EUR
Anzahl
ausgeübter
Optionen
2009
Gewichteter
durchschnitt
licher Aus
übungspreis
in EUR
Mitglieder des Vorstands
Auli 14.190 16,368
Davies
Langanger 16.500 16,368
Roiss
Ruttenstorfer
Vorstände gesamt 16.500 16,368 14.190 16,368
Andere Führungskräfte gesamt 3.990 16,368
Insgesamt ausgeübte Optionen 16.500 16,368 18.180 16,368

Die Vergütungen aus der Ausübung der Optionen entsprechen dem Wert der im Geschäftsjahr ausgeübten Optionen zum Zeitpunkt der Ausübung und stellen sich wie folgt dar:

Vergütungen EUR 1.000
2010 2009
Plan 2004 168 228
Plan 2005
Summe 168 228

Von den Vergütungen entfallen TEUR 168 (2009: TEUR 181) auf Vorstandsmitglieder und keine auf andere Führungskräfte (2009: TEUR 47).

Per 31. Dezember 2010 stellen sich die in Umlauf befindlichen Optionen der einzelnen Pläne wie folgt dar:

In Umlauf befindliche Optionen

Ausübungs
preis in EUR
Anzahl
ausstehender
Restlaufzeit
in Jahren
Per Jahresende
ausübbare
Optionen 1)
16,368 138.810 0,7 138.810
34,700 375.400 1,7
45,190 451.300 2,7
47,850 539.160 3,7
47,550 541.880 4,7
2.046.550 138.810
Optionen

1) Die Optionen für die Pläne 2005, 2006 , 2007 und 2008 wären am Jahresende ausübbar gewesen, wenn der Aktienkurs die jeweilige Planhürde überschritten hätte.

Die Bewertung der Optionen erfolgt unter Anwendung des Black-Scholes-Modells. Die erwartete durchschnittliche Volatilität wurde auf Grund der Volatilität der vergangenen fünf Jahre ermittelt. Die Möglichkeit einer vorzeitigen Ausübung wurde bei der Festsetzung des risikofreien Zinssatzes berücksichtigt, der basierend auf Marktwerten zum Bilanzstichtag ermittelt wurde. Der Marktwert per 31. Dezember 2010 bezieht sich auf die noch ausstehenden Optionen, während sich der Marktwert zum Zeitpunkt der Gewährung auf die gesamten begebenen Optionen bezieht. Unter der Annahme, dass die Bedingungen während der Ausübungsfrist erfüllt werden, ergeben sich nachfolgende Marktwerte der Aktienoptionspläne:

Bewertung per 31.12.2010

Plan 2008 Plan 2007 Plan 2006 Plan 2005 Plan 2004
Marktwert Aktienoptionsplan in EUR 1.000 2.366 2.077 1.526 1.665 1.981
Berechnungsparameter
Marktpreis der Aktie in EUR 31,10 31,10 31,10 31,10 31,10
Risikofreier Zinssatz 2,208% 1,910% 1,337% 1,146% 1,146%
Laufzeit Optionen (inkl. Sperrfrist) 4,7 Jahre 3,7 Jahre 2,7 Jahre 1,7 Jahre 0,7 Jahre
Durchschnittliche Dividendenrendite 4,7% 4,1% 3,6% 3,2% 3,2%
Volatilität Aktienkurs 40% 40% 40% 40% 40%

Ausgehend von den Tageswerten der zum Bilanzstichtag noch nicht ausgeübten Optionsrechte wird für künftige Ausübungen mittels einer Rückstellung vorgesorgt. Die Rückstellung per 31. Dezember 2010 belief sich auf TEUR 9.615 (2009: TEUR 10.251), die Nettoauflösung im Berichtsjahr auf TEUR 636 (2009: Nettodotierung TEUR 1.414).

Erläuterungen zur Bilanz

1 Anlagevermögen

Im Berichtsjahr wurde die Gliederung des Sachanlagevermögens nach den gesetzlichen Mindestanforderungen vorgenommen. Die Entwicklung des Anlagevermögens 2010 ist im Anlagespiegel dargestellt.

In der Bilanzposition Grundstücke und Bauten ist ein Grundwert von TEUR 790 (2009: TEUR 5.835) enthalten.

Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen liegen in folgendem Umfang vor:

EUR 1.000
2010 2009
Im nächsten Jahr 73 74
In den nächsten fünf Jahren 170 160
Summe 243 234

Ausleihungen mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr belaufen sich auf insgesamt TEUR 9 (2009: TEUR 150.009). Die OMV Aktiengesellschaft gewährte im abgelaufenen Geschäftsjahr an folgende Gesellschaften Darlehen: An die OMV Power International GmbH in der Höhe von TEUR 100.000, an die OMV Clearing and Treasury GmbH in der Höhe von TEUR 630.000, an die Econgas GmbH in der Höhe von TEUR 100.000, an die OMV Samsun Elektrik Uretim Sanayi (ehemals Borasco Elektrik Üretim Sanayi ve Ticaret A.S.) in der Höhe von TEUR 32.000, an die OMV Australia PTY LTD in der Höhe von TUSD 12.500 und an die OMV Finance Services GmbH in der Höhe von TEUR 69.409. Die OMV Pakistan Exploration GmbH hat einen offenen Kreditrahmen von TUSD 35.000 für die Entwicklung des South West Miano Block Gas Felds; zum Bilanzstichtag waren TUSD 11.977 ausgenutzt. Die Pearl Petroleum Company Limited hat einen offenen Kreditrahmen von TUSD 103.871, zum Bilanzstichtag waren TUSD 77.279 ausgenutzt.

2010 wurden an folgende Gesellschaften Großmutterzuschüsse gewährt: An die OMV Trading GmbH in der Höhe von TEUR 20.000, an die OMV Oil Exploration GmbH in der Höhe von TEUR 149.000, an die OMV Oil & Gas Exploration GmbH in der Höhe von TEUR 9.251, an die OMV Clearing and Treasury GmbH in der Höhe von TEUR 330.000, an die OMV Finance Services GmbH in der Höhe von TEUR 125.000, und an die VIVA International Marketing- und Handels GmbH in der Höhe von TEUR 83.004.

Im Berichtsjahr wurden bei der OMV Deutschland GmbH in der Höhe von TEUR 70.000 und bei der OMV Enerji Holding Anonim Şirketi in der Höhe von TTRY 2.090.434 (TEUR 1.027.699) Kapitalerhöhungen durchgeführt. Zur Absicherung von Wechselkursschwankungen wurden Termingeschäfte abgeschlossen. Insgesamt wurde der Kurs für TUSD 492.000 bei vier Kreditinstituten gesichert, welche zum 22. Dezember geschlossen wurden. Das Ergebnis dieser Termingeschäfte beträgt TEUR 20.045, welches zum Ausgleich von Wechselkursschwankungen mit dem Beteiligungsansatz verrechnet wurde.

EUR 1.000
2010 2009
≤1 Jahr >1 Jahr ≤1 Jahr >1 Jahr
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 3.779.993 4.622.442
[davon aus Lieferungen und Leistungen] [223] [—] [112] [—]
Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht 341 58
[davon aus Lieferungen und Leistungen] [96] [—] [47] [—]
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 67.911 75.038
Gesamt 3.848.245 4.697.538

Sonstige Forderungen beinhalten einen revolvierenden Kredit an die Trans Austria Gasleitung GmbH in Höhe von TEUR 9.342 (2009: TEUR 11.069) sowie eine Forderung an das Finanzamt von TEUR 56.959 (2009: TEUR 48.183) an Körperschaftsteuervorauszahlungen.

Das Grundkapital der OMV Aktiengesellschaft besteht aus 300.000.000 (2009: 300.000.000) voll einbezahlten Stückaktien mit einem Gesamtbetrag von TEUR 300.000 (2009: TEUR 300.000). Es bestehen weder unterschiedliche Aktiengattungen noch Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Für das Geschäftsjahr 2010 sind alle Aktien dividendenberechtigt, mit Ausnahme der von der Gesellschaft gehaltenen eigenen Aktien.

3 Eigenkapital

Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung 2009 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der OMV Aktiengesellschaft um bis zu TEUR 77.900 durch Ausgabe von maximal 77.900.000 Stückaktien bis zum 13. Mai 2014 zu erhöhen (genehmigtes Kapital).

Das Grundkapital ist gemäß § 159 Abs. 2 Z 1 Aktiengesetz um bis zu TEUR 77.900 durch Ausgabe von bis zu 77.900.000 Stück auf Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht (bedingtes Kapital). Die bedingte Kapitalerhöhung darf nur insoweit durchgeführt werden, als Inhaber von auf der Grundlage des Hauptversammlungsbeschlusses vom 13. Mai 2009 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen von dem ihnen gewährten Wandlungsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen.

Die Hauptversammlung vom 13. Mai 2009 ermächtigte den Vorstand zum Kauf eigener Aktien im gesetzlich jeweils höchstzulässigen Ausmaß (derzeit 10% des Grundkapitals) während einer Geltungsdauer von 30 Monaten ab dem Tag dieser Beschlussfassung. Die eigenen Aktien können zur Bedienung der Aktienoptionspläne verwendet oder jederzeit über die Börse oder durch ein öffentliches Anbot veräußert werden. Der Vorstand ist außerdem ermächtigt, eigene Aktien einzuziehen oder eigene Aktien zum Bedienen von allenfalls ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen, zum Aktientausch zum Zweck der Beteiligung an anderen Unternehmen und zu jedem beliebigen, gesetzlich zulässigen Zweck zu verwenden.

Für das Geschäftsjahr 2010 wird seitens der OMV Aktiengesellschaft eine Ausschüttung in Höhe von EUR 1,00 je dividendenberechtigter Aktie vorgeschlagen (2009: EUR 1,00). Die Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2009 erfolgte im Mai 2010 in der vorgeschlagenen Höhe.

In den Hauptversammlungen der Jahre 2000 bis 2009 wurde im Zusammenhang mit der Genehmigung von Aktienoptionsplänen der Erwerb eigener Anteile genehmigt. Im Eigenkapital wird in Höhe der Anschaffungskosten der zurückgekauften eigenen Anteile eine Rücklage für eigene Anteile ausgewiesen. Gewinne oder Verluste aus dem erneuten Verkauf eigener Anteile im Vergleich zu den Anschaffungskosten erhöhen oder vermindern die Kapitalrücklagen.

Die eigenen Anteile entwickelten sich in den Berichtsperioden wie folgt:

Eigene Anteile

Stückaktien Anschaffungswert
in EUR 1.000
Stand 1.1.2009 1.252.899 13.997
Abgang –33.204 –606
Stand 31.12.2009 1.219.695 13.392
Abgang –16.500 –181
Stand 31.12.2010 1.203.195 13.211

Folgende Tabelle stellt die Entwicklung der Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile dar:

Entwicklung der Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile

Stückaktien Eigene Aktien Im Umlauf
befindliche Anteile
Stand 1.1.2009 300.000.000 1.252.899 298.747.101
Bedienung von Wandlungen und Aktienoptionen –18.180 18.180
Verkauf eigener Aktien –15.024 15.024
Stand 31.12.2009 300.000.000 1.219.695 298.780.305
Bedienung von Aktienoptionen –16.500 16.500
Verkauf eigener Aktien
Stand 31.12.2010 300.000.000 1.203.195 298.796.805

Die unversteuerten Rücklagen betreffen Bewertungsreserven von unbebautem und bebautem Grund in Höhe von TEUR 432 (2009: TEUR 5.464). Die Veränderung der unversteuerten Rücklagen vermindert den Steuerertrag im Geschäftsjahr um TEUR 1.258 (2009: TEUR 0). 4 Unversteuerte Rücklagen

Die Bildung des Sozialkapitals erfolgt nach den Vorschriften von IAS 19. Die Anwartschaften für wertgesicherte Pensionszusagen wurden in den Vorjahren an die außerbetriebliche APK-Pensionskasse AG übertragen. Grundsätzlich sind die Ansprüche bei leistungsorientierten Pensionsplänen vom Dienstalter und dem Durchschnitt der Bezüge der letzten fünf Kalenderjahre abhängig. 5 Rückstellungen

Die Pensionspläne erfordern keine Beitragsleistungen von den Mitarbeitern. Die Entwicklung der leistungsorientierten Pläne und Jubiläumsgeldrückstellung stellt sich wie folgt dar:

EUR 1.000
Pensionen Abfertigung 2010
Jubiläums
geld
Pensionen Abfertigung 2009
Jubiläums
geld
Barwert der über einen Fonds
finanzierten Verpflichtung 28.707 26.993
Marktwert des Planvermögens –18.003 –14.859
Nicht erfasster versicherungs
mathematischer Gewinn (+)/Verlust (–) –4.128 –4.894
Rückstellung der über einen Fonds
finanzierten Verpflichtung 6.576 7.240
Barwert der nicht über einen Fonds
finanzierten Verpflichtung 6.856 412 7.839 452
Nicht erfasster versicherungs
mathematischer Gewinn (+)/Verlust (–) 1.467 –659
Rückstellung der nicht über einen
Fonds finanzierten Verpflichtung 8.323 412 7.180 452
Rückstellung zum 1.1. 7.240 7.180 452 7.642 6.409 443
Periodenaufwand 1.773 1.359 25 1.890 1.331 48
Fondsdotierung –2.437 –2.292
Auszahlungen –143 –46 –350 –13
Konzernübertrag –73 –19 –210 –26
Rückstellung zum 31.12. 6.576 8.323 412 7.240 7.180 452
Zinsaufwand 1.478 411 24 1.287 366 24
Laufender Dienstzeitaufwand 583 948 42 552 965 42
Erwartete Erträge aus dem
Planvermögen –736 –592
Realisierung versicherungs
mathematischer Verlust (+)/Gewinn (–) 448 –41 643 –18
Periodenaufwand 1.773 1.359 25 1.890 1.331 48

Annahmen zur Berechnung des Pensionsaufwands und der erwarteten leistungsorientierten Ansprüche zum 31. Dezember:

Pensions
pläne
2010
Abferti
gungen,
Jubiläen
Pensions
pläne
2009
Abferti
gungen,
Jubiläen
Kapitalmarktzinssatz 4,75% 4,75% 5,50% 5,50%
Gehaltstrend 3,85% 3,85% 3,85% 3,85%
Inflationsrate 1,80% 2,50%
Langfristige Planvermögensrendite 5,00% 5,00%

Veranlagung des Planvermögens zum 31. Dezember:

2010 2009
VRG IV VRG VI VRG IV VRG VI
Vermögenskategorien
Anteilswertpapiere 25,9% 4,6% 25,6% 29,9%
Schuldverschreibungen 40,6% 51,9% 41,9% 38,1%
Cash und Geldmarktveranlagungen 22,4% 43,5% 20,5% 32,0%
Sonstige 11,1% 12,0%
Summe 100,0% 100,0% 100,0% 100,0%

Ziel der Investitionspolitik sind ein optimierter Aufbau des Planvermögens und die jederzeitige Deckung der bestehenden Ansprüche. Die Veranlagung des Planvermögens wird durch § 25 Pensionskassengesetz und das Investmentfondsgesetz geregelt. Zusätzlich zu diesen Vorschriften sind in den Veranlagungsrichtlinien der APK-Pensionskasse AG u.a. die Bandbreite der Asset-Allocation, der Einsatz von Dachfonds sowie die Auswahl von Fondsmanagern geregelt. Der Einsatz neuer Instrumente oder eine Erweiterung der Fondspalette ist vom Vorstand der APK-Pensionskasse AG zu genehmigen. Sowohl im Bereich der Anteilswertpapiere als auch der Schuldverschreibungen erfolgt die Diversifikation global, wobei jedoch die Schuldverschreibungen schwerpunktmäßig auf EUR lauten.

Das Vermögen der Veranlagungs- und Risikogruppe (VRG) IV ist in EUR-denominierte Anleihefonds, internationale Aktienfonds sowie Anlagen auf dem Geldmarkt investiert. Im Zuge einer Risikodiversifizierung wurde bei der Auswahl der Asset Manager auf deren unterschiedliche Managementstile und Investmentansätze Bedacht genommen.

Für die Veranlagung des Vermögens der VRG VI wurde 2005 ein Wertsicherungskonzept implementiert. Bei diesem Investmentprozess wird risikoabhängig in europäische Aktien und Assets mit geringerem Risiko veranlagt, wobei eine definierte Wertuntergrenze zu einem bestimmten Stichtag nicht unterschritten werden soll, gleichzeitig aber auch die Chance auf eine Teilnahme an einer positiven Entwicklung des Aktienmarkts gewahrt bleibt.

Auf Grund unterschiedlicher Laufzeiten und Kapitalmarktentwicklungen ergeben sich in den einzelnen VRGs positive und negative Abweichungen zu der Planvermögensrendite. Beide VRGs zeigten in 2009 und 2010 positive Veranlagungsergebnisse, wobei das der VRG IV über der Planvermögensrendite lag.

Für 2011 sind leistungsorientierte Zahlungen an die APK-Pensionskasse AG im Ausmaß von TEUR 6.000 geplant.

Die sonstigen Rückstellungen setzten sich im Wesentlichen wie folgt zusammen:

EUR 1.000
2010 2009
Personalrückstellungen 34.607 22.258
Übrige Rückstellungen 20.926 30.885
Gesamt 55.533 53.143

Die Personalrückstellungen enthalten eine Rückstellung für begebene Aktienoptionen in Höhe von TEUR 26.239 (2009: TEUR 13.998), darin enthalten sind 2010 der bestehende Aktienoptionsplan mit TEUR 9.615, und der Long Term Incentive Plan in Höhe von TEUR 16.625. In den übrigen Rückstellungen ist eine Rückversicherung in Höhe von TEUR 19.234 (2009: TEUR 28.391) ausgewiesen.

2010 2009 ≤1 Jahr >1 Jahr ≤1 Jahr >1 Jahr Anleihen — 1.750.000 250.000 1.250.000

Gesamt 898.253 3.164.458 979.641 2.723.093
[davon im Rahmen der sozialen Sicherheit] [209] [—] [183] [—]
[davon aus Steuern] [182.540] [—] [160.204] [—]
Sonstige Verbindlichkeiten 279.823 2.206 219.780
[davon aus Lieferungen und Leistungen] [—] [—] [—] [—]
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 250.469 851.452 336.463 856.293
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.692 6.800 4.773 6.800
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 363.269 554.000 168.625 610.000

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind unter anderem Personallösungskosten in Höhe von TEUR 2.786 (2009: TEUR 1.571) und Zinsen für Anleihen in der Höhe von TEUR 72.480 (2009: TEUR 52.146) enthalten. Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten Aufwendungen in 2010, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden. Die wesentlichen Beträge umfassen Zinsen für Anleihen in der Höhe von TEUR 72.480 (2009: TEUR 52.146).

Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren beinhalten eine Verbindlichkeit aus Anleihen über TEUR 750.000 (2009: TEUR 250.000).

Haftungsverhältnisse liegen in folgendem Umfang vor:

EUR 1.000
2010 2009
Garantien 3.349.438 3.376.932
[davon für verbundene Unternehmen] [3.329.909] [3.361.436]

Die Veränderung der Haftungsverhältnisse resultiert im Wesentlichen aus der Erhöhung der für die OMV Supply & Trading GmbH gegebenen Garantie von TEUR 27.766 auf TEUR 185.126 und aus einer Reduzierung der für die OMV New Zealand Limited gegebenen Garantie von TEUR 349.208 auf TEUR 99.893 .

Für die OMV Finance Limited wurde eine gegebene Garantie in der Höhe von TEUR 1.500.000 erneuert, insgesamt bestehen Garantien über TEUR 2.350.000 (2009: TEUR 2.350.000).

Für die Emission der USD-Anleihe in OMV (U.K.) Limited in Höhe von TUSD 320.000 (TEUR 239.485) haftet die OMV Aktiengesellschaft für deren Rückzahlung.

Nicht in der Bilanz und unter den Haftungsverhältnissen ausgewiesene sonstige finanzielle Verpflichtungen:

Die OMV Aktiengesellschaft hat sich gegenüber der OMV Clearing und Treasury GmbH, die das Konzern-Clearing betreibt, verpflichtet, deren Liquidität für die Dauer der Konzernzugehörigkeit aufrechtzuerhalten.

Für einige Explorations-, Produktions- und Vertriebsgesellschaften bestehen seitens der OMV Aktiengesellschaft Garantien und Patronatserklärungen für die Einhaltung von Konzessionen, Lizenzen und von verschiedenen Verträgen, die in ihrer Höhe unbestimmt sind.

Die OMV Aktiengesellschaft haftet für die Auszahlung der im Rahmen von Schuldbeitritten von den Nachfolgegesellschaften übernommenen Pensionsansprüche, Nachschussverpflichtungen für an überbetriebliche Pensionskassen übertragene Ansprüche und Überbrückungszahlungen für Personallösungen.

6 Verbindlichkeiten

7 Haftungsverhältnisse gemäß § 199 UGB

EUR 1.000

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

8 Umsatzerlöse

9 Sonstige betriebliche Erträge

EUR 1.000
2010 2009
Inland 56.350 68.762
Ausland 7.909 906
Gesamt 64.259 69.668

Da die OMV Aktiengesellschaft seit 1. Jänner 2004 die Aufgaben einer Management-Holding wahrnimmt, bestehen die Umsatzerlöse hauptsächlich aus den an die Nachfolgegesellschaften verrechneten Konzernumlagen.

EUR 1.000
2010 2009
Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen 4.743 65
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 12 9.026
Übrige 1.237 1.153
Gesamt 5.992 10.244

Die Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen resultieren aus dem Verkauf eines Grundstückes.

10 Aufwendungen EUR 1.000
für Material und
sonstige
2010 2009
bezogene Materialaufwand 122 123
Leistungen Aufwendungen für sonstige bezogene Leistungen 1.678 1.432
Gesamt 1.800 1.555

Die Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen setzen sich hauptsächlich aus Fremdleistungen für laufende Tätigkeiten zusammen.

11 Personalaufwand

EUR 1.000
2010 2009
Gehälter 34.021 27.286
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie
vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge 2.993 2.863
Sonstige Sozialaufwendungen 69 72
Gesamt 37.083 30.221

EUR 1.000 2010 2009 Aufwendungen für Abfertigungen 2.382 965 Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen 104 83 Beitragsorientierter Personalaufwand 1.198 900 Leistungsorientierter Personalaufwand 3.185 1.602 Gesamt 6.869 3.550

In der Position Leistungsorientierter Personalaufwand sind auch Vorsorgen für Personallösungen in der Höhe von TEUR 1.901 (2009: TEUR 38) enthalten.

Die Aufwendungen für Abfertigungen und Altersversorgung verteilen sich folgendermaßen:

EUR 1.000
2010 2009
Abferti Pensionen Abferti Pensionen
gungen gungen
Vorstände 2.078 907 637 724
Leitende Angestellte 100 339 97 316
Andere Arbeitnehmer 308 3.137 314 1.462
EUR 1.000
2010 2009
Steuern, soweit sie nicht unter Z 16 (Steuern vom Einkommen und Ertrag) fallen 346 902
Übrige 49.964 42.507
Gesamt 50.310 43.409

Im übrigen Aufwand sind unter anderem enthalten: Versicherungsaufwand, Rechts- und Beratungskosten TEUR 17.368 (2009: TEUR 10.905), Werbeaufwand TEUR 9.565 (2009: TEUR 8.766), bezogene Serviceleistungen TEUR 10.667 (2009: TEUR 11.293).

Von den Beteiligungserträgen in Höhe von TEUR 770.024 (2009: TEUR 596.783) resultieren TEUR 608.910 (2009: TEUR 596.340) aus Gewinngemeinschaften, aus verbundenen Unternehmen TEUR 10.000 und TEUR 151.114 (2009: TEUR 444) aus sonstigen Beteiligungserträgen. Ergebnisabführungsverträge zum 31. Dezember 2010 liegen für folgende Gesellschaften vor: OMV Solutions GmbH, OMV Refining & Marketing GmbH, OMV Exploration & Production GmbH, OMV Insurance Broker GmbH, OMV Gas & Power GmbH und OMV Future Energy Fund GmbH.

In der Position Aufwendungen aus Finanzanlagen sind Aufwendungen aus Gewinngemeinschaften von TEUR 333 (2009: TEUR 81.317) und eine außerplanmäßige Abschreibung von TEUR 113.100 enthalten.

14 Erträge und Aufwendungen im Finanzergebnis

13 Sonstige betriebliche Aufwendungen

15 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

EUR 1.000
2010 2009
Laufende Steuern –24.893 –9.397
Latente Steuern –18.433 2.982
Gesamt –43.326 –6.415

Die laufende Steuer setzt sich zusammen aus einem Ertrag aus Vorjahren in Höhe von TEUR 89 (2009: TEUR 130), einem Steueraufwand auf Grund der Betriebsprüfung in Höhe von TEUR 1.309 sowie aus dem Körperschaftsteuerertrag des Gruppenträgers in Höhe von TEUR 26.113 (2009: TEUR 9.267) auf Grund der Gruppenbildung gem. § 9 KStG nach den verrechneten Steuerumlagen. Die Veränderung der latenten Steuer auf einen Ertrag von TEUR 18.433 (2009: Aufwand von TEUR 2.982) resultiert vor allem aus einer Teilwertabschreibung, die im Geschäftsjahr steuerlich nur zu einem Siebentel verwertet werden konnte.

Ergänzende Angaben

Um das Zinsrisiko in ausgewogener Form zu steuern, wird das Profil der Verbindlichkeiten hinsichtlich fixer und variabler Verzinsung, Währungen und Fristigkeiten analysiert. Es werden entsprechende Vergleichskennzahlen festgelegt und bei Abweichungen über definierte Bandbreiten mittels derivativer Instrumente optimiert.

16 Zinsmanagement und Derivate

Fallweise werden festverzinsliche Kredite mittels Zinsswaps in variable Kredite oder vice versa transferiert. Zum Bilanzstichtag sind Zinsen für USD 50 Mio geswapt. Durch den Zinswap werden feste Zinssätze in variable Zinssätze gedreht. Die Zinsdifferenz zwischen Swap und Kredit wird als Korrektur des Zinsaufwands verbucht.

EUR 1.000
2010 2009
Nominale Beizulegen Bilanzansatz Nominale Beizulegen Bilanzansatz
der Zeitwert der Zeitwert
Interest rate Swap (EUR) 100.000 2.983
Interest rate Swap (USD) 37.420 4.779 34.708 3.328
FX Swap EUR-HUF 43.173 –260 –260 69.706 –695 –695
FX Swap EUR-HRK 12.190 –44 –44 12.329 –189 –189
FX Swap EUR-USD 94.669 –5.393 –504
FX Swap EUR-CZK 19.951 227
FX Forward EUR-USD 146.019 5.501 –63

Die Bewertung der Derivate erfolgt zum beizulegenden Zeitwert (Tageswert). Der Tageswert der derivativen Finanzinstrumente spiegelt den geschätzten Betrag wider, den OMV zahlen oder erhalten müsste, wenn diese Transaktion am Bilanzstichtag geschlossen würde. Für die Schätzung der Tageswerte von Finanzinstrumenten zum Bilanzstichtag werden Preisanbote von Banken oder entsprechende Preismodelle verwendet. Bei diesen Modellen werden die zum Bilanzstichtag geltenden Terminpreise und Wechselkurse sowie Volatilitätskennzahlen zur Preisberechnung herangezogen.

Zum 31. Dezember 2010 wurde für beizulegenden Zeitwerte von TEUR 5.564 und TEUR –5.564 eine Bewertungseinheit gebildet. Diese beinhaltet zwei FX Swaps und FX Forwards welche gleiche Laufzeit, Nominale und Vertragspartner haben. Das Ergebnis der Bewertungseinheit wurde im Berichtszeitraum in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Die Gesellschaft sichert bei Bedarf entsprechende Fremdwährungsrisiken für die Gesellschaft sowie für Konzerngesellschaften ab.

Um den Cashflow gegen einen nachteiligen Einfluss von sinkenden Ölpreisen zu schützen, hatte die OMV Aktiengesellschaft im eigenen Namen für einige ihrer Konzernunternehmen derivative Instrumente eingesetzt, welche die Erlöse aus 25.000 bbl/d für 2010 absicherten. Als Absicherungsinstrument wurden Puts eingesetzt, die eine Preisuntergrenze von durchschnittlich USD 55,17/bbl absichern. Diese Puts wurden mit Call-Optionen so finanziert, dass initiale Zahlungen vermieden wurden (Null-Kosten-Struktur), wobei dadurch die Konzerngesellschaften nicht von Ölpreisen über USD 75/bbl im Jahr 2010 für das betreffende Volumen profitieren konnten. Die Optionen wurden mit erstklassigen Banken auf Over-the-Counter (OTC) Basis abgeschlossen und an die jeweiligen Konzernunternehmen übertragen. Die mit Banken sowie mit Konzernunternehmen abgeschlossenen Derivate bildeten eine Bewertungseinheit aus der Sicht der OMV Aktiengesellschaft; der bilanzielle Ausweis dieser Derivate erfolgte daher nicht in der OMV Aktiengesellschaft, sondern in den jeweiligen Konzerngesellschaften. Per 31. Dezember 2010 bestehen keine solche Absicherungsinstrumente.

Für das Jahr 2009 wurden Put-Spreads für ein Volumen von 25.000 bbl/d eingesetzt, um eine Preisuntergrenze von USD 80/bbl abzusichern, solange der Ölpreis über USD 65/bbl lag. Bei einem Ölpreis unter USD 65/bbl war das Absicherungsergebnis USD 15/bbl über dem Marktpreis. Diese Put-Spreads wurden mit Call-Optionen so finanziert, dass initiale Zahlungen vermieden wurden (Null-Kosten-Struktur), wobei dadurch die Konzerngesellschaften nicht von Ölpreisen über USD 110/bbl im Jahr 2009 für das betreffende Volumen profitiert hätten.

Die OMV Aktiengesellschaft hatte für 2009 Optionen über USD 1 Mrd abgeschlossen, um den Cashflow von Konzernunternehmen abzusichern und die Auswirkungen von Schwankungen des EUR-USD-Wechselkurses zu reduzieren. Für das betreffende Volumen waren die Konzerngesellschaften dadurch nur Währungsschwankungen zwischen EUR-USD 1,32 bis 1,15 ausgesetzt.

17 Organe,

Arbeitnehmer

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer betrug:

2010 2009
Angestellte 128 124
Gesamt 128 124

Die Vorstandsbezüge der OMV Aktiengesellschaft verteilen sich wie folgt:

Vorstandsbezüge EUR 1.000
2010 Auli Davies Huijskes Langanger Roiss Ruttenstorfer Summe
Fixe Bezüge für 2010 600 665 375 461 700 800 3.601
Variable Bezüge 1) 755 826 525 826 965 1.104 5.000
Pensionskassenbeiträge 132 250 98 341 462 574 1.857
Bezüge anlässlich der Beendigung des
Dienstverhältnisses 1.480 1.480
Sachbezüge (PKW, Unfallversicherung)
und Aufwandsersatz 8 9 22 6 8 8 61
Summe 1.495 1.751 1.021 3.114 2.135 2.486 12.001
Vorteile aus ausgeübten
Aktienoptionsplänen 168 168
2009
Fixe Bezüge für 2009 574 648 583 681 779 3.265
Variable Bezüge 825 931 931 1.081 1.232 5.001
Pensionskassenbeiträge 126 245 455 341 574 1.739
Sachbezüge (PKW, Unfallversicherung)
und Aufwandsersatz 8 10 9 9 9 45
Summe 1.533 1.835 1.978 2.112 2.593 10.051
Vorteile aus ausgeübten
Aktienoptionsplänen 181 181

1) Die variablen Bezüge betreffen Zahlungen für 2009 mit Ausnahme von TEUR 525, welche eine Vorauszahlung für 2010 betreffen.

Die Vorstandsmitglieder und die Mitglieder des Aufsichtsrats sind auch im Rahmen der Vermögensschadenhaftpflichtversicherung (D&O) und einer Rechtsschutzversicherung versichert. In diesen beiden Fällen ist auch eine große Anzahl anderer OMV Mitarbeiter versichert und es erfolgen Gesamtprämienzahlungen an die Versicherer, so dass eine spezifische Zuordnung an Vorstandsmitglieder nicht stattfindet.

Die Bezüge früherer Mitglieder des Vorstands sowie ihrer Hinterbliebenen beliefen sich auf TEUR 1.119 (2009: TEUR 1.109).

Die Gesamtaufwendungen im Konzern (exklusive Aktienoptionspläne) für 38 Executives (ohne Vorstandsmitglieder; 2009: 38) betrugen TEUR 15.665 (2009: TEUR 16.366). Davon entfallen auf kurzfristige Leistungen wie Gehälter, abgegrenzte Verbindlichkeiten für nicht konsumierte Urlaube und Prämien TEUR 13.208 (2009: TEUR 13.672) und TEUR 1.268 (2009: TEUR 1.118) auf Aufwendungen für die Altersvorsorge. Für Leistungen im Zusammenhang mit der Beendigung von Dienstverhältnissen fiel ein Aufwand in Höhe von TEUR 1.085 (2009: TEUR 1.547) an; die sonstigen langfristigen Vergütungen beliefen sich auf TEUR 104 (2009: TEUR 29). Erläuterungen zum Aktienoptionsplan sind in den Ausführungen zu Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen enthalten.

An Aufsichtsratvergütungen wurden in 2010 TEUR 392 aufgewendet (2009: TEUR 386).

Am 31. Dezember 2010 bestand eine Rückstellung für Aktienoptionen für Vorstände und leitende Angestellte in Höhe von TEUR 26.239 (2009: TEUR 13.998); die Erhöhung belief sich im Berichtsjahr auf TEUR 12.241 (2009: TEUR 5.161).

Die OMV Aktiengesellschaft ist das Mutterunternehmen des OMV Konzerns und nimmt als solches eine Holdingfunktion ein. Weiters erbringt die OMV Aktiengesellschaft für die restlichen Konzerngesellschaften Finanzierungssowie Konzernsteuerungsdienstleistungen.

Der verteilungsfähige Bilanzgewinn des Geschäftsjahrs 2010 wurde mit TEUR 409.229 (2009: TEUR 300.400) ermittelt.

Wir schlagen vor, aus dem Bilanzgewinn für das Geschäftsjahr 2010 eine Dividende von EUR 1,00 je Aktie des Grundkapitals mit Ausnahme eigener Anteile auszuschütten und den verbleibenden Betrag auf neue Rechnung vorzutragen.

18 Vorschlag zur Gewinnverteilung

Entwicklung der unversteuerten Rücklagen

EUR 1.000
Stand
1. 1. 2010
Zuführung/
Verbrauch
Übertragung Stand
31. 12. 2010
Bewertungsreserve auf Grund von Sonderabschreibungen
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten 5.464 5.032 432
5.464 5.032 432

Direkte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft mit einem Anteil von mindestens 20%

in angegebener Währung 1.000
Anteil am
Kapital in %
Eigenkapital/negatives
Eigenkapital zum
31.12.2010
Jahresüber
schuss/
Jahresfehl
betrag 2010
Inland
OMV Gas & Power GmbH, Wien 1) 100,00 EUR 195.638 79.264
OMV Exploration & Production GmbH, Wien 1) 100,00 EUR 687.096 443.792
OMV Future Energy Fund GmbH, Wien 1) 100,00 EUR 35 –333
OMV Insurance Broker GmbH, Wien 1) 100,00 EUR 185 479
OMV Refining & Marketing GmbH, Wien 1) 100,00 EUR 782.984 61.013
OMV Solutions GmbH, Wien 1) 100,00 EUR 458.799 48.148
students4excellence GmbH, Wien 2) 20,00 EUR 39 –2
Ausland
Amical Insurance Limited, Douglas 100,00 EUR 25.797 4.186
OMV AUSTRALIA PTY LTD, Sydney 1) 100,00 AUD –33.355 –20.806
OMV ENERJİ HOLDİNG ANONİM ŞİRKETİ, Istanbul 3) 4) 100,00 TRY 2.089.915 31
OMV FINANCE LIMITED, Douglas 100,00 EUR 92 –231
Petrol Ofisi A. Ş., Istanbul 3) 41,58 TRY 2.267.536 –39.348
OMV PETROM SA, Bukarest 51,01 RON 15.975.668 1.579.748

1) Gruppenmitglied gem. § 9 KStG.

2) Vorläufige Werte aus 2010.

3) 54,14 % werden indirekt von OMV Enerji Holding Anonim Şirketi gehalten, insgesamt hält OMV 95,72%.

4) Einzelne Aktien werden von anderen Konzerngesellschaften gehalten (in Summe unter 0,01%).

Anlagenspiegel gemäß § 226 Absatz 1 UGB

Stand
1. 1. 2010
Zugänge
Immaterielle Vermögensgegenstände
Lizenzen 2 3
2 3
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten 5.853
Technische Anlagen und Maschinen 461
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.258 165
7.572 165
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 3.865.561 1.794.947
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 947.513 940.924
Beteiligungen 915.778
Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens 8.201
Sonstige Ausleihungen 90.253 6.704
5.827.306 2.742.575
5.834.880 2.742.743

EUR 1.000

Umbuchungen Abgänge Stand
31. 12. 2010
Abschrei
bungen
(kumuliert)
Bilanzwert
31. 12. 2010
Bilanzwert
31. 12. 2009
Abschrei
bungen
Außer
planmäßige
Abschreibung
2010
2 3 1 2 1 1
2 3 1 2 1 1
5.063 790 790 5.845
461 3
465 958 658 300 354 161
5.989 1.748 658 1.090 6.202 161
886.992 6.547.500 1.042.324 5.505.176 2.936.337 113.100
926.953 961.484 255 961.229 939.685
–886.992 2.154 26.632 26.632 915.778
8.201 3.696 4.505 4.505
128 96.829 32 96.797 90.217
929.235 7.640.646 1.046.307 6.594.339 4.886.522 113.100
935.226 7.642.397 1.046.966 6.595.431 4.892.724 162 113.101

Aufsichtsrat

Peter Michaelis

Vorsitzender ab 13. Mai 2009 Vorstand der ÖIAG erstmals gewählt in der HV am 23. Mai 2001

Rainer Wieltsch Vorsitzender-Stellvertreter bis 26. Mai 2010 erstmals gewählt in der HV am 24. Mai 2002

Wolfgang Berndt ab 26. Mai 2010 Vorsitzender-Stellvertreter

Khadem Al Qubaisi ab 26. Mai 2010 Vorsitzender-Stellvertreter Vorstand IPIC

Alyazia Ali Saleh Al Kuwaiti Manager/Evaluation & Execution der IPIC erstmals gewählt in der HV am 14. Mai 2008

Mohamed Al Khajabis 26. Mai 2010 Division Manager/Research & Business Development von IPIC erstmals gewählt in der HV am 14. Mai 2008

Elif Bilgi-Zapparoli ab 13. Mai 2009 Vorstandsvorsitzende der EFG Istanbul Securities erstmals gewählt in der HV am 13. Mai 2009

Helmut Draxler erstmals gewählt in der HV am 16. Oktober 1990

Wolfram Littich Vorsitzender des Vorstands der Allianz Elementar Versicherungs-AG erstmals gewählt in der HV am 23. Mai 2001

Herbert Stepic Vorsitzender des Vorstandes der Raiffeisen Bank International AG erstmals gewählt in der HV am 18. Mai 2004

Herbert Werner erstmals gewählt in der HV am 4. Juni 1996

Norbert Zimmermann Vorstand der Berndorf Industrieholding AG erstmals gewählt in der HV am 23. Mai 2001

Neben international erfahrenen Vorständen und Direktoren der Kernaktionäre setzt sich der von der Hauptversammlung gewählte Aufsichtsrat aus hochqualifizierten unabhängigen Mitgliedern zusammen, wobei sich OMV bezüglich der Unabhängigkeit an den Empfehlungen der EU orientiert.

Vom Betriebsrat delegiert:

Leopold Abraham, Wolfgang Baumann, Franz Kaba, Ferdinand Nemesch, Markus Simonovsky

Präsidial- und Nominierungsausschuss: Michaelis (Vorsitzender), Berndt (Stellvertreter), Al Qubaisi (Stellvertreter), Al Kuwaiti, Abraham, Baumann

Prüfungsausschuss: Michaelis (Vorsitzender), Berndt (Stellvertreter), Al Qubaisi (Stellvertreter), Draxler, Littich, Werner, Abraham, Baumann, Nemesch

Projektausschuss: Michaelis (Vorsitzender), Berndt (Stellvertreter), Al Qubaisi (Stellvertreter), Al Kuwaiti, Littich, Zimmermann, Abraham, Kaba, Nemesch

Vergütungsausschuss: Michaelis (Vorsitzender), Berndt (Stellvertreter), Al Qubaisi (Stellvertreter), Zimmermann

Die Angaben der Aufsichtsratsmandate beziehen sich auf börsennotierte, konzernexterne Gesellschaften ohne OMV. Konzernexterne Aufsichtsratsmandate sind Mandate des Aufsichtsratsmitglieds außerhalb seines Konzerns, welche gemäß Artikel 57 des österreichischen Corporate Governance Kodex (öCGK) nicht mitgezählt werden.

Vorstand

Wien, am 22. März 2011

Der Vorstand

Wolfgang Ruttenstorfer

Vorsitzender

Gerhard Roiss

Vorsitzender Stellvertreter

Werner Auli David C. Davies Jacobus Gerardus Huijskes

Abkürzungen und Definitionen

Ausschüttungsgrad %-Verhältnis der Dividendensumme zu Jahresüberschuss nach Minderheiten

bbl, bbl/d Barrel (Fass zu 159 Liter), bbl pro Tag bcf, cf Milliarde Standard-Kubikfuß, Standard-Kubikfuß (16 °C/60 °F)

Bitumen Ein nicht flüchtiges, klebriges und abdichtendes rohölstämmiges Produkt, Grundstoff für Asphalt

boe, boe/d Barrel Öläquivalent, boe pro Tag

E&P Exploration und Produktion

EBIT Earnings Before Interest and Taxes; Betriebserfolg

EGT Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; Ergebnis vor Steuern und nach Zinsen und Ergebnis aus Beteiligungen und Finanzanlagevermögen

Eigenkapitalquote %-Verhältnis Eigenkapital zu Gesamtkapital

EPSA Exploration and Production Sharing Agreement; Explorations- und Produktionsteilungsvertrag

EU, EUR, TEUR Europäische Union, Euro, Tausend Euro

F&D Finding and Development; Fund- und Entwicklungskosten; Explorationsaufwendungen dividiert durch Änderung der sicheren Reserven (Erweiterungen, Neufunde und Revisionen früherer Schätzungen)

G&P Gas und Power

H1, H2 erstes, zweites Halbjahr

HSSE Health, Safety, Security and Environment; Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz

HV Hauptversammlung

IASs, IFRSs International Accounting Standards, International Financial Reporting Standards

Jahresüberschuss Nettogewinn nach Zinsen, außerordentlichem Ergebnis und Steuern

Kb&S Konzernbereich und Sonstiges

LNG Liquefied Natural Gas; Flüssigerdgas

LTIR Lost Time Injury Rate; Rate an Unfällen mit Arbeitszeitausfall

m3 Normal-Kubikmeter (0 °C/32 °F)

Mio, Mrd Million, Milliarde

Monomere Begriff für Ethylen und Propylen

MW Megawatt

n.a., n.m. not available, not meaningful; Wert nicht verfügbar, Wert nicht aussagefähig

Nettoverschuldung Finanzverbindlichkeiten inklusive Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing abzüglich liquider Mittel

Weitere Abkürzungen und Definitionen finden Sie unter www.omv.com.

NGL Natural Gas Liquids; Erdgas, das in flüssiger Form bei der Förderung von Kohlenwasserstoffen auftritt

NOC National Oil Corporation

NOPAT Net Operating Profit After Tax; EGT nach Steuern abzüglich Zinserträge zuzüglich Zinsaufwendungen auf Finanzverbindlichkeiten und Zinsen für Pensionsrückstellungen und außerordentliches Ergebnis +/– Steuereffekte aus Anpassungen

OPEX Produktionskosten; Material- und Personalkosten während der Produktion exklusive Förderzinsabgaben

öCGK Österreichischer Corporate Governance Kodex

Petajoule 1P. entspricht ca. 278 Mio Kilowattstunden

Polymere, Polyolefine Monomere in Kettenform, Begriff für Polyethylen und Polypropylen

ppm parts per million; Teile von einer Million

PRT, PRRT Petroleum Revenue Tax, Petroleum Resource Rent Tax; diese Steuer gibt es in Großbritannien sowie Australien

Q1, Q2, Q3, Q4 erstes, zweites, drittes, viertes Quartal

R&M Raffinerien und Marketing inklusive Petrochemie

Reservenersatzkosten Explorations-, Entwicklungs- und Instandhaltungsausgaben zuzüglich Akquisitionsausgaben

ROACE Return On Average Capital Employed; %-Verhältnis NOPAT zu durchschnittlich eingesetztem Kapital (Eigenkapital inklusive Fremdanteile zuzüglich Nettoverschuldung und Pensionsrückstellungen, abzüglich Wertpapierdeckung für Pensionsrückstellungen)

ROE Return On Equity; %-Verhältnis Jahresüberschuss zu durchschnittlichem Eigenkapital

ROfA Return On fixed Assets; %-Verhältnis EBIT zu durchschnittlichem immateriellen und Sachanlagevermögen

RON Neuer Rumänischer Leu

RRR Reserve Replacement Rate; Reserven Ersatzrate; Gesamtveränderung der Reserven exklusive Produktion dividiert durch Gesamtproduktion

SEC United States Securities and Exchange Commission

SFAS Statement on Financial Accounting Standards

t, toe Tonne, Tonne Öläquivalent

TRIR Total Recordable Injury Rate; Zwischenfallrate aller Unfälle mit Verletzungen

TRY, TTRY Türkische Lira

UGB Österreichisches Unternehmensgesetzbuch

Umsatzerlöse Umsatzerlöse exkl. Mineralölsteuer

USD, TUSD US Dollar, Tausend US Dollar

Verschuldungsgrad Gearing Ratio; %-Verhältnis Nettoverschuldung zu Eigenkapital

Für Geschäfts- und Quartalsberichte kontaktieren Investor Relations Kontakt: Sie uns bitte oder nutzen Sie das OMV Bestellservice OMV Aktiengesellschaft, unter www.omv.com. Investor Relations

Trabrennstraße 6-8, 1020 Wien, Österreich Tel.: +43 1 40440-21600 Fax: +43 1 40440-621600 E-Mail: [email protected] Internet: www.omv.com

OMV Aktiengesellschaft Trabrennstraße 6-8 1020 Wien, Österreich www.omv.com

Erklärung gemäß § 82 Abs. 4 Z 3 BörseG

Erklärung aller gesetzlichen Vertreter

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Wien, am 22. März 2011

Wolfgang Ruttenstorfer

Generaldirektor und Vorstandsvorsitzender

Gerhard Roiss

Vorstandsvorsitzender-Stellvertreter, Raffinerien und Marketing inkl. Petrochemie

Werner Auli

Mitglied des Vorstands, Gas und Power

David C. Davies

Mitglied des Vorstands, Finanzen

Jacobus Gerardus Huijskes

Mitglied des Vorstands, Exploration und Produktion

OMV Aktiengesellschaft Trabrennstraße 6-8 1020 Wien, Österreich www.omv.com